Ginzelnummer 10 Pfennige
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Franifurt a. M. 1301
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtliſcher wit verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 231
Mittwoch, den 21. Auguſt 1929.
192. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
FinanzAnzeſgen 60 Reſchepſg. 92mm brelte Relſames
zeile 3.00 Reſchsmark. Alle Preiſe in Reichsmark
(4 Dollar — 4.20 Mark. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strelk uſw., erſiſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
auffräge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerſchticher Beſtrelbung fäll ſeder
Rabatt weg. Bankonto Deutſche Bank und Darme
ſädter und Nationalbank.
Ein deutſcher Schritt im Haag.
Las wird aus dem Young=Plan? — Die Forkſehung der Dawes=Zahlungen für Deutſchland unmöglich.
de Finanzkraft des Reiches erſchöpft. — Tritt das Noung=Regime in Krafk? — Deukſchland forderk eine
Entſcheidung von der Haager Konferenz.
Deutſchland ſein werde. Nach Mitteilungen, die geſtern und
heute aus ſämtlichen Delegationskreiſen an neutrale Jour=
Deutſchlands Forderung.
naliſten gegeben worden ſind, iſt auch die Befürchtung nicht ganz
ge Mächte ſollen ſich mit den eigenklichen
Programm=
punkken der Konferenz befaſſen.
Die Diskuſſion über die Dauer der Haager Konferenz hat
drch die Erklärungen Briands am Montag, daß er am Samstag
beſten Miniſterrat in Paris abhalten wolle, neuen Stoff erhalten.
MIn deutſcher Seite erklärt man, daß nicht eher an ein Ende der
Darmſſſsager Konferenz zu denken ſei, bis die Hauptfragen wenigſtens
ſhweit geklärt ſeien, daß ſich abſehen laſſe, wie die
Räumungs=
ünten lägen und ob ſich die Mächte im Prinzip mit dem
Young=
ſſoln einverſtanden erklärten. Es wird mit aller Entſchiedenheit
ſporit, daß Deutſchland nicht daxan denken könne,
ſchdem 1. Septemberevtl. die Daweszahlungen
ſrrtzuſetzen. Es müſſe darauf beſtehen, daß ab
September, wie es die Sachverſtändigen in
brris vorgeſehen hätten, das Youngregime in
Mafttrete. Dieſe deutſche Forderung liegt auch im Intereſſe
häitlicher anderen Staaten auf der Haager Konferenz. Aber
o jetzt iſt man einer Entſcheidung aus dem Weg gegangen.
Min hört nur, daß ſich Briand und Snowden am Dienstag
nach=
ſmrtag zum Tee treffen ſollen. Man erblickt in dieſer Beſprechung
ſoen Verſuch, einen Modus für die Vertagung
fad die ſpätere Fortſetzung der Konferenz zu vereinbaren. Wenn
e tatſächlich zur Vertagung kommen ſollte, an die man in
uterrichteten Kreiſen allgemein glaubt, wird die Frage akut, ob
9utſchland vom 1. September an die Daweszahlungen weiter
ſieiten muß, oder ob ſich die Alliierten mit einer vorläufigen
5kraftſetzung der Youngplanzahlen vom 1. September oder 1.
stralſRober ab einverſtanden erklären. Bei der deutſchen Delegation
ohon A Ufnd am Dienstag vormittag eine Sitzung ſtatt, die ſich
gleich=
ſats mit dieſer Frage beſchäftigte.
der deutſche Schritk.
Der erwartete deutſche Schritt zur Klärung der Frage: „Was
uid nach dem 1. September, wenn die Haager
Hnferenz ſich, wie es ſcheint, vertagt, ohne ein
Aichließendes Reſultat erreicht zu haben?” iſt
Dienstag nachmittag erfolgt.
Die deutſche Delegation hat an die Hauptdelegierten den
Iſf einladenden Mächte ein Schreiben gerichtet, worin ſie zum
Asdruck bringt, daß der bisherige Verlauf der Konferenz infolge
198 Herannahens des Termins vom 1. September der deutſchen
2legation Veranlaſſung gibt, um die Herbeiführung einer
bal=
den Beſprechung unter den Delegierten der einladenden Mächte
+ weiteren Behandlung der auf dem Programm der Konferenz
thenden Fragen zu erſuchen.
Dieſes Schreiben, deſſen Wortlaut nur kurz iſt, iſt am Dienstag
uhmittag dem bisher amtierenden Präſidenten der Haager
Kon=
nenz, dem belgiſchen Miniſterpräſidenten Jaſpar, zugeſtellt
wor=
m. Präſident Jaſpar hat noch im Laufe des Dienstag
nach=
ntag die übrigen Delegationen von dem
deut=
in Schrittbenachrichtigt. Man iſt übereingekommen,
in Mikkwoch nachmittag 5 Uhr im Binnenhof eine
Beſprechung zwiſchen den ſechs Mächken:
Rutſchland, Frankreich, England, Belgien, Italien und Japan
der dieſe Frage ſtattfinden zu lafſen. In dieſer Beſprechung
Nß zur Erörterung kommen, wie ſich die übrigen Mächte, die
her ihre eigenen Differenzen in privaten Beſprechungen in den
Eſchiedenen finanziellen Zirkeln unter ſich verhandelt haben, die
19e des an den Haager Verhandlungsergebniſſen am meiſten
Vereſſierten Landes, nämlich Deutſchland, vorſtellen, wenn es
gen des Quotenſtreites bis zum 1. September, ſowie aus
deren Gründen, zwiſchen den früheren Alliierten zu keiner
Gigung kommt. Es iſt klar, daß für Deutſchland
wirt=
haftliche und finanzielle Folgen von aller=
Aüßter Bedeutung auf dem Spiele ſtehen, wenn
Xdie Konſerenz ohne eine Klarheit darüber verlaſſen müßte, ob
ſach dem 1. September mit den Youngplanzahlungen zu
rech=
d hat oder nicht. Bisher haben ſich die übrigen
Beteiligten an der Haager Konferenz ja um
batſchland, obwohl es doch ſchließlich
diejeni=
n Summen aufbringen muß, um die ſich die
Aliierten ſtreiten, wenig bekümmert und ſich vor
hem noch nicht gefragt, ob denn Deutſchland nach dem 1.
Sep=
hber überhaupt in der Lage ſein wird, die finanziellen
Lei=
ſugen aufzubringen, um die ſich ja doch auch der Streit der
Aierten dreht.
„Renferenzmüdigkeit” bei den Engländern
und Franzoſenl.
DDer deutſche Schritt erweiſt ſich als eine dringende
Not=
igleit. Bei der engliſchen Delegation macht ſich nämlich
an=
is des zu erwartenden Mißergebniſſes im Quotenſtreit eine
mhimung bemerkbar, in der man mit dem gefährlichen
Argu=
arbeitet, daß England es ruhig darauf ankommen laſſen
e, daß der Young=Plan vorläufig nicht in Kraft geſetzt wird
2 daß der Hauptleidtragende bei einer Vertagung eben
unbegründet, daß es den Engländern oder wenigſtens
einem Teil ihrer Delegierten, der unter dem Druck der engliſchen
Schatzverwaltung ſteht, nicht ganz unerwünſcht kommt,
wenn der geſamte Young=Plan überhaupt in
Frage geſtellt wird. Man ſpricht in dieſen Kreiſen von
einer „Torpedierung des Young=Plans”, die
wäh=
rend der Vertagungszeit von London aus zu
er=
warten ſei. Von engliſcher Seite ſtellt man auch noch eine
hef=
tige Oppoſition gegen die internationale
Zah=
lungsbank in Ausſicht, falls ſie ihren Sitz nicht in London
erhalten ſollte, und läßt auch keinen Zweifl darüber, daß
Eng=
land den Young=Plan nur annehmen werde
wenn die Gegenſeite nachgebe. Das aber ſei, wie die
Engländer ſagen, eine Nervenprobe, die England in ſeiner
ſtarken Oppoſition ruhig an ſich herankommen laſſen kann.
Für Deutſchland jedoch liegen die Dinge ganz anders, denn
für ſein Wirtſchaftsleben wäre eine Unſicherheit darüber, was
nach dem 1. September nun werden würde, wahrſcheinlich noch
gefährlicher als eine klare Entſcheidung für oder gegen den
Young=Plan. Außer dieſer großen Frage ſind aber noch eine
Reihe von Nebenfragen zu klären, wie die Entſcheidung über
die Beſatzungskoſten und über gewiſſe Beträge, über welche die
Sachverſtändigen in Paris die Entſcheidung den Regierungen
überlaſſen haben.
Die Konferenzmüdigkeit, die ſich beſonders in den
engliſchen ſowohl als auch in franzöſiſchen Kreiſen ganz offen
bemerkbar macht, zwingt außerdem ihrerſeits zu der deutſchen
Demarche. Auf franzöſiſcher Seite beſteht der Wunſch, die
Kon=
ferenz ſpäteſtens am Samstag zu vertagen, um einen Teil der
zehn Tage, die von heute an noch bis zum Zuſammentritt des
Völkerbundes bleiben, den Delegationen als Ruhepauſe zu
gön=
nen. Man kann aber von Deutſchland nicht erwarten, daß es
die noch zur Verfügung ſtehende Zeit nutzlos verſtreichen läßt,
ohne daß für es ſo lebenswichtige Fragen, wenigſtens ſoweit
als möglich, geklärt ſind.
Myſteriöſe Auokenziffern. — Beſprechung Briand-
Snowden.
Haag, 20. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Die engliſch=franzöſiſche Auseinanderſetzung im Quotenſtreit
hat auch am Dienstag vormittag keine Klarheit gebracht. Die
Sachverſtändigen der fünf Gläubigermächte, die bis nach
Mitter=
nacht tagten, haben am Dienstag vormittag ihre Beratungen
wieder aufgenommen und treten nachmittags nochmals
zuſam=
men. Der engliſche Sachverſtändige Lys=Ros machte beim
Ver=
laſſen des Sitzungsſaales die Bemerkung, man ſei dabei, einen
Akkord zuſtande zu bringen, der beweiſe, daß für den einen
2 X 2 — 4, für den anderen 2 X 2 — 6 und für den dritten
2 X 2 — 8 ſei. Dieſe Bemerkung kennzeichnet die ganze Lage,
denn man hört von gut unterrichteter Seite, daß heute
nachmit=
tag ein Bericht fertiggeſtellt werden ſoll, der lediglich feſtſtellt,
daß beide Parteien ihre Ziffern aufrecht
erhal=
ten, von denen die Franzoſen behaupten, ſie kämen den
Eng=
ländern 80 Prozent entgegen, während die Engländer ſelbſt
bloß 20 Prozent ihrer Forderungen herausrechnen.
Man ſpricht am Dienstag vormittag davon, daß die
Sach=
verſtändigen im Laufe ihrer Unterſuchungen einen
myſte=
riöſen Rechenfehler entdeckt haben, der ſeinerzeit bei
den Young=Plan=Beratungen durch techniſche
Mängel der Rechenmaſchine entſtanden ſei. Dieſer
Fehler habe ſich zugunſten der engliſchen Beteiligung
ausge=
wirkt, doch ſei er im Verhältnis zu den engliſchen Forderungen
nur minimal. Die Finanzſachverſtändigen haben ſich am
Diens=
tag nachmittag mit der Aufſtellung des Endberichtes über ihre
Beratungen befaßt. Es beſteht die Abſicht, einen
Mehrheits=
bericht über die Standpunkte Englands, Belgiens und Japans,
und einen Minderheitsbericht über die Anſichten Frankreichs
und Italiens, betreffend die Young=Plan=Verteilungen,
heraus=
zugeben. Bei der engliſchen Delgation wird das Gerücht,
Eng=
land beabſichtige die Torpedierung des Youngplanes, in Abrede
geſtellt und betont, England wünſche nur gewiſſe Abänderungen
in der Verteilung der deutſchen Reparationen innerhalb des
Rahmens des Young=Planes.
Die Prüfung der Sachverſtändigenberichte
über die finanziellen Fragen wird vorausſichtlich
Donnerstag vormittag in einer Sitzung der vier Gläubigermächte
ohne England vorgenommen werden. Die
Sachverſtän=
digen, die in den letzten beiden Tagen den Quotenſtreit im
De=
tail durchgefochten haben, ſind alſo noch immer nicht zu einer
Einigung gelangt. Jede der beiden Parteien beharrte von
vorn=
herein auf ihrer Poſition. Die fünf Gläubigermächte hatten
des=
halb am Dienstag nachmittag Herrn Adatſchi, den Japaner,
dazu veranlaßt, zwiſchen Snowden und Briand
noch=
mals eine Vermittlungsaktion herbeizuführen. Eine
Beſprechung zwiſchen dieſen drei Staatsmännern hat von 5 bis
6 Uhr auch ſtattgefunden. Ueber die Beſprechung Snowden—
Briand wird bei der engliſchen Delegation ein kurzes
Kommu=
nigué herausgegeben, in dem geſagt wird, daß ſich die beiden
Staatsmänner über alle auf der Konferenz zur Verhandlung
ſtehenden Fragen ausgeſprochen und bemüht hätten, den
engli=
ſchen und franzöſiſchen Standpunkt einander näherzubringen.
Das Problem der Welkübervölkerung.
Von
Philip Snowden,
britiſchem Schatzkanzler.
Copyright by Intardi, Berlin.
Die Welt iſt nicht übervölkert. Die Malthuſianiſche Lehre,
daß die Bevölkerung der Welt ſchneller wächſt als die
Ernäh=
rungsmöglichkeit, wird durch die tatſächliche Entwicklung
wider=
legt. Die Welt könnte nur übervölkert werden, wenn die
natür=
lichen Hilfsquellen von der Wiſſenſchaft veſtlos erfaßt und durch
menſchliche Arbeit nutzbar gemacht würden und trotzdem nicht
ausreichten, allen Menſchen vernünftige Lebensmöglichkeiten zu
bieten. Das iſt zweifellos heute nicht der Fall. Viele Millionen
Hektar fruchtbarſten Landes, die ungeheure Mengen von
Nah=
rungsmitteln hervorbringen könnten, liegen noch brach. Es iſt
berechnet worden, daß die ungenützten Landgebiete allein Kanadas
und Sibiriens den ganzen Weizenbedarf der Welt decken
könn=
ten, ſelbſt wenn man die Möglichkeit intenſiverer Produktion,
als man ſie gegenwärtig anwendet, außer acht läßt.
Die Bodenſchätze tropiſcher Länder ſind noch in weiteſtem
Umfange unberührt. Abgeſehen davon kann man mit
Beſtimmt=
heit neue chemiſche Verfahren erwarten, die auf ſynthetiſchem
Wege Lebensmöglichkeiten, die wir jetzt nur aus natürlichen
Produkten erhalten können, in faſt unbegrenzten Mengen ſchaffen
werden. Seit dem Beginn der induſtriellen Revolution hat die
Fähigkeit, Wohlſtand zu ſchaffen, ſchnellere Fortſchritte gemacht
als das Anwachſen der Bevölkerung. Dieſer Prozeß wird ſich
wahrſcheinlich fortſetzen, und ſolange das geſchieht, kann von
einem allgemeinen Problem der Weltübervölkerung keine
Rede ſein.
Wohl aber gibt es ein Problem regionaler
Bevölkerungs=
häufung. In gewiſſem Sinne ſind einige Länder über= und
andere dünn bevölkert. Die Untervölkerung von Ländern, die
große natürliche und für die große Maſſe nicht nutzbar gemachte
Hilfsquellen beſitzen, iſt ein bedeutender Verluſt für das
Welt=
vermögen und verſchärft gleichzeitig die wirtſchaftlichen
Schwie=
rigkeiten, unter denen die dichter bevölkerten Länder leiden. Für
die internationale Zuſammenarbeit und Organiſation gibt es
da=
her keine wichtigere Frage als die der gleichmäßigeren
Vertei=
lung der Bevölkerung über die Erdoberfläche.
Der Bevölkerungsdruck iſt in der Vergangenheit oft die
Ur=
ſache von Kriegen geweſen. Er wird es auch in Zukunft ſein,
wenn er nicht durch internationale Zuſammenarbeit beſeitigt
wird. Drei europäiſche Nationen haben ſich durch Eroberung
oder Koloniſation bereits mehr als ein Viertel der Erdoberfläche
angeeignet. Schließt die Politik dieſer Länder Angehörige anderer
Nationen von der Niederlaſſung in dieſen Gebieten aus, ſind
ernſthafte Störungen unvermeidlich. Die britiſche Politik der
„offenen Tür” für den Handel anderer Länder in den britiſchen
Kolonien und Dominions hat die Ungerechtigkeit, die in einer
Politik ſtrenger Exkluſivität liegt, wenigſtens teilweiſe gemildert.
Aber bei dem Problem handelt es ſich nicht nur um den
Handels=
verkehr, ſondern auch um die Niederlaſſung von Angehörigen
ſolcher Länder, in denen ein raumloſes Volk nach einem Ausweg
ſucht. Wenn aber Länder wie Auſtralien, Kanada und die
Ver=
einigten Staaten die Einwanderung beſchränken oder gar
ver=
bieten, obwohl ſie rieſige unbewohnte und zur Vergrößerung des
Weltvermögens außerordentlich gut geeignete Gebiete beſitzen,
ſo iſt das Entſtehen internationaler Eiferſüchteleien
unvermeid=
lich. Das Problem kann nur durch Erkenntnis gelöſt werden,
daß die ganze Erde gemeinſames Erbe der ganzen
Weltbevöl=
kerung iſt, und daß die geſamten natürlichen Schätze der Erde
als gemeinſames Erbe jeder Raſſe und jeder Nation zugänglich
ſein ſollten.
Raſſenhaß verhindert die Verteilung der Weltbevölkerung.
Drei große Länder, Auſtralien, Kanada und die Vereinigten
Staaten, haben durch Geſetze und Verordnungen die
Einwande=
rung von Angehörigen der Gelben Raſſe in ihre Gebiete verboten.
Auſtralien hat ſich endgültig auf eine Politik des „Weißen
Auſtraliens” feſtgelegt. Die Vereinigten Staaten haben vor
einer Reihe von Jahren ihre frühere Politik der freien Zulaſſung
aufgegeben und durch ein Syſtem ſcharfer
Einwanderungsratio=
nierung erſetzt. Der vor kurzem veröffentlichte Bericht des
Immigration Department der Vereinigten Staaten deutet eher
auf eine Verſchärfung als auf eine Erleichterung der
Einwande=
rungsbeſchränkung hin. Die Quotierung der Einwanderung ſoll
offenbar zwei Zielen dienen, der Beſchränkung der
Einwanderer=
zahl und der Aufrechterhaltung eines beſtimmten Verhältniſſes
unter den Siedlern verſchiedener Nationalitäten.
Die Beſchränkung der Einwanderung nach Auſtralien,
Kanada und den Vereinigten Staaten wird hauptſächlich von
der Sorge um die Erhaltung der Arbeitslöhne diktiert; ſie iſt alſo
eine Art Protektionismus. Von der unbeſchränkten
Einwan=
derung befürchten die Arbeiter zweierlei: die Einwanderung einer
zu großen Zahl von Siedlern aus den europäiſchen Ländern
mit einem ziemlich hohen Lebensſtandard könnte zu einem
Ueber=
ſchuß an Arbeitskräften und damit zu niedrigeren Löhnen führen;
der Zuſtrom von Angehörigen der gelben Raſſe würde wegen
des niedrigen Lebensſtandards, an den die gelben Völker
ge=
wöhnt ſind, unmittelbar nach dieſer Richtung hin wirken. Der
Völkerbund hat ſich mit der Einwanderungsfrage eingehend
be=
ſchäftigt. Aber der Nationalismus der Länder, die den
Bevöl=
kerungsüberſchuß anderer Länder aufnehmen könnten, hat alle
praktiſchen Schritte, die man verſuchen wollte, verhindert. Es
bleibt alſo nur eine einzige Löſung. Bei der gegenwärtigen
Stimmung in den Ländern, die Einwanderer abſorbieren
könn=
ten, beſteht jedoch wenig Ausſicht auf ihre baldige
Durchführbar=
keit. Dieſe Löſung wäre ein internationales
Abkommen, das ſich auf dem Quotenſyſtem
auf=
baut und das den übervölkerten Ländern
er=
möglicht, regelmäßig eine beſtimmte Menge von
Einwanderern in die untervölkerten Länder zu
ſenden.
Das würde allerdings den Verzicht auf den Ausſchluß von
Einwanderern aus Raſſen= und Farbgründen bedeuten. Es wind
auch zweifellos ſehr ſchwer ſein, die britiſchen Dominions, die
entſchloſſen ſind, den britiſchen Charakter ihrer Länder zu wahren,
Seite 2
Mittwoch, den 21 Zuguſt 1929
Nummer 231
von der internationalen Notwendigkeit dieſer Politik zu
über=
zeugen. Män wird ſich aber über den Widerſtand dieſer Länder,
ſo ſelbſtverſtändlich er ſein mag, hinwegſetzen müſſen, wenn man
ſchwere internationale Komplikationen vermeiden will. Nichts
könnte zerſtörender für das britiſche Empire ſein, als wenn
Län=
der wie Deutſchland, Italien und Japan zu der
Ueberzeu=
gun; kämen, das britiſche Reich gefiele ſich in der Rolle des
„Hundes am, Freßnapf”. Natürlich darf man auch nicht die
Schwierigkeite, überſehen, mit denen ein neues Land, das ſchnell
eine Flut von Einwanderern aufzunehmen hat, kämpfen muß,
Wir haben darin Erfahrungen gemacht, als wir den „Transfer”
von Menſchen nach den Dominions fördern wollten. Aber
ſchließ=
lich muß ſich ein Eyſtem finden laſſen, das auch dieſe
Schwierig=
keit überwindet. Auf jeden Fall drängt das Problem der
inter=
nationalen Einwanderungsregulierung von Tag zu Tag mehr
nach ſeiner Löſung.
Das Arbeitslofen=Berſicherungsproblem
Der Kampf in den Parlamenken beginnk.
Berlin, 20. Auguſt.
Im ſozialpolitiſchen Ausſchuß des Reichstags fand heute
eine Beſprechung mit den Vertretern der Kommunalverbände
über die Reform der Arbeitsloſenverſicherung ſtatt.
Staatsſekre=
tär Dr. Weigert vom Reichsarbeitsminiſterium teilte mit, daß
die Regierungsvorlage noch heute nachmittag dem Reichsrat
zu=
gehen werde, ſo daß der Reichstag ſich ſchon in der
September=
tagung mit der Vorlage beſchäftigen könne. Die Vorlage bringe
eine ganze Reihe von Aenderungen. Die Beitragserhöhung um
½ Prozent ſei auf anderthalb Jahre beſchränkt. Es ſeien
be=
trächtliche Erſparniſſe erzielt, doch bleibe zunächſt noch ein
De=
fizit von 47 Millionen ungedeckt. Die Regierung hoffe aber, daß
auch hierfür noch in den Verhandlungen des Reichsrats und des
Reichstags Deckung gefunden werde. Der Ausſchuß beſchloß,
morgen mit der allgemeinen Beſprechung der Vorlage zu
be=
ginnen.
Dr. Fritz Elſas, Vizepräſident des Deutſchen Städtetages,
ſchilderte die ſteigende Belaſtung, die die Städte durch
Ueber=
gang der Ausgeſteuerten aus Kriſenfürſorge und
Erwerbsloſen=
unterſtützung auf die allgemeine Wohlfahrtspflege der
Gemein=
den erlitten. Die Kommunen müßten vor einer Reihe von
vor=
geſchlagenen Beſtimmungen nachdrücklich warnen, weil ſie nur
eine Verſchiebung der Laſten zuungunſten der Gemeinden
bedeute=
ten. Der Zuſchußbedarf für das Wohlfahrtsweſen betrage
zwi=
ſchen 30 und 40 Prozent des geſamten Zuſchußbedarfs und ſteige
in einer Anzahl Städte auf 46 und 47 Prozent. Es ſtehe feſt,
daß ſchon heute die Regelſätze der Verſicherung ungefähr bis
zur Lohngruppe II unter den gemeindlichen Richtſätzen der
Wohlfahrtspflege liegen. Jede weitere Minderung der
Lei=
ſtungen ſchließt alſo die große Gefahr weiterer Mehrbelaſtung
der Gemeinden in ſich.
* Die Vorlage der Reichsregierung über die Umgeſtaltung
der Arbeitsloſenverſicherung iſt am Dienstag nachmittag den
Parlamenten zugegangen. Der Reichsrat wird ſich in ſeinen
Ausſchüſſen am Donnerstag und in ſeinem Plenum
wahrſchein=
lich am Samstag damit befaſſen. Der Sozialpolitiſche Ausſchuß
des Reichstages beginnt feine Beratungen am Mittwoch. Es iſt
allerdings ein unglückliches Zuſammentreffen, das
vorauszu=
ſehen war, daß der parlamentariſche Kampf um dieſes
gefähr=
lichſte innenpolitiſche Problem in dem Augenblick beginnt, wo
im Haag die Entſcheidung fällt, wo alſo ſehr leicht Schatten nach
Berlin hinüberfallen können. Kein Zweifel, daß die Stellung
der Regierung ſchon manchen ſchweren Stoß erlitten hat, daß
der Zuſammenhalt innerhalb der Koalition ſo locker iſt wie noch
nie, obwohl ſtarke Koalitionsdiſziplin dazu gehört, um
über=
haupt die Löſung zu ermöglichen. Die Sozialdemokraten haben
zwar die Andeutung, daß ſie bei der erſten Gelegenheit aus der
Regierung ausbrechen wollen, dementiert. Ihre ganze Taktik
aber iſt darauf angelegt, dieſen Glauben zu erwecken und zu
un=
terſtützen. Sie haben denn mit ſchlecht verhehlter Freude zu
er=
kennen gegeben, daß ſie in der Regierungsvorlage einen
takti=
ſchen Erfolg errungen haben, aber ſie wiſſen ja ſelbſt, daß damit
für ſie noch nichts gewonnen iſt.
Dieſe Vorlage iſt Stückwerk nach allen Richtungen, ſie macht
nicht einmal den Verſuch, das Defizit in der
Arbeitsloſenverſiche=
rung zu decken. Es bleibt ein offener Betrag von mindeſtens
50 Millionen übrig, über den ſich der Ausſchuß jetzt den
Kopf zerbrechen kann. Dabei iſt der Widerſtand der Volkspartei
gegen die Beitragserhöhung als ſolche nach wie vor unverändert.
Trotzdem wollen die Sozialdemokraten keinen Pfennig abſtreichen
laſſen, obwohl die allgemeine Finanzlage doch auch ſie
nachdenk=
lich machen ſollte. Wir können ſo großzügig nicht
weiterwirtſchaf=
ten. Gerade die Arbeitsloſenverſicherung iſt ja ein Beiſpiel, wie
freigebig bei uns die Gelder verteilt wurden. Die
Verſicherungs=
anſtalt hat bisher 90 Millionen Mark an die
Krankenverſicherun=
gen abgeführt, um die Anſprüche der Arbeitsloſen aufrecht zu
er=
halten. Der Reichsarbeitsminiſter hat davon bisher rund 15
Vom Tage.
In Vertretung des Reichskanzlers empfing
Reichsmini=
ſter Dr. Wiſſell in der Reichskanzlei den Befehlshaber
der Sowjetkriegsſchiffe „Aurora” und „Profintern”,
Admi=
ral Rall, deſſen Adjutanten und Militärattaché Puna. Auf
deut=
ſcher Seite waren neben dem ſtellvertretenden Staatsſekretär der
Reichs=
kanzlei zwei Vertreter des Chefs der Marineleitung erſchienen.
Der ſozialdemokratiſche Reichstagsabgeordnete
Schulz=Oſtpreußen iſt geſtern in Berlin an einem Herzſchlag
im 57. Lebensjahre geſtorben.
Julius Barmat, der vor einem Jahre bekanntlich zu 11
Mo=
naten Gefängnis verurteilt wurde, hat ſeine hiergegen eingelegte
Berufung zurückgezogen, während die Berufung der
Staats=
anwaltſchaft noch läuft und ebenſo die der Verurteilten Henry Barmat
und Stachel. Ein Termin vor der Strafkammer Berlin iſt noch nicht
anberaumt.
Der Rat des Internationalen
Studentenver=
bandes entſchied ſich nach langwieriger Debatte gegen die
Aufnahme der deutſchen Studentenſchaft in den
Verband und beſchloß, der deutſchen Studentenſchaft bloß zu
ge=
ſtatten, zeitweiſe zu den Sitzungen des Vollzugsausſchuſſes einen
Be=
richterſtatter zu entſenden. — Infolge dieſes Beſchluſſes ſind die
deut=
ſchen Delegierten von Budapeſt nach Berlin abgereiſt.
Zwiſchen den Vereinigten Staaten und der
Südafri=
kaniſchen Union iſt eine Vereinbarung getroffen worden,
wonach die beiden Länder gegenſeitig in Waſhingten und Johannesburg
diplomatiſche Vertretungen einrichten.
Das amerikaniſche Staatsdepartement teilt mit, daß die
fran=
zöſiſche Regierung das Agrement für die Ernennung des
neuen amerikaniſchen Botſchafters in Paris, Edge,
des Nachfolgers des unlängſt verſtorbenen Botſchafters Herrick,
ge=
geben hat.
Millionen abgehandelt. Private Krankenanſtalten ſind der
Mei=
nung, daß mindeſtens noch einmal ſoviel bequem geſpart werden
konnte. Bisher hat ſich auch niemand der Mühe unterzogen, hier
einen ernſtlichen Verſuch zu machen, weil das Reich eben die Kuh
iſt, die von allen gern gemolken wird. Es wird eine
dornen=
reiche Aufgabe ſein, unter dieſer Konſtellation auch nur im
Aus=
ſchuß Fortſchritte zu erzielen.
Die Reichsſteuereinnahmen im Juli 1929.
Berlin, 20. Auguſt.
Das Aufkommen des Reiches an Steuern, Zöllen und
Abga=
ben hat im Monat Juli 1929 (alle Angaben in Millionen
Reichs=
mark) betragen: für Beſitz= und Verkehrsſteuern 804,5, für Zölle
und Verbrauchsabgaben 334,4, insgeſamt alſo 1138,9. Das
Mehr=
aufkommen gegenüber den Vormonaten erklärt ſich bei den Beſitz=
und Verkehrsſteuern aus den im Juli wie gewöhnlich entrichteten
vierteljährlichen Vorauszahlungen ſowie den Abſchlußzahlungen
für 1928. Bei den Zöllen und Verbrauchsabgaben ſtammt die
Mehreinnahme aus den im Juli ſtattfindenden Abrechnungen
aus den Zollägern.
Für die Monate April-Juli des laufenden Finanzjahres
ſtellen ſich die Eingänge an Beſitz= Verkehrsſteuern auf 2288,9, aus
Zöllen und Verbrauchsabgaben auf 986,6, zuſammen alſo auf
3275,5. Der Voranſchlag für das geſamte Finanzjahr beträgt
9325, ſo daß mithin im erſten Drittel des laufenden
Rechnungs=
jahres 167,2 mehr aufgekommen ſind als das Drittel des
Voran=
fchlags beträgt. Da hierin Vorauszahlungen uſw. enthalten ſind,
können Schlüſſe auf eine etwaige Ueberſchreitung des
Geſamt=
aufkommens nicht gezogen werden.
Bedenkliche Methoden.
* Berlin, 20. Aug. (Priv.=Fel.)
Der unter Führung des Stahlhelms ſtehende Reichsausſchuß
für das Volksbegehren gegen den Young=Plan, der neben den
nationalen Verbänden die Deutſchnationale Volkspartei, die
Na=
tionalſozialiſtiſche Arbeiterpartei, die Chriſtliche Bauernpartei
und andere Gruppen umfaßt, iſt zurzeit dabei, ſeine
Organi=
ſation auszubauen. Er veröffentlicht Liſten mit Perſönlichkeiten,
die ſich dem Ausſchuß angeſchloſſen haben. Dabei hat er
wieder=
holt vorbeigegriffen. Es iſt doch bezeichnend, daß der Führer
der Deutſchen Volkspartei Niederſchleſiens, der frühere Abg.
Dr. Schmitt, als Mitglied des Ausſchuſſes bezeichnet wird,
wäh=
rend Dr. Schmitt feſtſtellt, daß er dem Ausſchuß nicht beigetreten
ſei. Bei aller Kritik gegen den Young=Plan habe er nie daran
gedacht, ſich dem Ausſchuß anzuſchließen. Dieſe Methoden des
Reichsausſchuſſes ſind mehr als bedenklich. Wer zu ſolchen
Mit=
teln greifen muß, um damit Stimmen für das Volksbegehren
gegen den Young=Plan zu fangen, deſſen Sache ſteht von
vorn=
herein auf ſchwachen Füßen. Wir ſind auch nicht vom Young=
Plan entzückt und haben ſeine Schattenſeiten für die deutſche
Wirtſchaft ſchon mehr als einmal aufgezeigt. Aber wenn jemand
die Wahl hat zwiſchen zwei Uebeln — zwiſchen einem größeren
und einem kleineren — in dieſem Falle zwiſchen dem Dawes=
Plan und dem Young=Plan, ſo wird er wohl das kleinere von
beiden wählen, wenn er nicht gerade mit Blindheit geſchlagen iſt.
der einiſche 1. Sehiemder.
Deutſchlands Forderung an die Haager Konferenz.
Die deutſche Delegation hat jetzt endlich den
Ver=
ſuch gemacht, den gordiſchen Knoten im Haag durchzuhauer
Sie hat die Gläubigerſtaaten vor die Forderung /m
geſtellt, nun endlich Farbe zu bekennen und ſich zz.0
darüber klar zu werden , was aus der ganzenſoiſt
Konferenz werden ſoll. Es war wirklich höchſte Zeit ,9ölt
daß etwas gegen die Vernebelung der Lage geſchieht. Uebe
Samstag iſt die Konferenz nicht zu halten. Man merkt es Herrn
Briand immer deutlicher an, wie unbehaglich er ſich in der
Atmo=
ſphäre im Haag fühlt. Er wird alſo bei der erſten Gelegenheät her
nach Genf ausbrechen, um ſich dem Kreuzfeuer weiterer Fragemde
zu entziehen. Drei Tage ſtehen alſo der Konferenz beſtenfalls ſoen ?
zur Verfügung. Etwas Poſitives geſchehen iſt bisher nicht und maden
ſelbſt wenn das Unwahrſcheinliche Ereignis werden ſollte, dax iſt
eine Verſtändigung über die engliſchen Forderungen gelingt, dann M9
iſt über den Youngplan ſelbſt noch nicht entſchieden. Unſer
politiſchen Forderungen hängen vollkommen in
der Luft. Die Organiſationskomitees haben ihre Arbeiten
noch nicht einmal begonnen, obwohl ſie vermutlich wochenlang was
ſitzen werden, um die Ueberleitung des neuen Planes, die Neu=u
organiſation der Reichsbahn und der Reichsbank durchzuberaten. As
Dabei trennen uns nur noch 1½ Wochen vom 1. September. Tü
der als Stichtagfürdas Inkrafttreten des Young=
ngra=
planes vorgeſehen war.
Nach unſeren Erkundigungen hat die deutſche Delegatiom
ſchon ſeit einigen Tagen die Hoffnung auf ein poſitives
Ergebnis im Haag aufgegeben. Sie kämpft nur noch
darum, den Abbruch der Konferenz zu verhindern, weil ſie fürch m
tet, daß dann alles, was man bisher an kleinen Fortſchritten er=m ein
zielte, wieder hinfällig wird. Man hat früher damit gerechnet, r 7
daß die Außenminiſter im Haag bleiben und ſich in Genf zunächf”
vertreten laſſen würden. Davon iſt gar nicht mehr die Rede
Beſten’alls wird im Haag der formelle Bruch vermieden und
eine unverbindliche Entſchließung angenommen, die vielleich
eine Verlegung der weiteren Ausſprache nach
Genf ermöglicht, obwohl wir allzuviel davon nicht mehr
erwarten. Das Schlimme iſt aber dabei, daß wir infolge de
Finanzpolitik des Reichsfinanzminiſters Hilferding keinerleſſaber
Reſerven, keine Fonds mehr haben, um über ein mill
Kataſtrophe hinwegzukommen, wie ſie unter ſolcheutzien
Umſtänden der 1. September für uns bedeuten kann. Herr DrM
Hilferding hat alles auf eine Karte geſetzt: den Youngplan. E
hat ſich darauf eingeſtellt, daß der 1. September die große Er
ſparnis bringen ſollte, die gerade ausreichen würde, um da
Defizit im Etat zu decken. Wenn er jetzt nicht die kleine Rate des
Youngplans, ſondern die volle Rate des Dawesplanes aufbrin ), an
gen ſoll, dann ſitzt er feſt, leider nicht nur er allein, ſondern mi ſyoen
ihm die Reichsfinanzen und mittelbar auch die ganze deutſch /hichte
Wirtſchaft. Was für Folgen eine ſolche Lage für uns inner ranu
politiſch haben kann, und welchen Schaden ſie haben muß, darübe, doch
ſoll im Augenblick gar nicht geſprochen werden. Hoffen wir, daßhet, o
es der deutſchen Delegation gelingen wird, den Youngplan
wenigſtens proviſoriſch, ſoweit ſein Zahlungsſchema in Frag
kommt, in Kräft zu ſetzen unter gleichzeitiger Vereinbarung, dah
in einer ſpäteren Konferenz alles nachgeholt wird, was im
Haag verſäumt wurde und dann erſt die Ratifikation durch di=
Parlamente erfolgt. Ob dafür bei den übrigen Mächten Stim Mha
mung vorhanden iſt, wird ſich früheſtens am Mittwoch zeigen) Man
Jedenfalls wird der Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann keinenA hötz
Zweifel darüber laſſen können, daß die Finanzkraf /Kdm
Deutſchlands reſtlos erſchöpft iſt, daß daher ein
Fortlaufen des Dawesplanes in ganz kurze
Friſt die Beantragung eines Moratoriums nach
ſich ziehen wird.
Politiſch, ſo ſcheint uns, iſt im Haag überhaupt nichts zu
holen. Briand ſoll zwar in privaten Geſprächen einen RäuA
mungstermin genannt haben, freilich nur den Anfangstermin
Er hält unter allen Umſtänden daran feſt, daß
die Truppen Frankreichs noch einmal auf deut
ſchem Bodenüberwintern. Dasiſtfürunsindis=
ſeder
and
kutabel. Wir hören auch mit einiger Beunruhigung, daß die er
Juriſten über die Krontrollfrage die „erlöſende‟ Formel gefunder
haben. Dabei ſoll ſich der deutſche Standpunkt durchgeſetzt haben, we
Aber vor den Auslegungskünſten, die aus dieſem Gremium ſchor: / Nan
herausgewachſen ſind, haben wir alle ein gelindes Grauen.
Bleib=
alſo nur nüchtern die Bilanz zu ziehen und wenigſtens
Klarhei=
darüber zu gewinnen, was uns nach dem 1. September erwartet.
Die Heilkraft der Rönigenſtrahlen.
Es iſt vielleicht zuviel geſagt, wenn man behauptet, daß man
Krankheiten durch Röntgenſtrahlen heilen kann. Es iſt wohl wie
mit den meiſten Mitteln, die zu Heilzwecken angewendet werden.
Sie beeinfluſſen die Körpergewebe und Lebensvorgänge in
be=
ſtimmter Weiſe, und nur wenn dieſer Einfluß zu geeigneter
Zeit in zweckmäßiger Doſis und Form angeſetzt wird, iſt ein
Heilerfolg möglich. Vorbedingung iſt in jedem Falle eine
mög=
lichſt genaue Kenntnis der Krankheitsvorgänge und der
Wir=
kungsweiſe des Mittels. Das gilt ebenſo von der Verwendung
der natürlichen Sonnenſtrahlen wie von der Verordnung
ſtark=
wirkender Arzneien, ganz beſonders aber von der Behandlung
mit Röntgenſtrahlen, denn gerade bei dieſem
Behandlungsver=
fahren iſt die Grenze zwiſchen Schaden und Nutzen häufig ſehr
ſchmal.
Seit etwa einem Vierteljahrhundert wiſſen wir, daß die
Strahlen der Röntgenröhre ſich nicht nur zur Erkennung von
Veränderungen im Inneren des Körpers eignen, ſondern auch
eine ſtarke Wirkung auf die Gewebe ausüben, die ſie
durch=
ſtrahlen . Leider iſt dieſe Erkenntnis etwas ſpät gekommen, denn
mizwiſchen hatte ſich mancher eifriger Röntgenforſcher aus
Un=
kenntnis der biologiſchen Wirkungen eine Röntgenverbrennung
der Hände und andere Schädigungen zugezogen. Die mit den
neuen Strahlen durchleuchteten Patienten blieben aber
glück=
licherweiſe unverſehrt, denn die verwendeten Strahlen waren
ſehr ſchwach. Erſt als man Röntgenſtrahlen zu Heilzwecken
ver=
wandte, wurden Schädigungen der Beſtrahlten beobachtet. Heute
ſind die Schutzmaßnahmen für Röntgenärzte und =patienten ſo
ausgebaut, daß auch längere und intenſivere Beſtrahlungen zur
Bekämpfung von Krankheiten vorgenommen werden können ohne
Schaden zu ſtiften.
Die Wirkung der Röntgenſtrahlen läßt ſich kurz dahin
zu=
ſammenfaſſen: Geringe Strahlenmengen regen das Zellwachstum
an, ſtärkere Doſen ſchädigen die Zellen, insbeſondere den
Zell=
kern. Je ſchneller die Zellen wachſen und ſich teilen, je
jugend=
licher und lebhafter alſo die Lebenstätigkeit der Zellen iſt, um ſo
ſtärker ſind ſie der Strahlenbeeinfluſſung unterworfen. Die
Rönt=
genſtrahlen wirken alſo vorzugsweiſe auf ganz beſtimmte Zellen.
Sie haben eine Auswahls=, eine elektive Wirkung. Dieſe
Feſt=
ſtellung kann zur Ktankheitsbehandlung ausgenutzt werden.
Jugendliche, ſchnellwachſende Zellen ſind vor allem die
Keim=
zellen in Hoden und Eierſtöcken. Mit geringen Röntgendoſen
kann man eine anregende Wirkung auf dieſe Organe hervorrufen.
Stärkere Doſen hemmen das Wachstum und vernichten dieſe
Zellen, ohne andere Zellen zu ſchädigen. Durch wenige energiſche
Röntgenbeſtrahlungen können alſo z. B. die Eierſtöcke außer
Funktion geſetzt und die betreffende Frau kann unfruchtbar
ge=
macht (ſteriliſiert) werden. Eine ſolche Steriliſierung kann
er=
wünſcht ſein, um ſchwere Unterleibsblutungen zu beſeitigen. Man
heilt alſo eine Kranheit, indem man einen gefährlichen Zuſtand
durch einen erträglichen, wenn auch nicht völlig normalen
Zu=
ſtand erſetzt.
In großem Umfang wird die Röntgenbeſtrahlung bei
bös=
artigen Geſchwülſten verwendet. Die Zellen dieſer Geſchwülſte,
z. B. des Krebſes, zeichnen ſich durch überaus ſchnelles,
über=
ſtürztes Wachstum aus. Im Feuer der ſtrahlenden Röhre
wer=
den dieſe Geſchwulſtzellen ebenſo ſicher vernichtet wie z. B. durch
die Radiumbeſtrahlung. Es kommt dabei nur darauf an, daß
auch alle Geſchwulſtzellen erreicht werden. Entfernt liegende
Geſchwulſtneſter, die gerade noch in der Streuungszone der
Be=
ſtrahlung liegen, erhalten unter Umſtänden nur eine Reizdoſis
und werden, ſtatt der Vernichtung anheim zu fallen, zu noch
ſtärkerem Wachstum angevegt. Nur im konzentrierten
Kreuz=
feuer kann man mit größter Wahrſcheinlichkeit alle Zellneſter
treffen. Oft müſſen dabei Doſen, die bis an die Grenze des eben
noch Erträglichen gehen, verwendet werden. Dennoch iſt es der
verfeinerten Technik gelungen, durch Röntgen und
Radiumſtrah=
len ſehr gute Erfolge zu erzielen, die denen der operativen
Be=
handlung nicht nachſtehen. Viele Chirurgen glauben jedoch, daß
die Operation, ſolange ſie noch techniſch ausführbar iſt, den
ſicheren Weg darſtellt.
Eine beſondere Domäne hat ſich die Röntgenbeſtrahlung bei
der Bekämpfung gewiſſer Blutkrankheiten, vor allem der Leukämie,
erworben. Dieſe Krankheit äußert ſich in einer vermehrten und
überſtürzten Bildung von weißen Blutkörperchen, die teils im
Knochenmark, teils in der Milz gebildet werden. Durch
Beſtrah=
lung der Milz ſind bei gewiſſen Formen dieſer Krankheiten recht
gute Erfolge und langanhaltende Beſſerungen erzielt worden.
Die überſtürzte Neubildung weißer Blutzellen kann durch die
Strahlen weſentlich gehemmt werden. Von der beſtrahlten Milz
ſcheinen auch Fernwirkungen auf andere Organe auszugehen.
Eine Beſeitigung der bisher noch nicht geklärten Grundurſache
der Krankheit iſt aber leider nicht möglich. Immerhin iſt die
Röntgenbeſtrahlung bei dieſer Krankheitsgruppe das einzig
be=
kannte und wirkſame Mittel und daher ein unentbehrlicher und
wertvoller Fortſchritt.
Anders liegen die Dinge bei der Tuberkuloſe. Tuberkulöſe
Halslymphdrüſen die man früher meiſt operativ entfernte, werder
heute mit beſtem Erfolg beſtrahlt. Auch die tuberkulöſe
Bauch=
fellentzündung ſcheint ein dankbares Gebiet der
Röntgenbeſtrah=
lung zu ſein. Bei der Lungentuberkuloſe konkurrieren heute ſo
viele wirkſame Verfahren, daß die Röntgenbeſtrahlung in der
Hintergrund gedrängt iſt und nur bei ganz beſtimmten Formen
mit Erfolg Anwendung findet. Eins ſcheint ſicher zu ſein: au
den Erreger, den Tuberkelbazillus, wirken die Röntgenſtrahlen1
nicht direkt ein. Man nimmt heute an, daß bei der Zerſtörung
einzelner Zellen Stoffe im Körper frei werden, die ihrerſeits au
den Krankheitserreger wirken. Die großen Erwartungen, die
man anfangs auf die Strahlenbehandlung der Tuberkuloſe ſetzte,
ſcheinen ſich alſo nicht ganz zu erfüllen. Dagegen werden vom
verſchiedenen Seiten recht befriedigende Erfolge bei der
Baſe=
dowſchen Krankheit durch Beſtrahlung der Schilddrüſe mitgeteilt.
Aber auch hier ſteht die Röntgenröhre in Konkurrenz mit dem
Operationsmeſſer.
Das Gebiet der Röntgenſtrahlenbehandlung iſt alſo recht
vielſeitig, wenn auch noch vielfach umſtritten. Der Arzt wird /E
nach ſeiner perſönlichen Erfahrung und nach Lage des einzelnen
Falles die Wahl des Behandlungsverfahrens treffen müſſen-
Die Röntgenbeſtrahlung felbſt darf aber nur von einem erprobtem
Fachmann ausgeführt werden, denn ſie erfordert mindeſtens das
gleiche Maß an techniſchem Können und Kritik wie die Vornahme
einer Operation.
Dr. med. G. Kaufmann,
10
Kunſt. Wiſſenſchaft und Leben.
— Panidealiſtiſcher Ferienkurs. Vom 6.—14. Oktober
findet in der Sommerſchule San Gabriele bei Ascona am Lago
Mag=
giore ein panidealiſtiſcher Ferienkurs ſtatt, der unter dem Thema: „Die=
Neugeſtaltung des religiöſen und ſozialen Lebens”
Gelegenheit bietet, die Hauptergebniſſe und Ziele der Seelenforſchund
R. M. Holzapfels, des Schöpfers des „Panideal” und „Welterlebnis”,
in Vorträgen und Ausſprachen näher kennen zu lernen, und der in vier
Studiengruppen insbeſondere folgende Probleme behandeln wird: Neue
Wege der Kunſt und der künſtleriſchen Erziehung; Die Kriſe des
moder=
nen Gewiſſens; Gewiſſen und Religion; Soziale Probleme der
Gegen=
wart: Die neuen Ziele des religiöſen Lebens. Der Kurs, der von den
Schweizer Gruppen der panidealiſtiſchen Vereinigung veranſtalter wird,
ſteht unter der Leitung von Dr. Hans Zbinden und Dr. Hugo
De=
brunner, unter Beteiligung von Referenten des In= und Auslandes:
Programme durch die Schweizer Zentralſtelle der panidealiſtiſchen
Vereinigung, Zürich 6, Rotſtraße 48.
ſiaummer 231
Mittwoch, den 21. Auguſt 1929
Seite 3
Ai Hanger Bpferantdt.
Haag, im Auguſt 1929.
Auis dem Haag wird uns geſchrieben: Die Haager Konferenz
inärigſt zu einem großen allgemeinen Opfergang geworden.
Aog Politik ſpricht man nicht mehr, deſtomehr von den
Sacri=
füfee und von den Goldmarkhekatomben, die jeder auf den Altar
dites Weltfriedens niedergelegt haben will. Auf engliſch, auf
fran=
z.üſih, auf italieniſch und ſogar auf japaniſch, auf rumäniſch und
ggtſiſch kann es jeder tagtäglich dutzendemale vernehmen, daß
aſtVölker dieſer Erde bereit ſind, ſelbſt das Letzte hinzugeben für
AMFrieden — bloß die 32 Millionen nicht, welche die Engländer
zuSteuer der Gerechtigkeit verlangen.
Herr Chéron, der franzöſiſche Finanzminiſter, empfängt im
Htoll des Indes, wo jeder Tag der franzöſiſchen Delegation 7000
Gſußen Aufenthaltsſpeſen koſtet, zitternd vor Entrüſtung,
fleiſch=
geeſrdene Empörung, die Journaliſten. „Ich bitte Sie inſtändig,
meie Herren, notieren Sie: Das Gleichgewicht unſeres Budgets
ſwrin geſtört, wenn wir gezwungen werden, den engliſchen
An=
ſürhen noch weiter entgegenzukommen. Die Engländer
ver=
nſen eine exorbitante Summe von uns: 32 Millionen. Bitte,
Arb npeie Herren, notieren Sie das. Warum notieren Sie das nicht?
chen AMhüfre franzöſiſche Oeffentlichkeit muß darüber aufgeklärt
wer=
die gdäu was für Zumutungen man unſerem Volke hier ſtellt. Be=
„däſten Sie: 32 Millionen!“
Als man den aufgeregten Herrn Chéron verläßt, ſagt unter
der Tür ein linksſtehender franzöſiſcher Journaliſt: „Ich habe
mnirgerade eusgerechnet, daß dieſe 32 Millionen ungefähr 1 Proz.
unſres Heeresbudgets darſtellen, das Herr Chéron ja in dieſem
ſfe auf 3 Milliarden Goldmark ſteigern will. Man ſollte ihn
fran, ob er nicht einige Tanks und einige Flugzeuge weniger
nur zbhm könnte.”
Im Veſtibül des „Indes” jeden die Franzoſen auf die
Deut=
ein und verſuchen ihnen klar zu machen, welch ungeheure
ſr Frankreich ſchon gebracht habe. „Was will dieſer Snowden
phaupt? Wiſſen Sie, ſein Ziel iſt, Europa zu zerſtören. Die
fuänder wollen ſich auf Koſten des Kontinents mit Amerika
wiſen. Sie geben uns auf, ſie laſſen uns alle fallen. Die
angli=
nſche Entente iſt ihnen lieber. Wir werden uns hier klar darüber
nichien müſſen, daß es Zeit iſt, für die Vereinigten Staaten von
Hupa, wenn dieſer ungeheure Block der Angelſachſen entſteht.
Mi müſſen uns alle ſolidariſch erklären gegen dieſe engliſche
Rymoniegelüſte!‟ Als man ihm entgegnet, daß dieſe Solidari=
Güber nicht nur ſolange dauern dürfe, bis die Affäre mit den
Mhillionen geregelt ſei, antwortet einer der Pariſer: „Ach, Sie
guten an Verſailles, ja Verſailles, das iſt eine ganz andere
Hert 15
roße 6 Mtf der Treppe im Grandhotel, wo die Engländer wohnen,
um ſiidwo eben Jaſpar dem engliſchen Schatzkanzler Snowden das
fühid hot der übrigen vier Alliierten überreicht hat, iſt ein heftiger
Sut im Gange. „Es iſt der unglaublichſte Betrug, den man
iner an der Welt begeht. Sie wollen uns auspreſſen wie
FGtunen. Denken Sie daran, daß wir auf unſere Oſtreparationen
deulkenzchtet haben. Und dann, ich frage Sie, wo iſt die engliſche
dus imilrchnung über die Liquidation deutſcher Güter? Machen wir
5, darünns doch nichts vor: zwei Milliarden Goldmark haben Sie
ein=
wir ſiePickt, ohne der Reparationskommiſſion auch nur eine einzige
Affr, auch nur ein einziges Dokument zu geben. Soll das
ver=
gſt ſein? Glauben Sie nicht, daß wir das je vergeſſen. Und
ind die Abrechnungen über die Beſtände in der
Kompen=
kinskaſſe. Haben die Engländer jemals jemandem Einblick in
Summe geſtattet, die man dort aufgeſpeichert hat? Glauben
*6daß wir ſo dumm wären, den letzten Anteil, den wir
ge=
nüt haben. noch dranzugeben?"
ſch zeis : Man ſieht hin, wer dort ſo heftig an alte Sünden erinnert
mnn keint udplötzlich ſo vorzüglich verſteht, was man bis jetzt ſchon alles
nztrgursdem deutſchen Säckel herausgepreßt hat und wer ſich plötzlich
daher 4nau daran erinnert, wo alle dieſe Rieſenſummen geblieben
ind— ein Italiener, der eine kleine freundſchaftliche
Unterhal=
ſo) mit einem Alliierten von der andern Fakultät hat.
Es iſt ſeit Verſailles die erſte große Auseinanderſetzung unter
in Alliierten. Man iſt erſtaunt, wie genau ſie untereinander
wbrechnen verſtehen, wie hoch der deutſche Beuteanteil iſt, von
damjeder behauptet, daß ihn der andere erhalten hat. Da tauchen
amnSünden auf, da wird alter Haß wieder wach, da wirft einer
don anderen auf gut deutſch geſagt vor, daß er der größere
GAmer ſei.
Die Franzoſen entdecken plötzlich, daß Deutſchland nicht leben
lohm, wenn es keine Kolonien hat. „Es iſt ein abſoluter Nonſens,
dafman Deutſchland ſeine Rohſtoffgebiete genommen hat. Die
auche Induſtrie kann nicht exiſtieren, wenn ſie alle Rohprodukte
aufimwegen über Vermittler beziehen muß. Das verteuert die
gſonte Produktion und macht ihrem 60 Millionenvolk das Leben
teuer. Es muß eine Aenderung im Mandatsſyſtem des
Völker=
bundes eintreten. So, wie es heute funktioniert, haben wir uns
das in Verſailles nicht gedacht!“
Ein Engländer, der dabei ſteht, wirft zum Franzoſen gewandt
ein: „Well, Sie hofften damals ja noch ein paar Mandate mehr
zu bekommen. Aber vergeſſen Sie nicht, daß es viel gefährlicher
iſt, Deutſchland von ſeiner Kornkammer Oſtpreußen durch den
Korridor zu trennen und ihm ſeine induſtriellen Rohſtoffgebiete in
Oberſchleſien vorzuenthalten.”
Moraliſch überzüchtete Menſchen muß man vor der Haager
Konferenz dringend warnen. Hier gehöven nur Leute her, die der
felſenfeſten Ueberzeugng ſind, daß Politik mit Moral nur zeitweiſe
zu tun hat.
Vor allem als Deutſcher braucht man dieſe Ueberzeugung,
ſonſt wird man der Tatſachen nicht Herr, daß die Opfer, die ſich
die andern hier ſo temperamentvoll einander vorrechnen, ja alle
aus unſere Tafche beſtritten werden. Und daß kein Menſch in
Frankreich und kein Steuerzahler in England auch nur einen
Centime oder einen Farthing verliert, ſondern daß die zwei
Milliarden und 187 Goldmillionen, mit denen die Alliierten im
Haag herumjonglieren, ja jährlich von den Deutſchen aufgebracht
werden.
Es iſt im Haag noch keiner dieſer Opfermächte eingefallen,
auch nur mit einem Wort einmal an das wahre Opfer zu denken,
auf deſſen Schultern dieſe ungeheuren Laſten ruhen. Es iſt nötig
daß man ſich von Zeit zu Zeit wieder einmal daran erinnert, wer
eigentlich mit jeder Million, die er bezahlt, mit jedem Pfund
Fleiſch, das er weniger ißt und mit jedem Liter Milch, den er
weniger trinkt, mit jeder Wohnung, die er weniger bauen kann
dieſe 2187 Millionen im Jahr mühſam unter den ſchwerſten
Laſten zuſammenkratzen muß. Wer es eigentlich iſt, der dieſen
phantaſtiſchen Schatz ſeit Jahren und vielleicht noch auf
Jahr=
zehnte hinaus „comme un negre” erarbeiten muß, damit ſich
die Alliierten im Haag darüber ſtreiten können — — — die
Deutſchen.
Und vor den Augen dieſer Deutſchen geht nun ſchon über 14
Tage dieſes üble Opfergezeter. Seit vierzehn geſchlagenen
Tagen müſſen die Deutſchen zuſehen, wie man über das Fell
würfelt, das man ihnen über die Ohren gezogen hat. Und das
älles unter Beſchwörungsformeln, in denen der Weltfrieden,
die Vereinigten Staaten von Europa, die Solidarität des
Kon=
tinents bis zum Ueberdruß verantwortlich gemacht werden, wenn
ein Alliierter den anderen zu übervorteilen ſucht. Erinnern aber
die Deutſchen daran, daß der europäiſche Frieden auch noch von
anderen Dingen als vom Spa=Schlüſſel, Quotenverteilung und
den 32 Goldmillionen abhängt, nämlich von der
Rheinlandräu=
mung, von der Befreiung deutſchen Bodens, von der Rückgabe
des Saargebiets, dann ſind das plötzlich nicht nur Fragen
ſekun=
därer Art, ſondern neue Obfekte für Schachergeſchäfte, bei denen
ſich nicht nur die Alliierten untereinander, ſondern alle zuſammen
auch noch Deutſchland übers Ohr zu hauen gedenken.
Ein Ruſſe neuerer Obſervanz, ein Kommuniſt, der die Dinge
im Haag beobachtet, erinnerte dieſer Tage an eine alte franzöſiſche
Fabel: Drei Räuber ſtreiten ſich um die Beute. Zwei von ihnen
erſchlagen den dritten, um ſich ſeine „Quote” zu teilen. Aber im
Augenblick, als ſie die Tat vollbracht, ſinken ſie beide tot nieder,
weil ihnen der dritte vorher das gemeinſame Mahl vergiftet
hatte, um ſich nach ihrem Tod in den Beſitz der „Quoten” der
beiden anderen zu ſetzen.-
Der Ruſſe hat, als er dieſe Fabel erzählte, wohl an ihre
logiſche Fortſetzung gedacht, nämlich an den Mann, der von
fern beobachtete, wie die Räuber erſt das Opfer und dann
ſich ſelber zerfleiſchen, um nachher, wenn die Todesſtille auf dem
Schauplatz der Untat eingekehrt iſt, hinzugehen und die Beute ge=
Wz.
fahrlos an ſich zu nehmen.
Erklärungen der Zialiener.
Der italieniſche Finanzminiſter Mosconi hat am Dienstag
abend amerikaniſchen Journaliſten eine Erklärung gegeben, in
der er beſtreitet, daß Italien aus dem Young=Plan
ungerechtfer=
tigte Vorteile erhalte und auf die Opfer hinweiſt, die Italien
bis jetzt ſchon gebracht habe. Italien müſſe auf der
Ungmtaſt=
barkeit des Young=Plans beſtehen, ſei jedoch bereit, ſeinerſeits
auf dem Gebiete der Befreiungsſchulden, der Sachlieferungen
und der Kohlenlieferungen ein gleiches Entgegenkommen wie
Belgien und Frankreich zu zeigen. Wenn jedoch der Young=
Plan revidiert werden ſollte, würde ſich die italieniſche
Regie=
rung gezwungen ſehen, ihrerſeits Zahlungsanſprüche
anzumel=
den. Mosconi betonte in dieſer Erklärung auch, daß es hier
nicht, wie von engliſcher Seite behauptet werde, ſich um eine
Auseinanderſetzung zwiſchen Fascismus und Labour, ſondern
lediglich um eine politiſche Auseinanderſetzung zwiſchen Italien
und Großbritannien handele.
Plänkeleien an der ruſſiſch=chineſiſchen Fronk.
EP. Schanghai, 20. Auguſt.
Neue Zuſammenſtöße an der mandſchuriſch=ruſſiſchen Grenze
haben auch in den letzten Tagen wieder ſtattgefunden. Nach einer
offiziöſen Meldung aus Mukden haben ruſſiſche Truppen mit
Unterſtützung von Koreanern einen Raubzug auf ein Dorf in
der Provinz Kirin ausgeführt. Hierbei ſollen mehrere Häuſer
niedergebrannt, geplündert, zwei chineſiſche Kaufleute erſchoſſen
und drei andere gefangen genommen worden ſein. Die
Mel=
dungen, daß 700 ruſſiſche Kavalleriſten am vergangenen Freitag
einen Angriff auf Dali=Nor unternommen haben, hat ſich
be=
ſtätigt. Auf chineſiſcher Seite werden die
Truppenzuſammen=
ziehungen weiter fortgeſetzt, wobei als beſonders hindernder
Umſtand das Verbot der japaniſchen Regierung in die
Erſchei=
nung tritt, chineſiſche Truppenzüge über die Geleiſe der
ſüd=
mandſchuriſchen Eiſenbahn laufen zu laſſen. Bei den ruſſiſchen
Angriffen auf chineſiſche Dörfer ſoll es ſich, nach Anſicht
Schang=
haier Kreiſe, um eine Einſchüchterungstaktik der
Sowjetregie=
rung handeln, die auf dieſe Weiſe ihren Forderungen Nachdruck
verleihen will.
Moskau, 20. Auguſt.
Das Außenkommiſſariat überreichte der deutſchen Botſchaft zur
Weitergabe an die Regierungen von Nanking und Mukden eine
Erklä=
rung, welche durch eine Reihe von Angaben die Ungenauigkeit
chineſi=
ſcher Meldungen über angebliche Ueberfälle von Sowjettruppen auf
chineſiſche Truppen dokumentariſch nachzuweiſen verſucht.
Nach einer Aufzählung einiger Fälle von Ueberfällen auf
ſowjet=
ruſſiſches Gebiet weiſt die Erklärung darauf hin, daß vereinzelte Fälle
des Ueberſchreitens der chineſiſchen Grenze durch Angehörige der Roten
Armee nur infolge der Ueberfälle weißgardiſtiſcher und chineſiſcher
Truppenteile auf ruſſiſches Gebiet ſtattfanden, und betont, die
Aus=
nutzung der Weißgardiſten durch die chineſiſchen Behörden ſchaffe eine
drohende Lage an der Grenze. In der Erklärung heißt es weiter: Die
Sowjetregierung, die alle Maßnahmen trifft, damit auch vereinzelte
Fälle der Ueberſchreitung der Grenze durch Sowjettruppenteile nicht
vorkommen, dringt darauf, daß die chineſiſchen Behörden
weißgardiſti=
ſche Truppenteile entwaffnen und allen Ueberfällen auf ſowjetruſſiſches
Gebiet vorbeugen, widrigenfalls weitere Verwicklungen, die durch
Ueber=
fälle auf ruſſiſches Gebiet geſchaffen werden, voll und ganz zur
Verant=
wortung der Regierungen von Nanking und Mukden fallen werden.
Die Erklärung des Außenkommiſſariats erinnert ferner daran, daß
die Sowjetregierung noch am 13. Juli in einer Note wegen der
Be=
ſchlagnahme der oſtchineſiſchen Eiſenbahn durch die chineſiſchen
Behör=
den auf die Tatſache der Mobiliſierung, der Verſchiebungen und
Zu=
ſammenziehung mandſchuriſcher Truppen und weißgardiſtiſcher
Trup=
tenteile an der Grenze hingewieſen und die chineſiſchen Behörden vor
weiterem Mißbrauch der Friedensliebe der Sowjetregierung gewarnt
habe. Dieſe Warnung hätten die chineſiſchen Behörden unbeachtet
ge=
laſſen. Die Bildung weißgardiſtiſcher Truppenteile habe in ſtärkſtem
Maße angedauert und dieſe Truppenteile hätten ſofort nach dem
Ab=
bruch der Beziehungen zwiſchen der USSR. und China in vier Fällen
auf das ſowjetruſſiſche Gebiet begonnen, die Verluſte an Toten und
Verwundeten unter der friedlichen Bevölkerung und den Angehörigen
der Roten Armee zur Folge gehabt hätten. Lange Zeit hätten ſich die
Sowjetgrenzbehörden von entſprechenden Maßnahmen ferngehalten, und
die Folge davon ſei eine Häufung von Ueberfällen auf das Sowjetgebiet
geweſen.
Japaniſche Truppenbewegungen an der
ſüdmand=
ſchuriſchen Bahn.
In dem zur ſüdmandſchuriſchen Eiſenbahn gehörenden Gebiet
finden nach einer Meldung der „Central News” japaniſche
Truppenbewegungen ſtatt, mit dem Ziel, die für Japan
außer=
ordentlich wichtige Bahnlinie zu ſichern. Dieſe Maßnahme der
japaniſchen Regierung läßt darauf ſchließen, daß man nunmehr
in Tokio den Ausbruch offener Feindſeligkeiten zwiſchen Rußland
und China für möglich hält. — Auf chineſiſcher Seite finden
größere Truppenbewegungen entlang der Tienſin-Pukau=
Eiſen=
bahnlinie ſtatt. Fünf größere chineſiſche Handelsſchiffe haben
Anweiſung erhalten, ſich für Truppentransporte bereitzuhalten.
— Die Verbindung zwiſchen Charbin und Suifenho iſt infolge
der letzten Zuſammenſtöße zwiſchen ruſſiſchen und chineſiſchen
Truppen völlig unterbrochen worden. Bei den Kämpfen um
Dailai Nor am vergangenen Freitag ſind nach einer offiziellen
Bekanntgabe 27 chineſiſche Soldaten getötet worden.
Union=Theater.
,Das Findelkind von Singapore” ein
Wiegen=
li e)auf hoher See, nach der Novelle „The Sentimentaliſts” von
Tu Collins. Das iſt ein etwas derbes Wiegenlied, das dem
Tü der Novelle erfreulicherweiſe garnicht entſpricht. Eine ganz
kliſſche Sache, aus der die Regie von Howard Higgin einen
ARſo köſtlichen, erfriſchenden und erfreulichen Film gemacht
bA Friſch und derb, in ernſtem Naturalismus ſetzt die Hand=
M ein, die eine Reihe prachtvoller Bilder und Szenen aus
Maftem Seemannsleben bringt. Kernig und derb wie dieſes
4ſan ſind die köſtlichen Textzwiſchenzeilen, für die wohl Curt
2büſſe verantwortlich iſt, vorbildlich klar und unmißverſtändlich
Ndieſe Zwiſchenzeilen und in einer lapidaren Kürze eine trefſ=
U9Ergänzung der im übrigen in keiner Weiſe mißzudeutenden
ZAler. Der Kapitän Erikſon (von Alan Hale in erfriſchender
hirlichkeit dargeſtellt) findet kurz vorm Ankerlichten in ſeinem
Moot, mit dem eben ein paar betrunkene Matroſen an Bord
Imn, einen Säugling. Er nimmt ihn an Bord. Keiner der
Ochen Geſellen kann mit dem Schreier umgehen. So wird kurz
ſyloſſen in einer Hafenkneipe von Singapore eine Pflegemutter
Ahr. Sie wird gefunden in der ſehr energiſchen „Roſe von
Mapore” (der Phillis Haver eine ganz entzückende
Verkör=
ang gibt, die Kapitän Erikſon kurzerhand an Bord ſchleppt
1 Mmit dem Säugling zuſammenſperrt. Wutanfälle der ſchönen
* . Son Singapore werden beſänftigt durch die rührende Hilf=
9keit des Säuglings, die auch in der Leichtſinnigen Mutter=
Uhle wachwerden läßt. Das Kind wird gepflegt, und mit der
Pe zu ihm erwächſt auch die zum Kapitän Erikſon. Innere
äußere dramatiſche Konflikte beleben dann die Handlung in
ms dem Titel entſprechend, um zum Schluß wiederum zum
Ichen derben Seemannsleben zurückzukehren. Eine Wettfahrt
Der Dampfer auf hoher See — die „Roſe” iſt inzwiſchen
ge=
ſhet, nicht ohne ihrem Kapitän ſchriftlich zu geſtehen, daß ſie
ſelie bt — ein erfriſchender Fauſtkampf der beiden Beſatzungen,
ſchließlich der unterlegene Kapitän den Rivalen mit der
von Singapore trauen muß. Das alles iſt eine Reihe vor=
Nicher Filmhandlungen, friſch und lebendig geſchildert. Selbſt
N8 Happy end haben die Amerikaner verzichtet. Wenigſtens
Des nur ganz leiſe angedeutet.
2 eſto ſchlimmer aber wirkt der folgende Film „Feld=
call” mit Eilly Feindt in der Hauptrolle. Romano
Mengon, der Regiſſeur hat, um die hübſche graziöſe Cilly
Feindt ein großes Rennen und Reiten gewinnen zu laſſen,
zu=
ſammen mit Ida Jenbach, die nach einer Idee von Ruth
Willard das Drehbuch ſchrieb, einen Film von triefend
ſenti=
mentalem Kitſch geſchaffen, deſſen endloſe Längen ſeinen Genuß
noch fürchterlicher geſtalten. Man ſollte etwa die Hälfte aus dem
Filmſtreifen herausſchneiden, Cilly Feindt, die wirklich
ausge=
zeichnete Reiterin, ganz in den Mittelpunkt ſtellen und aus dem
übrig bleibenden Fragment einen ſchönen, flotten Spörtfilm
ge=
ſtalten, der übrigens auch in dieſem Zuſammenhang noch die
ganze Handlung entrollen könnte. — Der Beſuch des „
Findel=
kindes” aber lohnt überreich den Beſuch des derzeitigen Pro=
**
gramms.
* Helia.
„Rund um die Liebe‟. Eine Revue der Liebesſzenen
im deutſchen Film.
„Rund um die Liebe‟. Jedenfalls um die Liebe im Film.
Das ganze ABC marſchiert auf. Da iſt die Berger, Chriſtians,
Vorten. Nielſen, Dagover, Harvey. Helm. Alſo: Blond, Schwarz,
Brünett und Henna. — Leider fehlt Greta Garbo. — Als Partner:
Fritſch, Fröhlich, Jannings, Veidt, Wegener. Das Programm
mel=
det weiterhin; u. a. m. Alſo; und andere mehr. Groß und
klein. jung und alt. Auch ausgehendes Mittelalter, ſowohl auf
der Leinwand wie davor.
Italieniſcher Salat. Oder Mixed Pickles, Witzig, vikant und
amüſant. Angefangen von den früheſten Zeiten über Krinolinen
und Perücken bis zur Neuzeit. Die Liebe in Rokoko und
Bieder=
meier Im fin de siéele. Die Liebe unſerer Zeit, eingeteilt in
vier Kategorien: naiv, traulich, mondän, leidenſchaftlich.
Hätte man einen Film neu gedreht, er wäre wahrſcheinlich
entſetzlich geworden. So begnügte man ſich mit Ab= und
Aus=
ſchnitten alter. Genannt: Querſchnittfilm. Nach der Melodie:
— ich kenn’ ſie alle wieder
Die Ueberſchriften und Zwiſchentitel waren neu und auch
danach. —
Das Ganze; eine nette Selbſtironie des Films. (Hoffentlich
hält er es moraliſch aus.) Geeignet für Liebespaare jeglichen
Al=
ters und — faſt hätte ich geſagt; beiderlei Geſchlechts. Nein:
jeden Temperaments. Wer Vieles bringt
Der Film iſt ſehenswert als filmhiſtoriſches Dokument. Wir
ſehen Filme der Vorkriegszeit, und ſtehen ſtaunend vor einer
Wandlung des Geſchmackes, aber auch der Technik. — Vielleicht
wird er einmal einer ſpäteren Zeit wertvoll als Zeichen dafür,
wie eine ganze Generation über den Film gedacht hat.
S. Kein Auto im ganzen Film. Das iſt unmodern, Herr
Regiſſeur. Wie ſollen wir, um ſie herumfahren, rund um die
Liebe?
Als Beiprogramm läuft „Wie Madame befehlen” mit
Adolphe Menjou und Kathryn Carver. Von Menjou wuß=
ten wir, daß er der beſtangezogene Herer iſt. Der Film lehrt uns,
daß er gut traitieren kann. Sowohl Gänſebraten als auch
Reichen Beifall erntet Willy Hauenſtein für ſeine
wirk=
lich ausgezeichneten artiſtiſchen Vorführungen. Mit großer
Ele=
ganz jongliert er mit drei, vier Bällen, mit einem großen Bild
und ſonſtigen Gegenſtänden. —
Die Emelka=Woche vervollſtändigt das Programm. W. Sch.
Die Pflege der Stubenvögel. Von Profeſſor Fritz Braun. In
Sammlung Naturwiſſenſchaftliche Bibliothek für Jugend und
Volk. Herausgegeben von Konrad Höller und Georg
Ulmer. 158 Seiten mit 11 Abbildungen im Text und 4
far=
bigen Tafeln. In Leinenband 3 Mk. Verlag von Quelle u.
Meyer in Leipzig.
Unüberſehbar groß iſt die Schar der Vogelliebhaber, die ſelbſt
ihre gefiederten Lieblinge pflegen oder gar züchten, und die Zahl
derer, die wenigſtens einen Kanarienvogel ihr eigen nennen iſt
Legion. Ihnen allen wird mit dieſem hübſch ausgeſtatteten
Bänd=
chen ein wahres Geſchenk gemacht. Denn wie oft kommt es vor,
daß ſo ein munterer Sänger plötzlich die Flügel hängen läßt und
trübſelig und bekümmert dreinſchaut, ohne daß ſein Beſchützer ihm
zu helfen weiß. An Hand dieſes Buches wird es ihm ein
Leich=
tes ſein, die Urſache eines ſolchen Umſchwungs zu erkennen und
für Abhilfe zu ſorgen.
— Der kürzeſte Weg von Europa nach Amerika zu Schiff führt über
den Nordpol. Wie kommt man aber durch die Eiswüſten hindurch?
Der engliſche Polarforſcher Wilkins hat einen Plan: er fährt unter dem
Eiſe hindurch, mit einem Unterſeeboot und holt ſich Luft durch Röhren,
die er nach oben durch das Eis bohrt. Ueber ſeinen Plan berichtet
Wil=
kins in der neueſten Nummer der „Münchener Illuſtrierten Preſſe‟,
(Nr. 33). — Zwei Bildſeiten handeln von einer unentdeckten
Sehens=
würdigkeit im Norden Berlins. Wir nennen noch die intereſſanten
Bilderaufſätze „Bayeriſche Klöſter als Zuchthäuſer”, „Neue Sterne des
Tonfilms” und „Der Kampf um den Young=Plan”, die erſten Bilder
von der Haager Konferenz.
Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatſch. Roman. 306 Seiten.
Univerſal=Bibliothek Nr. 6964—66. Geheftet 1,20 Mk., in
Ganz=
leinen 2 Mk.
Gleich nach dem Freiwerden der Werke Conrad Ferdinand
Meyers hat der Verlag Reclam ſeine ſämtlichen Novellen und
eine Auswahl ſeiner Gedichte in billigen Einzelausgaben
heraus=
gebracht. Jetzt fügt er noch das bedeutendſte und umfangreichſte
epiſche Werk des großen Schweizer Dichters hinzu: Jürg Jenatſch.
Die Feuerbrände des 30jährigen Krieges ſtehen hinter dieſem
Roman, deſſen Held der gewaltige Freiheitskämpfer des
Grau=
bündener Landes, iſt. Seine Liebe, ſein Triumph und ſein Fall
durch die Hand des geliebten Weibes ſind mit dramatiſcher Wucht
erzählt. Die vorliegende Ausgabe des „Jürg Jenatſch” iſt trotz
ihrer Billigkeit geſchmackvoll ausgeſtattet. Der von dem bekannten
Buchkünſtler E. R. Weiß entworfene Glanzleinenband macht das
Buch zur Zierde des Bücherſchrankes.
ALHHT
Statt Karten.
Uhre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Wia Semmel
Richard Scheuermann
Darmstadt Gutenbergstr. 57
Mühlstr. 24
z. Zt. Rothenburg o. Tauber
21. August 1922.
Ihre Vermählung geben
bekannt
Paul Scribe
Oberamtsrichter
Ulse Scriba
geb. Reh
Darmstadt, den 21. August 1929.
Am 17. Auguſi entſchlief ſanft nach
kurzer, ſchwerer Krankheit meine über
alles geliebte Frau, unſere treue Mutter
und Tochter
Frau
Ella Burgdorf
geb. Claſen.
In tiefſiem Schmerz:
Heinrich Burgdorf, Major a. D.
Hans Joachim Hartmann Burgdorf
Marie Luiſe Burgdorf
Henning Burgdorf
Georg Claſen
Frau Wilhelmine Claſen.
z. Zt. Wuſirow i. Mecklenburg, Buenos=
Aires, Mordach b. Eberſtadt a. d. Bergſtr.,
den 18. Auguſi 1929.
(13244
Die Einäſcherung fand in aller Stille am
20. Auguſt in Roſiock ſtatt.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe,
herzensgute Frau, unſere treuſorgende Mutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
Ragalid Beupiiger
geb. Puder
im 51. Lebensjahre heute morgen 94, Uhr, nach
kurzem, ſchweren Leiden zu ſich in die Ewigkeit
abzurufen.
(13279
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Deußinger
und Kinder
Darmſtadt, Kaupſtraße 52, Auerbach, Frankfurt a. M.,
Weſt=Orange N. J. (. S. A., den 20. Auguſt, 1929
Die Beerdigung findet Freitag, den 23. Auguſf,
nach=
mittags 3 Uhr, auf dem Friedhofe Nied.=Ramſtädterſtr.
ſtatt. Die Einſegnung vorher in der Friedhofskapelle.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige
Nachricht, daß unſere geliebte Mutter, Großmutter,
Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
Donnenegag Bw.
geb. Strauß
im Alter von 75 Jahren nach kurzem Krankenlager
ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Ph. Heidelberger.
Roßdorf, den 20. Auguſt 1929.
Die Beerdigung ſindet Donnerstag nachmittag
3 Uhr ſtatt.
FUR DIE ZAHLREICHEN GLUCk.
WUNSCHE ANLASSLICH UNSE-
RER VERMAHLUNG SAGEN
HERZLICHEN DANK
UOSEPH WÜRTH
LOTTE WÜRTH
GEB. WEVGANDT
DARMSTADT
DEN 2i. AUGUST 1929
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme bei
dem Heimgange meines Mannes,
unſeres lieben Vaters, ſowie für
die troſtſpendenden Worte des Herrn
Pfarrer Zimmermann, ebenſo der
Gaſtwirts=Innung, ſagt herzlichen
(13257
Dank.
Frau M. Kreh
Eva Kreh
Hch. Kreh
Erich Kreh
Todes=Anzeige.
Am Freitag abend 10 Uhr, entſchlief nach kurzem Leiden
mein herzensguter Mann, mein lieber Vater
Guſtav Heß
im 83. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Heß geb. Hein
Sophie Derheimer geb. Heß
Darmſtadt, den 20. Auguſi 1929.
Die Beiſetzung tand in aller Stille ſiatt.
Säuglingswaagen.
Tage, Wochen und
Monate verleiht
Martinsdrogerie,
Pankratiusſtraße 41
(12950b)
Dankſagung.
Allen Freunden, Bekannten und Verwandten für die
herzliche Teilnahme, ſowie für die zahlreichen Kranz=
und Blumenſpenden bei dem Heimgange meines im
blühenden Alter von nahezu 28 Jahren geliebten Mannes
und Schwiegerſohnes
Jakob Pathenſchneider
Schloſſer
beſonders ſeinen Schulkameraden und dem Geſangverein
Liederkranz, ſowie für die liebevolle Pflege im Städt.
Krankenhaus und Herrn Pfarrer Erkmann für die
troſt=
reichen Worte am Grabe unſeren tiefgefühlten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Suſanna Pathenſchneider
Familie Ww. Benz
Wixhauſen, den 20. Auguſt 1929.
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Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe aufrichtiger Anteilnahme, bei dem
plötzlichen Heimgange unſeres innigſtgeliebten, unvergeßlichen
Entſchlafenen, ſagen wir hiermit auf dieſem Wege unſeren
herz=
lichen Dank. Aufrichtig danken wir auch Herrn Pfarrer
Lauten=
ſchläger für die herzlichen, troſtreichen Worte bei der Trauerfeier,
ſowie für die Kranzniederlegungen und ehrenden Worte der Herren
OberbürgermeiſterMueller,Oberſchulrat Ritſert,DekanZimmermann,
Pfarrer Marx, Turnoberlehrer Luley, Muſikoberlehrer Lampert,
Wilhelm Heppenheimer, Rektor Weidle aus Jugenheim und nicht
zuletzt Frau Dr. Koepke, den Schülern des Realgymnaſiums,
ſowie der Geſangsabteilung des Odenwaldklubs. (13255
Frau Johanna Weide
und Familie.
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Mit Beilage Geflügel= u. Kleinvſeh=
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Gartenbau=Literatur vom derlag
Trowitzſch Sohn, Frankfurt=Oder.
Nummer 231
Mittwoch, den 21. Auguſt 1929
Seite 5
Ans der Launseshauptftabt.
Darmſtadt, 21 Auguſi.
— Ernannt wurden: Am 12. Auguſt der Polizeihauptwachtmeiſter
ſeorg König zu Offenbach zum Kriminalhauptwachtmeiſter mit
Wir=
ung vom 1. Auguſt 1929 an; am 14. Auguſt: der Oberrechnungsrat
der Heſſiſchen Landesbank Georg Knierim zu Darmſtadt zum
ſechnungsdirektor, der Rechnungsrat Adam Krichbaum daſelbſt zum
iberrechnungsrat, Bankbuchhalter Georg Nieder, daſelbſt zum
Rech=
ungsrat bei dieſer Bank — ſämtlich mit Wirkung vom 1. Auguſt an.
p. Geh. Juſtizrat Metz. Das 75. Lebensjahr vollendet heute
ſer derzeitige Senior der Darmſtädter Anwälte. Als geſuchter
fachwalter übt der Genannte heute noch in geiſtiger Friſche
ind Lebendigkeit den verantwortungsvollen und aufreibenden
inwaltsberuf aus.
— Gedächtnisausſtellung zur 300=Jahrfeier des Ludwig=
Georgs=
thmnaſiums. Der in der Einladungsſchrift ausgeſprochenen Bitte, zu
ſeſer Ausſtellung leihweiſe Bilder, Anſichtspoſtkarten, Tiſchkarten,
ineipzeitungen, Karikaturen und ähnliche Erinnerungen an
Stadtbiblio=
hekar i. R. Noack (Orangerieſtraße 13) anzumelden, iſt nur in
gerin=
enr Umfange entſprochen worden. Es wird deshalb hier noch einmal
ſerzlich gebeten, dies in den nächſten Tagen nachzuholen. Solche
Gegen=
ſinde können auch unmittelbar im Gymnaſium abgegeben werden.
— Der Verein Freundinnen junger Mädchen will allen
alleinſtehen=
en und ortsfremden jungen Mädchen helfen: 1. Wenn ſie fremd an
nem Ort, Rat und Auskunft brauchen; 2. wenn ſie Nachtquartier
der Unterkunft benötigen; 3. wenn ſie Auskunft über eine Reiſe oder
ſtelle wünſchen; 4. wenn ſie gern ihren freien Abend in Gemeinſchaft
urbringen. In allen dieſen Fällen und jeder ſonſtigen Notlage
wen=
ſen ſich die jungen Mädchen vertrauensvoll an das Freundinnen=Heim,
fandſtraße 24. (Bureauzeit 10—12 Uhr.) — Jeden
Donners=
ſag abend, 8.15—10 Uhr, findet dort gemütliches Zuſammenſein
ſatt. Stopf= und Näharbeiten können mitgebracht werden. Nächſte
uſammenkunft Donnerstag, den 22. Auguſt, 8.15 Uhr, im
Freundinnen=
ſim, Sandſtraße 24, part. Die Hausfrauen, insbeſondere die
Freun=
unnen, werden gebeten, ihre Hausangeſtellten, Lindergärtnerinnen für
ſeſen Abend freizumachen. Ebenſo werden im Erwerbsleben oder zu
Ausbildungszwecken hier anweſende alleinſtehende junge Mädchen
hier=
it eingeladen.
— Landesverhand Heſſen im Reichsbund der Kinderreichen zum
ſchutze der Familie E. V. In den Sommermonaten hat unſer
Landes=
verband, an ſeiner Spitze die Ortsgruppe Darmſtadt, in der Stille
wei=
urgearbeitet, und die Ergebniſſe dieſer Arbeit werden am kommenden
fonntag, den 25. Auguſt, auf einer Tagung der
Abgeordne=
ſen der Ortsgruppen in Biebesheim bei Gernsheim am
hein verhandelt werden. Die rührigen Ortsgruppen in Offenbach,
ſangen, Arheilgen, Bensheim, Lorſch und Gernsbeim haben bereits
ure Beteiligung mit einer größeren Anzahl von Verrretern zugeſagt,
und auch von den anderen Ortsverbänden wird zahlreicher Zuzug
er=
ten und lebhaft erwartet, um den Verhandlungen und Beſchlüſſen
rößtmöglichen Nachdruck zu geben. Während die
Delegiertenverſamm=
ug vormittags halb 11 Uhr im großen Gaſthausſaal von Jak.
Wirth=
tein Rheinſtraße 40, angeſetzt iſt — ihr geht eine Stunde früher, halb
Uhr, die Teilnahme am Gottesdienſt voraus und ihr folgt um 2 Uhr
en gemeinſames Mittageſſen —, findet die große öffentliche
Werbever=
mmlung um 3 Uhr nachmittags ſtatt, für die in dankeuswerter Weiſe
err Obeuregierungsrat Knoll vom Heſſiſchen Staatsminiſterium und
13 Hauptredner der Reichsbundespräſident, Herr Hans Konrad=
Lüſſeldorf, ihre Mitwirkung in Anſprachen zugeſagr haben, deren Echo
ne freie Ausſprache aus der Verſammlung bilden wird. Dieſer
wich=
gen Tagung am Sonntag geht bereits am Samstag, 24. Auguſt, 8 Uhr
ends, im Lokal Albert Wirthwein eine interne Vorſtandsſitzung vor=
bill, abiA
. 3unN
graft 4
Fr 15.00
ſags notwendigen Neuwahl des erſten Vorſitzenden des Landesverbands, zeigt dem Ankommenden wohlgepflegte Raſenflächen, um die ſich
ſen aller Ortsgruppen gelingen, die Intereſſen der hilfsbedürftigen das bei Sonnenſchein rubinfarbig zu leuchten beginnt.
linderreichen in unſerer vielbeſchwerten Zeit auf der Biebesheimer
ſagung ein gutes Stück vorwärts zu bringen.
räniierungsfahrt hat erfreulicherweiſe ganz vorzügliche Ne= zwiſchen hohen, ſchattigen Bäumen. Rechter Hand die
Ultate feſtſtellen können, und iſt zu hoffen, daß dieſe der Verſchönerung
ſes Straßenbildes dienende Beſtkebung wieder wie früher immer mehr
nd mehr unterſtützt wird. Der alte Nuf Darmſtadts als Gartenſtadt
ird durch die Schmürkung von Vorgärten, Balkonen und Fenſtern in Der Eingang zu ihr flankiert von zwei rotweißen Türmen. Große,
dalkone und Fenſter in vorbildlicher Weiſe geſchmückt worden, die leider
eil nicht angemeldet, bei der Prämierung nicht berückſichtigt werden
nnen. Die Stadtverwaltung, der Verkehrsverein, der
Gartenbauver=
an und die Handelsgärtnervereinigung haben über 100 Preiſe geſtiftet, Ausſicht auf die Kaſernen und den „Exert” — gewiß keine,
Belle=
nd Private wieder Preiſe ſtiften würden und dadurch zur
Verſchöne=
ung unſeres Straßenbildes beitragen würden.
2. Aug, abends 8.15 Uhr, geht die Grotesk=Schwankoperette „Phips, heben werden. So ſteht dieſes große graue Gebäude noch allein.
aßdich nichterwiſchen”, in drei Akten von Carl Bretſchneider, Aber umgeben von Anlagen. Denn nach der Stadtſeite zu iſt eine
ialig in Szene. — Die Auführung hat in Berlin mit Guſtav Vertram großen weißen und gelben Dahlien ſtehen.
und Marga Peter in den Hauptrollen einen ſenſationellen Lacherfolg
zielt. Mit dieſem Lachſchlager iſt das diesjährige Bertram=Gaſtſpiel zu, ausgedehnter jedoch nach Süden in der Landgraf=
Philipp=
endet und eine Verlängerung ausgeſchloſſen. (S. Anz.)
Auguſt abends 8.30 Uhr, im Gemeindehaus Eichwieſenſtraße Nr. 8
urch die Gpangel. Jugendbünde der Petrusgemeinde zur
arſtellung gebracht. Dies Spiel iſt das moderne Gegenſtück zum
Verlorenen Sohn” von Burkard Waldis, der am Jugendſonntag 1927 und Ernſt=Ludwigsplatz, wo ſie den Platz um das Denkmal Lud=
Aufgeführt wurde, jedoch in vielem problematiſcher und ſprachlich geball= wigs II. umſäumen. Ueber den ſtaubigen, weniger ſchönen
Va=
r geſteigerter als dieſer iſt. Noettger gibt in ſeinem Spiel, das Jon, radeplatz kommen wir zu der kleinen, aber wunderhübſchen
An=
entges in den Blättern für Laien= und Jugendſpieler als „eine der lage vor dem Großen Haus des Landestheaters, dem
erbeſten Gaben des Dichters” bezeichnet, eine ganz neue Schau des
leichniſſes in einer wundervollen Sprache, die alle Tiefen der
Gedan=
en mit einfachſten Worten an den Tag bringt. D. Wilhelm Stäh= auf dem inmitten eines ſaftig=grünen Raſens und umrandet
En, einer der bekannteſten und bedeutendſten Jugendführer, urteilt über von den gelbbraunen Tagetes zehntauſend Verbenen zuſam=
Die Heimkehr”: „Eine ſehr tiefe und ſprachlich ſchöne Neudichtung der menſtehen und ſo einen großen violett=bläulichen Farbenfleck
bil=
eſchichte vom verlorenen Sohn . . . ganz hervogragend und des tief= den. — Einen Blick nur werfen wir in den Herrngarten, deſſen
ien Gindrucks ſicher” — Numerierte Eintrittskarten ſind erhältlich bei, ganze Idee und Ausführung es verbietet Blumenreiche ſauber in
en Mitgliedern der Jugendbünde, Herrn Kirchendiener Kropp und in irgendwelchen geometriſch=ſymmetriſchen Figuren angelegte Beete
er Papierhandlung K. F. Bender, Beſſunger Straße 47.
— Blühender Apfelbaum. Es wird von Intereſſe ſein zu hören, echt und ſchön.
aß im Garten Olbrichweg 17 ein Apfelbäumchen in Blüte ſteht.
* Vom Auto überfahren. Ein ſchwverer Unfall ereignete ſich geſtern
ou mittag gegen halb 12 Uhr wiederum in der Rheinſtraße unterhalb
es Stadthauſes. Der aus der Torhalle, der Papierfabrik Lautz auf
eintem Fahrrad herausfahrende, in der Neckarſtraße wohnhafte Karl
Bäder wurde beim Ueberqueren der Straße von dem die
Rhein=
raße herunterfahrenden Laſtauto eines Obſthändlers aus dem
Badi=
cen erfaßt, eine Strecke geſchleift und überfahren. Schwer verletzt Grundton, vom Ageratum und Heliotrop ſtammend, kontraſtartig
Arde der Ueberfahrene von hilfsbereiten Perſonen zunächſt in einer untermalt durch die goldgelben Tagetes. Zwei, drei Stufen
füh=
arhalle gebettet und dann mit dem Krankenauto in das Städtiſche ren herunter zur zweiten Terraſſe, die durch die zinnoberroten
Hankenhaus verbracht. Wer Schuld an dem Unfall trägt, dürfte die Geranien einen etwas grellen, fröhlichen Ton hat, der durch
Uuterſuchung ergeben. Belaſtend für den Lenfer des Autos iſt aller= die zartroſa und hellrot blühenden Polyantraroſen und Begonien
in gs die Tatſache, daß das Ueberfahren des Radfahrers auf den in der abgedämpft wird. Weiße Roſen geben eine ſanfte Ergänzung.
fohrtrichtung linken Schienengeleiſen der elektriſchen Straßenbahn er= Das Ganze umrahmt von einer Zierpflaumenhecke mit ihren
dunk=
olgte, und daß der Bremsweg des Autos durch die Polizei auf beinahe len, rotbraunen Blättern ſchließt ſich wirkungsvoll der blauen
0 Meter feſtgeſtellt wurde. Ob und wie weit dem überfahrenen Nad= Terraſſe an und vermittelt den übergang zur nächſten Terraſſe, in
onrer ein Verſchulden trifft, konnten wir nicht feſtſtellen; von der Poli= der ſich allerlei Blumen zuſammengefunden haben, unter denen
e wurde uns eine Auskunft darüber verweigert. Der Unfall hatte roſa Geranien und bläuliche Verbenen hervorragen. Eine vierte
ire große Menſchenmenge in die Rheinſtraße zuſammenſtrömen laſſen, Terraſſe ſchließt ſich an, in deren Mitte ein Kinderſpielſandhaufen
ſich befindet.
die ſehr erregt das Für und Wider erörterte.
Darmſtadts Anlagen.
Das Geſamkbild:
* Wie ſich die Anlage einordne in das Geſamtbild nicht nur des
phyſiſchen, ſondern auch des pſychiſchen Seins einer Stadt, iſt ihr
weſentliches Kriterium. Denn ſie iſt — richtig verſtanden — nicht
ein Prunkſtück für ſich, das beziehungslos zum Leben um ſie herum
daſteht, keine „gute Stube”, in der die Fenſter nur eimal im Jahr
geöffnet werden, auf daß der angeſammelte Staub durch Klopfen
aufgewirbelt werde. Sondern ſie ſoll dem Alltag des Menſchen
dienen, wenngleich ihr die beſondere Verpflichtung auferlegt wird,
ihn bunter und damit fröhlicher zu geſtalten.
Manches wird der Stadt Darmſtadt nachgeſagt, ihr ſamt ihren
Bewohnern. Manches, was zutrifft, vieles, was der Outſider,
nicht vertraut mit den hiſtoriſchen und geophyſiſchen Bedingungen
ihres Daſeins, ſchwerlich richtig zu ſehen vermag. Ein
verſchlafe=
nes Neſt ſei es, meinen viele, die erſtmals ſich ihm nähern.
Höf=
liche Leute ſagen wohl: es ſchlafe einen Dornröschenſchlaf. Nun;
dann hat es wenigſtens eine ſchöne Dornröschenhecke um ſich
auf=
gebaut. Einen Kranz von Anlagen, der ſehenswert iſt,
wohl=
gepflegt und ſtilvoll in das Geſamte eingepaßt.
Drei große deutſche Gartenſtädte gibt es — alle drei D=Städte
Dresden, Düſſeldorf Darmſtadt. Mag der letzteren die Größe
der beiden anderen fehlen, die Pracht und Umfänglichkeit der
An=
lagen (hier ſei des notleidenden Stadtſäckels gedacht), ſo hat ſie
dafür die feine und günſtige Lage zwiſchen Ebene und Gebirge,
einem welligen Hügelland vielmehr, nach dem hin ſie ihre
kompak=
ten Maſſen auflockert, bis ſchließlich nur einzelne Häuſer, Villen
und Wege das Verbundenſein mit dem Kern andeuten.
Mehr=
mals ragt der Wald in das Weichbild der Stadt und gibt den
parkartigen Charakter, der in großen alten Gartenanlagen
ſorg=
ſam betont und gepflegt wird und den eine Reihe von Anlagen
geſchickt unterſtreicht. Breite Straßen, eigentlich mehr Alleen,
knüpfen verbindende Fäden. Man kann zwiſchen Bäumen und
Blumen faſt durch die ganze Stadt wandern.
So paſſen ſich die Anlagen — ſowohl in ihrem weiteſten wie
auch in ihrem engeren Begriff — dem äußeren Stadtbild an,
zu=
gleich aber dadurch dem inneren Bedürfnis derer dienend, die
einen ruhigen Lebensabend, (oder auch ſchon: Spätnachmittag)
ſuchend, ſich hierher zurückgezogen. Daß dadurch auch denen
Er=
friſchung geboten wird, die ſie inmitten raſcher Arbeit brauchen,
iſt ſelbſtverſtändlich.
Der Bahnhofsplatz:
Wie das Antlitz des Menſchen uns beſtimmend iſt für unſere
Einſtellung und unſer Verhalten ihm gegenüber, ſo der Bahn=
hofsplatz der modernen Großſtadt. Nicht umſonſt tauchen überall
neue Pläne großartiger Zentralbahnhöfe und dementſprechender
Bahnhofsplätze auf — man denke an die Projekte Berlins und
Hamburgs —, nicht umſonſt ſchuf ſich Stuttgart, die aufſtrebende
Metropole des weſtlichen Süddeutſchland, einen neuen Bahnhof,
und nicht ohne Grund laufen in der Nachbarſtadt Frankfurt ſeit
langem die Verhandlungen über eine Umgeſtaltung des
Bahnhofs=
platzes. Wer ſelber viel gereiſt iſt, wird beſtätigen, daß das erſte,
einprägſame und haftende Bild die Umgebung des Bahnhofs iſt.
Nun: lange Jahre war die des Darmſtädter Bahnhofs — man
darf es ruhig ſagen — ſchauderhaft. Niemand von den vielen die
das zweifelhafte Vergnügen hatten, täglich an den Schrebergärten
mit eingefallenen Zäunen, verroſteten Stacheldrahtverhauen und
alten Bretterbuden aus Margarinekiſten vorbeizulaufen, denkt
ohne Schrecken daran zurück. Gewiß, auch heute wirkt die
nüch=
terne ſchwärzlich=verrußte Backſteinfaſſade des gegenüberliegenden
Fabrikgebäudes alles andere als erhebend. Aber eine geſchickte
uis mit einer größeren Tagesordnung zur Vorbereitung der anderen und freundliche Anlage weiß die Augen auf ſich zu denken. Sie
ur Beratung der eingegangenen Anträge und der Mitteilungen über ein Kranz roſaroter Polyantraroſen zieht. Das Schönſte aber die
Nau= und Wohnungsfragen uſw. Möchte es den vereinten Anſtrengun= Rondells mit den glutroten Canna, dem indiſchen Blumenrohr,
Allerlei Straßenbahnen — darunter bequem=moderne —
brin=
gen uns in die Stadt. Sonſt benutzen wir ſie gerne denn ſie
brin=
gen uns an der langen und weitläufigen Rheinſtraße raſch vorbei.
— Darmſtadt im Blumen= und Pflanzenſchmuck! Die diesfährige Heute ſchlendern wir an der rechten Seite langſam der Stadt zu
Feſthalle.
er herrlichſten Weiſe unterſtützt, und iſt zu hoffen, daß für das kom= langgeſtreckte Raſenflächen in der Mitte und an der Seite.
Da=
tende Jubiläumsjahr die Zahl der Anmeldungen viel größer ſein wird, zwiſchen die aſphaltierten Autoſtraßen. Wunderhübſche
groß=
lußer den bei dem Verkehrsverein angemeldeten ſind viele Vorgärten, blumige Dahlienbeete ſtehen Spalier. — Aufgeräumt iſt auch
hier mit den Schrebergärten, in denen ſich ſchwitzende Menſchen
bemühten, dem ſandigen Boden Gemüſe zu entlocken. Statt deſſen
Raſenflächen, im Hintergrund eine Anzahl von Bäumen und
Sträuchern, beſtimmt, allmählich zuſammenzuwachſen und ſo die
und äre es dankbar zu begrüßen, wenn wie früher die Geſchäftswelt vue” — zu verſperren. Es geht etwas langſam mit dem Wachſen.
und auch der Raſen iſt nicht der üppigſte. Aber; ein Schelm gibt
mehr als er hat, und ein ſandiger Boden trägt morgen keine
— Orpheum. Gaſtſpiel Guſtav Bertram=Marga Peter. Heute Roſen. Zudem handelt es ſich um ein Proviſorium, denn noch iſt
Rittwoch, abends 8.15 Uhr, findet die letzte Aufführung der dreiaktigen die Hoffnung nicht aufgegeben, daß — in beſſeren Zeiten — ſich
Echwankoperette „Du oder keine” ſtatt. — Morgen Donnerstag, den hier Häuſer in Größe und Umfang der Landwirtſchaftskammer er=
Nuſik von dem bekannten Schlager=Komponiſten Siguart Ehrlich, erſt= kleine, aber wohlgepflegte Anlage entſtanden, in der Hunderte von
Ein grüner „Ring” ſchließt ſich an nach den alten Bahnhöfen
Anlage und der Hindenburgallee. Gerade jetzt wird die Ecke der
— „Die Heimkehr”, eine dramatiſche Legende von Karl Roettger, Aheiuſtraße und Hindenburgallee eingeebnet und angelegt. Im
lid aus Anlaß des Gbangeliſchen Jugendſonntags am Montag, den nächſten Sommer wird hier ein großer Roſengarten entſtanden ſein.
Im Stadtinnern:
Kleine Raſenplätze und Blumenanlagen ſchmücken den Luiſen=
„blauen Beet”,
hineinzuſetzen. Nur um den Springbrunnen und vor der Pergola
des Herrngartencafés ſind Blumen angepflanzt und wirken dort
Walther=Rathenau=Anlagen:
Wiederum an der gegenſeitigen Peripherie der Stadt
eben=
falls über ehemaligen Bahnanlagen — der Odenwaldbahn, die
jetzt in weitem Bogen um die Stadt greift — liegen,
teerraſſen=
förmig angeordnet, die Walther=Rathenau=Anlagen. Jede Terraſſe
hat ihre eigene Tönung, ihre „Leitpflanze‟. Die oberſte Terraſſe,
umzäunt von einer dunkelgrünen Hainbuchenhecke, zeigt blauen
Ganz in der Nähe hinter dem Frankonenhaus entſteht
zur=
zeit eine neue Anlage, die einmal ſehr ſchön zu werden verſpricht,
die vor allem ſich gut in den Geſamtblick einfügt, den wir von hier
aus nach dem Wald und den Bergen haben. Allerdings müßte dann
dafür geſorgt werden, daß die Ausſicht auf die Rückſeite des
Orpheums und nach einer Reihe von Nutzgärten, die nicht ſehr
erhebend iſt, nach Möglichkeit zuwachſen wird.
An der Pauluskirche:
Die ſchönſte Anlage Darmſtadts — außerhalb des Orangerie=
und des Herrngartens — iſt ſicherlich die zwiſchen
Landeshypo=
thekenbank und Pauluskirche. Zunächſt; man hat von hier einen
prachtvollen Blick nach der Ludwigshöhe, einen Blick, der auch nicht
verbaut iſt oder werden wird, ſondern der durch die Reihe der
hübſchen, niedlichen Villen noch verſchönt wird. Von der anderen
Seite her kommend ſieht man auf eine Fülle, von Blumen und
Bäumen, ſorgſam abgetrennt durch haarſcharf geſchnittene Hecken.
Phlox iſt die Hauptblume dieſer Anlage. Phlox in allen
mög=
lichen Farben; roſa, lila, weiß, rot und bläulich. Andere kommen
dazu und ſchaffen ein außerordentlich farbenfrohes Geſamtbild, ſo
vor allem die knallgelbe Rudbeckia und dann als eine der
ſchön=
ſten Blumen eine dunkelrote Dahlie mit weißen Spitzen.
Da=
zwiſchen vereinzelt die ſchwarzroten, großblättrigen Perillen und
die dunkelgrünen Juniperusbüſche. Schmale Teeroſenrabatten
in=
mitten des Raſen werden flankiert von hohen Pyramideneichen.
All das erhält ſeine beſondere kompakte Geſchloſſenheit durch die
beiden ruhigen großen Gebäude, die hüben und drüben einen
Ab=
ſchluß bilden. Die große Freitreppe zur Hypothekenbank wirkt
vornehm wie der ganze aus grauem Stein errichtete Bau. Auf der
anderen Seite reckt ſich die Pauluskirche in die Höhe. Ihr
hell=
rotes Ziegeldach kontraſtiert hübſch zu dem blauen Himmel.
Von der Orangerie wurde vor kurzem ausführlich geſprochen.
Dies das Geſamtbild der Anlagen Darmſtadts, die man
flüch=
tig durchſtreifen wird, um einen Ueberblick über das Ganze zu
ge=
winnen, die aber dann immer wieder zu näherer Beſichtigung, zu
längerem Verweilen auffordern.
Zahlen:
Unſere Zeit vermag vieles nur auf dem Umweg über die Zahl
zu ſehen und zu würdigen. So ſei hier nur regiſtiert, daß der
Um=
fang der ſtädtiſchen Anlagen vor dem Kriege 18 Hektar betrug,
daß er heute auf 48 Hektar angewachſen iſt. Erfreulich allerdings
daß dieſe 48 Hektar nur 100 000 RM. koſten gegenüber 80 000 Mark
vor dem Kriege für die 18 Hektar — wobei die Geldentwertung
noch berückſichtigt werden muß. 24 Gärtner ſind dauernd
beſchäf=
tigt, die Raſen inſtand zu halten, die Hecken zu ſchneiden und vor
allem zu ſprengen und zu gießen. Von morgens 5 Uhr bis abends
6 Uhr rieſelt das Waſſer ununterbrochen in den Anlagen, bald
hier bald dort. Und trotzdem iſt es ſchwer, den Pflanzen das
Waſſer in ausreichenden Mengen zuzuführen. Beſonders als in
den ganz heißen Tagen vor einigen Wochen das Waſſer geſperrt
wurde, war die Gefahr des Vertrocknens ſehr groß. Zum Glück
haben ſich die Pflanzen im allgemeinen gut erhalten. Gerade in
unſeren Tagen drohte auch wieder eine Waſſerſperre, aber —
wäh=
rend ich dies ſchreibe bewölkt ſich der Himmel und es iſt möglich,
daß er einmal die Tätigkeit der Gärtner für einige Tage
über=
nimmt. Nur einige Blumenzahlen: 10 000 Geranien ſind
ange=
pflanzt, 30 000 Stiefmütterchen werden im Frühjahr geſetzt. Die
gelbbraunen Tagetes ſind mit 15 000 Stück vertreten. Es hat
keinen Zweck, alle Blumen hier in Reih und Glied nach Stückzahl
und Preis aufmarſchieren zu laſſen. Dieſe wenigen Proben mögen
genügen. Denn ſchließlich ſoll eine Anlage mehr ſein als ein
Rechenexempel für Schnellrechner.
Die Verantwortlichen:
Ein Wort ſei von denen noch geſagt, die verantwortlich
zeich=
nen für die Neuanlage und Unterhaltung der Anlagen: Unter der
umſichtigen Leitung des Herrn Bürgermeiſters Buxbaum, deſſen
Dezernat auch die Anlagen unterſtehen, iſt Herr, Garteninſpektor
Klein mit einem Stab von Hilfskräften und Arbeitern
rührig und eifrig bemüht, die Anlagen in gutem Stand zu
erhalten die Arbeiten, die dauernd ausgeführt werden laufend zu
überwachen und für Neuanlagen Sorge zu tragen. Der wirklich
ganz ausgezeichnete Zuſtand der Anlagen erübrigt weitere
Aus=
führungen.
„Bürger, ſchützt eure Anlagen!"
Von der ſozialen Bedeutung des Parks wurde ſchon
andeu=
tungsweiſe geſprochen. Nicht nur für die Aelteren, denen ſie Ziel
kurzer Spaziergänge ſind, nicht nur für die Kinder, die in den
Sandhaufen, die da und dort angelegt ſind, ſpielen, nicht nur für
dieſe beiden ſind ſie von unſchätzbarem Wert. Sondern ſie wollen
der Allgemeinheit dienen. „Bürger, ſchützt eure Anlagen!” ſteht
in Frankfurt überall angeſchrieben. Bürger, ſchützt eure
An=
lagen!” ſollte auch hier — nur nicht auf großen Schildern
ange=
ſchrieben, ſondern in jedem Einzelnen bewußt leben. Es iſt ein
trauriges Zeichen, wenn man überall und immer wieder ſieht, daß
große Bündel von Blumen von unberufener Hand — abends und
nachts — abgeſchnitten werden. Und es wäre nötig, daß jeder ſich
ſelbſt verantwortlich fühlt für die Allgemeinheit — das ſcheint
doch auch wohl der Sinn der Demokratie zu ſein — und in ihrem
Intereſſe, das auch ſein eigenes iſt, mit darauf achtet, daß ſolche
Blumendiebe eine immer ſeltenere Erſcheinung werden.
Das Schmerzenskind: der Palaisgarten.
Ein Wunſch darf noch angeſchloſſen werden, der ſchon häufig
ausgeſprochen wurde, der ſich dem, der die anderen Anlagen alle
in gutem Zuſtand ſieht, immer wieder aufdrängen muß; es möge
auch der Palaisgarten in Bälde in einen der Stadt würdigen
Zu=
ſtand verſetzt werden. Gewiß, es beſtehen juriſtiſche
Schwierig=
keiten. Man ſollte aber ſelbſt meinen dürfen, daß eine großzügige
Erledigung im Intereſſe der Stadt gelegen ſei.
Nicht darauf allein kommt es an, wie die Anlagen beſchaffen
ſind. Nur in bezug auf und zu dem Menſchen findet die Anlage
ihre letzte Berechtigung. Sie muß den Menſchen etwas ſein, und
daraus erklärt ſich ihr Wandel im Ablauf der Geſchichte. Das
Verhältnis iſt aber ein zweiſeitiges, denn nicht nur, daß die
An=
lage dem Menſchen etwas ſei, iſt erforderlich. Sondern auch: daß
der Menſch der Anlage etwas ſei. Daß er ſich in ſeinem Denken
und Empfinden auf ſie einſtellt, daß er bewußt an ſie herantritt.
Erſt dann iſt die Einheit erreicht, eine Einheit, die auf der
Sym=
bioſe Menſch und Blume beruht . . .
Walther Scheunemann.
— Zum 22. Auguſt, der Wiederkehr des Tages der Schlacht bei
Neufchäteau, an dem die heſſiſche Artillerie im Verbande der 2
Großh. Heſſiſchen Diviſion vor 15 Jahren ihre Feuertaufe bei Maiſſis
und Anloy beſtand und den erſten glorreichen Sieg zu verzeichnen hatte,
wird der Artilleriebund in Heſſen und die ihm angeſchloſſenen Offizier”
und Artillerie=Regimentsvereine zum treuen Gedenken ihrer toten
Ka=
meraden am Artillerie=Denkmal im Prinz=Emil=Garten Kränze
nieder=
legen.
Ein wirkſames Mittel bei Geſichtsausſchlag, Pickeln, Gizemen.
Geſichtsausſchlag, Pickel Puſteln, Wimmerln Acne vulgaris.
Mäteſſer und Ekzeme, die beſonders bei jüngeren Leuten beiderlei
Ge ſchlechts ſo überaus häufig auftretenden Hautübel, werden von
Dei oft faſt verzweifelnden Opfern mit allen nur erreichbaren
Nitteln bekämpft. Vortrefflich bewährt hat ſich nach meinen Er=
BSrungen folgendes Verfahren: Man nehme ein Stück „Zucker’s
atent=Medizinal=Seife” reibe mit der Hand oder noch
beiſer mit einer naſſen Bürſte, einem naſſen Pinſel und dergleichen
Von Spezialarzt Dr. med. Woltzer.
möglichſt viel dicken Schaum läßt ihn eventuell noch einige Zeit
ſtehen, bis er ſo dick iſt wie Brei, Salbe oder Sirup, und trägt ihn
dann leicht, ohne zureiben, auf die zu behandelnden
Haut=
ſtellen auf. Am beſten geſchieht das Auftragen des Abends, damit
der Schaum genügend Zeit hat, auf der Haut einzutrocknen und
die Nacht über liegen bleiben kann. Morgens erweicht man ihn
mit etwas Waſſer, ſpült ihn dann leicht ab und trocknet hierauf
die Haut, ohne zureiben oder zufrottieren, ſanft mit
einem weichen Tuch. Nachher ſtets die Haut mit „Zuckooh=
Creme”, die ebenſo wie „Zucker’s Patent=Medizinal=
Seife” in jeder Apotheke, Drogerie und Parfümerie, ſowie in
jedem beſſeren Friſeurgeſchäft zu haben iſt. nachbehandeln. Dieſe
Prozedur, richtig durchgeführt, ſchafft in Kürze neue, reine und
geſunde Haut und verjüngt um Jahre.
(TJ.237
Seite 6
Mittwoch, den 21. Auguſt 1929
Nummer 231
3. Tagung der deutſchen Auslandslehrer und
lehrerinnen.
Beſonders dankbar werden die in Darmſtadt weilenden deutſchen
Auslandslehrer für die Möglichkeit ſein, ſich durch Beſuche von
Unterrichtsſtunden ihrer hieſigen Amtsgenoſſen fachlich
weiter=
zubilden. Am Freitag vormittag können die Gäſte dem Unterricht im
Gymnaſium, Realgymnaſium, den Reformrealgymnaſien,
Oberrealſchu=
len, der Studienanſtalt, Frauenſchule, Aufbauſchule, in allen
Volks=
ſchulen einſchließlich Hilfsſchulen beiwohnen. Am Samstag vormittag
führt Direktor Dr. Vogel durch das Pädagogiſche Inſtitut
der Techniſchen Hochſchule; ein Beſuch der Garrenſchule ſchließt
ſich an, und das Pſycho=Techn. Inſtitut der Techniſchen
Hoch=
ſchule wird neue Eindrücke vermitteln.
Daneben läuft eine ganze Neihe von Ausſtellungen: Die
um=
fangreichſte dürfte wohl die Buchausſtellung in der Liebigs=
Oberrealſchule ſein, die Dr. Türk mit einer Reihe von Mitarbeitern
zuſammengeſtellt hat, und die vom 22.—24. Auguſt täglich von 10—18
Uhr geöffnet ſein wird. Sie umfaßt die Neuerſcheinungen in
Päda=
gogik, Deutſch, Geſchichte, Staatsbürgerkunde, Engliſch, Franzöſiſch,
Erdkunde, Kunſt, Muſik Stenographie, Kunſtſchrift, ſoweit ſie in den
letzten zehn Jahren erſchienen ſind; daneben auch Schallplatten,
Appa=
rate für Lauf= und Stehbild und Lehrfilme. Von Fachleuten
zuſam=
mengeſtellt, bringt die Ausſtellung nur das, was ſich im Unterricht
be=
reits bewährt hat. Beſonderer Wert wurde auf neuzeitliche Leſewerke
und =hefte gelegt, entſprechend einem Wunſche der vorjährigen Tagung.
Die Bücher ſtammen teils aus den reichen Beſtänden des Pädagogiſchen
Seminars der Liebigs=Oberrealſchule, teils wurden ſie von
Verlagsbuch=
handlungen zur Verfügung geſtellt. Der Beſuch kann allen Lehrern,
auch denen des Inlands, und pädagogiſch Intereſſierten nur empfohlen
werden (vgl. auch Ausſchreiben des Kultusminiſteriums in „Darmſtädter
Ztg.” vom 13. Auguſt 29). — Im Realgymnaſium iſt
Gelegen=
heit, die reichen Sammlungen von Apparaten, Modellen, Lehrmitteln
neueſter Art, ſowie Büchern und Zeitſchriften aus den Gebieten des
mathematiſchen, phyſikaliſchen, chemiſchen und biologiſchen Unterrichts in
den überſichtlichen Sammlungsräumen, der betreffenden Inſtitute zu
beſichtigen, während in der Gartenſchule eine Ausſtellung von Lehrer=
und Schülerarbeiten aus dem Werkunterricht gezeigt wird, die
Schulrat Denzer am 24. Auguſt erläutern wird.
Auch die Jugend will ihr Scherflein beitragen: Die V. D. A.=
Schul=
gruppen der höheren Schulen haben unter der Leitung von
Stu=
dienrat Wermbter im Realgymnaſium eine Ausſtellung von Bildern
der Pfingſtfahrt nach Kiel und anderer V.D.A.=Fahrten veranſtaltet.
Daneben zeigt der Graphiker U. Hallerſtede Aquarelle aus Kiel ſowie
einige Entwürfe zu VDA.=Plakaten. Ph. Bleſſing ſtellt Zeichnungen
aus Kiel aus, und H. Rettberg, der erſte deutſche Zeichenlehrer im
Aus=
lande (Sofia), Aquarelle und Zeichnungen aus Bulgarien und von der
Adria. — In den Schaufenſtern der Buchhandlung Saeng
(Kirchſtraße) ſind Bücher aus dem weiten Gebiet des
Auslandsdeutſch=
tums und der Minderheitenfrage in geſchmackvoller Zuſammenſtellung
bereinigt, die weite Kreiſe der Oeffentlichkeit intereſſieren dürften. Gz.
Große Strafkammer.
p. Zunächſt ein Wort in eigener Sache: Die Preſſeberichterſtattung
begrüßr es dankbar, daß durch das Eingreifen des Vorſitzenden der
Strafkammer der Preſſe akuſtiſch günſtigere Plätze angewieſen worden
ſind.
1. Ein in Dietesheim vorübergehend beſchäftigter Spengler ſoll
ein dem Logiswirt zur Sicherheit übergebenes Fahrrad unter falſchen
Angaben entlockt haben. Unter Berückſichtigung der Vorſtrafen hat das
Gericht in Offenbach eine Gefängnisſtrafe von zehn Monaten
ausgeſpro=
chen, wogegen Berufung verfolgt iſt. Das Urteil erhöht auf die
aatsanwaltliche Berufung die Strafe auf ein Jahr Gefängnis.
Mildernde Umſtände fand das Gericht in dem geringen Betrag, um den
der Logiswirt heute noch geſchädigt iſt.
2. Eine weitere Sache gegen einen Mühlenbauer im
Oden=
wald, der in erſter Inſtanz wegen Urkundenfälſchung freigeſprochen
wurde, wird auf Antrag der Staatsanwaltſchaft abgeſetzt.
3. In den „Münchener Neueſten Nachrichten” ſchrieb ein
Bens=
heimer Konditor ſein Café im vorigen Jahre zur Verpachtung oder
Verkauf aus und ſchilderte in den brieflichen Verhandlungen mit einer
Pachtliebhaberin das Unternehmen in ſehr roſigen Farben; ſie fühlte
ſich um einen als Sicherheit hingegebenen Betrag geſchädigt und erhob
bei der Polizei Anzeige. Auf das gleiche Inſerat hin wandte ſich ein
Münchener Kaufmann an die darin angegebene Deckadreſſe und trat
gleichfalls mit dem Verpächter Ende 1928 in Unterhandlung. Auch
die=
ſer, der ſich mit der anderen Pachtliebhaberin und deren
Mitintereſſen=
ten im Lokale in Bensheim traf, hält ſich für geſchädigt. — Die erſte
Inſtanz hat unter Freiſprechung im übrigen wegen Betrugsverſuchs
und Unterſchlagung (erſter der beiden obengenannten Fälle) auf ſechs
Wochen Gefängnis erkannt. — Die Staatsanwaltſchaft hat vorſorglich
Berufung verfolgt; der Angeklagte, der beſtreitet, hinſichtlich des
Um=
ſatzes falſche Angaben gemacht zu haben, erſtrebt völlige Freiſprechung
mit ſeiner Berufung. Die beiden Berufungen werden zurückgenommen.
4. Ueber eine im Odenwald ſpielende Ehebruchsaffäre, die mit der
Verurteilung zu je einem Monat Gefängnis endete, haben wir anläßlich
der Verhandlung vor dem Bezirksſchöffengericht am 23. Mai d8. J8.
berichtet. Auf beiderſeitige Berufung wird die Sache nuch einmal
ver=
handelt. Das Urteil erkennt auf Freiſprechung. Der Beweis
des Ehebruchs werde für nicht ausreichend gehalten.
— Haarformergruppe Darmſtadt iſt ein Zuſammenſchluß der
führen=
den Damenfriſeur=Geſchäfte Darmſtadts; angeſchloſſen an die
Mode=
kommiſſionen Deutſchlands, ſind die Geſchäfte ſtets führend in der neuen
Mode. Beachten Sie unſere kommenden Modeveranſtaltungen (S. Anz.)
— Die Frauengruppe des Vereins für naturgemäße Lebens= und
Heilweiſe (Naturheilverein) iſt ſeit Jahren beſtrebt, ihren Mitgliedern
und Anhängern durch belehrende Vorträge aller Art Aufſchluß über die
Grundſätze des naturgemäßen Lebens hinſichtlich der Ernährung und
des rechten Gebrauchs der Genußmittel zu geben. So hat ſich für
Don=
nerstag, den 22. Auguſt, das Mitglied Herr Dr. Haſter bereit
er=
lärt, über Kultur und Herkunft der Gemüſe zu ſprechen. Es wird auf
die Wichtigkeit dieſes Vortrags hingewieſen, weil das Thema hier von
einem landwirtſchaftlichen Praktiker behandelt wird, der aus Erfahrung
die ſchädliche Einwirkung falſcher Kultur auf den gedeihlichen Wert des
Gemüiſes kennt. (Siehe Anzeige in heutiger Nummer.)
Aus den Parkeien.
— Morgen Donnerstag abends öffentliche Verſammlung der Nat.=
Soz. Deutſchen Arbeiterpartei. Redner: Schriftſteller
Gutterer. (Näheres heutige Anzeige.)
Lokale Veranſtaltungen.
— Vereinigung früherer Leibgarkiſten.
Darm=
ſtadt. Wir machen unſere Mitglieder und deren Angehörige auf
unſe=
ren am Donnerstag, den 22. Auguſt, abends 8 Uhr, im Bürgerhof
ſtatt=
findenden Familienabend mit Konzert aufmerkſam. Der Abend ſteht im
Zeichen einer Gedenkfeier zu Ehren unſerer Ib. Gefallenen am 22. Aug.
1904 zu Anloy in Belgien. An dieſem Tage erhielt das Leibgarde=
Regi=
ment die Feuertaufe. (Siehe Anzeige.)
— Hausfrauenbund. Herr Dr. Hafter ſpricht am
Donners=
tag, den 22. Auguſt, abends, im großen Saale des Realgymnaſiums
über: „Welches Intereſſe hat der Verbraucher an Kultur und Herkunft
der Gemüſe?‟ Die Frauengruppe des Naturheilvereins ladet unſere
Mitglieder herzlich ein, den Vortrag zu hören, und wir bitten um
zahl=
reiches Erſcheinen, da der Vortrag für jede Hausfrau Wiſſenswertes
bringt (Eintritt frei.)
— Geflügelzuchtverein Darmſtadt e. V. Sonntag
findet die Beſichtigung der Geflügelfarm von Herrn Treuſch in
Die=
burg ſtatt. Abfahrt 13.27 Uhr Hauptbahnhof bis Meſſel, Spaziergang
durch den Wald bis Dieburg, Beſichtigung der Farm, daran anſchließend
gemütliches Beiſammenſein mit den Dieburger Vereinen. (Siehe Anz.)
— Schloß=Kaffee. In dem heutigen Nachmittags=Konzert
bringt Kapellmeiſter Kurt Fiſcher einige Geigenſoli zu Gehör; außerdem
iſt ein ausgewähltes Programm zuſammengeſtellt, das jedem
muſikali=
ſchen Geſchmack Rechnung trägt. Abends 8.15 Uhr findet ein
Geſell=
ſchaftsabend ſtatt, ebenſo am Samstag, worauf hierdurch beſonders
hin=
gewieſen wird. (Siehe heutige Anzeige.)
Tageskalender für Mittwoch, den 21. Auguſt 1929.
Orpbeum 20.15 Uhr: „Du oder keine‟. — Sommerfre
lichtbühne, Dir. D. Steh. 20½ Uhr auf dem Mercksplatz
Schwimmbad. — Konzerte: Schloßkaffee. Hotel Schmitz, Kaf
Oper, Sportplatz=Reſtaurant. — Rummelbräu, 20 Uhr: Ge
tenkonzert”. — Herrngartenkaffee, 16 und 20 Uhr: K.
zert. — Kinovorſtellungen: Union=Theater, Helia.
Mathildenhöhe, 10 bis 18 Uhr: Ausſtellung „Der ſch
Wenſch”:
Aus Heſſen.
Zuchtviehmarkk und Gewerbeſchau in Pfungſtadt.
Vorſchan.
Cp. Pfungſtadt, 20. Auguſt.
Landwirtſchaft, Handwerk und Gewerbe rüſten zu einem Hauptfeier=
und Arbeitstag für Pfungſtadt. Am kommenden Samstag findet
näm=
lich wieder ein großer Ninder=, Schweine= und Ziegen=Zuchtviehmarkt
ſtatt. Unter ſämtlichen Viehmärkten Starkenburgs ſteht ſeit Jahren der
Pfungſtädter Zuchtviehmarkt mit an erſter Stelle. Gerade in der letzten
Zeit hat es ſich erneut gezeigt, daß die Pfungſtädter Viehzucht auf einer
anerkennenswerten Stufe ſteht. Infolgedeſſen iſt Vereinen und
Gemein=
den auch heuer auf dem Pfungſtädter Zuchtviehmarkt die Gelegenheit
geboten, ihren Bedarf an erſtklaſſigem Zuchtmaterial zu decken. In der
Tat haben bereits mehrere Nachbargemeinden beſchloſſen, in Pfungſtadt
Vieh für ihre Faſelſtälle zu erwerben. Dem Markt kommt dadurch
eine größere Bedeutung zu, daß er mit einer Prämiierung und
Ver=
loſung verbunden iſt. Der Losabſatz iſt bereits im beſten Gange. Der
Viehmarkt wird von der Gemeinde Pfungſtadt unter Mitwirkung des
Landwirtſchaftskammerausſchuſſes für die Provinz Starkenburg
abge=
halten. Zum Auftrieb gelangen Eber und Zuchtſauen, Ziegenböcke,
weibliche Ziegen aller Altersklaſſen, Jungböcke uſw., ſowie weibliches
Nindvieh aller Art und Altersklaſſen. Der Markt beginnt am
Sams=
tag vormittag um 9 Uhr. Während des Marktes findet Konzert ſtatt.
In der letzten Zeit iſt mit dem Pfungſtädter Zuchtviehmarkt eine
Gewerbe=Ausſtellung verbunden, veranſtaltet vom Ortsgewerbeverein
und der Handwerkervereinigung. Am Montag nachmittag wurde die
Platzeinteilung der einzelnen Ausſteller vorgenommen. Dabei konnte
feſtgeſtellt werden, daß auch die diesjährige Gewerbeſchau gut beſchickt
ſein wird. Unter anderem ſtellen Buchbinder, Friſeure, Bäcker und
Kon=
ditoren, Schreiner Sattler, Tapezierer, Küfer, Korbmacher, Sattler,
Schneider und Inſtallateure vielſeitig aus. Während der ganzen
Aus=
ſtellung wird z. B. ein Gasbackofen im Betrieb ſein. Die Inſtallateure
zeigen u. a. den Gasverbrauch im Haushalt. Die Schreiner zeigen
Möbel= und Wohnungseinrichtungen aller Art. Pflanzen und
Blumen=
ſchmuck werden die Ausſtellungsräume zieren. Auch für das leibliche
Wohl der Beſucher wird in einer kleinen Reſtauration geſorgt werden.
Die Ausſtellung ſelbſt beginnt am Samstag und wird bis zum Montag
geöffnet ſein. Sie wird durch ihre Reichhaltigkeit einen guten
Ueber=
blick über die Leiſtungsfähigkeit des Handwerks und Gewerbes auf dem
Lande geben.
Am Ausſtellungsſonntag dürfen die Pfungſtädter Geſchäfte ihre
Läden und Verkaufsräume bis 6 Uhr abends offenhalten. Alle
An=
zeichen ſprechen dafür, daß auch die diesjährigen Pfungſtädter Markt=
und Ausſtellungstage einen guten Verlauf nehmen und die
Veranſtaltun=
gen ſelbſt einen ſchönen Erfolg zeitigen werden.
Nar Helivon nehmon!
Dieses milde Kopfwaschpulver ist bestimmt das
Günstigste für Ihr Haar. Es verschönert wunderbar
und hat mehr Vorteile als ähnliche Mittel. Frau
Doktor A. S. schrieb: Verschiedene Haarwaschmittel
probiert. aber immer reumütig zum Hellpen zurück!
I.St.1137) Preis30ddasPaket,enthält 2oder 3abgeteiltePortionen
Aa. Eſchollbrücken, 20. Aug. Liedertag. Der Geſangverein
Sängerluſt”, der unter der Leitung des Lehrers Born ſteht, hielt am
Sonntag nachmittag in der Turnhalle einen Liedertag ab, an dem ſich
mehrere auswärtige Vereine beteiligten. U. a. war mit dem Liedertag
ein Kritikſingen verbunden, zu dem ein namhafter Kritiker
GMuſikdirek=
tor Bartſch=Frankfurt a. M.) gewonnen war. Dem Kritikſingen
unter=
warfen ſich außer dem veranſtaltenden Verein die Arbeitergeſangvereine
von Crumſtadt, Erfelden, Seeheim, die Singmannſchaft des
Neichsban=
ners Schwarz=Rot=Geld aus Hahn und der „Volkschor” Goddelau.
Jeder Verein hatte im Kritikſingen zwei Lieder, darunter ein
Volks=
lied, zu ſingen. Der feſtgebende Verein eröffnete den Liedertag mit der
„Hymne an die Kunſt” von Mangold. Als zwueites Lied wurde „Im
Holderſtrauch” von Kirchner geſungen. Die genannten Vereine wurden
von den Chorleitern Möbus, Müller, Herfurth und Lehrer Läckmann=
Hahn dirigiert. Die Leiſtrungen der Vereine waren, wenn man bedenkk,
daß es kleinere Landvereine mit nicht immer ausreichendem
Stimmen=
material waren, gut, zumal in manchem Lied Vorzügliches zum Vortrag
gebracht wurde. Im zweiten Teil des Programms traten auch Vereine
auf, die nicht am Wertungsſingen teilnahmen, ſo der ziemlich ſtarke
„Volkschor” Pfungſtadt, unter Leitung von Chordiriegnt Vetter, der
Geſangverein „Germania” Eich und die Geſangsabteilung des
Fußball=
klubs „Giermania” Eſchollbrücken. Erfreulicherweiſe konnte auch bei
die=
ſem Liedertag feſtgeſtellt werden, daß in den Vereinen eben immer
meh=
wird.
Aa. Eberſtadt, 20. Aug. Turnerſieg. Vom Samstag bis
Mon=
tag weilte ein Teil der Leichtathletikabteilung der Turngeſellſchaft E.V.
in Oberheſſen, wo auf dem Schifferberg bei Gießen das verbandsoffene
Bergturnfeſt des Lahn=Dünsberggaues abgehalten wurde. Die
Turn=
geſellſchaft Eberſtadt errang dabei zwei Preiſe in der Oberſtufe vier
Preiſe in der Mittelſtufe und vier Preiſe in der Unterſtufe. Die Preis= So mußte die Polizei jetzt wieder gegen mehrere Perſonen, woruntällien zu (
träger wurden am Montag abend durch das Pfeifer= und
Trommler=
korps der Turngeſellſchaft an der Straßenbahn in feierlicher Weiſe
ab=
geholt. — Die Turngeſellſchaft hält am Samstag abend im Vereinslokal
„Bergſträßer Hof” eine Mitgliederverſammlung ab.
O. Erzhauſen, 20. Aug. Sonſt und jetzt. Samstag, den 17.,
auf Sonntag, den 18. Auguſt, hielt unſere Freiw. Feuerwehr mit voller
Ausrüſtung eine Nachtübung ab. Als Ort für die Uebung war die
Hof=
reite der Bäckerei Phil. Bart auserſehen. Um ein Uhr, als durch einen
Nadfahrer Feuerſignal gegeben wurde (die Einwohnerſchaft war durch
die Ortsſchelle vorher verſtändigt worden), konnte man wahrnehmen,
wie die Feuerwehrleute raſch zur Stelle eilten. Das Kommando ſpwie ſach. Im Schauſpiel, wird als erſtes Werk Shakeſpeares
Juli=
der Verlauf der ganzen Uebung ließen nichts zu wünſchen übrig. Mit
Zufriedenheit hört man die Kritik älterer Leute, die manchen Brand
miterlebt haben, ohne Waſſerleitung und mit Pflichtfeuerwehr.
* Erzhauſen, 20. Aug. Vergangenen Sonntag übergab die Turn=
und Sportgemeinde Erzhauſen ihren neu hergerichteten Sportplatz ſeiner
Beſtimmung. Nach jahrelangen Bemühungen wurde jetzt endlich dem
Wunſche der Turn= und Sportgemeinde entſprochen und von der
Ge=
meinde ein paſſendes Gelände zur Verfügung geſtellt. Unter Mitwirkung
der Ortsvereine nahm die Sportplatz=Einweihung einen glänzenden
Ver=
lauf. Das gut zuſammengeſetzte Programm, das aus muſikaliſchen,
ge=
ſanglichen, turneriſchen und ſportlichen Darbietungen beſtand, dürfte
wohl jeden Beſucher der Einweihung zufrieden geſtellt haben. Der
Höhepunkt der Veranſtaltung war unſtreitig das Handballſpiel der
bei=
den erſten Mannſchaften des Turnvereins Vorwärts Langen und des der die Wahl vorgenommen werden ſollte, lag eine telegraphiſche A.
Turnvereins Nauheim, die ſich zu einem Werbeſpiel in liebenswürdiger
Weiſe in den Dienſt der guten Sache geſtellt hatten. Beide
Mannſchaf=
ten führten ein in jeder Hinſicht gleichwertiges und faires Spiel vor;
doch konnte Nauheim das Spiel mit dem Reſultat 2:1 für ſich
ent=
ſcheiden. Vor dem Spiele trafen ſich die erſten Jugendmannſchaften
des Turnvereins Büttelborn gegen die gleiche der Turn= und Sport= Jahrfeier wurde in der heſſiſchen höheren Baugewerbeſchule in Bingl
gemeinde Erzhauſen, das mit einem Unentſchieden (1:1) ausging.
Schieds=
richter Turner Naumann aus Darmſtadt, der die beiden Spiele leitete,
erfüllte ſeine Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit. Die
Veranſtal=
tung fand einen würdigen Abſchluß mit einem dreifachen „Gut Heil”
auf die Deutſche Turneſchaft.
G. Ober=Ramſtadt, 20. Aug. Turnverein 1877. DT. Mit
gleich großem Erfolg wie beim Gauturnfeſt des Main=Rhein=Gaues
DT. in Bensheim beteiligte ſich der Turnverein E. V. 1877 am
Jugend=
treffen des Oſtbezirks des Main=Rhein=Gaues am letzten Sonntag in
Noßdorf. Nicht weniger als 26 Knaben und Mädchen unſeres Vereins
nahmen an den Wettkämpfen teil. Ausgezeichnete Leiſtungen
vollbrach=
ten alle, und mit erſtaunlicher Friſche ſuchten ſie den Verein auch bei
dieſer Veranſtaltung erfolgreich zu vertreten, was ihnen beſtens gelang.
So errangen in der älteren Mädchenſtufe Gretel Dintelmann den 1.,
Gretchen Ackermann den 8. Sieg; in der älteren Knabenſtufe: Karl
Fiſcher den 2., Julius Bendorf den 3., Georg Heil den 4., Fritz
Lieber=
mann den 6., Georg Ritſcher den 10., Karl Winkler den 14., Georg
Groß den 15. und Karl Gerbig den 18. Sieg. In der jüngeren
Mäd=
chenſtufe erhielten Martha Poth den 10., Marie Nicklaß und Dina
Fiſcher je den 11. Marie Darmſtädter den 18., und Elſe Heiſel den 33.
Sieg. In der jüngeren Knabenſtufe errangen: Walter Meeſe den 4.,
Heinrich Stern den 6. Wilhelm Poth den 11., Fritz Nodenhäuſer den
16., Hans Ihrig den 18. Wilhelm Finger und Karl Krebs je den 21.,
Karl Wentzel den 22., Geora Schnauber den 23., Edwin Kahn den 26.
und Karl Scheu den 27. Sieg. Somit konnten alle Teilnehmer als
Sieger heimkehren. Bei dem zum Schluß ausgetragenen Handhallſviel
der Schüler=Jugend Arbeilgen und unſeres Vereins konnte unſere Ab= dem großen Teich zu machen. Der Kahn ſchlug um, beide Kellner ſtü
teilung mit einem 3:1 Sieg das Spielfeld verlaſſen. Allen Teilnehmern.
beſonders aber den rührigen Turnwarten für ihre geleiſtete
Jahres=
arbeit ein dreifaches „Gut Heik!”
Weiſe der erangeliſchen Aiche zu Ober Roden.
Cp. Ober=Roden, 20. Auguſt.
Nun hat die etwas über 3000 Einwohner zählende Rodgaugemeinde
Ober=Roden mit ihrer ungefähr 200 Seelen ſtarken evangeliſchen
Ein=
wohnerſchaft auch eine evangeliſche Kirche. Lange mußten die evgl.
Ge=
meindeangehörigen von Ober=Roden, die ſich in der Hauptſache aus
Eiſenbahnerfamilien zuſammenſetzen, ein eigenes Gotteshaus im Orie
entbehren. Für ſie war die Gemeinde Dudenhofen zuſtändig. Seit 25
Jahren mußte in Ober=Noden ein Betſaal, der gemietet worden war,
zu gottesdienſtlichen Handlungen benutzt werden. Da ſich dies aber
immer mehr als ein Notbehelf herausſtelte, war es ſchließlich vor allem
mit Unterſtützung des Guſtav=Adolf=Vereins möglich, in Ober=Roden
eine Kirche zu erbauen. Die neue „Guſtav=Adolf=Kirche” ſteht
in nächſter Nähe des Bahnhofs in einem neu erſtandenen Ortsteil. Die
Bauleitung hatte der Darmſtädter Architekt Wilhelm Pfuhl (B.3.A.)
inne. Das Werk macht dem Meiſter Ehre. Die Kirche hat ein einfaches.
des
aber ſchönes Aeußere. In einer ſchweren Notzeit iſt ſie erbaut. Spar=
Hall
ſam mußte umgegangen werden, aber dennoch iſt ein Gotteshaus ent. ſ wieder
ſtanden, das ſchlicht und würdevoll und dabei doch praktiſch iſt. Auch
das Innere der Kirche iſt äußerſt einfach und doch ſtimmungsvoll aus. 0 Mitwo
gefallen. Die Altargeräte (Kreuz und Leuchter) ſtammen aus der Werk== ſt wird 91
ſtatt des Kunſtgewerbeſchulprofeſſors Rudolf Koch=Offenbach, der gerade: Mnne!
in letzter Zeit auf dieſem Gebiete Vorzügliches geleiſtet hat. Die Bay= u drit
arbeiten konnten ſo gefördert werden, daß bereits am Sonntag Trinſ== erbeim
tatis (26. Mai) die Grundſteinlegung in Anwefenheit vieler prominenter=
Perſönlichkeiten erfolgen konnte. Auch die am Sonntag vorgenommene= .
Einweihung der Guſtav=Adolf=Kirche erfreute ſich eines würdevollen= 300
Verlaufs. Unter anderem war der neue Superintendent, der Probinz ſiſtiee
Starkenburg, Dr. Müller, erſchienen, der als Vertreter des Landes== des
kirchenamts die Haupttüre des Gotteshauſes zum erſten Male für dies Eſtenswü
Gemeinde öffnete. Außer ihm war im Auftrag des Heſſiſchen Hauut— Eidt gez
vereins der Guſtay=Adolf=Stiftung Dekan Lehn, aus Offenbach an= ſlungen
weſend. Auch Vertreter der Kreisämter Dieburg und Offenbach, Kir= ſyſer hat
chengeſangvereine und Poſaunenchöre aus der nächſten Nachbarſchaft uſw. ſſtzminſt
wohnten den Einweihungsfeierlichkeiten bei.
Die Einweihungsfeier war vom Wetter begünſtigt. Vor dem Ein= eſ.9
zug in die neue Kirche hielt Pfarrer Schuſter=Dudenhofen, der Geiſt= ſung
liche der ſog. Muttergemeinde von Oher=Roden, eine längere Anſprache ſrreichen
Das Verdienſt, einen Hauptteil zur Durchführung des Kirchenbauplans iu kaſſer!
beigetragen zu baben, gebührt ohne Zweifel Pfarrer Schuſter. Mi=
Stolz konnte er daher auf die vollendete Tat des Kirchenbaues
zurück=
blicken. Bei dem ſich daran anſchließenden erſten Gottesdienſt war die
geräumige Kirche voll beſetzt. Die eigentliche Weiherede hielt
Suver=
intendent Dr. Müller. Er lobte das Werk und grüßte die
ſtrebſam=
eval. Gemeinde Oher=Rodens. Am Schluß ſeiner Predigt erklang zun
erſtenmal das Geläute der Kirchenglocken, drei an der Zahl. Für die
Gemeinde war dies ein feierlicher Augenblick.
Ungezählte Feſtgäſte wohnten auch der Nachfeier bei. Anſprachen ſu durch
und Kirchengeſangvereinschöre, gemeinſam geſungene Lieder uſw. weck
ſelten miteinander ab. Den ganzen Nachmittag war die Kirche mel vien.
ihrem herrlichen Turm der öffentlichen Beſichtigung freigegeben, wovon Gitung
ſiano, del
vielſeitiger Gebrauch gemacht wurde.
miſe des
Al. Höchſt i. O., 20. Aug. Autounfall. Am Kirchweihſonnta
wurde in der verkehrsreichen Schulſtraße am Hotel „Zum Löwen” ei!!! 9
elfjähriger Junge von einem hieſigen Perſonenauto überfahren. Deiſubt, in
Knabe lief hinter einem eben paſſierten Auto über die Straße, nick hitelt de
achtend, daß in kurzem Abſtand ein zweiter Kraftwagen ſich in derſelbe us Luft
Nichtung fortbewegte. Obwohl der Wagen ſehr langſam fuhr, wurde zutſchiff
der Junge umgefahren, und kam unter das Auto zu liegen. Der Chau”aſe Mit
feur brachte wohl ſeinen Wagen ſofort zum Stehen, konnte aber nick
mehr verhindern, daß ein Vorderrad dem Unglücklichen über ein Bei))” neue
fuhr. Hilfsbereite Leute zogen den ſtark blutenden Knaben unter der Aftliche
Wagen hervor und brachten ihn zu einem in der Nähe wohnenden Arz//chen 9
wo ihm Hilfe zuteil wurde.
A2. Alsbach, 20. Aug. Auf dem Alsbacher Schloß wi.ſ
gegenwärtig eine größere, etwa zehn Meter lange Trink= und Unte
kunftshalle errichtet, die ſich als unbedingt notwendig herausgeſtellt ha=
Die Halle iſt im Winter heizbar, um den Aufenthalt angenehmer zu gel
ſtalten. An der Burgruine ſelbſt werden in Kürze kleine Ausbeſſerunge!
vorgenommen werden.
— Gernsheim, 20. Aug. Waſſerſtand des Rheins an
19. Auguſt —002 Meter, am 20. Auguſt —0,03 Meter, mörgens 5 Uh
Rheinheſſen.
* Mainz, 20. Aug. Mainzer und rheinheſſiſche Chr
nik. Der unbekannte Radfahrer, der ſchon wiederholt Frauge
in den Straßen von Mainz anfuhr und unter Mitnahme des Hutg”ſtſt
verſchwand, trat nach längerer Pauſe wieder in Tätigkeit. Er riß inſt Hawai
Vorbeifahren einem jungen Mädchen in der Wilhemiterſtraße den Hu An da
g=
vom Kopf und verſchwand in der Richtung nach der Zitadelle. C
das Volkslied gepflegt wird und überhaupt Wert auf gute Chöre gelegt handelt ſich um einen Burſchen von 25—30 Jahren. — Ein Schiffer, da‟9 408
dergeblich um Abholung nach ſeinem auf der Mainzer Reede veranken40 Meile
ten Schiff gerufen hatte, ſchlief zu ſpäter Abendſtunde am Winterhaf. Die
ein. Als er gegen Morgen erwachte, war aus ſeinem Rock die Brieſ
taſche mit etwa 80 RM. verſchwunden. — Nächtlich dels ho
Ruheſtörungen ſind augenblicklich in Mainz an der Tagesordnurgilelie mol
ſich auch ein 23jähriges Mädchen befand, wegen Nuheſtörung und grobeyleit
Unfugs einſchreiten. Drei männliche Perſonen, die an dem Unfug le/
teiligt waren, widerſetzten ſich den Polizeibeamten und leiſteten bei ihree ho ein
Verbringung nach der Polizeiwache heftigen Widerſtand. — Die dieln May
jährige Landeskonferenz der Arbeitsgemeinſchaft Diüſtags ft
katholiſchen Arbeitervereine Hefſens findet am 8. Schl
tember 1929 im Vereinshaus des katholiſchen Männervereins, Ballplcßſk. 2
ſtatt. — Das Mainzer Stadttheater eröffnet die Spielziſſid
1929/30 am 1. September mit der Neueinſtudierung von Wagnerſit
Tannhäuſer” unter Leitung von Generalmuſikdirektor Paul Briu
Cäſar” in der Inſzenierung des Intendanten Klitſch herausgebrad
— An Leuchtgasvergiftung iſt im Städt. Krankenhaus einl
Frau aus Weiſenau geſtorben, die am 9. Auguſt eingeliefert worku
war. Die Vergiftung war dadurch entſtanden, daß die Gasuhr undi
wurde. — Ober=Ingelheimer Bürgermeiſterwahl m
Hinderniſſen. Am Vorabend der für den 19. Auguſt angeſetz
Wahl eines Berufsbürgermeiſters in Ober=Ingelheim nahm eine By
gerverſammlung zu der Angelegenheit Stellung. Es wurde eine an 2/
heſſiſchen Innenminiſter gerichtete Reſolution angenommen, in der
ſucht wurde, die Wahl ſolange zu verhindern, bis zu der Frage der 20
ſammenlegung der drei Gemeinden Ober=Ingelheim, Nieder=Ingelhen
und Frei=Weinheim die betreffenden Gemeinderäte noch einmal Stelluuſ
genommen hätten. In der Ober=Ingelheimer Gemeinderatsſitzung,
wort des Innenminiſters vor, in der darum erſucht wurde, die Wo
hinauszuſchieben. Es wurde darüber abgeſtimmt, ob man wählen ſrl
oder nicht. Mit Stimmengleichheit, 8 zu 8 Stimmen bei einer Entku
tung, wurde die ſofortige Wahl abgelehnt. — Die St. Hildegard
ausſtellung in Bingen. Als Auftakt zu der St. Hildegard,
eine Ausſtellung kirchlicher Kunſt eröffnet, die in ihrer hiſtoriſchen 2i
teilung zunächſt eine Darſtellung des Lebens und Wirkens der heili
Hildegard bringt, die als eine der geiſtig hochbedeutendſten Frauen
Mittelalters gilt. In mehr als hundert alten Stichen, Bildern, Ster
ſkulpturen lebt St. Hildegardis Lebensgeſchichte auf. Weiter wird
Querſchnitt durch die moderne Benediktinerkunſt gegeben. In dieſ
Teil der Ausſtellung haben die Abteien Maria Laach, Beuron,
Hildegard in Eibingen und St. Gabriel in Steiermark Prachtwerke ih
künſtleriſchen Schaffens zuſammengetragen. Die Ausſtellung wurde
Anweſenheit zahlreicher Ehrengäſte am Samstag offiziell eröffnet. Sil
den St. Hildegardis=Ausſchuß hielt Studienrat Kohl die Begrüßur
anſprache. Als Vertreter des Mainzer Biſchofs Dr. Maria Hugo ſprr”
der päpſtliche Protonotar Domdekan Mah=Mainz. Anſchließend
üb=
mittelte der heſſiſche Finanz= und Juſtizminiſter Kirnberger 9
Grüße der heſſiſchen Regierung. Er verſicherte, daß dieſe lebhaften 4
teil an den großen Feierlichkeiten nehme. Der Miniſter würdigte
Bedeutung der heiligen Hildegard als Aerztin und Naturforſcherin 7n
betonte, wie die Ausſtellung wahre, echte und anſprechende relig”
Kunſt zeige. Die Ausſtellung iſt bis zum 22. September in der heſſiſe
höheren Bauſchule Bingen täglich von 9—18 Uhr geöffnet.
Oberheſſen.
h. Bad=Nauheim, 20. Aug. Im Teich ertrunken iſt ein
jähriger Kellner, der bis Mitternacht im Teichhaus gearbeitet hatte M
dann mit einem Kollegen in ein Boot ſtieg, um eine Nachtpartie
ten ins Waſſer. Dem einen gelang es, die Inſel zu erreichen, währin
der andere ertrank. Er iſt verheiratet und hinterläßt eine Frau /
zwei kleinen Kindern.
Rummer 231
Mittwoch, den 21 Auguft 1929
Seite 7
Raſtage für „Graf Zeppelin” in Tokio.
die Menge unzählige Fähnchen in den deutſchen und japaniſchen
Batliche Ehrungen für die Zeppelin- Farben; überall im Tokio weht von den Häuſern die Flagge der
deutſchen Republik, und die Gelegenheit wird gern ergriffen,
die Erneuerung der Freundſchaft zwiſchen Japan und Deutſchland
Mannſchaft.
zu betonen. Mit großer Herzlichkeit wurde Dr. Eckener auch
von Premierminiſter Hamaguchy begrüßt, der ihm während
Nrbereitungen für den Stark zur dritten Elappe. des offiziellen Beſuchs ſeine Glückwünſche zu der bewunderns=
Tokio, 20. Auguſt.
Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” iſt auch weiterhin der
Mittel=
nkt des öffentlichen Intereſſes. Sofort nach ſeinem Einbringen
üdie Halle wurde begonnen, die Brennſtoff= und
Traggasvor=
zie wieder aufzufüllen. Man rechnet damit, daß dieſe Arbeiten
Mittwoch beendet ſein werden. Wenn das Wetter günſtig
zwird das Luftſchiff am
önnerstag früh
ur dritten Etappe
er
bewunderungswür=
ſen Weltreiſe
ſtar=
n. Inzwiſchen werden
Uiziere und
Mannſchaf=
des „Zeppelins” die
shenswürdigkeiten der
cadt gezeigt und Unter=
Atungen geboten. Der
diſer hat durch den
Ver=
hrsminiſter Dr. Eckener
ud elf Mann ſeiner
Be=
iung ſilberne Vaſen
derreichen laſſen, die mit
m kaiſerlichen
Chryſan=
zmen geſchmückt ſind.
int Gruß Berlins
an Tokio.
Oberbürgermeiſter Böß
iht durch den
Korreſpon=
diten der japaniſchen
9itung „Tokio, Aſahi”
Itano, der an der
Welt=
uſe des „Graf
Zeppe=
m” teilgenommen hat,
werten Leiſtung des Luftſchiffs zum Ausdruck brachte.
Das Logbuch des „Graf Zeppelin” weiſt zahlreiche neue
Rekorde auf. Wie Dr. Eckener mitteilte, ſind von
Friedrichs=
hafen bis zum Augenblick des erſten Ueberfliegens der
Luftſchiff=
halle auf dem Flugplatz Kaſumigaura 11020 Kilometer in 99
Stunden 40 Minuten zurückgelegt worden. Unter Einbeziehung
Bon Briedrichshafen bis Tokio in 109 Skunden.
60
„
70
Pruchsnst
PE.G.
Grefbung
Umsk
h.
Irkufsk
n O.
Pherbin‟
Mkdiwns
TODMo.
Tokio.
56
R
770
5
150
Die Zeitangaben der einzelnen Poſitionen ſind nach mitteleuropäiſcher Zeit berechnet.
hine Botſchaft an die Tokioter Bürgerſchaft
ge=
ſiadt, in der es u. a. heißt: „Die deutſche Reichshauptſtadt
über=
mtelt der Hauptſtadt des großen japaniſchen Kaiſerreichs durch
Luftſchiff „Graf Zeppelin” die herzlichſten Grüße. Möge das
üftſchiff eine neue Brücke ſchlagen zwiſchen Berlin, der Zen=
linle Mitteleuropas, und Tokio, der großen Metropole Oſtaſiens.
de neue Weltfahrt des „Graf Zeppelin wird die neuen
freund=
ſſäftlichen Beziehungen zwiſchen dem deutſchen und dem
japa=
ſchen Volk feſtigen und vertiefen.”
Die Feſtlichkeiten in Tokio.
Begeiſterker Empfang durch die Bevölkerung.
w. New York, 20. Auguſt.
Wie Aſſociated Preß aus Tokio meldet, ſind die
Vorberei=
ſugen für die Fortſetzung der Reiſe des „Graf
Zeppe=
ſ” in vollem Gange, und das Luftſchiff iſt am Mittwoch
nach=
mttag bereits ſtartbereit. Der Abflug ſoll, wenn die Wetter=
Fſlge es zuläßt, Donnerstag mit Tagesanbruch ſtattfinden. Das
hrs/4ftſchiff ſchlägt von Tokio aus einen Kurs ein, der es nördlich
5 de Hawai=Gruppe über den Stillen Ozean bis Seattle führt.
hn da geht die Fahrt am amerikaniſchen Küſtenrand entlang
uch Los Angeles. Die zurückzulegende Geſamtſtrecke beträgt
M0 Meilen.
Die Paſſagiere haben ihre erſte Nacht in Japan in zwei
btels von Tokio verbracht und morgens die Stadt beſichtigt.
fute morden begannen die auf zwei Tage berechneten
Feſtlich=
mir ſten zu Ehren des Zeppelin=Beſuchs. Dr. Eckener traf in
*gleitung einiger Offiziere des Luftſchiffs heute morgen in
,bkio ein und ſtattete dem Verkehrs=, dem Kriegs= und
on Marineminiſter einen offiziellen Beſuch ab.
Nach=
ſinttags fand im Hibiya=Park im Herzen der Stadt ein
gro=
r öffentlicher Empfang der Bürgerſchaft von
/bkio ſtatt, bei dem Zehntauſende Dr. Eckener und ſeinen
Be=
ſeitern zujubelten. Unter brauſenden Banzai=Rufen ſchwenkte
der auf der Schleifenfahrt über Tokio und bei dem Abſtecher nach
Yokohama zurüchgelegten Strecke ſteigert ſich die
Geſamtkilo=
meterzahl auf 11 200 Kilometer, die in 101 Stunden und 51
Mi=
nuten bewältigt wurden. Die Entfernung Berlin—Tokio
bean=
ſpruchte 95 Stunden und 55 Minuten, die Ueberquerung Aſiens
74 Stunden und 49 Minuten. — Japan kennt alle Einzelheiten
der Zeppelinfahrten, von den Kämpfen mit dem Wetter auf dem
Atlantiſchen Ozean bis zu den Schwierigkeiten mit den blinden
Paſſagieren. In Kaſumigaura ſorgt eine dichte Abſperrung von
Matroſen um die Luftſchiffhalle dafür, daß nicht irgendeine
Perſon ſich als blinder Paſſogier einſchleichen kann. Von den
Paſſagieren des Luftſchiffes ſcheiden in Tokio vier aus.
Regelmäßiger Luftſchiffverkehr Berlin-Tokio?
Auf dem Flughafen Staaken, der von der Stadt Berlin
zwecks Ausbau zum Zentral=Luftſchiffhafen erworben wurde,
beabſichtigt der Berliner Magiſtrat einen zweckentſprechenden
hohen Ankermaſt zu errichten, der es ermöglichen ſoll, ſowohl
die deutſchen wie auch die großen demnächſt fertiggeſtellten
eng=
liſchen Luftſchiffe, die den Verkehr zwiſchen England, Aegypten,
Indien und Auſtralien herſtellen ſollen, in ſicherer und
geeig=
neter Weiſe zu befeſtigen. Die Finanzierung dieſes Ankermaſtes,
der in ähnlicher Ausführung in Ismaila (Aegypten), Karachi
(Indien), Montreal (Kanada) und anderen Orten vorhanden
iſt, ſoll wie bei den Bauten auf dem Flughafen Tempelhofer
Feld gemeinſam von Reich, Staat und Stadt durchgeführt
wer=
den. Verhandlungen wegen der Führungder engliſchen
Luftſchifflinien über Berlin haben vor eimiger Zeit
in London ſtattgefunden. Außerdem ſchweben ſeit langem
ge=
meinſam mit dem Reichsverband der Deutſchen Induſtrie, der
deutſchen und der ruſſiſchen Regierung Verhandlungen
wegen eines regelmäßigen transſibiriſchen
Luftſchiffverkehrs Berlin—Tokio nach den
Vor=
ſchlägen und Berechnungen des Hauptmanns Bruns. Für dieſen
Verkehr ſollen deutſche Luftſchiffe verwendet werden.
Weltſtimmen zum Zeppelinflug.
Die Amerikaner vom Flug begeiſterk.
Die New Yorker Blätter bringen die Berichte über den
Ro=
kordflug des „Graf Zeppelin” mit mehrſpaltigen Ueberſchriften.
Sie betonen, daß die Landung mit uhrwerkartiger Genauigkeit
erfolgte, und ſchildern den enthuſiaſtiſchen Empfang. Der
Be=
richterſtatter der „Times” insTokio beſchreibt ausführlich den
Ein=
druck, den das Erſcheinen des Luftſchiffes auf die Bevölkerung
machte. Nachdem Sirenen ſein Herannahen angekündigt hatten,
war wie mit Zauberſchlag jedes Dach, jeder offene Platz dicht
beſetzt. Der ganze Verkehr ſtand ſtill, da tatſächlich die ganze
Stadt an der Begrüßung teilnahm Viele weinten vor
Er=
regung. „Times” hebt in ihrer Ueberſchrift das begeiſterte
Ur=
teil der amerikaniſchen Marineoffiziere hervor, die an der Fahrt
telnahmen. „Aſſociated Preß” zufolge bezeichnete Commander
Roſendahl den Oſtaſienflug als „wunderbar”, ähnlich äußerte
ſich Leutnant Richardſon. — Eine vorläufige Unterſuchung
er=
gab, daß weder das Luftſchiff noch die Maſchinen irgendwie
ge=
litten haben.
Engliſche Anerkennung für Dr. Eckener.
EP. London, 20. Auguſt.
Der Flug des Luftſchiffes „Graf Zeppelin” iſt von der
eng=
liſchen Oeffentlichkeit mit größtem Intereſſe verfolgt worden.
Die Morgenblätter halten in ihren Kommentaren zu dem
beach=
tenswerten Flug des deutſchen Luftrieſen nicht mit Anerkennung
und Bewunderung zurück. So erklärt „Daily Chronicle‟: Es
iſt nicht zuviel geſagt, daß die Ankunft des „Graf Zeppelin” in
der japaniſchen Hauptſtadt eine neue Epoche in der
Er=
oberung der Luft darſtellt. Das Blatt bezeichnet weiter
den Flug als glänzenden Triumph deutſchen Unternehmergeiſtes
und deutſcher Navigation. — „Daily News”, die den Beweis
für die Verwendbarkeit von Luftſchiffen unter allen
Wetter=
bedingungen noch nicht erbracht ſieht, gibt offen zu, daß der
letzte Flug des „Graf Zeppelin” eine glänzende
Lei=
ſtung darſtelle, die geeignet ſei, die Bewunderung aller
Eng=
länder hervorzurufen.
Die Fahrk hak auch auf die Franzoſen einen guken
Eindruck gemacht.
Die Heldenfahrt des „Graf Zeppelin” hat auch in
Frank=
reich einen tiefen Eindruck hinterlaſſen. Das „Journal des
Dé=
bats” findet Worte der Anerkennung, wie ſie in der franzöſiſchen
Preſſe für einen Deutſchen ſeit dem Weltkrieg nicht mehr zu
leſen waren. Dr. Eckener und ſeine Mitarbeiter, ſchreibt das
Blatt, hätten ihrem Lande Ehre gemacht, man könne mehr ſagen,
ſie machten der Menſchheit Ehre. Auf Dr. Eckener paſſe nicht
das Wort, daß er wie ein tapferer Soldat keine Gefahr kenne,
er kenne ſie vielmehr genau, und ſeine Kühnheit ſei um ſo höher
zu werten, da er die guten und ſchlechten Ausſichten genau
ab=
gewogen habe. Die Sympathien der geſamten ziviliſierten Welt
begleiteten die kühnen Entdecker. Auch der ſozialiſtiſche Soir”
iſt voll des Lobes. Die Welt ſei im Lauf der letzten Wochen, ſo
ſchreibt er, unendlich viel kleiner geworden. Der „Matin”
be=
zeichnet die Zurücklegung der Strecke Friedrichshafen-Tokio als
eine prachtvolle Tat, während der „Figaro” von einer prächtigen
Ueberquerung Europas und des aſiatiſchen Kontinents ſpricht.
Der „Petit Pariſien” erklärt: Dr. Eckener, eim Luftſchifführer
ohnegleichen, hat den Sieg über die Elemente davongetragen.
Das „Oeuvre” ſchreibt: Die Fahrt Friedrichshafen-Tokio iſt
mehr als eine Tat. Sie iſt ein Triumph. Der Flug um die Welt
bedeutet die Herſtellung regelmäßiger Luftverbindungen zwiſchen
Deutſchland und Japan und zwiſchen Deutſchland und Amerika.
Deutſchland ſteht an der Spitze des Fortſchritts der
Handels=
luftſchiffahrt. Der Excelſior” ſchreibt: „Worüber muß man
mehr erſtaunt ſein, über die meiſterhaften
Luftſchifführereigen=
ſchaften, die Dr. Eckener bewieſen hat, oder über die
Zuverläſſig=
keit des Luftſchiffes ſelbſt, das mit einer Ruhepauſe von nur
zehn Tagen die Strecke New York—Friedrichshafen—Tokio
zu=
rückgelegt hat? Erkennen wir an, daß der „Graf Zeppelin” eine
einzig daſtehende Leiſtung vollbracht hat. Der „Ami du Peuple‟
ſagt: Von Friedrichshafen nach Tokio in vier Tagen, während
die ſchnellſten Dampfer mehr als 40 Tage brauchen: an der
Ge=
genüberſtellung dieſer beiden Ziffern wird in weiteſtem Maße
beſſer als durch alle anderen Argumente der Wert der Leiſtung
geprieſen, die Dr. Eckener vollbracht hat.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Veranwortnich für Poliſk und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feutlleton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſei für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
ſür den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſi: Andreas Bauer; ſiür
„Die Gegenwart”: Dr. Herdert Nette; für den Znſeratenteil: Wiliy Kuble: Deuc
und Verſag: C.C. Wiitich — ſcmilich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Kückſendung n. m * übernommen
Kur Greude an der- auch von Hachleuten enerkauuntene Hohen
Gualtdt der milkstissen, Seruus” Hmnt noch cs
Ueranüigen=
wtellhes cs Sammeln der Oreiling iMflünebilder bereitet!
Odde Pachungen enthabten Hunstvokl geprügte,
original-
getreue Libbiddungen der KurantMüngen kender Uon-
der He, im prächtigen Sammel-Odbun vereinigt, ein
unterhaßtendes Jehrmittel sunc, das nicht nurs Kinder estzückk.
A
NattbSu
es scho fün Sch eine gute Ggaotte gidt"
(V2795
[ ← ][ ][ → ] Vom 7. Deutſchen Garkenbaukag
in Eſſen.
Unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern der
Behörden des Reiches, der Länder, der Stadt Eſſen,
der Landwirtſchaftskammern uſw. fand in Eſſen der
7. Deutſche Gartenbautag ſtatt. Im Mittelpunkt der
Tagung ſtanden Vorträge über die Beziehungen des
deutſchen Gartenbaues zu den Induſtriegebieten.
Nicht nur als Verſorger des deutſchen Volkes mit
Obſt und Gemüſe und Blumen und Pflanzen,
ſon=
dern auch als Abnehmer induſtrieller Erzeugniſſe
er=
freut ſich der deutſche Gartenbau in den letzten
Jahren ſteigenden Intereſſes. In welchem Umfange
der deutſche Gartenbau bereits jetzt Abnehmer
in=
duſtrieller Erzeugniſſe iſt, zeigte ein Vortrag, den der
Vorſitzende des Reichskuratoriums für Technik in der
Landwirtſchaft, Freiherr v. Wilwowſki, auf der
bürz=
lich in Eſſen ſtattgefundenen Tagung des
Reichsver=
bandes des deutſchen Gartenbaues hielt. Wund
ge=
ſchätzt kann man einen Jahresbedarf des Gartenbaues
an induſtriellen Erzeugniſſen von 40—50 Millionen
Reichsmark annehmen. Es kann keinem Zweifel
un=
terliegen, daß dieſer Umſatz ſich weſentlich ſteigern
ließe. Man könnte auch darauf hinweiſen, daß die
Einheits=Packgefäße im Obſtbeu jährlich einen Wert
von etwa 2 Millionen RM. darſtellen. Es gibt kaum
eine Induſtrie, die nicht am Gartenbau in
irgend=
einer Weiſe intereſſiert iſt. Die chemiſche Induſtrie
als Lieferant der Düngemittel und
Schädlings=
bekämpfungsmittel, die Torfmullinduſtrie, die
Gum=
miinduſtrie, die Kleineiſen=, die Draht= und
Ton=
wareninduſtrie uſw. Würde nicht mehr ein Drittel
des geſamten Wertes der heimiſchen Produktion an
Gartenbauerzeugniſſen aus dem Auslande eingeführt,
ſondern im Inlande produziert, ſo könnte der
Be=
darf an induſtriellen Erzeugniſſen noch weſentlich
ge=
ſteigert werden. Aber der deutſche
Erwerbsgarten=
bau bedürfe, um das Ziel, den heimiſchen Markt
mit Erzeugniſſen des deutſchen Bodens zu verſorgen,
zu erreichen, vor allen Dingen auch der Staatshilfe
in Form von Erziehungszöllen. Wenn dieſe
Staats=
hilfe durch eine vernünftige Selbſthilfe — und der
deutſche Gartenbau dürfe ſtolz darauf ſein, auf
die=
ſem Wege als Pionier voranzuſchreiten — ergänzt
wird, ſo wird der deutſche Gartenbau an ſeinem Teil
zum Wiederaufbau der deutſchen Wirtſchaſt
beitra=
gen. Im Anſchluß an dieſen Vortrag ſprach Dr.
Sie=
mon=Eſſen über „Gartenbau und Verbraucherſchaft”
und Dipl. Gartenbauinſpektor Weinhauſen über „Der
Gartenbau als Schöpfer großſtädtiſcher
Grün=
anlagen."
Scheckſchwindel aufgedeckt.
Berlin. Die Berliner Abendblätter melden:
Die Kriminalpolizei hat dunkle Scheckgeſchäfte
auf=
gedeckt, die die Aufmerkſamkeit der
Ueberwachungs=
abteilung der Deutſchen Bank ervegt hatten. Auf
Grund der Ermittlungen eines Privatdetektivs wurde
am Dienstag vormittag der Bankier Theodor Nadtke
aus Steglitz, der Vorſtand und Aktionär der
Ber=
liner Kreditbank, A.=G.) iſt, feſtgenommen.
Soge=
nannte Bank=auf=Bank=Schecks, die Radtke als einzig
Unterzeichnungsberechtigter auf das New Yorker
Haus Ladenhur Thalmann u. Co. ausgeſtellt hatte,
waren in Umlauf gebracht worden. Alle Schecks waren
vordatiert. Zunächſt glaubte man, daß es ſich um
Fälſchungen handelte, doch ſtellte der Detektiv feſt,
daß die Formulare echt waren. Man forſchte nun
nach den Vertreibern und fand am Montag in einem
Café in der Friedrichsſtadt zwei Männer, die einen
Geldgeber ſuchten, der für die Schecks Bargeld
her=
geben ſollte. Die Schecks ſind, wie ermittelt wurde,
bei der New Yorker Banr nicht bekannt. Die
Ertapp=
ten hatten mehrere auf Dollar ausgeſtellte Schecks
bei ſich, die in deutſchem Gelde rund 80000 RM.
ausmachten. Früher ausgegebene Schecks ſind, wie
man jetzt erfahren hat, mit neuen abgedeckt worden.
Die Vertreiber haben auch Reiſen, z. B. nach
Ham=
burg und Schleſien, unternommen und dort verſucht,
die Schecks anzubringen. In einigen Fällen ſcheint
es ihnen auch gelungen zu ſein. Auf Grund dieſer
Feſtſtellungen ſchritt die Kriminalpolizei ein und
nahm Radtke feſt. Sein Name iſt übrigens von
früher her aus der Waldenburger Affäre bekannt.
Kinder in einer Grube mit glühender Aſche.
Köln. Zwei neun Jahre alte Mädchen
über=
querten einen ſtädtiſchen Müllabladeplatz und
ge=
rieten hierbei in eine etwa 30 Quadratmeter große
Grube, die mit glühender Aſche angefüllt war. Die
Kinder wurden in ſchwerverletztem Zuſtand aus der
Grube geborgen. An ihrem Aufkommen wird ge=
zweifelt.
Deutſcher Sieg im Kampf um die
Touriſt Trophy.
Die 700-Jahr=Zeier der Skadt Wismar.
Rudolf Caracciola
ſiegte in dem internationalen Automobilrennen
um die engliſche Touriſt Trophy, das bei Belfaſt=
Irland auf einer äußerſt ſchwierigen, 650
Kilo=
meter langen Strecke ausgetragen wurde. 500 000
Perſonen wohnten dem Kampf der 63 Wagen
bei und zollten der Leiſtung des deutſchen
Mercedes=Fahrers ſtürmiſchen Beifall.
Wismars „alte Damen” im Feſtzug.
Das mecklenburgiſche Städtchen Wismar feierte ſein 700jähriges Beſtehen mit einem großen Feſtzug,
in dem insbeſondere die Frauengruppen in hiſtoriſchen Trachten ein maleriſches Bild boten.
Tauſend Mark für einen Mord.
Oberhauſen. Durch Ermittlungen der
Ober=
hauſener Kriminalpolizei zur Aufblärung eines
Ueberfalles auf eine Frau wurde feſtgeſtellt, daß der
Mann der Betroffenen am Vorabend der Tat einen
jungen Mann bat, gegen einen Betrag von 1000 Mk.
die ihm läſtig gewordene Frau zu ermorden, da er
mit einer Witwe nach Luxemburg gehen wolle, um
dort eine Stellung anzutreten. Die 1000 Mk. wollte
r von der Verſicherungsſumme nehmen, die ihm beim
Tode ſeiner Frau ausgezahlt werde. Der Betreffende
lehnte jedoch dieſes Anſinnen ab. Nach Anſicht der
Kriminalpolizei iſt es dem Ehemann doch gelungen,
eine andere Perſon zur Ermordung ſeiner Frau zu
dingen, nach der die Polizei jetzt fahndet. Der
Ghe=
mann wurde verhaftet.
Nückſichtsloſer Autofahrer.
Bebra. Der Volontär Beisheim aus
Breiten=
bach wurde von einem Kraftwagen angefahren und
ſchwer verletzt. Paſſanten fanden ihn in einer
Blut=
lache bewußtlos auf; der Autofahrer hatte das Weite
geſucht. Man legte dem Verletzten, deſſen Ober= und
Unterkiefer total zerſplittert war, Notverbände an
und brachte ihn ins Krankenhaus.
Sieben Tote bei einem Autobusunglück.
Caſablanca. In der Nähe des Dorfes
Settat ſtürzte ein Autobus um. Sieben eingeborene
Inſaſſen wurden getötet und ebenſoviele verletzt.
Feuer an einer Tankſtelle.
Koblenz. Am Sonntag abend brach an einer
Cankſtelle im Stadtteil Lützel Fuer aus. Als ein
Motorradfahrer Benzin tanken laſſen wollte, bediente
die 13 Jahre alte Tochter des Tankſtelleninhabers
den Apparat. Dabei wurde überſehen, daß die
Kar=
bidlaterne des Motorrades noch brannte. Das Benzin
fing daher Feuer, und ſofort loderten hohe Flammen
auf, die ſchnell um ſich griffen. In der Aufregung
ließ das Mädchen den brennenden Schlauch fallen,
ſo daß das auslaufende Benzin durch die
Straßen=
rinne floß und der Brand immer größer wurde.
Während das bedauernswerte Mädchen, deſſen
Klei=
der lichterloh brannten, ſich am Boden wälzte und
vor Schmerzen laut ſchrie, eilte der Vater hinzu.
Dieſer warf ſich in ſeiner Verzweiflung auf ſeine
am Boden liegende Tochter, um ſie zu retten. Es
glückte ihm auch, das Kind zu retten, freilich erlitt
er ſelbſt ſchwere Brandwunden. Auch der
Motor=
radler erlitt Brandwunden. Die herbeigerufene
Feuerwehr konnte das Feuer alsbald löſchen,
wäh=
rend die drei verunglückten Perſonen in das
Kran=
kenhaus gebracht werden mußten.
Großfeuer in einer kanadiſchen Stadt.
Lloydminſter (Saskatchewan). Durch ein
Großfeuer wurde das Hauptgeſchäftsviertel der Stadt
zerſtört. 26 Gebäude, darunter das Poſtamt, zwei
Hotels und zwei Bankgebäude, wurden eingeäſchert.
Der Sachſchaden wird auf etwa eine Million Dollars
geſchätzt.
Feuersbrunſt auf Sumatra.
Soeraboja. Nach einer Meldung aus
Palem=
bang auf Sumatra zerſtörte eine rieſige Feuersbrunſt
400 Häuſer, wodurch etwa 5000 Menſchen obdachlos
wurden. Drei Perſonen verbrannten bei lebendigem
Leibe. Der Sachſchaden iſt ſehr bedeutend.
Sechs Tote bei einem Brand in einer Penſion.
Little Rock (Arkanſas). Hier brach in einer
Penſion Feuer aus, das mit ſo raſender
Geſchwindig=
keit um ſich griff, daß ſechs Perſonen in den
Flam=
men umkamen. Zwölf andere wurden ſchwer verletzt
und in zum Teil hoffnungsloſem Zuſtand ins
Kran=
kenhaus verbracht.
Brand auf einem franzöſiſchen Schnelldampfer.
Le Havre. Auf dem im Hafen liegenden
großen Ozeanſchnelldampfer „Paris”, der am
Diens=
tag nachmittag nach New Yonk auslaufen ſollte, iſt
am Montag abend in einer Kabine ein Brand
aus=
gebrochen, der raſch um ſich griff und in weniger als
einer Stunde den ganzen mittleren Teil des Schiffes
erfaßt hatte. Die Löſcharbeiten wurden durch ſtarke
Rauchentwicklung und durch die an Bord herrſchende
völlige Dunkelheit ſtark behindert. Erſt nach
mehr=
ſtündigen Löſcharbeiten wurde man des Feuers Herr.
Der Schaden iſt bedeutend. Die an Bord des
Damp=
fers befindlichen Poſtſachen ſind unverſehrt geblieben
und werden über Cherbourg nach New York
beför=
dert werden.
Der Schweizer Ozeanflug.
Horta (Azoren). Der Schweizer Ozeanflieger
Käſer hat geſtern um 16 Uhr Ortszeit die Azoren
überflogen. An Bord des Flugzeuges ſtehe alles gut.
Keine Nachricht von dem Ozeanflieger Käſer.
Liſſabon. Von dem Schweizer Flieger Käſer
und ſeinem Begleiter fehlt ſeit Montag abend, d. h.
ſeitdem ſie die Azoren überflogen haben, jede
Nach=
richt. Man weiſt jedoch darauf hin, daß darin kein
Grund zur Beſorgnis liegt, da der größte Teil der
Strecke, die die Flieger bis Halifax zurückzulegen
haben, außevhalb der Dampferlinie liegt und der
Apparat „Jungſchweizerland” nicht mit einem
Radio=
ſender ausgerüſtet ſei. Unter dieſen Umſtänden könne
man bis Dienstag ſpät abends, alſo bis zum
Eintref=
fen der Schweizer Flieger an der amerikaniſchen
Küſte, ohne Nachricht bleiben. In amerikaniſchen
Fliegerkrciſen macht ſich eine gewiſſe Beſorgnis
gel=
tend. Man hält es ſehr wahrſcheinlich, daß bei
ſtar=
ken Gegenwinder der Motor die große Beanſpruchung
nicht aushalten könnte, oder daß den Fliegern das
Benzin ausgegangen ſein könnte, bevor ſie die Küſte
erreichten. Man erklärt, der Flug der Schweiger ſei
noch verwegener als der Lindberghs.
Fünfländerflug der „Romar”
Travemünde. Das dreimotorige Flugboot
„Romar” iſt in der Montagnacht zu einem Fünf=
Länderflug aufgeſtiegen, der als eine Probe für den
beabſichtigten Amerikaflug gedacht iſt. Nach der
Ueberfliegung von Holland hat die „Romar”, von
England kommend, um etwa 15 Uhr die norwegiſche
Küſte erreicht und um 15.45 Uhr Oslo überflogen.
Die „Romar” fliegt zurzeit die ſchwediſche Küſte
ent=
lang mit Kurs auf Kopenhagen. Die Landung in
Travemünde fand gegen 20 Uhr ſtatt.
Um den Schneiderpokal.
London. Die Vorbereitungen zum
Flugwett=
bewerb um den Schneiderpokal, werden von
engli=
ſcher Seite mit größtem Eifer, aber auch mit größter
Verſchwiegenheit durchgeführt. Bei dem Probeflug
eines Rolls=Rohce=Eindeckers, von denen mehrere
be=
ſonders für dieſen Wettbewerb für England gebaut
worden ſind, wurde nach inoffiziellen Schätzungen eine
Geſchwindigkeit von 544 Spundenkilometern erreicht.
Die Anſtrengungen der „Mauretania”.
London. Der Cunarddampfer „Mauretania”
hat nach Funkſprüchen ſeines Kapitäns auf ſeiner
Heimreiſe von New York nach Plymouth drei eigene
Rekorde gebrochen. Das Schiff hat in 24 Stunden
634 Knoten” zurückgelegt, was einer
Durchſchniits=
geſchwindigkeit von 27,56 Knoten in der Stunde
ent=
ſpricht. Am Samstag nachmittag hatte die „
Maure=
tania”, 611 Meilen, am Sonntag mittag 630 Knoten
zurückgelegt, was für die einzelnen Tagesleiſtungen
Rekorde darſtellt.
Bootsunglück auf dem Lago Maggiore.
Rom. Am Lago Maggiore brach ein plötzlicher
Sturm aus. Eine Barke kenterte. Drei Perſonen
ſind ertrunken.
Blutiges Drama im Maſchinenhaus.
Warnsdorf (Tſchechoflowakei). Aus
Schum=
burg wird gemeldet: Am Montag früh 8 Uhr hatte
ſich der 37jährige Kohlenarbeiter Joſef Trakal nach
dreiwöchigem Krankenurlaub zum erſten Male wieder
im Betriebe der Mauſer=Weike, A.=G., eingefunden.
Kaum hatte Trakal das Maſchinenhaus betreten, als
gellende Hilferufe ertönten. Herbeieilende Arbeiter
fanden den 39 Jahre alten Heizer Otto Soarovſki
tödlich verletzt am Boden liegen. Ein Arzt ließ
Sparovſki, bei dem er zwei Bauchſchüſſe feſtellte, und
Trakal, der ſich einen Schuß in den Kopf beigebracht
hatte, ins Krankenhaus überführen. Das Motiv der
Tat iſt noch nicht bekannt.
76 Jahre im ewigen Eis begraben.
Aus Matrei in Oſttirol wird ein intereſſanter
Leichenfund gemeldet. Von einem Hirten wurden die
Reſte einer Leiche gefunden, der der Kopf
abge=
trennt war, die aber auf der Bruſt noch mit
Mus=
keln und Haut behaftet war. Die Füße ſteckten in
Schuhen und Strümpfen. Ein Hinterladergewehr und
eine Taſchenuhr lagen in der Nähe. Die Fundſtelle
iſt das Muntanitz=Kees. Es konnte fiſtgeſtellt
wer=
den, daß es ſich um einen im Jahre 1796 geborenen
Norbert Mattersberger handelt, der ſeit 1853
ver=
mißt wurde. Der Mann dürfte auf der Jagd
ver=
unglückt ſein, indem er in eine Gletſcherſpalte des
Muntanitz=Kees ſtürzte. Jetzt, nach 76 Jahren, hat
das ewige Eis ſeine körperlichen Ueberreſte
frei=
gegeben.
Ein Munikionslager fliegk in die Luf
Panik in der Bevölkerung. — Die ZaK
der Token noch unbekannk.
Bukareſt, 20. Auguft. f400
Eine erdbebenartige Erſchüttevung rief
geſte=
abend gegen 22 Uhr in der rumäniſchen Hauptſtax,
eine große Panik hervor. Wie ſich ſpäter herausſtellnt
ereignete ſich in dem 6 Kilometer von Bukareſt ern.
fernten Münitionsfort Domneſti, aus bisher no
unbekannter Urſache eine furchtbare Exploſion.
dem Fort wird in unterirdiſchen Gängen Muniti
aufbewahrt, die dort unbrauchbar gemacht wird, 25,
Feſtung ſtand im Augenblick in hellen Flammen. G.
wurden ſofort große Truppenabteilungen aufc.
boten, um den Brand zu bekämpfen, denen es aE
nicht gelang, an den Brandherd heranzukommen, Z.
Zeit der Exploſion befand ſich eine Wachabteilu-n
von 15 bis 20 Mann und außerdem eine Anzahl 27,/
beiter in dem Fort. Die Zahl der Opfer iſt bis zu
Stunde noch nicht bekannt.
Der gewaltige Brand hält auch am Dienst.
vormittag noch an. Während der ganzen Nacht ſo= ſich die Explſionen der in der Fſtung auf .
wahrten Munitionsvorräte fort. Die Häuſer in Kr
Hauptſtadt, und namentlich in den Vorſtädten Gr.ſd mit d i
den ſchwer erſchüttert. Die Umgebung der Feſtung. 1müig ſein
mit Sprengſtücken überſät. Das Fort ſelbſt iſt gä- Yan
lich zerſtört. Es verlautet, daß in den unterirdiſchn hr einie
Magazinen noch große Mengen von Munition
Werte von mehreren Milliarden Lei lagern. — D
in großer Zahl aufgebotenen Feuerwehren wagsy Wden 9
es bis jetzt nicht, ſich dem Brandherd zu nähls. Rynbein
Ueber das Schickſal der Wachtmannſchaft und B.ſſgnden
Arbeiter, die ſich zur Zeit der Exploſion in Aiſteisvor
Feſtung befanden, iſt noch nichts bekannt. Es iſt=ppöglich ei
doch mit Sicherheit anzunehmen, daß ſie der Kope waren
ſtrophe zum Opfer gefallen ſind. — Als Urſache mVeeinen
Exploſion wird Selbſtentzündung vermutet. Swriplaß
Zu der Exploſion des Munitionsdepots im F. Vkol
ich weg
Domneſti wird weiter gemeldet: Die Artillerie= ZNu=F.
Infanteriemunition explodierte mit einem ohrer Boſre Sit
täubenden Knattern. Der rote Glutſchein war hützende
ganz Bukareſt ſichtbar. Die Gefahrenzone wuu dieſem
durch raſch alarmierte Truppenkörper abgeſperrt. Azlten,
dem Fort befanden ſich 90 Mann, ein Hauptmchwiid.
und zwei Subalternoffiziere. Bisher iſt nicht feſtf:
bar, ob Menſchenleben zu beklagen ſind. Der SA
ſchaden beträgt viele Millionen Lei. Die Explo=)
dürfte infolge großer Hitze entſtanden ſein. Die
nahme, daß es ſich um einen verbrecheriſchen,
ſchlag handelt, erſcheint bisher unbegründet.
und, holt
Brand und die Exploſionen dauerten auch am Di een mit
tag früh noch an.
IMMatz dure
Matz kam
Schweres Exploſionsunglück auf Spitzbereſltotze im
Kopenhagen. Wie aus Oslo gemeldet — Miltung
hat ſich auf einer der Kohlengruben der Kings / Lngal
Geſellſchaft auf Spitzbergen eine Explöſion ereig
bei der zehn Arbeiter getötet wurden. Die
tungsarbeiten geſtalteten, ſich ſchwierig, da
Schachtzugang eingeſtürzt war. Ein Mann der Auſſerhade
tungsmannſchaft erlag nach 24ſtündiger unur uuürlich
brochener Arbeit einem Herzſchlag.
en der 8
Exploſion von Feuerwerkskörpern.
Rom. Bei Udine erfolgte bei der Verpack
von Feuerwerkskörpern eine Exploſion. Durch
Flammen geriet das daneben befindliche Pul
gebäude in Brand. Der Beſitzer und ſein Sohn, 9
die Gefahr kommen ſahen, konnten ſich retten Mäſt=Bel
erlitten nur geringe Verletzungen. /Ein ArbeAniſfe der
wurde von dem einſtürzenden Gebäude verſchi/namn ve
und gänzlich verkohlt aufgefunden.
Die Ueberſchwemmungsgefahr im Karakorz0 ſſte Co
Gebiet behoben.
Lahore. Die Gefahr einer großen Ue/4 Eng
ſchwemmung infolge des Eisdammbruches im Kic telte P.
korum=Gebirge darf nunmehr als abgewendet a d leichen.
ſehen werden. Nach Berichten aus Peſchawar iſt 9 6ul
Waſſerſtand des Indus bereits im Fallen begried”we
Die Eiſenbahnbrücke bei Attock hat dem gewaltn
Anſturm der Waſſermaſſen Widerſtand geleiſtet.
Einwohner mehrerer Dörfer, die wegen unmi=0d dan
barer Ueberſchwemmungsgefahr geräumt we
mußten, beginnen allmählich wieder in ihre Hä.
zurückzukehren. Bisher werden zuvei Perſonen alsd
trunken gemeldet. In der Provinz Sind, wo bea
ausgedehnte Ueberſchwemmungen großen Schaden
richteten, hegt man die Befürchtung, daß das Ee
waſſer des Indus beim Erreichen dieſes Gebietes
neue Kataſtrophe zur Folge haben könnte. In Ehin lon
Eile werden in ununterbrochener Arbeit uMiere,
Dämme zum Schutz gegen die Fluten errichtet.
Schwerer Schiffszuſammenſtoß an 8
Der Vergnügungsdampfer „Deutſchland”
ſtieß auf der Fahrt von Swinemünde nach S‟
in mit einem Frachtdampfer zuſammen
mußte auf Grund geſetzt werden. Nur ſo konn
die 550 Paſſagiere, unter denen ſich 400 Sche
kinder befanden, gerettet werden. Das Schiff
außerordentlich ſchwere Beſchädigungen erlit.”
Nummer 231
Mittwoch, den 21. Auguſt 1929
Seite 9
Sport, Spiel und Turnen.
Spielvereinigung Fürkh — Pelizei Darmſtadt
im Michelſtädker Skadion.
Es handelt ſich hier nicht etwa um eine Sportente, ſondern es
Tatſache: Der Deutſche Fußballmeiſter, deſſen Mannſchaft
zur=
uit zur Erholung im ſchonen Michel
ſugenden Spielen einer Mannſchaft derſelbe Schiedsrichter leitet. Der
keisvorſitzende verſprach den Vereinen in jeder Hinſicht ſo weit als
mglich entgegenzukommen. Ueber die Eintrittspreiſe bei den Wettſpie=
waren die Anſichten verſchieden, und es blieb auch den einzelnen
reinen überlaſſen, die Eintrittspreiſe feſtzulegen. Die Abgabe zum
Sortplatzwerbefonds anläßlich des erſten Spieles auf eigenem Platz,
de Frage, ob am Opfertag (29. September) Spielverbot beſteht, und
ah wegen der Pokalſpiele gab der Kreisvorſitzende entſprechend
Aus=
kuft. Weiter wurde noch beſchloſſen, daß nach den Vorrundeſpielen
ete Sitzung in Bürſtadt ſtattfindet. Darauf erklärte der
Kreisvor=
ſiende die Tagung als beendet mit der Ermahnung an alle Vereine, in
diſem Jahre mehr denn je auf Platzordnung und Diſziplin zu
aten, da die Sportbehörde mit den ſtrengſten Strafen durchgreifen
pd.
Abſchluß des Budapeſter Waſſerball= Turniers.
Ungarn Turnierſieger. — Schweden Zweiter vor Deutſchlanb.
In Budapeſt wurde am Dienstag das große Waſſerball=Länderſpiel
elgzeſchloſſen. Ungarn, deſſen Turnierſieg bereits am Sonntag
ſicher=
ſtnd, holte ſich noch einen fünften Sieg, indem es Belgien ganz
über=
lgen mit 7:1 (3:0) Treffern ſchlug. Schweden ſicherte ſich den zweiten
Patz durch einen 5:2= (3:1) Sieg über Frankreich. Auf den dritren
Latz kam Deutſchland, das diesmal Blank im Tor ſtatt Bähre I und
kotze im Sturm für Kühne ſpielen ließ und mit einer recht guten
Liſtung England 6:1 (3:1) ſchlug. Die Endplazierung iſt genau:
Ungarn 40:11 Tore 10:0 Punkte, 2. Schweden 15:14 Tore 7:3 P.,
3 Deutſchland 24:17 Tore 6:4 P., 4. Belgien 13:17 Tore 5:5 Punkte,
Frankreich 17:28 Tore 1:9 P., England 12:28 Tore 1:9 P.
Die Kämpfe des letzten Tages wurden durch einen Gewitterregen
wzögert. Trotzdem füllten wieder 5000 Zuſchauer die Tribünen des
Kiſerbades. Der durchaus verdiente Turnierſieg der Ungarn löſte
ntüirlich wieder einen ſchwer beſchreiblichen Jubel aus. Mit einem
un der Stadt Budapeſt am Abend gegebenen Bankett fand die
Ver=
eſtaltung ihren Abſchluß.
Deutſchland — England 6:1 (3: 1).
Die deutſche Mannſchaft war umgeſtellt. Für Bähre I ſpielte der
Airnberger Blank im Tor, der ſich ganz ausgezeichnet hielt und mit
ds Hauptverdienſt am Zuſtandekommen der klaren Tordifferenz hat,
lihne war im Sturm durch Protze (Hellas Magdeburg) ausgewechſelt.
Litz=Belgien hatte die Spielleitung und gefiel diesmal. Energiſche
An=
giffe der Engländer in den erſten Minuten ſcheiterten an Blank.
Anann verwandelte eine Vorlage von Protze zum deutſchen
Führungs=
he. England lag wieder im Angriff, konnte aber Blank nicht ſchlagen.
En Alleingang von Bennecke brachte das zweite Tor, wenig ſpäter
er=
bhte Cordes auf 3:0. Kurz vor dem Wechſel kamen die Engländer
hnn noch durch ein für Blank unhaltbares Tor zum Ehrentreffer. Nach
r Pauſe ſchoß Protze auf Vorlage von Gunſt einen vierten Treffer,
kei England ſchied der indisponierte Sutton aus und Deutſchland
ſellte Protze freiwillig heraus, um das Kräfteverhältnis wieder
aus=
igleichen. Zwei Treffer von Bennecke ſtellten ſchließlich das Endreſultat
en 6:1 her. In der deutſchen Mannſchaft gefielen diesmal bis auf
ſähre II alle Leute, die Geſamtleiſtung war recht gut.
Schweden — Frankreich 5: 2 (3: 1).
Die Schweden kamen durch die große Schnelligkeit ihres Arne Borg
nd dank der ausgezeichneten Arbeit des Torhüters Naumann, welcher
tmn zu ſchlagen iſt, zu einem verdienten Sieg.
Ungarn — Belgien 7: 1 (3:0).
Die Ungarn waren in dieſem, von Dr. Nußbaum=Deutſchland
ge=
liteten Spiel zwar ſchwächer als beim Treffen gegen Deutſchland,
blie=
en aber trotzdem immer ganz klar überlegen. Verteſſ: und Keſerü II,
er heute der beſte Mann der Magyaren war, ſtellten das Ergebnis bis
ar Pauſe auf 3:0. Dieſelben Stürmer erhöhten dann auf 5:0.
Bel=
ſſen kam durch Lippens zum Ehrentor, mußte ſich aber dann noch zwei
ſeitere, von Nemeth und Hommonay erzielte Tore gefallen laſſen.
Gelegenheitskauf.
Gasthaus
mit Nebengebäuden, Torf, gr. Hof und
Garten, durch Sterbfall ſehr preisw zu
verk. Für Metzger ſehr geeignet. Näh. dch.
d. alleinbeauftr. Im.=Büro Crößmann
Grafenſtr. 16. — Tel. 2598.
ſter eigenen Zuſage mit ihrer kompletten Meiſter=Elf an, ſo daß
m dieſer Seite aus ein fußballſportlicher Hochgenuß beſtimmt zu
warten iſt. Die Polizei andererſeits weiß die Ehre gegen dieſe
hannſchaft ſpielen zu dürfen, richtig zu würdigen und wird alles
ran ſetzen, neben einem ſchmeichelhaften Reſultat einen guten
hrtlichen Eindruck zu erzielen.
Kreisligaverkreter-Situng Südheſſen in Worms.
Zu einer äußerſt wichtigen Beſprechung vor den dieſes Jahr
aus=
gragenden Verbandsſpielen hatte der Kreisvorſitzende von Südheſſen,
hrr Klingenmayer=Worms, die Vertreter der Kreisligavereine
egeladen. Erſchienen waren: Olympia Worms, Olympia Lorſch,
Lmpia Lampertheim, V. f. R. Bürſtadt, F.V. Biblis, V. f. L.
Lam=
utheim, Normannia Pfiffligheim, Sportverein Herrnsheim, Sportver=
Hochheim, Starkenburgia Heppenheim, Sportverein Horchheim und
FV. Hofheim, woraus das große Intereſſe an den diesjährigen
Ver=
indsſpielen erſichtlich iſt. Herr Klingenmayer eröffnete um 10 Uhr im
Reintal die Sitzung, begrüßte die Erſchienenen und ging alsdann zur
Sgesordnung über. Die Sitzung brachte alsbald einen lebhaften
Mei=
ungsaustauſch der Vereinsvertreter. Unter anderem wird der Beginn
r Verbandsfpiele auf den 1. September feſtgelegt, und alle Vereine
ſid mit dieſem Vorſchlag einverſtanden, da man diesmal möglichſt, früh
ſtig ſein möchte. Schwieriger war die Frage, ob die erſte und zweite
Mnnſchaft jedesmal zuſammenſpielen ſollen. Nach längerem Hin und
hr einigte man ſich darauf, daß die zweite Mannſchaft dort, wo die
ſrſte” ſpielt, das Vorſpiel machen ſoll. Eine recht lebhafte und
inter=
minte Debatte brachte auch die Frage der Schiedsrichtergeſtellung. Es
urden da mancherlei Wünſche der Vereine laut, ſo wollen beiſpielsweiſe
Ampertheim, Biblis und Lorſch keine Schiedsrichter für ihre Spiele aus
Aannheim. Weiter ſoll vermieden werden, daß bei zwei aufeinander=
Schießſpork.
Schießſport=Klub „Windmühle 24‟.
Kommenden Samstag, den 24., und Sonntag, den 25., nimmt
das Hauptſchießen des Vereins ſein Ende. Gleichzeitig findet das
Mannſchaftsſchießen um die „Wander=Ehrenſcheibe von
Aſchaffen=
burg” ſtatt. Um ſie wird es einen ſpannenden Kampf geben.
Aſchaffenburg wird mit den ſtärkſten Mannſchaften vertreten ſein,
um ſie wieder nach Bayern hereinzuholen. Das Programm für
das Einzelſchießen iſt derart aufgeſtellt, daß ein jeder Schütze
Ge=
legenheit hat, um den Sieg mit zu konkurrieren. Der Zutritt zu
dieſem Wettſtreit iſt für jedermann frei.
Preisſchießen der Schützengeſellſchaft Michelſtadt.
Das von der Schützengeſellſchaft 1883 e. V. Michelſtadt an den
beiden vergangenen Sonntagen veranſtaltete Preisſchießen zeitigte
folgende Ergebniſſe:
Feſtſcheibe, 175 Meter: 1. Friedlein, W., Michelſtadt, 2. Winkel,
Dreieichenhain, 3. Gunſchmann. Darmſtadt, 4. Illig,
Michel=
ſtadt 5. Groß, Dreieichenhain, 6. Schmucker Friedr., O.=Moſſau,
Ganß, Bernh., Groß=Umſtadt, 8. Reubold, Michelſtadt. 9.
Büchner Habitzheim, 10. Bratengeier, Sprendlingen.
175 Meter freihänd.: 1. Gunſchmann, Darmſtadt, 59 Ringe, 2.
Reu=
bold, Hch., Michelſtadt, 56 Ringe, 3. Friedlein. W., Michelſtadt,
55 Ringe, 4. Bratengeier, Jean, Sprendlingen, 55 Ringe,
Hultſch, Groß=Umſtadt, 54 Ringe, 6. Schmucker, Gottlieb,
Ober=Moſſau, 54 Ringe, 7. Platt, Hch., Frankfurt a. M.=Weſt,
54 Ringe 8. Schätzler, Groß=Umſtadt 53 Ringe, 9. Bauer, Max,
Michelſtadt, 52 Ringe, 10. Müller, Chriſt., jun., Sprendlingen,
51 Ringe. — Gunſchmann, Darmſtadt. 261 Ringe, Bratengeier,
Sprendlingen. 260 Ringe, Schmucker Ober=Moſſau, 244 Ringe.
175 Meter aufgelegt: 1. Lang. Carl, Hetzbach. 59 Ringe, 2.
Reu=
bold, Hch., Michelſtadt, 58 Ringe, 3. Bauer. Max, Michelſtadt,
58 Ringe, 4. Schmucker. Gottlieb, Ober=Moſſau, 57 Ringe,
Neubecker, ſen., Sprendlingen, 57 Ringe, 6. Kiehl. Gg.,
Michelſtadt, 57 Ringe, 7. Müller, Chriſt., jun., Sprendlingen,
56 Ringe 8. Enders, Dieburg, 56 Ringe, 9. Krapp
Baben=
hauſen, 56 Ringe, 10. Illig. Hch., Michelſtadt, 56 Ringe. —
Enders, Dieburg, 257 Ringe. „Illig, Michelſtadt, 257 Ringe,
Müller jun., Sprendlingen, 256 Ringe.
Laufender Keiler — 60 Meter — Großkaliber: 1. Schätzler, Groß=
Umſtadt, 33 Ringe, 2. Friedlein, W.. Michelſtadt. 29 Ringe,
3. Neubecker ſen., Sprendlingen, 29 Ringe, 4. Müller, Chr.,
jun., Sprendlingen, 28 Ringe, 5. Bratengeier, Sprendlingen,
Weiß,
28 Ringe, 6. Dr. Völker. Michelſtadt, 27 Ringe
Babenhauſen, 27 Ringe, 8. Schmucker, Gottlieb, Ober=Moſſau,
26 Ringe, 9. Göbel. Darmſtadt, 26 Ringe 10. Schönberger,
Herm., Darmſtadt, 26 Ringe. — Bratengeier, Sprendlingen,
122 Ringe, Schätzler, Groß=Umſtadt, 117 Ringe, Weiß,
Baben=
hauſen, 105 Ringe.
Laufender Keiler — Kleinkaliber: 1. Emmerich, Theo, Groß=
Umſtadt.
Jagdſcheibe — Rehbock — 80 Meter — Großkaliber: 1. Illig, Hch.,
Michelſtadt, 31 Ringe, 2. Gunſchmann, Darmſtadt, 31 Ringe,
Schmucker Friedr., Ober=Moſſau, 30 Ringe. 4. Emmerich,
Wilh. Groß=Umſtadt 30 Ringe, 5. Lorſch, Darmſtadt, 30 Ringe,
). Schätzler, Groß=Umſtadt, 29 Ringe, 7. Schönberger, Fritz,
Darmſtadt, 28 Ringe, 8. Schmucker, Gottlieb, Ober=Moſſau,
7 Ringe, 9. Friedlein, Michelſtadt, 27 Ringe, 10 Dr. Völker,
Michelſtadt, 27 Ringe. — 1. Schmucker. Gottlieb, Ober=Moſſau,
130 Ringe, 2. Illig, Hch., Michelſtadt, 121 Ringe, 3. Reubold,
Hch.. Michelſtadt. 109 Ringe
Jagdſcheibe — Rehbock — 80 Meter — Kleinkaliber: 1. Vetter,
Fritz, Sprendlingen, 32. Ringe, 2. Hultſch. Groß=Umſtadt, 31
Ringe, 3. Becker, Joſ., Wiebelsbach, 29 Ringe, 4. Ganß. B.,
Groß=Umſtadt, 29 Ringe, 5. Friedlein, W., Michelſtadt, 28 R.,
6. Schneider, Hch., Darmſtadt, 28 Ringe, 7. Emmerich, Theo,
Groß=Umſtadt, 26 Ringe, 8. Bauer, Max. Michelſtadt, 26 Ringe,
Schmucker, Gottlieb, Ober=Moſſau, 26 Ringe. 10. Weiß.
Babenhauſen, 25 Ringe. — 1. Vetter, Fritz, Sprendlingen 133
Ringe 2. Becker, Wiebelsbach, 128 Ringe, 3. Hultſch. Groß=
Umſtadt. 124 Ringe.
Kleinkaliber — Feſtſcheibe Odenwald — 50 Meter: 1. Göbel,
Darmſtadt, 2. Vetter, Fritz, Sprendlingen, 3. Kraft,
Baben=
hauſen, 4. Bratengeier, Sprendlingen, 5. Büchner, Habitzheim,
6. Endres Darmſtadt, 7. Schätzler, Groß=Umſtadt, 8. Bauer,
Max, Michelſtadt, 9. Nagel, Sprendlingen, 10. Stork.
Darm=
ſtadt.
Kleinkaliber — Meiſterſcheibe — 50 Meter — Freihand ſtehend:
Bratengeier, Sprendlingen, 56 Ringe, 2. Schneider Hch.,
Darmſtadt 55 Ringe, 3. Ehrig, Hans, Darmſtadt, 55 Ringe,
4. Gräf. Ernſt, Darmſtadt, 55 Ringe, 5. Reubold, Hch.,
Michel=
ſtadt, 55 Ringe 6. Endres Darmſtadt 54 Ringe 7. Stork,
Darmſtadt, 53 Ringe, 8. Schmucker, Gottlieb, Ober=Moſſau,
53 Ringe, 9. Becker, Wiebelsbach, 53 Ringe, 10. Schäfer, Jean,
Sprendlingen, 52 Ringe. — 1. Bratengeier, Sprendlingen,
164 Ringe, 2. Ehrig, Hans, Darmſtadt. 162 Ringe, 3. Becker,
Wiebelsbach. 155 Ringe.
Deutſchland gewinnt den Hoover=Pokal im Segeln.
Der Segelländerkampf Deutſchland—Amerika auf
der Atlantikſtrecke bei Marblehead wurde jetzt mit dem fünften und
letzten Wettbewerb beendet. Deutſchland ſiegte danach im
Geſamtklaſſement mit 57:48 Punkten. Der letzte Wettbewerb ging um
den vom Präſidenten Hoover geſtifteten Pokal. Obwohl die
amerika=
niſche Yacht Oriole GMiß Hovey) als Erſte über den Zielkurs lief, ſiege
ten die Deutſchen, da ſie mit ihren Booten „Glüickauf” (Stinnes),
„Kickerle” (Raatſch) und „Kathi” (Theede) die drei nächſten Plätze
be=
begten und ſomit die meiſten Punkte erzielten. Damit errang auch
Deutſchland den Hoover=Pokal, ebenſo fiel der von der Stadt
Marble=
head geſtiftete Pokal an das deutſche Boot „Kickerle‟.
Rennen zu Frankfurk a. M. am Dienskag.
1. Preis vom Wolsgarten: 1. A. u. C. v. Weinbergs Majordomus
(O. Schmidt), 2. Galleria Reale, 3. Fortunatus. Tot.: 22, Pl. 12, 12.
½—2½ Lg. Ferner: Jlos.
2. Junghof=Rennen: 1. F. Sträters Oberon 2. und J. Sechſers
Dollar, tot., 3. Farmerin. Tot.: 10, 30, Pl. 15, 17. Tot.—½ Lg. Ferner:
Miſſion Trutzfeſte. Marconi.
3. Feſta=Preis: 1. Fran v. Opels Delifee (H. Zehmiſch), 2.
Nobili=
tas, 3. Otero. Tot.: 48, Pl. 14, 16, 13. 1 Lg.—Kopf. Ferner:
Reiher=
beize, Moeve, Fahnenweihe, Mallorka, Heilige Johanna.
4. Ferdinand=von=Willich=Erinnerungs=Jagdrennen: 1. Frl. H.
Kinchhoffers Montagne Ruſſe (von Holty), 2. My Lord 2., 3. Phaſa.
Tot.: 17, Pl. 13, 24. 12—4 Lg. Ferner: Songe b’Or, Patriotin, Martell.
5. Alexander=Rennen: 1. Geſtüt Weils Tantris (M. Schmidt),
2. Atalante, 3. Avitus. Tot.: 57, Pl. 13, 10. 5/.—Kopf. Ferner:
Schwarzdorn.
6. Hindenburg=Jagbrennen: 1. Heinr. u. Herm. Baumgärtners
Bandola (Herm. Baumgärtner), 2. Marcheſa, 3. Simulant. Tot.: 36,
Pl. 25, 21. 1—10 Lg. Ferner: Sturm, Trapper.
7. Albert=von=Metzler=Erinnerungsrennen. 1. Stall Hagos
Fabu=
liſt (O. Schmidt), 2. Faire Nature, 3. Szin arany. Tot.: 42, Pl. 19,
19, 19. Kopf— Lg. Ferner: Teukros, Redopp, Countryſide, Latina,
Kipnis, Manon, Troja, Albana, Mazurka.
33. Preußiſch-Süddeukſche Klaſſenlokkerie.
10. Tag ber 5. Klaſſe. In der Vormit tags=Ziehung vom
19. Auguſt fielen: 2 Gewinne zu je 10 000 RM. auf Nr. 340 983;
4 Gewinne zu je 5000 RM. auf Nr. 258 003, 305 656; 10 Gewinne zu
je 3000 RM. auf Nr. 10 486, 41 950, 44 744, 286 717, 379 784;
18 Geſwinne zu je 2000 RM. auf Nr. 103 050, 123 743, 143 365, 172 207,
204 824 216 166, 232 434, 284 741, 322 919; 56 Gewwinne zu je
1000 RM. auf Nr. 11619, 2 979, 35 334, 66 977, 74 581, 97 434,
102 815, 106 960, 108 881, 115 280, 125 350, 135 631, 154 998, 163 451,
165 682, 165 703, 177 359, 204 880, 233 331, 248 254, 298 736, 304 299,
311 569, 317 677, 325 140, 344900 383 662, 399 996; ferner wurden
gezogen: 70 Geivinne zu je 500 RM. und 214 Gewinne zu je 300 RM.
— In der Nachmittags=Ziehung wurden gezogen: 4 Gewinne
zu je 5000 RM. auf Nr. 128 428, 359 273; 8 Gewinne zu je 3000 RM.
auf. Nr. 253 865, 297 642, 344 630, 377 379; 10 Gewinne zu je
2000 RM. auf Nr. 82 540, 248 236, 278410, 310819, 315 124; 42
Ge=
winne zu je 1000 RM. auf Nr. 82277, 108 374, 109 491, 162 842,
166 542, 173 777, 193 390, 209 280, 219 891, 226 578, 943 793, 259 875,
264 24, 94024, 293 989, 307 015, 314 504, 320 388, 336 833, 357 738,
383 819; ferner wurden gezogen: 80 Gewinne zu je 500 RM. und
224 Gewinne zu je 300 RM. — Im Gewinnrad verblieben:
2 Prämien zu je 500 000 RM; 2 Gewinne zu je 500 000 RM., 2 zu je
300 000 RM., 2 zu je 200000 RM., 2 zu je 100 000 MM., 4 zu je
75 000 RM., 4 zu je 50000 RM., 4 zu je 25000 9M., 72 zu ſe
10000 RM., 94 zu je 5000 RM., 276 zu je 3000 MM., 522 zu je
2000 RM., 1360 zu je 1000 RM., 3180 zu je 500 RM., 7560 zu je
300 RM. — (Ohne Gewähr.)
Aus deutſchen Bädern.
Mittelſtandskuren in Bad=Soden am Taunus.
Das Heilbad für Kartarrhe, Aſthma und Herzleiden: Bad Soden
am Taunus, deſſen Ruf in immer weitere Kreiſe dringt, ſteht vor dem
Abſchluß ſeiner, in dieſem Jahre äußerſt befriedigenden Sommer=
Saiſon. Die Leitung des Bades hat ſich entſchloſſen, auch in dieſem
Herbſt als Saiſonabſchluß wiederum ihre weſentlich verbilligten
Pau=
ſchal=Kuren für bedürftige Angehörige des deutſchen Mittelſtandes
ein=
zuräumen. Gegen den Preis von 250.— RM. wird eine vierwöchige
Kur gewährt, in welche Unterkunft, Penſion, Arztkoſten, Kurtaxe und
Kurmittel einbegriffen ſind. Weitere Nebenkoſten erwachſen nicht. Die
gleiche Kur wird für den Preis von 370.— RM. auf die Dauer von
ſechs Wochen gewährt. Einen hierüber ausgegebenen Spezial=Proſpekt,
welcher die näheren Bedingungen enthält, fordere man, ebenſo wie alle
anderen Auskünfte bei der Bade= und Kurverwaltung, Bad=Soden am
Taunus, an.
Rundfunk-Programme.
Frankfurt.
Mittwoch, 21. Aug. 10.40: Schulfunk. Franzöſiſch. o 13.15:
Schallplatten: Norwegiſche und ſlawiſche Tänze. o 15.15:
Jugend=
ſtunde. Schwabenſtreiche. O 16.15: Stuttgart: Konzert des
Funk=
orcheſters. Mitw.: Maria Geiger (Sopran). o 18.10: Bücherſtunde.
O 18.30: Von der Ausſtellung: „Der Menſch und der Sport”.
Sprecher: Stadtmed.=Rat Dr. Lage, Dir, Zeiß, Dr. Laven. o 18.50:
Dipl.=Ing. E. Laßwitz: Neuzeitliche Technik. O 19.05: Franzöſiſche
Literaturproben. O 19.20: Franz. Unterricht. o 19.45: Prof. Dr.
Richter: Aktuelle Naturwiſſenſchaft. 20: Kurſaal in Cannſtatt:
Konzert des Philharmon. Orch. Stuttgart. Blon: Heil Europa,
Marſch. — Mendelsſohn: Ouvertüre „Die Fingalshöhle‟ (Hebriden).
— Strauß: Wein, Weib und Geſang. Walzer. — d’Albert:
Fantaſie aus „Tiefland”. — Liſzt: Rhapſodie. — Offenbach:
Fantaſie aus „Hoffmanns Erzählungen‟ — Suppé: Ouv. zu
„Dichter und Bauer”, — Piefke: Pariſer Einzugsmarſch. — Souſa:
Unter dem Sternenbanner. — Strauß: Radetzky=Marſch. — Fucik:
Florentinermarſch. — Ganne: Der Siegesvater. — Der alte Berner
Marſch. — Friedr, der Große: Der Hohenfriedberger Marſch.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Mittwoch, 21. Aug. 10: Märchen, vorgetragen
ron Kindern für Kinder. O 10.35: Mitteilungen des
Reichsſtädte=
bundes. o 12: Schallplatten. o 14.45: Kindertheater: Der
ge=
ſtiefelte Kater. O 15.40: Frauenſtunde. Dr. Mathilde Wolff: Die
Landfrau auf den internationalen Kongreſſen in Budapeſt und
Bukareſt. O 16: Oberſtud.=Dir. Prof. Werner: Klaſſiſche Dramen
in der Schule der Gegenwart. O 16.30: Fr. Fromme: Die neue
plattdeutſche Ballade .O 17: Hamburg: Konzert am Wattenmeer in
Cuxhaven. O 18: W. C. Gomoll: Reiſeerfahrungen eines deutſchen
Kaufmannes in Jugoſlavien. 6 18.30: Spaniſch für Anfänger.
O 19.10: Gedanken zur Zeit. Konteradmiral a. D. Brüninghaus,
M. d. R., Dr. Leber, M. d. R.: Ein deutſches Wehrprogramm. O 20:
Sonderveranſtaltung. Kammermuſik. Mozart: Streichquartett A=dur.
— Schönberg: Streichquartett D=moll. Ausf.: Havemann=Quartett.
O 21: Marcell Salzer lieſt aus Wilhelm Buſch. O Danach:
Tanz=
muſik. Kapelle Otto Kermbach. Pauſe: Bildfunk.
Wekterbericht.
Ausſichten für Mittwoch, den 21. Auguſt: „Wolkiges Wetter, zeitweiſe
auch aufheiternd, anfänglich mäßig warm, jedoch im Laufe des
mor=
gigen Tages wieder langſamer Temperaturanſtieg und Neigung
zu Niederſchlägen.
Ausſichten für Donnerstag, den 22. Auguſt: Weiterhin wolkiges Wetter,
wärmer, Fortdauer der Niederſchlagsneigung.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten
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Nummer 231
Mittwoch, den 21. Auguſf
A
Der Zuſammenbruch der Srankfurker Allgemeinen Verſicherungs=A.-G.
Eine Erklätung des Reichsaufſichtsamkes. — Die Berhandlungen bei der Frankfurker Allgemeinen
Berſicherungs=A.-G. — Folgen des Zuſammenbruches.
Frankfurker und Berliner Effekienbörſe.
Frankfurt a. M., 20. Auguſt.
Zu Beginn der heutigen Börſe war die Stimmung wieder
zuver=
ſichtlicher. Die geſtrige Erklärung des Aufſichtsrats der Frankfurter
Wie das Reichsaufſichtsamt für Privatverſicherung mitteilt, hat es
von den Schwierigkeiten bei der Frankfurter Allgemeinen Verſicherungs=
A.G. erſr durch die Preſſemeldungen Keuntnis erhalten, da die in
Be=
tracht kommenden Geſchäfte weder aus der Bilanz, noch aus dem
Ge=
ſchäftsbericht, „noch aus den dem Reichsaufſichisamt einzureichenden
Unterlagen erkennbar waren. In gleicher Weiſe iſt der Aufſichtsrat
der Geſellſchaft in völliger Unkenntnis über die tatſächlichen
Verhält=
niſſe gelaſſen worden. Auch ſind dem Reichsaufſichtsamt von dritter
Seite irgendwelche Mitteilungen, die den Verdacht ordnungswidriger
Geſchäfte hätten aufkommen laſſen, nicht zugegangen. Zu einer Reviſion
an Ort und Stelle lag bei der bisher ſich allgemein eines hohen
An=
ſehens erfreuenden Geſellſchaft kein Grund vor. Mit Nachdruck muß
betont werden, daß die Verluſte nicht aus dem ordnungsmäßigen
Ver=
ſicherungsbetrieb entſtanden ſind, vielmehr dadurch, daß die Frankfur=
ter Allgemeine Verſicherungs=A. G. oder ihre Leiter an anderen
Unter=
nehmungen beteiligt waren, für welche die Leiter in unerlaubter Weiſe
und in vollem Widerſpruch zu dem Geſchäftsplane Bürgſchaften in
überaus großem Umfang und ohne Vorwiſſen des Aufſichtsrats und
des Reichsaufſichtsamtes zu Laſten der Geſellſchaft übernommen haben.
Das Reichsaufſichtsamt hat in ſtändiger Uebung dem Standpunkt
Gel=
tung verſchafft, daß ein Verſicherungsunternehmen nur
Verſicherungs=
geſchäfte, nicht aber auch zugleich andere, z. B. Bank= und Abſatz=
Finan=
zierungsgeſchäfte, betreiben darf. Das Reichsaufſichtsamt unterſtützt
pflichtgemäß und mit Nachdruck alle Beſtrebungen, die geeignet ſind,
Nachteile von den Verſicherten alzuwenden. Den Ausbruch des
Kon=
kurſes würde das Neichsaufſichltsamt ſowohl im Intereſſe der
Verſicher=
ten wie auch der Allgemeinheit für bebenklich halten und daher zu
ver=
hüten ſuchen
Das Stillhaltekonſortium der Banken gebildet.
Die bisherigen Feſtſtellungen der Kommiſſion und des Aufſichtsrats
der Frankfurter Allgemeinen Verſicherungs=A.G. haben erhebliche
Engagements im Konzern ergeben, die jedoch bei ruhiger Abwickelung
durch die Aktippoſten, das Aktienkapital und die Reſerven gedeckt ſind.
Um eine Abwickelung zu ermöglichen, haben die der Geſellſchaft
nahe=
ſtehenden Banken: Direktion der Disconto Geſ. Commerz= u.
Privat=
bank AG., Darmſtädter u. Nationalbank, Deuuſche Bank, Deutſche
Effekten= und Wechſelbank, Berliner Bankinſtitut Joſef Goldſchmidt u.
Co., Gebrüder Bethmann, Drehfus u. Co., Hardy u. Co., Jacob S. M.
Stern, beſchloſſen, ſich an die Spitze eines ſofort zu bildenden „
Still=
haltekonſortiums” zu ſtellen, denn ſich die Bankengläubiger anſchließen
ſollen. Daneben wird ein Garantiekonſortium geſchaffen, das die
Ab=
wickelung und den Abbau bzw. die Ueberführung der Geſchäfte be=
Vom Holzmarkt
ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Die Lage iſt unverändert, Tiſchlerholz
in größeren Mengen war wenig geſucht, die Nachfrage nach Balken
ſtockte, dagegen konnten in Verſchalungsbrettern und Dielung einige
größere Abſchlüſſe getätigt werden. Die Verhältniſſe am Geldmarkt
nötigen nach wie vor die beſonnenen Elemente am Holzmarkt zur
Zurückhaltung, es findet ſich niemand bereit, Verpflichtungen einzugehen
und Akzexte in großen Abſchnitten auszuſtellen, nachdem die
Abſatzver=
hältniſſe in den künftigen Monaten ganz ungeklärt ſind. Auch am
Nohholzmarkt, ſoweit es ſich um geflößte Hölzer aus Polen handelt,
iſt das Geſchäft ſehr ſtill. Es wurde nur ein Abſchluß von 7 Traften,
die aus Polen am Weichſelmarkt eingingen, ſtarke Rundkiefern, an die
Werft im Danziger Freiſtaat zu einem Preiſe von 34 sh. je Feſtmeter
frei Danzig bekannt. Ferner wurden etwa 14 000 Feſtmeter
Nund=
taunen aus der Bialyſtocker Gegend an eine Holzhandlung in Sachſen,
jedoch unter Weiterbeteilung des polniſchen Holzlieferers, verkauft.
Im übrigen dürfte das Rohholzgeſchäft ſich in dieſem Jahre erſt im
Herbſt entwickeln, wobei es noch fraglich iſt, ob es möglich ſein wird,
die aus Polen eingetroffenen Hölzer vollſtändig abzuſetzen. Am
Erlen=
markt fehlt die Kaufluſt der weſtdeutſchen Holzhandelsfirwen, die
kei=
nen oder einen nur ſehr begrenzten Abſatz haben, nachdem die
Ver=
braucher Preiſe zahlen wollen, zu denen man wolhyniſches Material
nicht einkaufen kann. So wandert der Verbrauch, der früher Erlen in
großen Mengen verarbeitete, mehr und mehr von dieſer Holzart zu
anderen, namentlich amerikaniſchen, Hölzern ab. Am Eichenmarkt ſieht
(3 ſehr ruhig aus. Süddeutſche Firmen, die größere Mengen eichener
Frieſen eingekauft hatten und nunmehr abnehmen müſſen, ſind nicht
in der Lage, das Material, ſelbſt nicht bei Preisermäßigungen,
abzu=
ſetzen. Die Lage der Parkettinduſtrie iſt unbefriedigend, zumal, da
beim Kleinhausbau der Bedarf an Parkettſtäben ſehr eingeſchränkt iſt.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 20. Aug.:
Getreide. Weizen: Sept. 1375, Dez. 146½, März 151½, Mai
1553; Mais: Sept. 103½, Dez. 97½, März 102½; Hafer:
Sept. 47½, Dez. 52½, März 55; Roggen: Sept. 105½, Dez.
113½, März 118½.
12.45.
Schmalz: Sept. 11,97½, Okt. 12,07½, Dez. 12,12½, Januar
Fleiſch. Rippen: Sept. 12,95, Okt. 13,12½; Speck, loko 13,00;
leichte Schweine 10,75—11,50, ſchwere Schweine 10,00—10,90;
Schweinezufuhren: Chicago 22 000 im Weſten 70 000.
Baumwolle: Oktober 18,68, Dezember 18,98.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 20. Aug.:
Getreide. Weizen: Rotwinter 143½, Hartwinter 142½4;
Mais: 1155; Mehl: 6,30—6,90; Fracht: nach England 1,6 bis
2,0 Schilling, nach dem Kontinent 8 bis 9 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,70; Talg, extra, loſe 77.
Baumwolle feſter auf günſtige Liverpooler Kabel und Käufe
des Handels; Schluß: gut, ſtetig.
Kaffee: Preisgeſtaltung unregelmäßig; „Schlußkurſe etwas
ermäßigt, bei williger Tendenz.
Zucker: Auf reichliches Angebot waren die Preiſe leicht
ge=
drückt.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Die Verwaltung der Gebr. Stollwerk A. G. in Köln beſtätigt, daß
für 1928/29 eine Dividende von wieder 9 Prozent zur Verteilung
ge=
langt.
Die zweite ſüddeutſche Wollauktion (diesjährige letzte) wird, wie wir
hören, in der vierten Septemberwoche in Ulm ſtattfinden.
Geheimrat Dr. Phil. Roſenthal, der Leiter des Roſenthalkonzerns,
feierte in dieſen Tagen in Rüſtigkeit und großer Geiſtesfriſche ſein 50 Berufsjubiläum. Geheimrat Roſenthal iſt zu den bekannteſten
deutſchen Wirtſchaftsführern zu rechnen.
Geſtern vormittag wurde auf Veranlaſſung der
Ueberwachungs=
abteilung einer Berliner Großbank der Bankdirektor und Aktionär der
Verliner Kreditbank A. G. Theodor Radtke in der Mohrenſtraße unter
der Beſchuldigung des Scheckbetrugs verhaftet.
Die Schröder=Bank in London teilt mit, daß über 2,4 Millionen
MM. Obligationen des Deutſchen Kaliſyndikats, und zwar 78 160 Lſtrl.
der Serie 4 und 39 150 Lſtrl. der Serie B, aus den Mitteln des
Sin=
king=Funds aufgekaufr und die Stücke vernichtet worden ſind.
Die nächſte Sitzung des Internationalen Röhrenkartells wird am
25./96. September in Paris ſtattfinden. Es ſind nur Beſprechungen
uber die Marktlage vorgeſehen, ſodaß wichtige Entſcheidungen von der
bevorſtehenden Zuſammenkunft kaum erwartet werden dürfen.
In Großbritannien waren Ende Juli 187 Hochöfen in Betrieb, das
ſind gegenüber dem Vormonat zwei Einheiten mehr. Die Erzeugung
der Walzwerke an Gießereiprodukten ſtieg auf 671900 To. gegen 657 800
To. im Juni und 537800 To im Juli 1928. Die Geſamterzeugung an
Stahlbarren betrug 894 000 To. gegen 880 900 bzw. 666 900 To.
wirken ſoll. Dieſes Garantiekonſortium, das die erforderlichen Gelder
vorlegen wird, ſoll ebenfalls durch die obengenannten Bauken ins Leben
gerufen werden. Es wird erwartet, daß die Oeffentlichkeit den an
die=
ſen Aufgaben mitwirkenden Banken Zeit und Ruhe für ihre ſchwierige
Arbeit läßt, der ſie ſich im Intereſſe der Geſamtwirtſchaft unterziehen.
Wie wir erfahren, haben die Verhandlungen über das Schickſal der
Frankfurter Allgemeinen Verſicherungs=A.G. geſtern den ganzen Tag
gedauert. Man iſt beſtrebt, vor allem aus den Banken, die im
Auf=
ſichtsrat vertreten ſind, ein Konſorrium zuſtande zu bringen, das einen
Kredit gewähren ſoll, mit deſſen Hilfe die Verpflichtungen dem
Aus=
land gegenüber abgedeckt werden können. Geſtern nachmittag wurde auch
darüber verhandelt, ob die Neichsbank ſich in irgendeiner Form zur
Mithilfe bereit erklären wird. — Die Verwaltung der Südweſtdeutſchen
Bank A.G., die bekanntlich vorgeſtern ihre Zahlungen eingeſtellt hat,
iſt zuſammen mit einem Reviſor damit beſchäftigt, den endgültigen
Sta=
tus aufzuſtellen. Nach einem vorläufigen Status ſtanden 16,2 Mill.
MM. Kreditoren 16,3 Mill. RM. Debitoren gegenüber. An flüſſigen
Mitteln waren noch vorhanden 20 000 RM. Kaſſe und Bankguthaben,
100 000 RM. Wechſel, ferner 0,5 Mill. NM. Effekten.
Zu den Verluſten der Frankfurter Allgemeinen Verſicherungs=A. G.
teilt die ihr naheſtehende Allgemeine Verſicherungsgeſellſchaft in Bern
mit: Die Allgemeine Verſicherungsgeſellſchaft in Bern iſt an den
verluſt=
bringenden Geſchäften der Frankf. Allgemeinen, die die letztere
Geſell=
ſchaft in ihre gegenwärtige kritiſche Lage gebracht haben, in keiner
Weiſe beteiligt, denn die ſtarke Mehrheit ihres Aktienkapitals befindet
ſich in ſchweizeriſchen Häuden. Auf Verfügung des Börſenkommiſſariats
in Zürich iſt die Notierung der Aktien der Frankfurter Allgemeinen
an der Züricher Effektenbörſe bis auf weiteres eingeſtellt worden.
Der erſte Direktor der zum Konzern der Frankfurter Allgemeinen
gehörenden Südweſtdeutſchen Bank A.G., Frankfurt a. M., Franz
Sauerbrei, iſt ſeit Sonntag morgen 9 Uhr verſchwunden. Die
bisheri=
gen Feſtſtellungen haben noch nicht ergeben, daß ſich Sauerbrei etwas
hat zuſchulden kommen laſſen, was eine Verzweiflungstat erklären
könnte.
In der Zahlungseinſtellung der Südweſtdeutſchen Bank. A. G. in
Frankfurt a. M. iſt jetzt die erſte Auswirkung der Schwierigkeiten im
Konzern der Frankfurter Allgemeinen Verſicherungsgeſellſchaft
einge=
treten. Die Affäre zieht immer noch weitere Kreiſe. Wie wir erfahren,
läßt ſich ſchon jetzt überſehen, daß das geſamte badiſche und
mittelrhei=
niſche Genoſſenſchaftsweſen in Mitleidenſchaft gezogen iſt.
Der Garantievertrag Allianz—Frankfurter Verſ.=A.G, wurde
ge=
ſtern abend endgültig abgechloſſen.
Allgemeinen Verſicherungs=A.=G. wurde als nichtsſagend bezeichnet,
doch hofft man bei der Fortſetzung der Sitzung, daß Beſchlüſſe gefaßt
werden dürften, die eine weitere Beruhigung der Lage nach ſich ziehen
werden. Man rechnet jetzt damit, daß eine Stützungsaktion zuſtande
kommen wird. Daraufhin traten wieder neue Hoffnungen zutage,
zu=
mal auch die Auswirkungen auf das Ausland in dieſer Angelegenheit
kein beſonders großes Ausmaß annehmen konnten, wie man erſt anfangs
befürchtet hatte. Im Gegenteil, von Auslandsſeite ſoll ſich ſogar heute
wieder einiges Intereſſe für vereinzelte deutſche Werte eingeſtellt haben,
Auch ſelbſt das Papier der Frankfurter Allgem. Verſich.=A.=G. konnte in
erſter Linie hiervon profitieren; „man hört einen Taxckurs von zirka
140 Geld. Das Geſchäft war aber ſonſt ſehr gering, denn die Affärg
der Frankf. Allg. Verſich=A.=G, wirkte immer noch etwas nach und
hemmte die Unternehmungsluſt bei der Spekulation. Aber trotzdem
waren gegenüber der geſtrigen Abendbörſe zumeiſt Beſſerungen bis zu
1½ Prozent zu verzeichnen. Die ſonſt vorliegenden günſtigen
Mo=
mente traten in den Schatten. Auch der ſchleppende Fortgang der
Haager Konferenz wurde nur wenig diskutiert. Etwas mehr hewor
traten am Elektromarkt Licht u. Kraft mit plus 134 Pvoz.
Der Finanzausſchuß des amerikaniſchen Senats hat den vom
Ab=
geordnetenhaus vorgeſchlagenen Einfuhrzoll auf Zucker von 2,40 Doll.=
Cts. auf 2,20 Dollarcents für Kubazucker und von 3 Dollarcents auf
2,75 Dollarcents für Zucker anderer Herkunft ermäßigt.
Viehmärkke.
Der Frankfurter Pferdemarkt vom 19. Augnſt. Der Pferdemarkt
in Frankfurt war mit nahezu 500 Pferden beſchickt. Auch eine Anzahl
Maultiere und Fohlen waren angetrieben. Bei Eröffnung des
Mark=
tes begann der Handel entſprechend der mißlichen Wirtſchaftslage und
inſonderheit der Geldknappheit der Landwirtſchaft ſehr zurückhaltend.
Im Verlaufe des Vormittags wurden alsdann doch noch mehr Umſätze
getätigt als anfangs erwartet wurde, da nur wenig Käufer aus
land=
wirtſchaftlichen Kreiſen anweſend waren. Gekauft wurden vorwiegend
gute mittelſchwere Arbeitspferde, Schlachtpferde und Ponnys. Die
Preislage war unverändert, mit Ausnahme von Schlachtpferden, deren
Preis um etwa 5—8 Mark je 50 Kilo nachgaben
* Mainzer Viehmarktbericht vom 20. Auguſt. Auftrieb: 38 Ochſen,
24 Bullen, 635 Kühe und Färſen, 395 Kälber, 30 Schafe oder Ziegen
Im Verlauf war die Tendenz weiter eher etwas freundlicher; die
Spekulation ſchritt erneut zu einigen Rückendeckungen, ſo daß ſich das
Kursniveau allgemein wieder um bis 1½ Proz. heben konnte. Am
Geldmarkt war Tagesgeld mit 6½ Prozent angeboten. Am
Deviſen=
markt nannte man Mark gegen Dollar 4.1983, gegen Pfunde 20,358,
London=Kabel 4.8475, Paris 123,84, Mailand 92,75, Madrid 33,00 und hneine,
Holland 12.10½.
An der Abendbörſe war man allgemein befriedigt über das
Zuſtandekommen des Stützungskonſortiums für die Frankfurter
Allge=
meine, und die Haltung war freundlicher. Die Umſatztätigkeit blieb
jedoch gering und beſchränkte ſich in der Hauptſache auf Deckungskäufe
der Kuliſſe. Die Kurſe waren gegen den Berliner Schluß meiſt
be=
hauptet. J.G. Farben konnten ſich 1,5 Prozent erholen. Feſter lagen wter e
ferner Kali Aſchersleben. Frankfurter Allgemeine nannte man mit
zirka 160 RM. Renten lagen umſatzlos.
Berlin, W. Auguſt.
der
Nach den Rückſchlägen an der geſtrigen Börſe hatte man im
Abend=
verkehr wieder eine gewiſſe Beruhigung feſtſtellen können, die ſich unt
auch auf den heutigen Vormittagsverkehr übertrug. An der Vorbörſe /
Han=
herrſchte dann wieder Unſicherheit, doch war der offizielle Beginn im /.2gs
allgemeinen nicht unfreundlich und das Kursniveau lag bei Schwan= .Sas
kungen bis zu 1 Prozent nach beiden Seiten behauptet. Das
Tages=
geſpräch war heute natürlich wieder die Frankfurter Allgemeine Ver= 9
ſicherung. Das geſtrige Communigus verſtimmte durch ſeine Inhalts= uich M0
loſigkeit, man erwartet aber in den heutigen Beſprechungen das Zu= W .50.
ſammenkommen eines Stützungskonſortiums unter Beteiligung der Die a
Reichsbank und den Abſchluß mit der Allianz. Der Kurs konnte ſich mer au
daraufhin auf 125 bis 130 MM. erholen, ohne daß aber hierzu Abe ſceſenner
ſchlüſſe zuſtande kamen. Mit Spannung verfolgte man die Berichte
aus dem Haag, die im Moment, infolge der Schwierigkeiten
Frank=
reichs in der Räumungsfrage, wenig günſtig lauteten. Von anderen
vorliegenden Momenten war die Erklärung der Reichsbahnverwaltung E
zu der drohenden Tariferhöhung zu erwähnen, die vorläufige Annahme
der Arbeitsloſenverſicherungsvorlage, die trotz leichteren Tagesgeldſatzes
doch unſichere und uneinheitliche New Yorker Börſe uſw. Das Geſchäft
war im allgemeinen ziemlich gering, neben vereinzelten Abgaben
be=
obachtete man, beſonders am Montanmarkt, etwas Deckungsneigung.
Nach den erſten Kurſen nahm die Börſe weiter vereinzelt Deckungen
vor, ſo daß ſich gegen Anfang ein= bis zweiprozentige Gewinne
er=
gaben. Später drückte aber die Geſchäftsſtille wieder auf das Kurs hnrat
niveau, und es fanden ſich zu den erhöhten Kurſen Abgeber.
Produkkenberichke.
Frankfurter Produktenbericht vom 20. Auguſt. Bei ruhigem
Ge=
ſchäft gaben die Preife am Frankfurter Produktenmarbt durch die
wie=
der ſchwachen Auslandsnotierungen allgemein etwas nach. Es notier=
und 1131 Schweine. Marktverlauf: mittelmäßig belebt, langſam ge= ten: Weizen 2,60—26,75, Roggen 21—21,15, Hafer alter Ernte A,
räumt. Je nach Qualität wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht folgende desgl. neuer Ernte 20, Mais 21,50, ſüdd. und niederrhein. Weizenmehl
Preiſe in RM. bezahlt: Ochſen 58—63, 47—53, Bullen 40—50, Kühe 46 39,50—41,25, Roggenmehl 30—31, Weizenkleie 10,75, Roggenkleie 11.25.
bis 50, 36—44, 30—34, 20—24, Färſen 50—62, Kälber 64—74, 54—63, — In unſerem geſtrigen Produktenbericht iſt richtig zu leſen: Es
notier=
ten je 100 Kilogramm: Weizen 27—26,85 (nicht N—28,85).
Schweine 83—88, 85—89, 90—93.
fiüie ver
Berliner Kursbericht
vom 20. Auguſi 1929
Deviſenmarkt
vom 20. Auguſt 1929/
Mee e
Danatbank.
Deutſche Ban!
Disconto=Geſ.
Dresdner Bant
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Llotzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti. Gummi
Deutſche Cont. Gasl:
Deutſche Erdöl
Mfe
272.50
165.—
150.75
56.50
119.—
111.—
195.75
101.—
310.—
225.50
78.—
165.25
190. 625
113.—
Elektr. Lieferung I.
J. G. Farben
Gelſenk. Bergw.
Geſ.felektr. Untern.
Harpener Bergbau
Koeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben ſt
Alöcknerwerke.
Köln=Neueſſ. Bgn
Ludw. Loewe
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel
Vefe
218.50
136.75
209.375
147.—
133.—
104.125
227.50
113.25
131.—
200.—
117.625
55.—
138.—
108.125
88.125
Polyphonwerte.
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kalt
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Aupfer.
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
Herm. Poege
BogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke.
R
83.50
386.50
209.—
397.—
116.875
233.125
83.25
44.50
83.—
133.—
90.50
160.—
42.—
75.—
75.—
Buenos=Aires
Canada
Japan
Cairo.
Konſtantinopel
London.
Neiw York
Rio de Janeirol=
Uruguah.
Amſterdam
Athen
Brüſſel
Bukareſt
Budapeſt
Danzig
WährungGeld
1 Pap. Peſo
1 egnad. Doll
1 Yen
1ägypt. 4
1türk. *
1 2.Sta.
1 Dollar
1 Milreis
1 Goldpeſo
100 Gulden
100 Drachm
100 Belga
100 Lei
100 Pengö
100 Gulden
1.759
4.168
1.960
20.05
1.998
20.338
4-195
0.495
4.108
168.01
5.43
59.315
2.488
73.18
81.29
Brieſſ
1.763
4.174
1.964
20.29
2.002
20.378
4.203
9.489
4.77
168.35
5.44
59.435,
2.492
73.32
81. 45
Helſingfors
Italien.
Jugoſlawien
Kopenhagen
Liſſabon
Lslo
Paris
Prag
Riga
Schweiz
Sofia.
Spanien
Stockholm
Tallinn (Eſtl. )
Wien
it
100 finn. Mk.
100 Lire
100 Dinar
100 Kronen
100 Escudos 1s.78
100 Kronen
100 Franes
100 Tſch. Ar.
100 Lats 80.59
100 Franken
100 Leva
Geld
10.543
ki.935
7.368
111.66
11.s9
16.42
12.416
80.685
3.028
100 Peſetas k1,57 61.69
100 Kronen
100 eſtl. Kr.
100 Schillingl:
VEIBU
ie 2
10.563
21.97. Mdch
7.38/ Hü erlern
1114.8
n1n.9
16.46
12.30
80.5
00.s4 1
3.03
141 Stel
1a.e2 Mü Der 5
mnitadt od
Amd d
12.35 112.5
11.84 11s1
59.075/ 59.19
Frankfurter Kursbericht vom 20. Auguſt 1929.
(2 Dtſche. Reichs.”
anl. v. 27 .....
6% Baden
Frei=
ſtaat v. 27 .
6% Bahern
Frei=
ſtaat v. 27
8% Heſſen
Volks=
ſtaat. . . . . . v. 28
82.,
v. 29
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28 ......
6% Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27
7½Thüringer
Frei=
ſtaat v. 27 ...."
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4 1.
Ablöſungsanl.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe ....
8% Bad.=Bad. b.26
6% Berlin v. 24..
8% Darmſtadt v. 26
8‟
v.28
7% Frkf.a. M.v. 26.
8% Mainz v. 26 ..
82 Mannh. v. 26..
8% Nürnbergv. 26.
8el. Geſſ. Landesbl.
Goldpfbr.
8el. Heſſ. Landesbk.
Goldoblig.
4:,J, Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
Pfbr.
8e1. Preuß. Lds.
Pfbr.=Anſt.
Gold=
pfbr.
3.J, Preuß. Lds.=
Pfbr.=Anſt.
Gold=
obl.
87.25
76
77.5
87.25
91.5
91.4
79
52.6
10.75
4.65
91
87.25
85.25
84
90
96.9
18e, Darmſt. Komm.!
Landesbk. Goldobl.
82=
KaſſelerLandes=
kredit Goldpfbr.
82. Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . . . . .
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
* Ausl. Ser. I
* Ausl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.,
Abl. (Neubeſitz).
93.5
8% Berl. Hyp.=Bk.
ſ7/. „Ligu.=Pfbr.
1 8% Frkf. Hyp. Bk..
41,% „ Lig. Pfbr.
„ Pfbr. Bk.
41,% n Lig. Pfrb.
8% Mein. Hyp. Bk.
41,%0 „ Lig.Pfbr.
Pfälz. Hyp. Bk.
417,0 „Lig. Pfbr.
1821, Preuß.
Boden=
ered.=Bl.
Lig. Pfb.
4/.5
82I. Preuß. Centrl.=
Bodener.=Bk.
14½.
„ Lig. Pfbr.
8eI,Rhein. Hyp.=Bk.
41/,% „ Lig. Pfbr.
% Rhein.=Weſtf.
Bd.=Fredit....
82 Südd. Bod.
Cred.=Bank.
820 Württ,. Syp.=B.
76.75
6% Daimler Benz
von 27 ......."
8, Dt. Linol. Werke
b. 26.
18% Klöckner=Werke
Berlin v. 26
2o Mainkrw. v,26.
%o Mitteld.
Stahl=
werke b. 27 ..
93. 5
96
96
51.25
21
97
75
78
94.5
72.25
7721.
96.5
97.5
97.25
73.5
84
92
81
84.5
„Salzmannn, Co.)
v. 26.
7% Ver. Stahlwerke
m itOpt. v. 26
8% VoigtcHäffner
von 26 ......"
F. G. FarbenBonds
v. 28 .....!.
5% Bosn. L.E.B.
b. 1914
4½,% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914...
420 Oſt. Goldrente
5%vereinh. Numän.
4½% „
42 Türk. Admin.
1. Bagdad
„ Bollank
120 Ungarn 1913
1914
415
Goldr.
Aktien
Rccum.=Berlin. . ..
Ablerw. (v. Kleher).
AEG. Stamm.
AndregeNoris Bahr
Baſt Nürnberg.
Beram. El. Werke.
Bro wn Boverick Cie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen
Eement Heidelberal:
Karlſtadt
Chem.Werke Albert
Chade .......
Contin. Gummiw.
Oaimler=Benz..
Dt. Atl. Telegr. . . .I.
Eiſenh. Berlin.
„ Erdöl ........!"
„ Gold= n. Silb.=Anſtalt .
Linoleumwerk
Dhckerhoff u.
Wid=
mann ........!
86.5
83
92.5
124
31.5
31.75
28‟.
15.7
7.30
7l.
24
221I.
49
195.75
118
207
136.5
95
152
185
61-,
432.5
165
5o.5
11.
112
149
1303
Miiee
Liefer=Geſ.
Eſchw. Berowerk
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnerei
F. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter).
Felt. & Guilleaum.
Frkft. Gas ......."
...
„ Hof
Geiling & Cie.....
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. elektr. Unter
nehmungen ...
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen!
Grün & Bilfüingerſ;
Hafenmühle Frkft..
Hammerſen (Osn.)
Harpener Bergbau).
Henninger, Kempf.
Hilpert Armaturfbr!!
Hinderichs=Aufferm!.
Hirſch Kupfer.....!
Hochtief Eſſen ..
Holzmann, Phil..
Holzverk.=Induſtrie
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghaus. Stamm
Kali Aſchersleben.
Salzdetfurth
„ Weſterege
Kammgarn ſpi
Karſtadt, R.
Klein, Schanz!
Klöcknerwerke.
Lahmeher & Co
Lech, Augsb
Löwenbr.
Lüdenſcheid Metal
Lutz Gebr. Darmſt.
Ve
167
1196.75
37.25
eus
218.5
83.25
126
69
Mansfeld Bergb.
MarswerkeNürnbg.
Metallgeſ. Frankf.
Miag. Mühlenbau.
Montecatini Maild.
Motorenfb. Darmſt.
Neckarwerke Eßling.
Nicolatz, Hofbr. .
Oberbedarf..
Otavi Minen ...
Phönix Bergbau
Reiniger, Gebb...
Rh. Braunkohlen.
74.5
59
175
130
128
169
109
89
133
95
104
83.75
212.5
120
226.5
At 5
1a2
174
97
285
73
Mainkr.=W. Höchſt.I
Mainz.Akt.=Br. . .
Mannesm. Röhren
1061,
220
1117
Elektr. Stamm.
Stahlwerke. . ..
Riebeck Montan ..
Roeder Gb. Darmſt.
Rütgerswerke ....
Sachtleben A. G. ..
Schöfferhof=Bind.:
Schramm Lackfabr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr. .!”
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtriel
Siemens & Halske
Strohſtoff. Ver...
Südd. Immobilien
„ Zucker=A. G...
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau
Thür. Liefer.=Geſ.
Tucher=Brauerei.
Unterfr. Ars.=
Elek=
tr.=Verſ.......
Beithwerke..
Ver. f. Chem. Ind.
Frankf.
„ Laurahütte. . ..
Stahlwerke ...!.
„ Ultramarin. . .
„ Zellſt. Berlin
Bogtländ. Maſchin.
Boigt & Haeffner.
J
Ka.
55.5
145
63.5
1108
105
149
131
1:1.5
82
198
288
103.5
119
Rre
162
eu6
a=
a00
116
103
158
1C4
12
77
116.25
108
79.5
Wahß & Frehtag
Wegelin, Rußfabr.
Werger Brauerei..
Zellſtoff. Aſchaffbg.
„ Memel ......."
„ Waldhof.....""
Allg. Dt. Creditanſt.
Bl.f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatbk.
100
116.25
192
153
139
235.5
125
158
u78.25
Darmſt.u. Nt.=Bl. /272.5
Deutſche Bank....
„Eff.=u.
Wechſel=
bank ..
Diskonto=Geſellſch.
Dresdener Bant..
Frankf. Bank
Hhp. Bank. .I.
Pfdbr.=Bk. .
Gotha. Grundkr. Bk.)
Mein. Hhb.=Bank.
Nürnb. Vereinsbk.
Oſt. Creditanſtalt ..
Pfälz. Hyp.=Bank.
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Creditbk. . .
„ Hyp.=Bank....
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Wiener Bankverein
164.5
123
150
156
103.5
139
140.25
12n25
30,75
135
297
121.5
1146
157
12.75
A..G. f. Verlehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftw)
7%a. Dt. Reichsbahn
Borzge ......
Hapag..
Nordd. Llond ....
Schantung=Eiſenb.
Sübd. Eiſenb.=Geſ. .
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung ...!
Frkſt. Allg. Verſ.=G.
Frankona Rück= u.
Mitv. .....
Mannh. Verſich. .
86.25
122
230
143
a95
185
ſaummer 231
Mittwoch, den 21. Auguſt 1929
Roman von Bruno Winkler.
Copyright: Greiner u. Co., Berlin, Luiſenſtr. 19.
Nachdruck verboten
Stamer war über die plötzliche. Abreiſe Gerhards nicht
nuger betroffen als ſeine Frau. Einmal über die Tatſache
ſiiſt, die er am Abend von Regina erfuhr. Dann aber auch,
wier an dieſem Tage lange mit Lichtenberg geſprochen und
güur ihm nichts von dem immerhin nicht ganz nebenſächlichen
mis geſagt hatte. Schon während der Unterredung mit
gmalten Freunde hatte er das Gefühl gehabt, daß er kühler als
ſſytſei. Aber es hatte ſich etwas in ihm geſträubt, dieſe
Zurück=
hyung perſönlich zu nehmen. Jetzt konnte er nicht mehr
zwei=
fhldaß ſie der Ausdruck einer Veränderung ihrer bisherigen
Aiehungen war.
Das war kein guter Auftakt zur Generalverſammlung der
Aintduſtriellen. Wenn Lichtenberg zu ſeinen Gegnern
über=
qzu konnte ſeine Stellung ſchſvierig werden. Er verriet Reginn
wyſeinen Befürchtungen nichts, ſondern begnügte ſich mit der
Aeerkung, daß es ihm leid tue, Doritt dieſe Enttäuſchung
er=
laſhe zu ſehen.
Nachdem Stamer die Tochter über ſein Verhältnis zu Teves
aſpſtklärt hatte, konnte er auch Edwin und Teves ſelbſt nicht
uuh länger darüber im Uinklaren laſſen. Bei Erwin ergab ſich
die röffnung ganz von allein.
dwin traf Vorbereitungen für eine Erholungsreiſe. Er
bitlichtigte, auf ein paar Wochen nach Heringsdorf zu gehen,
dſiu nach aPrtenkirchen und Pontreſina, und wenn es kühler
zuſſwe, an die Riviera
Eines Tages bat er den Vater, ihm hierfür einen größeren
Aelag zur Verfügung zu ſtellen.
Stamer war unangenehm überraſcht. Schon wieder Geld?
neine, die Bezüge, die du von mir erhältſt, ſind hoch genug,
dinr ſie Reiſe zu ermöglichen.”
„Ich kann damit nicht auskommen.”
„Aber ich bitte dich!"
Schließlich muß ich doch ſtandesgemäß reiſen.”
„Standesgemäß?” fragte der Vater ſcharf. „Verſtehſt du
„gumter etwa, daß du in Begleitung reiſen willſt?”
Edwin lachte verlegen. „Du wirſt nicht verlangen, daß ich
nucklangweile!”
Hier haſt du dich in der letzten Zeit offenbar nicht gelang=
.. Du haſt nicht gelebt, wie es für einen Geneſenden
gmeſſen geweſen wäre. Ich weiß, wo. du die Abende verbracht
Kannſt du denn von dieſer Perſon nicht loskommen?"
Das iſt meine Privatangelegenheit, Papa.”
Das heißt, ich ſoll nicht fragen. Aber das Geld für deine,
jcſide geſagt, — Streiche, ſoll ich dir geben. Du beabſichtigſt,
auy Madoni mit auf die Reiſe zu nehmen?”
Fa.”
Ne aufrichtige Antwort übte eine beruhigende Wirkung auf
hägner aus. Wenigſtens hatte Edwin den Mut, die Wahrheit
zßkennen. Seine Stimme wurde um einen Ton wärmer. „Iſt
Sir denn nicht bewußt, daß du durch dein Verhalten deinen
„hfund den der Firma ſchadeſt? Du ſollteſt dir zu gut ſein,
dich zum Gegenſtand der Chronique ſcandaleuſe der
internatio=
nalen Geſellſchaft zu machen.”
Edwin ſtand ziemlich geknickt da. „Du haſt natürlich recht,
Papa. Aber eine ſchöne Frau zu lieben, iſt doch kein Verbrechen.”
„Ueberwinde die Leidenſchaft zu dieſer Abenteurerin, die
dich zugrunde richtet; ſonſt könnte ich mich zu Maßnahmen
ver=
anlaßt ſehen ..
Edwin horchte auf. „Maßnahmen . . . ?
„Zu beſonderen Verfügungen, für den Fall meines Todes
das Fortbeſtehen der Firma zu ſichern.”
„Du würdeſt — — — mich enterben?”
„Wenigſtens deine Rechte ſo weit beſchneiden, daß du die
Stamerſchen Werke nicht mehr gefährden kannſt.”
„Alſo doch enterben!” ſchrie Edwin. Dann aber ſagte er
mit raſch wiedergewonnener Sicherheir: „Das wirſt du niemals
tun. Ich bin dein Sohn. Ich bin es, der deinen Namen
weiter=
führt. Ohne mich würden die Stamerwerk aufhören,
Stamer=
werke zu ſein.”
Der Name iſt Schall und Rauch,” entgegnete Stamer. „Du
biſt nicht mein einziger Sohn.”
„Du denkſt an den zukünftigen Schwiegerſohn? — Doritt
wird ja wohl mal einen Mann bekommen. Auf Gerhard
Lich=
tenberg aber mach dir keine Hoffnung mehr. Es ſoll mich nicht
ſpundern, wenn er ſich drüben eine Dollarprinzeſſin angelt.”
„Ich dachte eben nicht an einen Schwiegerſohn,” ſagte der
Vater ernſt. „Ich ſprach von einem Sohn meines Blutes.”
Edwins Züge wurden ſtarr. „Du haſt außer mir und
Do=
ritt . . . 2. Plötzlich lachte er grell auf. „Ich verſtehe! Die
Frucht einer Jugendtorheit! Der gute Name Stamer! Du wirſt
dich hüten, dich vor der Oeffentlichkeit zu dieſem Sohn zu
be=
kennen."
„Ich lege mehr Ehre mit ihm ein, als mit dir. Du kennſt
ihn. Es iſt Otto Teves.”
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XIII.
Edwin bebte vor Wut. Er packte ſeine Koffer und verließ,
ohne ſich von ſeiner Familie zu verabſchieden, das Haus.
In der Ueberſtürzung des Aufbruchs vergaß er verſchiedene
Dinge, die er ſich beſorgt hatte, mitzunehmen: das neue Racket
— er wollte linkshändig Tennis ſpielen lernen —, die
Film=
kamera, das Kofferradio. Wegen dieſer Kleinigkeiten umkehren?
Nein! Das wichtigſte hatte er ja: Geld! Die Million, die er
gewonnen und Jenny noch nicht zurückgegeben hatte.
Er fuhr von Geſchäft zu Geſchäft und kaufte alles zum fachen Dollarmillionär eine Markmillion?”
zweitenmal. Und noch mehr dazu. Er kaufte ganz ſinnlos.
Zu=
letzt erſtand er eine Brillantbroſche im Wert von 6000 Mark.
Damit ſuchte er Jenny auf.
Sie empfing ihn in ihrem Boudoir, erſtaunt, ihn zu ſo
ſrüher Stunde — es ging gegen Mittag — bei ſich zu ſehen. Ein
Haarkünſtler und eine Zofe waren um ſie beſchäftigt.
„Nanu Edwin?” begrüßte ſie ihn, ihm die noch ringloſe
Hand zum Kuß reichend. „Du kommſt gerade recht, meine neue
Friſur zu begutachten.”
Edwin bewunderte pflichtgemäß die geſchickt im Nacken
an=
gebrachten Locken.
Seite 11
Sie beſpiegelte ſich von allen Seiten, entließ befriedigt den
Friſeur und das Mädchen. Dann fragte ſie, Edwin im Bilde
ihres ſilbernen Handſpiegels betrachtend: „Was bringſt du?‟
„Neuigkeiten.”
„So? machte ſie gleichgültig und griff nach dem Lippenſtift.
„Und eine kleine Ueberraſchung,” fuhr Edwin fort, das
Paket, das die Broſche enthielt, aus der Taſche ziehend.
„Ah!” Sie ſchielte nach dem Päckchen.
Während Edwin das Seidenpapier entfernte, verwandte ſie
ſcheinbar ihre ganze Aufmerkſamkeit auf das Bemalen der Lippen.
In Wahrheit beobachtete ſie im Spiegel genau, was in ſeinen
Händen zum Vorſchein kam. Er öffnete das Käſtchen. Eine
Broſche! Ein wertvolles Stück offenbar. Sie ſtieß einen Schrei
aus. „Du blendeſt mich! — Brillanten! Halte ſie noch einmal wie
eben, daß ſie in der Sonne funkeln."
Edwin war ſich nicht bewußt, die Broſche in die Sonne
gehal=
ten zu haben. Aber er ließ die Sache auf ſich beruhen.
„Gefällt ſie dir?”
„Prachtvoll!” Sie bot ihm die glänzend roten Lippen zum
Kuß. Dann nahm ſie das Schmuckſtück aus ſeinem Samtbett,
betrachtete es mit Kennerblicken und ſteckte es an ihren
roſa=
ſeidnen goldbeſtickten Morgenrock.
„Du biſt aufmerkſam,” lobte ſie. „Doch ich ſehe, du haſt mir
noch etwas mitgebracht. „Damit deutete ſie auf die kleine
Leder=
mappe, die Edwin beim Eintreten auf einen Stuhl gelegt hatte.
„Die Million, Edwin!”
„Ich habe ſie mitgebracht. Aber ob ich ſie für dich mitgebracht
habe? Er lächelte, als er ihr Erſchrecken ſah. „Du darfſt ſie
nehmen, wenn du mir ſagſt, mit welcher Karte du ſie gewonnen
haſt?"
„Dies Bekenntnis iſt wohl eine Million wert. Ich hatte
überhaupt keine Pokerhand."
„Wie konnteſt du da das Spiel ſo in die Höhe treiben?”
„Bluff! Hätteſt du nicht eine unübertrumpfbare Karte
ge=
habt, ich wäre nicht vergebens gegen dich angerannt.”
„Schon möglich. Das Tollſte aber iſt, daß du die Million
auf den Tiſch legen konnteſt. Woher hatteſt du ſie?
„Eine etwas aufdringliche Frage.” Sie kniff die Lippen
zu=
ſammen. „Wie wir miteinander ſtehen, muß ich ſie dir wohl
beantworten. Ich habe ſie auf dem Schiff bekommen.”
„Auf dem Schiff?”
„Ich habe ſie ebenſo gewonen, wie ich ſie verloren habe: im
Pokerſpiel.”
„Fandeſt du denn gleich am erſten Tag Geſellſchaft, ſo reiche
Geſellſchaft?"
„Mein Ruf als Tänzerin iſt groß genug, um mich zum
Mittelpunkt jeder Geſellſchaft zu machen. Was iſt einem viel=
Edwin war nicht befriedigt. „Aber du haſt ſie in deutſchen
Werten!"
Da wurde ſie ungeduldig. „Du fragſt ja wie ein
Unter=
ſuchungsrichter. Es iſt genug. Ich habe den Scheck, den er mir
gab, bei der Reichsbank eingeläſt.
Sie ſprang von ihrem Seſſel auf und war mit einem Satz
bei der Mappe. Sie durch die Luft ſchwingend, warf ſie ſich auf
den Diwan. „Es iſt doch noch alles darin?”
Edwin rückte ſeinen Stuhl zu ihr hin. „Fünfzigtauſend
Mark muß ich dir ſchuldig bleiben.”
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Zu dem am Donnerstag, 22. ds., abends 8 Uhr, in der Aula
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„Welches Intereſſe hat der Verbraucher an Kultur
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(13261
laden wir unſere Mitglieder u. Freunde unſerer Beſtrebung herzlich ein.
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ergebene Mitteilung, daß ich vom 1. September ab, eine von
tuberkuloſefreien Tieren ſtammende
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in den Verkehr bringe. Erzeugung und Behandlung der Milch
unter=
ſteht der Aufſicht des Kreis=Veterinäramtes Darmſtadt.
Den Vertrieb dieſer erſtklaſſigen Milch habe ich der
Milch=Verſorgungs=Genoſſenſchaft e. G. m. b. H., Darmſiadt
Lauteſchlägerſtraße 28, übertragen. Die Abgabe erfolgt in , und
/, Literflaſchen, welche in meinem modernen, allen hygieniſchen
An=
forderungen entſprechendem Betrieb gefüllt und mit Etikettverſchluß
zum Verſand kommen.
Oekonomierat Karl Fritſch, Dilshofen.
Bezugnehmend auf obiges Inſerat machen wir darauf
auf=
merkſam, daß die Belieferung durch unſere ſämtlichen Mitglieder
erfolgt. Beſtellungen werden von Herrn Oekonomierat Fritſch,
Dils=
hofen, Telephon Ober=Ramſtadt 15, von uns ſelbſt, Lauteſchlägerſtr. 28,
Telephon 528, ſowie von unſeren ſämtlichen Mitgliedern
entgegen=
genommen.
(13240
Milch=Verſorgungs=Genoſſenſchaft e. G. m.b. H. zu Darmſtadt.
Ke
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N.-UM
TOTZ
TalelOT
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können wir ſofort liefern.
2, Tonnen=Chaſſis
ℳ 2865.— ab Werk,
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