Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
zi wöchentlich 2mallgem Erſchelnen vom 1. Auguſt
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31. Auguſt 2.18 Reſchsmart und 22 Pfennig
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Franffurt a. M. 1301
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 227
Samstag, den 17. Auguſt 1929.
192. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadi 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reiſchspfg. Rellamezelle (92 mm
breitl2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichepfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reſchspfg. 92mm breite
Relame=
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(4 Dollae — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichlung auf Erfüllung der
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auſträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtliſcher Beitreibung fäll ſeder
Rabatt weg. Banklonto Deutſche Bank und
Darm=
ſädter und Nationalbank.
Pertagung der Finanzkommiſſion.
ie Konferenz in Gefahr. — Die Engländer beſtehen auf Anerkennung des Prinzips ihrer 22prozenligen
Beleiligung ann Young=Plan. — Jaſpar vermitkelk im Auokenſtreit. — Unzureichende Zugeſtändniſſe
an England. — Die Rheinlandräumung in Frage geſtellk.
Die erlöſende Sormel noch nichk gefunden.
Gefährliche Sikuakion im Haag.
Ueber den Inhalt des Vorſchlages, den die vier
Gläubiger=
ſtaaten heute nachmittag den Engländern überreicht haben, wird
Nonden leßnt die Gegenvorſchläge der vier Haupk= ſowohl von engliſcher als auch von franzöſiſcher Seite ſtrengſtes
Stillſchweigen bewahrt. Miniſter Loucheur hat der franzöſiſchen
gläubiger ab. — Umgehung des krikiſchen Punkkes
Preſſe gegenüber die Angabe, die heute nachmittag durch Reuter
und Havas über den Inhalt des Vorſchlages verbreitet worden
durch Berkagung.
ſind, als unzutreffend bezeichnet. Loucheur wies auch darauf hin,
*Haag, 16. Auguſt. (Priv.=Tel.) daß von franzöſiſcher Seite bis zum letzten Augenblick verhandelt
Die Haager Konferenz hat den kritiſchen
Punkt, den ſie am Freitag den ganzen Tag
über zu überwinden trachtete, erneut mit einer
Vertagung der Finanzkommiſſion
und der Politiſchen
auf unbeſtimmte Zeit
Kommiſſion
umgangen.
Die Lage im Haag war ſchon am Freitag vormittag aufs
ſöchſte geſpannt, da in der Konferenz der vier Hauptgläubiger
Ftankreich, Belgien, Italien und Japan heute vormittag um
Uhr das entſcheidende Wort zu den engliſchen
Forderungen geſprochen werden ſollte. Die letzten
Erklä=
ſungen Snowdens vom Donnerstag abend hatten nur zu
deut=
ſich gezeigt, daß die Engländer aufder Anerkennung
s Prinzips ihrer 22prozentigen Beteiligung
m Young=Plan beſtehen. In letzter Stunde hoffte
uan immer noch, daß ſich die Italiener, die ſich am ſchärfſten
egen eine Neuaufteilung der ungeſchützten Annuitäten wehren,
u einem Nachgeben bequemen und Snowden einen größeren
Eeil des ungeſchützten Teiles des Young=Planes anbieten würs
en. Die Italiener machten jedoch Konzeſſionen ihrerſeits davon
ibhängig, daß auch die Franzoſen im gleichen Prozentſatz wie
ie auf ihren Anteil an den ungeſchützten Annuitäten verzichteten,
Heußh. daß Frankreich etwa 50 Millionen freimachen müßte, wenn
ſtalien die von ihm verlangten 4 Millionen darangeben ſollte.
MAMe Franzoſen aber zeigten ſich unnachgiebiger wie je zuvor. Auch
die 11=Uhr=Beſprechung der Finanzſachverſtändigen der vier
öauptgläubiger verlief ergebnislos. Es war auch diesmal nicht
gelungen, eine Verſtändigung zu finden, aber man hatte ſich
venigſtens darüber geeinigt, in einer neuen Beſprechung am
Nachmittag um 4 Uhr im Grand=Hotel in Scheveningen mit den
Giigländern gemeinſam einen letzten Verſuch zu machen und
zu prüfen, auf welchem praktiſchen Boden man ſich treffen könnte.
Dre Engländer ſollten dabei veranlaßt werden, ihre Forderungen
nochmals genau zu präziſieren, und die Alliierten beabſichtigten
darauf eventuell mit einigen Detailvorſchriften zu antworten,
velche ſich auf der Baſis der bisherigen Verhandlungen unter
den vier anderen Gläubigermächten bewegen ſollten.
Die Zugeſländniſſe. — England unbefriedigk.
Die Zugeſtändniſſe, die Frankreich, Belgien, Italien und
Gapan England angeboten haben, ſollen zunächſt darin beſtanden
haben, daß man England einen größeren Anteil an den letzten
ſachs Monatsraten geben wollte, die nach dem Dawes=Plan von
Deutſchland noch zu leiſten ſind. Dieſe Beträge — es handelt ſich
um mehrere Millionen Reichsmark — ſollten der Reſerve
ent=
nommen werden, die nach den Beſtimmungen des Young=Planes
der Internationalen Bank zur Verfügung geſtellt werden ſollen.
2amit waren aber die engliſchen Wünſche naturgemäß noch
ineswegs befriedigt.
Eine andere Möglichkeit, die von franzöſiſcher Seite ins
Mige gefaßt worden war, nämlich die Hinzuziehung der
Reſt=
beträge aus dem beſchlagnahmten deutſchen Eigentum, hat auf
deutſcher Seite Bedenken erregt. Man dachte anſcheinend daran,
von Deutſchland eine Erhöhung des ungeſchützten Teiles der
Awung =Annuitäten zu verlangen und als Gegenleiſtung die
Frei=
gabe erheblicher oder aller Reſtbeträge aus dem beſchlagnahmten
deutſchen Eigentum anzubieten. Im Zuſammenhang damit war
ar eine entſprechende Ermäßigung des vorläufig freilich noch
läneswegs feſtſtehenden oder auch nur abſchätzbaren
Rückkaufs=
ertes der Saargruben gedacht. Bedenken gegen die
Verwirk=
ehung derartiger Erwägungen ſchienen allerdings vorläufig auch
ſuf franzöſiſcher Seite zu beſtehen.
Torkgeſekt Einzelbeſprechungen. — Die Lage iſt ſehr
Enſt., doch hofft man immer noch auf eine Einigung.
Im Laufe des Nachmittags haben laufend Beſprechungen
biſchen engliſcher und franzöſiſcher Seite in dem Quotenſtreit
ättgefunden, bei denen der Präſident der Konferenz, Jaſpar,
As Vermittler diente. Von den vier Gläubigermächten iſt das
on Snowden geſtern verlangte ſchriftliche Angebot den
Englän=
dern überreicht worden. Es wurde aber von engliſcher Seite nach
wie vor als unbefriedigend bezeichnet, ſo daß man ſich
entſchlie=
ben mußte, die Verhandlungen über die Einigungsmöglichkeiten
I Laufe des Samstag weiter fortzuſetzen.
Vom engliſchen Außenminiſter Henderſon, der heute
bend eine Beſprechung mit Streſemann hatte, iſt
—usdrücklich betont worden, daß das an England gemachte
Ange=
leot den engliſchen Forderungen nicht entſpreche. Die Lage
ei deshalb ſehr ernſt, obwohl eine Einigung
im=
mer noch nichtganz ausgeſchloſſen ſei.
werden würde, und daß man nicht daran denke, auf die Italiener
eine Preſſion zum Verzicht auf ihren Teil von 42 Millionen an
der ungeſchützten Annuität auszuüben. Von belgiſcher Seite
wird dasſelbe beſtätigt. Es wird auf die nicht
ver=
teilten Fonds der ungeſchützten Annuität
hin=
gewieſen, die urſprünglich für die kleinen Staaten beſtimmt
waren. Eine weitere Möglichkeit wird in dem
an=
geblich freiwerdenden Teil des Zinſendienſtes
für die Dawesanleihe angedeutet. Dieſer Zinſendienſt
ſinkt von 88 Millionen im Laufe von 20 Jahren auf 64
Millio=
nen, bis zur völligen Abdeckung der Dawesanleihe. Eine
dritte Möglichkeit wird in der Uebertragung des
Sitzes der Internationalen Bank an London
ge=
ſehen, die dann aus den erſten Annuitäten von ſeiten
Frank=
reichs und Italiens größere Garantiefonds als im Youngplan
vorgeſehen, erhalten ſoll.
Die Auffaſſung der deutſchen Delegakion.
In Kreiſen der deutſchen Dekegation ſieht man
die Lage heute abend als außerordentlich ernſt an,
be=
ſonders im Hinblick auf die finanziellen und politiſchen Folgen,
die eine Vertagung der Verhandlungen haben muß, falls es
nicht doch gelingt, im Haag wenigſtens dem
poli=
tiſchen Ziele näherzukommen, dem die
Konfe=
renz im Grunde dienen ſollte. Am meiſten diskutiert
man heute abend in ſämtlichen Delegationen das Problem, ob
der heutige Vertagungsbeſchluß eine Fortſetzung der
Verhand=
lungen bedeutet. Der Meinung, daß es ſich nur um eine einfache
Atempauſe handele und das gefürchtete. Nein” von
eng=
liſcher Seite zu den Vorſchlägen der anderen Allierten ſchließlich
morgen doch geſprochen werden könnte, gibt eine Aeußerung
klärte, daß „die Vertagung der Kommiſſion erfolge, weil die im
werde Punkt für Punkt auf die franzöſiſch=italieniſchen Vorſchläge
antworten.”
Fraukreich gibt bereits die Konferenz auf
Kraſſer Pefſimismus in Paris. — Man iſt wükend
auf Snowden.
Hier hat man kaum noch Hoffnung, die Haager Konferenz
würde den morgigen Tag überleben. Was zu allen Zeiten und
in ähnlichen Momenten mehr Stimmungsmache als wirkliche
Ueberzeugung war, wenn man höchſt laut den Friedenswillen
Frankreichs und die Unnachgiebigkeit der anderen — geſtern
Deutſchland, heute England — betonte, iſt heute kaum noch
ver=
ſchleierte Ueberzeugung: „Die Konferenz wird
mor=
gen auffliegen.” Es bleibt daher nach hieſiger Anſicht
nichts mehr anderes übrig, als die in mühevoller Arbeit
er=
baute Brücke nicht ganz abzubrechen, ſondern einen Weg zu
fin=
den, um die Möglichkeit für neue Verhandlungen in abſehbarer
Zeit offen zu laſſen. Jetzt, wo man die erſte Niederlage einer
von Frankreich mehr oder weniger inſpirierten Politik in
nächſte Nähe gerückt ſieht, wo die Entente cordiale kaum noch
am Horizont ſichtbar iſt, hat man, ſcheint es, in maßgebenden
hieſigen Kreiſen keinen Grund mehr, mit der Sprache
zurückzu=
halten, und man ſchüttet ſein Herz mit einem Temperament und
kaum noch zurückgehaltener Wut aus, wie man es ſonſt nur in
Fällen gegen Deutſchland gewohnt iſt.
„Dieſe Unnachgiebigkeit, ſchreibt der „Temps” das
franzö=
ſiſche Regierungsblatt, die ſeit Beginn der Konferenz mit einer
Arroganz ſich offenbarte, die ganz den Charakter einer
unver=
ſchämten Provokation hat, bewirkt, daß man ſich fragt, ob
Snow=
den ſich nicht ganz einfach nach dem Haag mit der feſten Abſicht
begeben hat, die Konferenz auffliegen zu laſſen. Aber die Taktik
des britiſchen Schatzkanzlers iſt ein Nonſens, allein vom eng= land bzw. für ein Gelingen der Haager Konferenz im deutſchen
liſchen Intereſſe aus betrachtet. Die Haltung Snowdens im
Haag iſt ein Hohn auf alle politiſche Vernunft und Logil, und
man muß ſich wundern, daß ſie einige Tage lang ſelbſt auf die
engliſche öffentliche Meinung Eindruck machen konnte. Was aber
noch unverſtändlicher iſt, iſt die Tatſache, daß Snowden nicht
„einmal ſein Spiel zu verſtecken und den Schein zu wahren
ſucht”.
Die ſcharfe Kritik an der Hältung des engliſchen
Schatzkanz=
lers geht durch die ganze franzöſiſche Preſſe. Selbſt der
ſoziali=
ſtiſche „Soir” ſpricht heute abend von der Dickköpfigkeit
Snow=
ſo großen Unverſöhnlichkeit erwidert werde. Die ehemaligen
renz eingezogen”, ſchreibt das Blatt, „und treiben gleichzeitig auf
allen Seiten ihr Spiel.”
* Wirkſchaftliche Gefahren der Haager
Verhandlungen für Deutſchland.
D. Die politiſche Konferenz im Haag, die die endgültige
Geſamtliquidierung des Krieges zum Ziele hat, tagt nunmehr
bereits länger als eine Woche. Die Vorgänge, die ſich hier
ab=
ſpielen, haben international eine gewiſſe Unruhe und Spannung
hervorgerufen, die nur zu erklärlich ſind, wenn man bedenkt,
welche wichtigen wirtſchaftlichen Gegenſtände und zum Teil
un=
lösbare Probleme auf dieſer Konferenz behandelt werden.
So=
lange das Ergebnis dieſer über die deutſche Zukunft auf eine
lange Reihe von Jahren entſcheidenden Konferenz nicht
vor=
liegt und ſich durch das Hin und Her der Verhandlungen und
vor allem die wirtſchaftlichen Gegenſätze der Gläubiger
unter=
einander und der Gläubiger und der Schuldner nicht
einiger=
maßen klar vorausſehen läßt, machen ſich Störungen und
Hem=
mungen des Wirtſchaftslebens durch die noch immer beſtehende
Unſicherheit über den endgültigen Ausgang der Beratungen
über den Young=Plan bemerkbar. Daß man angeſichts der
wie=
derum geſtiegenen Ziffer der Konkurſe ſowie der ungewöhnlichen
Höhe der Wechſelproteſte und der nur ſehr gering geſtiegenen
Kreditſicherheit, die im bevorſtehenden Winter ſaiſonmäßig eine
weitere Abſchwächung erfahren dürfte, von einer Feſtigung der
geſamten deutſchen Wirtſchaſtslage nicht ſprechen kann, liegt auf
der Hand, um ſo mehr, als ſich der herrſchende Kapitalmangel
immer drückender bemerkbar macht und einen über
Sonderbewe=
gungen der Konjunktur hinausgehenden Wirtſchaftsaufſchwung
verhindert. Solange der Untergrund für eine anſteigende
Kon=
junktur nicht feſt und ſicher iſt, muß zudem eine
Konjunktur=
belebung ſtets wieder raſch in das Gegenteil umkehren.
Angeſichts dieſer Umſtände die unſere Wirtſchaftslage
kenn=
zeichnen, verdienen die wirtſchaftlichen Vorgänge auf der Haager
Konferenz, d. h. diejenigen Verhandlungen, die unmittelbar den
deutſchen Wirtſchaftskörper und das deutſche Wirtſchaftsleben
in ihrer Geſamtheit berühren, eine erhöhte Beachtung, und
be=
ſonders die Kritik an den Vorſchlägen der
Reparationsſachver=
ſtändigen, die jetzt auch auf der Seite der Gläubiger ſelbſt geübt
wird, muß die Aufmerkſamkeit der deutſchen Wirtſchaft in
er=
höhtem Maße in Anſpruch nehmen. Die deutſche Stellungnahme
zu dem Young=Plan und ſeinen Einzelheiten, ſoweit ſie ſich von
der Gegenwart aus beurteilen laſſen, iſt ſeitens der berufenen
Vertreter und Organiſationen der Wirtſchaft und des großen
Kreiſes der Einkommensnehmer bekannt; ſie gipfelt darin, daß,
wenn man die gegenwärtigen Verhältniſſe und Kräfte der
Welt=
wirtſchaft und der deutſchen Wirtſchaft im beſonderen zugrunde
Snowdens in den Abendſtunden neue Nahrung, in der er er= legt, die Leiſtungen des Young=Planes über die
Leiſtungsfähig=
keit der deutſchen Wirtſchaft hinausgehen. Mit Recht hat kürz=
Gang befindlichen Beſprechungen noch nicht beendet ſeien. Er lich ein Praktiker der deutſchen Wirtſchaft darauf hingewieſen,
daß die Knappheit und die durch die Nachkriegsentwicklung
ein=
getretene ſtarre Verteilung der Goldvorräte der Welt aller
Vor=
ausſicht nach zu einer Steigerung des Geldwertes führen muß
mit der für Deutſchland ungünſtigen Folge einer damit
verbun=
denen Steigerung der ihm auferlegten Reparationslaſten. Es
muß immer wieder daran erinnert werden, daß künſtliche deutſche
Reparationszahlungen, die nicht in Waren= und Dienſtleiſtungen
vollzogen werden, die natürliche Abwicklung der internationalen
EP. Paris, 16. Auguſt. Kapitalbewegung ſtören, und wenn die Welt Vertrauen in die
wirtſchaftliche Entwicklung haben bzw. die erſten Anfänge eines
ſolchen Vertrauens jetzt weiter pflegen und ausdehnen ſoll, ſo
muß endlich der weltpolitiſche und weltwirtſchaftliche Akt
voll=
zogen werden, der in dieſe ganzen Zuſammenhänge die Klarheit
der Vernunft und. die Logik des wirtſchaftlichen Verſtehens
bringt, und die Welt erwartet die Vollziehung dieſes Aktes von
der Haager Konferenz. Ob dieſer Akt nur das Vorſpiel eines
Verſuches iſt, das kann heute niemand entſcheiden, da er in
ſei=
nem Erfolge von der Entwicklung der Weltpolitik und der
Welt=
wirtſchaft abhängt.
Wenn Deutſchland ſeine Zuſtimmung zu dem Young=Plan
gegeben hat, ſo iſt einmal dafür die Erwägung maßgebend, daß
ſeine Ablehnung die Gefahr einer großen Wirtſchaftskriſe in ſich
birgt und daß der Young=Plan dem Dawes=Plan doch immer
als überlegen gegenüberzuſtellen iſt, dann aber vor allem die
Tat=
ſache, daß das Inkrafttreten des Young=Planes gleichbedeutend
iſt mit der Löſung einer Reihe wichtigſter politiſcher und
wirt=
ſchaftlicher Probleme, die durch ihn eng miteinander verbunden
werden. Rein äußerlich iſt dieſe Tatſache auf der Haager
Kon=
ferenz darin zum Ausdruck gekommen, daß die Beſprechungen
von einer politiſchen und von einer finanziell=wirtſchaftlichen
Kommiſſion abgehalten werden. Erſte Vorausſetzung für Deutſch=
Sinne iſt die Wiederherſtellung ſeiner vollen Souveränität in
territorialer Hinſicht durch die Freigabe der beſetzten Gebiete, in
wirtſchaftlicher Hinſicht durch die Aufhebung ſämtlicher
Kon=
trollen, das ſind die Bedingungen, auf deren Grundlage
Deutſch=
land in der Lage iſt, den Young=Plan anzunehmen, um den
ernſthaften Verſuch, an dem angeſichts ſeiner bisherigen
Erfül=
lungsbereitſchaft nicht zu zweifeln iſt, zu machen, den
Verpflich=
tungen des Young=Planes auch tatſächlich voll nachzukommen.
Der bisherige Verlauf der Haager Konferenz berechtigt zu
dens, die von dem erſten italieniſchen Delegierten mit einer eben= der Anſicht, daß in den finanziellen Verhandlungen die
Gefahren=
alliierten Staaten würden ſich um einige Millionen ſchlagen, bunkte der Vertagung, die beſtimmt im Intereſſe keiner der ver=
„Diplomatiſche Ehre, nationaler Egoismus, ſind in die Konfe= tretenen Mächte liegt, beſeitigt ſind, dagegen in den
Verhand=
lungen der politiſchen Kommiſſion ſtehen wohl die ſchwärzeſten
Tage noch bevor. Die finanzielle Kommiſſion hat der Welt ein
Seite 2
Samstag, den 17. Auguſt 1929
Rummer 227
ſeltſames und überraſchendes Schauſpiel geboten, nämlich das
Wiederaufflackern des Quotenkampfes der Gläubiger, der ſeitens
Englands ſo offen geführt wird, daß die Welt einen Tiefſtand
der franzöſiſch=engliſchen Entente feſtſtellen muß. Die taktiſche
Einſtellung der deutſchen Delegierten, ſich nicht in dieſen Kampf
der Gläubiger untereinander hineinzumiſchen, mag für die
Haa=
ger Verhandlungen ſelbſt richtig ſein, aber man darf ſich nicht
darüber täuſchen, daß ſich bei dieſem Streit ſchon jetzt
wirtſchaft=
liche und finanzielle Gefahren für Deutſchland
herauskriſtalli=
ſieren, die nur dann in ihrer ganzen Tragweite überſehen
wer=
den können, wenn man die wahren Gründe der Gegenſätze
Frank=
reichs und Englands kennt, die im Grunde, wenn nicht rein
wirtſchaftlicher, ſo doch wirtſchaftspolitiſcher Natur ſind.
Das Land, welches den größten Vorteil im Falle der
An=
nahme des Young=Planes hat, iſt Frankreich. Es hat darum
auch das größte Intereſſe an ihm, betrachtet ihn als Ganzes und
hält auf jeden Fall ſtarr an ihm feſt. Der Young=Plan läuft,
und das iſt das wichtigſte für Frankreich, auf eine
Kommerziali=
ſierung und Mobiliſierung hinaus, die Kommerzialiſierung ſoll
der Entpolitiſierung der deutſchen Reparationsverpflichtungen
dienen, ſie alſo in Handelsverpflichtungen umwandeln, der Zweck
der Mobiliſierung dagegen iſt die Geldbeſchaffung, die mit Hilfe
des transferungeſchützten Teiles durchgeführt werden ſoll.
Deutſchland muß ſich deſſen bewußt ſein, was es heißt, wenn es
jetzt darin einwilligt, für eine Teilannuität von 660 Mill. RM.
nicht nur auf jeden Transfer= und Aufbringungsſchutz, ſondern
auch auf jede ſpätere Reviſionsmöglichkeit zu verzichten. Dieſe
Annuität von 660 Mill. RM. ſtellt kapitaliſiert einen Betrag von
10 bis 11 Milliarden RM. dar, eine Summe, die, einmal
mobili=
ſiert, nicht mehr verändert werden kann, wenn die Bonds ſich
in den Händen von Privatleuten befinden, die ihr Geld dafür
hergegeben haben und ihre Zinſen verlangen. Nach dem Young=
Plan können Reparationsanleihen gegen Barzahlung im
allge=
meinen Intereſſe ſämtlicher Gläubiger (gewöhnliche Anleihen)
oder als innere Anleihen in einem Einzellande zwecks
Konver=
tierung von Staatsſchulden (Konvertierungsanleihen)
ausge=
geben werden. Die Mobiliſierung eines Teiles der
Reparations=
ſchuld hat bereits auf der Haager Konferenz eine Rolle geſpielt,
ſie wird ſicherlich auch weiterhin im Vordergrund des Intereſſes
ſtehen, weil Frankreich die Mobiliſierung möglichſt bald will. Es
weiß genau, daß, je mehr mobiliſiert wird, dies um ſo
vorteil=
hafter iſt, weil es damit feſte Summen in die Hand bekommt
bzw. eigene Verpflichtungen umwandeln und abdecken kann.
Frankreich hat auch kein Intereſſe daran, erſt abzuwarten, bis
etwa der amerikaniſche oder der internationale Geldmarkt für
Reparationsbonds aufnahmefähig geworden iſt, im Gegenteil,
ihm iſt an der Mobiliſierung ſo ſehr gelegen, daß es ſich ſogar
bereit erklärt hat, den größeren Teil der deutſchen
Reparations=
bonds auf ſeinem eigenen Markt unterzubringen bzw. die
Schuld=
titel des franzöſiſchen Staates in Reparationsbonds zu
konver=
tieren. Zu berückſichtigen iſt auch in dieſem Zuſammenhange,
daß Frankreich mit mehr als 75 Prozent an der ungeſchützten
Teilannuität der Reparationen beteiligt iſt, im Gegenſatz zu
einer Beteiligung von nur 51 Prozent an dem transfergeſchützten
Teil. Für Frankreich ſpielt alſo die Mobiliſierung im
Eigen=
lande die größte Rolle, weil ſie den beſten Nutzen abwirft,
wäh=
rend die anderen Gläubigerſtaaten infolge ihrer geringen
Be=
teiligung an dem ungeſchützten Teil der Reparationsannuität
nur ein untergeordnetes Intereſſe haben.
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Briand hat nun, wie aus
den Haager Verhandlungen hervorgeht, zweifellos die Abſicht,
durch eine Mobiliſierung mit der in ihr liegenden tatſächlichen
finanziellen Sicherſtellung eines Teiles der deutſchen
Repara=
tionszahlungen die teilweiſe oder ganze Aufgabe der Beſetzung
des Rheinlandes als Sicherheitspfand den politiſchen Gegnern
einer Rheinlandräumung in ſeinem Lande ſchmackhafter zu
machen. Wenn Deutſchland alſo zum Young=Plan bzw. zu der
in ihm enthaltenen Mobiliſierung eines Teiles der
Reparations=
zahlungen ſeine Zuſtimmung gibt, ſo muß es ſich der Tragweite
dieſes Zugeſtändniſſes und vor allem der finanziellen bzw.
wirt=
ſchaftlichen Auswirkungen einer ſolchen Aktion bewußt ſein. Auf
eins muß aber hierbei auch noch hingewieſen werden. Das
Rück=
grat des Young=Planes iſt für Deutſchland die zu ſchaffende
internationale Reparationsbank, deren Organiſation und
Satzungsbeſtimmungen auch auf der Tagesordnung der Haager
Konferenz ſtehen. Nach dem Sachverſtändigen=Gutachten beſteht
eine ihrer Hauptaufgaben darin, daß ſie die Kommerzialiſierung
derfenigen Teile der Annuitäten leiſten wird, welche
kommer=
zialiſiert werden können. Das heißt mit anderen Worten, die
Sachverſtändigen haben die Frage der Kommerzialiſierung als
eine der ſchwierigſten Aufgaben aufgefaßt, die nur von der
Reparationsbank als ſolcher in Angriff genommen werden ſoll
Wus ir ein Barddr.
Von Oscar A. H. Schmitz.
Das Wort „Barbar” haben die alten Griechen zur Bezeich
nung eines Nichtgriechen geprägt, und es hat bald den Bei
geſchmack eines an Kultur Minderwertigen angenommen. Dieſer
Beigeſchmack hat das Wort in allen den Sprachen behalten, d
es übernommen haben, während der Begriff der fremden
Nati=
nalität ſehr in den Hintergrund trat. Nur die Franzoſen, die in
17. Jahrhundert wohl ein Recht hatten, franzöſiſche mit
abend=
ländiſcher Kultur gleichzuſetzen, behielten die Neigung, alle
Nichtfranzöſiſche als barbariſch zu empfinden, wie die Grieche
alles Nichthelleniſche. Friedrich der Große, der die franzöſiſch
Kultur angenommen hatte, ſagte einmal, er könne Shakeſpeare
nicht leſen, weil er ſein „barbariſches Patois” nicht verſtehe. Al
der romantiſche franzöſiſche Dichter Lecomte de Lisle in ſeine
Gedichten, ſtatt wie üblich griechiſche Namen zu franzöſieren, ſi
„richtig” ſchrieb, verwies ihm die Kritik, ſo barbariſche Laute wi
„Homeros” an Stelle von „Homére” wie „Menelaos” an Stell
des dem franzöſiſchen Ohr angepaßten „Menelas” zu verwen
den. Was iſt alſo nun barbariſch, wenn das Griechiſche ſell
von dem Gallier in ſeiner Sprache als barbariſch empfunder
werden kann? Hat das Wort vielleicht wieder die alte Bedeu
tung des Fremden erhalten? Keineswegs, denn jene Kritiker
die dem franzöſiſchen Dichter die richtige Schreibung griechiſche
Eigennamen als barbariſch unterſagten, hätten ſich nie unte
ſtanden, die Griechen Barbaren zu nennen. Barbariſch klangen
deren Worte nur im Zuſammenhang eines franzöſiſchen Wort
gefüges. Auf dieſer Erſcheinung beruht auch bei uns die Recht
fertigung des Kampfes gegen überflüſſige Fremdwörter, ſolang
ſie wirklich überflüſſig ſind und nicht erkünſtelte Worte an ihr
Stelle geſetzt werden, die ſelber barbariſch wirken. In welchen
Fällen aber tun ſie das? Wenn ſie gewaltſam einem organiſcher
Leben aufgezwungen werden. Damit aber gewinnen wir den
rechten Begriff des Wortes barbariſch. Es bedeutet eine
gewalt=
ſame Störung eines Lebens, das ſeine eigenen überzeugenden
Geſetze hat. Dann wirkt nicht nur das an ſich Minderwertige
barbariſch, ſondern auch das beſtgewollte Hochwertige, wenn es
ſich dem Lebendigen nicht einpaßt.
Das vergeſſen nun ſehr viele Menſchen, die ſich für das
Gegenteil von Barbaren halten, da ſie ſelbſt wirklich hohe Werte
vertreten, und doch leuchtet es jedem ein, daß es barbariſch iſt
ein echtes, zartes Gefühl (nicht etwa eine bloße Empfindlichkeit)
durch einen, wenn auch an ſich noch ſo feinen Verſtand zerſetzen
zu wollen. Aber man glaube nur nicht, daß Gefühlsmenſchet
nicht auch Barbaren ſein können. Man erlebt dies oft bei de
Ausſprachen nach Vorträgen. Da hat etwa ein Redner ein wun=
Vom Tage.
Der Reichsrat wird gelegentlich ſeiner
Informations=
reiſe nach dem Grenzland Baden am 25. oder 26.
Septem=
ber — nicht, wie von anderer Seite gemeldet wurde, bereits am 23. 8. —
in Karlsruhe im Landtagsgebäude eine Beſprechung über
badi=
ſche Grenzlandfragen abhalten.
Von unterrichteter Seite wird betont, daß die Meldungen, die
von Differenzen innerhalb der deutſchen
Delega=
tion ſprechen, unzutreffend ſind. Weder zwiſchen Dr.
Streſe=
mann und Dr. Wirth noch zwiſchen anderen Mitgliedern der
Delega=
tion haben Meinungsverſchiedenheiten beſtanden.
Der Sonderberichterſtatter der „Information” im Haag will in der
Lage ſein, folgendes zu berichten: Es ſei offiziös eine Einigung
zwiſchen Frankreich und Deutſchland über die Räumung der
dritten Zone erzielt worden. Die Deutſchen wünſchten zwar, daß
ſie raſcher erfolge, hätten aber grundſätzlich als äußerſten Termin den
Juli 1930 angenommen. (2)
Die Stellung der neuen finniſchen
Agrarregie=
rung wird als ziemlich ſchwach beurteilt. Sie wird vorausſichtlich
jeweils bei der Sammlungspartei oder den Sozialdemokraten eine Stütze
ſuchen.
Präſident Irigoyen hat einen Erlaß unterzeichnet, durch den die
Ausgaben für den Ausbau und die Moderniſierung der
argentiniſchen Flotte bewilligt werden. Die Bauaufträge
werden an verſchiedene europäiſche und amerikaniſche Werften vergeben
werden.
und unter Berückſichtigung der jeweiligen internationalen
Kredit=
verhältniſſe und überhaupt der deutſchen Kreditfähigkeit und der
Grenzen, die dieſer nach Maßgabe ſeiner übrigen Kredit= und
Kapitalwünſche geſetzt ſind, gelöſt werden kann. Die
Repara=
tionsbank, die als kaufmänniſche Organiſation hervorragender
Vertreter der Wirtſchaft und des Bankweſens gedacht iſt, kann
alſo am beſten prüfen, zu welchem Zeitpunkt und in welchem
Umfange eine Kommerzialiſierung am Platze iſt, und nach dieſer
rein kaufmänniſchen Prüfung entſcheiden, ob dann wirklich
kom=
merzialiſiert wird. Wenn nun bereits im Haag von vornherein
die Kommerzialiſierung eines beſtimmten Teiles der Annuität
feſtgeſetzt wird, wenn alſo über die Kommerzialiſierung und ihre
Modalitäten von der Haager politiſchen Konferenz eine
Entſchei=
dung getroffen wird, ſo liegen hierin ſchwere finanzielle Gefahren
für Deutſchland, weil nicht nach wirtſchaftlichen Grundſätzen
ge=
handelt wird. Denn die neu zu ſchaffende Reparationsbank
würde von vornherein vor ein Faktum geſtellt werden, und ihre
Aufgabe beſtände nur darin, rein verwaltungsmäßig die
poli=
tiſche Entſcheidung über die Kommerzialiſierung praktiſch
durch=
zuführen.
Von dem Problem der Sachlieferungen und ſeinem
Kern=
punkt, der Kohlenfrage, und der Gegenſätzlichkeit der
Auffaſſun=
gen, die dieſen Fragen entgegengebracht wird, wird in einem
nächſten Artikel die Rede ſein.
Prof. Dr. Bela Tuca,
der Führer der ſlowakiſchen Minderheit in der Tſchechoſlowakei,
muß ſich in Preßburg gegen die Anklage des Hochverrats
ver=
teidigen. Er war im Januar dieſes Jahres verhaftet worden,
da er beſchuldigt wurde, zur Verwirklichung ſeiner Ziele mit
ungariſchen Kreiſen zuſammengearbeitet zu haben.
dervolles geiſtiges Gebäude errichtet und iſt darauf gefaßt, nun
ſachliche Erwiderungen zu hören. Was aber geſchieht? Ohne es
zu ahnen, hat er irgendwelche Empfindlichkeiten verletzt, ſei es
der Fachwiſſenſchaft oder einer Partei, und nun wird ſein Werk
zerpflückt, angeblich im Namen der Wahrheit, in Wirklichkeit
lediglich aus der perſönlichen Gefühlslage der Widerſacher
her=
aus. Das iſt vollkommene Barbarei.
Je ſchwankender der Begriff der Kultur wird, deſto
un=
ſicherer wird auch die Bedeutung des Wortes Barbar. Ein
Damenſchneider findet vielleicht ſchon einen Verſtoß gegen die
letzte Mode barbariſch. Künſtler ſogar können ausgemachte
Bar=
baren ſein, wenn ihnen das Aeſthetiſche als der einzig berechtigte
Maßſtab erſcheint. Man ſtelle ſich vor, jemand wolle ein viel
verehrtes, aber künſtleriſch anfechtbares Heiligenbild über Nacht
durch eine vom modernen Kunſtempfinden aus gebilligte
Dar=
ſtellung desſelben Stoffes erſetzen, wäre das nicht barbariſch im
Hinblick auf die mit dem alten Bild eng verbundenen Gefühle
der Gläubigen? Wieviel Barbarei liegt überhaupt in der allzu
voreiligen Erſetzung des Alten durch Neues, mögen deſſen
Be=
gründungen noch ſo treffend ſein, denn man vergißt, daß das
Leben, auch das ſeeliſch=geiſtige, ſein eigenes überzeugendes
Ge=
ſetz hat, das ſehr im Widerſpruch ſtehen kann zu den
ſchwanken=
den menſchlichen Maßſtäben der Vollkommenheit. Alle
Hoch=
achtung vor der neuen Sachlichkeit, wo ſie hingehört, nämlich
überall da, wo Sachlichkeit wirklich Tugend iſt, aber was ſoll
man ſagen, wenn ein Raum, der im Strom des ſeit
Jahr=
zehnten oder Jahrhunderten durch ihn flutenden Lebens
behag=
lich, d. h. menſchlich und lebendig geworden iſt, nicht aus
ſach=
lichen, ſondern aus prinzipiellen Stilgründen plötzlich ſeiner
Patina entkleidet, in mathematiſche Linien gepreßt und grell
durchlichtet wird? Das iſt nicht weniger barbariſch, als wenn
man etwa eine Lokomotive wirklich als Dampfroß geſtalten
würde. (Daß das 19. Jahrhundert dies nie verſucht hat, nicht
einmal bei Vergnügungszügen, iſt eigentlich eine
Unterlaſſungs=
ſünde gegenüber ſeinem eigenen Geiſt.)
Wir ſehen aus alledem, daß Barbarei nicht einfach
Kultur=
loſigkeit bedeutet, wie man ſie den Wilden nachſagt. Barbarei
iſt vielmehr ſchon eine Beziehung zur Kultur, aber nicht eine
organiſche, die Sinn erfaßt und ſich ihm unbeſangen einfügt,
ſondern eine gewaltſame, die ſich am organiſchen Leben
verſün=
digt, gleichgültig, ob dieſe Abſicht beſußt beſteht, ſo wie wenn
etwa eine wilde Soldateska aus Roheit ein altes Schloß zerſtört,
oder die beſte Abſicht zugrunde liegt, wie die Einführung einer
neuen Lebensform, deren Urhebern aber das Gefühl dafür fehlt,
tuas dieſe neue, vielleicht unter entſprechenden Vorausſetzungen
ſinnvolle Form in der Geſamtheit des in der Zeit und im Raum
verlaufenden Lebens bedeutet. Darum können Verordnungen,
die aus revolutionärem Geiſt das Alte zu leichtfertig preisgeben,
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Briand hatte heute mit
Reichsminiſter Dr. Streſemann im Hotel d’Orange eine Unter
redung, die 1½ Stunden dauerte. Die beiden Delegierten
be=
ſprachen die Konferenz, ihren Stand und alle damit
zuſammen=
hängenden, auch finanziellen, Fragen, das weitere Verfahren bei
den Verhandlungen und die eventuelle Notwendigkeit ihrer
Fort=
ſetzung. Man faßt dies dahin auf, daß die Franzoſen
bereit ſeien, bei einer notwendig werdenden
Unter=
brechung der finanziellen Verhandlungen oder
ihrer Fortſetzung zu einem ſpäteren Termin vorläufig noch die
politiſchen Beſprechungen im Haag fortzuſetzen
Zu dieſem Zweck ſoll auch eine Sitzung der Politiſchen
Kommiſ=
ſion für Montag vormittag ins Auge gefaßt worden ſein,
Briand hat aber die Angabe des Endtermins der
Räumung der dritten Zone erneut von dem
Zuſtandekommen einer Einigung über den
Young=Plan abhängig gemacht. Er hat allerdings
erklärt, daß er mit ſeinen Sachverſtändigen dauernd in Beſpre
chungen über dieſen Endtermin ſtehe und hoffe, ihn „demnächſt”
alſo nicht, wie erwartet, ſchon morgen, ſondern erſt ſpäter mit
teilen zu können. Was die Räumung der zweiten Zone
anbe=
langt, ſo ſcheint ſich die Lage in dieſem Punkt etwas zu klären,
denn Briand ſoll in Ausſicht geſtellt haben, daß
die Räumung der zweiten Zone Ende
Novem=
ber durchgeführt ſein könne.
Dr. Streſemann hat am Nachmittag noch eine
Beſpre=
chung mit dem engliſchen Außenminiſter
Hen=
derſon gehabt. In der Unterredung erklärte der engliſche
Außenminiſter ausdrücklich, daß die von England in der
Nheinlandräumung von Deutſchland verlangte
„Geſte” ſich nur auf den Verzicht auf die deutſchen
Entſchädigungsanſprüche gegen die Beſatzungs= erſtrecke und nicht etwa auf die Uebernahme der Be
ſatzungskoſten nach dem 1. September durch Deutſchland. Die
Ausſprache betraf naturgemäß zugleich die ſämtlichen zurzeit
ſchwebenden Fragen, insbeſondere auch die durch das heutige
franzöſiſch=belgiſch=italieniſch=japaniſche Angebot an England ge
ſchaffene neue Lage. Im Anſchluß an die obige Unterredungl
fand eine Zuſammenkunft der vier deutſchen
Mi=
niſter ſtatt, bei der ebenfalls alle zur Erörterung ſtehenden
Probleme der Konferenz durchgeſprochen wurden.
Infolge der neu geſchaffenen Lage iſt die für Samstag
an=
geſetzte Beſprechung zwiſchen den vier Außenminiſtern
Streſe=
mann, Briand, Hymans und Henderſon ſowie Wirth ebenfalls
auf Montag verſchoben worden. Da Briand die Mitteilung des
franzöſiſchen Endtermins der Räumung in dieſer Sitzung
an=
kündigen wollte, wird er dies ebenfalls erſt am Montag tun
Morgen wird damit nur um 10 Uhr vormittags das
Juriſten=
komitee in der Frage der Kontrolle weiter verhandeln, währent
die übrige Konferenz ſich, wie in den letzten Tagen, in
Einzel=
beſprechungen auflöſt.
Je ausſichtsloſer die finanziellen Verhandlungen werden
um ſo ſtärker tritt die Frage in den Vordergrund, wie das Schich)
ſal der politiſchen Konferenz im Haag ſein wird. Dieſe Frage iſt
bisher noch in keiner Weiſe geklärt worden. Die deutſche Auf
faſſung, daß die politiſchen Verhandlungen fortgeſetzt werder
müßten, falls die finanziellen Verhandlungen ſcheitern, dürfte
von den anderen Delegationen nicht geteilt werden. Es häng
alſo jetzt alles von dem Verlauf der finanziellen Verhandlungen
ab. In Kreiſen der deutſchen Abordnung wird die Lage wei
weniger peſſimiſtiſch beurteilt, als dies bei ſämtlichen anderen
Abordnungen der Fall iſt. Man iſt der Auffaſſung, daß ein
Scheitern der Konferenz im Hinblick auf die außerordentlichel
Bedeutung der zur Verhandlung ſtehenden Fragen unmöglith
ſei, und daß keine Regierung hierfür die Verantwortung auf ſich
nehmen werde. Nach wie vor iſt feſtzuſtellen, daß eine Einigung
in den finanziellen Fragen jeden Augenblick möglich iſt, falls
Frankreich ſich zu Zugeſtändniſſen bereit erklärt.
genau ſo barbariſch ſein, wie ſolche, die aus reaktionärem Geiſt
das Neue droſſeln. Darum können, wie geſagt, die beſtgemeinten
Verdeutſchungen ebenſo barbariſch wirken wie die klangvollſten
Fremdwörter. Weſentlich am Barbariſchen iſt nur das in dieſe
Lage nicht Paſſende, was oft zugleich das Fremde ſein kann
aber auch das Urwüchſig=Einheimiſche hat das Zeug in ſich, ge
legentlich erzbarbariſch zu wirken.
Der Barbar iſt der, welcher ſich dreiſt an allem vergreift, doß
er nicht verſteht, an der Natur, an der Kunſt, an der Ueberlief
rung, am verheißungsvoll Werdenden, am Leib, an der Seel;
am Geiſt, ja er vermag dies zu tun im Namen eines dieſe
Werte, in dem er ihn zum allein gültigen erheben will. Darum
gibt es nicht nur den rohen, ſondern auch den pedantiſchen, der
unwiſſenden und den gelehrten, den maßloſen wie den gewale
ſam das Leben verengenden Barbar. Nagelſchuhe auf den
Parkett ſind nicht barbariſcher als blitzende Abendkleidung ai
ſchlichten Orten, wodurch ſich nicht ſelten Amerikanerinnen ver
ſündigen, die ſich im Beſitz verfeinerter Kultur wähnen. Es gib
barbariſche Sitten und barbariſche Unſitten, und die Ablehnun
der Sitte, als törichter Konvention, iſt der Inbegriff alle
Barbarei.
Man könnte alſo meinen, der Gegenſatz des Barbaren wän
der natürliche Menſch. Aber was iſt das? Die Wilden habei
oft die allerwidernatürlichſten Sitten, und die Gewohnheiten urd)
Trachten etwa unſerer Bauern, ſo maleriſch ſie uns anmuten
gerade ſehr natürlich ſind ſie nicht, vor allem ſind faſt alle die
Trachten ſehr unbequem. Sollte nicht das, was man natürlig
nennt, die Errungenſchaft höchſter Kultur ſein? Kultur entſtel
allmählich, wenn der Menſch die Angſt vor der Natur verlier,
ſich ſelbſt in gewiſſen Grenzen gegen ſie zu behaupten vermah
Das ſetzt ein bewußtes Verſtehen der Natur und ihrer Geſetze
voraus. Wo dies geſchieht, entſteht Kultur. Innerhalb dieſc
wird dann erſt Vollmenſchlichkeit möglich, die das Lebendigel
überall in ſeiner Geſetzmäßigkeit wahrnimmt und naturgemäiz
nun vor nichts mehr zurückſchreckt, als organiſch Lebendiges
gewaltſam zu ſtören. Erſt von dieſer Kulturhöhe heraus e*
ſcheinen die ſolcher Vollmenſchlichkeit nicht Teilhaftigen als
Ba=
baren und ſind es auch. Kultur aber erſcheint als bewußte Natu:
Auch innerhalb der höchſten Kultur werden immer nur wel
nige ſolche Vollmenſchlichkeit erreichen, und das iſt gut ſo in
Namen des fortſchreitenden Lebens. Das Vollkommene iſt
zu=
gleich das Fertige und Vergangene, d. h. bald das Tote. Darun.
muß Jugend immer etwas Barbariſches mit ſich bringen, wemil
ſie Zukunſt haben ſoll, und es müſſen, ſo lange ein Volk erneu /
rungsfähig iſt, immer noch relativ barbariſche Schichten da ſein!
durch die das allzu Durchgeformte wieder erneuert werden kan n.
Darum braucht es uns nicht allzu ſehr zu kränken, daß man da
Volk Goethes im Weltkrieg oft barbariſch genannt hat. Verſtehe:
wir den Ausdruck recht, dann iſt er unſere größte Hoffnung.
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Die Verfolgung der Deutſchen in Polen.
Einleitung eines Strafverfahrens gegen die Führer
des aufgelöſten Deutſchkumsbundes in Bromberg.
Bald nachdem das Verfahren gegen Ulitz, dem bekannten
Geſchäftsführer des Deutſchen Volksbundes für Polniſch=
Schle=
ſien in Kattowitz, ſeinen — vorläufigen — Abſchluß gefunden
hatte, hat der Staatsanwalt des Appellationsgerichtes in Thorn
die Einleitung eines Strafverfahrens gegen die Führer des im
Jahre 1923 von der polniſchen Regierung aufgelöſten
Deutſch=
lumsbundes in Bromberg angeordnet.
Dieſer „Deutſchtumsbund zur Wahrung der
Minderheitsrechte” entſtand ſeinerzeit aus den deutſchen
Volksräten, die ſich Ende des Jahres 1918 von Bromberg und
Poſen aus gebildet hatten. Die von Poſen kommende Bewegung,
die vom Poſener Deutſchen Volksrat geführt wurde, nannte ſich
ſeit dem Jahre 1920 „Deutſchtumsbund zur Wahrung der
Min=
derheitsrechte in Polen”, während die im Netzegau und in
Weſt=
preußen vorhandenen deutſchen Volksräte ſich in Bromberg in
der „Deutſchen Vereinigung” verbunden hatten. Dieſe Deutſche
Vereinigung beſtand aus Ortsgruppen, Kreis= und
Bezirksver=
einigungen, von denen die Bezirksvereinigung Nordpommerellen
ihren Sitz in Dirſchau und die von Südpommerellen ihren Sitz
in Graudenz hatte. Nach dem Hinzutritt der aus Angehörigen
ber ehemaligen Demokratiſchen und Zentrumspartei im
Netze=
gau und in Pommerellen gebildeten „Vereinigung des Deutſchen
Volkstums in Polen” wurde dann das Deutſchtum in Polen
fortan in geſchloſſener Front unter dem Namen „
Deutſchtums=
bund zur Wahrung der Minderheitsrechte in Polen” vertreten.
Dieſer Deutſchtumsbund war der polniſchen Regierung und
den Nationalpolen ſehr unbequem. Im Oktober 1920 wurde
be=
reits zu einem Schlag gegen den Deutſchtumsbund ausgeholt
und viele ſeiner Führer monatelang interniert, nachdem
Haus=
ſuchungen und Beſchlagnahmungen von Akten ſtattgefunden
hat=
ten und die polniſche Preſſe wegen angeblicher
Staatsfeindlich=
keit gegen den Deutſchtumsbund losgezogen war. Im Jahre
1923 erfolgte zunächſt die Auflöſung der Organiſation des
Deutſchtumsbundes in Pommerellen und am 6. Auguſt 1923 der
Zentrale in Bromberg, der Landesvereinigung des
Deutſchtums=
bundes. Man warf der Vereinigung Geheimbündelei,
Verächt=
lichmachung von Staatseinrichtungen, Amtsanmaßung und
Spionage vor. Gegen dieſe Auflöſung wurde zwar von der
Landesvereinigung des Deutſchtumsbundes beim
Wojewod=
ſchafts=Verwaltungsgericht in Poſen Klage erhoben, eine
Ent=
ſcheidung erging aber nicht; die Verhandlung über die Klage
wurde vielmehr bis zur Beendigung eines gegen die Führer
des Deutſchtumsbundes eingeleiteten Strafverfahrens
ausge=
ſetzt. Dieſes Strafverfahren richtet ſich gegen elf frühere
Mit=
glieder des Deutſchtumsbundes, die, ſoweit ſie noch in Polen
leben, unter Polizeiaufſicht geſtellt ſind, d. h. ohne Genehmigung
der Polizei die Wojewodſchaften Poſen und Pommerellen nicht
verlaſſen dürfen.
Wenngleich die Angeklagten und mit ihnen alle Deutſchen
in Polen keinen Zweifel haben, daß die Auflöſung des
Deutſch=
tumsbundes zu Unrecht erfolgt iſt und die Anklage ſich als ein
Schlag ins Waſſer erweiſen muß, wird man doch nach den
Er=
fahrungen im Falle Ulitz gezwungen, dem Ausgang dieſes
Ver=
fahrens mit ſchwerer Sorge entgegenzuſehen. Es fehlt jetzt das
Zutrauen zu einer gerechten Entſcheidung der polniſchen
Ge=
richte, nachdem im Falle Ulitz ſich gezeigt hat, daß die polniſchen
Gerichte offenbar von vornherein geneigt ſind, alles als
be=
wieſen anzuſehen, deſſen man Deutſche beſchuldigt.
Weitere Lignidierung deukſchen Gukes in Polen.
Warſchau, 16. Auguſt.
Wie der polniſche Reichsanzeiger „Monitor Polſki” meldet,
hat die polniſche Regierung die Liquidation des Rittergutes
Alttomiſchel des Max von Poncet beſchloſſen. Der Beſitz, der
einen Umfang von 2073 Hektar hat, iſt auf einen
Entſchädigungs=
wert von 2054 500 Zloty geſchätzt worden. Von der
Entſchädi=
gung werden noch 564 000 Zloty als ſogenannte
Liquidations=
koſten und als vom Satatsſchatz übernommene Hypothek
abge=
zogen. Das Gut geht nach einer Verfügung des
Liquidations=
komitees in den Beſitz des polniſchen Staates über. Der
Be=
ſchluß iſt nach dem Wortlaut der Verfügung endgültig.
Gamstag, den 17. Auguſt 1929
Anoigang iin Konfiiet von
Auntäfcke.
Zurücknahme der Ausſperrung. — Biederaufnahme
der Arbeik zu den alken Bedingungen. — Der
Skreit=
fall kommt vor ein Schiedsgericht.
EP. Mancheſter, 16. Auguſt.
Der ungefähr drei Wochen andauernde Konflikt in der
Textil=
induſtrie von Lancaſhire iſt beendet worden. Die
Gewerkſchaf=
ten und Unternehmer ſind nach elfſtündiger Konferenz geſtern
abend übereingekommen, den Streitfall einem
Schiedsgericht zur Entſcheidung zu überweiſen
und den Schiedsſpruch anzuerkennen. Die Arbeit
wird am Montag nächſter Woche, zu den alten Lohnſätzen bis
zur Fällung des Schiedsſpruches wieder aufgenommen. Das
Schiedsgericht ſetzt ſich aus fünf Mitgliedern zuſammen, aus zwei
Vertretern der Unternehmer, zwei der Gewerkſchaften und einem
unabhängigen Vorſitzenden mit den Befugniſſen eines
Schieds=
richters. Auf der geſtrigen Konferenz zwiſchen den
Gewerk=
ſchaftsvertretern und Unternehmern wurden gleichfalls ernſte
Verſuche gemacht, ein Abkommen darüber abzuſchließen, das alle
künftigen Konflikte auf ſchiedsrichterlichem Wege regelt. Da aber
die Vertreter der Gewerkſchaften zum Abſchluß eines derartigen
Uebereinkommens ohne vorherige Fühlungnahme mit den
Zen=
tralſtellen ihrer Gewerkſchaften nicht bevollmächtigt waren, mußte
dieſe Frage einer ſpäteren Löſung vorbehalten bleiben. Die
Nach=
richt von der erzielten Verſtändigung hat in den
Ausſperrungs=
gebieten große Befriedigung hervorgerufen.
Anklare Lage an der mandſchariſchen Grenze.
E.P. London, 16. Auguſt.
Die Lage an der mandſchuriſch=ruſſifchen Grenze iſt völlig
undurch=
ſichtig. Die hier einlaufenden Berichte über die gegenwärtige Situation
in den Grenzgebieten widerſprechen einander. Nach Meldungen aus
Murden werden die chineſiſchen Grenzſtreitkräfte weiter verſtärkt. Der
Gouverneur der Mandſchurei, Tſchang Hſü=liang, erklärte dem Times=
Korreſpondenten gegenüber, daß China nach wie vor eine friedliche
Löſung des Streites über die bſtchineſiſche Eiſenbahn erſtrebe. Tſchang
Hſü=liang ſehe ſich aber zur Verſtärkung der Grenztruppen genötigt,
da Rußland anſcheinend ſeine Haltung mißverſtanden hätte. In einer
Reihe von kleineren Zuſammenſtößen zwiſchen chineſiſchen und ruſſiſchen
Truppen ſollen beide Seiten Verluſte von ungefähr 20 Mann erlitten
haben. — Berichten von anderer Seite zufolge iſt die Stadt Nordun,
die von ruſſiſchen Truppen eingenommen worden war, nach
ſechsſtündi=
gem Kampfe von den Chineſen zurückerobert worden. Dieſe und
ähn=
liche Meldungen müſſen, wie die Nankingregierung erklärt, mit
Zurück=
haltung aufgenommen werden,, da ſie zum Teil außerordentlich
über=
trieben ſind. — Was die Stellung Tſchang Hſü=liangs zu der
Zentral=
regierung in Nanking anbelangt, ſo iſt es ein offenes Geheimnis, daß
die Anſichten des mandſchuriſchen Machthabers mit denen von Nanking
weit auseinandergehen.
Ftiedensſchlaß zwiſchen Reichsbahn und Reichspoft.
* Berlin, 16. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Die Reichsbahn hat ſtets mit ſcheelen Augen zugeſehen, wie
ſich die Reichspoſt die Vorteile des Autoverkehrs zunutze machte,
um Perſonen und ſpäter auch Güter zu befördern. Die ſtändige
und ſcheinbar recht günſtige Entwicklung dieſes Verkehrs gab
dann auch der Reichsbahn Veranlaſſung, Kampftarife zu
ent=
wickeln, die ſchon nichts mehr von Wirtſchaftlichkeit ſpüren ließen.
Nach langen Verhandlungen haben ſich dann die Konkurrenten
zu einem Uebereinkommen geſunden, das ſoeben abgeſchloſſen
wurde. Dieſe Vereinbarung über gemeinſame Betriebe von
Kraftwagenlinien der Reichspoſt und Reichsbahn iſt zunächſt auf
fünf Jahre abgeſchloſſen worden. Sie gibt der Reichspoſt das
Recht, weiter nach dem Stand vom 1. April d. J. den
Perſonen=
verkehr mittels Kraftwagenlinien zu bewerkſtelligen, der
durch Kampftarife der Eiſenbahn nicht mehr gehindert wird. Zum
Ausgleich hat die Poſt ſich bereit erklärt, die Beförderung von
Gütern ganz und gar der Reichsbahn zu überlaſſen, ſoweit das
den Ueberlandverkehr betrifft. An dieſem Teil des
Gemein=
ſchaftsbetriebes partizipiert die Reichsbahn mit 65 Prozent, die
Reichspoſt mit dem Reſt. Beide Partner haben auch eine
Ver=
ſtändigung über die gemeinſame Benutzung betrieblicher
Ein=
richtungen, wie Tankſtellen, Werkſtätten uſw. abgeſchloſſen. So
ſind Vorteile für jeden gegeben. Beide ehemaligen Gegner
können nach der Maßgabe des tatſächlichen Bedürfniſſes ihre
Strecken entwickeln. Das Abkommen wird um je fünf Jahre
verlängert, wenn e3 nicht rechtzeitig gekündigt wird.
Seite 3
Dus Sciamm der Areensieſen
Heiſicherungstesori.
Ein kechniſches Kompromiß auf dem Boden des
Sachverſtändigen-Gutachkens.
* Berlin, 16. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Das unwahrſcheinliche Kunſtſtück iſt gelungen. Die
Regie=
rungsparteien haben ſich auf ein Kompromiß in Sachen
der Arbeitsloſenverſicherung geeinigt, das
aller=
dings ausſchließlich parlamentariſch=techniſcher Art iſt und
ledig=
lich den Zweck verfolgt, die geſetzgeberiſche Behandlung einmal
anzukurbeln. Sie haben ſich damit einverſtanden erklärt, daß
im Reichsarbeitsminiſterium ein Entwurf ausgearbeitet wird,
der am Montag vom Kabinett zu verabſchieden und dann ſofort
an den Reichstag und den Sozialpolitiſchen Ausſchuß
weiterzu=
leiten iſt. Dieſer Entwurf hat das Eigentümliche an ſich, daß
er die wichtigſten Fragen nicht behandelt. Er ſieht zwar eine
Beitragserhöhung um ½ Prozent vor, ſoll aber die
Formulie=
rung über die Karrenzzeit offen laſſen. Hier hat dann der
Sozial=
politiſche Ausſchuß einzugreifen, und von dem Umfang, in dem
es gelingt, die erforderlichen Sparmaßnahmen durchzuſetzen,
wird das ganze weitere Schickſal der
Arbeitsloſen=
verſicherung abhängen. Herr Wiſſell hat alſo inſoweit
nachgegeben, als er auf ſeine Forderung einer Aprozentigen
Er=
höhung verzichtete und ſich auf den Boden des
Sachver=
ſtändigen=Gutachtens ſtellte. Die Deutſche Volkspartei
hat inſoweit nachgegeben, als ſie zunächſt formell die ½prozentige
Erhöhung durchgehen laſſen will unter Aufrechterhaltung
aller=
dings ihres grundſätzlichen Widerſtandes unter dem Vorbehalt,
daß ſie im Ausſchuß wie nachher im Plenum den Verſuch machen
will, die ganze Vorlage in ihrem Sinne umzugeſtalten.
Ent=
ſcheidend dafür bleibt, daß es gelingen muß, die
Verſicherungs=
anſtalt auf eigene Füße zu ſtellen und die Frage der
Saiſon=
arbeiter ſo zu regeln, daß ſie nicht mehr Koſtgänger des Reiches
ſind, ſondern daß die Leiſtungen der Verſorgungsanſtalt den
einzelnen gegenüber ſich nach der Höhe ſeiner Beiträge richtet,
Auch ſo bleibt allerdings noch vom Standpunkt der Volkspartei
aus das Kompromiß unbefriedigend, eben weil es ein Abweichen
von der Linie der Ablehnung jeder Beitragserhöhung bedeutet.
Es ſcheint aber, als wenn Herr Wiſſell mit ſeinem Rücktritt
ge=
droht hat und daß man wenigſtens in dieſer Angelegenheit eine
Kabinettskriſe vermeiden wollte. Die Sozialdemokraten haben
ſogar auf das Ultimatum der Volkspartei 24 Stunden
geſchwie=
gen. Erſt jetzt melden ſie ſich zu Wort und erheben gegen die
Volkspartei den verſteckten Vorwurf der Kriſenmacherei,
wäh=
rend doch tatſächlich die Dinge ſo liegen, daß die Hartnäckigkeit,
mit der Herr Wiſſell den Standpunkt der Gewerkſchaften
ver=
tritt, die Gegenſätze erſt bis zur Kriſe zugeſpitzt hat, und dieſe
Kriſe iſt wohl unvermeidlich, wenn das Ziel einer Sanierung
der Verſicherungsanſtalt nicht erreicht wird. Es iſt nicht zu
ver=
geſſen, daß nach dem Young=Plan die Sachlieferungen für
Repa=
rationszwecke im kommenden Winter um mehr als 500 Millionen
geſenkt werden. Das bringt doch ziemlich wahrſcheinlich einen
Ausfall an Arbeit, der ſich in der Zahl der Arbeitsloſen
aus=
wirkt und letzten Endes damit eine neue Belaſtung der
Arbeits=
loſenverſicherung bedeutet. Einen nochmaligen Winter wie den
vergangenen aber, der das Reich zwang, verlorene Ueberſchüſſe
in Höhe von über 300 Millionen Mark zu zahlen, halten die
Reichsfinanzen einfach nicht mehr aus. Was das bedeutet, wird
dann jeder ſelbſt am eigenen Leib zu ſpüren bekommen.
Die Ausſichten der bevorſtehenden
Abrüſtungs=
kouferenz der Seemächke.
Wafhington, 16. Auguſt.
In den amtlichen Kreiſen der Bundeshauxtſtadt herrſchte
geſtern abend die Meinung vor, daß die Beſprechungen zwiſchen
Macdonald und Dawes zu einer noch ſtärkeren Verminderung
der Kreuzerflotten führen können, als dies in der Konferenz
von 1927 vorgeſehen war. Angeſichts der bevorſtehenden
Flotten=
konferenz zwiſchen Großbritannien, den Vereinigten Staaten,
Frankreich, Italien und Japan, die wahrſcheinlich im Dezember
in London ſtattfindet, wird die Lage zurzeit auf Anordnung des
Präſidenten von den amerikaniſchen Marineſachverſtändigen
ein=
gehend geprüft. Man glaubt hier, daß ſich die engliſche
Regie=
rung in der Frage einer Verminderung der Kreuzerflotten in
einer nicht ganz angenehmen Lage befindet, und zwar infolge
der wenig entgegenkommenden Haltung Frankreichs und Italiens.
Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheatern.
Union=Theater
hat geſtern ſeine Pforten wieder geöffnet. Das erſte Programm
nach der hochſommerlichen Pauſe bringt zwei ſehr gute Filme,
denen man zugeſtehen kann, was die Ankündigung verſprochen.
Sie ſtehen beide über dem Durchſchnitt. „Gefangene des
Meeres” iſt ein Ruſſenfilm in ſieben Akten, der zwar das
Charakteriſtikum der Ruſſenfilme trägt, dennoch aber nicht zu
den Beſten ſeiner Art gehört. Die Vorgeſchichte zu dem U=Boot=
Drama iſt etwas länglich ausgeſponnen und auch in einer Reihe
anderer Szenen zu großer Wert auf die Schilderung des
See=
liſchen gelegt, was zu vermeiden gerade nur die großen
Vor=
züge der guten Ruſſenfilme iſt. In dem U=Boot=Drama ſelbſt
allerdings offenbart ſich wieder die ganz große ruſſiſche
Film=
kunſt. Die Handlung ſelbſt ſingt ein hohes Lied von der
Kame=
radſchaft. Sie ſingt es natürlich mit dem tendenziöſen
Hinter=
grund, den die Filme des neuen Rußland grundſätzlich haben
müſſen. Aber ſie ſingt es herb und ſchlicht, doch in
leidenſchaft=
licher Ueberzeugung. Wären die Bildfolgen geſtrichen, in denen
das U=Boot auf dem Meeresgrund liegend in kitſchigem Trid
gezeigt wird, gäbe es nichts an, dieſem Film zu beanſtanden.
M. Werners Regie bietet eine ganz ausgezeichnete Leiſtung,
und der Geſamtregie, die die Handlung packend abrollen läßt
und die eine Reihe von Szenen und Bildfolgen zu ſtärkſter
dra=
matiſcher Steigerung entwickelt, fügt ſich das gute Spiel
beſon=
ders von J. G. Kramow (Iwan Ler), N. Kutuſow (
Nico=
lai), J. Strauch (Philippow) glänzend ein. Die Bilder aus
dem Kriegshafen Sebaſtopol, beſonders aber die aus dem U=
Boot und von den U=Bootsfahrten, entſtammen einer ganz
aus=
gezeichneten Filmtechnik.
„Der Fall des Staatsanwaltes M.”, ein Film
bon Rudolf Meinert nach dem gleichnamigen Bühnenwerk,
wäre ein ganz ausgezeichneter Spielfilm, wenn einige Meter
Filmſtreifen der Schere zum Opfer gefallen wären. Iſt ohnehin
eine Vorſtellung von drei Stunden reichlich lang, ſo wird die
Zeit noch länger, wenn eine an und für ſich gute Handlung in
Nebenſächlichkeiten ſo furchtbar gedehnt wird. Abgeſehen aber
von dieſen Längen, iſt, wie geſagt, dieſes Erzeugnis von
Mei=
nerts Regie einer der beſten Spielfilme geworden. In erſter
Linie durch die glänzenden ſchauſpieleriſchen Leiſtungen von
Jean Angelo und Maria Jacobini, die beide ein Spiel
von ganz großem Format geben, was bei der Jacobini nur
inſo=
ſern eingeſchränkt werden muß, als ſie vielfach fürchterlich
un=
borteilhaft geſchminkt iſt. Auch die zahlreichen übrigen Rollen
der Handlung, deren Inhalt bekannt ſein dürfte, ſind ſehr gut
beſetzt:
**
Wenn man nur noch ein Jahr zu leben hat ...
C. K. Ganz Aermika hat ſich mit dem Schickſal fünf junger
amerikaniſcher Mädchen beſchäftigt, die in einer Fabrik mit
Ra=
dium und Meſothorium zu arbeiten hatten und dabei ſchwer
er=
krankt waren. Die ärztliche Vorausſage hatte gelautet, daß ſie
nur noch ein Jahr zu leben hätten. Jedes Mädchen erhielt vor
einem Jahre eine einmalige Entſchädigung von 10 000 Dollar
und eine dauernde jährliche Rente von 600 Dollar von der
Radiumgeſellſchaft zugeſprochen. Wie hat ſich nun ihr Leben
ſeit=
dem geſtaltet? Dieſe Frage hat den amerikaniſchen Journaliſten
R. E. Martin beſchäftigt, er hat die ſünf Mädchen beſucht und
erkundet, wie ſie das Jahr verbrachten. Was er dabei feſtſtellte,
teilt Dr. W. Schweisheimer in der Leipziger „Illuſtrierten
Zeitung” mit. Alle fünf leben noch heute, ihr Befinden hat ſich
kaum verſchlimmert, und es beſteht ſogar die Hoffnung, ſie
wei=
ter am Leben zu erhalten. Aber die Vorſtellung, daß es in einem
Jahre zu Ende gehen würde, beherrſchte ſie doch. Man kann
in=
deſſen nach dem, was Martin ermittelte, nicht ſagen, daß ſie dieſes
vorausſichtlich letzte Jahr ihres Lebens in Zagen, Ungewißheit
und Verzweiflung zugebracht hätten. Der Beobachter fand ſie
in ruhiger und freundlicher Stimmung, gefaßt und ohne Klage,
ſo glücklich wie jeder andere Menſch, der nicht an Schmerzen
leidet. Sie haben die Summen, die ſie erhielten, benutzt, ſich
einen Lebenswunſch zu erfüllen. Das erſte Mädchen hat ſogar
inzwiſchen geheiratet und ein kleines Kind bekommen; es benutzte
den 10 000 Dollar=Scheck, um die künftige Erziehung des Kindes
ſicherzuſtellen. Vom Reſt des Geldes ſchaffte ſie ein kleines Auto
an und konnte ſo, da ſie nur mit Mühe zu gehen vermag, mit
ihrem Manne Ausflüge in die Umgebung machen. Auch das
zweite Mädchen hat ſich verheiratet und konnte mit dem Gelde
einen Lebenstraum verwirklichen, wieder die Anſchaffung eines
Autos, mit dem ſie eine Fahrt zu den Niagarafällen und nach
Kanada unternahm. Das dritte Mädchen, ebenfalls inzwiſchen
verheiratet, eiſt ziemlich ſchwer erkrankt, vermochte aber doch eine
größere Autoreiſe zu unternehmen, und als Muſikfreundin
ſchaffte ſie ſich einen guten Radioapparat und ein ſelbſtſpielendes
Klavier an, die ihr viel Freude machten, pflegte auch mit viel
Liebe ihre Blumen. Das vierte Mädchen lebte in einem
Sana=
torium; es hat literariſche Intereſſen und lieſt alles, was es
be=
kommen kann. Der erſte Kauf war eine kleine Schreibmaſchine
zur Niederſchrift eigener literariſcher Verſuche. Auch dieſes
Mädchen beſitzt ein Auto, mit dem es Reiſen unternimmt. Das
fünfte Mädchen wies es von Anfang an ab, an die ſchlimmſte
Wendung in ihrem Schickſal zu glauben, obwohl es ſich ſchon
einer Reihe von Operationen unterziehen mußte. Es iſt nach
wie vor kaufmänniſch beruflich tätig, aber nicht ein Cent von
dem Gelde wurde ausgegeben, ſondern alles auf der Bank
ange=
legt, — um ſicher für die Zukunft zu ſein. Das Urteil der Aerzte
iſt heute nicht mehr ſo ungünſtig wie vor einem Jahre; man
glaubt, daß die Patientinnen am Leben bleiben werden, wenn der
ſchädigende Stoff Meſothorium war.
Von deutſchlands Hohen Schulen.
Heidelberg: Der Lehrſtuhl für neuere Kunſtgeſchichte iſt an Stelle
von Carl Neumann dem ordentlichen Profeſſor Dr. Erwin Pcnofſky
in Hamburg angeboten worden.
Stuttgart: Der Lehrſtuhl für Luftfahrt an der Techniſchen
Hoch=
ſchule iſt dem ordentlichen Profeſſor Dr.=Ing. Georg Madelung an
der Techniſchen Hochſchule in Berlin angeboten worden.
Freiburg i. Br.: Profeſſor Dr. Joſef Schacht hat den an ihn
ergangenen Ruf auf den Lehrſtuhl der orientaliſchen Philologie an der
Univerſität Münſter als Nachfolger von H. Grimme abgelehnt.
Ap. Im Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig erſchienen in 143.
bzw. 144. Auflage die beiden Leitfäden von Prof. Dr. O. Schmeil:
Leitfaden der Tierkunde. 387 Seiten mit 27 farbigen und 23 ſchwarzen
Tafeln ſowie mit zahlreichen Textbildern. In Leinenband 5,80 Mark.
und Leitfaden der Pflanzenkunde. 356 Seiten mit 22 farbigen und 26
ſchwarzen Tafeln ſowie mit zahlreichen Textbildern. In Leinenband
Die Tatſache, daß die beiden Bücher innerhalb 25 Jahre in mehr
als 140 Auflagen erſchienen ſind, ſpricht am beſten für ihre Vorzüge
und ihre weite Verbreitung. Sie ſind als Hilfsbücher für den
Unter=
richt in den höheren Schulen beſtimmt und nach den „Richtlinien für
den Lehrplan der höheren Schulen in Preußen” bearbeitet und als
Arbeitsbücher im beſten Sinne des Wortes gedacht und anerkannt. Aber
auch jeder Naturfreund kann die ſchönen Werke als Nachſchlagebücher
und zur Orientierung benützen. Sie umfaſſen das geſamte Gebiet der
Tier= und Pflanzenkunde in leicht verſtändlicher Darſtellung und tragen
den praktiſchen Bedürfniſſen Rechnung. Die ſyſtematiſche Anordnung
des Stoffes iſt beibehalten worden, weil ſie den Lehrern die
größtmög=
liche Bewegungsfreiheit gewährt. Die neuen Auflagen bringen
weſent=
liche Verbeſſerungen. In der Tierkunde ſind die Morphologie und
Ent=
wicklungsgeſchichte eingehender behandelt, die Haustiere ſind noch
ein=
gehender berückſichtigt worden; für den naturkundlichen Unterricht der
Klaſſen IV—Vl iſt eine einfache Einleitung zur Menſchenkunde und
Ge=
ſundheitslehre vorangeſtellt; Text und Abbildungsſchatz haben vielfache
Bereicherung erfahren. Auch den Naturſchutzbeſtrebungen iſt gebührende
Beachtung geſchenkt, beſonders durch die Verwendung der für unſere
Zeit ſo charakteriſtiſchen Naturphotographie. In der Pflanzenkunde iſt
beſonders die Umgeſtaltung des anatomiſch=phyſiologiſchen Abſchnittes
nach neuen Geſichtspunkten zu erwähnen, der Abbildungsſchatz hat auch
hier zahlreiche Verbeſſerungen erfahren. Anſtelle der bisherigen
Pilz=
tafeln ſind neue farbige getreten, die der Herausgeber dem Leiter der
„Deutſchen Geſellſchaft für Pilzkunde” ſowie F. Kallenbach=Darmſtadt
verdankt; ferner ſind die farbenſchönen Tafeln mit den Kulturpflanzen
Baumwolle, Tee, Kakao und Kaffee zu erwähnen. Auch in dieſem Buch
ſind die Naturfchutzbeſtrebungen gebührend berückſichtigt worden. Ein
Anhang gibt ſchätzenswerte Ratſchläge über Blumenpflege und
Garten=
bau. Die vielen Hundert Textbilder, die prachtvollem Farbentafeln und
wertvollen Naturaufnahmen erhöhen den Wert der Bücher, deren neue
Auflagen dem Grundſatz des Verfaſſers, daß das Beſte für die Schulg
gerade gut genug iſt, in vollem Maße gerecht werden.
Seite 4
Samstag, den 17. Auguſf 1929
Nummer 222
Luawig Hanls
Alice Ranis, geb. Süß
Vermählte
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Benrath-Düsseldorf
Trauung: Sonntag, den 18. August in Benrath.
Friedrich Ehrhardt
Emma Ehrhardt
geb. Naumann
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Darmstadt
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Kirchliche Trauung: 18. August, nachmittags 2 Uhr,
in der St. Ludwigskirche.
Todes=Anzeige.
Am 14. ds. Mts. erlöſie der Tod unſeren
ge=
liebten Bruder, Schwager und Onkel
Herrn
Suloig Sagnel
Direktor des Oranſe=Hotels in Scheveningen
von ſeinem langen und ſchweren Leiden.
Minna Wagner
Familie Heinrich Wagner
Familie J. Sulzmann.
Darmſtadt, den 15. Auguſt 1929.
Todes=Anzeige.
Nach Gottes unerforſchlichem Ratſchluß
ent=
ſchlief heute ſanft, nach ſchwöerem Leiden, meine
heißgeliebte Mama, die fürſorglichſte Mutter,
Kameradin und Schweſter meiner Jugend
Grau dranne Mautsgeppengeicee
im Alter von 49 Jahren.
Vevey, den 15. Auguſt 1929.
Helene Mahr
z. Zt. le Verger=Clarenz=Vaud=Schweiz.
Geſchwiſter Heppenheimer
Nieder=Ramſtadt, Darmſtadt.
Geſtern Abend verſchied unerwartet infolge
Herz=
ſchlags mein guter, lieber Mann, der treuſorgende
Vater ſeiner Kinder
Kren
Gaſtwirt.
Die trauernden Hinterblſebenen:
M. Kreh
Eva Kreh
Heinrich Kreh
Erich Kreh.
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1929.
Die Beerdigung finder Montag, den 19. Auguſt,
vor=
mittags 11½ Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Danffagung.
geb. Sieglen
ſagen wir auf dieſem Wege
innigſien Dank.
unſeren
Erbach i. O. und Frankfurt a. M.,
den 15. Auguſi 1929.
TV. 13085)
Im Namen der Hinterbliebenen:
Dr. med. Max Bergſtraeßer.
Für die ſo überaus zahlreiche Anteilnahme
bei dem Tode meiner geliebten Frau,
unſerer guten Schweſier, Schwägerin und
Tante
Für die uns anläßlich unſerer Silber=
Hochzeit und Vermählung erwieſenen
Aufmerkſamkei en und Geſchenke ſagen
herzlichen Dank
Georg Münch und Frau
Carl Mahr und Frau
Friedel, geb. Münch.
Reinheim
Darmſtadt
(Odw.)
Lichtenbergſtr 80
Todes-Anzeige.
Heute früh um 11 Uhr entſchlief
nach kurzem, ſchwerem Leiden
meine innigſtgeliebte Frau, meine
liebe Mutter, unſere herzensgute
Tochter und Tante
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im blühenden Alter von 37 Jahren.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Michael Neumann
Georg Neumann
Marie Stützer, geb. Magſam
Heubach, den 16. Auguſt 1929.
Die Beerdigung findet Sonntag,
Nachmittag 3 Uhr ſtatt.
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Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme, ſowie
für alle Kranz= und Blumenſpenden bei dem
Hin=
ſcheiden unſerer lieben Entſchlafenen ſagen wir Allen
herzlichen Dank. Insbeſondere danken wir Herrn
Pfarrer Lautenſchläger für die troſtreichen Worte
am Grabe, ſowie den Barmherzigen Schweſtern für
die liebevolle Pflege.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Gertrud Wolf, geb. Sperb.
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weil die Pelotte in einem Kugelgelenk
nach allen Seiten drehbar iſt und genau
die Bruchpforte abriegelt.‟ Das
Kugel=
gelenk=Bruchband übt an keiner Körperſtelle
einen läſtigen Druck aus. Wundſcheuern,
ſelbſt bei ſchwerſter Arbeit und der größten
Hitze iſt gänzlich ausgeſchloſſen; es hält auch
ſchwerſte Brüche mit Sicherheit unter
Garantie zurück. Wo noch Ausſicht au
natürliche Heilung (13069
des Bruches vorhanden iſt, wird dieſe—durch
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Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, 16 Auguſi.
3. Tagung der deutſchen Auslandslehrer und
lehrerinnen.
Die Einladung zur 3. Tagung, die vom 22.—25. Auguſt in
darmſtadt ſtattfindet, hat ſtarken Widerhall gefunden. Täglich
ſaufen in wachſender Zahl die Anmeldungen der
Be=
ſacher ein; viele frühere und jetzige Auslandslehrer haben
pereits ihr Erſcheinen zugeſagt. Ein Blick in die Liſte der
An=
neldungen ergibt ein ſtolzes Bild von der Ausbreitung deutſchen
schulweſens üher den ganzen Erdball. Aus allen
Welt=
ſteilen werden Vertreter deutſcher Schulen anweſend ſein,
Män=
ner und Frauen, die in jahrelanger, oft entbehrungsreicher, zäher
Arbeit mitgewirkt haben, daß deutſche Kulturkreiſe außerhalb
er Reichsgrenzen erhalten blieben, daß junge deutſche
Generg=
ionen, auch wo ſie ohne örtliche Verbindung mit der Heimat
paren, in deutſche Sprache und Kultur eingeführt wurden. Die
eutſchen Auslandslehrer ſind heute durch ihre entſagungsvolle
rätigkeit ſo in vielen Gebieten Pioniere der Kultur überhaupt,
berall aber Vorkämpfer der deutſchen Kultur und
Pirtſchaft und damit deutſcher Weltgeltung
ge=
vorden. Die Tatſache, daß draußen viele Angehörige des
nicht=
eutſchen Volkes ihre Kinder in die deutſchen Schulen ſchicken,
nveiſt zwingend die Bedeutung und Wertſchätzung dieſer ſtillen,
iber ſo wichtigen deutſchen Kulturarbeit.
Es haben ſich bis jetzt angemeldet Vertreter der deurſchen
schulen in Amſterdam, Antweipen, Auguſtendorf (Bukowina),
Athen, Barcelona, Bethlehem bei Haifa. Bilbao (Spanien),
Blumenau (Südamerika), Brüſſel, Budapeſt, Bukareſt, Burgas,
zernowitz, Florenz, Galatz, Haag, Joinville (Braſilien), Kairo,
Kauton, Konſtantinopel, Liſſabon, Madrid, Mailand, Maracaibo,
Mexiko, Neu=Itzkany (Bukowina), Paare (Südweſtafrika), Sao
Paulo, La Paz, Praetoria, Radautz, Rom, Rio Bueno (Chile),
Rio de Jaueiro, Riga, Rotterdam, Saloniki, San Sebaſtian,
Sautiago di Chile, Sevilla, Sofia, Stanislau (Polen), Windhuk,
Zuoz. Schon dieſe Namen beweiſen, daß die Tagung von
welt=
ſiniſpannender Bedeutung ſein wird.
Gz.
„Die beſten Turmſeilkünſtler der Well”.
die Geſhaife en.
aben auf dem Meßplatz ihre Zelte aufgeſchlagen, um mit „
Deutſch=
ands größtem und modernſtem Sommervarieté” ein mehrtägiges
Gaſt=
piel zu geben. Ueber die Zelte heraus ragen turmhohe Gerüſte und
lStangen, Laufſeile, Trapeze und Todesſchaukeln. Dieſes Sommervarieté
bringt nämlich ungewöhnlich gute Proben aus dem uralten
Artiſten=
bebiet des Seillaufens und der vielfachen Trapezkunſt in ſchwindelnder
öhe. In der Tat, die Darbietungen dieſes Sommerbarietes wirken
ſoie ein Ueberbleibſel aus der romantiſchen Zeit der primitiven
Areng=
unſt, die auf Märkten und Plätzen ihre halsbrecheriſchen
Akrobaten=
leſtungen zeigte. Es iſt eine Senſationskunſt. Turneriſche
Leiſtun=
en, Trapezturnen und Seillaufen werden zur Erhöhung des
Nerven=
ſitzels in ſchwindelnder Höhe ausgeführt, und zwar tatſächlich in einer
Aualitätsarbeit, die ſich den beſten artiſtiſchen Leiſtungen der Neuzeir
in die Seite ſtellen kann und ſie vielfach übertrifft. Das iſt nämlich
er Fall be: den „4 Orlands” am fliegenden Trapez. Mit
ſtaunens=
verter Sicherheit wirbeln dieſe vier tollkühnen Artiſten durch die Luft,
chwingen von einem Trapez zum anderen, ſchlagen 2=, 3= und 4fache
Saltomortale, uis ſie ſich gegenſeitig an Händen oder Füßen wieder
ſuffangen. Auch der dreifache Reckakt der „3 Siſter Stey” bringt
ine Fülle ganz hervorragender turneriſcher Leiſtungen. Endlich aber
ie „6 Siſter Stey” auf dem turmhohen Laufſeil, auf dem ſie ſich
mt einer Sicherheit bewegen wie normale Menſchen auf dem Fußboden.
am dieſe Weltattraktionen reihen ſich in bunter Folge
barterregkroba=
iſche Darbietungen, kleinere Drahtſeilakte, hübſche römiſche
Kugel=
viele, ſenſationelle Balanceakte auf der Todesſchaukel. Balanceakte auf
Stuhlpyramiden, Tänze, und vor allem urkomiſche Darbietungen der
Arguſte, die unermüdlich während der ganzen Vorſtellung die Pauſen
ausfüllen.
Es iſt der Direktion Steh zu wünſchen, daß für die kommenden
Haſtſpiel=Abende zum mindeſten die Hälfte der Zaungäſte, die ſich um
das niedrige Eintrittsgeld drücken, noch innerhalb des Zeltes Platz
nhmen. Die Darbietungen ſind es wirklich wert.
— Ernannt wurden: am 18. Juli der Schulamtsanwärter Willy
Ehrhard aus Kirch=Brombach (Kreis Erbach) zum Lehrer an der
Volksſchule zu Langwaden (Kreis Bensheim) mit Wirkung vom Tage
ds Dienſtantritts ab; am 27 Juli die Jugendleiterin Pauline Neutz
aus Steinbockenheim zur techniſchen Lehrerin an der Schillerſchule (
Ly=
zeim und Frauenſchule) in Friedberg mit Wirkung vom 1. Juli 1929 ab;
anr 9. Auguſt Georg Heyl aus Crumſtadt zum Pfleger bei der
Lan=
des=Heil= und Pflegeanſtalt „Philippshoſpital” bei Goddelau mit
Wir=
ung vom 11. Auguſt 1929 ab; am 10. Anguſt Philipp Wiegand aus
Lorſch zum Pfleger bei der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt „
Philipps=
ſpital” bei Goddelau mit Wirkung vom 4. Auguſt 1929 ab.
— Ernennung. Herr Berufslehrer Dr. Weitzel hier, der erſt
lirzlich von dem Senckenbergiſchen Muſeum in Frankfurt a. M. zum
Sektionär der Abteilung für foſſile Fiſche berufen wurde, iſt nunmehr
zum wiſſenſchaftlichen Hilfsarbeiter an der geologiſch=mineralogiſchen
Abteilung des Heſſiſchen Landesmuſeums ernannt worden.
— In den Ruheſtand tritt auf Grund des 8 1 des Geſetzes über die
Atersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli 19233 bzw. 19. Dezember
123 in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925 (Reg.=Bl. S. 249)
an 1. September 1929 die Handarbeitslehrerin Margarete Keller,
Aitwe, an der Volksſchule zu Eberſtadt (Kreis Darmſtadt).
— Schloßmuſeum. Es wird nochmals darauf hingewieſen, daß das
Shloßmuſeum jetzt am Samstags vor= und nachmittags geöffnet iſt. Es
fuden Führungen ſtatt: am Sonntag vormittag um 11 und 11.30
Ur und an Wochentagen täglich um 11 und 11.30 Uhr vormittags und
und 3.30 Uhr nachmittags.
— Für das evangeliſche Volksfeſt am Sonntagnachmittag im
Drangeriegarten ſind für die Kinder einige beſonders ſchöne
Ueber=
raſchungen vorgeſehen. Alles wollen wir nicht verraten. Aber um die
Vorfreude zu erhöhen und alle evangeliſchen Mütter und ihre Kinder
zum Kommen zu ermuntern, dürfen wir hinweiſen auf das
Eſelsge=
ſtann, das brave Kinder im Garten ſpazieren fährt, auf den
Brezel=
nägen, an dem ſich alle Kinder beteiligen dürfen und für den 600
Bre=
zeln vorgeſehen ſind, auf die Märchentante, die ein beſonderes Zelt
auf=
g ſchlagen hat, in dem ſie mit ihren Gnomen wirkt. So hoffen wir,
dß nicht nur die Großen auf ihre Rechnung kommen, ſondern auch die
Keinen.
— Kriegerverein Darmſtadt. Sonntag, den 18. d. M., vorm. 11.30
U9r. Feier zum Gedächtnis an die Gefallenen von 1866, 1870/71 auf
dun Friedhof Nieder=Ramſtädterſtraße. Treffpunkt: Tierbrunnen. Recht
zehlreiche Beteiligung ſehr erwünſcht.
— Feſtnahme. Auf Grund eines Ausſchreibens wurde der Knecht
7ranz Schnitzler aus Neuſtadt a. d. Hardt wegen Unterſchlagung
fetgenommen und dem Amtsgericht 2 zugeführt.
Krankenverſicherungs=Reformpläne.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen des in der Zeit vom 18.—20.
Auguſt dieſes Jahres in Nürnberg ſtattfindenden 3. Deutſchen
Kranken=
kaſſentages wird die Ausſprache über die vom Vorſtand und Beirat
des Hauptverbandes der Deutſchen Krankenkaſſen ausgearbeiteten
Vor=
ſchläge zur Reform der Krankenverſicherung ſtehen. Bekanntlich hatte
ſich ſchon die Tagung des Hauptverbandes Deutſcher Krankenkaſſen im
Vorjahr, die in Breslau abgehalten wurde, mit dieſer Materie befaßt.
Die damals vorgetragenen Leitſätze des Geſchäftsführers des
Hauptver=
bandes ſind in einer Reihe von Punkten abgeändert worden, behandeln
aber auch in ihrer heute vorliegenden Geſtalt grundlegende
organiſato=
riſche und materielle Fragen der Krankenverſicherung, die nicht nur
für die unmittelbar Beteiligten, ſondern auch für die breite
Oeffentlich=
keit von Intereſſe und Bedeutung ſind.
Vorweg mag bemerkt werden, daß die Durchführung alsbaldiger
Reformen in faſt allen Zweigen unſerer Sozialverſicherung unbedingt
notwendig iſt. Bei der Ausarbeitung von Reformporſchlägen ſollten
aber zwei Hauptgeſichtspunkte maß= und richtunggebend ſein. In erſter
Reihe wäre Wert darauf zu legen, daß dem ſtändigen Anwachſen der
Aufwendungen für ſoziale Zwecke, das ſowohl der Wirtſchaft wie auch
Staat und Gemeinden bis hart an die Grenze wirtſchaftlicher
Trag=
barkeit, wenn nicht ſchon darüber hinausgehende Belaſtungen auferlegt
hat, endlich einmal Halt geboten wird. Dieſes Verlangen iſt in unſerer
überaus wichtigen wirtſchafts= und finanzpolitiſchen Lage ſo ſehr
be=
gründet und eigentlich ſo ſelbſtverſtändlich, daß ſeine beſondere
Er=
wähnung überflüſſig ſein müßte. Leitmotiv für Reformporſchläge in der
Sozialverſicherung ſollte ferner das Beſtreben ſein, der ſich in allen
Volksſchichten bemerkbar machenden Begehrlichkeit und dem Nachlaſſen
des Arbeitswillens, die zu einer erheblichen Untergrabung des
Selbſt=
verantwortungsgefühls geführt haben, wirkſam entgegenzutreten. Leider
muß der ſtändige Beobachter der Entwicklung unſerer ſozialen
Einrich=
tungen die betrübliche Erfahrung machen, daß die Reformbeſtrebungen
auf dem Gebiet der Sozialverſicherung unter gänzlicher Außerachtlaſſung
der vorerwähnten Geſichtspunkte, mehr und mehr auf eine
Ueber=
ſpannung des Sozialverſicherungsgedankens unter gleichzeitiger
Stär=
kung des gewerkſchaftlichen Einfluſſes auf die Einrichtungen der
Sozial=
verſicherung hinauslaufen. Auch die Reformporſchläge zur
Kranken=
verſicherung ſind von dieſer Tendenz keineswegs frei.
Die Vorſchläge des Hauptverbandes auf organiſatoriſchem
Gebiet erſtreben nicht nur eine weitgehende Zuſammenfaſſung der
Ver=
ſicherungsträger (durch Zuſammenlegung der Ortskrankenkaſſen im
Be=
zirk eines Verſicherungsamtes in eine einzige, erſchwerte Errichtung
neuer Kaſſen, Schließung ſolcher Kaſſen, die eine Mindeſtmitgliederzahl
nicht erreichen, erleichterte Auflöſung von Betriebs= und
Innungs=
krankenkaſſen), ſondern auch die Zuſammenfaſſung aller Kaſſen im
Be=
zirk eines Verſicherungsamtes zu einem Zwangskaſſenverband mit dem
Ziel der Zentraliſation in einen Zwangskaſſenſpitzenverband für das
ganze Reich, der mit beſonderen Aufſichts= und Ueberwachungsbefugniſſen
ausgeſtattet werden ſoll.
Wir ſind keineswegs davon überzeugt, daß dieſe doppelte
Konzen=
tration, die „der Zuſammenfaſſung der finanziellen Kräfte, dem
Laſten=
ausgleich und der Vereinfachung der Verwaltung” dienen ſoll, auch
wirklicheine fortſchrittliche Entwicklung des
Kran=
kenkaſſenweſens bedeutet. Es will uns ſcheinen, als ob
die bei der Schaffung großer Kaſſen mit Sicherheit zu erwartenden
Nachteile nicht annähernd genügende Beachtung bei der Aufſtellung der
Vorſchläge gefunden haben. Die Erfahrung lehrt, daß bei großen Kaſſen
das beſondere perſönliche Intereſſe des Verſicherten und ſein
Verant=
wortungsgefühl gegenüber der Einrichtung verloren geht, die Kaſſe ſelbſt
ſich ſehr viel weniger, als es bei kleineren Inſtituten möglich iſt, den
individuellen Bedürfniſſen der einzelnen Verſicherten anpaſſen kann,
die unumgänglich notwendige Kontrolle ſehr viel ſchwieriger wird, der
Verwaltungskoſtenanteil an den Geſamtausgaben ſteigt und ſchließlich
die Bürokratiſierung zunimmt, Begleiterſcheinungen, die weder im
Intereſſe der Verſicherten noch der
Verſicherungs=
träger liegen.
Recht bedenklich erſcheint die Forderung der Erleichterung der
Auf=
löſung von Betriebs= und Innungskrankenkafſen.
Während die Schließung ſolcher Kaſſen nach geltendem Recht nur bei
vorliegend beſonderer Vorausſetzungen möglich iſt, ſehen die Vorſchläge
des Hauptverbandes die Auflöſung ſolcher Kaſſen ſchon dann vor, wenn
die beteiligten Arbeitgeber oder die beteiligten Verſicherten es
verlan=
gen. Dieſer Vorſchlag läuft demnach auf eine Beſeitigung der
Grund=
lagen für die ſichere Führung von Betriebs= und Innungskrankenkaſſen
und damit auf eine möglichſt große Verringerung der Zahl dieſer Kaſſen
hinaus, ein Beſtreben, das angeſichts der beſonderen Vorzüge der
Be=
triebskrankenkaſſen (größere Leiſtungsfähigkeit bei geringeren Beiträgen
und billigerer Verwaltung, engere Verbundenheit der Verſicherten mit
dem Betrieb) zweifellos eine Verſchlechterung der
Kran=
kenverſicherung zur Folge hätte.
Ebenſowenig wie Vorſchläge zur Konzentration der Kaſſen zu
größe=
ren Einheiten können die Forderungen auf zwangsweiſe
Zuſammen=
faſſung der aſſen zu Kaſſenverbänden und ihre zwangsweiſe
Ein=
gliederung in den mit ſtarker Zentralgewalt ausgeſtatteten
Hauptkaſſen=
verband befriedigen. Der ſeitherige freie Zuſammenſchluß der
Kaſſen trug den Bedürfniſſen durchaus Rechnung und ließ der
Entfal=
tung geſunder Selbſtverwaltung den notwendigen Spielraum. Die
Bildung von Zwangskaſſenverbänden iſt deshalb organiſch nicht
begrün=
det. Angeſichts der Tatſache, daß die Spitzenverbände der Kaſſen
ſeit=
her mit dem Reichsarbeitsminiſterium in enger Fühlung ſtehen und dem
Neichswirtſchaftsrat eine weitgehende Mitwirkung beim
Zuſtandekom=
men ſozial= und wirtſchaftspolitiſcher Geſetze eingeräumt iſt, muß das
Verlangen nach der Errichtung eines beſonderen Zentralausſchuſſes,
der u. a. bei der Vorbereitung von Geſetzentwürfen, die das
Aufgaben=
gebiet der Krankenverſicherung berühren, tätig werden ſoll, als
über=
flüſſig bezeichnet werden.
Hinſichtlich des Umfanges der Verſicherung ſchlagen die
Leitſätze die Einbeziehung eines großen Kreiſes des ſelbſtändigen
Mittel=
ſtandes unter gleichzeitiger Erhöhung der Jahresverdienſtgrenze von
3 600— auf 6000— Mk. vor. In der Erhebung dieſer Forderung liegt
die völlige Verkennung des urſprünglichen Zweckes der ſtaatlichen
Kran=
kenverſicherung, die nur dem wirtſchaftlich ſchwachen Arbeitnehmer, der
nicht aus eigenen Mitteln in der Lage iſt, für Krankheitsfälle Vorſorge
zu treffen, Sicherungsmaßnahmen für die Erhaltung und
Wiederge=
winnung ſeiner Geſundheit in die Hand geben will. In richtiger Er=
kenntnis, daß es ſich um fehlgehende Vorſchläge handelt, hat eine Reihe
mittelſtändiſcher Organiſationen gegen dieſe ſtaatliche Entmündigung
der Selbſtändigen lebhaft proteſtiert. Auch unter Berückſichtigung des
eingangs über die Velaſtung der Wirtſchaft Geſagten muß ſolchen
Plänen widerſprochen werden.
Die Vorſchläge zur Rationaliſierung der Leiſtungen enthalten
einige Forderungen, denen man unbedenklich zuſtimmen kann:
Obliga=
toriſche Einführung einer Wartezeit von 3 Tagen, Neuordnung des
kaſſenärztlichen Dienſtes, wobei allerdings eine Zerreißung der
kaſſen=
ärztlichen Tätigkeit in rein behandelnde und gutachtliche zu vermeiden
wäre, beſſere Verzahnung von Arbeitsloſen= und Krankenverſicherung
zum Schutz der Krankenverſicherungsträger. Nicht gutgeheißen werden
kann aber wegen der zu erwartenden Mehrbelaſtung die geſetzliche
Feſt=
legung der Gewährung von Krankenpflege auf die Dauer von 59
Wochen, da durch die Möglichkeit der Erweiterung der Dauer der
Kran=
kenpflege durch Satzungsbeſtimmungen den ſozialen Bedürfniſſen
genü=
gend Rechnung getragen wird. Auch der Umwandlung von
ſatzungs=
mäßig vorgeſehenen Mehrleiſtungen in Regelleiſtungen durch
Gewäh=
rung von Hausgeld bei Krankenhaus= uſw. Pflege iſt aus dem gleichen
Grunde nicht zuzuſtimmen. Bedauerlich iſt, daß in den Vorſchlägen des
Hauptverbandes die in den Leitſätzen des Vorjahres enthaltenen
An=
ſätze zur Bekämpfung ungerechtfertigter Inanſpruchnahme der Kaſſen
durch die Verſicherten fallen gelaſſen wurden. Damals war vorgeſchlagen,
daß Krankengeld nur an ſolche Kranke zu gewähren ſei, deren
Arbeits=
unfähigkeit objektiv nachweisbar iſt, und daß arbeitsfähige Kranke
an den Arzt=, Arznei= und Heilmittelkoſten bis zu einem Viertel
be=
teiligt werden ſollen. Der Wegfall dieſer Vorſchläge bedeutet eine
be=
trächtliche Verſchlechterung.
Maßgebend für eine Rationaliſierung der Leiſtungen iſt
ſelbſt=
verſtändlich ihre Anpaſſung an die ſozialen Bedürfniſſe, wobei an der
Leiſtungsfähigkeit der Wirtſchaft, von der die Leiſtungsfähigkeit der
Verſicherungsträger in hohem Grad abhängt, nicht vorübergegangen
wer=
den darf. Berückſichtigt man nun, daß der Geſundheitszuſtand der
deutſchen Bevölkerung ſeit der Ueberwindung der Inflation
erfreulicher=
weiſe günſtiger geworden iſt, und daß ein weſentlicher Teil des
Auf=
gabenbereichs der Krankenverſicherungsträger, nicht nur darin beſtehr,
einen eingetretenen Schaden zu erſetzen, ſondern durch
Vorbeugungs=
maßnahmen den Eintritt eines Schadens zu verhindern, ſo hätte man
annehmen ſollen, daß die Ausgaben in der Krankenverſicherung
ver=
ringert und infolgedeſſen die Beiträge herabgeſetzt worden wären.
Tat=
fächlich iſt aber das Gegenteil der Fall. Die Ausgaben
der Krankenverſicherung ſteigen ſeit 1924 fortgeſetzt.
1913 1924 1925 1926 1927
Sie betrugen 0,6 10 15 16 18 Milliarden Mark
Entſprechend den Ausgaben ſind auch die Einnahmen und damit die
Beiträge geſtiegen. Wir haben den Jahresberichten einiger
Ortskranken=
kaſſen entnommen, wie ſich der jährliche Beitrag pro Mitglied im Lauf
der Jahre geſtaltet hat:
Jährlicher Beitrag pro Kopf in Mark:
1913 1914 1924 1925 1926 1927 1928
40,6 B/41 7437 97,/42 105,88 11102 117.93
Frankfurt a M.
Darmſtadt=Stadt
34,50 35,00 52,60 69,00 8000
Darmſtadt=Land
36,50 52,26 66,75 7771 8494 9784
Ortskrankenk. i. Reich . — 33,40 5383 6623 7006 7767 2.
Die Erhöhung des Beitragsſatzes, wie ſie aus der vorſtehenden Tabelle
erſichtlich iſt, beruht auf der fortwährenden Verſchiebung der
Berech=
nungsgrundlagen, d. h. auf der Erhöhung der Prozentſätze des
Grund=
lohns. Hierüber mag die folgende Ueberſicht Aufſchluß geben:
Höhe der Beitragsfätze in Prozenten des
Grundlohnes.
Prozentuale Verteilung der Kaſſen auf die einzelnen Erhebungsklaſſen:
Während vor dem Krieg die Mehrzahl der Krankenkaſſen Beiträge
von nur 2—3 Prozent des Grundlohns erhoben (für die Dauer des
Kriegs waren die Beiträge auf 4½ Prozent des Grundlohns feſtgeſetzt),
liegt im Jahre 1929 bei rund 75 Prozent aller Ortskrankenkaſſen der
Beitragsſatz zwiſchen 6 und 71. Prozent des Grundlohns. (Der
Bei=
tragsſatz bei der Allgemeinen Ortskrankenkaſſe Darmſtadt=Stadt iſt ſeit
1. April 1929 von 7 auf 7½ Prozent des Grundlohns erhöht worden.)
In dieſem Zuſammenhang ſei noch auf die Entwicklung der
Krank=
heitsziffern bei drei Ortskrankenkaſſen hingewieſen, die darauf hindeuten,
daß mit einem weiteren Anſteigen der Ausgaben in der
Krankenver=
ſicherung zu rechnen iſt, wenn nicht grundlegende Aenderungen
eintreten:
Auf 100 Mitglieder kommen Krankheitsfälle
1914 1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1938
Verlin
39,3 486 500 53,5 399 477 59,8 479 66,7
542 870 488 670 66,8
Frankfurt a. M.
Darmſtadt=Land
624 643 530 66,0 700
O. K.K. im Reich 2 2 2 2 2 420 52 49 53 2
Angeſichts des vorerwähnten Umſtandes, daß ſich der
Geſundheits=
zuſtand unſerer Bevölkerung im allgemeinen ſeit 1924 erheblich gebeſſert
hat, iſt die Zunahme der Krankheitsfälle, die aus der vorſtehenden
Ta=
belle deutlich erkennbar iſt, recht bedenklich.
Eine Reform unſerer Krankenverſicherung kann an den im Rahmen
eines Zeitungsartikels nur kurz ſtreifbaren Entwicklungsergebniſſen nicht
vorübergehen. Ihre Aufgabe müßte es ſein, den Urſachen ſolcher
Er=
ſcheinungen nachzugehen und dabei ſicher aufdeckbare Mängel zu
be=
ſeitigen.
*) Die Angaben für 1929 ſind der Nr. 31 der „Deutſchen
Kranken=
keſſe” entnommen.
Evangeliſche Volksfeier
Sonntag, den 18.
Orangeriegarten.
Auguſt, ab 3 Uhr nachmittags, im
Eintritt 30 Pfg. Kinder die Hälfte.
131141
— Verkehrsunfälle. Am Donnerstag lief einem Motorradfahrer am
Schloß eine noch unbekannte Perſon ins Motorrad. Der Fahrer lenkte
zur Seite und verletzte dabei einen 13jährigen Jungen leicht am Bein.
Der Junge kam ins Krankenhaus.
— Aufgeklärte Woogsdiebſtähle. Seit einer Reihe von Wochen
wur=
den am Woog Diebſtähle verübt. Als Täter wurden jetzt zwei Schüler
im Alter von 12 und 13 Jahren ermittelt.
Größte Auswahl
Fachmännische
Bedienung
BüOte
Aple
Hacder änbl.
Ernst-Ludwigstr. 14
Tel. 2140 (6617a
Tagesordnung zur Sitzung des Stadtrats am Donnerstag,
22. Auguſt, 17 Uhr, im Rathaus: 1. Umſtellung der Müllabfuhr auf
Autobetrieb; hier die Beſchaffung von Müllautos nebſt den zugehörigen
Lehrrichttonnen (Berichterſtatter: Stadtratsmitglied Haury). 2.
Her=
ſtellung eines Kanals in der Darm= und Beckſtraße und Ueberpflaſterung
der chauſſierten Fahrbahn mit Kleinpflaſter in der Beckſtraße zwiſchen
Landgraf=Georg=Straße und Soderſtraße (Stadtratsmitglied Haury).
3. Errichtung einer Wohnhausgruppe Ecke Heidelberger und
Landskron=
ſtraße (Stadtratsktglied Hummel). 4. Errichtung eines Hundeaſyls
auf dem ſtädtiſchen Anweſen Heidelberger Straße 150 (Stadtratsmitglied
Haury), 5. Ausbau des ſtädtiſchen Baublocks am Oſtbahnhof (
Stadt=
ratsmitglied Walbe), 6. Erlaß eines Nachtrags zur neuen
Ortsbau=
ſatzung (Stadtratsmitglied Walbe), 7. Bebauungsplan für das
ehe=
malige Bahngelände zwiſchen Holzhofallee und Beſſungerſtraße (
Stadt=
ratsmitglied Haury), 8. Bebauungsplan; für den Speſſartring vom
Fiedlerweg bis zur Sportplatzanlage (Stadtratsmitglied Walbe). 9.
Be=
ſtimmung eines weiteren ſtändigen ſtellvertretenden Vorſitzenden des
Verſicherungsamtes (Oberbürgermeiſter Mueller). 10. Antrag auf
Genehmigung zur Aufſtellung eines von den Freunden der Werke des
Dichters zu ſtiftenden Niebergallbrunnens (Stadtratsmitglied Walbe).
aist ne neeksttere!
Fulekseiei
Kaif Matt, au
O1
0
Eine Mutter schreibt uns: Uh MhAuften Fraunheing das Mader Waihe 9. W kaer Kntz.
(rsduf kwaderte Wrskag W aushank Miſt zir Witkag zus de4
4 Wfir Manikr lnt tif Meramtar i Hannn UR Ne Haur ton fü2
Muf für e Wrsraäuka Hwen Waffe den fr Mittee dattacn!
Inlmnniten v Bohnskaffen!
1 Pfund 55 Pfennig
Daher nur „Seeligs kandierten Kornkaffeel das gesunde deutsche Familiengetränk
Seite 6
Samstag, den 17. Auguſi 1929
Nummer 227
wiln Hauenſein.
der zurzeit im „Helia” ſeine Künſte zeigt, darf wirklich als ein
Jongleur=Genie a la Raſtelli angeſprochen werden. Gleich dieſem
jongliert er fabelhaft ſicher mit einem und mehreren
Gummi=
bällen, fängt ſie in jeder Stellung auf einſachen Holzſtäbchen auf,
läßt ſie auf dem Kopf, auf Naſe und Wange und ſchließlich über
den ganzen Körper ſpazieren und bringt ſie im Wurf aus dem
Zuſchauerraum mit erſtaunlicher Geſchicklichkeit in Balance. Nicht
genug damit, jongliert der Meiſter auf ſeinem Gebiete mit
meh=
reren Holzſtäben, mit Holzringen, einem anſehnlich großen,
recht=
eckig gerahmten Bilde und ſchließlich gar mit einem
Kleiderſtän=
der. Dank ſeiner körperlichen Gewandtheit arbeitet er ebenſo
ſicher auf dem Boden wie auf einem großen Gummiball ſtehend,
bietet ſeine Kunſtſtücke ſo liebenswürdig und elegant dar, daß
ſie eine Spielerei für ihn zu ſein ſcheinen. — Und doch weiß das
Publikum ſeine Kunſt zu ſchätzen, jeder fühlt, daß ihm keines
der vielen Jongleurſtücke gelingen würde. Willy Hauenſtein
bildet bei jeder Vorſtellung „die Attraktion”, wird ehrlich
be=
wundert und erhält oft ſpontan wohlverdienten und rauſchenden
Beifall.
— Die Direktion der Kunſtſammlungen des Landesmuſeums teilt
mit, daß in letzter Zeit häufig Anfragen an ſie gerichtet werden,
wes=
halb das Kupferſtichkabinett ſeit 3½ Monaten ohne Ausſtellung ſei.
Der Ausfall der Ausſtellungen iſt lediglich auf Erkrankung im
tech=
niſchen Perſonal zurückzuführen, es kann jedoch jetzt ſchon mitgeteilt
werden, daß für September und Oktober eine moderne Photo=Schau
vorgeſehen iſt an welcher ſich außer dem berühmten Renier=
Patzſch die Darmſtädter Photographen Collmann und van der
Smiſfen beteiligen werden. Ferner ſoll in den Wintermonaten eine
Ausſtellung alter Stoffe und Gewebe und eine programmatiſche
Aus=
ſtellung der Handzeichnungen von 3—4 modernen Malern ſtattfinden.
— Die evangeliſchen Kirchengeſangvereine der Stadt haben
am morgigen Samstag abend 8 Uhr im Gemeindehaus der
Kies=
ſtraße eine gemeinſame Probe, um die Chöre des Maſſenchors noch
einmal durchzuſingen, die am Sonntag nachmittag bei dem
evan=
geliſchen Volksfeſt des Evangeliſchen Bundes im Orangeriegarten
geſungen werden ſollen. Alle Mitglieder aller evangeliſchen
Kirchenchöre der Stadt werden freundlichſt eingeladen, ſich an der
Probe und dem Maſſenchor zu beteiligen. Es ſollen als
Maſſen=
chor geſungen werden „Erhalt uns Herr” und „Nun lob” meine
Seel”, zwei Lieder, die allen Gliedern der Chöre bereits bekannt
ſind. Es darf erwartet werden, daß alle Chöre der Stadt ſich
mög=
lichſt vollzählig beteiligen.
— Seinen 88. Geburtstag feiert am kommenden Sonntag Herr
Schuhmachermeiſter Chriſtian Hartmann. Fuhrmannſtraße 10. In
voller körperlicher und geiſtiger Friſche, iſt er mit ſeinem geſunden
Humor im ganzen Martinsviertel unter den noch lebenden Alten”
eine der bekannteſten Perſönlichkeiten, weshalb ſich an ſeinem
Geburts=
tag zahlreiche Freunde und Kriegskameraden von 1866 und 1800/71 bei
ihm einfinden werden. Daß er gleichzeitig ſchon 54 Jahre im gleichen
Hauſe wohnt, iſt mit ein Beweis für ſeine menſchlich=liebenswürdigen
Eigenſchaften.
— Die Lehrlingshaltung im hefſiſchen Wagnergewerbe. Im
Einver=
nehmen mit dem Wagnergewerbe und mit Genehmigung des Miniſters
für Arbeit und Wirtſchaft werden die ſeither geltenden
Höchſtzahly=
ſchriften im heſſiſchen Wagnergewerbe wie folgt geändert: Ein Me”
der in der Regel keine Geſellen beſchäftigt, darf nur einen Lehrling
ten und einen zweiten erſt dann einſtellen, wenn ſich der zuerſt
nommene Lehrling im zweiten Lehrjahre befindet. In Betrieben, u
denen Geſellen beſchäftigt werden, kann auf je zwei Geſellen ein
Lehr=
ling mehr eingeſtellt werden. Die Höchſtzahl iſt drei Lehrlinge.
Lokale Veranſtalkungen.
— Schloß=Kaffee. Heute abend findet im Schloß=Kaffee
Ge=
ſellſchaftsabend mit Tanz ſtatt.
— Heute abend findet im Wiener=Kronenbräu=Keller
ein Sonderkonzert der Neu=Iſenburger Feuerwehrkapelle unter Leitung
ihres eigenen beliebten Kapellmeiſters ſtatt. (Siehe Anzeige.)
—Verein ehem 117er; Darmſtadt. Der Verein
betei=
ligr ſich mit Fahne am Sonntag, den 18. Auguſt, an der Gravelottefeier
der vereinigten Darmſtädter Krieger= und Militärvereine auf dem
Fried=
hof an der Nieder=Ramſtädter Straße. Zuſammenkunft am Portale des
Friedhofs. Zahlreiche Beteiligung erwünſcht.
—Brauerei Schul. Heute Samstag= und morgen Sonntag=
Abend finden in der Brauerei Schul wieder Künſtlerkonzerte, ausgeführt
von einem Enſemble des Stadtorchoſters, ſtatt. (Siehe Anzeige.)
—Schuls Felſenkelle. (Dieburger Straße 85). Heute
abend findet ein Künſtlerkonzert in Schuls Felſenkeller, ſtatt. Ein
Enſemble des Stadtorcheſters wird mit einem gediegenen
abwechſlungs=
reichen Programm aufwarten, (S. Anz)
— Im Hotel Prinz Heinrich findet heute Samstag und
morgen Sonntag abend Gartenkonzert mit Tanz ſtatt. Der Beſuch wird
beſtens empfohlen. (S. Anz.)
Kunfknokitzen.
Ein großer Betrugsprozeß.
Bp. In zweitägiger Verhandlung beſchäftigte ſich das
Bezirks=
ſchöffengericht mit der „Deutſche Eugenik G. m. b. H. Groß=Gerau”
wegen fortgeſetzten Betrugs, Vergehens gegen das Geſetz über die
Ge=
ſchlechtskranßheiten, Verſtoß gegen die Gewewbeordnung und Wuchers.
Der Hauptangeklagte iſt der frühere Friſeur und Zahntechniker M.
von Groß=Gerau, der von der Firma Gruber in Breslau allerlei
Natur=
heilmittel vertrieb. Er hatte zu dieſem Zweck Reiſende eingeſtellt und
dieſe nach Gründung der „Eugenk G.m.b.H.” als Geſellſchafter
figu=
rieren laſſen. Bei, den Mitteln handelt es ſich um „Halmi”=Tee,
„Halmi” flüſſig und Dr. Hallers Spezial=Kräutertee.
Die Reiſenden — Frl. O. von Groß=Gerau, Frl. K. von Offenbach,
Frau R. und der Ehemann R. und weiter N. von Frankfurt —, die ſich
ebenfalls auf der Anklagebank befanden, zogen ins Land hinaus und
boten die Mittel den Leuten an. Dabei gaben ſie vor, daß zunächſt eine
Urinunterſuchung erforderlich ſei, um das Leiden genau feſtſtellen zu
können, und darnach würden die Mittel zuſammengeſetzt. In
Wirklich=
keit aber waren die Mittel fertig und ſtellte — wie aus deer Verhandlung
hervorging — dieſe ſogenannte Urinunterſuchung nur eine
Ueberrum=
pelung der Leute dar, um ſie für den Ankauf der nicht billigen Mittel
gefügig zu machen. In allen Fällen ließen ſich die Reiſenden 25 Proz.
des Betrages anzahlen, der zugleich die Proviſion für die Reiſevertreten
barſtellte. Eine Urinunterſuchung ſtellte ſich auf 5 Mk., Halmi auf
12 Mk. Vielfach kamen die Mittel früher an als die Urinunterſuchung,
und ſo wurden die Patienten mißtrauiſch und ließen die beſtellten Sachen
zurückgehen. Schließlich wurden Anzeigen gemacht, und die
Staats=
anwaltſchaft ging gegen die Fiuma vor, ſo daß ſeit 3. Januar 1939 der
Betrieb ruht. In den 9 Monaten wurden etwa 1500 Beſtellungen
ge=
tätigt.
Für die Verhandlung waren nicht weniger als 40 Zeugen aus Groß=
Umſtadt, Erfelden, Gimbsheim, Ginsheim, Frankfurt, Groß=Zimmern,
Stockſtadt, Biſchofsheim, Gundernhauſen, Trebur und Egelsbach
ver=
nommen, erkrankte Zeugen wurden in ihrer Heimatgemeinde
kom=
miſſariſch vernommen. Weiter waren drei Sachverſtändige
Eaufmän=
niſcher, Ghemiſcher und mediziniſcher) geladen.
Die Zeugen bekundeten, in welcher Weiſe die Reiſenden bei dem
Vertrieb vorgingen. Das Mittel ſollte zu allen möglichen Kranpheiten
gut ſein und wurde nicht zuletzt gegen Weißfluß Menſtruationsſtörungen
uſw. angeboten. Der größte Teil der Zegen bekundete weiter, daß ſie
der Anſicht waren, daß eine Urinunterſuchung erforderlich ſei, um die
Mittel darnach zuſammenzuſtellen.
Die Reiſenden traten mit großer Sicherheit für den Wert der von
ihnen vertriebenen Mittel ein, ſtellen aber in Abrede, die
Zuſammen=
ſetzung der Mittel von der Urinunterſuchung gbbängig gemacht zu haben.
Vielmehr wollen ſie dieſe Unterſuchung für die Kranken als nötig
befun=
den haben, um bei einer Behandlung durch Aerzte (und darin liegt ein
großer Widerſpruch) gleich die richtige Krankheit feſtſtellen zu können.
Der Lieferant Gruber=Breslau hat von dort aus die Beſtellungen
ausgeführt, die Uninunterſuchungen wurden in Berlin vorgenommen.
Er ſetzt ſich für die von Dr. Haller erfundenen Präparate warm ein,
deren Wert von Hunderten von Aerzten anerkannt ſei.
Der kaufmänniſche Sachverſtändige, Dipl.=Gandelslehrer
Schult=
heiß=Darmſtadt, kommt auf Grund der Berechnungsunterlagen,
die ihm vom Hauptangeklagten M. zur Verfügung geſtanden, zu dem
Ergebnis, daß eine weſentliche Ueberteuerung der angeprieſenen Mittel
vorläge. Mit allen Speſen dürfte ein Verkaufspreis von 8—8,50 Mk.
angemeſſen ſein, nicht aber 12 Mk.
Der chemiſchen Sachverſtändige Dr. Hch. Willecke vom chemiſchen
Unterſuchungsamt Frankfurt, hat die Mittel unterſucht und feſtgeſtellt,
daß ſie aus der ſogenannten Vogelbeere, eine Ebereſchenart (orbus
oeuparia), hergeſtellt ſind, das Kilo ſtehe ſich in Deutſchland auf 1.30 Mk.
und bei größerem Bezug auf 1 Mk. Die Vogelbeere, die bei uns zu
Vogelfutter Verwendung findet, ſei als altes Volksmittel bekannt. Sie
komme auch vor in Polen, Bulgarien, Belgien, Böhmen.
G wendet ſich gegen die Ausführungen bezüglich des Preiſes. Er
iſt erſtaunt darüber, daß es dem chemiſchen Sachverſtändigen gelungen
ſei, die Frucht feſtzuſtellen. Er beziehe ſie aber waggonweiſe aus
Italien, und zwar werde ſie dort elektriſch getrocknet und gemahlen, und
da ſtelle ſich beim Waggonbezug das Kilo allein auf 8 Mk.
Als mediziniſcher Sachverſtändiger bekundet Dr. Schmidt Gr=
Gerau) die Bezeichnung „Eugenik”, die die Firma führe, habe damit
nichts zu tun. Eugenik bedeute, die Raſſe rein zu halten. Die Firma
aber wolle unter Umgehung der geſetzlichen Vorſchriſten durch
Hinaus=
ſendung von Reiſenden Mittel prtreiben, was herboten ſei. Die
Geſell=
ſchaft habe mit Medizin und Heilmethode wenig zu tun. Leute werden
auf die Menſchheit losgelaſſen, die Männer und Frauen überrumpeln
und überreden. Dfe Angeklagten geben ſelbſt zu, daß ſie nicht in der
Lage ſind, eine Diagnoſe zu ſtellen, ihre Kenntniſſe ſtützen ſich auf ihnen
überlaſſene Proſpekte. Eine Arinunterſuchung ſei an ſich lobenswert,
dagegen ſei nichts einzuwenden. Die ſogenannten Unterſuchungen, die
aber hier gemacht wurden, ſeien vollſtändig zwecklos, da ſie für dem
Patienten völlig unverſtändlich ſind, für das Mittel aber nicht von
Ein=
fluß ſind. Dabei ſei fraglich, ob überhaupt die Urinunterſuchung in die
ſer Weiſe angängig ſei, große Unterſchiede ſeien bei Tag= oder
Nacht=
urin, auch je nach der genoſſenen Koſt veränderlich. Er wundert ſich
daß von den 1500 Beſtellern nicht noch mehr gekommen ſeien, die auf das
Mittel ſchwören. Jedes verordnete Mittel habe einen gewiſſen ſugge,
ſtiven Wert. Wie weit „Halmi” Heilwert habe, könne man nicht genau
ſagen. Die Vogelbeere ſei als altes Heilmittel, wie ſchon der chemiſche
Sachverſtändige betonte, bekannt, aber als Allheilmittel gegen alle
Krankheiten — wie ſie auf dem Proſpekt verzeichnet ſind, könne ſie auf
keinen Fall bezeichnet werden. Heilmittel und Arzneien können — wie
durch die Gewerbeordnung feſtgelegt — nur durch Apotheken bezogen
werden. Es ſei alſo die Frage zu prüfen, ob man es hier mit einem
Kräftigungsmittel zu tun habe, dann ſei der Vertrieb frei. Für Halmi=
Tee könne man dies — den freien Handel —, da eine Miſchung ja nichn
vorhanden, bejahen, fraglich ſei es aber bei Halmi flüſſig. Verwerflich
ſei die Art und Weiſe, wie den Leuten die Sachen aufgeſchwätzt wurden.
Unter Umſtänden ſei dadurch eine ſachgemäße Behandlung verzögert
worden und eine nunmehrige Heilung eines Kranken vielleicht über
haupt nicht mehr möglich.
Der Staatsanwalt beleuchtete ſodann zunächſt die „
Geſell=
ſchaft” und das Geſchäftsgebaren des Hauptangeklagten M. Ein Verſtoß
gegen das Geſetz über die G. m. b. H. liege unter allen Umſtänden vor
da im Protokoll angegeben ſei, das ein Viertel der Geſchäftsanteile
ſei=
tens der Geſellſchafter eingezahlt ſei, was nicht der Fall war. Hierauf
beleuchtete er im einzelnen die Reiſevertreter, von denen R. am brutal
ſten vorgegangen ſei. Er ſowohl als auch die Angeklagten K. und O.
haben die Zuſammenſetzung des Mittels von der Urinunterſuchung
ab=
häugig gemacht, bei N. konnte dies nicht feſtgeſtellk werden, während
bei Frau R. die Beweiſe für eine Verurteilung nicht ausreichen. Er
beantragt daher, Frau R. freizuſprechen. R. der wegen Betrugs rüch
fällig iſt, ſei mit 6 Monaten zu beſtrafen, alle übrigen ſollen Geldſtrafen
erhalten, deren Höhe er in das Ermeſſen des Gerichts ſtellt, deren Höhe
aber ein abſchreckendes Beiſpiel ſein müſſe, weil die Leute in brutaler
Weiſe übertölpelt wurden und zum Unterſchreiben von Beſtellſcheinen
veranlaßt wurden, deren Inhalt ihnen nicht bekannt oder uwerſtänd
lich war. In dem Preis der verkauften Mittel ſei unter allen Umſtäm
den eine Vermögensſchädigung der Betroffenen zu erblicken. Der
An=
geklagte M. ſei gewiß von ſtarkem Idealismus beſeelt geweſen, wenn
er auch in ſkrupelloſer Weiſe ſeinem Vorteil gelebt hat.
Nur die Zeugin K. hatte einen Verteidiger beſtellt, der für dieß
Freiſprechung ſeiner Mandatin eintrat. Er betonte, daß das Mädchenl
ſich in Holland einen Notpfennig verdient hatte und dieſes Geld zumſ
Eintritt in die Geſellſchaft verwendet habe, um ſich eine Exiſtenz zul
verſchaffen. Sie habe ſich vorher entſprechend erkundigt und geglaubt
nunmehr weiterzukommen.
Das Gericht kam zu folgendem Urteil:
Der Angeklagte M. wird wegen fortgeſetzten Betrugs und
Vergehens gegen das Geſetz über die Geſellſchaft m. b. H. zu Geld=)
ſtrafen von 400 und 100 Mark verurteilt.
Der Angeklagte R. wird wegen fortgeſetzten Betrugs im
Rückfall zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, ihm aber
anheimgegeben, ein Gnadengeſuch einzureichen.
Der Angeklagte N. wird zu 100 Mark, die weiblichen
Angeklagten O. und K. werden zu je 50 Mark Geldſtrafe ver
urteilt, und die Ehefrau R. wird freigeſprochen.
Bei R., D. und K. kommt bei der Strafzumeſſung Vergehen gegenl
das Geſetz über die Bekämpfung der Geſchlechtskrankheiten neben for!
geſetztem Betrug in Betracht.
In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, daß der Angeklagte
M. ſehr wohl gewußt habe, daß Halmi den Erfolg nicht haben konnte,
wie er ſeine Reiſenden arbeiten ließ. Die Urinunterſuchungen ſeien
vorgetäuſcht worden, daß ſie erforderlich wären, um die Zuſammen!
ſetzung der Mittel je nach der Krankheit vorzubereiten. Auf jeden Fall
liege bei einigen Angeklagten, die auch darnach verurteilt wurden, ein
Vergehen gegen das Geſetz über die Bekämpfung der Geſchlechtskrank
heiten vor. Bei M. liegt weiter ein Vergehen gegen das Geſetz über
die Geſellſchaft m. b. H. vor. N. mußte mit Gefängnis beſtraft wer
den, weil er wegen Betrugs mehrfach vovbeſtraft iſt. Straferſchwerent
wurde angeſehen, das gemeingefährliche Vorgehen der Angeklagten, die
die Patienten einer geordneten Behandlung entzogen haben. Soweit
Verurteilung erfolgte, tragen die Angeklagten, ſonſt die Staatskaſſ
die Koſten. Die Frage über Verſtoß gegen die Gewerbeordnung Wan
derbetrieb) wurde wegen Verjährung nicht weiter erörtert, die Beſtra
fung wegen Wuchers iſt in den Betrugsparagraphen enthalten.
Aus Heſſen.
Aeber Werite, Künſtier oder künftleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtehenden Crwähnung
geſchleht, behält ſch die Redaktion ihr Urtel vor.
— Zu dem Rezitationsabend „Hölle” am 18. Auguſt im
„Fürſtenſaal ſei einiges vorausgeſchickt. Ein ehemaliger höherer
deut=
ſcher Offizier wurde von einem deutſchen Gericht wegen angeblichen
Ver=
rats militäriſcher Geheimniſſe zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Der Rezitator Herr Rolf Ariſto wird in ſeinem Vortrag am 18. 8.
dieſe Geſchichte erzählen. Der Vortrag ſchildert die Eindrücke, welche
der Offizier beim Betreten ſeines Gefängniſſes hatte. Er hat die
Ge=
dichte, welche er „Hinter ehernen Toren”, Lieder aus dem Inferno,
be=
titelt, der Oeffentlichkeit übergeben. (Siehe Anz.)
Tageskalender für Samstag, den 17. Auguſt 1929.
Orpheum, 20.15 Uhr: Du oder keine‟. —
Sommerfrei=
lichtbühne, Dir. D. Stey, 15½ Uhr und 20½ Uhr auf dem
Mercksplatz am Schwimmbad. — Konzerte: Schloßkaffee Hotel
Schmitz, Kaffee Oper, Sportplatz=Reſtaurant. Kaffee Ganßmann,
Alte Poſt. Bismarckeck. Hotel Prinz Heinrich, Waldſchlößchen, Kaffee
Jöſt. — Wiener Kronenbräukeller, 20 Uhr: Konzert.—
Herrngartenkaffee, 16 und 20 Uhr: Konzert. — Schuls
Felſenkeller, 20 Uhr: Konzert. — Brauerei Schuk,
30 Uhr: Konzert. — Kinovorſtellungen: Helia, Union=
Pheater. — Mathildenhöhe, 10 bis 18 Uhr: Ausſtellung
„Der ſchöne Menſch”.
f. Roßdorf, 16. Aug. Meſſerhelden. Zwei junge Burſchen
von hier gerieten, auf dem Nachhauſeweg vom Wirtshaus, in ſpäter
Abendſtunde auf der Ortsſtraße in einen Wortwechſel, der ſchließlich zu
einem heftigen Streit führte. Hierbei verſetzte der eine der jugendlichen
Unholde dem anderen zwei Meſſerſtiche, die ſofortige ärztliche Hilfe
not=
wendig machten. Die polizeiliche Unterſuchung iſt eingeleitet.
* Crumſtadt, 16. Aug. Der Frankfurter Karl Böttcher verübte im
Hauſe des hieſigen Landwirts Gangnagel einen Einbruch. Er ließ ſich
von der allein im Hauſe weilenden Bauersfrau zuerſt gründlich
bewir=
ten und ſtahl, während ſie auf einige Minuten das Haus verleiß, aus
der Kommode 30 Mark und eine größere Portion Wurſt. Der
Dieb=
ſtahl wurde ſofort entdeckt, und der Einbrecher konnte dingfeſt gemacht
werden. Eine erneute Warnung an alle, die den „armen” Bettlern
allzu bertrauensſelig entgegenkommen.
Bei Erkältungskrankheiten, Rheuma, Gicht, 3
s=
chias, Nerven= und Kopfſchmerzen, haben ſich Togal=Tabletten
her=
vorragend bewährt. Lt. notarieller Beſtätig, anerkennen über 5000
Aerzte die hervorragende Wirkung des Togal. In mehreren hundert
ärztlichen Berichten wird neben prompter Wirkung beſonders die
Unſchädlichkeit hervorgehoben! Togal kann daher mit vollem
Ver=
trauen genommen werden. Ein Verſuch überzeugt! Fragen Sie
Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis RM. 1.40.
0,46 Chin. 12,6 Lith, 74,3 Aeld. acet. sal. ad 100 Ampl. (.Mch. 183
G. Ober=Ramſtadt, 16. Aug. Säuglingsfürſorge. Am
Mon=
tag, den 19. Auguſt, nachmittags von 2—3 Uhr, findet im unteren Natl
hausſaal Säuglingsberatungsſtunde ſtatt. — Ernte. Die
Getreide=
ernte iſt hier jetzt zum größten Teil geborgen. Zu Anfang dieſer Woche
hat der Scheunendruſch bei den Landwirten begonnen. Mit dem Kör
nerertrag iſt man im allgemeinen zufrieden.
Ck. Groß=Gerau, 16. Aug. Ein ſtädtiſcher Neubau. Die
Stadt Groß=Gerau läßt am Albrecht=Dürer=Platz ein neues
Vie=
familienwohnhaus errichten. Die Arbeiten hierzu wurden bereits von
heſſiſchen Hochbauamt Groß=Gerau ausgeſchrieben. Die Bedingungel
und Zeichnungen liegen auf dem Hochbauamt während der Dienſtſtunden
zur Einſichtnahme offen. Angebote ſind bis ſpäteſtens Donuerstag
22. Auguſt, beim Hochbauamt einzureichen. — Jahresfeſt. Die
Landeskirchliche Gemeinſchaft Groß=Gerau begeht am Sonntag, den 18
Auguſt, ihr Jahresfeſt. — Im ſtädtiſchen Schwimmbad finde
am Sonntag, den 18. Auguſt, ein großes Schau= und Werbeſchwimmer
der Schwimmabteilung des Turnvereins 1846 Groß=Gerau ſtatt. —
Vo=
dem Amtsgericht Groß=Gerau hatte ſich ein Kraftfahrer au=
Darmſtadt zu verantworten, weil er an ſeinem Kraftwagen unkenntlich
Dienſtſtempel hatte. Er war durch einen Strafbefehl des
Amtsgerichi=
in eine Geldſtrafe von 20 Mark evtl. 4 Tagen Haft genommen worden
ſpeil ihm zur Laſt gelegt wurde, daß er am 19. April 1939 zu Erfelde
feinen Kraftwagen benutzte, ohne das vordere und hintere Kennzeicha
mit einem kenntlichen Dienſtſtempel verſehen zu haben. In ſeinem gegg
dieſen Strafbefehl eingelegten Einſpruch führte der Kraftfahrer aus, dai
er beſtreite, daß die Dienſtſtempel nicht deutlich genug geweſen ſeien, e
ſei mit dieſen Stempeln täglich in Darmſtadt gefahren, ohne daß en
Beamter dort Anſtoß genommen hätte. Durch die Vernehmung de
Zeugen, Hauptwachtmeiſter Schmieder, wurde jedoch feſtgeſtellt, daß die
Stempel ziemlich undeutlich geweſen ſind und den geſetzlichen Vorſchrf
ten nicht entſprachen. Der Kraftfahrer wurde vom Gericht zu eing
Geldſtrafe von 10 Mark verurteilt.
Gicht, Rheuma
Die Urſache der Schmerzen
bei dieſer Krankheit iſt
be=
kanntlich die in feſten
Kriſtal=
len und Nadeln abgelagerte
Harnſäure. Pfarrer
Heu=
manns Gicht= und Rheuma=
Tabletten überführen durch
eine chemiſche Umwandlung
die Harnſalze in eine leicht
lösliche Form, ſo daß ſie der
Körper ausſcheiden kann. Zu
dieſem Zweck wird
gleich=
zeitig die Leber= und
Nieren=
tätigkeit angeregt, alſo ſehr
vielſeitige Eigenſchaften, die
die gründliche und
nachhal=
tige Wirkung des Mittels
erklären.
Erkältung
Hervorragend bewährt ſind
Pfarrer Heumann’s
Thymo=
malt=Tabletten bei allen
Ka=
tarrhen der oberen
Atmungs=
wege, Hals,
Mandelentzün=
dung, Grippe, Heiſerkeit und
Huſtenreiz, ſowohl als
Vor=
beugungsmittel und zum
Schutz vor Anſteckung, wie
auch als Linderungs= und
Heilmittel. Die Wirkung iſt
ſtark keimtötend, zugleich
reizmildernd und
entzün=
dungshemmend. Machen Sie
einen Verſuch mit unſerer
Kleinpackung!
Schmerzlindernd
bei Kopf=und Zahnweh,
Mi=
gräne, Grippe,
Nerven=
ſchmerzen, Rheuma und
Fie=
ber wirken Pfarrer
Heu=
mann’s Braſantabletten, die
trotz ihrer meiſt überraſchend
ſchnellen Wirkſamkeit den
Magen nicht beſchweren. In
keinem Haushalt dürfen ſie
fehlen. Machen Sie einen
Verſuch mit der neuen,
bil=
ligen Kleinpackung!
Gicht- u. Rheumamittel Thymomalt-Tabletten
Brasan-Tabletten
Pfarrer
Heumann
Nr. 33, Tabletten. Packg. Mk. 4.—
M. 34, Fluidh zum Einrelben „ 2.50
Nr. 65. Packunc
.. . Mk. 2.50
N. 652, Kielngsckt
. 1—
Nr. 18. Packung ..."
M. 182, Kleinpackung
Mk. 3.
120
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Pfarrer=Heumann=Buch erhält
jedermann völlig koſtenlos
Gallen= und
Leberleiden
Die Pfarrer Heumann’ſchen
Gallen= und Leberpillen.
bringen die altbekannte
Ol=
kur in eine leicht verdauliche,
gut zu nehmende Form und
verbeſſern ſie durch Zuſätze,
Galle anregen und deren
Stauung verhüten, womit
eine der Haupturſachen.
ſchmerzhafterKolikanfälle
be=
ſeitigt wird. Gleichzeitigwird
die
Verdauungstätigkeitkräf=
tig angeregt.
Gallen- und Leberpillen
Nr. 44, Fackung . .. Mk. 5.50
Huſten,
Lungenleiden
Hier iſt das bewährte Toluſot
Pfarrers Heumann’s am
Platze. Es wirkt nicht nur
ſchleimlöſend,
auswurfbe=
fördernd und ſtark
reizmil=
dernd, ſondern zugleich
appe=
titanregend und allgemein
kräftigend auf die
Atmungs=
welche die Neubildung von organe. Toluſot iſt ein
Dop=
pelpräparat, beſtehend aus
Tabletten und Tropfen. Die
Anwendung empfiehlt ſich
bei Huſten, Keuchhuſten,
ſtar=
ker Verſchleimung,
Bronchi=
alkatarrh.
Lungenſpitzen=
katarrh und ähnlichenLeiden.
Tolusot
Nr. 67, Doppsipackung Mk. 4.50
Hämorrhoiden
innere und äußere
Pfarrer Heumann’s
bewähr=
tes Hämorrhoiden=Mittell
kommt entweder in
Forn=
von Zäpfchen oder als Salbe
zur Anwendung, je nachdern
es ſich um innere oder äußere
Hämorrhoiden handelt. Die
Wirkung iſt prompt ſchmerz”
lindernd, das läſtige Brennen
und Jucken läßt nach, de=
Kranke ſpürt wohltuende Er
leichterung. Durch Verenge
rung der Blutgefäße bring!
das Mittel Knoten und
Ge=
ſchwülſte zum Schwinder
Entzündungen und
Wund=
ſtellen heilen ab.
Hämorrhoidenmittel
Nr. 35. Salbe Packung Mk. 3.—
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Nummer 227
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Sraßenbericht für Heſfen
für die Woche vom 18. bis 24. Auguſt 1929.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Zell i. O.—Michelſtadt i. O., Km. 43,5—48,674 vom 15. 7. bis 25.
geſperrt. Umleitung: Langen=Brombach—Rehbach—Steinbach.
Mörfelden-Langen Km. 16,3—17,8 (Bahnſtraße in Langen) vom
—25. 8. geſperrt. Umleitung: Wolfsgarten—Egelsbach.
Dieburg—Groß=Umſtadt Km. 16,68—23,4 vom 7. 8. bis 12. 9.
ge=
errt. Umleitung: Klein=Zimmern-Habitzheim.
König—Zell i. Odw. Km. 41,73—43,5 vom 12. bis 24. 8. geſperrt.
Amleitung: Für Fahrzeuge bis 3 To. Tragfähigkeit Etzengeſäß—
Nieder=
ginzig — Kirch=Bromhach-Zell; Fahrzeuge über 3 To. Tragfähigkeit:
Höchſt—Hummetroth—Ober= und Mittel=Kinzig-Kirch=Brombach-Zell.
Mainz—Bingerſtraße nach Gau=Algesheim bis 27. 8. geſperrt.
Oſthofen-Weſthofen vom 19. bis 31. 8. geſperrt. Umleitung:
Aben=
im.
Büdingen—Gelnhauſen (Km. 61,4—65,9) vom 5. 6. bis auf weiteres
pefperrt. Umleitung: Büdingen-Büches—Orleshauſen-Lorbach-
Von=
zauſen.
Lauterbach—Alsfeld (zwiſchen Lauterbach und Neu=Maar) vom 22.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Reblos.
Gießen—Hungen (Ortsdurchfahrt Hungen) vom 5. 8. bis auf
weite=
us geſperrt. Umleitung für leichten Verkehr über die
Güterverlade=
ſtraße des Bahnhofs Hungen, für ſchweren Verkehr über Langsdorf—
Vellersheim—Trais=Horloff.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Biſchofsheim—Rüſſelsheim wegen Herſtellungsarbeiten an der Brücke
am Bahnhof Biſchofsheim vom 10. 6. bis 20. 8. geſperrt. Umleitung:
Hof=Schönau.
Gernsheim—Klein=Rohrheim (Km. 21,0—23,1) vom 12. 8. bis 1. 9.
geſperrt. Umleitung über Hähnlein-Langwaden-Jägersburg.
Ockenheim—Genſingen, Km. 23,4—29,5, vom 12. 8. bis 20. 9.
geſperrt. Umleitung: Gaulsheim-Bingen-Büdesheim.
Sprendlingen—Pfaffen=Schwabenheim vom Bahnhof Sprendlingen
bis zur Kreuzung mit der Straße Genſingen—Gau=Bickelheim bis 4. 9.
geſperrt.
Gau=Algesheim—Genſingen (zwviſchen Gau=Algesheim und
Ocken=
heim) vom 15. 8. bis 10. 9. geſperrt. Umleitung: Gaulsheim.
Freiweinheimer Straße (Mainz) Km. 17,0—19,2 vom 15. 8. bis 10. 9.
geſperrt. Umleitung erfolgt über Gemeindewege.
Wendelsheim-Wonsheim (Km. 36,3—38,9) von Abzweig nach
Eckels=
heim bis Wonsheim vom 19. 8. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Eckelsheim—Wöllſtein—Sicfersheim.
Wolfsheim-Partenheim bis zur Bingerſtraße vom 19. 8. bis auf
veiteres geſperrt. Umleitung: Vondersheim.
Gießen—Reiskirchen von Km. 9 bis Reiskirchen vom 22. 5. bis auf
weites geſperrt. Umleitung: Lich—Grünberg.
Samstag, den 17. Auguſt 1929
Seite 2
Oſſenheimerkreuz—Aſſenheim vom 21. 6. bis auf weiteres geſterrt.
Umleitung: Bruchenbrücken.
Berſtadt—Wölfersheim vom 21. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Wohnbach.
Selters—Stockheim (Ortsdurchfahrt Selters) vom 25. 6. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Bleichenbach—Stockheim.
Staden—Nieder=Mockſtadt vom 2. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Leidhecken—Blofeld-Dauernheim—Ober=Mockſtadt.
Alsfeld—Schwabenrod (Ortsdurchfahrt Alsfeld) vom 9. Juli bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Leuſel.
Ilbenſtadt—Altenſtadt, Km. 0,0—8,6, vom 18. 7. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Bruchenbrücken—Oſſenheim—Staden—Stammheim
—Altenſtadt—Heldenbergen—Eichen—Altenſtadt.
Friedberg—Staden—Ranſtadt (Ortsdurchfahrt Fauerbach) vom 7. 8.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Friedberg—Nieder=Wöllſtadt.
Angersbach-Rudlos (Ortsdurchfahrt Angersbach) vom 19. 8. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Stockhauſen—Müs.
Daubringen-Mainzlar vom 19. 8. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Staufenberg.
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Jahr besucht. Pension von ℳ 8— an. Prospekte frei. (TV.248
Ca. Lorſch, 16. Aug. Zeugen geſucht. Aus Nürnberg teilt die
Polizeidirektion mit: Am Sonntag, den 4. Auguſt 1929, abends gegen
7 Uhr, wurde der Nationalſozialiſt Otto Erich Joſt, Kaufmann in Lorſch
(Heſſen) am Frauentorgraben in Nürnberg, gegenüber dem Gebäude
des Kulturvereins, von einem bis jetzt noch nicht ermittelten Täter durch
einen Stich in die Seite ſchwer verletzt. Nach dem Sektionsbefund iſt
der Stichkanal mindeſtens 16 Zentimeterl lang; der Stich rührt alſo
nicht von einem gewöhnlichen Meſſer her, ſondern von einem
Seiten=
gewehr oder einer ähnlichen längeren Stoßwaffe. Der Verletzte iſt am
5. Auguſt 1929 an den Folgen des Stiches verſtorben. Perſonen, welche
Zeugen der Tat waren oder ſachdienlichen Aufſchluß geben können,
werden erſucht, ſich bei der Polizei zu melden.
— Gernsheim 16. Aug. Waſſerſtand des Rheins am
15. Auguſt: 0,11 Meter; am 16. Auguſt: 0,08 Meter.
Rheinheſſen.
* Mainz, 16. Aug. Chronik. Wie verlautet, beabſichtigt die
be=
kanute Zigarettenfabrik Neſtor Giannaelis ihren
Fabrika=
tionsbetrieb von Frankfurt nach Mainz zu
ver=
legen. Die Mainzer Stadtverwaltung hat der Firma durch Geſtel=
lung von Lagerräumlichkeiten und durch Steuerermäßigung den
Zu=
zug nach Mainz erleichtert. — Am Mariä Himmelsfahtrstag ertrank
um die Mittagszeit an der Mündung des Schwarzbaches in den Rhein
der 17jährige Optikerlehrling Hans Schmitt aus Mainz. Der junge
Mann geriet vermutlich beim Baden in eine der dort befindlichen
Un=
tiefen, ging unter und bekam aus Schreck einen Herzſchlag. Er wurde
zwar nach einigen Minuten geborgen, die ſofort angeſtellten
Wieder=
belebungsverſuche blieben jedoch ohne Erfolg. — Zur Nachtzeit wurde
in eine Mainzer Apotheke eingebrochen und aus der
Laden=
kaſſe ein kleiner Geldbetrag geſtohlen. Der Dieb erlangte Zutritt zu der
Apotheke durch ein nicht geſchloſſenes Kellerfenſter. — In einem
Bade=
haus auf dem Rhein kamen aus den Handtaſchen badender Damen
Geldbeträge abhanden. In einem Fall gelang es, als Täterin
ein 12jähriges Mädchen zu ermitteln, das in die Kabine der
Beſtohle=
nen eingedrungen war und das erbeutete Geld in den Schuhen verſteckt
hatte, wo es von dem Bademeiſter ſpäter gefunden wurde. In
Be=
gleitung der Täterin war ein gleichaltriges Mädchen, das die
Aufpaſ=
ſerin ſpielte. Im Beſitz der Diebin wurde ein leeres Damenklapp=
Porte=
monnaie gefunden, das ebenfalls aus einem Diebſtahl herrührt. Den
Betrag von 1,50 RM., den dieſe Börſe enthielt, will das Mädchen in
der Zwiſchenzeit verausgabt haben. Es wird angenommen, daß die
bei=
den Mädchen in letzter Zeit mehrere derartige Diebſtähle in
Bade=
häuſern auf dem Rhein verübt haben. — Ein Feldpolizeibeamter hat
im Goßlerweg einen Mann im Gebüſch überraſcht, der an ſchulpflichtigen
Knaben unzüchtige Handlungen vornahm. Der Täter ergriff
zwar die Flucht, es gelang jedoch, ſeinen Namen feſtzuſtellen. — In die
Geſchäftsräume der Ortskrankenkaſſe in Alzey wurde eingebrochen, die
Schreibtiſche der Angeſtellten erbrochen, und ihres Inhaltes, etwa 200
RM. beraubt. Dann gingen die Diebe daran, den etwa 2 Zentner
ſchweren Kaſſenſchrank abzumontieren, auf einen Wagen zu laden und
fortzuſchaffen. Man fand den erbrochenen Kaſſenſchrank hinter dem
Bahnübergang in der Richtung Kettenheim. Der Kaſſenſchrank ſoll dem
Vernehmen nach nur 300 RM. enthalten haben.
— Nieder=Wöllſtadt, 16. Aug. Herr Friedrich Ludwig Weſtfeld
von hier, der am 24. Auguſt ſeinen 79. Geburtstag feiert, iſt 50 Jahre
aktives Mitglied des Geſangvereins Frohſinn. Trotz ſeines Alters
er=
freut er ſich größter Rüſtigkeit.
Oberheſſen.
— Bad=Nauheim, 16. Aug. Generaloberarzt a. D. Dr.
Schrade geſtorben. Aus Heidelberg kommt die Nachricht, daß
Generaloberarzt a. D. Dr. Schrade verſtorben iſt. Er war als
Militär=
arzt bei verſchiedenen Truppenteilen tätig, u. a. auch beim Infanterie=
Regiment 116 in Gießen und beim Feldatillerie=Regiment 47 in Fulda.
Weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt geworden
war Dr. Schrade als Chefarzt des hieſigen Militärkurhauſes (jetzt
Reichsverſorgungsanſtalt), in welcher Stellung er ſich durch ſeine ſeltene
Menſchenfreundlichkeit viele Freunde in allen Teilen des Reiches erwarb,
die heute noch dankbar ſeinen Namen nennen. Beſondere Verdienſte
er=
warb ſich Dr. Schrade, der während des Krieges als
Gouvernements=
arzt in Belgien tätig war, auch um das heſſiſche Sanitätskolonnenweſen.
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Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 9. Auguſt: Heinlein, Konrad, Maurer, 69 Jahre
alt, Eberſtadt bei Darmſtadt, hier, Stadtkrankenhaus; Ruhland,
Hein=
rich, 1 Tag, Hügelſtr. 6. Am 10. Auguſt: Müller, Friedrich, 25 Tage,
Waſchenbach, Kreis Darmſtadt, hier, Stadtkrankenhaus; Vollrath,
Jo=
hann, Ludwig, Spenglermſtr., 40 J., Nieder=Ramſtädter Straße 51;
Rohrbach, Chriſtine, ¼ Stunde, Kiesbergſtr. 5. Am 9. Auguſt:
Sim=
nier, Karoline Amalie, ledig, 92 J., Speſſartring 11. Am 10. Auguſt:
Kraft, Jakob, Fabrikarb., 62 J., Große Ochſengaſſe 26. Am 9. Auguſt:
Dickmann, Mathilde Charlotte Auguſte, Diakonieſchweſter, ledig, 33 J.,
Freiligrathſtr. 2. Am 10. Auguſt: Stier, Karoline Marie, 30 J., ledig,
Hindenburgſtr. 21; Seltzer 3., Ludwig, Landwirt, 62 J., Langſtadt,
Kreis Dieburg, hier, Eliſabethenſtift. Am 12. Auguſt: Hönerloh, geb.
Hübner, 31 J., Harburg a. d. Elbe, hier, Friedrichſtr. 34. Am 10.
Auguſt: Göttmann, geb. .Pfeifer, Witwe, 53 J., Reichelsheim, Kreis
Er=
bach, hier, Eliſabethenſtift; Albert, Philipp. Landwirt, 67 J., Werſau,
Kreis Dieburg, hier, Stadtkrankenhaus; Müller, Marie, 35 J., ledig,
Gervinusſtr. 69 Am 11. Auguſt: Sperb, Wilhelmine, geb. Hechler,
WVitwe, 79 J., Roßdörfer Straße 33. Am 12. Auguſt: Schneider, Georg,
Privatier, 67 J., Liebfrauenſtr. 93; Hoffmeiſter, Frdr. Chr. Depotarb.
. R., 63 J., Frankenſteinſtr. 42; Reis, Franz, Heinr. 11 Monate,
Marien=
platz 1. Am 10. Auguſt: Konrad, Mathidle, geb. Romſpeck, 47 J.,
Bü=
dingen in Oberheſſen, hier Eliſabethenſtift. Am 13. Auguſt: Mainzer,
Joſeph Hermann Anton, Reichsbahnoberſekretär i. R., 67 J.,
Kahlert=
ſtraße 7. Am 30. Juli: Keßler, Ludwig, Beizer, 22 J., Weinbergſtr. 36.
Am 13. Auguſt: Ruhmann, Helma, 9 Monate, Große Kaplaneigaſſe 37:
Pfaff, Anna Eliſabeth, geb. Meißner, 52 J., Groß=Umſtadt, hier,
Stadt=
krankenhaus: Ehmig, Dorothea Jakobine, 11 Monate, Kiesſtr. 8. Vom
4.—5. Auguſt: Schäfer, Heinrich, Hilfsdiener i. R., 53 J., Stiftſtr. 79.
Am 14. Auguſt: Henſel Agate, geb. Rauſch, 32 J., Rimborn, hier,
Eliſa=
bethenſtift; Jemlich, Chriſtina, geb. Hippel, 66 J., Karlſtr. 63; Wedel,
Michael, Schreiner, 20 J., Ober=Ramſtadt, hier, Eliſabethenſtift; Schenck,
Marie Sophie Adele, geb. Bopp, 54 J., Heidelberger Str. 16. Am 15.
Auguſt: Kaufmann, Margarete Berta, geb. Wolff, 30 J., Velbert, Reg.=
Bezirk Düſſeldorf hier Stadtkrankenhaus. Am 15.: Hilde Steckenreuter,
5 J., Dieburger Str. 5; Gaſtwirt Philipp Kreh, 54 J., Schloßgaſſe 14.
Kirchliche Nachrichken
12. Sonntag nach Trinitatis (18. Auguſt).
Evangeliſche Gemeinden.
indtkirche. Wegen Bauarbeiten geſchloſſen.
Stadtkapelle. Samstag, 17. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Andacht. —
Sonntag 18. Auguſt, vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wagner.
— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger. — Vorm.
11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Dekan Zimmermann. —
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil. Abendmahls.
Dekan Zimmermann. — Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan
Zimmermann.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 20. Auguſt, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, 21. Auguſt, und
Samstag, 24. Auguſt, nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadt=
gemeinde. — Samstag, 24. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 18. Auguſt, vorm. 8,45 Uhr:
Chriſtenlehre für die Reformarionsgemeinde Oſt. Pfarrer
Lautenſchlä=
ger. — Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Lukasgemeinde. Pfarrer
Kleberger. — Vorm. 11,15 Uhr: Chriſtenlehre für die
Reformations=
gemeinde Weſt. Pfarrer Wagner. — Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottes=
dienſt der Stadtkirche. Pfarrer Lautenſchläger. — Abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. — Montag, 19. Auguſt, abends
8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde (ältere Abtlg.). — Dienstag,
2. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. —
Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere Abtlg.). —
Mittwoch, 21. Auguſt, nachm. 2—4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde.
— Abends 8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde (ältere Abtlg.). —
Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere Abtlg.). —
Don=
nerstag, 22. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtge=
meinde. — Jugendbund der Lukasgemeinde (jüngere Abtlg.). —
Frei=
tag, 23. Auguſt, abends 6,30 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtge=
meinde, Sportplatz. — Abends 8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde
(üüngere Abtlg.). — Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Feierabend (Stiftsſtr. 51), Bibelſtunde fällt aus bis 11. September.
Walderholungsſtätte am Beffunger Forſthaus. Sonntag, 18. Auguſt,
vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Lie. zur Nieden.
Amtshanblungen an Auswärtigen: Pfarrer Beringer.
Nraukeupflege durch Digkonen: „Hauptſtation im Diakonenheiu,
Heidelbergerſtraße 21. Feruſprecher 2883.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Fernſprecher
2379. Sprechſtunden vormittags von 10—12 Uhr: Jugendfürſorge,
Jugendgerichtshilfe, Soziale Gerichtshilfe, Rechtsauskunftsſtelle (auch
ſür Steuer= und Verſicherungsangelegenheiten), Beratung in
Woh=
nungsangelegenheiten, Eheberatung, Trinkerfürſorge, Wanderer= und
Gefangenenfürſorge.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden vorm. von 8 bis
12 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379
Sprechſtunde des Lutherbauvereins: Donnerstag 6—8 Uhr im
Feier=
abend.
Evangeliſches Arbeiterſekretariat (Feierabend, Stiftsſtr. 51):
Rechts=
auskunftsſtelle. Sprechſtunden vorm. von 10—1 Uhr. Fernſpr. 2288.
Martinskirche. Vorm. 7,30 Uhr: Frühgottesdienſt. Landeskirchenrat
D. Waitz. — Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre für die Martinsgemeinde
Oſt, 1. Abteilung, in der Kirche. Pfarrer Beringer; für die
Martins=
gemeinde Weſt, 2. Abteilung, im Gemeindehaus. Pfarrer Bergér. —
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Beringer. — Vorm. 11
Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Weſt.
Landeskirchen=
rat D Waitz.
Freitag, 23. Auguſt, abends 8 Uhr: Bibelbeſprechſtunde im
Martins=
ſtift.
Altersheim. Vorm 10 Uhr: Pfarrer Bergér.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Dienstag, den 20. Auguſt,
abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. — Donnerstag,
den 22. Auguſt, abends 8 Uhr im Martinsſtift: Mädchenvereinigung
Oſt; im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt; Mauerſtraße 5:
Poſaunenchor. — Freitag, den 23. Auguſt, abends 8 Uhr im
Gemeinde=
haus: Jugendvereinigung (ältere Abtlg.).
Johanneskirche. Samstag, den 17. Auguſt, abends 8 Uhr:
Chriſten=
lehre der beiden Bezirke (Nord und Süd) im Gemeindehaus. —
Sonn=
tag, den 18. Auguſt, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx.
— Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag, den 19. Auguſt,
nachm. 5,30 Uhr: Helferſitzung des Nordbezirks.
Die Johanniskirche iſt wochentags von 7—7 Uhr zu ſtiller Andacht
ge=
öffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe. — 11.15 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre
für die 2. Abteilung. Pfarrer Weiß. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt
(Eröffnung der Konfirmandenſtunde) Pfarrer Weiß. — Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Weiß.
Veranſtaltungen: Samstag, 17. Auguſt, abends 7.30 Uhr:
Abmarſch der Jugendvereinigung zur Feuerfeier. — Montag, 19. Aug.,
abends 8,15 Uhr: Vereinsabend der Mädchenvereinigung. — Mittwoch,
abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde für die Jugendgemeinde.
Pauluskirche. Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre für den Weſtbezirk.
Pfarrer Müller. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt (zugleich
Er=
öffnung des Konfirmandenunterrichts). Pfarrer Müller. — Vorm.
11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag 18. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 19. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugend=
bund. — Mittwoch, 21. Auguſt: Spielwieſe. — Freitag, B. Auguſt,
abends 8 Uhr: Singekre’s. — Samstag, 24. Auguſt, abends 8 Uhr:
Turnen der J. P. D.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel. —
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Ev. Sonntagsverein: Nachm.
3 Uhr: Teilnahme an der Evang. Bundesfeier im Orangeriegarten. —
Donnerstag, den 22 Auguſt, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiffion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde.
— Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3,30 Uhr:
Bibel=
ſtunde. Prediger Kleinſchmidt. — Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſſions=
arbeitsſtunde. — Abends 8,30 Uhr: Kriegerdankbund. — Dienstag,
nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Abends 8,30 Uhr: Blaukreuz=
Bibelſtunde. — Mittwoch, abends 8,30 Uhr: Gemiſchter Chor. —
Don=
nerstag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde. Fähler. — Freitag, abends
8,30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſungerſtraße 80. Prediger
Neuber. — Samstag, abends 8,15 Uhr: Poſaunenchor.
Mittwoch, den 28. Auguſt: Philadelphia=Konferenz.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachm. 2,30 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — 4.45 Uhr: Bibelbeſprechſtunde
für junge Mädchen. — Dienstag, abends 8,30 Uhr: Mädchenkreis. —
Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Freundeskreis für junge Männer. —
Don=
nerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22.
In=
fanteriekaſerne, Hof links). Sonntag, 18. Auguſt, vorm 830 Uhr:
Weißkreuzſtunde. — Abends 8 Uhr: Vortrag über J. H. Wichern. Sekr.
Bähr. — Montag, 19. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Familienbibelſtunde.
— Dienstag, 20. Auguſt, abends 7.30 Uhr: Sport. — Mittwoch, 21.
Auguſt, abends 8,30 Uhr: Jungmännerbibelſtunde. — Donnerstag, 22.
Auguſt, abends 8,30 Uhr: Jungvolk=Heimabend. — Samstag, 24. Aug.,
nachm. 3 Uhr: Jungſcharſtunde.
B.=K., Bund deutſcher Bibelkreiſe (Alexanderſtraße 22, Infanterie=
Kaſerne, Hof links), Samstag, den 17. Auguſt: Nachtfahrt nach Meßbach.
Treffen 5 Uhr Böllenfalltor. Rückkehr Sonntag abend 7 Uhr Oſtbahnhof.
Evangeliſcher Arbeiter= und Handwerkerverein: Feierabend (
Stift=
ſtraße 51): Dienstag. 20. Auguſt, abends 8.30 Uhr:
Monatsverſamm=
lung mit Vortrag.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße). Sonntag, den 18. Auguſt, findet keine
Menſchen=
weihehandlung ſtatt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtlich wiffenſchaſtliche Vereinigung (Chriſtian Science Society),
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr., 3. Gottesdienſte jeden Sonntag,
vorm. 10 Uhr, und jeden erſten Mithvoch im Monat, abends 8,15 Uhr,
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
18. Aug., vorm. 9,30 Uhr: Andacht. Nachm. 3 Uhr: Jugendbund; abds.
8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. — Mittwoch, abends 8,15 Uhr:
Bibel=
ſtunde. Jedermann herzlich eingeladen.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm. 11.15
Uhr: Sonntagsſchuile. Nachm. 4.30 Uhr: Wortverkündigung. —
Mitt=
woch, abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag, abends 8.15 Uhr:
Wort=
betrachtung. Jedermann herzlich eingeladen.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 19. Auguſt, abends 8,30
Uhr, im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelſtunde.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Eliſabethenſtr. 44. Sonntag, vormittags
10 Uhr: Predigt; vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8 Uhr:
Pre=
digt. — Montag, abends 8,15 Uhr: Jugendverein. — Dienstag, abends
8,15 Uhr: Singſtunde. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr:
Frauenmiſſions=
verein und Mädchenbund; 5 Uhr: Knabenbund. — Donnerstag, abends
8,30 Uhr: Vorbereitungsgottesdienſt. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Prediger F. Schanz.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, den 18. Auguſt, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Nachmittags gemeinſamer Spaziergang. Treffpunkt um
4 Uhr an der Woogstreppe in der Beckſtraße. — Mittwoch, den 21. Aug.,
abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde. Zu allen Verſammlungen jedermann
freundlichſt eingeladen.
Heilsarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag früh 8 Uhr: Gebetsſtunde.
Vorm. 10 Uhr: Heiligungsverſammlung, geh. v. Majorin Gilbricht;
vorm. 11,30 Uhr: Kinderverſammlung; nachm. 3 Uhr: Wegweiſer=
Unter=
richt; nachm. 4 Uhr: Frei=Verſammlung am Oberwaldhaus; abends
8 Uhr: Extra=Verſammlung, geh. v. Majorin Gilbricht, Mitglieder=
Aufnahme. — Montag, 8 Uhr: Jugendliga. — Dienstag, 8 Uhr:
Mit=
gliederverſammlung. — Mittwoch, 8 Uhr: Heilsverſammlung. —
Don=
nerstag, 8 Uhr: Heimbund. — Freitag, 8 Uhr: Heiligungsverſammlung.
Jedermann iſt eingeladen.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 18. Auguſt, 9.30
Uhr: Gottesdienſt. 10,30 Uhr: Chriſtenlehre. — Montag:
Jugend=
verein. Mütterabend. — Mittwoch: Kirchenchor. — Donnerstag:
Po=
ſaunenchor. — Im Pfarrhaus: Helferinnen. — Samstag: Jugendverein.
Evangeliſche Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 18. Aug., vorm.
9,30 Uhr: Hauptgottesdienſt; 10,30 Uhr: Chriſtenlehre. — Abfahrt des
Frauenvere ns mit dem fahrplanmäßigen Autobus zu der Feier des
Darmſtädter Evangeliſchen Bundes. — Montag: Jugendvereinigung.
— Dienstag: Kirchenchor. — Mittwoch: Jungmädchenverein. —
Don=
nerstag: Frauenverein.
Evang. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, den 18. Auguſt, vorm. 8,30
Uhr: Feſtgottesdienſt am Jugendtag des Jung=Odenwaldklubs mit
Poſaunenbegleitung. 9,30 Uhr: Gemeindegottesdienſt. 11 Uhr
Kinder=
gottesdienſt. — Montag: 20 Uhr: Poſaunenchor. — Dienstag, 19,30 Uhr:
Mädchenvereinigung. — Mittwoch, 20 Uhr: Kirchengeſangverein. —
Freitag, 19,30 Uhr: Wartburgverein.
In der Prov.=Pflege=Anſtalt: Gottesdienſt 13,30 Uhr.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, 18. Auguſt, vorm. 9,30 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Anſchließend: Kindergottesdienſt. (Die
Jugendge=
meinde trifft ſich zur Fahrt nach Auerbach um 5 Uhr vormittags am
Bahnwärterhaus Ludwigsſtraße.)
Evang. Gemeinde Roßdorf. 12. Sonntag nach Trin., den 18. Aug.,
vorm. 9,30 Uhr: Hauprgottesdienſt; vorm. 10,30 Uhr:
Kindergottes=
dienſt. — Donnerstag: Jungmädchenverein.
Evang. Kirche Erzhauſen. Sonntag, den 18. Auguſt, vorm. 10 Uhr:
Gottesdienſt; 11 Uhr: Kindergottesdienſt; 8 Uhr: Mädchenvereinigung.
— Mittwoch: Jungmannſchaft. — Donnerstag: Kirchenchor. — Freitag:
Mädchenvereinigung (Bibelkreis). — Samstag: Jungmannſchaft.
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauenkirche (Klappacherſtr. 44). Samstag, um 17 und um
20 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, vorm von 6 Uhr an:
Gelegenheit zur hl. Beichte. Um 7 Uhr: Frühmeſſe mit Austeilung der
hl. Kommunion vor und in der hl. Meſſe. Generalkommunion der
Jungfrauenkongregation. Um 9,30 Uhr: Hochamt und Predigt. Vorher
Austeilung der hl. Kommunion. Nachm. um 14.30 Uhr Andacht. Um
15 Uhr: kirchliche Verſammlung der Jungfrauen. Um 16,30 Uhr:
welt=
liche Verſammlung. Werktags: hl. Meſſe um 6.15 Uhr. Montag und
Freitag abend 8 Uhr: Jugendverſammlung, Hermannſtraße 43.
Martinskapelle (Ecke Herdweg und Bruchwieſenſtraße). An allen
Sonn= und Feiertagen 8 Uhr hl. Meſſe und Predigt. Um 7.45 Uhr
Beichtgelegenheit. Vor und in der hl. Meſſe Austeilung der hl.
Kom=
munion. — Während der Schulzeit Dienstags und Freitags hl. Meſſe.
Vorher Beichtgelegenheit.
„Graf Zeppelin” auf der Weltreiſe.
V
Ueber Rußland. — Moskau in Funkverbindung mit dem Luftſchiff. — Die Moskowiker warken vergebens. — Infolge
ungünſtiger Wekkerlage nordöſtlicher Kurs eingeſchlagen. — Enkkäuſchung in Moskau. — Der Ural überflogen.
*
„ogenin auer Aſlen!
Die kühnſte Forſchungsfahrt in der
Geſchichte der Ziviliſakion.
Der „Europa=Japan”=Flug des „Graf Zeppelin”
wird nicht nur einen Markſtein in der Geſchichte der
Luftſchiffahrt darſtellen, ſondern auch in
wiſſenſchaft=
licher und verkehrstechniſcher Beziehung die
aller=
größte Bedeutung erlangen. Es iſt wirklich ein
gi=
gantiſcher Plan, in ununterbrochenem Fluge von
Friedrichshafen über Oſteuropa und Aſien nach
Ja=
pan gelangen zu wollen. Handelt es ſich doch um
eine Strecke, die mindeſtens 10 000 Kilometer groß
ſſt, unter Umſtänden aber auch auf 12000 Kilometer
anwachſen kann. Es iſt aber auch ein kühnes
Unter=
nehmen, denn in der Geſchichte der Menſchheit iſt es
noch nicht dageweſen, daß zu wiſſenſchaftlichen und
techniſchen Zwecken eine ſolche Rieſenfahrt
unternom=
men wurde, die durchaus nicht ſtets über erforſchte
Gebiete führt. Aſien iſt auf weite Flächen
unbekann=
tes Land. Die Nieſenausdehnung des aſiatiſchen
Rußlands mit ſeinen Steppen, die monateweit von
jeder Kultur entfernt ſind, bringt es mit ſich, daß
ſich die Wiſſenſchaft mit den geographiſchen und
mete=
orologiſchen Verhältniſſen noch nicht in allen Teilen
beſchäftigte. So konnte es geſchehen, daß erſt vor
wenigen Wochen hier ein bisher unbekanntes
Ge=
birge entdeckt wurde. Der Graf Zeppelin” wird
die von der Wiſſenſchaft gefundene Technik, vom
Flugzeug aus Forſcherarbeit zu betreiben, mit Hilfe
von Photographie, Echolot uſw., benutzen, um unſer
Wiſſen über Aſien zu bereichern und zu verbeſſern,
denn die auf den Landkarten angegebenen
Einzel=
heiten wie Flüſſe, Berge u. a., ſind durchaus nicht
immer zutreffend. Der „Graf Zeppelin” wird auch
dort leicht Forſcherarbeit leiſten können, wo die
bis=
herigen wiſſenſchaftlichen Expeditionen verſagen
muß=
ten. Neben dieſer wiſſenſchaftlichen Bedeutung iſt
der verkehrstechniſche Wert des Fluges gar nicht
hoch genug einzuſchätzen. Zwar haben ſchon früher
kühne Flieger verſucht, nach Oſtaſien durch die Luft
zu gelangen. Neben den amerikaniſchen Weltfliegern
Brock und Schlee iſt hier in erſter Reihe unſer
Hünefeld, der Bezwinger des Ozeans, zu erwähnen.
Dieſe Flüge kommen aber nur als kühne
Experi=
mente in Betracht, denn für ſo große Strecken wird
vorausſichtlich nur das Luftſchiff verwendet werden
können. Die Flugzeuge haben drei bis vier Wochen
gebraucht, während der „Graf Zeppelin” in fünf
Tagen die Strecke bewältigen will, vorausgeſetzt, daß
er nicht zu Zwiſchenlandungen gezwungen wird. Auf
Tauſenden von Kilometern würde das Luftſchiff im
Fall einer Notlandung keine Hilfe bekommen können.
Bei der hervorragenden Leiſtungsfähigkeit, die „Graf
Zeppelin” in Sturm und Wetter über Land und
Ozean bewährt hat, iſt aber zu hoffen, daß die Fahrt
glücklich von ſtatten geht. Schwierigkeiten werden
ſich allerdings in großer Zahl entgegentürmen, denn
eine Anzahl von Gebirgen, wie der Ural, vielleicht
auch das Stanawoi=Gebirge u. a. werden zur
Vor=
ſicht gemahnen. Auch Taifune und Sturmwirbel
drohen und bieten die Möglichkeiten großer
Schwie=
rigkeiten. Darum iſt auch der genaue Weg vorher
nicht feſtgelegt, weil die örtlichen Verhältniſſe und
die Wettermeldungen beſtimmend für die Wahl der
Flugſtraße ſein werden. Aus dieſem Grunde kommt
gerade dem großen Fluge des „Graf Zebpelin” eine
ſo ungewvöhnliche Bedeutung zu, denn es gilt,
nach=
zuweiſen, daß das Luftſchiff das geeignetſte
Inſtru=
ment für den Verkehr auf Rieſenſtrecken iſt, für
deſ=
ſen Bewältigung Eiſenbahn oder Schiff Wochen und
Monate brauchen. Falls die Fahrt dieſen Beweis
erbringt, dann iſt unſer Erdteil klein geworden und
die Länder ſind nahe aneinander gerückt, denn die
Erreichung Oſt=Aſiens in derſelben Zeit, in der
bis=
her nur die ſchnellſten Schiffe nach Amerika fahren,
bedeutet einen ungeheuren Fortſchritt auf dem
Ge=
biete des Weltverkehrs. In Japan erwartet ihn eine
echte deutſche Luftſchiffhalle, die früher in Jüterbog
geſtanden hat und an Japan ausgeliefert werden
mußte. Die Erwartung der Japaner iſt ungeheuer,
denn für ſie bedeutet dieſe Fahrt eine neue Zukunft.
nämlich die Annäherung an das Kulturzentrum
Europa, das ſie bisher nur mit großen Koſten und
Zeitverluſten erreichen konnten.
Der Flugverlauf: Ueber Likauen hinein
nach Rußland.
Mit einer durchſchnittlichen Geſchwindigkeit von
120 Stundenkilometern überflog am Donnerstag der
„Graf Zeppelin” Litauen in nordöſtlicher Nichtung.
Die Fahrt wurde durch den Wind begünſtigt. Um
18 Uhr M. G.3. befand ſich das Luftſchiff über
Sered=
ziai, wo drei litauiſche Militärflugzeuge dem
Luſt=
ſchiff bis Dotnuva das Geleit gaben. Um 19.30 Uhr
überflog „Graf Zeppelin” die litauiſch=lettiſche
Grenze. Um 8,10 Uhr überflog das Luftſchiff die
etwa 4 Kilometer öſtlich Dünaburg an der Düna
ge=
legene Stadt Kreſlawka und befand ſich zehn
Minu=
ten ſpäter über der lettiſch=ruſſiſchen Grenze. Um
21 Uhr befand es ſich nördlich von Polozk an der
Düna, Gouvernement Witebſk.
Keine Ueberfliegung Moskaus.
Um 105 Uhr früh MEZ. befand ſich „Graf
Zeppelin” über Wyſchnif=Wolotſchek (Gouvernement
Twer). Ein Funkſpruch des „Graf Zeppelin”
mel=
det, daß das Luftſchiff wegen der ungünſtigen
Wet=
terlage nördlich von Moskau abgebogen ſei. Wie
aus Moskau berichtet wird, ſammelten ſich bereits
in den erſten Abendſtunden des Donnerstag auf
allen Plätzen der Stadt große Menſchenmaſſen an,
um den „Graf Zeppelin”, mit deſſen Eintreffen
zwi=
ſchen 24 Uhr und 1 Uhr nachts gerechnet wurde, zu
begrüßen. Vor dem Gebäude der „Jsweſtija”
ver=
kündet ein großes Plakat, daß die Funkverbindung
mit dem „Graf Zeppelin” von der Moskauer
Funk=
ſtation bereits hergeſtellt ſei. Um 23,15 Uhr
flamm=
ten in den verſchiedenen Stadtteilen die Scheinwerfer
auf, um dem Luftſchiff den Weg zu zeigen. Auch in
der Moskauer deutſchen Botſchaft herrſchte die Nacht
über reges Treiben. Zahlreiche Angehörige der
deutſchen Kolonie Moskaus beſuchten die Botſchaft,
um Nachrichten über das Eintreffen des Luftſchiffes
„Graf Zeppelin” einzuziehen. Vor der Botſchaft
ſtanden die deutſchen Neichsangehörigen und
erwar=
teten in der dunklen Nacht das Luſtſchiff. Die Kegel
der Scheinwverfer vom Thslxonka=Feld und vom
Bentralflughafen in Woskau ieuch eten dauernd, den
nächtlichen Himmel ab. Gauz Moskau ſchien auf
den Beinen zu ſein, um das ſeltene Schauſpiel zu
nießen. Die Moskauer Bjätter hingen in ihren
Fen=
ſtern laufend die ns eſten Standortmeldungen des
Luftſchiffes aus. In Aoskau gaben die Redaktionen
etwa um 2 Uhr nachts durch Anſchlag an ihren
Fen=
ſtern bekannt, daß „Graf Zeppelin” Moskau infolge
ungünſtiger Wetterverhältniſſe nicht überfliegen könne.
Die Enttäuſchung bei der Bevölkerung war groß.
Erſt gegen 3 Uhr zerſtreute ſich die Menge.
Nadeſhdinſk war günſtig. „Graf Zeppelin” ſoll
be=
reits mit Irkutſk, die erſte radiotelegraphiſche
Füh=
lung genommen haben. Die Wetterſtation in
Rutu=
chanſk berichtet dem Luftſchiff über die
Wetterver=
hältniſſe in Sibirien.
„Graf Zeppelin” über Berlin.
Die Menge am Brandenburger Tor jubelt dem Luftſchiff zu.
Dem Ural zu.
Nach einem bei der Hamburg=Amerika=Linie
ein=
gegangenen Funkſpruch befand ſich das Luftſchiff
„Graf Zeppelin” am Freitag früh 5 Uhr MEZ. etwa
100 Kilometer öſtlich der Stadt Wologda im
nord=
ruſſiſchen Gouvernement Wologda. An Bord iſt alles
wohl. Um 13 Uhr MEZ. meldet das Luftſchiff
fol=
genden Standort: Sojevſta nördlich Perm. Alles
klar. Nach den letzten Meldungen der Moskauer
Luftfahrtzentrale nähert ſich das Luftſchiff „Graf
Zeppelin” dem Ural ungefähr in der Mitte des
Ge=
birgszuges.
Nachdem das Luftſchiff „Graf Zeppelin” in den
frühen Nachmittagsſtunden das Uralgebirge
über=
flogen hatte, befand es ſich um 9 Uhr abends etwa
400 Kilometer nördlich der Stadt Tara, am Irtyſch.
Das Luftſchiff richtete an die Sowjetfunkſtationen,
die ihm regelmäßig die Wettermeldungen zuſtellen,
Funkſprüche, in denen die gute Verſtändigung
be=
ſtätigt wird.
Die Wekterlage über Rußland.
Ueber die Wetterlage in Rußland und Sibirien
gibt das Seeflugreferat der Deutſchen Seewarte um
18 Uhr folgenden Bericht: Das Hochdruckgebiet, das
180
Die zweite Etappe des Weltflugs: Friedrichshafen—Tokio.
Bit1
Der Ural überflogen.
Die Funkſtation Nadeſhdinſk berichtete
telepho=
niſch nach Perm, daß das Luftſchiff „Graf Zeppelin”
zwiſchen halb 10 und 10 Uhr vormittags in einer
Entfernung von etwa 80 bis 100 Kilometer
nörd=
lich von Nadeſhdinſk geſichtet worden ſei. Das
Luft=
ſchiff hat Kurs auf Bereſow mit einer
Stunden=
geſchwindigkeit von etwa 120 Km. Das Wetter bei
Dieſer Kranz wird über einem deutſchen
Kriegsgefangenen=Friedhof in Sibirien
abgeworfen werden.
bisher über Mittelrußland war, hat ſich berlagert.
Es liegt jetzt mit ſeinem Zentrum öſtlich vom Ural
über dem Tobolſk. Es hat aber etwas von ſeiner
Ausdehnung verloren. Ueber der Kariſchen See und
der Jeniſſei=Mündung liegt noch immer ein
aus=
gedehntes Tiefdruckgebiet, von dem aus ein
Aus=
läufer ſüdwärts bis in das Gebiet des Irkutſk läuft.
Auf ſeiner Rückſeite ſind die nordweſtlichen Winde
ſtark aufgefriſcht. Auch gübt es in ſeinem Bereiche
Negenſchauer. Der Ausläufer wird ſich bis morgen
verlagert haben. Vor ihm wandert ein Hochdruckteil
oſtwärts, der ihn von einem Tief über der oberen
Lena trennt. Durch das Vordrängen eines Tiefs
über dem Gelben Meer nach Norden wird das Hoch
über die Mandſchurei abgedrängt.
Japan erwarkei „Graf Zeppelin”.
Die Reiſe des Luftſchiffes „Graf Zeppelin” wird
in Japan mit großem Intereſſe verfolgt. Die ein=
Zeitungen an erſter Stelle gebracht, während
um=
faſſende Vorbereitungen zu einem großartigen
Emp=
fang des Luftſchiffes durch die offiziellen
Körper=
ſchaften getroffen werden. — Die aufgetauchten
Ge=
rüchte über die Abſicht der japaniſchen Regierung,
das deutſche Luftſchiff zu kaufen, finden keine
Be=
ſtätigung.
Reges Inkereſſe in Frankreich für die
Weiſäilt.
Die franzöſiſche Preſſe verfolgt mit größtem
In=
tereſſe den Weltflug des Luftſchiffes „Graf
Zeppe=
lin”. Faſt ſämtliche Morgenblätter bringen heute
ſpaltenlange Schilderungen über den bisherigen
Ver=
lauf des Fluges und Abbildungen des Luftſchiffes
während ſeines Fluges über dem Bodenſee oder bei
ſeiner Fahrt über Berlin. — Der „Matin”
unter=
richtet ſeine Leſer durch Funkſprüche ſeines an Bord
des Luftſchiffes befindlichen Mitarbeiters Gerville
Reaché, während das „Journal” mit dem
Korre=
ſpondenten der „Frankfurter Zeitung”. Max
Geiſen=
heyner, ein Abkommen geſchloſſen hat, und deſſen
Originalbericht veröffentlicht
Reich und Ausland.
Tauſend Jahre Stadt Montabaur.
Montabaur. Die Stadt Montabaur, die
den Tagen vom 21. bis 23. Juni 1930 das Feſt de
Tauſendjahrfeier begehen wird, iſt eifrig bemüht
das Jubiläumsjahr in jeder Beziehung gut auszug
ſtalten. Im Vordergrund der geſamten Veranſty
tungen ſteht die Jahrtauſendfeier vom 21.—B. Junk
Im Rahmen des Jubiläumsjahres werden die bei
ſchiedenen Montabaurer Vereine und Organiſatione
auch mit eigenen Veranſtaltungen an die Oeffentlich
keit treten. Die feſtlichen Veranſtaltungen werde
mit der Abhaltung des Reiterfeſtes Mitte Mai ihre
Anfang nehmen. Der 1. Juni wird in Montabau
eine große Sängerſchar vereinigt ſehen, denn an dil
ſem Tage ſoll aus Anlaß des 75jähngen Beſteher
des Männergeſangvereins Mendelsſohn=Bartholdy ei
großer Geſangswettſtreit abgehalten werden. D
Gewerbeverein wird in den Tagen vom 5. bis 7. Ju
das 80jährige Beſtehen feſtlich begehen. Es beſtel
der Plan, mit dieſer Jubelfeier auch eine Ausſte
lung für das Gwerbe zu veranſtalten.
Zwei Berliner Ausflügler in den Alpen
verunglückt.
Innsbruck. Laut „Innsbrucker Nachrichtel
glitt die Gattin des Chefredakteurs Richard Mießnf
aus Berlin auf einer Wanderung mit ihrem Mam)
nach Umhauſen, während ſie hinter ihm ging, d
einer Steinſtiege aus, fiel über einen 40 Met
hohen Felſen ab und verletzte ſich hierbei ſo ſchwel
daß ſie bereits eine halbe Stunde danach ſtarb.
Nach dem gleichen Blatt verlor der Sommergd
Joachim Schürnagel aus Berlm beim Abſtieg v.)
Schwar über das Stanſer Joch nach dem Achenft
die Orientierung, irrte an den Wänden des Joch
herum und ſtürzte etwa 20 Meter tief ab. Paſſch
ten wurden durch ſeine Hilferufe aufmerkſam gemad
und leiteten die Bergung des Verunglückten ein, d
bald danach erfolgte. Seine Verletzungen ſind nich
lebensgefährlich.
Abſturz vom Matterhorn.
Zermatt. Am Donnerstag hatten zwei Frä
lein Schieß aus Freiburg im Breisgau, Töchter de
Juſtizrates Schieß, in Begleitung eines Oberländ
Bergfühvers und des bekannten Alpiniſten 2
Beauelgir, ebenfalls aus Freiburg i. Br., das Md
terhorn beſtiegen. Beim Abſtieg ſtürzten unterhal
der Solvah=Hütte Dr. Beauelair und eine der be
den Damen, die am gleichen Seile gingen wie d
etwa 200 Meter ab und blieben tot liegen. Eih
zwölf Mann ſtarke Rettungskolonne iſt zur Be
gung der Leichen von Zermat aus abgegangen.
Schwere Exploſion in einer Grube.
Sechzehn Tote.
Kattowitz. Am Freitag iſt, anſcheinend dur
Ausblaſen von Sprengſchüſſen oder durch Exploſig
einer Sprengſtoffbüchſe beim Bereiten von Patronel
eine Kohlenſtaubexploſion im Gerhardflöz des Hild
brandt=Schachtes heworgerufen worden, wobei ſed
zehn Bergleute zu Tode gekommen ſind. Ein groß
Teil iſt bereits geborgen worden. Die näheren u
ſachen des furchtbaren Unglücks werden noch dur
die Behörden feſtgeſtellt.
Verwegener Raubüberfall in Südſlawien.
Zwei Tote, ſechs Verletzte.
Belgrad. Der Belgrader Kaufmann Dat=
Adamja, der mit ſeinem Automobil ſeine Famil
aus der Sommerfriſche in Arandjelovae abgehe
hatte, wurde Donnerstag wachmittag in der Nä)
von Mladenovac, 30 Kilometer von Belgrad eil
fernt, von zwei maskierten und bewaffneten Straße)
räubern angehalten. Als Adamja Vollgas gab, u
zu entkommen, feuerten die Räuber einige Schül
ab, durch die drei Inſaſſen des Automobils verlel
wurden, davon einer ſchwer. Adamja konnte
jed=
mit ſeinem Wagen die nächſte Ortſchaft erreichen, 9
wo vier Polizeibeamte ſofort die Verfolgung 31
Näuber aufnahmen. Unweit des Tatorts ſtieß 34
Automobil, der Polizeibeamten auf eine über 1
Straße gelegte Steinbarrikade. Zugleich wurden arf
zwei vermummten Geſtalten, die hinter der Bar
kade ſtanden und offenbar mit den geſuchten Straße)
räubern identiſch waren, Schüſſe auf die Beami
abgegeben. Es kam zu einem regelrechten Feue)
gefecht, in deſſen Verlauf ein Beamter und einer 11
Angreifer getötet und zwei weitere Beamte verlel
wurden. Der zweite Räuber iſt, wie man glau/
gleichfalls verwundet worden. Es gelang ihm jedocl
zu entkommen. Man iſt ihm auf der Spur.
„Im Weſten nichts Neues”
wird verfilmk.
Der amerikaniſche Filmkönig Laemmle mk‟
Erich Maria Remarque.
Der augenblicklich in Berlin weilende Präſid
der amerikaniſchen Univerſal=Film=Geſellſch1
verhandelte mit dem Dichter Erich Maria 2d
marque über die Verfilmung des weltberühme
Kriegsromans „Im Weſten nichts Neues”.
marque ſoll bei der Herſtellung des Films ſe!
führend tätig ſein.
v Reklamefachleuke bei den
Zeilungsverlegern.
Berlin, 16. Auguſt.
der Verein deutſcher Zeitungsverleger
veranſtal=
m Donnerstag einen Empfong im Hotel
Gſpla=
zu dem zahlreiche Vertreter des Diplomatiſchen
1s. an der Spitze der Dohen Nuntius Pacelli, er=
Uen. Neben den Vertretern des Auswärtigen
F4 und der Preſſeabteilung der Reichsregierung
ben an dem Empfang eine große Anzahl
auslän=
r Zeitungsmänner teil, die aus Anlaß des
Welt=
nekongreſſes zurzeit in Berlin weilen. Der Vor=
lammer 227
Samstag, den 17. Auguſt 1929
Seite 9
ie des Vereins deutſcher Zeitungsverleger,
Kom=
enrat Or. Krumbhaar, begrüßte die Gäſte
ſchloß ſeine Anſprache mit den Worten: Die
kn der Welt ſind in dieſem Augenblick nach dem
gerichtet, wo die leitenden Staatsmänner
ver=
t ſind, um mühevoll den Weg zu ſuchen, der zur
fültigen Befriedung Europas führen ſoll. Sie iſt
möglich auf dem Boden der Gerechtigkeit und
hoerechtigung der Völker. Wir Deutſche leiden
vielem, was wir als Ungerechtigkeit und als
reinbar mit dem Geiſte der Humanität empfin=
An Sie, meine Herren Vertreter der Weltpreſſe,
ich die Bitte: werben Sie für den Sieg der
rheit und Gerechtigkeit. — Der Botſchafter der
inigten „Staaten Dr. Schurman, dankte
dens des Diplomatiſchen Korps und aller
auslän=
en Gäſte für die Liebenswürdigkeit der deutſchen
zeber. — Marcel K necht vom Pariſer „Matin”
te hierauf für die franzöſiſche Delegation. —
ter G. Buckley, der Voyſitzende des
vorberei=
n Ausſchuſſes für die Weltausſtellung in Chi=
1933, machte die Anweſenden auf die
Ausſtel=
aufmerkſam und knüpſte daran eine allgemeine
ladung zu dieſer Veranſtaltung, die anläßlich der
Wahr=Feier dieſer Stadt ſtattfindet. Die
Chica=
hofften ſogar, daß der Weltreklamekongreß 1933
hrer Stadt abgehalten werde. Der 2.
ſtellvertre=
ſe Vorſitzende des Vereins deutſcher Zeitungsver=
, Kommenzienrat. Dr. Neven=Dumont,
führte aus: Die Preſſe hat eine gewaltige
Lucter At in der Hand. Wir dürfen in Europa nicht
* Weriacn/ in Ländern, ſondern wir müſſen in Kontinenten
2tn. (Lebhafter Beifall) Erſt ſoll man in gutem
d4 Mhe national, dann aber darüber hinaus an die
in mterh=linte Menſchheit denken. Es ſollen nicht wieder
ſeine der bſzahre vergehen, bis wiederum die Männer der
gen wie iſe aus aller Welt einmal ſo zuſammenkommen,
es heute geſchehen iſt, ſei es in Berlin, Paris,
ſt zur B4ago oder ſonſtwo. Hätten wir vor 15 Jahren die
lichkeit einer perſönlichen Ausſprache und
Ver=
bigung unter den Preſſeleuten gehabt, dann wäre
dabe. furchtbare Unglück des Weltikrieges nicht über die
ler hereingebrochen. Daß ein ſolches Unglück
wiederkehrt, dafür müſſen wir Zeitungsleute
iten. Hierauf erhob ſich Botſchaſter Schurman.
lunterſtrich in engliſcher Sprache den Gedanken
1s Weltkongreſſes der Preſſe. Gs werde jetzt die
zabe aller derer, die ſich für dieſen Gedanken
ein=
in, ſein, es nicht bei den Bankettreden bowenden
laſſen, ſondern dem Gedanken eine planvolle Aus=
„Altung zu geben.
Die Ehe fängt gut an. .
Kaſſel. Die Hochzeitsſeier eines jungen
Kaſſe=
laners nahm dieſer Tage einen ungewöhnlichen
Ver=
lauf. Während die Zeremonie auf dem Standesamt
noch den üblichen Verlauf nahm, konnte die
Trau=
ung in der Kirche, die unmittelbar daran ſtattfinden
ſollte, nicht mehr erfolgen. Gemeinſam mit einigen
Freunden hatte der junge Ehemann auf dem Wege
zur Kirche ſeinen Hochzeitstag bereits ſo ausgiebig in
verſchiedenen Kneipen gefeiert, daß er ſtatt im
Got=
teshaus ſchließlich im Karlshoſpital landete.
Zuſam=
men mit ſeinen Zechgenoſſen hatte er ſich denmaßen
unter Alkohol geſetzt, daß er den Weg zur Kirche
nicht mehr fand.
Mutige Tat einer Dame.
Hersfeld. Als eine Gruppe von Kurgäſten
die Fahrſtraße am Tageberg paſſierte, kam aus
ent=
gegengeſetzter Richtung ein ſchwerbeladener
Ernte=
wagen daher. Wahrſcheinlich wegen Verſagens der
Bremſe geriet der Wagen plötzlich auf der
abſchüſ=
ſigen Straße in ein raſendes Tempo. Der Fuhrmann
hatte größte Mühe, die ſich ſchon hoch aufbäumenden
Pferde zu halten, und ein Unglück ſchien
unabwend=
bar. Da eilte aus der Gruppe eine Dame
hilfs=
bereit und tatkräftig dem Wagen nach, erfaßte mit
feſter Hand die Bremſe, zog ſie kräftig an und
ver=
hütete ſo das Unglück.
Die Leiche der Hilde Zevernick gefunden.
Berlin. Das Verſchwinden der 11 Jahre alten
Lyzeumsſchülerin Hildegard Zevernick aus der
Weſt=
end=Alle iſt nunmehr aufgeklärt. Unweit des
Sach=
ſen=Platzes, auf dem die Aleine zuletzt beim Spielen
geſehen wurde, befindet ſich ein ausgedehnter
Neu=
baublock. Zu dieſem Block gehören weitverzweigte,
labyrinthartige Keller, von denen der eine ganz
ob=
gelegen und von der Straße her nicht zugänglich iſt.
Er iſt auch ganz dunkel. Vorläufig waren dort
Schal=
bretter, die zur Dachbedeckung gebraucht werden,
ge=
lagert. Geſtern vormittag ſtiegen zwei Bauarbeiter
in den Keller hinab, um einige Bretter zu holen.
Ihnen fiel auf, daß ſie auf Sand traten, der viel
weißer als der Boden des noch nicht zementierten
Naumes war. An einer Stelle ſahen ſie Steine in
einem Kreis zufammengelegt, als ob dort etwas
be=
ſonderes gekennzeichnet werden ſollte. Sie
benach=
richtigten den Polier, und als man nachgrub,
ent=
deckte man die Leiche der Hildegard Zevernick.
Die Mordaffäre Fendt.
Innsbruck. Aus Wien berichtet man
fol=
gende Einzelheiten über die Mordaffäre Fendt bei
St. Anton in Tirol: Die Kopſverletzungen, die die
Leiche des Rechnungsrates Fendt aufweiſt, rühren
zweifellos von Steinſchlägen her, die der Mörder
ſeinem Opfer von rüchwärts verſetzt hat. Ueberdies
brachte der Mörder dem alten Mann einen tiefen
Meſſerſtich im Hals bei, der ſchon allein zum
Ver=
bluten geführt hätte. Trotz der fchweren Verletzungen
ſcheint ſich der alte Mann gewehrt zu habem, denn er
hatte an den Handflächen Schnittwunden. Der
Mör=
der durchſuchte bann Ruckſack und Toſchen,
bemäch=
tigte ſich der goldenen Uhr, der Brieſtaſche, die über
1000 Mark enthielt, und floh mit ſeiner Beute in die
Berge. Es dürſte ihm bereits gelungen fain, über
die mahe Schweizer Guenze zu entkommen. Dem
Ausſehen und der Beſchreibung nach dürſte der
Mörder ein reichsdeutſcher Wandervogel ſein.
Melcdeun Wer Baslkaland in Schier.
Döbeln. Am Freitag in den frühen
Morgen=
ſtunden ging bei Böhlen, in der Nähe von Leisnig,
ein franzöſiſcher Freiballon nieder. Der Führer,
An=
gehöriger des Franzöſiſchen Touringelubs, iſt mit
mehreren anderen Ballons in der Tſchechoſlowakei
aufgeſtiegen, geriet in einen Gewitterſturm und
mußte notlanden. Der Ballon, der von einer
Biwvil=
perſon geführt wurde, blieb unverſehrt. Er wird
verpackt und nach Frankreich transportiert.
Außer dem franzöſiſchen Freiballon, der, wie
ge=
meldet, Freitag früh infolge eines Gewitterſturmes
bei Böhlen notlanden mußte, iſt noch ein weiterer
Ballon, der ebenfalls vorgeſtern in Poſen zu einem
Flug nach Belgien aufgeſtiegen war und der zwei
Perſonen als Beſatzung hatte, geſtern früh in der
Nähe von Oſchatz gelandet. Auch in dieſem Falle
blieben Paſſagiere und Ballon unberſehrt. Das
Sächſiſche Staatsminiſterium hat beide Ballons auf
Grund des Luftfahrtabkommens mit Frankreich, das
die Freigabe von Ballons vorſieht, fallz dieſe weder
Radiogerät noch Waffen mit ſich führen, bereits
frei=
gelaſſen. Die Ballons werden vorausſichtlichlhuFmm
gelaſſen. — Ein dritter Ballon, allem Anſchein nach
ebenfalls Teilnehmer an der vom Internationalen
Aero=Elub veranſtalteten Fahrt von Poſen nach
Bel=
gien, wurde geſtern vormittag 7 Uhr über dem
Flug=
platz Leipzig-Mockau geſichtet. Ueber ſein Schickfal
iſt noch nichts bekannt.
Schwerer Flugzeugunfall in Hamburg.
Hamburg. Ein Schulflugzeug, das der
Ham=
burger Verein für Luftfahrt erſt vor einigen Tagen
epworben hatte, iſt am Freitag früh gegem 8 Uhr
un=
weit des Flughafens abgeſtürzt. Der Pilot Reichert
war ſofort tot, ſein Begleiter Rehm wurde ſchwer
verletzt und liegt hoffnungslos darnieder. Das
Flug=
zeug wurde völlig zerſtört. Die Urſache des Unfalles
iſt noch nicht geklärt.
Ueberfall auf einen Geldtransport.
Zwei Perſonen getötet.
Euskirchen. Am Freitag mittag wurde in
Mechernich (Kreis Schleiden, in der Eifel) ein
ſchwerer Raubüberfall auf einen Lohngeldtransport
der Gewerkſchaft „Mechnicher Werke” ausgeführt. Ein
vom Grubenwächter, einem Werbſicherheitsbegmten
und zwei Angeſtellten begleiteter Geldtransport
wurde auf einem einfamen Waldwege in der Nähe
der Grube „Virginia” von vier maskierten Räubern
im Alter von 25 bis 30 Jahren überfallen. Die
Räu=
ber gaben eine Anzahl Schüſſe ab, die von den
Ueberfallenen unverzüglich erwidert wurden. Hierbei
wurde der Sicherheitsbegmte getötet und der
Gru=
benwärter ſo ſchwer verletzt, daß er bald darauf
ſtarb. Die beiden anderen blieben unverletzt.
Nach=
dem die Räuber etwa 10 000 Mark geraubt hatten,
ſind ſie auf Fahrrädern in der Richtung nach der
Ahr zu geflüchtet. Die Verfolgung wurde ſofort
auf=
genommen.
Eine Sechzehnjährige durchſchwimmt
den Briſtol=Kanal.
London. Die ſechzehnjährige Miß Parnell
durchſchwamm von Penarth aus den Briſtol=Kanal
in 10 Stunden, 17 Minuten, 10 Sekunden.
Sanenes Imeler bel Fellug.
Freiburg i. Br. In den Abendſtunden des
Donnerstag ging in der Nähe von Freibung i. Br.,
in der Gegend von Zähringen und Gundelſingen,
ein furchtbaves Unwetter mit Hagelſchlag nieder. Der
Sturm hatte auf der Landſtraße nach Gundelſingen
faſt 70 Prozent aller Chauſſeebäume umgeknickt. Ein
gpoßer Teil der Telegpaphenſtangen der Strecke
Freiburg—Offenburg wurde ebenfalls umgeworfen.
Der Verkehr war während einer Zeit von drei bis
vier Stunden nahezu vollkommen geſperrt. Der
ge=
gen 19 Uhr von Freiburg abgegangene Hamburger
Schnellzug geriet mitten in das Unwetter hinein. Ein
Gütevzug wurde durch die umgeſtürzten Maſten
auf=
gehalten und verwickelte ſich in den Drähten.
Feuer=
wehr, Polizei und Einwohner waren mehrere
Stun=
den mit den Aufräumungsarbeiten beſchäſtigt.
Das ſchwere Unwetter im Breisgau hat die Ernte
größtenteils vernichtet. Die vom Sturm und
Hagel=
ſchlag betroffene Gegend bietet ein trauriges Bild
der Verwüſtung. Auf den Landſtraßen und Wegen
wurden mindeſtens zwei Drittel der Bäume
ver=
nichtet. Zahlreiche Bäume wurden glatt am Boden
abgeknickt und auf die Straße geworfen. Teilweiſe
wurde auch nur die Krone vom Sturm wegraſiert
und weit in die Felder hineingetragen. Die
zuſam=
mengetragene Ernte wurde in alle
Himmelsrich=
tungen zerſtreut. Die Erntewagen mußten im Stich
gelaſſen werden; die meiſten von ihnen wurden
um=
geworfen. Tauſende von Tomaten einer
Tomaten=
pflanzung wurden von dem Hagel zu Boden
ge=
ſchlagen. Beſonders großen Schaden richtete der
Ha=
gel in den Weinbergen an. An bielen Stöcken dürfte
nicht mehr eine Traube hängen. Die wenigen
Trau=
ben, die nicht zu Boden geriſſen wurden, ſind
an=
geſchlagen und werden faulen. Die ganze Arbeit iſt
vernichtet. An der Hauptbahnlinie geigt ſich ein
Gewirr von Drähten und umgefallenen
Telegraphen=
ſtangen. Die Schäden an den Hochleitungen lonnten
noch nicht behoben werden, ſo daß geſtern morgen
der Fernſprechverkehr geſtört war. In Furtwangen
lagen die Hagelkörner bis zu B Zentimeder hoch.
Der Schaden läßt ſich naturgemäß noch micht
üben=
ſehen.
Rieſige Ueberſchwemmungen in Indien.
Hundert Tote.
Karachf. Die Folgen der rieſigen Ueben
ſchwemmungen in der Proinz Sind wachſen ſich zu
einer Kataſtrophe größten Umfanges aus. In dem
Khaipur=Staat in Ober=Sind ſind infolge von
Damm=
brüchen am Indus 60 Dörfer völlig überflutet
wor=
den. Die Bevölkerung hat ſich in Baumkronen, die
allein aus dem Waſſer herausragen, geflüchtet.
So=
weit es möglich iſt, wenden die Flüchtlinge mit
Bar=
ken und Flößen in Sicherheit gebracht. Man
be=
fürchtet aber, daß bereits über 100 Menſchen in den
Teilen ums Leben gekommen ſind, in die man
in=
folge der reißenden Strömung mit Booten micht
hin=
gelangen konnte. 1200 Flüchtlinge aus dem
Ueber=
ſchwemmungsgebiet, in dem ſich die Cholera immes
weiter ausbreitet, ſind in Karachi eingetroffen,
Großfeuer im Hafen von Piräus.
Athen. Im Hafen von Piräus wurde durch
ein Großfeuer ein Teil der Bollgebäude zerſtört.
Der Schaden wird auf 5 Millionen Mark geſchätzt.
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heim (dort), nachm. 4 Uhr. — Die 1. Schüler ſowie die 1. Jugend
tra=
gen Freundſchaftsſpiele gegen die gleichen Mannſchaften des Sportv. 98
aus und finden beide Spiele vormittags auf dem Platze an der Rhein=
Allee ſtatt.
0 Pferde
wpferde ſciet:
* Alpenfahrk-Ergebnis.
Zerck=Darmſtadt erhält den Gold. Alpenbecher.
Von unſerem 8. D.=Sonderberichterſtatter.
Villa d’Eſte, 12. Auguſt.
das heutige Ergebnis der Alpenfahrt mußte auf Grund der beiden
erprüfungen auf dem Jaufenpaß und auf dem Pordoi=Joch
be=
det werden. Dieſe Berechnung aber war ſchwierig und intereſſant
ſich. Es war begrüßenswert, daß ausſchreibungsgemäß die Zeiten
Bergprüfungen zuſammengezählt gewertet wurden, weil ſonſt
die wegen der Spitzkehren ſchwere Sonderprüfung auf dem
Por=
woch die beſten Fahrer wie Caracciola, Salamano, Paſtore uſw.
aus=
ſteden wären. Auf dem Jaufen hatten die Fahrer die Sollzeiten
wlich unterboten, auf dem Pordoi=Joch nicht erreichen können. Einer
woenigen Fahrer, die auch auf dem Pordoi=Joch die Sollzeiten
inne=
ſten, war Chriſtian Werner auf ſeinem 2½=Liter=Mercedes=Benz,
Stuttgart.
Daß der Goldene Alpenvokal von Hanſa und BMW. im Mann=
Fswwettbewerb gewonnen wurde, iſt bereits mitgeteilt worden. Dieſe
ſenſchaften haben als einzige Fabrikgruppe das Kunſtſtück
fertig=
cicht, alle fünf Etappen in der Beſtzeit zu erledigen. Die
Hanomag=
ſuenſchaft, die geſtern auch als vollwertig galt, iſt aus der
Gruppen=
ſring ausgeſchieden, weil Feldmann durch einen Zuſammenſtoß auf
etzten Etappe ſo viel Zeit verlor, daß er zu ſpät eintraf. Dafür
konnte Buthenuth auf Hanomag dank ſeiner glänzenden Fahrweiſe
hanner des Alpenbechers werden.
Von allen Fabrikgruppen, die neben einer Mannſchaft noch durch
iyelfahrer vertreten waren, ſchnitt Mercedes=Benz am beſten ab. Acht
ſſredes=Benzfahrer erhielten die höchſte Einzelfahrer=Auszeichnung:
Goldenen Alpenbecher für Einzelfahrer. Hervorragend gut ſchnitt
Wanderer ab, denn fünf Wandererfahrer verdienten ſich durch
zehalten der Beſtzeit auf allen Etappen die höchſte Auszeichnung:
ene Alpenbecher. Daß ſich ein Berliner Schupo, Polizeihauptmann
rnecht, unter den Alpenſiegern auf Wanderer befindet, iſt beſonders
ſatlich. Eine Beſtätigung des großen Regelmäßigkeitserfolges von
iſt der auch diesmal erzielte Brennabor=Erfolg. F. Backaſch und
ehnert ſind Alpenſieger. Die Brennabor 3=Liter=Type hat ſich alſo
n diesmal im ſchwerſten Automobilrennen und ſchwerſten
Zuverläſſig=
elvettbewerb der Welt ſieghaft bewährt. Je einen Alpenbecher
er=
iſtten G. von Natzmer auf Stoewer, W. Jahnig auf Hanfa,
Buthe=
ſu auf Hanomag und Frau Tilly Kotte (Dresden) auf Simſon=Supra.
ſinig auf Hanſa fuhr den neuen Hanſa 2,3=Liter=Typ mit dem neuen
ſwdroſchken=Chaſſis, der auf dieſem 2700 Klm.=Autowettbewerb
be=
ſeis, daß er zu den leiſtungsfähigſten und zuverläſſigſten Wagen des
Lwmarkts gehört.
Den Damenerfolg von Frau Tilly Kotte=Dresden auf Simſon=Supra
en wir ſchon geſtern als Großleiſtung einer Dame unterſtrichen; die
geichen BMW.=, Mercedes=Benz=, Brennabor=, Stoewer=,
Simſon=
bura=Wagen rollten auf deutſchen Continentalreifen, die Wanderer
ü auf Conti=, teils auf Exzelſior=Reifen. Mit Ausnahme der
Hano=
ſta=Gruppe tankten alle Alpenſieger Aral, das Benzin=Benzolgemiſch
9Benzolverbandes, der auf der großen Alpenfahrt an allen
Etappen=
wnen Tankſtellen errichtet hatte. Insgeſamt wurde alſo dieſe
Alpen=
ſ, die Zuverläſſigkeits= und Gebrauchswertprüfung im Gegenſatz zu
Rennen auf dem Nürburgring Geſamterfolg, wohl der größte
euche Sport=, Auto= und Autozubehörerfolg, den es je gegeben hat.
Von den erfolgreichen Auslandswagen hielt Ford die Spitze. Acht
w waren geſtartet; fünf Ford erzielten Spitzenwertungen, und ihre
fahrer erhielten mit den Alpenbechern die höchſt erreichbare
Auszeich=
z. Der Fiatſtart war erfolgreich, weil nur Nazzarros Wagen wegen
ſane ausſchied. Hier ſei allerdings bemerkt: keine Firma unterſtützte
Fahrer in ſo großem Maße wie Fiat. — Die Auslandsmarken,
ſodenen je ein Fahrer den Goldenen Alpenbecher erhielt, waren: La
ge, Chevrolet, Hupmobile, Bugatti, Auſtro=Daimler, O. M., Lancia,
ildo und Alfa Romeo. Die Auslandswagen rollten auf deutſchen,
er192ſcheniſchen, amerikaniſchen, öſterreichiſchen und engliſchen Reifen.
Das Ergebnis der Internationalen Alpenfahrt
egenhei 14 Goldenen Alpenpokal: Hanſa, BMW.
WWAlpenbecher für Einzelfahrer (Klaſſe B): Kimpel auf Mercedes=
*z, W. Merck=Darmſtadt auf Mercedes=Benz, Dr. Crailsheimer auf
eedes=Benz, A. Hirte=Berlin auf Mercedes=Benz, Edgar Bieber auf
redes=Benz. — Klaſſe C: Karl Schwabe auf La Salle, Ing.
inger auf Mercedes=Benz, Obering. Neubauer auf Mercedes=Benz,
Atmann auf Hupmobile, G. v. Natzmer auf Stoewer, Salamano auf
F. Paſtore auf Fiat, Valagna auf Ford, Appollonio auf Ford,
Meſ=
iſn auf Ford, Reguzzi auf Ford, Roſthoff auf Ford, C. von Guilleaume
„Chevrolet. — Gruppe D: Richetti auf Bugatti, Deſ. v. Bitzy
m„Auſtro=Daimler, Backaſch auf Brennabor, Lehnert auf Brennabor,
Aiſt. Werner auf Mercedes=Benz, Gutknecht auf Wanderer, H. Atmer
mWanderer, C. Kappler auf Wanderer, Graumüller auf Wanderer,
Hetzel auf Wanderer, Rüedi auf Lancia, Jähnig auf Hanſa. —
Luppe E: A. Doſio auf O.M., Cobianchi auf Anſaldo, Frau Tilly
Aite auf Simſon=Supra, Riella auf Alfa Romeo. — Klaſſe P=
Brambilla, auf Alfa Romeo. — Klaſſe H: H. Buthenuth auf
Momag.
Zweite Preiſe für Einzelfahrer (Alpenplaketten, die in jeder Klaſſe
m ein einziger erhält, welcher das Mittel, zwiſchen Höchſt= und
Soll=
erreicht hat). Klaſſe B: Direktor Wenzler auf Mercedes=Benz;
Aſſe C: W. Cloppenburg auf Stutz; Klaſſe D: Graf Potocki auf
Atro=Daimler; „Klaſſe F: Dr. Preßfreund auf F.N.; Klaſſe H:
Hae=
ke auf Hanomag.
Für alle Alpenfahrer, die die große Fünftagefahrt und das Mittel
ſichen Beſtzeit und Sollzeit erreichen konnten, die aber durch die
Son=
wrüfung hinter den Plakettenanwärtern rangieren, wurden Goldene
Idaillen ausgeſetzt. Dieſe erhielten: Klaſſe C: Heinz Müller auf Fiat,
hrs Loenhold auf Chrysler; Klaſſe D: Vormann auf Röhr.
Dutt=
ſyer auf Röhr; Klaſſe H: Raffay auf Hanomag, Kulke auf Dixi. —
Ftiſche Würdignug der Alpenfahrt folgt.
Handball in der Deutſchen Turnerſchaft.
Schiedsrichkerprüfung in Neu=Iſenburg.
Als Abſchluß des diesjährigen Lehrganges für Schiedsrichter=
Aus=
bildung findet die Prüfung ſtatt, die man nach Neu=Iſenburg legte. Es
ſtehen dort zwei Spielfelder zur Verfügung, und ſo kann man der
prak=
tiſchen Prüfung die größte Aufmerkſamkeit ſchenken. 20 Prüflinge haben
ſich gemeldet. Um die erhebliche Prüfungsarbeit zu bewältigen, muß
ſchon der Samstag abend herangezogen werden, wo um 7,30 Uhr die
mündliche und ſchriftliche Prüfung beginnt. Am Sonntag finden dann
10 Handballſpiele ſtatt, die von den Prüflingen abwechſelnd zu leiten
ſind. Da 20 verſchiedene Mannſchaften antreten, wird es den ganzen
Tag über ein ſehr buntes Treiben in Neu=Iſenburg geben. —
Infolge=
deſſen iſt der Spielbetrieb am Sonntag nicht ſo lebhaft. Dafür hat er
aber ein paar recht ſpannende Spiele. Die Darmſtädter
Turngeſell=
ſchaft tritt mit drei Mannſchaften gegen Tv. Mainz 1860 an. und bietet
damit ihren Anhängern etwas Großes. Arheilgen empfängt
Wolfskeh=
len. Hier wird wieder mehr Schwung hinter dem Platzverein ſein
müſſen, wenn er in den kommenden Pflichtſpielen eine überragende
Rolle ſpielen will. Sprendlingen erwartet Bensheim zur Probe für
den Herbſt, denn einer von beiden wird wohl Gaumeiſter werden.
Büt=
telborn ſpielt mit zwei Mannſchaften gegen Sachſenhauſen, und kann
nun Zeugnis ablegen, ob die gegen Arheilgen gezeigte gute Form kein
Zufallserfolg war. Egelsbach empfängt den Sachſenhäuſer
Bruder=
verein, und Gernsheim ſpielt gegen Griesheims Zweite und Jugend.
Den Schluß bildet das Treffen Lorſch — Hahn.
Schlolmmen.
Wien ſchlägt München 8:0 Punkke.
Neuer öſterreichiſcher Rekord über 4mal 100 Meter Freiſtil.
Der erſte Wiener Amateur=SC. weilte heute im Münchener
Volks=
bad beim VfvS. München und trug einen Schwimmkampf ſowie ein
Waſſerballſpiel aus. Mehrere Hundert Zuſchauer wohnten den
ſpannen=
den Kämpfen bei und überzeugten ſich von der überragenden Klaſſe der
Wiener Amateure. Dieſe gewannen den Städtekampf überlegen und
ſicher 8:0. Das Waſſerballſpiel war den Wienern ebenfalls nicht zu
nehmen, die Münchener verloren 9:5 (5:1). In der erſten Halbzeit war
Wien ganz überlegen und mit 5:1 gings in die Pauſe. Nach der Pauſe
zeigten die Münchener ein geſchloſſeneres Spiel und waren während der
größten Zeit dieſes Spieles im Vorteil. Sie hatten jedoch ſehr viel
Pech, allein 10 Torſchüſſe gingen an die Latte, auch war ihr
Wurf=
vermögen nicht ſo ausgeprägt wie das der Gäſte. Die Ergebniſſe:
6mal 100 Meter Lagenſtaffel: 1. Wien 7:27,9 M., 2. München 7:33,4 M.
8mal 100 Meter Bruſtſtaffel: 1. Wien 4:03.3 M., 2. München 4:07.8 M.
4mal 100 Meter Freiſtilſtaffel: 1. Wien 4:26,3 M., 2. München. (
Oeſter=
reichiſcher Rekord; in der Mannſchaft wirkte auch der bekannte
Eis=
laufmeiſter Schäfer mit.)
* Kreisliga Südheſſen.
Es wird alſo doch 1. September, bis mit den Verbandsſpielen
be=
gonnen werden kann, und bis dahin hat man immer noch Gelegenheit,
aus= und umzuprobieren. So gibt es denn auch diesmal wieder etliche
Freundſchaftsſpiele. Es treffen ſich:
VfL. Lampertheim—Olympia Worms (Samstag); D.J.K.
Viern=
heim — VfL. Lampertheim; FV. Biblis — Olympia
Lampert=
heim; Spv. Weinsheim — Norm. Pfiffligheim; Spp. Hochheim
— VfR. Oggersheim.
Beim Pokalturnier in Gernsheim ſpielen:
Concordia Gernsheim — Spielvereinigung Wiesbaden; FC.
Bens=
heim — FV. Gimbsheim; Rheingold Hamm — FC. Wolfskehlen.
Es iſt diesmal ein reichhaltiges Programm, und man darf ſehr
ge=
ſpannt ſein, wie ſich hauptſächlich die Spitzenvereine des Kreiſes
Süd=
heſſen ſchlagen. Gerade der Meiſter, Olympia Worms, wird in
Lam=
pertheim bei VfL. auf einen harten Gegner ſtoßen, und es wäre nicht
verwunderlich, wenn nur ein knapper Sieg oder gar ein Unentſchieden
dabei herauskäme. Die Begegnung mit D.J.K. Viernheim wird für die
VfL.=Leute eine glatt zu gewinnende Sache ſein. In Biblis wird man
diesmal nicht ausprobieren, und auch Olympia Lampertheim wird mit
ſeiner Verbandsſpiel=Elf erſcheinen. Es kann hier ſo gut wie dort eine
knappe Niederlage geben. In Weinsheim wird Norm. Pfiffligheim
ſchon gewinnen können, ob aber Sportverein Hochheim die Niederlage
des Vorſpiels wettmachen kann, iſt ſehr fraglich. Beim Pokalturnier im
ſchönen Rheinſtädtchen Gernsheim haben die Einheimiſchen Gelegenheit,
für die am Sonntag in Wiesbaden erlittene Patſche, Revanche zu
neh=
men. Bei den beiden anderen Spielen werden Bensheim und Hamm
wohl Sieger werden. — Am Sonntag morgen um 9 Uhr findet im
„Rheintal” in Worms eine Beſprechung der Kreisligavereine ſtatt, und
es iſt ſicher für jeden Verein von großer Wichtigkeit, hier durch einen
Vertreter genaueſtens unterrichter zu ſein. Zu den ſeitberigen
Kreis=
ligavereinen kommt nun noch Herrnsheim und Hofheim hinzu, während
Pfeddersheim zur A=Klaſſe abſteigt.
Fußball.
Sportv. Münſter — Rot=Weiß=V.f.R.
Zum letzten Privatſpiel vor der neuen Verbandsſaiſon begibt ſich
die Ligamannſchaft des Rot=Weiß=VfR. nach Münſter, um einer alten
Rückſpielverpflichtung nachzukommen. Das Spiel findet heute,
Sams=
tag, abends 6 Uhr, ſtatt. — Die zweite Mannſchaft ſpielt um die gleiche
Zeit gegen die gleiche Mannſchaft der Haſſia Dieburg (dort), während
die Alten Herren abermals in einem Revanchekampf den Alten Herren
der 98er auf dem Stadion gegenüberſtehen. — Am Sonntag ſpielt die
zweite Mannſchaft gegen die erſte Mannſchaft des Sportvereins See=
Tennis.
Turngemeinde Darmſtadt 1846, Tennis=Abteilung.
Die Tennisabteilung der Tgde. Darmſtadt 1846 ſpielt morgen gegen
Eintracht Frankfurt a. M. auf den Plätzen hinter dem Woog. Freunde
des weißen Sportes ſind als Gäſte gern geſehen und willkommen
ge=
heißen.
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7. Tag 5. Klaſſe. In der Vormittags=Ziehung am 15. Auguſt
fielen 2 Gewinne zu je 25 000 Mark auf die Nr. 379 325, 4 Gewinne
zu je 5000 Mark auf Nr. 15 604 162 251, 6 Gewinne zu je 3000 Mark
auf Nr. 127 829 157 914 266 914, 12 Gewinne zu je 200 Mark auf Nr.
102 286 118825 142324 183 967 301219 358 304, 58 Gewinne zu je
1000 Mark auf Nr. 3681 22 251 58 240 70 163 75 602 80 034 85 035 126 148
126296 137916 172054 177540 180304 230320 23 511 209 560 214 755 232377
263 199 266 408 270 510 272390 275 032 276 718 298 082 332 143 380 865
391 942 396 137; ferner 78 Gewinne zu je 500 Mark und 236 Gewinne
zu je 300 Mark — In der Nachmittags=Ziehung fielen 2 Gewinne
zu je 25 00 Mark auf Nr. 217 685, 6 Gewinne zu je 5000 Mark auf Nr.
55 268 163 334 276 043, 6 Gewinne zu je 3000 Mark auf Nr. 25 030
296 337 373 482, 14 Gewinne zu je 2000 Mark auf Nr. 26 721 85 309
95 876 199 918 221 492 314 425 338 956, 28 Gewinne zu je 1000 Mark
auf Nr. 27 545 90 706 117 413 130 196 153 950 183 795 189 765 226 850
238 906 267 447 302 645 324 732 345 933 372 433; ferner 74 Gewinne zu
je 500 Mark und 194 Gewinne zu je 300 Mark.
Geſchäftliches.
Deutſche Touriſten im Orient. — Moderne Ferienfahrten.
Wie uns ein Telegramm aus Angora meldet, ſind Münchener
Sportsleute, von München kommend, mit drei Adler=Favorit=
Wagen auf einer Orientfahrt dort eingetroffen und zurzeit nach
Kaiſarje Biredſchir in Meſopotamien untewwegs. Die deutſchen
Tou=
riſten ſind in Sofia vom König von Bulgarien und in Angora von den
Behörden empfangen und von der Bevölkerung allenthalben auf das
freundlichſte aufgenommen worden.
Bruchleidende,
ſowie die Herren Aerzte werden auf die Anzeige der Firma
Paul Fleiſcher Freisbach (Pfalz), in der heutigen Nummer
ganz beſonders aufmerbſam gemacht.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 17. Aug. 10.40: Schulfunk: Adalbert Neumann:
„Die alte Agnete” von Selma Lagerlöf, O 13.15: Schallplatten.
O 15.15: Jugendſtunde: Frau Suſanne Horn=Stoll, Darmſtadt,
ſingr ernſte und heitere Volkslieder. O 16.15: Konzert des Funkorch.
Mitw.: Carl Brake (Bariton). o 18.10: Leſeſtunde: Aus „Rot
und Schwarz von Stendhal. Sprecher: O. W. Studtmann.
O 18.30: Briefkaſten. o 18.45: Eſperanto. o 19.05: O. E.
Sutter: Großmacht Reklame. O 19.25: Dr. Engler: Produktive
Erwerbsloſenfürſorge. O 19.45: Prof. Dr. Fleſch: Vitamine und
ihre Bedeutung für die Ernährung. O 20.15: Stuttgart: Konzert.
O 21: Salzburg: Von den Salzburger Feſtſpielen: Serenade.
Mozart: Divertimento, D=dur; Serenade Nr. 4 D=dur. o 22:
Spaniſche Lieder: Alte Lieder. — Volkslieder und Jota. Ausf.:
Ruth Patzſchke (Alt), E. J. Kahn (Klavier). O. Anſchl.: Berlin;
Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Sonnabend, 17. Aug. 12: Dr. Schwabe,
Hilde=
gard Schwabe, Dr. Fiſcher; Künſtler. Darbietungen für die Schule.
Muſik und Welt. O 14.30: Kinderbaſtelſtunde. Die Laterne. o 15;
Oberſchulrat Hilker: Der Genfer Kongreß des Weltverbandes
päda=
gogiſcher Vereinigungen. O 15.45: Dr. Gertrud Haupt: Wie ſieht
der Dichter die moderne Frau? o 16: Dr. Elſe Hildebrand:t: Die
gemeinſame Erziehung der Geſchlechter. Erfahrungen im In= und
Auslande. O 16.30: Dr. Vogt: Aufbau und Aufgaben der
Reichs=
zollverwaltung. O 17: Hamburg: Konzert. Operetten=Ouvertüren.
18: Hygiene auch im Fabrikbetriebe. EEin Geſpräch zwiſchen
Zigaretten=Arbeiterinnen und Betriebsrat./ o 18.30: Franzöſiſch für
Anfänger. O 18.55: Dr. Weinert: Die Raſſen am Ausgange der
Eiszeit. O 19.20: Frank Warſchauer: Die techniſche Utopie. o 20:
Sonderveranſtaltung. Einſame Nacht. Sinfon. Dichtung für Orch.
mit Tenor=Solo von Hubert Pataky. Dirig.: Der Komponiſt. Soliſt:
C. Jöken. Funkorch. O Danach: Tanzmuſik. Kapelle Daos Bela
Vauſe: Bildfunk.
Wekterbericht.
Ausſichten für Samstag, den 17. Auguſt: Aufkommende Bewölkung mit
ſtellenweiſen Gewitterſtörungen und Niederſchlägen, warm.
Ausſichten für Sonntag, den 18. Auguſt: Wechſelnde Bewölkung, ſpäter
leichter Temperaturrückgang und Neigung zu ſtrichweiſen
gewitter=
artigen Niederſchlägen.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Derantwortlich für Potltk und Wirtſchaft: Radoif Maupe; für Feulſſeton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handei: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienft: Andreas Bauer; fär
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den Inſeralenteil: Willp Kuble; Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unveriangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.
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Die Lage der Eiſengießereien hat ſich innerhalb der letzten Wochen
nur wenig geändert. Nach wie vor wird aus allen Teilen Deutſchlands
gemeldet, daß die Beſchäftigung im Maſchinenguß ſehr ſtark zu wünſchen
übrig läßt, während ſich der Abſatz in Handelsguß teilweiſe gebeſſert
hat. Jede Dispoſition auf längere Sicht wird ungemein dadurch
er=
ſchwert, daß es ſich überwiegend um kurzfriſtige Aufträge handelt. Die
Gießereien ſind in der Mehrzahl nur auf kurze Zeit beſchäftigt und
leben von der Hand in den Mund. Ein großer Teil der Gießereien
arbeitet nur mit einer verringerten Belegſchaft und teilweiſe mit
ver=
kurzter Arbeitszeit. Der Auftragseingang in Maſchinenguß wird in
einem beſonderen Bericht der Gießereien als nicht befriedigend
bezeich=
net. Der Rückgang wird durchweg auf den verringerten Bedarf und
die noch immer vorherrſchende Geldknappheit zurückgeführt. Für
Son=
dermaſchinenguß hat ſich die Nachfrage dagegen aus dem In= und
Aus=
lande etwas gebeſſert. Mit einem merklichen Anziehen der Konfunktur
wird jedoch in der nächſten Zeit wohl nicht gerechnet werden können.
Dagegen hat ſich der Abſatz in Handelsguß entſprechend der durch die
Jahreszeit vorgeſchrittenen Bautätigkeit teilweiſe leicht belebt. Man
erwartet, daß hier im Laufe des Monats ein günſtigeres Ergebnis als
im Vormonat erzielt werden kann. Das Geſchäft in Bauguß kann
cbenfalls als nicht ungünſtig bezeichnek werden. Die Ausſichten für die
nächſten Monate werden nicht ſehr optimiſtiſch beurteilt. Nachfrage und
Auftragseingang in Nöhrenguß haben nach dem befriedigenden
Ergeb=
nis der drei Vormonate etwas nachgelaſſen. Dies iſt aber eine Erſ=
hei=
nung, die in jedem Jahre in den Monaten Jul:—Auguſt beoba Ztet
tird. Zurzeit ſind die Werke ebenfalls noch befriedigend beſchäftigt.
Das Exportgeſchäft leidet jedoch außerordentlich unter der
ausländi=
ſehen Konkurrenz, namentlich der engliſchen. Die engliſchen
Gußröhren=
werke treten in verſtärktem Maße in überſeeiſchen Gebieten auf und
verſuchen, dort die Geſchäfte an ſich zu reißen, was ſtark gedrückte Preiſe
zur Folge hat.
Eine Denkſchrift der Hauptgemeinſchaft des Deutſchen Einzelhandels
E. V. Die bereits angekündigte Denkſchrift der Hauptgemeinſchaft des
Deutſchen Einzelhandels die Vorſchläge über einen geſetzlichen Schutz
der Ladenmieter enthält, iſt den zuſtändigen Reichsminiſterien
übermit=
telt worden. Die Hauptgemeinſchaft des Deutſchen Einzelhandels
beab=
ſichtigt, demnächſt mit intereſſierten Abgeordneten und mit den
zuſtän=
digen Reichsminiſterien in Verhandlungen zu treten, um nach
Möglich=
keit die Erfüllung ihrer Forderungen auf geſetzgeberiſchem Gebiet zu
beſchleunigen.
Zu den Gerüchten über ein Zuſammengehen des Norddeutſchen
Lloyd und des Holländiſchen Lloyd. Zu Meldungen aus
Amſter=
dam, wonach zwiſchen dem Norddeutſchen Lloyd und dem
König=
lich Holländiſchen Lloyd Verhandlungen über ein Zuſammengehen
ſchweben ſollen, wird von der Verwaltung des Norddeutſchen
Lloyd mitgeteilt: Vor Wochen haben loſe Beſprechungen mit dem
Hölländiſchen Lloyd ſtattgefunden, die den Fahrplan für die
Dämpfer der beiden Geſellſchaften, hauptſächlich in Südamerika,
betrafen. Es handelte ſich um Beſprechungen, die regelmäßig
zwi=
ſchen den intereſſierten Linien gepflogen werden und die jedenfalls
keinen beſonderen Vorgang darſtellen.
Abkommen zwiſchen Danat=Bank und Oldenburgiſcher Landesbank.
Die Darmſtädter= und Nationalbank und die Oldenburgiſche Landesbank
haben ein Abkommen getroffen, wonach die Darmſtädter= und
National=
hank ihre Filialen in Nordenham, Delmenhorſt und Wildeshauſen mit
Wirkung vorausſichtlich ab 1. September verkauft. Das geſamte
Per=
ſonal der Zweigſtellen, der Danatbank geht gleichfalls auf das neue
Inſtitut über.
Die Tieftemperaturverkokung in England. Nach langem
Zö=
gern und koſtſpieligen Verſuchen iſt die Tieftemperaturverkokung
der Kohle in England Wirklichkeit geworden und wird induſtriell
und kommerziell ausgebeutet. Die Benzinhauſſe hat zum Schluß
noch zur Verwirklichung beigetragen. Mehrere Werke ſind im
Bau. andere ſchon im Betrieb. Vor drei Wochen wurde eines
die=
ſer Werke in Doncaſter in Betrieb genommen. Die Einrichtung
übernahm die Low Temperature Craboniſation Ltd. für ihre
Filiale, die Doncaſter Coalite Ltd. auf den Zechen von Askern.
Die Arbeitsweiſe dieſer Geſellſchaft iſt bekannt und wurde ſchon
in den Werken von Bransley angewandt. Die Werke von
Don=
caſter haben augenblicklich eine Produktionskapazität von 90 000
Tonnen pro Jahr; eine ähnliche Einrichtung befindet ſich im Bau
und wird ebenfalls bald in Betrieb genommen, ſo daß die
Ge=
ſamtproduktion pro Jahr ſich auf 127 000 Tonnen rauchloſen
Brennſtoff Coalite und ungefähr 3 750 000 Gallonen Teer. Oel
und Benzin beläuft. Dieſer rauchloſe Brennſtoff Coalite iſt auf
dem Kohlenmarkt der größeren Städte hauptſächlich in London,
ſchon gut eingeführt. Das Werk verbraucht feine Kohlen und
Abfallprodukte der Zechen von Askern, und die ausbeutende
Ge=
ſellſchaft hat mit dieſen Zechen einen Vertrag auf lange Dauer
abgeſchloſſen. In verſchiedenen Fällen, wenn z. B. feine Kohlen
verwandt werden, brikettiert man mittels Pech vor der
Ver=
ſchwelung.
Metallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 16. Auguſt 1929 ſtellten ſich
für Elektrolytkupfer auf 170.75 Originalhüttenaluminium 190.00,
des=
gleichen 194.00, Reinnickel 350.00, Antimom Regulus 64.00—68.00,
Fein=
ſilber 71.75—73.50 RM.
Die Berliner Metall=Termine vom 16. Auguſt 1929 ſtellten ſich für
Kupfer: Januar und Februar 149.00 (149.50), März und April
149.25 (149.75), Mar 149.50 (149.75), Juni 149.50 (150.00), Juli 150.00
(150.25), Auguſt 146.25 (146.75), September 146.50 (147.25), Oktober
147.25 (148.00), November 148.00 (149.00), Dezember 149.00 (149.50).
Tendenz: ſtetig. — Für Blei: Januar bis Juni 46.00 (46.25), Juli
46.25 (46.25), Auguſt 45.50 (46.50), September 45.75 (46.25), Oktober
bis Dezember 46.00 (46.25). Tendenz: ruhig. — Für Zink: Januar
bis Mai 49.50 (50.50), Juni 49.75 (50.25), Juli 50.00 (50.50), Auguſt
48.50 (51.00), September 48.00 (50.50), Oktober und November 49.00
(50.25), Dezember 49.50 (50.50). Tendenz: befeſtigt. — Die erſten Zahlen
bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Baumwolle: Am Baumwollmarkt zogen die Preiſe zunächſt ſcharf
an. Die höchſten Tagespreiſe konnten ſich aber nicht halten, da ſpäter
in mäßigem Umfange Abgaben für lokale und ſüdliche Rechnung
er=
folgten.
Kaffee: Am Kaffeemarkt war die Preisbewegung in der
Haupt=
ſache nach oben gerichtet. Nach unſicherer Eröffnung, die ihre Urſache
in Liquidationen und Verkäufen der Kommiſſionsfirmen hatte, trat
ſpäter eine Befeſtigung ein.
Zucker: Die Preisbewegung am Zuckermarkt verlief ziemlich
ſchwan=
kend. Zunächſt ging von Deckungen und Käufen der Kommiſſionshäuſer
Anregung aus, doch ermäßigte ſich das Preisniveau ſpäter etwas, als
Liquidationen durchgeführt wurden und kubaniſche Firmen mit
Ab=
gaben vorgingen. Der Handel bekundete gute Kaufluſt, wodurch
zeit=
weiſe wieder eine Befeſtigung eintrat. Gegen Schluß aber verſtärkte
ſich der Liquidationsdruck und die Abgaben auf kubaniſche Rechnung, ſo
daß der Markt in williger Haltung ſchloß.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 16. Aug.:
Getreide. Weizen: Sept. 139½, Dez. 148½, März 153, Mai
157: Mais: Sept. 103½, Dez. 97½, März 102½; Hafer: Sept.
49½, Dez. 53, März 55½; Roggen: Sept. 108½, Dez. 11638,
März 121½.
Schmalz: Sept 1202½, Okt. 12,15, Dez. 12,20, Jan. 12,60.
Fleiſch. Rippen: Sept. 12,95, Okt. 13,12½; Speck, loko 13,00;
leichte Schweine 11,40—12,00, ſchwere Schweine 10/40—11,35;
Schweinezufuhren: Chicago 17 000, im Weſten 50 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 16. Aug.:
Getreide. Weizen: Rotwinter 145½, Hartwinter 14478: Mais
115½, Mehl 6,30—6.90; Fracht: nach England 1,6—2,0 Schill.,
nach dem Kontinent 8—9 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 10,75; Talg, extra, loſe 778.
Kakao. Tendenz: ſtetig; Umſätze in Lots: 257; Loko: 10%;
Auguſt 10,66, September 10,78, Oktober 10,77, November 10,50,
Dezember 10,30; Januar 1930: 10,30, Februar 10,34, März
19,40, April 10,57.
Frankfurker und Berliner Effekienbörſe.
Frankfurt, 16. Auguſt.
Zum Wochenſchluß zeigte die Börſe ein unſicheres Ausſehen.
Verſtimmt war man über neue Schwierigkeiten im Haag und das
weitere Nachgeben der Frankfurter Allgemeine Verſicherungs=
Aktien. Die Spekulation verhielt ſich zurückhaltend und ſchritt,
nachdem in den letzten Tagen verſchiedentlich ganz beträchtliche
Ge=
winne erzielt wurden, zu Gewinnmitnahmen und Glattſtellungen.
Infolge des Fehlens von Orders war der Markt nicht recht
auf=
nahmefähig, ſo daß ſich gegenüber der geſtrigen Abendbörſe zumeiſt
Verluſte bis zu 2 Prozent einſtellten. Für einige Werte konnte
ſich etwas Intereſſe erhalten. So konnten am Elektromarkt Elektr.
Lieferungen 1½ Prozent gewinnen, Schuckert blieben gut
behaup=
tet, während Siemens 1 Prozent, Felten 134 Prozent, A. E.G. ½
Prozent und Chadeaktien 2 Mark nachgaben. Glanzſtoffaktien
lagen mit minus 3 Prozent im Angebot. Auch Montanwerte
waren vernachläſſigt, nur für Gelſenkirchen. Mannesmann, Phönix
und Stahlverein trat bei ganz geringfügigen Beſſerungen
verein=
zeltes Intereſſe zutage. Harpener verloren 1 Prozent. Kaliwerte
bis 1½ Prozent abgeſchwächt. Banken wenig verändert. J.G.
Farben 1½ Prozent ſchwächer. Karſtadt minus 2 Prozent.
Ren=
ten ſtill, teilweiſe leicht gebeſſert.
Im Verlaufe war das Geſchäft im allgemeinen ſehr ſtill: die
Kurſe gaben zumeiſt auf weitere Realiſationen nach. Nur
Reichs=
bank und Zellſtoff Waldhof traten bei Beſſerungen bis zu 1
Pro=
zent etwas hervor. Am Geldmarkt war Tagesgeld 8½ Prozent.
Am Deviſenmarkt lag das Pfund wieder etwas ſchwacher. Man
nannte Mark gegen Dollar 4.1979, gegen Pfunde 20.359. London=
Kabel 4.8480. Paris war mit 123.89 etwas feſter, Mailand
92.74. Madrid 33.07, Holland 12.10/s.
Die Abendbörſe war faſt während ihres ganzen Verlaufes
geſchäftslos bei abbröckelnden Kurſen. A. E. G. 0,50 Prozent, Farben
bis 0,75 Prozent ſchwächer, auch Montanwerte 0,25—0,50 Proz.
niedri=
ger. Renten ohne Geſchäft. Für den Markt der Frankfurter Allgem.
Verſicherungs=Geſellſchaft trat eine gewiſſe Beruhigung ein, jedoch gab
der Kurs weiter nach. Man nannte im Freiverkehr eine Schätzung von
660 RM. Amtlich fand eine Notierung nicht ſtatt. Im Verlaufe blieb
die Börſe ſehr ſtill und zeigte keine Erholung. An der Abendbörſe
waren Farben 223, A. E. G. 199,75.
Berlin, 16. Auguſt.
Die heutige Börſe ſtand vor einer veränderten Situation, d. h. nicht
börſentechniſch, ſondern was die wirtſchaftlichen und politiſchen
Mo=
mente betrifft, dadurch, daß die Vorausſetzungen der geſtrigen
Aufwärts=
bewegung wieder umgeworfen waren. Während z. B. geſtern der
Mil=
lionenkredit der Bank von England als Hauſſemoment zu werten war,
mußte naturgemäß heute das Dementi der beteiligten Stellen, obwohl
es nicht recht geglaubt wurde, ernüchternd wirten. Auch die Nachrichten
aus dem Haag lauteten heute peſſimiſtifcher. Die ſich täglich
abwechſeln=
den Nachrichten über den Verhandlungsſtand erinnerten an die Pariſer
Verhandlungen. Trotz dieſer ungünſtigen Momente, zu denen noch ein
unregelmäßiger New Yorker Börſenverlauf und ein ſtagnierender
Be=
richt über die Arbeitsmarktlage, Meldungen von einer Verſchärfung des
chineſiſch=ruſſiſchen Konfliktes und ein ſteifer Geldmarkt kamen, zeigten
die erſten Kurſe heute eine beachtenswerte Widerſtandsfähigkeit, und
ie eintretenden Verluſte betrugen nur in den ſeltenſten Fällen mehr
als 1 Prozent. Der Wochenſchluß hatte zunächſt keine ſtärkere
Reali=
ſationsneigung zur Folge und das Geſchäft war klein. Durch feſte
Hal=
tung fielen Reichsbank, Hamburger Elektrizitätswerke und NAG. auf.
Nach den erſten Kurſen wurde es ganz vorübegehend feſter und das
Geſchäft nahm an Lebhaftigkeir zu. Später ſetzten aber doch wieder
Wochenſchlußglattſtellungen ein, die durch die Nachricht eines
Mittags=
blattes, daß morgen eine Vertagung im Haag zu erwarten ſei, noch eine
Verſtärkung erfuhr. Die Kursgeſtaltung wurde hierauf uneinheitlich
und eher ſchwächer.
Neue ungariſche Bauxitlieferungsverträge. Die Bauxit=Truſt A. G.
hat neue, langfriſtige Verträge über Bauxitlieferungen mit der
Königs=
hofer Zementfabrik in der Tſchechoſlowakei und mit der Vereinigte
Alu=
miniumwerke A.G. in Deutſchland abgeſchloſſen und für dieſe
Liefe=
rungen Tarifnachläſſe von den ungariſchen und tſchechoſlowakiſchen
Staatsbahnen erhalten. Während die Bauxitlieferungen nach
Deutſch=
and nur die Fortſetzung der früheren Lieferungen an die dem Bauxit=
Truſt intereſſierten deutſchen Aluminiumwerke darſtellten, läßt die
Lie=
ferung an die Königshofer Zementfabrik darauf ſchließen, daß die
Kö=
nigshofer Fabrik die Erzeugung von Bauxitzement nicht aufgegeben und
die Verhandlungen mit dem Bauxit=Truſt als Rohſtofflieferanten nicht
endgültig abgebrochen hat.
Brodatlenderichte.
Frankfurter Produktenmarktbericht vom 16. Auguſt.
Frankfurter Produktenmarkt verkehrte zum Wochenſchluß in
ſtiller, aber infolge höherer Auslandsnotierungen freundli
Haltung. Namentlich in Weizenmehl konnte ſich etwas Geſe
entwickeln. Sonſt lag der Markt bei unveränderten Preiſen zi
lich vernachläſſigt. Weizenmehl ſtellte ſich um ca. ½ Mark ho
Es notierten: Weizen 26.50, Roggen 20.90, Hafer inländ.
Mais 21.50, Weizenmehl ſüdd. und niederrhein. 38.75—41.25, 2
genmehl 29.75—31. Weizenkleie 10.50, Roggenkleie 11.75.
denz: ſtetig.
Frankfurter Butternotierungen vom 16. Auguſt: Am Butternu
war das Geſchäft recht flott. Die Preiſe für Auslandsbutter we
kaum verändert. Deutſche Butter zog geringfügig an. Es notier
1 Faß (50 Kilo) 188 NM., ein halbes Faß 190 RM., in Halbpfundſt:
195 RM., deutſche Butter 180 RM.
Berliner Produktenbericht vom 16. Auguſt. Der hieſige Wi
folgte den vom Auslande, und zwar ſowohl den von den überſeein
Märkten als auch von Liverpool gebotenen Anregungen nur
zögernd. Für Weizen blieb die Befeſtigung faſt ausſchließlich auf
handelsrechtliche Lieferungsgeſchäft beſchränkt, während für das ziem
reichliche Angebot von neuer Ware höhere Preiſe als geſtern nich
erzielen waren. Das Roggenangebot iſt nach den letzttägigen Pr
rückgängen zurückhaltender geworden und als etwa normal für
gegenwärtige Jahreszeit zu bezeichnen. Zu etwa 1 Mark höheren Py
ſen als geſtern fand das offerierte Material Unterkunft. Am Lieſ,
rungsmarkt waren die ſpäteren Sichten ſtärker befeſtigt. Mehl iſt
den Offerten unverändert, Weizenmehl hat nur laufendes Bedarſ
ſchäft, von Roggenmehlen ſind die billigeren Provinzfabrikate b
beachtet. Am Hafermarkt geſtaltete ſich das Geſchäft weiterhin
ſchleppend. Von dem ziemlich reichlichen Angebot werden nur faſt
Qualitäten geboten. Gerſte in allen Qualitäten ziemlich vernachlä
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die Gerüchte über Intereſſennahme eines amerikani
Automobilkonzerns an der N.A. G., mit denen die Kursſteiger
in Borſenkreiſen erklärt wurde, werden von Verwaltungsſeite
unzutreffend bezeichnet.
Der Bauſtoffindex der „Bauwelt” iſt am 7. Auguſt von
um 1,3 v. H. auf 160,3 geſtiegen als Folge der in verſchiedenen
bieten erhöhten Preiſe für Mauerſteine und Dachziegel.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft” ſtellte ſich
14. Auguſt auf 125,3 gegen 125,5 am 7. Auguſt (Durchſchnitt
bis 1913 — 100), fiel alſo um 0.2 Prozent.
Ueber Vermutungen, daß das Rheiniſche Kiesſyndikat ge
det ſei, erklart uns auf Anfrage das Syndikat, daß der Syndika
vertrag noch bis 1936 laufe und demgemäß ſchon von einer jetz
Auflöſung noch nicht geſprochen werden könne. Die Schwien
keiten um Syndikate werden allerdings nicht beſtritten.
Die Firma A. L. Meyer, Warenhaus, Dömitz (Mecklenbi
hat ihre Zahlungen eingeſtellt und einen außergerichtlichen
gleichsvorſchlag von 50 Prrozent unterbreitet. Die Paſſiven
tragen rund 169 000 RM.
Der Preußiſche Landwirtſchaftsminiſter hat das Preuß
Statiſtiſche Landesamt und die preußiſchen Landwirtſchaftst
mern erſucht, beſchleunigt eine Erhebung über die Milchproduftt
in Preußen durchzuführen Erſtmalig werden dabei die Du
ſchnittserträge je Kuh kreisweiſe durch Schätzung feſtgeſt
werden.
Unter der Firma Sigmund Strauß jr., Spitzenhandels A. G
Frankfurt a. M., wurde mit einem Kapital von 250 000 RM. unter
wirkung der offenen Handelsgeſellſchaft gleichen Namens und der
tile Export Comp. J. L. Laſſen, Den Haag (Holland), eine Geſellſt
gegründet, welche als Fortſetzung der bisherigen offenen Handelsge
ſchaft zu betrachten iſt.
Die Konferenz der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der engli
Baumwollinduſtrie hat ſich für ein ſchiedsgerichtliches Verfahren
einigt. Auf Grund dieſes Abkommens ſteht es jeder Spinnerei
Montag frei, den Betrieb wieder aufzunehmen. Bis zur Fällung ei
Schiedsſpruches ſollen die Löhne gezahlt werden, die vor der Aus
rung Geltung katten.
Um dem ſteigenden Verbrauch von Sauerſtoff und Azetylen genit
zu können, iſt die Air Liquide gezwungen, die Produktion in den M
ken Boulogne ſur Seine, Montlucon, La Aeyne und Petit=Quevilly
Sauerſtoff und in den Werken vom Bagnolet für Azetylen zu erhö
Außerdem wurden in Reims, Chalon ſur Saöne, Lorient, Dünkir
Nizza und Alés neue Fabriken in Betrieb genommen.
Berliner Kursbericht
vom 16. Auguſt 1929
Oeviſenmarkt
vom 16. Auguff 19
Me
Danatbank
Deutſche Ban!
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr, Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti, Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Mff
276.50
166.25
152.375
157.50
121.25
163.—
113.525
201.—
103.—
320.—
127.125
79.50
167.50
194.625
114.—
Mie ee
F. G. Farben
Gelſenk. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Köln=Neueſſ. Bgw.
Ludw. Loewe
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel
Nf
223.—
139.—
212.—
150.—
134.75
106.—
231.50
114.50
131.50
200.—
120.75
55.25
140.—
106.625
89.—
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzbetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerl
Weſteregeln Alkal
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
Herm. Poege
Vogel Telegr. Draht
Wanderer=Werke
Ve
391.—
214.—
4C 4.50
117.75
236.50
84.25
45.75
85.—
134.50
90.—
159.—
40.875
76.—
75.25
Buenos=Aires
Canada
Japan
Cairo
Konſtantinopel
London
New York
Rio de Janeiro
Uruguay
Amſterdam
Athen
Brüſſel
Bukareſt
Budapeſt
Danzig
Währun=
1 Pap. Peſo
1 canad. Doll
1 Yen
Tägypt. 2
1 turk. 2
1 2.Stg.
1 Dollar
1 Milreis 10.497
1 Goldpeſo
100 Gulden
100 Drachm
100 Belga 158.325
100 Lei
100 Pengö
100 Gulden
Rr
1.758
4. 166
1.954
20.86
1.994
20.338
4.195
g. 10c
168.06
5.43
2.48/
73.18
81.32
Brieſſ
1.762
4.174
1.96
20.90
2.00x
20.37
4.203
0.499
4.114
168.40
5.44
58.44!
2.492
73.32
81.48 Wien
Helſingfors
Italien
Jugoſlawien
Kopenhagen
Liſſabon
Oslo
Paris
Prag
Riga
Schweiz
Sofia
Spanien
Stockholm
allinn (Eſtl.
Währung
100 finn. Mk
100 Lire Ei.93
100 Dinar
100 Kronen
100 Escudos
100 Kronen
100 Francs
100 Tſch. Kr
100 Lats
100 Franker
100 Leva
100 Peſetas
100 Kronen
100 eſtl. Kr.
100 Schilling
Geld
o.54
7.364
rt.67
8.76
111.69
16. 41
12.413
80.59
180.674
3.034
61.51
112.36
111.84
59.08
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Frankfurter Kursbericht vom 16. Auguſt 1929.
U
6% Dtſche.
Reichs=
anl. v. 27 ......
6% Baden
Frei=
ſtaat v. 27
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Frei=
ſtaat v. 27
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Volks=
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6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28 ...."
62 Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27
7%Thüringer
Frei=
ſtaat v. 27.
Otſche. Anl. Auslo.
ſungsſch. +/.
Ablöſungsanl.
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Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Dtſche.
Schutzge=
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6% Berlin v. 24.
8‟‟ Darmſtadt v. 26
8%
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Frkf. a. M. v. 26
8% Mainz v. 26
8% Mannh. v. 26
8% Nürnbergv. 26
8‟ Heſſ. Landesbk.
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8 % Preuß. Lds.,
Pfbr.=Anſt.
Gold=
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87.5
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3/ Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr. . . . .
Dt. Komm.
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mel=Ablöſ.=Anl.
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Dt. Komm. Samm.
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Lig. Pfbr.
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82/, Preuß. Boden
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41/.% „Lig. Pfbr.
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87
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93
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49
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113
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213
120
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177.5
172
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73
107
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15
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12
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10
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1.5
145
1-0
1-0
13
15
300
1-
15
1-
2-4
[ ← ][ ][ → ]Mater und Lintn.
Roman von Bruno Winkler.
Copyright: Greiner u. Co., Berlin, Luiſenſtr. 19.
Nachdruck verboten
Nach der Sitzung nahm ihn der alte Lichtenberg, der Chef der
ama Lichtenberg, zur Seite. „Sie haben einen Fehler gemacht,
fumer. Halten Sie ſich in der Steuerſache ganz zurück.”
„Die Frage iſt von allgemeiner Bedeutung.”
„Das ſchließt nicht aus, daß ſie für Sie beſonders wichtig
Ich halte es für gefährlich, die Produktion ganz auf die
trnft einzuſtellen.”
Stamer hatte eine Entgegnung auf der Zunge, aber er
unter=
ſickte ſie. Von jedem anderen hätte er den eben vernommenen
ft und die Beurteilung ſeiner Maßnahmen als unzuläſſige
fmiſchung empfunden. Bei Lichtenberg war es etwas andres.
Häufer Lichtenberg und Stamer verband vieljährige
Freund=
ſuft. Auch Lichtenberg hatte ganz klein angefangen. Die bei=
Männer hatten ſich manchmal aus ſchwierigen Lagen gehol=
Was Stamer aber beſonders zur Zurückhaltung veranlaßte,
r ein Plan, über den er und Lichtenberg im ſtillen einig waren:
ritt und Gerhard.
Daß es bis jetzt noch nicht zur Verlobung gekommen war,
nicht an dem jungen Lichtenberg. Gerhard liebte Stamers
ſachter. Doritt aber verhielt ſich ſeinem Werben gegenüber ab=
Unend.
Stamer hatte ſich darüber nie Gedanken gemacht. Der junge
inunn würde ihr Herz ſchon noch erobern. Es gab keinen Grund,
fushalb ihm das nicht gelingen ſollte. Doritt hatte früher oft
erkennen gegeben, daß Gerhard Lichtenberg ihr gefiel. Es
fitr wohl nur eine gewiſſe natürliche Sprödigkeit, die ſie hemmte.
hus würde ſich geben.
Das Geſpräch mit ſeiner Frau erſchütterte Stamers
Zuver=
ilt. Zwar ſah er Doritts Verhältnis zu Teves mit andern
ſſtgen an als Regina. Aber wenn er auch nicht glaubte, daß ſie
int liebte, hielt er es doch für möglich, daß Teves die Urſache
ter Zurückhaltung gegenüber dem jungen Lichtenberg war.
ſulto Teves war eine viel ſtärkere Perſönlichkeit als Gerhard
Whtenberg. Dieſer, übrigens ein prächtiger kluger Menſch, konnte
bei Doritt neben Teves offenbar nicht zur Geltung bringen.
Das wurde mit einem Schlag anders, wenn ſie erfuhr, wer
tves war. Die Sache erſchien Stamer nicht nur ſeines Kindes,
undern auch der Firma wegen von großer Wichtigkeit. Es galt
Mes zu tun, das Zuſtandekommen einer verwandſchaftlichen
„Arbindung mit Lichtenberg zu beſchleunigen.
Aber es war, als ob das Schickſal Stamer ſtrafen wolle,
daß er zwiſchen ſeinen Geſchäften keine Zeit fand, mit ſeiner
Tochter zu reden. Ehe es dazu kam, fand zwiſchen Doritt und
Gerhard eine Unterhaltung ſtatt, die alles zerſtörte.
Gerhard nahm Edwins Rückkehr aus der Klinik zum Anlaß
ſeines Beſuches. Nachdem er eine Weile auf der Terraſſe mit
dem Geneſenden geblaudert hatte, ging er in den ſommerlichen
Park, zwiſchen deſſen Baumgruppen er Doritt hatte verſchwinden
ſehen. Er fand ſie im Schatten eines rieſigen kugelrund
geſchnit=
tenen Taxusſtrauchs im Raſen liegend, ein aufgeſchlagenes Buch
neben ſich. Aber ſie las nicht darin, ſondern vertrieb ſich die
Zeit mit dem Löſen eines Kreuzworträtſels.
„Lektüre mit Zwiſchenakten”, ſcherzte Gerhard. „Darf ich
mich zu Ihnen ſetzen, Doritt?”
„Natürlich dürfen Sie. Sie dürfen mir ſogar helfen. Hier!
Sehen Sie?‟ Sie reichte ihm das Blatt: „Stil — Name — Inn
— Laura — Araber — Malve — Erde. Ich habe keine fünf
Minuten dafür gebraucht. Weiter: Numer acht, ſenkrecht, Gott,
vier Buchſtaben, fängt mit „a” an.”
„Amor”, ſagte Gerhard.
„Der Liebesgott! Ich glaube er hat Sie mit ſeinem Pfeil
ins Herz getroffen. Könnte es nicht auch ein anderer ſein?
A.. . A. Ares?. Iſt das nicht auch ein Gott?”
„Der Gott des Krieges, ja. Der griechiſche. Die Römer
nannten ihn Mars.”
„Alle Wetter! Wie im Examen. Sie friſchen Ihre
Kennt=
niſſe wohl auch durch Kreuzworträtſellöſen auf?”
„Wenn ich nichts beſſeres zu tun habe?"
„Wie eben, Sie verſtehen ſich auf Komplimente, Gerhard.”
Er ließ ſich neben ſie nieder. „So war es natürlich nicht
gemeint. Aber auch jetzt wüßte ich etwas Beſſeres als
Rätſel=
löſen.”
„Das wäre?”
„In Ihre lieben Augen ſchauen.”
„Hu!” Sie riß die Augen weit auf. „Daß ſie ſchön ſeien,
hat man mir ſchon manchmal geſagt. Woher wiſſen Sie, daß
ſie auch lieb?”
„Das fühle ich”, ſagte er mit Ueberzeugung.
Der Ton war Doritt zu ernſt. „Wir wollen weiter raten”,
lenkte ſie ab. „Alſo Amor. Sie ſcheinen recht zu haben. Denn
jetzt kommt hinter dem „m”: ſchädliches Inſekt. — — Motte!
Das klappt!” Sie kritzelte mit ihrem ſilbernen Bleiſtift die
Buch=
ſtaben in die Felder. „Jetzt wieder eine Gottheit, fängt mit „v‟
an, dem „v” von Malve, wiſſen Sie ..."
„Venus,” lächelte er. „Die Göttin der Liebe ..."
„Der Verfaſſer dieſes Kreuzworträtſels muß ein heißes Herz
gehabt haben.
„Jedes Mannes Herz brennt einmal”, flüſterte er. Er ſah
auf ſie nieder, während ſie, die Zeitung auf das Buch als
Unter=
lage legend, das Wort eintrug.
Ihre kleine Hand warf raſch und leicht die Zeichen hin. Sein
Auge folgte den Bewegungen ihres vom Tennisſpielen
gebräun=
ten Arms, den das ärmelloſe Seidenkleid bis zu den Schultern
freiließ. Der Duft eines feinen Parfüms umſpielte ihn und löſte
in ihm eine leichte ſinnliche Erregung aus.
Sie empfand es ſofort. Den Kopf hochwerfend und ſich
mit der Linken über das glänzende dunkle Haar ſtreichend,
lächelte ſie ihn an.
Es war eine abſichtsloſe ſpieleriſche Gebärde. Auf Gerhard
aber wirkte ſie wie eine Lockung. „Doritt!” murmelte er, „Doritt!”
und haſchte nach ihrer Hand.
„Nicht!” wehrte ſie. „Sonſt muß ich Sie fortſchicken.”
„Das werden Sie nicht tun.”
„Häugt ganz von Ihnen ab. Unſer Rätſel! „O‟. Vier
Buchſtaben. Amerikaniſche Stadt.”
„Ohio natürlich. Laſſen Sie jetzt das dumme Rätſel. Sie
ſind ſelbſt ein viel größeres Rätſel. Ein Rätſel, deſſen Löſung
ſich lohnt.‟ Er faßte ihre Hand. „Doritt!. Wir ſind doch immer
gute Kameraden geweſen. Wir verſtehen uns, haben uns gern.
Ja?. Machen Sie nicht ſo böſe Augen. Sie haben es mir oft
genug zu verſtehen gegeben. Trotzdem . . .! Warum wollen
Sie mich nicht?”
Sie ſah zu Boden und ſpielte mit ihrem Bleiſtift. „Ach Gott!
Wenn ich jeden heiraten wollte, der mir gefällt. .!"
Dieſe Worte hatten auf Gerhard eine furchtbare Wirkung.
Aeußerlich blieb er ganz ruhig. Aber in ihm tobte es wie in
einem Vulkan.
„Ich glaube, es handelt ſich hier nur um einen”, preßte er
hervor. „Um Teves!”
„Auch Teves gefällt mir”, ſagte ſie einfach.
Wenn Gerhard vernünftig geweſen wäre, hätte er ſich mit
dieſer Antwort begnügt und ſie zu einem geſchickten Rückzug
be=
nutzt. Aber die Leidenſchaft raubte ihm alle Ueberlegung. „Sie
lieben ihn”, rief er auffpringend. „Ich ahnte es längſt! — Iſt
es ſo?”
„Darüber bin ich Ihnen keine Rechenſchaft ſchuldig.”
„Das wäre noch die Frage. Sie haben mit mir geſpielt.
Ja, geſpielt!” Flammend ſtand er vor ihr und ſchrie auf ſie
nieder. „Zum Zeitvertreib war ich Ihnen gut genug.”
Sie richtete ſich auf. „Mäßigen Sie ſich”, ſagte ſie ruhig.
„Sie brüllen ja, daß man es durch den ganzen Garten hört.”
Ihr Spott gab ihm ſeine Haltung wieder. Aber ſeine
Er=
regung mußte ſich entladen. Er beugte ſich über ſie und ſprach
mit bebender Stimme auf ſie ein.
(Fortſetzung folgt.)
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