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Franfurt a. M. 43041.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher wit verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 284
Sonntag, den 13. Oktober 1929.
192. Jahrgang
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27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezeile (92 mm
breitl2 Reichsmarl. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reſchspfg. 92 mm breite Rellame
zeile 300 Reichsmark. Alle Preiſe in Reiſchömark
ſ4 Dollar — 4.20 Mark. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw., erliſcht
ede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſfung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beltreibung fäll ſeder
Rabatt weg. Bankonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Natonalbank.
Der Kampf um das Saargebiet.
Wieder verkagl.
Verſchiebung der Saarverhandlungen auf den
28. 9kkober.
EP. Paris, 12. Oktober.
Die franzöſiſche Preſſe beſtätigt, daß die Vorarbeiten der
franzöſiſchen interminiſteriellen Saarkommiſſion noch nicht weit
genug fortgeſchritten ſind, um die deutſch=franzöſiſchen
Verhand=
lungen über die Rückgabe des Saargebietes am 16. Oktober zu
eröffnen, wie dies urſprünglich vorgeſehen war. Die Arbeiten
der Kommiſſion werden vorausſichtlich noch die ganze kommende
Woche in Anſpruch nehmen. Im „Journal” ſpricht St. Brice
ſogar davon, daß die Ergebniſſe der kommenden Beratungen erſt
inetwa 12 Tagen dem Miniſterrat vorgelegt werden könnten.
Das „Journal” iſt das einzige Blatt, das über
die Gründe dieſer Berzögerung
einige intereſſante Aufſchlüſſe gibt. Ausgehend von der
Be=
hauptung, daß das Saargebiet in jeder Beziehung, vom
geo=
graphiſchen, hiſtoriſchen und wirtſchaftlichen Standpunkt aus, ein
Teil des Elſaß ſei und „bis 1919 kein anderes Regime als das
der Angliederung an das Elſaß gekannt hat”, bezeichnet St. Brice
die im Verſailler Vertrag enthaltene Beſtimmung als paradox
denn dadurch ſei das Elſaß an Frankreich zurückgegeben und die
enge Verbindung zwiſchen beiden Ländern zerriſſen worden.
Man habe die politiſche Zukunft in Unſicherheit gelaſſen, während
die kommerzielle Zukunft klar auf die Fortſetzung der engen
Soli=
darität zwiſchen dem Saargebiet und Elſaß orientiert geweſen
ſei. Man ſtehe daher vor der Möglichkeit der Wiederherſtellung
der deutſchen Herrſchaft in einem Land, deſſen Grubenreichtum
franzöſiſch ſei und deſſen wirtſchaftliche Verkettungen nach dem
fkanzöſtſchen Elfaß hinführten. Iſt es möglich, ſo fragt das Blatt,
eine Verwaltungsform zu finden, durch die die Rechte und
In=
tereſſen Deutſchlands und Frankreichs kombiniert werden?
Die Anhänger der Polikik der Zuſammenarbeit
ſeien der Anſicht, daß dieſe nicht nur möglich ſei, ſondern daß hier
eine günſtige Gelegenheit geboten werde, eine Verbindungsbrücke
herzuſtellen und eine Etappe auf dem Wege zur Bildung der
Vereinigten Staaten von Europa zu durchſchreiten. Man brauche
nicht erſt zu ſagen, daß dies auch die Auffaſſung Briands ſei und
daß die mit dem Studium der Gruben= und Handelsfragen
be=
auftragten beiden Unkerkommiſſionen ihre Arbeiten in dieſem=
Sinne orientierten. Man müſſe jedoch mit der Möglichkeit eines
deutſchen Widerſtandes rechnen, umſomehr, als die Deutſchen
wüßten, daß das Elſaß auf die Saarkohlen angewieſen ſei und
andererſeits das Saargebiet auf die Lebensmittelverſorgung aus
dem Elſaß nicht verzichten könne. Aus dieſem Grunde ſei die
Arbeit ſehr ſchwierig. Die franzöſiſche Kommiſſion habe nicht nur
ein rationelles Syſtem auszuarbeiten, ſondern ſie müſſe ſich auf
einen vorausſichtlich ſehr heißen Kampf vorbereiten. Der „
Fi=
garo” erklärt unter völliger Verkennung der wahren Sachlage,
Frankreich habe es durchaus nicht eilig, denn das Saarproblem
ſei nur für die deutſche Regierung dringend, da ſie unverzüglich
ihre Souveränität über ein Gebiet wieder herzuſtellen wünſche,
über deſſen endgültige Zuteilung erſt die Volksabſtimmung von
1935 entſcheiden ſoll. Das Blatt überſieht dabei
höchſtwahrſchein=
lich mit voller Abſicht, daß Frankreich
einaußerordent=
lich großes Intereſſedaran hat, aus innen= und
außenpolitiſchen Gründen die ſchwere und ſein
Preſtige ſchädigende Niederlage zu vermeiden,
die ihm das Plebiszit 1935 mit unfehlbarer
Sicherheit einbringen werde. Dieſen Gedanken hat
übrigens, wie der „Populaire” mitteilt, der ſozialiſtiſche
Abge=
ordnete Grumbach geſtern vor der interminiſteriellen
Saar=
kommiſſion mit größtem Nachdruck vertreten, indem er darauf
hinwies, daß
eine ungeheuere Mehrheit der Saarbevölkerung
deuiſch bleiben wolle.
Er hoffe, daß das Saargebiet zu einem Boden der wirtſchaftlichen
Zuſammenarbeit zwiſchen Frankreich und Deutſchland werde. Im
Gegenſatz zur Theſe des Abgeordneten de Wendel, der aus dem
egoiſtiſchen Intereſſe ſeiner Induſtrie heraus die
Wiederher=
ſtellung der Zollgrenze gegenüber dem Saargebiet befürwortet,
fordert Grumbach energiſch die reſtloſe Aufrechterhaltung der bis
1935 vorgeſehenen Zollfreiheit. Er ſprach ſich weiter für eine
Ver=
ſtändigung zwiſchen Deutſchland und Frankreich hinſichtlich der
Zolltarife aus und wandte ſich gegen eine Ueberlaſſung der von
Deutſchland zurückzukaufenden Gruben an die Privatinduſtrie.
Vielmehr ſolle von beiden Ländern eine ſtaatliche Geſellſchaft zur
Ausbeutung dieſer Gruben gebildet werden. Zur Regelung aller
etwa auftretenden Streitfragen ſchlug Grumbach die Einrichtung
einer dem Völkerbund angegliederten Organiſation vor.
Die Saarverhandlungen, die am nächſten Mittwoch in
Paris beginnen ſollten, ſind im letzten Augnblick auf franzöſiſchen
Wunſch alſo wieder einmal hinausgeſchoben worden, und zwar
diesmal auf den 28. Oktober. Wenn man bedenkt, daß nach den
Haager Abmachungen als ſpäteſter Zeitpunkt der 15. September
vorgeſehen war und daß die deutſche Delegation ſeit Wochen
marſchbereit iſt, dann wird es ſchwer, nicht an eine bewußte
Sa=
botage der Franzoſen zu glauben. Trotzdem wird an amtlicher
Stelle erklärt, daß die Gründe der Franzoſen ſtichhaltig ſeien.
Es müſſen alſo noch andere als die offiziell angegebenen Gründe
vorhanden ſein, denn mit ungenügender Vorbereitung können die
Franzoſen ſich eigentlich nicht entſchuldigen, nachdem ſie ſeit
Jahren Zeit und Muſe gehabt haben, ſich darauf einzuſtellen. Es
iſt auch ein fadenſcheiniger Troſt, wenn die Franzoſen hinzufügen,
ſie würden, wenn die Verhandlungen einmal im Gange ſeien,
Wert darauf legen, ſie ohne Unterbrechung zu Ende zu führen.
Warten wir das ab. In dem Problem liegen Schwierigkeiten
genug verborgen, die Unterbrechungen möglich machen können.
Die Herausgabe der Saargruben, die Regelung der
handelspoli=
tiſchen Beziehungen, die Herausnahme des Saargebietes aus dem
franzöſiſchen Zollverband, das ſind, Fragen, die im
Handum=
drehen nicht zu löſen ſind. Jedenfalls beſteht geringe Ausſicht,
daß die Verhandlungen abgeſchloſſen ſein können, bevor die
Haa=
ger Schlußkonferenz zuſammentritt. Es iſt auch den Franzoſen
bekannt, daß zum mindeſten das Zentrum von einer vorherigen
Klärung der Saarfragen ſeine Zuſtimmung zum Youngplan
ab=
hängig macht. Solange hängt alſo die Ratifikation des neuen
Zahlungsplanes in der Luft, was den Franzoſen in erſter Linie
peinlich iſt. Das iſt es wohl auch, weshalb man an amtlicher
Stelle die Verhandlungen als ſchwierig, aber nicht als
hoffnungs=
los anſieht. Schlimmſtenfalls kann Deutſchland bis zum Jahre
1935 warten. Dann verliert Frankreich mit einem Schlage ein
gutes Abſatzgebiet, muß alſo die Zeche bezahlen, denn die
Saar=
länder werden dann die franzöſiſche Induſtrie nicht weiter
unter=
ſtützen.
Eine deutſche Erklärung zur neuen Berſchiebung
der Sagiverhandlungen.
Von unterrichteter Seite wird dazu noch erklärt: Wenn
Deutſchland auch ein außerordentlich großes Intereſſe an der
Er=
ledigung der Saarfrage hat und beſtrebt ſein wird, die
Verhand=
lungen möglichſt raſch zu beenden, um die Konfliktsmöglichkeiten,
die ſich aus der gegenwärtigen Regelung der Saarfrage ergeben,
auszuſchalten, ſo hat es jedoch nicht den normalen Verlauf der
Dinge zu ſcheuen. Auch in Frankreich iſt man allgemein davon
überzeugt, daß die Abſtimmung der Saarbevölkerung im Jahre
1935 eine überwältigende Mehrheit für die Rückkehr zu
Deutſch=
land ergeben wird. Frankreich hat kaum ein großes Intereſſe
daran, ſich dieſer Niederlage vor aller Welt auszuſetzen. Die
franzöſiſcherſeits aufgeſtellten Behauptungen, daß es der
Bevöl=
kerung des Saargebietes zurzeit an nichts fehle, ſind zum
min=
deſten ſtark übertrieben. Durch die Regelung auf Grund des
Verſailler Vertrages ſind die Saarbewohner in eine unwürdige
Lage gedrängt worden, die ſie als ſchwere Bedrückung empfinden.
Deutſchland muß bei den Verhandlungen verſuchen, durch eine
gütliche Vereinbarung die Saarfrage unter Ausſchaltung der
Beſtimmungen des Verſailler Vertrages aus der Welt zu ſchaffen.
Die deutſchen Wünſche gehen nicht nur auf reſtloſe Rückkehr des
Saargebietes, ſie erſtrecken ſich auch auf eine erſchöpfende
Rege=
lung der das Saargebiet betreffenden handelspolitiſchen
Bezieh=
ungen zwiſchen Deutſchland und Frankreich. Dieſe Beziehungen
gilt es, ſo zu regeln, daß das Saargebiet aus der franzöſiſchen
Zollgrenze herausgenommen wird und in das deutſche Zollgebiet
zurückkehrt. In unterrichteten Kreiſen ſieht man den kommenden
Verhandlungen mit Frankreich ſchon deshalb nicht hoffnungslos
entgegen, weil die wirtſchaftlichen Intereſſen Deutſchlands mit
denen Frankreichs parallel laufen.
Frankreich keine gute Preſſe.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 12. Oktober.
Die Reiſe des Präſidenten der franzöſiſchen Republik nach
Bel=
gien füllt die Zeitungen. Die Freundſchaft zwiſchen Paris und
Brüſſel wird bei dieſer feſtlichen Gelegenheit, beſonders betont.
in Brüſſel ſoll man darüber ganz beſonders glücklich ſein, denn
Belgien fühlte ſich außenpolitiſch ſeit einiger Zeit vernachläſſigt.
Die Konferenz im Haag und die Nachrichten, daß die
internatio=
tale Bank — die Superbank”, wie man ſie neuerdings gerne
ennt — in der Schweiz ihren Sitz haben ſoll, haben in Brüſſel
ein bitteres Gefühl der Zurückſetzung hinterlaſſen.
Die Hauptaufmerkſamkeit konzentriert ſich aber auf eine
andere Reiſe, nämlich auf die Macdonalds. Ob der Beſuch des
britiſchen Premiers in Waſhington wirklich mehr als
Freund=
chafts= und Verwandtſchaftsbeſtätigungen, als den Austauſch
inter=
tationaler Höflichkeiten bedeutet, darüber gehen die Meinungen
auseinander. Die Weltpreſſe betont den perſönlichen Erfolg
Mac=
donalds; es iſt aber ſehr ſchwer, feſtzuſtellen, was man in einem
ſolchen Falle einen perſönlichen Erfolg nennt.
Die Welt wurde in beſonders nichtsſagenden Worten darüber
beruhigt, daß keine engliſch=amerikaniſche Allianz geſchloſſen wurde.
Das konnte nicht anders erwartet werden. Die engliſch=amerika=
olitik die ſchnelle Einigung mit Italien und Japan. Wenn
ma=
ich auf eine Abrüſtungskonferenz begibt, ſo ſchaut man ſich zuvor
um. Das iſt das natürlichſte auf der Welt.
Man mag gegenüber den Erfolgen Macdonalds auf dem
po=
tiſchen Gebiete ſkeptiſch ſein, wie die Franzoſen dies bei jeder G.
legenheit betonen. Aber die Möglichkeit beſteht immerhin, deir
der engliſche Miniſterpräſident mit ſehr wertvollen Vereinbarun
gen über die internationale Bank heimkehrt. Dieſe Möglichk
wird in Paris ſehr wenig erwähnt, aber ſehr viel befürchtet.
Selbſt die wärmſten und gefühlvollen Erklärungen können 1
ſchlechte Atmoſphäre, in der die Seeabrüſtungskonferenz vorber
tet wird, nicht zerſtreuen. Es iſt unmöglich, in ihr einen
eindeutigen Verſuch zur Pazifizierung der Welt zu erblicken
ſchließt aber praktiſche Reſultate noch nicht aus. Und ſie wi
jedenfalls zu einer außenpolitiſchen Klärung beitragen.
Die Woche.
Wenn wir vor einer Woche an dieſer Stelle die Meinung
ausſprachen, daß die Ernennung des bisherigen
Reichswirt=
ſchaftsminiſters Dr. Curtius zum proviſoriſchen Nachfolger Dr.
Streſemanns inſofern von beſonderer Bedeutung ſei, als ſie
ſinn=
fällig den Willen der Reichsregierung zur Fortſetzung der
bis=
herigen Politik bekunde, ſo hat dieſe Meinung ſehr ſchnell ihre
Beſtätigung gefunden. Insbeſondere die franzöſiſche
Regierungs=
preſſe hat, dieſe Bedeutung der Ernennung Dr. Curtius” ſtark
unterſtrichen, und das iſt im Intereſſe des Fortgangs der
euro=
päiſchen Politik außerordentlich erfreulich. Noch iſt die Arbeit
Dr. Streſemanns nicht vollendet, und ſein Teſtamentsvollſtrecker
ſteht vor einer ſchwierigen Aufgabe.
Die weltpolitiſche Entwicklung ſteht nicht ſtill, und während
die Kommiſſionen an der Arbeit ſind, um die Einzelheiten des
Haager Abkommens auszuarbeiten, während nun endlich die
deutſch=franzöſiſchen Saarverhandlungen vor ihrem Beginn ſtehen,
verhandelt Englands Premierminiſter mit dem Präſidenten der
Vereinigten Staaten über eine weitgehende engliſch=amerikaniſche
Annäherung. Das Ergebnis läßt ſich ſelbſtverſtändlich vorerſt
noch nicht überſehen. Aber die Tatſache, daß bereits unmittelbar
nach der Ankunft Macdonalds England und die Vereinigten
Staaten gemeinſam Frankreich, Japan und Italien zu einer
noch=
maligen Seeabrüſtungskonferenz einluden, beweiſt doch zum
min=
deſten, daß die Amerikareiſe des engliſchen Miniſterpräſidenten
recht gut vorbereitet war. Nun ſind wir ja, auch zur See durch
das Verſailler Diktat entwaffnet, an der Frage der maritimen
Abrüſtung nicht unmittelbar intereſſiert. Aber die kommenden
Verhandlungen über die Feſtlegung des Stärkeverhältniſſes der
Seemächte ſind doch von ſo außerordentlicher Bedeutung für die
Weltpolitik, daß die Rückwirkungen ſelbſtverſtändlich auch für die
europäiſche Politik von größter Bedeutung ſein werden. Das
beweiſt am beſten die ſtarke Nervoſität, mit der man in Paris
die amerikaniſchen Verhandlungen Macdonalds verfolgt, und die
franzöſiſchen Bemühungen, der kommenden angelſächſiſchen Front
gegenüber eine franzöſiſch=italieniſch=japaniſche Front aufzuſtellen.
Not bricht Eiſen. In Paris und Rom ſieht man in einer
angel=
ſächſiſchen Annäherung insbeſondere in der U=Boot=Frage eine
ſchwere Bedrohung, und ſo tritt jetzt mit einem Male der bis
dahin ſcharf ansgeprägte franzöſiſch=italieniſche Gegenſatz faſt
völlig in den Hintergrund. Es kann wohl kaum noch einem
Zweifel unterliegen, daß die rückhaltloſe italieniſche Unterſtützung
der franzöſiſchen Politik Herrn Snowden gegenüber auf der
Haager Konferenz das erſte ſichtbare Anzeichen eines
franzöſiſch=
italieniſchen Verſtändigungsverſuches war.
In Paris rechnet man noch mit einem baldigen Sturz der
Regierung Magdonald, oder beſſer geſagt, man gibt vor, an einen
ſolchen baldigen Sturz zu glauben, und man hofft auf eine
Rück=
kehr der engliſchen Politik zu den Methoden Chamberlains. Wir
halten eine ſolche Hoffnung für ziemlich utopiſch. Nicht nur
weil die gegenwärtige engliſche Regierung ganz offenbar einen
bemerkenswert ſtarken Rückhalt in der geſamten öffentlichen
Meinung hat, ſondern weil wir insbeſondere davon überzeugt
ſind, daß ſelbſt ein Sturz der gegenwärtigen engliſchen Regierung
keine Kursſchwenkung der gegenwärtigen Außenpolitik bedingen
würde. Ganz einfach, weil die gegenwärtige engliſche
Außen=
politik einfach durch die Tatſachen bedingt iſt. Der
Um=
ſchwung, den die letzten engliſchen, Wahlen brachten, hatte ſeine
Urſachen nicht ſo ſehr in den innerpolitiſchen Verhältniſſen, als
vielmehr in der Erkenntnis der engliſchen Oeffentlichkeit, daß der
bisherige Außenminiſter perſönlich viel zu ſtark feſtgelegt war,
um die nötigen Folgerungen aus der inzwiſchen erfolgten
poli=
tiſchen Entwicklung zu ziehen.
Daß eine Annäherung der angelſächſiſchen Mächte unter den
gegenwärtigen Verhältniſſen wirklich das Ende der Entente
cor-
diale bedeuten würde, und alſo eine außerordentlich ſtarke
Rück=
wirkung auf die franzöſiſche Politik ausüben müßte, leuchtet ohne
weiteres ein. Ohne weiteres leuchtet auch ein, daß diejenigen
franzöſiſchen Kreiſe, die bisher immer noch auf die engliſche
Karte geſetzt hatten und der deutſch=franzöſiſchen Annäherung
infolgedeſſen zum mindeſten abwartend gegenüberſtanden, die
Dinge in Zukunft vielleicht anders anſehen werden. Um ſo mehr
haben wir alle Veranlaſſung, gerade unter den gegenwärtigen
Umſtänden an unſerem bisherigen außenpolitiſchen Kurs
konſe=
quent feſtzuhalten. Darin können uns auch Angebote wie das
Lord Rothermeres nicht irremachen. Der Beſitzer der Daliy Mail
hatte ja ſchon im vergangenen Jahr von ſich reden gemacht, als
er mit Nachdruck eine Reviſion des Vertrages von Trianon
zu=
gunſten Ungarns forderte. Er hat damit erreicht, daß er eine
Zeit lang ſo etwas wie ein ungariſcher Nationalheiliger war.
Mehr aber auch nicht. Wenn er jetzt eine Reviſion der
Vertei=
lung der Kolonialmandate und insbeſondere die Rückgabe der in
engliſcher Verwaltung befindlichen Teile von Kamerun und Togo
an Deutſchland fordert, ſo hat das für uns doch nur eine
be=
ſchränkte Bedeutung, inſofern, als in dieſer Forderung
aller=
dings das für uns erfreuliche Eingeſtändnis liegt, daß der Raub
der deutſchen Kolonien ein Fehler und daß die ſogenannte
„Kolonialſchuldlüge” eine Ungeheuerlichkeit war. Praktiſch wird
das Angebot Lord Rothermeres ſchon dadurch genügend
gekenn=
zeichnet, daß er ſelbſt feſtſtellt, daß die in Frage kommenden
Mandatsgebiete bisher ſtets eine Belaſtung des
briti=
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ſchloſſen mit entſprechender Aufſchrift
verſehen bis ſpäteſtens Samstag, den
19. ds. Mts., vormittags 10 Uhr,
hierher einzureichen ſind. (16115
Darmſtadt, den 12. Okt. 1929.
Provinzialdirektion Starkenburg
(Tiefbau).
Sonntag, den 13. Oktober 1929
Nummer 284
DAllIetA
MONIIOlOTA
in ehormer Auswahl
Zum
Mden
Tewelod!
Deshalb
Zderst Zu
A==
DARMSTAL=
MARKT
16071
Aus den Amtsberkändigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Sonntagdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
anſchließenden Woche den Nachtdienſt vom
13. Oktober bis einſchließlich 19. Oktober die
Apotheke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtr. 9,
Einhorn=Apotheke, Kirchſtraße 101
AusloſungderAblöfungsanleihe
der etadt Darmſtadt.
Die Stücke der Ablöſungsanleihe der
StadtDarmſtadt nebſtAusloſungsſcheinen
ſind den Annahmeſtellen reſtlos bis Mitte
Auguſt ds. Js. zur Ausreichung an die
Gläubiger zugeſtellt worden.
Am 24. Oktober ds. Js. findet die
erſte Ziehung der Ausloſungsrechte,
um=
faſſend vier Jahresraten (1926—1929),
ſtatt. Die Verloſungsliſte wird in gleicher
Zeitung bekanntgegeben.
Darmſtadt, den 9. Okt 1929. (st16120
Der Oberbürgermeiſter.
Arbeitsvergebung.
Die Feldbereinigungsgeſellſchaft
Groß=Bieberau hat die Herſtellung von
4800 qm Chauſſierungen von
Feld=
wegen zu vergeben. Angebotsformulare
ſind beim Heſſiſchen Kulturbauamt
Darm=
ſtadt, Bleichſtraße 1, zum Preiſe von
0,50 für das Stück zu haben.
Die Eröffnung der Angebvie erfolgt
am Samstag, den 19. Oktober 1929,
vorm. 10 Uhr in unſeren Dienſträumen.
Zuſchlag vorbehalten.
(16094
Darmſtadt, den 11. Okt. 1929.
Heſſiſches Kulturbauamt.
Freiwillige Verſteigerung.
Am Mittwoch, den 16. ds. Mts.,
nachm. 2 Uhr, verſteigere ich in der
Bornmühle bei Pfungſtadt auf
frei=
willigen Antrag:
(16095
1 Lieferauto, 2 Wagen, verſch. landw.
Maſchinen und Geräte, 20. Hühner,
1 Klavier, 1 Büfett, Schränke, Bilder
und anderes mehr.
Dann
Gerichtsvollzieher in Zwingenberg.
Arbeitsvergebung.
Für die
Gruppenwaſſerverſor=
gung Offenbach=Weſt ſollen folgende
Arbeiten am Wohnhaus der Pumpſtation
bei Dietzenbach vergeben werden:
Los I Glaſerarbeiten:
20 qm Fenſter.
Los II Schreinerarbeiten:
80 qm Fußboden, 14 Türen, 8 Paar
Klappläden, Treppengeländer u. dgl.
Los III Weißbinderarbeiten:
130 qm Deckenputz, 400 qm
Wand=
am
putz, 145 qm Außenputz
Kalkfarbe, 65 qm Leimfa
Im
Oelfarbe auf Holzwert 7 dergl.
Los IV Schloſſerarbeiten:
Beſchläge der Schreineratb iten
Trep=
pen= und Abſchlußgeländer u. dergl.
Los V Waſſer=Zu= und Ableitungs
40 m galv. Nohrleitung, Ventile,
Zapfhähne, 12 m Gußrohrleitung,
1 Spülkloſett, 1 Spülſtein, 1
Hand=
waſchbecken u. dergl.
Los VI Elektr. Beleuchtungsanlage:
10 m Zuleitung, 1 Verteilungstafel,
20 Brennſtellen mit Leitungen u. dgl.
Los III Ofenſetzerarbeiten:
1 Küchenherd, 4 eiſerne Oefen
auf=
zuſtellen einſchl. Rohrlieferungen.
Los VIII Tapezierarbeiten:
80 Rollen Tapeten zu liefern und
aufzukleben.
Zeichnungen und Bedingungen liegen
auf dem Kulturbauamt Darmſtadt,
Bleich=
ſtraße 1, zur Einſicht offen.
Angebots=
unterlagen werden daſelbſt, ſolange der
Vorrat reicht, zum Preiſe von 0,50 RM.
je Los abgegeben.
Angebote ſind im verſchloſſenen
Um=
ſchlag mit entſprechender Aufſchrift
ver=
ſehen bis zum Montag; den 21.
OK=
tober 1929, 10½ Uhr, beim
Kulturbau=
amt Darmſtadt abzugeben, wo ſie in
Gegenwart der erſchienenen Bieter
ge=
öffnet werden.
(16093
Darmſtadt, den 11. Okt. 1929.
Heiſiſches Kulturbauamt.
Anzeige über freiwillige
Ver=
ſteigerung von Grundſtücken.
Am Hamstag, den 2, November
1929, nachmittags 2½ Uhr, verſteigere
ich öffentlich unter günſtigen
Bedingun=
gen im Auftrag der Eigentümerin, Frau
Karl Wilhelm Schmidt, Uhrmacher
von Fürth i. O. (früher Wilhelm Fehr II.
Witwe Katharina, geb. Brohm von
Rim=
bach i. O.) auf dem Rathaus in
Rim=
bach im Odenwald meiſtbietend
fol=
gende Grundſtücke, eingetragen im
Grund=
buch für Gemarkung Rimbach Band IV,
Blatt 348, nämlich:
1. Flur XIV, Nr. 26‟/,oo Hofreite der
Wolfsberg, 197 qm,
2. Flur XIV, Nr. 26‟ .oo Grabgarten
daſelbſt, 99 qm.
Die Hofreite iſt ein ſchönes
Ein=
ſamilienhaus. Der Grabgarten enthält
18 tragbare Obſtbäume.
Nähere Auskunft über die
Verſteige=
rungsbedingungen erteilt der unterzeich=
(16074
nete Notar.
F. W. Dörr
Heſſiſcher Notar in Fürth i. Odenw.
Nummer 254
Sonntag, den 13. Oktober 1929
Aus der Landeshaupkſtadt.
Darmſiadt, 13. October.
Neuerwerbungen der Skadkbücherei
(außer Romanen).
Joſef Ponten, Europäiſches Reiſebuch, Landſchaften / Räume /
Menſchen. Mit Abbildungen. 1928. 7 C. 20. Deutſchland aus
der Vogelſchan. Landſchaft und Siedlung im Luftbild.
Heraus=
gegeben von de Fries, 1925. 5 Cz 34 a. Richard Klapheck. Eine
Kunſtreiſe auf dem Rhein von Mainz bis zur holländiſchen Greuze.
1998. Mit Abbildungen. 1. Bd.: Mittelrhein, 2. Bd.: Niederrhein.
55 Ka 650/51. V. von Dangen, Ritterburgen über der Lahn. Ein
Buch von heſſen=naſſauiſcher Vergangenheit. Mit Abbildungen. 1929.
100 Bd 757. Zehn Jahre deutſche Geſchichte. 1918—19B.
90 Bd 930. Fritz Hartung, Deutſche Verfaſſungsgeſchichte vom 15.
Jahrhundert bis zur Gegenwart. 1928. 10 Bd 75. Auguſt Winnig,
Das Reich als Republik. 1918—1938. 90 Bd 910. Der Weltkrieg
im Bild. 2. Band. Frontaufnahmen aus den Anchiven der Entente
45 Bk 481. Die Heſſen im Weltkrieg 1914—1918. Nach
Berichten und Aufzeichnungen von Mitkämpfern; herausgegeben von
F. V. Deiß. Mit Abbildungen. 19B. 10 Bk 132. Walther
Guenther. Die Geſchichte des Leib=Dragoner=Regiments (2.
Groß=
herzoglich Heſſiſches) Nr. 24 im großen Kriege 1914,/18. Mit
Abbildun=
gen. 1988. 10 Bk. 32. Hatold Untertood Faulkner.
Amerika=
niſche Wirtſchaftsgeſchichte, 2 Bäinde. 1929. 35 Fn B/36. Arnold
Meyer, Das Wunderbuch der Technik. Mit Abbildungen. 10 E 147.
H. Gnant, Der Bau= und Maſchinenſchloſſer. Mit Abbildungen.
3. Aufl. 1925. Gg 555. Kurt Th. Friedländer. Der Weg zum
Käufer. Eine Theorie der praktiſchen Neklame. Mit Abbildungen.
1926. 50 Ch 12. Friedrich Becker, Eine Fahrt durch die
Sonnen=
welt. Aſtronomiſche Unterhaltungen. Mit Abbildungen, 1925. 1 Da 15.
Die Wunder des Meeres. Herausgegeben und bearbeitet von
Gellert und Sachs. Mit Abbildungen. 1926. 50 D 137. H.
Schom=
burgk. Wir Zwei. Tiergeſchichten aus dem afrikaniſchen Urwald.
Mit Abbildungen. 1 Dz. Hermann Brans, Anatomie des
Men=
ſchen. Lehrbuch für Studierende und Aerzte, 2. Band: Eingeweide.
Mit Abbildungen, 1924. 30 Dz 110. Edmund Neuendorff.
Ju=
gend=, Turn= und Sportbuch. Mit Abbildungen. 1 Ks 205. R.
Rau=
ſcher und D. Protzen, Der Ruderſport / Wanderrudern und
Pad=
deln. Mit Abbildungen. 1923. 5 K3 719. Mariin Gleisner,
Tanz für Alle. Von der Gymmaſtik zum Gemeinſchaftstanz. Mit
Ab=
bildungen. 198. 20 Ks 150.
— Heſſiſches Landestheater. Heute Sonntag gelangt zum erſten
Male in dieſer Spielzeit Nichard Wagners „Lohengrin”, in Szene
geſetzt von Renato Mordo (Bühnenbilder: Lothar Schenck von Trapp),
uuter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm um 18 Uhr im Großen
Haus zur Aufführung. Als Lohengrin gaſtiert Joachim Sattler vom
Stadttheater Barmen=Elberfeld, als Telramund Albert Lohmann vom
Stadttheater Zürich. In den übrigen Hauptrollen: Theo Herrmann,
Anny von Stoſch, Elſa Varena, Adolf Gerlach. Miete B.)
„Der Herr ſeines Herzens”, Schauſpiel in drei Akten von
Paul Raynal, wird heute Sonntag, 20 Uhr, im Kleinen Haus mit der
erfolgreichen Premierenbeſetzung (Nürnberger, Hinz, Flemming,
Mos=
bacher) in Szene gehen. (Zuſatzmiete I.)
Verdis, Othello” wird am Dienstag, 15. Oktober, in der
In=
ſzenierung Carl Gberts unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl
Böhm im Großen Haus wiederholt, Othello: Hans Grall, Desdemona:
Anny von Stoſch, Jago: Hans Komregg, Caſſio: Otto Stadelmaier.
(Miete 4.)
Die erſte Wiederholung des „Amphitrhon” findet am
Don=
nerstag, den 17. Oktober, im Großen Haus mit der erfolgreichen
Pre=
mierenbeſetzung (Ebert, Conradi, Nürnberger, Minetti, Pfaudler,
Gothe) ſtatt.
Kulturfilmbühne im Kleinen Haus. Von Montag,
den 14., bis Mittwoch, den 16 Oktober, werden um 16 und 20 Uhr im
Kleinen Haus der Großfilm „Die Wunder des Films” (
Manu=
ſkript und Regie von Dr. Edgar Behfuß) und der Sportfilm „Mit
dem Flugboot rund um Afrika” (der Flug des Kapitäns
Cebham) zur Vorführung kommen. Der Film „Die Wunder des
Films” wird von einem Vortrag von Frau Lona Grundig begleitet
ſein.
— Sonatenabend Edmund Wehns. Für den Sonatenabend am
Montag, den 21. Oktober, im Kleinen Haus des Heſſiſchen
Landes=
thetters haben ſich Edmund Weyns und Jeanne Faſpar
Sonaten von Beethoven, Brahms und Ceſar Frank erwählt. Edmund
Wehns ſpielte vor zwei Jahren in einem Sinfoniekonzert das
Violin=
konzert von Dvorak und erzielte bei Publikum und Preſſe einen
un=
gewöhnlichen Erfolg. In ſeinem derzeitigen Wirkungskreis Wiesbaden,
vuo er als erſter Konzertmeiſter des Staatsorcheſters wirkt, iſt Edmund
Weyns vielfach als Soliſt und Kammermuſikſpieler beſonders
erfolg=
reich geweſen. Jeanne Jaſpar wurde bei ihrem Auftreten vor einem
Jahre in einem Sinfoniekonzert des Heſſiſchen Landestheaters ſehr
ge=
feiert; ſie ſpielte mit großem Erfolg das Klavierkonzert von Saint=
SaEns.
— Darmſtädter Jugendverbände. Die bekannte Bildhauerin Frau
Federn=Staudinger veranſtaltet heute und morgen im
Ge=
verbemuſeum, Neckarſtraße 3, eine Ausſtellung über die Keramik=
Arbeiten, die in den letzten Kurſen hergeſtellt wurden. Da dieſe
Neramitarbeiten außerſt gut für die Neſtabende der Jugendgruppen in
Winter geeignet ſind, kann der Beſuch der Ausſtellung ſehr empfohlen
verden. Daſelbſt werden Anmeldungen für die neuen Kurſe
entgegengenommen, wobei auch weitere Auskunft gerne erteilt wird.
— Notes Kreuz. Wie alljährlich, hält die Freiwillige Sanitäts=
Hauptkolonne vom Roten Kreuz Darmſtadt auch dieſes Jahr einen
Kurſus zur Ausbildung in der „Erſten Hilfe” ab, der für alle
Teilnehmer koſtenlos iſt. Alles Nähere ſiehe die Anzeige in der
vor=
liegenden Nummer dieſer Zeitung.
elgelſche unaclufek. Dun Senten un ual
12 Uhr verunglückte in der Nähe des Heiligen Kreuz die
Ehe=
frau des Zivilingenieurs Heeb aus Mannheim tödlich. Der
Ehemann hatte am Freitag bei einer hieſigen Firma einen
Per=
ſonenwagen gekauft und mit dieſem am Samstag vormittag mit
ſeiner Frau und einem Chauffeur der Lieferfirma eine
Probe=
fahrt nach dem Oberwaldhaus unternommen. Von dort kam das
Lieferauto eines hieſigen Cafes und fuhr auf den neuen Wagen
auf. Die Ehefrau Heeb wurde dabei mit dem Kopf gegen die
Einſaſſung der Schutzſcheibe geſchleudert und erlitt ſehr ſchwere
Verletzungen. Anſcheinend erlitt ſie auch Verletzungen an der
Lunge. Der Sanitätswagen der Freiwilligen Sanitätskolonne
vom Roten Kreuz, der kurz nach dem Unfall zur Stelle war,
brachte die Verunglückte, die beſinnungslos war, aber noch
ſchwache Lebenszeichen von ſich gab, nach dem Städtiſchen
Kran=
kenhaus. Kurz vor der Einliefrung ſtarb Frau Heeb. Die
übrigen Mitfahrer erlitten nur unbedeutende Verletzungen. Die
Schuldfrage iſt noch nicht geklärt. Das Lieferauto wollte den
Wagen überholen und führ dabei auf den neuen Wagen auf.
In reicher Auswahl sind alle neue
andarbelten
eingetroffen, zu den billigsten Freisen.
Ebenso- „alls Alten Stick- und Strick-
Mollen, Seiden- und BMolgerne, in nür
besten Oualitäten.
Rat und Anweisung wird gerne erteilt.
Zelchnlungeh uekden nch Munsch
an-
geferigt.
LOUfSE BLUM
Wilhelmihenstraße 171, (16078b
!
tag, den 14. Oktober, im großen Saal des Städtiſchen Saalbaues um
20 Uhr ſtattfindende zweite Akademie=Konzert aufmerkſam gemacht.
Ueber das Weiß=Quartett;, welches am Montag abend Werke
don Reger, Hahdn und Ovorak zum Vortrag bringt, ſchreiben die
Wiener Neueſten Nachrichten: „Mit einer Sicherheit und kraftvollen
Natürlichkeit, um die manch vielgenannte männliche Vereiuigung dieſe
dier jungen Freuen beneiden könnte. Da herrſcht jugendlich friſches,
unmittelbar bezwingendes Muſikantentum. gepgart mit einem Ernſt.
einem aufrichtigen Willen, der Kunſt wahrhaft zu dienen. Und das
techniſche Können iſt ſo beſchaffen, daß Regers enorm ſchwieriges Werk
ſchwungvoll und klar bewältigt werden konnte. Wenn die
ausgezeich=
neten jungen Kunſtlerinnen nunmehr ihren aufblühenden Ruhm über
die öſterreichiſchen Grenzen tragen werden, kann man ſicher ſein, daß
ſie den alten Ruf der Heimat in allen muſikaliſchen Belangen wahren
und neu bekräftigen werden.” Karten im Sekretariat der Städtiſchen
Akademie für Tonkunſt. Gliſabethenſtraße 36 (Fernruf 3500).
Ehem, Städt. Handelsschüler
19. Oktober 1929
16131)
Perkeo
— Hermann Löns=Abend. Am 18. Oktober, abends 20 Uhr, findet
im Kaiſerſaal eine Gebächtnisfeier zu Ehren des vor 15
Jah=
u=, Jagd= und Heimatdichters
ren im Weltkrieg gefallenen groß=
Hermann Löns ſtatt, in der Ernſt Löns, der Bruder des Dichters, über
das Leben und Schaffen Hermann Löns ſprechen und aus deſſen
Wer=
ken vortragen wird. Außerdem wird der betannte Lautenfänger Hans
Clos, wohl der beſte Interpret Lönsſcher Lieder, Lönslieder zur
Laute ſingen. Die beiden Künſtler befinden ſich zur Zeit auf einer
Vortragsreiſe durch ganz Deutſchland, und der hieſigen Lönsgemeinde
iſt es alſo ermöglicht, eine achte Lönsfeierſtunde zu erleben. In vielen
Großſtädten fanden die Abende vor Tauſenden von Beſuchern ſtatt und
mußten wiederholt werden. (S. auch die heutige Anzeige.)
n. Hefiſche Familiengeſchichtliche Vereinigung. Die Mitglieder
werden zum Vortrag von Paſtor O. Sartonius über „D. Martin
Luther und ſeine Familie durch vier Jahrhunderte” am Montag, den
14. Oktober, abends 6 Uhr im Realgymnaſium, eingeladen. — Am
Dienstag, 15. Oktober, abends 8.30 Uhr, findet Zuſammenkunft im
„Prinz Karl” und Beſprechung des Vortrags ſtatt.
e
Gute Küche, civile Preise in der
Saalbausdaststätte
Auserlesener Uittag= und Abendtisch von 1.— Mk. an
— Orpheum. Allabendlich rauſchender Beifall, uneingeſcheinktes
Lob und vollſte Zufriedenheit; dies ſind die Attrihute, welche die
zahl=
reichen Beſucher über die entzückenden Darbietungen der Wiener
Bür=
gertheater=Revue äußern. Die Revue iſt die gegebene Form der
bun=
ten Bühne von heute, ein luſtiger Zeitſtiegel aktueller Ereigniſſe,
viel=
ſeitig, humorvoll und auch künſtleriſch reizvoll, bietet dieſe Darbietung
der Wiener Gäſte in dezenter Form eine ſtark intereſſierende
Unter=
haltung. Der Sonntagskarten=Vorverkauf findet ſtatt: Verkehrsbüro
ton 10—12 Uhr, Oroheumskaſſe ununterbrochen ab 3 Uhr. (S. Anz)
Seite 5
Deuſch. Gangelicher Frauenbund. darmfädl.
In der Mitgliederverſammlung erſtatteten die beiden
Vorſitzenden, Fräulein Sonne und Frau Bernbeck=Darmſtadt,
Bericht über die 16. Generalverſammlung des Bundes in Makburg
vom 12.—23. September, mit der zugleich die Feier des 30jährigen
Beſtehens des Bundes verbunden war. Aus den an Stimmungsbildern
reichen, die Gedanken und die Arbeit des Bundes widerſpiegelnden
Berichten fei folgendes hervorgehoben: Die Geſamtmitgliederzahl des
Bundes beträgt heute 225 000. Für die Zükunft entſcheidet das Maß
der Aktibität, das die Frauen entfalten. Darum iſt der Zweck des
Bundes, Stellung und Würde der Frauen zu wahren und zu
verbeſ=
ſern. Die Verantwortung der deutſch=ebangeliſchen Frauen in bezug
auf die Reinhaltung und die der Lebensgeſtaltung von Familie und
Volk war der grundlegende Inhalt der Vorträge der
Generalver=
ſammlung. Es ſprach Frau von Kraut=Stuttgart. Sie trat
entſchie=
den auf gegen jede Lockerung der üblichen Einehe. Welche Folgen die
Lockerung dieſer Grundſätze haben, beweiſe das Beiſpiel von Rußland
mit ſeinem Kinderelend. Es ſprach ferner Frau Stadtoberinſpektorin
Rothig=Hannover über „Kampf um ſittliche Reinheit in der Fürſorge”;
Profeſſor D. Krepp=Geifswald über. Das evangeliſche Chriſtentum im
Wandel der Gegenwart‟. Die öffentliche Verſammlung war den
Fra=
gen des Grenz= und Auslandsdeutſchtums gewidmet. Zu. dieſem
Thema kamen Vertreter von Danzig, aus dem Saargebiet,
Sudeten=
gebiet, Jugoſlavien, Südtirol und Hermannſtadt, Siebenbürgen und
Oeſterreich zu Wort. Die Vorträge werden in der deutſch=ebangeliſchen
Frauenzeitung veröffentlicht werden. — Es wurde eine Entſchließung
angenommen, in der es heißt: „Der deutſch=evangeliſche Frauenbund
erhebt ſchärfſten Proteſt, gegen die ſchweren Verletzungen, denen
dies fundamentale Recht entgegen den Beſtimmungen des Völkerhundes
und zum Schaden des geiſtigen Fortſchritts der Menſchheit, namentlich
in Italien und Oeſterreich ausgeſetzt iſt. In dieſer Einſicht
gedenkt er in erſter Linie des rückſichtsloſen Kampfes, der im
Kor=
ridor und in Oberſchleſien, gegen die überlegene deutſche
Kul=
tur geführt wird. Den Verhandlungen über die Freigabe des
Saar=
gebietes folgt der deutſch=evangeliſche Frauenbund mit ſtärkſter
Anteilnahme und mit heißem Dank für die nationale Feſtigkeit des
Volkes an der Saar.
Eine weitere Entſchließung beſagt: „Die Generalverſammlung
ſpricht die Erwartung aus, daß die Bundesmitglieder in dem
Bewußt=
ſein ihrer Verantwortung als deutſchebangeliſche Frauen nicht
nach=
laſſen, für die chriſtliche Familie und ebangeliſche Kindererziehung
ein=
zutreten und mit allen Kräften den Kampf gegen die die Familie
zer=
ſtörenden Tendenzen zu führen. Sie erwartet aber auch, daß die
Mit=
glieder durch ihre ſoziale Arbeit beweiſen, daß ſie ein warmes Herz
haben für alle, die nicht in einer Familie behütet und dann gefährdet
ſind.
Sie bittet den Vorſtand, insbeſondere zu den Beratungen des
Ent=
wurfs eines Strafgeſetzes mit allem Nachdruck dahin zu wirken, daß der
Kampf um Sitte und Neinheit nicht durch das neue Strafgeſetz
er=
ſchwert wird.”
— Seinen ſiebzig”ten Geburtstag begeht heute in beſter körperlicher
Rüſtigkeit der bekannte und beliebte Schuhmachermeiſter Heinrich
Götz hier.
— Städtiſche Akademie für Tonkunſt. Es ſei beſonders darauf
auf=
merkſam gemacht, daß mit Beginn des Winterſemeſters (14. Oktober)
ein neuer Kurſus im Seminar zur Vorbereitung für die Heſſiſche
Staatsprifung für Muſiklehrer und Muſiklehrerinnen beginnt. Cs ſei
darauf hingewieſen, daß die Heſſiſche Staatsprüfung auch als
Teil=
egamen in zwei Abteilungen abgelegt werden kann. Nähere Auskunft
erteilt der Direktor der Städtiſchen Akademie während der
Sprech=
ſtunden wochentags von 11—12.30 Uhr.
— Violin=Abend im Muſikvereinsſaal. Die Geigerin Arla Renz
gibt am Lonnerstag, dem 17. Oktober, im Muſikbereiusſaal einen
Violin=Abend. Die Begleitung wird die ausgezeichnete Pianiſtin aus
München Grete Boeswald übernehmen. Karten bei Konzert=Arnold,
Eliſabethenſtraße. (Näh. f. Anz.)
Eliſabethenſtift. Ein trüber Oktober=Nächmittag — Negen und
Wind — und auf dem „Berg” im Stiftsgarten ſpielt, das Städtiſche
Orcheſter unter dem Taktſtock des Herrn Kapellmeiſters Schlupp ſechs
feine Muſikſtücke — und alles lauſcht — Kranke und Geſunde —, bis
in den Operationsfaal hinein drängen die Klänge, und wer von den
Kranken Gartenerlaubnis hat, der will nicht nur hören, auch ſehen und
dankbaren Beifall ſpenden. Cs war eine Freudenſtunde am Donnerstag
nachmittag. Herzlichen Dank den freundlichen Spendern!
—Evangeliſche Stadtgemeinde. Am Donnerstag, 17. Oktober, um
8 Uhr abends, will uns eine Baltin. Fräulein Katterfeld aus
Mitau, von ihren Erlebniſſen erzählen. Die Mitglieder unſerer
Frauenvereine ſei dieſer Vortrag aufs wärmſte empfohlen, denn er
ſrird uns ein klares Bild geben von der Not unſerer
Glaubensſchwe=
ſteru im Oſten. Der Vortrag findet im Gemeindehaus Kiesſtraße 17,
Sc4. 2, ſtakt.
— Markusgemeinde. Am Abend des 14. Oktober (Montag) wird
Cyer Arbeiterſekretär Laufer in unſerem Gemeindeverein,
Kies=
ſtraße 17, über die Bedeutung der kommenden Wählem
ſprechen. Bei der Wichtigkeit der dabei zur Verhandlung kommenden
Fragen darf auf einen zahlreichen Beſuch des Vortrags, auf den eing
Ausſprache folgen ſoll, gerechner werden. Gäſte aus den anderen
Ge=
meinden ſind ſelbſtverſtändlich willkommen.
— Stenographie. Die Stenographen=Vereinigung „Gabelsberger”,
Handwerkerſchule Ecke Karl= und Nieder.=Ramſtädter Straße macht
unter Hinweis auf die heutige Anzeige darauf aufmerkſam, daß am
Dieustag, den 15., und Freitag, den 18. Oktober, abends 7 und 8 Uhr,
in ihren vorgenannten Unterrichtsräumen neue Kürſe in
Reichs=
kurzſchrift beginnen und lädt zum Beſuch derſelben ein. Die Kurſe
ſtehen unter Leitung ſtaatlich geprüfter Lehrer der Stenograbhie.
E Wegen Vornahme von Kanalbau=Arbeiten wird die Holzhof=
Allee zwiſchen Hindenburgſtraße und Groß=Gerauer Weg bis 16. Okt.
für Fahrzeuge aller Art geſperrt.
OlIOIT
BeraussichtsreichsteWagendernächsten Jahre
Charles
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weil er so modern ist, daß er noch
nach Jahren des Gebrauchs ein
Tauschobiekt von hohem Werte bleibt
HORCH.VERKAUFSSTHLLE DARMSTADT: ARNOLD HAAS, WILHELMINENSTRASSE 9. TELRFON: 4122
FELH TIE B, Ie. Wocs, Frl. . Hriuf elele en Harle Tesce e ererlaien e Washaie. eehe te Mitaf.
Ruelbauer & Doerr, Diplelng, Mieolasstraße 7
Bln 06I73
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Sonntag, den 13 Ofiober 1929
Nummer 284
Achte Jahresſitzung der Heſſiſchen Induſtrie=
und Sandelskammer Oarnſtadt
am 8. Oktober 1929.
Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorſitzende der
Kammer in tiefer Trauer des Dahinſcheidens dreier für unſer
Wirt=
ſchaftsleben verdienſtvoller Männer: des Reichsaußenminiſters Dr.
Streſemann, des Profeſſors der Wärmetechnik an der Techniſchen
Hochſchule Darmſtadt Ebexle und des Syndikus der
Schweſter=
kammer Friedberg, Rechtsanwalts und Notars Stahl. Die
Ver=
ſammelten hatten ſich zu Ehren der Heimgegangenen von den Sitzen
erhoben.
Aus dem der Kammer erſtatteten Geſchäftsführungsbericht für die
Zeit ſeit der letzten Sitzung geht hervor, daß die Kammer u. a. bei
der Darmſtädter Tagung des Verbandes Deutſcher
Auslandslehrer und =lehrerinnen, bei der
Ueber=
reichung der Geſellenbriefe in Darmſtadt und bei der
Einweihung des neuen Bankgebäudes der Groß=
Gerauer Volksbank e. G. m. b. H. in Groß=Gerau
ver=
treten war.
Die Vergleichskommiſſion der Kammer hatte zu einer
Reihe von Anträgen auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens
außerhalb des Konkurſes Stellung zu nehmen. — Von dem
Geſchafts=
ſtenographen=Prüfungsausſchuß wurde als Termin für die nächſte
Herbſtprüfung Sonntag, der 3. November 1929,
feſtgeſetzt.
Weiter konnte darüber berichtet werden, daß nunmehr die
Ver=
zeichniſſe derjenigen Firmen, deren Aufnahme in die zukünftige
Hand=
werksrolle beabſichtigt iſt, der Kammer überſandt worden ſind.
Bekanntlich liegen dieſe Verzeichniſſe bei den Handwerkskammer=
Neben=
ſtellen in der Zeit vom 1. bis 31. Oktober 1929 zur Einſichtnahme offen.
Die Einſpruchsfriſt läuft vom 1. November 1929 bis 31. Januar 1930.
Die erſte Durchſicht dieſer Verzeichniſſe hat ergeben, daß eine
unver=
hältnismäßig große Anzahl von Firmen, die bislang lediglich der
Induſtrie= und Handelskammer angehörten, in Zukunft auch zur
Hand=
werkstammer herangezogen werden ſollen. Es wird notwendig
wer=
den, mit den zuſtändigen Stellen der Handwerkskammer über dieſe
Fragen in eingehende Verhandlungen einzutreten und eine
Verſtän=
digung gemäß den Richtlinien anzuſtreben, wie ſie zwiſchen den
Spitzen=
organiſationen aufgeſtellt worden ſind. Hiernach ſoll die erſte
An=
legung der Handwerksrolle nicht zu einer grundſätzlichen Verſchiebung
der Grenzen zwiſchen Handwverk und Nichthandwerk benutzt werden.
Es wurde beſchloſſen, die zur Vorbereitung für dieſe Verhandlungen
nutwendigen Schritte unverzüglich einzuleiten. Unabhängig davon
wird es aber auch Sache der einzelnen in Frage kommenden Firmen
ſein, von dem Recht der Einſichtnahme in die Handwerksrolle Gebrauch
zu machen, um auch ihrerſeits das Erforderliche zur Wahrung ihrer
Intereſſen veranlaſſen zu können. Zweckmäßig wird es im beſonderen
ſein, daß ſich diejenigen Firmen, die Einſpruch zu erheben gedenken,
rechtzeitig mit der Induſtrie= und Handelskammer in Verbindung
ſetzen.
In Verfolg eines Beſchluſſes der letzten Vollverſammlung hat die
Kammer inzwiſchen das Haus Wilhelminenſtraße 32 erworben. Ueber
die erforderliche Um= und Ausgeſtaltung dieſes Gebäudes als
Dienſt=
gebäude der Kammer wurde Näheres mitgeteilt.
Einen breiten Raum in den Verhandlungen nahm die
Bericht=
erſtattung über die Tagung der Hauptgemeinſchaft des
Deutſchen Einzelhandels in Hamburg, ſowie die
Be=
ratungen des Hauptausſchuſſes des Deutſchen Induſtrie= und
Handels=
tages in Berlin ein. Die Verhandlungen der Hauptgemeinſchaft hatten
ſich in erſter Reihe mit Organiſationsproblemen ſowie mit
Fragen der Bekämpfung des unlauteren
Wettbe=
werbs zu befaſſen. Nach eingehender Erörterung wurde mit
über=
wiegender Mehrheit beſchloſſen, an dem bisher bewährten Zuſtand
feſtzuhalten, wonach die Waren= und Kaufhäuſer in gleicher Weiſe wie
die Spezialgeſchäfte in der Hauptgemeinſchaft zuſammengeſchloſſen
ſind. Jeder der derzeitigen Formen des Einzelhandels hat ihre
wirt=
ſchaftliche Berechtigung und Bedeutung. Hierbei iſt allerdings
Voraus=
ſetzung, daß der gegenſeitige Wettbewerb ſich in Formen bewegt, die
mit dem allgemeinen kaufmänniſchen Empfinden in Einklang ſtehen,
jedenfalls aber irgendwie anfechtbare Wege vermeiden. Mit Nückſicht
hierauf ſind Beſtrebungen im Gange, die vielfach als unzureichend
empfundenen Beſtimmungen des Geſetzes gegen den unlauteren
Wett=
bewerb zeitgemäß zu ergänzen.
Der Hauptausſchuß des Deutſchen Induſtrie= und
Handelstags hatte ſich in erſter Reihe mit der
Reparations=
frage zu befaſſen. In der eingehenden Erörterung des Problems
wurden die ernſten Beſorgniſſe wegen der Durchführbarkeit des Young=
Planes hervorgehoben. Gleichwohl ging die Auffaſſung des
Ausſchuſ=
ſes dahin, daß, ſofern die jetzigen Verhandlungen über die noch offenen
Punkte zu einer befriedigenden Löſung führen, der Young=Plan
gegen=
über dem jetzigen Zuſtand einen Fortſchritt bedeute. Im übrigen
wurde in der Verſammlung einmütig betont, daß die Vorausſetzung
für Annahme und Durchfihrung des Young=Planes eine tiefgreifende
Reform der deutſchen Finanz= und Wirtſchaftspolitik iſt, um zu einer
Vereinfachung des öffentlichen Apparates, zu einer Einſchränkung der
öffentlichen Ausgaben und zu eine; weſentlichen Entlaſtung der
pro=
duktiven Wirtſchaft zu gelangen. Ein weiterer Gegeuſtand der
Ver=
handlungen im Hauptausſchuß war der Entwurf eines
Berufs=
ausbildungsgeſetzes, mit dem ſich die Kammer wegen ſeiner
tief einſchneidenden Beſtimmungen nochmals eingehend wird befaſſen
müſſen.
Den Abſchluß der Verhandlungen bildete ein Bericht über die
Tagung der Vereinigung der Geſchäftsführer
Deutſcher Induſtrie= und Handelskammern in
Stutt=
gart. Wie bisher, ſo hatte ſich die Vereinigung auch auf ihrer
dies=
jährigen Tagung mit einer Reihe für die Wirtſchaft bedeutſamer
Fra=
gen zu befaſſen. Im Mittelpunkt der Erörterung ſtanden hierbei
wich=
tige, den Aufbau, die Organiſation und die Arbeitsweiſe der Kammern
betreffende Fragen, deren Behandlung im Kreiſe der Geſchäftsführer
einer fruchtbringenden Arbeit der Kammern nur förderlich ſein kann.
— Leiſtungen und die neuen Denkſchriften über die Lage und den
Ausbau der Angeſtelltenverſicherung. Im großen Saal des Bürgerhofs
fand am Mittwoch eine Verſammlung des Gewerkſchaftsbundes der
An=
geſtellten ſtatt, in der der Stadtverordnete und Gaugeſchäftsführer
Armin Geßner=Frankfurt a. M. zu dem Ausbau der
Angeſtellten=
verſicherung Stellung nahm. Nach Begrüßung des Vorſitzenden Herrn
A. Jayme gab Herr Geßner einen kurzen Ueberblick über die
Ange=
ſtelltenverſicherung und ihre Leiſtungen. Er zeigte auch, wie ſich die
Renten im einzelnen zuſammenſetzen. Dann gab er einen kurzen
Ueberblick über die Jahresberichte der letzten Jahre. Die
Beitrags=
einnahmen im Jahre 1926 betrugen 240 Millionen Mk., 1927 280
Mil=
lionen, 1928 317 Millionen Mk. Die Zinſen betrugen 1928 29 Mill.,
1927 48 Mill., 1928 67 Millionen. Die Geſamteinnahme für 1928
be=
trug 406 Mill., und 66 Millionen mehr wie 1927. Die Rücklage iſt von
739 Millionen am 31. Dezember 1927 auf über eine Milliarde Ende
1928 angeſtiegen. Für Ruhegeld wurden 1927 48 Mill. 1928 65 Mill.
Mark aufgewandt. Die Waiſenrente betrug 1927 26 Mill. und 1928
33 Mill. Mark. Im Jahre 1928 wurden 106 000 Anträge auf
Heil=
verfahren geſtellt, davon 66 000 ſogen, ſtändige Heilverfahren, d. h.
Heilverfahren, die in einer Anſtalt durchgeführt werden. 38 000 Anträge
wurden bewilligt, gleich 59,3 Prozent. Die Durchſchnittskoſten eines
längeren Heilverfahrens betrugen 1928 710 Mark gegenüber 1927 660
Mark. Die Durchſchnittsdauer eines Lungenheilverfahrens betrug 96
Tage. Die Zahl der eigenen Heilſtätten iſt vermehrt worden. —
Nach=
dem der Redner den Ueberblick über die Entwicklung der
Angeſtellten=
verſicherung gegeben hatte, ging er näher auf die
verſicherungstechni=
ſchen Bilanzen der R.f.A. ein. Dieſe verſicherungstechniſchen Bilanzen
werden von den Verſicherungsmathematikern auf Grund der
augen=
blicklichen Zuſtände aufgeſtellt. Anſchließend wurde ein Ueberblick über
die Zahl der weiblichen und männlichen Verſicherten, über die
Gebur=
tenziffer, Sterblichkeit uſw. gegeben. Weiter nahm der Redner den
neuen Geſetzentwurf vor, der eine Einführung der Witwenrente für
ſchuldlos geſchiedene Witwen vorſieht, Eltern= und Großelternrente,
Wiederauflebung der alten Verſicherung uſw. In ganz beſonders
ſchar=
fer Weiſe wurde noch dagegen Stellung genommen, daß der
Reichs=
regierung das Aufſichtsrecht über den Haushalt der
Angeſtelltenverſiche=
rung eingeräumt werden ſoll. Lebhafter Beifall zeigte, daß die ganze
Verſammlung mit den Ausführungen des Redners einverſtanden war,
was noch dadurch bekräftigt wurde, daß ſich mehrere Redner im
zu=
ſtimmenden Sinne äußerten, ebenſo wurden noch verſchiedene Anfragen
geſtellt. Eine einſtimmig angenommene Reſolution forderte die
Er=
höhung der Steigerungsſätze von 15 auf 20 Prozent und nimmt ſcharf
dagegen Stellung, daß die Reichsregierung ein Aufſichtsrecht über den
Haushalt der Angeſtelltenverſicherung erhält. Die Selbſtverwaltung
der Angeſtelltenverſicherung müſſe unbedingt erhalten bleiben.
— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875, Deutſche Turnerſchaft.
Wan=
dern. Am Sonntag, den 13. Oktober, findet die nächſte Wanderung
ſtatt. Abmarſch um 8 Uhr am Tierbrunnen; von hier Wanderung
durch die Darmſtädter Wälder unter Beſichtigung der Darmſtädter
Waldbrunnen und Eichen. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung; als
Schlußziel iſt der Sportplatz feſtgelegt worden, ſo daß den
Intereſſen=
ten für Handball noch Gelegenheit gegeben iſt, das Spiel gegen
Bens=
heim um 3,30 Uhr zu ſehen. Ruckſackverpflegung.
Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie (einſchl.
Deutſch=Auſtral= und Kosmos=Linie). Abgeſchloſſen am 4. Oktober 1929.
Ohne Verbindlichkeit. Aenderungen vorbehalten. Nach NewYork:
D. Cleveland ab Hamburg 16. 10, ab Cuxhaven 17. 10., D. Reliance
ab Hamburg 17. 10., ab Cuxhaven 18. 10., M. S. St. Louis ab Hamburg
24. 10., ab Cuxhaven 25. 10., D. New York ab Hamburg 31. 10., ab
Cuxhaben 1. 11., D. Deutſchland ab Hamburg 7. 11., ab Cuxhaven 8. 11.,
D. Weſtphalia ab Hamburg 12. 11. Nach Philadelphia, New
York ab Hamburg: D. Hagen 22. 10, M.S. Leverkuſen 5. 11., eint
Dampfer 19. 11. Nach Boſton, Baltimore, Norfolk ab
Hamburg: D. Eifel 15. 10., D. Sachſen 29. 10., D. Liguria 12. 11., D.
Harburg 26. 11. Nach der Weſtküſte Nordamerikas ab
Hamburg: M.S. San Francisco 26. 10., M.S. Seattle 16. 11., M.S.
Portland 7. 12. Nach Kanada ab Hamburg: D. Laval County
18. 10., D. Kings County 1. 11., D. Emden 8. 11. Nach Weſtindien,
Weſtküſte Zentral=Amerikas ab Hamburg: D. Teutonia
19. 10., MS. Mimi Horn B8. 10. MS. Orinoco 2. 11., D Erlangen
9. 11., D. Galicia 16. 11. Nach den weſtindiſchen Inſeln ab
Hamburg: D. Henry Horn 22. 10. D. Georgia 5. 11. Nach Cuba
ab Hamburg: Ein Dampfer 25. 10., ein Dampfer 30. 11., M.S.
Pa=
latia 3, 1. 30, D. Kiel 1. 2. 30. Nach Meriko ab Hamburg: M.S.
Phoenicia 23. 10., D. Nordfriesland 5. 11., M. S. Rio Panuco 19. 11.,
M.S. Patricia 20. 11. Nach der Oſtküſte Südamerikas ab
Hamburg: D. Taunus 23. 10., D. Paraguay 25, 10., D. General
Bel=
grano 31. 10., D. Sachſentald 2. 11. D. Württemberg 7. 11., D. Lübeck
13. 11. Nach der Weſtküſte Südamerikas ab Hamburg: D.
Adolf von Baeher 16. 10., D. Uarda 19. 10., D. Carl Legien 30. 10.,
D. Heſſent 6. 11., D. Schwarzwald 16. 11., D. Kellerwald 30. 11. Nach
Niederländiſch=Indien: D. Leuna ab Rotterdam 15. 10.,
D. Vochum ab Hamburg 23. 10., D. Peiſander ab Hamburg 6. 11., D.
Freiburg ab Rotterdam 12. 11., D Lüneburg ab Hamburg 20. 11.,
ein Dampfer ab Hamburg 4. 12. Nach Auſtralien ab Hamburg:
M.S. Maodeburg 26. 10. D. Neckar 6, 11., ein Dampfer 16. 11., D.
Hanau 27. 11. Nach Südafrika ab Hamburg: D. Naumburg
19. 10., D. Amaſis 23. 11., D. Eſſen 21. 12. Nach Oſtaſien ab
Ham=
burg: D. Hindenburg 19. 10., M.S. Havelland 26. 11., D. Tirpitz 2. 11.,
M.S. Ermland 11. 11., D. Havenſtein 18. 11. Mitgeteilt durch die hieſige
Vertretung:; Bankgeſchäft Friedrich Zaun, Luiſenplatz 1.
Elektr. O
Haunan, Oalan
für kühle Tage, von 15.— Mk. an
Ernst-Ludwigstraße 10
Ainaialtee
Telephon 3449 16118
— Streſemann=Gedenkfeier im A.D,B. In unſerem geſtrigen
Be=
richt iſt ein Irrtum unterlaufen. Im zweiten Abſatz 5. Zeile muß es
heißen: A.H. Oberſtudiendirektor Pfaff hielt die Gedenkanſprache,
— Die Auszahlung der laufenden Zuſatzrenten, für nicht im
Er=
werbsleben ſtehende Schwerkriegsbeſchädigte, Kriegshinterbliebene,
Alt=
rentner und Altrentnerinnen erfolgt am Dienstag, 15. Oktober,
vormittags 8—12 Uhr, durch die Stadtkaſſe.
— Aerztlicher Sonntag35ienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen.
Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, dem 13.
Okto=
ber 1920, folgende Aerzte zu deſſen Vertritung bereit: Dr. med.
Draudt, Heinrichſtraße 17, Telephon 2520; San.=Rat Dr.
Nebel=
thau, Heidelberger Straße 7, Telephon 3061; Frl. Dr. Vaubel,
Heinrichſtraße 100, Telephon 1645.
Aa
AA
II
PASTILLER
(eridiniumnderwat)
Zum Schutz gegen
Grippe
Srbältungsbrank-
heiten, Mandel-u.
Halsentzündungen
Pfeilſchwanzkrebſe im Frankfurter Aquarium. In der
Seetvaſſer=
abteilung trafen kürzlich einige intereſſante, vorſintflutlich ausſehende
Pfeilſchwanzkrebſe, die einer ausſterbenden Nieſengattung der Kruſter
angehören, ein. Dieſe grotesken Tiere kamen bereits in frühen
Erd=
ſchichten faſt gleichartig vor wie heute und beſitzen unter den jetzt noch
ſebenden Krebſen keine Verwandten mehr. Die plumpen, trägen
Ge=
fellen mit der auffallenden, beweglichen Schlwanzſtachel, mit deſſen Hilfe
ſie ſich nach oft ſtundenlangen Bemühungen umdrehen können, gleichen
„wandelnden Bratpfannen”.
Lofgle Berggfalfatgen.
DR Armter erſcheinenden Retigen ſind ausſchließlich als Hinweife auf Ainzeigen M bchradtn
in katnom Falle ſrigendwie ale Beſprechung eder Krifk.
— Im Hotel Poſt am Hauptbahnhof findet heute ein
Kon=
zert ſtatt. (S. Anz.)
Aus den Parkeien.
— Sparerbund und Rentnerbund laden, wie aus ihrer
Anzeige in der heutigen Nummer hervorgeht, für nächſten Dienstag,
den 15. Oktober, abends 8 Uhr, in den Fürſtenſaal (Grafenſtraße) zu
einer Mitgliederverſammlung, bei der auch Freunde willkommen ſind,
ein. Profeſſor Axt, M.d.L., ſpricht über die bevorſtehenden
Stadt=
rats=, Kreis= und Provinzialtagswahlen.
Bei Korpulenz oder Veranlagung
zum Starkwerden nehmen Sie morgens, mittags und abends 2 bis 3
Toluba=Kerne, die wirkſame, dabei unſchädl che Stoffe enthalten
(IV. 10749
30 Gramm in Apotheken.
Tageskalender für Sonntag, den 13. Oktober 1929.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 18 Uhr, E 4: „Lohengrin”.
— Kleines Haus, 20 Uhr, Zuſatzmiete 1: „Der Herr ſeines Herzens”.
— Orpheum, 20 Uhr: „Ohne Kleid — tut mir leid” —
Kon=
zerte: Schloßkaffee, Kaffee Oper, Alte Poſt, Bismarckeck,
Ober=
waldhaus, Hotel Prinz Heinrich, Waldſchlößchen, Kaffee Jöſt,
Darm=
ſtädter Hof, Sportplatz=Reſtaurant, Hotel zur Poſt, Haferkaſten,
Hanſa=Hotel, Stadt Nürnberg, Spaniſche Bodega, Rheingauer
Wein=
ſtube, Zum Schwanen. — Ludwigshöhe, 16 Uhr: Konzert.
Rummelbräu, 16 Uhr: Konzert. — Wiener=
Kronen=
bräukeller: Oktoberfeſt. — Kinovorſtellungen: Union=
Theater, Helia.
Gottesdienſt der iſrgelitiſchen Neligionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße).
Verſöhnungstag.
Sonntag, den 13. Okt.: Vorabend (Kol Nidreh) 5 Uhr 45 Min.
Predigt
Montag, den 14. Okt: Morgengottesdienſt 7 Uhr 45 Min —
Predigt und Seelengedächtnisfeier 10 Uhr 45 Min. — Néilah=Gebet
und Predigt 4 Uhr 15 Min. — Bekenntnis=Gebet und Feſtesausgang
6 Uhr 18 Min,
Aus Heiſen.
— Arheilgen, 12. Okt. Einen Werbeabend
veranſtal=
tet die Heagam 14. und 15. Oktober im Gaſthaus „Zum Schwanen”.
Herr A. Heß wird am Montag abend über „Elektrizität im Haushalt,
Gewerbe und Landwirtſchaft” ſprechen. Ueber die weiteren
Veranſtal=
tungen vergl. heutige Anzeige und unſere geſtrige Notiz an gleicher
Stelle.
J. Griesheim, 12. Okt. Operetten=Gaſtſpiel. Am
Sonn=
tag, den 13. Oktober d. J., von 8½ Uhr abends ab gaſtiert die
Darm=
ſtädter „Operettenbühne” im Saalbau „Zum Rebſtock” hier unter
Leitung der Direktion Theodor Körner mit der neueſten Wiener
Walzeroperette, „An der ſchönen blauen Donau” von Erich Arlt, Muſik
von Fritz Hartmann. Um auch der Jugend eine Freude zu bereiten,
findet am Nachmittag um 3½ Uhr eine große Kindervorſtellung ſtatt.
Zur Aufführung gelangt das humorvolle Zaubermärchen „Hänfel und
Gretel” oder „Die böſe Knuſperhexe im Zauberwald” mit Muſik und
Geſang in 4 Akten, wobei ſich die frohe Jugend auf das köyff re
unter=
hält. Am Schluß wird das Knuſperhaus der alten Hexe an die Kinder
verteilt. — Herr Lehrer Mall und Frau Marie, geb. Kullmann, feierten
am Dienstag das Feſt ihrer Silberhochzeit. — Die Geſchäftsſtunden
19—19,5, Hafer 19,25—19,5, Braugerſte 20,5—21, Futtergerſte 17—17,5,
Uhr und nachmittags von 1½ bis 5 Uhr, Samstags bis mittags 1 Uhr,
nachmittags geſchloſſen.
F. Eberſtadt, 12. Okt. Pfarrer Pauls Abſchied. Pfarre=
Paul wird ſich am Sonntag im Vormittagsgottesdienſt von der hieſigen
evangeliſchen Kirchengemeinde verabſchieden. Er iſt im Wege des
Tauſches nach Traiſa verſetzt worden und wird ſeine pfarramtliche
Tätigkeit dortſelbſt alsbald aufnehmen. Mit Pfarrer Paul ſcheidet ein
Seelſorger, der ſich um das ſittliche, religiöſe und kirchliche Leben
un=
ſerer Gemeinde in hohem Maße verdient gemacht hat. Es war ein
ſchweres Amt, das Pfarrer Paul 1911 hier übernommen hatte. Er
überwand alle Schwierigkeiten, indem er ſeine Pflicht, die ſein Amt von
ihm forderte tat. Pfarrer Paul ſetzte ſich ſehr bald durch und
ver=
ſchaffte ſich Geltung und Autorität. Mit dem ganzen Gewichte ſeiner
Ueberzeugung hat er ſeitdem — alſo über 18 Jahre — ſich für die
Wohl=
fahrt der ihm anvertrauten Gemeinde eingeſetzt. Am 12. Februar 1911
durch Dekan Kirchenrat Stamm=Stockſtadt in ſein Amt eingeführt,
be=
ſchäftigte er ſich ſchon alsbald mit dem Kirchenumbau, der im Frühjahre
1912 begonnen und ſo gefördert wurde, daß die Kirche bereits am 3.
Advent 1912 wieder in Gebrauch genommen werden konnte. Pfarrer
Paul hat ſich durch den Umbau der Kirche ein hohes Verdienſt erworben,
und ſein Name wird daher mit unſerer Kirche ſchon allein aus dieſem
Grunde immer eng verknüpft bleiben. Unter ſeiner Amtstätigkeit
voll=
zog ſich im Jahre 1913 auch die Ablöſung der bis dahin der bürgerlichen
Gemeinde obliegenden Bau= und Unterhaltungspflicht der Kirche und des
Beſoldungsholzes. Nach dem Ausbruch des Krieges ſehen wir Pfarrer
Paul als den Gründer des Hilfsausſchuſſes, der den ganzen Krieg
hin=
durch beſtanden hat und manche Not linderte. Auch bei der Verteilung
von Brot= und Kohlenbezugsſcheinen half er mit. Daneben widmete er
ſich mit zäher Kraft und größter Sorgfalt der inneren Erſtarkung des
religiöſen Lebens am Platze. Von ihm ging eine Aktivität aus, die ihn
zum lebendigen Kern der werdenden lebendigen Gemeinde machte. Er
gründete den Kirchengeſangverein und einen Poſaunenchör. Der
Kirchen=
geſangverein und Poſaunenchor haben im Verein mit dem lebendigen
Wort Gottes, das Pfarrer Paul immer zu predigen verſtand, viel zur
Hebung unſerer Gottesdienſte und Verlebendigung unſeres kirchlichen
Lebens beigetagen. Auch die Gründung des Wartburgvereins und der
evangeliſchen Mädchenvereinigung ſind ſein Werk. Der ſchon vor Pfarrer
Pauls Amtsantritt zu Unterſtützungen tätig geweſene Frauenverein
wurde auf ſeine Anregung hin erneuert. Zu alledem kommt noch die
Einführnug der Kindergottesdienſte, der Friedhofsfeier am Totenſonntag
und des hl. Abendmahles am Abend dieſes Tages ſowie des Silveſter=
Gottesdienſtes. Ueberſehen wir dieſes reiche Tätigkeitsfeld, ſo erkennen
wir deutlich die breite Baſis, auf der Pfarrer Paul ſeine Pflanzſtätte
evangeliſchen Glaubens und Lebens aufrichtete und die Träger des
kirch=
lichen Lebens am Platze geworden iſt. Was die Gemeinde an Pfarrer
Paul gehabt hat, wird ihr erſt jetzt ganz offenbar, wo ſie ihn verliert.
Das zeigt ſich in den vielerlei Aufmerkſamkeiten, die man ihm zum
Be=
weiſe tiefer Dankbarkeit bei ſeinem bevorſtehenden Abſchiede
entgegen=
bringt. Frauenverein, Gemeinſchaft und Kirchengeſangverein haben ihm
den Dank in beſonderen Feiern und Ehrungen bereits zum Ausdruck
ge=
bracht. Eine Abſchiedsfeier für die ganze Gemeinde wird nach einem
Feſtgottesdienſt am Sonntag, nachmittags um 3 Uhr, im „Bergſträßer
Hof” ſtattfinden. Auch ſie ſoll eine Dankfeier werden. Den ſchönſten
Lohn für ſeine unermüdliche, aufopferungsvolle und ſegensreiche
Tätig=
keit wird Pfarrer Paul aber nicht in dieſen Feiern erblicken dürfen,
ſon=
dern in der Tatſache, daß die ganze Gemeinde ohne Ausnahme ſeinen
Weggang auf das ſchmerzlichſte bedauert.
Cp. Pfungſtadt, 12. Okt. Kirche und Gemeinde In der
Aufwertungsangelegenheit Kirche gegen Gemeinde fand dieſer Tage
beim Amtsgericht in Darmſtadt eine Verhandlung ſtatt, die mit einer
Entſcheidung der Aufwertungsſtelle dahingehend endete, daß mehr als
25 Prozent aufzuwerten ſeien. Der Wert des Streitobjektes iſt noch
nicht feſtgeſtellt, doch dürfte man wahrſcheinlich mit einer ungefähren
Höhe von 37000 Mark rechnen. Der Gemeinderat hat ſich nun in ſeiner
letzten Sitzung eingehend mit dieſer Frage befaßt. Nach längerer
Dis=
kuſſion beſchloß man einſtimmig, gegen den Beſcheid der
Aufwertungs=
ſtelle des Amtsgerichts beim Landgericht Beſchwerde einzulegen. — Bei
dieſer Gelegenheit erfuhr man übrigens, daß die Reparatur des Daches
der evangeliſchen Kirche, die im vergangenen Jahre vorgenommen
wurde, auf 12 000 Mark gekommen iſt. — Zum
Feldgeſchwore=
nen wurde Güterverwalter Peter Koch gewählt. Die Wahl zweier
weiterer Feldgeſchworener ſteht noch aus. — Die Pachtzeit der
Ge=
meindepflanzſtücke an der alten Schindkaut läuft im Herbſt ab. Eine
Neuverpachtung ſoll erfolgen. Die bisher noch ohne Ertrag geweſenen
Sauerkirſchbäume ſollen umgemacht und durch Bühler
Frühzwetſchen=
bäume erſetzt werden. — Die Gemeinde hat eine Waldparzelle am
See=
heimerweg (1075 Quadratmeter) und eine weitere an der Straße
Eſchollbrücken-Darmſtadt (724 Quadratmeter) angekauft. — Der
Nad=
fahrerkluß „Union” unternimmt am Sonntag eine Schnitzeljagd, die in
die Gegend Eberſtadt—Seeheim führen ſoll.
— Nieder=Ramſtadt=Traifa, 12. Okt. Die hieſige Ortsgruppe des
D.H.V. veranſtaltete am letzten Donnerstag im Gaſthaus „Zum Löwen”
einen Heimatabend, der gut beſucht war und einen ſchönen Verlauf
nahm. Herr Pfarrer Weigel verſtand es, ſeine Zuhörer in die
Ur=
anfänge der örtlichen Anſiedlung zu führen. Ueberreſte und
Erinnerun=
gen des Mittelalters fanden ihre treffliche Erklärung end verbanden
ſich mit den Sitten und Gebräuchen jener Zeiten zu einem klaren,
an=
ſchaulichen Bilde. So hörte man viel Intereſſantes über alte Orts=,
Fluß= und Straßenbezeichnungen, Familiennamen, Gewerbe und Zünfte.
An dieſer Stelle ſei Herrn Pfarrer Weigel nochmals der Dank einer
aufmerkſamen Zuhörerſchaft ausgeſprochen. — Der nächſte Vortrag
findet am 7. November ſtatt. Referent: Herr Poſtſekretär Beutler.
Thema: „Mit dem Zeppelin im Weltkrieg”. Mitglieder und Gäſte
willkommen.
— Traiſa, 12. Okt. Werbeturnen. Nach längerer Pauſe
bringt die Turngemeinde am 20. d. M. im großen Saal von K. Scheerer
eine größere Veranſtaltung. Sie wird altes und neuzeitliches Turnen
in allen Altersſtufen beiderlei Geſchlechts zeigen, von der jüngſten
Schülerin, dem kleinſten Schüler bis zum Altersturner wird jedes ſein
beſtes hergeben, und zwar die Schuljugend am Nachmittag und die
Aelteren am Abend. Möchte der Beſuch recht gut ſein und der Erfolg
nicht ausbleiben!
G. Ober=Ramſtadt, 11. Okt. Klein= und
Sozialrentner=
fürſorge. Die Bezüge der Klein= und Sozialrentner für Monat
Oktober werden am Dienstag, dem 15. Oktober, vormittags von 8 bis
12 Uhr, bei der Gemeindekaſſe ausgezahlt. — Einſperren der
Tauben. Mit Rückſicht auf die Saatzeit ſind nach einer
Bekannt=
machung der Bürgermeiſterei die Tauben in der Zeit von Montag, den
14. Oktober, bis einſchließlich Montag, den B, Oktoher, eingeſperrt zu
halten. Zuwiderhandlungen ſind ſtrafbar.
— Roßdorf, 12. Okt. Verkehrsverbeſſerung. Gleich
unſeren Nachbargemeinden Ober=Ramſtadt Nieder=Ramſtadt iſt nun
auch unſere Gemeinde mit einer ſegensreichen Einrichtung, einer
fahr=
planmäßigen Omnibuslinie der Reichsbahn beglückt worden. Der
Om=
nibus vertehrt ab Bahnhof Roßdorf und ab „Krone‟ Darmſtadt. Es
iſt ſomit jedermann Gelegenheit geboten, ſchnell und bequem Roßdorf
bzw. Darmſtadt zu erreichen.
Cd. Michelſtadt, 12. Okt. Motorradunfall. Heute
nachmit=
tag gegen 4 Uhr wurde am Kellereiberg das 4jährige Töchterchen des
Arbeiters Glaſer von einem hieſigen Motorradfahrer überfahren. Der
prakt. Arzt Herr Dr. Puth war gleich zur Stelle und ſoll dem
Ver=
nehmen nach das Kind mit bedeutenden Hautabſchürfungen und einer
Gehirnerſchütterung davonkommen. Ueber die Schuldfrage kann noch
nichts Beſtimmtes geſagt werden, da die polizeilichen Erhebungen noch
nicht abgeſchloſſen ſind.
1. Mörlenbach, 11. Okt. Straßenſperre. Die
Provinzial=
ſtraße von hier na) Wald=Michelbach iſt bis zum 15. d. M. für den
geſamten Verkehr geſperrt. Umleitung erfolgt über Zotzenbach,
Mengel=
bach.
Nummer 284
Conntag, den 13. Oktober 1929
Seite 7
b. Erbach i. O., 12. Okt. Jagdglück. Se. Erlaucht der Erbgraf
zu Erbach erlegte im Eulbacher Forſt einen kapitalen 16 Ender=Hirſch.
— Obſtausſtellung. Zu der großen Obſtausſtellung, die am
Sonntag vormittag 9 Uhr in der ſtädtiſchen Feſthalle „Unter den
Lin=
den” eröffnet wird, ſind ſo zahlreiche Anmeldungen eingelaufen, daß die
Ausſtellung eine Sehenswürdigkeit auf dem Gebiete bilden wird. Ein
Beſuch der Ausſtellung iſt jedem, beſonders aber unſerer Landwirtſchaft.
dringend zu empfehlen. — Gemeinderatswahlen. Zu den
dem=
nächſt hier ſtattfindenden Gemeinderatswahlen, werden hier aller
Vor=
ausſicht nach verſchiedene Liſten aufgeſtellt werden. Der Vorſchlag der
ſozialdemokratiſchen Partei ſoll bereits aufgeſtellt ſein. Auch der
Deutſche Beamtenbund, Ortskartell Erbach, hat bereits einen
Wahlvor=
ſchlag nominiert. Er ſoll ſich bereit erklärt haben, mit allen
Wirt=
ſchaftsgruppen, die einen Vorſchlag einbringen, Liſtenverbindung
einzu=
gehen, nur nicht mit politiſchen Parteien. — Sport. Im
Handball=
ſpiel ſteht am Sonntag unſere Kreisklaſſe=Mannſchaft derjenigen des
Tv. Klein=Wallſtadt a. M. in Klein=Wallſtadt gegenüber. Nach dem
vorzüglichen Spiel, das unſere Mannſchaft am vergangenen Sonntag in
Walldorf lieferte, liegt ein Sieg derſelben abſolut im Bereich der
Mög=
lichkeit. Die A=Klaſſemannſchaft tritt gegen die erſte Mannſchaft Kirch=
Brombachs im ſtädtiſchen Sport= und Erholungspark an.
Cf. Birbenau, 11. Okt. Gemeinderatswahl. Nach dem
durch Verſammlungen eingeleiteten Auftakt zur Gemeinderatswahl am
17. kommenden Monats iſt nunmehr hier der Wahlkampf auf der ganzen
Linie entbrannt und hat ſchon in einigen Lagern zu Mißſtimmungen
geführt. Leider tritt auch hierbei deutſche Uneinigkeit kraß zu Tage und
es wäre doch nötig, daß wir bei Gemeindewahlen einig wären.
Zu=
fammenſchluß aller Schichten der Bevölkerung auf breiteſter Grundlage
müßte hier erſtes Gebot ſein. Man erwartet, daß 6 Vorſchlagsliſten
eingereicht wverden, und zwar von der K.P.D., M.S.P.D., Zentrum,
Bürgerverein Ortsgewerbeverein und den Kriegsbeſchädigten. Das
Zentrum, welches bei der letzten Gemeinderatswahl, mit dem
Bürger=
verein zuſammenging, wird dieſes Mal ſeine eigene Kandidatenliſte,
bringen, hat aber, wie man hört, mit dem Bürgerverein
Liſtenverbin=
dung vereinbart. Als neueſtes Gebilde unſeres wirtſchaftlichen Lebens
tritt bei der Wahl am 17. November erſtmals der neugegründete
Orts=
gewerbeverein mit eigener Liſte auf den Plan. Im Intereſſe einer
gedeihlichen Entwicklung der Geſchichte unſerer Gemeinde in den
kom=
menden Jahren iſt es ſehr zu wüinſchen, daß jede Gruppe die richtigen
Männer an den rechten Platz geſtellt hat; Leute, die auch mit den
ört=
lichen Belangen vertraut und ihrer nicht leichten Verantwortung voll
bewußt ſind. — In der zur Bürgermeiſterei Birkenau gehörigen
Ge=
meinde Rohrbach hat man mit dem Bau einer
Gemeindewaſſer=
leitung begonnen. Die Waſſerverſorgung Rohrbachs war ſeither derart
unzulänglich, und hat ſich dieſen Sommer infolge der lang anhaltenden
Trockenheit geradezu kataſtrophal geſtaltet, ſo daß die Gemeinde
ge=
zwungen war unbedingt ſchnellſte Abhilfe zu ſchaffen. Auf einem dem
Frhr. Wambolt von Umſtadt gehörigen Grundſtück wird zurzeit eine
Quelle gefaßt, mittels welcher ſämtliche Hofreiten der Gemeinde mit
Waſſer verſorgt werden ſollen. Zur Sicherſtellung eines erhöhten
Feuer=
ſchutzes wird gleichzeitig ein Hochbehälter gebaut. Die Arbeiten werden
teils von Arbeitsloſen der Gemeinde Birkenau; teils von Einwohnern
Rohvbachs ausgeführt.
Bn. Hirſchhorn, 9. Okt. Abſchied des Pfarrers. In dem
nahegelegenen Brombach verabſchiedete ſich Pfarrer Brecht von ſeiner
Filialgemeinde. Der Abſchiedsgottesdienſt, dem er den „Segen des
Herrn” zugrunde legte, geſtaltete ſich unter Mitwirkung des
Geſang=
vereins und gemiſchten Chors zu einer erhebenden, für ihn wie für
ſeine Gemeinde ſchmerzlichen Feier. Am Nachmittag veranſtaltete der
Verein im dichtbeſetzten Saale „Zur Sonne” zu Ehren des
Sheiden=
den und ſeiner Gattin eine weltliche Abſchiedsfeier. Der
Vereinsvor=
ſtand, der Vorſitzende der Ortsſchulbehörde und Lehrer brachten in
An=
erkennungs= und Dankesworten die allſeitige Wertſchätzung ihres
Seel=
ſorgers zum Ausdruck. Stadtpfarrer Brecht dankte in längeren,
beweg=
ten Worten ſeiner Gemeinde, die er nur ungern verläßt, für alle Liebe
und Treue, auch in ſchwerſter Zeit, mit der herzlichen Bitte, auch
ſei=
nem Nachfolger dasſelbe Vertrauen zur Ehre Gottes entgegenzubringen.
— Hirſchhorn, 12. Okt. Waſſerſtand des Neckars am
11. Oktober: 0,52 Meter; am 12. Oktober: 0,50 Meter. (Morgens
5,30 Uhr.)
Gernsheim, 12. Okt. Waſſerſtand des Rheins am
11. Oktober: —1,25 Meter; am 12. Oktober: —1,21 Meter. (Morgens
5,30 Uhr.)
— Zwingenberg a. d. B., 12. Okt. Bautätigkeit. Die
Errich=
tung von Wohnungsbauten war geringer als im vergangenen Jahre.
Trotzdem iſt das Jahr 1929 in der Baugeſchichte unſeres Städtchens
durch 2 Großbauten bemerkenswert, einmal die nun im Rohbau fertige
Jugendherberge und dann die jetzt erſt begonnene Großmarkthalle.
Die Maurerarbeiten zur letzteren werden ausgeführt von den Baufirmen
Arnold=Zwingenberg und Schäfer=Hähnlein, die Zimmerarbeiten von
den Zimmermeiſtern Wilch und Hechler, Zwingenberg. Die
Trägerkon=
ſtruktionen ſind noch nicht vergeben, da die Frage: Holzträger oder
Eiſenkonſtruktion, noch erwogen wird. Die Halle wird in unmittelbarer
Nähe des Bahnhofs erſtellt, was für den Handel ſicher vorteilhaft ſein
wird. — Gemeinderatsbeſchluß. Der größte Grundbeſitzer
in unſerer Gemarkung iſt die Gemeinde ſelbſt. Beſitzt ſie doch allein
an Ackergelände etwa 350 Morgen. Um den Obſtbau auch auf dieſem
Gelände zu entwickeln, faßte der Gemeinderat einſtimmig den
bedeu=
tungsvollen Beſchluß, dieſe 350 Morgen mit geeigneten Frühobſtſorten
zu bepflanzen, wozu etwa 8—9000 Stück Bäume notwendig ſind. Die
Anpflanzung ſoll in vier Abfchnitten erfolgen, ſo daß dieſen Herbſt
etwa 2000 Bäume geſetzt werden ſollen. — Wahlkampf. Seither
hatten wir hier bei Gemeinderatswahlen 2 Parteien, die bürgerliche
Vereinigung und die Sozialdemokratie. Nun iſt mit dem Auftreten
einer dritten Partei zu rechnen, da das Zentrum ſelbſtändig
vor=
gehen will.
Bb. Bensheim, 11. Okt. Die umfangreichen Vorbereitungen zu dem
vom 19. bis 20. Oktober hier ſtattfindenden Winzerfeſt laſſen ſchon heute
erkennen, daß die Veranſtaltung für die ganze Bergſtraße und darüber
hinaus ein Ereignis iſt. Der Marktplatz wird zu einem Weindorf
um=
geſtaltet. Selbſt die Stadt tritt dabei in den Kreis der
Weinproduzen=
ten, wie wohl auch die Domäne und alle Privatweinbergbeſitzer. Aber
nicht nur am Marktplatz, ſondern innerhalb der ganzen Stadt werden
allenthalben Stätten erſtehen, die Bensheim zu einem großen
rheini=
ſchen Weindorf machen.
Geſunde Kinderjahre
ſind das beſte Kapital, das Sie Ihren Kindern mitgeben können.
Verabreichen Sie in der Milch Ovomaltine, die natürliche, aus
Malz=
extrakt, friſcher Milch und friſchen Eiern hergeſtellte Kraftnahrung.
Jedes Kind verträgt ſie und nimmt ſie gerne. — Ovomaltine iſt in
Apotheken und Drogerien vorrätig; 250 gr Büchſe 2,70 RM., 500 ge
5.— RM. Gratisprobe und Druckſachen durch:
(I.15518
Dr. W. Wander, G. m. b H., Oſthofen=Rheinheſſen.
W. Heppenheim a. d. B., 12. Okt. Frankfurter
Künſtler=
theater. Das Frankfurter Künſtlertheater für Rhein und Main, das
im letzten Winter auch in Heppenheim einige gut beſuchte
Veranſtaltun=
gen gab, wird auch in dieſem Winter wieder einige Vorſtellungen geben.
Vor einiger Zeit fand im hieſigen Rathaus eine Zuſammenkunft der
einzelnen Vertreter der hieſigen Schulen, Vereine und Gewerkſchaften
mit dem Intendanten des Künſtlertheaters unter Anweſenheit des
Kreisdirektors und des Bürgermeiſters unſerer Stadt ſtatt, in der
be=
ſchloſſen wurde, im Intereſſe der Bevölkerung die Veranſtaltungen zu
empfehlen und zu unterſtützen. Als Spielplan iſt vorgeſehen: „Dover=
Calais”, Luſtſpiel von Berſtl; „Arm wie eine Kirchenmaus”, Luſtſpiel
von Fedor; „Deckerpotts Erben”, Komödie von Groetſch und „Romeo
und Julia”, Trauerſpiel von Shakeſpeare. Für Dauerkarten, die
über=
tragbar ſind, iſt der Preis um ein Viertel billiger als bei Einzelkarten.
— Landwirtſchaftliche Schule Heppemheim. Der
ordentliche Lehrgang 1929/30 an der hieſigen landwirtſchaftlichen Schule
beginnt am Montag, den 4. November, vormittags 9 Uhr.
Anmeldun=
gen ſind an den Direktor der Schule zu richten. Mindeſtalter: Entlaſſung
aus der Volksſchule Oſtern 1928. — Odenwaldklub. Die
Jugend=
gruppe des hieſigen Odenwaldklubs unternimmt am Sonntag eine
Wan=
derung: Weißer Stein—Heidelberg. Treffpunkt an der Bahn und
da=
ſelbſt Abfahrt 8,50 Uhr. — Ebenſo findet eine Damenwanderung der
Ortsgruppe des O.W. Cl. Heppenheim ſtatt; Abfahrt 8,50 Uhr Richtung
Heidelberg. — Deutſche Jugendkraft. Am Sonntag treffen
ſich auf dem hieſigen Sportplatz am Galgen die erſte Mannſchaft der
D. J. K. Heppenheim mit der gleichen von Gersnheim. Die zweite
Mannſchaft der hieſigen D. J.K. tritt gegen die zweite von Gundenheim
an. — Der Plan über die Herſtellung einer unterirdiſchen
Telegraphen=
linie an der Provinzialſtraße in Sonderbach liegt bei dem hieſigen
Poſtamt auf die Dauer von vier Wochen auf.
4t. Goödelau, 11. Okt. unglücksfall. Der Zimmermeiſter
Karl Krug 2. von hier ſtürzte vor einigen Tagen von dem Neubau des
Kinos in Rüſſelsheim, wo er ſeit einigen Wochen arbeitet. Während
er mi: dem Bauführer die gelieferte Arbeit nachmaß, ſtürzte er infolge
eines Blutandranges rücklings aus 12 Meter Höhe ab. Während des
Falles ſchlug er mit Schulter und Kopf auf eine vorſtehende
Gerüſt=
ſtange auf. Hier überſchlug er ſich nochmals, rutſchte an der Wand
hinab und kam ſo mit geminderter Geſchwindigkeit auf der Empore des
Kinoneubaues an. Trotz des ſchweren Falles trug er nur Verletzungen
am Kopfe und an der rechten Seito davon. Das Sanitätsauto der
Firma Opel brachte ihn nach Hauſe. — Sture von der Leiter,
Am Donnerstag wollte die 65jährige Ehefrau des früheren
Straßen=
wärters Müller auf dem Schuppen Stroh holen. Sie rutſchte beim
Herunterſteigen von der Leiter mit dem Bündel Stroh aus und brach
beim Fall einen Arm und ein Bein. Die Verunglückte wurde ſofort
mit dem Krankenauto ins Darmſtädter Krankenhaus übergeführt. —
Kirchweihe. Am vergangenen Sonntag war die Kirchweihe trotz
des kühlen Wetters ſehr gut beſucht. Der große Feſtſaal, die
Sport=
halle und der kleine obere Saal von L. Rühl waren gut beſetzt. In dem
neu hergerichteten Hotelreſtaurant Clauſius ſorgte die Griesheimer
Ka=
pelle für die richtige Stimnmng. Karl Sturm hatte im Hofe einen
Tanzboden hergerichtet, der ebenfalls fleißig benutzt wurde. Am
Mon=
tag früh folgte der allgemeine Frühſchoppen bei Rupp, wo es Rippchen
und Kraut gab. Alt und jung waren in fröhlicher Stimmung und
kamen teilweiſe erſt ſpät vom Frühſchoppen zurück. Leider waren trotz
des billigen Weinpreiſes die Preiſe für Flaſchenweine zum Teil recht
gefalzen, ſo daß manche Flaſche wemiger getrunken wurde.
D. Biblis, 12. Okt. Feuerwehr=Inſpektion. Am nächſten
Sonntag, vormittags, findet eine Feuerwehr=Uebung durch Herrn
Kreisfeuerwehr=Inſpektor Bräuning, Bensheim, ſtatt. An dieſer Uebung
hat auch die Pflichtfeuerwehr teilzunehmen. Alle Mitglieder der
Frei=
willigen und der Pflichtfeuerwehr haben reſtlos zu erſcheinen;
Entſchul=
digungen werden nur in den allerdringendſten Fällen gegeben. Am
Abend findet im Gaſthaus „Zum Weißen Löwen” gemütliches
Bei=
ſammenſein mit Ehrung der Jubilare der hieſigen Feuerwehr ſtatt.
Die hieſige J. K. Kapelle wird dabei zum Tanz aufſpielen. — Für die
kommenden Gemeinderatswahlen, ſind nicht weniger als 10
Wahlvor=
ſchläge eingereicht. Es iſt damit zu rechnen, daß die hieſige Wählerſchaft
ſich lebhaft an der Wahl zur Neubildung der Gemeindevertretung
be=
teiligt.
Ca. Lorſch, 11. Okt. Neuerdings hat man bei dem Umbau unſerer
Kirche weitere alte Grabſtätten gefunden. Außer den bereits gemeldeten
3 Gräbern ſtieß man auf 6—8 Skelette, wovon eines von einem etwa
10—12jährigen Mädchen ſtammt, deſſen blonde Zöpfe noch merbwürdig
gut erhalten ſind. Vermutlich ſind es die Gräber des von Hauſen’ſchen
Adelsgeſchlechtes, deſſen Sitz einſt hier war. Der letzte hier anſäſſige
Sproß des Geſchlechts war Oberförſter von Haufen, der im Anfange des
19. Jahrhunderts von Wilderern erſchoſſen wurde. Auch ſeine letzte
Nuheſtätte dürfte bei den aufgefundenen Gräbern ſein.
Sonderbarer=
weiſe zeigte keine Inſchrift die Lage der Gräber an, doch hofft man noch
Näheres in den Kirchenbüchern zu finden.
C. Viernheim, 11. Okt. Unglücksfall. Ein tragiſches Geſchick
traf die Familie Ernſt Stahl hier durch den Tod ihres B3jährigen
Sohnes. Dieſer war in Köln an einem 100 Meter hohen Kaminneubau
beſchäftigt und ſtürzte bei der Arbeit aus dieſer Höhe ab. Bei dem
Sturz brach Stahl das Rüchgrat und war in wenigen Minuten tot.
Der Fall iſt um ſo tragiſcher, als der Familie erſt im vorigen Jahre ein
24jähriger Sohn nach kurzer Krankheit plötzlich verſtarb. — Die
Kar=
toffelernte geht ihrem Ende entgegen und läßt bezüglich der
Quantitär teilweiſe zu wünſchen übrig. Die anhaltende Trockenheit
hat in unſerer Gemarkung inſofern großen Schaden angerichtet, als
bezüglich des Gemüſebaues (Rotkraut, Weißkraut uſw.) eine
ausgeſpro=
chene Mißernte zu verzeichnen iſt.
Gegen üblen Mundgeruch. „Ich will nicht verſäumen, Ihnen
Mitteilung zu machen, daß ich ſeit dem Gebrauch Ihrer Zahnpaſta
„Chlorodont” nicht nur reine weiße Zähne beſitze, ſondern auch
den bei mir ſonſt üblichen Mundgeruch verloren habe. „Ich werde
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kretlon über ihren Fall zu wahren, da diese
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zähligen Haarkrankheiten zu bekämpfen die sich bei Männern, Frauen und Kindern eingenistet haben und oft
unbemerkt bleiben, da sie keinerlei Schmerzen verursachen.
Meine 52jährige Praxis auf dem Gebiete der Haarpflege hat mir tausende von Fällen vor Augen geführt,
in welchen infolge Unwissenheit oder Nachlässigkeit schon von Kindheit an ein langsames Absterben der
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wurzeln einsetzt, das oft jede Hilfe zur Wiedererlangung der Haare zu spät kommen läßt.
Diese Fälle, die meist auf die vollständige Unkenntnis einer überhaupt vorhandenen Haarkrankheit
bei den betreffenden Personen zurückzuführen sind, haben sich während der letzten Jahre derart gehäuft, daß
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über den Gesundheitszustand seiner Haare und Kopfhaut vergewissern, ehe es zu spät wlrd. Achten Sie
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zeitig auf das Haar ihres Kindes; denn es gibt keine Vererbung der Kahlköpfigkeit, sondern nur eine Vernach.
lässigung. Kein Mann muß eine Glatze haben und kein Alter bedingt graue Haare! lch selbt mit 75 Jahren
trage das volle Blondhaar meiner Jugend. Beantworten Sie also die nebenstehenden Fragen und Sie haben
damit einen Schritt im Interesse ihrer und der Volksgesundheit getan.
(VI.15588
Frankfurt a. M., Mr. 129.
Seite 8
Sonntag, den 13. Oktober 1929
Nummer 284
Die Lage der Landwirtſchaft im September.
(Nach Berichten deutſcher Landwirtſchaftskammern.)
Die bedrohlich geſtiegene Notlage der Landwirtſchaft findet ihre
Erklärung nicht nur in den völlig unzureichenden Getreide= und
Vieh=
preiſen, ſondern vor allem auch in den Folgen der
Dürre=
monate des vergangenen Sommers. Wenn auch die Getreideernte
überall infolge der trockenen Witterung gut eingebracht werden konnte,
ſo iſt doch der Ertrag vielfach durch ſtarke Hitze und im entſcheidenden
Wachstumsſtadium eingetretene Notreife beeinträchtigt worden. Da zur
Zeit erſt vereinzelte Druſchergebniſſe vorliegen, läßt ſich ein
genügen=
des Urteil über die Ernte erſt abgeben, wenn die nächſte Ernteſchätzung
der Preisberichtſtelle beim Deutſchen Landwirtſchaftsrat vorliegt.
Je=
doch iſt die Ernte, ſoweit Wintergetreide in Frage kommt, nach den
bisherigen Vorſchätzungen nicht über Mittel einzuſchätzen. Die
Kar=
toffelernte iſt überall im Gange und wird vorausſichtlich auf den
ſchwe=
reren Böden eine gute Mittelernte liefern, während ſie mit der Güte
des Bodens erheblich abnimmt und auf den ganz leichten Böden eine
Mißernte ergeben wird. Die Hopfenernte war in faſt allen
Anbau=
gebieten zufriedenſtellend. Auch die Tabakernte war mengenmäßig
gut. Der Rübenertrag wird nach der lang anhaltenden Dürre ſtarke
Ertragseinbußen zu verzeichnen haben. Die Trockenheit hat die
Herbſt=
arbeiten auf dem Felde außerordentlich verzögert. In verſchiedenen
Gebieten war das Land ſo ausgetrocknet, daß noch nichts zur
Herbſt=
ſaat gepflügt werden konnte. Der Ende September in einigen
Gegen=
den gefallene Regen wird als völlig unzureichend bezeichnet, um ein
einwandfreies Pflügen und Beſtellen der Felder für die nächſtjährige
Ernte zu gewährleiſten. Die Wieſen und Kleefelder ſind
durch die Trockenheit ſtark ausgedörrt. Der zweite Schnitt fiel, bis
auf Teilgebiete Süddeutſchlands, vielfach aus. Infolge der kahlen
Wei=
den iſt das Vieh bereits in vielen Gebieten eingeſtallt worden. Der
Futtermangel iſt infolgedeſſen außerordentlich groß und wird
für viele Betriebe auch infolge der ſchlechten Rübenernte zu ſchweren
Schäden führen. Das anhaltende trockene Wetter hat das Auftreten
von Pflanzenkrankheiten ſtark verringert. Nur die
Kar=
toffeln leiden ſtellenweiſe unter Schwarzbeinigkeit und
Blattrollkrank=
heit. Auch wurde in einigen Kreiſen des Regierungsbezirks Kaſſel
Kartoffelkrebs feſtgeſtellt. Allgemein wird über das ſtarke Auftreten
von Feldmäuſen geklagt. Von dem durch die Dürre begünſtigten
Auf=
treten tieriſcher Schädlinge iſt beſonders in den
Nachſommer=
monaten die Raupe des Kohlweißlings und der Drahtwurm beobachtet
worden. In Pommern wird beſonders über die Beſchädigungen durch
den Engerling geklagt.
Der Betriebszweig der Viehzucht und Viehhaltung wird allgemein
weiter als unrentabel bezeichnet. Infolge der geringen Futtervorräte
aus allen Gebieten ſinkende Milcherträge gemeldet. Vieh wird
iber das normale Maß hinaus abgeſtoßen, was bei den
unzu=
den Preiſen zu ſchweren Verluſtem führt. Abgeſehen von den
digenden Schweinepreiſen decken die Preiſe für Zuchwieh in vielen
nicht die Aufzuchtkoſten. Infolgedeſſen wird die Zucht in einigen
en bereits ſichtbar eingeſchränkt. Die Nachfrage nach Ferkeln iſt
noch ſtark. Die Schafzucht geht weiter zurück. Das ſonnige
hat ſich bei der Aufzucht des Junggeflügels günſtig ausgewirkt,
auch Spätbruten gute Leiſtungen erwarten laſſen. Von
auf=
den Viehſeuchen werden vereinzelt Maul= und Klauenſeuche
otlauf in ſchwerer Form gemeldet. Auch im Oſten iſt hier und da
Unftreten von Scheidenkatarrh und ſeuchenhaftes Verkalben
be=
et worden. In der Teichwirtſchaft konnten die Fiſche gut ab=
. Die Geſamternte wird gegen das Vorjahr zurückbleiben, weil
el an Beſatzfiſchen geherrſcht hat und einige Teiche auf leichtem
n mangels Waſſers vorzeitig abgefiſcht weredn mußten.
der Forſtwirtſchaft iſt die Entwicklung der Kulturen durch
* haltende Trockenheit ſtellenweiſe benachteiligt worden. Im
Wein=
ſind die Trauben in der Reife ſtank vorgeſchritten. Bei den Reben
e Grnteausſichten in den vom Froſt wenig betroffenen Gebieten
Geklagt wird über geringe Nachfrage nach Wein bei ſtark
ge=
en Preiſen. Der Kernobſtertrag wird befonders im Süddeutſchland
iſe über einer Mittelernte ſtehen.
jeber die Arbeiterberhältniſſe wird berichtet, daß noch
1 die demorgliſierende Wirkung der Arbeitsloſenunterſtützung
feſt=
en iſt. Die Nachfrage nach ledigen Knechten, Mellmädchen und
Geſpannführern iſt nach wie vor groß. Der Bedarf an
Kartoffelarbei=
tern hat ſich mit Rüchſicht auf das gute Erntewetter in mäßigen
Gren=
zen gehalten.
Im Grundſtücksverkehr finden zum Verkauf angebotene
Wirtſchaften und Parzellen in der Regel keinen Käufer. Beſitzwechſel
findet faſt nur im Wege der Zwangsverſteigerung oder zu
Siedlungs=
zwecken ſtatt. Soweit es ſich übenſehen läßt, hat die Geſamtverſchuldung
zugenommen. Kredite ſind, wenn überhaupt, ſo nur zu ſehr hohen
Zins=
ſätzen erhältlich. Bezüglich des Rückzahlungsdruckes dürfte eine teilweiſe,
gewiſſe Erleichterung erfolgt ſein, als die Fundierung früher ſchwebender
Schulden fortgeſchritten iſt.
D. Biblis, 12. Okt. Beſchädigung der Obſtbäume
durch den Froſtſpanner. Nachſtehende Bekanntmachung des
Kreiſes Bensheim bringt die hieſige Bürgermeiſterei zur öffentlichen
Kenntnis, mit dem Hinweis auf die ſchädigenden Wirkungen des
Froſt=
ſpanners und mit der Bitte an die Intereſſenten, die in der
Bekannt=
machung gezeigten Anordnungen zu befolgen und die entſprechenden
Maßnahmen zu ergreifen: Wir machen die Intereſſenten auf die von
Oktober an vorzunehmende Bekämpfung des Froſtſpanners, der in der
Zeit vom 1. Oktober bis 15. Dezember ausſchlüpft, aufmerkſam. Der
Froſtſpanner iſt ein kleiner, gelblicher Abendfalter; das Weibchen iſt
flügellos und kann daher nur von der Erde aus, wo es ſeine Puppe
verläßt, die Spitzen der Zweige zur Eierablage durch Hinaufkriechen
am Baumſtamm erreichen. Die Ablage der Eier geſchieht in der
Baum=
krone an den einzelnen Blütenknoſpen. Im Frühjahre ſchlüpfen die
blaßgrünen, etwa 1 Millimeter langen Spannerräupchen aus, greifen
die ausbrechenden Knoſpen an, verbinden mehrere durch ein Geſpinſt
und freſſen ſie aus, ſo daß die Knoſpen verdorren und abfallen. Das
Froſtſpannerweibchen wird gefangen durch Anbringung eines klebrigen
Ringes um den Stamm. Den Klebring legt man Mitte Oktober an,
indem man Raupenleim auf einen Streifen präparierten, dunklen
Papiers, das in 1 bis 1,5 Meter Höhe, in einer Breite von 6—7
Zenti=
meter um den Stamm gebunden iſt, 4 bis 5 Millimeter ſtark aufträgt.
Wo ſchon Inſektenfanggürtel angelegt waren, dienen dieſe als
Unter=
lage. Ende Dezember werden die Ringe abgenommen, damit die Ninde
unter ihnen nicht erweichlicht wird.
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8. Lampertheim, 11. Okt. Geſellenprüfung. Der
Orts=
gewerbeverein hält noch in dieſem Monat die geſetzliche Geſellenprüfung
ab. Prüfungsgebühren ſind an den Vorſitzenden des
Prüfungsaus=
ſchuſſes, Elektromeiſter Jakob Schmidt, einzuſenden. — Vom
Turn=
verein. Um ſeinen Mitgliedern außer turneriſcher auch eine geiſtige
Ausbildung zu geben, hat der Vorſtand des Vereins jetzt monatliche
Abende zu zwangloſem Zuſaumenſein angeſetzt, an denen
wiſſenſchaft=
liche Vorträge gehalten werden. Den Reigen derſelben wird
Oberturn=
wart Güinderoth mit einem ſolchen über den deutſchen Turntag in
Ber=
lin eröffnen, dem ſich dann ſeitens des Turners Ludwig Schlatter eine
Schilderung über ſeine Teilnahme an einem Spielerkurſus an der
Deutſchen Hochſchule für Leibesübungen in Berlin anſchließen wird.
Die neue Anregung wird allſeits freudig begrüßt.
Cp. Erfelden, 12. Okt. Niedriger Waſſerſtand. Bis in die
letzten Tage hinein war der Waſſerſtand des Altrheins äußerſt niedrig.
Von alten Leuten wurde erklärt, daß der Waſſerſtand ſelten ſo niedrig
geweſen wäre.
Aa. Langen, 12. Okt. Hohes Alter. Schuhmachermeiſter Georg
Heck kann am Dienstag ſeinen 80. Geburtstag begehen. Trotz ſeines
hohen Alters widmet er ſich noch immer ſeinem Berufe.
Amerikaniſches Aukomobilrechk.
p. Sintemalen das Auto ein Fahrzeug geworden iſt, das keine
Grenzpfähle mehr kennt, das international im beſten Sinne genannt
werden darf, wird es die Leſer intereſſieren, davon etwas zu hören,
wie man „überm großen Teich” den auch dort zu beobachtenden
Aus=
wüchſen zu Leibe geht:
Die Rechtſprechung iſt praktiſch und raſch. Amerika hat zuerſt die
Notwendigkeit fliegender Gerichtsſtände*) zur Aburteilung von
Verkehrs=
delikten eingeſehen und ſolche eingeführt.
Das Auto, das in Amerika auch dem Uleinſten Manne gehört, wird
vom Staate mit ſchärfſten Blicken verfolgt, und es gibt innerhalb des
Geſetzbuchs ein über 80 Seiten umfaſſendes Faszikel, das den
Auto=
mobiliſten und ſeine Verfehlungen betrifft. Da gibt es zum Beiſpiel
einen Paragraphen, der das rückſichtsloſe „Parken” in den Straßen
ver=
bietet und mit größeren Dollarſtrafen belegt. Jenſeits des Ozeans iſt
das Automobil ſo alltäglich, daß das Abgrenzen von Straßenteilen mit
größter Umſicht und Erfahrung ſchon lange durchgeführt wird. Sobald
ein Wagenlenker den ihm gebührenden Halteplatz einzunehmen vergißt,
flattert ihm von der ſtets bereiten Hand des Verkehrspoliziſten eine
Vor=
ladung in den Schoß, und falls er nicht freiwillig 3 Dollars erlegt,
wird ihm ſein Wagen bis zur Bezahlung entzogen. Zu den kleinen
Vergehen des Automobiliſten gehört auch ein übertriebenes Hupen, das
die Nerven der Fußgänger irritiert und auf dieſe Weiſe, weungleich
nur indirekt, Unglücksfälle verurſachen kann. Insbeſondere aber in den
Stunden der Nacht ſollen geräuſchvolle Autoſignale vermieden werden,
und wer ohne Zweck und nur zu ſeinem Vergnügen die Sirene ertönen
läßt, muß für dieſe Zerſtreuung, die zugleich als Behelligung ſeiner
Mitbürger angeſehen wird, mit einer Strafe von mehreren Dollarg
büßen. — Gleiches gilt für das Anbringen allzu ſtark blendender
Later=
nen und übertriebener Erzeugung von Rauch und Dampf.
Selbſtver=
ſtändlich werden rückfällige Automobiliſten ſtrenger beſtraft als Leute,
die zum erſten Male von Verkehrspoliziſten angehalten werden. Die
Abſtufung bewegt ſich von 3 zu 5 und zu 10 Dollars. Das vierte Mal
ſteht an Stelle der Polizeiſtrafe die Ahndung durch das Gericht.
Die Geſetze ſind mit größter Genanigkeit verfaßt und berückſichtigen
die verſchiedenſten Möglichkeiten von Vergehen des Fahrers gegen die
eigene Sicherheit und die der Mitmenſchen. Wer zu fchnell fährt, wer
unzulänglich bremſt, wer ein Warnungszeichen unterläßt, wer den
Ver=
kehr ſtört, wer neben einem haltenden Straßenbahnwagen allzu ſchnell
vorbeifährt, wer ſeinen Wagen nicht in der Gewalt hat oder auf vier
Plätzen acht Menſchen ſich niederſetzen läßt, wer in der Mitte der
Straße plötzlich Luſt bekommt, umzukehren, oder anſtatt vorwärts nach
rückwärts zu ſteuern vorzieht, wer ſchließlich mitten auf einem belebten
Platz auf den Gedanken kommt, ſeinen Wagen einer Reparatur zu
unterziehen, oder nach einem Unglücksfall flieht, und wer einen durch
ſeinen Wagen verſchuldeten Unfall nicht ſofort der Behörde meldet,
wer einen Straßenumzug ſtört und ſein Auto durch häßliche Schilder
verunſtaltet, fällt in die Reihe ſtrafbarer Autobenker.
Unter den Verbrechern werden jene Leute am ſtrengſten verfolgt,
die unter Mitwirkung von Alkohol und anderen Rauſchgiften Unfälle
verurſachen. Zuchthausſtrafen von 1—14 Jahren ſtehen ihnen bevor.
An die Kraftfahrer ſchließen ſich in den Strafbeſtimmungen die
beſchei=
denen Radfahrer an, die dazu angehalten werden ſollen, während des
Fahrens keine akrobatiſchen Kunſtſtücke aufzuführen und Großſtadtſtraßen
nicht mit der Manege eines Zirkus zu verwechſeln. In dieſem Sinne
koſtet die Mitnahme einer aufrecht ſtehenden Perſon hinter dem Sitz
des Fahrers 5 Dollar, und wer es nicht vorzieht, der Behörde zu
gehor=
chen und, auch ſeiner eigenen Sicherheit zu liebe, beide Hände auf die
Lenkſtange zu legen, wird durch Verluſt mehrever Dollars dazu erzogen.
Auch auf dem Gebiete des Verkehrsrechts müſſen wir, wollen wir
befriedigende Zuſtände ſchaffen, Rechtsbergleichung treiben.
Profeſſor Rabel=Berlin hat in einem im Winter 1928/24
gehaltenen Vortrag (abgedruckt in der „Rhein. Zeitſchrift für Zivil= und
Prozeßrecht”, 13. Jahrgang, 3. Heft) auf die Aufgabe und
Notwendig=
keit der Rechtsvergleichung hiugewieſen. „Unſere Geſetzgebung iſt in
einer krankhaften Unruhe. Nicht alles, aber manches wäre beſſer, nützten
die Geſetzesreformer die älteren und die auswärtigen Erfahrungen
ſtär=
ker aus.‟ Deshalb ſollten unſere Verkehrsminiſterien es ſich angelegen
ſein laſſen, auch auf dem großen Gebiete des Verkehrsrechts ſich die
ausländiſchen Erfahrungen zunutze zu machen.
* Auch das deutſche Geſetz (die Strafprozeßordnung) kennt einen
ſog, fliegenden Gerichtsſtand, gber bei Preßdelikten. (Der Einſender.)
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Seite 10
Sonntag, den 13. Oktober 1929
Nummer 284
Rund um den Gibralkarkunnel.
Von
E. von Ungern=Sternberg.
In Tarifa haben die Vorarbeiten für den
Tunnelbau begonnen.
Ein techniſches Wunderwerk iſt im Entſtehen: Unter die
Meerenge von Gibraltar ſoll ein Tunnel gegraben werden, der
das europäiſche Feſtland mit Afrika verbindet und der es
er=
möglichen würde, wenn ſich auch der Tunnelbau unter dem
Kanal verwirklicht, im Schnellzuge von London über Marokko
und die Sahara ohne umzuſteigen die Urwälder des Kongo und
Kapſtadt zu erreichen. Der Phantaſie iſt ein weiter Spielraum
gelaſſen, Traumgebilde häufen ſich für die nahe Zukunft, Raum
und Entfernungen werden als Barrieren im Verkehr der
Menſch=
heit überwunden, und das, was geſtern noch unmöglich und
widerſinnig erſchien, iſt heute Tatſache geworden und wird
mor=
gen überholt und durch neue Wunder erweitert. Von
Unterſee=
booten und von interplanetariſchen Raketenflügen phantaſierte
Jules Verne, aber ein Gelehrter hätte gelächelt, wollte jemand
den Verfaſſer ernſt nehmen und an die Möglichkeit der Reiſen von
Nemo denken. Auch der Tunnelbau unter dem Kanal und unter
der Straße von Gibraltar, die ſchon lange als Wunſchgebilde
aufgeſtellt wurden, wurden von Fachgelehrten als techniſch
un=
durchführbar bezeichnet und mit den Phantaſien Jules Vernes
verglichen. Nun ſoll aber der Tunnelbau unter der Meerenge
doch Wirklichkeit werden.
In Tarifa haben, wie die ſpaniſchen Zeitungen berichten,
bie Vorarbeiten für den Tunnel begonnen. Eine Kommiſſion
iſt dort eingetroffen, nimmt Meſſungen vor, unterſucht die
geolo=
giſchen Verhältniſſe, berechnet Koſtenanſchläge, macht Bohrungen
und will bereits in den nächſten Monaten Grabungen in großem
Stile beginnen. Die Meerenge iſt zwiſchen Gibraltar und dem
gegenüberliegenden afrikaniſchen Feſtlande etwa 30 Kilometer
breit. Man kann von Europapoint in Gibraltar bei klarem
Wetter deutlich die Häuſer von Ceuta erkennen, man ſieht die
Schluchten und Felſen der Rifberge, die ſich unwirtlich und ſteil
aus dem Meere erheben. Aber nicht dort an der engſten Stelle
ſoll der Tunnel gegraben werden, die Mündung wird vielmehr
nach Tarifa verlegt, wo die Bedingungen günſtiger ſind und wo
das gegenüberliegende Afrika weniger wild und ungaſtlich iſt.
Seit die Phönizier und Römer ihre Legionen an die Ufer des
Atlantiſchen Ozeans entſandten, ſeit die alte Maurenherrlichkeit
in Fez entſtand, haben alle, Eroberer und Kulturträger, es
ver=
mieden, die Rifberge zu kreuzen, die ſich etwa 300 Kilometer
lang und 80 Kilometer tief längs der Mittelmeerküſte
dahin=
ziehen, und die auch heute noch von fanatiſchen Kabylenſtämmen
bewohnt werden, die jeden Europäer und Chriſten als Feind
betrachten und zu deren Gebirgsdörfern nur unzulängliche
Maul=
tierpfade führen. So ſoll denn auch der Gibraltartunnel das
Rifgebiet umgehen und zwiſchen Tanger und Tetuan am
afrika=
niſchen Ufer münden.
Heute endet in Gibraltar, oder richtiger in Algeciras die
große Bahnlinie, die via Madrid ans Ende Europas führt. Aus
der flachen Küſte, ſteil an der Nordſeite überhängend, erhebt ſich
der gewaltige Gibraltarfelſen, über deſſen Gidfel, namentlich bei
Oſtwinden, ſtändig eine Dunſtwolke ſchwebt. Man ſagt: der
Felſen raucht ſeine Pfeife. Am Weſtabhang klebt die Stadt
Gibraltar mit einer Zivilbevölkerung von ungefähr 35 000
Ein=
wohnern, dazu kommt die ſehr bedeutende Garniſon.
Auslän=
dern iſt die Anſiedlung in Gibraltar unterſagt, aber jeder Fremde
erhält ohne alle Schwierigkeiten — ſei es, daß er auf den hübſchen
Dampfern die zwanzig Minuten dauernde Fahrt von Algeciras
über die Bucht unternimmt oder daß er auf dem Landwege über
Waterport die Stadt betritt —, ein Ticket ausgehändigt, das ihm
einen Tagaufenhalt im Feſtungsgebiet geſtattet. Will er
über=
nachten, ſo muß ein Einheimiſcher für ihn die Bürgſchaft
über=
nehmen. Da jeder Hotelbeſitzer dazu berechtigt iſt, ſo bietet das
Uebernachten keine Schwierigkeiten, nur für einen etwas längeren
Aufenthalt muß eine beſondere Genehmigung erwirkt werden.
Jeden Abend mit Sonnenuntergang wird ein Kanonenſchuß von
der Spitze des Calpefelſens abgefeuert. Gleichzeitig zieht unter
klingendem Spiel eine Patrouille durch die Hauptſtraße der
Stadt, voran ein Sergeant, der die unförmigen Schlüſſel der
Feſtungstore trägt. Nun muß jeder Unberechtigte den Boden
von Gibraltar verlaſſen. Der letzte Dampfer geht nach
Algeci=
ras, und die Tore von Waterport, durch die man in die ſpaniſche
Grenzſtadt „La Linea de la Concepcion” gelangt, werden
ge=
ſchloſſen.
Gibraltar, das die Spanier „als Dorn in ihrem Fleiſch”
be=
zeichnen, bietet mit ſeinen indiſchen und Malteſerläden, mit dem
bunten Gemiſch der Touriſten, deren Dampfer auf dem Wege
nach dem Orient im Hafen anzulegen pflegen, ein fremdartiges
und intereſſandes Bild. Im Hafen ſchaukeln ſich engliſche
Kriegs=
ſchiffe und Dampfer aus aller Herren Länder. Auch der Verkehr
nach Tanger und Ceuta flutet meiſtens über den engliſchen
Hafen, reſpektive über Algeciras. Die Fahrt nach Tanger dauert
drei bis dreieinhalb Stunden, iſt aber das Wetter in der
Meer=
enge ſtürmiſch, ſo kann die Reiſe auch einen halben Tag und
mehr in Anſpruch nehmen, und manche Schiffe ſind ſchon von den
kochenden Wogen, die turmhoch anſtürmen und die Meerenge in
einen brodelnden Keſſel verwandeln, verſchlungen worden. Das
ſpaniſche Kriegsſchiff „Reina Chriſtina”, das einen Abgeſandten
des Sultans von Marokko aus Tanger abholen ſollte, verſank
bei einer Sturmfahrt vor etwa dreißig Jahren in den Fluten.
Niemand wurde gerettet und niemand weiß, wohin die
Unter=
ſtrömungen im Meer die Reſte des Schiffbruchs getrieben haben.
Das Mittelmeer und der Ozean prallen in der Meerenge
an=
einander und bilden, allein ſchon durch den Unterſchied in Ebbe
und Flut, zahlreiche gefährliche Wirbel und Strömungen; dazu
kommen die heftigen Winde, die namentlich im März und
No=
vember orkanartig anzuſchwellen pflegen. Es gibt deshalb Tage,
an denen jede Verbindung zwiſchen den beiden einander ſo
nahen Kontinenten ausgeſetzt werden muß, weil die Schiffe den
Hafen nicht verlaſſen können. Sollte nun der Tunnel unter der
Meerenge verwirklicht werden, ſo wird die Straße von Gihraltar
nicht mehr als Trennungsſtrich zwiſchen Europa und Afrika
gel=
ten dürfen. Heute bedeutet eine Fahrt von Gibraltar nach Tanger
noch einen Sprung ins Märchenland. Durch den Tunnel werden
ſich die Verhältniſſe ändern, durch den Weg unter dem Meere
wird Afrika dem Geiſte Europas näher gebracht. Bei den
ſchwie=
rigen Unterhöhlungsarbeiten des Meeresbodens, beim Anlegen
der Luftſchächte uſw. werden Hunderttauſende Brot und
Ver=
dienſt finden, und die Welt wird um ein neues techniſches
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Veranwworflich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feullleton, Reich und
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und Verlag: L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
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Nummer 284
Sonntag, den 13. Oktober 1929
Seite 11
Heute Sonntag nachmittag 2.30 Uhr empfängt die 1.
Mann=
ſchaft der Turngemeinde Darmſtadt 1846 zum fälligen
Verbands=
ſpiek Leute aus dem Ried, und zwar den Turnverein Groß=Gerau.
Die Mannſchaft der Groß=Gerauer zählt mit zu den älteſten
handballſporttreibenden Vereinen des Main=Rhein=Gaues. Schon
manch ſchönen Kampf haben ſich die beiden Mannſchaften im
Freundſchafts= ſowohl wie im Verbandsſpiel mit wechſelndem
Erfolg geliefert. Zurzeit ſcheint wohl die Stärke der 46er etwas
ausgeglichener zu ſein als bei den Groß=Gerauern. Doch wird
dieſes Minus Groß=Gerau durch Eifer und ihre Hintermannſchaft
auszugleichen wiſſen, zumal bei Groß=Gerau der Verteidiger
Win=
ter und der Torwächter Fuchs, des Gaues wohl beſter, denſelben
ſchon öfters würdig vertreten haben. Somit wird der Darmſtädter
Sturm, der in veränderter Aufſtellung antreten muß, vor eine
Aufgabe geſtellt, die er nur unter Hergabe ſeines ganzen Könnens
löſen kann. Das Spiel ſelbſt beginnt wie oben erwähnt,
nach=
mittags 2.30 Uhr, und zwar auf dem Platz
es wird jeden Anhänger des Handballs, der ſich das Spiel an=
ſieht, von Anfang bis Ende in
in folgender Aufſtellung an:
e am Oſtbahnhof, und
jannung halten. Die 46er treten
Steinmetz
Joſt
Braun
Schnellbächer
Meyer
Hechler I
Hechler II Bachmann Rückert Geduldig Fiſcher.
Die 2. Mannſchaft der 46er begibt ſich in das Ried, um dort
das fällige Verbandsſpiel gegen die 1. Mannſchaft des
Turn=
vereins Wallerſtädten auszutragen. Hoffentlich iſt ſich die
Mann=
ſchaft bewußt, um was es geht, und wird in der gleichen Weiſe
kämpfen, wie man es bei ihr in den beiden letzten Spielen ſehen
konnte. Die Mannſchaft muß das Spiel erſatzgeſchwächt beſtreiten.
Die 1. Jugend begibt ſich nach Groß=Gerau, um der gleichen
des Turnvereins Groß=Gerau gegenüberzutreten.
Tgf. 1875 Darmftadt - Tv. Bensheim, 1. Mannſch.
Am heutigen Sonntag nachmittag 3,30 Uhr ſtehen ſich obige
Mann=
ſchaften auf dem Sportplatz an der Kranichſteinerſtraße zum fälligen
Gaumeiſterſchaftsſpiel gegenüber. Beide Mannſchaften benötigen Punkte,
wobei allen Anſchein nach ein recht intereſſantes Spiel zu erwarten iſt.
Um 2,15 Uhr ſpielt die Jugend gegen die gleiche von Arheilgen.
Die leider teilweiſe recht unglücklich ausgegangenen
Repräſentativ=
kämpfe der DSV. und die ſchwachen Ergebniſſe der deutſchen
Meiſter=
ſchaften in Breslau können leicht in der Oeffentlichkeit den Eindruck
hinterlaſſen haben, daß die Leiſtungen der deutſchen Schſwimmer
zurück=
gegangen ſind. Da nun in der kommenden Hallenſaiſon
erfahrungs=
gemäß weſentlich beſſere Zeiten erzielt werden als auf offenen Bahnen,
könnten ſehr leicht neue Täuſchungen über den Stand des
Leiſtungs=
niveaus eintreten, denn man würde ſich die Differenzen nicht erklären
können. Da aber Einzelveranſtaltungen unter mehr oder minder
gün=
ſtigen Umſtänden nicht als Maßſtab für die geſamte Freiwaſſerſaiſon
anzuſehen ſind, gibt eine erſchienene Rangliſte, aus den Leiſtungen des
Sommers genau zuſammengeſtellt, doch ein beſſeres Bild des wirklichen
Standes. Als Vergleich kann dann auch nur eine Rangliſte der
Sommer=
ſaiſon 1928 gelten. Dieſe Gegenüberſtellung zeigt aber
überraſchender=
weiſe, daß von einem Leiſtungsrückgang der Schwimmer abſolut keine
Rede ſein kann. Wenn auch wemg neue Rekorde gefallen ſind und
in=
folgedeſſen die Spitzenleiſtungen nur im geringen Umfang verbeſſert
wurden, ſo zeigt ſich doch, daß zunächſt der Abſtand der Spitzenkönner
von dem Gros der Schwimmer ſich wefſentlich verringert hat, und daß
weiterhin in mehreren Diſziplinen keine überragenden Leuts mehr
vor=
handen ſind, ſondern deren Standardleiſtungen vielfach erreicht wurden.
Einige Zahlen mögen dieſe Feſtſtellungen illuſtrieren. Noch 1928 galt
die Zeit von 1:05 Minuten für 100 Meter Freiſtil als erſtklaſſig. Wir
hoben heute ſieben Schwimmer, die zuverläſſig Zeiten unter dieſer
Grenze erreichen, und rund zwanzig Leute, welche ſie mehrfach erreicht
haben. Weſentlich ſtärker ſind die Verbeſſerungen über 200 Meter
Freiſtil, einer Strecke, bei welcher noch 1928 durchſchnittlich ſehr ſchwache
Leiſtungen geboten wurden. Von ſieben Leuten wurden regelmäßig
Zeiten unter 2:30 Minuten erzielt. Um dieſe Grenze herum verfügen
wir aber über eine reiht große Zahl von Schwimmern. Dazu kommt
noch, daß ſogar in der Jugendklaſſe vielfach Zeiten zwiſchen 2:30 und
2:35 Minuten erzielt wurden. Auch über 400 Meter Freiſtil hat ſich
der Durchſchnitt ſehr ſtark verbeſſert. Mit fünf Vertretern, die Zeiten
unter 5:30 Minuten ſicher erreichen, iſt der diesjährige Stand als recht
gut zu bezeichnen, zumal noch im Vorjahre die 400=Meter=Strecke
durch=
weg mit ganz ſchwachen Leiſtungen gewonnen wurde. Zurückgeblieben
iſt man allerdings über 1500 Meter. Die als gut zu bezeichnende
Lei=
ſtung von unter 22 Minuten iſt in dieſem Jahre nicht erreicht worden.
Nicht ſo erfreulich haben die Rückenſchwimmer gearbeitet, Europameiſter
Küppers iſt der einzige, der ſeine Spitzenpoſition nicht nur halten,
ſon=
dern ſie durch neue Rekorde derbeſſern konnte. Rund vier Sekunden
trennen ſeine Leiſtungen von den Zeiten der nächſtbeſten Leute.
Küp=
pers erreichte 1:10,8 Minuten, und ſeine Konkurrenten alle nur Zeiten
um 1:15 herum. Sehr große Fortſchritte haben dagegen die
Bruſt=
ſchwimmer gemacht. Abgeſehen von Rabemacher, galt 1928 eine Zeit
unter 3 Minuten für 200 Meter noch als durchaus erſtklaſſig. Im
Sommer 1929 iſt dieſe Grenze von fünf Schwimmern regelmäßig
bedeu=
tend unterboten worden, und außerdem verfügt der DSV. heute über
mindeſtens 10 Schwimmer, deren Leiſtungen hart an dieſer Grenze
liegen.
Mäßig dagegen ſind die Leiſtungen der Schwimmerinnen. Nur die
beiden Bruſtſchwimmerinnen Mühe und Schrader konnten mit Zeiten
aufwarten, die auch international gut ſind. Die anderen
Schwimmerin=
nen zählen nicht einmal in Enxopa zur Spitzenklaſſe. Das
Waſſerball=
ſpiel und die Springkunſt können als nicht meßbare Leiſtungen hier
nicht bewertet werden, aber in beiden Gebieten iſt beſtimmt kein
Fort=
ſchritt zu verzeichnen. Zuſammengefaßt kann geſagt werden, daß ſich in
keiner Sommerſaiſon ſo ſtarke Verbeſſerungen des Durchſchnitts
feſt=
ſtellen ließen wie 1929, wenn auch die Spitzenleiſtungen durchweg
ſtag=
nierten.
Bei den in Frankfurt ſtattgefundenen „Nationalen
Boxkämp=
fen” der Bockenheimer Turngemeinde wurden zwei von vier
Haupt=
kämpfen von Boxern des Sportvereins Darmſtadt beſtritten, und
zwar im Federgewicht ſowie im Schwergewicht. Federgewicht:
Franz Schmidt, S. V. 98 — Fiſcher, Bockenheim
Mit der ſpannendſte Kampf des Abends. Der jugendliche 98er
kämpfte einen ganz famoſen Fight. Obwohl er überhaupt erſtmals
im Ring und noch dazu gegen einen erfahrenen Kämpfer ſtand,
boxte Schmidt ſowohl über Diſtanz wie auch im Clinch über
Er=
warten gut und verdiente ſich ſo ein vom anſprechend beſetzten
Haus mit enormem Beifall aufgenommenes Unentſchieden.
Bemerkenswert waren bei dieſem Kampf die außergewöhnlich
zahlreichen harten Schlagſerien bei denen der Sportvereins=
Erſtling von A bis Z mitging, ferner von beiden Kämpfern fein
durchgezogene Uppercuts. — Schwergewicht: Leo
Trumpfhel=
ler, S. V. 98 — Fuchs Bockenheim Auch hierbei hieß
das Punktgericht=Urteil; Unentſchieden. Trumpfheller war
auffallend ſchlecht bei Luft, welcher Mangel ſich durch die ſehr
unſaubere Arbeit des Frankfurters beſonders bemerkbar machte.
Immerhin gingen die beiden erſten Runden knapp nach Punkten
an Trumpfheller. Und in der Schlußrunde vermochte Fuchs (
wel=
cher übrigens in letzter Zeit rapid nach vorn gekommen iſt) den
Punktvorſprung des dann eben recht offen kämpfenden
Darm=
ſtadters aufzuholen. Im übrigen genoß Fuchs ob ſeines
verhält=
nismäßig ſtark unreinen Kämpfens ziemlich viel Nachſicht von
ſeiten des Ringrichters.
Sonntag, den 13. Oktober.
Handball.
10,/45 Uhr: Arheilgen — Kickers Offenbach.
2,30 Uhr: Tgde. Darmſtadt — T. V. Groß=Gerau.
3,30 Uhr: Tgeſ. 75 Darmſtadt — T.V. Bensheim.
3,30 Uhr: Städteſpiel: Darmſtadt — Nürnberg/Fürth.
Fußball.
11,00 Uhr: F.C. Eintracht — Boruſſia Dornheim.
3,00 Uhr: Arheilgen — Rot=Weiß Darmſtadt.
Von Dr. Dh. Lewald.
An der Bahre des auf dem Kampffeld der Arbeit um Deutſchlands
Befreiung in heldenhaftem Ringen mit den ſeit Jahr und Tag auf ihn
eindringenden Mächten des Todes dahingeſunkenen Reichsaußenminiſters
Dr. Streſemann ſenken auch die deutſchen Turn= und Sporvvereine in
Trauer und in Verehrung ihre Banner und Fahnen. Streſemann war
weder Turner noch Sportler, aber mit der tiefen Einſicht in alle
kultu=
rellen Bewegungen unſerer Zeit beſaß er volles Verſtändnis und volle
Bereitſchaft zur Hilfe für die mächtig aufſtrebende deutſche Turn= und
Sportbewegung. Als er auf dem Parteitag der Deutſchen Volkspartei
in Köln Ende 1926 Ausführungen gemacht hatte, die, falſch
wiedergege=
ben, den Eindruck erweckten, als ſei er ein Gegner der deutſchen
Sport=
bewegung, richtete ich ein ausführliches Schreiben an ihn und ſtellte die
hohen, kulturellen, ſittlichen und geiſtigen Werte unſerer Bewegung ihm
vor Augen. Er antwortete mir darauf unter dem 10. Januar 1997:
„Ich halte Ihre Beſtrebungen, ſpeziell im Reichsausſchuß für
Leibesübungen, für außerordentlich verdienſtvoll, und Sie werden
bei mir, an welcher Stelle ich auch immer ſtehe, ſtets die tatkräftigſte
Unterſtützung finden. Ich, ſelbſt habe oft für Sporvvereine Preiſe
ge=
ſtiftet und mich an dieſen Veranſtaltungen, ſoweit es meine karg
be=
meſſene Zeit geſtattet, beteiligt.
Alles, was dazu beiträgt, uns von der Erziehung zu befreien,
unter der ich ſelbſt als junger Menſch gelitten habe, und die an Stelle
von Wanderungen, Sport und Liebe zur Natur die reine
Stuben=
erziehung ſetzt — alles, was ich dazu kun kann, um uns von dieſer
Einſeitigkeit und Engherzigkei= zu befreien, werde ich jederzeit tun.
Ich glaube deshalb mit gutem Gewiſſen ſagen zu können, daß ich nicht
nur ein Freund jeder ſportlichen Betätigung, ſondern auch einer
Be=
tätigung in ſportlichen Vereinen bin.
Wogegen ich mich aber wende, iſt die Art und Weiſe, wie alles,
was zum Sport gehört, jetzt in die Oeffentlichkeit gezerrt wird, iſt
weiter, daß an Stelle eines körperlichen Trainings, das den Körper
wührend des ganzen Lebens geſund erhält, die Hervorbebung der
einzelnen Sportleiſtungen tritt.
Dadurch wird ſchließlich die Selbſtverſtändlichkeit des Sportes, ich
möchte ſagen die Natüirlichkeit der ſportlichen Bewegung immer mehr
zurückgedrängt; es wird der Uebeugang geſchaffen von der ſportlichen
Ausbildung neben dem Berufsleben zu jenem Berufsſportſyſtem und
letzten Endes zu jener in der Oeffentlichkeit bemerkbaren
Uebeu=
ſchätzung der Einzelleiſtung, die zu einem Zurückdrängen des Geiſtigen
in der öffentlichen Bewertung führt, was nicht im Sinne einer
geſun=
den Sportentwickelung liegen kann. Meine ſtärkſte Abneigung aber
geh= dagegen, in welche= Weiſe beiſpielsweiſe einzelne profeſſionelle
Boxer und Radfahrer ge iſſermaßen zu Nationalhelden geſtempelt
werden. Dieſe Dinge haben mit wahrem Sport ſehr wenig zu tun.
Je mehr die ſportliche Bewegung ſich ſelber gegen die
Aus=
wüchſe wendet, die ich bekämofe, um ſo mehr wird ſich die Zahl derer
vermehren, die den durchaus geſunden Kern der deutſchen
Sport=
entwickelung begrüßen und fördern.
Ich konnte ſeinen Ausführungen nur voll zuſtimmen und darauf
hin=
weiſen, daß der Vorſtand des DRA. und alle verantwortlichen Führer
unſerer Bewegung durchaus im gleichen Sinne ſich gegen die Auswüchſe
des Sportlebens, gegen die Verherrlichung namentlich des
Berufs=
ſports, mit allem Nachdruck wenden. Spontan ſchrieb der
Reichsaußen=
miniſter mir dann unter dem 14. Oktober 1927: Er leſe in einigen
Be=
richten über ſeine Rede auf der Reichsjugendcagung der Deutſchen Volks=
Fartei in Minden, daß ihm wieder Aeußerungen in den Mund gelegt
ſeien, die zu Mißverſtändniſſen führen könnten. Es heiße darin, daß
er ſich gegen übertriebene Sportfexerei gewandt hätte. „Dieſer
Aus=
druck iſt von mir nicht gebraucht worden. Was ich geſagt habe, iſt das
folgende: Es iſt nicht das Wichtigſte, einen See in einer halben Minute
mehr oder weniger zu durchſchwimmen, ſondern es kommt darauf an,
daß der Sport den Körper ſtählt, ohne in die Sportwut hinein zu
ge=
raten”, und er wies auf Erfahrungen hin, die ſein Sohn als Student
in Cambridge gemacht hatte. — Ich konnte ihm erwidern, daß der
Reichsausſchuß ſich immer wieder bemühe, die geiſtige, ethiſche und
kul=
turelle Baſis unſerer Bewegung in den Vordergrund zu ſtellen, und auf
die zahlreichen Werke hinweiſen, die der Reichsausſchuß gerade nach
dieſer Richtung hin herausgegeben. Ich benutzte den Anlaß, ihn auf
die große internationale Bedeutung des Sports hinzuweiſen, die er
als einen Faktor ſeiner Friedenspolitik betrachten müſſe. — In dem
Dankſchreiben für einen Glückwunſch zu ſeinem 50. Geburtstag ſchreibt
Streſemann dann, daß er wegen ſeiner Erkrankung dem DRA. nicht
früher habe antworten können, und ſpricht dem DRA. und der hinter
ihm ſtehenden, deutſchen Turn= und Sportbewegung den Wunſch auf
weiteres Gedeihen und Fortſchreiten auf dem Wege der Geſundung des
deutſchen Volkes und zur Hebung des deutſchen Anſehens im Auslande,
auch durch ſportliche Leiſtungen, aus.
So beklagt die deutſche Turn= und Sportbewegung den allzu frühen
Heimgang eines großen Staatsmannes und Volksfreundes auf das
Tiefſte. Sie wird dem Entſchllafenen auch in ihren Reihen das ehrendſte
Andenken bewahren. Im Namen des DRA. habe ich einen Kranz an
der Bahre Streſemanns niedergelegt.
Fußball.
Spielvereinigung 1921.
Am Sonntag fährt die Spvg. mit zwei Mannſchaften nach Hahn
zum fälligen Serienſpiel. Darmſtadt ſteht bis jetzt ohne Punktverluſt
an der Spitze der Tabelle und iſt auch am Sonntag nicht gewillt, Sieg
und Punkte in Hahn zu laſſen. Dann muß aber jeder auf ſeinem
Poſten ſein, ſonſt könnte man auf Ueberraſchungen gefaßt ſein. Die
Abfahrt erfolgt per Omnibus um 12,15 Uhr ab Neckarſtraße.
Schlachten=
bummler ſind herzlich willkommen.
FC. Eintracht — Boruſſia Dornheim.
Am Sonntag trifft die Eintracht auf Boruſſia Dornheim. Das
Spiel dürfte inſofern erhöhtes Intereſſe gewinnen, da Eintracht
ver=
ſtärkt antritt, da in letzter Stunde noch Spielerlaubnis für die
Verſtär=
kung eingetroffen iſt. Die Mannſchaft ſpielt in folgender Aufſtellung:
Langenbach; Vollhardt, Schäfer 1.; Hübner, Lang, Zahn; Heilig,
Franz, Schydlowſki, Daab, Mark. — Das Spiel beginnt vormittags
11 Uhr und findet auf dem Sportplaß an der Schanz (ehemaliger Kay.=
Exerziexplatz) ſtatt.
Das Frankfurker Golfkurnier.
Das Frankfurter Golfturnier brachte am Samstag in dem Kampf
um den Walker=Pokal intereſſante Begegnungen. War auch das
Vor=
rundenſpiel der einen Hälfte zwiſchen v. Limburger und dem Frank.
furter v. Biſſing ohne beſondere Schönheiten, ſo verlief das Spiel
zwiſchen dem Leipziger Dr. Voß und Schumacher in der anderen Hälfte
um ſo ſpannender. Zum Schluſſe konnte dann Dr. Voß gegen=
Schu=
macher mit 3 zu 1 gewinnen. Den Endkampf beſtritten demnako von
Limburger und Dr. Voß, der verdient mit 6 auf und 5 zu ſpielen auf
dem 13. Grün verlor. Mit dieſem Erfolg hatte von Limburger ſich
zum zweiten Male den Walker=Pokal erkämpft.
Londons Polizeiboxer, die vor einigen Tagen in Berlin hoch mit
8:2 Punkten in Front blieben, mußten ſich am Freitagabend vor 309
Zuſchauern in Bochum im Kampf gegen eine kombinierte Boxſtaffel
der Bochumer Vereine „Aſtoria” und Polizeiſportverein mit einem
knappen 8:2 Sieg begnügen.
Den Handball=Pokalkampf Süd= gegen Weſtdeutſchland am 3. Nov.
in Mülheim (Ruhr) leitet Marienhagen=Magdeburg.
Die Hauptausſchußſitzung der D.S.B. findet am 7. und 8. Dezbr.
in Frankfurt a. M. ſtatt.
Die Entſcheidungsſpiele um den Mitropa=Pokal zwiſchen Jipeſt
Budapeſt und Slavia Prag finden am 3. und 17. November in
Buda=
peſt bzw. in Prag ſtatt.
Die finniſchen Amateurboxer (Boxklub Helſingfors), die zur Zeit
Deutſchland bereiſen, wurden auch vom B.C. „Heros” Erfurt mit 12:3
Punkten geſchlagen.
Neue Wege der modernen Innen=Dekoranon.
Unter dieſer Deviſe eröffnete am Samstag die Firma Gebr.
Roth=
ſchild in ſämtlichen Fenſtern ihrer neuen Marktpaſſage eine
Sonder=
ausſtellung moderner Zimmer=Dekorationen.
8 Fenſter zeigen dem Beſchauer wie man ſich ſeine Wohnung auch
mit wenig Mitteln behaglich einrichten kann. Eine Ausleſe der neueſten
und ſchönſten Gardinen, Dekorationsſtoffen und Teppichen ſind dem
Gan=
zen in harmoniſchen Farbzuſammenſtellungen wundervoll angepaßt.
Meiſterhaftes hat das Dekorationsatelier dieſer Firma geleiſtet, in
wel=
chem dieſe wirklich ſchönen Dekorationen entſtanden ſind.
Wir können nur empfehlen, ſich dieſe hochintereſſante Ausſtellung
an=
zuſehen. Jeder Beſucher wird für Um= oder Neugeſtaltung ſeines Heims
neue Eindrücke mit nach Hauſe nehmen.
Gute Radiomuſik für jedermann.
Die Preisermäßigung des Philips=Lautſprechers 2016 auf 39,50
RM. macht dieſen Qualitätslautſprecher für jedermann erſchwinglich.
Philips=Loutſprecher ſind wirkliche Muſikinſtruumente. Selbſt der
im Preis niedrigſte Lautſprecher 2016 beſitzt das berühmte 4polige
Magneſyſtem, durch das jeder Ton der Muſit, jede Silbe der Sprache
klanglich wiedergegeben werden.
Frankfurt
Gleichbleibendes Werktagsprogramm. 6.30: Wetter, Zeit.
Gym=
naſtik. 12: Zeit, Wetter, Wirtſchaftsmeld., Waſſerſtand. 12.55:
Nauener Zeit. 15, 15,35: Zeit, Wirtſchaftsm. e 16.10: Ind.,
Handelsk. (Di. u. Fr.). O 16.25: Gießener Wetter, Wirtſchaftsm.,
Während des Nachm.=Konzerts: Vereinsnachr. O 18.05, 19.15 oder
19.30: Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 13. Okt. Hamburger Hafenkonzert. 7: Die Glocken
vom „Großen Michel” 7.05: Hamburger Morgenruf. O
An=
ſchließend: Hafenkonzert von dem Dampfer „Reliance” der
Ham=
burg=Amerika=Linie. O 8.15: Friedenskirche Kaſſel: Morgenfeier
der Heſſiſch=Evangeliſchen Landeskirche Kaſſel. Mitw.: Pfarrer
Riebe=
ling, Kirchenchor der Auferſtehungskirche. Oberſtudienrat Möller
(Orgel). O 11: Stunde der Jugendbewegung. o 11.30:
Eltern=
ſtunde: Mittelſchullehrer H. Bückert: Kind und Theater. e 12:
Kaſſel: Platzkonzert der Reichswehrkapelle. O 13:
Landwirtſchafts=
kammer Wiesbaden: Kurze Betrachtungen über falſch angewandte
Herbſtdünger. — Die Vorbereitungen in den Kellerräumlichkeiten
für die neue Weinernte. — Das Anlegen der Leimringe zur
Be=
kämpfung des Froſtnachtſpanners. o 13.30: Jugendſtunde: Märchen.
Hanna Lüngen. O 14.30: Konzert des Männergeſangvereins
Guſtavs=
burg. O 15.3G Stunde des Landes (unter Leitung von Dr. Carl
Gebhardt). Gräfin Wrangel: Aufgaben und Bedeutung der
länd=
lichen Hausfrauenvereine. — Lehrer Straub: Der Weſterwald.
O 16.30: Konzert des Funkorch. Leitung W. Caſpar. o 18:
Dr. H. Kranz: Die Zeit im Buch. S 18.30: Vortrag. o 19:
Oberſpielleiter Dr. Graf: Das Frankfurter Opernhaus vom 13.
bis 19. Oktober (Wochenüberſicht). 19.10: Sportnachrichten.
19.30: „Fra Diavolo” oder „Das Gaſthaus von Terracina”
tom. Oper in drei Aufzügen. Muſik von Auber. Perſ.: Fra
Dia=
volo, unter dem Namen Marauis von S. Marco; Lord Kvokburn,
ein reiſender Engländer; Pamella, ſeine Gemahlin; Lorenzo, röm.
Dragoneroffizier: Matteo, Gaſtwirt; Zerline, ſeine Tochter;
Gia=
como und Beppo Banditen. Ort: In und bei einem Gaſthauſe
in der Gegend von Terracina. Zeit: 18.30. O 22.30:
Klavier=
konzert von Erwin Schulhoff. Eigene Werke, o 23.30: Tanzmuſir
der Kapelle Pinkus Langer.
Königswuſierhauſen
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.55:
Wetter für den Landwirt. O 7: Gymnaſtik. O 12.25: Wetter für. den
Landwirt (So. 12.50). O 12.55: Nauener Zeit. O 14: Berlin:
Schall=
platten. O 15.30: Wetter, Börſe. 6 19.55: Wetter für den Landwirt.
Deutſche Welle. Sonntag, 13. Okt. 7: Gymnaſtik. 8:
Mit=
teilungen und praktiſche Winke für den Landwirt. o 8.15:
Markt=
lage. S 8.30: Dipl.=Landwirt Seher: Die Aufgaben der
landwirt=
ſchaftlichen Verſuchsringe 8.55: Glockenſpiel der Potsdamer
Garniſonkirche O 9: Morgenfeier. Gabriele Witrowetz (Violine),
Dr. Schosland (Flügel), Martha Große (Rezitat.),
Liebfrauen=
kirchenchor O Anſch..: Geläut des Berliner Doms. o 10:
Sonntag=
wetter. 11: Studio: „Der Stein”. Kantate für Rundfunk von H.
Trantow. Mitw.: Liſa Frank (Sopran) Hildegard Gajewska (Alt).
A. Kiſtenmacher (Tenor), Ed. Kandl (Baß). Sprecher: Gerd Fricke,
Am Flügel: Der Komponiſt. Ein Kammerorcheſter. Dirig.: Seidler=
Winkler, O 11.30: Elternſtunde: Kinder am Sonntag. O 12: Konzert.
Kapelle Marek Weber. o 13.55: Szenenbild zur Veranſtaltung
um 17 Uhr „Berliner Theater” (Bildfunk). 6 14.05: Heinz Gordon:
Heiteres vom Theater. o 14.30: Konzert. Rita Weiſe. o 15.20:
Jugendſtunde. Liſa Tetzner: Märchen. O 15.45: Unterhaltungsmuſik.
Kapelle Emi Rooſz. 17: Programm der aktuellen Abteilung;
Berliner Theater. Näheres wird bekanntgegeben, 18: Liebesduette,
Rich. Wagner und Mathilde Weſendonck. Einf.: Dr. Manz. Mitw.:
Lilli Dreyfuß, Prof. Behm (Flügel). o 19: Skandinavier. Proſa
von Hamſun. Kiergegaard. Pontoppidan. O 19.30: Prof. Dr. Franke:
Sun=Yat=Sen, der Nationalheros der Chineſen. O 20: Leipzig:
Militärkonzert. Kapelle des 3. Batl. Inf.=Regts. 11. Dirig.:
Ober=
muſikmeiſter Ferd. Bier. Becker: Der Brautwerber, Marſch. —
Verdi: Fantaſie aus „Rigoletto” — Parademarſch des ehemaligen
Grenadier=Regiments 101. — Weninger: Jung=Deutſchland, Marſch=
Potpourri. — Robrecht: Erſtes Walzer=Potpourri. — Ortega:
Zaragoza=Marſch. — Jeſſel: Melodien aus „Das Schwarzwaldmädel”.
— Kohlmann: Zweites Studentenlieder=Potpourri. — Der große
Zapfenſtreich, S 21.15: Richard Strauß als Liederkomponiſt. Ausf.:
Maria Janowska (Sopran) und K. A. Neumann (Tenor). Am
Flügel: A. Simon. O Darauf: Tanzmuſik. Orcheſter Ben Berli.
* Pauſe: Bildfunk.
Geräte erster
Fab-
rikate, lietert bei
fach-
männischer
Näuu
Bedienung
Darmstadt Telephon 3449
Rheinelektra Erust-Ludwisstr. 10 (13108a
Wekkerberichl.
Die nordiſche Störung hat ſich weiter oſtwärts verlagert und
abge=
flacht. Maritime Kaltluft an ihrer Rückſeite iſt bis nach Deutſchland
vorgedrungen und verurſacht langſame Abkühlung. Wenn auch der
hohe Druck im Weſten zwar beruhigend auf die Wetterlage einwirkt und
es dabei zur Aufheiterung kommt, ſo verurſachen die Reſte der
Stö=
rung immer noch Bewölkung, wobei auch vereinzelte, jedoch geringe
Schauer nicht ausgeſchloſſen ſind. Ein Uebergang zur ſtabilen und feſten
Wetterlage ſcheint jedoch immer noch nicht gegeben zu ſein, da bereits
über Island eine neue Störung herannaht.
Ausſichten für Sonntag, den 13. Oktober: Vorübergehend etwas mehr
aufheiternd, aber immer noch wolkig, nach anfänglich weiterer
Ab=
kühlung ſpäter wieder milder, keine oder nur ganz vereinzelte
Schauer.
Sſichten für Montag, den 14. Oktober: Wieder Uebergang zu
unbe=
ſtändigerem Wetter mit Zunahme der Niederſchlagsneigung
wahr=
ſcheinlich.
Seite 12
Eonntag, den 13 Oftober 1929
Nummer 284
MAMMLICH
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(Idealiſten) Ang. u.
F. 79 a. d. Geſch. C
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ſchafft Angeſtellten
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Zuſchr. erbet. unter
Df. H. 2416 durch
Rudolf Moſſe,
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Berlin SW. 48 V
(16064)
Leicht
ſichert abgebauten
Beamten
Nebenverdienſt
üſchr. erbet. unter
Df. M. 2420 durch
Rudolf. Moſſe.
Düſſeldorf.
(I. Kö. 16082)
aufs Schtf
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Die Lage an den internationalen Börſen ſtand vollkommen unter
dem Eindruck ungünſtiger Ernteſchätzungen ſowohl Süd= wie auch Nord=
Amerikas. Die Preiſe zogen deshalb dort um einige Punkte an. Auf
den füddeutſchen Produktenmärkten waren zwar die Forderungen für
Auslandsware ebenfalls etwas höher, doch waren die Auswirkungen
nicht nennenswert, da ſich hier das Intereſſe mehr auf Inlandsware
konzentrierte, und Käufe größeren Umfangs in Auslandsweizen nicht
vorgenommen wurden. Für Inlandsweizen iſt die Nachfrage durch die
Erhöhung der beizumahlenden Inlandsware von 40 auf 50 Prozent
geſtiegen und hatte fortgeſetzte Preisſteigerungen zur Folge. Die
Ten=
denz iſt für Weizen inländiſcher Herkunft als durchaus ſehr feſt
anzu=
ſprechen. Roggen hatte nur ruhiges Geſchäft. Es iſt reichliches
An=
gebot vorhanden, und man ſchenkte daher den Auslandsofferten nur
wenig Intereſſe. Auch die Preiſe hielten ſich ungefähr auf bisheriger
Höhe. Das Mehlgeſchäft will noch immer nicht recht in Fluß kommen.
Man beſchränkt ſich auf die Deckung des dringlichſten Bedarfes. Im
Zuſammenhang mit der feſten Haltung für Weizen ſind die Preiſe von
der Mühlenvereinigung verſchiedene Male erhöht worden. Die bisher
zwiſchen Weizenmehl Spezial 0 und 2. Sorte beſtehende Spanne von
2 Mark iſt in dieſer Berichtswoche auf 1,50 vermindert worden. Weizen
ink. 26,25—26,50; ausl. 27,50—33 (je nach Herkunft); Roggen inl. 20;
Weizenmehl Spezial 0 38,25—38,50; 2. Soxte 36,75—37;
Weizenaus=
zugsmehl 42,25—42,50; Weizenbrotmehl 28,25—28,50; Roggenmehl ſüdd.
je nach Ausmahlung 28,50—32. In Gerſte und Hafer war der Markt
ſtetig. Die Nachfrage nach Braugerſte hat bisher noch nicht
zugenom=
men und das Angebot beginnt dringender zu werden. Auch in Mais
war die Geſchäftstätigkeit in der Berichtszeit ſtill. Preiſe ſind hier
un=
verändert. Braugerſte bad., württemb, und fränk. 21,75—23,75; pfälz.
22,75—23,75, je nach Qualität; Futtergerſte 18—19; Hafer inl. 18,25 bis
19,25; ausl. 19,50—21; Mais m. S. 25—25,50. Am Futtermittelmarkt
war die Tendenz weiterhin ruhig. Weizenkleie fein 11, grob 11,50—11,75;
Sohaſchrot 20—20,25; Biertreber 17—18,50; Malzkeime 16,75—17,50;
Trockenſchnitzel 13—13,25 RM.
Bom ſüddeutſchen Eiſenmarkk.
Die ruhige Geſchäftslage hat am ſüddeutſchen Eiſenmarkt auch in
der vergangenen Woche keine nennenswerte Aenderung erfahren. In
Stab= und Formeiſen erfolgten die übrigen Abrufe auf Abſchlüſſe in
der Hauptſache durch die kleineren Händler, die auch vereinzelt zu
Neu=
käufen ſchritten. Von der eiſenverarbeitenden Induſtrie ſind es
ledig=
lich die Eiſenkonſtruktionswerke, die größeren Bedarf zu verzeichnen
hatten, während die Geſchäftslage der Maſchinenfabriken aller Art ſo
ruhig iſt, daß der tarſächlich herankommende Bedarf ſtark umworben
war und vorzugsweiſe zur Lieferung ab Lager untergebracht wurde,
Im Hinblick auf den ſtarken Auftragsmangel geht das Beſtreben der
verarbeitenden Induſtrie überhaupt dahin, die eigenen Vorräte ſo
niedrig wie nur möglich zu halten, zumal man heute in der Lage iſt,
auch umfangreichere Spezifikationen entweder zu ſofortiger Lieferung
ab Händlerlager oder unter Inkaufnahme kürzerer Lieferfriſt ab. Werk
unterzubringen. Die Bautätigkeit geht immer mehr zurück, und der
Bedarf in Moniereiſen, Trägern und U=Eiſen iſt nicht mehr von
Be=
deutung. Die Auftragsbeſtände der rheiniſchen wie auch der
weſt=
lichen Werke ſind derartig zuſammengeſchrumpft, daß
Betriebseinſchrän=
kungen unvermeidlich ſind, ſofern der Käufermaukt dieſe geringen
Ent=
nahmen weiter zeigt. Alle Anzeichen ſprachen jedoch dafür, daß der
Winter keine Beſſerung bringen wird, zumal die Geſchäfte nur durch
Inanſpruchnahme langfriſtiger und hochverzinslicher Gelder
durchzu=
führen iſt, da die Abnehmer die vereinbarten Zahlungsziele
keines=
wegs einzuhalten vermögen. Der Verbandspreis wie auch die
Ver=
kaufspreiſe der ſüddeutſchen Händlervereinigung unterlagen keinen
Aenderungen.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 9. Oktober 1929. Die auf
den Stichtag des 9. Oktobers bereihnete Großhandelsindexziffer des
Sta=
tiſtiſchen Reichsamtes iſt mit 137,8 gegenüber der Vorwoche (138,0) leicht
zurückgegangen. Von den Hauptgruppen iſt die Indexziffer für
Agrar=
ſtoffe auf 132,8 (133,1) und diejenige für induſtrielle Rohſtoffe und
Halb=
waren auf 131,0 (131,2) geſunken. Gleichzeitig hat die Indexziffer für
induſtrielle Fertigwaren auf 156,7 (156,9) nachgegeben.
Reichelbräu A.=G., Kulmbach. Die Geſellſchaft ſchließt das
Ge=
ſchäftsjahr 1928/29 mit einem Bruttoüberſchuß von 2,23 (2,16) Mill.
RM. Nach Abzug der Unkoſten von 0,32 (0,30), der Steuern und
Ab=
gaben von 1,17 (1,11) und der Abſchreibungen von 0,13 (0,14) Mill. RM.
ergibt ſich ein Reingewinn von 635 084 (635 073) RM., woraus wieder
20 Prozent Dividende verteilt werden ſollen. Nach dem Bericht hielt
ſich der Bierabſatz im verfloſſenen Geſchäftsjahr ungefähr auf der
Vor=
jahrshöhe. Der Kundenkreis konnte zwar erweitert werden, eine
Ver=
mehrung des Ausſtoßes ließ ſich aber infolge langen und ſtrengen
Win=
ters nicht erzielen. Die Bilanz verzeichnet 1,32 (1,06) Hypotheken und
Darlehen, 0,85 (0,72) Bieraußenſtände, 0,33 (0,48) Bankguthaben, 0,1
(0,07) Wechſel, andererſeits 0,64 (0,77) Verbindlichkeiten einſchl.
Rück=
lagen für Steuern. (G.=V. 29. Oktober in Dresden.)
und Drahtwerke A. G., beabſichtigen, wie wir von unterrichteter Seite
erfahren, eine engere Verbindung einzugehen. Einzelheiten ſtänden
zwar noch nicht feſt, es ſei aber eine Gemeinſchaftsgründung in Form
einer Holding=Geſellſchaft in Ausſichr genommen.
Tendenzumſchwung an der Wiener Börſe. Die erfolgte formelle
Perfektionierung der Fuſion Kreditanſtalt=Bodenkreditanſtalt hatte auf
der Wiener Effektenbörſe einen Tendenzumſchwung zur Folge. Der
Albdruck, der infolge der Kriſe der Bodenkreditanſtalt Monate
hin=
durch beſonders auf den von ihr patroniſierten Aktien laſtete, iſt
ge=
wichen und die Kontermine, die in dieſen Papieren ziemliche
Engage=
ments erhielt, begann den Rückzug anzutreten. Dies geſtaltete ſich
um ſo ſchwieriger, als flautantes Material nur wenig auf dem Markt
war. Es hatten die nunmehr von der Kreditanſtalt patroniſierten
Effekten, wie Staatsbahn, Steyrer Waffen, Allgemeine Bau=,
Brau=
bank, Siemens uſw. Kursſteigerungen um mehrere Prozent
aufzu=
weiſen. Der Tendenzumſchwung in Bodenpapieren wirkte ſich bald
auch auf dem übrigen Markt aus, der, wenn auch bei geringen
Um=
ſätzen, durchaus freundlich tendierte
Biehmärkke.
Bullen= und Eber=Verſteigerung in Darmſtadt. Die vom
Land=
wirtſchaftskammer=Ausſchuß für die Provinz Starkenburg auf dem
Pferdemarktplatz in Darmſtadt veranſtaltete vierte
Verſteige=
rung von Herdbuchbullen des heſſiſchen Fleckviehſchlages und
zweite Verſteigerung von Zuchtebern mit Abſtammungsnachweiſen
des veredelten Landſchwein= und deutſchen Edelſchwein=Schlages hatte
wiederum zahlreiche Intereſſenten aus allen Teilen der Provinz ſowie
aus Oberheſſen und Rheinheſſen herbeigezogen. Zur Verſteigerung
wurden 26 Herdbuchbullen, 16 Eber des veredelten Landſchweinſchlages
und 14 Eber des deutſchen Edelſchweinſchlages angeboten. Die
Ver=
ſteigerung von Herdbuchbullen ging auch diesmal in
zufriedenſtellen=
der Weiſe für Käufer und Verkäufer vor ſich. Von den ausgebotenen
26 Bullen wurden 17 verkauft zu einem Durchſchnittspreis von 714 Mk.
Der Bulle von Wilh. Oſterod II.=Crumſtadt wurde zu 980 Mk. an die
Gemeinde Ueberan, der Bulle von Ludwig Schneider=Goddelan zu
880 Mk. nach Hähnlein, und der Bulle von Gg. Bernh. Lautz II.=Groß=
Umſtadt zu 840 Mk. nach Brensbach verkauft. Es zeigte ſich bei dieſer
Verſteigerung ebenſo wie bei den vorausgegangenen, daß die wirklich
gute Qualität an Bullen ſtets Käufer findet. Die nicht abgeſetzten
Bullen waren in der Qualität zum Teil geringer und würden beſſer
an Ort und Stelle des Züchters verkauft. Dagegen war der Abſatz
bei der Verſteigerung von Ebern verhältnismäßig flau, da im ganzen
nur fünf Eber zugeſchlagen wurden. Es dürften jedoch hier nach der
Verſteigerung noch verſchiedene Eber abgeſetzt worden ſein.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am Samstag, den
12. Oktober, waren 271 Schweine zugeführt worden. Verkauft wurden
236 Stück, und zwar Milchſchweine von 20—30 Mark und Läufer von
40—72 Mark das Stück.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 12. Oktober.
Zum Wochenſchluß konnte man zwar eine allgemeine Zurückhaltung
beobachten, da die Spekulation in Anbetracht des bevorſtehenden
israeli=
tiſchen Feiertages wenig Neigung zu Neuengagements zeigte, doch war
die Grundſtimmung im allgemeinen etwas freundlicher. Die
Konven=
tionsverhandlungen in der Kunſtſeideninduſtrie haben noch nicht zu
einem Ergebnis geführt, man hofft aber in Börſenkreiſen weiter auf
eine Verſtändigung zwiſchen der J. G. Farbeninduſtrie und Glanzſtoff.
Nach den Abgaben an der geſtrigen Abendbörſe, die in Zuſammenhang
mit der ſchwachen Haltung der Kunſtſeidewerte in Amſterdam ſtanden,
konnten ſich Glanzſtoffaktien bei allerdings nicht bedeutenden Umſätzen
auf Deckungen 3 Prozent erholen. Im übrigen war die Kursgeſtaltung
nicht einheitlich, überwiegend waren jedoch auf kleine
Wochenſchluß=
deckungen Beſſerungen von etwa 1 Prozent zu verzeichnen. J. G. Farben
eröffneten bei ſtillem Geſchäft faſt unverändert. Am Elektromarkt
konn=
ten AEG. und Schuckert je 0,5 Prozent und Siemens 2 Prozent
an=
ziehen, Chadeaktien dagegen leicht gedrückt. Am Montanmarkt lagen
Phönix und Rheinſtahl je 1 Prozent höher, Mansfelder jedoch 2 Prozent
ſchwächer. Am Bankenmarkt gaben Barmer Bank und Deutſche Bank
leicht nach. Deutſche Anleihen blieben gut behauptet, Auslandsrenten
ſtill. Im Freiverkehr nannte man folgende Kurſe für amerikaniſche
Kunſtfeidenwerte: Enka 34,5; Glanzſtoff 28,5 und Bemberg 34 Dollar.
Im Verlaufe war das Geſchäft zwar weiter recht ſtill, doch konnte
die Beſſerung der Kurſe Fortſchritte machen. Am Geldmarkt war
Tagesgeld infolge erhöhter Medivanſprüche zum Satze von 8 Prozent
ziemlich knapp. Am Deviſenmarkt nannte man Mark gegen Dollau
4,1920; gegen Pfunde 20,/402; London-Kabel 4,8652½; Mailand 92,95;
Madrid ſehr ſchwach 33,00; Holland 12,097/8.
Berlin, 12. Oktober.
Nach ſo gut wie geſchäftsloſem Vormittags= und Vorbörſenverkehr
war die Tendenz der Börſe zum Wochenſchluß anfangs nicht einheitlich
und zurückhaltend. Das Geſchäft war ſehr gering, von ſeiten des
Publikums oder bes Auslandes lagen zu den erſten Kurſen Orders
nicht vor, und die Spekulation ſchritt eher zu Glattſtellungen. Die
vorliegenden Momente waren nicht ungünſtig: New York war zum
Schluß bei weiter leichtem Tagesgeldſatz ziemlich feſt, die Bildung eines
deutſchen Schwachſtromtruſtes unter Beteiligung der Intern. Telephone
ſteht bevor uſw. Man konnte Schwankungen von 1—3 Prozent nach
beiden Seiten feſtſtellen, wobei verſchiedentlich ſchon geringes Angebot
einen Kursrückgang hervorrief. Die vorbörslich ſchwachen
Glanzſtoff=
aktien konnten ſich gut erholen und gegen geſtern ſogar noch leicht
an=
ziehen. Nach den erſten Kurſen wurde das Geſchäft etwas lebhafter,
ausgehend von einigen Spezialwerten konnte ſich das geſamte
Kurs=
niveau um zirka 1—2 Prozent erholen:
Produkkenberichke.
— Mainzer Produktenbericht. Großhandelseinſtandspreiſe per 100
Kilo loco Mainz, am Freitag, den 11. Oktober 1929: Weizen 26, Roggen
19—19,5, Hafer 19,25—19,5, Braugerſte 20,5—21, Futetrgerſte 17—17,5,
Südd. Weizenmehl Spez. 0 38,65, Roggenmehl 0 1 28,5—29,5,
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kleie fein 11, grob 11,75, Roggenkleie 11—12, Weizenfuttermehl
Plata=Mais 20,5, Biertreber 17—18, Erdnußkuchen 22,5—23,5,
Cocos=
kuchen 20,5—25,5, Palmkuchen 19,75—20,25, Rapskuchen 19,5—20,5,
Kleeheu loſe 12,5—13, geb. 13,5—14, Wieſenheu 11,5—12, Maſchinenſtroh
5—5,5; Drahtpreßſtroh 5,5—6. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Butternotierungen. Bei abgeſchwächter Tendenz und
ſchleppendem Abſatz notierte Auslandsbutter 1 Faß (50 Kilo) 2,20,
½ Faß 2,22, in Halbpfundſtücken 2,25. Deutſche Butter 2,05 Mark
das Pfund im Großhandelsverkehr.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Die Stimmung war weiter
feſt „Der Abſatz iſt etwas beſſer geworden. Es notierten (
Auslands=
dier unverzollt ab Grenzſtation, Inlandseier ab Station) in Pfg. pru
Stück; Italiener (geſtrichen), bulgariſche 12—12,75, holländiſche 14 bis
15,60, jugoſlawiſche 12—12,75, polniſche 14—10,75, kufſiſche 12,5—12,75,
däniſche 13,5—15,5, belgiſche (flandr.) 14,5—14,75, franzöſiſche (geſtr.),
rumäniſche 11,5—11,75, ſchleſiſche (geſtr.), bayeriſche 12,25—12,50,
nord=
deutſche 13,75—14,50.
Berliner Produktenbericht vom 12. Oktober. Die Produktenbörſe
verkehrte am Wochenſchluß in ruhiger Haltung. Vom Auslande lagen
kaum Anregungen vor. Für Inlandsweizen waren die Preiſe für
prompte Waggonverladung und auch im handelsrechtlichen
Lieferungs=
geſchäft behauptet. Das keineswegs dringliche Angebot wird von hieſi=
gen und rheiniſchen Mühlen aufgenommen. Die Roggenpreiſe lagen
infolge weiterhin reichlichen Angebots 1—2 Mark unter Vortagsnibeau.
Am Lieferungsmarkt war beſonders die Oktoberſicht bei einem
Preis=
rüickgang von 3 Mark ſtark gedrück:. Von Stützungskäufen war bei
Abfaſſung des Berichts noch nichts zu beobachten. Weizenmehl hat zu
unveränderten Preiſen ſtilles (eſchäft, für Roggenmehl ſind die
Müh=
len zu Preiskonzeſſionen bereit. Für Hafer zeigt ſich nach den
geſtri=
gen Preisrückgängen wieder etwas beſſere Nachfrage. Von Gerſten
finden nach wie vor nur gute Brau= und Futterqualitäten Beachtung.
Vom Rohhäutemarkt. Am Rohhäutemarkt iſt die Lage kaum
ver=
ändert. Der Beſuch auf den letzten Auktionen war nach wie vor gut,
doch zeigten die Käufer weiterhin Zurückhaltung. Leichte
Großvieh=
häute erzielten im allgemeinen letzte Preiſe, wogegen Kuhhäute etwas
abſchwächten. Kalbfelle mußten ſich vereinzelt geringe Abſchwächungen
gefallen laſſen, hatten aber im großen und ganzen letzte Preiſe. Bei
Schaffellen erfolgten die Gebote ſehr vorſichtig, ſo daß ein Teil der
Loſe wegen ungenügender Gebote zurückgezogen wurde; die
Preis=
abſchläge ſchwankten zwiſchen 4 und 8 Prozent. Bei der Berliner
Häute= und Fellauktion wurden erzielt für leichte Ochſenhäute m. K.
73,5, leichte Rindshäute m. K. 76,5, leichte Kuhhäute 63,75, leichte
Farrenhäute 75 Pfg. pro Pfund.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Die Univerſum Film A.=G. erzielte im Geſchäftsjahr 1928/29 einen
Betriebsüberſchuß von 23,10 (21,81). Mill. RM. Abſchreibungen auf
Filme betrugen 12,70 (11,10), Steuern 4,10 (3,50) Mill. RM. Der nach
Abſchreibungen von insgeſamt 15,59 Mill. RM. verbleibende Reingewinn
von 14 358 (161 216) RM. ſoll vorgetragen werden.
Der Rohgewinn der John Cockerill=Geſellſchaft, Brüſſel, zum 30.
Juni 1929 beläuft ſich auf 114,9 Millionen Franken gegenüber 85,3 Mill.
im Vorjahr. Nach Abzug der Steuern, der allgemeinen Unkoſten uſw.
verbleibt ein Reingewinn von 83,2 Mill. Franken gegen 72,9 Mill. i. V.
Der nächſten G.=V. wird eine Dividende von 97,50 Franken vorgeſchlagen.
was eine Summe von 25 Millionen Franken erfordert.
Wie verlautet, hat das Kriegsminiſterium die Abſicht, 27 v. H. der
franzöſiſchen Grenzbefeſtigungsarbeiten als Sachlieferungen an deutſche
Firmen zu vergeben. Der „Ami du Peuple” wendet ſich gegen dieſes
Vorhaben, da viele von den Befeſtigungsarbeiten die größte
Geheim=
haltung erfordern.
Wie Havas aus Madrid berichtet, hat der ſpaniſche
Finanzmini=
ſter nach einem geſtern abgehaltenen Kabinettsrat mitgeteilt, daß die
Regierung ſich mit der Währungspolitik beſchäftigt habe, vor allem mit
den gänzlich abſurden Alarmgerüchten, die den Kurs der Peſeta
beein=
trächtigt hätten. Die Regierung habe beſchloſſen, bis auf weiteres eine
amtliche Kurskontrolle einzuführen.
Die Energie Electrique du Rhin von Mühlhauſen hat in ihrer
a. v. H.=V. beſchloſſen, das Aktienkapital von 125 auf 250 Millionen
Franken zu erhöhen. Außerdem wurde die Emiſſionsgrenze für
Schuld=
verſchreibungen auf 250 Millionen Franken heraufgeſetzt.
Die engliſche Außenhandelsbilanz vom September iſt nach den
Ver=
öffentlichungen des Handelsminiſteriums wenig günſtig. Der Wert der
Einfuhr betrug 98 368 784 Lſtrl., was gegenüber dem September v. J.
eine Erhöhung um 10 690 277 Lſtrl. bedeutet. Die Ausfuhr wird mit
55 104 257 Lſtrl. ausgewieſen. Gegenüber dem September des
Vor=
jahres ſtellt dies eine Verminderung um 1 515 715 Lſtrl., und gegenüber
dem September 1927 ſogar eine Verminderung um nahezu. 5 Mill.
Lſtrl. dar.
Die finniſche Textilinduſtrie hat mit großen Abſatzſchwierigkeiten zu
kämpfen, die mehrere der größten Unternehmen zu Betriebseinſtellungen
bzw. Einſchränkungen gezwungen haben. Einige große Spinnereien
mußten zur viertägigen Arbeitswoche übergehen. Der Abſatz
einheimi=
ſcher Textilien iſt im laufender Jähre um etwa 30=Prozent
zurück=
gegangen.
Vor einigen Tagen iſt in der Ukraine die größte Zuckerfabrik der
Sowjetunion fertiggeſtellt worden. Die neue Fabrik foll täglich 20000
Zentner Zuckerrüben verarbeiten können. Die Baukoſten betrugen 14
Millionen Rubel.
Die amerikaniſche Börſe war geſtern feiertagshalber geſchloſſen.
Das argentiniſche Landwirtſchaftsminiſterium veröffentlicht folgende
Mitteilung über die beſtellte Ackerfläche und reifende Ernte: insgeſamt
13,4 Millionen Hektar, das ſind 760 000 weniger als im Vorjahre.
Wei=
zen 7,9 Millionen, Leinſaat 2,9 Millionen; Hafer 1,3 Millionen; Gerſte
0,6 Millionen und Roggen 0,5 Millionen.
Berliner Kursbericht
vom 12. Oftober 1929
Me
Danatbank
Deutſche Bant
Disconto=Geſ.
Dresdner Banl
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Norbb. Lloyd
A. G. G.
Bahr. Motorenw.
VJ. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Oeviſenmarkt
vom 12. Oktober 1929
V
W2
161.—
161.—
156.50
117.—
156.75
109.125
184.—
1*
225.25
210.—
62.75
159.50
179.75
107.25
Mie e
J. G. Farben
Gelſenk. Bergw.
Geſ.f.eleftr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann ..
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
öln=Neueſſ. Bow.
Ludw. Loewe
Mannesm. Nöhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordb. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppe
Nae
199.—
136.—
181.50‟
141.50
123.—
91.75
20.50
110.50
119.875
183.—
105.75
49.—
113.—
99.—
79.—
Mee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kau
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahllverke
Weſteregeln Alkal
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Wer 1e
findes Eismaſch.
Herm. Poege
VogelTelegr. Draht
Landerer=Werke
R
78.50
363.50
184.—
276.—
112.50
228.—
80.—
41.—
67.375
92.25
152.50
33.75
70.—
54.60
Helſingfors
Wien
Prag
M
Budapeſt=
Sofia
1.
volland
Lslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
Newv York
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr
100 Pengo
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2.Stg.
1 Pap. Pe ſo
1 Dollat
100 Belga
100 Lire
100 Franes
Rait
10.52
58.84
12.391
73.06
3.03
168.3
111.20
111.94
112.3.
20.382
1.750
4. 18a0
58. 43
1.925
16.44
Bri
10.54
58.96
1 2.41
73.20
2.(3
169.71
112.12
112.1
112.57
0.422
1.762/
4.19841
1.96
6.48
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janeiro
Jugoſlawien 1100 Dinar
Portugal
Athen
Konſtantinopellt türk. 2
Kairo
Ranado
Uruguat
58.55 1sland
Tallinn (Eſtl.)
2
Riga
ihrung
1100 Fran ter
100 Peſetas
100 Gulden
11 Den
Milreis
1100 Escudvsl
100 Drachm
1ägypt. *
1 canad. Doll
1 Goldpeſo
1100 eſtl. Kr.
100 eſtl. Kr.
100 Lats
Ret
80.96
61.51
81. 44
2.C0
0.498
7.387
18.78
5.43,
2.C0
20.8
4. 14
4.09
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111.94
80.74
Brief
81. 12
6f.63
81.60
2.005
0.500
1.401
1e.82
5.445
2.009
20.937
4. 149
4.104
92.35
112.21
80.90
Frankfurter Kursbericht vom 12. Oftober 1929.
6% Dtſche.
Reichs=
anl. v. 97 .... ..
6% Baden
Frei=
ſtaat v. 27 ...."
00 Bahern
Frei=
ſtaat v. 27...
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Volks=
ſtaat. . . .. v.
v. 2
Zei.
6% Preuß,
Staats=
anl. v. 28 ....."
O Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27 ....
7%Thüringer
Frei=
ſtaat v. 27 ...
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +.
Ablöſungsanl.
Dtſche. Ank. Ablö.
ſungsſch. (Neub.
Otſche.
Schutzge=
bietsanleihe ,..
80 Bad.=Bad. v.20
6‟ Berlin v. 24.
8% Darmſtadtv. 2
A
Frif. a. M. v. 26
% Mainz v. 26
6% Mannh. v. 26.
6% Nürnbergv. 26.
s‟ Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr.
8, Heſſ. Landesbl.
.%7 Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr.
8‟. Preuß. Lds.=
Pfbr.=Anſt.
Gold=
pfbr.
82I. Preuß. Lbs.,
Pfbr.=Anſt.
Gold=
vbl. . . .. . . . .
73
76.5
88.5
91
91.4
78.5
9.n0
86
86
83
83.75
70
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93.5
72
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3‟/ Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldob
8‟/,
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kredit Goldpfbr.
8‟/ Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . . . . .
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. 1
* Ausl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.,
Abl. (Neubeſitz)
8% Berl. Hhp.=Bk.
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8% Frkf. Hyp. Bk..
4:),% „ Lia. Pfbr.
Pfbr. Bk..
„ Lig. Pfrb.
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8% Mein. Hyp. Bk..
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8% Pfälz. Hyp. Bk.
14½½ Lig. Pfbr
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Boden=
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4½ Lig. Pfl
82½ Preuß. Centrl.=
Bodener.=Bk...
4:=0o Lig. Pfbr.
8eſ=Rhein. Hhp.=Bk.
z Lig. Pfbr
Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit .. .."
18% Sütd. Bod.=
Cred.=Bank.. . .
8% Württ. Hyp.=B
3% Dammler Benz
von 27 ........
82IoDt. Linol. Werke
v. 26..
89 Klöckner=Werke
Berlin v. 26
Mainkrw. v,26
2o Mitteld
Stahl=
werke v. 27
90
96
96
51.
K
21.5
97
72
9n7
76.5
75.5
72.75
9
76.3
96.5
97.5
97.25
70
89
80.5
65.25
8‟/, Salzmann u. Co
v. 26........
79 Ver. Stahlwerke
mit Opt. v. 26
8% Voigtck Häffner
von 26 .... ...
3. G. Farben Bonbs
v. 28 ..."
5% Bosn. L.E.B.
...!
v. 1914
4:/.%0 Oſt. Schatz
anw. v. 1914
4% Oſt. Goldrente
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O Türk. Admin.
1. Bagbal
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1914
Goldr.
Aktien
Accum.=Berlin.
Adlerw. (v. Kleher).
AEG. Stamm ...
AndreaeNoris Zahn
Baſt Nürnberg.
Bergm. El. Werke.
Brown BoverickCie
Brüning & Sohn..
Buderus Eiſen
Eement Heidelbergl
Karlſtadt
Chem. Werte Albert
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Tontin. Eummiw.
Daimler=Benz
Dt. Atl. Telegr. ..
„Eiſenh. Berlin.
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Gold= u. Silb.=Anſtalt
Linoleumwerk.
Dhckerhoff u.
Wib=
mann .. . . .. . . ."
80
112.75
2
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183.5
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160
36
107
145.5
86
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer=Geſ.
Eſchw. Berowert”.
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnerei
J. G. Farbeninduſtrl
Feinmech. (Jetter))
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas .......
„ Hof ....."
Geiling & Cie...
Gelſenk. Berowerk
Geſ. elektr.
Unter=
nehmungen ..
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün &: Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Lsn.)
Harpener Berobau
Henninger, Kempf.
Hilpert Armaturfbr
Hinderichs=Aufferm
Hirſch Kupfer .. . . .
Hochtief Eſſen ...."
Holzmann, Phil.. .
Holzverk.=Induſtrie
Jlſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghaus Stamm
KaltAſchersleben
Salzdetfurth".
Weſteregeln .."
Kammgarn ſpinn..
Karſtadt, 9. .....
Klein, Schanzl. ..
Klöcknerwerke
Lahmeher & Co..
Lech, Augsburg...
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheib Metall
Lutz Gebr. Darmſt
Mainkr.-W. Köchſt.
Mainz.Akt.=Br.
Mannesm. Röhren
214
34
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198/, 9
7E
123
112
70
135.5
Re
49
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89.6
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216
126.5
366
22n
140.5
55
105.25
ue
270
71
13
108
202.:
105
Mansfeld Bergb.
MarswerfeNürnbg.
Metallgeſ. Frankf.- 1120.5
Miag. Mühlenbau
Montecatin: Maild
Motorenfb. Darmſt.
Neckarwerke Eßling. /130
Nicolay, Hofbr. . .
Oberbedarf..
Otavi Minen
Phönix Bergbau",
Reiniger, Gebb. /108
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm.
Stahlwerke
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerte
Sachtleben Al. G. ..
Schöfferhof=Vind..
Schramm Lackfabr.
Schriftg, Stempel.
Schuckert Cleftr. .
Echwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtrie
Siemens &. Halske
Strohſtoff. Ver. ..
Sudd. Immobilien
„ Bucker=A. G...
Svensta Tändſtics
Tellus Bergbou ..
Thür. Liefer.=Gef.
Tucher=Brauerei.
Anterfr. Krs.=
Clei=
tr.=Verſ........
Beithwerke.
Ver. f. Chem. Ind.
Frankf.
Laurahütte.
Stahlwerke ...
Ultrama
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Boigt & Caeſſn
55.5
150
An
145
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75.5
179
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75
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104
101
101-,
88
12.5
1155
75.2r
Frehta,
Vegelin. Nußfabr.
Werger Brauerei.
Zellſtoff. Aſchaffbg..
Memel .. ."
Waldhof ....."
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr. .
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatbi /172.5
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank....
Eff.-u.
Wechſel=
bank.
Diskonto=Geſellſch.
Dresdener Bau1..
Frantf. Bank ...."
Hyp. Bank /134.25
Pfdbr.=Bk. ..
Götha. Grundkr. Bk.
Mein. Hyp.=Bank..
Nürnb. Vereinsbk. .
Oſt. Creditanſtalt ..
Pfälz. Hyp.=Bank /130.75
Reichsbank=Ant. 1282
Rhein.Creditbi. .
„ Hyp.=Bank....
Südd. Bod.=Cr. B1
Wiener Bankverein/ 12‟,
A.. G. f. Verjehren
Allg. Lokalb. Kraftt
7% Dt. Neichsbahr
Vorzge
Hapag.
Nordd. Lloyd
Schantung=Eiſer
Südd. Ciſenb.=Ge
R6
10
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143.
219.5
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung ..."
Frkft. Alllg. Verſ.=C
Frankona Rück= u.
Mitv. . . .."
Mannh. Verſich.
123
150
261
161
120.5
161
156
102
136
125
120
50
31.25
119.75
146
109.75
250
—
[ ← ][ ][ → ]Seite 14
Sonntag er 13 Oktohe: 142g
Nummer 284
Oskar Eberhard.
Die glückliche Geburt unſeres
Stamm=
halters zeigen in großer Freude an
Dr.=Ing. Wallſtein u. Frau
Annelieſe, geb. Petrenz.
Darmſtadt, den 12. Oktober 1929
z. Zt. Privatklinik Dr. Hoffmann, Riedeſelſtraße 52.
Giſela.
Die Geburt eines geſunden Töchterchens
zeigen in dankbarer Freude an
Dr. Kurt Lücken und Frau
Friedel, geb. Nettesheim.
Darmſtadt den 11. Oktober 1929.
Hobrechtſtraße 39.
Anne Thoma
Willi Steinmann
Verlobte
Weinbergſtraße 18 Stiftsſiraße 97
Fußpflege
meſſerloſe Behdlg.
pez. f. Nagelbehdlg
Ref. erſter Häuſer
Aug. Dreſcher
Spez. f. Fußpflege
Bismarckſtr. 56p.
Teleph. 1882. (13296a
Statt Karten.
Uhre Vermählung beehren sich
an-
zuzeigen
Erich Leonhardt u. Frau
Tilde, geb. Eirich,
Villenkolonie Eberstadt, Oktober 1929.
N. Darmstädterstr. 134.
Ihre
Silberne Hochzeit
begehen am Mittwoch, den 16. Oktober
das Ehepaar Georg Schneider und ſeine
Ehefrau Käte, geb. Wolf, Hölgesſtr. 1.
Glückauf zur Goldnen! (16139
Statt Karten.
Für die uns anläßlich unſerer Vermählung
ſo zahrreich erwieſenen Aufmerkſamkeiten
ſagen wir Allen auf dieſem Wege unſeren
herzlichen Dank.
Heinrich Knöpp und Frau
Grete, geb. Becker.
An Vertret., die b. d.
backer-
kundſchaft
gut eingeführt ſind,
vergebe ich die
Ver=
tretung meiner
Paſama=Fabrikate.
(Backtücher.
Spritz=
beutel, Berufskleid.
Webwaren).
Paul Sappelt,
Magdeburg.
Stein=
ſtraße 9/10. (16063
Kraut
wird eingeſchnitten.
Schubkegel.
Stift=
ſtraße 52, H. I. I. (*
Todes=Anzeige.
Nach einem arbeitsreichen Leben verſchied
heute Nacht unſer lieber, treuſorgender Vater,
Großvater und Schwiegervater
Sheovor Peitt
Rechnungsrat i. R.
im 81. Lebensjahr.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Hanna Rein, geb. Petrh
Am 8. ds. Mts. ſtarb unerwartet der Vorſitzende
der „Ortsgruppe Alter Rudolſtädter Corpsſtudenten”
zu Darmſtadt
Herr Oberſtabsveterinär a. D.
Dr. med. Vel. Atfreo Trettop
Teutoniae, Saxo=Thuringiae A. H.
Wir betrauern aufs Tiefſte den Verluſt eines um
das Wohl und das Gedeihen der hieſigen
Orts=
gruppe ſtets treu beſorgten Freundes, dem wir ein
ehrendes Andenken bewahren werden.
Die Ortsgruppe Darmſtadt
Alter Rudolſtädter Corpsſtudenten
J. A.: Hans Braun
Gueſtphalige=Erl. A. H.
Tilla Kaus, geb. Petih
Wilhelm Rein, Profeſſor
Karl Kaus, Lehramtsaſſeſſor
und Tilli Rein.
„ R.
Darmſtadt, Breslau, Goddelau,
den 12. Oktober 1929.
Die Beerdigung findet am Montag, den 14. Oktober,
nachmittags um ½4 Uhr, auf dem Waldtriedhof ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine herzensgute, treubeſorgte Mutter
Todes=Anzeige.
Durch einen ſanften Tod wurde heute
unſer lieber Senjorchef
Herr
Jannes Banel
Spenglermeiſter
in ein beſſeres Jenſeits abgerufen.
Wir werden ſiets in Ehren ſeiner
ge=
denken.
Das Perſonal der Firma
Ernſt Waſſer.
Darmſtadt, den 12. Oktober 1929. (16057
geb. Schmidt
in kaum vollendetem 83. Lebensjahre, nach
ſchwerem Seelenleiden, zu ſich abzurufen.
In tiefem Schmerz:
Heinrich Bonifer
Stadibauinſpektor i. R.
Darmſiadt, den 12. Oktober 1929.
Die Beiſetzung hat nach Wunſch der Entſchlafenen in
der Stille ſiattgefunden.
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Innigen Dank für jede liebe Teilnahme, für
jedes treuliche Gedenken und jeden letzten
Blumengruß.
Die tieftrauernden Kinder:
Herta Piſchon, geb. Crößmann
Nelly Crößmann
Anne=Marie Crößmann.
Darmſiadt, den 12. Oktober 1929.
Ver-
mie.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſere gute
Mutti, meine liebe Frau
Cot Sacfel
geb. Nohl
plötzlich und unerwartet zu ſich zu rufen.
In tiefer Trauer:
Dipl.=Ing. Jul. Schäfer, Fabrikdirektor
Elſe Herbſt, geb. Schäfer
Dipl.=Ing. Karlheinz Schäfer
Käte Ferdinand, geb. Schäfer
Leni Schäfer
Julius Schäfer
Kaufm. Paul Herbſt
Dipl.=Ing. Curt Ferdinand
und 2 Enkelkinder.
Braunſchweig, den 11. Oktober 1929.
Hennebergſtraße 3.
(TV. 16124
Einäſcherung Montag 1 Uhr.
Von Beileidsbeſuchen wird gebeten Abſtand zu nehmen.
Friſeur= u. Perückenmacher=
Zwangs=Innung Darmſtadt
Wir geſtatten uns, die
ver=
ehrlichen Mitglieder von dem
Ableben des Kollegen
geziemend in Kenntnis zu
ſetzen.
Die Beerdigung findet am
Montag, den 14. Oktober,
vor=
mittags 11 Uhr, auf dem
Waldfriedhof ſtatt.
Um zahlreiche Beteiligung
wird gebeten.
16084)
Der Vorſtand.
Verein ehem. Marineangehöriger
Darmſtadt.
Am 11. d. Mts. verſtarb unerwartet
unſer lieber Kamerad (16109
Heinrich Rapp.
Wir werden ſeiner ſtets in Ehren
gedenken.
Der Vorſtand.
Die Beerdigung findet Montag,
vormittags 11 Uhr, auf dem
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Drei Jahre Kerker für den Bücherdieb.
Frankfurt a. M. Wie aus Graz gemeldet
wird, wurde in dem Prozeß gegen den
Privatgelehr=
ten Dr. Arnulf Kogler, der angeklagt war, im Jahre
1924 in Graz Scheckbetrügereien und in den Jahren
1924/27 in der Stadtbibliothek in Frankfurt a. M.
Bücherdiebſtähle begangen zu haben, am Freitag das
Urteil gefällt. Der Angeklagte wurde wegen
Bücher=
diebſtahls zu drei Jahren ſchweren Kerkers verurteilt.
Von der Anklage des Scheckbetruges wurde er
frei=
geſprochen. Er erklärte, die Strafe ſofort antreten zu
wollen. Eine Hausſuchung, die im Laufe der
Er=
mittlungen in der Wohnung Dr. Koglers
vorgenom=
men wurde, förderte vier Handſchriften zutage, die
ſämtlich der Frankfurter Stadtbibliothek gehören. Der
Angeklagte hatte auch eine große Anzahl von Adreſſen
in Deutſchland und in anderen Ländern angegeben,
an die er die geſtohlenen Bücher und Wiegendrucke
ver=
kauft hat.
Kinoraub in Mannheim.
Mannheim. Ein dreiſter Raubüberfall auf
die Kaſſe des Lichtſpieltheaters Schauburg in der
Breiten Straße wurde am Freitag abend verübt. Dazu
meldet der amtliche Polizeibericht: Geſtern abend
gegen 21,30 Uhr wurde die Kaſſiererin des
Lichtſpiel=
hauſes Schauburg in der Breiten Straße in dem
Augenblick, als ſie mit Lohngeldern in Höhe von
rund 600 Mark den Kaſſenraum verließ, von einem
Unbekannten überfallen und des Geldes beraubt. Der
Täter ſprang auf einen kurz vorher aufgefahrenen
Perſonenwagen. Gegen einen Verfolger wurden
mehrere Schüſſe aus einer kleinkalibrigen
Mehrlade=
piſtole abgegeben; dabei wurden zwei Perſonen durch
Armſchüſſe verletzt. Die beiden Verletzten wurden in
das Krankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr beſteht
nicht. Bei dem Ueberfall handelt es ſich wahrſcheinlich
um drei Täter, wovon ſich nur einer in den
Kaſſen=
rqum begeben hatte, während die beiden anderen im
Auto verblieben. Es ſtellte ſich heraus, daß der zur
Tat verwendete Kraftwagen kurz vorher auf dem
Parkplatz bei 0,6 einem Arzt aus der Pfalz
ent=
wendet worden war. Der Wagen wurde Samstag
früh um 4 Uhr in der Karl=Ludwig=Straße
aufge=
funden.
Luftſchiffbeſatzung gegen Arktisfahrt.
Friedrichshafen. Wie wir von gut
unterrichteter Seite erfahren, hat die Leitung
des Luftſchiffbaues Zeppelin an die Beſatzung
des „Graf Zeppelin” die Anfrage ergehen laſſen,
wie ſie ſich zu der Nordpolfahrt 1930 ſtelle, und
ob ſie gewillt iſt, an der Fahrt teilzunehmen.
Nach längeren Beratungen hat die Beſatzung
ſchriftlich der Schiffsleitung gegenüber erklärt,
daß die geſamte Beſatzung aus finanziellen und
techniſchen Gründen nicht an der Fahrt
teil=
nehme. Die Stimmung unter der Beſatzung
gegenüber dieſer Fahrt iſt ſehr peſſimiſtiſch,
be=
ſonders unter den älteren und langjährigen
Be=
ſatzungsmitgliedern.
Eiſenbahnunfall bei Ulm.
UIm. In der Station Sontheim an der Brenz
fuhr Samstag früh 6 Uhr ein Güterzug auf einen
Perſonenzug auf. Mehrere Güterwagen wurden
um=
geworfen und entgleiſten. Vom Pexſonenzug wurden
mehrere Wagen ſtark beſchädigt. Perſonen kamen
nicht zu Schaden. Von Ulm iſt ein Hilfszug nach
Sontheim abgegangen.
Tödlicher Unfall durch ſcheuende Pferde.
Kreuznach. In dem Augenblick, als ein
Land=
wirt ein Faß Moſt im Keller ausleerte, gingen die
Pferde mit dem Wagen durch. Im letzten Augenblick
konnte er einem Pferde noch in die Zügel greifen.
Der Wagen rutſchte aber gegen eine Gartenmauer.
Durch den Anprall wurde der Landwirt von der
Deichſel von hinten an den Kopf getroffen. Er ſtarb
nach kurzer Zeit an den erlittenen Verletzungen.
Mit wertloſem Inflationsgeld bezahlt.
Oberſtein. Ein Wanderburſche bezahlte in
einem hieſigen Geſchäft mit einem wertloſen
In=
flationsſchein. Er hatte hier vor einigen Tagen
Un=
tenkunft erhalten und gab dafür einen Fünfmarkſchein
in Zahlung. Der Geſchäftsmann hatte Mitleid mit
dem Wanderburſchen und gab ihm drei Mark zurück.
Als der Burſche von dannen gezogen war, bemerkte
der Geſchäftsmann erſt, daß er einem Betrüger zum
Opfer gefallen war.
Das neue engliſche Luftſchiff aus der Halle
herausgebracht.
London. Das neue engliſche Luftſchiff „R 101‟
iſk am Samstag zum erſten Male aus der Halle
her=
ausgebracht und am Ankermaſt feſtgemacht worden.
Die Mikropa pflegt den Dienſt
am Kunden.
Die Streſemann=Skraße in Berlin.
Die Königgrätzer Straße in Berlin
wird laut Magiſtratsbeſchluß von nun ab den Namen des verſtorbenen Reichsaußenminiſters tragen.
Die Berſkeigerung der Sammleeng Eouard Simon, Berlin.
Die „Maria mit dem Kind” von Riccio (Padua),
eines der ſchönſten Stücke der Sammlung Dr. Eduard Simon die im Berliner Eſplanade=Hotel unter
den Hammer kam, wurde mit 150 000 Mark verſteigert. Schon der erſte Tag der Auktion, dem
größten Berliner Kunſtmarkt=Ereignis der letzten Zeit, brachte 2½ Millionen Mark.
Der neue Schlafwagenplatz=Anzeiger
auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin zeigt
ver=
mittelſt eines Leuchtſchildes welcher Zug noch
Bettplatze frei hat. So bleibt den Reiſenden
das langwierige Befragen der Schaffner erſpart.
Der Abmarſch.
Am 15. Oktober wird Bad Ems
geräumk.
Bad Ems. Wie jetzt von amtlicher Seite
ver=
lautet, wird das hier liegende franzöſiſche Infanterie=
Bataillon am 15. Oktober endgültig Bad Ems
ver=
laſſen. Es bleibt lediglich eine kleine
Abwicklungs=
kommiſſion hier, die aber ebenfalls vor Ende des
Monats weggehen wird; dagegen bleibt die
Gendar=
merieſtation bis zum letzten Termin der Räumung
der zweiten Zone hier. Die von der Beſatzung
be=
ſchlagnahmten Privatwohnungen ſind zum größten
Teil wieder freigegeben worden; auch wurde der
eigens für die Beſatzung angelegte Friedhof, auf dem
ein franzöſiſcher Kriegsgefangener und ſieben während
der Beſatzungszeit geſtorbene franzöſiſche Soldaten
begraben ſind, an die deutſche Verwaltung
zurückge=
geben. Was mit dem umfangreichen Kaſernengebäude
geſchehen ſoll, ſteht noch nicht feſt; es beſteht die
Abſicht, die Emſer Schulen darin unterzubringen.
Teilweiſe Räumung von Oberſtein
und Idar.
Oberſtein (Nahe). Wie wir von zuverläſſiger
Seite erfahren, verläßt der weitaus größte Teil der
in Oberſtein liegenden Beſatzungstruppen mit dem
Gruppenkommandeur die Städte Oberſtein und Idar
und ſiedelt in den neuen Garniſonsort in der
Bre=
tagne über. Nur ein kleines Kommando bleibt zurück.
Die Freigabe der Gebäude und Wohnungen iſt mit
dem Abzug der Beſatzung einſtweilen nicht
ver=
bunden. Die beiden Städte bleiben nach wie vor
Gar=
niſonsorte und unterliegen damit weiter den
Or=
donnanzen der Rheinlandkommiſſion. Eine Freigabe
von Wohnungen und Gebäuden wird erſt dann
er=
folgen, wenn die Gewißheit beſteht, daß der
Young=
plan von Deutſchland ratifiziert wird.
Eine Barke geſunken.
London. Nach in New York eingegangenen
Berichten aus Tlapocohan im Staate Vergcruz iſt am
Freitag eine Barke durch eine große Sturzwelle
ge=
kentert und geſunken. Dreißig Perſonen ſollen
er=
trunken ſein.
Dr. Kogler geſteht den Diebſtahl ein.
Graz. Der heutige Verhandlungstag brachte das
Geſtändnis des Diebſtahls. Kogler, der
am Donnerstag noch alle Beſchuldigungen der aus
Frankfurt erſchienenen eZugen geleugnet hatte, brach
am Freitag unter der Laſt der gegen ihn
vorge=
brachten Beweiſe zuſammen und legte ein volles
Ge=
ſtändnis ab. Er gab zu, alle Werke, die von der
Anklage als geſtohlen aufgezählt werden, aus der
Frankfurter
Stadtbibliotherentwen=
der zu haben. Ebenſo habe er auch alle jene
Hand=
ſchriften und Inkunabeln weggetragen, wegen der
noch Zweifel beſtanden. Das „Miſſale Moguntinum”
will der Angeklagte jedoch auf dem Grazer
Lumpen=
markt gekauft und zuſammengeklebt haben. Kogler
geſtand auch auf Fragen des Zeugen Profeſſor
Sar=
now, daß er noch eine Anzahl Werke in den Regalen
der Bibliothek verſteckt habe, um ſie ſpäter zu
ver=
kaufen. — Während der Mittagspauſe wurde in der
Wohnung des Angeklagten eine Hausſuchung
vorge=
nommen, wobei man vier Handſchriften aus der
Frankfurter Bibliothek auffand. In der
Nachmittags=
verhandlung wurden die Schadenserſatzanſprüche
an=
gemeldet. Ein deutſcher Buchhändler beziffert ſeinen
Schaden mit 65 000 Mark, die Frankfurter
Stadt=
bibliothek ſchloß ſich mit einem Erſatzänſpruch von
50 000 Mark dem Strafverfahren an, während
Direk=
tor Böhler den Geſamtſchaden auf 175 000 Mark
be=
zifferte.
Windhoſe über Staaken.
Die Gartenſtadt Staaken bei Spandau wurde am
Freitag nachmittag von einer verheerenden Windhoſe
heimgeſucht. Der Schaden den das Unwetter
ange=
richtet hat, iſt außerordentlich groß. In wenigen
Se=
kunden waren von mehr als 50 Häuſern die Dächer
abgedeckt. Der Schaden betrifft meiſtens Arbeiter und
kleine Beamte, die ſich hier in Siedlungshäuſern ein
Heim gegründet hatten. Die Windhoſe richtete in
der Kolonie Neu=Staaken ebenfalls großen
Sach=
ſchaden an. Hier ſind etwa 1000 Wochenendhäuſer vom
Sturm niedergeriſſen und große alte Bäume
entwur=
zelt worden. Soweit bekannt iſt, ſind Perſonen bei
dem Unwetter nicht zu Schaden gekommen.
Schweres Unglück bei einer
Artillerie=
ſchießübung.
Madrid. Bei einer Schießübung der Artillerie
bei Cordoba wurden durch einen Frühkrepierer acht
Soldaten ſchwer verletzt.
Die größte Brücke Europas.
Die Einweihung der Rheinbrücke
Düſſeldorf-Neuß.
Düſſeldorf. 12. Oktober.
Heute mittag wurde die von den Städten
Düſſeldorf und Neuß und der Rheiniſchen
Bahn=
geſellſchaft neuerbaute Rheinbrücke Düſſeldorf—
Neuß in feierlicher Weiſe eingeweiht. An dem
Feſtakt nahmen u. a. Reichsverkehrsminiſter Dr.
Stegerwald, der preußiſche Innenminiſter
Grze=
ſinſki, der preußiſche Wohlfahrtsminiſter Dr.
Hirt=
ſiefer und der Staatsſekretär im Miniſterium für
die beſetzten Gebiete Schmid teil. Nach den
Be=
grüßungsworten des Oberbürgermeiſters Dr.
Lehr=Düſſeldorf hielt der Generaldirektor der
Rheiniſchen Bahngeſellſchaft Fritzen eine
An=
ſprache, in der er namens der Reichsbahn, die
mit den Städten Düſſeldorf und Neuß Bauherr
im engeren Sinn geweſen ſei, alle diejenigen, die
in den zweieinviertel Jahren an dieſem Werk
mitgearbeitet haben, zur glücklichen Vollendung
des Werkes beglückwünſchte. Beſondere
Dankes=
worte richtete er an, die Reichs= und
Staats=
miniſter und den Oberpräſidenten. — Hierauf
ergriff Reichsverkehrsminiſter Stegerwald das
Wort zu einer kurzen Anſprache. Er
beglück=
wünſchte namens der Reichs= und preußiſchen
Regierung die Städte Düſſeldorf und Neuß ſowie
die Rheiniſche Bahngeſellſchaft zu dem glücklichen
Gelingen des Werkes trotz der ſchweren Zeiten,
und erinnerte an die lange Beſetzungszeit, die
die Stadt Düſſeldorf hinter ſich hat. Er habe
die Zuverſicht, ſchloß der Miniſter, daß das
deut=
ſche Volk und die Stadt Düſſeldorf nach den
letz=
ten ſchweren 15 Jahren einer beſſeren Zukunft
entgegengehen. In dieſem Sinne übergab er die
neue Brucke dem Verkehr.
Die neue Brücke Köln—Mülheim.
Das Bauwerk iſt eine leicht geſchwungene
Hänge=
brücke, die in 315 Meter Spannweite von Ufer zu
Ufer den Rhein überbrückt. Die Geſamtlänge der
Brücke einſchließlich ihrer Rampen beträgt 1,3
Kilo=
meter. Die beiden Pilonen erheben ſich bis zu einer
Höhe von über 60 Meter über dem Waſſerſpiegel. Die
rechtsrheiniſche Rampe greift tief in den Vorort
Mül=
heim hinein; ihr haben 70 Häuſer mit 315
Wohnun=
gen und 57 Gewerbebetriebe weichen müſſen.
Selbſt=
verſtändlich ſind die Bewohner in Neubauten
unter=
gebracht worden. Die Geſamtbreite der Brücke
be=
trägt 32 Meter, davon die Doppelfahrbahn mit
Straßenbahngleiſen 22 Meter, zwei Radfahrwege je
1,5 Meter und zwei Gehwege je 3,5 Meter. Die
Koſten belaufen ſich auf 16,9 Millionen Mark; davon
entfallen 14,7 auf die Brücke und 2,2 Millionen auf
die Rampen. Außerdem entſtanden gewaltige
Grund=
erwerbskoſten. Der Bau der Brücke begann Ende
Mai 1927 und trotz der langen Froſtperiode und der
Hochwaſſergefahr des vergangenen Winters konnte
die Baufriſt von 29 Monaten innegehalten werden,
eine glänzende techniſche Leiſtung, die unter
Lei=
tung des bekannten Brückenbauers Oberbaurat
Wolt=
mann, von den beteiligten Firmen M. A. N. Harkort,
Ph. Holzmann, Grün u. Billfinger, Vereinigte
Stahlwerke uſw. vollbracht wurde. Die Brücke
er=
hält nicht nur durch ihre Größe ihre Beſonderheit,
ſondern auch durch die Tatſache, daß hier erſtmals
ſtatt einer Gliederkette ein Rieſenkabel verwandt iſt,
das die einheimiſche Weltfirma Felten u. Guilleaume
Carlswerk A.=G. geliefert hat. Die neue
Hänge=
brücke verbindet die nördliche Stadthälfte Kölns und
dient zugleich als Aufnehmer und Verteiler für den
gewaltigen Verkehrsſtrom aus dem Ruhrgebiet und
dem Bergiſchen Land. Sie ermöglicht eine glatte
Durchfahrt durch Köln über die Ringe, ſo daß die
enge Altſtadt unberührt bleiben kann. Architektoniſch
iſt die Brücke unter Mitwirkung des Baudirektors Abel
geſtaltet; ſie läßt ſowohl den Blick auf die reizvollen
Kölner Uferpartien mit dem Maſſiv des Domes als
auch umgekehrt den Ausblick auf Mülheim und die
Höhenzüge des Bergiſchen Landes offen.
Havarie der „Los Angeles”.
Paris. Das amerikaniſche Marineluftſchiff „Los
Angeles” ſoll nach einer Meldung der Pariſer
Aus=
gabe des „New York Herald” bei einer Fahrt über
dem Meere Havarie durch Bruch eines
Oelzufuhr=
rohres erlitten haben. Das Schiff iſt von ſeiner
Baſis Lakehurſt etwa 100 Meilen entfernt. Die
Be=
ſatzung verſucht, die Reparatur mit Bordmitteln
durchzuführen.
Neuer Raubüberfall in Bulgarien.
Sofia. Die Räuberbande, die vor einigen Tagen
ein Attentat auf den Schnellzug Sofia-Varna
ver=
ſucht hat, überfiel am Freitag das Poſtamt in der
Stadt Tepeweni und plünderte es vollſtändig aus=
Die Räuber räumten dann ein Perſonenauto und 12
Bauernwagen aus. Die Bande ſteht unter der Fühe
rung des ſerbiſchen Emigranten Uſunow.
Nummer 284
Sonntag, den 13. Oktober 1929
Seite 17
[ ← ][ ][ → ] und ihr Ratschlag wird Ihnen nützlich sein.
Es ist Aufgabe unserer Wanderlehrerinnen, Sie,
verehrte Hausfrau, in allen Wäschefragen zu
be=
raten und Ihnen zu helfen. Unser Wunsch ist, daß
jede Persiltreundin in den Genuh aller
Vor=
züge kommt, die dieses ausgezeichnete
Wasch-
mittel bietet, Dazu ist vor allem die genaue
Kennt=
nis der Anwendung und Wirkung ertorderlich.
Sie können es sehr leicht errechnen,
wievielPersil Sie für Ihren Waschkessel
gebrauchen. Machen Sie sich nur
einmal die kleine Mühe,
festzu-
stellen, wieviel Eimer Wasser.
der Kessel enthält, wenn Sie
waschen wollen!
Auf je 3 Eimer Wasser
kommt 1 Paket Persil.
Nur kalt aufgelöst bringt
Persil die volle Wirkung ein,
Persil ist außerordentlich
er-
giebig und von unvergleichs
licher Waschwirkung.
nur in Onginalpackung.
Miemals lose
End
Aan
IHHAB
Hnannnnnnnnnnannnnnnnnngnnnnnnnnn
HHAHHnaannannnnnnnnnnr
Geltto
Abſeits der großen Heer= und Pilgerſtraße, auf der
die Sleepings und Nolls Royce der großen Welt rollen,
zwiſchen den grüngoldenen Ebenen der Marken und der
Nomagna, bilden zweiundſechzig Quadratkilometer
ent=
ſchloſſen die Nepublik San Marino.
Von Nimini, dem Seebade mit Sommervillen,
Luxus=
hotels, Badehäuschen und rahmfarbſeidenen Mädchenbeinen,
von Nimini, der kleinen altertümlichen Stadt mit Brücke
und Triumphbogen Kaiſer Auguſtus” mit Waſſern voll
bun=
ter Segel, winkeligen, engen Gaſſen, niederen Gewölben (in
denen Krämer, Cabakhandler, Juweliere, auffallend viel
Juweliere hauſen), . . . führt eine Straße durch gelobtes
Land, in Blau und Grün, zu der kleinen, der kleinſten
Nepu=
blik der Welt.
Vierundzwanzig Kilometer ſind es, und einmal am
Mor=
gen und am Abend befährt ſie donnernd und poltend ein
Autobus voll Bauern, Geflügel, Gemüſe, Kiſten und
Kör=
ben, ein nicht mehr ganz neuer, und unter Cag die
leicht=
fertige Schar der Privatautos; auch Karren, hohe
zwei=
rädrige, von ſtillen Maultieren gezogen oder edlen weißen
Rindern mit feierlichen Lyrahörnern. (Doch ſchon
verhan=
delt die Nepublik mit dem ſie umſchließenden Königreich
Italien über die Anlage einer elektriſchen Bahn.)
Wein, Hafer und Mais wird hier gebaut, und das Meer
leuchtet darei. Ueber der Kühlerſchraube des braven
Lancia, ſo man zu Nimini mieten kann, ſteigt der Felskoloß
mit den kriegeriſchen Sinnen dreier Cürme auf:
Wahr=
zeichen und Wappen San Marinos. Sanftes Hügelland reicht
zu ihm hin. Eine Brücke ſpringt über ein kleines Cal.
„Wir ſind in der Nepublik!” ruft der Chauffeur
ver=
gnügt in den Fond. Iſt er glücklich, in einer Nepublik zu
ſein, oder macht er ſich darüber luſtig?
Auf dem Nande des mächtigen Monte Citano,
ſechs=
hundert Meter über dem Aeere, ſtehen drei Burgen, hoch
bezinnt.
Auf dem Nücken des mächtigen Monte Citano,
ſechs=
hundert Meter über dem Meere, liegt die winzige
Haupt=
ſtadt des winzigen Landes, mit Gaſſen, Winkeln, Coren,
Stiegen, klappernden Fenſterläden, hoch ummauernt und
be=
türmt. Es iſt eine ländliche, enge, ſteile, nicht ſehr lebendige
Stadt, und ſie macht ein wenig den Eindruck, künſtlich
ge=
nährt und erhalten zu werden, wie dieſes ganze, nicht
ſon=
derlich aktuelle Staatsweſen. Einzig der Fiſchmarkt belebt
ſie laut und bunt. Fiſcher der Adria beſchicken ihn mit
Sar=
dinen, Languſten, Caſchenkrebſen und den zarten, weiß
ſchimmernden Cintenfiſchen, die in Oel gebacken und mit
Sitronenſaft betropft werden.
Vor dem etwas zu neuen Negierungsgebäude (es hat
den Umfang eines kleinen Dorfrathauſes), auf einem
Von OſſipKalenter.
ſchönen, lichten und freien Platze ſteht die Statue der
Frei=
heit. Mit Necht. Frau Ottilie Heuroth=Wagener, die, je
nachdem, ob du ein Engländer oder ein Deutſcher biſt, vom
Führer, der ſich beim Eintritt in die Stadt erinngengleich
an deine Sohlen heftet, für eine Engländerin oder eine
Deutſche erklärt wird, ſtiftete ſie. In Wahrheit war dieſe
Ottilie, ſpätere Herzogin von Noncidello und Acquaviva,
eine Deutſche, Schweſter des 1875 verſtorbenen Auguſt
Heu=
roth, der die Stadt Heurothsberge bei Magdeburg gründete,
in erſter Ehe mit dem Bankier Wagener verheiratet, dem
damaligen Inhaber des Berliner Bankhauſes Anhalt u.
Wagener Eine romantiſche Natur, den Italienern und
der Katholizität zugetan, ſenſibel und ſpleenig. Biographen
iſt ſie zu empfehlen.
Aber kehren wir zu unſerer kleinen Republik zurück!
Die Freiheit führt ſie im Schilde und wahrt ſie ſelbſt
auf die Gefahr hin, ein wenig lächerlich und überholt zu
wirken in unſeren Cagen. Heute iſt dieſe Freiheit eine Laune,
ein Scherz, ein geographiſches und politiſches Apercu. Aber
ehedem wurde ſie verteidigt. Gegen habgierige Malateſtas.
Gegen kriegeriſche Päpſte. Im übrigen hielt man Frieden.
war nicht heroiſch und gar nicht imperaliſtiſch geſinnt. So
daß, als Napoleon der kleinen Nepublik ironiſch einen
hüb=
ſchen Fetzen Landkarte zum Fraße vorwarf, höflich, artig,
beſcheiden, doch beſtimmt abgelehnt ward; worauf der Held
ſeine Bewunderung melden ließ. Geſchehen 1797.
Napo=
leon III. ahmte ſeinen großen Vorfahren auch in der
Be=
wunderung für die kleine Nepublik nach, und nur ihm und
ſeinem bizarren Schutz= und Freundſchaftsbündnis dankte es
der Miniaturſtaat, daß ihn nicht das geeinte Italien
ver=
ſchlang.
Die Freiheit von San Marino beſteht ſeit anderthalb
Jahrtauſenden; ſeit ſiebenhundert Jahren: die Verfaſſung,
die dem Lande zwei Präſidenten (die Capitani regenti) und
ein Parlament von ſechzig Deputierten (den Consiglio
geverale) gegeben hat, davon je zwanzig Edelleute,
Bür=
ger und Bauern ſein müſſen, vom Volke auf Lebenszeit
ge=
wählt. Die Präſidenten, je einen Edelmann oder Bürger
und einen Bauern, wählt das Parlament aus ſeinen
Mit=
gliedern auf ein halbes Jahr, einmal im Frühling und im
Herbſt. Ein Staatsſekretär für das Innere, einer für die
Sinanzen und ein Ausſchuß von zölf Mitgliedern des
Consiglio generale (der von Jahr zu Jahr gewählte Senato)
helfen den beiden Präſidenten regieren.
Elementarſchule, Lyzeum, Gymnaſium ſind da. Es iſt
ein klein Paris. Prachtvoll und von lateiniſcher
Selbſt=
verſtändlichkeit der Geſtus: in den Kapitalen Europas ſind
die dreizehntauſend San Marineſer durch Konſuln vertreten;
Dichter und Könige ernennt die Nepublik freimütig zu ihren
Ehrenbürgern. Die beiden Napoleons waren es, Verdi,
Carducci und — Bismarck.
Beſinnlich, von geſunder Nüchternheit einige
Konzeſſio=
nen: Gerichtsbarkeit und Polizei ſind italieniſch, denn man
iſt allzu dicht verwandt und verſchwägert in dem kleinen
Lande, und italieniſch iſt, um den Handel zu erleichtern, auch
das Geld, obwohl es eine eigene Währung gibt und vor
dem Kriege hübſche, handliche Silbermünzen geprägt wurden,
die vor dem Core der Stadt ein junger Mann im Smoking
zu Liebhaberpreiſen feilbietet. (Wohingegen als
Briefmar=
ken, Sammlern zur Feier, original San Marineſiſche in
Ge=
brauch ſind.)
Auch eine Armee ſoll die kleine Nepublik haben: fünfzig
Mann. Ich ſah ſie nicht, und es gibt ſie vielleicht gar nicht,
oder nur Sonntags. Es iſt übrigens eine Miliz. Im Kriege
blieb die Nepublik, ihren Grundſätzen getreu, neutral.
Swan=
zig Legionäre kämpften auf italieniſcher Seite.
Myſtiker könnten eine geheimnisvolle Beziehung der
Sahl zwei zu allem San Marieſiſchen beobachten. Swei
Präſidenten, zwei Staatsſekretäre . . . Swei Kanonen beſitzt
San Marino. Der König von Italien ſchenkte ſie der
fried=
liebenden Nepublik. Warum? Sie ſtehen auf einer der drei
Burgen unbenutzt in einem alten Holzſchuppen. — Swei
Gefangene hält dieſe Burg, und da ſie dreihundert Meter
lotrecht über den Abgrund ragt, beſteht wenig Ausſicht, daß
ſie ſie vor der Seit verlaſſen. Einen ſah ich. Ich weiß nicht,
was ſein Verbrechen war, ob er raubte, ſtahl, hehlte, falſches
Seugnis ablegte, die Heilige Mutter Gottes läſterte oder
ſeinen Nebenbuhler erſtach, aber es war ein bleicher junger
Mann mit hohlen Wangen und tiefliegenden Augen, und er
entſprach ganz der Vorſtellung, die Nomantiker ſich von
einem Gefangenen machen. Er hielt einen Napf Reis mit
Bohnen in den Händen und blickte — man kann hier wohl
ſagen: träumeriſch — in die Ferne, die rings die Sinnen
um=
blaute.
Der Wind weht friſch um die hochgebaute Stadt, von
der man in die blauen Berge Umbriens und Coskanas blickt,
und im Winter bedeckt ſie, während unten i kleinen,
fluß=
umzogenen Lande der Mais gilbt, dicker Schnee.
Einzig nennenswertes Landesprodukt iſt der Stein, der
im Monte Citano gebrochen wird; mächtig begehrt zum
Bau der (auch hier arg mangelnden) Häuſer. Und der Wein,
der in den Gärten wächſt, iſt ſüßer, goldener
Muska=
teller, der die große Welt da draußen mit ihren großen
Sorgen ſelig vergeſſen läßt und gut iſt an den langen San
Marineſiſchen Abenden, die kein Kino kürzt und keine
Eiſen=
bahn durchbrauſt, und wo es ſtill wird, wenn das
Angelus=
geläut verklingt, und einſam, wenn man die ſchweren Cüren
und windſchiefen Fenſterländen ſchließt.
aun
HHHHAAAAHIA
13. Oktober 1929
Nummer 41
[ ← ][ ][ → ] Es gibt Landſchaften, die das, was ſie für uns bedeuten, durch
die Catſache geworden ſind, daß ein Dichter die Geſtalten eines
Werkes aus ihnen erwachſen ließ. Der Genfer See iſt der See von
Julie und Saint Preux, die ſteilen Felſen der Bretagne werfen das
traurige Echo von Nenés Klagen zurück ins weite Meer, in den
Wäldern von Wetzlar irrt der ſehnſüchtiger Werther umher und
hinter den Burgmauern des Hohen Cwiel ſitzt abenteuerluſtig die
Herzogin Hadwig.
Und es gibt Landſchaften, die das, was ſie für uns bedeuten,
durch die Catſache geworden ſind, daß eines Dichters große Liebe
aus ihnen gewachſen iſt, weil anſcheinend nur in ihnen ſich das
Ereignis abſpielen konnte, weil ihre Muſik dieſe Seelen zum
Klingen brachte und ſie verſtummen machte, ſobald ſie ſie
ver=
ließen. Was ſind die Hügel um Vaucluſe ohne Petrarka, was der
See von Annecy ohne Nouſſeau und Madame de Warens, was
die Gärten von Weimar ohne Goethe und Charlotte von Stein?
Der See von Bourget, jener lyriſche Winkel im dramatiſchen
Savoyen, iſt für alle Seiten der Schauplatz der großen Liebe des
jungen Alphons de Lamartine und der fünf Jahre älteren Sulie
Charles. In dem ſchönſten Gedicht der Meditationen, die der
neunundzwanzigjährige Dichter als Erſtlingswerk 1820 der
lite=
rariſchen Oeffentlichkeit vorlegte, ich meine den unſterblichen
„See” wird dieſe Landſchaft zu einem Beſtandteil dichteriſchen
Erlebens und kann deswegen nur noch durch das Medium dieſer
Seelen verſtanden werden.
Herbſtliche Liebe! Nur im Herbſt offenbart ſich ſeitdem das
Geheimnis dieſes Sees, wenn die faſt ſüdliche Bläue des frühen
Herbſthimmels erſtrahlt und die Kaſtanien langſam die gelben
Blätter auf blaue ſanfte Wellen fallen laſſen. Dann ſchreiten
lang=
ſam, in eine ſüße Melancholie gehüllt, die zarten Schatten von
Naphael und Elvire die Platanenallee von Aix hinab zum
See=
ufer, über die Kloſterglocken herüberklingen.
Die Liebe der Romantik iſt eine Liebe des Herbſtes. Bei
Lamartine iſt ſie noch nicht von der krankhaft verzehrenden
Schwermut eines Muſſet, bei ihm iſt ſie maskulin, hell und
klingend. Sie hat noch etwas von den Weinbergen, die ſich in den
See neigen.
Am 17. September 1816 war Julie Charles, leidend, vom
Code ſchon berührt und ſchöner gemacht, aus Paris in Aix
ange=
kommen, um die Heilbäder zu gebrauchen. Sie nahm in der
en=
ſion Perrier Wohnung, lebte ſehr zurückgezogen, ſcheute jeden
Umgang mit Menſchen. Anfang Oktober traf Lamartine in Aix
ein. Er bezieht dieſelbe Penſion. Sie ſehen ſich. Sie lieben ſich.
Unvergeßlich, wie Lamartine ihr erſtes Suſammentreffen
be=
ſchreibt. Julie ſitzt vor einer Mauer. Es iſt gegen Abend. Ihre
Augen ſind geſchloſſen, damit ſie das Geſicht dem vollen Licht der
abendlichen Sonne preisgeben kann. Sie wirkt auf ihn wie die
Marmorſtatue einer Badenden, um die man Schleier gehängt hat,
durch die hindurch man die Sormen bewundert, ohne ſie deutlich
zu ſehen. Als ſeine Schritte nahe bei ihr im Laub raſcheln, öffnet
ſie die Augen, und nun können beide nicht mehr voneinander los.
Herbſtliche Liebel Kaum drei Wochen ſind ſie beiſammen. Sie
wandern zuſammen durch das herbſtliche Gold der
Crauben=
geſtade. Am 27. Oktober muß Sulie wieder nach Paris zurück.
Der große Phyſiker Charles, ihr achtunddreißig Jahre älterer
Gatte, erwartet ſie. Ihr Salon, in dem die berühmteſten
Men=
ſchen der Seit verkehren, kann ſie nicht entbehren. Soll nun alles
vorbei ſein?. Julies Mutter war Kreolin von San Domingo.
Nach einem Maſſaker der Weißen flüchteten ſie von dort. Auf
dem Schiff ſtarb die Mutter. Der Vater läßt ſich in Cours
nieder. Er iſt faſt mittellos. Julie iſt krank. Was ſoll aus ihr
werden? Charles, der weiß, daß ſie nicht lange leben wird,
hei=
ratet ſie aus Mitleid. Er nimmt ſie zu ſich. Er läßt ihr größte
Freiheiten. Und dieſer Charles war ein intereſſanter Mann, der
geradezu eine Berühmtheit war, ſo daß das junge Mä"
nbe=
wundernd zu ihm aufſah. Franklin und Volta ware, ſeine
Schüler. Am 21. November 1783 war er in einem von ihm
ge=
bauten Flugapparat aus dem Cuileriengarten ſiebentauſend Suß
hoch geflogen, und ganz Paris klatſchte ihm Beifall. Er glaubte
an die Sukunft der Fliegerei. Lange Seit hing ſein Bild in
den Stuben der Pariſer Bürger.
Als Julie Aix verließ, folgte ihr Lamartine eine Strecke weit,
da ſie zunächſt denſelben Reiſeweg hatten. Dann ſind beide
ge=
trennt. Lamartine iſt wieder in Milly, Julie in Paris.
Wie lange wird er ohne ſie ſein können? Sie ſchreiben lich
Briefe. Sie iſt immer unſichtbar um ihn, in ihm. Ende
Dezem=
ber reiſt er nach Paris. Am 25. betritt er zum erſten Male ihren
Salon und tritt in einen Kreis bedeutender Männer und ihrer
Frauen. Welch ein Wiederſehen. Die Cage in Aix ſchienen nur
ein leiſes Präludium geweſen zu ſein. Losgelöſt aus dieſer
ſavoyiſchen Landſchaft mit ihrer ſtillen Melancholie wird ihre
Liebe zu einem Sturm. „Ceures Cal von Aix” ſchreibt er, „ſo
umfingſt du uns nicht. Du geizteſt nicht mit den Freuden des
Himmels.” Hier war nun Paris, hier war die Geſellſchaft, hier
waren Pflichten und Rückſichten, hier war die ganze Erregung
des mondänen Lebens. Sie fliehen in die Einſamkeit der Wälder.
Aber ſie finden keine Ruhe. Alles ſtört ſie. Dieſe Landſchaft
Herbſtab en d.
Von Julia Frank.
Berechtigte Ueberſetzung aus dem Holländiſchen
von Willg Blochert.
„Es wird kalt”, ſagte Maud leiſe. Sie zog fröſtelnd ihre
Schultern in der hauchzarten Bluſe zuſammen und ſtellte ihre Süße
dicht nebeneinander auf die ſchwankende Fußbank. Ihr ſchmales
Geſicht mit den großen grauen Augen ſchien noch ſchmaler zu
werden.
Adolf ſprang auf.
„Deinen Pelz, Kind”, riet er. Mit einem Schritt war
ſeine große Geſtalt hinter ihr.
Ja, gern.” Sie ſtreckte ihre Hände nach hinten und nahm den
PPelz. Sie fühlte, unter dem ſamtweichen Kopf des Silberfuchſes.
Adolfs ſtreichelnde Hand.
„Iſt es ſo gut, Liebſte?"
„Ja — danke.”
Adolf zog den Pelz noch etwas höher. Er neigte einen
Augen=
blick ſeinen dunklen Kopf zu dem blonden Haupt ſeiner Frau,
ſeine Lippen berührten eben ihre Schläfe. Dann ging er, einen
kleinen Umweg machend, zu ſeinem Stuhl zurück.
„Und du, Mary — iſt dir nicht kalt?” fragte er.
Maru ſah von ihrem Buch auf. Sie hatte gerötete Wangen
und ihr Blick war abweſend.
„Wie? — Nein . . .” ſagte ſie, und ſie neigte ſich wieder
vor, das Buch zärtlich au fihrem Schoß zwiſchen beiden Armen
haltend.
„Gewiß wieder ſehr ſpannend”, neckte Adolf, und er
ver=
ſuchte, vornübergebeugt, mitzuleſen.
„Bitte, nicht . . . bat Mary, etwas gereizt durch die
Störung.
Maud wandte ihren Kopf ab und blickte in die Ferne.
Swi=
ſchen den hochſtämmigen Sichten hindurch ſandte die Abendſonne
ihre letzten blutroten Strahlen. Höher hinauf, an dem
drohend=
dunklen Nadelwald entlang, ſtand kalt und ſtill der weiße
Abend=
nebel.
„Der Sommer iſt wieder vorbei, Maudie”, ſeufzte Adolf.
„Ja . . . Maud hielt ihren Kopf unbeweglich; ihre
Mund=
linie war hart.
„Ich liebe den Herbſt”, lagte ſie dann, und ihre Stimme
zitterte.
Mary nahm ihre Ceetaſſe; ſie rührte mit lautem Löffelklirren
darin um. „Ich habe den Sommer viel lieber. Nun ja, die paar
Herbſtfarben . .. wenn das vorbei iſt, kann man das Schöne
lange ſuchen.” Maru tippte mit ihrem feſten braunen Stiefel, der
um ihren kleinen Suß ſpannte, an Mauds ſchwarzen Abendſchuh.
„Sieh uns einmal an, Liebe”, ſagte ſie, in ſanfterem Confall.
Maud wandte langſam den Kopf.
„Was iſt der Sommer eigentlich .. begann ſie. „Der
Sommer verſpricht alles, Sonne, Wärme, Blumen, Freude . . .
und was gibt er ſchließlich? . . . Nein, der Herbſt iſt ehrlicher,
vornehmer. Er läßt uns faſt nie mit leeren Händen ſtehen,
ob=
wohl er nichts vorher verſpricht. Wir rühmen höchſtens die
Herbſttöne, aber gibt es eine Jahreszeit, in der der Himmel ſo
golden leuchtet, in ſo herrlichen Farbeneffekten . . . Und den
Herbſt zwiſchen den Cannen zu riechen . . . und den
Altweiber=
ſommer an ſeinem Geſicht zu ſpüren .
„Ich erinnere mich”, klang jetzt Marus fröhliche laute
Stimme, „ſchon im Penſionat gingſt du ſo gern durch die dürren
Blätter . .. Wie regte ſich der alte Drachen dann immer auf
über deine „lächerliche Sentimentalität”! Aber ſchön war’s doch!”
„Und du?” fragte Adolf ſeine Frau, „wünſchſt du dir auch die
Seit noch einmal zurück?”
Maud warf ihren Kopf zurück und ſah zu ihm auf. Ihre
Augen waren dunkel und groß vor innerer Bewegung.
„Nein”, ſagte ſie gedämpft, „ich wollte, daß ich immer bei dir
geweſen wäre.”
Adolf ſtreichelte zärtlich den Fuchs, der auf ihren Schultern
lag. Mary begann vor ſich hin zu trällern und blickte in eine
andere Nichtung.
„Nicht eiferſüchtig ſein, Mary” neckte Adolf.
Mary brach in Lachen aus; ihre geſunden, ſtarken Sähne
glänzten.
„Himmel!” rief ſie. „Da hätte ich in all den Monaten viel
zu tun gehabt! Ich ſehe es kaum noch!” Sie griff eine Handvoll
Kieſelſteine auf und begann damit nach einem fernen Baum zu
zielen.
„Warte”, rief Adolf, „wer beſſer trifft!” und kam mit einem
Sprung nach vorn. Er traf gut, und die Steine ſprangen
manch=
mal bis zu ihren Füßen zurück.
Maud ſtand auf. Sie ging mit kleinen unregelmäßigen
Schritten den Gartenpfad entlang bis zur Wieſe. Die Sonne
ſank ſchnell. Wo ſie verſchwand, loderte noch minutenlang eine
rote Flamme, die bald zu einem gleichmäßig gelben Schein
ver=
glühte. Die kleine Wieſe, faſt an allen Seiten von anſteigendem
Wald eingeſchloſſen, fing all das Licht auf und lag da wie ein
roter Blumenteppich in düſterer Umrahmung von Sichten und
Cannen.
Maud ging weiter. Sie ſtreichelte im Vorbeigehen die
niedrigen Sträucher mit vorſichtigen Fingern. Sie hatte alles,
was dort draußen wuchs, ſolieb. Die Kieſelſteine knirſchten unter
ihren leichten Schuhen, ſie fühlte ihre Schärfe durch die dünnen
Sohlen. Hinter ſich hörte ſie Adolf und Mary kommen,
Mary pfiff.
„Hallo, Maudie!” rief Adolf.
Maud wandte ſich ihnen langſam zu.
„In den Wald?” fragte Marg.
„Nein”, antwortete Maud, Adolfs Arm nehmend und ſich
ſchwer darauf ſtützend, „in dieſen Schuhen laufe ich ſo ſchwer...
Adolf bot den Damen ſeinen Arm, und ſie gingen zuſammen
zurück. Er begann von ſeinen Winterplänen zu ſprechen. Er
wollte den großen Pferdeſchlitten aus dem Schuppen vollkommen
nachſehen und gold mit ſchwarz ſtreichen laſſen: Maud und Mary
ſollten darin ſitzen wie zwei Prinzeſſinnen. Mary mußte natürlich
aach den Winter über bei ihnen bleiben, das ließe ſich ſehr gut
machen.
„Wenn nur Schnee kommt”, meinte Mary.
Maud ging etwas ſchneller. „Es iſt noch kein Winter”, ſagte
ſie nur.
Sie ſtanden fetzt wieder beim Hauſe. Aus der Küche fiel ein
breiter Lichtfleck. Adolf ſah auf ſeine Uhr. „Ich muß jetzt hinein”,
ſagte er. „Um acht habe ich die Beſprechung mit dem Bauer
Kroone und dem Notar, über den Acker. Bleibſt du noch
drau=
ßen, Liebling? Dann hole ich dir den Mantel ..."
„Gut, dann bleibe ich auch”, ſagte Mary.
Adolf betrat die Veranda. „Dann bringe ich deinen Mantel
iſt ihnen feind. Anfang Mai, der Frühling verzauberte die
Gärten, verläßt Lamartinen Paris. Was ſoll er noch hier?
Nur in Aix, nur an den Geſtaden des Sees von Bourget,
kann ihre Liebe leben. Sie verabreden ſich wieder für dort, für
den Herbſt. Herbſtliche Liebe. Der Cod ſteht ſchon ganz dicht
hinter Julie, er hat nach ihr gegriffen und wird ſie jetzt nicht mehr
loslaſſen. Den ganzen September über wartet Lamartine auf
ſie in Aix. Dieſe Erwartung ſtrafft unerhörte dichteriſche
Spannungen in ihm. Er gibt ſie verloren. Während er das
unſterbliche Gedicht vom „See” ſchreibt, dieſe reſignierende Klage
einer gedämpften Slöte, liegt Sulie ſchon im Sterben. Am 10.
November erhält er von ihr einen letzten Brief voll rührenden
Adels, den letzten von insgeſamt fünfen. Am 18. Dezember iſt ſie
verſchieden. Ihre Stimme, die voller Muſik und durch einen
leichten exotiſchen Klang pikant war, konnte ihn nun nicht mehr
entzücken und bezaubern. Ein ungeheurer Bruch vollzog ſich in
ſeinem Innern. Aber er ſelber zerbrach nicht, ſeine ſtarke Seele
ſublimierte dieſes Erleben im Kunſtwerk. Wenn er auch oft zu
wiederholen pflegte, die Dantes machten die Beatricen und nich
die Beatricen die Dantes, ſo bleibt es beſtehen, daß Lamartine
erſt Lamartine geworden iſt durch Sulie Charles, die als Elvire
in ſeiner Dichtung unſterblich geworden iſt.
Julie hatte ihn geliebt nach den Doktrinen der Neuen Héloiſe:
Liebe iſt keine Schwäche, ſondern Cugend. „Die Liebe, die ich für
dich empfinde, iſt ſo erhaben! Sie iſt ſo glühend! So rein! Sie
macht mich fähig zu allen Cugenden.”
Julie war die neue Poeſie. Das war ihre Sendung. Aus
der Geliebten wird ſie zur Muſe des Dichters. Lamartine hat
ſie ſpiritualiſiert. Und ſo wurde ſie der erſte Cyp der vergeiſtigten
Frau der neueren Literatur. Sie iſt die Schweſter der Madame
de Couaen in Sainte Beuves Noman „Luſt” der Madame de
Mortsauf in Balzacs „Lilie im Cal” und der Madame de
Niévres in Fromentins Dominique”, die fähig ſind, bis zu jener
Grenze zu lieben, wo, wie Socelin ſagt, „die Liebe nicht mehr der
Sinne bedarf”.
Prüfe Dein Gedächtnis!
„Für Muſik habe ich ein beſonders gutes Gedächtnis, leider
verſagt es auf allen anderen Gebieten völlig,” klagte mir jüngſt
ein als Conkünſtler hochbegabter Freund, der, dem Swange der
Verhältniſſe folgend, Bankbeamter geworden war. Seine
Aeußerung beweiſt, wie völlig verfehlt ſeine Berufswahl war, da
ſich ſein Gedächtnis ihr nicht anzupaſſen vermochte. Er kennt
aber dieſen Mangel und weiß daher genau, wieviel — oder beſſer
geſagt, wie wenig — er ſeiner Erinnerung trauen darf. — Viele
Menſchen, die ſich in ähnlicher Lage befinden, legen ſich darüber
aber keine Nechenſchaft ab, und das vermag ihnen zum
Ver=
hängnis zu werden. Manche von ihnen halten ihr Gedächtnis ſogar
für untrüglich. Sie würden bei einem Seugenverhör infolge ihrer
kritikloſen Selbſtſicherheit nur allzu leicht in Gefahr geraten,
einen fahrläſſigen Salſcheid zu leiſten. Andere wiederum
behaup=
ten mit Seelenruhe, überhaupt kein Gedächtnis zu haben und
ahnen gar nicht, welch geiſtiges Armutszeugnis ſie ſich damit
aus=
ſtellen. Sum Glück ſind ſolche Feſtſtellungen nicht wörtlich zu
neh=
men. Ein Menſch ohne Gedächtnis würde ſich ja geiſtig kaum über
das Niveau eines neugeborenen Kindes erheben. Ihm würde
die wichtigſte Vorausſetzung für jegliche Eutwicklung, ſowok
ſeiner Verſtandeskräfte als auch ſeiner körperlichen Fähigkeiten
fehlen: die Möglichkeit, Eindrücke von ſinnlichen
Wahrnehmun=
gen feſtzuhalten und ſie im Bedarfsfalle mit den zu ihnen
gehöri=
gen Vorſtellungen zu verknüpfen.
Schon der vor Hunger ſchreiende Säugling, der ſich durch den
Anblick der Milchflaſche, oft bereits durch das Vorbinden eines
Lätzchens beruhigen läßt, verfügt über Erinnerungsbilder, die ihm
die Erwartung bevorſtehender Sättigung vermitteln. Von dieſem
Seitpunkt an aber mehrt ſich der Vorrat an Erinnerungen in
beſchleunigtem Cempo. Eindrücken des Geſchmacks- Geruchs=,
Caſt= und Geſichtsſinnes folgen ſolche des Gehörs. Was prägt
ſich nicht alles dem plaſtiſchen Kindergedächtnis ein, das zunächſt
noch rein mechaniſch arbeitet und wahllos aufnimmt, was ihm die
Sinne darbieten! Freilich würde es bald arg überlaſtet ſein,
wenn es nicht raſch das Auswählen erlernte, um ſodann nur
das ihm Intereſſante und Verſtändliche zu behalten, das
Gleich=
gültige dagegen ſchnell verblaſſen zu laſſen oder gar nicht erſt
aufzunehmen. Wenn auch noch keine bewußte Abſicht mit ſolcher
Siebung verbunden iſt, ſo wird ſie doch bereits von der mehr oder
weniger ſtarken Feſſelung der Aufmerkſamkeit beſtimmt, die ja
auch beim Erwachſenen über Sicherheit und Dauerhaftigkeit der
Erinnerungsbilder entſcheidet. Schon der Säugling ſchützt ſein
Gedächtnis ſtändig durch Abwägen zwiſchen Weſentlichem und
Unweſentlichem, durch wirtſchaftliche Verteilung ſeiner
Auf=
merkſamkeit. Auch er entlaſtet es, indem er unnützen Ballaſt
ab=
wirft, das heißt, nebenſächliche Erinnerungsbilder allmähliſch bis
auf geringe Spuren auslöſcht.
Prüfe auch dein optiſches Sedächtnis!
Verſchiedene Gegenſtände werden nach obigem Vorbild
auf=
gebaut und wieder weggeräumt. Verfuche nun aus dem
Gedächtnis die richtige Reihenfolge erneut herzuſtellen!
Biſt du ein verläßlicher Seuge?
Was könnteſt du vor Gericht ausſagen?
In einem Café entdeckt ein Gaſt, als er ſeine Zeche bezahlen
will, daß ihm die Brieftaſche im Lokal entwendet wurde. Du
hatteſt von deinem Platz aus Gelegenheit, all das zu beobachten,
was auf obigem Bilde zu ſehen iſt. Präge es dir zwei Minuten
lang ein, bedecke es dann mit der Hand und verſuche, folgende
Fragen zu beantworten:
Wieviel Uhr war es?. Wieviel Gäſte weilten im Lokal? Sah jemand
durch das Schaufenſter herein?. Wenn ja, wie war die Perſon
be=
kleidet? Stand die Tür offen? Welche Nummer hatte das
davon=
fahrende Auto? Wieviel Perſonen hatten Garderobe abgelegt: Konnte
das Kind im Café den Vorgang beobachtet haben?
Es iſt ein Glück, daß uns dieſe Möglichkeit gegeben iſt. Ein
Glück auch, daß wir die Fähigkeit zeitweiſen Vergeſſens
be=
ſitzen, dieſe für unſer geiſtiges Leben geradezu unentbehrliche
Gabe, alle unſere Aufmerkſamkeit ablenkenden
Vorſtellungs=
bilder vorübergehend nach Bedarf auszuſchalten, ohne daß ſie
uns dadurch für ewig verlorengehen. Aber mitunter erweiſt ſich
dieſe Fähigkeit auch als Dangergeſchenk, beſonders bei Menſchen,
die gleichzeitig zweierlei Pflichten zu erfüllen haben; der
Haus=
frau, die ſich anderer Berufsarbeit ſo völlig hingibt oder etwa
einem intereſſanten Geſpräch, daß ſie das Eſſen vergißt oder
an=
rennen läßt, dem Gelehrten, der in ſeine Studien vertieft eine
wichtige Verabredung verſäumt, dem Angeſtellten, der über eine
Arbeit gebeugt eine wichtige Meldung vergißt, ihnen allen wird
hre Vergeßlichkeit oft ſehr verargt. Man betrachtet es eben
als ſelbſtverſtändliche Vorausſetzung, daß der normale Menſch
ich jederzeit der Forderung des Cages bewußt bleibt, daß er alſo
ſein Gedächtnis dazu erzogen hat, ſie ihm nicht nur überhaupt
ſondern ſtets zum richtigen Seitpunkt anzuſagen.
Dennoch wiſſen wir, was für arge Streiche uns das
Gedächt=
nis zu ſpielen vermag, das zuweilen ſofort den glücklichſten
Ver=
gleich, den trefflichſten Ausdruck, das wertvollſte Beweismittel
aus der Schatzkammer der Erinnerung zur Stelle ſchafft, ein
anderes Mal aber ſelbſt auf dringendſte Aufforderung ſeinen
Beiſtand verſagt. Es iſt ein ganz rätſelhaftes Ding, das
Ge=
dächtnis, und Menſchengeiſt verſucht bereits ſeit Jahrtauſenden
Wo iſt dein Schulwiſſen geblieben?
Erſt vor kurzem haben die ausführlichen Berichte über die
Rekord=
fahrt des Zeppelin deine geographiſchen Kenntniſſe Oſtaſiens
aufgefriſcht. Vermagſt du in dieſe Karte die Lage Tokios
fehlerfrei einzuzeichnen? Vielleicht auch anzugeben, wo Peking,
Nanking und Wladiwoſtok liegen?
es zu ergründen. Den Schlüſſel zu allen Geheimniſſen des
Den=
kens, ſuchen die Forſcher in der ihnen bisher noch immer
ver=
ſagten Löſung des Gedächtnisrätſels. Der Durchſchnittsmenſch
ber verzichtet auf ſo hohe Siele. Er fragt lediglich danach, wie
er ſich ſein Gedächtnis nutz= und dieſtbar machen kann, weil er in
ſolcher Meiſterung den beſten Weg zum Erfolg auf allen Gebieten
wittert.
Was darf man von einem wirklich guten Gedächtnis verlangen?
Daß es leichte Auffaſſung mit Vielſeitigkeit, Dauerhaftigkeit,
Su=
verläſſigkeit verbindet, die Erinnerungsbilder leicht hervorbringt
und jederzeit zur Verfügung ſteht, daß es ſinnliche Eindrücke
ſowie geiſtiges Wiſſen aufſpeichert und ſtets das
Neuhinzu=
kommende mit dem bereits Bewahrten gut verknüpft. Da alle
dieſe Vorzüge aber ſelten vereint auftreten, iſt die
Leiſtungs=
fähigkeit des Gedächtniſſes bei jedem Menſchen eine andere, je
nachdem ſeine Empfänglichkeit für Klang, Rhythmus, Sarben,
Linien, Geſchmack uſw. überwiegt und ſeine Fähigkeit,
Gedanken=
verbindungen zu knüpfen, entwickelt iſt.
Es gibt Menſchen, die ein bewundernswertes, aber ganz
ein=
ſeitiges Sahlengedächtnis haben. Auf dieſem Gebiet leiſten ſie
alſo Hervorragendes, verſagen dafür auf jedem anderen und ſind
daher für die meiſten Berufe nicht geeignet. Vielſeitigkeit
ver=
dient jedenfalls den Vorzug und ſollte, wo ſie in der Veranlagung
mangelt, durch Uebung wenigſtens einigermaßen ausgeglichen
werden. Man vermag durch bewußtes Aufmerken, auch durch
Wiederholung, Eindrücke zu befeſtigen, die von ſelbſt nicht haften
bleiben würden; man kann ſein Gedächtnis aber auch überliſten,
indem man ihm die unbekannten Dinge in bekannter Geſtalt
übermittelt. Auch der Schüler mit geringem Formengedächtnis
erkennt unter allen geographiſchen Umriſſen diejenigen Italiens
mit Sicherheit, weil ihm ihre Aehnlichkeit mit einem Stiefel
unauslöſchlich eingeprägt wurde. Die Aufeinanderfolge von
Slüſſen merken ſich Kinder mit Hilfe von Geſchichten und
Sprüchen, mit denen die Namen mehr oder weniger ſinnvoll
ver=
knüpft ſind; lange Neihen von zuſammenhangloſen Wörtern durch
rhuthmiſche Gruppierung. Gedächtnishilfen Erwachſener, wie der
beliebte Knoten im Caſchentuch, wirken oft als Alarmſignale, die
zum Beſinnen” auffordern. Indem wir uns den Augenblick
ver=
gegenwärtigen, an dem wir den Knoten machten, erſcheint im
Er=
innerungsbild auch der Anlaß dazu. Wir erreichen die gleiche
Wirkung durch abſichtliche Verlegung eines Gegenſtandes, der zu
beſtimmter Seit gebraucht wird, durch Umſtellung von Dingen,
auf die unſer Blick fallen muß, überhaupt durch jede bewußte
Durchkreuzung gewohnter Ordnung. So mahnen ja auch ſonſt
auch mit, Mary, es iſt ja viel zu kalt. ." Er warf einen
be=
ſorgten Blick auf ihre dünne Batiſtbluſe.
„Geh nur” ſagte Maud kurz, indem ſie ſich auf die weiße
Gartenbank ſetzte. Mary ſah mit ſcharfen Augen nach der
zar=
ten kleinen Geſtalt ihrer Freundin. Dann drehte ſie ſich auf ihren
Abſätzen herum und ging Adolf nach, der im Flur bei der
Waſſer=
leitung ſtand und nachdenklich ſeine Hände trocknete.
Mar=
ſetzte ſich auf die Stufe und begann zu ſprechen.
„Es iſt etwas mit Maud
„Ja, nicht wahr?” Adolf erblaßte. „Sie wird doch nicht
krank werden?” fragte er, klein in ſeiner Angſt.
„Unſinn . . ." Maru ſah zu ihm auf. „Sie hat etwas gegen
mich”, ſagte ſie kurz und bündig.
Adolf war perplex. „Aber liebes Kind!” ſagte er beſtürzt
und blickte in ihr offenes Geſicht mit den luſtigen blauen Augen.
„Ohr habt doch nichts miteinander? . . . So gute Freundinnen
Maru lachte forciert und ſprang auf. „Es klingelt, dein
Be=
ſuch iſt da ..
Nimm die Mäntel mit! . . . und daß ſich Maud nicht
er=
kältet!” rief Adolf ihr nach.
Draußen fiel ſchnell die Dämmerung. Maud ließ ſich
ſchweigend ihren großen weißen Mantel umlegen. Dann ſetzte
ſie ſich wieder auf die Bank, und Mary nahm einen Stuhl. Einen
Moment herrſchte Stille, dann beugte ſie ſich plötzlich vor und
zwang Maud, ſie anzuſehen. Ihre Stimme war hart und kalt
wie Metall. „Sag mir, was ich dir getan habe!”
Maud war einen Moment ſprachlos. Sie krümmte ſich
zu=
ſammen, und ihr Geſicht wurde demütig wie das eines Kindes, das
beſtraft wird.
„Leugne es nun nicht”, ſagte Mary mit derſelben metallenen
Stimme. Sie ſtand auf und lehnte ſich gegen den Ciſch, dicht neben
Maud.
„Ich — ich leugne es nicht”, flüſterte Maud.
Eine lange Stile trat ein. Dann erklang plötzlich ein leiſer
trauriger Con, Marus Stimme: „O Maudie ..
Maud brach in Schluchzen aus. Es war ein kleines, trockenes
Schluchzen, das aus gepreßtem Herzen hervorbrach. „Ich kann
nichts dafür .."
Maru blickte in die Ferne. Sie ſah das große engliſche
Pen=
ſionat mit ſeinen ſtrengen Gebräuchen vor ſich. Sie ſah einen
langen, kahlen Garten. Hanz hinten, bei einem dürftigen
Noſen=
ſtrauch, ſaßen zwei junge Mädchen: ſie und Maud. Heimweh
laſtete ſchwer auf beider Seelen.
„Wir bleiben immer beieinander, Mary ..
„Ja, ja . . . es darf ſich nichts ändern zwiſchen uns . . ."
Das Gelöbnis zweier Kinder. Mehr als zwölf Jahre warer
ſeitdem vergangen. Maud war verheiratet, und Mary wohnte
im Sommer in Adolfs Landhaus. Sie ſprachen nie mehr von
früheren Seiten.
„Ich gehe morgen in die Stadt zurück”, ſagte Marg. Ihre
Stimme war ſchrill und hoch vor Anſtrengung.
Maud ſchluchzte laut auf. Ein Windſtoß fuhr durch den
Gar=
ten. Die Baumkronen wiegten ſich, und auf Marys Haare
flatterte ein großes dürres Blatt.
„Es iſt . . . ich . . . es iſt wegen Adolf”, murmelte Maud
und neigte ihr blondes Haupt noch tiefer.
Mary rührte ſich nicht. „Ich verſtehe es nicht”, ſagte ſie,
faſſungslos. „Was denkſt du von uns?”
„Nichts . .. nichts! Aber ich kann euch nicht zuſammen
ſehen Ich bin ſo mißgünſtig, Mary".
Maud faltete ihre Hände und legte ſie auf Marus Knie. Sie
glich einer Betenden.
„O Maru, ich kann es dir nicht erklären . . du biſt ſo
anders, viel mehr im Gleichgewicht Ich ſterbe vor
Eifer=
ſucht . . . Och weiß wohl: ich bin Adolf alles, und doch, Mary,
doch iſt er mir noch viel mehr . . . Nein, du darfſt nicht lachen.
denn es iſt ſchrecklich Ich kann nur ſorglos ſein, wenn wir
zuſammen ſind, er und ich . . . Siehſt du, er hat mich lieb, innig
lieb, mich als ganzen Menſchen . . . Ach, wie ſchwer iſt das zu
erklären, Mary! Sieh, ich habe ſeine Stimme lieb, ſeinen Blick.
ſeine Bewegungen, die Art, wie er ſeinen ſtolzen Kopf trägt, ſeine
kräftigen Singer, jeden einzelnen . . . Ich liebe jede Linie in
ſeinem Geſicht, ſeinen Schritt, ſein Lachen . . . Maru, Liebſte.
ich kann nicht ertragen, daß er mit dir ſpricht . ich bin
eifer=
ſüchtig auf jedes Wort, auf jeden Blick für einen andern . . .
Ach, es iſt ſehr klein und engherzig von mir, aber ich bin nun
einmal ſo . Heute abend habt ihr zuſammen geſpielt, er ſagte
einmal „Kleine Maru” zu dir . . . Ohl ich haßte dich ſo! Deine
Hähne glänzten ſo, und deine Augen tanzten . . . es war, als ob
ich verbluten ſollte . . . Früher? früher beſteht nicht mehr für
mich es gibt nur eins: meine Liebe, nur eine Welt: Adolf
. . . Ich bin nicht mehr ich ſelbſt, ich bin in ihm aufgegangen ...
Sie hielt inne. Im Hauſe ſchlug eine Cür zu. Mary ſeufzte
tief auf.
„Adolf hat dich ſchätzen gelernt, hat dich gern . . .
Natür=
lich . . . Bei allen Plänen wird dein Name genannt, alle Dinge
hier im Haus geſchehen um unſer drei willen . . . Wir fahren zu
dreien aus, und wenn gelaufen wird, ſeid ihr beide die erſten . . .
Ich habe faſt nichts mehr mit ihm allein".
Du möchteſt, daß er mich ignorierte?” unterbrach Mary
jetzt. Und ſich ſelbſt antwortend: „Ja, das möchteſt du! Nein,
ärger noch: du möchteſt, daß er mich haßte . . . Und dann
wür=
deſt du eiferſüchtig ſein auf den Haß.".
Maud legte den Kopf auf ihre gefalteten Hände. Ihre
Stimme klang undeutlich und ſchwach. „Es iſt ſo . . . ich kann
es nicht ändern . ..
Mary ſtreichelte ihren Nacken. Alles in ihr lehnte ſich auf,
ein Strom von heftigen Worten wühlte in ihr, die ihr Mund nicht
auszuſprechen wagte. Sie ſah ihre ſchönſten Jugenderinnerungen
zertrümmert.
Plötzlich erhob Maud ihren Kopf. Sie umklammerte mit
ihren kalten Händen Marys Arm. Ihr weißes Geſicht ſchien wie
tot in den erſten Strahlen des Mondes.
„Siehſt du, Mary, das wirſt du auch nicht verſtehen, aber .. .
aber ich wollte, daß ich auch ſeine Mutter wäre, daß er aus mir
ge=
boren wäre . . . In ſeinem ganzen Leben hätte ich ſein müſſen
. . . Ohl ich hätte ſeine Mutter ſein wollen! Seine Mutter und
ſeine Liebſte ..."
Wieder ſchwiegen beide eine lange Seit. Dann ſprach Mary,
und ihre Worte waren wie eine Segnung: „Armes kleines Lamm
. . armes kleines Lamm . . ."
Dann hörten ſie Adolfs Schritt und ſeine fröhliche Stimme.
„Hallol Wo ſeid ihr?”
Maru ſchob Maud ſanft in ſeine Nichtung.
„Geh allein, Kind . . ." Sie wandte ſich haſtig ab und
ver=
ſchwand in der dunklen Veranda.
Adolf öffnete ſeine Arme, und Maud ſank an ſeine Bruſt.
„Sch liebe dich zu ſehr .” ſagte ſie, die Hand auf ihrem
Her=
zen. „Wie weh tut das
Veränderungen im Hauſe an erlittene Verluſte. Der leere Platz
am Stammtiſch etwa an einen Abgereiſten, an den man im Drang
des Alltagsgeſchäfts ſonſt nicht gedacht hat. Aus
einſchneiden=
den Erlebniſſen wiederum (einer ſchweren Krankheit, einem
Codesfal, einer einmaligen Begebenheit aus der Kindheit wie
Schulanfang oder Schulentlaſſung, Einſegnung und Lehrzeitbeginn)
errichten wir die meiſten Steine zur Stützung unſeres
Seitgedächt=
niſſes. Dom Gegenwartsmenſchen iſt es faſt zur zweiten
Gewohn=
heit geworden, rückwärtsblickend ſeine Erlebniſſe durch den
Ein=
ſchnitt des großen Krieges in zwei Gruppen zu zerlegen und dem
Gedächtnis dadurch die zeitliche Fixierung dieſer Eindrücke zu
erleichtern.
Solche Erleichterungen kommen ſeiner Pflege zuſtatten, die
ihm niemand verſagen darf, der von ihm treu und zuverläſſig
bedient ſein will. Ein gutes Gedächtnis wohnt, wie ein gelun=
Gedächtniskunſt iſt oft eine wertvolle Hilfe.
Der Knoten im Taſchentuch iſt ihre einfachſte Anwendung; ſie
ermöglicht aber auch, wie obiges Beiſpiel zeigt, ſich in
verhältnis=
mäßig leichter Weiſe lange Zahlenreihen zu merken.
der Geiſt, natürlich am liebſten in einem geſunden Körper, leidet
mithin, wenn dieſer unverſtändig bhandelt wird. Bei
Ueber=
müdung ſtreikt das Gedächtnis, wie jedermann aus eigener
Er=
fahrung weiß; morgens nach feſtem Schlaf leiſtet es am meiſten.
Alkoholgenuß lähmt ſeine Funktionen, beſonders ſeine
Auf=
nahmefähigkeit für neue Eindrücke. Das Gedächtnis läßt ſich
ebenſowenig vergewaltigen wie etwa der Magen. Ebenſo wie
dieſer bei Ueberlaſtung die Speiſen zurückweiſt oder von ſich gibt,
ſeine ſtändige Aißhandlung aber mit einer chroniſchen
Erkran=
kung beantwortet, ſo verweigert auch das Gedächtnis über ein
beſtimmtes Maß hinaus ſeinen Dienſt. Swingt man ihm dennoch
mehr auf, als es verträgt, ſo erkrankt es und ſtellt ſchließlich
ſeine Arbeit völlig ein. Nach großer Anſtrengung iſt allo eine
Ruhepauſe unbodingt nötig. Man füllt dieſe am beſten durch
einen Spaziergang in friſcher Luft aus, bei dem tiefe Atmung zur
Zerſtreuung der vorher angeſammelten Aufmerkſamkeit führt,
deren äußerſten Grad die Sprache ja nicht ohne Grund als
„atemloſe Spannung” bezeichnet.
Völlig überflüſſige Dinge ſind dem Gedächtnis zu erſparen.
Dafür ſind ja Notizbuch, Kalender und andere Behelfsmittel da.
Falſch iſt es aber auch, dom Gedächtnis zu wenig Anſtrengung
zuzumuten. Denn es bedarf, wie der ganze Körper, der Uebung,
um ſich zu vervollkommnen. Wo dieſe fehlt, verblaſſen ſogar
ſcheinbar unauslöſchliche Eindrücke. Selbſt die Mutterſprache
vormögen manche zu vergeſſen, wenn im Ausland jede
Gelegen=
heit fehlt, die Erinnerung daran aufzufriſchen. Um etwas
dauernd zu behalten, muß man es ſich alſo von Seit zur Seit
ver=
gegenwärtigen, gewiſſermaßen aufs neue merken. Inſoweit
haben wir es alſo ſelbſt in der Hand, ob wir uns gewiſſer Dinge
genau erinnern wollen oder nicht. Wer ſich ſeiner freundlichen
Erlebniſſe deutlicher entſinnt als ſeiner unangenehmen, wer
wert=
volle Eindrücke beſſer bewahrt als belangloſe, beweiſt dadurch,
daß der Gedächtnisſport, den er treibt, nicht nur nutzbringend,
ſondern auch im Sinne einer glückhaften Lebensbejahung an=
Wolf Marwein.
gewendet iſt.
Briefmarke
und Völkerpſuchologie.
Frühzeitig ſchon regte ſich im Menſchen das Bedürfnis,
Gegenſtände allerlei Art zu ſammeln und auf irgendeine Weiſe
geordnet ſorgfältig zu bewahren. Aus vielfältiger Wurzel iſt
dieſer Crieb entſprungen, ſei es aus reiner Freude am Beſitz (der
natürlich auch bisweilen Macht und Anſehen bezeugte und be=
wahren konnte), ſei es aus Erkenntnisdrang, wie z. B.
Pflan=
zenſammlungen, Steinſammlungen oder ſei es gar, weil
tote=
miſtiſch=religiöſe Vorſtellungen, mit jedem Crieb innigſt
vorfloch=
ten, Anlaß gaben, etwa zur Sammlung von Skalps oder, wie in
Mikronelien, zur Aufbewahrung der Köpfe erſchlagener Feinde.
Nie läßt ſich Lebendiges in ſtarre Formeln preſſen, immer werden
ſich Verknüpfungen, Uebergänge von einem zum andern dem
Ueberblickenden deutlich zeigen, und wir brauchen in unſerem
Suſammenhang nur an Pflanzenſammlungen alter Seiten oder
„wilder Völker” zu denken, wo ſich Drang zu wiſſenſchaftlicher
Erkenntnis paart mit Freude am Beſitz (Medizinmann) und dem
Gefühl kosmiſcher Verbundenheit.
Aus Wurzeln verſchiedener Ciefe und Kraft erwächſt auch der
Crieb zum Sammeln der Briefmarken. Da mag es zunächſt
ein=
mal vielleicht nur die Freude am Beſitz ſein (wenn wir von den
nicht ganz leicht zu orforſchenden Gründen ablehen, die Kinder zu
dieſer Cätigkeit verlocken; nur flüchtig ſei auf den
Nach=
ahmungstrieb hingewieſen), der ſich aber eigentlich ganz von ſelbſt
mit der Seit der Crieb zum Wiſſen und dadurch zur Erkenntnis
mannigfaltiger Suſammenhänge geſellt. Nicht immer allerdings,
müſſen wir leider ſagen; denn gar oft bleibt das Markenſammeln
eine Cätigkeit rein um des Beſitzes willen, wird ſo zur Manio
oder zum Briefmarkenſport. Doch ſchreiben wir ja reine
„Pathologie des Briefmarkenſammelns”, ſondern wir wollten
durch näheres Suſehen zu erfaſſen ſuchen, inwiefern gerade in der
Briefmarke ein Erfahrungsobjekt für völkerpſuchologiſche
Be=
trachtungen vorliegt, das durch ſinngemäße Deutung zum
Er=
kenntnisobſekt werden kann.
Bei unſerer Betrachtung ſchalten wir natürlich das ganz aus,
was gemeinhin man den wiſſenſchaftlichen Wert des
Marken=
ſammelns zu nennen pflegt. Da iſt ja zweifellos, daß durch das
Sammeln die Kenntnis der politiſch=geographiſchen Verhältniſſe
der Erde auf eine leichte und freudige Weiſe dem Lernenden
nahegebracht wird. Ja, man kann neuerdings ſogar ſagen, daß
gewiſſe phyſiſch=geographiſche Dinge leicht dadurch zugänglich
ſind, daß manche Länder ausgezeichnete Landſchaftsbilder
zugleich eine billige Fremdenreklame — ausgeben. Daß auch
hiſtoriſche Kenntniſſe, in beſchränktem Maße vermittelt werden,
ſcheint noch gar nicht erwähnt worden zu ſein. So ſind . B. die
deutſchen Kriegsmarken oder die erſten Marken des Saargebietes
(Sarre), faſt möchten wir ſagen, ein nationaler
Anſchauungs=
unterricht. Doch all dieſe Betrachtungen, ſo wertvoll ſie auch
ſein mögen, ſchöpfen die ja ſo reichlich fließende Quelle nicht aus,
dringen nicht bis zum Weſentlichen vor.
Die Briefmarke, ein Stück Papier, auf der einen Seite
bunt gedruckt, auf der anderen Seite mehr oder weniger
ſchmack=
haft gummiert, geſchnitten, geſtanzt, gejahnt. mit irgendeiner
Wertangabe verſehen, meiſt in Bogen zu 100 Stück gedruckt, an
Poſtſchaltern der Großſtadt und des kleinſten Dorfes verkauft,
benutzt in der großen Sirma mit täglichen Maſſenſendungen,
gleichwie vom ſchreibungewandten Bäuerlein, das alle Jahre
viel=
leicht eine Poſtkarte zu verſenden hat, — dieſe Briefmarke alſo,
ein höchſt unſcheinbarer Gegenſtand des Bedarfs von Aillionen,
gibt zugleich, und wohl gerade deshalb, ein klares,
unverfäng=
liches, nicht roſarot, und himmelblau gefärbtes Bild der ſeeliſchen
Konſtitution der einzelnen Völker.
Pſychologie jeder Art und jeder — man möchte faſt ſagen,
politiſcher — Färbung, iſt ja heute dernier eri und ſo mag es nicht
wundernehmen, auch da ſie anzuſtellen, wo lie dem Jünger Freuds
als Sakrileg vorkommen könnten. Aber wir gedenken nicht,
bei unſeren Briefmarken, verdrängte Sexual=Komplexe
feſt=
zuſtellen, und ſo kommen wir jenen ja nicht ins Gehege. Suum
Guigue!
Um nicht dem Fehler zu verfallen, einen an ſich durch die
Menge des Materials unabſehbaren Gegenſtand zu verallge=
meinern, wählen wir einige konkrete Beiſpiele, und hoffen, der
Nichtſammler möchte uns das nicht verübeln.
Da ſind uns zunächſtliegend und wohl am meiſten bekannt die
deutſchen Briefmarken. Immer auf das ſorgfältigſte graviert und
gedruckt, die Sahnungen auf das genaueſte durchgeführt, auf
feſtem Papier, geben ſie auf eine gründliche Weiſe das Bild
eines tüchtigen, ſoliden Daſeins. Häufigem Wechſel abgeneigt,
zeigt die Abbildung durch 2 Jahrzehnte die Germania — ſo
Be=
harrlichkeit und konſervativen Sinn, wenn auch nicht gerade
über=
mäßig künſtleriſches Empfinden, dartuend. Die Marken der
In=
flationszeit, ſo intereſſant ſie dem Sammler ſein mögen, zeigen
uns nichts Weſentliches, es ſei denn, man wollte die Serie der
Berg= und Erntearbeiter tiefer deuten. Bewußt zeigen die
Mar=
ken der Deutſchen Nationalverſammlung 1919 den äguptiſchen
Sklaven und den Stumpf des Eichbaums, aus dem hoffend neue
Sweige ſproſſen. Der Milliarden= und Billionenfut, (die einer
allzu ſorgfältigen Ausführung nicht günſtig war) entronnen, zeigt
ſich der deutſche Adler in kraftvoller Stiliſierung als Sumdoh
wiedergewonnenen Selbſtvortrauens. Das Volk, von der Welt
ſchlecht gemacht und gefürchtet, aufs tiefſte gedemütigt, rafft ſich
aus Fatalismus und Zerriſſenheit auf zum Bewußtſein ſeines
Wertes und ſeiner Miſſion. Die bedeutendſten Köpfe des 18.
Jahrhunderts ſchmücken die neuen Marken, zu ſtolzer Beruhigung
des eigenen Bewußtſeins, zur Betonung der wahrhaften,
natio=
nalen Größe nach außen. Und ſo darf man wohl auch unſere
jetzigen Marken ſymboliſch=pſychologiſch deuten.
Groß=Britannien, der kraftvollen Beharrlichkeit des
eng=
liſchen Volkes, die ſich in ſo vielerlei Sitten des politiſchen
Lebens erfreulich zeigt, gemäß, zeigt ſeit 1840 die Köpfe ſeiner
Herrſcher, nunmehr in der 3. Generation. — In wuchtigen,
draſtiſchen, dem Stil der geſamten neu=ruſſiſchen Kunſt angepaßt,
zeigen die Marken der Sowjets die Verherrlichung des
arbei=
tenden Volkes, den Criumph der Werktätigen über den
Mammo=
nismus. Künſtleriſch und doch wirkungsſuchend ſind ſie ſo recht
Ausdruck des geiſtigen Ringens im neuen Nußland.
Es kann ſelbſtverſtändlich nicht in engem Nahmen eine
Ueber=
ſicht über alle Länder gegeben werden, zumal dann die Gefahr ja
ſehr naheläge, daß willkürlich und oberflächlich typiſiert würde.
Nur an zwei Beiſpielen lei noch klarer, ſoweit dies möglich iſt,
dargelegt, worauf es ankommt, beſonder, da dieſe beiden,
Süd=
lawien und Cſchechoflowakei, zugleich einen ſeeliſchen
Entwick=
lungsprozeß erſennen laſſen. Der Krieg, der ſich zuletzt am
groß=
ſerbiſchen Gedanken entzündet hatte, brachte dem ſerbiſchen Volk
die Vereinigung mit ſeinen Brüdern aus der K. u. K. Monarchie,
dieſen ſelbſt die Befreiung vom öſterreichiſchen „Joch” Und ſo
nimmt uns nicht wunder, auf den erſten Marken des neuen
Königreiches S. H. S. eine kraftvolle Männergeſtalt zu ſehen, die
gerade ihre Feſſeln zerriſſen hat, während im Hintergrund die
Sonne ſtrahlend aufgeht. Die erſte Begeiſterung legte ſich, und
wir ſehen nun eineFrauengeſtalt, die zwiſchen ihren erhobenenArmen
das Seichen S. H. S. hält, während die Sonne nur angedeutet
iſt. Das Ganze ſtiliſiert und ſo zu einer gewiſſen Nuhe abgeklärt,
während die erſten Marken faſt überrealiſtiſch anmuten. Der
Entwicklungsprozeß geht weiter, die „kochende‟ Volksſeele kühlt
mehr und mehr ab, zugleich auch werden Verbindungen nach
rückwärts geſucht, und ſo orſcheint nun ſeit einigen Jahren der
Kopf des Herrſchers, des ſchönen Königs Alexander. — Wenn
nun mancher in dieſer Anordnung etwas Künſtleriſches ſehen
möchte, ſo darf wohl auf das zweite Beiſpiel hingewieſen werden,
das uns in ähnlicher Weiſe, aus denſelben politiſch=pſychologiſchen
Bedingungen heraus, das gleiche zeigt. Waren die erſten
Marken der Cſchechoſlowakei auch eine Abbildung des Hradſchin
— übrigens ſehr ſchlecht ausgeführt —, ſo zeigt die nächſte Serie
eine kniende Frau, die ebenfals gerade ihre Feſſeln zerriſſen hat.
An ihrer Seite ſproßt eine Blume ompor. Aber ſchließlich auch
hier beruhigt man ſich mit der Seit, und es tauchen ſtiliſierte Bilder
öfters auf. Amüſanterweiſe auf einer Marke zwei ſchnäbelnde
Cauben — vermutlich die tſchechiſche und deutſche Nation. Mit
dem Bild des Präſidenten Maſaruk, das ſeit der neuen
Wäh=
rung auf den Marken zu ſehen iſt, ſchließt die einſtweilige
Ent=
wicklung ab und gewinnt zugleich auch wieder den Anſchluß an
das vorher angeführte Beiſpiel Jugoſlawiens. Die
Sehnjahr=
feier des tſchechiſchen Staates (1918—1928) brachte eine —
übrigens hervorragende — Serie tſchechiſcher Landſchaftsbilder.
Weder eine Pathologie des Briefmarkenſportes, noch ein
Kompendium der Markenpſuchologie wollten wir geben. Nur
einige Beiſpiele ſollten das lehren, worauf es beim
Marken=
ſammeln wie überall in mehr als einem Sinne ankommt: richtig
zu ſehen. An einem ſo leicht erreichbaren Objekt durch
gründ=
liches Schauen allmählich einen wirklichen Einblick in das Weſen
der Dinge zu bekommen, das erſt erhebt das Markenſammeln
über eine bloße Leidenſchaft um des Beſitzes willen zu einer
organiſchen Betätigung, das erſt läßt auch die wahre Freude am
Beſitz aufkommen. Wenn dann aus der Suſammenſchau ſo vieler
einzelner Süge Beſchaulichkeit erwächſt, dann erſt wird die
Sammlung zur Sammlung in des Wortes tieferer Bedeutung.
Walther Scheunemann.
S
chach
Nummer 332.
Aufgabe 475.
P. A. Orlimont in Zweibrücken.
(Armee=Schachzeitung 1906.)
b t g
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Kh7 De5 Tk5 g0 L.e6 Bd3 (6
Schwarz: Ka6 Ta7 11 Pb6 e3 e4 a5 g704 0), 3c.
Aufgabe 476.
A. Mari in Genua.
(1. und 2. Preis geteilt, Pewarta Soerabaja 1928.)
Weiß: Kd3 Da6 Tf4 h7 La1 f5 Sd4 f3 Be7 h5 (10);
Schwarz: Kk6 De5 T48 k8 S46 Bes (5).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 466—469.
466. C. Mansfield, 1. Pr., Good Companions, 1917. (Ka6 De1 Ta4 e3 Lb8
g2 5d6 h7 Be3 15 h3; Kf4 Le2 Set g8 Be6; 24.) 1. Lg4—e41 Sie3-*
2. 1434: 1 .... S:d6+ 2. Ld3: 1. ... . Se5+ 2. T43; 1. ....
S42+ 2. Se4ck. Dieſe 4 Kreuzſchachs ſind prachtvoll.
487. 9. S. Nilſon. Die Schwalbe 1929. (Ke8 L.b6 11 Sa3 e3 Ba5 e4 17;
Ka6 Tf2 Lg6 Sg5 Be6; 34) 1. Sa17 Se4: 1. Sa27 T:a2! 2. 8b5 T:a5.—
1. Se3! Pie2 2, 8b5 Pietzt 3. Se74. Glänzendl1. L.ie2 2. 8a23. 8b4F.
488. J. G. Campbell. „The Cheß Player’s Chronicle”, 1882, (Ka5 T41 Les
g3 Se7 16 Bb3; Kd8 Bf7, 34) 1. Dd1—g1! Kief 2. Le7 Kif6 3. Ldaf,
2.. . . . K18 3, I.d6c. Ein einfaches Zugzwangſtück mit verſtecktem Einleitungszug.
489. K. Erlin. Gkilſtung Kuriren, 1920, (K a7 Dg2 L.n6 Sd5: Ke5 Ih7
Bb5 e4 43 46 h5: 331 1. S45—e71 droht 2. Dd5+ Kk6 3. PeGck; 1.....
Kk6 3. DgbtKk7 3. DgI4; 1.... . le4 2. Dg14 K15 3. Dg54; 1. ....
Ig8 2. Df30 3. Df44; 1. . . . lf5 3. Lg14Kf4 3. 5453: 1. . . kd4
2. LgitKe3 3. Sd54; 3.. . . . Ke5 3. Sa6c. Ein gut konſtruiertes
Varianten=
prohlen.
Löſerliſte: Franz Buchty in Mainz (alle); stud. med. B. J.
Gottlieb in Frankfurt a. M. (466, 467) Georg Peter (466).
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 40:
Silbenrätſel.
1 Eskimo, 2 Ines, 3 Nachtiſch, 4 Erato, 5 Schildkröte, 6
Chamä=
leon. 7 Orgejalv, 8 Eingeweihe, 9 Nashorn, 10 Eiſenbahn, 11 Tarock,
12 Antenne, 13 Talmi, 14 Immermann, 15 Schablone, 16 Theater,
17 Neuſeeland, 18 Obadia, 19 Charakter, 20 Erlau, 21 Jslam, 2 Narewv,
23 Marmelade, 24 Alibi, 25 Libius, 26 Serbus.
Der Spruch lautet: Eine ſchöne Tat iſt noch einmal ſo ſchön, wenn
keiner darum weiß.
Ein Wald.
Weide, Lärche Föhre, Erle, Eiche, Tanne, Linde, Fichte, Ahorn,
Apfelbaum, Pappel, Buche, Palme. — „Der Lindenbaum!.
Zum Rechnen und Denben.
M a M o * e 1 462 10r We n M 454 M M u n. U 40 442„Forellenguintett”.
Kreuzworträtſel.
Druck, Verlag u. Kliſches: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H Nette. Darmſtadt, Fernſpr. 1, 2389—2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verboten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 284
Urheber=Rechtsſchutz durch Verlag Oskar Meiſter, Werdau i. Sa.
15)
Nachdruck verboten
„Ja, ſchon richtig. Aber, daß gerade Mr. Towler es war,
das gefällt mir nicht.”
„Wieſo?”
„Denken Sie doch daxan; ich bin Mr. Millans Erbe, habe
auch ſeine großen Fleiſchfabriken mit übernommen, die größten
neben Mr. Towlers Unternehmen, der die Seele des ganzen
Fleiſchtruſtes iſt. Sie werden wiſſen, daß Mr. Millans aus dem
Fleiſchtruſt ausgeſchieden war.” Mr. Garfield nickte. „Ich
ver=
ſtehe Sie, lieber George. Aber das iſt eine private Angelegenheit.”
„Die mir aber ſehr unbequem iſt.”
Keiner kannte Weißkopfs Namen. Er war ſchon ſeit ein
paar Jahrzehnten der Kellerwirt. Schon immer hatte er einen
weißen Kopf. Sein Haar war ſo hellblond, daß es wie weiß
wirkte. Nun aber hatte es das Alter wirklich weiß gefärbt.
Keiner kannte ſeinen wahren Namen, und er ſelbſt ſchwieg
darüber.
Auch die amtlichen Stellen führten ihn unter dem Namen
Weißkopf.
Der Hüne ſtand vor dem Polizeidirektor.
Robert George ſah ihn ruhig an.
Er ſah wohl. wie es gefährlich in ſeinen Augen funkelte,
bemerkte zwar, daß er wie ein Tiger, der ſich zum Sprunge
an=
ſchickt, vor ihm ſtand, aber er blied ruhig, kühl und abwartend.
„Weißkopf”, ſagte er eindringlich, „kannſt es beſſer haben,
wenn du mir reinen Wein einſchenkſt. Werde dafür ſorgen,
daß du glimpflich abgehſt, nicht viel kriegſt, nur ein paar Wochen
wegen Fluchtbegünſtigung. Aber die Wahrheit will ich wiſſen.”
„Ich verrate keinen!” brüllte Weißkopf ſo laut, daß Mr.
Towler und der Gouverneur, die eben gekommen waren und
draußen horchend ſtanden zuſammenfuhren.
„Hör mich an, du haſt noch Ehre im Leibe. Iſt ja eine
be=
ſſondere Ehre, aber ich will ſie gelten laſſen. Du ſollſt keinen
ver=
raten. Es geht um eine ander= Sache. Du weißt, daß man
Mr. Millans ermordet hat, ebenſo ſeinen Diener.”
Weißkopf nickte.
„Ich denke, daß es ein Racheakt des toten Katerink iſt. Wie
denkſt du? Du kannſt es ſagen, es ſchadet dir und Katerink
nichts, und ich kann mich von dem Falle abwenden.”
Weißkopfs Geſicht glühte auf. Boshaft wurde ſein Blick.
Er ſagte mit Hohn in der Stimme: „Alſo Arbeit ſoll ich dir
erſparen, George?"
„Ja!”
„Gut! Er war es! Er hat, ehe er zu mir kam, abgerechnet.”
George wußte, daß der Mann log. Aber er verzog keine
Miene. „Gut, Weißkopf. Nun ſollſt du ſehen, daß ich auch nicht
ſo bin. Hier haſt du zwei Pakete Kautabak. Er fehlt dir ſehr.
Ich ſehe es dir an."
Sonntag, den 13 Oktober 1929
Weißkopf griff gierig nach dem Kautabak und nickte dankend.
George klingelte. Die beiden Poliziſten erſchienen.
„Zurück in die Zelle!” befahl George.
Sie nahmen Weißkopf in die Mitte und ſchickten ſich an, mit
ihm das Zimmer zu verlaſſen. An der Tür blieb Weißkopf noch
einmal ſtehen und ſah zu George hin.
„Haſt du mir noch etwas zu ſagen?” fragte George ruhig.
Weißkopf druckſte und ſchließlich ſagte er: „George . . . beim
Satan . . . du biſt nicht der Schlechteſte! Beſten Dank für den
Tabak. Und — daß ich’s gleich ſage: War Lüge, was ich ſagte.
Katerink hat nie daran gedacht, es zu tun. Er hatte nur Angſt
und wollte fort.”
„Es iſt gut, Weißkopf”, ſagte George nicht unfreundlich. „Ich
wußte ſchon, daß du gelogen hatteſt. Wenn du wieder heraus
biſt, dann beſuche ich dich einmal in deinem Lokal.”
„Immer willkommen, George! Aber vergiß das Schießeiſen
nicht. Wenn du kommſt, dann wollen wir dich empfangen.”
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George begrüßte den Gouverneur und den Senator.
„Was war das für ein entſetzlicher Kerl, der eben aus Ihrem
Zimmer geführt wurde?” fragte der Gouverneur.
„Das war Weißkopf, der Wirt eines Verbrecherkellers im
Hafenviertel. Er iſt aber in den letzten Jahren nur indirekt
mit den Geſetzen in Konflikt gekommen. Jetzt ſitzt er wegen
Begünſtigung zur Flucht. Wir haben doch vor einiger Zeit
Katerink aus ſeinem Keller geholt.”
„Aha! Und was haben Sie ihn gefragt?”
„Ob Katerink der Mörder Mac Millans war.”
„Und?‟
„Er iſt es nicht!“
Sie kamen dann auf das andere Thema. Mr. Towler wollte
unterrichtet ſein, und George erzählte ihm alles genau.
Mr. Towlers Geſicht blieb gleichmäßig ruhig. Man konnte
nicht erkennen, ob er mit Georges Worten einverſtanden war
oder nicht.
Als George geendet hatte, kam er nicht dazu, ein Urteil
abzugeben; denn der kleine Gouverneur ſagte ſpontan zu George:
„Das haben Sie ausgezeichnet gemacht!”
Natürlich ſtimmte jetzt Mr. Towler zu, aber er konnte ſich
doch nicht verkneifen, etwas zur Milde zu raten.
„Du, Robert” ſagte Benn, als George am Abend müde
heimkam”, der Bökkel iſt da. Willſt du ihn kennenlernen?”
„Ja, ja! Nachher, nach dem Eſſen. Wo iſt er jetzt?”
„In Miß Cavellyns Küche und macht der ehrſamen
Jung=
frau den Hof. Nee, Spaß beiſeite, er ſitzt ſo brav und ſittſam
da, daß Miß Cavellyn einem leid tun kann. Der brave Bökkel
iſt nämlich ſehr ſchüchtern.”
George nickte, denn er hatte den Mund voll und kaute.
„Wie fühlſt du dich weiter als Präſident?” fragte Benn.
George zuckte die Achſeln. „Kann noch nichts ſagen. Heute
habe ich zum erſten Male die Inſpektoren und Kommiſſare zum
Rapport gehabt. Gleich, als der erſte ſprach, da wußte ich, wo
Boom wohnt. Nun, ich ließ ihn reden, dann auch den nächſten.
Jeder von ihnen redete eine gute halbe Stunde. Dann wurde
es mir zu bunt, und ich habe die verſammelten Leute, an die
Seite 25
zwanzig Mann ſinds geweſen, gefragt, ob Sie auch gedächten,
mir jeder eine halbe Stunde zu referieren. Habe ihnen ganz
grob geſagt, daß ſie eigentlich wiſſen müßten, was wichtig iſt
und nicht. Ich verlangte von ihnen, daß ich nur über wirkliche
Verbrechen unterrichtet ſein wolle, nicht über jeden
Taſchendieb=
ſtahl. Und die Leute mögen aufpaſſen. Wir ſind nicht dazu da,
über die Dummheit unſerer Mitmenſchen zu wachen. Und was
ſchert mich der ganze Prohibitionsſchwindel. In jedem Lokal gibt
es doch Gin und Whisky ſoviel man haben will. Am liebſten
würde ich die ganze unnütze, verſeuchte Prohobitionspolizei
auf=
heben. Es wäre beſſer. Nach dieſen Ausführungen begriffen die
Leutchen langſam, daß ich nicht gewillt bin, mich von ihnen ins
Schlepptau nhemen zu laſſen und zogen ab. Bin nun geſpannt,
was man mir morgen berichtet. Vorläufig iſt das Amt noch
reich=
lich bockbeinig, und ich ſpüre ſo etwas wie paſſive Reſiſtenz. Aber
ich werde ſchon hineinfunken.”
Benn nickte und legte Meſſer und Gabel aus den Händen.
„So, jetzt wirſt du auch von mir etwas über das Werk
hören wollen?"
„Ja, ſicher, erzähle!"
Benn gab einen Situationsbericht, der George durchaus
be=
friedigte. Er erkannte, daß Benns helle Augen in alle Winkel der
Schlachthäuſer, in alle Räume der Fleiſchfabriken ſchweiften.
Benn hatte ein klares Urteil und verfügte über einen guten
Humor, der ihm ermöglichte, Gegenſätze gut auszugleichen.
„Famos, Junge!” George ſprang auf. „Jetzt wollen wir
einmal den braven Bökkel erlöſen. Ich kann ja Miß Cavellyn
ganz gut leiden; denn ſie betreut uns in muſtergültiger Weiſe,
aber ſie iſt trotz ihrer Jahre noch zu verliebt.”
Sie klingelten.
Miß Cavellyn kam mit honigſüßem Lächeln.
„Schicken Sie Miſter Bökkel herein.”
Gleich darauf kam er, groß, breitſchultrig, ſchlendernd.
Gut=
mütig ſchien er zu ſein, nach den milden Augen zu urteilen. Er
ſah wie ein biederer Kutſcher aus. Nie und nimmer hätte
Ge=
orge in ihm einen Boxer vermutet.
„Guten Abend, Gentleman”, grüßte er grinſend.
„Guten Abend, Mr. Bökkel. Nehmen Sie Platz. Alſo Sie
ſind Bökkel, den mir mein Freund Benn angelegentlichſt empfohlen
hat. Wie iſt es, Mr. Bökkel, haben Sie Luſt, mein
Sparring=
partner zu ſein?”
Bökkel ſchmunzelte über das ganze Geſicht. „Verdammt viel
Ehre, Mr. George, für den Bökkel, daß er einem
Polizeipräſi=
denten als Partner dienen ſoll. Aber eine kitzliche Sache. Wollen
Sie dem Dubois die Weltmeiſterſchaft abjagen?”
„Nein!“
„Warum boxen Sie dann, Mr. George?”
„Ich brauchs beruflich.”
„Müſſen Sie denn als Polizeipräſident mit Geraden
ar=
beiten?"
„Mit Geraden und Krummen, lieber Bökkel. Alſo wollen
Sie? Ich engagiere Sie feſt und zahle Ihnen dreihundert
Dol=
lar im Monat und freie Station.”
Verlockend, Sir, verlockend! Aber wenn ich Ihnen mal
die Naſe krumm ſchlage?"
„Dann wird ſie repariert. Heute iſt die Medizin doch ſo
tüchtig.”
„Allright, iſt gemacht, Mr. George. Wann ſoll es losgehen?”
„Morgen früh! Ehe ich nach dem Präſidium fahre,
abſol=
vieren wir unter Benns Kontrolle immer fünf Runden.”
„Einverſtanden!“
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die es werden wollen, am Froitag, den 12. Oktober,
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Darmstadt, im Oktober 1929.
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Seite 26
Sonntag, den 13. Oktober 1929
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Mk. 1.20 Kalbsnierenbraten, Spinat
in Sahne, Salzkartoffel. Deſſert.
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Ml. 2. — kocht, zerl. Butter,
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Saalöffnung
7 Uhr.
Nat. Soz. Deutsche Arbeiterpartei
(Hitlerbewegung) Ortsgruppe Darmstadt
Maof
LStan
(kein Portugieſer) (16142
Franz Recke Soderſtraße 6½
Am 18. Oktober, 20 Uhr
im Kaisersaal
Hermann Löns-Ahend
Ernst Löns, der Bruder des
Dichters, spricht üb. Herm. Löns
und trägt aus dessen Werken vor
Heinz Glos (16122b
singt Löns-Lieder zur Laute
VorVerkauf in:
Buchhand-
lung Saeng und Parkumerie
Mäller, Rheinstraße 6
Nummeriert. Platz Mk. 1,50
„Nichtnumm Platz Mk. 1,
Schblerkarten ,Nß