Darmstädter Tagblatt 1929


25. Dezember 1929

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Einzelnummer 15 Pfennige


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Heſſiſche Neueſte Nachrichten

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Tich 7 maligem Erſcheinen vom 1. Dezember
ember 2.18 Reichsmarlt und 22 Pfennig
He, abgeholt 2.25 Reichsmarl, durch die
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iUnſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtliſcher mit * verſebenen Original-Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet
Nummer 356/57 Mittwoch, den 25. Dezember 1929. 192. Jahrgang

27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Reilamezelle (92 mm
breit 2 Reichsmark. Anzelgen von auswärte 40 Reſchepfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reſchepfg. 92 mm breite Reliame=
zelle
300 Reſchsmart. Alle preiſe in Reſchsmart
4 Dollar 4.20 Marl. Im Falle höheer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strell uſw., erliſcht
ſede Verpfſchtung auf Erfüllung der Anzeigen=
uſträge
und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beltreibung fällt jehur

Häfd wec Banlſate Deuſche Daif 0 Dam
ſädter und Natſonalbank.

Feſes Weihnachten.
Von D. D. M. Schian.
Weihnachten, Anno 1929, hat ſehr mar=
antesl
ge. Der politiſche Streit reicht bis un=
nittels
in die Feſttage hinein; wahrſcheinlich
(rde zum Feſt das Ergebnis des Volks=
ſchc
feſtgeſtellt. Die finanzielle Not im
roßes)re im kleinen drückt hart auf die Stim=
2 Munggl e Großſtädte haben Sorgen vor Unruhen
er S xbsloſen. Wozu alles aufzählen? Wozu
nDi analyſieren, der auf uns liegt?
Wic ollen trotz alledem Weihnachten feiern.
eltan urn das tun, indem man für ein paar,
Stundy rvenn’s glückt, für einige Cage, die Sor=
ſen
zi Tſcheucht. Ein bißchen von dieſer Kunſt
vollerg r gern alle lernen. Man muß einmal
urückhl en, was uns täglich beſchäftigt, beläſtigt,
TNe0emüklg In Feſttagen müß das gehört zum
Weſeigl 2 Feſtes nicht nur die Arbeit ſelbſt
auſies), ſondern auch das Drum und Dran der
Arbeii4 rveit es eben geht. Daß manche, um die
Kunſt 1 Verdrängung der Alltagsgedanken zu
üben, /Thand lautes Amüſement brauchen, iſt
reilickhi ht das Ideale. Nicht von außen her,
onder) en innen her muß die Kraft kommen, die
wir doß rauchen.
Dand ſind wir bei der Frage angelangt, die
mit jes! Weihnachtsfeſt brennender wird. Hat
das V rrachtsfeſt auch für unſere Seit ſo viel
nnere 9 rte, daß es uns über die Sorgen vorher
und non ar erhebt und uns noch einen Ueberfluß
n er Kraft für die folgenden Wochen
einen ſolchen Wert in der Familien=
Ft, die immer noch am Weihnachtsfeſt
zu irgendeiner anderen Seit des Jahres
Sird. Man ſagt, daß die Familie in
79 Solk unterhöhlt und zerſtört ſei. Viele
in eigen in der Cat nur noch die Faſſade
Lilichkeit; in Wirklichkeit ſind ſie Crüm=
nerſtü
.i. Aber wenn ich Weihnachten anſehe,
ü Icht Peſſimiſt ſein. Kinder und Eltern ſtreben zuein=
rr
zueinander, ſorgen füreinander, feiern miteinander.
s mol Ft bei dieſen Seiern recht äußerlich zugehen; dennoch
eibem Samilienfeiern, und ſchon darin liegt ein hoher Wert.
le59 ſt Weihnachten noch das ſtärkſte Bollwerk deutſchen
ris. Wir wollen, ſofern wir beſinnliche Menſchen ſind.

Art uns freuen und ſie pflegen. Verlobungen werden
dem Chriſtbaum gefeiert; von ihm kann auch die
Heilung von Niſſen ausgehen, die die Familie zer=
r
Berſöhnung ſolcher Samilienglieder, die einander
Vertiefung des Suſammenlebens der Ehegatten, da=
cht
ein Nebeneinanderleben ſei. Der Weg des
s Freudeſchaffens, iſt dazu ſehr geeignet; jedenfalls
hr viel weiter als der leider ſonſt viel beliebtere
unentwegten Feſthaltens am eigenen Standpunkt

Weihnachten beſitzt aber noch viel mehr innere Werte. Ich
ſehe jetzt ganz ab von Betrachtungen über den Frieden auf
Erden und über das, was man ſo gemeinhin darunter verſteht.
Natürlich, es ſollte Sriede auf Erden ſein. Aber das bißchen
Friede, das wir ſeit zehn Jahren haben, ſteht auf ſchwachen
Füßen. Es iſt ja eigentlich eine Karikatur des Friedens, nichts
anderes. Und wie können wir auch Frieden unter den Völkern
erwarten, wenn wir bei uns in Dorf und Stadt, in Reichstag
und Landtag, in Stadtverordnetenverſammlungen und ſo ziemlich
in allen Ausſchüſſen und Vereinen Unfrieden haben? Sch will
uns mit ſolchen Betrachtungen nicht die Laune verderben. Die
inneren Werte des Weihnachtsfeſtes liegen nicht in uferloſen
Weltfriedensbemühungen; ſie liegen, ganz ernſt geſprochen, in
dem Frieden zwiſchen Gott und Menſch, zwiſchen Himmel und
Erde. Wir ſtehen verſchieden zum Weihnachtsfeſt je nach der

Weltanſchauung, die wir beſitzen (oder zu beſitzen
glauben). Der konſequente Vertreter materia=
liſtiſcher
Weltanſchauung wird über die äußeren
Feiertagsgenüſſe nicht viel hinauskommen, der
Freund des Idealismus wird Gemütswerte, geiſtige
Werte, Perſönlichkeitswerte in Anſchlag bringen.
Ob er über die Grenzen des Diesſeits hinaus=
dringt
, bleibt fraglich. Die chriſtliche Weltan=
ſchauung
aber weiß, daß Mächte und Kräfte einer
anderen Welt in dieſe unſere wirklich recht arm=
ſelige
Erdenwelt hineinragen. Sie weiß von einem
Gewiſſen in der Menſchenbruſt, von einer unge=
ſtillten
Unruhe, von ewigen Nätſeln und Geheim=
niſſen
. Sie ſieht in der Heiligen Nacht den Himmel
ſich öffnen und das Füllhorn der Gottesliebe ſich
ausſchütten. Sie betrachtet das Kind in der Krippe
nicht bloß als Sumbol holdſeliger Kindlichkeit,
ſondern als die Brücke zwiſchen Menſch und Gott.
Sie hört an Weihnachten nicht, wie Menſchen ſich
ſtreiken, ſondern wie Engel ſingen. Das ſind
Werte! Das ſind Koſtbarkeiten! Das iſt Weih=
nachtsfreude
!
Sch weiß, daß es vielen ſo geht, daß lie, ältet
gewarden, gern wieder einmal Kinder ſein möchten.
Seit das Leben ſo hart geworden iſt, haben wir
wohl alle häufig ſolche Wünſche. Vielleicht am
meiſten am Weihnachtsfeſt. Wer ſich noch einmal
ſo freuen könnte, wie ſich Kinder freuen! Wer noch
A einmal all die Nöte und Sorgen loswerden könnte,
um ganz fröhlich zu ſein! Das iſt das Eigentüm=
liche
der Weltanſchauung, die mit dem Weih=
nachtsfeſt
zuſammenhängt, daß ſie bei allem Ernſt,
bei aller gedanklichen Wucht, bei aller Schwere
der Problemerfaſſung, dennoch auf das Beſte der
kindlichen Art zurückgreift. Du Erwachſener, Ver=
anwortlicher
, Familienvater, Hausmutter, Be=
amter
, Sorgenträger, Mühſeliger, Sweifelnder,
Kämpfender: du ſollſt zu Weihnachten Engel ſingen
hören! In deinem Herzen ſollen ſie ſingen! Von
einem Himmel ſollen ſie ſingen, nach dem du dich
ſtreckſt. Von Liebe ſollen ſie ſingen, die dir wider=
fährt
. Du darfſt wie ein Kind ſein, alles Dis=
putieren
laſſen, alle Probleme fortſchicken und nur horchen
und lauſchen: Engel ſingen dir ein Lied von einer
Liebe, die duauf Erden nichtfindeſt.
Es gehen viele Sagen um im deutſchen Volk. Die wiſſen zu
berichten von Sonntagskindern, denen zu beſtimmter Stunde
einmal im Jahrl wehe dem, der’s verpaßt! eine Cür ſich auf=
tut
, die den Weg zu Glück und Schätzen öffnet. Weihnachten iſt
ſolche Stunde! Einmal im Jahr! Wehe dem, der’s verpaßt! Uns
in unſerer Nachkriegselendigkeit, uns in unſerer verbohrten
Serriſſenheit, uns in unſerem Kulturjammer ſingen in der Hei=
ligen
Nacht die Engel. Es gibt noch etwas anderes als Dawes=
und Youngplan, als Verfaſſung und Wahlen, als Mordprozeſſe
und Sklarekausſchüſſe. Sogar anderes als Seppelin und Flug=
zeug
! Engel ſingen! Einmal im Jahr! Wehe dem, der’s verpaßt!

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Seite 2

Mittwoch, den 25. Dezember 1929

Numt

DerMmtyfmdiefranzeſiceaupengonitt.

Die deutſch= franzöſiſche Annäherung in
den Augen der franzöſiſchen Sozialiſten.

Die Pflicht der heutigen Generakion.

Franklin=Bouillon, der Unverföhnliche.

Darauf beſtieg Franklin=Bouillon die Tribüne. Im
Verlaufe der Rede Franklin= Bouillons erſchien der deutſche
Botſchafter von Hoeſch in der Diplomatenloge. Der Redner
ſuchte in ermüdender Aufzählung von Einzelheiten, deren
Sinn völlig entſtellt iſt, nachzuweiſen, daß Deutſchland ohne
Unterſchied der Parteien nur das eine Ziel kenne, den Verſailler
Vertrag zu zerſtören. Die Zerſtörungen im Rheinland ſeien
unzulänglich. Reparationen und Sicherheiten verminderten
ſich fortgeſetzt. Locarno ſei kein franzöſiſches Werk, ſondern auf
die Initiative Cunos zurückzuführen, die von Streſemann und
dem engliſchen Botſchafter in Berlin, Lord d’Abernon aufge=
griffen
worden ſei. Für Frankreich ſei der Locarno=Vertrag
der Frieden, für Deutſchland bedeute er Revanche und das
Mittel zur Vernichtung des Verſailler Vertrages. Deutſchland
verzichte auf Waffengewalt zur Wiederherſtellung ſeiner Gren=
zen
, aber es verzichte nicht darauf, mit allen anderen Mitteln
die verlorenen Gebiete, den polniſchen Korridor, Oberſchleſien,
Eupen und Malmedy und Elſaß=Lothringen wieder zu erlan=
gen
. Die Hauptwaffe dazu habe Deutſchland ſich in der Min=
derheitenfrage
geſchmiedet. Ebenſo einmütig iſt das deutſche
Volk in der Anſchlußfrage. Kein Menſch in Deutſchland denke
daran, die Kriegsſchuld Deutſchlands anzuerkennen. Zum
Schluß forderte der Redner die Regierung auf, bei den gegen=
wärtig
ſchwebenden Verhandlungen in keiner Weiſe nachgegeben.
Man müſſe für den Fall, daß der Young=Plan von Deutſch=
land
nicht erfüllt werde, Sanktionen vorſehen. Man dürfe
das Rheinland nicht räumen, ohne vollſtändige und ernſthafte
Zerſtörungen vorgenommen zu haben. Man dürfe die Saar=
frage
nicht vorzeitig regeln. Die Regierung müſſe laut ver=

Ggekhes Weihnachten.

Aus Briefen zuſammengeſtellt
von

Dr. Erich Jeniſch.

Frankfurt, den 25. Dez. 1772.
An Keſtner.
Chriſttag früh. Es iſt noch Nacht, lieber Keſtner, ich biun
aufgeſtanden, um bey Lichte Morgens wieder zu ſchreiben, das
mir angenehme Erinnerungen voriger Zeiten zurückruft; ich habe
mir Coffee machen laſſen den Feſttag zu ehren und will euch
ſchreiben biß es Tag iſt. Der Türner hat ſein Lied ſchon geblaſen
ich wachte drüber auf. Gelobet ſeyſt du Jeſu Chriſt. Ich hab
dieſe Zeit des Jahrs gar lieb, die Lieder die man ſingt; und die
Kälte die eingefallen iſt macht mich vollends vergnügt. Ich habe
geſtern einen herrlichen Tag gehabt, ich fürchtete für den heutigen,
aber der iſt auch gut begonnen und da iſt mirs fürs enden
nicht Angſt. Geſtern Nacht verſprach ich ſchon meinen lieben
zwey Schattengeſichtern euch zu ſchreiben, ſie ſchweben um mein
Bett wie Engel Gottes. Ich hatte gleich bey meiner Ankunft
Lottens Silhouette angeſteckt, wie ich in Darmſtadt war ſtellen
ſie mein Bett herein und ſiehe Lottens Bild ſteht zu Häupten
das freute mich ſehr, Lenchen hat jetzt die andre Seite ich danck
euch Keſtner für das liebe Bild, es ſtimmt weit mehr mit dem
überein was ihr mir von ihr ſchriebt als alles was ich imaginirt
hatte; ſo iſt es nichts mit uns die wir rathen phantaſiren und
weisſagen. Der Türner hat ſich wieder zu mir gekehrt, der
Nordwind bringt mir ſeine Melodie, als blies er vor meinem
Fenſter . . . Als ich über den Marckt ging und die vielen Lichter
und Spielſachen ſah dacht ich an euch und meine Bubens wie
ihr ihnen kommen würdet, dieſen Augenblick ein Himliſcher Bote
mit dem blauen Evangelio, und wie aufgerollt ſie das Buch er=
bauen
werde. Hätt ich bey euch ſein können ich hätte wollen ſo
ein Feſt Wachsſtöcke illuminieren, daß es in den kleinen Köpfen
ein Wiederſchein der Herrlichkeit des Himmels geglänzt hätte.
Die Thorſchließer kommen vom Burhemeiſter, und raſſeln mit
Schlüſſeln. Das erſte Grau des Tags kommt mir über des Nach=
baars
Haus und die Glocken läuten eine Criſtliche Gemeinde
zuſammen.
*

Woldeck bei Jena, 24. Dez. 1775.
An den Herzog.
Sonntags früh bey Tags Anbruch. Fatales Tauwetter und
ſo der ganze Ton des Tags verſtimmt, wollen ſehn wie wir ihn
wieder aufbringen. Der herrliche Morgenſtern, den ich mir von

nun an zum Wappen nehme, ſteht hoch am Himmel . . . Die

Kirche geht an, in die wir nicht gehen werden, aber den Pfarrer
laß ich fragen, ob er die Odyſſee nicht hat, und hat er ſie nicht

künden, daß eine deutſch=franzöſiſche Annäherung nur auf der
Grundlage des Verſailler Vertrages denkbar ſei.
Darauf wurde die Weiterberatung des Budgets auf Diens=
tag
vormittag vertagt.

EP. Paris, 24. Dez.
In der Kammer begann am Montag nachmittag die Aus=
ſprache
über das Budget des Außenminiſteriums. Das Haus
war zunächſt nur ſchwach beſetzt, füllte ſich jedoch im Verlaufe
der Debatte. Die Zuſchauertribüne dagegen war wie ſtets bei
derartigen Anläſſen überfüllt. Auf der Regierungsbank ſaßen
Seite an Seite Miniſterpräſident Tardieu und Außenminiſter
Briand. Zunächſt ergriff der ſozialiſtiſche Abgeord=
nete
Grumbach das Wort, um im Namen ſeiner Partei
die Außenpolitik Briands zu billigen und die deutſch=franzöſiſche
Annäherungspolitik zu verteidigen. An Hand von Zeitungs=
artikeln
, die von franzöſiſchen Generälen herrühren, ſowie von
Aeußerungen des ehemaligen Kanzlers Wirth und des Prälaten
Kaas wies er die Behauptungen Franklin=Bouillons zurück, daß
der Ausbau der Verkehrsmittel und Wege im Rheinland der
Vorbereitung einer Mobiliſation diene. Das Abſtimmungs=
ergebnis
zum Volksentſcheid in Deutſchland habe bewieſen, daß
die deutſchen Nationaliſten nur eine verhältnismäßig geringe
Minderheit darſtellten. Frankreich dürfe nicht in eine Art Miß=
trauenswahn
gegenüber ſich ſelbſt und gegenüber anderen Län=
dern
verfallen. Er dürfe ſich nicht ſtets den Anſchein geben,
daß es Angſt vor Deutſchland habe. Die Idee der Vereinigten
Staaten von Europa ſei nicht mehr aufzuhalten und Frankreich
müſſe für dieſe Idee in der vorderſten Linie kämpfen. Ihre
Verwirklichung ſei aber nur auf dem Wege über eine enge Ver=
ſtändigung
zwiſchen Deutſchland und Frankreich, Frankreich
und England ſowie England und Deutſchland möglich. Er
hoffe, daß im Haag der erſte Teil des internationalen Friedens=
werkes
vollendet werde; er hoffe auf die Annahme des Young=
Planes und auch auf eine Regelung der Saarfrage, entſpre=
chend
dem unzweideutigen Willen der Saarbevölkerung. ( Wider=
ſpruch
rechts). Der Redner griff zum Schluß eine Idee des
Führers der Gruppe Maginot, Reynaud, auf, daß die Streit=
kräfte
Frankreichs und Deutſchlands dem Völkerbund zur Ver=
fügung
geſtellt werden ſollten. Damit würde der europäiſche
Friede geſichert. Die Pflicht der heutigen Generation ſei es,
trotz aller Hinderniſſe und Verleumdung, für den Frieden zu
kämpfen. (Lebhafter Beifall links.)

Vorbereikungen für den Haag.
Die Zuſammenſekzung der deukſchen delegakion.

Berlin, 24. Dezember. (Priv.=Tel.)
Der Reichskanzler hat auf die Ernennung des Finanzmini=
ſters
deshalb ſo gedrängt, weil das Finanzminiſterium in den
engeren Kreis der Reparationsminiſterien hineingehört und ein
gewichtiges Wort mitzureden hat. Die nächſten Tage aber ſol=
len
die Entſcheidung über die deutſche Politik
im Haag bringen. Das Reichskabinett hat bereits am Montag
an Hand eines Berichts der juriſtiſchen Sachverſtändigen ſeine
Beſprechungen begonnen und wird ſie am Freitag und Samstag
zu Ende führen, damit die Richtlinien fürdie Schluß=
beſprechungen
der Juriſten feſtliegen. Es handelt
ſich dabei ja zunächſt um die Frage der Oſtreparationen
und der Liquidationen. In dieſen beiden Fragen iſt noch
keine vollſtändige Einigung erzielt. Die Oſtreparationen intereſ=
ſieren
uns ja weniger, bei den Liquidationen aber können noch
ſehr unangenehme Ueberraſchungen auftauchen. Um ſo notwen=
diger
iſt es, daß die Regierung ſich auf alle Eventualitäten ein=
ſtellt
. Die Sozialdemokraten behaupten, daß ihr Parteivor=
ſtand
Herrn Dr. Hertz wie einem kranken Kinde zugeredet habe,
um ſeine Bedenken gegen die Uebernahme des Finanzminiſte=
riums
zu beſeitigen. Das ſei ihm aber nicht gelungen. Herr Hertz
habe abgelehnt. Wir nehmen an, daß der Reichskanzler ihn nicht
zu ſehr gedrängt hat, und daß überhaupt ſehr viel Schauſpielerei
dabei iſt, denn die Sozialdemokratie iſt heilfroh, aus der Ver=
antwortung
entlaſſen zu ſein. Die Folge iſt, daß nun die beiden
volksparteilichen Miniſter Dr. Curtius und Prof. Moldenhauer
die Hauptlaſt bei der Haager Schlußkonferenz zu tragen haben.
Ob Herr Dr. Wirth mitfährt, iſt ſehr zweifelhaft. Der Kanzler
hat ſich vorbehalten, die Delegation ſelbſt zu führen. Man hat
aber in unterrichteten Kreiſen einige Bedenken, ob ſein Geſund=
heitszuſtand
das erlauben wird. Dagegen wird nach wie vor
angenommen, daß Dr. Schacht der deutſchen Delegation ange=
hören
wird. Die Reichsregierung, die in einer gewiſſen Ein=
heitsfront
gegen ihn ſteht, wird eine ſolche Wahl nicht gern tref=
fen
. Aber es geht nicht gut an, ihn zu umgehen, und dann iſt
für ſie ein durch die Verantwortung gefeſſelter Reichsbankpräſi=
dent
immer noch bequemer, als wenn er nur einfacher Sachver=
ſtändiger
wäre.

Tardien führt die franzöſiſche delegakion.

EP. Paris, 24. Dezember.
Die Unterredung des belgiſchen Miniſterpräſidenten Jaſpar
mit dem Miniſterpräſidenten Tardieu galt nicht nur dem Pro=
gramm
der zweiten Haager Konferenz, mit deſſen Ausarbeitung
Jaſpar als deſſen Vorſitzender beauftragt iſt, ſondern auch dem
Eröffnungsdatum. Miniſterpräſident Jaſpar hat laut Petit
Pariſien ſeinem franzöſiſchen Kollegen erneut den 6. Januar vor=
geſchlagen
und dieſe Anregung damit begründet, daß er und
Außenminiſter Hymans der Abreiſe des Königspaares am 3. oder
4. Januar nach Rom zu den Hochzeitsfeierlichkeiten des Prinzen
Umberto und der Prinzeſſin Marie Joſé beizuwohnen wünſchten.
Miniſterpräſident Tardieu habe aber an dem franzöſiſchen Stand=
punkt
, daß die Konferenz am 3. Januar eröffnet werden ſolle,
feſtgehalten. Miniſterpräſident Tardieu wird die franzöſiſche
Haagdelegation anführen und in der holländiſchen Hauptſtadt bis
zum Schluß bleiben. Miniſterpräſident Jaſpar wird wahrſchein=
lich
vor dem Tagungsbeginn, noch einmal mit der franzöſiſchen
Regierung Rückſprache nehmen.

Snowden an der Spiße der engliſchen delegakion.

EP. London, 24. Dez.
Die engliſche Regierung wird ſich nach Mitteilungen des par=
lamentariſchen
Korreſpondenten der Times durch Schatzkanzler
Snowden und den Präſidenten des Handelsates, Graham, auf
der zweiten Haager Konferenz vertreten laſſen. Die beiden Dele=
gierten
werden bereits am 2. Januar London verlaſſen.

ſchick ich nach Jena. Denn unmöglich iſt die zu entbehren hier in
der homeriſch einfachen Welt. Beſonders fielen mir einige Verſe
ein, und recht auf, da ich heut früh lang ausgeſchlafen hatte und
es nicht Tag werden wollte, was ohngefähr heißt: Und in ihre
Felle gehüllt lagen ſie am glimmenden Herde, über ihnen wehte
der naſſe Sturm durch die unendliche Nacht und lagen und ſchlie=
fen
den erquicklichen Schlaf biß zum ſpät dämmernden Morgen.

Von Frau von Stein
Weimar, 24. Dez. 1811.
Mir deucht es wäre ſo ein altes Recht, das Sie, beſter Ge=
heimrath
, auf einen Wachsſtock von mir zum Weihnachtsgeſchenk
haben; hier brennt mein Stöckchen alſo ganz demüthig, da ich
eigentlich nichts ſinnigers zu geben weiß daß Ihrer würdig wäre,
es iſt doch noch immer ein Flämmchen das auf dem Ihnen er=
richteten
Altar lodert.

An Willemer.
Weimar, 28. Dez. 1814.
Geſtern, als am 27. d. M., iſt das angekündigte Schatzkäſtlein
durch den pünktlichen Fuhrmann gut und glücklich anher gelangt,
nachdem ich noch einige Tage wegen der eingetretenen Kälte in
Sorgen geweſen. Ob das trinkbare Gold hier, hinter dem
Thüringer Walde ſo gut ſchmecken und duften wird, als damals,
wo das Auge durch den Anblick des frohen Mayns, das Ohr
durch liebreiche Geſpräche und das Herz durch vertrauende
Freundſchaft erquickt war, iſt ein Problem, welches zu löſen nicht
verſäumen werde.

Weimar, 25. Dez. 1815.
An Frau von Stein.
Daß Du zugleich mit dem heilgen Chriſt
An dieſem Tage geboren biſt,
Und Auguſt auch der werthe Schlancke,
Dafür ich Gott im Herzen dancke,
Dies giebt in tiefer Winterszeit
Erwünſchteſte Gelegenheit
Mit einigem Zucker Dich zu grüßen,
Abweſenheit mir zu verſüßen,
Der ich wie ſonſt, in Sonnenferne
Im Stillen liebe, leide, lerne.

Marianne von Willemer an Auguſt von Goethe.
Frankfurt, 20. Okt. 1816.
Das Kiſtchen, das hoffentlich den Montag Abend oder
Dienstag Morgen in Weimar anlangen wiro, bitte ich Dich zu
öffnen und die bewußten Pantoffeln nebſt einem kleinen Bild=
chen
, welches noch beygepackt, Deinem Vater am Chriſtabend bey
einigen Lichtern (den das Licht iſt mein Element) in meinem
Nahmen zu beſcheeren, und zugleich ſind die Pfeffernüſſe und

Trommelſeuer von Ang
im engliſchen Unkerh

Kritik an der engliſchen Auße
EP. Lond=
In der geſtrigen Unterhausſitzung wurden vor

Abgeordneten Sir Frederic Hall an den Außen
mehrere Anfragen zu den Nachrichten über an
fuhr von Munition aus Deutſchla
Interpellant wünſchte zu wiſſen, ob Deutſchlan)

Vertrag niedergelegten Beſtimmungen über die
bisher genau beachtet habe. Henderſon erklärte
der Anfrage, daß möglicherweiſe geringfügige 1 trtu
fraglichen Artikel vorgekommen ſeien, daß abe
größerer Bedeutung zu ſeiner Kenntnis gelang.
Einwände Halls, daß nach ſeinen Informatiot
gons Munition aus Deutſchland nach China g
Eel
klärte Henderſon daß der Frageſteller offenbar k nſe
richtet zu ſein ſcheine.
Zu der Frage des chineſiſch=ru
flikts in der Mandſchurei teilte Hend
mit, daß er über eine Fortſetzung der Feindſeligke m.
Seite keinerlei Informationen beſitze. Die en
habe nach Erklärung Henderſons zwecks Einſte
ſeligkeiten nach ihrer letzten Note keine weiteren
der ruſſiſchen Regierung gemacht. Nach ſeiner Anſ

zu der Annahme, daß die zwiſchen China und
teten direkten Verhandlungen zum Abſchluß eine=
kommens
geführt haben.
Die Frage der ruſſiſchen Propaga
Gegenſtand einer Anfrage des Abgeordneten Si.
ſon, der zu erfahren ſuchte, ob die bisher von ruſſ ?

die Praris ergeben könne, ob die bisherigen Vf=
ruſſiſchen
Regierung als zufriedenſtellend oder nick
den könnten.
Im weiteren Verlauf verlas dann der Staat.
dien, Wedgwood Benn, ein an König Georg
gramm des Vizekönigs von Indien, Irvin, in den
Bomben=Attentat auf ſeinen. Zug Mitteilung ma
ſatz zu Preſſemeldungen teilt Lord Irvin in dem

daß kein bedeutender Schaden durch das Attentat

angerichtet worden ſei, und gibt der Hoffnung A.
die Regierung nicht durch übertriebene Zeitung
ruhigen laſſen werde.
Ferner ergriff der frühere Staatsſekretär des

Auſten Chamberlain, das Wort, um die

Begierung gegenüber Aegypten heſti
Er erklärte, daß der neue Vertragsentwurf große (
berge und keineswegs den Wünſchen des ägyptiſch
ſpreche, das überhaupt nicht befragt worden ſei.
kritiſierte Chamberlain die Zurückziehung der Tru p=
Kanalzone und die Rückkehr eines ägyptiſchen Bſtys
dem Sudan In Erwiderung auf die Angriffe faeiſtuf

betonte Henderſon daß der neue Vertragsentwurf in ſe
zügen dem während der Amtszeit Chamberlains ent: ſrm

entſpreche, mit der einzigen Ausnahme, daß damals ſeliM
ſpielung auf die Verhältniſſe im Sudan gemacht wu 71.

Indiens Mindeſtforderungen.

Delhi, 24 Arit.

Gandhi und andere Führer der national=indiſch
hatten heute eine mehrſtündige Beſprechung mit
Vizekönig, die ſich auf die Verfaſſungsreform in
Infolge der Meinungsverſchiedenheiten in der Hau=
lich
wann Indien die Autonomie nach Artd
der britiſchen Dominions erhalten ſolle,
Abbruch der Beſprechungen. Der Zeutra

Erklärung des britiſchen Parlaments verlangt wird
in vollem Umfange das Statut eines Dominion zuge
Gleichzeitig werden unverzügliche weſentliche Maßne
dert, wodurch den indiſchen Provinzen in liberaler
nomie gewährt und feſtgeſetzt wird, daß die indiſche R
geſetzgehenden Zentralgewalt verantwortlich iſt. Die

Boi

werden als Mindeſtforderungen Indiens bezeichnet.

Die Beendigung der polniſchen Kri

EP. Warſchau, 24.
Die politiſche Kriſe wird heute durch die Wiederleh
Kabinetts Bartel, wie es vor dem April dieſes Jahres im
ihr Ende finden. Neben dem Miniſterpräſidenten ſcheiden
Mitglieder der Oberſten=Gruppe aus der bisherigen Reg
nämlich. Innenminiſter General Slawoj=Skaldkowſti, Fi=
Oberſt Matuszewſki und der Fürſorgeminiſter und früher
Pilſudfkis, Oberſt Pryſtor, an deren Stelle der frühere W.
Poſen, Dunin, der Krakauer Nationalökonom Krzyzanow!
Fürſorgeminiſter Jurkiewicz treten ſollen.

Brenten für ihn beſtimmt, denn ich weiß, daß er ſie
Den Schinken und die Würſte habe ich für Dich beſpa!
auch wünſche ich, daß Du Dir aus den glaſſirten Ficht!
was ſich für Deinen Zuſtand paßt, das den Pantoffeln k
Chriſtkindchen aber iſt Dir dediziert und eine alleger
ſpielung auf unſre Kindheit. Du biſt nun frehlich *
aber ich bin und bleibe klein, und wenn ich ſchon die 1l
des Jahres groß bin, ſo werde ich jedes Chriſtfeſt wi.
Kinde.

An Marianne von Willemer.

Weimar, 31. Des

Das Chriſtkindchen hat dieſes Jahr, man muß S
ſich ſehr liebenswürdig erwieſen, doch kann es eine geb!
nicht laſſen; denn ob es gleich herkömmlich iſt, d0ß
Papſts Pantoffel küſſe, weil ein Kreuz drauf, wo9l. 4
man die Füße der Geliebteſten liebkoſe, um anzüdet.
man ſich dem Willen ganz hingiebt, der ſich uns eiße""
iſt es doch unerhört, daß man eine würdige Perſon Muich
Zeichen nöthige, die Hülle ſeines eigenen Fußes 19 *
wozu moraliſch und phyſiſch gar wunderbare Gehäche.
wären. Mit allem dem aber ſind Geſchenke der Gonk.
auch, wie immer, etwas Problematiſches mit ſich ſohle
Dankes und aller Freude werth, wie denn ja durch Me
tende Süße alles etwa bedenkliche aufgehoben witd=

Don Deutſchlands Hohen Schulel.
Dr. Heinz Loſſen, Vorſtand der RöntgenAbteilung .
Geiſt=Hoſpital in Frankfurt a. M., hat einen Nuf nach Zch.
das neue Thereſien=Krankenhaus als leitender Arzt de A.
ſtituts erhalten.
Deutſcher Reichspoſt=Kalender 1930. Herausgegebe
des Reichspoſtminiſteriums. Konkordia=Verlag, Leinzi
ſtraße 6. Preis 4 RM.
Der Deutſche Reichspoſt=Kalender iſt in zweiter
Auch diesmal hat er die Aufgabe: Die Oeffentlichtei
anſchaulicher Form über die vielſeitigen Ginrichtunge
Neichspoſt aufzuklären und die zweckmäßigſte, bede
feilſte Ausnutzung der Verkehrsmittel zu zeigen.
bild in Buntfarbendruck eine Landſchaft am deutſche
neuzeitliche Verkehrsmittel der Reichspoſt belebt.
den 159 Blatter führen durch Bild und Text dem Be.
wie ſich die Deutſche Reichspoſt mit ihren modernen
Wirtſchafts=, Geiſtes= und Gemütsleben des deute
und die neueſten Fortſchritte der Wiſſenſchaft dn
Dienſt ſtellt. Der Kalender iſt mit ſeinem vie
Inhalt eine Quelle reicher Anregung und 2

Aufmachung und Form wird auch der zweite
aller Volkskreiſe finden.

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Btet 336/57

Mittwoch, den 25. Dezember 1929

Seite 3

denhauer

und

ſal-2
miri
niche
do1
den
ſon)

Berlin, 24. Dez.
eichspräſident hat auf Vorſchlag des Reichskanzlers
igen Wirtſchaftsminiſter Prof. Dr. Moldenhauer zum
zminiſter und den früheren Reichsminiſter und Sozial=
Hen Abgeordneten Robert Schmidt zum Reichswirt=
ts
:5 ſter ernannt.

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der Umbeſetzung des Kabinetts iſt es nun doch ſo ge=
nes
ke wir dies am Samstag Mittag vorausgeſagt hatten,
ax in der Samstag Nacht ſchon wieder falſch war: der
sx iler Prof. Moldenhauer wechſelt aus dem Wirtſchafts=
ſſtolr
in das Finanzminiſterium hinüber, während der
krat Robert Schmidt das Wirtſchaftsminiſterium
Die Dinge haben ſich, wie ſo oft, wieder einmal
reiſe gedreht. Die Sozialdemokraten, die in der Nacht
1 ag auf Sonntag bis 4 Uhr morgens beiſammen ſaßen,
in riüber dem Kanzler Hermann Müller entſcheidendes
rauf gelegt, daß die Neubeſetzung im Kabinett ſofort
lgt,5 iit ſie ihre 4 Stimmen behielten. Sie wären das
Kanx ſterium ganz gerne losgeworden, aber ſie ſahen wohl
2 nicht um die Erbſchaft Hilferdings herumkommen
H präſentierten deshalb als einzigen Kandidaten, den
auffy en konnten, ihren Finanzſachverſtändigen Dr. Hertz,
abec ine Neigung zeigte, das Amt anzunehmen, gegen den
giancherlei Bedenken vorlagen, weil er über die Abge=
netey
rroſphäre niemals hinausgekommen iſt und kaum das
internationale Verhandlungen zu führen. Es kam
auch der Reichspräſident mit einer rein parteimäßigen
rg nicht ganz einverſtanden war und gerne eine Ent=
itiſiey
des Finanzminiſteriums geſehen hätte, um wirk=
einz
einen Mann von Format an dieſen exponierten Po=
7 zu können. Darauf aber konnte der Reichskanzler
rlaſſen, wenn er nicht vollkommen mit ſeiner Fraktion
en wollte. So iſt es denn zur Berufung Prof. Dr.
in ers, der ſich überraſchend ſchnell in das Reichswirt=
kerium
eingearbeitet hatte, zum Finanzminiſter gekom=
Moldenhauer ſteht ſachlich und politiſch vor einer nicht
idenswerten Aufgabe. Er hat zwar als Wirtſchafts=
ren
großen Teil der Verhandlungen auch mit dem
ſichsklä präſidenten führen müſſen, iſt alſo halbwegs im Bilde,
auch im Haag ſeinen Mann ſtehen. Es wird aber
Enliches Maß von Energie dazu gehören, wenn er die
*sräumen will, die Dr. Hilferding ihm hinterlaſſen hat
Echnend für den Mangel an Perſönlichkeiten in der
Eratie iſt, daß ſie für den Poſten des Reichswirtſchafts=
air
den ſtark überalterten Robert Schmidt zu präſen=
Schte. Er iſt ſchon über die 65 hinaus und ſteht ſeit 1893
iſchen Politik. Seit der Revolution hat er nicht we=
2 Kabinetten angehört und dabei die erforderliche
eity * bewieſen. In dem erſten parlamentariſchen Kabi=
er
Ernährungsminiſter, blieb das auch im Kabinett
nuer 1. übernahm dazu noch das Reichswirtſchaftsminiſte=
er
auch unter Hermann Müller bis 1920 beibehielt.
binette Wirth war er in gleicher Eigenſchaft wieder
Eter Dr. Streſemann mit dem Wiederaufbauminiſterium
Stretung des Kanzlers zu übernehmen. Er iſt ein
Tider Gewerkſchaftsſekretär, war Redakteur am Vor=
hatte
dann die Leitung des Zentralarbeiterſekreta=
arlin
. Er iſt aber doch viel zu ſehr dogmatiſch ge=
ndenm
: daß er den Blick und die Bewegungsfreiheit hätte,
der) rtſchaft in den kommenden ſchweren Monaten Rat=
Helfer ſein zu können. Er war einer der Propheten der
aft, die ſich gründlich totgelaufen hat. Dieſe über=
ge
wird er wohl kaum wieder ausgraben wollen und
ät für eine völlige Umſtellung trauen wir ihm nicht
Stärkung des Kabinettes Müller können wir daher
Miniſterverſchiebung nicht erſehen. Im Gegenteil,

die ganze Regierung trägt dadurch nur noch mehr den Charak=
ter
eines Proviſoriums mit dem leiſen Einſchlag, daß die So=
zialdemokraten
durch wirtſchaftliche Reformvorſchläge in ihrem
Sinne den Abſprung vorbereiten möchten. Der Kanzler Müller
hatte noch einmal Gelegenheit, zu zeigen, daß er zu führen ver=
ſteht
. Er hat ſie wieder verpaßt und nur eine Verlegenheits=
löſung
gefunden, die leicht verſagen kann, ſobald erſt einmal der
außenpolitiſche Druck aufhört.
Popik‟ Nachfolger.
* Berlin, 24. Dez. (Priv.=Tel.)
Die Ernennung des volksparteilichen Reichsfinanzminiſters
Moldenhauer ſcheint auch auf die Beſetzung des Staatsſekre=
tariats
im Finanzminiſterium nicht ohne Einfluß geblieben zu
ſein. In politiſchen Kreiſen hatte man bisher angenommen,
daß der der Volkspartei naheſtehende Miniſterialdirektor Dr.
Zarden Nachfolger von Staatsſekretär Popitz werden würde.
Da es aber im parlamentariſchen Syſtem unerträglich wäre,
wenn der Miniſter und der Staatsſekretär derſelben Partei ange=
hören
, ſoll der Sozialdemokratie ein Ausgleich geboten werden,
dadurch, daß Miniſterialdirektor Schäffer vom Reichswirtſchafts=
miniſterium
, der ſich zur Sozialdemokratie rechnet, das Staats=
ſekretariat
als Nachfolger Popitz’ erhält, Erfolg alſo, daß die
Sozialdemokratie ihren Einfluß im Finanzminiſterium minde=
ſtens
nicht verringert und nur aus der Verantwortung aus=
ſcheidet
. Eine unerfreuliche Erſcheinung, daß die Ausbalancierung
des politiſchen Gleichgewichtes innerhalb der Parteien immer
mehr ſich nicht nur auf die Miniſter, ſondern auch auf die leiten=
den
Beamten ausdehnt.

Reichstagspräſident Löbe, der geſtern in Wien
weilte, äußerte ſich dem Vertreter eines Wiener Blattes gegen=
über
über die Finanzlage Deutſchlands und den
Rücktritt Hilferdings. Die Nachricht von der Demiſſion des
Reichsfinanzminiſters habe ihn unmittelbar vor ſeiner Abreiſe
erreicht, doch habe er die Abreiſe nicht verſchieben können. Mit
Bezug auf die Finanzlage des Reiches könne geſagt werden,
daß das Jahr 1929 den Höhepunkt der Kriſe gebracht habe. Man
ſei davon nicht überraſcht worden, da nach dem Davesplan
gerade in dieſem Jahr die größten Laſten im Betrage von
2½ Milliarden Goldmark zu tragen geweſen ſeien. Die Er=
leichterungen
, wie ſie im Youngplan vorgeſehen ſind, hätten
ſich leider durch die auf der Haager Konferenz entſtandenen
Schwierigkeiten noch nicht auswirken können. Dazu kämen die
inneren Schwierigkeiten beſonders in der Induſtrie, die das
Reich gezwungen hätten, 450 Millionen Mark allein für die
Erwerbsloſenunterſtützung zu verwenden. Trotz der im Augen=
blick
fatalen Lage der Stadt Berlin und des ganzen Reiches ſeien
jedoch die erſten Schwierigkeiten überwunden, und er hoffe zu=
verſichtlich
, daß das neue Jahr eine anhaltende Beſſerung der
Finanzlage und der geſamten inneren Verhältniſſe bringen
werde.

EP. London, 24. Dez.
Der Evening Standard nimmt in einem kurzen Artikel zu
dem Rücktritt des Reichsfinanzminiſters Dr. Hilferding Stel=
lung
und erklärt, daß der Reichsbankpräſident mit dem Aus=
ſcheiden
Hilferdings aus der Regierung einen entſcheidenden
Sieg errungen habe. Als Mann von großer Energie und gro=
ßen
geiſtigen Fähigkeiten habe ſich Dr. Schacht nach dem Tode
des deutſchen Außenminiſters Dr. Streſemann als der ſtarke
Mann in Deutſchland erwieſen. Seiner politiſchen Zukunft
müſſe man mit größtem Intereſſe entgegenſehen.
Erwerbsloſen=Ausſchreikungen in Köln.
Am Montag abend kam es in der Altſtadt in den Haupt=
geſchäftsſtraßen
zu Zuſammenrottungen kleinerer Trupps von Kom=
muniſten
aufgehetzter Erwerbsloſer. Sie durchzogen die Straßen
und warfen mit großen Feldſteinen verſchiedene Schaufenſter der
Geſchäfte ein. Die Täter konnten in dem dichten Verkehrstrubel
unerkannt entkommen, ehe die Polizei einſchreiten konnte. Auch
am Ring wurde das Fenſter eines Kaffeehauſes eingeworfen.

der

Bürgermeiſter Scholz hat im Anſchluß an die Ausſprache mit
den Vorſitzenden der 20 Berliner Bezirksämter an dieſe eine
Verfügung ergehen laſſen, die ſich mit den nächſtliegenden
Aufgabn des Berliner Sparprogramms befaßt.
Die Verfügung legt die Maßnahmen dar, die zur Ueberwin=
dung
der Ultimoſchwierigkeiten in den nächſten
Wochen erforderlich ſind. Weiter ſoll geprüft werden, wie ſich
die Haushaltsgebarung in den nächſten drei
Monaten, alſo bis zum Ablauf des Haushaltsjahres 1929,
geſtaltet und was im einzelnen bis dahin an Ausgaben zu=
gelaſſen
werden kann. Darüber hinaus ſoll bereits jetzt für
das am 1. April 1930 beginnende Haushaltsjahr 1930
der Ausgaberahmen für alle Verwaltungen der
Stadt genau durchgeprüft werden.
Die Berliner Sozialdemokralen gegen den Erlaß

des Oberpräſidenken.

Am Montag abend beſchäftigte ſich eine Sitzung des engeren
Bezirksvorſtandes und der Kreisleiter zuſammen mit den Magi=
ſträtsmitgliedern
, dem Vorſtand der Stadtverordnetenfraktion und
den Berliner Reichstags= und Landtagsabgeordneten mit der
durch den Erlaß des Oberpräſidenten für Groß=Berlin geſchaffenen
Lage. Nach eingehender Ausſprache wurde einſtimmig eine Ent=
ſchließung
angenommen, in der die Sozialdemokratiſche
Partei, Bezirksverband Berlin, gegen die von dem Ober=
präſidenten
über die Stadt Berlin ausgeſprochene beſondere
Kommunalaufſicht proteſtiert. Die neue Verfügung
des Bürgermeiſters Scholz, ſo heißt es weiter, verſchärft den Erlaß
des Oberpräſidenten und hebe die Selbſtverwaltung praktiſch völ=
lig
auf. Die ſozialdemokratiſche Fraktion des Rathauſes werde bei
den kommenden Beratungen jeder Maßnahme, die das Selbſtver=
waltungsrecht
der Stadtverordnetenverſammlung und des Magi=
ſtrates
einengt, den ſchärfſten Widerſtand entgegenſetzen.

Wie die Breslauer Juſtizpreſſeſtelle mitteilt, iſt in der Sache
Lampel und Genoſſen nunmehr die Vorunterſuchung dem Ab=
ſchluß
nahe. In der letzten Woche hat der Unterſuchungsrichter
Landgerichtsrat Dr. Tzſchentke Vernehmungen in Dres=
den
und Berlin vorgenommen und hierbei u. a. einen frühe=
ren
Vertrauten des getöteten Köhler gehört, der über eine Spio=
nagetätigkeit
des Köhler keine belaſtenden Angaben machte, aber
ſonſt Nachteiliges über ſein Verhalten in Geld= und Eigentums=
fragen
bekundete. Der Spionageverdacht gegen Köhler hat jedoch
durch andere Bekundungen erhebliche Unterſtützung gefunden,
insbeſondere inſofern, als Köhler einen namhaften Geldbetrag
vom Auslande zugewandt erhalten haben ſoll. Daß die Ange=
ſchuldigten
offiziell den Köhler auf Befehl eines Vorgeſetzten
getötet haben, hat ſich bisher nicht beſtätigt, wohl aber ſoll un=
mittelbar
nach der Tat einer der Beteiligten offiziell dem Batail=
lon
über die Vorgänge bei der Tötung des Köhler eine Mel=
dung
erſtattet haben, die ſich mit der jetzt gegebenen Schilderung
einer Notwehrhandlung deckt.

Das empfindliche Italien.

* Das Berliner Leſſing=Theater hat am Montag ein Stück des
Oeſterreichers Angermeier, Flieg, roter Adler uraufgeführt,
das in Südtirol ſpielt und ſich mit der Unterdrückung der Deut=
ſchen
beſchäftigt. Die italieniſche Regierung ſcheint in dieſem
Punkt außerordentlich empfindlich zu ſein. Der italieniſche Bot=
ſchafter
hat jedenfalls, wenn auch nicht in Form einer amtlichen
Demarche, ſo doch inoffiziell, verſucht, die Aufmerkſamkeit des
Auswärtigen Amtes auf dieſes Stück zu lenken und der deutſchen
Regierung nahelegen zu wollen, die Aufführung zu verhindern.
Das Auswärtige Amt hat eine ſolche Anregung höflich, aber be=
ſtimmt
abgelehnt, mit dem einfachen Hinweis, daß wir in Deutſch=
land
keine Zenſur haben, daß alſo die Möglichkeit eines Ein=
fluſſes
überhaupt nicht gegeben ſei, ganz abgeſehen davon, daß
natürlich in Deutſchland niemand daran denkt, die dichteriſche
Freiheit zu beſchränken, auch wenn ſie ſich mit den nationalen
Nöten deutſcher Minderheiten beſchäftigt. Herr Muſſolini hat ja
ein ſehr einfaches Mittel in der Hand: er braucht nur die Zu=
ſagen
von Verſailles zu erfüllen und den ſüdtiroler Deutſchen
ihre kulturelle Freiheit zu gewährleiſten, dann wird er von
irgendwelchen Anklagen.

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Von Fritz Löwe.
m weihnachtlichen Jeruſalem führt mich das Auto
er Landſtraße nach Bethlehem. Vom Jaffator ſenkt
g nach Süden ins Hinnan=Tal und ſteigt dann wie=
rr
auf. Auf halbem Wege zwiſchen Jeruſalem und
liegt das Grab Rahels, eine viereckige gewölbte
Grabkagl mit einem Kuppeldach. Plötzlich tauchen vor mir,
in wogende Getreidefelder, die viereckigen Häuſer
und ter) eiförmig angelegten Gärten des auf zwei durch einen
Tindenen Hügeln liegenden Bethlehem auf. Liebliche
ſeinbo), ſchattige Oelbaumhaine und Feigenpflanzungen um=
ſchlingeg
blühendem Kranze das freundliche Städtchen. Im
fnet ſich ein weites Wieſental. Hier ſollen nach der
Ueberlifh ang die Engel den Hirten die Geburt des Heilands
aben. Auf den umliegenden Feldern weidete König
Knabe die Herden ſeines Vaters. Hell klingen die
Glockem!! Marienkirche durch die klare Luft.
enge, winklige Gaſſen windet, ſich das Auto. Das
otorg)rſch lockt die Bevölkerung neugierig vor die Türen.
Seiten werden mir Vaſen, Ketten, Roſenkränze und
uis Zedernholz vom Libanon, aus Perlmutter vom
Roten re angeboten, die hier verfertigt werden. Die Schön=
auen
von Bethlehem fällt ins Auge. Mit ihren
hellfarbigen Gewändern, den goldgeſtickten hohen
den langen weißen Schleiern erinnern ſie in ihrem
ge und friſcher Anmut an die berühmten Madonnen=
bilder
: alten Meiſter.
ame des Ortes lebt in der Tradition der Landes=
2is bibliſchen Zeiten bis auf den heutigen Tag unver=
Haus des Brotes wird, Bethlehem genannt.
Dies ii vhl in der Tatſache begründet, daß die Umgebung
chon in den älteſten Zeiten durch ihre Fruchtbarkeit
en Wüſte beſonders abſtach. Seit der frühchriſtlichen
Zeit ir die Geburtsſtätte Chriſti von unzähligen Pilgern
Inſtantin ließ hier die Geburts= oder Marienkirche
con i: ahre 330 errichten und die Stadt mit einer Mauer
Seitdem ſind hier unzählige Kirchen und Klöſter
In den Kreuzfahrerkriegen zerſtörten die Araber
Die Kreuzfahrer bauten ſie jedoch wieder auf und
befeſtigh! Die Geburtskirche. Gegen Ende des Mittelalters
ſtark beſchädigte Kirche wieder ausgebeſſert. Nächſt
kirche zu Jeruſalem gilt ſie als höchſtes Heiligtum
rheit. Die Stadt zählt heute 12 000 Einwohner. Mit
von zirka dreihundert Moslems ſind die Bewohner
ſamtlial Griſten. Sie leben hauptſächlich von Ackerbau und
Viele beſchäftigen ſich auch mit der Heiligenbilder=

und Andenkeninduſtrie. Beſonders geſchickt ſind ſie in der Her=
ſtellung
von Perlmutterarbeiten und in der Bearbeitung des
ſchwarzen Aſphaltſteines.
Das Auto hält auf dem großen Platze vor der Geburtskirche.
Die prächtige, im Innern mit vergoldeten Moſaiken geſchmückte
kreuzförmige Baſilika, die über der Geburtsſtätte Chriſti er=
richtet
iſt, wurde von Kaiſer Juſtinian reſtauriert. Das Haupt=
ſchiff
des uralten, im Laufe von 15 Jahrhunderten vielfach um=
gebauten
und veränderten Gotteshauſes ruht auf 44 byzantini=
ſchen
Marmorſäulen, die in vier Reihen angeordnet ſind. Die
Kirche wird von drei verſchiedenen Konfeſſionen benutzt. Es
gibt eine griechiſch=katholiſche, eine römiſch=katholiſche und eine
armeniſche Abteilung.
Der Weihnachtsgottesdienſt unter Leitung des Patriarchen
iſt von feierlichſtem Zeremoniell. Aus Weihrauchwolken ragen
vergoldete Tabernakel. In grellen Farben leuchten die Gewän=
der
der pſalmierenden Prieſter. Andächtig küßt die Menge den
Steinboden. Mit brennenden Kerzen betreten die Andächtigen
die unter der Kirche gelegene Grotte, in der nach der Ueberliefe=
rung
der Heiland geboren wurde. Aus der Tiefe dringt
dumpfes Gemurmel.
In den verſchiedenen Abteilungen der Höhle knien mit Lich=
tern
in den Händen Pilger in brünſtigem Gebete. Alte ver=
blichene
Brokatgewänder, zerſtörte Moſaiken an den Seiten=
ſvänden
erinnern an die ſchmuckfreudige Zeit des Mittelalters.
Auf vergoldeten Altären ragen Kreuze. Geheimnisvoll glühen
aus dem Halbdunkel rote und grüne Lampen. Hohe Kerzen
flimmern. Die Geburtsgrotte iſt mit geglättetem braunem Mar=
mor
überkleidet. Durch die Draperien von verblaßter Seide
blickt hier und da der nackte feuchte Fels.
Man zeigt die Stelle, wo Chriſtus geboren und in die
Krippe gelegt wurde, wie die Stätte, an der die Anbetung der
drei Weiſen aus dem Morgenlande ſtattfand. Erhellt von
Lampen, lieſt man auf dem Marmor einer Bodenniſche die
Worte: Hie de virgine Maria Tesus Christus natus est. Pro=
zeſſionen
drängen ſich durch die Menge. Voran Chorknaben,
ſilberne Rauchpfannen ſchwingend. Ihnen folgen in prächtigen
Meßgewändern Prieſter, die Monſtranz tragend. An der Stelle
der Geburt liegt die Menge auf den Knien. In der Tiefe der
Wölbungen verhallt der Geſang. Dumpf klingen aus der Höhe
die Glocken.
Von der geweihten unterirdiſchen Stätte ſteige ich wieder
zum Tageslicht empor.
Rotglühend verſinkt die Sonne am Horizonte, als ich die
Rückfahrt nach Jeruſalem antrat. Heimkehrende Herden er=
füllen
mit ihrem Geläute die friedliche Landſchaft. Aus der
Ferne klingt eine einſame Glocke. Hirten in bibliſcher Tracht
ſpielen die Schalmei. Landleute eilen ſingend vorüber. Unter
mir die friedliche, ſchwermütige Landſchaft von Oelbäumen und
grauen Steinen. In der Ferne die große blaue Linie der Berge

von Moab, auf der anderen Seite des Toten Meeres. Beim
Geläute der Herden, dem Klange der Glocken ſcheint die Zeit
plötzlich um Jahrhunderte verjüngt.
Und ſteht dort nicht die Jungfrau Maria mit dem Jeſus=
kinde
im Arm? In der ruhigen edlen Haltung der Madonna
lehnt eine junge Frau mit reinen Zügen, blau und roſa geklei=
det
, am Stamm eines Oelbaumes. Lang weht der Schleier
herab. Lächelnd bietet ſie mir aus dem Kruge Waſſer. Noch
grüßt eine Zeitlang die Geburtskirche von Bethlehem. Das Ge=
läute
der Glocken verliert ſich aber in der Ferne. Die Stille
Nacht iſt mit ihrem Frieden gekommen. Ueber die ſteinigen
Täler ſtrahlt das Sternenheer.
Die erſten Häuſer Jeruſalems tauchen auf. Auf fteiler
Straße gehts bergan. Ueber dem grauen Häuſermeer wird der
Oelberg ſichtbar. Vor mir ragt inmitten düſterer viereckiger
Türme, aus rieſigen Quaderſteinen gefügter Mauern und ge=
zackter
Zinnen Jeruſalem auf. Durch das Jaffa=Tor fahre ich
in die heilige Stadt.
In der mit wertvollen Teppichen und buntfarbigen Bronze=
lampen
geſchmückten Hotelhalle ſteht ſchon die Weihnachtstafel
bereit. Sahib, Haſſan und Mohammed, fixe abeſſiniſche Kellner,
ſtürzen eifrig mit Schüſſeln und Platten herbei und beeilen ſich,
auch den kleinſten meiner Wünſche zu erfüllen.
Draußen läuten die Glocken von Jeruſalem.

Kaſimir Edſchmid: Die Geſchichte von den Suaheli=Mädchen und den
ſchwarzen Kriegern, mit ſechs farbigen Lithographien von Erna
Pinner.
Wiederum bringt der Darmſtädter Verlag zu Weihnachten, dies=
mal
zeitlich allerdings ſehr knapp, für Freunde bibliophiler Druck=
iverke
einen Band Edſchmid=Pinner heraus. Das Buch wurde in einer
einmaligen Auflage auf der Handpreſſe gedruckt, und von Edſchmid
und Pinner ſigniert. Dieſe Tatſache aber und die ausgezeichnete Aus=
ſtattung
, auch die ſehr charakteriſtiſchen, glänzend beobachteten kolorier=
ten
Zeichnungen von Erna Pinner ſind nicht der Hauptwert des Buchs.
Den bedingt der Text. Kaſimir Edſchmid erzählt anfangs humoriſtiſch
ſatiriſch, wie im afrikaniſchen Feldzug während des Weltkrieges der
deutſche Hauptmann für ſeine Askarikrieger die Weiber kommen ließ,
was aber den Kriegern gar nicht recht war. Aus der leichten, flotten
Erzählung geht ſehr bald dieſe Geſchichte über in eine ſtarke, von
dramatiſcher Spannung getragene Erzählung aus dem Heldenkampf
eines kleinen Teils der Lettow=Vorbeck=Truppe im Krieg gegen unzäh=
lige
Uebermacht. Eine ſtarke Kriegsgeſchichte von glänzender Beobach=
tung
und prachtvoller Stilbeherrſchung Letzten Endes, nämliit im
Ausklang, ein Heldenepos, ohne ſelbſtverſtändlich in künſtleriſche fade
Begeiſterung zu verfallen. So was kennt Edſchmid nicht. Wenn trotzdem
ſeine Erzählung zu einem hohen Lied wird von der Treue der Askari=
Krieger, ſo bedingt das die ſtarke, lebendige Schilderung von Kampf=
und Fieberſzenen, von tiefſtem wuchtigen Erleben. Dabei ſind kluge
Gedanken eingeflochten über Erfahrungen in der Behandlung der
Negerſoldaten und Niggerboys. Das Ganze ein gutes, wertvolles
Buch

[ ][  ][ ]

Seite 4

Mittwoch, den 25 Dezember 1929

Num

Das Schickſal des Bolksenkſcheids.
Deutſchnakionaler Prokeſt. Der Kampf geht weiter.
Anrufung des Staatsgerichtshofes?

* Berlin, 24. Dezember. (Priv.=Tel.)
Der Reichswahlleiter hat diesmal wieder ſehr raſch gearbeitet

und das vorläufige amtliche Endergebnis mit ſeinen 5 825 460
Stimmen ſchon im Laufe des Sonntags feſtgeſtellt und daraufhin
ſofort den Reichswahlausſchuß einberufen, der eine Vorprüfung
vornimmt, worauf das Reichswahlgericht in Leipzig zuſammen=
tritt
. Dieſes hat alle Einwendungen zu prüfen, alſo auch die
Frage, ob der Geſetzentwurf verfaſſungsändernd iſt. Das Reichs=
wahlgericht
wird daher auch zu dem deutſchnationalen
Proteſt Stellung nehmen, in dem behauptet wird, daß
das Geſetz angenommen ſei. Die Regierung behauptet
bekanntlich in Uebereinſtimmung mit der herrſchenden Auffaſſung,
daß auch, wenn die Frage der Verfaſſungsänderung verneint wer=
den
ſollte, mindeſtens die Hälfte aller Stimmberechtigten ſich an
der Abſtimmung hätte beteiligen müſſen. Es iſt kein Zweifel, daß
das Reichswahlgericht nach ſeinen früheren Entſcheidungen dieſer
Anſicht beitreten wird. Möglich, daß die Deutſchnationalen
noch einmal den Staatsgerichtshof anrufen, ohne allerdings an
dem Ausgang etwas ändern zu können. Sie haben das
Spiel verloren. Der Volksentſcheid iſt abge=
lehnt
.
Die Deutſchnationalen hatten den Kampf um den Volksent=
ſcheid
im Innern längſt verloren gegeben und haben aus Gründen
der Koſtenerſparnis auf eine umfangreiche Agitation verzichtet.
Sie haben ſich mit einem Minimum begnügt, um das Geſicht zu
wahren. Es gehört aber doch ein großes Maß von Beſcheidenheit
dazu, um ſich mit den noch nicht einmal 6 Millionen Stimmen
zufrieden zu geben. Das iſt noch nicht einmal der ſiebente Teil
der Wahlberechtigten, das iſt noch nicht einmal die Hälfte der
Stimmen, die die hinter dem Volksentſcheid ſtehenden Parteien
bei der letzten Reichstagswahl aufgebracht haben. Es iſt ein Be=
weis
dafür, wie wenig es trotz des Hugenberg=Kurſes und trotz
der Bemühungen während des Volksbegehrens gelungen iſt, eine
wirkliche Volksbewegung in Gang zu bringen. Darin liegt ja das
eigentlich Entſcheidende. Das nationalpolitiſche Ziel, das der
Reichsausſchuß angeblich verfolgen wollte hat er bei weitem nicht
erreicht. Er hat es vorgezogen, ſchon im Anfang den Kampf innen=
politiſch
umzubiegen, und anſtatt einer nationalpolitiſchen Oppo=
ſition
, die der Regierung in ihrem Endkampf um die Verbeſſerung
des Young=Planes hätte nützlich werden können, entſtand eine
ganz ſchiefe Front, in deren Verlauf die Regierung zur Verteidi=
gung
des Young=Planes gezwungen wurde, was ihr im Haag noch
ſehr unbequem werden wird. Wir lehnen die Auslegung, als ob
das deutſche Volk mit der Ablehnung dieſes Volksentſcheides ſich
irgendwie zur Kriegsſchuldlüge oder zur Uebernahme unbegrenzter
Kriegsentſchädigungen ausdrucklich bekannt hätte, mit aller Ent=
ſchiedenheit
ab. Aber wir beklagen es, daß durch falſche Methoden
und durch falſche Mittel eine Aktion, die nützlich hätte werden
können, wirkungslos verpufft iſt. Die Verantwortung dafür trägt
der Reichsausſchuß, trägt insbeſondere Herr Hugenberg, und es
liegt ein Stück ausgleichender Gerechtigkeit darin, daß die ſicht=
barſte
Wirkung des ganzen Volksentſcheides zunächſt nur die Zer=
ſetzung
innerhalb der Deutſchnationalen Volkspartei iſt.

Vom Tage.

Gegen die im Anſchluß an die Erwerbsloſendemonſtrationen vom
16. Dezember in Frankfurt verhafteten ſieben Perſonen, ſowie gegen 15
weitere Perſonen, die ſich nicht in Haft befmden, iſt geſtern auf Antrag
der Staatsanwaltſchaft wegen der Beſchuldigung des Landfriedensbruchs
die Vorunterſuchung eröffnet worden.
Der Reichspräſident hat dem Präſidenten des Rechnungs=
hofes
des Deutſchen Reiches, Reichsſparkommiſſar Dr. h. c.
Saemiſch, zu ſeinem 60. Geburtstage herzliche Glück=
wünſche
übermittelt.
Der Staatsſekrtär im Reichsminiſterium für die beſetzten
Gebiete, Schmid, hat die Reichsregierung um ſeine Beurlaubung
erſucht, die ihm mit ſofortiger Wirkung bewilligt worden iſt, von dem
er vermutlich nicht wieder ins Amt zurückkehren wird.
Der franzöſiſche Botſchafter Herbette ſtattete Außenminiſter Litwinow
einen Beſuch ab, um die Mitteilung der rumäniſchen Regierung im Zu=
fanrmenhang
mit dem Schritt Stimſons zu übermitteln. Litwinow
lehnte es ab, dieſe Mitteilung entgegenzunehmen, und erklärte Herbette,
daß die Sowjetregierung in ihrer Antwort auf die franzöſiſche Regierung
auf den unfreundlichen Charakter der Aktion der drei Mächte verwieſen
habe, und daß jegliche Erklärungen über einen Beitritt zu dem Schritt
Stimſons insbeſondere jetzt, wo bereits in der ganzen Welt die faſt
völlige Regelung des Streites bei der oſtchineſiſchen Bahn bekannt ſei,
gegenſtandslos geworden ſefen.
Die Verhaftung des Italieners Berneri in Brüfſel hat zu fenſatio=
nellen
Enthüllungen geführt. Danach hat Berneri, der Anarchiſt iſt, ein
Attentat nicht nur gegen die belgiſche Königs=
familie
, ſondern auchgegenden italieniſchen Juſtiz=
miniſter
Rocco, der am 27. Dezember hier eine Konferenz abhal=
ten
wird, im Schilde geführt.
Die Errichtung einer Handelsvertretung der
engliſchen Regierung in Rußland wurde geſtern angekün=
digt
. Die neue Vertretung wird dieſelben Funktionen erhalten wie die
im Jahre 1927 nach dem Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen zwi=
ſchen
Rußland und England aufgehobene engliſche Handelsvertretung.
Im Palazzo Chigi in Rom haben die italieniſcherumäni=
ſchen
Verhandlungen für den Abſchluß eines Handels= und
Schiffahrtsvertrages begonnen, wobei zwiſchen den italieniſchen Regie=
rungsvertveten
und dem rumäniſchen Botſchafter freundſchaftliche Aus=
ſprachen
ausgetauſcht wurden.
Den letzten Wahlreſultaten zufolge hat die Wafd=Partei
182 von den 232 Parlamentsfitzen errungen. In 18
Bezirken werden am Sonntag Nachwahlen erfolgen.
Gegen den Eiſenbahnzug des Vizekönigs von Indien, Vord Irvin,
wurde eine Bombe geſchleudert. Ein leerer Speiſewagen wurde zer=
ſtört
. Der Vizekönig iſt nicht verletzt worden. Ein Zugbeamter wurde
leicht verletzt.
In Anerkennung ſeiner Verdienſte um die Karthographie der
antarktiſchen Gebiete hat Präſident Hoover den Polarforſcher
Byrd zum Konteradmiral der amerikaniſchen Ma=
rine
ernannt.
Im Zuſammenhang mit den verſchiedenen Verſchwörungen
in Mexiko, die ſich zum Teil auch gegen den ehemaligen Präſidenten
Calles richteten, wurden weitere Verhaftungen vorgenommen. Schwere
Anſchuldigungen werden gegen den ehemaligen Präſidentſchaftskandida=
ten
Vasconcellos erhoben, der ſich zur Zeit in Los Angelos aufhält. Von
dieſem wird ſcheinbar ein großer Teil der im Lande gärenden revolutio=
nären
Stimmung unterhalten.

Hriebenskrern.
Deukſch=franzöſiſche kakholiſche

Führende deutſche und franzöſiſche Kath
und 21. Dezember in Berlin zu einer gegent
verſammelt waren, faßten am Schluſſe ihre
gende Entſchließung:
1. Die deutſche und franzöſiſche Delegat
einem offenen und herzlichen Gedankenausta
Leben der beiden Länder berührenden Proble
daß eine erſprießliche Zuſammenarbeit der er
die deutſch=franzöſiſche Verſtändigung zur Vor
2. Es iſt die einſtimmige Meinung der ber
daß die Herbeiführung dieſer Verſtändigung
Aufgaben der Katholiken beider Länder gehör
3. Die Verſtändigung ſetzt vor allem die
überkommenen gegenſeitigen Mißtrauens vor
Kenntnis der beiderſeitigen Volksart das wie

4. Es ſollen deshalb die in Paris und Bi,
Ausſprachen im offenen und ehrlichen Geiſt
5. Die beiden Delegationen begrüßen di
Wege geleitete Zuſammenarbeit der katholiſch

Länder und der katholiſchen Journaliſten, w
Möglichkeit geſchaffen wird, irreführende Berick

tare zu vermeiden, ſowie eine der Verſtändigu
günſtige Atmoſphäre zu ſchaffen.

6. Beſonderen Wert legt die Konferenz a g
von Schülern und Schülerinnen, nicht minder au=
beiderſeitigen
Univerſitäten durch franzöſiſche u mſtz
denten und ſchließlich
7. die Konferenz begrüßt die Initiative des
liſchen Akademikerverbandes, der eine Komm

nationale geiſtige Zuſammenarbeit eingerichtet
ſchin
beſondere der Aufgabe der Annäherung der beid
einander als dem wichtigſten Friedenswerk widt

Die franzöſiſche Delegakion für die se
konferenz offiziell ernannk.

EP. Paris
Die franzöſiſche Delegation für die Londoner
ferenz iſt im heutigen Miniſterrat ofiziell beſtimmt
dem Führer der Delegation, dem Miniſterpräſidente=
Hauptdelegierte: Außenminiſter Briand, Marinemi
Kolonienminiſter Piétry und der franzöſiſche Botſcha
de Fleuriau. Der Delegation werden ferner angehören
des franzöſiſchen Völterbundsdienſtes. Maſſigli, ſowie
chef des Miniſterpräſidenten Tardieu und Prof, ar
Kriegsmarineſchule, Moyſſet. Als beratende Mitgliel
Delegation einige Parlamentarier begleiten, wahrſch
ſitzenden der Marinekommiſſionen des Senats und d
Kerguézec und Daniélou. Die endgültige Ernenmun
Herren iſt allerdings noch nicht erfolgt.

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renzen
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1 Waschautomat usw.
ausgelost worden im Gesamtwerte von rund
Mark 6000., sodaß 10% an Gewinnen
verteilt werden.
Die Gewinner haben bereits schriftliche Mit-
teilung
erhalten. Die genaue Ziehungsliste wird
in der Februar-Ausgabe unserer Heag-Mit
teilungen veröffentlicht.
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abnehmern
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Mittwoch, den 25. Dezember 1929

Guff4

*2

Darmſiadt, 24. Oezember.
Ael Ze Erhaltung des Heſſiſchen Landestheakers.
der Verwaltungs=Kommiſſion des Heſſiſchen Landestheaters
erhas wir folgende Zuſchrift:
em Aufſatz Um die Erhaltung des Heſſiſchen Landestheaters

Aus ver dandesgaupiftaut.

amstags=Nummer des Darmſtädter Tagblatts wird ausgeführt,
Buſchußbedarf des Heſſiſchen Landestheaters ſeit 1927, alſo in
den rr drei Jahren, von 950 000 Mark auf über 1 700 000 Mark,
d. h.A 70 Prozent geſtiegen ſei, während ſich die Lebensverhältniſſe
in did Beit nicht weſentlich geändert hätten. Hierzu wäre feſtzuſtellen:
rch dem Rechnungsergebnis des Spieljahres 1928/29 beträgt der
e Fehlbetrag 1,614 Millionen. Bis jetzt beſteht nicht der ge=
ralaß
zur Annahme, daß dieſer Fehlbetrag im laufenden Spiel=
fchritten
wird.
r Fehlbetrag von 950 000 Mark war im Voranſchlag für 1927/98
r. In Wirklichkeit betrugen die Fehlbeträge bereits 1925/26
Clionen, 1926/27 1,271 Millionen (Intendant Legal), 1927/28
Tionen, 1928/29 1,614 Millionen (Intendant Ebert).
ſes Anwachſen der Fehlbeträge iſt im Weſentlichen eine Folge=
g
von Umſtänden, auf die Verwaltung und Leitung des
vhne jeden Einfluß ſind.
Sinnahmen ſind im Spieljahr 1926/27 um zirka 150 000
Spieljahr 1927/28 um weitere 137 000 Mark gefunken, veran=
Bei den meiſten anderen Bühnen) durch die allgemeine Wirt=
*ü und die dadurch bedingte Herabſetzung der Eintrittspreiſe.
Seitdäy rehmen Beſucherzahl und Einnahmen ſtändig zu.
D Tusgaben ſind ſeit 1925/26 um insgeſamt 274000 Mark
geſtie s1 und zwar gerade auf Grund veränderter Lebens= und ſon=
ſtigerr
! Bältniſſe. Die ſich aus der Neuregelung der Beſoldungsord=
nung
gu den tariflichen Bindungen zwangsläufig ergebende Mehr=
ausgoul
Strägt allein 202000 Mark, darunter 50 000 Mark für Orche=
ſter
, 2]2 Mark für Chor und Ballett, 24 000 Mark für Löhne, 30000
Markn, ſoziale Laſten, 39 000 Mark für Altersverſorgungen. In den
72000 Mark ſtecken ebenfalls zwangsläufige Mehrausgaben
aterialverteuerung, Erhöhung der Eiſenbahn und Poſttarife,
T der Druck= und Werbekoſten uſw.
Ge
22genüber ſind die Gagen für künſtleriſche Vorſtände und das
erſoen Der Oper und des Schauſpiels von 541000 Mark im Jahre
1925/2/4 508 000 Mark vermindert worden. Es zeigt ſich alſo, daß
an des llen, die dem Einfluß der Leitung unterliegen, geſpart wor=
den

4.2 Ser iſt der Zuſchußbedarf nicht von 950 000 Mark auf über
1,7 M’ ien um 70 Prozent geſtiegen, ſondern von 1,120 Millionen
auf 1.5 Millionen um nur 44,1 Prozent. Hierin kommt hauptſächlich
das Si der Einnahmen von 1,01 Millionen auf 778 000 Mark zum
Ausdrd. Die Ausgaben ſind von 2,130 Millionen auf 2,391 Millionen,
alſo 1] cupt nur um 12,3 Prozent gewachſen.
Sgrüßen mrnächſt die Feſtſtellung der Verwaltungskommiſſion
des H3 Sen Landestheaters, daß nicht der geringſte Anlaß zur An=
nahmen
eht, daß der Gehlbetrag im laufenden Spieljahr den Betrag
von 1I7 +00 Mark überſchreitet. Wir haben leider alle Veranlaſſung
eimm Skepſis in dieſer Beziehung. Im übrigen iſt die Zuſammen=
ellumm
Biffern durchaus irreführend. Daß die Ausgaben des Heſ=
iſchen
w Destheaters ſeit 1925 zwangsläufig infolge der Verhältniſſe
Prid, hat niemand jemals beſtritten. Wir hatten lediglich be=
die gewaltige Steigerung des Zuſchußbedarfs ſeit 1927
riderte Lebensverhältniſſe uſw. keineswegs bedingt geweſen
Tnacht es ſich auch außerordentlich bequem, wenn die Schuld
Funkenen Einnahmen des Heſſiſchen Landestheaters ſtets
der allgemeinen Wirtſchaftslage zugeſchoben wird. Daß wir
rig ſind, daß weſentliche Grüde für dieſe Erſcheinung auch
nderem Gebiet liegen, haben wir ſchon oft genug betont.
aber zunächſt davon ab, auf die Zahlen der Verwaltungs=
im
einzelnen näher einzugehen, da wir glauben, daß eine
in dieſew Augenblick nicht im Intereſſe des Theaters liegt.
73 liegt eine Zuſchrift des Aachener Stadttheaters: Auf
amtlichen Bilanzen über die drei erſten Monate des neuen
chat das Städtiſche Theater Aachen im September und Ok=
000 Mark, im November 26 000 Mark, insgeſamt in den
en 72 000 Mark weniger Zuſchuß gebraucht als in den glei=
en
des Vorjahrs. Wir nehmen mit Wehmut davon Kennt=
8s begnügt man ſich mit der befriedigten Feſtſtellung, daß
bedarf des Theaters in den letztem 2 Jahren nur um 441
Tiegem ſei.
Landesmuſeum iſt am 1. Weihnachtsfeiertag geſchloſſen, da=
Feiertag von 10 bis 1 Uhr und am ſogenannten 3. Feier=
von
11 bis 1 Uhr unentgeltlich geöffnet. Ferner wird das
* Neujahrstag von 10 bis 1 Uhr offen gehalten.
Sßmuſeum. Am 1. Feiertag geſchloſſen. Am 2. Feiertag und
Tagen der Woche ſind um 11 und 11½ Uhr Führungen.
chmals darauf aufmerkſam gemacht, daß zu den Führungen
eßlich 1. Januar der Eintrittspreis für Erwachſene auf
Kinder auf 30 Pfg. ermäßigt iſt. Die Holbeinſche Madonna
ert Bon den Führungen beſichtigt werden.
Stadtmufeum iſt am erſten Feiertag geſchloſſen. Am zweiten
D an Neujahr iſt es wie Sonntags geöffnet (von 1113
Uhr). Das Liebigmuſeum iſt am erſten Feiertag geſchloſ=
rweiten
Feiertag und an Neujahr iſt es wie Sonntags ge=
113 und 1416 Uhr).
fenſationelle Weihnachtsſpielplan des Orpheums beginnt
eiertag, 25. Dezember (nicht nachmittags 3.45 Uhr, ſondern
zen Gründen), abends 8 Uhr, mit dem Groß=Gaſtſpiel des
riſembles vom Theater im Admirals=Palaſt
rrit der Revue von Weltruf Drunter und Drüber
Ebildern von Herm. Haller, Muſik von Walter Kollo.
enalen Darbietungen dieſer Revue mit den Varietéattrak=
inska
und Rilber, das anerkannt beſte Tanzpaar der
Original 12 engliſchen Walker=Girls von den Zieg=
3 in New York, ferner den 16 hübſchen Admirals=
em
geiſtreichen Conferencier und Humoriſten Hans Schü=
Komiker von Klaſſe Walter=Schramm=Dunker,
genden Tenören W. Steiner und E. Werner, den
2 begabten Sängerinnen und Soubretten Saſcha Gura,
el, Cläre Kaufmann; die pompöſe und grandioſe
ud koſtümliche Ausſtattung geben der Vorſtellung durch=
kleriſch
hochſtehendes Gepräge, das von keiner Revue
ht wurde und den Haller=Revuen ſeinen Weltruf ver=
Die große Linie dieſer Revue iſt Vornehmheit, Geiſt, Witz
Es iſt überflüſſig, zu bemerken, daß die Revue iD vielen
In= und Ausandes ſtets magnetartige Anziehungskraft
Olikum ausübt und die Vorſtellungen ſchon auf Tage im
erkauft ſind. Durch ganz günſtige Umſtände iſt es der
Orpheums gelungen, die Revue von Weltruf über die
ge zu verpflichten. Am 26. Dezember, nachmittags 3.45
erſte Fremden=Vorſtellung, wobei der unge=
=Spielplan zur Aufführung gelangt. Am 27. Dezember,
3.45 Uhr, gelangt erſtmalig die große Märchenrevue
n: Frau Holle zur Aufführung, wobei das geſamte
ble mitwirkt! Der Kartenverkauf iſt an den Feiertagen
Sureau von 912 Uhr und an der Kaſſe des Orpheums
ununterbrochen.

Abend vor Weihnachten: Der Baum wird geſchmückt.
(Originalzeichnung von Fritz Oehlſchlägel.)

Hefſiſches Landestheater Darmſtadt. Heute Dienstag bleiben
beide Häuſer des Heſſiſchen Landestheaters geſchloſſen.
Morgen Mittwoch gelangt im Großen Haus Richard Wagners
Oper Die Meiſterſinger von Nürnberg unter muſikali=
ſcher
Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm, mit Grahl,
Stoſch, Biſchoff, Herrmann, Kuhn, Vogt und Jacobs in den Haupt=
rollen
(Heſſenlandmiete II), im Kleinen Haus um 20 Uhr R. C. Sher=
riffs
erſchütternde Kriegsdichtung Die andere Seite mit der
bekannten Premierenbeſetzung zur Aufführung. (Buſatzmiete III.)
Die nächſten Wiederholungen des bereits von mehr als 10000
Kindern beſuchten Weihnachtsmärchens Peterchens Mond=
fahrt
finden Donnerstag, den 26. Dez., um 14 Uhr, ferner Sams=
tag
, den 28. Dez., um 16.30 Uhr, und Sonntag, den 29. Dezember, um
14 Uhr, im Großen Haus ſtatt. Für ſämtliche Märchenvorſtellungen
iſt wieder die große Verteilung von Lebkuchen und Zeppelinen an alle
Kinder vorgeſehen.
Uraufführung Ich tanze um die Welt mit Dir‟. Die
Poſſe mit Geſang und Tanz Ich tanze um die Welt mit Dir von
Marcellus Schiffer (Muſik von Friedrich Holländer) wird Donners=
tag
, den 26. Dezember, um 20 Uhr, im Kleinen Haus zur Urauffüh=
rung
gebracht. Die Inſzenierung beſorgen Arthur Maria Rabenalt,
Cläre Eckſtein und Wilhelm Reinking. Muſikaliſche Leitung: Erwin
Palm. In den Hauptrollen: Hinz, Hoffart, Kann a. G., Gothe, Hae=
nel
, Jürgas, Mosbacher, Conradi, Gallinger, Karzau, Flemming und
Knott. Der Textdichter Marcellus Schiffer und der Komponiſt Friedr.
Hollgender haben für die Uraufführung ihre Anweſenheit zugeſagt.
(Zuſatzmiete V.)
Angelina, die mit ſtärkſter Begeiſterung aufgenommene Roſ=
ſini
=Oper, wird in der Inſzenierung von Renato Mordo ( Bühnenbil=
der
: Lothar Schenck von Trapp), unter muſikaliſcher Leitung von Karb=
Maria Zwißler, Donnerstag, 2. Dezember, um 2 Uhr, im Großen
Haus wiederholt. In den Hauptrollen: Walter, Stadelmaier, Stralen=
dorf
, Kuhn, Harre, Kienzl, Overlack. (Miete D.)
Für die Vorſtellungen Meiſterſinger Angelina und Ich tanze
um die Welt mit Dir ſind nur Wahlgutſcheine, Weihnachtsmieten und
Weihnachtsſchecks gültig.
Zum letzten Male Die andere Seite‟. Die andere
Seite, die von Publikum und Kritik mit einmütiger Anerkennung
aufgenommene Kriegsdichtung des Engländers R. C. Sherriff, gelangt
Freitag, den 27. Dezember, um 20 Uhr, im Kleinen Haus zum fünf=
zehnten
Male zur Aufführung und erreicht damit die gleiche
ungewöhnliche Erfolgsziffer wie die Dreigroſchenoper‟. Die wir=
kungsſtarke
Inſzenierung Günter Haenels und die hervorragende
Leiſtung der Darſteller (Minetti, Weſtermann, Hinz, Gallinger, Wem=
per
, Jürgas, Baumeiſter, Haenel, Pfaudler, Schindler) dürfte bei die=
ſer
letzten Vorſtellung abermals allen Beſuchern ein unvergeßliches
Theatererlebnis werden. (Zuſatzmiete VI.)
Ein Walzertraum, der volkstümliche Operettenſchlager von
Oskar Straus, wird Freitag, den 27. Dezember, um 20 Uhr, im Gro=
ßen
Haus mit der bewährten Beſetzung (Bunſel, Harre, Philips, Ney,
Maletzki, Tibaldi, Liebel, Vogt, Keßler, Gothe, Saggau) unter muſi=
kaliſcher
Leitung von Karl Bamberger in Szene gehen. (Darmſtädter
Volksbühne, Gemeinde G, Gruppe 14.)
Weihnachtsmiete des Landestheaters. Die Generaldirektion des
Landestheaters macht darauf aufmerkſam, daß die Ausgabe der dies=
jährigen
Weihnachtsmiete noch bis einſchließlich 31. Dezember bei der
Mietabteilung erfolgt. Die Weihnachtsmiete iſt für ſechs Vorſtellungen
nach freier Wahl des Inhabers berechnet und hat bis einſchließlich 31.
März 1930 Gültigkeit. Die außerordentlich vorteilhafte Preisgeſtaltung
(1640 RM.) wird ſicherlich jeden Theaterfreund veranlaſſen, ſich
durch Erwerbung einer Weihnachtsmiete den Beſuch des Theaters
während, der bevorſtehenden eigentlichen Theaterſaiſon weſentlich zu
erleichtern. Die Weihnachtsmiete empfiehlt ſich außerdem als idealſtes
und den Beſchenkten im höchſten Maße erfreuendes Weihnachtsgeſchenk.
Für den gleichen Zweck ſind auch die Weihnachtsſcheck2 des Landes=
theaters
außerordentlich geeignet, die ebenfalls für ſämtliche Vorſtel=
lungen
des Landestheaters Gültigkeit haben und mit einer Preiser=
mäßigung
von 10 Prozent bei der Mietabteilung und an den Tages=
kaſſen
zur Ausgabe gelangen.
Skiklub Darmſtadt=Odenwald. Da leider auch in den höheren
Lagen des Schwarzwaldes Tauwetter eingetreten iſt, muß die
Abreiſe der Jugendſkikurſe auf den 29. 12. verſchoben werden.
Wallfahrt des Katholiſchen Akademikerverbandes aus Anlaß
des Auguſtinus=Gedenkjahres. Der Katholiſche Akademikerverband
veranſtaltet in den Oſterferien 1930 (etwa vom 6. bis 22. April) eine
Wallfahrt nach Hippo, der Biſchofsſtadt des hl. Auguſtinus, in Nord=
afrika
. Die Wallfahrt wird durchgeführt mit einem erſtklaſſigen frühe=
ren
deutſchen Dampfer. Folgender Reiſeplan iſt in Ausſicht genom=
men
: Rotterdam-Liſſabon-Hippo (Thagaſte) Tunis (Karthago)
Palermo-Neapel (Monte Caſſino)RomGenua. Der Preis bewegt
ſich einſchließlich Verpflegung zwiſchen 300 RM. und 500 RM., je nach
Art und Lage der Kabine. Die Koſten der Bahnfahrt belaufen ſich
3. Klaſſe auf etwa 60 MM. für die Strecken KölnRotterdam und
Genua-Köln. Anmeldungen, auch von Verbandsfreunden, ſind bis
zum 5. Januar an die Kanzlei des Katholiſchen Akademikerverbandes
in Köln, Altenbergerſtraße 14, zu richten.
Die Poſtzollabfertigungsſtelle Alexanderſtraße 22 iſt am erſten
Weihnachtsfeiertag von vorm. 10 bis mittags 12 Uhr zur Verzollung
von eiligen Paketen geöffnet:

Geldknappheit zu Weihnachken in früheren Zeiten.
inf. Die Geldknappheit, die augenblicklich in Deutſchland ziemlich
allgemein iſt, iſt nicht ein beſonderes Zeichen unſerer Zeit, ſondern
ſie war offenbar ſchon auch in früheren Zeiten vorhanden und
quälte die Menſchen genau wie heute. Von den gewöhnlichen Sterb=
lichen
werden die Sorgen und Kümmerniſſe nicht auf die Nachwelt
überliefert, aber aus der Lebensgeſchichte großer Männer kann man
auf den Charakter der Zeiten ſchließen, in denen ſie lebten. Beſonders
charakteriſtiſch in dieſer Beziehung iſt ein Brief Schillers vom 15. Dcz.
1785, der vor einiger Zeit in Berlin verſteigert wurde. Dieſer Brief
iſt an Göſchen geſchrieben, den bekannten Verleger, der ſich dem Dich=
ter
gegenüber als hilfreicher Freund bewährte. Durch Vermittelung
von Johann Friedrich Jünger hatte Schiller an Göſchen mehrere Ma=
nuſkripte
für die Thalia geſchickt, und er bat nun Göſchen um einen
Vorſchuß für die Weihnachtstage. In dem Briefe finden ſich folgende
bezeichnende Stellen: . . . Meine Finanzen ſind ganz auf dem Sande
und die Weihnachtsfeiertage nähern ſich, wo ich vielerlei anſehnliche
Ausgaben zu machen habe. Ich bin wirklich in ziemlicher Verlegenheit
und meine einzige Reſſource ſind Sie. Wenn Sie mir für ſünf oder
ſechs Bogen Honorar vorſchießen wollten, ſo reißen Sie mich aus einer
großen Beunruhigung Göſchen wird dem Dichter wohl aus
ſeiner Verlegenheit geholfen haben, ſo daß ſeine Geldknappheir zu
Weihnachten behoben wurde. Bekanntlich hat Schiller auch ſpäterhin
noch oft an Geldknappheit gelitten. Von Richard Wagner wiſſen wir
auch, daß er oft an Weihnachten nicht gerade über fürſtliche Güter der=
fügte
. Erſt in ſpäteren Jahren, als ſich ſein Schickſal gewandelt hatte,
war Weihnachten für ihn das Feſt ungetrübter Freuden. Insbeſon=
dere
hatte der Weihnachtsabend für ihn ſeit der Zeit, da er mit Coſima
verheiratet war, noch größere Bedeutung als ſonſt, denn bekauntlic5
iſt der Geburtstag der Coſima am Weihnachtstag. Die Zahl der Dich=
ter
und Künſtler, die Weihnachten an Geldknappheit gelitten haben,
ließe ſich auch aus neuerer Zeit beträchtlich vermehren. Beſonders der
Kreis um den jüngſt verſtorbenen Dichter Arno Holz litt in den erſten,
Jahren des Naturalismus ſehr ſtark unter der Geldknappheit, die ſich
gerade am Weihnachtsfeſt beſonders bemerkbar machte, weil Weihnach=
ten
das Feſt der Freude und der Geſchenke iſt. Aus einer Anzahl von
Briefen erkennen wir, mit welchem Humor die Dichter dieſe Geld=
knappheit
zu tragen verſtanden. Heute ſind die meiſten von ihnen zu
Ruhm und Anſehen gelangt.
Dienſtjubiläum. Sein Bjähriges Geſamtdienſtjubiläum feiert
heute der Verwaltungsbeamte A. Knothe, früher Chefpilot und
Flugleiter an den Militärfliegerſchulen Darmſtadt und Böblingen.
Arbeitsjubiläum bei der Firma Göbel, A.=G., Maſchinenfabrik,
Darmſtadt. Die Reihe der Jubilare in der Maſchinenfabrik Göbel hat
ſich in dieſem Jahre wieder um ſechs vermehrt. Der Maſchinenſchloſſer
Alexander Röhrich, wohnhaft in Darmſtadt, Große Ochſengaſſe 15,
konnte auf eine 40jährige Geſchäftszugehörigkeit zurückblicken. Ihr
25jähriges Arbeitsjubiläum konnten begehen die Herren Balthaſar
Ehrhardt Regiſtrator, wohnhaft in Darmſtadt, Weiterſtädter
Straße 2; Wilhelm Schuchmann, Maſchinenſchloſſer, wohnhaft im
Ober=Ramſtadt, Bauſtraße 17: Wilhelm Blätter, Maſchinenſchloſſer,
wohnhaft in Eſchollbrücken, Untergaſſe 26; Heinrich Frankenber=
ger
, Schleifer, wohnhaft in Nieder=Ramſtadt, Fahrgaſſe 8, und Adam
Edelmanm, Hobler, wohnhaft in Eberſtadt, Strohweg 10. Die
Jubiläumsfeier fand am Tage vor Weihnachten im Sitzungsſaale
des Verwaltungsgebäudes ſtatt. In Gegenwart der Direktion, der Ab=
teilungsvorſtände
und Vertreter der Werksangehörigen wurden die Ju=
bilare
mit herzlichen Worten des Dankes für die treue Mitarbeit wäh=
rend
der vielen Jahre ihrer Anweſenheit in der Firma geehrt. Als
Anerkennung für die im Dienſt der Firma bewieſene Treue wurde
jedem Jubilar die don der Handelskammer ausgefertigte Ehrenurkunde
und ein namhaftes Geldgeſchenk überreicht. Mit den anſchließenden
Glüchwünſchen ſämtlicher Anweſenden fand die Feier ihren Abſchluß.
Im Zuſammenhang hiermit ſei noch erwähnt, daß heute in der Firma
53 Arbeiter und Angeſtellte über 15 Jahre, 24 über 25 Jahre und
10 über 40 Jahre beſchäftigt ſind.
Profeſſor Dr. Behounek in Darmſtadt! Der Freien Lite=
rariſch
=Künſtleriſchen Geſellſchaft iſt es gelungen,
Herrn Profeſſor Dr. Behounek=Prag, den wiſſenſchaftlichen Teil=
nehmer
an der Nobile=Expedition zum Nordpol, zu einem Lichtbilder=
Vortrag in Darmſtadt zu gewinnen. Der Vortrag: Mit dem Luft=
ſchiff
nach dem Nordpol findet am Mittwoch, den 8. Januar,
8 Uhr, im großen Saale des Städtiſchen Saalbaues ſtatt. Er wird
nicht nur über die Erlebniſſe im Roten Zelt berichten, ſondern zu=
gleich
hochintereſſante Ausblicke auf den künftigen Nordpolflug des
Zeppelin werfen.
Vorläufig noch keine Losverteuerung der Preußiſch=Süddeutſchen.
Der Beirat der Preußiſch=Süddeutſchen Staatslotterie, der am 20. 12.
d. Js. im Beiſein des Vorſitzenden des Staatenausſchuſſes in Berlin
tagte, nahm in ſeiner Sitzung zu der urſprünglich beſchloſſenen, aber
inzwiſchen ſiſtierten Lospreiserhöhung Stellung. Die in der Oeffent=
lichkeit
umlaufenden Mitteilungen, daß der Staatenausſchuß der
Staatslotterie getagt und die Reformpläne der Lotterie abgelehnt habe,
ſind falſch. Es hat lediglich eine Beſprechung zwiſchen dem preußiſchen
Finanzminiſter und den Finanzminiſtern der ſüddeutſchen Länder
unter Hinzuziehung der Sachreferenten und von Sachverſtändigen
ſtattgefunden. In dieſer Beſprechung iſt ein Reformplan weder an=
genommen
noch abgelehnt worden. Die Lospreiserhöhung wurde des=
halb
ausgeſetzt, weil noch weitere Verhandlungen über die Art der
Reform erforderlich geworden ſind.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Mittwoch den 25 Dezember 1929

Neue Vertrauensärzte für die Reichsangeſtelltenverſicherung. Von
der Geſchäftsſtelle des Ortsausſchuſſes Darmſtadt der Vertrauensleute
für die R. f. A. wird mitgeteilt: An Stelle des in den Ruheſtand ver=
ſetzten
Kreisarzts Obermedizinalrat Dr. Langermann wurde ſein Nach=
folger
, Herr Obermedizinalvat Dr. med. Heid zum Vertrauensarzt für
Darmſtadt beſtellt. Herr Obermedizinalrat Dr. Heid hält Sprechſtunden
im Amtszimmer, Bleichſtraße 1, Montags, Mittwochs und Freitags, von
3 bis 5 Uhr nachmittags, ab. Gleichzeitig wurde auf Antrag des Orts=
ausſchuſſes
Darmſtadt Fräulein Dr. med. Hilde Vaubel, Darmſtadt,
Heinrichsſtraße 100, zur Vertrauensärztin für Darmſtadt beſtellt.
Fräulein Dr. Vaubel hält Sprechſtunden täglich von 9 bis 10 Uhr vor=
mittags
und 2 bis 4 Uhr nachmittags ab.
Petrusgeweinde. Die Chriſweſper heute abend wird, wie jedes
Jahr, ihren Anfang nehmen um 5 Uhr. Ihre Mitwirbung haben zu
unſerer Freude zugeſagt die durch ihre prächtigen Geſangsvorträge bei
uns wohlbekannte Frau Schonnefeld=Walz aus Frankfurt a. M., die
uns blaſſiſche Weihnachtslieder ſingen wird; außerdem Herr Kammer=
miſiker
Kehr, der einige Trios auf Klarinetten ſpielen will; mehrſtim=
mige
Chöre werden von dem Mädchenchor der Petrusgemeinde unter
Leitung von Frl. B. Aßmuth gefungen. Nach Schluß der gottesdienſt=
lichen
Feier werden Glockengeläute und Choralblaſen den Anbruch der
Weihnacht auch draußen verkünden. Am 1. Feiertag wird außer dem
Hauptgottesdienſt vormittags 10 Uhr, nachmittags um 4½ Uhr eine
liturgiſche Chriſtfeier in der Kirche ſtattfinden. Konzertſängerin Frl.
Betty Aßmuth, hochgeſchätzt wegen ihrer wunderbar gepflegten Sopran=
ſtimme
, will im dieſer Feierſtunde Arien und Lieder darbieten; im
Wechſel mit der Gemeinde wird der Kirchenchor unter Leitung von
Herrn Lehrer Thöt die ſchönen Weihnachtsmotetten ſingen. Für den
Gottesdienſt am 2. Feiertag iſt wiederum die Mitwirkung des Mädchen=
Chors vorgeſehen.
Johannesgemeinde. Weihnachtsfeiern liturgiſch= muſika=
liſcher
Art finden am erſten Feiertag zwei in der Johanneskirche ſtatt.
In der Chriſtmette um 7 Uhr früh ſingt außer der Kurrende Fräulein
Lina Cramer (Sopran) Weihnachtslieder von Bach; im liturgiſchen
Gottesdienſt um halb 6 Uhr neben der Chorſchule Fräulein Vera
Wagner (Sopran) Weihnachtslieder von Cornelius. Der Kirchen=
chor
wirkt im Hauptgottesdienſt um 10 Uhr mit. Im Paul Gerhardt=
Haus predigt am zweiten Feiertag ſtatt Pfarrer Marx Pfarrer Heß.
Der Männerverein hält ſeine Weihnachtsfeier am Samstag,
den 28. Dezember, um 8 Uhr, im Gemeindehaus. Gäſte ſind will=
kommen
!
Martinskirche. Mit Rückſicht auf den Fünfuhrladenſchluß findet
die Heiligabendfeier, in dieſem Jahre erſt um halb 6 Uhr
ſtatt. Nach deren Schluß werden von dem Poſaunenchor Weihnachts=
choräle
vom Kirchturm geblaſen. Am erſten (und nicht am zweiten)
Weihnachtstag, abends 6 Uhr, veranſtaltet der Kirchenchor mit der
Madrigalvereinigung unter Leitung ihres gemeinſamen Dirigenten,
Herrn Prof. Dr. Noack, eine kirchenmuſikaliſche Chriſt=
feier
.
Die Heag iſt ihrer löblichen Gewohnheit, zugunſten ihrer Strom=
abnehmer
eine Weihnachts=Freiverloſung, zu veranſtalten,
auch dieſes Jahr tren geblieben. Wie aus der heutigen Anzeige erſicht=
lich
iſt, war die Beteiligung wieder ſehr rege, ſo daß bei der Ziehung
am 23. Dezember 309 Gegenſtände ausgeloſt werden konnten, darunter
eine ganze Anzahl recht wertvoller Stücke, wie große elektriſche Herde,
Heißwaſſerſpeicher, Waſchmaſchinen uſw.
In den Lokalitäten Schmitz (Rheinſtraße 50) gaſtiert die Weih=
nachtsfeiertage
ſowie kommenden Samstag, Sonntag und Neujahrstag
Kapellmeiſter Liebeck als Liederſänger und Vortragskünſtler. (Siehe
auch Anzeige.)
Bayreuther Bund der deutſchen Jugend. Wir weiſen nochmals
auf das Weihnachtskonzert in der Schloßkirche hin, welches
am Mittwoch, den 25. Dezember, abends ſtattfindet.
Konzert Umberto Urbano. Es wird uns mitgeteilt, daß der Lie=
der
= und Arienabend Urbano nicht durch Radio übertragen wird. Rund=
funkteilnehmer
ſowie Mitglieder des Bühnenvolksbundes erhalten je=
doch
Preisermäßigung. Karten zu dieſer Veranſtaltung in der Muſi=
kalienhandlung
Chriſtian Arnold am Weißen Turm.
Auf der Eisbahn hinter dem Woog finden Lehrkurſe im Kunſt=
laufen
ſtatt. Das Amt für Leibesübungen hat zu dieſem Zweck einen
Speziallehrer angenommen. Anmeldung an der Kaſſe. Stundenbeitrag;
dazu iſt noch Eintrittskarte zu löſen.
Leidle Beraniiellengen.
oie We
der erieinenden Noten Haud softiisdicb ele Binweffe auf Keuetgen mbecthnach
in leien Felle ingendwie als Beſprechung eder Kritik.

Darmſtädter Automobil=Club e, V. (Ortsgruppe
des A. D.A. C.) Die allſeitig beliebte Weihnachtsfeier dieſes im Auto=
mobilſport
bekanntlich ſehr rührigen Clubs findet am 26. Dezember
(2. Weihnachtsfeiertag), nachmittags, in ſämtlichen Räumen des Reſtau=
rants
Heiliger Kreuzberg ſtatt. Das ſehr reichhaltige Programm gibt
den Beſuchern eine Gewähr für wirklich genußreiche Feiertagsſtunden,
wvelche mit einem anſchließenden Ball ihren Abſchluß finden werden.
Auch in dieſem Jahre wird der Weihnachtsmann den kleinen Auto=
ſportlern
große Ueberraſchungen bringen.
Concordia‟ Darmſtadt macht jetzt ſchon Freunde,
Gönner und Mitglieder darauf aufmerkſam, daß ſein Winterfeſt am
12. Januar 1930 im Städtiſchen Saalbau ſtattfindet. Das Programm
liegt wieder in Händen unſeres Ehrenmitgliedes Emil Thomas.
Quartett=Verein Darmſtadt 1920. Auch dieſes Jahr
hält der Quartett=Verein Darmſtadt 1920 ſeine Weihnachtsfeier in der
Loge, Sandſtr. 10, unter der bewährten Leitung ſeines Dirigenten Georg
Gims ab. Außer einigen Sologeſängen werden auch verſchiedene Chöre
zu Gehör gebracht. Auch für den humoriſtiſchen Teil iſt Sorge ge=
tragen
. Den Abſchluß bildet das Theaterſtück in Darmſtädter Mundart
Die Brieftaſche von H. Rüthlein. (Siehe Anzeige.)
Der Ebangeliſche Arbeiter= und Handwerker=
derein
hält am Donnerstag, den 26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag)
abends im Vereinshgus Feierabend, Stiftſtraße 51, ſeine Weihnachts=
feier
ab. Ein ſchönes, reichhaltiges Programm iſt vorbereitet, das muſi=
kaliſche
, geſangliche und theatraliſche Darbietungen, Anſprachen und auch
ſonſt viel Unterhaltendes, der Weihnachtsſtimmung Entſprechendes ent=
hält
, ſo daß der Abend einen gemütvoll=unterhaltenden Werlauf nehmen
wird. Alle Mitglieder und Freunde des Vereins ſind mit ihren An=
gehörigen
zur Teilnahme an der Weihnachtsfeier herzlich eingeladen.
Orthſcher Männerchor. Wir verweiſen hiermit noch=
mals
auf die am 2. Feiertag im der Beſſunger Turnhalle ſtattfindende
Weihnachtsfeier. Dürfte doch auch dieſes Jahr wiederum die Vorfüh=
rung
des reichhaltigen Programms ſeine Anziehungskraft nicht verfehlen.
Wir bitten ferner, die in der heutigen Anzeige erſichtliche Vorverkaufs=
ſtelle
recht zahlreich zu benutzeni.
Vereinigung früherer, Leibgardiſten Darm=
ſtadt
. Wie aus heutiger Anzeige erſichtlich, feiert die Vereinigung
früherer Leibgardiſten am Samstag, den 28. Dezember, ihr Weihnachts=
feſt
. Die Feier findet in der Woogsturnhalle ſtatt. Neben Konzert,
Geſangsvorträgen ernſter und heiterer Art, ſowie humoriſtiſchen Vor=
trägen
, ſteht auch die Uraufführung eines Sketches von Kamerad
Emil Thomas auf dem Programm, ſowie auch die Uraufführung eines
humoriſtiſchen Einakters, betitelt Der Leutnant und ſein Burſche‟
ebenfalls von Kamerad Emil Thomas. Die einzelnen Rollen ſind mit
nur bewährten Kräften beſetzt, ſo daß die Gewähr für eine wirklich
theatraliſche Aufführung geboten iſt, und die Mitwirkenden werden
dazu beitragen, dem luſtigen Theaterſtück ſowie dem Verfaſſer einen
vollen Erfolg zu ſichern. Nach Abwicklung des Programms wird, wie
immer, ein gutbeſetztes Ballorcheſter zum Tanz aufſpielen. Es wird
daher den Mitgliedern und deren Angehörigen empfohlen, ſich recht=
zeitig
im Saale einzufinden. Kameraden anderer Regimentsvereini=
gungen
, ſowie Freunde und Gönner unſerer Vereinigung ſind eben=
falls
herzlichſt eingeladen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Liederkranz. Die diesjährige Weihnachtsfeier des Geſang=
vereins
Liederkranz findet Sonntag, den 29. Dezember, im Städti=
ſchen
Saalbau ſtatt, und iſt mit Geſangsvorträgen, Theater und Tom=
bolg
verbunden. Dem Ernſt der Zeit entſprechend hat man diesmal
das Programm auf ernſter Grundlage aufgebaut. Man darf, den Vor=
bereitungen
nach zu urteilen, mit einigen genußreichen und erhebenden
Stunden rechnen, die jeden zufriedenſtellen werden.
Die Winterſonnenwende der Freireligiöſen Gemeinde
findet am 25. Dezember (1. Feiertag) 11 Uhr, im Mozartſaal ( Schul=
ſtraße
) ſtatt. Die Feſtrede hält Aſſeſſor Schramm=Offenbach. Muſika=
liſche
und geſangliche Darbietungen umrahmen die feierliche Stunde.
Jedermann freundlichſt eingeladen. (Siehe Anz. in der Montags=Nr.)
Im Hotel zur Poſt findet über die Weihnachtsfeiertage
Konzert ſtatt. (S. h. Anzeige.)

Nummel

Von der ſchönen Weihnachts=Einfa

Und ſtehn die Spötter noch ſo dicht:
Einfältig Herz, hüt dir das Licht!
O du liebe Weihnachtseinfalt!
Da hat des Hauſes Vater in einem Körblein voll Winzigkeit lauter
kleine, dünne, ſtrohweiche Holzſpäne, die er gar gut hütet von Jahr zu
Jahr, nun ſchon durch viele Jahre hindurch. So haben’s ſchon Vater

und Großvater getan. An jedem erſten Advent aber tritt dieſes Körb=
lein
in Erſcheinung. Es ſind die Späne, darauf, als ſei es Heu und
Stroh, das Kindlein in der Krippe zur heiligen Nacht liegen ſoll, in
der alten Krippe, dem Koſtbarſten neben dem Jeſuskind und Maria in
der alten Holzfiguren=Weihnacht, dem Erbſtück der Familie.

Selbſthilfe für die Stellenloſen. Die Ortsgruppe Darmſtadt des
Gewerkſchaftsbundes der Angeſtellten, G.D.A., hatte auch in dieſem
Jahre wieder die Mitglieder zur Zeichnung einer Weihnachtsſpende für
die Stellenloſen aufgerufen. Der Selbſthülfegedanke, der ja in dieſer
Organiſation ſchon immer im Vordergrunde ſtand, hatte ſich auch jetzt
wieder betvährt. Zahlreichen ſtellenloſen Angeſtellten konnte an Weih=
nachten
eine Freude bereitet werden, wie die vielen Dankſchreiben zeig=
ten
, die der Ortsgruppe zugingen.
Tierfreunde! Vergeßt am Feſte der Liebe und der Beſcherung
neben den Menſchen auch die Tiere nicht! Streuet den Vögeln reichlich
Futter! Sorgt den Haustieren (Kettenhund!) für ein warmes Lager!
Vergeßt auch die Tiere des Feldes und Waldes nicht!

Wirkt
A
end!

Friedrich Schaefer, Darmstadt, Ludwigspl. 7. Tel. 45

Die Volkshochſchule Darmſtadt, die im November ihr 10jähriges
Beſtehen unter großer Beteiligung ihrer Mitglieder, Hörer und Dozen=
ten
feiern konnte, hielt am 7. Dezember ihre jährliche Hauptverſamm=
lung
ab. Der Vorſitzende Studienrat Jacob wies in ſeinem Jahres=
bericht
auf die erfreuliche Entwicklung der Volkshochſchule hin, deren
Mitgliederzahl zur Zeit 1300 beträgt. Beſonderen Dank ſtattete er
der Oeffentlichkeit für ihre weitgehende materielle und ideelle Unter=
ſtützung
ab, insbeſondere dem Heſſiſchen Kultusminiſterium, der Stadt
Darmſtadt und der Preſſe aller Richtungen. Der Geſchäftsführer
Parnicke gab an Hand ſtatiſtiſchen Materials die Belege für den Beſuch
der Lehrgänge und der anderen Veranſtaltungen der Volkshochſchule.
Die Finanzlage der Volkshochſchule kann nach dem Bericht des Rech=
ners
, Obertelegraphenſekretärs Klippel, als geordnet bezeichnet werden.
Aus dem Vorſtand ſchieden auf ihren Wunſch aus: Bürgermeiſter
Daub und Arbeitsvermittler Klaas. An ihrer Stelle wurden gewählt:
Schneidermeiſterin E. Wißmann und Berufsſchullehrer Dr. Weitzei.
Feſtabend des Deutſchen Frauenvereins vom Roten Kreuz für
Deutſche über See, Abteilung Darmſtadt. Am 10. Januar abends findet
ein Feſtabend des deutſchen Frauenvereins vom Roten Kreuz für
Deutſche über See, früher für die Kolonien, in der Otto=Berndt=Halle
ſtatt. Wie der Name ſagt, kommen die Einnahmen dieſes Abends
denjenigen unſerer Landsleute zugute, die fern der Heimat und unter
heißer Sonne gezwungen ſind, ſich eine neue Exiſtenz zu gründen, weil
die Heimat keinen Raum für ſie hat. In Paraguay, in der Mitte von
Südamerika, hat ſich in Independencia eine deutſche Siedlung gebildet,
die in der Hauptſache aus deutſchen Landsleuten beſteht, die aus Oſt=
afrika
vertrieben worden ſind. Sie dem Deutſchtum zu erhalten hat
die Landesabteilung Heſſen übemommen. Die Verhältniſſe, in denen
unſere Landsleute dort leben, ſind die allerdürftigſten. Vor allen Din=
gen
mangelt es an jeglicher ärztlichen und ſchweſterlichen Betreuung.
Seit Jahresfriſt iſt dort von der Landesabteilung Heſſen eine Schweſter
angeſtellt, welche die Pflege der Wöchnerinnen und Kinder, ſowie der
Kranken in aufopferndſter Weiſe mit den unzulänglichſten Mitteln über=
nommen
hat. Als Krankenhaus und Wöchnerinnenheim dient eine
elende Lehmbaracke, die vor dem Verfall ſteht. Es mangelt in hohem
Grade an allen Heilmitteln, die für tropiſche Krankheiten ſowie für
die Schlangenplage in Betracht kommen. Das Land als ſolches iſt
gut und berechtigt zu den ſchönſten Hoffnungen, wenn ſeine Bebauer
bei Kraft und Geſundheit erhalten werden. Aber auch das iſt möglich,
wenn uns die nötigen Mittel zur Verfügung ſtehen; zumal es ſich hier
um ſehr wertvolles Menſchenmaterial handelt. Zur Aufführung ge=
langen
Die Engel in der Kunſt‟. Dieſe wahrhaft künſtleriſchen Bilder
ſind hier ſchon einmal dor dem Kriege gezeigt worden. Vielfachen
Wünſchen entſprechend werden ſie wiederholt, weil ſie überall das beſte
Andenken hinterlaſſen haben. Außerdem iſt für leibliche Genüſſe
beſtens geſorgt. Eine Tombola für das Wöchnerinnenheim verſpricht
reichen Gewinn. Alles Nähere wird durch Anzeigen bekannt gemacht.

Jedes der Kinder darf an jedem Abend des Tage
der Adventszeit artig geweſen iſt, ein ſolches Spänch
oder Mutters Beiſein aus dem kleinen Korbe nehmen
fangs leere Krippe legen. So wächſt das Armutbettlein
durch der Kinder Liebe und Artigſein. Und am heili
dann das Kindlein in der Krippen weich und warm
Ja, und wenn nun des Hauſes Kinder unartig un
Nun, dann muß das Jeſuskind gar hart auf dem Hol
Iſt das nicht ein wundervoll lieblich Gleichnis, das
Nutz und Frommen nachtun ſollten?
Ja, es iſt ein lieblich Gleichnis! Dem Gottesgeda
die treue, liebe Art von Menſchenherzen eine wohlige
Erden bereitet.
Man ſucht es dem Chriſtkinde, der wunderſamſten 9.
Gottesgedankens und all dem heiligen, Großen, Ewige
ſo heimiſch zu machen, wie es nur irgend angeht in die
einmal gegebenen Wirklichkeit der Erde. Unſer Herzt.
bei zu ſeiner Lebensmöglichkeit, ſeinem Wachſen und
Kann man ſich wohl eine ſchönere, beglückendere 5
mit Gott und dem Ewigen denken?
Ein winzig Spänlein nur, Holzabfall, ſcheinhar nick
des wird zum Symbole erhoben! Ja, ja, ſo iſt es oft i.
im Leben!
Und ein ganzer, lieb und hell und brav gelebter Me
an dieſem Spänlein, vielleicht eine ganze gewichtige K
Taten, Gedanken und Gefühlen. Den ganzen Advent g
durch!
Meint ihr nicht auch, die ihr noch nicht ganz am Me
verzweifelt ſeid, daß das nicht durch ein ganzes Leben
das dem kindlichen Gemüte tief eingegangen iſt?
Ihr hättet einmal die Augen des jungen Mannes
mir das erzählte! Sein Vater iſt nicht mehr. Doch als
ſtand des Heimgegangenen Leben in einem feinen, ho
Und ferner, meint ihr nicht, daß dieſer junge Mann,
bravſten Menſchen iſt, die ich kenne, der mit ſeltener
Handwerke nachgeht, nicht auch einmal ſeinen Kinde
Advents= und Weihnachtserlebnis bereiten wird? Ich
deſſen ganz ſicher.
O du liebe deutſche Weihnachtseinfalt!
Der kalte Verſtand freilich lächelt über dich, und di
Gaſſe verhöhnen dich! Was wiſſen ſie vom Segen, den di
der aus dir immer wieder wie ein heimlicher Lichtſtrom f
ein Dunkel hinein, und der ſich immer wieder ins eigne
bar zurückſegnet!
Was wiſſen ſie, die Verſtandes=Eiſigen von der Er)
einfältigen Herzens, von ſeinen Sternen und Lichtwu.
heimlichen Roſen mitten in brauſender Winterlichkeit! A
vor allem von der Lebens= und Liebeskraft dieſes Herzen
Unverweslichkeit in einem höheren Sinne, ſeiner lächel
keit mitten im Dornentag!
Advent und Weihnacht, ſt dieſem Herzen eine Bronr E)
ſich von neuem am Gotteswunder vertieft und ſtärkt ur ſ.
den Helden in ſich erlöſt zu neuer Lichtheit und größerer /7
zu immer feſterer Verbundenheit mit Gott und den ewi Frroen
Seid gegrüßt, ihr Weihnachts=Einfältigen! Wir bleik
ſamt eine heimliche corona trinmphalis!

Die Interefſengemeinſchaft des Lebensmittel=Einzlk ſs
Darmſtadt, macht die Verbraucherſchaft darauf aufmerkſa
Reichsgeſetz die Lebens= und Genußmittel=Geſchäfte am
nicht wie die anderen Geſchäfte um 5 Uhr, ſondern erſ
ſchließen. Demzufolge ſind ſämtliche Jgeda=Geſchäfte
Abend bis 6 Uhr abends geöffnet. (Siehe auch heutige Au
(Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher F
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausa=
Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind an den Feierta
Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Am erſten Fei
25. Dezember 1929: Dr. med. Erb, Wenkſtr. 23, Te
Dr. med. Stern II., Ernſt=Ludwigſtr. 19, Telephon 2e
med. Vaubel, Heinrichſtr. 100, Telephon 1645. Am
Feiertag, den 26. Dezember 1929: Dr. med.
Landwehrſtr. 14, Telephon 4200; Dr. med. Schmidt, He
Telephon 3882; Frl. Dr. Stieler, Riedeſelſtr. 2, Telephu
* Ein weiterer Einbruchsdiebſtahl aufgeklärt. In der
10. zum 11. Dez. d. Js. wurde in einer Villa im Tinte
Einbruchsdiebſtahl verübt und Geld und Wertſachen in
Ausmaße geſtohlen. Der Einbrecher konnte in Wiesbaden
men werden. Ein Teil des geſtohlenen Gutes wird durch 1
wieder herbeigeſchafft werden. Es handelt ſich bei dem
um einen Schneider Johann Jordan, geboren am 11. J
Groß=Groſchütz (Kreis Ratibor). Jordan iſt ein alter 2
und vor einiger Zeit aus einem Zuchthaus in Süddeutſchl
brochen. Er hat noch ſieben Jahre Zuchthaus zu verbüßen
geſucht von der Staatsanwaltſchaft Köslin wegen Einhru
im Rückfall, von dem Amtsgericht Neuenbürg wegen Dieb
von der Landeskriminalpolizei in Stuttgart wegen Enme
* Ueberfall. Am 22. Dezember gegen 8 Uhr wurde eine
Wehprecht= und Riedeſelſtraße von einem unbekannten M.
fallen. Der Unbekannte ſprang auf die Frau zu, drückte ſi
Wand und nahm unſittliche Handlungen an ihr vor. Eine B!
der Perſon kann nicht gegeben werden.

Kirchliche Nachrichken.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40).
Feiertag, Mittwoch, den 25. Dez., vormittags 9.30 Uhr: 2
andacht, nachmittags 3.30 Uhr: Weihnachtsfeier. Jedermchit
eingeladen.
Kranichſtein. 10 Uhr: Gottesdienſt; Pfarrer Köhlerdc:

Tageskalender für 1. Weihnachtsfeiertag, 25. Dezemh
Heſſ. Landestheater Großes Haus: Anſand
Die Meiſterſinger von Nürnberg, Kleines Hal?=
Zuſatzmiete III: Die andere Seite‟. Orphenm:
Nevue: Drunter und Drüber Konzerte: .

Schloßkeller, Rheingauer Weinſtube, Hotel Prinz Geiſt.
Prinz, Karl, Darmſtädter Hof, Reichshof, Sporwplatz 9
Kaffee Monopol, Bismarckeck, Waldſchlößchen, Kaſſee
rlaga,

Tageskalender für 2. Weihnachtsfeiertag, 26. Dcäelt
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 14.m
chens Mondfahrt; 20 Uhr, D 10: Angelina Rlein.*

zert. Ludwigshöhe: 16 Uhr: Konzert.
feiern: Mozartfaal, 11 Uhr: Freireligiöſe Gemeinde.
Saalbau, 19 Uhr: Liedertafel; Konkordiaſaal, 16 Uhr:
ein; Kaiſerſaal, 19 Uhr: Kaufmänniſcher Verein; Loge. S
19 Uhr: Quartett=Verein. Kinovorſtellunge
Theater, Helia.
20 Uhr, Zuſatzmiete V: Ich tanze um die Welt mit
pheum, 15,45 und 20 Uhr: Revue Drunter 10
Konzerte: Schloßkaffee, Schloßkeller, Rheinga=
Hotel Prinz Heinrich, Hotel Prinz Karl, Darmſch
hof, Sportplatz=Reſtaurant, Kaffee Monopolt.
ſchlößchen, Kaffee Jöſt, Hotel Schmitz, Bürgerhol=
Stadt Malaga, Fürſtenauer Hof, Goldene Kroſſe
bräu, 4 und 8 Uhr: Konzert Ludwigsnen
Konzert. Wiener Kronenbräukeller."
Weihnachtsfeiern: Woogsturnhalle, näch
Liederzweig. Beſſunger Turnhalle, nachmittags
Männerchor. Mathildenhöhſaal, nachmittags 1. O
ſchaft. Kinovorſtellungen: Unionähegte.

Rentter

[ ][  ][ ]

rnmer 336/57

Mittwoch, den 25. Dezember 1929

Seite 7

Aus Heſſen.

Ein Schulſkandal.
Aus Mörfelden wird uns geſchrieben: Wilde Völker=
ſurw
=affen ſich zur Beruhigung und zum Schutz gegen böſe Geiſter
beche, die für ihre vermeintlichen guten Taten mit Opfergaben
loo Serden. Im aufgeklärten Europa, ſo glaubt man, gibt es der=
eic
1 richt. Das iſt aber doch der Fall; nämlich in dem Dorf Mör=
de
Dort treiben ſeit einigen Jahren die proletariſchen Freidenker,
ne rauniſtiſche Kampfſekte, ihr merkwürdiges Weſen. Sie ſind einer
L=Fetiſchismus verfallen, den ſie nicht nur in ihren Verſamm=
ngs
) ondern auch aus dem Munde der Unmündigen und Kinder
Feg; aſſen. Wie das geſchieht? Da hält z. B. der Lehrer Schule
ſd das Lied Jung=Siegfried war ein ſtolzer Knab ſingen laſ=
7. ſchon ſtockt einem Teil der Buben der Atem ſo ein Lied
num e nicht ſingen. Das geht gegen ihre Weltanſchauung Sie
mne ſich nämlich an Jung=Siegfrieds Schwert. Das entſpricht nicht
ver blichen Geſinnung. Aus dieſer friedlichen Geſinnung heraus
hre auch einen erbitterten Kampf gegen andere Worte, an denen
ſ57 oßen. Sie zucken zurück, wenn das Wort Gott irgendwo
drr Eeht und können es nicht ausſprechen, ohne daß ihnen dieſer
hei5 was antut. Deswegen können die Kinder auch die heſſiſchen
ſur) üicher nicht leiden und ſind nicht dazu zu bewegen, ſie mit in
S= zu bringen. Auch Rheinlieder verurſachen ſchwere Aufregung,
1 nen manchmal vom Vaterland geſprochen wird. Nach ihrer
Hauung haben ſie aber kein Vaterland. Was tun dazu ihre
rd Lehrer? Unter ihnen ſind gewiß einige Frei‟=Denker.
Teil dieſer Verantwortlichen hat die Kinder zu dieſem Starr=
rcht
. Dieſes Verhalten der Kinder (9 bis 13 Jahre!) beweiſt
w erſchreckende Unkindlichkeit, wie die Anſtiftung der Erwach=
henr
): gewiſſenloſe Pädagogik verrät. Iſt man ſich denn darüber
Selche verzweifelte Tragik die Kinder hineingeſtoßen werden?
füſfF) rf ihrem Rücken Kämpfe ausgetragen werden, die bei weniger
nigſry keit unter Erwachſenen längſt überflüſſig erſcheinen? Was
Urſ on einem Lehrer halten, der als Vater ſeinem Sohn die Be=
itzur/
es Leſebuches unterſagt, als Lehrer aber verpflichtet iſt, ſeine
chülz rizuhalten, das Leſebuch mitzubringen! Wenn er nicht die
onſe3 gen aus ſolch widerſprechendem Verhalten zieht, wer ſoll ſie
nn 1n2. Statt den Konflikt von ſich aus mutig zu löſen, wälzt
Volkserzieher auf die bedrängten Herzen der Kinder ab. Iſt
fanatiſch verdüſtertes Gemüt zur Erziehung von Kindern
noch geeignet? Das Aergernis, das dieſe Erzieher den Kin=
+en, iſt um ſo größer, als die Mehrzahl der Eltern doch ein
rziehungsideal gerade auch in den Simultanfchulen verlan=
Gewiſſen können die dauernde geiſtige Einengung nicht er=
e
ihren Kindern zugemutet wird. Mit größerem Recht als
riuniſtiſchen Freidenker dürfen ſie verlangen, daß ihre Ge=
er
Schule nicht verletzt werden.

hauſen, 23. Dez. Der Geſangverein Liederkranz hält
m 1.5Fhnachtsfeiertag im Gaſthaus Zur Traube ſeine Weihnachts=
eier
1 Zur Aufführung gelangen zwei gehaltvolle Weihnachtsſtücke
wvie 31 chiedene Geſangsvorträge.
Eu Fxhauſen, 23. Dez. Weihnachtsfeier. Am Samstag
bendé X der hieſige Kirchenchor im Saale des Gaſthauſes Zur
zonnm rie Weihnachtsfeier ab. Herr Pfarrer Erkmann hieß in einer
ufanm ehaltenen Anſprache das zahlreich erſchienene Publikum herz=
ſich
mu mmen. Der Chor führte drei kleinere Theaterſtücke ſehr ſchön
f. Darſteller gaben ihr beſtes ſchauſpieleriſches Können her und
rntetts Tichen Beifall. Zwiſchen den einzelnen Stücken trug der Chor
nter . Leitung des Dirigenten Lotz=Erzhauſen einige klangſchön ge=
ungers
Eeder vor.
J.I sheim, 23. Dez. Auf Grund des Artikel 26 des Geſetzes über
e U1 ang von Bauland iſt für das Gelände zwiſchen Neue Darm=
nädtery
e und Heinrichſtraße die Baulandumlegung beſchloſſen wor=
ven
. rend der Dauer des Umlegungsverfahrens iſt die Errichtung
on Een Anlagen jeder Art, ſowie der Uebergang zu einer Be=
oirtſchn
rig der Grundſtücke, die von der bisherigen oder gewöhn=
chen
A. der Bewirtſchaftung erheblich abweicht und geeignet iſt, das
mleg) verfahren zu verhindern, zu erſchweren und zu verzögern,
dems rlegungsgebiet unterſagt. Der Geſangverein Sängerbund
ilt alſten Weihnachtsfeiertag im Rebſtock ſeine Weihnachtsfeier
S vom Geſangverein Liedertafel veranſtaltete Kirchenkonzert
ei enuß und eine Erbauung für die Zuhörer, deren Zahl aller=
ungs
9 größer ſein dürfen. Jedoch wird wohl der Umſtand, daß
nerhy rweniger Wochen mit dieſem fünf Konzerte in Griesheim ge=
ten
Den, zu einer gewiſſen Konzertmüdigkeit geführt haben. An=
rſeſy
Ft anzuerkennen, wieviel Freude an guter Muſik in Griesheim
Geſangverein Liedertafel gebührt Dank und Anerkennung,
eus Smal die Kirche als würdigſten Raum für ſeine ernſten Ge=
hlt hatte, und daß er als Soliſten den Orgelmeiſter von der
be=3 hatte. Herr von der Au zeigte erſchöpfend die Möglichkeiten,
um Orgel bietet, die verſchiedenſten Stimmungen religiöſen Ge=
1s 4 Ausdruck zu bringen. Sein Spiel brachte zum Bewußtſein,
di6 gel mehr iſt, als nur das Begleitinſtrument für den Ge=
ſeinded
rg. Sie hat ihre eigene Sprache, in der ſie ſich zu Gott wen=
S, at dieſes Konzert vielleicht auch dazu beigetragen, das Ver=
ändnm
, für zu vermehren, welchen Dienſt die Orgel im ſonntäglichen
Sottesl X leiſtet.
G. 1. =Ramſtadt, 24. Dez. Weihnachtsfeier des Reichs=
undär
der Kriegsbeſchädigten und Hinterbliebe=
en
, =sgruppe Ober=Ramſtadt. Am erſten Weihnachts=
eiertaga
! Det wie alljährlich die Weihnachtsbeſcherung für die Krieger=
tiſenw
Gaſthaus Zum weißen Noß (Fifcher, Schafgraben) unter
Mitwin x des Geſangvereins Sängerluſt und des Salon=Orcheſters
Ver=R= adt ſtatt.
Ser=Namſtadt, 24. Dez. Der Geſangverein Har=
onf
! ält am zweiten Feiertag ſeine Weihnachtsfeier ab. Ein ge=
diegen
Swechſlungsreiches Programm Theaterſtück, Chöre, Muſik=
vorträöd
fw. wird den Beſuchern geboten.
Cpal Fungſtadt, 23. Dez. Weihnachtsfeiern. Die erſten
Veihnau eiern der hieſigen Vereine und Körperſchaften fanden bereits
am Schs g ſtatt. Ferner werden an den beiden Weihnachtsfeiertagen
aſt vord en größeren Vereinen beſondere Veranſtaltungen abgehalten,
und zrui in Form von Abendunterhaltungen weihnachtlicher Art,
Theate3 Tihrungen und nicht zuletzt von Tanzmuſik, was ſelbſtver=
ſtändlioil
am zweiten Feiertag zugelaſſen iſt. Auch in den Nachbar=
orten
. . und Eſchollbrücken halten die Ortsvereine größere Weih=
ochtsf
53 ab. Die Weihnachtsverkäufe haben in den letzten Tagen
z13 ommen. Die Pfungſtädter Geſchäfte veranſtalten bekanntlich
rung, die guten Zuſpruch findet.
=Michelbach, 24. Dez. Schneefall. Etwa 4 bis 5
hoch iſt die Schneedecke. Bei weiterem Schneefall iſt mit
rechnen. Kältetemperatur iſt 3 Grad.
dem mittleren Odenwald, 24. Dez. Weiße Weihnach=
heute
morgen fällt leichter Schnee, der auf dem hartgefrore=
Un! und liegen blieb. Die Schneehöhe beträgt auf der Seiden=
ger
.1 und Neunkirchener Höhe 510 Zentimeter, auf der Tromm
15 4 =imeter.

5) gefärbter Zahnbelag. Ein Kummer waren ſtets meine
gelben 1 re. Nachdem ich alle Hilfsmittel angewandt hatte, verſuchte
chesr:2hlorodont und die Wirkung war erſtaunlich. Heute erfreue
ich micſt under weißer Zähne. Gez. E. Jacobi, Landsberg a. d.
(kF. 1015
Warthe‟

Rathauseinweihung in Ober=Ramſtadt.

Am letzten Samstag, den 21. Dezember, vormittags 11.30 Uhr,
fand hier die Einweihung des neuen Rathauſes ſtatt.
Unſerem neuen Rathaus, welches im Mittelpunkt der Gemeinde er=
ſtanden
iſt und eine Zierde, der Darmſtädter Straße bildet, geht es wie
einem Menſchen, der im Glashauſe ſitzt. Viele Beſchauer beurteilen es,
denn: Wer will bauen an der Straßen, muß die Leute reden laſſen.
Die Architektur gefällt dem Kenner, er faßt das Geſamtbild ins Auge,
findet Wohlgefallen an ſeinem Aeußeren, ſeiner Anpaſſung an die Um=
gebung
und erſt recht an ſeiner praktiſchen inneren Ausgeſtaltung. Der
Laie aber muß die Schönheit erſt nach und nach erfaſſen. Mit weit=
ſchauendem
Blick hat es die Bauleitung geſtaltet und vorausſichtlich wird
die Gemeindeverwaltung in ſeinen Näumen ihres Amtes für mehrere
Generationen walten können, ohne ſich bei weiter anwachſendem Ge=
ſchäftsbetrieb
eingeengt zu fühlen. Der ſtolze Neubau enthält im Erd=
geſchoß
außer Windfang und geräumiger Halle zunächſt einen Aufent=
haltsraum
für die Polizei, genügend Zimmer für Amts= und Verhand=
lungen
auswärtiger Behörden, einen geräumigen Verſteigerungsſaal,
einen Aktenraum und daran anſchließend einen ſehr großen Aufbewah=
rungsraum
für die Feuerlöſchgeräte, mit zwei großen Ausfahrtstoren
nach der Hammergaſſe zu. Auf breiten, bequem zu begehenden Treppen
gelangt man in den erſten Stock, in welchem alle Verwaltungsbüros
einſchließlich Kaſſe untergebracht ſind. Weitere Räume dienen der Bau=
verwaltung
, dem Standesamt, ebenſo iſt ein Beratungszimmer neben
dem geräumigen Sitzungsſaal, der einen abgetrennten Zuhörerraum ent=
hält
, gelegen. Das Dachgeſchoß enthält weitere Aktenräume für die
Verwaltung ſowie eine geräumige Wohnung. Aborte und Piſſoirs be=
finden
ſich in allen Stockwerken. Sehr geräumige und außerordentlich
günſtig belichtete Hallen dienen dem Aufenthalt des Publikums, ein be=
ſonderer
Eingang führt zu den Schaltern der Gemeindekaſſe. In allen
Näumen des Erdgeſchoſſes und im 1. Stock, teilweiſe auch im Dachve=
ſchoß
, ſorgt eine Warmwaſſerzentralheizung für eine gleichmäßige Er=
wärmung
.
Um ½12 Uhr berſammelte ſich eine ſtattliche Zahl geladener Gäſte
vor dem neuen Rathaus. Von den Stufen des Neubaues hielt Herr
Dr.=Ing. Lieſer=Darmſtadt eine kurze Anſprache, überreichte Herrn
Bürgermeiſter Rückert die Schlüſſel zu dem Gebäude und entbot der
Gemeinde Ober=Ramſtadt zum neuen Rathaus herzlichſte Glück= und
Segenswünſche.
Herr Bürgermeiſter Rückert übernahm die Schlüſſel mit Worten
des Dankes und bat die Erſchienenen, in das Haus einzutreten. Im
1. Stock hieß Herr Bürgermeiſter Rückert die Erſchienenen herzlich will=
kommen
. Beſonders begrüßte er Herrn Provinzialdirektor Gebhardt,
als Vertreter von Provinz und Kreis, die Herren der Bauleitung,
Herrn Dr.=Ing. Lieſer=Darmſtadt und Herrn Architekt Herdt=Ober=
Ramſtadt, die Mitglieder der Baukommiſſion, die Vertreter der Nach=

bargemeinden, der örtlichen Behörden und Körperſchaften, die Ge=
meindevertretung
und ſonſtigen geladenen Gäſte. Den Werdegang des
Rathausneubaues ließ er an dem geiſtigen Auge der Anweſenden vor=
überziehen
. Herzlichen Dank entbot Herr Bürgermeiſter Rückert der
Bauleitung, den Handwerksmeiſtern und allen, die bei den Bauarbeiten
ſich betätigten.
Darauf ergriff Herr Provinzialdirektor Gebhardt das Wort,
dankte für die Einladung, beglückwünſchte die Gemeinde zu dem präch=
tigen
Bauwerk, das in beſcheidenen Formen erſtanden iſt und für län=
gere
Zeit ausreichend ſei auch bei einem weiteren Anwachſen der Ar=
beiten
in der Gemeindeverwaltung. Als Vertreter örtlicher Behörden
und Körperſchaften überbrachten Glückwünſche Herr Poſtmeiſter Weber,
Herr Rektor Lehr, Herr Pfarrer Nürnberger ſowie die Herren
Bürgermeiſter von Nieder=Ramſtadt und Traiſa.
Jetzt wurden alle Amts= und anderen Räume des Rathauſes unter
Führung der Bauleitung in Augenſchein genommen und es ergab ſich
ein vorzügliches Geſamturteil.
Gegen 1 Uhr begaben ſich die Anweſenden auf Einladung des Herrn
Bürgermeiſters zum Feſteſſen in den Saalbau Eliſenbad. Hier wies
Herr Bürgermeiſter Rückert auf die Schwierigkeiten und entſtan=
denen
Mißhelligkeiten vor und während des Rathausbaues hin und er=
klärte
nochmals, daß nicht ein urplötzlicher Entſchluß, ſondern erſt reif=
liche
Ueberlegung und Erwägung aller Baumöglichkeiten zu dieſem Bau
geführt habe.
Herr Provinzialdirektor Gebhardt betonte, daß Ober=Ramſtadt
eine aufſtrebende Gemeinde ſei, die eine umfangreiche, ſchwierige Ge=
meindeverwaltung
im Gefolge habe. Wohl lebten wir eben in einer
ſehr ungünſtigen wirtſchaftlichen Zeit, in der es beſonders an Geldmit=
teln
gebricht, doch ſolle man den Glauben an die Zukunft nicht ver=
lieren
, da zu erwarten ſtünde, daß ſich dieſelbe in abſehbarer Zeit doch
wieder weſentlich günſtiger geſtalten müſſe. Sein Hoch galt der ſegens=
reichen
Zukunft der Gemeinde Ober=Ramſtadt. In humorvoller Weiſe
gedachte Rektor i. R. Hofmann der Damen, die auch durch die Un=
ſtimmigkeiten
bei dem Rathausneubau in Mitleidenſchaft gezogen wur=
den
, und ließ ſeine Rede in ein Hoch auf die Damen ausklingen. Herr
Beigeordneter Braband verſtand es, in humoriſtiſcher Weiſe Vor=
ſchläge
zu machen, welche Sinnſprüche am Rathauseingang und an den
Amtsräumen anzubringen ſeien. Es ſprachen noch Herr Dachdecker=
meiſter
Kirſchner=Roßdorf für Herrn Bürgermeiſter Lorenz, Herr Poſt=
meiſter
Weber, Herr Gemeinderat Fiſcher, Herr Beigeordneter Bra=
band
. Herr Gemeinderat Widerſchein.
Geſangliche Darbietungen des Herrn Beigeordneten Braband, muſi=
kaliſche
des Herrn Simon=Traiſa und auch Couplets von dieſem trugen
weſentlich zur guten Stimmung und Verſchönerung der wohlgelunge=
nen
Nachfeier bei. Gemeinſamer Geſang bildete einen angenehmen
Abſchluß.

Verkehrsbund Oberheſſen.

WSN. Gießen, 23. Dezember.
Unter der Leitung des Bundesvorſitzenden Beigeordneten Dr. Hamm=
Gießen hielt hier der Geſamtvorſtand des Verkehrsbundes Oberheſſen
eine Sitzung ab. Der Bundesvorſitzende widmete zunächſt dem verſtor=
benen
Vorſtandsmitglied, Rechtsanwalt und Notar Stahl=Bad=Nauheim,
einen Nachruf, während die Verſammlung ſich zu Ehren des Verſtor=
benen
von den Sitzen erhoben hatte. Hierauf erſtattete der Vorſitzende
eingehend Bericht über die Hauptverſammlung des Heſſiſchen Verkehrs=
verbandes
, Sitz Darmſtadt, ſowie über die Verhandlungen des engeren
Vorſtandes des Verkehrsbundes Oberheſſen mit dem Heſſiſchen Verkehrs=
verband
wegen der Beitragsleiſtung des Verkehrsbundes an den Ver=
kehrsverband
. Die dabei von dem Bundesvorſitzenden dem Verkehrs=
bund
Oberheſſen zur Annahme empfohlene Regelung der Beitragsfrage
wurde nach kurzer Ausſprache einſtimmig gutgeheißen. Weiter erklärte
ſich die Verſammlung bereit, die von dem Heſſiſchen Verkehrsverband,
Sitz Darmſtadt, beabſichtigte Herausgabe einer Reliefkarte von Ober=
heſſen
und deren weiteſte Verbreitung zur Fremdenverkehrswerbung
nachdrücklich zu unterſtützen. Es wird für dieſes Werk zur Förderung der
Provinz Oberheſſen auf die Mithilfe des heſſiſchen Staates, der Pro=
vinz
, der Kreiſe und der Städte Oberheſſen gerechnet. Einſtimmig wurde
nach einem Bericht des Präſidenten der Induſtrie= und Handelskammer
Friedberg dem Bedauern darüber Ausdruck gegeben, daß Oberhefſen
zurzeit im Landeseiſenbahnamt nicht genügend vertreten iſt. Es ſollen
an zuſtändiger Stelle Schritte unternommen werden, zur Befriedigung
der berechtigten Forderungen der Provinz Oberheſſen in dieſer Ange=
legenheit
. Ebenſo ſollen beim heſſiſchen Finanzminiſterium Schritte
unternommen werden zur Aufhebung der für einige Neben=Landſtraßen
im oberen Vogelsberg von der Forſtbehörde als Straßeneigentümerin
verfügten Verkehrsſperre für Perſonenautos auf dieſen Strecken. Bei
der Reichsbahndirektion Frankfurt ſoll der Antrag geſtellt werden, die
Sonntagszüge nach Hartmannshain (Vogelsberg) künftig in Stockheim
zu teilen und die Hälfte dieſer Züge über Nidda nach Schotten zu lei=
ten
, damit auch das Vogelsberggebiet um Schotten herum von dem Aus=
flugsverkehr
, insbeſondere jetzt von dem Winterſport, Vorteil haben
kann. Die Mitgliedsſtädte des Verkehrsbundes Oberheſſen wurden
ſchließlich noch aufgefordert, ihre Wünſche für den nächſtjährigen Fahr=
plan
der Reichsbahn alsbald an den geſchäftsführenden Vorſtand des
Verkehrsbundes Oberheſſen, Sitz Gießen (Stadthaus), einzureichen, da=
mit
von dem Bundesvorſtand bei der Reichsbahndirektion Frankfurt
rechtzeitig die entſprechenden Schritte getan werden können.
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Rheinheſſen.
Ac. Worms, 23. Dez. Verlobung im Hauſe Heyl. Frei=
herr
Cornelius Hehl zu Herrnsheim, der älteſte Sohn des Frhrn. D.
Dr. Cornelius Heyl und ſeiner Gemahlin, geb. Prinzeſſin zu Yſenburg
und Büdingen, der zurzeit als cand. jur. in Gießen ſtudiert, hat ſich vor=
geſtern
mit der einzigen Tochter des Grafen und der Gräfin von Bis=
marck
=Oſten auf Schloß Plathe in Pommern verlobt. Der Vater der
Braut iſt ein Großneffe des Reichsgründers Fürſten Bismarck, die Mut=
ter
iſt die älteſte Tochter des verſtorbenen Frhrn. von Deichmann in
Köln. Schöffengericht. In zweitägiger Verhandlung wurden
die Schwindeleien des 50jährigen Kaufmanns Emil Jennewein von
Worms und ſeiner früheren Geliebten, der 30jährigen Stütze Riemen=
ſperger
, vor dem erweiterten Bezirksſchöffengericht verhandelt, wozu 26
Zeugen geladen waren. Die Beiden haben vorſätzlich alle möglichen
Leute durch Vorſpiegelung von Zahlungsfähigkeit und Zahlungswillen
zur Hergabe von Waren und Geld veranlaßt. Das Urteil lautete gegen
Jennewein auf 5 Jahre Zuchthaus und 8 Jahre Ehrverluſt, ferner auf
eine Geldſtrafe von 1950 Mk. oder je 1 Tag Zuchthaus für je 15 Mk.
Die Riemenſperger wurde zu einer Gefängnisſtrafe von 3 Monaten
verurteilt.

Wunder der Chriſtnachk.
Die deutſche Weihnacht hat ihre einzigartige Bedeutung im Volks=
glauben
und Volksleben dadurch erhalten, daß allmählich allerlei Wun=
der
und Bräuche, die vorher an andere Tage gebunden waren, in dem
geheimnisreichen Zauberkreis dieſer Nacht der Nächte vereinigt wur=
den
. So empfing der Chriſtabend ganz langſam jenen verklärenden
Schein überirdiſcher Segnung und myſtiſchen Geiſterwaltens, den er
auch heute noch bewahrt hat. Hauptſächlich ſind die Bräuche der
Andreasnacht auf Weihnachten übertragen worden; in der Nacht vor
dem 30. November wurden urſprünglich alle möglichen Losſpiele vor=
genommen
, die ſich mit den beiden großen Fragen des Menſchenlebens
beſchäftigen: mit dem Erfolg des allgemeinen Ringens um Hab und
Gut und mit der Suche nach einer paſſenden Ehehälfte. Dieſe Los=
ſpiele
wurden nun auf Weihnachten übertragen; ſo hören wir bereits
um 1400 in dem Bericht des böhmiſchen Prieſters Alßo, daß man Aepfel
auseinaderſchnitt und aus dem, was der Schnitt zeigte, Glück und Un=
glück
des kommenden Jahres weisſagte. Um 1600 iſt dann der Andreas=
abend
gegen die Chriſtnacht bereits mehr und mehr zurückgetreten,
und ein proteſtantiſcher Geiſtlicher Strigenitz eifert: Was für aber=
gläubiſche
Händel werden nur in der Chriſtnacht begangen? Da gießt
man zerlaſſenes Zinn oder Blei ins Waſſer, man ſetzt Salzhäufchen,
man greift nach Haaren, man wirft den Schuh; ſogar der Teufel hat
ſein Werk in den Kindern des Unglaubens zu ſolcher heiligen Zeit,
da man viel andere Gedanken haben ſollte. Eine Fülle ſolchen Weih=
nachtsglaubens
iſt dann in den aufkläreriſchen Werken des 17. und 18.
Jahrhunderts geſammelt, in denen gruſelige und abenteuerliche Ge=
ſchichten
aus der Chriſtnacht als abſchreckende Beiſpiele erzählt werden.
In der Chriſtnacht muß man allerlei Gaukelei vornehmen, heißt es
zum Beiſpiel in den Saturnalia des Prätorius, damit man aller=
hand
künftige Dinge erfahre. Am Chriſtabend ſoll man für drei Hel=
ler
Semmel kaufen, ſolche in drei Biſſen einteilen und durch drei
Gaſſen es verzehren, in einer jeden Gaſſe ein Stück; darauf wird es
geſchehen, daß man in der dritten ſeine Liebſte ſieht, die einem begeg=
nen
wird. Mitten in der Chriſtnacht gehen auch Knechte und Mägde
zum Holzhaufen hin, ziehen ein Scheit heraus und betrachten ſolches,
ob es krumm oder gleich ſei, denn nach befundener Beſchaffenheit ſoll
ihr Liebſter geartet ſein. In der Chriſtnacht kann der Liebſte ſeine
Liebſte beſchwvören, daß ſie ſich ihm präſentieren muß.
In ſeinen Bibliſchen Ergötzlichkeiten von 1694 bietet Adami eine
ganze Aufzählung ſolch abergläubiſcher Bräuche: So iſt bekannt, wie
das Volk am heiligen Chriſtabend, wenn ein Licht angezündet und in
die Stube gebracht wird, nach dem Schatten ſieht, ob dieſer noch den
Kopf habe oder nicht, und danach über ihr Leben und Tod urteilt.
Wenn ſie Salzhaufen ſetzen, Korn meſſen, Eier ins Waſſer ſchlagen
und dadurch erkunden wollen, ob ſie ſich einer Krankheit zu bewahren
haben oder nicht, ob ſie reich, ein kleines oder großes Haus bekommen
werden. Wenn ſie vor den Schweineſtällen kehren und mit den Ohren
darauf hören wollen, was für einen Handwerksmann ſie bekommen
ſollen. Wenn ſie in den Stubenwinkeln Haare ſuchen und aus denſelben
ſchließen wollen, ob ſie einen mit gelben oder ſchwarzen Haaren be=
kommen
möchten. Wenn ſie einen Pfennig auf die großen Zehen bin=
den
, ſich auf den Kirchweg ſetzen und unter den Leuten, ſo in die Früh=
mett
gehen, ihren Buhlen erblicken wollen. Wenn ſie den Schuh über=
ſich
werfen, ob ſie dieſes Jahr aus dem Hauſe wegziehen oder ſterben
werden. Geht man am heiligen Chriſtabend hinaus auf die Winter=
ſaat
, ſo kann man alles und jedes hören, was das ganze Jahr in ſelbiger
Gegend vorgehen werde: gibts Krieg, ſo hört man Trommeln und
Trompeten; droht Feuersgefahr, hört man Feuer blaſen; kommt ein
großes Sterben, dann ſingen die Leichen ſchauerliche Grablieder, wie
überhaupt ſolche Zauberei den Menſchen an Leib und Seele gefähr=
den
kann. Die Mädchen gucken in den Brunnen oder in die Blaſe‟,
d. h. den Ofen, um ihren Bräutigam darin zu ſehen. Doch nicht nur
Losſpiele wurden vom Andreastag auf die Chriſtnacht verlegt, ſondern
man erzählte bald auch, daß der wilde Jäger mit ſeinem wütenden
Heer in dieſer Nacht ein beſonderes Weſen treibe, daß alle Geiſter und
Teufel wach ſeien. Die Unholde treten in Tiermasken auf, worin eine
Erinnerung an altheidniſche Umzüge fortlebt. Der ſchlimmſte Feind
in der Chriſtnacht iſt der Werwolf, Sinnbild der in der Geſtalt des
Untieres ruhelos umherirrenden armen Seele. Eine Vermiſchung ſolch
altgermaniſchen Tierglaubens mit der chriſtlichen Legende von Ochs und
Eſelein, die das Kind in der Krippe anreden, iſt der Glaube an die
redenden Tiere der Weihnacht, die von 12 bis 1 Uhr menſchliche Sprache
erhalten. Ebenſo iſt die Chriſtnacht für die Wetterprophezeiung von
hoher Bedeutung; Speiſe und Trank, die in dieſen Stunden genoſſen
werden, verleihen beſondere Kräfte; überhaupt liegt ein hoher Segen
auf manchen Verrichtungen in dieſer Nacht, auf dem Umwinden der
Bäume mit Stroh, Brotbacken, Geld zählen, Füttern der Tiere uſw.
ck.

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[ ][  ][ ]

Seite 8

Mittwoch, den 25. Dezember 1929

Hannelore

Die Geburt einer Tochter zeigen ſehr
erfreut an
Dipl.=Ing. Philipp Friedrich
und Frau Hanni, geb. Brahe.
Charlottenburg
z. Zt. Bochum, 21. Dezember 1929.
Bergſiraße 29.

Emilie Bohländer
Georg Leber
beehren ſich ihre Verlobung
anzuzeigen.
Weihnachten 1929.
Frankfurterſir. 120 Griesheim b. D.

Die Verlobung ihrer Tochter Elfriede
mit Herrn Richard Eiſenlohr
geben bekannt
Hofuhrmacher Louis Andreß
und Frau
Wilhelmine geb Schimmer

20370

Elfriede Andreß
Richard Eiſenlohr

Verlobie

Weihnachten 1929.

Ihre Verlobung beehren ſich
anzuzeigen
Marie Ehrlicher
Georg Kraft
Rothenburg o. d. Darmſiadi
Tauber Heinheimerſtr. 32

Weihnachten 1929,
e

Lydia Eichel
Franz Mangold
Verlobte
Darmſiadt
Offenbach a. M.
Weihnachten 1929.


O
.
R.
K

Die Verlobung unſerer Tochter Char=
lotte
mit Herrn Zahnarzt Hermann
Stroh beehren wir uns hiermit an=
zuzeigen
.
Darmſtadt, Heinrichsſtraße 92
Oberpoſtinſpektor
Georg Mohr u. Frau
Margarethe geb. Bekker.

Meine Verlobung mit Fräulein
Charlotte Mohr
beehre ich mich anzuzeigen.
Darmſiadt, Heinrichsſtraße 160

Hermann Stroh
Zahnarzt.

Greta Götz
Georg Kaicher
Verlobte
Tannenstr. 35 Ludwigshöhstr. 59

Nummer

Statt Karten!
Hanny Trumpthelle
Ludwig Assmuh
Verlobte
Weihnachten 1929
Darmstadt
Liebfrauenstr. 90
Neue W
Statt Karten
Madeleine Heinrid
Heinz Nees
Verlobte

Weihnachten 1929

10055.505500 0050,55,05, 5 550,05,505,0 55.5.5.0,5,5
K0f5 55.555555,5553

Die Verlobung ihrer Tochter Emi I Meine Verlobung mit Fräulein Emi
mit Herrn Hans Allhausen zeigen an Keller gebe ich hiermit bekennt
Rechnungsdirektor
Fritz keller und Frau Rose cand. dipl. ing.
geb. Welz
Darmstadt
Weihnachten 1928
Heinrich-Fuhrstraße 5

Hans Allhausen

Roßdörferstraße 87

Katharine Leiß
Karl Oreter
Verlobte
Weihnachten 1929
Vielbrunn I.O.
Darmstadt
Bessungen

Mtte
Ihre Verlobung beehren sich an-
zuzeigen

Greta Fischer
Hans Schommers
Weihnachten 1929
Köln
Darmistadt
Litzonstr. 13 Landgrat-Georgstr. 32
z. Zt. Köln, Lindenthalgdrtel 105

Darmstadt
Mathildenplatz 17

Anni Bert
Adam Wichel
Verlobte
Weihnachten 1929

Hetzbach i. O.
Darmstadt

Trrgn

Ihre Derlobung beehren
ſich anzuzeigen

Hnne Schäfer
Paul Schönberger

Darmſtadt, Weihnachten 1929
Gardiſtenſtraße 6
Mollerſtraße 42

O
Margot Grünewald

Paula Betz
Heinz Siedlazek
grüßen als Verlobte.
Darmſiadt
Eliſabethenſtr. 64 (*) Waldſtr. 24

Magdalenenſtraße 9

Weihnachten 1929
Darmſiadt
Barkha

ELLAHOFFMAN
LUDMIO MEUMAN

VERLOBTE

Breslau-Sacrau
Hundsfelderstr, 4

Jar

Weihnachten 1929.

Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen

Fanng Reichlmaher
Heinrich Nickel
Rb.=Aſſ.

Fürſtenfeldbruck
b. München

Deihnachten 4929

Sat Koien.
Als Verlobte grüßen
Oitilie Ewald
Franz Simmermacher
Weihnachten
Ober=Ramſiadt

Heinz Merker
Verlobte
Eberſiadt Griesheim b. D.
Weihnachten 1929.
Tilly Schäfer
Hans Fiſcher
Verlobte

Die Verlobung ihrer Kinder
Gretel und Paul
zeigen an
Frau Aug. Wolf Witwe
Herr Pfarrer Budde u. Gemahlin
Weihnachten 1929
Darmſtadt, Stiftſiraße

z. Zt. Carritz (Altm.

Darmſtadt Lichtenbergſtr. 78
Weihnachten 1929.
Ihre Verlobung beehren ſich
anzuzeigen
Gretel Bormann
Hans Schulz
Welhnachten 1929
Biebesheim a Rh. Darmſtadt
Kirchgaſſe 5
Blumenthalſtr. 56

Ihre Verlobung geben bekannt
Hedi Rigling
Leonhard Trinkaus

Wiesbaden

Arheilgen

Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Magdalene Hamm
Wilhelm Zimmermann
Darmstadt, Weihnachten 1929
Ruthsst:
Arheilgerstraße 41

Ihre Verlobung beehren sich an-
zuzelgen

Helme Meuer
Siegfried Weifenbach
Liebfrauenstr. 38 Heinheimerstr. 84
Weihnachten 1929

Ihre Verlobung zeigen an
Lotte Dechert
Karl Gehrig
Weihnachten 1929

Emma Seiber:
Karl Erdmann
Verlobte

Lauteſchlägerſir. 48
Weihnachten 1929.

Barkhau=

Katharina Knal
Willy Formhale
Verlobie
Darmſt
Wörrſiadt
Im Winge!
Rheinheiſen

Margarete Orth
Karl Schmitt
Verlobte
Weihnachten 1929
Lagerhausſtr. 4
Löffelgaſſe 9

Weihnachten 1929

G
geb. Cautenſchlige, ObebDi.
Römerſagße beghel ſh. De
feiertag das 5
Silbernen 9.

[ ][  ][ ]

mer 356/57
Elli Oif
ns Römer

Statt Karten.
Verlobung beehren ſich anzuzeigen:

Mittwoch, den 25. Dezember 1929

Seite 9

Dina Oif
Walter Heiſer

Tieff ee 22

Holzhof=Allee 64
Weihnachten 1929

Statt Karten.

Verlobung beehren ſich anzuzeigen:
Mariechen Daum
Wilhelm Hörr
Frän Crumbach i. Odw. z. Zt. Reichelsheim i. Odw.
Weihnachten 1929
(20364

(leonore Spitzner
Eduard Götz
Verlobte

Bitod atz 6
Schuknechtſtraße 60
Weihnachten 1929
(20365

Statt Karten

Käthe Wolf
Maroél Leon Adam
Verlobte

Darmstadt, Weihnachten 1929
Afff
Rhönn 105
Niederramstädterstraße 47

Oretel Reiss
Hans Müller
Verlobte
Darmstadt, Weihnachten 1929
Schleiermacherstraße 15
Rheinstraße 9

Ihre Verlobung geben bekannt
Else Schlund
Adolf Kester
Studienreferendar
Darmstadt, den 24. Dezember 1928
Jahnstraße 40
Kiesbergstraße 57

Käthe Jordan
Georg Werner
Verlobte

Darmstadt
Roßdörferstrraße 20
Ludwigshöhstraße 13½
Weihnachten 1929.
()

Tilde Bartholm
Karl Keil
Verlobte
Weihnachten 1929.
Münster b. Dieburg
Königheim (Baden)

Statt Karten
Lisabeth von Bechtold
Dr. jur. Ernst Eckstein
Regierungsassessor
geben ihre Verlobung bekannt.
Weihnachten 1929
Bensheim a. d. B.
Hes nhelm a. d. B.
Rodensteinstr. 15
Kreisamt

SE HELLENBROCH
DIPL.-IMG.
O(OLEOBREIDENBACH
sben ihre Verlobung bekannt.
DAATSTADT. den 24. Xll. 29
Wilkil z nenstr. 1
FRANKFURT A. M.
Günthersburg-Allee 1

IhrfSerlobung beehren ſich anzuzeigen
Eliſabeth Haußner
Georg Sturmfels
Weihnachten 1929
Roßdörferſiraße 3
Heiü yſtraße 44

Statt Kertenl

RETCHEM UOURDAN
PEIER WESP
VERLOBTE

Wisl usen

Weihnachten 1929

Käthi Könner
Karl Siesecke
Verlobte
Weihnachten 1929
alstadtstr. 47 Eschollbrückerstr. 2

Statt Karten.

Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Else Ihrig
Max Schneidewind

Darmstadt, Weihnachten I929
Gutenbergstraße 1
Moosbergstraße 90
()

Stat Karten.

Johanna Simmrock
Hans Weckbach
Verlobte
Taunusſtraße 45 Darmſiadt Gardiſtenſtraße 12
24. Dezember 1929

Aenne Zimbrich
Georg Reubold
Verlobte
Weihnachten 1929

Frida Reinhard
Karl Stumpf
Derlobte
Weihnachten 1929

Waldſtraße 2

Heldelbergerſtr. 88

Elisabeth Debus
Fritz Müller
grüßen als Verlobte
Weihnachten 1929
Darmstadt

Eberstadt a.d B.
20402

Elisabeth Seuffer
Georg Koch
Verlobte

Wixhausen
Ludwigstr. 40

Darmstadt
Soderstr. 62

Mariechen Schmidt Kätchen Schmidt
Jakob Fertig
Hans Göß

Verlobte

Frankenhauſen Darmſiadt. Frankenhauſen Nd=Beerbach

Statt Karten.

Eliſabethe Schollenberger
Kurt Hanſtein
beehren ſich ihre Verlobung
anzuzeigen.
Roßdorf Weihnachten 1929

Lieſel Becker
Hans Scheld
beehren ſich ihre Verlobung anzuzeigen.
Alexanderſir. 5 Donnersbergring 28
Weihnachten 1929.

Uhre Verlobung beehren sich
anzuzeigen
Herta Oberste Berghaus
Otto Jost

Witten (Westf.)
Wideystr. 44

Weihnachten 1929
Hamm (Westf.)
Ostenwall 43b

Luiſe Chriſten
Heinrich von der Hegden
Verlobte
Weihnachten 1929
Ihre Verlobung geben bekannt
Gretel Schmaltz
Hans Auguſtin

Ohne Diät
din ich in kurzer Zeit
20 Pfd. leichter
geworden, durch ein
einf Mittel, welches
ch jed. gern koſtenlos
mitteile, Frau Karla
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Teleph. 1882 (132962

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Fr. Hartmann,
appr. Heilgehilfe,
Grafenſtr. 20, II. lks.
Telefon 1454. (7852a

Darmſtadt
Landgraf=Philipp=Anlage 64

Kiel
z. Zt. Darmſtadt

Weihnachten 1929

Zurüchgeſetzte

Nahmaſchinen
ſehr preiswert abzu=
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geben
Donges & Wiest
Grafenſtr 43/45

Marie Hellermann
Georg Lang
beehren ſich ihre Verlobung anzuzeigen
Darmſiadt
Weihnachten 1929

Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen
Elſe Mederle
Andreas Waßner
Darmſiadt, Weihnachten 1929
Pallaswieſenſtraße 21
Bleichſtraße 27, I.

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Schützenstr. 5/( 13596a

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Es grüßen als Verlobte
Marie Hildenbrand
Oskar Kegbe
Darmſtadt
Karlſtraße 103 Bad Liebenſſein

Ihre Vermählung beehren
ſich anzuzeigen
Ernſt Romig
und Frau Gretel
geb. Weigand
Tannenſtr. 30. Weihnachten 1929
Kirchliche Trauung am 1. Feiertag,
nachm. 3 Uhr, in der Petruskirche.

Otto Knapp
Gertrude Knapp.
geb. Friz
Vermählte
Pallaswieſenſtraße 54
Kirchliche Trauung am erſten Feier=
tag
, 3½ Uhr, in der Johanneskirche
Ihre Vermählung geben bekannt
Heini Echmidt
Toni Echmidt
geb. Blome
Darmſtadt, Weihnachten 1929.
Thylmannweg 9.
Die kirchl. Trauung findet am 2. Feſer=
tag
, nachmittags 2½ Uhr, in der Petrus=
kirche
ſtatt.

[ ][  ][ ]

Geite 10

Mittwoch, den 25. Dezember 1929

Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen
Rudolf Göttmann
Anna Göttmann
SpuckHepp
Weihnachten 1929
Lichienbergſtraße 16
Pankratiusſtraße 5
Kirchl, Trauung 2. Weihnachtsfeiertag, nachm. 2 Uhr,

in der Martinskirche,

Todes=Anzeige.

Plötzlich und unerwartet entſchlief heute Nacht
mein herzensguter, treuſorgender Vater,
Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater,
lieber Bruder, Schwager und Onkel

Statt Karten

Curt Hahn
Liesel Hahn geb. Opper

Vermählte
Darmstadt, Weihnachten 1929

Kirchliche Trauung: Am 1. Feiertag, nachm. ½3 Uhr,
in der Stadtkapelle.
(20372

O

Ihre Vermählung beehren ſich ergebenſt
anzuzeigen
Ludwig Klenk
Elſe Klenk
geb. Nicklaß
Ober=Ramſiadt
Darmſtadt
Weihnachten 1929

Karl Kraft
Bahnbedienſieter i. R.
im faſt vollendeten 74. Lebensjahre.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Auguſt Ernſt
Wilh. Schmidt und Kinder.

Darmſtadt, den 23. Dezember 1929.
Feldbergſtraße 60.
(20424

Dankſagung.
Für die aufrichtige Anteilnahme an dem
Verluſte, der uns durch den Heimgang
unſeres lieben Vaters; betroffen hat,
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
herzlichſten Dank.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
20404)
Fritz Simon.

aust
geſch
laufe
Friſe
in

Darmſtadt, den 23. Oezember 1929.

Verk,
NeR

Die Beiſetzung findet am Freitag, den 27. Dezember
1929, nachmittags 15½ Uhr, vom Portale des alten
Friedhofs an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man dankend abzuſehen.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſier Teilnahme
beim Heimgange unſres lieben Entſchlafenen
Herrn Ad. Roſignol
Friedhofsaufſeher i. R.
ſagen wir hiermit unſern innigſten Dank.

Edle
rien z
Hein=

Kan.=
Säng.,
zu ver
Heinhe

Kanar

Truffel,

Heute früh entſchlief ſanft nach längerem,
ſchweren Leiden mein lieber Mann

trauernden Hinterbliebenen.

Dtſch.
reinraſ
alt, mi
Urkund

aufgabe
Ang. u.

Krnaanggg6

Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen
Guſtav Hoos
Friedel Hoos
geb. Rehbein
Weihnachten 1929 Darmſiadt, Wendelſtiadiſtr. 52

Die kirchliche Trauung findet am 1. Weihnachtsfeiertag, nach=
mittags
2 Uhr, in der Johanneskirche ſtatt.
(*

Herr Ferdinand Narrug
Steindruckereibeſitzer.
In tiefer Trauer:
Helene Markus, geb. Fritſch.
Darmſiadt, den 23. Dezember 1929. (

Die erdliche Beſtattung findet in aller Stille ſtatt und
bitte ich von Kondolenzbeſuchen abſehen zu wollen.

Für die herzliche Anteilnahme an=
läßlich
des Heimganges unſeres
lieben Entſchlafenen, ſowie für
die ſchönen Blumenſpenden, als
auch dem Gefangverein ( Ein=
tracht
u. Odenwaldklub Lichten=
berg
ſagen wir innigſien Dank.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Hartmann u. Kinder.

Hüte
Julius SchlosS für Damen u. Herr.
werden gereinigt u.
nach neueſt. Modell.
Paula Schloss lumgepr, jetzt 2. 4.
Frankfurt. Hutlager
geb. Maas
Ecke Grafen= und
Bismarckſtraße.
Vermählte
Darmstadt
Karlsruhe i. B.

Todes=Anzeige.

Georgenstr. 12.

Trauung: 25. 12. 29, 1½ Uhr.
Hotel Traube.

Nach kurzer aber ſchwerer Krankheit iſt am
22. Dezember mein innigſigeliebter Gatte,
Sohn, Bruder, Schwager und Onkel

Ehliiiin Tachelt

Dr. Schreiner
Frauenarzt
Bismarckſtr. 39
verreist.
Vertretung: (TV. 20396
Dr. Claus Hoffmann, Annaſtraße 20
Dr. A. Hüffel, Caſinoſtraße 2
Dr. G. Jung, Ludwigsplatz 1.

VUA

im blühenden Alter von 47 Jahren ſanft
entſchlafen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Martha Dächert, geb. Lange.

Ihre Vermählung geben
bekannt
Hans Treuſch
und Frau Marie
geb. Wenzel.
Darmſiadt, den 25. Dezember.
Kirchliche Trauung am 1. Feiertag,
nachmittags 2 Uhr, in der Martins=
kirche
.

Wer dort?
Hier V. Schatz
Komme ſof. u. kaufe
getragene Herren=
Kleider,Federbetten,
Schuhe, Wäſche uſw.

Eberſtadt, den 23. Oezember 1929.
Mühlthal 68.
(20425

Trauergarderoben
werden in einigen Stunden ſchwarz gefärbt
Reingeld
Kranichſteinerſtr. 28
Eliſabethenſtr. 4
(Huthaus Titze)
Telephon 736
Telephon 786
Marktpaſſage
14712a
Bitte genau auf Firma und Straße zu achten.

V. Schatz

Die Einäſcherung findet Freitag, den 27. Dezember,
nachmittags 3 Uhr, im Krematorium Waldfriedhof in
Darmſtadt ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.

Heſſ. Krankenpflege=Bereinigung
(.E. V.) Darmſtadt.

Geſchäftsſtelle: Kranichſteiner Straße 37
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ſowie Privaten Pflegeperſonal
für Tag= und Nachtwachen.

NB. Geprüfte Pflegerinnen
jederzeit noch beitreten.

Dankſagung.

Karl Maher
Ria Maher, geb. Blumöhr
Vermählte.
Weihnachten 1929. (20417
Kirchl. Trauung: 1. Feiertag um 3 Uhr
nachmittags in der Eliſabethenkirche.

Für die vielen Beweiſe herzlichſier Teil=
nahme
beim Heimgange unſerer lieben
Mutter, Schweſter, Schwiegermutter, Groß=
mutter
und Tante

Für die vielen Beweiſe herz=
licher
Teilnahme bei dem uns
betroffenen ſchweren Verluſt
ſagen wir innigſien Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Eliſabeth Gräber.

Jeitchen Schauenverg
unſeren innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Adolf Schallenberg und Familie
Bernhard Schallenberg u. Familie.
Goddelau u Darmſfadt, den 23. Dez. 1929.

Dankſagung.
Für die aufrichtige Teilnahme bei dem ſchweren
Verluſt, der uns durch den unerwarteten Heimgang
unſeres lieben Entſchlafenen betroffen hat, ſagen wir
allen unſeren herzlichſten Dank. Beſonders danken
wir Herrn Dr. med. Heck und Frau Sauerwein für
ihren ſchnellen Beiſtand, Herrn Pfarrer Berk für
ſeine troſtreichen Worte am Grabe, dem Bauernverein,
Obſt= und Gartenbauverein, für die ehrenden Nach=
rufe
und Kranzniederlegungen, ſowie für die überaus
zahlreichen Blumenſpenden.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Eliſab. Kreuzer, geb. Kirſchner
und Kinder

Roßdorf, den 22. Dezember 1929.

(20416

Statt Karien.

Für die herzliche Teilnahme bei dem Heimgang
unſerer lieben Entſchlafenen

Hafckeise Seyrrarf

Darmſtadt, den 23. Dez 1929.
Hügelſtraße 41.

Marg. Becker, Eliſabethenſtr. 34, I. Tel. 3546
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Schnitte nach Maß. Proſpekt koſtenlos.

Frau Hedwig Fiſcher
geb. Zauſch
ſage ich innigſten Dank. Insbeſondere danke ich für
die vielen Kranz= und Blumenſpenden, ſowie Herrn
Pfarrer Vogel für ſeine troſtreichen Worte. (20393
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Rudolf Fiſcher, Kaſſenoberinſpektor

Rückgrakverkrüm
Wie ich dieſem Leiden erf
gegentrat und wie auch Ihr
werden kann (ohne Berufsſt
jedem gern unentgeltlich 9
Kaiſerslautern 80, Grüner

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Junges Mädel, ſol
u. häuslich erzogen,
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anſt
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Herrn (Beamter o.
Handwerker) in ſich.
Stell. im Alter von
2227 Jahren zw.
ſpät. Heirat kennen
z. lernen. Ernſtgem.
Zuſchrift. mit Bild
erbeten unter E. 24
a. d. Geſchſt. (20376

foſtenlos geger
Rückporto. (1
Der By
role S

27 J.
rnſt ſolid. M
Alter v.

Jahr. zwels
Heir. Ang. m
d. zurücke
u. E. 6 Geſchl

Weihnachtswunſch.
26j. dunkelbl. Nat.
und Sportfreundin

möchte treuem, ehr=
lichem
Manne, nicht ſchein, häus=

unt. 30 Jahr., gute diegen, mit l.
Ehekam. ſein. Ein=/Heim u. mi

heirat in das elterl. vermögen,
Internehmen mögl. ſol. Herrn
Zuſchr. erb. u. E. 2/Alters s,rat k
(anon., Verm., poſt= zwecks
lag. Papierkorb) a. z. lerne
d. Geſchſt. (TV20285 Zu

Mein liebſter
Wunſch
Einen charolt
naturlieben
Herrn 4903 9b.
ſich gleich Mie.
einer idedle
Ehe ſehnt.
Gedankenaus*
Hen e ne
erbitte An
D. 89 Ge

33
tw..

Geb. alleinſt. 2.
ſchl.

[ ][  ][ ]

iy mer 336/57

Mittwoch, den 25. Dezember 1929

Seite 11

1De
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Ark, 1
berx
Die
klenz.
hre 2
im G*
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P.

chulm

2drich Güll beim lieben Gokk.
rinerung an ſeinen 50. Todestag am heiligen Abend.
Von Carl Ferdinands.
rigelte an der Himmelstür, nicht laut, gellend oder
Ich, wie etwa ein Kommerzienrat oder ein Geheimer
rektor oder ein Stadtoberſchornſteinfegermeiſter läutet,
rnz beſcheiden und ängſtlich: Klingling!
eilige Petrus wurde aber trotzdem ärgerlich, denn er
De ſein beſtes Feſtgewand angelegt mit der goldenen
den zierlich eingewebten Figuren: Nicht einmal am
ſige bend laſſen, einen die Leute in Frieden, ſogar am
Her, kommen ſie und wollen in die ewige Seligkeit!
Blich: Dienſt iſt Dienſt!
Coß alſo umſtändlich auf und ſchaute ins Schneegeſtö
and ein Männlein, das mochte bald ſiebzig Jahre alt
ir)/ rian ſah ihm an, daß es ſein irdiſches Daſein in Arbeit
YeI. hingebracht habe. Demütig wartete es da und bat mit
Sidenen Stimme, der man anhören konnte, daß ſie ein
gesben viel und ausgiebig gebraucht worden war, um
dilaß! D Quartier im ſchönen Himmel. Und es war nicht
zver en, daß es einer aus Bayern oder München ſei, der da
ach, 4 in manchmal kamen in ſeinem Tonfall gut bayeriſche
ei und Sätze, wie man ſie auf dem Marienplatz am
aa Münchener Rathaus zu hören bekommt. Er trug
hen Is verſchabten Bratenrock, Kragen, die an Vatermör=
Sten, ein fadenſcheiniges Halstüchlein und ein Schuh=
mehrfach
vorgeſchuht und an der Seite auch mit einer
Eiſter geflickt war.
2ilige Petrus beſah, ſich den Alten und ſagte dann,
Gas 9Der geſtimmt, aber vorſichtig, wie es ſich bei einem ſo
Fchäft wie der Einführung in den Himmel geziemt:
radc t am heiligen Abend, alter Freund? Aber wie war es
in nſ em Leben unten, wie war es mit den guten Werken?
Ha1 z’Gnaden, ich hätt’ gerne noch gewartet, noch ein paar
er, aber Freund Hein kam und ſagte, ich ſollte mit,
1d das Bt’ ich ſchon, ich wär’ gerne noch dageblieben und hätt
Jehers ie es nun meinen ſechs Haſcherln, der Emmerenz und
rCr) ind der Kathi und dem Friedel, was mein Aelteſter
M unz an Jörgl und dem Hans ſo im Alltag geht, ſchwer
enug 9 s mir geworden; ein Schulmeiſter mit ein paar Gul=
und ſechs Kindern und einer Frau, ja mein!, der
Ceicht!
Dann zähl mal die guten Werke auf! ſagte Petrus
ckenäy I ſtrich durch den weißen Korallenbart.
Dxuten Werk‟? Die guten Werk, ſtotterte der kleine
ar verſchüchtert, ja, was mag ich denn für gute Werk=

getan haben? Da bin ich aber in einer beſonderen Verlegenheit!
Wiſſen’s, ich hab, um es geradheraus zu ſagen, für die guten
Werk' keine Zeit gehabt! Das ging ſo: zuerſt morgens und oft
auch nachmittags die Volksſchul’; wie ich anfing, waren es halt
ſiebzig Kinderln und ein Jahr danach ſchon hundertzwanzig,
ja, das iſt ſchon eine Arbeit. Da weißt du vor lauter Korrektur=
heften
und amtlichen Tabellen und Liſten und Zenſurbüchern
nicht mehr aus und ein. Und trotzdem hätten die ſechs eigenen
Kinder bei den paar Gulden nicht einmal Brot, das bißchen
Brot, ſatt gehabt, von einem Jöpperl und einem Hütlein ganz zu
ſchweigen, und die kleinen Köpf’ wachſen doch auch und wollen
neue Hütlein haben und die Rümpf’ wachſen und verlangen
nach neuen Jöpperln. Alſo, da hieß es, zu verdienen, und da
bin ich im lieben München herumgelaufen und hab: Stunden
gegeben. Der Charkutiertochter und den Oberamtmannbuben
und der lahmen Oberpoſtaſſiſtentenwitwestochter. Allen, allen,
oh, es gibt keinen, der die Stiegen in München ſo gut auswendig
gelernt hat als wie ich, die ausgetretenen in der Kaufingerſtraße,
die ſteilen am Heumarkt, die ungefegten am unteren Anger, die
vornehmen am Löwengraben und die knarrenden in der Pfiſter=
ſtraß
. Sommer und Winter, um die wenigen Kreuzer zuſam=
nenzuklauben
, und kam ich dann abends müde, totmüde nach Haus,
dann warteten die Korrekturen, die amtlichen Tabellen, die Zen=
ſurbücher
. Ja, ſagen’s, da blieb. mir halt keine Zeit für die
guten Werke!
So, ſo, ſagte Petrus nachdenklich in ſeinen Bart, was ſoll
man da machen, Arbeit und Fleiß iſt ja anzuerkennen, aber gute
Werke ſind doch auch nötig, was machen wir da? Haſt du denn
ſonſt noch etwas vollbracht, guter Freund?
Sonſt noch, ja, auch das. Bei all der Hetz' hab’ ich auch als
mal ein Büchel geſchrieben! bemerkte der kleine Schulmeiſter
mit ſorgenvoll hochgezogener Stirn.
Na, und das wäre? fragte Petrus.
Rätſel hab’ ich aufgeſchrieben, Rätſelnüſſe mir ausgedacht!
Rätſel? Was ſoll das heißen?
Da lächelte der Gefragte ein bißchen verſchmitzt und ſagte
dann: Nun, ſo zum Beiſpiel:
Welche Uhr hat keine Räder,
Welcher Schuh iſt nicht von Leder,
Welcher Stock hat keine Zwinge,
Welche Schere keine Klinge,
Welcher Buſch hat keinen Zweig,
Welcher König hat kein Reich.
Welcher Fuß hat keinen Zeh’,
Welcher Streich tut keinem weh,
Welcher Bauer pflügt kein Feld,
Welcher Spieler verliert kein Geld?
Halt, halt rief der heilige Petrus, hör' auf, ich will zum
Feſt, bis ich das alles geraten habe, iſt ja die ganze Weihnachts=

feier und aller Engelgeſang vorbei! Wie heißt du denn eigent=
lich
?
Güll, Friedrich Güll, in Ansbach geboren, zu dienen!
Güll? fragte Petrus, hör’ ich richtig, ja, haſt du denn
vielleicht die Lieder geſchrieben?
Lieder? Ja, ſo Geſangln hab’ ich auch geſchrieben, ja
ſchon, für die lieben Kinder!
Aber, Mann Gottes, weshalb ſagſt du das denn nicht
gleich? Der Friedrich Güll, ſieh da! Aber ſchnell hinein in die
Seligkeit und gradeaus in die beſte Stube, in den großen Saal,
zum Weihnachtsfeſt, du wirſt deine Freude haben, Güll!
Und da ging das alte Schulmeiſterlein Friedrich Güll ein
in die Herrlichkeit und kam an den goldenen Saal. Und da ſaß
an einer mächtigen Orgel der alte Johann Sebaſtian und nickte
dem Ankommenden gar freundlich mit ſeinem gewaltigen Löwen=
haupt
zu, und rund um die Orgel drängten ſich an hundert
putzige Englein, eins blühender und friſcher als die andern, und
vor ihnen ſtand der Ludwig Beethoven, der jetzt ein ſo ſcharfes
Gehör hatte wie eine Spitzmaus, hob den Taktſtock und rief mit
ſeiner etwas knarrenden, rheiniſch gefärbten Sprache: Kinder=
lieder
von Meiſter Taubert, der noch unten in der Welt zu tun
hat, zu Gedichten von Friedrich Güll! Und da ſangen hundert
luſtige Engelſtimmen vom Finklein:
Bäuerlein, Bäuerlein: tickticktack!
Haſt inen großen Haberſack,
Haſt viel Weizen und viel Kern,
Bäuerlein, hab dich gar ſo gern!
Und dann vom liſtigen Grasmücklein:
Klaus iſt in den Wald gegangen,
Weil er will die Vöglein fangen!
Und danach vom Kletterbüblein:
Steigt das Büblein auf den Baum,
Ei, wie hoch, man ſieht es kaum,
Schlüpft von Aſt zu Aeſtchen,
Hüpft zum Vogelneſtchen,
ui!
Da lacht es,
Hui!
Da kracht es,
Plumps, da liegt es drunten!
Ludwig von Beethoven ſchlug lächelnd den Takt, Johann
Sebaſtian flocht ſilberne Orgelweiſen um den Engelgeſang, und
im weiten Kreiſe lauſchten die Großen des Geiftes und der Kunß
und klatſchten in die leuchtenden Hände.
Und Gott der Herr kam und ſprach: Was du den Kleinen
getan haſt, das haſt du mir getan! und legte die Krone des
ewigen Lebens auf die ſorgengefurchte Dichterſtirn des beſchei=
denen
Schulmeiſterleins Friedrich Güll aus Ansbach an der
Regat.

us dems
rmſta4
lat
Sond
Apal
Sichtl L.n Sore
ſchliets
Dez8
wen:n
Naree
RRif4

Sverkündigungen des Kreisamts
zid den Bekanntmachungen des
Slizeiamts Darmſtadt.
TDienſt und Nachtdienſt in
en Darmſtadts: Es verſehen
sdienſt und in der daran ſich
n Woche den Nachtdienſt vom
bis einſchl. 31. Dezember die
theke, Ballonplatz 11 die
Deke, Wilhelminenplatz 17, die
Heke, Nieder=Ramſtädterſtr. 2.

UIäf Lſteigerang Me.n.
Mool w, den 30. ds. Mts., von
orm. Er ab, werden in der Turn=
ille
o! Woogsplatz hier aus der
idt. F 2rei Städt. Tanne (Beſſunger
ſanne, Tg. Texas 39a, Los Nr. 214
33c6 D Bürgertanne, Abtlg. Unt.
em Ti ahof 2, Los Nr. 689817
rſteig en
246 n kiefernſcheit, 394 rm Kie=
fern
= Appel, 8rm Kiefern=Stöcke.
Darw dt, den 24. Dez 1929. (st20434
Se-Güterverwaltung.

Tgsvollſtreckungsſachen
Dr. Liil egen Fiſcher u. Ehefrau,
Beſchluß.
Nackh der betreibende Gläubiger
ſeinen Wi=g zurückgenommen hat, wird
das Ve3 Ten aufgehoben.
Der 7 miu vom 25. Februar 1930
(20431
fällt mu
Dar: St, den 21. Dez. 1929.
Ɨſches Amtsgericht I.
gez. Dr. Kunkel.

Belanntmachung.
Samrg, den 28. Dezemb. 1929
nachmw gs 3 Uhr, wird im Schul=
hausſaoy
Klein=Zimmern die der Ge=

meinde 4 i=Zimmern gehörige
iſcherei
n der y ſprenz und im Landweiher
auf die Arer von 12 Jahren öffentlich
(20432
meiſtbie!! verſteigert.
Kleiri mern, den 23. Dez. 1929.
Hdche Bürgermeiſterei.
Kiefer.

Monm
mittage?
im Ged
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diſtrikt M
1. NutzHd
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d-Zug Berlin-Inſterburg auf pol
niſchem Gebiek enkgleiſt.
in. Der D=Zug 55 ab 9.04 Uhr Berlin=
ſtraße
über SchneidemühlDeutſch=
Allenſtein nach Inſterburg iſt bei Wal=
polniſchem
Gebiet zwiſchen Schneide=
ülz
rd. Nakel Montag nachmittag mit ſechs
Vag1 ntgleiſt. Angeblich ſollen 15 Menſchen
erly ein. Der Bezirksleiter der Staatsbahn=
Danzig hat ſich ſofort zur Unfallſtelle
Nach Mitteilung der polniſchen Staats=
ahrs
Etion ſoll ein Erſatzug nach Deutſch=
yle
Inſterburg abgelaſſen werden.
Die1=ſſeſtelle der Reichsbahndirektion Königs=
ergyk
noch folgendes mit: Der von Polen
bges me Erſatzzug iſt gegen 17.45 Uhr in
ſeu=ylau eingetroffen. Unter den mit dieſem
ug / kommenen Reiſenden befanden ſich nur
ei IHtverletzte. Es ſind dies ein Fräulein
har Stahnke Kaſſiererin aus Berlin, ein
räu3 Junga, Tochter eines Fleiſchermeiſters
sguth (Oſtpreußen) und ein Fräulein
eichert aus Rieſenburg (Oſtpreußen).
Perſonen hatten nur ganz leichte Ver=
und konnten ihre Reiſe unbehindert
HIosthertſst Ueber ſonſtige Verletzte war den Rei=
S Zuges nichts bekannt.
Scer Unfall eines Frankfurter Autos.
ru. Zwiſchen Hanau und Dörnigheim
Sonntag abend ein ſchwerer Perſonen=
mit
drei Frankfurtern beſetzt war, beim
eines anderen Autos in den Straßen=
* riß dabei eine Telegraphenſtange und
mi um. Die drei Infaſſen kamen unter den
liegen. Ein nachkommender Wagen holte
iche Hilfe herbei, und nach ſtundenlangen
n gelang es, die unter dem Wagen lie=
Sſonen zu bergen. Bei den Verunglückten
Tich um die Kaufleute Wilhelm Becker und
um ein Fräulein Anna Markendorf. Sie
rrächſt in das Krankenhaus Hanau einge=
wo
die Ueberführung nach Frankfurt er=
Verletzungen ſind zum Teil ſchwerer
Großfeuer in Naſtätten.
furt a. M. Das Städtchen Naſtätten
er Nacht zum Montag von einer Feuers=
ergeſucht
, wie ſie in der Geſchichte Na=
t
. zu verzeichnen war. Am Sonntag
and in der Scheune des Landwirts Mack
ich raſend ſchnell verbreitete. Die Be=
nur
mit Mühe das nackte Leben retten.
konnte in Sicherheit gebracht werden.
vohnhaus, zwei Einfamilienhäuſer und
en fielen den Flammen zum Opfer. Fünf
rd obdachlos geworden.
20 Mark abhanden gekommen.
Furt a. M. Eine böſe Weihnachtsüber=
urde
dem Kaſſenboten einer hieſigen
Tteil. Er ſollte von einer Bank 15 000
en und auf der Hauptpoſt einzahlen. Er
Feld bei der Bank auch richtig in Empfang
es in ſeiner Aktentaſche. Als er aber
ſeine Taſche öffnete, war das Geld ver=
BBisher konnte noch nicht feſtgeſtellt wer=
a
: Selche Weiſe das Geld abhanden ge=
mn

A ar ein erdichteter Raubüberfall.
Na=l u (Lahn). Der kürzlich gemeldete Raub=
die
Frau des Melkers vom Saalſcheider
hofen hat ſich jetzt nach eingehender Un=
Trch die Landjägereibeamten als frei er=
hichte
erwieſen. Die Frau hatte ſich bei
Lifen verſpätet und getraute ſich nicht,
afte Entſchuldigung ihrem Mann vor
reten. Daher erfand ſie das Märchen
rubüberfall.
Unfall bei einer Weihnachtsfeier.
Burg. Eine Klaſſe der Altenburger
e hatte in dem Klaſſenzimmer einen
rum aufgeſtellt. Beim Anzünden der
i die Kleider der zehnjährigen Schüle=
e
, die im Engelsgewande neben dem
Feuer. Das Kind erlitt ſo ſchwere
am ganzen Körper, daß es im
ten Wunden erlegen iſt.
nmordangelegenheit Gutmann
in Schwedt.
e Ermittlungen zur Aufklärung des
dem Zahnarzt Dr. Gutmann aus
zur Laſt gelegt wird, ſind jetzt zu
n Abſchluß gelangt. Dabei wurden auch
d von Gutmanns erſter Frau Feſtſtel=
die
viele Verdachtsmomente gegen
rgeben. Die Leiche iſt inzwiſchen ex=
das
Gutachten der Aerzte ſteht noch
un hatte behauptet, ſeine erſte Frau ſei
geweſen und müſſe durch eigene Schuld
erdoſis Morphium geſtorben ſein. An
rwill er ſich nicht mehr erinnern können.
iſt feſtgeſtellt, daß die erſte Frau
Selbſtmord geplant hat. Sie hatte da=
2 bevorſtehende Feſt bereits eine Gans
Tuchen gebacken. Am Abend des 21. De=
das
Ehepaar zu einem Vergnügen ge=
dem
es um ein Uhr heimkehrte. Eine
ſpäter war die Frau tot. Gutmann
den Hausarzt, der alle Familienmit=
ſondern
einen fremden. Am Abend
Tages gegen neun Uhr hatte Gut=
m
Apotheker in Schwedt eine größere
abgeholt, die mit Skopolamin ge=
ehauptet
zwar, daß dieſe Miſchung
keit des Apothekers zurückzuführen
von dem Apotheker energiſch be=
* Zeit hatte Gutmann Verhand=
t
, um eine Ehe mit einer anderen
je über 50 000 Dollar verfügte.
Mord im Albtal.
urhe. Montag morgen gegen ſechs Uhr
eſitzer einer Fiſchzuchtanſtalt im Albtal
in in der Nähe ſeines Anweſens in
Ettlingen in einem Bache mit einer
rrg in der Bruſt und mehreren Stich=
rufgefunden
. Es handelt ſich um einen
aubmord ſcheint nicht vorzuliegen, da
Herigen Feſtſtellungen keine Wertgegen=
Beſtimmte Angaben über den mut=
ter
können noch nicht gemacht werden.

Mittwoch, den 25 De ember 1929

Die Zugſpitzbahn Garmiſch-Eibſee eingeweihl.

Der feſtlich geſchmückte erſte Zug.

Schweres Schiffsunglück im New Yorker Hafen.

Der Clyde=Dampfer Algonquin, der bei dem Unglück ſtark beſchädigt wurde.

In dem dichten Nebel, der an der nordatlantiſchen Küſte in den letzten Tagen herrſchte, ſtießen am
Eingang zum New Yorker Hafen der Dampfer Fort Victoria der Bermudalrinie und der Clyde=
Dampfer Algonquin beide Schiffe mit mehreren hundert Paſſagieren an Bord, zuſammen. Die
Fort Victoria ſank drei Stunden ſpäter, während die Algonquin trotz ſchwerer Beſchädigung

noch den Hafen erreichen konnte.

Im Schneeſturm umgekommen.

Furchtbares Touriſtenunglück im Rieſengebirge. Vier Todesopfer am Silber=
kamm
. Die Suche nach den Berunglückken. Mühevolle Bergung.

Berlin. Wie aus Hirſchberg gemel=
det
wird, ſind am Sonntag nachmittag auf dem
Kamm des Rieſengebirges zwiſchen Spindler= und
Prinz=Heinrich=Baute drei Skiläufer, zwei Herren
und eine Dame, im Schneeſturm umgekommen. Ein
vierter Todesfall kommt wahrſcheinlich noch hinzu.
Die Skiläufer gehören zu einer Berliner Geſellſchaft,
die von der Spindlerbaute am Sonntag nachmittag
gegen vier Uhr viel zu ſpät nach der Prinz=
Heinrich=Baute abgehen wollten, zur Hälfte aber
wegen des furchtbaren Südoſtſturmes wieder um=
kehrte
. Die Namen der ums Leben gekommenen Ber=
liner
Skiläufer ſind: Werner Weſſel, Hildegard
Schönfeld und Fritz Radlos, der Vermißte heißt
Hans Taſche aus Hirſchberg.
Zu dem furchbaren Unglück im Rieſengebirge, dem
vier Menſchen zum Opfer gefallen ſind, wird noch
gemeldet: Eine Gruppe S.A.=Mitglieder der Natio=
nal
=Sozialiſtiſchen Partei Deutſchlands aus Berlin,
war, vereinigt mit einigen Hirſchberger Parteifreun=
den
, am Nachmittag des Sonntags in der Spindler=
baude
eingetroffen und wollte noch den Weg nach der
Prinz=Heinrich=Baude zu fortſetzen. Es herrſchte ein
furchtbarer Sturm. Trotzdem es bereits Abend wurde,
marſchierte der Trupp ab. Nach einigen Stunden
kamen mehrere der Teilnehmer wieder in die Spind=
lerbaude
zurück und erzählten dort, daß ſie wegen
des Schneſturmes nicht weitergekonnt hätten. In der
Spindlerbaude erkannte man die Gefahr und ſandte
ſofort eine Hilfsexpedition aus, die aber unverrich=
teter
Sache zurückkehren mußte. Von der größeren
Gruppe hatte drei Teilnehmer, zwei Herren und
eine Dame, die Prinz=Heinrich=Baude etwa gegen
6 Uhr erreicht. Auf Grund ihrer Erzählung, daß
ein größerer Teil zurückgeblieben fei, wurden, fofort
zwei Mann des Baudenperſonals ausgeſandt, die
jedoch niemand fanden und nach etwa zwei Stunden
zurückkehrten. Darauf begab ſich der Wirt der Prinz=
Heinrich=Bade mit mehreren Hilfsmannſchaften aus
der Baude ſelbſt auf die Suche. Ein Stück Weges hinter
der Baude trafen ſie den erſten Teilnehmer der
Gruppe, der ſchon ſtark erſchöpft war, von ihnen
aber geborgen werden konnte. Eine kurze Strecke
weiter fanden ſie zwei Mann hinter einem Stein

kauernd und ſchon ſehr ſtark mitgenommen. Da ein
weiteres Suchen in der Nacht bei dem Sturm und
in der Finſternis doch erfolglos war, blieb die Ret=
tungsexpedition
in der Spindlevbaude über Nacht.
Am Montag morgen brach nun eine größere
Expedition, zu der ſich auch die Rettungsmannſchaften
aus der Spindlerbaude geſellten, auf. Sie fand
unterhalb des Silberkammes in dem Raum zwiſchen
der Wintermarkierung und dem Sommerhauptweg
drei Leichen, zwei Männer und eine Frau. Der Tod
war anſcheinend bereits vor längever Zeit durch Er=
ſchöpfung
und Erfrieren eingetreten. In der Nacht
zum Montag gegen 12 Uhr war ein weiterer Teil=
nehmer
der Gruppe in die Baderhäuſer gekommen
und hatte dort erzählt, daß er ſeinen Gefährten habe
im Schneeloch zurücklaſſen müſſen, da dieſer unfähig
war, weiter mitzukommen. Montag früh wurde nun
eine größere Expedition ausgeſandt, die aus Feuer=
wehrleuten
, der Sanitätskolonne, dem zuſtändigen
Amtsgerichtsvorſteher und mehreren Landjägern be=
ſtand
. Sie fand im Schneeloch die Leiche des Zurück=
gebliebenen
. Es handelt ſich um den 26jährigen Sohn
des Hotelbeſitzers Teche aus Hirſchberg im Rieſen=
gebirge
. Die Leiche wurde geborgen. In den frühen
Nachmittagsſtunden war es der Erpedition infolge
des immer noch herrſchenden ſtarken Sturmes noch
nicht gelungen, bis zu der Stelle vorzudringen, an
der die Leichen der drei Berliner am Montag früh
aufgefunden worden waren. Die Bemühungen, nach
der Fundſtelle vorzudringen, werden fortgeſetzt.
Im Laufe des Montagnachmittags iſt es der Hilfs=
expedition
gelungen, nach der Unglücksſtätte am Sil=
berkamm
vorzüdringen und die Leichen der drei
Opfer zu bergen. Sie wurden in die Leichenhalle der
Kirche Wang in Brückenberg gebracht. Es handelt
ſich, wie bereits gemeldet, um die Kontoriſtin Hilde=
gard
Schönfeld aus Berlin, den Berufsſchüler Werner
Weſſel aus Berlin C 2, Jüdenſtraße 61, und den
Buchbinder Fritz Radloff aus Berlin=Wilmersdorf.
Ueber die Beiſetzung iſt noch keine Beſtimmung ge=
troffen
. Die Leiche des vierten Verunglückten, des
Landwirts Theodor Teche, Sohn eines Hotelbeſitzers
aus Hirſchberg, wurde vorläufig nach Seidorf gebracht.

Ein Schnellzug im Schnee ſtecken geblieben.
Paris. Im ganzen Oſten Frankreichs, beſon=
ders
in den Cevennen, iſt ſo reichlich Schnee gefallen,
daß z. B. der Schnellzug NimesParis auf der Sta=
tion
La Baſtide=en=Laurent in dem an manchen Stel=
len
meterhohen Schnee ſtecken blieb und erſt nach
einigen Stunden weiter fahren konnte.

Ein Rakentenflug über den Aermelkanal?
New York. Fritz v. Opel erklärte bei der
Ankunft des Lloyddampfers Columbus, im
New Yorker Hafen, er werde im nächſten Jahre
einen Raketenflug über den Aermelkanal unter=
nehmen
.

Seite 13

Der Fall Jakubowfki
vor dem Reichsgerichl.
Das Neuſtreliher Arkeil gegen Auguſt
Aogens u. Genoſſen aufgehoben.
Leipzig. Das Reichsgericht hat auf die Re=
viſionen
des Knechts Auguſt Nogens und ſeiner Mut=
ter
, der Frau Kähler, gegen das Urteil des Schwur=
gerichts
Neuſtrelitz vom 17. Juni 1929, durch das
Auguſt Nogens wegen Mordes an dem 3½jährigen
Gwald Nogens zum Tode und Frau Kähler wegen
Beihilfe zum Mord und ſchweren Meineides zu neun
Jahren Zuchthaus verurteilt wurden, dem Antrage
des Reichsanwaltes entſprechend das Urteil aufge=
hoben
und die Sache zur nochmaligen Verhandlung
an das Schwurgericht Neuſtrelitz zurüchverwieſen.
Der Beſchluß des Gerichts erſtreckt ſich auch auf das
nicht zur Reviſion ſtehende Urteil gegen den Jugend=
lichen
Fritz Nogens, der zu vier Jahren drei Mo=
naten
Gefängnis verurteilt war.
Das Gericht kam, den Ausführungen des Reichs=
anwalts
folgend, zu dem Schluß, daß das Neuſtre=
litzer
Urteil keine poſitiwven Feſtſtellungen darüber ge=
troffen
habe, wen es für den Täter halte, und daß
darin ein erheblicher verfahrensrechtlicher und ſach=
lich
rechtlicher Mangel liege. Das Schwurgericht ſage,
es beſtänden Zweifel an der Schuld Jakubowfkis.
Manches, was in dem früheren Verfahren hierfür
geſprochen habe, ſei abgeſchwächt worden, manches
habe allerdings auch eine Verſtärkung erfahren. Da=
mit
entziehe das Schwurgericht ſeinen eigenen Feſt=
ſtellungen
den Boden, denn dieſe Feſtſtellungen gin=
gen
darauf hinaus, daß Jakubowſti der Täter ſei,
und daß Auguſt Nogens und die Mitangeklagte, Frau
Kähler, Mittäter bzw. Beihelfer geweſen ſeien. Das
Schwurgericht habe anſcheinend geglaubt, durch Er=
örterungen
über die Täterſchaft dem Wiederaufnahme=
verfahren
in Sachen Jakubowſki vorgreifen zu müſ=
ſen
und ſich berufen gefühlt, durch Bezweiflung der
Schuld Jabubowſkis etwaige Hinderniſſe für dieſes
Wiederaufnahmeverfahren aus dem Weg zu räumen.
Das Schwurgericht durfte ſich aber nicht der Feſt=
ſtellung
entziehen, wen es als Täter anſehe. Ver=
fahrensrechtlich
ſei der Wiederaufnahmerichter durch
das Urteil des Schwurgerichts in keiner Weiſe ge=
bunden
, das Verfahren in Sachen Jabubowſki wieder=
aufzunehmen
, es durchzuführen oder es nicht guzu=
laſſen
. Innerhalb der hier abgeurteilten Klage ſei
das Schwurgericht berechtigt und verpflichtet ge=
weſen
, ſich eine eigene Ueberzeugung über den Her=
gang
und die Beteiligung der einzelnen Perſonen,
und zwar auch des Jakubowſki zu bilden, ganz gleich=
gültig
, zu welchem Ergebnis ein anderer Tatrichter
in einem hünftigen Wiederaufnahmeverfahren gelan=
gen
könnte.
Beiſetzung des Flugkapitäns Albrecht.
Frankfurt a. O. Am Sonntag nachmittag
fand in ſeiner Heimatſtadt Zielenzig die feierliche
Beiſetzung der ſterblichen Ueberreſte des kühnen Pio=
niers
der deutſchen Fliegerei, Flugkapitän Albrecht,
ſtatt, der bei der Rückkehr von ſeinem Teneriffa=
Fluge in der Nähe von Neu=Ruppin tödlich verun=
glückt
war. Zahlreich waren die amtlichen Vertre=
tungen
, die dem treuen Kameraden das letzte Geleit
gaben, unzählbar faſt die Kranz= und Blumenſpen=
den
, die den Sarg des toten Fliegers ſchmückten.
Nach der Grabrede des Ortsgeiſtlichen würdigte der
Direktor der Lufthanſa Wronſky die Verdienſte des
auf ſo tragiſche Weiſe ums Leben gekommenen Flug=
helden
. Für den Ring der Flieger ſprach Haupt=
mann
a. D. Thiede, für die Kriegsflieger gab der
Kampfgenoſſe Pollack ein Bild der treuen Kamerad=
ſchaft
, die Albrecht zu jeder Stunde gezeigt habe.
Unter den Kranzſpenden waren zu bemerken Kränze
des Gouverneurs von Teneriffa, des deutſchen Kon=
ſuls
in Teneriffa, des Reichsverkehrsminiſters, des
preußiſchen Handelsminiſters, der Junkerswerke und
des Reichsverbands der Deutſchen Luftfahrtinduſtrie.
Zwei Häuſer eingeſtürzt.
Sieben Tote, mehrere Schwerverletzte.
Paris. Ein neuer Hauseinſturz ereignete ſich
in Beziers. Zwei Gebäude ſtürzten zuſammen. Bis=
her
wurden vier Tote geborgen. Zehn Perſonen
trugen ſchwere Verletzungen davon. Drei werden
noch vermißt; ſie ſind wahrſcheinlich ebenfalls tot.
Der Einſturz ereignete ſich während eines ſchweren
Sturmes. Die meiſten der zehn Familien, die die
beiden Häuſer bewohnten, befanden ſich des ſchlechten
Wetters wegen in ihren Räumen. Die Aufräu=
mungsarbeiten
geſtalteten ſich infolge des herrſchen=
den
Sturmes und der bald einſetzenden Dunkelheit
äußerſt ſchwierig. Man glaubt, daß die wolken=
bruchartigen
Regen der letzten Wochen die Gebäude
unterhöhlt und ſo ihren Einſturz verurſacht haben.
Nach den letzten in Paris eingetroffenen Nach=
richten
ſind drei weitere Leichen aus den Trümmern
der beiden, eingeſtürzten Häuſer in Beziers geborgen
worden, wodurch ſich die Zahl der Opfer auf ſieben
erhöht. Elf Perſonen wurden ſchwer verletzt; wei=
tere
Opfer ſcheinen noch unter den Trümmern zu
liegen.
Ein chineſiſcher Dampfer mit 250 Paſſagieren
geſunken.
Hongkong. Der kleine chineſiſche Dampfer
Litſcheong der rund 250 chineſiſche Paſſagiere,
darunter Frauen und Kinder, und eine chineſiſche
Beſatzung an Bord hatte, iſt kurz nach dem Verlaſſem
des Hafens Swabue, in der ſüdchineſiſchen Provinz
Kwantung, im Sturm untergegangen. Nach den bis=
herigen
Berichten konnten ſich nur zwei Matroſen
retten, während alle Paſſagiere ertrunken ſind.
Notlandung der franzöſiſchen Oſtaſienflieger.
Paris. Havas veröffentlicht ein Telegramm des
auf dem Oſtaſienflug befindlichen Fliegers Le Bris
aus Hlainghwe. Danach mußten Le Brix und ſein
Flugkamerad Roſſi wegen ſchlechten Wetters in der
Gebirgsgegend von Mulmein mit dem Fallſchirm ab=
ſpringen
. Roſſi wurde dabei leicht verletzt. Das
Flugzeug mitſamt der Poſt wurde zerſtört.
Ein amerikaniſcher Miſſionar von Räubern
ermordet.
Peking. In Pukau wurde ein ameribaniſcher
Miſſionar von chineſiſchen Räubern getötet. Das
Miſſionshaus wurde ausgeplündert und angezündet.
Das amerikaniſche Generalkonſulat in Nanking hat
ſofort Proteſt eingelegt und Schadeverſatz verlangt.
Die chineſiſche Regierung hat ſich bereit erklärt, den
Schaden zu erſetz

[ ][  ][ ]

Seite 14

Mittwoch, den 25. Dezember 1929

Werr Tar

1
VCR
WolFcAnG MARKEN

Urheber=Rechtsſchutz durch Verlag Oskar Meiſter, Werdau i. Sa.
79)
Nachdruck verboten
Seine Stimme brach ab.
Es iſt gut, daß Sie offen zu mir ſind, ſagte Halewys=
George freundlich. Sie dürfen nicht denken, daß wir Poliziſten

unſere Aufgabe nur in der Verfolgung ſehen, nein, wir helfen
noch viel lieber jemanden. Wegen Oskot ſeien Sie unbeſorgt.
Er wird in weniger als vierzehn Tagen unſchädlich ſein. Aber
kommen wir zu dem anderen: Haben Sie tatſächlich Verbindung
mit Chicagos Verbrecherwelt geſucht und gefunden?
Waterbeacher kämpfte mit ſich, dann ſtieß er hervor: Ja!
George trommelte mit den Knöcheln leicht auf die Schreib=
tiſchplatte
und ſchien zu überlegen.
Dann ſagte er ruhig: Wenn Sie wollen, daß wir Ihnen in
Ihrer üblen Situation helfen, dann erzählen Sie alles offen,
ohne etwas zu verſchweigen.
Waterbeacher nickte und begann wieder:
Ich habe Ihnen von den Anſchlägen erzählt. Ich will
Ihnen ſagen, daß ich feſt davon überzeugt war, und bin’s heute
noch, daß Towler oder Towlers gehorſame Kreiſe an der Schwei=
nerei
ſchuld waren. Vor etwa einem halben Jahr erhielt ich
einen anonymen Brief. Er lautete: Es ſind ſchwere Anſchläge
gegen den Beſtand Ihres Werkes im Gang. Wenn Sie dieſe
parieren und Gegenangriffe gegen Ihre Widerſacher einleiten
wollen, dann ſichern Sie ſich die Hilfe des Herrn von Chicago.
George ſprang auf.
Des . . . Herrn von Chicago! Wie hochtrabend!"
Ja. Der Brief lautete weiter: Kommen Sie morgen um
neun Uhr abends nach Dodels Salon in der ſiebenten Avenue.
Dort wird man Ihnen das Loſungswort Silver ſagen. Schlie=
ßen
Sie ſich dieſem Manne an, der Sie zu mir bringen wird.
Ich werde Ihnen helfen, wenn Sie gewillt ſind, ein noch zu
vereinbarendes Honorar zu zahlen. Unterzeichnet war der Brief
mit . . . Silver!
George ſprang auf. Seine Bruſt atmete raſch.
Ah . . . Silver! Wieder ein Weg. Ausgezeichnet! Er=
zählen
Sie weiter. Sie ſind gegangen?
Ja, ich ging. Ich wurde von einem ſchlanken Manne, dem
das linke Ohr fehlte, in Empfang genommen. Mit einem Auto
fuhren wir wohl zwei Stunden, dann wurden mir die Augen
verbunden. Man führte mich in ein Haus, und als die Binde
von meinen Augen fiel, da ſtand ich . . . Silver gegenüber."
Sehr intereſſant! Wie ſah dieſer Silver aus?
Schlank und hager.
Trug er eine Maske?
Nein, er war weißbärtig und trug eine ſchwarze Brille.

Ah ... gut, gutl. Bei Ihnen trug er alſo eine Brille.
Weiter. Sie haben Silver Ihr Herz ausgeſchüttet?
Ja. Er glaubte auch wie ich, daß Towler hinter dieſen
nichtswürdigen Anſchlägen ſtecke, und bot mir an, Towler durch
entſprechende gleichartige Maßnahmen zugrunde zu richten. Ich
mußte mich durch Unterſchrift verpflichten, daß ich ihm zwei=
hunderttauſend
Dollar zahle in dem Falle, daß Towler falliere.
Und das habe ich getan. Der Vertrag mit meiner Unterſchrift
ſcheint nun in die Hände der Gegenpartei gefallen zu ſein, und
jetzt ſpielt man ihn gegen mich aus.
Halewys=George nickte und ſagte ernſt: Sie taten nicht
recht, Mr. Waterbeacher. Sie wollten Schlechtes mit noch Schlech=
terem
vergelten . . . und jetzt fällt es auf Sie zurück.
Ich weiß, ich war ſchlecht. Ich ſchäme mich der Tat. Mir
iſt heute alles gleich! Ich laſſe alles über mich ergehen. Sperren
Sie mich ein .. . machen Sie mit mir, was Sie wollen. Ich
habe es ſatt.
Gebrochen ſaß der Millionär in ſeinem Seſſel.
Eine Weile war Schweigen.
Plötzlich ſchrillte das Telephon.
Der Generalſtaatsanwalt war am Apparat und verlangte
Halewys zu ſprechen.
Herr Oberinſpektor, als Vertreter des Präſidenten wende
ich mich an Sie. Mr. Towler hat die Verhaftung Mr. Water=
beachers
beantragt. Ich habe erfahren, daß er ſich zu Ihnen
begeben hat.
Das iſt richtig, Herr Generalſtaatsanwalt. Mr. Water=
beachers
hat ſich mit mir ausgeſprochen.

Kinderwagen aller Art, nur im Spezialgeschätt
1. Donges & Wiest, Elisabethenstraße 25

Eine Vertrauensfrage, Mr. Halewys. Glauben Sie, daß
der Verhaftungsbefehl gerechtfertigt werden kann?
Nein! Ich bitte Sie, ihn abzulehnen. Die Angelegenheit
ſieht doch etwas anders aus. Ich werde Mr. Waterbeacher ver=
pflichten
, daß er ſich jederzeit zur Verfügung der Polizei hält.
Mr. Towler mag die Klage einreichen. Ein Verhaftungsbefehl
kommt nicht in Frage.
Beſten Dank, Mr. Halewys.
George wandte ſich mit leichtem Lächeln ſeinem Gegenüber
zu.
Ich habe mich eben ein wenig für Sie verwandt, Mr.
Waterbeacher. Towler klagt gegen Sie, verlangt Ihre Verhaf=
tung
. Sie wird nicht erfolgen, wenn Sie mir in die Hand ver=
ſprechen
, ſich zur Verfügung der Polizei zu halten und vor=
läufig
Chicago nicht zu verlaſſen.
Ich verſpreche es!
Gut! Dann weiter. Darüber wollen wir uns klar ſein:
Mr. Towler iſt als Geſchäftsmann rückſichtslos. Er wird Ihren
Betrieb reſtlos ruinieren und ihn dann für einen Pappenſtiel
aufkaufen . .. durch einen Mittelsmann. Drum gebe ich Ihnen
einen guten Rat: Verkaufen Sie jetzt Ihren Betrieb.
Jetzt verkaufen? Jetzt ... da er keinen Pfifferling wert
iſt!
So peſſimiſtiſch dürfen Sie nicht alles anſehen. Ich ſage
Ihnen, fahren Sie zu Mr. Benn Tuller, dem Leiter der Mac

Nummer

Millanſchen Unternehmungen, und bieten Sie ihm
an, ſagen wir, mit der Bedingung, daß Sie der
bleiben und daß Ihre Werke unter Ihrem Namen
den. Ich weiß, daß Benn Tuller kaufen wird.
Meinen Sie wirklich?
Ich glaube es. Fahren Sie zu ihm.
Neue Hoffnung belebte Waterbeacher.
Er dankte Haletvys bewegt und verabſchiedete

Etwa eine halbe Stunde ſpäter kam Towler.
Er war anſcheinend ſehr erregt.
Mr. Halewys, begann er formlos, warum
Mr. Waterbeacher nicht verhaftet?
Kühl entgegenete der Kriminaliſt. Weil dazu
vorliegt. Klagen Sie gegen Waterbeacher. Das
frei. Aber das ſagt Ihnen Gordon Halewys: Neb
in acht, Mr. Towler. Die Angelegenheit iſt auf I
nicht ſauber.
Mr. Towler brauſte auf.
Mr. Halewys, ich verbitte mir . ..
Doch der Oberinſpektor blieb ganz ruhig und
Wirtſchaftkämpfe . . . Konkurrenzkämpfe gehen
und Gerichtsbehörden eigentlich nichts an, das heißt

in fairer Weiſe durchgeführt werden. Wir haben an

als nachzuforſchen, was unter der Decke vorgeht.
das freimütige und offene Geſtändnis Waterbeache=
Angelegenheit etwas anders. Waterbeacher belaſt
Mr. Towler.
Mich?"
Ja! Waterbeacher iſt ſchuldig. Daran iſt nicht ſtün
Aber die Umſtände, die ihn dazu trieben, ſind ſo o
ſo intereſſant für die Menge, daß nach meinem Gefühl
für Sie ſelbſt recht unangenehm werden könnte.
Towler ſtutzte. Die eindringlichen Worte Hal
ruhigten ihn.
Was wollen Sie damit ſagen?
Ganz einfach: Mr. Waterbeacher verkauft heut
Werke an die Mac Millans Fleiſchwerke und hat ſon
einen neuen Verbündeten. Wie mich ſoeben Mr.
Apparat wiſſen ließ, wird er, falls Sie tatſächlich
gegen Waterbeacher anſtvengen, mit ſeinem Wiſſen
nationen Ihrerſeits in Mac Millans Fleiſchwerken
halten"
George ſah, wie Towler zuſammenzuckte.
Towler biß ſich auf die Lippen und ſagte damn;
niemand zu ſcheuen. Niemand.
Ich rate Ihnen trotzdem, Ihre Klage zurückzuziel
Das kommt nicht in Frage! Brüsk ſagte es Ti fand
verließ grußlos den Raum.
Nach einer halben Stunde aber, als Beberley b
Georges Munde alles erfahren hatte, rief der Gei Kut
anwalt an und meldete, daß Mr. Towler ſeine Kle ſ= u=
gezogen
habe. Kurz darauf war Benn Tuller am A. hrund
ſagte, daß er ſoeben mit Waterbeacher abgeſchloſſen ha
George war hochbefriedigt.
Es hat geklappt. Towlers weiße Weſte iſt ars
Was ſagen Sie zu dem Manne?"
(Fortſetzung folgt.)

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Darmstadt 1920
Dirigent: Herr Kammermnsiker
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abends 7 Uhr, In der Loge,
Sandstraße 10
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Theaterstück:
Die Brieftasche
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Mk. 1.20
Windsorsuppe, Kalbsnierenbraten
Kartoffeln, Rosenkohl
Dessert

Mk. 1.50
Rippenspeer, Kartoffeln, Feldsalat
Dessert

Mk. 2.50
Gänsebraten, Kartoffeln, Rosenkohl
Apfelkompott
(20427
Dessert

Soderstrade 6½, Franz Recke

CAFE EINSIEDEL

Sängerlust 1849.

Weihnachts-
Toiel

am 1. Feiertag im
Mathildenhöhsaal

Anfang 5 Uhr. Saalöffnung 4 Uhr
(20367

Ludwigshöhe

Telephon 591 (20378
am 1. und 2. Feiertag,
nachmittags 4 Uhr
Konzert
im Programm: Weihnachtspotpurri
Stadtorcheſter
perſönliche Leitung: Kapellmeiſter
Willy Schlupp.
Eintritt frei.
Der Weg nach der Straßenbahn iſt beleuchtet.

Kurhotel Schweige
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An beiden Feiertagen in d.
geschmückten Räuner

Roltael

Mittagstisch Reichhallige A1
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Vegetariſche und Fi
Gaſtſtätte, Schulſtraße
Feſteſſen am 2. Feie
zu Mk. 1.50, 1., 0.80,
Feſteſſen zu Mk. 1.50:
Grüne Erbſenſuppe mit Klö
2. Schwarzwurzelauflauf, Topin=
gratinirt
, Rübchenſalat
3. Japaniſcher Reis, gebrat gel
Blumenkohl mit Mayonna4
Plumpudding mit Weinſal=
Min, 1. Jaeban, wſſe

Aſaaau
u. Dorfschän

Eberstadt.

Haltestelle
Zur Traube der Biektr.

Inh.: C. Baumgärtner.

Empfehle für die Weihnachtsfeiertage
einen Spezial-Mittagtisch
(Fisch, Wild und Geflügel).

Im Ausschank:
Rhein-, Mosel- und Pfälzer-Weine
Pfungstädter Weihnachtsbock .
Pfungstädter Bock-Ale.

[ ][  ][ ]

amer 336/57

Mittwoch, den 25 Dezember 1929

Seite 15

Datt, Taad nan karnnn

Bo g2 rein Darmſtadt 1898 B. f. R. Mannheim.
S Spiel, das am 1. Weihnachtsfeiertage, nachmittags
30 2] auf dem Stadion am Böllenfalltor ſtattfindet, eröffnet
ſdliey re Reihe von Privatſpielen, denen die vielen unſchönen
egle/ cheinungen der Meiſterſchaftsſpiele nicht anhaften. Das
omm Des Kampfes, des Sieges um jeden Preis, ſteht nicht
ehr Vordergrunde. Der ſportliche, faire Wettkampf, bei
m Technik und das ſyſtemvolle Zuſammenſpiel den Aus=
ilagsl
en, findet in dieſen Spielen in erſter Linie Ausdruck.
Nannheimer Raſenſpieler ſind keine unbekannten Gäſte.
kan 1 4 nicht ungern an die Zeiten zurück, in denen ſie als
egnwr den Spielen um die Meiſterſchaft des alten Rhein=
zirk
2 ſegen ihren diesmaligen Privatſpielgegner hier ihr
ſoße Bballeriſches Können demonſtrierten. Zwar ſehen wir
ihrd eutigen Mannſchaft nur noch zwei Spieler der ehe=
aligs
) Reiſter=Elf: Fleiſchmann und der Schatten Müllmer=
dts
9 Aber die Elf mag vielleicht an Kampfkraft verloren
benr! Können iſt gleich geblieben, dafür bürgt die ſyſtema=
iche
iſche Schule, durch die ſie gegangen iſt.
2 Tannſchaft des Sportvereins Darmſtadt weiſt noch drei
piele) cf, die ſeinerzeit an den Spielen im alten Rheinbezirk
ilgen iien haben: Bärenz, Laumann und Müllmerſtadt.
eherr); Ruppel haben nur eine Spielſaiſon lang mitgewirkt.
überr! e drüben ſieht man junge Spieler, die einander zum
ſten 1 e gegenüberſtehen. Eine Vorausſage über den Spiel=
usgar
* ſchwer, da dies das erſte Spiel iſt, das zwiſchen Ver=
nen
1 Gruppen Rhein und Heſſen ſeit Beendigung der

tannm Ɨsſpiele ausgetragen wird. Beide Mannſchaften tre=
n
im ekſter Beſetzung an und werden ohne Zweifel ein
Diel vorführen.
* Kreisliga Südheſſen.
ein Punktekampf. Die Terminliſte der Rückrunde.
Zige Spiel der Südheſſiſchen Kreisliga, Horchheim Olym=
tvurde
überraſchenderweiſe, allerdings knapp, von den Ein=
ewonnen
. Durch dieſe 2:1 Niederlage wird der Vorſprung
ſch und Olympia Worms noch größer; man darf ſchon jetzt
er als Neumeiſter bezeichnen. In Horchheim wurde ziem=
r
die Punkte gekämpft. Die Einheimiſchen waren gut auf
aind ſchraubten ſich durch dieſen Punktgewinn in die Mittel=
Inzwiſchen iſt die Terminliſte der Rückſpiele bekannt ge=
reits
am nächſten Sonntag beginnen die Schlußſpiele. 29.
2: Olympia Worms Olympia Lorſch; VfR. Bürſtadt
rnpertheim; VfL. Lampertheim Normannia Pfiffligheim;
eim Starkenburgia Heppenheim; Sportv. Herrnsheim
Ɨm; FV. Biblis FV. Hofheim. 5. Januar 30: Norman=
eim
VfR. Bürſtadt; Starkenburgia Heppenheim VfL.
Sportv. Hochheim Sportv. Horchheim; Olympia
V. Biblis; Olympia Lampertheim Olympia Lorſch; FV.
Sportv. Herrnsheim. 12. Januar 30: VfR. Bürſtadt
ympien Orms; VfL. Lampertheim Olympia Lampertheim; Spv.
Norm Pfiffligheim; FV. Biblis Sportv. Hochheim;
ſch FV. Hofheim. 19. Januar 30: Norm. Pfiffligheim
Lorſch; Sportv. Hochheim VfL. Lampertheim; FV.
Sportv. Horchheim; Sportv. Herrnsheim Olympia
ympia Lampertheim FV. Biblis. 26. Januar 30: Spp.
Olympia Lampertheim; Sportb. Herrnsheim Norm.
Starkenburgia Heppenheim FV. Biblis; Olympia
ortv. Hochheim. 2. Februar 30: Sportv. Hochheim VfR.
W. Hofheim VfL. Lampertheim; Olympia; Worms
chheim; Olympia Lampertheim Sportv. Herrnsheim;
igheim FV. Biblis. 9. Februar 30: Olympia Lampert=
ampia
Worms; FV. Hofheim Sportv. Hochheim; VfR.
Olympia Lorſch; Sportv. Horchheim VfL. Lampertheim;
Sportv. Herrnsheim; Norm. Pfiffligheim Starken=
enheim
. 16. Februar 30: Norm. Pfiffligheim Olympia
Starkenburgia Heppenheim Sportv. Hochheim; Olym=
FV. Hofheim; VfL. Lampertheim VfR. Bürſtadt;
Ensheim Sportv. Horchheim; Olympia Lorſch FV.
sFebruar 30: Sportv. Hochheim Olympia Lampertheim;
Norm. Pfiffligheim; Olympia Lorſch Sportv. Horch=
Bürſtadt Sportv. Herrnsheim; FV. Biblis VfL.
2. März 30: Sportv. Horchheim VfR. Bürſtadt;
igheim Olympia Worms; Olympia Lampertheim"
a Heppenheim. 9. März 39: Olympia Lampertheim
VfR. Bürſtadt FV. Biblis; Sportv. Herrnsheim
theim; Starkenburgia Heppenheim Olympia Lorſch.
Olympia Lorſch Sportv. Herrnsheim; Norm. Pfifflig=
ortv
. Hochheim; FV. Hofheim Starkenburgia Heppen=
iblis
Sportv. Horchheim; VfL. Lampertheim Olym=
23. März 30: VfR. Bürſtadt FV. Hofheim; Sportv.
Starkenburgia Heppenheim; VfL. Lampertheim
Fch. 6. April 30: Starkenburgia Heppenheim Olympia
April 30: Starkenburgia Heppenheim VfR. Bürſtadt.
forrunde verliefen die Begegnungen mit Ausnahme von
ziemlich reibungslos. Nachdem nun in dieſer Saiſon
Meiſter in Olympia Worms ſo gut wie feſtſteht, wäre
en, daß die Schlußkämpfe um die einzelnen Plätze ſte
Verlauf nehmen. Da nun die Bezirksliga=Verbandsſpiele
wird jetzt wohl an guten Schiedsrichtern kein Mangel
ahn-Turn= und Sporkverein Darmſtadk.
dallmannſchaft empfängt am 2. Weihnachtsfeiertag, 26. d.
ſpiel die 2. Mannſchaft von SC. Haſſia Dieburg. Das
pünktlich um 2 Uhr nachm. auf dem neuen Platz am
T. Einkracht Amicilia Viernheim.
en Weihnachtsfeiertag empfängt Eintrachts 1. Mannſchaft
9 Smannſchaft von Amicitia Viernheim. Es ſoll dies gleich
Mir den kommenden Freundſchaftsſpielen ſein. Der Beginn
3i ſ+ wie bei allen übrigen Treffen des Vereins auf vormit=
Uruf dem Sportplatz an der Schanz feſtgeſetzt.
T99 Darmſtadt 1. Arheilgen 1. (Kreisklaſſe).
I wird intereſſanten Aufſchluß über die Spielſtärke der
Arheilgen ſteht in der Tabelle an zweiter Stelle und
zin) fſe geben. Allerdings ſind die Darmſtädter genötigt, für
nwi Iten Verteidiger und Halbrechten Erſatz einzuſtellen. Im=
den
Gäſten auch gegen dieſe geſchwächte Mannſchaft ein
niche Er werden. Das Spiel beginnt am 1. Feiertag um 3 Uhr.
Spiele am 1. Feiertag: 1. Handballjugend gegen Heppen=
ſſen
). 1. Fußballjugend gegen Bürſtadt (Vorſpiel).
: 1. Handballjugend gegen Worms; Fußballjugend gegen
Eſpiel.)

uinde bsd
roſtrunsu
Karlsl
Troſtruns=
Saar;
Freun,

Süddeukſche Endſpielkermine.

Termine der Schlußſpiele um die ſüddeutſche Meiſterſchaft
rde Begegnungen: am 29. Dezember:
eiſter: Wormatia Worms SV. Waldhof.
doſt: 1. FC. Nürnberg VfR. Heilbrom, Phönis
ASV. Nürnberg, Union Böckingen München 1860.
Drdweſt: VfL. Neckarau VfL. Neu=Iſenburg, FV.
n SV. Wiesbaden. Phönix Ludwigshafen Sport=
arbrücken
.

Darmſtädter Sporkkalender.
Mittwoch, 25. Dezember (1. Weihnachtsfeiertag).
Fußball.
2,30 Uhr: Sp. V. 98 V.f.R. Mannheim.
3,00 Uhr: Freie Tgde. Arheilgen.
Handball.
2,00 Uhr: Freie Tgde. Heppenheim.
Donnerstag, 26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag).
Fußball.
11,00 Uhr: Eintracht Amicitia Viernheim.
2,00 Uhr: Reichsbahn 1. Haſſia Dieburg 2.

Der Turnerkampf SchweizItalien in St. Gallen endete mit einem
Sieg der Eidgenoſſen von 456,25:434,75.
Der italieniſche Schwergewichtsmeiſter Panfilo wurde vom
italieniſchen Boxverband auf drei Monate disqualifiziert und
ſeiner Meiſterwürde für verluſtig erklärt.
Otto von Poraths Disqualifikation wurde jetzt aufgehoben,
ſo daß er am 10. Januar ſeinen Kampf mit Paolino beſtreiten
kann.

Handball.
Freie Turngemeinde Darmftadk e. B. Heppenheim.
Mit einer intereſſanten Doppelveranſtaltung warten am 1. Weih=
nachtsfeiertag
die Freien Turner auf. Entgegen der Sitte früherer
Jahre fahren die Hand= und Fußballer nicht auswärts, ſondern es iſt
gelungen, gute Mannſchaften nach hier zu verpflichten. Die 1. Handball=
mannſchaft
empfängt nachmittags 2 Uhr auf dem Platze Am Müllers=
teich
Gäſte aus Rheinheſſen, und zwar die ſpielſtarken Heppen=
heimer
. Darmſtadt mußte ſchon am eigenen Leibe die Spielſtärke
ſeines Gaſtes erfahren, mußten ſie doch im Vorſpiel eine hohe Nieder=
lage
hinnehmen. Vielleicht gelingt die Revanche? Anſchließend treten
die Fußballer auf den Plan.
Krafkſpork.
Darmſtadt 1910 1888 Mainz a. Rh. 9:5.
Ueber obigem Treffen, das am vergangenen Samstag abend im
Bürgerhof zur Austragung gelangte, waltete ein Unſtern. Infolge
unverſtändlichen Ausbleibens des Kampfrichters (1) blieb den beiden
Mannſchaften nichts anderes übrig, als das Treffen ſtatt des termin=
mäßigen
Verbandskampfes auf freundſchaftlichem Wege zu erledigen.
Hierfür gebührt den Gäſten in erſter Linie Dank, denn durch ihr; be=
reitwilliges
Entgegenkommen wurde es den Einheimiſchen ermöglicht,
das wiederum ſehr zahlreich erſchienene Publikum, wenn auch nicht voll,
auf ſeine Koſten kommen zu laſſen. Das Treffen wird ſelbſtverſtändlich,
da es als Verbandskampf nicht gewertet werden konnte, in Darmſtadt
wiederholt. Da leider alle Bemühungen, für den ausgebliebenen Un=
parteiiſchen
einen Erſatzmann herbeizuſchaffen, ſcheiterten, einigte man
ſich beiderſeits auf die Perſon des Ehrenvorſitzenden des gaſtgebenden
Vereins, Herrn Eckerl, dem ſich denn auch die beiden Mannſchaften in
nachſtehender Aufſtellung zum Kampfe ſtellten:
Mainz: Bantam: Fehr; Leicht: Schunk; Welter: Nehren; Halb=
ſchwer
: Eichblatt; Schwer: Börner.
Darmſtadt: Bantam: Borowſki; Leicht: Siegriſt; Welter: Heß;
Halbſchwer: Keitel; Schwer: Veith.
Da im Feder= und Mittelgewicht von Mainz kein Vertreter an=
weſend
war, verzichtet man auf Seite der Hieſigen auf das kampfloſe
Siegen, Sieger wurden Schunk (nach Punkten) und Nehren für Mainz
mit 5 Siegpunkten, für Darmſtadt Borowfki, Keitel und Veith mit
9 Siegpunkten. Geſamtreſultat: 9:5 für Darmſtadt. Ueber den eigent=
lichen
Kampfverlauf wäre noch zu ſagen, daß ſich obenerwähnter Um=
ſtand
recht deprimierend auf die Kämpfer auswirkte, nur im Bentam=
und Schwergewicht ſah man ſportlichen Kampfgeiſt, während in den
übrigen Gewichtsklaſſen die Kämpfe monoton abgewickelt wurden. Bei
dem fairen Verhalten der beiderſeitigen Kämpfer hatte Herr Eckerl kein
ſchweres Amt.
Neuer deukſcher Sieg in Barcelong.
Leſterreich 5:1 (2:1) geſchlagen.
Auch der zweite Spieltag des Internationalem Weihnachtshockey=
Tumiers in Barcelona brachte der deutſchen Nationalmannſchaft einen
glänzenden Erfolg. Diesmal war es Oeſterreich, das mit 5:1 Toren
(2:1) die deutſche Ueberlegenheit anerkennen mußte. Obwohl unſere
uepräſentative Mannſchaft durch das ſchwache Spiel von Schmitz als
Läufer und Schmidt als Stürmer in der Entfaltung ihres ganzen Kön=
nens
etwas behindert wurde, ſtand der Sieg nie in Frage. Sie konnte
es ſich ſogar erlauben, in der zweiten Halbzeit ſtark verhalten zu ſpielen
und ſich im Hinſicht auf das Spiel mit Spanien zu ſchonen.
Wie die Tore fielen...
Man ſah zunächſt ein verteiltes Feldſpiel, da ſich unſere Vertretung
nicht gleich zurechtfand. Vor allem waren es Ueberle und Schmitz in
der Läuferreihe, die zunächſt nicht recht in Fahrt kamen. Dann aber
gewannen die Deutſchen zuſehends an Boden. Oeſterreich wurde voll=
kommen
in die Defenſie zurückgedrängt, Kurt Weiß eröffnete in
dieſem Spielabſchnitt mit einem unhaltbaren Treffer den Torreigen.
Jedoch ein Fehler des linken Läufers Schmitz ließ kurz darauf den
Oeſterreichern den Ausgleich glücken. Wieder war es Kurt Weiß, der
erneut die Führung an Deutſchland brachte. Mit 2:1 ging es in die
Pauſe. Auch nach Wiedenbeginn zeigten ſich unſere Vertreter ihrem
Gegner in jeder Hinſicht ſtark überlegen. Scherbarth erhöhte auf 3:1,
Mehlitz als Rechtsaußen flankte kurz darauf zur Mitte, wo Scherbarth
mit einem wundervollen back=hand zum viertenmal einſandte. Im Ge=
fühl
des ſicheren Sieges ließen die Deutſchen merklich nach, ſie zeigten
zwar ein recht ſchönes Komibnationsſpiel, ohne aber energiſch auf Tor=
erfolge
auszugehen, ſo daß das Spiel etwas offener wurde. Erſt eine
Minute vor Schluß konnte Weiß auf Vorlage von Scherbarth nach
glänzendem Durchſpiel auf 5:1 verwandeln.
Holland Schweiz 8:0 (2:0).
Die erſatzgeſchwächten Schweizer konnten nur in der erſten Halb=
zeit
den energiſch anſtürmenden Holländern einigermaßen Widerſtand
entgegenſetzen, fielen aber nach der Pauſe dem Tempo zum Opfer und
mußten ſich verdient mit 8:0 (2:0) ſchlagen laſſen.
Spanlen Frankreich 3:0 (1:0).
Man hatte bei dieſem Treffen mit einer Ueberraſchung gerechnet,
da Spanien mit vier neuen Leuten antrat. Dennoch zeigten ſich die
Spanier wiederum in einer glänzenden Verfaſſung und ſicherten ſich
nach lebhaftem Kampf einen verdienten Sieg. Die Franzoſen waren
durchweg nur auf vereinzelte Durchbrüche angewieſen, die aber durch
das hervorragende Spiel des ſpaniſchen Torhüters ohne Erfolg blieben.
Der Stand des Turniers.
Deutſchland 2 Spiele 13:3 Tore 4:0 Punkte.
Spanien
6:0
4:0
2
Holland
2:0
8:0
1
Belgien
3:0
2:0
Oeſterreich
0:4
1:8
Frankreich
0:4
2:11
Schweiz
2
0:4
0:11
Am 24. Dezember gibt es folgende Begegnungen: Deutſch=
land
Spanien, Oeſterreich Framkreich und Belgien Hol=
land
.
Das zweite Spiel der kanadiſchen Eishockeymannſchaft gegen das
Auswahlteam von Europa endete wiederum mit einem Siege der Kana=
dier
von 4:1.
Der Weltmeiſterſchaftskampf zwiſchen Max Schmeling und dem noch
nicht genannten Gegner ſoll nach einer New Yörker Meldung nun defi=
nitiv
am 2. März in Atlantt Eity ausgetragen werde:

Geſchäftliches.

Reichliches und gehaltvolles Winterfutter ſichert ſich derjenige Land=
wirt
, der die aus beſonderen Gründen, im vergangenen Herbſt oder
Winter verabſäumte Düngung ſeiner Wieſen und Weiden ſchleunigſt
nachholt. Neben Stickſtoff und Phosphorſäure ſind die Grünlandflächen
bekanntlich ganz beſonders dankbar für eine ergiebige Kalidüngung, denn
der Bedarf der Gräſer an dieſem ſo wichtigen Pflanzennährſtoff iſt be=
ſonders
hoch. Auf vermooſten Wieſen verabreiche man je Hektar eine
Gabe von 1416 Dz. Kainit. Auf Wieſen hingegen, die nicht vermooſt
ſind und die einen edleren Grasbeſtand zeigen, iſt es zweckmäßiger, eine
Gabe von 56 Dz. 40er Kalidüngeſalz je Hektar zu verabfolgen.
Johannisbräu, ein beſonders ſtark eingebrautes Feiertagsbier der
Mainzer Aktien=Bierbrauerei in Mainz, kommt für Weihnachten zum
Ausſtoß. Vertreter für den hieſigen Bezirk, iſt Herr Karl Kösling,
Darmſtadt.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 25. Dez. 9: Neue und alte Turmmuſik. Ausf.:
Bläſerchor des Wartburgvereins. o 10: Feſtgottesdienſt der Peters=
kirche
, Anſpr.: Lic. Waullau. Mitw.: Elly Schaefer=Ratazzi ( So=
pran
), Elſe Lampmann (Alt), P. Behrend (Tenor), K. Fleiſchhauer
(Baß), St.=Peters=Kirchenchor. Orgel: K. P. Müller. 12: Schall=
platten
O 13.30: Jugendſtunde. Weihnachtslieder. Mitw.: E. Fleiſch=
hauer
(Geſang), Cilla Geis (Klavier). o. 15: Stuttgart: Konzert
des Funkorcheſters. O 16: Afrikaforſcher Schomburgk: Weihnachten
im Urwald. 16.30: Leipzig: Rundfunk=Kompoſitionen ( Urauf=
führung
). E. Liebermann=Roßwieſe: Muſikaliſches Luſtſpiel ohne Text.
W. v. Moellendorff: Bunte Reihe. Funkorch. O 17.30: Stutt=
gart
: T.der und Arien. Ausf.: Eliſa Keller (Alt), H. Stadelmann
(Baritsn), Flügel: A. Haagen. O 18.30: Stuttgart: Alte deutſche
Weihnachtsdichtung. Lieder zur Baß= und doppelhörigen Laute:
Maria Waldner, C. Elwenſpoek (Rez.). o 19.30: Stuttgart: Oberon.
Oper von Weber. o 21: Stuttgart: Turandot. Prinzeſſin von
China. Tragikomiſches Märchen nach Gozzi von Friedr. Schiller,
D 22.30: Stuttgart: Populäres Konzert. Funkorch. Weber: Ouv.
zu Der Freiſchütz. Reger: Deutſche Tänze. Lortzing:
Fantaſie aus Zar und Zimmermann. Mendelsſohn: Marſch
der Prieſter aus Athalia Wagner: Einleitung zum dritten
Akt von Lohengrin, Rich. Strauß: Fantaſie aus Ariadne‟.
Schubert: Zwiſchenaktsmuſik aus Roſamunde‟. Joh. Strauß:
Oup. zu Eine Nacht in Venedig.
Donnerstag, 26. Dez. 9: Kathol. Morgenfeier. Mitw.: Studen=
ten
der Philoſophiſch=theologiſchen Lehranſtalt St. Georgen. Anſpr.:
Dr. J. M. Nielen. O 11: Geiſtliches Konzert. Werke von Hans
Leo Haßler. 12: Kaſſel: Konzert. Funkorch. 14: Das Schla=
raffenlandſpiel
. Luſtiges Hörſpiel für die Jugend von K. A. Find=
eiſen
. O 1430: Weihnachtskonzert. Ausf.: Muſik des 3. (Jäger=)
Batl. Inf.=Regts. 14, Konſtanz. O 16.30: Konzert. Ausf.: Anita
Franz (Sopran), Lulli Alzen=Durieul (Alt), Frauenchor des Rund=
funks
, Funkorch. 18: Erinnerungen an Streſemann. 19: Ge=
ſangskonzert
Grieg: Vier Lieder Jenſen: Vier Lieder. Rich.
Strauß: Vier Lieder. Ausf.: K. Oliver (Bariton), E. J. Kahn
(Klavier). O 19.40: Sport. O 20: Konzert des Funkorch. Wagner:
Ouv. zu Tannhäuſer‟: Drei Lieder von M. Weſendond. Glaſu=
noff
: Chopiniana, Suite für Orch, nach Klavierſtücken von Cho=
pin
. Mozart: Andantino a. d. Konzert für Flöte und Harfe.
de Saraſate: Zigeunerweiſen für Violine und Orcheſter. Inter=
mezzo
: Von Ihr und von Ihm. Dialoge von Rudolf Presber.
Berlioz: Ouv. Der römiſche Karneval. Donizetti: Arie
aus Die Favoritin. Gounod: Ballettmuſik aus. Die Königin
von Saba‟. Dvorak: Mazurek für Violine und Orch. Joh.
Strauß: Kaiſer=Walzer. Mitw.: Betty Mergler (Alt), Roſe Stein
(Harfe), Licco Amar (Violine), O. Grunmach (Flöte). O 23:
Tanzmuſik. Kapelle Blue Players Filippini.
Königswuſterbauſen.
Deutſche Welle. Mittwoch, 25. Dez. 8.55: Glockenſpiel der Pots=
damer
Garniſonkirche. O 9: Morgenfeier. O Anſchl.: Geläut des
Berliner Doms. o 11: Schallplatten. o 12: Konzert. Kapelle
Gebr. Steiner. o 14: M. Bing: Briefe berühmter Deutſcher an
ihre Mütter. O 14.30: Blasorcheſter=Konzert. 6 15.45: Märchen
(mit Schallplatten). O 16.30: Uraufführungen. Liebermann=Roßwieſe:
Muſikaliſches Luſtſpiel ohne Text Moellendorff: Bunte Reihe.
Aust.: Leipz. Funkorch. 0 17.30: Unterhaltungsmuſik. O 18.25:
Prof. Doegen: Stimmen großer Männer der Gegenwart. O 18.55:
Inhalt und Perſonen zu der nachfolg. Uebertragung. 19: Aus
der Staatsoper Unter den Linden: Aida. Oper in vier Akten.
Muſik von Verdi O. Danach: Leipzig: Konzert. Leipz. Funkorch.
Dirig.: A. Szendrei. o 23.50: Breslau: Um Mitternacht beim
25=Stunden=Rennen. O 0.15: Tanzmuſik. Kapelle Barnabas von
Gégy.
utſche Welle. Donnerstag, 26. Dez. 8,55: Glockenſpiel der
Potsdamer Garniſonkirche. 9: Morgenfeier. Anſchl.: Glocken=
geläut
des Berliner Doms. O 11: Schallplatten. 11.30: Märchen.
12: Marek Weber ſpielt. O 14: Kinderſtunde. 0 14.30: Klavier=
vorträge
. Werke von Beethoven und Brahms. 0 15: Trabrennbahn
Mariendorf: Großer Weihnachtspreis. Am Mikrophon: A. Braun
und Chefredakteur Lüdecke. e 15.30: Schallplatten für Kinder.
O 16: L. Hardt: Matthias Claudius. 16.30: Breslau: Unter=
haltungsmuſik
. Funkkapelle. O 18.35: F. Huſſong: Politiſches The=
ater
. O 19.05: P. Eipper und E. W. Freißler: Hinter den Kuliſ=
ſen
eines großen Wanderzirkus. 19.30: Aktuelle Abteilung.
20: Breslau: Weihnachtsmuſik. Pfitzner: Ouv. zu Chriſtelflein.
Weinsberger: Weihnachten. Beethoven: Sinfonie Nr. 4 B=dur.
Mozart: Deutſche Tänze. Schleſiſche Philharmonie. o Anſchl.:
Zeit, Wetter. O 22.25: Breslau: 25=Stunden=Rennen: Endergeb=
niſſe
. O Danach: Tanzmuſik. Fred. Bird=Tanz=Orch.

Weſche Luee
Bachmännische Bosdler Gmhl.
Ernst-Ludwigstr. 14
Bedienung
SüStT
Tel. 2140 (18354a

Weikerberichl.
Immer mehr vollzieht ſich der Witterungsumſchlag, der durch die
weſtliche Störung verurſacht wird. Ihre Ausläufer ſetzen ſich bereits
durch, ſo daß die Kaltluft mehr und mehr durch wärmere verdrängt
wird. In Weſtdeutſchland lagen die heutigen Morgentemperaturen ſchon
bis zu 3 Grad über Null und in unſerem Bezirk um Null. Stärkere
Bewölkung, und im Taunus und Odenwald treten Schneefälle auf. Nur
im öſtlichen Deutſchland beſtimmt der Hochdruckeinfluß noch die Wetter=
lage
und hat dort das vielfach heitere und ſtärkere Froſtwetter beſtehen
laſſen. Mit der weiteren Zufuhr wärmerer Luft durch das weſtliche
Tief hält die Temperaturzunahme an. Vereinzelt treten Niederſchläge
auf, die wahrſcheinlich ſpäter in Regen übergehen dürften. Nach der
jetzigen Lage ſind die Ausſichten auf winterliches Weihnachten gering.
Ausſichten für Mittwoch, den 25. Dezember: Bei wechſelhafter Bewöl=
kung
milderes Wetter und noch vereinzelte Niederſchläge wahr=
ſcheinlich
.

Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Veranwornich für Pollik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleion, Neich ud
Ausland und Heſſiſche Nachrſchten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmanm
für den Handel: Dr. C. H. Que tſch; für den Schlußdienſ: Andreas Bauer; ſi
Die Gegenwact, Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willv Kuble: Drns
und Verſag: C. C. Wiitich ſämtlich in Darmſſadt
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Kückſendung nich t übernommen

Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

[ ][  ][ ]

Kammer 336/57

Von unſerem A=Korreſpondenten.

Paris, 23. Dezember.
Die oft angekündigten Reformmaßnahmen der Regierung gelangen
nur langſam zur Verwirklichung, und ſo zeigt die Lage des Geld=
marktes
und der Börſe eine Stabilität, die mehr einer Stagna=
tion
ähnelt. Die Börſenkriſe dauert weiter an, ſie äußert ſich mehr in
Geſchäftsloſigkeit, als in Baiſſe. Eine ihrer direkten Folgen war der
Rückgang oder beinahe das Aufhören der Aktienemiſſionen, dagegen iſt
der Kapitalmarkt mit Obligationsemiſſionen geradezu überſchwemmt.
Die Lage der Induſtrie ausgenommen die Textilinduſtrie,
welche eine ſchwere Kriſe durchmacht iſt nicht ſo ungünſtig, wie es im
allgemeinen für dieſe Zeit befürchtet wurde. Man konſtatiert aber an faſt
allen Gebieten einen mäßigen Rückgang des Abſatzes, der im Monat
Nobember etwas fühlbarer geworden iſt. In den Kreiſen des Handels
wird der Abſatzrückgang mehr beklagt, da er bald eine allgemeine Baiſſe
der Preiſe nach ſich ziehen dürfte, was um ſo wahrſcheinlicher erſcheint,
da die Preiſe ſeit drei Jahren in and uerndem Steigen begriffen ſind.
Die Kohlenpreiserhöhungen, welche man ſeit langem
geplant hat, konnten nicht bewwirklicht werden, da dieſe Pläne auf
einen heftigen Widerſtand ſeitens der Käufer geſtoßen ſind. So wurde
zum Beiſpiel die Erhöhung der Kokspreiſe um 5 Franken per Tonne von
den Stahlfabrikanten nicht akzeptiert, obwohl die Koksproduzenten ſich
darauf beriefen, daß ſelbſt der erhöhte Preis 140 Franken per Tonne
noch immer viel borteilhafter ſei, als der Preis des belgiſchen Export=
kokſes
, der 165 Franken die Tonne koſtet. Ein großer Teil der franzö=
ſiſchen
Induſtrie möchte die Kohlenpreiſe ſogar herabgeſetzt haben. Ob die
Induſtrie aber mit ihren Beſtrebungen Erfolg haben wird, iſt fraglich,
denn einerſeits iſt der franzöſiſche Kohlenbergbau den Käufern gegen=
über
gut organiſiert, andererſeits zeigen auch die ausländiſchen Kohlen=
preiſe
keine ſinkenden Tendenzen.
Auf dem Eiſen= und Stahlmarkt herrſchen ungünſtige
Tendenzen vor. Man iſt in franzöſiſchen Schwerinduſtriekreiſen ſehr ver=
ſtimmt
, da die Unabhängigkeit des franzöſiſchen Stahlmarktes offen=
ſichtlich
nur ein Schein war, denn infolge der ungünſtigen Konjunktur
iſt nicht nur der Export ſehr ſtark zurückgegangen, ſondern auch der in=
ländiſche
Markt bedeutend ſchwächer geworden. Der Beſchluß des Kar=
tells
, die Quote wieder um 10 Prozent herabzuſetzen, rief zuerſt Be=
ſtüürzung
hervor. Es zirkulierten ſogar einige Tage Gerüchte über eine
Auflöſung des Kartells, die jedoch bald dementiert wurden. Man ſah
ſchließlich ein, daß da die Novemberreduktion der Quote nicht effek=
tib
war, das heißt, nicht durchgeführt wurde es ſich eigentlich um
keine neue Reduktion der Produktion handelt. Man iſt hier mit allen
Mitteln beſtrebt, die Produktion auf ihrem jetzigen Riveau zu erhalten,
was jedoch bei den Arbeiterſchwierigkeiten ſowie bei den internationalen
Preisverhältniſſen auf die größten Schwierigkeiten ſtoßen muß. Ueber
die Produktion im Oktober liegen genaue Statiſtiken vor, danach beträgt
die Gußeiſenproduktion 894 000 Tonnen, gegenüber B51000 Tonnen im
September. Die Stahlproduktion wuchs noch in viel ſtärkerem Maße;
ſie belief ſich auf 846000 Tonnen, gegenüber 773 000 Tonnen im Vor=
monat
. Dieſe Ziffern ſind auch erheblich höher als diejenigen für die=
ſelben
Zeitabſchnitte des Vorjahres.
Der Metallmarkt lag ſchwach. Nur der Zinnmarkt hat ſich
etwas erholt. Dieſe Befeſtigung mag von längerer Dauer ſein, als die
früheren immer nur kurze Zeit dauernden Hauſſebewegungen, die ſpe=
kulativ
oder künſtlich hervorgerufen ſchienen, obwohl ſie meiſtens nur
eine normale Reaktion auf eine übermäßige Preisentwertung darſtellten.
Die Beſtrebungen des Zinnkartells und ſein Einfluß auf die Produzenten
ſcheinen jetzt viel ernſter zu ſein, als ſie es früher waren und der Plan,
die Arbeit in den Betrieben für Sonntag einzuſtellen, ſowie andere
ähnlichen Maßnahmen ſind ſcheinbar nicht nur leicht zu verwirklichen,
ſondern ſie ſind auch wirkſam.
Der Kupfermarkt lag ſchwach.
Das amerikaniſche Kartell bermag nur mit den größten Schwierig=
keiten
den Preis aufrecht zu erhalten. Hier iſt man vielfach der Anſicht,
daß die Kupferpreiſe wenigſtens 15 Prozent fallen müſſen, damit der
Abſatz wieder ſeine normalen Formen erreicht. Der übewwiegende Teil
der Käufer rechnet auf Preisherabſetzungen und deckt nur den täglichen
Bedarf.
Die Lage des Zinkmarktes iſt ebenfalls ungünſtig. Die ameri=
kaniſche
Konkurrenz, die mit wahren Schleuderpreiſen arbeitet, er=
ſchwert
eine Aufwärtsbewegung der Preiſe. Die Auflöſung des Kartells
hat in den hieſigen Wirtſchaftskreiſen eine große Verſtimmung ausgelöſt,
denn man behauptet, daß die Betriebe ſchon bei den jetzigen Preiſen un=
rentabel
ſind, bei einem weiteren Preisſturze würden ſie aber nicht ein=
mal
die Herſtellungskoſten decken.
Der Nitratenmark iſt ruhig. Die Nachfrage iſt etwas ge=
ringer
als in den Vormonaten, übrigens eine ganz normale Erſchei=
nung
. Der Abſatz von künſtlichem Nitrat hat während dieſes einen
Jahres großen Aufſchwung erfahren, auch ſollen die Ausſichten der
Nitratinduſtrie für 1930 gur ſein, wenn auch nicht ſo günſtig wie im
Vorjahre. Die einzige Befürchtung für die Nitrateninduſtrie beſteht in
einer weiteren Erhöhung der Produktion, die leicht einen Abſatzmangel
nach ſich ziehen könnte.
Die Lage der chileniſchen Induſtrie iſt infolge der ſcharfen Kon=
kurrenz
weniger günſtig. Die chileniſche Regierung hat daher den Ein=
ſchränkungsplan
der dortigen Produzenten genehmigt. Dieſem Plan
gemäß werden eine Reihe von Unternehmungen, die wenig rentabel
waren, die Produktion für zwei Jahre einſtellen.
Die Lage des Petroleummarktes gibt noch immer zu man=
chen
Beſorgniſſen Anlaß. Es gelang zwar, die Produktion des Rohöls
evwas einzuſchränken, aber andererſeits haben die Raffinerien rieſige
Vorräte, die ſie jetzt abzuſtoßen ſuchen, was wieder einen ſcharfen Kon=
kurrenzkampf
nach ſich ziehen muß.

Aufhebung der Ein= und Ausfuhrverbote. Das Protokoll der Inter=
nationalen
Konfevenz für die Aufhebung der Ein= und Ausfuhrverbote,
die am 20. d. M. zum Abſchluß gekommen iſt, wurde von Deutſchland,
Oeſterreich, Belgien, Dänemark, den Vereinigten Staaten von Amerika,
Frankreich, England, Irland, Ungarn, Japan, Luxemburg, Norwegen,
Holland, Portugal, der Schweiz und Südſlawien underzeichnet. Die
Länder Finnland, Italien, Rumänien und Schweden haben ſich das
Necht vorbehalten, ſpäter zu unterzeichnen. Die Staaten, die das Pro=
tokoll
bedingungslos unterzeichneten, ſetzen es am 1. Januar in Kraft.
Sie müſſen nach den Vereinbarungen binnen ſechs Monaten alle Verbote
für die Ein= und Ausfuhr mit Ausnahme der im Abkommen zugelaſſenen
Einſchränkungen außer Kraft ſetzen.
Bankenverſchmelzung. Die a. o. G.V. der Oſtbank für Handel und
Gewerbe, Königsberg, hat den Bekannten Verſchmelzungsvertrag mit der
Dresdner Bank, demzufolge das Vermögen der Bank unter Ausſchluß
der Liquidation mit Wirkung vom 1. Januar 1929 auf die Dresdner
Bank übergeht, gegen 106 Stimmen unter Proteſt genehmigt. Den
Aktionären der Oſtbank werden im Verhältwis 4:1 Aktien der Dresdner
Bank, dividendenberechtigt ab 1. Januar 1929, angeboten
Deutſche Ueberſeeiſche Bank Banco Braſileiro Allemao. Am
3. Januar wird eine Aufſichtsratsſitzung der Deutſchen Ueberſeeiſchen
Bank in Berlin ſtattfinden, in der über die Fuſion mit der Banco Braſi=
leiro
Allemao in Braſilien Beſchluß gefaßt werden ſoll. Die Uebernahme
der Aktiven und Paſſiven ſoll gegen Hergabe von Aktien der Deutſchen
Ueberſeeiſchen Bank im Verhältnis von 4:3 erfolgen. Im Zuſammenhang
damit ſoll einer auf den 27. Januar 1930 einzuberufenden a. v. G.V. die
für die Uebernahme erforderliche Erhöhung des A.K. der Deutſchen
Ueberſeeiſchen Bank vorgeſchlagen werden.
Buderusſche Eiſenwerke Wetzlar. Die Nachrichten über einen Beſitz=
übergang
der Aktienmehrheit an den Stahltruſt werden von der Firma
als völlig aus der Luft gegriffen bezeichnet. Mit der Rohſtahlgemein=
ſchaft
beſtehen keinerlei Berührungspunkte, abgeſehen vom Roheiſen=
bezug
.

Die Berliner Metall=Termine vom 23. Dezember ſtellten ſich für
Kupfer: Januar 132,50 (133,50), Februar 132,50 (133), März, April,
Mai, Juni, Juli, Auguſt, September 132 (133), Oktober, November
132,50 (133), Dezember 132 (134). Tendenz: ſtill. Für Blei: Januar
41,25 (42), Februar 41,75. (42), März 41,75 (42,50), April 42,50 (42,75),
Mai, Juni 42,50 (43), Juli 42,50 (43,25), Auguſt 42,50 (43,50), Sep=
tember
, Oktober, November 43 (43,50), Dezember 41 (43). Tendenz: ſtill.
Für Zink: Januar 38 (39,25), Februar 39 (41), März 39,50 (41,50)
April, Mai, Juni, Juli 40 (42), Auguſt 40,50 (42), September 41,25
(42,50), Oktober, November 42 (42,50), Dezember 38 40). Tendenz: ſtill.
Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die im Kkammern beigefügten Brief.

Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.

Frankfurt a. M., 23. Dezember.
Zu Beginn der neuen Woche verkehrte die Börſe in ſtillſter
Haltung. Die eingetroffenen Aufträge beſchränkten ſich auf ein
Minimum; auch dürfte dies zum Teil die Folge der bevorſtehen=
den
Weihnachtsfeiertage ſein. Die Grundſtimmung war aber trotz
verſchiedener Vorfälle nicht unfreundlich, So machte vor allem der
Rücktritt des Reichsfinanzminiſters Hilferding den denkbar wenig=
ſten
Eindruck da auf der anderen Seite die Erledigung des Finanz=
programms
befriedigend wirkte. Auch die zum Schluß feſt gewor=
dene
New Yorker Börſe vom Samstag wirkte tendenzanregend,
ohne daß das Geſchäft jedoch eine Belebung auch ſpäterhin".
erfahren hätte. Renten ſtill, aber überwiegend gehalten. Nach
den erſten Kurſen traten infolge der Geſchäftsloſigkeit Rückgänge
bis zu 1½ Prozent ein, doch erholte ſich die Tendenz ſpäter wieder,
ſo daß die zwiſchendurch eingetretenen Abſchwachungen faſt voll=
kommen
wieder ausgeglichen werden konnten. Am Geldmarkt war
Tagesgeld mit 6½ Prozent leicht. Am Deviſenmarkt nannte man
Mark gegen Dollar 4.1744, gegen Pfunde 20.367. London=Kabel
4.8825. Paris 123.92, Mailand 93.26. Madrid 35.30, Schweiz
25.09½, Holland 12.107/s.
An der geſtrigen Abendbörſe herrſchte im Hinblick auf die Feiertage
weiter Geſchäftsſtille. Außerdem veranlaßten ſchwächeve New Yorker
Anfangskurſe größere Zurückhaltung. Die Kurſe waren gegen den Ber=
liner
Schluß weiſt behauptet. J. G. Farben und Schuckert lagen gering=
fügig
ſchwächer. Im Verlaufe hörte faſt jede Geſchäftstätigkeit auf. Neu=
beſitzanleihe
6,70, Commerzbank 147,50, Dresdner Bank 142,75, Reichs=
bank
274,50, Gelſenkirchen 123,50, Harpener 132,50, Weſteregeln 185,50,
Mannesmann 88,50, Rheinſtahl 100,50, Stahlverein 102, AKU. 118,
AEG. 149,50, Deutſche Linoleum 221,50, J. G. Farben 167,75, Gesfürel
136,50 ex. Bezugsrecht, Schuckert 168,50, Hapag 89,50.

Frankfurt a. M., 24. Dezember.
Die letzte Börſe vor den Feiertagen heute vormittag eröffnete in
ruhiger, aber nicht unfreundlicher Haltung. Die Umſatztätigkeit hielt
ſich in denkbar engſten Grenzen, zumal auch beſondere Anregungen
nicht vorlagen. Die Klärung der innerpolitiſchen Lage wirkte beruhi=
gend
. Die geſtrige New Yorker Börſe wirkte hemmend. Die Kurs=
änderungen
gegen die geſtrige Abendbörſe waren geringfügig. Zum
Teil ergaben ſich kleine Beſſerungen, auf der anderen Seite ſtanden
dem ebenſo kleine Abſchläge gegenüber, ſo namentlich am Bankenmarkt.
Gebeſſert lagen Chemiewerte und Elektrowerte (A. E. G. plus 1½, Proz.,
Schuckert ¾ Prozent, Siemens plus 1 Prozent), auch Montanwerte bis
1 Prozent feſter. Niedriger lagen Zellſtoff Waldhof Aſchaffenburg,
Aku und Wayß u. Freytag, Deutſche Linoleum plus 1 Prozent. Renten
ſtill. Im Verlaufe blieb das Geſchäft ſtill. Tagesgeld mit 6 Prozent
weiter etwas leichter. Am Devifenmarkt nannte man Mark gegen Dollar
ca. 4,1740, gegen Pfund 20,38, London=Kabel 4,8828, Paris 123,90,
Mailand 93,27, Madrid 35,55, Schweiz 25,09½, und Holland 12,10½.
Berlin, 23. Dezember.
Die Feiertagswoche begann, nachdem man vormittags mit
einer freundlicheren Eröffnung gerechnet hatte, geſchäftslos und
eher ſchwächer Vorhandene günſtige Momente, wie der opti=
miſtiſche
Ausblick im Bericht der Preußiſchen Handelskammer, die
gemeldete Verſtändigung HapagLloyd und der feſtere Börſen=
ſchluß
in New York mußten hinter rein börſentechniſchen Momen=
ten
zurücktreten. Das Geſchäft war äußerſt minimal, da auch die
Spekulation keinerlei Neigung zu Neuengagements bekundete. So
zeigten die erſten Kurſe meiſt nur unweſentliche Veränderungen
gegenüber dem Samstagſchluß. Im Verlaufe konnte ſich das Ge=
ſchäft
nicht beleben, die Kurſe brockelten daher eher weiter ab.
Berlin, 24. Dezember.

Für den letzten Börſentag vor dem Feſt war keine Geſchäftsbelebung
erwartet worden. Ein Teil der Börſenbeſucher war überhaupt ausgeblie=
ben
und die Umſatztätigkeit kleiner als an gewöhnlichen Samstagen. Die
Ernennung Moldenhauers zum Fimanzminiſter wirkte beruhigend. Eine
gewiſſe Unſicherheit brachten Schwierigkeiten einer mittlerem Berliner
Bankfirma, wobei es ſich um verfehlte Terrain= und Baiſſeſpekulationen,
aber nicht um notleidende Börſenengagements handeln ſoll. Aus dieſen
Ueberlegungen heraus war auch die erſte Kursnotiz etwas feſter. Mon=
tan
=, Elektro=, Chemie=Werte (wegem der Verſtändigung der J. G. Far=
ben
mit den Ruhr=Stickſtoffwerken) feſter. Anleihen ruhig. Ausländer
behauptet. Auch ſpäter blieb die Umſatztätigkeit ſehr klein und die Kurs=
ſchwankungen
hielten ſich in engen Grenzen. Reichsbank plus 2½ Proz.
Tagesgeld unverändert.

Mannheimer Produktenbörſe vom 23. Dezember.
die ſtarke Aufwärtsbewegung an den amerikaniſchen u
Börſen ſind die Forderungen des Auslandes erheblich en
ſum bleibt aber abwartend. Die Börſe verkehrte in
Im nichtoffiziellen Verkehr nannte man gegen 12.30 Uhr
gonfrei Mannheim: Weizen inländiſcher mit 97,50, au
28,5032, Roggen inl. mit 19,5019,75, Hafer inl. mit 1
gerſte badiſche, württembergiſche und rheinheſſiſche mit
Gerſte 20,7521,75, Futtergerſte 16,5017,20, Mais m
ſüddeutſches Weizenmehl Spezial Null mit 39, ſüdd
mit 43, ſüdd. Weizenbrotmehl mit 29, ſüdd. Rogen

Weizenkleie mit 9,259,50, Biertreber mit Sack mit 14.

Frankfurter Produktenbericht vom 23. Dezember

Getreidebörſe lag ſehr ruhig. Es notierten je 100 6a.;
bis 26,75, Roggen 19, Sommergerſte 19,7520, Hafer
Weizenmehl ſüdd, und niederrrh. 38,7539,75, Roggenmel
Veizenkleie 9,509,60, Roggenkleie 10, Erbſen 3144,
Heu 10,50, Weizen= und Roggenſtroh drahtgepr. und geb.
ber 14,7515,25. Die Kartoffelbörſe war ſehr ruhig.
ger Gegend notierten 3,30 je 50 Kilo.

Mannheimer Großviehmarkt vom 23. Dezember. Deu
viehmarkt waren zugefahren: 181 Ochſen, 119 Bullen,
Färſen, 614 Kälber, 59 Schafe, 2024 Schweine, 139 Arb
Schlachtpferde, 5 Ziegen. Bezahlt wurden für Ochſen 36
4453, Kühe 1648, Färſen 4462, Kälber 7094,
Schweine 7286, Arbeitspferde 800 bis 1700, Schlacht!
Ziegen 1224. Marktverlauf mit Großvieh langſam, u
Kälbern lebhaft, ausverkauft, mit Schweinen lebhaft, au
Arbeits= und Schlachtpferden ruhig. Nächſter Kleinviehm=
den

Freitag, den N. Dezember, ſtatt.

Frankfurter Viehmarkt vom 23. Dezember. Aufgetri
1079 Rinder, darunter 244 Ochſen, 43 Bullen, 478 Kühe, 9

Kälber und 122 Schafe und 1586 Schweine, Marktverlg
ſchleppend, Ueberſtand, Kälber, Schafe und Schweine ausve=
Ware über Notiz. Preiſe: a1) 5558, a2) 5154, b1) 4
a) 5458, b) 5053, Kühe 4547, b) 4244, c) 364,)) 2
5460, b) 5356, c) 4852, Kälber b) 9496, 9
bis 89, Schafe a) nicht notiert. Schweine b) 8234,c ur
Fleiſchgroßhandelspreiſe: Ochſenfleiſch 1. Sorte 90100, 2.
Bullenfleiſch 9590, Kuhfleiſch 2. Sorte 6070, 3. Sorte
fleiſch 2. Sorte 130140, Schaffleiſch 108112, Schweinefle
106110, 2. Sorte 95100, Gefrierfleiſch Vorderviertel 56
65, Geſchäftsgang flott.

Kleine Wirkſchaftsnachrichten.

Die deutſche Kupferhüttenproduktion ſtellte ſich, 1
ſamtausſchuß zur Wahrung der Intereſſen der deutſd
wirtſchaft, Berlin, auf Grund der Berechnungen des
Büros der Metallgeſellſchaft A.=A., Frankfurt a. M.
November 1929 auf 4490 Tonnen gegenüber 4016
Oktober.

In der geſtrigen Sitzung des Frankfurter Börſer
Abteilung Wertpapierbörſe, wurden Herr Oscar Fran
heimer zum Vorſitzenden und damit auch gleichzeitis
ſitzenden des Geſamtbörſenvorſtandes ſowie Herr Otto

tellvertretenden Vorſitzenden des Börſenvorſtandes,
Wertpapierbörſe, einſtimmig wiedergewählt.

Nachdem die Zulaſſungsſtelle die Zulaſſung zurü
hat, wird die Notiz für die Aktien der Vereinsbank i1
und der Süddeutſchen Lederwerke A.=G. St. Ingbert v.
zember ab und der 5prozentigen Badiſchen Landesele!
verſchreibungen von 1922 vom 2. Januar 1930 ab ein
Am Dienstag, den 31. Dezember, fällt die Abendbörſe
Wie wir hören, iſt die Münchener Bankfirma M.
& Co. an ihre Gläubiger herangetreten, um ein Mor
erlangen. Der Fall iſt für die Münchener Börſe ohne
Einen außerordentlich großen Goldeingang hatte
von England zu verzeichnen. Insgeſamt wurden 40/9
Sterling importiert, die in der Hauptſache an Bord 4
dampfer Bremen und Berengaria eintrafen.

Berliner Kursbericht
vom 23. Dezember 1929

Deviſenn
vom 23. Dezem

Me
Danatbank
1.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Kapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Tonti Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

Ma Heee Ve Wae Iff Währun Ra R Schweiz
Spanien ährt
100 Franten
100 Peſetat
100 Gulde
Den
1 Milrets
100 Dinar
100 Escudos
100 Drach
1 türk. 2
1 ägypt.
1 canad. Toll 226. J. G. Farben
Gelſenk. Bergw. 167.50 Rütgerswerke
122.25 Salzdetfurth Kal 65.375
304.50 Wien Helſingfors
00 finn. Mk.
100 Schilline 10.476
158.72 10.496
58.84 142,75 Geſ. f.elektr. untern. 136.50 Leonh. Tietz 1145.25 Prag
K 100 Tſch. Kr. 12.38 12.40 143.25 Harpener Bergbau 131.75 Verein. Glanzſtoff 152.- Budapeſt 100 Pengo 73.07 73.21 (Japan 88.75 Soeſch Eiſen
103.25 Verein. Stahlwerke
102.25 Sofia 100 Leva 3.019 3.C2* Rio de Janeir= 134. Phil. Holzmann 77.25 Weſteregeln Alkali 186. Holland
100 Gulden 168.17 188.51 Jugoſlawien 89. Kali Aſchersleben 476.50 Agsb.=Nrb. Maich. 71.75 Oslo
100 Kronen 111.84 12.0 Portugal 149.125 Klöcknerwerke 87.50 Baſalt Linz
28 Kopenhagen 100 Kronen 111.90 112.12 Athen
Konſtantimope 79. Köln=Neueſſ. Bgw. 100.875 Berl. Karlsr. Ind. 66.125 Stockholm 100 Kronen 112.44 112.6 132.- Ludw. Loewe 134. Hirſch Kupfer 118. London 1 2.Stg 20.352 20.392 Kairo 197. Mannesm. Röhr. 89.375 Hohenlohe=Werke 76. Buenos=Aire? 1 Pap. Peſo 1.687 1.691 Kanado 1 Goldpeſo 58.50 Maſch.=Bau=Untn 36.25 Lindes Eismaſch. 145. New York 1 Dolla: 4.1695 4. 1775 Uruguay
00 eſtl. Kr. 141.75 Nordd. Wolle 88. IHerm. Poege 22.75
Belgien 100 Belge 58.37 58.49 Fsland
Tallinn (Eſtl.) 100 eſtl. Kr. 141.50 Sberſchleſ. Koksw. 89.50 Vogel Telegr. Draht 64. A
Italien 100 Lire 21.825 21.865 100 Lats 88. Orenſtein & Koppel 66 Wanderer=Werke 45.
Paris 100 Franes 16.421 16.465

Frankfurter Kursbericht vom 23. Dezember 1929.

2 Dtſche. Reichs=
anl
. v. 27 .. .. . ."
E9 Baden Frei=
ſtaat
v. 27 .....
6% Bahern Frei=
ſtaat
v. 27 ...."
8% Heſſen Volks=
ſtaat
v. 22...."
A
v. 2
6% Preuß. Staats=
anl
. v. 28 ....."
b9 Sachſen Frei=
ſtaat
v. 27.. ..
7%Thüringer Frei=
ſtaat
v. 27 ...."

87
68.5
76.25

Dtſche. An i. Auslo=
ſungsſch
. +:/. Ab=
öſungsanl
. . . . .
Otſche. Anl. Ablö=
ungsſch
. (Neub.)

Dtſche. Schutzge=
bietsanleihe
.. ."

30 Bad.=Bad. v. 26
6O Berlin v. 24.
80 Darmſtadt v. 2
v. 28
Frkf.a. M. v. 26
80 Mainz v. 26
80 Mannh. v. 26..
8% Nürnbergv. 26.

30 Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr..
8%Heſſ. Landesbk.
Goldoblig..
½% Heſſ. Lds.=
Pyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr.
Preuß. Lds..=Anſt. Gold=
Pfbr.
8% Preuß.
Pfbr.=-Anſt. Gold=
obl
...
..."

82.5
89

91.4

74

50

6.75

2.85

83

8% Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldobl
8 ½KaſſelerLandes=
kredit
Goldpfbr.
8% Naſſ. Landesbl
Goldpfbr.

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I
*Ausl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)

94.5
96
96

81.9

96.5

Ku

.

98

95

8% Berl. Hyp.=Bk.
4½%Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp. Bk..
4,%0 Lig. Pfbr.
% Pfbr.Bk..
4:/,% -Lia. Pfrb.
8% Mein. Hyp. Bt.
41/, %an Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.Bk.
4½% Lig. Pfbr.
8% Preuß. Boden=
ered
.=Bank.
4½ Lig. Pfl
Preuß. Centrl.=
Bodener.=Bk.
4½% Lig. Pfb.
Rhein. Hyp.Bk.
4:/,% Lig. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .. . ..
8% Südd. Bod.=
Cred.=Ban 1... . .
3% Württ. Hyp.=B.)

6% Daimler Benz
von 27 ........
%Dt. Linol. Werke
v. 26.
89 Klöckner=Werke
Berlin b. 26 ..
Mainkrw. v,26.
%6 Mitteld. Stahl=
werke
v. 27 ...

4
64.5

17.5

76
96.5
74.6
96.5
79.75
9
74.5
97
78.25

75

Me
78.5

95

97.5
97.25

65.:
90.5
88

182/, Salzmannu. Co.
v. 26
7%Ver. Stahlwerke
mit Opt. v. 26.
8% VoigtckHäffner
von 26 .. . . . ...
J. G. Farben Bonds
v. 28. ........."
5% Bosn. L.E.B.
v. 1914
41.%0 Oſt. Schatz=
anw
. v. 1914..
4% Oſt. Goldrente
52vereinh. Rumän.
4½%
49 Türl, Admin..
1. Bagdad
Zollanl
4½/,% Ungarn 1913
1914
Goldr.
Aktien

BA.5

Accum=Berlin .../110
Adlerw. (v. Kleyer).
AEG. Stamm . . 1149
AndregeNoris Zahn/112
Baſt Nürnberg . . . . 1206.5
Bergm. El. Werke. /197
Brown BoverickCiel2 17
Brüning & Sohn../ 80
Buderus Eiſen ...
Cemen: Heidelberg/112
Karlſtadt/159
Chem.Werke Albert! 43
Chade . ......."
Contin. Gummiw./140.25
Daimler=Benz .../ 34.5
Dt. Atl. Telegr. . . ./ 90
Eiſenh. Berlin.:/ 88
Erdöl ......"
Gold= u. Silb.=Anſtalt . /141.25
Linoleumwerk ./219.5
Dhckerhoff u. Wid=
menn
........

82
m.75
90.75
101.25
23.75
34.75

8.75
13.95
7.05

6.9

Elektr. Licht u. Kraft
Liefer=Geſ./153.5
Eſchw. Bergwert. ./206
Eßlinger Maſchinen! 30
Ettlinger Spinnerei/215
J. G. Farbeninduſtr/167
Feinmech. (Jetter). 67
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas ....."
Hof ....."
Geiling &Cie...
Gelſen 1. Bergwer1 1121.75
Geſ. elektr. Unter=
nehmungen"
.
Goldſchmidt Th. ../ 60
itzner Maſchinen!
Grün & Bilfingerl16?
Hafenmühle Frkft., /415
Hammerſen (Osn.)
Harpener Bergbau/132.5
Henninger, Kempf. /163
Hilpert Armaturfbrl402
Hinderichs=Aufferm/ 73
Hirſch Kupfer. . . . . 1416
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil..
Holzverk.=Induſtrie/ 86.5
Flſe Bergb. Stamml212.5
Genüſſel123
Junghan. Stamm
Ka liAſchersleben".
Salzbetfurth .
Weſteregeln . ./182.5
Kammgarnſpinn. .
Karſtadt, R. . . . . . 127
Klein, Schanz!. . . . 1122.!
Klöcknerwerle ..
Lahmeyer & Co..
Lech, Augsburg. . .1102
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metalll 64
Lutz Gebr. Darmſt. 13
Rainkr.=W. Höchſt. /105.25
Mainz. Akt.-Br. . . . /185
Mannezm. Röhren

Meu
MarswerkeNürnbg. 37.
Metallgeſ. Frankf., /111
Miag. Mühlenbau. /120

Montecatini Maild./ 52

Motorenfb. Darmſt. 49
Neckarwerke Eßling. /125
Nicolay, Hofbr. 1190
Oberbedarf.. .. . . .! 69
Otavi Minen .. ../ 50
Phön Bergbau ./ 98
Reiniger, Gebb.. 1105
Rh. Braunkohlen..
Elektr. Stamm. /137
Stahlwerke
Riebea Montan
Roeder Gb. Darmſt. 1107
Rütgerswerke . ./ 65.5
Sachtleben A.6. 1154
Schöfferho ſ=Bind.. /263
Schramm Lackfabr. / 90
Schriftg. Stempel /113
Schucker: Elettr.
Schwarz=Storchen ./150
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halstel
StrohſtoVer....
Südd. Immobilien/ 64
Zucker=A. G.. /459
Svenska Tändſtids
Tellus Bergbau /411
Thür. Liefer.=Gei./
Tucher=Brauerer. /133
Unterfr. Krs.=Elei=
96.25
tr.=Ver1.
Beithwerte.
Ver. Chem. Int
70.7
Frankf
Laurahütte.
Stahlwerke 101. 113
Zellſt. Berlin
Bogtländ. Maſchin.)
Boigt & Haeffner.

M

[ ][  ][ ]

V
4

agesſiegel i Bild ind Work
24. Dezember 1929

EI

Aummer 51

IHAHHHHAEHEHnanganrrnng

We

Der Wandel des Feſtes

Von H. Woljgang Seidel

Von gewiſſen edlen Steinen
2t die Sage, daß ſie, in einen
rig gefaßt, nicht nur mit den
ges= und Jahreszeiten die Farbe
chſelten, ſondern in dieſer Be=
dung
auch abhängig ſeien von
Weſensart und inneren Hal=
g
deſſen, der ſolchen Ning trägt.
weiß nicht, was daran Wahr=
k
iſt. Sicher aber ſcheint mir,
der göttliche Kriſtall des
ihnachtsfeſtes geheimnisvoller
andlung unterliegt, und daß
e Wandlung zügleich auf die
ſchaffenheit des Feiernden hin=
ket
, ihm vielleicht unbewußt,
es ſo oft in dieſer irdiſchen
rumwelt der Fall iſt.
Meine früheſte Weihnachts=
nerung
ſtammt aus dem vier=
Lebenjahre; ſie gipfelte in der
enntnis, daß Weihnachten es
tun habe mit einem Vater,
* Mutter und einem Kinde;
der Vater war mein Vater,
Mutter meine Mutter, und
Kind war ich lelbſt. Auch an
rn Weihnachtbaume fehlte es
E, den ich ſelbſwerſtändlich nicht
btete, und im übrigen hockte
auf dem Boden das Sim=
war
dreieckig, hieß die
g, und war zu anderen Sei=
ein
Studierzimmer , mein
er aber kniete bei mir, wo=
H das Größenverhältnis zwi=
r
uns einigermaßen verringert
De. Er baute etwas auf, wie
agte, und ich erinnere mich
der leidenſchaftlichen Ceil=
rne
, mit der ich ihm zuſah.
Erſtaunlicherweiſe war übers
wieder Weihnachten. Ich
B daraus, daß meine Eltern,
vermutlichen Erfinder dieſes
s, aus der Sache eine ſtän=
Einrichtung gemacht hätten.
man mit Hilfe des Wunſch=
Is auf die Beſcherung einen
Iſen Einfluß ausüben konnte,
rte ich ſehr; freilich war ich
oft in einer ärgerlichen Ver=
rheit
, was ich mir wünſchen
auch das Wünſchen iſt
Begabung! Sugleich fing ich
die Vorbereitungen auf das
zu beachten und geriet damit
rie entzückende Welt der Er=
ung
und des Geheimniſſes
ri. Eines Cages begann das
chneiden der bunten Netze
Jarbe des Papiers war bei Licht ausgewählt das
golden der Nüſſe mit Schaumgold, das Suſchneiden der
Hnachtslichter aus edlem Bienenwachs, das Anbinden
Eberſponnenen Glaskugeln, der Eiszapfen und Cragant=
en
an rote Wollfäden, es raſchelte von Lametta, es
1 2 von blank geputzten Apfeln, täglich wurden Pakete
geben, und nur eines übertraf dies alles: daß wirklich
Morgens der vierundzwanzigſte Oezember da war!

In dieſem Cage wurde ſogar das Alittagsmahl ohne
rcht verzehrt; die Eltern taten immer geheimnisvoller.
2 ich hieß es: es wäre wohl ſo weit. Wir ſtürzten in
2 Tüche, um unſer Mädchen zu holen, während der Vater
U Dwand und die Mutter ſich an das Klavier ſetzte. Alle
onachtslieder ſangen wir, wobei wir zuweilen auf die
Slügeltür hinblickten, unter der es feurig ſtrahlte
als dünner Lichiſtreifen wohl aber wir wuß=
woher
der ſchöne Glanz kam. Denn wenn wir auch

nie zuſehen durften, was auf der anderen Seite der Cür
geſchah, ſo kannten wir doch die ſilbern leuchtende Perl=
mutterſchale
, die auf dem Arbeitstiſch unſeres Vaters
ſtand. In dieſer Schale lag das ganze Jahr über ein Licht
des lotzten Weihnachtsbaumes: mit dieſem Licht mußte der
neue Weihnachtsbaum angezündet werden. Als ich ſpäter
mein Haus gründete und mit meiner Frau unſere erſte
Chriſttanne ausſchmückte, da habe ich mir zuvor ein Licht
von meinem väterlichen Weihnachtsbaum geholt, damit die
helle Flamme, die durch meine Kindheit und Jugend ge=
wandert
war, weiter wandern könne durch mein ganzes Leben.

Doch nun wir ſangen gerade das Lied vom Cannen=
baum
klingelte es, und die Cürflügel taten ſich auf. Wir
dachten: jetzt kommt die große Freudel und gingen ganz
langſam in die Weihnachtsſtube. Dort lag ſchon die Bibel
unſerer Mutter, auf deren erſter Seite der alte Glaubens=
mann
und Menſchenfreund Blumenhardt einen ſchönen

Spruch aufgeſchrieben hatte, und
ſo wurde denn die Weihnachts=
geſchichte
geleſen, die beſte aller
Geſchichten im Himmel und auf
Erden. Ich habe Gott für viele
Güte in meinem Leben zu danken;
daß meine Mutter aber uns von
Kindheit an die Weihnachts=
geſchichte
vorgeleſen hat, und daß
der Klang ihrer Stimme, ſolange
ich lebe, mit dieſer Geſchichte für
mich verbunden ſein wird, das ge=
hört
zu dem Beſten, was ich weiß.
Wenn ich über dieſen Aufſatz
die Worte vom Wandel des Feſtes
ſchrieb, ſo meinte ich damit, daß
die ſpäteren Jahre bei jedem Men=
ſchen
die Offenbarung eines völlig
neuen Weihnachtsfeſtes bringen
ſollten, ein Weihnachten, das nicht
nur Vergangenheit, ſondern ewige
Gegenwart und umvollendete Su=
kunft
iſt.
Sum erſtenmal empfand ich den
Gegenwartsſinn des Feſtes, als an
dieſem Feſt mein eigenes, erſt=
geborenes
Kind teilnahm. Was
Maria bedeutet und das Kind auf
ihrem Schoß das wiſſen ſo ganz
doch wohl nur Eltern.
Danach lehrten mich die Leiden
dieſer Welt, lehrte mich jede Ent=
täuſchung
, die das Leben bringt,
lehrte mich das immer bewußtere
Empfinden von der Vergänglich=
keit
alles rein irdiſchen Glückes
die Weihnachtsfreude iſt ein Stück
himmliſches Land, das auf nicht
ganz erklärliche. Weiſe in die
Schattengefilde dieſer Seit hinein=
reicht
.
Auch bedachte ich weiter, wie
alles beſſer wäre auf Erden, wenn
die Menſchen ſich wirklich ent=
ſchließen
könnten, den Sinn der
Weihnacht als den Sinn des Le=
bens
und der Welt überhaupt zu
begreifen, wenn ſie es endlich ein=
mal
ernſthaft mit der helfenden
Liebe Chriſti verſuchten, und nicht
nur mit dem Necht oder der Ge=
walt
oder dem ſogenannten Vorteil.
Endlich jedoch: das Feſt wan=
delt
ſich dem Alternden auch darin,
daß es an eine andere Stelle rückt.
Freilich, zunächſt wird es ein Feſt,
das in ganz beſonderem Maße das
Glück der Kindertage vergegen=
wärtigt
und die Feiernden mit
denen verbindet, die in den Grä=
bern
ruhen. Es gibt aber eine
Stunde, wo uns die Überweltlichkeit ſeines weſentlichen Be=
ſtandes
, wo uns die in ihm verkündete ſuchende Gottosliebe
ſo groß wird, und wo wir die unendlichen Aufgaben, die es
unſerer Liebe ſtellt, ſo empfinden als über alles Cun in dieſer
Seit hinaus und ſo hindeuten auf eine Vollendungswelt, daß
wir plötzlich nicht nur am Beginn unſeres Lebens einen
Chriſtbaum erblicken und hinter ihm die lange Kette, der
andern bis auf dieſen Cag, ſondern auch dort, wo unſer
Blick nicht gerne weilt, auch dort im Grau und im Däm=
mern
des letzten, über dem Hügel, der auf uns wartet
auch dort iſt ein Flammenbaum entzündet, auch dort ſingen
Engel, auch dort iſt die große Freude und iſt Er, der alles
Heiles Anfang und Ende bleibt. Vielleicht iſt es doch
nicht richtig, vom Wandel des Feſtes zu reden, denn das Feſt
wandelt ſich nicht, wohl aber unſer Sinn, der von Wunder
zu Wunder vorſchreitet, der den heiligſten Kriſtall in allen
Negenbogenfarben erblickt, um zuletzt zu begreifen, daß ale
die Farben eins werden in dem weißen Lichte, das über alle
Namen iſt, in Gott und ſeiner unerſchöpflichen Liebe und Creue.

Nach einem Holzſchnitt von H.

Snamrl warmim mmmmmnswpmrg mmmgmnme rm mnwsnnngnwrgne nnEnngnngnnnnrnEnangang nngangnnEnnngnnnn

[ ][  ][ ]

Der Weihnachtsduft.
VVon E. Schmidt.
Günther hatte in die erſte Reihe ſeines Wunſchzettels einen
Rodelſchlitten geſetzt, und die kleine Inge wünſchte ſich ihre erſten
Schlittſchuhe. Mitte November kam ihr Vater, der im Aus=
wärtigen
Amt tätig war, mit der Nachricht nach Haus, daß er
auf einen Konſulatspoſten in einer afrikaniſchen Hafenſtadt ver=
ſetzt
ſei und, da der Vorgänger plötzlich geſtorben war, nur eine
Friſt von wenigen Cagen für die Umzugs= und Neiſevorberei=
tungen
erhalten habe. Die Kinder konnten es lange nicht be=
greifen
, daß ſie nun ganz neue Wunſchzettel ſchreiben mußten,
weil ſie in Afrika weder für einen Nodelſchlitten, noch für
Schlittſchuhe Verwendung haben würden; die Sorgen ihrer
Mutter, die wenige Wochen vor Weihnachten den geſamten
Haushalt zuſammenpacken und in einen anderen Erdteil ſchicken
mußte, entgingen ihnen in der Aufregung über die große Verän=
derung
ihres Lebens.
Sie reiſten viele Cage durch drei Länder, ſie ſtiegen in ein
Srhiff, und als ſie an Land kamen war die Luft weich und warm.
PPalmen ſtanden auf einer Straße nahe dem Hafen, mannshohe
ſtachlige Kakteen wuchſen in winzigen Gärten, und die Agaven
ſchickten ihre roten, kerzenartigen Blüten an viele Meter langen
Stämmen in den Himmel hinein.
Das alles war für die Kinder neu und intereſſant, und ſie
vergaßen einige Cage ſowohl den Schnee als auch das nahende
WWeihnachtsfeſt. Aber auch ihre Mütter hatte etwas vergeſſen:
es war ihr in der Eile der Abreiſe nicht eingefallen, daß es in
Afrika keine Weihnachtsbäume gab. Sie ſchrieb zwar ſofort
nach Deutſchland, doch ſie hatte wenig Hoffnung, daß in der
kurzen Seit das beſtellte Bäumchen rechtzeitig eintreffen würde.
Crübe, kalte Negentage ſetzten ein, und die Kinder, die
anfangs im Hotel, ſpäter in der halbfertigen Wohnung an
kahle, ungemütliche Simmer gefeſſelt waren, ſehnten ſich wieder
nach der Heimat, nach deutſchen Stuben mit Kachelöfen, nach
Schnee, Eisbahn und nach der Schule und den Schulkameraden.
AAls der Vater eines Cages ein Bündel Supreſſenzweige brachte
und daraus einen Weihnachtsbaum zimmern wollte, kam ihnen
erſt zum Bewußtſein, daß in dieſem Jahre ſelbſt der Cannenbaum
und der unvergleichliche Weihnachtsduft im Hauſe fehlen würde.
Ihre Mutter aber verzweifelte, als ſie den Chriſtbaum=
ſchmuck
an die düſteren Sweige hängen ſollte. Sie hatte ſich auch
mit der Weihnachtsbäckerei abgemüht und nur einen jämmerlichen
Erſatz zuſtande gebracht, weil ihr hier faſt alles fehlte, was nach
ihren deutſchen Rezepten notwendig war. Die anſtrengende
Reiſe, die viele Arbeit beim übereilten Einrichten der Wohnung
und der Kummer darüber, daß die Kinder, die ihre beſten
WWünſche ſtreichen mußten, nicht einmal einen richtigen Baum
haben ſollten, hatten ſo an ihren Nerven gezerrt, daß ſie ſich
wenige Stunden vor der Einbeſcherung auf einen Stuhl fallen
ließ und laut aufſchluchte.
Die Kinder hinter der Cür hörten das Weinen, und bald
liefen auch Inge die Cränen an den Backen herunter, Günther
begann krampfhaft zu ſchlucken. Plötzlich ergriff er die Hand

der Schweſter und ſagte: Wir wollen im Hafen fragen, ob unſer
Baum angekommen iſt.
Sie ſchlichen ſich aus dem Haus und ſteuerten an den lär=
menden
Afrikanern, an ihren langſam ſchaukelnden Kamelen und
an den ſauſenden Autos vorbei. Aber als ſie vor dem Hafentor
ankamen, ließ der bewaffnete Soldat ſie nicht hinein. Sie blieben
noch einen Augenblick zögernd ſtehen und ſagten in ihrer Sprache
etwas von dem Baum, da brummte der Soldat ungeduldig:
Allex, allez! und jagte ſie wie zwei verirrte Schäflein davon.
Auf der Straße kam ihnen ein heftiger Stoß des ſeit
einigen Cagen wehenden Schirokko entgegen und hüllte ſie in eine
dicke, graue Staubwolke, die ihnen in Mund und Augen drang.
Günther ſpuckte den knirſchenden Sand aus und ſchimpfte, um
nicht, wie Inge, von neuem weinen zu müſſen.
Grüne Weihnachten ſoll das ſein? Graue Weih=
nachten
nenne ich das, Schmutzweihnachten! Und er dachte an
weiße Weihnachten, an die Cannenbäume, die im langen Neihen
an den beſchneiten Straßen ſtanden, an den weihnachtlichen Ge=
ruch
in der Heimat. Dabei kamen ihm doch noch einige Cränen,
die er unter dem männlichen Gemurmel: Der verdammte
Staub! mit dem Caſchentuch fortwiſchte.
Als er wieder klar blicken konnte, ſah er etwas, deſſen Wert
er erſt hier in der Fremde erkannte: der Schirokko hatte wunder=
barerweiſe
neben vielem Unrat einen ziemlich friſchen Cannen=
zweig
herangeweht, von einer echten Edeltanne, die ſich wahr=
ſcheinlich
irgendein anderer Europäer hatte rechtzeitig ſchicken
laſſen. Günther hob ihn auf, als ob er ein Kleinod ware. Auch
Inge hielt bei ſeinem Anblick mitten im Schluchzen ein und
lächelte.
Die Mutter hatte inzwiſchen mit der Hilfe ihres Mannes
dem Einbeſcherungszimmer doch noch einen weihnachtlichen An=
ſtrich
gegeben, der durch den heimatlich leuchtenden Petroleum=
ofen
noch verſtärkt wurde. DDie Sypreſſenzweige ſteckten nun

pyramidenförmig an einem Bambusſtock und erinnerten mit ihrem
vielen glitzernden Schmuck ganz von ferne an eine Canne. Aber
etwas fehlte vollkommen: der weihnachtliche Duft, den die von

Der Weihnachtsengel.
Eine Kindergeſchichte von Bernhard Vehſe.
In Peters Kinderreich hatten die Erfahrungen mit dem
andern Geſchlecht ſich bald zu einer feſten Vorſtellung verdichtet.
Mädchen waren verächtliche Geſchöpfe, die Kleider ſtatt Hoſen
trugen. Immer wollten ſie recht haben. Und wenn man ihnen
handgreiflich beweiſen wollte, daß ſie unreiht hatten, dann plärr=
ten
ſie gleich los, liefen nach Hauſe und verpätzten einen. Und
die Großen halfen immerzu den Mädels. Wenn eine Geſchichte
mit Mädels war, dann war der Bub immer der Schuldige. Und
dann konnte man die Geſchichte ausfreſſen. Nein, was ein rich=
tiger
Bub war, der wollte nichts mit ihnen zu tun haben. So
hatte es in ſeinem Kinderreich nur Buben gegeben. Mädels
du lieber Gott, man wußte ſchon gar nicht mehr, daß es
welche gab.
Aber ſetzt waren ſie mit einem Male da. Peter war in die
Schule gekommen. Das Lernen machte ihm große Freude. Und
die Lehrerin mochte ihn gern. Die Schule war herrlich. Nur daß
neben jedem Bub ſo ein dummes Mädel ſaß, mit dem man auch
rein gar nichts anfangen konnte, das verdroß ihn ſehr. Und gar
erſt auf den Schulausflügen. Da mußte man Hand in Hand mit ſo
einer Pute gehen, die immer nur von neuen Haarſchleifen und
Puppen erzählte, für vernünftige Dinge, wie ſeine Sammlung
Liebigsbilder mit Indianern und Cowboys, gar kein Verſtändnis
hatte und die gleich losplärrte, als er mal einen Maikäfer aus
der Sündholzſchachtel nahm und ihn ihr auf den Nacken ſetzte.
Natürlich war er ſchuld, daß der Maikäfer aus Angſt vor dem
Geſchrei den Nücken hinunterkrabbelte und ſich, in den Kleidern

verſteckté. Drei Cage machte ihm die Lehrerin böſe Augen, bis
er ſie durch eine gute Arbeit wieder verſöhnte. Seitdem waren
alle Mädels in der Schule Luft für ihn, und er ſchwor ſich, nie
mehr mit ſo einem albernen Geſchöpf auch nur ein Wort zu
ſprechen.
Da ging eines Cages, mitten in der Leſeſtunde, die Cür auf,
und Frau Biedermann, die Schulvorſteherin, brachte eine Neue‟
herein. Das war Cüpfi. Ein zierliches, kleines Ding mit leb=
haften
blauen Augen und blonden Locken. Die Lehrerin über=
legte
, wem ſie das Queckſilberchen, das ohne Scheu vor der
fremden Umgebung auf dem Podium umhertrippelte, beigeſellen
ſollte. Denn ſie hatte den Grundſatz, die entgegengeſetzten Cem=
peramente
zuſammenzuſpannen, um ſo einen Ausgleich in der
Schulbank zu ſchaffen. Da fiel ihr Blick auf Peter, der ſeit der
Maikäfergeſchichte wie ein Einſiedler in der Selle auf ſeinem
Platz ſaß. Das war der richtige Ausgleich für das Sprüh=
teufelchen
.
Cüpfi begrüßte den Kameraden mit ihrem ſchönſten Lächeln.
Aber an Peter prallte es wirkungslos ab. In der Pauſe auf dem
Hofe wich ſie nicht von ſeiner Seite. Wie eine Waſſermühle
ging das kleine Mäulchen. Cüpfis Eltern waren aus einer frem=
den
Stadt im Süden hierher gezogen. Ihre Stimme hatte einen
Confall, der Peter, ob er wollte oder nicht, angenehm ins Ohr
ging. Sie iſt wie eine Goldammer, dachte Peter und wurde
rot dabei, denn er hatte die Goldammern gern. Aber dann gab er
ſich einen Nuck und ſagte, ſie ſolle doch zu den anderen Mädels
gehen. Da traf ihn ihr Blick. Ein Auge voll Vertrauen, voll
Bitte um ſeine Seele. Mädels mag ich nicht. Ich mag Buben
viel lieber; dich hab ich gleich gemocht, ſagte ſie mit einer
Stimme, die durch ſeinen Jungentrotz hindurch ihm ins Herz ging.
Als ſich dann noch ergab, daß ſie auch eine Sammlung Liebigs=

den Lichtern verſengten Nadeln verbreiten. Dafir
unangenehm nach Petroleum.
Vielleicht würden die Kinder es nicht merker
Eltern. Doch Günther ſchnupperte ſofort, und auch in
daß hier bei allem falſchen Schein etwas Wichtig /
kam den Kindern ein ausgezeichneter Gedanße:
Mutter am Klavier ſaß und die Weihnachtslieder
Günther ſeinen bisher verborgenen Cannenzweig ei
daß die Nadeln ſofort aufpraſſelten. Staunend
Eltern die heimatliche Gabe der Kinder, und der P
war ihnen diesmal das beſte Weihnachtsgeſchenk.
Günther ſtand wie der Hoheprieſter bei einer be
lung mit dem Cannenzweig da und ſpendete in ke
rungen die unvergleichliche Slluſſion, die alle heima
nerungen weckte, bis die Lichter verlöſchten und d.
ihre Moskitonetze krochen, um einem heimatfernen.
lichen Sonnentag entgegenzuſchlafen.
Weihnachten in Los An
Von Helen Nitter.
Die rechte Stimmung fehlt, obwohl hier alles M
liche getan wird, um das Seſt vorzubereiten. Schon
ber fangen die großen Kaufhäuſer mit ihren wirkli
tigend prächtigen und zum Ceil auch geſchmackvollen
ausſtellungen an.
In den letzten Cagen ſteigt das Gewühle bis zur
gung. Der Verkehr, der in Downtown ja immer

Crotz aller
enen, die
Euopa

ſtockt faſt gänzlich. Nur ſchneckenartig können ſich die
bahnen und Autos fortbewegen. Für einen eintelnen
braucht man einen Vormittag.
Am Sonntag vor Weihnachten waren wir zu eſer
nachtsfeier in einem internationalen Verein eingeladen, C
wahrhaft großartige Organiſation, ſeine Hilfe unterſe.
allen bedürftigen Fremden in Amerika zukommen laſſt. *
gebeten worden, ein Klavierſtück zu ſpielen und eine Sall?
begleiten. In dem kalten, ſcheunenähnlichen Gebäude, 92
weihnachtlichen Schmuckes entbehrte, einen mageren Läſſt
ausgenommen, waren ſo ziemlich alle Nationalitaten Ve
darunter mancher, deſſen Heimat man auch mit vieieſt
nicht herausgebracht hätte. (Wir pflegen ſolche Mſſchük.
die Schwarzweiß= oder Weißgelbkarierten zu hehſtel-
Sängerin, eine übrigens reizende kleine Franzöſin, hatfe M4
erklärt, daß ihr das Lied: Stille Nacht, heilige 309
gar nichts ſage, und ſie alſo auch nicht wiſſe, wie ſe P44
habe. Sie ſang es dann auch wirklich ſo ſeelenlos, 009

ilder beſaß, da war die Freundſchaft geſchloſſen. Oie
achmittag ſollte er mit ſeiner Sammlung zu ihr Foſſllebe
das Cauſchgeſchäft beginnen konnten.
Cüpfis Eltern bewohnten ein ganzes Haus mit eiſtel 2
arten. Sie war das Neſthäkchen. Die großen Oile.
hnten den kleinen Spätling. Und alle Spielſachelh. L
twuchſen, ſammelten ſich bei ihr und wurden ihr 10dhde.
igentum. Da gab es eine ganze Bahnhofsanlage . S
richtig fuhren. Eine kleine Armbruſt, mit der moh it. *
)t ſchießen konnte. Und Schmetterlingsnetze, mit Dele.
f der Wieſe hinter dem Garten die bunten Sonehdode.
ſeutete.
Peter war begeiſtert von dem neuen Kamerodeh. . L
len Spielen wie ein richtiger Bub benahm. Aber Deich L
üide gelpielt hatten und auf dem großen Birnbalh d.
hehen=

pfi den Arm um ſeinen Nacken ſchlang, um )09
ann ſaß Peter da in ſtummer Seligkeit und auſchle .
timme, die von den kauſend bunten Wichtigeitel. .
elt erzählte.
zen aur
Aber auch in dieſes Kinderparadies fand die Schlang.
ng, die darauf ausgeht, Harmonien und Diſſond
ſen. Cüpfi ſtreckte die Hand nach Peters Steh.
Dieſe Sterne funkelten im Pult der Lehetil. D.
nfe
en die Papierdogen von tiefblauer Garbe, die A.b
6
endhimmel erinnerten, bevor die Sterne 0us L
vorgucken. Jedes Kind hatte Anrecht auf einte. D
Sbogen. Die Sterne aber darauf hervorzuid
ufgabe der Kinder.
Für jede Arbeit, die ein beſonderes 2o) P
en kleinen Stern. Und wer ſechs Heine Sterne Ritck

[ ][  ][ ]

ichn?: Gefühl hatte, unſer uraltes ewig ſchönes Weihnachts=
ed
Sren. Es wurde dann noch ein langes dilettantenhaftes
Fro,g im heruntergeleiert. Anſprachen wurden gehalten, in
eners r: Waſhington bis Lindbergh ſo ziemlich alles vorkam,
ur x /s Weihnachtliches, kurz, die Veranſtaltung ähnelte allem,
ur 4/ Weihnachtsfeier, und der Cannenbaum mag ſich ge=
unds
Haben, zu welchem Sweck er eigentlich da ſei. Schließ=
ch
m12 Stille Nacht nochmals von allen Nationen getrennt
eſunr) ſo daß jede einen Vers in ihrer Mutterſprache zum
eſterzl p. Als aber die Deutſchen ihren Vers geſungen hatten,
at dS Dirigent, ſie möchten doch das ganze Lied wiederholen.
r he/ alſo doch aus unſerem ſicher nicht ſehr ſchönen Geſang
us ſe Etwas herausgehört, ohne das es nun einmal kein
genky s Weihnachten gibt. Wir aber ſangen voll Freude und
tolz / Lied, das den anderen Nationen ſo gar nichts ſagt,
dd.. Hauber ſie ſich doch nicht entziehen konnten.
W Nekordweſen hat ſich hier auch in die Weihnachtszeit
ngeſ /den. Diesmal galt es, den größten Weih=
ach
aum zu finden. Es herrſcht hier die wirklich ſchöne
itte, rr acht bis vierzehn Cage vor dem Feſt an den öffent=
hen
/kzen, auf den Geſimſen und Schutzdächern der Waren=
äuſern
wo es ſonſt angeht, Chriſtbäume aufzuſtellen, die dann
beng) Abend ihren Lichterglanz mit den aufdringlichen Licht=
klanm
vermengen. Diesmal ſchoß der Examiner, eine viel=
leſer
eitung, den Vogel ab: Aus den Bergen, viele Meilen
n 23ngeles, hatten ſie einen währen Urweltrieſen von
aumm enormen Koſten und Mühen in die Stadt ſchleppen
ſſen. Baum war dreißig Meter hoch und ſah im Schmuck
iner oſen Lichter wirklich überwältigend aus. Unter dieſem
aum y=de den Stadtkindern am Weihnachtstage beſchert,
ider Itrömendem Regen. Aber die Kleinen ſtrahlten doch
der d.4 was Santa Klaus, der hier die Stelle des Chriſtkindes
rtrit-3 nen brachte.
IſFl, aber nicht ſeltſam, daß, trotzdem in der Offentlichkeit
es go wird, um das Seſt zu betonen, eigentlich niemandem
rechxt eihnachtlich zumute wird? Liegt es daran, daß die
Arwackh ui das Feſt in Parties feiern, wie hier die Geſell=
haften
! rannt werden, und daß in den Familien Weihnachts=
Kume /ritlich nur für Kinder geſchmückt werden? Und wie=
ele
Fe3 ien haben in Amerika Kinder? Kinder ſind ein Luxus=
genſtey
geworden, den ſich nur noch die Millionäre oder die
unz Wfnisloſen leiſten.
Crr rller Nekorde, trotz allen Getriebes und trotz der Un=
mmeru
e für dieſes Feſt verausgabt werden, fehlt ihm die
beele, u rh hatte den Eindruck, als ob auch das Chriſtfeſt nur
feiertt: de, weil es nun mal ſo Sitte iſt, und man es in
uropag weil es das business verlangt und weil es im chriſt=
hen
8. der ſteht, den dieſes ſo unendlich chriſtliche Land doch
nhaltest . Den wahren Sinn aber werden ſie nie ergründen.
Die Wachskerze.
Ein Kindermärchen.
Von Frank Chieß.
einmal ein Kaufmann, der verkaufte ſchöne bunte
on Weihnachtsbaum. Wirklich wunderhübſche, bunte
aufte er. Sternchen, Flitter, Lametta, Silberſtreifen
Terzen.

Kaufmann kam am 25. Dezember ein kleiner
agte: Ich möchte, bitte ſchön, eine Wachskerze

Eine? fragte der Kaufmann.
Ja, eine Wachskerze, bitte, ſagte der kleine Junge und
zitterte ein wenig vor Kälte. Denn er war armer Leute Kind
und beſaß nur einen ganz winzigen Weihnachtsbaum, ſo groß
wie eine Erikaſtaude. An dieſem Baum hatte höchſtens eine
Wachskerze Platz. Außerdem wären zwei viel zu teuer geweſen.

Er zahlte einen Groſchen, nahm die Wachskerze, es war eine
grüne, ſagte danke ſchön und ging.
Bei dieſer Gelegenheit erfuhr die grüne Wachskerze, daß ſie
eine Wachskerze ſei. Lange dachte ſie darüber nach, plötzlich
aber hatte ſie es begriffen.
Als nun der Heilige Abend herankam und die Wachskerze
aufgeſteckt und entzündet wurde, herrſchte große Freude. Und
zwar auf allen Seiten. Denn erſtens war es Weihnachten, und
wer zu Weihnachten ein brummiges Geſicht zieht, der gehört
unter eine Käſeglocke und nicht unter einen Chriſtbaum, und
zweitens begriff unſere Kerze jetzt erſt, wie wunderſchön es war
zu brennen.
Ja, weiß der liebe Gott, das war prächtig. Die Menſchen
haben davon keine Ahnung, denn die ſind höchſtens lauwarm
wie Spülwaſſer, aber nicht heiß wie ein Flämmchen, und brennen
können ſie ſchon gar nicht. Das heiße Wachs tropfte und duftete,
das Cannenbäumchen duftete auch ein bißchen, und der kleine
Junge hatte beide Arme auf den Ciſch geſtemmt und ſtarrte in
die Slamme.
So weit ging alles aufs beſte. Doch plötzlich bemerkte unſere
Wachskerze etwas Schreckliches. Sie bemerkte, daß ſie kleiner,
immer kleiner wurde. In ihrer Aufregung fragte ſie den Can=
nenbaum
, ob es wahr ſei, daß ſie kleiner werde?
Jawohl, ſagte der Cannenbaum, das ſei nicht zu leugnen.
Aber ich bin doch eine Wachskerze! ſchrie ſie und flackerte
verzweifelt. Der Cannenbaum zuckte ſeine ſechs Aeſtchen und
ſchwieg.
Da fragte die Kerze den kleinen Jungen: Du, Junge, ſag
mir bloß, iſt es wahr, daß ich immer kleiner werde?"
Ja, es iſt leider wahr, erwiderte der Junge.
Aber ich bin doch eine Wachskerze! ſchrie ſie abermals.
Ich muß doch größer werden!
Da erſchrak der kleine Junge. Wem das Lichtchen eine
Wachskerze war, mußte es freilich größer und nicht kleiner
werden. Er löſchte es alſo raſch aus und beſchloß, nachts im
Craum den lieben Gott zu fragen, wie das zuſammenhänge.
Im Craum nahm er die Wachskerze an der Hand, und auch
ſie reichte ihm eine kleine, etwas feuchte Patſche, und ſo gingen
ſie zuſammen vor den Chron des lieben Gottes und fragten,
wie es komme, daß das arme Wachslichtlein kleiner werde, an=
ſtatt
zu wachſen.
Der liebe Gott aber hatte das Chriſtkind auf dem Schoß und
ſprach: Wer ſichtbar verbrennt, der darf unſichtbar wachſen.
Jedes Licht, das meinem Kinde zu Ehren flammt, wächſt als ein
feuriges Seelchen im Himmel. Und wenn jenes geſtorben iſt,
wird dieſes geboren.
Da war die Wachskerze froh, bedankte ſich, gab dem kleinen
Jungen die Hand, der einen großen Diener vor dem lieben Gott
machte, und dann ſtiegen ſie wieder auf die Erde hinunter. Als
ſie aber unten waren, zündete der Junge gleich die Wachskerze
an, blickte in ihr Licht, und beide lächelten und flammten.
Als nun die Kerze erloſchen war, ſiehe, da krähte ein kleines
Stimmchen aus dem Simmer, in dem die Mutter lag. Ein ſehr
junges, ganz ungebärdiges Stimmchen.
Das Lichtlein erloſch, aber ein anderes ward geboren. Und
das wächſt täglich und ſtündlich, hat rote Backen und heißt
Annemarie.

Der Weihnachtsbaum.
Von Eric Hultman.
Deutſch von A. Avenſtrup und E. Creitel.
Direktor Hamberg und ſeine niedliche, kleine Frau gingen
aus, um am Cage vor Heiligabend einen Weihnachtsbaum zu
kaufen.
Es war acht Uhr abends, und ſie kauften eine entzückende
Canne für 4.25. Ein Haufen Jungens war ſofort zur Stelle,
die bereit waren, den Baum für 25 Oere ins Haus zu tragen.
Aber Herr Hamberg fand, daß es ſich nicht lohnte, für das
kleine Stück Weg Crägerlohn zu zahlen. Er wollte ihn allein
nach Hauſe tragen fünfundzwanzigs Oereſtücke ſind heutzu=
tage
nicht ſo leicht auf der Straße zu finden.
Der Direktor trug den Baum alſo eine Weile mit ge=
ſtrecktem
Arm. Aber alle fünf Schritte wechſelte er die Hand.
Hamberg ſtolperte und ſchwitzte und biß die Sähne auf=
einander
.
Lieber Agantur, ſagte ſeine kleine Frau, laß mich zu=
rückgehen
und einen von den Jungens holen, der den Baum
nach Hauſe trägt. Ich werde es von meinem Wirtſchaftsgeld
bezahlen. Du weißt ja, daß du nicht der Stärkſte biſt; denke an
deinen Magen und dein Eiweiß.
Sicilia!, ſagte Direktor Hamberg, wer plackt ſich
eigentlich für dein ſogenanntes Wirtſchaftsgeld ab, und wer
leidet mehr unter meinem Sucker und Eiweiß? Ich oder du?
Frau Hamberg war jung, aber ſie war auch klug für
eine Frau , alſo ſchwieg ſie.
Als ſie den halben Weg hinter ſich hatten, hämmerte Ham=
bergs
Herz, und die Beine bogen ſich unter ihm, als wären ſie
aus Wachs.
Ein Glück, daß ſie ſich in den Kniekehlen bogen, und in der
richtigen Nichtung, ſonſt wären ſie am Ende abgebrochen.
Als Agantur Hamberg etwas ausgeruht war und ſeine
Frau ihm den Schweiß aus den Augen gewiſcht hatte, ſetzte er
ſeinen Weg fort.
Du kannſt doch wenigſtens an der Spitze mit anfaſſen,
ſagte er zu ſeiner Frau, das iſt doch nicht zu viel verlangt,

nachdem du mich überredet haſt, das Elend hier ſelber zu
ſchleppen. Man muß wirklich eine Frau ſein, um einen Weih=
nachtsbaum
am anderen Ende der Stadt zu kaufen, auch wenn
der Platz vor unſerer Cür mit Bäumen voll iſt, zum halben
Preis.
Aber lieber Angantyr, wandte Frau Hamberg ſanft ein,
du weißt. .."
Nuhig, Sicilial unterbrach ſie ihr Mann. Ich weiß, daß
du weißt, daß mein Herz ſolche Strapazen nicht verträgt, und
ich weiß, daß du weißt, daß ich eine Lebensverſicherung habe
und dich nicht mit leeren Händen da ſitzen laſſe, wenn mir etwas
paſſiert, und ich weiß, daß du weißt Himmelherrgott!
Direktor Hamberg drohte der Bordſchwelle, über die er
gefallen war, mit der Fauſt.
Verdammte Plackerei! ſtöhnte Angantur, wenn ich bloß
einen Dienſtmann erwiſchen könnte, aber die gibt es natürlich
in dieſer Gegend nicht. Aber als ich in einer modernen Gegend
wohnen wollte, mußteſt du natürlich
Hör mal, Schatz,
ob wir nicht einen Augenblick zu Hultgren hinaufgehen? Er
wohnt hier Nr. 5. Den Baum können wir ja in den Hausflur
ſtellen. Vielleicht hat er etwas Crinkbares im Hauſe, ich bin
wirklich ein bißchen ſchlapp.

errungen A Ee, bekam zum Lohn dafür einen großen Stern, der
dann in 23' euchtenden Sechseck in der Mitte prangte.
Wäh)d auf Peters Bogen ſchon der dritte große Stern
inmitten 1 Schkzehn kleinen Crabanten aufleuchtete, ſchimmer-
len
beſche, an Cüpfis Himmel erſt zwei winzige Lichtlein. Dem
Bachſtelz:z fiel es ſchwer, hübſch brav auf der Stange zu
I5en und d Ezugeben, wenn vom Lehrerpulte das geiſtige Sutter
gereicht m . Juſt dann, wenn es darauf ankam, ſich einen der
9eißbegeh! Sterne zu verdienen, ſchoß ihr immer gerade etwas
anderes 7 das Köpfchen, das natürlich in dem Augenblick
diel wichr war, als die Aufgabe, die ein Lob verhieß.
Aber? Sterne mußte ſie haben. Das Weihnachtsfeſt rückte
heran. W auf ſeinem Himmelsbogen die meiſten Sterne auf=
Auweiſen e, der erhielt bei der Weihnachtsſchulfeier zum
Sohne derg Seihnachtsengel mit dem funkelnden Stern auf dem
Daupte. Lehrerin hatte ihn den Kindern gezeigt, damit ſeine
Schönheitz! Säumigen anſporne, bis zum Feſt noch manchen
Otern ſichM erringen. Als Cüpfi den wunderſchönen Engel einen
Augenblioll, den Händen hielt, da ſtieg ein heißes Begehren in
9r auf: 1 rußte den Weihnachtsengel gewinnen. Aber das
Dar nur Arlich, wenn Peter ihr ſeinen ſo reich beſtirnten
Himmel ſi1 2te.
Ohresl mſten Spielſachen wollte ſie Peter geben, die Eiſen=
Nayu, dieſ mbruſt, ja noch die Liebigsbilderſammlung dazu
Zeier w.d eſtürzt. Auch nur einen winzigen Stern zu ver=
Denken, / e die Lehrerin verboten und harte Strafe dafür an=
eoroht
. er ſollte ſeinen ganzen geliebten Sternenhimmel
dergeben9 würde ſicher von der Schule gejagt. Ciefgekränkt
eR Lüpff?, vom Kinderfräulein nach Hauſe bringen, ohne daß
Deter ſien Teiten durfte.
Am= Iten Tage fehlte Cüpfi in der Schule. Als Peter

am Nachmittag in ihr Haus ging, erfuhr er von ihrer Mama,
daß Cüpfi mit hohem Sieber zu Bett läge. Beſuchen durfte er ſie
nicht. Am dritten Cage durfte er das Haus nicht mehr betreten.
Die Mama, die ganz verweinte Augen hatte, ſagte, es wäre
anſteckend. Die arme Cüpfi wäre ſehr krank. Da ſchlich er ſich
jeden Cag durch das Gartentor auf die Nückſeite des Hauſes
und blickte auf das dicht verhangene Fenſter, hinter dem
Cüpfi lag.
Die Weihnachtsferien kamen, die Schule wurde geſchloſſen.
Peter ſtand Cag für Cag im Hof und wartete, ob nicht der Vor=
hang
vor Cüpfis Fenſter ſich öffnen würde. Am Vorabend vor
dem heiligen Abend war die Weihnachtsfeier. Auf dem Wege
zur Schule bog Peter ab und ſchlüpfte in den Hof vor Cüpfis
Fenſter. Der Himmelsbogen mit den Sternen lag in ſeinem Cor=
niſter
. Da bemerkte ihn das Kinderfräulein. Als ſie ſeine bit=
tenden
Augen ſah, kam ſie zu ihm herunter. Mit Cüpfi ſtand es
ſchlimm. Heute nacht wäre die Kriſis, hatte der Doktor geſagt.
Was Kriſis war, wußte Peter nicht. Aber es mußte wohl etwas
ganz ſchreckliches ſein. Denn das Kinderfräulein konnte auf ein=
mal
die Cränen nicht mehr zurückhalten und ſchluchzte in ihr
Caſchentuch hinein. Da ſchoſſen auch ihm die Cränen hervor.
Ja, PPeter, flüſterte das Kinderfräulein, unſere Cüpfi wird
ſterben. Sie ſpricht immer von Sternen, den ganzen Himmel voll
Sterne wolle ſie haben. Aber Himmel und Sterne könne doch
kein Menſch ihr geben. Das ſei ein Seichen, daß der liebe Gott
ſie in der heiligen Nacht als Weihnachtsenglein in ſeinen Him=
mel
holen wolle. Da ſtraffte Peter ſich auf und wiſchte ſich die
Cränen aus den Augen: Doch, Fräulein, Himmel und Sterne
ſoll Cüpfi haben. Er öffnete ſeinen Corniſter und reichte dem
Fräulein ſeinen geliebten Sternenbogen. Dann war er wie der
Wind davon.

Als der Arzt am nächſten Morgen ins Krankenzimmer trat,
lachte ihn Cüpfi mit klaren Augen an: Onkel Doktor, jetzt habe
ich meine Sterne und zeigte ihm ſtolz und glücklich den tief-
blauen
Bogen, auf dem die drei großen und die achtzehn kleinen
Sterne wunderbar funkelten. Siehſt du, der Peter hat ſie mir
doch geſchenkt. Der Doktor fühlte ihr den Puls und nickte be=
friedigt
. Jetzt bekomme ich auch ganz ſicher den Weihnachts=
engel
, fuhr Cüpfi mit glücklichem Lächeln fort. Da öffnete ſich
die Cür, die Lehrerin trat herein. An der Hand hielt ſie Peter,
der den ſtrahlenden Weihnachtsengel trug.
Als bei der Weihnachtsfeier Peter ſeinen Sternenhimmel
nicht vorweiſen konnte, da hatte ein anderes Kind den Weih=
nachtsengel
als Preis davongetragen. Die Lehrerin wunderte
ſich, daß Peter ſeinen geliebten Sternen gegenüber ſo gleichgültig
geworden ſein ſollte. Aber auf alle ihre Fragen hatte er immer
nur die Antwort, daß er den Sternenbogen nicht mehr habe. Da
hatte ſie traurig den Kopf geſchüttelt und Peter nach Hauſe ge=
ſchickt
. Aber am Morgen, als ſie ſich bei der Mama nach Cüpfis
Befinden erkundigte, hatte ſie von Peters Sternenopfer br=
fahren
und von dem Wunder, das es hervorgebracht hatte. Da
hatte ſie einen neuen Weihnachtsengel aus ihrem Pult genommen
und war mit ihm zu Peter gegangen.
Und nun ſtand ſie da, und Peter trug den Engel in der
Hand. Cüpfi klatſchte vor Freude in die Hände: Du bringſt
mir den Weihnachtsengel, Peter‟. Da blickte Peter zur
Lehrerin auf. Und als ſie, die Augen voll Cränen, mit dem Kopfe
nickte, da ging er zu Cüpfi ans Beit und legte ſeinen ſtrahlen-
den
Weihnachtsengel in ihre Hände.
Für Peter wurde es das ſeligſte Weihnachtsfeſt. Und die
Erinnerung daran leuchtete durch alle ſeine Cage.

[ ][  ][ ]

Wie du willſt, Anganturchen, erwiderte die junge Frau,
und dann verſteckten ſie die Canne auf den Hof und gingen zu
Hultgrens hinauf.
Da war große Freude, und ſie wurden gebeten, zum Abend=
brot
zu bleiben. Das Abendbrot beſtand aus Brot und ſauren
Gurken und Swiebeln und Glühwein und Sahnſtochern.
Um 12 Uhr brachen Hambergs auf, um nach Hauſe zu
gehen.

Aber Angantur und ſelne Brau und der Weihnachtsbaum
mußten mit zur Wache.
Von da aus verſuchten ſie, bei Hultgrens anzuklingeln,
aber die hatten kein Celephon. Und dann mußte Hamberg einen
Cauſendkronenſchein und ſeine Viſitenkarte als Pfand dafür
geben, daß er ſich am nächſten Morgen bei der Polizei ein=
finden
würde,
Er wurde natürlich freigeſpr
ie Caune ließ er
auf der Polizei liegen.

Können wir die Canne nicht morgen durch Auguſte holen
ſaſſen? ſchlug Srau Hamberg vor, du kannſt ja nicht mehr,
lieber Angantur!
Sooo, ſagte Herr Hamberg und erblaßte ſo, daß es zu
ſehen war, A,aber ich trage ſie trotzdem!
Und Hamberg trug das dicke Ende und leine Srau die
Spitze.
Der Platz vor dem Hauſe war leer, und der Nachtwächter
ſchlief in einer Ecke
Überall lagen Cannenbäume aufgeſchichtet, aber Herr und
Frau Hamberg ſchoben ſich langſam vorwärts durch den Can=
nenwald
ſie an der Spitze und er am dicken Ende.
Plötzlich erwachte der Nachtwächter. . ..
Hedal Stehen bleiben! Stehen bleiben, ſage ich! Wo haben
Sie den Cannenbaum her? Stehen bleiben, ſage ich Cannen=
diebel
Hallol Schutzmann!
Swei Minuten ſpäter waren Herr Direktor Hamberg und
Frau Mittelpunkt einer intereſſierten Schar von dreißig Men=
ſchen
, zwei Schutzleuten und dem Nachtwächter,
Hamberg fluchte und appellierte an das Publikum ſeine
Grau ſchluchite,
Ach, Angantyr, lagte ſie, hätteſt du doch auf mich ge-
hört
! Sch habe dich ſo gebeten, daß du ihn nicht nehmen ſolltelt!
Ach Gott!
Da hören Sie es ja, lagte der Nachtwächter zu den
Schutzleuten, ſie ſagt ja lelber, daß er ihn genommen hat

Weihnachtsbetrachtung
eines Gourmets.

Ne

ſch habe es außerdem mit meinen eigenen Angen geſehen, und
wenn das meine letzten Worte ſein ſollten!
Das war das letzte, was er eine ganze Weile ſagte, denn
Hamberg riß die Geduld, und er trieb dem meineidigen Wächter
leine Fauſt in den Schlund.

Von Georg Grabenhorſt.
Su einem Seſt der Seele gehört ein Seſt des Gaumens.
Dieſer Aphorismus iſt zwar eigentlich keiner, aber darum auch
um ſo tiefſinniger und wahrer. Halten Sie ihn um Gottes willen
nicht für leichtfertig! Er könnte nicht gründlicher mißverſtanden
werden, denn er iſt die ebenſo natürliche wie liebenswürdige
Offenbarung einer ſpezifiſchen praktiſchen Vernunft.
Man kann gewiß manche Feſte allein im Uberfluß der Seele
feiern, und es gibt eminent geiſtige und, was die Materie be=
trifft
, die ſie nicht begreifen, eminent anſpruchsloſe Naturen, die
davon ein Seugnis ablegen, das Menſchen meiner Art be=
ſchämen
müßte. Ja, ich bekenne, daß es Seiten gab und noch
gibt, wo mich, den geborenen Gourmet, den Seinſchmecker aus
Leidenſchaft und von Schickſals wegen, wo mich ein ſchwer=
mütiger
Neid überkommt gegen dieſe Heroen des Überfluſſes im
Geiſte und der Enthaltſamkeit in der Materie. Doch wer kann
gegen das dunkle Geſetz ſeines Lebens aufkommen? Was nützt
alle Einſicht, was bilft alle Sehnſucht, aller Neid und alle
Melancholie? Acb, man kann gewiß manche Seſte allein im
Uberfluß der Seele feiern, aber mir ſind ſie nun einmal erſt recht
vollkommen, wenn ſie ſich auch im Uberfluß der Materie aus=
drücken
, wenn ſie zugleich Seſte des Gaumens ſind.
Sucken Sie nicht die Achſel, halten Sie mein Bekenntnis
nicht für eine jener traurigen Blasphemien, mit denen heute die
jungen Leute umzugehen pflegen!, Lieber Freund, ich beſchwöre
Sie, mir iſt es hier eine Sache des Herzensl
Meine früheſten Erinnerungen ſind unlöslich mit dieſen
Dingen verbunden. Sch kann nichts dafür. Sch glaube auch nicht,
daß es mir allein ſo geht, daß ich eine Ausnahme bin. Es
möchte mir vielleicht ſchmeicheln, wenn es ſo wäre, aber ich bin
ehrlich und erfahren genug, um es beſſer zu wiſſen. Sehen Sie,
geht es Ihnen denn nicht auch ſo: Wenn Sie zurückedenken an
Obre Kindheit, an Ihre erſten Weihnachtsfeſte zu Hauſe, mit
Ihren Eltern und Geſchwiſtern, ſpüren Sie da nicht unwillkür=
lich
, in einer ſeltſamen Nührung vielleicht, den Duft von Gänſe=
braten
und gebackenen Pflaumen, von Mandelkuchen und
PPfeffernüſſen, von allen dieſen guten und wunderbaren Sachen,
die ſich da vor unſerem weiland kleinen Leckermäulchen zu
ereignen pflegten? Spüren Sie das nicht? Ahnen Sie nichts
mehr von der Seligkeit, die Ihnen einſtmals der Chriſtſtollen
bereitet hat, ahnen Sie denn nichts, mein bedauernswerter
Sreund, von der lüßen Feſtlichkeit der Materie‟?
Soll ich Sie weiter erinnern? Oſt das noch nötig? 2nüſſen
Sie nicht zugeben, wie weſentlich die Schokoladekringel, die Fon=
dants
, die Brezel, die Marzipanwürſte, die kleinen, mit bunten
Papiergeſichtern beklebten Weihnachtsmänner aus Spekulatius
einmal für Ihr großes Kinderherz waren? Warum wollen Sie
es leugnen? Ach, wann gab es wieder ſo innige Dinge wie dieſe,
von denen heute, nach 50 und 40 Jahren, ein Duft herüberweht,
ein ſeltſamer Duft, der auf der Sunge namenlos lüß und viel=
leicht
auch ein wenig bitter ſchmeckt, bitter von Geimweh? Gibt
es einen überzeugenderen Beweis, frage ich Sie, als dieſen für
die eigentümliche Verquickung des Seeliſchen mit dem, was Sie
ſo unüberlegt und flüchtig die Materie nennen?
Sagen Sie, hat man jemals mehr moraliſches Necht, ſich den
Magen zu verderben, als Weihnachten? O, ahnen Sie denn nichts
von dieſen lanften Vorgefühlen, von dieſen leiſen Schauern, die
mir über die Sunge rieſeln, wenn ich jetzt an den feſtlichen Weih=
nachtstiſch
denke? Soll ich Ihnen einmal den Mund wäſſerig
machen? Ein ganz klein wenig nur?
Ach, am Chriſtabend liebe ich als=Vorgericht ein pikantes
Paſtetchen, nicht zu fett, mit Worceſter und Paprika, und ſo
klein, daß es nur reizend wirkt, pour exeiter le palais, wie der
Franzoſe ſagt. Das iſt nur, um ſich mit Appetit zuzulächeln.
Man raſchelt ein wenig mit der geſteiften Serviette, und befin=
det
ſich voll Särtlichkeit und Erwartung, wie es ein Karpfen
blau verdient. Vielleicht ziehen Sie aber Flundern vor, oder
Oſtender Butt? Nun, ich finde ja gerade Karpfen blau ſo ſtim=
mungsvoll
. Orgendwie harmoniert der ſtumpfe, mehlige und zu=
gleich
durch die Pfefferkuchentunke, durch Sitrone oder Butter=
ereme
gelockerte, leichtfließende Con des Geſchmacks mit dem

geiftigen Fluidum des Wodlwollens und der A5
über der Cafel ſchwebt. Der Pheinwein dazu im
werden ſich indeſſen auch hier nur ſchwer von
Moſel trennen, der ſa einmal unſer aller letzte 9
wird), alſo ein guter Nüdesheimer oder Nierſteine
ſumpathiſchen Empfindungen nur in jeder Weiſe
ſtätigen.

Wenn man ſich alsdann durch Geſpräche, Co=
ders
mit Hilfe eines loliden Mutterwitzes, der nöt
fer und Salz zur Cafel gehört, wieder etwas erhe
melt hat, dürfte es wohl an der Seit ſein, den G.
ziemend zu begrüßen. Ach, bitte, recht, viel Aepf
men, auch Noſinen und Mandeln, das iſt nun ei

eine Kindheitserinnerung, auf die ich Weihnachter
zichten kann. Maronen ſchmecſen auch vorzüglich da
Gemüſe, das fällt nur beſchwerlich und lenkt von der
ab. Jch würde auch verſtehen, wenn Sie einen geh
zu fetten, nicht zu mageren Rippenbraten meiner Ga
würden. Darüber läßt ſich reden. Aber ſicherlich
genau ſo wie ich roten Bordeaux dazu wählen, eit
St. Sulien oder Medoc=Cantenac, oder einen 1921
de Pichon=Lonqueville. Wiſſen Sie, das gibt dem B
die Cransparen;, gleichſam die metaphyſiſche Proielke
vollenden Sie den Genuß, koſten ihn in ſeiner letzt
teſten Nuance. Das iſt ſozuſagen, um mich bildlich a
der Goldgrund Ihres Behagens. Sie dürfen die K
und ſchmunzeln.
Was ſoll ich Ohnen mehr verratonk. Iſt Ohnen
das Waſſer im Mundo zuſammengelaufen? Ach, e
natürlich, entſchuldigen Sie bittel. Nachher bein ger
terbaum möchte es köſtlich ſein, Cürkenblut zu trinke!
mit Maßen Konfelt zu knabbern, Marzipan und &
Das Cürkenblut miſchen Sie am beſten zwei Dritte
ein Orittel Bordeaux. Ihrem Horrn Papa, oder W4
an beſonders gewichtigen Gäſten in Ihrer Mitte hab
Sie vielleicht größere Freude mit einem Burgunde
etwa oder Chablis weiß, die ſich nach meiner Erjahru
ſchönſte verbrüdern mit einer Habana oder auc B1
Frau aber und dieſe oder jene ſchwärmeriſche Heint
werden Sie gewiß zu Cränen rühren mit einent Halt
der wie kein anderer Wein geeignet iſt, heinſiche
Hoffnungen, Sehnſüchte, Enttäuſchungen und Anelalch
fühlend aufzunehmen und innigſt mit leiner herben Siſte
dringen.
Es fällt mir ſchwer, eine Ende zu finden, das dc
den werden muß, wenigſtens erſt einmal hier, 008 2
und den redaltionellen Ceil betrifft. Laſſen Sie nich
bemerken, daß es, wie ſtets, auch in den Weiſuaclts
die richtige, ökonomiſche Verteilung der Kräſte auße
ich ſage, eigentlich ſollto der obligatoriſche, verdarhen!
zu Weihnachten nie ohne ernſthafteſte Uberlegung, 2004
Plan und ſchöne Methode bewerkeſtelligt werdeil 2
Wort: es kommt auf die Kompofition anl

eee
Wie in den vergaugenen Jahren bringen wir auch dieſes Jahr ein
Weihnachts=Löſungs=Preisausſchreiben.
Diesmal handelt es ſich um eine Aufgabe ohne beſondere Bedin=
gungen
und eine aus dem Gebiete des Märchenſchachs. Für die freund=
liche
Ueberlaſſung der beiden Originale ſagen wir den Verfaſſern auch
auf dieſem Wege unſeren beſten Dank.
Aufgabe 491.
Dr. Ado Kergemer in Lage (Lippe),
W. Orth gewidmet.
Urdruck.
4


T. N. Da iwſon in London.
Urdruck.

Weiß zieht und ſetzt in vier Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Tt1 Da1 Laß 8 a0 Bh4 d4 (7)
Schwarz: Kad La4 8a9 Bat b5 d6 g2 (7)7 4+

2. Dr. Aljechin, Meine beſten Partien;
3. Spielmann. Ein Nundflug durch die Schachſuelt.
Bei gleicher Güte der Bearbeitung erhalten ſolche Miwt
Vorzug, die ſich bereits durch Einſendung von 20ſzuhel. b
haben; im übrigen entſcheidet das Los.
Die Einſendungen ſind mit der Aufſchuiſt
bewerb an die Schriſftleitung, des Darmſtädter Ta
Sie müſſen ſpäteſtens am 19. Januar 1990 einge
18, 1. (Datum, des Poſtſtempels!) abgeſchickt fell.
wird Mitte Februar bekanntgegeben.

bigun
5ch
lewe
chung
allge
gorne

Streichholz=Mätſel.


Durch Umlegung von vier wagerechten Hölachen 1T
Goetheſche Frauengeſtalt,
Auflöſungen der Rätſel an2 Mr.

Schachbieten=Bickzack: Weiß ſchlägt nicht, gibt auch kein Schach
(Schachmatt ausgenommen); Schwarz muß ſtets Schach bieten, zieht
aber nur, wenn er Schach geben kann.
Weiß zieht und ſetzt in fünf Zügen matt,
Prülſtellung: Weiß; Ek4 De1 (s)-
Schwart: Fal Tal Lb4 Ba2 d0 76 gt h8 (8): Schachbieten=9ickack; O4k.
Löſungs=Preisausſchreiben.
Für die richtige und vollſtändige Löſung obiger Aufgaben ſetzen wir
drei Buchpreiſe aus:
1. Reti, Die Meiſter des Schachbretts;

Weihnachts• Mätſel.
1. Leo, 2. Nil. 3. Tanne, 4. Bozen, 8. Autwol,
7. Freitag, 8. Sudermann, 9. Aller Anfaug.
Ein Zweirad.
Kreuzwvorträtſel.

Druck, Verlag u. Kliſches: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei. Rbeinſtr 23. Verantwortl. für die Nedaktion: Dr. 5 Nette. Darmſtadt. Fernſor, 1, 23892392. Alle Nechte

[ ][  ][ ]

Hrend in de Woch vor Weihnachte unſer ſchwer bedrickte
Reiest ſchierung mol widder net gewißt hott, wo ſe de nechſte
Dagi miedes Haubt hieleeche ſoll wärklich die ewiche Weih=
nachb
reſe erinnern aam ſo langſam an die ſilwerne Kaffee=
leffel
e wo vorſorgliche un prackdiſche alde Dande regelmeßich
alljei H ihre Gödcher unnern Weihnachtsbaam geleecht hawwe,
damy, wann ſe in de heiliche Stadd der Ehe dräde, des er=
ford
He Dutzend beiſamme hawwe alſo während in de
WWoo/r Weihnachte ſich unſer Reichsreſchierung widder mol
dordi s iebliche Weihnachts=Falleſimend dorchgeſchlengelt hott,
un Tferding, unſer geweſener Reichsfinanzmaaſter, Gott hab=
22en ſ.5p, ſchun des Glaawens war, er mißt ſei Brot an Weih=
nachsrit
Drene eſſe, anſtatts mit äbbes druff, weil em de
Hiljry Schacht en dicke Strick dorch ſein Wunſchzeddel gemacht
hott,1k annerſeiz ſich de Winder uff ſei Amt un Pflichte be=
ſunmy
ei hott uns noch ſchnell die kalde Schulder gezeicht. Ver=
muda
Hott ſich der Winder geſagt, die Belzmendel, die wo vor
Weilü te net gekaaft wärrn, die hawwe nooch Weihnachte
den 1nluß verſäumt, un kenne ſich eibalſamiern loſſe.
2rerſeiz geheert zu=ere richdiche Weihnachte aach e bische
Schm) Un wann de Himmel bisher e Eifſähe gehatt hott, un
hott 1. Winder net ſchun lang vor Weihnachte in’s Zeich geh
loſſe,3 Hott=er jedenfalls an die Leit gedenkt, die wo ſich ohne
Belz5! Del behelfe miſſe, un wo froh ſin, wann ſe als ihrm
Ebchch Haam e Maul voll Kohle eiffleeße kenne. Nemlich be=
dräffſ
m Brand, der wo bekanntlich ganz geheerich mit aus
de S lfrißt, do kann mer aach ſage: die Kohle, die wo mer
vorychnachte geſpart hott, die loſſe ſich aach noch ganz gut
nosa/ Weihnachte verbrenne; jedenfalls, die kumme net ins
s ſtädtiſche Reinichungsamt is net bees driwwer,
wannn ret ſchneid, die mache ſich bekanntlich dort net viel aus im
Schnm iin wann ſchun, dann is in e ausgiewicher Räje ſchun
liewen ehmlich in dem Fall kenne ſe uffim ſtädtiſche Reini=
chungn
rt ihr ſemtliche Hend in de Schooß leje; de Räje ſchafft’s
allaa ann’s net grad friert debei.
ich, die Brettcheshibber un die Schiehäscher, die kenne
gornin Eeh genug Schnee krieje. Dann was mache die dehaam
in ihü er Wende mit ihre langbaaniche Helzer, den ſogenannte
Drogl uirs krickt mer ſchnell dick. Un ſo hott aach ſchun die
ganz u Tit her mei Ooſepfeil dehaam uff ſeine Schie geſäſſe,
wie u: Tiehende Kohle, un hott uff Schnee gewort. Iwwrichens
hott ſi! er in ſein achteckiche Wärrſching geſetzt, er wollt mir diß
Johr; Schielaafe beibringe. Jau, der kann mich emol gärn
hawma ch klittſch ſchun ohne Schie alleritt aus, ſogar wann ich
Bäch z. midde im Summer. Un ich ſäh gornet ei, warum ich
ewichc eme verbällerte Hinnervärdel in de Weltgeſchicht erum

Spidi
*

laafe 21

Im iwwriche awwer, un bedräffs dem Winder, ſo ſag ich
doch: nor emol kaa Angſt un brav geheilt, er wärd ſchun ſei
Herrſchaft noch e paarmal adräde, eh’s ganz Friehling wärd. Un
was ſo e richdicher Winder is, der is aach abbes wärt, dann mer
feecht jo, ohne en richdiche Winder, gibt’s aach kan richdiche
Summer. Wenichſtens hott mer frieher ſo gerächent un ſo geſagt.
Awwer heidichendags is jo uff nix mehr en Verlaß, un 8 Wäd=
der
is grad ſo verrickt un verdreht, wie die Leit, un mer muß es
halt ſchun ſo verbrauche wie’s is, un wie’s kimmt, un ſich demit
befaſſe, daß mer halt uffs Beſte hofft.
Un mir ſin jo heit all in de Hoffnung, indem s Kriſtkindche
unnerwähks is, un allerhamd mit uns vorhott. Ja, ich hab die
Woch ſchun geglaabt, ich heer’s de Dräbb eruff kumme, s Kriſt=
hindche
. Awwer es war bloß de Pandmaaſter, un der hott mer
mei Neehſchadullche, als was mei Kaſſeſchrank gilt, dermaße er=
leichtert
, daß ich zu mer ſällwer geſagt hab: Sooche, jetzt hoſt=de
dei Kriſtkindche ſchun for diß Johr Iwwrichens, wie ich mich
vun meim erſte Schrecke erholt hatt, do hab ich emol mei diwärſe
Steierquittunge in meine Kumodſchubblad zuſammegekrabbſcht,
un hab konnſtadiert, daß ich däß Ziel bereits ſchun vor=eme
hallwe Johr bezahlt hatt. Un do hab ich mich im Stille widder
diebich gefraad, un hab geſagt: Sooche, Finanzemtche, jetzt biſt=
de
mol ei gange, un hoſt Geld eigenumme, wo dich nix ageht, un
kannſt=derr de Kobb verbräche, wo der Iwwerſchuß her=
kimmt
.
Freilich, mir macht’s jo den Eidruck, als wann ſe uff de
Finanzkaß aſch wenich nooch de Schrift läwe dhete, indem ſe alle=
weil
bloß nemme wolle, awwer härngääche gäwwe dhun ſe
aam nix, noch net emol e gud Wort. Awwer leider, däß is net
bloß bei de Steier ſo, ſundern mer drifft’s faſt iwwerall ſo ganz
annerſter, als wie, daß es nooch de Schrift ſei ſollt. Beiſpiels=
meßich
geheert doch zu eme richdiche Kriſtkindche aach däß ſcheene
Wort: Friede auf Erden! awwer du liewer Himmel, wo
mer hieguckt, nix als Hennel un Streit, ſo daß mer ſich’s ſchun
gornet gedraut weider zu denke, un zu ſinge: Un den Menſchen
ein Wohlgefallen
Friede uff Erde! Ach, ja, mer heert däß Wort ſo gärn, un
ſo gärn meecht mer’s glaawe. Awwer’s wärd ewich en frommer
Wunſch bleiwe, daß emol e Zeit kimmt, wo der Wolf un es
Scheefche friedlich näwer nanner ihr Wäſe dreiwe. 8 Läwe is
en Kambf, un ſolang noch s Härz ſchleecht, ſolang wärd’s Kambf
ſei; erſt wann ſe uns emol des helzerne Reckelchhe a ziehe, dann
erſt wärd Friede ſei. .
Deitlicher wie je wänd uns däß widder mol klar gemacht,
äwe. All ſtehn gääche all, innerhalb un außerhalb vun de bolli=
diſche
Gäächeſätz. Aach im gewehnliche, ſozuſage im bircherliche
Läwe gibt aaner e Aag drum, wann der anner kaans hott. Die
Konggurenz leßt niemand zur Ruh kumme. Immer ſchärfer un
immer gefehrlicher wärd der Kambf um’s Daſein. Wer net ganz
bickelfeſt ſteht, kimmt unner die Räder, ohne Grund un Bamm=
härzichkeid
. Haß un Neid is Trumb, un vor allem, de Klattſch.. .
Un doch, ich maan, es weer aach heit mehr Lieb unner de
Menſche, drotz allem, un allem. Viele Hend ſin ſtill. un geſchäfdich
am Werk, uffzurichte un Wunde zu heile. Je greeßer die Nod
un der Kambf, je greeßer ſin aach die Werke der Nechſtelieb.
Ja, es is noch net emol exdra needich, daß mer zum Beſte vun de
Wohldädichkeid, ſozuſage am laafende Band, ißt, drinkt un danzt:
ſundern es geſchieht manches Gude nooch dem Grundſatz, daß die
recht Hand net zu wiſſe brauch, was die link dhut. Odder wie’s
in de Schrift haaßt: ſondern, wenn du ein Mahl macheſt, ſo lade
die Armen, die Krüppel, die Blinden, ſo biſt du ſeelich; denn ſie
haben dir’s nicht zu vergelten..
Aus Fraad un Laad wärd des Lewe gewowe. Vieles kenne
mer net ennern, awwer manches henkt doch vun uns ab. Un im
bitterſte Läwenskampf is grad des Weihnachtsfeſt ſo e Art Waffe=
ſtillſtand
, wo mer emol ſich un de annern e Fraad mache kann.
Net bloß mit Geſchenke mann ich, dann ich hab des Gefiehl, als

dhet mer do e bißche e zu groß Gewicht druff leeche, ſundern in=
dem
daß mer die Weihnachte im rechte Sinn un Geiſt feiern
dhut, un daß mer des Feſt des Friedens un der Freide un der
frohen Bottſchaft in ſei Härz uffnemme dhut, dann wärds aam
leicht un licht, un mer kann neie Hoffnung un neie Kraft faſſe
for die Zukunft, un mer dhut net verzage, mag’s gach kumme
wie’s will.
Un in dem Sinn, maan ich, hott doch des Weihnachtsfeſt
immer ſo en ganz beſunnere Zauwer in ſich, un wer aach nor e
bißche e kindlich Gemiet ſich hott in dene hadde Zeide bewahrn
kenne, dem muß jo es Herz uffgeh, un der muß jo en neie Mut
finne, un wann’s aißerlich aach e beſcheidener Lichterbaam is,
den er ſich aſtecke dhut, innerlich kann er doch reich mache. Un
dodra wolle mer uns halte, un wolle e bißche Ausruhe vun
dem Haſte und Jage. Un wann am Beſcheerdag die Glocke leide,
dann wolle mer uns uff uns ſelbſt beſinne, un uns gelowe ſo=
weit’s
wenigſtens an uns liggt, dazu beizudrage, daß däß Wort
wahr wärd:
Friede auf Erden, und den Menſchen ein Wohlgefallen. . ..
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Freilich, des Kriſtkindche kimmt
in ſeine Gudmiedichkeit aach als emol uff recht märkwärdiche
Geſchenke. Beſunners bei Leit, die net mehr wiſſe, was ſe wolle,
un maane, ihne mißt’s was ganz Exdranes bringe. Un ſo hott
des Kriſtkindche die Berliner diß Johr mit=eme Geſchenk iwwer=
raſcht
, un hott’n wunſchgemeeß emol was ganz Exdrafeines ge=
bracht
, nämlich die Staatsuffſicht. Ich bin iwwerzeicht,
des Kriſtkindche hott’s gut gemaant, mit ſeine Berliener. Aw=
wer
wie ſich’s jetzt erausſtellt, ſin die großſpuriche Berliener recht
wenich erfreit iwwer däß Geſchenk. Mer erzehlt ſich, es weer=en
ſogar die Spuche wäckgebliwwe, was mer diräckt als e zoologiſches
Wunner agucke hann. Odder aach als e Mordsblamaſch, dann
die Staatsuffſicht, däß is ungefehr ſo, wie im Kaufmän=
niſche
die Geſchäftsuffſicht; un vun do, bis zum richdig=
gehende
Bankrott is es net ſehr weit..
Jedenfalls, die Berliener därfe alſo vorlaifich net mehr
ſo, wie ſe wolle, ſundern ſie miſſe, wie ſe kenne en Zu=
ſtand
, an den ich ſchun lang gewehnt bin, un jeder der gärn
Ordnung in ſeim Haushalt hott. Un weil ich äwe dodrinn
zimmlich Erfahrung hab, un waaß, wie mer ſich aſtelle muß,
wann mer ſich nooch de Deck ſtrecke will, babbel ich mer jo aach
ſchun die ganze Johrn doher Franze ans Maul; daals mit,
daals ohne Erfolch, beziechlich unſere Stadtverwaldung, un un=
ſere
Stadträt gäächeniwwer. Dann bekanntlich leide die als aach
öfter an=ere ganz unberechdichte Großmannsſucht. Jedenfalls
kenne ſe ſich’s geſagt ſei loſſe, wann däß uns in Darmſtadt emol
baſſiern dhet, daß mer unner Kurradäll geſtellt dhete wärrn,
dann hette ſe mich geſähe, kaa Miniedche mehr blieb ich hier, un
wann ſe mer des beſte Waſſer hieſtelle dhete ..
Iwwrichens ſcheint mer jo aach, ſowohl ſtaatlicher=, wie ſtäd=
tiſcherſeiz
ernſthaft ans Sparn zu denke, dann wie mer heert,
will mer die Darmſtädter un die Meenzer Biehn zu=eme Art
ſiameſiſche Kuldurzwilling vereiniche; odder uff gud
Deitſch geſagt, mer will mitm Theaterzuſchuß zwaa Micke mit
aam Schlag ſchlage. (Ich bitt um Entſchuldigung, wann ich
unſer hoches Landestheater mit=ere Mick vergliche hab, s ließ ſich
in dem Fall net ganz vermeide.) Nadierlich is däß e Obberatzion
uff Läwe un Dod, ſozuſage e Geilskur; s weer net ausgeſchloſſe,
daß mer in zimmlich korzer Zeit bloß noch e Theaderdeffeſidd,
awwer kaa Theater mer hawwe. Wann ſe mich gefrogt hette,
ich hett=en ſicher en annern Auswähk gewißt. Awwer no, ſie
wiſſe jo alles beſſer, un loſſe ſich jo nix ſage. Nu meeche ſe aach
ſähe, wie ſe ganich wärrn. Awwer ſie ſolle mer ſpeeder nor net
kumme, un ſolle mer aans vorgreine wolle, ſunſt jag’ ich ſe, daß
ſe die Baa verliern ...."

Der zeitgemäße Haushalt.

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Zuſam.
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Schinko
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Gramp
Feuerz!
hineirzi
füge
dem O
der E
Panik.

ſ chen verſchiedenen Inhalts gründlich
igen. Am ſchnellſten von allen Flaſchen ſind wohl
Ferflaſchen der Schlafſtube wieder kriſtallklar her=
zuſtelll
Der graue Waſſeranſatz weicht einer Behandlung mit
bei der man auf zirka 1 Löffel voll 2 Löffel Waſſer
e ſchräggehaltene Flaſche damit ringsum benäßt, wobei
Ziſchen der Kalkanſatz löſt, um darauf mit viel klarem
Ihzuſpülen und über Nacht eingewäſſert ſtehen zu laſſen.
F7 Delflaſchen gibt es in einer Miſchung von 2 Teilen
einem Teil Waſſer und einem Teil Benzin ſowie reich=
eſchnittenem
Zeitungspapier, ein ausgezeichnetes Rei=
nigun
=m fttel. Gründlich damit geſchüttelt, nimmt dieſe Miſchung
atz und es bedarf nur noch wiederholten Nachſpülens
r Waſſer, um die Flaſchen ſpiegelnd klar zu bekommen.
chen mit ſtarkriechendem Inhalt, fülle man
zunäckhi rit einer ſtarken Löſung von übermanganſaurem Kali,
damit gründlich durch, fülle dann ſchwarzes Senſ=
Das die letzten Spuren beſeitigt.
Weinflaſchen eignen ſich kleinwürflige, rohe Kar=
H zerdrückte trockne Eierſchalen als Reinigungsmittel
ausge,3 riet. Das übliche Bleiſchrot ſollte man nicht verwen=
den
, m' aber ſind erbſengroße Kieſelſteinchen bei Flaſchen mit
odenſatz ein gutes Reinigungsmittel, das dann zuver=
wenn
Kartoffel= und Eierſchalen verſagen. M. B.
Dhgetretene Ränder an Teppichen und
-legern ſachgemäß auszubeſſern. Wenn
Webfaden durchſchimmert, jedoch die übrige Fläche
rhalten iſt, ſo unterziehe man ſich der kleinen Mühe,
er mit paſſender, grober Wollborte einzufaſſen. Zur
wende man kräftiges Garn (evtl. ſog. Irisgarn) und
Nadel.
m mein Heringsſalat ſo begehrt iſt!
rnien Heringsſalat zu bereiten, iſt eine Kunſt, die ver=
Ɨn will. Und zwar iſt das Hauptaugenmerk auf die
ſetzung der Beſtandteile zu richten. Eine ſolche von
Heringe (würflig geſchnitten), 1 Teil Kartoffeln
glatte) latkartoffeln), 1 Teil Wurſt (dazu eignet ſich am
beſten N. Jagd=, Mortadella= oder Bierwurſt und evtl. gekochter
1 mittelgroßen, ſäuerlichen, geraſpelten Apfel, einer
kleinen! anſolchen Gurke, iſt ausgezeichnet. Die Zwiebel füge
eingerieben bei. Die Soße muß ganz kurz, d. h. der
Salat z, gebunden ſein, darf alſo nicht in der Schüſſel ſchwim=
men
/ rfeinert wird der Salat noch durch Mayonnaiſe, eine
V. . . a.
Meſſe=N e Zucker.
Ich=Auflauf. ¼ Liter Milch ſetze man mit 100
Zutter oder Margarine und 1 Taſſe Zucker auf das
Zitte unter ſtändigem Rühren ¼ Pfund Weizenmehl
O backe die Maſſe im Topfe ab. Etwas ausgekühlt,
3 Eier, die abgeriebene Schale einer Zitrone ſowie
Derſelben, 1 mittlere Taſſe Rum und den ſteifen Schnee
Be bei. Fülle die Maſſe in eine gefettete Form (jedoch
nur X T) und laſſe ſie 2½ Stunde bei Mittelhitze backen. Eine
I.
Der Mandelſoße paßt vorzüglich dazu.

Neujahrs=Speiſezettel.
Sonntag: Hagebuttenſuppe, Schweinslende mit Roſen=
kohl
, Zitronenſpeiſe. Montag: Schwarzwurzelgemüſe mit
Rumſteaks. Dienstag (Silveſter); Gänſeklein mit Reis
und Blumenkohl. Abend: Karpfen blau mit Butter und Meer=
rettichcreme
, Nußſpeiſe. Mittwoch (Neujahr): Fleiſchbrühe
mit Eierſtich, geſp. Rehblatt mit Rotkraut, Vanilleäpfel. Don=
nerstag
: Königsberger Klopſe und Salzkartoffeln. Frei=
tag
: Gefüllter Schellfiſch mit Anchovisſoße, Sellerieſalat.
Samstag: Möhren mit weißen Bohnen und gekochtes Rauch=
fleiſch
.

R

II

Ein Neujahrswunſch.

M4MDAR TBBRDAR MARZ APRII. MAI JUNI JUII AUGUST SEPTENBER OKTOBBR OTENBEEI DEAEuBER

12. 2 7. 4 1. 3 9. 2
5. 2
4. 2 10. 3 9. 4 3. 3 12. 2 2. 1 2. 1 11. 4 4. 3
Wie lautet der Neujahrswunſch?
Homogramm.
12 a, 4 b, 6 c, 4 d. 19 e, 6 f. 4 g. 8 h, 8 f. 1 k, 2 I, 6 m, 8 n,
4 o, 5 r, 6 ſ. 1t, 2 u, 3 w.

Obige 109 Buchſtaben ſetze man in die 109 Quadrate, ſo daß die
wagerechten und ſenkrechten Reihen gleichlautende Wörter von folgen=
der
Bedeutung enthalten: 1. Oper von Lortzing (ohne Artikel), 2. Tier=
wohnung
. 3 Oper von Boieldieu (mit Artikel), 4. deutſcher Roman=
ſchriftſteller
, 5. Heilmittel, 6. deutſcher Dichter, 7. Zeitabſchnitt.
Carl Deubel.

Was, du nimmſt einen Apfel als Köder? Nen Wurm mußt du
men.
R
Das Würmchen, das iſt im Apfel.
Ihr erſter Gebanke. Was hat denn Ihre Frau geſagt, als Sie ihr
den Rheinfall bei Schaffhauſen zeigten? Paul, ſagte ſie, haſt du
auch zu Hauſe den Hahn im Badezimmer zugemacht? (Nebelſpalter.)
Zwei Briefe. Sehr geehrter Herr Redakteur! Leſen Sie bitte das
beiliegende Gedicht und ſagen Sie mir ſo bald wie möglich Ihre auf=
richtige
Meinung darüber, da ich noch andere Eiſen im Feuer habe.
Sehr geehrter Herr! Nehmen Sie die Eiſen heraus und tun Sie das
Gedicht hinein.
(Herold.)
Er kennt ſeine Eltern. Ich glaube, es iſt Beſuch im Wohnzimmer
Mama lacht über Papas Witze.
(Kaſper.)
Der neue Angeſtellte. Chef: Ich mache nicht gern viel Worte.
Wenn ich mit dem Finger winke, heißt das, daß Sie kommen ſollen!
Angeſtellter: Das trifft ſich ja gut. Ich bin auch kein Freund von vie=
lem
Reden. Wenn ich alſo mit dem Kopf ſchüttele, bedeutet es, daß ich
nicht komme.
(California Cub.)
Ich haſſe dumme Frauen! Aha alſo Weiberfeind!
(Annapolis Log.)
Verhandlung. Richter: Die beiden Gegner gingen ſchließlich mit
Stühlen aufeinander los; haben Sie denn nicht verſucht, Frieden zu
ſtiften? Zeuge: Nein, es war kein dritter Stuhl mehr da! (Herold.)
Beruhigung. Erich, du kennſt meine Braut ſchon lange. Sie foll
früher ſo leichtſinnig geweſen ſein. Glaubſt du eigentlich, daß ſie mich
liebt? Aber natürlich! Warum ſollte ſie denn bei dir eine Ausnahme
machen!
(Berlingske Tidende.)
Peinlich. Warum iſt denn Erika ſo ärgerlich, die Zeitungen haben
doch lange Berichte über ihre Hochzeit abgedruckt? Sie ärgert ſich,
weil drin ſteht: Fräulein Erika heiratete Herrn Muninger, den be=
rühmten
Antiquitatenſammler.
CMebelſpalter.)

[ ][  ][ ]

ausgeſprochen ſchwerſportlichen
man für den Skilauf, zum Rodeln
Bob=Bahn benötigt, kommen natürlick
leichtere, weniger auf abſolute Sportli
ſtellte Stücke in Frage, die etwa für
für die Hotelhalle und für den winter
ziergang im Schnee gebraucht werden
ten denn auch die neuen Stoffe ein reid
giebiges Feld, denn nie noch gab es (
ſehr für die ſportliche Dreß auszuwer
wären, wie dies bei jenen der neuen
Fall iſt. Die vielen ſchönen Tweeds u
Freskos, die grob=gewebten Panamaf
ihre Varianten ſind in ihrer Struktu=
und nicht zuletzt in ihrer Farbgebung
und ſo gar nicht alltäglich, daß man ſie
und gerne bedienen wird. Um nun
neueſten Modelle einen erſchöpfenden
zu geben, haben wir einige für die einzel
zweige charakteriſtiſche Stücke im Bilde fe
Vor allen Dingen jenes Kleid, das
Gelegenheiten geeignet ſein ſoll, das
ebenſogutt für Trotteurzwecke in der
auch für Ferientage im Gebirge, für d
Spaziergänge in der Winterſonne brau
türlich verarbeitet man es aus nichts an?
aus dem modernen Tweed, deſſen Farben
ſind und der Sportmode alles zu geben 1
deſſen ſie bedarf. Natürlich iſt die Fomm
chen Stückes ſehr einfach, da man ja die
aus der Zuſammenſetzung des Stoffes
verſchiedenen Richtungen zu holen pſlegt
fekt, der auch in unſerer oberſten Mittelſt
bar wird.
Tweed iſt aber nicht nur für die P
gebräuchlich, ſondern auch für ein ſchie
für die Eisbahn ganz entzückend; natürl
man hier unter allen Umſtänden eine
Farbe, da ja ein ſolches Kleid ſehr ſlo
ſoll. Unſer erſtes Bild bringt ein autes
hoch geſchloſſen, mit kleiner Knopfleiſte,
partie in Faltenbahnen geteilt, die für die
derte Bewegungsfreiheit am Eiſe unerlät
Der Gürtel, der für den Sport außerorde
liebt iſt, deutet hier die höher gerückte Taille an. Dr
hingegen verlangt eine Dreß, die ganz auf Sportlichkeit g
alſo auf modiſche Effekte ganz verzichtet. Die neueſte Au
iſt ein Overall aus Segelleinen, mit Kamelhaar gefütt
breite Ledergürtel teilt die Figur in richtiger Art.
Kopfbedeckung: eine Mephiſtokappe aus Leder. Ein F1
ſchließt den Hals gut ab und hat die Farbe der ledernen
handſchuhe. Weitaus mehr Phantaſie verraten die Sport)
die Bob=Bahn. Hier trägt man gerne einen ſchicken 7
aus Tweed, mit enganliegender geknöpfter Paſſe. 2
imprägnierte Windjacke. Unter der Jacke eine hochgen
ſchlichte Flanell=Bluſe, die neueſte Mode des engliſcher
platzes. Das bunte Halstuch darf natürlich nicht fehlen=
Der Herr wählt für die Rodelbahn zu den Knſck
ebenfalls eine Windjacke, darunter über dem Sport!
die Lederweſte mit geſteppten Seidenärmeln, die endlie
Abwechſlung in das ewige Einerlei der Winterſportmode
Man ſieht alſo, daß die neueſte Schneeſportmode in.
günſtigung von Leinen, Tweed und Leder alle Kreie ie.

Kleinigkeiten, die man gerne ſchen
Nicht die großen Geſchenke ſind es immer, die Ae
de bereiten, ſondern gerade die kleinen Gahe, L
en und entzücken. In dieſem Falle erweiſt ſiohl *
Kunſt des Schenkens als überaus wichtige Wiſſehſgle!

immer zu ſeſſeln vermag
Aus den vielen, vielen Varianten ſeien nur einige wenige
herausgegriffen, die bei verhältnismäßig geringem Pelzverbrauch
doch ſehr dekorativ ausſehen.
Unſere kleine Gruppe zeigt links den beiderſeits mit Fell
belegten Körner=Kragen, der aus flachem Pelzwerk (Nutria,
Naturbiſam oder dergleichen) hergeſtellt und mit Vorliebe mit
einem dunklen Promenademantel in Verbindung gebracht wird.
Ungemein jugendlich iſt die mit ſeidenen Bindbändern wie
mit einem Schal gebundene Krawatte, die vornehmlich in
der Jungdamenmode vielfach vertreten ſein wird (unterſte Skizze).
Der neuartige, hochgeſtellte Schalkragen aus geſtreiftem Fell
iſt von ſchier unerreichter Schönheit und wirkt außerordentlich
dekorativ (rechts).
Auch für ein Abendjäckchen aus Brokat oder aus einem an=
deren
wirkungsvollen Gewebe genügt ein an der Innenſeite mit
Fell ausgeſchlagener gerader Kragen, der unterhalb durch eine
Maſche aus dem Materiale des Jäckchens halbhoch geſtützt wird.

weder Fuchs oder ein anderes ähnlich=langhaariges Pelzwerk in
Frage, doch zieht man ſehr gerne auch den ombrierten ( abſchattier=
ten
) Perſianer in Grau oder Braun heran, der zu den eigen=
artigen
Modegeweben in vorzüglicher Art abzuſtimmen iſt und
heuer als allerletzte Neuheit des Pelzmarktes gilt.
W. V.

man muß nicht irgend etwas zu geben wiſſeh, 0.
Geſchenk finden und das iſt ja nicht immer g0ll irn
Immerhin hat man die Möglichkeit, eine D0l.
Kleinigkeiten zu erfreuen, die ſie vielleicht ſelſ.
würde und die eben darum als Luxus und lehi.
können.
Ein paar Anregungen gibt unſere Skize: 2. 2.
den man ganz in der Art jener Stücke, due widet
Großmutters Tagen in der Vitrine verwayl. der che
läßt und der entweder aus Elfenbein geſchie. La Mnfte
grole
feiner, echter Spitze (mit Schildpatt oder Perl.
werblic
hergeſtellt iſt. Dann die kleine Abendhandtog.
grot.
ſchlichter Portefeuilleform, eine Halskete kühe
die man immer brauchen kann, ein Parſiülle, Kamm im S.
bereitet, die Silber=Puderdoſe, der dazupaſſende die man *
hülſe, das Feuerzeug aus Silber, die Armten
eiter
mittags und abends gerne verwertet il
Schnuckſtück, das für den Abend echten Schmit be.

Der Umſchwung in
der Schneeſport=Mode.
Da meinte vor einigen Tagen eine kluge und
wirklich modeverſtändige Frau geſprächsweiſe, daß
die Redensarten von den reinen Freuden des
Winterſports längſt nicht mehr zutreffend ſeien, weil
er vielleicht noch in Grönland und bei den Lapp=
ländetn
als reine Freude gewertet werden könne,
bei uns aber durch die Garderobeſorgen, die ſich
mit dieſem Sport verbinden, eine ſehr empfind=
liche
Trübung des reinen Genuſſes erfahre und
man muß wohl oder übel zugeben, daß dieſe Dame
recht, leider allzu recht hat, denn wieviele neue
Sportfreudige, wie zahlreiche Anhänger des Trai=
nings
in der Winterlandſchaft gäbe es alljährlich,
wenn die Sorge um die Außnachung nicht ſo ſtö=
rend
wäre und bisweilen ſogar einen dicken Strich
durch die Rechnung machen würde. Bei unzähligen
jungen Mädchen ſcheitert die Möglichkeit einer
ſportlichen Betätigung daran, daß ſie eigentlich
nicht wiſſen, wie ſie über die Klippe der notwen=
digen
Ausrüſtung hinwegkommen ſollen, denn für
die Aufmachung in der Stadt reicht es ja in der
Regel gerade noch, ſelbſt die Wochenendausrüſtung
konnte man ſich im Laufe der Zeit zuſammen=
ſtellen
, für einen Spezialſport aber beſitzt man
keine Garderobe und ohne ſie geht es einfach nicht.
Nun gehört aber hier wie überall im Le=
ben
eine gewiſſe Findigkeit zur Sache ( abgeſe=
hen
von einem beſtimmten Wiſſen um die jeweilige
Mode), denn wenn dieſes vorhanden iſt, ſcheint es
ja nicht allzu ſchwer, auch mit verhältnismäßig
geringen Mitteln Gutes und Verwendbares zu
verſorgen, das den Anforderungen, die man an
eine ſolche Aufmachung ſtellen muß, vollkommen
gerecht wird.
Man muß ſich nur immer vor Augen halten,
daß gerade die einachſte Sportdreß immer die
beſte iſt, und daß jeder gewollte‟, Effekt, jedes
Zuviel hier faſt peinlich wirkt, während ſportliche
Schlichtheit die durchaus auf Sachlichkeit geſtellt
iſt, immer reſtlos gefällt. Beim Sport ſoll es eben keine Koketterie
geben, keine modiſche Uebertreibung, faſt möchte ich ſagen: über=
haupt
keine Mode, denn eine richtige Aufmachung iſt allgemein=
gültig
, alſo von der Tagesmode in keiner Hinſicht abhängig.
Das Einzige, was für den Schneeſport geſtattet iſt, ſind ſtrahlen=
de
Farben, denn ſie nehmen ſich in der hellen Landſchaft viel
ſchöner und dekorativer aus als alle Zwiſchentöne, die immer
ein wenig düſter anmuten und in der blendend=weißen Umge=
bung
ſicherlich zu wirkungslos wären.
Wichtiger aber als all: dieſe Fragen, die vom rein= ſport=
lichen
Standpunkt beurteilt eigentlich als Nebenſächlichkeiten
zu werten ſind, iſt die Wahl des Materiales und in dieſer Hin=
ſicht
hat nun die Winterſportmode heuer einen ganz großen Um=
ſchwung
mitgemacht, da ſie mit allem bisher gebräuchlich= gewe=
ſenen
rundweg gebrochen und ſich für ganz neue Materialien ent=
ſchieden
hat. Vor allen Dingen ſind es nämlich Segelleinen
und Leder, die hier in Frage kommen, denn man hat erkannt,
daß gerade dieſe Materialien es ſind, die der Schneeſportkleidung
die abſolute Gewähr gegen alle Unbill der Witterung geben.

Das waſſerdichte Segelleinen bietet den Vorteil, daß der Schnee
daran niemals haften bleibt, ſo daß die daraus verfertigte Dreß
immer trocken iſt. Manche werden vielleicht einwenden, daß
Leinen, auch wenn es imprägniert und genügend ſtark iſt, doch
nicht hinreichend Wärme biete; in dieſem Falle gibt es aber auch
einen ganz ausgezeichneten Ausweg, indem man die betreffenden
Stücke mit einer Kamelhaareinlage einfüttert, bzw. dieſes Futter
nur einknöpft, ſo daß man die Dreß nach der jeweiligen Tempe=
ratur
regulieren das Futter alſo ein= oder ausknöpfen
kann. Das gleiche gilt von der Lederkleidung, die übrigens in
techniſcher Hinſicht im Laufe der letzten Jahre ganz verblüffende
Fortſchritte machte, da die einzelnen Stücke keineswegs ſteif und
plump ſind, wie ſie es ehedem waren, ſondern weich und ſchmieg=
ſam
erſcheinen wie der ſchönſte Stoff. Natürlich gibt es auch
nicht nur mehr das einförmige Braun ſondern Lederſorten
in allen Farben; beſonders die verſchiedenen Modetöne, wie
Grün und ſattes Roſtrot ſind am Sportplatze gerne geſehen, da
ſie das bunte Bild ganz entzückend beleben und ſo ganz der
Inbegriff von Freude und Sonne ſind! Abgeſehen von den

Pelzkragen
ſind ſcheinbar heuer ein ganz beſonders beliebtes Kapitel, denn
immer, wenn man anzunehmen geneigt iſt, daß auf dieſem Ge=
biete
ſchon alle Möglichkeiten erſchöpft ſeien, bringt ein= oder
der andere Modeſalon etwas durchſchlagende Neues, das noch

Der ſportliche Mantel
wird in zweierlei Typen gebracht: als gerader, einfacher Paletot,
der natürlich immer elegant (weil durchaus zeitlos) wirkt und als
Prinzeß=Umhülle, die das Neueſte vom Neuen darſtellt, aber
ſelbſtverſtändlich der Tagesmode ein wenig unterworfen iſt, alſo
nicht in dem Maße auf Allgemeingültigkeit Anſpruch erheben
darf, wie der Paletot. Dieſe Prinzeßmäntel ſind vollkommen
ſportlich gehalten, haben alſo breit abgeſteppte Bahnen und
Nähte und eingearbeitete Taſchen, die mitunter mit dem Schnitt
des Mantels in ausgezeichneter Weiſe zuſammenfallen, wie dies
zum Beiſpiel bei dem in unſerer Skizze feſtgehaltenen Modell der
Fall iſt.
Solche Umhüllen verfertigt man aus einem der intereſſanten
Saiſon=Modeſtoffe, alſo etwa aus Tweed, und zwar am liebſten
aus der genoppten Art, die ſicherlich die dekorativſte iſt.
Für die Verbrämung ſolcher Stücke die hauptſächlich für
Strapazzwecke in der Stadt ausgezeichnet ausſehen, kommt ent=

[ ][  ][ ]

Nimer 356/57

Mittwoch, den 25. Dezember 1929

Seite 23

Palast-Lichtspiele
Gratenstraße

Wir bringen ab morgen abend 8 Uhr den lustigen
Ienny Porten-Film
Liebe im Kuhstall
Henny Porten weiß auch in diesem Film wieder
Herzen ihrer Zuschauer mit ihrer großen und reinen
St zu bezaubern.
(TV.20419
Dazu das Lachspiel:
eorg und sein Doppelgänger‟
Oswald’s gestörtes Wochenend‟
an 2 Uhr.
Jugendliche haben Zutritt.

Bis auf Weiteres:

Das Mädchen der Straße‟
Nach dem bekannten Schauspiel
Seampolo‟
und
Ein Millionenangehot

Der Eheroman einer Sechzehnjährigen
Beginn 2 Uhr. ((V.20419
An den beiden Feiertagen sind jegliche Vergünstigungen aufgehoben.

Unmittelbar nach der Berliner Uraufführung, bringen
wir ab morgen den Spitzentilm der neuesten Emelka-
Produktion:

B9

Katharine Knie‟
(Die Tochter des Seiltänzers)
Nach dem Theaterstück v. K. Zuckmaver
Hauptrollen: Carmen Bony, Fritz Kampers
Dazu:
Kamerad Slag
mit Tunior Coghlan und Louis Wohlheim
Beginn 2 Uhr

be=

6 Minuten vom
gr. 50 Kchmitz Iusenplats
1. und 2. Feiertag ab 8 Uhr:

Stimmungs=Muſik

Lieder=Sänger, und
Jap eiſter E. Liebech, Bortrags:Känſtler
Keller bieten das Beſte. Mittagstiſche: Mk. 1 20.
2 50. Fiſche, Wild, Geflügel. Im Ausſchank:
Beine und St. Benno=Bier.
(20406
taurant Rummelbräu
RT4 Ftr. 101, gegenüber der Feſthalle, Teleph. 2519
1. 2. Feiertag, nachm. v. 47 Uhr
Ind abends von 811½, Uhr
OnZeRt
m Ausſchank gelangt ein vorzügliches
Boch= und Spezialbier.
Mittagstiſch von 122½ Uhr
2wählte Menüs, von Mk. 1.20, 1.50, 2., 2.50.
Auswahlreiche Abendkarte.
Inh. K. Heidenreich.

RIstaurant Bürgerhof
Inh.: CHR. MAST
Elielt Henstraße 2 : Elisabethenstraße 2
bürgerlicher Mittags- und Abendtisch
Uefsl die Weihnachsteiertage Pfungstädter
Wel achts-Bock im Ausschank, bei erstklass.
Stimmungs-Konzert

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Allein-Ausschank im
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Rheinstraße 35
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2Ber Schloß Böckelheimer
Naturwein, per Glas .. . . .60
en Reiertagen abds. KONZERT

Miheasten 1929
der Gustätten
s Zaustbassef
Inhaber: WIIIy Höver

I. Feiertag.
GedW T.50: Krattbrühe Prinzessin Art, Kaffeler
Rippenspeer, Schwarzwurzeln,
Kartoffel, Krokant-Creme.
Gedel 2.00; Krattbrühe Prinzessin Arf, Gans-
braten
, Koptsalat, Röstkartoffel,
Krokant Creme.
75: Krattbrühe Prinzessin Art, Rhein-
salm
, Cremetunke, Kartoftel, Reh-
kotelett
, Sahnentunke, Spargel-
gemüse
, Nußkartoffel, Krokant-
Creme.
II. Feiertag.
edesl .50: Mocturtle-Suppe, Rehbraten, Kopf-
salat
, Salzkarioffel, Marie-Luise-
Creme.
Geded 00: Mocturtle-Suppe, Gefülter Trut-
hahn
, Kompott, Nußkartoftel,
Marie-Luise-Creme.
Geder 75: Mocturtle-Suppe, Karpten blau,
trische Butter, Kartoftel, Tourne-
dos
Rossini, Marie-Luise-Creme.
Gedees D0: Mocturtle-Suppe, Seezungen- Röll-
chen
in Weißwein, Stangenspargel,
wesit. Schinken u. Zunge, junge
steyrische Poularde, Kopfsalat,
(20391
Marie-Luise-Creme.

Dio Herau von Weillar
im
Orpheum
Weihnachts-Spielplan:
Am 25. Dezember (l. Felertag) abends 8 Uhr
P.r.em.i. & F.e
der gr. Ausstattungs-Revue
Dreunter und eriben
in 50 Bildern von Hermann Haller.
Musik von Walter Kollo
Dargestellt durch das Ensemble des
Thealers im Admiral- Palast Berlin
mit namhatten Varieté-Attraktionen
Die 2engl. Walker-Girls
vom Ziegfelds Foliés New Tork
Donnerstag, 26. Dez. nachm. 3.45 Uhr
ebenso abends 8 Uhr
Große Fremden-Vorslellung
der Rerue
Drünter and srüben
Freitag, 27. Dez., nachm. 3.45 Uhr
Die große Ueberraschung für alle
artigen Kinder:
Erstaufführung der
Märchen-Revue
Frau Holle" i 30 Bildern
mit groß. Orchester, unter Mitwirkung des
gesamten Revue-Ensembles und der
Walker-Girls
(Preise: Mk. 0 50 bis 3.00)
Abends 8 Uhr und folgende Tage
nur bis 30. Dezember: Revue:
Drunter und srüber
Karten für ale Vorztellungen:
Verkehrs-Büro 912 Uhr, Kiosk, gegenüber
dem Verkehrs-Büro und Kasse Orpheum ab
2½ Uhr ununterbrochen (20410

FROHE
WElHNACHTSTAGE

OAFE-RESTAURANT
ZUROFER
beihervorragendem Essen und
besten Getränken

(20414)

Frankfurter Aof
Ecke Frankfurter= und Landwehrſtraße
(Neue Bewirtſchaftung)
empfiehlt während, den Feiertagen ſeine
auserwählte
Festtags-Diners
Reichhaltige Abendkarte, ſowie das Feſt=
getränk
Kronen=Gold und auserleſene
Feſtweine.

Atté

Inh. Hans Tod Dieburgerſtraße 97
Telefon 4348

Für die Weihnachtsfeiertage
Menü 4 1.20
Kraftbrühe mit Einlage
Schweinerücken mit Spinat u. Kartoffeln
Deſſert
Menü 4 1.50
Kraftbrühe mit Einlage
Roaſtbeef umlegt mit verſchiedenen Ge=
müſen
und Pomfriates
Deſſert
Menü 4 2.50
Kraftbrühe mit Einlage
Gänſebraten mit Kartoffeln
Salat und Kompott
Deſſert
20400
Reichhaltige Abendkarte
Am 2. Feiertag, abends 8 Uhr, Ball im
großen Saal bei einer gutbeſetzt. Kapelle

Meſtauration Zum echloßgarten
Schloßgartenſtraße 21
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Geflügel Wild Fiſche
Pfungſtädter Bock=Ausſchank
Vereinszimmer, 40 Perſonen, frei
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Restaurant

Darmslädter Hof
Ersiklassige Küche
Sonder-Hinweis auf den Mittags-
und Abendtisch an den beiden
Welhnachtsfelertagen
Sonntags u Silvesterabend
Süimmungs-Konzert

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Ausgewählte Mittag- u. Abendessen
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Am heiligen Abend um 5 Uhr Geschäftsschluß!

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im Städt. Saalbau
Sonntag, den 29. Dezember 1929
Anfang nachm. 4 Uhr. Von 8 Uhr ab

Tanz

A6g

IE-L-/4 WE C
WEHNACHTS-
FEER
Donnerstag, den 26. Dezem-
beri
929, (2. Feiertag), nach-
mitt
. 4 Uhr, im Festsaal der
Turngemeinde (Woogsplatz)
I. Teil:
Männer-Chöre, Kinder- Chor
Solis / Tänze
II. Tel: Theater
TOMBOLA. TANZ

Eintritt für Gäste Mk. 1.00
für Mitglieder Mk. 0.50

(20880

Re
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Soderſtr. 67 I.

Re
Ri
ter Weinbrand ½, Flaſche 2.30
empf Drog, Secker Nachf., Ludwigs=
höhſtraße
1. Teleph. 244.
(B19325


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Ramſtädterſtr. 5, I.*

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in sämtlichen neu hergerichteten Räumen

Nachmittags

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[ ][  ]

Seite 24

Mittwoch, den 25. Dezember 1929
Trinkt das gute Mainzer AktiennBier!
Für die Weihnachtsfeiertage: Johannisbräu‟

Hotel und Restaurant
06
Matdf Post
am Bahnhof Telephon 2463
Inhaber: G. Schiel
empfiehlt ſeine auserwählten
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Kraftbrühe,
Mk. 2.
Kraftbrühe,
Spargel=Einlage,
Mk. 3.
Kraftbrühe,
Spargel=Einlage,
Mirabeau, garniert,
1. Feiertag
ab 19 Uhr Kohzert
2. Feiertag. ab 19 Uhr (20394

Mk. 7.50 Mk. 2.50
Kraftbrühe,
Spargel=Einlage, Spargel=Einlage,
Roaſtbeef garniert, RheinſalmvomRoſt
Fürſt Pückler. Kräuterbuttr
Peterſilienkartoffel
Fürſt Pückler
oder
Nehkeule garniert, Junger Maſthahn,
Fürſt Pückler. Bratkart. u Salat,
Fürſt Pückler.
oder
Geflügelleber, Ma= Jung. Gansbraten,
deira, Tournedos Pommes frites,
Salat,
Fürſt Pückler. Fürſt Pückler,

FERNRUF 173

TONvTHEAIER
FERNRUF 173
DARMSTADT


GasrSrrrI
SAALBAUTHI.IN

Sonntag, 29. Dezember 1929,
vormittags, Anfang 11,15 Uhr
Einlaß 10,45 Uhr
Ende 1 Uhr
Mit besonderer Musikbearbeitung für den Film

Montag, 30. Dezember 1929
nachmittags, Anfang 3,15 Uhr
Ende 5 Uhr
Einlaß 2,45 Uhr
unter Mitwirkung des vollen Orchesters.

Im Schwarzwald
Ein Kulturfilm aus einem der schönsten Deutschen Mittelgebirge in 4 Teilen
Allelniges Aufführungsrecht für ganz Deulschland: Deutsche Helmal-Fllae, Bad Schwarlau-Lübeck.

Konzert mit Tanz

Verfallene Burgen und Klöster
Die Hochburg bei Emmendingen (aus
dem 3. Jahrhundert) Die Staufen-
burg
Kloster Frauenalb Kloster
St. Peter (gegr. 1093) Kloster Tennen-
bach
(1158 1305

Murgtal und Raumünzachtal
Gernsbach Das Murstalkraftwerk
Villingen
Glockengiesserel
Das Kinziatal

Bertirsbhemrine 2af Holleniab nioe Eoide Siushio

Telef.
Mühl-
str
. 5 Reichskrone 3796
An beiden Feiertagen
KONZERT!
Gutes Uniator-Doppelbock,
Unionbrauerei Groß-Gerau
Fröhl. Weihnacht. wünscht. Familie Kast.
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Freiburg l.Breiss.
Himmelreich
MietMe
M
Der Feldberg
1493 m d. d. M., höchster Berg des
Schwarzwaldes.

g Die Rauennaschlucht
Der Ravennaviadukt
Die Schwarzwalabahn Der Rheintall
bei Schaffhausen Konstanz am Boden-
see
, Geburtsort eines großen Deutschen
des Grafen Zeppelin.

Baden-Baden
St. Blasien
Wildbad
Kepſcmmtstt
Bacenweiler It. Märgen Triberg Vornberg.
Schwärzwälder Trachten, Sitten und Gegräuche
Eine alte Strohflechterin Holzfällen Fastnachtsmasken aus Holz geschnltzt Ein
Osterbrauch: Eierwerfen zu Pferd Spinnstube Ein alter Pfingstbrauch: Der Latz-
mann
Schwarzwälder Hochzeit.
Der Schwarzwald im Winterzauber
Das Herzogenhorn Der Belchen Der Feldberg Turner Weißtannenhöhe Kandel
D
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Preise der Blätse: loge 300. Haug
1.50, 3. Parkett 1.20, Vorverkauf ab 21. Dezember: Verkehrshäuschen am Schloß-
FTT.20421
platz und an der Theaterkasse. Schüler nur nachmittags halbe Preise.

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anerkannt gute Küche, zivile Preise.
Munchener Löwenbräu, hell. Rummel.S,
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Jugenheim an der Bergſr.
I. Feiertag:

I. Meyn:
Königin=Euppe
Kronen=Paſtetchen
ff. Gänſebraten mit Wiener
Knödeln
Rotkraut und Beilagen
Nachtiſch: Windbeutel mit
Schlagſahne
Gedeck Mk. 4.

II. Menn:
Windſor Supp
Kalbsbraten glacmit
Karotten u. S0
Nachtiſch: 2
Schlag
Gedeck Mls=

Portion Zander in friſcher Butter mit Salzkartuf
Salat ..."
...

II. Feiertag:

Doppelte Kraftbrühe mit Einlage
Geſp Rindslende enol.
mit Pommes-frites und Gemüſen umlegt
Nachtiſch: Caramel=Pudding
Gedeck: Mk. 2.50
Außerdem Gänſebraten und Speiſen nach der Tage
Gute offene und Flaſchenweine!

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20433
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Christian Arnold, Musikalienhdlg. am weißen Turm
Rundfunkteilnehmer u. Mitglieder d. Bühnenvolksbds. Ermäßlgung.

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Leitung: Karl Diether.
2. Feiertag (26, Dezember), nachm. 4 Uhr:
Weihnachts-Feier
in der
Bessunger Turnhalle
Chöre Theater Solis Tombola
Ahends: TANZ.
Eintritt einschl. Steuer: Gäste 1.20 Mk., Mitglieder
0.80 Mk. Vorverkaut im Zigarrengeschäft A. Roß,
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THEATER
Horgen Mittag
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Kinder-Vorstellung
der Märchenfilm
Walpursis-
Nacht!
0. Du mein Heimatland
IV 20443

Wilhelm Baekhaus
spielt
Beethegen

im sechsten Akademie Konzert
Donnerstag, den 9. Januar 1930, 20 Uhr
im großen Saal des Städt. Saalbaues
Karten im Sekretariat der Städt. Akadem
tür Tonkunst, Elisabethenstr. 36 (Fernrut 3id

Ve

Seinen verehrten Gästen und Ab-
nehmern
gute Festtage und zum
bevorstehenden Jahreswechsel
heute schon Glück und Erfolg
wünscht

Baumküchen
Ff. Marzipan.

DARMSTA

1t.

Eintſtäder
PFALZER HOF
Um die Stimmung über die Feiertage zu heben,
bringe ich ekwas ganz Besonderes:
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(20385
länger) im Ausschank.

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Hessisches
Landestheater
Mittwoch
25. Dezember 1929

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II, 4

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Die Meistersinger vonMürnb:
Oper von Richard Wes
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Die andere Seite
Drama von R. C. Sh
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Großes Haus

Hessisches
Landestheater
Donnerstag
26. Dezember 1929

Kleines Haus

Rfe
R0-2230 Uhr
D 10
Zus.-M. V, 6
2022.30 Uhr

Re

Angelina
en tzans un de Melki

Herrngarken=
Raffee
auch Heiligen Abend
(20389
geöffnek.

Fürstenauer Hof
Wiederramstädterstr., Ecke RoeZörferstr.
1. und2. Feiertag

ab 8 Uhr abends

KONZERT
Der Besitzer

Gold. Herren= Arm=
banduhr
v. Herrn=
gartentor
b. Rhein=
ſtraße
am Sonntag
abend gegen 7 Uhr
verloren. Abz. geg.
Belohn. Dannewitz,
Lauteſchlägerſtr. 27
2. Stock.

Reſtaurant Bismarckeck
Ecke Wendelſtadt= und Bismarckſtraße
An beiden Feiertagen abends
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Bekannt für gute Küche
Das vorzügliche Kronen Gold.
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über die Straße per Liter 1.30
Ober =Ingelheimer per Liter 1.60

Wn Mnt
N
Heidelbergerst
I4t
Me
Ungehund
Zu unsere
eienl
Weihnachts
zm 1. Felertas, 180. b
Konkordia-8aal
Kameraden samt
sowie Freunde und
Vereins herzlichst

20349)