Einzelnummer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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5/8 September 2.18 Reichsmark und 22 Pfennig
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Frankfurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 256
Sonntag, den 15. September 1929.
192. Jahrgang
2 mm brelie Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 40 Reichspfg. Rellamezelle (92 mm
breit)/2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspfg. 92 mm breite
Rellame=
zelle 3.00 Reichsmark. Alle Preiſe in Reichsmark
(4 Dolſar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streikt uſw., erliſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufräge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konlurs oder gerichticher Beltreibung fällt ſeder
Rabatl weg. Bankkonio Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Beginn der Räumung der Rheinlande.
Engländer und Belgier räumen.
Abzug der brikiſchen Truppen aus Wiesbaden
und Königſtein.
in ſönigſtein liegende zweite Bataillon des Leiceſterſhire=
Regi=
mets hat mit ſeinen Vorbereitungen für die Räumung des Ortes
bäuts ſeit einigen Tagen be=
Wiesbaden, 14. September.
Am Samstag begann mit dem Abtransport zweier
Regimen=
tahr us Wiesbaden die Räumung der britiſchen Rheinarmee. Das
ganen. Aeußerlich iſt hiervon
kalun etwas zu merken, doch
diault die Zuſammenſtellung der
Bugewagen von denen ein
Tübereits abtransportiert
wor=
dau iſt, auf den nahe
bevor=
ſtühnden Abzug hin. Am
Frei=
tag vormittag hat bereits der
ergſcheOberkommandierende die
leit Parade über das Bataillon
an deutſchem Boden auf dem
Kürnenhof abgenommen. Die
Wuchnungen mit den
Königſtei=
nnrlieferanten mußten bis heute
igreicht ſein: die Abwicklung
Geſchäfte ſoll in den
näch=
ſtiyTagen beendet ſein. Man
nnmnt allgemein an, daß die
Rümung von Königſtein am
d. Mts beendet ſein wird.
Nuge Wohnungen ſind bereits
urdumt und den deutſchen
Be=
ſihen zurückgegeben worden.
tyr die Verwendung der
Ka=
unbauten iſt noch keine
Ent=
ung getroffen worden. Da
öngſtein kaum in der Lage ſein
wi. ſelbſt die Kaſernen zu
er=
eien, geht der Wunſch
allge=
nni dahin, daß ſich ein privater
ſei, mit anderen Worten, falls eine dieſer Vorausſetzungen am
3. Juni 1930 nicht erfüllt ſei, Frankreich das Rheinland nicht
räumen werde. Dieſe Interpretationen waren jeweils nach den
beiden Miniſterrats=Sitzungen vor 14 Tagen und vom letzten
Donnerstag dem Miniſterpräſidenten Briand in die Schuhe
ge=
ſchoben worden, ohne daß ein Dementi von Briand
naheſtehen=
der Seite erfolgt wäre. Im Gegenteil, die große
Nachrichten=
preſſe, die ſonſt bei jeder Gelegenheit von der Regierung
herbei=
geholt wird, wenn es gilt, die Politik des Quai d’Orſay zu
pro=
pagieren, ſchweigt ſich vollſtändig über dieſen Punkt aus.
Heute nun bringt der „Matin” eine offenſichtlich vom Quai
dOrſay inſpirierte Richtigſtellung über die Vorgänge im letzten
Königſtein wird geräumt und nicht wieder beſetzk.
miehmer findet, der
entſpre=
dem Charakter Königſteins
Kurſtadt, in den Gebäuden
Erholungsſtätte einrichtet.
Beſekzung wird nicht
wwieder ernenerk.
London. 14. September.
Aus Anlaß des Beginns
dee Rheinlandräumung
eisnn ausführlichen Leitartikel
asehl zrun Räumungsbeginn, daß die
Biriedigung der Deutſchen über die Zurückzie= Miniſterrat, in der es heißt, daß einige falſche Kommentare von
Kotroverſen zu gehören, und es iſt ſicher, daß unter keiner= Delegation im Haag und in Genf gebilligt worden.
IbiErwägungen, die ſich aus dieſem Vertrag ergeben
könn=
thwieder irgend ein anderes britiſches
Regi=
met an den Rhein marſchieren wird. Nachdem
dii Beſetzung einmal beendet iſt, wird ſie nicht
M0” mſitäriſche Garantie für die Sicherheit Frank= gehen. Die Frage, ob die „falſchen Kommentare” ſich auf die
Königſtein im Taunus.
dah die engliſchen Truppen er= das zu den erſten Städten gehört, die nun von den engliſchen Truppen geräumt werden. Das
kän der „Daily Telegraph” in bedeutet die endgültige Befreiung, denn die Orte werden von den Franzoſen nicht wieder beſetzt.
höu g der Truppen aus dem Rheinland nicht größer verſchiedenen Seiten über jenen Miniſterrat veröffentlicht
wor=
ſenlls die des engliſchen Volkes, von dem die Beſetzung niemals den ſeien. Die Wahrheit ſei, vielmehr, daß Kolonienminiſter
gahrs als eine bedauernswerte Notwendigkeit betrachtet worden Maginot genauere Aufklärung über die Rheinlandräumung und
ſoſt „Jetzt”, ſchreibt das Blatt, „beginnen alle Auseinanderſetzun= Handelsminiſter Bonnefous über die Organiſation der
franzö=
ogtüber die juriſtiſche Bedeutung des Satzes über die Erfüllung ſiſchen Oſtgrenze verlangt habe. Die Erklärung, die Briand und
daiVertragsverpflichtungen Deutſchlands und ihres Einfluſſes auf. Kriegsminiſter Painlevé darauf abgegeben hätten, ſei befriedigend
Aiendgültigen Zeitpunkt der Räumung zu den vergeſſenen geweſen, und einſtimmig ſei darauf die Haltung der franzöſiſchen
Es iſt klar, daß dieſe Richtigſtellung eine neue Richtigſtellung
notwendig macht, denn die Meinungen der franzöſiſchen Preſſe
werden, wie man jetzt ſchon vorausſagen kann, in den nächſten
mider erneuert werden. Die Beſetzung war die Tagen über die Auslegung dieſer Richtigſtellung
auseinander=
rneich’s und für die Zahlung der Reparationen. Auslegung der Briandſchen Erklärungen über die Rheinland=
2i½ Sicherheit für Frankreich wurde durch das räumung und ihre Vorausſetzungen beziehen, oder ob damit nur
Auarnoabkommen geſchaffen und durch den Pakt die Einigkeit oder Uneinigkeit innerhalb des Kabinetts feſtgeſtellt
Reparationsproblem
werden ſollte, bleibt offen. Es iſt an der Zeit, daß
regelt. Allmählich wird
Miniſterpräſident Briand dieſen falſchen und
offenſichtlich tendenziöſen Interpretationen
2u
10 Rheinlandkommiſſion rück nach Wiesbaden vor.
Der Sonderkorreſpondent des „Daily Expreß” in Wiesbaden
ſſhibt dagegen: Das Rheinland ſieht den heutigen Tag
aßdas wirkliche Ende der Kriegsperiode mit England an und
aZden Beginn ſeiner nationalen Freiheit. Seit faſt 11 Jahren
haen die Bewohner fremde Soldaten unter ſich, die durch
19 Straßen marſchierten, in ihren Häuſern untergebracht
Hſen. Jetzt zählen ſie die Tage bis zu dem
Augen=
bſck, in dem der letzte Soldat den Zug nach der
94mat beſteigt. Eine ſchwere Enttäuſchung
baſcht in Wiesbaden wegen des Verbleibs der
Akhinlandkommiſſion. Dies bedeutet wieder die An=
AMnheit franzöſiſcher Truppen in der Stadt und die Aufrecht=
AMltung der fremden Beſetzung.
uSlegengskünſte der Pariſer Preſſe hinſichklich
der Rheinlandräumung.
EP. Paris, 14. Sept.
Seit einiger Zeit befleißigen ſich einige Pariſer Blät=
1 Unationaliſtiſcher Richtung, den Beſchlüſſen der Haa=
F Konferenz hinſichtlich der
Rheinlandräu=
hin g eine Auslegung zu geben, die ganz
offen=
itlich dem Geiſt und dem Buchſtaben jener
Am achungen widerſpricht. Sie betonen nämlich, daß
ARheinlandräumung von der Ratifizierung des Young=Planes,
Ateilweiſen Mobiliſierung der Dawes=Anleihe uſw. abhängig
ein für allemal durch eine eindeutige Erklärung
den Boden entzieht.
Beginn der Räumung durch die Belgier am Monkag.
EP. Brüſſel, 14. September.
Wie gemeldet wird, wird die Räumung der 2. Zone durch
die belgiſchen Truppen unverzüglich beginnen. Am nächſten
Montag wird eines der fünf noch in Aachen und Jülich
ſtatio=
nierten Regimenter nach Brüſſel zurückgezogen werden. Die
an=
deren Regimenter werden in der Zeit vom 15. September bis
15. Oktober ftaffelweiſe zurückgezogen werden.
Verurkeilang eines Spions.
Der Erſte Ferienſtrafſenat des Breslauer Oberlandesgerichts
verurteilte den polniſchen Staatsangehörigen und früheren
Fri=
ſeur Leo Krzyſan aus Roſdzin wegen verſuchten Verbrechens
gegen § 3 des Spionagegeſetzes vom 3. Juni 1914 zu zwei
Jah=
ren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverluſt. Der 29jährige
An=
geklagte, der ſich ſeit dem 14. Mai ds. Js. in Unterſuchungshaft
befindet, iſt wegen Diebſtahls, Widerſtands gegen die
Staats=
gewalt und Paßvergehens vorbeſtraft. Die ſtrafbaren
Hand=
lungen ſoll er in den Jahren 1925, 1927 und 1928 begangen
haben, und zwar in Beuthen ſowie in Neiße und Umgegend.
Der Angeklagte war längere Zeit Angeſtellter des polniſchen
Nachrichtendienſtes in Kattowitz. Dem Verurteilten wurden drei
Monate auf die erlittene Unterſuchungshaft in Anrechnung ge=
bracht.
Die Woche.
Am Montag hat der deutſche Reichsaußenminiſtee in Genk
die lang erwartete Rede gehalten, welche die Aufgabe hatte, vor
dem Forum des Völkerbundes die deutſche Auffaſſung zu den
Völkerbundsproblemen darzulegen. In der in Genf üblichen
und auch angebrachten diplomatiſchen Form eine einzige mehr
oder weniger ſcharfe Kritik an der Genfer Einrichtung und ihren
Fehlern in der Vergangenheit. Trotzdem hat es
ſelbſtverſtänd=
lich auch in dieſem Fall in Deutſchland nicht an der üblichen
Kritik an der Streſemannrede gefehlt, wozu allerdings zu ſagen
wäre, daß dieſe Kritik, wie ſchon in ſo vielen anderen Fällen, am
Weſentlichen vorbeigeht. Selbſtverſtändlich, daß unmittelbar
nach der Haager Konferenz, die deutlich einen Wegabſchnitt der
europäiſchen Politik feſtlegt, irgendwie weſentliche Entſcheidungen
von der diesmaligen Völkerbundstagung nicht erwartet werden
konnten. Die erſte Nachkriegsepoche iſt abgeſchloſſen, und noch
läßt ſich nicht überſehen, wohin die Zukunft führt. Die Reden
Macdonalds, Briands und Streſemanns mußten ſich ſo
beſchrän=
ken auf eine allgemeine Darlegung des eigenen Standpunktes
und vorſichtige Anbahnung kommender Entwicklungen. Das
be=
merkenswerteſte bei der ganzen diesmaligen Völkerbundstagung
war vielleicht die Tatſache, daß der franzöſiſche Miniſterpräſident
in ſeiner Genfer Rede die von ihm vor der Haager Konferenz
propagierte Idee der Verein’gten Staaten von Europa nur mit
wenigen Worten geſtreift hat. Wir haben in Deutſchland gewiß
ein ſtarkes Intereſſe an einer wirtſchaftlichen und auch
poli=
tiſchen Annäherung der europäiſchen Völker, und die „
Ver=
einigten Staaten von Europa” werden weite deutſche Kreiſe
gewiß als ein erſtrebenswertes Fernziel anſehen. Daß aber die
Zeit für die Verwirklichung dieſer Idee vorerſt noch nicht
gekom=
men iſt, leuchtet ohne weiteres ein. Man braucht dabei nicht
allein an die beſtehenden Gegenſätze zu denken, z. B. an den jetzt
in Genf wieder zum Ausdruck gekommenen engliſch=franzöſiſchen
Gegenſatz in der Abrüſtungsfrage. Die Vereinigten Staaten von
Europa können erſt Wirklichkeit werden nach einer tatſächlichen
und endgültigen Liquidierung des Weltkrieges, und ſie ſind
un=
möglich, ſolange man in Deutſchland eine ſich in dieſer Richtung
bewegende franzöſiſche Politik auffaſſen muß als einen Verſuch,
den Verſailler Vertrag mit allen ſeinen unmöglichen
Beſtim=
mungen für alle Ewigkeit zu ſanktionieren.
Auch im deutſchen Volke hat man allmählich wohl eingeſehen,
daß es ſich bei der Behandlung der großen außenpolitiſchen
Pro=
bleme um Lebensfragen der Nation handelt, und ſo Et es zu
be=
grüßen, daß außenpolitiſche Erörterungen zurzeit mehr Intereſſe
finden als in manchen Zeiten der Vergangenheit. Um ſo
be=
dauerlicher aber iſt es, wenn eine hemmungsloſe Demagogie
dieſes neu erwachte Intereſſe benutzen will, um ganz andere
Ziele zu erreichen, und noch bedauerlicher iſt es, wenn ſolche
Demagogie ſtellenweiſe auf fruchtbaren Boden zu fallen ſcheint.
Wenn in einer Verſammlung ein Redner tobenden Beifall findet
mit ſeiner Behauptung, daß unſere Kriegsgegner in Verſailles
105 Milliarden Kriegsentſchädigung, beim Londoner Ultimatum
132, beim Dawes=Plan 150 und beim Young=Plan 180
Milliar=
den gefordert hätten, ſo iſt das doch geradezu beſchämend.
Der=
artige Redner dürfen demnach offenbar mit Recht vorausſetzen,
daß ihre Zuhörer nichts davon wiſſen, daß im Verſailler Diktat
die deutſche Verpflichtung zur Zahlung von Kriegsentſchädigung
überhaupt nicht begrenzt war, um für jede zukünftige Erpreſſung
die Türe offen zu laſſen, daß man dann ſpäterhin 132 Milliarden
gefordert hat, daß der Dawes=Plan, deſſen Schöpfer die
Lon=
doner Forderung offenbar als phantaſtiſch anſahen, wiederum
den Endbetrag der deutſchen Kriegsentſchädigung nicht feſtſetzte,
und daß der Young=Plan nunmehr unter endgültiger Begrenzung
der Endſumme die nach dem Dawes=Plan zu leiſtenden deutſchen
Jahreszahlungen um jährlich rund eine halbe Milliarde
herab=
ſetzt. Es kann auch nicht gerade hoffnungsfreudig ſtimmen, wenn
derartige Redner offenbar Glauben finden mit der völlig aus der
Luft gegriffenen Behauptung, daß der Young=Plan die rechtliche
Natur unſerer Kriegsentſchädigungszahlungen geändert habe und
daß es ſich jetzt nicht mehr um Forderungen der fremden Staaten
gegen uns, ſondern um Privatforderungen handele. Dabei
han=
delt es ſich nicht etwa um einzelne törichte Entgleiſungen
irgend=
eines Verſammlungsvedners, ſondern auch der
Reichsaus=
ſchuß für das Hugenbergſche Volksbegehren
argumentiert in ganz ähnlicher Weiſe, ohne allerdings
vorſich=
tigerweiſe Zahlen zu nennen.
Dabei iſt wahrlich kaum zu erkennen, was Herr Hugenberg
und ſeine Gefolgſchaft mit ihrem inhaltlich wirklich mehr wie
dürftigen Volksbegehren außenpolitiſch erreichen wollen, das nach
monatelanger vorheriger Ankündigung nun endlich geboren.
Keine neuen Laſten? Alſo zurück zum Dawes=Plan, der uns
jährlich mit zunächſt 3 Milliarden mehr belaſtet? Völlig
unver=
ſtändlich das Ganze, wenn man nicht aus Kommentaren hie und
da erſähe, daß wieder das alte Schlagwort: „Durch die Kriſe
zur Freiheit” auftaucht. Sicherlich, die Kriſis würde kommen,
und zwar in einem Ausmaß, daß wir wirtſchaftlich und politiſch
vielleicht wieder auf den Stand von 1919 zurückgeworfen würden,
denn daß die Transfer=Beſtimmungen des Dawes=Plans kaum
einen ausreichenden Schutz für unſere Währung boten, haben
wir ja im Frühjahr dieſes Jahres zur Genüge erfahren. Die
Freiheit aber würde ausbleiben, es ſei denn, daß man annähme,
daß unſere Gläubiger, gerührt durch das deutſche Harakiri unter
Hugenbergs Führung, auf alle ihre Forderungen verzichteten.
Das ganze „Volksbegehren” aber wird verbrämt mit dem
Wider=
ruf der Kriegsſchuldlüge, die, eine Herzensſache für das ganze
deutſche Volk, die Maſſen für Herrn Hugenbergs Ziele ködern
ſoll. Es hieße an dem geſunden Sinn des deutſchen Volkes
zweifeln, wenn man an einen Erfolg dieſes „Volksbegehrens”
glauben würde.
Wenn man den Young=Plan gegenüber dem Dawes=Plan
als eine ſchwerere Belaſtung hinſtellt, ſtellt man bewußt die Dinge
auf den Kopf. Denn gerade in Wirtſchaftskreiſen weiß man
rich=
tig einzuſchätzen, was, abgeſehen von den geringeren
Jahres=
zahlungen, die endgültige Begrenzung der deutſchen Kriegsſchuld
für uns bedeutet. Eine andere Frage natürlich iſt die, ob nicht
die Verpflichtungen, die uus der Young=Plan auferlegt, immer
noch viel zu hoch ſind. Das iſt die Anſicht der deutſchen Regie=
Seite 2
Sonntag, den 15. Geptember 1929
rung, das war die Anſicht der deutſchen Sachverſtändigen, und das
dürfte auch die Anſicht der überwältigenden Mehrheit des
gan=
zen deutſchen Volkes ſein, das den Young=Plan ebenſowenig wie
den Dawes=Plan für etwas Endgültiges anſieht. Daß ſich auch
die fremden Sachverſtändigen gewiſſen Zweifeln nicht verſchließen
konnten, beweiſt die Faſſung des Pariſer
Sachverſtändigen=
berichts, und die Moratoriumsklauſel des Young=Plans gibt uns
ja auch eine gewiſſe Sicherheit, zwar keine genügende, aber
jeden=
falls eine größere Sicherheit als die Transferſchutzbeſtimmungen
des Dawes=Plans. Es dürfte jedenfalls noch erinnerlich ſein, daß
man in Erwägung aller dieſer Umſtände damals dem Young=
Plan nur ſchweren Herzens zugeſtimmt hat, und zwar nur als
dem kleineren Uebel. Um ſo unerhörter iſt es, wenn jetzt die um
Hugenberg und die Nationalſozialiſten dem deutſchen Volke
ein=
zureden verſuchen, daß die gegenwärtigen Führer des deutſchen
Volkes und insbeſondere Dr. Streſemann leichtfertig und aus
perſönlichen Gründen alles einfach unterſchrieben hätten. Das iſt
die Drachenſaat, aus der dann Bombenattentate erwachſen. Es
iſt ein mehr wie trauriges Zeichen für unſere politiſche
Entwick=
lung, daß die Methoden des Terrors wieder aufleben konnten,
die wir mit dem Abſchluß unſerer revolutionären Wirren
über=
wunden glaubten. Verbrechen gedeihen keinem Volk zum Heil,
und es bleibt nur zu hoffen, daß es ſich bei den
Bombenatten=
taten der letzten Monate nur um einzelne Deſperados gehandelt
hat, gegen die das Geſetz ja genügende Handhaben bietet. Auf
jeden Fall aber ſind es keine erfreulichen Vorzeichen, unter denen
unſere nächſte innerpolitiſche Entwicklung ſteht.
M.
die Beſprechung mit den Länderverkrekern. — Die
Sonderbelaſtung der Saiſongewerbe geſcheiterk.
Keinen Schrikk vorwärks. — Zwiſchenkagung des
Reichskags!
Berlin, 14. Sept.
Die Beſprechungen der Reichsregierung mit den Vertretern
der deutſchen Länder zur Vorbereitung der endgültigen
Beſchluß=
faſſung des Reichsrates über die Reform der
Arbeitsloſenver=
ſicherung wurden heute vormittag in der Reichskanzlei unter
Vorſitz des Staatsſekretärs Dr. Pünder zu Ende geführt. Die
Ausſchüſſe des Reichsrats und ſein Plenum treten nunmehr zu
ihren abſchließenden Sitzungen am kommenden Montag
nach=
mittag zuſammen. Der Sozialpolitiſche Ausſchuß des
Reichs=
tages wird am kommenden Donnerstag ſeine Beratungen über
die Reform der Arbeitsloſenverſicherung wieder aufnehmen. Das
Plenum des Reichstages dürfte ſich mit der gleichen
Angelegen=
heit in den letzten Tagen des laufenden Monats befaſſen.
* Die von dem preußiſchen Miniſterpräſidenten Braun
er=
fundene Notlöſung für die Arbeitsloſenverſicherung, die
bekannt=
lich den Saiſongewerben eine beſondere Beitragserhöhung
auf=
bürden wollte, iſt bereits geſcheitert, ehe ſie offiziell veröffentlicht
wird. Die Bevollmächtigten der Länder haben zwar verſprochen
daß ſie ſich ſofort mit ihren Regierungen in Verbindung ſetzen
wollen. Der Ausgangspunkt des ganzen Unternehmens war
aber doch, im Reichsrat und auch im Reichstag eine Mehrheit zu
ſchaffen, und dafür beſteht keine Hoffnung mehr. Im Kabinett
hat der Volksparteiler Dr. Curtius bereits entſchieden dagegen
ſprechen laſſen. Die ſozialdemokratiſchen Miniſter haben ſich der
Stimme enthalten. Jetzt aber kommt der „Vorwärts”, und
macht keinen Hehl daraus, daß keine Ausſicht beſtehe, daß ſolche
Belaſtungen von der Sozialdemokratie und den Gewerkſchaften
akzeptiert werden können. Es nutzt alſo auch nichts, die
Regie=
rungsvorlage zu zerlegen und zwei getrennte Entwürfe
vorzu=
legen, von denen der eine die Beitragserhöhung, der andere die
Beſeitigung der Mißſtände bringt. Mit dieſer Taktik wird man
keinen Schritt vorwärts kommen, zumal die
ſozialdemo=
kratiſchen Gewerkſchaften immer offenſiver werden und auch die
ſchon ſtark abgeminderte urſprüngliche Wiſſellſche Vorlage als
„untragbar” erklären. Wie unter dieſen Umſtänden die Haltung
der Sozialdemokratiſchen Fraktion, ſobald ſie erſt einmal
bei=
ſammen iſt, ſein wird, läßt ſich vorher ausrechnen. Wie
aller=
dings dann überhaupt eine Löſung der Verſicherungsreform
ge=
funden werden ſoll, wird immer ſchleierhafter. Inzwiſchen hält
die Reichsregierung immer noch an dem kühnen Glauben feſt,
daß es möglich ſein wird, den Reichstag Ende September zu
einer kurzen Tagung einzuberufen. Sie hat ausgerechnet, daß
das Reichstagsgebäude am 23.—26. September durch die
Sitzun=
gen des interparlamentariſchen Handelskongreſſes belegt iſt und
Bom Tage.
Die Saarverhandlungen werden infolge der Verzögerung,
die bei der Bildung der franzöſiſchen Unterhändlerkommiſſion
einge=
treten iſt, wahrſcheinlich erſt am 25. September in Paris
be=
ginnen.
Der Generalinſpektor der argentiniſchen Armee
General Toranzo wird am 16. September von Swinemünde
aus an den Flottenübungen in der Oſtſee teilnehmen
und ſich am 17. September nach Oſtpreußen begeben. General Toranzo
wird dort verſchiedene Truppenteile des Reichsheeres beſuchen und das
Schlachtfeld von Tannenberg beſichtigen.
Die Beſprechungen zwiſchen dem jugoſlawiſchen
Außen=
miniſter Marinkowitſch und dem bulgariſchen Außenminiſter Burow
über das Grenzabkommen von Pirot ſind in Genf zu
Ende geführt worden.
Die im Haag vorgeſehenen Ausſchüſſe für die
Regelung finanzieller Fragen aus dem Young=Plan, und zwar der
Ausſchuß für die Liquidierung der Vergangenheit und die
Ueber=
gangsmaßnahmen ſowie der Sachlieferungsausſchuß werden am
Mon=
tag, den 16. September, in Paris ihre Arbeit aufnehmen
Die Neuwahlen zum auſtraliſchen
Abgeordneten=
haus werden nach offizieller Ankündigung am 12. Oktober abgehalten
werden.
In Bolivien iſt durch den Rücktritt von vier Miniſtern eine
ſchwere Kabinettskriſe eingetreten. Von den 6 Miniſtern des
bolivianiſchen Kabinetts haben der Kriegsminiſter, der Innenminiſter,
der Kultusminiſtr und der Miniſter für öffentliche Arbeiten ihr Amt
niedergelegt. Lediglich der Finanzminiſter und der Kanzler ſind im
Kabinett verblieben.
Der Beitritt Amerikas zum Internationalen Gerichtshof im Haag
ſwurde von der Vollverfammlung des Völkerbundes angenommen. Die
Verſammlung nahm außer dem Protokoll über den Beitritt
Umerikas auch noch das Protokoll über die dadurch notwendig
werdende Abänderung des Statuts des Internationalen Gerichtshofs im
Haag an. Die Protokolle wurden ſofort von 17 Staaten unterzeichnet,
darunter von Deutſchland, Frankreich, Oeſterreich, der Schweiz und
China.
daß dann am Samstag, den 28., oder ſpäteſtens am 30. September
der Reichstag zuſammentreten kann. Dabei iſt die
Voraus=
ſetzung allerdings, daß er auch Arbeitsſtoff hat. Das kann bei
iner ſolchen Zwiſchentagung nur die Arbeitslofenreform
ſein, ſonſt wird man ſich hüten, den Reichstag zu bemühen,
denn es liegt ſoviel Zündſtoff zwiſchen den Parteien vor, daß er
eigentlich explodieren muß, ſobald die Fraktionen in Tuchfühlung
kommen. Vorläufig ſoll nun der Reichsrat am Montag das
Wunder bringen und, wenn er nicht, am Donnerstag der
Sozial=
politiſche Ausſchuß.
Die Zagung der Zentrautsfrartion
Enkſchließung zur Arbeiksloſenverſicherung.
Koblenz, 14. September.
Die Zentrumsfraktion des Reichstages hielt heute auf dem
Ritterſturz in Koblenz eine Sitzung ab, an der ſämtliche
Mit=
glieder der Fraktion, die drei Reichsmimiſter des Zentrums, Dr.
Wirth, Dr. Stegerwald und v. Guérard, der preußiſche Miniſter
Hirthſiefer, ferner der Präſident des Landesrates des Saargebiets,
Scheuer, und Mitglieder der Parteiorganiſation teilnahmen. Der
Fraktionsvorſitzende, Dr. Kaas, kennzeichnete die Lage dahin, daß
ein Winter ſchwerſter innen= und
außenpoliti=
ſcher Kämpfe zu erwarten ſei, Kämpfe, die auch
den inneren Zuſammenhalt der Partei auf eine
ſchwere Probe ſtellen werden. Auf die Haager
Ver=
handlungen bezugnehmend, ſagte Dr. Haas, es gelte jetzt nicht,
über die Einzelheiten zu entſcheiden, ſondern über die Frage, ob
das, was dort erreicht worden ſei, von dem, was Deutſchland mit
Recht erwarten könne, ſo weit verſchieden ſei, daß es unmöglich
ſei, ein Ja auszuſprechen. Auf ſeine jüngſten Genfer
Erfahrun=
gen verweiſend, betonte Dr. Kaas, es ſei nicht zweckmäßig, ſchon
jetzt, wo der geſamte Komplex der außenpolitiſchen Fragen noch
nicht fertig vorliege, ein abſchließendes Urteil nach der einen oder
anderen Seite hin zu faſſen. Das Weſentliche ſei, die
bisher eingehaltene Linie einer ſachlichen und
vaterländiſchen Außenpolitik zu unterſtreichen.
Nach einem Referat des Reichstagsabgeordneten Eſſer über
den Stand der Arbeiten an der Reform der
Arbeits=
loſenverſicherung, wurde folgende Entſchließung
einſtim=
mig angenommen:
„Mit der Herausnahme der bisher unerledigten Fragen aus
der Vorlage betr. die Reform der Arbeitsloſenverſicherung, und
ihre Zuſammenfaſſung in einem unbefriſteten Sondergeſetz iſt
die Fraktion, trotz ſchwerer Bedenken gegen einzelne Vorſchläge
unter der Vorausſetzung einverſtanden, daß die Balancierung der
Verſicherung auf ihren normalen Jahresbedarf aus eigenen
Mitteln möglichſt ſichergeſtellt und die ſofortige Regelung der
geſamten Frage erreicht wird."
Am Spätnachmittag bildeten Fragen der Landwirtſchaft und
der Oſtpolitik den Gegenſtand der weiteren Beratungen.
Die erſte deutſche Nakurforſcherin und Aerzkin.
(Zum 750. Todestag der Hildegard von Bingen, 17. September.)
Am 15. September werden den Rhein entlang von Mainz
bis Koblenz die Glocken die Feier einläuten, die zum Gedächtnis
der heiligen Hildegard von Bingen von vielen vielen Tauſenden
begangen werden wird. Aber das deutſche Volk gedenkt bei
die=
ſem Erinnerungsfeſt nicht nur der frommen Nonne und der
großen Seherin, ſondern auch der Frau, die als erſte als
Natur=
forſcherin und Aerztin tätig geweſen iſt und ihre Erkenntniſſe
in Büchern niedergelegt hat. Mit Recht hat man die Geſtalt
dieſer Myſtikerin an die ſagenhaften Erſcheinungen der
altger=
maniſchen Prieſterinnen und Prophetinnen angeknüpft, denn in
ihr war viſionäre Schau und praktiſcher Scharfblick, verzückte
In=
brunſt und nüchterne Tatkraft zu einer Einheit verſchmolzen, wie
wir ſie ſonſt nur ſelten unter weiblichen Genies finden und wie
wir ſie wohl bei den germaniſchen Seherinnen vorausſetzen
möchten. Dieſe ſeltene Harmonie der Perſönlichkeit prägt ſich
aus in der wundervollen Geſchloſſenheit ihres Weltbildes, das
einen bunten Himmelsbogen über die große und die kleine
Welt ſpannt und von Gott und den Geſtirnen bis zu Wurm und
Kraut alles mit gleicher Liebe umfängt. Ungelehrt, wie ſie war
verließ ſich dieſe geniale Ergründerin der Natur ganz auf die
Schärfe ihres äußeren und inneren Auges, und ſo iſt ſie als
eine beguadete Offenbarerin durch die Welt geſchritten, kundig
der raunenden Quellen, die aus den Tiefen alles Seins
auf=
rauſchen. Wie ſie Sonne und Sterne, Wolken und Winde, Luft
und Licht in ihr Gott beſeeltes Bild des Daſeins eingliedert, ſo
ahnt ſie auch im Weſen der Tier= und Pflanzenwelt den innigen
Zuſammenhang mit dem Menſchen, findet ſtets neue
Wechſel=
beziehungen zwiſchen Menſch und Gott, Tier, Pflanze und Stein
heraus.
Hildegard wurde 1098 als das 10. Kind des adligen Bur
mannes Hildebert von Böckelheim auf der Burg Böckelheim
der Nahe geboren, kam als 8jähriges Kind in das Nonnenkloſ
auf den Diſibodenberg zur Erziehung, nahm dann den Schlei
und gründete ſchließlich auf dem Rupertsberg an der Mündu
der Nahe in den Rhein ein berühmtes Kloſter, als deſſen As
tiſſin ſie weithin ſegensreich gewirkt hat. Ihr umfangreick
Briefwechſel mit den Großen der Erde, der Rat, den bei ihr ſel
Friedrich Barbaroſſa einholte, zeigen, daß ſie auch in politiſch
Dingen eine Macht war, an der man nicht vorübergehen konn
Und überhaupt iſt dieſe Verbindung des Himmliſchen mit d
Irdiſchen, dieſe ſelbſtverſtändliche Meiſterung der Natur und
gleichzeitige Verſenkung in Gott der entſcheidende Zug im We
dieſer wundervollen Frau, der ſie zu einer der erhabenſten
Ge=
ſtalten des Mittelalters macht. Sie ſelbſt war von dem
Glau=
ben erfüllt, daß das, was ſie ſchaute, himmliche Geſichte ſeien,
und das, was ſie ſagte, ihr unmittelbar von Gott eingegeben
werde. „In der wahren Schau Gottes habe ich das Buch
„Scivias” und die andern geſchrieben, und noch immer bin ich
daran am Werke”, ſchreibt ſie einmal von ihren Schriften. „Als
Seherin, die in der Gnade des ewigen Lichtes lebte, wurde ſie
von Zeitgenoſſen verehrt, und nur dieſer überirdiſchen Macht
verdankte ſie ihren gewaltigen Einfluß. Ihre Viſionen hingen
wohl mit den vielfachen körperlichen Leiden zuſammen, von
denen ſie immer wieder ſpricht, und dieſe Schwäche, dieſe
Ueber=
empfindlichkeit der Nerven machte ſie beſonders hellſichtig und
feinhörig; ſie ſagt ſelbſt einmal, ſie habe eine „luftige‟ Natur
und ſei deshalb von allen Witterungseinflüſſen abhängig. Aber
mit dieſen ſcharfen Augen blickte ſie nicht nur empor zum Himmel
und prieß deſſen Wunder in Hymnen und Sequenzen, die ſie
auch zu einer großen Dichterin machen, fondern ſie ſah mit ihnen
nicht minder aufmerkſam auf alle Vorgänge und Erſcheinungen
der Welt, und ſo hat ſie klarer und tiefer als alle ihre Zeitgenoſſen
im großen Rätſelbuch der Natur geleſen und die
naturwiſſen=
ſchaftliche Erkenntnis ihrer Epoche außerordentlich gefördert.
„Vogelſprachenkund wie Salomo” lauſchte ſie den verworrenen
Klängen, die ihr aus allem Sein entgegentönten, und wie ſie in
einer merkwürdigen „Geheimſprache” die Klänge aus dem
Jen=
ſeits aufzeichnete, ſo wußte ſie andererſeits in klaren Worten
feſtzuhalten, was ihre myſtiſche Schau an Wahrheiten in der
Na=
tur erkannte. Wer ſich in die ſchöne, von Johannes Bühler im
Inſel=Verlag herausgegebene Auswahl ihrer Schriften vertieft,
der findet hier nicht nur ein Bild der deutſchen
Naturwiſſen=
ſchaft des 12. Jahrhunderts, ſondern auch merkwürdig
voraus=
ſchauende Wahrheiten und Ahnungen. Dieſe Frau war eine
große Menſchenkennerin, die von ihrem theologiſchen Standpunkt
aus eine neue Menſchenkunde begründete, die bereits auf die
Naturbeſeelung des Franz von Aſſiſi und der Frührenaiſſance
hindeutet. Während ſie in ihrem Hauptwerk, das ſie „Scivias”
d. h. „Wiſſe die Wege des Herrn!” nannte, mehr die theologiſche
Seite ihres Weltbildes darbot, hat ſie in dem Buch „Phyſika”
die „Feinheiten der verſchiedenen geſchaffenen Naturen
beſchrie=
ben, von den Pflanzen erzählt und von den Elementen, von den
Steinen und von den Tieren und in dem Buch „Urſachen und
Heilungen” ihre Erfahrungen über die Krankheiten dargelegt.
Vie=
les ſchöpfte ſie aus uraltem Glauben und aus der Volksmedizin;
ſie gibt Waffen an, die man im Kampf gegen die Dämonen
benutzen ſoll; ſie erzählt von dem Einfluß des Mondes und der
Rußlands Ankwork auf die deutſche Noke.
Berlin, 14. Sept.
Das Außenkommiſſariat der Sowjetregierung hat eine weit
Verbalnote über den Schutz der Sow
in Chino
vom 13. ds. Mts. an die deutſche Botſchaft in Moskau gerichtet
Die Note iſt eine Erwiderung auf die deutſche Verbalnote vom
9. ds. Mts., die ihrerſeits eine Antwort auf die ruſſiſche Nott
vom 6. ds. Mts. darſtellt.
In der Verbalnote vom 13. ds. Mts. wird die Note von.
6. ds. Mts. dahin interpretiert, daß ſie nicht Angriffe gegen diß
deutſchen Konſulate in China enthalten ſolle, ſondern lediglic
den Zweck verfolgte, die Aufmerkſamkeit der deutſchen Regierunn
auf die äußerſt ſchwierige Lage der Sowjetbürger in China
un=
die ungenügenden tatſächlichen Ergebniſſe der
Interventionss=
tätigkeit des deutſchen Konſuls in Charbin hinzulenken.
Mit der Verbalnote überreicht die Sowjetregierung eim
Liſte von Gewalttätigkeiten und Grauſamkeiten der Chineſen,
er=
lärt, daß die Repreſſalien gegen beſtimmte Kategorien chineſiſche
Bürger in Rußland ſchon vor dem Eintreffen der deutſche= „n
Verbalnote beſchloſſen wurden und bittet am Schluß um Nach ge
richt über die Urſachen der Verhaftungen und Verfolgunge
Tauſender von Sowjetbürgern.
Eine Fortſetzung des Notenwechſels mit der ruſſiſchen R.
gierung iſt, wie wir hören, deutſcherſeits nicht beabſichtigt.
Der Drahk nach Moskau.
aft
* Berlin, 14. Sept. (Priv.=Tel.) trecht
In amtlichen Kreiſen wird ſeit einiger Zeit mit ernſter Sorg uugen
die Entwicklung unſerer Beziehungen zu den Sowjets verfolg, zen auf
die ſich allein durch die ruſſiſche Schuld immer ungünſtiger gzo gerhaf
ſtalten. Seit dem Tode unſeres Botſchafters v. Brockdox zurs,
Nantzau fehlt in Moskau offenbar das diplomatiſche Gegern A.
gewicht. Die kommuniſtiſche Politik ſetzt ſich gegenüber der ruſfſi. endvol
ſchen Diplomatie offenbar immer mehr durch und macht da ſen daß
amtliche Rußland zu einem Prellbock gegen die deutſche inne na die v
Politik. Das zeigte ſich am Verfaſſungstag. In beiden Fälls/und un
fielen in Rußland ſoviele Unfreundlichkeiten, daß der Botſchaft /ᛋ die 1
offiziell eingreifen mußte. Dem all ſetzte aber vor einigen Tage(ye die i1
die offiziöſe „Jsweſtija” die Krone auf, die ſich — ſicherlich dwiten
im amtlichen Auftrag — für berechtigt hielt, die deutſche Regä
ung abzukanzeln und offen davon zu ſprechen, daß die deutſc
ruſſiſchen Beziehungen in ein kritiſches Stadium getreten ſeie=n Es iſt
Die Einzelheiten, die zur Begründung dieſer Auffaſſung hera nhan. D
gezogen wurden, zu widerlegen, lohnt ſich nicht. Zur Charc/ mntlich a.
teriſtik ihrer Fadenſcheinigkeit genüge der Hinweis, daß Sißelheiten
Ruſſen einen Händedruck des Staatsſekretärs v. Schubert mit der ite 9
chineſiſchen Geſandten in Genf übelgenommen haben, der übrigen heſt es
gar nicht einmal erfolgt ſein ſoll. Es ſind Belangloſigkeiten un //1eswi
Unwahrheiten, die hier zuſammengetragen werden, um Deutſchfgeklä
land klar zu machen, daß die deutſche Politik die Verbindux/ſſe der U
mit Rußland gefährde. Daß dieſer Artikel in Berlin verſtimrn erigen
hat, iſt verſtändlich. Er wird aber keinen Anlaß zu einem ofmſtführe
ziellen Schritt gegeben haben, er iſt aber auch nicht ſtillſchweigeruſig der
zur Kenntnis genommen worden. Botſchafter v. Dirckſen hufdie Geb
vielmehr Gelegenheit genommen, der ruſſiſchen Regierung b= ſollten
greiflich zu machen, daß eine ſolche Tonart in der Tat einen u. mtate al
günſtigen Einfluß ausüben muß. Die Ruſſen leben ſich in d ſindigen
Rolle eines Vormundes hinein, die wir natürlich mit aller Em pla
ſchiedenheit ablehnen. Vielleicht glauben ſie, daß Deutſchlarzſer. 2
ſeine Aufgabe ſchon erfüllt habe, indem es ihnen den Weg zuu dr wied
internationalen Kapitalmarkt eröffnete und daß ſie jetzt ohn zwar
uns in Amerika weiterkämen. Doch das ſoll ihre Sorge ſ/ ſ werde
Notwendig iſt nur, einmal zu ſagen, daß Deutſchland ſich ant weſten
ſolche Preſſepolemik mit unverhüllten Hinterabſichten nicht ᛋᛋ fſluß der
fallen laſſen kann. Wir haben von uns aus das ehrliche Beſtr Kige Be
ben, den Verkehr mit Moskau zu pflegen, doch iſt das nur mö
lich, wenn dieſer Wunſch auf Gegenſeitigkeit beruht und wer
auf beiden Seiten eine Einmiſchung in die innere Politik ve
mieden wird.
Abſage der polniſchen Links= und Mitkelparkeien
an Swikalſki.
Die Führer der polniſchen Links= und Mittelparteien
hielt=
eine gemeinſame Sitzung ab, in der ſie die Einladung d
Miniſterpräſidenten Switalſki zu einer Ausſprache zwiſchen d
Fraktionsführern und der Regierung unter Teilnahme des Mch
ſchalls Pilſudſki einſtimmig ablehnten. Das einzige Organ d./
Seim ſei während der Vertagung der Seſſion der Seim=Meu
ſchall. Die Regierung möge alſo zunächſt eine außerordentlich
Seſſion des Parlaments einberufen, um die von ihr gewünſch.
Verbeſſerung der Budgetarbeiten zur Debatte zu ſtellen.
ſitent er
Waffe
en of
eno
Re
den
dir
drat
den be
Geſtirne auf Körper und Seele, aber ſie empfiehlt auch klu
Lebensregeln und überraſcht durch das feinſte Verſtändnis f
das Menſchenweſen und beſonders für die Eigenart der Fre.
So ſind ihre Werke erfüllt von jenem tiefſten Naturgefühl, d1lung
vom innerſten Kern ihres Weſens ausſtrahlte und ihre Geſtelo
mit einer unvergänglichen Gloriole umgibt.
Aus den Darmftädter Lichtſpielkheakern.
Union=Theater.
„Engel der Straße” iſt bei weitem nicht ſo ſchlim:
als die etwas merkwürdige Ankündigung fürchten läßt. Es
im Gegenteil, wenn man von dem amerikaniſch=ſentimentak )
Einſchlag abſieht, ſogar ein ſehr guter Film. Sowohl was ſeit
moraliſch=ethiſche Tendenz betrifft, wie aber vor allem durch T/
ganz ausgezeichnete Darſtellungskunſt der beiden Handlung;
träger Janet Gaynor und Charles Farrell, die im Rar
men der recht guten Regie von Frank Borzage in der ſchlie
ten Menſchlichkeit der Darſtellung Vorbildliches leiſten. Ar
der Regiſſeur verdient unbedingt Anerkennung ob des ſelten/e
Geſchicks, mit dem er den Ablauf der Handlung in beſten Eiſ
klang gebracht hat mit der Bildtechnik, die, dem Milieu er in
ſprechend, faſt den ganzen Film in einem gewiſſen neblig/7n
Dunſt ſpielen läßt. So wird die Härte, in einigen Szenen auN!)
Bildkitſch, gedeckt und gemildert. Die Filmfabel erzählt b Peſt,
einem armen Mädchen in Neapel, das, um Medizin für 2‟‟
fiebernde Mutter kaufen zu können, ſchlechtem Beiſpiel folgerv We
auf die Straße gehen will, was ihr aber nicht gelingt. Sie bleu
alſo wider Willen rein. Trotzdem muß ſie ins Arbeitshaunh
weil ſie ſich zum Diebſtahl verleiten läßt. Sie muß ins Arbein”
haus gerade in dem Augenblick, wo die große und reine Liel!
die ſie mit einem jungen Maler verbindet, zum Ziel, zur Ek.
führen ſoll. Das die Tragik der Handlung und der Konflikt, a.‟,
dem ein guter Film entſtand.
Ein weit beſſerer Film als der Menjou=Film „Der Spi
lerkönig‟. Dieſer Film ſtellt unglaubliche Anforderungen
die Geſchmackloſigkeit der Beſucher. Wenn Adolphe
Menjotd=
gepflegte Perſönlichkeitskultur nicht wäre — er iſt hier aud
nahmsweiſe kein Böſewicht —, und wenn Grete Niſſen mer?
hin und wieder ſo hübſche Momente hätte, wäre dieſer Fil
unerträglich. — Sehr intereſſant iſt die Deulig=Wochev‟
ſchau.
ammer 256
Conntag, den 15. September 1929
M eimmangent mvei Shlengſloffesffgte
Ait Akkion der Altonger Polizei nichk ohne Erfolg. — der zweite Geſkändige. — Die Berliner Akkion gegen
die Nakionalſozialiſten ein Mißgriff. — Die Verhaftungen können nichk aufrechk erhalken werden.
Die Berliner Polizei in Nöken.
Die Allonder Ailton.
* Die große Aktion der Berliner Polizei gegen
die Berliner Bombenattentäter ſcheint dicht vor dem Zu=
Fflärungen des Volzeipräſidenken Eggerſedt. fammenbrechen zu ſtehen. Am Samstag hat im Polizei=
Seite 3
Altona, 14. September.
ſolizeipräſident Eggerſtedt gab am Samstag vormittag in
einun Preſſebeſprechung eine Darſtellung des gegenwärtigen
Sades der Ermittlungen in der Angelegenheit der
Sprengſtoff=
amſtäge. Einleitend bemerkte er, daß die Unterſuchung in
zuyſi Teile zerfalle: eine gegen die
Nationalſozia=
liſſin, die andere gegen die Landvolkbewegung.
Bgede Aktionen laufen vollkommen von
einan=
dergetrennt. Die Aktion gegen die Landvolkbewegung hatte
wihte Ausgangspunkt in Altona, während es ſich bei dem
Vor=
gehn gegen die Nationalſozialiſten um eine
üſernehmung handelt, die von Berlin ausgeht.
Wir die Landvolkbewegung anlangt, ſo ließen ſich zunächſt
um=
famgeſche Verhaftungen nicht vermeiden. Es wurden auch
„Vhhaftungen vorgenommmen, die vielleicht nicht
„zauſecht erhalten werden können. Die Nachfor=
„ſchiün gen nach dem Herſtellungsort der Bomben
ſtonze auf außerordentliche Schwierigkeiten. Den Ausgangspunkt
„der Verhaftungen bildete bekanntlich die Feſtſtellung des
Trans=
ponturs, die zur Feſtnahme des Nickels und zur Aufdeckung
„deßs lufbewahrungsortes in Hamburg geführt hat. Wenn jetzt
„diſt landvolkbewegung von Nickels abrückt, ſo iſt dem
entgegenzu=
ſtenle, daß der Polizei eine Liſte von 14 Preſſeausweiſen vor=
Aliau die von der Zeitung „Das Landvolk” ausgegeben worden
ſimo und unter denen ſich auch der Ausweis für Nickels befand.
Arſch die übrigen Inhaber von ſolchen Preſſeausweiſen ſind
WLeut, die in der Landvolkbewegung eine führende Rolle geſpielt
Das zweite Geſtändnis.
fs iſt nicht leicht, die Verhafteten zu einem Geſtändnis zu
„brunen. Das erſte Geſtändnis, dasjenige Weſchkes, bezog ſich
beuantlich auf das Beidenflether Attentat, das Weſchke in allen
Eizu kheiten ſchilderte. Heute nacht iſt nunmehr das
zmüte Attentat eingeſtanden worden, und zwar
hallt es ſich dabei um den Anſchlagsverſuch in
WSiheswig, der jetzt ebenfalls in allen Einzelheiten
außeklärt iſt. Der Name des Geſtändigen muß im
In=
erhiuteruſt der Unterſuchung vorläufig ungenannt bleiben. Aus den
benſbiührigen Geſtändniſſen kann gefolgert werden, daß die
Land=
eineng ulführer die Auftraggeber für die
Ausfüh=
ichwer uing der Anſchläge geweſen ſind. Sie haben nicht
Lichennu ſie Gebäude ausgeſucht, gegen die Anſchläge gerichtet
wer=
bierungen ſollten, ſondern haben auch die Leute beſtimmt, die die
ein=Altketate ausführen ſollten. Das geht aus den Ausſagen der
ſich iß kindigen hervor. Es handelt ſich alſo um ein bewußtes
lerual planmäßiges Vorgehen der
Landvolk=
füger. Das unſinnige Vorgehen iſt nur ſo verſtändlich, daß
Weglmmr wieder Unruhe in die Bevölkerung getragen werden ſollte,
ſetzt ſuzwar einmal, weil nur damit die Bewegung in Gang ge=
Sorgeſoltn werden konnte, und zweitens, um der Landvolkzeitung
6 ſichhuzweitere Verbreitung zu ſichern, ferner aber auch, um den
nichkünſuß der Landvolkführer zu ſteigern und ſchließlich eine
plan=
he gnüſfiye Bewaffnung der Bewegung vorzubereiten. Der
Polizei=
u 4ſſent erinnerte in dieſem Zuſammenhang an die Aushebung
ſesſVaffenlagers in Rönne. Die Abſichten der Landvolkleute
zäirign offenbar dahin, wenn etwa eine Gegenaktion erfolgen
ollt die man eingeſtandenermaßen von den Kommuniſten
er=
vont hatte, ſich zur Wehr zu ſetzen. Polizeipräſident Eggerſtedt
ſürkäßte noch, daß am Montag der größte Teil der Verhafteten
des Eiaatsanwaltſchaft zugeführt würde.
Ein weiteres Geſtändnis.
2
ur
w
Altona, 14. Sept.
Zei den heutigen Vernehmungen der im Zuſammenhang
men Sprengſtoffanſchlägen Verhafteten im Altonaer
Polizei=
zuſiutm iſt auch das Attentat auf das Itzehoer
ſidratsamt eingeſtanden worden. Es handelt ſich
nlen verhafteten Johnſon, der auch den Anſchlag in
Schles=
ugunternommen hatte.
präſidium wieder eine Beſprechung ſtattgefunden, bei der man
überlegt hat, was nun zu tun iſt, und es ſcheint nicht viel
an=
deres übrig zu bleiben — ſo ſchwer es der Polizei auch fallen
mag — als ſo ziemlich ſämtliche Verhaftete wieder auf freien
Fuß zu ſetzen. Dabei iſt — wie wir ſchon ſagten — zwiſchen
dem Vorgehen der Altonaer und der Berliner
Polizei ſcharf zu unterſcheiden. Die Altonaer ſind
offenbar auf der richtigen Fährte — oder wenigſtens auf einer
richtigen Fährte — geweſen. Ob ſie wirklich ſchon ſoweit ſind,
um alle Attentate aufklären zu können, bleibt noch abzuwarten.
Das wird ſich wohl erſt zeigen, wenn es gelungen iſt, auch das
Bombenlaboratorium zu finden, das ihr bisher noch entgangen
iſt. Welche Rolle dabei die Waffenfunde im Hannoverſchen
ſpielen, iſt noch völlig unaufgeklärt. Von den Beteiligten wird
behauptet, daß es ſich keineswegs um geheime Waffenlager
handle, ſondern um altes roſtiges Material, das noch aus den
Nachkriegsjahren her aufbewahrt wurde.
Jedenfalls hat auch der Altonaer
Polizeipräſi=
dent es für notwendig gehalten, von der
Ber=
liner Aktion abzurücken. Er hat unterſchieden zwiſchen
dem Vorgehen gegen die Landvolkbewegung in
Schlewig=Holſtein, das zu zwei Geſtändniſſen
geführt hat, und zwiſchen dem Berliner Vorgehen
gegen die Nationalſozialiſten, womit er offenbar
nichts zu tun haben möchte. Das iſt an ſich auch begreiflich,
wenn man den ungeheuren Aufwand an Reklame vergleicht, der
unmittelbar nach den Verhaftungen betrieben wurde mit dem
ſehr mageren Ergebnis, das bis jetzt aus den Unterſuchungen
herausgekommen iſt. Die Berliner Aſphaltpreſſe hat in wirklich
ungeheuerlicher Weiſe gegen die Verhafteten gehetzt, hat
Ent=
hüllungen gebracht, daß in ihren Wohnungen Teile von
Höllen=
maſchinen, Sprengſtoffe, Pläne zur Herſtellung von Bomben und
zahlreiche Pläne von öffentlichen Gebäuden gefunden worden
ſeien. Von all dem hat ſich bisher nichts bewahrheitet. Es iſt in
Millionen Exemplaren ins Land hinausgegangen, hat
Auf=
regung und Unruhe erzeugt, und wenn nachträglich die ganze
Aktion kläglich zuſammenbricht, iſt doch die Frage berechtigt, wo
dieſe Informationen hergekommen ſind. Daß die Zeitungen ſich
dieſe Einzelheiten aus den Fingern ſogen, iſt trotz allem
Ameri=
kanismus mehr als unwahrſcheinlich. Die „Kreuzzeitung”
er=
hebt jetzt die ſchwere Anſchuldigung, daß „gewiſſe
Stellen der preußiſchen Polizei und des
preu=
ßiſchen Innenminiſteriums die geiſtigen
In=
ſpirationen dieſer Taktik geweſen ſeien”, wobei
der Zweck geweſen ſei, unter allen Umſtänden der in einer
ſchweren Kriſe befindlichen Sozialdemokratie neuen Auftrieb zu
geben, mindeſtens von den einzelnen allgemein bekannten
Nie=
derlagen dieſer Partei abzulenken. Das iſt doch wohl ſtark
kon=
ſtruiert. Immerhin, die Anſchuldigung iſt da und die Polizei
wird nicht umhin können, dazu Stellung zu nehmen, was auch
die „Kreuzzeitung” zu erwarten ſcheint. Jedenfalls deutet ſie
an, daß ſie mehr wiſſe und zu gegebener Zeit bereit ſei, mit
Näherem hervorzutreten. Das Unternehmen beginnt alſo bereits
für die Berliner Polizei unbequem zu werden, aber nicht ohne
ihre eigene Schuld, denn es iſt eines Rechtsſtaates unwürdig,
daß man erſt einmal ziemlich ins Blaue hinein verhaftet und von
den folgenden Hausſuchungen erwartet, daß ihr Ergebnis die
Verhaftungen rechtfertigen wird.
Muſſolinis Reformen.
Weitere Normaliſierung des Regimes. —
Vermin=
derung des Großen Basciſtenrakes.
EP. Rom, 14. September.
Muſſolini hielt heute ſeine große Rede vor dem fasciſtiſchen
Parteirat. Wie zu erwarten war, kündigt er darin eine
wei=
tere Normaliſierung des Regimes durch ſtrikte
Unterordnung der Parteiorgane unter den
Staat an. So werden in Zukunft alle Parteiſekretäre der
Provinz von Muſſolini perſönlich durch königliches Dekret
er=
nannt, um ihre Unterſtellung unter den Staat noch
augenſchein=
licher zu kennzeichnen. Die ſeit einigen Wochen angekündigte
neue Aera des Fascismus beginnt damit, daß den
Parteiorganen noch ſtraffere Zügel angelegt
werden, indem man ſie zu unerbittlichem
Gehor=
ſam verpflichtet. Jede Willkür der Parteiorgane ſoll
ver=
ſchwinden. In dieſem Zuſammenhang kündigt Muſſolini auch
eine Reform des Großen Fasciſtenrates durch
Verminderung ſeiner Mitgliederzahl an, weil 50 zu viel ſeien,
um das Geheimnis der Debatten und Beſchlüſſe zu wahren. —
Aus der Rede Muſſolinis erfährt man auch erſtmals, daß der
Generalſekretär der Partei, der Abgeordnete Turati, mit der
Begründung um ſeine Entlaſſung nachgeſucht hat,
damit den Fasciſten ein Beiſpiel der Selbſtloſigkeit zu geben.
Muſſolini läßt ihn aber nicht gehen, ſondern hat ihm
ſein Vertrauen in aller Form öffentlich beſtätigt.
Die Polizei wird Muſſolini unkerſtellk.
Als wichtige Neuerung würden Maßnahmen vorbg
reitet, durch die dem Regierungschef nicht nur die
fasciſtiſche Miliz der nationalen Sicherheit
unterſtellt werden ſoll, ſondern auch die Polizei,
der Staatsrat, der Oberſte Rechnungshof und
die fiskaliſche Advokatur. Beſonders die Polizei ſei
zu wichtig und ein heikles Inſtrument, um nicht unmittelbar vom
Regierungschef abzuhängen. Dieſe Mitteilungen machte
Muſſo=
lini im Zuſammenhang mit der Begründung ſeines Verzichts
auf die Leitung der militäriſchen Miniſterien, die er ſelbſt als
den ſpringenden Punkt der jetzigen Kabinettsumbildung
be=
zeichnete. Er ſagte ferner: „Uebrigens beſitzen alle bewaffneten
Die deutſche Bolksparkei gegen die Schulgeld=
Die Fraktion der Deutſchen Volkspartei hat im Heſſiſchen
Landtage folgenden Antrag, das Schulgeld an höheren Schulen
betreffend, eingebracht: „Wir beantragen: der Landtag wolle
be=
ſchließen, die Regierung zu erſuchen, die Verfügung des heſſiſchen
Kultusminiſters unter Nr. K. M. IIT 10852 vom 26. Auguſt
1929, die Schulgelderhöhungen bis über 50 Prozent fordert,
zu=
rückzuziehen, da ſie nicht der Auffaſſung des Landtags entſpricht.
Darmſtadt den 9. September 1929. gez.: Birnbaum, Dr. Keller
und Fraktion.”
ändert. Eshandelt ſich um eine
Regierung mit ausgeſprochenem Fascismus.
Die Richtlinien werden ſomit auch ausgeſprochen fasciſtiſch ſein.
Die Welt wird nicht untergehen, wenn Gemeinderat und
Kam=
mer eine ſtrenge Kontrolle über das Verwaltungsweſen ausüben.
Kritik muß von den Verantwortlichen, die ſich aber nicht als
unfehlbar betrachten dürfen, hingenommen werden, wenn ſie
nicht als Selbſtzweck, ſondern mit dem Ziel erfolgt, die
Ver=
waltung des Staates zu vervollkommnen. Muſſolini bezeichnete
die im Ausland verbreiteten Gerüchte als kindiſch, daß die
fasciſtiſche Regierung nach der Vernichtung der Freimaurerei
beider Richtungen die Aufrichtung einer dritten Freimaurerei
begrüßen würde, um ſie dem Klerus gegenüberzuſtellen. „Wir
haben dieſe Kniffe nicht nötig, ſondern genügen uns ſelbſt.
Die Lateranverträge werden von dem Klerus und den
Frei=
maurern bekämpft, die mit ihrer Vorausſage unterlegen find und
eine Art Rache ausüben möchten. Von der Beſchlagnahme
einiger Dutzend Winkelblätter des katholiſchen Extremismus bis
zum Kulturkampf von Bismarck oder den napoleoniſchen Kämpfen
iſt ein weiter Weg. Es iſt faſt banal, zu erklären, daß der
Kampf zwiſchen Kirche und Staat
dem Staat ſchadet, aber auch der Kirche nichts nützt. Solch ein
Kampf kann manchmal unvermeidlich ſein, nie aber ein
Pro=
gramm oder Ideal, beſonders nicht in einem Staat wie dem
unſrigen, der auf anderen Gebieten ſeine Einheit und Kraft
zeigen kann. Uebrigens iſt unſere Lage klar. Die Kirche kennt
die fasciſtiſche Doktrin vom Staat nach meiner
For=
mel von 1925: Alles im Staat, nichts außerhalb
des Staates, nichts gegen den Staat.
Aus den Berichten der Präfekten geht hervor, daß der
ita=
lieniſche Klerus den Staatsgeſetzen gehorcht und oft für das
Regime begeiſtert iſt. Mit Ausnahme einiger Grenzprovinzen
und dreier Provinzen Oberitaliens iſt der Klerus überall und
beſonders in Süditalien, mit uns einig und wünſcht, nur mit
den Staatsbehörden zuſammenzuarbeiten. Uebrigens beſitzt das
Regime 9000 Wachen in jedem Winkel Italiens, die bereit ſind,
einer wachſamen und empfindlichen Regierung in Rom jede
Uebertretung mitzuteilen. Wir lehnen den Grundſatz einer
in=
direkten Macht der Kirche jederzeit ab."
1e Darmſtädter Ausſtellung und ihre Bedeukung.
Nachdem die Leiſtung der einzelnen Künſtler in der
Aus=
ſtetlng „Der ſchöne Menſch in der neuen Kunſt” hier
gſchto entſprechend gewürdigt wurde, ſei heute noch einmal auf
den roßen allgemeinen Wert und die Bedeutung dieſer
Darm=
ſtätdtr Ausſtellung für Laien und Künſtler hingewieſen.
der ſorgfältige Aufbau der hiſtoriſchen Abteilung, begonnen
bet er Venus von Willendorf, gibt ein ſelten klares und
über=
ſiohſſches Bild des Kunſtſchaffens der verſchiedenen Epochen und
Vör. Es ſind nur Stichproben, doch ſo gewählt, daß ſcharfe
Sehlglichter die verſchiedenen Schaffenskomplexe, ja, zugleich
Vheigenart und religiöſe Einſtellung erhellen. Aegyptiſche
Aeüpe und ſchöngeformtes Griechentum, herbe deutſche Romantik
e un)Zerfall der Form im Rokoko bis zur neuen Dramatiſierung
ülne Greco nach Rodin zu den Jüngeren, geben ein kurzes, aber
im ſſiv gedrängtes Kapitel Kunſtgeſchichte. Unwillkürlich muß
z ſich er Beſchauer darnach fragen: „und wie äußern wir uns?”
Intwort geben die anſtoßenden Säle mit den modernen
BKhrn.
Zum erſten Male iſt hier Gelegenheit gegeben zum Vergleich,
weeverſchiedene Völker ein und derſelben Epoche den gleichen
„Pchurf löſen. Für den, der ſehen kann, ſprechen dieſe Bilder
Büüe! Erzählen von dem ſchweren, gedanklich beladenen
Schaf=
fein der der dekorativen, oft derben Wucht der Deutſchen —
wo=
bchigs öſtliche Deutſchland ſich ganz anders äußert wie der
Süd=
weein —. Sie zeigen die ſpielende Leichtigkeit der Franzoſen,
zi ihntraditionelle formale Begabung, die bei den kühnſten
Ex=
bementen immer noch voll Witz und Grazie iſt und keine
ge=
ich mckliche Entgleiſung zuläßt. Daneben das kulturvolle, ſo
un=
eheAh gepflegte Schaffen der Japaner, die intereſſanten, ſo
viel=
be yrechenden Leiſtungen des jungen Italien und Spanien.
9 S=gbei einer ſo großen Kunſtſchau auch minderwertige Arbeiten
Ulhlaufen, iſt ſelbſtverſtändlich. Aber man denke nur einen
Weihnblick an die furchtbare Fleiſchſchau im alten Pariſer „Sa=
UE5) wo heute noch „le nu” in der ſüßeſten Form vorherrſcht,
uMankbar anzuerkennen, mit welch ehrlichem Ernſt der größte
L8der ausſtellenden Künſtler an das Problem herangetreten iſt.
ſoch ein Wort über die Bedeutung der Ausſtellung für die
ſo henden Künſtler:
Nan kann der Leitung gar nicht dankbar genug ſein, für die
Gichkeit einer ſolchen Orientierung über den heutigen Stand
DAAtmalerei, der Auseinanderſetzung mit dem menſchlichen
Mer. Zunächſt iſt es eine Belaſtungsprobe für die Ausſteller.
2Aes kann einer noch lange keinen guten Akt malen, wenn er
vielleicht die eindrucksvollſtem Landſchaften oder ſogar ein gutes
Porträt gezeigt hat. Bei der menſchlichen Figur iſt mit Intuition
und Stimmungszauber allein nichts zu machen, es heißt hier:
Beherrſchen der Form und über das Beherrſchen hinaus:
neu=
geſtalten!
Wir ſind nach der Auflöſung des Impreſſionismus einen
ſchweren Weg gegangen. Das zähe Ringen um die kubiſche Form
mußte abſtrakt, faſt wiſſenſchaftlich durchgedacht und
durchge=
kämpft werden. Es iſt viel Schönes am Wege geblieben und der
Deutſche, gründlich wie er iſt, hat ſich zeitweiſe in das Experiment
verkrampft, während der Franzoſe noch immer eine reizvoll
formale Kompoſition daraus zu gewinnen wußte.
Vielleicht liegt die größte Bedeutung dieſer Ausſtellung für
den Künſtler darin, daß ſie zum erſten Male in einer großen
Ueberſchau zeigt, was wir, in dieſen Kampfjahren gewonnen
haben: Die Wiedereroberung des Volumen! Am
deutlichſten ſichtbar iſt der Uebergang vielleicht bei den
wunder=
ſchönen bei aller Modernität ſo merkwürdig griechiſch
anmuten=
den Bildern des Souverbie, wo die anhaftenden Schatten, je
nach Kälte oder Wärme des Tones, die Figur gleichſam in den
Raum hineinziehen, oder ſie hinausſtoßen. Wo, mit ganz wenig
Modellierung der einzelnen Körperflächen, doch innerhalb der
Form die ſchönſten Räume entſtehen.
Eine direkte Befreiung iſt auch die gänzliche
Unbebümmert=
heit in der Wahl der Mittel. Delacroix’ kühnes Wort: „Donnez
moi de la boue, je vous ferai, un chef d’veuvre!” (Gebt mir
Straßendreck, ich mache ein Kunſtwerk daraus!) ſcheint wieder
lebendig. Gewiß, die Reinigung der Palette war nötig, nachdem
die „braune Sauce” Rezept geworden war, aber genau ſo waren
die reinen Farben als Rezept langweilig geworden und
bedeu=
teten eine unfruchtbare Bindung.
Darum iſt es eine Freude, in dieſer Ausſtellung zu ſehen,
wie heute jeder nimmt was er braucht, um zu der gedachten
Ge=
ſtaltung zu kommen. Nicht mehr Bindung, ſondern ſchöpferiſche
Freiheit iſt am Ruder, irgendeine Farbe wird einfach
Schrift=
zeichen, um die Geſtalt aus dem Raum herauszubauen, wie in
den ſchönen Bildern des Karl Hofer oder in dem Weiß des
Franzoſen Ozenfant, der bei ſeinem Schwimmerbild mit ein
wenig Profilierung dieſer einen Farbe ſo ungeheuer ſuggeſtiv
die beiden Elemente Luft und Waſſer zu trennen weiß.
Nach den vielen Bildungen und „Ismen” der letzten
Jahr=
zehnte, Impreſſionismus, Kubismus und Sachlichkeit, zeigt dieſe
Ausſtellung eine erfreuliche Befreiuna. Stil und Palette werden
nicht mehr rationiert, ſondern das freie Sviel der Kräfte, bei
dem jedes Mittel recht iſt, das zum Erfolg führt, hat wieder
be=
gonnen. Darum wirkt dieſe Ausſtellung auf den Beſchauer ſo
jung und lebendig, ſo von Wärme erfüllt. Dabei läßt gerade das
Thematiſche der Ausſtellung, das die Zufälligkeit des Motivs
ausſchließt, keine zu große Unruhe innerhalb dieſes ſchönen
Wett=
bewerbes aufkommen. Sie regt den Laien zu kritiſcher
Betrach=
tung an und bedeutet dem Künſtler eine wertvolle Klärung,
Förderung, Bereicherung.
Darmſtadt darf ſtolz ſein auf ſeine Ausſtellung, mit der es
in dieſem Jahr in der erſtem Reihe der Kunſtausſtellungen in
Deutſchland ſteht. Der ſtarke Beſuch und die Begeiſterung, mit
der die Ausſtellung gerade, auch von den vielen auswärtigen
Gäſten aufgenommen wird, beſtätigt den Erfolg des neuen
Aus=
ſtellungsgedankens.
Elſe Luthmer.
Ap. Der Weg zum Ueberfluß. Grundlinien für den Wohlſtand
aller. Von William G. Foſter und Waddill Catchings. Deutſch von
Curt Theſing. (Verlag von Paul Liſt, Leipzig C 1. Preis geb. 3,50
Mark.) Gibt es keine Möglichkeit, unſere gewaltigen Hilfsquellen
an Menſchen, Maſchinen, Geld und Rohmaterialien ſtetig ſo zu
ver=
wenden, daß die Produktion und die Arbeit andauern und die
Allge=
meinheit, beſonders die Bedürftigſten, in reichem Maße mit den Gütern
des Lebens verſorgt werden?. Dieſes Wirtſchaftsproblem veranlaßte
den Amerikaner Catchings, vor etwa acht Jahren das Pollak=Inſtitut
für Wirtſchaftsforſchung zu gründen. Sein Zweck beſteht in der
Er=
forſchung der Mittel, mit deren Hilfe ſich die wirtſchaftlichen Kräfte
der Welt ſo leiten und die Erzeugniſſe ſo verteilen laſſen, daß ſie der
Allgemeinheit den größten Nutzen gewähren. Zur Förderung dieſes
Zweckes verfaßte Catchings in Gemeinſchaft mit Foſter drei Bücher
„Geld”, „Gewinne” und „Geſchäft ohne Käufer”, dem ſich neuerlich das
vierte „Der Weg zum Ueberfluß” anſchloß, das ſich zur Aufgabe gemacht
hat, ein einfaches, durchführbares und ſofort wirkſames Mittel
vorzu=
ſchlagen, um aus dem wirtſchaftlichen Dilemma herauszukommen, ein
Mittel zur Sparſamkeit und Gedeihen, ein Mittel gegen geſchäftliche
Depreſſionen, das es dem Volke als ganzem ermöglicht, höheren und
dauerhafteren Gewinn, aus der wunderbaren Maſchinerie unſeres
Ge=
ſchäftslebens zu ziehen. Die Anordnung und Behandlung des Stoffes ſind
eigenartig: keine bloßen theoretiſchen Erörterungen, ſondern
Diskuſſio=
nen im Rahmen einer Erzählung zwiſchen Geſchäftsleuten. Männern
der Arbeit, Handel und Induſtrie, Geiſtlichen und Volksvertretern
über Arbeitsloſigkeit, Kapitalismus, Sozialismus, Konſum und
Pro=
duktion, Sparſamkeitsprinzip und ſonſtige Wirtſchaftsfragen aller Art.
Durch dieſe Einkleidung, durch Rede und Gegenrede, die ſich an
wirt=
ſchaftliche Tatſachen halten, wird die Darſtellung lebendig und
ver=
mieden, daß das Buch einen trockenen, lehrhaften Charakter erhält und
durch abſtrakte Erörterungen über rein theoretiſche Fragen ermüdet.
Auszüge oder Stichworte aus dem Buche zu geben, würde ein
vergeb=
liches Bemühen ſein, es will im Zuſammenhange ſtudiert ſein und dem
wirtſchaftlichen Forſcher und ſozialpolitiſchen Denker, vielleicht auch dem
Laien, Anregungen geben zur Beurteilung der Frage, wie das
Wirt=
ſchaftsproblem der Gegenwart zu löſen iſt, wobei es ſich nicht um ein
neues amerikaniſches, ſondern um ein für jedes Land und jeden
wirt=
ſchaftlichen Bereich geltendes Problem handelt.
Seite 4
Sonntag, den 15. Ceptember 1929
Nummer 256
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Tummer 256
Sonntag, den 15. September 1929
Geite 3
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſiadt, 15 September.
— Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. „Neues vom Tage‟.
zmit ungewöhnlichem Erfolg vor ausverkauftem Haus erſtauf=
Fürte luſtige Oper von Paul Hindemith, wird heute Sonntag,
Aidr, im Großen Haus unter muſikaliſcher Leitung von
General=
inwirektor Dr. Karl Böhm zum erſten Male wiederholt. Die
Atzung iſt die der Erſtaufführung (Landwehr, Stralendorf, Sta=
una ier, Loewen. Vogt). (Miete R.)
Uraufführung „Der heſſiſche Landbote‟. Als
gifnrungsvorſtellung des Kleinen Hauſes findet heute Sonntag,
19 Uhr die Uraufführung des Schauſpiels in 3 Akten (22 Bil=
).„Der heſſiſche Landbote” von Walter Gruber ſtatt.
20 Stück behandelt die Entſtehung der bekannten
Revolutions=
ſihft „Der heſſiſche Landbote” aus der Feder des Dichters Georg
Zuner. Inſzenierung: Günter Haenel und Wilhelm Reinking.
ANwirkende: Bernhard Minetti, Lotte Mosbacher, Hermann
Oec Liu etlchie e Gel e e it
A0termann. (Zuſatzmiete 1). Die erſte Wiederholung des „
Heſ=
ſüſſtn Landboten” findet am Dienstag, den 17. September, im
Heinen Haus ſtatt.
Der fliegende Holländer”, Oper in 3 Akten von
Mſard Wagner, gelangt am Dienstag, den 17. September, 19½
Uu in neuer Inſzenierung von Renato Mordo (Bühnenbild:
Quar Schenck von Trapp) unter muſikaliſcher Leitung von
Gene=
rmſuſikdirektor Dr. Karl Böhm zur Aufführung. Die Beſetzung
iſt olgende: Holländer: Hans Komregg, Senta: Roſe Landwehr,
Boarnd: Theo Herrmann, Erik: Hans Grahl, Steuermann: Otto
Stoelmaier, Mary: Martha Liebel. (Miete 4.)
Erſtaufführung. Der Herr ſeines Herzens”.
Riehenſtraße 2, und beider Geſchäftsſtelle des GDA., Hügelſtraße 20,
ſc sü rhalten.
Das Jubiläum der Fa. Philipp Barth, bzw. das Doppeljubiläum
1//Herrn Philipp Barth ſelbſt, geſtaltete ſich durch Art und Umfang
9e Gratulationen zu einer öffentlichen Angelegenheit. Es liegt in
deMNatur der Sache, daß eine beliebte Gaſtſtätte ohnehin eine öffent=
10ch Angelegenheit iſt, kommt dazu die allgemeine Wertſchätzung des
Zuabers, ſo werden ſelbſtverſtändlich weite Kreiſe von einer Feier
1far Art Notiz nehmen. Schon am frühen Morgen des
Jubiläums=
tigs brachte ein Soloquartett des Landestheaters (die Herren Schüp=
Oeſterling, Horino und Wüſt) dem Jubilar ein Ständchen, bald
dmch ſtellten ſich auch ſchon die erſten Gratulationsabordnungen ein.
uerſchienen im Laufe des Vormittags Deputationen des Heſſiſchen
Atbmobilelubs (die Herren Kahlert und Beier), des Veloeiped=Clubs
Aanſtadt (die Herren Frahnert und Jakobi, der Alten Herren=
Abtei=
ſiutz des V. C. D. (die Herren Karl Bauer, Numrich, Titze, Nover
yUlrich), der Loge, der der Jubilar angehört die Herren Kunze,
chunwarth, Bode), die Gaſtwirte=Innung (die Herren Mund und
jſt), der Karnevalgeſellſchaft Narrhalla (die Mehrheit des
Elfer=
ſ. Für die beiden Stammtiſchgeſellſchaften gratulierten die
löſaren Heinz Heberer und Dieter und Schlegel. Der Freundeskreis
9 al Hauſes Barth hatte ſich die 3 Herren Schneider, Lortz und Georg
9/4. zu Sprechern erkoren. Die Mehrzahl der Gratulanten über=
A dwcte Herrn Barth und ſeiner Gattin Geſchenke und ſonſtige
Auf=
eſucht mEſamkeiten, vor allem aber Blumen über Blumen. Das
Neben=
sitzyer der Weinſtube iſt mit Blumenarrangements angefüllt. Gleich
aick wie die Fülle der Blumen, war die der telegraphiſchen und ſchrift=
Eſchn Glückwünſche Unter dieſen ſind als offiziell noch zu erwähnen.
Ei der Intereſſengemeinſchaft der Hotel= und verwandten Betriebe,
1e gegelklubs dieſer Intereſſengemeinſchaft, des Starkenburger Wein=
Eädlerverbandes u. v. a. Die ungewöhnlich große Zahl der Glück=
Donnerstag den 19. September, 20 Uhr. findet im Kleinen
Hias die Erſtaufführung des Schauſpiels in 3 Akten Der Herr
ſen es Herzens” von Paul Raynal ſtatt. Paul Raynal iſt
miſeinem „Grabmal des unbekannten Soldaten” in Deutſchland
alemein bekannt geworden; ſein neueſtes Werk „Die Marne‟
woid im Februar 1930 in Paris zur Uraufführung kommen — Die
ſaptrollen des Schauſpiels „Der Herr ſeines Herzens” ſind mit
Fyille Flemming, Lotte Mosbacher, Werner Hinz und Siegfried
Aüberger beſetzt. Morgen Montag beginnt der Vorverkauf.
— Fräulein Martha Ziegler, vorjähriges Mitglied des
Darm=
ſititer Landestheaters, wurde für die kommende Spielzeit unter
gün=
ſütar Bedingungen als ſchwere Sentimentale und jugendliche Heldin
gn das „Neue Wiener Schauſpielhaus” nach Wien verpflichtet.
— Wer kennt den echten goldnen Humor Karl Ettlingers, der keine
yſdeutigkeiten kennt und doch alles mitreißt und wahre
Heiterkeits=
ſtine hervorruftd. Wer ihn kennt, der wird ſich freuen, ihn wieder
enmal zu hören, und wer ihn nicht kennt, wird ſicher die Gelegenheit
ttärnehmen, ſich an Karlchens Humor zu erfeuen. Karl Ettlinger
ſtiü am Mittwoch, den 18. September, in den Palaſtlichtſpielen aus
Riün eignen Werken vorleſen. Der Kartenvorverkauf hat bereits leb=
eingeſetzt. Karten ſind beim Verkehrsbüro, Konzerarnold, Eliſa=
ſitſche, die von auswärts jetzt noch fortgeſetzt eintreffen, legt beredtes
Aanis ab für die Wertſchätzung, Freundſchaft und Liebe, deren ſich
Mlipp Barth und ſeine Gattin zu erfreuen haben.
— Verkehrsverein. Am Freitag, den 27. September, wird ein
Aderzug mit ermäßigten Preiſen mit dreitägigem Aufenthalt nach
Anchen gefahren, und ſind Fahrkarten und Proſpekte auf dem Ver=
4sbüro zu haben. — Die Reichsbahndirektion Mainz hat vom 16.
Ztember an eine Perſonenkraftfahrlinie von hier über Roßdorf nach
ſwitzheim eingerichtet und ſind Fahrpläne auf dem Verkehrsbüro zu
uen.
DMrlife Wuiel Wubrnene Frft ue. De Aurkilse.
vortrag von Chefredakteur Max Geiſenhehner über „Meine Eindrücke
als Paſſagier der Weltfahrt des ,Graf Zeppelin”” findet großes
Inter=
eſſe, da der Nedner des Abends ein außerordentlich geſchickter und
geiſt=
voller Erzähler iſt. Der Vortrag wird illuſtriert durch Lichtbilder,
die zum großen Teil während der Fahrt aufgenommen wurden. Der
Vorverkauf findet nur in der Bücherſtube Bodenheimer ſtatt. Ermäßigte
Karten für Studenten, Schüler, Mitglieder der Volkshochſchule, der
Volksbühne und der Gewerkſchaften nur im Vorverkauf, nicht mehr
an der Abendkaſſe. Alles Nähere in der Anzeige der heutigen Ausgabe
dieſes Blattes.
DIRECTION DER
Diseonerd -Garsellscnarr
Filiale-Darmstadt Rheinstraße 14 Telefon-Sammel-Nr. 3650
Ausführung aller Dankmäßigendeschäfte (13582a
Alk= Darmftadk. Vereinigung für Orksgeſchichſe
und Hellfunde.
283. Veranſtaltung.
— Orpheum. — Abſchiedsvorſtellung der Braſilianiſchen Revue! Die
exotiſchen Gäſte, die ſich in Darmſtadt eines 15 Tage anhaltenden
gleichmäßig ſtarken Zuſpruches und Beifalls erfreuten, geben heute,
Sonntag, abends 8 Uhr, ihre letzte Vorſtellung. — Der
Kartenverkauf iſt von 10—12 Uhr im Verkehrsbüro, und ab
3 Uhr an der Kaſſe des Orpheums. — Morgen, Montag,
abends 8.15 Uhr, beginnt das intereſſante Gaſtſpiel des Hamburger
Carl=Schultze=Theaters (das Theater des Lachens) mit dem
großen Lachſchlager „Das galante Quartier” von Auguſte
Achaume. In der Hauptrolle iſt die charmante Lilly Flohr (die
Berliner Bühnen= und Filmdiva) als Gaſt verpflichtet. „Das galante
Quartier”, war der ſtärkſte Erfolg der Sommerſpielzeit des Frankfurter
Neuen Operettentheaters. (Siehe auch Anzeige.)
haben viele Füße
gesund gemacht!
Nie. ß
nange
Literatur C 133 kostenlos
„Chaoalfa: Schuhges. m. b. H.
Darmstadt, Rheinstr. 6 neben dem U. I.
Frankturt/MMein, Steinweg 8
— Beſichtigungsfahrt des Ortsgewerbevereins und der
Handwerker=
vereinigung ins Siegerland und zum Ruhrgebiet vom 18—20.
Septem=
ber 1929. Im Intereſſe einer reibungsloſen Durchführung unſerer
Sonderfahrt muß unſere Teilnehmerliſte nunmehr geſchloſſen werden.
Etwaige Nachzügler werden dringend gebeten ſich ſpäteſtens im
Laufe des kommenden Montags auf unſerer Geſchäftsſtelle:
Wilhel=
minenſtraße 21. I., Fernruf: 4338, unter Anzahlung von 18.— NM.
anzumelden. Die Beteiligungsziffer iſt außerordentlich erfreulich; in
den letzten beiden Tagen kamen weitere 40 Neuanmeldungen hinzu. Die
Abfahrt ab Darmſtadt erfolgt bekanntlich am Mittwoch, den 18.
Seb=
tember, vorm. 601 Uhr, mit dem D=Zug nach Frankfurt—Siegen. Es
empfiehlt ſich dringend, betr. Fahrſchein bereits eine Viertelſtunde vor
Abfahrt des Zuges in der Halle des Hauptbahnhofes anweſend zu ſein.
Perſonalausweiſe mitbringen.
in größter Auswahl und allen Preislagen, für alle Zwecke
Ernst-Ludwigstraße 10
z Ahiuslaste
Telephon 3449
— Speherer Feſtſpiel in Darmſtadt! Ermutigt und geſtützt auf das
wohlgelungene Volksfeſt gelegentlich der 40 Jahrfeier des Evang.
Bun=
des im Orangeriegarten am 18. Auguſt, an dem alle
Kreiſeunſe=
rer ebang. Bevölkerung teilnahmen, und durchdrungen von
dem Gefühl der Wichtigkeit und der Notwendigkeit, das
ebang. Gemeinſchaftsgefühl zu wecken und zu beleben, beabſichtigt der
Evang. Bund, auch in unſerer Stadt das Feſtſpiel, das gelegentlich
der Feier der 400jährigen Wiederkehr des Speherer Reichstages an
Pfingſten dort aufgeführt und begeiſtert aufgenommen wurde, am
Reformationsfeſt im Saalbau aufzuführen. Vorgeſehen ſind vier
Auf=
führungen, und zwar am 1. , 3. (2 Vorſtellungen) und 5. November.
Die Einwohnerſchaft Darmſtadts und Umgebung wird jetzt ſchon auf
dieſes Feſtſpiel, das gewiß auch hier das allgemeine Intereſſe in
An=
ſpruch nehmen wird, aufmerkſam gemacht.
Zu Beginn der Veranſtaltung gedachte der Vorſitzende, Herr Phil.
Weber zweier Jubiläen. Erſtens der 300=Jahrfeier des Ludwig=
Georgs=Gymnaſiums, die nicht nur einen wichtigen Abſchnitt in unſerer
Stadtgeſchichte, ſondern weit darüber hinaus auch in der Geſchichte
un=
ſeres Heſſenlandes bildet. In Deutſchlands trübſter Zeit, mitten im
Dreißigjährigen Krieg, wurde die Anſtalt gegründet; Kriegsnöte und
andere Schwierigkeiten hat ſie überdauert und in all den Zeitläuften
iſt ſie ein Hort der Wiſſenſchaft geblieben. Wie an allem
ſtadtgeſchicht=
lichen, nimmt Alt=Darmſtadt auch an dieſem 300. Geburtstag der
Am=
ſtalt herzlichen Anteil und wünſcht dieſer Stätte der Wiſſenſchaft ein
weiteres Blühen und Gedeihen. Zweitens erinnerte der Vorſitzende
nochmals daran, daß der treue Mitarbeiter und Vorſtandsmitglied in
Alt=Darmſtadt Herr Prof. Adolf Beyer, unter herzlicher
Anteil=
nahme weiteſter Kreiſe landauf und landab ſeinen 60. Geburtstag
feiern durfte, und wünſcht dem geſchätzten Künſtler nochmals namens
der ganzen Alt=Darmſtadt=Gemeinde eine frohe und geſunde Wegfahrt
und weiterhin die alte Apbeitsfreudigkeit.
Der Redner des Abends, Herr Wilhelm Kaminſky, hatte
einen Vortrag über heimatliche Burgen zugeſagt, der ſich aber durch
die reiche Fülle des Materials auf einen Vortrag über die Burg
Fränkenſtein und ihre Geſchichte beſchränkte. Der Redner führte unter
anderem aus, daß die wohl den Darmſtädtern am nächſten liegende und
meiſtbeſuchteſte Burg der Frankenſtein ſei. Die Burg wird 1252 zum
erſten Male erwähnt und Konrad Reiz von Breuberg als der Erbauer
genannt. Er wird in alten Akten als Erbauer von „
Frangen=
ſtein” genannt. Zu den erſtem Beſitzern gehörte ein Friedrich, der mit
Erkinger und Wilhelm von Frankenſtein 1312 und 1318 epwähnt wird.
Letzterer leiſtete dem Erzbiſchof von Mainz Bürgſchaft für Kaiſer
Lud=
wig den Baher. Frankenſteiner werden erwähnt als Burggrafen von
Starkenburg, von Alzeh, als Biſchof von Speher, hon Worms, und als
Fürſtbiſchof von Bamberg. 1467 war die Burg von zwei Stämmen der
Familie bewohnt. Der Beſitz wurde geteilt, und der Burgfrieden aufs
neue beſchworen. 1606 legte Ludwig von Frankenſtein teſtamentariſch
ſeinen Erben die Verpflichtung auf, den Beſitz nie am Heſſen gelangen
zu laſſen, ſondern im Veräußerungsfalle Kurpfalz oder Kurmainz zum
Kauf anzubieten. Später verließen die Herren von Frankenſtein ihre
Stammburg, nahmen ihren Sitz auf ihrer Beſitzung Ockſtadt bei
Fried=
berg und erwarben die Herrſchaft Ulſtadt in Franken, wo das Geſchlecht
noch heute blüht. Im Laufe der Zeiten kam die Burg doch an Heſſen,
1663 enwarb ſie Landgraf Ludwig II. von Heſſen, nachdem die
Ver=
handlungen mit Kurmainz geſcheitert waren. Es gehörten dazu, neben
der Burg, die Orte Ober= und Niederbeerbach als Reichslehen, halb
Eberſtadt als Mainzer Lehen, Schmaalbeepbach und Stettbach und
Allertshofen als Eigen. Der Kaufpreis betrug damals 88000 Gulden
Später wurde die Burg als Invalidenhaus und Militärſtrafanſtalt
benutzt und ſchließlich als Gaſtwirtſchaft verpachtet, wo ſie ſehr
herun=
terkam und im 18. Jahphundert zur Ruine wurde, bis dann die
hef=
ſiſche Regierung dieſem Treiben Einhalt gebot. Im Jahre 1892
wurden umfaſſende Wiederherſtellungsarbeiten ausgeführt, um
wenig=
ſtens dem Verfall Einhalt zu gebieten.
Der Redner ging im weiteren auf die ſehr intereſſante
Bau=
geſchichte, die in drei Perioden zerfällt, 1240 der älteſte Teil, die
Kern=
burg, 1400 die 2. Bauperiode, darunter der große Zwinger, und etwa
ums 15. Jahrbundert die dritte Periode mit Vopburg, Kapelle,
Wehr=
mauer uſw. ebenſo auf die Grabdenkmäler in der Burgkapelle ein. Er
gab einen Ueberblick über die Geſchichte der alten Burglinde, die ſchon
1545 urkundlich als „die ſchöne Linde” erwähnt wird. Gedachte des
Miters Georg hon Frankenſtein und der mit dieſem berknüpften
Lind=
wurmſage, ebenſo der Schätzgräber, die um 1763 hier am Frankenſtein
ihr Weſen trieben, und des berühmten und berüchtigten Alchimiſten
und Erfinders des Berliner Blaus, Johann Conrad Dippel, der am
10. Auguſt 1762 als Sohn eines vertriebenen Predigers aus Nieder=
Ramſtadt, auf dem Frankenſtein das Licht der Welt erblickte. Der
Vor=
trag, der ein ausführliches Bild von einer unſerer bekannteſten und
meiſtbeſuchten Heimatburgen gab, wurde mit lebhaftem Beifall
auf=
genommen. Gin Enkel des Vortragenden, Georg Kaminſty, trug als
Zugabe zweier Mundartgedichte von Wilhelm Kaminſky vor, die heitere
Grlebniſſe auf dem Frankenſtein wiedergaben und ebenfalls dankbar
quittiert wurden. Mit Dankesworten an den Nedneer des Abends für
die reichen geſchichtlichen Darbietungen ſchloß der Vorſitzende die gut
beſuchte Verſammlung, an die ſich noch ein gemütliches Zuſammenſein
anſchloß. Nächſte Vevanſtaltung am 26. September: „Berichtsabend
über allerlei Alt=Darmſtädtiſches.
— Kunſtausſtellung im Ludwig=Georgs=Gymnaſium. Die viel
be=
achtete Gedächtnisausſtellung im Ludwig=Georgs=Gymnaſium mußte
leider wegen Benötigung des Raumes zu Schulzwecken am 10.
Sep=
tember geſchloſſen werden. Dagegen bleibt die Ausſtellung von Werken
der bildenden Kunſt ehemaliger und gegenwärtiger Schüler und Lehrer
der Anſtalt im Feſtſaal bis 23. September geöffnet (Sonntags und
Werktags von 10—1 ½3—6 Uhr, Eintrittspreis 20 Pfg.). Es ſind
darin über 255 Werke von über 50 Künſtlern ausgeſtellt, über die ein
für 30 Pfennig erhältlicher Katalog Aufſchluß gibt. Da die
Ausſtel=
lung einen Ausſchnitt aus der Darmſtädter Kunſtgeſchichte der letzten
hundert Jahre gibt, wie er in dieſer Vollſtändigkeit nur ſelten
vor=
kommen wird, ſo empfiehlt ſich ihr Beſuch für jeden Freund heimiſcher
Kunſt.
Gewerbeſchule. Im Anzeigenteil dieſes Blattes gibt die
Städtiſche Gewerbeſchule bekannt, daß mit Beginn des
kom=
menden Winterhalbjahres verſchiedene Lehrgänge zur Weiterbildung
der gewerblichen Jugend eingerichtet ſind. Inteneſſenten wird
empfoh=
len, ſich baldigſt auf dem Amtszimmer der Schule, Landgraf=Philipp=
Anlage 6, zu melden.
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Seite 6
Sonntag, den 15. Geptember 1929
Nummer 256
— Bühnenvolksbund. Für unſer zehntes Spieljahr haben wir eine
beſonders gewählte Spielfolge ausgeſucht. Die Neuanmeldungen haben
unſere Erwartungen übertroffen. Die Einzeichnungsliſte müſſen wir
aber dieſe Woche abſchließen.. Für wenig Begüterte iſt die aufgelegte
Wechſelmiete ſtark ermäßigt, doch wird auch auf die feſten
Plätze ſolchen Ermäßigung gewährt, die ſich zufolge ihres geminderten
Einkommens einen teueren Platz nicht leiſten können. Der Miete K.
werden 20, der Miete H 14 Vorſtellungen zugeteilt, die aus dem
Spiel=
plan des Landestheaters ausgewählt werden. Beide Mieten haben
grundſätzlich feſte Plätze. Jeder, der ſich zur chriſtlichen und
deut=
ſchen Weltanſchauung bekennt und deren Pflege und Förderung auf
der Bühne will, gehört zu uns! Unſere Geſchäftsſtelle befindet ſich in
der Muſikalienhandlung von Chriſtian Arnold am Weißen Turm. —
Zu dem Vortrag des Chefredakteurs Geiſenheyner über die Eindrücke
als Teilnehmer an der Zeppelinweltfahrt ſind uns bedeutende
Ermäßi=
gungen eingeräumt worden. Der Vortrag findet am Dienstag, dem
17. September 1929, im Saalbau ſtatt. Die Kartenausgabe erfolgt
in der Bücherſtube Alfred Bodenheimer i der Rheinſtraße.
— Jugendbünde der Johannesgemeinde. Es wird hiermit darauf
hingewieſen, daß der neulich abgeſagte Elternausflug nach unſerem
Landheim Rimhorn nunmehr am Sonntag, dem 22. September,
ſtatt=
findet. Abfahrt ab Hauptbahnhof 7 Uhr 47 oder ab Oſtbahnhof 8 Uhr
02 Minuten. Alle Teilnehmer müſſen ſich wegen der Verpflegung uſw.
in die beim Kirchendiener Reeg aufliegende Liſte bis ſpäteſtens 18. d. M.
eintragen. Wir laden alle Eltern, die Gemeindemitglieder ſowie
un=
ſere Freunde zu dem Ausfluge herzlichſt ein.
— Kath. Kirchenchor St. Mactin und St. Marien. Wir weiſen
hiermit nochmals auf unſer am 18. September 1929 im Kleinen Haus
des Heſſiſchen Landestheaters ſtattfindendes Konzert zugunſten des
Baues der Liebfrauenkirche hin. Es werden, wie bereits bekanntgegeben,
muſikaliſch hochſtehende Werke (Liſzt, Schubert, Zilcher, M.
Haupt=
mann und Becker) zu Gehör gebracht werden. Konzertſängerin Frau
Horn=Stoll, das Schnurrbuſch=Quartett ſowie Herr Rektor Blumöhr
haben ihre Mitwirkung zugeſagt. Das Konzert beginnt um 2 Uhr
und endet gegen 21,30 Uhr. Die Preiſe der Plätze ſind 1,00, 1,50 und
2,00 RM. Karten ſind bei der Buchhandlung Griesheimer,
Wilhel=
minenplatz, ſowie an der Abendkaſſe des Kleinen Hauſes zu erhalten.
— Gartenbauverein Darmſtadt e. V. Nach der üblichen
Sommer=
pauſe findet am nächſten Donnerstag abend wieder eine
Monatsver=
ſammlung ſtatt. Im erſten Teil derſelben wird Herr Grimm die
viel=
ſeitige Verwendungsmöglichkeit des neuen Vereins=Epidiaſkops zeigen,
während Herr Franz Kallenbach, der Schriftleiter der Zeitſchrift für
Pilzkunde in Leipzig, und Bearbeiter der „Pilze Mitteleuropas”
(herausgegeben von der Deutſchen Botaniſchen Geſellſchaft), im zweiten
Teil einen Pilzvortrag halten wird. Näheres im Anzeigenteil.
— Promenaden=Konzert (Herrngarten, Pergola). Das Stadt=
Orcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp veranſtaltet
am Sonntag, den 15. Sept, vorm. von 11—12 Uhr, ein Promenaden=
Konzert im Herrngarten (Pergola). Spielfolge: Ernſt=Auguſt=Marſch
v. Blankenburg. Ouvertüre zur Oper. Wenn ich König wär”” von
Adam. Dorfſchwalben aus Oeſterreich, Walzer v. Strauß. Einleitung
3. Akt aus der Oper „Lohengrin” von Wagner. Fantaſie über Kreuzers
Werke von Bohne. Hoch=Darmſtadt=Marſch von W. Schlupp.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen.
Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, dem 15.
Sep=
tember 1929, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Dr. med.
Kautzſch, Riedeſelſtraße 37, Telephon 880; Dr. med. Gros.
Hein=
richſtraße 49, Telephon 201; Dr. med. Wißmann, Stiftsſtraße 7,
Telephon 1978.
— Wochenmarkt zu Darmſtadt. Kleinhandels=
Tages=
preiſe vom 14. September 1929 per Pfund bzw. Stück in Pfennig.
1. Gemüſe: Kohlrabi 6—7, Gelbe Rüben 8—10, Rote Rüben 12—15.
Spinat 20—30, Römiſchkohl 18—20, Rotkraut 20—25, Weißkraut 12
bis 15, Wirſing 15—2, Stangenbohnen 30—40, Buſchbohnen 2—25,
Wachsbohnen 30—45, Erbſen 50—60, Zwiebeln 12—15, Knoblauch 8O,
Tomaten 10—20, Endivienſalat 15—20, Kosfſalat 12—20, Salatgurken
5—30, Einmachgurken 1—2, Blumenkohl 40—150, Rettich 10—15,
Meer=
rettich 120, Radieschen 8—10. 2. Kartoffeln: Frühkartoffeln
5—7. 3. Obſt= Pfirſiche 50—60, Brombeeren 60, Preißelbeeren 50
bis 60, Reineclauden 15, Tafeläpfel 15—20, Wirtſchaftsäpfel 10—15,
Falläpfel 5—10, Tafelbirnen 15—20, Wirtſchaftsbirnen 10—15, Zwetſchen
12—15, Trauben 50, Zitronen 10—20, Bananen 45—55. 4. Eßwaren:
Süßrahmbutter 230—240, Landbutter 20—220, Weichkäſe 35—45,
Hand=
käſe 5—15, Eier, friſche 16—17. 5. Wild und Geflügel: Hühner
140—180, Tauben 80—90. 6. Fleiſch=und Wurſtwaren:
Rind=
fleiſch, friſch 90—110, Kalbfleiſch 120, Schweinefleiſch 110—126,
Dörr=
fleiſch 160, Wurſt 70—160, Wurſtfett 60, Schmalz, ausgelaſſen 110.
Kunſtugkizen.
AoSer Werte, Künſtier oder künſfleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtehende
geſchſebt, behält ſich die Redaktion ihr Artell vor.
— Das einzige Konzert des Don=Koſaken=Chores, das
wie bereits berichtet, am Donnerstag, den 19. September, abends 8 Uhr,
im Städtiſchen Saalbau ſtattfindet, dürfte ſich wieder zu einem
künſt=
leriſchen und geſellſchaftlichen Ereignis geſtalten. Serge Jaroff
der berühmte Dirigent des Chores, hat für dieſen Abend ein neues
Programm zuſammengeſtellt, das in Deutſchland noch nicht gehörte
ruſſiſcheVolkslieder und Kirchengeſänge enthält. „Immer iſt ein Sturm von
Begeiſterung um ſie” ſchrieb das Berliner Tageblatt, „unbeweglich die
einfachen gläubigen Geſichter, ſo ſingen ſie durch Europa, und wenn
man dieſe Geſichter anſieht, und die Lieder dahinſtürmen, verdämmern.
klagen und lachen hört, dann iſt es ſo, daß ſie nichts anderes tun als
aus ihrem ruſſiſchen Leben erzählen, fünfunddreißig Soldaten, es iſt
einer der ſchönſten Feldzüge, die je gemacht wurden.‟ Die Nachfrage
iſt bereits ſehr groß und empfiehlt ſich daher, ſich rechtzeitig mit Karten
zu verſorgen. Karten bei Konzert=Arnold, Eliſabethenſtraße B,
Telephon 2560, und an der Abendkaſſe.
Lefgle Berarfaltargen.
Dr z
er Unenden Nodhyen ſind andfchässtich alt Hinweif ast An
imn leiem Jalle ngendwie ais Beſprechung oder Kriik.
— Verein ehemaliger Eleonorem= und
Frauen=
ſchülerinnen. Am Dienstag, 17. Sept., findet eine
Zuſammen=
kunft ſtatt, zu der herzlich eingeladen wird. (Näh. ſ. Anz.)
— Konzert mit Tanz findet heute Sonntag abend im Hotel
Prinz Heinrich ſtatt.
—Künſtler=Konzert im Hotel Poſt am Hauptbahnhof.
Ausſchank des beliebten Diſchinger Export hell und dunkel.
— Heute findet im Wiener Kronenbräukeller großes
Sommerfeſt ſtatt. Im Saal wird eine gutbeſetzte Jazzkapelle von 4
Uhr ab zum Tanz aufſpielen, weiter wird das am Freitag ausgefallene
Konzert (Elite=Abend) bei günſtiger Witterung nächſten Dienstag ſtatt=
2inden. — Siehe Anzeige.
— Herrngarten=Kaffee. Heute, Sonntag, den 15.
Sep=
tember, nachm. 4 Uhr, findet im Herrngarten=Kaffee ein Künſtler=
Kon=
zert, ausgeführt von einem Enſemble des Stadt=Orcheſters, bei freiem
Eintritt ſtatt.
— Zur Ta;z=Unterhaltung in Traiſa, im Saale des
Heſſiſchen Hofes (Altbürgermeiſter Walter), Sonntag nachmittag, lädt
die Stenographenvereinigung „Gabelsberger” ihre Mitglieder, ſowie
Gäſte und Freunde herzlich ein. (S. auch Anzeige).
Tageskalender für Sonntag, den 15. September 1929.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 20—22 Uhr, B 1: „Neues
vom Tage‟ — Kleines Haus, Zuſatzmiete I, 19,30—22 Uhr: „Der
Geſſiſche Landbote‟. — Orpheum, 20.15 Uhr: „Braſilianiſche
Revue‟ — Konzerte: Schloßkaffee, Kaffee Oper, Hotel Schmitz
Sportplatz=Reſtaurant, Spaniſche Bodega, Alte Poſt, Bismarckeck,
Weinhaus Maxim, Hotel Prins Heinrich, Waldſchlößchen, Kaffee Jöſt,
Haferkaſten, Reichskrone, Stadt Nürnberg. — Ludwigshöhe
16 Uhr: Konzert. — Herrngartenkaffee 16 und 20 Uhr=
Konzert. — Nummelbräu 16 und 20 Uhr: Konzert. —
Brauerei Schul, 20. Uhr: Konzert. — Orangeriehaus,
2 Uhr: Konzert. — Wiener Kronenbräukeller:
Som=
merfoſt. — Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helia. —
Mathildenhöhe, 10—18 Uhr: Ausſtellung „Der ſchöne Menſch”.
Aus Heiſen.
J. Griesheim, 14. Sept. Von Dienstag, den 17. September, bis
Samstag, den 21. September, finden auf dem hieſigen
Truppenübungs=
platz täglich, vormittags von 5 bis 12 Uhr, Scharfſchießübungen ſtatt. —
Am Sonntag, den 15. September d. J., vormittags von 11 bis 12 Uhr,
veranſtaltet das Bläſerkorps des Philharmoniſchen Orcheſters unter
Leitung des Herrn Karl Müller im alten Schulhofe wieder eines ſeiner
beliebten Platzkonzerte. — Die Zwetſchenernte der Gemeinde an der
Rheingaſſe wird am Montag, 10. September d. J., vormittags 11 Uhr
vrſteigert. Zuſammenkunft an der Rheingaſſe. — Die am 2.
Septem=
ber d. J. ſtattgefundene Schweinezwiſchenzählung hatte folgendes
Er=
gebnis: 764 Schweine, 18 Zuchtſauen, 2 Zuchteber. — Geſtern abend
gegen 8 Uhr zog über unſere Gegend ein ſchweres Wetter, begleitet von
grellen Blitzen und Donnern. Ueber unſeren Ort zogen nur die
Aus=
läufer des Wetters, und der niedergegangene Regen war auf unſeren
nach Waſſer lechzenden Fluren ſoviel, als ein kalter Tropfen auf einen
heißen Stein. Der elektriſche Strom war, jedenfalls durch Blitzſchlag,
in die Hauptleitung, auf eine halbe Stunde unterbrochen. Auch die
elektriſche Straßenbahn war während dieſer Zeit ohne Strom und
konnte ihren Betrieb nicht aufrecht erhalten. Ein weiteres in der Nacht
aufgetretenes Gewitter brachte ausgiebigere Regenmengen.
F. Eberſtadt, 14. Sept. Ernteausſichten. Nachdem die
an=
haltende Trockenheit ihre ſchädigenden Spuren für die Landwirtſchaft
überall in unſerer Gemarkung bereits deutlich gezeigt hat, ging geſtern
abend ein Gewitter nieder, das den lang erſehnten Regen brachte.
Hof=
fentlich folgen weitere Niederſchläge, die dann immerhin die
Ernteaus=
ſichten noch etwas verbeſſern könnten. Insbeſondere dürfte dies auf die
Kartoffelernte zutreffen. Der reſtliche Futterſtand, vor allem der
Nübenbau, hat allerdings zum größten Teile ſo ſtark Nor gelitten, daß
ſelbſt bei weiteren Niederſchlägen nur mit einer Mißernte wird
gerech=
net werden können. Auch kann von der Obſternte ſchon jetzt geſagt
wer=
den, daß trotz urſprünglich guter Anſätze und auch guten Behangs
des=
halb eine Minderernte zu verzeichnen ſein dürfte, weil die Früchte durch
das trockene Wetter der letzten Wochen durchweg ſchlecht entwickelt ſind.
— Obſtverſteigerung. Am Mittwoch, den 18. September,
nachmittags, wird die Obſternte (Aepfel und Birnen) auf den Gemeinde=
Mühlwieſen ſowie die Weidenernte daſelbſt öffentlich meiſtbietend an
Ort und Stelle verſteigert. Anſchließend gelangt auch die Ernte von
drei Nußbäumen und weiter die Ernte von etwa 40 Aepfel= und
Birn=
bäumen der Kaiſermühle zur Verſteigerung. Zuſammenkunft der
Stei=
gerer am Felſenkeller. Nähere Auskunft erteilen die Feldſchüitzen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 14. Sept. Obſt= und
Gartenbauver=
ein. Die Nachfragen nach guten Obſtſorten ſtellen ſich von Tag zu Tag
mehr ein. Es dürfte ſich empfehlen, dem Vorſitzenden des Vereins,
Bürgermeiſtereiſekretär Steuernagel, Mitteilung darüber zugehen zu
laſſen, welche Obſtſorten und Mengen zum Verkauf ſtehen, damit von
dieſem aus die Kaufliebhaber entſprechend bedeutet werden können.
Eine Beſchickung der Anfang Oktober I. J. in Darmſtadt in den
Räu=
men der Vereinigten Geſellſchaft ſtattfindenden Jubiläumsausſtellung
des Obſt= und Gartenbauverbandes für den Kreis Darmſtadt dürfte
jedenfalls auch zu einem preiswerten Abſatz des Obſtes weſentlich
bei=
tragen. Die Beſtell=Liſten für Obſtbäume und Torfmull werden in aller
Kürze abgeſchloſſen. Intereſſenten müſſen ihre Beſtellung nun
un=
verzüglich aufgeben, andernfalls Berückſichtigung nicht mehr erfolgen
kann. — Heſſ. Operettenbühne. Am Sonntag, den 15. d. M.,
gibt die hier nicht mehr unbekannte Heſſ. Operettenbühne im Saale
„Zum goldenen Anker” (Fiſcher) ein einmaliges Gaſtſpiel. Zur
Auffüh=
ung kommt die große Revue=Poſſe „Ich liebe dich” in 20 Bildern. In
der nachmittags ſtattfindenden Kindervorſtellung werden Mays
Hand=
puppenſpiele: „Max und Moritz”, „Der geprellte Teufel”. „Wenn einer
eine Reiſe tut” gezeigt. — Gemeindewahlen. Die Wählerliſten
füir die am 17. November I. J. ſtattfindenden Gemeinderats=, Kreis= und
Provinzialtagswahlen ſind fertiggeſtellt und liegen in der Zeit vom 23.
d. M. eine Woche lang zur Einſicht auf dem Rathaus offen. Die
Ge=
ſamtzahl der Wahlberechtigten beträgt nach den bisherigen
Feſtſtellun=
gen etwas über 1800, hat ſich ſomit gegen früher um zirka 100 erhöht.
Es dürfte jetzt auch an der Zeit ſein, daß ſich die Wählerſchaft mit der
Aufſtellung der Kandidatenliſte beſchäftigt, da in Kürze mit der
Auf=
forderung zur Einreichung der Wahlvorſchläge zu rechnen iſt. —
Ge=
fundene Gegenſtände. Das vor einigen Wochen dahier in der
Kilianſtraße aufgefundene Fahrrad iſt immer noch nicht abgeholt.
Be=
rechtigte Eigentumsanſprüche können bei der hieſigen Bürgermeiſterei
teltend gemacht werden.
Wochenbettſchwäche
erfordert eine ſchnell wirkende Nahrungshilfe, die von jeder Wöchnerin
gut vertragen und gerne genommen wird. Ovomaltine iſt ein
ausge=
zeichnetes Nähr= und Kräftigungsmittel für das Wochenbett und für
die Stillzeit, Fragen Sie Ihren Arzt.
In Apotheken und Drogerien vorrätig; 250 gr. Büchſe RM. 2.70,
500 gr. RM. 5.—. Gratisproben und Druckſachen durch:
Dr. A. Wander G. m. b. H., Oſthofen=Rheinheſſen.
(I627
G. Ober=Ramſtadt, 14. Sept. Die letzten ſchönen Tage im
Schwimmbad ſind angebrochen. Das Waſſer iſt von einer ſo
wun=
derbaren Sauberkeit und ſo klar, daß man über 2 Meter tief auf den
Grund durchſehen kann. Die Waſſertemperatur von 20 Grad bringt
jedem Erholung. Deshalb ſeien die Freunde des Bades zur Benutzung
der letzten Tage herzlich aufgefordert. In den letzten Tagen wurde das
Bad von mehreren auswärtigen Kommiſſionen eingehend beſichtigt, die
ſich ſehr lobend über die ſchöne freundliche Anlage äußerten. —
Säug=
lingsfürſorge. Montag, den 16. September, nachmittags von
2 bis 3 Uhr, findet im unteren Rathausſaal Säuglingsberatungsſtunde
ſtatt. — Obſtberſteigerung. Das Obſt von den Gemeindebäumen
am Nieder=Modauer= Aue= und Alten DDarmſtädter Weg, ſowie an der
Böſchung in der Bahnhofsſtraße ſwird am Samstag, den 14. September,
nachmittags 4 Uhr, an Ort und Stelle verſteigert. Zuſammenkunft am
Nieder=Modauer Weg. — Die Bürgermeiſterei gibt bekannt, daß das
Forſtamt Darmſtadt bis zum 15. Oktober Streulaub abgibt, und
wollen ſich Intereſſenten bei Herrn Förſter Benſel, Forſthaus
Böllen=
falltor, melden.
G. Ober=Ramſtadt, 14. Sept. Wie uns von zuverläſſiger Seite
mit=
geteilt ſwird, bann die in der vorgeſtrigen Nummer d. Bl. erwähnte,
für nächſten Sonntag, den 15. d. M., geplante Feier des 70.
Ge=
burtstages hieſiger Schulkameraden eingetretener Hinderniſſe wegen
nicht ſtattfinden.
* Meſſel, 14. Sept. Zum Feuer durch Blitzſchlag wird
uns geſchrieben: In der Nacht von Freitag auf Samstag brannten die
Scheunen der Landwirte Philipp Laumann 4. und der Witwe Konrad
Laumann in der Neugaſſe durch Blitzſchlag nieder. Hier kam zum
erſtenmale unſere neuerbaute Waſſerleitung zur Verwendung. Dieſelbe
wurde dank der Rührigkeit unſeres Bürgermeiſters, am Tage vor dem
Brandunglück in Betrieb genommen und zeigte zugleich, wie notwendig
der Bau derſelben war. Hat doch die Gemeinde Meſſel ſchon
monate=
lang mit der Waſſernot zu kämpfen. 90 Prozent der Bevölkerung war
auf die Beliefekang von Waſſer der öffentlichen Brunnen angewieſen.
Bis um Mitternacht wurden dieſelben belagert, um für den nächſten
Tag das zum Teil notwendige Waſſer für Menſch und Vieh zu haben.
Wäre der Brand zwei Tage früher entſtanden, wäre Meſſel ganz ohne
Waſſer und die Folgen ſchrecklich geweſen. Möge die am Tage der
Ge=
burt erprobte Waſſerleitung zum Guten und Nützlichen der Gemeinde
Meſſel ſich bewähren, und dem einzigen Abſeitsſtehenden zur ernſten
Mahnung dienen.
Bk. Groß=Zimmern, 14. Sept. Einführung des
Bürger=
meiſters. Der neugewählte Bürgermeiſter unſerer Gemeinde, der
Bauunternehmer und Gaſtwirt Georg Reitzel 9., iſt dieſer Tage vom
Kreisamt als gewählt beſtätigt worden, ſo daß deſſen Einführung kurz
bevorſteht. — Invalidenverſicherung. In der nächſten Zeit
findet die Kontrolle der Invalidenkarten in Groß=Zimmern ſtatt. Die
Arbeitgeber, welche Dienſtboten, Geſellen oder Lehrlinge beſchäftigen,
werden gebeten, die Karten ihrer Beſchäftigten ordnungsgemäß beklebt
bereit zu halten. — Lehrkurſus des Arbeiter=
Samariter=
bundes. Es beginnt vorausſichtlich Mitte Oktober ein
neuer Ausbildungskurſus. Herren und Damen, die daran teilnehmen
wollen, können ſich bei Herrn Joh. Gg. Herbert 2. melden. —
An=
meldungen zur Heſſenlandmiete des Heſſiſchen
Landes=
theaters nimmt bis zum 20. d. M. der Vertrauensmann, Herr Fabrikant
Bernhard Emil May, Kreuzſtraße, entgegen.
r. Babenhauſen, 14. Sept. Der Gemeinderat nahm am
Dom=
nerstag unter dem Vorſitz von Herrn Bürgermeiſter Rühl Stellung u. Wahlen im November. Man beſchließt, die beiden ſeitherigen Am
timmungsbezirke beizubehalten, und ſchreitet dann zur Wahl der Aßb
ſtimmungskommiſſionen: Vorſteher des Bezirks 1 iſt Beigeordnotes
Hauff, ſein Stellvertreter Gemeinderat Müller, Beiſitzer die
Gemeinde=
räte: Held, Mohr, Poſt und Kloos. Im Bezirk 2 iſt Vorſteher Bürger ſa
meiſter Rühl, Stellvertreter Gemeinderat Brenger, Beiſitzer ſind die Go= 1
meinderäte Pilger, Mahla, ferner die Bürger: Jauchzy und Mohra Fu
Schriftführer ſind A. Fengel und G. Krapp. Ein Baugeſuch des Herrry 1.
W. Stern, der noch in dieſem Herbſt ein Wohnhaus in der verlängem ms
ten Hauptunterführungsſtraße errichten will, wird genehmigt. Diß 75
Waſſerleitung wird auf Koſten der Gemeinde in die neue Straße gelegt: ue
das erforderliche Straßengelände von ihr zum Preiſe von 1,20 Mar a=
pro Quadratmeter erworben. Das vom Staatsarchiv nach Urkunder=
aus den Jahren 1310—1343 entworfene Stadtwappen wird in der vom /5.
gelegten Form mit dem Aktenauszug genehmigt. Das Wappen gefälll zuEl
allgemein ſehr gut. Nach Vertragskündigung durch die Schupo beim wel
Militärſchwimmanſtalt der Konfurter Mühle, ſoll die Gemeindevertree weu se
tung vor der evtl. Uebernahme der Badeanſtalt mit der Material
verwaltungsſtelle der Schupo in Darmſtadt verhandeln. Einem Walty zs
ankauf von 3259 Quadratmeter altem Beſtand zum Preiſe von 1550 wei
Mark wird zugeſtimmt. Ein Geſuch des Vereins ehem. 6ler Artilleriſtern
um Erlaß der Vergnügungsſteuer wird abgelehnt. Es wird eine Pgu. von 70 Mark feſtgeſetzt. Der Oſtheimer Weg ſoll gepflaſterr
werden. Die Arbeiten werden den Angeboten gemäß an folgende Hantz ud!i
werker vergeben: Die Maurerarbeiten an M. Kolb zu 825,80 Mark, din ge
Pflaſterarbeiten und das Verſetzen der Randſteine an Kern=Dieburg zin
921 Mark, die Kieslieferung an Fr. Rühl zu 432 Mark und die Fuhm /
wer
lohnarbeit an W. Eidebenz zu 551 Mark. Ein Geſuch des H.
im Zuführung der Waſſerleitung zu ſeinem Anweſen in der Seligen
ſtädter Straße, und um Stundung des von der Gemeinde geforderten,
Betrages wird genehmigt. Den beiden Feldſchützen wird eine Fahrrac es
entſchädigung von jährlich 20 Mark zugeſtanden. Schluß der Sitzun
um 11 Uhr.
— Höhenluftkurort Neunkirchen, 14. Seßt. Man ſchreibt uns: Dur
den vergangenen Winter, der in ſeiner Härte in vielen Jahrzehnten nie
ſeinesgleichen findet, hat auch draußen in unſerem geliebten Odenwal;
die Pflanzenwelt manchen Schaden gelitten. So ſchien es auch, als o
Aitiche
der herrlichen, viele hundert Jahre alten Linde in Meunkirchem Unher;
widerfahren wäre. Nachdem prächtiges Laubwerk ſie noch in dieſen
Im Ia
Sommer geziert hatte, verlor ſie früher als je ihr Laub. Dürr hinger
die Blätter an dem herrlichen Baum, und mancher Touriſt ſah ihn ſchor
im Geiſte mit tiefſtem Bedauern langſam dahinſterben, ihn, der dos
einer der herrlichſten Deutſchlands geweſen war. Seit ein paar Tager
aber zeigen ſich trotz des voranſchreitenden Herbſtes zum zweitenmal irn
dieſem Jahr neue Blätter, ein Zeichen, welch unerhörte Lebenskraft noc3 0ic
in dem ſchönn Baume wohnt.
der äuß
Ay. König i. O. (Stahlbad), 14. Sept. Aus dem Gemeinde nenheit
rat. Von einer Einladung des hieſigen Stenographenvereins Gabelss ſoielle
berger zu dem am 22. d. M. hier ſtattfindenden Gautag des Odenwaldo ſtügten
gaues Gabelsberger Stenographen, verbunden mit Wettſchreiben wircl / /a. Lor
denntnis genommen und Teilnahme beſchloſſen. Auf dem Submiſſions= a.
wege werden dem Herrn Adam Schäfer 6. hier die Lieferung von 40
Zentner Kohlen übertragen. Die Herſtellung der Friedrich=Ebert=Straß=7
wird beſchloſſen, und der Witwe Philipp Zeltner als Entſchädigung fürr
Da
einen daſelbſt zum Abbruch kommenden Backofen 50 RM. Entſchädigung) „ hie
gezahlt. Auf erneut eingegangenes Schreiben des heſſiſchen Verkehrs=” der ein
verbandes, der zur Beteiligung an dem neuen Odenwaldführer einlädt Aueſige
wird Beteiligung beſchloſſen. Gleichzeitig ſollen den hieſigen Penſionen mb
tſw. in einer gemeinſamen Sitzung des Gemeinderates, der Kurverwal= mie hier
tung und den betreffenden Intereſſenten Gelegenheit gegeben, werden, im
gemeinſamer Ausſprache ihre Wünſche zum Ausdruck zu bringen unS
ihre Unterſtützung zu ſichern. Das Kreisamt Erbach teilt mit, daß das
Oberverſicherungsamt Darmſtadt die Ortslöhne demnächſt einer Prüfung
unterzieht. Der Gemeinderat faßt hierzu den Beſchluß, den Ortslohn Am
für Verſonen über 21 Jahre um 70 Pfg., von 16—21 Jahre um 60 Pfg.—
in
unter 16 Jahre um 50 Pfg. pro Tag zu erhöhen. Von einem Antragsy we
auf Beſchaffung einer Wohnung für Herrn Hans Weyrauch wird Kennt= — Naul
nis genommen. Da verſchiedene Anträge auf Zuweiſung von Waldſtreu
vorliegen, ſoll bei dem hieſigen Forſtamt die Genehmigung auf Ueber= von 30 Loſen guter Streu erwirkt werden. Unter Ablehnuyg/ en tei
eines höberen telephoniſchen, jedoch ſchriftlich nicht beſtätigten Ang unerſche
bots wird ein abgängiger Faſel den Gebr. Marx dahier zum Preſ / ſch jede
von 41,75 Pfg. pro Pfund Lebendgewicht überlaſſen. Erforderliche Weiſ wern,
binderarbeiten ſollen in Submiſſion vergeben werden. Anſchließend ge wefel,
heime Sitzung. — Straßenbenennung. Die Straße zwiſche.) gräne
Vald= und Friedrichſtraße erhielt den Namen Jahnſtraße, diejenige zwi=” ore zu
ſchen Friedrich= und Weyprechtſtraße: Friedrich=Ebert=Straße, während die” mmenſet
öſtlich der ſteinernen Brücke, auf die Kimbacherſtraße ziehende neue; neine
Straße auf den Namen Hindenburgſtraße getauft wurde. — Oden— leit we
waldklub. Die Ortsgruppe König des Odenwaldklubs beteiligt ſichf ut des
am kommenden Sonntag an der Sternwanderung des Mümlinggauesl mi des
nach Beerfelden.
e. Erbach i. O., 14. Sept. Sternwanderung. Der
Oden=
waldklub, Ortsgruppe Erbach, beteiligt ſich an der am Sonntag, den 15—
September d. J., ſtattfindenden Sternwanderung Krähberg—Beerfelden.
Abmarſch 9,30 Uhr Kleinkinderſchule. Die Neckarwanderung findet amm
22. September d. J. ſtatt. — Handball. A=Klaſſe. Am
kommen=
den Sonntag tritt die 2. Mannſchaft des Turnvereins 1860 Erbach imi
Pflichtſpiel gegen die erſte des Turnvereins Wald=Amorbach um 3
Uhr=
uf eigenem Platze an. Kreis=Klaſſe. Die erſte Mannſchaft fährt zum
erſten Pflichtſpiel der Kreisklaſſe, Gruppe Oſt, nach Aſchaffenburg=
Damm, und muß alles daranſetzen, um ehrenvoll zu beſtehen. Abfahre
0,19 Uhr.
Mier
Cf. Birkenau, 13. Sept. Der in heutiger Vormittagsſtunde
eins=
ſetzende Regen, bei deſſen Rauſchen es wie ein Aufatmen durch die
Natur ging, hat ſich leider als trügeriſch erwieſen, denn in dei As 0
Mittagsſtunden ſteigerte ſich die drückende Hitze und Schwüle ungemein. m Groß
Wenn die derzeitige enorme Trockenheit noch länger anhält, ſo werden— Nmta
ihre Auswirkungen ſtellenweiſe geradezu kataſtrophalen Charakter öha
haben, denn die Kartoffelernte dürfte in Qualität und Quantität auſ; eim
Ny=
ein Minimum veduziert werden. Auch die Aepfel leiden außerordeme mm
lich unter der Trockenheit und fallen ſehr ſtark ab. — Trotz der nun
ſchon ununterbrochen ſeit Wochen wieder herrſchenden großen Trocken —
heit hat ſich aber dank der neugeſchaffenen Pumpanlage im Kallſtädter
Tal kein derartiger Waſſermangel mehr bemerkbar gemacht, wie er vor
Erſtellung der Anlage in den Julitagen herrſchte. Es iſt zu hoffen, Oe
daß bei einigermaßen ausgiebiger Winterfeuchtigkeit und etwas reicht
licheren Niederſchlägen in dieſem Herbſt und kommenden Frühjahr im
nächſten Jahre ſelbſt auch bei einer längeren Trockenperiode ſich kein
ſo empfindlicher Waſſermangel mehr bemerkbar machen wird. — Die
Heſſiſche Wanderausſtellung für Geſundheitspflege und ſoziale
Für=
ſorge wird dahier von Mittwoch, den 18. d. M., ab 5 Tage lang im
Vereinshaus (Turnhalle) gezeigt. Den Eröffnungsvortrag zu der
Aus=
ſtellung hält am Mittwoch, den 18. d. M., abends 8 Uhr, Herr
Medl=
zinalrat Dr. med. Werner=Heppenheim über das Thema: „Die
Bedeu=
tung der Geſundheitspflege für das deutſche Volk”. Weiter findet ein
Vortrag am Freitag, dem 20. d. M., ſtatt, wo. Herr Medizinalrol
Dr. med. Heid über das Thema „Warum Geſundheitspflege?” ſprechen
wird. Am Sonntag, dem 22. September, abends 8 Uhr, wird der Lei
ter der Ausſtellung, Herr L. Avemarie, einen Vortrag mit dem Thema
„Gefährliche Feinde unſeres Volkes” halten. Die Ausſtellung iſt ſteis
von nachmittags 3 Uhr ab geöffnet; am Sonntag, dem 22. Septembel
von vormittags 11 Uhr ab. Die Vortragsabende werden noch durg)
turneriſche Vorführungen und geſangliche Darbietungen ergänzt.
Bn. Hirſchhorn, 13. Sept. Vom Turnverein. Nach
zweijäh=
riger Unterbrechung beteiligt, ſich der Turnverein Hirſchhorn in dieſem
Jahre wieder an den Verbands=Handballſpielen. Das erſte Spiel finde
am kommenden Sonntag, den 15. September, nachmittags 3.30 Uhr, aul
dem hieſigen Sportplatz gegen den Turnverein Schönau ſtatt. Am 2=
September tritt die Hirſchhorner Mannſchaft gegen die Mannſchaft des
Turnvereins Neckargemünd auf dortigem Platze an, während am
Sonn=
tag, den 13. Oktober, der Turnerbund Neckarſteinach in Hirſchhorn ſpiell.
Mit dem Spiel der Hirſchhorner Mannſchaft am 20. Oktober in
Eber=
bach iſt die Vorrunde beendet. Die dazwiſchen liegenden Sonntage ſind
vielfrei.
— Hirſchhorn, 14. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
13. September: 0,54 Meter; am 14. September: 0,59 Meter.
abgelagerter Weine, die auf
sonnen durchglühten Kreideböden
busreiſten, liegt das Geheimnis einer
hervorragenden Sektbereitung.
fammer 256
. Jugenheim, 14. Sept. Kräfte der Natur. Ein hieſiger
orbeſitzer erntete eine Gurke, deren vorderer Teil durch einen 10
gneter langen Röhrenknochen gewachſen war und dieſen völlig
aus=
ſndergeſprengt hatte. Die Weite des Knochens maß 4 Zentimeter,
ſichände 1 Zentimeter. Welche Kraft dieſe Gurke aufbringen mußte,
uuer Knochen zu zerſprengen, iſt daran zu bemeſſen, daß eine einzige
gwe= zum Zerſprengen ihrer Hülle eine Kraft von 50 Pfund braucht.
gwerfüllt uns mit Ehrfurcht vor der Natur, deren tiefſten Geheimniſſe
A—NZenſchengeiſte noch immer unerſchloſſen ſind. — Vortrag. Im
hwezi Ortsgewerbeverein ſprach unſer Mitbürger, Herr Dr. Roland
Akur ißer deſſen wundervolle Gemälde und Zeichnungen weithin be=
Aw ſind, über Das deutſche Bürgerhaus im Mittelalter”, womit
Red=
naſie zahlreichen Zuhörer bis zum Schluß feſſelte. Wunderſchöne
e ſe Federzeichnungen, auf vielen Reiſen geſammelt, unterſtützten
an=
faßrlich den Vortrag. Stolze Patrizierhäuſer, ſchmucke Rathäuſer und
eyaihe Fachwerkhäuſer des Mittelalters zogen unſere Aufmerkſamkeit
aſdich. Der Inhalt des anſprechenden Vortrages wird demnächſt vom
Klürler in einem reich mit Bildern verſehenen Buche „Das deutſche
Bönerhaus im Mittelalter” der breiteren Oeffentlichkeit übergeben
mnen.
F. Heppenheim a. b. B., 13. Sept. Wahlen der
Kreis=
tſasmitglieder. Das Kreistagsmitglied Otto Kraſtel, in
Kſetenheim hat ſein Amt als Milglied des Kreistages des Kreiſes
Gſtoheim niedergelegt. Die Kreiswahlkomniſſion hat feſtgeſtellt, daß
aeine Stelle auf Grund des Art. 58 des Wahlgeſetzes Nikolaus
5 6., Glasarbeiter in Fürth i. O., zu treten hat. —
Heimat=
udliche Arbeitsgemeinſchaft. Am Dienstag, dem 17.
Sitamber, nachmittags 3 Uhr, findet im Kloſter zu Hirſchhorn ein
Yüurag des Herrn Dr. Zeh=Heppenheim ſtatt, zu dem die Lehrerſchaft
d9 Kreiſes beſonders eingeladen iſt. — Ehrenfeldſchützen.
Aüy Köhler 1. und Franz Zipp 1. von hier ſind bis auf weiteres
uuchrenfeldſchützen der Gemarkung Heppenheim beſtellt worden und
zimlltsübung feldpolizeilicher Funktionen berechtigt. — Schließung
öiſe ſogenannten Feuerlaufs. Die Stadt Heppenheim
beab=
ſichz, den ſogenannten Feuerlauf am Steinkopf zu verkaufen, was
dfe Schließung des genannten Pfades mit ſich bringt. Diejenigen An=
Ulſgr, die gegen die Schließung des Pfades als Laufweg Einwendungen
zu heben gedenken, können, dieſe bei der Büirgermeiſterei vorbringen.
—Generalverſammlung. Die Spar= und Darlehenskaſſe
Gigenheim hält am Samstag, dem 21. September 1929, eine
außer=
wiſtitliche Generalverſammlung ab. Auf der Tagesordnung ſtehen
Sfuutenänderungen. — Kunſthiſtoriſche Entdeckung. In
diera katholiſchen Pfarrhaus gegen den Maiberg zu angebrachten
Aſutergottesſtatue wurde eine der bedeutendſten Steinplaſtiken des
cebehenden 13. Jahrhunderts im Mittelrheingebiet entdeckt. Da die
nu gut erhaltene Sandſteinrundplaſtik an ihrem jetzigen Standort zu
fich der Verwitterung preisgegeben war, wurde auf Anordnung des
kitwpliſchen Pfarramts dieſer Tage die Figur heruntergeholt und in den
Simenraum der Pfarrkirche gebracht. Nach Reinigung des Bildes wird
Air äußerſt wertvolle Fund der Fachwelt und der intereſſierten
All=
geninheit unterbreitet. — Schulfilm. Zurzeit läßt die amtliche
Aöüſtelle bei dem Kreisſchulamt Heppenheim im Kreiſe den überall ge=
Uüdigten Großfilm „Der Kurier des Zaren” laufen.
a. Lorſch, 14. Sept. Unfall. Beim Obſtabmachen fiel ein junger
Yſan aus ſechs Meter Höhe von einem Baum und blieb bewußtlos
Iſeyn. Er wurde mit dem Auto nach Hauſe gebracht. — Neubau.
Aſc den Arbeiten zum Neubau der Kleinkinderſchule iſt dieſe Woche
be=
goren worden. Man hofft, den Rohbau bis zum Eintritt des Winters
unhe Dach zu haben. — Wochenmarkt. Der an jedem Freitag auf
Aie hieſigen Marktplatz ſtattfindende Wochenmarkt erfreut ſich zurzeit
iieer eines erfreulichen Zuſpruchs. Es iſt nur bedauerlich, daß er von
Benhieſigen Landwirten zu wenig beſchickt wird. Mancher kleine Bauer,
Anunbedingt auf die Einnahmen aus ſeinem Betrieb angewieſen iſt,
Uſyte hier vieles an den Mann, bzw. an die Frau bringen. So ſind
g ur Händler und auswärtige „Butterfrauen”, die den Markt
be=
ſhen. — Feuerwehrübung. Die Feuerwehr übt für die am
2//September ſtattfindende Feuerwehr=Inſpektion. Vorgeſtern Abend
Aut man nur die Pflichtfeuerwehr zuſammengerufen, die von den
4amandanten einexerziert wurde. Geſtern abend fand wiederum eine
Tſeung mit Geräten ſtatt, an der auch die Freiwillige Feuerwehr
teil=
un und deren Verlauf hoffen läßt, daß auch die demnächſtige Inſpek=
1a wie immer, zufriedenſtellend ausfällt.
— Nauheim, 14. Sept. Den eifrigen Bemühungen des Turnvereins
94 Nauheim iſt es gelungen, für Samstag, 21. Sept., nach Nauheim
ur Gerätemannſchaftskampf zuſtande zu bringen. An dem Kampf
cen teil die beſten Geräteturner der Turngeſellſchaft Walldorf, der
unerſchaft Griesheim und des Turnvereins Nauheim. Verpflichtet Am Karlsbad 8 in unmittelbarer Nähe des Potsdamer Platzes
Anſich jeder Verein, mit 8 Turnern anzutreten, und zwar 2
Alters=
utnern, 4 Turnern und 2 Jugendturnern. Es unterliegt keinem
wifel, daß bei der Mannſchaftszuſammenſtellung, wie ſie jeder der
Baite vorgenommen hat, Ausgezeichnetes geleiſtet werden wind.
An=
ſüinnenſetzung des Kampfgerichts und des Schiedsgerichts. Da die drei
Aic üre über gutes Material verfügen, mußte hierauf beſonderer Wert
gelzt werden. Das Kampfgericht wird gebildet von dem
Oberturn=
ttiat des Mittelrheinkreiſes, Friede=Frankfurt a. M., und Oberturn=
Ficr Gerſting=Koblenz. Das Schiedsgericht ſteht under Kreisoberturn=
1NE Freh=Mainz. Bei den Vorbereitungen, die der Verein Nauheim
m jetzt getroffen hat, darf jeder, der den Abend ſich nicht entgehen der zahlen ihren Beitrag pünktlich. Insgeſamt wurden 1336 An=
Tiß mit einer genußreichen Veranſtaltung rechnen.
gibed. Für den kürzlich an den Folgen eines Unglücksfalles verſtor=
1:7 5. in den Gemeinderat eintreten. — Reit= und
Fahrtur=
rNr. Am Sonntag, dem 15. September, findet in Groß=Gerau auf
19Schudtwieſe das 2. Reit= und Fahrturnier des Junglandbundes
füden Kreis Groß=Gerau ſtatt. Die Beteiligung iſt außerordentlich
9 122 Reiter und Fahrer haben ihre Meldung abgegeben. Den
Pen winken wertvolle Preiſe, die im Schaufenſter der Firma 2. F.
r in Groß=Gerau ausgeſtellt ſind. — Dekanatsmiſſionsfeſt.
h Sonntag findet in Bauſchheim das Dekangtsmiſſionsfeſt des Deka= Hinzu kommen noch die Leiſtungen der Krankenkaſſe.
7M Groß=Gerau ſtatt. — Stromſperre. Wie die Betriebsdirek=
Groß Gerau des Ueberlandwerks Mainz mitteilt, unterbleibt am
Zntag, dem 15. September, wegen Vornahme von Arbeiten an der
zuſſpaunungsanlage die Stromlieferung in den Ortſchaften
Rüſſels=
len, Raunheim, Königſtädten, Haßloch und Trebur für die Zeit von
mittags 6.30 Uhr bis etwa gegen 11.30 Uhr vormittags.
Leiden Sie am Magen?
wie ſchmerzhafter Verdauung, Appetitmangel, ſaurem
Auf=
ſtio ßen, übelriechendem Atem, ſo ſollten Sie immer die echten
„Reichels Magentropten” im Hauſe haben. Frau Pfarrer
E. in Bayreuth ſchreibt: „Ihre Magentropfen haben ſich immer
gut bewährt. Meine Familie kann ohne ſie nicht mehr ſein.”
F. Mk. 1.10,gr. Fl. Mk 2.75. In Apoth u. Drogerien erhältlich.
(TV.14432
Beſtimmt zu haben bei:
Anton Fiſcher, Adler=Drogerie, Frankfurter Straße 12/14.
Chriſtian Schwinn, Medizinal=Orogerie, Rheinſtraße.
Gebr. Vierheller, Drogerie, Schuſtergaſſe 14
Adolf Zachmann Merkur=Drogerie= Bleichſtraße.
Sonntag, den 15. Geptember 1929
Seite 7
Ein neues Verwalkungsgebände des G. 2.A.
Die Feier des Marburger Religionsgeſpräches.
Der Einheitsverband der deutſchen Angeſtellten, der
Gewerk=
ſchaftsbund der Angeſtellten (GDA) wurde im Jahre 1920 aus dem
Verband Deutſcher Handlungsgehilfen zu Leipzig, dem
Kauf=
männiſchen Verein von 1858, dem Deutſchen Angeſtelltenbund zu
Magdeburg, dem Verein der Deutſchen Kaufleute, Berlin, ſowie
dem Handlungsgehilfenverein, von 1774 zu Breslau gegründet.
Weitere Verbände haben ſich nachträglich noch angeſchloſſen.
Der Sitz iſt in Berlin=Zehlendorf, woſelbſt auch die
Bundes=
leitung mit den Zentralabteilungen ſich befindet. Obwohl dieſer
Bund über mehrere Häuſer in Berlin verfügt, die ſein Eigentum
ſind, konnte er bisher keine Konzentration der örtlichen Berliner
Geſchäfte vornehmen. Die Zwangswirtſchaft machte es unmöglich,
den Mietern zu kündigen, ſo daß nur einzelne Teile der Gebäude
dem GDA ſelbſt zur Verfügung ſtanden. Durch dieſe Verhältniſſe
war eine Zuſammenlegung der Berliner Geſchäfte nicht möglich.
Es wurde deshalb beſchloſſen, einen Neubau durchzuführen, um die
Das neue Verwaltungsgebäude des GDA in Berlin,
Am Karlsbad.
angeſtrebte Vereinigung zu ermöglichen. Dieſer Neubau iſt jetzt
fertiggeſtellt und wird vorausſichtlich am 1. Oktober ſeiner
Be=
ſtimmung übergeben. In dieſem Verwaltungsgebäude werden 450
Angeſtellte tätig ſein, denen gleichzeitig die Aufgabe zufällt,
Ver=
ſſichn zu beſonderen Leiſtungen werden aber vor allem geben die Zu= waltungsarbeiten für große Landesteile im Reiche mit zu
erledi=
gen. Um einen kleinen Ueberblick über die Arbeiten zu geben,
die erledigt werden müſſen, ſei hier auf folgendes hingewieſen:
a des Rhein=Main=Gaues, Hofferbert=Darmſtadt, dem Männerturn= Der Jahresetat für Bund und Krankenkaſſe des GDA betrug im
abgelaufenen Jahre 41 Millionen Reichsmark. Die
Mitglieder=
zahl iſt um rund 40 000 geſtiegen. Rund 90 Prozent der
Mitglie=
geſtellte in 110 Bundesgeſchäftsſtellen beſchäftigt. — Die Bundes=
Ck. Groß=Gerau, 13. Sept. Neues Gemeinderatsmit= ſtellenvermittlung beſetzte im letzten Jahr über 17 000
Angeſtellten=
len Landwirt Philipp Diehl 8. wird nun Landwirt Heinrich Sper= ſtellungen, ſeit Beginn insgeſamt 478842. — An
Stellenloſen=
unterſtützung wurden 874 070,61 RM. gezahlt. Die
Durchſchnitts=
dauer betrug für Verheiratete 96 Tage. — Für Altershilfe
wur=
den 209 118,94 RM. und für Hinterbliebenengeld 185 637,87 RM.
gezahlt. — 10 385 Rechtsſtreitigkeiten wurden durchgeführt und
durch Urteil und Vergleich 2 712 929.— RM. erwirkt.
Rechtsaus=
künfte wurden insgeſamt 235 892 mündlich und ſchriftlich erteilt.
Dieſe nur herausgegriffenen Zahlen zeigen, welche Arbeiten
erledigt werden müſſen und wie notwendig die Konzentration war.
Die Reichszentrale bzw. die Bundeshauptleitung behält ihren
Sitz in Berlin=Zehlendorf, Schweizerhof.
Plan eines Proteſtantiſchen Weltrates.
Marburg. Im Rahmen der 400=Jahrfeier des Marburgev
Religionsgeſpräches fand die dritte Hauptverſammlung ſtatt. Infolge
der überaus ſtarken Beteiligung vom In= und Auslande mußte die
Tagung, wie auch ſchon am Freitag, von der Aula der Univerſität in
die benachbarte Univerſitätskirche verlegt werden. Nach Uebermittlung
der Grüße von der amerikaniſchen Harward=Univerſität, des finniſchen
Erzbiſchofs von Abo und des Führers des franzöſiſchen Proteſtantismus,
Profeſſor Monod=Paris, ſprach Profeſſor D. Dr. Otto über das Thema
„Gemeinſame Aufgaben des Proteſtantismus und die Form ihrer
Er=
füllung‟. Er würdigte die Marburger Feier, zu der 50 verſchiedene
proteſtantiſche Konfeſſionen aus den verſchiedenſten Teilen der Welt
zu=
ſammengekommen ſind, als ein Zeugnis von dem Bewußtſein der
Zu=
ſammengehörigkeit der Reformationskirche. Es gälte, dieſes
Solida=
ritätsgefühl auch in die Tat umzuſetzen und ein Organ zu ſchaffen, in
dem alle proteſtantiſchen Kirchengruppen zu praktiſcher Arbeit
zuſammen=
geſchloſſen ſeien. Der Redner ſchlug die Gründung eines „Allgemeinen
evangeliſchen Weltrates zur Wahrung proteſtantiſcher
Geſamtintereſ=
ſen” vor. Er entwickelte im einzelnen die Richtlinien und den
Arbeits=
kreis eines ſolchen Weltrates und erinnerte dabei insbeſondere an die
gewaltigen Weltaufgaben, die ſich dem geſamten Proteſtantismus auf
den verſchiedenſten Gebieten des öffentlichen Lebens aufs Gewiſſen
leg=
ten, auf dem Gebiet der Sozialethik und der Geſellſchaftsethik, auf dem
Gebiet des Schutzes der Minderheiten, ſowie in bezug auf Familie.
Ehe, Erziehung und Volksbildung im Verhältnis der Klaſſen, Raſſen
und Stände untereinander. Zuſammenſchlüſſe, wie ſie der Redner
be=
fürwortete, ſeien bereits erfolgreich getätigt. Es handele ſich nur um
eine organiſche Weiterentwicklung auf dieſem Wege, um einen
eindrucks=
vollen und wirkungskräftigen Geſamtproteſtantismus zu ſchaffen. Die
Fortſchritte des Einigungswerkes von Stockholm erkannte der Redner
dankbar an, betonte aber gleichzeitig, daß gerade im Intereſſe dieſes
Werkes eine feſtere Konſolidierung des Geſamtproteſtantismus
notwen=
dig ſei. Er forderte eine Geſchloſſenheit des Proteſtantismus ähnlich
der Geſchloſſenheit der anglikaniſchen Kirche und der griechiſch=
ortho=
doxen Kirche.
Anſchließend berichtete der Leiter der evangeliſchen Zentralſtelle für
kirchliche Hilfsaktion, Dr. Keller (Genf), über das Hilfswerk der
prote=
ſtantiſchen Kirche, das in den Jahren ſeines Beſtehens zahlreiche proter
ſtantiſche Anſtalten vor dem Untergang geſchützt habe, insbeſondere in
Oſt= und Südoſt=Europa.
Eine Entſchließung über die Vorſchläge und Anregungen von
Pro=
feſſor Otto wird erwartet.
a. Offenbach, 14. Sept. Evangeliſche
Wählerverſamm=
lung. Im vollbeſetzten Gemeindeſaale der Lutherkirche ſprach
Bank=
vorſteher Jenſen, Mitglied des Landeskirchentags, im Auftrage der
„Vereinigung aller Evangeliſchen Heſſens” über „Die evangeliſche Kirche,
die evangeliſchen Wähler und die kommenden Gemeindewahlen”.
Ab=
geordneter Jenſen ſprach ausführlich über folgende Gedanken: Die
lebendigen Glieder der evangeliſchen Kirche müſſen durch die Beteiligung
an den Wahlen dafür ſorgen, daß auch die Belange der evangeliſchen
Kirche nicht zu kurz kommen. Man nimmt bis jetzt auf die Rechte der
Evangeliſchen und der evangeliſchen Kirche zu wenig Rückſicht. In
der einen Gemeinde ſucht man den Schulvorſtand ſo zuſammenzuſetzen,
daß möglichſt viele Freidenker, aber möglichſt wenig Evangeliſche hinein.
kommen. In der zweiten Gemeinde erſtreckt man die
Lernmittelfrei=
heit nicht auf die Religionsbüicher. Von der öffentlichen Jugendpflege
ſucht man die evangeliſche Kirche möglichſt fernzuhalten. Die
Bedürfnis=
frage für Wirtſchaften darf nicht in jedem Fall bejaht werden. Die
Sonntngsruhe muß mindeſtens während der Gottesdienſte und in der
Nähe der Kirchen ſtreng durchgeführt werden. Ob eigene Liſten
auf=
zuſtellen ſind oder Verbindung mit beſtehenden Parteien aufgenommen
werden muß, iſt eine Frage, die wohl überlegt werden muß. Für
diesmal hat der Zweckverband der evangeliſchen Kirche in Heſſen
beſchloſſen, von eigenen Liſten abzuſehen. Eine einſtündige Ausſprache
ſchloß ſich an. Es wurde darin vor allem gewünſcht, daß ſich jeder
evangeliſche Wähler an der Wahl beteilige, die Gewählten ihr
Ehren=
amt gewiſſenhaft ausübten und wirtſchaftlichen und kulturellen (
kirch=
lichen und ſchuliſchen) Belangen die gleiche Aufmerkſamkeit widmeten.
Es wurde eine Fülle von Einzelheiten vorgetragen, die in Stadt und
Land nicht im Sinne der Evangeliſchen geregelt wurden. Die Stadt
Offenbach habe darüber auch zu klagen. Man war ſchließlich auch der
Auffaſſung, daß die eigene Liſte nicht ratſam ſei. Es wurde endlich
beſchloſſen, eine Arbeitsgemeinſchaft der evangeliſchen Vereine und
Ver=
bände Offenbachs zu bilden, die ihre Wünſche fün die Stadtratswahl
den einzelnen Parteien, die Wahlvorſchläge einreichen, möglichſt bald
vortragen ſoll.
z. Raunheim, 13. Sept. In der Gemeinderatsſitzung
teilte der Bürgermeiſter mit, daß mit den Bohrverſuchen nach Waſſer
für das beſchloſſene Gemeindepumpwerk auf der Hochgewann begonnen
wird. Die Anleihebeſchaffung von 100 000 Mark für den
Waſſerleitungs=
bau iſt trotz größter Bemühungen noch nicht geſichert.
Guſtavsburg, 13. Sept. In der Generalverſammlung
der Gemeinnützigen Baugenofſenſchaft wurde
be=
ſchloſſen, den von den Mitgliedern zu zahlenden Geſchäftsanteil von
100 auf 200 Mark zu erhöhen.
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Arheilgen
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Für die anläßlich unſerer Verlobung in
ſo reichem Maße zuteil gewordenen
Auf=
merkſamkeiten und Geſchenke danken
herzlichſt
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Für die uns anläßlich unſerer ſilbernen
Hochzeit in ſo reichem Maße erwieſenen
Aufmerkſamkeiten danken herzlich
Andreas Gerhard und Frau
Gaſihaus zur Inſel.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem Hinſcheiden unſeres
lieben Kindes, ſowie für die zahlreichen
Blumenſpenden ſagen wir herzlichen
Dank. Insbeſondere danken wir Herrn
Pfarrer Flöring für die troſtreichen
Worte am Grabe.
Familie Ph. Buß.
Dankſagung.
Für alle Liebe und Teilnahme bei
dem Heimgang unſerer lieben Mutter
und Großmutter ſagen wir Allen
herzlichen Dank. Beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Uhl für die
troſt=
reichen Worte am Grabe.
Familie Karl Petri III.
Familie Johannes Heß II.
Weiterſtadt, den 13. Sept. 1929.
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mählung in so reichem Maße
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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
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geb. Villhard.
Arheilgen, den 13. September 1929. (*
Die Beerdigung findet am Sonniag, den 15.
Sep=
tember 1929, mittags 12.45 Uhr, vom Trauerhauſe,
Bornſiraße 38 aus ſtatt.
Dankſagung.
Herzlichen Dank Allen, die bei dem Heimgang
unſerer lieben EEntſchlafenen ihre mitfühlende
Teilnahme durch Beileidsbezeugungen und
Blumenſpenden erwieſen. Ganz beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Vogel für die
tröſten=
den Worte am Grabe.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Martin Schäfer.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
und die zahlreichen Blumenſpenden beim
Heim=
gang unſeres lieben Entſchlafenen ſagen wir
Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer Vogel für
ſeine troſtreichen Worte, ſowie der Direktion
des Heſſ. Landestheaters und ſeinen Kollegen
für die Kranzniederlegung unſeren herzlichſien
Dank.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
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Zunahme des ausländiſchen Weitbewerbs.
Das Rheiniſch=Weſtfäliſche Kohlenſyndikat legt ſeinen Jahresbericht
für 1928/29 vor, der bis zum 31. März d. J. reicht. Den Ausführungen
über den eigentlichen Kohlenmarkt ſind einige kurze allgemeine
Bemer=
kungen vorangeſchickt, von denen die folgende Beurteilung des
Young=Planes intereſſieren dürfte: „Das Ergebnis, das in dem
Sachverſtändigenbericht vom 7. Juni 1929 vorliegt, war eine
Enttäu=
ſchung, denn die nach dem Young=Plan verbleibende Belaſtung
Deutſch=
lands wird auch von denjenigen, die aus politiſchen Gründen zuſtimmen
zu müſſen glauben, für wirtſchaftlich untragbar gehalten. Die deutſche
Wirtſchaft wird alſo auch in Zukunft ihren Wettbewerb auf dem
Welt=
markt unter einer geradezu prohibitiv wirkenden Vorbelaſtung führen
müſſen, zumal auch die protektioniſtiſchen Mittel zur Bekämpfung
un=
ſerer Ausfuhr nach wie vor aufrecht erhalten werden. Statt einer
Ge=
ſundung fürchten weiteſte Wirtſchaftskreiſe deshalb eine fortſchreitende
Verſchuldung der deutſchen Induſtrie an das Ausland und für diejenigen
Betriebe, für die dieſer Weg nicht oder nicht mehr gangbar iſt, den
Buſammenbruch.”
Der Abſatz des Syndikats zeigte im Berichtsjahr im ganzen den aus
dem Konjunkturabfall erklärlichen Rückgang. Der arbeitstägliche
Verſand ging um 5,08 Prozent auf 242871 Tonnen, gegen 255 873
Tonnen im Vorjahre zurück. Der höchſte arbeitstägliche
Monatsdurch=
ſchnitt des Vorjahres von 271 400 Tonnen im Januar 1928 wurde
aller=
dings infolge der Auswirkungen der außerordentlichen Kälteperiode im
letzten Monat des Berichtsjahres, im März, mit 287 024 Tonnen um
15 624 Tonnen oder 5,75 Prozent übertroffen. Aber dieſe Ziffer bleibt
hinter der Durchſchnittsziffer des unter der Einwirkung des engliſchen
Streiks ſtehenden Geſchäftsjahres 1926/27 mit 288 676 Tonnen um 1652
Tonnen oder 0,57 Prozent und gegen den höchſten Monatsdurchſchnitt
jenes Jahres mit 324 421 To im November 1926 ſogar um 37 397 To.
oder 11,53 Prozent zurück. Die geſamte
Steinkohlen=
gewinnung Deutſchlands, die im Kalenderjahr 1927 einen
außergewöhnlich hohen Stand erreicht hatte, war 1928 wieder rückgängig,
Sie ſtellte ſich auf 150 876000 Tonnen, das ſind 1,77 Prozent weniger
als im Jahre 1927. Gegenüber dem Jahre 1913 war die Förderung des
Jahres 1928 noch um rund 10 123000 Tonnen oder 7.19 Prozent höher,
bei Zugrundelegung des jetzigen Gebietsumfanges ohne Saar und
Oſt=
oberſchleſien. Die Förderung des Ruhrreviers betrug
114 567 000 Tonnen und war 2,90 Prozent niedriger als die des Jahres
1927. Während die übrigen Reviere ihre Förderung gegenüber dem
letzten Vorkriegsjahr zum Teil erheblich ſteigern konnten, iſt die
För=
derung des Ruhrreviers wieder auf den Stand von 1913 geſunken. Die
arbeitstägliche Förderung des Ruhrreviers einſchl.
der dem Syndikat nicht angehörenden Zechen, lag im Durchſchnitt des
verfloſſenen Jahres mit 378000 Tonnen noch etwas unter der Ziffer des
Jahres 1913 von 380 000 Tonnen und war erheblich niedriger, als der
Durchſchnitt des Jahres 1927, der 390000 Tonnen erreichte. Der Abſatz
des Ruhrkohlenſyndikats geht zum größten Teil ins Ausland und iſt
dort — wie auch in dem beſonders von engliſcher und holländiſcher Kohle
beſtrittenen Inland — einem Wettbewerb ausgeſetzt, der in der
Be=
richtszeit eher zu= als abgenommen hat. Dieſer Kampf hat trotz der in
jüngſter Zeit in berſchiedenen engliſchen Kohlenbezirken eingetretenen
Markt= und Preisbefeſtigung nicht viel von ſeiner Schärfe verloren,
Wie in abſehbarer Zeit von der Seite des engliſchen Wettbewerbes
her keine Erleichterung für den Ruhrbergbau erwartet wird, ſo ſieht
dieſer auch den Wettbeewerb dr anderen europäiſchen Kohlenländer
nicht geringer, ſondern ſtärker werden. Bei einem Zuſtandekommen des
Handelsvertrages mit Polen wird ein großes polniſches
Kohlenkon=
tingent auf den deutſchen Markt drücken. Holland hat die
Entwick=
lung ſeines Bergbaues noch nicht abgeſchloſſen. In Belgien wird der
Ausbau des Campine=Beckens erhebliche Mehrmengen auf den Markt
bringen. In Frankreich können ſich Bergbau und Kokerei unter dem
Einfluß einer langen guten Konjunktur kräftig entwickeln. Ueberall
be=
droht alſo eine Steigerung der Produktionskraft unſeren Abſatz, der
außerdem noch durch protektioniſtiſche Maßnahmen des Auslandes in
1928 eingegriffen. Der Bericht ſtellt feſt, daß die Einwirkungen der
Lohnerhohungen noch ſchlimmer ſein würden (zum 1. Mai 1929 trat
wie=
der eine Mehrbelaſtung des Lohnkontos ein), wenn micht eine Steigerung
des Förderanteils als Folge der Rationaliſierung eingetreten wäre, bei
der allerdings der Entlaſtung des Lohnkontos eine Belaſtung des
Kapi=
tal= und Materialkontos gegenüberſteht. Die dentſche
Stein=
kohlenausfuhr ging im Jahre 1928 um 7,64 Prozent auf 36 129000
Tonnen zurück, während die Einfuhr erheblich, und zwar um 31,8
Prozent, auf 6 969 000 Tonnen zunahm. Holland hat ſeine
Kohlenaus=
fuhr nach Deutſchland mehr als verdoppeln können. England vermochte
ſie um über 83 Prozent zu ſteigern. Im erſten Vierteljahr 1929 ging die
Einfuhr infolge der Froſtperiode, die den Waſſerverſand zum Teil
un=
möglich machte, wieder zurück. Ein Lob wird der Deutſchen
Reichsbahn inſofern geſpendet, als dieſe die
Rekordwagenanforde=
rungen der Ruhr während der ſcharfen Kältezeit ohne Schwierigkeiten
erfüllte, während gleichzeitig andere Bahnen infolge des geſtrengen
Froſtes böllig verſagten. Die Reichsbahn hat, ſo heißt es in jener Zeit
einen Beweis für ihre hohe Leiſtungsfähigkeit erbracht, die ſich
nament=
lich auch in der Bewältigung erheblich größerer
Durchſchnittsentfer=
nungen ausdrückt. Allerdings widerſpricht der Jahresbericht der vielfach
entſtandenen Anſicht, die Reichsbahn habe in den Monaten Februar und
März 1929 bewieſen, daß ſie die Waſſerſtraße erſetzen könne.
Die per 31. März 1929 vorgelegte Vermögensrechnung
verzeichnet bei 7,5 Mill. RM. Aktienkapital 40000 RM.
Paſſiohypo=
theken und außerhalb der Addition erſcheinenden 6 952 438 RM.
Bürg=
ſchaften 178 076 216 RM. Schulden in laufender Rechnung. Dieſem
Be=
trag ſtehen 172605 725 RM. Guthaben in laufender Rechnung und
4 784 698 RM. Wechſel gegenüber. Die Beteiligungen betragen 5 150 901
RM., Kohlen=, Brikett= und Pechläger 2 545 199 RM. Die
Bilanz=
ſumme beläuft ſich auf 185 616 216 RM. Die ordentliche
Hauptverſamm=
lung, der der Jahresbericht und die Vermögensrechnung vorgelegt
wer=
den, findet bekanntlich am 25. September ſtatt.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Zwiſchen dem ſtädtiſchen Wirtſchaftsamt Frankfurt a. M. und der
Firma J. G. Mouſon u. Co. wurden Verhandlungen aufgenommen,
die das Verbleiben der Firma und die Möglichkeit einer Erweiterung
der Frankfurter Fabrikationsſtätten zum Ziele haben. Nach den
bis=
herigen Verhandlungen ſcheint es zu gelingen, die Firma auch in
Zu=
kunft der Frankfurter Wirtſchaft zu erhalten.
Die GV. der Kraftwerke Rheinau, A.=G., genehmigte ohne
Dis=
kuſſion die vorgelegte Bilanz per 31. März 1929 und erteilte den
Ver=
waltungsorganen Entlaſtung. Antragsgemäß wird nach Zuweiſung
von 22 390 RM. an die geſetzliche Reſerve aus dem verbleibenden
Rein=
gewinn von 425 413 RM. auf das 4 Millionen RM. betragende
Aktien=
kapital eine Dividende von 8 Prozent verteilt. 50 000 RM. werden
dem Wohlfahrtsfonds überwieſen und 45 200,— RM. auf neue
Rech=
nung vorgetragen.
Die deutſche Rohzinkproduktion einſchl. Zinkſtaub betrug, wie der
Geſamtausſchuß zur Wahrung der Intereſſen der deutſchen
Metall=
wirtſchaft, Berlin, auf Grund der Berechnungen des ſtatiſtiſchen Büros
der Metallgeſellſchaft, A.=G., Frankfurt a. M., mitteilt, im Monat
Anguſt d. J. 9069 To. gegen 9 092 To. im Monat Juli 1929.
Für das erſte Halbjahr 1929 beläuft ſich die Einfuhr aus dem
Saargebiet in das Reichszollgebiet auf 1164621 To. im Wert von
101032000 RM. und die Reichsausfuhr in das Saargebiet auf 603 724
To. im Werte von 64 901000 RM. Gegenüber der entſprechenden
Vorjahrszeit verminderte ſich die Reichseinfuhr wertmäßig um 6,9
Proz., mengenmäßig um 7 Prozent, während die Reichsausfuhr
wert=
mäßig um 31,7 Proz. und mengenmäßig um 13,2 Proz. ſtieg.
Die Verwaltung der Hotel Diſch A.=G., Köln, beruft auf den
5. Oktober 1929 eine a. o. G.V. nach Frankfurt a. M. ein. Auf der
Tagesordnung dieſer Geſellſchaft ſteht u. a. Firmenänderung und
Ver=
legung des Geſellſchaftsſitzes nach Frankfurt a. M. Die Geſellſchaft
ſoll zukünftig „Diſch=Hotel= und Verkehrs=A.=G.” heißen.
zkantfurter und beriiner effeitenvericht.
Frankfurt a. M., 14. September.
Die Wochenſchlußbörſe war weſentlich beruhigter und allgemein
etwas erholt. Man empfindet nachträglich, daß die letzten
beunruhigen=
den Gerüchte nur zu Baiſſezwecken und zur Verſtimmung des
Publi=
kums verbreitet waren. Auch im Falle der Frankfurter Allgemeinen
können nunmehr wenigſtens mit der 100prozentigen Befriedigung der
Gläubiger gerechnet werden. Von der Farbeninduſtrie wird erneut
be=
tont, daß der Kursrückgang nicht von der Lage des Unternehmens
ver=
urſacht ſei. Wie wir erfahren, finden übrigens zurzeit in Frankfurt
a. M. interne Sitzungen ſtatt, bei denen Geheimrat Schmitz anweſend
iſt. Im allgemeinen wird die letzte Stimmung als unberechtigte
Ueber=
nervoſität gekennzeichnet. Im übrigen haben die Verkäufe des etwas
ängſtlich gewordenen Publikums aufgehört. Die Erholung wirkte ſich
am ſtärkſten am Farben=, Montan= und Kalimarkt aus. Farben um 2,
Rheinſtahl 1 Prozent erholt. Aſchersleben gewannen 5, Weſteregeln
5½ Prozent. Von Banken zogen Danat nochmals 1, die übrigen
Großbanken durchweg ½ Prozent an. Am Montanmarkt gewannen
zurück: Mannesmann 1½, Phönix §, Gelſenkirchen ½, Stahltruſt ¼
Prozent. Am Elektromarkt befeſtigten ſich Siemens um 2, Schuckert
1½, AEG. 1½, Licht und Kraft 2½. Glanzſtoff konnten ihren
An=
fangsverluſt von 2½ Prozent wieder ausgleichen. Schiffahrtswerte
ſtill und kaum verändert. Von Zellſtoffwerten gewannen Waldhof 1½,
Aſchaffenburger 2½ Prozent. Der Börſenverlauf blieb ruhig, aber
ſehr gut gehalten. Tagesgeld 7½, Monatsgeld 8½. Am
Deviſen=
markt nannte man London—New York 4,8468, Pfunde—Mark 20,36,
Dollar—Mark 4,2005.
Berlin, 14. September.
Nach der weiteren Abſchwächung an der geſtrigen Abendbörſe hegte
man heute vormittag die Hoffnung, daß die Banken nach den ſtarken
Kurseinbußen zu Interventionen ſchreiten werden, und die Stimmung
war infolgedeſſen etwas beruhigter. An der Vorbörſe hatte es dann
den Anſchein, da völlige Umſatzloſigkeit herrſchte, als ob die Tendenz
wieder ſchwächer werden würde, doch konnte ſich zu Beginn des
offi=
ziellen Verkehrs eine leichte Beſſerung durchſetzen. Die Spekulation
ſchritt zum Wochenſchluß zu Deckungen, da man die erwarteten
Inter=
ventionen von Großbankſeite zu beobachten glaubte, und es ergaben
ſich ſchon bei kleinſter Nachfrage Kurserholungen, die trotz
unein=
heitlicher Geſtaltung meiſt 1—2 Proz, betrugen. Sonſt waren Nachrichten
von Bedeutung nicht vorhanden, die Arbeitsloſenziffer hat eine weitere
geringfügige Steigerung erfahren, der Zementabſatz war im Auguſt
ſtark rückgängig, und im Moment ſind keine weiteren
Benzinpreiser=
mäßigungen in Weſtdeutſchland beabſichtigt. Geld war am heutigen
Medio wieder ſteifer. Tagesgeld ſtellte ſich auf 7—9½ Proz.,
Monats=
geld auf 9—10½ Proz. und Warenwechſel auf 758 Proz, und darüber.
Deviſen lagen ruhig. Pfunde leicht.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
— Mainzer Produktenbörſe. Großhandelseinſtandspreiſe per 100
Kilo loco Mainz, am Freitag, den 13. September 1929:
Weizen 25—2,25, Roggen 19,50—20, Hafer 19—19,50 Braugerſte 20,50
bis 21,50, Futtergerſte 17—17,50, ſüdd. Weizenmehl, Spez. 0,
Mühlen=
forderung 39, Roggenmehl 0 1 29—30, Weizenkleie, fein 11,50—12,
Wei=
zenkleie, grob 12,75, Noggenkleie 11—12, Weizenfuttermehl 13, Plata=
Mais 21,21,50, Biertreber 17,75—18,25, Erdnußkuchen 22,50, Cocoskuchen
20,25—26, Palmkuchen 19,50—21, Rapskuchen 19—20, Kleeheu, loſe
12—12,50, Kleeheu, geb. 12,50—12,75, Wieſenheu 11,50—12,
Maſchinen=
ſtroh 5—5,50, Drahtpreßſtroh 5,50—6, Weiße Bohnen 44. Tendenz:
Das Geſchäft war ruhig.
Frankfurter Butternotierungen vom 14. September. Infolge der
anhaltenden Trockenheit und der dadurch eingetretenen Knappheit an
Grünfutter, wodurch die Milchproduktion zurückgegangenen iſt, kam in
dieſer Woche nur wenig Butter an den Markt. Demzufolge war auch
das Angebot von Auslandsſeite minimal und ein ſtarkes Anziehen der
Preiſe die Folge. Es notierten 1 Faß (50 Kg.) 2,10, ½ Faß 2,12, in
Halbpfundſtücken 2,14. Deutſche Butter 2,00. (Die Preiſe verſtehen ſich
für 1 Pfund im Großhandelsverkehr.)
Frankfurter Eiernotierungen. Das Geſchäft am Frankfurder
Eier=
markt war in dieſer Woche etwas reger. Die Preiſe konnten etwas
anziehen. Es notierten in Pfennigen per Stück (Auslandseier unver=
10½, holländiſche 12—14, ſüdſlawiſche 934—10, polniſche 8½—9½,
10½ holländiſche 12—14, ſüdſlawiſche 934—10, polniſche 8½—0½
ruſſiſche 10—11, däniſche 11½—14½ belg.=flandr. 19—12½, rumäniſche
9½—9½, ſchleſiſche 11½—11½ bayeriſche 11½/——11½, worddeutſche 12
bis 13. Tendenz: befeſtigt.
Soi fnoverlſchen Aruenlienmärtn.
Faſt während des ganzen Verlaufes der Woche war die Tendenze
den Internationalen Getreidemärkten ſtetig. Die Kurſe und die
Prei=
des Auslandes blieben teilweiſe unverändert, teils nur unweſentl5
höher gehalten. Am Ende der Woche befeſtigte die Tendenz ſich etwoe
augenfälliger, wozu Beſorgniſſe über die argentiniſche Weizenernte i.
folge fortwährender Trockenheit Anlaß gaben. Das überſeeiſche Expon
geſchäft konnte ſich daher nach dem Kontingent etwas lebhafter geſtalte=
An den ſüddeutſchen Produktenmärkten blieb anfänglich das Geſche
im Brotgetreide ziemlich belanglos. Erſt in der Wochenmitte und geg
Wochenende zeigten die Mühlen für Inlandsweizen größere Kauflm
ſo daß die Preiſe hierin etwas anziehen konnken. Auch Auslandsweizn
konnte profitieren, wenngleich das Hauptintereſſe der Mühlen auf J
landsweizen gerichtet war. Sehr ruhig geſtaltete ſich das Geſchäft
Roggen, die Preiſe konnten weſentliche Beſſerungen bei dem vorliege.
den großen Angebot nicht erfahren, ſo daß die Landwirtſchaft bei
w=
tem nicht auf ihre Rechnung kommen kann. Gegen Ende der Wos
war das Angebot etwas kleiner und auch die Preiſe erfuhren gerim
fügige Erhöhungen. In den Weizenmehlmarkt iſt im Laufe der
Wo=
etwas mehr Belebung hineingekommen, es ſcheint, daß der Handel n
noch wenig Ware in den Büchern ſtehen hat, und eine neuerliche Ex
mäßigung der Preiſe gab Veranlaſſung zu einigen Neukäufen. N.
gegen Wochenende die internationale Weizentendenz ſich weſentlich feſt
geſtaltete, konnten die Mühlen ſeit langer Zeit umfangreichere
Verkär=
tätigen. Die Preiſe wurden am Ende der Woche von ſeiten der Mie00
len=Vereinigung um 0,25 Mark erhöht. Die zweite Hand war ſo g.
wie nicht am Markte. Weniger betroffen von der lebhafteren Ka cinz
tätigkeit war Roggenmehl. Inlandsweizen 25,75—26,00; ausl. je na
Qualität 27,75—33,00; Roggen inl. 20,50—20,75; ausl. —; Weizenme
Spezial Null 38,50—38,75; 2. Sorte 36,50—36,75; Roggenmehl ſüdd.
nach Ausmahlung 30,25—31,25; nordd. je nach Ausmahlung 29,00—30,5
Der Gerſtenmarkt blieb bei unverändertem Preis immer noch ruhr.
wenngleich gegen die Vorwoche eher etwas an den Mann zu
bring=
war. Auch Hafer zeigte etwas freundlicheres Ausſehen, und es zeic) Al
ſich ſowohl Inlands= wie Auslandsnachfrage. Weſentliche Preiserhö
ungen konnten jedoch nicht erzielt werden. Klein war das Bedarft
geſchäft in Platamais. Die Preiſe waren gegen die Vorwoche kaum s
höht. Braugerſte ſüdd, je nach Qualität und Herk. 21,50—23,00; pfa)
ziſche je nach Qualität 23,00—24,00; Futtergerſte 18,50—19,50; Haf
inl. alter Ernte 20,00—21,00; neue Ernte 19,00—19,75; ausl. Haf
20,00—21,00, Mais 20,75—21,00.
Der Futtermittelmarkt geſtaltete ſich gegen die Vorwoche weſentlä
feſter, wozu die anhaltende Trockenheit und ſommerliche Witterur
Veranlaſſung gab. Infolge der ungünſtigen Preisrelation zwiſche=
Futtermittel und der meiſten inländiſchen Getreideſorten legter, ſich d
Landwirtſchaft äußerſte Beſchränkung im Einkauf von Futtermitteln au.”
ſo daß die Umſatztätigkeit im Vergleich zu der feſten Tendenz allgeme
minimal blieb. Die Preiſe für faſt alle Futterſorten haben Erhöhungs
erfahren. Trockenſchnitzel waren ſehr gut gefragt und preislich ſtark
e=
höht. Weizennachmehl 15,50—17,50; Spezialfabrikate höher, Weize
futtermehl 12,25—12,75; Weizenkleie fein 11,25; grob 11,75—1223
Roggenkleie 11,50—11,75; Erdnußkuchen 21,75; ab Fabrik Rapskuche/ Well
prompt 18,75—19,00 ab Fabrik; Sohaſchrot prompt 20,50—20,75;
Fabrik, Biertreber 17,50—18,50; Malzkeime je nach Qualität 16,00 b
17,50; Trockenſchnitzel 14,00—14,25 RM.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 11. September 1929.
auf den Stichtag des 11. September berechnete Großhandelsindexzi
des Statiſtiſchen Reichsamtes hat ſich mir 138,2 gegenüber der
ſoche (137,9) leicht erhöht. Von den Hauptgruppen ſind die O
ziffern für Agrarſtoffe um 0,8 v. H. auf 132,7 (131,7) und die Indn
ziffern für Kolonialwaren um 0,5 v. H. auf 130,9 (130,2) geſtiegen.
Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren war mit 131,81
vevändert, während diejenige für induſtrielle Fertigwaren mit
(157,4) leicht nachgegeben hat.
Die Berliner Metallnotierungen vom 14. September ſtellten ſich
Elektrohtkupfer 171 RM.
Viehmärkke.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim an d. B. am Samstag, der
14. ds. Mts waren 404 Schweine zugeführt. Verkauft wurden
davon Milchſchweine zu 15—30 Mk., Läufer zu 42—83 Mark das Stid
Berliner Kursbericht
vom 14. September 1929
Deviſenmarkt
vom 14. September 192.
100 Tſch. Kr 2.419 12.4 Bahr. Motorenw. 94.— Köln=Neueſſ. Bgw. 125.87: Berl. Karlsr. Ind. 70.50 Uruguah 1 Goldpeſo / 4.06 4.0* Riga
100 Lats 80.0 B0.S5 J. P. Bemberg 248.— Ludw. Loewe Hirſch Kupfer 139.50 Amſterdam 100 Gulden 168.19 168.52/Schweiz 100 Franken 80.235 B0.Z Bergmann Elektr. 220.75 Mannesm. Röhr. 112.75 Hohenlohe=Werte Athen 1100 Drachm 5.42 5. 4: Sofia
100 Leva 3.03 3.G Berl. Maſch.=Bau 75.50 Maſch.=Bau=Untn. 53.— Lindes Eismaſch. Brüſſel 100 Belga 58.30! 58.42 Spanien 100 Peſetas 61.87 6l.B Conti. Gummi 160.— Nordd. Wolle 131.— Herm. Poege 38.375 Bukareſt
00 Lei 2.492 2.49 Stockholm 100 Kronen 112.36 112, Deutſche Cont. Gasl187.— Oberſchleſ. Koksw. /102.875 Vogel Telegr. Draht 72.75 Budapeſt 100 Pengd 73.21 73.35 Tallinn (Eſt!. 100 eſtl. Kr. 111.69 111. Deutſche Erdöl 111.75 Orenſtein & Koppel 86.— Wanderer=Werke Danzig
100 Gulden 81.31 81.47 Wien
00 Schilling 59.07 59,1
Hionmlonnt, Koumänongefeafchäft
Frankfurter Kursbericht vom 14. September 1929.
680 Diſche. Reichs,
anl. v. 27 ....."
6% Baden
Frei=
ſtaat v. 27 .....
3% Bahern
Frei=
ſtaat v. 27
8% Heſſen
Volks=
ſtaat. . . . . . b. 28
v. 20
8‟,
6% Preuß. Staats
anl. v. 28 .....
6% Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27 ...."
7%Thüringer
Frei=
ſtaat v. 27 .....
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. +/,
Ablöſungsanl.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe ...
60 Bad.=Bad. b.20
6% Berlin v. 24.
8% Darmſtadt v. 2
v. 28
Frif. a. M. v. 26
Mainz v. 26.
8O Mannh. v. 26.
6% Nürnbergv. 26
EI, Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr. ...
. Heſſ. Landesbl
Goldoblig. .....
(.‟ Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr. ..
J. Preuß. Lds.=
Pfbr.-Anſt.
Gold=
pfbr..
82 Preuß. Lds.,
Pfbr.=Anſt.
Gold=
vbl. .. .. .......
37I.
75.5
77
R
91.25
91.25
971.
79.25
53.70
10
4.50
88
86
26
83
87.5
96.9
93.5
R-R
94.5
8‟ Darmſt. Komm.
Landesbk. Goldobl.
8‟/,KaſſelerLandes
kredit Goldpfbr.
8e/. Naſſ. Landesbk
Goldpfbr. . . . . . .
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+ Ausl. Ser. I
+ Ausl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)
% Berl. Hhp.=Bk.
/=P „Liqu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp. Bk...
4:/,% „ Lia. Pfbr.
„ Pfbr. Bk..
„ Lig. Pfrb.
Mein. Hyp.Bk.
„ Lig. Pfbr.
Pfälz. Hyp.B
ſ.‟- „Lig. Pfbr.
82), Preuß. Boden
ered.=Bk..
Lig. Pfb
82), Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bk. ..
/.Vo „ Lia. Pfbr.
8/,Rhein. Hyp.=Bk.
4/., „ Lig. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Credit. . . . .
% Südd. Bod.=
Cred.=Ban 1. ...
8% Württ. Hyp.=B.
6% Daimler Benz
von 27 ......"
82),Dt. Linol. Werkel
v. 26 ...
8% Klöckhner=Werke
Berlin v. 26 ...
%o Mainkrw. v, 26.
% Mitteld.
Stahl=
werke v. 27 ....
93.5
97
8), Salzmann u. Co.
v. 26..
79 Ver. Stahlwerke
mit Opt. v. 26.
8% VoigtckHäffner
von 26 .... ...
52.75
68.5
74.5
*=
72.75
75.25
95.5
752=
94
74.:5
3725
86.5
J. G. Farben Bonds
v. 28 ....
5% Bosn. L.E.B.
v. 1914
„%0 Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914..
4% Oſt. Goldrentel
5 %vereinh. Rumän.
½%
ſo Türk. Admin.,
1. Bagdad
„Bollanl
2% Ungarn 1913
1914
4½%
20
Goldr.
Aktien
Accum.=Berlin..
Adlerw. (v. Kleyer)
AEG. Stamm ..
AndregeNoris Zahn/116
Baſt Nürnberg.
Bergm. El. Werke.
Brovn BoverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen .."
Eemen ; Heidelberg!
Karlſtadt /183
Chem. Werke Albert
Chade .. . . . . . . . . . /440
Contin. Gummiw.
daimler=Benz ....
Dt. Atl. Telegr. . . . 113
„ Eiſenh. Berlin.
Erdöl ........!
Gold= u. Silb
ſcheide-Anſtalt ./151
Linoleumierk I.
Dhckerhoff u.
Wid=
mann .. . . . . .."
83
92
19.5
R.
281.
7.40
7.15
22.25
40
191.25
186.5
98
127
59
46
10.5
301
94
Elektr. Licht u. Kraft
Liefer=Geſ.
Eſchw. Berowerk
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnerei
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas
„ Hof
Geiling & Cie.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. elektr.
Unter=
nehmungen .. . .
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft..
Hammerſen (Osn.)
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf. /169
Hilpert Armaturfbr
Kinderichs=Aufferm
Hirſch Kupfer. . . . . 138
Hochtief Eſſen".
Holzmann, Phil.,
Holzverk.=Induſtrie
Jlie Bergb. Stamm/2z2.5
Genüſſel122‟l,
Junghaus Stamm
Kali Aſchersleben
„ Salzdetfurth ..
„ Weſteregeln ..1239.5
Kammgarn ſpinn. . 1142
Karſtadt, N. ...."
Klein, Schanzl. . ..
Klöcknerwerke ....
Lahmeher & Co...
Lech, Augsburg. ..
Löwenbr. Münch.. 285
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt. 15
Rainkr. -22. Höchſt
Mainz. Akt.=Br. . . . /276
Mannesm. Röhren
205.5
200
2C8.5
22.5
136
180
69
139
203
71
48
173
30
114
89
3
200
81
59
233
390
100
166
105.75
1C6.5
Mansfeld Bergb.
MarswerkeNürnbg.
Metallgef. Frankf..
Miag. Mühlenbau.
Montecatini Maild.
Motorenfb. Darmſt.
Neckarwerke Eßling.
Nicolay, Hofbr. ..
Oberbedarf..
Otavi Minen ....
Phönix Bergbau".
Reiniger, Gebb..
Nh. Braunkohlen.
„Elektr. Stamm.
Stahlwerke. ..
Riebeck Montan
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerle.
Sachtleben A. G.
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. .
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtrie
Siemens & Halsfe
Strohſtoff. Ver.
Südd. Immobilien
„ Bucker=A. G...
Svensta Tändſtids ;
Tellus Bergbau ..!
Thür. Lieſer.=Geſ.
Tucher=Brauerei.
Nnterfr. Ars.=
Clek=
tr.=Verſ..
Beithwerke..
Ver. ſ. Chem. Ind.
Frankf.
„ Laurahütte. ..
„ Stahlwerke ..
„ Uiltramarin. ...
„ Zellſt. Berlin
Vogtländ. Maſchin.
Boigt & Haeffner:
122.5
12
52.5
3*
145
80
68.75
104.5
105
147
121
109.5
195
284
101.5
118.5
220.25
163.5
188,5
385
160
103
02.25
10.5
79.5
62
114
151
G
Wahß & Freytao)
Wegelin „Rußfabr.
Werger Brauerei..
Zellſtoff. Aſchaffbg..
„ Memel .. . .
„ Waldhof
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr. .
Berl. Handelsgeſ..
Comm. u. Privatbl.
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank....!"
„Eff.-u. Wechſe
ban 1
Diskonto=Geſellſd
Dresdener Ban1
Frankf. Ban1
Hyp. Ban1
„ Pfdbr.=Bk. .
Gotha. Grundkr. 4
Mein. Hhp.=Bank
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt
Pfälz. Hyp.=Bank.. /134
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbl.
„ Hyp.=Ban1...."
Südd. Bod.=Cr. B
Wiene= Banlverein/197.5-
A.-G. f. Vertehrsw. 130.5
Allg. Lokalb. Kraftw
7% Dt. Reichsbahr
Vorzge..
Hapag.
109.5
Nordd. Lloyd
Schantung=Eiſenb. 350
Südd. Eiſenb.=Gel. 122
12
189
52.
2325
152.5
74.55
265.5
163
103.55
139.5
138.721
15
33.72
291
12
145
86
Allianz. u. Stutto.
Verſicherung ..
Frlft. Allg. Verſ.=
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Conntag, den 15. September 1929
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Die neue Weltfahrt der „Emden”.
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Reich und Ausland.
Große Poſtbeamtentagung.
Ar Reichsverband Deutſcher Poſt= und
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aungenbeamten e. V. hält in der Zeit vom 17. bis
2 beptember zu Berlin im Plenarſitzungsſaal des
RMitswirtſchaftsrates ſeinen 18. Verbandstag ab. —
53 ſiner Kundgebung der Berliner Mitgliedſchaft
ſprit am 17. September der 1. Verbandsvorſitzende
Kagrüber den Abbau des Berufsbeamtentums. Am
194 (eptember ſpricht der Leiter der „Akademie der
Albet” an der Univerſität Frankfurt a. M., Herr
Do. Ernſt Michel, über die Bedeutung der
Beamten=
biidng im Volksſtaat. — Zum Verbandstag liegen
zaſt iche Anträge vor, in denen zur Perſonalpolitik
Deutſchen Reichspoſt, zu Beſoldungsfragen, zu
gen des Beamtenrechts und der Sozialpolitik
Fling genommen wird. Andere Anträge erſtrecken
ſ uf Organiſationsfragen und verſchiedene Wünſche
hund 150 000 Mitglieder des Reichsverbandes.
Schweres Motorradunglück bei Nied.
Bergmannsehepaar vom Rade geſtürzt und dann
vom Omnibus überfahren.
zrankfurt a. M. Am Samstag vormittag
hinete ſich bei Frankfurt a. M.=Nied ein ſchweres
MGöfrtadunglück, das zwei Menſchenleben forderte.
Ei mit einem jungen Ehepaar beſetztes Motorrad
wuſſt ein vor ihm fahrendes Motorrad überholen
und annte dabei mit dieſem, da die Straße plötzlich
dur einen davor haltenden Lieferwagen verſperrt
weiyzuſammen. Der Anprall war ſo heftig, daß der
Fäher und ſeine Frau vom Sitz geſchleudert wurden.
Unſticklicherweiſe kam in dieſem Augenblick aus der
emſgenſetzten Richtung ein ſtädtiſcher Omnibus, von
dendas Ehepaar erfaßt und überfahren wurde Die
Väützungen waren ſo ſchwer, daß Mann und Frau
berts auf dem Wege ins Krankenhaus verſtarben.
De Toten wurden als der Bergmann Fürſt und
ESefau aus Wehofen bei Düſſeldorf feſtgeſtellt. Der
Mm ſtand im Alter von 31 Jahren, während die
F77 33 Jahre alt war.
Ein neues Großfeuer in Unterfranken.
Ri Wohnhäuſer, zwei Austragshäuſer und drei
Scheunen eingeäſchert.
krückenau. In dem Orte Obergeiersneſt brach
im im Anweſen des Landwirtes Joſef Bruſt Feuer
au s Wenige Minuten ſpäter ſchon breitete ſich das
rwinde Element weiter aus und ergriff Wohnhaus
und Nebengebäude des Landwirtes Julius Martin,
fean Wohnhaus und Scheune des Landwirtes Karl
Mülr und die Scheune des Landwirtes Ludwig
SSher, die ſämtlich niederbrannten. Es ſind alſo
imeſamt drei große Wohnhäuſer, zwei
Austrags=
höuf= und drei Scheunen zerſtört worden, ſo daß
boeder ganzen Ortſchaft nur noch zwei Wohnhäuſer
ſtah blieben. Dem Landwirt Bruſt iſt das ganze
Vayh und die Ernte, ſowie ſämtliche Maſchinen und
Frmiſſe vernichtet worden. Die zahlreichen am Orte
enichnenen Feuerwehren, darunter auch die
Motor=
ſpt” von Bad Brückenau, bekämpften das Feuer,
kounen aber wegen Waſſermangel nicht viel
aus=
riſhn. Das Waſſer wurde faſt ausſchließlich mit
FEuefäſſern herbeigeſchleppt. Als Brandurſache
wr,Brandſtiftung vermutet.
Von ihrem Mann erſtochen.
ſtuttgart. Der etwa 45 Jahre alte Arbeiter
RRMRebmann in Fellbach hat am Freitag ſeine
Fra die ſeit (inigen Tagen getrennt von ihm lebte,
nad’urzem Wortwechſel durch einen Stich ins Herz
gerkt und ſich ſelbſt eine Verletzung mit dem
Mgr beigebracht. Er wurde verhaftet.
Mißglückter Raubüberfall auf einen
Kaſſenboten.
kerlin. Der Berliner Kriminalpolizei iſt es
aiel amstag vormittag gelungen, einen von langer
Hfy vorbereiteten Raubüberfall auf die Bank des
Weiner Kaſſenvereins zu verhindern. Der Polizei
wun die Pläne bereits vorher bekannt geworden,
E126 ſie die Direktion des Kaſſenvereins von dem
dütunden Ueberfall verſtändigen konnte. Die
Direk=
kianfonnte deshalb alle nur nötigen
Vorſichtsmaß=
nAſſen treffen. Als etwa um 9 Uhr die beiden jun=
971 Hnkräuber das Bankgebäude betraten und dort
WA Ueberfall auf einen in den Kaſſenräumen der
BiA anweſenden Kaſſenboten ausführen wollten,
D en ſie ſofort von der bereitſtehenden Kriminal=
Weei verhaftet und abgeführt.
Folgenſchwere Kohlengasexploſion.
Zwanzig Tote.
Belgrad. Geſtern mittag ereignete ſich in
der Kohlengrube „Rtany” der Gebrüder Munch,
einem der größten Bergwerke Südſlawiens, eine
folgenſchwere Kohlengasexploſion. Im
Augen=
blick der Kataſtrophe war die geſamte Belegſchaft
in der Grube. Nach den bisher vorliegenden
Meldungen zählt man 20 Tote und 9
Schwer=
verletzte. Die Rettungsarbeiten ſind in vollem
Gang.
Zum Exploſionsunglück in der Dynamitfabrik
Förde.
Grevenbrück. Das Exploſionsunglück, das
ſich, wie gemeldet, am Freitag in der
Dynamit=
fabrik Förde bei Greevenbrück reignete, entſtand in
einem unterirdiſch gelegnen Scheidehaus des Werkes,
wo ein Behälter mit Nytvoglyzerinöl explodierte.
Mit gewaltiger Detonation flog das ganze Gebäude
in die Luft. Die Namen der fünf Toten ſind:
Be=
triebsingenieur Evers, Chemiker Dr. Ernſt Müller,
Werkmeiſter Lingemann, Arbeiter Utſch, Arbeiter
Drücke. Ein Platzarbeiter iſt leicht verletzt. Die
Leichen der Getöteten wurden weit fortgeſchleudert
und furchtbar verſtümmelt. — Ein im Scheidehaus
beſchäftigter Arbeiter hatte bereits gegen 10,30 Uhr
bemerkt, daß der Oelabfluß ins Stocken geraten war
und der Behälter infolgedeſſen überfloß. Er
er=
kannte die ungeheure Gefahr und alarmierte
unver=
züglich den Kollegen aus dem Nachbarſtollen und die
Werksleitung. Man verſuchte, das drohende Unglück
zu verhüten, jedoch eine Stunde ſpäter ereignete ſich
die furchtbare Exploſion. Der Arbeiter im
Scheide=
haus entging dem Tode wie durch ein Wunder, da er
im Augenblick der Exploſion gerade einen Behälter
mit Oel ins Freie brachte. Die Unglücksſtätte bietet
ein wüſtes Bild. Die in einem Seitental unweit
Förde gelegene Dynamitfabrik gehört der Rheiniſch=
Weſtfäliſchen Sprengſtoffwerke A.=G., die im Jahre
1926 mit der J. G. Farbeninduſtrie verſchmolzen
wurde. Bereits zweimal, im Jahre 1903 und
wäh=
rend des Krieges, wurde das Werk von ſchweren
Ex=
ploſionen heimgeſucht. Die Exploſion im Jahre 1903
machte es dem Erdboden gleich.
Die Exploſionskataſtrophe in Parma.
17 Tote.
Parma. Die Zahl der Toten der
Exploſions=
kataſtrophe in einer Vorſtadt von Parma, wo das
Benzinlager einer Drogerie explodierte, iſt auf 17
geſtiegen; etwa 20 Perſonen wurden verletzt.
Un=
mittelbar nach der Exploſion wurde die Unglücksſtelle
von einer dichten Rauchwolke eingehüllt. Die Urſache
der Exploſion konnte noch nicht genau ermittelt
wer=
den. Die Zahl der Opfer iſt deshalb ſo groß, weil
ſich im Augenblick der Exploſion zahlreiche Kunden
in der Drogerie ſowie in einem anliegenden
Kauf=
laden befanden und vom Hauseinſturz überraſcht
wurden. Zudem befindet ſich vor dem Hauſe eine
Halteſtelle der Straßenbahn, an der gerade einige
Perſonen warteten. Die halbe Straße war mit
Trümmern des eingeſtürzten Hauſes angefüllt. Bis
Freitag abend konnten 12 Leichen geborgen und
identifiziert werden; in der Nacht wurden 5
wei=
tere Leichen geborgen, darunter die des Hausbeſitzers.
Man vermutet, daß ſich noch weitere Opfer unter den
Trümmern befinden. Während des Rettungswerkes
haben zahlreiche Feuerwehrleute, Poliziſten und
Sanitäter, ernſte Verletzungen erlitten.
Flugzeugabſturz. — Vier Tote.
Paris. Ein Bombenflugzeug fing über der
Ortſchaft Courville in der Nähe von Chartres
plötz=
lich Feuer, nachdem zuvor der Motor ausgeſetzt hatte.
Das Flugzeug ſtürzte ab und die vier Inſaſſen
wur=
den getötet.
Fortdauer der Unwetterkataſtrophen
in Südfrankreich.
Paris. Die Unwetter an der franzöſiſchen
Mit=
telmeerküſte dauern an. In der Nacht von Mitvwoch
auf Donnerstag ging über das Dorf Olonza bei
Béziers ein ſintflutartiger Wolkenbruch nieder, der
in kurzer Zeit die Stvaßen des Dorfes überſchwemmte.
Das Waſſer ſtand 1½ Meter hoch. Acht bis zehn
Häuſer ſtürzten zum Teil vollſtändig ein. In dem
tiefer gelegenen Teil des Dorfes drang das Waſſer
in die Stuben ein. Die Bewohner mußten flüchten.
Eine Perſon wurde von den Wellen davongetragen.
Außerdem wurde ein Auto aufgefunden, deſſen
In=
ſaſſe tot im Wagen lag. Sämtliche
Telephonverbin=
dungen ſind unterbrochen. Militär iſt mit Proviant
nach dem Dorf geſchickt worden. Der Schaden wird
auf 20 Millionen Franken geſchätzt.
Kreuzer „Emden” im Hafen von Honolulu.
Auf ihrer zweiten Weltfahrt lief die Emden” auch die Hawai=Inſeln an. Ein feſtlicher Empfang
ehirt im Hafen von Honolulu den deutſchen Kreuzer, der am Bug das Eiſerne Kreuz tragt, das 1914
der Beſatzung ſeines ruhmvollen Namensvorgängers verliehen wurde.
Das freigelegte Schiff.
Mit der fortſchreitenden Entwäſſerung des Nemiſees iſt nunmehr das eine der beiden verſenkten
Schiffe Kaiſer Caligulas faſt gänzlich freigelegt worden. Das andere Schiff, das tiefer liegt, iſt
noch nicht zu ſehen.
Die ausgebrannte Halle, links die Werke vor dem Brand.
urch einen Brand wurden die Hallen der Focke=Wulff=Flugzeugwerke bei Bremen völlig zerſtört.
ehrere Flugzeuge, die zur Montage in der Halle waren verbrannten. Der Schaden iſt
außer=
ordentlich hoch, aber durch Verſicherungen gedeckt.
Schwere Gewitterſchäden im Mittelrheingebiet.
Koblenz. Ein ſchweres Gewitter, verbunden
mit wolkenbruchartigem Regen, hat am Freitag
nach=
mittag im Mittelrheingebiet, insbeſondere in der
Gegend von Boppard, ſchweren Schaden angerichtet.
Die herabſtürzenden Fluten riſſen in die Weinberge
tiefe Furchen und ſchwemmten Erde und Rebſtöcke
fort. An fünf Stellen liegt der Schutt 1½ Meter
hoch und in einer Länge von mehreren hundert
Me=
tern auf dem Berggleis der Strecke Koblenz—
Binger=
brück. Der Durchgangsverkehr auf dem zum Rhein
führendes Gleis konnte nur notdürftig eingleiſig
auf=
rechterhalten werden.
Autounfall. — Drei Tote.
Paris. Wie dem „Matin” aus Montpellier
be=
richtet wird, iſt ein Kraftwagen bei der Gewitter= und
Ueberſchwemmungskataſtrophe im Departemnt Aude
in einen Fluß geſtürzt. Die drei Inſaſſen des
Wa=
gens kamen dabei ums Leben.
Straßenſchlacht im Vergnügungsviertel
St. Pauli.
Hamburg. In der Nacht zum Samstag
fan=
den im Hamburger Vergnügungsviertel St. Pauli
zwei größere Schlägereien zwiſchen Maurern und
Zimmerleuten auf der einen und umhertreibenden
Leuten, die wahrſcheinlich von den Handwerkern als
den Zuhälterkreiſen angehörig angeſehen wurden,
auf der anderen Seite ſtatt. Im erſteren Fall, der
ſich auf der Straße abſpielte, wurden mehrere
Per=
ſonen leicht verletzt. Sechs Perſonen mußten
feſt=
genommen werden. Im zweiten Falle erſtürmten mit
Aexten bewaffnete Zimmer= und Maurergeſellen eine
in der Silberſackſtraße befindliche Wirtſchaft, jagten
die Gäſte hinaus und zertrümmerten das Lokal.
Auch hier gab es einige Leichtverletzte. Fünf
Per=
ſonen wurden feſtgenommen. Die Streitenden
konn=
ten nur durch tatkräftiges Eingreifen der Polizei
ge=
trennt werden. Die Vorgänge dürften noch ein
ernſtes gerichtliches Nachſpiel wegen
Landfriedens=
bruch zur Folge haben.
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Sonntag, den 15. September 1929
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Arbewoche der Turngemeinde 1846 Darmſtadi.
ie Werbewoche begint am 15. September 1929. Wer da unſere
Shmmabteilung kennen lernen will, der komme am 15. September,
mpons 11 Uhr, zum Abſchwimmen im Woog. Unſere Abteilung kann
ſiefh hon ſehen laſſen, was Zahl und Leiſtungen betrifft. Natürlich
karnde Schwimmabteilung auch während ihrer Uebungsſtunden beſucht
wmi. Am Nachmittag des 15. September zeigen ſich unſere
Volks=
gum auf der Woogswieſe in einer Reihe großer Spiele. Beginn 2,15
ur, Es ſpielt zunächſt Handball: 2. Mannſchaft Tgde. Darmſtadt gegen
J.linnſchaft Erfelden. Beide Mannſchaften ſind flink und gewandt
uwö3 iſt ein ſchönes Spiel zu erwarten. Mit wieviel mehr Spannung
wnynatürlich das 2. Spiel um 3,20 Uhr erwartet. Hier ſteht
Büttel=
boie1. Mannſchaft gegen Tgde. Darmſtadt 1. Mannſchaft. Beide
Milar ſchaften ſpielen in der Meiſterklaſſe. Die erſte Mannſchaft der
Tumemeinde iſt zurzeit in Form, und daß ſie da etwas kann, braucht
nundarmſtädtern nicht erſt zu erzählen. Büttelborn iſt eine ſehr gute
unnd arke Mannſchaft. Wenn ihr Ruf nicht trügt, dann wird
Darm=
adt 1. ſeine Mühe haben. Es ſind demnach alle Anzeichen für ein
inendes Spiel da. — Dann ſpielen zwei Turner= und weiter zwei
„atn=Mannſchaften Fauſtball. In dieſen Spielen waren die Mann=
Jn der Turngemeinde eigentlich immer gut. Die Damen haben
lither ſehr gut gehalten. Leider können die Schülermannſchaften
—n icht, wie erſt angeſagt, geſehen werden. Die Woogswieſe iſt
zur=
micht dazu geeignet, und den Hochſchulſportplatz konnten wir wegen
iyer Veränderung nicht bekommen. — Die Zeitung wird laufend
jcherdie Werbewoche berichten. Siehe auch die geſtrige Anzeige.
20. Deutſcher Turntag in Berlin.
ſach den Hauptausſchuß=Sitzungen der Deutſchen Turnerſchaft am
u 2. Oktober im Haus der D.T. in Charlottenburg, erfolgt die
Er=
fugsfeier des 20. Deutſchen Turntages am Freitag, 4. Oktober, im
icktag. Reichskanzler a. D. Dr. Luther hält einen Vortrag über
eſchtum und Deutſche Turnerſchaft‟ Der Begrüßungsabend der
Eut Berlin für die Turntagsabgeordneten findet am Freitag, 4.
Okto=
wpends ſtatt. — Zu Beginn des zweiten Sitzungstages am Samstag,
Ttober, ſpricht Dr. Neuendorf über „Die Frau und die
Leibes=
ümen”. Nach der Berichterſtattung des Vorſtandes gelangen die
enſtedenen eingelaufenen Anträge über Satzesänderungen zur
Ver=
miung. Anſchließend folgen Beratungen über den Haushaltsplan,
die ſeſtſtellung der Jahresbeiträge, die Deutſche Turnerſchaft und
an=
ene Verbände, ſowie die Wahlen des erſten Vorſitzenden (auf vier
„autes
chur), des dritten Vorſitzenden (auf vier Jahre), des
auſzwei Jahre), des Kaſſenwarts (auf vier Jahre), des Turnwarts
jü is Männerturnen (auf zwei Jahre), des Frauenturnwarts (auf
iür fahre), des Turnwarts für das Volksturnen (auf vier Jahre), des
feihparts (auf vier Jahre) und des Schwimmwarts (auf vier Jahre).
Ankräge zum Fußball=Bundeskag.
Neuregelung der Meiſterſchaft in Ausſicht genommen.
Kit einer Reihe wichtiger Anträge wird ſich der am 5. und 6.
Ok=
thr in Breslau ſtattfindende Bundestag des Deutſchen Fußball=
Büues zu beſchäftigen haben. Vor allem tritt der geſchäftsführende
zhuß mit einem Vorſchlag für Aenderung in der Austragung der
Duhen Meiſterſchaft auf den Plan. Nach dieſem Antrag ſollen 1. die
Luh der Zwiſchenrunde und das Endſpiel im Gebiet eines neutralen
usverbandes ausgetragen werden, daß die Vorrunde der 16 Mann=
Eſtn wie bisher nach dem Pokalſyſtem, die Zwiſchenrunde der acht
cendenſieger aber nach Punktewertung und erſt das Endſpiel wieder
arydem Pokalſyſtem durchgeführt werden. Dieſe Neuregelung wird
win dlgt begründet:
2e einheitliche Durchführung der Spiele um die Deutſche
Meiſter=
ſchaf nach Punktwertung iſt nicht möglich, weil bei einer Zahl von 16
Ve fien ein Rundenſpielſyſtem innerhalb der zur Verfügung ſtehenden
Zet ich nicht abwickeln läßt. Für die Vorrunde aller beteiligten 16
Voteie muß deshalb das Pokalſyſtem beibehalten werden. Die aus
der korrunde hervorgehenden acht Sieger werden nach einem
feſtgeſetz=
ters ſurnus auf zwei Gruppen verteilt, wo jeder gegen jeden zu ſpielen
ſan. Die Gruppenſieger werden nach Punktwertung feſtgeſtellt; bei
Pnmgleichheit entſcheidet der Tordurchſchnitt. Beide Gruppenſieger
tra=) dann zum Endſpiel an. Das Endſpiel wird nach dem Pokalſyſtem
austragen, denn es ſtellt die Spitze aller Spiele dar und ſoll die
Krsung des ganzen Meiſterſchaftsſyſtems ſein.
Zezüglich der zur Austragung erforderlichen Zeit ſei bemerkt, daß
zwan die Zahl der Spieltage bei den Punktſpielen um einen Spieltag
venuhrt wird; das würde aber ohne weitere Bedeutung ſein, nachdem
den isher für Wiederholungsſpiele vorbehaltene Sonntag vor dem
Exhſiel nicht mehr zu berückſichtigen werden braucht, weil mit einem
Werholungsſpiel bei einer Punktwertung nicht mehr gerechnet
wer=
dex Luß.”
Kan darf erwarten, daß der Ausſchußantrag, der ſich bemüht, eine
mrdht gerechte Durchführung der Meiſterſchaft zu ſichern, den Beifall
allle,Verbände findet und infolgedeſſen vom nächſten Jahre ab auch in
dim at umgeſetzt werden wird. Durch dieſen Vorſchlag wird der
An=
trag Süddeutſchlands, der eine prinzipielle Aenderung der
Meiſter=
ſchaſt=Austragung verlangt, überholt, während der Antrag
Norddeutſch=
lanß die deutſche Meiſterſchaft nur noch alle anderthalb Jahre
auszu=
trag, kaum Ausſicht auf Annahme hat.
Nit der finanziellen Seite befaßt ſich ein Antrag des Südens, der
eiFelleuregelung der Einnahmeverteilung bei den Meiſterſchaftsſpielen
umbruch bei den Bundespokalſpielen bezweckt und hoffentlich auch
er=
rench wird. Mit dem Bundestage ſelbſt beſchäftigen ſich zwei Anträge.
Abwdertſchland und Mitteldeutſchland ſchlagen vor, den Bundestag nur
alle wei Jahre abzuhalten, alſo Vorſtand und Ausſchüſſe alle zwei
Jäh zu wählen. Auf eine Aenderung in der Organiſation des
Bun=
dess ielen ebenfalls zwei andere Anträge ab. Die Norddeutſchen
neh=
mrnden im Vorjahre geſtellten Antrag auf Schaffung eines Bundes=
Phumentes wieder auf und wünſchen weiter die Aufnahme von
Ver=
hernlungen mit der D. S.B. zwecks Zuſammenſchluß zu einem Bunde.
1. 5. C. Anion — Vikkoria Urberach.
ſu dem Treffen tritt Union erſtmals wieder komplett an. Man
delt vohl annehmen, daß Sieg und Punkte in Darmſtadt bleiben. — An
dieh uſchauer ergeht die Bitte, Spielern und Schiedsrichter gegenüber
iſh zu betragen, wie es ſich gehört. Das Spiel beginnt um 3 Uhr.
Un Uhr treffen ſich die Reſerven. 10,30 Uhr ſpielt die 3. Mannſchaft
9ag Arheilgen 3.; 9,30 Uhr 1. Schüler gegen Pfungſtadt 1. Schüler.
Handball.
Handballpokal=Vorrunde.
ür die am 3. November ſtattfindenden Vorrundenſpiele um den
—mballpokal der Deutſchen Sportbehörde wurde jetzt die Ausloſung
Oinommen. Berlin hat das Freilos gezogen. Es ſpielen: Weſt=
Sideutſchland, Mitteldeutſchland gegen Balten, Südoſt= gegen
Nadeutſchland. Die Begegnungen finden in den Gebieten der erſt=
9Janten Verbände ſtatt, die Austragungsorte werden jedoch erſt ſpäter
bichnt gegeben.
dem Dänen Knud Larſen wurde von der JBU. der Titel eines
2 ſpameiſters im Federgewichtsboxen aberkannt.
Oſtpreußens Vertreter beim Kampf um die Fußballmeiſterſchaft des
* Aenverbandes ſind wieder VfB. Königsberg und Sp.Vg. Memel.
Hei den Deutſchen Meiſterſchaften der Tennislehrer haben ſich am
Mag bereits Najuch, Richter und Nüßlein für die Vorſchlußrunde
iü fisziert.
Englands Motorrad=Touriſt=Trophy. Englands Motorrad=Touriſt=
Shh für Amateure, die auf der Inſel Man über eine Strecke von
4ül. Km. zum Austrag kam, wurde von Meageen auf Rex Acme mit
Ahergen Rekordleiſtung von 105 Stundenkilometern gewonnen. Der
Ser legte die letzten 100 Meter infolge eines Maſchinendefektes zu
Bzurrück.
Darmftädter Sporkkalender.
Sonntag, den 15. September.
Fußball.
Union Darmſtadt — Viktoria Urberach (Rennbahn).
Handball.
3,30 Uhr: Turngeſellſchaft — Beſſungen (Meiſterklaſſe) (
Kranich=
ſteinerſtraße).
3,30 Uhr: Turngemeinde — Erfelden (A=Kl.) (Oſtbahnhof).
3,30 Uhr: Reichsbahn — Beſſungen (C=Kl.) (Dornheimerweg).
4,00 Uhr: Sportv. 98 Darmſtadt — Sp.Vg. Arheilgen (Stadion),
4,00 Uhr: Polizei Darmſtadt — V.f.R. Schwanheim (Polizei).
Süddeutſche Zehnkampf=Meiſterſchaften.
Der erſte Tag. — Die Favoriten fehlen. — Metzner 2. in Führung.
Mit den erſten fünf Wettbewerben nahm am Samstag auf dem
Alemannia=Sportplatz in Worms vor kaum hundert Zuſchauern die
Süddeutſche Zehnkampfmeiſterſchaft der Leichtathleten ihren Beginn.
Leider blieben von den Gemeldeten die beiden favoriſierten Athleten
Huber (Stuttgart) und Dornauer (Fürth) dem Start fern. Von Huber
hörte man, daß er als Reichswehrſoldat keinen Urlaub für das beſetzte
Gebiet erhalten habe. Es muß allerdings als fraglich erſcheinen, ob
Huber und Dornauer ihre Favoritenſtellen hätten rechtfertigen können,
denn zur allgemeinen Ueberraſchung wartete der junge Metzner 2.
(Frankenthal) mit Leiſtungen auf, die den beiden Fehlenden zumindeſt
den Sieg ſehr erſchwert hätten. Metzner 2. durchlief die 100 Meter in
11,1 Sek., die 400 Meter in 51,4 Sek., er ſprang 1,70 Meter hoch, 5,71
Meter weit und erreichte im Kugelſtoßen die gleichfalls beachtliche
Leiſt=
ung von 12,03 Metern. Iſt Metzner 2. in den reſtlichen fünf
Wettbewer=
ben am Sonntag auch nur annähernd ſo erfolgreich, dann dürfte ihm
der Sieg nicht zu nehmen ſein. Dann wird er ſehr wahrſcheinlich
ſo=
gar nicht einmal weit hinter dem neuen Deutſchen Rekord von K. Weiß
zurückbleiben. Der Stand des Zehnkampfes nach den erſten fünf
Wett=
bewerben des Samstags war: 1. Metzner 2.=Frankenthal 295 Punkte;
2. Eberle=Freiburg 277; 3. Jall=Ingolſtadt 260; 4. Klaar=Karlsruhe 257;
5. Allwohn=Darmſtadt 220; 6. Buchert=Kaiſerslautern 203;
7. Metzner 1.=Frankenthal 163 Punkte. — Metzner 1. fiel im Weitſprung
vollkommen aus. Zu erwähnen iſt noch, daß ſich die Laufbahnen in
einem recht mäßigen Zuſtand befanden.
Auf der Reiſe nach Japan benutzten am Donnerstag die beiden
Mitglieder der deutſchen Leichtathletik=Expedition, Dr. Peltzer und
Mol=
les einen längeren Aufenthalt in Warſchau, um die Stadt zu beſichtigen.
Die beiden Deutſchen verirrten ſich jedoch und verpaßten den Zug. Dr.
Peltzer lief zwar in Rekordzeit einem fahrenden Zug nach, aber es war
nicht der richtige. Die beiden Zurückgebliebenen wollen nun verſuchen,
auf irgendeinem Wege den Sibiriſchen Expreß wieder zu erreichen.
Bockämpfe im Berliner „Skändigen Ring‟
Piſtulla ſchlägt Wüſtenrgedt.
Der Berliner Ständige Ring” hatte am Freitag abend in den
Spichernſälen ſeine Winterſaiſon mit einer ausgezeichnet beſuchten
Ver=
anſtaltung eröffnet, an der auch recht guter Sport geboten wurde. Den
Hauptkampf des Abends beſtritten die Halbſchwergewichtler Piſtulla=
Berlin und der Belgier Wüſtenraedt. Piſtulla arbeitete in der
Hauptſache mit einer harten Linken, lag auch ſtändig im Angriff, ſo
daß ihm ein verdienter Punktſieg zugeſprochen wurde. Die Begegnung
zwiſchen Nielſen=Hamburg und dem Hannoveraner Schröder
wurde nach der zweiten Runde zu Gunſten von Schröder abgeſtoppt.
Im Weltergewicht fertigte Bolz=Berlin ſeinen Gegner Richter=
Dresden überlegen nach Punkten ab. Dagegen endete das Treffen im
Mittelgewicht zwiſchen Pöniſch=Leipzig und Vogel=Berlin mit
einem verdienten Unentſchieden. Einen eigenartigen Verlauf nahm der
Schlußkampf zwiſchen Czirſon=Berlin und Ulrich=Hamburg, die
beide im Leichtgewicht kämpfen. Schon in der zweiten Runde fielen die
beiden Boxer aus dem Ring, um dasſeleb in der 6. Runde nochmals
zu wiederholen. Da ſich dabei Czirſon aber nicht mehr rechtzeitig zum
Kampf ſtellen konnte, wurde Ulrich der Sieg zugeſprochen.
Pferdeſpork.
Otto Schmidt verläßt Stall Weinberg.
Eine beinahe ſchon ſprichwörtlich gewordene Verbindung auf dem
Turf hat ihr Ende gefunden: Otto Schmidt, der populärſte aller
deut=
ſchen Jockeis, iſt von dem Leiter des Stalles Weinberg kurzerhand
ent=
laſſen worden. Seit Saiſonbeginn kriſelt es am Stall Weinberg.
Zu=
nächſt kam Otto Schmidts Krankheit, dann fanden die Pferde ihre Form
nicht. Während des Hamburger Derbymeetings gingen die Träger von
„Blau=Weiß”, ganz leer aus. Die Quittung darüber erhielt Trainer
Linke in Form ſeiner ſofortigen Entlaſſung. Schließlich mußte auch,
„Otto” als Sündenbock herbei. Dieſer und jener Ritt ging an andere
Jockeis. In Baden=Baden wurde als neuer Trainer der Engländer R.
Adams verpflichtet, und man unterzeichnete damit einen Wechſel auf
längere Sicht, denn erſt in der nächſten Saiſon wird das Wirken des
neuen Mannes ſpürbar werden. Vorher hat man ſich nun von Otto
Schmidt getrennt, der voller Verbitterung ſeine Stellung verläßt. Als
er im Herbſt 1927 ſeinen 1000. Sieger ſteuerte, feierte ihn beſonders ſein
Stall, für den er den größten Teil dieſer Erfolge errungen hatte. Dem
folgt nun der ſang= und klangloſe Abſchied. Otto Schmidt machte
be=
reits ſeine Lehrzeit beim Stall Weinberg durch, und zwar unter dem
damaligen Trainer F. Taral. Noch als Lehrling ſteuerte er 1915 mit
Amorino ſeinen erſten Derbyſieger und von da ab iſt er der Reiter von
„Blau=Weiß” geblieben, wobei ihm nicht weniger als achtmal das
Cham=
pionat zufiel.
Bei den Rennen im Grunewald kam es am Freitag nachmittag zu
großen Proteſtkundgebungen gegen den Stall Weinberg und für ſeinen
ehemaligen Jockey Otto Schmidt. Sämtliche geſtarteten Pferde des
ge=
nannten Stalles unter verſchiedenen Reitern mußten ſich mit den Plätzen
begnügen.
England ſucht einen Reichsfrainer. Der Engliſche Leichtathletik=
Verband beſchloß, für die Vorbereitung der engliſchen Olympia=
Leicht=
athletik=Mannſchaft einen ausländiſchen Lehrer zu verpflichten.
Welketbericht.
Die flache Störung über Deutſchletnd hat einen Witterungsumſchlag
verurſacht, der neben Bewölkung und Nebelbildung auch ſtellenweiſe
Niederſchläge, wenn auch nicht in großßer Menge, gebracht hat. Eine
weitere zu Niederſchlägen neigende Witterung iſt zunächſt nicht zu
er=
warten, denn von Südweſten her breitet ſich ein Zwiſchenhoch aus. Es
wird zu aufheiterndem Wetter führen, wenn auch zunächſt noch durch
die vorhandenen Reſte der Störung Bervölkung auftritt. Die
Luft=
wärme erfährt dabei keine große Schwankung, jedoch dürften ſich ſpäter
zwiſchen Tag und Nacht wieder ſtärkere Temperaturgegenſätze
heraus=
bilden.
Ausſichten für Sonntag, den 15. September: Stellenweiſe Frühnebel,
tagsüber wolkig mit Aufheiterung, ohne weſentliche
Temperatur=
änderung, trocken.
Ausſichten für Montag, den 16. September: Vielfach aufheiternd, mit
wieder ſtärkeren Temperaturgegenſätzen zwiſchen Tag und Nacht,
durchweg trocken.
Geſchäftliches.
Die Kunſtgewverbeſtube Kläre Niedecker aus Ober=Ingelheim
a. Rh. — durch ihre auf bünſtleriſcher Höhe ſtehenden Ausſtellungen
wohlbekannt — wird in dieſen Tagen wieder hier im Muſidverein ſein.
SSiehe Inſerat.) — Eine neue Herrenkleidung „Bepra”, ſowie auf der
Leipziger Meſſe jetzt ausgeſuchte künſtleriſche Stoffe, Wiener
Strick=
kleider, Schale uſw. werden allgemeines Intereſſe finden.
109,5 Millionen Reichsmark für Eigenheime.
Neben dieſem großen zahlenmäßigen Erfolg muß vor allen Dingen
die kulturell wertvolle Arbeit hevvorgehoben werden, die von der
Bau=
ſparkaſſe der Gemeinſchaft der Freunde, Gemeinnützige G. m. b. H.
Wüſtenrot=Württ., Verwaltungsſitz Ludwigsburg im Kampf gegen die
Wohnungsnot geleiſtet wurde. Am 9. September d. J. hat die G. d. F.
ſchon wieder für 852 Bauſparer 12 091 600 RM. gur Verfügung geſtellt.
Die Gemeinſchaft der Freunde iſt dafür bekannt, daß von ihr die
Bau=
ſparbewegung in Deutſchland und Oeſterreich ausging.
Intereſſante Unterhaltung
im gemütlichen Heim — ob man allein iſt oder im Kreiſe lieber Freunde
—, was gibts an langen Herbſtabenden Schöneres?. Eine angeregte
Plauderſtunde und ein bißchen Muſik dazu waren von jeher die beſten
Grillewvertreiber, zumal wenn ein gutes „Gramola”=Muſikinſtrument
„mit im Spiel” iſt. Ein „Gramola”=Muſikinſtrument gehört heute zum
behaglichen Zuhauſe. Da legt man eine von den neuen ausgezeichneten
Kurzopern der „Stimme ſeines Herrn” auf — und genießt in vollen
Zügen, bequem und ungezwungen im Seſſel ſitzend, den Glanz einer
ganzen Opernaufführung, mitgehend mit dem Spiel, mitgeriſſen von
der Wucht der Darſtellung in des Wortes tiefſter Bedeutung.
Die Mode des Herbſtes.
Die Herbſt=Saiſon beginnt, und mit ihr erſcheinen neue Formen,
neue Stoffarten und neue Farben.
Jede Dame wünſcht über die Neuheiten der Mode unterrichtet zu
ſein, und dieſe Gelegenheit iſt allen gegeben, wenn ſie ſich die
Schau=
fenſter am Markt der Firma Gebr. Rothſchild anſehen. Hier
fin=
den Sie aus der Fülle der neueſten Modeſchöpfungen in geſchmachvollſt
dekorierten Schaufenſtern ein wundervolles Bild erleſener
Herbſt=
moden.
Rieſenauswahl und günſtige Preisgeſtaltung des Hauſes
Roth=
ſchild dürfte jeden veranlaſſen, ſich dieſe Ausſtellung anzuſehen und
ſich von der Leiſtungsfähigkeit zu überzeugen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt
Gleichbleibendes Werktagsprogxamm. 6.30: Gymnaſtik, Wetter,
Zei.. O 12: Zeit, Wetter, Wirtſchaftsm., Waſſerſtand. o 12.55:
Nauener Zeit. 6 15, 15.35: Zeit, Wirtſchaftsm. o 16.10: Ind.,
Handelsk. (Di. u. Fr.). O 16.25: Gießener Wetter, Wirtſchaftsm.,
Währ. d. Nachm.=Konz.: Vereinsnachr. O 18.05, 19.15 oder 19.30:
Wirtſchaftsm.
Sonntag. 15. Sept. 7: Hamburg: Die Glocken vom „Großen
Michel: 7.05: Hamburger Morgenruf. Herm. Erdlen. O Anſchl.:
Hamburg: Hafenkonzert von dem Dampfer Cap Polonio” der
Hamburg=Südamerikan. Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft. O 8.15:
Mor=
genfeier der Evangeliſchen Landeskirche Frankfurt. Ausf.: Pfarrer
Bürſtlein v. d. Lutherkirche Offenbach a. M. (Anſprache), H. Lapp
(Vor= und Nachſpruch), Mädchenchor der Viktoriaſchule (Leitung:
J. Läpple), Elly Schäfer=Ratazzi (Sopran), C. R. Müller (Orgel)
o Anſchl.: Glockengeläute von der St. Peterskirche. O 10.15:
Bingen: Akademiſche Feier anläßlich des 750. Todestages der
Heiligen Hildegard. O 11.30: Elternſtunde: Ein Vater kommt in
die Sprechſtunde. Geſpräch zwiſchen Obering. W. Scheyrer,
Wies=
baden=Biebrich, und Rektor Wehrhan. O 12: Kaſſel: Konzert des
Funkorch. Leitung: Kapellmſtr. Bodart. o 13:
Landwirtſchafts=
kamer Wiesbaden: Das Schorfigwerden der Kartoffeln. — Welche
chemiſchen Umſetzungen finden in den Trauben bis zur Reife
ſtatt? — Das Verpacken des Obſtes in Einheitskiſten. o 14:
Jugendſtunde: Märchen: Aus „1001 Nacht”. Vorgetragen von
Hanna Lüngen. o 15: Lehrer Wittgen: Wenn alte Zeiten
leben=
dig werden. — Dr. W. Heuckmann: Die Zeit der Leſe. o 16:
Konzert des Funkorch. Leitung: Walter Caſpar. Mitw.: Clara
Ebers (Sopran). 18: Dr. Heinitz: Liebeslieder vom Miſſiſſippi
bis zum Hoang=Ho, mit Schallplattenbeiſpielen. o 18.45: Dr.
Kahn: Aus der Welt des Allerkleinſten. a 19.15: Das
Frank=
furter Opernhaus vom 16. bis 21. September. Wochenüberſicht
vom Oberſpielleiter Dr. Graf. o 19.30: Sport. O 20:
Stutt=
gart: Die Gemeinſchaftsehe. Ein parodiſtiſcher Funkakt von Kurt
Reiß. Perſ.: Bienchen; Mutter; Vater; Erich van der Elbe. O 20:
Kleines Theater Baden=Baden: Kammermuſik. Ravel: Trio für
Klavier, Violine und Violoncell in A=moll. — Mozart: Trio
für Klavier Violine und Violoncell in E=dur. — Schubert:
Trio für Klavier, Violine und Violoncell in B=dur. Ausf.: Prof.
Friedberg (Klavier), Prof. Fleſch (Violine), G. Piatigorsky (
Violon=
cell). O 21.45: Stuttgart: Volkstümlicher Abend. Mitw.:
Volks=
liederquartett (Maria Fiechtl, Maria Th. Deimann, Ad. Harlacher
H. Hofele), Maria Waldner (Geſang u. Laute), F. Mühlhölzl
(Zither u. Gitarre). O 23.15: Tanzmuſik der Kapelle Pinkus
Langer.
Königswuſterhauſen
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 5.50:
Wetter für den Landwirt. 7: Gymnaſtik. O 12:25: Wetter für
den Landwirt (So. 12.50). O 12.55: Nauener Zeit. 0 15.30: Wetter,
Börſe. 6 19.55: Wetter für den Landwirt.
Deutſche Welle. Sonntag, 15. Sept. 6.30: Berlin: Frühkonzert,
Muſikkorps des 1. Batl. 9. Inf.=Regts. O Während der Pauſe:
Gymnaſtik. O 8: Mitteilungen und praktiſche Winke für den
Land=
wirt. O 8.30: Forſtaſſeſſor Beninde: Welche Holzarten erhöhen die
Wirtſchaftlichkeit der forſtlichen Klein= und Mittelbetriebe? 6 8.55:
Glockenſpiel der Potsdamer Garniſonkirche. 9: Morgenfeier.
Anſprache: Pfarrer Dr. Ewald=Berlin. o Anſchl.: Geläut des
Berliner Doms. o 10: Wetter für den Sonntag. o 11:
Eltern=
ſtunde: Dr. Adler, Wien: Schwer erziehbare Kinder. o 11.30;
Großes Schauſpielhaus: Orcheſterkonzert. Berliner Philharmoniſches
Orcheſter. Dirig.: Prof. Prüwer. o 13.15: Konzert. Groß=Ruſſiſches
National=Orcheſter W. H. B. Leitung: Alex. Michailowſki. 14.15:
Schallplatten. Caruſo und Gigli. o 15: Klaviervorträge. Fanny
Weiland. e 15.30: Märchen. o 16: Studio. Die Flucht ins
Primitive‟ Ein akuſtiſches Drehbuch von W. Gronoſtay. Einf.
Worte: Dr. Fleſch. O 16.30: Unterhaltungsmuſikübertragung.
Ka=
pelle Arkadi Flato. o 18.30: Lieder mit Begleitung der Orgel und
des Kammerorcheſters der Gemeinnützigen Vereinigung zur
Pflege deutſcher Kunſt. Dr. Hofer und Mitw. O 19.10: Prof. Dr.
von Bubnoff: Doſtojewſki und der Sozialismus. o 20: Berlms
Detlev von Liliencron. Geleſen von Leo Reuß. O 21: Alte Muſik.
Bach: Erſte Ouvertüre für Solovioline und Streichorcheſter. —
Händel: Preis der Tonkunſt. Arie. — Bruhns: Der 100. Pſalm.
— Ritter: O amantiſſime ſponſe Jeſu. — Haydn: Concertino C=Dur
für Cembalo mit Begleitung des Orcheſters. Ausf.: Jbolyka Zilher
(Violine), Lola Polajewer (Sopran), Gertrud Wertheim (Cembalo),
Dr. Römer mit ſeinem Orcheſter. Danach: Tanzmuſik. Fred Bird=
Tanz=Orcheſter. S Pauſe: Bildfunk.
K4
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Verantwortich für Poiltkk und Wirtſchaft: Radelf Maupe; für Feullleten, Relch usd
Aucand und Seſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Cugen Buhlmanz;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdſenſt: Andreas Dauer; Ar
„Die Gegenwart‟: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Wilip Kuhle: Dind
und Verſag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſfadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
[ ← ][ ][ → ] WDas
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V1448
[ ← ][ ][ → ]15. September 1929
Nummer 37
HHHAHIagannnnnannnaaEnnn
HanHaznnnnnnnnnnnannnnannaggnnnnnnnnnnannnnnnnnnnnnnnn
Goethehaus.
Von Hans Walter Wohmann.
Biele Wege führen — bildlich und katächlich geſprochen.
— nach Weimar, dem Ilm=Athen. Und doch erſcheint dem,
der die ſtille Stadt der maleriſchen Gärten und Höfe
durch=
wandert, als ob der Suſtrom von außerhalb, als ob vor
allen Dingen der Suſtrom aus dem Neiche ſelbſt gegen früher,
gegen die ſagenhafte Friedenszeit nach gelaſſen habe. Gewiß,
ausländiſche Autos durchraſen die alte Neſidenz, vor dem
Goethe=Haus wird hältgemacht, die Inſaſſen durcheilen
mit freigebig geſpendeten „Very nice” uſw. die Näume, im
Arbeitszimmer des Dichterfürſten wird die vorgeſchriebene
Minute andächtige Haltung eingenommen, und dann geht es
mit 100 PS im gleichen Cempo weiter, höchſtens das
Schil=
lerhaus, in dem man das Bett durch abſperrende Seile gegen
die „zur Erinnerung” ſich Späne abſchneidenden Beſucher
hat ſchützen müſſen, wird noch miterledigt, dann weiter, denn
Weimar „bietet” ja ſonſt nichts! Die Antwort auf die
ein=
gangs aufgeworfene Srage nach den Gründen für die
Ab=
nahme des Sremdenzuſtromes wird uns ohne unſer Sutun
aus den verſchiedenſten einheimiſchen Kreiſen bald.
Borkenhäuschen.
Sei es der Oberkellner im Café „X‟, oder die
freund=
liche, um unſer geiſtiges und leibliches Wohl beſorgte, alte
Inhaberin des Fremdenheimes, ſei es der Beamte auf dem
2—=Amt oder der junge Cechniker, der uns — ganze
drei — Beſucher durch die Näume des prächtigen
Natio=
naltheaters führt, ſie alle haben das Gefühl, als müßten ſie
Weimar, die Stätte des Klaſſizismus, gewiſſermaßen dafür
entſchuldigen, daß die Nationalverſammlung und die
Ver=
faſſung und alles, was damit zuſammenhängt oder vielmehr
damit zuſammenhing, ſeinen Schatten auf Weimar geworfen
hat. Und ſie verleihen dieſem Gefühl auch unaufgefordert
Worte. Nun muß man nicht etwa denken, daß die
Weimaraner von heute nicht zum überwiegenden Ceile
brave Bürger ſind, die dem Staate geben, was des Staates
iſt. Das ſind ſie gewiß genau ſo wie anderswo, und daß
innangnnannngnnar
die alte Neſidenz dabei ein
wenig ihrer
verſchwun=
denen Herrlichkeit
nach=
trauert, wer wollte ihr’s
verwehren. Auch gegen
die Verfaſſung als ſolche,
von ihren
Schönheitsfeh=
lern abgeſehen, haben die
Weimaraner nichts, aber
Kat
ſie können halt nicht
ver=
geſſen, daß die Cage der
Nationalverſammlung die
Nai
allerſtürmiſchſten waren,
daß in jenen Cagen die
Stadt lange Seit von der
Außenwelt ganz
abge=
ſchloſſen war, und daß
ſeit jenen Sturmtagen, die
doch viel Unerquickliches
mit ſich brachten, ſo
manche die Stadt
mei=
den. Sicher mit Unrecht,
denn ihr ganzer Sauber
packt mächtig, und wenn
man z. B., um ſich
ein=
mal, das rege geiſtige
Leben, das vor
einhun=
dert Jahren in Weimar
herrſchte, zu
vergegen=
wärtigen, in Eckermanns
Cagebüchern von 1831 lieſt, dann wird ſeine Welt wieder
lebendig, die eine Fülle von Anregungen und Geſprächen
brächte, die Heit der Frau von Stein, des Weimarer
Muſenhofes und der Anna Amalia, von deren Weſen und
Wirken überall auch die ſtummen Dinge zeugen. Uber welche
Seit verfügten doch die damals Lebenden, und welche
Ver=
tiefung des Lebens entſprang hier! Den geplagten
Seit=
genoſſen muß da die Sehnſucht nach ſolchen geruhigen Seiten
päcken, von denen wir in Weimar noch heute eine Spur,
ſa mehr, als eine Spur, finden können. Die raſenden
Autos und auch die ſaubere, moderne, gefällige
Straßen=
bahn wirken als Diſſonanz.
Merkwürdig, wie ſchnell auch Leute, die noch gar nicht
lange in Weimar wohnen, dem Sauber der Stadt verfallen
und voll Entdeckerfreude dem Fremden alle die ſtillen
Winkel zeigen. Einen ſolchen Amateur”=Führer, wie wir
ihn hatten, kann man ſich gefallen laſſen. Auf Schritt und
Critt werden, wenn man den belangloſen Bahnhof und das
anſchließende „moderne‟ Viertel überwunden hat, die Dinge
der Vergangenheit lebendig, hier ging Eckermann immer
zu Goethe herüber, hier iſt Goethes Gartenpavillon, an
dem es zur Geiſterſtunde ſpukt, man ſoll da lieber nicht
vorbeigehen! Nun, wir haben die Geiſter nicht auf die Probe
geſtellt. Ein paar Schritte weiter, da predigte Herder, und
da ſteht das Wittumpalais, das im Inneren köſtliche Schätze
birgt, und deſſen Hofſeite faſt noch die ſchönere iſt. Hier,
am runden Ciſch verſammelten ſich die führenden Geiſter des
klaſſiſchen Weimar; ob der berühmte Ciſch, den man uns
heute zeigt, freilich echt iſt? Auf alten Bildern iſt er brav
eckig, alſo hier vielleicht Stoff für eine philologiſche
Doktor=
arbeit.
Wieder ein paar Schritte weiter, und wir ſtehen am
Schloſſe, das Goethe, als er am 7. November 1775 in das
ſtille, damals nur 6000 Einwohner zählende Landſtädtchen
kam, in Schutt und Aſche vorfand. Der neue Ceil iſt
eigent=
lich ſcheußlich in die ſchönen alten, erhaltenen Ceile
ein=
gezwängt. Hier fangen die wundervollen Anlagen an der Ilm
an, deren größter Vorzug nicht zuletzt darin beſteht, daß man
die ſchönen Blicke und
Erinnerungsſtätten — das
römiſche Haus, Goethes
Gartenhaus, das
Bor=
kenhäuschen, und wie ſie
alle heißen — in
ziem=
licher Einſamkeit ſtill
genießen kann. Ganz
un=
merklich geht das ſchmale
Wieſental in die weitere
Umgebung über, breite
Hügel, mit Feldern,
Wei=
den und Waldkuliſſen
beſtellt, führen allmählich
nach Ciefurt, in deſſen
Dark noch einige Stufen
an der Ilm an die Stätte
erinnern, an der einſt im
Freien Goethes Fiſcherin
eine liebliche Wiedergabe
erfuhr. Auch die kurze
Wanderung nach
Belve=
dere — bitte zu Fuß —
ſoll niemand verſäumen,
das Schloß, die hiſtoriſche
Wagen=Sammlung, das
kleine, kokette
Natur=
theater, und dann der
weitgeſpannte, gepflegte
Park, an deſſen Wegen mächtige Baumrieſen ſchützend
ſtehen, belohnen den Wanderer. Geruhſame Wochen ſind
nötig, um alles, was die Stadt in ſich birgt, auch nur
eini=
germaßen zu erſchöpfen, das Liſzt=Muſeum und die
Biblio=
thek, deren Inneres eine Fundgrube für den Kunſtfreund,
gan allgemein geſehen, bildet, ſeien nur ſtichwortartig
erwähnt. Und wer auf dem Wege zur Fürſtengruft, in der
an den Sarkophagen Goethes und Schillers zahlreiche Kränze
deutſcher Schulklaſſen von der Verbundenheit deutſcher
Jugend mit dem alten Geiſt von Weimar ſprechen, an den
vielen alten Gräbern haltgemacht, dem verſinnbildlichen die
da eingegrabenen Namen die ſtolzeſte Seit deutſcher
Geiſtes=
geſchichte. Einem von der Offentlichkeit halb vergeſſenen Heim
ſtatten wir noch einen Beſuch ab, es iſt das Marie=Seebach=
Stift, Stiftung der berühmten Cragödin, in deſſen
park=
umwallten Näumen Veteranen der Bühnen die letzten
Sorgen genommen und die letzten Lebensjahre verſchönt
werden. Ein kleines Marie=Seebach=Muſeum iſt
angeglie=
dert, aber kaum noch jemand, der nicht vom „Bau” iſt,
fin=
det den Weg in das ſchöne Heim an der Ciefurter Allee,
wie unſere liebenswürdige Führerin, eine achtzigjährige
Fürſtengruft.
Dame, uns verſichert, die einſt auch Jahrzehnte auf den
Brettern, die die Welt bedeuten, geſtanden hat. Wer weiß
heutzutage zwiſchen Nadio und Sußball noch etwas von der
Seebach und ihrer Seit?...."
Und das Weimar von heute? Wenn man boshaft ſein
wollte, müßte man ſagen: nichts wie Mädchenpenſionate
und Konditoreien. Daß zwiſchen dieſen beiden Begriffen
ein gewiſſer Suſammenhang nicht zu leugnen iſt, iſt offenbar.
100 — in Worten einhundert — Mädchenpenſionate werden
da allerhand Umſatz zuwege bringen. Dann noch ein Begriff:
Berka! Die Weimaraner möchten halt das Neichsehrenmal
in den Hain bei Berka haben. Der Gedanke iſt ſicher gut,
das Gelände in ſeiner natürlichen Beſchaffenheit geeignet,
das uns erläuterte Modell kann inponieren, aber der Mangel
an Verbindungen macht das zu einſam gelegene, wenn aucb
ideal ſtille Cal für große Feiern mit vielen Menſchen (und
dazu ſoll doch ein Reichsehrenmal Platz bieten) ungeeignet.
Wir im Weſten, an der gefährdeten Front, wiſſen, daß das
Reichsehrenmal an den Vhein kommen muß und wird, jetzt
noch mehr wie früher, wo der Abzug der fremden „Gäſte‟
endlich bevorſteht. Das frei Mal am freien deutſchen Rhein!
Wohnhaus Frau von Stein.
[ ← ][ ][ → ] Cürkiſche Bäder.
Neiſebrief von Dr. Günther Schwark.
Das Baden geſchieht im Orient in anderer Weiſe als im
Abendland. Nach dem Koran iſt den Mohammedanern das
Baden und Sich=Waſchen im ſtehenden Gewäſſer unterſagt.
Man findet deshalb in keinem orientaliſchen Haushalt eine
Waſchſchüſſel, denn man wäſcht ſich unter dem fließenden Strahl
der Waſſerleitung und, wo dieſe fehlt, dienen die zahlreichen
laufenden Brunnen auf den Straßen und auf den Höfen der
Moſcheen dem Neinigungsbedürfnis. Außerdem gibt es
öffent=
liche Badeanſtalten, Hamams genannt, die nach den beſtehenden
Vorſchriften auch keine Badewannen und Schwimmbaſſins wie
unſere Badeanſtalten haben, ſondern . . . aber das will ich lieber
auf Grund eines perlönlichen Hamam=Beſuches ausführlich
erzählen.
Vor einigen Cagen ſtreiften wir in den Straßen Stambuls,
in der Nähe der Hagia Sophia umher und gelangten zu einem
unſcheinbaren Gebaudekomplex, der mit ſeinen Kuppeln wie ein
kleiner Bazar ausſah. Uber dem Eingang entzifferten wir
fol=
gende, in türkiſchen Lettern geſchnörkelten Worte: „Das iſt ein
Bezirk voll Anmut, ſein Marmor glänzt im Lichte, wie ein
Stern, und Brünnlein wie im Garten Eden fließen, ſein
Chrono=
gramm heißt Seelenfrieden.” Wie erſtaunten wir aber, als uns
rechts vom Eingang, aus einer ungeſehenen Niſche, ein nur mit
einem bunten Lendenſchurz bekleideter Cürke entgegenkam und
uns nötigte, in einer notdürftig abgeſchlagenen Bretterkabine
Platz zu nehmen. Mit Seichen und Gebärden gab er uns zu
ver=
ſtehen, uns zu entkleiden. Wir taten, wie er geheißen, bevor
wir jedoch unſer Hemd auszogen, ſchlang der Cürke mit züchtig
abgewandtem Blick ein buntes Badehandtuch um unſere Lenden.
An die Füße wurden uns Pantoffeln geſteckt, und damit
Es gibt Dinge ..
Von Ira Dehren.
Wir ſaßen in der Halle der alten Burg, deren Beſitzer ſo
freundlich geweſen war, uns zum Sommeraufenthalt einzuladen.
Er ſelbſt wohnte zwar nie hier, aber er gab alljährlich Künſtlern
und Schriftſtellern, die ſich eine Neiſe mit koſtſpieligem
Hotel=
aufenthalt nicht erlauben konnten, auf dieſe Weiſe Gelegenheit,
die Sommerwochen ruhig und erholſam zu verbringen. Ein
Freund von ihm, ein alter Sonderling, verwaltete das Schloß,
Wir prieſen unſer Los und beneideten in dieſem
roman=
tiſchen Winkel keinen Kröſus um die kalte Pracht glanzoller
Hotelräume. Nur ſchade, daß es — wie dies ja einmal zu
Sommeraufenthalten gehört — in Strömen goß. Ein paar Cage
lang hatten wir uns die Seit irgendwie vertrieben, aber nun
wurde die Sache langweilig. Es war kurz nach dem Cee und
dunkelte bereits, ſo tief hingen die Wolkenſchleier über Berg
und Wald. Achim öffnete verſuchsweiſe eines der Fenſter,
ſchloß es aber ſofort wieder, denn der Wind fegte herbſtlich und
unfreundlich den Negen herein. Nein, es würde ſich auch wohl
morgen noch nicht aufklären.
Herr von W. hatte uns liebenswürdigerweiſe den Kamin
anzünden laſſen, was die Cemperatur und die Gemütlichkeit
an=
genehm erhöhte. Wir rückten näher ans Seuer und jemand
ſchlug vor, die Seit mit Ciſchrücken zu vertreiben. Der
italie=
niſche Maler hatte uns ſchon an den vorhergehenden Abenden
allerhand Geſpenſtergeſchichten aufgetiſcht, die er heilig ernſt
nahm, und uns andere, beſonders die Damen, allmählich
ange-
ſteckt. Ort und Stimmung waren ganz dazu angetan, uns
ſpiri=
tiſtiſche Phänomene erleben zu laſſen.
Wir bildeten alſo einen Kreis um einen kleinen Ciſch, als
die Cüre aufging und wir, ſchon in Erregung,
zuſammen=
ſchraken. Es war aber noch kein Geiſt, ſondern nur der alte
Herr von W., der eintrat. Er überſchaute ſofort, um was es
ſich handelte und, mit einer kleinen Handbewegung durch die
Luft, als wolle er etwas fortſcheuchen, ſagte er freundlich aber
ſchlurrten wir in einen kleinen, viereckigen Naum, der auf zirka
25 Grad erwärmt war. Ringsherum an den Wänden befanden
ſich ſteinerne Podeſte, die mit Matten und Ceppichen bedeckt
waren. Einige Cürken lagen ſchon darauf, und wir folgten ihrem
Beiſpiel. Als wir mit unbeſtimmten Gefühlen ungefähr zehn
Minuten die Decke angeſtarrt hatten, kam unſer Cürke mit
eigenartigen Stelzenſchuhen zurück, die man hierzulande Cakuns
oder Nalins nennt, und bat uns, daraufzuſteigen. Es fiel uns
ſchwer, auf dieſen „Fußbänken” zu gehen, der Cürke bemerkte
es und nahm uns lächelnd beim Arm. Eine dicke Holztür öffnete
ſich, und wir ſtöckelten in einen großen, kuppelgewölbten
Nund=
raum, aus dem uns eine Hitzewelle von zirka 58 Grad
entgegen=
ſchlug. Es koſtete Mühe, in dem feuchtwarmen Dunſt ſeine
Sinne beiſammenzuhalten. Gelähmt krochen wir auf einen der
Podeſte, die in der Mitte und an den Wänden errichtet waren,
und harrten der Dinge, die da kommen ſollten. Überall, wohin
man blickte, die verſchwommenen Konturen ſich rekelnder
Men=
ſchen. Die Orientalen beſitzen eine erſtaunliche Fähigkeit im
Auskoſten ſolcher „Fare-niente-Stimmung”. Im Suſtand träu=
beſtimmt: „Laſſen Sie das lieber ſein, meine Herrſchaften, es
iſt ein gefährliches Spiel.” — „Meinen Sie, hier in dieſem
Hauſe oder überhaupt?” fragte der Maler, deſſen Augen
be=
reits fanatiſch glühten. — „Beides,” war die ruhige Antwort,
„ich, für mein Ceil, möchte wenigſtens nicht einbezogen werden
und auch Sie warnen. Ich kann ja natürlich nicht wiſſen, wie
jeder Einzelne von Ihnen eingeſtellt iſt. Es gibt Menſchen, bei
denen ſich das Wort bewahrheitet: Die Geiſter, die ich rief,
werd’ ich nicht wieder los.” — „Haben Sie jemals ſo etwas
erlebt? Erzählen Siel” wurde er beſtürmt. „Wir verſprechen,
dann auch kei Ciſchrücken zu machen.” — Mir ſchien der alte
Herr merkwürdig ernſt, faſt ergriffen. Das, was er erlebt hatte,
war ihm vielleicht nahe gegangen. Wir ſollten ihn wohl beſſer
nicht um die Erzählung quälen. Aber da hatte er ſich ſchon —
nach kurzer Überwindung — entſchloſſen. Er ſetzte ſich zu uns in
den Kreis. Man machte ihm eifrig Platz. Und er begann:
„Es war vor Jahren, hier.” — „Hier?” unterbrachen
wir ihn in Erſtaunen. — „Ja, hier, in dieſer ſelben Halle. Ich
war damals zu Gaſt bei meinem Freunde und ſeiner jungen
Frau. — „Wie? Der Graf war verheiratet? Iſt die Gräfin
tot? Geſchieden?” — „Cot. Wußten Sie das nicht? Es hängt
doch ihr Bild — ach ſo, das Bild hängt nicht mehr da — Sie
war ſehr anmutig, eine Alvera. Jener zarte, getheriſche Cyp der
Kreolin, mit übergroßen Augen in einem weißen Geſicht. Mir
erſchien ſie bezaubernd. Ich war wohl auch ein bißchen verliebt,
wie wir alle damals. Andächtig und aus der Ferne. Denn
ob=
ſchon wir täglich mit ihr zuſammen waren, blieb ſie uns doch die
„prindesse lointaine‟ Bei alle ihrer Liebenswürdigkeit
be=
deuteten wir ihr nicht viel anderes, als die Dinge, die ſie
um=
gaben, ihre treuen Hunde und ihre geſchulte Dienerſchaft. Wir
gehörten einfach dazu. Ihr Herz gehörte ihrem Gatten. Sie war
ſehr jung und ſehr glücklich.
Wir verbrachten die Wochen in geſchäftigem Nichtstun. Es
wurden Ausflüge gemacht, geritten, gerudert und Cennis
ge=
ſpielt. Die Abende vergingen mit Schach und Billard, oder es
wurde vorgeleſen und muſiziert. Die Gräfin ſpielte meiſterhaft
Klavier. Einer unſerer Freunde ſang.
mender Lethargie können ſie ſtundenlang in dieſen Näumen zur”
bringen. Aber auch den Europäer nimmt die Stimmung eines:
türkiſchen Bades, ſobald er ſich an die ungewohnte
Cemperatur=
gewöhnt hat, durchaus gefangen. Kein Ruf, kein Lachen, kein=
Schreien ſtört hier das Behagen der Stunden. Nur das leiſe=
Nauſchen und Nieſeln der Brunnen an den Wänden dringt inn
ſchläferndem Vhythmus an das Ohr. Eine vage Nirvang--
Stimmung überfällt einen, das Bewußtſein ſcheint ausgeſchaltet.
hne daß man ſchläft. Mitunter hörten wir das Gemurmell
zweier Badender, die an einem Brunnen beieinander hocktenn
und ſich leiſe unterhielten. Von der Kuppel her ſchimmertenn
dieſige Sterne, es waren kleine bucklige Okularfenſter, durch dies
das Cageslicht hereinbrach. Auf ihnen ſammelte ſich der Dunſt inn
dicken Cropfen und fiel mit lähmender Monotonie herab.
Wir hatten ungefähr eine Dreiviertelſtunde in dieſem Naumm
geſchwitzt, da näherte ſich wieder unſer Badediener.
Wir=
mußten uns auf dem Nücken ausſtrecken, und er begann mitk
kräftigem Streichen und Knoten unſere Arme zu maſſieren. Es
folgten Hals, Bruſt, Bauch und Schenkel. Dann drehten wirr
uns auf die andere Seite, und die Nückenmuskeln wurden be—
arbeitet. Sum Beweiſe ſeiner Fertigkeit ließ der Maſſeur unſerg
ſämtlichen Glieder knacken. Es war beängſtigend, Arme,
Schul-
ter= und Kniegelenke ohne den geringſten Schmerz einen lautem
Streckton von ſich geben zu hören. Um den Bruſtkorb gehörig
durchzukneten, kniete ſich der Diener auf unſeren Nücken unde
bog mit den Händen unſere Schultern auf= und abwärts.
Dag=
war entſchieden die anſtrengendſte Übung, und wir waren froh.,
daß damit die Maſſage beendet war.
Wir wollten uns ſchon zum Vorraum zurückwenden ude
unſere Kleiderkabine aufſuchen, aber der Badediener hielt unss
energiſch zurück und verwies uns in einen kleinen angrenzenden=
Naum, der mit zwei Brunnen ausgeſtattet war. Wir ſetzten unss
neben einen der Brunnen und lioßen uns von dem Diener mitt
ziemlich heißem Waſſer begießen. Dann zog er ſich einen rauhenz
Lederhandſchuh an und begann damit, unſere Haut ſolange zuu
reiben, bis ſie ſich in kleinen Nöllchen ablöſte. Wir waren
außer=
uns, zu ſehen, wieviel Oberhaut bei dieſer Prozedur von unss
abgeledert wurde. Heißes Waſſer ſpülte den Körper wieder ab.
und jetzt begann die eigentliche Neinigung. Su dieſem
Sweck=
rührte unſer Diener in einer Kupferſchale mit einem Pinſel eing
rieſige Menge Seifenſchaum an, mit dem er unſeren ganzem
Körper abwuſch. Mit kräftigen Waſſergüſſen wurde die
Seife=
wieder abgeſpült und nun durfte man in den Vorraum
zurücke-
gehen, wo wir mit großen Cüchern abgetrocknet wurden. Mitztk
trockenen Pantoffeln an den Füßen und einem Bademantel an=, ließen wir uns auf einer Bank neben unſerer
Badekabine=
nieder, um bei einer Caſſe Kaffee und einer Sigarette die An= des Bades nachwirken zu laſſen. Männer=
und Frauen badeten in ſtreng getrennten Näumen. Es waren
ausſchließlich ältere Leute, die das Schwitzbad aufſuchten. Für;
ſie, wie überhaupt für die ältere Generation, iſt das Hamam noch
heute die einzige Neſtaurierungsſtätte ihrer trägen und durch
keinerlei Sport trainierten Gliedmaßen. Die Jungtürken aber,
die ſeit 1909 den Sport in ihrem Lande eingeführt haben,
tum=
meln ſich heute wie bei uns auf den Sportplätzen und haben das
Phlegma ihrer Eltern verloren, ſtundenlang in den Schwitzbädern
herumzuliegen. Wenn man ſich ſchon die Seit zum Baden nimmt,
ſo fährt man ins Familienbad nach Floria am Marmarameen
wo es ebenſo elegant, luſtig und freizügig zugeht, wie in unſeren
Modebädern.
M,
ire
zule 9
Der
dien
ſeſſen
Vern,
heren
es gele
gropa n
Es war auch ein Dichter da, ein bißchen verrückter, lieber
Kerl. Ich wohnte damals neben ihm. Spät abends noch pflegie
er Sonette an die Gräfin zu dichten, die er aber ihr nie gab=
Mitten in der Nacht erſchien er bei mir, geiſterblaß, die Haare
nach allen Nichtungen zu Berge ſtehend, um die lange, magere
Geſtalt ſchlotterte der Schlafrock. „Hören Sie —” ſagte er und
begann zu deklamieren. Sum Glück wohnten wir im Curm.
Nie=
mand neben oder über uns. „Aber nun ſagen Sie es ihr doch
endlich ſelbſt!” ermunterte ich ihn. „Wo denken Sie hin!” rief
er, warf mir einen empörten Blick zu und verſchwand in ſeiner
Kemenate. Eine Weile hörte ich ihn noch rumoren. Am Morgen
lagen immer alle die ſchönen Sonette zerriſſen im Papierkorb.
Die Gräfin erfuhr nie davon.
Dieſer Dichter ſteckte auch voll von tollen, unheimlichen und
geſpenſtiſchen Geſchichten, die er zum Ceil erfand zum Ceil erlebi
hatte, und mit denen er uns gern abends in der Halle unterhiell,
beſonders, da die Gräfin immer geſpannt zuhörte und ſich ein
wenig dabei fürchtete. Manchmal, in den vorgerückten
Nachi=
ſtunden, wenn ſie nicht mehr dabei war, trieben wir die Sache
auch weiter, machten Ciſchrücken und ähnliche Scherze. Der
Graf lächelte über den Unſinn, ließ uns aber gewähren. Einer
war jedoch da, der uns in ſolchen Fällen ſeine ſtumme aber enſ”
ſchiedene Mißbilligung zu verſtehen gab — das war Malte, der
alte Diener des Hauſes.
Einmal nun geſchah etwas Merkwürdiges. Mitten in einer
von des Dichters buntſchaurigen Geſchichten — wir jaßen 19,
wie wir jetzt hier ſitzen — im Kreis um den Kamin — tra.
jemand herein. Die anderen merkten nichts. Aber ich jah eine
fremde Geſtalt hinter dem Seſſel der Gräfin ſtehen. Eine dunkie
Geſtalt, deren Geſichtszüge ich nicht erkennen konnte. Ohne Er”
ſchrecken, ja eigentlich ohne Erſtaunen, nur mit der inneren
Frage, wo denn dieſe Geſtalt plötzlich hergekommen und wer ſie
ſei, ſchaute ich ſie an. Da ſah ich, wie die Gräfin langſam den
Kopf wandte und auch dieſe Geſtalt fixierte. Aber ohne zu ſehen=
Denn gleich darauf folgte ſie wieder des Dichters
Erzählung=
ohne daß ihre Süge ſich im geringſten verändert hatten.
AAn jenem Abend war ich der Letzte in der Halle. Der mi
Neuer re
cer
Matzli
Uune
Wte
And
in.
M
Commonwealth=Parlament in Melbourne.
Glückliches Auſtralien.
Von V. Francé.
Ich komme ſoeben von Auſtralien zurück und habe dieſes
Gop, faſt ſo groß wie Europa (Nußland einbegriffen), ſeiner
waren Länge nach geſehen. War im Blumen= und Siedlerland
Atrelien, in den Soldfeldern, bin durch die große zentrale
Bite gekommen und den noch größeren, fruchtbaren „Scrub”.
diien größten Urwald der Erde, war in den auſtraliſchen Alpen.
jun Weimar” des jüngſten Erdteiles, in den
Wolkenkratzerwelt=
ſüöten Melbourne und Sydneu und habe Freundſchaften ge=
K
I.
—
Nichter gezogen, man knallt ihn nieder. Als ich, waſchechter
Europäer, am erſten Cage ein Crinkgeld auf dem Ciſch liegen
ließ, kam mir die niedliche Kellnerin auf die Straße nach: „Herr,
Sie haben Ihr Geld vergeſſen ..."
Sie ſelbſt nennen das den Commonwealth=Geiſt —
Gemein=
wohl=Geiſt. Sie fühlen ſich wie die Glieder einer Familie, und
bei ſechs Millionen Menſchen in einem Erdteil iſt das vielleicht
auch noch möglich. Sie ſind ſich deſſen auch offenbar bewußt,
darum iſt die Einwanderung in Auſtralien, praktiſch genommen,
auch geſperrt. Von Seit zu Seit wird feſtgeſtellt, wieviele
Europäer ans Land gehen dürfen, nie ſind es aber mehr als
einige Cauſende im Jahre. Und nur Weiße dürfen es ſein;
Eine Hauptſtraße von Melbourne.
ſcdſſen mit Farmern, Einwanderern, Goldgräbern, Buſch=
Uinern, Milliardären, Künſtlern, Neverends und Muſikern.
Alſo ein Querſchnitt durch eine Welt, für die ich keinen
onſeren Ausdruck prägen kann als „Anti=Europa”.
Hundertmal hat man mir geſagt, in allen Seitungen habe
ihes geleſen: Europa iſt alt, wir ſind jung. Wir wollen von
ſuopa nichts wiſſen.
Und hundertmal habe ich geſehen, daß man vergißt, daß
aud England Europa iſt.
Das war die Ankunft: Eine wunderſchöne, ſüdliche Nacht in
Gſymantle. Jenes bezaubernde weſtauſtraliſche Klima mit einem
um ahrſcheinlichen Himmelsblau und heißeſter Sonne, aber mit
ginm Schuß von Polarfriſche in der Luft. Ein ganz unbe=
Aheibliches Gefühl, etwa in Permanenz die erſte Erquickuns
euns kühlen Crunkes an ſengendem Sommertag.
Das Schiff war voll von Einwanderern. Die Kommiſſion
anBord. Ganz ruhig, ohne jede Höflichkeit. Der Auſtralier iſt
rütt höflich, aber herzlich. Man prüft die Päſſe, man
unter=
jiat uns ärztlich, beſonders auf Lepra. Dann fragt man: Was
volen Sie in Auſtralien tun? Schließlich ſagt der Chef der
Lamniſſion mit lächelnder Nuhe, als ſage er das angenehmſte
iſg der Welt: „Niemand darf ans Land!”
Und wirklich durfte niemand ans Land. Ich weiſe ein
per=
ſtiches Empfehlungsſchreiben der öſterreichiſchen
Bundes=
eſierung vor. Man lieſt das unverſtändliche Deutſch. Fragt:
Gnnen Sie es uns überſetzen?” Und als ich es überſetze, ſagt
p lächelnde, ruhige Mann einfach „Dermit!”
So gingen wir als Einzige vom Schiff auf Auſtraliens
Aden. Kein Sweifel an meiner Ehrlichkeit. Ehrlichkeit iſt
Aſwerſtändlich. Wenigſtens in Auſtralien. Wir haben es oft
grobt. Wir haben keine Überforderung, keine Prellerei
be=
mkt, keinen Diebſtahl. Wir haben ſpäter in den Goldfeldern
einen Kommentar dazu gehört. Wer ſtiehlt, wird nicht vor den
Miſchlinge, Farbige, Chineſen, Japs ſind prinzipiell
ausge=
ſchloſſen. Das allein bedingt, daß Auſtralien in einer
Gene=
ration Amerika an Kultur übertreffen wird, eigentlich es heute
ſchon übertrifft. Denn ſogar die Weißen werden peinlich
ge=
ſiebt; erwünſcht ſind in Wirklichkeit nur „british boys . Man
läßt auch Italiener ein, obwohl ſich dagegen ſcharfe Oppoſition
regt. Deutſche, die einen nicht unerheblichen Anteil am „Stock”
der Bevölkerung haben — die Vorſtädte „Coburg” und „
Heidel=
berg” von Melbourne verraten das auch äußerlich — dürfen nur
in verſchwindender Sahl kommen. Ein Völkerbundabkommen
regelt die Einwanderung von Oſtjuden.
Dementſprechend iſt der ganze Erdteil mit ſeinen fünf
Län=
dern engliſch bis in die Knochen. Der Wahlſpruch lautet:
„Australie for ever” und noch häufiger „Advance Australia",
wenn auch die engliſche Kulturgemeinſchaft als ſelbſtverſtändlich
betrachtet wird. Wir ſind eben ein Neform=England”, ſagt mir
ein ſehr, ſehr angeſehener Mann der Sudneyer Offentlichkeit.
Ihre Hauptreform heißt Commonwealth. Ein
merkwür=
diger Begriff, dieſes Gemeinwohl. Die mächtigſte Agitation, die
der Sozialismus entfaltet hat. Denn es handelt ſich um einen
bürgerlichen Sozialismus, der in Auſtralien verwirklicht iſt. Mit
4 X8, worunter man nicht nur den bekannten Achtſtundentag,
ſondern auch acht Schilling Lohnminimum verſteht. Mit
öffent=
licher Aufſicht über die Induſtrie, Volksentſcheid in allen
An=
gelegenheiten, Sicherung des Einzelnen von Staates wegen. Als
ich in Adelaide war, wurde gerade folgende Frage öffentlich
erörtert: Ein Samilienvater mit zwei Kindern, der nicht
500 Pfund Jahreseinkommen hat, muß vom Staat unterſtützt
werden, denn er hat nicht das Lebensminimum.
Die auſtraliſchen Muſeen ſind ein Kapitel für ſich. Es gibt
natürlich nur wenige, aber dieſe allein lohnen den Beſuch des
Aner räumte in ſeiner lautloſen Art Moccataſſen und
Aſchen=
dher beiſeite, als ich noch am verglimmenden Kaminfeuer ſaß.
Btzlich — er rückte gerade den Seſſel, in dem die Gräfin
ge=
hen hatte, zurecht — hielt er inne und ſah mich an. „Sie lebt
unt mehr lange”, ſagte er. — „Was?” fuhr ich auf, iſt ſie
nk?” — Irgendwelche Möglichkeiten von Schwindſucht oder
örzleiden fuhren mir durchs Gehirn. — Er ſchüttelte ſeinen
nuen Kopf: „Nein, ſie iſt ganz geſund. Aber, haben der Herr
Aron nicht geſehen heute abend?” Alſo hatte er auch geſehen.
„Pas hat denn das damit zu tun?” fragte ich. — „Der Herr
Aron waren doch ſchon oft hier und intereſſieren ſich für ſolche
Hihen. Haben denn der Herr Baron nie in der Chronik ge=
An, die in der Bücherei liegt, in Schweinsleder gebunden? Da
ſtt es doch drin. Vor dreihundert Jahren, als die Spanier
hr waren, hat ein Alvera dem Grafen Chriſtian ſeine Frau
götet. Die Frau Gräfin iſt wieder eine Alvera. Seit
drei=
mdert Jahren wartet der Graf Chriſtian auf ſeine Nache. Und
ahat heute abend hinter ihrem Stuhl geſtanden.” Mir wurde
Skalt. „Aber Malte, ſo etwas gibt es doch gar nicht...
ſer Herr Baron hat es geſehen, ſagte er ruhig, „und ich
be es geſehen. Die Frau Gräfin hat es gefühlt, aber ſie
hßte nicht, was es war. Es mußte kommen. Und wenn hier
ier ſoviel Geſpenſtergeſchichten erzählt werden und Ciſch=
Uken und ſo Sachen gemacht, ſo ſtehen Cür und Cor dazu
hen, und es wird um ſo ſchneller kommen. Am Cag vor ſeiner
9chzeit hat der Graf mich gefragt: „Na, Malte, wie iſt es?
Huuben Sie, daß wir glücklich werden?” „Herr Graf,” hab‟
geſagt, „ſie iſt eine Alvera. Was hätte ich ſagen ſollen?
don war ſie und gut und freundlich, zum Glücklichmachen
an=
ſan — aber ich wußte ja, was kommen würde.” — „Malte,
8 ſind wirklich unheimlicher als der Dichter mit Ihren
Ge=
ſchten!” — „Es ſind keine Geſchichten, Herr Baron, das
dickſal läßt ſeiner nicht ſpotten.”
Ich verſuchte, den ganzen Kram abzuſchütteln, nicht mehr
an zu denken. Aber als ein paar Abende weiter, wieder ſpät
der Nacht, ein paar von uns ſich zum Ciſchrücken
zuſammen=
ſten, mochte ich nicht mittun. Sch blieb abſeits in einem Seſſel
ſitzen und rauchte. Plötzlich blieb mir die Hand mit der Sigarre
auf halbem Wege zum Munde ſtecken, wie gelähmt. Schräg
durch die Halle, dicht an mir vorbei, kam eine dunkle Geſtalt
und ging die Creppe hinauf. Gleichzeitig hörte ich vom Ciſch
her des Dichters Stimme: „Was ſagſt du? Bitte deutlicher!
Das Schickſal — läßt — ſich — nicht — ſpotten? Wer biſt du
denn? Graf — Chriſ — tian — ?‟ Ich ſprang aus meinem
Seſſel „Hört auf!” ſchrie ich, „um Gotteswillen, aufhören!“
Entſetzt fuhren alle in die Höhe. „Aber, was iſt denn — 2!‟
Im ſelben Augenblick ſchlugen draußen Cüren, eine
elek=
triſche Klingel ſchrillte, Schritte eilten durch den Korridor. Die
Cür zur Halle wurde aufgeriſſen. Der alte Malte erſchien,
aſch=
fahl, halb angekleidet auf der Schwelle. „Kann einer der Herren
fahren,” brachte er mühſam hervor, „der Chauffeur hatte
Aus=
gang und iſt nicht zurück. — Die Frau Gräfin — ein Arzt muß
geholt werden.” — „Malte! Was iſt mit der Gräfin!” riefen
wir. — „Ein Herzanfall — ein Arzt muß kommen — kann einer
der Herren fahren?” Swei von uns konnten es und ſtürzten
hin=
aus. Wenige Minuten ſpäter raſte das Auto den Schloßberg
hinunter.
Wir andern warteten in der Halle. Schlafen konnten wir
doch nicht. Wir waren froh, als wir das Auto wiederkommen
hörten. Der Arzt war alſo da. In dieſer Stunde fühlten wir
alle, wie ſtark wir verbunden waren mit dieſem Hauſe, das
unſeren einſamen und meiſt unruhevollen Exiſtenzen eine Heimat
bedeutete, und wie ſehr wir dieſe Menſchen liebten. Den Grafen
um ſeiner treuen, feſten, immer gleichbleibenden Freundſchaft
villen, die Gräfin, weil ſie für uns war, was Sonnenſchein,
Blumen und Licht im Leben ſind. Hier durfte kein Schatten
fallen. Wenn hier Schatten fielen, wurde es für uns alle dunkel
auf der Erde.
Auch dieſe Nacht verging. Und am Morgen ſah alles beſſer
aus. Die Gräfin hatte ſich ſo weit erholt, daß ſie nur noch der
Nuhe bedurfte, um bald wieder ganz hergeſtellt zu ſein.
Der Graf bat uns, nur nicht mit ihr davon zu ſprechen,
da=
mit ſie ſich nicht etwa aufs neue aufrege. Es ſei ſo ſeltſam
geweſen. Plötzlich ſei die Cür aufgegangen, wohl vom Wind,
Die Nationalgalerie in Spdney.
Landes. Das Schönſte und Wertvollſte verſammelt ſich in dem
Kulturzentrum Adelaide, im Handelsmittelpunkt Melbourne und
in der Seeſtadt Sydney.
Es ſind ſchon ganz weſentliche Bilder der europäiſchen Kunſt
nach Auſtralien gewandert. Aber wichtiger als das: eine eigene
auſtraliſche Kunſt blüht auf. Sunächſt wandelt ſie in auſtraliſchen
Sußtapfen, aber ſchon liefern Hans Heuſen (oh, du verlorenes
deutſches Blut!), Arthur Streeton, John Longſtaff und vor
allen Johnſtone, der große auſtraliſche Maler, Meiſterwerke, die
es rechtfertigen, von einem eigenen auſtraliſchen Kunſtſtil zu
ſprechen. Sie lieben ihre neue Heimat leidenſchaftlich, die Auſtralier
von heute, und ſind voll Lebensluſt und Fortſchrittsgefühl, ebenſo
antiamerikaniſch (man haßt die Amerikaner genau ſo, wie man
die Franzoſen, die man für das Opferlamm des Krieges hält,
liebt), wie antieuropäiſch. Aber ſie haben eine furchtbare Schuld
auf ſich geladen durch die Art, wie ſie ſich den Ureinwohnern
ihres Landes gegenüber benahmen. Dieſe unglücklichen Schwarzen,
die ich Mühe hatte, zu finden, und die ich erſt in der großen
Wüſte fand, haben keine Rechte, ſie werden nicht in den Liſten
geführt, ſie haben nicht einmal mehr eine Heimat. Die Seiten
ſind zwar vorbei, da man einfach Creibjagden auf ſie veranſtaltete
und ſie zuſammenſchloß.
Spricht man mit einem Auſtralier über dieſe Barbareien,
zuckt er echt engliſch kühl die Achſeln und ſagt: „Hätten wir ſie
zu Sklaven machen ſollen? Sie haben auch unſere Schafe geſpeert
und unſere Farmen angezündet. Eine (Diskuſſion hat keinen
Sweck. DDie geſamte auſtraliſche Preſſe konſtatiert einmütig:
Auſtralien muß weiß bleiben.
Es iſt tatſächlich rein weiß, nachdem auch die Chineſen
ver=
trieben ſind und den Japanern die Einwanderung geſperrt iſt.
Allerneueſtens plant man, das unglückliche „black people” in
Bauſch und Bogen im Norden auf eine Neſervation zu ſetzen
und nach ſeiner AArt leben zu laſſen, und das iſt wirklich die
humanſte Löſung.
Europa hätte ſicher weder früher noch jetzt ſo gehandelt.
Aber Europa iſt eben alt, und der neueſte Weltteil iſt jung. Und
ganz antieuropäiſch. Ich bin zurückgekommen mit dem Gefühl:
Wäre ich ein Engländer, ich wollte in Auſtralien leben. Es gibt
alſo wirklich ganz im Fernſten, faſt unirdiſch weit, aber es gibt
noch eine Welt, die glücklicher iſt als die unſere, vielleicht nur
ſeshalb, weil kaum ſechs Millionen Menſchen auf einem Gebiet
faſt ſo groß wie Europa leben, vielleicht nur darum glücklicher,
weil ſie jung iſt und von unſeren Fehlern gelernt hat. Aber
gleichgültig warum. Oft blicke ich träumend nach dem fernen,
blauen Süden, und um mich ſingt das Lied der Sehnſucht.
UER.STAATEN
asschriate !
Vergleich der Bevölkerungsdichke Auſtraliens, Sibirens,
der Vereinigten Staaten von Ameriſa, Argentiniens und
Deutſchlands.
und ſeine Frau habe ſich ans Herz gegriffen und ſei mit einem
Schrei ohnmächtig in die Kiſſen zurückgeſunken. Er könne es
gar nicht begreifen, ſie ſei doch ſonſt nicht krank. Sie habe aber
auch, als ſie wieder zu ſich gekommen und ruhiger geweſen, nicht
erklären können, was ſie eigentlich ſo erſchreckt habe.
Andern Cages erſchien ſie wieder unter uns. Man merkte
ihr nichts an, nur etwas angegriffen ſah ſie aus, und die Augen
noch größer als gewöhnlich. Aber ſie war ſehr anmutig und
heiter und augenſcheinlich bemüht, uns den Schrecken, den wir
um ihretwillen gehabt hatten, vergeſſen zu machen. Er verblaßte
denn auch allmählich, und wir nahmen unſer gewohntes Leben
wieder auf. Nur ich konnte eine leiſe Angſt im Herzen nicht los
werden, und der alte Malte blickte manchmal ſo ſonderbar auf
ſeine Herrin. Ich hätte den Alten töten können in ſolchen
Augen=
blicken. Da, an einem Abend fiel der Schatten. Wir ſaßen bei
offenen Fenſtern in der Halle. Von draußen wehte Noſenduft
herein. Wir blieben ſchweigend in der Dämmerung. Die Luft
war erfüllt von blauen Cräumen. Die Gräfin ſaß am andern
Ende der Halle allein am Flügel. Leiſe und ſilbern perlten die
Cöne der Mondſcheinſonate unter ihren Fingern hervor und
verloren ſich im Naum. Im ungewiſſen Licht ſchimmerte ihr
ſilbrigweißes Kleid und ihr blaſſes Profil. Plötzlich brach das
Spiel mitten im Akkord ab. Wir blickten erſtaunt auf, und ich
ſah hinter ihrem Stuhl — den Grafen Chriſtian. Langſam, mit
großen, ſtarren Augen wandte ſie den Kopf und ſah ihn an.
Dann erhob ſie ſich ruhig und kam mit ſeltſam automatiſchen
Schritten auf uns zu. Mitten in der Halle blieb ſie ſtehen, griff
an ihr Herz und fiel zu Boden.
Wir ſtürzten hin — hoben ſie auf. — Sie war tot.
Der Graf hat ſeitdem dies Schloß nicht mehr betreten. Das
ſt alles. — Ich habe Sie nur warnen wollen. Es gibt Dinge
zwiſchen Himmel und Erde. — Nun, alſo. Da iſt der Gong.
Ihr Abendeſſen wird kalt werden. Gute Nacht, meine
Herr=
ſchaften, Sie entſchuldigen mich wohl für heute.”
Er erhob ſich ſchwerfällig, und die Cür ſchloß ſich hinter
ihm. Wir ſaßen noch lange ſchweigend. Keiner fand das erſte
Wort. Unſer Eſſen wurde wirklich kalt an dieſem Abend. —
Nacht auf dem Güterbahnhof.
Von Dr. Paul Bloch.
Ab und zu nur dringt aus dem weiten Gelände der Gleiſe
ein ſchriller Pfiff, löſt ſich über den karg beleuchteten Spuren
der Schienen eine weiße Wolke ab. Der Anhalter Güterbahnhof
ſcheint verödet. Hier zwar ſteht noch ein verſpätetes Fuhrwerk,
dort wird noch ein Laſtautomobil entladen, ein paar
Neinmache=
frauen queren die Anfahrtsſtraße, einige Beamte und Arbeiter
ſind noch in der Dunkelheit des Hofes beſchäftigt. Es iſt 7 Uhr
abends, die tote Seit.
Aber eben erſt noch hatte Wagen neben Wagen die
Fahr=
bahn geſperrt, eben noch waren Karren und Laſtfuhrwerke an
den Nampenluken der Speicher vorgefahren, Laſtautomobile
ab=
geladen worden. Die letzten Güter der Sirmen und Spediteure
wurden abgeliefert, von kräftigen Männerhänden in Empfang
genommen und im Speicher jedes an ſeinen beſtimmten Platz
ge=
karrt. Jetzt iſt die Stückgutannahme geſchloſſen. Aber in den
Büros ſchichtet ſich Frachtbrief auf Frachtbrief, werden die
Begleitſchreiben verglichen, Sahlen und Namen eingetragen,
Kontoabrechnungen erledigt und ſchließlich die geſtempelten
Briefe nach Verſandrichtungen geordnet und zu den Güterzügen
geſchafft. Bis in die ſpäte Nacht geht hier die Arbeit, denn es
gilt, alle im Laufe des Cages eingelieferten Güter, auch die der
letzten Abendſtunden, noch im Laufe der Nacht zum Verſand zu
bringen, ſie ſogleich zu verladen und ſie ihrem Beſtimmungsort
entgegenzuſchicken.
In dem etwa 400 Meter langen Stückgutboden ſtehen da
die aufgelieferten Waren. Vom kleinſten Paket bis zu
Nieſen=
kiſten. Alle Größen und Formate ſind vertreten, alle Farben und
Verpackungen: Fäſſer und Kannen, Kiſten und Körbe, Koffer
und Cruhen, längliche und runde, Hutſchachteln und
Pappkar=
tons, Stoffballen und Säcke, Stangen und Fahrräder, Möbel
und Holzgeſtelle ſtehen nebeneinander, übereinander und
durch=
einander. Nöhren, Betten, Neifen, Nohrſtöcke ſtecken dazwiſchen,
hier ſchiebt ſich der gewaltige Umbau eines Klaviers hervor,
dort ſtapeln ſich eiſerne Ketten auf. In jener Ecke wieder liegt
Wild, unmittelbar daneben tönt aus einem Gitterkäfig das
„Gackern von Hühnern. Bald ſteht großes und kleines Stückgut
wirr nebeneinander, bald ſchichten ſich gleichmäßige Pakete oder
Kiſtchen mit Firmenaufdrucken, bilden Berge und Pyramiden,
ſeltſame Gebilde.
Bei weitem nicht alles Verſandgut liegt hier aufgeſpeichert,
nur der Eingang der letzten Stunden, nur die Sendungen für die
Orte, für die erfahrungsgemäß die Einſtellung eines beſonderen
Wagens nicht lohnt. Die anderen Stücke werden ſogleich in die
Wagen ſelbſt verſtaut. Mitten in dem weiten langgeſtreckten
Speicher hängt eine Cafel. Jeder Ort, jede Nichtung hat ihre
eigene Nummer, hat in dem Lagerraum ihren beſtimmten Platz.
Die gleiche Nummer trägt mit der Nichtungsbezeichnung auf
einem Fähnchen der Eiſenbahnwagen, der ſich an der Nampe
angeſchoben hat. Jedes Frachtgut wird vom Vorarbeiter mit
der jeweiligen Ortsnummer verſehen und von den Arbeitern in
die betreffenden Wagen geſchafft.
Wo aber ſtehen die Wagen? Es wäre unmöglich, die
Reihenfolge ihrer Aufſtellung auf den drei Verladegleiſen zu
behalten, es wäre ein mühſeliges Suchen, vergeudete Arbeit. Ein
Blick auf jene Orientierungstafel zeigt den Stand des Wagens,
auf welchem Gleisanſchluß er ſteht und als wievielter in der Folge
der Waggons. So verſchwinden im Nu die Kiſten und Körbe
und füllen die Wagen. Nur hier und da bleibt noch ein Stapel
von Waren, bis der ſchwere Sug einem neuen leeren Platz
gemacht oder bis ſchließlich alle Stücke, die für die gleiche Gegend
beſtimmt ſind, zuſammenkommen. Dann bleibt der Speicher leer.
Eine kleine Ecke nur für überzähliges Gut, für Pakete, zu denen
die Frachtbriefe fehlen, für Koffer, deren Verſendungsgebiet
nicht zum Arbeitsbereich des Bahnhofs gehört (Irrtümer ſind
nie und irgends ganz zu vermeiden) bleibt belegt.
Die langen Wagenreihen aber fahren hinaus. Eine
Nan=
giermaſchine ſtellt ſie zuſammen, je nach ihrer Fahrtrichtung, holt
von den verſchiedenſten Laderampen und Ladeſtraßen die
ver=
ſchiedenen Waggons, die offenen und geſchloſſenen, die deutſchen
und ausländiſchen zuſammen und bildet ſo den Sug. In der
Dunkelheit der Nacht verſchwindet er, taucht wenige Minuten
ſpäter geſpenſtiſch auf dem Nebengleis wieder auf, ein neuer
Wagen wird hinzugefügt, von neuem beginnt die Fahrt ins
Dunkle, wieder die Nückkehr und Ankoppelung anderer
Wag=
gons. Bis ſchließlich die ſtarke Achſenzahl ſchwerfällig über das
große Stellwerk hinaus im Schwarz der Nacht verſchwindet.
Immer undeutlicher, verſchwommener zieht der Dampf der
Lokomotive, leuchtet das Not der Schlußlaterne des Suges.
Aber ſchon leuchten aus der Ferne, immer größer werdend,
die weißen Lichter der kommenden Süge auf. An einem kleinen
Häuschen halten ſie vor dem Bahnhof, die Papiere werden vom
Sugabfertiger in Empfang genommen, in ein Kontrollbuch
ein=
getragen und nach ſeinen Amweiſungen jeder einzelne Wagen
auf Grund ſeines Inhalts beſchriftet. Nach dieſer Beſchriftung
erfolgt das Nangieren. Der große, flache Möbelwagen muß zur
Möbelrampe, ein anderer Waggon, der aus der Schweiz nach
Berlin gerollt iſt, wird zur Sollrampe dirigiert. Wieder ein
anderer enthält Ciere, ein vierter eine Bücherſendung aus
Leipzig, mehrere friſches Obſt, Crauben aus dem Süden. Ihre
Entladung muß beſchleunigt vorgenommen werden. Sie werden
alſo an das nächſte Anſchlußgleis rangiert, indeſſen die
zahl=
reichen Kohlenwagen zur Kohlenrampe oder, wenn es ſich um
Dienſtkohle handelt, zu den Betriebswerkſtätten gefahren
wer=
den. Wieder beginnt „das Spiel” des Nangierens, jenes
dau=
ernde Hin und Her, das Abſtoßen der Wagen, das allmähliche
Verkleinern des Suges. Es iſt wie Mutwillen, wenn die
Loko=
motive mit einem Anſtoß die Wagen dirigiert, den einen hierhin,
den andern dorthin, den einen geradeaus, den andern ein wenig
nach rechts, den dritten ein wenig nach links, und ſchließlich ſich
wieder neue, kleinere Süge bilden.
Da ſtehen dann, von neuem zuſammengekoppelt, die vielen
leeren Wagen ausländiſcher Herkunft, die aus der PProvinz in
Etappen nach Berlin gerollt werden, weil ſie hier am eheſten
wieder mit Fracht in ihr Urſprungsland geſandt werden können,
die Wagen aus der Schweiz, der Cſchechoſlowakei. Da ſind die
zwanzig Kohlenwagen, die, für die GBetriebsmeiſtereien beſtimmt,
ſpäter im Laufe des Cages, wenn es die Seit und der Fahrplan
erlaubt, zu den Werkſtätten und Bunkern gefahren werden.
Swei Wagen, mit großen Maſchinen der eine, mit drei
Nieſenglaskiſten der andere, werden zur Hauptladerampe
rangiert, weil man dort die zu ihrer Entladung notwendigen
Krane beſitzt. Die Waggons mit Stückgut fahren wieder an den
Speichern vor, füllen wieder die Lagerräume, die Ecken und
Wege. Von neuem türmen ſich Kiſten auſ Kiſten, Körde
Ballen, Geſtelle auf Fäſſern. Und wie im Verſandſpeicher
Ort ſeinen Naum und ſeine Nummer beſaß, beſitzt hier im Ein
gangslager jede größere Speditionsfirma einen beſtimmten Plotz ;
Da häuft ſich dann das Gut im Laufe des frühen Morgens, bie
der Korſo der Laſtfuhrwerke beginnt, die die Sendungen an dig
Empfänger in die einzelnen Straßen und Stadtteile bringenr
Jener ſeltſame Korſo der Wagen, der Automobile und Karren
jenes bewegende Lärmen der Kutſcher und Fahrer, jene Augenm
blicke, in denen man Berliner Humor und GBerliner
Mundart=
urſpünglich kennenzulernen vermag.
Hier auf dem Anhalter Güterbahnhof laufen die Güterzüog
zuſammen, die aus dem Süden Berlins die Sufuhr bringen, vom
Bayern und Baden, der Schweiz und Italien, durch Württen—
berg und Chüringen, aus Sachſen und der Magdeburger Gegend./
Aber trotz dieſer Beſchränkung (neben dem Anhalter Bahnhon
ſind noch der Görlitzer, der Stettiner, der Schleſiſche und Ham==Lehrter Güterbahnhof geöffnet), trotz dieſer
Beſchränkunm=
war es notwendig, für den Stückgutverkehr aus der Magde—
burger und Frankfurter Gegend eine neue Empfangsſtelle, dem
Potsdamer Güterbahnhof, zu eröffnen.
Die Schallplattitüde.
Von Charlie Roellinghoff.
Wie du auf die Platte ſprichſt — ſo ſchallt es zurück. Eineg
alte Weisheit, die ſich ein findiger Landsmann Ediſons
anläß=
lich ſeines Ceſtamentes zu eigen gemacht hat. Der Creffliches
brachte nämlich ſeinen letzten Willen nicht zu Papier, ſondernn
— zu Wachs, will ſagen, benachrichtigte ſeine Erben einſtimmigg
und nicht ohne einige Seitenhiebe von ſeinen teſtamentariſchent
Beſtimmungen.
Dieſer ausgezeichnete Gedanke regt mich dazu an, mich mitt
einer Schallplattenfabrik in Verbindung zu ſetzen, um eine kleines
Serie von ſogenannten „Univerſalplatten”, herauszubringen
Jedermann braucht ſie, jedermann wird ſie müßigen Frageſtellerng
antworten laſſen!
Platte Nr. 1 laſſen Sie Leuten entgegenſchallen, die Sie mit
hundert Fragen über Ihre Sommerfriſche=Abſichten bedrängent
wollen. Kaum hat der Frageſteller geſagt: „Wollen Sie in dieſen!
Sommer nicht lieber .. ." — ſchon erklingts vom rollenden!
Wachs:
„Sie haben vollkommen recht: die See ſchadet den Nervenl
Das Gebirge ſchadet meinem Herzen! Das Flachland ſchadet
meinen Nieren! Ich bleibe in Deutſchland! Ich fahre ins
Aus=
land! Meine Frau nehme ich mit! Meine Frau bleibt
natür=
lich zu Hauſe! Mehr als 10, 20, 50 Mark will ich nicht
aus=
geben! Vielen Dank für Ihre Natzſchläge! Nicht Sutreffendes i
bitte ich zu überhören.”
Platte Nr. 2 nehme ich zur Beſichtigung von Neugeborenen
mit. Ihr Cext lautet:
„Nein, aſſo, was für ein prächtiges Kerlchen! Ach ſo,
natürlich! Ich hab’s erſt für das Gegenteil gehalten! Aſſo,
ganz der Papal. Wenn es auch viel von der Mama hat. Un
ſchon Haare auf dem Köpfchen! Das deutet auf viel, viel
Ver=
ſtand! Süß! Entzückend, goldig! Es müßte direkt in die
Wochen=
ſchaul Catal Cata! Nein, wirklich, ſowas von Ahnlichkeiſl
„Platte Nr. 3 läuft am Celephon bei Gläubigeranrufen M
ſolchen, die es vermutlich ſind:
„Herr Noellinghoff iſt leider nicht zu Hauſel Herr Nod
linghoff pflegt in der letzten Seit überhaupt nicht nach Hauſe n
kommen, weil er die meiſte Seit wegen Peſtverdacht im
Kranken=
haus liegt. Nein, Herr. Noellinghoff hat nichts hinterlaſſen,
Nein, Geld auch nicht. Leben Sie wohl!”
Und endlich Platte Nr. 4, unentbehrlich für den Ehegatten,
„Gewiß, mein Kind, haſt du keinen ganzen Faden mehr an
Leibel Natürlich geht die beſſer angezogen! Selbſtverſtändlich
habe ich nur Geld für meine Kartenſpiele und die Nennbahnl
Unzweifelhaft war es der größte Blödſinn deines Lebens,
aus=
gerechnet mich zu heiraten! Nicht abzuleugnen, daß ſich
an=
dere Männer um ihre Frauen kümmern! Selbſtredend bin
ich ein kraſſer Egoiſt! Entſchuldige mich, mein Schatz, ich muß
dringend zur Konferenz.”
Wenn die Geſprächskontrahenten dann allmählich dahin
kommen, ihren Cext ebenfalls auf Wachs zu fixieren, dann
wird jener Sdealzuſtand eintreten, wo man jeweils beide
zuein=
ander gehörenden Platten gleichzeitig in einem leeren Zimmer
laufen läßt und ſich inzwiſchen nebenan über etwas ganz anderes
unterhält!.
Mer, due
ſt em 1.
zuie, un
ſei Hauf
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Rechier
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Faden,
diene; 1
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geiehe
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Mund
Schach
2
Aufgabe 472.
Nummer 328.
Alain C. White in Litchfield.
(Die Schwalbe, 1929.)
d
8
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Ka5 Dc1 Tb4 h5 Ih8 So8 g5 Bc7 d2 d7 (0
Schwarz: Ko5 Dg4 Tel e8 Lc2 8o3 16 Ba7 b5 d5 d6 e4t5 (13); 3:
*
Partie 64.
Geſpielt in der 8. Runde des internationalen Meiſterturniers zu
Karlsbad 1929.
Abgelehntes Damengambit.
Weiß:
Capablanca
1. 02—44
2. 65-44
3. 8g1—13
4. 8b1—e3
5....."
Schwarz
Prof. Becker
af—45
e7—e6
8b8—d7
8g8—f6
5. Lc1—14 üblicher iſt Lg5
A5Re4
Beſſer iſte7—c5
6. 62—e3
Sté—d5
mit der Abſicht, den Lk4 abzutauſchen,
Lg8 geht nicht wegen 8:o3 nebſt d7—b5,
und Schwarz behauptet den Be4.
7. 11184
Sd5xf4
Lt8—d6
8. e3314
847—k6
9. g9—g3
6—0
1o. 6—0‟
b7—b8
11. Dd1—e2
Les—b7
12. Tk1—d1
7—a6
13. Pa1—1
Verhindert gelegentliches Laß.
14. Lo4—d3
Ed6—b47
Verliert ſofort, da Weiß überwältigenden
Angriff erlangt.
15. 9a3—e4
Dd8—d5
16. 8k3—g5! Be7 hängt; D:44
ſcheitert an S:ké; im übrigen droht 8:k6
nebſt L.e4.
Sf6—e8
16.....
17. 8g5Xh 71 (K:h 77 816
Doppel=
ſchach.)
17—15
v..
18. 8h 7—g5 Nun droht ſowohl Dh5
als auch Lo4. Schwarz gibt auf.
Rätſel
a. b
Was manchmal in Verlegenheit ſetzt.
e e e e e f ggiilnsxſtu y.
Obige 20 Buchſtaben ſetze man auf die 20 Punkte, ſo daß Wörter
von folgender Bedeutung erſcheinen: 1—2 deutſches Gebirge, 2—3
Schlingpflanze, 3—4 deutſcher Reichspräſident, 4—5 alte phöniziſche Stadt
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. 5 Nette, Darmſtadt.
am Mittelmeer, 5—1 Riedgras. — Die Mittelbuchſtaben nennen etwas,
das uns manchmal in Verlegenheit ſetzen kann. Carl Deubel,
Silbenrätfel.
Aus den Silben: a a a aſ bell beth borg bruch che chi da
le let li li li liſ log luſ ma ma man man mie na na
di di e e ei ein k ge gen gi gi grimm i in ka la land
nat no no o on raſ re rog ſa ſa ſe ſe ſo ſpi ſta ta n
tan tant ti vel ſind 22 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und
End=
buchſtaben, beide von oben nach unten geleſen, einen Spruch ergeben
(ch — ein Buchſtabe).
Die Wörter bedeuten: 1 Göttin der Jagd, 2 Prophet, 3 Getreide,
4 Kirſchbranntwein. 5 Verbrechen gegen das Eigentum, 6 Volksganzes
7 Negerſtamm, 8 Wiſſenſchaft, 9 Name des Wolfes in der Fabel, 10 Sp0
niſche Provinz, 11 Glückbringeder Gegenſtand, 12 Bezeichnung einer
kleinen Inſel, 13 Weiblicher Vorname, 14 Erzählung, 15 Aufrührer,
16 Langſames Tonſtück, 17 Verzückung, 18 Geſtalt aus der griechiſchen
Mythologie, 19 Gemüſe, 20 Weiblicher Vorname, A1. Teil des Gauſes,
22 Nichtfachmann.
Aien 1
eam
dn i
nanur
ſen du
unen
dendro
Rläun
Uen Ante
er
Auflöfung der Rätſel aus Nr. 36:
Kreuzworträtſel.
Ein berühmter Dichter.
1. Feile, 2. Reiher, 3. Ja, 4. Tula, 5. Zu, 6. Regen, 7. Ei, 8. Uid
9. To, 10. er, 11. Ne. „Fritz Reſuter”
Fernſpr. 1, 2389, 2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verboteſ.
[ ← ][ ][ → ] Zie mer die Woch geläſe hott, ſin diß Johr unſer hoche
hörn Borjemaaſter roddeweis in Urlaab gemacht. Momendan
ſiyg rad die zwaa letzte drinn.
7o, was unſern Owwerowwer bedrifft, ſo is dem en
Ur=
ſagärchend in=ere menſcheleere Gäächend zu gunne, dann diß
FFol, die Kongräſſe all, die hadde was uff ſich, ſo was ſteckt ſich
no die Klaader, do geheeern Närfe dezu wie Batzeſtrick. — Un
wun unſern liewe Bux bedrifft, ſo wärd der ſich aach ärchend in
erm ille Winkel geflicht hawwe, net, um uff ſeine Lohrbiern zu
ruch ſundern um Zeit un Muſe zu finne, un in Ruh an ſeim
rrah ſundern um Zeit un Muſe zu finne, um in Ruh an neie
BRg ggde zu arweide.
Im iwwriche awwer ſteht, drotz dem fragwärdich ſcheene
Käder, alles widder ſo zimmlich im Geſchärr. Die Ferie,
mit=
ſcun em Urlaab, ſin gottlob ſcheints ſo weit glicklich
iwwer=
ſtone, un mer geht nei geſtärkt un voller Begeiſterung widder
am ei Haubtbeſchäfdichung, die wo bekanntlich dodrinn beſteht,
doßmer iwwer die ganz Wäld im allgemeine, iwwer die
ſemt=
liſch Rechierunge im beſunnere, un iwwer die deitſch Rechierung
im ſanz ſchbeziälle aus Leiweskräfte ſchimbfe dhut, an nix en
grid Fade leßt, mechlichſt grindlich am erwachende Deitſchland
ermworſchtelt, indem mer aus Brinzieb, un perſeenlicher
Iw=
zuheichung, un mit ächt deitſcher Grindlichkeid widdermol unner
enminer ſo unaans is, wie meechlich, un wie Hund un Katz
mit=
enmiier läbt, un ſich iwwer Freund, Stammesgenoſſe, Landsleid
unVeibsleid, Brieder un Schweſter, Baſe un Veddern, Linke un
Micte, Berliner un annern, un ſchließlich un endlich aach noch
irhyr ſich ſälbſt ſo ausgiewich wie meechlich ärchert, un zu allem
Soerdruß aach noch bombelegenderweis vun ſeim Recht der
fri Maanungsaißerung Gebrauch macht, un ſo e ſchee
Bei=
ſmegibt vun natzionaler Wirde un vun deutſcher Art un Weis,
zur Erbauung vun unſere verehrlichte Freunde, un zur
Bewun=
nurig for die ganz Wäld. ..
Himmel, Därke, Stärn, Ladärn, ich will jo gewiß nix
drſhwer ſage, dann geſchumbfe muß ſei, ſunſt dritt am ſchließlich
die Ball ins Blut. Un ich will mich däßhalb ſälwert net beſſer
mute, als ich bin, dann ich ſchimbf jo aach als emol nooch Strich
uufaden, wann aach ſchließlich net aus purer Gewohnheit, odder
ſoyſage „gewärbsmeßich”, um mei bißche Lebſucht damit zu
vaſene; ich brauch mich drum aach net wääche jedem Dreck
kinſt=
lühuffzurege un aus jeder Mick en Ellefant zu mache. Drotz
awfer un alldem waaß mer, daß ich mit meine A’ſicht net
hin=
min Bärch halte dhu, ſundern ſag, wie ich’s denk, un ſo gut
ic1 verſteh. Un däß hott aach ſchun en Blinder mitm Stäcke
gufihlt, daß ich gewiß mit Verſchiedenem net ganz eiverſtanne
büfun im Ernſtfall iwwer ärchend en heechere Bledſinn ſo recht
anhollem Härze ſchimbfe kann. Awwer ſo vernagelt un vun
So ſin alle gude Geiſter verloſſe bin ich dann doch net, daß ich
une zibilde dhu, ich kennt mit Bombe un ſo Art ſchlagkräfdiche
Mſdel mei Maanung gäldend mache. Ganz im Gäächedaal, ich
ſtthuff dem Standpunkt, daß es arch ſchlecht um die Sach ſteh
nnuſ, die wo mer ſozuſage „bombemeßich” dorchdricke will. Ganz
angſehe davo, daß dodorch im hechſte Fall unſer Aſähe un unſer
Aebudatzion im Ausland widder verſtumbiert wärd, drotz
„Guf Zäbbelien”, drotz „Bremen”, un wie die Werke deitſcher
Der zettgemäße Haushalt.
„Pflanzen, die das Ueberwintern in
bewohn=
tt;Räumen vertragen. Der Herbſt bringt für die
Haus=
fia und Blumenliebhaberin die große Sorge mit ſich: wo
über=
miere ich meine Pflanzen, die zum großen Teil im Sommer
Weunda und Fenſterſimſe ſchmückten. Da ein großer Teil von
iünn „Sommerblüher” ſind, bedürfen ſie der „Winterruhe‟. So
miſen z. B. alle Arten von Geranien, Pelargonien, Hortenſien,
FFuſien, Myrthen uſw. zum Ueberwintern in einen Raum von
gehmäßiger Temperatur von 5—10 Grad C kommen. Würden ſie
in inem Raume, in dem regelmäßig geheizt wird, Aufſtellung
finen, ſo würden ſie bei der darin herrſchenden höheren Tem=
Fhntur „vergeilen”, alſo ſog. Waſſertriebe anſetzen, ganz
abge=
ſſihn davon, daß die trockene Luft für ſie ſchädlich iſt. Hingegen
kbmen alle Pflanzen mit harten, lederartigen Blättern, wie Phi=
1bhndron, Aſparagus, Fieus, Blattbegonien, Gummi= und
Lor=
keebäume, Clivien uſw., denen ſich die meiſten Palmen und die
rhden Arten von Kakteen anſchließen, in geheizten Wohnräumen
Aiſtellung finden. Werden ſie wöchentlich einmal mittels
Zer=
ſffüber und lauem Waſſer von angeſetztem Staub gereinigt und
erſtſcht und nur mäßig gegoſſen, ſo erfreuen ſich die Pflanzen
Helbeſten Gedeihens und kommen gut durch den Winter. R. S.
Kleine Kniffe, die das Selbſtbügeln von
Her=
ve=Feinwäſche erleichtern. Dazu gehört vor allem
Ea richtige Verhältnis der Stärkemiſchung, denn bei zu dünner
Dehaffenheit derſelben bekommt die Wäſche nicht die gewünſchte
Seife”, und iſt ſie zu dick, dann kann ſie nicht in das Gewebe
oinringen und die Wäſche bleibt „lappig”. Beim nachfolgenden
Anden” der Kragen und Manſchetten löſen ſich die einzelnen
Lötfflagen voneinander und geben die bekannten unerwünſchten
Zaſen‟. Das richtige Verhältnis iſt 50 Gramm Stärke für ½
r Waſſer. Außerdem füge man noch ½ Teelöffel reinen Borax,
inpenig kochendem Waſſer gelcſt, ſowie etwas Stearin (im Not=
Aetwas abgeſchabte Kerze) der warmen Stärkemiſchung bei.
Averſchafft der Feinwäſche einen matten Glanz und das Eiſen
ſitet beſſer beim Plätten darüber und klebt nicht.
Rohe Krautſalate (eine wertvolle Zuſpeiſe zu fetten
liſchgerichten). Gekochter Rot= und Weißkohl werden von
bfindlichen Magen oft ſehr ſchlecht vertragen. Die
bekömm=
ben Nährſalze verändern ſich durch die Einwirkung der Hitze
w die Kohlfaſern, die Zelluloſe, wird durch dieſe ſchwer ver=
Alich. Ganz das Gegenteil iſt beim Krautſalat der Fall. Fein=
Rhnitten und mit Salz vermenat, daß die Zelluloſe mürbe
ucht, einige Stunden ziehen gelaſſen, mundet das rohe Kraut
reichlich Oel, Eſſig oder beſſer Zitronenſaft, geriebener dwie=
und Pfeffer gemiſcht, mit ſeinem Artgeſchmack ausgezeichnet.
An kann es, jede Sorte geſondert, aber auch einige miteinan=
*gemiſcht, zu Tiſch bringen und zur Abwechſlung geſcheibelte
Urbe Aepfel, Sellerie, rote Rüben, Möhren, Blumenkohl, Tel=
Der Rübchen, und recht weich gekochte, weiße Bohnen darunter
Nchen und die Salatſoße, die immer nur als kurze Soße
Geſchmack geben ſoll, durch Zucker oder Süßſtofflöſung fein
Kraft un Dichdichkeit haaße, un die wo beſſer for uns wirke, als
alle ſcheene Redde....
Naa, mit’m Krachmache allaans is es net gedha, ganz
ab=
geſähe davo, daß grad genug Krach gemacht wärd, wann aach
net bloß vun bollidiſche, ſundern aach vun ganz unbollidiſche
Knorrnkebb, wie e paar Hieweis zeiche, die wo ich letzthie uff
mein Wink mitm Scheierdor bedräffs dene Lautſchwätzer krickt
hab. Gewiß, die Bollezei, wenichſtens die Darmſtädter, hott jo e
ſchaff Aaag; es ſoll nor emol aans am Dag e Staabdichelche aus
em Fenſter ſchnicke. . . . Awwer nachts, do hott unſer Bollezei
ſcheints Stobbe in de Ohrn, dann neierdings kann mer widder
emol kaa Aag zudhu, for lauder Krach un Radau. Haubtſächlich
ſin’s nooch wie vor die Modorradfritze, die wo mit ihre
Knall=
bixe un Dunnerkäſte dorch die nächtliche Stroße raſſele, un gäwwe
Kräch vun ſich, daß mer aus em Bett fellt, for Schreck. Ganz
ab=
geſähe vun dene berufsmeßiche Nachtruhſtörer, die wo beim
Haamgeh weder’s Talent noch’s Maul halte kenne.
Ich mecht däßhalb de Vorſchlag mache, mer ſollt emol
bei=
ſpielsmeßich die Modorrad=Knallbrotze allmitnanner ohne
Aus=
nahm vierundzwanzich Stund lang in die Feſthall ſpärrn, un
ſollt’n die Ufflag mache, ſie miſſe mit ihre Knallbixe un Hubbe
un ſo aus Leiweskräfte ſoviel Krach mache, als iwwerhaubt
meechlich is. Dann mecht ich emol ſähe, ob ſe net nooch
vier=
unzwanzich Stund zimmlich zahme un fanadiſche Ahenger
vun=
ere meechlichſt geraichloſe Fahrerei ſin.
Was awwer die ſunſtiche berufsmeßiche Nachtruhſtörer
abedräffe dhut, ſo ſoll mer die emol e paar Nächt hinnernanner
in de Radhausſaal ſpärrn, un ſoll en dorch e Dutzend
Laut=
ſprächer ſemtliche Redde vorbrille loſſe, die wo unſer Stadträt
im letzte halwe Johr gehalte hawwe. Zwiſchenei kennt mer,
da=
mit ſe net eiſchlofe dabei, noch e paar Drehorjele zur
Uffmun=
derung ſpiele loſſe. Ich fräß en Raiſerbäſem mit ſiwwe Ring,
wann ſe nooch däre Kur im Radhausſaal net in ſich geh, un
kimfdichhie die Nachtruh vun ihre Mitberjer räſchbäckdiern.
Daß awwer neilich mir mei Nachtruh geſteert is vorrn, un
daß ausgerächent ich die Strof defor krickt hab, däß is e
Unge=
rächdichkeid ſondergleiche. Un däß war ſo: alſo, neilich nachts,
wie widdermol ſo e paar berufsmeßiche Bettſchoner ausgerächent
vor meim Haus erum kragehlt un gemault hawwe, do hab ich,
weil es ſchimbfe nix genußt hott, de erſt en Kiwwel voll Waſſer
enunner gebaaft. Dodruffhie hawwe ſe awwer noch mehr Krach
gemacht. Gut, dacht ich, ich kann aach noch e ſchwererer Geſchitz
uffahrn loſſe, un hab die Kräätſcher mit Blumeſchärwe, Panne
un Dibbe bombardiert. Un däß hott geholfe, wie de Blitz warn
ſe fort. Nadierlich, däß Bombardement hott en Mordskrach
ge=
macht, die Nachbarſchaft is räwwällich worrn, un wie ich uff die
Gaß enunner bin, um mei Sach zuſammezuläſe, do is aach ſchun
en Schutzmann kumme, was los weer . . . 8 weidere kann mer
ſich denke, nemlich ich hab en Strofzeddel krickt, wääche nächtlicher
Ruheſtörung, un die wo dro ſchuld gewäſe ſin, ſin ſtroflos
aus=
gange. Is däß aach e Gerächdigkeit. —
Freilich, wann dogääche aaner Hindemith haaßt, un ſetzt
den Krach in Muſick, un bild ſich ei’, däß weer was „Neues vum
Dag”, un er nennt den Krach e „luſtig Ober”, ſo wärd der net
nor net geſtroft, ſundern bejuwelt, wie ich’s die Woch im Theater
miterläbt hab. — Mir henkt däß nadierlich zu hoch, dann vun
Muſick verſteh ich nix un halt’s in dem Fall mitm Willäm
Buſch. — — Mei ſärriöſe Kolleeche behaubte allerdings, der
Hindemith weer e ſchennialer Kommboniſt. Du liewer
Gott, wann ich denk, was in de letzte Johrn am Theater alles
mit dem Aſpruch uff „Schennialidhät” iwwer die Brädder gange
is, wodevo mer heit kaum noch was waaß. . . . Un wann ich
mer annerſeits ſag, daß wääche ſo=eme bißche „Luſtigkeid”
ſozu=
ſage die ganz Theatermaſchinnerie in Beweechung geſetzt udß
warrn, un de Kabällmaaſter hott gornet genug Aage un Hend,
um den ganze muſikaliſche Klummbatſch einigermaße
zuſammezu=
halte, un die Kinſtler reiße ſich kramfhaft ſemtliche Baa aus, un’s
Rösche Landwehr liggt ſogar, ſo, wie ſe Gott erſchaffe hott, mitte
uff de Biehn in ere Badbitt un weſcht ſich, un die ganze Leit
gucke=rer zu . .. alſo, wie geſagt, wann ich mer däß iwwerleg,
dann mecht ich ruffe:
„Zudritt, Zudritt, Zudritt nehmen meine Herrſchaften!! —
Das muß man geſähen haben, da muß man hineingedräten
ſein ...
Bieuche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Weil mer in obigem grad am
ſchimbfe ſin. Alſo iwwer die Zukunft Darmſtadts is mer ſich
doch nu endlich im klare, un waaß, daß es nor aans gäwwe
kann, nemlich däß, aus unſerm liewe Städtche die „vornehme
Wohnſtadt” zu mache. Aſätz ſin bereits vorhande, awwer ſcheints
hott mer ſe widder falle geloſſe, wenigſtens was däß
neierſchloſ=
ſene Willevärdel „Staabärch” bedrifft, däß wo mer wohl in
Zu=
kunft Willevärdel „Senkkaſte” haaße kann, wenn mer net grad
Willevärdel „Puhlkaut” ſage will. Awwer ich will’s richdich ſage.
Alſo bekanntlich hott ſich als erſter Anno 1922 unſer
Borjer=
maaſter Ritzert dort owwe a geſiedelt. Selbſtverſtändlich hott
er ſich aach e Puhlkaut baue loſſe miſſe, uff eiche Rächnung, weil
däß Värdel noch net „erſchloſſe” war. Die nechſte Aſiedler
hawwe’s äweſo mache miſſe. Jetzt awwer, wo doaus gebaut
wärd uff Deiwel kumm raus, do hott die Stadt gedenkt, halt,
do miſſe mer Kannaliſatzionsmaßnahme dräffe, un hott beim
diß=
jehriche Vora’ſchlag den entſprächende Betrag ei geſetzt. Bevor
mer awwer an die Ausfiehrung gange is, hott mer die
Alt=
aſiedler zuſchußpflichdich mache wolle. Die hawwe nadierlich
mit=ere konnſiliande Handbewegung erklärt — bidde, mir hawwe
Senkkäſte, un dobbelte Koſte — naa ſo dick ham=mer’s net.
Was dhu: mei Stadt? — Sie erkleert eifach, die Alicher wollte
jo kaa Kannaliſatzion un hott vermudlich den bereits a geſetzte
Bedrag for annere Zwäcke verbummbeidelt (do ſin ſe jo groß
drin). Jetzt wärd dene weidere Aſiedler am Staabärch nix
iwwrich bleiwe als äwenfalls ſich for ihr „Bedirfniſſe”
Senk=
käſte — uff gud deitſch: Puhlkaude — zu baue. Uff die Art
end=
wiggelt ſich Darmſtadt langſam zu=ere „vornehme” Wohnſtadt. . .
Un weidere Grund zum Schimbfe is dann noch die
Schul=
gälderheehung mitte im Bedriebsjohr. Awwer do ſag ich weider
nix als wie: wo ſin die Elternbeirät . . . ?
ſüßſäuerlich abſchmecken und mit verſchiedenen feinen Kräutern
würzen, über deren Beigabe der eigene Geſchmack entſcheidet.
Feine Tomatenſuppe. 1 Pfund reife Tomaten ſetze
man halbiert mit 1 Stückchen Zitronenſchale und einer
blüten=
loſen Gewürznelke mit Waſſer bedeckt zum Kochen auf. Streiche
ſie dann durch ein Haarſieb und verdicke das Fruchtmark mit
wenig Kartoffelmehl, ſchmecke es mit Salz, 1 Teelöffel Butter,
Zitronenſaft und wenig Zucker ab und ſerviere mit in Butter
geröſteten Semmelbröckchen.
L.
Schinkengefüllte gebackene Tomaten. Dazu
wähle man recht große, feſtfleiſchige Tomaten, die man halbiert
und aushöhlt. Dann wiege man gekochten Schinken recht fein,
vermiſche ihn mit etwas Tomatenmark und feingewiegter
Peter=
ſilie, fülle damit die Tomaten, beſtreue ſie mit Pfeffer und Salz
und dünſte ſie in einem Tiegel, mit Butter übergoſſen, 15—20
Minuten. Vor dem Servieren ſtreue man geriebenen
Parmeſan=
oder Schweizerkäſe darüber und reiche ſie als Vorſpeiſe oder zu
H.
dickem Reis oder Makkaroni.
Feine Steinpilzſuppe. 150 Gramm friſche geputzte
Steinpilze wiege man grob, dünſte ſie in 40 Gramm Butter gut
durch, ſtäube 50 Gramm Weizenmehl darüber, fülle das Ganze
mit 1 Liter Fleiſchbrühe oder heißem Waſſer auf und laſſe die
Suppe ½ Stunde langſam kochen. Zuletzt ſchmecke man ſie mit
Salz und 1 Teelöffel feingewiegter Peterſilie ab.
Suppe von Holunderbeeren. ½ Pfund entſtielte
Holunderbeeren ſetze man mit Waſſer bedeckt und mit 1 Stückchen
Zitronenſchale zum Kochen auf. Streiche ſie dann durch ein
Haarſieb und verdünne evtl, noch mit Waſſer. Nochmals erhitzt,
binde man die Suppe mit etwas Kartoffelmehl, ſchmecke ſie mit
Zucker, 1 Teelöffel Rum und 1 Teelöffel friſcher Butter ab und
ſerviere ſie mit eingebrocktem Zwieback, Mürbeplätzchen, Kekſen,
Suppenmakronen oder mit in Butter goldgelb geröſteten Sem=
V. . . a.
melbröckchen.
Speiſen=Zettel.
Sonntag: Steinpilzſuppe, Kalbfrikaſſee im Reisrand,
Pfir=
ſiche. — Montag: Fleiſchgefüllte Krautwickel. — Dienstag:
Königsberger Klopſe mit Gurkenſalat. — Mittwoch:
Schinken=
gefüllte gebackene Tomaten, Mandelflammerie. —
Donners=
tag: Hammelragout mit Kartoffelmus. — Freitag:
Fiſch=
rouladen mit Tomatenſoße, Rotkrautſalat. — Samstag:
Ge=
müſe von Pfifferlingen mit Bratkartoffeln.
II
Humor
Hanz nach Wunſch. „Das iſt doch ein gutes Reſtaurant, nicht
r2” ſagte der Gaſt zu dem Kellner, der ihn eben bedient hatte. „Ja,”
vortete der Kellner ſtolz, „wenn Sie ein friſches Ei beſtellen, ſo
be=
men Sie bei uns das friſcheſte Ei in der Welt. Wenn Sie eine
ſſe Kaffee beſtellen, ſo bekommen Sie bei uns die beſte Taſſe Kaffee
„Ach, jetzt begreife ich. Ich habe ein kleines
der Welt
nitzel beſtellt.
Der Heru im Haufe. Er: „Ich werde dir gleich zeigen, wer hier
er im Hauſe iſt!” Sie: „Das geht heute nicht; lie hat ihren Aus=
„Freut mich ſehr, Herr Smith, Sie kennenzulernen. Ich habe
ſchon wiel von Ihnen gehört.”
„So?. Aber Beweiſe liegen gegen mich nicht vor!“
(„The Gumoriſt”.)
Abkühlung. „Wenn Sie mich nicht heiraten wollen, ſpringe ich ins
Meer!” „Ach warten Sie doch einen Augenblick, ich will nur mein
Badekoſtüm anlegen — dann komm’ ich mit.”
Der kluge Hans. Ein Reiſender mietete eine Droſchke, um über
Land zu fahren. Man war noch nicht weit gekommen, als man an
einem Hügel anlangte. Ehe der Anſtieg begann, ſtieg der Kutſcher vom
Bock und öffnete die Wagentür. „Was iſt denn los?” fragte der
Rei=
ſende. „Wir ſind doch noch nicht am Ziel.” „Freilich nicht,” ſagte der
Kutſcher. „Ich will bloß meinem Hans was vormachen. Wenn ich die
Türe aufmache, denkt er, Sie wären raus, und rennt in einem Hui
hinauf.
Ferienerfahrung. „So ein Hotel, wie das, in dem wir gewohnt
haben, habe ich noch nicht geſehen,” erzählte der Heimgekehrte von ſeiner
Ferienreiſe. Da behandeln ſie das Federvieh beſſer als die Gäſte.”
Ja, wieſo denn?” „Nun, das Federvieh wird wenigſtens nicht bei
lebendigem Leibe gerupft.”
Triumph der Chemie. „Was iſt die höchſte Leiſtung, die die Chemie
der Welt geſchenkt hat?” „Blondinen.”
Beſonderes Pech. „Was iſt denn nun mit dem Markſtück geworden,
das Ihr Junge verſchluckt hat?” „Oh, das war ſehr traurig.” „Haben
Sie es denn nicht wieder bekommen?” „Ja, aber als es herauskam,
war es gefälſcht.”
Hinc illae lacrimae. „Sie brauchen einen Wechſel in Ihrer
Er=
nährung,” ſagte der Arzt zu dem Kranken. „Aber dadurch bin ich ja
gerade ſo heruntergekommen,” jammerte dieſer. „Wieſo denn?” „Wir
hatten ſechs Köchinnen in den letzten drei Monaten.”
Allzuviel iſt ungeſund. Als ein junger Dichter einem Mitglied des
Weimariſchen Herrſcherhauſes Verſe voll übertriebener Schmeicheleien
widmete, ſagte Goethe: „Es iſt viel Zucker darin; die Fürſten haben
es zwar gern, wenn man ihnen Zuckerpflanzen überreicht, aber mit
Zuckerhäten wollen ſie ſich doch nicht bewerfen laſſen.”
Das Hauskleid
das im Sommer eigentlich weniger Bedeutung hat
und gegenüber den Pyjamas, die den Vorteil
bie=
ten, auch für den Strand verwendet werden zu
können, während der warmen Tage ſtark in den
Hintergrund tritt, begegnet im Herbſt immer
wie=
der geſteigertem Intereſſe, weil an den kühlen
Abenden der Uebergangsſaiſon nichts angenehmer
iſt als in ein bequemes Hauskleid zu ſchlüpfen,
das gut ausſieht, reſtlos bequem iſt und die
Fi=
gur in keiner Hinſicht beengt.
Für dieſen Zweck will man natürlich in der
Regel nicht viel Geld aufwenden, ſondern ſetzt
ſeinen ganz beſonderen Ehrgeiz darein, mit
vor=
handenen Mitteln oder geringfügigen
Neuanſchaf=
fungen etwas Nettes zuſammenzuſtellen.
Das Material ſpielt ja hier eigentlich eine ſehr
untergeordnete Rolle und man kann verwenden,
was man eben zur Verfügung hat, denn wichtig
iſt immer nur die gute Geſamtwirkung.
War ehemals ein Hauskleid in ſeinen Details
ſehr ausgeführt, alſo mit Rüſchen, Bändern und
Stickereien überladen, ſo hat ſich der Geſchmack
während der letzten Jahre gerade ins Gegenteil
verwandelt; auch in dieſem Falle wünſcht man
nämlich grenzenloſe Einfachheit und würde einen
komplizierten Schnitt oder eine aufdringliche,
un=
beſcheidene Garnierung zweifellos ablehnen.
Wer aber auf ſtarke Wirkungen Wert legt,
(die gerade bei Hauskleidern keineswegs als Fehler
angeſehen werden, ſondern ſehr beliebt ſind) wird
ſie niemals aus der Garnierung, ſondern aus dem
Materiale holen, alſo Gewebe verwenden, die
an ſich ſchon dekorativ ſind.
Die verſchiedenen bunten Materialien, die man
heuer zu ſehen bekommt, beſonders die vielen
in=
tereſſanten Waſch=Samte werden hier ſicherlich
gerne gefehen ſein, umſomehr als die neuen,
far=
benfrohen Blumenmuſter in ihrer ausgezeichneten,
ſtiliſierten Ornamentik jedermann zu feſſeln
im=
ſtande ſind. Da aber dieſe buntdeſſinierten Gewebe an ſich
ſchon von ſtarker Wirkung ſind, muß man auf jedwede fremde
Garnierung verzichten und greift zu der ſchlichten Mantelform,
die ſich hier ganz entſchieden am beſten präſentiert. (In unſerem
Anprobieren und auswählen.
Eine Frau ſchreibt dazu:
Es läßt ſich nicht hinwegleugnen, daß die Schneiderin bei
der Anprobe ein ſehr gutes Bild über den Charakter ihrer
Kun=
din gewinnen kann! Jeder Frauentyp gibt ſich anders bei der
Anprobe und man kann etwa drei verſchiedene Kategorien
unter=
ſcheiden. Die einen gehen zur Schneiderin aus Langeweile,
mäkeln hier und da und ſind die unangenehmſten, aber
meiſten=
teils gutzahlende Kundinnen. Die zweite Gruppe legt Wert auf
gute Kleidung, ſie kauft ſicher und ſchnell, verfügt über einen
vorletzten Bilde zeigen wir ein ganz einfaches Hauskleid, das
ſeine Wirkung ausſchließlich aus der Art des Materiales holt.)
Die die Kontraſteffekte in der herbſtlichen Mode überhaupt
vielfach Beachtung finden, wird es nicht wundernehmen, wenn
geübten Blick und läßt ſich nicht überreden. Dieſe Kundinnen
aufen aus Notwendigkeit und nehmen wohl moderne, doch ſolide
Konfektionsſtücke. Die dritte Gruppe nimmt alles, was
ange=
prieſen wird, geht zu kleinen Schneiderinnen, hat ſelten guten
Geſchmack, nörgelt deshalb nie und ihre Vertreterinnen ſind jene,
denen Ladenhüter leichter „aufgehängt” werden können, als
an=
deren Käuferinnen.
Die Frau, die an allem etwas auszuſetzen hat, kleidet ſich
immer nach dem „dernier eri”. Sie kann es ſich leiſten. Sehr
oft kommt es jedoch vor, daß ſie nur ſo tut, als verfüge ſie über
die nötigen Mittel und die Schneiderin hat außer den Mäkeleien
auch noch das Nachſehen in finanzieller Hinſicht. Es iſt der Typ
man auch das Hauskleid auf dieſe Art der Wirkung
einzuſtellen verſucht. So zum Beiſpiel dürftem
Schwarz=Weiß, Schwarz=Roſa, Blau=Weiß, Dunkel= mu
blau mit Hellblau, Rot mit Beige, Blau mit
Grau uſw. ganz bedeutende Erfolge werden.
Unſere letzte Skizze bringt einen ſehr
vorneh=
men Schlafrock, der ſchon die für den Herbſt neue
gewickelte Linie andeutet. Die obere Partie wirg
infolge der breiten, gebundenen Gürtelpaſſe leichn
gebluſt, der untere Teil iſt überſchlagen und
ſeit=
lich glockig gerafft. Ein breiter, reversartig
ge-
ſchnittener, hell ausgeſchlagener Schalkragen iſt
außerordentlich elegant und ſtimmt mit den
Man=
ſchetten der weiten Aermel über ein. Für einem
ſolchen Schlafrock eignet ſich ſowohl Seide
wis=
auch ein dünner Wollſtoff ſehr gut.
Das Hauskleid aus Samt war bekanntlich ſeitz
jeher ſehr beliebt und wird heuer noch viel
häu=
figer zu ſehen ſein, doch will man ihm in
den=
meiſten Fällen nicht mehr die durchaus
ſchlafrock=
ähnliche Form, ſondern mehr den Charakter eines=
Kleides geben, weil man auf dieſe Weiſe ein Stückk
gewinnt, das auch in Frage kommt, wenn
man=
eine kleine, intime Geſellſchaft im eigenen
Heim=
empfängt. Bild 2 bringt ein ſchlichtes aber
wir=
kungsvolles Stück dieſer Art aus einem ſchönen,,
paſtellfarbenen Waſchſamt. Der Oberteil
wird=
durch einen breiten Kragen aus gerüſchten Valen=;
ciennes=Spitzen garniert. Die Aermel ſind
kelch=
förmig angeſetzt: in den Rock werden Keile
einge=
arbeitet, die ihm die entſprechende Weite und
neu=
modiſche Form geben. Anſtelle des Gürtels nimm
ſich eine gedrehte Seidenſchnur in der Farbe des
Samtes ſehr gut aus und wird mit
Poſamenten=
quaſten beſetzt.
Wie man weiß, ſind auch Streifen heuer ein ,ℳ und
ſehr weſentlicher Beſtandteil der neuen Mode und
darum auch in der Hauskleidung vielfach zu
fin=
den. Hier kann man Ton=in=Ton=Effekte ganz vor=
2
trefflich zur Geltung bringen, beſonders das
mo=
derne Braun präſentiert ſich mit einem hellen
Beige ſehr gut, aber auch Dunkelblau mit
Hell=
blau, Schwarz mit Grau, Beige mit Schwarz u. dgl. mehr ſehen
immer vornehm aus. In unſerem erſten Bilde zeigen wir ein
Hauskleid aus einem hellen Gewebe mit in der Breite abgeſtuften
dunkleren Querblenden garniert, die ſich am Aermel wiederholen,
der Kurtiſane, der hyſteriſchen und der äußerlich veranlagten
putzſüchtigen Frau.
Die zweite Kategorie hat Sinn für Aeſthetik, Zweckmäßigket
und ſie weiß, daß Schneiderinnen auch Menſchen ſind. Sie for
muliert ihre Wünſche präcis, weil ſie weiß, was ſie will. Die
dritte Gruppe iſt die ärmliche Frau, naiv, unerfahren, ohne Ta
lent zum Schauſpielern. Viel Geld hat ſie nicht und kauft darum
das billigſte, um bekleidet zu ſein. Aber es fehlt ihr der Sinn
für Oekonomie und Aeſthetik. Das Leben lebt ſie, weil es gelebt
werden muß!
Anproben geben eben Proben vom Charakter der Frau und
Kleiderhüllen verhüllen nicht immer das wahre „Geſicht”,
Das Stoffkleid
ehemals das Um= und Auf= jeder Garderobe blieb
wie man weiß, jahrelang in mobiſcher Verbannung.
War es der Drang nach Luxus, der dem
Sei=
denkleide ſo große Erfolge brachte oder der Wunſch
der Frau, um jeden Preis ſchlank zu erſcheinen und
alles zu vermeiden, was die Figur auch nur um
ein Millimeter auftragen konnte? Niemand weiß
es! Tatſache iſt nur, daß das Stoffkleid einer
er=
ledigte Sache war.
Erſt die kommende Saiſon ſcheint es wieder in
den Vordergrund zu rücken und es gibt wohl
kei=
nen einzigen der maßgebenden Modeſalons, die
ſich für das Stoffkleid nicht intereſſieren und ſich
dafür mit ganzer Kraft einſetzen würde.
Faſt macht es den Eindruck als wollten die
großen Häuſer beweiſen, wie verfehlt es war,
fo lange Zeit hindurch das Stoffkleid abzulehnen,
denn die letzten Schaffungen, die man zu ſehen
bekommt, ſind in jeder Hinſicht gelungen.
Der große Fehler, der ſeinerzeit begangen
wurde und darin beſtand, das Stoffkleid zu
„ſchwer” zu arbeiten, ihm alſo die graziöſe Note
vorzuenthalten, iſt längſt erkannt worden, die
Ge=
webe, die zur Verarbeitung gelangen, entſprechen
dem gewählteſten Geſchmacke und ſind ſehr weich
und ſchmiegſam, ſo daß das moderne Stoffkleid
nicht weniger graziös wirkt wie ein Seidenkleid.
Mit ſeinem Wiedererſcheinen wird übrigens
einem argen modiſchen Unfuge geſteuert, denn man
ſah während der letzten Saiſons nicht ſelten
Sei=
denkleider zu Gelegenheiten tragen, die unbedingt
eines Stoffmodells bedurft hätten, während das
Seidenkleid beinahe lächerlich wirkte.
Ganz beſonders die Trotteurmode erfährt ja
damit eine ſehr beachtenswerte Bereicherung.
Die Gewebe, die hier Verwendung finden,
ſind in der Art, Farbe und Struktur ſehr flott.
Meiſt handelt es ſich um poröſe Stoffe, die dem
„
jetzigen Modeempfinden am nächſten kommen und
Aafn
auch ſehr apart ſind. Winterliche und doch leichte
Materialien in Fresko und Panamabindung
ge=
fallen ſehr gut und werden durch die ſchicken,
neuen Modefarben vortrefflich zur Geltung gebracht. Das
ſport=
liche Stoffkleid, das für Trotteur= und Strapazzwecke
herange=
zogen wird, iſt in ſeiner Farbe immer neutral, während ſich das
nachmittägliche Kleid auch lebhafterer Modetöne bedienen darf.
Da ſieht man denn auch ein ſchönes Roſtrot in herbſtlicher
Schat=
tierung, ſehr, ſehr viel Braun, auch Flaſchengrün, das ſchon
lange nicht in Mode war, dann ein Pflaumenblau, das ſehr gut
kleidet und endlich Lila, dem nun nicht mehr das Odium des
„Alt=machens” anhaftet, da man es letzten Endes
als aparte Modeſchattierung, die auch für junge
Damen in Frage kommt, anerkennen mußte. (
Na=
türlich handelt es ſich hier immer um das rötliche,
lebhafte Biſchofslila, das ſich in jedem Salon
vorzüglich ausnimmt.)
Um über die Möglichkeiten der Stoffkleid=
Mode einen Ueberblick zu geben, haben wir einige,
in jeder Hinſicht empfehlenswerte Skizzen, in
un=
ſerer Gruppe feſtgehalten.
Ein elegantes, ſportliches Modell in einer
Mittelfarbe iſt im vorletzten Bilde zu ſehen. Tief
eingelegte Falten, die am Oberteile ſchräg laufen
und feſtgeſteppt werden, alſo wie Blenden wirken,
fallen im unteren Rockteile loſe auf und ergeben
den Charakter des „klaſſiſchen” Kleides, dem ſich
die Herrenfaſſon des Kragens anpaßt.
Garnierungen ſind heuer verhältnismäßig
ſel=
ten; nur hie und da begegnet man Borten oder
Poſamenten=Effekten als Beſatz, ab und zu auch
feinen Stickereien in matter Perlen= oder in
Apb=
likationsmanier, während die Maſchinſtickerei
abio=
lut in den Hintergrund getreten iſt.
Im letzten Bilde bringen wir ein ſchönes,
eng=
anliegendes Stoffkleid mit tief=anſetzenden,
glolt=
kigen Volants. Die gerade Bahn iſt mit
wellen=
förmigen Bortenpartien in der Farbe des
betreſ=
fenden Stoffes geputzt. Den gleichen Effekt
brin=
gen die ſchmalen Aermel. Beachtenswert der
fünfeckige Ausſchnitt, der ſich in der herbſtlichen
Mode häufig wiederholt.
Eine aparte Applikationsarbeit iſt für das in
der zweiten Skizze feſtgehaltene Stoffmodell
ver=
wendet, das mit ſeinem überkreuzten Oberteil und
den aus den geſtrickten Taſchen hervorkommendel
glockigen Flügeln auch für ſtärkere Figuren i
Frage kommt.
Die Verbindung einer langen Kaſak mit einem
glockigen Rocke iſt eine beliebte Zuſammenſtellung
der Herbſtmode. Der Oberteil wird in dieſem Fale
mit Borten oder Poſamentenſchnüren (Bild 1
benäht, oder aber — falls es der betreffende Stoll
ſeiner Struktur nach geſtattet — an deren Stelle
mit fadengezogenen Ajours garniert. Gerne trag:
man zu einem Stoffkleide kunſtgewerblichen Schmug
aus farbigen Holz= oder bunten Glasperlen. Die verſchiedene‟
farbigen Kriſtallketten gefallen ganz beſonders gut und gebe‟
der ganzen Aufmachung — wenn man ſie als Hals= und Akme
Willy Ungar.
ſchmuck verwendet — eine aparte Note.
hrernt 10
nter
des Bell
[ ← ][ ][ → ]ſimmer 256
Sonntag, den 15. Oeptember 1929
Seite 23
re Lebensgeſchichte eines Silberfuchſes.
Von Erneſt Thompſon Seton.
(Berechtigte Ueberſetzung von Max Pannwitz.)
Nachdruck verboten
zo wanderte unſer Domino von einem Farmhaus zum
an=
deien trotz der unvermeidlichen Hundeplage. Auf zwei
ver=
fchſzſterte Weiſen verfuhr er dabei. Die eine wandte er an, wenn
er ie ſichere Zufluchtsſtätte hatte, dann näherte er ſich mit der
gwöfeni Stille und Behutſamkeit; die andere, wo ein Hund zu
füinen war. In dieſem Fall ſtellte er ſich in einiger Entfernung
ayuund bellte herausfordernd. Kam der Hund dann heraus,
ſornuhte ſich Domino davon. Blieb alles ſtill, ſo wußte er, der
Höu war irgendwo innerhalb der Mauern des Hauſes. Er
ſchelt ſich an und plünderte die Räume, die offen ſtanden. Die
baſtBeute war natürlich ein fettes Huhn, das ein einziger Biß
inm dn Hals für immer zur Ruhe brachte. Aber er nahm mit
alle fürlieb, was ſich fand, von der Brotkrume, die man den
Höihern vorgeworfen hatte, bis zu der toten Ratte, die ſich im
Körſpeicher hatte fangen laſſen. Auch die Brocken vom
Schweine=
trngverſchmähte er nicht, und mehr als einmal, wenn Not an
dom Fuchs kam, ſpielte er den verlorenen Sohn und füllte ſich
dein Bauch mit Trebern, die ſonſt die Säue fraßen.
Faſt immer fand er ſeinen Tiſch irgendwo gedeckt; jedoch
füüngute Mahlzeiten in der Woche braucht man mindeſtens, um
rum zu bleiben, und der Winter dauerte an.
VII.
Domino findet eine Gefährtin.
Kein wildes Tier ſtreift ziellos durch das Land. Alle haben
eiſne Gegend, in der ſie ſich zu Hauſe fühlen, einen Jagdgrund,
dan ſie als ihr Eigen anſehen, für den ſie kämpfen und auf
domſie jeden andern ihrer Art als Eindringling betrachten. Die
Eßſgrung lehrt, daß der Jagdbereich eines Fuchſes in hügliger
Geand etwa zehn Geviertkilometer umfaßt. Wahrſcheinlich iſt
den ine nicht ausſchließlicher Beſitzer. Andere Fuchsbezirke mögen
im ſinen übergreifen, aber mit dieſen ſtändigen Nachbarn wird
emhld bekannt; er weiß, wie ſie ausſehen und wie ihre Fährten
riſchn, und ſie gehen achtlos aneinander vorüber. Ganz anders,
wum ſich ein Fremder im Bezirke ſehen läßt. Dann gilt als
Gndgeſetz:
Macht iſt auch Recht.
Weg! oder s geht dir ſchlecht!
Als der Schneemond ſchwand, da fühlte ſich der
Domino=
frutz in ſeinem königlichen Pelz und im Stolze ſeiner Kraft
rech einſam. Manchmal ſetzte er ſich wohl, von dieſer neuen
Shſucht nach Geſellſchaft getrieben, unweit eines Bauernhofes
auufeine Erdſchwelle und horchte auf die Hunde oder lockte ſie
auch hinter ihm herzulaufen. Oder er ließ ſich bei Mondſchein auf
dum Gipfel eines Hügels nieder und ſtieß ein langgezogenes
kla=
gumſes Bellen aus, das die Männer der Feder das
Fuchsrüden=
geſhel und die Jäger den einſamen Schrei nennen:
Jap, jap, jap, jap, jurrrrr—jioh,
Jap, jap, jap, jap, jurrrrr—jioh —
Er ließ es eines Nachts im Hungermond hören, und obwohl
es nur ein unwillkürlicher Ausbruch war, horchte er doch auf
die Antwort, die er nicht erwartete, und empfand ſeine
Einſam=
keit um ſo mehr, weil er ihr Ausdruck gegeben hatte.
Bei den Menſchen hieß jetzt der Monat Februar; des
Win=
ters Macht war ein wenig gebrochen, aus Südoſt wehte der Wind
mild und feucht, und in ihm kam die geheime Kraft, das „
Lenz=
gefühl”, und gab dem dunklen Antrieb im Herzen Geſtalt und
dem Gefühl eine Wärme, die ſchwelendes Feuer zur Flamme
entfacht.
Jap, jap, jap, jap, jurrrrr—jioh,
Jap, jap, jap, jap, jurrrrr—jioh —
Er ſang’s von neuem, und als er mit ſeinem immer friſchen
Auge umherſpähte, ſah er einen Schatten über ein fernes
Schnee=
feld huſchen und verſchwinden Er muſterte ihn mit geſpitzen
Weihe dalne: Uaroredont
Ohren und ſchielenden Augen; jetzt fuhr wieder ein Schatten,
aber, diesmal näher, über den Schnee, und Domino ſprang auf,
um der Sache auf den Grund zu gehen.
Ein Menſch kennt alle ſeine Nachbarn ihrem Ausſehen nach,
und bei einer kleinen Veränderung des Aeußeren weiß er
manch=
mal nicht, tvoran er ift. Der Fuchs hat’s weit beſſer. Er kennt
ſeine Nachbarn an ihrem Fährtengeruch, ihrem Körpergeruch und
an ihrem Ausſehen. Das alles kann ſich nicht auf einmal ſo
ändern, daß er nicht Beſcheid wüßte. In ein paar Herzſchlägen
fand Domino die Spur des zweiten Schattens, und ſeine
un=
trügliche Naſe ſagte ihm: „Das iſt der Spurgeruch des
Blazor=
fuchſes, der oben am Shawban wohnt.‟ Dieſer Fuchs hatte hier
ein altes Jagdrecht; ſo lief Domino weiter. Er fand die zweite
Spur, die des erſten Schattens, und die Kampfluſt regte ſich ſofort
in ihm „Es war die Fährte eines fremden Fuchſes, eines
Ein=
dringlings, und ſchleunig jagte er der Spur nach. Aber während
er, der Naſe folgend, auf der Fährte ſchnuppernd dahinlief,
er=
ſtarb immer mehr der Zorn in ſeiner Bruſt. Ein andres Gefühl
überkam ihn; er war einſamer als je; immer eifriger wurde ſein
Renuen, denn ſeine unfehlbare, wunderbare Führerin, ſeine Naſe,
ſagte ihm: „Eil’ dich; das iſt das Ziel deiner Sehnſucht; dies iſt
die Spur — einer Füchſin!“
Eifrig ſprang er dahin, aber wieder kam er auf die Spur des
Nachbarfuchſes, der offenbar ebenfalls die Fährte der Füchſin
verfolgte. Was für ein neues Gefühl ergriff den Domino!
Kinderwagen aller Art, nur im Spezialgeschätt
2. Donges & Wiest, Elisabethenstraße 25 ½9
Eben erſt hatte er die Spur des Nachbars mit größter
Gleich=
gültigkeit gekreuzt, und was empfand er jetzt! Maßloſer Haß
erfüllte ihn, und ſeine Mähne ſträubte ſich von den Ohren bis
zur Schwanzwurzel. Drei oder vier Felder weiter ſtieß Domino
auf die beiden. Doch gab’s zwiſchen denen weder Wettlauf noch
Kampf, „nicht Frieden war’s, nicht Krieg zu nennen‟. Der
An=
kömmling, eine kleine Rotfüchſin mit feiner, weißer Halskrauſe,
wollte weiterlaufen. Blazor folgte und wollte ſie ſchnell über=
holen, als ſie ſich wandte und nach ihm ſchnappte. Er ſprang
zurück, ſchnappte aber nicht gegen ſie. So gingen ſie im Zickzack
dahin, und Domino fühlte, als er herankam, noch heißer Zorn
und Verlangen in ſeiner Bruſt aufwallen. Er hatte die dunkle
Empfindung, er habe einen Anſpruch auf Schneekräuschens
Zu=
neigung, und war nicht wenig beſtürzt, als ſie ihn noch mehr als
ſeinen Nebenbuhler zu ſcheuen ſchien. Domino wandte ſiech mit
boshaftem Knurren gegen ihn; der andere warf ſeinen Schweif
in die Höhe und trat ihm, ebenfalls knurrend und ſeine ſcharfen
Zähne fletſchend, entgegen.
Einen Augenblick ſtanden ſie ſich ſo gegenüber. Das benutzte
die Kleine und machte ſich fort. Die Nebenbuhler folgten ihr
ſchnell und drohten einander beſtändig im Laufen, aber Domino
hatte die Ausreißerin zuerſt überholt. Sie blieb ſtehen und
knurrte ihn etwas an. Blazor war auf der andern Seite, und
Schneekräuschen wie Domino drohten ihm. Jetzt gerieten die
Nebenbuhler aneinander. Blazor kam auf den Boden zu liegen
und ſchnadpte mit den Zähnen. Domino ſtand über ihm, tat
ihm aber nicht viel zuleide. Schneekräuschen lief davon. Wieder
folgten die beiden, auf jeder Seite einer, und bellten einander an.
Doch wann hat je das weibliche Herz der Tapferkeit im
Verein mit der Schönheit widerſtehen können? Während ſie
über das Gefilde trabten, ſchwang ſich die Verfolgte von Blazor
weg und ein wenig näher dem Silberfuchs zu. Alle hielten an
und ſtanden einander gegenüber, aber jetzt nicht als drei,
ſon=
dern als ein Paar und einer, und der große ſchwarze Fuchs
reckte ſich hoch auf. Seine Krauſe ſträubte ſich, und ſein Schweif
ging in die Höhe. So hoch aufgerichtet ließ er ein tiefes Bellen
hören, zeigte die ſchimmernden Reihen ſeiner ſtarken Zähne und
ging ſteif auf Blazor zu mit Schneekräuschen dicht dahinter. Da
wußte Blazor, daß er das Spiel verloren habe, und ſchlich
miß=
mutig davon.
Das war Dominos Brautwerbung, das war ſeine Hochzeit,
Die geheime Triebkraft, die dieſe beiden Leben zuſammenführte,
ging nicht irre: jedes beſaß, was dem anderen fehlte. Es war
die Vereinigung zwiefacher Kraft und Gaben, wie wir in der
Prüfungszeit kommender Tage ſehen werden.
VIII.
Frühling.
Lenzesglanz lag auf den Goldurhöhen mit ihren braunen
Hängen und ihren entfeſſelten Bächen, mit dem Gehämmer der
Spechte oder dem lauten Schmettern und Pfeifen andrer
be=
ſchwingter Frühlingsboten.
In den ſtarren Wäldern kam das Wintergrün hervor mit
ſeinen Beeren gleich Kirſchen des Schnees und ſchien, die
ſchim=
mernden Blätter emporſtreckend, zu ſagen: „Darauf haben wir
gewartet, dafür wurden unſre Früchte rot.” Rebhuhn und
Eich=
horn und Murmeltier ließen ſich’s wohl ſein an dieſem
Krähen=
mondsfeſt, und Freunde der Wildnis freuten ſich des Gedankens,
daß die Allmutter die ſcheinbare Oede mit ſoviel guten Dingen
ausgefüllt hatte. Im Wald und auf dem Waſſer hob ein
Wer=
ben und Langen an, das, von Leben zeugend, immer neues Leben
zeugte, und fand in Schneekräuschens und Dominos Herzen einen
vollen Widerhall.
(Fortſetzung folgt.)
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und Drogen-Geschäfte führen „Teekanne‟-Tees,
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Orpheum
Heute Sonntag, 15. September
abends 8 Uhr —
Abschieds-Vorstellung
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Brasilianischen Revue
Morgen Montag, 16. September, abds. 8.15 Uhr
Premiere
Gastspiel des Carl Schultze-Theaters, Hamburg
Das galante Guartier
Pikante Erlebnisse mitschön. Frauen, 3 Akte
von Auguste Achaume. In der Hauptrolle:
Lilly Flohr als Gast
(Für Jugendliche ist dieses Stück nicht geeigne)
Jonntagskarten: Verk.-Büro
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Heute bis 3 Uhr geöffnet
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Unsere Sonntags-Vorstellungen beginnen von heute ab wieder um 2 Uhr
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Sonntag, den 15. September, 4 Uhr=
Sonntag, 15. Sept., nachm. 4 Uhr,
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Heute Sonntag Abend(‟
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Heute Sonntag, 15. September
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5 Kammermusik- und Solisten-Abende, 5 Orchester-
Konzerte mit Solisten, im groß. Saal des Städt. Saalbaues
Leitung: Städt. Musikdirektor Wilhelm Schmitt
1. Lieder-Abend: Ursula van Diemen, Sopran, Berlin
(30. September)
2. Kammermusik-Abend: Weiss-Quartett, Wien
(14. Oxtober)
3. Orchester Konzert: Solistin: Annie Steiger-Betzak,
Violine, Frankkurt a. 11. (31. Oktober)
4. Lieder-Abend: Alice von Schrötter-Corosa, Sopran,
Wien (18. November)
5. Orchester-Konzert: Solistin: Paula Lindberg, Alt,
Berlin (5. Dezember)
6. Beethoven-Klavier-Abend: Wilheim Backhaus,
London (9 Januar)
7. Orchester- Konzert: Solist: Hans Beitz, Klavier,
Berlin (30 Januar)
8. Sonaten Abend: Professor Adolf Busch u. Rudolt
Serkin, Basel (13. Februar)
9. Orchester-Konzert: Solist: Professor Carl Flesch,
Violine, Baden-Baden (13. März)
10. Orchester Konzert: Solist Gösta Andreasson,
Violine, Darmstadt (10. April)
Der Mietpreis für die 10 Konzerte beträgt 10 ℳ.
15 ℳ. 25 ℳ, 32.50 ℳ u. 35 ℳ, je nach Wahl des Platzes,
zahlbar in 10 Raten. Einzelkarten: 1.50 ℳ bis 7 ℳ.
Für einige Konzerte wird der Preis für Einzelkarten
erhöht, die Mietpreise bleiben von dieser Erhöhung
(st. 13788
unberührt.
Bestellungen auf Mietplätze sind an das Sekretariat
der Städt. Akademie für Tonkunst, Elisabethenstr. 36,
Fernsprecher 3500, zu richten.
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elephon 4348
Inhaber Hans Tod.
Heute Sonntag ab 4 Uhr
Grosses Sommerfest
Im Garten Konzert
Stadtorcheſter.
Eintritt frei!
Im Saal Tanz
bei einer gutbeſetzten Jazz=Kapelle.
ff. Speisen und Getränke.
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Für den Mittagtiſs iſt bei ungünſtiger
Witterung der große Saal gedeckt.
Menü Mk. 1.50
Königinſuppe, Roaſtbeef garn., Deſſert.
Menü Mk. 1.20
Kalbsbraten mit verſchied. Gemüſen,
Kartoffel und Salat, Deſſert.
Das am vorigen Freitag ausgefallene
Konzert Elite=Abend findet bei günſt.
Witterung nächſten Dienſtag ſtatt.
Ludwigshöhe
Telephon 591
Heute nachmittag 4 Uhr
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Großes Konzert
ausgeführt vom Stadt=Orcheſter unter
perſönlicher Leitung von Kapellmeiſter
Willy Schlupp.
Eintritt 50 J, Zehnerkarten haben Gültigkeit
Für Nichtkonzertbeſucher Nebengarten.
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„Darmſtädter Hof”
Inh.: H. Düvel
Ecke Grafen= und Waldſtraße
Empfiehlt ſeinen preiswerten, bürgerlich.
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Speiſenfolge für heute Sonniag,
den 15. September
Mk. 1.30 Königinſuppe,
Burgunder=
braten mit Kartoffeln und Salat,
Mocca=Eis.
Mk. 1.50 Königinſuppe,
Schweins=
rücken mit Stangenbohnen und
Kartoffeln, Mocca=Eis.
Mk. 1.80 Königinſuppe, Rehkeule mit
Rahmtunke und Aepfel=Kompott,
Mocca=Eis.
Mk. 1.80 Königinſuppe, ½ junge
Hahn, Bratkartoffeln und Salat,
Mocca=Els.
Alles reichlich vorbanden
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Erlanger Edelbier 0.35 (14599
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i. Odw. Fernruf Nr. 1320, Amt Darmſt.
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Heute Sonntag, den 15. September
Großes Konzert
Rheinischer Abend
Pers. Leitung: Kapellmeister Schlupp
Anfang 8 Uhr
Eintritt frei
Voller Restaurationsbetrieb
Mittagessen von ℳ 1,30 an. ft. Kaftee
und Kuchen, Eis, div. Ertrischungen
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gonnen und finden jeden Dienstag, 20 Uhr, im
Saale der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſa=
bethenſtraße 36, ſtatt.
Freunde des Orcheſierſpiels, die auf einem
Orcheſier=
inſtrument genügende Vorbildung haben, wollen
ſich unter Angabe des Inſtrumnents, welches ſie
be=
herrſchen, ſchriftlich bei dem Vorſitzenden des
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eins, Herrn, Fabrikant Ferd. Schmidt, Alſce=
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Verein ehemaligerEleon.-
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Dienstag, den 17. Septbr., abds. 8 Uhr (*
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Großes Haus
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Hessisches
Landestheater
Sonntag,
15. September 1929
Preise 1—10 Mk.
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Kleines Haus 19.30—22 Uhr
Der Hessische Landbote
Schauspiel von Walter Gruber
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