Einzelnummer 15 Pfenhige
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Franffurt a. M. 1304
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 151
Sonntag, den 2. Juni 1929.
192. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
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breit 2 Reichsmark. Anzelgen von auswärts 40 Reiſchepfg.
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Rellame=
zelle 3,00 Reichsmart. Alle Preiſe in Reichsmark
ſ4 Dollar — 4.20 Mart. — Im Falle, höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtiung von Schadenerſatz. Beil
Konkurs oder gerſchtiſcher Beltreibung fäſl ſeder
Nabatt weg. Bankionto Deutſche Banl und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Deengungüder viebenſcensurbehnite
Vor der endgültigen Abfaſſung des Young=Berichkes. — Die Geſamkwirkung noch nichk zu überſehen.
die belgiſchen Mark=Forderungen das einzige Hindernis auf dem Wege zur Unkerzeichnung.
Die Woche.
Es fragl ſich noch, ob die neuen Laſten für
Deukſch=
land fragbar ſind.
In Berliner amtlichen Kreiſen wird vorläufig noch jede
Er=
klärunig zu den Pariſer Abmachungen abgelehnt. Das Tempo der
ketzten 48 Stunden iſt ſo raſch geweſen, daß im Auswärtigen Amt
nicht viel mehr Nachrichten vorliegen, als in der Preſſe erſchienen
ſind, und das genügt natürlich nicht, um ein abſchließendes Bild
zu gewinnen, zumal bei der Fülle des Stoffes, der verarbeitet
werden mußte, Lücken geblieben ſind, die zur Beurteilung des
Ganzen von ausſchlaggebender Bedeutung ſind. Daß wir in
Paris keinen Erfolg errungen haben, darüber ſind ſich natürlich
alle Stellen einig. Es fragt ſich nur, ob die neuen
Vereinba=
rungen ſo geſtaltet ſind, daß ihre Laſten überhaupt tragbar ſind.
Dazu müßte man zunächſt Einzelheiten abwarten. Die Frage
der Beſatzungskoſten iſt noch nicht endgültig
ge=
klärt. Das Schickſalder Saargruben, die nach
deut=
ſcher Auffaſſung eng mit der Reparationsfrage verbunden ſind,
iſt mit keinem Wort erwähnt. Die Freigabe der
Neichsbahn von der Hypothek ſcheint nur fiktiv zu
ſein. Aber auch hier iſt die Abführung der Erträge aus der
Neichsbahn ſo kompliziert, daß ſich zunächſt die
Geſamtwir=
kung noch nicht überſehen läßt. Die hartnäckig
ver=
tretenen belgiſchen Markforderungen ſind dabei noch ein
beſon=
deres Kapitel. Vorläufig beſtehen alſo noch ſo viele
Zweifels=
fragen, daß man es den amtlichen Stellen nicht übelnehmen kann,
wenn ſie jeder zuverläſſigen Antwort aus dem Wege gehen und
erſt eingehendere Berichte aus Paris abwarten wollen. An
amt=
licher Stelle glaubt man aber, daß die Reviſionsklauſel von der
Gegenſeite angenommen worden ſei, ſo daß alſo die Möglichkeit
einer ſpäteren Herabſetzung gegeben iſt. Wie allerdings die
ent=
ſprechenden Formulierungen gehalten ſind, weiß man noch nicht.
Das Auswärtige Amt glaubt indeſſen ſagen zu können, daß die
deutſchen Vorbehalte in allen weſentlichen
Punkten von der Gegenſeite angenommen
wor=
den ſind. Allerdings ſind ſie zum Teil in den Bericht
übernom=
men, ſo daß auch hier erſt noch der genaue Wortlaut ſtudiert
werden muß. Die Moratoriumsklauſel ſcheint nicht auf eine
Ein=
zelanwendung beſchränkt zu ſein, ſondern kann wiederholt
wer=
den, ſobald die wirtſchaftlichen Vorausſetzungen in Deutſchland
gegeben ſind. Ueber die Konſtruktion der Zahlungsbank beſteht
im Auswärtigen Amt eine klare Vorſtellung noch nicht, ebenſo
wie es vorläufig unmöglich iſt, den Gegenwartswert des Young=
Planes zu errechnen. Die Franzoſen ſchätzen den
Gegenwarts=
wert auf etwa 36 Milliarden Mark, eine Nachprüfung iſt aber
noch nicht möglich, weil ja der Wortlaut der Abmachungen noch
nicht vorliegt. Ebenſo hängt auch viel davon ab, in welcher Form
und in welchem Umfang Deutſchland für die letzten 21 Jahre
haftbar iſt.
Die belgiſchen Mark=Forderungen.
Mit bewundernswerier Zähigkeit haben die Belgier es
ver=
ſtanden, immer wieder ihre Sonderforderungen gegen
Deutſch=
land in den Vordergrund zu ſtellen, und wenn nicht Herr Young
ein Machtwort geſprochen hätte, würden ſie verſucht haben,
des=
wegen die Einigung zum Scheitern zu bringen. Dabei hat es an
deutſchem Entgegenkommen auch in dieſem Falle nicht gefehlt.
Die deutſchen Delegierten haben ſich nur auf den Standpunkt
ge=
ſtellt, daß dieſer Fall ſie nichts angehe, daß dazu vielmehr
Ver=
handlungen zwiſchen Brüſſel und Berlin notwendig wären. Herr
Dr. Schacht hat auch entſprechende Anregungen nach Berlin
ge=
richtete, und der Außenminiſter hat ſie aufgegriffen. Die
diplo=
matiſchen Verhandlungen zwiſchen
Deutſch=
land und Belgien ſind eingeleitet, deren Erfolg
aller=
dings abzuwarten bleibt. Ausgangspunkt der ganzen Frage ſind
die Marknoten, die während des Krieges in Belgien ausgegeben
wurden. Die belgiſche Regierung behauptet, ſie hätte dieſe Noten
zu Pari eingelöſt und kam urſprünglich mit einer Forderung von
über 6 Milliarden. Sie hat ſich aber belehren laſſen müſſen, daß
in den erſten Jahren nach dem Kriege ein ſchwunghafter Handel
mit den berühmten rotgeſtempelten Tauſendmarkſcheinen an der
deutſch=belgiſchen Grenze beſtanden hat, und daß es nicht die
Schuld Deutſchlands war, wenn Belgien ſehr viel mehr
Bank=
noten eingelöſt hat, als jemals von Deutſchland in Belgien
aus=
gegeben wurden. Daraufhin haben die Belgier ihre Forderungen
auf 4 Milliarden ermäßigt und ſich mit einer entſprechenden
Auf=
wertung begnügen wollen. Dieſe Aufwertung iſt von Deutſchland
abgelehnt worden wegen der Rückwirkung auf andere Länder.
Ueber eine Entſchädigung auf entſprechender Grundlage haben
wir mit uns reden laſſen wollen. Auf dieſe Weiſe ſind die
Ver=
handlungen über die Rückgabe von Eupen und Malmedy ins
Rollen gekommen, die auch zu einem befriedigenden Abſchluß
ge=
kommen wären, wenn nicht Poincaré Einſpruch erhoben hätte.
Es iſt alſo ſchließlich die Schuld der Belgier, wenn ihre
bisheri=
gen Wünſche nicht berückſichtigt werden konnten. Sie verlangen
jetzt für 37 Jahre eine Annuität von 25 Millionen, was einem
Gegenwartswert von ungefähr 400 Millionen entſpricht. Die
Ver=
handlungen ſind im Fluß. Es handelt ſich um die Höhe und um
die Form, wobei Deutſchland auf entſprechende Konzeſſionen auf
anderen Gebieten rechnen muß, wenn überhaupt die Möglichkeit
einer Verſtändigung gegeben ſein ſoll.
Reichsbahn und Reparakionsregelung.
Berlin, 1. Juni.
Eine Gegenüberſtellung der in Paris getroffenen Regelung
über die Frage der Deutſchen Reichsbahn mit der bisher in
Kraft geweſenen ergibt, daß von einer nennenswerten Entlaſtung
der Reichsbahn nicht die Rede ſein kann. Die Deutſche
Reichs=
bahn=Geſellſchaft hatte bekanntlich bisher von den 11 Milliarden
Obligationen 5 v. H. an Zinſen und 1 v. H. Tilgung
aufzu=
bringen, d. h. insgefamt 660 Millionen Mark. Außerdem war
das Reich verpflichtet, von den Verkehrsſteuern, die auf den
Perſonen= und Güterverkehr erhoben wurden, jährlich 290
Mil=
lionen Mark an den Reparationsagenten abzuführen, ſo daß die
Deutſche Reichsbahn, Geſellſchaft insgeſamt 950 Millionen an
Re=
parationslaſten aufbrachte. Wenn nun jetzt die Kontrolle über
die Reichsbahn abgeſetzt werden ſoll, ſo iſt damit natürlich nicht
beabſichtigt, daß die Reichsbahn nicht weiter an der Aufbringung
der Reparationslaſten beteiligt wird. Im Gegenteil, in der neuen
Regelung wird ausdrücklich feſtgeſtellt, daß nach einem beſonderen
Abkommen zwiſchen Reich und Reichsbahn dem Reich 645
Mil=
lionen zufließen ſollen. Die Verkehrsſteuern, die die Reichsbahn
bisher zahlte, ſind dadurch in keiner Weiſe betroffen, ſondern
bleiben nach wie vor beſtehen und müſſen an das Reich auch
wei=
terhin abgeliefert werden. Es ergibt ſich alſo nach Inkrafttreten
des Young=Planes für die Reichsbahn eine Entlaſtung von ſage
und ſchreibe 15 Millionen Mark, eine Summe, die in keinem
Ver=
hältnis zum Umfange des Unternehmens ſteht und ſich praktiſch
überhaupt nicht auswirken kann, wie ja auch
Einnahmediffe=
renzen, hervorgerufen durch Verkehrsrückgang oder in der
Ferien=
zeit durch Verkehrszunahme in etwa gleicher Höhe, praktiſch nicht
in Erſcheinung treten. Auf der anderen Seite aber iſt zu
erhof=
fen, daß bei der Neuregelung der Reichsbahn die
Kapitalauf=
nahme erleichtert wird, da die erſtſtellige Reparationshypothek
zum Fortfall kommt.
Die 55. Rakskagung in Madrid.
Abreiſe der deutſchen Oelegakion am Sonnkag.
Skreſemann reiſt nach. — Die Tagesordnung.
Berlin, 1. Juni.
Die deutſche Delegation für Madrid wird morgen
abend unter Führung des Statsſekretärs von
Schubert von Berlin abreiſen. Teilnehmen werden
Miniſte=
tialdirektor Gaus, Geheimrat von Weiszäcker, Geſandter Freytag,
Legationsrat Strohm, Konſul Reinbeck, Legationsrat Höbel und
von der Preſſeabteilung Dr. Tripeloury. Der
Reichsmini=
ſter Dr. Streſemann wird vorausſichtlich am
Mittwoch abreiſen, begleitet von Staatsſekretär Pünder
und Miniſterialdirektor Zechlin.
Aus der Tagesordnung für die Ratstagung,
die am 10. Juni beginnt, ſind hervorzuheben: der Bericht des
Wirtſchaftskomitees, die Ernennung der Mitglieder des Komitees
für Steuerfragen, die Fragen des Minderheitenſchutzes, der
Be=
richt des Dreierkomitees, die Minderheitenſchutzfrage für
Ober=
ſchleſien, ein Vorſchlag der Verkehrskommiſſion, eine Konferenz
für Zoll=, Eiſenbahn= und poſtaliſche Fragen einzufetzen in
Be=
ziehung auf die Beförderung von Zeitungen und Zeitſchriften,
ferner die Prüfung der Beſchlüſſe der
Preſſeſachverſtändigenkon=
ferenz und das Protokoll der vorbereitenden
Abrüſtungs=
konferenz.
Deutſch, die „fakulkakive‟ Amksſprache
im Völkerbund.
* Genf, 1. Juni. (Priv.=Tel.)
Im Internationalen Arbeitsamt ſtreitet man ſich ſchon ſeit
Jahren darum, ob man die deutſche Sprache als dritte
Amts=
ſprache zulaſſen ſoll. Auch die gegenwärtig in Genf tagende
12. Internationale Arbeitskonferenz wird ſich mit dieſer Frage
wieder befaſſen. Vor der Wahl des früheren Reicharbeitsminiſters
Dr. Brauns zum Präſidenten der Arbeitskonferenz hat die
Sprachenfrage auch eine Rolle geſpielt, da einige Delegationen
„befürchteten‟, Dr. Brauns werde die Konferenz „deutſch”
prä=
ſidieren. Die Abneigung des Internationalen Arbeitsamts gegen
die Einführung der deutſchen Amtsſprache iſt um ſo
unverſtänd=
licher, als der größte Teil der Publikationen des Arbeitsamts in
deutſchſprachige Länder geht und auch von den 12 Millionen
organiſierter Arbeiter, die der Direktor Albert Thomas ſtets zum
Beweis für die Notwendigkeit der Exiſtenz des Arbeitsamts
auf=
marſchieren läßt, die gute Hälfte deutſch organiſiert ſind.
Außer=
dem verſtehen und ſprechen die Induſtriellen und Arbeiter aus
den oſteuropäiſchen Ländern, wie ſich immer wieder bei den
Tagungen des Arbeitsamtes zeigt, eher deutſch als franzöſiſch und
engliſch.
Im Völkerbund dagegen ſcheint die Einführung von Deutſch
als Verhandlungsſprache von ſelbſt größere Fortſchritte zu
machen. Es tagt augenblicklich in Genf eine Kommiſſion von
ſtaatlichen Veterinären, die die viehärztlichen Ein= und
Ausfuhr=
maßnahmen für Vieh und Fleiſch international regeln ſoll. In
dieſer Kommiſſion wird mehr deutſch, als engliſch und
frau=
zöſiſch geſprochen, da hier ebenfalls die Mehrzahl der
Delegier=
ten aus Oſteuropa kommt und deutſch verſteht. Es hat ſich in
die=
ſer Kommiſſion die pikante Regel herausgebildet, daß der
pol=
niſche Delegierte, der mit ſeinem deutſchen Kollegen ſachlich in
allerſchärfſtem Gegenſatz ſteht, nichtsdeſtoweniger die Hilfe des
deutſchen Dolmetſchers in Anſpruch nimmt, um ſeine deutſch
gehaltene Rede auch dem übrigen Teil der Verſammlung
ver=
ſtändlich zu machen.
Zwei Ereigniſſe von weltgeſchichtlicher Bedeutung haben wir
in den letzten Tagen erlebt. Die Einigung der Pariſer
Sachver=
ſtändigenkonferenz auf eine gemeinſame Formel und den Wahlſieg
der engliſchen Arbeiterpartei, welcher die ſeit 1922 mit kurzer
Unterbrechung in England herrſchende konſervative Mehrheit
zer=
trümmerte. Kaum abzuſehen ſind im Augenblick noch die Folgen
beider Ereigniſſe für die Geſtaltung des politiſchen Geſchehens in
Europa.
Während vier langer Monate, hat die
Sachverſtändigenkon=
ferenz in Paris getagt, deren Aufgabe es ſein ſollte, auf Grund
ſorgfältiger Prüfung der deutſchen Leiſtungsfähigkeit 10 Jahre
nach Kriegsende den beteiligten Regierungen eine endgültige
Re=
gelung der Frage der Kriegstribution vorzuſchlagen. Man muß,
nachdem die monatelangen Verhandlungen mit ihren
dramati=
ſchen Zuſpitzungen das Bild faſt von Woche zu Woche
kaleidoſkop=
artig verſchoben hatten, jetzt zum Schluß noch einmal daran
er=
innern, welche Aufgabe, den Sachverſtändigen eigentlich geſtellt
war, um dann feſtzuſtellen, daß trotz des poſitiven Ergebniſſes die
den Sachverſtändigen geſtellte Aufgabe, eben doch nicht erfüllt
worden iſt. An die Stelle des Dawes=Planes wird der Young=
Plan treten, nachdem die Gläubiger=Mächte die ſehr weſentlichen
deutſchen Vorbehalte in der Hauptſache angenommen haben, die
allein den deutſchen Sachverſtändigen eine Zuſtimmung, wenn
auch ſchweren Herzens, ermöglichten. Inſofern alſo haben die
Pariſer Verhandlungen ein poſitives Reſultat gebracht, als man
ſich wenigſtens auf eine Formel ſchließlich zu einigen vermochte.
Weſentlich für die Beurteilung dieſes Ergebniſſes aber iſt, daß es
wohl niemand, der die wirtſchaftlichen Verhältniſſe Europas und
insbeſondere Deutſchlands auch nur einigermaßen kennt, als
endgültig anſehen kann. Die Sachverſtändigen ſind zwar
ſeinerzeit von den Regierungen ihrer Länder ernannt worden,
aber ſie ſollten keine politiſchen Funktionäre, ſein, ſondern ihre
Aufgabe war, auf Grund ſachlicher Prüfung der wirtſchaftlichen
Löſungsmöglichkeiten der Reparationsfrage ein gewiſſermaßen
wiſſenſchaftliches Gutachten zu erſtatten. Was aber iſt davon übrig
geblieben? Abgeſehen vielleicht von den erſten Beſppechungen
und Sitzungen iſt von den wirtſchaftlichen Möglichkeiten im Hotel
GeorgeV, überhaupt kaum noch die Rede geweſen, und nicht
ein=
mal der Anſchein einer wirklich ſachlichen Arbeit konnte gewahrt
werden. Die Verhandlungen des Sachverſtändigenkomitees
wur=
den zu einer politiſchen Konferenz, auf der mit allen Kunſtgriffen
eines diplomatiſchen Krieges gearbeitet wurde. Und das Ergebnis,
das unter dieſen Umſtänden naturgemäß die gegenwärtigen
Machtverhältniſſe widerſpiegelt, iſt der Young=Plan. Daß
die deutſchen Sachverſtändigen an dieſer Entwicklung der Dinge
keine Schuld tragen, wird auch außerhalb Deutſchlands kaum
be=
ſtritten werden können. Man wird ihnen auch keinen Vorwurf
daraus machen können und dürfen, daß ſie ſich gegen das
Hinein=
tragen politiſcher Momente für die Dauer nicht mit Erfolg haben
wehren können. Das Schickſal der Sachverſtändigenkonferenz war
entſchieden in dem Augenblick, als es offenſichtlich wurde, daß es
den Engländern ſowohl wie den Franzoſen lediglich auf eine
politiſche Löſung ankam. Aber letzten Endes, gibt es doch
eine Grenze für die deutſche Zahlungsfähigkeit, und dieſe Grenze
läßt ſich durch diplomatiſche Kunſtgriffe nicht verſchieben, ſondern
verſchieben läßt ſich lediglich die Löſung des
Reparationsproblems. Schon das Angebot Dr. Schachts
ſeinerzeit ging zweifellos bis an die Grenze der deutſchen
Lei=
ſtungsfähigkeit, vielleicht ſchon darüber hinaus. Daß der Young=
Plan das tut, kann für niemanden zweifelhaft ſein, und ſo wird
die wirtſchaftliche Entwicklung in nicht allzu langer Zeit aller
Vorausſicht nach eine abermalige Reviſion erzwingen.
Das iſt gewiß wirtſchaftlich ſowohl wie politiſch unerfreulich,
ja ſogar bedenklich. Trotzdem dürfte der Sturmlauf, der von
manchen Seiten ſchon jetzt gegen das Pariſer Ergebnis
unternom=
men wird, ſachlich keineswegs berechtigt ſein. Daß die in Paris
erreichte „endgültige” Löſung der Reparationsfrage nach
menſch=
licher Vorausſicht eben nicht endgültig iſt, ändert doch nichts an
der Tatſache, daß der Young=Plan gegenüber dem Dawes=Plan
zum mindeſten in den erſten drei Jahren für uns eine ganz
weſentliche wirtſchaftliche Erleichterung bedeutet, und wenn immer
davon geſprochen wird, daß wir mehr hätten erreichen können,
wenn man den Dawes=Plan ſich erſt einmal hätte „totlaufen”
laſſen, ſo vergißt man immer hinzuzuſetzen, daß dies auch nach
Anſicht der Verfechter dieſer Idee für die deutſche Wirtſchaft eine
außerordentlich ſchwere Kriſis bedeutet hätte, deren
Auswirkun=
gen auch in ſozialer Hinſicht kaum abzuſehen geweſen wären.
Politiſch geſehen aber hätte ein Scheitern der Pariſer Konferenz
zweifellos einen außerordentlich ſchweren Rückſchlag bedeutet.
Gerade verſchiedene Begleiterſcheinungen der Pariſer Konferenz
haben wieder einmal mit aller Deutlichkeit gezeigt, wie dringend
notwendig eine deutſch=franzöſiſche Verſtändigung nicht nur im
Intereſſe beider Völker, ſondern, ganz allgemein geſprochen, im
Intereſſe der europäiſchen Wirtſchaft liegt. Ein Scheitern aber
der Verhandlungen über die Reparationsregelung würde in der
Praxis ſelbſtverſtändlich eine außerordentliche Verſchlechterung
der Beziehungen bedeutet haben. Wenn daher die Engländer
unter dem Einfluß Chamberlains während der ganzen
Verhand=
lungen alles vermieden haben, was irgendwie dazu geignet
ge=
weſen wäre, Schwierigkeiten zu beſeitigen, ſo war dies nur die
logiſche Konſequenz einer Politik, die an einer deutſch=
franzöſi=
ſchen Verſtändigung, vorſichtig geſagt, keinerlei Intereſſe hat.
Eine neue Verſchärfung der deutſch=franzöſiſchen Beziehungen iſt
durch das Pariſer Ergebnis vermieden worden. Trotzdem aber
bleibt des Unerfreulichen noch genug. Die ſtarre Haltung der
Franzoſen während dieſer Monate, die Einſtellung eines großen
Teils der franzöſiſchen Preſſe und andere Begleiterſcheinungen
haben wieder, einmal die franzöſiſche Mentalität in einer
Be=
leuchtung gezeigt, die ganz gewiß keinerlei Optimismus
aufkom=
men läßt. Gewiß, große hiſtoriſche, Wandlungen, wie ſie eine
deutſch=franzöſiſche Verſtändigung darſtellen würde, brauchen
ſelbſtverſtändlich ihre Zeit. Aber Vorausſetzung dafür iſt, daß der
gute Wille auf beiden Seiten vorhanden iſt, und dieſen Beweis
müſſen die Franzoſen erſt noch erbringen. Die Gelegenheit dazu
Seite 2
Sonntag, den 2. Juni 1929
Nummer 151
wird ſich ja in Kürze bieten, und zwar bei den Verhandlungen
über die Räumung der beſetzten Gebiete.
Auf die Einſtellung der Franzoſen wird jedenfalls das andere
bedeutſame Ereignis dieſer Woche, der Ausfall der engliſchen
Wahlen, nicht ohne erheblichen Einfluß bleiben. Der gewaltige
Wahlſieg der engliſchen Arbeiterpartei, welche die Zahl ihrer
Unterhausmandate verdoppeln konnte, übertrifft alle
Erwartun=
gen und hat auch gute Kenner der engliſchen Verhältniſſe
über=
raſcht. Abgeſehen von der innerpolitiſchen Entwicklung hat eben
doch ganz offenbar die ſterile Außenpolitik Chamberlains, der in
ſeinem eigenen Wahlkreis 13 000 Stimmen verlor, den Ausgang
der engliſchen Wahlen außerordentlich ſtark beinflußt. Das aber
iſt für die nichtengliſche Welt, insbeſondere den europäiſchen
Kon=
tinent, das Entſcheidende. Die Arbeiterpartei wird trotz ihres
Wahlſieges im Unterhaus nicht über die abſolute Mehrheit
ver=
fügen, und ſo läßt ſich über die Geſtaltung der kommenden
eng=
liſchen Regierung heute noch nichts Beſtimmtes ſagen. Mit faſt
abſoluter Sicherheit aber darf angenommen werden, daß die
eng=
liſche Außenpolitik eine bedeutſame Schwenkung vollziehen wird,
auch wenn dies, guter engliſcher Gepflogenheit entſprechend, nur
ſehr langſam und allmählich geſchieht. Wir wollen hoffen, daß
man bei uns in Deutſchland nicht wieder das törichte Gerede von
einer Deutſch=Freundlichkeit der engliſchen Arbeiterpartei
aufge=
tiſcht bekommt. Herr Macdonald und ſeine Partei ſind ebenſo
wenig „deutſch=freundlich” wie Herr Baldwin und ſeine Freunde.
Nur damit wird man allerdings rechnen können, daß das
kom=
mende Kabinett nicht mehr wie Chamberlain in einer Stärkung
des franzöſiſchen Einfluſſes das A und O der engliſchen Politik
auf dem europäiſchen Kontinent ſehen wird. Das hat mit
Ge=
fühlen irgendwelcher Art gar nichts zu tun, ſondern hat die
ver=
ſchiedenſten, ſehr ſachlichen Gründe und iſt insbeſondere bedingt
durch die grundſätzlich andere Einſtellung zum ruſſiſchen Problem.
Daß eine Niederlage der engliſchen Konſervativen ſehr erhebliche
Aenderungen zur Außenpolitik im Gefolge haben würde, hatte
man natürlich auch in Frankreich ſchon längſt erkannt, und die
franzöſiſche Rechte hat daher manches Stoßgebet für einen Sieg
Chamberlains zum Himmel geſandt. Sie ſind nicht erhört
wor=
den. Aber letzten Endes hat man auch in Frankreich wenig Grund,
das zu beklagen, denn es liegt ja ſchließlich auch im franzöſiſchen
Intereſſe, daß die europäiſche Politik Englands, nicht in der
Hauptſache von dem Beſtreben geleitet wird, die kontinentale
Ent=
wicklung zu hemmen. Länger wie zwei Jahre hat die
außen=
politiſche Stagnation gedauert. Es iſt nicht unmöglich, daß der
Ausfall der engliſchen Wahlen die Entwicklung der Dinge nun=
A.
mehr von neuem in Fluß bringt.
Vom Tage.
Die Bernehmung der Angeklagken. — Zweierlei
Meldeformulare. — Falſche Belege.
Berlin, 1. Juni.
In der heute fortgeſetzten Verhandlung im
Anleihebetrugs=
prozeß gegen Hugo Stinnes und Genoſſen erklärte Staatsanwalt
Berliner: Einige Zeitungen haben behauptet, Eugen Hirſch habe
ſeine Belaſtung gegen Stinnes und Genoſſen zurückgenommen. In
der Tat hat er aber nur durch ſeinen Verteidiger dieſe
Belaſtun=
gen in beſtimmten Punkten eingeſchränkt. Rechtsanwalt Dr.
Sand=
eck, Mitverteidiger des Angeklagten Schneid, fragte den
Ange=
klagten Bela Groß, wieſo er zu der Auffaſſung komme, daß die
Aufhebung von Organiſationen zur Erfaſſung des Anleihe=
Alt=
beſitzes nach dem Geſetz ſtrafbar ſei. Im ganzen Geſetz ſtehe keine
ſolche Strafbeſtimmung. Es ſei nur die Erfaſſung beſtimmter
Nummern unterſagt und beſtimmte Nummern wollten Schneid
und die anderen nicht zu erlangen ſuchen.
Angeklagter Bela Groß verweiſt auf die
Ausführungsbeſtim=
mungen und bleibt bei ſeiner Behauptung. Auf eine Frage des
Juſtizrats Davidſohn beſtatigt der Angeklagte Stroh, daß er
zu=
ſammen mit Leo Hirſch das Geſchäft bei dem bekannten Wiener
Anwalt Dr. Schönbrunner erörtert habe, der nach der Behauptung
Leo Hirſchs die Transaktion als legal anſah. Nach ſeinen
Infor=
mationen konnte man das Geſchäft in Rumänien nur machen,
indem man Neubeſitz als Altbeſitz präſentierte. Schließlich wandte
Bela Groß ſich an Rechtsanwalt Schönbrunner um Auskunft, was
er riskierte, wenn er Neubeſitz als Altbeſitz anmeldete
Rechts=
anwalt Schönbrunner ſagte ihm, daß man den Neubeſitz
zurück=
weiſen könnte und daß ihm Ordnungsſtrafen bis zu 10000 Mark
drohten. Während auf den Inlandsformularen zur
Altbeſitz=
anleiheanmeldung die Strafandrohung einſchließlich der
Möglich=
keit zur Betrugsanzeige erklärt war, fehlte dieſe auf den mir
zu=
geſandten Formularen für Anmeldungen aus dem Ausland. Auf
den Auslandsformularen ſtand auch nicht der Paſſus: „Ich
ver=
ſichere die Richtigkeit meiner Angaben an Eidesſtatt.‟ Dieſe
Diffe=
renzen konnte auch der Unterſuchungsrichter nicht aufklären.
Vor=
ſitzender: „Sie wußten doch, daß das immer falſche Belege ſein
mußten, weil ja tatſächlich nur Neuanleihen erworben werden
konnten.” Angeklagter Bela Groß beſtätigt das und fügt hinzu,
er habe dann dieſe geſchäftlichen Manipulationen Nothmann
mit=
geteilt.
Der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie
be=
abſichtigt, für Mitte kommender Woche eine Präſidialſitzung
einzuberufen, die ſich mit dem Ergebnis der Pariſer
Repa=
rationsverhandlungen befaſſen ſoll.
Der Reichsſtädtebund, die Spitzenorganiſation der Klein=
und Mittelſtädte, hält ſeine diesjährige
Mitgliederver=
ſammlung am 22. und 23. Auguſt in Kiel ab.
Im Reichsarbeitsminiſterium iſt bisher ein Antrag der
Ge=
werkſchaften auf Verbindlichkeitserklärung des
Reichsbahnſchiedsſpruches noch nicht eingegangen.
Infolgedeſſen hat der Reichsarbeitsminiſter bisher auch noch nichts
unternommen.
Pierpont Morgan hat geſtern früh Paris verlafſen und wird ſich
in Cherbourg nach Amerika einſchiffen. Seine Befugniſſe in der
Sach=
verſtändigenkonferenz gehen an ſeinen Mitarbeiter Lamont über.
Es wird in London ſo gut als ſicher betrachtet, daß
Chamber=
lain zur Teilnahme an den Beratungen des
Völker=
bundsrates nach Madrid reiſen wird.
Die Meldungen von einer Reiſe des Marſchalls Feng und
des Gonverneurs der Provin; Schanſi nach Amerika werden
nun=
mehr beſtätigt. Auf einem Dampfer, der ſie zuerſt nach Japan bringen
wird, wurden bereits Kabinen beſtellt.
Unſaubere Geſchäfte.
Der Reſt der heutigen Verhandlung war ausgefüllt von faſt
zuſammenhängenden, nur durch kurze gelegentliche Fragen des
Vorſitzenden unterbrochenen Darlegungen des Angeklagten Bela
Groß, der eine ins einzelne gehende Schilderung der verſchiedenen
Teiltransaktionen des Kriegsanleihegeſchäftes gab. Der
Ange=
klagte bekundete u. a., daß auf Grund einer Vereinbarung mit dem
Angeklagten Nothmann, deſſen Bruder, Rechtsanwalt Nothmann,
die Einreichung der Anleihe vornehmen und die Quittungen
dar=
über aufbewahren ſollte. Dabei kommt auch zur Sprache, daß der
Angeklagte Schneid, der gegen eine Sondervergütung das
Sor=
tieren der neu eingekauften Papiere übernommen hatte, eines
Tages erklärt habe, er fühle ſich hintergangen und warne vor der
Einreichung der Stücke da er falſche Nummern darunter gelaſſen.
habe. Der Angeklagte Groß hat nach ſeiner Darſtellung darin eine
Erpreſſung geſehen und zunächſt ſich auf nichts einlaſſen wollen.
Schneid hat aber, immer nach der Darſtellung des Groß, ſich
be=
reit erklärt, eine Liſte mit den Nummern der eingeſchmuggelten
Falſchſtücke ſchon für 500 Mark herzugeben. Groß hat, wie er
be=
kundete, dieſe 500 Mark durch einen Mittelsmann an Schneid
ge=
geben und darauf auch die Liſte erhalten. Hier zog ſich der
An=
geklagte Schneid eine Rüge des Vorſitzenden zu, weil er laut
ge=
rufen hatte: „Lüge
Im weiteren Verlaufe ſeiner Ausſage bekundete Groß dann
noch, daß entgegen der Behauptung Schneids das Geſchäft dann
nicht etwa aufgeflogen ſei. Er habe lediglich perſönlich den
Ver=
kauf der auf dem Verzeichnis angegebenen Falſchſtücke veranlaßt,
Nach einer Rückſprache mit Rechtsanwalt Nothmann in Hamburg,
dem Sitz der Firma Stinnes, ſei er dann nach Wien gefahren,
wohin die Firma Stinnes ihm weitere 100 000 Mark überwieſen
habe. Damit habe er verſucht in Rumänien bei Banken und
Sparkaſſen weiteres Anleihematerial zu bekommen. Er habe
da=
bei ganz offen mit Großbankdirektoren und deren Juriſten
ver=
handelt. Wenn ihm einer dieſer Kundigen geſagt hätte, daß dieſe
Geſchäfte unſauber ſeien, ſo hätte er wahrſcheinlich ſeine Hände
herausgelaſſen. Schließlich ſeien noch zwei Anträge für die
zwei=
ten 100 000 Mark zuſtande gekommen. Sie ſeien aber durch den
Rechtsanwalt Dr. Anthel ſelbſt nach Berlin zu Bloch gebracht
worden, der die Anleihen dazu kaufte. Da nach der Einreichung
die Erledigung der Angelegenheit ſehr lange auf ſich warten ließ,
hat dann Groß nach ſeiner Schilderung den Regierungsrat Steiger,
der im Miniſterium für die beſetzten Gebiete tätig war, aufgeſucht
und ihn gebeten, mit Hilfe ſeiner guten Beziehungen auf
Be=
ſchleunigung der Sache hinzuwirken.
Regierungsrak Skeiger ſtellie beſtimmke
Honorar-
forderungen,
die ſchließlich vereinbart wurden. Er verlangte ſogar eine
Voll=
macht, um offiziell als Vertreter der Anleihegeſchäfts=Intereſſenten
auftreten zu können. Nach Darſtellung des Angeklagten hat
Stei=
ger durch Nothmann auch eine beſchränkte Vollmacht erhalten, die
ausdrücklich den Zweck ſeiner Tätigkeit angab. Im weiteren
be=
tonte der Angeklagte Groß, daß er perſönlich an dem ganzen
An=
leihegeſchäft kein Intereſſe gehabt habe, ſondern damit nur den
Zweck verfolgt habe, mit dem Hauſe Stinnes in geſchäftliche
Ver=
bindung zu kommen. Dies ſei ihm nicht geglückt. Nach Mitteilung
Nothmanns hat Stinnes keine Kenntnis von der Tätigkeit des
Angeklagten im Anleihegeſchäft gehabt. Groß hat ſich dann da
ſein Wunſch nicht erfüllt wurde, wie er behauptet, von April an
bemüht, das ganze Anleihegeſchäft rückgängig zu machen.
Auf Befragen des Vorſitzenden teilte dann Groß noch mit,
daß für die tatſächliche Altanleihe aus dem rumäniſchen Geſchäft
Ablöſungsſchuld in vollem Umfange gegeben worden ſei. Wer ſie
erhalten habe, könne er nicht ſagen. Wahrſcheinlich ſei ſie
Noth=
mann als berechtigtem Empfänger ausgeliefert worden. Der
An=
geklagte erklärte ſich dann durch ſeine mehrſtündige Vernehmung
für phyſiſch derartig erſchöpft, daß er bitten müſſe, ſeine weitere
Ausſage zu vertagen.
Die Weiterverhandlung wurde dann auf Montag vertagt.
* Kabinekt und Reichstag.
Vor neuen parlamenkariſchen Kämpfen.
Am kommenden Montag nimmt der Reichstag ſeine Arbeiten
wieder auf. Vermutlich werden es heiße Wochen werden. Allzu
tief in den Juli hinein wird man das Parlament kaum
zuſam=
menhalten können. Bis zum 1. Juli muß der Etat verabſchiedet
ſein. Dazu kommen noch Verlängerung des Republikſchutzgeſetzes,
das Agrarprogramm und die Reform der
Arbeitsloſenverſiche=
rung. Es ſcheint jetzt im Kabinett nach der ergebnisloſen
Frei=
tagsſitzung Neigung zu beſtehen, dieſe Reform auf den Herbſt zu
vertagen, weil ja im Sommer ohnehin die Verſicherungsanſtalt
mit ihren Geldern auskommen dürfte und erſt mit dem Einſetzen
der Arbeitsloſigkeit die Frage wieder aktuell wird. Die
bürger=
lichen Miniſter wollen aber unter allen Umſtänden verhindern,
daß weitere Reichsmittel in dieſes Loch, ohne Boden abfließen.
Daher müſſen die Beratungen ſo beſchleunigt, werden, daß alle
ſachlichen Unterlagen zur Reform rechtzeitig vorliegen. — Im
Herbſt kommt dazu die Steuerreform, kommt die Ratifizierung
des Young=Planes. Es iſt alſo nicht gut, Dinge auf die lange
Bank zu ſchieben, die ſofort erledigt werden können und müſſen,
ſelbſt auf die Gefahr hin, daß dadurch die Ruhe der
Parlamen=
tarier geſtört werden könnte.
Der Kanzler hat den Deutſchnationalen mitgeteilt, daß die
Regierung es ablehne, ihre Reparations=Interpellation
unmittel=
bar nach der Sitzung des Auswärtigen Ausſchuſſes und vor der
Reiſe des Reichsaußenminiſters nach Madrid zu beantworten,
weil ſie die Vorlage des Schlußberichtes der Experten abwarten
müſſe. Die Deutſchnationalen ſind darüber ſehr ungehalten, da
für ſie bereits der Young=Plan unannehmbar iſt. An ſich läßt
ſich aber gegen den Standpunkt der Reichsregierung wenig ſagen.
Einſtweilen iſt ja auch der Auswärtige Ausſchuß die gegebene
Inſtanz, wo man ſich über dieſe Dinge unterhalten kann. Im
Kabinett wurde übrigens der Wunſch ausgeſprochen, daß Dr.
Streſemann, wenn irgend möglich, am Mittwoch doch nach Madrid
nachfahren möge ſchon mit Rückſicht auf die Minderheitenfrage.
Der Dreier=Ausſchuß des Rates iſt bekanntlich über die deutſchen
Forderungen im weſentlichen zur Tagesordnung übergegangen.
Deutſchland denkt aber nicht daran, ſeine Forderungen
aufzu=
geben, ſondern will ſie weiter durchkämpfen, wozu aber der
rede=
ungewandte Herr v. Schubert kaum in der Lage iſt. Es wäre ja
immerhin denkbar, daß der Rat die ganze Frage bis zum Herbſt
vertagt. Vorläufig ſcheint Chamberlain noch daran feſtzuhalten,
daß er nach Madrid fährt, um dort eine Abſchiedsvorſtellung zu
geben. Aber es iſt kaum anzunehmen, daß er nach der ſtarken
Niederlage ſeiner Partei noch weſentliche Autorität findet.
Immerhin, die Ratstagung iſt eine politiſche Börſe, auf der
viel=
leicht am beſten die nachfolgende politiſche Konfevenz auf die
Pari=
ſer Verhandlungen angekurbelt werden kann, ganz abgeſehen
davon, daß Dr. Streſemann dort am eheſten Gelegenheit hat, mit
Briand zwanglos über die Räumung des Rheinlandes und die
Rückgabe des Saargebietes ſich zu unterhalten.
Dr. Skreſemann über die äußere und innere Lage
Deutſchlands.
Berlin, 1. Juni.
Am 31. Mai trat der Reichsausſchuß der Deutſchen Volkspartei
in Berlin zuſammen. Der Reichsausſchuß iſt die Zuſammenfaſſung
der Parteiſpitzen im Reich, in den Ländern und in den
Wahl=
kreiſen. Es gehören ihm an die Mitglieder des Parteivorſtandes,
des geſchäftsführenden Ausſchuſſes Vertreter der Fraktionen die
Wahlkreisvorſitzenden und die Wahlkreisgeſchäftsführer. Zweck
der Tagung war lediglich der Wunſch nach einer vertrauensvollen
Ausſprache und gegenſeitigen Unterrichtung. Dr. Streſemann gab
in alter Friſche ein umfaſſendes Bild der äußeren und inneren
Lage Deutſchlands, wobei er im Zuſammenhang mit den Pariſer
Verhandlungen auf die Not der Wirtſchaft, vor allem der
Land=
wirtſchaft, einging. Er forderte nicht nur Fortſetzung der
Spar=
politik des Reiches, ſondern auch ihre energiſche Unterſtützung
durch Länder und Gemeinden wie auch eine mögliche Aenderung
und Umſtellung der geſamten Lebensführung, um die heimiſche
Produktion zu heben und die Handelsbilanz zu verbeſſern. Die
Verſammlung antwortete dem Parteiführer mit einer großen
Kundgebung des Dankes und der Zuſtimmung. Mit gleichem
Intereſſe wurden die Ausführungen des
Reichswirtſchaftsmini=
ſters Dr. Curtius über die Reparationspolitik entgegengenommen.
Die Vorſitzenden der Reichstags= und der Landtagsfraktion
refe=
rierten über die parlamentariſche Lage, die Ziele und Aufgaben
der Fraktionspolitik. Bezüglich der preußiſchen Politik wurde
be=
tont, daß die Partei, nachdem ſie faſt ſechs Jahre an den
verant=
wortlichen Stellen der Reichspolitik geſtanden hat, jetzt mit
Nach=
druck ihre Beteiligung an der preußiſchen Regierung betreiben
müſſe.
*
Zie deatſche driinche erpeeltion.
Von Dr. H. K. E. Krueger=Darmſtadt,
Leiter der Expedition.
(Nachdruck verboten.)
(Originalbericht des Darmſtädter Tagblatts.)
Kopenhagen, 30. Mai 1929.
Langſam beginnt ſich das Durcheinander etwas zu lichten.
Natürlich fehlen noch verſchiedene Güter. Einige ſind nicht
ein=
getroffen, andere ſind falſch gelaufen. Aber mit vielen
Telegram=
men iſt man doch ſo weit, daß man weiß, wo alles iſt, und als
Optimiſt (darf man als Expeditionsleiter etwas anderes als
Optimiſt ſein?) hofft man, daß bis zum Samstag alles da ſein
wird. Das iſt eine gewiſſe Beruhigung. Natürlich, manches iſt
noch zu kaufen, tauſend Kleinigkeiten ſind noch zu erledigen. Aber
ſchließlich hat man doch den Eindruck, daß wohl nichts Wichtiges
überſehen iſt, daß alles getan iſt, was man tun kann. Morgen
abend treffen die letzten Mitglieder der Expedition ein, dann gibt
es noch einmal eine Menge Fragen, die auf einem einſtürmen.
Doch im Augenblick iſt eine gewiſſe Entſpannung vorhanden,
frei=
lich auch ein gut Teil Abſpannung, die ſehnlichſt den Augenblick
erwartet, wenn das Schiff den Hafen verläßt. Bedeutet doch die
Zeit der Ueberfahrt eine Zeit der Erholung für den Leiter.
An=
dere tragen die Verantwortung für dieſen Teil der Reiſe und,
Gott ſei Dank, für die verſchiedenen Anfälle von Seekrankheit iſt
der Leiter beim beſten Willen nicht verantwortlich zu machen.
Nun läßt man noch einmal die letzte Zeit an ſich
vorüberglei=
ten. Lang gehegte Pläne gehen der Verwirklichung entgegen. Man
denkt zurück an die letzte Expedition, die wir 1925 nach Grönland
machten, an die Zeit neuen Planens, Erwägens und Erprobens
von Einzelheiten. Und das aller=, allerſchwerſte bei jeder
Expe=
dition, die nicht von vornherein den Vorzug genießt, amtlich zu
ſein: die Finanzierung. Betteln gehen, und ſei es um
wiſſen=
ſchaftlicher Forſchung willen, iſt harter Weg. Um ſo angenehmer
berührt es, wenn man dann Großzügigkeit und Verſtändnis
fin=
det. Und eines Tages war dann die Unterlage geſchaffen. Nun
konnte es an die Ausgeſtaltung der Pläne im einzelnen gehen.
Wieder tauſend Erwägungen, tauſend Abänderungen der Pläne,
ſo wie ſie ſich entwickelten und langſam Geſtalt annahmen.
Viel=
leicht iſt aber gerade dieſe Zeit, da der Plan immer feſtere Linien
bekommt, die beglückendſte für den Expeditionsleiter. Man ſieht
wie die eigenen Ideen langſam auch in den Mitarbeitern feſte
Geſtalt gewinnen, langſam ihnen in das eigene Denken und
Er=
leben übergehen. Welches Glück, daß es ſo leicht war, die
geeig=
neten Begleiter und Helfer im Freundeskreiſe zu finden. Dr. F. K.
Dreſcher von der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt wird
den Teil der Forſchungen, der ſich auf die noch wenig geklärte
Frage der Vorgänge in den älteſten Geſteinen — den metamorphen
Schiefern — bezieht, als das Spezialgebiet, dem ſeine bisherigen
Arbeiten galten, beſonders übernehmen. Daneben ſteht Dr. H.
Nieland vom Mineralogiſchen Inſtitut in Heidelberg, der
Expedition wichtig in doppelter Geſtalt. Als alter Seemann wird
er die Navigation unſeres Motorbootes an der Weſtküſte
Grön=
lands leiten, und daneben als Mineraloge dieſen wiſſenſchaftlichen
Teil der Arbeiten durchführen. Und als dritter iſt der Däne
R. A. Bjare nicht zu vergeſſen, der ſchon ſechs Jahre in
Grön=
land gelebt hat, der die Praxis der Arktis kennt, überall zugreifen
wird und beſonders als Dolmetſcher von Wert iſt. Die
Expe=
dition verfügt daher über eine Stab, wie ich ihn mir nicht beſſer
wünſchen könnte. Jeder für den Platz, den er ausfüllen ſoll, der
beſte Mann; jeder hat ſchon draußen im rauhen Wind des Lebens
geſtanden, jeder als Menſch erprobt. Das will heißen, daß die
Fahrt eine glückhafte ſein muß.
Und die Ausrüſtung iſt das Beſte, was man ſich wünſchen
kann. Ueberall fand ich Verſtändnis für meine Forderungen, die
über das Gewöhnliche hinausgingen, hinausgehen mußten, was
Güte des Materials betrifft, die manche beſonderen
Anforderun=
gen ſtellten, die zum erſten Male geſtellt wurden. Iſt es doch
z. B. eine ſtarke Zumutung, wenn man von einer Fabrik für
Ten=
nisſchläger verlangt, daß ſie nach genauen Angaben die Rahmen
für kanadiſche Schneeſchuhe anfertigen ſoll. Aber überall wurde
uns mit beſtem Willen und in großzügiger Weiſe
entgegen=
gekommen.
Unſer Inſtrumentarium iſt in jeder Beziehung das Beſte,
das man für unſere Zwecke verlangen kann. Von ganz
beſon=
derem Wert wird für unſere Unterſuchungen das Behmlot ſein,
eine ganz neue Konſtruktion von Dr. Behm, die hier zum erſten
Male in der Arktis erprobt werden ſoll.
Und die Pläne und Aufgaben der Expedition? Wir fahren.
am 1. Juni mit einem Schiff der grönländiſchen Verwaltung hier
ab. Wie immer ſtellte uns die däniſche Regierung in
Anerken=
nung der wiſſenſchaftlichen Zwecke dieſe einzige
Ueberfahrtsmög=
lichkeit zur Verfügung. Mit Recht iſt Dänemark ſtolz auf die
Arbeit, die es in Grönland leiſtet, iſt aber daneben immer gern
bereit, auch Wiſſenſchaftlern anderer Nationen dort ein
Arbeits=
feld zu gewähren.
Heute morgen wurde unſer Motorboot an Bord des „Hans
Egede” genommen. Wenn etwas die freudige Erwartung trüben
kann, ſo iſt es eben der „Hans Egede‟ Er hat ſeinen Ruf als
„Schinderhans Egede”, wie ihn die Schweizer auf ihrer
Expe=
dition tauften, noch immer bewährt. Schließlich aber, die
Ueber=
fahrt wird, wie wir hoffen, nicht mehr als 15 Tage beanſpruchen.
Dann haben wir Upernivik, die nördlichſte Anſiedlung erreicht.
Etwas ſüdlich davon, in Prven, verlaſſen wir das Schiff. Die
Fahrt geht nun mit unſerem Motorboot weiter. Seit langer Zeit
zum erſten mal wird die deutſche Flagge wieder an Grönlands
Küſte wehen. Der Küſtenſtrich vom 73. bis zum 67. Grad wird
das Arbeitsgebiet während des Sommers ſein. Die Forſchungen
ſind in der Hauptſache geologiſche und petrographiſche
Unter=
ſuchungen im Gebiet der Gneisformation. Dieſe Forſchungen
haben durchaus nicht nur regionales Intereſſe, ſind ſie doch
ge=
eignet, manches zur Löſung der Probleme, die die älteſten
For=
mationen der Erdoberfläche bieten, beizutragen. Durch die
Ergeb=
niſſe der erſten heſſiſchen Grönlandexpedition veranlaßt, wurde
gerade dieſe Aufgabe in den Vordergrund geſtellt, und ihre
Wich=
tigkeit wurde wohl dadurch belegt, daß gerade für dieſen Teil der
Arbeiten der Expedition die preußiſche Akademie der
Wiſſenſchaf=
ten zu Berlin und die Notgemeinſchaft der deutſchen Wiſſenſchaft
Zuſchüſſe gewährten.
Es wird ſich Gelegenheit bieten, eine umfangreiche
Samm=
lung zuſammenzutragen, die in Ergänzung der Sammlung, die
wir 1925 zurückbrachten, ein Material ergeben dürfte, das auf
Jahre hinaus die Arbeitskraft einer Reihe von Wiſſenſchaftlern
zu ſeiner Bearbeitung erfordern wird. An dieſen Forſchungen
werden wir während des Monats Juni in der Umanakbucht
arbei=
ten. Dann fahren wir um die große Halbinſel Nugſuak herum
in die Diskobucht, um dort ähnliche Studien zu betreiben. Gegen
Ende Juli werden wir dann Godhaven erreichen. Hier lagert der
größte Teil der Vorräte der Expedition, die ſich hier in zwei Teile
trenut. Dr. Dreſcher und Dr. Nieland werden von Godhavn aus
die petrographiſch=mineralogiſchen Studien mit Beihilfe von
meh=
reren Grönländern weiter nach Süden zum Südufer der
Disko=
bucht fortſetzen, um dan ungefähr Mitte Auguſt von Egedesminde
aus die Heimreiſe anzutreten, ſodaß ſie Anfang September in
Europa eintreffen werden und wohl noch in der Lage ſein
dürf=
ten, vor der im September in Darmſtadt tagenden deutſchen
mine=
ralogiſchen Geſellſchaft einen vorläufigen Bericht über die
Ergeb=
niſſe dieſes Teiles der Expedition zu geben.
Wir beiden anderen, der Däne Bjare und ich ſelbſt, erwarten
dagegen in Godhavn die Ankunft des kanadiſchen
Regierungs=
dampfers „Beothic”, der gegen Ende Juli, von Kanada kommend,
Godhavn anläuft. Die kanadiſche Regierung hat in großzügiger
Weiſe uns geſtattet, den Regierungsdampfer für unſere weitere
Reiſe zu benutzen. Es iſt die Aufgabe dieſes Dampfers, die
Poli=
zeiſtationen, die Kanada im arktiſchen Archipel unterhält, zu
ver=
ſorgen. Wir werden uns alſo mit unſerer geſamten Ausrüſtung
und den Hunden an Bord des Dampfers einſchiffen und bei der
Polizeiſtation auf der Bache=Halbinſel in Ellesmere=Land, etwas
ſüdlich des 80. Grades, an Land gehen. Dieſer nördlichſte, von
Menſchen bewohnte Platz wird dann unſer Hauptquartier bilden.
Nummer 151
Sonntag, den 2. Juni 1929
Seite 3
Nach den engliſchen Wahlen.
Rückkehr der Parkeiführer nach London.
EP. London, 1. Juni.
Maedonald, der Führer der nunmehr größten
parlamen=
tariſchen Partei, die ihre Wählerſchaft von 5 487000 im Jahre
1924 auf 8 336 000 erhöht hat, wurde mit ſtürmiſcher Begeiſterung
bei ſeiner Ankunft in London von einer unüberſehbaren
Men=
ſchenmenge auf dem Bahnhof empfangen. — Auch Lloyd
George iſt wieder in London eingetroffen. Er gab offen zu,
daß ihn das Wahlergebnis enttäuſcht habe. Die Zahl der
libe=
rälen Wähler iſt von 2982000 im Jahre 1924 auf 5 236 000
ge=
ſtiegen, der Gewinn für die parlamentariſche Partei aber iſt nur
gering. Lloyd George tröſtet ſich damit, daß auch die anderen
Parteien ihr Ziel nicht erreicht hätten und erklärte, daß eine
königstreue Regierung die Geſchicke des Landes weiter verwalten
müſſe. Der Liberale Sir Herbert Samuel erklärte, daß die
Schutzzollpolitik der jetzigen lonſervativen Regierung ihr Ende
erreicht habe. Die konſervativen Führer, hinter denen zwar noch
die zahlenmäßig ſtärkſte Wählerſchaft ſteht, die aber die Zahl
ihrer Wähler von 7385 000 im Jahre 1924 auf nur 8 542000
haben anwachſen ſehen, ſind nach der verlorenen Schlacht noch
ſchweigſam.
„Vor zwei Jahren keine Neuwahlen. — Eine
Aeuße=
rung Macdonalds.
Macdonald erklärte in einem Interview, in dem die durch den
Wahlausgang geſchaffene eigenartige Situation behandelt wurde, mit
beſonderem Nachdruck: „Wenn ich es irgendwie vermeiden kann, wird
England vor Ablauf von zwei Jahren nicht durch einen neuen
Wahl=
kämpf aufgewühlt werden.” — Weiterhin führte Macdonald im
Ver=
laufe der Unterredung u. a. noch aus: „Ich lege ſo großen Wert darauf,
daß die Induſtrie Gelegenheit zu ruhiger Entwicklung und daß zu
Hauſe und im Auslande Vertrauen und Zuverſicht geſchaffen wird, daß
ich jede Spur von Einfluß, über die ich verfüge, aufwenden würde, um
während der von mir angegebenen Zeit die Notwendigkeit neuer Wahlen
zu vermeiden. Meiner Anſicht nach ſollte ſich das neue Parlament ſogar
noch länger lebensfähig erweiſen. Meine Erklärung darf jedoch von
den anderen Parteien nicht dahin mißverſtanden werden, daß die
Ar=
beiterpartei um des lieben Friedens willen ſich mit jeder Unbill
abfin=
det. Es wird bei den anderen Parteien liegen, ob nicht doch die
Not=
ſvendigkeit neuer Wahlen früher eintritt. Jedenfalls ſollte jeder
Re=
gierung, die ih zur verantwortlichen Leitung der Geſchäfte bereit
erklärt hat, die Möglichkeit gegeben werden, ihre Politik zu entfalten.
„Ueber die gegenwärtige Regierung hat”, ſo ſchloß Macdonald, „das
Land ein unmißverſtändliches Urteil abgegeben.”
Der Eindruck der engliſchen Wahlen in Frankreich.
EP. Paris, 1. Juni.
Die engliſchen Parlamentswahlen ſind in Frankreich mit
einem geradezu leidenſchaftlichen Intereſſe verfolgt worden, wozu
nicht zuletzt der Umſtand beitrug, daß die Preſſe im Verlauf der
Sachverſtändigenverhandlungen immer wieder die deutſchen
De=
legierten beſchuldigt hatte, das Ergebnis dieſer Wahl abwarten
zu wollen, um danach ihre Haltung einzurichten. Die Linkspreſſe
begrüßt ſelbſtverſtändlich den Erfolg der Arbeiterpartei mit
lau=
tem Jubel. Der ſozialiſtiſche „Populaire” ſpricht von einem
Triumph der engliſchen Arbeiterfreunde, deren Sieg zugleich ein
Sieg der ganzen ſozialiſtiſchen Internationale und des Friedens
ſei. Es ſei aber zu befürchten, daß die neue Regierung
Mac=
donald infolge der unſicheren Mehrheitsverhältniſſe ſchon in
Kürze durch eine Koalition der beiden Bürgerparteien geſtürzt
werde. Die Feſtſtellungen der Linkspreſſe über die unſicheren
Mehrheitsverhältniſſe der neuen engliſchen Regierung gereichen
der Rechtspreſſe zum Troſt, die den Sturz des Kabinetts
Bald=
win bedauert, von einem relativen Sieg der Arbeiterpartei
ſpricht und ſich über die vorausſichtliche Beſchränkung der
Bewe=
gungsfreiheit Macdonalds freut. Das „Echo de Paris” wirft die
Frage auf, ob Macdonald in Ermangelung einer abſoluten
Mehr=
heit es nicht ablehnen werde, in die Downing Street einzuziehen,
und ob er nicht lieber die Arbeiterpartei in der Oppoſition gegen
ein ſchwaches konſervatives Kabinett belaſſen werde. Der
„Figaro” befürchtet z. B., das die Sozialiſten vor allem den
Ver=
ſuch machen würden, eine Politik des Pazifismus und der
Ab=
rüſtung zu betreiben, zum Nutzen derjenigen Völker, die ſich ihrer
geſchickt zu bedienen verſtänden. — Der „Avenir” jedoch iſt der
Meinung, der Regierungswechſel werde an der politiſchen
Situa=
tion in Europa nicht viel ändern, denn Macdonald werde vor
allem eine engliſche Politik betreiben, genau wie ſein Vorgänger
Baldwin. — Jacques Bainville ſieht in der „Action Frangaiſe‟
in eine düſtere Zukunft. Die Labour=Regierung werde die
Räu=
mung des linken Rheinufers mit allen ſich daraus ergebenden
Folgen fordern.
ue Spannung zwiſchen Sowjekrußland
uu chrna.
Razzia auf das ruſſiſche Konſulak in Charbin.
EP. Peking, 1. Juni.
Gegen eine von der chineſiſchn Polizei auf dem ruſſiſchen
Konſulat in Charbin abgehaltene Razzia haben die ruſſiſchen
zu=
ſtändigen Stellen in Mukden einen Proteſt eingelegt. Die Razzia
wurde in dem Augenblick vorgenommen, als gerade eine
Ver=
ſammlung der Dritten Internationale in den Kellerräumen des
Konſulats ſtattfand, voran über 100 Ruſſen teilnahmen. Die
Polizei mußte mehrere Türen einſchlagen, ehe ſie an den
Ver=
ſammlungsort gelangte. Die Teilnehmer der Verſammlung
ver=
ſuchten, eine Anzahl von Dokumenten zu verbrennen, wobei das
Gebäude in Brand geriet, ſo daß die Feuerwehr alarmiert
wer=
den mußte. Gleichwohl gelang es den chineſiſchen Poliziſten,
mehrere Wagen voll von Flugſchriften und Schriftſtücken, ſowie
Waffen, Munition und Opium zu beſchlagnahmen. Der „Tokio
Aſahi” zufolge kann man in dem Vorgehen der chineſiſchen
Poli=
zei die Abſicht Chinas erblicken, ſich in den Beſitz der
oſtchine=
ſiſchen Eiſenbahn zu ſetzen, da die meiſten Verhafteten
Ange=
ſtellte dieſer Bahnlinie ſind. Nach weiteren aus Tokio
hierher=
gelangten Meldungen haben die chineſiſchen Behörden der
Mand=
ſchurei auch die Geſchäftsräume der chineſiſchen Oſtbahn in
Char=
bin durchſuchen und mehrere Ruſſen verhaften laſſen. Eine
grö=
ßere Anzahl falſcher amerikaniſcher Banknoten wurden
angeb=
lich auf dem ruſſiſchen Konſulat in Charbin gefunden. Sie waren
für Propagandazwecke für die Dritte Internationale beſtimmt.
Ruſſiſcher Prokeſt gegen den „polizeilichen Unfug”
Moskau warnt die Nanking=Regierung.
Moskau, 1. Juni.
Dem chineſiſchen Geſchäftsträger in Moskau wurde heute eine
von Karachan unterzeichnete Note aus Anlaß des polizeilichen
Ueberfalles und der Hausſuchung in den Räumlichkeiten des
Generalkonſulats der Sowjetunion in Charbin überreicht. Die
Note betont den gewaltſamen, ungeſetzlichen Charakter des
ge=
ſamten Ueberfalles, der begleitet war von der Wegnahme von
Sachen und Geldern und von körperlichen Gewalttaten gegenüber
Mitarbeitern des Konſulats. Die Note weiſt darauf hin, daß die
Mitteilung der Charbiner Behörden über eine im Konſulat
ab=
gehaltene „Sitzung der 3. Internationale” eine unſinnige
Erfin=
dung darſtelle und einen hilfloſen Verſuch, ſich der verdienten
Strafe für das kraſſe, empörende Vorgehen zu entziehen. Unter
Aufzählung einer Reihe provokatoriſcher Handlungen der
chine=
ſiſchen Behörden gegenüber der Botſchaft und den Konſulaten der
Sowjetunion, angefangen mit dem Ueberfall auf die Botſchaft in
Peking, führt die Note aus: Die Sowjetunion hat ſich mit
un=
endlicher Langmut jeder Vergeltungsmaßnahme enthalten und
der chineſiſchen Miſſion und den chineſiſchen Konſulaten den
üblichen Schutz gewährt. Die Sowjetregierung ſieht ſich jedoch
genötigt, feſtzuſtellen, daß ihre ruhige freundſchaftliche Haltung
von ſowjetfeindlicher Seite als ein Beweis dafür ausgelegt wird,
daß die Sowjetregierung auch alle weiteren Provokationen
un=
beantwortet laſſen wolle. Die Sowjetregierung muß den
allerenergiſchſten Proteſt gegen den
polizei=
lichen Unfug einlegen und die ſofortige
Freilaſ=
ſung der Verhafteten und die Rückgabe der
ge=
ſamten Korreſpondenz und ſämtlicher
geſtoh=
lener Sachen und Gelder fordern. Da die
chineſi=
ſchen Behörden, ſo wird in der Note weiter ausgeführt, durch ihr
Vorgehen ihre offenkundige Abneigung und Unfähigkeit beweiſen,
mit den allgemein gültigen internationalen Rechtsnormen zu
rechnen, fühlt ſich auch die Sowjetregierung in
Zu=
kunft nicht mehr an die allgemein gültigen
in=
ternationalen Rechtsnormen gegenüber der
chineſiſchen Vertretung in Moskau und den
chineſiſchen Konſulaten gebunden denen
wei=
terhin Exterritorialitätsrechte nicht mehr
zu=
erkannt werden. Die Sowjetregierung erſtrebt
die Wahrung freundſchaftlicher Beziehungen zum chineſiſchen
Volke, ſieht ſich jedoch genötigt, die Nankinger
Re=
gierung auf das entſchiedenſte vor einer
wei=
teren Erprobung der Langmut der
Sowjet=
union durch provokatoriſche Handlungen und
Verletzung der Verträge und Abkommen zu
warnen.
* Uhaubinlsttas arder bochttſchen
Hundesberltelang.
Von unſerem E=Korreſpondenten.
Prag, 31. Mai.
In ſeinen Memoranden und „Obſervationes” unterläßt der
tſchechoflowakiſche Außenminiſter Dr. Beneſch es nie, darauf
hin=
zuweiſen, daß den Wünſchen und berechtigten Forderungen der
Minderheiten im tſchechiſchen Staate ſeit Jahr und Tag Rechnung
getragen würde und daß die beiſpielsweiſe von ſudetendeutſcher
Seite erhobenen Beſchwerden in faſt jedem einzelnen Falle der
Grundlage entbehrten. Dieſe Behauptung illuſtrieren trefflich
neuerlich die Vorgänge, die ſich dieſer Tage in der Prager
Lan=
desvertretung abgeſpielt haben, und die ein typiſcher Beweis der
Tatſache ſind, daß der tſchechiſche Chauvinismus noch immer nicht
geſättigt erſcheint.
In dieſer böhmiſchen Landesvertretung haben die deutſchen
Vertreter verſucht, ihre Referate in deutſcher Sprache zu erſtatten
— nicht etwa demonſtrativ, ſondern durchaus auf dem Boden des
Geſetzes, das den deutſchen Sprachgebrauch in dieſer Körperſchaft
unter der Vorausſetzung zuläßt, daß der deutſche Referent ſeine
Ausführungen auch in tſchechiſcher Sprache vorbringt. Als aber
die deutſchen Refeventen ſich an die der tſchechiſchen Sprache nicht
mächtigen deutſchen Mitglieder der Landesvertretung in ihrer
Sprache wenden wollten, erhob ſich auf tſchechiſcher Seite ſo
ſtür=
miſch Widerſpruch, daß die Sitzung unterbrochen werden mußte.
In der vom Vorſitzenden eingeſchobenen Pauſe wurden dann
Verhandlungen zwiſchen den Parteien über den Gebrauch der
deutſchen Sprache in der Landesvertretung gepflogen, wobei von
deutſcher Seite folgender weitgehender Vorſchlag gemacht wurde:
die deutſchen Referenten erklären ſich bereit, ihre Berichte in
tſchechi=
ſcher und deutſcher Sprache zu erſtatten, und zwar ſtets in
tſchechi=
ſcher Sprache zuerſt. Ebenſo würden ſie im Schlußwort, ſowie
in der Debatte in beiden Sprachen referieren. Dieſer Vorſchlag,
der einerſeits die Deutſchen zum Gebrauch der tſchechiſchen Sprache
gezwungen, während er andererſeits den tſchechiſchen
Landesver=
tretern keinerlei ſprachliche Bindungen auferlegt hätte, wurde von
den Tſchechen nicht angenommen. Sie verlangten für ihre
Zu=
ſtimmung eine einſeitige Verpflichtung der Deutſchen dahingehend,
daß „in den Bezirken und Gemeinden mit deutſcher Mehrheit
dahin gewirkt werde, daß keine Gründe zu Sprachenbeſchwerden
der tſchechiſchen Minderheit mehr vorhanden ſeien”. Wenn
be=
rückſichtigt wird, daß es in der Tſchechoſlowakei keinen Bezirk gibt,
in dem ein deutſches Wort geſprochen werden darf, wenn die
Deut=
ſchen nicht wenigſtens zwanzig Prozent der geſamten Bevölkerung
ausmachen, und wenn in Betracht gezogen wird, daß heute ein
einziger tſchechiſcher Bewohner in einem ſonſt reindeutſchen Bezirk
in allen öffentlichen Aemtern und Anſtalten, den Gebrauch der
tſchechiſchen Sprache verlangen kann, dann erhellt aus dieſen
Tat=
ſachen, wie läppiſch und an den Haaren herbeigezogen die Mittel
und Mittelchen ſind, deren ſich die Tſchechen bedienen, um die
ohnedies ſchon ſo niederträchtig beſchnittenen Rechte der Deutſchen
im Staate noch mehr einzuſchränken.
Die deutſchen Landesvertreter haben ſich denn auch nicht
willens gezeigt, nach dieſem billigen Rezept mit ſich verfahren zu
laſſen und haben ihrerſeits die Ablehnung ihrer weitgehenden
Vorſchläge durch die tſchechiſchen Mitglieder der Körperſchaft mit
einem Proteſtſturm beantwortet, der ſeine Wirkung denn auch
nicht verfehlte; nach einer neuerlichen Unterbrechung der Sitzung
und neuen Beratungen des Präſidenten mit den tſchechiſchen
Par=
teien wurde eine ſprachenrechtliche Abmachung dahin getroffen,
daß an Stelle der einſeitigen Bindung der deutſchen Parteien, in
den Bezirken mit deutſcher Mehrheit, dafür zu ſorgen, daß den
tſchechiſchen Minderheiten kein Grund zu Sprachenbeſchwerden
gegeben werde, die Verpflichtung ſowohl, der deutſchen wie der
tſchechiſchen Parteien feſtgelegt wurde, im Geiſt der Vereinbarung
in der Landesvertretung auch in den Gemeinden und Bezirken zu
wirken.
Es iſt bemerkenswert und charakteriſtiſch, daß auch nach der
Annahme dieſes Uebereinkommens von den tſchechiſchen
National=
ſozialiſten die Erſtattung deutſcher Referate unmöglich zu machen
verſucht wurde und daß der Großteil der tſchechiſchen Preſſe ſich
in ſchärfſten Ausfällen gegen die deutſchen Landesvertreter ergeht,
die dadurch, daß ſie ſelbſtverſtändliche und in der Verfaſſung
ver=
bürgte Rechte in Anſpruch nahmen, „die ruhige Atmoſphäre in
Sturm verandelt” hätten. Es iſt die bewährte Methode des
„Haltet=den=Dieb”=Rufes, mit dem der Ertappte ſich aus der
Schlinge ziehen will. Ob ſie geeignet iſt, das Verhältnis zwiſchen
Sudetendeutſchtum und Staatsvolk erträglicher zu geſtalten und
den Darlegungen Beneſch’ vor den internationalen Gerichtshöfen
Beweiskraft zu verleihen, muß allerdings, dahingeſtellt bleiben!
Denn die weitere Aufgabe der Expedition iſt, zur geologiſchen
Er=
forſchung von Ellesmere=Land, Grant=Land und Heiberg=Land
beizutragen.
Geſtern noch ſprach ich über dieſe Aufgabe mit dem bekannten
Erforſcher der Geologie Grönlands, Mag. Lauge Koch, und er
be=
ſtätigte, daß noch ſo gut wie gar nichts über die Geologie dieſer
Gebiete, bekannt iſt, daß ſie aber eine hohe Bedeutung für das
Verſtändnis der Geſtaltung der großen Geoſynklinale, dort im
Norden beſitzt. Die Expedition hat alſo gewiß ein dankbares
Arbeitsfeld.
Während der Herbſtmonate wird man ſich auf kleine
Stich=
touren beſchränken müſſen, denn einen großen Teil der Zeit wird
die Walroßjagd in Anſpruch nehmen, die das nötige Futter für
die Hunde während des Winters ergeben muß. Dann um
Weih=
nachten herum folgt während der größten Dunkelheit eine Periode
geringer Tätigkeit im Freien. Aber es gibt viel im Haus zu tun.
Für die eigentliche Reiſetätigkeit muß natürlich viel fertiggeſtellt
werden. Die Beſpannung der kanadiſchen Schneeſchuhe muß
ein=
geflochten werden, Hundegeſchirre müſſen angefertigt werden. Die
Kleidung für die Reiſezeit muß in Stand geſetzt werden.
Und dann kommt die eigentliche Schlittenreiſezeit in der
Ark=
tis, die Monate März bis Mai. In dieſer Zeit wollen wir über
Ellesmeve=Land hinübermarſchieren zum Heurekafjord, um dort
die geologiſchen Studien fortzuſetzen. Es iſt natürlich unmöglich,
für die Arbeiten in dieſen Gegenden ein feſtumſchriebenes
Pro=
gramm zu geben, alles hängt zum großen Teil von den
Umſtän=
den des betreffenden Jahres ab. Jedenfalls, werden wir aber
wohl um Ellesmere=Land weſtlich herummarſchieren, um die
Poli=
zeiſtation im Jonesſund zu erreichen.
Die Nahrung während dieſer Zeit iſt natürlich für Hund und
Menſch die konzentrierteſte, das will ſagen Pemmikan. Dieſes
gute, alte arktiſche Nahrungsmittel iſt durch Behounek in Verruf
gekommen, der da behauptet, es ſchmecke ſchlecht. Es mag ſein,
daß, wenn man träge auf einer Eisſcholle ſitzt, es etwas von ſeinem
Wohlgeſchmack einbüßt, aber wenn man abends totmüde ins Zelt
oder in die Schneehütte kriecht, dann verbreitet der alte, gute
Pem=
mikan einen ſolchen Duft, daß man das Leben wieder ſchön findet.
Nein, auf Pemmikan laſſe ich nichts kommen.
Da, eben dringt mein Ausrüſtungschef, Bjare, hier, in das
Häuptquartier der Erpedition ein (wir ſind beſcheidener als der
große Byrd, eine Flucht im Biltmorehotel haben wir nicht. Unſer
großes Hauptquartier iſt mein Zimmer im Hotel, in dem man ſich
vor lauter Gepäck allerdings kaum umdrehen kann). Und er
be=
richtet, daß wir noch nicht die ganz richtige Art von Kochtöpfen
haben. Das iſt natürlich unendlich wichtig. Alſo heißt es
ab=
brechen, um auf die Suche nach einem Kochtopf zu gehen, der all
unſeren Wünſchen entſpricht.
Zum 30. Todeskag von Johann Strauß.
Johann Strauß,
der Komponiſt der Fledermaus” des „Zigeunerbaron” und der
berühmteſten alten Walzer. An der ſchönen blauen Donau” „
Ge=
ſchichten aus dem Wiener Wald” und „Wiener Blut”, iſt vor
30 Jahren, am 3. Juni 1899 geſtorben. — Am 25 Oktober 1825
geboren entſtammt er einer hochmuſikaliſchen Familie. Schon ſein
Vater, der ſogenannte Wiener Walzerkönig, war einer der
be=
rühmteſten Muſiker ſeiner Zeit. Auch ſeine beiden jüngeren Brüder
waren bekannte Tanzkomponiſten.
Heſſiſches Landestheater.
Mamſell Nitouche.
Operette von Hervé.
* Die Muſik, nicht allzu umfangreich, aber wie meiſt bei
Ope=
retten, nicht ganz einfach zu dirigieren, leitete heute Fritz
Bohne. Der junge Muſiker, der als Korrepetitor im Theater
wie im Muſikverein hoch geſchätzt wird, ſtand in erfreulicher Weiſe
über und in ſeiner Aufgabe. Große Sicherheit, ſcharfe Angabe der
Einſätze, ſparſame Zeichengebung, Umſicht und Muſikalität
zeich=
neien eine Leiſtung aus, die den Wunſch berechtigt erſcheinen
läßt, den heranwachſenden Kapellmeiſter öfter am Pult zu ſehen.
I.
* Orpheum.
Sommerſpielzeit Direktor Adalbert Steffter.
„Miß Chocolate‟
Die geſtrige Erſtaufführung der Jazz=Operette „Miß
Choco=
ate” (der weibliche „Jonnv”) in drei Akten von Grünfeld hatte
einen großen Erfolg, dank der vorzüglichen Regie von Direktor
A. Steffter und der ausgezeichneten Titelträgerin Ria
Ur=
ban vom Mainzer Stadttheater. In weiteren Rollen gefielen
noch die Damen Ponhart und Neidhard und die Herren
Ammann Weiß Schmidt Manzoni und Daurer
beſonders. Das Publikum unterhielt ſich vortrefflich und
applau=
dierte ſtürmiſch das Quintett im 2. Akt. — Wir kommen auf die
Aufführung noch eingehender zurück.
Das Ausland urkeilt!?
Der amerikaniſche Profeſſor Sydney B. Fay ſchreibt in ſeinem
Standardwerk über die Kriegsſchuldfrage:
„Das Urteil des Verſailler Vertrages, daß Deutſchland
und ſeine Verbündeten allein verantwortlich ſind, müſſen wir
fallen laſſen. Es war ein dem Beſiegten vom Sieger unter dem
Einfluß der Kriegspſychoſe, der Verelendung, der Unwiſſenheit,
des Haſſes und der propagandiſtiſchen Wahnvorſtellungen
abge=
preßtes Eingeſtändnis. Es gründete ſich auf unvollſtändige und
nicht immer vernünftige Beweiſe. Es wird allgemein von den
beſten Hiſtorikern aller Ländern anerkannt, daß es nicht mehr
zu halten und zu verteidigen ſei.”
*) Verlag Geurg Stilke, Berlin NW. 7. Preis 4,50 Mk.
Verleihung des Pour le Mérite für Wiſſenſchaft und Kunſt=
Der Profeſſor der Philoſophie Geheimrat Stumpf=Berlin,
Frau Profeſſor Käthe Kollwitz, Malerin, Berlin, und
Kapell=
meiſter Furtwängler haben den Orden Pour le Mérite für
Wiſſenſchaft und Künſte von der Freien Vereinigung von
Gelehr=
ten und Künſtlern erhalten
Gerhart Hauptmann: Die Blaue Blume. Mit einem Eſſay „
Haupt=
mann als Versdichter” von Hans von Hülſen. Univerſal=Bibliorhek
Nr. 6970. Geheftet 40 Pfg., geb. 80 Pfg., in Ganzleder 5.— Mk.
Dieſes ſchon von einigen Jahren entſtandene Versepos Gerhart
Hauptmanns war bisher ſo gut wie unbekannt (es iſt lediglich früher in
einer Auflage von 140 Exemplaren als Lnxusdruck hergeſtellt worden).
Hans von Hülſen, dem wir ſchon verſchiedene Studien über Gerhart
Hauptmanns Dichtkunſt verdanken und der auch ſeinen äußeren
Lebens=
weg in einer kürzlich in der Univerſal=Bibliothek erſchienenen Biographie
dargeſtellt hat, gibt im Anhang einen Ueberblick und eine Analyſe aller
Versdichrungen Hauptmanns.
Seite 4
Sonntag, den 2. Juni 1929
Nummer 151
Die Organiſation
Lebensbund
iſt die älteſte u. größte
Vereinigg, u. der
vor=
nehme Weg des
Sich=
findens. Zu den
Mit=
gliedern zählen viele
Akademiker, höhere
Beamte, Induſtrielle,
Kaufleute uſw., die
Korreſpondenzanbah=
nungen mit geb.
Da=
men ſuch. Für Herren
ſind viele günſtige
Gelegenheiten zur
Einheirat
geboten. Tauſende v.
Anerk. Keine
berufs=
mäßige Vermittlung.
Keine
Proviſionszah=
lung. Individuelle
Beratung und
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Nummer 151.
Conntag, den 2. Junt 1929
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 2. Juni.
* Die Darmftädter Oberbürgermeiſterwahl
dur den Pranſatfglanfsfhif.
p. Wegen der Wahl des Bürgermeiſters Mueller, zum
Oberbürgermeiſter haben die Ortsvereine der Deutſchen
Volks=
partei und der Deutſchnationalen Volkspartei in Darmſtadt gegen
den Stadtratsbeſchluß vom 11. April 1929 Klage im
Verwaltungs=
ſtreitverfahren erhoben.
Erſchienen iſt für die Kläger Generalſekretär Welkow, für die
Stadtverwaltung Rechtsanwalt und Notar Geißner.
Der klägeriſche Vertreter erbittet die Vertagung des Termins,
da die Ladungsfriſt von 1 Woche nicht eingehalten ſei, auch
Juſtiz=
rat Dr. Bender eine längere Reiſe angetreten habe. Der beklagtiſche
Vertreter widerſpricht einer Vertagung, die ſachlich nicht
gerecht=
fertigt ſei. (Bemerkt ſei, daß die Beauſtandung der Wahl des
Bürgermeiſters Delp zum 1. Stellvertreter des
Oberbürgermei=
ſters durch das Kreisamt Darmſtadt, bezüglich deren auch heute
Termin anſtand, von der Terminsrolle abgeſetzt iſt.) Der Termin
wird auf 10. Juni, vormittags 10.30 Uhr, vertagt und die
An=
gelegenheit für dringlich erklärt.
Slundenplan für die 1. Heſſiſche Polizeiwoche.
In dem Stundenplan für die I. Heſſiſche Polizeiwoche iſt folgende
Aenderung eingetreten:
Deustag, den 4. Juni, ſpricht von 9 Uhr 25 bis 10 Uhr 10
Polizei=
direktor Dr. Tenner=München über „Die Zigeunerplage und ihre
Bekämpfung”.
Samstag, den 8. Juni ſpricht von 11 Uhr 10 bis 11 Uhr 55
Pro=
feſſor Dr. Gerland= Jema über „Strafrechtsreform und Polizai”.
— Heſſiſcher Kirchengemeindetag am 3. Juni. Es wird noch
beſon=
dars darauf hingewvieſen, daß die Veranſtaltungen des Heiſiſchen
Kirchen=
gemeindetages mit den Vorträgen des Generalſuperintendenten D. Dr.
Schian=Breslau, Profeſſor D. Velte und Pfarrer Kuodt=
Offenbach nicht in der Stadtkapelle, ſondern im Gemeindehauſe,
Kiesſtraße 17, ſtattfiunden, und die Verhandlungen am Montag vormittag
um 8.15 Uhr und am Nachmittag um 3 Uhr beginnen. Der Giutritt
iſt frei.
— Heſſiſches Landestheater. Heute, Sonntag, 19½ Uhr. gelangt im
Großen Haus Puceinis Oper „Manon Lescaut”, in Szene geſetzt
von Arthur Maria Rabenalt und Wilhelm Reinking, unter der
muſika=
liſchen Leitung von Carl Bamberger zur Aufführung. Die Titelpartie
ſingt Anny von Stoſch, die übrigen Hauptpartien ſind mit den Herren
Jaeger, Ebert=Beher, Kuhn, Ney beſetzt. (Heſſenlandmieten II und III.)
Im Kleinen Haus wird heute, Sonntag, 20 Uhr, das Schauſpiel
„Die Schieber des Nuhms” von Pagnol=Nivoix mit den Damen
Joſt=Jaeke, Stengel. Gothe und den Herren Keßler, Valk, Minetti,
Bau=
meiſter, Weſtermann, Maletzki, Jürgas wiederholt. (Zuſatzmiete VII.)
Gaſtſpiel Max Pallenberg: Am Dienstag, den 4. Juni,
wird das mit Spannung erwartete Gaſtſpiel Mas Pallenbergs, mit
Marcelle Pangalos Komödie „Das große A B C”, dem ſenſationellen
Erfolg des Berliner Renaiſſancetheaters, ſtattfinden. Max Pallenberg,
der große deutſche Schauſpieler, tritt damit nach vieljähriger Pauſe
zum erſten Male vor das Darmſtädter Publikum. Die Vorſtellung
be=
ginnt um 19.30 Uhr.
Am Dienstag, den 4. Juni. 19½ Uhr, geht im Großen Haus zum
vorläufig letzten Male die erfolgreiche Vaudeville=Operette „
Mam=
ſell Nitouche” von Herve, in Szene geſetzt von Renato Mordo,
unter muſikaliſcher Leitung von Carl Bamberger, mit Sitta Müller=
Wiſchin, Beſſie Hoffart und den Herren: Hinz, Tibaldi. Ney in Szene.
Im Rahmen der Heſſiſchen Polizeiwoche gelangt Ferdinand
Bruck=
ners Schauſpiel „Verbrecher” Mittwoch, den 5. Juni, einmalig
zur Wiederaufführung. In dieſer Vorſtellung ſpielt Werner Hinz den
Kellner Tunichtgut, die übrige Beſetzung iſt die der Erſtaufführung.
„Othello” von Verdi, neu inſzeniert durch Carl Ebert, unter
muſikaliſcher Leitung von Dr. Carl Böhm (Bühnenbilder: Lothar Schenck
von Trapp) gelangt Samstag, den 8. Juni, im Großen Haus zur
Erſt=
aufführung. Die Hauptpartien ſind wie folgt beſetzt: Desdemona: Annh
v. Stoſch, Emilia: Anng Jacobs, Othello: Hans Grahl, Jago: Hans
Komregg, Caſſio: Adolf Jäger.
„Broadway”, das mit beiſpielloſen Erfolgſerien von New York
bis Berlin geſpielte Senſationsſtück von Dunning und Abbott wird als
letzte Schauſpielnovität des Großen Hauſes am 12. Juni erſtmals zur
Aufführung gelangen. Die Inſzenierung beſorgt Günther Hgenel, das
Bühnenbild entwirft Wilhelm Reinking.
Lothar Schenck von Trapp wurde eingeladen, am
Staats=
theater Kaſſel Veinbergs Oper „Schwanda, der Dudelſackpfeifer” und
Büchners „Danton” zu inſzenieren.
— Orpheum. Sommerfpielzeit Direktor Adalbert Steffter. Heute
Sonntag und täglich gelangt die Operetteneuheit „Miß Chocolate‟
(der weibliche Jenny) von Bermrd Grün zur Aufführung; in der
Titelrolle Nia Urban vom Stadtheater Mainz. Der Vorverkauf iſt
Sonntag von 10—12 Uhr im Verkehrsbüvo, ab 12—1 Uhr im
Zeitungs=
kiosk gegenüber dem Verkehrsbüro und ab 2 Uhr an der Theaterkaſſe.
Preiſe, von 1 Mk. an. Numerierto Plätze von 1,50 Mk. an. (Siehe
heutige Anzeige.
— Hohes Alter, Frau Eliſabethe Ehrhard. Arheilger Straße 52,
Witwe des Hochſchuldieners Ph. Ehrhard, begeht am 3. Juni ihren
80. Geburtstag. — Herr Wilhelm Aberle ſen, wohnhaft Nheinſtr. B,
begeht am Montag, den 4. Juni, ſeinen 84. Geburtstag.
der SHledsauc e de Geneldenbeierlinfe.
Einige no=h beſtehende Meinungsverſchiedenheiten über den am 18.
Mai vom Schlichter für verbindlich erklärten Schiedsſpruch über die
Neg=lung der Gemeindearbeiterlöhne für ungelernte Arbeiter ſind
nun=
mehr von Amtsgerichsrat Dr. Aron in Frankfurt, der von beiden
Par=
teien als vereinbarter Schiedsrichter amtierte, durch folgenden
Schieds=
ſpruch aus der Welt geſchafft worden:
„Es wird feſtgeſtellt, daß der Lohn in Ortsgruppe 1 Lohngruppe III.
auf Grund des für terbindlich erklärten Schiedsſpruches des
Zentral=
ausſchuſſes für Arbeſtertarifſachen der Gemeinden und
Kommunalver=
bände in Verlin vom 15. Mai 1929 um zwei Reichspfennige je
Ar=
beſtsſtunde erhöht iſt. Mit ihrer Mehrfonkerung werden die Kläger
abgewieſen. Die Koſten des Schiedsgerichtsverfahrens haben die
Kli=
ger einerſet3, die Beklagten andererſeits je zur Hälfte zu tragen. Der
Wert des Streitgegenſtandes wird auf 100 000 Reichsmark feſtgeſetzt.
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VIDILLES WAFFEL-BISKUITS, POELL -TOAST
— Deutſche Kolon alarbeit. Eine Führung in Bildern kreuz und
quer durch die ehemaligen deutſchen Kolonien. Von Zeit zu Zeit
be=
richtet die deutſche Preſſe über die „Erfolge” der Feindbundmächte in
unſeren ehemaligen Kolonien. Unermeßliche Werte ſind uns durch die
Cutziehung derſelben verloren gegangen. Um weiten Volkskreiſen einen
Ueberblick über unſer einſtiges koloniales Beſitztum zu geben,
veran=
ſtaltet die Bruderſchafr Darmſtadt des Jungdeutſchen Ordens e. V. am
6. Juni d. J. im Reſtuurant Chriſt einen Lichtbildervortrag unter
obi=
gem Leitwort. In 75 Bildern und Bildtafeln ſehen wir die Landſchaft,
Bevölkerung, Kultur und Wirtſchaft der ehemaligen deutſchen
Kolo=
nien. Cs werden keine ermüdenden Zahlen uſw. genannt, ſondern in
Stichproben alles erläutert, ſo daß jeder ſich ein klares Bild über die
verlorenen unſchitzbaren Werte machen kann. (Man beachte die Anzeige
in der DienstagsAusgabe)
AUSSTELLUNG
Kakteen und ihre Gefäße
„Blurnen und Kunst‟
iül B3 Wihelminenstraße 88 Uüll
9376)
— Guſtav=Adolf=Frauenverein. Der Guſtav=Adolf=Frauenverein
ver=
anſtaltet jedes Jahr eine Verloſung zu wohltätigen Zwecken. Die
dies=
jährige Verloſung findet in der eiſten Juniwoche ſtatt. Die
Gewinn=
liſte wird am Donnerstag, den 7. Juni, im „Darmſtädter Tagblatt”
bekannt gemacht. Die Gewinne können am Freitag, den 7. und
Sams=
tag, den 8. Juni. im Gemeindehaus, Kisſtraße 17, abgeholt werden.
Vormittags von 10—½1 Uhr und nachmittags von 3—6 Uhr.
— Promenaden=Konzert. Heute Sonntag, den 2. Juni 11—12 Uhr,
konzertiert das Stadtorcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W.
Schlupp im Herrngarten. Nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr
Künſtlerkonzerte.
Neue Schalplafen.
Die Deutſche Grammophon A.=G. ſetzt die Folge ihrer
„Heimbühne”=Neuheiten fort. Nach „Freiſchütz” iſt nunmehr auch
„Lohengrin” als Kurzoper erſchienen. Es iſt ganz ſelbſtverſtändlich,
daß dieſe gekürzte Wiedergabe des Wagnerwerkes keinen Erſatz für eine
Aufführung auf der Bühne bieten kann und ſoll. Das aber iſt auch
nicht der Zweck der „Heimbühne‟=Platten. Dieſe Sammlungen können
und ſollen vielmehr nur die bekannteſten und künſtleriſch werwollſten
Teile der Opern wiedergeben, in einer Zuſammenſtellung, die ſowohl
den literariſchen wie den künſtleriſchen Gehalt immerhin in gewiſſem
Sinne erſchöpft und für ein Anhören im Heim in erträglichem Umfang
geſtaltet. Es handelt ſich um einen wohlgelungenen Verſuch, dem
all=
gemeinen Bedürfnis nach Kürze und Konzentration Nechnung zu tragen.
Den Kurzopern iſt ein Textbuch beigegeben — die Platten erſcheinen in
Sammelblatten — in dem zunächſt in einer Einleitung die künſtle iſche
Begründung der Leitarundſätze für die Kürzungen gegeben werden und
auch ſonſt dem Publikum wichtige Hinweiſe über das was geſtrichen,
und über das, was im Intereſſe des künſtleriſchen Verſtändniſſes
ge=
blieben iſt. Das Textbuch enthält dann wortgetreu den Text zu den
einzelnen Platten ermöglicht und erleichtert alſo die genaue
Verfol=
gung des G ſangs ſowohl der Solopartien wie der Chorgeſänge uſw.
Für den künſtleriſchen Wert der Kurzoper=Platten ſpricht die Tatſache,
daß erſte Kräfte, meiſt der Staatsoper Berlin, geſungen haben, ebenſo
auch Ocheſter und Chor von der Berliner Staatsoper geſtellt wurden.
Unter anderen ſingen im „Lohenarin” Fritz Wolff. Begte Malkin, Otto
Helgers, Henriette Gottlieb, Rudolf Watzke.
Als dritte Kurzoper iſt nun auch Verdis „Troubadour”
er=
ſchienen, und als weitere Neuheit, als erſtes Kurzdrama, wird
dem=
nächſt „Wilhelm Tell” herausgebracht.
Von den neueren Grammophonplatten „Die Stimme ſeines Herrn”
ſind beſonders gut gelungen und für Freunde guter Hauskunſt zu
empfehlen Beethovens Violin=Konzert D=Dur op. 61 von Prof. Joſef
Wol’sthal mit dem Philharmoniſchen Orcheſter unter Manfred Gurlitt
(5 Platten). Ferner Platten von Tenia Belmas (Aida), vom Paul=
Godwin=Orcheſter (PolyfarSerie) und einige neue Brunswick=
Tany=
platten. Ferner aus der Polyfar=Serie. Die Fl.dermaus” (Berliner
Staatsoper), Franz Völker, der Humoriſt Joſeph Plaut, das
Geſangs=
quartett. Die Abels” und eine wundervolle Orgelplatte vom
Dom=
vikar Paul Hebeſtreit.
Elektrola, mit der vorgenannten, immer noch führend in der
Qualität der Platte und in der Auswahl der Künſtler, bringt eine
ganze Reihe neuer Tanz= und Geſangsplatten vom Marek=Weben
Orcheſter, ferner ſehr empfehlenswerte Soloplatten von Marel
Wit=
triſch, Umberto Urbano, Toti dal Monte, Hilde Crevenna, ferner eine
Neihe von Platten für Militärorcheſter (Dirigent Franz von Blon),
„Zapfenſtreich” „Hohenfriedberger” und andere Märſche, ſchließlich als
beſonders ſchöne Neuheit Spezial=Vogelaufnahmen, Rezitationen von
Ybette Gilbert u. v. g. Die in jeder Beziehung ausgezeichneten
Elek=
trola=Platten geben immer noch Gewähr für beſte und bequemſt zu
*
genießende Muſik im Heim.
* Provinzialausſchuß.
v. 1. Klage des Bezirksfürſorgeverbands Frankfurt a. M. gegen
den Landesfürſorgeverband Heſſen wegen Erſatzes von
Unterſtützungs=
koſten für Elſe Knieriem und das Kind Martha. Der Kläger iſt durch
Dr. Lammers vertreten. Er verlangt Erſatz von Aufwendungen in
Höhe von 2286 Mark. Der Beklagte wird in Anſpruch genommen, weil
der Aufenthalt der Kindesmutter in der Zeit von Mitte Juli bis Mitte
Auguſt 1925 in Groß=Zimmern geweſen ſei. Dieſe hat ſich als
Wäſche=
reiſende immer abwechſelnd an verſchiedenen Orten aufgehalten. Der
Beklagte beſtreitet die Richtigkeit dieſer Behauptungen. Der Beklagte
wird antragsgemäß verurteilt.
2. Geſuch der Marie Pröbſtel, geb. Löffler, zu Offenbach um
Er=
teilung der Erlaubnis zum Betrieb einer Erfriſchungshalle auf dem
Bahngelände gegenüber der Fluthſtraße zu Offenbach. Das fragliche
Gelände gehört nicht zum Bahnhofe. Während die Rechtsdeputation
des Stadtrats das Geſuch empfiehlt, verneinen Polizeiamt und Kreis
amt ein Bedürfnis, da ſchon genügend derartige Erfriſchungshallen
betrieben würden. Frau Pröbſtel hat einen Obſt= und Gemüſehandel
und will nur Limonade und Mineralwaſſer im Kioske ausſchenken.
Dem Geſuch wird ſtattgegeben für Ausſchank alkoholfreier Getränke.
3. Geſuch des Fr. K. Mayer zu Offenbach um Erteilung der
Er=
laubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft mit Branntweinausſchank
im Hauſe Erzbergerſtraße 8 zu Offenbach. Die gehörten Inſtanzen
ver=
neinen ein Bedürfnis, was der vielfache Wechſel im Wirtſchaftsbetriebe
beweiſe. Die Wirtſchaft exiſtiert ſeit 40 Jahren. Die Konzeſſion wird
erteilt.
4. Berufung des H. Hch. Raab zu Jügesheim gegen das
Ur=
teil des Kreisausſchuſſes Offenbach vom 6. Februar d. J. wegen
Nicht=
erteilung der Erlaubnis zum Betrieb einer Gaſtwirtſchaft im Hauſe
Eiſenbahnſtraße 6. Jügesheim mit 2800 Einwohnern, ohne
Fremden=
verkehr, hat 15 Wirtſchaften, dazu kommen noch 2 Vereinshallen. Dei
Kreisausſchuß hat ein Bedürfnis verneint, und deshalb das Geſuch
ab=
gewieſen. Hiergegen iſt Berufung verfolgt. Die Konzeſſion wird erteilt=
5. Klage der Maria Gerhardt zu Fürth i. D. gegen den Beſcheid
des Kreisamts Heppenheim vom 7. Januar 1929 wegen Nichterteilung
eines Wandergewerbeſcheins. Der Schein iſt verſagt wonden, die
Ge=
ſuchſtellerin iſt 1909 geboren und erſt 2 Jahre im Wandergewerbe tätig.
Die Eltern ziehen im Wohnwagen umher und vertreiben Barmene:
Spitzen. Der Schein wird erteilt.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen.
Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, den 2. Juni,
folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Dr. med. Bernet,
Jahnſtr. 34 Telebhon A75; Dr. med. Hof, Gerwinusſtr. 46½
Tele=
phon 48; Dr. med. Holzmann, Schwanenſtr. 73, Telephon 32.
Länder- und Städtewappen aller Erdteile in Gold- und Silberdruck: Die FREUDE des KURMARK-RAUCHERS.
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Sonntag, den 2. Juni 1929
Nummer 151
Die Kunſt des Kochens! — Der Film der Frau!
Herr Dr. Albert Hauff=Berlin hat unter der fachmänniſchen Leitung
von Fränlein Wolther, Vorſteherin der Haushaltungsſchule des
Lette=
vereins, Berlin, einen äußerſt lehrreichen Film hergeſtellt, welcher ſchon
einmal, im Frühjahr vorigen Jahres, hier zur Vorführung gelangte
und derartigen Zuſpruch fand, daß ſtets ein ausverkauftes Haus zu
ver=
zeichnen war. Es ſoll nun dieſer Film am Donnerstag, dem 6., und
Freitag, dem 7. Juni, nahmittags 3 Uhr, im Union=Theater,
Rhein=
ſtraße 6, von neuem laufen. Fräulein Walther, eine der beſten
Kenne=
rinnen der häusli hen Kochkunſt, gibt in dieſem intereſſanten und
lehr=
reichen Film der Frauenſrelt reiche und vielſeitige Anregungen für die
Aufſtellung des täglichen Sxeiſczettels und die Herſtellung aller
mög=
lichen Speiſen. Dabei werden viele Winke und Kniffe gezeigt, wie man
auch mit enfachen Mitteln gut und ſchmackhaft kochen kann. Zumal
jetzt im Sommer wird der Hausfrau oft die Aufſtellung eines
Küchen=
zettels ſchwer, da ſie die Hitze des Kochherdes zu meiden ſucht Wie
eweckmäßig hier elektriſche Koch, Brat= und Backgerate ſind, wie
ein=
fach, ſauber und bequem die Bedienung dieſer G=räte iſt, das zeigt der
Film in vielen lehrreichen Szenen; auch gibt er viele Anregungen und
Anleitungen für eine Vereicherung des ſonrmerlihen Küchenzettels. Ein
Beſuch iſt recht empfehlenswert und dürfte bei den niedrigen
Eintritts=
preiſen von 50 Pf. für Erwachſene und 30 Pf. für Jugendliche mit gutem
Beſuch der Vorführungen zu rechnen ſein. Die Eintrittskarten ſind auch
im Vo=derkauf an der Tageskaſſe des Union=Theaters ab 1. Jnni
er=
hältlich.
* Bei einem Gang durch die Geſchäftsſtraßen Darmſtadts kann
man neuerdings erfreulicherweiſe feſtſtellen, wie vorteilhaft ſich das
Straßenbild verändert hat. Bei genauer Betrachtung ergibt es ſich,
daß dieſe Tatſache in erſter Linie durch die Ladenumbauten verurſacht
wird, die während der letzten Jahre in großer Anzahl in ſchöner,
ge=
ſchmackvoller Form durchgeführt worden ſind. Beſonders fallen an
einigen Geſchäftshäuſern die hervorragenden Um= und Erkerausbauten
ſowie Innenausſtattungen (Holz=, Eiſen=, Bronze= uſw. Konſtruktionen)
auf. Stellen dieſe Werke den mit der Ausführung beauftragten
Ar=
chitekten und Handwerkern Darmſtadts ein glänzendes Zeugnis für
formvollendete Qualitätsarbeit aus, ſo kann aber doch feſtgeſtellt
wer=
den, daß ein Teil dieſer Arbeiten von nicht Darmſtädter Handwerkern
und Architekten geliefert worden ſind. Hierzu darf bemerkt werden,
wie zahlreiche Beiſpiele beweiſen, daß das Darmſtädter Handwerk in
ſeinen verſchiedenen Branchen durchaus leiſtungsfähig iſt und ebenſo
wie die hierzu befähigte Architektenſchaft erwarten darf, ausſchließlich
zur Ausführung dieſer Kunſtarbeiten herangezogen zu werden. Macht
doch auch der Geſchäftsmann Reklame unter dem Motto „Kauft am
Platze”, iſt er doch im weſentlichen auf die Käuferſchaft der Stadt
an=
gewieſen und ſollte daher ſelbſt ſich verpflichtet fühlen, das zu tun, was
er von ſeiner Kundſchaft verlangt. Der Handwerker iſt Kunde des
Ge=
ſchäftsmannes; der Geſchäftsmann ſoll dann auch Kunde des
Hand=
werkers ſein. Mit dieſen wenigen Zeilen ſoll auf die wirtſchaftliche
Verbundenheit der Geſchäftswelt aufmerkſam gemacht werden in der
Hoffnung, immer mehr das Darmſtädter Handwerk zu den Umbauten
heranzuziehen, aber auch, um eine Abwanderung dieſer Kreiſe aus der
Kundſchaft nach den Nachbarſtädten zu verhindern.
— Volkshochſchule. Am Montag, dem 3. Juni d. J., 2 Uhr,
ſpricht Herr Miniſtrialrar Fadrus=Wien auf Veranlaſſung des
Darmſtädter Lehrervereins im Hörſaal 326 der Techniſchen Hochſchule
über das Them: „Die Geſtaltung neuer pädagogiſcher
Ikeen im Wiener Schulweſen‟. Der Vortrag wind durch
Liehtbilder unterſtützt. Wir empfehlen unſeren Mitgliedern den Beſuch
dieſes Vortrages beſten3. Karten in der Buchhandlung Saeng und am
Saaleingang.
— Lukasgemeinde (Männervereinigung). Infolge
unvarhergeſehe=
ner dienſtlicher Verhinderung kann Herr Oberregierungsrat Kadel
den angekündigten Vortrag über „Das neue Kirchenſteuergeſetz”, am
Montag, den 3. Juni nicht halten. Statt deſſen findet „freie
Aus=
ſprache” ſtatt. Der Vortrag iſt für die nichſte Monatsverſammlung
am 1. Juli in ſichere Ausſicht geſtellt worden.
— Die Geſtaltung neuerer pädagogiſcher Ideen im Wiener
Schul=
weſen. Ueber dieſes Thema ſpricht Herr Miniſterialrat Fadrus=Wien
am Montag, den 3. Juni, 20 Uhr, im Hörſaal 326 der Techniſchen
Hoch=
ſchule. Der Vortrag dü fte nicht nur für den Pädagogen, ſondern für
alle an Unterrichts= und Erziehungsfragen intereſſierten Kreiſe von
Intereſſe ſein. Die Buchhandlung Saeng wird die Bücher der Wiener
Schulreform im Vortragsſaal auslegen. Karten zu 50 Pfg. bei Saeng,
Kirchſtraße, und an der Abendkaſſe.
— Schulgeldmahnung. Nach der heutigen Veröffentlichung im
In=
ſeratenteil iſt das Schulgeld für die hieſigen höheren Schulen ſowie der
Städtiſchen Maſchinenbau=, Gewerbe=, Handels= und
Haushaltungs=
ſchulen für die Monate April und Mai 1929 bei Meidung der
Bei=
treibung bis zum 10. Juni 1929 an die Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, zu
zahlen.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird
die Liebigſtraße zwiſchen Pallaswieſen= und Blumenthalſtraße bis auf
weiteres für Fahrzeuge aller Art geſperrt. — Wegen Vornahme von
Straßenbauarbeiten wird die Viktoriaſtraße zwiſchen Pallaswieſenſtraße
und Aliceplatz bis auf weiteres für Fahrzeuge aller Art geſperrt.
Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die Pareusſtraße
zwi=
ſchen Pallaswieſenſtraße und Kahlertſtraße bis auf weiteres für
Fahr=
zeuge aller Art geſperrt.
Die Hiermter erſchelnenden Ratizen ſind ausſchließſich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten
in keinem Falie irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Heute ab 19,30 Uhr Konzert im Hotel und Reſtaurant
zur Poſt. Spezialausſchank des beliebten Diſchinger Export hell und
dunkel; die Küche iſt von Ruf.
— Im Wiener=Kronenbräu=Keller finden heute
wie=
derum große Konzerte und Tanz im Saale bei freiem Eintritt ſtatt. Der
ganze Garten wird bei eintretender Dunkelheit prächtig illuminiert.
(Siehe Samstags=Anzeige.)
Heſſiſcher Straßenbericht
Tageskalender für Sonntag, den 2. Juni 1929.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19.30 Uhr, Ende
2 Uhr, Heſſenlandmiete II und III: „Manon Lescaut”, — Kleines
Haus, Anfang 20 Uhr Ende 22.15 Uhr, Zuſatzmiete VII: „Die
Schie=
ber des Ruhms”. — Orpheum abends 20 Uhr: „Miß Chocolate‟,
— Konzerte: Schloßkaffee, Reichshof, Kaffee Ganßmann,
Sport=
platz=Reſtaurant, Herrngartenkaffee. „Alte Poſt, Darmſtädter Hof,
Stadt Malaga, Waldſchlößchen, Bismarckeck, Kaffee Jöſt, Bockshaut,
Neues Schießhaus, Bürgerhof, Hotel Prinz Heinrich, Reichskrone,
Roſenau, Sportkaffee, Spaniſche Bodega, Neckartor, Hotel zur Poſt,
Goldener Anker, Am Güterbahnhof Rummelbräu=Garten. —
Ludwigshöhe, nachmittags 16 Uhr: Konzert. — Wiener
Kronenbräukeller, nachm. 16 Uhr: Konzert. — Marine=
Verein, nachm. 4 Uhr, im Mathildenhöhſaal: Großes
Militär=
konzert; abends: Feſtball. — Kinovorſtellungen: Union=
Theater, Helia, Palaſt=Lichtſpiele.
* Wixhauſen, 1. Juni. Man ſchreibt uns: Eine ſchöne
Blumen=Anlage hat das hieſige Bahnhofsperſonal aus eigener
Initiative hier am Bahnhofsplatz geſchaffen. Auf geſchmackvoll
angeleg=
ten Beeten entbieten vom Bahnſteig aus farbechte Veilchen, von feinem
Ziergras leicht umgeben, den Reiſenden der Strecke Darmſtadt—
Frank=
furt und umgekehrt, jederzeit einen recht freundlichen Gruß. Nicht nur
ihnen, ſondern auch den hier allmorgens und =abends den Bahnſteig
paſſierenden Arbeitern iſt durch dieſe Schaffung ein wirklicher Genuß
geboten. Auch von den in unſerem Orte verkehrenden Reiſenden und
Geſchäftsleuten ſowie den hieſigen Einwohnern iſt die Blumenanlage
am Bahnhof ſchon oftmals als eine der ſchönſten auf der genannten
Strecke beſtaunt und bewundert worden. Nur ſchade, daß die in
un=
mittelbarer Nähe ſtehende Bahnwärterbude, das
Bahnſteigſchaffnerhäus=
chen, ſowie der die genannte Anlage umgebende Lattenzaun nicht nur
durch ihren Anſtrich, ſondern auch zum Teil ſehr durch
Erſatzbedürftig=
keit unangenehm auffallen und dem Geſamteindruck ein etwas
disharmo=
niſches Gepräge verleihen. Auch würde ſich eine Renovierung am
Bahn=
hofsäußeren, beſonders aber an Fenſtern und Türen ſeit vielen Jahren
ſehr dienlich machen. Eine entſprechende Einſichtnahme aller
Innen=
räume würde dem Wunſche vieler Intereſſenten, überhaupt der
Allge=
meinheit, ſehr entſprechen. Hoffentlich ſteuert auch die
Reichsbahn=
verwaltung ein kleines Teil zur Hebung des Geſamteindrucks am
Bahn=
hof Wixhauſen bei und nimmt die wirklich nicht allzu großen Koſten
an den genannten Stellen auch in ihrem eigenen Intereſſe in
Auf=
wendung.
Aa. Eberſtadt, 31. Mai. Im
Sonntagsfahrkartenver=
kehr von und nach Eberſtadt ſind in der letzten Zeit erfreulicherweiſe
einige Verbeſſerungen zu verzeichnen. Sonntagsrückfahrkarten gibt es
beiſpielsweiſe ab Station Eberſtadt nach Bensheim, Erbach i. Odw.,
Frankfurt, Heidelberg, Heppenheim, Mannheim, Mainz, Reinheim,
See=
heim, Weinheim, Worms und Zwingenberg. Nach Eberſtadt ſind u. a.
Sonntagsrückfahrkarten erhältlich von Babenhauſen, Langen, Mainz
Hbf., Mainz=Süd, Worms, Frankfurt Hbf. und Frankfurt Luiſa. Die
letzteren Kartenmöglichkeiten ſind um deſſentwillen ſehr wichtig, weil in
der neueſten Zeit Eberſtadt immer mehr als Ausgangspunkt von
Aus=
flügen und Wanderungen nach der Bergſtraße und in den Odenwald
dient.
O. Pfungſtadt, 30. Mai. Sandabfuhr. Das Sandabfahren an
der Sandkaute am Mühlbevg (Emaillierwerk) iſt von der Bürgermeiſterei
verboten worden. Auf der Provinzialſtraße Pfungſtadt-Bickenbach, im
ſog. Stallbergsgrund) iſt dafür eine andere Sandabfuhrmöglichkeit
ge=
ſchaffen worden. Es dürfen jedoch keine Löcher ausgeſchaufolt werden.
Auch iſt dort das Schuttabladen verboten. — Die Stadtkaſſe
Pfungſtadt mahnt die Beträge für elek riſchen Strom und
Zähler=
miete für die Monate April und Mai 1929. Zahlung hat bis zum
7. Juni zu erfolgen.
K
S1e
e
K
Probedose und Broschüre „Ratschläge eines Arztes‟
DEUTSCHE A.-G. FUR NESTLE-ERZEUGNISSE, BERLIN WS7
O. Pfungſtadt, 30. Mai. Von der Apotheke. Nach dem
Tode der letzten Inhaberin der hieſigen Apotheke, Witwe Heinrich
Berchelmann, wurde die Konzeſſion zum Weiterbetrieb der Apotheke
vom Innenminiſterium dem Schwiegerſohn der Witwe Berchelmann,
Hermann Reinheimer aus Darmſtadt, übertragen. Die Apotheke
be=
findet ſich ſomit ſeit 1832 drei Generationen hindurch im Beſitz der
Familie Berchelmann. — Schilfrohrverſteigerung. Am
Montag, den 3. Juni, vormittags 11 Uhr, werden durch den
Kreis=
pfandmeiſter Brunner am Rathaus 333 Gebund erſter Sorte Schilfrohr
meiſtbietend gegen Barzahlung verſteigert.
f. Roßdorf, 30. Mai. Holzabfuhr. Die Bürgermeiſterei weiſt
in einer öffentlichen Bekanntmachung darauf hin, daß ſämtliches Nutz=
und Brennholz, das an der Eſchofſchneiſe im Gemeindewald ſitzt, bis
5. Juni abgefahren werden muß, weil infolge Chauſſierungsarbeiten auf
dieſer Schneiſe die Sperrung erfolgt. — Geburtstagsfeier. Am
nächſten Sonntag veranſtalten die Fünfzigjährigen eine gemeinſame
Geburtstagsfeier. Eingeleitet wird die Feier durch einen gemeinſamen
Kirchgang. Im Gottesdienſt wird der Poſaunenchor mitwirken. Man
hofft auf eine gute Beteiligung und freut ſich auf die Feier allgemein.
Für Abwechſlung am Nachmittag iſt ausreichend geſorgt. — Konzert.
Der Arbeiter=Geſangverein „Einigkeit” hält am kommenden Sonntag
nachmittag ein Sommerkonzert im Gaſthaus „Zur Sonne” ab.
für die Woche vom 2. bis 8. Juni 1929.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Darmſtadt—Mainz (Ortsdurchfahrt Groß=Gerau) vom 7. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung in Groß=Gerau durch die Kirchgarten=
und Schützenſtraße.
Ober=Roden—Dietzenbach vom 27. 5. bis 22. 6. geſperrt. Umleitungs
Offenthal—Urberach.
Erbach-Marbach (Km. 48,328—53,8) vom 3. bis 30. 6. geſperrt.
Umleitung: Unter=Moſſau-Hüttenthal.
Altheim-Babenhauſen zwiſchen der neuen Eiſenbahnunterführung
und der Abzweigung nach Schaafheim (Langſtadt) am 31. 5. und 1. 6.
geſperrt. Umleitung: durch Babenhauſen.
Bensheim-Lindenfels (Ortsdurchfahrt Bensheim,
Schönberger=
ſtraße) Km. 23,160—23,850 vom 3. bis 22. 6. geſperrt. Umleitung:
Auer=
bach-Balkhauſen—Bedenkirchen.
Friedberg—Frankfurt zwiſchen Friedberg und Ober=Wöllſtadt vom
13. 5. ab bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Fauerbach-
Buchen=
brücken—Nieder=Wöllſtadt.
Nidda=Ranſtadt vom 29. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Nidda-Dauernheim—Ranſtadt.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Sörendlingen-Buchſchlag vom 26. Nobember 1928 bis auf
weite=
res geſperrt. Umleitung nach Bahnhof Buchſchlag—Sprendlingen über
die forſtfiskaliſche Waldſtrecke zum Forſthaus Mitteldick.
Langen—Offenthal Km. 0,1 bis 2,1 vom 27. 5. bis 29. 6. geſperrt.
Umleitung: Sprendlingen—Dreieichenhain.
Darmſtadt—Nieder=Ramſtadt Km. 3,069 bis 5,38 vom 3. bis 22. 6.
geſperrt. Umleitung: Eberſtadt—Nieder=Ramſtadt.
Appenheim-Nieder=Hilbersheim vom 1. Mai bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Aſpisheim-—Ober=Hilbersheim.
Ortsdurchfahrt Alzey (Nibelungenſtraße) vom 2. April bis auf
weiteres geſperrt. Oertliche Umleitung.
Heidesheim-Nieder=Ingelheim vom 10. 5. bis 15. 6. geſperrt.
Um=
leitung Wackernheim.
Ortsdurchfahrt Storndorf im Zuge der Straßen Storndorf—Meiches
und Windhauſen-Vadenrod vom 15. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Köddingen—Windhauſen bzw. Ober=Breitenbach—Strebendorf.
Seckendorf—Schadenbach vom 11. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Homberg—Rüddingshaufen.
Ortsdurchfahrt Lindheim vom Abzweig nach Heegheim bis zur
Nidder=
brücke vom 15. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung des Verkehrs
von Altenſtadt nach Stockheim und umgekehrt erfolgt über Heegheim.
Groß=Karben-Burggräfenrode vom 3. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Bonames-Harheim reſp. Kloppenheim—Ober=Erlenbach.
Ortsdurchfahrt Aſſenheim im Straßenzug Nieder=Wöllſtadt-
Bön=
ſtadt vom 11. 4. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Buchenbrücken.
Ortsdurchfahrt Nieder=Seemen in Richtung Wenings vom 2. Mak
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Allenrod.
Gießen—Reiskirchen Km. 7,00—9,00 vom 6. 5. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Rödgen-Großen=Buſeck.
Selters—Nanſtadt vom 13. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Stockheim-Leuſtadt—Nieder=Mockſtadt (bzw. Ortenberg)—Wippenbach—
Bobenhauſen—Bellmuth.
Ortsdurchfahrt Schadenbach vom 15. 5. auf etwa 4 Wochen geſperrt.
Umleitung: Deckenbach bzw. Büßfeld.
Ortsdurchfahrt Gelnhaar in Richtung Uſenborn und Bindſachſen
vom 22. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Hirzenhain reſp.
Wenings.
Gießen—Reiskirchen von Km. 9 bis Reiskirchen vom 22. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Lich—Grünberg.
Ortsdurchfahrt Rödgen vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung über Alten=Buſeck—Wieſeck—Gießen.
Grebenhain-Hartmannshain vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Bermutshain-Völzberg.
Homberg—Erbenhauſen (Ortsdurchfahrt Erbenhauſen) vom 27. 5.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Maukbach-Kirtorf.
Lindenſtruth—Queckborn—Grünberg (Ortsdurchfahrt Queckborn) vom
23. 5. bis auf weiteres geſperrt für ſchwere Laſtkraftwagen. Umleitung:
Grünberg bzw. Münſter.
Gießen—Wieſeck vom 5. bis 26. 6. geſperrt. Umleitung: Trohe—
Rödgen.
* Nieder=Ramſtadt, 31. Mai. Die Vorbereitungen zum
Gaufrauen=
turnfeſt, das am 8. und 9. Juni hier ſtattfindet, ſind beendet. Die rege
Arbeit der Feſtausſchüſſe verbürgt einen glatten Verlauf der
Veran=
ſtaltung. Zahlreiche Turnvereine aus allen Kreiſen Starkenburgs haben
ihr Erſcheinen zugeſagt. Nahezu 500 Turnerinnen werden die
ver=
ſchiedenſten Arten der modernen Körperſchulung im Frauenturnen
zei=
gen. Von beſonderem Intereſſe dürften die Sondervorführungen der
Vereine von Darmſtadt, Bensheim, Heppenheim, Egelsbach, Nieder=
Ramſtadt und Goddelau am Feſtſamstagabend ſein. Der Feſtplatz liegt
in nächſter Nähe des Bahnhofs. Durch Einlegung von Sonderwagen
hat die Heag der Verkehrsbequemlichkeit Rechnung getragen. Das
Wett=
turnen wird Sonntag, 9. Juni, von 9 Uhr ab auf dem Feſtplatz
durch=
geführt. Nach dem Feſtzug am Nachmittag ſind die Gauvereine mit
Muſter= und Sondervorführungen beſchäftigt. Den Abſchluß bildet die
Ehrung der aus den Kämpfen hervorgegangenen Siegerinnen. An
Mit=
glieder der D.T. wird eine verbilligte Dauerkarte zu 1 Mark
ausge=
geben, die zur Teilnahme an allen Veranſtaltungen berechtigt.
Aa. Eberſtadt, 1. Juni. Hohes Alter. Am Sonntag feiert
Jo=
hanetta Schaffner, geb. Gans, wohnhaft Hügelſtraße 10, ihren 81.
Ge=
burtstag. — Ein Vereinsabend des „Turnvereins 1876 E.V.”
findet am Sonntag abend im Gaſthaus „Darmſtädter Hof” (Laun) ſtatt.
Bei günſtigem Wetter wird die Veranſtaltung im Garten abgehalten.
— Die Fünfzigjährigen planen, eine gemeinſame
Gebartstags=
feier abzuhalten. Aus dieſem Grunde findet am kommenden Dienstag
im Gaſthaus „Zum goldenen Lamm” (Grünewald) eine Vorbeſprechung
ſtatt. — Die diesjährige Generalverſammlung der Landwirtſchaftlichen
Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaft findet am Samstag, den 8. Juni, im
Gaſthaus Kirſchner in der Heidelberger Straße ſtatt. —
Verkehrs=
unfall. Ecke Heidelberger= und Ringſtraße ſtießen ein hieſiges
Ge=
ſchäftsauto und ein auswärtiges Perſonenauto zuſammen. Beide Wagen
wurden etwas beſchädigt, Perſonen aber nicht verletzt. — Der
Fußball=
verein Germania” hielt dieſer Tage in ſeinem Vereinslokal „Zur
Roſe” (Hill) ſeine diesjährige Generalverſammlung ab. Die Beratungen
nahmen einen glatten Verlauf. Unter anderem wurde beſchloſſen, am
Samstag, den 8. Juni, im Saale des „Bergſträßer Hofes” einen
Ver=
einsball abzuhalten.
— Gernsheim, 1. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
31. Mai 0,51 Meter, am 1. Juni 0,56 Meter.
— Hirſchhorn, 1. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
31. Mai 0,97 Meter, am 1. Juni 0,86 Meter.
Nummer 151
Sonntag, den 2. Juni 1929
Seite 7
Groß=Gerauer Fefftage.
Uebergabe des hiſtoriſchen Rakhauſes. — Einweihung des Heimakmuſeums des Gerauer Landes. — Einweihung des Stadkarchivs.
Die heſſiſche Kreisſtadt des Kreiſes Groß=Gerau, das Kultur= und
Wirrſchaftszentrum des Gerauer Landes, das ſoit dem Amtsantritt des
neuen Vürgermeiſters Dr. Lüdecke bedeuſamen wirtſchaftlichen und
kulturellen Aufſtieg erlebte, pranote heute im Feſtſchmuck. Die
Ein=
weihung des alten hiſtoriſchen Rathauſes, das durch das Hochbauamt
Groß=Gerau eine völlige Inſtandſetzung und einen modernen Ausbau
erfahren hat, weiterhin die Cinweihung des in Verbindung mit dem
Rathaus ſtehenden neugegründeten Heimatmuſeums des Gerauer
Lan=
des, und endlich des Stadtauchvs ter Kreisſtadt Groß=Gerau, eine
Schöpfung des jüngſt n Ehrmbuüngers der Stadt Groß=Gerau,
Wil=
helm Hermann Diehl, ſind der äußere bedeutungsvolle Anlaß
zu dem Feſt, an dem neben der Groß=Gerauer Büirgerſehnft zahlreiche
Vertteter der Staatsbehörden und von vielen Kommunalbehörden
teil=
nehmen.
Die Straßen zum Rathaus, die Hauptſtraßen der Stadt tragen
rei=
chen Girlanden= und Fahnenſchmuck. Faſt alle Häuſer ſind mit den
Neichsfarben Schwarz=Not=Gold, den rot=weißen Landesfarben und den
blau=gold=roten Farben der Stadt Groß=Gerau geſchmückt. Das
Rat=
haus ſelbſt präſentiert ſich in ſeinem ſchmucken neuen Gewand
außer=
ordentlich freundlich als Wahrzeichen längſt vergangener Jahrhunderte
pietätvoll, ſoweit möglich, im urſprünglichen Gewande erhalten. Das
alte Fachwerk mit ſchönen Schnitzeveien iſt Groß=Gerauer Arbeit, und
die Wände im übrigen im einfahen grauen Verputz gehalten. Vor dem
Rathaus ſind hohe Flaggenmaſten errichtet, von denen Girlanden und
Kränze Ehrenpforten bilden.
Der Feſtakt.
Pünktlich um 5,45 Uhr verſammelten ſich die geladenen Gäſte in
dem ſchönen Nathausſaal zu dem feierlichen Feſtakt der Einweſhung, der
durch einen Frankfuuter Rundfunkſender im Radio übertragen wurde.
Unter den Feſtgäſten ſah man neben dem Staatspräſidenten
Adelung alle die Herren, die in der Begrüßungsrede des Herrn
Burgermeiſters Dr. Lüdecke perſönlich genannt wurden, und viele
an=
dere mehr.
Den Reigen der Anſprachen eröffnete
Bürgermeiſter Dr. Lüdecke
mit der Begrüßungsrede. Er führte aus: Im Namen der Kreisſtadt
Groß=Gerau begrüße ich alle unſere Chrengäſte zum Feſtakt im
hiſtori=
ſchen Rathausſaal anläßlich der Uebevgabe des alten Rathauſes nach
ſeinem Umbau und ſeiner Wiederherſtellung durch das Heſſiſche
Hoch=
bauamt Groß=Gerau. Insbeſondere gereicht es mir zur Ehre, Herrn
Staatspräſident Dr. Adelung — zugleich als Mimiſter für
Kul=
tus und Unterrichisweſen — m der Kreisſtadt begrüßen zu dürfen.
Ge=
ſtatten Sie mir, daß ich unter der großen Anzahl der Gäſte die Herren
Vertreter der einzelnen Miniſterien erwähne, ferner Herrn
Provinzial=
direktor Dr. Gebhardt als Vertreter der Provinzialdirektſion, Herrn
Kresdirektor Dr. Merck als Vertreter unſeres Heimatkreiſes, Herrn
Miniſterialdirektor Dr. Krax als Vorſitzender des Heſſ. Denkmalrats,
Herrn Miniſterialrat Wagner als Referent für Denkmalpflege in
Heſſen, Herrn. Denkmalpfleger Geh. Nat Pwf Hoffmann und
Meißner, die Herren Vertveter der hieſigen Reichs=, Staats=, Schal=
und Medizinalbehörden, ſowie die Vertreter der
Religionsgemeinſchaf=
ten, insbeſondere Herrn Prälat D. Dr. Diehl, Herrn Baurat
Die=
fenbach, der nachher im Namen des leider erkrankten Anchitekten
des Rathausumbaues, Herrn Negierungsbaurat Laux, ſprechen wird,
Herrn Bürgermeiſter Alexander, als Vertreter des Heſſ.
Land=
gemeindetags, die Herren Bürgermeiſter der Gemeinden des Gerauer
Landes, die Herven Beigeordneten und Gemeinderäte von Groß=Gerau,
ſowie Herrn Altbürgermeiſter Urban, unſeren Ehrenbürger, Herrn
Wilhelm Hermann Diehl, ſämtliche Herten Handwerker, die an der
großen Arbeit mitgeholfen haben, und als Vertreter des heſſ.
Hand=
werks Herrn Syndikus Dr. Kollbach von der Handwerkskammer
Darmſtadt, und nicht zuletzt in dankbarer Anerkennung ihrer
Under=
ſtützung die Herren Vertreter der Heimat= und auswärtigen Preiſſe.
Danoch übergab Herr
Baurat Diefenbach
vom Heſſiſchen Hochbauamt Groß=Gerau im Auftrage des erkrankten
Architekten Laux das Rathaus an Bürgermeiſter Dr. Lüdecke. Er
führte dabei etwa folgendes aus:
Das Heſſiſche Hochbauamt Groß Gerau hatte vor über Jahresfriſt
von der Kreisſtadt Groß=Gerau den ehrenvollen Auftrag erhalten,
die=
ſes altehrwündige, im Jahre 1579 erbaute Rauhaus im Aeußern und
Innern wiederherzuſtellen. Gleickzeitig mit der Herrichtung des
hiſto=
uiſchen Rathausſaales für ſeinen uuſprünglichen Zweck genehmigte der
Gemeinderat einen Antrag des Denkmalsausſchuſſes, in dem darum
gebeten war, die im Erdgeſchoß gelegene Halle zu einer Ehrenhalle für
die im Weltkrieg Gefallenen ausbauen zu dürfen. Dieſer Plan erfuhr
ſehr ſchnell dadurch eine Erweiterung, indem es ſich norwendig erwies,
das im Nathaus beſindliche Treppenhaus zu beſeitigen und ſeitlich neu
anzubauen, um die Ehrenhalle würdig geſtalten zu können. Infolge
einer Anregung des Herrn Bürgermiſters Dr. Lüdecke entſchloß ſich der
Gemeinderat, das an das Rathaus angrenzende Wachthaus mit dieſem
durch einen Zwiſchenbau zu verbinden und das Wachthaus für die Zwecke
des Heimatmufeums uud des Stadtarchivs herzurichten. Dadurch war
die Möglichkeit geſchaffen, dieſen alten Rathausſaal dunch den Einbau
einer weiteren Säule zu vergrößern und ihn ſo zu geſtalten, wie Sie
ihn jetzt vor ſich haben. Heute nun iſt das Werk vollendet. Es ſei an
dieſer Stelle allen Mitarbeitern, Meiſtern, Handwerkern und Arbeitern
für ihre erfolgreiche Tätigkeit gedankt; insbeſondere ſei Herrr
Bürger=
meiſter Dr. Lüdecke und dem Gemeinderat gebankt, daß ſie uns
ermög=
lichten, das Rathaus in alter Prachn erſtehen zu laſſen.
Wilhelm Hermann Diehl,
der Chrenbürger der Stadt und Schöpfer des Muſeums und Archivs,
übergab dieſe beiden Inſtitutionen ſodann mit folgender Anſprache:
Herr Staatspräſident! Herr Bürgermeiſter! Sehr geehrte Herren!
Am heutigen Tage liegt mir ob. zwei Einrühtungen, die in dem
jetzt mit dem Rathauſe verbundenen ſeitherigen Wachthauſe ihre Stätte
gefunden haben, zu ubergeben. Es ſind das ſtädtiſche Archiv und das
Heimatmuſeum.
Das ſtädtiſche Arhiv habe ich bereits in den Jahren 1907/08
ge=
orduet; es enthält etwa 130) Nummern Urkunden und Akten, ſowie
etwa 300 Nummern Lruckſachen.
Die älteſten hier vorhandenen Archivalien gehen bis in die Mitte
des 16. Jahrhunderts zurück, doch ſind über Groß=Gerau natürlich noch
erheblich ältere Urkunden vorhanden. Das älteſte Stick, das aber nur
noch in Abſchnift vorhanden iſt, ſtammt aus dem Jahre 910.
Die nächſtälteſte Urkunde die ſich noch im Original im Staatsanchib
Darmſtadt befindet, iſt vom 18. Auguſt 1009. Hierin ſchenkt Kaiſer
Hein=
rich II., der Heilige, ſeinen Hof Geraha dem Bistum Worms.
Ich habe nun mit gütiger Erlaubnis der Direktion des
Staats=
archivz eine photographiſche Nahhildung in natürlicher Größe dieſer
alteſten Opginaglurkunde anfertigen laſſen, die ich für das Anchiv ſtiſte.
Außerdem habe ich mich entſchleſſen, meine große handſchriftliche
Chronik von Groß=Gerau meiuer Vaterſtadt zu rermachen; ebenſo die
Urſchriften meiner weiteren geſchichtlichen Abhandlungen.
Wegen der Anlage eines Heimatmuſeums darf ich daran erinnern,
daß ſeitens der Regierung des Volksſtaats Heſſen die Keimatforſchung
in Schule und Volk durh die Einrichtung der heimatkundlichen
Arbeits=
gemeinſchaften im ganzen Lande außerordentlich gefördert wird.
Unſer Heimatmuſeum ſoll den gleſchen Zwecken dienen; freilich muß
ich mitteilen, daß das, was Sie heute hiervon ſehen werden, nur der
Grundſtock iſt; denn ein Muſeum kann nicht in drei Wochen geſchaffen
werden, zum Ausbau eines ſolchen ſind Jahre und Jahrzehnte
erforder=
lich. Vorläufig beſchränken ſich die Beſtände des Muſeums ausſchließlich
auf Bodenaltertümer.
Wir haben hier freilich Funde aus allen Abſchnitten der Vor= und
Frühgeſcuchte, von der jingeren Steinzeit an bis zur karolingiſchen
Zeit; in beſenders reichem Maße iſt hierbei die Himterlaſſenſchaft
un=
ſerer älteſten germaniſchen Vorfahren, der Suebi Nicretes, vertreten.
Früber gab ich alle Funde an das zuſtändige Landesmuſeum in
Darmſtadt ohne Vorb halt ab; ſeit der Gründung der Ortsgruppe Groß=
Gerau des Hiſtoniſchen Verguns für Heſſen aber nur noch als Leihgaben.
Dieſe neueren Funde haben wir jetzt zurückerhalten; durch das
Eutgegenkommen der Direktion aber auch noch eine größere Anzahl
älte=
rer Funde als Leihgaben. Wir ſind hierfür der Direktion ſehr zu Dank
verpflichtet, ebenſo aber auh der Direktion des Römiſch=Germaniſchen
Zeutalmuſeums in Mainz und dem Herrn Denkmalpfleger für die
Vodenaltertümer in Starkenburg für die vielfachen Unterſtützungen
bei der Beſtimmung unſerer Funde.
In meinen Dank ſchließe ic, noch alle ein, die mir in irgendeiner
Weiſe bei meinen Arbeiten Hilfe angedeihen ließen.
Wenn nun unſer Heimatmuſeum auch noch klein iſt, ſo haben wir doch
giwige Stüicke, um die uns die größten Muſeen beneiden können, ſo z. B.
einige vorgeſchichtliche tönerne Seihen und die ſämtlichen Gewichte eines
vorgeſchichtlichen Webſtuhls.
Ueber die Entſtehung des Heimatmuſeums möchte ich mitteilen, daß
bei der Gründung der hieſigen Ortsgruppe des Hiſtoriſchen Vereins
allſeitig der Wunſch nach Schaffung eines Heimatmuſeums ausgeſprochen
wurde; auf die Verwirklichung dieſes Gedamkens hätten wir aber wohl
noch lange warten können, wenn nicht inzwiſchen Herr Dr. Bernhard
Lüdecke Bürgermeiſter der Kreisſtadt Groß=Gerau geworden wäre. Der
neue Herr Bürgerieiſter ſetzte ſich mit allen Kräften für die Schaffung
eines Heimatmuſeums des Gerauer Landes ein. Seinem Eintreten iſt
es in allererſter Lini= zu danken, daß wir heute ein Muſeum haben.
Ich entſage nun hiermit allen Rechten auf die Funde zugunſten
der Stadt Groß=Gerau und übergebe Ihnen, Herr Bürgermeiſter, Archiv
und Muſeum mit dem Wunſche, daß beide dazu beitragen mögen, Liebe
zur Heimat zu wecken und zu pflegen.
Burgermeiſter Dr. Lidecke übernahm dann mit kurzen, herzlichen
Worten des Dankes Rathaus, Stadtarchiv und Heimatmuſeum und
überreichte Herm Wilhelm Hermann Diehl den
Ehrenbürgerbrief.
Der Ehrenbürgerbrief hat folgenden Wortlaut:
Der Gemeinderat der Kreisſtadt Groß=Gerau hat in ſeiner Sitzung
am 24. Mai 1928 einſtimmig Herrn Wilhelm Hermann Diehl,
geboren am 20. Juni 1858 zu Groß=Gerau, in Anerkennung ſeiner
gro=
ßen Verdienſte um die Heimatforſchung und Heimatpflege zum
Ehren=
bürger der Stadt Groß=Gerau ernannt. Der Ehrenbürgerbrief wird
ihm heute, am Tage der Uebergabe des alten Rathauſes nach deſſen
Umgeſtaltung und der Einweihung des Heimatmuſeums für das
Ge=
rauer Land im alten Rathausſitzungsſaal überreicht.
Geſchehen: Groß=Gerau, den 1. Juni 1929. Der Gemeinderat: es
folgen die Unterſchriften. Die Beigeordneten: Nold, Göbel. Der
Bür=
germeiſter: Dr. Bernhard Lüdecke.
Die Mappe iſt in dunkelbraunem Leder gehalten, Rückenſchnur in
den Groß=Gerauer Farben blau=gold=rot mit dem neuen Siegel der
Stadt Groß=Gerau in Bronzekapſel. Der Ehrenbürgerbrief iſt auf
Pergament von einem Darmſtädter Schriftkünſtler geſchrieben. Er trägt
auf der erſten Seite in geſchmackvoller Umrahmung das Wappen der
Stadt Groß=Gerau in den Originalfarben. Der Brief ſelbſt iſt in
Schwarz und Rot gehalten, die Seitenumrahmungen ſchwarz und grün.
Herr Diehl hat eine von ihm handſchriftlich verfaßte Geſchichte
der Stadt Groß=Gerau, ein dickleibiges Werk, die mühſelige Arbeit
vieler Jahrzehnte eines gewiſſenhaften Forſchers in echtem Bürgerſinn,
dem dankbarſte Anerkennung gebührt, der Stadt Groß=Gerau zum
Ge=
ſchenk gemacht. Groß=Geraus Ehrenbürger konnte ſich mit dieſem
Ge=
ſchenk kaum ein beſſeres Dekmal ſelbſt ſetzen.
Staatspräſident Adelung
hielt dieſe Anſprache: Für die Einladung zur heutigen Feier und die
freundlichen Begrüßungsworte des Herrn Bürgermeiſters danke ich
herzlich. Ich freue mich, daß ich heute hier ſein kann, um die
Glück=
wünſche der Heſſiſchen Staatsregierung zu überbringen. Zielbewußter
Wille, vereint mit der Liebe zur Heimat und mit treuem Sinn für die
Geſchichte der alten Stadt Groß=Gerau, hat ein Werk geſchaffen, das
gleichſam den ſichtbaren Eindruck, eines ſtarken Bürgerſinns darſtellt.
In neuer Schönheit iſt das altehrwürdige Rathaus erſtanden, über
deſſen Zinnen faſt vier Jahrhunderte dahin gingen, und das nunmehr
auch Schätze und Zeugniſſe aus der Vergangenheit der Stadt und ihrer
Umgebung bergen wird, die auf uns überkommen ſind. Ein
Gemein=
weſen, das in einer Zeit der Not, wie wir ſie gegenwärtig beſonders
im Heſſenlande und im beſetzten Gebiet erleben, ein ſolches Werk von
überragendem ideellen Wert zuſtande bringt, iſt von Herzen zu
beglück=
wünſchen. Die Stadtverwaltung und alle, die zu dem Erfolg
beige=
tragen haben, dürfen ſtolz ſein auf das Gelingen.
Ein Heimatmuſeum, im alten Rathaus der alten Stadt Groß=Gerau
untergebracht, wird ſeine große Aufgabe, der Heimatforſchung zu dienen
und Heimatliebe zu wecken und zu vertiefen, in ganz beſonderem Maße
erfüllen können: aus der Vergangenheit zu lernen, um für die Zukunft
gewappnet zu ſein. Von jeher war das Rathaus der Mittelpunkt allen
gemeindlichen Lebens und der Stolz des Bürgers. Das Haus, in dem
der Rat der Gemeinde tagt, war von altersher Gegenſtand beſonderer
Pflege und Sorgfalt, und ſchon ſein Aeußeres ſollte dem Fremden
ein Bild bieten vom Gemeinſchaftsſinn der Bürgerſchaft. Möge dieſes
Haus, das die wechſelvollen Geſchicke der Stadt. Freud und Leid, Krieg
und Frieden ſtandhaft überdauert hat, nunmehr auch als Hüterin der
wertvollen Zeugen heimatlicher Kultur und Geſchichte der
Mittelpunk=
eines in emſiger Arbeit glücklichen und zufriedenen Gemeinweſens ſein,
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MMOrTE
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Sonntag, den 2. Zuni 1929
Nummer 151
entwicklung dieſer Stadt, für eine glückliche Zukunft ſeiner Bewohner!
Das iſt mein Wunſch am heutigen Tage.
Kreisdirektor Dr. Merck
überbrachte die Glückwünſche der Kreisverwaltung. Die
Kreisverwal=
tung des Kreiſes Groß=Gerau begrüßte es mit aufrichtiger Freude, daß
in ihrer Kreisſtadt in dem neuerſtandenen alten Rathaus eine Stätte
erſchaffen wurde, die einen würdigen Rahmen abgibt für die
kommu=
nalen und kulturellen Werke, die ſich hier entfalten ſollen. Ich
beglück=
wünſche die Stadt Groß=Gerau und die Stadtvertretung auf das
herz=
lichſte und ebenſo alle, die mitgeholfen haben an dem ſchönen Werk.
Nicht nur die Stadt, ſondern der ganze Kreis kann ſtolz ſein darauf,
daß in dem wiederhergeſtellten Rathaus ein Bauwerk erhalten und
ge=
ſichert wurde, das bei aller Schlichtheit doch von großer baukünſtleriſcher
Bedeutung iſt und ein köſtliches Zeichen alter deutſcher Baukunſt
dar=
ſtellt, erbaut in einer Zeit, in der Wohlſtand und hohe Kultur bei freien
Bürgern in deutſchen Landen herrſchte. Das alte Rathaus iſt ein
Zei=
chen des Gemeinſinns geblieben, der von jeher die Bürgerſchaft dieſer
Stadt beſeelt hat. Mitten in einem Kreis blühender Großſtädte
ge=
legen, an einem der Kreuzungspunkte des großen Verkehrs hat die
Stadt Groß=Gerau trotz aller Beſtrebungen, die die Entwicklung des
modernen Verkehrs mit ſich gebracht haben, dieſes Rathaus an
hervor=
ragender Stelle ihres Stadtbildes erhalten. Möge dieſes alte Rathaus
der Stadt und der Bürgerſchaft ein Wahrzeichen fortſchrittlichen
Bür=
gergeiſtes aufwärts ſtrebenden Schaffens bleiben und ein Symbol
uner=
ſchüitterlichen Glaubens an eine glückliche Zukunft des deutſchen
Vater=
landes.
Für den Heſſiſchen Denkmalrat und als Refexent für
Denkmals=
pflege in Heſſen ſprach
Miniſterialrat Wagner:
Wie die anderen Länder am Rhein, Main und Neckar, die von
jeher die Sehnſucht ganzer Völker waren und urſprünglich das Herz
des Deutſchen Reiches bildeten, ſo iſt auch das Heſſenland uralter, durch
1000jährige Kultur geheiligter Boden. Wenn auch im Vergleich zu
anderen deutſchen Ländern klein und mit ſonſtigen Reichtümern nicht
gerade geſegnet, ſo iſt doch dieſes Kulturgebiet im Verhältnis
zu anderen überaus reich an Denkmälern aller Art, die teils
als Altertümer im Boden ruhen und oft überraſchend aufgedeckt
werden, teils als Bau= und Kunſtdenkmäler jedermann ſichtbar ſind
und Zeugnis ablegen von hohem künſtleriſchen Schaffensgeiſt und
vor=
bildlichen handwerklichen Leiſtungen, denen ein unvergänglicher Wert
inneſvohnt. Dazu hat eine gütige Natur einen Rahmen geſchaffen, der
uns die Schönheiten unſeres Heſſenlandes auch im Landſchaftsbild und
wäre es auch eine einfache, anſpruchsloſe Riedlandſchaft, beſonders teuer
macht.
Solcher Reichtum verpflichtet und ſo ſind Denkmalpflege und
Hei=
matſchutz und ihre beſtellten Organe um den Schutz und
um die Erhaltung der Denkmäler und Heimatſchönheiten nach
Kräften und mit Nachdruck bemüht. Die Fülle der Aufgaben aber,
die Rat und Hilfe erheiſchen, iſt namentlich in der
Nach=
kriegszeit ſo gewachſen, daß bei den leider noch
unzurei=
chenden Geldmitteln trotz idealer Hingabe der
Denkmalpfleger an ihrer Aufgabe der wirkſamen Hilfe
oft eine Grenze geſteckt iſt.
Da iſt es denn eine beſondere Freude zu ſehen, wie hier die
Gemeinde Groß=Gerau eingedenk ihrer hiſtoriſchen
Vergan=
genheit durch Einſicht und Opferſinn der Bürger ein
muſter gültiges Werk der Denkmal= und Heimatpflege geſchaffen hat,
das ihr zur Ehre gereicht und den Nachfahren und anderen
Gemein=
weſen zur Aneiferung dienen möge. Für dieſe mutige Tat ſagen die
amtliche Denkmalpflege und der heſſiſche Denkmalrat der Kreisſtadt
Groß=Gerau und ihrer verantwortungsbewußten
Stadt=
vertretung Dank und Anerkennung. Möge das
wiederherge=
ſtellte Rathaus mit ſeiner prächtigen Ehrenhalle, das Heimatmuſeum
und Stadtarchiv, die in ihren Schätzen die Grundlage
auch für eine lebendige neue Kunſt und Kultur und
damit hohen Gegenwartswert bergen, Markſteine
ſein zur glücklichen Weiterentwicklung dieſer opferwilligen Stadt.
Direktor Dr. Feigel
ſprach für das Heſſiſche Landesmuſeum: Als ich aufgefordert wurde,
aus den Beſtänden des Heſſiſchen Landesmuſeums Bodenfunde, die hier
im Umkreiſe von Groß=Gerau gemacht wurden, für das zu gründende
Heimatmuſeum als ſtändige Leihgaben überführen zu laſſen, wußte ich,
daß dieſe Funde unter den ſorgſam pflegenden Händen des Herrn
Diehl gut aufgehoben ſind. Zum großen Teil verdanken wir ja dieſe
Funde ſeiner ſtets wachen Aufmerkſamkeit. Für den dauernden
Be=
ſtand der kleineren Ortsmuſeen ſind heimatbegeiſterte Männer
not=
wendig, ebenſo wie ein inniger Kontakt zwiſchen den einzelnen
Orts=
muſeen und dem Landesmuſeum, das mit Rat und Tat zur Seite
ſtehen und eingreifen kann, wenn Gefahr im Verzuge iſt. Die
Selb=
ſtändigkeit der kleinen Muſeen wird dadurch in keiner Weiſe angetaſtet.
Letzten Endes arbeiten wir zuſammen, für die erſtarkende Liebe zur
Heimat.
Weitere Glückwünſche
ſprachen aus: Direktor Dr. Sprockoff für das Römiſch=Germaniſche
Centralmuſeum in Mainz, Archivdirektor Dr. Dietrich für das
Heſ=
ſiſche Staatsarchiv in Darmſtadt, der den Herren Prälat D. Dr. Diehl
und Wilhelm Hermann Diehl die Ernennung zu
Ehrenmit=
gliedern des Hiſtoriſchen Vereins für Heſſen überreichte Profeſſor Dr.
Behn in ſeiner Eigenſchaft als Denkmalpfleger für Bodenalterkümer
in Starkenburg, Bürgermeiſter Alexander als Vorſitzender des
Heſ=
ſchen Landgemeindetages und Syndikus Dr. Kollbach für die
Hand=
werkskammer.
Fabrikant Heimrich Hirſch ſpricht beſonders herzliche Worte des
Dankes und der Anerkennung Herrn Bürgermeiſter Dr. Lüdecke aus,
deſſen impulſivem Wirken die Stadt Groß=Gerau ſo viel zu danken hat.
Als Anerkennung dafür hat der Gemeinderat beſchloſſen, ein goldenes
Gäſtebuch zu ſtiften, das den Bürgermeiſter überreicht wurde.
Sämt=
liche anweſenden Ehrengäſte trugen ſich ſpäter in dieſes goldene Buch
der Stadt Groß=Gerau ein.
In ſeinem Schlußwort ſprach Büirgermeiſter Dr. Lüdecke allen
Rednern ſeinen und der Stadtverwaltung herzlichſſten Dank aus. Er
ſchloß mit dem Gelübde, mit dem er einſt ſein Amt angetreten hat,
daß er die Stadt Gyoß=Gerau erhalten wird als eine Stadt, die voller
Mut und voller Zuverſicht in die Zukunft ſchaut. (Lebhaftes Bravo!)
An den Feſtakt ſchloß: ſich ein Rundgang mit Beſichtigung von
Rathaus, Heimatmuſeum und Stadtarchiv.
*
Unmittelbar nach dem Feſtakt begab ſich die Feſtverſammlung unter
Vorantritt des Herrn Staatspräſidenten vom Rathaus zum Hotel „Zur
Krone”, wo zum Feſteſſen gedeckt war. Auf dem kurzen Weg zum Hotel
bildeten Groz=Gerauer Shulkinder Spalier. Vor dem Abmarſch vom
Rathaus überreichte die Schülerin der Realſchule, Klaſſe 3a, Martha
Schmitt dem Herrn Staatspräſidenten einen großen Blumenſtrauß,
der mit einer Schleife in den Stadtfarben von Groß=Gerau geſchmückt
war. Die Schülerin ſprach dabei ein ein ſehr neites, von Studienrat
Dr. Mannheimer verfaßtes Begrüßungsgedicht.
Hierauf ſangen die Schulkinder das von Groß=Gerau als Gigentum
beanſpruchte alte Lied: „Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher”.
das Matrhias Claudis in der Krone in Groß=Gerau bekanntlich
gedich=
tet bat.
Staatspräſident Adelung dankte der Blumenſpenderin und den
Kindern mit herzlichen Worten und bat ſie, ihre Eltern und Lehrer zu
grüßen. Der Staatspräſident verſprach, zu tun, was in ſeinen Kräften
ſtehe, um die Groß=Gerauer Schulen zu erhalten, und ermahnte die
Kinder, tüchtige Menſehen zu werden.
Im Sotel „Zur Krone” nahmen die Feſtgäſte ein einfaches Eſſen
ein. Während des Males erhob ſich noch einmal Büirgermeiſter Dr.
Lüderke zu einer kurzen Begrüßung der Feſtgäſte, die im einfochen
Zitat von Matthiaus Claudius beſtand: „Bekränzt mit Laub” pp.
Kreisdirektor Dr. Merck dankte in einer herzlichen Anſprache
be=
ſonders dem Herrn Staatspräſidenten Dr. Adelung für ſeinen Beſuch
der ſchönen, bedeutſamen Feier. Er ſei überzeugt, daß die ganze
Bür=
gerſchaft dem Herrn Staatspräſidenten die wärmſten Sympathien
ent=
gegenbringe Groß=Gerau aber ſei trotz bedeutender Induſtrie der
Mittelpwkt eines bedeutenden landwirtſchaftlichen Beziuks, dem reiche
Zukunftsmöglichkciten gegeben ſeien. Dieſe Lebenskraft bedürfe
auf=
merkſamer Pflege, wenn ſie nicht verkümmern ſolle. Bei aller Vorſicht
ſollte eine gewiſſe Großzügigkeit wiemals außer acht gelaſſen werden. Ein
Landkreis wie Groß=Gerau könne ſich nur gedeihlich entwickeln, wenn
die Staatsverwaltung ihm die wotwendige Fürſorge angedeihen läßt.
Der Kreis hat unter den Verhältniſſen der letzten Jahre außerorbentlich
gelitten. Er iſt gezwungen, oftmals Wünſche zur Geltung zu
brin=
gen, auch wenn ihm von gewiſſer Seite geſagt wird, daß ſeine gewiß
nicht ſelbſtſüchtig geäußerten Wünſche nicht gerade beſcheiden ſeien. Trotz
der Beſatzungsnöte iſt die Fortentwickelung des Kreiſes nicht ſtehen
ge=
blieben. Die jahrelange Beſetzung hat ſchwere Wunden geſchlagen, die
lange nicht vernarben und ſich in Zukunft noch auswirken werden. Wir
vertranen aber auf die Fürſorge der Staatsregierung. Der Herr
Staatspräſident hat lange in Mainz gelebt, und wir dürfen aus dem,
was er da erkennen mußte, Verſtändnis für unſere Verhältniſſe von
ihm erhoffen. Mit dem wiederholten herzlichen Dank für den Beſuch
verband er den Wunſch und die Bitte, daß die Staatsregierung die
Intereſſen des Kreiſes auch weiterhin ſchützen möge. In ſein dreifaches
Hoch ſtimmte die Feſtverſammlung beifallsfreudig ein.
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Sonntag, den 2. Juni 1929
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Willy Schönberger
zeigen hiermit
ihre Verlobung
an.
Darmstadt, 2. Junl 1929.
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Minnt Menger
Willy Kramer
Verlobke
Darmſtadt, I. Juni 1929
Bismarckſtraße 58
Eliſabethenſtraße 43
Ihre Derlobung beehren ſich anzuseigen
Anita Bach
Karl Grmel
Poſtmeiſter
Nidda
2. Juni 1929.
eſtockheim
Oberheſſen
ür die uns anläßlich unſerer Goldenen Hochzeit
c) von Nah und Fern ſo überaus zahlreich erwieſenen
Glückwünſche, Geſchenke und Blumenſpenden ſagen
wir auf dieſem Wege herzlichſten Dank. Ganz beſonders
Herrn Pfarrer Beringer und Herrn Pfarrer Köhler,
ſo=
wie dem Frauenverein und dem Poſaunenchor der
Mar=
tinsgemeinde, der Schweſter Marie und den Kindern,
dem Geſangverein Thra, dem Milchhändler=Verein
Darmſtadt, der Kapelle Kümmel und dem
Kameradſchaft=
lichen Kriegerverein 1874.
Joh. Philipp Kraft und
Heinheimerſir. 32. Ehefrau, geb. Axt.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe, treuſorgende Mutter und Tochter
Todes=Anzeige.
Hiermit die traurige Mitteilung, daß mein lieber Gatte, Vater, Schwiegervater,
Großvater und Schwager
der Großherzogl. Heſſ. Hofkammer=Rat
Hemic Memtaidi
Ritter hoher Orden
nach kurzem ſchweren Leiden heute Nachmittag ſanft entſchlafen iſt.
In tiefer Trauer:
Frau K. Meinhardt Witwe
Rechtsanwalt Dr. Ernſt Meinhardt und Familie.
Darmſtadt und Nidda, den 31. Mai 1929.
Die Beſiattung findet auf dem alten Friedhof am Montag, den 3. Juni ds. Js., vormittags
11 Uhr ſiatt.
(9354
Es wird herzlich gebeten, von Beileidsbeſuchen Abſiand zu nehmen.
Statt Karten.
Nach eintägiger, ſchwerer Krankheit verſchied geſtern
nach einer Operation unſer lieber Bruder, Schwager,
ſiets treubeſorgter, herzensguter Onkel
Kaufmann
Ferdinand Weller
im kaum vollendeten 60. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Neubauer, geb. Weller
Eliſabeth Ohler, geb. Spies
Dr. Willi Spies, Dipl.=Handelslehrer.
Darmſtadt, den 1. Juni 1929.
Obergaſſe 7.
Die Beerdigung findet am Montag, den 3. Juni 1929 vom Portale
des Friedhofes an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſiatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
(9406
Todes=Anzeige.
Unſere liebe Mutter Schwiegermutter,
Groß=
mutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Wilhelmine Rechel
geb. Freitag
Witwe des Dekans Rechel
iſt heute im 72. Lebensjahre von ihrem Leiden
durch einen ſanften Tod erlöſt worden. (9408
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Carl Jung und Frau
Frida, geb. Rechel.
Darmſtadt, Eberſtadt, den 1. Juni 1929.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4 JJuni,
nachm. 3 Uhr, auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt.
Für die anläßlich unſerer Verlobung
erwieſene Aufmerkſamkeit danken
herzlichſt
Eliſe Schwöbel
Peter Büchler.
Brensbach, 2. Junf 1929, ſaot
Schreibmaſch.
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Donges &. Wieſt
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geb. Buch
nach kurzer Krankheit im 44. Lebensjahr
heim=
zurufen.
In tiefſter Trauer:
Alfred Steinacker
Willi Steinacker
Katharina Buch, Lehrers=Wwe.
Darmſtadt, den 1. Juni 1929.
(9404
Die Beerdigung findet Dſenstag, den 4. Juni,
nach=
mittagé 2 Uhr, vom Portale des alten Friedhofes aus ſiatt.
Todes=Anzeige.
Unſer lieber Vater, Großvater, Bruder und
Schwager
Karl Gaß, Weißbindermeiſter
iſt heute morgen nach kurzem Leiden ſanft entſchlafen.
In tiefer Trauer:
Familie Michael Gaß
Familie Bergoint
Familie Löffler.
Ober=Ramſtadt.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. Juni.
nachmittags 2 Uhr, in Ober=Ramſtadt ſtatt.
Todes=Anzeige.
Nach kurzem Leiden verſchied
unſere liebe Mutter
Katharine Uhl
geb. Araß.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Kinder und Enkel.
Darmſtadt, Rhönring 73.
Die Beerdigung findet Montag
den 3. Juni 1929, nachm. 3 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
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und Bismarckſtraße,
Dankſagung.
Jakob Schweinsberger.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Heimgange unſres lieben Entſchlafenen ſagen wir auf dieſem
Wege unſeren herzinnigſten Dank.
Die überaus zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden ſind
uns ein Troſt in unſerem ſchweren Leid.
Wir danken noch insbeſondere der hieſigen Ortsſchweſter
Marie für ihre liebevolle Pflege, dem Herrn Pfarrer Buttron
für ſeinen Beiſtand in ſchweren Stunden und für ſeine
troſt=
reichen Worte am Grabe, dem Geſangverein Liederkranz für
ſeine herrlichen Chöre, ſeinen Schulkameraden und „
Kame=
radinnen, ſowie dem Wanderklub, für ihre uns vielſagenden
Kranzniederlegungen.
Im Namen der trauernden Hinierbliebenen:
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haltungsſchulen, für die Monate April
und Mai 1929 iſt bei Meidung der
Beitreibung bis zum 10. Juni 1929
an die unterzeichnete Kaſſe zu zahlen.
Darmſtadt, den 1. Juni 1929. (st9373
Stadikaſſe Darmſtadt.
Eonntag, den 2 Juni 1929
Nummer 151
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arbeiten.
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und 80 mm I. W. nebſt erforderlichen
Armaturen und Formſtücken.
Angebotsvordrucke ſind gegen
Erſtat=
tung von 1 Mk. von der unterzeichneten
Behörde zu beziehen, woſelbſt auch die
Vertragsbedingungen und Pläne zur
Einſicht offen liegen. Die Angebote ſind
verſchloſſen, mit entſprechender Aufſchrift,
ſpäteſtens am Mittwoch, den 12. Juni
1929, vorm. 10", Uhr, an das
unter=
fertigte Amt, Bleichſtraße 1, in
Darm=
ſtadt einzureichen, woſelbſt auch die
Er=
öffnung der Angebote ſtattfindet. Freie
Auswahl unter den Unternehmern bleibt
vorbehalten. Zuſchlagsfriſt 15. Juli 1929.
Darmſtadt, den 31. Mai 1929. (9393
Heſſiſches Kulturbauamt.
Einträge in das Handelsregiſter,
Ab=
teilung 4: Am 31. Mai 1929 hinſichtlich
der Firmen: 1. Friedrich Seibert,
Darmſtadt: Die Firma iſt erloſchen.
2. Lautz & Hofmann, Darmſtadt: Der
Ge ellſchafter Ludwig Hoſmann iſt mit
Wirkung vom 1 Mai 1929 aus der
Ge=
ſellſchaft ausgeſchieden. Gleichzeitig iſt
Fabrikant Karl Hofmann in Darmſtadt
in die Geſellſchaft als perſönlich
haften=
der Geſellſchafter eingetreten, mit dem
die Geſellſchaft fortgeſetzt iſt. Zur
Ver=
tretung der Geſellſchaft ſind, die beiden
Geſellſchafter Robert Lautz und Karl
Hofmann berechtigt, und zwar jeder für
ſich allein ohne Mitwirkung des anderen
Ge ellſchafters. Bäckermeiſter und
Fa=
brikant Ludwig Hofmann in Darmſtadt
iſt zum Einzelprokuriſten beſtellt. —
Ab=
teilung B: Am 25. Mai 1929 hinſichtlich
der Firma: Heſſiſche Lichtſpiel=”
e=
ater=Aktiengeſellſchaft, Darmſtadt
Arnold Haas iſt mit Wirkung vom
15. Mai 1929 als Vorſtandsmitglied
ab=
berufen. Gleichzeitig iſt Philipp Gelfius,
Kaufmann in Darmſtadt, an deſſen Stelle
zum Vorſtandsmitglied beſtellt.
Darmſtadt, den 1. Juni 1929. (9363
Amtsgericht I.
Aufforderung!
Anſprüche an den Nachlaß der am
24. Februtar 1929 verſtorbenen Frau
Magda=
lene Roß, geb. Lorei, zuletzt wohnhaft in
Darmſtadt, Martinſtraße Nr. 27, ſind bis
ſpäteſtens 15. Juni ds. Js., falls noch
nicht geſchehen, bei Meidung des
Aus=
ſchluſſes bei dem Unterzeichneten geltend
zu machen Bis zum gleichen Tage ſind
Forderungen der Nachlaßmaſſe an
den=
ſelben zu begleichen.
Dienſtrdt, den 1. Juni 1929.
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9
3
3
5
2
2
1
10
3
1
10
8
1
1
174
99
106
19
— 2.16
— 3.26
— 057
— 2,76
— 1,75
— 0,61
— 1,94
— 1,28
— 2.04
— 0,43
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geb. unt. G 122
die Geſchäftsſtelle
Gasherd m. Bratofen
und Tleanderbaum
zu kaufen geſucht (*
aunusſtr. 39, pt. r.
Es kann nicht oft genug gesagt werden, daß
es beim Kauf eines Berutswagens nicht auf
den Kaufpreis ankommt, sondern einzig und
allein darauf, was der Wagen im Betriebe
kostet.
Beim „Tatras zahlen Sie liberal gerechnet für
Tkm Fahrt, einschließlich Steuer, Kasko,
Be-
triebsstoff, Reifen, Abschreibung usw., kurz
einschließlich allem, was drim und dran
ge-
hört, nur ToPfg. für den Fahrt-km und können
dabei bequem 4 gewichtige Personen
be-
fördern.
Diese Zahlen sind in der Praxis gewonnen,
wir belegen Sie Ihnen jederzeit gerne. Bitte
lassen Sie sich, ehe Sie sich entschließen, auch
den Fahrt-km bei anderen Wagen vorrechnen.
Ihre Wahl wird dann yTatrag lauten.
Der„Tatras
kostet mehr Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an, wann
wir Ihnen den „Tatrac vorführen dürfen. Aus-
und ist
führliche Druckschriften erhalten Sie auf
An-
doch billiger
frage prompt, — beides unverbindlich.
Die Adresse ist:
DETRA.FRANKFURT A. MAIN
Franken-Allee g8/toe/Fernruf Maingau g0471
Nummer 151
Sonntag, den 2. Juni 1929
Ceite 14
Sporn Srtet
Fußball.
Das Länderſpiel Deutſchland — Schottland endete
mit dem für beide Mannſchaften ehrenvollen Ergebnis von
1:1 Toren.
Sporlverein Darmſtadk 1898 — Germania Wiesbaden
Der kommende Sonntag iſt für den Sportverein 1898 in
beſon=
derem Maße ereignisreich. Eine Fülle von ſportlichen Wettkämpfen,
denen hohe Bedeutung zukommt, ſteht für den 2. Juni bevor: die
Fuß=
baller haben ihr erſtes Aufſtiegsſpiel zu beſtehen, die Hanoballer treten
zum Entſcheidungskampf um die Bezirkspokalmeiſterſchaft an und die
ubrigen Aktiven, Jugendlichen und Schüler ſind im Stadtſtaffellauf
beſchäftigt.
Das Aufſtiegsſpiel, das nachmittags 4 Uhr auf dem Platze am
Böllenfalltor ſtattfindet, bringr die Darmſtädter gleich mit dem
aus=
ſichtsreichſten Bewerber um den Aufſtieg zur Bezirksliga zuſammen,
nämlich mit Germania Wiesbaden. Die Gäſte haben erſt am
letzten Sonntag in einem Pokalturnier in Fulda ihr großes Können
unter Beweis geſtellt. Durch Siege gegen Germania Frankfurt (3:2)
und Spielvereinigung Kaſſel (5:0) wurden die Kurſtädter überlegener
Pokalſieger. In den Verbandsſpielen im Kreiſe Rhein=Main hat
Ger=
mania Wiesboden keine einzige Niederlage einſtecken müſſen, ſondern
nur durch mehrere unentſchiedene Reſultate einige Punkte verloren.
Die Einheimiſchen, denen naturgemäß ſelbſt viel an einem Aufſtieg
gelegen iſt, werden mit reſtloſer Hingabe beſtrebt ſein, ſich nicht von
vornherein die Chancen zu verderben. Mit der Aufſtellung
Bäreaz
Rupp
Laumann
Kratz
Geher
Reick
Peth Müllmerſtadt Eßlinger
Frey. Hebeiſen
ſtellen die 98er ihre ſtärkſtmögliche Elf.
Sportverein 1898 (Jugend).
Sämtliche Jugendſpiele ſind von der Behörde abgeſetzt. Alle
Jugendlichen und Schüler nehmen an der Stadtſtaffel teil. Treffpunkt
½10 Uhr am Realgymnaſium. Leichtes Schuhwerk mitbringen.
* Zußball im Kreis Skarkenburg.
Ereigniſſe auf grünem Raſen und am „grünen Tiſch” — Noch
aus=
ſtehende Punktkämpfe. — Die Termine der Aufſtiegſpiele der Kreismeiſter.
Die Lage in der Starkenburger Kreisliga hat ſich wieder etwas
ver=
ändert. Am letzten Sonntag haben zwei Verbandsſpiele:
Viktoria Walldorf-Viktoria Urberach 121 (1:0),
Germania Ober=Roden—Sportverein Mörfelden 5:0 (2:0)
ſtattgefunden, die an ſich ſchon, wie wir bereits berichteten, kleine
Ver=
ſchiebungen hervorgerufen haben. Weiter iſt aber auch am grünen
Tiſch eine Entſcheidung gefallen, die ebenfalls Veränderungen zur Folge
hatte. Das am 31 Mlärz ohne den ausgebliebenen Schiedsrichter
durch=
geführte Treffen Union Darmſtodt—Union Wixhauſen 1:1 wurde vom
Kreis als Verbandsſpiel gavertet. Unter Berückſichtigung dieſer drei
Ereigmiſſe ergibt ſich im Kreis munmehr folgender Tabellenſtand:
Es ſtehen nunmehr noch zwei Treffen aus, und zwar: Polizei
Darm=
ſtadt—Union Wixhauſen und VfR. Rot=Weiß Darmſtadt—Polizci
Darm=
ſtadt. Beide Begegnungen ſind ſeinerzeit ausgefallen. Ferwer ewvartet
man noch die Entſcheidung des Kreiſes für das ohne Schiedsvichter
aus=
getragene Spiel Germania Ober=Roden-Viktoria Urberach (1:2). Die
Termine der beiden erſten Spiele waren bereits feſtgelegt, ſind aber
ſcheinbar wieder umgeſtoßen worden. Offiziell iſt duvch den Kreis zwar
zuichts bekannt gewouden, aber aus den Mitteilungen des Rot=Weiß,
VfR. erfährt man, daß dieſes Treffen gegen die Polizei am 9. Juni
ſtattfindet. Wir werden nach Abſchluß der reſtlichen Kämpfe noch
ein=
mal den Schlußſtund der Tabelle bringen.
Leider müſſen hier auch einmal einige unbiebſame Sachen erörtert
werden. Gerade die letzten Treffen im Kreis ſind nicht immer ſo
fried=
lich wie gewüinſcht abgegangen, trotzdem verſchiedenen Spielen nicht
ein=
mal beſondere Bedeutung zukam. So hat es am 28. April in Urberach
anläßlich des Spieles der Sprendlinger am Schluß einige unliebſame
Auseinanderſetzungen gegeben, die dazu geführt haben, daß der Platz
des FC. Vikwria Urberach für drei Wochen geſperrt wurde.
Auch ein Blick auf da3 letzte Sitzungsprotokoll des Kreiſes läßt keine
befondere Freude aufkommen, ergibt doch eine Zuſammenſtellung der
ausgeſprochenen Sperren nur im Rahmen der Kreisliga in 13. Fällen
zirka 47 Monate Geſamtſumme ausgeſprochener
Sperre! Das iſt bedenklich und ſellte die Vereine, die es angeht,
dazu veranlaſſen, für Ordnung innerhalb des eigenen Bereichs zu
ſor=
gen. — In dieſem Zuſanrntenhung dürfte es noch intereſſieren, daß die
kurzlich gegen den Sportverein Lengfeld ausgeſprochene Platzſperre auf
ſechs Wochen feſtgelegt wurde.
Das Samstag=Spiel Polizeiſportverein Darmſtadt —
Union Wixhauſen endete mit 4:3. Ausführlicher Bericht folgt.
Kreisliga — Südheſſen.
Bezüglich der Aufſtiegſpiele gibt es dieſen Sonntag für unſeren
Kreis noch nichts neues. Für den Meiſter beginnen die ſchweren
Auf=
ſtiegſpiele erſt am nächſten Sonntag, ſo daß man diesmal noch in
be=
ſchaulicher Ruhe den Verlauf des erſten Treffens, Spp. 98 Darmſtadt —
Germania Wiesbaden in Darmſtadt, abwägen kann.
Trotz der Hitze ſind für kommenden Sonntag wieder zahlreiche
Freundſchaftsſpiele angeſetzt; jetzt in der Hitze will man ſchwitzen, wo
man ſich ſeither bei angehendem Fußballwetter Ruhe im Uebermaß
gönnte. Etliche Spiele ſind allerdings auf den Abend gelegt, was ſehr
vernünftig und für die Spieler recht vorteilhaft ſein mag. Es treffen ſich:
Polizeiſportverein Darmſtadt — Olympia Lorſch;
Olympia Lampertheim — V. f. L. Neckarau, Erſatzliga;
F.V. Biblis — Spv. Münſter;
V. f. L. Lampertheim — F.V. Hofheim;
Spv. Hochheim — F.V. Oppenheim;
Spv. Pfeddersheim — Olympia Alzey (Samstag);
Spv. Pfeddersheim komb. — F.V. Rheindürkheim.
Nach langer Zeit hört man nun auch zum erſtenmal wieder etwas
über den Altmeiſter Lorſch. Verſchiedene Umſtände und vor allem Ruhe
für die Ligaſpieler machten ſeither Freundſchaftsſpiele unmöglich, und
ſo ſpielt man am Sonntag zum erſtenmal wieder privatim in
Darm=
ſtadt. Eine Vorherſage über den evtl. Ausgang dieſes
Freundſchafts=
ſpieles iſt nicht gut möglich, doch darf man geſpannt ſein, wer hier den
Kürzeren zieht. Olympia Lampertheim wird die Niederlage des
Vor=
ſpiels im Mannheimer Stadion gegen die Erſatzliga von V. f. L.
Neckarau wettzumachen ſuchen, und dies dürfte auch gelingen. Wohl iſt
die Mannſchaft in letzter Zeit oft reichlich erſatzgeſchwächt angetreten,
doch wird man diesmal wieder die erſte Garnitur zuſammentrommeln.
V. f. L. Lampertheim hat den ſpielſtarken A=Meiſter des Gaues Ried
zu Gaſt und wird gegen die Hofheimer ſchon etwas leiſten müſſen, ſonſt
könnte evtl. eine unerwünſchte Ueberraſchung für die Einheimiſchen
dabei herauskommen. Spv. Münſter wird in Biblis keine großen
Aus=
ſichten auf Gewinn haben, immerhin müſſen die Riedleute bei der Hand
ſein. Aehnlich liegen die Verhältniſſe bei dem Spiel Hochheim—
Oppen=
heim, während man geſpannt ſein darf, wie diesmal die Pfeddersheimer
abſchneiden.
und Tarnen.
Sporkkalender.
Leichtathletik.
11.00 Uhr: Groß=Staffellauf 1929 des Ausſchuſſes für
Leibes=
übungen (Rheinſtraße).
Handball.
2.30 Uhr: Rot=Weiß, Jugend — Sportverein 98, Jugend
(Rheinallee).
5.30 Uhr: Rot=Weiß — Polizeiſportverein (Rheinallee).
6.30 Uhr: Sportverein 98 — Hakoah Wiesbaden (Polizei=
Sportplatz).
Fußball.
3.45 Uhr: Rot=Weiß — Sportverein Mainz=Kaſtel (Rhein=
Allee).
4.00 Uhr: Sportverein 98 — Germania Wiesbaden (Stadion),
5. C. Union 1913 e. B., Darmſtadk.
Am heutigen Sonntage ſind die Liga= ſowie Ligareſervemannſchaften
ſpielfrei. Der Verein hält bei der um 8.30 Uhr im Vereinslokale
ſtatt=
findenden Generalverſammlung einen Rückblick auf das verfloſſene
Ver=
einsjahr. Ein ſolcher Tag kann evtl. einen Wendepunkt in einem
Ver=
einsleben geben, ſo daß es ganz richtig von dem Fußballausſchuß war,
die Mannſchaften ſo gut wie möglich ſpielfrei zu laſſen.
Die Juniorenelf empfängt um 1 Uhr auf eigenem Platze die
1. Mannſchaft von Olympia Hahn. In beiden Mannſchaften iſt ein
un=
bedingter Siegeswille vorhanden, verbunden mit techniſchem Können,
ſo daß der Beſuch dieſes Spieles ſich lohnen wird. Hoffen wir, daß
Unions Junioren das alte Vereinsjahr mit einem Siege abſchließen
Die Beſſunger Jugendelf empfängt die 1. Jugendmannſchaft von Kickers
Offenbach. Obwohl bei den Unioniſten eine ganz gute Spielſtärke zu
Hauſe iſt, ſo werden ſie doch nicht umhin können, ihrem Gegner einen
knappen Sieg zu überlaſſen. Dieſes Spiel beginnt um 3 Uhr, alſo
an=
ſchließend an das Juniorenſpiel, ſo daß am heutigen Sonntag ein
Be=
ſuch der Rennbahn ſehr gelegen kommt, denn nur Propagandaſpiele
werden dortſelbſt gezeigt und anſchließend beſteht die Möglichkeit, ſofort
einen Spaziergang nach dem ſo nahen Walde zu unternehmen. Die
Mitglieder werden an dieſer Stelle nochmals gebeten, recht pünktlich
zu der heutigen Generalverſammlung zu erſcheinen.
Baſſerball.
Roi=Weiß, V. ſ. R. Darmſtadt — 1. Frankfurker 5.C.
4:4 11:3).
Waſſerballſpieler, ſcheinen ihre eigenen Begriffe von Pünklichkeit
und Ordnung zuhaben. Dieſes Spiel, deſſen Ergebnis wir bereits
mit=
teilten, ſollte nach der uns zugeſtellten Vorſchau um 7 Uhr 30 Minuten
beginnen. Der offiziöſe Anfang war wohl von der Behörde auf 7 Uhr
45 Minuten angeſetzt. Die Zuſchauer waren zur angegebenen Zeit
wenn auch in verhältnismäßig geringer Anzahl, pünktlich zur Stelle
und warteten. Die Frankfurter Spieler ſah man um 8 Uhr ſchon
am Umkleideraum. 20 Minuten ſpäter wollte der Schiedsrichter das
Spiel anpfeifen, doch es fehlte diesmal die Stoppuhr. Trotzdem wurde
ein Spiel begonnen, bei dem zunächſt Rot=Weiß „eine nie wiederkehrende
Gelegenheit” verpaßte und dann mit einem Tor in Führung ging.
In=
zwiſchen hatte man eine Stoppuhr beſchafft. Der Schiedsrichter: „Meine
Herren, das bisherige Spiel war ein Freundſchaftsſpiel, das Tor zählt
nicht. Wir beginnen jetzt mit dem Verbandsſpiel.‟ Die Frankfurter
hatten freundlicherweiſe mit dieſem Modus ſich einverſtanden erklärt.
Gegen halb 9, alſo mit einſtündiger Verſpätung, war man glücklich
ſo=
weit. Glaubt man wirklich, die Langmut der Zuſchauer auf eine ſo
harte Probe ſtellen zu können?
Das Spiel ſelbſt war ſo kläglich, daß es ſich kaum verlohnt, darauf
einzugehen. Die Frankfurter übertrafen an Schnelligkeit Rot=Weiß
und hatten dadurch die Möglichkeit, das Tempo und den Spielaufbau
nach ihrem Ermeſſen zu geſtalten. Rot=Weiß lag ſo ſtändig in der
Ver=
teidigung. Es kam noch hinzu, daß die Hintermannſchaft von Rot=Weiß
das leicht zu durchſchauende „Syſtem” Frankfurts nicht erkannte und
ſich unverzeihliche Deckungsfehler zuſchulden kommen ließ. Die
Frank=
furter führten bei Halbzeit mit 3:1 verdient.
In der zweiten Halbzeit hatte Rot=Weiß den Duſel, daß dreimal
Frankfurter Spieler wegen Unſportlichkeit — ein Frankfurter warf
bei=
ſpielsweiſe aus Zorn über einen verhängten Freiwurf ſeinem Gegner
den Ball an den Kopf — wegen Abſeits und Platzverlaſſen
herausge=
ſtellt wurden. Rot=Weiß gelang es trotz ſeiner Hilfloſigkeit, die das
Pu=
blikum in Erregung verſetzte, ſeine zahlenmäßige Ueberlegenheit
aus=
zunutzen und ſo den unentſchiedenen Ausgang zu ermöglichen.
Jung=Deutſchl. ſchlägk den 5.B. Frankfurk 8:2 (5:0).
In ſeinem erſten Verbandsſpiel um die Gaumeiſterſchaft 1929 traf
am Freitagabend der Darmſtädter S. C. „Jung=Deutſchland” im
Frank=
furter Stadion mit dem S.V. Frankfurt zuſammen. Wie zu erwarten
war, kehrten die Darmſtädter mit einem überlegenen Siege zurück und
konnten ſich, da das zweite Spiel zwiſchen E.F. S. C. und Rot=Weiß
un=
entſchieden endete, gleich an die Spitze der Tabelle ſetzen. Es zeigte ſich
jedoch in dieſem Spiel wieder einmal, daß ſich die Mannſchaften erſt
wieder an die große Spielfläche im freien Waſſer gewöhnen müſſen,
denn das Spiel ergab eine noch nicht allzu gute Verfaſſung der
Darm=
ſtädter. Nur die erſte Halbzeit konnte durch ſchnelles Spiel und gute
Kombination der Darmſtädter gefallen, wofür auch der Halbzeitſtand
von 5:0 ſpricht. Dann flaute das Spiel merklich ab und Frankfurt
konnte ſogar noch 2 Tore erzielen, von denen eins jedoch hätte vermieden
werden müſſen. Durch 3 weitere Tore ſtellte Jung=Deutſchland das
Spiel dann auf 8:2. Daß das Spiel einwandfrei und fair durchgeführt
wurde, geht daraus hervor, daß der gute Schiedsrichter, Herr Belz=
Frankfurt, nur einmal einen Darmſtädter wegen Abſeits herausſtellen
mußte. Auf die weiteren Spiele, die in der nächſten Woche ſtattfinden
und auf die wir noch zurückkommen werden, iſt man mit Recht ſehr
ge=
ſpannt, können doch nur Spiele im freien Waſſer mit
Siebenermann=
ſchaften erſt den rechten Maßſtab über das wirkliche Stärkeverhältnis
abgeben.
Der ungariſche Waſſerballmeiſter als Gegner Jung=Deutſchlands.
Einen ſeltenen ſportlichen Genuß werden am 17. Juni die
Darm=
ſtädter Anhänger des Waſſerballſports erleben, da an dieſem Tage der
ungariſche Waſſerballmeiſter, der berühmte 3. Bezirk=M. Z,K. Budapeſt,
dem ſüddeutſchen Meiſter Jung=Deutſchland Darmſtadt gegenübertritt.
Wir werden an dieſer Stelle noch näheres berichten.
Gau Bergſtraße=Süd.
Eingebettet in köſtliches Tannengrün, etwa eine Viertelſtunde vom
Bahnhof Wahlen entfernt, liegen die prächtigen Schießſtände des Klein=
Kaliberſchützenvereins Wahlen. Fleißige Hände haben hier eine
An=
lage geſchaffen, die nicht nur in techniſcher Hinſicht allen Anforderungen
genügt, ſondern deren reizvolle landſchaftliche Lage auch den weit
her=
gereiſten Schießſportler vollauf entſchädigt. Hier trafen ſich die
Schützen des Gaues Bergſtraße=Süd am 26. Mai zum Wettkampf um
die Gaumeiſterſchaften des Jahres 1929 und lieferten ein erfolgreiches
und ſchönes Treffen. — Die goldene Ehrennadel des Verbandes errang
ſich als einziger der Jungſchütze Friedrich Schlappner aus
Lampert=
heim. — Die ſilberne Ehrennadel errangen ſich die Schützen Johann=
Wahlen; Diehl, Geiger=Lampertheim; Merkel und Bitzel=Großſachſen;
Schlag und Dörſam=Fürth und Jungſchütze Georg Hotz=Reiſen; die
bronzene Ehrennadel die Schützen Roth, Kirſchner 1., Sattler,
Alten=
dorf, Müller, W. Johann, K. Sattler, Keßler, Wetzel und Reinhard
aus Wahlen; Heckmann=Unter=Flockenbach; P. Merkel=Großſachſen; Wecht
und Jungſchütze Setzer=Fürth; Heß=Weſchnitz; Reinheimer und Feidner=
Reiſen; Hübner und Gg. und Friedrich Steinmann aus Gras=Ellenbach;
Burgert und Niebler=Viernheim und Kolb=Fürth. — Die vom
ſüdweſt=
deutſchen Sportverband geſtiftete Ehrenſcheibe errang bei 32 Anwärtern
der Schütze Georg Altendorf aus Wahlen.
Handball in der Deutſchen Turnerſchaft.
Odenwald=Gau.
Wald=Amorbach 1. — Höchſt i. O. 1. 8:3 (0:2).
Obige Mannſchaften führten am Sonntag in Sandbach :. O. ein
Werbeſpiel vor. Beide Mannſchaften befleißigten ſich einer ſchönen
Spielweiſe, und wird dasſelbe, das trotz der großen Hitze vom Anfang
bis zum Ende in flottem Tempo durchgeführt wurde, dem
Handball=
ſport ſicher neue Anhänger gewonnen haben. Höchſt ſtellte eine
aus=
geglichene Mannſchaft ins Feld. Bei Wald=Amorbach läßt das Zuſpiel
von der Hintermannſchaft in den Sturm noch zu ünſchen übrig. Der
Schiedsrichter leitete zur größten Zufriedenheit.
Geſchäftliches.
Darf man nachts waſchen? Natürlich! — allerdings ohne
Reibbrett, Bürſte und Maſchine, ſonſt gibt’s Klage wegen ruheſtörendem
Lärm. Reiben und Bürſten der Wäſche iſt heute auch ohnehin
ver=
vönt, denn es ſchadet der Wäſche. Das Vorwaſchen iſt überflüſſig,
wenn man am Abend vor dem Waſchtag die Wäſche mit Henko=
Bleich=
ſoda einweicht. Henko verrichtet die Arbeit des Schmutzlöſens
ſchonen=
der und beſſer. Wie gründlich die Schmutzlöſung mit Henko iſt, zeigt
das Ausſehen der Einweichlauge am anderen Morgen.
Die Schreibmaſchine im Eigenheim. Die
Kleinſchreib=
maſchine, die Sie für Ihren Prwatgebrauch verwenden, darf Ihrem
Heim keinesfalls einen büroartigen Charakter geben. — So iſt z. B.
die Rohal Portable Schreibmaſchine, Generalvertretung Johannes
Groß u. Co., Berlin W 9, Potsdamer Straße 139, eine kleine
hand=
liche Maſchine, in den verſchiedenſten Farben lieferbar und kann ſomit
jederzeit den Farbtönen Ihres Eigenheims angepaßt werden.
Die große Orientreiſe mit S/8 „Preſidente
Wilſon‟ Die bekannte Coſulich=Linie veranſtaltet mit einem ihrer
ſchönen Doppelſchrauben=Schnelldampfer, dem 16000 Tonnen großen
„Preſidente Wilſon” eine ganz außerordentlich intereſſant
zuſammen=
geſtellte Orientreiſe, die beſonderen Anklang findet, weil ſie gerade in
die großen Schul= und Gerichtsferien gelegt wurde und im Vergleich
zum Gebotenen ſehr billig iſt. Alle weiteren Einzelheiten ſind aus dem
Spezialproſpekt erſichtlich, welchen die General=Vertretung der Coſulich=
Linie in Berlin W 8, Unter den Linden 20, und das Mittelmeer=
Reiſe=
büro in Berlin W. 8, Mauerſtraße 2, an Inteveſſenten koſtenfrei
ver=
ſendet.
Wenn jede Hausfrau wüßte, um wie vieles ſie ſich ihre
Hausarbeit vereinfachen könnte, würde ſie nicht länger zögern, ſich einen
O=Cedar=Mop und O=Cedar=Politur anzuſchaffen. Beſonders mit Hilfe
des O=CedarHandfegers, den es noch dazu beim Einkauf einer Flaſche
O=Cedar=Politur zu 3.50 RM. gratis gibt, wird die Hausarbeit zu
einem Vergnügen. In der Hälfte der ſonſt gebrauchten Zeit kann die
Hausfrau ihre Wohnung reinigen und ſie behält dadurch Muße, ſich
zu pflegen und Ruhe zu gönnen.
Aus deutſchen Bädern.
Bad Peterstal im Badiſchen Schwarzwald liegt in
400 Meter Höhe im prächtigen Tale der Rench, umrahmt von
Berges=
rücken, die bis zu 900 Meter anſteigen. Die ausgedehnten Waldungen,
welche dieſe Höhen bis herab zu den Häuſern des Badeortes bedecken,
verleihen der Umgebung einen ganz beſonderen Reiz. Auch ſpenden
dieſelben der ſonſt ſchon reinen Luft im reichſten Maße Ozon und
wir=
ken ſo erholend auf jeden Beſucher. Das Bad iſt eines der älteſten
Bäder des Schwarzwaldes und iſt ein Eiſenſäuerling mit
Lithium=
gehalt und viel Kohlenſäure. Trink= und Badekuven wirken ſehr
erfolgreich bei allerlei Krankheiten und namentlich bei den
verſchie=
denſten Frauenleiden. So macht ſich der Aufenthalt in dieſem herrlich
gelegenen Bad lohnend, ſowohl für den Kurgaſt, als auch für den
Naturfveund.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 2. Juni. 8: Friedenskirche Kaſſel: Morgenfeier.
Mitw.: Kirchenchor der Adventskirche, Jugendchor des Kaſſeler
Sing=
treffens, Studienrat Möller (Orgel), Pfarrer Lic. Klingender (
An=
ſprache). O. Anſchl.: Glockengeläut der St. Peterskirche. 11:
Für=
ſorger Schubert: Jugend und Politik. O 11.30: Elternſtunde.
Rektor Wehrhan: Du ſüßer Lärm des Lebens — laute Kinder.
O 12: Kaſſel: Konzert des Funkorch. 13: Landwirtſchaftskammer
Wiesbaden: Die Dörrfleckenkrankheit des Hafers, eine Folge
un=
günſtiger Bodenreaktion. — Leitſätze für die
Rebenſchädlings=
bekämpfung .— Schädlinge am Beerenobſt. 13.15: Prof. Sautter:
Eine Stunde i der Städtiſchen Gallerie zu Kaſſel. o 14:
Jugend=
ſtunde. Kaſperlſtunde. o 15: Dr. Heuckmann: Die geſchichtliche
Entwicklung der Winzergenoſſenſchaften. — Graf Matuſchka: Der
neuzeitliche Weinbau auf genoſſenſchaftlicher Grundlage. — Pfarrer
Gründler: Vom Singen auf dem Lande. O 16: Von Neunkirchen:
Kundgebung anläßlich des zweiten Bundesfeſtes des Saar=
Sänger=
bundes. Anſprachen vom Vorſitzenden Stadtſchulrat H. Borgard,
und dem Vorſitzenden des D. S. B., Rechtsanwalt Fr. Liſt, Berlin.
Chor des Saaroſtkreiſes (4000 Sänger), Geſamtchor (14 000 Sänger).
o 17: Köln: Konzert des Holländiſchen Harmonieorcheſters St.
Joſeph=Oldenzaal. Dirig.: Kuno Stierlin. — Intermezzo:
Teil=
übertragung von der Weſtdeutſchen Fußballmeiſterſchaft München=
Gladbach und Eſſen. O 18: Deutſche Welle: Gedanken zur Zeit.
Dr. Sakheim: Die Herren Kritiker. — Dr. Diebold: Die Herven
Theaterleiter. O 19: Lehrer Capellmann: Eine Fahrt ins deutſche
Grenzland (Eupen=Malmedy, St. Vith). 19.30: Hermann Keſſer
lieſt aus eigenen Werken. O 20: Sportnachrichten. o 20.30:
Konzert des Funkorch. Mitw.: Elſe Liebhold (Sopran), Roſe Stein
Harfe), Luiſe Glan (Rezitation). Auber: Ouvertüre zu „Des
Teufels Anteil”. — Berlioz: Liebesſzene aus der dramatiſchen
Sinfonie „Romeo und Julie‟ — Debuſſy: Zwei Arabesken für
Harfe allein. — Saint=Saens: Ballettmuſik zu dem Drama
„Paryſatis” — Intermezzo: Aus der Novelle „Die Zauberflöte‟
von Suſanne Trautwein. — Mozart: Gavotte aus der Ballettmuſik
zu „Idomeneo‟: Zwei Arien aus „Figaros Hochzeit”; Serenade
für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Baſſethörner, vier
Wald=
hörner, zwei Fagotte und Kontrabaß in B=dur. o Anſchl.: Von
Budapeſt: Zigeunermuſik der Kapelle Imre Magyari. Mitw.;
Jſabella Nagy und Joſ. Chelenyi (Nationaltheater Budapeſt).
Königswuſterbauſen.
Deutſche Welle. Sonmtag. 2. Jum. 0.30: Frühkonzert. O 8.55:
Stundenglockenſpiel der Potsdamer Garniſonkirche. 9:
Morgen=
feier. O Anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms. O 12:
Mittags=
konzert der Kapelle Ilia Livſchakoff. o 14: Schach. O 14.30:
Für den Landwirt: Beſuch des Wirtſchaftsberaters auf einem
Bauernhof. (Zwiegeſpräch zwiſchen Dipl.=Landwirt Hilmar.
Deich=
mann und Dipl.=Landwirt Tröſcher). o 14.50: Wochenrückblick,
Wetter. O 15: Prof. Dr. L. Armbruſter: Kinderkrankheiten der
Bienen. O 15.30: Märchen. o 16: Prof. Dr. Unger: Die
muſi=
kaliſche Volksbücheret. o 16.30: Dr. Matthias: Aus der Heimat
des Labyrinths (Kreta). o 17: Unterhaltungsmuſik. Kapelle Otto
Kermbach. O 18: Dr. Sackheim: Die Herren Kritiker. O 18.30:
Dr. Diebold: Die Herren Theaterleiter. O 19: Dr. Heinroth:
Geſang der Vögel. O 20: Prof. Dr. Golther: Zum 60.
Geburts=
tag Siegfried Wagners. O 20.15: Orcheſterkonzert. Dirigent: Selmar
Meyrowitz. Funkorch. O Danach: Tanzmuſik. Fred Bird=Tanz=Orch,
— Während der Pauſe: Bildfunk.
Weiterbericht.
Die Temperaturen wurden weiterhin durch den Zuſtrom kühler
Luftmaſſen beeinflußt. Wenn auch tagsüber durch die Einwirkung der
Sonne wieder kräftige Erwärmung ſtattfand, ſo erfolgte nachts eine
ebenſo ſtarke Abkühlung. Von Spanien her ſteigt neuerdings der
Luft=
druck wieder kräftig an. Gleichzeitig nähert ſich ein Druckfallgebiet im
Nordweſten vom Atlantiſchen Ozean her. Infolgedeſſen wird
allmäh=
lich der Heraustransport kühler Luft beendet und wärmere kommt zum
Vordringen, was ſich aber erſt zu Beginn der nächſten Woche auswirken
vird.
Ausſichten für Sonntag, den 2. Juni: Teils heiter, teils wolkig, nachts
noch kühl und tagsüber Erwärmung, trocken.
Ausſichten für Montag, den 3. Juni: Wärmeres Wetter, zeitweiſe
ſtär=
ker bewölkt.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Veranwworttlich für Polliſk und Wirtſchaft: Rudelf Mauve; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart‟: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuble; Druck
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 26 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 151
Conntag, den 2. Juni
Beeinflußt durch den ſtarken Preisrückgang an den
Auslands=
märkten ſowie durch die für die Vegetation günſtigen
Witterungsver=
hältniſſe nahm der Markt einen außerordentlich ſchwachen Verlauf. Die
Käufer verharrten auf der ganzen Linie in ihrer Zurückhaltung. Die
Umſätze blieben klein. Hierländiſcher Weizen wurde mit 24—25,25 RM.
franko Mannheim notiert, blieb aber zu dieſen Preiſen vollkommen
unbeachtet. Auslandsweizen in Mannheim greifbar blieb zu 24,25—26
RM. frei Waggon Mannheim käuflich. Roggen erlitt noch einen
ſtär=
keren Preisſturz als Weizen. Für hierländiſchen Roggen notierte man
22,75—23 RM., zu welchen Preiſen ſich aber keine Käufer fanden, da
pommeriſcher Roggen weſentlich billiger angeboten wird. Hafer liegt
weiterhin ruhig bei Forderungen von 22,75—24 RM. für Inlandshafer
und 21—22 RM. für Auslandshafer per prompte Lieferung frei
Wag=
gon Mannheim. Braugerſte geſchäftslos und ohne Notiz. Futtergerſte
koſtet 19,50—31,75 RM. waggonfrei Mannheim. Mais gab im Preiſe
weiter nach auf günſtig lautende Berichte über die kommende
Auslands=
ernte. Letzte Notiz für in Mannheim greifbaren Platamais ſtellte ſich
auf 20,50—20,75 MM. frei Mannheim. Am Futtermittelmarkte herrſchte
weiter matter Verkehr, da die Nachfrage ſehr klein blieb. Feine
Weizen=
kleie 11,75, Malzkeime 18,75—19,50 und Biertreber 18,75—19,75 RM.
franko Mannheim.
Mehl ſehr ruhig, im Anſchluß an die ſtarken Preisrückgänge am
Brotgetreidemarkte. Die ſüddeutſchen Mühlen haben den
Großmühlen=
preis für ſüdeutſches Weizenmehl Spez. Null um 0,25 RM. auf 32 RM.
herabgeſetzt. Süddeutſches Roggenmehl ebenfalls mit 28,50—31,75 RM.
im Preiſe ermäßigt.
Hopfen lagen ſehr ruhig. Auch am Nürnberger Markte blieben
die Umſätze klein. Die Preiſe liegen ungefähr auf der gleichen Baſis
wie in der Vorwoche. — Die Witterungsverhältniſſe ſind für die
Hopfenpflanzen recht günſtig.
Tabak: Die Marktlage hat ſeit unſerem letzten Bericht keine
Ver=
änderung erfahren. Bei der günſtigen Witterung wurde bereits mit
dem Ausſetzen der Setzlinge auf das Feld begonnen.
Bom ſüddeukſchen Eiſenmarkk.
Die Geſchäftslage am ſüddeutſchen Eiſenmarkte hat in der
ver=
gangenen Woche eine weſentliche Belebung erfahren. Die
eiſenverarbei=
tende Induſtrie beteiligte ſich in größerem Umfange wie bisher am
Geſchäft. Der Spezifikationseingang war außerordentlich lebhaft und
man tätigte auch verſchiedentlich größere Abſchlüſſe in Form= und
Stabeiſen mit ſechswöchentlicher Annahmefriſt. Die Saarwerke
konn=
ten den geſteigerten Anfragen meiſt mit prompter Lieferung begegnen.
Für beſondere Objekte wurden jedoch Termine bis zu vier Wochen für
Formeiſen und bis zu ſechs Wochen für Stabeiſen genannt. Zahlreiche
größere Anfragen der Bauinduſtrie, die augenblicklich gut beſchäftigt iſt,
verhelfen zu guter Abſatztätigkeit im Lagergeſchäft. Der
Auftrags=
beſtand der Konſtruktionswerkſtätten hat ebenfalls zuge ommen, ſo daß
der Bedarf in Konſtruktionsmaterial größer geworden iſt. Ein
er=
freuliches Bild bot auch der Grobblechmarkt, der hauptſächlich durch
größeren Bedarf der Maſchineninduſtrie belebt wurde. Dagegen war
das Geſchäft in Mittel= und Feinblechen ſowie in Bandeiſen nach wie
vor außerordentlich ruhig. Die Preiſe haben ſich weder für
Werks=
noch für Lagergeſchäfte geändert. Von einer guten Konjunktur kann im
allgemeinen angeſichts der mißlichen Zahlungsverhältniſſe, die das Riſiko
jedes Geſchäftes bedeutend erhöhen, nicht geſprochen werden. Ob der
bevorſtehende Abſchluß der Reparationsverhandlungen in Paris auch
auf die deutſche Wirtſchaft und damit auf den ſüddeutſchen Eiſenmarkt
einen erholenden Einfluß ausüben wird, bleibt abzuwarten.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 29. Mai 1929. Die auf
den Stichtag des 29. Mai berechnete Großhandelsindexziffer des
Stari=
ſtiſchen Reichsamtes iſt mit 134,2 gegenüber der Vorwoche (135,6) um
1,0 v. H. geſunken. Von den Hauptgruppen iſt die Indexziffer für
Agrarſtoffe um 2,9 v. H. auf 122,3 (126,0) und die Indexziffer für
Kolonialwaren um 0,9 v. H. auf 123,6 (124,7) zurückgegangen. Die
Indexziffer für induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren hat mit 131,2
(131,3) leicht nachgegeben, während diejenige für induſtrielle Fertigwaren
mit 157,6 unverändert war.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Schätzungen
wurden in der Zeit vom 19. bis 25. Mai im Ruhrgebiet in 5
Arbeits=
tagen 1986 957 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 414 631 Tonnen in der
vorhergehenden Woche be: 6 Arbeitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte
ſich in den 7 Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch
Sonntags gearbeiter) auf 604 246 Tonnen gegen 583 316 Tonnen in der
vorhergehenden Woche, die Preßkohlenherſtellung auf 52 227 gegen
66 812 Tonnen in der vorhergehenden Woche in 6 Arbeitstagen. Die
arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 19. bis 25. Mai
397 391 Tonnen gegen 402 439 Tonnen in der vorhergehenden Woche,
die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 82 321 Tonnen gegen 83 331
Tonnen, die arbeitstägliche Preßkohlenherſtellung auf 19 445 Tonnen
gegen 11 135 Toninen
Die Städtiſchen Kreditgenoſſenſchaften in Heſſen 1928. Für den
Verband heſſiſcher Erwerbs= und Wirtſchaftsgenoſſenſchaften e. V. Kaſſel
(Organiſation Schulze=Delitzſch) liegen nunmehr die Geſchäftsergebniſſe
für das Jahr 1928 vor. Die geſamten Mittel haben im Vergleich zum
Vorjahre bei 24 (25) berichtenden Genoſſenſchaften um 9,3 auf rund
41 Mill. RM. zugenommen. Insgeſamt konnten die Städtiſchen
Kredit=
genoſſenſchaften Heſſens dem Mittelſtande Kredite in Höhe von 42,2
(34,8) Mill. RM. zur Verfügung ſtellen. Bei einem Geſamtumſatz von
1,02 (1,03) Milliarden RM. erzielten die Genoſſenſchaften einen
Brutto=
gewinn von 2,5 (2,07) Mill. RM. und einen Reingewinn von 0,87 (0,71)
Mill. RM. An Unkoſten entſtanden den Genoſſenſchaften 1,57 (1,31)
Mill. RM. Der Reingewinn wurde mit 0,3 (0,27) Mill. RM. den
Neſerven zugeführt, 0,45 (0,34) Mill. RM. dienten zur Gewährung von
Gewinnanteilen an die Mitglieder, der Reſt wurde für ſonſtige Zwecke
verwandt. Im Durchſchnitt verteilten die Genoſſenſchaften eine
Divi=
dende von 9,65 (9,23) Prozent.
Verlauf der Mainzer Börſe im Monat Mai 1929. Deutſcher
Weizen hat ſich im Preiſe einigermaßen gehalten, was beſonders
darauf zurückzuführen iſt, daß das Angebot ziemlich zurückging und
deutſcher Weizen noch häufig als Futterweizen Anklang findet.
Weſent=
lich ſtärker rückgängig iſt Auslandsweizen. Zum Teil liegt guter
Auslandsweizen, der ein größeres Hektolitergewicht als
deut=
ſcher Weizen hat, unter den deutſchen Weizenpreiſen. Im
Roggen=
geſchäft iſt ebenfalls ein dauernder Rückgang zu bemerken geweſen.
Das Angebot war größer als in Weizen. In ſehr gedrückter
Stim=
mung lagen die Mehle. Futtermittel waren noch in der erſten
Hälfte des Berichtsmonats gefragt, während ſie in der zweiten Hälfte
des Monats vernachläſſigt waren; insbeſondere ſind Futtermehle wenig
begehrt. Die allgemeine Stimmung im Berichtsmonat war ſehr
ge=
drückt.
Auslandsanleihe der Neckar A.=G. Wie wir erfahren, beabſichtigr
die Neckar A.=G. in Stuttgart die Aufnahme einer Anleihe von fünf
Mill. Dollars, um Mittel für die Durchführung weiterer Arbeiten zu
erhalten. Da im abgelaufenen Geſchäftsjahr gute Ergebniſſe durch
den Abſatz elektriſcher Energie erzielt worden ſind, ſollen wieder fünf
Prozent Bauzinſen vergütet werden.
D. Becker u. Co. A. G., Frankfurt a. M. Die Geſellſchaft (Gummi)
teilt mit, daß ſie trotz des Brandſchadens das Handelsgeſchäft nach wie
vor ſveiterführt und hofft, binnen einigen Wohen auch den
Maſchinen=
betrieb wieder aufnehmen zu können.
Produkkenberichke.
Mainzer Produktenbörſe vom 31. Mai.
Großhandelseinſtands=
preife per 100 Kilo loko Mainz: Weizen 23—23.25, Roggen 21.50, Hafer
22—23, Futtergerſte 19—19.50, ſüdd. Weizeamehl (Spez. 0) 32,
nieder=
rhein. Weizenmehl (Spez. 0) 31.50, Roggenmhel 01 27.75—29.50,
Weizen=
kleine fein 11.75, Weizenkleie grob 12.75, Roggenkleie 13—13.50,
Weizen=
füttermehl 12.50—12.75, Malzkeime mit Sack 19.50, Biertreber 18.25
bis 19.25, Erdnußkuchen 20.25—2.50, Kokoskucken 19.50—25.50,
Palm=
kuchen 19—19.75, Rapskuchen 19—19.50 Kleeheu loſe 14—14.50, Kleehen
geb. 14.50—15, Wieſenheu 13.50—14, Maſchinenſtroh 5, Drahtpreßſtroh
5.25, weiße Bohnen 83. Tendenz: flau.
Frankfurker und Berliner Efſekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 1. Juni.
Obſvohl ſich im vorbörslichen Verkehr in Nachwirkung der geſtrigen
Realiſationen eige gewiſſe Zurückhaltung bemerkbar machte, war die
Stimmung doch freundlich. Die vollſtändige Einigung in Paris und
das Ergebnis der engliſchen Wahlen trugen wieder zu einer allgemeinen
Befeſtigung bei. Das Geſchäft entwickelte ſich in Spezialwerten, da
auch wieder Orders eintrafen und Abgaben in nur noch ganz geringem
Umfange vorgenommen wurden, recht lebhaft. Auch machten ſich
An=
zeichen einer etwas beſſeren Geldmarktverfaſſung bemerkbar, was
eben=
falls zur allgemeinen Aufmunterung beitrug. Das Geſchäft war aber
doch nicht ſo rege wie am Donnerstag. An den führenden Märkten
waren immerhin beachtenswerte Abſchlüſſe zuſtandegekommen. Das
Hauptintereſſe wandte ſich wieder den Elektrowerten zu. Auch hier
wwaren es heute die Nebenwerte dieſes Marktes. Lahmeher eröffneten
4 Prozent höher. Auch für Licht u. Kraft mit plus 3¾ Prozent
be=
ſtand regere Nachfrage. Siemens, Schuckert und A. E. G. lagen dagegen
nur bis 1 Prozent feſter. Am Chemiemarkt gewannen J. G. Farben
2½ Prozent, Montanwerte etwas ſtiller, doch durchſchnittlich bis
2 Prozent gebeſſert. Beſonderes Augenmerk richtete ſich noch am
Ban=
kenmarkt auf Reichsbankanteile, die 9½ Prozent gewinnen konnten.
Dt. Linoleum zogen 5¾ Prozent an. Zu erwähnen ſind noch Berliner
Handelsgeſellſchaft mit plus 4 Prozent und Kaliwerte, die bis 3
Pro=
zent höher lagen. Sonſt waren Umſätze von Belang nicht zu
verzeich=
nen, doch waren überall Beſſerungen bis 2 Prozent gegenüber der
geſtrigen Abendbörſe zu verzeichnen. Nur Südd. Zucker lagen gedrückt.
— Renten ſtill, aber ebenfalls höher.
Im Verlaufe wurde das Geſchäft ſtiller und die Spekulation
ver=
hielt ſich abwartend, doch war man freundlich geſtimmt. Die meiſten
Werte blieben gut behauptet; etwas anziehen konnten J. G. Farben
und Siemens. Regere Nachfrage herrſchte für Chadeaktien mit plus
5 Mk. und am Montanmarkt für Rheinſtahl und Mannesmann, die
erneut bis zu 1½ Prozent gewannen. Zum Schluß blieb das Geſchäft
lebhaft und es traten vereinzelt weitere Beſſerungen ein. Am
Geld=
markt war Tagesgeld mit 8½ Prozent unverändert. Am Deviſenmarkt
beſſerte ſich der Dollar weiter etwas, man nannte Mark gegen Dollar
4.1960, gegen Pfunde 20.34½. London=Kabel 4.8490, Paris 124.04,
Madrid 34.50, Holland 12.067/, Mailand 92.66.
Berlin, 1. Juni.
Im geſtrigen Abendverkehr trat auf Realiſationen eine
Abſchwä=
chung ein. Doch ſchon heute vormittag überwog wieder bei der
Speku=
lation die Deckungsneigung, und an der Vorbörſe wurden die Verluſte
der Abendbörſe wettgemacht, z. T. ergaben ſich noch mehrprozentige
Kursbeſſerungen. Der offizielle Beginn der Börſe war zwar nicht ſo
feſt wie die Vorbörſe, doch waren meiſt 1= bis 2prozentige Beſſerungen
gegen die geſtrigen Mittags=Schlußkurſe feſtzuſtellen. Die nun in Paris
bis auf die belgiſchen Markforderungen erzielte vollſtändige Einigung
wirkte ſich natürlich günſtig aus. Ebenfalls herrſchte über den
Rück=
gang der Börſenkredite in New York und über die dortige feſte
Ver=
anlagung des deutſchen Bondmarktes Befriedigung. Dagegen
ver=
ſtimmte der Bericht des Inſtituts für Konjunkturforſchung; die
Monats=
berichte der Banken wurden nicht unfreundlich aufgenommen, ſie
konn=
ten aber auch keine Anregung geben. Das Hauptintereſſe konzentrierte
ſich wieder auf den Farbenmarkt. Nach den erſten Kurſen
vorüber=
gehend etwas ſchwächer, dann aber ausgehend von Reichsbank, faſt
ſämt=
lichen Montanen, Spritwerten und einigen anderen Spezialitäten
leb=
haft und 1—3 Prozent, vereinzelt bis 4 Prozent feſter. Später ließ
das lebhafte Geſchäft zwar etwas nach, doch konnten ſich die erhöhten
Kurſe weiter gut behaupten.
A. E. G..
Augsb.=Nürnb. Maſch
Baſalt ..
Bergmann.
Berl. Karlsruh
Berl. Hand.=
Braunkohl. Brike
Bremer=Wolle.
Danatbank.
Deutſche Bank.
Dresdner Bank..
Deutſche Maſchine
Deutſche Erdöl".
Dynamit Nobel. .
Elektr. Lieferung. .
J. G. Farben..
Gelſenk. Berg.
Geſ. f. elektr. Un
Han. Maſch.=Egeſt
Hanſa Dampfſch.
Hapag .."
Harpener ...."
Hemoor Zement. .
152‟ 267.—
162.— 1164.50
153.50 L. Loewe & Co. 203.50
48.—
122.75 203.75
48.25
125. L
h.
igel Ec 158.75 160.— Niederlauſitzer K 138. 141.25 50
116.50 51.50 Nordd. Lloyd 111.50 112.— 118.50 Orenſtein . . . 92.25 92-, Polyphon
66. .. 443.50 118.75 119.25 Rütgerswerke
Sachſenwerke. 91.50 92.— 169.50 166. 107.75 106.25 254.
132.— 256.50
135.50 Siemens Glas.
Ver. Glanzſtoff 125.—
438.75 125. —
438. 227.— 227.75 Ver. Stahlwerke 95.— 99.— 47.— 49. — Volkſtedter Porzel 35 50 26.— 147.50 146.— Wanderer Werke.. 74.50 77.50 12050
140.— 120-.
144.— Wiſſner Metall ..
Wittener Gußſtahl" . 128.50
48. — 128.50
49. — 274.— 278.—
) Tie 3 Kalin erte verſtehen ſich exkl. Bezugsrecht.
deviſenmarkk.
Helſingfors.
Wien ....."
Prag ...."
Budapeſt.
Sofia ..."
Holland.
Eslo ...."
Kopenhagen.
Stockholm. .
London ..."
Buenos Aires.
New York...
Belgien...
16.42
80.84
1.499
7.3631 7.377
3.82
5.435/ 5.445
2.022
4. 166
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
* New York, 1. Juni. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Der Baumwollmarkt verkehrte am Wochenſchluß in
überwiegend ſtetiger Haltung. Unter dem Einfluß des allgemein
gün=
ſtigen Wetters und der verſtimmenden Kabelmeldungen aus Liverpool
eröffnete der Markt mit niedrigeren Preiſen, zumal Liquidationen
vor=
genommen wurden, beſonders per Juli. Sodann erfolgte eine
Er=
holung, da der Handel Käufe durchführte und ſich auch ſonſt Neigung
zu Deckungskäufen anläßlich des Wochenendes bemerkbar machte. Dieſe
Erholung war jedoch nicht von langer Dauer, die Kursgeſtaltung
unter=
lag lebhaften Schwankungen. Gegen Schluß kam es zu neuen =
Ver=
käufen.
Kaffee= und Zuckermarkt war geſchloſſen.
* Chicago, 1. Juni. (Priv.=Tel.)
Weizen: Weizen lag etwas höher, da die Meinung vertreten war
daß der tiefſte Stand der Preiſe nunmehr erreicht ſei und ein baldiget
Inkrafttreten des Geſetzes zur Unterſtützung der Landwirtſchaft
erwar=
tet wird. Weitere Anregung gewährten die beträchtliche europäiſche
Nachfrage für heimiſchen Hartwinterweizen 2 und die Berichte über
unwillkommene Regenfälle im Südweſten ſowie das verhältnismäßig
knappe Angebot.
Mais: Mais konnte ſich ebenfalls etwas befeſtigen, da die
Export=
nachfrage befſer geworden iſt.
Roggen: Das Nachgeben der Roggenpreiſe kam heute zum
Still=
ſtand, da das Ausland einige Nachfrage für baldige Verſchiffung
be=
kundete und das Provinzangebot mäßig war. Auch die ſtetige
Ver=
faſſung der Märkte im Nordweſten trug zu der ſchließlichen
Aufwärts=
bewegung bei. Später drückten Verkäufe öſtlicher Firmen auf die
Tendenz.
Hafer: Am Hafermarkte kam es ebenfalls zu kleineren
Preisgewin=
nen, da das Provinzangebot mäßig war und die Erntebewegung klein
blieb. Auch das ungünſtige Wetter gewährte einige Anregung.
Fette: Am Fettwarenmarkte verſtimmte das Nachgeben der
Schweinepreiſe. Die Packerfirmen tärigten Abgaben per Juli. Später
führte die ſtetige Haltung des Maismarktes zu einer Erholung.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 1. Junik
Getreide. Weizen: Juli 98½, Sept. 102½ Dez. 107½: Mais:
Juli 81, Sept. 82½, Dez. 78½; Hafer: Juli 41½, Sept. 40¾,
Dez. 43½: Roggen: Juli 76½, Sept. 79½, Dez. 83½.
Schmalz: Juli 11,65, Sept. 12,00, Okt. 12,15, Dez. —
Fleiſch. Rippen: Juli 12,80, Sept. 13,00, Dez. —: Speck, loko
13,12½; leichte Schweine 10,00—10,90, ſchwere Schweine 1000
bis 10,65; Schweinezufuhren: Chicago 3000, im Weſten 30000.
Baumwolle: Juli 18,21, Oktober 18,23.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 1. Juni:
Getreide. Weizen: Rotwinter 118½, Hartwinter 109½;
Mais, neu angek. Ernte 91½; Mehl, ſpring wheat clears 5,00
bis 5,25; Getreidefracht: nach England 1,9—2,6 Schilling, nach
dem Kontinent 11—13 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,25; Talg, extra, loſe 778.
Kakao. Die Kakaobörſe war heute geſchloſſen.
Biehmärkke.
Weinheimer Schweinemarkt vom 1. Juni. Dem Markt wurden
315 Schweine zugeführt. Verkauft wurden 260 Stück, und zwar
Milch=
ſchweine 25—35 Mk. das Stück, Läufer 40—65 Mk. das Stück.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Auch im Mai war die Nachfrage nach Stickſtoffdünger im Inland
ſtärker als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Verladungen in
allen Stickſtoffdüngemitteln erfolgten prompt. Die Erzeugung war
normal. Im Ausland war de: Abſatz befriedigend.
Nach Mitteilungen des Röhrenverbandes Düſſeldorf hat ſich das
Röhrengeſchäft im Mai auf dem Binnenmarkt in einigen Ruhrwerken
etwas belebt. Sowohl in Gas= und Siederöhren als auch in
Stahl=
muffelröhren konnte ein etwas höherer Auftragseingang erzielt
wer=
den, der aber weit hinter dem Eingang von Beſtellungen in dev gleichen
Zeit des Vorjahres zurückblieb. Das Qualitätsröhrengeſchäft hat ſich
nicht gebeſſert. Auch im Ausland war der Auftragseingang
befrie=
digend.
Nach Mitteilungen des Statiſtiſchen Reichsamtes wurden im Mai
1929 durch den Reichsanzeiger 845 (im April 885) neue Konkurſe —
ohne die wegen Maſſemangels abgelehnten Anträge auf
Konkurs=
eröffnung — und 454 (464) eröffnete Vergleichsverfahren
bekannt=
gegeben.
Die Umſätze an der Berliner Metallbörſe ſtellten, ſich für den
Monat Mai für Kupfer auf 2700 Tonnen (im April 9210 Tonnen), für
Blei auf 1300 (1740) Tonnen und für Zink auf 100 (1800) Tonnen.
Die nächſte Zuſammenkunft der internationalen
Rohſtahlgemein=
ſchaft findet nicht in Wien, ſondern am 18. Juni in Paris ſtatt. Auf
der Tagesordnung ſteht auch die Frage der Reorganiſation.
Wie aus New York gemeldet wird, wird das erfaßbare Einkommen
der Vereinigten Staaten für 1928 nach den bisher vorliegenden
ſtati=
ſtiſchen Erhebungen mit der Summe von ungefähr 89 Milliarden Dollar
veranſchlagt, was auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet einem
Ein=
kommen von etwa 745 Dollar entſpricht. Die Gewinne auf
Börſen=
ſpekulationen ſind hierbei nicht angegeben.
Frankfurter Kursbericht vom 1. Juni 1929.
6% Dtſche. Reichs
anl. v. 27.
D Baden
Frei=
ſtaat v. 27...
6% Bahern
Frei=
ſtaal v. 27
2 Heſſen
Volks=
ſtaat v. 28...
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28....
*2 Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27...
%0 ThüringerFrei
ſtaa v. 27.
—
Diche. An:.
Auslo=
ungsſch. +
Ablöſungsan..
Ltſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.
Diche. Schutge.
bietsan leihe..
Li. Komm.
Eam=
mel-Ablöf.-Anl.
* Ausl. Ser.
„ Ser.II
½% Ber Knp.=B1
82 Frkf. Hhp.Bk.
4 ½%, Lig. Pfbr.
*
„ PfbrBf.
8½%- Lig. Pfbr.
90
72.5
75.75
88
78.5
51
10.7
4.7
88
8
82
S6.25
88.3
49.5
64.5
97.5
97.5
74.5
58
8% Heſſ. Landesbk.
4½% Heſt. Ods. Hp.
Bk.=Ligid. Pfbr.
8% Kom.
Landes=
bant Darmſtadt.
8% Mein. Hyp. B‟
4½% „ Lig. Pfbr.
8% Pfälz. Hyp. Bk.
8% Preuß. Ztr.,
Stadt chaft. . .
8% Rhein. Hyp.=B!
4½% „ Lig.Pfbr.
8‟ Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Cred ...."
8% Südd. Bod.=
Cred.=Ban 1.."
8% Württ. Hyp.=B
6% Daimler Benz
von 27......"
8% Rlöckner=Werkel
Berlin v. 26....
7½ Mainirw. v. 26.
7% Ver. Stahlwke
mit Opt. v. 26.
8% VoigtckHäffner!
von 26 ..
3. G. Farben Bonds
28...
5% Bosn. L. E. B.
v. 1914......."
41/,% Oſt.
Schatz=
anw. v. 1914 ..
4% Oſt. Goldrente
41/,%o Rum. Goll
von 1913
4% Türk. Admin.
4% „ 1.Badgad
4½ „ Zollanl.
4/,2ungarn 121:
Rie
73
94
82.5
97.5
72.5
97.5
97.5
97.75
76.5
37.5
98.5
37.75
Ke. 5
79
78".
90
135
34
L.% Ungarn 19141
Goldr..
4%
Aktien.
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nt.=B
Deutſche Bank...
„Eff.-u.
Wechſel=
bank
Vereinsbant
Diskonto=Geſell ch
Dresdener Ban!
Franff. Bank
„ Hyp.=Bf.
Pfdbr.=B1.
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bank.
Mittelb Creditbf.
Nürnb. Vereinsbk
Oſt. Treditanſtalt. .
Pfälz. Hyp.=Ban!.
Reichsbanf-Ant
Rhein. Creditb!
„ Hyp.=Bant ...
Südd. Bod.-Tr. B1.
Wiener Bandverein
A.-G. Verkehrsw
Dt. Eiſenb.=Geſ...
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge
Hapag
Nordd. Lloyd ..
Schantung=Eiſenb.
Südd Eiſenb.-Gei
Accum. Berlin.
Adlerw. (v. Kieher
6% AEG. Borzug
5½ „
124
172
184.5
257
164.25
126
97
154
159.75
101
135.25
135
134
126
182
15)
30.
140
319
135
151
113
83
12)
112.75
123
AEG. Stamm. . . .
Baſt Nürnberg
Bergm. G. Werke
Brown BrovericC.
Brüning & Sohn.. 1105
Buderus Eiſen 71.75
Cement Heidelberg/137.5
Karlſtadt/180
Chem. Wer leAlbert.
Chade ...........
Daimler=Benz.
Dt. Atl.=Telegr.. . . 1116
Eiſenh. Berlin
Erdöl
Gold= u. Silb.
ſcheide-Anſtalt. 1165
Linoleumwert 1345
Eichbaum, Brauer./30)
Elektr. Lich u. Kraft
Liefer.-Geſ.1417.7-
Eſchip. Bergwer!
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnere 1215
J. G. Farbenindſtr.
Feinmech. (Fetter)
Fel 1. & Guilleaum.
Frkft. Gas ..... . . 1130
- So
Beiling & Cie .
Gelſen Bergwer//434
Gei. eleftr.
Un=
ternehmungen 231.25
Goldſchmidt Th. .
Gritzner Maſchinen
Grün & Zulfinger /163.5
dafenmühle Frift. 1130
Hammerſen (Osn.
Harvener Bergbau/445
Henninger, Kempf. /471
Hilpert Armaturfb. / 90.5
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer ... 1131
Ach
138.5
449
54
u1s
222
42
255
86.6
75.5
46
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil. ..
Holzverk.=Induſtrie
Flſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans Stamm
Ka)i Aſchers leben.
Salzdetfurth.
Weſteregeln
Kammgarnſpinn
Karſtadt, R. . . . . ..
Klein, Schanzl.
Klöcknerwerke .
Kraftw. Alt=Württ.
Lahmeyer & Co.
Lech. Augsburg ..
Löwenbr. Münch. /293
Lüdenſcheid Metale
Luß Gebr. Darmſt.
Maintr.-W. Hochſt.
Mainz. Akt.=Br.. .
Mannesm Röhren
Mansfeld. Bergb
Mars=Werle ...."
Metallge). FranIft
Miag. Mühlenbau.
Montecatini Mailo.
Motoren fb. Darmſt.
Reckar). Fahrzeug..
Nicolay, Hofbr . . . 1145
Oberbevar .. . . . .
Oſterr. Alpine Mo.
Otav Minen ...."
116.25
90.9
119.25
68.5
245
405
252
211
96
85
227
125
84
132
54.75
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 151
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 151
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14):
(Nachdruck verboten.)
Vielleicht iſt die glühende Sonne der Sommermonate daran
ſchuld, vielleicht ſind es die Schneeſtürme des Winters, jedenfalls
erzeugt das Klima dieſer Berge eine rauhe Haut und ſchneidet
alles überflüſſige Fleiſch hinweg. Die Geſichter ſind dort oben eckig,
wie mit dem Beil aus Holz gehauen. In dieſes Mannes Geſicht
aber gab es keine ſcharfen Winkel und Ecken, ſondern es war wie
von den Händen eines liebevollen Bildhauers geglättet und
ab=
gerundet. Die Natur ſchien ſich an ſeiner Wiege entſchloſſen zu
haben, einmal zu zeigen, was ſie in dieſer Richtung zu leiſten
imſtande war. Ein ſolches Kunſtwerk mochte wohl eher den
Frauen als den Männern preiswürdig erſcheinen, denn Männer
lieben eine gewiſſe Gewichtigkeit der Erſcheinung und eher einen
Ueberfluß an Fleiſch und Knochen, während dieſes Burſchen
Körper ſo leicht und gewichtlos ſchien wie ſeine Hand. Er ſaß
nun und muſterte Jerry Strann mit äußerſtem Ernſt. Seine
Augen waren merkwürdig groß und etwas Rätſelhaftes war
darin zu Hauſe. Vielleicht kam das daher, daß in dieſen Augen
kein Denken zu leſen war und daß man, wenn man hinſah, dem
etwas ſchwermütigen und geheimnisvollen Blick begegnete, der
die Augen vieler Tiere kennzeichnet.
Seine Wirkung auf Strann war ein neues Grinſen. Strann
entrunzelte die Stirn und ſteckte den Revolver weg. Der rieſige
Hund verkroch ſich tiefer in den Schatten des Tiſches und drängte
ſich dicht an ſeinen Herrn.
„Ich bin Jerry Strann. Vielleicht habt Ihr von mir gehört?”
„Ich heiße Barry”, ſagte der andere. „Tut mir mächtig
leid, aber ich habe noch nie von Euch gehört.”
Und ſeine Stimme brachte Jerry Strann zum dritten Male
zum Grinſen. Sie war ſo gedämpft, ſo ſanft, ſo ſamtig, wie die
Stimme einer ſehr jungen Frau, und obendrein ſchienen die
gro=
ßen braunen Augen flehentlich um Entſchuldigung dafür zu
bit=
ten, daß ihr Beſitzer nicht wußte, wer vor ihm ſtand.
„Gehört Euch der Gaul dort draußen?"
Ein bejahendes Nicken.
„Was koſtet er?”
„Nichts.”
„Hört mal, Mann,” erklärte Strann, „jedes Ding hat ſeinen
Preis, und ich muß den Gaul haben. Verſteht Ihr mich?! Muß,
Mann! Ich handle gar nicht erſt. Ich will gar nicht verſuchen,
den Preis zu drücken. Fuſt nennt ne Ziffer und ich leg das
Geld auf den Tiſch. Denke, das iſt ein anſtändiges Angebot.”
„Der Gaul, Mann, iſt kein frommes Tier,” ſagte Barry,
„kann ſein, Ihr findet keinen Geſchmack dran.”
„Mann, laßt Euch darüber keine grauen Haare wachſen, ob
der Gaul fromm iſt oder nicht,” gluckſte Strann. Plötzlich hielt er
inne und ſtarrte ſein Gegenüber mit durchbohrenden Augen an.
Der Verdacht war in ihm aufgeſtiegen, daß man ſich heimlich
über ihn luſtig machte, aber bei näherem Zuſehen konnte es nicht
möglich ſein. Die großen Augen waren noch immer ernſt und
gleichſam entſchuldigend auf ihn gerichtet. So fuhr er alſo fort:
„Mann, habe längſt heraus, daß er den Teufel im Leibe hat. Juſt
das hat mich zum Stehen gebracht, als hätte mir einer ine Kugel
vor den Kopf geſchoſſen. ’s iſt juſt das, was mir an inem Gaul
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gefallen kann. Denke, ich ſitze am liebſten auf inem Gaul, der
einem was zu ſchaffen macht. Well, nennt Euren Preis, Mann!
Heh, OBrien, her mit dem Whisky! Wir müſſen den Kauf
be=
gießen!“
OBrien kam eifrig mit vollen Gläſern angeſegelt und Strann
fragte ſein Gegenüber höflich: „Hier herum daheim?”
„Nein”, antwortete der andere ſanft.
„Nein?. Wo kommt Ihr her?”
„Von da drüben”, ſagte Barry und glitt mit einer graziöſen
Handbewegung über die halbe Windroſe.
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„H—m—m—m” knurrte Strann und richtete erneut einen
ſcharfen Blick auf ſeinen Tiſchgenoſſen. Er griff nach einem der
vollen Gläſer, die vor ihnen ſtanden: „Hier! Auf den ſchwarzen
Teufel draußen!” Und er leerte das Glas in einem Zuge. Als
er es aber leer auf den Tiſch zurückſtellte, ſtellte er mit atemloſer
Verblüffung feſt, daß das zweite Glas mit dem ungemiſchten
Whisky noch unberührt daſtand. Der Fremde hatte nur das
da=
nebenſtehende Sodawaſſer getrunken.
„Daß dich der . . .", ſagte Strann mit dröhnender Stimme,
und ſeine Fauſt fiel krachend auf die Tiſchplatte. Aber er hatte
ſich ſofort wieder in der Gewalt: „Nun, was koſtet der Gaul?”
„Habe keine Ahnung, was man für Pferde zahlt”, erwiderte
Barry.
„Alſo, um den Anfang zu machen — ich biete fünfhundert
Dollar. Hartes Gold, bar auf den Tiſch für Euren — wie heißt
das Vieh eigentlich?”
„Satan.”
„Heh?”
„Satan!"
„H—m—m”, knurrte Strann. „Fünfhundert für den Satan.
Was denkt Ihr darüber?"
„Wenn Ihr ihn reiten könnt . . ." begann der andere.
„Verdamm mich!” grinſte Strann und machte eine
groß=
zügige Handbewegung, „nur keine Angſt, ich werd’ ihn ſchon
reiten.”
„... dann laß ich ihn Euch umſonſt”, brachte Barry gelaſſen
ſeinen Satz zu Ende.
„Ihr — was?” ſagte Strann, dann ſchob er ſich langſam vom
Stuhl hoch und brüllte hinaus. (Sofort flogen die Flügel der
Doppeltür auf und in der Oeffnung erſchien ein Sammelſurjum
neugieriger Geſichter): „Jungens, der Miſter hier gibt mir ſeinen
Nappen umſonſt — hahaha! —, wenn ich ihn reiten kann!“ Er
wendete ſich wieder zu Barry um. „Die alle haben’s jetzt gehört!”
ſchloß er. „Und das Geſchäft iſt abgemacht. Juſt ſo! Wenn aber
Euer Gaul es fertig bringt, mich in den Dreck zu ſchmeißen, iſt die
Partie verſpielt, Was?”
„Jawohl, jawohl!” nickte der mit den braunen Augen.
„Was ſteckt dahinter?” fragte einer von Jerrys Gefolgsleuten,
als Strann auf die Straße hinaustrat.
„Keine Ahnung”, ſagte Jerry. in bißchen ſimpel ſchaut mir
der Junge aus. Ich kann nichts dafür, wenn er ſich hereingelegt
hat. Mal ran, du!”
Und damit packte er die Zügel des ſchwarzen Wallachs.
Ge=
ſchwindigkeit, blitzartige Geſchwindigkeit war das einzige, dem er
es zu danken hatte, daß er davonkam, denn in dem Augenblick,
wo ſeine Finger das Leder berührten, warf Satan den Kopf
her=
um und biß zu wie ein gereizter Hund. Strann hörte im
Zurück=
ſpringen, wie dicht hinter ſeiner Schulter die Zähne
zuſammen=
ſchnappten. Er lachte wie ein Wilder.
„Das werd ich ihm abgewöhnen,” verkündete er, „und
ver=
flucht ſchnell ſogar.”
Jetzt hörte man Barrys ſanfte Stimme: „Ich werde Ihnen
beim Aufſteigen helfen, Miſter Strann”, und damit ſchob er ſich
langſam durch den Haufen der Zuſchauer, bis er am Kopf des
Pferdes ſtand.
(Fortſetzung folgt.)
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Nummer 151
Sonntag den 2. Juni 1929
Seite 17
Reich und Ausland.
Die Jungſernreiſe des Schnelldampfers
„Bremen”” des Norddeutſchen Llond.
Ein Ereignis von beſonderer Bedeutung wird
die bevorſtehende Jungfernreiſe des
Rieſenſchnell=
dampfers „Bremen” des Norddeutſchen Lloyd bilden.
Die Fahrt nimmt bekanntlich am 16. Juli von
Bre=
merhaven aus ihren Ausgang. Auf der nur ſechs
Tage dauernden Reiſe nach New York werden die
Häfen Southampton und Cherbourg angelaufen.
Das für 3200 Perſonen (einſchließlich Beſatzung)
Naum bietende Schiff iſt der größte deutſche
Han=
delsdampfer, ausgeſtattet mit allen neuzeitlichen
Er=
rungenſchaften der deutſchen Schiffsbaukunſt. Er
be=
fördert Paſſagiere in der 1. und 2. Klaſſe, in der
3. Kajüte für Touriſten und in der 3. Klaſſe. Die
oberen Klaſſen zeichnen ſich durch ihre hochwertige
Raumkunſt, durch die Reichhaltigkeit ihrer
Einrich=
tungen in geſellſchaftlicher, wohnlicher, ſportlicher,
hygieniſcher und ſanitärer Beziehung beſonders aus.
Aber auch die 3. Kafüte für Touriſten und die
3. Klaſſe beſitzen Einrichtungen, die in ihrer Art das
Vollendetſte darſtellen, das den Paſſagieren dieſer
Klaſſen geboten werden kann. Zur Unterbringung
der Fahrgäſte ſtehen Kammern zur Aufnahme von
zwei bis vier Perſonen zur Verfügung. Alle
Kam=
mern beſitzen fließendes warmes und kaltes Waſſer.
Außer genügendem Decksraum werden durch die
vor=
handenen umfangreichen hygieniſchen und ſanitären
Anlagen mannigfaltige Vorteile geboten. Die
Be=
nutzung des auf das modernſte ausgeſtatteten
Schif=
fes gibt die Gewähr dafür, daß den Reiſenden, die
an der von dem ganzen In= und Ausland mit
Span=
nung erwarteten erſten Fahrt des Schnelldampfers
„Bremen” teilnehmen, in Verbindung mit dem
un=
vergleichlichen Genuß der Seereiſe, auch ein
einzig=
artiges Erlebnis ihr Eigen nennen werden. In
die=
ſem Zuſammenhang ſei ferner auf den
beachtens=
werten Reiſevorſchlag des Norddeutſchen Lloyd:
„Drei Weltſtädte in drei Wochen” hingewieſen, durch
den ſich Gelegenheit bietet, außer der Teilnahme an
dieſer erſten Reiſe und dem Beſuch New Yorks, auch
noch in Paris und London zu verweilen.
Großfeuer bei der Polizei in Juſterburg.
Inſterburg. Im Gebäude der hieſigen
Polizeiunterkunft brach ein Großfeuer aus, das mit
raſender Schnelligkeit um ſich griff. Das ganze
Ge=
bäude brannte bis auf die Umfaſſungsmauern
nie=
der. Kleidungs= und Ausrüſtungsſtücke, Waffen und
Platzpatronen im Werte von einer Million Mark
ſind den Flammen zum Opfer gefallen. Die
Ent=
ſtehungsurſache iſt noch nicht feſtgeſtellt.
Eine deutſche Schlittenexpedition auf
Spitz=
bergen vermißt.
Oslo. „Aftenpoſten” meldet aus Spitzbergen:
Während der Aufnahme eines Eismeerfilmes, den
eine Geſellſchaft hier aufnimmt, zog eine
Schlitten=
expedition am Sonntag, den 26. Mai, über das
Pack=
eis. Die Führung lag in den Händen des Deutſchen
Hugo Lehner. Ein plötzlich auftretender Schneeſturm
hinderte die Expedition, am Montag zurückzukehren.
Von Bord der „Hobby” wurden drei Expeditionen
ausgeſandt, die aber ſämtlich unverrichteter Dinge
zurückkehrten. Man nimmt an, daß Lehner die
Rich=
tung auf die „Hobby” verloren hat. Da aber die
Expeditionsteilnehmer gute Skiläufer ſind, höfft
man, daß es ihnen geglückt iſt, ſich in Sicherheit zu
bringen.
Bergungsarbeiten für einen Goldſchatz.
Paris. Italieniſche Taucher werden in dieſen
Tagen die Bergung eines Goldſchatzes im Wert von
vierzig Millionen Mark verſuchen, der ſich an Bord
des engliſchen Dampfers „Egypt” befand. Die
„Egypt” iſt am 20. Mai 1929 in der Nähe des
Hafens von Breſt nach einem Zuſammenſtoß mit
einem franzöſiſchen Schiff innerhalb von 40 Minuten
geſunken, wobei 98 Perſonen den Tod fanden. Die
Bergung der Goldbarren im Werte von zehn
Mil=
lionen Dollar, die ſich an Bord der „Egypt”
befan=
den, dürfte ſich ſehr ſchwierig geſtalten, da das Schiff
in einer Tiefe von etwa 120 Meter liegt und
außer=
dem an der betreffenden Stelle ſtarke
Meeresſtrö=
mungen herrſchen. Deutſche Taucher, die die
Ber=
gung des Goldes früher ſchon verſuchten, haben
keinen Erfolg gehabt.
Das Gaſtſpiel der Mailänder Skala
beendel.
Toscanini bei der Abreiſe.
Die weltberühmte Mailänder Oper, die
altehr=
würdige Skala, feierte bei ihrem Berliner
Ge=
ſamtgaſtſpiel triumphale Erfolge, wozu ihr vor
allem ihr genialer Dirigent Arturo Toscanini
verhalf, dann aber auch ihre ausgeglichene
Enſemblekunſt.
4i
chenbau.
Moderne Kirche in Berlin=Wilmersdorf.
Die moderne Architektur mit ihrer nüchternen, aber großzügigen Linienführung hat in Deutſchland
bisher wenig repräſentative und kultiſche Bauaufgaben zugewieſen bekommen. Nun wird in Berlin=
Wilmersdorf eine Kirche nach den Plänen des Architekten Höger, von dem das berühmte Chile=
Höchhaus in Hamburg ſtammt, gebaut werden. Unſer Bild zeigt die Modellplaſtik der neuen Kirche.
Pakenkſtreit der Konzerne um den Tonfilm in Deutſchland.
Der Kampf um die Vorführung der erſten amerikaniſchen Tongroßfilme tobt zwiſchen der deutſchen
Tonfilmgemeinſchaft Klangfilm=Tobis und der erfolgreichſten amerikaniſchen Tonfilm=Produktion
Warner erbitterter denn je. Die Konſtellation iſt folgende: Die Tobis=Klangfilm=Gemeinſchaft, nach
deren Patenten die meiſten deutſchen Filmgeſellſchaften arbeiten, ſchloß eine
Intereſſengemein=
ſchaft mit der Radio=Corporation of America ab, die die meiſten amerikaniſchen Theater beſitzt und
mit dem Victor Talking Konzern liiert iſt (der durch Elektrola in Deutſchland vertreten iſt) Die
Radio=Corporation produziert nach dem Verfahren des General Electric Truſt, während Warner
Brothers nach dem Weſtern Electric=Verfahren produziert. Warner, vor zwei Jahren eine
zweit=
rangige Firma, rettete ſich durch einen einzigen Film, „The Jazz Singer” aus einer finanziellen
Klemme, gliederte ſich dann der bis dahin feindlichen Firſt National an und gehört nun in die
allererſte Reihe der Film=Großkonzerne. Ihre deutſche Tochtergeſellſchaft iſt die National Film A. G.
Die Täter des Pariſer Juwelenraubs verhaftet.
Paris. Der Polizei iſt es gelungen, die
Ur=
heber eines Raubüberfalles zu ermitteln und
feſtzu=
nehmen, der ſeinerzeit großes Aufſehen erregte. Am
31. März war am hellen Tage auf einem belebten
Boulevard im Zentrum der Stadt die Inhaberin
eines Juwelengeſchäfts ſchwer verletzt und um
Schmuckſachen im Werte von 2½ Millionen Franken
beſtohlen worden. Nunmehr verhaftete die Polizei
eine junge Frau, die verſuchte, in Toulouſe
wert=
volle Schmuckſtücke zu Schleuderpreiſen zu veräußern.
Im Verlauf der weiteren Nachforſchungen machte die
Polizei den Geliebten der Frau, einen aus
ange=
ſehener Familie ſtammenden 22jährigen Ingenieur
ausfindig, der nach kurzem Verhör eingeſtand, den
Raubüberfall ausgeführt zu haben, um die Anſprüche
ſeiner an Luxus gewöhnten Freundin zu befriedigen.
Zuguterletzt wurde noch ein Helfer ermittelt, ein
43jähriger Kellner, der ebenfalls verhaftet werden
konnte. Die bei den Verhafteten vorgenommenen
Hausſuchungen förderten den ganzen Raub zutage.
Furchtbare Bluttat eines Wanderburſchen.
Budapeſt. Aus Belgrad wird eine furchtbare
Bluttat berichtet, die ein achtzehnjähriger
Wander=
burſche im Hauſe eines Bäckermeiſters in Plewna
begangen hat. Man hatte ihm aus Mitleid
Nacht=
quartier gewährt und wollte ihn am nächſten Tage,
da er vorgab, gleichfalls Bäcker zu ſein, in Arbeit
ſtellen. In der Nacht erſchlug der Unhold mit einem
Beil die Frau des Bäckermeiſters, ſeine beiden
Kin=
der, ſeinen Schwiegervater und zwei Bäckerlehrlinge.
Der Bäckermeiſter entging ſeinem Schickſal nur
da=
durch, daß er bereits am Backofen beſchäftigt war.
Nach einem Kampf auf Leben und Tod ergriff der
Wandergeſelle die Flucht, wurde aber bald
feſtge=
nommen. Bei der Gendarmerie geſtand er, daß er
ſämtliche Hausbewohner umbringen wollte, um den
Bäckermeiſter berauben zu können.
Ein Gipfel der Bigotterie.
Amſterdam. In einer Stadt der Provinz
Brabant, die nur ein einziges Lichtſpieltheater
be=
ſitzt, wurde dieſes einzige Kino für die Dauer von
5 Jahren von der Behörde geſchloſſen. Und zwar
geſchah dies, weil ein Bürger des Städtchens bei
einer Vorführung in dem Kino friedlich neben ſeiner.
Frau ſaß. In dem Ort beſteht nämlich das in ſeiner
Art einzige Geſetz, daß Männer und Frauen bei
Lichtſpielvorführungen in getrennten Abteilungen
ſitzen müſſen. Nun wird fünf Jahre lang ein Engel
mit dem Flammenſchwert an dem Tor des
geſchloſ=
ſenen Paradieſes ſtehen. . . .
150 Tole beim Erdbeben
in Argenkinien.
Buenos Aires. Wie zu erwarten war,
ſteigen die gemeldeten Verluſte an Menſchenleben,
die das Erdbeben in Argentinien gefordert hat, von
Tag zu Tag. Die Zahl der Toten wird jetzt mit
150 angegeben, die der Verletzten auf viele Hunderte
beziffert. Man befürchtet, daß noch viele weitere
Leichen unter den Trümmern liegen. In der
Pro=
vinz Mendoza ſind die Ortſchaften Goudge, Lallave
und Real de Padre vollſtändig zerſtört und 95
Per=
ſonen getötet und über 100 verletzt worden. Zwanzig
Tote werden aus Villa Atuel gemeldet; dieſe Stadt
iſt beinahe zur Hälfte durch das Erdbeben zerſtört
werden. In Las Malvinas wurden 18 Perſonen
getötet und 40 verletzt, desgleichen in Villa Real.
Das Erdbeben hat unter der Bevölkerung eine
un=
geheure Panik hervorgerufen. Hilfsexpeditionen ſind
unterwegs, haben jedoch wegen der unterbrochenen
Verbindungen erhebliche Schwierigkeiten zu
über=
winden.
Die Hitzewelle in Amerika.
New York. Die Hitzwelle, die ſeit einigen
Tagen im Oſten der amerikaniſchen Staaten herrſcht,
hat jetzt auch nach den weſtlichen und mittelweſtlichen
Staaten der Union übergegriffen, aus denen
zahl=
reiche Todesfälle durch Hitzſchläge und Ertrinken
be=
richtet werden. Das durch die Hitze verurſachte
Un=
behagen wird noch erhöht durch den hohen
Feuchtig=
keitsgehalt der Luft. Die höchſten Temperaturen in
den Oſtſtaaten wurden in Corinth (New York) mit
43,3, in Boſton mi” 35,3 Grad Celſius gemeſſen. In
Bridgeport (Conneeticut) verurſachte die Hitze eine
Exploſion von zwei Pulvermagazinen der Remington
Arms Company, wobei eine Perſon verletzt wurde.
Das Hochwaſſer in Texas.
Houſton. Das Hochwaſſer in den ſogenannten
Bayous, den mit dem Meer in Verbindung
ſtehen=
den Kanälen, hat beträchtlichen Schaden angerichtet.
Durch die ſtarke Strömung des Buffalo=Bayous
wurden die Fenſter des Zentralwaſſerwerks
zertrüm=
mert, ſo daß das Waſſer den Maſchinenraum
über=
flutete. Der Betrieb mußte ſtillgelegt werden.
Mehrere Häuſer wurden von der Strömung
fort=
geriſſen. Das 30 Kilometer von hier entfernt
lie=
gende Dorf Lynchburg wurd, durch das Hochwaſſe
des Jaeintofluſſes überſech mmt Bisher
eine Verluſte an Menſchenleben gemeldet
Ein Gefallenen=Denkmal an der Kanzel
der Garniſonkirche zu Berlin.
Ein Denkmal für die gefallenen Gardepioniere.
In der evangeliſchen Garniſonkirche in Berlin
wird am 2. Juni ein Gefallenen=Denkmal der
Gardepioniere eingeweiht werden. Das
Bild=
werk iſt eine Schöpfung von Prof. Hermann
Hoſaeus (Berlin).
Was New York plank.
Seine Ausgeſtaltung ſoll 12 Milliarden koſten.
Die Gouverneure der Staaten New York, New
Verſey und Connecticut haben einem in
ſiebenjäh=
riger Tätigkeit von 150 führenden Architekten und
Ingenieuren entworfenen Plan für die ſtädtebauliche
Ausgeſtaltung von Groß=New=York ihre Zuſtimmung
gegeben. Der Entwurf ſieht eine einheitliche
Stadt=
planung für ein Gebiet von über 5000
Quadrat=
meilen vor, das 22 Grafſchaften mit 438 Städten und
Dörfern umfaßt und ſich auf die oben genannten
drei Staaten verteilt. Der Plan iſt für eine
Bevölke=
rung von zwanzig Millionen berechnet, die, wie man
annimmt, im Jahr 1965 auf dem Gebiet von Groß=
New=York wohnen werden. Es handelt ſich alſo um
etwas ähnliches wie Metropolis, nur will man dafür
ſorgen, daß man den Menſchen in möglichſt großer
Entfernung von dem Meer der Wolkenkratzer geſunde
Wohnſtätten verſchaffen kann. Aus dieſem Grunde
ſpielt die Einrichtung der beſten Verkehrsmittel,
Automobilſtraßen, Schnellbahnen, Brücken= und
Tun=
nel=Bauten in dem Projekt die Hauptrolle. Dem
Flugverkehr ſollen nicht weniger als 46 Flugplätze
dienen. Die Geſamtkoſten für die Verwirklichung
dieſes fabelhaften und echt amerikaniſchen Projekts
ſchätzt man auf etwa zwölf Milliarden Mark. Wenn
man dabei in Europa zunächſt nicht mitkann, ſo
dürften die Einzelheiten dieſer Pläne doch unſere
Städtebauer ſehr intereſſieren.
Schreckenstat eines Amokläufers.
Chicago. In einem Anfall von Raſerei hat
hier ein verheirateter Mann, Vater von drei
Kin=
dern, zwei Geheimbeamte erſchoſſen und vier
Zivil=
perſonen ſchwer verletzt. Unter den Verletzten
befin=
den ſich zwei Nachbarn des Täters, die in ſein Haus
eingedrungen waren, um der von dem Raſenden
be=
drohten Frau und den Kindern zu Hilfe zu eilen.
Als die Polizei das Haus betreten wollte, wurde ſie
mit Schüſſen empfangen. Die Beamten ſperrten
dar=
aufhin das Haus ab und bombardierten es mit
Tränengas. Als ſie dann ſchließlich eindrangen, war
der Täter entkommen. Er ſoll, wie berichtet wird,
ſeit drei Wochen betrunken geweſen ſein.
Grundſteinlegung zu Berlins neuem
Funkhaus.
Oberbürgermeiſter Böß beim Hammerſchlag.
Im äußerſten Weſten Berlins, dicht beim
Meſſe=
gelände, wurde feierlich der Grundſtein für
Ber=
lins neues Funkhaus gelegt. Der Entwurf
ſtammt von Prof. Poelzig. Schon im nächſten
Jahr ſoll das Haus in Betrieb genommen
werden.
Gft. 8
Sonntag, den 2. Jun 1922
Nummer 151
ARKau5
Nur in Originalpackung
—niemals lose.
Hersteller auch von Persil — dem Waschmittel für jede Wäsche.
Hartes Wasser bindet die Seife,
gibt keinen Schaum, verteuert das
Waschen!
Weiches Wasser fördert die Seife,
gibt krättigen Schaum, verbilligt das
Waschen!
Genau so ist es beim Waschen der Wäsche. Waschen
Sie deshalb nie mit hartem Brunnen- oder Leitungswasser!
Machen Sie das Wasser weich, d. h. geben Sie vor Bereitung
der Waschlauge stets einige Handvoll Flenko-Bleichsoda hinzu!
Dann haben Sie immer das schönste weiche Wasser, waschen
sparsam und angenehm und nutzen das Waschmittel voll aus.
Nummer 2z
P
RnLaud
U
9
Von Alfons Paguet.
Das arbeitsfreie Wochenende iſt aus England zu uns
gekommen. Es hat ſeine Wurzel in dem alten puritaniſchen
England, das die vollkommene Heiligung des Sonntags aus
einem Gebot der Neligion zum Staatsgeſetz erhob. Es iſt
aus dem Wunſche entſtanden, den Sonntag zu einem Cag
der vollkommenen RNuhe, der inneren Sammlung zu machen
und ihn von jedem Nachhall der Werktagsarbeit zu
ent=
laſten. Der Beginn des Sonntags wurde, wie bei dem
Sabbat der Juden, ſchon in den vorhergehenden Cag
ver=
legt; mit dem Verklingen des Lärmes miſchte ſich die
Vor=
freude auf die völlige, weltabgewandte Stille. Der
Samstag=
nachmittag und der Abend faßte in den Straßen der Städte
alle die Beſorgungen und Cätigkeiten zuſammen, die ſchon
der Entſpannung dienten, und erhob ſich zu den brauſenden
Wirbeln der von Fackeln und Gasflammen beſchienenen
Abendmärkte. Dies ſind die Anfänge des Wochenendes, das
in dem Inſellande zu einer der großartigen Gewohnheiten
geworden iſt, die den Fremden überraſchen. Die lärmenden,
von den Bändern des Verkehres durchſtrömten Straßen
der City ſind am Samstagnachmittag wie ausgeſtorben.
Selbſt die rauchigen, dichtgefüllten Kneipen, in denen ſich
Angeſtellte und Arbeiter zu einem ſpäten Lunch und
Feier=
abend=Drink anzuſammeln pflegen, ſchließen. Das große
Pumpwerk der Autobuſſe und der Vorortbahnen ſchleppt
Menſchenmaſſen ins Grüne hinaus. In den Parks und
weiter draußen im Freien beginnt dann der heitere
Müßig=
gang auf den Cennisplätzen, den Golfwieſen und in den
Nuderbooten, der die ſchönſte Vorbereitung auf den
Sonn-
tag, für viele ſchon der Sonntag ſelber iſt. Dann kommt der
Sonntag mit ſeinen Glockenſpielen von den efeuüberzogenen
Cürmen. Die Autobuſſe ſind ſozuſagen nur noch für die
Kirchgänger da. Die Stadt ſcheint verödet. Sogar die
Muſeen ſind geſchloſſen. Es gibt viele Haushalte, die ſich,
um den Hausfrauen die Arbeit zu erſparen, am Sonntag mit
einem kalten Mittageſſen begnügen.
Die Wohltaten und die Uebertreibungen dieſes Suſtandes
liegen auf der Hand. Man wird ſich in den Ländern des
Feſt=
landes niemals zu dieſer puritaniſchen Abſchnürung aller
Lebensäußerungen bereit finden.
Aber dieſe große Nuhepauſe iſt doch wie ein tiefes
Atem=
holen. Sie iſt eine Quelle der Gelaſſenheit. In dieſer
ent=
ſchiedenen Unterbrechung der Jagd nach dem Erwerb liegt
eine Kraftquelle für den Körper und für den inneren
Men=
ſchen. Natürlich entfaltet dieſe Unterbrechung nur dann ihre
wohltätige Wirkung, wenn alle ſich ihr unterwerfen. Diente
die ganze Arbeitswoche dem Herſtellen, Kaufen und
Ver=
kaufen der Waren, ſo dient die Nuhepauſe ausſchließlich
ihrem Verbrauch. Wer den Verbrauch ſteigern und die
Er=
zeugung der Güter einſchränken wollte, der müßte ja direkt
auf eine Verlängerung dieſes ſozialen Müßigganges
hin=
wirken, wie es meiſtens denn auch in Amerika tatſächlich
geſchieht, wo Sord kürzlich einen Feldzug dafür unternahm,
einen zweiten Nuhetag in der Woche einzuführen, damit die
Leute mehr Gelegenheit haben, in den Autos herumzufahren,
die er an fünf Cagen der Woche erzeugt.
Die deutſche Wochenendbewegung übernimmt von dem
engliſchen Vorbild nur den Rhythmus. Sie ſtützt ſich auf die
Einſicht, daß ein völlig ausgeruhter Menſch imſtande iſt, in
fünfeinhalb Cagen mehr zu leiſten, als einer, der ſich eine
gründliche Pauſe nicht gönnt und womöglich noch Ceile des
Sonntags mit Arbeit ausfüllt. Sie kommt aus den
Erforder=
niſſen des Sports und der Volksgeſundheit. Sie trägt den
Gedanken des tiefen Atemholens auch in die Monate des
Jahres, die nicht die eigentlichen Ferienmonate ſind. Sie iſt
eine natürliche und geſunde Neaktion gegen den Druck des
Großſtadtlebens und ſollte ſich nur um ihrer volkstümlichen
Entwicklung willen davor bewahren, allzuviel von der
Un=
ruhe der Großſtadt auf das Land hinauszutragen. Vielleicht
wird der Gedanke des Wochenendes teilweiſe allzu eifrig von
einzelnen amerikaniſch denkenden Geſchäftszweigen
aufge=
griffen, die natürlich beſtrebt ſind, tauſenderlei Gegenſtände,
die zur Ausrüſtung, zum Ausflug und zum Uebernachten auf
dem Lande gehören, zu verkaufen. Wir können jedem ſein
Auto, ſein Faltboot, ſeine Kamera, womöglich ſein eigenes
Wochenendhäuschen mit Wochenendſervice und Nadio.
Aber es gibt da auch vieles Ueberflüſſige.
Bei einer ſogenannten Wochenendausſtellung in Berlin
machte man für eine Bedeckung des weiteſten landſchaftlichen
Umkreiſes der Stadt mit kleinen Wochenendhäuſern
Pro=
paganda. Die einzige unmittelbare Folge war eine ſehr
wahr=
nehmbare ſpekulative Steigerung der Grundſtückspreiſe.
Man hatte auch zu wenig in Betracht gezogen, daß das
Wochenende im Auto und im eigenen koketten Puppenhaus
immer nur die Angelegenheit einer kleinen Schicht von
Menſchen ſein kann, die über genügend Geld verfügen, um
ſich ſtatt deſſen auch eine Sommerreiſe in die Ferne zu leiſten.
Wochenendhäuſer ſind meiſtens nur in wohlbewachten kleinen
Kolonien möglich, wenn man nicht die Ueberraſchung erleben
will, ſeine luſtige Wohnſtätte an fünf Cagen der Woche von
ungebetenen Gäſten bewohnt zu finden. Schließlich müſſen
die Ausgaben für ein eigenes Wochenendhaus zu den
viel=
leicht nur dreißig oder vierzig Cagen im Jahr, an denen man
es in Gebrauch nimmt, in einem gewiſſen Verhältnis ſtehen.
Es erhebt ſich ſogar die Frage, wie weit es richtig ſei, die
Bevölkerung einer Großſtadt, die noch Steinhäuſer bewohnt,
durch das verhältnismäßig ſchwache Ventil des mechaniſchen
Wochenendes nur noch mehr an das Wohnen in den dicht
geballten Wohnvierteln zu feſſeln, ſtatt die Großſtädte ſelber
durch die ſuſtematiſche Anſiedlung der Menſchen zu lockern
und aufzulöſen. Das ſind Fragen, die Städtebauer, Aerzte
und Sozialpolitiker beſchäftigen und durch die
Wochenend=
bewegung Anregung empfangen.
Die Wochenendbewegung dient der Wiederannäherung
an die Natur. Sie bedeutet für unſere Seit einen
weſent=
lichen Schritt zur Entlaſtung von den Sorgen des
Lebens=
kampfes. Sie macht den Menſchen der Großſtadt mit den
Neizen der Gartenpflege, mit den ſchönen Dingen eines
Aufenthaltes an Wald und See bekannt. Sie wirkt darauf
hin, dieſen Aufenthalt zu verlängern, daß er nicht nur den
kurzen Sonntagnachmittag ausfüllt, ſondern die herrliche
Seit von Samstagnachmittag bis zum Montagmorgen. Die
Wochenendbewegung fordert das, was jeder arbeitende
Menſch haben müßte, was aber bis jetzt nur die wenigſten
haben, die geiſtigen Arbeiter ebenſowenig wie jene, die an
die großen Fabrikbetriebe gebunden ſind. Man muß die
große Perlpektive für alle offen halten und ſie nicht zu dem
Spezialvergnügen einer bevorzugten Schicht einengen, die ſie
mit einem modiſchen Luxus belaſtet. Schließlich ſtimmt die
Wochenendbewegung mit der Vorliebe unſerer Jugend für
das Wandern und das Seltlager überein. Sie iſt ohne eine
enge Berührung mit dieſer Bewegung nicht denkbar, venn
auch die Formen des Kampierens im Freien für den
Groß=
ſtädter, der nur kurze Cage außerhalb der Stadt verbringt,
andere ſind und andere Aufgaben ſtellen, und alſo ſteht
die Wochenendbewegung, die wir in Deutſchland wachſen
ſehen, ſchon vor eigenen Aufgaben und Sielen, die mit der
alten, nur äußerlich übernommenen Form des engliſchen
Wochenendes kaum noch etwas zu tun haben.
Sigeuner und Sigeunerplage.
Von Adolf Siegler=Darmſtadt.
Außer den in aller Welt verſtreuten Juden haben nur die
Sigeuner auf ihren weiten Wanderungen und langen Kreuz= und
Querfahrten unter allen Himmelsſtrichen und inmitten anderer,
weſensfremder Naſſen ihre primitiven, tupiſchen, völkiſchen
Merk=
male und Eigenheiten bewahrt. Obwohl dieſe ungebetenen und
vielerorts ungern geſehenen Gäſte hier und dort
Sprachbeſtand=
teile und profane oder religiöſe Geſten ihrer Wirtsvölker
über=
nommen haben, ſoweit dies für ihre Exiſtenz oder ihr Verweilen
unbedingt erforderlich war, haben ſie ſich doch nirgends
aſſi=
miliert. Faſt überall blieben ſie heimatloſe Fremde und führten
ihr naturnahes Eigenleben, unbeeinflußt von der ſie umgebenden
Kultur. Die braunen Sigeunerweiber, denen man in den Straßen
von Athen begegnet, unterſcheiden ſich kaum in ihren raſchen,
grazilen Bewegungen und dem bunt flatternden Cand ihrer
Klei=
dung von den barfußen, bettelnden Mädchen an der Galata=
Brücke in Stambul oder den ſtillenden Müttern, den Weibern
der Pferdehändler drunten in Spanien an den Ufern des
Guada=
laviar, wo ſie wie ihre Schweſtern in Griechenland ihre
Aller=
kleinſten im breit gewundenen Hüftentuch tragen.
Kürzlich brachte die Preſſe einen ſchauerlichen Bericht:
„Blutrauſch in Pobedin”. Nach einem Saufgelage in der
Dorf=
ſchenke hatten in jener ſlowakiſchen Ortſchaft erboſte Bauern
eine Zigeuner=Kolonie überfallen und einen Ceil der Sigeuner in
beſtialiſcher Weiſe niedergemacht. Dieſe rohe Cat war einer
jener Ausbrüche wilden Haſſes, worunter das fahrende Volk der
Sigeuner oder ihre ſeßhaften Kolonien ſchon manchmal zu leiden
hatten, denn wenn man ihnen Kinderraub, Menſchenfreſſerei und
Leichenſchändung meiſt zu Unrecht nachgeſagt hat, ſo nehmen es
die nomadiſierenden Sigeuner doch nirgends ſtreng mit „Mein”
und „Dein”. Sie ſind dort, wo ſie in Horden erſcheinen, faſt
immer eine wirkliche Landplage und beſonders dem Bauer, der
um ſein Eigentum beſorgt iſt, verhaßt.
Dem Sigeuner droht aber heute eine viel ernſtere Gefahr
als ſolche lokalen Verfolgungen, und die Seit wird nicht mehr
fern ſein, wo er mit ſeinem Croß, ſeinem Planwagen, ſeinen
Bären und Affen, den ſtruppigen Pferden und Eſeln nur noch
der Geſchichte angehören wird, wie etwa der Näuber des
Böhmerwaldes, wie Schinderhannes, wie die Naubritter oder
wie der harmloſe Handwerksburſche und andere grelle
Erſchei=
nungen der Landſtraße, welche in die geordnete Einförmigkeit des
ſtaatsbürgerlichen Lebens einſt etwas Farbe, aber auch
geheim=
nisvolle oder abergläubiſche Surcht und Unſicherheit gebracht
haben.
Eiſenbahn, Celephon, Automobil, Flugzeug, Kino und Nadio
haben mehr gegen menſchliche, negative und poſitive Originalität
erreicht, als die umwälzendſten, geſchichtlichen Ereigniſſe und
Kataſtrophen ſeit den Aegyptern, den Griechen und den Nömern.
Noch vor wenigen Jahren gehörten zu einer Neiſe nach Afrika
oder Aſien viel perſönlicher Mut und zäher Unternehmungsgeiſt.
Heute genügt eine gut gefüllte Brieftaſche oder ein „Craveller=
Cheque‟.
Während des Krieges zielte die Hoffnung der gemarterten
und überall vergewaltigten Menſchheit auf Erloſung der
Perſön=
lichkeit aus dem unerhörten Druck und fürchterlichen Swang des
Weltkonfliktes. Die Nationen der Entente verſprachen ihren
Soldaten den ewigen Srieden nach innen und außen und ein
gol=
denes Seitalter für den einzelnen Menſchen. Auch bei uns
wurden Schlagworte der Freiheit geprägt. Doch die Siviliſation
ſetzt in der ganzen Welt rückſichtslos ihr nivellierendes Werk
fort. Der Wille und Wunſch des Einzelnen fügt ſich zwangsläufig
in die für Millionen zugeſchnittenen Lebensformen und
Exiſtenz=
möglichkeiten, muß ſich in ſie fügen. Wirtſchaftliche
Notwendig=
keiten und durch ſie beſtimmte Grenzen ſind zuletzt immer
zwin=
gender als alle Cheorie.
In China ſchnitt ziviliſatoriſcher Geiſt die Söpfe ab, Kemal
Paſcha, der Ghazi (Sieger) ließ Alttürken aufknüpfen, die den
Sez nicht opfern wollten und gegen die Einführung des verhaßten
Symbols der neuen Seit, gegen den Gut rebelliert hatten. Junge,
unverſchleierte Cürkinnen halten Konferenzen in Moſcheen ab,
die der Frau tauſend Jahre lang verſchloſſen waren. Aman Ullah
ziviliſiert ſein Land mit Maſchinengewehren und modernen
Ge=
ſchützen. Der originelle, maleriſche Orient ſtirbt an der
Sivili=
ſation. Moderne Cechnik frißt das Alte buchſtäblich auf, und
was auf der lauten Cook=Promenade im Lande der Pharaonen
den Couriſten=Karawanen von den Dragomanen gezeigt wird, iſt
meiſt nur ſeelenloſe Maskerade, Nevueſchau, Jahrmarkt, Cheatox.
Die führenden Männer dieſer verklungenen Kulturen haben ganz
andere Intereſſen und Begierden. Die Börſen und Metropolen
von Amerika oder Europa ſind ihnen wichtiger als die Cempel
der Inſel Philge. Der Orient ſtirbt. Das Auto erſetzt das
Kamel. Die Siviliſation beſtimmt das Leben des Einzelnen dort
wie hier. Immer gewaltiger, gleichmäßiger, einheitlicher werden
die Maſſen, welche ihre Lebensweiſe einer Anzahl ſtereotyper
Regeln ſachlicher Sweckmäßigkeit unterordnen. Die im Plane
ſchon fertigen Nieſenſtädte des zukünftigen Menſchen erſcheinen
uns heute faſt wie Bienen- oder Ameiſenſtaaten, in denen Arbeit,
Ernährung, Nuhe und Vergnügen ſo gegliedert, geregelt und
von Sentralen beſtimmt ſein werden, daß der individuelle Wille
quaſi gänzlich ausgeſchaltet ſein wird. Für die Entwickelung
freier, eigenartiger Lebensführung und Entfaltung hat die
mo=
derne Seit keinen Naum. Dies kommt ſchon im Aeußeren der
Menſchen zum Ausdruck. Der Künſtler gleicht dem Arzt, der
Cechniker dem Juriſten, der Wiſſenſchaftler dem Kaufmann.
Sollte nun dieſe Seit, die jeden Menſchen in den
gegenwär=
tigen Vhythmus der individuellen Arbeitspflicht und =Leiſtung
mehr und mehr zu zwingen verſucht, vor der Widerſpenſtigkeit des
nomadiſierenden Sigeuners die Waffe des Geſetzes ſtrecken, die
ſich in ihrer bisherigen Form allerdings als unzulänglich
er=
wieſen hat?
Die Geſetzgebung der verſchiedenen Länder des deutſchen
Reiches, die noch keineswegs eine einheitliche iſt, verſucht in
neuen, weit ſchärferen Polizei=Verordnungen der Sigeunerplage
endlich Herr zu werden und ihr zu ſteuern.
Nach baueriſchem Muſter hat nun auch der Volksſtaat Heſſen
ein neues Geſetz zur Bekämpfung des Sigeunerunweſens
ent=
worfen. Durch Artikel wie:
„Sigeuner dürfen in Wohnwagen und Wohnkarren nur
um=
herziehen, wenn ſie dazu die Erlaubnis haben, wenn ſie die deutſche
Reichsangehörigkeit, einen Wandergewerbeſchein uſw. beſitzen.
Das Cragen und Mitführen von Hieb=, Stoß= oder
Schuß=
waffen ſowie Munition iſt ihnen unterſagt. Schulpflichtige
Kin=
der dürfen Sigeuner nicht mit ſich führen. Sie dürfen nicht in
Horden reiſen oder im Walde raſten, wobei zu verſtehen iſt, daß
chon zwei Familien, ja ſelbſt eine Samilie mit einer oder mehreren
familienfremden Einzelperſonen als „Horde” betrachtet und
be=
handelt werden. Pferde, Hunde und ſonſtige Ciere dürfen
Sigeuner nur mit beſonderer Erlaubnis der Verwaltungsbehörde
mit ſich führen uſw. Bei Suwiderhandlungen können ſie
ver=
haftet oder über die Grenze geſchoben werden.”
hoffen die einzelnen Länder die Sigeuner entweder zu
Seß=
haftigkeit und Arbeit zu erziehen oder los zu werden.
Die große Welle der Sigeunerhorden flutete im 15.
Jahr=
hundert nach dem weſtlichen Europa. Man war ſich lange im
unklaren über Urſprung und Naſſenzugehörigkeit dieſer braunen,
ſchlanken, muskulöſen, feingegliederten Menſchen mit den
glei=
ßend=dunkelen Augen, dem ſchwarzen Haar, den blendend weißen
Sähnen, den ovalen, regelmäßigen, oft ſchönen Geſichtern und den
natürlich=eleganten Bewegungen. Man hielt die mißtrauiſchen,
dreiſten Geſellen teils für Cartaren, teils für Aegypter, wie
ver=
ſchiedene Namen in einzelnen Ländern bezeugen: „Gipſies” in
England, „Pharaos Volk” in Ungarn uſw. Man hielt ſie auch
für türkiſche Spione, mißtraute ihnen ſehr, verjagte ſie
mancher-
orts oder tötete ſie gar.
Eine
Schreckensnacht in Damaskus.
Von Noſita Forbes.
„Verd.. .!” ſagte Marſhall, der Sonderkorreſpondent der
gelbſten amerikaniſchen Blätter. „Nichts paſſiert mehr für mich.”
Och ſtarrte den kleinen Mann an, deſſen rothaarige Unwichtigkeit
ſo wenig mit ſeinem großen Nuf in Einklang ſtand.
„Sie müſſen ein intereſſantes Leben hinter ſich haben”,
ver=
ſuchte ich ihn auszufragen.
„Durchaus nicht. Nevolution und Erdbeben ſind für mich
ebenſolche Crivalitäten wie für Sie Autobusfahrten.”
„Erwarten Sie jetzt gerade hier in Damaskus etwas
der=
artiges?” Ich fragte ſo reſpektvoll, wie es mir nur möglich war.
„Du meine Güte! Nein! Das Höchſte, das wir erwarten
können, iſt ein Maſſaker.” Seine farbloſen Augen ſahen mich
ruhig an; nicht das geringſte Blinzeln ließ vermuten, daß ſeine
Worte etwa nicht ernſthaft gemeint ſeien. Er fügte hinzu:
„Dieſer Naum hat eine Stahltür, die man wie ein Fallgatter
herablaſſen kann; Sie werden dann hier völlig ſicher ſein.”
Ich lächelte über dieſes Bruchſtück unſerer Unterhaltung, als
ich die Stufen zu meinem mit Möbeln vollgeſtopften Simmer
hin=
aufging, dem drei mit Ceppichen überladene Diwane und mehrere
kunſtvoll eingelegte Ciſche das Ausſehen eines Warenhauſes
gaben. Von den Fenſtern, die ſo hoch an der Wand eingebaut
waren, daß ich auf ein Bett klettern mußte, um hinausſehen zu
können, erſchien die Stadt inmitten dem Indigo ihrer
Aprikoſen=
gärten wie in Silber gemalt. Das Mondlicht war ſo klar, daß
ich, als ich eingeſchlafen war, träumte, ich ſegle auf einem weißen
ſtillen See.
Plötzlich brach ein Sturm los. Das Heulen der Wogen
be=
täubte mich. Ich erwachte, glaubte aber noch weiterzuträumen,
denn rings um mich hörte ich den Widerhall eines furchtbaren
Lärms. Suerſt konnte ich nicht feſtſtellen, woher das Coſen kam.
Als der Cumult deutlicher wurde, ſtellte ich mich auf die
Kopf=
kiſſen und verſuchte, die hermetiſch verſchloſſenen Senſter
gewalt=
ſam zu öffnen. Die Dunkelheit draußen war undurchdringlich; ſie
kam mir merkwürdig erſtickend vor und ich konnte mir nicht
erklären, daß der Mond ſchon untergegangen war. Das Getöſe
drang deutlicher an mein Ohr. Das ununterbrochene Knattern
erinnerte mich an irgend etwas. Plötzlich fühlte ich mich
zurück=
verletzt each Frankreich, ich beugte mich über eine Cragbahre, als
ich zwiſchen verwiſchtem Aufblitzen genau ſolches Knattern hörte.
„Gewehrfeuer!” rief ich aus, und mein Herzſchlag ſetzte vor
Erregung aus.
„Marſhall wird ſeine Freude daran haben”, dachte ich, und
überlegte, ob ich das Licht anknipſen ſollte und ob ich dadurch
eine Sielſcheibe bieten würde. Aus der Ferne kam das Knattern
der Maſchinengewehre. Ich verſuchte mir klarzumachen, auf
welcher Seite die Soldaten ſtanden und wer die Opfer waren.
Das Licht flammte auf und beleuchtete eine komiſche Geſtalt.
Im erſten Augenblick erkannte ich meine journaliſtiſche
Bekannt=
ſchaft nicht wieder. Der kleine Mann, der ausſah wie ein kleines
Kaninchen, ſteckte in einem Pyjama, das ihm viel zu weit war.
Hinter einem roten und weißen Streifen dieſes Kleidungsſtückes
hätte er ſich bequem verſtecken können.
„Sofort aufſtehen!” befahl mein Beſucher. „In der Stadt iſt
ein allgemeiner Aufſtand ausgebrochen. In unſer Hotel kommen
Slüchtlinge in Maſſen, ſie glauben, daß es kugelſicher iſt.”
Ein furchtbarer Lärm kam von unten.
„Hören Sie? Um Gottes willen, beeilen Sie ſich! Worauf
warten Sie denn noch?"
Ich betrachtete die komiſche Geſtalt vor mir, während ich in
raſender Schnelligkeit alle Möglichkeiten zu entkommen
über=
legte. Sollte es zu einem Blutbad kommen, ſo würde es ſicherlich
am ſchlimmſten in der überfüllten Hotelhalle unten werden, wohin
ſich wahrſcheinlich der ärgſte Abſchaum geflüchtet hatte.
„Warum ſoll ich aufſtehen?” fragte ich grimmig. „Hier bin
ich viel ſicherer. Wenn es wirklich ein Maſſaker gibt, ſo iſt es
nur eine Frage der Seit, wann es hier losgeht. In der Halle
werden ſie jeden niedermachen. Aber ſie werden ſich kaum die
Seit nehmen, alle Simmer dieſes Kaninchenbaues zu durchſuchen.”
Der Lärm kam näher. Von draußen hörte man Schüſſe und
Bruchſtücke von Liedern. Fackellichter huſchten über die Decke,
ſo daß das elektriſche Licht fahler wurde.
Der Journaliſt machte einen letzten Verſuch. „Ich kann Sie
hier nicht allein laſſen. Bitte, ſtehen Sie auf!”
„Ach, laſſen Sie mich ruhig allein —” ſagte ich etwas
ge=
quält und mit ziemlich trockener Kehle. Mir war bei dem Lärm,
der ſetzt faſt unter unſeren Senſtern ſein mußte, etwas
unbehag=
lich zumute geworden.
Ich überlegte, daß ein unbenütztes Badezimmer wohl die
ſicherſte Suflucht ſein würde — eine zerbrochene eiſerne
Bade=
wanne konnte wohl kaum die Blutgier reizen. Außerdem war
zwiſchen Wanne und Wand genug Platz für einen zeitweiligen
Aufenthalt.
Der Journaliſt ſchwankte offenſichtlich zwiſchen ſeinem
Pflicht=
gefühl einer Dame gegenüber und ſeinem Berufsinſtinkt. Es war
eine unmögliche Zumutung, in dem Schlafzimmer einer
wider=
ſpenſtigen Frau zu bleiben, wenn ſeine Leſer in der Lektüre eines
Augenzeugenberichtes über die Schreckensſzenen auf den Straßen
ſchwelgen wollen. Seine Augen wanderten zu dem Federhalter
und dem Cintenfaß auf dem Ciſch — und die Gewohnheiten eines
langen Lebens behielten die Oberhand. Er wandte ſich zur Cür,
über einen ſtaubigen Lappen ſtolpernd, den er umgehängt trug.
„Was um alles in der Welt haben Sie da?” rief ich hinter
ihm her, als mir die Ungereimtheit ſeines Aufzuges zum
Be=
wußtſein kam.
„Ich glaube, es iſt ein echter Iſpahan” antwortete Marſhall
mit Würde. „Ich habe vierzehn Cage gebraucht, um ihn
aufzu=
treiben und ich habe keine Luſt, ihn mir ſtehlen zu laſſen.”
Als der Lärm draußen einen Augenblick lang pauſierte,
be=
rührte er mit zärtlichen Singern den Ceppich. Er verſuchte, ihn
mit der Hand, die den Nevolver hielt, zu glätten. Ich
beob=
achtete geſpannt ſeine Bewegungen. Da — ging das Licht aus,
und ich kroch — o Schmach — unter das Bett,
Noe
„El. Ney de los Gitanos”.
der Sigeunerkönig in der Albambra.
Sie ſelbſt nannten ſich „Nom” (Schwarm), wovon das
fran=
zöſiſche „romanichel” (s) abgeleitet iſt, obwohl die
nomadi-
ſierenden Sigeuner dort heute „bohémiens” und die in den
Kaffeehäuſern konzertierenden Ungarn „tsiganes” genannt
wer=
den. In einem Spital von Bukareſt ſtellte Dr. Kopernicki
an=
hand von Unterſuchungen an einer Anzahl Zigeunerſchädel feſt,
daß dieſe alle charakteriſtiſchen Merkmale von Hinduſchädeln der
unteren Klaſſen hatten. Dieſe charakteriſtiſchen Merkmale ſind
vor allem die kleine Schädelhöhle, die ſchmale fliehende Stirne,
die ſchmalen Schläfen uſw. Ebenſo wies Mikloſiſch in ſeinen
Studien ihrer Sprache die Zugehörigkeit der Sigeuner zur
ariſch-
indiſchen Völkergruppe nach.
Die Sigeuner ſind wahrſcheinlich ein Miſchvolk, in dem ſich
ein feinerer und ein gröberer Cyp unterſcheiden. Sie gehörten
einer alten, indiſchen unreinen Kaſte an und kamen aus Indien
über Aegypten nach Europa.
Sämtliche Sprachen der verſchiedenen Gruppen der Sigeuner
enthalten griechiſche Elemente, was darauf ſchließen läßt, daß faſt
alle Sigeuner Europas dort eine Swiſchenſtation gemacht haben.
Die Sigeuner der Cürkei ſind wohl die Kerntruppe derjenigen
unter ihnen, die früher Chriſten waren und zum Iſlam
über=
getreten ſind. Nach dem weſtlichen Europa kamen die Sigeuner
über Numänien, Ungarn uſw. Nur nach Sizilien und Spanien
kamen ſie auf direkten Wegen aus Aegypten.
In Numänien waren ſie bis 1856 Leibeigene. Im Jahre 1864
wurden ſie dort freie Bauern auf eigener Scholle, ſtanden aber
bald wieder im Dienſte fremder Brotherren, denn ſie verſtanden
es nicht, ihr Ceil zu bearbeiten und zu erhalten.
Bewegen Sie ſich ja nicht! Wenn die Kerle verſuchen Jollten,
hereinzukommen, kann ich ſie im Licht des Slurs ſehen.”
Mar=
hals Stimme klang ſicherer.
„Ich glaube nicht, daß ſie hereinkommen”, gab ich zurück.
Meine Worte klangen infolge des Staubes, der ſich an meinem
Sufluchtsort angehäuft hatte, gedämpft. „Das elektriſche Licht iſt
wahrſcheinlich überhaupt ausgeſchaltet worden.”
Der Journaliſt ſchnaufte, während ein grauſiger „
Augen=
zeugenbericht” durch ſein Gehirn blitzte.
In den nächſten Minuten ereignete ſich nichts. Wir warteten
geſpannt. Menſchen raſten die Straße hinunter. Unter dem Bett
ſtarrte es vor Schmutz. Schließlich ſiegte die Neugierde über meine
Vorſicht. Langſam kroch ich aus meinem Verſteck hervor und
taſtete nach Streichhölzern.
„Was tun Sie?” hörte ich Marſhalls merkwürdig ſtockende
Stimme.
„Bewegen Sie ſich nicht! Seien Sie ſtill, um Himmels willen!”
Ich mußte ſchreien, um mich verſtändlich zu machen, denn plötzlich
brach draußen ein ohrenbetäubendes Geheul los. Ich ſchauerte
unter meinem Schlafanzug aus Chiffon und ſuchte taſtend nach
einem Bekleidungsſtück. Man hörte Mörtel von den Wänden
fallen.
„Allmächtiger, ſie müſſen auf dem Dach ſein! Können Sie
nicht Streichhölzer anzünden?”
Eine winzige Flamme zuckte auf. Wir fanden ein Calglicht.
Als Marſhall im Flackern des Lichtes mein beſchmiertes und
blutrotes Geſicht ſah, bekam er ſeine Nerven wieder in ſeine
Gewalt.
„Warten Sie hier,” ſagte er, „ich werde hinausgehen und
nachſehen, was los iſt.”
Sowie das Schlurfen ſeiner Pantoffeln ſchwächer geworden
war, ſtürzte ich zur Tür und ſchloß ſie ab.
Es waren kaum zehn Minuten vergangen, ſeit Marſhall in
mein Simmer getreten war. Das Gewehrfeuer war heftig, aber
krampfhaft. Sicherlich war es keine organiſierte Schlacht, doch
konnte ich deutlich das Rattern der Maſchinengewehre unter=
In Spanien erſchienen ſie ſchon frühzeitig. Sie waren auf
Wegen der Nordküſte Afrikas dorthin gelangt. Auf dieſer
ſonnigen Halbinſel haben ſie ſich gut eingelebt und fühlen ſich noch
heute am wohlſten. Sie ſind dort vielfach ſeßhaft geworden. Ihre
berühmteſte Kolonie iſt in Granada. In dem Berghügel Albagcin,
am Suße der Sierra Nevada, auf dem früher die Paläſte der
mauriſchen Ariſtokratie ſtanden, hauſen ſie meiſt in von Kakteen
und Agaven umwachſenen Höhlen, in den „euevas”. In gar nicht
weit zurückliegender Seit hatte ihr impoſanter König „El Ney
de los Sitanos” in einem Ceil der Alhambra ſein Quartier
auf=
geſchlagen. Es war in jener unverſtändigen Zeit allgemeiner
Gleichgültigkeit gegen kulturhiſtoriſche Denkmäler, die wir in
Deutſchland leider auch gekannt haben, und in der in Spanien
die ſchönſten Bauwerke alter Kulturepochen und auch die
herr=
lichen, mauriſchen Paläſte und Moſcheen in Vergeſſenheit
ge=
raten waren und dem endgültigen Verfall geweiht ſchienen. Die
Sigeuner des Albaucin ſind durchaus keine-Vagabunden. Sie
leben in recht geordneten Verhältniſſen. Aus ihren Kolonien
kommen viele hervorragende Cänzerinnen Spaniens und
Stier=
fechter. Aber ſie zitieren auch gern fähige Architekten, Aerzte
und angeſehene Kaufleute als ihre Stammesgenoſſen. Bei ihren
„Sieſtas Gitanas” machen ſie mit Guitarre, Camburin und einer
Art Gong, deren Cöne ſie mit leidenſchaftlichen Surufen und
Händeklatſchen begleiten, einen ohrenbetäubenden Lärm. Ihre
Muſik ahmt dort Chemen, Rhythmus und Confall der
anda=
luſiſchen nach, erreicht aber nicht deren hohe, künſtleriſche
Eigen=
art und Qualität, die von Wüſte erzählt, von ſonnendurchglühten,
endloſen Weiten, von raſchen Pferden, Selten, ſchönen Frauen,
von düſteren Kerkern und tödlicher Qual ...
Ihre künſtleriſchen Fähigkeiten ſcheinen die Sigeuner übrigens
nur in Ungarn zur höchſten Vollendung gebracht zu haben. Am
beſten hat wohl Liſzt das Weſen ihrer feurigen, üppigen,
leiden-
ſchaftlichen, melancholiſchen Muſik verſtanden. Die Geige iſt
beim Sigeuner das Inſtrument, auf das er ſeine plötzlichen,
in=
neren Wallungen überträgt. Er liebt deshalb vor allem
mne=
moniſche Omproviſationen, die ſeiner Empfindung jede Freiheit
geſtatten, und läßt ſeine wild auflodernde Leidenſchaft in
ſchwer=
mütigen Weiſen ausklingen. Der Phantaſie der Geige und dem
Symbalo folgt das Orcheſter mit meiſterhafter Gewandtheit.
In manchen Ländern ſind die Sigeuner dem Sſlam beigetreten.
In Wirklichkeit ſind ſie aber irreligiös und für ſinnliche und
äußere ſtarke Reize empfänglicher als für moraliſche. Als
Keſſelflicker, Sinngießer, Drahtflechter, Canzbärenführer,
Kur=
pfuſcher, Schmiede, Pferdehändler uſw. durchziehen ſie die Welt.
In den Balkanſtaaten ſind ſie in zahlreichen Kolonien auch
ſeß=
haft. In der rumäniſchen Armee ſind viele gute Waffenſchmiede
Sigeuner. Der berühmte franzöſiſche Seichner und Graveur
Jacques Callot, der ſeine Freunde „Les Bohémiens” in vielen
hervorragenden Seichnungen verewigt hat, iſt ihnen ſein Leben
lang treu geblieben. Mit Sigeunern machte er ſeine erſte Reiſe
nach Nom und aus ſeinen meiſterhaften Blättern „Les
Gentils=
hommes” und „Bohémiens”, die ſein Genius in eine höhere
Sphäre übertrug, ſprechen überzeugend der „ewige Hochmut” und
das „ewige Elend” nicht nur dieſer zwei Geſellſchaftsgruppen,
ſondern der Menſchheit überhaupt.
Vielleicht führten Sigeuner zuerſt die bronzenen Waffen aus
Indien ein. Als Kartenlegerinnen und Wahrſagerinnen waren
Sigeunerinnen frühzeitig bekannt. Bei dem ungebildeten Volk
hatten ſie den Ruf, über geheime Kräfte zu verfügen. Sie konnten
den Feind verderben, dem Freunde beiſtehen, krankes Vieh heilen,
Seuchen bannen, durch Sauberſprüche löſen oder binden. Sie
machten aber auch oft gaunerhafte Streiche mit einfältigen oder
abergläubiſchen Menſchen, wie z. B. mit jenem Bauern, den ſie
betört hatten, daß ihm ein feindlicher Nachbar die beſten ſeiner
Kühe „am Handtuch melke‟ . . . Die Sigeuner verſtanden es, den
Bauer aus dem Stall zu entfernen, molken insgeheim die
be=
zeichneten Kühe und löſten dann durch Sauberſpruch, den ſie ſich
gut bezahlen ließen, den angeblichen Bann, der den Nachbar
ermächtigte, die verhexten Kühe an ſeinem Handtuch zu melken.
Nachdem die Sigeuner ihren Lohn hatten, gaben die „
entzauber=
ten” Kühe wieder Milch wie zuvor. Anderswo wandten ſie
an=
dere alte Cricks an. Eine Bäuerin hatte ſchreckliche
Sahn=
ſchmerzen. Swei Sigeunerinnen verſprachen ihr, ſie im Nu davon
zu befreien. Ein Sigeunerweib ſtülpte der armen Frau einen
eiſernen Kochtopf über den Kopf, murmelte Sauberformeln und
trommelte dabei mit dem Kochlöffel ſo lange auf dem Copf herum,
bis die andere Sigeunerin ſich in der Küche von Butter, Eiern,
Speck uſw. das Honorar für die wunderbare Sahnkur geholt
hatte. Der Bäuerin waren unter dem dröhnenden Kochtopf
Hören und Sehen vergangen und ſie hatte auch ihre
Sahnſchmer=
zen für den Augenblick tatſächlich ganz vergeſſen ..
Jedenfalls ſind es Sigeuner geweſen, welche die erſten Karten
(Carock) aus dem Lande der Sarazenen im 14. Jahrhundert über
Aſien und den Balkan nach Europa gebracht haben, wo ſie nach
ihrer urſprünglichen, geheimnisvollen, ſchickſalhaften Bedeutung
ſpäter als eigentliche Spielkarten in allgemeinen Gebrauch kamen.
Im öſtlichen Europa war der Sigeuner auch der „Troubadour”
und fahrende Spielmann. In Aegypten ſind viele der
wandern=
den Cänzerinnen Zigeuner, Sittenloſigkeit beſteht unter den
Sigeunern nur in einzelnen Ländern, wie z. B. in Algerien, wo.
die alten Sigeunerweiber wahrſagen und die jungen ſich
proſti=
tuieren. Sonſt halten ſie im allgemeinen die Ehe mit den
Mäd=
chen, die im Alter von 12—13 Jahren geheiratet werden.
In Nußland waren die Sigeuner verachtet, ihre ſchönen
Cöch=
ter wurden aber oft gekauft. Bekanntlich nahm ein Prinz
Ga=
litzin ſogar eine Sigeunerin zur Srau.
Die oben erwähnten neuen Verordnungen, die den Sigeuner
rückſichtslos von der Landſtraße und aus der Nähe der
menſch=
lichen Siedlungen vertreiben, und auch dieſe rebelliſche Naſſe
unter den Swang der Geſetze und zu geregelter Arbeit bringen
wollen, werden bald den letzten Nomaden aus dem Bereich der
deutſchen Grenzpfähle verſcheucht haben und mit ihm auch ein
Stück maleriſcher Vergangenheit, das die Kinderphantaſie früher
lebhaft beſchäftigt hat.
WGL
ſcheiden, das aus der Nichtung der Baracken kam. Einige
Minuten klebte ich am Fenſtergitter. Ich konnte mir die ſtarre
Ruhe der Menſchenmenge nicht erklären. Dann wurde die
Straße mit erſchreckender Plötzlichkeit lebendig. Ueberall ſah
man geſtikulierende Geſtalten. Die Erregung des Mob ſchien
mich, die ich über ihm ſchwankte, zu verbrennen. Inmitten des
ſiedenden Chaos bäumte ſich ein armſeliges Bündel Menſch. Eine
Sekunde lang wirbelte ſein Bart und ſein Curban über den
wütenden Händen, die ihn gepackt hielten, hin und her zerrten
und dann zur Erde ſchleuderten.
„Hund von einem Ungläubigen!” kreiſchte ein junger Burſche.
Sein Mund ſchäumte, heulend folgte ihm die Menge. Jaſt ſchien
es, als ob ſogar die Steine der Häuſer die furchtbaren
Verwün=
ſchungen wiederholten.
Einige Meter entfernt ſtand ein hölzerner Wegweiſer.
Dort=
hin drängte der Mob. Aber es dauerte eine oder zwei Minuten,
bevor ich verſtand, was da vor ſich ging. Die flackernden Fackeln
verliehen der Szene etwas Unwirkliches, und es ſchien mir, als
drehe ſich die Menge kreiſchend um ein Ding, das einem Galgen
verteufelt ähnlich ſah. Der Arm des Pfoſtens war ſchwarz gegen
die lodernden Fackeln ausgeſtreckt. Ich ſah, daß etwas wie
eine Schlange über ihn glitt.
Dann ein noch wilderer Schrei aus dem Herzen des Mobs.
Es war, als werde eine menſchliche Geſtalt aus dem Maul einer
rieſigen Beſtie ausgeſpien. Eine Sekunde lang ſah ich ſchäbige
Kleider, gebundene Glieder über einer Maſſe nach oben
gewen=
deter Geſichter ſchweben. Jetzt verſtand ich. Mit meinen bloßen
Händen ſchlug ich die Scheiben des Fenſters ein. Flüche und
Ge=
bete ſchrie ich hinaus, aber ſie gingen unter in dem teufliſchen
Chor der heiſeren Stimmen. Ich rüttelte an dem Fenſtergitter
— zerrte an den Siegelſteinen, die nicht nachgaben. Ich vergaß,
daß ich mich im Dunkeln, außerhalb des Fackelſcheines befand.
Nach einem furchtbaren Stoß ſchwankte das Menſchenbündel
gleich einer an einem Seil tanzenden Puppe.
Schließlich muß ich wohl eingeſchlafen ſein. Meine Schultern
lehnten am Bettrand, ein Ciſchtuch war um meine Knie ge=
ſchlungen. Ich erinnere mich an nichts mehr, bis endlich die
Morgendämmerung bleich durch die zerbrochenen Senſterſcheiben
ſchimmerte und ich merkte, daß draußen alles ſtill war.
Es klopfte an die Cür, und eine kühle Stimme bemerkte:
„Ich nehme an, daß Sie ein wenig Kaffee wünſchen. Das Hotel
iſt heute morgen noch ziemlich in Unordnung.”
„In Unordnung?” ſtotterte ich, während ich aufſchloß. „Ja,
iſt überhaupt jemand am Leben geblieben?”
Der Spezialkorreſpondent lächelte. Wozu die Aufregung?
Selbſtverſtändlich ſind alle am Leben geblieben, mit Ausnahme
eines elenden Wucherers, den die Leute im begreiflichen Wunſch,
etwas von ihrem Eigentum zurückzubekommen, aufgehängt
haben."
Ich erſchauerte dei der Erinnerung an die Schreckniſſe der
vergangenen Nacht. „Aber das Maſſaker. . . ich verſtehe
nicht.
„Es gab ſa gar kein Maſſaker. Mondfinſternis war, und die
Araber dachten, ein Walfiſch wollte den Mond freſſen.‟ Der
Geſichtsausdruck des Journaliſten war ziemlich zuniſch.
Ich war ſo benommen, daß ich nicht ſprechen konnte. Dann
fuhr Marſhall, einen friſchen Cintenfleck vom Finger reibend,
fort:
„Die ganze Stadt ertrank in einem Nauſch von Nadau. Sie
haben Munition für ſechs Monate auf den Mondſchatten
ver=
ſchoſſen. Ein paar Kugeln haben ſich verirrt, aber keinen
Scha=
den angerichtet. Und vielleicht, ſehen Sie, iſt der Walfiſch
ge=
tötet worden, denn der Mond ſchien dann wieder, heil und
geſund.”
Niemand iſt zu Schaden gekommen?” wiederholte ich wie
ein Papagei, meine Augen ſtarr auf den Cintenfleck gerichtet,
denn ich wollte gern wiſſen, wieviel Papier ein „Augenzeuge‟
vollgeſchrieben hatte, bevor er die Urſache des nächtlichen
Auf=
ruhrs entdeckte.
„Niemand. Außer dem Wucherer, der ſich den Strick ſicher
redlich verdient hat.”
(Autoriſierte Ueberſetzung von Karl Fiſcher.)
Ein Millionär verliert ein
Sweimarkſtück.
Von Hermann Linden.
An dieſem Abend erlebte der Millionär eine kummervolle
Stunde.
Sein erſter Kummer war ich.
Daran aber war er ſelbſt ſchuld. Ich hatte ihn gar nicht
be=
merkt, als ich durch das Café ging; er ſandte einen Kellner hinter
mir her.
Da er ein Millionär iſt, gehört er zu ſenen Bekannten, die
man ſelten ſieht. Wenn die Menſchen Milionäre geworden ſind,
machen ſie ſich rar.
Ich ſetzte mich alſo zu ihm und betrachtete ihn genau. Da
er erſt ſeit einem Jahr ein Millionär iſt, ſeitdem er die
Ameri=
kanerin mit den reichen Schwiegereltern geheiratet hat, iſt er
noch etwas intereſſant.
Breit und blond ſitzt er da, der Geſellſchaftsarzt, eine
rubin=
rote Nelke im Knopfloch, immerfort lachen ſeine ſtarken Sähne.
Er redet etwas verworren heute abend. Da er mich einlud und
mich fragte, was ich zu nehmen gedenke, nahm ich die Karte zur
Hand und ſagte ihm, daß ich meine Beſtellung natürlich dem
Nang meines Gaſtgebers gemäß einſtellen würde. Mein Auge
lief den Preiskurant entlang, ohne auf die Namen zu ſehen, nur
die Siffern kamen in Betracht, und von ihnen ſchließlich allein
die höchſte. Ich beſtellte alſo den teuerſten Coctail, den das Lokal
ausſchenkte.
Die Miene des Millionärs wurde ernſt. Er wäre bereit,
ſagte er, ohne lich ſeiner merkwürdigen Formulierung bewußt zu
werden, das Geld auszugeben, nur meinte er, es wäre doch beſſer,
dafür etwas zu eſſen. Ich mußte ihn daher darauf aufmerklam
machen, daß ich nicht die Abſicht hätte, mich von ihm ernähren
zu laſſen — für gute, erleſene Coctails dagegen wäre ich immer
zu haben.
Er war vorher nicht allein geweſen, ein älterer Herr ſaß
noch neben ihm; wir ſprachen über ruſſiſche Dinge. Da der
Mil=
lionär einmal in einem jüngeren Jahren Militärarzt in St.
Pe=
tersburg geweſen war und das Wolgalied eigenhändig jeden
Sonntagabend ſeiner Frau auf der Violine vorſpielte, war er
ohne Sweifel unter uns drei die kompetenteſte Perſönlichkeit in
ruſſiſchen Angelegenheiten. Unterdes laugte ich meinen Coctail aus.
Eine Viertelſtunde vor zehn iſt es loeben. Der Millionär
muß aufbrechen; jeden Abend punkt zehn Uhr erwartet ihn ſeine
Frau. Er holte eine Anzahl Silberſtücke aus der Hoſentaſche,
um ſeinen Kaffee und meinen Coctail zu bezahlen, da widerfährt
ihm das zweite, geringere, dennoch folgenſchwerere Pech dieſer
Stunde.
Ein Sweimarkſtück fällt ihm aus der Hand in die Sofaritze
hinein. Fatalerweiſe iſt das Café ſo voll, daß man nicht einfach
ein halbes Dutzend Kellner abkommandieren kann, um die Sofas
auseinander zu rücken, damit der Millionär wieder zu ſeinem
Sweimarkſtück kommt.
Vorläufig iſt es verloren.
Ein Millionär hat ein Sweimarkſtück verloren! Huch —
wagt es die übrige Welt noch, ſich weiter zu bewegen?
Sieberhafte Cätigkeit der Millionärhände beginnt.
Er ſucht ſein verlorenes Sweimarkſtück, wenn er es nicht
findet, iſt ſeine nächſte Nacht ohne Schlaf.
Alles, was umherliegt, wird benutzt, Meſſer, Gabeln, Stöcke.
Das Silberſtück iſt ein reizendes Ding; es kriecht immer weiter
von den ſuchenden Millionärhänden weg ins Anauffindbare.
Die Millionärhände aber ſuchen nicht allein. Die ganze
Um=
gebung hilft, außer mir. Drei Gäſte, zu denen ſich drei Kellner
geſellen, deren Eifer mit Necht jedoch nicht der größte iſt, denn
ſie wiſſen, daß der Verluſt keinen Armen trifft. Man verſucht,
die Sofas ſo weit auseinander zu rücken, als es geht. Der
her=
beigerufene Geſchäftsführer gibt Natſchläge, denn der Millionär
iſt ein Stammgaſt. Alles umſonſt. Das Geldſtück iſt unauffindbar.
Da vollführt der ältere Herr einen taktvollen Crick. Er verſucht
ein Sweimarkſtück von ſich als das verlorene auszugeben, damit
die komiſche Szene ihr Ende hat, macht es aber ſo ungeſchickt, daß
der Millionär es merkt, und das iſt ſchließlich für ihn lelbſt zu
ſtark. Dennoch lucht er weiter.
Ich kann das nicht mehr mit anſehen.
Ich gehe fort, um mich in die geiſtigen Ciefen von zwei
Dutzend Zeitungen zu ſtürzen.
Nach zehn Minuten komme ich wieder.
Ausgearbeitet, wie ſelten in der letzten Seit, ſitzt der
Mil=
lionär auf dem Sofa... Sein blondes Haar iſt zerzauſt und
hängt ihm über die Stirne.
Er hat es nicht gefunden.
Neizendes Silberſtück, wie gut haſt du das gemacht.
Ein Flieger könnte der Herr nicht werden, meint eine Dame,
dazu wäre er zu leicht erregbar. Wie recht ſie hat.
Inzwiſchen iſt es ein Viertel nach zehn geworden.
Der Millionär zahlt aus ſeinem übrigen Silberſchatz. Er
vergißt nicht, den Geſchäftsführer energiſch aufmerkſam zu
machen, daß er am nächſten Cage extra hereinkommt, um ſich das
verlorene Sweimarkſtück abzuholen. Der Geſchäftsführer
hin=
gegen vergißt nicht, ſich bis ans Knie zu verbeugen und zu
flüſtern: „Aber ſelbſtverſtändlich, Herr Doktor!”
Ich vergeſſe nicht ein mattes Lächeln, obwohl ich viel
wüten-
der bin.
Haſtig erhebt ſich der ſchwer Geſchädigte, ich helfe ihm noch in
leinen dicken Pelzmantel, davon geht er, ohne daran zu denken,
ſich von mir zu verabſchieden. Das iſt ſonſt nicht ſeine Art; denn
er iſt im allgemeinen ein ganz liebenswürdiger Menſch, der immer
ſehr höflich iſt.
Aber in dieſer Stunde hatte ſich das Spiel gedreht; ſonſt iſt
er derſenige, der das Geld hat, in dieſer Stunde aber hatte das
Geld ihn. Und es war doch nur ſo ein kleines, geringwertiges
Sweimarkſtück. Aber es war eben unproduktiv davongeſprungenes
Geld. Das kann ein Menſch wie dieſer nicht ausſtehen.
Als ich am nächſten Cag in das Café kam, ſagte mir der
Geſchäftsführer, daß der Herr Doktor ſchon mittags dageweſen
lei und nach dem Sweimarkſtück gefragt habe. „Zum
Donner=
wetter,” lagte ich, „man hat es doch hoffentlich nicht gefunden!”
„Aber natürlich hat man es gefunden!” erwiderte der Mann
erſtaunt, „was glauben Sie, was der Herr Doktor mit uns
an=
geſtellt hätte, wenn wir es nicht gefunden hätten!”
Ich nehme alle lobenden Adjektive zurück, die ich im Laufe
dieſer Erzählung auf das Sweimarkſtück gehäuft habe — es iſt
nunmehr zu ſagen, daß es ein dummes, verdammtes
Sweimark=
ſtück war, weil es ſich wiederfinden ließ. Warum löſte es ſich
nicht in Wohlgefallen auf2
Muſſolinis Barbier.
Ein Interview von Walther Niſſen.
(Copyright by Ernſt Angel Verlag Berlin=Charl. 9.)
Neulich, als ich wieder einmal in Italien war, hatte ich durch
Vermittlung einflußreicher Bekannter Gelegenheit — zwar nicht
mit Muſſolini ſelbſt, aber mit ſeinem Barbier, Signor Rolſi,
zu=
lammenzutreffen.
Es entſpann ſich zwiſchen uns folgendes Geſpräch:
„Wie lange kennen Sie den Duce, Signor Roſſi?”
„Seit 26 Jahren. Es war um die Jahrhundertwende. Er
trat eines Morgens in den Laden, in welchem ich damals
Ge=
hile war.”
„Wie war Ihnen zumute?"
„Danke, ſehr gut. Was wollen Sie — ich war ein junger
Burſche, war, ohne Uebertreibung, ein hübſcher Kerl. Gebürtig
aus Peſaro, war ich zum erſten Male nach Nom gekommen,
an=
gelockt durch die Schönheit der antiken Cempel, die
unvergleich=
liche Erhabenheit Sankt Peters..."
„Bravo. Aber Sie begreifen doch hoffentlich, daß Uhr Leben
erſt in dem Augenblick begann, in welchem Muſſolini in Ihren
Laden trat!. Wie war der Eindruck, Herr, der Eindruck . . .!?*
„Sicherlich kann der Eindruck, den ich auf Muſſolini machte,
nicht ſchlecht geweſen ſein. Denn, obwohl mein Kollege, Carlo
Pecci, ebenfalls frei war, trat er auf mich zu und ſagte:
Na=
ſieren, bitte!”
„Nun?!”
„Darauf raſierte ich ihn. Und ſeitdem tat ich das 26 Jahre
lang täglich. Mein Gott, was iſt alles in dieſer langen Seit ge=
„Ausgezeichnet. Aber..."
„Hübſcher Burſche der man war, und Friſeurgehilfe dazu —
man fragte damals nicht lange, Herr.”
„Gut. Aber der Duce, der Ducel Wurde denn nicht Ihr
Verhältnis zu ihm mit den Jahren vertrauter?”
„Sehr vertraut, Herr. Später, als er ſich nur noch in ſeiner
Wohnung raſieren ließ, brauchte ich nicht einmal mehr
anzu=
klopfen. Er nannte mich kurz Domenico, und ich ſagte zu ihm
Signor Benito.”
„Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir Einzelheiten,
per=
lönliche Dinge..."
„Perſönliches! Gernel Ich verliebt mich alſo in Giulia
Fazoletti, meine ſpätere Frau, die in ſeiner Familie
Stuben=
mädchen war. Sie werden mir vielleicht nicht glauben, Herr,
wenn ich Ihnen ſage, daß ich mich ohne Muſſolini mit Gina
Se=
ganti verheiratet hätte, die beſtimmt nichts weiter war als eine
ſchöne Verführerin...!"
„Ueber Ihr Leben bin ich nun ausreichend orientiert, Herr
Voſſi. Nebenher interelſiere ich mich aber auch ein bißchen für
Muſſolini. Wenn Sie ſein Vertrauter waren, ſo wird doch
zwiſchen Ihnen beiden ab und zu von wichtigen Dingen die Nede
geweſen ſein, von entſcheidenden Ereigniſſen..."
„Gewiß, gewiß. .."
„Albo. 7.774
„Einmal . . . es war in den erſten Cagen des Weltkrieges . . .*
„Des Weltkriegesl!”
„Es war — ich erimnere mich wie heute — eine
unerträg=
liche Hitze..
„Hitze. Weiter .. .!"
„Ich hatte einen Furunkel am Halſe..."
„Weiter!. Weiter!”
„.. und ſagte zu Muſſolini: „Signor Benito, Sie fangenz
weiß Gott an, eine Glatze zu bekommen!”
„Herr Noſſil Lieber Herr Noſſi!. Nicht auf das, was Sie
zu Muſſolini geſagt haben, kommt es mir im Augenblick an,
ſondern auf das, was Muſſolini zu Ihnen geſagt hat.”
„Der Duce zu mir?!”
„Der Duce zu Ihnen!!”
„Ja, mein Gott, Herr — in den ganzen 26 Jahren hat der
Duce auch nicht ein einziges Wort zu mir geſprochenl... Halt
— doch!”
„Ahal”
„Als ich ihn einmal ins Kinn ſchnitt, ſagte er: Brutta
bestia!, Verdammter Lümmel!”
„So. Und kein Wort über die Sukunft Italiens, Herr, die
Sukunft der Welt?”
„Es war ein ſchrecklicher Augenblick für mich, Herr, zu
ſehen, wie dieſem bedeutenden Manne das Blut über die Haut
rann. Werden Sie es mir glauben, daß ich an jenem Cage kein
Mittagbrot eſſen konte?”
„Jetzt übertreiben Sie.”
„Ich übertreibe nicht, ſo wahr ich hier vor Ihnen ſtehe. Und
noch dazu — wiſſen Sie, was es damals bei uns zum
Mittag=
brot gab . .74
„Was denn, um Gottes Willen?”
„Mein Leibgericht: Gemiſchte Bratfiſche...!"
Ich drückte Herrn Rolſi die Hand und dachte im Weggehenk
Vielleicht iſt es auch wirklich unbillig, von jemanden zu
ver=
langen, er ſolle ſich ſelbſt weniger wichtig nehmen, als einen
andern Menſchen, und hieße er ſelbſt Benito Muſſolini!
Nummer 313.
Aufgabe 451.
Ladeslav Knotek in Berlin.
(2. Preis im Problemturnier des Weltſchachbundes 192798.)
a b
d
Weiß zieht und ſetzt in drei Bigen mat.
Prüfſtellung: Weiß: Kb8 De8 Te2 Lf6 g8 Se8 (6):
Schwarz: Kes Dh3 Lh5 Sa1 f7 Bb4 bTas st (o); 9R.
Aufgabe 452.
A. Munck.
(Tidſkrift for Skak, 1901.)
Beiß: Kat T44 La1 Ses 18 B12 k7 7):
Schwarz: Ke5 Dg5 B:5 (s).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 442—444.
442. Dr. D. Trinks. 1. Pr. im Thematurn. des „Chemn. Tagebl.‟ 1927. (Kh2
Tei h8 Lgs gr 8b2 er Bb4 e3 h.4; K14 D45 Tb6 b8 La3 u6 Sa8 Bes
o4 a5 15 h7; 44.) 1. Kh2—h3! Da5 2. Bb5 D:b5 3. Tf1x; 1. .. . b42
2.5434 D:43 3Uktt i1.DasaBet Dietzinktk72.Die42. Sa5t 71.,
Dbs 2. 8e4 D(k):e4; 8.... Dd1 3.,545+:) 1.. .. D47 2.748 D:46 3. UhG+=
2... . Pid6 3. 505.4: 1.. . Da8 2. Peß Dieß 3. Ih6ti 1. ..Des 2.weg
D:a6 3.Lh6+. Um den Fluchtpunkt a5 mit dem 4. Zug zu gewinnen, geſchieht jedesmal
im 2. Zug ein Opfer auf dem Schnittpunkt und im 8. die Ablenkung. So kommen
7 Plachuttaſpiele zuſtande.
443. L. Schor, 1. Pr. i. intern. Dreizügerturn. geeskemet 1927. (Rhs Dh1
T:7 L48 Ses e5 Bb2 o4 12 g2 h6: Kd4 Dh7 Ib4 Les 8h2 h4 Beß g6
g1: 34.) 1. Dh1—a11 droht 2. Da7t. 3. Dibötk. 1. .. . Ja4 2. Tf4 ub5
(L.d1, Tib2) 3. Da7 (D:d1. 8e2/tt: 1.... Ta4 2. De1; 1.... Tib? 2. 8b5.41
Kie4 3. Da84: 1. .. Tb7 2. P.b7. „Eine großzügige ſtrategiſche Aufgabe, das
organiſche Zuſammenſchmelzen der zwei fruchtbarſten Gedanken der Problemhunſt: der
indiſchen und römiſchen Fbee, führt zum glänzenden Hauptſpiel. (Preisrichter Dr. Ebertsz.)
444. G. Guibdelli. 1. Pr., Good Companion, 1917. (Kg1 De4 Ta5 g6 Ib4
Se2 a3; Ke5 Da8 Le7 h5 Sb5 45 Be3 a6 g4: 2tt.) 1. Se2—g3: 8d4, 46,
Sf4, f6 2. D:e7, L.: e3, D:e3, Tg5c. Die wundervolle Aufgabe zeigt auf den
Diagonalen des ſchw. K vier Selbſtblocks durch die 8. wobei in drei Spielen das
Matt mit Habfeſſlung erfolgt.
Schachnachrichten. Am 22. Mai verſtarb der bekannte Schachſpieler
Dr. Hartlaub. Die deutſche Schachwelt verliert in ihm einen ihrer
ſtärkſten und genialſten Amateurſpieler. Auch auf dem Gebiete des
Problemweſens hat ſich Dr. Hartlaub hervorgetan. Wir nehmen
An=
laß, auf ſeine einzige Veröffentlichung, enthaltend Partien, Aufgaben
und Endſpiele, empfehlend hinzuweiſen: Friedrich Michel: Dr.
Hark=
laubs Glanzpartien (geheftet 3 Mk.), zu beziehen durch den
Schach=
verlag Hens Hedewigs Nachfolger Curt Ronniger, Leipzig C. 1,.
Per=
thesſtraße 10.
Vöſerliſte: Franz Buchty in Mainz (alle); Georg Peter (444).
Reiſenden=Witz.
„Heute habe ich Maier getroffen.”
„Was hat er geſagt?”
„6 1223 9 1 — 1110 — 4510 — 719 — 111126u u
19329
Schlüſſelwvörter: 1 2 3 4 56 Vogel, 7 8 9 Tugend 10 11 1 1
Natzurerſcheinung.
Carl Deubel.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 20 und 21.
Silbenrätfel.
1 Gſtomihi, 2 Italien, 3 Nonne. 4 Eidam, 5 Mammut, 6 Tokater,
7 Reſeda, 8 Aargau, 9 Undine, 10 Ediſon. 11 Nurmi, 12 Jlhs, 13 Spinat,
14 Taifun, 15 Gummi, 16 Eppich, 17 Norbert, 18 Undank, 19 General,
20 Kanu, 21 Eſſig. Der Spruch lautet: Einem trauen iſt genug, keinem
trauen iſt nicht klug.
Magiſches Quadrat.
CA NO VA
N0 BI LB
vA LB RIB
Silbenrätſel.
1 Leſſing, 2 Uniform 3 Sumatra, 4 Theoderich, 5 Univerſität,
6 Nimrod. 7 Dementi, 8 Bronze, 9 Erasmus, 10 Sakrament, 11
Che=
breau, 12 Alkoven, 13 Erhard, 14 Fregatte, 15 Tizian, 16 Frak,
17 Glogau, 18 Ulſter, 19 Nichtsnutz. Der Spruch lautet: Luſt und
Be=
ſchäftiguno macht die Stunden kurz.
Druck. Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H Nette, Darmſtadt, Fernſpr. 1, 2389— 2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verboten.
[ ← ][ ][ → ] Ich hab mer ſo in de letzte Woche als emol den Spaß
er=
laabt, un hab den, odder jenen gefrogt: „Abbrobo, was halte
Sie bun dare Barieſer Kunnſerenz?” — Elf vun zehe hawwe
mich dodruffhie im erſte Moment a geguckt, wie e Kuh e nei
Scheierdor, hawwe dann nooch=ere Weil gedankedief ihr mehr
odder wenicher waddierde Axet gezuckt un hawwe dann brofee=
Sif gemaant: „Hm . . . . tja . . . .!" — un hawwe raſch vun was
annerm ageſange. — Nor ganz weniche warn ſo ehrlich, zu
fage, ſie hedde zu dem Blummeorahgel kaa Verdraue mehr; un
die haode net ganz unrecht mit dem Verglich, indem daß ſich
dad=
ſächlich die Kunnferenz in de letzte Woche zu de reinſte
Magge=
riddezobblerei ausgewaxe hott: „s wärd — s wärd nig — s
wärd, — s wärd nix, — 8 wärd — 8 wärd nix” . . . .
unſo=
weider ätzäddera pepe. — Middlererweil hott jo aach de Herr
Dockter Vögler als erſter die Maggariddezobblerei uffgeſteckt,
hott ſei Köfferche genumme, un hott ſich kaltlächelnd mit m
Auguſt vun Saxe ſeine Abdankungsdewies vun dene Herrſchafte
verabſchied . .
Un grad äwe, wo ich mei Bedrachdunge driwwer mach, läs
ich zufellicherweis, daß aach de Herr Dooder Schacht ſein
Räje=
ſcharm gepaut hott, un is uff e paar Dag nooch Wärſailes in
Erhohlung gefahrn. Ausgerachent nooch Wärſailes! — Wie die
Sacyh ſteht, wann am Sunndag mei Bedrachſdunge vun aller Welt
getaſe wärrn, däß wiſſe die Gedder . . ..
Jedenfaus, ſoviel is ſicher, ich for mei Perſon hab zu
Kunn=
ferenze kaan richdſiche Mumm mehr, dann bis dado ſin ſe noch
allni nanner ausgange, wies Hornbärjer Schieße; wenichſtens
for uns. Un nooch jeder Kunnferenz bleiwe mer gliclich un
pinktlich in de gleiche Brädullje wie vorher, un dreiwe die
Bolle=
dick der guden Hoffnung weider, indem daß mir uff e
wunner=
barlich Wendung zum Beſſere hoffe, un uns e ſchenner Zukumft,
wann aach net grad „herrliche” Zeide, ſo doch wenichſtens e ganz
klag bische beſſere Zeide broffezeie loſſe.
No un daß därf mer jo heit ſage, ohne daß mer ſich was
vergibbt, un ohne daß mer ſich däßwacche iwwer die Axel a gucke
loſſe muß, nemlich die Zeide ſin doch langſam un zuſähens
wid=
der beſſer worrn, vun zallorie waaß mer faſt nix mehr, un mit
de Viddamiene is es bloß noch halb ſo wild. Sogar die
Roh=
koſt, for die ich mich eichentlich nie ſo recht erwärme konnt, un
die wo e zeitlang als die allein ſeelichmachende gegolde hott,
die hott langſam abfloriert, un anſtatts e Hond voll geriwwene
rohe Gääleriwwe un Kollrawe därf mer jetzt widder e Schüſſel
voll griene Salad fuddern mit=eme Koddladd, odder ſunſt was
Flaaſchernem; ſo man hat.
Korzum, s Mobbliche is widder Drumb, un e paar
Grieb=
cher in de Backe odder ſunſt wo, ſin ſozuſage heit die große
Mode. Un unſeraaner, wo vun Nadur aus e bische
ſchwabbe=
lich veralagt is, un wo ſich die letzte Johry her eichendlich
immer e bische hott ſchenniern miſſe, weil mer in ſo=ere
un=
modärne Fiſchur erum geloffe is, der kaun ſich heit uff jeder
beſſere Modeſchau ſähe loſſe, ſozuſage als Nuwodee, als „letzte
Neiheit”
No ich hab jo vun allem Afang a' uff den iwwerickſe Drill
nix gäwwe, vun wääche dem „vollmager”. Ich hab mich
däß=
halb aach gornet abgerackert, ſundern hab mir geſagt „Eß gut,
un bleib wie de biſt!” — Un ich bin drum heit dene
gääche=
niwwer im Vordaal, die wo jetzt, anſtatts Ziddrohne luddſche,
Banane in ſich enei mammſche miſſe, un miſſe, anſtatts
End=
fäddungsp lle — „Aſatztiechelcher” ſchlucke, damit ſe widder e
bische e Aſähens krieje.
Däß is freilich bei Verſchiedene net ganz ſo ei fach, dann
die hadde ſich derart runner gewärtſchaft, daß ihr Juneres,
wann ſe vor aam hergange ſin, gerabbelt hott, wie en Sack voll
Gaaſehörner; ja mer hatt manchmal die Befärchdung, des ganze
rabbeldärre Geſtell rutſcht, wann=mer dewädder kimmt, in ſich
zuſamme wie e läſcher Zuwwer. Manche hawwe ſogar äxdra e
Broſch an de Bluſe drage müſſe, damit mer gewißt hott, was
hinne un vorne is.
No un die, wo die Zeit her ihrn heechſte Stolz enei geſetzt
hawwe, als Vochelſcheich in de Wäldgeſchicht erum zu laafe, die
miſſe ſich jetzt elend uff die Labbe ſetze, wann ſe däß widder
ei hole wolle. Mit ihrm mennliche un ennerſchiche
Geſichtsaus=
druck, den ſe dorch lauder Hungern un Entſagung in all dene
Kalloriejahrn mit Mieh un Not erreicht hawwe, kenne ſe heit
kaan Hund mehr hinnerm Owe erauslocke, odder vielmehr, kag
Mannsbild vor de Alldahr .. . . .
Freilich, un wann mer ſchun an de Mannsbilder ſin,
nem=
lich wer die kennt, der konnt ſich an de zehe Finger abklafiern,
daß dene die Hobbeſtangemode net lang behagt hott, die hawwe
ſchun immer fors Rundliche geſchwärmt. In meine Jugend hott
mer zu dem Zweck noch beſunners noochgeholfe un hott
äxdra die Kiddebarie erfunne, was nadierlich gach bloß en
immaſchinärer Begriff war, ooder e Vorſpiechelung falſcher
Tat=
fache. Un mit dem ſeegraſerne Erſatz kann mer heit kaam
Mannsbild mer kumme; ganz beſunners wo die Röck ſo ſchun ſo
korz ſin; däß war nor im Zeitalder vun de Schinkeärmel un de
Bäſemlitz meechlich .. . ."
Jetzt, was dhut mer net all, dene genußichtiche Mannsbilder
zulieb! — Dann do wolle mer uns doch emol nix weiß mache,
dene miſſe mer doch ſchließlich gefalle, ſunſt hott alles kaan
Zwäck, un des Läwe is a ſach net läwenswärt. Un drum haaßts
alſo jetzt: „Umſtelle!‟ Die Mannsbilder hawwe genug vun
däre neie Sachlichkeid, ſie wolle kaa Salzfäſſer mehr, ſundern
ſamft gepolſterte rundliche Schultern, wo ſe ihr miedes Haubt
hieleeche kenne. Un ſchließlich kann=mer ſen, hol mich de Deiwel,
aach net iwwel nemme: wann ſe uns Weibsleit ſchun ernehrn
ſolle, do wolle ſe doch aach ſähe, wo’s bleibt .. . ."
No, wann net alle Zeiche drieche, hawwe mer alſo den
gott=
ſträfliche Unſinn mit däre vernumftwiedriche Abnemmerei glicklich
iwwerſtanne, un wie geſagt, mer wärrn wenichſtens in däre
Beziehung widder „beſſere” Zeide endgääche geh, wann mer erſt
emol die Menſche net bloß ſchwätze, ſundern aach eſſe leßt,
wiein de Schnawwel gewaxe is.
Allerdings, gach beim Eſſe haaßts: Nor der Gehalt
machts! — Un wer demgemeß de greeßte Gehalt hott, der kann
am beſte läwe, un kann Flaaſchbrieh mit Bulljong drinbe, un
gereeſte Kaddoffel äſſe mit Pommfridd dezu. Awwer, grad
be=
dräffs vum Gehalt, wann mer do die Leit ſo heert, do hott
im=
mer aaner wenicher, wie de anner, un es langt hinne net, un
vorne net. Alles jammert, mer hett kaa Geld, un mer dreeſt ſich
in ſei. Elend mit Bockbier, un zwar ſo ausgiewich, daß mer
glaawe kennt, der Jammer weer echt. Mich wunnerts bloß, daß
net gach unſer Stadtverwaldung die Geläächenheit un’s Glas
ergriffe hott, un hott ihrn Jammer iwwer ihr Deffeſidd in
Bock=
bier erſäuft, valleicht hett ſe in ihre Bier=Seelichkeid de Himmel
voller Dauſendmackſchei' geſähe, un e Himmelſteier ei gefiehrt,
un uns net färchdich gemacht, mit däre Steier= un
Gebiehrn=
erheehung.
Un ſo weern mer alſo widdermol glicklich an unſerm
ſtädt=
ſche Schmärzenskind am Deffeſifeſidd, däß wo alſo die Woch
for diß Johr, ’s Zeitliche geſäjend hott. Allerdings, vunere
erſtklaſſiſche Beerdichung kann=mer in dem Fall net mehr gud
redde; ’s war mehr e Leich dridder Klaß, mitm Armewage. Un
den „Schleierdanz”, den wo unſer Stadträt bei däre Beerdichung
uffgefiehrt hawwe, der is aach bloß halb un halb aus reiner”
Iwwerzeichung gedanzt worrn; s dicke End wärd noochkumme,
wann emol die „Schleier” falle, un ſie kumme mit de „nackte‟
Dadſache.
Jedenfalls awwer, däß muß unſerm neie Owwerowwer de
Neid loſſe: er hott in ſeine konnſilljande Weis widdermol de
Bock zwiſche de Hörner gekißt, daß es nor ſo e Art hatt; was=en
iwwrichens, bei ſeine altfrenkiſche Salzſtangefiſchur=Mode vun
vorgäſtern — ſiehe oben — weider’s net ſchwer gefalle is.
Ja, un in dare Beziehung mecht ich dann gleich den Wunſch
ausſpräche un mecht ſage, jetzt, wo es Gröbſte for diß Johr
iwwerſtanne is, ſoll er aach emol e bische an ſich denke. Dann,
offe rausgeſagt, mit däre Fiſchur kenne mern, wann jext
loid=
der die Fremde kumme, als Owwerowwver net gud erausſtelle;
— ei die glaawe jo am End, mir gebt’m net ſatt zu äſſe ... .."
Gott, ja — ſei Vorgenger war ja ſchließlich aach grad kaa
Ries; awwer immerhie, e bische beſſerer genehrt hott=er doch
ausgeſähe. Dohärngääche unſer Rudie, der ſieht waaß Gott, mit
ſeim aßkeddiſche Axtärrjeer eme Owwerowwer vun=ere
be=
deidende Haubt= un Reſchierungsſtadt wärtlich net ehnlich. Do
ſoll er ſich emol ſei Kolleeche vun de annern zwaa Brofinze
a=
gucke, den in Meenz un den in Gieße, däß ſin Kerl! — Jawoll,
der Külb un de Keller, die hawwe wenichſtens noch den gude
aldheſſiſche Owwerborjemaaſter=Blieh am Leib, die ſtelle was
vor, vun de Nas bis an die Knie.
Wie geſagt, mir geht’s wiem Julius Zäſah, der hatt’s aach
gärn mit de Diche zu dhu. Un ſo mecht ich hoffe, daß wann uns
unſer Rudie Mueller ’s nechſte Johr des „Juwiläums=
Deffeſiffe=
ſidd” vorreide dhut, daß er ſich mittlererweil e bische erausgemacht
hott, un erſcheint mit=eme zumftgemeeße „Juwiläums=
Schmeerbauch‟. Däß kann doch die Wäld net koſte? — Un e
klaa bische was muß doch geſchäfe; ſo arm ſin mer dann doch
net, daß ſich zu unſere Sexhunnerdjohrfeier unſer Owwerowwer
noch net emol en „Schmelzer” leiſte kennt ...
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Poſtſchkribbdimmlicherweis mecht
ich zu dere Edads=Regulierung noch ſage, daß mer ſich all den
Archer un die Uffreechung hett erſparn kenne, wann mer zeidich
uff die Wink, die wo ich en witm Scheierdor gäb, achte dhet.
Dann den „Kaiſerſchnitt”, den hab=ich=en ſchun jed Johr
emp=
fohle. Un unſer ſtadträdlicher Himmelsvadder hett wärklich net
ſo zu dhu brauche, als wann er „Sowas”, wie diß Johr, noch
net erläbt hett. — Zum Lache is es, wie ſe jetzt uff aamol all
vun dem Weikkeller abricke. Seid de Stabbeliſatzion, alſo ſeit
rund fimf Johr, babbel ich mer ſchun Franze ans Maul, wääche
dem Weikkeller — endlich hawwe ſe’s bedabbelt. — Dohärngääche
was ſe ſunſt noch all verzabbt hawwe, beiſpielsmeßig vum
Sparn, un iwwer’s Sparn — liewer Himmel, däß hab=ich=en
aach ſchun oft genuch vorgekaut. Jetzt dhun ſe, als weer die
Idee uff ihrm Miſt gewaxe.
Iwwrichens, ich hab mer ſage loſſe, die Stadtverwaldung
wollt, um den Weikeller ſo raſch wie weechlich zu Geld mache zu
kenne, kimfdich die Gehälder an ihr Biamte, vun de Amtmenner
uffwärts in „fliſſiſche Nadurahlje” ausbezahle. No däß is
e ſehr gud Idee, bloß muß ich verlange, daß der Wei dann aach
im Dienſt gedrunke muß wärrn, damit en die Biamte net
weider verkaafe, un Wucher demit dreiwe kenne . . . .
Ferner is mer geſagt worrn, daß die Stadträt, nooch däre
Edads=Obberatzion, doch net reſtlos glicklich gewäſe weern;
ver=
ſchiedene ſoll ſogar zum erſtemal de — „Abbedidd” vergange
ſei ..."
No, gut, wann ſe aach an dem ſtädtiſche „Edads=Liewesmahl”
kaa richdich Fidutz hatte, ſo lad ich ſe ei’ uff de nechſte Freidag
zu unſerm Darmſtädter Familljedag im Klaane Haus;
es gibt uff allgemeine Wunſch widdermal de „Datterich”.
Do kenne ſe ſich wenichſtens emol widder richdich auslache; un
däß dhut’n waaß Gott needich, dene Grieskremer.
Der zeitgemäße Haushalt.
Die Auffriſchung verregneter Sommerhüte
iſt ſehr leicht vorzunehmen, wenn ſie gleich im noch
feuchten Zuſtand entſprechend behandelt werden. So ſollte jede
Trägerin vor allem dafür Sorge tragen, daß farbige durchnäßte
Blumen nicht auf weiße oder farbige Hüte abfärben können. Das
verhütet ſie dadurch, daß ſie ringsum unter die Blüten ſchmale
Streifen von mehrfach zuſammengelegtem Zeitungspapier ſchiebt,
das ja überall erhältlich iſt. Dieſes ſaugt die Näſſe auf und wird
daheim ſofort entfernt, nachdem der Hut mit der Oeffnung nach
oben an einem eingeſteckten Hutband möglichſt freiſchwebend
auf=
gehängt wurde. Nun werden Blumen, Bänder, Spitzen wieder
ſorgſam aufgezupft, Bandſchleifen dabei durch ſchmale
eingeſcho=
bene Streifen von zerſchnittenen Poſtkarten oder ſteifem Papier
geſtützt und der Hut zum Trocknen ſich ſelbſt überlaſſen. Er ſieht
dann meiſt wieder wie neu aus, vorausgeſetzt, daß auch die Form
im feuchten Zuſtande wieder geformt und evtl. gebügelt wurde.
Die tägliche Lüftung des Schlafzimmers.
Ob=
gleich ſie eine unbedingte Notwendigkeit iſt, namentlich dort, wo
kleiner Kinder wegen bei geſchloſſenem Fenſter geſchlafen werden
muß, wird ſie doch ſehr oft zu oberflächlich vorgenommen. Es
genügt nicht, den Schlafraum nur kurze Zeit zu lüften, ſondern
man ſollte für völlige Lufterneuerung in ihm Sorge tragen. Dieſe
iſt am beſten durch gründlichen Gegenzug zu bewerkſtelligen. Kann
dieſer wegen ungünſtiger Lage des Raumes nicht erfolgen, dann
ſollte ftändig die Aſchentür des Ofens ein wenig geöffnet bleiben,
wodurch fortwährend leiſer Abzug ſchlechter Luft durch den Ofen
erfolgt, zumal, wenn dann und wann die Fenſter bei völlig
ge=
öffneter Ofentür offen gehalten werden. Um die erneuerte
Schlaf=
ſtubenluft nicht wieder von neuem zu verunreinigen, ſollte
niemals gebrauchte Wäſche, vor allem keine
Schnupfentaſchen=
tücher, darin aufbewahrt werden. Steht zur Aufnahme derſelben
kein Bodenraum zur Verfügung, dann ſollte ſie in einem im
Winter nicht bewohnten Nebengelaß auf ausgeſpannten Leinen
bei ſtändig geöffnetem Fenſter freihängend bis zur nächſten Wäſche
Aufnahme finden. Dabei ſollte aber die geſamte Gebrauchswäſche
Erkrankter, und ſeien ſie auch nur mit leichtem Katarrh behaftet
geweſen, ſtets zuvor in Bleichſodawaſſer eingeweicht und erſt am
anderen Tage aus dieſem herausgewaſchen, nochmals heiß und
kalt geſpült und dann erſt zum Trocknen und Aufbewahren
auf=
gehängt werden. Kinderbettchen und =einlagen ſollten des öfteren
gründlich gelüftet, geſonnt und evtl. naß gereinigt werden. HI.
Azaleen von neuem zur Blüte zubringen.
Zu=
nächſt ſtelle man ſie nach dem Abblühen ziemlich kühl, aber recht
ins Licht. Junge Triebe, die die ſchöne Buſchform verändern,
ſtutze man etwas, halte aber immer die Pflanze gleichmäßig
feucht, ohne ſie zu übergießen. Iſt der Topf völlig durchwurzelt,
was man durch vorſichtiges Herausnehmen des Ballens feſtſtellen
kann, ſo entferne man nur die äußere Erde und ſetze ſie in
Heide=
oder Moorerde, welche man mit Hornſpänen miſcht. Ende Mai
verſenke man die Töpfe am beſten zur Hälfte in Erde, wobei man
auch breite Balkon= oder Fenſterkäſten verwenden kann, doch
gewähre man ihnen die Wohltat des Schattens. Erſt Ende Juni
ſetze man die Azalee allmählich der Sonne aus und beginne, ſie
wöchentlich einmal mit Dung von Hornſpänen zu gießen.
Wer=
den ſie dann im Herbſt ins Heim gebracht, dann ſtellt man ſie
tunlichſt kühl, bis ſie volle Knoſpen zeigen, dann bringe man ſie
in einen warmen Raum und beſpritzt ſie einen Tag um den
an=
deren lauwarm.
L. H.
Kartoffelſchaum mit Parmeſankäſe. Mehlige
gekochte Kartoffeln werden ſchaumig gerührt und mit halb Milch,
halb ſüßer Sahne gerührt. Kurz vor dem Anrichten füge man
zwei Taſſen geriebenen Parmeſankäſe ſowie einen Eßlöffel friſche
oder gebräunte Butter hinzu und häufe den Kartoffelſchaum
bergartig auf flacher Schüſſel an. Paſſende Fleiſchbeilagen:
Kotteletts, Bratwurſt, gebackene Leber oder Gehirn.
Sauerm ilchkrapfen (Schmalzgebäck): Eine Taſſe dicke
Milch mit Sahne verrühre man mit einem Päckchen Vanillezucker,
einer Eßlöffel Süßſtofflöſung, einem halben Teelöffel Backpulver
und ſoviel Mehl, daß ein ſteifer Kloßteig entſteht, von dem man mit
einem Teelöffel kleine Krapfen in ſiedendes Backfett abſticht.
Hell=
gelb gebacken, pudere man ſie mit Puderzucker. Man kann die
Krapfen auch aus ſolcher Milch bereiten, die beim Kochen
ge=
ronnen iſt.
Feiner Käſe=Auflauf. Fünf Eigelb verrühre man
mit fünf Eßlöffel geriebenem Schweizerkäſe, 1 Taſſe Milch, einer
halbe Taſſe ſüßer Sahne, drei Eßlöffel zerlaſſener Butter, Salz
halben Taſſe ſüßer Sahne, drei Eßlöffel zerlaſſener Butter, Salz
Sauermilchkrapfen (Schmalzgebäck): Eine Taſſe dicke
Ganze in eingefetteter Auflaufform.
Speiſen=Zettel:
Sonntag: Ochſenſchwanzſuppe. Wickelbraten. Grüner Salat.
Montag: Feiner Käſe=Auflauf. — Dienstag: Spinat
mit gebrat. Gehirn. — Mittwoch: Zwiebel=Hammelfleiſch. —
Donnerstag: Geſpicktes Rinderherz m. d. Reis. —
Frei=
tag: Goldbarſch mit Sardellenſoße. — Samstag:
Rhabarbergraupen.
„Ich ſah Ihre Frau geſtern auf der Straße; ſie hat mich aber
nicht erkannt.”
„Ja, ſie erzählte mir bereits davon.”
(„Buen Humor”.)
Seine Hoffnung. „Du wirſt immer unerträglicher”, ſagte die
Gat=
tin während eines ehelichen Zwiſtes. „Es wird bald unmöglich ſein,
mit dir zuſammen zu leben.” — „Wie bald?” antwortete er
erwar=
tungsvoll.
Anſpruchsvoll. Die Küchenfee kündigte. „Aber Minna,” ſagte die
Dame vovwurfsvoll, „Sie haben es doch bei uns ſo gut. Habe ich nicht
alles getan, um Ihnen das Leben angenehm zu machen und ſogar
Radio in die Küche legen laſſen?” — „Jawohl,” erwiderte Minna
zö=
gernd, „aber das iſt es ja gerade. Das Programm gefällt mir nicht!”
Man kann nie wiſſen. „Schreibt dir dein reicher junger Freund auch
richtige Liebesbriefe?” fragt das Yankee=Girl die Freundin. — „Das
kann ich noch nicht ſagen,” erwidert dieſe, „die Sache iſt noch nicht vor
Gericht gekommen.”
Schwarz=weiße Modelle.
Die ſchlichte Linie der neuen Kleider wird ſehr
oft durch ihre aparte Farbenzuſammenſtellung
unterſtützt, und vornehmlich aus intereſſanten
Kon=
traſten laſſen ſich Wirkungen von großer Eigenart
holen.
Da ſchwarz bekanntlich ſchon ſeit einiger Zeit
im Vordergrunde ſteht, liegt nichts näher als die
Zuſammenſtellung mit weiß, umſomehr, als ja
ſchwarz=weiß nicht nur kleidſam, ſondern auch
außerordentlich elegant iſt und für jede Tageszeit
und auch für jede Geſtalt in Frage kommt.
Man gibt dieſe Effekte nicht nur in Seide,
ſon=
dern auch in Stoff wieder, verwendet ſie alſo
eben=
ſo für die Trotteuraufmachung wie für die
nach=
mittägliche Garderobe, und ſogar dem Abendkleid
liegt oft die Idee der Schwarz=Weiß=Kombination
zugrunde.
Bei der Trotteurkleidung dürften ſich wohl die
geometriſch=ornamentierten Modelle ganz beſonders
in den Vordergrund ſtellen, denn die intereſſante,
lineare Zeichnung ſcheint für eine kontraſtreiche
Farbkompoſition geradezu vorherbeſtimmt zu ſein.
Daneben aber werden auch die Imprimés in
ſchwarz=weiß eine große Rolle ſpielen, denn ſie
ſind dekorativ und elegant und haben den Vorzug,
eine gewiſſe Neutralität zu wahren, deren man
niemals müde wird, was bei den farbenreichen
Muſtern natürlich leicht der Fall ſein kann.
Für den Abend kombiniert man gerne weiße
mit ſchwarzer Gaze oder helle Spitze mit dunkler
Seide.
Oft läßt ſich die Schwarz=Weiß=Wirkung auch
auf eine ganz primitve, aber darum ſehr kleidſame
Art erreichen, indem man ein dunkles Kleid mit
einer aparten weißen Kragen= und Manſchetten=
Garnitur verſieht, die entweder in Spitze oder in
Seide gearbeitet ſein kann, wie man ja gelegentlich
auch mit den ſchlichten, waſchbaren Piqus=
Garni=
turen, die einen ganz beſonderen Schick verraten
ausgezeichnete Effekte zu erzielen vermag. Daß
ſich die Schwarz=Weiß=Mode nicht nur auf das
Kleid beſchränkt, ſondern auch die Koſtüm= und
Complet=Idee erfaßt, iſt leicht verſtändlich, wenn man bedenkt,
welch’ wichtige Rolle den completartigen Schaffungen zugedacht
wurde.
Intereſſant iſt die Tatſache, daß man zu Schwarz=Weiß=
Kleidern niemals in der gleichen Farbenzuſammenſtellung
ge=
arbeitete Hüte trägt, ſondern ausnahmslos zu ſchwarzen Modellen
greift, um in die ganze Aufmachung einen Ruhepunkt zu bringen,
da ein ſchwarz=weißer Hut die Geſamtzuſammenſtellung nicht
för=
dern, ſondern beeinträchtigen würde.
Ueberhaupt erfordert eine richtige Schwarz=Weiß=Kombination
einen abſolut geſchulten Geſchmack, der Uebertreibungen vermeidet
und — wenn man ein Paradox anwenden will — Sinn für
„Harmonie der Kontraſte” bekundet.
Ein ſehr vornehmes Trotteurkleid haben wir im erſten Bilde
feſtgehalten; es ſetzt ſich aus einem geometriſch
ornamentierten ſchwarz=weißen Jumper und einem
ſchwarzen Rock zuſammen, bei dem die Innenſeiten
der Quetſchfalten weiß ausgeſchlagen ſind. Ein
halbbreiter ſchwarzer Hut iſt hier von eleganteſter
Wirkung. Gern ergänzt man ein ſolches Kleid
durch ein ſchwarzes Jäckchen zu einem entzückenden
Koſtüm=Complet.
Das Mittelbild führt eines der eleganten
Man=
telkleider vor Augen, die die neue Mode bekanntlich
in hohem Maße begünſtigt. Es kann ſowohl aus
Stoff wie aus Seide verfertigt werden, iſt ganz auf
die ſchlichte Note geſtellt, mit einem ſchmalen Gürtel
verſehen und in der Rockpartie leicht glockig. Den
lebhaften Akzent dieſes ſchwarzen Kleides
vermit=
telt eine ſchalartige weiße Garnitur, die den Hals
umſchließt und ſich ſeitlich in Form eines
verlän=
gerten Fiſchüs bis zum Rockrande fortſetzt.
Entzückend in ſeiner Art das weiß=ſchwarze
Imprimé=Complet. Man kann hier entweder ein
gemuſtertes Kleid mit einem ſchwarzen, mit dem
Imprimsmateriale gefütterten Mantel in
Verbin=
dung bringen oder aber — wie dies in unſerem
Bild gezeigt wird — das Kleid auf die Jumpernote
ſtellen, ſo zwar, daß der Faltenrock ſchwarz, der
Jumper aber gemuſtert und ſchwarz abgekantet iſt,
während die paletotartige Umhülle ſchwarz, aber
mit der Imprims=Seide eingefüttert iſt. Eine
eng=
anliegende ſchwarze Filzkappe iſt hier die geeignetſte
Kopfbedeckung. Der ſchwarz=weiß gemuſterte
Im=
primé=Schal iſt ſchick und fügt ſich der Aufmachung
in flotter Art ein.
Zwiſchen dem eleganten Nachmittagskleid und
dem abendlichen Modell macht die ſommerliche
Mode bekanntlich nur ſehr geringe Unterſchiede,
da man die Frage der Abendkleidung während
der warmen Jahreszeit nicht ſo ernſt nimmt wie
für die Winterſaiſon, weil man ja auch im Sommer
das ausgeſprochene Abendkleid viel weniger
aus=
zunützen vermag.
Ein Kompromiß ſcheint in dem aparten Modell
geſchloſſen, das wir als letzte Figur wiedergeben;
man hat es ſich entweder aus Georgette oder aus
Maroguin mit Spitze zuſammengeſtellt zu denken,
und zwar iſt der durch eine breite Gürtelpaſſe nach oben hin
ab=
geſchloſſene Rock in zwei Hohlfaltenſtufen geteilt, die ſehr apart
wirken. Das Oberteil bringt einen tiefen Sattel aus
naturfar=
bener Spitze, der auch in die langen engen Aermel übergeht.
Für den Nachmittag ſieht zu einem ſolchen Modelle ein ſchwarzer
Roßhaar= oder Strohhut mit transparenter Kante am beſten
aus.
Willy Ungar.
Was man am Rennplatze trägt.
Die großen Rennen haben begonnen und jede dieſer
Ver=
anſtaltungen bietet nicht nur ſportliche Attraktionen, ſondern
auch modiſche Senſationen aller Art.
Immer mehr hat ſich nämlich während der letzten Jahre die
Sitte eingebürgert, am Rennplatze beſonders elegant zu erſchei=
nen, und während in England, für den „grünen Raſen” eine
ſtreng=ſportliche Aufmachung (alſo beiſpielsweiſe das „korrekte
Schneiderkoſtüm” gewählt wird) gibt man bei uns der
phanta=
ſiereicheren Kleidung gerne den Vorzug.
Beſonders die duftigen, durchſichtigen bunten Modeſeiden
(Georgette, Gaze und Mouſſeline) werden für ſolche Gelegen=
heiten biel von ſich reden machen und haben den Vorteil, daß ſie
auch ſonſt vielfach verwendbar ſind, mitunter ſogar für den Abend
gebraucht werden können, da man doch bekanntlich während der
warmen Jahreszeit bei der Wahl der abendlichen Garderobe nicht
ſo ſtreng und kritiſch ſein muß und eigentlich kein ausgeſprochenes
Willy Ungar.
Abendkleid benötigt.
Wäſche
iſt ein modiſches Kapitel, das erſt im Laufe der
letzten Jahre beſondere Bedeutung erlangt hat,
denn ehemals wurde bekanntlich dem
Kleidungs=
ſtücke ungeteilte Aufmerkſamkeit geſchenkt, während
die Wäſche ſtark in den Hintergrund trat und
ſtief=
mütterlich behandelt wurde. Heute iſt das
Wäſche=
ſtück genau ſo beachtet wie die übrige Garderobe,
denn auch auf dieſem Gebiete bemerkt man von
einer Saiſon zur anderen einen ſtändigen Wechſel
der Mode. Immer wieder werden mit mehr oder
weniger Erfolg Verſuche gemacht, der Wäſche durch
Faſſons oder Material eine intereſſante Note zu
geben. So zum Beiſpiel war die geblumte Wäſche,
die die großen Salons im vergangenen Sommer
in den Vordergrund ſtellen wollten, eine
ausgeſpro=
chene Eintagsmode, denn die elegante Frau wollte
ſich mit dem uneinheitlichen, unruhigen Materiale
nicht befreunden. Heuer iſt die gemuſterte Wäſche
als vollends abgetan zu betrachten, was auch
inſo=
fern leicht erklärlich iſt, als man doch für den
Som=
mer in der Hauptſache die reich ornamentierten
Imprimé=Kleider tragen wird, die unter allen
Um=
ſtänden ein einfarbiges Unterkleid, alſo auch
ein einfarbiges Wäſcheſtück, erforderlich machen.
Hingegen bringt die Wäſchemode in anderer
Hinſicht viel Neues; ſo zum Beiſpiel ſieht man für
den Sommer wieder ſehr viele paſtellfarbene
Mo=
delle, denen gegenüber die weiße Wäſche ein wenig
in den Hintergrund tritt. Dieſe Töne haben
näm=
lich den Vorteil, unter den ſommerlichen,
durch=
ſcheinenden Kleidern ſehr gut zu wirken und ſind
überdies auch ausgezeichnet waſchbar, wobei man
natürlich auf Farbechtheit des zur Verarbeitung
gelangenden Materials Wert legen muß.
Ein ſehr weſentlicher Unterſchied wird zwiſchen
den Wäſcheſtücken gemacht, die man für
Trotteur=
zwecke, alſo für den ſtändigen Gebrauch, benötigt,
und jenen Modellen, die zum Nachmittags= oder
Abendkleide in Frage kommen; denn während die
einfachen Sachen ganz ſchlicht geſchnitten ſind und
Ajours oder andere Handarbeiten bringen, iſt die
abendliche Wäſche oft reich mit Spitze garniert, die
man jetzt in ihrer Naturfarbe liebt, die zu den
Paſtellſchattierungen des Grundmaterials einen
guten Kontraſt abgibt.
In den beiden Mittelfiguren unſerer Gruppe führen wir die
eben beſprochenen Typen vor Augen.
Links eine einfache Hoſenkombination in einem hellen Paſtell
mit einajourten Bahnen in abſchattierten Tönen, die einen ganz
entzückenden Effekt ergeben, der überdies auch eine ſehr
willkom=
mene und intereſſante Handarbeit darſtellt.
Rechts haben wir ein abendliches Wäſcheſtück in Form einer
ſehr netten Rock=Kombination feſtgehalten, die ebenfalls paſtell=
farben gedacht und mit Spitzenkanten garniert iſt.
Tetxr2
Die Achſelſpangen in Form kleiner Seidenblüten
haben ſich nun allenthalben durchzuſetzen vermocht,
denn ſie ſehen ſehr nett aus, wenn ſie im Ausſchnitt
eines Kleides ſichtbar werden und wirken niemals
ſo ſtörend wie die Seidenbandträger, die ſchon bei
der Benützung eines Wäſcheſtückes während
weni=
ger Stunden zerknüllt ſind und unanſehnlich
werden.
Jede vollſtändige Wäſchegarderobe muß auch
einige ſchöne Nachthemden aufweiſen, denn
ein ſolches Stück iſt heute nicht nur als
ausgeſpro=
chenes Schlafgewand zu werten, ſondern leiſtet
mitunter — und zwar beſonders während der
warmen Hochſommertage — als Haus= und
Morgenkleid vortreffliche Dienſte.
Unſer erſtes Modell iſt inſofern ſehr apart, als
es von den bekannten Typen ganz abweicht und
mit ſeinem geknoteten Spitzentuch eine ganz neue
Mode darſtellt. Im übrigen iſt dieſes Nachthemd
ſehr weit, fällt etwas glockig, wobei es in der
Taille mit einem ſchmalen Gürtel
zuſammengehal=
ten wird. Die kelchförmig erweiterten Aermel
wer=
den mit Spitze beſetzt, die mit dem für das früher
beſprochene Tuch verarbeiteten Maverial
überein=
ſtimmen muß.
Der Hausanzug gehört heute fraglos mit
zur Wäſche=Ausſtattung und findet hauptſächlich
als Schlafpyjama, gelegentlich auch als
Strand=
anzug für den Badeort Verwendung.
Am netteſten ſind immer die einfarbigen, bunt
abgekanteten Modelle, wie wir eins in der letzten
Skizze vor Augen führen. Man hat es ſich etwa
in Beige vorzuſtellen, das durch die kirſchroten oder
kornblumenblauen Blendenkanten eine friſche
Wirkung erhält.
Darüber trägt man den „Morgenpaletot”
ein neuartiges Kleidungsſtück, das ſicherlich viel
praktiſcher und auch in ſeiner Schlichtheit
elegan=
ter iſt, als die komplizierten Schlafröcke, die man
früher zu ſehen gewohnt war.
Ein ſolches Stück ſoll aus einem ſchönen,
dünn=
flauſchigen, alſo ganz leichten Double=Material
verfertigt und ungefüttert ſein, ſo daß die karierte
Innenſeite wahrnehmbar bleibt. — Abgeſteppte
Pantöffelchen ergänzen eine ſolche Aufmachung, die
ungezwungen und praktiſch iſt und den
Erforder=
niſſen unſerer Zeit, die auf Aeußerlichkeiten weniger Wert legt,
ſondern bei jedem einzelnen Garderobenſtück auf Erfüllung
ſeines Zweckes Rückſicht nimmt, durchaus entſpricht.
Willy Ungar
Nummer 131
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Aohzer!
Schattiger Garten (93/9
Bekannt für vorzüglichen, preiswerten
Mittagtisch. Reichhaltige Abendkarte
In der Titelrolle: Rla Urban
vom Stadttheater Mainz (9380
Preise v. 1.00 an Nummer, Plätze v. 1.50 an
VHannte efNiuf e40
u a. der Kasse des Orpheums ab 3 Uhr