U
Ginzelnnmmer 10 Pfentiges
Bezugspreis.
lich 2mallgem Erſcheinen vom 4. Dezember
Ember 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
ichr, abgeholt 2.25 Reichsmar”, durch die
40 Reichsmart frei Haus. Poſibezugspreis
Hne Beſtellgeld monatlich 2.45 Reichemarl.
ſchkeſt für Aufnahme von Anzeigen an
Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
rzeiner Nummern infolge höherer Gewalt
en Bezieher nicht zur Kürzung des
„8. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Verbindlichkeſt für uns. Poſiſchecklonio
Frankfurt a. M. 4304.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illufrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtliſcher mit * verſehenen Original=Aufſätze und elgenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 350
Mittwoch, den 18. Oezember 1929. 192. Jahrgang
Anzeigenpreis:
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezelle (92 mm
breit/2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
KinanzAlnzeigen 60 Reſchepfg. 32mm breite
Relleme=
zeile 300 Neichsmark. Alle preiſe in Reſchsmark
1 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höheser
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerichtlicher Beitreibung fällt jechr
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbanl.
Richtlinien.
Aung des beſtehenden Wohnungselends nur durch umfaſſende Neubaukäkigkeik. — Kapikalmangel
bedroht die Erſtellung von Neubauken. — Für und gegen die Beibehaltung der
Bohnungszwangswirkſchaft. — Mißbrauch mit der Hauszinsfteuer.
Ohne Haushilfsſteuer, ohne die Länder und Kommunen und die
ſozia=
len Verſicherungsträger würde die Bautätigkeit wohl zum Erliegen
Grreihte ManMang.
kommen. Das ſollte auch bei der kommenden Finanzreform berückſich=
erhandlungen in den Ausſchüſſen ſtocken.
Kampf um die gleikenden Agrarzölle.
Preſſefehde in Berlin.
* Berlin, 17. Dez. (Priv.=Tel.)
keichstag hat wieder einmal Zeit. Die
Verhand=
in den Ausſchüſſen ſtocken im Augenblick und, um
m hin wenigſtens keine Unterbrechung eintreten zu
D im Plenum den ganzen Tag über die Richtlinien
Wohnungsbau geredet, wobei im weſentlichen
Beſtätigung der Ausſchußbeſchlüſſe herauskommt. Im
hen hinter den Kuliſſen und in den Ausſchüſſen
rheidenden Beratungen weiter. Der
Han=
dhe Ausſchuß hat die Erhöhungder Schutzzölle
der immen aller bürgerlichen Parteien gegen Sozialdemo=
Kommuniften angenommen. Sehr viel ſchwieriger
die Dinge bei den gleitenden Agrarzöllen,
* Kampf mit aller Erbitterung geführt wird und
51 ffaſſungen zwiſchen der Reichsregierung, dem
Reichs=
des keichswirtſchaftsrat und ſogar den einzelnen
Fraktio=
nol Feit auseinandergehen. Vorkäufig tagen die Vertreter
Lol dirtſchaft, um für die Ausſchußberatungen eine
ein=
tlich A nie der bürgerlichen Parteien zu gewinnen, was noch
g9 gen iſt, aber vermutlich gelingen wird. Die
Verbin=
ſozialdemokratiſchen Seite iſt noch nicht vollſtändig
Theoretiſch beſteht alſo noch die Möglichkeit, daß
eitsbildung auf der Grundlage der
Regierungsvor=
andekommt, ebenſo möglich, daß eine Mehrheit gegen
emokraten ſich findet. Verſtändlich, daß die
allge=
litiſchen Auseinanderſetzungen inner=
Regierungsparteien mit einiger
Gereizt=
werden. Wir haben bereits geſtern geſagt, daß der
Vorwöl” ſeine Karte zu früh ausgeſpielt hat, als er das
Ver=
ſkäuensl tm, das die Reichstagsmehrheit dem Kabinett am
amstoll usſprach, als eine rein taktiſche Angelegenheit zu
agatellll en ſuchte. Das hat ihm die „Germania” ſehr
krumr-
ſengmmy und ziemlich deutliche Anſpielungen über Loyalität
1d bod be Moral von ſich gegeben. Darauf antwortet nun
tzt ders orwärts” mit geradezu verblüffender Offenheit. Er
ehaupt kötzlich, die Sozialdemokratie habe ſich ſtändig gegen
das Aml en gewehrt, dem Steuerſenkungsplan der
Reichsre=
vierung 9 uſtimmen, ſo daß man ſchließlich eine Reſolution
reinbog Habe, die ſtark auslegungsfähig ſei. Alſo auch hier
Verſuch der Sozialdemokraten, das poſitive Ergebnis
etztt/ Voche, das für die bürgerlichen Parteien die
Voraus=
ihre Zuſtimmung zu dem Vertrauensvotum war,
fudisputieren. Wenn die Sozialdemokratie ſich darauf
zieil daß ſie dem Steuerſenkungsplan nicht zugeſtimimt
de hängt tatſächlich die ganze Koalition wieder in der
ſt umd e neue Kriſe, die ja wohl im kommenden Vierteljahr
M aunH warten laſſen wird, müßte darnach eigentlich noch
frülü rusbrechen ..
12 Geitsminiſter Wiſſell vor dem Reichskag.
* Berlin, 17. Dezember. (Priv.=Tel.)
Stag wird im Reichstag die Ausſprache über die
Reichs=
das Wohnungsweſen fortgeſetzt.
eitsminiſter Wiſſell betont, eine Beſeitigung des
en Wohnungselends laſſe ſich nur durch eine
SeNeubautätigkeit erreichen. In den Richtlinien,
Miniſter fort, ſollen nur die vordringlichſten
Gegenwarts=
rndelt werden. Der Wohnungsbau muß das Letzte ſein,
3 in Deutſchland geſpart werden ſollte. Es handelt ſich
um die Einführung neuer Zwangsgeſetze, ſondern
beſtehende Geſetze und Verordnungen wieder in vollem
uführen und, wo es nötig iſt, den beſtehenden Verhält=
Wer an der Notwendigkeit ſolcher Maßnahmen
er werfe einen Blick in das vom Deutſchen Verein für
herausgegebene Buch „Die Wohnungsnot und das
in Deutſchland‟. Bei den Einzelperſonen mit eigener
delt es ſich meiſt um ältere Witwen und Witwer, die
ren größeren Haushalt geführt haben. Die Hausbeſitzer
wünſchen, daß dieſe alten Leute herausgeſetzt und ihre
mit kinderreichen Familien beſetzt werden.
iſterium beſchäftigt ſich gegenwärtig mit dem
Reichs=
nentwurf. Das Ziel aller Wohnungspolitik muß
ungen zu erſtellen, die auch der breiten Maſſe der
arbei=
erung mit geringem Einkommen erreichbar ſind. Von
928 ſind etwa 700 000 Wohnungen neu
rden. Die Bautätigkeit im Jahre 1929 iſt in den
Tittelſtädten im allgemeinen befriedigend. Bis
An=
mber ſind in dieſen Städten 116 000 Wohnun=
* worden. 1928 betrug der Anteil der privaten Unter=
—i Bauten 72 Prozent, 20,4 Prozent waren von gemein=
Teſellſchaften, 7,6 Prozent von öffentlichen Körperſchaften
Bau lag aber auch bei dieſen letzteren 28 Prozent meiſt
rivater Baufirmen.
rohen im nächſten Jahre die Neubauten
hen aus Mangel auf dem Kapitalmarkt.
tigt werden. Eine Verminderung der Hauszinsſteuermittel für den
Wohnungsbau würde unerträglich ſein. Je beſſer unſere Wohnungen,
deſto geſünder unſer Volk, deſto geringer die Ausgaben für Krankheits=
und Erwerbsunfähigkeit. Dem notleidenden Hausbeſitz ſoll möglichſt
durch Reparaturhypotheken geholfen werden. Mietwucher iſt durch das
Mieterſchutzgeſetz unter Strafe geſetzt. Bei den vorliegenden
Richt=
linien handelt es ſich nicht um ein neues Geſetz. Ich bitte Sie, dieſe
Richtlinien noch heute zu verabſchieden, damit ſie möglichſt bald in die
Wirklichkeit umgeſetzt werden können.
Die Ausſprache.
Abg. Frau Hertwig=Bünger (D. Bß.) wünſcht die
Beſchrän=
kung des Enteignungsrechts auf die allerdringendſten Fälle. Die
Ent=
ſchädigungspflicht müſſe beſtimmter geregelt werden als es in den
Richt=
kinien gſchiehr. Die Rednerin beantragt eine Entſchließung, auf
Län=
der und Gemeinden dahin einzuwirken, daß die beſonderen
Wohnungs=
ämter aufgehoben und die nach dem Wohnungsmangelgeſetz noch
not=
wendigen Arbeiten den beſtehenden Behörden der allgemeinen
Ge=
meindeverwaltung übertragen werden.
Abg. Wendt (Soz.) erklärt, von einer Aufhebung der
Zwangs=
wirtſchaft könne nicht die Rede ſein, ſolange das Wohnungselend im
jetzigen Umfang fortbeſteht. Die Neubaumieten müßten geſenkt werden.
— Der Redner tritt dann für einen Antrag der Regiungsparteien ein,
in dem verlangt wird, daß die Rückflüſſe aus den
Hauszinsſteuerhypo=
theken wieder in vollem Umfange dem Wohnungsbau und der
länd=
lichen Bevölkerung zugeführt werden ſollen.
Abg. Troßmann (Bay. Vp.) führt aus, die Zwangswirtſchaft
kann nicht ohne weiteres beſeitigt werden, es müſſen aber die
Ein=
richtungen verſchwinden, die den Wohnungsbau hemmen und die zur
Ausbeutung der Wohnungsſuchenden führen. Notwendig iſt vor allem
ein Abbau des Bürokratismus im Wohnungsweſen. Wir ſind gegen
die in der Ausſchußentſchließung enthaltene Forderung eines
Neichs=
rahmeng ſetzes über baupolizeiliche Vorſchrifen.
Abg. Dr Steiniger (Dnatl.) erkennt an, daß die Nichtlinien
wertvolle Gedanken enthalten. Ausgezeichnet iſt z. B. der Gedanke der
Wohnungspflege in den Altwohnungen. Es kommt nur darnuf an, daß
dieſe Gedanken richtig durchgeführt werden. Eine größere
Einheitlich=
keit im Wohnungs= und Siedlungsweſen iſt dringend notwendig. Hüiten
muß man ſich vor übertriebenen Schätzungen des künftigen
Wohnungs=
bedarfs. Die Großſtädte haben keinen Geburtenüberſchuß. Der Zuzue
vom flachen Lande wird einmal abnehmen, dann bekommen wir eines
Tages im Wohnungsweſen den großen Kladderadatſch. Die
Deutſch=
nationalen müßten bei aller Anerkennung einzelner Teile die
Nicht=
linien im ganzen ablehnen.
Abg. Tremmel (3.) erklärt, an ſich ſei es überhaupt nicht die
Aufgabe der Gemeinden, Wohnungen zu errichten. Solange aber das
Wohnungselend noch ſo groß ſei wie jetzt, müſſe durch Reich, Länder
und Gemeinden für die Abſtellung dieſes Elends geſorgt werden. Es
dürfe nicht zugelaſſen werden, daß Länder und Gemeinden auf
Um=
wegen einen weiteren Teil der für den Wohnungsbau beſtimmten
Haus=
zinsſteurr zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs verwenden,
näm=
lich die Rückflüſſe aus den Hauszinsſteuerhypotheken.
Abg. Lucke (Wirtſch.) bekämpft die Richtlinien, deren Zweck die
Verewigung der Zwangswirtſchaft ſei. Die Wohnungsnot ſei nur die
Folge der Zwangswirtſchaft.
Nach weiteren Bemerkungen der Abgeordneten Lipinſki (Soz.) und
Schumann=Leipzig (Kom.) ſchließt die Ausſprache.
Auf Antrag des Zentrums wird unter den in den Richtlinien
an=
geführten Aufgaben die Wohnungsaufſicht geſtrichen. Geſtrichen wird
auch auf Zentrumsantrag die Ermächtigung an die Gemeinden, das
im Gemeindebezirk gelegene Grundeigentum zu übernehmen und
um=
zulegen. Weiter wird die Beſtimmung geſtrichen, daß größere
Bau=
vorhaben tunlichſt geſchloſſen vergeben werden ſollen.
Im übrigen werden die Richtlinien in der Ausſchußfaſſung
an=
genommen. Dafür haben die Regierungsparteien mit Ausnahme der
Deutſchen Volkspartei geſtimmt.
Ein Antrag der Deutſchen Volkspartei, die Richtlinien dem
Haus=
haltsausſchuß zu überweiſen, um ſie auf ihre finanzielle Tragweite hin
zu prüfen, wird abgelehnt.
Angenommen wird in zweiter Leſung auch der Antrag der
Regie=
rungsparteien, wonach die Rückflüſſe aus den Hauszinsſteuerhypotheken
in vollem Umfange wieder für Wohnungsbau und Siedlung verwandt
werden ſollen.
Nach Annahme der Ausſchußentſchließungen vertagt ſich gegen
19.45 Uhr das Haus auf Mittwoch, 16 Uhr.
Vizepräſident Eſſer ſchlägt vor, die zum Sofortprogramm
ge=
hörigen Initiativanträge auf die Tagesordnung zu ſetzen. — Die
Kom=
muniſten widerſprechen, da die geſchäftsordnungsmäßige Friſt nicht
ge=
wahrt ſei. — Präſident Loebe erklärt, dann müſſe das
Sofortpro=
gramm abgeſetzt werden, aber die Abgeordneten müßten ſich nun auf
eine Sonntagsſitzung am 2. Dezember einrichten.
Auf die Tagesordnung werden das Miniſterpenſionsgeſetz und
kleinere Vorlagen geſetzt.
Neuregelung der Amtsbezeichnungen.
* Berlin, 17. Dezember. (Prib.=Tel.)
Die Reichsregierung hat aus dem Leipziger Urteil wegen
der bayeriſchen Titelverleihungen die Folgerung gezogen: ſie
läßt zurzeit im Reichsinnenminiſterium einen Geſetzentwurf
aus=
arbeiten, der im weſentlichen beſtimmen ſoll, daß ſich in
Zu=
kunft die Amtsbezeichnungen mit der Tätigkeit der Beamten
decken ſollen. Das bedingt eine Ueberprüfung der
Amtsbezeich=
nungen im allgemeinen. Für die aktiven Beamten wird die
Vorlage kaum von Bedeutung ſein. Sie richtet ſich dagegen mehr
gegen die Perſonen, die kürzere oder längere Zeit auf Grund
ihrer politiſchen Tätigkeit in Reichs= oder Länderdienſten ſtanden
und ſich jetzt mit großartigen Titeln ſchmücken. Die Vorlage
ſelbſt wird erſt im Frühjahr das Kabinett paſſieren. Inzwiſchen
bleibt abzuwarten, ob die Bayern aus dem Leipziger Urteil die
Folgerung ziehen, die ſchon traditionell gewordenen
Titelſh=
leihungen an Weihnachten diesmal zu unterlaſſen und präzis.
Aenderung der einſchlägigen Verfaſſungsbeſtimmuzeitt. Das
arbeiten.
Frieden und Freundſchaft.
Von unſerem =
orreſpondenten.
Rom, Mitte Dezember.
Der König und die Königin, der Kronprinz mit ſeinen
bei=
den noch nicht verheirateten Schweſtern ſind beim Papſt geweſen.
Der Friede zwiſchen dem italieniſchen Staat und dem
vatika=
niſchen neuen Reich, der Cittä del Vaticano, iſt durch dieſe mit
allem nur denkbaren Zeremoniell ausgeſtatteten Beſuche nun
auch höfiſch=offiziell bekräftigt worden. Muſſolini aber hat den
Papſt noch nicht beſucht.
Der Duce hätte ſchon Luſt dazu, auch ſeinerſeits vor dem
Papſt das Knie zu beugen und in der Peterskirche unter Pomp
und Feierlichkeit vor dem Grabe des Apoſtels zu beten, ach, er
möchte ſehr gern, denn die guten Katholiken in Italien ſehen in
dem noch nicht erfolgten Beſuche ihres Duce beim Papſte einen
Schattenfleck auf dem Ruhme ihres Herrn, während zugleich die
Königswürde helleres Licht beim Volke empfing. Aber es geht
nicht. Muſſolini kann nicht zum Papſt gehen — denn der
Hei=
lige Vater will ihn nicht ſehen. Ja, wenn der Duce „revoziert”,
wenn er von den verſchiedenen Aeußerungen in ſeinen Reden,
die gegen den Vatikan gerichtet waren, die anſtößigen Stellen in
irgendeiner Form zurücknimmt oder wenigſtens weſentlich
ab=
ſchwächend kommentiert, dann wird ſich der Papſt ſehr freuen,
den reuigen Sünder zu empfangen. Aber kann der Oberfasciſt
dieſe Demütigung ſeinem Fascismus und ſeinem Preſtige
zu=
muten? Kaum ein Menſch glaubt daran. Es müſſen alſo erſt
irgendwelche neue Umſtände eintreten, die eine unauffällige
Rebokation oder eine beſondere Verbrüderung möglich machen,
ehe auf den Königsbeſuch auch der Diktatoren=Kniefall folgt.
Muſſolini hat die Vorbereitungen für den Beſuch des Königs
beim Pabſte eifrig unterſtützt. Denn er rechnete damit, daß dieſe
Zeremonie dem König beim Volke eher ſchaden wie nutzen würde.
Zumal man es beim Vatikan nicht durchſetzen konnte, daß der
Pauſt den Beſuch ſelbſt beim König erwidere. Die vatikaniſche
Diplomatie iſt von der alten Sitte nicht abgewichen, daß der
Heilige Vater keine Beſuche macht, ſondern dies nur von ſeinem
Kardinal=Staatsſekretär als päpſtlichem Stellvertreter beſorgen
läßt, Der König hat deshalb auch lange gezaudert, ob er ſich
dieſer Form fügen ſolle oder nicht und iſt als alter Antiklerikaler,
nur ſehr widerſtrebend nach dem Vatikan gefahren.
Es kam aber anders, als Muſſolini es ſich gedacht hat. Das
römiſche Volk hat dem König den Beſuch beim Papſt hoch
ange=
rechnet. Seine Popularität iſt geſtiegen. Und es ſcheint
oben=
drein, daß das Mißtrauen des Königs gegen alles Klerikale
nach=
gelaſſen hat, gerade unter dem Cindruck der Würdigkeit, die über
dieſem Beſuche gewaltet hat, und (— überall ſpielen perſönliche
Motive eine Rolle —) daß die Numismatik, das Steckenpferd
des Königs, den Weg zwiſchen dem bedeutenden Münzkabinett
des Königs, der ein hervorragender Münzkenner iſt, und der
berühmten Münzſammlung des Vatikans geebnet hat.
Die Stadt Rom iſt ſeit dem Vatikanfrieden papſtfreundlicher
denn je. Das Volk war ſelbſt in der wildeſten Freimaurerzeit
niemals vollkommen dem Vatikan entfremdet, vor allem nicht
die Frauen und Kinder trotz aller freidenkeriſchen Propaganda.
Auch der „Atheiſt” hina an, den äußeren Formen des
Katholi=
zismus. Darum hat ein Papſtfraund als König heute mehr Freunde
als ehemals. Zugleich aber geht die Freude am Fascismus im
Volk: immer mehr zurück. Es iſt ganz erſtaunlich, wie ſtark die Welle
der Unzufriedenheit augenblicklich iſt. Man wagt ſchon reichlich und
ziemlich offen Kritik zu äußern, und der Miniſter Bottai hat
in ſeiner „Oritica kascista” nicht ohne Grund darauf
hinge=
wieſen, wie notwendig es iſt, endlich wieder etwas
Meinungs=
freiheit zu gewähren. Ob es aber möglich ſein wird, das iſt ſehr
zweifelhaft. Denn wie ſoll ſich die Gewaltherrſchaft halten, wenn
ihre Schattenſeiten und Fehler erſt einmal in aller Oeffentlichkeit
„ventiliert” werden?
Nun iſt allerdings in Italien einfach alles möglich. Man
könnte ſich vorſtellen, daß heute eine Diskuſſion des Regimes im
ganzen Reiche erlaubt und morgen wieder verboten wird. Man
ändert hier ſo raſch ſeine Meinung und ſeine Anordnungen, daß
eben alles einfach denkbar iſt. Denn in welchem anderen Lande
wäre es möglich, daß der Preſſechef der Regierung ſich ſelbſt
dementiert und trotzdem in ſeinem Anite bleibt? Und dieſe
Tat=
ſache hat ſich jetzt unter der glorreichen Herrſchaft des Fascismus
ereignet. Der Preſſechef Muſſolinis, Lando Ferretti, hat
un=
längſt im „Corriere della Sera” eine Beſprechung eines Buches
von Miſſiroli veröffentlicht und mußte dann, als der vatikaniſche
„Oſſervatore Romano”, ſich gegen die Darſtellung Ferrettis
wandte, amtlich erklären, daß dieſer Aufſatz „nicht im Auftrage
geſchrieben und veröffentlicht” worden ſei. Der ſelbſtverſtümmelte
Preſſechef aber amtet weiter. Natürlich hat ein derartiges
Dementi ohne ſachliche Folgen auch keinen Eindruck beim Papſt
gemacht, der in einer Anſprache ſeinerſeits ſich ſehr energiſch
gegen die Entgleiſungen, Indiskretionen und halben
Ableugnun=
gen ausgelaſſen hat. Man ſah den Kulturkampf in ſchönſter Blüte.
Was geſchehen aber auch für eigenartige Dinge in dieſem
Lande Italien. Der Mann, der jenes von Ferretti gelobte Buch
geſchrieben hat, dieſer Miſſiroli, war ein echter Vorkämpfer der
Linken. Er gehört auch heute noch nicht offiziell zum Fascismus.
Er war Journaliſt und wurde als Antifasciſt aus dem „Album”
der Journaliſten geſtrichen. Er kann deshalb auch heute noch
nicht in ſeinem eigentlichen Beruf tätig ſein. Aber er kann ein
Vuch ſchreiben, zu dem er aus aritlich.—: fasciſtiſchen Quellen das
notwendige, ganz geheime Material erhält. Es handelt ſich
um den Text des vom Vatikan urſprünglich vorgeſchlagenen
Konkordatsvertrages. Alſo eine ganz vertrauliche Sache.
Da=
durch, daß Miſſiroli nun dieſen Vertragsentwurf veröffentlicht,
war es natürlich leicht, am Vergleich mit dem endgültigen Sekl
des Konkordats zu zeigen, welche „Erfolge” Muſſolini erreicht
hat. Billige Lorbeeren, die aber im Vaikan nicht gerade als
Ruhmeslorbeer erſchienen. Kann man ſich da noch wundern,
daß trotz aller Königsbeſuche zwiſchen dem Vatikan und dem
Staate Italien alles andere nur nicht gerade Vertrauen und
Ne=ndſchaft herrſchen? Alle dieſe Vorgänge ſollten aber auch
law= uslande zur Vorſicht mahnen, wenn es ſich um Frieden und
F dſchaft mit Italien handelt. Der Haag und London nahen,
icht nur die „donna 8 mobille",
Seite 2
Mittwoch, den 18. Dezember 1929
Die ikalieniſch=franzöſiſche Blotken=
*.
EP. Paris, 17. Dezember.
Nach dem „Matin” iſt in den Beſprechungen zur
Vorberei=
tung der Londoner Seeabrüſtungs=Konferenz, die am Montag
unter dem Vorſitz des franzöſiſchen Miniſterpräſidenten Tardieu
abgehalten wurden, das Statut der franzöſiſchen Flotte
ein=
gehend erörtert worden. Frankreich beſitzt gegenwärtig eine
Flotte von 525 000 Tonnen (gegenüber 974000 Tonnen im Jahre
1914). Davon ſtammten 391000 Tonnen aus der Zeit vor 1922.
Nach Anſicht der Sachverſtändigen müßten nicht nur die 156 000
Tonnen fertiggeſtellt werden, mit deren Bau bereits begonnen
ſei, ſondern auch die veraltete Tonnage müßte erſetzt werden.
Frankreich ſei jedoch, um an der allgemeinen Abrüſtung
mit=
uwirken, bereit, auf die Wiederherſtellung der
Vorkriegsflottenſtärke zu verzichten und in
eine weitgehende Herabſetzung einzuwilligen.
Der „Petit Pariſien” und der „Excelſior” wollen wiſſen, daß
in der Beſprechung erneut die Untrennbarkeit der Abrüſtung zu
Lande, zu Waſſer und in der Luft betont worden ſei, und daß
der bekannte Standpunkt Frankreichs, wonach die etwaigen
Ve=
ſchlüſſe der Londoner Flotten=Abrüſtungskonferenz in den
Nah=
men einer allgemeinen Abrüſtung durch den Völkerbund
hinein=
gearbeitet werden müßten, aufrechterhalten werde.
Die geſtern von engliſchen und amerikaniſchen Blättern aus
Rom gebrachte Meldung, daß Italien den franzöſiſchen
Standpunkt in der Flottenfrage anzunehmen
gewillt ſei wenn vorher die politiſchen
Pro=
bleme in Nordafrika und dem Mittelmeer
ge=
regelt und ein Freundſchaftsvertrag zwiſchen
beiden Ländern abgeſchloſſen würde hat hier
ziemliches Aufſehen erregt, wird jedoch vielfach als ein
italie=
niſcher Verſuchsballon betrachtet und dementſprechend recht
ver=
ſchieden aufgefaßt. Während das „Journal” erklärt, eine
der=
artige italieniſch=franzöſiſche Zuſammenarbeit werde vom
ge=
ſunden Menſchenverſtand geboten. lehnen das „Oeuvre” und das
„Echo de Paris” in ſeltener Einmütigkeit derartige politiſche
Zu=
geſtändniſſe ab. Der bisherige Abſtand in den Flottenſtärken
— beide Blätter berechnen die Flottenſtärke Frankreichs auf
661000 Tonnen, die Italiens auf 390000 bis 400 000 Tonnen —
müſſe ganz einfach aufrechterhalten bleiben, denn er entſpreche
den Bedürfniſſen beider Länder. Jedenfalls könne Frankreich
Zugeſtändniſſe auf dieſem Gebiet nicht mit Gebietsabtretungen
in Tunis bezahlen. — Das „Oeuvre” fügt hinzu, ein
italieniſch=
franzöſiſcher Freundſchaftsvertrag ſei eigentlich überflüſ da
beide Staaten den Kellogg=Pakt unterzeichnet hätten.
Vom Tage.
Der Reichspräſident hat geſtern dem Univerſitätsprofeſſor
im Ruheſtand Geheimrat Lujo Brentano aus Anlaß ſeines 85.
Geburtstages den Silbernen Adlerſchild des Reiches mit
einem herzlichen Handſchreiben überreicht.
Der Reichspräſident v. Hindenburg gab geſtern abend zu
Ehren des diplomatiſchen Korps das traditionelle
Diner, an dem auch die Reichsregierung und die Spitzen von
Reichs=
bahn, Reichsbank und Preußen teilnahmen.
Der Vertrag zwiſchen dem Reich und den Ländern über die
An=
leihegenehmigungsſtelle läuft Ende Dezember ab. Das Reich hat nun
die Länder wegen der übrigen dringenderen Aufgaben gebeten, den
Vertrag um zwei bis drei Monate zu verlängern und dann an die
Reformarbeit der Anleiheſtelle heranzugehen. Es iſt anzunehmen, daß
die Länder dieſer Bitte nachkommen werden.
Albert Zimmermann, der Schriftleiter des Deutſchnationalen
Handlungsgehilfenverbandes in Hamburg, hat geſtern ſeinen
Aus=
tritt aus der Deutſchnationalen Volkspartei
er=
klärt.
Dr. Adenauer wurde mit 47 gegen 45 Stimmen wieder
zum Oberbürgermeiſter von Köln gewählt.
Die Gebrüder Willi und Leo Sklarek haben im
Un=
terſuchungsgefängnis einen Nervenzuſammenbruch erlitten, ſo
daß Willi Sklarek ins Lazarett kam, während Leo Sklarek Bettruhe
verordnet wurde.
In Moskau wurde ein großer Teil der verhafteten
deutſchſtämmigen Koloniſten geſtern freigelaſſen.
Der deutſche Botſchafter v. Höſch hatte am Dienstag eine
Unter=
redung mit dem franzöſiſchen Außenminiſter Briand, die ſich auf die
Vorbereitungen der zweiten Haager Konferenz bezog.
Die franzöſiſche Regierung hat in der Kammer einen
Geſetzentwurf eingebracht, in dem für die
Grenzbefeſtigun=
gen ein Spezialkredit von 3, 3 Milliarden Franken
gefordert wird. Dieſe Ausgaben werden ſich auf die Jahre 1930
bis 1934 verteilen.
Das neue engliſche Erwerbsloſen=Verſicherungs=Geſetz iſt im
Unter=
haus mit einer Regierungsmehrheit von 74 Stimmen nach erfolgter
dritter Leſung angenommen worden. Das neue Geſetz ſieht
Mehraus=
gaben von 14 Millionen Pfund Sterling für Unterſtützungszwecke
zu=
gunſten der Arbeitsloſen vor.
Der Einzelhandel zum 5-Uhr=Ladenſchluß
am Weihnachksabend.
Ikalien beharrk auf Blotkenparikäk.
EP. Rom, 17. Dezember.
In einer offiziöſen Mitteilung wird ausdrücklich beſtritten,
daß Italien ſeine bisherige Forderung nach einer Flottenparität
mit Frankreich gegen gewiſſe politiſche Zugeſtändniſſe aufzugeben
bereit ſei.
Frankreich lehnt die
Parikät mit Italien ab.
EP. Paris, 17. Dezember.
Ueber die geſtern im Innenminiſterium abgehaltene
Beſpre=
chung zur Vorbereitung der Londoner Seeabrüſtungskonferenz
glaubt der „Temps” verſichern zu können, daß unter den
Kabi=
nettsmitgliedern vollſtändige Einigkeit über die in London
ein=
zunehmende Haltung herrſcht. Die Haltung der
franzö=
ſiſchen Delegation werde lediglich von der Sorge um
die abſolut notwendigen
Sicherheitsbedürf=
niſſe diktiert. Daher ſei keinerlei Verminderung der
Geſamttonnage in Erwägung gezogen worden.
Ueberdies habe die franzöſiſche Marine gemäß dem Waſhingtoner
Abkommen von allen Nationen die größten Opfer gebracht.
Mit anderen Worten, Frankreich hält an ſeiner bisherigen
Haltung feſt und lehnt eine de facto=Parität mit
Italien rundweg ab.
Der Direktor des franzöſiſchen Dienſtes beim Völkerbund,
Maſſigli, hat ſich heute nachmittag nach London begeben, um mit
dem franzöſiſchen Botſchafter über die Seeabrüſtungskonferenz
Be=
ſprechungen abzuhalten. Die Frage, ob Marineſachverſtändige oder
Diplomaten die franzöſiſche Delegation ergänzen ſollen, ſcheint noch
nicht endgültig entſchieden zu ſein. Sicher iſt auf jeden Fall, daß
Miniſterpräſident Tardieu, Außenminiſter Briand und
Marine=
miniſter Leygues die Kerntruppe der franzöſiſchen Delegation
bil=
den werden. Die genaue Liſte der Delegierten dürfte in den
aller=
nächſten Tagen offiziell bekannt gegeben werden.
Von der Hauptgemeinſchaft des Deutſchen Einzelhandels wird uns
geſchrieben: Die Hauptgemeinſchaft des Deutſchen Einzelhandels hat
mit lebhafter Beſorgnis die Verhandlungen des Reichstags verfolgt, die
zu dem Geſetz über die Einführung des 5=Uhr=Ladenſchluſſes am
Hei=
ligabend geführt haben. Sie muß feſtſtellen, daß dieſes Geſetz — trotz
unabläſſiger mündlicher und ſchriftlicher Darlegung ſeiner abträglichen
wirtſchaftlichen Folgen und weitgreifenden rechtlichen Zuſammenhänge —
ohne Rüchſicht auf die Notlage beſonders des mittelſtändiſchen
Einzel=
handels aus politiſchen Gründen in überſtürzter Weiſe verabſchiedet
worden iſt. Es bedurfte keiner derartig übereilten geſetzlichen Regelung
in dieſem Jahre, da in zunehmendem Maße die für Beſchäftigung von
Angeſtellten in erſter Linie in Betracht kommenden
Einzelhandelsbe=
triebe, je nach den örtlichen Vorausſetzungen, freiwillig einen
Früh=
ſchluß am Heiligabend eingeführt hatten und ſomit großen Teilen der
Angeſtelltenſchaft des Einzelhandels ein rechtzeitiger Feierabend bereits
geboten war. Vom geſetzlichen Frühſchluß wird aber in
vorder=
ſter Linie die große Zahl der kleineren
Ladenge=
ſchäfte in den Wohngegenden betroffen, die beine oder nur
eine geringe Anzahl von Angeſtellten beſchäftigen und für die die
Ge=
ſchäftszeit zwiſchen 5 und 7 Uhr abends am 24. Dezember von
außer=
ordentlicher Bedeutung iſt.
Obgleich die Weichsregierung bisher ſtets die Auffaſſung vertreten
hat, daß dieſe Frage nur im Zuſammenhang mit dem
Arbeitsſchutzgeſetz=
entwurf geregelt wrden ſoll, hat ſie ſich unter dem Druck
parteipoliti=
ſcher Geſichtspunkte zu einem Geſetz bereit gefunden, das 10 Tage vor
dem Heiligabend in Kraft treten ſoll und keine Rüchſicht auf bereits
ge=
troffene Dispoſitionen im Einzelhandel wie bei ſeinen Liefevanten nimmt
und auch keine Zeit läßt, die Käuferſchichten über die geänderten
Laden=
ſchlußzeiten rechtzeitig zu unterrichten.
Die mangelhafte und übereilte Geſetzesformulierung hat eine
ein=
ſeitige Benachteiligung des Einzelhandels zugunſten anderer
Gewerbe=
zweige zur Folge, beſonders zugunſten des Marktverkehrs, der
Friſeur=
geſchäfte und des Gaſtwirtsgewerbes (die wie üblich bis 7 Uhr geöffnet
ſind, alſo auch Waren verkaufen können). Sie bedeutet endlich eine
Be=
günſtigung des ungeſetzlichen Handels.
Auch die Intereſſen weiter Verbraucherkreiſe die
vielfach erſt am 24. Dezember Weihnachtsgratifikationen erhalten, ſind
durch dieſes Geſetz geſchädigt wonden, da die einſeitige Verbüürzung der
Verkaufszeit für den ortsanſäſſigen Handel ohne einen entſprechend
früheren Schluß der ſonſtigen Betriebe und Büros den
Arbeitnehmer=
ſchichten die Gelegenheit zu ausreichendem Weihnachtseinkauf erheblich
mindert.
Die Hauptgemeinſchaft fühlt ſich verpflichtet, öffentlich der Anſicht
Ausdruck zu geben, daß eine ſolche überſtürzte Geſetzgebung weder von
wirtſchaftlicher Vernunft, noch von einem wohlerwogenen ſozialen
In=
tereſſe geleitet worden iſt, und daß ſie gerade im Augenblick ſchwerer
wirtſchaftlicher Kriſe der Autorität der Geſetzgeber nicht förderlich ſein
kann. Sie wendet ſich an alle Kreife, die durch das übereilte
Zuſtande=
kommen dieſes Geſetzes geſchädigt worden ſind, mit der Bitte, über ihre
Auffaſſung bei allen in Frage kommenden Stellen und in der
Oeffent=
lichkeit keinen Zweifel zu laſſen.
Pariſer Vorbereikungen zur z
Huuger Honferenz.
Die Frage der Oſtreparakionen. — Repata s
ermäßigung für Bulgarien?
Noch vor Weihnachten dürfte die Einladun,
Haager Konferenz an die Regierungen der Mä
Präſidenten der Haager Konferenz, den belgiſchen
denten Jaſpar, ergehen. Die franzöſiſche Regierr
Gegenſatz zur erſten Haager Konferenz diesmal
tungen nicht fehlen laſſen. Man hat ſich in Pari,
müht, eine Einheitstheſe der Gläubigermächte h.
jede Möglichkeit einer Auseinanderſetzung zwiſch
bigern auf der bevorſtehenden Konferenz auszu
Montag begannen in Paris die auf eine Woche b nro,
ratungen der Finanzſachverſtändigen der Gläubige o=te
ſich auch uns Deutſchen im Hinblick auf die fiebe
renzvorbereitungen der Gläubigermächte unwillkü
druck aufdrängen muß, daß es in Paris wieder
Einheitsfront gegen Deutſchland zu ſchaffen, ſo iſt
rückſichtigen, daß die Aufgabe der Youngausſd
weſentlichen darauf gerichtet war, techniſche Vorau nu
die Ingangſetzung des Youngplanes zu ſchaffen
Gefahr einer weiteren materiellen Benachteiligung n iſche
nicht vorlag. Allerdings haben zwei zum Aufga „xo
Youngausſchuſſes gehörende Fragen finanzieller an
lich die Frage der Rückgabe des deutſchen Eig nu
England und eine Reihe deutſch=polniſcher Frag nnzmſ
eine Erledigung gefunden, die leider Deutſchland nief.
Ueberhaupt nicht oder nur indirekt beteiligt i xutäſ
an der Frage der Oſtreparationen, iſex
Paris bisher nicht gelungen iſt, eine Einigung b(=
Von Anfang an hatte der mit der Frage der Oſtre n onen
traute Sonderausſchuß infolge der Haltung Unga trn)
gariens mit den größten Schwierigkeiten zu kämpf Oam=
gariſche Widerſtand wird offenſichtlich vo n
geſtärkt. Anſcheinend glaubt man in Rom, das e
gelung der Frage der Oſtreparationen größtes Int..
ihrer Hilfe Zwietracht in die Reihen der Kleinen n
zu können, um den franzöſiſchen Eindruck zu para keu
die bulgariſchen Zahlungen anbelangt, ſo ſcheint (Saz
Hoffnung auf ein Einlenken Bulga fazy
nicht erloſchen zu ſein. Auch Bulgarien wird von fau
ſeinen Anſprüchen unterſtützt und lehnt eine vom Fahuf
geregte Feſtſetzung der bulgariſchen Schuld auf 1. FZüeg
Goldfranken jährlich zahlbar in 30 Annuitäten a rm M
wird die Haltung Italiens in der Frage der Of anu
aufs ſchwerſte mißbilligt. Man weiſt auf die Beſchl;ern
Haager Konferenz hin, durch die zur Verwahrung
vorteile Italiens England ein von Frankreich, Ita mnd
gien garantierter Teil der Oſtreparationen über
Man wirft nun Italien Preſtigepolitik vor in ein ſr gel
heit, in der eine Löſung auf rein wirtſchaftlicher ur hant
Baſis angeſtrebt werden müßte.
Eine größere Annäherung iſt in den Pariſer 9chuſn
handlungen in der Frage der ſogenannten Befre ſ. ſchul
der Nachfolgeſtaaten erzielt worden. Die Tſchech. lei
wiederum eine weitgehende Herabſetzung ihrer Sc / gevä
erhalten, ſo daß ſie nur noch 37 Annuitäten zu je Bil
Goldmark anſtatt vorher 750 Millionen Goldfrank — zu
hat. Trotzdem hat Beneſch angekündigt, im Haag n —eC
bigerforderungen der Tſchechoſlowakei gegenüber ſtEtſchl
Ungarn und Bulgarien mit Nachdruck zu vertreten lSch 0
Ausſicht auf Erfolg. Hinſichtlich der Verpflichtunger Iwtereſt
dürfte die Haager Konferenz vermutlich zu der Ehedun ſatsanw
gelangen, daß Oeſterreich künftighin auch formell v len
parationszahlungen befreit ſein wird.
Die zweite Haager Konferenz ſteht alſo vor ſcht ent
Entſcheidungen, ſo daß ſich die beſonders in Lon! wendl
Hoffnung, daß dieſe Konferenz in wenigen Tagen oet
dürfte, wohl kaum erfüllen dürfte.
Konferenz der allierten Zinanz SachverflE90
Die Konferenz der alliierten Finanz=Sachverſt /wen
geſtern begonnen hat und den Zweck verfolgt, eine CIrin
der Gläubigermächte für die zweite Haager Konfere ſert
len, wird vorausſichtlich eine Woche lang dauern, ſich
Morgenblättern iſt in der geſtrigen erſten Sitzung IEeI
Vertrag geprüft worden, durch den die Gläubigermi /e
ternationalen Bank Vollmachten für die Entgegen /
Verwaltung der deutſchen Reparationszahlungen
Der Excelſior” hält es für wahrſcheinlich, daß im ei
die Sachverſtändigen=Beſprechungen noch eine Kc ſſad.
alliierten Finanzminiſter ſtattfinden wird, um dadu /
handlungen im Haag auf ein Minimum zu reduzer
Zer Zauorter M Bohnerwbatd.
Von Franz Alfons Gayda.
GDS. Wir ſind gründlich entzaubert. Graue Ernüchterung,
Ver=
zweiflung erfüllt ein Volk, das ſeinen Gott verlor, ſeine Idee
verriet, ſeiner einzigen und eigentlichen Kraft untreu ward; der
Kraft zum Glauben. Dieſe Lebenskraft kann uns niemals durch
Politik oder techniſche Ziviliſation erſetzt werden, denn jene Kraft
beſtimmte unſer Blut, das moderne Denken jedoch nur unſere
äußere Lebensführung. Und die iſt kläglich genug im Zeitalter
der Vollkommenheit aller Maſchinen und Erfindungen. Ihre
Herrſchaft hat uns nicht glücklicher, aber dumpfer, ſtumpfer,
woh=
nungs= und arbeitslos gemacht.
Auch die Wälder ſchwinden wie alle Ströme unſeres inneren
Lebens in dieſer neuen Heidenzeit der großen Städte.
Ernüch=
terung und Verdorrung. Hohe Zeit der Sammlung aller
Ge=
ſunden, Ungebrochenen, dem Abſoluten Hingegebenen — ſie
werden das Abgeſtorbene ablöſen müſſen oder mit ihm ſterben.
Das Schrifttum als Spiegel des ſeeliſchen Zuſtandes eines
Volkes bietet uns in ſeiner Maſſe das neue Brot aus Stein
den ganz oder halb politiſchen Roman, den Zeitroman, den
tech=
tiſchen und tau endfach tendenziöſen Roman — die ganze
Un=
natur der Stä ke. Auch hier Entzauberung ohne Schöpfung
neuer Werte, — ch hier Ernüchterung ohne Möglichkeit zu neuem
Glauben. Ab, auch hier der Zwang, zu ſammeln, was an
Natur aus er Hand vorhanden iſt, um es zu pflegen und ihm
zur Wirkung t verhelfen.
An der heriſchen Grenze beginnt der Böhmerwald, die
Krone Suſ deutſchlands. Noch heute verwunſchene, an
Ein=
ſamkeit rei n urwüchſiger Fülle dnvergleichliche, mit tauſend
geheimnis Stimmen das Herz janſprechende große Natur.
Sagen u archen raunen noch heute durch den Böhmerwald,
ſpukhaft ſoll Grauen oft, ungebändigt wie der düſtere
Eiſen=
ndere Heidentum lebt noch im Untergrunde, voller
wald.
Gebundenheit an die Erde. 1Wo wirkt eine Sprache,
Lund
Ate und das Wuchtigſte, den Traum und die
zer=
die de
Penſchaft, den tollen Sturm in den Lüften, und
maln
türme in den Herzen mit ganz euem Wort zum
ie
Viele Dichter gebar Sudetendeurſihland, Stif=
Aue
„Hochwald”, war Sohn dieſer grünen Natdx, ihrer
er
ihres milderen Hauches. Aber keinem wA
verliehen wie Hans Watzlik, der
ils ein Zauberer der Sprache im Böhmerwald ſitzt,
vogelſprachekundig, ganz der Magie dieſes Waldgebirges
ver=
fallen, wie ein Stein und Baum, wie Nebel und Sonne, Teil
dieſer Erde. Böhmens größter Sprachſchöpfer, eine elementare
Natur, aus Bauernblut geboren, wird Hans Watzlik in dieſem
Monat 50 Jahre alt, im Reich noch vielfach unbekannt.
Bevor wir über ſeine Bücher ſprechen, noch ein Wort über
ſeine Stellung im Kampf der beiden Völker, der Deutſchen und
Tſchechen. Die meiſten unſerem deutſchen Volk entſtammenden
öſterreichiſch=böhmiſchen Dichter empfinden die Not ihrer Heimat,
haben dieſer Heimat gedient nach ihren Möglichkeiten. Aber
Watzlik bedeutet mehr, iſt ein Hüter des Erbes, ein Mehrer der
geiſtig=ſeeliſchen Kraft, aus der die Beharrung im Deutſchtum
kommt, er iſt mit ſeinem Werk ein kulturpolitiſcher Faktor erſten
Ranges für das ringende Deutſchtum. Um den reichsdeutſchen
Leſer zu Watzlik zu führen, ſollen nur einige der wichtigſten
Bücher erwähnt werden. Bereits das erſte Buch Erzählungen
„Im Ring des Offers” zeigt rein die Beſonderheit dieſes Autors,
der in ſeinen beſten Schriften durch ſie einzig daſteht in unſerem
Schrifttum. Es iſt alles abſeits der Städte, abſeits der
Alltäg=
lichkeiten, was ſich hier begibt am Fuße und auf dem Höhen des
Oſſers=Gebirges. Düſter und gewaltig, ſpukhaft und legendär,
aber hinreißend durch das knappe, neugeborene Wort — er hat
keine Vorbilder, er ſchreibt nicht auch, ſondern neu. Und groß.
Was hier anklingt, wird volle Kraft in der Erzählung „Aus
wilder Wurzel” — einer abſolut männlichen Lektüre.
Sied=
ler im verwunſchenen und verwilderten Eiſenwald, härteſtes
Leben, wilde Naturgewalten und menſchliche Unzulänglichkeit,
Trotz und Beharrung einiger eiſerner Schädel, dazu aus der
Welt von Zeit zu Zeit ſchmutzige Wellen der Jahre
mittelalter=
licher Glaubenskämpfe, die in dieſe Wildnis rollen.
Jahre vor dem Kriege ſchrieb Hans Watzlik ſein notwendiges
politiſches Buch, den Roman „O Böhmen!” Tſchechen wider
Deutſche (nicht umgekehrt!), denn die Slaven hat immer die
Leidenſchaft des nationalen Gedankens beſeſſen gemacht, die dazu
führte, daß Polen nach einem Jahrhundert auferſtand, daß die
Tſchechen Staat wurden. Auch hier die Meiſterſchaft des Wortes,
das immer wieder Koſtbarkeiten der deutſchen Sprache zutage
för=
dert — aus Volkstiefen — aber auch jene Eigentümlichkeit des
Wildwuchſes: Watzlik übt keine Zucht, er läßt die Elemente raſen
und läßt zwiſchen ihnen manchmal Sentimentalitäten ſtehen, die
nralt und längſt papieren geworden ſind. Ganz klar und frei
von ſolcher Untugend iſt wieder, wie „Aus wilder Wurzel”, der
„Ums Herrgottswort” aus der Zeit der
Gegen=
die im Böhmerwald beſonders blutig um das
Glaubenskampfes. Ueber die blutige Bahn leuchtet
tum des einfachen Volkes, das ſeinem Herrgottsw!
den Tod nicht untreu werden wollte. Was leuch!
blutigen Bahn unſerer Zeit? Ueber dieſem Hunger
über dieſer geiſtigen Not? — Ein ſchlichtes, zwing
Schwer und tragiſch, aber auch mit feurigen Zung.
Einen kündend, das uns not.
Den wirklichen Humor haben nicht die Leute
matenſchreibtiſch und im Literatencafé. Auch er D.
gebrochenheit und ein geſundes, möglichſt großes 9e1
Schelmenroman „Fuxloh — oder die Taten und 2
Kaſpar Dillhäubel” werden viele Leſer ungetrühte,
Freude haben. Der Jugend hat Watzlik ein Gegen!
in dem im Verlag Hermann Schaffſtein, Köln, erſchte
von dem wunderſamen, abenteuerreichen Leben de
aus Schnappautz, einer unbändigen Schelmengeſchichlt
Titel „Ridibunz”, einem Volksbuch gleich „Stilz”t
des Böhmerwaldes”, das bei Eugen Diederichs in
nen iſt. Der Volkserzieher und Volkskundler
Wah=
auch die Böhmerwaldſagen, von denen er die Eie
neu geſtaltete in ſeinem Werk „Dämmerbo.
Erzählungen). Die meiſten ſeiner Bücher ſind ii.
L. Staackmann, Leipzig, erſchienen, mit Ausnähe.
tiſchen Erzählungen „Schloß Weltfern”. „Die Relle.
lay” eine Nachfolge Hauffs, der Gedichte „Der ſchld
ten” und des entzückenden Kinderbuches „F1.."
im Verlag von Gebrüder Stiepel in Reichenbern.
herausgegeben wurden. Dieſes Kinderbuch gehol.
in den Bildern zu den ſchönſten und echteſten Bet.
Gottes rang.
Geſchichte wird Sinnbild jedes echten
Morgenſtern, L.: „Illuſtriertes Kochbuch”, 11.
Auflage. 808 Seiten, 549 Abbildungen und
Leinwand gebd. 14 RM. Erſchienen bei Heinrin.
geſellſchaft m.b. H., Nordhaufen (Harz).
Jede Ehekandidatin ſollte kochen, gut kochen L.
Frau ihre Kochkenntniſſe ſtändig erweitern, aul L
wohlſchmeckende Gerichte auf den Tiſch des Haule
ſem Sinne iſt das Kochbuch von Lina Morgenſie.
zuverläſſiger Ratgeber ſehr zu begrüßen. In. "
das im Text Geſagte erläutert. Alle einfachen
griffe werden in trefflichen Bildern gezeigt, o
rin in der Kochkunſt ſich an die ſchwierichten
kann. Es iſt ſchon rein äſthetiſch eine Freude.
durchblättern. Vor allem die farbigen Tafein.
buch umfaßt, bis zur Krankenküche hinab, Darſtellung.
mer 350
Mittwoch, den 18. Dezember 1929
Seite 9
S Begiſchnalionalen Landkagsfrakkion gegen
das Land Preußen.
Leipzig, 17. Dezember.
zem Staatsgerichtshof für das Deutſche Reich begann
* dem Vorſitz des Reichsgerichſtspräſidenten Dr. Bumke
nidlung in der Streitſache der Fraktion der Deutſch=
Voltspartei des Preußiſchen Landuags gegen das
(ußen über die Frage, ob die Eintragung in die Liſten
dVolksbegehren und die Teilnahme am Volksentſcheid
eiry geſetz” für die preußiſchen Beamten mit ihren
Dienſt=
ht: ereinbar iſt und ob demgemäß die Stellungnahme der
Fßr Regierung in dieſer Frage verfaſſungswidrig iſt
Im
Dntrag der Deutſchnationaben Volks=
Tutet: Der Staatsgerichtshof wolle beſchließen, daß die
nol der preußiſchen Beamten am Volksbegehren und
s— heid grundſätzlich zuläſſig und daß die dagegen
ergrif=
tögebungen des preußiſchen Staatsminiſteriums
ver=
m brig ſind. Das Land Preußen beantragt,
KE als unzuläſſig zu verwerfen, eventuell ſie als
unbe=
d=urückzuweiſen. — In ſachlich=rechtlicher
Be=
unm ridelt es ſich zunächſt darum, ob überhaupt die
Stimm=
bbe i einem Volksbegehren Gegenſtand diſziplinariſcher
ſoln); bilden kann.
12 des Reichsgerichispräſidenken gegen den
velA Teil des Ankrags der Landkagsfraktion.
Darſtellung des Streitfalles durch den Berichterſtatter
Vorſitzende, Reichsgerichtspräſident Dr. Bumke,
dar=
ß der zweite Teil des Antrages der Landtagsfraktion
n Anlaß gebe inſofern, als zwiſchen einem
Ver=
s ſtreit und einer Verfaſſungsverletzung
erſchiedliche Behandlung Platz zu greifen
eine Verfaſſungsverletzung ſei ein Staatsgerichtshof
derer Form vorgeſehen. Auch die preußiſche
Verfaſ=
einen beſonderen Staatsgerichtshof für Verfaſſungs=
r vor. Der Staatsgerichtshof für das Deutſche
nur bei Verfaſſungsſtreitigkeiten zuſtändig. Auf
re Anregung des Vorſitzenden ergänzte
rwalt Dr. Seelmann=Eggebert ſeinen An=
Die Teilnahme der preußiſchen Beamten am
Volks=
rd Volksentſcheid durch Eintragung in die Liſten und
be iſt ohne Einſchränkung im übrigen innerhalb der
S Diſziplinarrechtes zuläſſig.
ſterialdirektor Dr. Badt erklärte auf eine
Vorſitzenden, daß in Preußen, ſoweit ihm bekannt ſei,
einzigen Falle wegen der Einzeichnung in die
Ein=
de ein Verfahren gegen Beamte eingeleitet worden iſt.
ſterialrat Dr. Förſter gab für das
Reichs=
des Innern die Erklärung ab, daß zum mindeſten
FeAren, wenn es ſchon eingeleitet ſein ſollte, nicht zur
ſchfif ng gekommen iſt.
Reslsanwalt Dr. Seelmann=Eggebert
über=
hte= Anzahl Schriftſtücke zum Beweiſe dafür, daß direkte
in’n te Verbote an Beamte, ſich am Volksbegehren zu
be=
gen,m verzeichnen ſeien, namentlich von Provinzialbehörden.
Milſterialdirektor Dr. Badt erklärte, daß kein
ew! II eines Verbotes durch eine nachgeordnete Behörde
Stot zegierung bekannt geworden ſei. Dagegen hätten die
did ielfach in der Weiſe Stellung genommen, daß ſie
er=
ſelbſtverſtändlich ſei jedermann völlig ungehindert,
einz! chnen. Es werde aber gehofft, daß jeder nach
ſorg=
iger äfung ſelbſt wiſſe, was er zu tun habe. Eine
Zu=
menu ang der angeblichen Verbote in einer Broſchüre des
hsten bgeordneten Everling zeige, daß 99 Prozent aller
e vad aus der Luft gegriffen oder unrichtig dargeſtellt ſeien.
s St3 miniſterium werde in jedem einzelnen Falle prüfen,
dass rtreten für das Volksbegehren eine diſziplinariſche
undun r finden habe oder nicht. Zweifellos ſei, auch nach
m Un) von anerkannten Autoritäten, zu bejahen, daß das
ſtretil er das Volksbegehren unter das Diſziplinarrecht falle.
Naay rörterung dieſer Vorfragen nahm Rechtsanwalt Dr.
lmarg =ggebert das Wort, um in längeren Ausführungen
Akt;ogitimation der Landtagsfraktion und die ſonſtigen
Grr/ s Haus. — Dienstag, den 17. Dezember 1929.
Mi=11
en 21
Othellr.)
denn Eai
Der
1
uati
r, 2
bertr.
rdeny
lich
eil wit
wonmt
Ihne 8
W.
vokd
D
Barbier, der bei der Uraufführung 1816
ausgepfif=
bal! rrauf ſeinen Siegeslauf antrat, hatte Roſſini ſeinen
erfolg. Die in demſelben Jahre folgende Oper
nachte ſich durch ihren grotesken Schluß unmöglich,
in Mord auf offener Bühne verpönt war, fragt Des=
Eemonart deren Ausruf: „ich bin unſchuldig!” der Mohr: „iſt
S willy wahr?” Und als ſie antwortet: „ich ſchwöre es dir”
gen .. Hand in Hand ein feuriges Finale. Dieſe wahre
hichel 2benbei.
2 Roſſiwi komponierte 1817 die Cenerontola, die
* Felina, die er ſeinem Impreſario nicht rechtzeitig ab=
. daß ihm dieſer einfach die Wohnung ſolange
zu=
er fertig war. Die feinere Cenerontola konnte ſich
eudl em derberen Glanz des Barbiers nicht halten, was
im 1 anlaßte, gleich drei weitere Opern folgen zu laſſen:
Nell elte „gazza ladra”, die „Armida” und die „Adelaide‟
189 1819 und 1820/21 erſchienen je drei neue Opern, die
Hreibende Muſiker auf gutbezahlte Beſtellung gleich=
Auy em Aermel ſchüttelte. So gerieten denn alle dieſe
gleichem Schema gearbeitet, ſich ſehr ähnlich. Die
wiederholen ſich, die Figuren gleichen ſich auf ein
Sharakteriſtik iſt labil und paßt überall hin. Die
gehen für eine Oper ſo gut wie für die andere, und
Hoft getauſcht, ſo daß man heute kaum mehr weiß,
ge 2 rſpüngliche war.
Del verſteigerung ihrer kolorierten Stilelemente, bekämpft
Se und Wagner, führte zu ihrem Ende und wurde von
No0 ik abgelöſt. Heute mögen wir auch an Roſſini, aber
an wenigen Hauptwerken, wieder Gefallen finden,
rrügend Abſtand von Bewegung und Gegenbewegung
raben, um das Geniale in beiden ſchätzen zu können.
Schentwickelte heutige Inſzenierungskunſt aber wäre
Belebung nicht denkbar, die ein muſikaliſch wohl ſehr
als Oper jedoch fragwürdig bleibendes, ſeelenloſes
em Geiſt weſensfremdes Werk reizvoll zu machen,
t beſitzt.
Ttola heißt Aſchenbrödel. Es iſt mir nicht bebannt
ve Neubearbeitung des auf Angelina umgetuften
Fragen verfahrensrechtlicher Art im einzelnen näher zu
be=
gründen.
Die Frage der akkiven Legikimation.
Miniſterialdirektor Dr. Badt führte u. a. aus, nach den
bisherigen vorläufigen Schätzungen hätten ſich 8—10 000 Staats=
und Reichsbeamte trotz der Warnung in die Liſten eingetragen,
ebenſo 30 bis 40 000 Kommunalbeamte. Der § 4 des
Freiheits=
geſetzes habe ſogar den Anlaß zu einer Spaltung in der
deutſch=
nationalen Partei gegeben. Das beweiſe die Richtigkeit der
preu=
ßiſchen Staatsregierung. Preußen verneine die Frage, ob die
Warnung des preußiſchen Miniſterpräſidenten an die Beamten
ein gerichtsfähiger Akt ſei. Wenn die Beamten ſich auf einem
Umweg über eine Fraktion an den Staatsgerichtshof wenden
könnten, ſo würde das eine völlige Verwiſchung des Begriffes
der Aktivlegitimation bedeuten. Zum Schluß betonte
Miniſterial=
direktor Dr. Badt, daß keinem Beamten das Recht verwehrt
wer=
den ſolle, ſachliche Kritik an den Maßnahmen der Regierung zu
üben. Hier handele es ſich aber nicht um eine Beſchränkung des
Rechtes der freien Meinungsäußerung, ſondern um eine
Reini=
gung des politiſchen Lebens.
In der Nachmittagsſitzung ergriff zunächſt Miniſterialrat
Dr. Löwenthal für das Reichsminiſterium der Finanzen zur
Frage der aktiven Legitimation das Wort. Er führte aus, daß
unter „Verfaſſung” im Sinne eines Verfaſſungsſtreites die
Ver=
faſſung im materiellen, aber nicht im formalen Sinne gemeint
ſein könne. Wenn in dieſem Falle die Klagebefugnis der
deutſch=
nationalen Landtagsfraktion anerkannt würde, ſo würde eine
Abgrenzung der Verfaſſungsgerichtsbarkeit gegen die
Verwal=
tungsrechtspflege und die Diſziplinargerichtsbarkeit kaum noch
zu finden ſein. Als Verfaſſungsſtreitigkeiten ſollten lediglich die
großen Streitigkeiten zwiſchen den zur Bildung des oberſten
Staatswillens der Länder berufenen Stellen vor den
Staatsge=
richtshof gehören. — Mit Rückſicht auf die vorgebrachten
Beden=
ken gegen die Formulierung des Klageantrages gab
Rechtsan=
walt Dr. Seelmann=Eggebert dem
folgende Faſſung:
„Der Staatsgerichtshof wolle feſtſtellen: Es iſt mit der
Ver=
faſſung nicht vereinbar, daß das preußiſche Staatsminiſterium
den preußiſchen Beamten auf dem Dienſtwege eröffnet hat, „ihr
Eintreten für das Volksbegehren, gleichviel in welcher Form, ſei
mit den Beamtenpflichten nicht vereinbar‟. Die Verfaſſung
ge=
währleiſtet vielmehr den Beamten: 1. ſchlechthin das Recht, ſich
beim Volksbegehren in die Eintragungsliſten einzutragen und
beim Volksentſcheid ihrer Ueberzeugung entſprechend die Stimme
abzugeben, 2. weiterhin auch das Recht, anderweitig für das
Volksbegehren und den Volksentſcheid einzutreten, ſofern ſie
nicht im Einzelfall durch die Art und Form ihres Eintretens
die beſonderen Beamtenpflichten verletzen.”
Als Redner ſodann den Fall des Regierungspräſidenten in
Merſeburg erwähnt, der lediglich der Staatsregierung
gegen=
über Bedenken geäußert habe und ſofort zur Dispoſition
ge=
ſtellt worden ſei, betonte Miniſterialdirektor Dr. Badt, daß es
ſich um einen politiſchen Beamten gehandelt habe. Von einem
ſolchen müſſe die Regierung unbedingt verlangen, daß er ſich in
jeder Weiſe hinter ihre Politik ſtelle. Im übrigen ſei die
Kund=
gebung des Miniſterpräſidenten Braun als Warnung keine
Normſetzung, wie es ein Verbot geweſen wäre.
Der Staatsgerichtshof wandte ſich dann der Erörterung der
Frage zu, ob die Reichsverfaſſung den Beamten das Recht
ge=
währleiſte, für ein jedes Volksbegehren, gleichviel welchen
In=
haltes, ſich einzutragen und beim Volksentſcheid die Stimme
abzugeben.
Die Fraktion der Deutſchen Volkspartei hat
folgen=
den Antrag im Heſſiſchen Landtag eingebracht:
„Wir beantragen, der Landtag wolle beſchließen, daß die von der
Regierung verhängte vorläufige Beförderungsſperre
ausnahms=
los für alle Beamtenſtellen gelten ſoll.
Begründung: Es wird in der Bevölkerung nicht verſtanden und
erregt das lebhafteſte Befremden, daß die höchſtbezahlten
Be=
amtenſtellen im Lande zur ſelben Zeit neu vergeben werden, in der
überalterte Anwärter vergebens auf Anſtellung warten und die
Regie=
rung ſelber äußerſte Sparſamkeit für das Gebot der Stunde erklärt
hat. Beſonders peinlich berührt in den weiteſten Kreiſen die
unbe=
ſtreitbare Tatſache, daß Fälle vorliegen, bei denen nicht ſachliche,
ſon=
dern rein parteipolitiſche Erwägungen für die Ernennungen
ausſchlag=
gebend geweſen ſind.”
Darmſtadt, den 17. Dezember 1929.
Dr. Keller=Büdingen und Fraktion.
Stückes durch Hugo Röhr greift, der der heutigen
Erſtauf=
führung beiwohnte. Er hat die für Kolorotur=Alt beſtimnte
Titelrolle für Sopran umgeſtaltet, wodurch die Oper erſt für
heutiges Stimmaterial aufführbar wird. Von dem deutſchen
Märchen iſt nicht viel übrig geblieben. Rowantik und Poeſie
iſt entſchwunden. Die Seele fehlt und alles wurde veräußerlicht,
bis allein die realiſtiſche Draſtik der opera buffa blieb. Hierin
aber iſt Roſſini Meiſter. Der bewegliche Humor, die Komik der
Situation, geniale Einfälle ſprühender Laune werden mit
ge=
nauer Kenntnis der Mittel zu muſikaliſcher Spannung und zu
ſicherer Bühnenwirkung verwendet. Die Muſik wird in
feſtge=
ſchloſſene thematiſche Formen gegoſſen, melodiſch geſüßt,
inſtru=
mental gewürzt. Wie kaum eine andere iſt dieſe Oper auf den
Ziergeſang der Einzelſtimme und auf die zahlloſen Enſembles
aller ſtimmlichen Gattungen geſtellt. Wie kaum eine andere
ſtellt ſie daher techniſche Anforderungem an Stimme, Muſikalität,
Zungenfertigkeit, Spannkraft der Ausübenden von wirtuoſem
Ausmaß.
Die Aufführung zeigte ſich jedem hochgeſtellten Anſpruch
ge=
wachſen. Sie darf muſikaliſch und ſzeniſch glänzend genannt
werden. Die Inſzenierung Renato Mordo — Schenck von
Trapp fand aus erfinderiſcher Phantaſie die Mittel, die
ver=
nüchterte Handlung mit einem berückenden Zauber kühler,
vor=
nehmer Art zu ſchmücken. Aus der genial verwendeten
Dreh=
bühne traten kühne Geſtaltungen von ſtärkſter Illuſionskraft
in brauchbar=wirkſame Erſcheinung. Sie wurden zu Folien für
Koſtüme von fabelhafter Originalität und Farbenpracht. Ein
durchgehend verwendetes tänzeriſches Element belebte Vorgang
und Muſik aufs glücklichſte. Ueber der muſikaliſchen Ausführung,
gründlich vorbereitet und vortrefflich geleitet, waltete K. M
Zwißlers ſichere, ſtarke Hand.
In den Hauptrollen, alle geſpickt mit äußerſten geſanglichen
Schwierigkeiten, holten ſich verdiente Triumphe Käte Walter
als liebreizende, virtuoſe Angelina, Karl Stralendorf als
ein brillanter, offenbar mit großer Freude in ſeiner Aufgabe
ſtehender Dandini, Otto Stadelmaier als ein eleganter,
ſtimmfroher Prinz, Heinrich Kuhn als ein troddeliger
Magnifico von packender Draſtik. Die beiden charakteriſtiſch
herausgearbeiteten Schweſtern Tisbe und Clorinde hatten in
Regina Harre und Maria Kienzl vortreffliche
Vertre=
terinnen. Ernſt Overlack gab den myſteriöſen Alidoro ſehr
ſympathiſch. Chöre und Statiſteris bildhaft und präzis.
Die Enſembles wohlklingend und fein ausgegrbeitt. Das
* Berlin, 17. Dezember. (Priv.=Tel.)
Die „Germania” das Organ des Zentrums, macht das
rheiniſche Eiſenbahnabkommen zum Gegenſtand einer ſehr
ſchar=
fen Kritik. Sie hält das Schreiben Briands vom 4. Auguſt für
ſehr ſchwerwiegend, in dem es heißt, daß die beteiligten
Regie=
rungen gegebenenfalls von den Rechten Gebrauch machen
wer=
den, die ſie auf Grund des Artikels 43 des Friedensvertrages
haben, ſei es betr. der Arbeiten, die nach dem Ablauf von 12
Jahren ausgeführt werden ſollen, ſei es hinſichtlich aller
Eiſen=
bahnbauten, die vor oder nach dem Ablauf des genannten
Zeit=
raumes an irgendeinem Punkt der entmilitariſierten Zone
aus=
geführt werden und die in ihren Augen eine Verletzung des
Ar=
tikels 43 darſtellen ſollten. Die „Germania” weiſt auf die
Inter=
pretation der Reichsregierung hin, wonach Deutſchland nicht
ver=
pflichtet ſei, zur Errichtung einer Bahnanlage die Genehmigung
der Botſchafterkonferenz einzuholen. Es werde vielmehr der
Botſchafterkonferenz überlaſſen, nachzuweiſen, daß die betreffende
Anlage nicht wirtſchaftlichen Zwecken dient, ſondern eine
Mobil=
machungsvorbereitung darſtellt. Dem hält das Zentrumsblatt
entgegen, was Tardieu am 9. November in der Kammer geſagt
hat, wonach eine bedeutende Sache durchgedrückt ſei, und zwar,
daß die Grundſätze der Ueberwachung aufrechterhalten bleiben,
daß die Ausführung eines gewiſſen Programms um 12 Jahre
verzögert und das Programm des Straßenbaues in einer
Denk=
ſchrift im Haag aufgerollt werden konnte. Da die Richtigkeit
die=
ſer Behauptungen bisher nicht dementiert worden ſei, ſei
anzu=
nehmen, daß ſie den Tatſachen zugrunde liegen. Das 12jährige
Baumoratorium, welches über eine der wirtſchaftlich am
fort=
geſchrittenſten Provinzen Preußens verhängt worden ſei,
be=
weiſe, daß die deutſche Regierung es in der Praxis nicht darauf
ankommen laſſen wollte, erſt Neubauten ausführen zu laſſen
ohne vorherige Zuſtimmung der beteiligten Regierungen, da das
Reich dann in die Lage kommen könnte, die Anlagen ſpäter
wie=
der gbreißen zu müſſen. Durch dieſe Praxis der Pränumerando=
Bewilligung gewinne vor allem die im Haag grundſätzlich
be=
ſchloſſene Befugniserweiterung der Vergleichskommiſſion ein
beſonderes Geſicht; werde ihr doch vorausſichtlich die Aufgabe
zu=
fallen, vor Inangriffnahme neuer Bauten, die wirtſchaftliche
Dringlichkeit derſelben zu begutachten. Schließlich kündigt die
„Germania” noch eine Reichstagsdebatte über das
Rheinland=
abkommen an. Das Zentrum werde in dieſer Angelegenheit
noch manche ernſte Frage zu ſtellen haben, da von Zentrumsſeite
oft die Gefahr einer rheiniſchen Wirtſchafts= und
Verkehrskon=
trolle betont worden und von dieſer Seite aus ein Stillſchweigen
nicht zu erwarten ſei.
Die Reichsanleihe vor dem Abſchluß.
Berlin, 17. Dezember.
* Die Reichsregierung tritt in einer amtlichen Erklärung
dem Peſſimismus entgegen, der ſich gerade in Beamtenkreiſen
nachgerade wegen der kommenden Ereigniſſe am Ultimo
bemerk=
bar macht, und gibt die Erklärung ab, daß irgendwelche
Schwie=
rigkeiten nicht mehr zu erwarten ſeien. Bekanntlich ſchweben ſchon
ſeit längerer Zeit Verhandlungen mit dem amerikaniſchen
Bankhaus Dillon, Read u. Cie. über eine Anleihe von rund
300 Millionen. Das amerikaniſche Bankhaus behauptet
aller=
dings, das Konkretes nicht vorliege. Das iſt aber wohl nur eine
Formalität. Tatſächlich müſſen die Verhandlungen ſchon recht
weit vorgeſchritten ſein, wenn auch das Geld recht teuer lommen
wind. Hinderniſſe können allein noch vom Reichsbankpräſidenten
kommen, der als Sachverſtändiger vermutlich von den
Amerika=
nern vor der Vertragsunterzeichnung gefragt werden wird. Hier
ſcheinen trotz der Beſprechungen der letzten Tage alle
Schwierig=
keiten noch nicht aus dem Weg geräumt zu ſein. Dr. Schacht
hat aber wohl eingeſehen, daß im Augenblick keine
Steuer=
erhöhungen mehr durchzuſetzen ſind. Er verlangt aber, daß genau
wie die Stadt Berlin das Reich ſchleunigſt Schritte ergreift, um
von der Belaſtung der kurzfriſtigen Schulden
herunterzukom=
men. Hier iſt vielleicht auch noch eine Ergänzung des von der
Regierung vorgeſehenen Schuldentilgungsgeſetzes denkbar in der
Form, daß noch andere Mittel flüſſig gemacht werden, um
wenigſtens die kurzfriſtigen Verpflichtungen zu verringern.
Allerdings werden im nächſten Vierteljahr an jedem Ultimo
neue Schwierigkeiten eintreten und es iſt verſtändlich genug,
wenn der Reichsbankpräſident darauf drückt, daß wenigſtens aus
den Erfahrungen dieſer Woche entſcheidende Lehren gezogen
werden, damit die dauernden Krediterſchütterungen, die mit den
Ultimoſchwierigkeiten immer verbunden ſind, künftig vermieden
werden.
Orcheſter in der Begleitung und ſinfoniſch (Ouvertüre,
Ge=
wittermuſik) hervorragend.
Das Ganze eine ſtarke Leiſtung, die die nicht groß genug
denkbare Mühe der Einſtudierung lohnte, und mit Recht ſen
ſationelle Anerkennung fand.
v. II.
Es hat gewiß viel Arbeit, Mühe, Fleiß und Schweiß gekoſte
das Weihnachtsſpiel, das geſtern abend im Saal des Realgym
naſiums von Schülern der Anſtalt aufgeführt wurde; aber a
die Mühe war nicht umſonſt aufgewandt. Nach deutſchen Volks
ſchauſpielen und =Liedern hat Dr. K. Plenzat das Geſchehnis de
Geburt Chriſti geſchrieben. Und Schüler aus den Klaſſen
Quinta II, Oberſekunda III und Oberprima III haben unter
Mitwirkung eines Chors und eines kleinen Orcheſters eine ſ.
hübſche Geſamtaufführung zuſtande gebracht, daß man am Stüe
und am Spiel ſeine helle Freude haben konnte. Vom kleinſte
Quintaner bis zum „Herrn Oberprimaner” war alles am rid
tigen Platze, und Joſef, Maria, Herodes, Marſchall, die zw
Schriftgelehrten, der Tod, Ausrufer, Wächter, die Wirte, die e
ſchrecklich böſe Wirtin, die alten und jungen Hirten, der Scha
ner, das Bauernpaar, die heiligen drei Könige, die Diener un
das Hirtenvolk halfen alle in gleicher Weiſe zum Gelingen de
Ganzen mit. Und nicht minder die goldigen Englein, die b.
der Anbetung um die Krippe knieten und mit dazu beitruger
ein außerordentlich wirkungsvolles Schlußbild zu ſchaffen. D
Darſteller des Herodes ſcheint ſogar ausgeſprochen; darſtelleriſch
Begabung zu beſitzen, und der Nachtwächter ſang ſein „Hört il
Leut” mit ſo vielverſprechendem Baß, daß es durchaus nicht ur
möglich erſcheint, daß er einmal den Saraſtro ſingen wird. Di
hinter der Szene vom jugendlichen Chor geſungenen Weihnachts
lieder klangen hübſch und rein. Ueberraſchend gut hielt in
das kleine Orcheſter (und Klavier) in einer als Einleitung g
ſpielten Weihnachtsſymphonie von Francesco Manfredini, Ont
unter Leitung von Herrn A. F. Volz ſauber und exakt geſpiet
wurde und wobei das erſte Pult der Geigen Gelegenheit hatte
ſich auszuzeichnen. Die Bühne und beſonders die Koſtüme ware.
ſehr nett hergerichtet durch Herrn A. M. Schwindt, und der Oher
primaner Otto Pöllot war ein ſehr gewandter Beleuchtungs
inſpektor. Die durchaus wohlgelungene Einſtudierung des Weih
nachtsſpiels iſt Herrn Hans Wermbter zu danken, der in
monate=
langer Arbeit ſich für das erfolgreiche Gelingen der Aufführun
müihte. —
C.
Seite 4
Mittwoch den 18 Dezember 1929
* Die engliſch rufſiſchen Beziehungen.
Der Empfang des neuen ruſiſchen Bokſchafters
in London.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, 17. Dezember.
Der Empfang, den Englands öffentliche Meinung dem in
der vergangenen Woche in London eingetroffenen
Sowjetbot=
ſchafter Sokolnikoff bereitet hat, kann man wohl am treffendſten
mit den Worten „bitter=ſüß” oder gar „ſäuerlich” bezeichnen.
Das liegt zum Teil daran, daß in der letzten Zeit ſich dauernd
allerhand „ruſſiſche Senſationen” ereignet hatten, die nicht nur
wenig Angenehmes für das Sowjetregime enthielten, ſondern,
was vielleicht noch wichtiger iſt, von ſolcher Art waren, daß ſie
gutes Leſematerial abgaben, alſo — allgemein ſtark beachtet
wurden. Zum Beiſpiel: die wiederholten, von der Sowjetmacht
ſelbſt bekannt gegebenen Erſchießungen, die Maſſenflucht der
deutſchen Anſiedler, die famoſe Bjeſſedowſki=Affäre, der
nieder=
ſchmetternde Rußland Bericht zweier engliſcher Bergarbeiter, die
in Moskau erfolgte Verhaftung der Schweſter der Londoner
Lady=Mayoreß wegen Vorleſen aus der Bibel und anderes
mehr. Die Engländer leſen all dieſe Dinge kopfſchüttelnd und
fragen ſich mit Recht, ob es beſonders angenehm ſein wird, den
Sendling einer Regierung, die ſich derartig unziviliſiert
be=
nimmt, in den Mauern von old dear London zu beherbergen?
Zunächſt tritt man allerdings — der engliſchen Sitte gemäß
dieſem Problem noch abwartend und mit einigem „
ſäuer=
lichen” Humor entgegen. Die Sowjetmacht hat für etwa 30000
Pfund Sterling einmaliger Anzahlung und einer Miete von
etwa 6000 Pfund Sterling im Jahr eines der prunkvollſten
Palais Londons als Sowjetbotſchaft auserkoren — das dem
Herzog von Marlborough gehörende „Sunderland Houſe”,
wel=
ches der amerikaniſche Milliardär Vanderbilt im Jahre 1895
eigens für ſeine Tochter Conſuelo (als ſie den Herzog heiratete)
hatte erbauen laſſen. Das Haus befindet ſich im Stadtteil
Mayfair, welcher etwa dem „Alten Weſten” Berlins entſpricht.
Hier lebt die engliſche Ariſtokratie. Naturgemäß ſind nicht alle
Einwohner dieſes Stadtteils von der neuen Nachbarſchaft
ſon=
derlich begeiſtert. Zumal die Blätter es eilig haben, allerhand
wenig beruhigende Dinge über die Sitten und Gebräuche in
Sowjetbotſchaften zu berichten. Das meiſtgeleſene Londoner
Abendblatt teilte zum Beiſpiel, juſt am Einzugstage
Sokolni=
koffs, mit, daß in jeder Sowjetgeſandtſchaft ſich auch eine Filiale
der Ogpu befindet, die ſich mit allerhand geheimen
Machen=
ſchaften, Morden inkluſive, zu beſchäftigen pflegt, und daß auch
die neue Londoner Sowjetbotſchaft eine derartige „Filiale‟
aufweiſen wird.
Ueber die Art, wie man den neuen Sowjetvertreter
be=
handeln ſollte, beſtehen gleichfalls ſehr geteilte Anſichten. Der
bedauernswerte König, der in Windſor die Schweſter des
er=
mordeten Zaren beherbergt, dem das tragiſche Ende der mit ihm
nahe verwandten Zarenfamilie perſönlich ſehr nahe gegangen
war und der für die Moskauer Herren einen m.
und ſehr begreiflichen Abſcheu empfindet, wird ar
nellen Gründen den Abgeſandten der Sowjets em
ſen. Doch nicht nur von hohen engliſchen
ſondern ſelbſt von einzelnen Mitgliedern des
Korps konnte ich in letzter Zeit oft hören, daß ſie
Sokolnikoff den Beſuch ihrer Häuſer aufs entſo
wehren werden. Andere äußern etwas opportnn
ſichten. Doch auch dieſe ſind nicht ſehr ſchmeichel
Sowjetdiplomaten, den ſie laufen alle auf einen
Ratſchlag hinaus: „Macht mit den Sowjetruſſen
viel Ihr wollt — but don’t shake hands with the
Endlich gibt es auch weite Kreiſe, die die
ziehungen zu den Bolſchewiſten nicht nur mit e
ſüßen” Lächeln beurteilen, ſondern dieſe mit einer
ten Bitterkeit verdammen. Dieſe Leute, zu denen
Politiker, wie Lord Birkenhead, Lord Sydenham.
Lampſon und viele andere gehören, nehmen die 9
nikoffs zum Anlaß, um erneut eine heftige Agitati=
Sowjetſyſtem zu eröffnen. Für dieſe Kreiſe ſehr a
vor einigen Tagen in London erfolgte Ankunft 9
renſkis geweſen. Kerenſki, der als Sozialiſt über ſ.
ziehungen zu den Mitgliedern der Labour=Regier
lenkt die Aufmerkſamkeit der engliſchen öffentlich
auf das ungemildert fortdauernde Wüten des Te
in Rußland. Und es kann kein Zweifel darüber
ſeine Intervention gleichfalls nicht angetan iſt, die
der Londoner dem Genoſſen Sokolnikoff gegenüber
licher zu geſtalten.
Der Weihnachts-
Wunsch des Herrn:
Eine schöne
Schreibtisch-Lampe
von 16.— an
Elektr. Rauchgerzehrer
von 10.25 an
Elange
Schulstr. 6
Schulstr. 6
20033
Alteingef.
leiſtungs=
fähige (TV20006
Samenhandlung
ſucht fachk. ortsbek.
Vertreter.
Spez. Gemüſeſamen.
Günſt. Beding. Ausf.
Zuſchr. u. „1818” a.
Annonc.=Expedition
Hans Kegeler,
Berlin SW. 68.
Ordentl. ehrlicher
J unge
(15—17 J.), als
Hausburſche geſucht.
Bäckerei Herrmann,
Mathildenpl.
DIABET-GETRANKE
Drestes Boldeaux-Rotweine, reine
abgelagerte, anerkannte Oualitäten.
Karl Dreste, Weinhandlung
Heldelbergerstraße 25, Fernruf s710
geſ. (Oſtern 1930).
Karl Möſer,
Leder=
warenfabrikation,
Nieder=Ramſtädter
Straße 27. (20015
Kutſcher
Mitte 20er, teils für
Außendienſt, teils f.
Arbeiten im Betrieb,
ſofort geſucht. (20020
Jahnſtraße 4
Herren od. Damen
Zb. hoh. Prov. u
MKANLIcH können dieſelb. an
auswärt. Plätze im
Leiſtungsfäh. reelle eig. Auto koſtenlos
Firma ſucht per ſof. mitgenomm. werd.
od. 1. Jan. für den Es woll. ſich n. Her.
Zerkauf v. erſtklaſſ. od. Dam. melden, d.
Ehrlicher
Laufburſche
mit Fahrrad geſucht
Fruchthaus Freeſe
Schuſteraaſſe15 20059
Bettwaſche a. Priv.
gegen Teilzahlung
mehrere
Erfolge nachweiſen
können. Ang. unt.
D. 30 Geſchaftsſt.
Sohn achtbarer Eltern m. gut. Zeugn.
u. ſchöner Handſchrift als
Beulling
ins Büro einer hieſigen angeſ.
Groß=
handlung für Oſtern 1930 geſucht. Ang.
unter D. 29 an die Geſchäftsſtelle d. *
Jüngerer, ſauberer
u. zuverläſſiger
Hausburſche
zum Bedienen der
Kundſchaft ſof. über
Weihnachten geſucht
Auguſt Mayer,
Metzgermeiſter,
Heinrichſtr. 44.
EIBAIEK
Bezirksvertretungen
mit Auslieferungslager
für unſeren Kohlenanzünder „
Sata=
nella”, geſ. geſch., ohne jede
Verwen=
dung von Holz und Kleinholz,
wer=
den an tüchtige Herren vergeben die
in der Lage ſind. 500—2000 RM.
Lizenzgebühr für das
Alleinverkaufs=
recht je nach Größe des Bezirkes zu
zahlen. Nur Herren, die in der Lage
ſind, den bei der Kundſchaft bereits
gut aufgenommenen Artikel
einzu=
führen und zu verkaufen wollen ſich
bei uns melden unter Angabe ihrer
bisherigen Tätigkeit und Erfolge.,
Wir beliefern bereits die
Reichs=
bahn ſowie die ſtädt. Holz= und
Koh=
lenhöfe und liegen von dieſen
erſt=
klaſſige Gutachten vor. (IMch20018
Satanella=Verkaufsgeſellſchaft,
Mün=
chen, Barerſtr. 46/0 lks. Tel. 25 276.
Aelt. ehrl. tüchtiges
Mädchen
mit guten
Zeugniſ=
ſen, im Kochen und
Hausarbeiten
ſelb=
ſtändig, vorläufig
als Aushilfe ſofort
geſucht. (20009b
Rheinſtraße 12, II.
Vorzuſtellen zwiſch.
12—3 Uhr.
Holvenke Berkreter
(TI2000
zum Vertriebe eines
Spezialartikels der Autobranche
geſucht. Firmen od. Herren, die durch
jeſte Organiſation große Umſätze zu
ſchaf=
fen in der Lage ſind, belieb. Offert. u.
F. M. 8750 an Ala Haaſenſtein &
Vog=
er, Frankfurt a. M., einzureichen.
Bezirksbertretung
zu vergeben
für den Bezirk Darmſtadt.
Glän=
zende Exiſtenz mit hoher
Verdienſt=
möglichkeit Wir ve jeden das
Allein=
verkaufsrecht ein von Behörden
und Privaten gl. izend
begutachte=
ten Gebrauchsar els. Als
Betriebs=
kapital ſind R 200.— bis RM.
400.— notwer
Organiſations=
fähige Herren er Firmen wollen
ſich melden
Donnerstag, den
19. Dezembe 29 bei Herrn
Ru=
dolf Gaier
hotel Poſt in der
Zeit von 9
20036b
Ehrl., fleißig.
Mäd=
chen zum 1. Jan. geſ
Liebfrauenſtr. 104
im Laden
Suche
ücht. Alleinmädchen:
einf Stütze ſow. beſſ.
Hausmdch f.hu.
aus=
ausw. Beck, gewerbem.
Stellenb., Karlſtr 25.
Nagg.
Lehrmädchen
für das Büro einer Fabrik der Lebens
mittelbranche geſucht. Schriftliche
Ange=
bore unter D. 40 an die Geſchäftsſtelle.
Jüngeres
Hraulein
für Hausarbeit u.
Servieren geſucht.
Café=Reſt. Scherer,
Griesheim b. D.
Ehrliches, tüchtiges
Hausmädchen
zum 1. Januar ge=
(*imt
ſucht.
Merck
Hermann=
ſtraße 41.
Beſſ. Mädchen mit
Vorkenntn. i.
Arzt=
familie auf d. Land
geſucht. Angeb u
D. 47 a. d. Geſch. (*
A
HäNMLICH
Erf. Chauffeur,
. Stellung.
3b. Angeb. unt
D. 38 Geſchſt.
J9. Chauffeur
Führerſch. 2 u. 3b.
ſucht. Fahrgel. mi
Perſ.=Auto ohn.
Ver=
güt. Keine Taxe
Ang. u. D. 24 Gſt.
Vertrauensw. Mann,
ſeither in einem
Bankgeſchäft tätig
empfiehlt ſich zum
Einkaſſieren v. Bei
trägen, jeglicher Art
Gefl. Angeb. u. D 45
an d. Geſchäftsſt.
WElBLtCH
Köchin
empf ſich zu Hochz.,
Geſellſchaften, Aush.
auch auswärts.
Wentz, Marktſtr. 1
Junge Dame,
19 J., kath., ſucht
Anfang nachſt.
Jah=
res paſſ. Betatig. z.
ſchulpfl. Kind. Habe
mittl. Schulbildg.,
Muſik (Klavier),
engl. und franzöſ.
Sprachkenntniſſe u.
einjährige Handels
ſchulbildg. Kann a.
etwas nahen.
Ge=
haltsang, erb. unt
D. 23 an die Ge
ſchäftsſtelle. (19995
2 Zimmer mit Küche,
am liebſt, teilweiſ
möbl., zu vermieten
Näh. Geſchäftsſt.
Wienerſtraße 60, pt.
mbl. W.= u. Schlafz.
m. el. L. z. v. *ams
Tinkenvierkel:
gt. mbl. 3=Zim.Wg.
Bad, Kochgelh. *sm
Näheres Tel. 1634.
Neckarſtr. 16. Ludwig,
gut möbl. Wohn= u.
Schlafz., el. L., a. beſſ.
ſol. Herrn zu verm.,
ev. m. Penſ. (19279a
Schöne 2=Z.=W. n
kl. Küche a. beſſ.
Ehep. od. Dame
vm., ſow. möbl.
abz. Näh. Gſchſt.
2 möbl. Zimmer m
Küche, Kell.. Gas
L. z. verm.
Näh. Liebigſtr. 44
Heinrichſtraße 82, I.
gut möbl. Wohn=u
Schlafz. mit el. L
per ſof od. ſpät. an
berufstät, Herrn zu
vermieten. (15755a
Hügelſtr. 77, Vdhs.,
3. St., mbl.
Wohn=
nebſt Schlafz. el, L.
z. 1. 1. 30 z. vm. (*
Aliceſtr. 8, I
möbl. Zimmer mit
Penſion.
(Em
Möbl. Wohn= und
Schlafz., Schreibt.,
el. Licht, a. 1. 1. 30,
ſep. Eing. evtl. m
Penſ. z. vm. Näh
Geſchäftsſt.
Waldſtr. 9, III
e. gut möbl. Manſ.=
Zim. a. berufstät.
Dame per ſofort zu
vermieten.
In gutem Hauſe
(Zentr.) fein möbl.
Schlafzimmer m.
Salon an einzel.
Herrn od. Ehepuar
zu vermiet. Näh.
Geſchäftsſt (*ms
Kaupſtr. 12, Einfam=
Haus, gut möbliert.
Zimmer, elektr. Licht,
Heizung, zu
ver=
mieten.
Riedlingerſtr. 33, III.
möbl. 3. z. 1. 1. 30
zu vermieten.
O
In mein. Anweſen
Luiſenſtraße 32/34
ſind zu vermieten:
Lagerräume,
Werkſtätten uſw.
von 150 qm, 50 an
gz. o. get. Heinrick
Funk. Wilhelm
ſtraße 40. Tel. 440
(19738a)
Ankerſtellräumte
für Möbel uſw., an
50 Pfg. zu vermiet.
Angeb. unter D. 54
a. d. Geſch. (20042b
Große helle
mit Nebengelaſſen
u. ſep. Büro zu vm.
Anzuſ. vorm. Näh
Kahlertſtraße 12. I
(14469a)
Rf
Littmann=
Malulk ſtraße 30
105321
Gikarre,
Zither= u. Mandol.=
Stund. bei Gerbig
Neckarſtr. 24. Hts. I
(lks.) Inſtrumente
billig.
(2013
ördl. Klavierunterr.
Frau Nanny Kaiſer
Viktoriaſtr 42 II.
Gediegene Ausbild.,
leichtfaßl Methode
f. Anfäng. u.
Voran=
geſchrittene u.
Uebe=
gelegenheit Honor.
mäßig. (19386
Privat=Mittagstiſch
v. Herrn geſucht. (*
Ang. unt. D. 39
a. d. Geſchäftsſt.
A
Reinxaſſ. Schnanzer
4 Jahre alt, preisw
zu verkaufen.
Mühl=
ſtraße 25, II.
Empfeh
Ia Mäuschen=Kartoffeln
beſte Salntkartof eln
Ia Mainzer große Salat=Sel
bis 50 Pfg., Ia Mainzer ſaf
wurzel 1 Pfd. 35 Pfg., bei
Ia Mainzer feſten Noſenkoh.
Ia Mainzer dunkle Roterübe
la duntles Rotkraut Pfd. 12
riſcher Meerrettig per S
0 Pfg., 1a neuer
nd
Pfd. 1.00 im ganzen Pfd.,
Blumenkohl, blütenweiß,
Ia ſehr ſchöne feſte Zwiebeln
Ztr. 7 50. la auserleſene C
Aepfel 5 Pfd. 90 Pfg.
Auguſt Stilling,
Beftellung frei Ha
Aus den Amtsverkündigungen
Darmſtadt und den Bekanntn /n
Polizeiamts Darmſt
Gefunden: 1 Opelrad, 1
rad, Marke unbekannt, 1
banduhr. 1 Portemonnaie
2. Aktentaſchen, 1 ſilberne
Kette, 1 Kinderhoſe, 1 I
monnaie. 1 kleiner Koffer
artikeln, 1 Damengürtel,
1 Reitpeitſche. 1 Kinderh
1 Kinderhandſchuh, 3 Bund
Zugeflogen: 1 junger Hal
Zugelaufen: 1 junger
Hund. 1 brauner Dackel
Wir machen wiederholt
merkſam, daß auch noch Fun!
vorhanden ſind, die in fruher
machungen verzeichnet ſind.
ten können die Fundgegen
end der Büroſtunden auf Z.
ſichtigen.
VZer
Am Donnerstag, den
1929, nachm. 3 Uhr, verſte
meinem Verſteigerungslokal
ſtraße 32 zwangsweiſe meiſtb
Barzahlung:
1 Fahrrad, 1 Ladentheke,
bänke, 1 Staubſauger. 1
phon, 1 Klavier 1 Kaſſenſ
Schreibmaſchine, verſch. Ki
1 Autoanhänger ſowie Möb
Darmſtadt, den 18. Dez. 18
Huckelmann
ſtellvertr. Gerichtsvollzi
Liebigſtr. 8, II. gut
möbl. Zim. z. vm. (*
Wendelſtadtſt. 26,II.
ſchön. möbl. Zim. m.
el. L. zu vm. (*m=
Lucasweg 11, I.,
frdl. möbl. Zim. an
ſolid. Dauermiet (in
z 1. 1. 30. zu vm. (*
Zwangsverſteigeruns
Die nachſtehend, bezeichneten Grundſtücke, di
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auſ *.
der Ezeleute Autodroſchkenvermieter Mathias F
Maria, geb. Wirth, als Geſamtgut der Errun
gemeinſchaft im Grundbuch eingetragen waren, =
Dienstag, den 25. Februar 1930,
nachmittaz=
durch das unterzeichnete Gericht im Sitzungsſtg
Amtsgerichts Darmſtadt I verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der de
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 21. Nobe
in das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung 9ee
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichte
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vol. 2
derung zur Abgabe von Geboten bei dem üte
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der 2.
des geringſten Gebots, nicht berückſichtigt und Le
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſprüce.
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt weill.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung eilde
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Si
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Giühlte.
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls iu. L
der Verſteigerungserlös an die Stelle des verſtehe..
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 6. Dezember 1929,
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk II. D0
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann
17 44 Hofreite Nr. 66
Ried=
eſelſtraße
2. 17 44),, Grabgarten daſelbſt
Mittwoch, den 18. Dezember 1929
Seite 5
mmer 330
Au3 der Landesotaprkavt.
Darmſtadt, 18 Oezember.
=pnannt wurden: der Oberregierungsrat bei der Provinzial=
Oberheſſen Dr. Auguſt Heß unter Belaſſung der
Amts=
rig als Oberregierungsrat mit Wirkung vom 1. Januar 1930
tragenden Rat bei der Oberrechnungskammer; am 14. Dezem=
Bürgermeiſter Heinrich Ritzel in Michelſtadt i. Odw. zum
erungsrat bei der Provinzialdirektion der Provinz Ober=
Gießen, ebenfalls mit Wirkung vom 1. Januar 1930; am
ember der Verſorgungsanwärter Wilhelm Schmidt aus
Alsf5 um Amtsgehilfen bei dem Kreisamt Lauterbach mit Wirkung
vom November 1929 ab; am 11. Dezember der Ergänzungsrichter
Damm dallinger in Worms zum Handelsrichter bei der Kammer
ſelsſachen in Worms für die Zeit bis zum 31. De ember 1930;
am jezember der Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz
Stam uurg Dr. Theodor Metz zum Miniſterialrat im Heſſiſchen
Min um der Juſtiz mit Wirkung vom 18. Dezember 1929 ab.
— mtsbezeichnung. Das Mitglied der Oberrechnungskammer
Regs gsrat Heinrich Lohnes erhält die Amtsbezeichnung
Ober=
regien Srat.
us dem Staatsdienſt entlaſſen wurde am 13. Dezember der
ugsoberſekretär Hermann Waſſem zu Offenbach a. M.
Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1929 ab.
erſetzungen in den Ruheſtand: Gendarmeriemeiſter Gg.
Berg=
m Altenſtadt tritt auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. 2.
den Ruheſtand. — Auf Grund des Geſetzes über die Alters=
— Staatsbeamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezember bzw. 8.
1925 (Reg.=Blatt S. 509 511 und 249) tritt am 1. Februar
ſen Ruheſtand Kanzleiaſſiſtent bei dem Amtsgericht Schotten
SRaab.
—fiſches Landestheater Darmſtadt. „Peterchens
Mond=
das ſchönſte Weihnachtsmärchen der Gegenwart, das bisher
m zehntauſend Kindern beſucht wurde, kommt heute Mittwoch
m E. Uhr, ſowie morgen Donnerstag um 16 und 20 Uhr zur Wie=
Da die beiden Nachmittagsvorſtellungen faſt völlig
aus=
ka ind, muß dringendſt der Beſuch der morgigen
Abendvorſtel=
die ebenfalls die große Verteilung von Lebkuchen und
Zep=
orgeſehen iſt, empfohlen werden. Weitere Aufführungen von
is Mondfahrt” ſind für Sonntag, den 22. Dezember, um 14
7.30 Uhr, ſowie für Montag, den 23. Dezember, um 15 Uhr,
Snis „Tosca” gelangt heute Mittwoch um 19.30 Uhr im
Haus unter muſikaliſcher Leitung von Karl Maria Zwißler
hrung. Als Tosca gaſtiert Jennie von Thillot vom Fried=
Deſſau. In den übrigen Hauptrollen: Stadelmaier,
Kom=
n. Vogt. (Miete B.)
tag, den 22. Dezember, wird für die Miete H des
Bühnen=
es nicht, wie urſprünglich angekündigt „Weh dem, der
Großen Haus, ſondern Der Waffenſchmied” im
n Haus in Szene gehen. Für die Zuſatzmiete I findet am
den 22. Dezember, wegen Fortfalls der Pantomimenvorſtel=
Hochzeit in Cremona” keine Vorſtellung ſtatt.
tanze um die Welt mit dir” Poſſe mit Geſang und
Marcellus Schiffer (Muſik von Friedrich Holländer) gelangt
rg, den 26. Dezember, im Kleinen Haus zur Uraufführung.
enierung beſorgen Arthur Maria Rabenalt und Wilhelm
muſikaliſche Leitung: Erwin Palm. — Marcellus Schiffer,
* chter der Hindemith=Oper „Neues vom Tage” auch in
Darm=
rnt, und Friedrich Holländer werden bei der Uraufführung
en Werkes anweſend ſein.
— eihnachtsmiete und Weihnachtsſchecks. Das Landestheater
igty e ſchon im Vorjahr, eine Weihnachtsmiete zur Ausgabe, die
T ch von ſechs beliebigen Vorſtellungen nach freier Wahl in der
ſt + 25. Dezember bis 31. März 1930 berechtigt. Die
Preisgeſtal=
o vorteilhaft, daß jeder Theaterfreund raſcheſtens eine Weih=
Sie erwerben ſollte. Auch zu Geſchenkzwecken iſt die Weih=
Ste ebenſo wie die bereits angekündigten Weihnachtsſchecks
itlich geeignet. Die Ausgabe der Weihnachtsmiete erfolgt
desi jetabteilung; die Weihnachtsſchecks ſind ſowohl bei der
Miet=
eilr) wie bei den Tageskaſſen erhältlich.
— hannesgemeinde. Die Helferſitzung für die
Weih=
nachtss erung aller drei Bezirke der Gemeinde (Nord=, Süd= und
Weſtbd.) findet Mittwoch, den 18. Dezember, um 5 Uhr im
Ge=
meindcl s ſtatt. Wir bitten, die uns zur Armenbeſcherung
zuge=
dachters aben an Geld, Kleidern und Lebensmitteln bis ſpäteſtens zu
Neue Oienſträume der Städtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt
Wie aus dem Anzeigenteil in der heutigen Nummer erſichtlich iſt,
werden die neuen Dienſträume der Sparkaſſe in dem Gebäude
der ehemaligen Deutſchen Vereinsbank, Rheinſtraße 34 heute dem
öffentlichen Verkehr übergeben. In dieſem Gebäude wird für die Folge
die Hauptſtelle der Sparkaſſe geführt, während in dem ſeitherigen
Dienſtgebäude, Hügelſtraße 22, eine Zweigſtelle betrieben wird.
Die Direktion nebſt Hypothekenabteilung und Hauptkaſſe,
ſo=
wie die Aufwertungsſtelle und die Depotverwaltung werden
voll=
ſtändig in die Hauptſtelle verlegt. Alle Direktionsgeſchäfte,
Hypotheken= und Darlehensgeſuche, Aufwertungsangelegenheiten uſw.
werden nur in der Hauptſtelle bearbeitet. Auch die Zahlung der
Hypo=
thek= und Darlehenszinſen hat für die Folge in der Hauptſtelle zu
er=
folgen. Eine automatiſche Ueberführung der vorhandenen Spar= und
Sonderkonten, ſowie der Scheck= und Kontokorrentkonten an die
Haupt=
ſtelle findet jedoch nicht ſtatt. Die zurzeit beſtehenden Konten werden
vielmehr bis auf weiteres in der Zweigſtelle Hügelſtraße in der
ſeit=
herigen Weiſe weitergeführt. Die Uebertragung dieſer Konten
an die Hauptſtelle kann jeboch nach Wunſch des Kunden jederzeit
auf beſonderen ſchriftlichen Antrag erfolgen.
Die Notwendigkeit zur Erweiterung der Dienſträume der
Spar=
kaſſe iſt nicht erſt jetzt eingetreten. Bekanntlich war ſchon vor einer
Reihe von Jahren das Bedürfnis zur Schaffung neuer Dienſträume
für die Sparkaſſe vorhanden und von der
Stadtverordnetenverſamm=
lung einmütig anerkannt worden. Damals wurden zur Errichtung
eines neuen Sparkaſſengebäudes das ehemalige Schützenhofgelände in
der Hügelſtraße, ſowie der Bauplatz in der Schützenſtraße und
ver=
ſchiedene Nachbarhofreiten (Steinſtraße 6 und 8, ſowie Schützenſtr. 22)
von der Stadt Darmſtadt erworben. Infolge des Krieges und ſeiner
Nachwirkungen konnte dieſes Neubau=Projekt jedoch nicht zur
Ausfüh=
rung gelangen. Es wurde bis auf weiteres zurückgeſtellt, da die
Dienſt=
räume während der Inflation zunächſt wieder ausreichten. Nach
Ein=
führung der Rentenmark hat ſich der Geſchäftsverkehr der Sparkaſſe
jedoch in ſo erfreulicher Weiſe aufwärts entwickelt, daß die ſeitherigen
Dienſträume ſchon ſeit längerer Zeit unzureichend geworden ſind. In
der Sparabteilung mußten bei, ſtärkerem Geſchäftsverkehr mehrere
Hilfsſchalter eingerichtet werden, um einen einigermaßen glatten
Ge=
ſchäftsgang zu ermöglichen.
Dieſe proviſoriſchen Maßnahmen bei unzureichenden
Raumder=
hältniſſen und bei Verteilung des Geſchäſtsverkehrs auf verſchiedene
Stockwerke waren ſchon im Intereſſe des ſparenden Publikums und
auch aus Gründen der Sicherheit auf die Dauer nicht mehr zu
ver=
antworten. Wie ſich der Betrieb der Sparkaſſ ſeit Einführung der
wertbeſtändigen Mark (November 1923) in geradezu ſprunghafter
Weiſe entwickelt hat, drückt ſich am deutlichſten in folgenden Zahlen
aus:
Weihnachts-Geschenke
zu überzeugend billigem Preise.
Groisé-Finette weit unter regulärem
Preis und vollgebl. Qualität. 0.95, 0.85, 0.68, 0.40
Bett-Damaste Ia
Macco Qualitäten
Meter 2.95, 2.45, 4.30
Meter 2.50, 1.95, 4. 70
Bettuch Halbleigen sehr gute Aus
steuer-Qualitäten
Ein
Posten Überschlagtücker u. Aopikissen
weit unter regulärem Preis.
Geschäftshaus
jeſer 7 nde an die Pfarrämter oder an die Schweſtern gelangen zu
aſſen—1 Die Konfirmanden des Nordbezirks werden zu einer
gemeiri en Konfirmandenſtunde (Buben und Mädchen) auf
freitgst 15 Uhr, ins Gemeindehaus eingeladen. — In der
Chriſt=
ſette 9 1. Feiertag, vormittags um 7 Uhr, ſingt die Kurrende, im
gr Gottesdienſt, nachmittags 5.30 Uhr, die Chorſchule und
U Lina Cramer (Sopran).
eiſtlicher Verein Junger Männer Darmſtadt, e. V. Schänder
tums (Math. 21, Vers 12—17). Genau wie heute — und
in Rußland — waren Beſtrebungen im Gange, die Kirche
und aus den Gotteshäuſern Markthallen uſw. zu machen.
der Sohn Gottes, reinigt mit der ihm von Gott gegebenen
Tempel von ſolchem Unflat. Alle jungen Männer, die ſich
Jeſu vertiefen wollen, ſind zu dieſen Bibelbeſprechungen,
Mittwochabend in unſerem Heime, Alexanderſtraße 22, um
tattfinden, recht herzlich willkommen. Am Schluß einer
je=
e iſt Gelegenheit zur Ausſprache gegeben. Eintritt frei.
ihnachtsfeier der kathol. Kleinkinderſchule Darmſtadt=Beſſun=
Sonntag nachmittag hat die kathol. Kleinkinderſchule Darm=
Lngen im Chauſſeehaus=Saal ihre diesjährige
Weihnachts=
v rſtaltet. Alle Karten waren verkauft. Der Saal war bis
u dei tten Platz gefüllt. Nach einem Prolog ſpielten die Kleinen
Stern, s Erdenreiſe” in zwei Aufzügen; beide wurden mit ſtarkem
Geifall genommen. Nach einem gefälligen Weihnachtsreigen „Kling
Glöckckki mußten die Kleinen das Geſangsſpiel „Die luſtigen
Schu=
ſterbukk) unter anhaltendem Applaus zweimal aufführen. Nach dem
lebendc Zild „Krippengeſpräch” ſprach Kaplan Hang den Dank der
arm y gen Schweſtern aus. Die Stadt war vertreten durch
Stadt=
ſchulrer ö ſch. Die Muſikbegleitung ha Frau Kaſigkeit
über=
nommm nd meiſterhaft ausgeführt. Das Klavier war von der Firma
Pianool g gütigſt zur Verfügung geſtellt worden. Mit einem
ſinni=
den 23 edicht ſchloß die ſchlichte, wohlgelungene Weihnachtsfeier der
Kleinezu
A.RRHFELA
Darmstadt, Ludwigstr. 15.
Rein ſachlich — nicht parteipolitiſch.
Es betrugen beiſpielsweiſe die neuen Spareinlagen: am 1. Januar
1924 rund 10 000 Mk., 1925 rd. 1,7 Millionen Mk., 1926 rd. 5,2 Mill.
Mk., 1927 rd. 8,4 Mill. Mk., 1928 rd. 12,6 Mill. Mk., 1929 rd. 182
Mill Mk., und am 1. Dezember 1919 rd. 22,4 Mill. Mk.
Da der Einlagenbeſtand Ende 1913 rd. 38,6 Millionen Mark
be=
trug, ſind jetzt rund 58 Prozent des Friedensbeſtandes
erreicht.
Die Zahl der Sparer hat ſich derart entwickelt, daß zurzeit
durch=
ſchnittlich auf jeden dritten Einwohner ein Sparbuch
der Sparkaſſe entfällt. Es waren vorhanden: am 1. Januar 1924
rund 164 Sparer, 1925 rd. 9818 Sparer, 1926 rd. 14 555 Sparer,
1927 rd. 18660 Sparer, 1938 rd. 24 294 Sparer, 1929 rd. 29 585,
und am 1. Dezember 1929 rd. 33 810 Sparer.
Ende 1913 waren zuſammen 49 400 Sparkonten vorhanden, ſo daß
hier rund 68 Prozent des Friedensbeſtandes erreicht ſind.
In dieſen Zahlen drückt ſich ein ſtarker Sparwillen unſerer
lieſigen Bevölkerung und ein unbedingtes Vertrauen zu
ihrer eigenen Sparkaſſe aus, das wohl mit dadurch verurſacht ſein
dürfte, daß die Sparkaſſe die alten Spareinlagen raſch und günſtig
auf=
wertete und allen Wünſchen ihrer Einleger auf vorzeitige Auszahlung
der Aufwertungsbeträge in jeder Weiſe entgegenkam.
Bei der Beurteilung der obigen Zahlen, die allein den
Sparver=
kehr betreffen, darf nicht überſehen werden, daß die Sparkaſſe neben
dieſen neuen Sparkonten auch noch rund 60 000 alte Sparkonten
beſitzt, die bei der jetzt auf 28 Prozent erhöhten Aufwertung ebenfalls
wieder bearbeitet werden müſſen. Es werden alſo bei der Sparkaſſe
zur Zeit faſt 100 000 Sparkonten geführt. Der
Geſchäftsver=
kehr bei der Sparkaſſe war oft derart Kark, daß an manchen Tagen bis
zu tauſend und mehr Perſonen die Geſchäftsräume beſuchten.
Bei dieſer Ausdehnung des Sparkaſſenbetriebs war es durchaus
richtig, daß die Stadtverwaltung die Gelegenheit ergriffen und das
freigewordene Bankgebäude der ehemaligen Deutſchen Vereinsbank als
Dienſtgebäude der Sparkaſſe erworben hat. Hierdurch iſt die brennend
gewordene Raumfrage der Sparkaſſe auf lange Zeit hinaus in einer
Weiſe gelöſt worden, die allen berechtigten Wünſchen entſpricht. Der
Sparkaſſe wird hierdurch mindeſtens in räumlicher Hinſicht eine
gün=
ſtige Weiterentwicklung ermöglicht, die im Jutereſſe unſerer ganzen
Volkswirtſchaft und zum Segen unſerer hieſigen Bevölkerung nur zu
begrüßen wäre.
Poſtaliſches. Am Sonntag, den 22. Dezember, ſind die
Paket=
annahmeſchalter bei den Poſtämtern in der Rheinſtraße und am
Bahn=
hof von 9.0—12,0 und 15.0—18.0 Uhr geöffnet. Die Poſtämter in der
Hermannſtraße und Stiftſtraße, ſowie die Poſtagenturen in der
Mol=
lerſtraße und Roßdörfer Straße bleiben, wie ſonſt an Sonntagen,
ge=
ſchloſſen. — Am Sonntag, den 22. Dezember, und am erſten
Weih=
nachtsfeiertag findet vormittags eine Paketzuſtellung ſtatt.
— Schloß=Kaffee. Die Veranſtaltungen des Schloß=Kaffee=Enſembles
unter Leitung von Kapellmeiſter Curt Fiſcher ſeien hierdurch
be=
ſonders empfohlen; ſie bieten in reicher Abwechſlung muſikaliſch das
Beſte. Schon jetzt ſei auf das Auftreten des weltberühmten
Geigen=
virtuoſen Lajos Rigo aufmerkſam gemacht. Niemand ſollte
ver=
ſäumen, ihn anzuhören. Herr Rigo ſpielt ab 10. Januar 1930 in den
Nachmittags= und Abendlonzerten. Ueber ſein künſtleriſches Können
liegen hervorragende Kritiken aus den größten Städten des In= und
Auslandes vor. — Die Frankfurter Zeitung ſchrieb anläßlich ſeines
Auftretens in der „Weinklauſe”: Laſos Rigo iſt ein König unter den
Geigern, denn er kann nicht nur mit dem Bogen, er kann auch mit den
Fingern den organiſierten Aufruhr der Saiten entfeſſeln — virtuoſe
Technik! — Weitere Urteile werden noch in den nächſten Anzeigen
veröffentlicht. (Siehe heutige Anzeige.)
Aus den Darmſtädter Lichtſpielkheakern.
Im Helia
bringt der Programmwechſel zwei ſehr unterhaltſame Luſtſpiele, die
einen ſehr inſtruktiven Einblick in amerikaniſche und deutſche
Luſtſpiel=
filme geben. Es iſt zu begrüßen, daß auch das Laienpublikum dieſe
beiden Filme nebeneinander ſehen kann. In dem Amerikaner „Das
gewiſſe Etwas” ſpielt die bildhübſche Clara Bow ſehr flott
und ſehr temperamentvoll eine kleine Warenhausverkäuferin, die ſich
letztlich ihren hohen Chef kapert. Der Film iſt mit großem
Material=
aufwand geſtellt, wie ſich das eben die Amerikaner leiſten können.
Der deutſche Luſtſpielfilm „Die verſchwundene Frau” iſt
dem Engelhorn=Roman von Max Dürr nachgebaut. Karl Leiters
Regie hat den Roman ſehr flott in einer Reihe ausgezeichneter Bild=
und Szenenfolgen verlebendigt. Die verſchwundene, nach der Anſicht
der Polizei ermordete Frau iſt in Wirklichkeit eine aſthmatiſche Hündin,
die aber ſchließlich auch nicht getötet wird, obwohl ſie eine ſonſt
glück=
liche Ehe zu zerſtören droht. Aus der Verwechſlung ergeben ſich
zahl=
reiche ſituationskomiſche Szenen, die ſehr gut geſpielt werden von
Harry Halm, Iris Arlan, Mary Kid, Peter Leſchka, Reinhold
Häußermann und Richard Waldemar und, wie geſagt, von
der Regie ſehr gut inſzeniert wurden.
Heute abend 8½ Uhr, Fürſtenſaal, Vortrag Graetz:
Dawesplan und Tounsplan.
— Kriegsbeſchädigte. Alle deutſchen hirnverletzten Krieger
(mit Kopfſchuß) werden gebeten, ihre Adreſſen an die Geſchäftsſtelle
des Vereins „Hirnverletztenheim” zu Frankfurt a. M., e. V.,
Gärtner=
weg 50, zu ſenden.
— Die Ortsgruppe Darmſtadt des Zentralverbandes deutfcher
Kriegsbeſchädigter und Kriegerhinterbliebener e. V. veranſtaltete ihre
Weihnachtsfeier. Der Saal vermochte kaum die erwartungsfrohen
Weih=
nachtsgäſte zu faſſen; aber trotz der beſchränkten Platzverhältniſſe kam
bei Eröffnung des Programms eine recht frohe Weihnachtsſtimmung
auf. Frl. Gretel Hartmann eröffnete die Feier mit einem ſehr
ſinn=
reichen und gut geſprochenen Prolog, worauf der erſte Vorſitzende,
Kamerad Straßer, die Feſtgäſte herzlichſt begrüßte und dabei der
ge=
fallenen und im letzten Jahre verſtorbenen Kameraden gedachte. Ein
von Kamerad Heinz Heberer verfaßtes Weihnachtsſpiel „Vergangenheit
und Zukunft”, das die Einwirkungen des großen Krieges in zu Herzen
gehender Weiſe verſinnbildlichte, wurde aufgeführt von Mitgliedern
der Ortsgruppe. Der „Tanz der Schneeflocken und der Zwerge”,
wel=
cher von Kindern der Mitglieder in der Zwiſchenpauſe aufgeführt
wurde, gefiel ganz beſonders und erntete reichen Beifall. Die
Ein=
ſtudierung hatte Frl. Hilde Stade, Lehrerin für Gymnaſtik, in
liebens=
würdiger Weiſe übernommen. Die Schuhplattler=Gruppe des
Bayemn=
vereins brachte baheriſche Volkstänze. Als der Nikolaus auf der
Bild=
fläche mit einer großen Rute erſchien, gab es für die kleinen Gäſte eine
große Ueberraſchung. Trotzdem er ſich auch einige böſe Buben mit der
Nute vornahm, entpuppte er ſich doch als ganz lieber Menſch. Dank
der Unterſtützung der hieſigen Behörden und Geſchäftswelt wurde es
ermöglicht, jedem Mitgliede und deren Kindern eine Weihnachtsgabe zu
verabreichen. Den Spendern ſei an dieſer Stelle nochmals ganz
be=
ſonders gedankt. Nach der Pauſe brachte der Bürgergeſangverein
Beſ=
ſungen zwei Chöre in ſchöner Klangfülle zum Vortrag. Auch unſer
Kamerad Heinz Heberer erfreute mit ſeinen gern gehörten Liedern vom
Rhein, vom Wein und lieben Mägdelein, für die von den Anweſenden
mit viel Beifall gedankt wurde. Das Luſtſpiel der „Kaktusfreund” von
Dr. Nerking, welches aufgeführt wurde von Mitgliedern der
Darm=
ſtädter Spielſchar, gefiel fehr. Die einzelnen Rollen lagen in beſten
Händen. Umrahmt wurde die Feier von Muſikſtücken einer Kapelle
ehemaliger Militärmuſiker.
Das ist der
UOTOOIILIIA
für.
WEIHNACHTIN
Einzulösen in allen unseren deufschen Geschäften.
AA ALAIOAIN
uid
A
aße 4:
20004
13
Ar
Seite 6
Mittwoch, den 18. Dezember 1929
Die neuen Ausgrabungen in Alzet.
Borkrag von Prof. Dr. Behn im Hiſtoriſchen Verein.
Als im letzten Sommer die Nachricht von den neuen Funden in
Alzey — auch d. Bl. brachte einen Bericht von Profeſſor Behn ſelbſt
— durch die Zeitungen ging, horchten die Altertumsfreunde auf. Sie
waren jetzt geſpannt auf die näheren Ausführungen des
Grabungs=
leiters und insbeſondere auf die Lichtbilder. Sie wurden, um dies hier
vorweg zu nehmen, nicht enttäuſcht. Wenn Behn redet, bringt er immer
etwas neues. Er führte etwa folgendes aus:
Bald nach der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. fiel der Limes,
der Grenzwall des römiſchen Weltreichs gegen das freie Germanien,
vor dem Anſturm der Alemannen. Doch trat unter Kaiſer Julian
ein Rückſchlag ein, er beſiegte ſie, die Römerſtädte am Rhein erhielten
eine wehrhafte Ummauerung. Unter Kaiſer Valentinian wurden
dann links des Rheines zahlreiche Kaſtelle angelegt. Ihre Form und
Einrichtung kennen wir am beſten durch die vor Jahrzehnten gemachten
Ausgrabungen in Alzey durch E. Anthes und Fr. Kofler. Dieſe
neueren Kaſtelle ſind anders wie die früheren, z. B. die Saalburg;
ſie ſind rechteckig, und haben oft nur ein Tor. Vom Innern des
Ka=
ſtells Alzey war bisher etwa die Hälfte unterſucht, da wertvolle
Boden=
kulturen berückſichtigt werden mußten. In der Nordoſtecke liegt nun der
ſchon lange verlaſſene St. Georgsfriedhof, aber die dazu gehörige Kirche
war ganz unbekannt, man kennt nicht einmal eine Abbildung von ihr,
Nach ihr zu ſuchen, bot ſich Gelegenheit; Herr H. Korn, der Beſitzer
eines innerhalb des ehemaligen Friedhofes liegenden Gartens, wollte
einen Schuppen erſtellen und gab in anerkennenswerter Weiſe die
Er=
laubnis, vorher eine Verſuchsgrabung zu machen, die der rührige Alzeyer
Altertumsverein vornahm. Wie ſo oft bei ſolchen Gelegenheiten, fand man
das G= e nicht, dafür aber unvergleichlich wertvollere Sachen. Der ſchräg
durch den Garten gezogene Suchgraben ſchnitt die ganz eigenartigen
Grundmauern eines ſehr tief liegenden Bauwerks an; die unterſte
Schicht bilden ganze Reihen älterer Bauquadern, Altäre, Reliefs u. a.
wurden gefunden, im ganzen bis jetzt 16 Bauquadern, 12 gegliederte
Deckplatten, 8 Zinnendeckel, 9 Altäre, 28 Teile von Säulen, 10 Stücke
von Doppelſäulen, 4 Inſchriften, 6 viereckige Sockel mit Götterbildern
und 6 Stück ſonſtiger Bildwerke. Die Ausdehnung des Baues in
Nord=
ſüdrichtung beträgt rund 16 Meter, der Oſtabſchluß konnte noch nicht
feſtgeſtellt werden, da ſich die Mauer noch in das Nachbargrundſtück
hin=
überzieht. Die Verlegung zahlreicher Denkmäler des Götterkults in die
Tiefe iſt ſelbſtverſtändlich erſt möglich, wenn ein neuer Glaube Eingang
gefunden hat. Faſt gleichzeitig machte Lenard in Bonn die gleiche
Entdeckung unter dem dortigen Münſter. Der neue Glaube iſt das
Chriſtentum, das unter Konſtantin dem Großen eingeführt wurde. So
kommen wir in das zweite Drittel des 4. Jahrhunderts. Der Bau iſt
ſicher ein chriſtlicher, wenn er auch wohl kaum die Georgenkirche iſt.
Durch die Funde fällt unerwartetes Licht auf die vorkaſtelliſche Zeit von
Akzey. Auf einer Inſchrift leſen wir, daß ein Martius
Senopa=
tins Novellus am 15. Tag vor den Kalenden des September
un=
ter den Konſuln Piſo und Julianus, alſo am 18. Auguſt 175 n. Chr.
einen Tempel des Apollo Grannus geſtiftet hat. Grannus iſt
ein auch ſonſt bekannter keltiſcher Heilgott; er wird dem Apollo nach
römiſchem Brauch gleichgeſetzt, er kommt auf einer anderen Inſchrift
zuſammen mit der gleichfalls einheimiſchen Heilgöttin Sirona vor,
die wir aus Nierſtein kennen. Die anderen Funde, die vier
Götter=
ſteine, gehören wohl alle in den Tempel des Grannus. Sie weiſen
dar=
auf hin, daß Alzey in römiſcher Zeit eine Heilquelle, wahrſcheinlich
Schwefelquellen, beſeſſen haben muß, denen es ſeinen Wohlſtand
ver=
dankt hat. Andere Bildwerke, z. B. ein Vulkan, weiſen auf ein
Mi=
thräum hin Herkules mit den Aepfeln der Heſperiden, der dem
Donar gleichgeſetzt wird, ferner Herkules mit dem dreiköpfigen
Höllenhund. Endlich noch einen Mann, mit einem Hirſchgeweih, einem
einheimiſch=keltiſchen Gott Karenunos, ein ähnliches Stück findet
ſich im Ulfenbachtal im Odenwald. Zum Grannustempel werden wohl
die Teile eines Doppelſäulenſyſtems gehören, das eine dickere Säule mit
einer ſchwächeren gekuppelt zeigt. Dieſe Form iſt aus der romaniſchen
und gotiſchen Baukunſt als „Dienſt” bekannt; aus dem Altertum wau
das bisher nicht nachzuweiſen. Nun lernen wir es auch gleichzeitig aus
Trier durch Löſchke kennen. Alſo auch dieſe Bauform iſt aus dem
un=
erſchöpflichen Quell der alten Kunſtüberlieferung entnommen. Weitere
Säulenſtücke ſind geſchuppt, wie ſie an den bekannten Jupiterſäulen
verwendet werden. Ein beſonders ſchönes Stück iſt ein reich verziertes
korinthiſches Kavitell, zwiſchen deſſen Akanthusblättern an den vier
Seiten menſchliche Köpfe angebracht ſind, die Darſtellungen der vier
Tageszeiten. Die Oberfläche dieſes Kapitells hat einen von niedrigen
Falzen eingefaßten vertieften Spiegel, in den eine in der Grundmauer
gefundene danebenliegende Sitzſtatue des thronenden Jupiter
hinein=
tußt, künſtleriſch das beſte Stück der Grabung. Rechts an dem Thron
iſt das heilige Begleittier, der Adler, links ein 9ſveichiges Rad. Der
Jupiter mit dem Rad iſt der einheimiſche keltiſche Sonnengott Mogo,
und von ihm hat Mainz, lateiniſch Moguntiacum, ſowohl Namen wie
Wappen. Die Inſchriften geben auch noch eine feſſelnde Reihe von
Eigennamen. Außer dem oben genannten Senopatius, Demioneo
Pri=
mius Poprillus, Miſionius Victor Carmaniſius. Trotz des dröhnenden
Pathos der lateiniſchen Namen ſind es doch wohl Einheimiſche, die ihre
Namen latiniſiert haben. Die Grabungen gehen weiter.
So hat hier wiederum der Spaten des Ausgräbers dem Boden
Funde abgewonnen, die mehr ſind als lebloſe Steine. Viele neue
Er=
kenntniſſe geſchichtlicher, religions= und kunſtgeſchichtlicher Art. Die
Steine des Alzeyer Provinzialmuſeums ſind vorerſt in einem
Kraft=
wagenſchuppen untergebracht. Das Alzeher Heimatmuſeum iſt damit
in die erſte Reihe der heſſiſchen Provinzialmuſeen eingerückt. — Der
treffende Vortrag, der die meiſten Fundſtücke im Lichtbild zeigte, fand
lebhaften eBifall. Der Schriftführer ſprach im Namen des Vorſitzenden
dem Redner den Dank des Vereins aus und betonte, daß vieles, was
man im Laufe dieſes Sommers am Grenzwall und in Ladenburg bei
den Ausflügen geſehen, eine Ergänzung zu dem Vortrage wäre. Zum
Schluß ließ er einen warmen Aufruf an die Mitglieder zur Werbung
für neue Mitglieder ergehen, den wir hier weitergeben wollen. Es iſt
die Pflicht jedes Gebildeten, den Verein bei der Erfüllung ſeiner
Kulturaufgaben kräftig zu unterſtützen!
K. Noack.
— Der Schiedsſpruch für die Darmſtädter Angeſtellten für
verbind=
lich erklärt. Der Deutſchnationale Handlungsgehilfenverband teilt mit:
Nachdem die Arbeitgeber den Schiedsſpruch der Schlichtungsſtelle
Darm=
ſtadt, der eine Erhöhung der Gehäletr um 3 Prozent vorſah, abgelehnt
hatten, fanden auf Antrag der Angeſtelltenverbände Verhandlungen vor
dem Schlichter Dr. Kollath ſtatt. Die erſte Verhandlung am 29.
No=
vember verlief ergebnislos. In der zweiten, am 17. Dezember in
Frank=
fürt geführten Verhandlung, unterbreitete der Schlichter einen neuen
Vorſchlag, der unter dem Schiedsſpruch lag. Auch dieſer
Vermitt=
lungsvorſchlag wurde von Arbeitgeberſeite als zu hoch abgelehnt.
Dar=
aufhin brach der Schlichter die Verhandlungen ab und erklärte, daß er
dann den Schiedsſpruch in Höhe von 3 Prozent billige. Die neuen,
erſtmalig am 31. Dezember zur Auszahlung gelangenden Gehälter ſind
auf der Geſchäftsſtelle des D.H.V., Rheinſtraße 35, 1., zu erfahren.
— Kulturfilmbühne im Kleinen Haus. Der erfolgreich
aufgenom=
mene original=japaniſche Großfilm „Im Schatten des
Yoſhi=
wara” kommt nur noch heute Mittwoch und morgen Donnerstag
um 16 und 2 Uhr im Kleinen Haus zur Vorführung. Kein
Film=
freund ſollte den Beſuch dieſer packenden Filmſchöpfung verſäumen.
— Vortrag. Auf den heute abend im Fürſtenſaal ſtattfindenden
Vortrag über die Reparationsleiſtungen Deutſchlands
wird hingewieſen. Der Vortrag wird ſich frei halten von jeder
Stel=
lungnahme politiſcher oder parteipolitiſcher Natur, ſondern ſich darauf
beſchränken, rein ſachlich die Entwicklung der Reparationsfrage bis zu
dem heutigen Tage zu ſchildern.
— Dem Tierſchutzverein für Heſſen in Darmſtadt war es
gelun=
gen, den bedeutendſten deutſchen Tierpſychologen, Herrn Profeſſor Dr.
Baſtian Schmid in München=Solln zu einem Vortrag über das
Seelenleben, insbeſondere die Sprache der Tiere zu gewinnen. Die
zahlreichen Zuhörer aus allen Kreiſen der Bevölkerung, die am letzten
Freitag im Auditorium maximum der Techniſchen Hochſchule den
feſſelnden Ausführungen des Vortragenden voller Spannung
lauſch=
ten, bewieſen das große Intereſſe, das man dieſen zeitgemäßen
Fra=
gen zuwendet, die ſo recht geeignet ſind, die Liebe zum Tiere zu
ver=
tiefen. Verſchiedene Wege, ſo begann Prof. Schmid ſeine
Ausführun=
gen, führen zur Seele des Tieres, aber keiner geht an das Ende, denn
das Tier bleibt letzten Endes ein Rätſel. Wenn man die Tiere zur
Maſchine degradiert, wie dies ſchon Ariſtoteles getan hat; wenn man
ſie vermenſchlicht, wie dies in den Märchen und Fabeln aller Zeiten
und Völker geſchehen iſt, ſo haben wir es hier mit Irrwegen zu tun,
die die neuzeitliche Forſchung verlaſſen hat. Natürlich iſt gegen die
küinſtleriſche Bedeutung der Märchen und Fabeln, ſowie gegen ihre
Benutzung, um beim Kinde Liebe zum Tiere zu erwecken, nichts
ein=
zuwenden. Wenn ſich aber die Vermenſchlichung als Wiſſenſchaft
ge=
bärdet, wie wir dies auch heute noch häufig in populären Schriften
antreffen, ſo iſt dagegen der ſchärfſte Einſpruch zu erheben. Die
Wiſ=
ſenſchaft muß das Tier als Selbſtzweck anſehen, ſie kann nur durch
planvolle Beobachtungen, ſowie durch planvoll angelegte Verſuche, bei
deren Deutung die ſtrengſte Kritik obzuwalten hat, ihr Ziel erreichen.
Ohne jede Quälerei ſind ſie anzuſtellen; nur ein Menſch heiteren
Gemü=
tes und im Herzen voller Liebe zu allen Kreaturen iſt zu ihnen
be=
fähigt. Daß das Tier ein Seelenleben, daß es Gefühle verſchiedenſter
Art, einen Willen und einen gewiſſen Verſtand beſitzt, davon kann
je=
der ſich leicht überzeugen. Man beobachte nur einen Hund, wenn
man ihm freudig oder ſtrafend zuruft, oder wenn man ihn mit auf
die Jagd nimmt, oder ihn mit einem anderen Tiere zuſammenbringt.
Aus dem großen Kapitel des Seelenlebens der Tiere griff dann der
Vortragende die Sprache der Tiere heraus, um eingehender über ſeine
eigenen grundlegenden Verſuche zu berichten. Die Sprache des Tieres
iſt einmal eine Gebärdenſprache. Wir wiſſen, daß ſich die Ameiſen
und Bienen mit Hilfe ihrer Fühler durch eine Reihe beſtimmter
Ge=
bärden darüber verſtändigen, ob und welche Nahrung einzuholen iſt,
ob ein Tier gefüttert werden muß u. dgl. An einer Reihe von
Licht=
bildern wurde die Gebärdenſprache verſchiedener Säugetiere und
Vögel erläutert. Wie ſteht es mit der Lautſprache der Tiere? Der
Menſch hat ſich aus den Lauten Worte für konkrete und abſtrakte
Dinge geſchaffen. Bei den menſchlichen Sprachen — es gibt über 1500
verſchiedene — handelt es ſich um große geiſtige Erzeugniſſe, die in
fortgeſetztem geiſtigen Wachstum begriffen ſind. Im Gegenſatz dazu
iſt die tieriſche Lautſprache einförmig. Jedes Tier der gleichen Art
ſpricht die gleiche Lautſprache. Ein Löwe brüllt wie der andere, ein
Hirſch röhrt wie der andere. Verſchiedene Tiere haben ſchon Laute,
ehe ſie zur Welt kommen. Die Hühnerküken piepen ſchon am 20. Tage
im Ei. Sie verſtehen die Mutter, ehe ſie ſie geſehen haben, denn auf
den Warnruf der Glucke, chweigen ſie ſofort. So ſicher es iſt, daß die
Tiere die Lautſprache Tiere der gleichen Art verſtehen, ſo ſehr
müſſen wir uns vor d. Meinung hüten, die man oft bei unkritiſchen
Tierfreunden antrifft, „Is ob die Tiere auch unſere Sprache, jedes
unſerer Worte vollk nen verſtünden. — Der Vorſitzende, Herr
Min.=Rat Jung, nte alsdann unter lebhaftem Beifall der Zu=
Gelehrten für ſeine hochintereſſanten,
vor=
hörer dem bedeute
trefflichen Ausfüh a herzlichſt danken. Die weitere Anregung,
die anweſenden 7 ande möchten die Beſtrebungen des
Tierſchutz=
mterſtützen und auch für Errichtung eines
Tier=
vereins durch Be
ine kleine Gabe ſpenden, brachte eine Anzahl
heims in Darm
auch einen anſehnlichen Betrag für das
Tier=
neuer Mitglied
heim.
Beachten Sie meine
Schaufenſter!
Aparte Einzelmöbel, Sitzmöbei
Kſeinmöbel in allen Stilarten.
Stoffcoupons fürBezüge Decken
„G und Kissen geeignet 20
zunzuntufuf. 2z briligsterz. Preiserz iuntunauf
16461a
G.Olückert
Möbelfabrik, Bleichstr. 31
Oepheum.
Das Märchen vom Aſchenbrödel.
Am Sonntag brachte das Märchentheater im Orpheum die
Erſt=
aufführung des dreiaktigen Märchens „Das Aſchenbrödel”
be=
arbeitet von Klara M. Keller. Wie wir von den früheren
Vorſtellun=
gen gewöhnt ſind, brachte auch dieſe Aufführung einen vollen
künſtle=
riſchen Erfolg. Mit welcher Begeiſterung die kleinen Zuſchauer bei
der Sache waren, als dem braven Aſchenbrödel der Pantoffel
pro=
biert wurde, und die Freude, als der Pantoffel paßte. Das
Aſchen=
brödel, ganz allerliebſt dargeſtellt von Frl. A. Born, welche auch
gleichzeitig die reizenden Tänze einſtudierte, war ſo recht für die
Her=
zen der Kinder. Lieb und ſchlicht gegenüber den beiden boshaften
Schweſtern, Frl. E. Volk, mit ihrer langen Naſe, und Frl. E. Volz,
die mit ihrer dicken Taille viele Heiterkeit auslöſte. Als dritte im
Bunde J. Senger als hochmütige, böſe Stiefmutter. Karl Stadi
als Hofmarſchall und H. Ausfelder ir. als Prinz trugen durch
ihre ausgezeichnete Darſtellung zum Gelingen der Vorſtellung bei. Die
Regie von Alois Ausfelder verſtand es mit viel Liebe und
Sorg=
falt, den Kindern einen fröhlichen und lehrreichen Nachmittag zu
bieten. Dazu ganz allerliebſte Bühnenbilder von E. Fink, ganz auf
die prunkvollen Rokokokoſtüme abgeſtimmt. Zum Schluß erſchien noch
der Nikolaus und bereitete durch Verteilung von Gaben den
anweſen=
den Kindern ſichtlich Freude.
Wie wir erfahren, finden die beiden letzten Aufführungen von
„Aſchenbrödel” am Samstag, den 21. Dez., nachmittags 4 Uhr, und
am Sonntag, den 22. Dezember, abends halb 8 Uhr, ſtatt, ſo daß am
Sonntag, nachmittags halb 4 Uhr, noch eine Neueinſtudierung des
bekannten Märchens „Hänſel und Gretel” in Szene gehen
kann.
Mraft. Bailnauts=Oassank
st ein guter Kaubtaugets ion
Ernst-Ludwisstrage 10 20031) Whiuslastre
Aus den Parkeien.
— Deutſchnationale Frauengruppe. An unſere
Weih=
nachtsfeier morgen Donnerstag abend im Saal bei „Sitte” werden
unſere Mitglieder und Freunde hierdurch noch einmal erinnert. Neben
muſikaliſchen und deklamatoriſchen Darbietungen wird Frau
Land=
tagsabgeordnete Heraeus ſprechen. Wir hoffen beſtimmt auf das
Er=
ſcheinen aller unſerer Mitglieder.
— Jugendgruppe der D. V. P. Heute 8 Uhr
Gruppen=
abend im „Gutenberg”, Grafen=, Ecke Wieſenſtraße. Weihnachtsfeier=
Beſprechung!
An. Arheilgen, 17. Dez. Abendfeier. VorgeſternI
Chor der Darmſtädter Muſikantengilde zu einer ſtimmu
ventsfeier in unſerer Kirche eingeladen. Die Gemeinde w
ladung ſehr zahlreich gefolgt und lauſchte voll Andacht den
Darbietungen. Der unter der Leitung von Dipl.=Ing. Gü
Darmſtadt ſtehende Chor fang mit ganzer Hingebung,
klan=
men und eindrucksvoller Beſeelung geiſtliche Lieder und
„Nun komm” der Heiden Heiland”, fünfſtimmiger Satz vor
„Chriſtum wir wollen loben ſchon”, vierſtimmig von Reſig
hat Gott die Welt geliebt”, ſechsſtimmig von Dulichius, „G.
Chriſtus”, vierſtimmig von Adam Gupelzheimer. Meiſter
gene Vorſpiele und Zwiſchenſpiele auf der Orgel von
Borngäſſer=Darmſtadt, Sohn des Darmſtädter Stadtki=
Borngäſſer, bereicherten das mit großem Sachverſtändnis
ſtellte Programm. Die in einer Schlichtheit und zuglei
gehaltene Feier wirkte ergreifend auf die zahlreichen Hör
dieſer geiſtlichen Abendmuſik eingefunden hatten. Hoffent
gönnt, die jugendliche Schar noch öfters hier zu hören
aufrichtige Wunſch aller Beſucher. — Oberheſſenv
Weihnachtsfeier der Oberheſſen findet am 1. Feiertage,
Ein reichhaltiges Programm, das u. a. zwei hübſche 2
aufweiſt, gewährleiſtet einige frohe Stunden im Kreiſe
und Landsleute. — Vorgeſtern abend verſchied im nahez
jahre Herr Ludwig Fiſcher. Er war mehrere Jahrzehnte
ſchen Fabrik tätig und konnte im Mai d. J. mit ſeiner i
jahre ſtehenden Ehefrau die Diamantene Hochzeit feiern.
O. Erzhauſen, 17. Dez. Die ev. Jugendvereinigung
unter Leitung des Herrn Pfarrer Werner ihren Elternab
haltigem Programm. Zu Beginn hielt Herr Pfarrer
feſſelnde Anſprache, worin er hervorhob, daß unſere Jug
für die Kirche erzogen werden ſolle, ſondern daß ſie zu
und tüchtigen Menſchen herangebildet werden müſſe.
Er=
liche Spiele ſowie Geſänge wurden aufgeführt und mit der
merkſamkeit lauſchten die Anweſenden ihrer lieben Jugen F
Dezember veranſtaltet der ev. Kirchengeſangverein ſeine Af
mit Verloſung.
F. Eberſtadt, 17. Dez. Holzverſteigerung.
tag, den 19. Dezember, nachmittags 3 Uhr, werden aus de ſp
Gemeindewald (Forſtort Woog) 321 Fichten=Derbſtangen
ten=Reißſtangen öffentlich und meiſtbietend an Ort und
gert. Zuſammenkunft der Steigerer im Woog am M
Bemerkt wird, daß ſich unter den Reißſtangen Holz bef"b
ſehr gut zu Gerüſtſtangen eignet.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 17. Dez. Turnverein. Aß
Jahre wieder veranſtaltete der Verein das übliche Weil ſ
das ſich übrigens eines verhältnismäßig guten Beſuchs e
reichhaltige Programm wurde lediglich von der
Knaben=
abteilung des Vereins beſtritten. Die Leitung lag in der
Jugendturnwarts Duntz und der Frl. Lehrerin Scha b
führung gelangten Tanz= und Turnſpiele, Volkstänze, gyn E
räte= und Keulenübungen, Bodenturnen= und Freiring /
Im allgemeinen wurden die einzelnen Uebungen recht exa F-ef
Reicher Beifall wurde allen Mitwirkenden zuteil. — Am 1Irm
feiertag, abends 8 Uhr beginnend, veranſtaltet der Vere
des Gaſthauſes „Zur Poſt” (Breidert) einen Familienaben ſ—
haltiges, abwechſlungsreiches Programm bürgt für einen u
reichen Abend.
m. Zell i. O., 17. Dez. Dirigentenkurſus. 2½
regung des Heſſiſchen Sängerbundes veranſtaltete das Heſſ F
rium für Kultus und Bildungsweſen am Samstag und S= / ind
„Krone” dahier einen Kurſus für Dirigenten, unter b=u
Herrn Muſikoberlehrer Samper=Darmſtadt. Der Vorſitzen /
ling=Gaues, Herr Fleckenſtein=Michelſtadt, eröffnete den Ku
grüßte die Anweſenden, worauf Herr Samper alsbald an ſ.
rung ſeiner Arbeit herantrat. Folgende Gebiete wurde —ude
Die Hochſprache im Vereinsgeſang; 2. die Männerchorli
Lelgle Bereuftellungen.
Die Mertnter erfcheinerden Rotizen ſind autſchistich alt Hinwite wi Lwene
m leieem Falle frerndwie als Veſprecheng odr Kriſt.
Deutſcher Offizierbund. Wir ſind von 9.
ausſchuß für den Volksentſcheid zu dem Vortrag des be
tagsabgeordneten, Kube am Mittwoch in der Woogsur.
geladen.
— Liedertafel e, V. 1842. Bei unſerer Weihnack
25. Dezember, abends, im Städtiſchen Saalbau wird zum E
der zu dieſem Zweck geſchaffene gemiſchte Chor mitwirken.
rinnen und Sänger werden unter der Leitung unſeree
K. Grim a capella=Chöre und Chorwerke mit Orcheſte!
ſingen. Wir hoffen, damit unſeren Mitgliedern und Fres
ganz beſondere Freude zu bereiten. Für keines aller Fſlie
miſchter Chor paſſender und ſtimmungsvoller. Der gaſlte
wird von dem gemiſchten Chor beſtritten. Weihnachtsve,
erklingen. (Näheres folgt.)
Tageskalender für Mittwoch, den 18. Dezembet
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 1430 UM:
Mondfahrt‟ — Kleines Haus, 16 und 20 Uhr: guturſthe.
Schatten des Yoſhiwara”. — Orpheum: Geſcholle.
zerte: Schloßkaffee, Schloßkeller, Rheingauer Belle.
platz=Reſtaurant. — Fürſtenſaal, 2.15 Uh:
Graetz: „Dawesplan und Youngplan”. —Linohdr7.
Union=Theater, Helia.
beſonderer Berückſichtigung älterer und neuer Volkslieder: —3
ren uns Wettſtreite und Wertungsſingen?; 4. praktiſche Ar ſm !
ein. — Die Art und Weiſe, wie der Kursleiter arbeitete, ſte hwenche
ab gegen das, was man in ähnlichen Fällen auch ſchon —
weitſchweifigen und langatmigen Vorträge, ſondern nur fr. fugt
und herzerfriſchende praktifche Arbeit; und dieſe Arbeit ſo ſ
ſo=
ſprechend, ſo verſtändlich, daß jeder Kursteilnehmer reichent ſmn
vontrug. Die Kursteilnehmer waren nicht nur Hörende uſt
mende allein, ſondern Herr Samper zog ſie gleich von alle be0
an mit zur Arbeit heran, wodurch ohne weiteres lebhafte ſarfnel
ſamkeit und Aufnahmebereitſchaft bei jedem Anweſenden ſi, Istelle
Während am erſten Tage die erſten zwei Punkte obiger /—
hauptſächlich berückſichtigt wurden, brachte die Fortſetzung d /—3
fehlte. Die praktiſche Arbeit im Verein wurde gezeigt b Ei
eines Liedes von Armin Knab, das im polyphonen allerdi:
einfachen, gehalten iſt.
Cf. Birkenau, 17. Dez. Ein aus Hornbach gebürtiger EEN
Geſchäftsmann, der in Begleitung eines Angeſtellten ſeiner II N
ſeinem Heimatort fuhr, ſtürzte mit ſeinem Kraftwagen, a
Huhn ausweichen wollte, eine ſteile Böſchung hinunter. K
ſchlug ſich der Wagen mehrmals. Die beiden Inſaſſen tru ſmi.
Sturz erhebliche Knochenbrüche davon und mußten in die
Heidelberg eingeliefert werden.
Ck. Groß=Gerau, 16. Dez. Vor den Augen ſein!
unter den Zug geraten. Auf dem Bahnhof Groß=C )60
nete ſich am geſtrigen Nachmittag ein entſetzliches Unglüdh !2
Menſchenleben zum Opfer fiel. Unter den zahlreichen Neſ4
den 2.52 Uhr von Groß=Gerau nach Darmſtadt abgehenden
teten, befand ſich auch der Friſeur W. Huß aus Groß=Ge
ſtraße 3 wohnhaft, mit ſeiner Frau. Das Ehepaar iſt im 2
Theater=Abonnementskarte für das Landestheater und w.
Darmſtadt eine Theatervorſtellung anſehen. Bei der Einfahr
in Groß=Gerau befand ſich der unglückliche Mann in ſolche
Gleiſe, daß die Lokomotive ſeinen flatternden Mantel erf” No
und ihn ſelbſt zu Boden riß. Dabei wurde Huß ſo ungli Nr
fahren und getroffen, daß er nach ganz kurzer Zeit verſchiek /e0
Medizinalrat Dr. Schmitt=Groß=Gerau und Dr. med. Borme 0oſ
die an der Unfallſtelle weilten, konnten nur noch den Tod f.
Häßlich gefärbter Zahnbelag. „Ein Kummer
gelben Zähne. Nachdem ich alle Hilfsmittel angewal.
ich es mit Chlorodont und die Wirkung war erſtaunſich. L.
dsb
ich mich geſunder weißer Zähne.‟ Gez. C. Jacohe
Warthe.
dehenket
10 trinket.
ArBt
Mag
A die älteste rheiniſche!
Sektmarke:
wegen seiner Güte und 11
V Bekommlichkeit altberühmt
— ſeit 1837 —
Emmer 350
Mittwoch, den 18. Dezember 1929
Schwere Brandkataſtrophe in Bingen.
Weinetgarentabrir. Gräf niedergebrannk. — Der größke Brand, den Bingen je geſehen. — Brände in
früheren Zeilen.
ustag nacht gegen 4,10 Uhr brach in der Gräffſchen Tabakfabrik
en Feuer aus, das ſich alsbald, durch Wind begünſtigt, über das
Anweſen ausbreitete. Gegen 4,10 Uhr in der Nacht beobachtete
der nach dem Hofraum hin gelegenen Schreinerei der Tabak=
Kräff einen Brand, den zunächſt die alsbald herbeigerufenen
er der in den um die Fabrik gelegenen Häuſern wohnenden
Be=
ind Angeſtellten der Fabrik zu löſchen verſuchten. Das Feuer
ſich jedoch ſehr ſchnell aus. Dem Feuer war durch leicht brenn=
Caterial aller Art hinreichend Nahrung gegeben, ſo daß der
rd ſich ſchnellſtens über ſämtliche Gebäudeteile hinzog. Der
IIb 5 Uhr zur Einſetzung kommenden Binger Feuerwehr gelang
den Brandherd zu beſchränken. Das Fabrikinnere iſt in der
Ge aus Holz= und Fachwerken hergeſtellt, ſo daß ſich dem Feuer
nde nicht boten. Obſchon ſofort mit vielen Schlauchleitungen
fen wurde, war das Feuer bald über Dacheshöhe gekommen und
te die Nacht weithin und ſichtbar. Die Seitengebäude, in wel=
Tabak, Fertig= und Halbfertigwaren aus Tabak befanden, in
ich andere brennbare Stoffe in Fülle vorhanden geweſen ſein
Grannten bald lichterloh und die angrenzende Gauſtraße, bis
uim Rochusberg, glich alles einem Feuermeer. So waren die
en Stoffe, vom Wind getragen, umhergeflogen. Für die Feuer=
* ſchließlich keine andere Möglichkeit der Hilfe gegeben, als ſich
ur beſchränken, die Nachbarſchaft zu ſchützen. Die Größe des
jektes, die außerordentlich große Gefahr, daß die Gauſtraße in
rſchaft gezogen werde, machte es zur Pflicht, auch die Wehren
esheim und Bingerbrück und ſchließlich eine Motorſpritze mit
rften der ſtädtiſchen Feuerwehr Mainz zu requirieren. Die
ren von Büdesheim und Bingerbrück waren alsbald zur Stelle
en ebenſo wie die Binger Mannſchaften tatkräftig und rückhalt=
Die Mainzer Feuerwehr war etwa eine Stunde ſpäter einge=
Um 8 Uhr vormittags brannte noch das geſamte Anweſen.
waren die Häuſer des Maurermeiſters Krichtel und das Haus
Pfniſter, ferner die Angeſtellten= und Beamtenhäuſer der
owie auch das Direktionshaus zu halten. Dieſe Häuſer
muß=
je vor Entzündung zu ſchützen, ſtark unter Waſſer geſetzt
wer=
rß dieſe Gebäude Waſſerſchäden erlitten. Die Gebäude Mayer,
r und Brück in der Gauſtraße konnten ohne jede Gefahr und
ung geſchützt werden. Der Brand hat ein Ausmaß, wie es in
ſohl noch nie geſehen worden iſt. Der entſtandene Schaden iſt
bar. Neben wertvollen Fertig= und Halbfertigwaren und
=äten ſind auch andere wertvolle Dinge, Maſchinen aller Art
ige Vorräte verbrannt, nicht zu ſprechen von Gebäude= und
den. Der Fabrikbetrieb muß ſtillgelget werden. Die bisher
abrik tätig geweſenen Leute werden wohl vorläufig ihrer
eluſtig ſein. Nach den heſſiſchen Vorſchriften über die
Brand=
ag von Gebäuden müſſen Gebäudeteile, die jetzt vom Feuer
ſind, wieder hergeſtellt werden. Der Schaden an der
Innen=
g iſt durch Verſicherung gedeckt. Es ſteht demnach zu
er=
aß die Fabrik erneut wieder aufgebaut und eingerichtet wird.
Brand in der Schreinerei entſtanden, ſteht noch nicht feſt. An
öſtelle erſchien alsbald der Bürgermeiſter der Stadt Bingen,
glitz, Kreisdirektor von Gemmingen=Hornberg und der De=
* Brandweſen beim Kreisamt Bingen, Aſſeſſor Bracht. Eben=
Bürgermeiſter Dr. Lonarts=Bingerbrück.
firma Karl Gräff, G. m. b. H., war eine der bedeutendſten
ky d Zigarrenfabriken Deutſchlands. Zu ihr gehörten die
gleich=
wtige, rbriken Ermeler u. Co., Heinrich Oldenkott u. Co., Baumann
Ccl lle bildeten einen Konzern. Sie beſchäftigte, wenn auch in
etzter— t ein Teil der Fabrik nach Lahr in Baden verlegt werden
* ſollte 4 nerhin etwa 250 Arbeiter, die aus der ganzen Umgebung hier
hr W. gefunden hatten. Wie verlautet, ſollte nur die eigentliche
Bigar— ibrik noch in Bingen bleiben, in der etwa 120 Arbeiter
be=
tſchäftäy aren. Auch der wirtſchaftliche Schaden, der für Bingen und
rümge s entſtehen wird, iſt fehr groß, da der Fabrikbertieb ſtillgelegt
hinauf. Die Häuſer der Amtgaſſe wurden geräumt, nach allen
Rich=
tungen wurden Boten aufs Land entſandt, um friſche Pferde
heran=
zuſchaffen, die das Waſſer heranſchaffen ſollten. Ein reitender Bote
ging nach Mainz ab, um vom Gouvernement Hilfe zu verlangen. Längs
des Rheines ſaßen die obdachlos gewordenen Familien bei ihren
weni=
gen geretteten Habſeligkeiten. Um 12 Uhr am 30. April traf der
Pro=
vinzialkommiſſar, Freiherr von Dalwigk, mit 80 öſterreichiſchen und
preußiſchen Sappeuren und Pionieren ein, ebenſo die Feuerſpritzen der
Stadt Mainz mit ihrer vielfach erprobten Löſchmannſchaft, den
Tur=
nern. Am Nachmittag gelang es dann dem planmäßigen Vorgehen des
Militärs und der Turner, das Feuer einzudämmen, auf ſeinen Herd zu
beſchränken, der freilich rieſengroß war. Gegen Abend rückte die
Feuer=
wehr und ein Teil des Militärs nach Mainz ab und nur die Mineure
blieben als Feuerwache in Bereitſchaft. Man hatte ſchließlich alle
Häuſer, die am ſtärkſten bedroht waren, eingeriſſen oder unter Waſſer
geſetzt. Im Laufe des Vormittags waren die Feuerwehren von Nieder=
Ingelheim, von Trechtingshauſen und von Niederheimbach eingetroffen.
Gerade die Leute der letztgenannten Orte, denen die Binger einige
Monate vorher bei großer Waſſernot geholfen hatten, waren wacker
zur Stelle. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai loderte der
Brand noch einmal auf. Die Soldaten — 60 Mann, teils Preußen,
teils Oeſterreicher, und Binger Bürger — kämpften ihn nieder. Drei
ſtädtiſche Spritzen waren unbrauchbar geworden, man hatte die Spritzen
von Horrweiler und Genſingen daher durch Eilboten zu Hilfe gerufen,
auch die Mannſchaften dieſer Orte arbeiteten beim nochmaligen
Auf=
lodern des Feuers mit. 56 Wohngebäude, nebſt etwa 20 Nebengebäuden
lagen in Aſche und Trümmern, als man das Unglück zu überſehen
ver=
mochte. Etwa 100 Familien waren obdachlos. Abgeſehen von
Ver=
letzungen iſt nichts weiteres paſſiert. Verſchiedentlich wurden
Rettungs=
leute verſchüttet, aber immer konnten ſie gerettet werden. Wie das
Regierungsblatt ſpäter mitteilte, bezifferte ſich der Schaden, den die
Großherzogliche Brandverſicherung für niedergebrannte Gebäulichkeiten
zu tragen hatte, auf 121 994 Gulden. Das Binger Ghetto war auf einen
Schlag verſchwunden unter überaus ſchlimmen und traurigen
Umſtän=
den, die Tabakfabrik Karl Gräff aber wurde vor das Gautor verlegt,
dorthin, wo ſie bis geſtern ſtand, heute aber nicht mehr.
werde 1ß und die Arbeiter arbeitslos werden. In dem vollſtändig
mausgels aten Zoll= und Tranſitlager befanden ſich, wie man hört, 600
Ballerr bak.
Wkenswert iſt, daß die Fabrikgebäude der Zigarren= und
gbakko E Karl Gräff vor langen Jahren bereits aus der Stadt
her=
z w t wurden, weil die Feuersgefahr durch ſie ſo groß war und
l =male in ihnen brannte. Die Fabrik befand ſich damals in
„Zum Schwanen”, zwiſchen der früheren Jugendgaſſe (
heu=
ausſtraße) und der hinteren Salzgaſſe — wer die Fabrikate
kennt, und ſie ſind ſehr bekannt, der wird wiſſen, daß der
in altersher die Fabrikmarke der Gräffſchen Fabrik iſt, —
im Laufe der Zeit durch die Tatkraft des alten Fabrikanten
f eine große Ausdehnung erlangt. Es war am Abend des
1850 als der große Brand ausbrach, der ſoviel Elend und
Her Bingen bringen ſollte. So kurz nach dem J. 1848 war die
gegenüber der Fabrik im Volk nicht ſehr günſtig, und ſo
B es lange dauerte, ehe man ſich endlich dazu entſchloß, gegen
vorzugehen. Dieſes, das durch den während der Nacht ſtark
Wiſperwind (der bekannte, als kalter, aus dem Wiſpertale
kom=
rd, herausbrechender Paſſat) immer ſtärker angefacht wurde.
ne ungemeine Ausdehnung. Wie zu dieſer Zeit überall,
ſich in der unmittelbaren Umgebung des Brandherdes um
Dicht verbaute alte Gebäulichkeiten, die ſchließlich alle durch
ergriffen wurden, und als man erkannte, wie gefährlich
die=
wurde, war es wieder einmal zu ſpät. Bis zum anderen
annten etwa 50 Häuſer des ganzen Viertels bis zum Markt
Das
Gesund-
heitswasser!
F t6eg
Friedrich Schaefer, Darmstadt, Ludwigspl. 7, Tel. 45
Oberheſſen.
r. Bad=Nauheim, 16. Dez. Mit lebhafter Anteilnahme wurde hier
die Nachricht von dem Ableben des Prälaten i. R. Geheimrat D. Karl
Walz aufgenommen. Gern erinnert ſich die ältere Generation noch
der Zeit, da der Heimgegangene als junger Pfarrer von 1879 bis 1892
hier ſegensreich gewirkt hat und bei Einheimiſchen und Kurgäſten in
hohem Anſehen ſtand. Ein Denkmal chriſtlicher, ſozialer Fürſorge hat
ſich D. Walz im Eliſabethhaus geſetzt, das er auf Anregung des
Oberheſſiſchen Vereins für Innere Miſſion hier begründete und bis
zu ſeinem Weggang von hier mit aufopfernder Liebe leitete. Die
An=
ſtalt hat unter ſeiner Verwältung ihr erſtes Aubflühen erlebt. Konnte
ſie im Gründungsjahr nur 24 Kindern Aufnahme gewähren, ſo war die
Zahl der Kinder 1892 ſchon auf 391 geſtiegen. Als die Kinderheilſtätte
Eliſabethhaus im letzten Sommer ihre 50=Jahrfeier feſtlich beging, da
wurde wiederholt beſonders ehrend des Gründers und erſten
Vorſitzen=
den gedacht, der leider aus Geſundheitsrückſichten ſelbſt nicht mehr an
der Feier teilnehmen konnte. Unvergeſſen bleibt Prälat Walz auch,
was er auf dem Gebiete der Heimatgeſchichte getan. Das Studium der
Kirchenbücher und Pfarrakten gab ihm Stoff zu Vorträgen bei
Ge=
meindeabenden, die immer gern beſucht wurden. Die „Quartalblätter”
des Hiſtoriſchen Vereins für Heſſen brachten 1910 unter dem Titel „Bad=
Nauheim vor 300 Jahren” einen wertvollen heimatgeſchichtlichen
Bei=
trag von K. Walz, der einen tiefen Blick tun läßt in die troſtloſen
kirch=
lichen, ſozialen und wirtſchaftlichen Zuſtände eines Wetterauer
Land=
ortes in der Zeit des 30jährigen Krieges. Das Wirken des einſtigen
Pfarrers bleibt hier unvergeſſen.
— Waſſerſtands=Nachrichten vom 17. Dezember. Rhein:
Hünin=
gen 1,12, Kehl 2,27: Maxau 4,04: Mannheim 2,90; Mainz 0,74;
Bin=
gen 1,87; Caub 2,05; Köln 3,04 Meter. — Main: Schweinfurt 1,69;
Würzburg 1,38; Lohr 1,85; Groß=Steinheim 2,46, Frankfurt 2,48,
Koſt=
heim Staatspegel 0,40; dito Waſſertiefe 2,40; dito Fahrtiefe 2,10 Mtr.
— Hirſchhorn, 17. Dez. Waſſerſtand des Neckars am
16. Dezember: 1.06 Meter; am 17. Dezember: 1,12 Meter.
— Gernsheim, 17. Dez. Waſſerſtand des Rheins am
16. Dezember: 0,04 Meter; am 17. Dezember: —0,06 Meter.
Seite 7
Geſchäftliches.
Trinkt Fachinger. Die Bedeutung einer Trinkkur mit „Staatl.
Fachingen”, dieſem Geſundheitswaſſer von Weltruf, liegt darin, daß es
in hohem Maße blutreinigend und blutauffriſchend wirkt. Fachingen
er=
hält Körper und Geiſt friſch und geſund!
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 18. Dez. 10.30: Schallplatten. 11.15: Schulfunk.
O 11.45: Schallplatten. S 13.30: Unterhaltungskonzert (
Schall=
platten). 0 15.15: Jugendſtunde. o 16: Konzert des Funkorch.
2 18.05: Mannheim: Dr. Marianne Weber: Eheprobleme. 6 18.35:
Stuttgart: Martin Lang: Eugenie Schwarzwald. O 19.05:
Stutt=
gart: Dr. Rob. Pfaff=Giesberg: Aus der Geſchichte der Sklaverei.
6 19.30: Freiburg: Fahrendes Volk. Luſtſpiel von Franz Schmitt.
O 20.15: Deutſcher Abend. Deutſche Volkslieder für gem. Chor.
„Die drei Prinzipien göttlichen Weſens” Kap. 27, von
Jakob Böhme. — Trio in D=dur von Joh. Ludw. Krebs. —
Gedichte von Hölderlin. — „Kritik der Urteilskraft” von
Imma=
nuel Kant. — Drei Geſänge nach Gedichten von Goethe von
Schubert. — „Deutſchlands Fall und Wiedergeburt” von Joſef
Görres. — Aus Briefen von Karoline Schelling. — „Grabſchriften”
von Rud. Borchardt. — „Goethes letzte Nacht in Italien” von
Stefan George. — Aus Briefen von Walter Rathenau. — Kleine
Kammermuſik von Hindemith. Ausf.: J. Willy (Bariton),
Kammer=
chor des Rundfunks, L. Amar (Violine), H. Rosbaud (Klavier),
die Herren Zimmermann (Flöte), Fuhrmann (Oboe „Schütze (
Kla=
rinette), Angermann (Horn), Jung (Fagott), A. Engels und Dr.
Laven (Rez.) — Stuttgart: Werke von Lortzing, Jean Paul,
Wilhelm Buſch, Joachim Ringelnatz, Paul Graener, Beethoven,
5. v. Kleiſt, J. P. Hebel, Thomas Mann, Brahms, Weber
Schiller, Wagner Frank Wedekind, Georg Kaiſer, Bert Brecht
und Pfitzner.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Mittwoch, 18. Dez. 9: Landw.=Rat Killer: Die
Anwendung des Kunſtdüngers. 9.30: Hamburg: Die deutſche
See=
warte im Dienſte an der Weltſchiffahrt. (Führung durch das
In=
ſtitut.) 10.35: Mitteilungen des Reichsſtädtebundes. O 12:
Schall=
platten o 14.45: Kindertheater: „Schneewittchen”. 8 15.45:
Frauen=
ſtunde, Marg. v. Stumpf: Weihnachtsfreuden auf dem Lande. 6 16:
Oberſchulrat Dr. Bohner: Stadt und Land in der Bildung. 6 16.30:
Hamburg; „Bratſchen=Konzert. Romeo Scarpa. 17.30: Prof.
Moſer: Die Muſik im evangeliſchen Gottesdienſt. 18: Dr. Heuß:
Lufo Brentano zum 85. Geburtstage. 0 18.30: Spaniſch für
An=
fänger 6 18.55: Dr. Jahnke: Gutes Deutſch für jedermann.
O 19.10: Prof. Dr. Reichenbach: Denken und Anſchauung. o 19.30:
Geh. Juſtzrat Prof. Dr. Heilfron: Rechtsfragen des Tages. 6 20:
Gaſtſpiel des Enſembles Müller=Schlöſſer, Düſſeldorf: „Wibbels
Auf=
erſtehung”. Komödie in vier Akten von Hans Müller=Schlöſſer,
O Danach: Dr. Pfeil: Trocken=Sk=Uebungen. O Danach:
Tanz=
muſik. Kapelle Gerhard Hoffmann.
„eeee Hee
Fachmännische
AOTO Bedienung
Bocer ämhl.
Ernst-Ludwigstr. 14
Tel. 2140 (18354a
Wekterbericht.
Ueber Mitteleuropa verurſacht die Kaltluft, die durch die Rückſeite
der nordöſtlichen Störung ſüdwärts gelangt, Bewölkung und ganz
veu=
einzelt Schnee= und Regenſchauer. Das im Weſten lagernde
Hochdruck=
gebiet hat ſich weiter verſtärkt, ſo daß in ſeinem Kern über England und
Weſtfrankreich Barometerſtände von über 780 Millimeter herrſchen.
Der Hochdruckeinfluß kommt auch bei uns mehr zur Geltung und wird
beſtimmend für die Wetterlage, ſo daß trockenes, aufheiterndes Wetter
mit leichtem Nachtfroſt zu erwarten iſt.
Ausſichten für Mittwoch, den 18. Dezember: Leicht wolkig, auch
ſtellen=
weiſe neblig, ſonſt vielfach heiteres Wetter, trocken, leichter
Nacht=
froſt.
Ausſichten für Donnerstag, den 19. Dezember: Wenig Aenderung der
Wetterlage.
berg
Taunus Wafſ.
Kuppe Kee
berg
Schwarze
wald Zug=
ſpitze Kahler
Aſten Fich=
ſtelberg Schnee=
koppe
Wetter Nebel Nebel Nebel wolkig Schnee Temperatur (7C) —2 „3 —8 Wind
warwe MIW. NW. WTW. WNWe Niederſchlag imm Schneedecke (cm) 10 24
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maup=
Veranwportich für Pollik und Wiriſchaft: Rudolf Mauve; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; füe
„Die Gegenwart”; Dr. Herbert Neite; für den Inſeratenteil: Wiliv Kuble; Druc
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtſadt
Für unverlangte Manuſtrivte wird Garantie der Rückiendung nicht übernommen
Die heutige Nummer hat 16 Geiten
Seite 8
Mittwoch, den 18 Dezember 1929
A
Sagbbtuiu
Kd
Ist für Sle
Oelzt aie
Gele-
genheft, Ihre
Weih-
nachtseinkäufe bei
uns zu tätlgen. — Wo—
mit könnten Siewoht
mehr Eneude
be-
geiten als mit
ele-
gantenSchuhen und
schönen Strümpien
— noch dazu, wo
Ihnen durch unsere
niedrigen Preise
dag Schenken Sc
lelchtgemachtwind.
Große Posten: Modern. Uberschuhe für Dam.
u. Kind. 12.50, 10.50, 6.50,
Große Posten: Hausschuhe für Damen, m.
Leders. u. Fleck 3.50, 2.90, 2.75,
Große Posten: Kamelh.- Hausschuhe, recht
warm u. mollig, für Damen
4.90, 3.65, 2.90,
Große Posten: Kd.- Kamelhaar-
Schnallen-
stiefel und -Pantoffein
2.25, 1.95, 1.65, 1.35, 1.20,
Große Posten: Damen-Trotteur- u.
Straßen-
schuhe in neuester
Verar-
beitung . . . . 14.90, 12.30,
Große Posten: Dam.-Tanz-u.
Gesellschafts-
schuhe, Brok, Crepe de chine
feinfarb. Leder 10.80, 9.50,
Große Posten: Damen-Lackleder-
Spangen-
schuhe mit amerik, Absatz,
20018)
mit L. Xſ. Absatz.
5
7
UK
&
9.
30
A
beste: Arßte Posten:
Spangen-Schuh, sehrbill.
Goodyear Welt Spangen-
Schuh f. Damen zu 16.60,
Herren-Stiefel in bester
Lederverarbeitung, echt
Goodyear gedoppelt
Herren - Sport-Stiefel,
braun, Water-Proof. mit
Allwetter-Rand .
Herren-Hausschuhe mit
Ledersohlen und Fleck
6.50, 4.85,
Darmſtadt, nur Ludwigſtra
ELI
Statt besonderer.
Anzeige.
Mathildenstr. 4.
im Dezember
1929.
Die Verlobung meiner Tochter
Margarethe mit dem Mafor
a. D. Herfn Philipp Gilbert
William Diggle beehre ich
mich anzuzeigen.
Antoinette von Ploennies
geb. Freiin Schenck zu Schweinsberg.
Ihre Verlobung beehren sich
an-
zuzeigen
L-otte Zink
Oskar Schmidt
Darmstadt
Frankfurt a. M.
im Dezember 1929.
Statt Karten.
Heute Nacht verſchied plötzlich infolge eines
Schlag=
anfalles mein lieber, herzensguter Mann, unſer
ge=
liebter Vater, Bruder, Schwiegervater, Schwager und
Onkel
Herr Georg Ohl
Heſſiſcher Oberforſtmeiſter
im Alter von 63 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Maja Ohl, geb. Hof
Erich Ohl
Elſa Helfrich, geb. Ohl
Mathilde Engau, geb. Ohl
Dr. med. W. Helfrich.
Friedberg, Gernsheim, Darmſtadt, Bingen,
den 12. Dezember 1929.
Die Einſegnung findet ſtatt am 19. Dezember 1929,
nachm. 3 Uhr, in der Friedhofskapelle zu Friedberg;
die Beerdigung in Darmſtadt am 20. Dezember 1929
nachmittags 3 Uhr, auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße.
Statt beſonderer Anzeige.
Am 15. Dezember iſi mein lieber Mann,
unſer lieber Vater, Schwiegervater und
Großvater
Großh. Heſſ. Forſtmeiſter i. R.
Ludwig Spieler
nach kurzem Teiden im 78. Lebensjahre
ſanft entſchlafen.
Die Einäſcherung hat auf Wunſch des
Verſtorbenen in der Stille ſiattgefunden.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Auguffe Spieler, geb. Theobald
Anna Reſſig, geb. Spieler.
Fritz Spieler, Poſidirektor
Karl Reſſig, Direktor
Hilde Spieler, geb. Meves
und 5 Enkel.
Darmſtadt, München, Dortmund,
den 17. Oezember 1929.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen
Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Heimgange unſeres
lie=
ben Entſchlafenen ſagen wir
unſeren innigen Dank.
Im Namen
aller Verwandten:
Georg Grünig Bwe.
Eliſe. geb. Helfrich.
Alsbach, 16. Dez. 1929.
Für erwieſene Aufmer
anläßlich unſerergolden
danken wir herzlich.
Georg Habermehl
Landwehrſir.
Von der Reise
Dr. Jarl Brüg
Hals-, Masen-, Oh
(*mtl
Heute Nacht entſchlief nach langem, ſchweren Leiden
mein lieber Mann, unſer guter Vater,
Schwieger=
vater, Großvater, Schwager, Onkel und Neffe
Palentin Sartmann
Schreiner
im 61. Lebensjahr
In tiefer Trauer:
e Hartmann, geb Schaaf
abeih Jäckel, geb. Hartmann
s Hartmann
nhard Jäckel
aln Hartmann, geb. Kraft
d 1 Enkelfind.
Darm
Kiesb
en 17. Dezember 1929.
Statt beſonderer Anzeige.
Nach kurzer, ſchwerer Krankheit hat es unſerem Herrn
und Gott gefallen, meine innigſtgeliebte Tochter,
Zwillingsſchweſter, Schweſter und Schwägerin
Minna Mewes
Damenſchneidermeiſterin
zu ſich zu nehmen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Johanne Mewes, Witwe
Meta Mewes
J. Fuhrmeiſter
Familie Alb, Klinge. (*
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19.
De=
zember, nachm. ½3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Beileidsbeſuche ſind nicht im Sinne der Hinterbliebenen.
Dankſagung.
Für die herzliche Anteilnahme an dem
ſchmerzlichen Verluſt, der uns durch den
Heimgang unſerer geliebten Mutter betroffen
hat, ſowie für die ſchönen Blumenſpenden
ſagen wir unſeren innigen Dank.
Willi Georg und Frau
Anna Thielbeer, geb. Georg
und Kinder.
Darmſiadt, den 17. Oezember 1929.
Für die wohltuenden Beweiſe der
Antell=
nahme anläßlich des Heimgangs unſeres
lieben Entſchlafenen danken wir herzlich.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Elifabeth von Pſiſter, geb. Palz
Dr. Karl Walz.
Darmſiadt, Oezember 1929.
20017
ha
Die De
am letz:
in d.
bis
im Ca
ling,
aufgeha
gebet.
gerichte
ter der
Chiffre
poſt abz
findet Donnerstag, nachmittags
f dem Waldfriedhof ſtatt.
Näh= und Zuſchneide=Schule
von A. Hummel
Neue Kurſe beg. am 1. u. 15. jed. Monats
Anmeldungen täglich von 9—5 Uhr
Darmſtadt, Liebfranenſtr. 109, II. (*gm
Fußpflege
Fr. Hartmann,
appr. Heilgehilfe.
Grafenſtr. 20, II lks.
Telefon 1454. (7852a
Willkommene
Weihnachts-Geschenle
Strümpfe und Socken
die B
Ihre
und 9
konkurre
billigſt
Opkike
Augen
Schucha
Geb. Da
ſucht gu1
(Violine
Muſizier
D. 25 G
ſtri
H and s Chu hie U nterk eider S trickwesten 2. U O V S Ch U F z e T. asche ntücher erren- Artike Woll=Schmidt
Kirchstraße — Ecke Schustergasse
Aur Qualitätswaren zu hiigsten Preisen
Beachten Sie bitte meine Schautenster.
(20057
194169
Umbauten
Angebote unverbindlich
H. W. Dittmann & Co.
Hoch- u. Tiefbau
Fernruf 1322 Stiftsstr. 19
Schnell=Laſtwag.
fährt wöchentl. nach
Mainz,Bingen,Wies
baden. Beiladun
übernimmt
Aug. Stilling
Hochſtraße 4.
Vor
gebrauch
Maſſ
getragen
und &
Zahle
44
Poſtkaz
Smoki!
Gasherd
Rohrſtüh
geſucht. 2
D. 27G
Zu kauf.
gut erh. 31
u. Kinder
rüſtungod.2
Oſanpſtra.
Ghce
BoD
mmer 350
Mittwoch, den 18. Dezember 1929
Seite 9
Joderne Bestecke
Großkonzern-Eink auf
eise per Stück
zssende Etuis
2norm billig
besonders preiswert!
Alpacca
poliert
moderne
Muster
k: 1Iöffel ......"
0.50, 0.25
EGI
0.75, 0.50
EEI
0.75, 0.50
EEer
1.35, 0.95
KEvgabel.
0.75, 0.50
Ton chaufel.
1.25, 0.95
5.50, 4.75
Va *
Ges *— oder Soßelöffel / 3.50, 2.75
Mich
gut versilb.
elegantes
Muster
Alpacca
vercromt
durch Säure
nicht
Aine5
0.90, 0.80
1.95, 1.45
1.95, 1.45
2.25, 2.00
1.95, 1.45
2.45, 1.75
9.75, 6.75
6.—, 575
Ziehung 31 Dezember
Große
Kleinbestecke, 800” Silber",
enschaufel, Zuckerlöffel, Brotgabel. Buttermesser,
emesser, Konfektgabel, Orangenschäler . . jedes Stück
Domhau-Geid-Latterie
für den Hainzer und Wormser Vom
4858 Geldgewinne und 2 Prämien Mark:
Coo0d
u. Hauptgewinne bar Mark
004
Fa
1600d
Doppellose H. 2.—
1086 nu M. 1.- Porto und Liste 30 Pfennie
Zu beziehen durch alle Verkaufsstellen und
J. Schweickert, Stuttgart
Harktstr. 6, Postscheokkonto 2056 Stuttgart.
Hier bei: Staatl. Lotterie-Einnehmer
Hils-
dorf, Külp, Kullmann, Ohnacker, Petrenz;
kerner bei: Wilh. Bauch, Fr. Hartmann,
Konrad Koch, L.. Krämer, H. Marguth, I..
Schneider, Paula Volk, Hugo de Waal, in
(TV.10524
Egelsbach: Daniel Katz.
Klefnbestecke, Stahlbronce,
emschaufel, Zuckerlöffel, Buttermesser, Käseme ser, Konfekt-
Brotgabel, Orangenschäler, Speiseschieber,
Kuchen-
mit Schneide . . . . . . . .
.. jedes Stück
Kleinbestecke, Perlmutt
Größte Auswahl aller Sorten
Aff
A2
imschaufel, Zuckerlöffel, Brotgabel, Buttermesser,
messer, Konfektgabel, Orangenschäler jedes Stück w.au
eIm. Kosenthal
im Bürerhaus
SiLSHA aodg. Elissbethenstradle 25.
Echte
2uerwerkskörper
Liroler Lakſchenkiefer=Bonbons
Gießblei
ikel
vorzüglich bewährt bei Huſten, Heiſer=
roßve 2 F
2 che Kunſtfeuerwerkerei
Otto Günther
Eliſabethenſtr. 42.
31.1
Kleinverkauf keit u. Verſchleimung, ſind wieder vor=
rätig und nur allein zu haben bei:
Fr. Beckenhaub, Med.=Drogerie,
Schulſtraße.
(19542a
Möbel=Induſtrie Feidel
Hügelſtraße 13, 15 u. 17. 19199b
U19786
Mff
Ihr Fahrſcheinheft
frühzeit im Lloydreiſebüro, Rheinſtr. 17.
Verkauf von Zigarren und Zigaretten
erſter Firmen.
Zuerst
Gütting, Schuchardstr. 10
Noch niemals so billig!
Sprechapparate 39., 40., 15., 90.—
Schalplalten 1.50, 3.50, 5.-, 1.25
Pahrräder 59.-, 78.-, 90., 106.-
Nähmaschinen 150-, 150. 195., 227.-
Slanduhren 100.-, 130.-, 150.-, 179.-
Armband- und Taschenuhren
(19566b
7.50, 11., 10., 50.—
Zahlungserleichterung.
Hausche Baarkasse BarHstadt
madelsichere öffentliche Anstalt unter Haftung der
Stadt Darmstadt, gegründet 1836.
Mit Wirkung vom Mittwoch, 18. Dezember 1929
ab werden unsere
nien Diensträume Rheinstr. 34 (Ecke Neckarstr.)
—
als Hauptstelle der Städtischen Sparkasse
del öffentlichen Verkehr übergeben.
Imiis neue Dienstgebäude werden verlegt:
Die Direktian nebst Hypotheken-Abteilung und
Haupikasse sowie die Aufwertungsstelle und die
Depotverwaltung.
Hlle Direktionsgeschäfte, Hypotheken- u.
Darlebens-
geiche, Hufwertungs-Hngelegenheiten usw. werden für die
Fele nur in der Hauptstelle bearbeitet.
In den seitherigen Diensträumen Hügelstraße 22, wird
del Betrieb als
Zweigstelle 1, Hügelstraße
im mveränderter Weise weitergeführt.
Elle z. Zt. bestehenden Sparkonten und
Sonder-
kelken, sowie Scheck- u. Konto-Korrentkonten blei-
Dei bis auf weiteres in der Zweigstelle Hügelstr. 22.
Die übertragung dieser Konten an die Hauptstelle
ka jederzeit, jedoch nur auf schriftlichen Intrag des
Kun=
del erfolgen. Vordrucke hierzu sind an beiden Stellen zu
er? ten.
Die Eröffnung neuer Konten kann
selbstverständ=
licle nach Wahl des Kunden an beiden Stellen erfolgen.
Ksl lenstunden an allen Werktagen:
mittags von 8—1 Uhr, nachmittags von 3—4½g Uhr
Samstags nur von 8—12½ Uhr.
Dslnstadt, den 16. Dezember 1929.
Städtische Sparkasse Darmstadt
(st. 19980
Kräckmann.
wenig geſpielte
dar. Markenpianos
1 Mark. Flügel
kreuzſ. wie neu,
u. neuePianos kauf.
Sie gut u. bill. i. d.
Pianohdl. Fiſcher
Bleichſtr. 39.
der allerbeſte
Kaffeefilter
1,25 ℳ, empfiellt
Ernſt Crämer
am Markt. 197119
Taſchenlampen
Balkkerien
1. Fahrradlampen,
Karbidlampen
billigſt. (18179a
Benz & Comp.
Grafenſtraße 20/22.
Zum
Weihnachts=
putz
das ideale flüſſige
Bohnerwachs, nur
b. Schaefer F Co.
Neckarſtr.
Tel. 547. (19553b
„Economa‟”
flüſſ. Edel=Wachs=
Politur.
Landwehrſtr. 21½,I.
Dauernd Herr. u. D.
z. Vertrieb geſucht.
(15215a)
Sehr billiger
Chriſtbaum=
Verkauf
von Mittwoch 10 Uhr
ab. Liebfrauenſtr. 49
im Hof. (19979b
Vervielkältigungen
Ahschriften
S. Guttmann
8 Wilhelminenstr. 8
14614a)
Achtung! Obſt, I
Back= u. Eßapfel v.
8—12 ℳ p. Ztr., v.
10 Pfd. an fr. Haus
Klöppinger
Moosbergſtr. 58. (*
35
184 98= 1
Damen-Schürzen
in schönen Formen, aus
waschechten Siamosen
35
1.50
18=
Servier-Schürzen
aus soliden, weißen Stoffen
mit schönen Stickereien
65
25
14
Damen-Schürzen
mit hübschen
indanthren-
tarbigen Bordüren, in guten
Ausführungen
95
925
1
Damen-Schürzen
Jumpertorm, aus hübsch
ge-
mustertem Satin, in vielen
Macharten
3.
175
GS
1
Kleider-Schürzen
für Damen, aus Satin und
indanthrentarbigen Stoffen
GS
395
d
Damen-Schürzen
Alpaka, in hübschen,
ge-
schmackvollenAusführungen
5
3
O
TAAOTHOHLEIA
DARMSTADT-MARKT-U.ERNST-LUDWIASPLATZ
Seite 10
Mittwoch, den 18 Dezember 1929
Berlins modernſte Kirche eingeweihk.
Die feierliche Ueberreichung des Kirchenſchlüſſels an den Pfarrer Nehmitz vor dem Portal
der neuen Kirche in Berlin=Schmargendorf.
Eine nach den modernſten Grundſätzen erbaute Kirche wurde in Berlin=Schmargendorf feierlich
eingeweiht. Die Kirche, die nach den Plänen des Architekten Paulus errichtet wurde, verfügt u. a.
über eine Lautſprecheranlage und Kopfhörer für ſchwerhörige Kirchenbeſucher. Das Gebäude ent=
ſtand in zweijähriger Bauzeit.
Die Induſtrie bauk eigene Eiſenbahnen.
Eröffnung der neuen Siemensbahn bei Berlin=Spandau.
Vor dem Antritt der erſten Fahrt von links nach rechts: Karl Friedrich v. Siemens
direktor Dr. Dorpmüller; Regierungsbaudirektor Hertlein, der Erbauer der Siemens
zweijähriger Bauzeit wurde die neue Siemensbahn bei Berlin=Spandau fertiggeſtell
Siemenswerken für ihre Belegſchaft von über 60 000 Arbeiter erbaut wurt
Die Auffindung der Ozeanflieger.
Tragiſcher Ausgang des geglückten Transozeanfluges.
Paris. Havas berichtet am Montag aus
Per=
nambuco, ein Funkſpruch der franzöſiſchen
Ozean=
flieger beſage, daß das Flugzeug umn 8,30 Uhr ſich
17 Grad 20 Min. nördlicher Breite und 24 Grad 30
Min. weſtlicher Länge befand.
Die Flieger Challe und Larre=Borgäs haben am
Montag den ganzen Tag über die Poſition ihres
Flugzeuges durch Funkſpruch mitteilen können. Um
15,35 Uhr befanden ſie ſich 1350 Kilometer von den
Kap Verdiſchen Inſeln entfernt und hatten Kurs auf
die Inſel Fernando de Noronha. Das Flugzeug
ent=
wickelt eine Stundengeſchwindigkeit von 193
Kilo=
metern und hat dieſe Geſchwindigkeit ſpäter
an=
ſcheinend noch erhöht, Kurze Zeit darauf traten die
Flieger in Radioberbindung mit dem
ſüdamerika=
niſchen Feſtlande. Zunächſt fing die Station Rio de
Janeiro eine Anfrage der Flieger auf, in der um
Mitteilung über die Witterungsverhältniſſe gebeten
wurde. Um 17.3 Uhr (21 Uhr MEZ.) teilte ein
neuer Funkſpruch der Flieger mit, daß ſie ihren Flug
fortſetzen und an Bord alles in Ordnung ſei.
Der geglückte Tronsozeanflug der beiden
franzö=
ſiſchen Flieger Challe und de Larre=Borges ſcheint
einen tragiſchen Ausgang nehmen zu ſollen.
Nach=
dem das Flugzeug am Montag abend gegen 20 Uhr
über Maceio, 200 Kilometer ſüdlich von Pernambuco
geſichtet worden war, blieben ſämtliche Verſuche der
braſilianiſchen Funkſtationen vergeblich, die
Ver=
bindung mit dem franzöſiſchen Flugzeug herzuſtellen.
Die Zeitung La Nacion in Buenos Aires meldet nun,
daß die Flieger bei Maracaja im Staate Rio Grande
del Norte abgeſtürzt ſind und einer von ihnen dabei
ſchwer verletzt wurde. Dieſe Nachricht wird durch
nachfolgende Meldung der Havas=Agentur aus Rio
de Janeivo beſtätigt: Man kündigt aus guter
Quelle an, daß die Flieger Challe und le Larre=
Borgés bei Maracaja abgeſtürzt ſind. Einer der
Flieger iſt ſchwer verletzt worden.
Die Ozeanflieger Challe und Larre=Borgés
wur=
den durch einen glücklichen Zufall am Dienstag früh
100 Kilometer von der nächſten menſchlichen
Siede=
lung entfernt von Reitern aufgefunden. Beide
Flie=
ger, die ſchon am Montag abend gelandet ſein
müſ=
ſen, ſind verletzt. Gegenwärtig ſind Aerzte aus
Na=
tal zur Landungsſtelle unterwegs, um die Flieger
evtl. in ein Krankenhaus zu transportieren. Die
zurückgelegte Strecke beträgt rund 4000 Meilen.
Die Rekordflieger gelandet.
Paris. Die Flieger Coſtes und Codos
ſind am Dienstag nachmittag um 13,24 Uhr
fran=
zöſiſcher Zeit auf dem Flugplatz von Iſters bei
Marſeille glatt gelandet, nachdem ſie in 52
Stun=
den 40 Minuten 8100 Kilometer in
ununter=
brochenem Fluge zurückgelegt hatten.
Vereitelter Raubüberfall.
Berlin. Ein räuberiſcher Ueberfall wurde am
Dienstag nachmittag in der dritten Stunde auf die
Inhaberin und die Verkäuferin des
Goldwarenge=
ſchäfts von Pilz u. Co. in der Lindenſtraße verübt.
Auf die Hilferufe der Angefallenen flüchtete der
Täter und bedrohte ſeine Verfolger mit der Piſtole.
Er wurde aber ergriffen und der Polizei übergeben.
Ein Helfershelfer von ihm entkam in einem
bereit=
ſtehenden Auto.
Hocker=Revolte in Gotha.
Gotha. Als die zur L uffüllung des Gothaer
Stadtſäckels eingeführte ockerſteuer um ½1 Uhr
in der letzten Nacht z 1 erſten Male erhoben
werden ſollte, kam es, ach einer Meldung des
Berliner Tageblatt”, aus Gotha zu einem
förmlichen Aufruhr. ils Proteſt ſchloſſen um
dieſe Zeit ſämtliche ale ihre Pforten, und wie
zwangsläufig an
Gäſte in den S
zog man nach de
ſters, die aber ſ
Polizei geſchüt
Menge in die
uchte nun
von einem
Geiſtern d
rdnung
und Pfe‟
ſchritt
Stadtv
folge
Hocke
Verl
Ein Berliner Chauffeur in ſeiner Droſchke ermordel.
Die Mordkommiſſion am Tatort.
Das Doppelleben des ermordeten
Kraftwagenführers.
Berlin. Wie die „B.3.” mitteilt, hat nach den
Feſtſtellungen der Movdkommiſſion, der auf dem
Rieſelfelder=Gelände bei Malchow ermordete
Kraft=
wagenführer Schalepanſki ein Doppilleben geführt,
ſo daß der Grund zur Tat nicht allein in einem
Raubmord zu ſuchen ſein wird. Schalepanſki hatte
ſich ausdrücklich als Nachtchauffeur verdungen, um
tagsüber als elegant gekleideter Mann in den
Hal=
len der großen Hotels und in den vornehmen
Kon=
ditoreien aufzutriten, wo er beim Fünfuhr=Tee die
Bebanntſchaft von Damen machte. Als Endziel ſoll
ihn dabei eine reiche Heirat vorgeſchwebt haben. Die
Damen haben in ihm nur den ehemaligen Offizier
mit guten Monieren geſehen, und von ſeiner
nächt=
lichen Chauffeurtätigkeit nichts gewußt. Es iſt nun
möglich, daß vielleicht ein Nebenbuhler ihn aus
Eiferſucht beſeitigt hat.
Die erſten Urkeile im Giftmiſcherinnen=Prozeß von Szolnok gefällk.
Schiffsunkergang an der
Neuſeeland.
London. Der 4534 Tonnen
ländiſche Dampfer „Manuka‟
Nebel zwiſchen Bluff Harbour und
ein Felſenriff aufgelaufen und
146 Paſſagiere und die ge
ſatzung waren in den Rettungs
weit genug von dem ſinkenden E
um nicht mehr in den Strudel hir
werden. Die Ladung des Schiffe
ordentlich wertvoll und enthielt (
hafter britiſcher Künſtler im Gel
einer halben Million Mark für ein
in Neuſeeland.
Der Rieſendampfer „Leviathan”
London. Der amerikaniſche *
dampfer „Leviathan”, der frühere der
„Vaterland”, der am Montag von Sor
New York in See gehen ſollte, mußte
rückbleiben, da ſich herausſtellte, daß
Rieſenſchiffes einen etwa ſechs Mete
oberhalb der Waſſerlinie aufwies. A
der Dampfer Dienstag wird abfahren
werden die beiden vor der alljährliche
des Schiffes noch geplanten Fahrten
wahrſcheinlich abgeſagt werden. Der ſ
war während ſeiner beiden letzten Fah mſt
Stürme geraten, wodurch der Schaden
ſtanden iſt.
Brand einer Möbelfabr
Laage. Dienstag früh gegen 4
Möbelfabrik der Firma Bockhold und
Bahnhofſtraße in Flammen auf. Die
ſehr vielen Maſchinen und für etva
tigen Möbeln und größeren Holzvorrät
ſtändig vernichtet. Das Wohnhaus de
iſt innen vollſtändig ausgebrannt. Faſ
gerettet werden. Das Feuer iſt wal
durch entſtanden, daß glühende Kohle
eiſernen Ofen gefallen ſind.
Die Brandkataſtrophe in Bal
Baltimore. Bei dem Brande
papier= und Lumpenverwertungsanſtalt
letzten Meldungen nur vier Perſoner
gekommen. Sieben Perſonen erlitten
Bergwerksexploſion.
London. Bei einer Gasexploſion
lengrube New Cumnok (Ayrſhire) erli
leute ſchwere Brandwunden. Zwei
ſchweben i Lebensgefahr.
Die vier verurteilten Bäuerinnen während der Gerichtsverhandlung. Von links nach rechts: Frau
Sebeſtyen, Frau Lipka, Frau Koteles.
auf ein Alarmzeich , immelten ſich die dadurch
kühle Luft beförderten
Lärmend und ſingend
nung des
Oberbürgermei=
gſt durch Herbeiziehung der
de. Die Polizei drängte die
gen am Marſtall. Hier
ver=
erbürgermeiſter Dr. Scheffler
gaun herab den aufgeregten
gung der Hockerſteuer=
Ver=
ſchen. Höhniſches Gelächter
die Antwort. Die Polizei
vielen Verhaftungen. Die
,t ſofort dem Stadtrat
in=
en Widerſtandes gegen die
kläufige Außerkraftſetzung der
mgegeben.
Der Einzug des Winters.
Dresden. In der Nacht zum Dienstag und
am Dienstag iſt im ſächſiſchen Erzgebirge der
Win=
ter mit Schnee und Kälte eingezogen. Auf den
Ber=
gen liegt bei vier Grad Kälte eine Schneedecke von
24 Zentimeter, davon 15 Zentimeter Neuſchnee. Im
Oſterzgebirge von Geiſing=Altenberg bis Kipsdorf=
Helleran beträgt die Schneehöhe 15 Zentimeter. Der
Schneefall hält weiter an. Der Ski= und Rodelſport
hat ſchon lebhaft eingeſetzt.
Drei Arbeiter im Steinbruch erſchlagen.
London. Bei einer Sprengung in einem
Stein=
bruch bei Llanberis (Carnarvonſhire) löſten ſich am
Montag abend Felsmaſſen im Gewicht von mehreren.
tauſend Zentnern und erſchlugen drei Arbeiter.
Ein D=Zug fährt in eine Schafherde.
Paris. Montag nachmittag iſt, wie Havas aus
Straßburg berichtet, der D=Zug Straßburg—Metz,
etwa einen Kilometer von dem Bahnhof Brumath
entfernt, in eine die Gleiſe gerade überquerende
Schafherde hineingefahren. Etwa 80 Tiere wurden auf
der Stelle getötet. Der Lokomotivführer bemerkte
den Unfall erſt bei der Einfahrt in den Bahnhof.
Schwerer Autvunfall.
Dirlemont. Am Montag abend ſtürzte ein
Autobus, der mit Arbeitern beſetzt war, eine etwa
vier Meter hohe Böſchung hinab. Zwei Inſaſſen
wurden getötet, vier ſchwer und etwa 15 leicht
verletzt.
—
A
Sſte
-ädigt
T
S
—ton
Ru
Zum 85.
Geburkskag von (
Luig Brenkano.
Geheimrat Lujo
der bekannte Nationalökon”
Dichter Clemens Brentano,
ber ſeinen 85. Geburtstag=
England die Gewerkvereine
bereits in den ſiebziger Jal
liche Organiſationen. Ko.
terverſicherung und
wurde ſo einer der
ſchaftlichen Libera
Imer 330
Mittwoch, den 18. Dezember 1929
Seite 11
1Original aus dem kaiſerlichen Oeſterreich.
ber
39
nnz
ES1
Irz.4
ſts
IE
ſem
mel
la-
po
ſtres
zei1
ſzir
An
21
1
R
wöhei
tiest
en H
rver 2
chnuzn
Do
enig, 4
ſar O
hriebd
ubttd
Ird
Fannm
giſer
Frri
ines 2
e zw.a
teunddt
BA
einen 1
var jol
ür G.7
Leutnol
ung ſt
ich wurf
gpht 5
nV9
Galgord
arreſt.
verurſ.ſt
G.*
man ſi
Uniforzt
für de
eſchichken vomn alken Galgoky.
Wien, Dezember 1929.
indneunzig Jahre alt, iſt vor kurzem der Feldzeug=
* ehemaligen k. u. k. Armee Anton Galgotzy ſchmerzlos
ſſere Welt hinübergeſchlummert. Er hatte es
nieman=
r laſſen, daß er krank war, denn ihm war ja ſein ganzes
ig jede Wichtigtuerei verhaßt geweſen, und er wollte
richt viel Scherereien machen, als ſein Herz müde wurde
anze Mechanismus zu verſagen begann. Vielleicht hat
geheim auch davor gefürchtet, er könnte zuletzt gar noch
Tod grob werden, wenn der mit ihm zu ſtreiten anfinge.
b ſein, ſaugrob ſein, das war einmal ſeine ganz
be=
zpezialität geweſen, und er hat ſich dabei nie erſt viel
rnit wem er es war. Der alte „Vater Galgotzy” iſt
lang gerade mit dieſer Grobheit der volkstümlichſte
der kaiſerlichen Armee geweſen und ſeine Popularität
faſt Legendäres gehabt. Da war keine noch ſo draſtiſche
g, die man ihm nicht ohne weiteres zugetraut hätte,
war auch alles erlaubt geweſen und man nahm ihm
I. Er war eben der Galgotzy.
er war doch wer Er iſt einmal — mit knapp 22 Jah=
* jüngſte Generalſtabshauptmann im k. u. k. Heer
ge=
das hat für einen einfachen Schullehrersſohn von der
r ſiebenbürgiſchen Militärgrenze, der ſo gar keine hohen
gen Verbindungen beſaß, ſchon etwas bedeutet. In
vo ging dann ſeine ganze Karriere weiter. In der
on Cuſtozza halte er ſich die für ſeinen Rang ganz
lich hohe Auszeichnung des Ordens der eiſernen Krone,
Jahre ſpäter war er ſchon Chef der operativen Abtei=
Geueralſtabs und im bosniſchen Okkupationsfeldzug
mnandant eines Infanterieregimentes. Er wurde
Stell=
bes Chefs des Generalſtabs, Korpskommandant in
und war zuletzt Generaltruppeninſpektor, als er nach
riger aktiver Dienſtzeit in den Ruheſtand trat.
alle dieſe Aeußerlichkeiten ſagen eigentlich nichts. Da
ie Geſchichte luſtiger, wie Galgotzy ſeine Ernennung
ral aufnahm. Aergerlich dabei war nämlich für ihn
daß er ſich jetzt doch endlich einmal eine neue Uniform
ſen mußte. Sonſt war er immer ganz „kommiß”
an=
enau ſo wie ſeine Soldaten, mit denen er zuſammen
einer der ihren und die ihn vergötterten. Aber wenn
equipierung jetzt auch unvermeidlich war, zu ſeinem
brachte ihn deshalb noch lange niemand. Er
tele=
einfach an eine Wiener Uniformierungsanſtalt:
Tniform für mittelgroßen General”. Und mit der
form kam er dann wieder Jahre lang aus.
Telegramm war aber für Galgotzy ſchon eine
außer=
e Leiſtung, denn dieſe Schreibereien waren ihm bis in
Seele hinein verhaßt. Als Korpskommandant in
Bos=
er einmal eine Brücke, aber die Herren von der
Mili=
ring urgierten dann viele Monate vergeblich die Ab=
Als ſich Galgotzy doch endlich dazu herbeiließ, war ſie
kurz:
)00 Gulden für den Bau einer Brücke erhalten.
90 Gulden für den Bau einer Brücke ausgegeben.
Galgotzy.”
dar dem heiligen Bürokratius doch ein bißchen gar zu
d er verlangte die genaue Detaillierung. Der Galgotzy
at und hatte für andere Sachen keinen Sinn. So
einfach zu ſeiner Abrechnung noch dazu: „Wer’s nicht
ein Eſel”
ien war man wütend. Aber man war gegen dieſen
h gleichzeitig machtlos, dem konnte höchſtens noch der
3 befehlen, und der Chef der Militärverwaltung ging
Joſeph und zeigte ihm den merkwürdigen Beſcheid
verals. Und der Kaiſer las die Rechnung durch, las
I und dreimal und blickte dann den Beſchwerdeführer
an: „Glauben Sie’s nicht? Ich glaubs.
en galiziſchen Sommermanövern erlaubte Galgotzy
Zieren das Tragen von weißen Leinenuniformen. Es
ſchrecklich heiß, und das ſoldatiſche Zeremoniell war
3y erſt in zweiter Linie maßgebend. Aber ein junger
gefiel ſich in dieſer ganz vorſchriftswidrigen
Adjuſtie=
tt, daß er ſpäter ſogar damit nach Wien fuhr.
Natür=
er beanſtandet und natürlich redete er ſich auf Galgotzy
aber bekam vom Wiener Platzkommando die tele=
Anfrage: „Haben Exzellenz das Tragen weißer
Leinen=
erlaubt?‟ Die Antwort war klipp und klar: „Ja‟.
konnte man dem Leutnant alſo nicht an. Aber von
hielt er, als er wieder einrückte, eine Woche
Zimmer=
eil er dem General ſo viel „überflüſſige Schreiberei”
hatte.
3y war grob, ſaugrob, und er war es — faſt könnte
am liebſten — mit den Erzherzögen, die nur der
egen Soldaten waren und ſonſt ſo wenig übrig hatten
2ruf. Als er einmal nach einer Uebung im Kreiſe der
Offiziere Beſprechung abhält, hat ſo ein junger kaiſerlicher Prinz,
der dem Regiment zugeteilt iſt, keine Zeit, zuzuhören, ſondern
führt mit ſeinem Nachbar ein Zwiegeſpräch. Galgotzy hebt ſich
im Sattel zurecht und ſagt dann ganz trocken: „Kaiſerliche Hoheit
— wenn ich Beſprechung halte, dann halten die anderen” —
Gal=
gotzy ſchluckt — „.. keine Beſprechung.”
Am ſchrecklichſten waren ihm dieſe Erzherzöge, wenn ihnen
zu Ehren eine Parade veranſtaltet werden mußte. Dafür fehlte
ſeinem ſoldatiſchen Sinn das Begreifen. Eines Tages ließ es
ſich wieder einmal nicht vermeiden, denn der verſtorbene
Thron=
folger Franz Ferdinand hatte ſich ſelbſt zur Inſpektion
angemel=
det. Für neun Uhr vormittags. Galgotzy hat es in dieſem Fall
nicht ſo eilig und erſcheint ganz gemächlich um eine halbe Stunde
ſpäter. Zieht der Erzherzog vorwurfsvoll die Uhr und meint
mit einem gewiſſen Unterton: „Exzellenz, es iſt viertel zehn”
Darauf Galgotzy mit unerſchütterlicher Ruhe: „Schmeißen’s die
Uhr, weg, kaiſerliche Hoheit, auf meiner Uhr is es ſchon halb
zehn, und meine Uhr geht richtig”,
Galgotzy gehörte zu jenen, die ewig jung bleiben. Das Alter
konnte ihm nichts anhaben, und deshalb natürlich auch jene
Clique am Hof nicht, die den General ſchon gerne penſioniert
geſehen hätte. Es fand niemand den Mut, ihm nahe zu legen,
daß er die Altersgrenze längſt erreicht hätte. Nicht einmal der
Kaiſer. Schließlich wurde ein ſehr würdiger, auch ſchon etwas
bejahrter Erzherzog mit der heiklen Miſſion betraut. Der fuhr
zu Galgotzy und fing die Sache von hinten rum an.
Das heißt, er erzählte zuerſt von ſeiner Jugendzeit, und wie
ſchön es damals war. Und wie lang das ſchon her ſei und wie
ſchnell die Jahre vergangen wären und ſo fort. Dann kam der
große Moment: „Ja, ja, man wird alt, mein lieber Galgotzy.
„.. und blöd, kaiſerliche Hoheit,” ergänzte der General.
Und ſo blieb der Galgotzy noch ein paar Jahre länger im aktiven
Dienſt.
Die alte 1. u. k. Armee hatte das beſtimmt nicht zu bereuen
gehabt. Sie hatte nur leider viel zu wenig Galgotzys.
R. W. P.
Spott, Spiel und Zurnen.
Lütsen.
Main-Rhein=Gau der 9. T.
In Wiesbaden fanden ſich am letzten Sonntag die Gau=
Geſangs=
warte des 9. Turnkreiſes zu ihrer Jahresverſammlung zuſammen.
Dieſe Tagung verlief ſehr anregend und dürfte die Sache des
Turner=
geſanges wieder einen Schritt vorwärts gebracht worden ſein. Beim
Kreisturnfeſt in Hanau, am Feſtſamstag, den 2. Auguſt 1930, ſoll ein
Liederabend der Kreis=Sängerſchaft durchgeführt werden, bei dem
haupt=
ſächlich Maſſenchöre zum Vortrag kommen ſollen. Um einen Ueberblick
über die ungefähre Beteiligung an dieſem Liederabend zu erhalten, iſt
bis zum 10. Januar 1930 an den Gaugeſangswart H. Müller=
Darm=
ſtadt, Taunusſtraße 56, die ungefähre Zahl der Teilnehmer durch die
Vereinsobmänner — melden. Hierbei iſt auch anzugeben, ob die
Teil=
nehmer Nachtlager wünſchen. Als Maſſenchöre für 1930 wurden zwei
Chöre beſtimmt, und zwar: „Bleib deutſch, du herrlich Land am
Rhein” und „Das deutſche Lied‟. Die nächſte Kreisveranſtaltung, bei
der die Turnerſänger mitwirken, iſt die Kreis=Winterturnfahrt am 12.
Januar 1930 nach dem Niederwald=Denkmal. Bei der Feier am
Denk=
mal wird der Maſſenchor „Bleib deutſch, du herrlich Land am Rhein”,
geſungen. Alle Turnerſänger müſſen ſich verpflichtet fühlen, am 12.
Januar 1930 nach dem Niederwald=Denkmal zu wandern. Gut=Heil!
Kegeln.
Kegelgereinigung Darmſtadt und Angebung.
Ausſcheidungskämpfe.
In Fortſetzung des Ausſcheidungskegelns fanden am
ver=
gangenen Samstag und Sonntag auf den Bahnen im
Bürger=
verein, Konkordiaſaal, Turnhalle und bei Krichbaum 100
Kugel=
kämpfe ſtatt. 95 Starter ſtellten ſich dort dem Sportausſchuſſe
zur Verfügung. Es wurden wiederum eine Anzahl recht guter
Reſultate erzielt. Zu bemängeln iſt, daß verſchiedene Starter
unentſchuldigt ausblieben und dadurch Störungen verurſachten.
Die Fortſetzung der Kämpfe findet mit Rückſicht auf die
Feier=
tage Sonntag nach Neujahr ſtatt.
Die einzelnen Ergebniſſe ſind:
1. Bürgerverein: 1. Eigenbrodt 541, 2. Sattler 537, 3.
Thüm=
mel 531, 4. Reinhardt 529, 5. Schinnerl 514, 6. Bäumer 513, 7.
Wilbert 513, 8. Mitſchdörfer 510, 9. Schmitt 510, 10. Frl.
Bäu=
mer 506, 11. Bangert 503, 12. Reichert 503, 13. Feldmann 502,
14. Preuß 494, 15. Schembs 493, 16. Becher 490, 18. K. Bäumer
490, 19. Schieferdecker 484, 20. Schäfer 482, 21. Dörr 480, 22. P.
Harres 478, 23. Frau Reinhardt 461, 24. Zuleger 460, 25. Schwinn
453, 26. Deuchert 448, 27. Thomas 445, 28. Frau Krämer 441,
29. Ott 438, 30. Frau Heldmann 418.
2. Konkordiaſaal: 1. Scherer 544, 2. Pohlmann 513, 3. Kern=
Eberſtadt 488, 4. Stöhr=Eberſtadt 481, 5. Dächert=Eberſtadt 479,
6. Pfeiffer=Eberſtadt 476, 7. Frl. Bangert 476, 8. Werner=
Eber=
ſtadt 460, 9. Georgi 444, 10. Kaiſer=Eberſtadt 435.
3. Turnhalle: 1. Schimpf=Eberſtadt 548, 2. Grün 540, 3.
Kramer 539, 4. Wenner 536, 5. Lautenſchläger 527, 6. Müller=
Eberſtadt 521, 7. Sattler=Eberſtadt 517, 8. Dächert=Eberſtadt 512,
9. Leining=Eberſtadt 506, 10. Hoffmann=Eberſtadt 496, 11. Drautz
494, 12. Schild 490, 13. Lenz 489, 14. Küchler 488, 15. Erbes 488,
16. Hucke=Eberſtadt 484, 17. Grünewald=Eberſtadt 479, 18.
Roß=
mann=Eberſtadt 478, 19. Störger 478, 20. Schmidtmer 471, 21.
L. L. Bender 468, 22. Grab 463, 23. Frau Eigenbrodt 459, 24.
Bauer=Eberſtadt 456, 25. Daum=Eberſtadt 453, 26. Krämer=
Eber=
ſtadt 447, 27. Frau Thümmel 422, 28. Frau Wißkirchen 418.
4. Krichbaum. 1. Belz 571, 2. Meos 554, 3. Bender
Sportk. 549 4. Ringler 536, 5. Gärtner 530, 6. Chriſt 529,
7. Gebhardt 523, 8. Wenger 503, 9. Weber 490, 10. Scheuermann
487, 11. Frau Schwinn 486, 12. Mohr 479, 13. Frau Hübner
477, 14. Frau Reichart 450, 15. Frau Daab 443.
Boxen.
Sportverein Darmſtadt 1898 e. V.
Bei dem am Samstag in Wiesbaden=Biebrich vom dortigen
Turnverein 1846 veranſtalteten Nationalen Großkampfabend
ſtellte die Boxabteilung vom Sportverein Darmſtadt das
Haupt=
kontingent der Kämpfer. Die Darmſtädter ſchnitten dabei
aus=
gezeichnet ab und erzielten die nachſtehenden, beachtenswerten
Erfolge:
Fliegengewicht: Rügner S.V. 98 punket Debus, 1.
Wies=
badener Am.=Boxklub hoch aus. Der Wiesbadener iſt beim
letzten Gongſchlag ſtark benommen.
Federgewicht: Schmidt S.V. 98 und Groß, 1. Wiesbadener
A.B.C. trennen ſich nach drei ſehr ſchnellen und harten
Run=
den unentſchieden. Schmidt glich die größere Reichweite des
Wiesbadeners durch wirkungsvolleres Boxen aus.
Leichtgewicht: Zickler S.V. 98 zwingt Schick, 1. Wiesbadener
A.B.C. durch genau angebrachte wirkſamſte linke Geraden
und Rechtshaken Mitte zweiter Runde zur Aufgabe, nächdem
Schick wiederholt bis 8 und 9 zu Boden mußte.
Fliegengewicht: Thoma S.V. 98 und Hachenberger 2, Turnb.
Wiesbaden=Biebrich boxen in intereſſantem Fight
unent=
ſchieden.
Miſchgewicht: M. Freyer S.V. 98 verliert gegen den
weſent=
lich ſchwereren Klarmann, T. V. Biebrich, durch Aufgabe
in=
folge Luftmangel.
Schwergewicht: Trumpfheller S.V. 98 ſchlägt Beckhaus,
T.V. Wiesbaden=Biebrich in der 2. Kampfminute durch
kur=
zen, wuchtigen Rechtshaken auf Kinn aus.
Die Reſultate der Sportvereinler ſind umſo
bemerkens=
werter, weil die Gegner faſt durchweg bedeutend Uebergewicht
hatten.
Handball.
Tgſ. Darmſtadt 1. — Tv. Bickenbach 1. 0:6 (0:5).
Zum letzten Pflichtſpiel in der Gruppe Süd der Meiſterklaſſe des
Main=Rhein=Gaues der D. T. weilte am Sonntag die erſte Elf des Tv.
Bickenbach bei der Darmſtädter Turngeſellſchaft zu Gaſt. Bickenbach,
das bereits durch einen Sieg über Bensheim die Gruppenmeiſterſchaft
errungen hatte, lieferte gegen den Tabellenletzten, die Darmſtädter
Turngeſellſchaft, ein vollkommen überlegenes Spiel, deſſen Torausbeute
nur deshalb nicht höher ausfiel, da Darmſtadt durch allzu harte
Ab=
wehr ſein Heiligtum zu ſchützen ſuchte, was durch Herausſtellen eines
Darmſtädter Spielers ſeine Sühne fand. Zeunert=Langen leitete
ein=
wandfrei. — Bickenbach muß nun an den kommenden Sonntagen gegen
Nauheim im Vor= und Rückſpiel um den Gaumeiſtertitel kämpfen.
Auto=Ausſtellung Berlin 1930.
Obwohl der Reichsverband der Auto=Induſtrie im Frühjahr ds. Js.
ſich auf den Standpunkt ſtellte, eine Auto=Ausſtellung wegen der damit
verbundenen hohen Koſten bei der wirtſchaftlich angeſpannten Lage
nicht durchführen zu können, haben die Fabriken eingeſehen, daß es
ohne Ausſtellung nicht geht. Die Folge war mangelns Fehlen einer
Schau im eigenen Lande eine verſtärkte Beſchickung der ausländiſchen
Salons, womit wiederum viele Gelder, die der deutſchen Wirtſchaft
zugute kommen können, ins Ausland floſſen. Im nächſten Jahre nun
ſoll es wieder anders werden, was daraus hervorgeht, daß beim
Inter=
nationalen Verbande deutſcherſeits für das Jahr 1930 eine
Inter=
nationale Automobil=Ausſtellung nach Berlin angemeldet worden iſt,
die in der erſten Hälfte des Monats November ſtattfinden ſoll.
Gordon=Benett=Rennen auch 1930. Das Gordon=Benett=
Rennen für Freiballone wird im nächſten Jahre wieder in
Amerika ausgetragen und ſoll im Oſten in Cleveland geſtartet
werden.
ſchäftsr‟
Woch
ma)f
eſchlad
met
I. b.
eutew!.
33 0.
2—3
Ge=
e (Werk=
1. Wohn.
Ang.unt
Ɨftsſt.
Etw. ſucht
—2 leere
n.
Koch=
ruhigen
ng. unt
äftsſt.
8=Zimmer=
Wohnung
in ruhig. Lage geſ.
Angeb unt H. 34
a. d. Geſchäftsſt. (*
Junges Ehepaar
m. 1 Kind ſ. ſof
be=
ſchlgfr. 2 leere Zim.
od. Zim. m. Küche.
Ang. m Preis unt.
D. 36 Geſchäftsſt. (
N
ir feines Spezialgeſchäft zu
eſucht. Angeb. unter
rieten g
(20043
eſchſt
3 a d.
2.
Beteiligung an
Hatz
R
Sanſchluß eventl ſolchen
u mieten geſucht. (20019
Agens Unter D 42 an die Geſchäftsſt.
beſchäfts=
aus 7 1 1 000 ℳM
Privat
z. gut
unter
die Ge=
22ſöckig. Haus
oder Villa m.
Gar=
ten in guter Lage
mit freiwerdender
Wohnung geg. bar
zu kaufen geſucht.
19
Angeb.
un=
a. d. Geſchäftsſt.
im Heaghaus ist eröftnet!
18895a
Bei Einkauf für jeden Apparat
ein Freiles
zur Weihnachts-Verlosung.
Deoensmttergeſchaf
im Zentrum der Stadt, beſte
Geſchäfts=
lage, ſofort zu verkaufen. Erforderlich
ca. 4000 Mk. Anfragen unter D. 32 an
(*mdf
die Geſchäftsſtelle.
Eute Autstadlage!
Geſchäftshaus ſehr
günſtig zu verkauf.
Laden und Wohnung
18458a
Schützen=
A. Brück ſtraße 8,1
Geſchäff
mik Laden
geeign. f. Lebensm.,
umſtändeh. abzugeb.
Ang. unt. D. 26
a. d. Geſchäftsſt. (*
A
Von Geſchäftsmann
200.— Mk. ſof. zu
leih. geſ. Sicherheit
vorhand. Angeb. u
D. 48 a. d. Geſch. (*
SII D.
gegen gute
Sicher=
heit und zeitgemäße
Zinſen möglichſt von
Selbſtgeber zu leihen
geſucht. Angeb. unt.
D 49 Geſchſt. (19982b
Wer ſucht Darlehen,
Hypo=
theken, Bau= und Kauf= Geld
der wende ſich an
K. Biersch
Darmſtadt, Roßdörferſtraße 9, pt.
Sprechſt. tägl. außer Samst. 2½—6 Uhr,
Sonnt. 10-12 Uhr. Anfr. Rückporto beifg
Darlehen
auf Monats=
Rück=
zahl,=Raten (bei
höherem Einkom.
ſof.), ſeit Jahren
ohne Vorkoſten
durch Fa. (*mt
G. Ebert
Saalbauſtraße 60,
(Ständig als
grundreell
an=
erkannt!)
Aus Privathand
2000.— RM.
auf 2. Hypot. gegen
hohe Zinſen geſucht.
Ang. erbitte unter
D. 46 a. d. Geſch. (
Hypotheken u.
Bau=
gelder 6% Zinſ. m.
Amort. a. 25 Jahre
durch Karl Dienſt,
Eliſabethenſtr. 28. (*
2—3000 RM.
auszuleihen.
Angeb. unt. D. 37
a. d. Geſchäftsſt. (*
Die hygienisch verpackte
Volls-Lahnhürste
Jr. 10I Ia Gualtt „8O.
bekommen Sie NUF in der 42
Parfümerie FRANK
29 (4lleinverkau
Elisabethenst
Geite 12
Mittwoch, den 18. Dezember 1929
Steppdechen ung Baunendecke
Eine hundertfache
Auswahlerleichtert
Ihnen den Einkauf
Steppdecken neiche, narme Fülung, uneiseitig Satin „ 21.00 1420
Steppdecken bunte u. einkarb. Satins, Wolkallung 34— 29— 20. Art, bunt und einfarbig, Wollfüllung u.
Steppdecken Kunstseide
65.—, 59.—, 52.— 48.—, 30.*
in all. Farb., einfarb., bunte Satins einfarb. mit
Daunendee
W Bordlre, je n. 4rt 110.—, 100.—, 95.—, 78.—, 69., 03.*
Seltty Bautddttt Markt 11
Darmstadt
Größtes Spezlalhaus für Metallbetten, Messingbetten, Kinderbetten, Holzbetten. — Federn, Daunen, Deckbetten, Kissen-
Enorme Auswahl
Holldesken, Kamelhaardecken, Halbnalt
Baumwollene Jacguarddecken
je nach Art
69.—54.—48.—42.—36.—32.-4
25.— 22.— 1750 16.— 1313 b 9.50
Kinderdecken / Wagendee
Puppendecken
Gold
Silbergegenstände
Bestecke
Schweizer Uhren
am billigsten nur bei
Kurtz Mulf
Juwelier
Rheinstr. 22
Gelegenheitskäufe stets am Lager
20000
Kae
dkl. Eiche, w. neu,
bill. z. verk. Anzuſ
9—2 Uhr.
Olbrich=
weg 10, pt.
Bücherſchr. 50. Tiſch
30, Toil.=Tiſch 12.
Garderobeſtänd. 20,
Galerie 25 Mk.
Ro=
mane u. Novellen
verk. N.=Ramſt.
Str. 79. 1. ½4 (Fim
Günstige Gelegenheit
für Weihnachten
An Prirate verkaufd gegen
sofortige Kasse eine sich
in Liguidation befindliche
Firma einen Posten
echter Perser
Teppiche u. Brücken
zu jedem annehmbar Preise
Angeb. und. F. G. H. 674 durch Rudolf
Mosse, Frankfurt a. Main.
I.20007) Auswahlsendung franko.
Trock. Abfalholz
billigſt abzugeben
Gg. Heim,
Darmſtadt
Arheilger=
ſtraße 53. Telephon
(*
Nr. 2062.
Schlafzim., Flurgaderob.
u. Blumentiſche preisw.
zu vk. Barkhausſt. 18.
Schreinerei.
A belalfen.
1 Motor=Bandſäge,
gebraucht, und ein
16 P8. -Elektro=
Motor, gebraucht, m.
Zubehör. Anfragen
u. D 43. an die
Ge=
ſchäftsſtelle. (20011b
Rauchtiſch, echt Meſſ.
gehämm. m.
Rauch=
ſervice, Nähmaſchine
Handbetrieb)
Vor=
platzampel, Reißzeug,
all ſehrbill. zuverk. (*
Schloß artenſt. 11,III
Neuer Klubſeſſel zu
verkaufen. Näheres
Geſchäftsſtelle.
kompl )weiß
1 Bekt Metall” mit
Roßhaarmatr.,1 oval.
Tiſch, 1Sofa, 1
Schuh=
ſchränkch bill. z. verk.
Heidelbergerſtr. 108½
(S80039)
Zu verk.: W.
Kinder=
waſchtiſch, 2ſitz,
Kin=
derſchaukel,
Puppen=
theater, Wagen mit
Pferdchen,
Schaukel=
pferd, gut erh
Her=
renrad. Hundehütte,
Kinderſchreibpult u.
3 Herrenanzüge Cut
u 2blaueAnz.) (20021
Hſannſtraße 35.
Gut erh. ſchw Cutt.
m. Weſte, ſchl. Fig.,
8‟ N. 2fl. Gash. o.
Tiſch 5 N zu
ver=
kaufen. Gutenberg=
(*
ſtraße 17. prt
G. erh. Ofen abzug.
Schuknechtſtr. 59 v.*
Skihoſe, Torniſter,
Frauenmantel,Lod.,
zu verkaufen.
Bis=
marckſtr. 61, I. r (*
1 gebr. Herrenfahr=!
rad Wand. 25.
1 Kinder=Sitz= u.
Liegewagen 10.—
1 Kinderklappſt.5
3 Korbſeſſel m.
Auf=
lag, u. Tiſch 15.—
1 Nußb=
Noten=
regal
verkäuflich.
Elfen=
grund 95. Eberſtadt
(20050)
Sechr gu erh Cut=
Anzug z. verk.
Näh. Geſchäftsſtelle.
1 Cutt. m. geſtr.
Hoſe, f. neu, f ſchl.
Fig. 2 Herr.=
Win=
termänt, grau und
ſchwarz.,
Schreib=
tiſchgarn, 4teilig.
ſchwarz, ſ. b. z. vk. *
Kranichſt.=Str. 41 II
Teppich
in beſtem Zuſtande,
38
200.—, diverſe
Goldſpiegel, ein. m.
Marmorkonſol.
Georgenſtr. 12, II.r.
Eleg., getrag.
Pelz=
mantel Seal electr.
preiswert zu verkauf
Alexandraweg 14. (*
Telephon 1408.
Faſt neuer, modern.
Ulſter
erſtkl. Maßarb.,braun,
zu verk. Maßſchneiderei,
Kiesſtraße 94.
Zimmerfahrſtuhl z.
Sitzen u. Liegen zu
verkaufen.
Grünerweg 7, I.
Wollen Sie eine gule Uhr schenken ?.
Diese finden Sie in großer Answahl im
Schweizer-Uhren-Haus
Die große
Die geschn
Muster
Der billige s
bei
M. Po
Eeke Frankfurtel
und Landwehrst
Grafenstrasse 22, im Hause Benz
Für jede Uhr wird schrittl. Garantie geleistet.
Bis zu den Feiertagen trotz niedriger Preise
10½ Extra-Rabatt
1 gut erh. Damen=,
mantel (48) dklbl.
1 Backf.=Mantel (42)
zu kauf geſ. Ang.
u. D. 50 Geſchſt.
Smoking=Anzug, gut
erhalten und Frack,
elegant auf Seide,
zu verk. Näheres in
der Geſchäftsſtelle. *
Billig zu verkaufen
Kino
(elektr.) „Optica”
ſchönes
Weihnachts=
geſchenk. Teichhaus=
(*
ſtraße 55, III.
Hch. Sixt, Uhrmacher.
20045b
Dampfeiſenbahn,
neu, mit vielem
Zubehör, billig zu
verkaufen.
Eber=
ſtadt, Gaſthaus zum
**
Schwanen.
Billiger
Mobei:Be
Büfett mt Kredenz, eiche,
Schlafzimmer, eiche lack. .
Küchen, hell laſ, große Aus
Preislagen von Mk. 22
Ein hochmodernes eich, Schlaf ſ=
Arbeit, mit Garantie, desgl. 6ch
lack=Farbe nach Wur/
Kleiderſchränke, Waſchlomn füüun
garderobe, Teetiſch, Raucht Fülle!
Blumenſtänder, Putzſchränkch Funſ
maſchinen= und Ehriſtbaum= e3l
H. Flamm, Grafel /4
Advent=Sonntage g./
K. Klappſſp.=Wag.
b. z. vk. u. Holzſch.=
Pferd. Näh. Gſt. (*
Zweiter Volksentſcheid.
Die Abſtimmung findet Sonntag, 22. Dezember 1929 ſtatt. Die Abſtimmungszeit dauert von 9—18 Uhr.
Abſtimmungslokale:
Städt. Saalbau, Gartenſaal (Eingang Riedeſelſtr.)
Abſtimmungs=
bezirke:
(umfaßt die ſeitherigen
Abſtimmungs=Bezirke)
Turnhalle der Ludwigs=Oberrealſchule, Kapellſtr. 5
R . 1, 2, 3, 1 35, 40 III 36, 37, 38 1V „ „. 39, 41 V * * . 5, 10 UT * . . 1 9 UII .. „ . „ 6, 1. 12 VIII 13, 14, 15 1K 16, 17, 18 .„ 19, 20, 42 Z1 „ . 21, 2, 45 XIl . „ 24, 26, 44 XIII * 23, 25, 43 Xlff 27, 28, 29 K1. 30, 31, 32,Zu den neuen Abſtimmungsbezirken gehören folgende Straßen
Abſtimmungsbezirk
Bisher Stimmbezirk 1: Exerzierplatz, Hindenburgſtraße,
Landgraf=Philipps=Anlage, Luiſenplatz, Luiſenſtraße,
Rhein=
ſtraße.
Bisher Stimmbezirk 2: Bleichſtraße, Georgenſtraße,
Gra=
fenſtraße, Marſtallſtraße.
Bisher Stimmbezirk 3: Bismarckſtraße, Friedrichſtraße,
Fuchsſtraße, Kaſinoſtraße, Wieſenſtraße.
Bisher Stimmbezirk 33: Beſſungerſtraße,
Donnersberg=
ring, Eichwieſenſtraße, Moltkeſtraße, Seeſtraße.
Abſtimmungsbezirk 1!
Bisher Stimmbezirk 35: Heidelbergerſtraße.
Bisher Stimmbezirk 40: Ernſt=Ludwigsplatz, Ernſt=
Lud=
wigs=Straße, Hügelſtraße, Kirchſtraße, Ludwigsplatz,
Ludwigs=
ſtraße, Paradeplatz, Schulſtraße, Schützenſtraße.
Abſtimmungsbezirk II1
Bisher Stimmbezirk 36: Artillerieſtraße, Eſchollbrücker
Straße, Groß=Gerauer Weg, Holzhofallee, Am Hopfengarten,
Philipp=Röth=Weg, Schrautenbach=Weg, Stadtallee,
Thyl=
mannweg.
Bisher Stimmbezirk 37: Annaſtraße, Heinrichsſtraße, (die
graden Nummern 2 bis 40, die ungraden Nummern 1 bis
61), Sandſtraße, Weypr chtſtraße Wilhelm=Gläſſingſtraße,
Wilhelminenplatz, Wilhe ninenſtraße.
Bisher Stimmbezir, 38: Riedeſelſtraße, Saalbauſtraße,
Waldſtraße.
Abf tmungsbezirk V
Bisher Stimmbe 39: Eliſabethenſtraße, Marienplatz,
Neckarſtraße, Schud, ſtraße, Zimmerſtraße.
Bisher Stimml 41: Hölgesſtraße, Kapellſtraße, Karls=),
ſtraße.
Bisher Stir
weg. Damaſch
Michgelisſtra‟
wegſtraße, 9
Rodenſteinn
Bisher
Gräfenhä
ſtraße, M
Bisk
berg. 9
immungsbezirk V
ek 4: Allee, Bahnhofsplatz Dornheimer=
Illigweg, Külpſtraße, Mettegangweg,
denhauerweg, Mornewegplatz, Morne=
8=Kehlſtraße, Poſtſtraße Rabenauſtraße,
tſtraße, Traubenweg, Wedekindweg.
Fk 5: Bachgangweg, Feldbergſtraße,
Herrenacker, Kirſchenallee.
Lagerhaus=
staudingerſtraße, Weiterſtädter Weg.
rk 10: Gardiſtenſtraße, Kolonie Groh=
8allaswieſenſtraße, Ploeniesſtraße.
Abſtimmungsbezirk W
Bisher Stimmbezirk 7: Jakobiſtraße, Im tiefen See,
Kahlertſtraße, Liebigſtraße, Parkusſtraße, Pfarrwiefenweg,
Sensfelderweg.
Bisher Stimmbezirk 8: Landwehrſtraße, Viktoriaplatz,
Vik=
toriaſtraße,
Bisher Stimmbezirk 9: Alicenſtraße, Emilſtraße,
Frank=
furter Straße, Irenenſtraße, Am Nordbahnhof.
Abſtimmungsbezirk vui
Bisher Stimmbezirk 6:Blumenthalſtraße, Helfmannſtraße
Johannesplatz, Wendelſtadtſtraße.
Bisher Stimmbezirk 11: Varkhausſtraße, Beckerſtraße,
Friedrich=Ebert=Platz, Eckardſtraße, Löffelgaſſe,
Schuhknecht=
ſtraße.
Bisher Stimmbezirk 12: Röhnring, Schwanenſtraße.
Abſtimmungsbezirk Vinl
Bisher Stimmbezirk 13: Arheilger Straße, Hochſchulſtraße.
Ruthsſtraße, Schloßgarten, Schloßgartenplatz,
Schloßgarten=
ſtraße,
Bisher Stimmbezirk 14: Elfeicherweg, Fuhrmannſtraße,
Pankratiusſtraße Riegerplatz.
Bisher Abſtimmungsbezirk 15: Heinheimer Straße,
Kaup=
ſtraße.
Abſtimmungsbezirk 14
Bisher Stimmbezirk 16: Kittlerſtraße, Lichtenbergſtraße,
Müllerſtraße, Wenkſtraße.
Bisher Stimmbezirk 17: Liebfrauenſtraße, Speſſartring.
Bisher Stimmbezirk 18: Kaſtanienalle, Kranichſteiner 1
Straße, Lauteſchlägerſtraße.
Abſtimmungsbezirk X
Bisher Stimmbezirk 19: Alfred=Meſſel=Weg. Am
Breit=
wieſenberg, Im Emſer, Heinz=Heim=Weg, Gutenberſtraße,
Hohler=Weg, Lucasweg, Rathenauanlage, Heinrich=Ninck=Weg,
Außere Ringſtraße Taunusſtraße, Voglerweg, Weberweg,
Bisher Stimmbezirk 20: Alexandra=Weg, Dieburger Straße,
Fiedlerweg, Eugen=Bracht=Weg, Mauerſtraße, Nikolaiweg,
Olbrichweg, Prinz=Chriſtians=Weg, Schollweg.
Bisher Stimmbezirk 42: Alexanderſtraße, Ballonplatz,
Magdalenenſtraße, Mathildenplatz, Schleiermacherſtraße,
Schloßgraben, Theaterplatz, Zeughausſtraße.
Abſtimmungsbezirk XI
Bisher Stimmbezirk 21: Erbacher Straße, Seitersweg,
Stiftsſtraße, Wingertsbergſtraße.
Bisher Stimmbezirk 22: Adolf=Spieß=Straße, Beckſtraße
Darmſtraße, Dreibrunnenſtraße, Gabelsbergerſtraße,
Heiden=
reichſtraße Heinrich=Fuhr=Straße,Inſelſtraße, Landgraf=Georg=
Straße, Merckplatz.
Bisher Stimmbezirk 45: Große Bachgaſſe, Kleine
Bach=
gaſſe Brandgaſſe, Hinkelsgaſſe, Holzſtraße, Gr. Kaplaneigaſſe,
Kl. Kaplaneigaſſe, Langgaſſe, Pädagogſtraße, Schulzengaſſe.
Abſtimmungsbezirk Xll
Visher Stimmbezirk 24: Erlenweg, Frankenäckerweg,
Hickler=
ſtraße, Noßdörfer, Straße, Schloſſerſtraße, Wienersſtraße,
Wilhelm=Jäger=Straße.
Bisher Stimmbezirk 26: Hoffmannſtraße, Kiesſtraße.
Bisher Stimmbezirk 44: Döngesborngaſſe, Lindenhofſtraße,
Mühlſtraße, Rundeturmſtraßo, Sackgaſſe, Woogsplatz,
Woogs=
ſtraße.
Abſtimmungsbezirk XIll
Bisher Stimmbezirk 23: Gervinusſtraße, Riedlingerſtraße,
Soderſtraße.
Visher Stimmbezirk 25: Atzwinkelweg, Am Erlenberg,
Hobrechtſtraße, Keluleſtraße, Nieder=Ramſtädter Straße,
Roquetteweg, Steinbergweg, Teichhausſtraße.
Bisher Stimmbezirk 43: Geiſtberg, Marktplatz,
Markt=
ſtraße, Reugaſſe, Obergaſſe, Große Ochſengaſſe, Kleine
Ochſen=
gaſſe, Schillerplatz, Schloß, Schloßgaſſe, Schuſtergaſſe.
Noch ne 6
Jacket,
auch ein
verk. Ah*
Schön. Klo
u ein He
Gummil
verk. —
jaden
Schön.
pferd zu
Liebfra
im
Zu verk.
kaſten ,„S.
51 und 5
Kahle=
Abſtimmungsbezirk XlV
Bisher Stimmbezirk 27: Grünerweg, Heinrichſtraße, (die
graden Nummern 42 bis Schluß, die ungraden Nummern
63 bis Schluß), Hochſtraße.
Bisher Stimmbezirk 28: Heinrich=Wingerts=Weg, Herdweg,
Martinsſtraße, Martinspfad. Mathildenſtraße, Moſerſtraße
Nückertſtraße, Steinackerſtraße.
Bisher Stimmbezirk 29: Bruchwieſenſtraße, Bruſtſtraße,
Büchnerſtraße, Clemensſtraße, Im Geißenſe, Küchlerſtraße
Niebergallweg, Niederſtraße, Ohlyſtraße, Oſannſtraße,
Paulus=
platz, Jahnſtraße, Uhlandſtraße, Wittmannſtraße.
2. Kinder
ſchöne ſte
billig z. 1
hausſtr.
Märkl. T
Mot, u. 2
Schützenſt
Schreib=
„Mignon”
braucht, n
Rollſchratt
Gelegenk.
ſehr gut
maſchin”
Gritzner, 6.
Sprechtiſa
Doppelfed
Platen,
Mech. W
E. Lek
Stiftſt
Kanarienh
Truffel, Disn
Fr
Abſtimmungsbezirk XV
Bisher Stimmbezirk 30: Freiligrathſtraße, Goetheſtraße,
Herderſtraße, Herrngartenſtraße, Klappacherſtraße,
Landskron=
ſtraße, Moosbergſtraße, Orangerieallee, Orangerieſtraße
Seekatzſtraße.
Bisher Stimmbezirk 31: Forſtmeiſterplatz,
Forſtmeiſter=
ſtraße, Ludwigshöhſtraße, Sandbergſtraße.
Bisher Stimmbezirk 32: Felſingſtraße, Frankenſteinſtraße
Kiesberſtraße, Paul=Wagnerſtraße, Tannenſtraße,
Weinberg=
ſtraße, Im Wingert.
Bisher Stimmbezirk 34: Ahaſtraße, Eichbergſtraße,
Her=
mannſtraße, Neue Niederſtraße, Wilhelmſtraße.
Gleichzeitig gebe ich bekannt, daß die Stimmzettel
amt=
lich hergeſtellt ſind und am 22. Dezember im
Abſtimmungs=
lokal den Stimmberechtigten ausgehändigt werden. Die
Stimmabgabe erfolgt zweckmäßig in der Weiſe, daß der
Stimmberechtigte, der die zur Abſtimmung geſtellte Frage)
bejahen will, das mit „Ja”, der Stimmberechtigte, der ſie
verneinen will, das mit „Nein” bezeichnete Viereck durchkreuzt.
Es empfiehlt ſich, daß der Abſtimmende in den Kreis des
betreffenden Vierecks ein Kreuz ſetzt.
Stimmzettel, die mit ſonſtigen Vermerken oder mit
Vor=
behalten verſehen ſind und nicht amtlich hergeſtelle Stimm!
zettel, ſind ungültig.
Stimmſcheine für hier wohnhafte Stimmberechtigte, die
am Abſtimmungstage aus zwingenden Gründen hier nich
anweſend ſind werden nur noch bis Freitag, den 20
Dezember, 18, Uhr, ausgeſtellt.
4019
Darmſtadt, den 16. Dezember 1929.
Der Oberbürgermeiſter.
K
blotte S
sehr weis
verkauten.
N.=Ramstä4
im 1a
Kan=Hähnt
Heyl.
6
alle legen
kaufen.
Rhönring. 1
— Paſſen!
Weihnachtsk
Griü
RAa ce
[ ← ][ ][ → ]
enmer 330
Mittwoch, den 18.Dez.
Hir
ſhab=
10.C.
Sche-
Mimt
Ide
Zwa
Na
33,6=
402,
einz
MilL
WuRM
Prox
und
Shp-
furtg
APer
Eele Frat.
Kom
zuf
Mink=
berg:
erZ
iſerz
Groß
Dralx
Verg 2
Offenz
Siegfy
r7
T
In e
heimss
über
handss”
der
m=
hat un
ſtiertet
die mi
Nutze—
charakr
keine 3
nen 4
mit a
ferners
bei. H
teiligez
den u:
8.
rkſt—
mmrm
nigtes
dends‟
A
E3
G
Juli
zembe
ee
F7
Schtr.
Weſte
C2
E
R
G
ErntZ.
EnglT;
K3
Janru
Septz
Z
S
Rupd
Juni. j
zembe”
(41,E
Juni 1
(43.50
ruhig”
40,25
(42),
Tend”
mernm
Der Ausweis der Reichsbank.
H dem Ausweis der Reichsbank vom 14. Dezember hat ſich
mte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks,
os und Effekten in der zweiten Dezemberwoche um 137,6
en auf 2301,9 Millionen RM. verringert. Im einzelnen
ie Beſtände an Reichsſchatzwechſeln um 16,8 Millionen auf
llionen RM., die Beſtande an ſonſtigen Wechſeln und
im 172,3 Millionen auf 2090,8 Millionen RM.
abgenom=
ihrend die Lombardbeſtände um 51,5 Millionen auf 108,6
n RM. angewachſen ſind.
Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind
llionen RM. in die Kaſſen der Bank zurückgefloſſen, und
* ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 95,1 Millionen
8,9 verringert, derjenige an Rentenbankſcheinen um 7.9
n auf 376,7 Millionen RM. erhöht. Dementſprechend
ch die Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf
llionen RM. ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit
rllionen RM. eine Abnahme um 36.7 Millionen RM.
Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben
Ol ſich 5,5 Millionen auf 2637,9 Millionen RM. ermäßigt. Im
n haben die Goldbeſtände um 2,5 Millionen auf 2247,1
en RM. zugenommen, während ſich die Beſtände an
fähigen Deviſen um 8,0 Millionen auf 390,8 Millionen
ringert haben
Deckung der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 47.9
in der Vorwoche auf 49,0 Prozent, diejenige durch Gold
ungsfähige Deviſen von 56,4 Prozent auf 57,5 Prozent.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Balabfindung der Kommunal=Obligationen der Frankfurter
eubank. Das erwartete Generalabfindungsangebot der
Frank=
ypothekenbank ſieht für die Inhaber der Vorkriegsobligationen
ſchüttung von 5 Prozent in bar und 15 Prozent in
zentigen Liquidations=Goldpfandbriefen
vor, insgeſamt alſo 20 Prozent der Goldmark=
(bisher errechnete Maximalquote 18,68). Gleichzeitig ſollen
ber der Inflationsſerien (Reihe 3 und 5 der
Papiermark=
al=Obligationen) eine Barabfindung in Höhe von 25 Prozent
Tdmarkanſprüche erhalten. Das Aufſichtsminiſterium hat den
der Bank zur Teilungsmaſſe der Kommunal=Obligationen,
ſtſetzung bekanntlich noch hinausgeſchoben war, nunmehr auf
holdmark in Liquidationspfandbriefen feſtgeſetzt.
ſarsnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbzirk Darmſtadt.
Verfahren. Darmſtadt: Anna Katharina Hofmann geb.
Ehefrau des Ing. Oskar Martin Hofmann. Af. 2. 1., GlV.
It. 4. 2. Friedberg i. H.: Viehhändler Nathan Stern. Af.
IIV. und Prft. 3. 1. Mainz: Heinrich Raab, Inhaber einer
Ferei. Af. 15. 12., GlV. und Prft. 20. 12. Offenbach a. M.:
er Fritz Wendling. Af. 31. 12., GlV. 18. 12., Prft. 22. 1.;
Willy Kaiſer. Af. 31. 12., GlV. 18. 1., Prft. 22. 1. Orten=
Tefabrikant Albert Schmidt. Af. 31. 12. Prft. 9. 1. —
Neu=
ichsverfahren. Gießen: Geſellſchaft für Beton= und
nbau m.b.H. VerglT. 30. 12. Mainz: Johann Richtſcheid,
lung in Landesprodukten. VerglT. 21. 12. Offenbach: Fa.
rſtrie Peter Darmſtadt u. Co. G.m.b.H., in Lämmerſpiel.
8. 1. — Aufgehobene Vergleichsverfahren:
* Fa. Friedrich Reillich, Butter= und Eierhandlung; Fa.
Stern, Lederhandlung, Inhaber Siegfried Stern, Iſidor
Mannheimer Getreidehandel gegen die gleitenden Getreidezölle.
überaus ſtark beſuchten Mitgliedeverſammlung der
Mann=
roduktenbörſe berichtete das Vorſtandsmitglied Ernſt Nathan
gegenwärtigen Verhandlungen über die Getreidezölle. Er
be=
eingehend den Standpunkt des füddeutſchen Getreidehandels,
in Intereſſe an ſtarker und gut florierender Landwirtſchaft
eren Heil in feſtſtehenden und hohen Zöllen liege.” Er
prote=
ken die im Regierungsentwurf vorgeſehenen gleitenden Zölle,
ine große Unſicherheit in den Handel bringen, und deren
* den Landwirt ſehr problematiſch zu beurteilen iſt. Er
jerte ferner die Zollverhältniſſe dahin, daß die Zölle heute
ge der Wirtſchaftlichkeit mehr ſeien, ſondern ſich zu einer
rei=
ſchen Angelegenheit entwickelt haben, gegen die der Handel
Mitteln Einſpruch erheben müſſe. Herr Nathan berührte
H die in Ausſicht genommenen Exportpläne und erklärte
da=
er Handel ſich nur an dem vorgeſehenen Exportſyndikat
be=
inne, wenn ſeine alten verbrieften Rechte nicht geſchädigt
wer=
eine Anteile am Roggenexport dadurch keine Einbuße erleiden.
t auf daraus reſultierende Monovolpläne kündete er die
poſition des geſamten Getreidehandels an.
icher Hof A.=G., Bierbrauerei, Mannheim. Die
Generalver=
in der 11 Aktionäre 963 900 RM. Aktien vertraten, geneh=
Abſchluß für 1928/29 mit 12 (im Vorjahre 10) Prozent
Divi=
tie Ausſichten ließen ſich nicht beurteilen im Hinblick auf die
Bierſteuererhöhung.
Amerikaniſche Kabelnachrichken
otierten nach Meldungen aus Chicago am 17. Dez.:
de: Weizen Dezember 122½, März 129½, Mai 133½,
½: Mais, Dezember 91½, März 94½, Mai 96½, Juli
r, Dezember 45¾, März 48½, Mai 49½; Roggen, De=
O6½, März 106½, Mai 104½.
rlz: Dez. 10,15, Jan. 10.40, März 10,625, Mai 10,85.
J: Speck loco 10,50; leichte Schweine 9,15—9,50, ſchwere
9,15—9,50; Schweinezufuhren in Chicago 45000, im
38 000.
goer Baumwolle: Dezember 16,89, Januar 16,97.
tierten nach Meldungen aus NewYork am 17. Dez.:
alz: Prima Weſtern 10,90; Talg, extra loſe 794.
de: Weizen, Rotwinter n. Ernte 141½, Hartwinter n.
1½: Mais 105½: Mehl 5,90—6,30; Getr. Fracht nach
1,6—2 sh, nach dem Kontinent 8—9 C.
* Tendenz ſtetig, Umſatz 43, Loco 9½, Dezember 8.95,
1930 9.03, Februar 9.23, März 9.28, Mai 9.72, Juli 9.79,
er 9.93.
Mekallnokierungen.
Zerliner Metallnotierungen vom 17. Dezmber ſtellten ſich für
Eupfer 169,75 RM., Original Hüttenaluminium 190 RM.,
194 RM., Reinnickel 350 RM., Antimon Regulus 65—69
nſilber 66,75—68,50 RM.
Berlimer Metall=Termine vom 17. Dezember ſtellten ſich für
* Januar 134 (134), Februar, März, April, Mai 133,50 (134),
Ti, Auguſt, September, Oktober, November 133,75 (134), De=
35,50 (136). Tendenz: ruhig. Für Blei: Januar 41,50
ebruar 42 (42), März 41,75 (42,50), April, Mai 41,75 (43),
5 (42,75), Juli 42 (43), Auguſt 42,50 (43,25), September 42,50
Etober, November 43 (43,50), Dezember 41,25 (42). Tendenz:
ir Zink: Januar 38,50 (41), Februar 40 (41), März, April
25), Mai. Juni 40,25 (41,50), Juli 40,25 (41,75), Auguſt 40,75
ember, Oktober, November 42 (42,50), Dezember 38,50 (40,50).
ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in
Klam=
refügten Brief.
2
lungest
die W
Auch
ten,
Inlar=
konzest
ohne 3
der 2
ein P
aus,
ſten=
nichtst
Notis:”
laſſerw
Produkkenberichte.
er Produktenbericht vom 17. Dezember. Die
Zollverhand=
rd beſonders die neuen Vorſchläge haben ihren Eindruck auf
ter Börſe nicht verfehlt und die Kaufluſt merklich angeregt.
te man in Weizen ſowohl wie in Roggen Deckungen
beobach=
aß die Preiſe teilweiſe nicht unerheblich ſtiegen, zumal das
eine Offerten faſt ganz zurückgezogen hatte. Im Zeithandel
Ete ſich das Intereſſe auf die Märzſicht ſtärker als auf Mai,
ſich beſondere Gründe hierfür erkennen ließen. So eröffnete
n 5 Mark, der Roggen 4 Mark höher, während für Mai nur
von 3 bzw. 2 Mark erzielt wurde. Der Dezemberkurs fiel
Zerkäufer hier für die prompte Verladung fehlten. Im Ger=
Maisgeſchäft hat ſich bei weiter ziemlich reichlichen Angeboten
ndert. Hafer konnte bei lebhafter Frage des Konſums ſeine
en ſteigern, für Mehl ſind die Forderungen wohl erhöht,
aber nur ſchwer durchſetzen.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 17. Dezember.
Die Börſe war etwas lebhafter und zuverſichtlicher. Nachdem die
Stadt Berlin einen vorläufigen Zwiſchenkredit von vorausſichtlich 45
Mill. RM. anſtelle eines Dollarkredits von deutſchen Banken erhält,
glaubt man auch, daß die Bedarfsdeckung der Reichsfinanzkaſſe zum
Ultimo raſcheſtens ermöglicht wird, ſo daß die Geldmarktſorgen
dies=
bezüglich etwas gemildert werden. Vor allem iſt der Börſe der Druck
durch die bisher beſtehende Unſicherheit über den Ausgang der beiden
Kreditverhandlungen genommen, ſo daß die Spekulation zu
Rückdeckun=
gen ſchritt und auch teilweiſe Meinungskäufe vornahm. Für
Farben=
induſtrie regte das günſtige Ergebnis der Standard Oil an, da das
amerikaniſche Unternehmen bei der letzten Dividendenausſchüttung
er=
klärte, daß das gute Ergebnis auch hauptſächlich durch Lizenzen der
J. G. Farben ermöglicht worden ſei. Rückdeckungen am Elektromarkt,
beſonders in Siemenswerten, begünſtigten die Aufwärtsbewegung. Man
verweiſt auch auf die am 20. d. M. ſtattfindende Bilanzſitzung bei
Sie=
mens. Siemens insgefamt 2,5, Schuckert 1,25 Prozent befeſtigt. AEG.
konnten ſich von ihrem geſtrigen Kursdrucke um 1 Prozent erholen.
Be=
achtet waren Montanwerte, wobei die Neugründung der Ruhr=Montan=
Induſtrie A.=G. anregte. Rheinſtahl um 2, Phönix 0,75, Mannesmann
1,5, Stahltruſt 0,75 Prozent gebeſſert. Schwächer lagen zu Beginn die
meiſten Großbankaktien, konnten ſich jedoch im Verlaufe leicht befeſtigen.
Schiffahrtswerte fanden trotz der Meldungen über wahrſcheinliche
in=
nere Einigung zwiſchen Hapag und Nordd. Lloyd, wobei man jedoch
eine Fuſion vermeidet, keine Anregung. Die Kurſe lagen nur ſehr
leicht gebeſſert. Kunſtſeidewerte eher gedrückt, Aku 2 Prozent ſchwächer.
Der Rentenmarkt blieb nach wie vor intereſſelos. Der Börſenverlauf
blieb widerſtandsfähig bei leicht gebeſſerter Tendenz. Farbeninduſtrie
und die Hauptwerte der übrigen Märkte nochmals 0,5—0,75 Prozent
höher. Auch die Nachbörſe war gur gehalten und teilweiſe feſter.
Far=
ben 176, Siemens 281, Gelſenkirchen 124,25; Stahlverein 103,5; Phönis
101. Tagesgeld iſt geſucht bei 7 Prozent. RM.—Pfunde 2038/8;
Dol=
lar 4,1753; London—New York 4,8820.
Die heutige Abendbörſe verlief außerordentlich ſtill und war
zu den Schlußkurſen der Mittagsbörſe leicht abgeſchwächt. Anregung
beſtand für keine Mirkte. Nur Scheideanſtalt auf die
Dividenden=
erhöhung hin bei etwas größeren Umſätzen 1 Prozent höher.
Montan=
werte konnten ihre Mittagsſteigerungen nicht voll behaupten und
ver=
loren 0,5 Prozent. J.G. Farben waren zunächſt 0,25 Prozent und im
Verlaufe nochmals 0,5 Prozent niedriger. Kunſtſeidewerte um 0,5—2
Prozent gedrückt. Ausländiſche Kunſtſeide geſchäftslos. Der
Renten=
markt lag wiederum vollkommen ſtill. An der Nachbörſe war die
Hal=
tung bei kleinſtem Geſchäft unverändert.
Berlin, 17. Dezember.
Schon an der Vorbörſe machte ſich nach einem auf die
ausſichts=
reichen Kreditverhandlungen des Reiches und der Stadt Berlin
freund=
licheren Vormittagsverkehr eine gewiſſe Unſicherheit geltend. Zu den
offiziellen erſten Kurſen bewirkte die anhaltende Orderloſigkeit, die die
Börſe immer wieder auf die Intereſſeloſigkeit des Publikums
aufmerk=
ſam machte, eine nicht einheitliche Tendenz. Die Schwäche der geſtrigen
New Yorker Börſe wirkte verſtimmend. Ein wichtiges Moment ſtellte
die verhältnismäßig geringe Entlaſtung des Reichsbankausweiſes per
14. 12. dar. Betrugen die Kursverluſte im allgemeinen nur Bruchteile
eines Prozentes gegen den geſtrigen Schluß, ſo mußten ſich die
führen=
den Werte Abſchwächungen von 1 bis 2 Prozent gefallen laſſen.
Be=
merkenswert feſt lagen Montanpapiere, bei denen die gemeldete
Grün=
dung der Ruhr=Montan=Induſtrie zu wirken ſcheint. Dieſer Markt fiel
auch im Verlaufe durch Lebhaftigkeit und kleine aber durchgängige
Kursbeſſerungen auf. Auch an den übrigen Märkten gewannen die
günſtigen Momente wieder die Oberhand, ſo daß bei leichter
Geſchäfts=
belebung Erholungen eintreten konnten. Während Reichsbankanteile
ihren Anfangsverluſt teilweiſe aufholten, lagen Kunſtſeidenwerte nicht
einheitlich.
Biebmärkke.
* Mainzer Viehmarktbericht vom 17. Dezember. Auftrieb: 23
Ochſen, 11 Bullen, 783 Kühe oder Färſen, 212 Kälber, 40 Ziegen, 1350
Schweine. Marktverlauf: Bei Großvieh anfangs lebhaft, ſpäter
ab=
flauend, langſam geräumt; bei Schweinen lebhaft, geräumt. Es
wur=
den bei 50 Kg. Lebendgewicht folgende Preiſe in RM. bezahlt: Ochſen
57—61; 47—55; Bullen 40—48; Kühe 45—50, 33—41, 27—31, 19—24:
Färſen 50—60; Kälber 76—83, 68—75; Schweine 78—80, 81—84, 82—85.
Vom Holzmarkk
ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Lage des Holzgeſchäftes wird
durch die allgemeine wirtſchaftliche Depreſſion ſehr ungünſtig
beein=
flußt, die Abſatzſchwierigkeiten ſind groß, die Nachfrage vom Baumarkt
iſt ins Stocken geraten. Nur zur Ergänzung kauft der Platzholzhandel
mäßige Mengen Tiſchlerware ein. Den Angeboten der ſtaatlichen und
privaten Forſtverwaltungen gegenüber iſt die Sägewerksinduſtrie ſehr
vorſichtig. Verſchiedene Verkaufstermine, die in den letzten Tagen
ſtattfanden, brachten für die Forſtverwaltungen ſchlechte Ergebniſſe.
Die Preiſe lagen bis zu 15 v.H. unter den vorjährigen. Es kam vor,
daß die Verwaltung, da die Preiſe zu niedrig erſchienen, den Zuſchlag
nicht erteilte. Man muß feſtſtellen, daß die Geſamtgeſchäftsergebniſſe
des Holzhandels und der Sägeinduſtrie 1929 erheblich hinter denen
des Jahres 1928 zurückbleiben; vielfach ſind Kapitalverluſte entſtanden.
Auch die nächſten Wochen, wahrſcheinlich ſogar Monate, werden kaum
eine Erleichterung des Geſchäftsganges bringen, da die Bautätigkeit
weiter zurückgehen dürfte. Verſchiedene Kommunen, an der Spitze
Berlin, haben ihr Bauprogramm ſehr eingeſchränkt, teilweiſe bereits
zur Ausführung angenommene Projekte außer Kurs geſetzt. Man iſt
am Holzmarkt in Sorge, wie man Abſatz für das anfallende Bauholz
ſchaffen wird, und man befürchtet weitere Preisrückgänge für geſägte
Bauware. Von Intereſſe iſt das Ergebnis der vor einigen Tagen in
Köln ſtattgefundenen großen Holzverdingungstermine der Reichsbahn.
Etwa 17 000 Kubikmeter Schnittholz waren angefordert. Die Mengen
wurden mehrfach angeboten. Mehrere hundert Anbieter hatten ſich
beteiligt. Geradezu groteske Preisſchwankungen waren innerhalb der
einzelnen Angebote zu beobachten. Man beziffert die Preisrückgänge
gegenüber der letzten Verdingung auf 8—10 v.H. Geſucht waren blaue
aſtreine Seiten, dagegen war das Geſchäft in blanken Seitenbrettern
ſehr ſchleppend, und es lagen aus Polen überaus billige Angebote vor.
Kleine wirkſchaftsnachrichken.
Die geſamten Textilfirmen des Albtals haben geſtern und
heute an ſämtliche Arbeiter ein Kündigungsſchreiben
herausge=
geben, in welchem ſie das bisherige Arbeitsverhältnis auf Ende
Dezember kündigen. Von dieſer Maßnahme werden etwa 2000
Arbeiter betroffen.
Als fünftes Kaſſeler Bankunternehmen innerhalb weniger
Wochen hat geſtern die Allgemeine Spar= und Vorſchußkaſſe in
Kaſſel, ein kleineres Bankunternehmen, beim Amtsgericht Kaſſel
die Eröffnung des Vergleichsverfahrens beantragt. Die
Entſchei=
dungsfriſt läuft bis zum 6. Januar 1930.
Der Aufſichtsrat der Deutſchen Gold= und Silberſcheideanſtalt
vorm. Roeßler, Frankfurt a. M., beſchloß ein ſeiner heutigen
Sitzung, der auf den 7. Januar 1930 einzuberufenden G.V. die
Verteilung einer Dividende von 10 (i. V. 9) Prozent auf das
er=
höhte Aktienkapital vorzuſchlagen.
Das ſeit November vorigen Jahres beſtehende Bankgeſchäft
Karl Schreyer in München hat die Zahlungen eingeſtellt.
Wie uns mitgeteilt wird, iſt die Bayeriſche
Landesprodukten=
bank A.=G., München, beſtrebt, die Gläubiger in der Weiſe zu
befriedigen, daß die Kleingläubiger mit Forderungen bis zu 1000
RM. befriedigt werden ſollen. Auf jede größere Forderung ſoll
eine Abſchlagszahlung von 1000 RM. gemacht werden und der
Reſt in Raten innerhalb eines Jahres zur Abdeckung gelangen.“
Die Goldpoſition der Bank von England hat ſich in den letzten
Tagen günſtiger geſtaltet. In der Zeit vom 2. bis 9. Dezember
waren zwar Exporte von 1 873 455 Lſtr. zu verzeichnen, denen nur
Importe von 1 648 523 Lſtr. gegenüberſtanden, jedoch ſind bis zum
11. Dezember Zugänge von 3 277 426 Lſtr. erfolgt, die auch in den
letzten Tagen angehalten haben.
Die tſchechoſlowakiſchen Papierfabriken haben die
Kartellver=
träge mit einer Gültigkeitsdauer von ſechs Jahren unterfertigt.
Nur die Hermannſtädter Papierfabrik hat ſich noch eine Woche
Bedenkzeit vorbehalten, doch iſt auch ihr Beitritt zum Kartell
be=
ſchloſſen. Die Papierfabriken ſehen auf ein ſehr günſtiges
Ge=
ſchäftsjahr zurück.
Der Bankrat der ſchweizeriſchen Nationalbank hat beſchloſſen,
den im letzten Jahre zuſammen mit anderen Notenbanken der
rumäniſchen Nationalbank bewilligten Stabiliſierungskredit um
ein Jahr zu verlängern. Ferner beſchäftigte ſich der Bankrat
ein=
gehend mit einem Bericht des Direktoriums über die
Niederlaſ=
ſung der Internationalen Reparationsbank in der Schweiz.
Berliner Kursbericht
vom 17. Dezember 1929
Deviſenmarkt
vom 17. Dezember 1929
Re K
Danatbank
Deutſche Banku
Disconto=Geſ.
Tresdner Vank
Kapag
Sanſa Dampfſch
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr Motorenn
J. P Bemberg
Bergmann Clektr
Verl A aſch.=Bau
Conti Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Wien 100 Schilline 58.71 58.83 Spanien 1100 Peſetas 57.82 145.— Gef.f.elettr. Untern 151.— Leonh. Tietz 148.—
Prag 00 Tſch. Rr 12.384 12.404/Danzig 100 Gulden 81.41 144.— Harpener Bergbau 133.50 Verein. Glanzſtoff 160.— Budapeſt 100 Pengo 73.07 73.21 Japan 1 Yen 2.043 94.—
Eoeſch Eiſen 106.75 Verein. Stahlwerke 103.50
Sofia. 100 Leva 3.022 3.C28 Rio de Janerro 1 Milreis 0.459 142.25 Phil. Holzmann 80.— Leſteregeln Alkal 189.—
Holland 100 Gulden 168.33 168.67 Jugoſlawien 100 Dinar 7.406 93. Kali Aſchersleben 181.25 Agsb.=Nrnb. Maich 74.50 Eslo 100 Kronen 111.83 12.0* Portugal 100 Esendos 18.83 152.75 Klöcknerwerle 90.75 Baſalt Linz 2C Kopenhagen. 100 Kronen 111.96 112.18 Athen 100 Drachm 5.435 80.25 Köln=Neueſſ. Baw./105.125 Berl. Karlsr. Ind Stockholm 100 Kronen 112.50 112.72 Konſtantinopell türk. 2 1.998 148.— ſLudw. Lvewe 150.— Hirſch Kupfer z15.5o London
L.Sta. 20.362 20.402
Kairo lägypt. * 20.88 200.— „Mannesm. Röhr. 91.— Hohenlohe=Werke 81.25 Buenos=Aires 1 Pap. Peſo 1.701 1.705 Kanado 1 canad. Doll 4.135 61.— Waſch.=Bau=Untn 39.— Lindes Eismaſch. 150.— New Yort Dollat 4.1715 4.1795 Uruguag 1 Goldpeſo 3.926 143.— Mordd. Wolle 80.25 Herm. Poege 22.50 Belgien 100 Belgo 58.385 58.50?
Féland 100 eſtl. Kr. 92.09 151.— Tberſchleſ. Kofsw. 93.— Vogel Telegr. Draht 65.—
Italien 00 Lire 21.84 21.88 Tallinn (Eſtl.) 100 eſtl. Kr. 111.73 91.25 Trenſtein & Koppel 67.50 Wanderer=Werke 45—
Paris 100 Franes 16.425 16-465l. kiga
„) 100 Lats 30.45
Brief
81.29
57.94
*1.57
2.047
0.461
7.420
E.67
5.445
2.002
20.92
g. 143
3.934
92.27
111.95
80.61
Frankfurter Kursbericht vom 17. Dezember 1929.
5% Dtſche. Reichs.
anl. v. 27 ......
6O Baden
Frei=
ſtaat v. 27 .
6O Bayern Frei
ſtaat v. 27
8% Heſſen
Volks=
ſtaat v. 28
v. 2‟
6% Preuß. Staats.
anl. v. 28 ......
6% Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27...."
7%Thüringer
Frei=
ſtaatv. 27 .
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +:/.
Ab=
öſungsanl.
Otſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Otſche.
Schutzge=
bietsan leihe
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24
8‟ Darmſtadt v. 26
v. 2
720 Frkf.a. M.p.26
8% Mainz v. 26 ..
80 Mannh. v. 26.
320 Nürnbergv. 26
8% Heſſ. Landesb!.
Goldpfbr.
8%Heſſ. Landesbk.
Goldoblig.
4½% Heſſ. Lds.
Pyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr.
8% Preuß. Lds.,
Pfbr.=Anſt.
Gold=
pfbr.
89 Preuß. Lbs.,
Pfbr.=Anſt.
Gold=
obl .. ..."
70.75
76.25
83
89.25
91.4
75
82.75
83
8311,
82
84.6
96.5
93.25
Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldobl.
82
KaſſelerLandes=
kredit Goldpfbr.
8‟ Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I
* Ausl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abt. (Neubeſitz)
8% Berl. Hyp.=Bk.
4½ Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp. Bk..
41/,% „ Lig. Pfbr.
„ Pfbr. Bk..
„% Lia. Pfrb.
8% Mein. Hyp. Bk.
41/, %. Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp.Bk.
4½% „ Lig. Pfbr.
8% Preuß
Boden=
cred.=Bank.
4½% „ Lig. Pfb.
8% Preuß. Centrl.=
Bodencr.=Bk.
Lig. Pfb.
4½
8% Rhein. Hyp. Bk.
4½,%0 „ Lig. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit.. . ..
8% Südd. Bod.=
Cred.=Ban1. .. .
8% Württ. Hyp.=B
6% Daimler Benz
von 27 ........"
8% Dt. Linol. Werkel
v. 26
8% Klöckner=Werke
Berlin v. 26 ...
%o Mainkrw. v,26
% Mitteld.
Stahl=
werke v. 27 ....
46.25
64.5
17.75
97
96.5
74.75
96.5
80.
95
75.925
78.75
on
ME
75.5
79.5
ℳ
97.5
97.25
Ke
88.25
81.5
30.5
182½,Salzmannu. Co.
v. 26
7% Ver. Stahlwerke
mit Opt. v. 26 . .
8% VoigtcHäffner
von 26 ......."
J. G. Farben Bonds
v. 28. ..
5% Bosn. L.E.B.
b. 1914
47.% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914...
42 Oſt. Goldrente
5‟overeinh. Rumän.
4½½
422 Türl. Admin.
1. Bagdad
Zollanl
41,% ungar 1913/
1914
4½?
Goldr.
Aktien
Accum=Berlin
Adlerw. v. Kleyer).
AEG. Stamm
AndreaeNoris Zahn
Baſt Nürnberg
Bergm. El. Werke.
Brown BoverickCiel
Brüning & Sohn
Buderus Eiſen
Temen: Heidelberg
Karlſtadtl
Chem. Werke Albert!
Chade .........
Contin. Gummiw.
Daimler=Benz..
Dt. Atl. Telegr. . ..
„ Eiſenh. Berlin,
Erdöl.
....
Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linoleumwerk
Dyckerhoff u.
Wid=
mann .. . . . . . .."
m.25
Ara
8.85
14.35
21.25
Rn
113
267
200
17
81
60‟
115.5
340.5
142
138.5
232
81.75
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer=Geſ.
Eſchw. Bergwer!
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnerei!
J. G. Farbeninduſt
Feinmech. Jetter).
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas..
„ Hof
Geiling & Cie..
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. elektr. Unter
nehmungen.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Dafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn
Harpener Bergbau/132:1
Henninger, Kempf
Hilpert Armaturfbr
Hinderichs=Aufferm
Hirſch Kupfer.
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil.,
Holzverk.= Induſtrie
Flſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghan Stamml 50
Ka ſiAſchersleben
Salzdetfurth.
Weſteregeln ..
Kammgarnſpinn..
Karſtadt, R.
Klein, Schanz!. . . .
Klöcknerwerke ..
Lahmeyer & Co.. .1160
Lech, Augsburg. . ./4104
Löwenbr. Münch..
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainfr.=W. Höchſt. 1
Mainz. Aft.=Br.
veSur Rühren
158
6
122.5
161
102
73
116
25.5
80.2.
80
215
122.5
312
186.5
210
130
123
Mansfeld Bergb..
MarswerieNürnbe
Metallgeſ. Frankf.
Miag. Mühlenbau.
Montecatini Maild.
Motoren fb. Darmſt.
Neckarwerke Eßling
Nicolay, Hofbr.
Oberbedarf.
Otavi Minen
Phöni Bergbau
Reiniger, Gebb..
Rh. Braunkohlen..
„ Elektr. Stamm.
Stahlwerke
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke . .
Sachtleben A. G.
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr
Schriftg. Stempel
Schuckert Elektr
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr
Siemens & Halsle
Strohſto /.A
Südd. Immobil
„ Zucker=A. C
Svenska Tändſtide
Tellus Bergbau ..
Thür. Liefer.=Geſ.
Tucher=Brauere..
Unterfr. Krs.=
Elei=
tr.=Verſ.
Veithwerle.
Ver. „Chem. Ind.
Frankf.
Laurahütte.
Stahlwerke.
Uiltramarin. . 1135
DLellſt. Berlin
Vogtländ. Maſchin.
Zoigt & Saeffner. 222.5
a0
112.75
121.75
52.5
49
67
1o8
68.5
163
268
95.:
112
177.5
151
161
320
110.5
132.5
A
68
102.5
Wayß & Freytag
Wegelin Rußfabr.
Werger Brauerei.
Zellſtoff. Aſchaffbg.-).
Memel .. . . . ..)
Waldhof
Allg, D1. Credita=
Bk. f. Brauinduſtr. .!
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb. .
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Ban1 und
Diskonto=Geſellſc
Deutſche Effekten
und Wechſelbank
Dresdener Bank..
Frankf. Bank
„ Hyp. Bant
Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Ban!
Nürnb. Vereinsbk..
Oſt. Creditanſtalt
Pfälz. Hyp.=Bank
Reichsbank=An:
Rhein. Creditbl.
„ Hyp.=Ban1. ..
Südd. Bob.-Cr. B.
Wiener Bankverei=
A..G. . Vertehrsn
Allg. Lokalb. Kraftw
720 Dt. Reichsbahn
Vorzge.. . . . .
Hapag.. . . . . .
Nordd. Lloyd ....
Schantung=Eiſenb.
Südd Eiſenb.=G‟
Allianz. u. Stuttg
Berſicherung".
Frkft. Allg. Verſ.=0
Frankona Rück= u
Mitv.
Mannh. Berſich.
92
175.5
134.5
115
180.5
115.5
186.25
150.5
230.5
145
112.5
144
100
122.5
126.75
118
140
30.1
128
285.5
108.5
140
138
12.5
107
B6I.
94
2.45
110
150
[ ← ][ ][ → ]Seite 14
Mittwoch ten 18 Dezember 1929
Lederwaren
Vergleichen Sie, bevor Sie kauten
Außergewöhnliches
Lodorwaren
Reißverschluß-
A..
taschen Leder....
Weihnachtsangebot
Besuchstaschen
echt Saffan, 24 am, mit Seidenkutter O
Besonders billig: Beuteltaschen, Einkaufsbeutel, Aktentaschen,
Zigarren-
taschen, Tresors.
(20051)
Größte Auswahl in Neuheiten!
Weise Weintrinker wählen Weinmichel 8 wohleile Weitnachis-Heine!
Aherngätel Weinstäge
Lederwag
Offenbacher Lede
Karl Roog
3
Rheinstraße 5, trüher Wihe
Telephon 2474
Luisenplatz 1
200ss Weinhandlung
Die seit 50 Jahren bestehende Firma
Huf vielseitigen Wunsch spielt die Ungar.
Kapelle D. Biescey noch bis 1. Januar-
Schutzmarke
UEIMMICHBA
Gleichzeitig empfeble ich meineerstkl. Küche,
sowie Festweine zu engros-Preisen.
Hnnnnnnnnzngnnnnnannnnnannnannnnnn
Mneinstr. 2
Schloß-Café
Welslr. 2
J. Michel — Weinkellerei — Darmstadt, Mathildenplatz 4, Fernruf 119,
hält sich für Ihren Feiertagsbedarf in allen in- und ausländ. Weinen,
Schaum-
weinen und Edelbranntweinen bestens empfohlen. Preisliste gerne zu Diensten.
Schloß-Café-Ensemble . Leitung: Kapellmstr. C. Fischer
Mittwoch, 18. Dezember 1929 (Beginn 4 Uhr)
Machmittags-Sonder-Konzert
Abends 8½ Uhr
Gesellschafts-Abend
Täglich nachmittags und abends
Große Künstler-Konzerte
mit ausgewähltem Programm. Tanzgelegenheit.
Vor-Anzeige. Ab 10. Januar 1930: Kurzes Aultreten
des weltberühmten Geigen-Virtuosen Lajos Rigo. (20027
Ananaagaagsängaßnannnanznanannnag
Das Zeichen
der Qualität.
Verkaufsstellen zu Originalpreisen
in folgenden Lebensmittel- und Feinkosthandlungen:
Schulz & Bernhardt, Viktorlastraße 52
Schulz & Bernhardt, Karlsstraße 102
Wilhelm Schaub, Pallaswiesenstraße 41
Hermann Ormanns, Kiesstraße 66
Konsumhaus Kröhl, Kaupstraße 44
Franz Kollmann, Nieder-Ramstädterstraße 37
Heinrich Hornung, Grafenstraße 31
Martin Fischer, Moosbergstraße 49
Marie Dingeldein, Landwehrstraße 39
Dammler & Walther, Arheilgerstraße 58
Dammler & Walther, Kiesstraße 80
Nicht der Preis,
Sehr günstig
Gelegenkig
käufe
411s PS Opel=Zuer.
is PS Opel-We
41s PS Opel-Lim k
10/ss PS Opel-Lim E
121s0 PS Opel-Pull im.
zum Jahresschluß auſere
Limus
billig abzugeben
Müiler &Oſn
Darmstadt
Rheinstraße 39
Großes Haus
R
Städtiſche Akademie für
Tonkunſt.
Weihnachtsmiete
für die reſtlichen fünf
Akademie=Konzerte.
9. Januar: Wilh. Backhaus (Beethoven=
Klavierabend). 30. Januar: Orcheſter=
Konzert, Soliſt: Hans Beltz, Berlin
Klavier). 13. Februar; Prof. Adolf
Buſch und Rudolf Serkin (Sonaten=
Abend). 13. März: Orcheſter=Konzert,
Soliſt: Profeſſor Carl Fleſch, Berlin,
Baden=Baden (Violine). 10. April:
Orch.=Konz., Soliſt: Göſta Andreaſſon,
Darmſtadt (Violine), (Mozart=Abend).
Klavier-Arnold
Elisabeihenstr. 28
Vf
Abonnementspreiſe: 1.25 bis 4.— RM.
für Platz u. Konzert. Die Miete liegt
nur bis zum 24. Dezember, 12 Uhr im
Sekretariat der Städt, Akademie für
Tonkunſt, Eliſabethenſtraße 36 (
Fern=
ſprecher 3500) auf und kann in fünf
Raten beglichen werden. Nach dieſem
Zeitpunkt werden Meldungen nicht
19596
mehr berückſichtigt.
IWOLEUM
u. TAPETEN
Stützer
jehützenstr. 5(13596a
Der Stahlhelm
Bund der Frontſoldaten
Ortsgruppe Darmſtadt
fordert ſeine Mitglieder auf am
Mittwoch, den 18 Dezember
an der 8 Uhr, abends, in der
Woogsplatz=Turnhalle
ſtattfindenden
Verſammlung
der Nationalſozialiſtiſchen
DeutſchenArbeiter=Parteiüber den
Vollksentſcheid
vollzählig teilzunehmen. (20055
Weihnachtsbänder
Tannenzweige, präpariert
Künſtliche Blumen
für alle Zwecke
Material für Wollblumen
Engelflügel
Diademe, Goldſterne
Nikolaus=Masken
Tombolaloſe
zuverläſſig numeriert und gepackt.
Geotg Schufkegel
Rheinſiraße
gegenüber der
2½
pſt. 2002zbl
A
(17110a
Ueberzieher=
Mono=
gramme
in großer
Aus=
wahl. (19780b
L. Engelhard
Nachf.,
Gr. Ochſengaſſe 27
Günſtig
zu verkaufen
wegen Umzugs
„Cumulus”.
Heißwaſſerſpeicher,
1 Jahr alt, vollk.
neuwertig.
Ohlyſtraße 61.
A
Hessisches
Landestheater
Mittwoch
18. Dezember 1929
Peterchens Mondfahrt
Preise 050—3 Mk.
Feldſalat.
Roſenkohl
Spinat
Wirſing.
Rotkraut
Billige Gemü
Pfd. —.70
—,22
—.10
— 12
19.30—29 Uhr
E 10
Tosca
„ress 3.3. 300
KleinesHaus
A5.30. J
mSchatten des Voshiwara
Preise 0.80—2 Mk
Sie ſpar. viel Geld,
w. Sie d. prima
Kriſtallſchallplatte
25 (m zu 2 ℳ u.
30 cm Platte zu 3,50
Mk. v. mir kaufen.
Fahrradhdlg. Fritz
Schmidt,
Bleich=
ſtraße 46. (20010b
Tomaten".
Gurken
Tauch St.
Sellerie K.-
EndivienK
N
aſie mit
ubt bekan
Meerrettich nach Größe Schwarzwu
Solländiſcher Gemüſe=Fr
Ferd. Heim
Eliſabethenſtr. 50
Zeletz
Gute Zither 8 ℳ,
3/4 Geige 25 ℳ
4/4. Geige 35ℳz. vk.
Kittlerſtr. 38.
Mod. geſchloſſener
Lieferwag.
6/24 PS., ein Jahr
gefahren, für Backe
rei, Wäſcherei oder
Milchhand, ſehr
ge=
eignet, preisw. unt.
günſt. Bedingungen
zu verkauſen.
Näh. Geſchäftsſtelle.
(18992b)
Aufo
beſtem Zuſt.
Zahlungerl. b
verkaufen. A
(Horer, Standard=
B.M. W.) gg. Kaſſe
zu kaufen geſucht. (*
ſchägerſtr.
Auge Hauen.
Schenken deis Satten
Henden, Kragen
und krawatten
Oberhemden
reiche Auswahl
Trikoline, beſie Bielefelder Arbeit, von M. 9.30 an
Bertelsmann=Kragen
ermöglicht ein ſpielend leichtes Hindurchgleiten des
Binders . . . Stück M. 1.25, 3 Stück M. 3.50
Binder
in den neueſten Muſtern, nur gute Qualität,
von M. 1.35 an
20035)
Ludwigsplatz 2
Ludwigsplatz 2
(Dilſſt Du, daß man Dich beneide?
Trage eſtrauß & Mager deide!
Grammoy
z. verk. P
ſtraße 25,
1 Koff.=C
faſt neu.
der=Werk
preisw. z.
zw. 11—1
Ihr. Kies
Alte ital.
im Ton,
verk. ſowie
Rad 15 M
Mühlſtr
ür dieſ
befeſor
der ſich
ung.
10
ſchert mie
uten Gr.
Niße erm
belaſten n
inr Liebe vor
— Sie wiſſ
ü Chieag
MNer
in Noſe
Rice
Eine faſt
Sonne (e
eine gu
non=Schr
zmmonhaß. Drngsenial.
und Polyphonplatten
in großer. Auswahl nur im
Muſik=Haus
Bund
Schuchardſtr. 9 18452a
Beſ
Taft
KAUFTIM GUTK
Vollwertige Schreibmaschine
tür Reise und Privatgebrauch.
Maller doben
39 Rheinstraße 39 (20012b
Wolle und Daunen
Reinigen und
Auf=
arbeiten, ſowieNeu=
Oiepworaen afertigung. Beſtel
Referenzen,BL.ITZ” Ballonplatz 6. 7404a
SPELLALGESCHA
Re
Schwarzwälder Kirſchw!
1/1 Flaſche 5,60, 1/2 Flaſche
1id Fläſche 4 A. 1e Kache
PiusRods.
Schuſtergaſſe 8.
Arbeiterwohlfahrt
— heute und morgen Ziehun
empfiehlt Fr. Hartmann, Zigarre!
Grafenſtraße
Röderherd
zu verkauf. Ang
D. 28 Geſchäftsſt
Gut. Grammophon
mit Platten zu
verkaufen.
Näh. Geſchäftsſtelle.
Rheinstraße 4 Der große Ertolg: „Mädchen am Kreuz”
„Der Polizeiflieger von Kalifornien” (V.20049 Helia
Wilhelminenstr. 9 Bis auf Weiteres: „Die Verschwundene Frau‟
Beginn 3½ Uhr
„Das gewisse Etwas”
Auch kleine deschen
bereiten Freude
Elektrische Taschenlampen
kompl, mit erstklass. Batterie Jon 1.2/4
Elektr. Gasanzinder mit Batterie
2.35
Elektr. Hachttischlampen
mit Batterie ..... . ..
Elektr. Puppenzimmerlampen
in großer Auswahl
4.50
Lange, Schulstk.
AMftltkluf
Aechwertige Zigarfe
R
A
das willkommenste Weihnachtsgeschenk
Telephon 557
KUng.e
n von einfacher bls zur feinsten Gud
[ ← ][ ][ → ]enmer 350
Mittwoch den 18 Dezember 1929
Seite 15
H
zUrVart
An At4
Frml Rechtsſchutz durch Verlag O3kar Meiſter, Werdau i. Sa.
Nachdruck verboten
nächſte Tag kam.
Zuſtand Jörns=Georges war unverändert. Es beſtand
Ufſofy g, ſo ſagten die Aerzte, aber den Beruf als Kriminaliſt
ſou= T wohl nie wieder ausführen.
rge war etwas beſſer geſtimmt, als er die Nachricht durch
zen bermittelt erhielt.
entſchloß ſich zu einem Beſuche des Profeſſors Sommler,
eutſch=Amerikaners.
ieß ſich bei dem Profeſſor als Inſpektor Torne melden
rde ſofort vorgelaſſen.
imler war etwas verwundert.
is verſchafft mir die Ehre?”
rge ſah den großen breitſchultrigen Mann an. Der
ge=
auf den erſten Blick. Er war reckenhaft, mit offenen,
Hen Zügen, in denen ein herzhaftes Lachen war.
r Profeſſor,” begann George, „Sie haben eine wunder=
Dtu.”
Inler ſtrahlte über das ganze Geſicht. Dann lachte er
D Sie gekommen, mir das zu ſagen, Herr Inſpektor?”
e Frau iſt ſehr unglücklich, Mr. Sommler.”
jetzt ſchlägt’s dreizehn. Was wollen Sie denn, Herr
20
ien und Ihrer Frau einen guten Dienſt tun. Sagen
* Profeſſor, ſind Sie ſo, wie man bei Ihnen den
Ein=
ſic=vorurteilslos und großzügig?”
glaube es.”
in werden wir uns nahekommen. Hören Sie zu, Herr
üillige
Frofy: Ihre Frau iſt dem rückſichtsloſeſten Erpreſſer von
„ſhice1 in die Hände gefallen. Er hat ſich durch ingendeine
ſa ſchuyi eine Reihe von Briefen verſchafft, die Ihre Frau,
ut evor) mit Ihnen verlobt oder verheiratet, ja, bevor Sie ihr
t bekannt waren, an einen anderen geſchrieben hat.
dieſe Briefe verlangt er nun fünfzigtauſend Dollar.”
ſſor Sommler ſaß einen Augenblick wie erſtarrt, dann
ſich ungeſtüm.
Ferd. fen O marmte George und ſagte: „Inſpektor, Sie ſind ein
zvund Iler Menſch! Alſo das iſt es, was meine Frau
be=
rückty ott ſei Dank! Hahaha, ich bin richtig froh! Inſpektor,
vas I t mich das Vergangene? Ich liebe meine Frau und
ſabe Im Grund zu glauben, daß ſie meine Liebe in dem
glei=
e erwidert. Nein, nein, haben Sie keine Sorge. Die
Brief;” Taſten mich in keiner Weiſe. Meine Frau hat mir
ſon d2 jebe vor ihrer Ehe nichts erzählt, aber — ich weiß ſchon der Polizei übergeben.”
avon3 Zie wiſſen: Gute Freunde und getreue Nachbarn ſorgen
uch f hieago dafür. Aber nun ſagen Sie mir, lieber
Inſpek=
for: D. iſt der ſchamloſe Burſche?”
„2 39 Oskot.”
22 Brofeſſor fuhr auf. „Oskot! Habeeich richtig gehört?”
z!
„Fa, Oskot, der bekannt Nichtstuer und Sportsmann.”
Sommler ſchüttelte minutenlang den Kopf, dann klingelte er.
Der Diener erſchien.
„Bitten Sie meine Frau in den Salon.”
Frau Sommler kam ſehr verängſtigt und ſah ihren Mann Profeſſor Sommler war mit allem einverſtanden.
verlegen an.
„Du wünſcheſt mich zu ſprechen?”
„Ja, Liebe”, ſagte der Profeſſor zärtlich. „Komm, ſetze dich.
So! Das iſt Herr Inſpektor Torne, ein Mann, deſſen
Schuld=
ner ich ewig bleiben werde, denn er hat mir eine wichtige
Nach=
richt gebracht. Liebes Kind, warum haſt du mir noch nichts
von dieſer hundsföttiſchen Schufterei dieſes ſauberen Mr. Oskot
erzählt?”
Frau Sommler wurde totenblaß.
„Haſt du ſo wenig Vertrauen zu mir?" Ich bin doch nicht
ein ſo kleinlicher Phariſäer! Ehe ich dich fand . . . du lieber Gott
... ich war auch nicht immer allein, das kannſt du mir glau=
Becker
17 Wilhelminenstraße 17
Bielefelder Spezial-Wäschehaus
Bitte Schaufenster beachten!
(19909 b5
ben. Die Hauptſache iſt doch, daß wir uns gut ſind, und das
ſind wir doch. Alſo, Herz, jetzt wirſt du dich nicht mehr grämen.
Ich werde deine Briefe mit dir zuſammen von dem ſauberen
Herrn Oskot holen und ungeleſen verbrennen.”
„Du wirſt das viele Geld ausgeben?”
„Ich denke nicht daran. Ich hole mir die Briefe gratis und
franko.”
„Er iſt ſo rückſichtslos und wird ſie nicht herausgeben.”
„Das laß meine Sache ſein. Packt er ſie nicht ſofort aus,
dann klage ich gegen ihn bei den Gerichten. Oder haſt du Angſt,
daß dein Name in der Oeffentlichkeit genannt wird? Ich fürchte
mich nicht!“
Begeiſtert ſah die ſchöne Frau auf ihren Gatten.
Sie liebte ihn in dieſem Augenblick ſchier glühend.
Er war ſo tapfer, kümmerte ſich nicht um die Meinung der
anderen.
„Du haſt recht. Dann wollen wir uns vor der
Oeffentlich=
keit nicht verſtecken. So ſchlimm ſind meine Briefe auch nicht.”
Kinderwagen aller Art, nur im Spezialgeschätt
1. Donges & Wiest, Elisabethenstraße 25 . 2
„Ich kann Ihnen verſichern”, warf George ein, „daß das
Gericht die Angelegenheit mit der größten Delikateſſe erledigen
wird. Es iſt keineswegs zu befürchten, daß die Briefe bekannt
werden.”
Dann können wir dieſen Schuft eigentlich von vornherein
„Ich bitte Sie, es nicht zu tun”, bat George. „Es ſpielen
da noch andere Momente mit. Mr. Oskot ſpielt vielleicht unter
der Chicagoer Verbrecherwelt eine Rolle, wie wir ſie uns kaum
vorſtellen, und es würde verfehlt ſein, ihn jetzt zu verhaften.
Lir ziehen das Netz über ihn zuſammen. Seien Sie überzeugt,
daß alles getan wird. Ich bitte, meinen Wunſch zu reſpektieren.
Oskot wird die Briefe herausgeben. Er wird die Briefe nicht in
ſeiner Wohnung haben, wird ſie holen laſſen, und ich bin dem
Boten dann ſofort auf der Spur.”
„Gut, Mr. Torne, ich richte mich nach Ihnen. Wann beſuchen
wir alſo Mr. Oskot?”
„Morgen vormittag, oder beſſer noch: Sie rufen ihn in einer
Stunde an, Mr. Sommler. Ich werde dafür ſorgen, daß man
ihn nicht aus den Augen läßt.”
und ſo geſchah es auch.
Früh um halb zwölf Uhr rief Profeffor Sommler Hobby
Oskot an.
Die telephoniſche Ausſprache war ſehr kurz.
Der Profeſſor ſagte: „Hier iſt Profeſſor Sommler. Meine
Frau hat ſich mir anvertraut, und ich weiß, daß Sie ein Schuft
ſind. Ich verlange, daß ich binnen einer Stunde im Beſitze der
Briefe bin, im anderen Falle werde ich Ihre Verhaftung wegen
Erpreſſung durchführen laſſen. Dann hat Hobby Oskot in
Chicago ausgeſpielt.”
Es kam eine ganze Weile keine Antwort von Oskots Seite,
bis er endlich antwortete, und zwar nur die wenigen Worte;
„Sie .. . erhalten die Briefe.”
Profeſſor Sommler lachte grimmig auf, als er den Hören
auflegte. Seine überglückliche Frau umarmte ihn.
„Siehſt du, hätteſt du dich mir anvertraut, dann hätteſt du
nicht wochenlang unglücklich ſein brauchen."
„Verzeih mir!” bat ſie. „Ich will immer alles Vertrauen
zu dir haben.”
George war zum Telephonamt gefahren und hatte ſich als
Kriminalinſpektor ausgewieſen. Man geſtattete ihm daraufhin,
daß er ſich in Oskots Leitung einſchaltete. Der elektriſche Strom
in der Leitung wurde verſtärkt, ſo daß Oskot nicht ſpürte, daß
jemand mithörte.
Einige Minuten nach Sommlers Anruf ſtellte Oskot zun
Befriedigung Georges die Verbindung mit dem Notar Dr.
Roſenbeacher her.
„Sende mir bitte ſofort die Briefe 76a. Ich brauche ſie
dringend. Es iſt quer gegangen. Näheres mündlich.”
Das war das kurze Geſpräch, das Oskot führte. George
war über alle Maßen befriedigt, denn er wußte jetzt, wo er
Oskots Material zu ſuchen hatte.
Bald konnte er das Netz über ihm zuſammenziehen.
Er verabſchiedete ſich von dem ſehr liebenswürdigen
Tele=
phoninſpektor und überlegte, als er die vier Treppen hinabſchritt,
ſeine weiteren Dispoſitionen.
Wäre es nicht gut, wenn er ihn einmal ſtändig belauſchen
kieß? Schon wollte er umkehren, aber beſann ſich und machte ſich
auf, um nach Eden zu gehen.
Im Eden.
Irving wartete voll Spannung auf George, denn es hatte
ſich inzwiſchen mancherlei ereignet.
Im Zimmer der Brüder vom ewigen Leben war den ganzen
Vormittag Betrieb geweſen.
(Fortſetzung folgt.)
Uhren=, Gold= und
Silberwaren
n 800 und
1Beſtecke ſchwer verſib
Taſchen=Präziſionsuhren,
Irmbanpuhren, Trauringe
Fachmänniſche Bedienung.
„Baum
Uhrmacher
oßlörferir 49 — Fernruf 2650
Alleinverkauf der
Tellus Uhren
iligſter Weihnachtsverkauf
Wi
Karbmöbel
große 4 wahl
abile Verarbeitung
billige Preise
Nunlom Fachmann
Frag: Weinschenk
Kory renhaus, Schustergasse
Bei kle d Anzahlung werien Korbmöbel
bs Wesl chten autbewahrt. 8747a
Reparliren prompt und billig.
hoto-
Alben
huaig FTartharius uing
Schulstraße
am Ludwigsplatz (19680b
Filialel -afenstraße, Ecke Rhelnstr.
Zci iomaschinen
TsbrCzt, verscht dene Spsteme
BO MK. an
lasb ständig greilbar
C2*inental, Adier
Mredes, Stöwer,
U nia, Underwood
VST. & zucht zu äußersten Preisen
Lahlu V Zrleichterun; aut Wunsch
CcA Winkel
Darnm zt (18355a Rheinstr 28
Telephon 4205
leim r Rleiche 23
A u
AA
SSosteN
1e
Hus et
Ee e e
Wre
W e
2
tilol
eWe
Ae
Driginal
2
Dan
A
Hes e
Jarul
AA l
zuf
Jeae e
Haupt?!
Rr
Rf
2 re
AW oene
A.
79.50
Ai
A9-
*
ck
23
Ha e
in 2
Rf
Aa e
Rae
„G‟
NeW e
A.
Hes e
P
6
eider:
WuWe
T7
19.:
A
Aas
Kaf
Hauptp.-
1e
18.*
fre‟
*
I.
A Se
Rf
strie
von
We
Sonntag
Darmstadt, Ludwigstraße 5
Spezialhaus für Damen- und Mädchen-Kleldung
Halsollem eacier
Porzellan
in Feston und Perlrand
zu bekannt bililgen Preisen
Küchenmagazin
Mietschmann
10 Ludwigstraße 10
(20028
bevor Sie nicht auch meine
neuen Modelle besichtigt
haben, einzigartig in ihrer
Oualität u. Preiswürdigkeit
ZAHLUNGS-
ERLEICHTERUNG
Auf alle Lagerware
10%0 Sonder-
Weihnachts-Rabatt
PETER FROLICH
NIEDER-RAMSTADTER STRASSE 45
(17422a)
Denken Sle an
Schirme
SodenkenSie an
18944a)
Uordan
n 1 Stunde
billia und gut
hiele Nachſ.
nur Bleichſtraße 9,
Teleph.1912, (15574a
Herr=Hemden
nach Maß. (19023a
Frau E. Zeitz,
Firma: K. Roeſe.
Schuchardſtr. 13, I.
Bruno Rugemer Bugeisn
Geigenbaumeister
Bau leiner Streichinstrum., Neparal.
Lager von alten u. neuen
Meistergeigen Bratschen
und Celli-, Schülergeigen,
Lupf-Instrumente, Zube-
Hörteile. ff. guintenreine
Saiten. (19740b
Bequeme Zahlur 8s-
Bedingungen.
Seite 16
Mittwoch, den 18. Dezember 1929
Weihnachts-
Geschenkkörbe
in jeder gewünſchten
Zuſammenſtellung und Preislage.
Mürnb. Lebkuchen
Feinstes Mandel-Marzipan
Kaviar
Beluga, Schipp, Maloſſol, loſe
ausgewogen, Port. Doſe Mk. 4.20,
Gläſer Mk. 6.20 bis Mk. 12.00
Deutscher Kaviar
von Mk. 0.95 bis Mk. 2.00
Hummer, Languſten, Königskrebſe
in Dosen
Gänseleberpasteten
in Terrinen, Mk. 1.50, 1 90, 2.50,
3.30 bis zu Mk. 25.00
Familienpasteten M. 3.50
bis Mk. 6.00
Gänſeleberwurſt und Galantinen=
Gänſebruſt
Feinſten Räucherlachs ¼ Pfd. 1.50
— Spickale —
Alle feinen Aufſchnitt=Artikel und
Käſeſorten
Junge Gänſe, Enten, Hahnen
Auſkern,Hummern u.
Gänſeleberteig=
paſieten bei Vorausbeſiellung.
Saftſchinken ohne Knochen
in Doſen, echte Weſtf. Schinken
auch im Ausſchnitt (20029
Ochſenzungen in Doſ. v. 5.00—12.50
Fleiſchſalat mit Mayonaiſe Pfd. 1.40
Heringsſalat Mk. 1.20
Neue Gemüſe= und Früchtelonſerven
Frische Ananas
Da wir alle Artikel hier nſcht
an=
führen können, bitten wir unſere
Preisliſte zu verlangen.
Waren von beſter Qualität!
Festgeschenke in Hause
Stegmüller
die viel Freude machen und wenig kosten!
DARMASTADT MAINZ
SctUtOTR.4TL 233 MARKTST TE14
½ Pfund AMK.
Friedrich Ewald
Untere Ellſabethenſtr. 46, nächſt Saalbauſtr.
Gasofen, Tkeilig, großer
Schau=
kaſten, Schaufenſter=Rückwand.
ausziehbar
zu verkaufen.
Kunfthandlung W. Blöcher.
Wilhelminenſtraße 7.
Oben Aritri0d Puzenst
Utsweschr=
werden preiswert
angeſtrickt.
L. Engelhard
Nachf.,
Gr. Ochſengaſſe 27
(19781b)
Sämtliche
Zeuerw. Körper
Bengaliſche Artikel,
Theaterfeuer
zu Fabrikpreiſen.
en gros, en detail
Darmſtädter
Kunſtfeuerwerkerei
Wallenſtein.
Schuſtergaſſe 6.
Tel. 2605. (19308a
Nk. 29.- 19.- 15.- Lumperjacks mit Reldverichlug
Nk. 28.- 22.- 17.- Hübsche Pullovers
Uk. 9.75 6.75 3.50 Flotte Sporthosen
Mt. 18.- 12.50 8.50 Ski-Anzüge
Mk. 78.- 65.- 55.- Motorrad-Anzüge
Mk. 18.- 15.- 11.- Auto-Lederiacken
Nk. 55.- 45.- 38.— Strickwesten
Mk. 12.— 8.50 6.-
bas Maus run suTx Uno
BilUGF FERfleklElpung
ScHlosscRAbEN H2. U4
dirErr HiereRdl Schioss
19999
Zu äußerſt biligen Preiſen!
Schwarzwälder Kirſchwaſſer 50
Zwetſchgenwaſſer, Kirſchlikör uſw.
in der bekannten hervorragenden
Qua=
lität, in Kiſten von 6 Flaſchen an, offen
ab 5 Liter, Preisliſte und
Geſchmack=
probe gratis Kühner & Berges,
Sasbach 4, b. Achern (Schwarzw.).
15586)
Ihre Wäſche wird tadellos in der
Haushalungswäscherei,„Reform”
Nied.=Ramſtädterſtr. 5 Fernruf 138
Hausfrauen!
Beſichtigen Sie die
neueſten. Modelle
meiner hochwertigen
Nähmaſchinen.
Es iſt beſtimmt Ihr
Vorteil! (19568b
Fr. Gütting
Schuchardſtraße 10.
6221 g
400 Liter
rohe, tiefgekühlte
Gutsmilch (
Marken=
milch) an ſolide,
kautionsfah. Händl.
abzugeben. Ang. u.
D. 41 Geſch. (*mfs
la Fußbadenöl per Liter
(M. 0.6
10 Liter Kaniſter
RM. 5,80
(incl. Schraubkaniſter) Beſonders
ge=
eignet für Gaſtwirte, Reſtaurat., Tanz
ſaalbeſitzer, empfiehlt
(TV19787
Anton Fiſcher, Adler=Drogerie,
Frankfurterſtr. 12—14, Tel. 186.
Städische Sparkasse Darr ad
eeeeseeeeeeeeeeeeeeeee
Zum Weihnachtseil auf
besichtigen Sie mein reichhaltiges La
Elektr. Beleuchtungskörim
Elektrische
Nachttisch-Lampen . . . . . von
Tisch-Lampen".
(
Klavier-Lampen
Im
Schlafzimmer-Ampeln
von 1: m
Wohnzimmer-Kronen mit Seiden-
Schirm, 60 cm
von 28 a
Herrenzimmer-Kronen
27
L. Lange, Elektr. Institut ge
AALAAAttssttsstter
OoMn Inu eu
nmt äMft
in großer Auswahl, ſehr billig
Kunſtſalon Jul. Ere
Schützenſtraße 1 —3 (am Lu /—spl
Cabinet=Sekt!!!
Ein Poſten pr. Trauben=Sekt wird
umſtändeh. billig p. Fl. zu 2.50 ℳ
einſchl. Steuer auch in kleinen Poſten
von 10 Flaſchen an frei Haus
abgege=
ben. Offert. u. C. 1305 an
Annoncen=
frenz, Mainz.
(TV20004
Kachelofen billig zu
verkaufen. Quari,
Taunusſtraße
Feuerwerks=
Körper
bezieh. Sie ſehr bill.
Papiergroßhandlg.
Skurnik,Bleichſtr. 46.
Tel. 1791. (20044
Weiss A Co.
Adventsonntagen
geöffnet von 11—5 Uhr,
19369a)
Darmstadt Kein Laden
Schls
Speis m
Küche
Polste S
Matia E.
ereit erkl
dieſe
eil wir n
ge von
Wendelst /t.9
Weihnachts=
Schallplatten
und viele 100 andere
Neuaufnahmen
ſoeben eingetroffen.
Fr. Gütting,
Schuchardſtraße 10.
(19569a)
Schreibmaſchine
„Erika” neuwertig,
m. Koff. 85 ℳ z. vk.
Alexanderſtr. 5 I. (*
Dndeu
30, 1 Jahr alt (wie neu),
Lagen, zur Hälfte des Nei ſ23.
Büchlergarg
Nieder=Ramſtädter St
ENAdt
Schützenſtraße 12 (16915al e
3. Teilausſchükkung aus der Pfandbriefkeilungsmt
Vorzugsangebot für die Barbeträge.
Die Bank nimmt eine dritte Ausſchüttung in Höhe von 3 Prozell.
dien
Ie
markwertes der teilnahmeberechtigten Papiermarkpfandbriefe vor.
mit 2 Prozent in 4½prozentigen Goldpfandbriefen bzw. Certifikaren
zent in bar. — Siehe die 1. Bekanntmachung der Bank in der Fran!
tung Nr. 934 vom 15. Dezember 1929.
Bisherige Ausſchüttungen damit 23 Prozen
Die Ausſchüttung erfolgt gegen Einlieferung der Ratenſcheine N
uns ausgegebenen Anteilſcheine. Die Ratenſcheine ſind nach Numme*
bei uns einzureichen. Die Sendungen ſind mit dem Vermerk „Zle
wertung” portofrei an uns zu richten. Formulare zur Einreicht
koſtenlos bei uns bezogen werden
Die Ausfolgung der auszugebenden Stücke ſowie des Barbetrag”
gegen Rückgabe der von uns ausgeſtellten Empfangsbeſcheinigunge.."
unſerer Kaſſe: die Verſendung nach auswärts geſchieht portoſkel.
Um den Empfängern der Barbeträge eine beſonders günſtige 30t”
keit zu ſchaffen, bieten wir ihnen freibleibend unſere
Kinderabittwoch
Sproz. Goldpfandbriefe Reihe 13
(nicht rückzahlbar vor 1. 10. 1934)
Diesen und
an-
dere Pullover
kaufen Sie am
billigsten bei
M. Posner
Ecke Frang
furter- u. Lan
wehrstr.
Fadrrr
Beleuch
weit un
preis bei
Fahr‟
Schwe
Ecke
hat schöne Geschenke für alle Kinder SiOo
mit Zinſen ab 1. April 1930 zum feſten Vorzugskurſe von 92½ Proiee.
kurs derzeit 96½ Prozent) franko Zinſenberechnung an.
Stücke von GM. 100.— aufwärts. Falls die zu empfangelde".
unter RM. 92,50 bleiben, iſt Zuzahlung zum Erwerb eines S
GM. 100.— geſtattet, ſofern die Zuzahrung in angemeſſenem Vekllt.
Anträge auf Zuteilung von 8proz. Goldpfandbriefen Reile
zugspreiſe ſind gleichzeitig mit der Einſendung der Ratenſcheine.?.
und können in den Fällen, wo eine Zuzahlung notwendig iſt, eiſ
werden, wenn mit dem Ankrage auch die erforderlichen Zuzghlchle.
bei der Bank eingegangen ſind.
Abgabekurſes vorbehalten.
Dieſes Angebot gilt zunächſt bis 31. Januar 1930; Nh
Im Intereſſe der Anteilſcheinbeſitzer, von GM. 30— Ol
GMl. 10.—, die nach Durchführung der 3. Ausſchüttung nur 10h. D
Beträge erwarten können und zwecks Verminderung des Vhlt
kleinen Stücken, erklären wir uns bereit, bis auf weiteres ie. .
Bewer.
mit den Ratenſcheinen 3 und 4 frei von Zinſen käuflich zu ier.
zwar zahlen wir freibleibend entſprechend der derzeitig.
R
Freiverkehr an der Frankfurter Börſe mit etwa 34 Proel.
OM
A
(20058
dung der Beträge für den Certifikat=Anteilſchein über 69
über GM. 20.— RM. 0,70 und über GM. 10.— RM. Dedc
Antrag auf Uebernahme der Anteilſcheine iſt mit Gibreſl.
ſcheine zu ſtellen.
Frankfurt a. M., im Dezember 1929.
Gallusanlage 8.