Darmstädter Tagblatt 1929


07. Juli 1929

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Einzelnummer 15 Pfenäige

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Nummer 186
Sonntag, den 7. Juli 1929.
192. Jahrgang

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Die Franzoſen gegen die Geſamk=
liquidierung
des Welkrieges.
* Die Franzoſen haben ihren ausgezeichneten Propaganda=
apparat
wieder einmal in Bewegung geſetzt, um den Bemühungen
der franzöſiſchen Regierung, alle ihr unangenehmen Probleme
von der bevorſtehenden diplomatiſchen Konferenz fernzuhalten,
den entſprechenden Nachdruck zu verleihen. Namentlich von der
Löſung des Saarproblems will man in Paris gar nichts wiſſen.
Die Pariſer Preſſe verſucht, täglich auseinanderzuſetzen, daß wir
doch nur eine Niederlage erleben würden, wenn wir den Verſuch
machen ſollten, die Wiedereinverleibung des Saargebietes in
das Reich zur Debatte zu ſtellen. Derartige Preſſemanöver kön=
nen
die deutſche Regierung natürlich nicht abſchrecken. Sie hat
als Ziel ihrer Arbeit die Geſamtliquidierung des Weltkrieges
ins Auge gefaßt und kann ſich dabei auch auf den Young=Plan
ſtützen. Zur Beſeitigung aller Reſte aus dem Kriege gehört auch
die Löſung des Saarproblems, ſelbſt wenn das den Franzoſen
ungelegen kommen ſollte.
Auf der anderen Seite verſuchen ſie erneut, die berüchtigte
Feſtſtellungs= und Vergleichskommiſſion in den Vordergrund zu
ſchieben, die trotz ihres ſchön klingenden Namens nicht anderes
als eine Kontrollkommiſſion für das zu räumende Rheinland
darſtellen ſoll. Die Franzoſen ſtellen ſich dabei recht naiv an,
tun ſo, als ob ihnen nach der Räumung des Rheines überhaupt
keine Möglichkeit mehr gegeben ſei, ſich gegen irgendwelche mili=
täriſche
Vorbereitungen Deutſchlands an ihrer Oſtgrenze zu
ſchützen. Daran denkt im Ernſt in Deutſchland kein Menſch, mit
Frankreich, das bis an die Zähne bewaffnet iſt, während wir=
über
ganze 100 000 Mann verfügen, die über faſt keine wirkſamen
Kriegsmittel verfügen, ſich etwa in militäriſche Auseinander=
ſetzungen
einzulaſſen. Es ſei nur nebenbei erwähnt, daß Frank=
reich
mit bewußtem Stillſchweigen die Befugniſſe des Völker=
bundsrates
übergeht, der das Inveſtigationsrecht beſitzt und auf
Antrag. Deutſchland jederzeit einer militäriſchen Unterſuchung
unterwerfen kann. Daneben ſieht aber auch der Locarnovertrag
eine Fünferkommiſſion vor, in der die Locarnomächte paritätiſch
mit Sitz und Stimme vertreten ſind. Auch dieſe Kommiſſion iſt
berufen, in ſolchen Fällen einzugreifen und ſie aus der Welt zu
ſchaffen. Frankreich kann alſo zwei Inſtanzen anrufen, wenn es
ſich bedroht fühlt. Aber in Paris weiß man genau, daß der
Völkerbundsrat und auch die Fünferkommiſſion ſich nur dann zu
einer Unterſuchung bereit finden werden, wenn ein wirklich be=
gründeter
Verdacht einer Gefährdung des europäiſchen Friedens
beſteht, während ſich willkürliche Kontrollen, wie ſie Frankreich
wünſcht, dort nicht durchſetzen werden. Infolgedeſſen ſtrebt Frank=
reich
eine rein franzöſiſche Kontrolle an, weil es ihm nur auf
dieſe Weiſe möglich iſt, hierin eine dauernde Ueberwachung der
deutſchen Weſtprovinzen zu ſehen. Wir haben wiederholt betont,
daß Deutſchland dieſen franzöſiſchen Plänen nicht folgen kann
und wird. Daran wird ſich auch in Zukunft nichts ändern.
TU. Paris, 6. Juli.
Gleichzeitig mit dem Meinungsſtreit über die Ratifizierung
ber Schuldenabkommen geht in Frankreich der Kampf um den
Young=Plan und die Rheinlandräumung, die in den franzö=
ſiſchen
Rechtsparteien zu einem Kampf gegen die Kriegsliquidie=
rung
wird, weiter.
Nach dem Populaire reicht dieſer Kampf bis in das Ka=
binett
Briand=Poincaré; auch Poincaré ſolle geneigt ſein, das
Ende der Beſatzung ins Auge zu faſſen, während Kolonialminiſter
Maginot auf das entſchiedendſte die Auffaſſung des Außen=
miniſters
und des Miniſterpräſidenten bekämpfe. In der franzö=
ſiſchen
Rechtspreſſe und in den Verſammlungen der Rechtsver=
bände
iſt die Parole gegen die Rheinlandräumung ausgegeben
worden. Das Echo de Paris ſchnitt heute die geſtrigen Aus=
führungen
des engliſchen Außenminiſters zur Rheinlandfrage an,
und ſchreibt u. a.: Da Henderſon erklärt habe, weder die fran=
zöſiſche
noch die engliſche Regierung hätten ſich bisher durchaus
ablehnend gegenüber der Auffaſſung verhalten, das Rheinland
müſſe ſo raſch wie möglich geräumt werden, müſſe die franzöſiſche
Regierung ihn berichtigen, wenn die franzöſiſche Regierung nach
der Rede Henderſons nicht der Spielball Deutſchlands und der
zweiten Internationalen ſein wolle, dann bleibe ihr nichts an=
deres
übrig, als die Erſetzung der engliſchen Truppen in Wies=
baden
durch franzöſiſche vorzubereiten.
Pariſer Preſſeſtimmen
zu den Erklärungen Henderfons.
EP. Paris, 6. Juli.
Die Nachmittagspreſſe mißbilligt in mehr oder weniger ſcharfer
Form die geſtern, von dem engliſchen Außenminiſter Henderſon im
Unterhaus abgegebenen Erklärungen zur Räumungsfrage. Die Behaup=
tung
Henderſons, daß Deutſchland das Recht habe, die Räumung des
Rheinlandes zu fordern, da es alle ihm durch den Friedensvertrag auf=
erlegten
Verpflichtungen erfüllt habe, iſt nach Anſicht des Temps höchſt
anfechtbar. Beſonders hinſichtlich der Reparationen werde Deutſchland
ſeine Verpflichtungen erſt erfüllt haben, wenn der ungeſchützte Teil ſei=
ner
Reparationszahlungen mobiliſiert worden ſei. Die vorzeitige Rän=
mung
werde die Sache des Friedens nur in dem Maße fördern, als die
Sicherheit der Weſtmächte in der entmilitariſierten Rheinlandzone ſicher=
geſtellt
werde. Frankreich und Belgien würden mit gutem Willen an
dieſes ernſte Problem herantreten. Aber man könne ſich nicht darüber
wundern, daß ſie, da ſie infolge ihrer geographiſchen Lage mehr als
jede andere Macht an der Aufrechterhaltung des Friedens im Weſten

intereſſiert ſeien, um die völlige Wahrung ihrer Rechte Sorge trügen.
Immerhin ſcheine die Arbeiterregierung, wenn ſie auf der bevorſtehen=
den
Diplomatenkonferenz die Räumung fordern werde, gewillt, nur ſoli=
dariſch
mit Frankreich und Belgien vorzugehen. Die Möglichkeit, daß
die Engländer die Franzoſen und Belgier allein am Rhein zurücklaſſen
könnten, ſcheine auf jeden Fall nicht zu beſtehen.
In der Liberté faßt Bainville die Rede Henderſons wie folgt
zuſammen: Die Arbeiterregierung iſt für die bedingungsloſe Räumung
des linken Rheinufers, keine Verhandlungen mit Deutſchland; man wird
ihm dieſes Geſchenk machen. Kein Wort von der Ueberwachungskom=
miſſion
. Man rechnet in London damit, daß Frankreich und Belgien
nachgeben. Zum Gebrauch der franzöſiſchen Radikalen und Sozialiſten,
die mit geſchloſſenen Augen die Theſe Henderſons annehmen, malt
Bainville die erſchrecklichen Folgen einer vorzeitigen Räumung an die
Wand, die ſich zwar nicht im Weſten, wohl aber in Danzig und Schleſien,
Böhmen und Oeſterreich, in der Nicht=Durchführung des Youngplanes
und in der Rückforderung der deutſchen Kolonien äußern würden. Die
Mäuſe würden in Mittel= und Oſteuropa tanzen, ſobald die Katzen
nicht mehr in Mainz ſeien.

England beharek auf London als Tagungsork.
TU. Paris, 6. Juli.
Der engliſche Botſchafter begab ſich heute nachmittag nach dem
Quai d’Orſay, wo er eine mündliche Erklärung als Antwort der
engliſchen Regierung auf die franzöſiſche Note vom 28. Juni ab=
gab
. Wie verlautet, hält darnach die engliſche Regierung an
ihrem Wunſche feſt, die Regierungskonferenz nach London ein=
zuberufen
, und erklärt ſich mit dem Beginn der Konferenz in den
erſten Auguſttagen einverſtanden. Der Botſchafter hinterließ ein
aide memoire. Die Beſprechungen gehen weiter. Man hat in
Paris den Eindruck, daß die engliſche Regierung ähnlich wie die
Berliner Regierung für eine beſchleunigte Verhandlungs=
methode
iſt.

Berlin, 6. Juli.

Der Präſident des deutſchen Landwirtſchaftsrates, Dr. Dr. h. c.
Brandes, hat heute der Reichsvegierung folgende Stellung=
nahme
der im Reichsausſchuß der deutſchen Landwirtſchaft ver=
einigten
landwirtſchaftlichen Spitzenverbände zum Young=Plan
überreicht. Die im Reichsausſchuß der deutſchen Landwirtſchaft
vereinigten landwirtſchaftlichen Spitzenverbände haben zu den
Vorſchlägen der Pariſer Sachverſtändigenkonfevenz folgende Stel=
lung
eingenommen: In dem Bericht der Pariſer Sachverſtän=
digenkonferenz
vom 7. Juni 1929 ſind den beteiligten Regie=
tungen
Vorſchläge für eine vollſtändige und endgültige Regelung
des Reparationsproblems unterbreitet worden. Ohne zu der
grundſätzlichen Frage der Reparationsforderungen überhaupt
Stellung zu nehmen, hält der Reichsausſchuß der deutſchen Land=
wirtſchaft
an dem Grundſatze feſt, daß Reparationszahlungen nur
im Rahmen der Leiſtungsfähigkeit der deutſchen Wirtſchaft mög=
lich
ſind. Die im Reichsausſchuß der deutſchen Landwirtſchaft
vereinigten Spitzenverbände halten ſich für verpflichtet, ihrer
Ueberzeugung Ausdruck zu geben, daß die im Young=Plan der
deutſchen Wirtſchaft zugemuteten Leiſtungen für deren Bemeſ=
ſung
nicht die wirtſchaftliche Prüfung der Leiſtungsfähigkeit
Deutſchlands, ſondern politiſche Geſichtspunkte ausſchlaggebend
geweſen ſind, und zu denen noch die ſtändig ſteigende Verzin=
ſung
und Tilgung der von Deutſchland aufgenommenen Anleihe
hinzukommt, über die Leiſtungsfähigkeit der deut=
ſchen
Wirtſchaft weit hinausgehen. Die Landwirt=
ſchaft
iſt unter der Herrſchaft des Dawes=Planes in einer immer
drückender werdende unproduktive Neuverſchuldung hinabge=
glitten
, deren Höhe ſich mit dem Betrage der an die ausländiſchen
Gläubiger Deutſchlands abgeführten Zahlungen ungefähr deckt.
Sie iſt infolgedeſſen ſchon über die Grenze ihrer Leiſtungsfähigkeit
hinaus belaſtet und unter den gegenwärtigen Produktionsbedin=
gungen
nicht imſtande, weiterhin unmittelbare und mittelbare
Reparationslaſten, insbeſondere nicht durch weitere Eingriffe in
die Subſtanz, zu tragen. Der Reichsausſchuß der deutſchen Land=
wirtſchaft
erwartet daher von der Reichsregierung, daß ſie dieſen
Tatſachen bei ihrer Entſcheidung über den Bericht der Pariſer
Sachverſtändigenkonferenz und insbeſondere auch bei den diplo=
matiſchen
Verhandlungen Rechnung tragen und keine Verpflich=
tungen
und Regelungen annehmen wird, die nicht der Leiſtungs=
fähigkeit
der deutſchen Wirtſchaft und den beſonderen Verhält=
niſſen
der deutſchen Landwirtſchaft entſprechen.
F92damichlag auf den Bulggriſchen Miniſter=
präfidenken
?
TU. Sofia, 6. Juli.
In Anſeſenheit des Miniſterpräſidenten Liaptſcheff und des
Miniſters Waſſileff hatte am Freitag die feierliche Einweihung
der neuen Chauſſee im Rhodope=Gebirge ſtattgefunden. Als die
Miniſter und die übrigen Gäſte auf der Heimfahrt im Kraftwagen
in die Nähe des Ortes Kritſchim bei Philippopel kamen, wurde
der als letzter fahrende Kraftwagen aus der Dunkelheit beſchoſſen.
Die Kraftwagen, in denen ſich der Miniſterpräſident und der
Miniſter befanden, kamen ohne Zwiſchenfall an der Unfallſtelle
vorüber. Der Wagen, in dem mehrere Abgeordnete und der
Kreispräfekt von Philippopel ſaßen, wurde von einer auf beiden
Seiten der Straße aufgeſtellten Gruppe mit einer Gewehrſalve
empfangen. Ein Polizeiagent wurde von einer Kugel töd=
lich
getroffen. Die Täter konnten unerkannt entkommen. Aus
Philippopel wurden Truppen aufgeboten, die die ganze Gegend
abſuchten. Während man auf der einen Seite ſich für einen ge=
wöhnlichen
Raubüberfall ausſpricht, verlautet auch, daß der An=
ſchlag
dem Miniſterpräſidenten gegolten habe, der ihm nur durch
die Verwechſlung des Kraftwagens in der Dunkelheit entgan=

gen ſei.

Die Woche.

Mr. Henderſon, Staatsſekretär des Auswärtigen im neuen
britiſchen Kabinett, hat am Freitag im engliſchen Unterhaus be=
deutſame
Worte über die Notwendigkeit der Rheinland=Räumung
gefunden. Nicht die Rede eines Parteimannes, ſondern wohl
erwvogene Ausführungen eines verantwortlichen Außenminiſters,
die gerade deswegen ganz beſondere Beachtung verdienen. Ich
bin zu dem Schluß gekommen, daß wir in dieſem Augenblick, wo
es von allergrößter Wichtigkeit iſt, es unmißverſtändlich klarlegen
ſollten, daß wir von dem Wunſch erfüllt ſind, daß die Räumung
im denkbar früheſten Augenblick eintreten ſollte. Ich habe von
Chamberlain die Ueberzeugung, daß es nicht im Intereſſe des
europäiſchen Friedens iſt, wenn das etwa gradweiſe oder in
Etappen geſchieht. Daß die neue engliſche Regierung, die ja
infolge ihrer ganzen Einſtellung eine Politik des Friedens be=
treiben
will, dem latenten Kriegszuſtand auf dem europäiſchen
Kontinent, der in der Beſetzung deutſcher Gebiete ſeinen bedenk=
lichen
Ausdruck findet, ein Ende bereiten möchte, durfte wohl von
vornherein angenommen werden, und ſo gaben die letzten Aus=
führungen
Henderſons, welche die etwas zurückhaltende Thron=
rede
wirkſam ergänzten, ſchließlich nur eine erwünſchte Beſtäti=
gung
dieſer Einſtellung. Die Hauptſchwierigkeiten liegen ja aber
nicht bei England, ſondern bei Frankreich. Es bleibt äußerſt
bedauerlich, daß dieſe Schwierigkeiten während der letzten Woche
ſo ſtark in den Vordergrund treten konnten. Der engliſche
Außenminiſter hat zwar mit bemerkenswerter Deutlichkeit er=
klärt
, daß England ſeinen ganzen moraliſchen Einfluß in die Wag=
ſchale
werfen werde, um einen ſchleunigen und einhelligen Be=
ſchluß
zugunſten der Räumung zuſtandezubringen, und in An=
betracht
der geſamten politiſchen Lage brauchen wir wohl kaum
anzunehmen, daß die derzeitigen Verhandlungen ohne poſitives
Ergebnis ausgehen werden, denn daran, daß dies nicht der Fall
iſt, haben ja auch die Franzoſen einiges Intereſſe. Trotzdem
bleibt höchſt bedenklich die Art und Weiſe, in der fran=
zöſiſcherſeits
die Verhandlungen geführt werden. Das ſcheint
man auch in Frankreich allmählich einzuſehen. Die Rechte,
ſo erklärte dieſer Tage ein Politiker des einſtigen Kartells unſerem
Pariſer Korreſpondenten (vgl. den Artikel Kriſenluft in Frank=
reich
in unſerer Nr. 184 vom 5. Juli), erreicht mit ihrer
Kampagne nicht die Aufſchiebung der Räumung,
ſondern nur, daß die Räumung ihren mora=
lifchen
Wert für die Verſtändigung mit Deutſch=
land
verliert. Das trifft durchaus zu. Und deswegen
erſcheint uns die Politik Poincarés ſo unverſtändlich, auch wenn
wir uns bemühen, die Dinge einmal vom franzöſiſchen Stand=
punkt
aus anzuſehen.

An der Inkraftſetzung des Young=Planes hat man in Paris
das allergrößte Intereſſe, weil ſie allein den Franzoſen die drin=
gend
notwendige Ratifizierung der interalliierten Schuldenab=
kommen
ermöglicht. Gerade die Franzoſen aber haben bisher
ſtets den Zuſammenhang zwiſchen Reparationsfrage und Rhein=
land
=Räumung betont. Dieſer unmittelbare Zuſammenhang be=
ſteht
jetzt mehr denn je, nachdem der Young=Plan unſere Be=
freiung
von den uns zu Verſailles angelegten Feſſeln voraus=
ſetzt
. Eine Inkraftſetzung des Young=Planes
alſo kann ohne Verſtändigung über die Räu=
nungsfrage
gar, nicht in Frage kommen. Auch
Poincaré ſelbſt hat erklärt, daß eine Ablehnung der Rheinland=
Räumung nach Zuſtandekommen des Young=Plans geradezu
eine Illoyalität ſein würde. Welches praktiſche Intereſſe haben
dann aber unter dieſen Umſtänden die Franzoſen, durch zähes
Feſthalten an ihren für uns undiskutablen Kontrollforderungen
die politiſche Atmoſphäre zu vergiften? Welchen Wert haben die
Elements stables, die Verſöhnungskommiſſion, oder, beſſer
geſagt, die ſtändige Kontrollkommiſſion, welche die Franzoſen ver=
langen
? Man muß ſich dieſe Frage einmal ganz nüchtern beant=
vorten
, um die Dinge klar zu ſehen. Die ſtändige Kon=
rollkommiſſion
im Rheinland hat für die
Franzoſen nur dann eine greifbare Bedeutung,
wennman in Paris an einer Politik feſthält, die
in dem benachbarten deutſchen Reich den Erb=
feind
ſieht, der mit allen Mitteln niedergehal=
ten
werden muß, und wenn man feſthält an dem
Ziel, das man in Verſailles nicht erreichen
onnte, die Oſtgrenze Frankreichs an den Rhein
orzuſchieben. Wir haben bisher geglaubt, daß man auch
n Frankreich allmählich eingeſehen hätte, wie verhängnisvoll eine
olche Einſtellung ſich für die europäiſche Politik auswirken müßte.
b wir damit recht hatten oder haben, muß die Haltung der
Franzoſen in der Kontrollfrage erweiſen. Auch in der Politik
ommt es ſehr häufig nicht nur darauf an, was man tut, ſondern
vie man es tut. Imponderabilien ſpielen beim politiſchen Ge=
chäft
eine noch größere Rolle als im Wirtſchaftsleben, und höchſt
bedenklich iſt unter dieſen Umſtänden die Haltung Poincarés, der
ffenbar in der Rheinlandfrage lediglich ein politiſches Geſchäft
ſieht, bei dem es gilt, einen möglichſt hohen Preis für Frankreich
herauszuſchlagen.
Stark kompliziert werden die Verhandlungen darüber hinaus
och durch die notwendige Erörterung des Saar=Problems. Kein
Zweifel, daß die Unterſtellung des Saargebiets unter ein Völber=
undsregime
durch die Entwicklung der Dinge auch für die Fran=
ſoſen
ihren Sinn verloren hat. Daß die nach dem Vertrage von
Zerſailles im Jahre 1935 vorzunehmende Volksabſtimmung zu
einem gewaltigen Siege des Deutſchtums werden würde, bezwei=
elt
auch in Frankreich heute niemand mehr. Schon alſo um einer
ffenſichtlichen Niederlage Frankreichs aus dem Weg zu gehen,
und beſtimmte franzöſiſche Kreiſe nicht abgeneigt, die Saarfrage
etzt gleichzeitig mit der Frage der Rheinland=Räumung zu löſen,
veniger aus allgemeinpolitiſchen Erwägungen als aus dem Ge=
anken
heraus, jetzt mehr für Frankreich herausſchlagen zu kön=
en
, wie nach der mit Sicherheit zu erwartenden Volksabſtim=
tungsniederlagen
. Da noch dazu nach dem Verſailler Vertrag
as deutſche Reich berpflichtet iſt, bei Rückgabe des Saargebietes
die dortigen Gruben auf Grund eines Schätzungspreiſes zurückzu=
werben
, ſo ſcheint ſich hier den Franzoſen die Ausſicht auf ein

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Sonntag, den 7. Juli 1929

Nummer 186

gewinnbringendes Handelsgeſchäft zu bieten. In Anbetracht der
erheblichen politiſchen und wirtſchaftlichen Schwierigkeiten, die
unſtreitig gerade die Saarfrage bietet, wird man alſo wohl kaum
auf eine endgültige Löſung auf der in Ausſicht ſtehenden Kon=
ferenz
rechnen dürfen, ganz abgeſehen davon, daß ja wenigſtens
formell auch der Völkerbund noch mitzureden hat.
Unter dieſen Umſtänden iſt die jüngſte innerpolitiſche Ent=
wicklung
in Frankreich, welche die Regierung ſtark gefährdete, für
uus von allergrößtem Intereſſe. Wir haben ſicherlich keinerlei
Anlaß zu irgendwelchen Sympathien für die Perſönlichkeit des
derzeitigen franzöſiſchen Miniſterpräſidenten. Er war einer der
Hauptſchürer des Weltkrieges, er war der Träger der erſten fran=
zöſiſchen
Nachkriegspolitik, er war der Vater des Ruhrkrieges, und
wenn er auch vielleicht inzwiſchen das deutſch=franzöſiſche Verhält=
nis
mit etwas anderen Augen anzuſehen gelernt haben mag, ſo
haben doch die Ereigniſſe der letzten Zeit erwieſen, daß er in ſei=
nem
Alter ſich nicht mehr grundſätzlich umzuſtellen vermag. Man
würde vielleicht auch damit rechnen können, daß ein Regierungs=
wechſel
in Frankreich die Bereinigung der ſchwebenden deutſch=
franzöſiſchen
Fragen in perſoneller Hinſicht erleichtern würde.
Trotzdem ſollten wir die Entwicklung der Dinge in Frankreich
in aller Ruhe abwarten. Einmal iſt es ja lediglich Sache des
franzöſiſchen Volkes, darüber zu entſcheiden, wem es die Leitung
ſeines politiſchen Geſchickes anvertrauen will, zum anderen aber
würde die Erzielung eines poſitiven Ergebniſſes der ſchwebenden
Verhandlungen gerade unter einer Regierung Poincaré einen be=
ſonders
deutlichen Beweis liefern für die Zwangsläufigkeit der
deutſch=franzöſiſchen Verſtändigungspolitik und eine ſtärkere Ge=
währ
für die Zukunft zu bieten, ganz abgeſehen davon, daß ein Re=
gierungswechſel
in Frankreich in dieſem Augenblick zweifellos eine
erhebliche Verzögerung in der Behandlung der ſchwebenden Fra=
gen
bedeuten würde.
Das deutſch=franzöſiſche Verhältnis iſt unſtreitig zurzeit der
Angelpunkt unſerer Außenpolitik. Alles andere tritt im Augen=
blick
dagegen zurück. Daß uns an einer Verſtändigung außer=
ordentlich
viel gelegen iſt, haben, wir zur Genüge bewieſen.
Schwere Opfer haben wir gebracht, noch weitere Opfer zu bringen
müſſen wir dagegen aufs ſchärfſte ablehnen. Die Verantwortung
für die Geſtaltung der europäiſchen Zukunft liegt jetzt bei den
Staatsmännern Frankreichs.
M.
Reichs=Einnahmen und =Ausgaben im April und Mai
des Rechnungsjahres 1929.
Berlin, 6. Juli.
Nach einer Mitteilung des Reichsfinanzminiſteriums be=
trugen
in Millionen Reichsmark im ordentlichen Haushalt die
Einnahmen im April 959,0, im Mai 703,5, zuſammen 1662,5: die
Ausgaben im April 766,4, im Mai 773,1, zuſammen 1539,5. Mit=
hin
ergibt ſich für April eine Mehreinnahme von 192,6, dagegen
im Mai eine Mehrausgabe von 69,6, insgeſamt eine Mehrein=
nahme
von 123,0. Im außerordentlichen Haushalt betrugen die
Einnahmen im April 3,6, im Mai 45,4, zuſammen 49,0; die Aus=
gaben
im April 66,3, im Mai 22,1, zuſammen 88,4. Es ergibt ſich
alſo im außerordentlichen Haushalt für April eine Mehrausgabe
bon 62,7, für Mai eine Mehreinnahme von 23,3, zuſammen eine
Mehrausgabe von 39,4. Der Abſchluß ſtellt ſich wie folgt: für den
ordentlichen Haushalt: Fehlbetrag aus dem Vorjahr 154,4
Mehreinnahme aus April und Mai 123,0, mithin Fehlbetrag
Ende Mai 31,/4; für den außerordentlichen Haushalt: Fehlbetrag
aus dem Vorjahr 904,5, Mehrausgabe aus April und Mai 39/4,
mithin Fehlbetrag Ende Mai 943,9. Der Kaſſenſollbeſtand be=
trug
in Millionen RM. am 31. Mai 1583. Verwendet wurden
davon 1552 Millionen. Der Kaſſenbeſtand bei der Reichshaupt=
kaſſe
und den Außenkaſſen beträgt alſo 31 Millionen Reichsmark.
Ein neuer kſchechoflowakiſcher Schrikt in Budapeſt.
w. Budapeſt, 6. Juli.
Der tſchechoſlowakiſche Geſandte hat heute nachmittag in der
Angelegenheit der Verhaftung des tſchechoſlowakiſchen Eiſenbahn=
beamten
Pecha in Hidasnemeti beim Miniſter des Aeußeren Dr.
Valko erneut vorgeſprochen, wo er erklärte, daß das ungariſche
Vorgehen in dieſer Sache nach Anſicht ſeiner Regierung eine Ver=
letzung
der Artikel 19 und 23 des Abkommens über die gemein=
ſchaftlichen
Grenzbahnhöfe darſtelle, und ſich erkundigte, welche
Genugtuung die ungariſche Regierung zu geben gedenke. Der un=
gariſche
Miniſter des Auswärtigen beſtritt das Vorliegen einer
Verletzung des angeführten Abkommens und erſuchte um nähere
ſchriftliche Fixierung der Punkte, in denen die tſchechoſlowakiſche
Regierung eine Verletzung des Abkommens erblicke. Ungarn ſei
bereit, dann die Feſtſtellungen einer gründlichen Prüfung vom
Rechtsſtandpunkte aus zu unterziehen. Nach ſeiner Auffaſſung
habe die ungariſche Regierung angeſichts der ohne ausreichenden
Grund einſeitig erfolgten Einſtellung des Eiſenbahnverkehrs viel
eher Grund zum Proteſt.

Vom Tage.
Das am B. Abril in Bern unterzeichnete Zuſatzabkommen
zum deutſch=ſchweizeriſchen Handelsvertrag vom
14. 7. 1926 iſt von den parlamentariſchen Inſtanzen beider Länder ge=
nehmigt
worden und tritt am 20. Juli 1929 in Kraft.
Die Negierung des Kantons Freiburg hat ein Dekret er=
laſſen
, wonach jagliche Veranſtaltungen mit umſtürzleriſchen Abſichten
auf Straßen und öffenklichen Plätzen unterſagt werden. Das Auſziehen
der roten Fahne wird verboten. Sämtliche Flugblätter und Zeitſchrif=
ten
mit umſtürzleriſchen Arkikeln werden beſchlagnahmt.
In den Vereinigten Staaten ſind im Verlauf der Unabhängig=
keitsfeiern
159 Perſonen ums Leben gekommen.
Sieben von ihnen wurden durch Exploſion von Feuerwerkskörpern ge=
tötet
. 71 Perſonen ſind Brandſvunden erlegen und 70 Perſonen haben
durch Autounfälle das Leben eingebüßt.
Das griechiſche Parlament hat die Vorlage, die die Regierung er=
wächſtigt
, den griechiſch=ſowjetruſſiſchen Handelsvertrag vorläufig in
Kraft zu ſetzen, angenommen.
Zu Ehren der ſpaniſchen Ozeanflieger der Numaneia und der
Offiziere des engliſchen Flugzeugmtterſchiſſes Eagle fand ein großes
Bankett ſtatt. Wie man hört, hat ein Finanzmann dem Fliegerbom=
mandanten
Franco die Sunme von 1½ Millionen Peſetas angeboten,
um einen neuen Ozeanflug zu übernehmen.
Der portugieſiſche Präſident, General Carmona, hat den General
Abens Ferraz mi= der Bildung des neuen Kabinetts be=
auftragt
.

Das Ergebnis der holländiſchen Wahlen.
* Amſterdam, 6. Juli. (Priv.=Tel.)
Das Ergebnis der holländiſchen Wahlen entſpricht im allge=
meinen
den Erwartungen. Es hat einen Zuſtand beſtätigt, der
ſich nach dem Kriege gebildet und inzwiſchen gefeſtigt hat.
Die Katholiſche Partei und die Sozialdemokraten, die beiden
größten Parteien, die einander den Vorrang ſtreitig machen,
haben vergebens verſucht, die Anzahl ihrer Sitze zu vermehren.
Ihr Stimmenzuwachs entſprach der prozentualen Zunahme der
Bevölkerung und hat ihnen nur zu der früheren Stärke verholfen.
Da 100 Sitze zu beſetzen waren, iſt nach dem holländiſchen Wahl=
recht
ein Hundertſtel der abgegebenen Stimmen für jedes Mandat
erforderlich. Dieſe Zufuhr war von 30 858 im Jahre 1925 auf
33 800 in dieſem Jahre angewachſen, ſo daß jede Partei für einen
Sitz mindeſtens 3000 Stimmen mehr aufbringen mußte. Der
große ſozialiſtiſche Gewinn in einigen Wahlkreiſen, insbeſondere
in Amſterdam mit 21 000, in Rotterdam mit 11000 und in Zwolle
mit gleichfalls 11 000 Stimmen, die zunächſt auf eine Vermehrung
der ſozialiſtiſchen Sitze hinzuweiſen ſchien, wurde aber durch den
überwältigenden Erfolg der Katholiken in Südholland wett=
gemacht
. Mit 30 Sitzen bleibt die Katholiſche Partei die ſtärkſte
im Parlament. Die Liberalen, vor dem Kriege noch mit 24 Sitzen
die führende Partei, haben wieder ein Mandat verloren und die
Geſamtzahl ihrer Sitze ſank auf 15. Die Kommuniſten, in zwei
feindliche Lager geſpalten, haben zwei Sitze gegenüber einem im
früheren Parlament erworben. Die Rechte iſt nun mit 58, die
Linke mit 42 Sitzen vertreten.
Von 37 Parteien, die an den Wahlen teilnahmen, ſind nur
11 in die Kammer gekommen. Auf der rechten Seite findet man
neben den Katholiken die Antirevolutionäre Partei mit 12 Sitzen,
die einen Sitz verloren hat, und die Chriſtlich=Hiſtoriſchen, die
ſtark mit den Liberalen ſympathiſieren und ihre 11 Sitze behaup=
ten
konnten, während 5 weitere Sitze an kleinere Rechtsparteien
verteilt ſind.
Die große Frage, wie die neue Regierung ausſehen
wird, iſt durch die Wahlen nicht beantwortet worden. Das
gegenwärtige Parteienverhältnis im Parlament, wo keine der
Parteien über eine abſolute Mehrheit verfügt und andererſeits
auch kein Bündnis der rechtsſtehenden Parteien zuſtande kam,
liefert keine Regierungsmehrheit, die einen Grundſtock für ein
kommendes Kabinett bilden würde. Eine Verbindung zwiſchen
Katholiken und Sozialdemokraten ſcheint ausgeſchloſſen, und ein
Zuſammengehen zwiſchen den Katholiken und der extremen Rech=
ten
, den Antivevolutionären, dürfte jetzt nach den Wahlen eben=
falls
kaum mehr zuſtande kommen. Ein Kabinett, das ſich auf
das Parlament ſtützt, iſt aber eine dringende Notwendigkeit für
Holland. In der Innen= und Außenpolitik harren wichtige
Fragen der Löſung. Außenpolitiſch ſind die Vertragsverhand=
lungen
mit Belgien nach jahrelangen Vorbereitungen in ein
akutes Stadium getreten. Im Mittelpunkt der Innenpolitik
ſteht die Handelspolitik Hollands, wobei ſich Freihandel und
Schutzzöllner gegenüberſtehen, ſerner die Reform des Ehegeſetzes,
des Unterrichts und die durch den Ueberfall auf Curagao wieder
in den Vordergrund getretene Frage des Marineſchutzes für die
Kolonien.

Puriier RoMorhänohen.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 6. Juli.
Die Lage der Regierung wird immer kritiſcher und es herrſcht
eine wahre Kriſenſtimmung. Die politiſche Situation iſt ſo kom=
pliziert
, daß es kaum noch möglich iſt, ihren einzelnen Wendungen
zu folgen. Der Kampf tobt dem Scheine nach um die Vor=
behalte
bei der Ratifizierung des Schuldenabkommens. Die
Finanzkommiſſion hat ſich gegen die Regierung gewandt und
wünſcht die Aufnahme der Vorbehalte in das Ratifizierungsgeſetz,
während die Regierung eine gemäßigtere Form wählen will,
wonach die Reſerven in einem Anhang votiert werden ſollen. Das
iſt eine juriſtiſche und prinzipielle Frage, und in Frankreich iſt
die Behandlung ſolcher Fragen immer heikel. Die Frage hat aber
auch eine außenpolitiſche Seite: es iſt nämlich fraglich, ab Amerika,
wenn man mit den Vorbehalten zu weit geht, die Ratifizierung
anerkennen wird.
In Wirklichkeit geht es aber in erſter Linie nicht um die
Ratifizierung und nicht um die Vorbehalte es handelt ſich um
die Regierung. Ratifizieren will ein jeder, das heißt, es
gibt keinen einigermaßen politiſch geſchulten Mann in Frankreich,
der nicht wüßte, daß die Ratifizierung nicht vermieden werden
kann. Aber von allem anderen abgeſehen, möchte man die Regie=
rung
ſtürzen. Nicht nur die linksſtehende Oppoſition will dies,
ſondern anſcheinend auch die Regierungsmehrheit ſelbſt. Bei den
Rechtsparteien herrſcht jetzt eine vollſtändige Konfuſion. Die ein=
zelnen
Gruppen ſind nicht einig, ſie trauen ihren Führern nicht
mehr und halten die jetzige Regierungskoalition für nicht mehr
zeitgemäß. Man möchte aber auch keine andere Koalition unter
der Führung Poincarés. Falls die Regierung wirklich geſtürzt
wird die techniſche Lage iſt günſtig für ſie und eine Kriſe
würde in mehreren Punkten große Schwierigkeiten bedeuten ,
ſo hat man Ausſicht auf eine Linksregierung. Man ſpricht von
der eventuellen Teilnahme der Sozialiſten bei denen die Rich=
tung
Paul Boneours die Richtung Léon Blums überwiegen ſoll
an der Regierung. Und die neue Regierung ſollte nicht nur
eine Regierung ohne Poincaré, ſondern auch eine Regierung
ohne Briand ſein. Eine Linksregierung würde ſofort rati=
fizieren
, ſie würde ſich auch in der Räumungsfrage nachgiebiger
zeigen. Es iſt intereſſant, daß bei den Sozialiſten die Auffaſſung
beſteht, daß Briand ſich viel zu ſtark mit Poincaré liiert hat, um
an einer Linksregierung teilnehmen zu können.
All das ſind Kombinationen. Tatſache iſt nur, daß die Lage
ſchwierig iſt, und daß die Kammer ſchon verſucht, die Regierung
wegen Nebenfragen anzugreifen. Das bedeutet immer den ern=
ſten
Willen der Oppoſition zur Herbeiführung der Kriſe.

Der am Samstag einberufene Miniſterrat prüfte vornehmlich
die durch die gleichlautenden Beſchlüſſe des Kammerausſchuſſes
für Finanzen und auswärtige Angelegenheiten geſchaffene Lage.
Dem Mehrheitsbeſchluß dieſer beiden Ausſchüſſe zufolge ſollen
bekanntlich die Vorbehalte zu dem interalliierten Schuldenabkom=
men
in die Ratifizierungsgeſetze eingefügt werden, was den Rück=
tritt
des Berichterſtatters im Finanzausſchuß zur Folge hatte.
Die Regierung kam einſtimmig zu der Auffaſſung, den bisher
vom Miniſterpräſidenten Poincaré vor dem Kammerausſchuß dar=
gelegten
Standpunkt beizubehalten. Sie erachtet den Vorſchlag
der beiden Ausſchüſſe zur Vorbehaltsfrage als unannehmbar und
wird bei der Beratung der Ratifizierungsgeſetze in der Kammer
eindeutig ihre Auffaſſung zum Ausdruck bringen. Damit will ſie
es auf einen öffentlichen Austrag des zwiſchen den Regierungs=
und Kammerausſchüſſen ausgebrochenen Konflikts ankommen
laſſen. Die Regierung iſt der Anſicht, daß die Beratung dieſer
Geſetze angeſichts der Kurze der bis zum 1. Auguſt zur Ver=
fügung
ſtehenden Zeit, ſobald wie möglich ſtattfinden ſoll. Sie
gelangte zu der Ueberzeugung, daß die Vereinigten Staaten auf
keinen Fall ſich mit der von den Kammerausſchüſſen vorgeſchlage=
nen
Art der Ratifizierung einverſtanden erklären.
Bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge rechnet die Regie=
rung
wohl auf die Unterſtützung der Gruppe Marin, obwohl
dieſe im Augenblick noch in Kongreſſen und Verſammlungen einen
heftigen Feldzug gegen die Ratifizierung unternimmt. Wenn die
republikaniſche Vereinigung aller Vorausſicht nach in ihrer Mehr=
heit
nunmehr zum Umfall bereit iſt, ſo dürfte dieſer Stimmungs=
umſchlag
als Schachzug gegen die Haltung der Linksparteien zu
werten ſein, die ihre Zuſtimmung zu der Ratifizierung von der
ſofortigen und bedingungsloſen Räumung des Rheinlandes ab=
hängig
macht.

Von Prof. Dr. Haupt.

Es hat Zeiten gegeben, in denen Handwerk und Gewerbe
von künſtleriſchen Fragen beherrſcht zu werden ſchienen. Vor
50 Jahren wurde bei Anlaß der Weltausſtellung in Philadelphia
für die deutſche Produktion das Wort geprägt billig und ſchlecht.
Dieſer Stempel drohte deutſche Arbeit von dem Weltmarkt aus=
zuſchließen
. Da erſchien die Annahme künſtleriſcher Belehrung
als einziges Mittel, ihn zu gewinnen. Ueberall in Deutſchland
entſtanden Kunſtgewerbevereine. Wo ſich das Handwerk in fort=
ſchrittlichem
Geiſte zuſammenſchloß, geſchah es im Namen der Kunſt.
Die führenden Perſönlichkeiten im Bereich gewerblicher Arbeit
ſetzten ihre Kraft in dieſer Richtung ein.
Heute liegt es umgekehrt. Seit 10 Jahren wird das Ge=
werbe
von dem Gedanken der Rationaliſierung beherrſcht. Wer
heute gewerbliche Fachblätter durchſieht, wird von der Bedeu=
tung
künſtleriſcher Abſichten und Gedanken wenig ſpüren. Ueber=
all
handelt es ſich um Betriebsgeſtaltung und Wirtſchaft. Zeit=
ſchriften
und Verbände, die künſtleriſche Ziele verfolgen, ſtehen
mit dem eigentlichen Gewerbe kaum in Verbindung.
Beide Geſichtspunkte ſind einſeitig. Der Qualitätsgedanke
konnte zahlloſe Betriebe nicht vor wirtſchaftlicher Not ſchützen.
Aber ebenſo wenig kann uns die Rationaliſierung allein vor dem
Verfall bewahren. Dieſe Ueberlegung iſt einfach, und ſie wird
von einer ſo reichen Erfahrung beſtätigt, daß an ihrer Richtigkeit
kein Zweifel beſtehen kann. Sie muß entſcheidend ſein auch in
der Frage nach der Auflöſung des Heſſiſchen Ge=
werbemuſeums
.
Die Anregung, das Muſeum aufzuheben, iſt erſtmalig von
der Heſſiſchen Handwerkskammer ausgegangen. Sie glaubte, die
Belange des Handwerks mit ihren eigenen Einrichtungen ge=
nügend
wahrnehmen zu können. Dieſe Anregung wurde dann
vor einigen Jahren von dem damaligen Finanzminiſter auf=
genommen
. Jetzt ſcheint ſie von dem Miniſterium für Arbeit
und Wirtſchaft geteilt zu werden. Wie der Sparkommiſſar ſich
dazu ſtellt, iſt noch nicht bekannt. Ein ſachliches Intereſſe an der
Auflöſung des Muſeums kann für ihn kaum vorliegen, denn ge=
ſpart
wird dabei ſehr wenig. Der Etat des Muſeums für ſach=
liche
Ausgaben beträgt rund 22 000 RM. Der Hauptpoſten mit
9000 RM. ſteht zu Laſten der Bibliothek und wird mit der Auf=
löſung
des Muſeums gewiß nicht in Wegfall kommen, ſondern
als Mehrforderung im Etat der Landesbibliothek neu erſcheinen,

Zur Erweiterung und Inſtandhaltung der Sammlungen ſind
6600 RM. angeſetzt. Das iſt der einzige Poſten, der ſicher ge=
ſpart
werden kann wenigſtens wenn das Muſeum wirklich auf=
gelöſt
und nicht mit dem Anſpruch auf weitere Entwicklung an
einer anderen Stelle fortgeführt werden ſoll. Alle weiteren Er=
ſparniſſe
ſind zweifelhaft. Da das Gebäude ja nicht leer bleiben
kann, wird es anderen Aemtern überwieſen werden, die jetzt ein=
geengt
ſind und ſich in den größeren Räumen ausdehnen können.
Das bedeutet zunächſt erhebliche einmalige Koſten. Der bei an=
derweitiger
Verwendung unvermeidliche Umbau des Muſeums
und des vierſtöckigen Büchermagazins iſt eine jener Operationen,
die finanziell nicht ganz ſchmerzlos abzulaufen pflegen. Auf die=
ſem
Gebiet hat Heſſen doch bereits einige Erfahrung. Weiter
aber kann man mit Sicherheit annehmen, daß die größere räum=
liche
Bequemlichkeit der neuen Benutzer nicht ohne eine Inflation
der Verwaltung abgehen wird. Hausmeiſter und Oberamts=
gehilfe
, wahrſcheinlich auch ein oder zwei Sekretäre, alſo der
ganze Beamtenſtand des Gewerbemuſeums außer dem Direktor,
werden dann eben nur von dem Etat des Muſeums auf den
einer anderen Stelle übertragen. Auch die ſachlichen Koſten für
Heizung, Beleuchtung, Reinigung, Waſſerzins uſw. mit rund
5000 RM. bleiben natürlich beſtehen oder werden ſich erhöhen,
da Muſeum und Bücherräume jetzt teils gar nicht, teils ſehr not=
dürftig
geheizt werden.
Als finanzielle Maßnahme iſt alſo die Auflöſung des Ge=
werbemuſeums
ein ziemlich mattes Geſchäft. Es mag ſein, daß
im günſtigſten Fall jährlich 1520 000 RM. an ſachlichen Aus=
gaben
und Gehältern geſpart werden können. Sicher iſt das aber
nicht. Es kann ſehr wohl ſein, daß als Endergebnis nur ein=
malige
und dauernde Mehrkoſten feſtzuſtellen ſind. Die Unter=
bringung
des Muſeums und der Bibliothek an anderer Stelle
koſtet doch auch Geld, und ihre Verwaltung iſt auch dort nicht
möglich ohne entſprechende Arbeitskräfte. Schon die Ausgabe=
ſtelle
der Patentſchriften=Sammlung mit wöchentlich etwa 500 bis
600 Zugängen läßt ſich doch nicht nebenher von einem Beamten
bewältigen, der ſchon jetzt voll beſchäftigt iſt. Es iſt durchaus
nicht unmöglich, daß die Auflöſung des Muſeums zwar wertvolles
Kulturgut vernichtet, daß die erhoffte Erſparnis ſich aber in
dauernde Mehrausgaben verwandelt. Von Bedeutung für den
Sparkommiſſar kann ſie jedenfalls nicht ſein. Sollte er ſie wirk=
lich
verlangen, ſo befolgt er wohl nur Anregungen, die ihm von
anderer Seite gegeben worden ſind.
Es iſt äußerlich begreiflich, wenn manche Vertreter des Heſſi=
ſchen
Gewerbes die Auflöſung des Gewerbemuſeums für keinen
beſonderen Verluſt halten. Jeder Blick auf die Berufsſtatiſtik

macht das verſtändlich. Nach der Berufszählung von 1925 darf
man die Zahl der ſelbſtändigen Betriebe, die in den Bereich der
Handwertskammern gehören, in ganz Deutſchland auf etwa 1½
Million ſchätzen. Bei weitem an der Spitze ſtehen die Beklei=
dungsgewerbe
mit über 615 000 ſelbſtändigen Betrieben. Dann
kommen in erheblichem Abſtand Nahrungs= und Genußmittel=
ſowie
die Baugewerbe mit zuſammen über 480 000 Betrieben.
Dieſen Zahlen gegenüber fallen die künſtleriſch tätigen Gewerbe
überhaupt nicht ins Gewicht. Nach dem Adreßbuch von 1927 gibt
es in Darmſtadt allein 111 ſelbſtändige Friſeure. Die Zahl der
Gewerbetreibenden, die an dem Beſtand des Muſeums perſön=
lich
und mit Bewußtſein intereſſiert ſind, wird in Darmſtadt viel=
leicht
nur ein Fünftel dieſer Zahl betragen. Es iſt alſo ganz ſelbſt=
verſtändlich
, daß in der täglichen Arbeit einer Handwerkskammer
künſtleriſche Belange keine Rolle ſpielen. Ihre Arbeitsmethoden
ſind unter ganz anderen Geſichtspunkten entwickelt. Die eigen=
tümliche
Verflechtung techniſcher, wirtſchaftlicher und kultureller
Belange, die das Weſen der in engerem Sinn kunſtgewerblichen
Arbeit ausmacht, läßt ſich mit ihnen überhaupt nicht erfaſſen. Es
iſt kein Vorwurf für die Handwerkskammern, ſondern nur der
Ausdruck einer ſelbſtverſtändlichen Tatſache, daß ſie zur Wahrneh=
mung
künſtleriſcher Intereſſen weder berufen noch geeignet ſind.
Die Stellungnahme der hieſigen Handwerkskammer gegenüber
den Kunſtgewerbeſchulen iſt dafür ebenſo bezeichnend, wie der
vor einigen Jahren geſtellte Antrag, das Gewerbemuſeum und
ſeine Bibliothek aufzulöſen, damit die Kammer für ihre eigenen
Arbeiten unentgeltlich Raum gewinnt. Den einzelnen Hand=
werkern
ſind dieſe Verhältniſſe wohl bekannt, und ſie leiden
darunter, auch wenn ſie unter dem Druck wirtſchaftlicher Rück=
ſichten
ihrer Klage nicht öffentlich Ausdruck geben.
Die Zahl der künſtleriſch intereſſierten Gewerbetreibenden iſt
eine Minderheit. Aber ſie iſt doch nur der Exponent
für all das was an künſtleriſch geſtaltender
Kraft im Volk vorhanden iſt. Dieſe Kraft iſt ein Kul=
turfaktor
von unerſetzlicher Bedeutung. Sie auch in ſchweren Zei=
ten
zu erhalten, iſt heute unbedingte Pflicht.
Noch einmal wollen wir ſagen, daß hier kein Angriff gegen
die Handwerkskammer beabſichtigt iſt. Aber mit allem Nachdruck
wollen wir erklären: Das Handwerk braucht neben der
Handwerkskammer eine Intereſſenvertretung,
die unabhängig von wirtſchaftlichen Erwägun=
gen
und von perſönlicher Rückſicht die Aufmerk=
ſamkeit
immer wieder auf die ideellen Ziele
handwerklicher Arbeit lenkt. Darum iſt eine Anſtalt
wvie das Heſſiſche Gewerbemuſeum eine Notwendigkeit. Es iſt

[ ][  ][ ]

Nummer 186

Conntag, den 2. Juli 1929

Seite 3

Der ruſſiſche Dokumenkenfälſcher=Prozeß
Ein Einmiſchungsverſuch
des Preſſechefs der ruſſiſchen Bokſchaft.
Berlin, 6. Juli.
In der heutigen Sitzung des Prozeſſes gegen Orlow und
Pawlonowſki teilte Erſter Staatsanwalt Köhler mit, er habe
wegen des Umfanges des Prozeſſes ſeinen Urlaub unterbrochen
und werde von jetzt ab an der Verhandlung mitwirken. Die
Staatsanwaltſchaft habe geſtern einige Fragen an die Zeugen
beanſtandet. Die Anklagebehörde wolle jedoch nichts vertuſchen.
Wenn an einer Behörde Dreck klebe, würde er der letzte ſein,
etwas zu vertuſchen. Es dürfen aber in den Prozeß nicht Dinge
hineingetragen werden, die mit der Sache nichts zu tun haben.
Rechtsanwalt Dr. Jaffé erklärt, die Verteidigung müſſe auch in
die politiſchen. Hintergründe hineinleuchten. Sie werde ihr Ma=
terial
aber nach Kräften ſichten. Sodann nahm der Verteidiger,
Rechtsanwalt Fuchs, zu einer Erklärung das Wort und führte
aus: Ich proteſtiere auf das Nachdrücklichſte gegeneinen
unerhörten Beeinfluſſungsverſuch, der mir nach
der geſtrigen Nachmittagsſitzung gemeldet worden iſt. Der hier
im Saal anweſende Vertreter der Sowjetgeſandt=
ſchaft
hat es gewagt, dem von der Verteidigung
als Sachverſtändigen über das Weſen ruſſiſcher Fälſcher=
zentralen
im Auslande geladenen hervorragenden Schrift=
ſteller
Dr. v. Voß zu drohen, daß die Sowjetgeſandtſchaft
wenn er ſein Gutachten erſtatten würde, dies als Kriegserklärung
auffaſſen würde. (Große Bewegung im Saal.) Dr. Fuchs er=
klärte
weiter, er proteſtiere gegen den Verſuch, den Ba=
zillus
bolſchewiſtiſchen Terrors in ein deut=
ſches
Gerichtsverfahren einzuſchleppen. Dieſer
Verſuch ſei nur die Fortſetzung jenes noch ungeklärten, von ihm
unter das Zeugnis des Kriminalkommiſſars Braſchwitz geſtellten
Vorganges, laut welchem die Sowjetgeſandtſchaft der Kriminal=
polizei
eine Liſte der Perſonen überſandt hat, deren Verhaftung
in der Sache Orlow ſie wünſchte. Dr. Fuchs bat ſchließlich das
Gericht, den anweſenden Sowjetvertreter aufzufordern, von der
Wiederholung derartiger Verſuche, in den deutſchen Rechtsgang
einzugreifen, Abſtand zu nehmen. Der Sachverſtändige
v. Voß bitte das Gericht um Schutz. Der Vorſitzende
erklärt hierzu, daß ſich das Gericht die Stellungnahme vorbehalte.
Der Erſte Staatsanwalt Köhler verlangte nach
der Mittagspauſe eine Aufklärung über den angeblichen
Beeinfluſſungsverſuch des Preſſechefs der Sowjetbot=
ſchaft
gegenüber dem als Sachverſtändigen geiadenen Schriftſteller
Dr. v. Voß. Dieſer gab folgende Erklärung ab: Er habe die
Angelegenheit am Freitag den Verteidigern erzählt, habe ſie aber
nicht beauftragt, davon Gebrauch zu machen, ſondern wollte ſie
ſelbſt zur Sprache bringen. Er fuhr fort: Das Geſpräch mit dem
Preſſechef der Sowjetbotſchaft fand nicht während des Prozeſſes
ſondern vorher ſtatt. Ich beſuchte den Preſſechef Stern und
fragte ihn, ob er mir Material für mein Gutachten zu geben habe.
Herr Stern erwiderte: Die Sowetregierung oder, wie er ſich aus=
drückte
, wir betrachten ihr Auftreten in dem
Prozeß als Gutachter als eine feindſelige Hand=
lung
. Das Wort Kriegserklärung hat er nicht gebraucht. Als
ich ihm darauf erklärte, daß er mich dadurch unter einen uner=
laubten
Druck ſetze, verſuchte er meine Stellungnahme
im Gutachten imvorauszuerfahren und mich auf
eine beſtimmte Antwort feſtzulegen. Ich lehnte das
unter Hinweis auf meine Verpflichtungen ab. Dr. v. Voß gab
weiter der Meinung Ausdruck, daß er im Vorgehen des
Herrn Stern den Verſuch eines Gewiſſens=
zwanges
und einer Einmiſchung in eindeutſches
Gerichtsverfahren erblicke, da er fraglos einen Druck
ausüben wollte. Er erwarte daher, daß die Sowjetbotſchaft
Stern verleugnen und ihm nicht mehr geſtatten werde, die deutſche
Oeffentlichkeit zu unterrichten.
Der Preſſechef Stern erklärt dazu, daß er ohne
Genehmigung der Sowjetbotſchaft keinerlei
Mitteilungen zu der Angelegenheit machen könne.
* Man darf wohl annehmen, daß ſich das Auswärtige Amt
mit dieſer Angelegenheit befaſſen wird. Es handelt ſich bei dem
Vorgehen des Preſſechefs der ruſſiſchen Botſchaft gegenüber dem
Sachverſtändigen v. V. um eine glatte Drohung. Darüber hinaus
liegt hier aber der Verſuch vor, ſich in ein vor deutſchen Ge=
richten
ſchwebendes Verfahren einzumiſchen. Der Preſſechef der
ruſſiſchen Botſchaft hat auf Vorhaltungen eine Erklärung abge=
lehnt
, weil er erſt mit ſeinem Botſchafter ſprechen müſſe. Das
Auswärtige Amt wird aber die Sowjetbotſchaft mit aller Ent=
ſchiedenheit
in die Grenzen des internationalen Anſtandes zurück=
weiſen
müſſen. Ein durch Exterritorialität geſchützter Beamter
einer fvemden Botſchaft, der in einer ſolchen Weiſe ein deutſches
Gerichtsverfahren zu beinfluſſen ſucht, darf auf deutſchem Boden
keinen Platz mehr haben.

unentbehrlich für das Handwerk, für die Oeffentlichkeit und auch
für die Aemter, denen die Pflege gewerblicher Arbeit anvertraut
iſt. Rationaliſierung iſt gut. Aber Rationaliſierung mit gleich=
zeitiger
Ausſchaltung ideeller Werte führt auf vielen Gebieten nur
zu dem Ergebnis billig und ſchlecht.
Es iſt bedauerlich, daß ſolche Gegenſätze gerade im Zuſam=
menhang
mit dem Heſſiſchen Gewerbemuſeum behandelt werden
müſſen, denn nur wenige Anſtalten ſind in ſo hohem Maße ge=
eignet
, auszugleichen und zu vermitteln. Das
Muſeum verſucht in ſeinen Sammlungen unter Ausſchaltung aller
hiſtoriſchen Geſichtspunkte die Aufmerkſamkeit nur auf die blei=
bende
Bedeutung allgemeiner künſtleriſcher Werte im Handwerk zu
lenken. Die Bibliothek gibt dagegen dem geſamten Gewerbe das
Rüſtzeug für rationelle Betriebsführung, ſoweit dies
durch literariſche Hilfsmittel möglich iſt. Wer auch nur den Leſe=
ſaal
des Muſeums und die in ihm ausgeſtellte Handbibliothek
muſtert, oder wer gar einen Blick in die Bücherräume der Biblio=
thek
tut, wird einfach nicht verſtehen, welche Gedankengänge dazu
führen konnten, die Auflöſung dieſer Sammlung anzuregen.
Gerade für die Rationaliſierung der Arbeit kann ſie die wichtigſte
Hilfe leiſten. Hoffentlich führt die jetzige Ausſprache dazu, daß
auch die beruflichen Vertreter gewerblicher Arbeit ſich perſönlich
von dieſer Tatſache überzeugen. Vielleicht gewinnen ſie dann den
Eindruck, daß der Weg Hand in Hand mit dem Gewerbemuſeum
beſſeren Erfolg verſpricht, als der über ſeine Leiche,

Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus. Samstag, den 6. Juli.
Die Bledermaus.
Operette von Johann Strauß.
Heute nahmen zwei Künſtler als Eiſenſtein und als Adele
vor einem zum Brechen vollen Hauſe von unſerer Bühne Abſchied,
die in der langen Zeit ihrer Angehörigkeit ſich größter Beliebtheit
erfreuten.
Paula Kapper war eine unſerer vielſeitigſten Sängerin=
nen
. Wollte man ihre Rollen aufzählen, käme man auf ein halbes
Hundert. Sie hatte immer eine eigene Note. Eine ſehr begabte,
intelligente, temperamentvolle Künſtlerin, voll Charme und lau=
niger
Einfälle. Jede ihrer Darbietungen erſtand aus ihr ſelbſt,
aus eigenwüchſiger Perſönlichkeit, aus ſtarkem Bühnenblut.

Hie Mauementrnssäne sor eem Schneite
richter.
Berlin, 6. Juli.
Die Verhandlung vor dem Schnellgericht richtete ſich gegen die
Studenten Richard Schaaf, Katzenellenbogen, Schulze, Henne,
Paete und Alfred Steinhof. Die beiden erſteren, die der kommu=
niſtiſchen
Studentengruppe angehören, waren angeklagt, bei der
von der Polizei angeordneten Herausgabe der roten Fahne am
Opernplatz Widerſtand geleiſtet zu haben, während die übrigen
drei anläßlich der Demonſtrationen der nationalſozialiſtiſchen Stu=
denten
in der Bannmeile feſtgenommen worden waren. Die als
Zeugen vernommenen Polizeibeamten erklärten, daß ſich die Stu=
denten
ſtrafbar gemacht hätten, indem ſie den polizeilichen An=
ordnungen
nicht Folge leiſteten oder ſich bei der Demonſtration
innerhalb der Bannmeile als Hauptſchreier betätigt hätten. Die
Demonſtranten hätten beim Eingreifen der Polizei Nieder mit
der Zörgiebel=Bande! gerufen und Widerſtand geleiſtet. Der als
Zeuge vernommene Polizeimajor Heinrich und andere Offiziere
ſagten aus, daß einem Polizeibeamten aus der Menge ins Geſicht
geſpien worden ſei. Dann hätten in der Dorotheenſtraße mehrere
Nationalſozialiſten eine Kraftdroſchke mit jüdiſch ausſehenden In=
ſaſſen
angehalten. Das Gericht verurteilte den Kommuniſten
Schaaf zu 30 RM. Geldſtrafe und die übrigen zu je 10 RM. Die
angeklagten Studenten beſchwerten ſich vor Gericht, daß man ihnen
nicht erlaubt hätte, ihre Eltern zu benachrichtigen und daß man
ſie zwei Tage lang in Polizeigewahrſam gehalten und ihnen auf
der Wache kein Eſſen gegeben habe.
*
* Das Verbot des preußiſchen Miniſteriums gegen Trauer=
kundgebungen
am 10. Jahrestag der Unterzeichnung des Ver=
ſailler
Diktates hat auf die Univertſitätskreiſe und Studenten ge=
radezu
verheerend gewirkt. Das Nachſpiel hat ſich am Samstag
vor dem Schnellrichter abgeſpielt, wo die Studenten ſich zu ver=
teidigen
hatten. Sie wurden zu 10 RM. Geldſtrafe verurteilt, ein
Beweis jedenfalls, daß das Gericht ſich ſeine eigene Meinung über
die Zuſammenhänge gebildet hat. Aber auch die Univerſitäten
ſelbſt rühren ſich. Nach Breslau und anderen Univerſitäten, die
entſprechende Proteſterklärungen abgegeben haben, hat jetzt eine
Abordnung der Univerſität Kiel dem Kultusminiſter Becker eine
ſehr ſcharfe Erllärung perſönlich überreicht, worin die 3 Theſen
aufgeſtellt werden, daß derartige Verbote mit der Aufgabe der
deutſchen Univerſitäten und ihrer Stellung im öffentlichen Leben
nicht vereinbar ſind, daß ſie zudem nicht geſetzmäßig ergangen
ſind, und daß das Verbot der Teilnahme an einer öffentlichen
Verſammlung für die Studenten mit den verfaſſungsmäßig ge=
währleiſteten
Grundrechten freier politiſcher Meinungsäußerung
unvereinbar iſt. Der Kultusminiſter hat das angehört, iſt aber
in ſeiner Erwiderung vorſichtig ausgewichen mit der Begrün=
dung
, daß er dem Miniſterpräſidenten vor ſeiner Landtagsrede
nicht vorgreifen wolle. (!) Darüber hinaus wußte er nur zu
ſagen, daß die preußiſche Regierung ſtaatsbürgerliche und aka=
demiſche
Rechte nicht verletzen wollte, daß ſie ausſchließlich von
der Abſicht geleitet geweſen iſt, die Wirkung der Kundgebung des
Reichspräſidenten und der Reichsregierung durch keinerlei Neben=
kundgebungen
ſtören zu laſſen. Dazu darf wohl bemerkt werden,
daß die preußiſche Regierung mit der ihr eigenen Geſchicklichkeit
tatſächlich das genaue Gegenteil erreicht hat.
* Auch Hermes wieder?
Die deutſch=polniſchen Handelsvertragsverhandlungen, die
ſich ſchon ſeit Jahren endlos hinziehen, ſcheinen wieder einmal
vor einem neuen Abſchnitt zu ſtehen. In politiſchen Kreiſen wird
behauptet, daß der Führer der deutſchen Delegation, der frühere
Ernährungs= und Finanzminiſter Dr. Hermes, die Abſicht habe,
zurückzutreten, und daß an ſeine Stelle ein höherer Beamter des
Finanzminiſteriums treten werde. An amtlicher Stelle wird die
Möglichkeit eines ſolchen Wechſels auch nicht beſtritten. Aller=
dings
wird der Wechſel damit begründet, daß Dr. Hermes durch
ſeine Arbeit in den landwirtſchaftlichen Verbänden zu ſtark in
Anſpruch genommen ſei, als daß er hinreichend Zeit für die
ſchwierigen Verhandlungen mit Warſchau aufbringen könne. Das
klingt ganz einleuchtend, aber der Verdacht, daß noch andere
Gründe ſich dahinter verbergen, iſt nicht von der Hand zu weiſen.
Die Polen haben ſchon Herrn v. Lewald weggebiſſen, weil er
ihnen unbequem war. Sie hofſten von ſeinem Nachfolger größere
Nachgiebigkeit erwarten zu dürfen. Sie haben ſich darin ge=
täuſcht
, weil gerade Dr. Hermes das Vertrauen der Landwirt=
ſchaft
beſitzt und ſich mit großer Zähigkeit für die deutſche Land=
wirtſchaft
und beſonders die Viehwirtſchaft eingeſetzt hat, um die

Ueberflutung aus dem Oſten zu mildern.

Guſtav Deharde hat als lyriſcher Tenor angefangen
ſand dann mit größtem Erfolg Verwendung in der Operette und
verläßt uns als Heldentenor. Auch er hat einen großen Kreis
von Freunden und Verehrern gefunden.
Beide Künſtler gehen in ehrenvolle, neue Stellungen. Das
Darmſtädter Publikum, das beiden viele genußreiche Stunden
verdankt, wird den heute herzlich Gefeierten ein gutes Andenker
bewahren.
v. II.
* Orpheum.
Harprecht=Horn=Gaſtſpiel.
Der Geiſterzug.
Das Doppelgaſtſpiel von Eliſabeth Horn=Harprecht und
Bruno Harprecht, für das Direktor Steffter die Kriminal=Komödie
Der Geiſterzug von Arnold Ridley gewählt hat, war ein
voller Erfolg. Das Künſtlerpaar, das wir lange Jahre zu den
Beſten unſeres Landestheaters zählen durften, iſt in Darmſtadt
nicht vergeſſen, das bewies wie immer der rauſchende Bei=
fall
, der es beim Erſcheinen auf der Bühne begrüßte und das
bewies auch der glänzende Beſuch man ſah das beſte Theater=
publikum
Darmſtadts der geſtrigen Premiere.
Der Geiſterzug ſchließt ſich der Reihe der Senſationsſtücke
höchſt erfolgreich an. Eine neue Idee iſt ungewöhnlich ſpannend
und bühnenwirkſam verarbeitet. Das Geſamtſpiel war ſehr gut,
der Erfolg überraſchend. Wir kommen auf die Vorſtellung noch
zurück, die für die nächſten Tage auf dem Spielplan bleibt.
**

Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Preisſenkung im Mainzer Stadttheater für die Spielzeit
1929/30. Die Städtiſche Theater=Deputation hat in der letzten
Sitzung beſchloſſen, die Abonnements=Preiſe für die nächſte
Spielzeit erheblich zu ſenken. Entſcheidend für dieſe Maßnahme
war der Wunſch, das Theater=Abonnement weiteſten Kreiſen der
Bevölkerung zugängig zu machen.

* Was der Zufall will. Manchmal ganz ſelten geſchehen
auch in unſerer praktiſch=nüchternen Zeit noch Dinge, die an Wun=
der
glauben mechen. Eind es reine Zufälle oder iſt es eine Vor=
ſehung
, eine unſichtbare Kraft, die unſer Leben lenkt? Ein

Eine vostiige Berotehung.
Im Kampf um das Konkordat kommen die Parteien der
Weimarer Koalition jetzt mit einem Brief, den der Volksparteiler
Dr. Bölitz als Kultusminiſter im Jahre 1922 geſchrieben hat. Der
Brief hat ſchon vor Jahr und Tag geſpukt, iſt aber aus begreif=
lichen
Gründen bisher nie veröffentlicht worden. Jetzt wird er
als Beweis gegen die Volkspartei herangezogen, weil darin
Dr. Bölitz an den Nuntius Pacelli geſchrieben hat, daß die
preußiſche Regierung auf Erſuchen des Reiches bereit ſei, mit dem
Reich in Verhandlungen über eine Regelung der religiöſen Seite
der Schulfrage im Konkordat einzutreten. Hier iſt alſo nur von
Verhandlungen zwiſchen der preußiſchen Regierung und dem
Reich die Rede, auch wenn der Brief an den Nuntius gerichtet
iſt. Gerade die preußiſchen Koalitionsparteien kennen aber die
Zuſammenhänge ganz genau. Sie wiſſen, daß dieſer Brief einen
wichtigen außenpolitiſchen Zweck verfolgte: damals beſtand die
Gefahr, daß die Kurie die Saarkatholiken dem franzöſiſchen
Biſchof unterſtellte und ſie damit einer hemmungsloſen fran=
zöſiſchen
Propaganda auslieferte, während die deutſche Regierung
größten Wert darauf legte was ja eigentlich nur ſelbſwverſtänd=
lich
iſt , daß die Saar der Zuſtändigkeit des Biſchofs von Trier
zufiel. Nur zu dem Zwecke, um das zu erreichen, iſt der Brief
geſchrieben worden. Die preußiſche Regierung hat dem Reich
gegenüber gleichzeitig erklärt, daß ſie gegen den Abſchluß eines
Reichskonkordates ſehr ſtarke Bedenken hat. Es iſt auch nicht
zu irgendwelchen Verhandlungen gekommen. Der Brief hat aber
wenigſtens den außenpolitiſchen Zweck erreicht. Gerade die Par=
teien
, die heute in der preußiſchen Regierung ſitzen, müßten die
Zuſammenhänge genau kennen. Es zeugt alſo nicht gerade von
Loyalität, wenn ſie dieſen Brief, jetzt der Oeffentlichkeit zur Ver=
fügung
ſtellen und ausnutzen wollen. Sie därfen ſich auch nicht
wundern, wenn Dr. Bölitz in der Abwehr dann die ganzen Zu=
ſammenhänge
einmal offenlegt.
Die Arbeiken des Verfaſſungsausſchufſes der Länder-
konferenz
.
Berlin, 6. Juli.
Am 5. und 6. Juli berieten unter dem Vorſitz des Reichs=
miniſters
des Innern, Severing, die beiden Unterausſchüſſe der
Länderkonferenz über die Abgrenzung der Zuſtändigkeit zwiſchen
Reich und Ländern, ſowie die Organiſation der Länder und den
Einfluß der Länder auf das Reich. Zugrunde lag der Behand=
lung
der Organiſationsfragen das Gemeinſchaftsreferat von
Brecht=Preußen, Poetzſch=Hoeffter=Sachſen, Boltz=Württemberg,
Peterſen=Hamburg, und der Zuſtändigkeitsabgrenzung das Ge=
meinſchaftsreferat
von Koch=Weſer=Reich, Brecht=Preußen, Rem=
mele
=Baden, Horion=Rheinprovinz, ferner zu dem letzteren Fragen=
komplex
Sonderreferate von Held=Bayern und Remmele=Baden.
Ueber beide Fragenkreiſe fand eine eingehende Generalausſprache
ſtatt. Daran ſchloß ſich eine Spezialdebatte über die Zuſtändig=
keitsverteilung
. In ihr wurden verſchiedene Aenderungsvor=
ſchläge
mit wechſelnden Mehrheiten teils angenommen, teils ab=
gelehnt
. So war das Abſtimmungsergebnis für den Uebergang
der Juſtizverwaltung auf das Reich 6:5. Das Gemeinſchafts=
referat
wurde mit 9:2 Stimmen angenommen. Eine neue Faſſung
wird demnächſt veröfſentlicht.
Ein deutſches Geſchenk an die Riederlande.
Amſterdam, 5. Juli.
Wie der Berliner Korreſpondent des Allgemeen Handels=
blaad
von gut unterrichteter privater Stelle vernommen haben
will, hat die deutſche Reichsregierung das in Diez an der Lahn
gelegene Stammſchloß des Fürſtenhauſes Oranien=
Naſſau dem holländiſchen Staate als Ausdruck der Dankbarkeit
für die Wohltaten, die das holländiſche Volk während der Kriegs=
und Nachkriegszeit notleidenden Deutſchen erwieſen hat, zum
Geſchenk gemacht.
Die deutſch=belgiſchen Markverhandlungen.
T.U. Brüfſel, 6. Juli.
In unterrichteten Kreiſen verlautet, daß bei den deutſch= bel=
giſchen
Mark=Verhandlungen die Hauptſchwierigkeiten
noch nicht beſeitigt ſind, während in Teilfragen eine Annäherung der
Standpunkte eingetreten iſt.
Ueber das Ergebnis der Verhandlungen betreffend die belgiſche
Markfrage bewahrt die Preſſe nach wie vor ſtrengſtes Stillſchweigen.
Es kann jedoch verſichert werden, daß die belgiſche Regierung ihre For=
derung
von 37 Jahren zu je 25 Millionen Mark nicht mehr aufrecht=
erhält
, ſondern bereit iſt, in einer Ermäßigung dieſer Zahl einzutreten.
Eine beſtimmte Summe iſt allerdings noch nicht genannt worden.

junger holländiſcher Arbeiter zog vor Jahren mit ſeiner deutſchen
Frau nach Düſſeldorf; einige Jahre gings da gut, als aber der
Mann ſeine Stellung verlor und darum aus Deutſchland aus=
gewieſen
wurde, begann eine ſchlimme Zeit. Auf der Suche nach
Arbeit zog er durch das Elſaß und Frankreich, vom Glück nicht
begünſtigt, fern von den Seinen, die in Düſſeldorf geblieben
waren und denen er auch nicht ſchreiben wollte, da er doch keinen
Troſt geben konnte. Vier Jahre gingen ſo dahin. Kümmerlich
zog die Frau ihre beiden Kinder, von denen das jüngſte den
Vater garnicht kannte, mit der Unterſtützung des Staates auf.
Da entdeckten die deutſchen Behörden, daß ſie als Frau eines
Holländers nach den Niederlanden gehörte; es hieß Düſſeldorf
verlaſſen. In Roermond einem kleinen Grenzſtädtchen finden
wir ſie wieder. Der Polizeikommiſſär hat alles notiert, verſpricht
Unterſtützung, man wird ihren Mann ſuchen; während ſie noch
ſprechen, meldet ſich unten ein Mann an der Kommiſſär ſtutzt
derſelbe Name? Sollte es möglich ſein? Es war der Geſuchte!
Ohne es zu wiſſen, waren ſie beide nach vierjähriger Trennung
aus Frankreich und Deutſchland herbeigekommen, um ſich in die=
ſem
holländiſchen Städchen wieder zu finden. Das Wiederſehen
war rührend. Der Mann konnte es nicht faſſen, daß er wirklich
ſeine Frau und Kinder vor ſich habe; die Frau, die ſo viel Leid
mitgemacht hatte, brach in Tränen aus. Holländiſche Ver=
wandte
haben ſich nun ihrer angenommen, es ſoll ein neues Leben
beginnen.
* Er würde nicht ſchießen. König Alfons von Spanien hielt
es in letzter Zeit für nötig, ſich perſönlich von der Zuverläſſigkeit
ſeiner Soldaten zu überzeugen. Er unternahm ad hoo= Streif=
züge
durch die Kaſernen von Madrid, unterhielt ſich insbeſondere
mit den jüngeren Jahrgängen und biederte ſich mit den einfachen
Soldaten an. Der erſte Wachtpoſten, von ſeinem oberſten Kriegs=
herrn
befragt, ob er einen Befehl, auf den König zu ſchießen,
Folge leiſten würde, antwortete klar und vernehmlich mit einem
donnernden Ja‟. Etwas beſtürzt fragte Majeſtät nach der Ur=
ſache
. Befehl iſt Befehl lautete die ſtramme Antwort, es ſei
denn, daß Majeſtät Gegenbefehl geben! Aehnlich ergings dem
König bei weiteren ſechs Muſchkoten. Der ſiebente endlich beant=
wortete
die heikle Frage ſofort mit Nein Freudeſtrahlend
klopfte Alfons dem königstreuen Jüngling auf die Schulter:
Ganz recht, mein Sohn, endlich einer, der das Leben des Königs
auch über die Befehle hinaus treu und brav ſchonen würde. Sage
mir aber, warum Du auf mich nicht ſchießen würdeſt? Weil
ich Trompeter bin, Majeſtät, gab der treueſte Soldat des Herr=
ſchers
des Rätſels Löſung. Wonach Alfons weitere Recherchen
unterließ.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Sonntag, den 7. Zuli 1929

Nummer 186

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[ ][  ][ ]

Nammer 186

Sonntag, den 7. Juli 1929

Seite 5

Darmſiadt, 7 Jun:

Einweihung des neuen Hauſes des Korps Franconia

2. Heſſiſches Sängerbundesfeſt.
Darmſtadt, 12. bis 15. Juli.
Ein Feſt, das der Muſe des Geſangs gewidmet iſt, darf die Ge=
legenheit
, auch andere Künſte zur Mitwirkung heranzulocken, nicht vor=
übergehen
laſſen. Die Feſtpoſtkarten, auf denen die fremden Sänger und
die Gäſte ihre Grüße an die Heimat ſchreiben, die Einheimiſchen ihren
auswärtigen Freunden und Verwandten Kenntnis geben, von einem
neuen großen Feſt in der Feſt= und Kongreßſtadt Darmſtadt, oder die ſie
zur freundlichen Erinnerung an das Feſt aufbewahren werden, ſind von
der Feſtleitung nach drei verſchiedenen Entwürfen herausgegeben. Jede
einzelne Karte iſt ein kleines Kunſtwerk, würdig der Kunſtſtadt Darm=
ſtadt
. Auf der erſten farbigen Aquarellkarte erſcheint die Feſthalle unter
wogendem Fahnenſchmuck, auf der zweiten ragt der Hochzeitsturm vor
der aufgehenden Sonne, ein prachtvoller Ausdruck des feſtlichen Mor=
gens
, auf der dritten Karte bringt. Hermann Pfeiffer, der Zeichner des
Zupfgeigenhansl, den zweifarbigen Schattenriß einer wundervollen
Serenata im Walde, nach der Dichtung ſeines Geiſtesverwandten
Matthias Claudius. Beim Betrachten dieſes Blattes glaubt man die
Stimmen der Sänger zu hören und den durch den Wald ſchwebenden
Ton der begleitenden Waldhörner. Die drei Karten ſind durch die
Druckerei H. Hohmann in hervorragender Weiſe ausgeführt worden.

Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung
wurde: dem Pfarrer Jakob Hofmann zu Nieder=Beerbach die evan=
geliſche
Pfarrſtelle zu Rüſſelsheim, Dekanat Groß=Gerau, dem Pfarrer
Guſtav Schmidt zu Udenhauſen die evangeliſche Pfarrſtelle zu Beuern,
Dekanat Gießen, dem Pfarrer Richard Weber zu Kaichen die erſte
evangeliſche Pfarrſtelle zu Lampertheim Dekanat Zwingenberg, dem
Pfarrer Robert Deckinghaus zu Offenbach die evangeliſche Pfarr=
ſtelle
zu Worms=Hochheim, Dekanat Worms, dem Pfarrverwalter Fried=
rich
Axt zu Romrod die evangeliſche Pfarrſtelle zu Romrod, Dekanat
Alsfeld, dem Pfarraſſiſtenten Otto Weiß zu Mainz die ebangeliſche
Pfarrſtelle zu Wörrſtadt, Dekanat Wöllſtein, übertragen; der evange=
liſche
Pfarrer Albert Junker zu Lindenfels auf ſein Nachſuchen und
unter Anerkennung ſeiner treuen Dienſte mit Wirkung vom 16. Juli
1929 in den Ruheſtand verſetzt und den folgenden, von den Dekanats=
tagen
des Jahres 1929 auf die Dauer von ſechs Jahren vollzogenen
Wahlen die Beſtätigung erteilt; des Pfarrers Fritz Schmidt zu Grün=
berg
zum Dekan des Dekanats Grünberg und des Pfarrers Auguſt
Prätorius zu Homberg zu deſſen Stellvertreter; des Pfarrers Karl
Unverzagt zu Alsfeld zum Dekan des Dekanats Alsfeld und des
Pfarrers Julius Diefenbach zu Eudorf zu deſſen Stellvertreter;
des Pfarrers Adolf Allwohn zu Nauheim zum Dekan des Dekanats
Groß=Gerau und des Pfarrers Ludwig Seriba zu Groß=Gerau zu
deſſen Stellvertreter.

Hefſiſches Landestheater Darmſtadt. Heute Schluß der
Spielzeit. Heute, Sonntag, findet die letzte Vorſtellung der Spiel=
zeit
ſtatt. Zur Aufführung gelangen Richard Wagners Die Meiſter=
ſinger
von Nürnberg. In den Hauptrollen ſind die Damen Anny v.
Stoſch, Anna Jacobs, die Herren: Johannes Biſchoff, Hans Grahl,
Theo Herrmann. Heinrich Kuhn, Eugen Vogt beſchäftigt. Muſikaliſche
Leitung: Max Rudolf. Die Vorſtellung iſt die letzte der Miete I. und
beginnt um 17 Uhr.

Miet=Erneuerung. Den bisherigen Mietern des Landestheaters
iſt die Aufforderung zur Wiederanmeldung ihrer Plätze zugegangen. Die
den Mietern in der ſoeben beendeten Spielzeit eingeräumten Vorteile
ſind für die neue Spielzeit in weſentlichen Punkten verbeſſert werden.
Von den 28 Vorſtellungen der Hauptmiete im Großen Haus er=
hält
jeder Mieter zwei Vorſtellungen (Schauſpiel oder Oper) nach freier
Wahl.
Die Einrichtung der Tauſchvorſtellungen wird im Intereſſe der Mie=
ter
dahin verbeſſert, daß die Rückgabe des Mietplatzes noch am Tage der
dem Mieter zugeteilten Aufführung bis 10 Uhr vorm. erfolgen kann.
Auch für die neue Spielzeit erhält jeder Mieter ein Gutſcheinheft,
das zum Beſuch von 5 Vorſtellungen mit einer Preisermäßigung von
10 Prozent berechtigt.
Der Zahlungsverkehr wird erleichtert durch Zahlung in 10 Monats=
raten
. Bei Vorauszahlung des ganzen Betrages erhält der Mieter
einen Gutſchein für eine beliebige Vorſtellung. Die Mieter werden bei
allen Gaſtſpielen und Vorſtellungen außer Miete im Vorverkauf (oft zu
ermäßigten Preiſen) bevorzugt.
Diejenigen Mieter, die die Wiederbeſtellung ihrer Mietplätze bis
einſchließlich Montag, den 15. Juli, vorgenommen haben, erhalten einen
Gutſchein für eine beliebige Vorſtellung. Die Generaldirektion des
Landestheaters bittet, die Mietanmeldungen für die Spielzeit 1929/30
möglichſt umgehend vorzunehmen und die Arbeit des Landestheaters
durch Werbung neuer Mieter zu fördern.
Orpheum. Doppelgaſtſpiel. Der Geiſterzug‟. Der Kartenver=
kauf
für die heutige Aufführung der ſenſationellen engliſchen Kriminal=
komödie
Der Geiſterzug mit den beiden beliebten Gäſten Eliſa=
beth
Horn=Harprecht und Bruno Harprecht findet ſtatt:
von 1012 Uhr im Verkehrsbüro; von 12 bis halb 9 Uhr im Zeitungs=
Kiosk. Ernſt=Ludwigsplatz; und ab 3 Uhr an der Kaſſe des Orpheums.
Die Eintrittspreiſe ſind auch heute, Sonntag, nicht erhöht. Nicht=
numerierte
Plätze 1 Mk., numerierte Plätze von 1,50 Mk. an. Tele=
phoniſche
Beſtellungen unter Nr. 389. Anfang 8,10 Uhr, Ende gegen
10,30 Uhr. (Siehe Anzeige im Inſeratenteil.)
Verein ehem. 6ler Artilleriſten Darmſtadt. Am 1. September
1929 wird in Babenhauſen das Denkmal für die Toten der 2. Abteilung
des Feldartillerie=Regiments Nr. 61 eingeweiht. Anſchließend hieran
findet eine Wiederſehensfeier auf der Schloßwieſe ſtatt, wobei die ehem.
Regimentskapelle unter Leitung von Obermuſikmeiſter Weber, konzer=
tieren
wird. Wir laden ſchon heute alle ehemaligen 6ler ſowie die An=
gehörigen
der von dem Feldart.=Regt. 61 aufgeſtellten Formationen hier=
zu
herzlichſt ein. Alle Kameraden, die beabſichtigen, an dieſer Feier teil=
zunehmen
, werden gebeten am Sonntag, den 1. September, möglichſt
bis 1.30 Uhr mittags mit ihren Angehörigen in Babenhauſen einzutref=
fen
. Freunde und Gönner ſind ſelbſtverſtändlich herzlichſt willkommen.

Die Franken feiern ein ſeltenes Feſt. Mit ihrem 40jährigen
Stiftungsfeſt iſt zugleich die Einweihung des neuen
Korpshauſes am Alfred=Meſſel=Weg verbunden. Die Feſtlichkeit
wurde geſtenn vormittag eingeleitet mit einem Feſtportal und einem Ab=
ſchiedstrunk
auf dem alten Korpshauſe, Frankfurter Straße 15. Gar
mancher Franke nahm mit ſtiller Wehmut von dem alten Hauſe Abſchied,
mit dem ihn manche liebe und manche feucht=fröhliche Erinnerung ver=
band
. Aber doch leuchtete ſtolze Freude auf aller Geſicht, als ſie vor
ihrer neuen Heimat, dem ſchmucken Korpshauſe, eintrafen, um Beſitz
zu nehmen von der Stätte, die ihnen die Anhänglichkeit und Treue Alter
Herren geſchaffen hat. Von den Chargierten in Wichs wurde die
Korpsfahne feierlich in das neue Haus übergeführt; es folgten die Alten
Herren und die geſamte Aktivität. Stolz wehten die Farben ſchwarz=
weiß
=grün, als das Korps unter den feſtlichen Klängen der Kapelle,
die Obermuſikmeiſter Weber dirigierte, vor dem Korpshaus eintraf.
Im Namen der Alten Herren begrüßte Fabrikant Horn=Worms in
herzlichen Worten die zahlreich erſchienenen Damen, die Gäſte, unter
denen man den Oberbürgermeiſter der Stadt Darmſtadt bemerkte, die
Vertreter der befreundeten Korporationen, und beſonders die Alten
Herren und die Aktivitas des Korps Franconia‟. Er gedachte beſonders
des auf ſo tragiſche Weiſe um ſein Leben gekommenen Alten Herrn,
Oberbaurat Haag, deſſen Geiſt in ſeinem Korps weiterleben wird.
Im Namen der Baukommiſſion überreichte Alter Herr Oberbaurat
Ste inberger ſeinem Korpsbruder den Schlüſſel des Hauſes und
verband damit die Hoffnung und den Wunſch, daß das Korps Fran=
conia
mit dem Einzug in das neue Haus blühe, wachſe und gedeihe.
Anſchließend hielt Alter Herr Fabrikant Horn=Worms die Feſt=
anſprache
zur
Korpshausweihe,
in der er unter anderem ausführte:
Unſer ſchönes Werk iſt nun vollendet! Was keiner glaubte, was
wenige hofften, iſt nun zur Tatſache geworden. Innerhalb Jahresfriſt
haben wir unſer Korpshaus entwurfsmäßig fertiggeſtellt. Heute wollen
wir unſerem Heim die Weihe ſchenken! Dieſe Stätte einſt öde und
leer iſt nun eine der ſchönſten in dieſem Stadtteile Darmſtadts
geworden. Viel Mühe und Arbeit erforderte die Vollendung, und jene
waren nicht immer freudvolle. Manche Widerſtände waren zu über=
winden
; heute ſei aber alles durch den lohnenden, krönenden Erfolg der
Arbeit vergeſſen, und gerade dieſer iſt auch beſter Maßſtab der Arbeits=
leiſtung
.
Der Vorſtand hatte mit allen Franken das hohe Ziel feſt vor
Augen, daher iſt Großes für unſer Korps erreicht. Zum Bemeſſen ſeiner
Kraft, ſeiner Stärke und ſeiner Einigkeit. Dauernd ſoll die Anlage
verküinden, daß einſt wohlgeſinnte Alte Herren dies Heim der jungen
Aktivitas zur Pflege ihrer Ideale errichteten, und wie ich beſonders bei
der Grundſteinlegung vor Jahresfriſt die Ehre hatte, zu verheißen:
Ein Hort für Deutſchtum und Edelſinn mit ſtets obſiegender Einigkeit
und deutſchem Weſen allezeit. Gleich unſerer ſtolz thronenden Wachen=
burg
ſoll auch hier immer wieder der Sinn für Begeiſterung, Opfer=
freudigkeit
, Tapferkeit und Vaterlandsliebe geweckt und gepflegt werden.
Ohne dieſe nützlichen Beſtrebungen kann kein Korpsſtudent, kein Volk
etwas Großes gebären. Wehe dem Volk, das den Drang nach Lei=
ſtungskraft
nicht beſitzt. Sagte doch Dr. Max Mühlig= Teplitz:
Unſere Hochſchulen müſſen im Volke wurzeln, die Früchte ihres Wir=
kens
ſollen der geſamten Menſchheit zum Nutzen dienen! Im Heere
und als Korporationsſtudent, wird der junge Menſch in die Männer=
gemeinſchaft
eingegliedert. Hier ſieht er dienliche Vorbilder, lernt die=
jenigen
Ideale kennen, die ſeiner Perſönlichkeitsbildung die letzte Richt=
linie
geben, er lernt gehorchen und zum erſten Male in ſeinem Leben
auch befehlen, trägt erſtmalig Verantwortung für ſich ſelbſt und andere.
Beide ſind, wie Herr Dr. Stachelhaus (Renopalatia=München) in
ſeinem Aufſatz Zur Erneuerung des ſtudentiſchen Verbindungsweſens
ſie benannte: Zwei große deutſche Erziehungsinſtitute. Das Heer ward
uns durch den Machtwillen unſerer Feinde und härteſte Verträge faſt
beſtandslos diktiert; das Verbindungsweſen allein iſt uns geblieben.
Nie und nimmer kann es uns zwar das Heer erſetzen, aber jener Ver=
luſt
erfordert doppelte Verantwortung. Heute muß es die Menſchen
heranziehen, die Mut und innere Kraft beſitzen, auch ohne Waffengewalt
eines ſtarken Heeres aus dem tiefſten Unglück zu neuer innerer und
äußerer Größe emporzureißen. Den Geiſt größter Offenheit und männ=
lichen
Ueberzeugungsmutes, vaterländiſchen Verantwortungsgefühles,
Kennenlernen wahren Gemeinſchaftsgeiſtes, das iſt es, was wahre
Lebensaufgabe werden muß. Es gilt, ſolche Menſchen zu erziehen, die
Gemeinſchaftsgeſinnung und Selbſtdiſziplin, Urteilskraft und Einſicht
genug haben, die Notwendigkeit der Einordnung zu erkennen, und die
vorurteilslos genug ſind, ſich überzeugen zu laſſen. In dieſer Verkörpe=
rung
der Selbſtloſigkeit und des unbedingten Pflichtgefühls, ſehen wir
unſeren verehrten Reichspräſidenten von Hindenburg, Ehrenburſche des
W.S. C.=Korps Montania=Freiberg. Der Gedanke nationaler Freiheit
hat ihm Selbſtüberwindung gegeben, das ſchwerſte Amt in harter Zeit
zu übernehmen glänzendes Vorbild für alle zu ſein. Keine hoch=
tragenden
Worte, keine drohende Fauſt und kein Berauſchen von Phan=
taſiegebilden
dürfen die ſchnell begeiſterungsfähige Jugend in eine
falſche Richtung treiben.
In dieſen nunmehr geſchaffenen Heimſtätten ſollen alle unſerer aka=
demiſchen
Jugend innewohnenden Kräfte reichliche Pflege finden.
Heute
zu unſerem 40jährigen Stiftungsfeſte
wollten wir die unbedingte Vollendung unſeres Hauſes vor Augen
ſehen, daher haben wir ſchnell gebaut und trotz Unbill des harten Win=
ters
Vollkraft gelten laſſen.
Nun werden wir in ſtillem frohen Gedenken dem Hauſe vorerſt eine
Ruhepauſe gönnen.
Wir haben auch die Ehre, heute einige der Gründer unſeres Korps
unter uns zu ſehen. Sie, meine lieben Alten Herren, haben wohl nie
gedacht, daß das Samenkorn, vor 40 Jahren in Darmſtädter Boden
verſenkt, ſich, ſo prächtig entfalten würde. Echter Burſchenſtolz muß
heute Ihrer Bruſt innewohnen. Wir danken Ihnen hier immer für
Ihre gute Tat.
Wir wünſchen und hoffen es beſtimmt, daß ſich die W. S. C.=Korps
immer weiter entwickeln werden. Die techniſche Wiſſenſchaft beherrſcht

heute alles; ihr verdanken wir den großen Aufſchwung aller Gebiete.
Trotz des Vernichtungswillens unſerer Feinde wollen wir weiterhin
aufwärts ſchauen und ſchaffen und ſtreben, denn Deutſchland muß un=
ſterblich
neu erblühen.
Nun herzlichſten Dank für die treueſte Mitarbeit bei unſerem ſchönen
Hausbau den Behörden, insbeſondere Herrn Bürgermeiſter Bux=
baum
, welcher unſere Sache ſo förderativ bewirkte, unſerem Korps=
bruder
Regierungsbaumeiſter Bruno für ſeinen preisgekrönten Ent=
wurf
, unſerem Korpsbruder Oberbaurat Steinberger für ſeine raſt=
loſe
, mühevolle und urvergeßliche Tätigkeit bei der Bauausführung,
unſerem Korpsbruder Dipl.=Ing. Threß für ſeine außerordentlich
wertvolle rege Mitarbeit, Herrn Architekten Bärſch=Rüſſelsheim und
ſeinem Bureauperſonal für ihre unendlich vielen Detailarbeiten, beſon=
ders
bei den Bauvergebungen, dem Baumeiſter Herrn Gerhard und
den übrigen Unternehmern, ſowie den Meiſtern und Geſellen.
Sie alle haben ihren tüchtigen Leiſtungen ein ſchönes Denkmal ge=
ſichert
.
Von ganzem Herzen danke ich allen opferwilligen Korpsbrüdern
und Freunden, aber in ganz beſonderer höchſter allgemeiner Anerken=
nung
unſerem lieben Korpsbruder A. H. Geheimrat Dr. Wilhelm
v. Opel und ſeinem Neffen, unſerem Korpsbruder Hans v. Hpel,
welche uns in ſo hervorragender Art unſer Haus in jeder uns beglücken=
den
Weiſe heimelnd und würdig geſtalteten.
Nicht zuletzt entledige ich mich der Herrn Profeſſor Meißner
gebührenden Dankespflicht für ſeine ſo wertvolle Preisgerichtsmitarbeit,
und unſerem hochverdienten künſtleriſchen Beirat, dem genialen Profeſſor
Pellar für die ſo überaus vege Betätigung, die ganz beſonders zur
äußerſten Vervollkommnung unſeres prächtigen neuen Hauſes beitrug.
Nunmehr erfolgte die
ſeierliche Uebergabe der Schlüſſel an die Akkivikas.
Herr Fabrikant Horn richtete an die Chargierten folgende
Worte: Dem aktiven C.C. übergebe ich nunmehr den Schlüſſel und
mit dieſem das geſamte Gebäudeareal mit anliegendem Tennisplatz zur
dauernden Benutzung. Wir, die geſamte Alte Herrenſchaft wünſchen
Ihnen, meine jungen Herren Aktiven, nur Freude an dieſem großen
Werke, welches Ihnen dieſe in aufwallender Begeiſterung ſchuf. Ich
bitte Sie alle, meine verehrten Herrſchaften, mit mir in ein dreifaches
Hurra auf unſer Korps, auf den W. S.C. und auf die Stadt Darmſtadt
mit ihrer Alma Mater einſtimmen zu wollen.
Begeiſtert wurde in das dreifache Hurra eingeſtimmt. Dann
ſenkte ſich die Korpsfahne; die ſtolz=wehende Korpsflagge wurde halb=
maſt
gehißt, und in ergreifender Weiſe fand
die Totenehrung
an der Gedenktafel ſtatt, die an der Front des Korpshauſes angebracht
iſt. Zwölf der beſten Franken hatten ihr Leben gelaſſen, mit ihrem
Blute die Liebe zu Volk und Vaterland beſiegelt, und während die Ka=
pelle
Ich hatt’ einen Kameraden ſpielte, gedachte man der gefallenen
Helden.
Nach einem ſtillen Gebet und einem Choral dankte der Erſtchargierte
des Korps Frankonia Schuſters den Alten Herren im Namen der
Aktivitas für das neue Korpshaus, das ein Zeichen kraftvollen Vor=
wärtsſtrebens
des Korps ſein möge. Er gelobte mit Uebernahme des
Hauſes im Namen ſeiner Korpsbrüder, allezeit in Dankbarkeit der Alten
Herren zu gedenken und in ihrem Geiſte dem Korps Franconia treu
zu bleiben und ſeine Fahne in Ehren hochzuhalten. In ein dreifaches
Hoch auf die Alten Herren wurde begeiſtert eingeſtimmt. Dann öff=
nete
ſich unter den Klängen des Frankenliedes die girlandengeſchmückte
Tür des Frankenhauſes, und den Gäſten war nun Gelegenheit ge=
geben
,
eine Beſichtigung des neuen Korpshauſes
vorzunehmen. Es herrſchte nur eine Meinung: Hier iſt eine herrliche
Frankenheimat entſtanden, in der ſich alle Korpsbrüder, allezeit wohl=
fühlen
werden. In der vornehmen geräumigen Diele ſind die Porträts
der Alten Herren Geh.=Rat von Opel und Hans von Opel, denen das
Korps hauptſächlich die Entſtehung des neuen Hauſes zu danken hat.
An der Kopfſeite des im Erdgeſchoß befindlichen großen Kneipſaales
befindet ſich das in Moſaik ausgeführte farbige Wappen des Korps
mit der Korpsdeviſe:
Nec temere nec timide‟
Im 1. Obergeſchoß befindet ſich ein kleiner Kneip= und Konventſaal,
mehrere Räumlichkeiten, Rauch=, Leſe= und Muſikzimmer, während im 2.
Obergeſchoß die Räumlichkeiten für die Chargierten vorgeſehen ſind.
Unter der Diele iſt der Paukboden, groß, luftig und hell; neben ihm ein
kleiner Raum zur Unterbringung der Paukgeräte. Außerdem befindet
ſich hier noch ein hübſcher gemütlicher kleiner Raum zur Feier der Un=
entwegten
. In jedem Stockwerk ſind moderne Waſch= und Toiletten=
räume
; außerdem iſt eine Brauſebadvorrichtung eingebaut. An das
Korpshaus iſt die geräumige Faxwohnung angebaut. Eine geräumige
Terraſſe, Tennisplatz und Kegelbahn vervollſtändigen die baulichen An=
lagen
des füngſten Darmſtädter Korpshauſes, das der Stolz des Korps
und eine Zierde für Darmſtadt geworden iſt.
Anläßlich des Feſteſſens im Hotel Zur Traube beglückwünſchte Bür=
germeiſter
Buxbaum im Namen der Stadt das Korps Frankonia
zu ſeinem neuen Heim und zu ſeinem 40jährigen Jubiläum. Er gab
ſeiner Freude Ausdruck, daß ein neues ſchmuckes Studentenheim ent=
ſtanden
iſt und unterſtrich die enge Verbundenheit zwiſchen Darmſtädter
Studentenſchaft und Bürgerſchaft. Frau Horn=Worms beglück=
wünſchte
das Korps im Namen der Korpsdamen. Weiter nahmen u. a.
Gelegenheit, ihre Glückwünſche auszuſprechen die Alten Herren Fis
und Pfeifer ſowie der Vertreter des Darmſtädter S.C. cand. Ame=
lang
(Korps Obotritige).
Abends fand in der Otto=Berndt=Halle ein Feſtkommers ſtatt,
an dem zahlreiche Gäſte, Profeſſoren der Techniſchen Hochſchule, an ihrer
Spitze Se. Magn. Profeſſor Dr. Rau, Ehrenburſch Hans v. Opel,
Hans v. Pellar, der in das Korps aufgenommen wurde, zahlreiche
Alte Herren, unter ihnen die Senioren Braun, Ebel und Stein=

DIE
WELTMARKE
BÜRGT FÜR
OUALITATI

ch
LIEEERUNS Nur
anerkannte HANDLER

[ ][  ][ ]

Sonntag, den 7. Zuli 1929

Nummer 186

bach, die Aktivitas, ſowie auf der Galerie ein Kranz ſchöner Frauen
teilnahmen. Der Erſtchargierte Schuſters, begrüßte in herzlichen
Worten die Gäſte. Eine längere Feſtanſprache hielt A.H. Stadtbaulat
May=Düſſeldorf. Er zeichnete kurz die Entwicklung des Korps ſeit
ſeiner Gründung im Jahre 1889 bis zum heutigen Tage und unter=
ſtrich
insbeſondere die Verdienſte der Ehrenburſchen Geh.=Rat Wilhelm
von Opel und Hans von Opel, ſowie zahlreicher Alter Herren um das
Wachſen, Blühen und Gedeihen des Korps, das dazu berufen ſei, durch
die Altherrenſ haft und 2ktivitas zum Wohle des ganzen Volkes und
des deutſchen Vaterlandes am Aufbau mitzuarbeiten. Ein dreifaches
Hoch galt dem deutſchen Vaterland. Stehend wurde das Deutſchland=
lied
geſungen. Der Conſenior Schütte dankte den Profeſſoren der
Techniſchen Hochſchule für die Förde ung des ſtudentiſchen Gedankens
und unterſtrich das allgemein gute Einvernehmen zwiſchen Studenten=
ſchaft
und den Profeſſoren der Techniſchen Hochſchule. Se. Magn.
Profeſſor Dr. Nau beglückwünſchte das Korps zu ſeinem neuen Heim
und zu ſeinem 40jährigen Stiftungsfeſt und wies darauf hin, daß ge=
rade
die Korpsſtudenten die alte Tradition aufrecht erhalten, dabei aber
nicht vergeſſen, auf dem Boden der neuen Zeit ſtehend, alles daranzu=
ſetzen
, dem geliebten deutſchen Vaterlande die alte Geltung wieder zu
verſchaffen. Weitere Anſprachen hielten im Laufe des Abends Vertre=
ter
des Weinheimer und des Köſener S.C., der Altherrenſchaft, der
Darmſtädter Studentenſchaft, der Drittchargierte des Korps Franconia
Schröder und andere Vertceter befreundeter Korporationen. Bei
uralten Studentenliedern und im Austauſch lieber und ſchöner Er=
innerungen
flogen die Stunden nur ſo dahin. Den Abſchluß der
Feſtlichkeit bildet heute abend ein Ball im Hotel Zur Traube.
Den Teilnehmern an dem 40jährigen Stiftungsfeſt und der Ein=
weihung
des neuen Korpshauſes werden die Tage in Darmſtadt in
dauernder Erinnerung bleiben. Dem Korps Franconia ein kräftiges
Virat, erescat, floreat!
Dr. O.

Landesbibliothek. Neue Erwerbungen (Auswahl), vom
8. Suli ſab auf 14 Dage zur Anſicht im Leſeſaal aufgeſtellt: Wlladimir
Aſtrow: Das Lebem R. M. Holzapfels, Jema 1928; Karl Bergmanm:
Im Spiegel der Sprache, Berlin 1929; Henmi Bergſon: Die ſſeelliſch=
Energie, Jena 1928; Th. Brauer: Der moderne deutſche Sozialismus,
Freibung i. B. 1929; R. Heſſe: Le Livye. Daprés Guerre et les
Sociétés de Biblliophilles 19181928, Paris 1929; R M. Holzapfel:
Welterlebnis, 1. u. 2. Teil, Jena 1928; Jging: Das Buch der Wand=
Lungen, 1. bis 3. Buch, Jema 1924; F. Künkel: Einführuung in die
Chavallerhunde, 2. Aurfl. Leipzig 1929; G. Mehlis: Die Sdee Muſſo=
Emis und der Sim des Faſchismus, Leipzig 1928; A. Metherowitz: Das
geſamte Miet= uund Wohnungsnotrecht, 2. Alufl., Berlim 1929; Monarchia
Sancit Petyi: Die kirchliche Monarchie des Heiligen Petrus. Alus den
Hauptwerken v. W. Sollowjew. Maimz 1929; E. Pasqué: Der Karls=
berg
, Kulturhiſt. Roman, Homburg (Pfalz) 1928; Leo Roſſenſberg:
Lehrbuch des deutſchen Zivilprozeßrechts, 2. Aufl., Berlin 1929;
A. Schaeffer: Griechiſche Helden=Sagen, 1. Folge, Leibzig 1929;
B. Schwertfeger: DDer Weltkrieg der Dokumente, Berlin 1929; E. L.
Stahl: Das Adamnheimer Nationallüheater, Mannhefm 1929; K. Wa=
Eiſzewſti: Katharina II. von Rußland, Leſipzig (o. J.); M. R. Wer=
mer
: Ei ſeltſaer Geilliger, Zürrich (o. G.); Wiſſenſchaft uud Billdumng,
255: H. H. Borcherdt: Schillev, Lpz. 1929; Wiſſenſchaft und Billdung,
256: A. Götze: Das deutſche Volkslieb, Leipzig 1929. Zeitſchrif=
ten
: Abhlamdluungem aus der Kinderheilbunde, 1922, Berlin 1928;
Abhandlungen des wirtſchafts=wiſſemſchaftlichen Seminars zu Jena,
19, Seng 1938/2; Pflügers Archiw für die geſamte Phyſiolonie, 221,
Berlin 1929; Archiv für experimentelle Pathollogie uund Phlavmakollogie,
139, 140. Leipzig 1929; Centralblatt für Bakteriologie Paraſitenbund4
uund Infertions=Krankheiten, 77, 2. Abt., Jena 1929; Hochland, 25, 1.,
19271928, Kempten und München; Neues Jahrbuch für Mimeralogie,
Geologie und Paläontologie, Beillage=Band 61 B. Stuugart 1929;
Zoollogiſche Jahrbücher, Albt, f. Almatomie uſſw., 50, Gena 1928/2;
Nachnichtenblatt der Geſellſchaft für deuutſche Vorgeſchichte, 14, 1925
19B8, Leiſpzig; Revue des deux Mondes, Septieme Période, 50,
Waris 1929: Dechnik für alle, 19, 1928/29, Sinrütgart; Vierteljahrs=
ſchrift
für Soziall= umd Wirtſchaftsgeſchichta, 21. Stuttgart 1928: Zeit=
ſchvift
für die geſſamte Strafrechtswiſſenſchaft, 48, Berlin und Leipzig
1928; Höchſtrichterliche Rechtsſprechung, 3.; Zeitſchrift für phyſika=
liſche
Chemie, Abt. B, 2, Leipzig 1929; Zeitſchrift für franzöſiſche
Sprache und Litenatur, 51, Jena umd Leipzig 1928; Zeitſchrift für
vergleichende Spuachforſchung, 55, 56, Göttüngen 1928: Zeitſchuift für
mathewatziſchem und maturwiſſenſchaftlichen Unterricht, 59, Berlim,
Leipzüg 1928; Hoppe=Setzlers Zeitſchrüift für phyzſiologiſche Chemie,
181, Berlim uud Leipzig 1929; Mathematziſche Zeitſchrift, 29, Berlin
1929; Zentralorgan für die geſamte Chinurgie, 44, Berlän 1929.
Vom 22. Juli an werleihbar. Vormerkungen weuden im Leſſeſoal ent=
gegengemommen
.
Tagesordnung zur Sitzung des Stadtrats am Donnerstag,
den 11. Juli, um 17 Uhr im Rathaus: 1. Schaffung einer Deckung für
die im Laufe des Geſchäftsjahres weiter notwendig werdenden Aus=
gaben
; 2. Errichtung einer Wohnungsbau=A. G. (Berichterſtatter:
Stadtratsmitglied Tempel); 3. Ueberſichten über die wirklichen Ein=
nahmen
und Ausgaben der vier höheren Knabenſchulen für das Rech=
nungsjahr
1928 (Kalbfleiſch, Glenz und Friedrich); 4. Bewilligung eines
außerordentlichen Kredits für die Anſchaffung von Lehrmitteln aus
Anlaß der Hundertjahrfeier der Viktoriaſchule (Stadtratsmitglied
Krug); 5. Kreditnachbewilligung für die Erneuerung der Fußböden
in der Kyritzſchule (Stadtratsmitglied Tempel); 6. Kanalherſtellungen
am Steinberg an der Nieder=Ramſtädter Straße (Stadtratsmitglied
Berndt); 7. Fußſteigherſtellung in der Moſerſtraße (Stadtratsmitglied
Wedel); 8. Errichtung eines Yiebergall=Brunnens; hier: Annahme
einer Schenkung; 9. Mitteilungen.
Darmſtädter Sängerfeſt. Man ſchveübt uns: Under dem Sonden=
konzarten
, die aus Anlaß des großen Daumſtädter Sängerfeſtes gegeben
werdem, ſteht das der Arbeitsgemeinſchaft, unter Leitung des Gammer=
muſiſters
Guſtav Adam, an beſondeuer Stelle. Das Programm weiſt
mur zwei Mamen auf: Richand Heubenger umd Friedr. Wilh. Mie=
methzer
. Heuberger iſt alls Komponiſt das Opermballs durchs Heſſüſche
Landestheater auch fim Darmſtadt bekannt geworden; als Schriftſtieller
zeigt ihn ſeine vorzügliche Schubertbiogvaphite. Seine Männerchöre, im
ſteigendem Waße geſungen, ſind vom golldener Romantik und frimſtem
Humor zugleich evfüllt, ſo der prächtige Nachtwandler Guſtav Fallkes.
Heuberger iſt als Gratzer Kind geborener Oeſterreicher der Hamove=
voner
Niemeher iſt Wahlöſterreicher und lebt ſeit einigen Jahren in
Wien. Kein Geringerer als Prof. Rüdel hat ihn durch ſeinem Berliner
Lehverchor als Männerchorkomponiſten zuerſt eingeführt. Das iſt wahr=
haftüig
eine hinreichende Empfehlung. Unter ſeinem Textdichtern ſei muur
Ludwig Jakobowſty gemannt. Kammevmſiker Adam wird beiden
Komponiſtemn ein feinfühliger Inderpret ſein.
8.
Der Pfeifer= und Tambour=Klub, der vor dem Kriege in hoher
Blüte ſtand, aber durch den Krieg faſt die Hälfte ſeiner Mitglieder ver=
loren
hat, iſt wieder ins Leben gerufen worden. Es ſind noch etwa
14 Mann, die ſich zur Aufgabe gemacht haben, den Klub wieder lebens=
fähig
zu geſtalten. Die alten Herren üben jede Woche, und es iſt eine
Freude, die alten ſchönen Märſche aus früherer Zeit mit anhören zu
können. Es kann empfohlen werden, daß Vereine ſich bei Bedarf an
den Pfeifer= und Tambour=Klub wenden. Meldungen ſind an Karl
Müller, Darmſtadt, Liebfrauenſtraße 31, zu richten.
Eine rieſenhafte See=Schildkröte im Frankfurter Zoo. Eine
Suppenſchildkröte von ganz ungewöhnlichen Ausmaßen und
mehr als drei Zentner Gewicht, ein Exemplar alſo, wie es nur
noch als ganz ſeltene Ausnahme einmal lebend gefangen wird, er=
hielt
der Zoo von der bekannten Frankfurter Konſervenfabrik Eugen
Lacroix u. Co. als Geſchenk. Ein derart gewaltiges Stück die=
ſer
wohlſchmeckenden Art wurde niemals vorher lebend gezeigt. Die
Schildkröte bewohnt allein das erſte große Becken der Seewaſſerabteilung
des Aquariums.
Reichsbund der Zivildienſtberechtigten, Verein Darmſtadt. Mon=
tag
, den 8. d. M., 20.30 Uhr, Monatsverſammlung in der Stadt
Koburg. Berichterſtattung des Landesverbandsvorſitzenden, Kam. Dörr,
über den Bundestag und Wahl des 1. Vorſitzenden und Schriftführers.
Wochenmarkt zu Darmſtadt. Kleinhandels=Tagespreiſe vom
6. Juli 1929. (Die Preiſe verſtehen ſich für das Pfund bzw. Stück in
Pfg.) 1. Gemüſe: Spargeln, 1. Sorte 100, 2. Sorte 50, Erdkohlraben
610, Karotten 811, Spinat 50, Römiſchkohl 25, Wirſing 2530,
Stangenbohnen 6080, Buſchbohnen 70, Wachsbohnen 80, Erbſen 20
bis 30, Zwiebeln 1520, Knoblauch 80, Rhabarber 25, Tomaten 3050,
Kopfſalat 815, Salatgurken 4060, Blumenkohl 40100, Rettich 20
bis 30, Meerrettich 120, Radieschen 10. 2. Kartoffeln: Früh=
kartoffeln
1215, Spätkartoffeln 68. 3. Obſt: Erdbeeren 4560,
Pfirſiche 7080, Aprikoſen 6065, Kirſchen 2545, Johannisbeeren
2830, Stachelbeeren 25, Himbeeren 60, Heidelbeeren 4045, Apfelſinen
515, Zitronen 810, Bananen 6570. 4. Eßwaren: Süßrahm=
butter
210220, Landbutter 190210, Weichkäſe 35, Handkäſe 515,
Eier, friſche 1315. 5. Wild= und Geflügel: Hühner 140 bis
180, Tauben 8090. 6. Fleiſch= und Wurſtwaren: Rind=
fleiſch
, friſch 90110, Kalbfleiſch 120, Schweinefleiſch 110126, Dörr=
fleiſch
160, Wurſt 70160, Wurſtfett 60, Schmalz, ausgelaſſen 110.

Fünfte Jahresſitzung der Heſſiſchen Induſtrie=
und Handelskammer Darmſtadt

am 1. Juli 1929.

Der der Vollverſammlung vorgelegte Geſchäftsführungsbericht gab
einen Ueberblick über die Tätigkeit der Kammer in der letzten Zeit.
Ein eingehender Bericht wurde erſtattet über die Frage der künf=
tigen
Ausgeſtaltung der Gasverſorgung unſeres Wirtſchafts=
gebietes
, die für die Geſamtheit von Induſtrie und Handel von ganz
beſonders großer Bedeutung iſt. Die Wettbewerbsfähigkeit unſerer
Wirtſchaft hängt nicht zum letzten davon ab, ob es gelingen wird, bei
der Umſtellung der derzeitigen Gasverſorgungsmethoden denjenigen
Weg zu finden, der unter allen möglichen als der zweckmäßigſte erſcheint.
Hierbei kommt es weſentlich darauf an, das Gas den Verbrauchern auf
die Dauer zu einem möglichſt billigen Preiſe zur Ver=
fügung
zu ſtellen, nicht minder iſt aber von Bedeutung, daß die Er=
forderniſſe
der Sicherheit und Stetigkeit der Belieferung
unter allen Umſtänden, und zwar auch für den Fall außergewöhnlicher
Ereigniſſe, gewährleiſtet werden. Endlich ſteht die Frage der Koks=
verſorgung
des Gebietes mit der Frage der Gaserzeugung in un=
mittelbarem
Zuſammenhang. Sie muß deshalb bei der Entſcheidung
beſonders berückſichtigt werden. Auf Grund der Ausſprache gelangte
die Vollverſammlung zu dem Ergebnis, daß anhand der ihr bisher mit=
geteilten
Unterlagen eine Entſcheidung der Frage, ob dem Fernbezug
oder einer Eigenerzeugung des Gaſes der Vorzug zu geben ſei, noch
nicht getroffen werden könne; nur auf Grund einer ins einzelne gehen=
den
Kenntnis der geſamten in Frage kommenden Verhältniſſe ſei eine
endgültige Stellungnahme möglich. Die Vollverſammlung legt daher
Gewicht darauf, vor dieſer abſchließenden Stellungnahme unmittelbar
Sachverſtändige zu hören. Schon heute beſteht indeſſen die Auffaſſung,
daß im Falle einer Befürwortung der Gasfernverſorgung die Saar
nicht durch einſeitige Berückſichtigung der Ruhr ausgeſchaltet werden
dürfe. Dieſe Stellungnahme der Vollverſammlung iſt begründet in dem
Bewußtſein, daß jede Beſchlußfaſſung in dieſer ſo beſonders wichtigen
Frage nur auf Grund einer ganz genauen Kenntnis ſämtlicher Zu=
ſammenhänge
in einer völlig objektiven Weiſe, die alle ſich ergebenden
Möglichkeiten gleichmäßig berückſichtigt, erfolgen kann, wenn für die
Wirtſchaft unſeres Gebietes unter Umſtänden unabſehbare Schäden und
Nachteile vermieden bleiben ſollen. Es darf mit Beſtimmtheit erwartet
werden, daß die für die endgültige Beſchlußfaſſung in der Frage zuſtän=
digen
Stellen dieſen Geſichtspunkten in vollem Maße Rechnung tragen
Miee
Mit lebhaftem Befremden wurde davon Kenntnis genommen, daß
in der letzten Stadtratsſitzung ſeitens des Herrn Oberbürgermeiſters
der Stadt Darmſtadt wiederum der Vorſchlag auf eine Erhöhung
der Gewerbeſteuer gemacht wurde. Anläßlich der Beratung des
Voranſchlages der Stadt Darmſtadt für das Rechnungsjahr 1929 war
von den Darmſtädter geſetzlichen und freien Wirtſchaftsorganiſationen
der Stadt gegenüber mit ausführlicher Begründung dargelegt worden,
weshalb eine weitere Belaſtung des Darmſtädter Gewerbes, der Indu=

Das endgülkige Ergebnis der Angeſtellien=
wahlen
1929.
Nach ſorgfältigen Ermittlungen des Deutſchnationalen Handlungs=
gehilfenverbandes
wurden für die Wahlperiode 1929/30 in 4151 Betrie=
ben
15 580 Angeſtelltenratsmitglieder gewählt. Da die gleichen Zahlen
im Vorjahr 3628 bzw. 14 139 betrugen, iſt eine Belebung der Wahl=
freudigkeit
bei den Angeſtellten feſtzuſtellen. Die Berufsverbände der
Angeſtellten gliedern ſich nach weltanſchaulichen Geſichtspunkten; ſo iſt
die Feſtſtellung der Gewerkſchaftszugehörigkeit der ermittelten 15 580
Angeſtelltenratsmitglieder von allgemein=politiſcher Bedeutung. Zu den
chriſtlich=nationalen Angeſtelltenverbänden im Geſamtverband deutſcher
Angeſtelltengewerkſchaften bekennen ſich 6796, darunter allein zum
Deutſchnationalen Handlungsgehilfenverband 5291, zu dem ſozialiſtiſch
orientierten freien Angeſtelltenbund 3757 und zu dem der demokratiſchen
Richtung naheſtehenden Gewerkſchaftsbunde der Angeſtellten 2119 Mit=
glieder
. Den Fachverbänden der Bank, Verſicherung= Bergbau= uſw.
Angeſtellten und anderen kleinen Splittervereinen gehören 1109 Mit=
glieder
an. 1740 Angeſtelltenratsmitglieder, das iſt etwa der 9. Teil der
insgeſamt gewählten Betriebsvertreter, iſt unorganiſiert. 59 Angeſtell=
tenratsmitglieder
, alſo 1/266, das iſt eine praktiſch abſolut bedeutungs=
loſe
Gruppe, bekennen ſich zu den wirtſchaftsfriedlichen gelben Vereinen.

(TV.10779
Fettanſatz im Sommer
iſt beſonders läſtig. Nehmen Sie dreimal täglich 2 bis 3 Toluba=
Kerne, die unſchädliche, dabei wirkſame, den Fettanſatz reduzierende
Stoffe enthalten. Sie erhalten die echten Toluba=Kerne in Apotheken.
Brieftaubenflug ab Linz (450 Kilomeker).
Linz a. Donau in Oeſterreich ſtand am Sonntag, den 23. Juni, im
Mittelpunkt der deutſchen Brieftaubenzucht. Wie ſchon von Wien aus
berichtet, ſtanden 40 000 Brieftauben aus Deutſchland zum Starten be=
reit
. Dieſe ſchon ganz enorme Zahl iſt aber nur ein Bruchteil des
über eine Million zählenden Brieftaubenbeſtandes des Verbandes deut=
ſcher
Brieftaubenzüchtervereine mit ſeinen annähernd 8000 angeſchloſſe=
nen
Vereinen. In welchem Maße die Brieftaubenzucht in Deutſchland
betrieben wird, beweiſen die dauernd ſteigenden Mitgliederzahlen. Außer
Linz gibt es aber noch eine große Anzahl weiterer Auflaßplätze inner=
halb
unſeres Vaterlandes, ſo daß immerhin ſonntäglich bis zu einer
halben Million Brieftauben von dieſen nach allen Richtungen hin ihrer
Heimat zueilen. Wundert es da, wenn ſich Tauben verfehlen und erſt
am nächſten oder übernächſten Tage heimkehren? Unter den 40 000 in
Linz befanden ſich auch 4300 Tauben des Bundes der Brieftaubenzucht=
vereine
von Frankfurt und Umgegend, dem der Brieftaubenzuchtverein
Klub 0380 Darmſtadt angehört. Auch dieſe konnten infolge des herr=
ſchenden
Regenwetters am Sonntag nicht aufgelaſſen werden und man
wartete bis Mittwoch, den 26. Juni. Die Wetterlage war aber auch am
Mittwoch zu einem guten Flug ungünſtig. Tiefziehende Gewitterwolken
ließen die nötige Fernſicht nicht aufkommen und Gegenwind hemmte ein
flottes Vorwärtskommen der Tauben. Wenn auch die Pflege während
des Aufenthaltes unter tatkräftiger Mithilfe der von edlem Sportgeiſt
erfüllten öſterreichiſchen Sportfreunde und durch Heranziehung von
Militär geſichert und als gut durchgeführt zu bezeichnen war, ſo mag
doch manche Taube der ſechstägige Aufenthalt im Korb etwas geſchwächt
haben. Immerhin konnten bei einer Konkurrenz von 4300 Tauben, trotz
der ſchlechten Wetterverhältniſſe, die Sportkollegen Achen, Rheinſtraße,
Baumann, Marienplatz, und Lehnert, Riedeſelſtraße, durch Erringen
von Bundespreiſen den Brieftaubenzüchterverein Klub 0380 im Bunde
ehrenvoll vertreten.
Kirchenmuſikaliſche Abendfeier. Heute, Sonntag, abends um
8 Uhr, findet in der Johanneskirche ein liturgiſcher Abendgottesdienſt
ſtatt, bei dem Fräulein Vera Wagner (Sopran) drei der ſchönſten
Arien aus Händels Meſſias und Joſua ſingen und Herr Niebergall
(Orgel) die 4=Dur=Phantaſie und die DMoll=Tokkata von J. S. Bach
ſpielen wird. Geſangbücher ſind mitzubringen, da die Gemeinde unter
Führung des Kirchenchors einige neue Choräle ſingen wird.
Spebiteurbedingungen. Die Induſtrie= und Handelskammer
Darmſtadt teilt mit: Nach eingehenden Verhandlungen zwiſchen den
Spitzenverbänden der Wirtſchaft unter Federführung des Deutſchen In=
duſtrie
= und Handelstages und der Spitzenvertretung des Speditions=
gewerbes
ſind die allgemeinen deutſchen Spediteurbedingungen, die ſeit
Auguſt 1927 Geltung hatten, einer Umarbeitung unterzogen worden.
Hierbei ſind die Erfahrungen der bisherigen annähernd zweijährigen
praktiſchen Verwendung der Bedingungen berückſichtigt worden. Es liegt
im Intereſſe der geſamten Wirtſchaft, daß das im Handelsgeſetzbuch nur
unzureichend behandelte Speditionsrecht eine der umfaſſenden Tätigkeit
des Spediteurs Rechnung tragende Regelung findet. Es wird empfoh=
len
, die in Frage kommenden Geſchäfte ausſchließlich auf der Grund=
lage
der deutſchen allgemeinen Speditionsbedingungen in ihrer neuen
Faſſung, die am 1. Juli 1929 in Kraft getreten iſt, abzuſchließen.
In dem Bericht über die Hauptverſammlung des Verkehrsvereins
Darmſtadt ſind die Ausführungen des Herrn Reg.=Rats Dr. Roeſener
in einer Form wiedergegeben, die die Möglichkeit zu Mißverſtändniſſen
in ſich ſchließt. In den Ausführungen beſonders beſchleunigte D=Züge‟
iſt geſagt, daß dieſe Züge bereits verkehren. In Wahrheit wer=
den
dieſe weitverzweigten Verbindungen erſt für die Folgezeit
angeſtrebt, und es wird noch einige Zeit darüber hingehen, bis
die Durchführung des Planes ermöglicht wird.

ſtrie und des Handels nicht verantwortet werden kann. Dieſen Grün=
den
war der Stadtrat, der anderweitigen Vornahme des Ausgleichs des
ſtädtiſchen Budgets nach zu urteilen, gefolgt. Um ſo bedauerlicher iſt es
nun, daß bei der Suche nach Deckungsmöglichkeiten für neue Ausgaben
der Gedanke einer Erhöhung der Gewerbeſteuer erneut zur Erörterung
geſtellt worden iſt. Die geſetzliche Vertretung von Induſtrie und Handel
in Darmſtadt muß ſich jedem Verſuch auf eine nachträgliche Erhöhung
der Gewerbeſteuer mit allen Kräften entgegenſtellen.
Auf Grund einer dem Herrn Reichsfinanzminiſter im Haushalts=
geſetz
erteilten Ermächtigung, zur Förderung des deutſchen Außen=
handels
Garantien zu übernehmen, können ab 1. Juli 1929
wieder langfriſtige Kredite an Exportfirmen gewährt werden. Von dem
weſentlichen Inhalt der für dieſe Kredite maßgeblichen Bedingungen
wurde in der Vollverſammlung Kenntnis gegeben. Die Bedingungen
ſtehen Intereſſenten auf dem Büro der Kammer zur Einſichtnahme zur
Verfügung.
Die Kammer Darmſtadt hatte gemeinſam mit einer größeren An=
zahl
von Schweſterkammern beim Fahrplanausſchuß des Deutſchen In=
duſtrie
= und Handelstages, der auf die Geſtaltung des Reichsbahnfahr=
plans
von beſonderem Einfluß iſt, einen des näheren begründeten An=
trag
geſtellt, der darauf abzielt, eine beſonders ſchnelle, morgens hier
abgehende Vormittagsverbindung aus unſerer Gegend über Stuttgart
nach München und weiter nach Oeſterreich hinein bis nach Wien und in
umgekehrter Richtung eine entſprechende Verbindung, die am ſpäteren
Abend hier ankommt, herzuſtellen. Nach eingehenden Vorverhandlungen
wurde der Antrag der Kammer vom Fahrplan=Ausſchuß befürwortet.
Bei der Hauptausſchußſitzung des Deutſchen In=
duſtrie
= und Handelstages in München war die Kam=
mer
vertreten. In der Vollverſammlung wurde über dieſe Tagung,
und namentlich über den überaus eindrucksreichen Vortrag des Reichs=
bankpräſidenten
Dr. Schacht über die Pariſer Verhandlun=
gen
ein eingehender Bericht erſtattet. Es erübrigt ſich, auf den Inhalt
der Darlegungen Schachts hier näher einzugehen, da dieſe bereits in der
Preſſe ausführlich wiedergegeben worden ſind. Die Vollverſammlung
war der Ueberzeugung, daß die offene und mannhafte, von hoher Ver=
antwortung
getragene Haltung des Reichsbankpräſidenten in Paris den
uneingeſchränkten Dank des deutſchen Volkes verdient. Von den ernſten
Mahnungen, die Dr. Schacht aus genaueſter Kenntnis der Verhältniſſe
heraus hinſichtlich der Geſtaltung unſeres öffentlichen Weſens, insbe=
ſondere
der Finanzgebahrung, an die verantwortlichen Stellen im Reich,
Ländern und Gemeinden richtete, erwarten die Wirtſchaftskreiſe, daß ſie
die Veranlaſſung zu durchgreifenden, den Lebensmöglichkeiten der deut=
ſchen
Wirtſchaft Rechnung tragenden geſetzgeberiſchen und Verwaltungs=
maßnahmen
ſein werden. Ohne eine entſchloſſene Abkehr von der bis=
herigen
Finanz= und Wirtſchaftspolitik kann eine Geſundung unſerer
deutſchen Wirtſchaft nicht erwartet werden.

Der FFD Rheingold mach der Schweiz wird für die/ Zeit vom
30. 6. bis 10. 9. 1929 täglich im Köln=Hbf. uunn eünem Wagen
2. Klaſſe verſtärkt. Zu dieſem ſtändig laufenden Zuſatzwagen wird
ein vegelrechter Platzvorverkauf eröffnet, der der Fahrkartzemausgabe
Köln=Hbf., als der hauuptlaufſkartenführenden Stellg für dem geſamten
Platzkartenvorverkauf übertragen winrd. Im üübrigen gellten die bekanm=
tem
Beſtimmuugen üüber den Vorverkauf von Plätzen ſinngemäß auch
für den Rheingoldzug.
Ep. Kleine Strafkammer. 1. Ludwig Kunkel, von hier hat wegen
Diebſtahls vom Amtsgericht I eine Strafe erhalten. Seine Berufung
richter ſich gegen die Strafhöhe. Er wird bedeutet, den Gnadenweg
zu beſchreiten und nimmt die Berufung zurück. 2. Ein Zuſammen=
ſtoß
eines Wagens der elektriſchen Straßenbahn mit einem Auto, der
am 30. Oktober 1928 in Offenbach ſtattfand, bewirkte zwar keinen Per=
ſonen
=, wohl aber Sachſchaden. Ein Autofahrer, der ſeine Garage in
der Mozartſtraße hat, fuhr in die Goetheſtraße ein und ſoll dabei die
Kurve geſchnitten haben, als ein Wagen der Straßenbahn herannahte.
Der Führer des letzteren iſt mit dem Autolenker der fahrläſſigen Trans=
portgefährdung
angeklagt, weil er nicht rechtzeitig abgeb=emſt und den
Zug zum Stehen gebracht habe. Die Verhandlung in Offenbach fand
am 10. April d. Js. ſtatt. Das am 17. April verkündete Urteil ſprach
den Straßenbahnführer frei und verurteilte den Automobiliſten zu 100
Mark Geldſtrafe. Beiderſeits iſt Berufung verfolgt. Augenzeugen der
Kolliſion ſind nicht vorhanden. Zwei Sachverſtändige ſind zur Stelle.
Es wird Augenſcheinseinnahme und Vernehmung weiterer Zeugen be=
antragt
. Dieſem Antrage gibt das Gericht ſtatt.
Lokale Veranſialtungen.
wr erſcheimenden Notzen ſind ausfchüefiich als Hinweike auf Arzeines w!
m ſeimem Jalle iugendwie alt Beiprechung eder Kriſk.
Der Stahlhelm, Bund der Frontſoldaten, Ortsgruppe
Darmſtadt. Am kommenden Donnerstag, den 11. Juli, abends 8½
Uhr, findet im Reſtaurant Sitte, Karlsſtraße, Pflichtverſammlung ſtatt.
Anzug Kluft, da Verpflichtung. Die Fahne iſt zur Stelle. Gäſte will=
kommen
.
Heſſiſcher Hof. Das nächſte volkstümliche Konzert findet
im Rahmen eines Rheiniſchen Abends ſtatt, wobei unſer deutſcher
Nhein in Lied und Tanz verherrlicht werden ſoll. Orcheſter; Reichsbund
ehemal. Militärmuſiker. Leitung: Matthias Weber.
Wiener Kronenbräu=Keller. Das Muſikkorps der
Freiwilligen Feuerwehr Neu=Iſenburg hatte letzten Freitag einen vollen
Erfolg. Die vielen Beſucher dieſer Veranſtaltung kamen reſtlos auf
ihre Rechnung. Das geſchickt zuſammengeſtellte Programm wurde in
einwandfreier Weiſe durchgeführt, und ernteten Orcheſter und deſſen
Leiter, Herr Matthias Weber, nach jeder Piece, ſtürmiſchen Applaus
Für ein nichtberufliches Orcheſter wie das Iſenburger kann man nur
ein volles Lob haben. Hoffentlich können wir das Orcheſter bald wieder
einmal hier begrüßen.
Promenadenkonzert. Heute, Sonntag, 7. Juli, 1112 Uhr,
konzertiert das Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W.
Schlupp im Herrngarten (Perkola) nach folgendem Programm: Gladia=
toren
=Marſch von Souſa; Quvertüre z. Op. Mignon von Thomas;
Morgenblätter, Walzer von Strauß; Finale a. d. Op. Ariele, die Toch=
ter
der Luft, von Bach; Fantaſie a, d. Op. Tannhäuſer v. Wagner;
Torpedo=Marſch von Schlupp.
Herrngarten=Kaffee. Heute, Sonntag, 7. Juli, nachm.
4 Uhr und abends 8 Uhr, finden wieder Künſtlerkonzerte, ausgeführt
von einem Enſemble des Stadtorcheſters, ſtatt.
Orangeriehaus, Beſſunger Herrngarten, Sonntag abend
in den feſtlich dekorierten Räumen, Konzert des Stadtorcheſters, Anfang
7 Uhr. Eintritt frei. (Siehe heutige Anzeige.)

Aus den Parkeien.

Oeffentliche Verſammlung der Nat.=Soz. Deut=
ſchen
Arbeiterpartei am Dienstag, den 9. Juli, abends, im
Perkeo, Alexanderſtr. Redner: Gottfried Feder, M. d. R. (Näheres
heutige Anzeige.)

Tages kalender für Sonntag, den 7. Juli 1929.
Landestheater Großes Haus Anfang 17 Uhr, Ende 22 Uhr,
L 30: Die Meiſterſinger vom Mürnbeng‟. Kleines Haus: Ge=
ſchloſſen
. Orpheum, abends 8 Uhr: Der Geiſterzug. Kon=
zerte
: Schloßkaffee, Reichshof, Hotel Schmitz, Bockshaut, Sport=
platz
=Meſtaupant, Kaffee Ganßmamin, Allte Poſt, Darmſtädter Hof, Walld=
ſchlößchen
, Hotell Primz Heinrich, Shtadt Malaga, Bismarckeck, Kaffee
Jöſt, Neues Schießhaus, Hotel zur Poſt, Spaniſche Bodega, Meckartor,
Zum Kaplan, Frankfurter Hof, Roſengarten. Zum Schwanen, Golldner
Anker, Wiener Kronenbräukeller, Nummmellbräu. Ludwigshöhe,
nachm. 16 Uhr: Konzert. Herrmgartemkaffee machm. 16 unb
abends 20 Uhr: Kürnſtlerkonzert. Städt. Saalbau, machm.
16 Uhr: Sommerfeſt des Heſſ. Fechtvereins, Waiſenſchutz. Herrm=
garten
, vorm. 1112 Uhr: Promenade=Konzert. Städt.
Akademie f. Tonkunſt, Gliſſabethenſtraße, 20,30 Uhr: Geſelliges
Beiſſammenſein im Anſchluß an die Vorträge vom Wilh. Sallelvſſi=
Mannheum, Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft. Kinovorſtel=
lungem
: Union=Theater, Pallaſt=Lichtſpiele. Arheilgen,
Golldner Löwe, mittags 16 Uhr: Gartenkonzert; ab 80 Uhr: Tanz=
Abend.

[ ][  ][ ]

Nummer 186

Sonntag, den 7. Juli 1929

Seite 7

Seufnt, Bittfcaft und Kunat.

Die Vereinigung von Freunden der Techniſchen
Hochſchule zu Darmſtadt
(Ernſt=Ludwig=Hochſchul=Geſellſchaft)
hielt geſtern vormittag ihre 11. Hauptverſammlung unter
zahlreicher Beteiligung ab. Die Leitung der Verſammlung lag in
Händen des Vorſitzenden Herrn Profeſſor Dr. E. Berl, der die Er=
ſchienenen
herzlichſt begrüßte und bekanntgab, daß von dem Herrn
Reichspräſidenten, dem Staatspräſidenten, den heſſiſchen Miniſtern, dem
Oberbürgermeiſter und einigen weiteren Perſönlichkeiten Entſchuldigun=
gen
eingegangen ſeien. Mit, beſonderer Freude begrüßte er die Herren
Staatsräte Balſer, Dr. Block, Karcher, Bürgermeiſter Bux=
baum
und Ritzert Oberbürgermeiſter Granzien=Offenbach,
weiter Vertreter der Hochſchule, der Studentenſchaft und der Preſſe.
Der Redner gab dann Kenntnis von der Tätigkeit der Geſellſchaft im
verfloſſenen Jahr. Sie ſei ihrer Aufgabe gemäß überall da eingeſprun=
gen
, wo die Mittel des Staates nicht ausreichten, um die Techniſche
Hochſchule in all ihren Einrichtungen auf dem Hochſtand der techniſchen
Wiſſenſchaften zu halten. Für vielfache Stiftungen ſage er herzlichſt
Dank, beſonders dem immer noch eifrigen Förderer Herrn Geheimrat
Berndt.
Se. Magn. der Rektor der Hochſchule Profeſſor Nau hieß ſodann
die Verſammlung in der Hochſchule herzlichſt willkommen und ſprach der
Geſellſchaft auch ſeinerſeits herzlichſten Dank, für ihre die Hochſchule
ſo ausgezeichnet fördernde Tätigkeit aus. Den großen Aufſchwung, den
die Techniſche Hochſchule Darmſtadt nach dem Kriege genommen, habe
ſie im weſentlichen der Geſellſchaft zu danken, die in Wahrheit eine
ſolche der Freunde ſei.
Der Vorſitzende erſtattete ſodann den geſchäftlichen Jahresbericht.
Nach dieſem iſt die Mitgliederzahl auf 566 geſtiegen. Durch den Tod
hat die Vereinigung verloren die Herren: Franz Gaſtell, Finanzminiſter
Henrich, Geheimrat Profeſſor Dr. D. e. h. E. Kittler, Oberbürger=
meiſter
Dr. Gläſſing, Kom.=Rat S. Mayer=Heilbronn, Oberkonſiſtorial=
rat
Geheimrat D. Nebel, Staatsrat Dr. von Weber, Profeſſor Dr. Wirtz,
Zivilingenieur W. Althoff=Frankfurt a. O., Oberingenieur Gunderloch=
Berlin und Fabrikbeſitzer Lehner=Berlin. Das Andenken der Verſtor=
benen
wird durch Erheben von den Sitzen geehrt. Für Geldzuwen=
dungen
zu Spezialzwecken wird Dank geſagt der Firma Röhm u.
Haas, Freiherrn L. v. Heyl zu Herrnsheim, Baron Cornelius
Hehl zu Herrnsheim, dem Deutſchen Eiſenbau=Verband. Prof.
Dr. Peterſen, Direktor Dr. Winther. Weiter wird für Zu=
wendungen
gedankt Kammernherrn Kekulé von Stradonitz, der
Otto Berndt=Stiftung uſw. Die Stiftung konnte Mittel zur
Verfügung ſtellen zur Errichtung eines Schweißungs=Inſtituts, zu dem
auch Direktor Dr. Wiß und Dr. Davidis Geldbeträge zur Ver=
fügung
ſtellten. Der Bericht erwähnt weiter die Errichtung des Liebig=
hauſes
u. v. a. mehr.
Den Kaſſenbericht erſtattete Herr Profeſſor Kayſer. Er kon=
ſtatiert
eine erfreuliche Zunahme des Umſatzes ſowohl wie der Einnah=
men
und des Vermögensſtandes der Geſellſchaft. Herr Fabrikant
May, der mit Herrn Emil Trier zuſammen die Rechnung geprüft,
ſpricht dem Kaſſenführer für ſeine muſtergültige Arbeit Dank aus und
beantragt Entlaſtung, die genehmigt wird.
Daran ſchließt ſich die Vorſtandswahl. In den Vorſtands=
rat
werden neugewählt die Herren Bürgermeiſter Buxbaum,
Staatsrat Heſſe, Min=ſterialrat K. Löhlein, Oberbürgermeiſter
Mueller, Direktor Dr. E. Wiß=Höchſt a. M.

Die vom Vorſtand vorgeſchlagenen laufenden und außerordentlichen
Ausgaben werden debattelos genehwigt, darunter ſolche für die Errich=
tung
eines ſchweißtechniſchen Inſtituts. Herr Direktor Schenk dankte
dem Herrn Vorſitzenden für ſeine umſichtige Geſchäftsführung.
An die Hauptverſammlung ſchloß ſich eine Reihe von Fachvorträ=
gen
. Herr Reichsbahnoberrat M. Füchſel=Berlin ſprach über:
Schweißen im Rohrleitungs= und Stahlbau; ein
Thema, das im Vordergrund des techniſchen Intereſſes liegt angeſichts
der beabſichtigten Gasfernleitungen vom Ruhrgebiet nach Berlin und
nach Darmſtadt und der modernen Brüchenbauten.
Ueber die Anwendung der Lichtbogenſchweißung
im Maſchinenbau ſprach Dipl.=Ing. Falck= Siemensſtadt bei
Berlin, der ebenfalls an Hand zahlreicher Lichtbilder aus der Praxis
zeigte, wie immer mehr das Schweißverfahren das Gußverfahren im
Maſchinenbau verdrängt.
Im Reigen der Fachvorträge ſollte Herr Prof. Dr. Luchten=
berg
=Darmſtadt über Kultur und Technik ſprechen. Der Redner
mußte jedoch wegen Erkrankung abſagen. Dafür hatte ſich in letzter
Stunde Herr Profeſſor Dr. Heidebroek bereit erklärt, über Tech=
nik
Wirtſchaft und Kultur zu ſprechen.
In feſſelnder und überzeugender Ideen= und Gedankenverbindung
verbreitete ſich der Redner über den engen geiſtigen Zuſammenhang
zwiſchen Technik, Wirtſchaft und Kultur. Er betonte beſonders die
Notwendigkeit, die junge Ingenieurgeneration ſo zu erziehen, daß ihr
neben der rein fachlichen Ausbildung dieſe geiſtigen Zuſammenhänge
perſönlichkeitsbildend vermittelt werden. Der Einfluß der Technik auf
die Wirtſchaft iſt ohne weiteres klar. Ebenſo die ſtändig von einem zum
anderen Faktor hinübergehende Wechſelbeziehung. Die Technik ent=
ſpricht
nicht immer reinem Bedürfnis, ſie drängt auch ihre Errungen=
ſchaften
der Wirtſchaft auf (Automobilinduſtrie, Radio). Sie kann jeder=
zeit
tief einſchneidend in die Wirtſchaft eingreifen. Die moderne Chemie
bringt fortgeſetzt neue Methoden in die Wirtſchaft. Der wirtſchafts=
techniſche
Geiſt iſt ſo vielfach von ſtarkem Einfluß auf die Wirtſchaft.
Jede neue techniſche Idee iſt ein neues Wirtſchaftselement. Dabei aber
geht die Technik vielfach ganz eigene Wege, unabhängig und unbeein=
flußt
von der Wirtſchaft. Sehr oft verbleiben die Früchte techniſcher Er=
rungenſchaften
ausſchließlich der Wirtſchaft (Berufstragik).
Es wird der Technik vielfach vorgeworfen, daß ſie ſchuld ſei an der
Mechaniſierung und Materialiſierung der Zeit und des Menſchen. Das
iſt bis zu gewiſſem Grade richtig. Techniſche Errungenſchaften bedeuten
nicht immer kulturellen Fortſchritt, ſie dienen der Ziviliſa=
tion
. Andererſeits ermöglicht die Technik kulturelle Dinge den breiten
Maſſen, wenn auch mechaniſiert, zugänglich zu machen. Vor allem die
Verkehrstechnik bringt die Kultur in die breiten Maſſen, ſie wirkt alſo
ausgleichend. Die Technik iſt unſer größter Reſervemotor. Die Mecha=
niſierung
iſt durch den Ingenieur gekommen, ſie
wird und muß durch den Ingenieur auch wieder
überwunden werden. Dazu iſt notwendig, wie erwähnt, daß die
junge Ingenieurgeneration auch das Ethos in ihre Perſönlichkeits=
erziehung
ſtellt. (Lebhafter Beifall.)
Der Vorſitzende ſprach den Rednern den Dank der Verſammlung
aus, beſonders Herrn Profeſſor Heidebroek, dem er in ſeinen Aus=
führungen
von Herzen zuſtimme. Zum Schluß zeigte Ingenieur
Falk einen intereſſanten Film der Siemens=Schuckertwerke über neues
elektriſches Schweißverfahren. Damit fand der offizielle Teil der Haupt=
verſammlung
ſein Ende. Die Teilnehmer fanden ſich nachdem zum ge=
meinſamen
Mittageſſen in der Traube zuſammen. Der Nachmittag
wurde ausgefüllt durch Beſichtigungen des Schloßmuſeums, des Kekule=
Zimmers und des Liebighauſes. Am Abend fand eine Zuſammenkunft
im Orangeriegarten ſtatt, wo die Teilnehmer der Tagung Gäſte des
U. St.
Staates und der Stadt Darmſtadt waren.

Wer dieſes Jahr billig in die Alpen und nach Italien reiſen
will, kann die billigen und ſchnellen Königs=Sonderzüge be=
nutzen
, die faſt jeden Samstag nach Luzern, Vierwaldſtätterſee, Zürich,
Interlaken (Jungfrau), Luzern, Lugano, Mailand uſw. verkehren, große
Erſparniſſe an Geld und Zeit bieten und den Reiſenden aller Quartier=
ſorgen
entheben. Ausführliche Proſpekte koſtenlos durch Verkehrsverein
Darmſtadt.

Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen.
Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, den 7. Juli
1929, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Dr. med. Grode,
Roßdörfer Straße 22, Telephon 1419; Dr. med. Gros, Heinrichſtr. 49,
Telephon 201; Dr. med. Schiffer, Theaterplatz 2, Telephon 1403.

Aus Heſſen.
Skarkenburg.
J. Griesheim, 6. Juſi. Gemeinderatsbericht. Dem vom
Heſſ. Hochbauuamt mſitz (ochreilben vom 21. Sumi 11929 vorgellegten Entwurf
eines Ortsſbaupllanes für die Walldkollomne ſüdlich der Wdeuem Darmſtädter
Straße (Poſch) wurde zugeſtümmt. Auf den Einſpruch eines Grund=
ſtücksbeſitzers
gegen den Ortsbauplan, betr. die Erweiterung nach Oſten
an den Provinzialſtraße DarmſtadtGriesheſim, beſchloß der Gemeinde=
rat
, das Heſſ. Hochſbauamt zur eriſſuchen, die Stpaßen= uund Baufluchtlimie
längs der Mdeuem Dammſtädter Stvaße bis zurr öſtlichem Grenze der Grund=
ſtücke
Glur III, Nr. 86 uund 87 (Gewanngrenze) feſtzuſetzen. Das Ge=
ſuch
der Deutſch=Amerikanüſchen Petroleum=Geſſellſchaft, urm Befreiung
von den Beſtümmungen des Art. 30 der Allgemeinem Bauvordmung wurde
abgelehnt, da durch die geplande Rückverſetzung der Eimfriedigung am
Heurſe des Philipp Schaffner IV., Meuue Darmſtädter Straßa 6, hier, im
der borbiegendem Form eine Veruuzierung des Straßenbilldes bewirkt
würde. Die vom Kreisamt Darmſtadt im der abgeänderten Form vor=
gelegbe
Friedhofsordnung wurde gemehmigt. Der Voranſchlag für das
Rechmungsjahr 1929, der in Einnahme und Ausgabe mit 504 168,32 MM.
abſchließt, wuurde fia der von der Bütngermeiſterei vorgelegten Form ge=
mehmigt
. Der Umlagenbedarf in Höhe vom 140 000 RM. ſoll durch fol=
gende
Steuuerausſchläge gedckr werden: 1. für Gebäude uund Bauplätze
auf je 100 RMM. Steuuerwert 41 Pfg., 2. für Cand= und forſtwürtzſchaftlich
genutzte Grundſtücke auf je 100 RM. Steuerwert 81 Pfr. 3. vom ge=
werblichen
Anlage= uund Betriebskapital auf je 100 RM. Steuerwert
66 Pfg., 4. vom Gewerbeertrag auf ja 100 RM. Steuerwert 272 Pfg.,
5. an Sondergebäudeſteuer von 1 RMM. ſtalatl. Sondergebäudeſteuerfoll
36,43 Pfg. Zu den Umlagen werden auch die Alusmärker herangezogen.
Für einen dem Georg Friedrich Krämer, hſier, von der Heſſ. Landes=
Gank imn Darmſtadt eingeräumten Zwiſchenkredit im Höhe von 6000 RM.
wurde die Bürgſchaft übernommen. Der Heſſ. Landesbank in Darm=
ſtadt
wurde bezügllich der Gemeinbehypother geger Philliſpp Beſt 2.
Eheleute, hier, imn Höhe von 600 RM. für die Bankhypothek der Vor=
vang
eingeräumt. Frießrich Schupp 12., hier, har das ihm ſeinerzeit
gewährte Gemeinde=Bqudarlehen zurückbezahlt. Der Gemeinderar wil=
Ungte deshalb in die Hypotzheflöſchung ein. Johannes Zugſchwerdt
von hiew hat um Grteilung der Konzeſſion zum Betrieb einer Schank=
würtzſchaft
im Gauſe. Ludwigsſtraße 2, huer (Rheingauer Hof, ffrüher Gai=
ſerſaal
), wachgeſucht. Die Bedürfmisfrage wurde bejaht. Da mit der
Heag im der Angelegenheit, betr. dem für die Gemeinde Griesheim ein=
geführten
Sondertawif, eine gütliche Regellumg micht zu erzielen iſt, wuunde
Beſchreituung des Prozeßweges beſchloſſem und der Beigeordnete Feld=
mann
ermächtigt, den Rechtsanwälten Stummfels und Dr. Wallbrecht in
Darmſtadt Prozeßvollmacht zu erteillen. Das Geſuch des Heinnich
Höhl 20., hier, uu Zuweiſſung von Moos auus dem Gemeindewalld als
Entſchädigung für erlitvenen Flurſchaden wunde abgelehnt. Die leer=
gewordene
ſeitherige MMietzwohnung im Hauuſe des Fritz Sander (Zentral=
Kaffee) wurde auf Antvag des Beſitzers uus der Zwangsbewirtſchaftung
freigegeben, da die im Betracht kommenden Räume für Geſchäftszwecke
benötüigt werdem. Nachdem Philipp Eiſinger hier, dem von der Ge=
meinde
erworbenem Bauplatz wieder zurückgegebem hat, wurde der An=
veill
der Gemeinde am der Grunderwerbſteuer auf Antrag erlaſſen.
Aus Anllaß des Bezirksturfeſtes der Freiem Turnerſchaft ſſollen die
Straßenlaternem während der ganzen Nacht vom Samstag auf Sonntag
brennen.
* Dornberg, 5. Juli. Von einem Auto überfahren wurden in der
Nähe des Friedhofs von Groß=Gerau geſtern abend um 7 Uhr 2 Mäd=
chen
, von denen das eine ſo ſchwere Verletzungen erlitt, daß es in das
Groß=Gerauer Krankenhaus gebracht werden mußte.
Aa. Eberſtadt, 6. Juli. 35 Jahre Geſangverein Ger=
mania
. In dieſen Tagen kann der Geſangverein, Germania‟ Eber=
ſtadt
auf ein 35jähriges Beſtehen zurückblicken. Dem Verein gehören von
von den Gründern aus dem Jahre 1894 noch die Sänger Vorſitzender
Friedrich Kölſch, Georg Harniſchfeger, Georg Krichbaum und Philipp
Volk an. Der erſte Dirigent des Vereins war Chorleiter Seipel aus
Pfungſtadt, der erſte Vorſitzende Bauunternehmer Rückert. Als Präſi=
denten
wirkten im Laufe der Jahre nach Rückert Wilhelm Schimpf,
Johann Schott, Karl Stöhr und ſeit 1900 Fr. Kölſch, als Dirigenten
Adam Schmitt, Lehrer Simon, Lehrer Wien, Lehrer Vogel, Lehrer
Pörtner und ſeit einer Reihe von Jahren bis heute Chormeiſter Richard
Metzner=Darmſtadt. Der Verein zählt rund 50 aktive Sänger und wurde
bereits in dieſem Jahre wieder preisgekrönt.

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Seite 8

Sonntag, den 7. Zuii 1929

Nummer 186

Waldenſer= und Guſtav=Adolf=Feſt in Rohrbach=
Wembach=Hahn.
* Am 30. Juni feſierten wär das 230fährige Beſtehen uſener Wal=
denſerkolonie
. Mit dem Feſte verbunden war das Guſtav=Adolf=Feſt des
Zweigvereuns Reinheim=Ndeuſtadt. Um 9½ Uhr begann in der Kirche zu
Wembach der Feſtgoltesdiemſt. Herr Profeſſor D. Matthes=Darmſtadt
wies in ſeiner Feſtpredigt in geiſtvoller Weiſſe auf die Ziele beider Feſte,
Waldenſer= und Guſtav=Adolf=Feſt, hin. Der Geſongverein Lieder=
Eronz, Wembach=Hahn diente im Gottesdienſt mit dem Vordrag des
23. Pſalms. Der Ortspfarrer gab den Rechenſchaftsbericht des Zweig=
vereins
Beinheim=Meuſtodt in Werhinderuung bes Herrm Pfarrers Gürrtler=
Werſau und übermitrelte die Wünſche des Dekanats Eberſtadt zum Feſte.
Um 2 Uhr beſwegte ſich der hiſtvoriſche Zug, der den Einzug der Waldenſer
zm Jahre 1699 darſtellte, von der Hartmannshütte mach dem Marktplatz
von Rohrbach. Eine zahlreiche Feſtverſammlung hatte ſich eimgefunden
aus mah und fern. Auich der älteſte Rohrbacher, der 90jährige Georg
Bonin von Alsbach, hatte es ſich nicht nehmem Daſſen, wieder eſinmal den
Heimat am Woldenſerſee aufzuſuchen. Leiber waren der Ghrenbürger
von Rohrbach, Herr Profeſſor Bonin=Worms, geſundheitlich uund der
Verkreter unſeres Dekonats Ebſtadt, Herr Pfarrer Weigel=Nieder=
Ramſtadt, dienſtlich verhindert, an unſerem Feſte reilzumehmen. Nach
der Begrüßung durch den Ortspfarrer hielt Herr Wagnemmeiſter Peter
Bonin vom Rohrbach die Walldenferfeſtwide, in der er die Feſtverſamm=
lung
eimen Blick in die Geſchichſte der Gemeinde tun ließ, von der Aus=
weiſung
der Waldemſer under Ludwig XIV., dem (inzung im diie neute Hei=
mat
und deren Aufbat bis zur Abſchaffung der Franzöſiſchen Sprache im
Jahre 1821. Rcſicher Beifall lohnte die rreffllichen Ausführungen dieſes
Nachkommen der alten Waldenſer. Herr Oberbirchenrat Dr. Müller
überbrachte die Grüße der Kirchenregierung und wies in ſeiner An=
ſprache
auf dia Verbimdung von Waldenſer= und Guſtav=Adolf=Feſt hin.
Herr Dekan Keil.=Spachbrücken ſprach als Vertreter des Guſtav=Adolf=
Vereins, deſſen herzliche Grüße und Wünſche er übermittelte. Mit dem
Choral Lobe den Herrn ſchloß die Feier auf dem Morktplatze.
Um 334 Uhr begann die Aufführung unſſeres Feſtſpiels Glauube
und Heimat von Schönherr durch Gemeindeglieder vom Nohrbach= Wem=
bach
=Hahn. Leider kommte der geräumſge Saal von Gg. Perron längſt
nicht alle Feſtteilnehmer faſſen, und gar mancher mußte wieder umkehren.
Dia Frquenchor Rohrbach eröffnete wit dem Vortrag des Diedes Herr,
deine Güte reicht ſo weit‟. Der Ortspfarrer begrüßte und gab einen
kurzen Einblick im dem Inhalt des Stückes in die ſchweren inneren
Seelenkämpfe der einzelnen Perſonen, die ein Zeugmis davon ablegen,
wie ſchwer recht erfaßter evangeliſcher Glauube wiegen muß. Schwerer
als alles in der Welt. Die Aufführung des Stückes war, ohme uns
rüühmen zu wollem, gur gelungen. Alle Spfellerinnen uud Spieller hatten
ſich fein eingefühlt und brachten ſo die Eigenart der einzelmem Charakvere
krefflich zum Ausdruck. Man ſpürte ihnen ab, wie ſie ſich im ihre Rolle
eingelebt hattem und ihr Beſtes goben. Eim ſtarker Beifall Gelohnte demn
auch die ſchöme Aufführung, die um 6 Uhr ihr Ende fand.

f. Roßdorf, 6. Juli. Submiſſion. Zum Submiſſionstermin
über die Herſtellung der Hausanſchlüſſe hatten ſich drei hieſige Inter=
eſſenten
gemeldet, von denen Friedrich Fornoff mit 4741 Mk. Mindeſt=
fordernder
war. Dieſem wurde der Zuſchlag erteilt. Bei der Ver=
gebung
der Arbeiten über die Einfriedigung an der Jahnſtraße vor dem
Hanſtein’ſchen Anweſen waren Maurermeiſter Münkler mit 736,2 Mk.,
und Schloſſermeiſter Heinrich Ewald 4. mit 136,64 Mk. Mindeſtfordernde.
Dieſen wurde ebenfalls der Zuſchlag erteilt.
G. Ober=Ramſtadt, 6. Juli. Gemeinderatsſitzung. In
der letzten Gemeinderatsſitzung gab der Bürgermeiſter dem Gemeinde=
rat
zunächſt von dem Ergebnis der Verſuchsbohrung nach Waſſer in
der Faulbach Kenntnis und wird beſchloſſen, daß die Bohrung als
Brunnen ausgebaut werden ſoll. Die rechtsſeitigen Anwohner der
Jahnſtraße beantragen die käufliche Ueberlaſſung eines Geländeſtreifens
zur Vergrößerung ihrer Gärten. Das Geſuch wird vorerſt zurückgeſtellt.
Die Beſitzer der Anweſen Nieder=Ramſtädter Straße 2 und 4 beantragen
die Tieferlegung der Waſſerzuleitung in dem Modaubachbett, die Sache
wird an die zuſtändige Kommiſſion zur Beſichtigung verwieſen. Hein=
rich
Ittmann bittet um die Genehmigung und einen Koſtenzuſchuß zur
Herſtellung eines Steges über die Modau bei ſeinem Anweſen am
NiederModauer Weg. Das Geſuch wird abſchlägig beſchieden. Geſuch=
ſteller
wird anheimgeſtellt, wegen Errichtung eines Steges auf ſeine
Koſten bei den zuſtändigen Stellen vorſtellig zu werden. Ueber das

Beſpritzen der Obſtbäume zur Bekämpfung der Schädlinge liegt eine
Ueberſicht vor. Die endgültige Beſchlußfaſſung über die Koſten und
deren Verteilung uſw. wird der An= und Verkaufskommiſſion für
Grundſtücke und der Finanzkommiſſion übertragen. Der Ortsgewerbe=
verein
ſucht um die Bewilligung eines Zuſchuſſes zur Herſtellung des
unteren Treppenhauſes im Gewerbeſchulgebäude nach, da dieſes durch
die Berufsſchule ſehr ſtark in Anſpruch genommen werde. Dem An=
trage
wird ſtattgegeben Für zwei Bauende werden die Bürgſchaften
für Zwiſchenkredite geger über der Bezirksſparkaſſe Reinheim über=
nommen
. Georg Schröbel 3. beabſichtigt in ſeinem Anweſen, Jahn=
ſtraße
2, eine Schankwirtſchaft zu errichten. Die Bedürfnisfrage wird
bejaht. Bezüglich der Verlegung der Baufluchtlinien in der Bauſtraße
und Brückengaſſe wird von dem Schreiben des Heſſiſchen Hochbauamtes
Kenntnis genommen und die Beſchlußfaſſung bis zur nochmaligen
Inaugenſcheinnahme zurückgeſtellt. Entſprechend einem Vorſchlage der
Baubehörde iſt der Gemeinderat mit der Befreiung von Art. 4 der Orts=
bauſatzung
für die Gemeinde Ober=Ramſtadt hinſichtlich des Baugeſuchs
des Franz Emich 10. einverſtanden. Bezüglich der Erweiterung des
Ortsbauplanes zwiſchen Frankenhäuſer Weg und Küchlerweg wird dem
Gemeinderat die Verfügung des Heſſiſchen Hochbauamts Darmſtadt vom

21. Juni ds.

geben und die Einteilung wie in Blatt 7

vermerkt, gegen die Stimme des Gemeinderats Gunkel angenommen.
Volt de
der Provinzialdirektion Starkenburg, be=
treffend
Tankanlage des Otto Jakoby, Ober=Ramſtadt, wird Kenntnis
genonren. Die Angeboke für die Lieferung der Zementrohre, guß=
eiſernen
Schachtrahmen uſw. für die Kanaliſation in der Wehr= und
Ernſt=Ludwigſtraße werden zur Kenntnis genommen, und ſoll die Liefe=
rung
der Materialien den Wenigſtfordernden übertragen werden. Die
Vertragsentwürfe zwiſchen Gemeinde und Peter Frankenberger 4. Ehe=
leute
, bezüglich der Reinigung der Schulräume in der Gewerbeſchule,
und die Verpachtung der Böſchung in der Schulſtraße, werden im Work=
laut
bekannt gegeben und genehmigt. Von einem Schreiben des Abra=
ham
Wartensleben, betreffend Geländeabgabe zur Herſtellung des Fuß=
ſteiges
im Frankenhäuſer Weg wird Kenntnis genommen. Die Beſchluß=
faſſung
hierüber wird bis zur Einholung eiges Sachverſtändigengut=
achtens
ausgeſetzt. In nichtöffentlicher Sitzung werden Wohlfahrtsſachen
und Stundungsgeſuche uſw. beraten.
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Vier wichtige Verwendungsmöglichkeiten:
Bei Sonnenbrand iſt Creme Leodor ein wundervoll kühlendes Mittel
gegen ſchmerzhaftes Brennen der Haut.
Bei Insektenstichen verhindert Creme Leodor, dick aufgeſtrichen,
ſchmerzhaftes Anſchwellen und Juckreiz.
Als Puderunterlagé leiſtet Creme Leodor mit ihrem dezenten
Blütengeruch vorzügliche Dienſte.
Bei roten Händen und unſchöner Haufarbe verleiht die ſchneeig=
weiße
Creme Leodor den Händen und dem Geſicht jenen matten Teint, wie
er der vornehmen Dame erwünſcht iſt.
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allen Chlorodont=Verkaufsſtellen zu haben.
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1. Von der Bergſtraße, 6. Juſi. In der vergangenem Nacht hat cine
von auswärts ſtammemde Verbrecherbande das Willenviertel im Wein=
heim
a. d. B. heimgeſucht uund bei einer ganzen Amzahl von Einbrüchen
Wertſachen und Bargeld in beträchtlichem Weirte entwendet. Als einer
der beſtohlenen Villenbeſitzer im Auto die Verfolguung der Verbrecher
aufnahm, kam es zu eimem Feuergefecht. Einer der Einbrecher warf
einem Teil der Beute weg und entfloh mit ſeinen Komplizen. Die Gen=
darmerie
mit einem Polizeihlurnd und der Erkenmungsdienſt verfolgen
die Spur der Wenbrecher.
Gernsheim, 6. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
5. Juli: 0,74 Meter; am 6. Juli: 0,83 Meter. (Morgens 5 Uhr.)

Bezirkskierſchau zu Goddelau in 1929.
Der Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß hält am Samstag, den 21. Sep=
tember
, für dem Zuchtbezirk I (die Kreiſe Darmſtadt und Größ=Gerau,
vom Krcüſe Bensheim den in der Ebene gellegenen Teill umd vom Kreis
Heppenheim die Orte Heppenheim, Viernh fim uund Wimpfen uumfaſſend) zu
Goddelau eine Bezirkstierſchau ab. Dieſe kanm mit Pferden (Arbeits=
und Wagenſchlag), Rindvieh (Heſſiſches Fleckvieh), Schweihem ( ver=
edeltes
Landſchwein ud deutſches Edelſchwein) und Ziegen (weiße,
deutſche Edelziege) beſchickt werden.
Für Preiſe ſind insgeſamt 5400 RM. vorgeſſehen. In Werbindung
mit dieſſer Bezürkstierſchau findet gleichzei big eine Ausſtellung von land=
wirtſchaftlichen
Erzeugniſſen und Obſt ſtatt.
Dſie Landwirte des Zuchtbezirks I werden durch dieſe volläufige
Bekannomachumg auf obige Veranſtaltung aufmerkſam gemacht, um jetzt
ſchon die erforderlichen Vorarbeiten treffen zu können.

Oberheſſen.

Friedberg, 6. Juli. Beiſetzung von Oberbaurat
Haag=Friedberg. Auf dem Waldfriedhof ſeiner Heimatſtadt
Darmſtadt wurde der bei dem Flugzeugunglück auf dem Bodenſee töd=
lich
verunglückte Oberbaurat Haag vom hieſigen Hochbauamt beigeſetzt.
Eine große Anzahl Vertreter von Behörden und Körperſchaften legten
Kränze am Grabe nieder, u. a. Miniſterialrat Wagner für den heſſiſchen
Finanzminiſter, die Miniſterialabteilung für Bauweſen, der Mittel=
rheiniſche
Architekten= und Ingenieurverein, Bad= und Kurdirektor von
Boehmer=Bad=Nauheim als Vertreter des Kurverwaltungsausſchuſſes,
dem der Verſtorbene 25 Jahre lang angehörte, Bürgermeiſter Dr. Seyd
für die Stadt Friedberg und Kreisdirektor Rechthien für Kreisverwal=
tung
und Kreisausſchuß. Auch ein Vertreter des Aero=Lloyd=Bodenſee
widmete dem Verunglückten einen Nachruf, während ein Flieger als
letzten Gruß mehrere Schleifen über der Ruheſtätte ausführte. In
das Arbeitsgebiet des Verſtorbenen fielen während ſeiner hieſigen 25 Tätigkeit vor allem die Verwaltung und Betreuung des großen
Gebäudekomplexes von Bad=Nauheim in hochbautechniſcher Hinſicht, die
Unterhaltungs= und Ergänzungsbauten der Strafanſtalten zu Butzbach
und Marienſchloß (Landeszuchthaus), ſowie die zahlreichen Hochbauten
des neu errichteten Kraftwerkes zu Wölfersheim.
Bad=Nauheim, 6. Jurli. Welche Geltung der Nuf Bad=Nauheims
auuch im Aluslande hat zeigt wieder die Zahl der Gäſte, die aus den ver=
ſchiedenſten
Länderm dieſen Weltkurort in dem Geiden letztem Monaten
aufgeſucht hoben. Im SM0ai und Jumi betrug die Geſamtzahl der Kur=
gäſte
13 391, darunter 2444 Ausländer. Wie ümmer ſtehen uunter ihnen
die Beſucher aus Nordamerika an der Spitze mit 602 Gäſten. Es follgen
dann die Holländer wit 283 Beſuchern; vom England Eamen 25, von
Schweden 200, aus der Schweiz 192 Gäſte. Fermer ſwurden gezählt:
Polen 94, Dänemark 82; Mandſtaaten: Eſtland, Lettland umd Littauen 78;
Fimnland 67, Frankreich 56, Tſchechoſlowaker 56, Norwegen 45, Ungarn
40, Belgien 42, Spanien 37. Aus Süjdamerika ſtammtem 55 Kurgäſte
auus Aſien B8, aus Afrüka 25. Die übrüigen 257 Gäſte verteilen ſich auf
ſomſtige ausländiſche Staaten.
m. Aus dem Lande, 6. Juſi. Landwirtſchaftläches. Die von
ihr angeregten oder ſelbſt ausgeführten Verſuche ſtellt die Landwirt=
ſchaftskammer
wurch ſim mächſter Zat der Beſichtiguug zur Werfügung unb
veranſtalltet umter Leitung von Ackerbqutechnikerm Beſichtigugem un
neun Ortem, dis ſich auuf dire drer Provinzen des Landes verteillen. Un=
beſchadet
deſſen ſetzen die Landwirtſchaftsämter ihre Tätigkeſit im bezug
auf Gemarbungsrundgänge aufs eifrigſte fort. Es halten ſſolche Rund=
gänge
ab: die Lehranſtalt für Obſtbgu uund Oandwürtſchaft in (Güeßen un
10 Orten, das Landwirtſchaftsamt Büdingem an 2 Orten, das Landwirt=
ſchaftsamt
Gau=Allgesheim an 16 Ortem, Worms an 8 Orten, Weſichelsheim
i. O. an 4 Orten, Groß=Umſtadt an 8 Orten, Mainz an 1 Ort, Widdä un
8 Orten. Dieſe Verſuche mit Beſichtigungen urnd Gemarkung srundgängen
hoben einen eminent praktiſchen Wert. Ohme eigemen Zeitwerluſt umd
eigene Koſtem kamm der Landwirt Neuanbagen, die Würkungen gewiſſer
Bearbeitungsmethoden und Dürngerwirkungen, Eünfluß vom Klüma und
Bodenbeſchaffemheit aurf die betreffendem Pflanzen kennenbemnen, um
fußend auf dem ſo gemachtem Erfahrungem, überzugehen auf eigene Am=
wendung
des Erprobten. Im Schauen der neuem und Kundgabe eigenen
Erfolge wird im Gedankewaustauſch das Wiſſen ud der Geſichtskreſis
erweiſtert.

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Nummer 186

Sonntag, den 7. Juli 1929

Für die überaus zahlreichen Glück=
wünſche
, Blumen und Geſchenke an=
läßlich
meines 40jährigen Dienſtjnbi=
läums
ſage ich Allen meinen herz=
lichſten
Dank.
Frau Dorothea Stegmeier, Hebamme
Liebfrauenſtr. 50.

Die Verlobung ihrer Tochter Tilde
mit Herrn Erich Leonhardt geben
bekannt
Otto Eirich und Frau
Eliſabeth, geb. Breitwieſer
Villenkolonie Eberſtadt
N. Darmſtädterſtr. 134

Ihre Verlobung beehren ſich an=
zuzeigen

Tilde Eirich
Erich Leonhardt
Darmſiadt, Hölgesſtr. 4

für Herrenu. Damen
werden gereinigt u.
nach neueſt. Modell.
umgepreßt, jetzt 2ℳℳ
Frankfurt. Hutlager

Unſere Hildegard hat heute
ein kräftiges Schweſierchen
bekommen
Wilfried Rumpe und Frau
Grete, geb. 9brig.
Darmſtadt, 6. Juli 1929.
Liebigſtr. 25.

Ecke Grafen==
und Bismarckſtraße.

Vom 10. Juli bis 3. Auguſt
verreist.

Eckartsberga i. Thür.

ſchnell und billig.
Donges & Wieſt
Grafenſtr. 43/45.
(9401a)

Tierarzt für Hunde u. kleine Haustiere.
Eliſabethenſtr. 12 (11119) Tel. 3452

Ststt Karten

Alfred Marschner
Betty Marschner
geb. Leih
geben ihre Vermählung bekennt
Darmstadt, den 6. Juli 1929.
Kiesstr. 66, II.

Todes=Anzeige.
Donnerstag abend um 9 Uhr iſt unſer lieber, guter Vater, Groß=
vater
, Schwiegervater und Onkel

bis 28. Juli verreist.
Vertretung:
Dr. Dörr=Aſal, Kinderärztin
Rheinſtraße 9 (bezw. Roßdörferſtr. 83)
Dr. F. Tachs, Kinderarzt
Hügelſtraße 41.

Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die ſchmerz
liche Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen
hat, meine innigſigeliebte Frau, unſere gute Mutter,
Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau

Bin unter Nummer

im Alter von 86 Jahren ſanft entſchlafen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Schwalb.
Darmſiadt, den 6. Juli 1929.
(11123
Die Beerdigung findet Montag, den 8. Juli, nachmittags 4½ Uhr, auf dem Friedhof an
der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.

an das Fernsprechnetz angeschlossen.
August Drescher
Spezialist für Fußptlege (11015b
Bismarckstraße 42.

geb. Gille
nach langem ſchweren Leiden im Alter von 55 Jahren
zu ſich zu rufen.
Die trauernden Hinierbliebenen:
Karl Weinehl und Kinder.
Darmſtadt, den 5. Juli 1929.
Heidelbergerſtr. 88.
Die Beerdigung findet Montag mittag um 3 Uhr anf
dem Waldfriedhof ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Heimgange unſerer lieben
Gretel
und für die vielen Blumenſpenden ſagen wir
hiermit herzlichen Dank. Insbeſondere danken
wir Herrn Pfarrer Waitz für die troſtreichen
Worte am Grabe.
Familie Alfred Aumüller
und Angehörige
Rhönring 67.

Da es uns nicht möglich iſt, jedem einzeln
zu danken, ſagen wir auf dieſem Wege für
die überaus zahlreichen Beweiſe aufrichtiger
und herzlicher Teilnahme unſeren tiefgefühltſten
Dank.
Konrad Kohl
Auguſt Kohl und Familie.
Darmſiadt, den 6. Juli 1929.
(11122
Viktoriaſtraße 28.

Statt Karten.

Infolge eines Herzſchlages verſchied heute
Nachtmeine innigſtgeliebte Mutter, Schwieger=
mutter
, Unſere treie Schweſter, Schwägerin,
Tante und unvergeßliche Freundin

Kappet

mie-
A Jce

geb. Neuburger
im Alter von 55 Jahren
Darmſtadt, Wiesbaden, den 6. Juli 1929.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Egon Sander
Otty Sander, geb. Schneider
(11150
Paula Böſe
Die Beerdigung findet Montag, den 8. Juli, nachmitt.
4 Uhr vom Portale des iſraelit. Friedhofes aus ſiatt.
Man bittet von Beileidsbeſuchen abſehen zu wollen.

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Friedrich Iselin
Elisabethenstraße 33 (5084a

Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Heimgange unſerer lieben Entſchlafenen, Frau
Marie Eiſenhauer
geb. Gerner
ſagen wir allen, beſonders Herrn Pfarrer Zimmer=
mann
für die troſtreichen Worte am Grabe, ſowie
für die vielen Kranz= und Blumenſpenden unſeren
innigſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Joh. Eiſenhauer. (11128
Darmſitadt, Schloßgaſſe 21, den 6. Juli 1929.

verreiſt bis 4. 8.
Vertreter:
Dr. Andres, Buch=
hold
, Hofmann,
Holzmann. Nau=
heim
. Riemen=
ſchneider
, Grode. (*

Facharzt für Haut=
und Harnleiden.
Friedrichſtraße 19.
Sprechſt.: 101
2½5 Uhr. Samst.
nur vormittags

bis 1 Uhr. (11158

Maien Me e
Ferse, Zichen und rheuma-
tismusartige
Schmorzen.
Brennen der Fußsohle.
Senktuß. Knick- u. Sprelz-
fuß
. Wadenkrampf, Ham-
merzehen
, Fußgeschwulst
hartndoklge Hühneraugen
Aanndnnn Lannnnn annn.
vorzeltige Erüdung.
Neuralgle

Todes=Anzeige.
Heute nacht entſchlief ſanft nach langem, ſchwerem
Leiden unſere liebe, treuſorgende Mutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Frau Katharina Benz
geb. Eiſenhöfer
im 46. Lebensjahre.
In tiefem Schmerz:
Die trauernden Hinterbliebenen:
Ihre Kinder.
Darmſtadt, Barkhausſtraße 3. Pirmaſens.
Die Beerdigung findet am Montag, den 8. Juli,
2½ Uhr nachmittags. auf dem Waldfriedhofe ſtatt.

Dankſagung.
Für alle Zeichen teilnehmender Liebe und Verehrung
für unſere liebe Entſchlafene

Ma
Sat
gibt es nicht. Dagegen hat
nach Feststellung der Art des
Leidens auch für schwere Fälle
Schof.
Plege -Ottem
1
R
für jedes Fußlefden eine Besondere Behandlung

insbe ondere für die herzlichen Worte des Herrn Pfarrer
Weißgerber und für die Kranzniederlegung des Frauen=
vereins
und des Milchhändlervereins Darmſtadt und Um=
gebung
danken wir herzlich. Beſonderen Dank für die liebe
Pflege der Schweſtern des Städt. Krankenhauſes.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Göckel II.
Traiſa, den 2. Juli 1929.

Dankſagung.

und wissenschaftlich erprobte Heilbehelfe. In Aerzte-
kreisen
als ideale, sicher und dauernd wirkende Vor-
beugungs
- und Heilmitte in allen Fällen anerkannt

Für die zahlreichen Beweiſe aufrichtiger Teil=
nahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben Frau

Katharine Nieder

Nach tünfjähriger Tätigkeit an der med. Universitäts-
klinik
. Frankfurt a. M. (Dir. Prof. von Bergmann), der
med. Klinik der Cngrité, Berlin (Dir. Geh Rad Prol.
Kraus) und der inneren Abteilung des Darmstädter
tadtkrankenhauses (leit. Arzt: Med.-Rat Dr. Schlippe)
habe ich mich als
Facharzt für innere Krankheiten
in Darmstadt niedergelassen.
Dr. med. Siegfried Blach-
Teleſon 1412 5
Hügelstraße 45 part
Sprechstunden 35 Uhr nachmittags.

ſage ich hiermit meinen herzlichſten Dank. Beſonderen
Dank Herrn Pfarrer Krämer für ſeine überaus troſt=
reichen
Worte, ſowie auch der hieſigen Gemeinde=
ſchweſter
für ihre aufopfernde und liebevolle Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Nieder.
(11144
Groß=Bieberqu, den 7. Juli 1929.

werden Ihre Füße untersucht und behandelt
durch unsere Eußspezlallsten von 101 Uhr
vormittags und von 36 Uhr nachmlttags.

Wchuhwarenkaus
8 Darmstackt, Ludhvigstei6

[ ][  ][ ]

Sonntag, den 2. Juli

Nummer 186

DarmſtädeerCäablatte

Vom ſüddeutſchen

Deukſchlands Verſchuldung ans Ausland.

In der vergangenen Woche machte
die Hauſſe an den internationalen
Getreidemärkten weitere rapide
Fortſchritte. Die Befürchtungen
über ein ſtark vermindertes Ernte=
ergebnis
in Canada ließen die
Kursnotierungen an der Haupt=
weizenbörſe
Canadas faſt täglich
ſprunghaft in die Höhe ſchnellen,
und machten Winnipeg zu der eigent=
lichen
Führerin der gegenwärtigen
Weltweizenhauſſe. Dem gegenüber
ſchloſſen ſich auch die Haupt=
weizenplätze
der Vereinigten Staa=
ten
, Argentiniens, und auch der
engliſchen und kontinentalen Märkte
willig, wenn auch nicht in demſel=
ben
Maßſtabe an. Auch Roagen
zeigte international bedeutend feſtere
Tendenz, die wie die Aufwärtsbe=
wegung
des Weizens auch die übri=
gen
Getreideſorten und Oelſaaten
mitgeriſſen hat. An den ſüddeut=
ſchen
Produktenmärkten gingen die
Vorgänge an den Auslandsbörſen
ſelbſtverſtändlich nicht wirkungslos
vorüber. Sie wurden im Gegenteil
durch die bevorſtehenden Zoll= und
Beimahlungs= Zwangsmaßnahmen
wirkſam unterſtützt. Auf der einen
Seite waren die Auslandsofferten
täglich ſprunghaft höher gehalten,
auf der anderen Seite fehlen die
Angebote in Auslandsweizen faſt
vollkommen. In Anbetracht der ſich
überſtürzenden Preiserhöhungen ſind
jedoch die Mühlen ſowie der Han=
del
äußerſt vorſichtig im Einkauf,
da man Rückſchläge, vielleicht ſtär=
keren
Ausmaßes immerhin in den
Bereich der Möglichkeit zieht. Das
doch war das Angebot darin nur
ſehr klein. Roggen zeigte ebenfalls
erhöhte Preiſe, und das Angebot des Inlandes iſt klein, bei gegen die
Vorwoche um 1 RM. höher gehaltenen Preiſen. Am Mehlmarkt ergibt
ſich bezüglich der Preiſe dasſelbe Bild wie bei Weizen. Die Mühlen
erhöhten faſt täglich ihre Preiſe um ein Bedeutendes. Während zu An=
fang
der Betriebswoche die Mühlen angeſichts der noch unklaren Aus= burchſchnitt Juni 1929. Die auf den Stichtag des 3. Juli berechnete
wirkungen der Zoll= und Beimahlungsvorſchriften ihre Offerten nur für Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen Reichsamtes iſt gegenüber der
den Lieferungstermin auf den 15. Auguſt. Die getätigten Verkäufe ſind / gruppen hat die Indexziffer für Agrarſtoffe um 3,9 Prozent auf 131,5
den an ſie geſtellten Anſprüchen nachzukommen. Auch Roggenmehl zeigte wueiſt. Im Monatsdunchſchnitt Juni iſt die Geſamtindexziffer um 0.3
ſehr ſpärlich war. Die Preiſe lauteten zunächſt wie folgt: Ausl. Weizen gruppen ſtellten ſich für Agrarſtoffe auf 124,7 (1B,8), für Kolonialwaren
Weizenmehl Spezial Null, 38 (Mühlenforderung, lieferbar bis 15. (131,3) und für induſtrielle Fertiowaren unverändert auf 157,5.
Auguſt inkl. erh. Zoll.) Roggenmehl, ſüddeutſches, je nach Ausmahlung
Geſchäft in mäßigem Rahmen. Für Auslandsware auf Lieferung zeigte tagen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom
lag bei nahen und disvoniblen Partien, während Kontrakte auf Liefe= (11 025) Tonnen.
rung mit Vorſicht behandelt und verſchiedentlich zurückgehandelt wur=
zurückhaltender
wurde. Weizennachmehl 15,5016,50, Weizenfuttermehl ter gut. Feierſchichten ſeien nicht mehr notwendig, dagegen habe ſich
1313,35, Erdnußkuchen 2121,50: Rapskuchen 18,5019: Sohaſchrot ſodann einſtimmig den Abſchluß mit wieder 6 Prozent Dividende.
202025; Biertreber 17,5018.25; Malzkeime 16,2517,25. Die Preiſe
für Futtermittel verſtehen ſich für prompte Bahn.
24,00, Hafer 23,5024, Futtergerſte 19,5020, ſüdd. Weizenmehl Spezial formelle Lizenzvertrag mit Henſchel u. Sohn gelöſt. Aus ähnlichen
Null 1 3334, Weizenkleie fein 12,50, desgl. grob 13,50. Noggenkleie in Augsburg gelöſt.
13,5015, Weizenfuttermehl 12,50, Platamais 21,50, Malzkeime mit
Weiße Bohnen neuer Ernte 37. Tendenz: Aufgeregt.
leben des langjährigen Vorſtandes der Berliner Pvoduktenbörſe vief in ſtellen im Jahre über eine Million Hacken her.
Börſenkreiſen allgemeine Beſtürzung hervor, ſo daß das Geſchäft nur
hatten gleichfalls ruhiges Geſchäft.
Vom ſüddeutſchen Eiſenmarkk.
Woche ein recht anſprechendes Bild. Es wird auf der ganzen Linie von Dividende auf 1 Mill. MM. 9K.
einem Aufleben des Geſchäftes berichtet. Bemerkenswert iſt vor allem,
ſnd ſowohl im Werk= wie im Lagergeſchäft unverändert geblieben. gusreichendem Maße vorhanden.

Die Auslandsschulden von Reich, Landernt und Gemeinden
Zeicheverkärung:
Gemeinden u.
Zstab.
Gemeindeverdindel Reich
2ookllkuN

irtct
2 Bommern.
3 Posen-Westpreußel
4t Ober -Schlesien
5 Mieder-Jchlesien
16 Brandenburg
7. Berlin
8 Meckl.- Strelitz
9 Meckl.-Schwerin
1 Lubeck
n Schleswig-Holstein

Mctss
3 Bremen 4..
P Oldenburg
B Hannouer
16 Schaumbg-Lippel
W Lippe‟
8 Braunschweig
19 Prou. Sachsen
3 Anhaßl
27 Jachsen
Owestfalen
FaaMades
2t Hessen-MasSou
2 Thüringen
B Rheinprouinz
W Hessen
28 Pfl2
29 Baden
30 Hohenzollern
3i Würtemberg
32 Nord-Bayern
33 Sud Boyern

Die Auslandsſchulden von Reich, Ländern und Gemeinden.
Hauptintereſſe in Auslandsweizen Unſere Darſtellung zeigt die drückende finanzielle Abhängigkeit vom Ausland in die Deutſchland
beſchränkte ſich auf nahe Poſitio= durch Kanitalnot und Reparationslaſten geraten iſt. Auf den Kopf der Reichsbevölkerung fallen
nen, die noch vor dem Stichtag der faſt 40 Mark an Auslandsſchulden. Dabei ſind aber Städte wie Bremen, Hamburg und Berlin
Zollerhöhung die Grenze paſſieren, weit ſtärker verſchuldet, ſo daß dort auf jedem Einwohner mehr als 100 Mark an Auslands=
verpflichtungen
laſten.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 3. Juli und vom Monats=
Lieferung bis 9. Juli herausgaben, erweiterten ſie zu Anfang der Woche Vorwoche um 12 Prozent auf 137,5 (135,9) geſtiegen. Von den Haupt=
bei
den ſprunghaft geſtiegenen Preiſen klein geblieben, da der Handel (126,7) und diejenige für Kolonialwaren um 1,5 Prozent auf 1B5,8 (123,9)
ſein Hauptaugenmerk auf die Herausbringung der von dem Konſum angezogen. Die Indexziffer für induſtrielle Nohſtoffe und Halbwaren
angeforderten Mehlmengen alter Schlüſſe noch vor der Zollerhöhung iſt um 0,3 Prozent auf 131,3 (131,7) zurüclgegangen, während die Inder=
gerichtet
hatte. Die Mühlen andererſeits hatten große Schwierigkeiten, ziffer für induſtrielle Fertigwaren mit 1573 keine Veränderung auf=
höhere
Preiſe, wobei das Angebot auf Lieferung für ſpätere Monate Prozent auf 135.1 (135,5) zurückgegangen. Die Indexziffern der Haupt=
9830,25: inl. Weizen nom. 26.2526,50: Roggen inl. 2424,25; auf 123,5 (125,0), für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren auf 131,5
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
3334, nordd, je nach Ausmahlung 31,5032,50. Während der Brau= ſpurden in der Zeit vom B. bis 29. Juni im Ruhrgebiet in 534 Arbeits=
gerſtenmarkt
in Anbetracht der Jahreszeit von der Aufwärtsbewegung tagen 2344 944 Tonnen Kohle gefördevt gegen 2 444 937 Tonnen in der
der anderen Getreideſorten nichts profitieren konnte und nach wie vor, vorhergehenden Woche bei 6 Arbeitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte
leblos iſt, liegen Futtergerſten weſentlich feſter bei erhöhten Preiſen. Die ſich in den 7 Tagen der Berichtswoche auf 634 921 Tonnen gegen 630 223
Nachfrage war etwas lebhafter. Hafer zeigte ſowohl für Inlands= wie Tonnen in der vorhengehenden Woche, die Pneßkohleuherſtellung auf
auch für Auslandsprovenienzen feſtere Tendenz, doch blieb auch hier das (6 545 Tonnen in 534 Arbeitstagen gegen 66 148 Tonnen in 6 Arbeits=
ſich
zunächſt reges Intereſſe, und Umſätze fanden nur in disvonibler 23. bis 2. Juni 407 816 Tonnen gegen 407 490 Tonnen in der vorher=
Ware ſtatt. Das Angebot in Inlandsware war knapp. Mais hatte in gehenden Woche. Die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 90 703
dieſer Woche wieder ausgeſprochen feſten Markt. Das Hauptintereſſe (80 003) Tonnen, die arbeitstägliche Preßkohlenherſtellung auf 11573
Rheiniſche Stahlwerke A.G., Eſſen. In der G V. kam zur Sprache,
den. Futtergerſte 2121,50, ausl. Hafer 21,502325, inl. 23,25 24, daß das Rationaliſierungsprogramm im großen und ganzen abgeſchloſſen
Mais 2. Die feſte Stimmung am Futtermittelmarkt nahm auch in ſei. Generaldirektor Haßlacher erklärte, daß der Wunſch nach einer
dieſer Woche weiteren Fortgang. Die Preiſe ſowohl für Mühlennach= höheren Dividende durchaus verſtändlich, aber unter den gegenwärtigen
produkte wie auch für Kraftfuttermittel ſind weiter geſtiegen. Das Umſtänden nicht durchführbar ſei. Es ſei richtig, daß die Bilanz große
Hauptintereſſe lag bei Lieferung für die Herbſtmonate. Die Umſätze ſtille Reſerven enthalte, vor allem die J.G. Farben=Beteiligung. Vor
waren zu Anfang der Woche ziemlich bedeutend, ließen aber gegen Ende allem habe der Verkauf der Roſſenrayer Kohlenfelder zu dem günſtigen
der Woche ſtark nach, da man bei den ſtark erhöhten Preiſen bedeutend Ergebnis der Nationaliſierung beigetragen. Zurzeit ſei der Abſatz wei=
1313,25, Weizenkleie fein 121225, Weizenkleie grob 13, Roggenkleie die Preislage noch nicht befriedigend geſtaltet. Die G.V. genehmigte
Gebr. Lutz A.G., Darmſtadt. Die Geſellſchaft ſchließt 1928,/29 (30.
April) erneut mit einem Verluſt, der nach 14 000 RM. Abſchreibungen
mit rd. 16000 RM. ſich ergibt, und der neu vorgetragen werden ſoll.
Mainzer Probuktenbörſe e. V. Großhandels=Einſtandspreſe pro Infolge des Verzichts des eigenen Lokomobilbaues der Henſchel u. Sohn
100 Kilo loko Mainz am Freitag, den 5. Juli: Weizen 2627, Roggen A.G., Kaſſel, zugunſten der Wolf A.G., Buckau, wurde der nur noch
Null 38,40, niederrhein. Weizenmehl Spezial Null 38,40, Noggenmehl Motiven wurde auch der beſtehende Vertrag mit der Epple u. Buxbaum
Aus der Odenwälder Hackeninduſtrie. Die Odenwälder Hackenindu=
Sack 18,50, Biertreber 18,50, Erdnußkuchen 2 22,50, Kokoskuchen 2,25 ſtrie und Plantagengeräte=Induſtrie Peter Lien G.m.b. H. in König und
bis 25, Palmkuchen 19,2520. Rapskuchen 19,75, Kleeheu loſe 1011, die Heinrich Villhard in Kirch=Brombach ſchloſſen eine gemeinſame Ver=
Kleeheu geb. 10,5011,50, Maſchinenſtroh 5,25 Drahtpreßſtroh 5,50, kaufsgeſellſchaft, die Odenwälder Hackenvertrieb G.m.b.H., König i. O.,
ab. Dieſe hat wiederum mit der Heinrich Lutz G.m.b. H. in Mümling=
Berliner Probukdenbericht vom 8. Juli. Die Nachricht vom Ab= Grumbach eine Intereſſengemeinſchaft abgeſchloſſen. Dieſe drei Werke
Asbach u. Co. A. G., Rüdesheim a. Rh. Das Unternehmen erzielte
ſchwer in Gang kam. Zudem war die Beteiligung am Wochenſchluß im Jahre 1928, dem erſten Geſchäftsjahr als Aktiengeſellſchaft, einen
geringer als ſonſt. Bereits geſtern nachmittag hatte ſich nach dem ſchar= Warengewinn von 5.192 Mill. NM. Davon beanſpruchten Unkoſten
fen Preisrückgana an der Börſe eine weſentliche Befeſtigung durchgeſetzt, 4378 Mill. RM. und Abſchreibungen 0.367 Mill. RM. Aus dem ver=
die
auch heute anhielt. Die Lieferungspreiſe lagen für Weizen und bleibenden Reingewinn von 543 455 RM. werden lt. G.V.=Beſchluß
Noggen um 4 bis 6 Mark über dem geſtrigen Niveau, wobei die Oktober= 8 Prozent Dividende auf 5,8 Mill. RM. Aktienkapital verteilt, 7958 RM.
ſichten am ſtärkſten befeſtigt waren. Das Inlandsangebot von Brot= der Reſerve zugeführt, die damit auf 580 000 RM. 10 Prozent des börſe, Leopold Badt, iſt geſtern vormittag im 71. Lebensjahre geſtonben.
getreide hat ſich wieder verringert, und die Forderungen waren z. T. Aktienkapitals, anwächſt, und die reſtlichen 74 496 RM. vorgetragen,
beträchtlich erhöht, ſo daß Abſchlüſſe nur vereinzelt zuſtande kamen. Die Die Bilanz verzeichnet 0062 Hypothek und Schuldverſchreibungen, 0,440
Offerten für Auslandsweizen lauteten allgemein unverändert. Die Branntweinſteuer und Zölle, 1,289 Honzernforderungen, 2,563 Kredi=
Unternehmungsluſt war jedoch ſehr gering. Mehl und Futtermittel toren, andererſeits 0.104 Kaſſe und Wechſel, 1.239 Wertpapiere und Be=
teiligungen
, 1,643 Debitoren und 6266 Mill. RM. Warenbeſtände.
Grundſtücke und Gebäude ſtehen mit 1,380, Utenſilien und Maſchinen
mit 0,541 Mill. RM. zu Buch.
Weinbrennerei Jakob Stück. Nachf. A.G. Hanau a. M. Die G.V.
Die Lage am ſüddeutſchen Eiſenmarkt zeigte in der vergangenen beſchloß, aus 121 949 (102 996) RM. Reingewiun wiederum 7 Prozent
Aus der ſaarländiſchen Eiſeninduſtrie. Auf dem franzöſiſchen In=
daß
die Abnehmer in weit ſtärkerem Maße wie bisher zu Neukäufen, landsmarkt für Stabeiſen iſt bei verminderter Nachfrage ein Nachgeben
vor allem von Stab= und Formeiſen ſchreiten. Aber auch das Blech= der Preiſe feſtzuſtellen. Unter dieſen Umſtänden iſt es für die Saarwerke
geſchäft ließ ſich weit beſſer an wie bisher. Die Abrufe der Verbraucher faſt unmöglich, ſich die notwendigen Stabeiſenbeſtellungen auf dem
erfolgten in zufriedenſtellender Weiſe, wobei auch die eiſenverarbeitende franzöſiſchen Markt zu holen, zumal, da ſie den franzöſiſchen Werken
Induſtrie nicht unbeteiligt war. Die bändlerkundſchaft ſpeziſizierte gegenüber frachtlich ſehr im Nachteil ſind. Auch in Bandeiſen iſt ein
ſtarker Preisrückgang zu verzeichnen. Auf dem Saarmarkt wird ſtark
weit beſſer und trägt auch durch umfangreiche Neukäufe zur Belebung über die mangelnde Bautätigkeit geklagt. Aus Deutſchland iſt beſonders
des Marktes weſentlich bei. Die Bauinduſtrie hatte laufenden Bedarf der Gingang an Stabeiſenbeſtellungen ziemlich gut. Die Abrufe für
in Moniereiſen und Trägern. Die Beſchäftigung der Konſtruktions= Formeiſen gehen nach vorübergehender Belebung jedoch wieder ſpär=
werkſtätten
ſcheint ſich nun auch zu beſſern, wenigſtens iſt der Bedarf an licher ein. Die Belieferung mit Kohle iſt nach wie vor recht knapp. Es
Konſtruktionseiſen bedeutend geſtiegen. Auch in Bandeiſen zeigt das fehlen etwa 1520 Prozent der beſtellten Mengen, die ſich die Saar=
Geſchäft eine ungewohnte Lebhaftigkeit. Die Lieferzeiten betrugen für werke teilweiſe aus Deutſchland, Holland und Belgien beſchaffen, Ueber Kanalbau iſt die Ausgabe von ſmatlihen Obligationen vorgeſehen.
die Preiſe für Saarkohlen ſind endgültige Vereinbarungen noch nicht
Formeiſen 46 Wochen, für Stabeiſen wurden ſolche bis zu 10 Wochen getroffen worden. Die Zufuhr von Erzen hält ſich in den üblthen
genannt. Grobbleche ſind in 46 Wochen zu erhalten, für Feinbleche Grenzen; die Preiſe ſind unverändert. Die Schrotttreiſe ſind ſeit zwei
und Bandeiſen beſtand weiter prompte Lieferungsmöglichkeit. Die Preiſe Monaten feſt. Die übrigen Rohſtoffe ſind bei unveränderten Preiſen in

Franzöſiſcher Wirkſchaftsbrief.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 5. Juli.
Die Lage der Wirtſchaft in den letzten zwei Monaten ſpiegelt ſich
in einer Reihe von Symptomen wider, von denen die wichtigſten hier
feſtgehalten ſeien. Vor allem ſind die kaum merkbaven, aber deſto wich=
tigeren
Aenderungen auf dem Geldmarkt zu nennen, ferner der Rück=
gang
des Handels und die allgemeine Lauheit des Geſchäftsganges, ſowie
ein gewiſſer Aufſchwung auf dem Rohſtoffmarkt und die anhaltend gün=
ſtige
Lage der Schwerinduſtrie.
Die Aenderungen auf dem Geldmarkte werden durch
die Politik der Banque de Franee bedingt, die man als eine mäßige
Oeflationspolitik bezeichnen könnte. Mit dem allerdings nicht ſtarken
Rückgang des Notenumlaufs findet gleichzeitig ein Anwachſen des Gold=
beſtandes
ſtatt, der bereits 45 Prozent überſchritten hat. Daß die von
der Benk von England auf den Markt geworfenen Goldmengen von
dem franzöſiſchen Geldinſtitut aufgenommen wurden, wird eifrig demen=
tiert
. Was die Baiſſe des Pfund=Sterlings betrifft, ſo iſt man darüber
hier im Gegenſatz zu anderen Ländern nicht beunruhigt. Ueber die
inländiſchen Wirkungen der Deflation wäre kaum zu ſprechen, da die
Kreditverhältniſſe eigentlich keine Aenderungen erfuhren, andererſeits
aber herrſcht eine Geldknappheit, die eine fühlbare Stockung des Detail=
handels
zur Folge hat und die beſonders die Tertil=, die Automobil=,
Hotel= und Möbelinduſtrien, ſowie verſchiedene Luxusinduſtrien ſtark
fühlen.
Die Handelsbilanz für die erſten fünf Monate des Jahres 1429
war mit einem Defizit von 5100 Millionen Franken überraſchend un=
günſtig
gegenüber kaum 530 Millionen für denſelben Zeitraum des
Vorjahres. Man ſchätzt den Ueberſchuß des Imports über den Export
für 1929 auf 12 bis 15 Milliarden. Natürlich ſind ſolche Schätzungen
immer höchſt unſicher, da in dem Wirtſchaftsleben unerwartete Aende=
rungen
leicht vorkommen. Man iſt in franzöſiſchen Wirtſchaftskreiſen
über dieſes Defizit der Handelsbilanz ſehr beſorgt und befürchtet, daß
die franzöſiſche Induſtrie einen Teil ihrer ausländiſchen Exportgebiete
verlieren könnte, wie ſie ja ſchon bereits den nordamerikaniſchen Merkt
größtenteils verloren hat. Für die ungünſtige Entwicklung des Ex=
ports
macht man faſt ausſchließlich die Steuerpolitik verantwortlich, die
die ſonſt niedrigen Herſtellungskoſten außerordentlich verteuert und die
Entwicklung einer für das Gleichgewicht zwiſchen Ein= und Ausfhr
nötigen geſunden Finanzpolitik hemmt.
Die Auflegung der kolonialen Anleihe wurde etwas verſchoben, da
die Lage der Effektenbörſe, die ſeit Monaten faſt vollkommen geſchäfts=
los
iſt, für finanzielle Operationen größeren Stils ſich als ungünſtig
erweiſt. Das wichtigſte koloniale Problem iſt zur Zeit die Stabiliſie=
rung
des indochineſiſchen Piaſters, eine Aktion, die für die dortige Wirt=
ſchaft
eine Lebensfrage bedeutet.
Die Lage am Rohſtoffmarkt iſt günſtig. Beſonders gilt
dies für den Kohlenmarkt, wo man mit den Sommergeſchäften ſehr zu=
frieden
iſt. Auch über die ausländiſche Konkurrenz wird wenig geklagt,
bekanntlich befürchtete man am meiſten die engliſche Konkurrenz, die
aber infolge der Einführung des Achtſtundentags in den dortigen Be=
trieben
jetzt weniger gefährlich erſcheint.
Auf dem Eiſenmarkt herrſcht große Feſtigkeit. Der Preis des
Hgematiteiſens wurde mit 15 Franken die Tonne erhöht. Die Preiſe
für andere Eiſenſorten wurden bekanntlich nach Vereinbarungen bis
September feſtgeſetzt und konnten daher nicht erhöht werden. Die
Stahlpreiſe wurden vorläufig ebenfalls unverändert gelaſſen, während
bei mehreren Halkprodukten die Preiſe mit 30 Franken pro Tonne er=
höht
zwerden.
Der Metallmarkt war mittelmäßig. Die Kupferpreiſe erfuhren wie=
der
erhebliche Schwankungen. Es gelang trotz alledem noch nicht, die
Kupferpreiſe zu drücken, obwohl es allgemein bekannt iſt, daß ſie nur
durch die Spekulation auf einem ſo hohen Niveau erhalten werden. Die
Zinnpreiſe zeigten eine ziemliche Feſtigkeit. Die Gründe dieſer Feſtig=
keit
ſind wohl darin zu finden, daß die Preiſe ſchon ſo niedrig ſind, daß
eine Baiſſe unwahrſcheinlich erſcheint. Andererſeits iſt die Annahme wohl
richtig, daß das Zinkkartell die Preiſe in die Höhe treibt oder wenige
ſtens auf einem gewiſſen Nivegu ſtabiliſieren wird. Ueber die Bedeu=
tung
des Kartells gehen die Meinungen hier noch ausenander, da
mehrere bedeutende Produzenten dem Kartell noch nicht beigetreten
ſind. Es ſcheint aber wahrſcheinlich, daß ihr Eintritt in das Kartell
nur eine Frage der Zeit iſt. Die Bleipreiſe ſind ebenfalls niedrig. Es
herrſcht aber auf dem Bleimarkte eine bemerkenswerte Feſtigkeit. Der
Abſatz iſt größer und die Vorräte ſind bedeutend zurückgegangen. Sie
beliefen ſich Anfangs Juni nur auf 16 793 Tonnen gegenüber 20 409
Tonnen Anfangs Mai. Die Bleiproduzenten beabſichtigen, in dieſem
Monat in London eine Konferenz zu halten, die engliſchen ſpaniſchen
und mexikaniſchen Produzenten ſollen daran teilnehmen. Einzelheten
über die Beſprechungen dieſer Konferenz ſind jedoch noch nicht bekannt.
Die Zukunft des Nitratenmarktes wird jetzt ſehr optimiſtiſch beur=
teilt
. Das ſchwerſte Problem am Mitratenmarkte, die Beſeitigung der
äußerſt ſcharfen Konkurrenz zwiſchen dem ſynthetiſchen und dem natür=
lichen
Nitrate iſt, durch die vor kurzem zuſtande gekommene Einignug
zwiſchen dem chileniſchen Finanzminiſter und der Farbeninduſtrie gelöſt.
Dieſe Einigung da gleichzeitig eine ähnliche mit dem drittgrößten
Produzenten (Imperial Chemieal) geſchloſſen wurde iſt in vieler Hin=
ſicht
einem Nitratenkartell gleichzuſtellen. Es fehlen dazu nur noch die
Vereinbarungen über eine gemeinſame Preispolitik, die aber aller
Wahrſcheinlichkeit nach auf der vor kurzer Zeit in Paris tagenden
Konferenz getroffen wurden. Was die eventuelle Auftellung des Markt=
gebietes
betrifft, ſo ſcheint es nicht wahrſcheinlich, daß man darüber Be=
ſchlüſſe
faſſen wird. Das weſentliche und für die Zukunft des Marktes
ſowie für die ganze Kunſtdüngerinduſtrie entſcheidende iſt, daß durch die
vorhandenen Abkommen die Baiſſe der Preiſe aufhört und eine bedeu=
tende
Stabilität erlangt wird.

* Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. b. B. am Samstag, den
6. Juli, waren 112 Shweine zugeführt. Verkauft wurden 194 Stück,
und zwar Milchſchweine von 4048 Mark, Läufer von 5580 Mark das
Stück.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Wie gedrahtet wird, erhöhten die beloiſchen Kohlenveubände ſämt=
liche
Kohlenpreiſe um 5 bis 10 Frs. pro Tonne angeſichts der ſtändig
abnehmenden Vorräte und danernd ſteigenden Nachfrage.
Der langjährige Vorſitzende des Vorſtandes der Berliner Produkten=
Auf der Konferenz der britiſchen Nationalen Union der Giſenbahner
in Southampton wurde beſchloſſen, das im Auguſt b. Js. getroffene
Abkommen bezüglich der Verminderung der Lihne um 2½s Prozent
mit dreimonatiger Friſt zu kündigen.
Die Britiſh Talking Pictures Ltd. gibt den Abſchluß eines vor=
läufigen
Abkonuens zwiſchen ihr und der Klangfilm (Great Britain)
Lid., der engliſchen Tochtergeſellſchaft der Klangfilm=Tobis=Gruppo,
bekannt. Die Apparate der Klangfilm=Tobis ſollen danach in England
ſelbſt hergeſtellt werden. Die Zuſammenarbeit richte ſich in erſter Linie
gegen das drohende Monovol der amerikaniſchen Sprechfilmapparate in
England.
Das rumäniſche Verkehrsminiſterium hat den Entwurf für den Bau
eines Kanals von Bukareſt zur Donau fentiggeſtellt. Der Kanal wird
ungeſähr 17 Kilometer lang ſein und in der Donau bei dem Hafen von
Oltenice enden. Für den Bau des Kanals ſollen unter dem Namen
Arges eine Elektrizitätsgeſelſchaft in Bukareſt und eine Baugsſell=
ſchaft
für den Kanal gegründet verden, die beide von einer engliſce=
ſchwediſchen
Finanzgrupre zuſammen mit einfgen rumäniſchen Bauken
finanziert werden. Der Geſellſchaft wird eine Konzeſſion für die Dauer
von 30 Jahren berliehen werden, nach deren Ablauf die Werke der Ge=
ſellſchaft
koſtenlos in den Beſitz der Stadt Bukareſt übergehen. Für den
Die Bank von England, zeigt den Verkauf von 1028322 Pfund
Sterling Barrengold nach New York an. In der letzten Bericktswoche
wurden 4687 000 Pfund Sterling und ſeit dem 13. Juni insgeſamt
9 228 000 Pfund Sterling Gold verkauft. Der größte Teil wurde nach
Deutſchland erportiert.

[ ][  ][ ]

Nummer 186

Sonntag, den 7. Zuli 1929

Seite 11

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[ ][  ][ ]

Nummer 186

Geite 13

Reich und Ausland.
Zeilung von Tuberkuloſe durch Rohkoft

Geheimrat Prof. Dr. Sauerbruch
berichtete in der Berliner Mediziniſchen Geſell=
ſchaft
über den Einfluß einer Spezial=Rohkoſt=
Ernährung auf ſchwere tuberkulöſe Erkrankung.
Sauerbruch hat die neue Behandlungsweiſe in
ſeinen Kliniken bereits durch mehrere Jahre mit
dem beſten Erfolg erprobt und auch bei Lupus=
kranken
grauenhafte Zerſtörungen im Geſicht in
wenigen Wochen zum Abheilen gebracht. Damit
iſt eine als unheilbar geltende Krankheit ohne
jedes andere Mittel als Diätbehandlung zu
einer heilbaren geworden.
Clärenore Stinnes kehrt nach Frankfurt a. M.
zurück.
Frankfurt a. M. Am Monvag, den 8. Juli,
vormſttags 11 Uhr, werden Fräulein Clävcmore
Stmnes und Herr Axel Söderſtröm von ihrer Welt=
weiſſe
, die ſie am 22. Man 1927 auf Adler Shandard 6
uund Adler I. 9 angetreten haben, nach Zurücklegung
von 46 000 Kilometern rund um die Erde mit ihren
beiden Wagen wſieder in Franbfurk eintreffen. Die
Adlerwerke beabſichtigen zu Ehren der beiden Welt=
weiſenden
eimen Eleinen Empfang in den Adllevwerken
mit amſchließendem Frühſtück im Frakfurter Hof.
Die Weltveiſſemden Eommen vom Oſtbahmhof her üüber
die Hamauerlandſtraße, die Tiergartenſtraße, üüber die
Wfüngſtweidſtraßs, Beil, Hauptwache, Kaiſerſtraße,
Hauptbahnhof, Hohenzollernſtraße, Mainzer Land=
ſtraße
mach der Höchſter Straße.
Felsſturz.
Caub. Wie erſt jetzt bekannt wird, gingen in
ber Nacht zum vergangemen Monitag im Cauub vom
Schloßberg größeve Felsblöcke nieder. Glücklicher=
weiſe
wurden die hier ſehr dicht an den Berg ge=
bauuten
Häuſer von den wiedergehemden Felsſtücken
micht erreicht, ſdoch mußten angeſichts der noch ümmer
brohenden Gefahr die gefährdeten Näuume ſowie bie
Vorgärten der Häuſer für jedes Betreten von der
Polizei geſperrt werben.
Zur Unwetterkataſtrophe in Bayern.
München. Die Unwwanterkataſtrophe, die vor
burzem faſt ganz Bahern heimſuchte, iſſt noch viel
größer, als die bisherigen Meldungen erkenmen ließen.
Die Getreideennte, die Obſt= ud die Kartofffellernte
ſind in vielem Gegenden machezu vollſtändig vermichtet.
Man echnet mit einem Geſamtſchaden von vielen
Mäillionen. Auch der Bayeriſche Wald iſt durch das
Unwetter ſchwer heimgeſucht worden. Der Schaden
an Feldern, Wäldern und an den Straßen iſt um=
geheuer
. Durch die Geſwalt des Unwetters wwurden
mehrere Perſonen verletzt. Am ſtärkſten wütete der
Sturm im Bayeriſchen Wald i den Städtemn Deg=
gendorf
und Zwieſel. Weite Kreiſe der Landbe=
völkerug
haben unter den wirtſchaftlichen Folgen
der Kataſtrophe ſchwer zu leiden.
Uebernahme der Bremen durch den Nord=
deutſchen
Lloyd.
Bremen. Wie der Norddeutſche Lloyd mit=
keilt
, fand am Frecitag abend an Bord des neuen
Schwelldampfers Bremen in der Nähe von Cap
Lindesnaes im Norwegen mach mehrtägiger ſehr zu=
friedenſtellend
verlaufener Probefahrt die formelle
Uebernahme des Schiffes von der Werft mamens des
Morddeutſchen Oloyd durch Generaldirektor Gläſſel
ſtatt. Die Probefahrt hat die volle Erfüllung der
kontraßtlichen Wereinbarungen zwiſchen dem Nord=
deutſchen
Lloyd und der Deſchimag=Weſerwerft er=
geben
. Nach vollzogemem Flaggenwechſel üüberwahm
Kapitän Ziegenbein das Kommando mit dem Ge=
löbnis
, den Dampfer Bremen ſtets pflichtgetreu
führen zu wollen unter dem Wahlſpruch: Alles nur
für die gute Sache zum Nutzen des Norddeutſchen
Lloyd und der Heimatſtadt Bremen und zum Ruhma
des deutſchen Vaterlandes. Ein Hoch auf den
Reichspräſidenten v. Hündenburg als Taufpaten des
Schiffes und auf das deurtſche Vaterland beſchloß die
eindrucksvolle Feier.
Fallſchirmabſprung bei 200 Kilometer
Stundengeſchwindigkeit.
Berlin. Der ſüddeutſche Fallſchirmſpriger
Karl Schreiber der Deuutſchen Fallſchirmgeſſellſchaft
uunternahm am Freitag auf dem Flugplatz Staakem
einen Abſprung wus einer Junbersmaſchine, die von
dem Piloten Klotz der Deutſchen Verſuchsanſtalt für
Luftfahrt geſteuert wurde. Dis Leiſtung Schreibers
kann inſſofern als Weltvekord bezeichnet werden, als
der Abſprung bei einer Fluggeſchwindigkeſit von 200
Stundenkilometern ausgeführt wurde. Der Petvungs=
ſchirm
entfaltete ſich nach 2,5 Sekunden in girka 500
Aüiſter Höhe. Die Zeit vom Abſprung bis zur Lon=
dung
betrug eine Aäimute 41 Sehunden. Obwohl
Fallſchirm=Abſprungrekorde bisher amtlich nicht ge=
führt
werden, ſoll die Leüſtung Schreibers zwecks An=
erkennung
als Weltrekord beim Deutſchen Luftrat
angemeldet werden.
Grubenunglück.
Gladbeck. Durch hereinbrechende Kohle wur=
dem
am Freitag auf der Zeche Matthias Stinnes
IIIIIV fünf Arbeiter verſchültet. Zwei Arbeiter
wurden dabei ſo ſchwer verletzt, daß ſie noch während
der Bergungsarbeiten ſtarben, ein Arbeiter wurde
müt ſchwerm Verletzungen ins Krankenhaus einge=
biefert
, die beiden anderen bamen mit leichteren Ver=
Tetzungen bzw unverletzt davon.

Sonntag, den 7. Juli 1929

Die Dinkelsbühler Kinderzeche‟.

Aus dem Feſtzug:
Kinderſtadtſoldaten in ihren hiſtoriſchen Koſtümen, der kleine Oberſt an der Spitze.
Alljährlich feiert das mittelfränkiſche Städtchen Dinkelsbühl die Errettung der Stadt durch die
Dinkelsbühler Kinder in einem trachtenreichen Kinderfeſt. Als im 30jährigen Krieg der Stadt
Dinkelsbühl Plünderung und Zerſtörung durch die Schweden drohte, ſchloſſen ſich die Kinder
zuſammen, zogen den Feinden entgegen und bewogen ſie durch ihr Flehen, die Stadt zu ſchonen.

Schweres Einſturz=Unglück in Frankfurk am Main.

Der eingeſtürzte Neubau des Verwaltungsgebäudes der J. G. Farben.
Dem Volksflugzeug gehörk die Zukunft!

Neue Junkers=Konſtruktionen.
Oben: Transportable Flugzeug=Garage. Unten: Kleinflugzeug Kobold.
Die Junkerswerke treten mit einer bemerkenswerten Neukonſtruktion auf den Plan, die geeignet iſt,
das Privatflugweſen auf eine breitere populäre Grundlage zu ſtellen. Es handelt ſich um eine
transportable Flugzeug=Garage aus Junkers=Leichtmetall mit Lamellendach, die ohne Fundament
aufſtellbar iſt. Gleichzeitig bringen die Junkerswerke ein kleines zweiſitziges Reiſeflugzeug Kobold
heraus. Mehrere ſolcher Liliputflugzeuge können in der neuen Garage untergebracht werden.

Der Weltrekord im Dauerfliegen überboten.
Cleveland. Auf dem Eſindecher City of
Cleveland brachen die Piloten Roy Mitchell und
Newcomb den Wekord im Dauerflug mit Bvennſtoff=
übernahme
in der Luft, der 172 Stunden 32 Minut mn
und eine Sekunde betnug, mit 174 Shunden 59 Abim.

Feuer auf einem deutſchen Dampfer.
Kalkutta. In der Nacht zum Samstag wurde
die hieſige Hafenfeuerwehr aufgeboten, um einem auf
dem deutſchen Dampfer Treuenfels ausgebrochenen
Brand zu löſchen. Das Fuer konnte durch Ueber=
flutung
eiſtickt werden. 4000 Ballen Jute, die mach
Hamluurg beſtimmt wanen, ſind beſchädigt worden.

Der einzige weibliche Kommerzienral
Deutſchlands geſtorben.

Lina Pfaff,
die Aufſichtsratsvorſitzende und Tochter des
Gründers der Nähmaſchinenfabrik Pfaff, iſt
kürzlich in Kaiſerslautern im Alter von 75 Jah=
ren
geſtorben. Frl. Pfaff war der einzige weib=
liche
Kommerzienrat Deutſchlands.
Schwere Bluttat.
Dortmund. Am Freitag abend bam es in einer
Wirtſchaft zwiſchen dem Erwerbsloſen Amton Weiß
und dem Montagearbeiter Max Braſis zu einem
Wortwechſel, in deſſen Werleuf Weiß dem Braſis
cſinen Tritt vor den Unterleib gab. Als Braſis da=
rauf
mit einem Bierglas ſich zur Wehr ſetzte, ergriff
Weiß ein Meſſer und verſetzte dem Gegner einen
tiefen Stich in die Herzgegenb, durch demn eine
Hauptſchlagader zerſchnittten wurde. Der Tod trat
auf der Stelle ein.
Autounglück.
Ründeroth bei Gurmmersbach, Reg.=Bez. Köln.
In der Nacht zum Samstag platzte an einem
Auto, das von Niederſeßmar kam und wit fünf
Perſonen beſetzt war, an einer Kurve der Weifen
eines Vorderrades. Das Auto üüberſchlug ſich. Der
am Steuer ſitzende Bieragent Rudolf Roetger wus
Niederſeßmar, der verheſivatet und Vater von zwei
Kunder iſſt, und dſie meben ihm ſitzende Hillde Mül=
ler
auus Dieringshauſen waren ſofort tot, dagegen
ſind die übrigen drei Inſaſſen ſämtlich nur leicht
verletzt worden.
Ein betrügeriſcher Bergwerksdirektor.
Kortbus. Der im 62. Lebbensjahre ſtehende
Bergwerksdirektor a. D. Otto M., der unter dem
dringenden Verdacht, in zahlveſchen Aufwertungs=
prozeſſen
vor aurswärtigen Gerichten umter Gid als
ſein eigener Zeuge unter fallſchem Namen aufgetreten
zu ſein bzw. andere Perſonen zum Meineid ange=
ſtiftet
zu haben, vor einigen Tagen verhaftet wurde,
hat munmehr ein Geſtändnis abgelegt. Ueber ſeine
Verfehluungen wird mitgeteilt: M. hatte in einer
Auufwertuugsſache mehrere Frouuen des Mefineids
bezichtigt. Im Verbaufe der Vorunterſuchung gegen
dieſe Frauen ſtellte ſich heraus, daß M., um ſſeine
Hypotheken zu retten, die er vorwiegend an Heine
Leute gegeben hatte, weit übber humdert ſtrafbare
Handlungen, meiſtens Angabe falſcher eüdesſtattlicher
Verſichenungen, Urkundenfälſchugen und Anſtif=
tungen
zum Mdeſimneild begangen hatte. Bei ſcinen
Straftaten wurde er von ſeiner Frau, deren Mutter
uund ſeiner Schwägerſim umterſtützt. In der Vor=
unterſuchung
ſtellte der Unterſuchungsrichter, Land=
gerichtsrat
Dr. Nitze aus Erfurt, feſt, daß M. mit
einem von ihm benannten Zeuugen Abfred Scharf
üdentiſch ſein müſſe. Dſie Verfolgung dieſer Spuur
führte zur Aufdeckung der zahlveichen Werfehllugen
M.s. Unter der Wucht der Beweiſe hat er ein Ge=
ſtändnis
abgelegt.
Die Inſel Anak Krakatau wieder im Meere
verſunken.
Amſterdam. Meldurngem aus Batabia zufolge
iſt die kleine 278 Meder lange Inſel Anak Krakatau,
die im Januar 0. J. während der wiederholten Aus=
brüiche
des Inſelvulbans Krakavqu entſtandem war,
am Donnerstag plötzlich verſchwunden. Da die Inſel,
die ſich 138 Meter hoch aus dem Meere erhob, ſich
aus loſem Vulkanſſand und Geröll gebbilldet hatte, iſt
anzunehmen, daß ſie von der ſtarben Brandung, die
Gereits vor einiiger Zeit cinige Teille der Inſel weg=
geſpült
hat, auseimandengeriſſem uud überflubet wor=
den
iſt.
Schiffsunglück bei Belgrad.
Belgrad. Der Schraubendampfer Lim, der
dem Paſſagierdienſt zwiſchen Belgrad und dem Zi=
monyer
=Save=Ufer verſühr, ſtieß mit dem Wrack eines
im vorigen Jahre geſunbenen Schüffes zuſſammen.
Der Dampfer wurde leck uud beganm ſofort zu ſinken.
Unter den 60 Paſſagieren entſtamnd eime uungeheutre
Panik. Das Schiff verlangte durch Sirenengeheul
Hilfe. Mehrere Boote eilten herbef, und es gelang
auch, ſämtliche Paſſagiere zu vetten. Nach eimer amn=
deren
Meldung ſollen allerdimgs eimüge Kinder, die
von Bord aus ins Waſſer geſpuungen waren, ver=
mißt
werden. Die Unterſuchung iſt eingeleitet.
Das Flugzeug Untin Bowler unterwegs.
NewvYork. Wie wus Chſicago gemeldet wird,
mümmt man am, daß das Flugzeug Untim Bowler
über deſſen Werbleib direlte nähere Machrichten ſeit
etlwia 24 Stunden Fehlem, zur Wermmſtoffergängung in
Greathwale gelandet iſt. Die auf dvaßtlloſem Weg
beſi der Redaktion der Chlicago Triſbune eingetrof=
fenem
Summerſignale, Die uum 8,10 Uhr Gegannen uund
uum 9,50 Uhr endigtem, habben Dia Wermutung beran=
laßt
, daß das Flugzeug die Macht auuf ſirgend einem
See nördlich von Ruperthouſe zugebwacht hat und
am Freitag nach Greathwalg wveiſtengefllogen iſt. Die
Radiozeichen mahmen damm allmählith ab, was eing
Oandung andeuter. Es wird erwartet, daß das Flug=
zeung
ün Greathwale nur etwa zwei Stunden zu=
bringt
, und falls das Wetter güüſtig iſt, Port Burz
well an der Nordſpitze von Labrador noch vor An4
bruch der Nacht erveicht.

[ ][  ][ ]

Seite 14

Sonntag, den 7. Juli 1929

Nummer 186

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Inſzenierungen im Bandhaus: Rudolf Ritiner
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[ ][  ][ ]

Seite 16

Sonntag, den 7. Zuli 1929

Nummer 186

Spotn Srter und Tarnen,

Ansſchaß für beidesdoangen Barmnadt

Waſſerball.

Skaffelläufe Darmſtadker Schulen.
Der Gedanke, die Darmſtädter Schulen auf dem Gebiete der Leibes=
übungen
zu einem Wettbewerb unter ſich heranzuziehen, iſt nicht neu.
Er beſtand in früheren Jahren ſchon einmal und wurde auch in die
Wirklichkeit umgeſetzt. Daß ihn der Ausſchuß für Leibesübungen er=
neut
aufnahm, iſt anerkennenswert. Er wird ſich zweifellos als eine
ſtändige Einrichtung wieder regelmäßig durchführen laſſen. Die geſtern
auf dem Sportplatz des Sportvereins noch nicht allzu große Beteili=
gung
ſollte für den Veranſtalter kein Grund ſein, von ſeinem Vorhaben
wieder abzurücken; zumal ihm im Gegenſatz zu früher, heute ausge=
zeichnete
Sportplätze mit allen erforderlichen Anlagen und Einrichtungen
dafür zur Verfügung ſtehen. Man hatte ſich diesmal nur auf die Aus=
tragung
von Staffelläufen beſchränkt. Das Programm läßt ſich für
ſpätere Jahre vielleicht noch erweitern. Das Begonnene als ſtändige
Einrichtung neben dem alljährlich wiederkehrenden Groß=Staffellauf
unter den Darmſtädter Vereinen, insbeſondere auch für alle Schulen
auszubauen, ſollte ſich der Ausſchuß für Leibesübungen angelegen ſein
laſſen. Hier bietet ſich ihm ein wertvolles Arbeitsfeld. Der Dank
weiter Kreiſe dafür iſt ihm gewiß.
Staffeln ſind immer packend, weil hierbei ſo recht der Kampfcharak=
ter
auch den Zuſchauer mitreißt. So auch geſtern. Mit einem Feuer=
eifer
waren ſie alle bei der Sache. Keiner Mannſchaft fiel der Sieges=
preis
nur ſo im Handumdrehen zu. Es mußte hart um ihn gekämpft
werden. In der A=Klaſſe, für Schülermannſchaften bis zu 14 Jahren,
blieb die Mannſchaft des Realgymnaſiums in 4 Min. 37 Sek.
Sieger, wofür ſie den Ehrenpreis des Miniſteriums für Kultus und Bil=
dungsweſen
erhielt. 2. Sieger wurde die Mannſchaft des Gymna=
ſiums
in der Zeit von 4,45 Min. 3. Sieger war die Mannſchaft der
Schillerſchule in 4,46 Min. In der B=Klaſſe, für Schülermann=
ſchaften
von 14 bis 18 Jahren, erzielte die Mannſchaft des Gymna=
ſiums
mit 8,26 Min. die beſte Zeit. Der Mannſchaft des Real=
gymnaſiums
, die eine Zeit von 8,30 Min. erreichte, mußte jedoch
der Ehrenpreis des Amtes für Leibesübungen zuerkannt werden, da die
erſtere Mannſchaft außer Wettbewerb mitlief.
Den am Tag des Groß=Staffellaufes ausgeſetzten 8000 Meter=Lauf
für Einzelläufer aus Turn= und Sportvereinen von Darmſtadt gewann
Lindner vom Sportverein 98 in der Zeit von 28:43,8 Min., und
damit erſtmalig den Wanderpreis des Verkehrsvereins Darmſtadt. Der
zweimalige Sieger (1927 und 1928) H. Geſſer vom Verein Deutſche
Jugendkraft mußte ſich diesmal mit dem zweiten Platz in der Zeit von
29,2 Min. begnügen. 3. Sieger wurde K. Geſſer von demſelben
Verein, Zeit 30,20 Min.; 4. Sieger Jäger vom Deutſch=Völk.= Turn=
verein
Jahn.
Nach den Läufen nahm der erſte Vorſitzende des Ausſchuſſes für
Leibesübungen, Herr Medizinalrat Dr. Friedrich, nach einer kurzen
Anſprache die Preisverteilung mit der des Groß=Staffellaufes
1929 vor.

Sporkv. Darmſt. 1898 Stadk=Elf Worms 15:2 (4:0)
Im Gegenſatz zu dem letzten Pokalſpiel zeigten ſich die 98er im
Spiel gegen die Wormſer Stadtelf in einer wahren Prachtform. In
allen Reihen klappte es gleich vorzüglich, ſelbſt Fiedler fand ſich auf dem
Läuferpoſten wirklich gut zurecht, ſo daß der Sieg auch der Höhe nach
vollkommen verdient war.
Man hatte von den Gäſten weit mehr erwartet. Wohl wehrten
ſie ſich zu Beginn des Spieles mit großem Eifer gegen die drohende
Niederlage, ohne jedoch die aufmerkſame Deckung des Gegners über=
winden
zu können. Nur in der erſten Hälfte konnte Worms das Spiel
offen halten, während die zweite Hälfte dauernd im Zeichen der Lilien=
träger
ſtand. Es war ein Vergnügen, zuzuſehen, wie der Darmſtädter
Angriff immer wieder durch ſchöne Kombinationszüge Torchancen ſchuf,
die dann auch in gleich ſchöner Weiſe mit placierten und ſcharfen Wür=
fen
ausgenutzt wurden. 15:2 gegen eine Mannſchaft, die einen Dietz,
Götz, Böhm und Galm in ihren Reihen hat, beſagt alles. Das Spiel
wurde äußerſt fair durchgeführt.
Handball in der Deukſchen Turnerſchaft.
Tgde. Darmſtadt 1846 1. Mannſch.T.V. Frankfurt a. M.=Griesheim.
Tgde. Darmſtadt 1846 2. Mannſch.T. V. Groß=Zimmern 1. Mannſch.
Am heutigen Sonntag empfangen die 1846er Gäſte aus dem Main=
gebiet
. Der T.V. FFm.=Griesheim ſtellt eine erſtklaſſige Mannſchaft dar,
die in ihrem Gau die Meiſterklaſſe würdig vertreten hat. Nur durch Peh
kam ſie um den 1. Platz der Tabeile bei den letzten Pflichtſpielen. In
ihren Reihen wirken 4 Spieler der Gaumannſchaft mit, was ſchon von
der Reife der Mannſchaft zeugt. Die Tgde, wird ſich mächtig anſtrengen
hmliſſen, um einen Sieg davontragen zu können. Jedenfalls iſt ein
ſthönes Spiel zu evwarken. Der Beſuch ſei jedermann beſtens empfoh=
Ien. Das Spiel findet um 4 Uhr auf dem Sportplatze am Oſtbahnhofe
ſtatt. Vor dieſem Spiel um ½3 Uhr trifft die 2. Mannſchaſt der
Turngemeinde auf die 1. vom T.V. Groß=Zimmern. Groß=Zimmern
ſpielr Meiſterklaſſe. Das Spiel dürfte ebenfalls ſpannend werden.
Am Samstag fährt die 1. Mannſchaft nach Eberſtadt, um dort einer
Rückſpielverpflichſtung gegen die bekannte Mannſchaft des T.=V. Eberſtadt
nachzukommen. Ueber den Ausgang des Spieles darf man geſpannt
ſein, da das Vorſpiel in Darmſtadt nur mit dem knappen Reſultat von
5:4 zugunſten der Darmſtädter endete.

Mit einer großen Ueberraſchung endete der am Freitag abend in
Köln ausgetragene Radländerkampf DeutſchlandFrankreich; die Fran=
zoſen
erlitten mit 177:68 Punkten eine unerwartet hohe Niederlage, nach=
dem
man ebenſo gut mit einem Sieg der Franzoſen gerechnet hatte. In
ausgezeichneter Form befand ſich Mathias Engel, der beim Flieger=
hauptfahren
zweimal über Weltmeiſter Michard triumphierte.
Für die Deutſchen Radmeiſterſchaften der Berufsfahrer am 12. und
14. Juſi in Bevlim meldeten ſich 23 Steher und 43 Flieger.
Die Affäre Müller=Bonaglia düufte wahrſcheinlich dadurch beigelegt
ſverden, daß Müller die Zuſicherung eines Revanchekampfes auf deut=
ſchem
Boden erhält.

Jung=Deutſchland unterliegt b : 6.
M. A. C. Budapeſt in hervorragender Verfaffung.
Geſtern konnte man am Woog wieder einmal ſehen, wie Waſſer=
ball
geſpielt werden ſoll. Die ungariſche Mannſchaft hielt das, was
ſie verſprochen hatte, und zeigte ein Spiel, wie man es in Darmſtadt
noch nicht geſehen hatte. Was wir vorausgeſagt hatten, traf ein. Tech=
nik
, Schnelligkeit und eine hervorragende Taktik wurden vorgeführt, die
nicht zu überbieten ſind. Daß es den Darmſtädtern gegen dieſen Geg=
ner
ſchwer fallen würde, ſtand von vornherein feſt. Man hatte jedoch
nicht geglaubt, daß das Fehlen von Berges ſo viel ausmachen würde.
Es fehlte der Mannſchaft eben der Mann, der durch ſtarken Drang nach
vorne dem gegeneriſchen Tor gefährlich wird. Es iſt jedoch für Jung=
Deutſchland keine Schande, ohne Berges gegen eine ſolche Mannſchaft
6:0 zu verlieren. Trotz der zahlenmäßigen Ueberlegenheit war das Spiel
nie unintereſſant und zum größten Teil offen. Jung=Deutſchland hätte
bei ſeiner Drangperiode gegen Ende des Spiels wirklich ein Tor ver=
dient
gehabt.
Budapeſt hatte ſeine beſten Leute in den vielfachen Internationalen:
Keſerue, Verteſſy und Jvady, die zuſammen ſouverän das Feld be=
herrſchten
. Beſonders Keſerue fiel auf, denn durch ſein ideenreiches
Spiel kam vor allen Dingen der hohe Sieg zuſtande. Die anderen zeig=
ten
ebenfalls beachtliches Können, und in Budai ſtand ein Mann im
Tor, der beſte kontinentale Klaſſe verkörpert.
Jung=Deutſchland merkte man, wie bereits erwähnt, das Fehlen
von Berges ſehr an. Trotzdem kann man ſagen, daß in Orlemann,
Schwartz und Müller heute Leute zur Verfügung ſtehen, die ſelbſt gegen
erſtklaſſige Mannſchaften ſehr gut beſtehen können.
Herr Blank=Mannheim, leitete das Spiel, dem wiederum 1500 Zu=
ſchauer
beiwohnten, ſicher wie immer.
Vor dem Spiel hatte Jung=Deutſchland in einer 6mal 50 Meter=
Staffel, mit der ſchnellen Mannſchaft: Müller, Orlemann, Kloſtermann,
Richter, Gils und Schwartz, in der ſehr guten Zeit von 3:06,6 die Un=
garn
mit 6 Meter Vorſprung geſchlagen.

Tennisſpiele im 9. Kreis (Mikkelrhein) der 9. T.
Die Deutſche Turnerſchaft hat nun auch die Pflege des Tennis auf=
genommen
. Im Rahmen der Reihenſpiele zur Ermittelung der Kreis=
beſten
hat am 23. Juni in Frankfurt a. M. die Turnierklaſſe 2 der
Männer ſich auf den Sandhöfer Wieſen im Einzel= und Doppelſpiel ge=
meſſen
. Es wurde flott geſpielt. Die Leiſtungen ſtanden weit über
Durchſchnitt.
Heute, 7. Juli, von morgens 8 Uhr ab, ſollen nun in Darmſtadt
auf den Plätzen der Turngemeinde 1846 hinter dem Großen Woog, die
1. Turnierklaſſe Männer und die 2. Turnierklaſſe Frauen ihre Einzel=
ſpiele
austragen. Die Beſchickung iſt recht gut. Es werden ſich 16 Her=
ren
und 15 Damen im edlen Wettkampf meſſen. Von Turnertennis=
abteilungen
haben gemeldet: Frankfurt 1860, L. L. Frankfurt, Stadtſport=
verein
Frankfurt, Rödelheim, Aſchaffenburg, Ems, Neu=Iſenburg, Oſt=
hofen
, Mainz 1817 und Darmſtadt 1846. Nach den vorausgegangenen
Kämpfen verſprechen die Wettkämpfe hinter dem Woog recht gut zu
werden. Ein Beſuch der Veranſtaltung dürfte ſich demnach wohl
empfehlen.
Vor den Enkſcheidungen in Frankfurk a. M.
Dr. Buß ſchlägt Worm. Buß und Froitzheim in der Schlußrunde.
Trotz des unbeſtändigen Wetters konnten am Samstag die Spiele
des Internationalen Frankfurter Tennis=Turniers programmäßig durch=
geführt
werden. Für die Schlußrunde des Herren=Einzels qualifizierten
ſich Altmeiſter Otto Froitzheim und der Mannheimer Dr. Buß. Froitz=
heim
zeigte ſich bei ſeinem Spiel gegen den Frankfurter Goſewich von
ſeiner beſten Seite; er ſiegte in dem temperamentvoll geführten Spiele
glatt 6:1 6:2. Goſewich hatte vorher den Berliner Remmert, der tak=
tiſch
Schwächen zeigte, 6:0 6:0 ausgeſchaltet. Die große Ueberraſchung
des Tages war der 6:0 7:5=Sieg von Dr. Buß über den Dänen Worm.
Der Mannheimer, der heute zum erſten Male den Dänen ſchlug, ſiegte
durch ſeine harten, glänzend verdeckten Bälle verdient. Bei den Damen
ſteht Frau Friedleben bereits in der Schlußrunde, während ſich unten
noch Frau Neppach und Frau Schomburgk in der Vorſchlußrunde be=
gegnen
. Frau Friedleben war im erſten Satz ihres Spieles gegen Frl.
Hoffmann=Hamburg noch nicht richtig im Schlag; ſie ließ die Hambur=
gerin
mit ihren langen Vorhandſchlägen in Führung gehen, riß aber
dann durch energiſches Spiel den Satz noch an ſich und gewann ſchließ=
lich
gegen die zum Schluß ſtark nachlaſſende Gegnerin 10:8 6:1. Vorher
hatte Frl. Hoffmann die weit unter Form ſpielende Frau Richter=
Weihermann 6:0, 6:3 beſiegt. Frau Neppach fertigte Frau Hoek 6:2,
6:1 ab. Im Herren=Doppel ſtehen die Paare Buß=Latour und
Remmert=Schomburgk in der Schlußrunde. Die Ergebniſſe des Sams=
tags
waren hier: Buß=LatourKleinlogel=Samesreuther 6:2, 6:3, Goſe=
wich
=von Cramm gegen Beermann=von Knoop 6:2, 6:1; Buß=Latour
Goſewich=von Cramm 7:5, 6:2; Remmert=Schomburgk-Henke= Wein=
nann
6:3, 6:3, Worm=KlopferErwen=Tamburini 6:0, 8:6; Remmert=
SchomburgkWorm=Klopfer 10:12, 6:4, 6:3. Im Gemiſchten
Doppel gab es folgende Ergebniſſe: Frau Friedleben=BußMenges=
Klopfer 6:1, 6:3; Ehepaar Schomburgk-Leefeldt=Salmony 6:1, 6:2;
Ehepaar SchomburgkFrau Davidſon=Henke 6:1, 6:1; Frau Richter=
Weihermann=GoſewichFrl. Tintz=Tucher 6:3, 6:2; Richter=Weihermann=
GoſewichFrau Ewald=Beermann 2:6, 7:5, 6:1; Frau Neppach=Worm
Frl. Leefeldt=Weinmann 6:1, 6:3; Gräfin Wedel=CrammRichter=
Weihermann=Goſewich 3:6, 6:2, 8:6.

Helen Wills wieder Meiſterin.
In Wimbledon gab es am Freitag zwar nur wenige, dafür aber
umſo intereſſantere Spiele. Bei dem anhaltend ſchönen Sommerwetter
konnte das Programm reibungslos abgewickelt werden. Außerordentlich
waren wieder Andrang und Anteilnahme des Publikums. Im erſten
Final des Turniers kam die amerikaniſche Meiſterin Helen Wills in un=
unterbrochener
Reihenfolge zum dritten Male in den Beſitz des Titels
einer inoffiziellen Weltmeiſterin. Frl. Wills trat zum Endſpiel gegen
ihre Landsmännin Helen Jacobs an und ſiegte zwar dem Ergebnis
nach 6:1, 6:2 leicht, hatte aber härteren Widerſtand zu überwinden, als
das Reſultat vermuten läßt. Im Gemiſchten Doppel gab es wieder zwei
Favoriten=Niederlagen. Bennet/Cochet unterlagen gegen Fry/Collins
6:2, 4:6, 6:8. Das engliſche Paar unterſtützte ſich beſſer, auf der an=
deren
Seite ſchonte ſich Cochet auffällig ſtark. Wenig ſpäter beſiegten
dann Fry/Collins Ryan/Gregory 6:2, 6:3 und qualifizierten ſich damit
für die Schlußrunde, bei der ſie auf Wills/Hunter treffen. Die Ameri=
kaner
ſchalteten Bobby Heine/Farqueharſon (Südafrika) 8:10, 6:2,
6:3 aus. Wills/Hunter mußten ſich ſehr ſtrecken, um die Südafrikaner
nach härteſtem Kampf zu ſchlagen. Im Damen=Doppel ſiegten die Titel=
verteidiger
Watſon/Michell gegen Jlqueham/Harvey erſt nach ſchwerſtem
Ringen 6:4, 5:7, 6:2. Für die Schlußkämpfe am Samstag
haben ſich ſomit bei den Herren die beiden Franzoſen Cochet und Boro=
tra
, beim Herren=Doppel die beiden Davispokalpaare Gregory/Collins
(England) und Alliſſon/pan Rhin (Amerika), beim Gemiſchten Doppel
Fry/Collins (England) und Wills/Hunter (Amerika), ſowie beim Damen=
Doppel die beiden engliſchen Paare Watſon/Michell und Covell/Shep=
pard
=Barron qualifiziert.

Frankfurt.

Sonntag, 7. Juli. 7: Hamburg: Hafenkonzert. 8: Kathol.
Morgenfeier. Ausf.: Chor des Oberlyzeums der Urſulinen unter
Leitung von Schw. Agnes Breuer, E. Dotter (Orgel). Soliſtin:
S. Beil. Anſpr.: Rektor Hofmann. O. Anſchl.: Glockengeläut von
der St. Peterskirche. e 11.30: Ein Vater kommt in die Sprech=
ſtunde
. Geſpräch zwiſchen Rektor K. Wehrhan und Oberingenieur
Scheyrer. O 12: Mandolinenkonzert. o 13: Landwirtſchaftskam=
mer
Wiesbaden: Führung durch das Verſuchsfeld des Frankfurter
Landw. Vereins in Frankfurt a. M.=Praunheim durch den Landw.=
Rat Dr. Schneider, Höchſt a. M. w 13.20: Führung durch die
vierte große Kunſtausſtellung 1929 im Orangerieſchloß. Sprecher:
Prof. Dr. Luthmer. O 15: Jugendtheater: Pechvogel und Glücks=
kind
. Ein Märchenſpiel von Guſtav Adolf Treutler. O 16: Konzert
des Funkorch. Anlagen: Anita Franz. O 17.30: Güterdir. Schneider=
Kleeberg in Niederwalluf: Induſtrialiſierung tut der Landwirtſchaft
not. Dir. Dr. Waas: Gehören Bücher auf das Land?. O 18.30:
Oberſtudiendir. Dr. Oehlert: Frankreich und Deutſchland. o 19:
Cronberg i. T.: Funkreportage: Cronberger Nachkerb und Cron=
berger
Erdbeermarkt. Sprecher: Dr. Laven. O 19.30: Konzert
des Arbeitergeſangvereins Eintracht, Hüttengeſäß bei Hanau.
6 20.30: Peter Scher. Vorleſung aus eigenen Werken. O 21: Konzert
des Funkorch. Mitw.: Kammerſänger John Gläſer (Tenor), 6 22:
Marſchkonzert des Funkorch. Hohenfriedberger. Marſch des
1. Bataillons Garde. Koburger. Pappenheimer. Motive
der Oper Der Brauer von Preſton Motive der Oper Die
Hugenotten Seifert: Kärtner, Liedermarſch. Piefke: Preu=
ßens
Gloria. Souſa: King=Cotton=Marſch. Sullivan: Bara=
taria
=Marſch. Rakoczy=Marſch. Leitung: Kapellmeiſter Merten.
O 23: Berlin: Tanzmuſik.
Königswuſterheuſen.
Sonntag, 7. Juli. 6.00: Gymnaſtik. o 7.00: Hamburg, Norag= Früh=
konzert
auf dem Dampfer. o 8.55: Glockenſpiel der Potsdamer Garni=
ſonbirche
. o 9.00: Morgenfeier Anſprache Superüintendent Brüſſan= Vön=
neven
, anſchlie ßend Glockenſpiel des Berliner Doms. o 10.00: Wettervor=
heſtſage
. o 11.00: Beſuch des Wirtſchaftsberaters auf einem Bauernhof,
Zwüegeſpräch zwiſchem Diplomlandwirt Hilmar Deichmawa und Diplom=
ladwürt
Trüſchen. o 11.30: Dr. Kramer: Zuchelrrüübenbeu in Deutzſchland.
o 12.00: Blasorcheſter:Konzert, Orcheſter Woitſchach. 14.00: Litzeratur,
Chineſiſche Anerdoten. o 17.30: Konzert, Mürüwirkende: Marga Henatſch
(Klavſer), Mikoſaus Lambinon (Violſime), Irmgard Preiß (eopran). o
15.30: Märchen. o 16.00: Zur Unterhlaltung, MMitwürkende: Hennü Meu=
manm
=Knapp, F. Meſuumanm (Geſang), GHch. Börtcher (Rezitation), Unter=
halltuungsmuzſik
der Kapelle Löwenthal, o 18.30: Dr. Ehrhardt: Deutſche
Meiſteropern. o 19.00: F. Baab: Vom Sinn des Schöpferiſchen. o
20.00: Dr. Hermamn Heſſe, Werke, vorgetragen vom Lina Loſſen. o
20.30: Marek Webex ſpielt; dawach Tanzmuſik Gapelle GGerhard Hoff=
wann
, Pqſe, Blülldfunk.

Der Einfluß höheren Druckes, der ſich geſtern von Südweſten her
entwickelte, wurde durch das Nordſeefallgebiet wieder zur Abſchwächung
gebracht. Eine Randſtörung brachte in unſerem Bezirk mit der Warm=
luftwelle
in den heutigen Morgenſtunden ſtellenweiſe Gewitterſtörungen
und vielfach Niederſchläge. Der Einfluß der Nordſeeſtörung iſt noch
nicht beendet. Wir gelangen vielmehr in ihren Kaltluftſtrom, der uns
Abkühlung bringen wird. Außerdem bleibt dabei die Wetterlage unbe=
ſtändig
, und Regenſchauer ſind noch zu erwarten, wenn auch bei der
wechſelnden Bewölkung zeitweiſe Aufheiterung eintritt.
Ausſichten für Sonntag, den 7. Juli: Wechſelnd wolkig mit vorüber=
gehender
Aufheiterung, kühler, zunächſt noch zeitweiſe Regenſchauer.
Ausſichten für Montag, den 8. Juli: Mehr aufheiterndes Wetter, mäßig
warm, in der Hauptſache trocken.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: J. V.: Dr. Eugen Buhlmann;
für Die Gegenwart: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripie wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

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Achtung! Abfahrt!
Der Bahnhof friedlich und heiter, ſobald dich ander=
wärtige
Gründe dahinführen wird zum toſenden, branden-
den
Meer, wenn du ſelbſt eine Reiſe tuſt. Denn das iſt das
Erſtaunliche, daß juſt dann, wenn du irgendwohin fahren
willſt, alle anderen Menſchen den gleichen Entſchluß gefaßt
haben. Sie könnten ja auch an einem anderen Cag, mit einem
anderen Sug fahren. Aber ſie tun’s nicht, heimtückiſch wie
ſie ſind. Sie haben es ſich in den Kopf geſetzt, dir das Neiſen
gründlich zu verleiden.
So denkſt du
So denkt ein jeder.
Vor dem Fahrkartenſchalter ſteht man Schlange. Vor
dem Fahrkartenſchalter. Es ſind zar noch andere Schalter
da. So viele, daß ſie gerade ausreichen würden. Aber ſie
gähnen grau, gelangweilt und geſchloſſen in die Halle. Weiß
Gott, warum. Die Reichsbahn wird ihre Gründe dafür
haben. Du aber denkſt: Die Beamten ſchlafen noch. Oder ſie
ſind gerade mal hinausgegangen. Oder ſie ſind bei einem
Begräbnis...
Vor dir ſteht ein dicker Mann mit einem Nuckſack. Vor
dir ſteht garantiert immer ein dicker Mann mit einem Nuck=
ſack
, da kannſt du tun, was du willſt. Den Ruckſack drückt er
dir auf die Naſe, und in der Außentaſche ſteckt Camembert.

reichen, ſie aufzunehmen. Und
ſie ſtehen wie ein Fels dicht
am Nande des Abgrundes,
durch den der Sug herein=
brechen
wird. Aber du biſt ge=
witzt
, du drängſt dich vor, du
ſtehſt in der erſten Neihe und
biſt fröhlich und pfeifſt ein
Reiſeliedchen.
Su frühl. Denn das Auge
des Fahrleiters wacht. Er
dampft wie eine Straßenwalze
daher: Surücktreten! Du
folgſt ihm wohl, aber nicht der
Nachbar zur Nechten und nicht
der Nachbar zur Linken, und
dann ſtehſt du plötzlich in der
ſiebenten Neihe, und weißt nicht
wie....
Der Sug kommt, er iſt voll
von Menſchen, keine Steck=
nadel
kann darin zu Boden fallen. Crotzdem wird er im
Sturm genommen, ein Schreien, Coben hebt an, vor dir ſteht
plötzlich eine Mutter mit ſechs Kindern, du darfſt nicht darauf
treten, nein, das darfſt du nicht, und ſie ſtehen da, und
rühren ſich nicht um die Welt, und es ſtellt ſich erſt viel zu
ſpät heraus, daß ſie eigentlich erſt mit dem nächſten Sug
fahren wollten. Und da unterdrückſt du einen zaghaften Fluch
und ſpringſt gegen ein Crittbrett, und ſchon fliegt dir ein
Koffer auf die Sehen und noch einer, und über das Ganze
ſchwingt ſich höhniſch grinſend ein Gepäckträger, der immer
vor dir kommt, und wenn du noch ſo früh da warſt.
Du ſuchſt ein anderes Abteil, aber die Inſaſſen ſind ſchon
längſt ſolidariſch geworden und ſchreien im Sprechchor: Bää=
ſetzt
! Und wenn die Abteile auch leer wären, ſo ſehen ſie doch

überfüllt aus, denn die Leute haben ihre kleinen Cricks, ſie
machen aus einer Samilie mit ſechs Köpfen und ſechs Hüten
eine Menſchenanſammlung, und du mußt ſehr kaltblütig und
ſehr energiſch ſein, wenn du doch noch hineinkommen willſt,
um dann bequemen Platz zu finden.
Ja, ſo ſind ſie, die Neiſenden. Die anderen natürlich.

Immer Camembert. Hinter dir ſteht der Mann, der be=
hauptet
, eigentlich früher gekommen zu ſein. Er ergeht ſich
in Worten, deren jedes für drei Bekleidungsſtücke ausreicht.
Von rechts her kommt was gilt die Wettel ein altes
Fräulein, das behauptet, ihr Sug ginge in einer halben
Minute. Da iſt nichts zu machen, du mußt ſie vorlaſſen, denn
ſie iſt obendrein ſchwerhörig und unzugänglich für jedes Ar=
gument
. Und wenn du dann glücklich vor dem Schalter ſtehſt,
drängt ſich noch ſchnell ein herkuliſch gebauter Mann von der
anderen Seite heran. Er iſt ſo herkuliſch gebaut, daß er jeden
Widerſtand im Keime erſtickt. Du nimmſt dir gerade vor,
den nächſten Boxkurs zu beſuchen da brüllt ſchon der
Beamte.
An der Sperre das gleiche Bild. Der gleiche Vorgang.
Und dann der Bahnſteig! Es ſind ſo viele Menſchen da,
daß man meint, alle Süge der Welt würden aus=

Reiſegenoſſen.
Das iſt dan wieder ein Kapitel für ſich. Solange man
nicht als Miniſter im eigenen Salonwagen reiſt, muß der
Reiſegefährte in Kauf genommen werden. Es ſoll ja manch=
mal
vorkommen, daß er eine junge hübſche Dame oder ſonſt=
wie
ſympathiſch iſt. Aber man iſt geneigt, das für eine Aus=
geburt
überhitzter Autorenphantaſie zu halten. Auf jeden Fall
ſind 99 Prozent aller Mitreiſenden höchſt unangenehme
Exemplare des homo sapiens.
Sum Beiſpiel der Herr mit dem guten Appetit.
Er kommt ins Abteil, und man ſieht es ihm an, daß er
eben noch in der Bahnhofswirtſchaft einen Imbiß genommen
hat. Er verſtaut ſein Gepäck, ſetzt ſich dir auf den Nockſchoß,
und wonn er noch ſo viel Platz hätte , rückt ein paarmal
unruhig hin und her ſteht wieder auf, räuſpert ſich, holt
leinen Koffer, nimmt ihn auf die Knie und ißt ißt-
Das iſt natürlich ſein Privatvergnügen. Aber er ſchüttet
dir auch Kaffee aus der Chermosflaſche auf die Schuhe, er hat
immer Harzerkäſe auf dem Brot, er ſchmatzt wie ein Ferkel,
er ſpuckt dir die Kirſchkerne in die Manteltaſche, er raſchelt
dauernd mit Dergamentpapier, er läßt die Speiſereſte auf
den Boden fallen und vor allem: er iſt viel zu lange.
Und die Qual verdoppelt ſich, wenn ſich zu dieſem Neiſe=
gefährten
wie es häufig geſchieht ein anderer geſellt,
nämlich die Dame, die keine Sugluft verträgt.
Da mag eine Cemperatur von 35 Grad herrſchen, da mag
es nach Sigarettenqualm, Käſe und Schweiß riechen, daß die
Scheiben anlaufen die Dame verträgt kein offenes
Senſter. Das iſt das erſte, was ſie tut, ſie ſtürzt ſich darauf
und ſchließt es, und nach einer Weile verlangt ſie von dir,
du mögeſt auch den Ventilator ſchließen und ſie begegnet
jedem mit einem empörten Blick, ſie murmelt etwas von
Nückſichtsloſigkeit und früher war das anders, und ſchließt
daran ein längeres Kommunigué über Erkältungskrankheiten
im allgemeinen und ihr Rheuma im beſonderen, ſagt auch,
daß ihre Großmutter auf ganz ähnliche Art zugrunde ge=

gangen ſei, woraus du ſchließen darfſt, daß du nur durch einen
beſonders glücklichen Sufall nicht zum Mörder wurdeſt. . . .
Und wir wollen bei dieſer Gelegenheit auch an einen
dritten ſympathiſchen Reiſegefährten denken, an den Mann,
der niemals von Politik ſpricht.

Er beginnt mit einem Hinweis auf das ſchlechte Wetter
und ſagt dann plötzlich: ich ſpreche ja niemals
über Politik, aber wenn ich Neichspräſident wäre. .. Und
eh du dich verſiehſt, hat er die Verhältniſſe ſchon von
Grund auf umgeſtaltet, wo du ſelbſt doch viel beſcheidener
wäreſt, entſchloſſen, dich damit zu begnügen, Nuhe, endgültig
Nuhe vor allen dieſen lieben, netten Menſchen zu haben.
Auch der Säugling wird ſonſt im Leben ein roſiger
Freudenſpender auf der Neiſe zum Folterknecht. Er wird
dich mit ſeinem Geſchrei aus dem Schlaf, aus der Nuhe, aus
der Lektüre reißen, er wird deine Nerven um ſeine Klapper
winden und mit den dicken Händchen nach deinem Crommel=
fell
greifen. Er wird juſt dann aufs Cöpfchen gehen wollen,
wenn du dich dem Genuß eines Imbiſſes hingibſt, und wenn
du dann dennoch das Glück haſt, zu einem Nickerchen ein=
zuſchlummern
, wird ihn dir die Mutter auf den Schoß ſetzen,
weil ſie draußen etwas zu tun hat. Du wirſt das Abteil
ſchließlich ſeufzend verlaſſen und draußen ſtehend nächtigen.
Und es ſcheint wahrhaftig Mütter zu geben, die ihre Säug=
linge
nur deshalb auf die Neiſe nehmen, um ein Abteil für
ſich zu haben. Und du beſchließt mit ingrimmigem Witz, dir
auf größeren Bahnhöfen eine Säuglingsverleihanſtalt aufzu-
machen
, die weitaus beſſer gehen müßte, als der Handel mit
Platzkarten.
Aber der Säugling iſt auch noch nicht das Schlimmſte.
Schlimmer iſt der, der dich für einen Naubmörder hält.
Er betritt das Abteil, ſetzt ſich umſtändlich eine Brille
auf und fixiert dich eine geſchlagene Stunde lang in eindring=
licher
Weiſe. Dann hat er dich durchſchaut, denn er iſt ein
Menſchenkenner. Und dann handelt er danach. Er ſetzt ſich in
eine entlegene Ecke, verbirgt ſein Geſicht zur Hälfte in ſeinem
Mantel, und mit dem anderen Auge äugt er unentwegt zu
dir herüber. Alle fünf Minuten ſieht er nach, ob ſein Gepäck
noch da iſt. Wenn du zufällig in die Caſche greifſt, fährt er
erſchreckt zuſammen und ſchielt drohend nach der Notbremſe.
Und wenn die Reiſe auch zwei Cage währen ſollte, er wird
ſeinen Platz niemals verlaſſen, er wird niemals ein Auge
ſchließen, niemals die Hand von der Stelle nehmen, wo er
die Brieftaſche hat. Und dich quält der fürchterliche Ge=
danke
, ob er denn niemals in den Speiſewagen oder auch

ſonſtwohin müßte, und du fühlſt dich für die körperlichen
Schäden verantwortlich, die er dieſerhalb erleiden könnte. Und
wenn du eine empfindſame Natur biſt, trägſt du ſchwere ſee=
liſche
Depreſlionen davon.

[ ][  ][ ]

Buchſchlag, ein Buen Retiro.
Von KarlOtto Windecker.
Lange Jahre, bis nach Ende des Krieges, war ſie ſtolz dar=
auf
, die jüngſte Gemeinde Deutſchlands zu ſein. Wenn ſie jetzt in
dieſem Jahre das erſte Vierteljahrhundert ſeit ihrer Gründung
feiert, ſo wird ſie wohl dieſen Citel ſchon geraume Seit verloren
haben, die kleine Villenkolonie Buchſchlag, an der Bahn=
ſtrecke
FrankfurtDarmſtadt, faſt in der goldenen Mitte zwiſchen
beiden Städten, und von beiden Städten als Vorort reklamiert.
Klein, zierlich und ruhig. Das ſind die erſten Eindrücke.
Hinter weißen Holzzäunen und breiten Vorgärten, halb noch ver=
deckt
von hohen Waldbäumen, ſtehen die kleinen Villen im
hübſchen Landhausſtil, meiſt mit leuchtenden roten Siegeldächern
und weißen Fenſterläden. Vornehm und vertraut zugleich.
Sie ſind keine Experimente zu einem neuen, beſonderen, vielleicht
Buchſchlag=Stil eine Annahme, die die ſonſtige Beſonder=
heit
der Siedlung vielleicht rechtfertigen würde , ſondern die
Architekten, die dieſe Siedlung gemeinſam mit ihren Gründern
erbauten, ſtellten Villen zum Wohnen, Wohnhäuſer als Villen
in eine entzückende, ruhige Umgebung.
Was Buchſchlag ſo ungeheuer reizvoll macht, iſt weniger der
Charakter ſeiner kleinen, anmutigen Villen, als dieſe Umgebung
voller Nuhe, die Stille, die Möglichkeit, in zwei Minuten im
tiefſten Wald zu ſein, und ſeine Anlage. Das Beſondere und
Wertvolle der Anlage ſind ſeine glücklichen Bauvorſchriften,
die Verpflichtung für jedes Haus zur Anlage eines Gartens von
mindeſtens 1000 Quadratmetern, die Vorſchrift der Breite des
Vorgartens uſw., das Verbot irgendwelcher gewerblicher
Betriebe.
Breite, ſchattige Wege führen von der Kolonie aus durch den
Wald, den Buchenſchlag, nachdem ſie ihren Namen erbielt.
Wundervoll liegt der kleine Waldfriedhof zwiſchen Cannen und
hohen, alten Eichen. Die Waldſtille, die ihn umgibt, wird nur
von dem Singen der kleinen Vögel und hin und wieder einmal
durch das Pfeifen einer Lokomotwe auf der nahen Bahnſtrecke
unterbrochen. Ein großes, kunſtvoll geſchmiedetes Cor führt zu
den vielen Grabſteinen, deren Weiß ſchon von weitem durch das
Grün des Waldes ſchimmert. Kein Auto raſt hier vorbei und
ſchreckt mit ſeinem gellenden Hupen auf, keie Straßenbahn
raſſelt und klingelt. Wie ruhig, wie friedvoll iſt dieſes Stückchen
Erde. Und doch ſo heiter und froh, wenn oben in den hohen
Eichenbäumen die Vögel ein kleines, lebensfrohes Lied ſingen.
Auch eine beſondere Attraktion iſt vorhanden: der Hengſt=
bach
. Schmal, beſcheiden ſchlängelt er ſich in tauſenderlei Win=
dungen
durch den Wald, manchmal kaum größer wie ein Straßen=
graben
, manchmal aber auch mit anerkennenswerten Anſätzen zu
einer geradezu romantiſchen Geſtaltung. Wichtig und ſenſationell

wird das Bächlein aber erſt an ſeiner Mündung die nicht exi=
ſtiert
. Swiſchen Buchſchlag und dem Forſthaus Mitteldick, auf
der wirklich ſchönen Hengſtbachwieſe, die, von hohen Waldſäumen
umfaßt, oft an manche Schwarzwaldwieſe erinnert, wird dieſes
romantiſche Waſſerflüßlein immer ſchmäler und kleiner ver=
ſchwindet
plötzlich in einem dichten Cannengeſtrüpp, um endlich
ganz zu verſiegen. Immerhin ein nicht gerade alltägliches Vor=
kommen
. Vor Jahren einmal machte man Verſuche mit Farb=
ſtoffen
, die man in das Waſſer ſchüttete. Bei Kelſterbach, im
Main, ſollen ſie wieder zum Vorſchein gekommen ſein. Noman=
tiſche
Gemüter ſprachen dann gerne von einer unterirdiſchen alt=
römiſchen
Waſſerleitung. Auf hiſtoriſchem Boden geht es ſich
beſſer.
Im Jahre 1994 wurde auf Veranlaſſung des Großherzogs
von Heſſen das Gelände für die Villenſiedlung zur Verfügung
geſtellt. Der Grundgedanke der Gründer war wohl, eine Sied=
lung
zu ſchaffen, die, indem man feſte Nichtlinien aufſtellte,
jeden Bodenpreiswucher ausſchloß. Gemeinſam mit der Heſſi=
ſchen
Regierung begann der Frankfurter Jakob Latſcha das
Werk. So kann man alſo wohl ſagen, daß die beiden Städte
Darmſtadt und Frankfurt Pate geſtanden haben.
Sunächſt führte Oberſtleutnant v. Striezimſny, der ſpätere
Kurdirektor Bad Nauheims, die Geſchäfte des jungen Gemein=
weſens
. Einige Jahre vor dem Krieg erlangte die Kolonie aber
Selbſtverwaltung, und damit die erſten Austragungen kommunal-
politiſcher
Kämpfe. Aus der Bürgermeiſterwahl ging der Dichter
Rudolf G. Binding als Sieger hervor. Dem raſchen Auf=
blühen
ſetzte der Krieg ein Ende. Große Pläne mußten zurück=
geſtellt
, ja aufgegeben werden. Der Ilan, die Frankfurter Nem=
bahn
nach Buchſchlag zu verlegen, fiel ins Waſſer. Buchſchlag
opferte und litt im Weltkrieg wie alle anderen Orte und Städte.
Auch nach dem Krieg war ſeine Leidenszeit nicht beendet. Als
Grenzort des Mainzer Brückenkopfes hatte es bis nach Been=
digung
des Nuhrkampfes franzöſiſche Beſatzungen in allen Farb=
ſchattierungen
. Auch Buchſchlags Bevölkerung mußte Cag für
Cag zu Suß nach dem Neu=Iſenburger Notbahnhof laufen, früh
am Morgen in erwachender Dämmerung ſpät in der Nacht.
Das iſt jetzt lange vorbei. Hanz ſelten taucht noch einmal ein
franzöſiſcher Gendarm auf er ſelbſt weiß wohl nicht recht, was
er hier noch verloren hat. Die ſchönen Schilder: Limite zöne
oceupé! ſtehen verträumt auf abgelegenen Waldwegen und
ſonnen ſich, von ihrer Sinnloſigkeit längſt überzeugt.
Inzwiſchen iſt die kleine Kolonie mächtig weitergewächſen.
Beſcheidene Anfänge der wiedererwachten Bauluſt laſſen ſich
ſehen erſt in den letzten Wochen hat Buchſchlag eine fabel=
hafte
Straßenbeleuchtung erhalten. Lange genug hat man danach
gejammert. Die Namensänderung vor Jahresfriſt aus Sprend=
lingen
=Buchſchlag in Buchſchlag=Sprendlingen, bahnamtlich ge=
führt
, zeugt von erwachtem Lokalpatriotismus. Verhältnis-
mäßig
viel Autos auf den breiten, ſauberen Straßen zeugen von
einem gewiſſen Wohlſtand, der ſonſt nur an Hand der Steuer=
bücher
einwandfrei feſtzuſtellen wäre.

Ma d ame

Von Gertrud Aulich.
Die Uhr auf dem Kaminſims ſchlägt eins. Ein Uhr nachts.
Es iſt eine aus Elfenbein geſchnitzte, reich mit Gold eingelegte
Zieruhr im Empireſtil. Auch die Einrichtung des kleinen, intimen
Damenſalons iſt Empire, elfenbein, gold und blau.
Madame ſchiebt das Weinglas fort, hört auf zu lachen und
ſagt: Es iſt ein Uhr, Herr Studienrat, das Kaſino dürfte eben
ſchließen.
Ein Mann erhebt ſich von den Knien, läßt die ſchmale, kühle
Hand Madames los, ſieht mit brennenden Augen, die nichts
wahrnehmen, in die blaugoldene Verdämmerung des Naums
und ſagt mit einer von Leidenſchaft erſchöpften Stimme: Ich
weiß. Ich werde alſo gehen. Ich bitte Sie um nichts mehr, aber
ſeien Sie barmherzig, nennen Sie mich nicht mehr Studienrat, ich
haſſe Studienräte.
O, weshalb nur? Lächelt Madame unſchuldig, ich finde ſie
im Gegenteil ſehr intereſſant. Sie müſſen wiſſen, ich hatte im
Luzeum ſogar einen Schwarm für einen Studienrat. Leider war
er Prieſter: Sie ſehen ihm ſehr ähnlich, ja, wahrhaftig, Größe,
Geſichtsform, Haar, Brille, alles ſtmmt. Sie tragen ſogar eben=
ſolchen
grauen Nock, wie jener Prieſter ihn trug. . . .
Der hagere junge Mann unterbricht: Sie ſienkten mir doch
dioſen köſtlichen Abend nicht nur, um mit mir. Wein zu trinken
und mir ſoſches zu ſagen? Im übrigen weiß ich es ſchon, Sie

wiederholten es jetzt zum drittemmal. Er ſtreicht ſich über das
ſpärliche Haar und fährt fort: Wirklich, wenn dieſer gemeine
Doppelgänger, der mir Ihre Liebe geſtohlen hat, aufzutreiben
wäre, ich ginge hin und erwürgte ihn.
O, ſagte Madame beluſtigt, aber ja, gewiß! Ich kann Ihnen
mit leiner AAdreſſe dienen, Sie werden erfreut ſein, Herr
Doktor!
Dr. Laroche lächelt trüb, ſtockend ſagt er: Ich leide furcht=
bar
unter meiner Liebe, und Sie verſpotten mich. Sie ſind ſo
grauſam, als Sie ſchön ſind .. ., aber ich werde nicht aufhören,
Sie zu lieben, und wenn ich Sie mit meinen Küſſen töten müßte.
Ich bitte ſogar darum, ſagte Madame ganz ernſt, ſteigt von
der Ottomane herab, ordnet das Gerieſel von Seide und Spitzen
und läßt dabei ein wunderbar ſchönes Knie ſehen und die Ahnung
eines herrlichen Schenkels. Ich wünſche mir ſchon lange eine
große Leidenſchaft, leider ſind die Männer durchweg gräßlich
langweilig und läſtig, fügt ſie gelaſſen, aber mit aufreizendem
Augenaufſchlag hinzu.
Ich auch? fragte Dr. Laroche, und ſteht da in der Poſe
eines Schwerverbrechers, der ſein Urteil erwartet.
Mein Gott, das kommt darauf an. Es kommt bei der Liebe
überhaupt auf hunderterlei an, das erſt ein Erlebnis ausmacht,
ſagt Madame und dehnt die Arme wie in einer ſchwerbezwing=
lichen
Müdigkeit. Es kommt dabei von ſelbſt, daß die kleinen
Brüſte hart und ſtraff durch den Stoff ſtechen.
Sie geben mir alſo ein Verſprechen? fragte der junge Mann
atemlos in ſeliger Betroffenheit, ergreift die Hände der ſchönen

Buchſchlag iſt erfreulicherweiſe kein Ausflugsort im
üblichen Sinne. Wenige ſind es, aus Frankfurt wie aus Darm=
ſtadt
, die beſonders genußſüchtig ſind die Buchſchlags herrliche
Nuhe und Stille den Butterbrotpapier überſäten Waldwieſen
des Caunus oder Odenwalds vorziehen. Wer auf ſeinem Sonn=
tagsſpaziergang
nicht tout Kaiſerſtraße oder tout Nheinſtraße
antreffen will, der nimmt ſeine Hängematte unter den Arm und
verſchwindet mit Kind und Kegel in den Wäldern Buchſchlags.
Oder ſtärkt ſich im Forſthaus an einer Caſſe Kaffee, kühlt ſich an
einer Portion Eis. Hört den Vögeln zu, und argert ſich, wenn
es doch ein Auto einmal wagt, nach Großſtadtart zu hupen.
Und auch die einzig peinliche Legende, die ſich mit Buchſchlag
verbindet und die jahrelang in Darmſtadt ſowohl, als auch in
Frankfurt erzählt wurde die von der unerträglichen Schnaken-
plage
, kann einwandfrei widerlegt werden: an Einheimiſche
gehen die Cierchen micht.
Ein gewandter Schriftſteller.
Von Peter Nobinſon.
In der Cinte, einem Fachblatt für Schriftſteller, las ich
dieſes Inſerat:
Ein gewandter Schriftſteller mit angenehmer
Seder und flüſſigem Stil zur Abfaſſung eines Pro=
ſpektes
gegen ſehr hohes Honorar geſucht. Gefällige
Offerten mit Stilproben uſw.
Wie immer, reizte mich auch in dieſem Falle das ſehr hohe
Honorar. Deshalb meldete ich mich und legte meinem Briefe als
Stilprobe ſechs Nomane bei. Acht Cage ſpäter bekam ich einen
Brief, in dem mich ein Herr Guido Doppelmeier bat, iln,
zwecks Nückſprache im Kontor ſeiner chemiſch= pharmazeu=
tiſchen
Fabrik zu beſuchen. Aha, das ſehr hohe Honorar rückt
verheißungsvoll näher, dachte ich, und ging hin.
Herr Guido Doppelmeier empfing mich ſehr freundlich unb
erklärte mir, auf Grund meiner Stilproben wäre er zu der
Überzeugung gekommen, daß ich der geeignete Mann wäre.
Das heißt, er ſelber hätte keine Seit dazu gehabt, aber ſeine
Frau hätte die Nomane geleſen, und einige Gekannte hätten
auch ſchon darum gebeten.
Alſo zur Sache! ſagte er dann und zeigte mir eine große
Cüte mit einem grünen Pulver. Dies hier iſt mein neues
Nervenpräparat Nervenglück. Es ſtärkt die Nerven, führt
dem Körper friſches Blut zu, erhält den ganzen Menſchen jung.
Wer ſtändig Nervenglück genießt, an den kann das Alter
mit ſeinen beſchwerlichen Erſcheinungen überhaupt nicht heran.
Darüber ſchreiben Sie mir alſo einen kurzen Artikel. Aber vor
allem betonen Sie die Erhaltung der Jugend, die Nerven=
glück
bewirkt. Dann kaufen es nämlich die Frauen, die haben
für überflüſſige Sachen überhaupt immer mehr Geld übrig als
die Männer. So und als Honorar bewillige ich
(Ja, jetzt iſt wohl mancher ſchon ſehr neugierig auf die Summe
geweſen. Aber ich werde mich natürlich hüten, ſie anzugeben.
Bewahre, das iſt mein Geſchäftsgeheimnis.)
Ich freute mich und verſprach, den Artikel ſehr bald zu
liefern. Herr Guido Doppelmeier gab mir die Cüte mit dem
grünen Pulver mit; es käme nicht darauf an, meinte er.
In den nächſten Cagen konnte ich nicht arbeiten. Ich hatte
eine ziemliche Portion Nervenglück genoſſen. Vielleicht hatte
es aber auch eine andere Urſache. Dann kam ein mahnender
Brief von Herrn Guido Doppelmeier. Die Säche hätte große
Eile; ich ſollte den Artikel ſofort ſchreiben und gleich an eine
beſtimmte Druckerei ſchicken. Vor allem, ſchrieb er, ver=
geſſen
Sie das eine nicht: Erhaltung der Jugend, Fernbleiben
des Alters!
Ich raffte mich auf, trank drei Flaſchen Wein, ſchrieb den
Artikel, der mir ſehr gut gelungen ſchien, und ſchickte ihn an
die bezeichnete Druckerei.
Eben iſt Herr Guido Doppelmeier bei mir geweſen. Er hat
meine Seder zerbrochen, meme Cinte ausgegoſſen und meinen
Schreibtiſch zertrümmert. Eine Million Proſpekte wären nutz=
los
gedruckt worden, das Papier zum Ceufel, die Arbeit um=
ſonſt
bezahlt worden! Ich wäre entweder ein Idiot oder ein
ganz gemeines Subjekt.
Und was hatte ich getan? Getreu meiner Inſtruktion hatte
ich meinen Artikel mit dem fett gedruckten Satz begonnen:
Wenn Sie nicht alt werden wollen, genießen Sie Nerven=
glück
!
Ich finde gar nichts dabei. So ähnlich hat es doch auch
Herr Guido Doppelmeier geſagt.
Frau, küßt ſie wild und inbrünſtig, und ehe Madame antworten
kamn, hat er ſie an ſich geriſſen, ſeine Lippen küſſen, wohin ſie
treffen, ſie irren über Arme, Hals, Haar, Stirn, Mund, das
Gewicht ſeiner Leidenſchaft drückt den zarten Frauenkörper, der
nicht widerſtrebt, in Sederflaum und Seide, Plüſch ſchmeichelt ſich
mit kühlem Gerieſel an brennendes Fleiſch, Stöße heißen Atems
brennen ſich durch dünne Gewänder bis an die Haut. . ..
Madame lacht.
Madame lacht ein kleines, ſpieleriſches, luſtiges Lachen, ſie
hält die Hände, die noch immer kühl ſind, vor den keuchenden
Mund des Mannes und ſagt einfach, als ſpräche ſie von den
gleichgültigſten Dingen der Welt: Ich verſtehe nicht, warum Sie
ſo aufgeregt ſind! Hören Sie doch, mein Herz ſchlägt gar nicht
raſcher als ſonſt. . . fühlen Sie ..."
Nicht ſprechen! Bitte, um Sotteswillen, ſeien Sie ſtille
Die Küſſe kommen raſcher, brennender, wahlloſer. Madame
lacht! Sie dreht das Köpfchen mit den künſtlichen Locken bald
hierhin, bald dahin, um dem Negen von Küſſen zu enweichen
und ſagt zwitſchernd: Genug, genug! Ich habe bald kein trockenes
Sleckchen mehr am Leibe. Hören Sie auf!
Das Lachen macht den jungen Mann wahnſinnig. Sie ſpielt
mit mir, denkt er, und ſeine Leidenſchaft, die ihm Herz und
Adern ſprengt, legt allen Brand des Gefühls verzehnfacht in
Mund und Hände, er iſt ein einziges Flammenmeer. . . . Ich ver=.
brenne, ich verbrenne, lallt er vor ſich hin, ſinnlos vor Feuer.
Das wäre vielleicht ſchade, ſagte Madame und lacht, aber
jetzt ſchreit ſie auf: ſie fühlt in der Bruſt den Schmerz eines

[ ][  ][ ]

Das Cheater zum großen Hanswurſtin Paris
Von Nudolf Gläſer.

Als der Maler Nochegroſſe, von dem irgend etwas im
Luxembourg hängt, ein Atelier ſuchte, verfiel er auf eine Kapelle
in der Nue Chaptal auf dem Montmartre. Sie diente ſchon
einige Seit nicht mehr als Gotteshaus, und ein Kunſtſchmied
ſtellte ſeine Arbeiten darin zur Schau. Und achtzehnhundert=
ſiebenundneunzig
wurde die Atelierkapelle das Chéatre du Grand
Guignol und vollendete damit die Reihe der ſeltſamſten Ver=
wandlungen
, die ein Gotteshaus je durchgemacht bat.
Auch heute ſieht das Cheater noch aus wie eine Kapelle,
obwohl im Vorraum, auf einem Plakat, zwei Männer hin=
gebungsvoll
einem dritten ein Auge ausſtechen. Daneben hängen
Photographien von Cotenmasken, die von Marat und Ver=
laine
ſind auch darunter.
Hinten im Vorraum geht eine Creppe mit geſchnitztem Cür-
bogen
auf die Galerie, die man ein paar Jahrzehnte vorher
Empore genannt hätte. Im Suſchauerraum läßt ein Kronleuchter
eine gelinde Dämmerung, die dem Naum ganz gut zuſtatten
kommt. Die Bühne und die Cüren zu ihren beiden Seiten ſind
von geſchnitzten Holzrahmen umgeben und mit Kreuzblumen und
Engelsköpfen geziert. An der Galerie prunken Neliefs, die in
der Düſterkeit nicht richtig zu ſehen ſind, ebenſo wie die Engel
an den Stützbalken der ſchrägen Deckenflächen, die lichb oben in
dichtem Dunkel treffen.
An den Wänden findet ſich überall die bourboniſche Lilie,
und der Bühnenvorhang fällt ſchwer in prächtigen, purpurnen
Falten, die allerdings gemalt ſind.
Dieſe ganze Cheaterkapelle ſieht aus wie jedesmal, wenn
das 19. Jahrhundert eine gotiſche Anwandlung hatte.
Rechts und links von der Bühne ſteht eine Palme, und der
ganze Naum iſt ſo klein, daß man glaubt, mit einigen wenigen
Gäſten privatim zu einer Vorſtellung geladen zu ſein. An einem

Abend wird immer eine ganze Neihe von kurzen Stücken auf=
geführt
, ſo daß man in wenigen Stunden in die roſig ſchimmern-
den
Wölkchen der Vergnüglichkeit entrückt und in einen See von
Cränen hineingeplatſcht werden kann, um dann durch eiſige
Schluchten des Grauens geſchleift zu werden und ſich beim vierten
oder fünften Einakter vor Spannung wie in einem Schraubſtock
zu fühlen.
Als ich das Cheater beſuchte, begann man mit einer witzigen
Frivolität, und dann folgte ein Stück, von dem man ſehr gerührt
lein konnte, wenn man das Calent dazu hatte.
Darauf kam das Prachtſtück des Abends, das erzählt wer=
den
muß:
Ein Gatte glaubt, ſeine Frau in einem Anfall von Eiferſucht
getötet zu haben; ſie war aber noch einmal davongekommen.
Wiederhergeſtellt beſucht ſie ihn als Geſpenſt und küßt ihn auf
die Hand, was ihm, der von Gewiſſensqualen zerrüttet iſt, uner=
träglichen
Schmerz auf dem geküßten Finger ſuggeriert. Er ſucht
einen Chirurgen auf, um ſich den Finger abnehmen zu laſſen.
Der Arzt war gerade damit beſchäftigt, einen Kranken zu
trepanieren, der jedoch die Schädelbohrung nicht überlebte, trotz
den vorzüglichen Inſtrumenten, die, wie aus dem Programm
erſichtlich war, die chirurgiſche Sirma Alexandre zur Verfügung
geſtellt hatte.
Dieſe Bohrſzene diente übrigens zu einem Plakat, das in
ganz Paris angeſchlagen war und einen blutdürſtigen Chirurgen
mit Nollaugen und dem Gebiß eines Nußknackers veranſchau=
licht
, der den Kopf eines Kranken mit dem Crepan öffnet.
Als der Mann mit dem ſchmerzenden Finger den Arzt um
Amputation bat, wurde ſie verweigert, weil keinerlei Verletzung
an dem Glied zu ſehen war. Darauf ergriff der Gepeinigte ein
Meſſer und ſchnitt ſich in einer Sekunde den Finger ab, ehe ihn
jemand daran hindern konnte. Dann verſtieg er ſich zu der

Biſſes und an ihrer Haut die Hände des Naſenden, die ſich in
die letzte Unerbittlichkeit verlieren. Brüsk ſtößt ſie den Mann
von ſich, ſteht auf und ſagt verdroſſen: Sie gehen entſchieden zu
weit. Sie ſehen doch, daß ich nichts fühle. Ich kann nichts dafür,
daß heute kein Kuß ins Blut geht. Man ſoll nichts erzwingen
wollen.
Ich liebe Sie über alle Maßen, ſagt der Mann mit
erſtarrtem Geſicht.
Ja, ja, das ſagt ſich ſchön und fühlt ſich wunderbar, aber
ich bin Ihnen gegenüber im Nachteil, ich liebe Sie nicht. . .
Im übrigen haben Sie höchſte Seit zu gehen, wenn nicht mein
Mann Sie bier überraſchen loll.
Dr. Laroche nimmt ſeinen Hut, verbeugt ſich und geht. Alſo
niemals wieder? wendet er lich noch in der Cür um.
Das habe ich nicht geſagt. Aber es hat keinen Sweck.
Leben Sie wohl! Der Mann geht endlich, leine Schritte ver=
hallen
auf der Creppe.
Er begibt ſich in ein kleines Weinhaus mit Canzbetrieb, das
bis drei Uhr geöffnet hat. Er trinkt ſchweren Portwein und
denkt: was für eine ſeltſame Frau!
Paare, halb im Alkohol= und halb im Liebesrauſch, tanzen
an ihm vorbei, mancher Blick aus verſchleierten Frauenaugen
ſagt: nimm mich mit! Aber der Mann denkt: iſt ſie nur ehrlich
oder ſpielt ſie eine häßliche Komödie?
Dann wird geſchloſſen, der Morgen dämmert, und er geht.
Wohin? Er irrt in den Straßen umher, kommt in den Park
und ſchläft auf einer Bank bis in den Vormittag.

unglaublichen Behauptung, ſich wieder vollkommen wohl zu be=
finden
.
In der Nacht erſcheint ihm wieder die Gattin. Er erklärt ſie
für eine Ausgeburt ſeiner überreizten Phantaſie, aber zum Be=
weis
ihrer Nealität fordert ſie ihn auf, ihm die Hand zu reichen.
Sie drückt wieder ihre Lippen darauf, und er verſpürt im ſelben

Augenblick die wahnſinnigſten Qualen, die ihn im Simmer herum=
raſen
laſſen. Gleichzeitig treten der Arzt und ſeine Aſſiſtentin
ein, die ihm gefolgt waren, weil er ſeinen Namen verheimlicht
hatte. Er fleht um Amputation der Hand, die der Arzt ablehnt,
ſpringt dann blitzſchnell in eine Ecke und hackt ſich mit drei
ſchauerlich krachenden Schlägen die Hand ab. Die andere Hand
auf den blutigen Stumpf gepreßt, ſinkt er zu Boden.
Da nach den allgemeinen phuſiologiſchen Erfahrungen bei
einer ſolchen Verwundung unbedingt mit einer Kaskade von Blut
zu rechnen war, mußte der beſcheidene blutige Stumpf etwas
enttäuſchen. Die Gattin ſchien jedoch ganz zufrieden und erklärte
ſich für gerächt. Das Publikum dankte begeiſtert.
Die Pauſen wurden mit ſachtem Klavierſpiel ausgefüllt, und
den Beginn der Stücke verkundete nicht ein Glockenzeichen,
ſondern, wie auch in der großen Oper, der Hall dreier Schläge.
In einem der netten Luſtſpiele hob ſich ein junger Schau=
ſpieler
beſonders hervor. Er verkörperte einen Frechdachs von
jenem Cyp des Pariſer Jünglings, der in einem ſchmalen, blaſſen
Geſicht über ſehr roten Lippen ein Bärtchen trägt, das wie der
beſcheidene Süchtungserfolg eines unermüdlichen Pflanzers auf
kärglichem Boden iſt. Dieſer Jüngling ſpielte wunderbar elegant,
machte ein Geſicht, das bisweilen nach Ohrfeigen zu verlangen
ſchien, und verſtand wie kein zweiter mit beiden Händen gleich=
zeitig
beim Neden die Kurven aus dem Gelenk herauszurollen,
die bezeichnend ſind für gern und viel redende Leute von Cem=
perament
.
Der Grand Guignol gehört zu den kleinen Théatres ä cöté,
in denen Paris ſicherlich etwas mehr von ſich zu erkennen gibt,

als in den großen, und man fühlt ſich ganz erwünſcht von einem
fremdartigen Sauber umwickelt, der aus Feierlichkeit und Sen=
ſation
, Jahrmarktseffekten und Mondänität, Parfüm, Nüb=
rung
und dem leichten Schurz der Muſe gemacht iſt.
Um ſieben Uhr beginnt ſein Dienſt. Er hat eine Warnung in
der Caſche, die ſagt: wenn du noch einmal den Dienſt verſäumſt,
wirſt du friſtlos entlaſſen. Was kümmert ihn dieſe Warnung?
Sein Dienſt gilt einer ſchönen Frau, die über leine Liebe lacht.
Er muß ihr dienen bis in den Cod.
Er geht ins Büro. Der Herr Direktor empfängt ihn mit
der Uhr in der Hand und ſagt: Es iſt ſetzt 9 Uhr, außerdem ſind
Sie ſchon wieder betrunken. Da wird Dr. Laroche grob und
beleidigt den (Direktor. Man zahlt ihm ſein Gehalt aus, er iſt
entlaſſen.
Es iſt ihm alles einerlei. Er denkt: Sie hat gelacht, während
ich Qualen litt. Er geht in ein Café, in dem noch die Stühle auf=
einander
ſtehen und bringt dort zwei Stunden um. Dann bezahlt
er in einem Lokal ſeine Schulden, für den Neſt kauft er einen
großen Strauß Noſen und einen Nevolver. Er fühlt, daß er alles
in einer Art Craum tut, er hat keine feſte Abſicht dabei, als er
in die Waffenhandlung geht, er hat beileibe nichts mit ſich vor,
es fiel ihm nur ein, einen Nevolver zu kaufen. Vielleicht iſt meine
Liebe auch nur ein böſer Craum, denkt er, Gott bewahre mich!
Denn noch immer iſt das Lachen der Frau in ſeinen Ohren, dies
Lachen unter ſeinen Küſſen.
Er weiß nicht, wie er plötzlich vor dieſer Cür ſteht und was
ihn hergeführt hat. Er wird eingelaſſen und muß im Vorzimmer
warten. Nichtig, er muß ja die Noſen abgeben. Das Mädchen
lagt: Madame iſt gleich fertig.

Die Oetektivin.
Ein ausſichtsreicher Frauenberuf.
Von Irene Sack.
In England und Amerika hört man ſehr oft aus Frauen=
mund
den Satz: Ich werde Oetektivin! Dieſer Beruf bietet
dort eine ausſichtsreiche, geſicherte Exiſtenz. Ich möchte erfahren,
ob auch in Deutſchland die Möglichkeit beſteht, ihn zu ergreifen,
und wende mich um genaue Auskunft an ein Detektivbüro.
Lektüre und Silm läßt uns alles, was mit einem Detektiv
zuſammenhängt, von romantiſchem Schimmer umwoben erſcheinen.
Die Wirklichkeit ſticht merklich dagegen ab. Der Detektiv be=
wohnt
nicht, gleich Stuart Webbs, dem Helden von der Lein=
wand
, ein prächtiges Palais. Er logiert in einem Großſtadthaus,
das ein nüchternes Geſicht hat. Ich ſteige zwei Creppen hoch und
klingle etwas zaghaft an einer dunklen Korridortür. Auch das
Büro der Detektei macht keinen geheimnisvollen, ſondern einen
ſehr ſachlichen Eindruck: Sofa, Diplomatenſchreibtiſch, der
Prinzregent in Ol an der Wand. Die beiden Inhaber der Firma
ſind anweſend. Sherlock Holmes, der Altere, etwas reſerviert,
ſichtlich auf Beobachtung eingeſtellt Sherlock Holmes der
Jüngere, aktiv, lebhaft, einen Verlobungsring an der Hand, den
er trägt: weil es ſeriöſer ausſieht für’s Geſchäft!
Ich höre: Der Beruf der Detektivin iſt heute wohl der
einzige Frauenberuf, der noch nicht überfüllt iſt. Die wenigſten
Frauen denken an ihn. Detektivinnen werden an den Detektio=
büros
ſelbſt ausgebildet, ſozuſagen angelernt Sie finden dort
dann eine Stelle als Mitarbeiterin, die zu Beginn der Laufbahn
einen Monatsgehalt von 100 bis 150 Mark garantiert. Der
Beruf iſt ausſichtsreich. Erweiſt ſich eine Detektiwvin als geſchickt
und zuverläſſig, ſo avanciert ſie natürlich. Jeder Detektiv be=
ſchäftigt
weibliche Hilfskräfte. Wir ſtreben nun an, daß die
Detektivin nach dem Vorbild des Auslandes auch in den Polizei=
dienſt
aufgenommen wird.
Ich erfahre, daß ſich Frauen ausgezeichnet zur Detektiwvin
eignen. Sie ſollen gute Beobachtungsgabe entwickeln, vortreff=
lich
die Maske der Freundſchaft zu tragen verſtehen und mit
Diplomatie und Geduld arbeiten. Muß man ſchießen lernen?
frage ich. Sherlock Holmes der Altere und Sherlock Holmes der
Jüngere lächeln a tempo. Frauen werden nur zur ſogenannten
Vorarbeit verwendet, auf Erkundigungen und Beobachtungen
geſchickt. Man ſtellt ſie nicht vor die Gefahr. Die Nerven könn=
ten
doch verſagen. Dann wäre alles verloren.
Das ſchmälert jedoch das Verdienſt der Frauen keineswegs.
Es iſt auch nicht ſo einfach, einem Menſchen nachzugehen
ihn zu überwachen. Eine Detektivin braucht Verharrungsver=
mögen
. Die wichtigſte Eigenſchaft aber, die ſie auszeichnen ſoll,
iſt Diskretion. Paſſiert eine Entgleiſung in dieſer Hinſicht, wird
eine Detektivin unnachſichtlich entlaſſen. Erforderlich an Vor=
kenntviſſen
ſind eine gute Allgemeinbildung, Vertrautheit mit
Fremdſprachen und Ubung im Photographieren. Der Schuld=
beweis
ſoll möglichſt bildlich erbracht werden. Eine Detektivin
darf keine perſönliche Note zeigen. Unauffällig, anpaſſungs= und
verwandlungsfähig ſein heißt für ſie die Parole.
Unſer Beruf iſt ſchwer! ſagt Sherlock Holmes der Altere.
Dazu hat das Publikum im allgemeinen gegen uns ein ſtarkes
Vorurteil. Es ſieht im Detektiv immer noch den Abenteurer
oder den Schnüffler Und doch iſt es unſer Beſtreben, den
Menſchen zu helfen. Unſer Grundſatz lautet: Klarheit in Sachen
der Lüge und des Betrugs!. Wir verdienen unſer Brot ſo ehr=
lich
wie andere auch. Vielleicht tragen dieſe Seilen in der Seitung
ein wenig dazu bei, daß die Menſchen unſeren Stand künftig mit
anderen Augen betrachten.
Ich veranlaſſe meinen freundlichen Auskunftgeber, ein wenig
aus der Praxis zu plaudern. Detektivſchülerinnen melden ſich
viele. In erſter Linie Damen aus gutem Hauſe, die nichts zu tun
haben. Darunter vielfach Damen bis zu ſechzig Lenzen. Und
wiſſen Sie, was der Hauptgrund iſt, der die meiſten der Frauen
beſtimmt, Detektivin werden zu wollen? Verbrecherverfolgung
im Auto. Die Senſation lockt. Das Kino beeinflußt die Phan=
taſie
. Die Enttäuſchung, als ich von ernſthafter Arbeit ſprach!
Da gehen die meiſten wieder.
Sherlock Holmes iſt nicht gut auf uns zu ſprechen. Ich frage:
Welches ſind Ihre Hauptklienten? Männer! Frauen brauchen
unſeren Beiſtand viel ſeltener. Die Männer ſtellen ſich auf ver=
botenem
Pfad ja ſo ungeſchickt und plump. Hingegen das Ewig=
Weibliche! Alle Hochachtung! Das hält oft ein ganzes Oetektiv=
büro
in Atem."
Beim Abſchied kommt mir unwillkürlich die Frage über die
Lippen: Für was haben Sie mich denn eigentlich gehalten, als
ich zu Ihnen kam? Für eine werdende Detektivſchülerin?
Nein eher für eine junge Frau, die einen Ungetreuen
in flagranti erwiſchen will!"
Ich verſpreche Sherlock Holmes, mich bei Bedarf beſtimmt
an ihn zu wenden.

Siebernd ſteht er faſt am Schlüſſelloch. Er unterſcheidet die
tiefere, ſüßliche Stimme eines Kavaliers und das gurrende
Lachen Madames, das er kennt. Nein, dieſes Lachen kent er
nicht, es iſt keine Gleichgültigkeit und keine Abweiſung darin;
wie iſt es denn? Er kann nicht länger mehr warten und öffnet
und tritt ein.
Madame erhebt ſich mit kleinem Schreck, ſie hat faſt nichts
an, der Eingetretene ſieht unter Schleiern leuchtende Haut. Wie
ſchön ſie iſt! denkt er. Es erhebt ſich auch ein kleier, etwas
beleibter Mann mit friſchem, roſigem Geſicht und böſe funkelnden
Augen. Er hält ein Halsband in der Hand, deſſen Perlen ihm
über die Finger rinnen.
Madame ſtampft mit den Füßchen auf und ſagt empört: Sie
wagen wirklich zuviel, Herr Studienrat, Sie wiſſen doch, daß
ich nichts für Sie empfinde. Gehen Sie jetzt, und beläſtigen Sie
mich nicht mehr.
Der Geſcholtene ſieht ſie traurig und abweſend an, der roſige
Herr lächelt Criumph. Er vergißt die Noſen zu überreichen,
ſtammelt eine Entſchuldigung und geht. Hinter ihm verklingt
ein kleines, ſchon verſöhnendes Lachen.

Nachmittags kommt der Herr Gemahl aus der Fabrik und
ſagt zu Madame: Dr. Laroche hat ſich heute mittag erſchoſſen.
Man ſagt, er ſei friſtlos entlaſſen worden.
Nun, und? ſagt Madame unbewegt. Und der Gemahl ant=
wortet
: Nichts weiter, ich dachte nur, es ginge dich etwas an.
Aber keine Spur, ſagte Madame und ſchlürfte ihren Kaffee.

[ ][  ][ ]

Glück des Schwimmens.
Von Nichard Gerlach.
Luft und Waſſer, Feuer und Erde, die Elemente der Alten,
man muß ſie immer wieder am eigenen Leibe erfahren, um ſtark
und froh zu bleiben. Luft nicht nur mit den Lungen, auch mit
allen Poren der Haut einzuatmen, läutert das Blut. Die nackte
Erde unter den unbeſchuhten Füßen zu fühlen, verleiht das Be=

wußtſein, von dieſem Boden abzuhängen, wie alle andern Ge=
ſchöpfe
. Das Feuer der Sonne durchglüht uns mit geſunden
Strablen. Dem Waſſer aber vertrauen wir unſern Körper
ſchwimmend an, ſeine Kühle erfriſcht und erneuert uns. Wenn wir
hindurchſtoßen, werden alle Auskeln und Nerven belebt.
Längſt hat die Chemie erkannt, daß viel mannigfaltigere
Elemente die Stoffe zuſammenſetzen. Dennoch muß zu Luft, Waſ=
ſer
, Feuer und Erde zurückkehren, wer ſein Weſen verüngen
will. Sie ſind die Bedingungen dos Werdens und Wachſens.
Das ſommerliche Schwimmen verbindet uns mit den Ur=
kräften
der Natur wie kein anderer Sport. Künſtliche Mittel
und Geräte werden nicht benutzt, und da die Arme, Beine, Schul=
tern
und Bauchmuskeln gleichmäßig an den Bewegungen mit=
wirken
, ſo wird der ganze Menſch harmoniſch durchknetet und
geſtrafft.
Man braucht nicht ſtets auf der Bruſt zu ſchwimmen wie
ein Froſch, man kann ſich ebenſoleicht auf die Seite werfen, mit
den Armen weit ausholen und vorwärtsſchaufeln mit geſtrecktem
Numpf wie ein Corpedo. Man kann wie im Bett faul auf dem
Nücken liegen, ohne ein Glied zu rühren. Wer es verſteht, kann
im Salto vom Sprungbrett fliegen. Man kann tauchen wie ein
Pinguin und ſich wohlig wälzen und drehen wie ein Seehund. So
erreicht man die ſpielende Beherrſchung des Waſſers und paddelt
und quirlt darin nun wirklich umher wie in ſeinem Element.
Ich denke an einen Strom zwiſchen Wieſen und ein ſeliges
Getragenwerden an Weiden und grünen Böſchungen vorbei,
oben der ziehende Himmel, man lelbſt umfächelt und umſchmeichelt
vom linden Naß. Sch denke an verſchlafene Stunden im Meer=
ſand
, an den Schlag der Brandung, an das Schleudern und
Hinabſaugen der Wellen. Sonnentage im Schilf eines Sees um=
flirren
mich, wenn ich vom Boot aus in die moorigen Ciefen glitt.
Uber hinabklaffende Gebirgskeſſel zu huſchen oder in goldgelben,
leichten Heidetümpeln zu baden es iſt das gleiche Glück. Und
doch hat jedes Gewäſſer ſeinen eigenen Neiz. Die Negloſigkeit
eines Ceiches berührt uns anders, als der wilde Galopp des
Rheines, und der Geſang des Meeres läßt wieder neue Freuden
aufklingen.
Auch das Wettſchwimmen iſt ſchön: die ſauſende Bewegung,
das Aufſpritzen und Nauſchen der Arme, das blitzende Gewühl
und Gewoge. Dieſer Sport hat meine Suneigung von früh auf.
Gern denke ich an den guten Bademeiſter, der mich als Sieben=
jährigen
an die Angel nahm. Seither bin ich tauſend warme

Sommertage mit Silberfiſchen und Elritzen im Waſſer ge=
ſchwärmt
. Wenn es nach mir ginge, gäbe es zehnmal ſoviel
Badeanſtalten wie heute, bei unentgeltlichem Eintritt. . .
Orientalet!
Von Heinz Scharpf.
Ehemänner, lernt von der Höflichkeit der Orientalen!
Befleißigt euch, euren Gattinnen gegenüber nicht ausſchließ-
lich
des üblichen kurz angebundenen Cons, bedient euch dafür
der weniger ſtacheligen, blumigen Sprache des Morgenlandes.
Nechnet nicht bei jeder Gelegenheit mit euren Frauen ab, als
ob ihr ſie zur Hälfte auffreſſen und zur anderen noch lieber von
euch geben wolltet.
Die Ehe iſt ein zäher Kleinkrieg und nur die ritterlich geübte
Kampfesweiſe geſtaltet das gigantiſche Ningen freundlicher.
Critt im Orient z. B. der Henker einen Oelinquenten an,
verbeugt er ſich tief vor ihm und bittet tauſendmal um Ver=
zeihung
, daß ſein erhabenes Haupt jetzt durch eine ſo unwürdige
Hand fallen muß.
Dem armen Sünder ſind ſolch ſanfte Umgangsformen Bal=
ſam
auf den Lebensnerv, und er lächelt ſeinerſeits verbindlich.
Auf dieſem Lächeln keep smilingl ſagt der Amerikaner
baut ſich der reibungslole Verkehr zwiſchen allen beſtehenden
Gegenſätzen auf.
Lächelt euch die Frau ins Herz, oder lächelt euch die Frauen
vom Leibe, aber lächelt, lächelt, lächelt!
Wenn ihr am Morgen erwacht, ſagt nicht gleich: Heute
nacht, liebe Gattin, haſt du wieder geſchnarcht, daß das Haus
bebte!, londern lächelt: Heute nacht haſt du ſüß und lautlos
geſchlafen. Die Wände fingen deinen Atem auf und zitterten,
dich aufzuwecken!
Lächelt: Dieſes Huhn iſt ausgezeichnet gekocht. Schade, daß
die Beſchaffenheit meines groben, brutalen Gebiſſes es mir nicht
geſtattet, mich an ſeiner Hartheit zu delektieren.
Lächelt: Du ſiehſt heute wieder wundervoll aus; um die
Farbe deines Geſichtes kömte dich der Negenbogen beneiden.
Lächelt: Auch in dem erregten Con deiner Stimme liegt
Muſik. Um zu einem vollen Genuß ihres atonalen Saubers
gelangen zu können, werde ich mir neue Crommelfelle einſetzen
laſſen.
Lächelt: Die ganze Welt fällt dir zu Füßen, aber niemand
ſinkt ſo vor dir in den Staub wie ich zu Hauſe.
Lächelt: Liebſte, ich weiß, daß alles mir in die Schuhe zu
ſchieben iſt, dafür zeugen die Löcher in meinen Strümpfen.

Lächelt: Ganz recht, die Kapelle ſpielt Butterfly von
d:Albert. Wenn aber auf der Bühne zu dieſer Muſike ein gewiſſer
Puceini ſtatt japaniſcher Geiſhas Künſtler des Montmartres
ſingen läßt, nennt man dieſe Muſik beſſer Boheme.
Lächelt: Ich bin von deiner Creue mir gegenüber voll=
kommen
überzeugt, ich fürchte nur, du machſt dir gar kein Ge=
wiſſen
daraus, andere zu hintergehen.
Lächelt: Ich habe dich deiner Mutter geraubt. Ich kann
nicht annehmen, daß ſie mit dem Näuber ihrer Cochter unter
einem Dach wohnen will, ich möchte ſie durch meine Anweſenheit
nicht an die traurigſte Cat meines Lebens erinnern.
Ehemänner, orientalet! Und wenn es euch den Kopf koſtet,
lächelt!

Seemannslos.
Am erſten Cage war der Wettergott gnädig. Gegen Abend
ſchlug die Witterung um. Es ſtürmte immer mehr. Crotzdem
verſammelten ſich die fünfundzwanzig Paſſagiere der erſten Klaſſe
vollzählig in dem großen Speiſeſaal zum Diner. Der Kapitän
begrüßte ſeine Gäſte:
Ich hoffe, daß wir ſechsundzwanzig eine vorzügliche Fahrt
haben werden.
Der Steward ſervierte die klare Schildkrötenbrühe.
Der Kapitän fuhr fort: Es würde mich freuen, wenn die
hier anweſenden dreiundzwanzig Herrſchaften die Neiſe gut über=
ſtehen
ſollten. Wenn ich, wie der Vater einer großen Familie, auf

die einundzwanzig fröhlichen Geſichter blicke, habe ich das Ge=
fühl
, für Ihr Wohl und für Ihre Sicherheit weiteſtgehend Sorge
tragen zu müſſen. Für das Wohl und die Sicherheit der ſiebzehn
Herrſchaften. Ich bitte daher die vierzehn Anweſenden, ihr Glas
zu erheben und auf unſer aller Wohl zu trinken. Ich habe das
beſtimmte Gefühl, daß wir acht uns ganz ausgezeichnet verſtehen.
Sch danke dem Himmel, daß er mich mit ſo reizenden drei Herren
zuſammengeführt hat. Sie, mein lieber Freund, und ich werden
gute Freunde.. . . Steward, räumen Sie die Gedecke ab und
bringen Sie mir den nächſten Gangl...

Eine Dumas=Anekdote.
Ein Pariſer Blatt veröffentlicht eine wenig bekannte Anek=
dote
aus dem Leben Alexander Dumas des Alteren, des be=
kannten
Nomanſchriftſtellers, der einer der witzigſten und ſchlag=
fertigſten
Köpfe ſeiner Seit geweſen ſein muß. Bekanntlich war
ſein Vater ein Miſchling auf San Demiago, der jedoch den
Nang eines Generals bekleidete. Dieſe Abſtammung des be=
rühmten
Nomanciers machte eines Abends auf einer Soiree ein
junger Laffe, deſſen einziges Verdionſt das umfangreiche Ver=
mögen
ſeines Papas war, zum Objekt eines häßlichen Scherzes.
Er machte ſeine Genoſſen darauf aufmerkſam, daß er dem
auweſenden Dumas einen witzigen Streich lpielen werde, durch
den der von der Geſellſchaft umſchmeichelte Schriftſteller zum
mindeſten peinlich berührt, wenn nicht gar unſterblich blamiert
werde. In froher Erwartung der Dinge, die da kommen ſollten,
begleiteten die Freunde den Windbeutel, der auf den Dichter zu=
ſchritt
und ihn mit einem ſpöttiſchen Grinſen alſo apoſtrophierte:
Verzeihen Sie, verehrter Herr Dumas aber ſtimmt das,
was die Leute behaupten, daß nämlich Ihr Vater ein Mulatte
geweſen iſt?
Das trifft auf den Kopf zul entgegnete Dumas trocken.
Ach, was Sie nicht ſagen!. Das iſt ja höchſt intereſſant!
Sagen Sie mal: Was iſt da eigentlich Ihr Herr Großvater
geweſen?
Mein Großvater? Der war natürlich Neger!"
Ein Neger? Ein Schwarzer? Sie überraſchen mich un=
gemein
, Herr Dumas. Da darf ich mir wohl auch noch die Frage
erlauben, was Ihr Herr Urgroßvater geweſen iſt?
Auch das dürfen Sie fragen, junger Mann! erwiderte
Dumas und faßte ſein Gegenüber an einem Nockkenopf. Mein
Urgroßvater war ein Affe! Sie lehen, mein Stammbaum
fängt da an, wo der Ihrige aufhört!

Nummer 318.
Partie Nr. 61.
Zum Gedächtnis des am 6. Juni in Prag geſtorbenen Schachmeiſters
Richard Reti bringen wir heute eine ſeiner vortrefflichſten Partien,
diejenige gegen Bogolijubow aus dem großen New Yorker Turnier 1924,
welche mit dem 1. Schönheitsbreis ausgezeichnet ward.
Zuckertort=Reti=Eröffnung.
zum Vorſtoß auf der g=Linie verwertet
Gtiche
Weiß:

Bogolubov.
Reti.
9ag19
1. 8g113
oſ-o6
2. 09o4
Vorzuziehen iſt afa6 und eb. Ent=
wicklung
des Damenläufers.
(f
9. a9a9
1184g
4. Lf1-gs
In Neu=Nork öſter geſpielt.
0.0
5. 00
n18o8
6. b258
gb847
7. 101b2
8. 42d41 Beſſer als 4243.
(7
8..

werden.

13...
14. Seßsd7
15. 0984
18. 04
17. Dd121
18. e44t8!
19. T.ig-
Schlußkombination.
19..
20. Ib98d4
e1. Ni1815
22. Do9X(5

Dd87
Lo8847
6
I06tg
ebKd4
7a848
Die Einleitung zur
Te8e5
TobKi8
ra7818
rd8844

Ein merkwürdiger Fall; trotz der ſchein

9. 8b1431 Die ſchwarze Spiel= bar gleichen Stellung erringt Weiß in
anlage iſt nicht gut; Weiß hat bereits die wenigen Zügen den verdienten Sieg.
94d8
23. Ma1f1!
beſſere Stellung.
Sfge4
Schwarz hat keine ausreichende Ver=
Die Offnung des Spieles, die Schwarz teidigung mehr. Auf l.a7 ſolgt 24. D17*
hiermit anſtrebt, kommt nur dem beſſer nebſtr in zwei Bigen; wenn 23.
entwickelten Weißen zugute; richtig war De7. ſo 24. 1.17+Xh8 25. Laß11 vié
26. Do8 oder 25. . . . g6 26. D: 184*
Sie und Deſi=
Di8 27. T. 184 28. Ug8+ oder 25.
d5ke4
10. 5d 28e4
1716
11. 818
T4126. P:d1 ed 27. P: d5: Weiß gewinnt.
481ls
24. 1hh174. Tggn8.
19. 1913)
B. 1.17e8l1. Schwarz gibt auf.
18. I.g98181 Sehrgut! Dei Bauer ſoll

Bätſel

Fügt man noch 3 Hölzchen richtig dazu, ſo erſcheint einer von
CarlDeubel.
Zvölfen.

Kreuzworträtſel.

Die Wörter bedeuten von links nach rechts: 1 Brudermörder,
4 Nutzpflanze, 7 Siegesgöttin, 10 Gebäude, 12 Partikel, 14 Winterſport,
16 Ausruf des Schmerzes, 17 Engliſche Anrede, 19 Hirſch, 20 Weiblicher
Vorname, 22 Wohnung. 23 Nahrungsmittel, 24 Teil des Hauſes. 25 Eng=
liſche
Verneinung. 26 Präpoſition, 27 Partikel, 29 Fluß in Frankreich,
31 Flächenmaß, 33 Bilderreihe, 34 Geographiſcher Begriff, 35 Trink=
raum
, 37 Geſangsſtück. 39 Auerochs, 40 Nordſeebuſen, 44 unterirdiſcher
Gang. 45 Urteilchen, 46 Verdienſt, 47 Poetiſche Klangfigur.
Von oben nach unten: 1 Liebkoſung. 2 Präpoſition, 3 Verneinung,
4 Aufforderung, 5 Tonſtufe, 6 Geſpenſtertreiben, 8 Teil der Zielvor=
richtung
am Gewehr, 9 Tonſtufe, 10 Flächenmaß (Abkürzung), 11 Ur=
heber
. 13 Nebenfluß der Seine, 15 Einfacher Singlaut, 16 Folgerndes
Adverb. 18 Plz. 19 Teil des Buches, 21 Heresbawband, 22 Teil des
Stuhles, 28 Fluß in Bayern, 29 Männlicher Vorname, 30 Deutſcher
Reichspräſident, 32 Leid nach der Sünde, 35 Hochgelegenes Gebäude,
36 Zeichen für Aluminium, 38 Lebenshauch, 40 Artikel, 41 Franzöſiſcher
Artikel, 42 Flüßchen in Kurland, 43 Teil des Hauſes.
Silben=Vorſetz=Mätſel.
ſe ter gel zig ma ſtand pe ſel da ne land.

II.
Ach Rüf Reich Aus Bei Ein Ei In Lib Er J Ned
La Em Nor Me Rei Al Na Fl Mei neun acht Leip
Nau Schär Pup Tie Vo Or Ur Nin Tan.
Vor je eine Silbe unter I ſetze man hintereimander 3 Süllben aus
Gruppe II. ſo daß je 3 zweiſilbige Wörter mit gleichlautender Endſilbe
entſtehen. Die Anfangsbuchſtaben der 33 Wörter nennen ein Zitat aus
Carl Deubel.
Shakeſpeares Hamlet.
Magiſche Quadrate.

e eh! ee

In vorſtehenden zwei Quadraten ſind die Buchſtaben ſo zu ordnen,
daß die wagerechten und ſenkrechten Reihen gleichlautende Wörter ent=
halten
. Die beiden erſten Wörter bezeichnen einen berühmten Dichtev
und wer ihn beglückt, beide zuſammen aber ſind ſelten des Daſeins
Carl Deubel.
Inhalt.
Auflöſung der Rätſel aus Nummer 26.
Kreuzworträtſel.

Frag mich was!
12 Nebel, 23 Leine, 34 Elſen, 45 Niete, 51 Emmen.
Beim 7

Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr 23. Verantwortl für die Redaktion: Dr. 5 Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1, 23892392. Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verboten.

[ ][  ][ ]

Wie geſagt, es gibt ſchreibgewandte Lidderade un ſo e Art
Fädderfuxer, die wo vun Zeit zu Zeit an ihrm Schreibdiſch uff
Endeckungsraaſe ausziehe, un wo dann in de Verzweiflung uf
aamol Darmſtadt endecke . .

Wann mer noochhernd ſo in Bericht iwwer die Endeckung
Darmſtadts lieſt, dann kimmt mer ausm Erſtaune, un aus de
Baffheit, un ausm Verwunnern gornet mehr eraus, un mer
greift ſich aa iwwers annermol an ſein Kobb, un freecht ſich
ſällwert: ja zum Dunner awwer aach, wo haſt=de dann zeither
dei Aage?, indem nemlich däß, was do vun unſerm liewe
Städtche un ſeine Bewohner kaldlächelnd behaupt wärd, aam
ſällwert noch niemals eichehendich uffgefalle is; un mer ärcherd
ſich dann iwwer ſich ſällwert, weil aam all däß erſt die annern
Leit ſage miſſe.
8 geht aam in dem Fall ſo, wie ſällem Dabbſchädel, den
mer alles weismache konnt, un mit dem ſich emol ſei Freunde
den Spaß gemacht hawwe, indem jeder aanzlinge, der wom
am Dag iwwer begäjend is, zum geſagt hott: Menſch ſiehſt Du
awwer ſchlecht aus, gäll du biſt krank!, ſo daß der’s zuletzt
ſällwert geglaäbt hott, un is voller Zorn haam, hott ſei
Fraa erumgehaage, un hott gekriſche: Die annern Leit miſſe
mir ſage, daß ich krank bin‟ . ..
Alſo wie geſagt, die annern Leit miſſe aam erſt Darmſtadt
endecke, un miſſe aam ſage, wie’s ausſieht. Un es is dann mit=
unner
ſehr ergetzlich, was mer do ſo heert. So hott bekanntlich
emol aaner die Endeckung gemacht, daß Darmſtadt ſo zimmlich
gans vun de langweilichſte Neſter weer, die wo ſich uff Goddes
Erdsboddem erum dreiwe dhete; un mir Darmſtädter weern e
ſo verſchlofe Geſellſchaft, daß mer ſchun awends um neun Uhr
ins Bett krawwele dhete . . . .
Wann nun aach des Iwwerdreiwe dene Endeckungs=
ragſende
ihr Recht is, awwer alles was in de Sack geht, däß is
doch es bische zuviel geſagt. Wann dem wärklich ſo weer, daß
in Darmſtadt owends um neu Uhr alles in de Mahn leije dhet,
do hett doch unſer Miniſter for’s Innerliche ſicher net die Bolle=
zeiſtund
verlengert. Im iwwriche mecht ich bemerke, daß es
Nachtläwe vun=ere Stadt noch lang kaan Schluß zuletzt uff die
geiſtige Regſamkeid vun ſeine Bärjer; un daß annererſeits die
lidderariſche Bettſchoner, odder ſunſtiche Sumbfhinkel, noch lang
net diejenige ſin, die wo=ere Stadt des geiſtiche Relljäff gäwwe
ſundern ganz im Gäjedaal; un daß es däßhalb zum Glick aach
in Darmſtadt e ganz Maſſion Menſche gibt, die wo net awends
nutzlos wo erumſitze kenne, weil ſe äwe am annern morjend
friehzeidig widder uffm Damm ſei miſſe, um broduckdiefe Ar=
weit
zu leiſte; dann wo kemte mer ſunſt hie ..."
Wann’s awwer ſo Schreibdiſch=Endecker gibt, die wo bloß
ihrn Gefalle, dra hawwe, unſer Städtche drauß in de Welt
erunner zu reiße, ſo gibt’s annererſeiz widder ſolche, die
lowe’s iwwer de Schällekeenich. 8 Märkewärdiche is bloß däß,
daß wann uns aaner ſchlecht macht, daß ſich dann kaa ſchreib=
ſeelicher
Fädderfuxer find, der wo ſich dagääche embert un gibt
demjeniche druff. Dohärngääche wann aaner mol unſer Städtche
lobt, un iwwerdreibt aach do e bische, wie neilich unſer großer
Landsmann, de Kaſimir Eddſchmid dann find ſich gewiß aaner,
der wo mit ſeine humaniſtiſche Bildung driwwerherfellt, un
erbrobt ſein Witz un macht ſich luſtig vor drei Fennich.
Gott ja, ich gäbs unumwunde zu, de Herr Eddſchmid hott
äwenfalls vun ſeim Schriftſtellersrecht als Endecker e bische
reichlich Gebrauch gemacht, un hott aus vollem Hals iwwerdriwwe.
Awwer valleicht doch nor aus Lieb, zu ſeiner Vadderſtadt,
weil er nemlich in däre Beziehung manches noochzuhole, un
vieles widder gud zu mache hott . . .."
Valleicht awwer hott er aach aus reiner Iwwerzeichung
iwwerdriwwe un gelobt, indem er ſich doch mittlererweil zum rich=

dichgehende Glowedrodder endwickelt hott, un zum Raaſe=, Geſell=
ſchafts
= un Kunſtexpärde, dann er kennt ſich aus am Worſcht=
keſſel
un is kommbedent in dene Sache, un waaß valleicht jetzt
erſt, was er an ſeine Vadderſtadt hott, un hott ſe ſchätze lärne
im Verglich zu annern Städt, un hott iw de Fremd erſt ſei
Heinerherz entdeckt, denn da draußen in der Färne, ſein’s be=
kanntlich
die Menſchen, nicht ſo gud . . ."
Schließlich un endlich muß mer awwer aach bedenke, daß jo
der Eddſchmidderiche Addikel ganz ſpeziefiſch for Ameriga ge=
minzt
, un däßwäje fließend im reinſte Engliſch geſchriewwe
is. No, un daß in de engliſche Sproch alles ganz annerſter
klingt, wie in unſerm arme, awwer ehrliche alde Deitſch ich
maan, daß weern mer zu unſerm eichene Laadwäſe recht grind=
lich
weis worrn, ſo in de letzte zehe Johrn; a gefange vun dene
berichdichte värrzeh Punkte bis zum Youngblan . ..
Annererſeits is es bekannt, daß mer ganz allgemein in
Ameriga driwwe, wann ſich’s um Reglame dreht, des Maul
erheblich voller nimmt, als ſunſt wo in de Wäld. Wann alſo
de Herr Eddſchmid de Ameriganer immboniern will, ſo muß
er ſchließlich aach mit de Welf heile. Un wann er alſo Mailand,
Florenz, Sewillja, Luxor, Fenneediſch, Kairio, Konnſtanndi=
nobbel
, Maddrid, Athen un was waaß ich was all noch for be=
riehmte
un berichdichte Städt, in aam Odemzug mit Darmſtadt
nennt, un ſeecht, die weern gornix gääche die Haubſtadt vum
Heſſelendche, ſo hott er dene großkopfede Ameriganer gäächen=
iwwer
ganz recht, die dhun jo aach bei jeder Geläächenheit als
wunners weer ſe weern, die Jänkiedudler die äbſche.
No, un wann’s wärklich druff akimmt, hawwe mir needich
uns hinner de annern Städt zu verſteckele? Was is dann mit
dem Kairo, un mit dem Luxor un ſo? E paar aldeſchibbdiſche
Keenichsgräwer hawwe mer gleich inſtalliert uff unſerm Hibbe=

dhekefriedhof; un ſo=en alde verhuzzelte Faraonewenzel, den wo
mer als Mumje eneileeche kennt, wärd ſich aach noch uffdreiwe
loſſe ärchend in=eme Winkel, odder beim Libbmann Mai unnerm
alde Gerimbel. Un wann mer aach kaa Piramiede hawwe,
ſo hawwe mer doch Hausmiede, die wo äwenfalls unergrind=
lich
un hoch genug ſin; an Kamehler, die wo ſe bezahle, fehlt’s aach
net. Un was den ſtaawiche Samum bedrifft, mit dem kenne mer,
bei einigermaße e bische eme kräfdiche Weſtwind, jeder Zeit diene.
No, un was ſin dann die Ruiene vun Athen gääche unſern
Altſtadtdorchbruch?
Fehlt’s valleicht an=ere Drobbſtaahöhl? Bidde, ich waaß
manch Notwohnung wo’s vun de Deck drebbelt beim geringſte
Räje.
Sucht mer es Grußeliche? Gud, dann zeicht mer unſer
unnerärdiſche Geng, beiſpielsmäßich den im Fuld ſeim Haus in de
Kärchſtroß; odder den uffm Gaasbärch; do kann aaner ſpielend
Hals un Baa bräche, wann er will; im Notfall dhuts aach ſchun
des aane odder des annere vun unſere Drottwah.
Un Neabbel? Was e Gebabbel! Noja kaan Veſuf, der wo
Dag un Nacht Feier ſpuckt un bringt die ganz Umgäfend in
Läwensgefahr, wann’s em bloß emol e bische iwwel uffſtößt,
en Veſuf hawwe mer net, uns geniecht vorerſt noch die Meſſeler
Grub. Dodefor is es awwer aach bei uns net ſo gefehrlich, wie
in Neabbel, wo ſe vun aam verlange, mer ſollt gefellichſt ſtärwe,
wann mer’s geſähe hett. Naa, ſo was unmenſchliches verlange
mir vun unſere Fremde net, ganz im Gäjedaal, hier ſolle die Leit
net ſtärwe, wann ſe ſich Darmſtadt ageguckt hawwe, ſundern mir
verlange bloß, daß ſe ſich hier giedlich dhu, un eſſe un drinke,
was in ſe geht, ſoweit’s ihr Portmannee erlaabt. Un däß is gewiß
net zu viel verlangt.

No un wie ſteht’s mit unſerm große Woog? Aſch viel blauer
kann doch die Addria aach net ſei; zur Not kennt mer’n jo
Indandrehn färwe.

No, un 18 Landesmuſeum, s Schloßmuſeum, un 18 Jagd=
muſeum
uffm Kranichſtaa, is daß valleicht nix? Sieht mer do
net äwenfalls die andickſte Alderdiemer? Un uff de Kinſtler=
kolonnie
? Wärrn aam do net die neirennovierſte Neiheide ge=
zeicht
?
Wie geſagt, mir hawwe ſoviel, wo mer mit Brulljes mache
kenne, daß mer’s in de Geſchwindigkeit gornet all eiffellt. Un
was ſo die beriehmte alde Städt bedrifft, ſo kenne mer aach do
mit, dann aach vun Darmſtadt kann mer ſage, daß ſei Zukumft
in ſeine Vergangenheit liggt.
Wann awwer de Herr Eddſchmid aach beſunners betont, daß
es uff de ganze runde Wält kaa diſtinguierter un vor=
nehmer
, un friedlicher Stadt gibt, wie Darmſtadt, ſo hott
däß äwenfalls ſei Richdichkeit. Un do wiſſe wenichſtens die Ame=
riganer
, daß hier kaa wilde Velkerſtemm hauſe, odder halwe
Kannibale, ſundern lauder nädde, mannierliche, verdrägliche un
friedfärdiche Menſchekinner. Un weer do en Zweifel enei ſetzt,
dem ſolle ſiwwe Gewidder uff de Kobb fahrn un die neu mol
Krenk an de Hals ..."
So, un jetzt is mer’s widder e Portzion leichter.
Bienche Bimmbernelk=,
Poſtſchkribbdumm. Wie als hett’s ſo ſei ſolle, kimmt
aach jetzt vum Verkehrsverein, der wo ſich bebanntlich die greeſt
Mieh macht, um den Fremdeverkehr hier zu hewe, ohne daß er
äxdra die Feierwehr mit ihrm Hebgeſchärr dezu beneedicht
kimmt alſo aach noch de Thedor Stemmer mit=eme Relljäff=
blan
, owwe aus de Vogelsſpärrbädldief eraus, wo mer unſer
lieb Städtche in ſeine ganze, herrlich Umgäwung, vum Mag bis
zum Näcker, un vum Rhei’ bis zum Späſſadd leije ſieht, mit
eichene Aage ſo ſchee leije ſieht, wie’s kaa noch ſo ſchreibgewandter
Schriftſteller ſchildern kann. Ich glaab, der ſcheene Relljäffblan,
däß is e Lied ohne Worte uff unſer lieb Städtche, dann nemlich
der zeicht de Wäld, un de reiſende Leit erſt richdich, daß unſerm
Odewald, un unſer Rheiheſſe en Gadde Goddes is, un daß midde
in dem Gadde Goddes e Haubſtadt liggt, ſo ſchee un ſo lieblich,
wie’s weniche gibt, nemlich Darmſtadt, un daß alſo Darmſtadt
ſozuſage des Ei= un Ausfalldor is, ſowohl als aach zum ſagen=
umwowene
Odewald, wie zum härzſeeliche un weiffreehliche
Rheinheſſe; un daß mer, wann mer ſatt Kunſt is, noch e Um=
gäächend
genieße kann, un kann Ausfliech in ſe neimache, un
kann ſe beſchlunſe, un bewunnern, driwwer wäckſteije un drinm
erumdabbe nooch Härzensluſt. Mit gam Wort: was alſo Minche
for’s bayriſche Owwerland, was Freiborch for ſein Breißgau,
un Dresden for die ſächſiſch Schweiz is, däß is Darmſtadt for
de Odewald un for Rhei heſſe. Un däß dhut uns der ſcheene
Relljäffblan aus de Vogelsſpärrbäckdief diräckt vorbildlich vor
Aage fiehrn. Un däſſendwääche hab ich mer gleich aan gekaaft,
un hab=em en Ehrenblatz in meine gude Stubb ei’geräumt, ſo
daß ich in däglich vor Aage hab, un kann aach dehaam mich.
an unſere ſcheene Umgäwung freie, un Ausflich in ſe neimache,
ganz Worſcht, was s drauß for Wädder is .. . ..
Jawoll: Maddridd, Florenz, Athen, Kairo, Konnſtandinob=
bel
, Fenehdiſch, Briſſel, Bagdad un Sewillja Darmſtadt,
mei Darmſtadt, du biſt doch die ſchennſt vun alle!

Der zeitgemäße Haushalt.

Wie ichmir die große Wäſche erleichtere. Wo
in der beengten Alt= oder Notwohnung kein geeigneter Ort zur
Aufbewahrung der gebrauchten Wäſche vorhanden iſt, da kann
ich die nachſtehende Methode ebenſo empfehlen, wie jenen Haus=
frauen
, die eigenhändig ihre Wäſche reinigen müſſen und ſich
dabei unnötige Mühe und Arbeit erſparen wollen. Außer der
Bettwäſche, die bei öfterem Wechſel ohnehin nur leicht ange=
ſchmutzt
iſt, weiche ich regelmäßig Montags alle gebrauchte Wäſche,
die ſchmutzigere zu unterſt, im großen Waſchtopf mit lauem Bleich=
ſodawaſſer
ein, davon etwa eine Hand voll auf einen Eimer
Waſſer gerechnet. Am Dienstag Vormittag waſche ich ſie unter
Zuſatz von heißem Waſſer ſtrichweiſe aus dieſer Löſung, ſpüle
ſie gut und hänge ſie auf dem Küchenaustritt zum Trocknen auf.
In einem Reiſekorb verwahrt, iſt ſie dann völlig geruchfrei und
die große Wäſche iſt ſtets bis zum Mittageſſen erledigt, da es
nur eines kurzen Aufkochens der ſauberen Wäſche mit Perſil=
löſung
bedarf, um ſie nach dem Abkühlen leicht herauswaſchen
und mehrmals ſpülen zu können, ehe ſie aufgehängt wird. Uebri=
gens
machte ich mir auch dieſe Arbeit leicht, nachdem ich ſie bei
einer Bekannten geſehen hatte. Ich ließ mir an den großen
Gefäßen dicht über dem Boden eirunde Löcher einbohren und
feſte Holzzapfen dazu machen. Nun kann ich die im Spülwaſſer
gut durchgeſtauchte Wäſche leicht ablaufen laſſen und mit neuem
Waſſer übergießen. Im Sommer laſſe ich ſie dann, leicht geblaut,
über hochgelegten Stangen oder mit Tuch bedecktem Waſchwan=
nenſtänder
abtropfen, um ſie noch möglichſt naß in die Sonne
zu hängen. Die nicht vorgewaſchene Bettwäſche weiche ich na=
türlich
am Vorabend des Waſchtages ebenfalls in Sodalöſung
ein, um ſie dann mit der anderen Wäſche zu erhitzen und nur
L. E.
¼ Stunde zu kochen.
Benutzt die Zimmeröfen als Kühlſchränke
für Speiſen! Die ſolange erſehnten warmen Tage ſind
erſchienen und mit ihnen jene für die Hausfrau ſorgenvollen
Wochen, wo die Buter vom Teller läuft die Milch ſauer wird,
ſowie Fleiſch= und Wurſtwaren leicht verderben. Dieſe Gefahren
ſtellen ſich in erhöhtem Maße namentlich dort ein, wo die Haus=
frau
weder eine geeignete Speiſekammer oder =ſchrank, noch einen
Eisſchrank beſitzt, wie dies nur zu häufig bei ſogenannten Not=
wohnungen
der Fall iſt.
In dieſen ſollte der Zimmerofen zum Kühlhalten ver=
wendet
werden, wozu man das gereinigte Feuerungsloch mit
Zeitungs= oder Packpapier auslegt, um darin die Lebensmittel,
gut verdeckt, aufzubewahren. Stellt man in den Aſchenkaſten

noch eine Schale mit kaltem Waſſer und ſorgt durch Anlehnen der
oberen und unteren Tür für ſtändigen Durchzug, ſo wird man
ſtets über feſte Butter, unverdorbene Milch, friſche Fleiſch= und
Wurſtwaren verfügen können.
Bittere Salatgurken genußfähig zu machen.
Da der Bitterſtoff bekanntlich meiſt im Stielende enthalten iſt,
ſo iſt es ratſam, beim Schälen am ſtumpfen Ende anzufangen,
da ſonſt der Bitterſtoff mit dem Meſſer über die ganze Gurke
verbreitet wird. Hat man durch Koſten bitteren Geſchmack feſt=
geſtellt
, ſo ſchneide man das Stielende einige Zentimeter ab und
laſſe die halbierte Gurke in leicht geſüßtem kalten Waſſer ziehen
Niemals den Saft von Salatgurken weg=
gießen
. Wenn auch in alten Kochbüchern das Ausdrücken der
Scheiben nach dem Einſalzen verlangt wird, ſo haben Ernährungs=
hygieniker
feſtgeſtellt, daß gerade der Gurkenſaft den Salat leicht=
verdaulich
macht. Benutzt man aber den Saft als Marinade, die
man mit Zitronenſaft ſäuert und mit etwas Speiſeöl, Salz,
Pfeffer und einer Zwiebel oder Dillkraut würzt, ſo kann der
Gurkenſalat ſelbſt von Menſchen mit ſchwächlichem Magen ge=
noſſen
werden, ohne daß ſich irgendwelche Verdauungsbeſchwerden
bei ihnen einſtellen.
Feine Stachelbeer=Suppe. ½ Pfund grüne, ſau=
bere
Stachelbeeren ſetze man mit 1 Stückchen Zitronenſchale und
Zimt zum Kochen auf, ſtreiche ſie, muſig gekocht, durch ein Haar=
ſieb
und verdünne nach Bedarf. Nochmals erhitzt, mache man
die Suppe mit wenig Kartoffelmehl ſämig, legiere ſie mit 2 Ei=
gelb
und ſchmecke ſie mit Zucker oder 2 Eßlöffel Süßſtofflöſung,
½ Teeliffel Salz und 1 Eßlöffel friſcher Butter ab. Man ſer=
viere
die Suppe mit in Butter geröſteten Semmelbröckchen oder
E
eingebrocktem Zwieback.
Rhabarberreis als Nachtiſch. ½ Pfund in Milch
ausgequollenen Reis untermiſche man mit ½ Pfund weichge=
ſchmortem
, vom Saft ebgelaufenem, mit Vanillezucker geſüßtem
Rhabarber, ſchmecke das Ganze noch mit 1 Likörgläschen Rum
oder Arrak und etwas geriebener Zitronenſchale ab und zuletzt
mit 1 Eßlöffel friſcher Butter. In ausgeſpülte Formen oder
Taſſen zum Erkalten gefüllt, ſtürze man dieſe und reiche dazu
V.
eine Vanille=, Mandelſoße oder Himbeerſaft.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Feine Stachelbeerſuppe, Sahnenſchlegel mit
Miſchgemüſe, Zitronenereme. Montag: Hammelragout,
Salzkartoffeln, Gurken=Staudenſalat. Dienstag: Karotten=
gemüſe
mit geſpickter Kalbsleber. Mittwoch: Gurkengemüſe
mit gebratenem Gehirn. Donnerstag: Brennſuppe, jun=
ger
Wirſing mit Rinderbruſt. Freitag: Gekochter Schell=
fiſch
mit Dillſoße, Rhabarberreis. Samstag: Hefeplinſen
mit geſchmorten Kirſchen.

Das iſt wirklich ein guter Staubſauger!
CLife")

Jeder nach ſeinen Kräften. Sie waren arm, aber ſie wollten doch
kirchlich getraut werden. Der Geiſtliche hielt eine ſchöne Rede und gab
nachher dem Bräutigam noch ein paar gute Ratſchläge für ſein künftiges
Eheleben. Danke Ihnen tauſendmal, Herr ſtammelte der junge Ehe=
mann
gerührt. Es tut mir ſo furchtbar leid, daß ich Ihnen ſo wenig
bezahlen kann, aber wenn Sie geſtatten . . ." Schon gut, ſchon gut
unterbrach ihn der Geiſtliche, Ich bin nämlich Gasarbeiter, fuhr der
Mann eifrig fort, und wenn ich Sie einmal beſuchen darf, will ich
Ihren Gaſometer ſo einrichten, daß er weniger zeigt.
Der Schüchterne. Stimme im Dunkeln: Darf ich dich küſſen?
Schweigen. Stimme: Würdeſt du mir zürnen, wenn ich dich küßte?
Antwort: Nu los doch ſchon, ſoll ich mir erſt verſprechen laſſen, daß
du mich nicht beißen wirſt?
Immer galant. Der Bürgermeiſter einer kleinen franzöſiſchen Stadt
hatte einer reichen und angeſehenen Dame ſeiner Bekanntſchaft einen
Paß auszufertigen; ſie beſaß aber eine kleine Entſtellung, und ſo zögerte
er mit angebotene; Höflichkeit einen Augenblick. Dann ſchrieb ers
Augen dunkel, ſchön, zärtlich, ausdrucksvoll (eins fehlt).

[ ][  ][ ]

Der Seidenmantel.
Die Umhülle des Sommers iſt
heuer ganz entſchieden der dunkle
Seidenmantel, denn man hat letzten
Endes doch erkannt, daß ein ſolches
Stück keineswegs ein Luxus, ſondern
ganz im Gegenteil außerordentlich
ſtrapazfähig und dabei doch elegant
ſei und darum vielfach gute Dienſte
zu leiſten vermöge.
Unter dem neuen Seidenmantel
hat man ſich darum auch keineswegs
ein pompöſes, anſpruchsvolles Klei=
dungsſtück
vorzuſtellen, ſondern eine
ſchlichte Umhülle, die durch ihr ſchönes
Material und ihre exakte Machart zur
Geltung kommt
Der Seidenmantel hat neben vie=
len
anderen Vorzügen auch noch den
Vorteil, zu jedwedem Kleide getragen
werden zu können, ob es ſich nun um
ein dunkles oder hell=einfarbiges Mo=
dell
handle, oder aber um eines der
buntdeſſinierten Seidenkleider, die
heuer ſo ſehr gefallen.
Immer iſt die Seidenumhülle eine
ganz ausgezeichnete Ergänzung des
Kleides und vermag in entſprechen=
der
Zuſammenſtellung unſchwer den
kompletartigen Eindruck zu erwecken.
Seine Machart iſt immer ſehr
ſchlicht; in der Regel iſt es die gerade
Silhouette, die ſich in den Vorder=
grund
zu rücken vermocht hat, doch
gibt es nichtsdeſtoweniger auch ſehr
viele glockige Typen.
Beſonders die Prinzeßmäntel ha=
ben
viele Anhängerinnen gefunden,
ſind aber natürlich nur für ſchlanke
Geſtalten geeignet.
Intereſſant iſt die Tatſache, daß
auf die Kragenpartien der neuen Um=
hüllen
großer Wert gelegt wird und
zwar ſieht man nur in den ſeltenſten
Fällen Kragen aus dem Seidenmate=
riale
des Mantels, ſondern vielmehr
ſolche aus Fell, die bekanntlich immer
ſchick wirken und ſehr vorteilhaft klei=
den
; außerdem aber gibt es vielerlei
ſchalartige Kragenpartien in flotter,
mondäner Note.
Die Fellkragen können ſowohl mit
der Farbe des Seidenmateriales har=
monieren
als auch davon abſtechen;
ſo zum Beiſpiel iſt heuer neben ſchwarzem auch braunes Pelzwerk
auf ſchwarzen Mänteln und graues auf marineblauen Seiden=
umhüllen
ſehr beliebt.
Beſonderes Augenmerk wird der Wahl des zur Verarbei=
tung
gelangenden Materiales gewidmet; es ſoll ſich vor allen
Dingen immer um ein reinſeidenes Gewebe handeln, da die ver=
Das Kind auf Reiſen.
Für die Ferientage brauchen die Kleinen immer auch eine
Umhülle, die nicht nur während der Reiſe, ſondern auch an küh=
len
Tagen in der Sommerfriſche gute Dienſte leiſten ſoll.

Während man nämlich beim Kleidchen nicht ſo wähleriſch
ſein will und das nimmt, was die Kinder bisher für den Schul=
beſuch
getragen haben, weil ja jedes Kleidungsſtück auf der Reiſe
ohnedies nur allzu ſehr in Anſpruch genommen wird legt man
auf die gute Wirkung und Verwendbarkeit des Mantels großen
Wert, weil er doch einerſeits vielfach ausgenützt werden, anderer=
ſeits
zu jedem Kleide paſſen ſoll. Für die kleinen Mädchen nimmt
ſich ein gerader Mantel mit angearbeitetem Kutſcher=Cape aus
Doubleſtoff am beſten aus. Ein ſolches Stück kann ungefüttert
bleiben, ſo daß die gemuſterte Innenſeite des Stoffes beim Kra=
gen
ſichtbar wird (erſte Skizze).
Dem Knaben aber wird ein waſſerdichter Trenchcoat (Skizze)
viel Freude bereiten; er trägt dazu eine Reiſebappe, während
ſeine Begleiterin die Pullmanmmütze wählt.
R. H.
Wie das elegante Gepäck ausſehen ſoll.
Die wahre Eleganz einer Frau macht ſich keineswegs nur in
ihrer Aufmachung geltend, ſondern auch in den vielen Details
ihrer Garderobe und nicht zuletzt in der Art, wie ſie ſich bei den
verſchiedenen Gelegenheiten einen entſprechenden Rahmen zu
ſchaffen verſteht.
Für die Sommerreiſe, die ja mit möglichſter Beſchränkung der

ſchiedenen Kunſtſeiden zwar für das Auge nicht ſchlecht wirken,
aber in der Strapaz abſolut verſagen, weil ſie ſich ſehr drücken und
ſchon nach kurzer Zeit unanſehnlich werden.
In der Hauptſache zieht man hier Kvepp=Marrocain und
Krepp=Mongol, daneben aber auch viel Faille und Krepp=Satin
(auf ſeiner matten Rückſeite) heran. Die meiſten Mäntel ſind
Garderobe unternommen wird, hat ſich der kleine Coupé= Schrank=
koffer
als ungemein verwendbar erwieſen, denn die Kleider wer=
den
darin nicht zerknüllt und die Raumeinteilung mit Berück=
ſichtigung
der Wäſche= und Schuhfächer iſt eine beſonders günſtige.
Die Handtaſche für die Reiſe ſoll nicht zu klein ſein und hat
in der Regel die Form eines Köfferchens (Skizze rechts). Eine
Schirmhülle (links) iſt faſt unerläßlich, denn man braucht neben
dem Allwetterſchirm auch noch ein Strand=Schirmchen, überdies
wenn man daran denkt ins Gebirge zu gehen noch den
Bergſtock.

Als mittleres Gepäckſtück entſcheidet man ſich für die Zipp=
taſche
mit Reißverſchluß, in aparter Trapezform. (Mitte vorne.)

Der Strandanzug.

Man hat ſich im Laufe der letzten Jahre daran gewöhnt, im
Badeort den ganzen Tag am Strande zu verbringen, ja ſogar
die Mahlzeit im Freien einzunehmen, ſodaß ſich oft kaum die
Notwendigkeit ergibt, das Badekoſtüm auszuziehen.
Da man aber doch zu Tiſch nicht gerne im Badeanzug er=
ſcheint
, den Bademantel aber andererſeits zu ſchwer findet, ent=
ſcheidet
man ſich für einen Strand=Anzug, der in der Re=
gel
die Form eines Pyjamas hat, in letzter Zeit aber ſehr phan=
taſiereiche
Faſſons annimmt, die ungemein reizvoll ſind.
In unſerem Bilde zeigen wir eine intereſſante Zuſammen=
ſtellung
in Form einer weiten Hoſe (nach Art der Hamburger
(zu einem braunen Ledermantel), dazu entſprechende Stulpen=
Materiale und eines Jumpers, der übrigens auch für andere

ſchwarz, doch gilt auch marineblau als
große Modefarbe; zu hellen Kleidern
aber ſind beigefarbene Seidenmäntel
ſehr beliebt. Auch ein lebhaftes mit=
telblau
iſt oft zu ſehen, wäre aber
inſofern als weniger praktiſch zu be=
zeichnen
, als es nicht die vielfache
Verwendbarkeit bietet, die man von
einem dunklen Mantel erwarten darf.
Das Charakteriſtiſche der Seiden=
umhülle
liegt nicht zuletzt in ihrer
außerordentlich beſcheidenen Garnie=
rung
, da die Wirkung in erſter Linie
aus dem Materiale und der Machart,
nicht aber aus den Aufputzeffekten ge=
holt
wird.
Falls man jedoch ein paar Gar=
nierungseffekte
wünſcht, ſo ſoll man
ſich nur für Blenden=Effekte, Säum=
chen
und dergleichen entſcheiden, die
immer vornehm und elegant wirken.
In unſerem erſten Bilde zeigen
wir, wie man ſelbſt den einfachen,
halblangen Paletot ohne jeden Auf=
putz
zu beſter Wirkung bringen kann;
er iſt hier in Verbindung mit einem
bunten Kleide zu ſehen, deſſen unte=
rer
Rand unter dem Paletot ſichtbar
wird, der nur durch einen langen
Schal garniert iſt. Eine enganliegende
Filzkappe iſt hier die richtigſte Kopf=
bedeckung
.
Einen Mantel, der für jede Figur
in Frage kommt, weil ſein Schnitt
die Geſtalt günſtig zur Geltung bringt,
führen wir in der zweiten Skizze vor
Augen: es iſt dies eines der glockigen
Modelle, deren Oberteil gerade (hier
mit Querblenden abgeſchloſſen) iſt,
während die Rockpartie glockig fällt.
Auch hier erſetzt wieder ein Schal den
Kragen.
Der Prinzeßmantel, dem man
heuer vielfach begegnet, iſt als dritte
Skizze zu ſehen. Er iſt in der Taille
ganz eng, betont alſo die Schlankheit
der Geſtalt und wird in dieſer Ten=
denz
durch den glockigen Fall noch
gefördert. Ein Fellkragen nimmt ſich
immer ausgezeichnet aus. Als ganz
beſondere Neuheit gilt braun= gefärb=
tes
Feh, das ſich vom ſchwarzen Sei=
dengrunde
ſehr fein abhebt, weil es
jenes unausgeſprochene Braun der
Blaufüchſe hat.
Im letzten Bilde machen wir mit dem korrekten, geraden
Seidenmantel vertraut, der durch aufgeſteppte Blenden, die
ſich nach oben zu verjüngen, in vornehmſter Art garniert wird.
Dieſe Umhülle iſt vollkommen kragenlos und wird gerne mit
einer Fellſtola, am beſten mit einem Fuchs getragen.
Willy Ungar.
Zwecke brauchbar iſt und deſſen Aermel in dieſem Falle aufge=
rollt
werden. Hoſe und Gürtel können auch aus Frottierſtoff

gearbeitet ſein, der effektvoll, praktiſch und verhältnismäßig bil=
lig
iſt.
Willy Ungar.
Der Schal mit dem Sportabzeichen
iſt die neueſte Mode und wird mit der ſportlichen Kopfbedeckung
in Farbe und Ausführung in Uebereinſtimmung gebracht. Man
ſieht ſolche Kombinationen für jede Art des Sports: zum Rudern,
Segeln, Tennis, Golf. Hauptſächlich natürlich für den Auto=

ſport. Wir zeigen darum dieſe neuartige Idee in unſerer Skizze
in Form einer enganliegenden Autokappe in beige mit braun
Zimmermannshoſe geſchnitten), eines Gürtels aus dem gleichen
handſchuhe und den zweifarbigen Schal, der in ſeinem dunklen
Abſchluſſe ein eingeſticktes Automobil bringt, das natürlich mit
jenem ſeiner Lenkerin in Art und Farbe reſtlos übereinſtimmen
muß, da es ſonſt ſeinen Sinn durchaus verfehlt. W. L.

[ ][  ][ ]

Nummer 186

Sonntag, den T. Zuli 1929

Geite 23

din daniin der Nagt.
Roman von Max Brand.
Deutſche Rechte bei Th. Knaur Nachf., Berlin W. 50.
45)
(Nachdruck verboten.)
Schließlich kehrten ihre Gedanken zu dem Hund zurück. Es war
ganz natürlich, daß ſie in dieſem Augenblick zu ihm hinüberſah.
Sie fuhr heftig zuſammen. Bart kam langſam auf ſie zugekrochen.
Die verwundete Vorderpfote ſchleppte er hilflos nach. Sobald das
Tier ihre Augen auf ſich gerichtet ſah, ließ es ſich augenblicklich zu
Boden fallen. Für eine Sekunde fletſchte er die Zähne. Dann
ſchloſſen ſich ſeine Augen, und er ſchien wieder wie gewöhnlich in
der Sonne zu träumen.
Verſuchte das Ungeheuer, ſie heimlich zu beſchleichen? Dieſe
verſtohlene, geräuſchloſe Annäherung erſchien ihr beinah ſchlim=
mer
als alles, was ſie am Tage vorher durchgemacht hatte. In
paniſchem Schrechen war ihr erſter Gedanke, aufzuſpringen und
davonzulaufen. Er konnte ihr ja nicht folgen, da die Kette ihn
feſthielt. Und doch war das Benehmen des Hundes ſeltſam.
Selbſt in ſeinen wildeſten Tagen, in der Zeit, wo ihn Dan Barry
zuerſt auf die Cumberland=Ranch gebracht hatte, hatte Black Bart
niemals grundlos einen Menſchen angegriffen. Kate zwang ſich,
unbekümmert vor ſich hinzublicken und unbeweglich auf ihrem
Stuhl ſitzen zu bleiben. Als ſie ein wenig ruhiger geworden war,
ließ ſie ſachte und ohne den Kopf zu bewegen ihre Augen wieder
nach dem Hund hinüberwandern. Jetzt konnte ſie nicht mehr
länger zweifeln. Der rieſige Wolfshund ſchlich ſich langſam zu
ihr hin, er kroch beinah auf dem Bauch, und die verwundete Pfote
ſchleppte nach. Dieſes langſame, ſtetige Schleichen erinnerte ſie
an die unheildrohende Annäherung einer Schlange. Trotz alledem
wartete ſie, was geſchehen würde. Sie rührte weder Hand noch
Fuß. Eiſige Kälte lief in Wellen über ſie hin, und wenn der
Schrecken ſie nicht gebannt hätte, dann hätte ſie gebebt wie Eſpen=
laub
. Die Vernunft flüſterte ihr ins Ohr: Es iſt Wahnſinn,
hier ſitzen zu bleiben, während in jeder Sekunde dieſes Ungeheuer
näher an dich herangleitet. Vielleicht iſt es jetzt ſchon zu ſpät.
Vielleicht, wenn du jetzt aufſpringſt, fällt das zottige Untier über
dich her. Vielleicht will ſich der Wolf in ihm für den Schmerz
rächen, den du ihm geſtern zugefügt haſt.
Und jetzt ſie wagte nicht hinzublicken ſah ſie aus dem
Augenwinkel, wie ſich die ſchwarze Geſtalt an ſie heranſchob und
langſam, langſam ſich aufrichtete. Black Bart ſtand unmittelbar
vor ihr und ſtarrte ſie an. Plötzlich hatte alle Furcht ſie ver=
laſſen
. Ein Gefühl unendlicher Erlöſung bedeckte ihr Geſicht mit
flammender Röte. Alle Feindſchaft war aus den Augen des
Hundes gewichen, er ſtand und ſtarrte ſie noch immer an. Und
jetzt erinnerte ſie ſich an etwas, was Dan Barry vor langer Zeit
einmal geſagt hatte: Selbſt einem Gaul, Kate, und einem Hund
kann es manchmal verdammt einſam zumute ſein.
Black Bart ſchob ſich langſam näher an ſie heran. Seine
Ohren waren ſcharf aufgerichtet. Sie hörte ein Knurren, aber es
war ſo leiſe und gedämpft, daß es kaum eine Drohung zu be=
deuten
ſchien. Bewarb er ſich um ihre Aufmerkſamkeit? Sie
wollte ihm nicht in die Augen ſehen und wartete bis plötzlich
etwas Schweres in ihren Schoß fiel der Wolf hatte ſeinen
langen, mit Narben bedeckten Kopf auf ihre Knie gelegt. Ihr
Herz füllte ſich jäh mit ſo wilder Freude, daß es ihr beinah
weh tat.
Langſam, langſam ſtreckte ſie die Hand nach Black Barts
Kopf aus. Der Hund zuckte zurück und fing an zu zittern.
Drohend entblößten ſich ſeine fürchterlichen Zähne, ſein Knurren
wurde heiſer und feindlich. Aber er zog den Kopf nicht zurück

und ließ es ſich gefallen, daß Kates Hand auf ſeine Stirn nieder=
fiel
und liebkoſend das Fell nach hinten ſtrich. Mit einem Male
war nichts mehr von den drohenden Zähnen zu ſehen, die ſchar=
fen
, argwöhniſchen Augen verloren ihre Wachſamkeit und ſchloſſen
ſich zu einem behaglichen Blinzeln. Das dumpfe Grollen in ſeiner
Kehle verſtummte.
So einfach und doch ſo myſteriös vollzog ſich Kates Aufnahme
in den Bund der Drei. Aber bedeutete es denn, daß auch die
beiden anderen ſie willkommen hießen?
Etwas ſank ſchwer auf ihre Füße, und als ſie hinunterblickte,
ſah ſie, daß Black Bart den Kopf daraufgelegt hatte und mit ge=
ſchloſſenen
Augen in der Sonne träumte.
Achtundzwanzigſtes Kapitel.
Die Spur.
Black Barts Wunden heilten ſchnell, vielleicht mehr noch dank
ſeiner zähen Natur, als dank der ſorgfältigen Pflege. Drei Tage,
nachdem er Kate Cumberland ſeinen Kopf in den Schoß gelegt
hatte, konnte er ſchon, ſoweit es ihm die Kette erlaubte, herum=
humpeln
, und den Tag darauf wurde der Verband entfernt, und
Dan erklärte, daß nunmehr Bart wieder frei herumlaufen könne.
Doktor Byrne wohnte der Zeremonie bei. Vom Fenſter aus
beobachteten Joe Cumberland und Kate, was vorging. Black
Bart wurde von ſeiner Kette losgemacht. Er beſchnüffelte einen
Augenblick lang des Doktors Stiefel, knurrte und trabte dann

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hinkend den Gehegen zu. Als Doktor Byrne und Dan Barry ihn
einholten, fanden ſie ihn zwiſchen den Trümmern des verbrann=
ten
Stalles. Mit haſtigem Schnuppern ſtöberte er in der Aſche
hin und her, und plötzlich ſetzte er ſich mitten auf der Brandſtätte
auf die Hinterfüße, ſtreckte die Schnauze hoch in die Luft und ſtieß
ein langgezogenes, unendlich trübſeliges Heulen aus.
Unglaublich, wie intelligent manchmal ſo ein Tier iſt,
meinte der Doktor zu Dan, er hat genau die Stelle gefunden,
wo er angeſchoſſen worden iſt. Selbſt durch den Brand hat ſein
Gedächtnis nicht gelitten.
Er hielt inne, Dans Geſicht war plötzlich düſter geworden. Er
lief zu Bart hinüber, kauerte ſich neben ihn hin. Byrne hörte,
wie er ſich murmelnd mit dem Tier unterhielt. Da haſt du ge=
legen
, ſagte Dan. Das iſt dein Blut, was du da riechſt. Paß
ſcharf auf, Bart! Hier gibt es noch etwas für dich zu finden.
Der Wolfshund blickte mit aufmerkſam aufgerichteten Ohren
ſeinem Herrn ins Geſicht, winſelte und fing dann wieder ge=
ſchäftig
an, unter dem Aſchenhaufen herumzuſchnüffeln.
Byrne hatte ein Bedürfnis, Konverſation zu machen.
Mir iſt ganz rätſelhaft, wie der Hund zu einer Schußwunde
gekommen iſt. Glauben Sie, daß einer der Cowboys nach ihm
geſchoſſen hat?
Aber Dan ſchien des Doktors Gegenwart ganz vergeſſen zu
haben. Er folgte dem Hund getreulich im Zickzack zwiſchen den
Trümmerhaufen hin und her, blieb ſtehen, ſobald Black Bart
ſtehen blieb, und ſprach dauernd mit halblauter Stimme auf ihn
ein. Manchmal zeigte er ihm irgend etwas was es war, konnte
der Doktor nicht ſehen, und dann ſtieß Bart ein bösartiges, blut=
dürſtiges
Heulen aus, während ihm der Geifer vom Maule troff.
Jetzt trennte ſich der Hund von der Brandſtätte und eilte in
vielfach verſchlungenen Linien zwiſchen den Schuppen und Ställen
hin und her. Dan Bary war ſtehen geblieben, wo er ſtand. Er
ſchien nachdenklich. Hier und da rief er dem Tier ein aufmuntern=
des
Wort nach.

Und Black Bart verfolgte ſeine Aufgabe mit großer Ausdauer.
Jetzt beſchrieb er, immer die Naſe dicht auf dem Boden, einen
großen Kreis um die ganze Gruppe der Schuppen und Ställe.
Dann kehrte er plötzlich mit einer jähen Wendung zu der Brand=
ſtätte
zurück und begann ſeine Nachforſchungen in anderer Rich=
tung
. Er hatte es eilig, manchmal lief er faſt ohne zu hinken, auf
allen vier Pfoten, dann wieder zog er das verletzte Bein hoch und
lief auf drei Füßen weiter. Einen Augenblick ſpäter war er hin=
ter
einer kleinen Bodenerhebung verſchwunden, die ſich in einiger
Entfernung hinter den Ruinen der Brandſtätte erhob. Er kam
nicht wieder zum Vorſchein. Statt deſſen hörten der Doktor und
Barry ein langes, ſchrilles Jaulen durch die Luft zittern. Dem
Doktor ſtiegen bei dieſem Ton die Haare zu Berge und ein eis=
kalter
Schauer lief ihm über den Rücken. Dan Barry aber raſte
ſofort auf die Stelle zu, wo Black Bart verſchwunden war. Der
Doktor eilte nach, ſo raſch er konnte, und ſah nun, wie der Hund
hinter dem Hügel eifrig enge, vielfach verſchlungene Bogen ſchlug
und dann anfing, im Zickzack über ſeine vorige Spur hin und her
zu kreuzen. Sein Herr ſtand mit düſterem Geſicht dabei. Plötz=
lich
lief er dem Hund nach und begann eilig auf ihn einzureden.
Siehſt du, ſagte er und deutete nach der Ranch hinüber,
wer hier hinter dem Hügel ſtand, der konnte ausgezeichnet be=
obachten
, was am Schuppen vorging, ohne geſehen zu werden.
Irgend jemand muß hier geſtanden und gewartet haben. Sieh
dich um, Bart, hier herum mußt du eine Maſſe Zeichen finden.
Weißt du, was es heißt? Die Kerle, die auf dich geſchoſſen haben,
und die den Schuppen in Brand geſteckt haben, die haben hier
geſtanden und den Brand beobachtet ſie dachten, du und Satan,
ihr würdet nicht mehr lebend aus dem Stall herauskommen. So
iſts geweſen.
Er fiel auf die Knie und packte Bart, als er an ihm vorbei=
rannte
, am Halsband.
Finde ſie, Bart, flüſterte er, du mußt ſie finden!
Und damit verſetzte er dem Hund einen ſcharfen Schlag auf
die Stelle, wo ſich ihm die Kugel ins Fleiſch gebohrt hatte.
Bart antwortete mit einem ſo wilden Aufheulen des Schmer=
zes
und der Wut, wie es der Doktor noch von keiner lebenden
Kreatur gehört hatte, und nahm ſein Hin= und Herſpüren wie=
der
auf. Plötzlich ſchlug er eine beſtimmte Richtung ein, ließ
den Hügel im Rücken und trabte eilig davon.
Dan ſtieß einen Freudenſchrei aus: Du haſts gefunden?
Du haſt die Spur gefunden?! rief er und rannte eilig dem
Hunde nach. Aber als er eine kurze Strecke den Hügel hinunter=
gekommen
war, blieb er ſtehen und pfiff. Er mußte den Pfiff
wiederholen, ehe der Hund gehorchte, zu ihm zurückkam und
eifrig winſelnd, als wolle er ihn auffordern, ihm zu folgen, vor
ihm hin und her ſprang. Es war eine unheimliche Szene, ſchien
es doch, als fordere das Tier von ſeinem Herrn ein Leben ein
Menſchenleben. Der Doktor machte kehrt und ging nachdenklich
zum Haus zurück.
An der Tür ſtieß er auf Kate, die ihn mit unzähligen Fra=
gen
überfiel. Er erzählte, was er geſehen hatte.
Näheres werden Sie von Miſter Barry erfahren, ſchloß er
ſeinen Bericht.
Das iſt nicht nötig antwortete das Mädchen. Er hat die
Fährte gefunden und er weiß jetzt, in welcher Richtung ſie ver=
läuft
. Und jetzt wird er nur einen Wunſch haben, ihr zu folgen.
Doktor Byrne, jetzt brauche ich Sie Sie ahnen nicht, wie ſehr.
Wir müſſen Dan davon überzeugen, daß Vaters Leben in Ge=
fahr
iſt, wenn er uns jetzt verläßt. Sind Sie deſſen fähig?
Mindeſtens, ſagte der Doktor, kann ich das mit gutem
Gewiſſen behaupten, daß Ihr Vater in Gefahr ſchwebt. Ich
täuſche Dan damit nicht und ich werde alles tun, was in meinen
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