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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iUnfkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesfpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit t verſebenen Original-Aufſätze und digenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſit. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 362
Dienstag, den 31. Dezember 1929. 192. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerſchticher Beltreibung fällt ſeche
Rabat weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darme
ſädter und Nationalbank.
indiſche Anabhängigkeits=Bewegung.
G1hi forderk völige Losſagung Indiens von England. — Widerſtand der gemäßigken Richkung des
Rdiſchen Kongreſſes gegen Gandhis radikales Vorgehen. — Indiſche Liberale befürworken
Dominion-Stakak für Indien.
Rückkehr der engliſchen Unkerſuchungskommiſſion
O gung des allindiſchen Kongreſſes.
Das Alibi.
EP. Lahore, 30. Dezember.
DOr England wie in Indien mit gleich großer Spannung
erwarru allindiſche Kongreß iſt am Sonntag in Anweſenheit
einer =auſendköpfigen Menge durch den Präſidenten Pandit
Nehrmy iffnet worden. In einer Anſprache an den Kongreß
führte 4 aus: „Unabhängigkeit bedeutet für uns völlige
Frei=
heit ve britiſcher Herrſchaft und britiſchen Imperialismus.
DieſfKongreß iſt nicht bereit, dem engliſchen
Parlli ent das Recht einzuräumen, den Indern
in irrrdeiner Weiſe ihr Schickſal zu diktieren.”
Nehruu annte von ſich, daß er ein ſozialiſtiſcher Republikaner
ei, ern2 aber ſehr wohl ein, daß der Kongreß jetzt noch kein
ſozialii zes Programm verfolgen könne, das eine völlige
Tren=
nung / England, die Errichtung einer unabhängigen
Regie=
ung r1, einen allgemeinen Boykott einſchließen müſſe. — Der
1 Des Kongreſſes gab ſchließlich der Hoffnung Ausdruck,
Hlitiſchen Aenderungen in Indien ſich auf friedliche
—ſetzen mögen, betonte aber gleichzeitig, daß der
Kon=
zögern würde, falls ſich Gewaltmethoden als
unbe=
ſt g herausſtellen würden, zu dieſen zu greifen. Zum
hluß rier Rede empfahl Nehru einen Boykott gegen die
eſetzgg rde Verſammlung in Indien und die örtlichen
Körper=
ſchaftery inen Boykott gegen alle engliſchen Waren und die
ichtzod eig von Steuern. Seine Schlußworte waren, daß jetzt
ine a. ne Verſchwörung in Indien im Gange
unlas Land von britiſcher Herrſchaft zu be=
P ſchlige Halleng der indiſchen Liberalen.
EP. Madras, 30. Dezember.
Di4 Seralen Politiker Indiens haben ſich geſtern auf einer
r uu dem Vorſitz Sir Phiroce Sethnas, eines Mitglieds
es Ste rats der indiſchen Regierung, für die Erſtrebung des
Domimu Statuts und gegen eine völlige Loslöſung von
Eng=
land o eſprochen. Sethna erklärte im Verlauf ſeiner Rede,
daß bei Idiger Gewährung des Dominion=Statuts an Indien
keine M. ſche Berechtigung beſtehe, ſich gänzlich vom britiſchen
keiche 9 rennen. Auf die in der Erklärung Lord Irwins
vor=
geſchlagy Allindiſche Konferenz in London eingehend, betonte
thnan, 6 Indien einen ſchweren Fehler begehen werde, falls
s dasä liſche Anerbieten abſchiagen ſollte.
Tne Enkfchließung des Kongreſſes der
RBeralen Inder.
Madras, 30. Dezember.
ongreß der nationalen Vereinigung der liberalen
der 1=z7, einer Reutermieldung zufolge, einſtimmig eine
Ent=
ſchließtcf an, in der das Attentat auf den Zug des Vizekönigs
verurten wird und Lord und Lady Irwin zur glücklichen
Er=
rettungi xlückwünſcht werden. Die Konferenz nahm darauf
ebenfaku ine Entſchließung Sir Tei Bahadur Saprus an, in
der ſie 3. Erklärung des Vizekönigs vom 31. Oktober mit
leb=
fter Ɨmmung begrüßt, da ſie in maßgebender Weiſe den
Standg/ —, daß das Dominionſtatut für Indien den Abſichten
er Err) ang von 1917 entſpreche, beſtätige und den Anſpruch
ndierr rit der britiſchen Regierung auf dem Fuße der
Gleich=
recht:) güber die künftige Form der Verfaſſung Indiens zu
hanm. anerkenne. Die Vereinigung beſteht weiter darauf,
bbald wie möglich eine Konferenz am runden Tiſch
und daß dem fortſchrittlichen Element eine
ausſchlag=
rtretung eingeräumt werde.
Der Gandhi Flägel ſekzt ſich durg.
EP. Lahore, 30. Dezember.
dem Führer der indiſchen Unabhängigkeitsbewegung,
ndhe=fgeſetzte Reſolution, die die völlige Losſagung
ndijs von England fordert, dürfte zu ſchweren
Kämpff inerhalb der drei Parteien des indiſchen Kongreſſes
führen.y n dieſen Partien verlangt der Gandhi=Flügel die
völlige 9 ſofortige Losſagung von England, während der
te 3 el ſich dafür einſetzt, die Unabhängigkeitserklärung auf
Fr7 —r nächſten Jahres oder ſpäter zu verſchieben. Die
emäßfü r in der Partei halten nach wie vor an dem
Domi=
nionſtci für Indien feſt und befürworten eine Teilnahme
er Pcl an der Allindiſchen Konferenz in London. Bisher hat
ray fte Flügel der Partei den Sieg davongetragen. Ob
ihmn ar weiter gelingt, in der Vollverſammlung des
Kon=
reſſes 8 rmals als Sieger hervorzugehen, iſt anläßlich des
Widerſi; es der beiden anderen Gruppen nicht mehr ſo ſicher
wie bi.”
aus Paläſtina.
EP. Jeruſalem, 30. Dezember.
Die von der engliſchen Regierung eingeſetzte
Unterſuchungs=
kommiſſion über die Urſachen der jüngſten Zuſammenſtöße
zwi=
ſchen Juden und Arabern hat nach zweimonatiger Arbeit ſich
geſtern wieder nach England zurückbegeben. Auf Grund der
Ergebniſſe ihrer Unterſuchung wird die Kommiſſion in London
einen Bericht ausarbeiten, in dem der engliſchen Regierung
Vor=
ſchläge über die in Paläſtina zu verfolgende Politik gemacht
wer=
den ſollen.
Das neue ägypkiſche Kabineit gebildet.
EP. Kairo, 30. Dezember.
Das zur Durchführung der ägyptiſchen Parlamentswahlen
gebildete Uebergangskabinett hat heute ſeinen Rücktritt
be=
ſchloſſen. Der Rücktritt ſelbſt dürfte bereits morgen erfolgen.
Nahas Paſcha, der Führer der bei den Wahlen erfolgreichen
Nationaliſten, hat bereits ſein neues Kabinett vollzählig
zuſam=
mengeſtellt, das unverzüglich nach dem Abtreten des jetzigen die
Regierungsgeſchäfte übernehmen wird. — Eine offizielle
Ver=
lautbarung über die Haltung des Kabinetts Nahas Paſcha zu
dem engliſch=ägyptiſchen Vertragsentwurf iſt bisher noch nicht
erfolgt. In politiſchen Kreiſen glaubt man jedoch, daß der
Ver=
tragsentwurf, wenn auch unter Betonung feiner Unzulänglichkeit,
von der neuen Regierung angenommen werden wird.
Chings Kampf um Lie Aufhebang der
Eckerrikorialikäf.
Widerſtand der mächte.
Zu dem Beſchluß des politiſchen Generalrates von Nanking,
die Exterritorialität in China vom 1. Januar an aufzuheben,
erklärte der amerikaniſche Staatsſekretär, Stimſon, die
amerikaniſche Regierung werde an der gegenwärtigen
internatio=
nalen Politik feſthalten, ſei aber bereit, in Verhandlungen
ein=
zutreten, um eine Methode für die allmähliche Abſchaffung der
Privilegien zu ſinden.
Der chineſiſche Geſandte Kao=Lu hat dem Quaid’Orſay
von dem Wunſch ſeiner Regierung Kenntnis gegeben, die
Ex=
territorialiät in China vom 1. Januar an aufzuheben. Das
Außenminiſterium hat geantwortet, ſolange die unerläßlichen
Gapantien hinſichtlich der Sicherheit der franzöſiſchen
Staats=
angehörigen und hinſichtlich der Gerichtsbarkeit nicht gegeben
ſeien, lehne die franzöſiſche Regierung das Verlangen Chinas
auf ſofortige Aufhebung der Exterritorialität ab. Sie ſei
ge=
neigt, die Verhandlunngen über ein
Ueber=
gangsregime fortzuſetzen.
In Londoner maßgebenden Kreiſen verlautet, daß in der
Haltung der engliſchen Regierung in dieſer
Frage keine Aenderung eingetreten ſei. England
ſei grundſätzlich zur Beſeitigung der Exterritorialitätsvorrechte
in China bereit, ſei aber gleichzeitig auch der feſten
Ueberzeu=
gung, daß die Abſchaffung dieſer Rechte nur langſam und
ſchritt=
weiſe vor ſich gehen könne. In Gemeinſchaft mit den übrigen
Vertragsmächten in China ſei die engliſche Regierung gewillt,
in Verhandlungen über dieſen Gegenſtand einzutreten.
Dr. Wang beſtehl auf Aufhebung der
Eckerrikorialikälsrechke.
Wie aus Nanhing gemeldet wird, gibt Außenminiſter Dr.
Wang zur Frage der Aufhebung der Exterritorialitätsrechte eine
Erklärung heraus, in der es heißt, die chineſiſche Regierung ſei
leider gezwungen, die Proteſte Japans und Amerikas
unbeant=
wortet zu laſſen. China werde trotz der Vorſtellungen der
Groß=
mächte die Exterritorialitätsrechte unverzüglich aufheben. Die
chineſiſche Regierung habe mehrmals verſucht, dieſe Frage mit
den Großmächten zu beſprechen, aber dieſe hätten es ſtets
abge=
lehnt, irgendwelche Zugeſtändniſſe zu machen. Die
Exterri=
torialitätsrechte würden auch in der Mandſchurei aufgehoben
werden und die dortigen japaniſchen Gerichte müßten am 1.
Januar 1930 ſchließen.
In diplomatiſchen Kreiſen Pekings ſieht man der weiteren
Entwicklung der Dinge mit Ruhe entgegen. Man glaubt, daß
Nanking ſich zunächſt auf die theoretiſche Ankündigung der
Ab=
ſchaffung der Exterritorialitätsrechte beſchränken und auf
prak=
tiſche Maßnahmen verzichten wird. Man befürchtet jedoch, daß
ſich außerhalb der internationalen Niederlaſſungen
Rechtsſtreitig=
keiten ereignen und chineſiſche Lokalbehörden auf der Aburteilung
von Ausländern vor chineſiſchen Gerichten beſtehen könnten. Das
diplomatiſche Korps hat bereits geeignete Maßnahmen für
der=
artige Fälle vorbereitet. Die optimiſtiſche Beurteilung der
wei=
teren Entwicklung der Dinge ſtützt ſich weſentlich auf die
Tat=
ſache, daß China nach Aufhebung des Vertrages mit Japan im
Jahre 1928 keinerlei Verſuche gemacht hat, japaniſche
Staats=
angehörige der chineſiſchen Gerichtsbarkeit zu unterwerfen,
ob=
wohl theoretiſch hierzu die Möglichkeit beſtanden hätte.
Von unſerem =Korreſpondenten.
Rom, Ende Dezember.
Es gibt jetzt in Italien außer Fasciſten und Antifasciſten
eine neue Sorte Mitbürger: die Alibiſten. Das ſind Leute, die ein
Alibi ſuchen oder in Erinnerung bringen. Derartige Epidemien
treten immer dann in einem Lande auf, wenn man nicht mehr
mit pupillariſcher Sicherheit auf die Gediegenheit ſeiner
Regie=
rung zählt. Vorſichtige Kalkulatoren, eingefrorene Politiker und
alle jene Leute, die man als Windfühler bezeichnen möchte, weil
ihr Mantel ſich rechtzeitig mit dem Winde dreht, haben nicht mehr
jene ſchöne und ehrende Zuverſicht in die Unüberwindlichkeit des
Fascismus, die ſie noch am Ende des vergangenen Jahres
unge=
fragt überall zeigten. All dieſe Italiener, dieſe Mitläufer der
politiſchen Mode, ſind unſicher geworden. Aber auch von denen,
die einmal mit Ueberzeugung in den Fascismus
hinübergeſprun=
gen ſind, von jenen, die in der erſten Maienblüte ihres
Enthu=
ſiasmus anderen Rhizinusöl einträufelten und ſich nicht vor
Zukunftsgröße faſſen konnten, auch von ihnen, oder gerade von
ihnen, ſind nur noch wenige Prozent voll Mut und Hoffnung.
Die erdrückende Mehrzahl ſucht ein Alibi: jene Alibi, das ſie
für den Fall eines anders gearteten Regimes für nötig halten.
Sie wollen im gegebenen Augenblick vor aller Welt erklären
können: Ich habe ſchon dem Soundſo dann und dann erklärt,
daß ich nichts vom Fascismus halte, und daß er ein Unglück
für Italien war. Herr Soundſo kann mir bezeugen, daß ich ſchon
immer (oder wenigſtens ſeit langem) degen Muſſolini war, daß
ich antifasciſtiſch geſinnt geweſen bin und demnach nicht „
mit=
gegeſſen” habe. Denn davor haben alle am meiſten Angſt, daß
man ſie bei einem Umſchwung beſchuldigen könnte, daß ſie aus
der Parteikaſſe und ähnlichen guten Küchen ſich herzlich ſatt
unter dem Banner des Fascismus gefuttert hätten. Das ſind
alſo die Alibiſten.
Hier wird kein mehr oder weniger guter Witz erzählt —
wahrhaftig nicht. Hier wird einfach regiſtriert. Die Herren oder
Damen, die auf vier Wochen nach Rom kommen, mögen auch
weiterhin alles herrlich und ſchön finden, ſie mögen dem Schmied
von Rom noch tauſend Lorbeekränze weihen. Ihm iſt nicht ſo
wohl wie jenen „Kennern” Italiens. Er ſitzt peinlich einſam in
ſeinem Palazzo und ſucht nach dem Gegenmittel gegen die
all=
gemeine Unzufriedenheit. Zugleich bereitet er zweifellos, den
Blitz vor, der über kurz oder lang wieder einmal in die Reihen.
der Unzufriedenen und Murrenden außerhalb und innerhalb der
fasciſtiſchen Partei einſchlagen wird.
An und für ſich iſt es ja ganz ſelbſtverſtändlich, daß in dem
ſchwach fundierten Italien zu einer Zeit, in der die ganze Welt
im Wellental der Konjunktur jammert, auch kein Geld
vorhan=
den iſt. Es geht ſchlecht, das ſagt jeder. Der Steuerdruck, der
Arbeitsmangel — (denn die Arbeitsloſigkeit würde ſehr große
Zahlen vorweiſen, wenn die Statiſtiken nicht eben hierzulande
merkwürdig gummihaft wären) —, dazu die Laſten der
Mi=
liz uſw. Und hier ſieht man zum erſten Male ſeit Beſtehen der
fasciſtiſchen Miliz, daß das Volk ſelbſt ſich unzufrieden zu
äußern wagt. Man ſchimpft darüber, daß ein Mann der Miliz
ungefähr das Zehnfache wie der Soldat des Heeres erhält. Das
ſogt man dem Fremden ungefragt, mitten in einer
Unterhal=
tung, einfach aus der Verärgerung heraus. Nicht irgendein
Dauernörgler, ſondern ein Man, der früher gar nicht genug von
Begeiſterung für den Fascismus zeigen konnte.
Es geſchehen gar eigenartige Dinge in dieſem Lande der
Männer mit unbeugſamer Ueberzeugung. Im Reſtaurant kommt
der Kellner, den man nun ſchon ſeit Jahren kennt. Einſt hat
er die Photographie ſeines Sohnes in fasciſtiſcher Uniform voller
Stolz gezeigt. Im vergangenen Winter fing er dann an, über
die Steuerlaſten zu jammern, aber ganz leiſe, nur wenn der
Patron nicht im Gaſtraume und keine verdächtigen Gäſte in der
Nähe waren. Jetzt erzählt er ungefragt und ohne Rückſicht auf
die Nachbarſchaft, daß die Dinge ſo nicht weiter gehen könnten.
Nirgends mehr Geld und trotzdem große, teure Neuerungen (in
Rom ſpricht man zurzeit außer von der Prinzenhochzeit nur von
der Verdrängung der Straßenbahn aus dem Zentrum der Stadt,
wo Dutzende von Autobuſſen auf einen Schlag angeſchafft
wur=
den). Aber er, der Kellner, habe, wie man ſich noch erinnere,
ſchon vor Jahren geſagt, daß die Sache nicht gut ausgehen werde.
Er ſei nie für ſolche Geldverſchwendung geweſen uſw. uſw. Der
Mann ſucht ſein Alibi. Derartige Alibiſten trifft man jetzt auf
Schritt und Tritt.
Beſonders aber haben auf einmal alle jene Antifasciſten, die
man durch Jahre hindurch nicht mehr gegrüßt, denen man den
Ruf und die Lebensmöglichkeit zu untergraben getrachtet hatte,
wieder Freunde gefunden. Auf einmal werden ſie von alten
Bekannten auf der Straße angehalten: „Wie gehts dir denn,
warum hat man dich denn nicht mehr geſehen?” Wenn dann
der einſt gehetzte Nichtfasciſt höchſt vorſichtig ſeinem Erſtaunen
über die wiedererwachte Freundſchaft Ausdruck gibt, dann heißt
es: „Ach du weißt doch, man mußte eben mitmachen, aber ich
habe ja nie an lange Dauer gelaubt . . . Das taugt ja alles
nichts . . . Na, ich habe wenigſtens nicht „mitgegeſſen‟ . . . uſw.‟.
Kurz und gut, auch hier wieder der Verſuch eines Alibis für
andere Zeiten.
Man erlebt es jetzt auch wieder, daß Leute, von denen man
wußte, daß ſie tatſächlich nur gezwungen und rein formal das
Abzeichen des Fasismus getragen hatten, oder die ſtillſchweigend
ohne Widerſpruch das Regime über ſich ergehen ließen, jetzt
plötzlich ohne direkten Zwang betonen, daß ſie Sozialiſten waren
und es heute noch treu ſind. Dieſe Stimmung herrſcht aber
nicht nur beim kleinen Manne, der in früher Morgenſtunde heute
in der Straßenbahn ungeſcheut über die Regierung ſchimpft,
während auf der Plattform ein Milizſoldat froh iſt, wenn man
ihn in Ruhe läßt, auch Leute von einer gewiſſen Bedeutung
ſchä=
men ſich nicht, ein Alibi zu ſuchen. Da war einmal ein
Präſi=
dent der Kammer, einſt Sozialiſt, dann über roſa nach blau
ge=
färbt und ſchließlich ſchwarz wie die Nacht. Aber trotz aller
Schwärze brachte er es nur bis zum Senator, nicht aber bis zu
einem noch einträglicheren Poſten. Dieſer Senator, der
über=
haupt nichts anderes mehr konnte, als ſeine rechte Hand im fas=
Seite 2
Dienstag, den 31. Dezember 1929
ciſtiſchen Gruße den ganzen Tag in die Höhe zu ſtrecken, traf
unlängſt einen früheren ſozialiſtiſchen Abgeordneten, einen
ehe=
maligen Freund, den er aber als Kammerpräſident ſelbſt hatte
aus der Kammer herauswerfen helfen. Daß wan ſeit jener
Zeit nicht mehr auf dem Grußfuß ſtand, war erklärlich. Jetzt
auf einmal greift der Senator nach ſeinem Hut, grüßt den
Sozialiſten und bleibt ſtehen. Trotz der Vorſicht, mit der ſonſt
ein Sozialiſt in der Oeffentlichkeit behandelt werden muß, wenn
Spitzel nicht ihr Brot an der Begegnung finden ſollen, hält der
Senator den andern feſt: „Wie gehts, wie ſtehts?‟. Der Sozialiſt
iſt mehr wie erſtaunt und ſagt: „Was willſt du, warum grüßt
du auf einmal, warum ſprichſt du mit mir? Biſt du verrückt?”
Und nun erklärt der Senator in gewundenen Worten, daß das
von früher doch alles nicht ſo bös gemeint geweſen ſei; er habe
halt mal ſo und ſo handeln müſſen, aber der Freund wiſſe doch,
wie er immer noch der Alte in ſeinen Gedanken geblieben ſei, und
ähnliches ſolches klägliches Geſchwätz. Schließlich läuft die
Unter=
haltung darauf hinaus, daß der Senator erklärt, die Dinge ſähen
nicht ſchön aus, aber der Freund, der Sozialiſt, möge ſich ſpäter
mal daran erinnern, daß er, der Senator, ſchon jetzt ſich in
die=
ſem Sinne geäußert habe. Er ſei nicht an der Mißwirtſchaft
beteiligt. Und mit herzlichen Grüßen nimmt der Herr Senator
Abſchied. Er hat ſein Alibi.
Selbſtverſtändlich machen auch ein paar Hunderttauſend von
Alibiſten dieſen bewachten Staat noch nicht anders. Aber es
war leichter, ihn durch Geldnöte durchzuſteuern, als die Menſchen
in Italien in der Mehrzahl noch Hoffnungen hatten. Heute
ſind die Leute gedrückt, unzufrieden und mürriſch. Da iſt es für
den Fascismus weniger leicht, ohne Geld auszukommen. Und
nun verſteht man auch beſſer, warum Muſſolini unlängſt von
der nötigen Reinigung der fasciſtiſchen Partei geſprochen hat.
Warum er geſagt hat, daß er nur noch Leute in der Partei
brau=
chen könne, die auch das Letzte herzugeben bereit ſeien und mit
unbedingtem Gehorſam mit ihrem Leben einſtünden. Wenn
der Duce die Alibiſten ſatt ſein wird, dann wird ein böſer
Wind ſie eines Tages auf den Straßen Roms und Mailands
zu=
ſammenwehen, und dann wird man erproben, wie weit die
Par=
tei bis ins blutige Letzte unentwegt treu iſt.
Miniſterwechſel im Reichswirkſchaftsminiſterium.
Berlin, 30. Dezember.
Am Montag verabſchiedete ſich Reichsfinanzminiſter
Pro=
feſſor Moldenhauer von der Beamtenſchaft des bisher von ihm
geleiteten Reichswirtſchaftsminiſteriums. Darauf begrüßte ſein
Nachfolger, Reichswirtſchaftsminiſter Robert Schmidt, die
Be=
amtenſchaft, die er zum größten Teil noch von ſeiner früheren
Tätigkeit als Reichswirtſchaftsminiſter kennt. In den Reden der
beiden Miniſter wie in der Anſprache des Vertreters der
Beam=
tenſchaft wurde mit ehrenden Worten des aus dem
Reichswirt=
ſchaftsminiſterium ausſcheidenden Miniſterialdirektors Dr.
Schäf=
fer gedacht.
Aebernahme des Reichsfinanzminiſkeriums durch
Profeſſor dr. Moldenhauer.
Berlin, 30. Dezember.
Der neue Reichsminiſter der Finanzen, Profeſſor Dr.
Mol=
denhauer, hat ſich am Montag vormittag dem Beamten und
An=
geſtellten des Reichsfinanzminiſteriums vorgeſtellt. Nach
be=
grüßenden Worten des dienſtälteſten Miniſterialdirektors im
Reichsfinanzminiſterium Dr. Zarden bekannte ſich Reichszminiſter
Profeſſor Dr. Moldenhauer zu dem ſtarken Optimismus, der
not=
wendig iſt, um die Fülle der Aufgabem bewältigen zu können.
Mit Ernſt ſieht er den Haager Verhandlungen entgegen. Er wies
auch auf die inneren Gegenſätze hin, die das deutſche Volk
durch=
ziehen. Wir können uns den Luxus einer inneren Zerfleiſchung,
den Kampf aller gegen alle am allerwenigſten in der jetzigen Zeit
leiſten. Wir müſſen vielmehr eine geſchloſſene Front bilden,
die ſich nicht leiten läßt von der Phraſe: Wie ſchön alles wäre,
wenn dies und das anders wäre. Nein, wir müſſen mit
eiſer=
nem Willen und klarem Blick unſer Ziel verfolgen. — Der
Miniſter nahm während ſeiner Ausführungen Gelegenheit, auch
den neuen Staatsſekretär im Reichsfinanzminiſterium Dr.
Schäf=
fer in ſein Amt einzuführen.
Vom Tage.
Die deutſche Regierung hat den Vorſchlag des Generalſekretärs
des Völkerbundes an alle Mitglieder und Nichtmitgliedsſtaaten des
Völkerbundes, einen Vertreter zur Vorkonferenz über
den Zollfrieden zu entſenden, zuſtimmend beantwortet.
Auf einer Beſprechung der in Berlin akkreditierten Diplomaten
über die Frage der Nachfolge des Nuntius Pacelli
als Doyen des diplomatiſchen Korps haben ſich etwa 30
von den anweſenden 36 Diplomaten dafür ausgeſprochen, daß der neue
Nuntius wieder der Doyen werden möge.
In der Nähe des Görlitzer Bahnhofes in Berlin kam es in
der vergangenen Nacht zu einer ziemlich lebhaften
Schie=
ßerei zwiſchen Kommuniſten und Nationalſozialiſten. Vier
Per=
ſonen wurden, teilweiſe ſchwer verletzt, ins Krankenhaus gebracht.
Die Beſatzungsbehörde hat, wie der Reichskommiſſar für
die beſetzten Gebiete beſtätigt, gegen den Bau der
Oſtertal=
bahn von Oberkirchen (Kreis Baumholder) nach Neunkirchen im
Saargebiet keine Einwendungen erhoben.
Von zuſtändiger preußiſcher Stelle wird mitgeteilt, daß die
preu=
ßiſche Regierung nicht beabſichtige, die
Unter=
ſuchungsausſchüſſe abzuſchaffen.
Entgegen polniſchen Preſſemeldungen wird an zuſtändiger Stelle
in Berlin erklärt, daß die deutſch=polniſchen
Handelsver=
tragsverhandlungen fortgeführt werden.
Der 28 Jahre alte Danziger Chauffeur Caſimir Schulz gab auf
den öſterreichiſchen Vizekonſul in Danzig Arno Meyer, in deſſen
Dienſten er ſtand, zwei Schüſſe ab, die jedoch ihr Ziel verfehlten.
Der Täter brachte ſich darauf einen Schuß in die Schläfe bei und
wurde in ſchwerverletztem Zuſtande ins Krankenhaus eingeliefert. Die
Beweggründe für die Tat konnten noch nicht feſtgeſtellt werden.
Der Bürgermeiſter von Belgrad. Ingenieur Sawtſchitſch,
hat ſeine Demiſſion eingereicht. Sein Rücktritt ſteht im
Zu=
ſammenhang mit der Anullierung der Erhöhung der Gemeinde=
Konſum=
ſtenern durch den Miniſterpräſidenten Zivkowitſch.
Kardinalſtaatsſekretär Gaſparri iſt plötzlich von
Schüttelfroſt und Fieber befallen worden. Der Arzt ſtellte Influenza
feſt. Der Papſt wurde ſofort von der Erkrankung ſeines erſten
Mit=
arbeiters unterrichtet.
Die ungariſche Delegation für die Haager
Kon=
ferenz wird unter Führung des Miniſterpräſidenten Grafen
Beth=
len am Dienstag früh abreiſen. Der Delegation gehören außer dem
Außenminiſter Walko noch eine Anzahl Finanzſochverſtändige an.
Der Gouberneur der Bank von Frankreich
Mo=
reau, iſt in Begleitung von zwei höheren Beamten ſeiner Bank nach
London abgereiſt, um dort mit dem Gouverneur der Bank von
England, Montagu Norman, über die mit der Internationalen
Zah=
lungsbank zuſammenhängenden Fragen zu verhandelw.
Der japaniſche Botſchafter in Paris, Adatſchi,
beabſichtigt ſeinen Poſten zu verlaſſen, um das ihm
angetragene Amt eines Richters am Ständigen Intermationalen
Ge=
richtshof im Haag zu übernehmen.
Nach Meldungen aus Batavia nahm die Polizei in ganz
Nie=
derländiſch=Indien unvermutet Hausſuchungen bei den
bedeutendſten Führern der nationaliſtiſchen
Be=
wegung vor. Das Vorgehen der Polizei iſt auf die verſtärkte
Pro=
waganda zurückzuführen, die in letzter Zeit unter der eingeborenen
Be=
völterung entfaltet wurde.
Der neue amerikaniſche Bokſchafter für Berlin.
* Berlin, 30. Dezember. (Priv.=Tel.)
Es darf wohl jetzt als ziemlich ſicher gelten, daß der
Sena=
tor Frederic Sackett aus dem Staate Kentucky die
Nach=
folgeſchaft des ſcheidenden Botſchafters Schurmann
an=
treten wird. Das Agreement iſt noch nicht erteilt. Die
Reichs=
regierung wird aber keine Bedenken erheben, ſo daß er ſchon in
abſehbarer Zeit nach Deutſchland überſiedeln wird.
Damit ſind unter der Regierung Hoovers bereits drei
wich=
tige Botſchafterpoſtem mit republikaniſchen Senatoren beſetzt
worden, nämlich London, Paris und nun Berlin. Hoover dürfte
auch auf Sackert aus parteipolitiſchen Gründen zurückgegriffen
haben. In Kentucky ſtehen Senatswahlen bevor. Sie haben die
Gefahr einer Spaltung der Republikaner gebracht, weil noch
ein jüngerer Kandidat auftrat. Dann aber hatte ſich der
repu=
blikaniſchen Wählerſchaft eine ſtarke Verſtimmung bemächtigt,
weil bei der großen Aemterverteilung nach der Uebernahme der
Präſidentſchaft durch Hooder Kentucky leer ausgegangen war.
Dieſe Verſtimmung iſt jetzt in große Begeiſterung umgeſchlagen.
Weiter ſcheint Hoover auf Sackett zurückgegriffen zu haben, weil
er ihn genau kennt und weiß, daß er hundertprozentig ſeinen
politiſchen Kurs einhalten wird. Vor allem iſt er einer ſeiner
beſten Freunde. Er hat ſeinerzeit an der
Lebensmittelverſor=
gung Europas hervorragend mitgearbeitet. Ueber den neuen
Botſchafter wiſſen wir in Deutſchland nur ſehr wemig. Er ſoll
beſonders den Zeppelinflug nach den Vereinigten Staaten
geför=
dert haben. Erſt im Laufe ſeiner Amtszeit wird ſich zu zeigen
haben, ob er imſtande iſt, das Werk Schurmanns fortzuſetzen.
Nummer
Rauitmer derter.
Blutige Zuſammenſtöße zwiſchen Kommanffe
und Nakionalſozigliſten.
* Berlin, 30. Dezember.
Die Kommuniſten haben — gemeinſam mit ih.
feinden” von der Nationalſozialiſtiſchen Arbeiterbartei
— am Sonntag wieder eine bedenkliche Aktivität er
kam in Deutſchland an zahlreichen Stellen zu ſchwere
menſtößen. Zahlreiche Verletzte zeugen von der Rohhe
kalen Elemente, mit der man aufeinanderprallte
wurde ein junger Stahlhelmer, ein Kaufmannsgebil
von ſieben Kommuniſten überfallen und erſchlagen.
konnte die Täter bereits ermitteln und verhaften. Soh
waren auch die Ausſchreitungen in Berlin, wo es am s
und in der Nacht zum Montag zu vier blutigen Zuſamm
kam, wobei auch Schüſſe fielen. In einem Fall erbi
Nationalſozialiſt von zwei Kommuniſten einen Meſſerſtich in
Hals, der die Schlagader durchſchnitt. Glücklicherweiſe vor fo
ärztliche Hilfe da, ſonſt hätte es auch hier einen Toten
An zwei andern Stellen kam es zu Schießereien zwiſchen 9.
muniſten und Nationalſozialiſten. Man fragt ſich immer wie
woher die meiſt noch jungen Leute die Schußwaffen haben
wird höchſte Zeit, daß Elementen, denen es ſtets nur ais g.
dalieren und die Luſt an blutigen Zuſammenſtößen alom
das Handwerk gelegt wird.
Slinkbomben und Zeuerwerkskörper in soler
Rakhaus.
Kiel, 30. Dez
In der heutigen Sitzung der Stadtkollegien, in der die
Ei=
führung von ſieben neugewählten unbeſoldeten Stadräten
dur=
den Oberbürgermeiſter erfolgte, wurden mehrere Ann
Kommuniſten, die den Unterſtützungsempfängern beſonder
hilfen bringen ſollten, abgelehnt. Darauf entſtand uf den sri
bünen, wo ſich zahlreiche Angehörige der 9.P.D. (nge
hatten, ein wüſter Lärm. Es wurden Stinkbombenn dn
geworfen und Feuerwerkskörper zur Exploſion gehracht der
Oberbürgermeiſter unterbrach die Sitzung und ließ die Fnülneen
durch Polizeibeamte räumen. Der Tumult ſetzte ſich ſend ach
noch im Treppenhaus des Rathauſes fort. Auch dor muoen
Feuerwerkskörper geworfen, bis das Rathaus völlig geräummr.
Der Vorfall auf der „Emden”.
Berlin, 30. Dezemſt
Zu der angeblichen Meuterei auf der „En den” erfahren biy
aus Kreiſen des Reichswehrminiſteriums, daß der Vorfall der
ſich auf der Heimfahrt des Schiffes während des Aufenchulles
in einem kolumbiſchen Hafen abſpielte, folgende
Tatſachen=
grunde liegen: Am 13. Oktober nachmittags ſetzten ſich einge
dienſtfreie Matroſen zuſammen und tranken in kurzer Zeit chr.
Flaſchen Tropenbier. Angeheitert ſangen ſie allerlei Lieder,
ü=
letzt die Internationale. Zwei von ihnem hißten dann ein
ſii=
nes rotes Taſchentuch. Die Behauptung, die Matroſen häum
die Kriegsflagge heruntergeholt, iſt unwahr. Die Sache iſtieſt
gerichtlich unterſucht worden. Dabei wurde feſtgeſtellt, daß s
ſich nicht um eine Meuterei handelte, ſondern nur um eine
Aus=
ſchreitung in der Trunkenheit. Das Gericht hat dieſe Feſtelunf
auch in ſeinem Urteilsſpruch zum Ausdruck gebracht, indem aMe
ſchuldigen Matroſen wegen Ungehorſams gegen das Beun Mie
Reichswehrminiſters, parteipolitiſche Lieder zu ſingen, id Mit
Ungebühr zu fünf Wochen verſchärften Arreſtes unter Annſchill
der Unterſuchungshaft verurteilte.
Der Neujahrsempfang beim Reichspräſidenlel.
Berlin, 30, Dezember
Wie wir von zuſtändiger Stelle erfahren, wird ſich der Neue
jahrsempfang beim Reichspräſidenten in derſelben Form ablſie.
len wie im Vorjahre. Zuerſt wird das diplomatiſche Korns iſt
Entgegennahme ſeiner Glückwünſche empfangen weiden, Däce
wird vorausſichtlich der franzöſiſche Botſchafter de Margenſe
ſprechen, da das eigentliche dienſtälteſte Mitglied des diblonſchle
ſchen Korps, der Botſchafter der Sowjetrepublik, zurzeit nicht.
Berlin weilt. Dann werden das Reichskabinett und die Sicſlie
ſekretäre empfangen werden, danach Vertreter des Reichsfchle
der Wehrmacht, der Reichsbahndirektion und der Reichsbalt.
* Das chineſiiche Lyeüter.
Von W. Sacklowfri,
Dozent an der Reichsumiverſität Peking.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Das, was dem europäiſchen Beobachter in China wohl am
fremdartigſten erſcheint, iſt das chineſiſche Theater. Es weicht
nicht allein in der Art des Singens und Sprechens, der
Muſik=
inſtrumente, der Bühnendekoration und des Benehmens der
Zu=
ſchauer von unſerem Theater völlig ab, der geiſtige Ausdruck der
chineſiſchen Bühne iſt auch von Grund auf anders. Während
unſere Schauſpielkunſt ſich durch alle Zeiten in mehr oder
weni=
ger naturaliſtiſchen Bahnen bewegt und höchſtens verſucht hat,
in der Dekoration das Gegebene durch Stiliſierung abzuwandeln,
haben die Chineſen auch die Kunſt der ſprachlichen und
körper=
lichen Darſtellung zu einem harmoniſchen Syſtem feinſter
Stili=
ſierung ausgebildet. So natürlich der Chineſe trotz älteſter
Kul=
tur in ſeinem inneren Weſen iſt, ſo ſehr liebt er es, auf allen
Gebieten der Kunſt einſchließlich der Kunſt des Umgangs
mit ſeinen Mitmenſchen, das Auszudrückende in mitunter ſogar
unnatürlich erſcheinende Stilformen zu faſſen.
Ein chineſiſcher Schauſpielſchüler muß, wie begabt er auch ſei,
vor ſeinem erſten Auftreten ſelbſt in kleinſten Stücken, eine
müh=
ſame gymnaſtiſche, für Heldenrollen ſogar eine komplizierte
akro=
batiſche Ausbildung durchmachen. Mit dieſer wird möglichſt
ſchon vor dem zehnten Lebensjahre begonnen. Der chineſiſche
Schauſpieler ſpricht nicht mit unſeren natürlichen Lauten, er
ha=
nach Art unſerer Fiſteltöne, wie ſie unſere Sängerinnen nur in
den höchſten Lagen anwenden, ein äußerſt nugneiertes Syſtem
von Kehl= und Naſenlauten.
Erſt wenn der Schauſpieler alle ſtiliſierten Ausdrucksformen
beherrſcht, iſt er imſtande, aufzutreten. Und der wird durch den
rauſchenden Beifall der Zuſchauer als der größte Künſtler
an=
erkannt, dem die Götter die Gabe verliehen, dieſe gegebenen
For=
men mit höchſter Schönheit zu erfüllen. Doch dieſe Vollendung
gelingt wie bei uns nur wenigen. Und nur dieſe wenigen darf
man bei einer kritiſchen Vergleichung der chineſiſchen mit der
eutropäiſchen Schauſpielkunſt in Betracht ziehen, wenn man frei
bleiben will von jenen unmöglichem Urteilen, die in Europa über
die chineſiſche Theaterkunſt im Umlauf ſind.
Auf der Bühne Chinas fehlen die Kuliſſen wie auf
der Bühne Shakeſpeares. Vor einem buntgeſtickten Vorhang,
auf viereckig vorgebauter Bühne, ſpielt ſich die Handlung ab.
Durch die eine Türe im Hintergrund treten alle Schauſpieler auf,
durch die entſprechende andere gehen ſie ab. Hauptrequiſiten ſind
ein paar Tiſche und Stühle, ſtets mit Seide verhangen, die bei
Bedarf in den Vordergrund gerückt werden. Dann bei
Gelegen=
heit ein auf Tuch gemaltes, von zwei Dienern gehaltenes
Stadt=
tor, durch das der Held einzieht, und einiges wemige andere
mehr. Was ſo äußerlich im Unklaren gelaſſen wird, muß nun
der Schauſpieler durch Wort und vor allem Bewegung ausmalen.
Das Oeffnen einer Tür wird durch Beiſeiteſchieben eines
Rie=
gels mit der Hand, das Ueberſchreiten der Schwelle durch ſtarkes
Beinheben, das Auf= und Abſteigen vom Pferde durch
ſinn=
gemäße Beinbewegung angedeutet. Geradezu wundervoll iſt die
Darſtellung des Hineinſpringens in ein Boot durch die auf den
Sprung folgende, allmählich abklingende Bewegung der Knie.
Außer dieſen, den Schauſpielern genau vorgeſchriebenen
Be=
wegungen allgemeiner Art, hat er ſolche ſeiner perſönlichen Rolle
angemeſſene auszuführen. Das Schreiten, das Setzen,
Verbeu=
gen, die Bewegungen beim Sprechen, im Sitzen, Stehem und
Gehen ſind für jeden Rollentypus genau beſtimmt. Der
kriege=
riſche Held, der böſe Gegenſpieler, Beamte verſchiedener Grade,
der Diener, der Narr, die Dame, die Zofe — jede von dieſen
Typen hat vorgeſchriebene Bewegungen. Sie werden in ihrer
Verſchiedenheit hervorgehoben durch bunte koſtbare Kleidung
und durch auf das Geſicht geſchminkte Masken. Dieſe Masken
wirken auf das europäiſche Auge höchſt befremdlich, weil ſie
mit=
unter das Geſicht völlig verdecken und weil ſie in ihrer kraſſen
Farbenzuſammenſtellung mit der natürlichen Form des Geſichtes
nichts mehr gemein haben. Dieſe Masken ſind Ornamente.
Ein Maskenbuch, das mir der berühmte Schauſpieler Mei=lan
fang zeigte, enthielt Hunderte ſolcher abſolut feſtſtehender Typen
von ungeheurer Kraft des Ausdrucks.
Man wird mich fragen, wo bei einem ſolchen Syſtem
ausge=
klügelter Formen die ſchöpferiſche Freiheit des
dar=
ſtellenden Künſtlers bleibt. Die großen chineſiſchen
Schau=
ſpieler beweiſen ihre volle Künſtlerſchaft, indem ſie die Seele
des geſprochenen Wortes in der ihnen zu Gebote ſtehenden
Formenſprache ihres Körpers rein und ſchön ausdrücken. Bei
ihnen findet ſich eine Harmonie des Geiſtigen und des
Körper=
lichen, die hinter uns Europäern im Griechentum wie ein
ver=
lorenes Paradies liegt.
Was nun die aufgeführten Dramen ſelbſt anlangt, ſo ſtehen
gerechte europäiſche Urteile noch vereinzelt da. Sie waren
eigent=
lich auch noch nicht möglich, da bisher in deutſcher Sprache keine
vollen Ueberſetzungen chineſiſcher Dramen vorgelegen haben. Und
die ſehr wenigen franzöſiſchen Uebertragungen bringen den
Hauptteil des Dramas, die lyriſchen Gedichte, in Proſa. Erſt die
kürzlich erſchienene Nachdichtung des berühmten Theaterſtückes
aus der Sungzeit. Das Weſtzimmer” durch V. Hundhauſen,
läßt den wirklichen Wert des chineſiſchen Dramas erkennen, weil
ſie die Proſa wörtlich, die lyriſche Poeſie in engſter Anlehnung
an den Urtext in deutſcher Lyrik bringt. Und welch ein Reichtum
entfaltet ſich da dem europäiſchem Auge! Freilich beſtel
matiſcher Aufbau in unſerem Sinne nicht, man darf feile. Nie
matiſche Spannung erwarten, da kein tragiſcher Knoten Beſchle
wird. Die Handlung läuft einfach und natürlich, wie Ms So
ſelbſt dahin. Doch von Proſa unterbrochen, reihen ſich wie. Le
len die lyriſchen Gedichte aneinander — und man iſt bel. Koce
Vergleich mit deutſchen Gegenſtückem genötigt, Goelll. Li
beſtem Romantiker heranzuziehen. Andererſeits iſt 90s
Mingzeit ſtammende Stück „Geſchichte einer Laute” 9e
hauſen zurzeit verarbeitet, wunderbar witzig und geſſt
Uebrigens werden die chineſiſchen Theaterſtücke Med
gewaltigen Länge nur bruchſtückweiſe aufgeführt.
gibt man dann an einem vier= bis fünfſtündigen 2
ſolche Teile von mehreren Stücken.
Was die Mehrzahl der Europäer nach kurzem Deie
chineſiſchen Theaters in die Flucht jagt, iſt die
Alle Poeſie ſingt der Schauſpieler in den geſchilderten !
— von einem Orcheſter begleitet, das aus einer
Flöten, einer Laute und fünf bis ſechs Schlagzeuge."
ner Art beſteht. Dieſe Muſik, im Gegenſatz zu unſerer Nod
nur auf Melodik aufgebaut, wird in europäiſchen La0 z
ten faſt durchweg als barbariſch bezeichnet. Es Iſt.ſ
keine Annehmlichkeit, dem gellenden Schlagzeug loſct
zu lauſchen, das beſonders in kriegeriſchen Stücken Nas
Kampfes der Helden ausgiebig benutzt wird. 209 0
Begleitung lyriſcher Stellen auch ſeine Geigen= und 2.
mit eigenartig ſchönen Rhythmen. Und man muh."
ſchen Theatermuſik, ſo wenig ſie einem Vergleich mi.
päiſchen Schweſter ſtandhält, zugeben, daß ſie Nätde
Charakter des geſungenen Wortes begleitet und. L"
Es iſt ſehr zu wünſchen, daß die Abſicht Des
Frauendarſtellers Mei=lan fang (alle Frauenroue.
ja von Männern geſpielt), mit einer Truppe Eukhe.
durchgeführt wird. Hierdurch, wie durch die
Hundhauſens, wird ſich die europäiſche Welt Eil
über das ſo verſchieden bewertete chinenn
können.
Blodigs Alpenkalender 1930 wird wiederun
Naturfreunden ſehr willkommen ſein. Der
Blodig, der Altmeiſter der Kletterei, hat vor mn.a
vollendet. Wieder, wie in den Vorjahren
einer Fülle prächtiger Gebirgsbilder ausgeſtat,
Panoramen der Hochgebirgswelt ebenſo nachlt.
gelegentlichen Szenerien anmutig=friedlicher Nict
Bildern mit Begleittexten,, 11 einfarbigen und 2
druckbeilagen, 4 Anſtiegsblättern und einem we.
bietet der im Verlag Paul Müller, München.
Kalender eine Fülle von Wiſſens= und Sehenswe.”
mmer 362
Dienstag, den 31. De ember 1929
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tag
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natiu
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derun
Ze Vorbereikungen für den Haag.
Die unerledigken 13 Punkke.
s Geſamtwerk des Yougplanes iſt bekantlich noch nicht in
Umfange abgeſchloſſen. Insgeſamt ſind noch 13 Punkte
eblieben, von welchen ſich ein großer Teil allerdings auf
rmale Dinge bezieht. Andere Punkte ſind dagegen von
Wichtigkeit und unterliegen zurzeit noch immer
eingehen=
der Tomatiſcher oder ſachverſtändiger Erörterung. Unter den
Fragen ſind u. a. zu nennen die Zahlungstermine, von
es abhängt, ob Deutſchland einen Zinsgewinn der jeden
Ma) fälligen Reparationsgelder erhält oder die Gegenſeite,
fer— Sie Liquidierung der Vergangenheit. Große
Schwierig=
keit ind hierbei bei England zu überwinden. Die bisher
zu=
gekommene Vereinbarung entſpricht nicht den Wünſchen
Tands. Auch in der Frage der Sachlieferungen ſind die
Hlungen noch nicht zum Abſchluß gebracht, doch handelt
es hierbei um reine Organiſationsfragen, die ſich bei
Aus=
eg der internationalen Bank bzw. auf die Recorvery=Acte
wir) gland beziehen. Andere noch unerledigte Punkte betref=
Sicherſtellung des Zinſendienſtes der Dawesanleihe, die
digung des Schuldzertifikates. Von Bedeutung iſt auch
reffende Regelung der Frage der Reparauions=Sanktionen.
De—erſeits wird verlangt werden, daß über die Artikel 429
d des Verſailler Vertrages befriedigende Erklärungen
ab=
gege) werden, da dieſe Artikel die Möglichkeit einer
Wiſerbeſetzung der Rheinlande vorſehen, falls
land ſeinen Verpflichtungen nicht nachkommen ſollte.
Srage hat bekanntlich auch in der letzten franzöſiſchen
Eausſprache eine Rolle geſpielt. Auf jeden Fall muß ein
milki ſches Sanktionsrecht im Sinne des Verſailler Vertrages
Annahme des Youngplanes zur Unmöglichkeit werden,
ſolches Sanktionsrecht dem Geiſte des Youngplanes
rechen würde.
Berliner politiſchen Kreiſen erwartet man eine längere
der Haager Verhandlungen, da dieſe ſich vermutlich
ſchau ger geſtalten dürften, als bisher angenommen wurde.
e politiſchen Parteien bereiten ſich auf die Haager
Schluß=
konmiz vor. Vermutlich werden ſie auch diesmal wieder
ften entſenden. Es hat ſich ja ſchow eingebürgert, daß
die 1rteien auf internationalen Konferenzen vertreten ſind,
gs nicht offiziell, und nicht im Rahmen der Delegationen.
entrum hat ſchon mit ſeinem Führer Dr. Kaas
Be=
gen abgehalten, an denen auch die Zentrumsminiſter im
ilnahmen.
Die Pariſer Reparakionsbeſprechungen.
EP. Paris, 30. Dezember.
—t Matin iſt es nach den geſtrigen Beſprechungen zwiſchen
und Jaſpar durchaus noch nicht ſicher, daß die am
rar beginnende zweite Haager Konferenz nur eine For=
und einen Unterſchriftenaustauſch darſtellen wird, wie
Sher gehofft hatte. Vielmehr erwarten die Unterhändler
Seitsreiche Diskuſſion. Der belgiſche Miniſterpräſident
hatte am Montag mit Miniſterpräſident Tardieu und
riniſter Briand ſeine Beſprechungen über die
Vorbe=
der Haager Konferenz fortgeſetzt. Am Dienstag vormit=
—d ein Miniſterrat unter dem Vorſitz des Präſidenten
gue ſtattfinden, in dem die Marſchroute für die franzö=
Telgation endgültig feſtgelegt werden wird. Tardieu und
werden eingehend über die politiſche Lage ſprechen, wie
am Vorabend der Konferenz darſtellt. Die Reiſe des
eurs der Bank von Frankreich, Moreau, nach London,
m „Matin” zufolge, den Zweck, noch etwa 20 ſchwebende
vor der Eröffnung der Konferenz zu regeln. Die
Be=
gen bezogen ſich u. a. auf die Organiſation der Inter=
Cen Zahlungsbank, auf den Sitz der Bank, auf die
Oſt=
onen, auf die amerikaniſche Beteiligung, auf die Einglie=
Des deutſch=polniſchen Liquidationsabkommens, uſw.
Inkraftſehung der Ein= und Ausfuhr
Polen und die Tſchechoflowakei gegen das Abkommen
zur Abſchaffung der Ein= und Ausfuhrverboke.
Berlin, 30. Dezember.
Die Internationale Konvention zur Abſchaffung der Ein=
und Ausfuhrverbote ſollte bekanntlich am 1. Januar 1930 in
Kraft treten, vorausgeſetzt, daß ſie von mindeſtens 18 Staaten
ratifiziert worden ſei, außerdem aber von denjenigen Staaten,
deren Ratifikation von einzelnen Vertragsparteien ausdrücklich
verlangt worden war. Nun haben zwar in der Tat 18 Staaten
ratifiziert; es fehlen aber noch Polen, die Tſchechoſlowakei und
die Türkei, deren Ratifikation von einer Reihe anderer
Staa=
ten zur Vorausſetzung gemacht worden war. Bei dieſer Lage
war es notwendig, ſich von neuem darüber ſchlüſſig zu werden,
ob trotz der fehlenden Ratifikationen die Konvention gleichwohl
am 1. Januar 1930 in Kraft geſetzt werden ſollte. Es fand
des=
halb im Dezember in Paris eine Konferenz ſtatt, die folgendes
Ergebnis hatte:
Auf die Ratifikation durch die Türkei wurde von den
betei=
ligten Staaten, insbeſondere von Italien, verzichtet. Dagegen
konnte auf die Ratifikation Polens und der Tſchechoſlowakei, die
nicht allein von Deutſchland, ſondern auch von einer großen
An=
zahl anderer Staaten gefordert worden war, nicht verzichtet
wer=
den. Alle Bemühungen, dieſe beiden Staaten auch noch zur
Ratifikation zu veronlaſſen, „erwieſen ſich als vergeblich. So
wurde lediglich ein Protokoll aufgeſtellt, durch das ſich 17
Staa=
ten verpflichteten, die Konvention am 1. Januar 1930 in Kraft
zu ſetzen, jedoch mit der Bedingung, daß, wenn Polen und die
Tſchechoflowakei bis zum 31. Mai 1930 nicht ratifiziert haben
werden, die Unterzeichner des Protokolls ihre Handlungsfreiheit
wieder gewinnen. Das Protokoll vom 19. Dezember 1929 iſt
unterzeichnet von Deutſchland. Oeſterreich, Belgien, England
und Nord=Irland, Frankreich, Dänemark, den Vereinigten
Staa=
ten von Nordamerika, Luxemburg, Holland, Norwegen,
Süd=
ſlawien, Schweiz, Ungarn, Portugal, Rumänien und Italien.
Neue Ankündigungen Primo de Riveras.
Das Blatt „ABC” bringt einen aufſehenerregenden Artikel
des Generals Primo de Rivera. Darin wird erklärt, die Diktatur
beginnen Zeichen der Abnützung zu zeigen, die auf den Einfluß
der Zeit und die fortgeſetzte Aktion ihrer Gegner zurückzuführen
ſei. Man müſſe daher daran denken, die Diktatur durch eine
proviſoriſche Regierungsform zu erſetzen, bis es möglich ſei,
ein endgültiges Regime durchzuführen. Dieſes künftige Regime
werde von der gegenwärtigen Diktatur ebenſo weit entfernt ſein
wie von der alten Verfaſſung. In der Zwiſchenzeit werde die
Negierung ſich auf die Vollendung ihres Programms beſchränken
und keinerlei neue Aufgaben mehr in Angriff nehmen. Sobald
der König ſeine Zuſtimmung zu den in Ausſicht genommenen
Aenderungen gegeben habe, werde die Oeffentlichkeit über die
Maßnahmen zur Wiederherſtellung einer normalen
Regierungs=
form unterrichtet werden.
Gleichzeitig veröffentlichen faſt ſämtliche Zeitungen Artikel
über die Diktatur, wodurch der Eindruck entſteht, daß die
Zen=
ſur, eine der Hauptwaffen der Diktatur, bereits aufgehoben oder
wenigſtens erheblich gemildert worden iſt. — Wie der Temps”
aus Madrid meldet, dauern die bereits vor mehreren Monaten
eingeleiteten Verhandlungen über die Bildung eines
Uebergangs=
kabinetts fort. Als Kandidaten für die Miniſterpräſidentſchaft
werden General Berenquer oder der Herzog von Alba genannt.
Ferner ſpreche man davon, daß das Finanzminiſterium von dem
ehemaligen Miniſter Arquelles, einem Freund des konſervativen
Parteiführers Graf de Bugallal, und das Außenminiſterium von
Gonzales Hontoria übernommen werden ſoll.
Dit Brbereitenden Seegbrüſtungs=Beſprechungen. Ein öſterreichiſch=griechiſches Reparakionsabkommen.
franzöſiſche Botſchafter in London, de Fleuriau, der in
den m en Tagen in Paris weilte, um mit der franzöſiſchen
Re=
gierr!, über die auf der Londoner Seeabrüſtungskonferenz zur
Bery g ſtehenden Fragen Rückſprache zu nehmen, iſt heute
nachh rg im Flugzeug nach London zurückgekehrt. Es iſt
anzu=
nehrd, daß er ſich mit dem Foreign Office in Verbindung
ſetze ard, um die Vorbeſprechungen der franzöſiſchen
Delega=
tionn rer Tardieu und Briand mit dem engliſchen
Premier=
minm. Macdonald, die am 19. oder 20. Januar beginnen ſollen,
vorzy Teiten.
Deutſche Silvefter=Bräuche.
haſtenden Treiben der modernen Zeit ſind die ſinnreichen
alter) äuche, mit denen unſere Vorfahren das ſcheidende Jahr
vercy edeten, faſt völlig verſchwunden, und nur in manchen
kleirn Einzelheiten, wie im
Blei=
gießz! Der in den lärmenden Um=
zügen urch die Straßen, klingt
nochh s Echo der alten Sitten
nachwh Tuf dem Lande aber hat ſich
nocht rnches von dieſen
Zere=
momu am „Altjahresabend”
er=
halt t!1 aid bietet einen tiefen
Ein=
blick5). Denken und Fühlen des
Vol! Von altersher gilt die
Siltz) macht als die Stunde, in
der 1. den Schleier der Zukunft
auf ſ —n Augenblick heben und
eines age an das Schickſal tun
kanrru kebe und Tod ſind die
bei=
den Ne, um die das Hoffen und
das A chten kreiſen, und ſo
gip=
felny —h die meiſten
Silveſter=
ſittest, der Frage, ob das
kom=
memu Jahr Liebe oder Tod
brin=
gen NS.: Beſonders ſind es die
jungn Mädchen, die dem
bedeu=
tungn Ien Tag Winke und
Weis=
ſaguu r für ihre Zukunft zu
ent=
locke) chen. In Schleſien kaufen
ſie Sl Apfel, aber es gilt, dabei
die end der Sparſamkeit
bei=
ſeitenl laſſen, und man bezahlt
ohnayſ ndeln ſofort den
geforder=
ten Ars; ſorglich wird die
rot=
back! Frucht dann unterm
Kopf=
kiſſeſl Horgen, und mit dem erſten
Sch.G. der Mitternachtsglocke
bei=
ßen y. neugierigen Evastöchter in
den M el, um dann unfehlbar im
folgl en Traume den künftigen
Gels en zu ſchauen. Oder ſie
nehel einen Apfelkern zwiſchen
Daryr und Zeigefinger, ſchnellen
ihn m — und die Richtung bezeich=
Zwiſchen Oeſterreich und Griechenland iſt, wie mitgeteilt
wird, am Samstag in Wien ein Abkommen abgeſchloſſen worden,
in dem die Reparationen für diejenigen gwiechiſchen Reeder,
deren Schiffe während des Krieges torpediert wurden, geregelt
werden. Oeſterreich verpflichtet ſich, binnen acht Jahren einen
Betrag von 8,5 Millionen Goldfranken zu bezahlen. Dieſer
Be=
trag macht etwa zwei Drittel der Summe aus, die die ehemalige
öſterreichiſch=ungariſche Monarchie ſchuldete. Ueber die
Bezah=
lung des reſtlichem Drittels wird auf der zweitem Haager
Kon=
ferenz zwiſchen Griechenland und Ungarn verhandelt werden.
bald Verlobung feiern können. Oder in eiſiger Silveſternacht
greifen ſie in das fließende Waſſer des Baches und zählen dann
die gefundenen Kiesſteine; iſt die Zahl gerade, ſo werden ſie im
neuen Jahre noch glückliche Frau. Oder ſie ſchleichen ſich im
Dunkel in den Schafſtall und greifen erwartungsvoll nach dem
erſtbeſten Tiere; iſt’s ein Hammel, ſo werden ſie heiraten, iſt’s
Was bringt das neue Jahr? — Bleigießen, die alte Silgeſter-Sitke.
(Originalzeichnung von Oehlſchlägel.)
net —r die Gegend, in der der künftige Bräutigam ſich ſindet, ein Schaf, ſo wird auch das neue Jahr ohne Brautſchaft ver=
In Yrringen legen die Mädchen lange Haarſträhnen in eine ſtreichen. Genauere Aufſchlüſſe über den künftigen Bräutigam
waſu=füllte Schüſſel; die, deren Haar ſich dabei ingelt, wird erfährt man, wenn man ein Loch in eine Eisfläche ſchlägt und
Auf deutſche Rechnung.
Eine unverſtändliche Enkſchädigung.
* Berlin, 30. Dezember. (Priv.=Tel.)
Das Liquidationsabkommen mit England hat bei uns ſehr
viel böſes Blut geſetzt, weil die Engländer kategoriſch die
Her=
ausgabe des Liquidationsüberſchuſſes ablehnten und nur die
Freigabe des noch nicht veräußerten deutſchen Privateigentums
zugegeben haben. Die Reichsregierung konnte natürlich ein
beſſeres Ergebnis nicht herausſchlagen, da Deutſchland kein
juriſtiſches Anrecht auf die Liquidationsüberſchüſſe beſitzt.
Gerade im rechten Augenblick wird nun ein Fall bebannt,
der verdient, der breiteren Oeffentlichkeit unterbreitet zu werden:
Es handelt ſich um die engliſche Dampfpflugfirma Frowler, die
vor dem Krieg in Deutſchland eine Zweigniederlaſſung beſaß.
Die Niederlage wurde zwangsweiſe verſteigert und ging
wäh=
rend des Krieges auf eine deutſche Firma über. Die engliſche
Firma wurde nach Kriegsende entſchädigt. Nicht genug damit,
hat ſie vor dem deutſch=engliſchen Schiedsgericht die Auszahlung
des entgangenen Gewinns eingeklagt. Sie nannte eine gewaltige
Summe. Es ſteht nun feſt, daß die Firma in Deutſchland kein
oder nur ein ſehr mäßiges Geſchäft gemacht hätte, weil die
eng=
liſchen Dampfpflüge ſehr teuer ſind. Dennoch gab ein neutraler
Gutachter ein ſehr günſtiges Gutachten ab. Jetzt liegt das Urteil
des Schiedsgerichtes vor. Es billigt der Firma noch einmal
18½ Millionen Entſchädigung zu, alſo den dreifachen Betrag
des ſchon günſtigen neutralen Gutachtens. Auf der einen Seite
alſo die Einbehaltung der Liquidationsüberſchüſſe aus dem
ge=
raubten deutſchen Privateigentum durch die Engländer, auf der
anderen Seite Entſchädigungen an Engländer auf deutſche Koſten
in geradezu phantaſtiſcher Höhe.
Der Groß= und Ueberſeehandel gegen das
deutſch=
engliſche Liquidakionsabkorpmen.
Berlin, 30. Dezember.
Der Reichsverband des deutſchen Groß= und Ueberſeehandels
gibt bekannt, daß er in der Frage der Freigabe des deutſchem
Eigentums in England heute an den Reichsminiſter des
Aeuße=
ren ein Telegvamm gerichtet hat. in dem gegen die Unterzeichnung
eines Abkommens wit England Stellung genommen wird, durch
das 14 Millionen Pfund beſchlagnahmten deutſchen Eigentums
verloren gehen würden. Es müſſe verſucht werden, eine Löſung
zu finden, die zum mindeſten für dieſen Verzicht eine
gleichwer=
tige Konzeſſion bringt. Dies liege gleichzeitig im Intereſſe der
ungeſtörten Entwicklung des internationalen Handels.
Prag, 30. Dezember.
In einer Bilanz über die Tätigkeit des Prager
Außen=
miniſteriums im abgelaufenen Jahre nehmen die Verhandlungen
mit Deutſchland in politiſcher, wirtſchaftlicher und
verkehrstech=
niſcher Hinſicht einen breiten Rahmen ein. Neben der
Fort=
ſetzung der Handelsvertragsverhandlungen verzeichnet die Bilanz
Konferenzen auf dem Gebiete des Eiſenbahnverkehrs, wobei auf
dem Programm Fragen des Grenzverkehrs und der
Reichsbahn=
höfe auf tſchechoſlowakiſchem Territorium ſtanden; ein
Pacht=
vertrag zwiſchen der Tſchechoſlowakei und Hamburg über die
tſchechoſlowakiſche Hafenzone für die Binnenſchiffahrt im
Ham=
burger Hafen wurde abgeſchloſſen, und ein Uebereinkommen
ſichert der Tſchechoſlowakei den künftigen Hafenabſchnitt in
Hamburg. Doch wird die Durchführung des Abkommens derzeit
nicht als dringend betrachtet. Auch in Fragen der
Flugbeförde=
rung wurden mit Deutſchland ähnlich wie mit Oeſterreich und
Polen Uebereinkommen getroffen. — Das Programm für 1930
ſieht neben der Teilnahme an den internationalen Konferenzen
Vertragsverhandlungen mit Deutſchland und Oeſterreich über
verſchiedene Rechts= Konſular= und Sozialfragen,
Zolltarifver=
handlungen, bzw. Ergänzung von Zoll= und Handelsverträgen
mit Deutſchland, Rumänien, Jugoſlawien, Griechenland und der
Türkei vor. — Unter den in Ausſicht genommenen Sitzen neuer
tſchechoſlowakiſcher Geſandtſchaften befindet ſich auch Stettin.
mit der Hand dann bis auf den Grund des Waſſers faßt. Iſt’s
ein Stück Metall, das man packt, ſo wird ein Schmied den
Myrthenkranz zerreißen, iſt’s Holz, ein Schreiner, iſt es Stroh,
ein Bauer uſw.
In Mecklenburg greifen die Mädchen mit verbundenen
Augen nach drei auf dem Tiſche ſtehenden Tellern, die Sand,
Waſſer und Kohl enthalten. Der Teller mit dem Kohl bedeutet
die Brautſchaft, der mit dem Waſſer einen Sündenfall und der
mit dem Sande das Sterben. In Sachſen und auch in Schleſien
eilt man zum Kreuzwege und ſchüttelt hier das Tiſchtuch vom
Abendſchmauſe mit allen Geräten und Beſtecken auf die Erde.
Kommt zuerſt ein Mann vorüber, ſo bringt das neue Jahr das
Glück der Ehe, iſt’s eine Frau, ſo heißt es weiter warten. Im
Vogtlande ſetzen ſich die jungen Leute mit dem Rücken gegen
die Tür in die Stube und ſchleudern mit dem Fuße ihren Schuh
über den Kopf. Zeigt die Spitze gegen die Tür, ſo bedeutet es
Heirat oder Wanderſchaft. Aber nicht nur die hoffnungsfrohe
Jugend will der Zukunft ihre Geheimniſſe ablocken: am
Sil=
beſterabend befragen auch die Alten ſorgenvoll das Orakel. Ihr
Herz verlangt nicht mehr nach dem Glück der Liebe, ſie haben
die Mittagshöhe des Lebens erreicht, und das Schreckgeſpenſt
des Todes ſteht im Mittelpunkt ihrer Fragen. In Sachſen hängt
man einen Ring an ein Haar und läßt ihn in einer Kaffeetaſſe
hin= und herpendeln; ſo oft er anſchlägt, ſo viele Jahre wird
man noch leben. Oder die Hausbewohner ſetzen am
Silveſter=
abend je ein Häufchen Salz auf den Tiſch; weſſen Häufchen am
Neujahrsmorgen eingeſchrumpft oder eingefallen iſt, der wird
noch im neuen Jahre auf den Friedhof begleitet werden. In
Schleſien ſchleicht man am Abend zum Nachbarhaus und lauſcht
am erleuchteten Fenſter; hört man zuerſt ein „Ja” ſo wird
man im kommenden Jahre ſterben. Doch all dieſe bangen
Fra=
gen an das Schickſal werden bald übertönt von dem fröhlichen
Feftesjubel, mit dem die Dorfbewohner das kommende Jahr
er=
warten. In Niederöſterreich, in den rhätiſchen Alpen, im Wallis
iſt das alte Spiel des Silveſterſchlagens noch heute heimiſch, und
mit jubelndem Lachen und fröhlicher Sopgloſigkeit wird das
liebe alte Jahr aus dem Hauſe getrieben. Im
tannengeſchmück=
ten Kruge verſammelt ſich Jugend und Alter; von der Decke
herab hängt ein großer Tannenkranz, und in der Ecke hinter
dem Ofen verbirgt ſich eine groteske, wunderlich vermummte
Ge=
ſtallt, einen Miſtelzweig auf dem Haupte, der Silveſter, das alte
Jahr. Bis zur Mitternachtsſtunde noch iſt er Herrſcher, und
jeden, der durch Zufall in die Nähe des Tannenkranzes kommt,
züchtigt er mit einem derben Kuß. Dann aber, wenn die Glocken
das neue Jahr einläuten, iſt ſeine Macht zu Ende, mit Ruten
und Tannenreiſern ſtürzen alle Anweſenden auf den ſchlimmen
Geſellen und jubeln wieder zum Zimmer und in die Nacht
hinaus. Denn vorüber iſt das alte Jahr, und mit ihm alles
Leid, das es uns gebracht.
Seite 4
deschäfts-
Taschen-
Dienstag den 31 Dezember 1929
Kunst-Hulchael Recunbhärten
in großer Auswahl
Feuerwerkskörper
Gießblei, Knailbonbons
Silvester - Scherzartikel.
aubenaftskächer
Unser Dorle
ist angekommen
Ernst Krause
und Frau
Z. Zt. Städt. Krankenhaus
Käthe Gimbel
Karl Schlapp
Verlobte
Karlsſtr. 103
Blumenthalſtr. 58
1. Januar 1930
Anna Schmitt
Arthur Schäfer
Verlobte
Todes=Anzeige.
Am Sonntag Morgen wurde unſer guter Vater und
Großvater
Heinannt Beinben
Landeskirchenrat und Pfarrer i. R.
im 68. Lebensjahre in der Kirche zu Heppenheim
unerwartet heimgerufen.
Elsbeth Wahl, geb. Bernbeck
Ilſe Wendel, geb. Bernbeck
Karl Bernbech, Pfarrer
Hans Wahl, Forſtrat
Rich. Wendel, Landwirt
Elfriede Bernbechk, geb. Bähringer
und 8 Enkel.
Heppenheim, Okarben, Stockhauſen b. Lauterbach,
den 29. Dezember 1929.
(20592
Die Beerdigung findet in Okarben am 1. Januar 1930
um 14 30 Uhr von der Kirche aus ſtatt.
Silvester 1922.
Ihre Verlobung zeigen an
Eliſabeth Eglg
Leonhard Straub
1 Januar 1930
Langegaſſe 17
Kiesftr. 1
Geben hiermit unſere am 28. Dezember
ſtattgefundene Vermählung bekannt
Willi Waſem und Frau
Toni, geb. Mangold
Darmſiadt (*)
Pallaswieſenſtr. 123
Hm 1. Januar 1930 feiern
die Eheleute Karl Traſer,
Glafermeiſter, und Frau
Hnna, geb. Rauch, das Feſt
der Silbernen Hochzeit
Arbeilgen, 1. Januar 1930
Die Eheleute Wilh. Gundersdorff
und Frau Eliſe, geb. Baſtian,
Ar=
heilgerſtr. 48, feiern heute, 31. Dezember
das Feſi der
Silbernen Hochzeit.
Glückauf zur Goldenen! (20605
Die Eheleute Daniel Hauffund Frau
Anna, geb. Speher, Darmſtadt.
Löffel=
gaſſe 22, begehen am 31. Dezember das
Feſi der
(2059.
Silbernen Hochzeit,
Für die uns anläßlich unſerer Silbernen
Hochzeit erwieſenen Aufmerkſamkeiten
und Geſchenke ſprechen wir dem
Bürger=
geſangverein Beſſungen, dem
Radfahr=
verein Waldesgrün, ſowie allen
Ver=
wandten, Freunden und Bekannten auf
dieſem Weg unſern herzlichſten Dank
aus.
Ludwig Wolf und Frau
Niederſtraße 12.
(20655
Für Sillester:
Frifcher Fleiſchſalat U Pfd. 35.5
Friſcher Heringsſalat . 1 Pfd. 30.9
Scheibenlachs
½ Pfd. 45.5
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Süße Drangen . . . . 3 Pfd. 705
Süße Mandarinen . . 3 Pfd. 805
Saftige Zitronen . . . 3 Stück 20.5
Faßbender, Ludwigstr. 6
und Früchteſtand am Markt gegenüb. Tietz.
Am Sonntag, den 29 d8, Mts. ſtarb unſere liebe,
Tochter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Fräulein Gertrud Meher
Georg Meyer und Frau
Karl Meyer und Familie
Willy Horn und Familie
Darmſtadt, Hochſtraße den 30. Dezember 1929
Die Beerdigung findet am 2. Januar, nachmittags
3½ Uhr, auf dem Waldfriedhofe ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
Dankſagung.
Für die überaus herzliche Teilnahme bei dem
Heimgang meiner lieben Entſchlafenen
Morgarete Carlſen
meinen innigſten Dank.
In tiefer Trauer:
Berta Löwe.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1929, (aoges
Gafcneibe Behrraufe
Marg. Becker, Eliſabethenſtr. 34, I. Tel. 3546
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Hel allen Krankenkassen zugelassen
Gott dem Allmächt
unſere liebe, gute
Leni
im Alter von 4½ Jahren nach
kurzem Leiden zu ſich in die
Ewig=
keit abzurufen
Um ſtille Teilnahme bitten
Die trauernden Hinterbliebenen:
Adolf Volz und Frau
Helene, geb. Rühl
Familie Carl Volz
Familie Joh. Rühl.
Darmſtadt, den 30. Dezember 1929.
Tannenſtraße 7,
(2 640
Die Beerdigung, findet am
Don=
nerstag, den 2. Januar 1930,
nach=
mittags 2½ Uhr, auf dem
Wald=
friedhof ſtatt.
eigne Anfertigung. Sonder-Anfertigung in kurzer Zeit Ecke Rhein- u, Ge-r.
Einträge in das Handelsre
teilung A: Am 23. Dezemb
ſichtlich der Firma: F. Wirt
Todes-Anzeige.
ſtadt: Ferdinand Markus
lene geborene Fritſch in Da
gen hat es
ge=
zur Prokuriſtin beſtellt.
fallen, heute früh 1 Uhr, am
Ge=
zember 1929 hinſichtlich
burtstage ihrer lieben Mutter,
Conrad Appel, Darmſtadt:
des Peter Krauter iſt erloſch=
Darmſtadt, den 28. Dez
Trauergarderoben
werden in einigen Stunden ſchwarz gefärbt
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Kranichſteinerſtr. 28
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(Huthaus Titze)
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iſt alsbald anderweit zu vermieten
Nähere Auskunft wird auf Zimmer 66
des Stadthauſes erteilt. Daſelbſt können
luch Bewerbungs=Geſuche abgegeben
(St 20448
werden.
Darmſtadt, den 24. Dezember 1929.
Der Oberbürgermeiſter.
Die BeisthtaterlarsAnfagr
für das Hauptpumpwerk des ſtädtiſchen
Waſſerwerks im Griesheimer
Eich=
wäldchen ſoll alsbald öffentlich
ver=
geben werden.
Arbeitsbeſchreibungen, Bedingungen
und Angebotsſcheine ſind auf Zimmer 16
der unterzeichneten Verwaltung, hier,
Frankfurterſtraße 100, bis 3. Januar 1930
erhältlich.
Angebote find bis, Montag, den
6. Januar, vormittags 10 Uhr, hierher
(St. 20642
einzureichen.
Darmſtadt, den 28. Dezember 1929
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe.
Bekanntmachung.
In der Zwangsverſteigerung gegen
Georg Kugel Eheleute fällt der
Ter=
min am 21. Januar 1930 aus. (2058=
Darmſtadt, den 23. Dez. 1929.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Holzverſteigerung Nr. 2 1.3.
Montag, den 6. Januar 1930,
werden von vorm. 9 Uhr ab in der
Turnhalle am Woogsplatz zu
Darm=
ſtadt aus der ſtädt. Förſterei
Heilig=
kreuz (Los Nr. 1—437, Saufang 12,
Steinsnickel 16, Kühlache 19, 20
Holzſchlag 22, 25, 26, Hitzberg 28, 29
und Rücksbrünnchen 49) verſteigert
Scheiter, rm: 376 Buche, 47 Eiche
5 Eſche, 16 Kiefer; Knüppel, rm: 128
Buche, 87 Eiche, 23 Eſche, 31 Kiefer,
9 Fichte; Reiſigknüppel, rm: 23 Buche,
17 Eiche; Stöcke, rm: 41 Buche. 14
Eiche, 13 Fichte: Wellen: 1270 Buche
(Holzſchlag 25, 26).
Dienstag, den 7. Januar 1930,
werden von vorm. 9½ Uhr ab in der
Wirtſchaft zum Darmſtädter Hof
in Griesheim aus der ſtädt. Förſterei
Städt. Tanne (Beſſ. Tanne,
Eichbaum=
eck 36. 38, Los Nr. 126—213 und 377
bis 466, und Bürgertanne,
Bürger=
ſchlag 4, Am Waldfriedhof, Los Nr. 467
bis 556) verſteigert:
(st20631
215 rm Kieferſcheit, 519 rm
Kie=
ferknüppel und 2 rm Kieferſtöcke,
Darmſtadt, den 30. Dez. 1929.
Städt. Güterverwaltung.
u. Mützen
Otto Titza
Elisabethenstr. 4
14981a)
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Metz=
gerei Rühl. (*
Witwer i. geſichert.
Stell., 50er J., ſucht
die Bekanntſch ein.
Dame (auch Witwe
o. Anh.) zwecks ſp.
Heirat. Diskret
zu=
geſich. Zuſchriften u.
F. 28 a. d. Geſch. (*
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Stunde. Angeb. u.
F. 24 a. d. Geſch. (*
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beginnen ab 6.
Ja=
nuar, Anmeldungen
ab 3. Januar,
Berlitz=Schul
Wilhelminenſtraße 19.
Teleph. 613.
Sonderabt.:
Ueber=
ſetzungen,
Handels=
korreſp. (20541b
Kindergarten oder
Spielkreis für
nach=
mittags, ev. 3mal d.
Woche geſucht.
Mög=
lichſt Nähe
Tinten=
viertel. — Haas
Heinrichſtr. 149, II. *
Amtsgericht I.
Am Freitag, den 3.
nachmittags 3 Uhr, verſteigere
Frankenhauſen zwangsweiſem
gegen Barzahlung:
1 Nähmaſchine, 3 Kühe.
4 Schweine, 1 Fuchswallach 2*.
zierwagen.
Arm
Stellv. Gerichtsvollzieh.
Holzverſkeigerung n. 1
Samstag, 4. Januar 1930, nachmit
4 Uhr, zu Eberſtadt. im Gaſtha
Mühltal, Gaſtwirt Klenk. aus
orten Steinern Kreuz. Hoſelberg ud
Büchelsberg.
Nutzholz
Langholz, d. i. Stämme: Ei
St. 1. Kl. — 112 Fm. Wgendeichſelr.
St. 2. Kl. — 0,42 Fm. Nußh
1 St. 2. Kl. — 0.20 Fm., Akaz
2. Kl. — 0,73 Fm., Pappelté.
— 0,82 Fm., 1 St. 3. Kl.
Derbſtangen: Fichte 20 St.
Nizſlu=
gen: Fichte 180 St. Die Derbia
eignen ſich zu Einfriedigungen und zu
Baumpfählen. die Reisſtangen zu
Bod=
nenſtangen. Ferner Nutzknippel=
Zgun=
pfoſten, 2,20 m. lang, Kiefer, 1 An.
Brennholz.
Scheiter: Rm.: Buche 2, Eiche 1,.
Pau=
pel (rund) 2. Kiefern (rund) 42,
veiſe zum Brettſchneiden tauglich
Knüppel: Eiche 2, Akazie 1. Pa
Kiefer 39, Weym.=Kiefer 4.
Knüppl=
reiſig: Eiche Rm. 106, 5 m. lang,
taug=
lich zu Baumpfählen, Baumſtüten,
Zaunlatten uſw., Kiefern 6. Wezme
Kiefer 2.
Das Holz ſitzt dicht an der Alten Darm
he
wälderſtraße 74/v.
Eberſtadt, 27. Dezember 1929.
Forſtamt Eberſtadt.
Nuh= und Brenuhlt
verſteigerung 14.1
Montag, den 6. Januar 1ü0 u
mittags 9 Uhr, werden in der breiſee
ſchen Gaſtwirtſchaft zu NiederAanſtall
aus den Domanialwalddiſtritt
brannter Schlag 2a und 2c, 9
10g und Großer Bruch 4b der Fürſtein
Eiſernhand, ſowie aus Weinwegteilte ”0.
Kirchberg 9a und Bordenberg 120
Förſterei Emmelinenhütte verſteigen,
a) Nutzholz.
Stämme (Langholz); Fichte A.
la 81 St. — 16,66 fm.; Kl. 1b 35 6l.—
13.10 fm.: Kl. 2a 6 St
Am Donnerstag, den 2. Jan.
1930, nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in
meinem Verſteigerungslokale
Luiſen=
traße 32 zwangsweiſe meiſtbietend gegen
Barzahlung:
(20633
1 Fahrrad, 1 Samenreini jungsmaſch.
1 Motorrad, 1 Nähmaſchine, 1 Flügel,
9 Polſterſeſſel, 2 Gasbadeofen, 4
Bade=
wannen, 1 Warenſchrank, 1 Klavier,
1 Regiſtrierkaſſe, 1 Opelwagen, ein
Grammophon, 1 Schreibmaſchine, drei
Gasherde, 1 Aktenſchrank ſowie Möbel
aller Art.
Darmſtadt, den 31. Dez. 1929.
Acker
ſtellvertr. Gerichtsvollzieher
für Ger 9tsvollzieher Weinheimer.
Wer dort?
Hier V. Schatz
Komme ſof, u. kaufe
getragene Herren=
Kleider,Federbetten,
Schuhe, Wäſche uſw.
V. Schatz
Darmſtadt. (11563a
Tel. 1924 Schloßg 23
Haare
ausgekämmte u.
ab=
geſchnittene, kauft
laufend G. Kanzler,
Friſeur, Schulſtr. 12.
(13928a).
Guterh. Elfenbein=
Kleiderbürſte
zu kaufen geſucht.
Angebote unt. F. 41
an die Geſchäftsſt.
Gebr. vol. Kommode
. kauf. geſ. Müller
Feldbergſtr. 103. (*
Geleg.-Kau
Gebr. Opel=
Liefer=
wagen für 1½ To.
Nutzlaſt mit Plane
u. Plangeſtell
gün=
ſtig zu verkaufen.
Angeb. erb u. F. 13
a, d. Geſchſt. (20597
38. Tc im: 41
fm. Derbſtangen; Fichte!
2. Kl. 57 St Lärche 1, Kl.
2. Kl. 5 St., 3. Kl. 3 St.
b) Brennholz.
Scheiter: rm.: 177 Buche30 5
Kiefer, 2 Fichte. Knüppel: rm.:
83 Eiche (z. T. 2,50 m. lang), 18.
11 Fichte. Reiſerholz 1. Kl. (Knun
reiſig); rm.: 7 Eiche. Reiſerholz 2.
(Stammreiſig): 100 W.
3.10 Weymouthskiefer. Reiſerholz 4. H=
(Aſtreiſig): 100 W.: 15,00 Buche,
Kiefer.
Die in Pfarrholz 10g lagernden
tenſtämme und Derbſtangen e
in der Hauptſache zu Weißbinder”
Maurergerüſtſtangen.
Unterſtrichene Nummern kommen
zum Ausgebot.
Nähere Auskunft durch das untel
nete Forſtamt und die Herre
Hoffmann zu Forſthaus Eiſe:
für die Förſterei Eiſernhand, ſowie
Förſter Harniſch zu Forſthaus E.
linenhütte für die Förſterei Emm.
hütte.
Ober=Ramſtadt, den 30. Dez. 10
Heſſ. Forſtamt Ober=Ramſtadl.
Auh= und Brennſ
verſteigerung
Montag, den 6. Januar 1
mittags 2 Uhr, werden i
ſchen Gaſtwirtſchaft zu Roßdorf au
Domanialwalddiſtrikt Spieß 10
ſterei Eiſernhand verſteiger”:
a) Nutzholz.
Stämme (Langholz): Fi
1a 1 St. — 0.15 fm.; Kl.
1.15 fm.: Kl. 3a 1 St.
Kl. 1a 12 St. — 1.82
1.72 fm.: Kl. 2a 2
Derbſtangen: Fichte
Lärche 1. Kl. 11 St.
Fichte 4. Kl. 70 S
6. Kl. 420 St., 7. Kl. 670 Sſ.
b) Brennholz.
Scheiter: rm.: 22 Buchz,,
Lärche. Knüppel: rm.;
Eiche, 4 Larche. Reiſerholt 3.
R=
reiſig): 100 W.: 19,6 Buch=
Unterſtrichene Nummern koll
zum Ausgebot.
Nähere Auskunft durch d
i
nete Forſtamt und Herrn 60
mann zu Forſthaus Eiſe
Ober=Ramſtadt, den 30. Oe
Heſſ. Forſtamt Obeceunte.
liegen
erheblich
vorteilhaf
in Höhe
zur
mmer 362
Dienstag, den 81. Dezember 1929
Seitt 5
Aus ver Landeshauplftast.
Darmſiadt, 31. Dezember.
Sie Sitzung des Abſtimmungsausſchufſes des 33. Stimmkreiſes
(Hef= Sarmſtadt) zur Ermittlung des endgültigen
Abſtimmungser=
gebu) beim Volksentſcheid am 22. Dezember 1929, findet am
Fr 1: g, 3. Januar 1930, vormittags 11.30 Uhr, im
Sitzungs=
zimr: Oes Staatsminiſteriums in Darmſtadt, Neckarſtraße 7, ſtatt.
Die —ung iſt öffentlich.
ferſetzt wurde am 24. Dezember der Förſter Karl Schäfer
en in gleicher Dienſteigenſchaft in die Förſterei Rockenberg=
S Forſtamts Friedberg vom 1. Januar 1930 ab.
Sdangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung
wur ar durch den Dekanatstag des Dekanats Erbach für den Reſt
anden Wahlperiode vollzogenen Wahl des Pfarrers Karl
zu Zotzenbach zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats
Erb.= ke Beſtätigung erteilt.
Von der Landesuniverſität Gießen. D. Heinrich
Born=
kam ordentlicher Profeſſor der Kirchengeſchichte an unſerer
Uni=
verſf Gat den an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf an die
Univerſi=
tät „Wittenberg abgelehnt. — Die Privatdozenten Dr. Walther
Sche e an der mediziniſchen Fakultät und Dr. Oskar Seifried
an Jeterinärmediziniſchen Fakultät wurden zu außerplanmäßigen
auße/ —ntlichen Profeſſoren ernannt.
Shloßmuſeum. Am Neujahrstag geöffnet. Zu den Führungen
um rid 11,30. Uhr vormittags hat letztmalig die Preisermäßigung
jeſſiſches Landestheater Darmſtadt. Erſtaufführung
Eisſacht in Venedig”. Heute Dienstag gelangt um 19 Uhr
im en Haus „Eine Nacht in Venedig”, komiſche Oper von Joh.
ſtrol bearbeitet von Korngold und Mordo unter muſikaliſcher
Leitry von Karl Maria Zwißler, zum erſten Male zur Aufführung.
Inſs) ung: Renato Mordo; Einſtudierung der Tänze: Cläre
Eck=
ſteinw hnenbilder: Lothar Schenck von Trapp. In den Hauptrollen:
Wal=U Brahl, Bunſel, Harre, Vogt, Neh, Jacobs, Philips. Die
heu=
tige aufführung iſt der Miete I. zugeteilt. Wegen des ſtarken
Vorty ufs ſind nur noch Logenplätze verfügbar; ſämtliche anderen
Platz41 angen ſind vergriffen.
E Raub der Sabinerinnen”, Luſtſpiel von Paul und
Schönthan, kommt heute Dienstag um 19.30 Uhr im Kleinen
ßer Miete zur Darſtellung. Spielleitung: Kurt Weſter=
In den Hauptrollen: Maletzki, Liebel, Mosbacher,
Nürnber=
aming, Baumeiſter, Gallinger, Weſtermann, Gothe, Karzau,
aros Hochzeit” von Mozart wird morgen Mittwoch um
19 UT an Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl
Böhrgl Szene gehen. In den Hauptrollen: Stoſch, Tibaldi, Walter,
Harny auhn, Vogt. (Darmſtädter Volksbühne, Gemeinden K und 8,
tanze um die Welt mit Dir”; die mit ſtarkem
Bei=
nommene Poſſe mit Geſang und Tanz von Marcellus Schif=
Friedrich Hollgender wird morgen Mittwoch um 20 Uhr im
1 Saus wiederholt. (Zuſatzmiete VII.)
Datterich” wird Freitag um 20 Uhr im Kleinen Haus
Heſſiſchen Spielgemeinſchaft außer Miete zur Darſtellung
gebrau. Heute Dienstag Beginn des Vorverkaufs.
eute Abſchluß der Weihnachtsmiete. Die
Weihnachts=
mies Oes Heſſiſchen Landestheaters wird heute Dienstag zum
Ab=
ſchlufyl gracht. Die Miete beſitzt für ſechs Vorſtellungen nach freier
Wahdt 31. März 1930 Gültigkeit und wird zu beſonders
vorteil=
liegerst Ergebnis der Weihnachtsmiete hat das vorjährige Ergebnis
erhebl) Tibertroffen; ein Beweis für die Beliebtheit, deren ſich dieſe
in H3 Son 5—50 Mark mit einer Preisermäßigung von 10 Prozent
zur 1 Tabe gelangenden Weihnachtsſchecs des
Landesthea=
ters g. nur noch heute Dienstag bei der Mietabteilung und den
Tagezu —n erhältlich.
eihnachtsfeier and Preisverteilung bes Darmſtädter Biehele=
Clubzu :3. Ein von dem Ehrenvorſitzenden des Clubs, Herrn Adam
Ober, Faßter Prolog, der von Frl. Rottmann recht wirkungsvoll zu
Gehööl, Tacht wurde, wies auf das hohe Weihnachtsfeſt, die
Weihnachts=
feier y Tlub und die Preisverteilung hin. Der 1. Vorſitzende, Herr
5. V xnel, begrüßte die zahlreich erſchienenen Clubmitglieder und
Gäſteü rz beſonders aber die Vertreter der Brüdervereine, des
Velo=
eipeded und des Darmſtädter Radſportelubs. Nachdem
Weihnachts=
lieden3 klungen waren, ſang Herr Kurt Hering, der ſich dem Club
ſchon moft in dankenswerter Weiſe zur Verfügung geſtellt hat, mit
ſeineru ien Baßſtimme: „Die drei Könige” und „Simeon” von
Cor=
neliuzu, üir den eifrigen Beſuch der Clubabende, die als Grundſtock für
die g9 Tiche Entwicklung eines Clubs außerordentlich wichtig ſind,
ichmn Isdann Herr Ober aus; die Herren H. Thümmel, Ad. Rühl,
AV nd, G. Leichtlein, G. Daum. E. Glaub, G. Weber, H.
Kem=
merzen rind Rittweger und die Damen Fr. Wedekind, Gr. Beck
und 2 uenzer. Zu begeiſtertem Beifall wurden die Anweſenden
durch G Herrlichen Lieder von Frl. Tilly Amelung: „Das
Weihnachts=
lied”, Berger und „Marige Wiegenlied” von Reger hingeriſſen.
Wandzy yrwart Herr Ziegler verteilte die Preiſe für eifriges
Wander=
fahreny, die Herren Gg. Weber, Ad. Rühl, Ziegler, E. Daum, Ettl,
Kemm Il, Hermann, Holbein, Thümmel und Heldmann und die
n Schnitzeljagd ſind die Herren Holbein und G. Weber und
garetllu vn Gounod ſehr ſchön zu Gehör und erntete großen ſtarken Nummern waren mit feinem Geſchmack weitere Vorträge eingegliedert.
von S.. Rühl die Damen Rottmann, E. Steinmetz, T. Weber und Gr. geſtellten Bechſteinflügel Herr Karl Dietrich mit hoher
muſika=
den m als durch einen Geſangsvortrag erfreut hatte, brachte Herr eine vorzüglich geſchulte Sängerin kennen. Sie ſang mit ihrer
herr=
en O) uren zur Verteilung. Preisträger waren die Damen Tr, eine Reihe von entſprechenden Liedern, wie Gretchen am Spinnrad”
Herresu rum, Hermann, Heldmann, Rühl, Ziegler, Leichtlein, Weber, (Neger), und „Veilchen” (Mozart) ferner als Zugabe: Sah ein Knab
Ettl, Sider und Holbein. Herr Gau=Jugendfahrwart Kemmerzehl ein Nöslein ſtehn”. Bei all dieſen Geſängen erwies ſich Frl.
Wal=
weiſt. 1 Sie Verſchmelzung des Gaues 70 Heſſen=Darmſtadt mit dem traut Biſchoff als gewandte und feinfühlende Klavierbegleiterin.
Gau: Efurt a. M. hin und ermahnt die Jugendmitglieder, ſich im
neuenmr genau ſo eifrig zu beteiligen wie im alten. Für das ver= kleinen Matroſen, der einige der neueſten Schlager auf der
Zieh=
gange 31 ahr erhalten Jak. Häusler, Heinz Schulze, Ria und Alma harmonika vorſpielte und damit — (wie es im Weſen ſolcher alles be=
Gült 1 —
Grufu —4.)
von
Verkehrsverein Darmſtadt.
Wichtige Beſchläſſe. — Ein neues Verkehrsbureau. — der Verein erhält neue Skakufen und wird eingeiragen.
*jahrsfeier des GDA. Am 1. Januar veranſtaltet der Ge=
Dund der Angeſtellten wie alljährlich in ſeinem Heim,
Rie=
eine Neujahrsfeier, um im Kreiſe ſeiner Mitglieder das
zu begrüßen. Beginn dieſer Veranſtaltung 20 Uhr.
tſpiel Hermann Job, Rheinlands bedeutendſter
ulärſter Komiker, im Orpheum. Wie mitgeteilt,
r) —mann Job mit ſeiner Geſellſchaft ab 1. Januar für ganz
im Orpheum. Zur Zeit gaſtiert Job noch im Stuttgarter
Friedu” au=Theater, woſelbſt das Gaſtſpiel infolge des begeiſterten
Erfolgl 5 Publikum und Preſſe gleich nach dem erſten Tage für den
ganzeny onat Dezember verlängert wurde. Durch anderweitige
Dis=
poſitioo) Eann jedoch das Gaſtſpiel in Darmſtadt nur für wenige Tage
ſtattfinn — Ueber das Job=Gaſtſpiel ſchreibt der Düſſeldorfer
Mit=
tag: avenn jeden Abend ſo gelacht wird, dann müſſen ſich die
Balken9: Hauſes ſchon gekrümmt haben. — Die Nürnberger Ztg.
ſchreibot —. es regnet Billionen Witze, närriſcher Verwechſlungen,
toller A ationen. Das Publikum raſt und ſchreit; Tränen laufen
den m r Beſuchern über die Backen. (Siehe Anzeige.)
Der Verkehrsverein hatte geſtern abend wichtige, für ſeine Zukunft
höchſt bedeutſame Tagungen. — Die Vorſtandsſitzung wurde
um 7.30 Uhr durch den Vorſitzenden, Herrn Th. Stemmer, eröffnet.
Herr Stemmer machte Mitteilung von einer entſcheidenden Sitzung
wegen Uebernahme eines neuen Verkehrsbureaus. Um den Vertrag
hierzu abſchließen zu können, iſt die Beſchlußfaſſung über neue
Statuten erforderlich, deren Wortlaut bekanntgegeben und
ein=
ſtimmig genehmigt wird. Die Eintragung ſoll ſofort nachgeſucht
werden.
Herr Stemmer machte ſodann Mitteilung über das neue
Verkehrsbureau. Seit ſieben Monaten wird verhandelt mit der
„Helia” zwecks Uebernahme des ehemaligen
Reſidenzthe=
aters am Weißen Turm. Mit der Städtiſchen Sparkaſſe wurde in
letzter Stunde eine Einigung inſofern getroffen, als die Stadt
Darm=
ſtadt die Bürgſchaft übernimmt, die dem Verkehrsverein es ermöglicht,
das Verkehrsbureau einzurichten. Das von der Sparkaſſe zum Umbau
vorzulegende Kapital wird mit 7 Prozent verzinſt. Am Mietvertrag
iſt die Stadt bzw. die Sparkaſſe beteiligt. Sie erhält einen Raum im
Verkehrsbureau. Der Vertrag ſoll vorerſt auf 15 Jahre abgeſchloſſen
werden. Mit dem vergrößerten Bureau ſollen auch die Aufgaben und
die Tätigkeit des Verkehrshureaus ſo ausgebaut werden, daß es
tat=
ſächlich zum Zentralpunkt des Verkehrs in Darmſtadt
wird.
Herr Oberregierungsrat Emmerling berichtet über
Beſtre=
bungen zur Aufhebung des Gewerbemuſeums. Dieſes Geverbemuſeum
hat ſtets eine äußerſt günſtige Beurteilung in Fachkreiſen gefunden.
Eine ganze Anzahl von Vereinen hat ſich zuſammengeſchloſſen, um
mit Recht gegen die Aufgabe des Muſeums zu proteſtieren. Der
Verkehrsverein kann an der Frage nicht untätig vorübergehen. Der
Referent verlangt, daß derart wichtige Fragen nicht nur im
Arbeits=
ausſchuß, ſondern im Geſamtvorſtand verhandelt werden. (Der
Ar=
beitsausſchuß hat ſich merkwürdigerweiſe mit 3:3 Stimmen für und
gegen die Erhaltung ausgeſprochen.) Die Auflöſung des
Gewerbe=
muſeums wäre zweifellos ein ſchwerer Verluſt für Darmſtadt,
für ganz Heſſen. Die Erſparnis, die erzielt werden kann, iſt
praktiſch ſehr gering. Die gewiß nicht darmſtadtfreundliche Frkf.
Ztg. ſpricht von „Selbſtverſtümmelung” und einem
Schild=
bürgerſtreich; ſie betont den hohen pädagogiſchen Wert des
Ge=
werbemuſeums und ſeiner Sammlungen. Aehnlich ſchreiben andere
große deutſche Blätter. — Eine Reihe von Rednern ſprechen ſich
rück=
haltlos für Beibehaltung des Gewerbemuſeums aus. Am
10. Januar ſoll eine öffentliche Verſammlung ſich mit dieſer Frage
beſchäftigen. Es iſt Wunſch der überwiegenden Mehrheit des
Vor=
ſtandes, auf dieſer Verſammlung ſich ſoenergiſch wie möglich
für die Erhaltung des Gewerbemuſeums einzuſetzen.
Oberbürgermeiſter Mueller wird wieder in den Vorſtand
ge=
wählt.
An die Vorſtandsſitzung ſchloßz ſich mnmittelbar eine
Vereinsverſammlung,
die leider nicht ſehr ſtark beſucht war. Der Vorſitzende wies auf den
Zweck der Verſammlung hin (ſiehe oben) und gab nochmals die Statu=
Achtung
Bis heute abend
OUHR
werden Anzeigen für die
morgige Ausgabe (Neujahrs-
Nummer) angenommen.
DERVERLAG.
— Der Gartenbauverein Darmſtadt veranſtaltete im dichtbeſetzten
y . Wedekind, T. Weber, Gr. Beck, K. Hergt, E. Steinmetz und Fürſtenſaal ſeine Weihnachtsfeier, die bei dem ſorgfältig ausgewählten,
O9 r. Herr Rühl erhält zum zweitenmale und damit endgülitg abwechſlungsreichen Programm einen würdigen Verlauf nahm. Im
wShrenmitglied Herrn Mahr für die höchſte mit dem Fahrrad Mittelpunkt der Darbietungen ſtand Frau Käthe Enders=
Kuhl=
chü te Kilometerzahl geſtifteten Wanderpreis. Preisträger der mann, welche als „Märchentante” in lauſchigem Dämmerſchein mit
gewohnter Meiſterſchaft herrliche Blüten deutſcher Erzählungskunſt zum
28 + T. Weber, Gr. Beck und Tr. Wedekind. Herr Gg. Ußner Beſten gab, wie z. B. „Legende von Wildenbruch” Großmudding”
(Barii Brachte bei Begleitung durch ſeinen Sohn zwei Lieder: „Still von Jul. Barſtel, Dreigeſpräch” und „Das alizarinblaue
Zwergen=
wie dä Tcht” von Goetze und „Valentins Gebet” aus der Oper „Mar= kind”, beide von Börries von Münchhauſen. Zwiſchen die einzelnen
Beifaly. Uir eifrigen Beſuch der Uebungsabende im Saalfahren wurden / Zuerſt trug auf dem von der Firma Zimmermann zur Verfügung
Beck u) Te Jugendmitglieder W. Reeg, Gg. Reeg, H. Schulze, J. Häus= liſcher Empfindung drei Klavierſtücke, ernſteren Charakters, (von Chopin
ler um anz Echert ausgezeichnet. Nachdem Herr Hering die Anweſen= und Beethoven) vor. Dann lernten wir in Frl. Gudrun Steuer
hüm rals Gauwanderfahrwart die Preiſe für eifrige Teilnahme an lich ausgeglichenen und zu feinſter Modulation fähigen Sopranſtimme
Wedeks, K. Quenzer, K. Rottmann, E. Steinmetz und Gr. Beck, die (Schubert). Freudvoll und und leidvoll (Beethoven), „Marienlied”
— Von geradezu verblüffender Wirkung waren die Leiſtungen eines
emmrm I Ehrenpreiſe. Dieſelben Jugendmitglieder werden von Herrn rauſchenden Kompoſitionen liegt) — die vorher andächtig lauſchende
9 —wart Emil Daum für Wanderfahren und als Preisträger bei Zuhörerſchaft zum Mitſingen hinriß. Ueberraſchend war es denn
2 xelick,d ausgezeichnet. Weitere Geſangsvorträge von Herrn auch, als man in dem Matroſen das jugendliche Fräulein Gertrud
und Frl. Tilly Amelung ſowie zwei urkomiſche Duette von Schäfer entdeckte. — Ein beliebtes Mitglied, Herr Adolf Braun,
z r Frl. Hettinger und Frl. Hotz beſchloſſen die ſchöne Feier, ſang mit ſeiner ſchönen Tenorſtimme Lieder von Gumbert, Eugen
d’Albert und Karl Obermaher. Dann kam noch eine von Herrn Enders
verfaßte Weihnachtspoeſie zum Vortrag. Im zweiten Teil des Abends
wurden 23 Mitglieder für 25jährige Zugehörickeit zum Verein mit der
goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Allen Mitwirkenden des Abends
überreichte der Vorſitzende mit Worten des Dankes ſchöne Blumenkörbe.
Zuletzt gabs noch als Abſchluß eine reichhaltige Freiverloſung.
— Sängerluſt 1849, Weihnachtsfeier. Es war eine Freude,
zu ſehen, wie alle Mitwirkende einander aneiferten, das Beſte zu geben,
was möglich war. Der erſte Teil der Vortragsfolge war ganz auf
Weihnacht eingeſtellt und endigte mit dem Theaterſtück „Und wieder
war es Weihnacht‟ Der zweite Teil ſorgte dann aber dafür, daß für
einige Zeit keine trüben Gedanken aufkamen, und hier war es das
Theaterſtück „Der vertauſchte Paletot”, das wahre Lachſalven auslöſte.
Der Nikolaus, der ſich in dieſem Jahre beſonders gut anließ, wurde
von den Kindern freudig begrußt, als er die großen Lebkuchen mit dem
Namen „Sängerluſt” verteilte. In Frl. Hartmann (Lieder zur Laute)
lernten wir eine Vortragskünſtlerin kennen, die ſicher immer wieder
im Verein freudig begrüßt wird. Die Negie der Theaterſtücke lag
wieder in der bewährten Hand des Herrn Karl Weißgerber.
ten bekannt, die eingehend durchgeſprochen wurden und die
Geneh=
migung der Mitgliederverſammlung fanden. Ebenſo wird die
Ein=
tragung des Verkehrsvereins einſtimmig beſchloſſen.
Schließlich wählt die Verſammlung nach Vorſchrift des
Vereins=
regiſters nochmals formell Herrn Theodor Stemmer zum
Vor=
ſitzenden.
Herr Stemmer erſtattet nochmals Bericht über die Einrichtung
des neuen Verkehrsbureaus im Reſidenztheater. (Siehe oben.) Der
Umbau und die Einrichtung follen baldmöglichſt in Angriff genommen
werden. Die Städtiſche Sparkaſſe richtet eine Zweigſtelle
im Verkehrsbureau ein. Pflicht jedes Einwohners, aller
Behörden und Organiſationen iſt es nun, ſich des
Verkehrsbureaus in ausgedehnteſtem Maße zu
bedienen.
Zum letzten Punkte der Tagesordnung: „Wünſche und
Anregun=
gen” äußert Herr Arch. Schembs. Wünſche bezüglich beſſerer
Bahn=
verbindung mit dem Odenwald, beſonders Wiebelsbach, Höchſt uſw.,
wozu der zweigleiſige Ausbau bis Ober=Ramſtadt erforderlich iſt. —
Herr Stemmer, machte intereſſante Mitteilungen über das, was
für den Odenwald in dieſer Beziehung alles geſchehen iſt. Seit
Her=
ausgabe der Reliefkarte iſt die Zahl der Anfragen über den
Oden=
wald von 8—10 auf 40 bis 50 geſtiegen. Gerade in der
Wer=
bung für den Odenwald hat der Verkehrsverein ſehr viel getan.
Herr Bürgermeiſter Schellhaas=Lichtenberg ſpricht dafür
ſeinen Dank aus. Der zweigleiſige Ausbau dürfte ſich vorerſt nicht
erreichen laſſen. Redner empfiehlt, gleichwie Herr Stemmer, zentrales
Zuſammenarbeiten mit dem Verkehrsverein, beſonders mit Herrn
Ne=
gierungsrat Dr. Roeſener. Herr Stemmer weiſt auf die
Denk=
ſchrift Dr. Roeſeners zum Nah=Eilverkehr im Rhein=Maingebiet hin,
die Aufſehen erregt hat, beſonders bei Fachleuten.
Herr Saeng bringt ebenfalls Mißſtände im Odenwaldverlehr
zur Sprache.
Danach erſtattet Herr Fiſcher vom Städtiſchen Verkehrsamt ein
Referat über den
Fremdenverkehr in Darmſtadt.
Nach dem vorgetragenen Zahlenmaterial, auf das wir noch
zurück=
kommen, iſt die Zahl der Uebernachtungen in den letzten drei Jahren
ſehr erheblich — von 53 000 auf 71000 — geſtiegen. Im Gegenſatz zu
anderen Städten, wo vielfach über Abnahme der Uebernachtungsziffern
geklagt wird. Auf dem Gebiete der Kongreßwerbung fehlt es noch an
der notwendigen Unterſtützung der Vereine und Verbände. Im
näch=
ſten Jahre werden 22 große Tagungen hier ſtattfinden, darunter
be=
kanntlich die Akademiſchen Meiſterſchaften.
Herr Stemmer denkt mit eindringlichem Appell, die Werbung
für Darmſtadt nach Kräften zu unterſtützen. — Herr Dr. Kollbach
macht verſchiedene Werbevorſchläge, woran ſich eine ausgedehnte
De=
batte ſchließt, in der beſonders zu einigen Linienführungen der
Straßenbahn Geheimrat Berndt ſprach.
Dann wurde mit herzlichen Dankesworten des Vorſitzenden Herrn
Stemmer die Verſammlung geſchloſſen.
— Der Verbanb der Deutſchen Faßfabrilen G.mb.8., der
bekannt=
lich hier in Darmſtadt ſeinen Sitz hat, iſt ab 21. Dezember 1929
auf=
haftes) Teiſen bei der Mietabteilung abgegeben. Das bisher vor= gelöſt worden. An ſeine Stelle wird ab 1. Januar 1930 die neu
ge=
gründete Wirtſchaftliche Vereinigung Deutſcher Faßfabriken e. V. treten,
die gleichfalls in Darmſtadt ihren Sitz haben wird. Zweck der
Um=
vorten Ee Einrichtung beim Publikum bereits erfreut. — Auch die gründung iſt, wie uns mitgeteilt wird, die von der Kriegswirtſchaft her
beſtehende ſtarre Form zu vereinfachen und beweglicher zu geſtalten.
Zweck des Verbandes iſt auch in der neuen Fom die Vertretung der
allgemein=wirtſchaftlichen Intereſſen der reichsdeutſchen Faßinduſtrie.
Aenderungen in der Leitung treten nicht ein, insbeſondere verbleibt die
Geſchäftsführung bei Herrn Rechtsanwalt Dr. Carl Dingeldety hier.
Das neue Kriegsgefangenenrechl.
Es iſt in der breiteren Oeffentlichkeit noch wenig bekannt, daß auf
dem im Juli d. Js. in Genf ſtattgefundenen internationalen
diplomati=
ſchen Kongreß nicht nur eine Reviſion der Genfer Konvention über die
Behandlung der Verwundeten beſchloſſen wurde, ſondern auch ein
voll=
ſtändig neues Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen
in zukünftigen Kriegen ausgearbeitet wurde. Das neue Abkommen,
welches dem Reichstag alsbald nach ſeinem Zuſammentritt im
Novem=
ber d8. Js. zur Beſchlußfaſſung unterbreitet werden ſoll, regelt in
97 Artikeln alle mit der Behandlung der Kriegsgefangenen von ihrer
Gefangennahme bis zur Heimſchaffung zuſammenhängenden Fragen.
Den Erfahrungen des Weltkrieges iſt hierbei weitgehend Rechnung
ge=
tragen worden. So wurden zum Beiſpiel Repreſſalien an den
Kriegs=
gefangenen grundſätzlich verboten, und die bisher der Willkür freieſten
Raum gebende ſtrafrechtliche Behandlung der Kriegsgefangenen
ein=
gehend geregelt. Mag im einzelnen auch manches an dem Abkommen
auszuſetzen ſein, ſo ſtellt es doch gegenüber den veralteten
Beſtimmun=
gen der Haager Landkriegsordnung einen ganz gewaltigen Fortſchritt
dar. Wohl nie bisher iſt eine ſo umfangreiche diplomatiſche Arbeit wie
dieſe in dem Beſtreben aller Kongreßteilnehmer geleiſtet worden, daß
dieſe Arbeit durch einen langwährenden Frieden nie praktiſche Bedeutung
erlangen möge. Einen ausführlichen Bericht über den Verlauf des
Genfer Kongreſſes und über den Inhalt des neuen Wkommens bringt
das Oktoberheft der Zeitſchrift „Der Heimkehrer”, des Bundesorgans
der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, deren
geſchäfts=
führender Bundesvorſitzender, Dr. Givens, als einziger
Kriegsgefan=
genenvertreter und Sachverſtändiger der deutſchen Delegation an den
Verhandlungen teilgenommen hat.
— Orpheum. Die richtige Stimmung für Silveſter
bereitet beſtimmt der Beſuch der heutigen Abſchiedsvorſtellung der
Pracht=Revue „Drunter und drüber” in 50 Bildern von
Her=
mann Haller im Orpheum. Die Gelegenheit, eine derartige grandioſe
Darbietung zu ſehen, dürfte in abſehbarer Zeit nicht der Fall ſein.
da die Haller=Revue als das größte reiſende Enſemble dieſer Art
anzuſprechen iſt. Daher beſuche man die heutige Abſchiedsvorſtellung,
die den ungekürzten Spielplan bietet. (S. Anz.)
* Durch den Sturm wurde in der vergangenen Nacht auf dem
Kapellplatz ein Baum entwurzelt, der auf die Schienen der
Straßen=
bahn ſtürzte. Die Feuerwehr mußte das Hindernis beſeitigen, um
den ungehinderten Verkehr zu ermöglichen.
* Ein Zuſammenſtoß zwiſchen Anto und Elektriſcher ereignete ſich
angeblich ebenfalls wegen des Sturmes um die gleiche Zeit Ecke der
Hofmann= und Nieder=Ramſtädter Straße. Der Unfall ging noch
glimpflich ab. Das Auto wurde vorne eingedrückt, während die
Elek=
triſche einige Beulen davontrug. Die Inſaſſen blieben unverletzt.
— Feſtnahmen. Der Taglöhner Richard Paul, geb. am 23. Juni
1860 zu Brosdau, wurde auf Grund eines Ausſchreibends des
Amts=
gerichts Offenbach wegen Verbüßung einer Haftſtrafe im
Obdachloſen=
aſyl hier feſtgenommen. — Der Arbeiter Heinrich Hopf, geb. am 2.
April 1900 zu Hußfurd in Unterfr., wurde auf Grund eines
Aus=
ſchreibens des Amtsgerichts Offenbach ebenfalls wegen Verbüßung einer
Haftſtrafe hier feſtgenommen und beide dem Amtsgericht 1 zugeführt.
— In der Nähe des Südbahnhofs wurde ein auf der Straße
bewußt=
los aufgefundener Mann nach dem Krankenhaus transportiert, der
weder im Beſitz von Ausweispepieren war, noch ſeinen Namen ſelbſt
angeben konnte. Nach zweitägigem Krankenhaus=Aufenthalt wurde
feſtgeſtellt, daß es ſich um einen Arbeiter Adam Karl Reinhard aus
Doſſenheim handelt. Reinhard war wegen Betrugs ausgeſchrieben und
wurde dem Amtsgericht 1 Darmſtadt zugeführt. — Tüncher J. W. aus
Mainz wurde dabei betroffen, als er verſuchte, zwei junge Leute der
franzöſiſchen Beſatzungsarmee zuzuführen, in der Abſicht, ſie für die
Fremdenlegion anwerben zu laſſen. W. wurde feſtgenommen, die
Unter=
ſuchung iſt noch im Gange.
Einmietediebſtähle in Mainz. Anfang Dezember 1929 hat ſich
in Mainz in verſchiedenen Fällen ein Mann als Arzt ausgegeben und
als ſolcher eingemietet. Er benutzte in jedem Falle dieſe Gelegenheit,
um Diebſtähle zu begehen und dann ſpurlos zu verſchwinden.
Beſchrei=
bung des falſchen Arztes: 25—30 Jahre alt, etwa 1,60 Meter groß,
ſchmal, eingefallenes Geſicht, glatt raſiert, an der linken Halsſeite große.
Narbe, die er durch einen blauſeidenen Schal möglichſt zu verdecken
ſucht. Kleidung: dunkler Anzug, dunkler Mantel mit Samtkragen,
graue Stoffgamaſchen, ſchwarzer, ſteifer Filzhut, an einer Haud
mehrere Ringe. Vor dem Schwindler wird gewarnt. Sachdienliche
Anhaltspunkte bittet man dem Polizeiamt Darmſtadt, Hügelſt., 31/33,
Zimmer 3, mitzuteilen.
Schenket
n0 trinket:
Hnert
die älteste rleiniſche
Sektmarke:
* wegen seiner Güte und
Bekömmlichkent altberühmt ?
— ſeit 1837—
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Dienstag der 31. Dezember 1929
Helia
bringt den ſeinerzeit mit ſtarkem Intereſſe herausgekommenen
Dupont=
film „Nachtwelt” (Piccadilly, ein Film der Britifh International
Pictures Ltd. London). So ganz kann man heute das Aufſehen nicht
mehr verſtehen, das dieſer Film bei ſeinem Erſcheinen erregte. Wir
ſind inzwiſchen, ſowohl was die Regieleiſtung als auch was die
Dar=
frellung anbetrifft, etwas verwöhnt worden. Nur nicht verwöhnt ſind
die Filmbeſucher in der Erfindung neuer Ideen. Ueber ſtändig
wie=
derkehrende Liebes= und Eiferſuchtsſzenen, mit mehr oder weniger
rei=
chen Schattierungen, ſind wir noch nicht herausgekommen. Auch „
Nacht=
welt” bringt in dieſer Beziehung nichts Neues. Die Milieuzeichnung
aus dem Londoner Nachtklubleben iſt recht gut. Die Handlung aber
beſchränkt ſich auch hier auf Mord aus Eiferſucht, Gerichtsverhandlung,
Anklage Unſchuldiger und ſchließliches Herausſtellen des Schuldigen,
da, wo er am wenigſten geſucht. Was aber an dieſem Film immer
intereſſieren wird, iſt das wundervolle Spiel der jungen, ſchlanken
chineſiſchen Filmſchauſpielerin Anna May=Wong. Ein Spiel von
ſo ſtarker Eigenart, das bisher von keiner anderen Schaufpielerin
er=
reicht wurde. Anna May=Wong hatte gerade in dieſem Film reiche
Ge=
legenheit für ihr zwingendes Mienenſpiel, in dem ſich das Sphinx=
Ge=
heimnis ihrer ganzen Raſſe widerſpiegelt, das hinter den gelben
Ge=
ſichtern verborgen iſt. Jameſon Thomas und Gilda Gray ſind
recht gute Vertreter der übrigen Hauptrollen.
Eine Amerikaner=Groteske: „Das Piratenſchiff”, tolle
Sachen von einer Anzahl amerikaniſcher Girls gegeben, dann aber auch
ein hochintereſſanter Kulturfilm: „Ein Blick in die
Heeres=
brieftauben=Anſtalt Berlin=Spandau” Schade, daß
dieſer Film ſo kurz ausgefallen iſt. Es iſt hochintereſfant, zu ſehen,
wie die Brieftauben — rund 1000 beſitzt die Anſtalt — für kürzere und
längere Flüge trainiert werden, wie ſie Nachrichten befördern, wie ſie
im Motorrad, durch Hunde oder durch Radfahrer befördert werden, ja,
wie ſie photographiſche Apparate mitführen, mit Zeitauslöfern
ver=
ſehen, die über beſtimmten Geländeſtrichen photographiſche Aufnahmen
herſtellen uſw. Im Krieg waren etwa 120000 Brieftauben an den
Fronten ſtationiert. Da alle Armeen der Welt Brieftauben
verwen=
den, kann man ſich leicht einen Begriff machen von der Menge dieſer
Brieftauben, die ſtändig trainiert und abgerichtet wird.
Union=Theater
zeigte geſtern einen großen Schwarzwaldfilm; einen
umfang=
reichen Kulturfilm, der die Schönheiten und Eigenarten des
Schwarz=
waldes, die Sitten und Gebräuche, das Alltags= und Feſttagsleben
ſei=
ner Bewohner, deren berufliche Betätigung uſw. in allen Jahreszeiten
in einer Fülle köſtlicher Bilder zeigt. Ein vorbildlicher Kulturfilm,
deſſen letzter Teil, „Schwarzwald im Schnee”, zu den ſchönſten
Land=
ſchaftsfilmen gehört, die wir hier ſahen.
Ab 6 Uhr lief das eigentliche U.T.=Programm, das zwei Filme
bringt, die einige unterhaltende Stunden vermitteln. Während im
„Schatten der Nacht” ein Kampf mit der New Yorker Verbrecherwelt
— eine wahre Geſchichte nach den Akten der New Yorker Polizei — ſehr
feffelnd geſchildert wird, zeigt der deutſche Luſtſpielhauptfilm „Links der
Jſar, recht der Spree” in herzerfriſchender Weiſe die „Freundſchaft”
zwiſchen Preußen und Bahern. Die altbayeriſchen gemütlichem Typen
mit ihren Bierkrügerln und Weißwürſchten und die ſchnoddrigen, aber
hier ſehr liebenswürdigen Berliner, der Beſuch in München und
Gegen=
beſuch in Berlin und die amüſanten Erlebniſſe der bayeriſch=preußiſchen
„Ausländer” in den nord= und ſüddeutſchen Metropolen geben
wieder=
holt Anlaß zu freudigem Schmunzeln und herzlichem Lachen. Die
charok=
teriſtiſchen Darſteller verſtehen es, die gewollt betonte
ſtammeseigentüm=
liche Verſchiedenheit der Preußen und Bayern (die Heſſen ſtehen ja in
der Mitte!) geſchickt und humovvoll zu unterſtreichen, ohne verletzend zu
wirken. Die Verlobung zwiſchen Anni Speckmaier, dem entzückenden
Münchner Kinde, das von H. Helios dargeſtellt wwird, mit dem
Ber=
liner Erich Schulze (W. Grüters) bringt am Schluſſe die erwartete
Ver=
ſöhnung. Eine ſehr gute Type gibt K. Flemiſch als Eader
Speck=
maier und F. Weiß als ſein Freund Staudinger ab. Die luſtige
Charakterhumoreske iſt geeignet, die nötige frohe Silbeſter= und
Neu=
jahrsſtimmung zu ſchaffen.
— Schloß=Kaffee. Dienstag, den 31. Dezember, findet wie
alljähr=
lich, abends 8.15 Uhr, ein großes Silveſterkonzert mit Tanz
ſtatt, bei dem das Schlß=Kaffee=Enſemble unter Leitung von
Kapell=
meiſter Curt Fiſcher die Gäſte mit abwechflungsreichſtem Programm
in fröhlichſte Stimmung verſetzen wird. Tiſchbeſtellungen werden
er=
beten. — Mittwoch, den 1. Januar, werden vormittags, nachmittags
und abends große Neujahrs=Feſt=Konzerte veranſtaltet,
die eine ausgewählte Vortragsfolge bringen. — Beſonders hingewieſen
ſei ſchon jetzt auf das kurze Auftreten des weltberühmten
Geigenvir=
tuoſen Lajos Rigo ab 10. Januar 1930. Die Münchener Zeitung
ſchrieb anläßlich ſeines Auftretens im „Deutſchen Theater”: Man hat
hier lange keinen Geigerkönig gehört, der es wagt, ganz Virtuoſe zu
ſein, ohne anderen Zweck, als durch das Spielenkönnen zu berücken.
Lajos Rigo zeigt ſich als ſolcher Könner. Alle Kunſtbegeiſterten,
Gei=
genbeherrſcher, Werdende und Fertige, dürfen vor dieſer Technik knien.
Ein ſüße, weiche, zur rechten Zeit ſchmalzige Kantilene,
wundervolles Flageolett, unglaubliche Doppelgriffe, und vor allem
ein geradezu ruchloſes Pizzicato: alles bravourös präſentiert.
Un=
ſterbliches Rattenfängertum, für das die hingeriſſene Hörerſchaft mit
raſender Begeiſterung quittiert. — Herr Rigo ſpielt in den
Nachmit=
tags= und Abendkonzerten. Niemand ſollte ſich den muſikaliſchen
Ge=
nuß entgehen laſſen. (Siehe heutige Anzeige.)
— Der Deutſchnationale Handlungsgehilfenverbanb, Ortsgruppe
Darmſtadt, kann im Monat Dezember auf eine ganze Reihe erfolgreich
und glücklich verlaufener Veranſtaltungen zurückblicken. Den Reigen
der Veranſtaltungen eröffnete eine wohlgelungene Nikolausfeier
für die „Großen”. Im Heim der Ortsgruppe ſtauten ſich die Sendungen,
die dem Nikolaus zur Beſtellung übergeben wurden. Durch ſinnige
Ge=
ſchenke und gut gelungene Verſe wurde den ſo Bedachten manche
Epiſode aus dem zu Ende gehenden Jahr ins Gedächtnis zurückgerufen.
In fröhlicher Stimmung ging dieſer Abend zu Ende. Am nächſten
Tag bevölkerten die Kinder der Mitglieder das Heim, um ihrerſeits
eine Nikolausfeier zu begehen, bei der wiederum der Nikolaus, wie
auch in den vorhergehenden Jahren, jedem Kinde eine Tüte mit
Süßig=
keiten überreichen konnte. Der gewerkſchaftlichen Schulung diente ein
Vortrag des Vorſitzenden des Arbeitsamtes Darmſtadt, Herrn
Regie=
rungsrat Jöckel über das Thema „Der Kaufmannsgehilfe in der
Arbeitsloſenverſicherung” Auch dieſer Vortrag erfreute ſich trotz des
Weihnachtsmonates eines ausgezeichneten Beſuches. Den Höhepunkt des
geſelligen Beiſammenſeins bildete die Weihnachtsfeier der
Orts=
gruppe. Hier wirkten wieder nur eigene Kräfte der Ortsgruppe mit
und zeigten ſo, daß unter den Mitgliedern hinreichend kunſtliebende
und =ausübende Kollegen vorhanden ſind, die wohl in der Lage ſind,
derartige Feiern ſo auszugeſtalten, daß ſie jeder Kritik ſtandhalten
können. Eine beſondere Freude war es der Ortsgruppe, den
ſtellen=
loſen Kollegen auch in dieſem Jahre wiederum eine Zuwendung zu
Weihnachten machen zu können. Der Gemeinſchaftsgeiſt der Kollegen
ließ dieſe Tat möglich werden. — Der „Bund reiſender Kaufleute im
D.H.V.” veranſtaltete am Samstag, den 28. Dezember, eine gut
be=
ſuchte und verlaufene Schlußſitzung.
— Verein ehemaliger Landwirtſchaftsſchüler. Wie verlautet, hält
der Verein ehem. Landwirtſchaftsſchüler=Darmſtadt ſeine nächſte
General=
verſammlung während der Landwirtſchaftlichen Woche am Donnerstag,
den 9. Januar 1930, abends, im Saale des Reſtaurants Rummelbräu
dortſelbſt ab. Anſchließend gemütliches Beiſammenſein.
Lelsle Beraufglinngen.
Dk Merster afüsinenten Neäimn find aut ſchileßtih als Hinweife auf Anzämz M wkrat
in leisem Falle irgendwie als Deſpredung oder Krittk.
— Deutſcher Offizierbund. An den Vortrag für Damen
und Herren am Donnerstag, den 2. Januar, 8 Uhr abends im
Reichs=
hof, von Herrn General Fehr wird erinnert. Anfchließend
kamerad=
ſchaftliches Zuſammenſein.
Tageskalender für Dienstag, den 31. Dezember 1929.
Heſſ. Landestheater Großes Haus 19 Uhr, L. 11: „Eine
Nacht in Venedig”. — Kleines Haus, 19,30 Uhr: „Der Raub der
Sabinerinnen”. — Orpheum, 20.15 Uhr: Revue „Drunter und
Drüber”. — Konzerte: Schloßkaffee, Schloßkeller, Rheingauer
Weinſtube, Hotel Schmitz, Reichshof, Alte Poſt, Darmſtädter Hof,
Kaffee Monopol, Hotel Prinz Heinrich, Hotel Prinz Karl,
Sport=
platz=Reſtaurant, Spaniſche Bodega, Kaffee Jöſt, Waldſchlößchen
Bis=
marckeck, Hotel zur Poſt, Goldene Krone, Theater=Reſtaurant,
Reſtau=
rat Bender, Reichskrone, Gaſtſtätte Döring, Kaffee Waldesruh, Stadt
Malaga, Weinſtube Stolzenfels, Fürſtenauer Hof, Bockshaut,
Reſtau=
ration Eintracht, Weinhaus Maxim. — Hotel zur Tranbe:
Große Silveſterfeier. — Oberwaldhaus: Silveſterball.
Hanauer Hof: Silbeſterfeier des Buchdrucker=Geſangvereins. —
Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helig, Palaſt=Lichtzſpiele.
Aus Heſſen.
Skarkenburg
An. Arheilgen, 30. Dez. Hier fand, veranlaßt durch den
ebangeli=
ſchen Frauenverein, für alte Frauen eine Weihnachtsfeier im
Gemeindehaus ſtatt. Mancherlei Freude wurde den über 65 Jahre alten
Mütterchen bereitet. — Bei Gelegenheit der Neueröffnung der
Turnhalle des Turnvereins von 1876 war der Main=Rhein=Gau
durch den Gauvorſitzenden Roth vertreten und überreichte derſelbe den
altbewährten Turnern Ludwig Löſer und Franz Jäger 1. die höchſte
Auszeichnung der Deutſchen Turnerſchaft. Ferner erhielt Turner
Lud=
wig Gimbel den Ehrenbrief des Mittelrheinkreiſes.
— Büttelborn, 30. Dez. Das eineinhalbjährige Söhnchen Hans
Erich des Schmiedes Johann Hirſch von hier kam dem brennenden Herd
zu nahe und trug erhebliche Brandwunden davon. — Die Eheleute
Maurer Ludwig Jockel und Frau Magdalena, geb. Jünger, konnten
geſtern in geiſtiger und körperlicher Friſche das Feſt ihrer Goldenen
Hochzeit feiern. Der Kriegerverein ehrte ſein Mitglied beſondes,
in=
dem er unter Beteiligung von faſt allen Mitgliedern des Vereins, das
Jublpaar mit Vereinsfahne am Haufe abholte, zur Kirche und zurück
begleitete. — Der geſtern abend im „Schützenhof” veranſtaltete
Theater=
abend des Bürgergefangvereins „Frohſinn” nahm bei überfülltem Hauſe
den denkbar ſchönſten Verlauf; alle Mitwirkenden gaben ihr Beſtes. —
Auch das Weihnachtsmärchen, das der Turnverein 1888 (D.T.) in ſeiner
Turnhalle zur Aufführung brachte, war gut beſucht und nahm einen
ſchönen Verlauf. — Der Radfahrerverein 1907 hielt geſtern nachmittag
im Vereinslokal „Zum kühlen Grunde” ſeine ordentliche
Generalver=
ſammlung ab. Dem Rechenſchafts= und Tätigkeitsbericht war, alles in
allem, ein zufriedenſtellendes Reſultat zu entnehmen. Der Vorſtand
wurde zum Teil neu= und zum Teil wiedergewählt: 1. Vorſitzender
Schuhmachermeiſter Peter Haun; 2. Vorſitzender Steinmetz Johann
Hirfch; Beifitzer: Kaufmann Daniel Schmidt und Schloſſer Jakob Jockel;
Schriftführer Kaufmann Georg Bopp und Magazinarbeiter Peter
Gör=
lich; Fahrwarte: Landwirt Philipp Kraus, Schloſſer Philipp Matthes,
Schloſſer Jakob Jockel, und Landwirt Adam Görlich als
Wanderfahr=
wart, ſowie Schloſſer Philipp Jockel als Rennfahrwart; Zeugwart
Daniel Schmidt.
J. Griesheim, 30. Dez. In Anweſenheit der Vertreter der
Ge=
meindeverwaltung, der Schul= und Kirchen=Vertretung, Gaſtwirte= und
Gewerbe=Vereinigung, Preſſe und der Vorſitzenden der hieſigen
Ver=
eine, ſowie der Freunde der Familie Krauſe, ferner ſämtlicher Meiſter,
die am Bau befchäftigt waren, wurde die neue Gaſtſtätte, das Gaſtha
„Zur Traube”, ſeiner Beſtimmung übergeben. Herr Architekt Dr.
Feldmann ſchilderte in großen Umriſſen den Werdegang des Baues.
Unſer derzeitiges Ortsoberhaupt, Herr Beigeordneter Feldmann, fand
herzliche Worte für die Familie Krauſe und begrüßte es lebhaft, daß ein
ſolch fortſchrittlicher Geiſt innerhalb der Gemeinde herrſcht. Der
Vor=
ſitzende der Gewerbevereinigung, Herr Zimmermeiſter Schick, dankte für
das große Lob, das man dem hieſigen Handwerk zollte. Die Grüße und
Glückwünſche für die neuen Lokalitäten an Familie Kraufe überbrachte
als Vorſitzender der Gaſtwirtevereinigung Herr Heinrich Seibert. Herr
Wilhelm Engel dankte im Namen fämtlicher am Bau beteiligten
Hand=
werker. Ein Quartett des Bläſerkorps vom Philharmoniſchen Orcheſter
erfreute die Familie Krauſe durch ein Ständchen. Herr und Frau
Krauſe dankten ſichtlich erfreut über all die Herzlichkeit und das
Ver=
trauen, das ihnen von allen Rednern entgegengebracht wurde.
Aa. Eberſtadt, 30. Dez. Weihnachtsfeiern. Die letzten
Weih=
nachtsfeiern fanden am Sonntag ſtatt. Der Geſangverein „Germania”
hielt im gutbeſuchten Schwanenſaal eine Weihnachtsfeier ab, die einen
äußerſt ſtimmungsvollen Verlauf nahm. Deben mehreren Chovgefängen
wurden zwei Theaterſtücke aufgeführt („Um einen Bubikopf” und „Frau
Bumke”), die viel Beifall fanden. Außerdem hielt am Sonntag abend
der Geſangverein „Liederkranz” im „Bergſträßer Hof” einen
Theater=
abend ab. Die Muſik ſtellte die Kapelle Breitwieſer=Roßdorf.
Desglei=
chen hielt der Zitherkranz (Zither= und Mandolinenklub) im Saale „Zur
Eiſenbahn” eine Weihnachtsſeier ab.
F Eberſtadt, 30. Dez. Geſangverein „Liederkranz”.
Das Jahr 1929 ſchloß der Gefangverein „Liederkranz” am Sonntag
mit einer ſchlichten Feier, die im Saale „Zum Bergſträßer Hof”
(Fiſcher) ſtattfand, ab. Nach einer herzlichen Begrüßungsanſprache
durch den Vereinsvorſitzenden, Wilhelm Kirſchner, ſang der Verein
unter der Leitung ſeines Dirigenten Paul Horan mehrere Chöre,
Eingeſchloſſen von dieſen Geſangsvorträgen wurde ein ſehr
humor=
volles Theaterſtück, das ſich „Der möblierte Herr” betitelte. Das Spiel
wurde ſtark applaudiert. Eine ſehr reichhaltige Tombola, die
anſchlie=
ßend abgewickelt wurde, brachte manchem Beſucher recht ſchöne
Ge=
winne ein und leitete zum Tanz über, wozu die Kapelle Breitwieſer=
Roßdorf fleißig aufſpielte.
F. Eberſtadt, 30. Dez. Die letzte Fahrt. Am letzten Sonntag
im alten Jahre wurde die am zweiten Weihnachtsfeiertag nach kurzem,
ſchweren Leiden im 38. Lebensjahre verſtorbene Lehrerin Lisbeth
Vogel, eine Tochter des Rektors i. R. Georg Vogel, auf dem
hie=
ſigen Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. Unerwartet kam die Kunde
von ihrem Tode, ſchmerzlich für die tiefgebeugten Eltern und
Ge=
ſchwiſter, aber auch für alle, die ſie kannten. Seit 1911 wirkte ſie an
der Volksſchule zu Pfungſtadt und hatte ſich dort großer Beliebtheit
und Achtung zu erfreuen, dank ihrer vorzüglichen
Charaktereigenſchaf=
ten, die ſie im Leben ſo ſehr ausgezeichnet haben. Wie geſchätzt und
hochverehrt die Verſtorbene war, wie aufrichtig man ihren frühen
Heim=
gang bedauerte und wie fehr man an dem die Hinterbliebenen
be=
troffenen Schickſalsſchlag teilnahm, bewies das zahlreiche Trauergefolge
bei ihrer Fahrt zur letzten Ruheſtätte. Dem Sarge folgte auch die
Mädchenklaſſe, deren Lehrerin die Verſtorbene war. Unter den
Trauer=
gäſten war die Lehrerſchaft ſtark vertreten. Viele Pfungſtädter,
dar=
unter auch Bürgermeiſter Schwinn, gaben der Entſchlafenen das
letzte Geleite. Am Grabe hielt Pfarrer Weißgerber eine zu
Her=
zen gehende, troſtreiche Predigt. Kranzſpenden legten mit
entſprechen=
den, warm empfundenen Nachrufen am Grabe nieder: Kreisſchulrat
Storck=Darmſtadt namens des Kreisſchulamts, Lehrer Göllner=
Eberſtadt namens des Bezirkslehrervereins Eberſtadt—Pfungſtadt,
Rek=
tor Wetzel=Pfungſtadt namens des Lehrerkollegfums Pfungſtadt,
Rek=
tor Schäfer=Pfungſtadt namens des Odenwaldklubs (Zweigverein
Pfungſtadt). Auch die Schülerinnen, denen der Tod ihrer Lehrerin
ſehr zu Herzen ging, legten eine ſchöne Kranzſpende auf ihr kühles
Grab.
Cp. Pfungſtadt, 30. Dez. Kirchliches. Der Gottesdienſt am
Sonntag nach Weihnachten war dem Gedenken der Konfirmandenkinder
und Konfirmandeneltern gewidmet. Der Geiſtliche predigte an Hand
des Markuswortes „Laſſet die Kindlein zu mir kommen”. Abends fand
im evangel. Gemeindehaus eine Familienfeier ſtatt. Dabei gelangte
das Weihnachtsſpiel „Die Schloßfrau” zur Aufführung.
* Traiſa, 30. Dez. Wie alljährlich hielt die Turngemeinde (D.T.)
ihre Weihnachtsfeier ab. Der erſte Vorſitzende, Herr F. Kilian,
be=
grüßte alle Anweſenden und hieß ſie herzlich willkommen. Dem
ge=
meinſchaftlich gefungenen Lied „O du fröhliche” folgte der Prolog,
ge=
ſprochen von den Turnerinnen A. Krämer und M. Keller. Alsdann
wurde mit dem reichhaltigen Programm begonnen, das den Beſuchern
frohe und genußreiche Stunden brachte. Das von einem Teil der
Schülerabteilung, unter Leitung des Schülerturnwartes, aufgeführte
Theaterſtückchen „Die Heinzelmännchen in der Tiſchlerwerkſtatt” und die
von Schülerinnen gezeigten Reigen, fanden allerſeits großen Anklang.
Die Theaterſtücke „Verſöhnung” und „Ein dreifach glückliches
Weih=
nachtsfeſt”, welche von Turnerinnen und Turnern geſpielt wurden,
zeig=
ten, daß alle Darſteller ihr Beſtes gaben, wofür ſie auch reichen Beifall
ernteten. Einige humoriſtiſch veranlagte Turner überraſchten die
Zu=
hörer mit ſtimmungsvollen Couplets, die Heiterkeit und Bewunderung
auslöſten.
* Nieder=Ramſtadt, 30. Dez. Der Geſangverein „Harmonie‟,
Chorleiter Herr Muſikoberlehrer Samper aus Darmſtadt, hielt ſeine
Weihnachtsfeier ab. Ein hübſch gewähltes Programm, im 1. Teil dem
Charakter des Feſtes angepaßt, brachte einen Vorſpruch — von Fräulein
Elſe Beck — und ein ſinniges Weihnachtsgedicht — von Fräulein Eva
Wembacher — beiderſeits hübſch und ausdrucksvoll vorgetragen. Der
aktive Chor ſang die beiden ſchönen Weihnachtslieder „Es iſt ein Ros'
entſprungen” und „Zu Bethlehem geboren”. Einige ſchöne Muſikſtücke
(am Flügel Herr Hch. Kunkel aus Darmſtadt) beendeten den 1., Teil.
Der 2. Teil des Programms erfreute wieder mit zwei Chören: „Tief
iſt die Mühle verſchneit” und das hübſche Odenwälder Volkslied
„Schönſter Schatz mein Augentroſt”. Atemloſe Stille und impulſiver,
herzlicher Beifall belohnten den Chor und ſeinen ausgezeichneten Leiter
nach jedem Liede. Die Vereinsſoliſten, Herr Wilh. Heil und Herr Hch.
Crößmann, erfreuten mit ihren ſchönen Tenorſtimmen durch Vortrag
einiger Lieder; ebenſo Herr Jakob Horn (Tenor) und Frau Johanna
Beck (Sobran) mit dem Duett aus dem Zigeunerbaron „Wer uns
ge=
traut‟. Die Begleitung lag auch hier in den Händen des Herrn Hch.
Kunkel. Am Ende des 2. Teils erfolgte die Aufführung eines
humo=
riſtiſchen Einakters: „Pieprichs Edeltanne”, von den mitwirkenden
Damen Frau Ludw. Beck, Frau K. Wendel und Frau W
den Herren Fr. Meier, Jakob, Rückert, Franz Dieter und g
trefflich geſpielt. Sämtlichen Mitwirkenden des Abends
und herzlicher Beifall geſpendet. Zu erwähnen iſt noch
z=
folgte Ehrung von fünf Vereinsmitgliedern: Karl Albrecht
(aktiv), Ludwig Thomas, Wilh. Fiſcher 6. und Heinrich g
Frankfurt a. M. (inaktiv) für 25jährige Vereinszugebör,
Ueberreichung hübſcher, künſtleriſch ausgeführter
Divlom=
rahmung durch den Vorſitzenden des Vereins, der beſ,
Dankesworte dem Leiter des Chors, Herrn Muſikoberleß
widmete. Er ſchloß mit dem Wunſche, ſo, wie ſeither.
treu zuſammenzuhalten.
G. Ober=Ramſtadt, 30. Dez. Die Büros der Bürgerm
Gemeindekaſſe befinden ſich nunmehr im neuen Rathaus in
ſtädter Straße. Beide Dienſtſtellen ſind im 1. Stock
Die Dienſtſtunden bzw. Zahltage der Gemeindekaſſe bleiben
wie ſeither. Am 27. d. M. fand die erſte Gemeinder,
Sitzungsſaal des neuen Rathauſes ſtatt. Herr Bürgern
gedachte in einer kurzen Anſprache dieſes hiſtoriſchen Er
ſprach den Mitgliedern des Gemeinderats für die ſeitherie
arbeit ſeinen Dank aus. Beſonderen Dank und Abſchieds
er an die Herren, die mit Jahresſchluß aus dem Geme
ausſcheiden. Es ſind dies folgende Gemeinderatsmit
Ehrhardt, Göriſch, Höreth, Keller, Müller, Obmann, Steim
ber und Widerſchein.
— Werſau, 30. Dez. Am Neujahrstag veranſtaltet de
1920 ſeinen Theaterabend. Es gelangen zur Auff
vom Schwarzwald” ein Volksſtück in 5 Aufzügen, ferner
Hoſe”, Schwank in einem Aufzug. Die Pauſe zwiſchen
Stücken wird ausgefüllt durch Couplets.
m. Beerfelden, 30. Dez. Einweihung der katß,
Kapelle. In aller Stille wurde am zweiten Weihnachtstaa die
der neu erſtandenen katholiſchen Kapelle durch Herrn Pfdrrer?
ler=Erbach vorgenommen. An dem der Weihe folgenden
wirkte auch der katholiſche Kirchenchor von Erbach mit. So hab
die katholiſchen Bewohner hieſiger Gegend ihr eigenes Gote
ſie ſeither miſſen mußten. Wohl konnte periodiſcher
Gone=
dem Jahre 1897 hier abgehalten werden; denn die gröſſche Fomir;
von Erbach=Fürſtenau hatte die ihr gehörigen Räume der gie
fchule zu dieſem Zweck für Sonntags zur Verfügung geſtellt, dn
no=
aber immer nur ein Notbehelf. Die neugeweihte Kapelle
ſieh=
am Nordeingang ins Städtchen und macht in ihrer ſchlichen Amck
form, in Blockhausweiſe gebaut, einen ſchmucken und neiten Eindms
und ihrem Erbauer, einem Architekten aus Baden=Baden ſowie
der=
weiteren beim Bau maßgebenden Herren alle Ehre. Alle Arbeiten
mr=
den von hieſigen Geſchäftsleuten in ſolider Art ausgeführ. 2ß mr
hieſige Handwerker in Betracht kamen, iſt ein Zeichen des guen
ſon=
feſſionellen Einvernehmens. Der Bau war möglich durch die
Ooier=
bereitſchaft hauptſächlich auswärtiger Katholiken und durch eine
Süf=
tung des von hier ſtammenden Deutſchamerikaners Herrn A. 6.
Roſen=
thal=New York, letzterer ergänzte ſeine Gabe in Geld durch en ſchr
ſchönes Pedal=Harmonium, die Altarleuchter und die beiden Gläen.
die außer der Inſchrift „Hl. Leonhard in hl. Liebe bitte für
auch ſeinen Namen tragen. Die genannte Glocken=Inſchriſt
die neue Kapelle „St. Leonhard” geweiht iſt. Wer nämlich
über die Rothenberger Höhe wandert, der ſieht rechts gegen
geſäß hin etwa 10 Häuſer, den Leonhardshof, einen Ortsteil vo
kengefäß. Hier ſtand noch vor hundert Jahren die Sit. Leo
kapelle, die damals noch ihren eigenen Leuteprieſter hate,
Volksmund behauptet, hier beginne ein unterirdiſcher Gang,
der Burg Freienſtein bei Gammelsbach führe. Der Umſtand d
handenſeins dieſer Kapelle gab den Anlaß, die neue Kapelle St.
hard zu weihen. Das Gelände um und vor der Kapelle, d. h. zvſchen
Kapelle und Straße, wird wohl erſt im Frühjahr eine neue Form ae
nehmen, denn die Jahreszeit verbietet zurzeit die Vornahme dieſr
Anlage.
Ca. Lorſch, 30. Dez. Ein bedauerlicher Unfall ereignete ſich geſte
mittag auf dem Marktplatze. Infolge des heftigen Sturmes brach von
dem dort ſtehenden prächtigen Chriſtbaum die Spitze in zirla ? Mar
Länge ab. Der ſtrahlende Stern und viele der buntfarbigen Lamen
gingen dabei in Trümmer. — Einbrüche. Eine Einbrechergeſt
ſchaft ſcheint hier ihr Arbeitsfeld aufgemacht zu haben. Zu den em in
Kürze gemeldeten zwei Einbrüchen, ſind in den letzten Nichen zm
weitere in der Wormſer= und Wald=Straße gekommen, wu ſit Lict
Geld, 1 Gans und noch ſonſtiges mitnahmen.
B. Dreieichenhain, 30. Dez. Die Gemeinde=Feld= und Aa
1000 Morgen Feld und 1000 Morgen Wald, kommt anfe
1930 zur Neuverpachtung.
Rheinheſſen.
* Horchheim b. Worms, B. Dez. Der hieſige Männ
1855 feiert in den Tagen vom 5. bis 7. Juli 1930 ſein 7
Mit dieſem Jubelfeſte ſoll ein großer Geſangswettſtreit
berb=
den. Zu demſelben ſind bedeutende Geldpreiſe und auch ſehl
Ehrenpreiſe vorgeſehen. Seit etwa 30 Jahren nimmt der hieſt
nergeſangverein an großen Wettſtreiten teil und kann auf Oru
geſammelten Erfahrungen die volle Gewähr bieten, daß der and
Wettſtreit ſtreng reell und unparteiiſch zur Durchführung ge!
ſind 3 Stadt=, 3 Landklaſſen, 1 Quartettklaſſe und eine Mial
preisgekrönte Vereine mit folgenden Preiſen vorgeſehen:
klaſſe (80 und mehr Sänger) 1. Preis 1000 Mk., 2. Pl
3. Preis 300 Mk. 2. Stadtklaſſe (50—79 Sänger) 1. Preis
2. Preis 350 Mk., 3. Preis 200 Mk. 3. Stadtklaſſe (B=
1. Preis 350 Mk., 2. Preis 200 Mk., 3. Preis 100 Mk.
(70 und mehr Sänger) 1. Preis 600 Mk., 2. Preis 350 Mk.
Mark. 2. Landklaſſe (45—69 Sänger) 1. Preis 400 Mk., 2. Prel
3. Preis 100 Mk. 3. Landklaſſe (25—44 Sänger) 1. Pl.
2. Preis 150 Mk., 3. Preis 100 Mk. Quartettklaſſe (25 Salee
1. Preis 100 Mk., 2 Preis 50 Mk. Klaſſe der nichtpreisgekront.
1. Preis 100 Mk., 2. Preis 50 Mk. Die evtl. weiteren Preiſe!0
volle Kunſtgegenſtände, außerdem fällt in jede Klaſſe ein Ghrehbl.
höchſter Ehrenpreis und ein Dirigentenpreis. Die Einweyſle.
heims, als ſangesfrohe Menſchen weit und breit bekanmt, wlol.
Feſte weitgehendſt größte Sympathie und ſind beſtrebt, im ſoe.
den Jubelverein weitgehendſt zu unterſtützen. Bemerkt ſel. ſe
der Feſtort Horchheim in allernächſter Nähe der ſagehase
Nibelungenſtadt Worms an der Bahnlinie Worms-Oſmſcl.
ſtadt liegt und ſtündlich Autobusverkehr mit Worms.) Sänger aus nah und fern, auf zum Geſanghl
feſtgebenden Jubelvereins. Der Delegiertentag iſt am B. Sſle
a. Elsheim (Kreis Bingen), 30. Dez. Verſpätete9.
ratswahl. Unſer Ort konnte am 17. November 00d
meinderatswahl vornehmen, weil kein einziger Wahlvorſchigd.
war. Dem Bürgermeiſter wurde daraufhin vom Kreisſſſt."
für eine ordnungsmäßige Gemeindevertretung zu ſorgeſ.
wiederholte Aufforderung zur Einreichung von Wahlvorſchle
ſich ſo viele Bewerber, daß zwei Liſten vorliegen, über Ae
mung am 12. Januar erfolgen ſoll.
m. Aus dem Lande, 30. Dez. Landwirtſchaft!
Landwirtſchaftskammer hat auf Weihnachten zahlreiche 4i
von Dienſtboten für langjährige Tätigkeit an demſelben. ”
treten laſſen. Eine Ehrenurkunde für 10jährige unuhc.”
zeit erhielten 13 männliche und 7 weibliche, die Bronik”
25jährige ununterbrochene Dienſtzeit 14 männliche, die. S
für 25jährige ununterbrochene Dienſtzeit 4 weibliche
die ſilberne Medaille für 40jährige ununterbrochene Zlceo
die ſilberne Broſche für denfelben Zeitraum 1. Hausane.
dene Medaille für 50jährige ununterbrochene Dienſicke”
Zu den verliehenen Medaillen und Broſchen wurde Ilct
Ehrenurkunde gegeben.
— Wafferſtandsnachrichten vom 30.
Dezember=
gen 1,47, Kehl 2,81, Maxau 4,66, Mannheim 30
2,54, Köln 3,25 Meter. — Main: Schweifurt 1/40
Lohr 1,68, Frankfurt 2,38, Koſtheim Staatspegel Ve‟
2,80, dito Fahrtiefe 2,30 Meter.
— Gernsheim, 30. Dez. Waſſerſtand 9e
Necka
29. Dezember: 10,68 Meter; am 30. Dezember: TOIN
— Hirſchhorn, 30. Dez. Waſſerſtan) L.‟
29. Dezember: 1,52 Meter; am 30. Dezember: 150 Me.
Häßlich gefärbter Zahnbelag. „Ein Kummer. S
gelben Zähne. Nachdem ich alle Hilfsmittel angehe.
ich es mit Chlorodont und die Wirkung war erſtanle.
Ea
Gez. C. Zoechl.
ich mich geſunder weißer Zähne.
Warthe.
mmmer 362
Dienstag, den 31. Dezember 1929
Seite 7
Ein Beſuch bei gen Hſi=ſhan.
Von Prof. Dr. Wilhelm Schüler.
Taiyüanfu, Ende Oktober.
Eachdem es kein Peking, keine „nördliche Hauptſtadt”, mehr
go hat ſich der politiſche Schwerpunkt Nordchinas entſchieden
uu Der Provinz Schanſi umgelagert, in das Reich Yen
Hſi=
ſr7 zu dem jetzt, was die militäriſche Beſetzung anbetrifft, die
R gebiete Chahaörl und Suiyuan gehören. Neben ihm ſind
do Sei anderen Kraftzentren des Nordens durch Chang
Hſueh=
l7) in der Mandſchurei und durch Feng Yü=hſiang bezeichnet,
do Truppen in den Provinzen Schenſi und Kanſu feſten Fuß
gg: haben. Aber Yen Hſi=ſhan hält eben die Mitte und hält
an Hem zurzeit Feng Yü=hſiang perſönlich in der Hand.
en Hſi=ſhan hat ſich ſeinen internationalen Namen
geſchaf=
fel dem Dutzend von Jahren nach der erſten Revolution 1911.
—em damaligen Umſturz ſelbſt hatte er, damals ein 30
jäh=
ri: Regimentskommandeur, das Heft ſo in der Hand, daß er
a— rilitäriſcher und ziviler Höchſtkommandierender anerkannt
rmußte. Aehnliches geſchah in anderen Provinzen auch
nm aß dort die erſten Akteure ſchnell wieder von der Bühne
ab=
tr mußten. Yen aber verſtand es als einziger, ſich zu
be=
hid an, und zwar indem er gerade, einmal auf den Schild
ge=
his, ſich von allen weiteren Ambitionen frei hielt und ſeine
ge= Kraft nur der gedeihlichen Entwicklung ſeiner Provinz in
kuy eller und wirtſchaftlicher Hinſicht widmete. So vermochte
er) den Frieden zu wahren, während die übrigen Provinzen
ne Duan Shikgis Tod Jahr für Jahr, durch die in immer
neu Kombinationen ſich entwickelnden Generalskriege gequält
wo ri. Das war es, was überall die Augen mit Bewunderung
aur eſe „Muſterprovinz” ſich richten ließ. Bis Ende 1925 konnte
90 Hſi=ſhan dieſen Zuſtand der „spllendidl isolation”
auf=
resi rhalten. Da wurde nach Tuan Ch’i=juis Sturz die Frage,
wo in in Peking herrſchen ſolle, in ſolcher Weiſe dringlich,
do/ cch Yen ſich von der Beantwortung durch die Tat nicht
aus=
ſcen konnte. Feng Yü=hſiang, der damals auch in den Schanſi
übli Tagerten Bezirken Suiyuan und Chahaörl herrſchte, ſchob
ſeis Truppen bis vor die Tore Pekings, desgleichen von der
ann i Seite her Chang Tſo=lin. Yen ſtellte ſich auf des letzten,
des regreichen Seite. Aber die am Nankou=Paß von Chang
Tf*r geſchlagenen Truppen Fengs beſchoſſen und belagerten
aun Eem Rückzug nach Schenſi und Kanſu die nördliche
Haupt=
ſtcf Schanſis, Tatungfu, mehrere Wochen, wenn auch vergeblich.
Dis Suren der Beſchießung ſieht man jetzt noch an dem
Nord=
tord D am Dach des Schang Hua Yen ſi, eines der ſchönſten
hun ftiſchen Tempel. Dann mußte Yen natürlich auch 1928 bei
des weiten Vormarſch der Kantontruppen nach dem Norden
Pe9 ergreifen und tat es, jetzt gegen Chang Tſo=lin, am
5. 1: 1928. Die fünffarbige Flagge mit der der Kuomintang
bes ſchend. Feng folgte ſeinem Beiſpiel ſpäter. Das freilich
wvng anvermeidliche Auftreten Yens auf der Arena des
inner=
chie chen Machtkampfes brachte es zwangsläufig mit
ſichſ paß für die kulturellen und wirtſchaftlichen Zwecke nun
nien rehr ſo viel übrig blieb wie in, den erſten 12 Jahren — iſt
SoS X doch überhaupt eine arme Provinz, zumal nachdem die
reiz Schanſi=Banken ihre Stellung verloren haben, die ſie
frür, im ganzen Reich und in den Randländern beſaßen. Jetzt
iſt Der Poſten „Arſenal” und Pulverfabrik (noch im Bau),
ders hältnismäßig am meiſten fordert.
hatte ſchon mehrfach gehört, daß es ſchwer ſei, den
Mar=
ſchö u ſprechen; auch daß er es gern im Dunkeln laſſe, wo er
ſichhi inde. Auch Herren, die im Arſenal an leitender Stelle
ſtels; haben ihn ſeit Jahr und Tag nicht zu Geſicht bekommen.
Um ſo mehr war ich erfreut, daß mir ungeſucht die Gelegenheit
einer perſönlichen Begegnung mit ihm geboten wurde. Eine
doppelte Freundlichkeit wirkte dabei mit; einmal die ſeines Neffen
Yen Shu=ſung, der ſoeben ſein techniſches Studium an der
Tung=chi Univerſität Wooſung bei Schanghai beendet hat, und die
deſſen Lehrers Profeſſor W. Othmer, der mich mit erſterem in
Verbindung gebracht hatte. Ich war nur einen Tag hier, als ich
die Einladung von Onkel und Neffen erhielt, nach Ho=pien zu
kommen; am anderen Morgen um 7 Uhr werde das Auto mich
abholen; Ho=pien iſt die Heimat des Marſchalls, in die er ſich oft
zurückzieht; ein Dorf, im Kreiſe Wutai gelegen, der wiederum
nach dem ihm zugehörigen berühmten buddhiſtiſchen
Wallfahrts=
ort, dem Wutaiſhan, ſeinen Namen hat. Mir doppelt erwünſcht,
ihn auf ſeiner eigenen Scholle und nicht hier im Stadt=Yamen
erleben zu dürfen. Wie ſchön ſchon die 3½ſtündige Autofahrt
dahin; erſt durch die intereſſante typiſche Lößlandſchaft mit ihren
Terraſſen, Schluchten, Mauern, Löchern hindurch, dann immer
näher an die Berge heran, bis zu dem Fuß des Wen=ſhan, an
dem Ho=pien („Neben dem Fluß”, d. h. neben dem Hu To=ho)
gelegen iſt. Die Anlage des Dorfes hat eine auch in Schanſi
ſeltene Eigentümlichkeit. Es beſteht aus etwa 15 Pu, „Burgen”
umwallten Gehöften, die im Halbkreis vor den Berg geſtellt ſind.
In jeder der „Burgen” haben wiederum mehrere Familien (d. h.
chineſiſche Großfamilien) ihren Sitz. Die etwa 20 Familien in
der „Burg”, zu der der Marſchall gehört, ſind, faſt alle des
Namens Yen; dazu kommen noch innerhalb derſelben
Umwal=
lung eine Anzahl Bauernfamilien, die das Land der Yen als
Pächter oder Arbeiter beſtellen. Des Marſchalls Eltern, von
Haus aus einfache Bauersleute, leben beide noch. Dort iſt er,
entſprechend den chineſiſchen Familienregeln, der pietätvolle
Sohn, der auch die Mahlzeiten am Tiſch der Eltern nimmt.
Freilich, da er oft wochenlang dort verweilt, von da aus regiert,
hat er vor dem Dorf ein beſonderes „Reiſe=Lager” geſchaffen,
eine Flucht von mehreren Höfen, wo ſeine Sekretäre arbeiten,
wo er Beſuche empfängt uſw. und wo zugleich etwa 100
Sol=
daten ſtationiert ſind, ein weiter Teil des Gehöftes umfaßt eine
vorbildlich eingerichtete Mittelſchule.
Der Neffe hat mich liebenswürdig ſchon eine halbe Stunde
vor Ho=pien eingeholt und ſar auch dabei — ehrfurchtsvoll hinter
ſeinem Onkel ſtehend —, als dieſer in das Gaſtzimer herüber
kam, in das ich geleitet war. Er kam nicht in Uniform, ſondern
wie es ſeine Gewohnheit ſei, in echt chineſiſcher Tracht mit
wei=
tem Rock und Jacke, die Hände beim Sprechen in deren weiten
Aermeln verſteckt. Gedrungene Geſtalt, etwas gebückt, ſchmaler,
herabhängender Schnurrbart. In den ſchwarzen, etwas
unruhi=
gen Augen ſchien ſich die Anſpaunung zu verraten, die es mit
ſich bringen muß, eine ſomachtvolle, aber zugleich auch gefährdete
Stellung einzunehmen. Wer ahnt die Intriguen, die um einen
ſolchen Mann herumſpielen und ihn zu ſelbſtſüchtigen Zwecken
auszunützen ſuchen. Zu wieviel Mißtrauen nötigen die
Erfah=
rungen der Untreue von morgen zwiſchen den politiſchen
Freun=
den von heute? Und wie wird die Sache ablaufen, die da eben
in den erſten Kämpfen am Gelben Fluß zwiſchen Fengs und
Chiang Kgi=ſheks Truppen ſich abzuſpielen beginnt?
Es wäre taktlos geweſen, ihn hierüber, nach ſeiner eigenen
Stellung in dem beginnenden Konflikt oder etwa nach ſeinem
wahren Verhältnis zu Feng Yü=hſiang zu befragen, der nur
wenige Kilometer von ihm entfernt ſitzt (als ſein Freund ſagen
die einen, als ſein Gefangener, die anderen). Ich ſprach von
meinem Weg hierher und wie ich erſtaunt gebefen ſei, hier in
Schanfi ſchon eine ſolche Menge weitgehender Autoſtraßen
vor=
zufinden, wie ſie keine andere Provinz ſo beſitzt. Er ſeufzte, daß
dieſe Bequemlichkeit des Autoverkehrs finanziell ein ſtarker
Ver=
luſt für die Provinz ſei. „Die Autos und Omnibuſſe müſſen
wir vom Ausland kaufen, und das Benzin müſſen wir kaufen.”
Im Anſchluß daran verbreitete er ſich vor allem darüber, welcher
Schaden China erwachſen ſei durch die Vernachläſſigung der
Technik. „Man hat ſchon früh im Altertum ausſchließlichen Wert
gelegt auf die Beziehung von Menſch zu Menſch und darüber die
vom Menſch zum Objekt, zum Gegenſtändlichen vernachläſſigt.”
Das ſpreche ſich ſchon in der alten Ständefolge — Gelehrter,
Bauer, Arbeiter, Kaufmann — aus. Wohl habe das erſtere auch
ſeinen großen Wert gehabt, „unſere Klaſſiker, unſere Li, eben
die Regelung der Beziehungen der Menſchen haben wir daher”.
Und die Vernachläſſigung des anderen habe ſolange keinen
Schaden angerichtet, als China für ſich allein war. „Aber ſeitdem
die Weſtmächte auf den Plan getreten ſind mit ihrer überlegenen
Technik, erleiden wir Verluſt auf Verluſt und unſer ohnehin
nicht großer Wohlſtand ſtrömt dahin.”
Es ſind ja bekannte Gedankengänge, die Yen Hſi=ſhan damit
vorbrachte; mit ihm traten ſchon die erſten Reformer wie Li
Hung=chang auf den Plan. Aber die Art, wie er perſönlich
be=
kümmert war über dieſen Tatbeſtand, beeindruckte mich ſehr.
Freilich auch dies, in welcher Einſeitigkeit dieſe
Betrachtungs=
weiſe ſtecken bleibt. Der chineſiſche Handwerker hat unbehindert
von der ihm durch die Geſellſchaftsordnung zugewieſenen Stufe
Erſtaunliches geleiſtet, und der europäiſche Arbeiter nahm im
Mit=
telalder keine andere Stellung ein. Nicht die Ständeordnung hat
in China die Enwicklung einer Technik verhindert. Vielmehr
kommen hier tiefliegende verſchiedenartige Beſtimmtheiten des
öſt=
lichen und des weſtlichen Geiſtes zutage. Iſt doch das
Auf=
kommen der kritiſchen Haltung, bei der der Menſch ſich ſelbſt wie
aus der Natur heraus — und den ganzen Kosmos ſich als
Ge=
genſtand gegenüberſtellt, die Bildung einer mathematiſch exakten
Naturwiſſenſchaft — beides wieder zurückgehend auf die Antike
und in der Renaiſſance aus ſeiner mittelalterlichen kirchlichen
Verſchüttung herausgeholt — der entſcheidende Faktor, der die
„Technik” mit ihrem (dem mit ihr nicht vertrauten Gemüt)
er=
ſtaunlichen und unheimlichen Kräften entbunden hat. — Ich
fühlte mich nicht fähig genug, dieſe Gedankengänge dem Marſchall
eindrücklich nahe zu bringen, zumal die Verſtändigung bei
ſeinem ausgeſprochenen Wutai=Lokaldialekt nicht leicht war.
Aber die richtige Erkenntnis deſſen, was Technik in Wahrheit iſt,
wie ungenügend die beliebte Formel von materieller gegenüber
geiſtiger Kultur, worin die ſo drückend empfundene
Ueberlegen=
heit der Weſtländer überhaupt beſteht, ſcheint mir eine der
wich=
tigſten Aufgaben für China zu ſein, um in den gewünſchten
Gleichſchritt mit den Europäern hineinzukommen. Da hat Sun
Yat=ſens ſo viel zitiertes Wort: „Handeln iſt leicht, Wiſſen iſt
ſchwer” ſchon ſeine Richtigkeit.
Ein Werk der Technik zugunſten ſeiner Heimat hat Yen
Hſi=
ſhan in Angriff nehmen laſſen: eine Ableitung des Fluſſes,
ver=
bunden mit Stauwerk, um reichlicher Waſſer auf die
gewöhn=
lich ſo trockenen Felder zu leiten. Auch ſonſt erfährt das ganze
Dorf die Wohltaten ſeines ſo hoch geſtiegenen Sohnes. So auch
ſin der ſchon erwähnten vorzüglich ausgeſtatteten Schule. In
den mannigfaltigen Gegenſtänden, die aus dem Werkunterricht
der Schüler hervorgegangen und in Schränken ausgeſtellt waren,
mochte wohl auch der auf die praktiſche Fertigkeit gerichtete Sinn
des Schulpatrons zu erkennen ſein.
Yung Ho Pu „Burg ewigen Friedens” iſt der Name der
engeren Heimatſtelle des Marſchalls. Ich wünſchte ihm, daß die
Frucht ſeiner Regierung ſich dieſem Namen eng verbinden möge
zum Beſten ſeiner ganzen Heimat in Provinz und Reich und
er=
laubte mir dabei ein Wort (bzw. 4 Zeichen) zu erwähnen, auf
das mein Auge wenige Tage zuvor bei der Ausfahrt aus Tatung
am Weſttor gefallen war: „Wem die Harmonie im Inneren
hergeſtellt iſt, folgt ſie draußen von ſelbſt.”
Vergewissern Sie sich an Hand des
SHElL FUHRERS
für die Schmierung von Kraftfahrzeugen,
der bei allen Shell-Pumpen und bei allen
SHELL AUTOOEL-Stationen aushängt, ob
Sie die richtige Sorte Oel verwenden.
Richtige Oelauswahl beeinflußt in starkem
Maße die Zuverlässigkeit des
Kraftfahr-
zeuges, insbesondere auch das
Startver-
mögen des Motors im Winter.
SHELL AUTOORI R
SINGIE SHELL
SHELL AUTOORL AR
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SHELL BENZIN DINA
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Dienstag, den 31. Dezember 1929
Nummer
1
1r10 Thearrarf uugnsen
Urheber=Rechtsſchutz durch Verlag Oskar Meiſter, Werdau i. Sa.
84)
Nachdruck verboten
Dann zog er vor dem erſtannten Benn ein Bündel
beſchrie=
bener Papierbogen aus der Taſche.
Er warf ſie mit einem wilden Lachen auf den Tiſch und
ſagte: „Da ... weißt du, was das iſt? Das ſind die
Schuld=
bekenntniſſe von rund zweihundert Chicagoer Schwerverbrechern,
die Silver in der Hand hat, die die Verbrecher Chicagos wie
mit Ketten an den einen Mann an Silver binden. Du
Silver iſt was! Reſpekt vor ihm! Ein Ungeheuer! Aber Reſpekt!
Ich weiß, was dazu gehört, einem Verbrecher das Bekenntnis
ſeiner Schuld zu entreißen. Silver hat’s fertiggebracht und hat
ſie drum feſt zuſammengeſchmiedet, daß wir Poliziſten viele Jahre
vergeblich wirken konnten. Jetzt habe ich die Schuldbekenntniſſe
in den Händen.”
Benn ſah auf die Blätter.
Unaufhörlich ſchüttelte er den Kopf. Dann riß er den Freund
in die Arme.
„Junge . . . Junge!” ſagte er nur, aber es war eine
grenzen=
loſe Bewunderung in ſeinem Ton, und das tiefe Gefühl einer
Freundſchaft, die George dankbar und befriedigt empfand.
Er ſpürte in dem Augenblick, wie hundeelend er doch im
Grunde war. Was war aller Erfolg? Befriedigte er die Seele?
Ja und nein. Im Grunde genommen blieb das Herz doch leer.
George ſank im Seſſel zuſammen, eine unerhörte Erſchöpfung
packte ihn.
„Laß .. . laß mir einen Tee . . . kochen”, bat er. „Stark
zz. ganz ſtark! Es war zuviel heute!”
Benn ſprang eilends davon.
„Sofort, Robert! Sofort!“
Miß Cavellyn lag krank darnieder. Er ſchwankte drum,
wenn er wecken ſollte: Mady oder Suſanne?
Er klopfte an die Tür des Zimmers, das beide Mädchen
gemeinſam bewohnten, an das ſich rechts und links die
Schlaf=
zimmer anſchloſſen.
Suſanne war zuerſt munter.
„Mr. Tuller?” meldete ſie ſich.
„Verzeihung, Miß Lindquiſt. aber . . . ich weiß m der
Küche nicht Beſcheid. Würden Sie aufſtehen? Ich brauche
bringend einen ſtarken Tee . . . oder Kaffee.”
„Ich komme ſofort, Mr. Tuller!”
Mady war auch munter geworden. Sie ſah, daß Suſame
erregt war, und kleidete ſich mit an. Beide liefen raſch nach
der Küche, und bald ſtand das Waſſer auf dem Gas.
George lag halb bewußtlos auf der Chaiſelongue.
Seine Nerven hatten mit einem Male, zum erſten Male im
Leben, verſagt.
Benn wartete bebend auf den Kaffee.
Er lief nach der Küche und drängte.
„Was iſt geſchehen?” fragte Miß Lindquiſt erregt.
„Mr. Halewys .. . iſt zu mir gekommen . . . er iſt dem Alles an dem Manne arbeitete. Seine Augen nate
größten Verbrecher Chicggos auf der Spur . .. muß
Entſetz=
liches durchgekoſtet haben . . . ein Nervenzuſammenbruch.
Der Kaffee war fertig.
Suſanne trug ihn ins Zimmer. Sie fuhr zuſammen, als
ſie den Kriminaliſten wie tot auf dem Ruhebett liegen ſah.
Benn hob Georges Haupt empor, und Suſanne flößte dem Benns Lippen zitterten, als er den Freund in ſeinem
Halbbewußtloſen den heißen Kaffee ein.
Es kam wieder Leben in den Körper.
Stärker ging der Atem.
Bald ſchlug er die Augen auf, und ſein Blick traf Suſanne.
Sie ſah George in die Augen und zitterte plötzlich.
Der Blick, er kam ihr ſo bekannt vor. Sie zitterte. So hatte
George ſie damals angeſehen, als ſie ihn auf dem
Polizeipräſi=
dium beſuchte und nach ihrem Freunde Roſſi fragte.
Schwer ging der Schlag ihres Herzens.
Angſtvoll ſtarrte ſie ihn an.
„Es ... geht wieder . . .", hörte ſie ihn leiſe ſprechen. „Ich
... danke Ihnen.
Sein Blick war eme Bitte, und gehorſam verließ ſie das
Zimmer.
Nach wenigen Minuten war George wieder friſch und
munter.
Dann ſtarrte er minutenlang vor ſich hin.
Plötzlich ſtieß er einen Schrei aus und fuhr hoch.
Er lief erregt im Zimmer auf und ab und ſtieß dabei immer Stuhl ſchleifen .. . wenn ſie Schuld an meiſtes Pgers
den einen Namen aus: „Siccle . . . Siccle . . . Siccle!" Ich
hab’s! Ich hab’s!”
Dann blickte er auf Benn und ſagte: „Benn, höre zu: Ich
glaube, daß ich die eine Brücke gefunden habe. Du weißt, daß
Heliane eine geborene . . . Sicele iſt. Du weißt es?”
„Das erfahre ich jetzt durch dich!”
„Gut, gut! Weiter! Die Hausdame . . . Towlers heißt
auch Siccle. Verſtehſt du den . . . den möglichen
Zuſammen=
hang? Kann ſie nicht eine Tochter der Hausdame ſein? Ich
meine Heliane.”
Ueberraſcht ſah Benn den Freund an.
„Ja ... der Name läßt die Kombination zu. Wenn es vier Verbrecher geſtellt! Kommen Sie raſch!”
ſo wär=, wäre auch eine Verbindung Helianes mit Towler da.
Und Towler . .. das weißt du . . . war Mac Millans
ſchlimm=
ſten Feind. Ergo . . . was iſt daraus zu folgern?”
„Du willſt doch nicht ſagen, daß Mac Millans Heirat mit zen erhellt waren.
der blutjungen Heliane Siccle . . . ein . . . ein genialer
Schach=
zug Towlers war?”
George ſchlug erregt auf den Tiſch.
„Doch! Das wage ich zu folgern. Es war der glänzendſte vielgeſuchter Einbrecher.
Schachzug des Mannes, um Mac Millans Werke mit den ſeinen
zu vereinen.
Mac Millans Teſtament . . . vereitelte es. Das Schickſal
ſetzt Towler ein Paroli ... durch den Sohn. Jetzt . . . jetzt
wird mir vieles klar!“
Sein Haupt ſank nieder, und er ſtarrte vor ſich hin.
Dann ſtöhnte er auf.
„Ah . . . und . . . und . . . ich habe . . . ſie einf
.. ich . . . habe einmal Seligkeiten empfunden".
als ſie mich küßte . , als ſie mir Liebe heuchelte.”
lich heraus, ſeine Bruſt arbeitete krampfhaft, und ſei
ging pfeifend.
Ein Krampf ſchüttelte ihn, und dann ſchrie er auf
Ein Schrei war es, ſo entſetzlich, ſo wahnſinnig, do
das Blut zu Herzen drang.
baren Schmerze ſah. Jetzt offenbarte er ihm ſein Innere
brach mit raſender Gewalt aus ihm, was i ihm gelebt
Die Enttäuſchung der heiligen erſten Liebe eines Mannes
ganzen Mannes, der ſie bezwungen hatte, der ſie ſich zu
wollte, der vor dem großen unendlichen Myſterium a
einzig gebangt.
George erhob ſich.
Mit geballten Fäuſten, mit verzerrten Zügen und
in denen beinahe Wahnſinn ſaß, taumelte er auf den 9.
zu. Aber als ihn die treuen Freundesarme umſchl,
ſchluchzte er laut auf.
„Robert ." bebten Benns Worte. „Mein
Mein . . . Junge!”
„Ja! Ja!” ſtöhnte der Mann und zwang ſich. „F.
iſt . . . ſchon vorüber! Es .. . iſt . . . vorbei!”
Mit einem Male ſtand er wieder feſt auf den Beinen
Dann ſchüttelte es ihn abermals, wieder verzerrte ſich
Miene, und er ſchrie auf: „Und ich werde ſie zum eleltri
hat! Das ... das ſchwöre ich . . . in dieſer Stunde!”
Die beiden jungen Mädchen draußen hatten alles ge
und ihre Herzen zitterten. Es war ihnen wie Weinen um
Seele. Sie wußten nicht, was vorgegangen war, aber ſie füh
daß es Entſetzliches geweſen ſein mußte.
Plötzlich hörten ſie draußen Schüſſe kmallen.
Sie öffneten die Fenſter und ſahen hmaus.
Auch Benn und George ſtürzten zum Fenſter.
Unten ſtand einer der Wächter.
Er ſchrie herauf: „Mr. Tuller, eine Teufelei!. Wir ho
Wie der Wind waken ſie himunter.
Sie rannten die breite Gaſſe zwiſchen den Fabrtgebäu
und den Schlachthäuſern hinauf, die durch das Licht veler 4
Vor dem Schlachthaus I ſahen ſie einen Mann ſtöhend
Boden liegen.
George erkannte ihn im Laufen. Es war Black Torny,
„Kümmern Sie ſich um ihn!” ſchrie George dem Väch
zu, der hinter ihnen herkeuchte.
Weiter! Weiter!
(Fortſetzung folgt.)
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leih.
Ang.1.
Beit
an
geſchäft
Wer leihte
ten,
anmer 362
Präſidenk des Evangeliſchen
Bundes geſtorben.
Gek) anſiſtorialrat Prof. Dr. Hermann Scholz,
ſeit3 Präſident des Evangeliſchen Bundes, iſt,
wiesl reldet, im Alter von 76 Jahren geſtorben.
Pr. Kor 9berk erleidek einen
Nerven=
zuſammenbruch.
wenn!
nich5
ſoek
.
in
danm
um n
zunem
ſcha v
ſeimn
augau
wuru
folg!
Sichäi
weil l
ausgs
Der
dem m
um 7
Linſof
richt.*
grapu
ſind. d
Fiſchſ
Der vielen immer neu auftauchenden
*gkeiten und Hinderniſſe einen
Nerven=
enbruch erlitten hat. Er will ſich zunächſt
er Heimat Siebenbürgen erholen und
T die Vertiefung ſeines Projektes gehen,
egebener Zeit ſeine Verſuche wieder
auf=
n. Wir glauben, daß dies der
wiſſen=
en Seite des Raketenfluges nur dienlich
n, denn es handelte ſich doch bei dem
Ecklichen Verſuch noch um ein ſehr frag=
S Experiment, das noch dürftigere
Er=
sſichten bot.
B wohlauf auf der Inſel St. Paul.
Befürchtungen, welche man kürzlich für die
E der Bewohner der Inſel St. Paul hegte,
dort ſeit zwei Monaten keine Nachrichten
Ot worden waren, ſind jetzt beendet durch die
drahu aufgefangenen Worte: „Alles wohlauf”
+e Star Dampfer „Euripides”, der ſich auf
e nach Auſtralien befindet, legte Montag an
der yrnen Inſel St. Paul im Indiſchen Ozean an,
Grund des langen Schweigens der
Be=
woh=” eſtzuſtellen. Die jetzt von Kapitän C. Row=
Sapitän der „Euripides”, empfangenen
Nach=
elden, daß die Anlagen der drahtloſen
Tele=
uf der Inſel durch Feuer zerſtört worden
— Bevölkerung, 108 Einwohner, liegen dem
ob und erfreuen ſich beſter Geſundheit.
Seite 9
Die Weikerverbreitung der Papageien=
Krankheit.
Die Papageien=Krankheit, die im Weſten Berlins
vor etwa einer Woche zum erſten Male auftrat, hat
nun auch noch weitere Perſonen erfaßt, die in
Neu=
kölln, alſo im Oſten der Stadt wohnen, ohne daß der
geringſte Zuſammenhang zwiſchen den Erkrankten
be=
ſteht. Im Hauſe des Geologen Profeſſor Harbort
brach der erſte Fall der Krankheit aus, dort ſtarb der
Profeſſor daran ſowie eine im Hauſe beſchäftigte
Schneiderin, während ſechs weitere Perſonen ſehr
ſchwer daniederliegen. In Neukölln ſind jetzt auch die
Mitglieder zweier Familien erkrankt, und zwar unter
genau ſo eigentümlichen und kaum definierbaren
Er=
ſcheinungen wie in Dahlem. Gemeinſam iſt bei allen
Erkrankungen nur die Urſache, der Aufenthalt von
Papageien im Haushalt. Die Todesfälle haben ſich
inzwiſchen um einen weiteren Fall vermehrt. — Es
handelt ſich um eine Krankheit, die die Mediginer
Pſittakoſis nennen, ſie ſtellt ſich als ſſchwere
Infek=
tionskrankheit dar, gegen die Abwehrmittel erſt
erprobt werden müſſen. Sie ſoll von Papageien auf
den Menſchen übertragen werden und äußert ſich
dann in ausgeſprochenem Krankheitsgefühl, hohem
Fieber, Benommenheit und Unruhe, Herz= und
But=
gefäßſchwäche. Faſt regelmäßig entſteht im weiteren
Verlauf eine Lungenentzündung, die ſehr oft zum
Tode führt. — Als Herd der jetzt aufgetauchten
Krankheit iſt vermutlich der Dampfer „Cap Arcona”
anzuſehen, der im November von einer
Südamerika=
fahrt zurückkehrte und in Hamburg anlegte. An Bord
befand ſich ein Gärtner, der für eine Vogelhandlung
regelmäßig Papageien beſchafft. Die Vögel ſind über
einen Hamburger Händler nach Beulin verkauft
wor=
den, nur ein Exemplar iſt noch vorhanden. Alle
an=
deren Papageien ſind vor dem Weihnachtsfeſt in
Pri=
vatbeſitz übergegangen, eine der erkrankten Familien
in Neukölln hat aus dem betreffenden Geſchäft den
Vogel erworben. Man nimmt an, daß unter den
Tieren an Bord der „Cap Arcona” ein erkvanktes
Exemplar vorhanden geweſen iſt, das die Krankheit
weiter übertrug. Nun iſt allerdings unbekannt, in
welche Hände noch Vögel von dieſem Transport
ge=
kommen ſind. Aber die Berliner Bevölkerung iſt
jetzt gewarnt und hellhörig geworden. Es laufen
be=
reits Mitteilungen an die Geſundheitsbehövde ein,
die eine Unterſuchung der Tiere vornehmen läßt. Der
im Geſchäft des Vogelhändlers vorhandene Papagei
iſt jedenfalls beſchlagnahmt worden und darf
vor=
läufig nicht verkauft werden. — „Cap Arcona”
be=
findet ſich auf See, wird aber zum 31. Dezember in
Hamburg erwartet. Damn ſoll auch eine Unterſuchung
und eine Desinfizierung der Räume ſtattfinden, damit
weitere Fälle von Pſittakoſis vermieden werden. Auch
das deutſche Seuchengeſetz, das Papageien unbehelligt
läßt, wird wohl erweitert werden müſſen.
Ein echter Franz Hals entdeckt.
Paris. Bei einem franzöſiſchen Kaufwann in
Lille wurde ein altertümliches Gemälde entdeckt, das
die Signatur von Franz Hals trägt. Ein belgiſcher
Sachverſtändiger hat die Echtheit feſtgeſtellt. Das
Werk befand ſich ſeit 50 Jahren im Beſitz der
Fa=
milie, die von dem Wert keine Ahwung hatte und das
Bild auf den Speicher geſtellt hatte.
Dienstag, den 31. Dezember 1929
hen Kronprinzen.
Geſchenke für die Hochzeit des italier
Römiſche Schülerinnen ſticken kunſtvolle Tiſchdecken, die der Prinzeſſin Marie Joſé
als Hochzeitsgabe überreicht werden.
Zur Hochzeit des Kronprinzen Umberto von Italien mit der Prinzeſſin Marie Joſé von Belgien,
die ſchon Anfang Januar ſtattfinden wird, werden in ganz Italien umfangreiche Vorbereitungen
ge=
troffen. In allen Schulen Roms wird an Geſchenken gearbeitet, die dem königlichen Brautpaar
überreicht werden ſollen.
Eine Erbſchleicherei=Affäre um 40 Mill. Dinar.
Belgrad. Im Zuſammenhang mit einem
Erb=
ſchaftsſtreit über etwa 40 Millionen Dinar wurden
am Sonntag der bekannte Belgrader, Staatsanwalt
und Advokat Ilja Uſkopowic ſowie ein
Advokatur=
gehilfe und ein Steuerbeamter verhaftet. Sie werden
beſchuldigt, ein öffentliches Dokument gefälſcht zu
haben, mit deſſen Hilfe ſich Uſkopowic das Vermögen
ſeines Bruders, der vor einigen Monaten bei einem
Automobilunfall tödlich verunglückte und der zu den
reichſten Leuten Belgrads zählte, verſchaffen wollte.
Das Vermögen dieſes verunglückten Großinduſtriellen
hätten deſſen drei Töchter erben ſolben, jedoch
mel=
dete der jetzt verhaftete Advokat Uſkopowie ſeinen
Anſpruch mit der Begründung an, daß in der
Fa=
milie Uſkopowie noch das alte montenegriniſche
Erb=
ſchaftsgeſetz der Hausgemeinſchaft geltend ſei, und
daß daher das Vermögen nicht an einzelne, ſondern
an die Gemeinſchaft zu fallen habe. Um dieſen
Um=
ſtand nachzuweiſen, fälſchte Uſkopowie die dazu
nöti=
gen Urkunden.
Selbſtmord des eſtländiſchen Konſuls
in Roſtock?
Roſtock. Die Roſtocker Polizeibehörden
be=
mühen ſich ſeit einigen Tagen, das rätſelhafte
Ver=
ſchwinden des eſtländiſchen Konſuls Fmedrich Mentz
in Roſtock aufzuklären. Der Vermißte hat ſich am
erſten Weihnachtsfeiertag aus ſeiner Wohnung
ent=
fernt und wird ſeitdem von ſeiner Familie vermißt.
Man vermutet, daß der Konſul Selbſtmord verübt
hat. Bisher konnte auch noch niemand ausfindig
gemacht werden, der Mentz am erſten
Weihnachts=
feiertag oder ſpäter irgendwo geſehen hat.
Die Leiche des vermißten Schiffsmaklers Mentz
gefunden.
Roſtock. Wie das Polizeiamt mitteilt,
wurde die Leiche des ſeit dem erſten
Weihnachts=
feiertage vermißten Schiffsmaklers und eſtniſchen
Konſuls Friedrich Mentz geſtern nachmittag von
einem Fiſcher in der Warnow, unweit der
Koß=
felder Brücke gefunden und geborgen. Die
Ur=
ſache des Selbſtmordes dürfte mit Beſtimmtheit
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Seite 10
Dienstag, den 31. Dezember 1929
Der Briefträger der Arkkis.
Nummel
Ein arktiſcher Briefträger mit ſeinem kleinen Hundeſchlitten.
Die erſte Probe des neuen Traktors.
Hoch oben im eiſigen Norden, jenſeits des 70. Breitengrades, kann die erſehnte Poſt nu
im Monat ausgetragen werden, und zwar von erprobten, waghalſigen Briefträgern, kandiſe
In Northumberland (England) wurde ein Traktor für Rettungsboote in Dienſt geſtellt. Der Traktor amerikaniſchen Pionieren, die mit ihren kleinen Hundeſchlitten meilenweit von Siedlumz
ſchafft die Boote ans Ufer und ins Waſſer und zieht ſie nach getaner Arbeit wieder ans Land.
lung ziehen.
Bau einer neuen Junkers=Flughalle in Deſſau.
Bau der neuen Flughalle in Deſſau.
die eine tonnenmäßig gewölbte Eiſenkonſtruktion aufweiſt. Die Junkerswerke haben den Auftrag
zur Errichtung einer ebenſolchen Halle für den Londoner Flugplatz Croyden erhalten.
Englands neueſte Rieſenlokomotive,
die von der L. N. E. Railway ſoeben in Dienſt geſtellt wurde. Die Maſchine und der Tender wiegen
170 Tonnen. Der Schornſtein iſt in die Wandplatten eingebaut.
Erſtes Ariginalbild von der deutſchen Südamerika=Expedikion
Dr. Baeßler, der Leiter der Expedition, mit einer Gruppe von Urwald=Indianern.
Ddie deutſche Südamerika=Expedition unter Leitung Dr. Baeßlers, die die unerforſchten Gebiete
Süd=
merikas im Film aufnahm, war wochenlang für die Außenwelt verſchollen. Der Präſident von
Bolivien mobiliſierte darauf die geſamte bolivianiſche Kavallerie, die die Expedition im Gran
Chaco=Gebiet verirrt auffand.
Schwere Skürme über Weſeute
Die Orkanſchäden in England.
London. Ein ſchwerer Sturm wütt
Sonntag wieder im Kanal. und über de
engliſchen Inſelreich. In zahlreichen Südt
Ortſchaften wurden Dächer abgedeckt, Bume
riſſen und ſonſtige ſchwvere Beſchädigngen
richtet. In Mancheſter brachte der Sturm eiu
zum Einſturz, wobei zwei Perſonen getütet
Der Sturm, der auf den Seilly=Inſeln eine ge
digkeit von ungefähr 125 Stundenkilontern er
war zum Teil von ſchveren Regenfüln be
wodurch ſich die in den letzten Tagen bere
beſſerte Lage in den Ueberſchwemmungspeſiete
derum verſchlechterte. — Verſchiedene Schif
rieten in engliſchen Gewäſſern in Seenot, da
auch das deutſche Motorſchiff „Hermine, deſſe
ſatzung von einem engliſchen Rettungsbot in 4
heit gebracht werden konnte. — Die Knuſcht
mußte teilweiſe, der Luftdienſt zwiſchen dem Fe
und England vollſtändig eingeſtellt werden,
Sturmwirkungen in Frankreich.
Paris. Die franzöſiſchen Küſtengebiete w
von ſchweren Stürmen heimgeſucht, die inöheſo
in Nordfrankreich große Verwüſtungen gniſch
Die Küüſtenſtationen melden zahlreiche Shffein
not. So iſt bei Lorient ein großer
engliſche=
ler mit zwölf Mann Beſatzung auf die Rien
trieben worden. Ueber das Schichſal der Ai um
moch nichts bekannt. In St. Nazgire fon in
drei Kranen ausgerüſtetes Spezialſchif u hef
verwaltung, das einen Wert von 4 Millunfre
ken beſaß. Auf der Höhe von Tunis iſt drligt
Dampfer „Marco” in Seenot geraten ud h.C.
agefordert. In St. Dmer warf der Shm ei
22 Meter hohen Kirchturm um. In der Me
Boulogne wurde eine Lokalbahn vom Sum ef
Gin Perſonenwagen wurde umgeworfel, ubt
Reiſende verletzt wurden. Der Pachuagen 30 31
wurde vierzig Meter weit fortgeriſſen. M 6
brouck wurde ein Landwirt mit ſeiner Fral
einem Knecht von einem ſtürzenden Baum erſchla
— Auch aus Belgien werden große ungeterichſä
gemeldet. Ueberall wurden Dächer abgededlt, Sch!
ſteine entführt, Baume entwurzelt, Telegnutſeinl
und Zäune umgeriſſen und Fenſterſcheilel
Zahlreiche Perſonen wurden verletzt.
Der Sturm im Nordſeekuſtengebiet,
Ueberall erhöhte Wafſerſtäude.
Hamburg. Im Laufe des Sonntags hut
deutſche Söchwarte Sturmflutwvarnungen elal
bedeutend erhöhte Waſſerſtände für Eutz 9
Elbe, ſowie für die ſchleswig=holteluiſchte
angeſagt. In Hamburg wurde bei erhülle. 2
Montag morgen um 4,50 Uhr einttat, eiſt
ſtand von 88. Zentimeter über den mit
waſſen (5.10 Meter) gemeſſen, whlend
ſchleswig=holſteiniſchen Weſtküſte Waſſ
durchſchnittlich 1,5 Meter über dem mit
waſſer verzeichnet wurden. Wie die 20
warte am Montag vormittag mitteilt,
Sturmflutgefahr für die ſchleswigsholſtel
küſte noch unvermindert fort. Die nel
Häuſer im Hamburger Hafen ſind durch 9.
gefährdet.
Der amerikaniſche Silveſteralohd
beſchlagnahmt.
New York. Wie aus Newpport (
gemeldet wird, iſt es in den dortigen
ſchen Alkoholſchmuggelſchiffen und Auſt
zu einem regelrechten Seegefecht gekon”
es Tote und Verwundete gab. Da8 ſiüſt
Nr. 20 hatte ein Alkboholſchmuggelſchiſt
im Begriffe war, 500 Kiſten Alkohol 0
fahrendes Motorboot umzuladen und
gen zu laſſen. Das Wachboot eröff
heftiges Maſchinengewehrfeuer, durch d
der Beſatzung des Schmuggelſchiffes ge
vierter leicht verletzt wurde. — Auch
Küſtenwachſchiff hatte am Wochenelde
zu verzeichnen, indem es ihm gelang
gelſchiffe abzufaſſen, deren eines brit
tät iſt und etwa 4000 Kſten Mkohol g
die von der flüchtigen Mannſchaft
Brond geſteckt worden waren. Das an
gelſchiff war die amerikaiſche Schalutz
die eine Ladung von 500 Kiſten nicht
Mann bringen konnte. Auch der M
Schiffes gelang 8, zu entkommel.
nahme bzw. Unſchädlichmachung di
vollen Ladungen war das Ergebnis einl
Planes, den Strom von geſchmuggelten
die Neujahrsfeier, wenn nichſt zu verſ
zumindeſten einzudämmen. Jedes ber
fahrzeug war zur Abwehr aufgebo
Wert der beſchlagnahmten Alkoho
24 Millionen Mark geſchätzt.
Dr. h. c. Wilhelm Maybach †.
Stuttgart. Im Alter von 84 Jahren iſt
Ober=
baurat Dr.=Ing. h. e. Wilhelm Maybach geſtorben.
Mayzbach hat zuſammen mit Daimler die Grundlage
zur Entwicklung des Kraftfahr= und Flugweſens
ge=
legt. — Geboren am 9. Februar 1846 in Heilbronn,
wurde Maybach im Bruderhaus in Reutlingen
er=
zogen, wo damals Gottlieb Dainler Vorſtand der
Maſchinenfabrik wwar. Als dieſer 1872 die Leitung
der Gasmotorenfabrik Deutz übernahm, „nahm er
Maybach als Chef des Konſtruktionsbüros mit ſich.
Damit war der Beginn für die fruchtbare
Zuſam=
menarbeit der beiden Mäner gelegt. Nachdem
Daim=
ler nach Cannſtadt übergeſiedelt war, gelang
Mah=
bach die Erfindung der Glührohrenzündung, die
zu=
ſammen mit dem ſchon in Deutz hergeſtellten
Ver=
gaſer einen weiteren Fortſchritt bebeutete, dem ſich
die von Daimler erfundene Kurbenſteuerung, ſowie
der Zwei= und Vierzylindermotor anſchloſſen. Die
größte Erfindung Mahbachs war 1820 ein
Spritz=
düſenvergaſer. Später übernahm Maybach die
tech=
niſche Direktion der Daimler Motorenwerke
Geſell=
ſchaft, die insbeſondere mit den von ihm
konſtru=
jerten Meredeswagen im In= und Auslande große
Erfolge erzielte. Nach dem Tode Daimlers
über=
nahm Matzbach 1900 die Leitung der Maybackwerke.
1907 trat er in den Nuheſtand, betätigte ſich aber
ſchon im folgenden Jahr aufs neue mit dem Bau
von Flugzeugmotoren für den Grafen Zeppelin. Im
Jahre 1909 wurde die Mayzbach=Motorengeſellſchaft
in Friedrichshafen gegründet, die unter der ſpäteren
Führung ſeines Sohnes Karl die vorzüglichen
May=
bachmotoren für die Beppelinluftſchiffe herſtellte.
Der Arktikflug des Zeppelin bis 1931
Ueiſchäiden.
Der Vorſtand der Internationalen
Studiengeſell=
ſchaft zur Erforſchung der Arftis mit dem Luſtſchiff
(Aeroaretie) veröffentlicht zu den in den letzten Tagen
erſchienenen Nachrichten über die für das Frühjahr
1930 geplante Polarexpedition des „Graf Zeppelin”,
folgende Erklärung: „Es iſt infolge der allgemeinen
ſchlechten wirtſchaftlichen Lage nicht gelungen, die
Verſicherung des Luftſchiffes ſo frühzeitig
unterzu=
bringen, daß die von der Verſicherungspflicht
ab=
hängigen geldlichen und techniſchen Vorarbeiten
hin=
reichend gefördert werden konnten. Demgemäß wird
mit der Durchführung der Expedition für das Jahr
1930 nicht mehr gerechnet wverden können. Erſt jetzt
eröffnen ſich günſtige Ausſichten für den Abſchluß der
Verſicherung, und nunmehr hoft der Vorſtand der
Aeroarctie, die Erpedition im Jahre 1931 mit
Be=
ſtimmtheit durchführen zu können. Der Vorſtand der
Aeroaretie nimmt dieſe Gelegenheit wahr, gauz
be=
ſonders der deutſchen Reichsvegierung, den
Negie=
rungen der Vereinigten Staaten, der Sowjetunion,
von Norwegen, Dänemark, Kanada und Spanien,
ſowvie den Städten Fgirbanks und Tromſö, ferner
den wiſſenſchaftlichen Inſtituten, den Induſtriefirmen
und uicht zuletzt dem Luftſchiffbau Beppelin, die
un=
ſere Exbedition moraliſch und materiell jetzt bereits
ſo hochherzig gefördert haben, zu danken.” — Dieſe
Erklärung iſt am Samstag von dem in Deutſchland
amtierenden geſchäftsführenden Vorſtand der
Geſell=
ſchaft beſchloſſen worden. Wie man erfährk. bewegen
ſich dieſe Mitteilungen auch im Sinne der Auffaſſung
Nanſens, wie aus einem vorausgegangenen Brief= und
Telegrammwechſel hervorgeht. Wie die Dinge jetzt
liegen, hängt zunächſt alles weitere von der
Durch=
führung der Verſicherung für das Luftſchiff ab.
Mit dem Automobil in den Rhein.
Emmerich. In der Nacht zum Sonntag
er=
eignete ſich ein ſchwverer Unglüicksfall. Ein mit fünf
Perſonen beſetztes Mietsauto ſtürzte in raſender
Fahrt am Hafenkopf die ſteile Böſchung hinunter,
prallte auf eine Mauer auf und ſtürzte dann in den
Rhein. Der Wagen geriet auf eine ſeichte Stelle,
ſo daß er noch aus den Fluten des Rheins
heraus=
ragte. Hilfe war ſchnell zur Stelle. Von den
In=
ſaſſen konnten aber zwei nur als Leichen geborgen
werden. Zwei weitere Juſaſſen erlitten ſchwvere
Ver=
letzungen und wurden ins Krankenhaus überführt,
während der Führer des Wagens mit leicteren
Ver=
letzungen davonkau.
Rettung Schiffbrüchiger.
Die Rettungsſtation Helgoland der Deutſchen
Ge=
ſellſchaft zur Nettung Schiffbrüchiger meldet: Am
25. Dezember von dem Hamburger Motorſchiff
„Friſia”, Kapitän Wolff, geſtrandet an den
See=
hundsklippen, mit Ladung Gerſte von Hamburg nach
Huſum beſtimmt, 3 Perſonen durch die
Rettungs=
mannſchaft der Station gerettet.
Ein Hafenkran ſtürzt auf einen Schleppdampfer.
Paris. In Le Hadre ſtürzte während eines
Sturmes ein auf dem Hafendauu ſtehender Kran
um, der einen vor Anker liegenden Schleppdampfer
durchſchlug. Das Schiff ſank ſofort. Drei Maun der
Beſatzung kamen ums Leben.
*Die Entwicklung
es Eisenbrückenbaus.
Von
Dipl.-Ing. Hoppe, Darmstadt.
Em 12. Oktober d. J. wurden, wie bereits an anderer Stelle
Etet, zwei neue Rheinbrücken dem Verkehr übergeben. In
fi gleicher Bauzeit (etwa 2½ Jahren) wurden dieſe beiden
Eetſamen Bauwerke, die Straßenbrücke Düſſeldorf-Neuß und
4 Hängebrücke Köln—Mülheim, fertiggeſtellt. Mit Recht hat
2 effentlichkeit in ganz Deutſchlard hieran lebhaft Anteil
ge=
rr rien; handelt es ſich doch keineswegs um ein Ereignis von
— Lokaler Bedeutung. Abgeſehen von den verkehrstechniſchen
F en, welche durch die Ueberbrückung des Rheins an zwei
r Een Stellen gelöſt wurden, bedeutet die glückliche Beendigung
7 Dßer Bauten einen Markſtein in der Geſchichte des Eiſen=
Enbaus. Um das, was die deutſche Technit mit der Vollen=
4 dieſer Brücken geleiſtet hat, würdigen zu können, iſt es
IX Tich, die Entwicklung des Eiſenbrückenbaus einmal kurz zu
1r licken.
Vir erinnern uns, daß die Anfänge des Eiſenbrückenbaus
ik sEnde des 18. Jahrhunderts zurückreichen. Der Gedanke,
d7 rn Altertum und dem Mittelalter längſt bekannte Eiſen auch
Bild 1. Straßenbrücke bei Laasan in Schlesien.
ini auweſen in ſtärkerem Maße zu verwenden, iſt bereits lange
va an lebendig geweſen. Die Durchführung ſolcher Projekte
ſei rte aber ſtets an der Koſtenfrage: das Eiſen war ein viel
z:5 ftbarer Stoff, als daß man dasſelbe anders als zu Waffen
uu en lebensnotwendigſten Dingen verwenden konnte. Erſt die
g9 ei Fortſchritte des Hüttenweſens, die Möglichkeit, das Eiſen
in ößeren Mengen billig herzuſtellen, brachten den Sieges=
III Dieſes Bauſtoffes gegenüber den bis dahin allein
domi=
vu rden Stein und Holz und damit auch die Einführung im
B enbau. Mit der weiteren Veredelung und Verbilligung des
ES iſt dann die Entwicklung des Brückenbaus Hand in Hand
g9 gen.
Da man im 18. Jahrhundert noch nicht über die techniſchen
G chtungen zur Verarbeitung des ſchmiedbaren Eiſens in
g9 em Maße verfügte, hat man die erſten eiſernen Brücken
ao Zußeiſen hergeſtellt. Um 1780 wurde die erſte eiſerne Brücke
di Velt in England erbaut, die dann bald zahlreiche
Nach=
foi, Ɨnnen, auch in Deutſchland, fand. Mit der 1796 bei Laaſan
im Gleſien (ſiehe Vild 1) erbauten erſten deutſchen gußeiſernen
W hat der Eiſenbrückenban auch bei uns Eingang gefunden
E Int ſei, daß dieſe Brücke noch heute dem Verkehr dient.
a Gußeiſen bekanntlich ein zwar druckfeſtes, aber ſprödes,
tn biegungsſicheres Material iſt, mußte die Form dieſer
guß=
et= en Brücken naturgemäß der Bogen ſein, der ja vornehmlich
22 Seanſtruchungen aufweiſt. Die Stützweite ſolcher
Bogen=
b:” m war mit 30 bis 40 Meter begrenzt.
ie Erfindung des Schweißeiſens und damit eines in
glei=
chb Weiſe zug= und druckfeſten Materials brachte dem
Eiſen=
brd mbau neuen Aufſchwung. Geſtattete dieſer neue Bauſtoff
did Die Anwendung neuer Bauformen: neben den
Bogen=
en riden Balken= und Hängebrücken; damit war die Möglichkeit
zuf eberbrückung größerer Stützweiten gegeben. Auch in dieſer
W ag die Führung fortſchrittlicher Entwicklung in England;
H 2. Eisenbahnbrücke über dle Menaistraße in England.
did Ilitiſchen und wirtſchaftlichen Verhältniſſe auf dem
euro=
pic an Kontinent wirkten hemmend. So findet man die erſten
F9 Balkenbrücken in Großbritannien; als typiſches Beiſpiel
—Eiſenbahnbrücke über die Menaiſtraße (die ſog.
Britannia=
bd- Bild 2), von Stephenſon 1846/49 erbaut, genannt.
er gewaltige Materialverbrauch dieſer erſten Balkenbrücken,
dd angels tieferer Kenntniſſe der Berechnungsmethoden aus
h.0 — geſchloſſenen Blechwänden beſtanden, gab Veranlaſſung,
nn reuen Wegen zu ſuchen: man fand die aufgelöſten Syſteme,
do Ig. Fachwerkträger, bei denen die volle, bei großen
Ab=
mu rgen plump wirkende geſchloſſene Wand durch ein leichteres
E rverk erſetzt wurde. Nach dieſem Syſtem der Gitterträger
ſi) am die Mitte des vorigen Jahrhunderts zahlreiche
Groß=
bd gi auch in Deutſchland (z. B. die damaligen Rhein= und
W Telbrücken) erbaut.
Sährend in den hüttentechniſchen Fragen, welche bis etwa
1:1 Die Geſtaltungsmöglichkeiten der Eiſenbrücken faſt allein
bo mten, die Engländer führend waren, verſchob ſich der
2 rpunkt der Entwicklung immer mehr nach dem Feſtland:
do, die verdienſtvollen Arbeiten von Männern wie Nabier
—1836) und Clapeyron (1799—1864) (Frankreich), Culmann
(Tf —1881) (Schweiz), Mohr (1835—1918), Winkler (1838—1904),
un Däter vor allem Müller=Breslau (1851—1925) (Deutſchland)
tri. ndie Grundlagen für die Regeln der Statik, d. h. der Lehre
b1 Bleichgewicht der Kräfte geſchaffen und ausgebaut.
Wäh=
r7 Sisher die Bemeſſung der Bauglieder auf Grund einiger
pd Eiver Berechnungen. mehr nach dem „ſtatiſchen Gefühl” des
2 xieurs erfolgt war, ſtützte man ſich nun auf wiſſenſchaftliche
9. ungsmethoden. Damit begann ein neuer Zeitabſchnitt des
Die Brücke.
Sie ſiemmt die breiten Füße mächtig ins Geſtein
Und wirft ſtromüber dann mit ſicher’m Schwung
Den ſchlanken Leib in einem einz gen Sprung
Und gräbt ſich nochmals tief am anderen Ufer ein.
Die Schienenſtränge und die Straße leiten
Nun ungehemmt und ungeengt hinüber.
Hoch wölbt ſich Eiſenwerk von Nieten über
Und über grau bedeckt, zu beiden Seiten.
Mit heißen Wangen am Geländer ſtehen
Die Kinder ſtaunend angelehnt und ſchauen,
Wie unten immerfort die Wogen gehen.
Sie hören, wie die Brücke alle Fracht
Der Wagen laut mit Donnerton verlacht,
Und ſchütteln aus den Augen Furcht und Grauen.
Joſeph Voß. geb. 1898.
Ans „Antlitz der Zeii” Volksverband der Bücherfreunde
Wegweiſer, Verlag G. m. b. H., Berlin.
Eiſenbaus. Die in dieſer Zeit entſtandenen Brücken laſſen in
ihrer klarer zu Tage tretenden Linienführung, der weitmaſchigen
Gliederung den Fortſchritt erkennen. Dieſe Erfolge führten
je=
doch zunächſt auf einen Abweg. Man beſtimmte die
Syſtem=
linien zeitweilig nur nach den noch nicht abgeklärten
Grund=
ſätzen der theoretiſchen Statik und erzielte damit wohl
zuver=
läſſige, aber äſthetiſch nicht immer befriedigende Löſungen.
Hier=
her gehört auch die Brücke über den Firth of Forth in
Schott=
land (Bild 3), die ingenieurtechniſch eine hochbedeutſame Lei=
Bild 3. Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth in Schottland.
ſtung zweifellos weniger durch Schönheit als durch die
Kühn=
heit des Bauob) ltes die Bewunderung des Beſchauers
hervor=
ruft. — Die Erkenntnis, daß Brücken nicht nur Zweckbauten,
ſondern künſtleriſche Gebilde ſein ſollen, rief bald die Reaktion
gegen dieſe Uebertreibungen hervor; in den folgenden
Jahr=
zehnten (etwa 1890 bis 1910) gewannen die Architekten einen
ausſchlaggebenden Einfluß auf die Geſtaltung der Eiſenbrücken.
Auch dieſe neue Richtung verfiel in den Fehler der
Ueber=
treibung: man ſuchte wohl die geſamte Linienführung zu
be=
einfluſſen und hat damit Gutes gewirkt; darüber hinaus „
ver=
ſchönte” man die Eiſenbrücken mit ſchmiedeeiſernem Zierrat,
Bild 4. Straßenbrücke über den Rhein bei Düsseldorf.
gewaltigen Turmaufbauten und ſonſtigem Beiwerk, vergaß dabei,
daß der Träger des Baugedankens, die eigentliche Brücke, auch
in der äußeren Wirkung das wichtigſte Element hätte bleiben
müſſen. Unſer heutiger Geſchmack lehnt dieſe falſch verſtandene
architektoniſche Verzierung mit Einſtimmigkeit ab. — Es iſt
hier=
für bezeichnend, daß die Rheinbrücke in Düſſeldorf (Bild 4),
welche entſprechend dem Geſchmack ihrer Bauzeit von ſchweren
Brückentürmen flankiert ſowie mit Emblemen (u. a. ein Löwe
auf dem Strompfeiler, vgl. Bild) verziert war, gelegentlich der
vor wenigen Jahren durchgeführten Verſtärkungsarbeiten von
allen dieſen Aufbauten befreit wurde. Nach allgemeiner Anſicht
Bild 5. Straßenbrücke über den Rhein bei Köln-Deutz
(ältere Hängebrücke).
hat dadurch die äſthetiſche Wirkung der Brücke hervorragend
gewonnen.
In techniſcher Hinſicht wichtiger als dieſe nach außen in
Erſcheinung tretenden Wandlungen der Brückenbaukunſt war die
um 1890 eingeführte Verwendung des Flußeifens an Stelle des
bisherigen Schweißeiſens. Erſt mit dieſem Bauſtoff war ein
Materia, gewonnen, das alle erforderlichen Eigenſchaften beſaß.
Seit 1910 machte ſich dann in immer ſteigendem Maße der
Einfluß neuzei licher Geſchmacksrichtung auch im Eiſenbrücken=
bau geltend. Die „neue Sachlichkeit” moderner Architektur warf
ihre Schatten voraus. Gegenüber den unruhigen oder
protzen=
haft wirkenden Aufbauten und Verzierungen der Vorepoche ſetzte
ſich nun ein klarer, einfacher Stil durch; das ſchönſte Beiſpiel
dieſer neuen Kunſt iſt die ältere Kölner Hängebrücke (Bild 5),
deren wundervolle äfthetiſche Wirkung unumſtritten iſt. Der
Bau dieſer Brücke bildete auch in rein techniſcher Beziehung den
Beginn eines neuen Zeitabſchnittes; zum erſten Male wurde
in größerem Maße an Stelle des bisherigen Flußeiſens ein
hoch=
wertiger Stahl derwendet. Damit begannen die Beſtrebungen
nach einer Veredelung des Bauſtoffes, Beſtrebungen, die erſt in
jüngſter Gegenwart zu einem gewiſſen Abſchluß gekommen ſind.
Der Krieg und die folgende wirtſchaftliche Not hat dieſe
Ent=
wicklung wohl aufhalten, aber nicht ertöten können. Gerade die
wirtſchaftliche Bedrängnis wurde Anſporn, durch Verwendung
hochwertiger Bauſtoffe trotz wachſender Bauaufgaben nach
Er=
ſparniſſen zu ſuchen. 1924 kam als erſtes Ergebnis dieſer
hütten=
techniſchen Beſtrebungen der St. 48 auf, ein hochgekohlter
Fluß=
ſtahl. 1926 trat an ſeine Stelle ein niedriggekohlter Stahl mit
Siliziumlegierung und weiter verbeſſerten Feſtigkeitseigenſchaften.
Und ſeit 1928 beſitzen wir in dem St. 52 jenen Bauſtahl, der
Güte und Wirtſchaftlichkeit in dem erſtrebten Maße vereinigt.
Der Krieg und die Folgezeit hat die Durchführung neuer
großer Bauaufgaben in Deutſchland lange verhindert. Daß dieſe
Zeit genutzt wurde, in zäher Arbeit durch Erzeugung neuer
Stahlſorten einen gewaltigen Fortſchritt herbeizuführen, beweiſt
die ungebrochene Kraft deutſcher Technik. Was in dieſen Jahren
erprobt, hat nunmehr ſeine praktiſche Geſtaltung in großem
Stil in jenen beiden neuen Rheinbrücken bekommen. Beide
Bauten mit ihren ruhigen Linien, ihren geſchloſſenen Flächen,
der bewußten Abkehr von irgendwelchem Zierrat ſind die rechten
Kinder heutiger, beſtverſtandener Architektur. Beide Brücken
kennzeichnen aber auch den techniſchen Fortſchritt durch die
erſt=
malig ins Große übertragene Anwendung der neuen deutſchen
Stahlſorten. Daß die Köln=Mülheimer Hängebrücke mit einer
Stützweite von 315 Meter den Rhein erſtmalig in einer
Oeff=
nung überſpannt und damit die größte Brücke ihrer Art in
Europa iſt, ſoll nicht unerwähnt bleiben.
Es darf ohne Ueberheblichkeit ausgeſprochen werden, daß
ſeit Mitte des vorigen Jahrhunderts Deutſchland bei allen
fort=
ſchrittlichen Erfolgen der Brückenbautechnik führend beteiligt
war. Der Anteil deutſcher Forſcher und Wiſſenſchaftler bei der
Begründung und Ausgeſtaltung der ſtatiſchen Geſetze war bereits
erwähnt; auch im Streit der Meinungen um die architektoniſche
Krdunms
*223—B4—Lgz23
UKA DOReuSS B2e
Geſtaltung der Brücken ſind deutſche Architekten maßgeblich
be=
teiligt geweſen. Und nicht minder ſind die Erfolge hinſichtlich
der Veredelung der Stahlſorten zu einem weſentlichen Teil
deutſcher Initiative zuzuſchreiben. Doch darf nicht unerwähnt
bleiben, daß gerade in dieſer letzteren Frage Amerika
Weg=
bereiter war.
Die amerikaniſche Brückenbautechnik iſt in ihren Anfängen
ſtark durch Europa beeinflußt geweſen, und die Ergebniſſe der
wiſſenſchaftlichen Forſchungen in der Alten Welt ſind drüben
ſtets aufmerkſam verfolgt und verwertet worden. Die
Ueber=
brückung der gewaltigen Ströme in den Staaten ſetzte den
In=
genieuren Bauaufgaben größten Stils. Kühner Wagemut und
außerordentliche Energie, Eigenſchaften, die zum ſtärkſten Aktivum
der nordamerikaniſchen Nationen gehören, ſchufen gewaltige
Leiſtungen. Die im Jahre 1883 beendete Brooklynbrücke, die den
Eaſtriver in New York mit einer freien Stützweite von 486 Meter
überſpannt, war eine Großtat der Technik. Mit gleichem Erfolg
haben amerikaniſche Ingenieure ſpätere Aufgaben gelöſt und
dieſe Meiſterſchaft bis in die jüngſten Tage bewahrt. Wird doch
zur Zeit in New York die erſte Brücke über den Hudſon gebaut,
die mit ihren 1067 Meter Mittelſtützweite alle Brückenbauten
der Welt gewaltig übertrifft. Einen Vergleich für die
Größen=
verhältniſſe der amerikaniſchen Rieſenbrücken mit unſern
deut=
ſchen Rheinbrücken veranſchaulicht die obenſtehende
Zuſammen=
ſtellung.
Jedes Land hat ſeine beſonderen Aufgaben; amerikaniſche
Großbrückenbauten kommen nur in dieſem Lande mit ſeinen
gewaltigen Strömen in Betracht. Daß man ſolche Aufgaben zu
meiſtern verſteht, beweiſt die Höhe heutiger Brückenbaukunſt.
Mit objektiver Bewunderung erkennt die ganze Welt dieſe
Lei=
ſtungen an. Und dieſer Anerkennung können auch wir Deutſchen
um ſo leichteren Herzens zuſtimmen, als wir durch die beiden
neuen Rheinbrücken bewieſen haben, daß die heimiſche Induſtrie
auch den größten, durch die Verhältniſſe unſeres Landes
ge=
gebenen Bauaufgaben gewachſen iſt.
Neue Straßenbrücken
über den Rhein.
Dipl.-Ing. Mangold-Duisburg.
Im Gegenſatz zu anderen deutſchen Flüſſen beſtand bis
die Mitte des vorigen Jahrhunderts hinein über den Rhein v
Baſel abwärts keine Brücke. Steinbrücken, wie ſi= über
Main z. B. ſchon im 14. Jahrhundert erbaut wurden, war
hier mit den früheren Mitteln der Technik nicht möglich. (
dem Eiſenbrückenbau war es vorbehalten, den „Vater Rhe
Dienstag, 31. Dezember 1929
Techmik der Gegenwart
zu überſpannen. So wurde genau vor 70 Jahren, im Jahre
1859, die erſte Rheinbrücke, die Dombrücke bei Köln, die aus
einer Straßen= und Eiſenbahnbrücke beſtand, dem Verkehr
über=
geben. Seit dieſer Zeit wurden viele Rheinbrücken über den
Rhein erbaut, ſo daß heute allein von der ſchweizeriſchen bis
zur holländiſchen Grenze 35 feſte Rheinbrücken beſtehen. Dazu
kommen noch zahlreiche Brücken in Holland und von Baſel an
aufwärts.
Zum Bau dieſer Brücken idurden etwa 230 000 Tonnen Eiſen
und Stahl verwendet, wovon rund 20 000 Tonnen durch Abbruch
alter, den Verkehrsanforderungen nicht mehr gewachſener
Brük=
ken wieder entfernt ſind, ſo daß noch über 200 000 Tonnen zur
Zeit eingebaut ſind. Dazu kommen noch mehrere
hundert=
tauſend Kubikmeter Mauerwerk und Beton, für die Gründungen,
Brückentürme, Flutbrücken und Rampen. Dieſe wenigen Zahlen
geben ein Bild kon der Bedeutung, die der Rheinbrückenbau für
das Baugewerbe hat."
Am 12. und 13. Oktober wurden zwei neue Straßenbrücken
dem Verkehr übergeben, die nicht nur dem Eiſengewicht nach die
größten ſeither gebauten ſind, ſondern deren eine gleichzeitig
auch die weitgeſpannteſte Brücke des europäiſchen Kontinents iſt.
Dieſe, die Köln=Mühlheimer Straßenbrücke, iſt als Kabel=
Hänge=
brücke konſtruiert und weiſt eine mittlere Spannweite von 315
Meter auf, an die ſich noch zu beiden Seiten Oeffnungen von je
91 Meter anſchließen. Das linksrheiniſche Vorgelände wird von
weiteren ſechs eiſernen Brücken mit Oeffnungen von zweimal
je 52 und viermal zirka 23 Meter überſpannt, ſo daß ſich die
gefamte Länge des Brückenzuges zu rund 710 Meter ergibt. Die
der Brücke zwiſchen den Stützpunkten auf dem Kölner und
Mühlheimer Widerlager beträgt rund 709 Meter.
Die Düſſeldorfer neue Straßenbrücke ſchafft zwiſchen
Düſſel=
dorf und Neuß die ſo notwendige direkte Verbindung und
ent=
laſtet die Straßenbrücke Düſſeldorf—Oberkaſſel. Sie iſt eine
Aus=
legerträgerbrücke mit Eelenken im Untergurt der Mittelöffnung.
Ihre Spannweiten ſind vollkommen ſymmetriſch und betragen
Mittelöffnung und die beiden Seitenöffnungen der eigentlichen
Strombrücke 206 und 103 Meter, an die ſich dann noch auf jeder
Seite vier Flutöffnungen von rund 58, 54, 47 und 23 Meter
an=
ſchließen. Bemerkenswert iſt das Fehlen eines oberen
Wind=
verbandes, nur über den Portalen, über den beiden Strompfeilern
iſt ein Querriegel. Dadurch iſt ein ſchöner freier Blick durch
die Brücke entſtanden. Die höchſten Spitzen der Pylone liegen
30 Meter über dem Untergurt und 45 Meter über dem
Mittel=
waſſerſpiegel.
Der Bau der Brücke, bei dem nicht ein einziger tödlicher
Unſall vorkam, wurde im Auftrage der Rheiniſchen
Bahngeſell=
ſchaft A.=G. unter der Bauleitung des Oberbaurats
Schellen=
berg nach dem Entwurf der Firma Hein=Lehmann u. Co.,
Düſſel=
dorf, von dieſer Firma und den Vereinigten Stahlwerken A.=G.,
Abteilun, Dortmunder Union, vorgenommen. Außerdem wurden
die 12 Pfeiler paarweiſe von folgenden ſechs Düſſeldorfer und
Neußer Baufirmen bzw. ihren Niederlaſſungen in Düſſeldorf
hergeſtellt: Heinrich Rennert, Carl Brandt, Philipp Holzwann
A.=G., Dtckerhoff u. Widmann A.=G., Ernſt Sandvoß A.=G. und
Heinrich Redemann. Durch dieſe weitgehende Unterteilung war
es möglich, ſämtliche Pfeiler einſchließlich der drei mit Luftdruck
Mühlheim
Rumn
Bild 1: Längenschnitt der neuen Hängebrücke Köln-Mühlheim.
Bild 2: Längenschnitt der Straßenbrücke Dü sseldort-Neuß. Gesamtlänge 780 Meter.
Geſamtlänge einſchließlich der beiden Rampen beträgt rund
1300 Meter. Das Gewicht der Stahlüberbauten beträgt rund
15 000 Tonnen, wozu noch 21000 Kubikmeter Beton und
Eiſen=
beton kommen. Die Eiſenbeton=Senkkäſten für die beiden
Strom=
pfeiler wurden im Gegenſatz zur Düfſeldorfer Brücke an Ort und
Stelle erbaut und unter Druckluft abgeſenkt. Bei der Montage
des eiſernen Ueberbaues wurden zuerſt die beiden
Seitenöffnun=
gen mit den Pylonen auf feſten Gerüſten montiert, von jeder Seite
aus der Verſteifungsträger der Mittelöffnung auf feſten Gerüſten
in den Strom hinaus vorgebaut, dort auf eingerammte
Hilfs=
widerlager abgeſetzt und das Mittelſtück von beiden Seiten frei
vorgebaut. Zum Schluß wurden die Kabel gelegt, die beiden
Hilfswiderlager beſeitigt und die Brücke abgeſenkt, ſo daß ſie
frei von den Kabeln getragen wurde. Dann wurde die Fahrbahn
fertiggeſtellt. Ihr Bau nahm einſchließlich der Gründungen zwei
Jahre in Anſpruch.
An der Bauausführung waren beteiligt für die Gründung der
beiden Strompfeiler Grün u. Bilfinger und Ph. Holzmann, bei
den eiſernen Ueberbauten Entwurf und Ausführung gemeinſam
Kafel
Kake‟.
22.20
39.55
1240
„.
FFF
—
gegründeten Strompfeiler vom 1. Juni bis Ende 1927 zu
vollen=
den. Die Eiſenbeton=Senkkäſten zu den beiden mittleren
Stron=
pfeilern wurden auf einer Werft in Duisburg bzw. Neuß
ge=
baut, ſchwimmend an die Bauſtelle gebracht und dort unter
Druck=
luftgründung abgeſenkt. Der Arbeitsraum in ihnen war 38 Meter
lang, 12 Meter breit und 2 Meter hoch. Zum Bau aller Pfeiler
und der ſonſtigen Tiefbauten wurden rund 40 000 Kubikmeter
Beton verwendet, wozu der ganze Kies aus der von der
Rhein=
ſtromderwaltung verlangten Proſilerweiterung des Stromes
ge=
wonnen werden konnte. Die weiteren überſchüſſigen 70000
Kubikmeter Kies wurden zur Schüttung der beiderſeitigen
Brük=
kenrampen verwendet.
Das Gewicht der Stahlüberbauten erreicht die hohe Zahl
von über 12 700 Tonnen. Es wurde überwiegend hochſilizierter
Stahl verwendet, wobei man während des Baues auf Grund der
gemachten Erfahrungen von dem urſprünglich allein vorgeſehenen
Silizium=Stahl zu dem bis dahin noch nicht bekannten
Union=
bauſtahl überging. Die Aufſtellung der eiſernen Ueberbauten
dauerte trotz unerwarteter Zwiſchenfälle — Lohnkampf in der
Schwerinduſtrie und Kälteperiode Frühjahr 1929 — nur
1½ Jahre. Die Inbetriebnahme der Brücke im Oktober 1929 bedeutet
eine Unterſchreitung der Bauzeit um nicht weniger wie ½ Jahr.
Die geſamte Länge der Brücke beträgt rund 780 Meter, wozu
noch ſehr lange Rampen hinzukommen.
Guſtavsburg, Geſellſchaft Harkort und Dortmunder Union. Die tvohl am Platze, heute jedoch, nachdem Baird ſeine Erfindung
Tragkabel ſtammen von Felten u. Guilleaume Carlswerk, Köln=
Mühlheim. Die Hauptträger ſtellen eine durch einen vollwandigen
Träger verſteifte Hängebrücke mit aufgehobenem Horizontalzug
dar. Der Hängegurt wird durch ein Kabel gebildet. Der
Ver=
ſteifungsträger iſt nur in der Mittelöffnung in Abſtänden von Körper ausſtrahlt, die alſo im Lichte jeder Lampe enthalten
11,13 Meter an das nach einer Parabel geformte Kabel
ange=
hängt, während dieſes über den beiden Seitenöfſnungen un=
Bild 4: Querschnitt der Brücke Düsseldort-Neuß.
geführt iſt. Der Durchgang des Kabels in der Mitte beträgt im
theoretiſchen Syſtem 34,5 Meter. Die Höhe der Pylonen von der Nebelgefahren reſtlos zu beſeitigen.
Oberkante des Auflagerquaders bis zur Spitze beträgt 52 Meter.
An das Ende des Verſteifungsträgers ſchließt auf der
Mühl=
heimer Seite die Zugangsrampe aus Eiſenbeton, auf der Kölner
Seite eine Anzahl weiterer Nebenöffnungen an. Es ſind dies
die Flutbrücke mit 2 Oeffnungen von je 52,1 Meter Stützweite,
bis zum Hochwaſſerdeich reichend, und jenſeits des Deiches die
Deichbrücke mit 2 geraden Oeffnungen von je 23,2 Meter
Stütz=
weite und 2 ſchiefen Oeffnungen von i. M. 22039 und 26,009
Meter Stützweite. Durch die Deichbrücken werden die
Deich=
ſtraße und die Hafenbahngleiſe übe brückt. Die geſamte Länge
Bairds Noctovisor.
Von
A. Kuhring, Darmstadt.
Alljährlich im Herbſt fordert der Nebel ſeine Opfer: Vor
allem auf hoher See ereignen ſich zahlreiche Zuſammenſtöße mit
mehr oder weniger großen Folgen. Doch auch die
Binnenſchiff=
fahrt, die Eiſenbahn und der geſamte übrige Verkehr leiden ganz
erheblich unter der ſchlechten Sicht bei ſtarkem Nebel. Daß
da=
bei oft alle Vorſicht nichts nützt, iſt leider Tatſache. Als daher
vor einem Jahre etwa von England die Kunde kam, es ſei dem
Phyſiker Baird gelungen, mit Hilfe einer beſonderen Art von
Bild 3: Querschnitt der neuen Straßenbrücke Köln—Mühlheim. Fernſeher leuchtende Gegenſtände ſelbſt durch dickſten Nebel
hin=
durch auf große Entfernung ſichtbar zu machen, wollte man es
von der Maſchinenfabrik Augsburg Nürnberg (MAN.), Werk zuerſt nicht recht glauben. Dieſe Skepſis war damals auch ſehr
weiter ausgebaut und vervollkommnet hat, wäre es Torheit, jene
Bedenken aufrecht erhalten zu wollen.
Baird benutzt bei ſeiner Erfindung die ſogenannten infraroten
Strahlen; das ſind ſehr langwellige Strahlen, die jeder glühende
ſind. Das menſchliche Auge bemerkt ſie nicht; nur durch ihre
Wärmewirkung ſind ſie für uns direkt währnehmbar. Erſt die
Photozelle vermag ſie uns ſichtbar zu machen. Während nun
gewöhnliche Lichtſtrahlen im Nebel ſehr ſtark zerſtreut werden,
infolgedeſſen ſchon in geringer Entfernung von der Lichtquelle
nicht mehr wahrgenommen werden können, erfahren die
infra=
roten Strahlen nur eine ſehr geringe Ablenkung, durchdringen
alſo den Nebel auf große Entfernung.
Auf dieſen Tatſachen fußt Bairds Noctoviſor. Dieſer
Apparat enthält gleichzeitig Fernſehſender und Empfänger.
Kommen nun von außen irgendwelche infrarote Strahlen, ſo
werden dieſe mit einer Nipkowſchen Lochſcheibe in einzelne
Ele=
mente zerlegt und treffen dann auf eine Photozelle. Dieſe
ver=
wandelt die Lichtwerte in entſprechende Stromſchwankungen, die
w dann, verſtärkt, eine Neonlampe ſpeiſen. So ſind nun die
ur=
ſprünglich unſichtbaren Strahlen auf dem Umweg über den
elektriſchen Strom in ſichtbare verwandelt worden. Dieſe werden
mit Hilfe der gleichen Lochſcheibe, die vorher zur Zerlegung
diente, wieder zum Bilde zuſammengeſetzt, das auf einer
Matt=
ſcheibe erſcheint.
Bei praktiſchen Vorführungen zeigte der Erfinder nicht nur
das Wirken ſeines Apparates beim Sehen durch Nebel, ſondern
ſogar durch feſte Körper, z. B. Ebonit! Wird eine weitere
Ver=
mittelbar von den Pylonenköpfen nach den Verankerungspunkten vollkommnung in dieſer letzten Richtung auch noch einige Zeit
dauern, ſo iſt doch Bairds Noctoviſor ſchon heute in der Lage,
KURZEMITTEILUNGEN
* Von der Normung. Bei den verſchiedenartigen Büromaſchinen,
wie Schreib=, Rechen=, Adreſſiermaſchinen uſw., gibt es in Deutſchland
Farbbänder von etwa 50 verſchiedenen Breiten. Durch Normung ſollen
dieſe auf etwa 10 Breiren vermindert werden. Vorgeſchlagen ſind
Breiten von 8, 13, 25, 35, 45, 60, 100, 200, 300, 400 Millimetern. In
Rußland hat man zum 1. Oktober 1929 die Einführung von genormten
Papierformaten vorgeſchrieben. Die deutſchen D3N=Formate ſind von
Rußland hierfür übernommen worden.
* Lärmbekämtfung. Ein Preisausſchreiben zur B.
Straßenlärms hat den Magiſtratsbaural Höltjee8
Preis zuerkannt. Höl je hat den Lärm eingeteilt in
triebslärm und Straßenlärm. Neben Vorſchlägen wiſſe,
techniſcher und praktiſcher Art zur Bekämpfung des Lärms
vor, an dem Heinrich Hertz=Inſtitut für Wellenforſchung ein
Forſchungsinſtitut für Lärmbekämpfung zu errichten. Zur Be
des Straßen= und Verkehrslärms ſchlägt Höltje die Mitwi
Behörden und der Polizei durch Erlaß für Verordnungen
ſtellung einer Statiſtik über Umfang und Art der verſchieden
quellen vor. Auch zur Bekämpfung des Lärms von Flugze,
den ſchon verſchiedentlich Vorſchläge gemacht, die jedoch noch
folg hatten und auch vorerſt keinen Erfolg verſprechen.
von Schalldämpfern für die Motoren und ſchallſichere Wändeh
großen Wert, da auch die Schraube allein und das Rauſchen
zeugrumpfes ſtarke Geräuſche verurſacht. Die oft geſtellte
ſich geräuſchloſe Flugzeuge herſtellen laſſen, muß alſo voren
beantwortet werden.
* Die zweite Etappe in der Elektrifikation der Schweizeiſch
desbahnen wird, wie wir der „Baſler National=Zeitung
im Jahre 1930 in Angriff genommen w.rden. Sie umfz
meter, die bis 1937 elektrifiziert ſein ſollen, mit einem K.
von 81 Millionen Franken. Es kommen folgende Stricken
Neuchätel — La Chaux de Fonds — Col des Roches, Baujah
Dalsberg—Baſel, Banjahr 1930/31; Delsberg—Delle, Baui=
Walliſellen—Uſter—Rasverswil—Uznach-Ziegelbrück., Baui=
Zürich—Affoltern-Zug, Baujahr 1931/32; Biel—
Soncebo=
de Fonds, Baujahr 1932/33; Bern-Luzern, Baujahr 1
ſchach-Buchs, Baujahr 1933/34; Goßau—Sulgen. Baufg
Neuchätel—Les Verrieres, Baujahr 1934/35; Sonceboz—Mol
ſter), Baujahr 1935/36; Giubiasko—Locarno, Baujahr 193
Jahre 1929 erzielte Einſparung durch den elektriſchen Betrch z
den Betrag von 5 Millionen Franken.
* Neuartige Verwendung von Elektrizität. Wenn ſeither mi
trizität gekocht oder gebraten wurde, ſo war dies nur eine in
Anwendung, da die elektriſche Kraft zuerſt in Wärme
wurde. Ein engliſcher Arzt kam auf den glücklichen Gedanf
Diathermieapzarat, der durch die Yiervon erzeugten bichfre
ſtrahlen zur örtlichen Erwärmung im Körperinnern benutzt wir
mittelbar auf ein Stück Fleiſch einwirken zu laſſen. Nach enige
änderungen wird es ihm möglich, Fleiſch mit Hochfrequenzelle
mittelbar zu braten und beiſpielsweiſe ein Ei in 2 Sekunden hart I
zu laſſen. Die Hochfrequenzwellen ſind nicht nur in der Lag 1y
Zellen anzuregen, zu lähmen oder zu zerſtören, ſie können auch
artig Veränderungen des Zellgewebes herbeiführen, die wr als
ſchließen durch Braten oder Röſten bezeichnen.
Durch Farädiſierung gewiſſer Nerven iſt es nach Verſuchen der
Aerzte möglich, nicht nur die Atmung ſcheintot Geborener mite
ſchem Strom anzuregen, man kann auch die Atembewegung bei
geborenen herbeiführen, ja man kann ſogar die lahmgelegte Amun
Menſchen wieder in Gang ſetzen, die durch Starkſtrom veruglickt
* Der Glühlampenverbrauch aller Länder beträgt 6u Mil=
Stück jährlich. Hiervon ſtellen die Vereinigten Staaten von An
305 Millionen, alſo mehr als die Hälfte, her. Europa fahnziert
Millionen, der Reſt verteilt ſich auf die anderen Kulturländer der (
Man ſchätzt, daß in jeder Wohnung jährlich 7 ueue Lampen notwe
werden, wozu jährlich 123 Millionen Lampen erforderlich find.
eine neue Wohnung rechnet man mindeſtens 22 Lampen.
* Das größte Peltonrad der Welt hat die Southern Calfomia
ſon Co, kürzlich in Bekrieb geſetzt. Bei einem Nutzgefäille vm
Metern leiſtet jedes Rad 41000 Kilowatt. Die Maſchine biſcht
2 Peltonrädern mit fliegender Achſe, zwiſchen denen ein Eleltraß
rator aufgeſtellt iſt. Zwiſchen Generator und Peltonrad ſeintet
je ein Lager. Die über drei Maſchineneinheiten hinweggehande A
hat einen Durchmeſſer von über 1 Meter, eine Länge von 150 Mek
und ein Geſamtgewicht von 45 Tonnen. Die Lager ſind als Roſhm
lager ausgebildet, ſie haben je 315 Tonnen zu tragen. Der 2n
Waſſerſtrahls auf jede Radſchaufel beträgt 40 Tonnen. Der Aaſf
ſtrahl hat bei einer Geſchwindigteit von 140 Metern ſekundlich ei
Durchmeſſer von 210 Millinretern. Derartig ungeheuerliche Geſchanl
keiten ſind auch bei Peltonrädern ganz außergewöhnlich.
* Schwingungszahlen. Es iſt wohl heute ziemlich allgemein
kannt, daß Wärme, Licht, Elektrizität, die Röntgenſtrahlen U0.
Schwingungen verſchiedener Größe zu betrachten ſind. Büſth ſ!
ſchon Auseinandereihungen derartiger, Schwinkungen bekamn untel
worden. Die nachſtehende Reihe erſcheint uns wegen ihrer Voll
und techniſchen Einfachheit beſonders verſtändlich. Schwingen
Sekunde (Hert);
Halbſekundenpendel,
1o
Vibrationsmaſſage,
50
Wechſelſtrom,
1000
Menſchliche Stimme,
300 000
Diathermie=Apparate,
1000 000
Rundfunkwellen,
10000 000
Funken der Leidener Flaſchen,
50 000 000
Funken der Autozündkerze,
100 000 000 bis
ohne techniſche Verwendung,
10 000 000 000
30 000 000 000
Wärmeſtrahlen bei 100 Grad
100 000 00 000
Wärmeſtrahlen bei Rotglut,
400 000 000 000
Lichtſchwingungen,
1000 000 000 000
Ultraviolette Strahlen,
2000 000 000 000
Glimmentladungen.
1 000 000 000 000 000 000 Nöntgenſtrahlen,
10 000 000 000 000 000 000 Gammaſtrahlen des Nadiuns.
* Cellophan iſt ein Verpackungsmittel, das ſich danl
vertvollen Eigenſchaften überraſchend ſchnell eine große
insbeſondere beim Verpacken von Nahrungsmitteln, erober
phan wird aus Zelluloſehydrat hergeſtellt. Die durgſich
ſind außerordentlich dünn, 0,2—1 Millimeter ſtark, glänze
und nicht brechend. Tvotz ihrer Dünnheit ſind die Blätter
und Oel undurchläſſig, nicht brennbar und werden von
Alkohol nicht gelöſt. Waſſer wellt nur die dünnen Blätt
phan wurde zuerſt in Frankreich hergeſtellt, ſeit einiger
aber auch die Herſtellung in Deutſchland aufgenommen.
lich wie Papier auf Maſhinen in faſt endloſem Band 9e
Berichtigung. In der letzten Nummer der 2. d.,
Aufſatz über den Transport von Sauerſtoff leider ein
Druckfehler unterlaufen. Es muß dort heißen: 94
Kubikmeter, ſtatt 0,4 Kubikmeter uſw.
HEUE BÜCHER UND ZEITSCHRETRT
* Eiſerne Zugtiere. Ihr Werden und Wirken von Jng.
unter Mitarbeit von Ing. B. Binder, 39 Abt. Verlaß:
(Franckhs Techn. Verlag), Stuttgart.
An Hand eines Induſtrieerzeugniſſes, das immer mehr. 2
und Bedeutung gewinnt, ſchildern die beiden Verfaſſer einen ”ſ
neueſter Art von der Verwaltung und deren Organiſatioh
Herſtellung der Einzelteile und dem Zuſammenhang am lauſ
Danach wird die Benutzung des Hannomagſchleppers i
betrieb beſprochen. Das ſehr flüſſig geſchriebene Büchlein 9.
guten Einblick in das Leben einer großen Fabrikanlage.
* Das Induſtrieblatt. Wochenſchrift für alle Fortſchritf.
und Betriebsführung. Organ des Reichsbundes Deutſche
Verlag: Induſtrie=Verlags= und Druckerei=Geſellſchaft n9d
gart. Preis vierteljährlich 3,50 RM.
Dieſe im 34. Jahrgang erſcheinende Zeitſchrift, die
zuverläſſiger Weiſe über alles Neue auf dem Gebiet der 2ec
tiert, beginnt in einer der letzten Nummern einen Ronal
Richter, der durch die Aktualität ſeines Themas: Induſtr”e=
Sozialkampf, wohl das Intereſſe vieler feſſeln dürſte, Auße
die Wochenſchrift in einer „Vermittlungszentrale”, eine
„Neuland der Technik”, einem Stellennachweis, eineh
und einem Nachrichtenblatt des Reichsbundes Deutſgg
was wertvoll und wiſſenswert iſt.
BERBöHLICHE8 Au8 DER TEOhN
Oberbaudirektor Prof. Dr.=Ing. e. h., Dr. med
Fritz Schumacher, Hamburg, feierte ſeinen G=
Rr
Der Begründer der Büſſing=Automobilfahr
Dr.=Ing. e. h. Heinrich Büſſing, ſtarb im Alte
14
Dem Direktor des Inſtituts für Schwingungsſe
niſchen Hochſchule Berlin. Prof. Dr.=Jng. . h.
F=
wurde die Goldeme Heinrich=Hertz=Medaille verliehrn
ummer 362
Dienstag, den 31. Dezember 1929
Seite 13
m der Jahreswende ſteht die D.T. innerlich geſchloſſen und
ge=
and bereit zu weiterer Arbeit am deutſchen Volke, an dem ſie als
— und größter deutſcher Verband für Leibesübungen bislang ihre
Lichtungen in unermüdlicher Arbeit und in ſtetiger Treue erfüllt
Millionen und Abermillionen hat ſie Kraft, Geſundheit und
rifriſche für den Kampf des Daſeins gegeben, und dazu
beigetra=
aß vielen herrliche Stunden der Erinnerung durch die Turnerei
fen wurden, die ihnen Lebensinhalt gegeben haben. Immer
Die D.T. im Vorderkampfe, wenn es galt, für deutſche
Volkstums=
zu ringen. Sie iſt nicht müde geworden, ihren überlieferten
ſätzen treu zu bleiben.
as abgelaufene Jahr 1929 war ein Jahr eifrigſter Arbeit am
: Ausbau der D.T. Wie ſchon von jeher die Erziehungsarbeit
— breiten Maſſe Hauptziel der D.T. geweſen iſt, ſo auch 1929,
Tchem Jahre der Mittelpunkt der turneriſchen Arbeit und ihr
gewicht in der Tätigkeit in den Vereinen und Organiſationen
(arnerſchaft lag. Nach dem gewaltigen Höhepunkt im turneriſchen
den das 14. Deutſche Turnfeſt in Köln 1928 mit ſeinen 200 000
Tnehmern gebrachte hatte, ſtand das Jahr 1929 im Zeichen der
kungen dieſer Arbeit.
adurch iſt der innere Ausbau des turneriſchen Vereinslebens
ert worden. Erfreulich war, daß auch die Spitzenleiſtungen nicht
Ben, ſondern, wie zahlreiche neue Beſtleiſtungen auf dem Gebiete
vlksturnens, des Schwimmens und anderer Wettkampfarten be=
— an Stärke gewannen. Auch die turneriſche Spielbewegung
erfreuliche Fortſchritte, und weitere Hunderttauſende konnten
S Turn= und Sportſpiel gewonnen werden.
eulich geſtaltete ſich auch die Lehrarbeit, denn neben der großen
Dartetagung in Mannheim wurden in den Kreiſen und Gauen
Tereinen zahlreiche Lehrgänge für die Führer auf den einzelnen
Sieten abgehalten, und die Deutſche Turnſchule in Berlin
bil=
rrit größtem Erfolge in unermüdlichem Wechſel der
Arbeits=
zahlreiche Turnwarte und Vorturner, Leiterinnen und Vor=
Ennen aus, die zur Belebung und Erweiterung des turneriſchen
Ses in den Vereinen berufen ſind. So iſt auch die erzieheriſche
vorwärts gebracht worden. Das wichtigſte Ereignis auf dem
Ttungsgebiet war der 20, Deutſche Turntag, der in Berlin im
ſitzungsſagl des Deutſchen Reichstags ſtattfand und zu einer
vllen Kundgebung für den turneriſchen Gedanken wurde und
Titig der Oeffentlichkeit die innere Beſchwingtheit und den feſten
anenhalt der D.T. dartat.
2 kann eigentlich nur Erfreuliches von dem abgelaufenen Jahr
2t werden, das ſich in jeder Hinſicht günſtig für die D.T. ent=
2. Dankbar wird man in dieſem Zuſammenhang der Männer
—n müſſen, die in unermüdlicher ehrenamtlicher Tätigkeit die
der D.T. für das deutſche Volk zu verwirklichen ſuchten, nicht
des nach zehnjähriger Tätigkeit von der Leitung der D.T.
zu=
etenen bisherigen 1. Vorſitzenden Profeſſor Dr. Berger. Unter
Jührung, aber alten Idealen getreu und freudig zur Mitarbeit
Slksganzen bereit, tritt die D.T. über die Schwelle des neuen
S das, wie ſeine Vorgänger, im Zeichen angeſpannter Arbeit
Tvird. Arbeit und immer wieder Arbeit iſt ja das Lebenselement
T.
Tch 1930 wird es für die D.T. heißen: Alle Muskeln und Sinne
nnt zur Arbeit für Volk und Vaterland! Große Aufgaben
bevor: die Lehrarbeit muß fortgeſetzt und womöglich noch
ver=
erden; die Werbearbeit iſt auszubauen und weiter
auszugeſtal=
enſo die vielſeitige ſturneriſche Arbeit auf dem Gebiete des
Ge=
nens, des Frauenturnens, des Jugend= und Knabenturnens,
ingen, Lauf und Wurf, im Fechten und Ringen, im Turn= und
Diel, im Wandern und Waſſerwandern. Ueberall müſſen
wei=
ortſchritte gemacht werden. Auch die Zahl der turneriſchen
Xaltungen wird keine kleine ſein. Zunächſt ſind wie ſtets die
Xaltungen der D.T. durchzuführen: die vielſeitigen Spielmeiſter=
7. die Fechtmeiſterſchaften, die Volksturnmeiſterſchaften, die
rrmeiſterſchaften; dann aber auch ein Alterstreffen der D. T., das
Dreußen als Tannenbergtreffen der D.T. vor ſich gehen ſoll.
ommen nicht weniger als 14 Kreisturnfeſte, die zum Teil rieſen=
Umfang haben werden, denn man rechnet z. B. bei dem
geplan=
eisturnfeſt der Sachſen in Chemnitz mit einer Teilnahme von
Xens 100 000 Turnern und Turnerinnen. Daneben werden
ſtändlich auch die Gaue und die Vereine zahlreiche
Veranſtal=
durchführen, die dazu dienen, den Mitgliedern Anregungen zu
—ind zu turneriſchem Gemeinſchaftsſinn zu erziehen.
2 gibt es Turnarbeit in Hülle und Fülle, Arbeit, die freudig
* wird, nicht um Lohn und Dank, ſondern lediglich für das deut=
Dlk. Denn Dienſt an ihm iſt das höchſte und größte Ziel der
xeweſen und wird es auch in Zukunft immerdar bleiben. Frei
rrteipolitiſchen und anderen Bindungen, ſtolz und ſtark ſteht die
ſchaft vor uns; von friſchem Wind geſchwellt, ſegelt ſie hinein
rkunftsland. Mögen ihrer Arbeit auch 1930 Fortſchritte zum
des deutſchen Volkstums beſchieden ſein!
aud
ſtei
tieſt
ten
mm
ſes
tuan
get
Staatsminiſter a. D. Dominicus, Erſter Vorſitzender
der Deutſchen Turnerſchaft.
—in dringlichſter Wunſch für das Jahr 1930 geht dahin, die
un=
frry are und unerquickliche Streiterei zwiſchen den Turn= und
Sport=
ve en, insbeſondere denen, die auf gleicher weltanſchaulicher
Grund=
lago hen, aus dem Wege zu räumen, um auf dieſe Weiſe der
deut=
ſchh urn= und Sportbewegung zu der einheitlichen und machtvollen
Or0 Jation zu verhelfen, deren ſie zur Wahrnehmung ihrer großen
wao ridiſchen Beſtimmungen gegenüber den Regierungen und
Parla=
men aller Art dringend bedarſ.
Waldlaufmeiſterſchaften der D.T. werden am 21. April in
den ausgetragen.
— den Davis=Cup hat jetzt in der Europazone auch Belgien
ſesi Neldung abgegeben.
und Tarnen.
Supoan.
Germania 03 Pfungſtadt-Bikt. Griesheim 3:0 (1:0).
Mit dieſem glatten Sieg konnte Germania Pfungſtadt ihre
Poſi=
tion im Mittelfeld der Tabelle weiterhin befeſtigen. Bei der Pauſe
führte der Platzbeſitzer durch Voß 1:0. Nach dem Wechſel kam
Pfung=
ſtadt durch Nickel II noch zweimal zu Torehren, während Griesheim
leer ausging. Beide Mannſchaften verſchoſſen je einen
Elf=
meter. Daß Pfungſtadt trotz mehrfacher Möglichkeiten keinen
höheren Sieg erreichen konnte, lag an der Stürmerreihe, in der
ledig=
lich Nickel II befriedigte. Flicker, im Feldſpiel wohl gut, war im
gegebenen Moment vor dem Tor nicht zu ſehen. Voß und beſonders
die Außenſtürmer zeigten recht mäßige Leiſtungen. In der
Läufer=
reihe gefiel der unermüdliche Crößmann ſehr gut. Auch der für
Kra=
mer eingeſprungene Hillgärtner, Gg. hielt ſich tapfer. Marquard fiel
nach der Pauſe infolge unnützer Tändeleien vorher zeitweiſe ſtark
ab. Die Verteidigung, Hillgärtner, W., und Jans, erledigten ihr
Penſum mit gewohnter Sicherheit. Griesheim war mit großem Eifer
bei der Sache und hielt das Spiel ſtets offen, ohne jedoch Pfungſtadts
Technik und Kombination zu erreichen. Der Schiedsrichter amtierte
gut.
Sämtliche Platzvereine ſiegten. — Olympia Worms — Olympia
Lorſch fiel aus.
Der erſte Spielſonntag der Rückrunde brachte recht normale
Er=
gebniſſe. Die Platzvereine behielten die Punkte für ſich. Das Spiel
Olympia Worms—Olympia Lorſch iſt ausgefallen. In der Tabelle
gab es wieder verſchiedene Aenderungen. Bürſtadt rückte auf den
zweiten Platz, dagegen iſt Olympia Lampertheim auf die fünfte Stelle
zurüickgefallen. Die einzelnen Refultate ſind ſo:
V. f. R. Bürſtadt — Olympia Lampertheim 2:0,
V. f. L. Lampertheim — Norm. Pfiffligheim 4: 1,
Sportverein Herrnsheim — Sportv. Hochheim 1:0,
Sportv. Horchheim — Starkenb. Heppenheim 3: 1,
F.V. Biblis — F.V. Hofheim . . . . . . 3:0.
In Bürſtadt trafen ſich zwei techniſch ſehr gut durchgebildete
Mann=
ſchaften, und demgemäß war ein kreisligawürdiges Spiel zu ſehen. Die
Einheimiſchen fanden ſich beſſer mit dem glitſchigen Boden und dem
orkanartigen Sturm ab; ein guter Schiedsrichter ließ unfaires Spiel,
wie es bei ſolchen Gegnern faſt unvermeidlich iſt, nicht zu. Auch in
Lampertheim konnte man mit den Leiſtungen der beiden Mannſchaften
ſehr zufrieden ſein. Die Gäſte aus Pfiffligheim gaben ſich die denkbar
beſte Mühe, ehrenvoll abzuſchneiden. — V.f.L. mit Münzenberger
über=
traf ſich jedoch ſelbſt. Auch hier amtierte ein guter Schiedsrichter. Die
Herrnsheimer behaupten ſich in der Kreisliga, das ſteht heute ſchon
feſt. Gewiß, ſie holen auswärts die wenigſten Punkte, aber daheim
— da laſſen ſie ſich nichts ins Bockshorn jagen. Freilich, der Sieg iſt
immer knapp; aber langt ein 1:0 nicht genau ſo gut für zwei Punkte
wie eine ſaftige Packung? Die Hochheimer waren nervös wie alle
ſeitherigen Gegner des „Neulings” in Herrnsheim. Das Spiel ſelbſt
litt unter der Unbill des Wetters und brachte jeder Partei den
Sturm=
wind zum Bundesgenoſſen. Es wurde ziemlich hart geſpielt, doch auch
hier lag die Leitung in guten Händen. In Horchheim konnten die
Bergſträßer nicht ſonderlich überzeugen. Trotz ſtarken Rückenwindes
kamen ſie in der erſten Hälfte zu keinem Erfolg. Die Horchheimer
Stürmer waren beherzter im Schießen und brachten ſo in klarem Sieg
die Punkte an ſich. Auch hier war der Schiedsrichter gut. In Biblis
ging es zeitweiſe recht rauhbeinig zu; die Hofheimer Nachbarn wollten
ſcheinbar fehlendes Können mit Rauhbeinigkeit verdecken. Da aber
auch hier ein ſehr energiſcher Schiedsrichter ſtets Herr der Lage war,
ernteten die Gäſte zu ihrer Niederlage noch zwei Herausſtellungen,
Die Bibliſer zeigten guten Durchſchnittsfußball.
Polizeiſporkverein — Sporlverein 98.
Wie unſere Nachbarſtädte Frankfurt und Worms ihre Lokalderbys
haben, ſo auch Darmſtadt durch die Begegnung obiger Vereine. Nur
ein Unterſchied beſteht. Was für Frankfurt und Worms Fußball
be=
deutet heißt für Darmſtadt Handball. Daß die Begegnung zweier
ſol=
cher Spitzenmannſchaften in der geſamten Sportwelt allgemeines
In=
tereſſe auslöſt, iſt wohl ſelbſtverſtändlich. Wohl hat die Sportvereins=
Elf vier Punkte Vorſprung; doch zeigt auch die Tabelle, daß der
Polizeiſturm der ſchußfreudigſte iſt unter allen Vereinen im Bezirk.
111:29 iſt das Torergebnis der bisher ausgetragenen Spiele. Nach
dem Torverhältnis an zweiter Stelle ſteht Sportverein 98 mit 104: 26
Toren. Beide Mannſchaften pflegen das Darmſtädter Spielſyſtem.
Die Hauptſtärke beider Mannſchaften liegt im Sturm. Iſt es beim
Sportverein 98 immer wieder der wendige und wieſelflinke
Innen=
ſturm, der aus allen Lagen Tore ſchießen kann, ſo iſt es bei der
Poli=
zei der ſchnelle und wuchtige Außenſturm, der die gefährlichſten
Tor=
gelegenheiten herausarbeiten kann. Das Vorrundenſpiel ging ja wie
bekannt mit zwei Toren Unterſchied für die Polizei verloren. Ob es
der Polizei gelingt, dem Sportverein 98 die erſte Punktniederlage in
dieſer Spielſaiſon beizubringen, iſt eine offene Frage. Auf alle Fälle
wird man ein Spiel zu ſehen bekommen, das den beiden Mannſchaften
würdig iſt.
Winkerſpork.
Ein Damen=Skikurſus auf der Darmſtädker Hütte.
Vom 2.—9. Februar 1930 findet auf der Darmſtädter Ski= und
Wanderhütte beim Ruheſtein im Schwarzwald ein Damen=Skikurſus
ſtatt. Als Leiterin hat ſich liebenswürdigerweiſe die bekannte
Ski=
läuferin Frau Geh.=Rat Dr. Hoeflmayr=München ehrenamtlich
zur Verfügung geſtellt. Der Gedanke, einen Damen=Skikurſus
abzu=
halten, geht vom Gau I Kreis V des Deutſchen Schwimmverbandes
aus: Damen des Skiverbandes oder ſonſt begeiſterte Sportlerinnen
ſind herzlich willkommen. Nähere Auskunft erteilt gerne die
Gauver=
treterin Frau L. Stahl, ſowie das Sportgeſchäft Adelmann,
wo=
ſelbſt eine Liſte zur Einzeichnung für den Kurſus aufliegt.
Deutſches Amakeur=Grundgeſetz.
Die von den Verbänden eingeſetzte Kommiſſion für die Feſtlegung
des Wortlautes, zum Deutſchen Amateurgrundgeſetz hat folgenden
Vor=
ſchlag ausgearbeitet:
1. Amateur iſt jeder, der Leibesübungen um ihrer ſelbſt willen,
ihrer Geſundheit und ſittlichen Werte halber aus eigenen Mitteln in
ritterlicher Weiſe treibt. Amateur iſt dagegen nicht, wer aus ſportlicher
Betätigung Vermögensvorteile ziehen will, zieht oder gezogen hat, ſeinen
Unterhalt aus dieſer ganz oder teilweiſe zu ſchaffen ſucht. Als.
unzu=
läſſig wird jeder geldliche oder wirtſchaftliche Vorteil angeſehen, auf den
der Amateur keine andersgearteten rechtlichen Anſprüche hat.
2. Einem Amateur iſt der Wettkampf mit Profeſſionals nicht
ge=
ſtattet, wenn nicht der zuſtändige Verband eine Ausnahme genehmigt hat.
3. Eine einmal verloren gegangene Amateureigenſchaft kann nur auf
Antrag des zuſtändigen Verbandes durch einen unter der Leitung eines
der drei Vorſitzenden des D.R.A. ſtehenden fünfköpfigen Ausſchuſſes
wie=
der zuerkannt werden. Die vier weiteren Mitglieder dieſes Ausſchuſſes
ſind der erſte Vertreter des betreffenden Verbandes und drei weitere
von dieſem Verband zu benennende Vertreter anderer Verbände des
D. R. A.
Dazu wurden noch folgende Ausführungsbeſtimmungen feſtgelegt:
1. Als Vermögensvorteil wird angeſehen Entgelt für Reklame oder
Propaganda für ſportliche Leiſtungen.
2. Als Vermögensvorteil wird nicht angeſehen das Gehalt des
plan=
mäßig ausgebildeten Turn= und Sportlehrers, der allgemeine
Erziehungsarbeit auf dem Gebiete der Leibesübung leiſtet. Ueber die
Wettkampffähigkeit entſcheidet der Verband. Dieſer hat auch die
plan=
mäßige Ausbildung zu beſtätigen. Die ſtaatlich geprüften oder mit dem
Diplom des D.R.A. ausgeſtatteten Turn= und Sportlehrer gelten von
vornherein als Amateure.
3. Den Amateuren iſt unterſagt, mit den Veranſtaltern über die
Teilnahme an Wettkämpfen oder Wettſpielen unmittelbar zu verhandeln
oder Speſen= und Koſtenerſatz zu vereinbaren. Die Abrechnungen dürfen
nur über den Verein oder Verband erfolgen. Aufgabe der einzelnen
Verbände iſt es, den Koſtenerſatz ſo zu regeln und zu überwachen, daß
dadurch kein Gewinn entſpringen kann, ferner die Zahl der Reiſen mit
Koſtenerſatz ſo zu begrenzen, daß dadurch kein Lebensunterhalt für
län=
gere Zeit entſteht.
4. Die Amateureigenſchaft verliert, wer einen anderen zu einer
Ver=
letzung von deſſen Amateureigenſchaft zu verleiten oder die mangelnde
Amateureigenſchaft eines anderen zu verheimlichen ſucht. Perboten iſt
insbeſondere jeder Verſuch, durch Stellenvermittlung oder Gewährung
direkter oder indirekter materieller Vorteile Mitglieder zum Verlaſſen
ihres alten Vereins und zum Uebertritt in einen anderen Verein zu
beſtimmen.
Dieſer Entwurf iſt nun den Verbänden zugeleitet, die dazu Stellung
nehmen ſollen, ehe der Olympiſche Ausſchuß des D.R.A. die endgültige
Faſſung als deutſchen Vorſchlag für den Olympiſchen Kongreß feſtlegt.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 31. Dez. 13.30: Schallplatten. o 15.15:
Jugend=
ſtunde. Reinecke Fuchs. O 16: Konzert. Kapelle Bernd Buchbinder.
O 18.15: Bücherſtunde. 18.45: Stuttgart: Dr. Schottländer:
Ein Pionier deutſcher Wiſſenſchaft im Ausland: F. W. Junghuhn.
O 19.15: Stuttgart: Silveſter=Feier, Ausf.: Präſes Hinderberger
(Anſpr.) Singchor des Kath. Geſellenvereins Stuttgart. O 20:
Stutt=
gart: Heiterer Abend. „Hochzeitsreiſe” Szenen nach Tſchechow von
Kar, Köſtlin. — Die verwandelte Katze”, Operette in einem
Auf=
zuge, „ſik von Offenbach. 22: „Schier dreißig Jahre” Silveſter=
Revue von Hilarius. 6 23: Bunter Abend. O 23.50:
Neujahrs=
anſprack. 24: Tanzmuſik. Kapelle Blue Players Philippini.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Dienstag, 31. Dez. 10: Maria Weißleder:
Fröhliches Jahresende. O 14.30: Margit Hellberg: Schnurren und
Schwänke für Kinder. O 15: Kindertheater: „Silveſterſpuk im
Märchenlande. O 15.45: Frauenſtunde. Urſula Scherz und W.
Wauer: Silveſterſcherze. e 16.30: Leipzig: Konzert. 17.30:
Studienrat Thiel: Uhr und Kalender, e 18: A. Rich. Meyer:
Der Silveſterpunſch. O 18.30: Silveſter=Feier. Des Jahres letzte
Stunde. — Dr. Dietrich: Beſinnliche Betrachtung. — Haydn:
Symphonte G=dur. — Strauß: Wein, Weib und Geſang. Mitw.;
Die Damen: Forſter, Lührs, von Kapherr, Storck;; die Herren:
Dimano, Helfmann, von Nyiri, Schier, Wenniger Winterberg.,
Kammerorcheſter der Gemeinnützigen Vereinigung zur Pflege deutſcher
Kunſt. O 20: Offenbach: Ouv. zu „Orpheus in der Unterwelt”,
Liſzt: Rhapſodie Nr. 2. — Meyerbeer: Fackeltanz. — Strauß:
Radetzky=Marſch, Ausf.: Berliner Funkorch. — Guten Morgen,
Herr Fiſcher!” Vaudeville=Burleske von W. Friedrich, Muſik von
Ed. Stiegmann. O 21: Cläre Waldoff — Auſtin Egen. — Strauß:
„Brüderlein”, aus Enſemble „Die Fledermaus”. — Marecll Salzer,
— Auf zwei Klavieren. W. Groß und W. Kaufmann. — Joſeph
Schmidt ſmgt. 22: Strauß: An der ſchönen blauen Donau,
Wakzer, Funkorch. — P. Graetz: Silveſter 1929. — Die Abels
ſingen — Tſchaikowsky: Aus der Symphonie f=moll. — Junges
Kabarett — Einödshofer: Finale aus „Tolle Nacht” Funkchor.;
— Aus der Volksbühne: 9. Symphonie mit Schlußchor über
Schillers Ode „An die Freude” von L. van Beethoven. Mitw.:
Lotte Leonard (Sopran), Hilde Ellger (Alt), Helge Roswaenge,
(Tenor), Herm. Schey (Baß), Kittelſcher Chor. Verſtärktes
Phil=
harmoniſches Orch. O Anſchl.: Tanz= und Unterhaltungsmuſik.
Kapelle Gerh. Hoffmann und Kapelle Gebr. Steiner,
Weiterbericht.
Ausſichten für Dienstag, den 31. Dezember: Veränderliches Wetter mit
Bewölkung und Aufheiterung wechſelnd, kühler, keine oder nur
ver=
einzelte geringe Niederſchläge.
Ausſichten für Mittwoch, den 1. Januar: Noch kein beſtändiges Wetter.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Veranwwortſich für Poſiiſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleten, Neick md
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; ſtr
„Die Gegenwart‟: Dr. Herbert Rette; für den Inſeratenteil: Willt Kuble; Drud
und Verlag: Z. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadi
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Geiten.
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Zummer 362
Dienstag, den 31.
Vom Tabakmarkk.
Die Tabake unterm Dach haben von neuem Feuchtigkeit gezogen,
ſo daß immer noch nicht alles abgehängt werden kann. Dagegen
wur=
den die letzten trockenen Froſttage zur Verwiegung und Ablieferung
der letzthin gekauften Haupttabake benutzt, was ohne Beanſtandungen
vor ſich ging. — Das Einkaufsgeſchäft blieb weiter ſtill und wird
auch momentan nicht mehr aufleben, wenn auch eine beſſere Stimmung
nach der endgültigen Annahme der Steuererhöhungsvorlage, die die
Unſicherheit vom Gewerbe genommen hat, eingetreten iſt. Pflanzer
und Verarbeiter haben ſich mit den gegebenen Tatſachen abgefunden.
In Verhandlungen von Vertretern der Pflanzerſchaft und der
Tabak=
induſtrie mit dem Reichsfinanzminiſterium wurde eine kleine Beſſerung
in der Steuervergünſtigung erzielt, was den Pflanzern zugute kommen
ſoll. Dies zeigten auch die letzten Verkäufe in Rheinbiſchofsheim und
Zeutern, wo für den Zentner Haupttabak wieder 40 RM. wie zu
Be=
ginn des Verkaufs bezahlt worden ſind. Dieſer Preis liegt aber immer
noch unter dem vorjährigen, obwohl dieſer Tabak an Qualität dem
diesjährigen nachſteht. Plankſtadt will dagegen nicht unter 50 RM.
den Zentner abgeben. Die Pflanzer, die trotz der Warnungen ihrer
Organiſationsleiter Not= und Angſtverkäufe vornahmen, ſo zuletzt
noch Neckarbiſchofsheim und Helmhof zu 28—33 RM. pro Zentner,
werden nun ihren Fehler einſehen, und ſind jetzt auf die Gnade oder
Ungnade der Einkäufer angewieſen, ob ſie einen Zuſchlag erhalten
oder nicht. Zum Glück ſind es nur etwa 1000 Zentner die zu einem
ſolch niedrigen Preis abgegangen ſind. Auf die gebeſſerte Lage hin
haben nun auch der Landesverband baheriſcher Tabakbauvereine auf
den 9. Januar nach Speyer und die Badiſche Landwirtſchaftskammer
nachfolgend nach Karlsruhe Verkaufsſitzungen anberaumt, in denen
zuſammen zirka 30 000 Zentner Schneidegut zum Verkauf ſtehen
wer=
den. In alten Tabaken war das Geſchäft ſchon im Hinblick auf die
Feiertage ganz ſtill. In der Zigarreninduſtrie dauern die
Ankündi=
gungen auf Schließung von Filialfabriken und Kündigungen der
Ar=
beiterſchaft an.
Wirtſchafliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsrichtzahl vom 27. Dezember. Die auf
den Stichtag des 27. Dezember berechnete Großhandelsrichtzahl des
Statiſtiſchen Reichsamts iſt gegenüber der Vorwoche von 134,1 auf
134,0 leicht zurückgegangen.
Ueberführung der Interventionsware des Stützungskonſortiums auf
die Bank für Induſtriewerte A.=G. In einer Sitzung des Interventions=
Eonſortiums ſind einſtimmig Maßregeln beſchloſſen worden die
Ge=
währ leiſten, daß die Beſtände des Interventionskonſortiums für längere
Zeit von jedem Verkauf ausgeſchloſſen ſind. Zu dieſem Zweck ſind dieſe
Beſtände der Bank für Induſtriewerte A.=G., Berlin überlaſſen worden,
welche ihr Aktienkapital von 2 Mill. RM. nennenswert erhöhen wird,
ſſobald die notwendigen ſteuerlichen Erleichterungen im Geſetzwege
durch=
geführt ſein werden.
Uebergang des Kafſeler Bankhauſes L. Pfeiffer auf die D. u. D.=
Bank. Das Bankhaus L. Pfeiffer, Kaſſel, mit ſeinen Kaſſeler
Depo=
ſitenkaſſen und Filialen in Dillenburg, Fulda, Hersfeld, Marburg und
Wildungen wird zum 1. Januar 1930 auf die Deutſche Bank und
Dis=
konto=Geſellſchaft übergehen. Der Betrieb der Filiale Kaſſel der D.D.=
Bank wird mit dem der Firma L. Pfeiffer unter dem Namen „Deutſche
Bank und Diskonto=Geſellſchaft, Filiale Kaſſel”, in dem Gebäude der
Firma L. Pfeiffer vereinigt. Dr. phil eh. Karl L. Pfeiffer und Dr.
phil. eh., Dr. jur. Ludwig Pfeiffer übernehmen zuſammen mit den
bisherigen Direktoren die Leitung der Kaſſeler Filiale der D.D.=Bank.
Schöfferhof=Binding=Bürgerbräu A.=G., Frankfurt. Die Geſellſchaft
berichtet für 1928/29 über eine Steigerung des Bierabſatzes imfolge
Er=
weiterung ihres Kundenkreiſes der günſtigen Sommerwitterung und
hoher Apfelweinpreiſe. Ende Juni wären in dem veröffentlichten
Pro=
ſpekt der Ausſtoß mit 440 000 Hektoliter angegeben. Das Ergebnis zeigt
guzüglich eines Vortrages (alles in Mill. MM.) einen Bruttoertrag von
15,46. Nach Abzug von 8,02 (7,06) Unkoſten, 5,36 (4,79) Steuern und
0,23 (0,23) Abſchreibungen einen Reingewinn von 1,58 (1,65). Von
dieſem werden für die bekanntlich wieder 2prozenzige Dividende infolge
Erhöhung des A.=K. auf 6 (5) 12 (1,0) herangezogen. Die geſetzliche
Reſerve ſteigt um 0,10 (0) auf 10 Prozent des jetzigen Aktienkapitalls,
an Tantiemen wurden 0,12 (0,11), an Delkredere und Wohlfahrt 0,15
(0,410) abgeführt, ſo daß ein Vortrag vom 0,10 (0,10) verblibt. Die
Bilanz zeigt einerſeits Aktienkapital 6,06 (5,06), Reſerven 1,61 (2,01),
Obl. Schuld 0,10 (0,11), Hyp. Schuld 1,10 (0,89), Verbindlichkeiten 0,82
(0,66), Bierſteuer 0,91 (0,84), ſonſtiger Steuerrücklagen 0,65 (0,65),
an=
dererſeits Brau.=Immob. 3,64 (3,70), Wirtſchaften 2,60 (2,10), Bar= und
Bankguthaben 1,99 (1,67) Außenſtände und Darlehen 3,17 (2/76),
Vor=
räte 1,94 (1,78). Der Abſatz hat ſich im neuen Jahre laut Bericht etzwa
auf der Vorjahrshöhe gehalten. (G.=V. 13. Januar 1930.)
Mekallnokierungen.
Die Verliner Metall=Termine vom 30. Dezember ſtellten ſich für
Kupfer: Januar 129,75 (130,25), Februar 130 (131), März 130
(130,75), April 130 (130,50), Mai, Junr 130,25 (130,25), Juli, Autguſt
130,50 (130,25), September 130,50 (131), Oktober 130,50 (130,75),
No=
vember 130,75 (130,75). Tendenz: ſchwächer. Für Blei: Januar 41,25
(42), Februar, März 41,75 (42,25), April, Mai 42 (42,50), Juni 42
(42,75), Juli, Auguſt, September, Oktober, November 42,50 (43).
Ten=
denz: ruhig. Für Zink: Januar, Februar 38 (39), März 38,50 (40,50),
April. Mai 38,50 (41), Juni 39 (41), Juli 39,50 (41), Auguſt 89,75
(41,25), September 40 (41,50), Oktober 41,25 (41,75), November 41,50 (42).
Tendenz: luſtlos. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern
beigefügten Brief.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 30. Dez.:
Getreide: Weizen, Dezember 126½, März 132½, Mai, Juli
13528: Mais, Dezember 86½, März 92½, Mai 95½, Juli 97;
Hafer, Dez. 44½, März 47½, Mai 49; Roggen. Dez. 105¾4,
März 105½, Mai 104½
Schmalz: Dez. 9,80, Jan. 10,025, März 10,25, Mai 10/475.
Fleiſch: Speck loco 10,50; leichte Schweine 9,40—9,90, ſchwere
Schweine 9,35—9,75; Schweinezufuhren in Chicago 53000, im
Weſten 131000.
Chicagver Baumwolle: Dez. 17,07, Januar 17,/42.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 30. Dez.:
Schmalz: Prima Weſtern 10,55: Talg ertra loſe 778.
Getreide: Weizen, Rotwinter n. Ernte 144½, Hartwinter n.
Ernte 137½: Mais 100½; Mehl 5,65—6,05; Getr. Fracht nach
England 1,6—2 sh, nach dem Kontinent 8—10 C.
Produkkenberichte
Mannheimer Produktenbericht vom 30. Dezember. Auf feſte
Nach=
richten vom Auslande und infolge der Zollerhöhungen verkehrte die
Börſe in feſter Haltung. Im nichtoffiziellen Verkehr nannte man gegen
12,30 Uhr in RM. per 100 Kilo waggonfrei Mannheim: Weizen inl.
27,50, ausl. 29,50—33, Roggen inl 19,50—19,75, Hafer inl 17—17,75,
Braugerſte, badiſche, württembergiſche und rheinheſſiſche 20—21,
pfäl=
giſche 20,75—21,75, Futtergerſte 16,50—17,50, Mais mit Sack 18,50, ſüdd.
Weizenmehl Spezial 0 39,75, ſüdd. Weizenauszugsmehl 43,75, ſüdd.
Weizenbrotmehl 29,75, ſüdd. Roggenmehb 29,75—32,50, Kleie, feine 9,50,
Biertreber 14,50—15.
Frankfurter Produktenbericht vom 30. Dezember. Die letzte
Pro=
duktenbörſe im alten Jahre verzeichnete ſehr ruhiges Geſchäft. Die feſten
Auslandsnotierungen konnten nur wenig Anregung bieten, da die
Käu=
fer und Verkäufer ſehr zurückhaltend ſind. Lediglich Weizen und
Weizen=
mehle hatten etwas Geſchäft für Rechnung niederrhein. Mühlen
aufzu=
weiſen, bei leicht erhöhten Preiſen. Futtermittel weiter gedrückt.
Hül=
ſenfrüchte bei unbedeutendem Geſchäft ruhig und behauptet, desgleichen
Nauhfuttermittel und Kartoffel. Weizen 27,25, Roggen 19, Gerſte 19,75
bis 20, Hafer 18, Mais 18, Weizenmehl ſüdd. und niederrhein. 30,25
bis 40, Roggenmehl 27,75—29, Weizenkleie 9,/40—9,50, Noggenkleie 9,75,
Erbſen je nach Qual. 31—44, Linſen je nach Qualität 55—100, Heu 10,50,
Weizen= und Roggenſtroh drahtgepreßt und gebündelt 5,50—5,80,
Tre=
ber getrocknet 14,75—15. Tendenz: ruhig.
Berliner Produktenbericht vom 30. Dezember. Am Getreidemarkte
fehlte es auch heute wieder an regerer Unternehmungskuſt. Das
inlän=
diſche Brotgetreideangebotz blieb nach wie vor ziemlich gering, für Wei=
zen zeigte ſich vereinzelt auch zu höheren Preiſen einige Nachfrage.
Da=
gegen Roggen faſt gänzlich vernachläſſigt, da das Mehlgeſchäft faſt ganz
ins Stocken geraten iſt und neue Exportabſchlüſſe kaum zuſtande kommen
können. Am Lieferungsmarkt war Weizen im Anſchluß an die feſten
Auslandsmeldungen und die höheren Forderungen für überſeeiſche
Weizen feſter gehalten, was ſich angeſichts der Auswirkungen des
Ver=
mahlungszwanges für Inlandsweizen beſonders in den ſpäteren
Sich=
ten bemerkbar machte. Roggen lag mit Preisverluſten von 1,25 bzw.
1,75 Mark matt. Die Engagements im Laufe des Monats ſind
an=
ſcheinend bei beiden Brotgetreidearten heute bereits ziemlich
ausge=
glichen. Der Mehlmarkt liegt bei unveränderten Forderungen ſtill. Hafer
und Gerſte bei ruhigem Geſchäft ſtetig.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. Dezember.
Trotz der ſchwachen New Yorker Börſe war zum Wochenbeginn im
Vormittagsverkehr die Stimmung eher freundlich; Geſchäft war aber
kaum zu verzeichnen. Bei Feſtſetzung der erſten Kurſe prägte ſich eine
allgemeine Freundlichkeit mehr aus, da noch einige Intereſſenkäufe dem
Markte einen Anreiz gaben. Nur die hiervon betroffenen Werte waren
etwas, mehr gehandelt; es drehte ſich in der Hauptſache um
Neuengage=
ments. Die übrigen Werte lagen ſehr ſtill, da der immer noch anhaltende
Auftragsmangel ſtörend wirkte. Man ſieht der Ueberwindung des
Zahltages mit Zuverſicht entgegen; auch das dürfte vor allen Dingen
zur Beſſerung der Tendenz beigetragen haben. Sonſtige Anregungen
waren nicht vorhanden. Etwas mehr Intereſſe beſtand am Elektromarkt
für Licht und Kraft, die einen Spitzengewinn von 4 Prozent
aufzu=
weiſen hatten. Elektriſche Lieferungen gewannen 3 Prozent und
Chade=
aktien 3,5 Mark. Sonſt war hier die Umſatztätigkeit klein. Siemens
behauptet. Am Chemiemarkt eröffneten J. G. Farben 1,5 Prozent und
Deutſche Erdöl 1 Prozent feſter. Scheideanſtalt waren dagegen in
Re=
aktion der letzttägigem Aufwärtsbewegung eher angeboten und leicht
ge=
drückt. Etwas vermehrte Nachfrage beſtand noch am Montanmarkt für
Harpener mit plus 3,5 Prozent. Phönix und Rheinſtahl lagen nur
ge=
ringfügig gebeſſert. Kaliwerte etwas feſter. Am
Bauunternehmungs=
markt traten noch Holzmann mit plus 2,5 Prozent ſtärker in
Erſchei=
nung. Aku und Conti Gummi gewannen je 2 Prozent. Deutſche
Lino=
leum 1,5 Prozent höher. Renten ſtill. Deutſche Anleihen leicht
an=
ziehend.
Im Verlaufe trat vorübergehend eine Abſchwächung ein, doch machte
ſich bald wieder Kaufintereſſe von Bankſeite geltend, ſo daß die
zwiſchen=
durch eingetretenen Verluſte wieder eingeholt, teilweiſe ſogar noch bis
zu 1,5 Prozent überſchritten werden konnten. Banken, Schiffahrts=
ſo=
wie Elektroaktien ſtanden im Vordergrunde. Am Geldmarkt war
Tagesgeld mit 7 Prozent unverändert. Am Deviſenmarkt nannte man
Mark gegen Dollar 4,1850, gegen London 20,415, London--Kabel 4,8815;
Paris 123,90, Mailand 93,25, Madrid 36,30, Schweiz 25,10¾,
Hol=
land 12,10.
An der Wbendbörſe war das Geſchäft ſehr ſtill, da neue Anregungen
und Orders fehlten. Die Kurſe blieben gegen dem Berliner Schluß meiſt
mabp gehalten, doch war die Grundſtimmung weiter micht unfreundlich.
Etwas niedriger lagen Deutſche Linoleum und Licht und Kraft. J. G.
Farben waren kaum vevändert. Auch im Werlaufe Eamen Umſätze baum
zuſtande. Neubeſitzanleihe 7.20, Adca 116, Commerzbank 148½, Dresdner
Bank 142½, Reichsbank M3½.
Berlin, 30. Dezember.
Schon der feſte Verlauf der Samstagsbörſe hatte gezeigt, daß es
den Banken mit verhältnismäßig geringen Mitteln möglich iſt, bei der
herrſchenden Geſchäftsloſigkeit eine ſogenannte Bilanzhauſſe zu
in=
ſzenieren. So hoffte man dann ſchon heute vormittag auf die
Fort=
ſetzung der Bankenkäufe. Vorliegende Momente wie: der zuverſichtliche
Monatsbericht der Commerzbank auf der einen Seite und auf der
an=
deren Seite das Fehlen Dr. Schachts in der deutſchen Delegation für den
Haag und der ſchwache Verlauf der New Yorker Samstagsbörſe fanden
weniger Beachtung. Die erſten Kurſe lagen, da in den Hauptwerten
an=
geblich kleine Publikumsorders die Kauftätigkeit der Banken
unterſtütz=
ten, überwiegend etwas freundlicher, trotzdem ſich die Tagesſpekulation
ziemlich abwartend verhielt. Nach den Anfangsnotierungen neigte die
Tendenz bei kleinen Schwankungen nach beiden Seiten eher zur
Schwäche. Als die Spekulation ſah, daß zu den gedrückten Kurſen keine
Ware herauskam und die Banken durch kleine Käufe neuerlich
eingrif=
fen, änderte ſich bei der Enge der Märkte das Bild ſehr bald. Die
Spekulation war zu ſchnellen Deckungen gezwungen, die Stimmung
wurde ausgeſprochen freundlich. Es ergaben ſich vielfach
Kursbeſſerun=
gen von zirka 2 Prozent gegen den Anfang.
Viebmärkke.
* Mainzer Viehhof=Marktbericht vom 30. Dezember.
Ochſen, 7 Bullen, 406 Kühe oder Färſen, 282 Kälber
Marktverlauf: Ruhiges Geſchäft, langſam geräumt. Es
50 Kilo Lebendgewicht folgende Preiſe in RM. bezahlt:
46—54, Bullen 40—46, Kühe 45—49, 32—40, 25—30,
50—60, Kälber 72—83, 60—70, Schweine 79—81, 89—9
Mannheimer Viehmarkt vom 30. Dezember. Dem heu
viehmarkte waren zugefahren: 192 Ochſen, 147 Bullen. B
Färſen, 788 Kälber, 22 Schafe, 3174 Schweine, 7 Ziegen
den für Ochſen 36—59, für Bullen 44—54, für Kühe 16—
45—46, für Schweine 66—86, für Ziegen 12—24. Markm
Großvieh ruhig, mit Kälbern mittelmäßig geräumt, mit
mittelmäßig.
Frankfurter Viehmarkt vom 30. Dezember. Auftrieb: 191 P.
darunter 336 Ochſen, 58 Bullen, 556 Kühe, 397 Färſen, 988
121 Schafe, 3821 Schweine. Marktverlauf: Rinder ſchlepvend n=
ſtand, Schweine ruhig, Ueberſtand; Fettſchweine ſchwer veri=
Kälber und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Preiſe: Ochſen
a=
bis 59, 2. 50—54, b) 1. 45—49; Bullen a) 56—59, b) 52—5; gibe
46—49, b) 42—44, c) 36—41, d) 2—35; Färſen a) 58—60, h. 1
c) 48—53; Kälber b) 86—88, c) 82—85,
fleiſch 2. 65—75, 3. 50—65, Kalbfleiſch 2. 120—130, Schweine
108—112, 2. 100—106. Gefrierfleiſch: Vorderviertel 56, 6
65,00. Geſchäftsgang flott.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die G.V. der Gebrüder Stollwerck A. G., Köln, genehmagte d.
Abſchluß per 30. Juni 1929 und ſetzte die Dividende auf wieder nei
Prozent feſt. Das turnusmäßig ausſcheidende Aufſichtsratsm
J. Bollig=Köln hat aus Geſundheitsrückſichten eine Wiederahl
ob=
lehnt. Für ihn wurde Dr. Karl Kimmich (Direktor des A. Schag
hauſenſchen Bankvereins, Köln) gewählt.
Die Verwaltung der Süddeutſchen Immobilien A. G., Franſu
a. M., teilt mit, daß das Geſchäftsjahr 1923 entſprechend der oſio
meinen Wirtſchaftslage ſehr ſtill verlief. Soweit ſich vor Bee
der Abſchlußarbeiten ein Ueberblick ermöglichte, dürfte demzufolge vo
der Verteilung einer Dividende (im Vorj. 8 Prozent) abgeſehen werder
Die in der Fuſions=G. V. Carl Mez Söhne A. G. und Mez Vate
Söhne, Freiburg, angekündigte Intereſſengemeinſchaft mit der
Güte=
mann u. Co., Butach, über Austauſch gewiſſer Artikel und gmein
ſamen Vertriebes tritt am 1. Januar 1930 in Kraft.
Die Weihnachtsfeiertage haben wie jedes Jahr einen witere
Rückgang des Geſchäftes in der Pirmaſenſer Schuhinduſtrie gehrcht
Die Arbeitsloſenziffer iſt auf über 8000 angewachſen. Die Vermitzt
lungstätigkeit beim Arbeitsamt ruht faſt vollſtändig. In einer Am
zahl von Betrieben mußte Kurzarbeit eingeführt werden.
Laut S. Ztg. hat die Regierungskommiſſion einer von den Eha
ßenbahnen des Saargebietes beantragten und von der Saarhandls
bank vermittelten Anleihe in Höhe von 40 Millionen Fr. ihre Genb
migung erteilt. Die Anleihe iſt mit 6,5 Prozent netto verzintlich
(Geſcmtverzinſung nicht ganz 8 Prozent) bei einer Laufzeit vo 22
Jahren.
Generaldirektor der Wandererwerke. A. G. Daut wird dem
Mr=
nehmen nach aus dem Vorſtande der Geſellſchaft ausſcheiden u in
den Ruheſtand treten.
Entgegen polniſchen Preſſemeldungen wird an zuſtändiger Sidle
in Berlin erklärt, daß die deutſch=polniſchen Handelsvertragsvrſmſt
lungen fortgeführt würden. Es entſpreche infolgedeſſen nit ℳ
Tatſachen, wenn die polniſche Preſſe von einem Abbruch der Verſmnſt
lungen rede.
In Sachen der bekannten Inſolvenz Baumwollfirma Fr. Kiſfk
u. Co., Zürich, Zweigniederlaſſung Hamburg, hat das Konkusond
den vorgeſchlagenen Vergleich beſtätigt.
Laut „N. Z. Z.” ſollen die von ſeiten der in
Zahlungsſchwerig=
keiten geratenen Firma Thomann, Arbenz u. Co. (Zürich) geführen
Verhandlungen mit den Gläubigern zwecks freiwilliger Ligudahan
zum größten Teil zum Ziele geführt haben. Nur wenige auslände
Gläubiger haben ihre Zuſtimmung bis jetzt noch nicht gegeben.
Berliner Kursbericht
vom 30. Dezember 1929
Deviſenmarkt
vom 30. Dezember 1949
Meu
Danatbank
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Kapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg 137.50
Bergmann Elektr.
Berl. Waſch.=Bau
Conti Gummi
Deutſche Cont. Gasl
Deutſche Erdöl 92.125
Gelſenk. Bergw. 129.— Salzdetfurth Kal‟ 315.— Wien 100 Schilling 58.86 58.98 Spanien Geſ.f.elektr. Untern. 142.50 Leonh. Tietz
153.— Prag
100 Tſch. Kr. 12.402 12.421 Danzig 141.— Karpener Bergbau 139.— Berein. Glanzſtoff 150.— Budapeſt 100 Pengo 73. 21 73.35 Japan 97.75 Soeſch Eiſen 109.50 Verein. Stahlwerke 104.25 Sofia 00 Leva 3.024 2.780 Rio de Janetro 140.— Phil. Holzmann 84.25 Weſteregeln Alkali 193.25 Holland 100 Gulden 168.64 16 8.98 Jugoſlawten /100 Dinar 98.25 Kali Aſchersleben 187.— Agsb.=Nrnb. Maich. 71.— Lslo 100 Kronen 112.06 112.2 Portugal 155.50 Klöcknerwerke 91.75 Baſalt Linz Kopenhagen 100 Kronen 112.13 112.3:
Athen 81.50 Köln=Neueſſ. Bgw. 106.875 Berl. Karlsr. Ind. 68.50 Stockholm 100 Kronen 112.56 112.7 Konſtanttnopelll türk. 2 Ludw. Loewe 143.— Hirſch Kupfer 117.— London 1 S.Sta. 20.401 20.44
Kairo 205.875 Mannesm. Röhr. 91.75 Hohenlohe=Werke Buenos=Aires 1 Pap. Peſo 1.727 1.731
Kanada 60.— Maſch.=Bau=Untn. 37.50 Lindes Eismaſch. 148.25 New Yort 1 Dollar 4. 1800 4. 1880 Uruguay 143.— Nordd. Wolle 89.— Herm. Poege 23.75
Belgien 100 Belgo 158.515 58.635
Fsland 149.75 Oberſchleſ. Koksw. 92.50 Vogel Telegr. Draht 67.75 Italien 100 Lire 21.88 21.92 Tallinn (Eſtl.) Orenſtein & Koppe 69.75 Wanderer=Werke 49.50 Paris
100 Franes 16.47 18.51
Riga
Währu
100 Franlen
100 Peſetas
100 Gulden
1 Yen
Milreis (
100 Escudos
100 Drachn
1äghpt. 2
1 canad. Doll
1o0 eſt. c.
M.0
56.59
.55
205.
461
7.413
18.31
7.4415
1.364
1
un
Frankfurter Kursbericht vom 30. Dezember 1929.
2 Dtſche.
Reichs=
anl. v. 27 .....
(O Baden
Frei=
ſtaat v. 27 ...."
6% Bayern
Frei=
ſtaat v. 27 .....!
8% Heſſen
Volks=
ſtaat v. 2 ....
v. 2!
80
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28 ......
(% Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27.. .."
7% Thüringer
Frei=
ſtaat v. 27 .....
Dtſche. An !.
Auslo=
ſungsſch. X‟/=
Ab=
öſungsanl. . .
Otſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge-
bietsanleihe ...
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24.
8% Darmſtadt v. 26
v. 28
Frkf. a. M. v. 26.
8% Mainz v. 26.
80 Mannh. v. 26.
8% Nürnbergv. 26.
8% Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr..
6% Heſſ. Landesbi.
Goldoblig
½%0 Heſſ. Lds.=
Pyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr.
8% Preuß. Lds.-
Pfbr.=Anſt. Gold=
Pfbr.
820 Preuß. Lbs.,
pfbr.=Anſt.
Gold=
pbl.... .."
SPl.
68.7
82.5
88.25
91.4
50
7.1
2.8
86.5
83
80
85
96.5
3.25
73.2
98
95
8% Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldobl.
8
½KaſſelerLandes=
kredit Goldpfbr.
80 Naſſ. Landesbr.
Goldpfbr.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. I
4Ausl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
8% Berl. Hyp.=Bk.
4½%„Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp. Bk..
41/,% „ Lig.Pfbr.
„ Pfbr. Bk..
4:/,% Lig. Pfrb.
8% Mein. Hyp.Bk.
4½/, Jn Lig. Pfbr.
86 Pfälz. Hyp.Bk.
4½% „ Lig. Pfbr
8% Preuß.
Boden=
cred.=Bank.
4½% „ Lig. Pfb.
80 Prenß. Centrl.=
Bodencr.=Bk. .
4½% „ Lig. Pfb.
8% Rhein.Hyp.Bk.
4:/,% „ Lig. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .. . ..
80 Südd. Bod.=
Cred.=Ban 1. . . .
8% Württ. Hyp.=B.
6% Daimler
Ben=
von 27 ...."
8% Dt. Linol. Werke
v. 26.
8% Klöchner=Werke
Berlin v. 26
Mainkrw. v,26.
7% Mitteld.
Stahl=
werke v. 27 ...
94.5
96
96
46.5
64.5
17.5
G7
75.75
96.5
751,
26.5
79.25
97
77
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347r
GI.S
74.5
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82/, Salzmannu. Co
1. 26
7% Ver. Stahlwerke
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8% VoigtckHäffner
von 26 .. . . . .
J. G. Farben Bondsl
v. 28. ......... !
5% Bosn. L.E.B.
v. 1914
41/.% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914...
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5‟½evereinh. Rumän.
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4%o
1. Bagbad
4% „ Zollan!
4:/,% ungarn 1913
191=
I.2
Goldr.
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95
97.5
97.25
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87
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Adlerw. (v. Kleher)
AEG. Stamm ..
AndreaeNoris Zahr
Baſt Nürnberg..
Bergm. El. Werke.
Brown BoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen ...!
Cemen Heidelberg
Karlſtad
Chem. Werke Albert
Chade . ........"
Contin. Gummiw
Daimler=Benz...
Dt. Atl. Telegr..
Eiſenh Berlin.
Erdöl ..... ..."
Gold= u. Silb.=Anſtalt.
Li. oleumwerk
Dyäerhoff u.
Wid=
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181.
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Ae
26.25
35.5
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313. 7!
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34.5
93
148
n.6
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer=Geſ.
Eſchw. Bergwert..
Eßlinger Maſchiner
Ettlinger Spinnerei
J. G. Farbeninduſtr!.
Feinmech. (Jetter).!
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas ..
„ Ho1
Geiling ECie..
Gelſen 1. Bergwer!
Gef. elektr.
Unter=
nehmungen
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchine=
Grün &. Bilfinger)=
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Harpener Bergbau
Henninger, Kemp
Hilpert Armaturfbri
Hinderichs=Aufferm).
Hirſch Kupfer.....!"
Hochtief Eſſen ..
Holzmann, Phil.-
Holzverk.=Induſtriel
Ilſe Bergb. Stamml
Genüſſe
Junghan. Stamm
Ka iAſchersleben .1186
„ Salzdetfurth..
Weſteregeln
Kammgarnſpinr..
Karſtadt, R. ... . . 122.5
Klein, Schanz!. . .
Klöcknexwerle ..."
Lahmeyer & Co...
Lech, Augsburg..
Löwenbr. Wünch..
Lüdenſcheid Metalll 64
Lutz Gebr. Darmſt./ 13.5
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . . . 1187
Mannetm. Röhren 94.76
142.5
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218
126
45
317
162
Mansfeld Bergb...
MarswerkeNürnbg.
Metallgef. Frankf..
Miag. Mühlenbau.
Montecatini Maild.
Motorenfb. Darmſt.
Reckarwerke Eßling.
Nicolay, Hofbr. „
Oberbedarf. . . . .
Otav; Minen ...."
PhönzBergbau".
Reiniger, Gebb.. .
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm.
Stahlwerke ..
Riebed Montan
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke
Sachtleben 9. G.
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabt
Schriftg. Stempel
Schucker: Elettr.
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halst
Strohſto .Ver..
Südd. Immobilien
„ Zucker=A. G...
Svenska Tändſtids!
Tellus Bergbau
Thür. Liefer.=Gei.
Tucher=Brauerei.
Unterfr. Krs.=
Elei=
tr.=Ber.
106.5
Beithwerle.
Ver Chem. Ind.
Frankf.
Laurahütte.
Stahlwerke
Ultramarin..
Zellſt. Berlin
Bogtländ, Maſchin.
Briat & —getiner.
101.5
34.5
1130,
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53.25
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Buchdrucker -
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ammer 362
Dienstag, den 31. Dezember 1929
Seite 15
ROSSE SILUESTEREFEIER
Syhledkellen
Neujahrstage ab 11½½ Uhr; Frühschoppan-Konzert
Alexapderstraße 5
MN chener droß-Spexlal-Ausschank
Tägllch droß-Konzerte von 4—6 und von 8—11/, Uhr
Mäßige Preise Reichhaltige Frühstücks-, Mittäg- und Abendkarte Mäßige Preise
Wänucho allan molnen Glstan,
Frounden und Gönnorn (20621
ein gutes neues Jahr!
Die Direktlon
Schloſkaller
Rostanraut
armstädter Hof
cke Grafen- und Waldstraße
Hlwester
Konzert
Kein Preisaufschlag (20618
rester-Souper Mk, 3.—
Krebssuppe
elkarpfen blau, auf Silvester Art
nedos, Darmstädter Hof Küse
bestellungen erbeten. Tel. 1666
Neulahrzaband gonie
En Samstag abend Konzert
ALengurien enſe
Silveſter
dältanze Nachk geöffnek
31. Proſit Neui
ſeren hochverehrten
(20627
Gäſten.
Erlin Donakh und Frau.
NTU
Hans Tod Dieburgerſtr. 97
Telephon 4348
De allen meinen Gäſſten, Freunden
und Bekannten
oſit Neujahr!
W rleſenes Neujahrs=Menu
zu 1.20 und 1.50
Reichhaltige Abendkarte
EAb 6 Uhr Souper zu 1.50
hr wie ſeden Sonntag Ball im
(20617
großen Saal
* einer gutbeſetzten Kapelle
DAZ
(S ster-Feler) abends 8 Uhr
Imn mauer Hof, Heinhelmerstraße
G0g Ueberraschungen (
BuchMy Fcer -Gesangverein „Gutenberg‟.
H Tichen Glückwunſch zum
Neuen
un Jahr
Maank
Silvoster abend
Seud m
Bedr) TANNZ
be Stolzenfels
lveſter=Feier
(206‟
mit
Schlachtfeſt.
au8 chank pro Glas 40 Pfg.
Nierſteiner Roßberg.
eſter und Neujahr
Konzert.
Allenn en Gäſten, Freunden und Be=
Tannten ein kräftiges
oſit Neujahr!
d0 raße 6),. Franz Necke.
da
Am Hilveſter
Konzert und Tanz
Jm Ausſchan k: Hackerbrauerei München
Liebfrauenbier hell und dunkel
Edelbſere: Würzburger Bürgerbräu .0,45 Ltr. 40c
Culmb. Markgrafenbräu 0,45 Ltr. 40 ₰
Dortmunder Union . . 0,30 Ltr. 36 ₰
Auswahlreiche Speiſe=Karte
Souper=Menſt 4 2.50 Mh.: Doppelte Kraſtbrühe „Royal”, Königin=
Paſtetchen oder „Alte Poſt” Vorſpeiſe
mit Toaſt: Geſpickte Ochſenlende nach
Nenaiſſance . Silveſter=Bombe
Meni am Neujahrstage: Frühlingsſuppe
Haſenläufchen mit Spätzle . . . . 1.80
Kalosnuß geſp. m. Spinat u. Kartoff. 1.40
Pökelzunge m. Erbſen und Kartoffeln 1.50
Noaſtbeef garniert . . . . . . . . 1.80
Haſenrücken mit Kompott und Kart. 1.80
Gänſebrat. m. Noſenkohl u. Kaſtanien
und Kartoffeln . . . . . . . . 2.50
Rheinſalm v. Noaſt m. Kräuterbutter
und Kartoffeln . . .
.. . 2.20
Schellfiſch mit Butter u. Kartoffeln 1.40
Rotzunge gebacken mit Remoulade
und Kartoffel=Salat
... 1.50
National=Speiſe
Menll 2.50: Suppe . Salm=Mayonnaiſe . Ein
Fleiſchgang nach Auswahl . Deſſert
20607
Ift
Konzert
in der
mI
c gemütlichen ?
Bockshaut
Abend=Eſſen;
2.50
3.50
1.50
Doppelkraft- Doppelhraſt
Doppelſtraft=
brühe
brülhe
brülhe.
mit Marn mit Mark " mit Marn
Schweinshot- Lendenbees Fluhzander
telett nach ſtean garn., w. hollTunne
Verner Gausbraten
Florentlner
Tunhe m. Feinſchm.=
Art
Birnen- Salat,
Vir=
hompott nenkompott
Alle Getränke in bekannter Güte
und Preistolrdigkeit.
Unſeren verehrten Freunden u. Gäſten
ein herzliches (20096
Proſit Neujahr!
Fritz Meiß u. Frau.
Reſtaurant, Bismarckeck
Große Silbeſterfeier
erſtklafſige Wleuer=Schrammel=Kapelle.
Meinen lieben Stammgäſten,
Gäſten, Freunden und Bekannten ein
kräftiges Proſit Neujahr!
Philipp Doerr u. Frau.
(20048)
WEINHAUg MARIM
Eoke Lulgen- und Schlohardstraße (Tol, 1152)
31. Dezember
GROSSE SIL WESDERFEIER
Souper ab 8 Uhr
Tlsohbostellungen roohtzeltlg erbeten.
Hess. Tecnteorein „Kärserschain
(Z we i gVersln D armtzdt)
Mittwoch, 1. Januar 1930 (Neujahrstag)
Weihnachtsfeier
mit darauftolgendem Tanz
In sämtl. Räumen des Städt. Saalbaues
Anfang punktlich nachmittags 3½. Uhr
Hierzu ladet ein
Der Vorstand.
(20690)
Waldschlößchen-Bar
sowie Im
Café-Restaurant
aroher Brrrestel Halnter
Platz für 1000 Parsonen nach und nach
Qualitätsweine z: Ia Mixgetränke
Tischbestellungen unter Tel. Griesheim 81. Besitzer: Ernst Schnelder.
Hedauanl Odeon
Großle Silwester-Feler
und am 1. Januar
Neujahrsfeier
mit verstärktem Orchester und
großen Uobarrazcbungen
ſch schenke demlenlgen
1echten Brillantring
14karat. Gold, Im Werte
von 100 R. Mark, welcher
in dem von wir zum Kauf
angebotenen Kreppel
ver-
backen ist und diesen zum
Preise von 26 Pfennig
käuflich erwirbt.
Prima Kaffee mit Kahtie ver Tasso
30 Pfg., Kreppel per Stück 25 Pfg.
Zum Ausschank gelangt das überall
beliebte Wiener Kronenbier.
Es ladet freundlichst ein
20650)
0. Müglitz.
Geſangverein „Frohſinn”
Darmſtadt.
Chorleiter: Kammermuſilter Guſtav. Adam
Mittwoch, den 1. Januar
(Neujahrstag)
Weihnachts= u. Neujahrsfeier
im Mathildenhöhſaal
(Dieburgerſtraße)
mit reichhalt. Programm.
Tombola, Anfang 4 Uhr.
Abends 8 Uhr Tauz.
Hierzu ladet freundl, ein
Der Borſtaud.
588
Restaurant
Bürgerhof
aliſabethenſtraßte 2
Am Bllvostor-Abond und Maujahr
Sckimmungs=
KONZERT
Meinen verehrl. Gäſten und Bekannten
die
20094
herzlichſſen Glückwünſche
zum Jahreswechſel!
Chrlst. Mast und Frau.
Gasthaug,Schwanen”
Beſ. H. Diers Tel. 4506 Georgenſtr. 1½
Humoriſkiſche
Silvester-Feier
und am Neuſabrotag
Stimmungs-Konzert
Spezlal=Ausſchank:
Das barühmte Adar-Bräu
(90051
Bayern.
Tal.
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Träauent
Tol.
2128
Kaffee-Restauration
Gemütliche Ränme für kleinere
und größere Gosellschaften.
Prima Kaffeo und Kuchen
— la Spelsen und Getrünke —
Silvesternacht geöltunel
Omnlbus-Haltestollo am Hauso
Unseren werten Gäston und
Bokannten ein (20003
herzl. Prosit Heujahr
Ph. Bachmann und Frau
Kommen Sle zur
Silvester-Feler
nach Lichtenberg
Fürſfenauer Hof
Moßdörferſtr. 1, Ecke Nied.=Namſtädterſtr.
Silveſter= Feier
Konzert und Ueberraſchung.
Nenjahrstag
Konzert.
Der Wirt.
Bayern=Verein Darmſtadt e. V.
Weihnachtsfeier
Am 1. Januar 1930, nachmr. ½4 Uhr, im
Konkordiaſaal, Waldſtraße,
Programm:
Muſikal. Darbietungen, Stimmnngsvolle
Ehöre der Weſangsabteilung, Orig. bayv,
Volkstänze, ausgeführt durch die
Schuh=
plattler=Abteilung, Lebende Wilder.
Theater:
„Weihnacht”, ein Märchen aus den bahr.
Bergen in einem Akt. — „Der alte Lump”,
oberbahr. Weihnachtsſtück in einem Art,
„Wenn die Lichter brennen”. Lebensbild
n einem Akt,
(20687
Tombola
Tanz
Oonditorei-Café Faust
ssartring 27
20604
Silvester-Feie
Spezialweine, Kronenbier, IaBackware
Farmeier
garantiert friſch,
gibt ab. Angeb. u
F. 18 a. d. Geſch. (*
Darmſtadt.
1. Wanderung
Sonntag, 5. Jan. 30,
Abmarſch 11 Uhr
am Tierbrunnen.
Anmeld. für Naffee
uſw. bei Mitgllied
Nendecker,Ernſt
Lud=
wigſtraße, bis num
3, Jan, 1930, (20043
Trinkeier
dir. v. Hühnerfarm.
Nieder=Ramſtadter
Straße 32, Torhalle
(Gemüſeverkauf).
Der Heſiſche Pollzeiſportverein
Darmſtadt e. V.
wünſcht allen ſeinen Mitgliedern,
Freunden und Gönnern ein
glücklſches
Neues Jahr!
(20690
Zum Jahreswechſel
wünſchen ihren ſehr geehrten
Stamm=
gäſten, Kunden und Bekannten ein
glückliches neues Jahr
Fritz Kämmerling u. Frau
Konditorei und Kaffee
Soderſtraße 2
Am Kapellplatz
NB. Das Cokal iſk am Sllveſter=Abend
die Nacht durch gebſfnet.
Purg Frankenſtein
Unſeren verehrten Gäſten und
Bekannten ein
Proſit Neujahr!
Chriſtian Hechler u. Frau.
Neſtaurationsbetrieb auch
während des Winters gebffnet.
— Porzilgliche Kllche und Heller—
Geheizte Näume.
Autobus=Verbindung
nach Nieder=Beerbach.
Halteſtelle der Linie 8 am
Fuße des Frankenſteins. (20605
Wir wünſchen unſeren werten
Mitgliedern im neuen Jahre
Glück und Segen
Vorſkand und Aufſichtsrat
de
Bezirks-Konsumvereins
Darmſtadt
20686
Seite 16
Dienstag, den 31. Dezember 1920
Unian-TheaterkHelia-Lichtspiele Palast-Lichtspiele
Rheinstrasse 4
Wilhelminenstrasse 9
Grafenstrasse 18
SUHOSHIA,
Spielplan
Morgen Mittwoch (Neujahrsfest)
und Donnerstag, 2. Januar:
Dina Gralla
in dem Eichberg-Großfilm
Slole
Komtess
Eine köstliche Ehe- und Liebes-Komödie
in 7 Akten, trei nach der erfolgreichen
gleichnamigen Walter Kollo-Operette von
Rudolt Bernauer und Rudolf Schanzer.
Regie: Rich. Loewenbein.
In weiteren Hauptrollen:
Werner Fuetterer, Hanni Weiße,
R. A. Roberts, Paul Hörbiger u. a.
Ort der Handlung: Der Badestrand von
Swinemunge.
Außerdem:
Familienstäck
Groteske in 2 Akten.
Bezinn: Neujahr 2 Uhr, Werktags 3½ Uhr.
Spielplan
Morgen Mittwoch (Neujahrsfest)
und Donnerstag, 2. Januar:
Beity Balfour
das reitende Sprühteutelchen
in dem köstlichen Lustspiel
Die
sgiments
kochter
Der amüsante Roman eines Findelkindes.
Eine moderne Fassung der weltbekannten
komischen Oper von Donizetti:
Regie: Hans Behrendt.
Personen und Darsteller:
Marie, die Regimentstochter, BettyBalfour
Toyio ...."
... . Alex. DArcy
Wachtmeister Quippo . . . Kurt Gerron
Marguise Brascan . . . Olga Limburg
Baron Bertrand . . . . . Jul.Falkenstein
Dazu:
Aufruhr im Mädehen-Pensionat
Grotesklustspiel in 2 Akten.
Beginn: Neujahr 2 Uhr, Werktags 3½ Uhr.
Spielplan
Morgen Mittwoch (Neujahrsfest) bis
einschliesslich Freitag, 3. Januar:
Ein Film voll Spannung
(V.20632
und Tempo
Moderne
Piraten
Ein Südsee-Abenteuer in 7 Akten.
Seeräuberromantik, Kriminalsensationen,
untergehendeSchiffe, Dynamitexplosionen
Robinsonaden, chinesische Spielhöllen,
Boxkämpte, sowie eine Fülle sonstiger
abentenerlicher Geschehnisse.
Im Beiprogramm:
Der Affe ist los
Komödie in 2 Akten.
Beginn: Neujahr 2 Uhr, Werktags 3½ Uhr.
Spanische„Bodega‟
Hügelstraße 25
Parterre und 1. Stock
Sllvester und Neujahr
Beimmarangsr Konzert
Bestgeptlegte spanische und deutsche Weine
Silwester-Trank „,Neuer Ast!‟
Restauration Eintracht
IHnnxngEannnnnannnaagnannrnnannngnang
Seimmungs Konzert
Zur „Stadt Malaga‟
Nieder-Ramstädterstraße 14.
Juan Codina.
Verkauf über die Straße von Spezialwein für
Glähwein von Mark 1.10 pro Liter an.
gunmnnk
nnanzannnannnnannagnnnng
Silgester-Ball
ff. Weine und Blere
Reichhaltige Abendkarte
(20634
A. Hühnergarih. Großes Haus
Hessisches
Landestheater.
Dienstag
31. Dezember 1929
KleinesHaus
zr. zu kaufen Rf
L11 Eine Nacht in Venedig
Komische Oper von Johann Strauß
Preise 1.20—12 Mk. Außer Miete
19.30—22 Uhr Der Raub der Sabinerinnen
Lustspiel von Schönthan u. Kadelburg
Preisc 1.50—7.50 Mk.
Aushang=Schau=
Kt
Secher Nachf., Ludwigshöhſtr. 4.
heißt der tolle Lachschlager,
den Rheinlands populärster
Komiker Hermann
TSr
mit seiner erstklassig.
Gesell-
schaft ab morgen, Mittwoch,
1. Uanuar
im
Orpheum
herausbringt. — Sie werden
darüber lachen, schreien
und jubeln!
Karten: Verkehrs-Büro und de Waal, Rheinstraße 14.
Kleine Preise.
(20653
t
At
Maft.
Schloß-Café
Schloß-Café-Ensemble .Leitung: Kapellmstr. C. Fischer
Dienstag, 31. Dezember 1929, abends 8½ Uhr
Große Silvester-Feier
mlt Tanz.
Tischbestellungen erbeten.
Mittwoch, 1. Januar 1930, nachmittags und abends
GroßaNeujahrs-Fest-Konzerte
Vormittags von 11—1 Uhr: Früh-Konzert.
Vor-Anzeige! Ab 10. Januar 1930: Kurzes Gastspiel
des weltberühmten Geigen-Virtuosen Lalos Rigo. (20638
Ennnmmagg g g m w gm a n v auen gg gngngnggng gna!
Stammhaus der Kronen=Brauerei
„Zur goldenen Krone=
Schuſiergaſſe 18
W. Brauer
Am 31. Dezember 1929, ab 20 Uhr
KONZERI
2o5g8 in den oberen Räumen
Am 4. Januar 1930, nachmittags ab 16 Uhr
RONZAK
Zum
Siluester-Bal
Tischbestellungen rechtzeitg
Telefon: 285
erbeten.
ERMALDHAUS
A
Große Silbeſterfeiet
Café Waldesruh bei Traisa
Roulettetanz mit Preisverteilung
Brillant Feuerwerk
Ueberraſchungen
ff. Warme und kalte Küche
Bei Getränkentnahme von Mark 6.— 4 Perſen
freie Heimfahrt bis Darmſtadt im Auto. — Tiſ
beſtellung rechtz, erbeten. — Telephon 1793, (2000
Eintritt frei!
Eintritt frei!
Klavier-Arnold
Elisabeihenstr 28
Ri Rnne
Telephon 3796
Mühlſtraße 5
Eilveſter und Neujahr: Konzerk.
Uniator=Doppelbockbier und Union=Gold.
— Gute bürgerliche Küche.
M. Kast-