Darmstädter Tagblatt 1929


18. Dezember 1929

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Ginzelnnmmer 10 Pfentiges

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illufrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtliſcher mit * verſehenen Original=Aufſätze und elgenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſtattet.
Nummer 350
Mittwoch, den 18. Oezember 1929. 192. Jahrgang

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und Nationalbanl.

Richtlinien.

Aung des beſtehenden Wohnungselends nur durch umfaſſende Neubaukäkigkeik. Kapikalmangel
bedroht die Erſtellung von Neubauken. Für und gegen die Beibehaltung der
Bohnungszwangswirkſchaft. Mißbrauch mit der Hauszinsfteuer.
Ohne Haushilfsſteuer, ohne die Länder und Kommunen und die ſozia=
len
Verſicherungsträger würde die Bautätigkeit wohl zum Erliegen
Grreihte ManMang.
kommen. Das ſollte auch bei der kommenden Finanzreform berückſich=

erhandlungen in den Ausſchüſſen ſtocken.
Kampf um die gleikenden Agrarzölle.
Preſſefehde in Berlin.

* Berlin, 17. Dez. (Priv.=Tel.)
keichstag hat wieder einmal Zeit. Die Verhand=
in
den Ausſchüſſen ſtocken im Augenblick und, um
m hin wenigſtens keine Unterbrechung eintreten zu
D im Plenum den ganzen Tag über die Richtlinien
Wohnungsbau geredet, wobei im weſentlichen
Beſtätigung der Ausſchußbeſchlüſſe herauskommt. Im
hen hinter den Kuliſſen und in den Ausſchüſſen
rheidenden Beratungen weiter. Der Han=
dhe
Ausſchuß hat die Erhöhungder Schutzzölle
der immen aller bürgerlichen Parteien gegen Sozialdemo=
Kommuniften angenommen. Sehr viel ſchwieriger
die Dinge bei den gleitenden Agrarzöllen,
* Kampf mit aller Erbitterung geführt wird und
51 ffaſſungen zwiſchen der Reichsregierung, dem Reichs=
des
keichswirtſchaftsrat und ſogar den einzelnen Fraktio=
nol
Feit auseinandergehen. Vorkäufig tagen die Vertreter
Lol dirtſchaft, um für die Ausſchußberatungen eine ein=
tlich
A nie der bürgerlichen Parteien zu gewinnen, was noch
g9 gen iſt, aber vermutlich gelingen wird. Die Verbin=
ſozialdemokratiſchen
Seite iſt noch nicht vollſtändig
Theoretiſch beſteht alſo noch die Möglichkeit, daß
eitsbildung auf der Grundlage der Regierungsvor=
andekommt
, ebenſo möglich, daß eine Mehrheit gegen
emokraten ſich findet. Verſtändlich, daß die allge=
litiſchen
Auseinanderſetzungen inner=
Regierungsparteien mit einiger Gereizt=
werden
. Wir haben bereits geſtern geſagt, daß der
Vorwöl ſeine Karte zu früh ausgeſpielt hat, als er das Ver=
ſkäuensl
tm, das die Reichstagsmehrheit dem Kabinett am
amstoll usſprach, als eine rein taktiſche Angelegenheit zu
agatellll en ſuchte. Das hat ihm die Germania ſehr krumr-
ſengmmy
und ziemlich deutliche Anſpielungen über Loyalität
1d bod be Moral von ſich gegeben. Darauf antwortet nun
tzt ders orwärts mit geradezu verblüffender Offenheit. Er
ehaupt kötzlich, die Sozialdemokratie habe ſich ſtändig gegen
das Aml en gewehrt, dem Steuerſenkungsplan der Reichsre=
vierung
9 uſtimmen, ſo daß man ſchließlich eine Reſolution
reinbog Habe, die ſtark auslegungsfähig ſei. Alſo auch hier
Verſuch der Sozialdemokraten, das poſitive Ergebnis
etztt/ Voche, das für die bürgerlichen Parteien die Voraus=
ihre
Zuſtimmung zu dem Vertrauensvotum war,
fudisputieren. Wenn die Sozialdemokratie ſich darauf
zieil daß ſie dem Steuerſenkungsplan nicht zugeſtimimt
de hängt tatſächlich die ganze Koalition wieder in der
ſt umd e neue Kriſe, die ja wohl im kommenden Vierteljahr
M aunH warten laſſen wird, müßte darnach eigentlich noch
frülü rusbrechen ..
12 Geitsminiſter Wiſſell vor dem Reichskag.
* Berlin, 17. Dezember. (Priv.=Tel.)
Stag wird im Reichstag die Ausſprache über die Reichs=
das
Wohnungsweſen fortgeſetzt.
eitsminiſter Wiſſell betont, eine Beſeitigung des
en Wohnungselends laſſe ſich nur durch eine
SeNeubautätigkeit erreichen. In den Richtlinien,
Miniſter fort, ſollen nur die vordringlichſten Gegenwarts=
rndelt
werden. Der Wohnungsbau muß das Letzte ſein,
3 in Deutſchland geſpart werden ſollte. Es handelt ſich
um die Einführung neuer Zwangsgeſetze, ſondern
beſtehende Geſetze und Verordnungen wieder in vollem
uführen und, wo es nötig iſt, den beſtehenden Verhält=
Wer an der Notwendigkeit ſolcher Maßnahmen
er werfe einen Blick in das vom Deutſchen Verein für
herausgegebene Buch Die Wohnungsnot und das
in Deutſchland‟. Bei den Einzelperſonen mit eigener
delt es ſich meiſt um ältere Witwen und Witwer, die
ren größeren Haushalt geführt haben. Die Hausbeſitzer
wünſchen, daß dieſe alten Leute herausgeſetzt und ihre
mit kinderreichen Familien beſetzt werden.
iſterium beſchäftigt ſich gegenwärtig mit dem Reichs=
nentwurf
. Das Ziel aller Wohnungspolitik muß
ungen zu erſtellen, die auch der breiten Maſſe der arbei=
erung
mit geringem Einkommen erreichbar ſind. Von
928 ſind etwa 700 000 Wohnungen neu
rden. Die Bautätigkeit im Jahre 1929 iſt in den
Tittelſtädten im allgemeinen befriedigend. Bis An=
mber
ſind in dieſen Städten 116 000 Wohnun=
* worden. 1928 betrug der Anteil der privaten Unter=
i Bauten 72 Prozent, 20,4 Prozent waren von gemein=
Teſellſchaften, 7,6 Prozent von öffentlichen Körperſchaften
Bau lag aber auch bei dieſen letzteren 28 Prozent meiſt
rivater Baufirmen.
rohen im nächſten Jahre die Neubauten
hen aus Mangel auf dem Kapitalmarkt.

tigt werden. Eine Verminderung der Hauszinsſteuermittel für den
Wohnungsbau würde unerträglich ſein. Je beſſer unſere Wohnungen,
deſto geſünder unſer Volk, deſto geringer die Ausgaben für Krankheits=
und Erwerbsunfähigkeit. Dem notleidenden Hausbeſitz ſoll möglichſt
durch Reparaturhypotheken geholfen werden. Mietwucher iſt durch das
Mieterſchutzgeſetz unter Strafe geſetzt. Bei den vorliegenden Richt=
linien
handelt es ſich nicht um ein neues Geſetz. Ich bitte Sie, dieſe
Richtlinien noch heute zu verabſchieden, damit ſie möglichſt bald in die
Wirklichkeit umgeſetzt werden können.

Die Ausſprache.

Abg. Frau Hertwig=Bünger (D. .) wünſcht die Beſchrän=
kung
des Enteignungsrechts auf die allerdringendſten Fälle. Die Ent=
ſchädigungspflicht
müſſe beſtimmter geregelt werden als es in den Richt=
kinien
gſchiehr. Die Rednerin beantragt eine Entſchließung, auf Län=
der
und Gemeinden dahin einzuwirken, daß die beſonderen Wohnungs=
ämter
aufgehoben und die nach dem Wohnungsmangelgeſetz noch not=
wendigen
Arbeiten den beſtehenden Behörden der allgemeinen Ge=
meindeverwaltung
übertragen werden.
Abg. Wendt (Soz.) erklärt, von einer Aufhebung der Zwangs=
wirtſchaft
könne nicht die Rede ſein, ſolange das Wohnungselend im
jetzigen Umfang fortbeſteht. Die Neubaumieten müßten geſenkt werden.
Der Redner tritt dann für einen Antrag der Regiungsparteien ein,
in dem verlangt wird, daß die Rückflüſſe aus den Hauszinsſteuerhypo=
theken
wieder in vollem Umfange dem Wohnungsbau und der länd=
lichen
Bevölkerung zugeführt werden ſollen.
Abg. Troßmann (Bay. Vp.) führt aus, die Zwangswirtſchaft
kann nicht ohne weiteres beſeitigt werden, es müſſen aber die Ein=
richtungen
verſchwinden, die den Wohnungsbau hemmen und die zur
Ausbeutung der Wohnungsſuchenden führen. Notwendig iſt vor allem
ein Abbau des Bürokratismus im Wohnungsweſen. Wir ſind gegen
die in der Ausſchußentſchließung enthaltene Forderung eines Neichs=
rahmeng
ſetzes über baupolizeiliche Vorſchrifen.
Abg. Dr Steiniger (Dnatl.) erkennt an, daß die Nichtlinien
wertvolle Gedanken enthalten. Ausgezeichnet iſt z. B. der Gedanke der
Wohnungspflege in den Altwohnungen. Es kommt nur darnuf an, daß
dieſe Gedanken richtig durchgeführt werden. Eine größere Einheitlich=
keit
im Wohnungs= und Siedlungsweſen iſt dringend notwendig. Hüiten
muß man ſich vor übertriebenen Schätzungen des künftigen Wohnungs=
bedarfs
. Die Großſtädte haben keinen Geburtenüberſchuß. Der Zuzue
vom flachen Lande wird einmal abnehmen, dann bekommen wir eines
Tages im Wohnungsweſen den großen Kladderadatſch. Die Deutſch=
nationalen
müßten bei aller Anerkennung einzelner Teile die Nicht=
linien
im ganzen ablehnen.
Abg. Tremmel (3.) erklärt, an ſich ſei es überhaupt nicht die
Aufgabe der Gemeinden, Wohnungen zu errichten. Solange aber das
Wohnungselend noch ſo groß ſei wie jetzt, müſſe durch Reich, Länder
und Gemeinden für die Abſtellung dieſes Elends geſorgt werden. Es
dürfe nicht zugelaſſen werden, daß Länder und Gemeinden auf Um=
wegen
einen weiteren Teil der für den Wohnungsbau beſtimmten Haus=
zinsſteurr
zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs verwenden, näm=
lich
die Rückflüſſe aus den Hauszinsſteuerhypotheken.
Abg. Lucke (Wirtſch.) bekämpft die Richtlinien, deren Zweck die
Verewigung der Zwangswirtſchaft ſei. Die Wohnungsnot ſei nur die
Folge der Zwangswirtſchaft.
Nach weiteren Bemerkungen der Abgeordneten Lipinſki (Soz.) und
Schumann=Leipzig (Kom.) ſchließt die Ausſprache.
Auf Antrag des Zentrums wird unter den in den Richtlinien an=
geführten
Aufgaben die Wohnungsaufſicht geſtrichen. Geſtrichen wird
auch auf Zentrumsantrag die Ermächtigung an die Gemeinden, das
im Gemeindebezirk gelegene Grundeigentum zu übernehmen und um=
zulegen
. Weiter wird die Beſtimmung geſtrichen, daß größere Bau=
vorhaben
tunlichſt geſchloſſen vergeben werden ſollen.
Im übrigen werden die Richtlinien in der Ausſchußfaſſung an=
genommen
. Dafür haben die Regierungsparteien mit Ausnahme der
Deutſchen Volkspartei geſtimmt.
Ein Antrag der Deutſchen Volkspartei, die Richtlinien dem Haus=
haltsausſchuß
zu überweiſen, um ſie auf ihre finanzielle Tragweite hin
zu prüfen, wird abgelehnt.
Angenommen wird in zweiter Leſung auch der Antrag der Regie=
rungsparteien
, wonach die Rückflüſſe aus den Hauszinsſteuerhypotheken
in vollem Umfange wieder für Wohnungsbau und Siedlung verwandt
werden ſollen.
Nach Annahme der Ausſchußentſchließungen vertagt ſich gegen
19.45 Uhr das Haus auf Mittwoch, 16 Uhr.
Vizepräſident Eſſer ſchlägt vor, die zum Sofortprogramm ge=
hörigen
Initiativanträge auf die Tagesordnung zu ſetzen. Die Kom=
muniſten
widerſprechen, da die geſchäftsordnungsmäßige Friſt nicht ge=
wahrt
ſei. Präſident Loebe erklärt, dann müſſe das Sofortpro=
gramm
abgeſetzt werden, aber die Abgeordneten müßten ſich nun auf
eine Sonntagsſitzung am 2. Dezember einrichten.
Auf die Tagesordnung werden das Miniſterpenſionsgeſetz und
kleinere Vorlagen geſetzt.
Neuregelung der Amtsbezeichnungen.
* Berlin, 17. Dezember. (Prib.=Tel.)
Die Reichsregierung hat aus dem Leipziger Urteil wegen
der bayeriſchen Titelverleihungen die Folgerung gezogen: ſie
läßt zurzeit im Reichsinnenminiſterium einen Geſetzentwurf aus=
arbeiten
, der im weſentlichen beſtimmen ſoll, daß ſich in Zu=
kunft
die Amtsbezeichnungen mit der Tätigkeit der Beamten
decken ſollen. Das bedingt eine Ueberprüfung der Amtsbezeich=
nungen
im allgemeinen. Für die aktiven Beamten wird die
Vorlage kaum von Bedeutung ſein. Sie richtet ſich dagegen mehr
gegen die Perſonen, die kürzere oder längere Zeit auf Grund
ihrer politiſchen Tätigkeit in Reichs= oder Länderdienſten ſtanden
und ſich jetzt mit großartigen Titeln ſchmücken. Die Vorlage
ſelbſt wird erſt im Frühjahr das Kabinett paſſieren. Inzwiſchen
bleibt abzuwarten, ob die Bayern aus dem Leipziger Urteil die
Folgerung ziehen, die ſchon traditionell gewordenen Titelſh=
leihungen
an Weihnachten diesmal zu unterlaſſen und präzis.
Aenderung der einſchlägigen Verfaſſungsbeſtimmuzeitt. Das
arbeiten.

Frieden und Freundſchaft.

Von unſerem =

orreſpondenten.
Rom, Mitte Dezember.

Der König und die Königin, der Kronprinz mit ſeinen bei=
den
noch nicht verheirateten Schweſtern ſind beim Papſt geweſen.
Der Friede zwiſchen dem italieniſchen Staat und dem vatika=
niſchen
neuen Reich, der Cittä del Vaticano, iſt durch dieſe mit
allem nur denkbaren Zeremoniell ausgeſtatteten Beſuche nun
auch höfiſch=offiziell bekräftigt worden. Muſſolini aber hat den
Papſt noch nicht beſucht.
Der Duce hätte ſchon Luſt dazu, auch ſeinerſeits vor dem
Papſt das Knie zu beugen und in der Peterskirche unter Pomp
und Feierlichkeit vor dem Grabe des Apoſtels zu beten, ach, er
möchte ſehr gern, denn die guten Katholiken in Italien ſehen in
dem noch nicht erfolgten Beſuche ihres Duce beim Papſte einen
Schattenfleck auf dem Ruhme ihres Herrn, während zugleich die
Königswürde helleres Licht beim Volke empfing. Aber es geht
nicht. Muſſolini kann nicht zum Papſt gehen denn der Hei=
lige
Vater will ihn nicht ſehen. Ja, wenn der Duce revoziert,
wenn er von den verſchiedenen Aeußerungen in ſeinen Reden,
die gegen den Vatikan gerichtet waren, die anſtößigen Stellen in
irgendeiner Form zurücknimmt oder wenigſtens weſentlich ab=
ſchwächend
kommentiert, dann wird ſich der Papſt ſehr freuen,
den reuigen Sünder zu empfangen. Aber kann der Oberfasciſt
dieſe Demütigung ſeinem Fascismus und ſeinem Preſtige zu=
muten
? Kaum ein Menſch glaubt daran. Es müſſen alſo erſt
irgendwelche neue Umſtände eintreten, die eine unauffällige
Rebokation oder eine beſondere Verbrüderung möglich machen,
ehe auf den Königsbeſuch auch der Diktatoren=Kniefall folgt.
Muſſolini hat die Vorbereitungen für den Beſuch des Königs
beim Pabſte eifrig unterſtützt. Denn er rechnete damit, daß dieſe
Zeremonie dem König beim Volke eher ſchaden wie nutzen würde.
Zumal man es beim Vatikan nicht durchſetzen konnte, daß der
Pauſt den Beſuch ſelbſt beim König erwidere. Die vatikaniſche
Diplomatie iſt von der alten Sitte nicht abgewichen, daß der
Heilige Vater keine Beſuche macht, ſondern dies nur von ſeinem
Kardinal=Staatsſekretär als päpſtlichem Stellvertreter beſorgen
läßt, Der König hat deshalb auch lange gezaudert, ob er ſich
dieſer Form fügen ſolle oder nicht und iſt als alter Antiklerikaler,
nur ſehr widerſtrebend nach dem Vatikan gefahren.
Es kam aber anders, als Muſſolini es ſich gedacht hat. Das
römiſche Volk hat dem König den Beſuch beim Papſt hoch ange=
rechnet
. Seine Popularität iſt geſtiegen. Und es ſcheint oben=
drein
, daß das Mißtrauen des Königs gegen alles Klerikale nach=
gelaſſen
hat, gerade unter dem Cindruck der Würdigkeit, die über
dieſem Beſuche gewaltet hat, und ( überall ſpielen perſönliche
Motive eine Rolle ) daß die Numismatik, das Steckenpferd
des Königs, den Weg zwiſchen dem bedeutenden Münzkabinett
des Königs, der ein hervorragender Münzkenner iſt, und der
berühmten Münzſammlung des Vatikans geebnet hat.
Die Stadt Rom iſt ſeit dem Vatikanfrieden papſtfreundlicher
denn je. Das Volk war ſelbſt in der wildeſten Freimaurerzeit
niemals vollkommen dem Vatikan entfremdet, vor allem nicht
die Frauen und Kinder trotz aller freidenkeriſchen Propaganda.
Auch der Atheiſt hina an, den äußeren Formen des Katholi=
zismus
. Darum hat ein Papſtfraund als König heute mehr Freunde
als ehemals. Zugleich aber geht die Freude am Fascismus im
Volk: immer mehr zurück. Es iſt ganz erſtaunlich, wie ſtark die Welle
der Unzufriedenheit augenblicklich iſt. Man wagt ſchon reichlich und
ziemlich offen Kritik zu äußern, und der Miniſter Bottai hat
in ſeiner Oritica kascista nicht ohne Grund darauf hinge=
wieſen
, wie notwendig es iſt, endlich wieder etwas Meinungs=
freiheit
zu gewähren. Ob es aber möglich ſein wird, das iſt ſehr
zweifelhaft. Denn wie ſoll ſich die Gewaltherrſchaft halten, wenn
ihre Schattenſeiten und Fehler erſt einmal in aller Oeffentlichkeit
ventiliert werden?
Nun iſt allerdings in Italien einfach alles möglich. Man
könnte ſich vorſtellen, daß heute eine Diskuſſion des Regimes im
ganzen Reiche erlaubt und morgen wieder verboten wird. Man
ändert hier ſo raſch ſeine Meinung und ſeine Anordnungen, daß
eben alles einfach denkbar iſt. Denn in welchem anderen Lande
wäre es möglich, daß der Preſſechef der Regierung ſich ſelbſt
dementiert und trotzdem in ſeinem Anite bleibt? Und dieſe Tat=
ſache
hat ſich jetzt unter der glorreichen Herrſchaft des Fascismus
ereignet. Der Preſſechef Muſſolinis, Lando Ferretti, hat un=
längſt
im Corriere della Sera eine Beſprechung eines Buches
von Miſſiroli veröffentlicht und mußte dann, als der vatikaniſche
Oſſervatore Romano, ſich gegen die Darſtellung Ferrettis
wandte, amtlich erklären, daß dieſer Aufſatz nicht im Auftrage
geſchrieben und veröffentlicht worden ſei. Der ſelbſtverſtümmelte
Preſſechef aber amtet weiter. Natürlich hat ein derartiges
Dementi ohne ſachliche Folgen auch keinen Eindruck beim Papſt
gemacht, der in einer Anſprache ſeinerſeits ſich ſehr energiſch
gegen die Entgleiſungen, Indiskretionen und halben Ableugnun=
gen
ausgelaſſen hat. Man ſah den Kulturkampf in ſchönſter Blüte.
Was geſchehen aber auch für eigenartige Dinge in dieſem
Lande Italien. Der Mann, der jenes von Ferretti gelobte Buch
geſchrieben hat, dieſer Miſſiroli, war ein echter Vorkämpfer der
Linken. Er gehört auch heute noch nicht offiziell zum Fascismus.
Er war Journaliſt und wurde als Antifasciſt aus dem Album
der Journaliſten geſtrichen. Er kann deshalb auch heute noch
nicht in ſeinem eigentlichen Beruf tätig ſein. Aber er kann ein
Vuch ſchreiben, zu dem er aus aritlich.: fasciſtiſchen Quellen das
notwendige, ganz geheime Material erhält. Es handelt ſich
um den Text des vom Vatikan urſprünglich vorgeſchlagenen
Konkordatsvertrages. Alſo eine ganz vertrauliche Sache. Da=
durch
, daß Miſſiroli nun dieſen Vertragsentwurf veröffentlicht,
war es natürlich leicht, am Vergleich mit dem endgültigen Sekl
des Konkordats zu zeigen, welche Erfolge Muſſolini erreicht
hat. Billige Lorbeeren, die aber im Vaikan nicht gerade als
Ruhmeslorbeer erſchienen. Kann man ſich da noch wundern,
daß trotz aller Königsbeſuche zwiſchen dem Vatikan und dem
Staate Italien alles andere nur nicht gerade Vertrauen und
Ne=ndſchaft herrſchen? Alle dieſe Vorgänge ſollten aber auch
law= uslande zur Vorſicht mahnen, wenn es ſich um Frieden und
F dſchaft mit Italien handelt. Der Haag und London nahen,
icht nur die donna 8 mobille",

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Seite 2

Mittwoch, den 18. Dezember 1929

Die ikalieniſch=franzöſiſche Blotken=

*.

EP. Paris, 17. Dezember.
Nach dem Matin iſt in den Beſprechungen zur Vorberei=
tung
der Londoner Seeabrüſtungs=Konferenz, die am Montag
unter dem Vorſitz des franzöſiſchen Miniſterpräſidenten Tardieu
abgehalten wurden, das Statut der franzöſiſchen Flotte ein=
gehend
erörtert worden. Frankreich beſitzt gegenwärtig eine
Flotte von 525 000 Tonnen (gegenüber 974000 Tonnen im Jahre
1914). Davon ſtammten 391000 Tonnen aus der Zeit vor 1922.
Nach Anſicht der Sachverſtändigen müßten nicht nur die 156 000
Tonnen fertiggeſtellt werden, mit deren Bau bereits begonnen
ſei, ſondern auch die veraltete Tonnage müßte erſetzt werden.
Frankreich ſei jedoch, um an der allgemeinen Abrüſtung mit=
uwirken
, bereit, auf die Wiederherſtellung der
Vorkriegsflottenſtärke zu verzichten und in
eine weitgehende Herabſetzung einzuwilligen.
Der Petit Pariſien und der Excelſior wollen wiſſen, daß
in der Beſprechung erneut die Untrennbarkeit der Abrüſtung zu
Lande, zu Waſſer und in der Luft betont worden ſei, und daß
der bekannte Standpunkt Frankreichs, wonach die etwaigen Ve=
ſchlüſſe
der Londoner Flotten=Abrüſtungskonferenz in den Nah=
men
einer allgemeinen Abrüſtung durch den Völkerbund hinein=
gearbeitet
werden müßten, aufrechterhalten werde.
Die geſtern von engliſchen und amerikaniſchen Blättern aus
Rom gebrachte Meldung, daß Italien den franzöſiſchen
Standpunkt in der Flottenfrage anzunehmen
gewillt ſei wenn vorher die politiſchen Pro=
bleme
in Nordafrika und dem Mittelmeer ge=
regelt
und ein Freundſchaftsvertrag zwiſchen
beiden Ländern abgeſchloſſen würde hat hier
ziemliches Aufſehen erregt, wird jedoch vielfach als ein italie=
niſcher
Verſuchsballon betrachtet und dementſprechend recht ver=
ſchieden
aufgefaßt. Während das Journal erklärt, eine der=
artige
italieniſch=franzöſiſche Zuſammenarbeit werde vom ge=
ſunden
Menſchenverſtand geboten. lehnen das Oeuvre und das
Echo de Paris in ſeltener Einmütigkeit derartige politiſche Zu=
geſtändniſſe
ab. Der bisherige Abſtand in den Flottenſtärken
beide Blätter berechnen die Flottenſtärke Frankreichs auf
661000 Tonnen, die Italiens auf 390000 bis 400 000 Tonnen
müſſe ganz einfach aufrechterhalten bleiben, denn er entſpreche
den Bedürfniſſen beider Länder. Jedenfalls könne Frankreich
Zugeſtändniſſe auf dieſem Gebiet nicht mit Gebietsabtretungen
in Tunis bezahlen. Das Oeuvre fügt hinzu, ein italieniſch=
franzöſiſcher
Freundſchaftsvertrag ſei eigentlich überflüſ da
beide Staaten den Kellogg=Pakt unterzeichnet hätten.

Vom Tage.

Der Reichspräſident hat geſtern dem Univerſitätsprofeſſor
im Ruheſtand Geheimrat Lujo Brentano aus Anlaß ſeines 85.
Geburtstages den Silbernen Adlerſchild des Reiches mit
einem herzlichen Handſchreiben überreicht.
Der Reichspräſident v. Hindenburg gab geſtern abend zu
Ehren des diplomatiſchen Korps das traditionelle
Diner, an dem auch die Reichsregierung und die Spitzen von Reichs=
bahn
, Reichsbank und Preußen teilnahmen.
Der Vertrag zwiſchen dem Reich und den Ländern über die An=
leihegenehmigungsſtelle
läuft Ende Dezember ab. Das Reich hat nun
die Länder wegen der übrigen dringenderen Aufgaben gebeten, den
Vertrag um zwei bis drei Monate zu verlängern und dann an die
Reformarbeit der Anleiheſtelle heranzugehen. Es iſt anzunehmen, daß
die Länder dieſer Bitte nachkommen werden.
Albert Zimmermann, der Schriftleiter des Deutſchnationalen
Handlungsgehilfenverbandes in Hamburg, hat geſtern ſeinen Aus=
tritt
aus der Deutſchnationalen Volkspartei er=
klärt
.
Dr. Adenauer wurde mit 47 gegen 45 Stimmen wieder
zum Oberbürgermeiſter von Köln gewählt.
Die Gebrüder Willi und Leo Sklarek haben im Un=
terſuchungsgefängnis
einen Nervenzuſammenbruch erlitten, ſo
daß Willi Sklarek ins Lazarett kam, während Leo Sklarek Bettruhe
verordnet wurde.

In Moskau wurde ein großer Teil der verhafteten
deutſchſtämmigen Koloniſten geſtern freigelaſſen.

Der deutſche Botſchafter v. Höſch hatte am Dienstag eine Unter=
redung
mit dem franzöſiſchen Außenminiſter Briand, die ſich auf die
Vorbereitungen der zweiten Haager Konferenz bezog.
Die franzöſiſche Regierung hat in der Kammer einen
Geſetzentwurf eingebracht, in dem für die Grenzbefeſtigun=
gen
ein Spezialkredit von 3, 3 Milliarden Franken
gefordert wird. Dieſe Ausgaben werden ſich auf die Jahre 1930
bis 1934 verteilen.

Das neue engliſche Erwerbsloſen=Verſicherungs=Geſetz iſt im Unter=
haus
mit einer Regierungsmehrheit von 74 Stimmen nach erfolgter
dritter Leſung angenommen worden. Das neue Geſetz ſieht Mehraus=
gaben
von 14 Millionen Pfund Sterling für Unterſtützungszwecke zu=
gunſten
der Arbeitsloſen vor.

Der Einzelhandel zum 5-Uhr=Ladenſchluß

am Weihnachksabend.

Ikalien beharrk auf Blotkenparikäk.

EP. Rom, 17. Dezember.

In einer offiziöſen Mitteilung wird ausdrücklich beſtritten,
daß Italien ſeine bisherige Forderung nach einer Flottenparität
mit Frankreich gegen gewiſſe politiſche Zugeſtändniſſe aufzugeben
bereit ſei.

Frankreich lehnt die

Parikät mit Italien ab.
EP. Paris, 17. Dezember.

Ueber die geſtern im Innenminiſterium abgehaltene Beſpre=
chung
zur Vorbereitung der Londoner Seeabrüſtungskonferenz
glaubt der Temps verſichern zu können, daß unter den Kabi=
nettsmitgliedern
vollſtändige Einigkeit über die in London ein=
zunehmende
Haltung herrſcht. Die Haltung der franzö=
ſiſchen
Delegation werde lediglich von der Sorge um
die abſolut notwendigen Sicherheitsbedürf=
niſſe
diktiert. Daher ſei keinerlei Verminderung der
Geſamttonnage in Erwägung gezogen worden.
Ueberdies habe die franzöſiſche Marine gemäß dem Waſhingtoner
Abkommen von allen Nationen die größten Opfer gebracht.
Mit anderen Worten, Frankreich hält an ſeiner bisherigen
Haltung feſt und lehnt eine de facto=Parität mit
Italien rundweg ab.
Der Direktor des franzöſiſchen Dienſtes beim Völkerbund,
Maſſigli, hat ſich heute nachmittag nach London begeben, um mit
dem franzöſiſchen Botſchafter über die Seeabrüſtungskonferenz Be=
ſprechungen
abzuhalten. Die Frage, ob Marineſachverſtändige oder
Diplomaten die franzöſiſche Delegation ergänzen ſollen, ſcheint noch
nicht endgültig entſchieden zu ſein. Sicher iſt auf jeden Fall, daß
Miniſterpräſident Tardieu, Außenminiſter Briand und Marine=
miniſter
Leygues die Kerntruppe der franzöſiſchen Delegation bil=
den
werden. Die genaue Liſte der Delegierten dürfte in den aller=
nächſten
Tagen offiziell bekannt gegeben werden.

Von der Hauptgemeinſchaft des Deutſchen Einzelhandels wird uns
geſchrieben: Die Hauptgemeinſchaft des Deutſchen Einzelhandels hat
mit lebhafter Beſorgnis die Verhandlungen des Reichstags verfolgt, die
zu dem Geſetz über die Einführung des 5=Uhr=Ladenſchluſſes am Hei=
ligabend
geführt haben. Sie muß feſtſtellen, daß dieſes Geſetz trotz
unabläſſiger mündlicher und ſchriftlicher Darlegung ſeiner abträglichen
wirtſchaftlichen Folgen und weitgreifenden rechtlichen Zuſammenhänge
ohne Rüchſicht auf die Notlage beſonders des mittelſtändiſchen Einzel=
handels
aus politiſchen Gründen in überſtürzter Weiſe verabſchiedet
worden iſt. Es bedurfte keiner derartig übereilten geſetzlichen Regelung
in dieſem Jahre, da in zunehmendem Maße die für Beſchäftigung von
Angeſtellten in erſter Linie in Betracht kommenden Einzelhandelsbe=
triebe
, je nach den örtlichen Vorausſetzungen, freiwillig einen Früh=
ſchluß
am Heiligabend eingeführt hatten und ſomit großen Teilen der
Angeſtelltenſchaft des Einzelhandels ein rechtzeitiger Feierabend bereits
geboten war. Vom geſetzlichen Frühſchluß wird aber in vorder=
ſter
Linie die große Zahl der kleineren Ladenge=
ſchäfte
in den Wohngegenden betroffen, die beine oder nur
eine geringe Anzahl von Angeſtellten beſchäftigen und für die die Ge=
ſchäftszeit
zwiſchen 5 und 7 Uhr abends am 24. Dezember von außer=
ordentlicher
Bedeutung iſt.
Obgleich die Weichsregierung bisher ſtets die Auffaſſung vertreten
hat, daß dieſe Frage nur im Zuſammenhang mit dem Arbeitsſchutzgeſetz=
entwurf
geregelt wrden ſoll, hat ſie ſich unter dem Druck parteipoliti=
ſcher
Geſichtspunkte zu einem Geſetz bereit gefunden, das 10 Tage vor
dem Heiligabend in Kraft treten ſoll und keine Rüchſicht auf bereits ge=
troffene
Dispoſitionen im Einzelhandel wie bei ſeinen Liefevanten nimmt
und auch keine Zeit läßt, die Käuferſchichten über die geänderten Laden=
ſchlußzeiten
rechtzeitig zu unterrichten.
Die mangelhafte und übereilte Geſetzesformulierung hat eine ein=
ſeitige
Benachteiligung des Einzelhandels zugunſten anderer Gewerbe=
zweige
zur Folge, beſonders zugunſten des Marktverkehrs, der Friſeur=
geſchäfte
und des Gaſtwirtsgewerbes (die wie üblich bis 7 Uhr geöffnet
ſind, alſo auch Waren verkaufen können). Sie bedeutet endlich eine Be=
günſtigung
des ungeſetzlichen Handels.
Auch die Intereſſen weiter Verbraucherkreiſe die
vielfach erſt am 24. Dezember Weihnachtsgratifikationen erhalten, ſind
durch dieſes Geſetz geſchädigt wonden, da die einſeitige Verbüürzung der
Verkaufszeit für den ortsanſäſſigen Handel ohne einen entſprechend
früheren Schluß der ſonſtigen Betriebe und Büros den Arbeitnehmer=
ſchichten
die Gelegenheit zu ausreichendem Weihnachtseinkauf erheblich
mindert.
Die Hauptgemeinſchaft fühlt ſich verpflichtet, öffentlich der Anſicht
Ausdruck zu geben, daß eine ſolche überſtürzte Geſetzgebung weder von
wirtſchaftlicher Vernunft, noch von einem wohlerwogenen ſozialen In=
tereſſe
geleitet worden iſt, und daß ſie gerade im Augenblick ſchwerer
wirtſchaftlicher Kriſe der Autorität der Geſetzgeber nicht förderlich ſein
kann. Sie wendet ſich an alle Kreife, die durch das übereilte Zuſtande=
kommen
dieſes Geſetzes geſchädigt worden ſind, mit der Bitte, über ihre
Auffaſſung bei allen in Frage kommenden Stellen und in der Oeffent=
lichkeit
keinen Zweifel zu laſſen.

Pariſer Vorbereikungen zur z
Huuger Honferenz.

Die Frage der Oſtreparakionen. Repata s
ermäßigung für Bulgarien?

Noch vor Weihnachten dürfte die Einladun,
Haager Konferenz an die Regierungen der
Präſidenten der Haager Konferenz, den belgiſchen
denten Jaſpar, ergehen. Die franzöſiſche Regierr
Gegenſatz zur erſten Haager Konferenz diesmal
tungen nicht fehlen laſſen. Man hat ſich in Pari,
müht, eine Einheitstheſe der Gläubigermächte h.
jede Möglichkeit einer Auseinanderſetzung zwiſch
bigern auf der bevorſtehenden Konferenz auszu
Montag begannen in Paris die auf eine Woche b nro,
ratungen der Finanzſachverſtändigen der Gläubige o=te
ſich auch uns Deutſchen im Hinblick auf die fiebe
renzvorbereitungen der Gläubigermächte unwillkü
druck aufdrängen muß, daß es in Paris wieder
Einheitsfront gegen Deutſchland zu ſchaffen, ſo iſt
rückſichtigen, daß die Aufgabe der Youngausſd
weſentlichen darauf gerichtet war, techniſche Vorau nu
die Ingangſetzung des Youngplanes zu ſchaffen
Gefahr einer weiteren materiellen Benachteiligung n iſche

nicht vorlag. Allerdings haben zwei zum Aufga xo
Youngausſchuſſes gehörende Fragen finanzieller an

lich die Frage der Rückgabe des deutſchen Eig nu
England und eine Reihe deutſch=polniſcher Frag nnzmſ
eine Erledigung gefunden, die leider Deutſchland nief.
Ueberhaupt nicht oder nur indirekt beteiligt i xutäſ
an der Frage der Oſtreparationen, iſex
Paris bisher nicht gelungen iſt, eine Einigung b(=
Von Anfang an hatte der mit der Frage der Oſtre n onen
traute Sonderausſchuß infolge der Haltung Unga trn)
gariens mit den größten Schwierigkeiten zu kämpf Oam=

gariſche Widerſtand wird offenſichtlich vo n
geſtärkt. Anſcheinend glaubt man in Rom, das e

gelung der Frage der Oſtreparationen größtes Int..
ihrer Hilfe Zwietracht in die Reihen der Kleinen n
zu können, um den franzöſiſchen Eindruck zu para keu
die bulgariſchen Zahlungen anbelangt, ſo ſcheint (Saz
Hoffnung auf ein Einlenken Bulga fazy
nicht erloſchen zu ſein. Auch Bulgarien wird von fau
ſeinen Anſprüchen unterſtützt und lehnt eine vom Fahuf
geregte Feſtſetzung der bulgariſchen Schuld auf 1. FZüeg
Goldfranken jährlich zahlbar in 30 Annuitäten a rm M
wird die Haltung Italiens in der Frage der Of anu
aufs ſchwerſte mißbilligt. Man weiſt auf die Beſchl;ern
Haager Konferenz hin, durch die zur Verwahrung
vorteile Italiens England ein von Frankreich, Ita mnd
gien garantierter Teil der Oſtreparationen über
Man wirft nun Italien Preſtigepolitik vor in ein ſr gel
heit, in der eine Löſung auf rein wirtſchaftlicher ur hant
Baſis angeſtrebt werden müßte.
Eine größere Annäherung iſt in den Pariſer 9chuſn
handlungen in der Frage der ſogenannten Befre ſ. ſchul
der Nachfolgeſtaaten erzielt worden. Die Tſchech. lei
wiederum eine weitgehende Herabſetzung ihrer Sc / gevä
erhalten, ſo daß ſie nur noch 37 Annuitäten zu je Bil
Goldmark anſtatt vorher 750 Millionen Goldfrank zu
hat. Trotzdem hat Beneſch angekündigt, im Haag n eC
bigerforderungen der Tſchechoſlowakei gegenüber ſtEtſchl
Ungarn und Bulgarien mit Nachdruck zu vertreten lSch 0
Ausſicht auf Erfolg. Hinſichtlich der Verpflichtunger Iwtereſt
dürfte die Haager Konferenz vermutlich zu der Ehedun ſatsanw
gelangen, daß Oeſterreich künftighin auch formell v len
parationszahlungen befreit ſein wird.

Die zweite Haager Konferenz ſteht alſo vor ſcht ent

Entſcheidungen, ſo daß ſich die beſonders in Lon! wendl
Hoffnung, daß dieſe Konferenz in wenigen Tagen oet
dürfte, wohl kaum erfüllen dürfte.
Konferenz der allierten Zinanz SachverflE90

Die Konferenz der alliierten Finanz=Sachverſt /wen

geſtern begonnen hat und den Zweck verfolgt, eine CIrin
der Gläubigermächte für die zweite Haager Konfere ſert
len, wird vorausſichtlich eine Woche lang dauern, ſich
Morgenblättern iſt in der geſtrigen erſten Sitzung IEeI
Vertrag geprüft worden, durch den die Gläubigermi /e
ternationalen Bank Vollmachten für die Entgegen /
Verwaltung der deutſchen Reparationszahlungen
Der Excelſior hält es für wahrſcheinlich, daß im ei
die Sachverſtändigen=Beſprechungen noch eine Kc ſſad.
alliierten Finanzminiſter ſtattfinden wird, um dadu /
handlungen im Haag auf ein Minimum zu reduzer

Zer Zauorter M Bohnerwbatd.

Von Franz Alfons Gayda.

GDS. Wir ſind gründlich entzaubert. Graue Ernüchterung, Ver=
zweiflung
erfüllt ein Volk, das ſeinen Gott verlor, ſeine Idee
verriet, ſeiner einzigen und eigentlichen Kraft untreu ward; der
Kraft zum Glauben. Dieſe Lebenskraft kann uns niemals durch
Politik oder techniſche Ziviliſation erſetzt werden, denn jene Kraft
beſtimmte unſer Blut, das moderne Denken jedoch nur unſere
äußere Lebensführung. Und die iſt kläglich genug im Zeitalter
der Vollkommenheit aller Maſchinen und Erfindungen. Ihre
Herrſchaft hat uns nicht glücklicher, aber dumpfer, ſtumpfer, woh=
nungs
= und arbeitslos gemacht.
Auch die Wälder ſchwinden wie alle Ströme unſeres inneren
Lebens in dieſer neuen Heidenzeit der großen Städte. Ernüch=
terung
und Verdorrung. Hohe Zeit der Sammlung aller Ge=
ſunden
, Ungebrochenen, dem Abſoluten Hingegebenen ſie
werden das Abgeſtorbene ablöſen müſſen oder mit ihm ſterben.
Das Schrifttum als Spiegel des ſeeliſchen Zuſtandes eines
Volkes bietet uns in ſeiner Maſſe das neue Brot aus Stein
den ganz oder halb politiſchen Roman, den Zeitroman, den tech=
tiſchen
und tau endfach tendenziöſen Roman die ganze Un=
natur
der Stä ke. Auch hier Entzauberung ohne Schöpfung
neuer Werte, ch hier Ernüchterung ohne Möglichkeit zu neuem
Glauben. Ab, auch hier der Zwang, zu ſammeln, was an
Natur aus er Hand vorhanden iſt, um es zu pflegen und ihm
zur Wirkung t verhelfen.
An der heriſchen Grenze beginnt der Böhmerwald, die
Krone Suſ deutſchlands. Noch heute verwunſchene, an Ein=
ſamkeit
rei n urwüchſiger Fülle dnvergleichliche, mit tauſend
geheimnis Stimmen das Herz janſprechende große Natur.
Sagen u archen raunen noch heute durch den Böhmerwald,
ſpukhaft ſoll Grauen oft, ungebändigt wie der düſtere Eiſen=
ndere
Heidentum lebt noch im Untergrunde, voller
wald.
Gebundenheit an die Erde. 1Wo wirkt eine Sprache,
Lund
Ate und das Wuchtigſte, den Traum und die zer=
die
de
Penſchaft, den tollen Sturm in den Lüften, und
maln
türme in den Herzen mit ganz euem Wort zum
ie
Viele Dichter gebar Sudetendeurſihland, Stif=
Aue
Hochwald, war Sohn dieſer grünen Natdx, ihrer
er
ihres milderen Hauches. Aber keinem wA
verliehen wie Hans Watzlik, der
ils ein Zauberer der Sprache im Böhmerwald ſitzt,

vogelſprachekundig, ganz der Magie dieſes Waldgebirges ver=
fallen
, wie ein Stein und Baum, wie Nebel und Sonne, Teil
dieſer Erde. Böhmens größter Sprachſchöpfer, eine elementare
Natur, aus Bauernblut geboren, wird Hans Watzlik in dieſem
Monat 50 Jahre alt, im Reich noch vielfach unbekannt.
Bevor wir über ſeine Bücher ſprechen, noch ein Wort über
ſeine Stellung im Kampf der beiden Völker, der Deutſchen und
Tſchechen. Die meiſten unſerem deutſchen Volk entſtammenden
öſterreichiſch=böhmiſchen Dichter empfinden die Not ihrer Heimat,
haben dieſer Heimat gedient nach ihren Möglichkeiten. Aber
Watzlik bedeutet mehr, iſt ein Hüter des Erbes, ein Mehrer der
geiſtig=ſeeliſchen Kraft, aus der die Beharrung im Deutſchtum
kommt, er iſt mit ſeinem Werk ein kulturpolitiſcher Faktor erſten
Ranges für das ringende Deutſchtum. Um den reichsdeutſchen
Leſer zu Watzlik zu führen, ſollen nur einige der wichtigſten
Bücher erwähnt werden. Bereits das erſte Buch Erzählungen
Im Ring des Offers zeigt rein die Beſonderheit dieſes Autors,
der in ſeinen beſten Schriften durch ſie einzig daſteht in unſerem
Schrifttum. Es iſt alles abſeits der Städte, abſeits der Alltäg=
lichkeiten
, was ſich hier begibt am Fuße und auf dem Höhen des
Oſſers=Gebirges. Düſter und gewaltig, ſpukhaft und legendär,
aber hinreißend durch das knappe, neugeborene Wort er hat
keine Vorbilder, er ſchreibt nicht auch, ſondern neu. Und groß.
Was hier anklingt, wird volle Kraft in der Erzählung Aus
wilder Wurzel einer abſolut männlichen Lektüre. Sied=
ler
im verwunſchenen und verwilderten Eiſenwald, härteſtes
Leben, wilde Naturgewalten und menſchliche Unzulänglichkeit,
Trotz und Beharrung einiger eiſerner Schädel, dazu aus der
Welt von Zeit zu Zeit ſchmutzige Wellen der Jahre mittelalter=
licher
Glaubenskämpfe, die in dieſe Wildnis rollen.
Jahre vor dem Kriege ſchrieb Hans Watzlik ſein notwendiges
politiſches Buch, den Roman O Böhmen! Tſchechen wider
Deutſche (nicht umgekehrt!), denn die Slaven hat immer die
Leidenſchaft des nationalen Gedankens beſeſſen gemacht, die dazu
führte, daß Polen nach einem Jahrhundert auferſtand, daß die
Tſchechen Staat wurden. Auch hier die Meiſterſchaft des Wortes,
das immer wieder Koſtbarkeiten der deutſchen Sprache zutage för=
dert
aus Volkstiefen aber auch jene Eigentümlichkeit des
Wildwuchſes: Watzlik übt keine Zucht, er läßt die Elemente raſen
und läßt zwiſchen ihnen manchmal Sentimentalitäten ſtehen, die
nralt und längſt papieren geworden ſind. Ganz klar und frei
von ſolcher Untugend iſt wieder, wie Aus wilder Wurzel, der
Ums Herrgottswort aus der Zeit der Gegen=
die
im Böhmerwald beſonders blutig um das

Glaubenskampfes. Ueber die blutige Bahn leuchtet
tum des einfachen Volkes, das ſeinem Herrgottsw!
den Tod nicht untreu werden wollte. Was leuch!
blutigen Bahn unſerer Zeit? Ueber dieſem Hunger
über dieſer geiſtigen Not? Ein ſchlichtes, zwing
Schwer und tragiſch, aber auch mit feurigen Zung.
Einen kündend, das uns not.
Den wirklichen Humor haben nicht die Leute
matenſchreibtiſch und im Literatencafé. Auch er D.
gebrochenheit und ein geſundes, möglichſt großes 9e1
Schelmenroman Fuxloh oder die Taten und 2
Kaſpar Dillhäubel werden viele Leſer ungetrühte,
Freude haben. Der Jugend hat Watzlik ein Gegen!
in dem im Verlag Hermann Schaffſtein, Köln, erſchte
von dem wunderſamen, abenteuerreichen Leben de
aus Schnappautz, einer unbändigen Schelmengeſchichlt
Titel Ridibunz, einem Volksbuch gleich Stilzt
des Böhmerwaldes, das bei Eugen Diederichs in
nen iſt. Der Volkserzieher und Volkskundler Wah=
auch
die Böhmerwaldſagen, von denen er die Eie
neu geſtaltete in ſeinem Werk Dämmerbo.
Erzählungen). Die meiſten ſeiner Bücher ſind ii.
L. Staackmann, Leipzig, erſchienen, mit Ausnähe.
tiſchen Erzählungen Schloß Weltfern. Die Relle.
lay eine Nachfolge Hauffs, der Gedichte Der ſchld
ten und des entzückenden Kinderbuches F1.."
im Verlag von Gebrüder Stiepel in Reichenbern.
herausgegeben wurden. Dieſes Kinderbuch gehol.
in den Bildern zu den ſchönſten und echteſten Bet.

Gottes rang.

Geſchichte wird Sinnbild jedes echten

Morgenſtern, L.: Illuſtriertes Kochbuch, 11.
Auflage. 808 Seiten, 549 Abbildungen und
Leinwand gebd. 14 RM. Erſchienen bei Heinrin.
geſellſchaft m.b. H., Nordhaufen (Harz).
Jede Ehekandidatin ſollte kochen, gut kochen L.
Frau ihre Kochkenntniſſe ſtändig erweitern, aul L
wohlſchmeckende Gerichte auf den Tiſch des Haule
ſem Sinne iſt das Kochbuch von Lina Morgenſie.
zuverläſſiger Ratgeber ſehr zu begrüßen. In. "
das im Text Geſagte erläutert. Alle einfachen
griffe werden in trefflichen Bildern gezeigt, o
rin in der Kochkunſt ſich an die ſchwierichten
kann. Es iſt ſchon rein äſthetiſch eine Freude.
durchblättern. Vor allem die farbigen Tafein.
buch umfaßt, bis zur Krankenküche hinab, Darſtellung.

[ ][  ][ ]

mer 350

Mittwoch, den 18. Dezember 1929

Seite 9

S Begiſchnalionalen Landkagsfrakkion gegen
das Land Preußen.
Leipzig, 17. Dezember.
zem Staatsgerichtshof für das Deutſche Reich begann
* dem Vorſitz des Reichsgerichſtspräſidenten Dr. Bumke
nidlung in der Streitſache der Fraktion der Deutſch=
Voltspartei des Preußiſchen Landuags gegen das
(ußen über die Frage, ob die Eintragung in die Liſten
dVolksbegehren und die Teilnahme am Volksentſcheid
eiry geſetz für die preußiſchen Beamten mit ihren Dienſt=
ht
: ereinbar iſt und ob demgemäß die Stellungnahme der
Fßr Regierung in dieſer Frage verfaſſungswidrig iſt
Im
Dntrag der Deutſchnationaben Volks=
Tutet: Der Staatsgerichtshof wolle beſchließen, daß die
nol der preußiſchen Beamten am Volksbegehren und
s heid grundſätzlich zuläſſig und daß die dagegen ergrif=
tögebungen
des preußiſchen Staatsminiſteriums ver=
m
brig ſind. Das Land Preußen beantragt,
KE als unzuläſſig zu verwerfen, eventuell ſie als unbe=
d
=urückzuweiſen. In ſachlich=rechtlicher Be=
unm
ridelt es ſich zunächſt darum, ob überhaupt die Stimm=
bbe
i einem Volksbegehren Gegenſtand diſziplinariſcher
ſoln); bilden kann.

12 des Reichsgerichispräſidenken gegen den
velA Teil des Ankrags der Landkagsfraktion.
Darſtellung des Streitfalles durch den Berichterſtatter
Vorſitzende, Reichsgerichtspräſident Dr. Bumke, dar=
ß
der zweite Teil des Antrages der Landtagsfraktion
n Anlaß gebe inſofern, als zwiſchen einem Ver=
s
ſtreit und einer Verfaſſungsverletzung
erſchiedliche Behandlung Platz zu greifen
eine Verfaſſungsverletzung ſei ein Staatsgerichtshof
derer Form vorgeſehen. Auch die preußiſche Verfaſ=
einen
beſonderen Staatsgerichtshof für Verfaſſungs=

r vor. Der Staatsgerichtshof für das Deutſche
nur bei Verfaſſungsſtreitigkeiten zuſtändig. Auf
re Anregung des Vorſitzenden ergänzte
rwalt Dr. Seelmann=Eggebert ſeinen An=
Die Teilnahme der preußiſchen Beamten am Volks=
rd
Volksentſcheid durch Eintragung in die Liſten und
be iſt ohne Einſchränkung im übrigen innerhalb der
S Diſziplinarrechtes zuläſſig.

ſterialdirektor Dr. Badt erklärte auf eine
Vorſitzenden, daß in Preußen, ſoweit ihm bekannt ſei,
einzigen Falle wegen der Einzeichnung in die Ein=
de
ein Verfahren gegen Beamte eingeleitet worden iſt.
ſterialrat Dr. Förſter gab für das Reichs=
des
Innern die Erklärung ab, daß zum mindeſten
FeAren, wenn es ſchon eingeleitet ſein ſollte, nicht zur
ſchfif ng gekommen iſt.
Reslsanwalt Dr. Seelmann=Eggebert über=
hte
= Anzahl Schriftſtücke zum Beweiſe dafür, daß direkte
in’n te Verbote an Beamte, ſich am Volksbegehren zu be=
gen
,m verzeichnen ſeien, namentlich von Provinzialbehörden.
Milſterialdirektor Dr. Badt erklärte, daß kein
ew! II eines Verbotes durch eine nachgeordnete Behörde
Stot zegierung bekannt geworden ſei. Dagegen hätten die
did ielfach in der Weiſe Stellung genommen, daß ſie er=
ſelbſtverſtändlich
ſei jedermann völlig ungehindert,
einz! chnen. Es werde aber gehofft, daß jeder nach ſorg=
iger
äfung ſelbſt wiſſe, was er zu tun habe. Eine Zu=
menu
ang der angeblichen Verbote in einer Broſchüre des
hsten bgeordneten Everling zeige, daß 99 Prozent aller
e vad aus der Luft gegriffen oder unrichtig dargeſtellt ſeien.
s St3 miniſterium werde in jedem einzelnen Falle prüfen,
dass rtreten für das Volksbegehren eine diſziplinariſche
undun r finden habe oder nicht. Zweifellos ſei, auch nach
m Un) von anerkannten Autoritäten, zu bejahen, daß das
ſtretil er das Volksbegehren unter das Diſziplinarrecht falle.
Naay rörterung dieſer Vorfragen nahm Rechtsanwalt Dr.
lmarg =ggebert das Wort, um in längeren Ausführungen
Akt;ogitimation der Landtagsfraktion und die ſonſtigen

Grr/ s Haus. Dienstag, den 17. Dezember 1929.

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Othellr.)
denn Eai
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W.
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D

Barbier, der bei der Uraufführung 1816 ausgepfif=
bal
! rrauf ſeinen Siegeslauf antrat, hatte Roſſini ſeinen
erfolg. Die in demſelben Jahre folgende Oper
nachte ſich durch ihren grotesken Schluß unmöglich,
in Mord auf offener Bühne verpönt war, fragt Des=
Eemonart deren Ausruf: ich bin unſchuldig! der Mohr: iſt
S willy wahr? Und als ſie antwortet: ich ſchwöre es dir
gen .. Hand in Hand ein feuriges Finale. Dieſe wahre
hichel 2benbei.
2 Roſſiwi komponierte 1817 die Cenerontola, die
* Felina, die er ſeinem Impreſario nicht rechtzeitig ab=
. daß ihm dieſer einfach die Wohnung ſolange zu=
er
fertig war. Die feinere Cenerontola konnte ſich
eudl em derberen Glanz des Barbiers nicht halten, was
im 1 anlaßte, gleich drei weitere Opern folgen zu laſſen:
Nell elte gazza ladra, die Armida und die Adelaide‟
189 1819 und 1820/21 erſchienen je drei neue Opern, die
Hreibende Muſiker auf gutbezahlte Beſtellung gleich=
Auy em Aermel ſchüttelte. So gerieten denn alle dieſe
gleichem Schema gearbeitet, ſich ſehr ähnlich. Die
wiederholen ſich, die Figuren gleichen ſich auf ein
Sharakteriſtik iſt labil und paßt überall hin. Die
gehen für eine Oper ſo gut wie für die andere, und
Hoft getauſcht, ſo daß man heute kaum mehr weiß,
ge 2 rſpüngliche war.
Del verſteigerung ihrer kolorierten Stilelemente, bekämpft
Se und Wagner, führte zu ihrem Ende und wurde von
No0 ik abgelöſt. Heute mögen wir auch an Roſſini, aber
an wenigen Hauptwerken, wieder Gefallen finden,
rrügend Abſtand von Bewegung und Gegenbewegung
raben, um das Geniale in beiden ſchätzen zu können.
Schentwickelte heutige Inſzenierungskunſt aber wäre
Belebung nicht denkbar, die ein muſikaliſch wohl ſehr
als Oper jedoch fragwürdig bleibendes, ſeelenloſes
em Geiſt weſensfremdes Werk reizvoll zu machen,
t beſitzt.
Ttola heißt Aſchenbrödel. Es iſt mir nicht bebannt
ve Neubearbeitung des auf Angelina umgetuften

Fragen verfahrensrechtlicher Art im einzelnen näher zu be=
gründen
.
Die Frage der akkiven Legikimation.
Miniſterialdirektor Dr. Badt führte u. a. aus, nach den
bisherigen vorläufigen Schätzungen hätten ſich 810 000 Staats=
und Reichsbeamte trotz der Warnung in die Liſten eingetragen,
ebenſo 30 bis 40 000 Kommunalbeamte. Der § 4 des Freiheits=
geſetzes
habe ſogar den Anlaß zu einer Spaltung in der deutſch=
nationalen
Partei gegeben. Das beweiſe die Richtigkeit der preu=
ßiſchen
Staatsregierung. Preußen verneine die Frage, ob die
Warnung des preußiſchen Miniſterpräſidenten an die Beamten
ein gerichtsfähiger Akt ſei. Wenn die Beamten ſich auf einem
Umweg über eine Fraktion an den Staatsgerichtshof wenden
könnten, ſo würde das eine völlige Verwiſchung des Begriffes
der Aktivlegitimation bedeuten. Zum Schluß betonte Miniſterial=
direktor
Dr. Badt, daß keinem Beamten das Recht verwehrt wer=
den
ſolle, ſachliche Kritik an den Maßnahmen der Regierung zu
üben. Hier handele es ſich aber nicht um eine Beſchränkung des
Rechtes der freien Meinungsäußerung, ſondern um eine Reini=
gung
des politiſchen Lebens.
In der Nachmittagsſitzung ergriff zunächſt Miniſterialrat
Dr. Löwenthal für das Reichsminiſterium der Finanzen zur
Frage der aktiven Legitimation das Wort. Er führte aus, daß
unter Verfaſſung im Sinne eines Verfaſſungsſtreites die Ver=
faſſung
im materiellen, aber nicht im formalen Sinne gemeint
ſein könne. Wenn in dieſem Falle die Klagebefugnis der deutſch=
nationalen
Landtagsfraktion anerkannt würde, ſo würde eine
Abgrenzung der Verfaſſungsgerichtsbarkeit gegen die Verwal=
tungsrechtspflege
und die Diſziplinargerichtsbarkeit kaum noch
zu finden ſein. Als Verfaſſungsſtreitigkeiten ſollten lediglich die
großen Streitigkeiten zwiſchen den zur Bildung des oberſten
Staatswillens der Länder berufenen Stellen vor den Staatsge=
richtshof
gehören. Mit Rückſicht auf die vorgebrachten Beden=
ken
gegen die Formulierung des Klageantrages gab Rechtsan=
walt
Dr. Seelmann=Eggebert dem

folgende Faſſung:
Der Staatsgerichtshof wolle feſtſtellen: Es iſt mit der Ver=
faſſung
nicht vereinbar, daß das preußiſche Staatsminiſterium
den preußiſchen Beamten auf dem Dienſtwege eröffnet hat, ihr
Eintreten für das Volksbegehren, gleichviel in welcher Form, ſei
mit den Beamtenpflichten nicht vereinbar‟. Die Verfaſſung ge=
währleiſtet
vielmehr den Beamten: 1. ſchlechthin das Recht, ſich
beim Volksbegehren in die Eintragungsliſten einzutragen und
beim Volksentſcheid ihrer Ueberzeugung entſprechend die Stimme
abzugeben, 2. weiterhin auch das Recht, anderweitig für das
Volksbegehren und den Volksentſcheid einzutreten, ſofern ſie
nicht im Einzelfall durch die Art und Form ihres Eintretens
die beſonderen Beamtenpflichten verletzen.
Als Redner ſodann den Fall des Regierungspräſidenten in
Merſeburg erwähnt, der lediglich der Staatsregierung gegen=
über
Bedenken geäußert habe und ſofort zur Dispoſition ge=
ſtellt
worden ſei, betonte Miniſterialdirektor Dr. Badt, daß es
ſich um einen politiſchen Beamten gehandelt habe. Von einem
ſolchen müſſe die Regierung unbedingt verlangen, daß er ſich in
jeder Weiſe hinter ihre Politik ſtelle. Im übrigen ſei die Kund=
gebung
des Miniſterpräſidenten Braun als Warnung keine
Normſetzung, wie es ein Verbot geweſen wäre.
Der Staatsgerichtshof wandte ſich dann der Erörterung der
Frage zu, ob die Reichsverfaſſung den Beamten das Recht ge=
währleiſte
, für ein jedes Volksbegehren, gleichviel welchen In=
haltes
, ſich einzutragen und beim Volksentſcheid die Stimme
abzugeben.

Die Fraktion der Deutſchen Volkspartei hat folgen=
den
Antrag im Heſſiſchen Landtag eingebracht:
Wir beantragen, der Landtag wolle beſchließen, daß die von der
Regierung verhängte vorläufige Beförderungsſperre ausnahms=
los
für alle Beamtenſtellen gelten ſoll.
Begründung: Es wird in der Bevölkerung nicht verſtanden und
erregt das lebhafteſte Befremden, daß die höchſtbezahlten Be=
amtenſtellen
im Lande zur ſelben Zeit neu vergeben werden, in der
überalterte Anwärter vergebens auf Anſtellung warten und die Regie=
rung
ſelber äußerſte Sparſamkeit für das Gebot der Stunde erklärt
hat. Beſonders peinlich berührt in den weiteſten Kreiſen die unbe=
ſtreitbare
Tatſache, daß Fälle vorliegen, bei denen nicht ſachliche, ſon=
dern
rein parteipolitiſche Erwägungen für die Ernennungen ausſchlag=
gebend
geweſen ſind.
Darmſtadt, den 17. Dezember 1929.
Dr. Keller=Büdingen und Fraktion.
Stückes durch Hugo Röhr greift, der der heutigen Erſtauf=
führung
beiwohnte. Er hat die für Kolorotur=Alt beſtimnte
Titelrolle für Sopran umgeſtaltet, wodurch die Oper erſt für
heutiges Stimmaterial aufführbar wird. Von dem deutſchen
Märchen iſt nicht viel übrig geblieben. Rowantik und Poeſie
iſt entſchwunden. Die Seele fehlt und alles wurde veräußerlicht,
bis allein die realiſtiſche Draſtik der opera buffa blieb. Hierin
aber iſt Roſſini Meiſter. Der bewegliche Humor, die Komik der
Situation, geniale Einfälle ſprühender Laune werden mit ge=
nauer
Kenntnis der Mittel zu muſikaliſcher Spannung und zu
ſicherer Bühnenwirkung verwendet. Die Muſik wird in feſtge=
ſchloſſene
thematiſche Formen gegoſſen, melodiſch geſüßt, inſtru=
mental
gewürzt. Wie kaum eine andere iſt dieſe Oper auf den
Ziergeſang der Einzelſtimme und auf die zahlloſen Enſembles
aller ſtimmlichen Gattungen geſtellt. Wie kaum eine andere
ſtellt ſie daher techniſche Anforderungem an Stimme, Muſikalität,
Zungenfertigkeit, Spannkraft der Ausübenden von wirtuoſem
Ausmaß.
Die Aufführung zeigte ſich jedem hochgeſtellten Anſpruch ge=
wachſen
. Sie darf muſikaliſch und ſzeniſch glänzend genannt
werden. Die Inſzenierung Renato Mordo Schenck von
Trapp fand aus erfinderiſcher Phantaſie die Mittel, die ver=
nüchterte
Handlung mit einem berückenden Zauber kühler, vor=
nehmer
Art zu ſchmücken. Aus der genial verwendeten Dreh=
bühne
traten kühne Geſtaltungen von ſtärkſter Illuſionskraft
in brauchbar=wirkſame Erſcheinung. Sie wurden zu Folien für
Koſtüme von fabelhafter Originalität und Farbenpracht. Ein
durchgehend verwendetes tänzeriſches Element belebte Vorgang
und Muſik aufs glücklichſte. Ueber der muſikaliſchen Ausführung,
gründlich vorbereitet und vortrefflich geleitet, waltete K. M
Zwißlers ſichere, ſtarke Hand.
In den Hauptrollen, alle geſpickt mit äußerſten geſanglichen
Schwierigkeiten, holten ſich verdiente Triumphe Käte Walter
als liebreizende, virtuoſe Angelina, Karl Stralendorf als
ein brillanter, offenbar mit großer Freude in ſeiner Aufgabe
ſtehender Dandini, Otto Stadelmaier als ein eleganter,
ſtimmfroher Prinz, Heinrich Kuhn als ein troddeliger
Magnifico von packender Draſtik. Die beiden charakteriſtiſch
herausgearbeiteten Schweſtern Tisbe und Clorinde hatten in
Regina Harre und Maria Kienzl vortreffliche Vertre=
terinnen
. Ernſt Overlack gab den myſteriöſen Alidoro ſehr
ſympathiſch. Chöre und Statiſteris bildhaft und präzis.
Die Enſembles wohlklingend und fein ausgegrbeitt. Das

* Berlin, 17. Dezember. (Priv.=Tel.)
Die Germania das Organ des Zentrums, macht das
rheiniſche Eiſenbahnabkommen zum Gegenſtand einer ſehr ſchar=
fen
Kritik. Sie hält das Schreiben Briands vom 4. Auguſt für
ſehr ſchwerwiegend, in dem es heißt, daß die beteiligten Regie=
rungen
gegebenenfalls von den Rechten Gebrauch machen wer=
den
, die ſie auf Grund des Artikels 43 des Friedensvertrages
haben, ſei es betr. der Arbeiten, die nach dem Ablauf von 12
Jahren ausgeführt werden ſollen, ſei es hinſichtlich aller Eiſen=
bahnbauten
, die vor oder nach dem Ablauf des genannten Zeit=
raumes
an irgendeinem Punkt der entmilitariſierten Zone aus=
geführt
werden und die in ihren Augen eine Verletzung des Ar=
tikels
43 darſtellen ſollten. Die Germania weiſt auf die Inter=
pretation
der Reichsregierung hin, wonach Deutſchland nicht ver=
pflichtet
ſei, zur Errichtung einer Bahnanlage die Genehmigung
der Botſchafterkonferenz einzuholen. Es werde vielmehr der
Botſchafterkonferenz überlaſſen, nachzuweiſen, daß die betreffende
Anlage nicht wirtſchaftlichen Zwecken dient, ſondern eine Mobil=
machungsvorbereitung
darſtellt. Dem hält das Zentrumsblatt
entgegen, was Tardieu am 9. November in der Kammer geſagt
hat, wonach eine bedeutende Sache durchgedrückt ſei, und zwar,
daß die Grundſätze der Ueberwachung aufrechterhalten bleiben,
daß die Ausführung eines gewiſſen Programms um 12 Jahre
verzögert und das Programm des Straßenbaues in einer Denk=
ſchrift
im Haag aufgerollt werden konnte. Da die Richtigkeit die=
ſer
Behauptungen bisher nicht dementiert worden ſei, ſei anzu=
nehmen
, daß ſie den Tatſachen zugrunde liegen. Das 12jährige
Baumoratorium, welches über eine der wirtſchaftlich am fort=
geſchrittenſten
Provinzen Preußens verhängt worden ſei, be=
weiſe
, daß die deutſche Regierung es in der Praxis nicht darauf
ankommen laſſen wollte, erſt Neubauten ausführen zu laſſen
ohne vorherige Zuſtimmung der beteiligten Regierungen, da das
Reich dann in die Lage kommen könnte, die Anlagen ſpäter wie=
der
gbreißen zu müſſen. Durch dieſe Praxis der Pränumerando=
Bewilligung gewinne vor allem die im Haag grundſätzlich be=
ſchloſſene
Befugniserweiterung der Vergleichskommiſſion ein
beſonderes Geſicht; werde ihr doch vorausſichtlich die Aufgabe zu=
fallen
, vor Inangriffnahme neuer Bauten, die wirtſchaftliche
Dringlichkeit derſelben zu begutachten. Schließlich kündigt die
Germania noch eine Reichstagsdebatte über das Rheinland=
abkommen
an. Das Zentrum werde in dieſer Angelegenheit
noch manche ernſte Frage zu ſtellen haben, da von Zentrumsſeite
oft die Gefahr einer rheiniſchen Wirtſchafts= und Verkehrskon=
trolle
betont worden und von dieſer Seite aus ein Stillſchweigen
nicht zu erwarten ſei.
Die Reichsanleihe vor dem Abſchluß.
Berlin, 17. Dezember.
* Die Reichsregierung tritt in einer amtlichen Erklärung
dem Peſſimismus entgegen, der ſich gerade in Beamtenkreiſen
nachgerade wegen der kommenden Ereigniſſe am Ultimo bemerk=
bar
macht, und gibt die Erklärung ab, daß irgendwelche Schwie=
rigkeiten
nicht mehr zu erwarten ſeien. Bekanntlich ſchweben ſchon
ſeit längerer Zeit Verhandlungen mit dem amerikaniſchen
Bankhaus Dillon, Read u. Cie. über eine Anleihe von rund
300 Millionen. Das amerikaniſche Bankhaus behauptet aller=
dings
, das Konkretes nicht vorliege. Das iſt aber wohl nur eine
Formalität. Tatſächlich müſſen die Verhandlungen ſchon recht
weit vorgeſchritten ſein, wenn auch das Geld recht teuer lommen
wind. Hinderniſſe können allein noch vom Reichsbankpräſidenten
kommen, der als Sachverſtändiger vermutlich von den Amerika=
nern
vor der Vertragsunterzeichnung gefragt werden wird. Hier
ſcheinen trotz der Beſprechungen der letzten Tage alle Schwierig=
keiten
noch nicht aus dem Weg geräumt zu ſein. Dr. Schacht
hat aber wohl eingeſehen, daß im Augenblick keine Steuer=
erhöhungen
mehr durchzuſetzen ſind. Er verlangt aber, daß genau
wie die Stadt Berlin das Reich ſchleunigſt Schritte ergreift, um
von der Belaſtung der kurzfriſtigen Schulden herunterzukom=
men
. Hier iſt vielleicht auch noch eine Ergänzung des von der
Regierung vorgeſehenen Schuldentilgungsgeſetzes denkbar in der
Form, daß noch andere Mittel flüſſig gemacht werden, um
wenigſtens die kurzfriſtigen Verpflichtungen zu verringern.
Allerdings werden im nächſten Vierteljahr an jedem Ultimo
neue Schwierigkeiten eintreten und es iſt verſtändlich genug,
wenn der Reichsbankpräſident darauf drückt, daß wenigſtens aus
den Erfahrungen dieſer Woche entſcheidende Lehren gezogen
werden, damit die dauernden Krediterſchütterungen, die mit den
Ultimoſchwierigkeiten immer verbunden ſind, künftig vermieden
werden.

Orcheſter in der Begleitung und ſinfoniſch (Ouvertüre, Ge=
wittermuſik
) hervorragend.
Das Ganze eine ſtarke Leiſtung, die die nicht groß genug
denkbare Mühe der Einſtudierung lohnte, und mit Recht ſen
ſationelle Anerkennung fand.
v. II.

Es hat gewiß viel Arbeit, Mühe, Fleiß und Schweiß gekoſte
das Weihnachtsſpiel, das geſtern abend im Saal des Realgym
naſiums von Schülern der Anſtalt aufgeführt wurde; aber a
die Mühe war nicht umſonſt aufgewandt. Nach deutſchen Volks
ſchauſpielen und =Liedern hat Dr. K. Plenzat das Geſchehnis de
Geburt Chriſti geſchrieben. Und Schüler aus den Klaſſen
Quinta II, Oberſekunda III und Oberprima III haben unter
Mitwirkung eines Chors und eines kleinen Orcheſters eine ſ.
hübſche Geſamtaufführung zuſtande gebracht, daß man am Stüe
und am Spiel ſeine helle Freude haben konnte. Vom kleinſte
Quintaner bis zum Herrn Oberprimaner war alles am rid
tigen Platze, und Joſef, Maria, Herodes, Marſchall, die zw
Schriftgelehrten, der Tod, Ausrufer, Wächter, die Wirte, die e
ſchrecklich böſe Wirtin, die alten und jungen Hirten, der Scha
ner, das Bauernpaar, die heiligen drei Könige, die Diener un
das Hirtenvolk halfen alle in gleicher Weiſe zum Gelingen de
Ganzen mit. Und nicht minder die goldigen Englein, die b.
der Anbetung um die Krippe knieten und mit dazu beitruger
ein außerordentlich wirkungsvolles Schlußbild zu ſchaffen. D
Darſteller des Herodes ſcheint ſogar ausgeſprochen; darſtelleriſch
Begabung zu beſitzen, und der Nachtwächter ſang ſein Hört il
Leut mit ſo vielverſprechendem Baß, daß es durchaus nicht ur
möglich erſcheint, daß er einmal den Saraſtro ſingen wird. Di
hinter der Szene vom jugendlichen Chor geſungenen Weihnachts
lieder klangen hübſch und rein. Ueberraſchend gut hielt in
das kleine Orcheſter (und Klavier) in einer als Einleitung g
ſpielten Weihnachtsſymphonie von Francesco Manfredini, Ont
unter Leitung von Herrn A. F. Volz ſauber und exakt geſpiet
wurde und wobei das erſte Pult der Geigen Gelegenheit hatte
ſich auszuzeichnen. Die Bühne und beſonders die Koſtüme ware.
ſehr nett hergerichtet durch Herrn A. M. Schwindt, und der Oher
primaner Otto Pöllot war ein ſehr gewandter Beleuchtungs
inſpektor. Die durchaus wohlgelungene Einſtudierung des Weih
nachtsſpiels iſt Herrn Hans Wermbter zu danken, der in monate=
langer
Arbeit ſich für das erfolgreiche Gelingen der Aufführun
müihte.
C.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Mittwoch den 18 Dezember 1929

* Die engliſch rufſiſchen Beziehungen.
Der Empfang des neuen ruſiſchen Bokſchafters
in London.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, 17. Dezember.
Der Empfang, den Englands öffentliche Meinung dem in
der vergangenen Woche in London eingetroffenen Sowjetbot=
ſchafter
Sokolnikoff bereitet hat, kann man wohl am treffendſten
mit den Worten bitter=ſüß oder gar ſäuerlich bezeichnen.
Das liegt zum Teil daran, daß in der letzten Zeit ſich dauernd
allerhand ruſſiſche Senſationen ereignet hatten, die nicht nur
wenig Angenehmes für das Sowjetregime enthielten, ſondern,
was vielleicht noch wichtiger iſt, von ſolcher Art waren, daß ſie
gutes Leſematerial abgaben, alſo allgemein ſtark beachtet
wurden. Zum Beiſpiel: die wiederholten, von der Sowjetmacht
ſelbſt bekannt gegebenen Erſchießungen, die Maſſenflucht der
deutſchen Anſiedler, die famoſe Bjeſſedowſki=Affäre, der nieder=
ſchmetternde
Rußland Bericht zweier engliſcher Bergarbeiter, die
in Moskau erfolgte Verhaftung der Schweſter der Londoner
Lady=Mayoreß wegen Vorleſen aus der Bibel und anderes
mehr. Die Engländer leſen all dieſe Dinge kopfſchüttelnd und
fragen ſich mit Recht, ob es beſonders angenehm ſein wird, den

Sendling einer Regierung, die ſich derartig unziviliſiert be=
nimmt
, in den Mauern von old dear London zu beherbergen?
Zunächſt tritt man allerdings der engliſchen Sitte gemäß
dieſem Problem noch abwartend und mit einigem ſäuer=
lichen
Humor entgegen. Die Sowjetmacht hat für etwa 30000
Pfund Sterling einmaliger Anzahlung und einer Miete von
etwa 6000 Pfund Sterling im Jahr eines der prunkvollſten
Palais Londons als Sowjetbotſchaft auserkoren das dem
Herzog von Marlborough gehörende Sunderland Houſe, wel=
ches
der amerikaniſche Milliardär Vanderbilt im Jahre 1895
eigens für ſeine Tochter Conſuelo (als ſie den Herzog heiratete)
hatte erbauen laſſen. Das Haus befindet ſich im Stadtteil
Mayfair, welcher etwa dem Alten Weſten Berlins entſpricht.
Hier lebt die engliſche Ariſtokratie. Naturgemäß ſind nicht alle
Einwohner dieſes Stadtteils von der neuen Nachbarſchaft ſon=
derlich
begeiſtert. Zumal die Blätter es eilig haben, allerhand
wenig beruhigende Dinge über die Sitten und Gebräuche in
Sowjetbotſchaften zu berichten. Das meiſtgeleſene Londoner
Abendblatt teilte zum Beiſpiel, juſt am Einzugstage Sokolni=
koffs
, mit, daß in jeder Sowjetgeſandtſchaft ſich auch eine Filiale
der Ogpu befindet, die ſich mit allerhand geheimen Machen=
ſchaften
, Morden inkluſive, zu beſchäftigen pflegt, und daß auch
die neue Londoner Sowjetbotſchaft eine derartige Filiale‟
aufweiſen wird.
Ueber die Art, wie man den neuen Sowjetvertreter be=
handeln
ſollte, beſtehen gleichfalls ſehr geteilte Anſichten. Der
bedauernswerte König, der in Windſor die Schweſter des er=
mordeten
Zaren beherbergt, dem das tragiſche Ende der mit ihm
nahe verwandten Zarenfamilie perſönlich ſehr nahe gegangen

war und der für die Moskauer Herren einen m.
und ſehr begreiflichen Abſcheu empfindet, wird ar
nellen Gründen den Abgeſandten der Sowjets em
ſen. Doch nicht nur von hohen engliſchen
ſondern ſelbſt von einzelnen Mitgliedern des
Korps konnte ich in letzter Zeit oft hören, daß ſie
Sokolnikoff den Beſuch ihrer Häuſer aufs entſo
wehren werden. Andere äußern etwas opportnn
ſichten. Doch auch dieſe ſind nicht ſehr ſchmeichel
Sowjetdiplomaten, den ſie laufen alle auf einen
Ratſchlag hinaus: Macht mit den Sowjetruſſen
viel Ihr wollt but don’t shake hands with the
Endlich gibt es auch weite Kreiſe, die die
ziehungen zu den Bolſchewiſten nicht nur mit e
ſüßen Lächeln beurteilen, ſondern dieſe mit einer
ten Bitterkeit verdammen. Dieſe Leute, zu denen
Politiker, wie Lord Birkenhead, Lord Sydenham.

Lampſon und viele andere gehören, nehmen die 9
nikoffs zum Anlaß, um erneut eine heftige Agitati=
Sowjetſyſtem zu eröffnen. Für dieſe Kreiſe ſehr a
vor einigen Tagen in London erfolgte Ankunft 9
renſkis geweſen. Kerenſki, der als Sozialiſt über ſ.
ziehungen zu den Mitgliedern der Labour=Regier
lenkt die Aufmerkſamkeit der engliſchen öffentlich
auf das ungemildert fortdauernde Wüten des Te
in Rußland. Und es kann kein Zweifel darüber
ſeine Intervention gleichfalls nicht angetan iſt, die
der Londoner dem Genoſſen Sokolnikoff gegenüber
licher zu geſtalten.

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Beftellung frei Ha

Aus den Amtsverkündigungen
Darmſtadt und den Bekanntn /n
Polizeiamts Darmſt
Gefunden: 1 Opelrad, 1
rad, Marke unbekannt, 1
banduhr. 1 Portemonnaie
2. Aktentaſchen, 1 ſilberne
Kette, 1 Kinderhoſe, 1 I
monnaie. 1 kleiner Koffer
artikeln, 1 Damengürtel,
1 Reitpeitſche. 1 Kinderh
1 Kinderhandſchuh, 3 Bund

Zugeflogen: 1 junger Hal
Zugelaufen: 1 junger
Hund. 1 brauner Dackel
Wir machen wiederholt
merkſam, daß auch noch Fun!
vorhanden ſind, die in fruher
machungen verzeichnet ſind.
ten können die Fundgegen
end der Büroſtunden auf Z.
ſichtigen.

VZer

Am Donnerstag, den
1929, nachm. 3 Uhr, verſte
meinem Verſteigerungslokal
ſtraße 32 zwangsweiſe meiſtb
Barzahlung:
1 Fahrrad, 1 Ladentheke,
bänke, 1 Staubſauger. 1
phon, 1 Klavier 1 Kaſſenſ
Schreibmaſchine, verſch. Ki
1 Autoanhänger ſowie Möb
Darmſtadt, den 18. Dez. 18
Huckelmann
ſtellvertr. Gerichtsvollzi

Liebigſtr. 8, II. gut
möbl. Zim. z. vm. (*

Wendelſtadtſt. 26,II.
ſchön. möbl. Zim. m.
el. L. zu vm. (*m=

Lucasweg 11, I.,
frdl. möbl. Zim. an
ſolid. Dauermiet (in
z 1. 1. 30. zu vm. (*

Zwangsverſteigeruns
Die nachſtehend, bezeichneten Grundſtücke, di
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auſ *.
der Ezeleute Autodroſchkenvermieter Mathias F
Maria, geb. Wirth, als Geſamtgut der Errun
gemeinſchaft im Grundbuch eingetragen waren, =
Dienstag, den 25. Februar 1930, nachmittaz=
durch
das unterzeichnete Gericht im Sitzungsſtg
Amtsgerichts Darmſtadt I verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der de
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 21. Nobe
in das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung 9ee
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichte
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vol. 2
derung zur Abgabe von Geboten bei dem üte
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der 2.
des geringſten Gebots, nicht berückſichtigt und Le
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſprüce.
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt weill.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung eilde
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Si
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Giühlte.
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls iu. L
der Verſteigerungserlös an die Stelle des verſtehe..
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 6. Dezember 1929,
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk II. D0
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann
17 44 Hofreite Nr. 66 Ried=
eſelſtraße

2. 17 44),, Grabgarten daſelbſt

[ ][  ][ ]

Mittwoch, den 18. Dezember 1929

Seite 5

mmer 330

Au3 der Landesotaprkavt.
Darmſtadt, 18 Oezember.
=pnannt wurden: der Oberregierungsrat bei der Provinzial=
Oberheſſen Dr. Auguſt Heß unter Belaſſung der Amts=
rig
als Oberregierungsrat mit Wirkung vom 1. Januar 1930
tragenden Rat bei der Oberrechnungskammer; am 14. Dezem=
Bürgermeiſter Heinrich Ritzel in Michelſtadt i. Odw. zum
erungsrat bei der Provinzialdirektion der Provinz Ober=
Gießen, ebenfalls mit Wirkung vom 1. Januar 1930; am
ember der Verſorgungsanwärter Wilhelm Schmidt aus
Alsf5 um Amtsgehilfen bei dem Kreisamt Lauterbach mit Wirkung
vom November 1929 ab; am 11. Dezember der Ergänzungsrichter
Damm dallinger in Worms zum Handelsrichter bei der Kammer
ſelsſachen in Worms für die Zeit bis zum 31. De ember 1930;
am jezember der Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz
Stam uurg Dr. Theodor Metz zum Miniſterialrat im Heſſiſchen
Min um der Juſtiz mit Wirkung vom 18. Dezember 1929 ab.
mtsbezeichnung. Das Mitglied der Oberrechnungskammer
Regs gsrat Heinrich Lohnes erhält die Amtsbezeichnung Ober=
regien
Srat.
us dem Staatsdienſt entlaſſen wurde am 13. Dezember der
ugsoberſekretär Hermann Waſſem zu Offenbach a. M.
Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1929 ab.

erſetzungen in den Ruheſtand: Gendarmeriemeiſter Gg. Berg=
m
Altenſtadt tritt auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. 2.
den Ruheſtand. Auf Grund des Geſetzes über die Alters=
Staatsbeamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezember bzw. 8.
1925 (Reg.=Blatt S. 509 511 und 249) tritt am 1. Februar
ſen Ruheſtand Kanzleiaſſiſtent bei dem Amtsgericht Schotten
SRaab.

fiſches Landestheater Darmſtadt. Peterchens Mond=
das
ſchönſte Weihnachtsmärchen der Gegenwart, das bisher
m zehntauſend Kindern beſucht wurde, kommt heute Mittwoch

m E. Uhr, ſowie morgen Donnerstag um 16 und 20 Uhr zur Wie=
Da die beiden Nachmittagsvorſtellungen faſt völlig aus=
ka
ind, muß dringendſt der Beſuch der morgigen Abendvorſtel=
die
ebenfalls die große Verteilung von Lebkuchen und Zep=
orgeſehen
iſt, empfohlen werden. Weitere Aufführungen von
is Mondfahrt ſind für Sonntag, den 22. Dezember, um 14
7.30 Uhr, ſowie für Montag, den 23. Dezember, um 15 Uhr,
Snis Tosca gelangt heute Mittwoch um 19.30 Uhr im
Haus unter muſikaliſcher Leitung von Karl Maria Zwißler
hrung. Als Tosca gaſtiert Jennie von Thillot vom Fried=
Deſſau. In den übrigen Hauptrollen: Stadelmaier, Kom=
n
. Vogt. (Miete B.)
tag, den 22. Dezember, wird für die Miete H des Bühnen=
es
nicht, wie urſprünglich angekündigt Weh dem, der
Großen Haus, ſondern Der Waffenſchmied im
n Haus in Szene gehen. Für die Zuſatzmiete I findet am
den 22. Dezember, wegen Fortfalls der Pantomimenvorſtel=
Hochzeit in Cremona keine Vorſtellung ſtatt.
tanze um die Welt mit dir Poſſe mit Geſang und
Marcellus Schiffer (Muſik von Friedrich Holländer) gelangt
rg, den 26. Dezember, im Kleinen Haus zur Uraufführung.
enierung beſorgen Arthur Maria Rabenalt und Wilhelm
muſikaliſche Leitung: Erwin Palm. Marcellus Schiffer,
* chter der Hindemith=Oper Neues vom Tage auch in Darm=
rnt
, und Friedrich Holländer werden bei der Uraufführung
en Werkes anweſend ſein.
eihnachtsmiete und Weihnachtsſchecks. Das Landestheater
igty e ſchon im Vorjahr, eine Weihnachtsmiete zur Ausgabe, die
T ch von ſechs beliebigen Vorſtellungen nach freier Wahl in der
ſt + 25. Dezember bis 31. März 1930 berechtigt. Die Preisgeſtal=
o
vorteilhaft, daß jeder Theaterfreund raſcheſtens eine Weih=
Sie erwerben ſollte. Auch zu Geſchenkzwecken iſt die Weih=
Ste ebenſo wie die bereits angekündigten Weihnachtsſchecks
itlich geeignet. Die Ausgabe der Weihnachtsmiete erfolgt
desi jetabteilung; die Weihnachtsſchecks ſind ſowohl bei der Miet=
eilr
) wie bei den Tageskaſſen erhältlich.
hannesgemeinde. Die Helferſitzung für die Weih=
nachtss
erung aller drei Bezirke der Gemeinde (Nord=, Süd= und
Weſtbd.) findet Mittwoch, den 18. Dezember, um 5 Uhr im Ge=
meindcl
s ſtatt. Wir bitten, die uns zur Armenbeſcherung zuge=
dachters
aben an Geld, Kleidern und Lebensmitteln bis ſpäteſtens zu

Neue Oienſträume der Städtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt

Wie aus dem Anzeigenteil in der heutigen Nummer erſichtlich iſt,
werden die neuen Dienſträume der Sparkaſſe in dem Gebäude
der ehemaligen Deutſchen Vereinsbank, Rheinſtraße 34 heute dem
öffentlichen Verkehr übergeben. In dieſem Gebäude wird für die Folge
die Hauptſtelle der Sparkaſſe geführt, während in dem ſeitherigen
Dienſtgebäude, Hügelſtraße 22, eine Zweigſtelle betrieben wird.
Die Direktion nebſt Hypothekenabteilung und Hauptkaſſe, ſo=
wie
die Aufwertungsſtelle und die Depotverwaltung werden voll=
ſtändig
in die Hauptſtelle verlegt. Alle Direktionsgeſchäfte,
Hypotheken= und Darlehensgeſuche, Aufwertungsangelegenheiten uſw.
werden nur in der Hauptſtelle bearbeitet. Auch die Zahlung der Hypo=
thek
= und Darlehenszinſen hat für die Folge in der Hauptſtelle zu er=
folgen
. Eine automatiſche Ueberführung der vorhandenen Spar= und
Sonderkonten, ſowie der Scheck= und Kontokorrentkonten an die Haupt=
ſtelle
findet jedoch nicht ſtatt. Die zurzeit beſtehenden Konten werden
vielmehr bis auf weiteres in der Zweigſtelle Hügelſtraße in der ſeit=
herigen
Weiſe weitergeführt. Die Uebertragung dieſer Konten
an die Hauptſtelle kann jeboch nach Wunſch des Kunden jederzeit
auf beſonderen ſchriftlichen Antrag erfolgen.
Die Notwendigkeit zur Erweiterung der Dienſträume der Spar=
kaſſe
iſt nicht erſt jetzt eingetreten. Bekanntlich war ſchon vor einer
Reihe von Jahren das Bedürfnis zur Schaffung neuer Dienſträume
für die Sparkaſſe vorhanden und von der Stadtverordnetenverſamm=
lung
einmütig anerkannt worden. Damals wurden zur Errichtung
eines neuen Sparkaſſengebäudes das ehemalige Schützenhofgelände in
der Hügelſtraße, ſowie der Bauplatz in der Schützenſtraße und ver=
ſchiedene
Nachbarhofreiten (Steinſtraße 6 und 8, ſowie Schützenſtr. 22)
von der Stadt Darmſtadt erworben. Infolge des Krieges und ſeiner
Nachwirkungen konnte dieſes Neubau=Projekt jedoch nicht zur Ausfüh=
rung
gelangen. Es wurde bis auf weiteres zurückgeſtellt, da die Dienſt=
räume
während der Inflation zunächſt wieder ausreichten. Nach Ein=
führung
der Rentenmark hat ſich der Geſchäftsverkehr der Sparkaſſe
jedoch in ſo erfreulicher Weiſe aufwärts entwickelt, daß die ſeitherigen
Dienſträume ſchon ſeit längerer Zeit unzureichend geworden ſind. In
der Sparabteilung mußten bei, ſtärkerem Geſchäftsverkehr mehrere
Hilfsſchalter eingerichtet werden, um einen einigermaßen glatten Ge=
ſchäftsgang
zu ermöglichen.
Dieſe proviſoriſchen Maßnahmen bei unzureichenden Raumder=
hältniſſen
und bei Verteilung des Geſchäſtsverkehrs auf verſchiedene
Stockwerke waren ſchon im Intereſſe des ſparenden Publikums und
auch aus Gründen der Sicherheit auf die Dauer nicht mehr zu ver=
antworten
. Wie ſich der Betrieb der Sparkaſſ ſeit Einführung der
wertbeſtändigen Mark (November 1923) in geradezu ſprunghafter
Weiſe entwickelt hat, drückt ſich am deutlichſten in folgenden Zahlen
aus:

Weihnachts-Geschenke
zu überzeugend billigem Preise.
Groisé-Finette weit unter regulärem
Preis und vollgebl. Qualität. 0.95, 0.85, 0.68, 0.40

Bett-Damaste Ia

Macco Qualitäten
Meter 2.95, 2.45, 4.30

Meter 2.50, 1.95, 4. 70

Bettuch Halbleigen sehr gute Aus
steuer-Qualitäten
Ein
Posten Überschlagtücker u. Aopikissen
weit unter regulärem Preis.

Geschäftshaus

jeſer 7 nde an die Pfarrämter oder an die Schweſtern gelangen zu
aſſen1 Die Konfirmanden des Nordbezirks werden zu einer
gemeiri en Konfirmandenſtunde (Buben und Mädchen) auf
freitgst 15 Uhr, ins Gemeindehaus eingeladen. In der Chriſt=
ſette
9 1. Feiertag, vormittags um 7 Uhr, ſingt die Kurrende, im
gr Gottesdienſt, nachmittags 5.30 Uhr, die Chorſchule und
U Lina Cramer (Sopran).
eiſtlicher Verein Junger Männer Darmſtadt, e. V. Schänder
tums (Math. 21, Vers 1217). Genau wie heute und
in Rußland waren Beſtrebungen im Gange, die Kirche
und aus den Gotteshäuſern Markthallen uſw. zu machen.
der Sohn Gottes, reinigt mit der ihm von Gott gegebenen
Tempel von ſolchem Unflat. Alle jungen Männer, die ſich
Jeſu vertiefen wollen, ſind zu dieſen Bibelbeſprechungen,
Mittwochabend in unſerem Heime, Alexanderſtraße 22, um
tattfinden, recht herzlich willkommen. Am Schluß einer je=
e
iſt Gelegenheit zur Ausſprache gegeben. Eintritt frei.
ihnachtsfeier der kathol. Kleinkinderſchule Darmſtadt=Beſſun=
Sonntag nachmittag hat die kathol. Kleinkinderſchule Darm=
Lngen im Chauſſeehaus=Saal ihre diesjährige Weihnachts=
v
rſtaltet. Alle Karten waren verkauft. Der Saal war bis
u dei tten Platz gefüllt. Nach einem Prolog ſpielten die Kleinen
Stern, s Erdenreiſe in zwei Aufzügen; beide wurden mit ſtarkem
Geifall genommen. Nach einem gefälligen Weihnachtsreigen Kling
Glöckckki mußten die Kleinen das Geſangsſpiel Die luſtigen Schu=
ſterbukk
) unter anhaltendem Applaus zweimal aufführen. Nach dem
lebendc Zild Krippengeſpräch ſprach Kaplan Hang den Dank der
arm y gen Schweſtern aus. Die Stadt war vertreten durch Stadt=
ſchulrer
ö ſch. Die Muſikbegleitung ha Frau Kaſigkeit über=
nommm
nd meiſterhaft ausgeführt. Das Klavier war von der Firma
Pianool g gütigſt zur Verfügung geſtellt worden. Mit einem ſinni=
den
23 edicht ſchloß die ſchlichte, wohlgelungene Weihnachtsfeier der
Kleinezu

A.RRHFELA
Darmstadt, Ludwigstr. 15.

Rein ſachlich nicht parteipolitiſch.

Es betrugen beiſpielsweiſe die neuen Spareinlagen: am 1. Januar
1924 rund 10 000 Mk., 1925 rd. 1,7 Millionen Mk., 1926 rd. 5,2 Mill.
Mk., 1927 rd. 8,4 Mill. Mk., 1928 rd. 12,6 Mill. Mk., 1929 rd. 182
Mill Mk., und am 1. Dezember 1919 rd. 22,4 Mill. Mk.
Da der Einlagenbeſtand Ende 1913 rd. 38,6 Millionen Mark be=
trug
, ſind jetzt rund 58 Prozent des Friedensbeſtandes
erreicht.
Die Zahl der Sparer hat ſich derart entwickelt, daß zurzeit durch=
ſchnittlich
auf jeden dritten Einwohner ein Sparbuch
der Sparkaſſe entfällt. Es waren vorhanden: am 1. Januar 1924
rund 164 Sparer, 1925 rd. 9818 Sparer, 1926 rd. 14 555 Sparer,
1927 rd. 18660 Sparer, 1938 rd. 24 294 Sparer, 1929 rd. 29 585,
und am 1. Dezember 1929 rd. 33 810 Sparer.
Ende 1913 waren zuſammen 49 400 Sparkonten vorhanden, ſo daß
hier rund 68 Prozent des Friedensbeſtandes erreicht ſind.
In dieſen Zahlen drückt ſich ein ſtarker Sparwillen unſerer
lieſigen Bevölkerung und ein unbedingtes Vertrauen zu
ihrer eigenen Sparkaſſe aus, das wohl mit dadurch verurſacht ſein
dürfte, daß die Sparkaſſe die alten Spareinlagen raſch und günſtig auf=
wertete
und allen Wünſchen ihrer Einleger auf vorzeitige Auszahlung
der Aufwertungsbeträge in jeder Weiſe entgegenkam.
Bei der Beurteilung der obigen Zahlen, die allein den Sparver=
kehr
betreffen, darf nicht überſehen werden, daß die Sparkaſſe neben
dieſen neuen Sparkonten auch noch rund 60 000 alte Sparkonten
beſitzt, die bei der jetzt auf 28 Prozent erhöhten Aufwertung ebenfalls
wieder bearbeitet werden müſſen. Es werden alſo bei der Sparkaſſe
zur Zeit faſt 100 000 Sparkonten geführt. Der Geſchäftsver=
kehr
bei der Sparkaſſe war oft derart Kark, daß an manchen Tagen bis
zu tauſend und mehr Perſonen die Geſchäftsräume beſuchten.
Bei dieſer Ausdehnung des Sparkaſſenbetriebs war es durchaus
richtig, daß die Stadtverwaltung die Gelegenheit ergriffen und das
freigewordene Bankgebäude der ehemaligen Deutſchen Vereinsbank als
Dienſtgebäude der Sparkaſſe erworben hat. Hierdurch iſt die brennend
gewordene Raumfrage der Sparkaſſe auf lange Zeit hinaus in einer
Weiſe gelöſt worden, die allen berechtigten Wünſchen entſpricht. Der
Sparkaſſe wird hierdurch mindeſtens in räumlicher Hinſicht eine gün=
ſtige
Weiterentwicklung ermöglicht, die im Jutereſſe unſerer ganzen
Volkswirtſchaft und zum Segen unſerer hieſigen Bevölkerung nur zu
begrüßen wäre.
Poſtaliſches. Am Sonntag, den 22. Dezember, ſind die Paket=
annahmeſchalter
bei den Poſtämtern in der Rheinſtraße und am Bahn=
hof
von 9.012,0 und 15.018.0 Uhr geöffnet. Die Poſtämter in der
Hermannſtraße und Stiftſtraße, ſowie die Poſtagenturen in der Mol=
lerſtraße
und Roßdörfer Straße bleiben, wie ſonſt an Sonntagen, ge=
ſchloſſen
. Am Sonntag, den 22. Dezember, und am erſten Weih=
nachtsfeiertag
findet vormittags eine Paketzuſtellung ſtatt.

Schloß=Kaffee. Die Veranſtaltungen des Schloß=Kaffee=Enſembles
unter Leitung von Kapellmeiſter Curt Fiſcher ſeien hierdurch be=
ſonders
empfohlen; ſie bieten in reicher Abwechſlung muſikaliſch das
Beſte. Schon jetzt ſei auf das Auftreten des weltberühmten Geigen=
virtuoſen
Lajos Rigo aufmerkſam gemacht. Niemand ſollte ver=
ſäumen
, ihn anzuhören. Herr Rigo ſpielt ab 10. Januar 1930 in den
Nachmittags= und Abendlonzerten. Ueber ſein künſtleriſches Können
liegen hervorragende Kritiken aus den größten Städten des In= und
Auslandes vor. Die Frankfurter Zeitung ſchrieb anläßlich ſeines
Auftretens in der Weinklauſe: Laſos Rigo iſt ein König unter den
Geigern, denn er kann nicht nur mit dem Bogen, er kann auch mit den
Fingern den organiſierten Aufruhr der Saiten entfeſſeln virtuoſe
Technik! Weitere Urteile werden noch in den nächſten Anzeigen
veröffentlicht. (Siehe heutige Anzeige.)

Aus den Darmſtädter Lichtſpielkheakern.
Im Helia
bringt der Programmwechſel zwei ſehr unterhaltſame Luſtſpiele, die
einen ſehr inſtruktiven Einblick in amerikaniſche und deutſche Luſtſpiel=
filme
geben. Es iſt zu begrüßen, daß auch das Laienpublikum dieſe
beiden Filme nebeneinander ſehen kann. In dem Amerikaner Das
gewiſſe Etwas ſpielt die bildhübſche Clara Bow ſehr flott
und ſehr temperamentvoll eine kleine Warenhausverkäuferin, die ſich
letztlich ihren hohen Chef kapert. Der Film iſt mit großem Material=
aufwand
geſtellt, wie ſich das eben die Amerikaner leiſten können.
Der deutſche Luſtſpielfilm Die verſchwundene Frau iſt
dem Engelhorn=Roman von Max Dürr nachgebaut. Karl Leiters
Regie hat den Roman ſehr flott in einer Reihe ausgezeichneter Bild=
und Szenenfolgen verlebendigt. Die verſchwundene, nach der Anſicht
der Polizei ermordete Frau iſt in Wirklichkeit eine aſthmatiſche Hündin,
die aber ſchließlich auch nicht getötet wird, obwohl ſie eine ſonſt glück=
liche
Ehe zu zerſtören droht. Aus der Verwechſlung ergeben ſich zahl=
reiche
ſituationskomiſche Szenen, die ſehr gut geſpielt werden von
Harry Halm, Iris Arlan, Mary Kid, Peter Leſchka, Reinhold
Häußermann und Richard Waldemar und, wie geſagt, von
der Regie ſehr gut inſzeniert wurden.

Heute abend 8½ Uhr, Fürſtenſaal, Vortrag Graetz:
Dawesplan und Tounsplan.

Kriegsbeſchädigte. Alle deutſchen hirnverletzten Krieger
(mit Kopfſchuß) werden gebeten, ihre Adreſſen an die Geſchäftsſtelle
des Vereins Hirnverletztenheim zu Frankfurt a. M., e. V., Gärtner=
weg
50, zu ſenden.

Die Ortsgruppe Darmſtadt des Zentralverbandes deutfcher
Kriegsbeſchädigter und Kriegerhinterbliebener e. V. veranſtaltete ihre
Weihnachtsfeier. Der Saal vermochte kaum die erwartungsfrohen Weih=
nachtsgäſte
zu faſſen; aber trotz der beſchränkten Platzverhältniſſe kam
bei Eröffnung des Programms eine recht frohe Weihnachtsſtimmung
auf. Frl. Gretel Hartmann eröffnete die Feier mit einem ſehr ſinn=
reichen
und gut geſprochenen Prolog, worauf der erſte Vorſitzende,
Kamerad Straßer, die Feſtgäſte herzlichſt begrüßte und dabei der ge=
fallenen
und im letzten Jahre verſtorbenen Kameraden gedachte. Ein
von Kamerad Heinz Heberer verfaßtes Weihnachtsſpiel Vergangenheit
und Zukunft, das die Einwirkungen des großen Krieges in zu Herzen
gehender Weiſe verſinnbildlichte, wurde aufgeführt von Mitgliedern
der Ortsgruppe. Der Tanz der Schneeflocken und der Zwerge, wel=
cher
von Kindern der Mitglieder in der Zwiſchenpauſe aufgeführt
wurde, gefiel ganz beſonders und erntete reichen Beifall. Die Ein=
ſtudierung
hatte Frl. Hilde Stade, Lehrerin für Gymnaſtik, in liebens=
würdiger
Weiſe übernommen. Die Schuhplattler=Gruppe des Bayemn=
vereins
brachte baheriſche Volkstänze. Als der Nikolaus auf der Bild=
fläche
mit einer großen Rute erſchien, gab es für die kleinen Gäſte eine
große Ueberraſchung. Trotzdem er ſich auch einige böſe Buben mit der
Nute vornahm, entpuppte er ſich doch als ganz lieber Menſch. Dank
der Unterſtützung der hieſigen Behörden und Geſchäftswelt wurde es
ermöglicht, jedem Mitgliede und deren Kindern eine Weihnachtsgabe zu
verabreichen. Den Spendern ſei an dieſer Stelle nochmals ganz be=
ſonders
gedankt. Nach der Pauſe brachte der Bürgergeſangverein Beſ=
ſungen
zwei Chöre in ſchöner Klangfülle zum Vortrag. Auch unſer
Kamerad Heinz Heberer erfreute mit ſeinen gern gehörten Liedern vom
Rhein, vom Wein und lieben Mägdelein, für die von den Anweſenden
mit viel Beifall gedankt wurde. Das Luſtſpiel der Kaktusfreund von
Dr. Nerking, welches aufgeführt wurde von Mitgliedern der Darm=
ſtädter
Spielſchar, gefiel fehr. Die einzelnen Rollen lagen in beſten
Händen. Umrahmt wurde die Feier von Muſikſtücken einer Kapelle
ehemaliger Militärmuſiker.

Das ist der
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Einzulösen in allen unseren deufschen Geschäften.
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aße 4:

20004

13
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[ ][  ][ ]

Seite 6

Mittwoch, den 18. Dezember 1929

Die neuen Ausgrabungen in Alzet.

Borkrag von Prof. Dr. Behn im Hiſtoriſchen Verein.
Als im letzten Sommer die Nachricht von den neuen Funden in
Alzey auch d. Bl. brachte einen Bericht von Profeſſor Behn ſelbſt
durch die Zeitungen ging, horchten die Altertumsfreunde auf. Sie
waren jetzt geſpannt auf die näheren Ausführungen des Grabungs=
leiters
und insbeſondere auf die Lichtbilder. Sie wurden, um dies hier
vorweg zu nehmen, nicht enttäuſcht. Wenn Behn redet, bringt er immer
etwas neues. Er führte etwa folgendes aus:
Bald nach der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. fiel der Limes,
der Grenzwall des römiſchen Weltreichs gegen das freie Germanien,
vor dem Anſturm der Alemannen. Doch trat unter Kaiſer Julian
ein Rückſchlag ein, er beſiegte ſie, die Römerſtädte am Rhein erhielten
eine wehrhafte Ummauerung. Unter Kaiſer Valentinian wurden
dann links des Rheines zahlreiche Kaſtelle angelegt. Ihre Form und
Einrichtung kennen wir am beſten durch die vor Jahrzehnten gemachten
Ausgrabungen in Alzey durch E. Anthes und Fr. Kofler. Dieſe
neueren Kaſtelle ſind anders wie die früheren, z. B. die Saalburg;
ſie ſind rechteckig, und haben oft nur ein Tor. Vom Innern des Ka=
ſtells
Alzey war bisher etwa die Hälfte unterſucht, da wertvolle Boden=
kulturen
berückſichtigt werden mußten. In der Nordoſtecke liegt nun der
ſchon lange verlaſſene St. Georgsfriedhof, aber die dazu gehörige Kirche
war ganz unbekannt, man kennt nicht einmal eine Abbildung von ihr,
Nach ihr zu ſuchen, bot ſich Gelegenheit; Herr H. Korn, der Beſitzer
eines innerhalb des ehemaligen Friedhofes liegenden Gartens, wollte
einen Schuppen erſtellen und gab in anerkennenswerter Weiſe die Er=
laubnis
, vorher eine Verſuchsgrabung zu machen, die der rührige Alzeyer
Altertumsverein vornahm. Wie ſo oft bei ſolchen Gelegenheiten, fand man
das G= e nicht, dafür aber unvergleichlich wertvollere Sachen. Der ſchräg
durch den Garten gezogene Suchgraben ſchnitt die ganz eigenartigen
Grundmauern eines ſehr tief liegenden Bauwerks an; die unterſte
Schicht bilden ganze Reihen älterer Bauquadern, Altäre, Reliefs u. a.
wurden gefunden, im ganzen bis jetzt 16 Bauquadern, 12 gegliederte
Deckplatten, 8 Zinnendeckel, 9 Altäre, 28 Teile von Säulen, 10 Stücke
von Doppelſäulen, 4 Inſchriften, 6 viereckige Sockel mit Götterbildern
und 6 Stück ſonſtiger Bildwerke. Die Ausdehnung des Baues in Nord=
ſüdrichtung
beträgt rund 16 Meter, der Oſtabſchluß konnte noch nicht
feſtgeſtellt werden, da ſich die Mauer noch in das Nachbargrundſtück hin=
überzieht
. Die Verlegung zahlreicher Denkmäler des Götterkults in die
Tiefe iſt ſelbſtverſtändlich erſt möglich, wenn ein neuer Glaube Eingang
gefunden hat. Faſt gleichzeitig machte Lenard in Bonn die gleiche
Entdeckung unter dem dortigen Münſter. Der neue Glaube iſt das
Chriſtentum, das unter Konſtantin dem Großen eingeführt wurde. So
kommen wir in das zweite Drittel des 4. Jahrhunderts. Der Bau iſt
ſicher ein chriſtlicher, wenn er auch wohl kaum die Georgenkirche iſt.
Durch die Funde fällt unerwartetes Licht auf die vorkaſtelliſche Zeit von
Akzey. Auf einer Inſchrift leſen wir, daß ein Martius Senopa=
tins
Novellus am 15. Tag vor den Kalenden des September un=
ter
den Konſuln Piſo und Julianus, alſo am 18. Auguſt 175 n. Chr.
einen Tempel des Apollo Grannus geſtiftet hat. Grannus iſt

ein auch ſonſt bekannter keltiſcher Heilgott; er wird dem Apollo nach
römiſchem Brauch gleichgeſetzt, er kommt auf einer anderen Inſchrift
zuſammen mit der gleichfalls einheimiſchen Heilgöttin Sirona vor,
die wir aus Nierſtein kennen. Die anderen Funde, die vier Götter=
ſteine
, gehören wohl alle in den Tempel des Grannus. Sie weiſen dar=
auf
hin, daß Alzey in römiſcher Zeit eine Heilquelle, wahrſcheinlich
Schwefelquellen, beſeſſen haben muß, denen es ſeinen Wohlſtand ver=
dankt
hat. Andere Bildwerke, z. B. ein Vulkan, weiſen auf ein Mi=
thräum
hin Herkules mit den Aepfeln der Heſperiden, der dem
Donar gleichgeſetzt wird, ferner Herkules mit dem dreiköpfigen
Höllenhund. Endlich noch einen Mann, mit einem Hirſchgeweih, einem
einheimiſch=keltiſchen Gott Karenunos, ein ähnliches Stück findet
ſich im Ulfenbachtal im Odenwald. Zum Grannustempel werden wohl
die Teile eines Doppelſäulenſyſtems gehören, das eine dickere Säule mit
einer ſchwächeren gekuppelt zeigt. Dieſe Form iſt aus der romaniſchen
und gotiſchen Baukunſt als Dienſt bekannt; aus dem Altertum wau
das bisher nicht nachzuweiſen. Nun lernen wir es auch gleichzeitig aus
Trier durch Löſchke kennen. Alſo auch dieſe Bauform iſt aus dem un=
erſchöpflichen
Quell der alten Kunſtüberlieferung entnommen. Weitere
Säulenſtücke ſind geſchuppt, wie ſie an den bekannten Jupiterſäulen
verwendet werden. Ein beſonders ſchönes Stück iſt ein reich verziertes
korinthiſches Kavitell, zwiſchen deſſen Akanthusblättern an den vier
Seiten menſchliche Köpfe angebracht ſind, die Darſtellungen der vier
Tageszeiten. Die Oberfläche dieſes Kapitells hat einen von niedrigen
Falzen eingefaßten vertieften Spiegel, in den eine in der Grundmauer
gefundene danebenliegende Sitzſtatue des thronenden Jupiter hinein=
tußt
, künſtleriſch das beſte Stück der Grabung. Rechts an dem Thron
iſt das heilige Begleittier, der Adler, links ein 9ſveichiges Rad. Der
Jupiter mit dem Rad iſt der einheimiſche keltiſche Sonnengott Mogo,
und von ihm hat Mainz, lateiniſch Moguntiacum, ſowohl Namen wie
Wappen. Die Inſchriften geben auch noch eine feſſelnde Reihe von
Eigennamen. Außer dem oben genannten Senopatius, Demioneo Pri=
mius
Poprillus, Miſionius Victor Carmaniſius. Trotz des dröhnenden
Pathos der lateiniſchen Namen ſind es doch wohl Einheimiſche, die ihre
Namen latiniſiert haben. Die Grabungen gehen weiter.
So hat hier wiederum der Spaten des Ausgräbers dem Boden
Funde abgewonnen, die mehr ſind als lebloſe Steine. Viele neue Er=
kenntniſſe
geſchichtlicher, religions= und kunſtgeſchichtlicher Art. Die
Steine des Alzeyer Provinzialmuſeums ſind vorerſt in einem Kraft=
wagenſchuppen
untergebracht. Das Alzeher Heimatmuſeum iſt damit
in die erſte Reihe der heſſiſchen Provinzialmuſeen eingerückt. Der
treffende Vortrag, der die meiſten Fundſtücke im Lichtbild zeigte, fand
lebhaften eBifall. Der Schriftführer ſprach im Namen des Vorſitzenden
dem Redner den Dank des Vereins aus und betonte, daß vieles, was
man im Laufe dieſes Sommers am Grenzwall und in Ladenburg bei
den Ausflügen geſehen, eine Ergänzung zu dem Vortrage wäre. Zum
Schluß ließ er einen warmen Aufruf an die Mitglieder zur Werbung
für neue Mitglieder ergehen, den wir hier weitergeben wollen. Es iſt
die Pflicht jedes Gebildeten, den Verein bei der Erfüllung ſeiner
Kulturaufgaben kräftig zu unterſtützen!
K. Noack.

Der Schiedsſpruch für die Darmſtädter Angeſtellten für verbind=
lich
erklärt. Der Deutſchnationale Handlungsgehilfenverband teilt mit:
Nachdem die Arbeitgeber den Schiedsſpruch der Schlichtungsſtelle Darm=
ſtadt
, der eine Erhöhung der Gehäletr um 3 Prozent vorſah, abgelehnt
hatten, fanden auf Antrag der Angeſtelltenverbände Verhandlungen vor
dem Schlichter Dr. Kollath ſtatt. Die erſte Verhandlung am 29. No=
vember
verlief ergebnislos. In der zweiten, am 17. Dezember in Frank=
fürt
geführten Verhandlung, unterbreitete der Schlichter einen neuen
Vorſchlag, der unter dem Schiedsſpruch lag. Auch dieſer Vermitt=
lungsvorſchlag
wurde von Arbeitgeberſeite als zu hoch abgelehnt. Dar=
aufhin
brach der Schlichter die Verhandlungen ab und erklärte, daß er
dann den Schiedsſpruch in Höhe von 3 Prozent billige. Die neuen,
erſtmalig am 31. Dezember zur Auszahlung gelangenden Gehälter ſind
auf der Geſchäftsſtelle des D.H.V., Rheinſtraße 35, 1., zu erfahren.
Kulturfilmbühne im Kleinen Haus. Der erfolgreich aufgenom=
mene
original=japaniſche Großfilm Im Schatten des Yoſhi=
wara
kommt nur noch heute Mittwoch und morgen Donnerstag
um 16 und 2 Uhr im Kleinen Haus zur Vorführung. Kein Film=
freund
ſollte den Beſuch dieſer packenden Filmſchöpfung verſäumen.
Vortrag. Auf den heute abend im Fürſtenſaal ſtattfindenden
Vortrag über die Reparationsleiſtungen Deutſchlands
wird hingewieſen. Der Vortrag wird ſich frei halten von jeder Stel=
lungnahme
politiſcher oder parteipolitiſcher Natur, ſondern ſich darauf
beſchränken, rein ſachlich die Entwicklung der Reparationsfrage bis zu
dem heutigen Tage zu ſchildern.
Dem Tierſchutzverein für Heſſen in Darmſtadt war es gelun=
gen
, den bedeutendſten deutſchen Tierpſychologen, Herrn Profeſſor Dr.
Baſtian Schmid in München=Solln zu einem Vortrag über das
Seelenleben, insbeſondere die Sprache der Tiere zu gewinnen. Die
zahlreichen Zuhörer aus allen Kreiſen der Bevölkerung, die am letzten
Freitag im Auditorium maximum der Techniſchen Hochſchule den
feſſelnden Ausführungen des Vortragenden voller Spannung lauſch=
ten
, bewieſen das große Intereſſe, das man dieſen zeitgemäßen Fra=
gen
zuwendet, die ſo recht geeignet ſind, die Liebe zum Tiere zu ver=
tiefen
. Verſchiedene Wege, ſo begann Prof. Schmid ſeine Ausführun=
gen
, führen zur Seele des Tieres, aber keiner geht an das Ende, denn
das Tier bleibt letzten Endes ein Rätſel. Wenn man die Tiere zur
Maſchine degradiert, wie dies ſchon Ariſtoteles getan hat; wenn man
ſie vermenſchlicht, wie dies in den Märchen und Fabeln aller Zeiten
und Völker geſchehen iſt, ſo haben wir es hier mit Irrwegen zu tun,
die die neuzeitliche Forſchung verlaſſen hat. Natürlich iſt gegen die
küinſtleriſche Bedeutung der Märchen und Fabeln, ſowie gegen ihre
Benutzung, um beim Kinde Liebe zum Tiere zu erwecken, nichts ein=
zuwenden
. Wenn ſich aber die Vermenſchlichung als Wiſſenſchaft ge=
bärdet
, wie wir dies auch heute noch häufig in populären Schriften
antreffen, ſo iſt dagegen der ſchärfſte Einſpruch zu erheben. Die Wiſ=
ſenſchaft
muß das Tier als Selbſtzweck anſehen, ſie kann nur durch
planvolle Beobachtungen, ſowie durch planvoll angelegte Verſuche, bei
deren Deutung die ſtrengſte Kritik obzuwalten hat, ihr Ziel erreichen.
Ohne jede Quälerei ſind ſie anzuſtellen; nur ein Menſch heiteren Gemü=
tes
und im Herzen voller Liebe zu allen Kreaturen iſt zu ihnen be=
fähigt
. Daß das Tier ein Seelenleben, daß es Gefühle verſchiedenſter
Art, einen Willen und einen gewiſſen Verſtand beſitzt, davon kann je=
der
ſich leicht überzeugen. Man beobachte nur einen Hund, wenn
man ihm freudig oder ſtrafend zuruft, oder wenn man ihn mit auf
die Jagd nimmt, oder ihn mit einem anderen Tiere zuſammenbringt.
Aus dem großen Kapitel des Seelenlebens der Tiere griff dann der
Vortragende die Sprache der Tiere heraus, um eingehender über ſeine
eigenen grundlegenden Verſuche zu berichten. Die Sprache des Tieres
iſt einmal eine Gebärdenſprache. Wir wiſſen, daß ſich die Ameiſen
und Bienen mit Hilfe ihrer Fühler durch eine Reihe beſtimmter Ge=
bärden
darüber verſtändigen, ob und welche Nahrung einzuholen iſt,
ob ein Tier gefüttert werden muß u. dgl. An einer Reihe von Licht=
bildern
wurde die Gebärdenſprache verſchiedener Säugetiere und
Vögel erläutert. Wie ſteht es mit der Lautſprache der Tiere? Der
Menſch hat ſich aus den Lauten Worte für konkrete und abſtrakte
Dinge geſchaffen. Bei den menſchlichen Sprachen es gibt über 1500
verſchiedene handelt es ſich um große geiſtige Erzeugniſſe, die in
fortgeſetztem geiſtigen Wachstum begriffen ſind. Im Gegenſatz dazu
iſt die tieriſche Lautſprache einförmig. Jedes Tier der gleichen Art
ſpricht die gleiche Lautſprache. Ein Löwe brüllt wie der andere, ein
Hirſch röhrt wie der andere. Verſchiedene Tiere haben ſchon Laute,
ehe ſie zur Welt kommen. Die Hühnerküken piepen ſchon am 20. Tage
im Ei. Sie verſtehen die Mutter, ehe ſie ſie geſehen haben, denn auf
den Warnruf der Glucke, chweigen ſie ſofort. So ſicher es iſt, daß die
Tiere die Lautſprache Tiere der gleichen Art verſtehen, ſo ſehr
müſſen wir uns vor d. Meinung hüten, die man oft bei unkritiſchen
Tierfreunden antrifft, Is ob die Tiere auch unſere Sprache, jedes
unſerer Worte vollk nen verſtünden. Der Vorſitzende, Herr
Min.=Rat Jung, nte alsdann unter lebhaftem Beifall der Zu=
Gelehrten für ſeine hochintereſſanten, vor=
hörer
dem bedeute
trefflichen Ausfüh a herzlichſt danken. Die weitere Anregung,
die anweſenden 7 ande möchten die Beſtrebungen des Tierſchutz=
mterſtützen
und auch für Errichtung eines Tier=
vereins
durch Be
ine kleine Gabe ſpenden, brachte eine Anzahl
heims in Darm
auch einen anſehnlichen Betrag für das Tier=
neuer
Mitglied
heim.

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Das Märchen vom Aſchenbrödel.
Am Sonntag brachte das Märchentheater im Orpheum die Erſt=
aufführung
des dreiaktigen Märchens Das Aſchenbrödel be=
arbeitet
von Klara M. Keller. Wie wir von den früheren Vorſtellun=
gen
gewöhnt ſind, brachte auch dieſe Aufführung einen vollen künſtle=
riſchen
Erfolg. Mit welcher Begeiſterung die kleinen Zuſchauer bei
der Sache waren, als dem braven Aſchenbrödel der Pantoffel pro=
biert
wurde, und die Freude, als der Pantoffel paßte. Das Aſchen=
brödel
, ganz allerliebſt dargeſtellt von Frl. A. Born, welche auch
gleichzeitig die reizenden Tänze einſtudierte, war ſo recht für die Her=
zen
der Kinder. Lieb und ſchlicht gegenüber den beiden boshaften
Schweſtern, Frl. E. Volk, mit ihrer langen Naſe, und Frl. E. Volz,
die mit ihrer dicken Taille viele Heiterkeit auslöſte. Als dritte im
Bunde J. Senger als hochmütige, böſe Stiefmutter. Karl Stadi
als Hofmarſchall und H. Ausfelder ir. als Prinz trugen durch
ihre ausgezeichnete Darſtellung zum Gelingen der Vorſtellung bei. Die
Regie von Alois Ausfelder verſtand es mit viel Liebe und Sorg=
falt
, den Kindern einen fröhlichen und lehrreichen Nachmittag zu
bieten. Dazu ganz allerliebſte Bühnenbilder von E. Fink, ganz auf
die prunkvollen Rokokokoſtüme abgeſtimmt. Zum Schluß erſchien noch
der Nikolaus und bereitete durch Verteilung von Gaben den anweſen=
den
Kindern ſichtlich Freude.
Wie wir erfahren, finden die beiden letzten Aufführungen von
Aſchenbrödel am Samstag, den 21. Dez., nachmittags 4 Uhr, und
am Sonntag, den 22. Dezember, abends halb 8 Uhr, ſtatt, ſo daß am
Sonntag, nachmittags halb 4 Uhr, noch eine Neueinſtudierung des
bekannten Märchens Hänſel und Gretel in Szene gehen
kann.
Mraft. Bailnauts=Oassank
st ein guter Kaubtaugets ion
Ernst-Ludwisstrage 10 20031) Whiuslastre

Aus den Parkeien.
Deutſchnationale Frauengruppe. An unſere Weih=
nachtsfeier
morgen Donnerstag abend im Saal bei Sitte werden
unſere Mitglieder und Freunde hierdurch noch einmal erinnert. Neben
muſikaliſchen und deklamatoriſchen Darbietungen wird Frau Land=
tagsabgeordnete
Heraeus ſprechen. Wir hoffen beſtimmt auf das Er=
ſcheinen
aller unſerer Mitglieder.
Jugendgruppe der D. V. P. Heute 8 Uhr Gruppen=
abend
im Gutenberg, Grafen=, Ecke Wieſenſtraße. Weihnachtsfeier=
Beſprechung!

An. Arheilgen, 17. Dez. Abendfeier. VorgeſternI
Chor der Darmſtädter Muſikantengilde zu einer ſtimmu
ventsfeier in unſerer Kirche eingeladen. Die Gemeinde w
ladung ſehr zahlreich gefolgt und lauſchte voll Andacht den
Darbietungen. Der unter der Leitung von Dipl.=Ing.
Darmſtadt ſtehende Chor fang mit ganzer Hingebung, klan=
men
und eindrucksvoller Beſeelung geiſtliche Lieder und
Nun komm der Heiden Heiland, fünfſtimmiger Satz vor
Chriſtum wir wollen loben ſchon, vierſtimmig von Reſig
hat Gott die Welt geliebt, ſechsſtimmig von Dulichius, G.
Chriſtus, vierſtimmig von Adam Gupelzheimer. Meiſter
gene Vorſpiele und Zwiſchenſpiele auf der Orgel von
Borngäſſer=Darmſtadt, Sohn des Darmſtädter Stadtki=
Borngäſſer, bereicherten das mit großem Sachverſtändnis
ſtellte Programm. Die in einer Schlichtheit und zuglei
gehaltene Feier wirkte ergreifend auf die zahlreichen Hör
dieſer geiſtlichen Abendmuſik eingefunden hatten. Hoffent
gönnt, die jugendliche Schar noch öfters hier zu hören
aufrichtige Wunſch aller Beſucher. Oberheſſenv
Weihnachtsfeier der Oberheſſen findet am 1. Feiertage,
Ein reichhaltiges Programm, das u. a. zwei hübſche 2
aufweiſt, gewährleiſtet einige frohe Stunden im Kreiſe
und Landsleute. Vorgeſtern abend verſchied im nahez
jahre Herr Ludwig Fiſcher. Er war mehrere Jahrzehnte
ſchen Fabrik tätig und konnte im Mai d. J. mit ſeiner i
jahre ſtehenden Ehefrau die Diamantene Hochzeit feiern.
O. Erzhauſen, 17. Dez. Die ev. Jugendvereinigung
unter Leitung des Herrn Pfarrer Werner ihren Elternab
haltigem Programm. Zu Beginn hielt Herr Pfarrer
feſſelnde Anſprache, worin er hervorhob, daß unſere Jug
für die Kirche erzogen werden ſolle, ſondern daß ſie zu
und tüchtigen Menſchen herangebildet werden müſſe. Er=
liche
Spiele ſowie Geſänge wurden aufgeführt und mit der
merkſamkeit lauſchten die Anweſenden ihrer lieben Jugen F
Dezember veranſtaltet der ev. Kirchengeſangverein ſeine Af
mit Verloſung.
F. Eberſtadt, 17. Dez. Holzverſteigerung.
tag, den 19. Dezember, nachmittags 3 Uhr, werden aus de ſp
Gemeindewald (Forſtort Woog) 321 Fichten=Derbſtangen
ten=Reißſtangen öffentlich und meiſtbietend an Ort und
gert. Zuſammenkunft der Steigerer im Woog am M
Bemerkt wird, daß ſich unter den Reißſtangen Holz bef"b
ſehr gut zu Gerüſtſtangen eignet.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 17. Dez. Turnverein.
Jahre wieder veranſtaltete der Verein das übliche Weil ſ
das ſich übrigens eines verhältnismäßig guten Beſuchs e
reichhaltige Programm wurde lediglich von der Knaben=
abteilung
des Vereins beſtritten. Die Leitung lag in der
Jugendturnwarts Duntz und der Frl. Lehrerin Scha b
führung gelangten Tanz= und Turnſpiele, Volkstänze, gyn E
räte= und Keulenübungen, Bodenturnen= und Freiring /
Im allgemeinen wurden die einzelnen Uebungen recht exa F-ef
Reicher Beifall wurde allen Mitwirkenden zuteil. Am 1Irm

feiertag, abends 8 Uhr beginnend, veranſtaltet der Vere
des Gaſthauſes Zur Poſt (Breidert) einen Familienaben ſ
haltiges, abwechſlungsreiches Programm bürgt für einen u
reichen Abend.
m. Zell i. O., 17. Dez. Dirigentenkurſus. 2½
regung des Heſſiſchen Sängerbundes veranſtaltete das Heſſ F
rium für Kultus und Bildungsweſen am Samstag und S= / ind
Krone dahier einen Kurſus für Dirigenten, unter b=u
Herrn Muſikoberlehrer Samper=Darmſtadt. Der Vorſitzen /
ling=Gaues, Herr Fleckenſtein=Michelſtadt, eröffnete den Ku

grüßte die Anweſenden, worauf Herr Samper alsbald an ſ.
rung ſeiner Arbeit herantrat. Folgende Gebiete wurde ude

Die Hochſprache im Vereinsgeſang; 2. die Männerchorli

Lelgle Bereuftellungen.

Die Mertnter erfcheinerden Rotizen ſind autſchistich alt Hinwite wi Lwene
m leieem Falle frerndwie als Veſprecheng odr Kriſt.
Deutſcher Offizierbund. Wir ſind von 9.
ausſchuß für den Volksentſcheid zu dem Vortrag des be
tagsabgeordneten, Kube am Mittwoch in der Woogsur.
geladen.
Liedertafel e, V. 1842. Bei unſerer Weihnack
25. Dezember, abends, im Städtiſchen Saalbau wird zum E
der zu dieſem Zweck geſchaffene gemiſchte Chor mitwirken.
rinnen und Sänger werden unter der Leitung unſeree
K. Grim a capella=Chöre und Chorwerke mit Orcheſte!
ſingen. Wir hoffen, damit unſeren Mitgliedern und Fres
ganz beſondere Freude zu bereiten. Für keines aller Fſlie
miſchter Chor paſſender und ſtimmungsvoller. Der gaſlte
wird von dem gemiſchten Chor beſtritten. Weihnachtsve,
erklingen. (Näheres folgt.)
Tageskalender für Mittwoch, den 18. Dezembet
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 1430 UM:
Mondfahrt‟ Kleines Haus, 16 und 20 Uhr: guturſthe.
Schatten des Yoſhiwara. Orpheum: Geſcholle.
zerte: Schloßkaffee, Schloßkeller, Rheingauer Belle.
platz=Reſtaurant. Fürſtenſaal, 2.15 Uh:
Graetz: Dawesplan und Youngplan. Linohdr7.
Union=Theater, Helia.

beſonderer Berückſichtigung älterer und neuer Volkslieder: 3
ren uns Wettſtreite und Wertungsſingen?; 4. praktiſche Ar ſm !
ein. Die Art und Weiſe, wie der Kursleiter arbeitete, ſte hwenche
ab gegen das, was man in ähnlichen Fällen auch ſchon
weitſchweifigen und langatmigen Vorträge, ſondern nur fr. fugt
und herzerfriſchende praktifche Arbeit; und dieſe Arbeit ſo ſ ſo=
ſprechend
, ſo verſtändlich, daß jeder Kursteilnehmer reichent ſmn
vontrug. Die Kursteilnehmer waren nicht nur Hörende uſt
mende allein, ſondern Herr Samper zog ſie gleich von alle be0
an mit zur Arbeit heran, wodurch ohne weiteres lebhafte ſarfnel
ſamkeit und Aufnahmebereitſchaft bei jedem Anweſenden ſi, Istelle
Während am erſten Tage die erſten zwei Punkte obiger /
hauptſächlich berückſichtigt wurden, brachte die Fortſetzung d /3
fehlte. Die praktiſche Arbeit im Verein wurde gezeigt b Ei
eines Liedes von Armin Knab, das im polyphonen allerdi:
einfachen, gehalten iſt.
Cf. Birkenau, 17. Dez. Ein aus Hornbach gebürtiger EEN
Geſchäftsmann, der in Begleitung eines Angeſtellten ſeiner II N
ſeinem Heimatort fuhr, ſtürzte mit ſeinem Kraftwagen, a
Huhn ausweichen wollte, eine ſteile Böſchung hinunter. K
ſchlug ſich der Wagen mehrmals. Die beiden Inſaſſen tru ſmi.
Sturz erhebliche Knochenbrüche davon und mußten in die
Heidelberg eingeliefert werden.
Ck. Groß=Gerau, 16. Dez. Vor den Augen ſein!
unter den Zug geraten. Auf dem Bahnhof Groß=C )60
nete ſich am geſtrigen Nachmittag ein entſetzliches Unglüdh !2
Menſchenleben zum Opfer fiel. Unter den zahlreichen Neſ4
den 2.52 Uhr von Groß=Gerau nach Darmſtadt abgehenden
teten, befand ſich auch der Friſeur W. Huß aus Groß=Ge
ſtraße 3 wohnhaft, mit ſeiner Frau. Das Ehepaar iſt im 2
Theater=Abonnementskarte für das Landestheater und w.
Darmſtadt eine Theatervorſtellung anſehen. Bei der Einfahr
in Groß=Gerau befand ſich der unglückliche Mann in ſolche
Gleiſe, daß die Lokomotive ſeinen flatternden Mantel erf No
und ihn ſelbſt zu Boden riß. Dabei wurde Huß ſo ungli Nr
fahren und getroffen, daß er nach ganz kurzer Zeit verſchiek /e0
Medizinalrat Dr. Schmitt=Groß=Gerau und Dr. med. Borme 0oſ
die an der Unfallſtelle weilten, konnten nur noch den Tod f.

Häßlich gefärbter Zahnbelag. Ein Kummer
gelben Zähne. Nachdem ich alle Hilfsmittel angewal.
ich es mit Chlorodont und die Wirkung war erſtaunſich. L.
dsb
ich mich geſunder weißer Zähne. Gez. C. Jacohe
Warthe.

dehenket
10 trinket.

ArBt
Mag

A die älteste rheiniſche!
Sektmarke:
wegen seiner Güte und 11
V Bekommlichkeit altberühmt
ſeit 1837

[ ][  ][ ]

Emmer 350

Mittwoch, den 18. Dezember 1929

Schwere Brandkataſtrophe in Bingen.
Weinetgarentabrir. Gräf niedergebrannk. Der größke Brand, den Bingen je geſehen. Brände in
früheren Zeilen.

ustag nacht gegen 4,10 Uhr brach in der Gräffſchen Tabakfabrik
en Feuer aus, das ſich alsbald, durch Wind begünſtigt, über das
Anweſen ausbreitete. Gegen 4,10 Uhr in der Nacht beobachtete
der nach dem Hofraum hin gelegenen Schreinerei der Tabak=
Kräff einen Brand, den zunächſt die alsbald herbeigerufenen
er der in den um die Fabrik gelegenen Häuſern wohnenden Be=
ind
Angeſtellten der Fabrik zu löſchen verſuchten. Das Feuer
ſich jedoch ſehr ſchnell aus. Dem Feuer war durch leicht brenn=
Caterial aller Art hinreichend Nahrung gegeben, ſo daß der
rd ſich ſchnellſtens über ſämtliche Gebäudeteile hinzog. Der
IIb 5 Uhr zur Einſetzung kommenden Binger Feuerwehr gelang
den Brandherd zu beſchränken. Das Fabrikinnere iſt in der
Ge aus Holz= und Fachwerken hergeſtellt, ſo daß ſich dem Feuer
nde nicht boten. Obſchon ſofort mit vielen Schlauchleitungen
fen wurde, war das Feuer bald über Dacheshöhe gekommen und
te die Nacht weithin und ſichtbar. Die Seitengebäude, in wel=
Tabak, Fertig= und Halbfertigwaren aus Tabak befanden, in
ich andere brennbare Stoffe in Fülle vorhanden geweſen ſein
Grannten bald lichterloh und die angrenzende Gauſtraße, bis
uim Rochusberg, glich alles einem Feuermeer. So waren die
en Stoffe, vom Wind getragen, umhergeflogen. Für die Feuer=
* ſchließlich keine andere Möglichkeit der Hilfe gegeben, als ſich
ur beſchränken, die Nachbarſchaft zu ſchützen. Die Größe des
jektes, die außerordentlich große Gefahr, daß die Gauſtraße in
rſchaft gezogen werde, machte es zur Pflicht, auch die Wehren
esheim und Bingerbrück und ſchließlich eine Motorſpritze mit
rften der ſtädtiſchen Feuerwehr Mainz zu requirieren. Die
ren von Büdesheim und Bingerbrück waren alsbald zur Stelle
en ebenſo wie die Binger Mannſchaften tatkräftig und rückhalt=
Die Mainzer Feuerwehr war etwa eine Stunde ſpäter einge=
Um 8 Uhr vormittags brannte noch das geſamte Anweſen.
waren die Häuſer des Maurermeiſters Krichtel und das Haus
Pfniſter, ferner die Angeſtellten= und Beamtenhäuſer der
owie auch das Direktionshaus zu halten. Dieſe Häuſer muß=
je
vor Entzündung zu ſchützen, ſtark unter Waſſer geſetzt wer=
dieſe Gebäude Waſſerſchäden erlitten. Die Gebäude Mayer,
r und Brück in der Gauſtraße konnten ohne jede Gefahr und
ung geſchützt werden. Der Brand hat ein Ausmaß, wie es in
ſohl noch nie geſehen worden iſt. Der entſtandene Schaden iſt
bar. Neben wertvollen Fertig= und Halbfertigwaren und
=äten ſind auch andere wertvolle Dinge, Maſchinen aller Art
ige Vorräte verbrannt, nicht zu ſprechen von Gebäude= und
den. Der Fabrikbetrieb muß ſtillgelget werden. Die bisher
abrik tätig geweſenen Leute werden wohl vorläufig ihrer
eluſtig ſein. Nach den heſſiſchen Vorſchriften über die Brand=
ag
von Gebäuden müſſen Gebäudeteile, die jetzt vom Feuer
ſind, wieder hergeſtellt werden. Der Schaden an der Innen=
g
iſt durch Verſicherung gedeckt. Es ſteht demnach zu er=
die Fabrik erneut wieder aufgebaut und eingerichtet wird.
Brand in der Schreinerei entſtanden, ſteht noch nicht feſt. An
öſtelle erſchien alsbald der Bürgermeiſter der Stadt Bingen,
glitz, Kreisdirektor von Gemmingen=Hornberg und der De=
* Brandweſen beim Kreisamt Bingen, Aſſeſſor Bracht. Eben=
Bürgermeiſter Dr. Lonarts=Bingerbrück.
firma Karl Gräff, G. m. b. H., war eine der bedeutendſten
ky d Zigarrenfabriken Deutſchlands. Zu ihr gehörten die gleich=
wtige
, rbriken Ermeler u. Co., Heinrich Oldenkott u. Co., Baumann
Ccl lle bildeten einen Konzern. Sie beſchäftigte, wenn auch in
etzter t ein Teil der Fabrik nach Lahr in Baden verlegt werden
* ſollte 4 nerhin etwa 250 Arbeiter, die aus der ganzen Umgebung hier
hr W. gefunden hatten. Wie verlautet, ſollte nur die eigentliche
Bigar ibrik noch in Bingen bleiben, in der etwa 120 Arbeiter be=
tſchäftäy
aren. Auch der wirtſchaftliche Schaden, der für Bingen und
rümge s entſtehen wird, iſt fehr groß, da der Fabrikbertieb ſtillgelegt

hinauf. Die Häuſer der Amtgaſſe wurden geräumt, nach allen Rich=
tungen
wurden Boten aufs Land entſandt, um friſche Pferde heran=
zuſchaffen
, die das Waſſer heranſchaffen ſollten. Ein reitender Bote
ging nach Mainz ab, um vom Gouvernement Hilfe zu verlangen. Längs
des Rheines ſaßen die obdachlos gewordenen Familien bei ihren weni=
gen
geretteten Habſeligkeiten. Um 12 Uhr am 30. April traf der Pro=
vinzialkommiſſar
, Freiherr von Dalwigk, mit 80 öſterreichiſchen und
preußiſchen Sappeuren und Pionieren ein, ebenſo die Feuerſpritzen der
Stadt Mainz mit ihrer vielfach erprobten Löſchmannſchaft, den Tur=
nern
. Am Nachmittag gelang es dann dem planmäßigen Vorgehen des
Militärs und der Turner, das Feuer einzudämmen, auf ſeinen Herd zu
beſchränken, der freilich rieſengroß war. Gegen Abend rückte die Feuer=
wehr
und ein Teil des Militärs nach Mainz ab und nur die Mineure
blieben als Feuerwache in Bereitſchaft. Man hatte ſchließlich alle
Häuſer, die am ſtärkſten bedroht waren, eingeriſſen oder unter Waſſer
geſetzt. Im Laufe des Vormittags waren die Feuerwehren von Nieder=
Ingelheim, von Trechtingshauſen und von Niederheimbach eingetroffen.
Gerade die Leute der letztgenannten Orte, denen die Binger einige
Monate vorher bei großer Waſſernot geholfen hatten, waren wacker
zur Stelle. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai loderte der
Brand noch einmal auf. Die Soldaten 60 Mann, teils Preußen,
teils Oeſterreicher, und Binger Bürger kämpften ihn nieder. Drei
ſtädtiſche Spritzen waren unbrauchbar geworden, man hatte die Spritzen
von Horrweiler und Genſingen daher durch Eilboten zu Hilfe gerufen,
auch die Mannſchaften dieſer Orte arbeiteten beim nochmaligen Auf=
lodern
des Feuers mit. 56 Wohngebäude, nebſt etwa 20 Nebengebäuden
lagen in Aſche und Trümmern, als man das Unglück zu überſehen ver=
mochte
. Etwa 100 Familien waren obdachlos. Abgeſehen von Ver=
letzungen
iſt nichts weiteres paſſiert. Verſchiedentlich wurden Rettungs=
leute
verſchüttet, aber immer konnten ſie gerettet werden. Wie das
Regierungsblatt ſpäter mitteilte, bezifferte ſich der Schaden, den die
Großherzogliche Brandverſicherung für niedergebrannte Gebäulichkeiten
zu tragen hatte, auf 121 994 Gulden. Das Binger Ghetto war auf einen
Schlag verſchwunden unter überaus ſchlimmen und traurigen Umſtän=
den
, die Tabakfabrik Karl Gräff aber wurde vor das Gautor verlegt,
dorthin, wo ſie bis geſtern ſtand, heute aber nicht mehr.

werde 1ß und die Arbeiter arbeitslos werden. In dem vollſtändig
mausgels aten Zoll= und Tranſitlager befanden ſich, wie man hört, 600
Ballerr bak.
Wkenswert iſt, daß die Fabrikgebäude der Zigarren= und
gbakko E Karl Gräff vor langen Jahren bereits aus der Stadt her=
z
w t wurden, weil die Feuersgefahr durch ſie ſo groß war und
l =male in ihnen brannte. Die Fabrik befand ſich damals in
Zum Schwanen, zwiſchen der früheren Jugendgaſſe ( heu=
ausſtraße
) und der hinteren Salzgaſſe wer die Fabrikate
kennt, und ſie ſind ſehr bekannt, der wird wiſſen, daß der
in altersher die Fabrikmarke der Gräffſchen Fabrik iſt,
im Laufe der Zeit durch die Tatkraft des alten Fabrikanten
f eine große Ausdehnung erlangt. Es war am Abend des
1850 als der große Brand ausbrach, der ſoviel Elend und
Her Bingen bringen ſollte. So kurz nach dem J. 1848 war die
gegenüber der Fabrik im Volk nicht ſehr günſtig, und ſo
B es lange dauerte, ehe man ſich endlich dazu entſchloß, gegen
vorzugehen. Dieſes, das durch den während der Nacht ſtark
Wiſperwind (der bekannte, als kalter, aus dem Wiſpertale kom=
rd
, herausbrechender Paſſat) immer ſtärker angefacht wurde.
ne ungemeine Ausdehnung. Wie zu dieſer Zeit überall,
ſich in der unmittelbaren Umgebung des Brandherdes um
Dicht verbaute alte Gebäulichkeiten, die ſchließlich alle durch
ergriffen wurden, und als man erkannte, wie gefährlich die=
wurde
, war es wieder einmal zu ſpät. Bis zum anderen
annten etwa 50 Häuſer des ganzen Viertels bis zum Markt

Das Gesund-
heitswasser
!

F t6eg

Friedrich Schaefer, Darmstadt, Ludwigspl. 7, Tel. 45
Oberheſſen.
r. Bad=Nauheim, 16. Dez. Mit lebhafter Anteilnahme wurde hier
die Nachricht von dem Ableben des Prälaten i. R. Geheimrat D. Karl
Walz aufgenommen. Gern erinnert ſich die ältere Generation noch
der Zeit, da der Heimgegangene als junger Pfarrer von 1879 bis 1892
hier ſegensreich gewirkt hat und bei Einheimiſchen und Kurgäſten in
hohem Anſehen ſtand. Ein Denkmal chriſtlicher, ſozialer Fürſorge hat
ſich D. Walz im Eliſabethhaus geſetzt, das er auf Anregung des
Oberheſſiſchen Vereins für Innere Miſſion hier begründete und bis
zu ſeinem Weggang von hier mit aufopfernder Liebe leitete. Die An=
ſtalt
hat unter ſeiner Verwältung ihr erſtes Aubflühen erlebt. Konnte
ſie im Gründungsjahr nur 24 Kindern Aufnahme gewähren, ſo war die
Zahl der Kinder 1892 ſchon auf 391 geſtiegen. Als die Kinderheilſtätte
Eliſabethhaus im letzten Sommer ihre 50=Jahrfeier feſtlich beging, da
wurde wiederholt beſonders ehrend des Gründers und erſten Vorſitzen=
den
gedacht, der leider aus Geſundheitsrückſichten ſelbſt nicht mehr an
der Feier teilnehmen konnte. Unvergeſſen bleibt Prälat Walz auch,
was er auf dem Gebiete der Heimatgeſchichte getan. Das Studium der
Kirchenbücher und Pfarrakten gab ihm Stoff zu Vorträgen bei Ge=
meindeabenden
, die immer gern beſucht wurden. Die Quartalblätter
des Hiſtoriſchen Vereins für Heſſen brachten 1910 unter dem Titel Bad=
Nauheim vor 300 Jahren einen wertvollen heimatgeſchichtlichen Bei=
trag
von K. Walz, der einen tiefen Blick tun läßt in die troſtloſen kirch=
lichen
, ſozialen und wirtſchaftlichen Zuſtände eines Wetterauer Land=
ortes
in der Zeit des 30jährigen Krieges. Das Wirken des einſtigen
Pfarrers bleibt hier unvergeſſen.
Waſſerſtands=Nachrichten vom 17. Dezember. Rhein: Hünin=
gen
1,12, Kehl 2,27: Maxau 4,04: Mannheim 2,90; Mainz 0,74; Bin=
gen
1,87; Caub 2,05; Köln 3,04 Meter. Main: Schweinfurt 1,69;
Würzburg 1,38; Lohr 1,85; Groß=Steinheim 2,46, Frankfurt 2,48, Koſt=
heim
Staatspegel 0,40; dito Waſſertiefe 2,40; dito Fahrtiefe 2,10 Mtr.
Hirſchhorn, 17. Dez. Waſſerſtand des Neckars am
16. Dezember: 1.06 Meter; am 17. Dezember: 1,12 Meter.
Gernsheim, 17. Dez. Waſſerſtand des Rheins am
16. Dezember: 0,04 Meter; am 17. Dezember: 0,06 Meter.

Seite 7

Geſchäftliches.

Trinkt Fachinger. Die Bedeutung einer Trinkkur mit Staatl.
Fachingen, dieſem Geſundheitswaſſer von Weltruf, liegt darin, daß es
in hohem Maße blutreinigend und blutauffriſchend wirkt. Fachingen er=
hält
Körper und Geiſt friſch und geſund!
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 18. Dez. 10.30: Schallplatten. 11.15: Schulfunk.
O 11.45: Schallplatten. S 13.30: Unterhaltungskonzert ( Schall=
platten
). 0 15.15: Jugendſtunde. o 16: Konzert des Funkorch.
2 18.05: Mannheim: Dr. Marianne Weber: Eheprobleme. 6 18.35:
Stuttgart: Martin Lang: Eugenie Schwarzwald. O 19.05: Stutt=
gart
: Dr. Rob. Pfaff=Giesberg: Aus der Geſchichte der Sklaverei.
6 19.30: Freiburg: Fahrendes Volk. Luſtſpiel von Franz Schmitt.
O 20.15: Deutſcher Abend. Deutſche Volkslieder für gem. Chor.
Die drei Prinzipien göttlichen Weſens Kap. 27, von
Jakob Böhme. Trio in D=dur von Joh. Ludw. Krebs.
Gedichte von Hölderlin. Kritik der Urteilskraft von Imma=
nuel
Kant. Drei Geſänge nach Gedichten von Goethe von
Schubert. Deutſchlands Fall und Wiedergeburt von Joſef
Görres. Aus Briefen von Karoline Schelling. Grabſchriften
von Rud. Borchardt. Goethes letzte Nacht in Italien von
Stefan George. Aus Briefen von Walter Rathenau. Kleine
Kammermuſik von Hindemith. Ausf.: J. Willy (Bariton), Kammer=
chor
des Rundfunks, L. Amar (Violine), H. Rosbaud (Klavier),
die Herren Zimmermann (Flöte), Fuhrmann (Oboe Schütze ( Kla=
rinette
), Angermann (Horn), Jung (Fagott), A. Engels und Dr.
Laven (Rez.) Stuttgart: Werke von Lortzing, Jean Paul,
Wilhelm Buſch, Joachim Ringelnatz, Paul Graener, Beethoven,
5. v. Kleiſt, J. P. Hebel, Thomas Mann, Brahms, Weber
Schiller, Wagner Frank Wedekind, Georg Kaiſer, Bert Brecht
und Pfitzner.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Mittwoch, 18. Dez. 9: Landw.=Rat Killer: Die
Anwendung des Kunſtdüngers. 9.30: Hamburg: Die deutſche See=
warte
im Dienſte an der Weltſchiffahrt. (Führung durch das In=
ſtitut
.) 10.35: Mitteilungen des Reichsſtädtebundes. O 12: Schall=
platten
o 14.45: Kindertheater: Schneewittchen. 8 15.45: Frauen=
ſtunde
, Marg. v. Stumpf: Weihnachtsfreuden auf dem Lande. 6 16:
Oberſchulrat Dr. Bohner: Stadt und Land in der Bildung. 6 16.30:
Hamburg; Bratſchen=Konzert. Romeo Scarpa. 17.30: Prof.
Moſer: Die Muſik im evangeliſchen Gottesdienſt. 18: Dr. Heuß:
Lufo Brentano zum 85. Geburtstage. 0 18.30: Spaniſch für An=
fänger
6 18.55: Dr. Jahnke: Gutes Deutſch für jedermann.
O 19.10: Prof. Dr. Reichenbach: Denken und Anſchauung. o 19.30:
Geh. Juſtzrat Prof. Dr. Heilfron: Rechtsfragen des Tages. 6 20:
Gaſtſpiel des Enſembles Müller=Schlöſſer, Düſſeldorf: Wibbels Auf=
erſtehung
. Komödie in vier Akten von Hans Müller=Schlöſſer,
O Danach: Dr. Pfeil: Trocken=Sk=Uebungen. O Danach: Tanz=
muſik
. Kapelle Gerhard Hoffmann.

eeee Hee
Fachmännische
AOTO Bedienung

Bocer ämhl.
Ernst-Ludwigstr. 14
Tel. 2140 (18354a

Wekterbericht.

Ueber Mitteleuropa verurſacht die Kaltluft, die durch die Rückſeite
der nordöſtlichen Störung ſüdwärts gelangt, Bewölkung und ganz veu=
einzelt
Schnee= und Regenſchauer. Das im Weſten lagernde Hochdruck=
gebiet
hat ſich weiter verſtärkt, ſo daß in ſeinem Kern über England und
Weſtfrankreich Barometerſtände von über 780 Millimeter herrſchen.
Der Hochdruckeinfluß kommt auch bei uns mehr zur Geltung und wird
beſtimmend für die Wetterlage, ſo daß trockenes, aufheiterndes Wetter
mit leichtem Nachtfroſt zu erwarten iſt.
Ausſichten für Mittwoch, den 18. Dezember: Leicht wolkig, auch ſtellen=
weiſe
neblig, ſonſt vielfach heiteres Wetter, trocken, leichter Nacht=
froſt
.
Ausſichten für Donnerstag, den 19. Dezember: Wenig Aenderung der
Wetterlage.

Feld=
berg

Taunus Wafſ.
Kuppe Kee
berg
Schwarze
wald Zug=
ſpitze
Kahler
Aſten Fich=
ſtelberg
Schnee=
koppe

Wetter Nebel Nebel Nebel wolkig Schnee Temperatur (7C) 2 3 8 Wind
warwe MIW. NW. WTW. WNWe Niederſchlag imm Schneedecke (cm) 10 24

Hauptſchriftleitung: Rudolf Maup=
Veranwportich für Pollik und Wiriſchaft: Rudolf Mauve; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; füe
Die Gegenwart; Dr. Herbert Neite; für den Inſeratenteil: Wiliv Kuble; Druc
und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtſadt
Für unverlangte Manuſtrivte wird Garantie der Rückiendung nicht übernommen
Die heutige Nummer hat 16 Geiten

[ ][  ][ ]

Seite 8

Mittwoch, den 18 Dezember 1929

A
Sagbbtuiu
Kd

Ist für Sle
Oelzt aie Gele-
genheft
, Ihre Weih-
nachtseinkäufe
bei
uns zu tätlgen. Wo
mit könnten Siewoht
mehr Eneude be-
geiten
als mit ele-
gantenSchuhen
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Ihnen durch unsere
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geb. Freiin Schenck zu Schweinsberg.

Ihre Verlobung beehren sich an-
zuzeigen

L-otte Zink
Oskar Schmidt
Darmstadt
Frankfurt a. M.
im Dezember 1929.

Statt Karten.
Heute Nacht verſchied plötzlich infolge eines Schlag=
anfalles
mein lieber, herzensguter Mann, unſer ge=
liebter
Vater, Bruder, Schwiegervater, Schwager und
Onkel
Herr Georg Ohl
Heſſiſcher Oberforſtmeiſter
im Alter von 63 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Maja Ohl, geb. Hof
Erich Ohl
Elſa Helfrich, geb. Ohl
Mathilde Engau, geb. Ohl
Dr. med. W. Helfrich.
Friedberg, Gernsheim, Darmſtadt, Bingen,
den 12. Dezember 1929.
Die Einſegnung findet ſtatt am 19. Dezember 1929,
nachm. 3 Uhr, in der Friedhofskapelle zu Friedberg;
die Beerdigung in Darmſtadt am 20. Dezember 1929
nachmittags 3 Uhr, auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße.

Statt beſonderer Anzeige.
Am 15. Dezember iſi mein lieber Mann,
unſer lieber Vater, Schwiegervater und
Großvater
Großh. Heſſ. Forſtmeiſter i. R.
Ludwig Spieler
nach kurzem Teiden im 78. Lebensjahre
ſanft entſchlafen.
Die Einäſcherung hat auf Wunſch des
Verſtorbenen in der Stille ſiattgefunden.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Auguffe Spieler, geb. Theobald
Anna Reſſig, geb. Spieler.
Fritz Spieler, Poſidirektor
Karl Reſſig, Direktor
Hilde Spieler, geb. Meves
und 5 Enkel.
Darmſtadt, München, Dortmund,
den 17. Oezember 1929.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.

Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen
Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Heimgange unſeres lie=
ben
Entſchlafenen ſagen wir
unſeren innigen Dank.
Im Namen
aller Verwandten:
Georg Grünig Bwe.
Eliſe. geb. Helfrich.
Alsbach, 16. Dez. 1929.

Für erwieſene Aufmer
anläßlich unſerergolden
danken wir herzlich.
Georg Habermehl
Landwehrſir.
Von der Reise
Dr. Jarl Brüg
Hals-, Masen-, Oh
(*mtl

Heute Nacht entſchlief nach langem, ſchweren Leiden
mein lieber Mann, unſer guter Vater, Schwieger=
vater
, Großvater, Schwager, Onkel und Neffe
Palentin Sartmann
Schreiner
im 61. Lebensjahr
In tiefer Trauer:
e Hartmann, geb Schaaf
abeih Jäckel, geb. Hartmann
s Hartmann
nhard Jäckel
aln Hartmann, geb. Kraft
d 1 Enkelfind.

Darm
Kiesb

en 17. Dezember 1929.

Statt beſonderer Anzeige.
Nach kurzer, ſchwerer Krankheit hat es unſerem Herrn
und Gott gefallen, meine innigſtgeliebte Tochter,
Zwillingsſchweſter, Schweſter und Schwägerin
Minna Mewes
Damenſchneidermeiſterin
zu ſich zu nehmen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Johanne Mewes, Witwe
Meta Mewes
J. Fuhrmeiſter
Familie Alb, Klinge. (*
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. De=
zember
, nachm. ½3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Beileidsbeſuche ſind nicht im Sinne der Hinterbliebenen.

Dankſagung.
Für die herzliche Anteilnahme an dem
ſchmerzlichen Verluſt, der uns durch den
Heimgang unſerer geliebten Mutter betroffen
hat, ſowie für die ſchönen Blumenſpenden
ſagen wir unſeren innigen Dank.
Willi Georg und Frau
Anna Thielbeer, geb. Georg
und Kinder.
Darmſiadt, den 17. Oezember 1929.

Für die wohltuenden Beweiſe der Antell=
nahme
anläßlich des Heimgangs unſeres
lieben Entſchlafenen danken wir herzlich.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Elifabeth von Pſiſter, geb. Palz
Dr. Karl Walz.
Darmſiadt, Oezember 1929.
20017

ha
Die De
am letz:
in d.
bis
im Ca
ling,
aufgeha
gebet.
gerichte
ter der
Chiffre
poſt abz

findet Donnerstag, nachmittags
f dem Waldfriedhof ſtatt.

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als Hauptstelle der Städtischen Sparkasse
del öffentlichen Verkehr übergeben.
Imiis neue Dienstgebäude werden verlegt:
Die Direktian nebst Hypotheken-Abteilung und
Haupikasse sowie die Aufwertungsstelle und die
Depotverwaltung.
Hlle Direktionsgeschäfte, Hypotheken- u. Darlebens-
geiche
, Hufwertungs-Hngelegenheiten usw. werden für die
Fele nur in der Hauptstelle bearbeitet.
In den seitherigen Diensträumen Hügelstraße 22, wird
del Betrieb als
Zweigstelle 1, Hügelstraße
im mveränderter Weise weitergeführt.
Elle z. Zt. bestehenden Sparkonten und Sonder-
kelken
, sowie Scheck- u. Konto-Korrentkonten blei-
Dei bis auf weiteres in der Zweigstelle Hügelstr. 22.
Die übertragung dieser Konten an die Hauptstelle
ka jederzeit, jedoch nur auf schriftlichen Intrag des Kun=
del
erfolgen. Vordrucke hierzu sind an beiden Stellen zu
er? ten.
Die Eröffnung neuer Konten kann selbstverständ=
licle
nach Wahl des Kunden an beiden Stellen erfolgen.
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[ ][  ][ ]

Seite 10

Mittwoch, den 18 Dezember 1929

Berlins modernſte Kirche eingeweihk.

Die feierliche Ueberreichung des Kirchenſchlüſſels an den Pfarrer Nehmitz vor dem Portal
der neuen Kirche in Berlin=Schmargendorf.

Eine nach den modernſten Grundſätzen erbaute Kirche wurde in Berlin=Schmargendorf feierlich
eingeweiht. Die Kirche, die nach den Plänen des Architekten Paulus errichtet wurde, verfügt u. a.
über eine Lautſprecheranlage und Kopfhörer für ſchwerhörige Kirchenbeſucher. Das Gebäude ent=

ſtand in zweijähriger Bauzeit.

Die Induſtrie bauk eigene Eiſenbahnen.

Eröffnung der neuen Siemensbahn bei Berlin=Spandau.
Vor dem Antritt der erſten Fahrt von links nach rechts: Karl Friedrich v. Siemens
direktor Dr. Dorpmüller; Regierungsbaudirektor Hertlein, der Erbauer der Siemens
zweijähriger Bauzeit wurde die neue Siemensbahn bei Berlin=Spandau fertiggeſtell
Siemenswerken für ihre Belegſchaft von über 60 000 Arbeiter erbaut wurt

Die Auffindung der Ozeanflieger.
Tragiſcher Ausgang des geglückten Transozeanfluges.
Paris. Havas berichtet am Montag aus Per=
nambuco
, ein Funkſpruch der franzöſiſchen Ozean=
flieger
beſage, daß das Flugzeug umn 8,30 Uhr ſich
17 Grad 20 Min. nördlicher Breite und 24 Grad 30
Min. weſtlicher Länge befand.
Die Flieger Challe und Larre=Borgäs haben am
Montag den ganzen Tag über die Poſition ihres
Flugzeuges durch Funkſpruch mitteilen können. Um
15,35 Uhr befanden ſie ſich 1350 Kilometer von den
Kap Verdiſchen Inſeln entfernt und hatten Kurs auf
die Inſel Fernando de Noronha. Das Flugzeug ent=
wickelt
eine Stundengeſchwindigkeit von 193 Kilo=
metern
und hat dieſe Geſchwindigkeit ſpäter an=
ſcheinend
noch erhöht, Kurze Zeit darauf traten die
Flieger in Radioberbindung mit dem ſüdamerika=
niſchen
Feſtlande. Zunächſt fing die Station Rio de
Janeiro eine Anfrage der Flieger auf, in der um
Mitteilung über die Witterungsverhältniſſe gebeten
wurde. Um 17.3 Uhr (21 Uhr MEZ.) teilte ein
neuer Funkſpruch der Flieger mit, daß ſie ihren Flug
fortſetzen und an Bord alles in Ordnung ſei.
Der geglückte Tronsozeanflug der beiden franzö=
ſiſchen
Flieger Challe und de Larre=Borges ſcheint
einen tragiſchen Ausgang nehmen zu ſollen. Nach=
dem
das Flugzeug am Montag abend gegen 20 Uhr
über Maceio, 200 Kilometer ſüdlich von Pernambuco
geſichtet worden war, blieben ſämtliche Verſuche der
braſilianiſchen Funkſtationen vergeblich, die Ver=
bindung
mit dem franzöſiſchen Flugzeug herzuſtellen.
Die Zeitung La Nacion in Buenos Aires meldet nun,
daß die Flieger bei Maracaja im Staate Rio Grande
del Norte abgeſtürzt ſind und einer von ihnen dabei
ſchwer verletzt wurde. Dieſe Nachricht wird durch
nachfolgende Meldung der Havas=Agentur aus Rio
de Janeivo beſtätigt: Man kündigt aus guter
Quelle an, daß die Flieger Challe und le Larre=
Borgés bei Maracaja abgeſtürzt ſind. Einer der
Flieger iſt ſchwer verletzt worden.
Die Ozeanflieger Challe und Larre=Borgés wur=
den
durch einen glücklichen Zufall am Dienstag früh
100 Kilometer von der nächſten menſchlichen Siede=
lung
entfernt von Reitern aufgefunden. Beide Flie=
ger
, die ſchon am Montag abend gelandet ſein müſ=
ſen
, ſind verletzt. Gegenwärtig ſind Aerzte aus Na=
tal
zur Landungsſtelle unterwegs, um die Flieger
evtl. in ein Krankenhaus zu transportieren. Die
zurückgelegte Strecke beträgt rund 4000 Meilen.
Die Rekordflieger gelandet.
Paris. Die Flieger Coſtes und Codos
ſind am Dienstag nachmittag um 13,24 Uhr fran=
zöſiſcher
Zeit auf dem Flugplatz von Iſters bei
Marſeille glatt gelandet, nachdem ſie in 52 Stun=
den
40 Minuten 8100 Kilometer in ununter=
brochenem
Fluge zurückgelegt hatten.
Vereitelter Raubüberfall.
Berlin. Ein räuberiſcher Ueberfall wurde am
Dienstag nachmittag in der dritten Stunde auf die
Inhaberin und die Verkäuferin des Goldwarenge=
ſchäfts
von Pilz u. Co. in der Lindenſtraße verübt.
Auf die Hilferufe der Angefallenen flüchtete der
Täter und bedrohte ſeine Verfolger mit der Piſtole.
Er wurde aber ergriffen und der Polizei übergeben.
Ein Helfershelfer von ihm entkam in einem bereit=
ſtehenden
Auto.
Hocker=Revolte in Gotha.
Gotha. Als die zur L uffüllung des Gothaer
Stadtſäckels eingeführte ockerſteuer um ½1 Uhr
in der letzten Nacht z 1 erſten Male erhoben
werden ſollte, kam es, ach einer Meldung des
Berliner Tageblatt, aus Gotha zu einem
förmlichen Aufruhr. ils Proteſt ſchloſſen um
dieſe Zeit ſämtliche ale ihre Pforten, und wie

zwangsläufig an
Gäſte in den S
zog man nach de
ſters, die aber ſ
Polizei geſchüt
Menge in die
uchte nun
von einem
Geiſtern d
rdnung
und Pfe‟
ſchritt
Stadtv
folge
Hocke
Verl

Ein Berliner Chauffeur in ſeiner Droſchke ermordel.

Die Mordkommiſſion am Tatort.

Das Doppelleben des ermordeten
Kraftwagenführers.
Berlin. Wie die B.3. mitteilt, hat nach den
Feſtſtellungen der Movdkommiſſion, der auf dem
Rieſelfelder=Gelände bei Malchow ermordete Kraft=
wagenführer
Schalepanſki ein Doppilleben geführt,
ſo daß der Grund zur Tat nicht allein in einem
Raubmord zu ſuchen ſein wird. Schalepanſki hatte
ſich ausdrücklich als Nachtchauffeur verdungen, um

tagsüber als elegant gekleideter Mann in den Hal=
len
der großen Hotels und in den vornehmen Kon=
ditoreien
aufzutriten, wo er beim Fünfuhr=Tee die
Bebanntſchaft von Damen machte. Als Endziel ſoll
ihn dabei eine reiche Heirat vorgeſchwebt haben. Die
Damen haben in ihm nur den ehemaligen Offizier
mit guten Monieren geſehen, und von ſeiner nächt=
lichen
Chauffeurtätigkeit nichts gewußt. Es iſt nun
möglich, daß vielleicht ein Nebenbuhler ihn aus
Eiferſucht beſeitigt hat.

Die erſten Urkeile im Giftmiſcherinnen=Prozeß von Szolnok gefällk.

Schiffsunkergang an der
Neuſeeland.
London. Der 4534 Tonnen
ländiſche Dampfer Manuka‟
Nebel zwiſchen Bluff Harbour und
ein Felſenriff aufgelaufen und
146 Paſſagiere und die ge
ſatzung waren in den Rettungs
weit genug von dem ſinkenden E
um nicht mehr in den Strudel hir
werden. Die Ladung des Schiffe
ordentlich wertvoll und enthielt (
hafter britiſcher Künſtler im Gel
einer halben Million Mark für ein
in Neuſeeland.
Der Rieſendampfer Leviathan
London. Der amerikaniſche *
dampfer Leviathan, der frühere der
Vaterland, der am Montag von Sor
New York in See gehen ſollte, mußte
rückbleiben, da ſich herausſtellte, daß
Rieſenſchiffes einen etwa ſechs Mete
oberhalb der Waſſerlinie aufwies. A
der Dampfer Dienstag wird abfahren
werden die beiden vor der alljährliche
des Schiffes noch geplanten Fahrten
wahrſcheinlich abgeſagt werden. Der ſ
war während ſeiner beiden letzten Fah mſt
Stürme geraten, wodurch der Schaden
ſtanden iſt.
Brand einer Möbelfabr
Laage. Dienstag früh gegen 4
Möbelfabrik der Firma Bockhold und
Bahnhofſtraße in Flammen auf. Die
ſehr vielen Maſchinen und für etva
tigen Möbeln und größeren Holzvorrät
ſtändig vernichtet. Das Wohnhaus de
iſt innen vollſtändig ausgebrannt. Faſ
gerettet werden. Das Feuer iſt wal
durch entſtanden, daß glühende Kohle
eiſernen Ofen gefallen ſind.
Die Brandkataſtrophe in Bal
Baltimore. Bei dem Brande
papier= und Lumpenverwertungsanſtalt
letzten Meldungen nur vier Perſoner
gekommen. Sieben Perſonen erlitten
Bergwerksexploſion.
London. Bei einer Gasexploſion
lengrube New Cumnok (Ayrſhire) erli
leute ſchwere Brandwunden. Zwei
ſchweben i Lebensgefahr.

Die vier verurteilten Bäuerinnen während der Gerichtsverhandlung. Von links nach rechts: Frau
Sebeſtyen, Frau Lipka, Frau Koteles.

auf ein Alarmzeich , immelten ſich die dadurch
kühle Luft beförderten
Lärmend und ſingend
nung des Oberbürgermei=
gſt
durch Herbeiziehung der
de. Die Polizei drängte die
gen am Marſtall. Hier ver=
erbürgermeiſter
Dr. Scheffler
gaun herab den aufgeregten
gung der Hockerſteuer= Ver=
ſchen
. Höhniſches Gelächter
die Antwort. Die Polizei
vielen Verhaftungen. Die
,t ſofort dem Stadtrat in=
en
Widerſtandes gegen die
kläufige Außerkraftſetzung der
mgegeben.

Der Einzug des Winters.
Dresden. In der Nacht zum Dienstag und
am Dienstag iſt im ſächſiſchen Erzgebirge der Win=
ter
mit Schnee und Kälte eingezogen. Auf den Ber=
gen
liegt bei vier Grad Kälte eine Schneedecke von
24 Zentimeter, davon 15 Zentimeter Neuſchnee. Im
Oſterzgebirge von Geiſing=Altenberg bis Kipsdorf=
Helleran beträgt die Schneehöhe 15 Zentimeter. Der
Schneefall hält weiter an. Der Ski= und Rodelſport
hat ſchon lebhaft eingeſetzt.
Drei Arbeiter im Steinbruch erſchlagen.
London. Bei einer Sprengung in einem Stein=
bruch
bei Llanberis (Carnarvonſhire) löſten ſich am
Montag abend Felsmaſſen im Gewicht von mehreren.
tauſend Zentnern und erſchlugen drei Arbeiter.

Ein D=Zug fährt in eine Schafherde.
Paris. Montag nachmittag iſt, wie Havas aus
Straßburg berichtet, der D=Zug StraßburgMetz,
etwa einen Kilometer von dem Bahnhof Brumath
entfernt, in eine die Gleiſe gerade überquerende
Schafherde hineingefahren. Etwa 80 Tiere wurden auf
der Stelle getötet. Der Lokomotivführer bemerkte
den Unfall erſt bei der Einfahrt in den Bahnhof.
Schwerer Autvunfall.
Dirlemont. Am Montag abend ſtürzte ein
Autobus, der mit Arbeitern beſetzt war, eine etwa
vier Meter hohe Böſchung hinab. Zwei Inſaſſen
wurden getötet, vier ſchwer und etwa 15 leicht
verletzt.



A
Sſte
-ädigt
T
S
ton

Ru

Zum 85.

Geburkskag von (
Luig Brenkano.

Geheimrat Lujo
der bekannte Nationalökon
Dichter Clemens Brentano,
ber ſeinen 85. Geburtstag=
England die Gewerkvereine
bereits in den ſiebziger Jal
liche Organiſationen. Ko.
terverſicherung und
wurde ſo einer der
ſchaftlichen Libera

[ ][  ][ ]

Imer 330

Mittwoch, den 18. Dezember 1929

Seite 11

1Original aus dem kaiſerlichen Oeſterreich.


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enig, 4
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Fannm
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Frri
ines 2
e zw.a
teunddt
BA
einen 1
var jol
ür G.7
Leutnol
ung ſt
ich wurf
gpht 5
nV9
Galgord
arreſt.
verurſ.ſt
G.*
man ſi
Uniforzt
für de

eſchichken vomn alken Galgoky.
Wien, Dezember 1929.
indneunzig Jahre alt, iſt vor kurzem der Feldzeug=
* ehemaligen k. u. k. Armee Anton Galgotzy ſchmerzlos
ſſere Welt hinübergeſchlummert. Er hatte es nieman=
r
laſſen, daß er krank war, denn ihm war ja ſein ganzes
ig jede Wichtigtuerei verhaßt geweſen, und er wollte
richt viel Scherereien machen, als ſein Herz müde wurde
anze Mechanismus zu verſagen begann. Vielleicht hat
geheim auch davor gefürchtet, er könnte zuletzt gar noch
Tod grob werden, wenn der mit ihm zu ſtreiten anfinge.
b ſein, ſaugrob ſein, das war einmal ſeine ganz be=
zpezialität
geweſen, und er hat ſich dabei nie erſt viel
rnit wem er es war. Der alte Vater Galgotzy iſt
lang gerade mit dieſer Grobheit der volkstümlichſte
der kaiſerlichen Armee geweſen und ſeine Popularität
faſt Legendäres gehabt. Da war keine noch ſo draſtiſche
g, die man ihm nicht ohne weiteres zugetraut hätte,
war auch alles erlaubt geweſen und man nahm ihm
I. Er war eben der Galgotzy.
er war doch wer Er iſt einmal mit knapp 22 Jah=
* jüngſte Generalſtabshauptmann im k. u. k. Heer ge=
das
hat für einen einfachen Schullehrersſohn von der
r ſiebenbürgiſchen Militärgrenze, der ſo gar keine hohen
gen Verbindungen beſaß, ſchon etwas bedeutet. In
vo ging dann ſeine ganze Karriere weiter. In der
on Cuſtozza halte er ſich die für ſeinen Rang ganz
lich hohe Auszeichnung des Ordens der eiſernen Krone,
Jahre ſpäter war er ſchon Chef der operativen Abtei=
Geueralſtabs und im bosniſchen Okkupationsfeldzug
mnandant eines Infanterieregimentes. Er wurde Stell=
bes
Chefs des Generalſtabs, Korpskommandant in
und war zuletzt Generaltruppeninſpektor, als er nach
riger aktiver Dienſtzeit in den Ruheſtand trat.
alle dieſe Aeußerlichkeiten ſagen eigentlich nichts. Da
ie Geſchichte luſtiger, wie Galgotzy ſeine Ernennung
ral aufnahm. Aergerlich dabei war nämlich für ihn
daß er ſich jetzt doch endlich einmal eine neue Uniform
ſen mußte. Sonſt war er immer ganz kommiß an=
enau
ſo wie ſeine Soldaten, mit denen er zuſammen
einer der ihren und die ihn vergötterten. Aber wenn
equipierung jetzt auch unvermeidlich war, zu ſeinem
brachte ihn deshalb noch lange niemand. Er tele=
einfach
an eine Wiener Uniformierungsanſtalt:
Tniform für mittelgroßen General. Und mit der
form kam er dann wieder Jahre lang aus.
Telegramm war aber für Galgotzy ſchon eine außer=
e
Leiſtung, denn dieſe Schreibereien waren ihm bis in
Seele hinein verhaßt. Als Korpskommandant in Bos=
er
einmal eine Brücke, aber die Herren von der Mili=
ring
urgierten dann viele Monate vergeblich die Ab=
Als ſich Galgotzy doch endlich dazu herbeiließ, war ſie
kurz:
)00 Gulden für den Bau einer Brücke erhalten.
90 Gulden für den Bau einer Brücke ausgegeben.
Galgotzy.
dar dem heiligen Bürokratius doch ein bißchen gar zu
d er verlangte die genaue Detaillierung. Der Galgotzy
at und hatte für andere Sachen keinen Sinn. So
einfach zu ſeiner Abrechnung noch dazu: Wer’s nicht
ein Eſel
ien war man wütend. Aber man war gegen dieſen
h gleichzeitig machtlos, dem konnte höchſtens noch der
3 befehlen, und der Chef der Militärverwaltung ging
Joſeph und zeigte ihm den merkwürdigen Beſcheid
verals. Und der Kaiſer las die Rechnung durch, las
I und dreimal und blickte dann den Beſchwerdeführer
an: Glauben Sie’s nicht? Ich glaubs.
en galiziſchen Sommermanövern erlaubte Galgotzy
Zieren das Tragen von weißen Leinenuniformen. Es
ſchrecklich heiß, und das ſoldatiſche Zeremoniell war
3y erſt in zweiter Linie maßgebend. Aber ein junger
gefiel ſich in dieſer ganz vorſchriftswidrigen Adjuſtie=
tt
, daß er ſpäter ſogar damit nach Wien fuhr. Natür=
er
beanſtandet und natürlich redete er ſich auf Galgotzy
aber bekam vom Wiener Platzkommando die tele=
Anfrage: Haben Exzellenz das Tragen weißer Leinen=
erlaubt
? Die Antwort war klipp und klar: Ja‟.
konnte man dem Leutnant alſo nicht an. Aber von
hielt er, als er wieder einrückte, eine Woche Zimmer=
eil
er dem General ſo viel überflüſſige Schreiberei
hatte.
3y war grob, ſaugrob, und er war es faſt könnte
am liebſten mit den Erzherzögen, die nur der
egen Soldaten waren und ſonſt ſo wenig übrig hatten
2ruf. Als er einmal nach einer Uebung im Kreiſe der

Offiziere Beſprechung abhält, hat ſo ein junger kaiſerlicher Prinz,
der dem Regiment zugeteilt iſt, keine Zeit, zuzuhören, ſondern
führt mit ſeinem Nachbar ein Zwiegeſpräch. Galgotzy hebt ſich
im Sattel zurecht und ſagt dann ganz trocken: Kaiſerliche Hoheit
wenn ich Beſprechung halte, dann halten die anderen Gal=
gotzy
ſchluckt .. keine Beſprechung.
Am ſchrecklichſten waren ihm dieſe Erzherzöge, wenn ihnen
zu Ehren eine Parade veranſtaltet werden mußte. Dafür fehlte
ſeinem ſoldatiſchen Sinn das Begreifen. Eines Tages ließ es
ſich wieder einmal nicht vermeiden, denn der verſtorbene Thron=
folger
Franz Ferdinand hatte ſich ſelbſt zur Inſpektion angemel=
det
. Für neun Uhr vormittags. Galgotzy hat es in dieſem Fall
nicht ſo eilig und erſcheint ganz gemächlich um eine halbe Stunde
ſpäter. Zieht der Erzherzog vorwurfsvoll die Uhr und meint
mit einem gewiſſen Unterton: Exzellenz, es iſt viertel zehn
Darauf Galgotzy mit unerſchütterlicher Ruhe: Schmeißen’s die

Uhr, weg, kaiſerliche Hoheit, auf meiner Uhr is es ſchon halb
zehn, und meine Uhr geht richtig,
Galgotzy gehörte zu jenen, die ewig jung bleiben. Das Alter
konnte ihm nichts anhaben, und deshalb natürlich auch jene
Clique am Hof nicht, die den General ſchon gerne penſioniert
geſehen hätte. Es fand niemand den Mut, ihm nahe zu legen,
daß er die Altersgrenze längſt erreicht hätte. Nicht einmal der
Kaiſer. Schließlich wurde ein ſehr würdiger, auch ſchon etwas
bejahrter Erzherzog mit der heiklen Miſſion betraut. Der fuhr
zu Galgotzy und fing die Sache von hinten rum an.
Das heißt, er erzählte zuerſt von ſeiner Jugendzeit, und wie
ſchön es damals war. Und wie lang das ſchon her ſei und wie
ſchnell die Jahre vergangen wären und ſo fort. Dann kam der
große Moment: Ja, ja, man wird alt, mein lieber Galgotzy.
.. und blöd, kaiſerliche Hoheit, ergänzte der General.
Und ſo blieb der Galgotzy noch ein paar Jahre länger im aktiven
Dienſt.
Die alte 1. u. k. Armee hatte das beſtimmt nicht zu bereuen
gehabt. Sie hatte nur leider viel zu wenig Galgotzys.
R. W. P.

Spott, Spiel und Zurnen.

Lütsen.
Main-Rhein=Gau der 9. T.
In Wiesbaden fanden ſich am letzten Sonntag die Gau= Geſangs=
warte
des 9. Turnkreiſes zu ihrer Jahresverſammlung zuſammen.
Dieſe Tagung verlief ſehr anregend und dürfte die Sache des Turner=
geſanges
wieder einen Schritt vorwärts gebracht worden ſein. Beim
Kreisturnfeſt in Hanau, am Feſtſamstag, den 2. Auguſt 1930, ſoll ein
Liederabend der Kreis=Sängerſchaft durchgeführt werden, bei dem haupt=
ſächlich
Maſſenchöre zum Vortrag kommen ſollen. Um einen Ueberblick
über die ungefähre Beteiligung an dieſem Liederabend zu erhalten, iſt
bis zum 10. Januar 1930 an den Gaugeſangswart H. Müller= Darm=
ſtadt
, Taunusſtraße 56, die ungefähre Zahl der Teilnehmer durch die
Vereinsobmänner melden. Hierbei iſt auch anzugeben, ob die Teil=
nehmer
Nachtlager wünſchen. Als Maſſenchöre für 1930 wurden zwei
Chöre beſtimmt, und zwar: Bleib deutſch, du herrlich Land am
Rhein und Das deutſche Lied‟. Die nächſte Kreisveranſtaltung, bei
der die Turnerſänger mitwirken, iſt die Kreis=Winterturnfahrt am 12.
Januar 1930 nach dem Niederwald=Denkmal. Bei der Feier am Denk=
mal
wird der Maſſenchor Bleib deutſch, du herrlich Land am Rhein,
geſungen. Alle Turnerſänger müſſen ſich verpflichtet fühlen, am 12.
Januar 1930 nach dem Niederwald=Denkmal zu wandern. Gut=Heil!
Kegeln.
Kegelgereinigung Darmſtadt und Angebung.
Ausſcheidungskämpfe.
In Fortſetzung des Ausſcheidungskegelns fanden am ver=
gangenen
Samstag und Sonntag auf den Bahnen im Bürger=
verein
, Konkordiaſaal, Turnhalle und bei Krichbaum 100 Kugel=
kämpfe
ſtatt. 95 Starter ſtellten ſich dort dem Sportausſchuſſe
zur Verfügung. Es wurden wiederum eine Anzahl recht guter
Reſultate erzielt. Zu bemängeln iſt, daß verſchiedene Starter
unentſchuldigt ausblieben und dadurch Störungen verurſachten.
Die Fortſetzung der Kämpfe findet mit Rückſicht auf die Feier=
tage
Sonntag nach Neujahr ſtatt.
Die einzelnen Ergebniſſe ſind:
1. Bürgerverein: 1. Eigenbrodt 541, 2. Sattler 537, 3. Thüm=
mel
531, 4. Reinhardt 529, 5. Schinnerl 514, 6. Bäumer 513, 7.
Wilbert 513, 8. Mitſchdörfer 510, 9. Schmitt 510, 10. Frl. Bäu=
mer
506, 11. Bangert 503, 12. Reichert 503, 13. Feldmann 502,
14. Preuß 494, 15. Schembs 493, 16. Becher 490, 18. K. Bäumer
490, 19. Schieferdecker 484, 20. Schäfer 482, 21. Dörr 480, 22. P.
Harres 478, 23. Frau Reinhardt 461, 24. Zuleger 460, 25. Schwinn
453, 26. Deuchert 448, 27. Thomas 445, 28. Frau Krämer 441,
29. Ott 438, 30. Frau Heldmann 418.
2. Konkordiaſaal: 1. Scherer 544, 2. Pohlmann 513, 3. Kern=
Eberſtadt 488, 4. Stöhr=Eberſtadt 481, 5. Dächert=Eberſtadt 479,
6. Pfeiffer=Eberſtadt 476, 7. Frl. Bangert 476, 8. Werner= Eber=
ſtadt
460, 9. Georgi 444, 10. Kaiſer=Eberſtadt 435.
3. Turnhalle: 1. Schimpf=Eberſtadt 548, 2. Grün 540, 3.
Kramer 539, 4. Wenner 536, 5. Lautenſchläger 527, 6. Müller=
Eberſtadt 521, 7. Sattler=Eberſtadt 517, 8. Dächert=Eberſtadt 512,
9. Leining=Eberſtadt 506, 10. Hoffmann=Eberſtadt 496, 11. Drautz
494, 12. Schild 490, 13. Lenz 489, 14. Küchler 488, 15. Erbes 488,
16. Hucke=Eberſtadt 484, 17. Grünewald=Eberſtadt 479, 18. Roß=
mann
=Eberſtadt 478, 19. Störger 478, 20. Schmidtmer 471, 21.
L. L. Bender 468, 22. Grab 463, 23. Frau Eigenbrodt 459, 24.
Bauer=Eberſtadt 456, 25. Daum=Eberſtadt 453, 26. Krämer= Eber=
ſtadt
447, 27. Frau Thümmel 422, 28. Frau Wißkirchen 418.
4. Krichbaum. 1. Belz 571, 2. Meos 554, 3. Bender
Sportk. 549 4. Ringler 536, 5. Gärtner 530, 6. Chriſt 529,
7. Gebhardt 523, 8. Wenger 503, 9. Weber 490, 10. Scheuermann
487, 11. Frau Schwinn 486, 12. Mohr 479, 13. Frau Hübner
477, 14. Frau Reichart 450, 15. Frau Daab 443.

Boxen.
Sportverein Darmſtadt 1898 e. V.
Bei dem am Samstag in Wiesbaden=Biebrich vom dortigen
Turnverein 1846 veranſtalteten Nationalen Großkampfabend
ſtellte die Boxabteilung vom Sportverein Darmſtadt das Haupt=
kontingent
der Kämpfer. Die Darmſtädter ſchnitten dabei aus=
gezeichnet
ab und erzielten die nachſtehenden, beachtenswerten
Erfolge:
Fliegengewicht: Rügner S.V. 98 punket Debus, 1. Wies=
badener
Am.=Boxklub hoch aus. Der Wiesbadener iſt beim
letzten Gongſchlag ſtark benommen.
Federgewicht: Schmidt S.V. 98 und Groß, 1. Wiesbadener
A.B.C. trennen ſich nach drei ſehr ſchnellen und harten Run=
den
unentſchieden. Schmidt glich die größere Reichweite des
Wiesbadeners durch wirkungsvolleres Boxen aus.
Leichtgewicht: Zickler S.V. 98 zwingt Schick, 1. Wiesbadener
A.B.C. durch genau angebrachte wirkſamſte linke Geraden
und Rechtshaken Mitte zweiter Runde zur Aufgabe, nächdem
Schick wiederholt bis 8 und 9 zu Boden mußte.
Fliegengewicht: Thoma S.V. 98 und Hachenberger 2, Turnb.
Wiesbaden=Biebrich boxen in intereſſantem Fight unent=
ſchieden
.
Miſchgewicht: M. Freyer S.V. 98 verliert gegen den weſent=
lich
ſchwereren Klarmann, T. V. Biebrich, durch Aufgabe in=
folge
Luftmangel.
Schwergewicht: Trumpfheller S.V. 98 ſchlägt Beckhaus,
T.V. Wiesbaden=Biebrich in der 2. Kampfminute durch kur=
zen
, wuchtigen Rechtshaken auf Kinn aus.
Die Reſultate der Sportvereinler ſind umſo bemerkens=
werter
, weil die Gegner faſt durchweg bedeutend Uebergewicht
hatten.
Handball.
Tgſ. Darmſtadt 1. Tv. Bickenbach 1. 0:6 (0:5).
Zum letzten Pflichtſpiel in der Gruppe Süd der Meiſterklaſſe des
Main=Rhein=Gaues der D. T. weilte am Sonntag die erſte Elf des Tv.
Bickenbach bei der Darmſtädter Turngeſellſchaft zu Gaſt. Bickenbach,
das bereits durch einen Sieg über Bensheim die Gruppenmeiſterſchaft
errungen hatte, lieferte gegen den Tabellenletzten, die Darmſtädter
Turngeſellſchaft, ein vollkommen überlegenes Spiel, deſſen Torausbeute
nur deshalb nicht höher ausfiel, da Darmſtadt durch allzu harte Ab=
wehr
ſein Heiligtum zu ſchützen ſuchte, was durch Herausſtellen eines
Darmſtädter Spielers ſeine Sühne fand. Zeunert=Langen leitete ein=
wandfrei
. Bickenbach muß nun an den kommenden Sonntagen gegen
Nauheim im Vor= und Rückſpiel um den Gaumeiſtertitel kämpfen.
Auto=Ausſtellung Berlin 1930.
Obwohl der Reichsverband der Auto=Induſtrie im Frühjahr ds. Js.
ſich auf den Standpunkt ſtellte, eine Auto=Ausſtellung wegen der damit
verbundenen hohen Koſten bei der wirtſchaftlich angeſpannten Lage
nicht durchführen zu können, haben die Fabriken eingeſehen, daß es
ohne Ausſtellung nicht geht. Die Folge war mangelns Fehlen einer
Schau im eigenen Lande eine verſtärkte Beſchickung der ausländiſchen
Salons, womit wiederum viele Gelder, die der deutſchen Wirtſchaft
zugute kommen können, ins Ausland floſſen. Im nächſten Jahre nun
ſoll es wieder anders werden, was daraus hervorgeht, daß beim Inter=
nationalen
Verbande deutſcherſeits für das Jahr 1930 eine Inter=
nationale
Automobil=Ausſtellung nach Berlin angemeldet worden iſt,
die in der erſten Hälfte des Monats November ſtattfinden ſoll.

Gordon=Benett=Rennen auch 1930. Das Gordon=Benett=
Rennen für Freiballone wird im nächſten Jahre wieder in
Amerika ausgetragen und ſoll im Oſten in Cleveland geſtartet
werden.


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Zweiter Volksentſcheid.

Die Abſtimmung findet Sonntag, 22. Dezember 1929 ſtatt. Die Abſtimmungszeit dauert von 918 Uhr.

Abſtimmungslokale:
Städt. Saalbau, Gartenſaal (Eingang Riedeſelſtr.)

Abſtimmungs=
bezirke
:

(umfaßt die ſeitherigen
Abſtimmungs=Bezirke)

Turnhalle der Ludwigs=Oberrealſchule, Kapellſtr. 5

R . 1, 2, 3, 1 35, 40 III 36, 37, 38 1V . 39, 41 V * * . 5, 10 UT * . . 1 9 UII .. . 6, 1. 12 VIII 13, 14, 15 1K 16, 17, 18 . 19, 20, 42 Z1 . 21, 2, 45 XIl . 24, 26, 44 XIII * 23, 25, 43 Xlff 27, 28, 29 K1. 30, 31, 32,

Zu den neuen Abſtimmungsbezirken gehören folgende Straßen

Abſtimmungsbezirk

Bisher Stimmbezirk 1: Exerzierplatz, Hindenburgſtraße,
Landgraf=Philipps=Anlage, Luiſenplatz, Luiſenſtraße, Rhein=
ſtraße
.
Bisher Stimmbezirk 2: Bleichſtraße, Georgenſtraße, Gra=
fenſtraße
, Marſtallſtraße.
Bisher Stimmbezirk 3: Bismarckſtraße, Friedrichſtraße,
Fuchsſtraße, Kaſinoſtraße, Wieſenſtraße.
Bisher Stimmbezirk 33: Beſſungerſtraße, Donnersberg=
ring
, Eichwieſenſtraße, Moltkeſtraße, Seeſtraße.

Abſtimmungsbezirk 1!
Bisher Stimmbezirk 35: Heidelbergerſtraße.
Bisher Stimmbezirk 40: Ernſt=Ludwigsplatz, Ernſt= Lud=
wigs
=Straße, Hügelſtraße, Kirchſtraße, Ludwigsplatz, Ludwigs=
ſtraße
, Paradeplatz, Schulſtraße, Schützenſtraße.

Abſtimmungsbezirk II1
Bisher Stimmbezirk 36: Artillerieſtraße, Eſchollbrücker
Straße, Groß=Gerauer Weg, Holzhofallee, Am Hopfengarten,
Philipp=Röth=Weg, Schrautenbach=Weg, Stadtallee, Thyl=
mannweg
.
Bisher Stimmbezirk 37: Annaſtraße, Heinrichsſtraße, (die
graden Nummern 2 bis 40, die ungraden Nummern 1 bis
61), Sandſtraße, Weypr chtſtraße Wilhelm=Gläſſingſtraße,
Wilhelminenplatz, Wilhe ninenſtraße.
Bisher Stimmbezir, 38: Riedeſelſtraße, Saalbauſtraße,
Waldſtraße.
Abf tmungsbezirk V
Bisher Stimmbe 39: Eliſabethenſtraße, Marienplatz,
Neckarſtraße, Schud, ſtraße, Zimmerſtraße.
Bisher Stimml 41: Hölgesſtraße, Kapellſtraße, Karls=),

ſtraße.

Bisher Stir
weg. Damaſch
Michgelisſtra‟
wegſtraße, 9
Rodenſteinn
Bisher
Gräfenhä
ſtraße, M
Bisk
berg. 9

immungsbezirk V
ek 4: Allee, Bahnhofsplatz Dornheimer=
Illigweg, Külpſtraße, Mettegangweg,
denhauerweg, Mornewegplatz, Morne=
8=Kehlſtraße, Poſtſtraße Rabenauſtraße,
tſtraße, Traubenweg, Wedekindweg.
Fk 5: Bachgangweg, Feldbergſtraße,
Herrenacker, Kirſchenallee. Lagerhaus=
staudingerſtraße
, Weiterſtädter Weg.
rk 10: Gardiſtenſtraße, Kolonie Groh=
8allaswieſenſtraße, Ploeniesſtraße.

Abſtimmungsbezirk W
Bisher Stimmbezirk 7: Jakobiſtraße, Im tiefen See,
Kahlertſtraße, Liebigſtraße, Parkusſtraße, Pfarrwiefenweg,
Sensfelderweg.
Bisher Stimmbezirk 8: Landwehrſtraße, Viktoriaplatz, Vik=
toriaſtraße
,
Bisher Stimmbezirk 9: Alicenſtraße, Emilſtraße, Frank=
furter
Straße, Irenenſtraße, Am Nordbahnhof.
Abſtimmungsbezirk vui
Bisher Stimmbezirk 6:Blumenthalſtraße, Helfmannſtraße
Johannesplatz, Wendelſtadtſtraße.
Bisher Stimmbezirk 11: Varkhausſtraße, Beckerſtraße,
Friedrich=Ebert=Platz, Eckardſtraße, Löffelgaſſe, Schuhknecht=
ſtraße
.
Bisher Stimmbezirk 12: Röhnring, Schwanenſtraße.

Abſtimmungsbezirk Vinl
Bisher Stimmbezirk 13: Arheilger Straße, Hochſchulſtraße.
Ruthsſtraße, Schloßgarten, Schloßgartenplatz, Schloßgarten=
ſtraße
,
Bisher Stimmbezirk 14: Elfeicherweg, Fuhrmannſtraße,
Pankratiusſtraße Riegerplatz.
Bisher Abſtimmungsbezirk 15: Heinheimer Straße, Kaup=
ſtraße
.
Abſtimmungsbezirk 14
Bisher Stimmbezirk 16: Kittlerſtraße, Lichtenbergſtraße,
Müllerſtraße, Wenkſtraße.
Bisher Stimmbezirk 17: Liebfrauenſtraße, Speſſartring.
Bisher Stimmbezirk 18: Kaſtanienalle, Kranichſteiner 1
Straße, Lauteſchlägerſtraße.

Abſtimmungsbezirk X
Bisher Stimmbezirk 19: Alfred=Meſſel=Weg. Am Breit=
wieſenberg
, Im Emſer, Heinz=Heim=Weg, Gutenberſtraße,
Hohler=Weg, Lucasweg, Rathenauanlage, Heinrich=Ninck=Weg,
Außere Ringſtraße Taunusſtraße, Voglerweg, Weberweg,
Bisher Stimmbezirk 20: Alexandra=Weg, Dieburger Straße,
Fiedlerweg, Eugen=Bracht=Weg, Mauerſtraße, Nikolaiweg,
Olbrichweg, Prinz=Chriſtians=Weg, Schollweg.
Bisher Stimmbezirk 42: Alexanderſtraße, Ballonplatz,
Magdalenenſtraße, Mathildenplatz, Schleiermacherſtraße,
Schloßgraben, Theaterplatz, Zeughausſtraße.

Abſtimmungsbezirk XI
Bisher Stimmbezirk 21: Erbacher Straße, Seitersweg,
Stiftsſtraße, Wingertsbergſtraße.

Bisher Stimmbezirk 22: Adolf=Spieß=Straße, Beckſtraße
Darmſtraße, Dreibrunnenſtraße, Gabelsbergerſtraße, Heiden=
reichſtraße
Heinrich=Fuhr=Straße,Inſelſtraße, Landgraf=Georg=
Straße, Merckplatz.
Bisher Stimmbezirk 45: Große Bachgaſſe, Kleine Bach=
gaſſe
Brandgaſſe, Hinkelsgaſſe, Holzſtraße, Gr. Kaplaneigaſſe,
Kl. Kaplaneigaſſe, Langgaſſe, Pädagogſtraße, Schulzengaſſe.

Abſtimmungsbezirk Xll
Visher Stimmbezirk 24: Erlenweg, Frankenäckerweg, Hickler=
ſtraße
, Noßdörfer, Straße, Schloſſerſtraße, Wienersſtraße,
Wilhelm=Jäger=Straße.
Bisher Stimmbezirk 26: Hoffmannſtraße, Kiesſtraße.
Bisher Stimmbezirk 44: Döngesborngaſſe, Lindenhofſtraße,
Mühlſtraße, Rundeturmſtraßo, Sackgaſſe, Woogsplatz, Woogs=
ſtraße
.
Abſtimmungsbezirk XIll
Bisher Stimmbezirk 23: Gervinusſtraße, Riedlingerſtraße,
Soderſtraße.
Visher Stimmbezirk 25: Atzwinkelweg, Am Erlenberg,
Hobrechtſtraße, Keluleſtraße, Nieder=Ramſtädter Straße,
Roquetteweg, Steinbergweg, Teichhausſtraße.
Bisher Stimmbezirk 43: Geiſtberg, Marktplatz, Markt=
ſtraße
, Reugaſſe, Obergaſſe, Große Ochſengaſſe, Kleine Ochſen=
gaſſe
, Schillerplatz, Schloß, Schloßgaſſe, Schuſtergaſſe.

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Schön. Klo
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51 und 5
Kahle=

Abſtimmungsbezirk XlV
Bisher Stimmbezirk 27: Grünerweg, Heinrichſtraße, (die
graden Nummern 42 bis Schluß, die ungraden Nummern
63 bis Schluß), Hochſtraße.
Bisher Stimmbezirk 28: Heinrich=Wingerts=Weg, Herdweg,
Martinsſtraße, Martinspfad. Mathildenſtraße, Moſerſtraße
Nückertſtraße, Steinackerſtraße.
Bisher Stimmbezirk 29: Bruchwieſenſtraße, Bruſtſtraße,
Büchnerſtraße, Clemensſtraße, Im Geißenſe, Küchlerſtraße
Niebergallweg, Niederſtraße, Ohlyſtraße, Oſannſtraße, Paulus=
platz
, Jahnſtraße, Uhlandſtraße, Wittmannſtraße.

2. Kinder
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billig z. 1
hausſtr.
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Mot, u. 2
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Gritzner, 6.
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Doppelfed
Platen,
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E. Lek
Stiftſt

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Truffel, Disn

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Abſtimmungsbezirk XV
Bisher Stimmbezirk 30: Freiligrathſtraße, Goetheſtraße,
Herderſtraße, Herrngartenſtraße, Klappacherſtraße, Landskron=
ſtraße
, Moosbergſtraße, Orangerieallee, Orangerieſtraße
Seekatzſtraße.
Bisher Stimmbezirk 31: Forſtmeiſterplatz, Forſtmeiſter=
ſtraße
, Ludwigshöhſtraße, Sandbergſtraße.
Bisher Stimmbezirk 32: Felſingſtraße, Frankenſteinſtraße
Kiesberſtraße, Paul=Wagnerſtraße, Tannenſtraße, Weinberg=
ſtraße
, Im Wingert.
Bisher Stimmbezirk 34: Ahaſtraße, Eichbergſtraße, Her=
mannſtraße
, Neue Niederſtraße, Wilhelmſtraße.
Gleichzeitig gebe ich bekannt, daß die Stimmzettel amt=
lich
hergeſtellt ſind und am 22. Dezember im Abſtimmungs=
lokal
den Stimmberechtigten ausgehändigt werden. Die
Stimmabgabe erfolgt zweckmäßig in der Weiſe, daß der
Stimmberechtigte, der die zur Abſtimmung geſtellte Frage)
bejahen will, das mit Ja, der Stimmberechtigte, der ſie
verneinen will, das mit Nein bezeichnete Viereck durchkreuzt.
Es empfiehlt ſich, daß der Abſtimmende in den Kreis des
betreffenden Vierecks ein Kreuz ſetzt.
Stimmzettel, die mit ſonſtigen Vermerken oder mit Vor=
behalten
verſehen ſind und nicht amtlich hergeſtelle Stimm!
zettel, ſind ungültig.
Stimmſcheine für hier wohnhafte Stimmberechtigte, die
am Abſtimmungstage aus zwingenden Gründen hier nich
anweſend ſind werden nur noch bis Freitag, den 20
Dezember, 18, Uhr, ausgeſtellt.
4019
Darmſtadt, den 16. Dezember 1929.

Der Oberbürgermeiſter.

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sehr weis
verkauten.
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kaufen.
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Mittwoch, den 18.Dez.

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Der Ausweis der Reichsbank.
H dem Ausweis der Reichsbank vom 14. Dezember hat ſich
mte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und Schecks,
os und Effekten in der zweiten Dezemberwoche um 137,6
en auf 2301,9 Millionen RM. verringert. Im einzelnen
ie Beſtände an Reichsſchatzwechſeln um 16,8 Millionen auf
llionen RM., die Beſtande an ſonſtigen Wechſeln und
im 172,3 Millionen auf 2090,8 Millionen RM. abgenom=
ihrend
die Lombardbeſtände um 51,5 Millionen auf 108,6
n RM. angewachſen ſind.
Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind
llionen RM. in die Kaſſen der Bank zurückgefloſſen, und
* ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 95,1 Millionen
8,9 verringert, derjenige an Rentenbankſcheinen um 7.9
n auf 376,7 Millionen RM. erhöht. Dementſprechend
ch die Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf
llionen RM. ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit
rllionen RM. eine Abnahme um 36.7 Millionen RM.
Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben
Ol ſich 5,5 Millionen auf 2637,9 Millionen RM. ermäßigt. Im
n haben die Goldbeſtände um 2,5 Millionen auf 2247,1
en RM. zugenommen, während ſich die Beſtände an
fähigen Deviſen um 8,0 Millionen auf 390,8 Millionen
ringert haben
Deckung der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 47.9
in der Vorwoche auf 49,0 Prozent, diejenige durch Gold
ungsfähige Deviſen von 56,4 Prozent auf 57,5 Prozent.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Balabfindung der Kommunal=Obligationen der Frankfurter
eubank. Das erwartete Generalabfindungsangebot der Frank=
ypothekenbank
ſieht für die Inhaber der Vorkriegsobligationen
ſchüttung von 5 Prozent in bar und 15 Prozent in
zentigen Liquidations=Goldpfandbriefen
vor, insgeſamt alſo 20 Prozent der Goldmark=
(bisher errechnete Maximalquote 18,68). Gleichzeitig ſollen
ber der Inflationsſerien (Reihe 3 und 5 der Papiermark=
al
=Obligationen) eine Barabfindung in Höhe von 25 Prozent
Tdmarkanſprüche erhalten. Das Aufſichtsminiſterium hat den
der Bank zur Teilungsmaſſe der Kommunal=Obligationen,
ſtſetzung bekanntlich noch hinausgeſchoben war, nunmehr auf
holdmark in Liquidationspfandbriefen feſtgeſetzt.
ſarsnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbzirk Darmſtadt.
Verfahren. Darmſtadt: Anna Katharina Hofmann geb.
Ehefrau des Ing. Oskar Martin Hofmann. Af. 2. 1., GlV.
It. 4. 2. Friedberg i. H.: Viehhändler Nathan Stern. Af.
IIV. und Prft. 3. 1. Mainz: Heinrich Raab, Inhaber einer
Ferei. Af. 15. 12., GlV. und Prft. 20. 12. Offenbach a. M.:
er Fritz Wendling. Af. 31. 12., GlV. 18. 12., Prft. 22. 1.;
Willy Kaiſer. Af. 31. 12., GlV. 18. 1., Prft. 22. 1. Orten=
Tefabrikant Albert Schmidt. Af. 31. 12. Prft. 9. 1. Neu=
ichsverfahren
. Gießen: Geſellſchaft für Beton= und
nbau m.b.H. VerglT. 30. 12. Mainz: Johann Richtſcheid,
lung in Landesprodukten. VerglT. 21. 12. Offenbach: Fa.
rſtrie Peter Darmſtadt u. Co. G.m.b.H., in Lämmerſpiel.
8. 1. Aufgehobene Vergleichsverfahren:
* Fa. Friedrich Reillich, Butter= und Eierhandlung; Fa.
Stern, Lederhandlung, Inhaber Siegfried Stern, Iſidor
Mannheimer Getreidehandel gegen die gleitenden Getreidezölle.
überaus ſtark beſuchten Mitgliedeverſammlung der Mann=
roduktenbörſe
berichtete das Vorſtandsmitglied Ernſt Nathan
gegenwärtigen Verhandlungen über die Getreidezölle. Er be=
eingehend
den Standpunkt des füddeutſchen Getreidehandels,
in Intereſſe an ſtarker und gut florierender Landwirtſchaft
eren Heil in feſtſtehenden und hohen Zöllen liege. Er prote=
ken
die im Regierungsentwurf vorgeſehenen gleitenden Zölle,
ine große Unſicherheit in den Handel bringen, und deren
* den Landwirt ſehr problematiſch zu beurteilen iſt. Er
jerte ferner die Zollverhältniſſe dahin, daß die Zölle heute
ge der Wirtſchaftlichkeit mehr ſeien, ſondern ſich zu einer rei=
ſchen
Angelegenheit entwickelt haben, gegen die der Handel
Mitteln Einſpruch erheben müſſe. Herr Nathan berührte
H die in Ausſicht genommenen Exportpläne und erklärte da=
er
Handel ſich nur an dem vorgeſehenen Exportſyndikat be=
inne
, wenn ſeine alten verbrieften Rechte nicht geſchädigt wer=
eine
Anteile am Roggenexport dadurch keine Einbuße erleiden.
t auf daraus reſultierende Monovolpläne kündete er die
poſition des geſamten Getreidehandels an.
icher Hof A.=G., Bierbrauerei, Mannheim. Die Generalver=
in
der 11 Aktionäre 963 900 RM. Aktien vertraten, geneh=
Abſchluß für 1928/29 mit 12 (im Vorjahre 10) Prozent Divi=
tie
Ausſichten ließen ſich nicht beurteilen im Hinblick auf die
Bierſteuererhöhung.
Amerikaniſche Kabelnachrichken
otierten nach Meldungen aus Chicago am 17. Dez.:
de: Weizen Dezember 122½, März 129½, Mai 133½,
½: Mais, Dezember 91½, März 94½, Mai 96½, Juli
r, Dezember 45¾, März 48½, Mai 49½; Roggen, De=
O6½, März 106½, Mai 104½.
rlz: Dez. 10,15, Jan. 10.40, März 10,625, Mai 10,85.
J: Speck loco 10,50; leichte Schweine 9,159,50, ſchwere
9,159,50; Schweinezufuhren in Chicago 45000, im
38 000.
goer Baumwolle: Dezember 16,89, Januar 16,97.
tierten nach Meldungen aus NewYork am 17. Dez.:
alz: Prima Weſtern 10,90; Talg, extra loſe 794.
de: Weizen, Rotwinter n. Ernte 141½, Hartwinter n.
1½: Mais 105½: Mehl 5,906,30; Getr. Fracht nach
1,62 sh, nach dem Kontinent 89 C.
* Tendenz ſtetig, Umſatz 43, Loco 9½, Dezember 8.95,
1930 9.03, Februar 9.23, März 9.28, Mai 9.72, Juli 9.79,
er 9.93.
Mekallnokierungen.
Zerliner Metallnotierungen vom 17. Dezmber ſtellten ſich für
Eupfer 169,75 RM., Original Hüttenaluminium 190 RM.,
194 RM., Reinnickel 350 RM., Antimon Regulus 6569
nſilber 66,7568,50 RM.
Berlimer Metall=Termine vom 17. Dezember ſtellten ſich für
* Januar 134 (134), Februar, März, April, Mai 133,50 (134),
Ti, Auguſt, September, Oktober, November 133,75 (134), De=
35,50 (136). Tendenz: ruhig. Für Blei: Januar 41,50
ebruar 42 (42), März 41,75 (42,50), April, Mai 41,75 (43),
5 (42,75), Juli 42 (43), Auguſt 42,50 (43,25), September 42,50
Etober, November 43 (43,50), Dezember 41,25 (42). Tendenz:
ir Zink: Januar 38,50 (41), Februar 40 (41), März, April
25), Mai. Juni 40,25 (41,50), Juli 40,25 (41,75), Auguſt 40,75
ember, Oktober, November 42 (42,50), Dezember 38,50 (40,50).
ruhig. Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klam=
refügten
Brief.

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Notis:
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Produkkenberichte.

er Produktenbericht vom 17. Dezember. Die Zollverhand=
rd
beſonders die neuen Vorſchläge haben ihren Eindruck auf
ter Börſe nicht verfehlt und die Kaufluſt merklich angeregt.
te man in Weizen ſowohl wie in Roggen Deckungen beobach=
die Preiſe teilweiſe nicht unerheblich ſtiegen, zumal das
eine Offerten faſt ganz zurückgezogen hatte. Im Zeithandel
Ete ſich das Intereſſe auf die Märzſicht ſtärker als auf Mai,
ſich beſondere Gründe hierfür erkennen ließen. So eröffnete
n 5 Mark, der Roggen 4 Mark höher, während für Mai nur
von 3 bzw. 2 Mark erzielt wurde. Der Dezemberkurs fiel
Zerkäufer hier für die prompte Verladung fehlten. Im Ger=
Maisgeſchäft hat ſich bei weiter ziemlich reichlichen Angeboten
ndert. Hafer konnte bei lebhafter Frage des Konſums ſeine
en ſteigern, für Mehl ſind die Forderungen wohl erhöht,
aber nur ſchwer durchſetzen.

Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 17. Dezember.
Die Börſe war etwas lebhafter und zuverſichtlicher. Nachdem die
Stadt Berlin einen vorläufigen Zwiſchenkredit von vorausſichtlich 45
Mill. RM. anſtelle eines Dollarkredits von deutſchen Banken erhält,
glaubt man auch, daß die Bedarfsdeckung der Reichsfinanzkaſſe zum
Ultimo raſcheſtens ermöglicht wird, ſo daß die Geldmarktſorgen dies=
bezüglich
etwas gemildert werden. Vor allem iſt der Börſe der Druck
durch die bisher beſtehende Unſicherheit über den Ausgang der beiden
Kreditverhandlungen genommen, ſo daß die Spekulation zu Rückdeckun=
gen
ſchritt und auch teilweiſe Meinungskäufe vornahm. Für Farben=
induſtrie
regte das günſtige Ergebnis der Standard Oil an, da das
amerikaniſche Unternehmen bei der letzten Dividendenausſchüttung er=
klärte
, daß das gute Ergebnis auch hauptſächlich durch Lizenzen der
J. G. Farben ermöglicht worden ſei. Rückdeckungen am Elektromarkt,
beſonders in Siemenswerten, begünſtigten die Aufwärtsbewegung. Man
verweiſt auch auf die am 20. d. M. ſtattfindende Bilanzſitzung bei Sie=
mens
. Siemens insgefamt 2,5, Schuckert 1,25 Prozent befeſtigt. AEG.
konnten ſich von ihrem geſtrigen Kursdrucke um 1 Prozent erholen. Be=
achtet
waren Montanwerte, wobei die Neugründung der Ruhr=Montan=
Induſtrie A.=G. anregte. Rheinſtahl um 2, Phönix 0,75, Mannesmann
1,5, Stahltruſt 0,75 Prozent gebeſſert. Schwächer lagen zu Beginn die
meiſten Großbankaktien, konnten ſich jedoch im Verlaufe leicht befeſtigen.
Schiffahrtswerte fanden trotz der Meldungen über wahrſcheinliche in=
nere
Einigung zwiſchen Hapag und Nordd. Lloyd, wobei man jedoch
eine Fuſion vermeidet, keine Anregung. Die Kurſe lagen nur ſehr
leicht gebeſſert. Kunſtſeidewerte eher gedrückt, Aku 2 Prozent ſchwächer.
Der Rentenmarkt blieb nach wie vor intereſſelos. Der Börſenverlauf
blieb widerſtandsfähig bei leicht gebeſſerter Tendenz. Farbeninduſtrie
und die Hauptwerte der übrigen Märkte nochmals 0,50,75 Prozent
höher. Auch die Nachbörſe war gur gehalten und teilweiſe feſter. Far=
ben
176, Siemens 281, Gelſenkirchen 124,25; Stahlverein 103,5; Phönis
101. Tagesgeld iſt geſucht bei 7 Prozent. RM.Pfunde 2038/8; Dol=
lar
4,1753; LondonNew York 4,8820.
Die heutige Abendbörſe verlief außerordentlich ſtill und war
zu den Schlußkurſen der Mittagsbörſe leicht abgeſchwächt. Anregung
beſtand für keine Mirkte. Nur Scheideanſtalt auf die Dividenden=
erhöhung
hin bei etwas größeren Umſätzen 1 Prozent höher. Montan=
werte
konnten ihre Mittagsſteigerungen nicht voll behaupten und ver=
loren
0,5 Prozent. J.G. Farben waren zunächſt 0,25 Prozent und im
Verlaufe nochmals 0,5 Prozent niedriger. Kunſtſeidewerte um 0,52
Prozent gedrückt. Ausländiſche Kunſtſeide geſchäftslos. Der Renten=
markt
lag wiederum vollkommen ſtill. An der Nachbörſe war die Hal=
tung
bei kleinſtem Geſchäft unverändert.
Berlin, 17. Dezember.
Schon an der Vorbörſe machte ſich nach einem auf die ausſichts=
reichen
Kreditverhandlungen des Reiches und der Stadt Berlin freund=
licheren
Vormittagsverkehr eine gewiſſe Unſicherheit geltend. Zu den
offiziellen erſten Kurſen bewirkte die anhaltende Orderloſigkeit, die die
Börſe immer wieder auf die Intereſſeloſigkeit des Publikums aufmerk=
ſam
machte, eine nicht einheitliche Tendenz. Die Schwäche der geſtrigen
New Yorker Börſe wirkte verſtimmend. Ein wichtiges Moment ſtellte
die verhältnismäßig geringe Entlaſtung des Reichsbankausweiſes per
14. 12. dar. Betrugen die Kursverluſte im allgemeinen nur Bruchteile
eines Prozentes gegen den geſtrigen Schluß, ſo mußten ſich die führen=
den
Werte Abſchwächungen von 1 bis 2 Prozent gefallen laſſen. Be=
merkenswert
feſt lagen Montanpapiere, bei denen die gemeldete Grün=
dung
der Ruhr=Montan=Induſtrie zu wirken ſcheint. Dieſer Markt fiel
auch im Verlaufe durch Lebhaftigkeit und kleine aber durchgängige
Kursbeſſerungen auf. Auch an den übrigen Märkten gewannen die
günſtigen Momente wieder die Oberhand, ſo daß bei leichter Geſchäfts=
belebung
Erholungen eintreten konnten. Während Reichsbankanteile
ihren Anfangsverluſt teilweiſe aufholten, lagen Kunſtſeidenwerte nicht
einheitlich.

Biebmärkke.

* Mainzer Viehmarktbericht vom 17. Dezember. Auftrieb: 23
Ochſen, 11 Bullen, 783 Kühe oder Färſen, 212 Kälber, 40 Ziegen, 1350
Schweine. Marktverlauf: Bei Großvieh anfangs lebhaft, ſpäter ab=
flauend
, langſam geräumt; bei Schweinen lebhaft, geräumt. Es wur=
den
bei 50 Kg. Lebendgewicht folgende Preiſe in RM. bezahlt: Ochſen
5761; 4755; Bullen 4048; Kühe 4550, 3341, 2731, 1924:
Färſen 5060; Kälber 7683, 6875; Schweine 7880, 8184, 8285.

Vom Holzmarkk
ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Lage des Holzgeſchäftes wird
durch die allgemeine wirtſchaftliche Depreſſion ſehr ungünſtig beein=
flußt
, die Abſatzſchwierigkeiten ſind groß, die Nachfrage vom Baumarkt
iſt ins Stocken geraten. Nur zur Ergänzung kauft der Platzholzhandel
mäßige Mengen Tiſchlerware ein. Den Angeboten der ſtaatlichen und
privaten Forſtverwaltungen gegenüber iſt die Sägewerksinduſtrie ſehr
vorſichtig. Verſchiedene Verkaufstermine, die in den letzten Tagen
ſtattfanden, brachten für die Forſtverwaltungen ſchlechte Ergebniſſe.
Die Preiſe lagen bis zu 15 v.H. unter den vorjährigen. Es kam vor,
daß die Verwaltung, da die Preiſe zu niedrig erſchienen, den Zuſchlag
nicht erteilte. Man muß feſtſtellen, daß die Geſamtgeſchäftsergebniſſe
des Holzhandels und der Sägeinduſtrie 1929 erheblich hinter denen
des Jahres 1928 zurückbleiben; vielfach ſind Kapitalverluſte entſtanden.
Auch die nächſten Wochen, wahrſcheinlich ſogar Monate, werden kaum
eine Erleichterung des Geſchäftsganges bringen, da die Bautätigkeit
weiter zurückgehen dürfte. Verſchiedene Kommunen, an der Spitze
Berlin, haben ihr Bauprogramm ſehr eingeſchränkt, teilweiſe bereits
zur Ausführung angenommene Projekte außer Kurs geſetzt. Man iſt
am Holzmarkt in Sorge, wie man Abſatz für das anfallende Bauholz
ſchaffen wird, und man befürchtet weitere Preisrückgänge für geſägte
Bauware. Von Intereſſe iſt das Ergebnis der vor einigen Tagen in
Köln ſtattgefundenen großen Holzverdingungstermine der Reichsbahn.
Etwa 17 000 Kubikmeter Schnittholz waren angefordert. Die Mengen
wurden mehrfach angeboten. Mehrere hundert Anbieter hatten ſich
beteiligt. Geradezu groteske Preisſchwankungen waren innerhalb der
einzelnen Angebote zu beobachten. Man beziffert die Preisrückgänge
gegenüber der letzten Verdingung auf 810 v.H. Geſucht waren blaue
aſtreine Seiten, dagegen war das Geſchäft in blanken Seitenbrettern
ſehr ſchleppend, und es lagen aus Polen überaus billige Angebote vor.
Kleine wirkſchaftsnachrichken.
Die geſamten Textilfirmen des Albtals haben geſtern und
heute an ſämtliche Arbeiter ein Kündigungsſchreiben herausge=
geben
, in welchem ſie das bisherige Arbeitsverhältnis auf Ende
Dezember kündigen. Von dieſer Maßnahme werden etwa 2000
Arbeiter betroffen.
Als fünftes Kaſſeler Bankunternehmen innerhalb weniger
Wochen hat geſtern die Allgemeine Spar= und Vorſchußkaſſe in
Kaſſel, ein kleineres Bankunternehmen, beim Amtsgericht Kaſſel
die Eröffnung des Vergleichsverfahrens beantragt. Die Entſchei=
dungsfriſt
läuft bis zum 6. Januar 1930.
Der Aufſichtsrat der Deutſchen Gold= und Silberſcheideanſtalt
vorm. Roeßler, Frankfurt a. M., beſchloß ein ſeiner heutigen
Sitzung, der auf den 7. Januar 1930 einzuberufenden G.V. die
Verteilung einer Dividende von 10 (i. V. 9) Prozent auf das er=
höhte
Aktienkapital vorzuſchlagen.
Das ſeit November vorigen Jahres beſtehende Bankgeſchäft
Karl Schreyer in München hat die Zahlungen eingeſtellt.
Wie uns mitgeteilt wird, iſt die Bayeriſche Landesprodukten=
bank
A.=G., München, beſtrebt, die Gläubiger in der Weiſe zu
befriedigen, daß die Kleingläubiger mit Forderungen bis zu 1000
RM. befriedigt werden ſollen. Auf jede größere Forderung ſoll
eine Abſchlagszahlung von 1000 RM. gemacht werden und der
Reſt in Raten innerhalb eines Jahres zur Abdeckung gelangen.
Die Goldpoſition der Bank von England hat ſich in den letzten
Tagen günſtiger geſtaltet. In der Zeit vom 2. bis 9. Dezember
waren zwar Exporte von 1 873 455 Lſtr. zu verzeichnen, denen nur
Importe von 1 648 523 Lſtr. gegenüberſtanden, jedoch ſind bis zum
11. Dezember Zugänge von 3 277 426 Lſtr. erfolgt, die auch in den
letzten Tagen angehalten haben.
Die tſchechoſlowakiſchen Papierfabriken haben die Kartellver=
träge
mit einer Gültigkeitsdauer von ſechs Jahren unterfertigt.
Nur die Hermannſtädter Papierfabrik hat ſich noch eine Woche
Bedenkzeit vorbehalten, doch iſt auch ihr Beitritt zum Kartell be=
ſchloſſen
. Die Papierfabriken ſehen auf ein ſehr günſtiges Ge=
ſchäftsjahr
zurück.
Der Bankrat der ſchweizeriſchen Nationalbank hat beſchloſſen,
den im letzten Jahre zuſammen mit anderen Notenbanken der
rumäniſchen Nationalbank bewilligten Stabiliſierungskredit um
ein Jahr zu verlängern. Ferner beſchäftigte ſich der Bankrat ein=
gehend
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Frankfurter Kursbericht vom 17. Dezember 1929.

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89 Preuß. Lbs.,
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.. ..."

70.75
76.25

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89.25

91.4

75

82.75
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230.5
145
112.5
144
100
122.5
126.75
118
140
30.1
128
285.5
108.5
140
138
12.5
107

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Seite 14

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enmer 350

Mittwoch den 18 Dezember 1929

Seite 15

H

zUrVart
An At4
Frml Rechtsſchutz durch Verlag O3kar Meiſter, Werdau i. Sa.
Nachdruck verboten
nächſte Tag kam.
Zuſtand Jörns=Georges war unverändert. Es beſtand
Ufſofy g, ſo ſagten die Aerzte, aber den Beruf als Kriminaliſt
ſou= T wohl nie wieder ausführen.
rge war etwas beſſer geſtimmt, als er die Nachricht durch
zen bermittelt erhielt.
entſchloß ſich zu einem Beſuche des Profeſſors Sommler,
eutſch=Amerikaners.
ieß ſich bei dem Profeſſor als Inſpektor Torne melden
rde ſofort vorgelaſſen.
imler war etwas verwundert.
is verſchafft mir die Ehre?
rge ſah den großen breitſchultrigen Mann an. Der ge=
auf
den erſten Blick. Er war reckenhaft, mit offenen,
Hen Zügen, in denen ein herzhaftes Lachen war.
r Profeſſor, begann George, Sie haben eine wunder=
Dtu.
Inler ſtrahlte über das ganze Geſicht. Dann lachte er
D Sie gekommen, mir das zu ſagen, Herr Inſpektor?
e Frau iſt ſehr unglücklich, Mr. Sommler.
jetzt ſchlägt’s dreizehn. Was wollen Sie denn, Herr
20
ien und Ihrer Frau einen guten Dienſt tun. Sagen
* Profeſſor, ſind Sie ſo, wie man bei Ihnen den Ein=
ſic
=vorurteilslos und großzügig?
glaube es.
in werden wir uns nahekommen. Hören Sie zu, Herr
üillige
Frofy: Ihre Frau iſt dem rückſichtsloſeſten Erpreſſer von
ſhice1 in die Hände gefallen. Er hat ſich durch ingendeine
ſa ſchuyi eine Reihe von Briefen verſchafft, die Ihre Frau,
ut evor) mit Ihnen verlobt oder verheiratet, ja, bevor Sie ihr
t bekannt waren, an einen anderen geſchrieben hat.
dieſe Briefe verlangt er nun fünfzigtauſend Dollar.
ſſor Sommler ſaß einen Augenblick wie erſtarrt, dann
ſich ungeſtüm.
Ferd. fen O marmte George und ſagte: Inſpektor, Sie ſind ein
zvund Iler Menſch! Alſo das iſt es, was meine Frau be=
rückty
ott ſei Dank! Hahaha, ich bin richtig froh! Inſpektor,
vas I t mich das Vergangene? Ich liebe meine Frau und
ſabe Im Grund zu glauben, daß ſie meine Liebe in dem glei=
e
erwidert. Nein, nein, haben Sie keine Sorge. Die
Brief; Taſten mich in keiner Weiſe. Meine Frau hat mir
ſon d2 jebe vor ihrer Ehe nichts erzählt, aber ich weiß ſchon der Polizei übergeben.
avon3 Zie wiſſen: Gute Freunde und getreue Nachbarn ſorgen
uch f hieago dafür. Aber nun ſagen Sie mir, lieber Inſpek=
for
: D. iſt der ſchamloſe Burſche?
2 39 Oskot.
22 Brofeſſor fuhr auf. Oskot! Habeeich richtig gehört?
z!

Fa, Oskot, der bekannt Nichtstuer und Sportsmann.
Sommler ſchüttelte minutenlang den Kopf, dann klingelte er.
Der Diener erſchien.
Bitten Sie meine Frau in den Salon.
Frau Sommler kam ſehr verängſtigt und ſah ihren Mann Profeſſor Sommler war mit allem einverſtanden.
verlegen an.
Du wünſcheſt mich zu ſprechen?
Ja, Liebe, ſagte der Profeſſor zärtlich. Komm, ſetze dich.
So! Das iſt Herr Inſpektor Torne, ein Mann, deſſen Schuld=
ner
ich ewig bleiben werde, denn er hat mir eine wichtige Nach=
richt
gebracht. Liebes Kind, warum haſt du mir noch nichts
von dieſer hundsföttiſchen Schufterei dieſes ſauberen Mr. Oskot
erzählt?
Frau Sommler wurde totenblaß.
Haſt du ſo wenig Vertrauen zu mir?" Ich bin doch nicht
ein ſo kleinlicher Phariſäer! Ehe ich dich fand . . . du lieber Gott
... ich war auch nicht immer allein, das kannſt du mir glau=

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ben. Die Hauptſache iſt doch, daß wir uns gut ſind, und das
ſind wir doch. Alſo, Herz, jetzt wirſt du dich nicht mehr grämen.
Ich werde deine Briefe mit dir zuſammen von dem ſauberen
Herrn Oskot holen und ungeleſen verbrennen.
Du wirſt das viele Geld ausgeben?
Ich denke nicht daran. Ich hole mir die Briefe gratis und
franko.
Er iſt ſo rückſichtslos und wird ſie nicht herausgeben.
Das laß meine Sache ſein. Packt er ſie nicht ſofort aus,
dann klage ich gegen ihn bei den Gerichten. Oder haſt du Angſt,
daß dein Name in der Oeffentlichkeit genannt wird? Ich fürchte
mich nicht!
Begeiſtert ſah die ſchöne Frau auf ihren Gatten.
Sie liebte ihn in dieſem Augenblick ſchier glühend.
Er war ſo tapfer, kümmerte ſich nicht um die Meinung der
anderen.
Du haſt recht. Dann wollen wir uns vor der Oeffentlich=
keit
nicht verſtecken. So ſchlimm ſind meine Briefe auch nicht.

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Ich kann Ihnen verſichern, warf George ein, daß das
Gericht die Angelegenheit mit der größten Delikateſſe erledigen
wird. Es iſt keineswegs zu befürchten, daß die Briefe bekannt
werden.
Dann können wir dieſen Schuft eigentlich von vornherein
Ich bitte Sie, es nicht zu tun, bat George. Es ſpielen
da noch andere Momente mit. Mr. Oskot ſpielt vielleicht unter
der Chicagoer Verbrecherwelt eine Rolle, wie wir ſie uns kaum
vorſtellen, und es würde verfehlt ſein, ihn jetzt zu verhaften.
Lir ziehen das Netz über ihn zuſammen. Seien Sie überzeugt,

daß alles getan wird. Ich bitte, meinen Wunſch zu reſpektieren.
Oskot wird die Briefe herausgeben. Er wird die Briefe nicht in
ſeiner Wohnung haben, wird ſie holen laſſen, und ich bin dem
Boten dann ſofort auf der Spur.
Gut, Mr. Torne, ich richte mich nach Ihnen. Wann beſuchen
wir alſo Mr. Oskot?
Morgen vormittag, oder beſſer noch: Sie rufen ihn in einer
Stunde an, Mr. Sommler. Ich werde dafür ſorgen, daß man
ihn nicht aus den Augen läßt.
und ſo geſchah es auch.
Früh um halb zwölf Uhr rief Profeffor Sommler Hobby
Oskot an.
Die telephoniſche Ausſprache war ſehr kurz.
Der Profeſſor ſagte: Hier iſt Profeſſor Sommler. Meine
Frau hat ſich mir anvertraut, und ich weiß, daß Sie ein Schuft
ſind. Ich verlange, daß ich binnen einer Stunde im Beſitze der
Briefe bin, im anderen Falle werde ich Ihre Verhaftung wegen
Erpreſſung durchführen laſſen. Dann hat Hobby Oskot in
Chicago ausgeſpielt.
Es kam eine ganze Weile keine Antwort von Oskots Seite,
bis er endlich antwortete, und zwar nur die wenigen Worte;
Sie .. . erhalten die Briefe.
Profeſſor Sommler lachte grimmig auf, als er den Hören
auflegte. Seine überglückliche Frau umarmte ihn.
Siehſt du, hätteſt du dich mir anvertraut, dann hätteſt du
nicht wochenlang unglücklich ſein brauchen."
Verzeih mir! bat ſie. Ich will immer alles Vertrauen
zu dir haben.
George war zum Telephonamt gefahren und hatte ſich als
Kriminalinſpektor ausgewieſen. Man geſtattete ihm daraufhin,
daß er ſich in Oskots Leitung einſchaltete. Der elektriſche Strom
in der Leitung wurde verſtärkt, ſo daß Oskot nicht ſpürte, daß
jemand mithörte.
Einige Minuten nach Sommlers Anruf ſtellte Oskot zun
Befriedigung Georges die Verbindung mit dem Notar Dr.
Roſenbeacher her.
Sende mir bitte ſofort die Briefe 76a. Ich brauche ſie
dringend. Es iſt quer gegangen. Näheres mündlich.
Das war das kurze Geſpräch, das Oskot führte. George
war über alle Maßen befriedigt, denn er wußte jetzt, wo er
Oskots Material zu ſuchen hatte.
Bald konnte er das Netz über ihm zuſammenziehen.
Er verabſchiedete ſich von dem ſehr liebenswürdigen Tele=
phoninſpektor
und überlegte, als er die vier Treppen hinabſchritt,
ſeine weiteren Dispoſitionen.
Wäre es nicht gut, wenn er ihn einmal ſtändig belauſchen
kieß? Schon wollte er umkehren, aber beſann ſich und machte ſich
auf, um nach Eden zu gehen.
Im Eden.
Irving wartete voll Spannung auf George, denn es hatte
ſich inzwiſchen mancherlei ereignet.
Im Zimmer der Brüder vom ewigen Leben war den ganzen
Vormittag Betrieb geweſen.

(Fortſetzung folgt.)

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Seite 16

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mit 2 Prozent in 4½prozentigen Goldpfandbriefen bzw. Certifikaren
zent in bar. Siehe die 1. Bekanntmachung der Bank in der Fran!
tung Nr. 934 vom 15. Dezember 1929.
Bisherige Ausſchüttungen damit 23 Prozen
Die Ausſchüttung erfolgt gegen Einlieferung der Ratenſcheine N
uns ausgegebenen Anteilſcheine. Die Ratenſcheine ſind nach Numme*
bei uns einzureichen. Die Sendungen ſind mit dem Vermerk Zle
wertung portofrei an uns zu richten. Formulare zur Einreicht
koſtenlos bei uns bezogen werden
Die Ausfolgung der auszugebenden Stücke ſowie des Barbetrag
gegen Rückgabe der von uns ausgeſtellten Empfangsbeſcheinigunge.."
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Stücke von GM. 100. aufwärts. Falls die zu empfangelde".
unter RM. 92,50 bleiben, iſt Zuzahlung zum Erwerb eines S
GM. 100. geſtattet, ſofern die Zuzahrung in angemeſſenem Vekllt.
Anträge auf Zuteilung von 8proz. Goldpfandbriefen Reile
zugspreiſe ſind gleichzeitig mit der Einſendung der Ratenſcheine.?.
und können in den Fällen, wo eine Zuzahlung notwendig iſt, eiſ
werden, wenn mit dem Ankrage auch die erforderlichen Zuzghlchle.

bei der Bank eingegangen ſind.
Abgabekurſes vorbehalten.

Dieſes Angebot gilt zunächſt bis 31. Januar 1930; Nh
Im Intereſſe der Anteilſcheinbeſitzer, von GM. 30 Ol
GMl. 10., die nach Durchführung der 3. Ausſchüttung nur 10h. D
Beträge erwarten können und zwecks Verminderung des Vhlt
kleinen Stücken, erklären wir uns bereit, bis auf weiteres ie. .
Bewer.
mit den Ratenſcheinen 3 und 4 frei von Zinſen käuflich zu ier.
zwar zahlen wir freibleibend entſprechend der derzeitig.
R
Freiverkehr an der Frankfurter Börſe mit etwa 34 Proel.

OM
A

(20058

dung der Beträge für den Certifikat=Anteilſchein über 69
über GM. 20. RM. 0,70 und über GM. 10. RM. Dedc
Antrag auf Uebernahme der Anteilſcheine iſt mit Gibreſl.
ſcheine zu ſtellen.
Frankfurt a. M., im Dezember 1929.
Gallusanlage 8.