Einzelnummer 15 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 96
Sonntag, den T. April 1929.
192. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strellt uſw., erliſcht
ſede Verpflſchlung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fäll jeder
Rabatt weg. Banſkonto Deutſche Banl und Darme
ſtädter und Nationalbanl.
Milliardentaumel in Paris.
Bus „suiei mit Jaylen.
Franzöſiſche Beeinfluſſungsverſuche. — Zweikeilung
der deutſchen Zahlungen. — Verſuch der Abwälzung
der allierken Kriegsſchulden auf Deutſchland.
* Berlin, 6. April. (Priv.=Tel.)
Die Pariſer Sachverſtändigen halten mit Recht daran feſt,
daß ſie über die Einzelheiten des Hinundher der Verhandlungen
nichts in die Oeffentlichteit dringen laſſen wollen, weil für beide
Teile die Gefahr beſteht, daß die Nennung von Zahlen die
im=
merhin mögliche Einigung vorzeitig gefährden könnte. Die
Franzoſen ziehen allerdings aus dieſer Verſchwiegenheit die
Konſequenz, daß ſie durch eine einheitlich geleitete
Preſſekam=
pagne die Sachverſtändigen in ihrem Sinne zu beeinfluſſen
ſuchen. Auch jetzt wieder hat irgendein Großer in Paris auf
einen Knopf gedrückt mit dem Ergebnis, daß von den
verſchie=
denſten Seiten beſtimmte Summen als angebliches
Verhand=
lungsobjekt genannt werden. In großen Zügen ſind ſie darauf
abgeſtellt, daß Deutſchland in den nächſten zwei Jahren 1,7
Mil=
liarden jährlich zahlt, in den folgenden drei Jahren je 1,9
Mil=
liden, für die folgenden 32 Jahre 2,1 Milliarden und dann noch
auf ein Vierteljahrhundert eine Zahlung in Höhe der
amerika=
niſchen Schuldenforderungen an die Alliierten leiſten muß. Die
Franzoſen ſind natürlich der Meinung, daß das viel zu wenig
iſt, und wollen uns llar machen, daß von einer Jahreszahlung
unter 2,4 Milliarden überhaupt nicht zu reden ſei. Soweit wir
wiſſen, waren ihre Unterhändler, ſchon bereit, auf weniger als
2 Milliarden abzuſchließen, aber auch das iſt noch immer eine
Summe, die für Deutſchland gar nicht in Frage kommt. Es muß
überhaupt einmal feſtgeſtellt werden, worum die Dinge in Paris
eigentlich gehen.
Keine Beranlaſſung zum Opkimismus.
Dr. Schacht hat die Vorſchläge der
Sieger=
ſtaaten und das Memorandum Owen Aoungs
nicht etwa als Verhandlungsgrundlage
aner=
kannt, er hat ſich lediglich bereit erklärt, zunächſt einmal die
Fragen zu klären, die darin aufgeworfen ſind. Ausſchlaggebend
bleibt für die deutſchen Sachverſtändigen auch weiterhin die
deutſche Leiſtungsfähigkeit als der einzige Maßſtab, den wir
an=
wenden können. Owen Young hat deshalb auch in ſeinem
Me=
morandum keineswegs irgendwelche Zahlen genannt oder
vor=
geſchlagen, er hat vielmehr den Verſuch gemacht, beſtimmte
Leit=
ſätze aufzuſtellen, die als Unterlagen für ſachliche Unterhaltungen
dienen ſollten. Auf dieſem Wege iſt ihm die deutſche Delegation
einſtweilen gefolgt, ohne aber ihre grundſätzliche Einſtellung
auf=
zugeben. Wir halten es deshalb auch für falſch, wenn
Sauer=
wein behauptet, die Differenz zwiſchen Angebot und Forderung
ſei vor wenigen Tagen noch 500 Millionen geweſen, jetzt aber auf
ungefähr 300 Millionen zurückgegangen. Das iſt ein
Zweck=
optimismus, der auf deutſcher Seite nicht geteilt werden kann.
Wir können nicht mit Milliarden jonglieren und können deshalb
auch Zahlungen von 1,7 Milliarden, wie ſie vielleicht jetzt als
beſonderes Entgegenkommen bezeichnet werden, nicht annehmen,
jedenfalls nur dann, wenn uns der Transferſchutz nach dem
Da=
wesſyſtem weiterhin gewährleiſtet wird. Das ſoll uns aber
ge=
rade genommen werden. Die Vorſtellungen der Alliierten, daß
wir ihre Schulden bei Amerika abdecken und noch einen
phan=
taſtiſchen Betrag für angebliche Wiederaufbaukoſten zahlen
ſol=
len, ſind irrationale Größen. Solange ſie davon nicht
herunter=
kommen, ſind die Ausſichten auf eine
Verſtändi=
gung gleich Null. Es iſt deshalb nützlich, wenn jetzt auch
von amtlichen deutſchen Stellen vor einer Hoffnungsſeligkeit
ge=
warnt wird. An Berliner maßgebender Stelle iſt man
der Auffaſſung, daß die Denkſchriften die in dieſer Woche von
den Sachverſtändigen ausgetauſcht worden ſind, keine
Verhand=
lungsgrundlage, ſondern nur ein Verhandlungsthema bilden
können. Gegenüber den optimiſtiſchen Meldungen der Pariſer
Preſſe verlautet von unterrichteter deutſcher Seite, daß vorläufig
zu irgendwelchem Optimismus keinerlei Anlaß vorliege. An dem
von Dr. Schacht bisher vertretenen Standpunkt hat ſich nichts
geändert, und Dr. Schachthat ſich in keiner Phaſeder
Verhandlungen, zu Zahlungen, über 37 Jahre
hinaus bereitgefunden. Auch der Unterſchied
zwiſchen den Zahlungen für Kriegsſchäden und
den alliierten Schulden, für die Deutſchland entgegen
dem Wortlaut des Verſailler Vertrages nun noch auch
aufkom=
men ſoll, iſt und bleibt eine politiſche Konſtruktion
der Siegerſtaaten.
Nichl die geringſte Konzeſſion der Gläubiger. — Der
deutſche Skandpunkk unveränderk. — Die „
Schluß=
ziffer” unkragbar und unannehmbar.
EP. Paris, 6. April. (Priv.=Tel.)
Im Verlaufe des heutigen Tages wurden die Beſprechungen
zwiſchen den Delegationen der Sachverſtändigenkonferenz
weiter=
geführt. Am Vormittag wurde in Gegenwart des
Konferenzvor=
ſitzenden Owen Young und der übrigen amerikaniſchen
Delegier=
ten die Privatbeſprechung der deutſchen und der franzöſiſchen
Gruppe fortgeſetzt. Am Nachmittag fand dann eine zweite
Be=
ſprechung der deutſchen Delegierten mit den Vertretern der vier
Hauptgläubigerſtaaten ſtatt. Wenn man unter Ausſchaltung
aller in den letzten Tagen veröffentlichten Kombinationen und
Vermutungen, lediglich geſtützt auf die vorliegenden zuverläſſigen
Nachrichten, den Verlauf der ſeit dem 4. April geführten
Be=
ſprechungen ins Auge faßt, ſo ergibt ſich folgende Entwicklung:
In den am Freitag nachmittag geführten getrennten
Beſpre=
chungen der deutſchen Hauptdelegierten mit den der vier Haupt=
gläubigerländer, unter Teilnahme Owen Youngs und der
an=
deren amerikaniſchen Delegierten, wurden von jedemider
Gläubigerländer die Forderungen bekannt
ge=
geben. Die deutſche Gruppe nahm von dieſen Mitteilungen
Kenntnis mit dem Hinzufügen, daß ſie die angegebenen Zahlen
zuſammenſtellen werde, um ein Bild über die von der
Gläubiger=
ſeite für notwendig gehaltenen Annuitäten zu gewinnen. In
der heutigen Nachmittagsſitzung teilte die deutſche Gruppe das
Ergebnis der von ihr angeſtellten Berechnungen mit, d. h. die
Schlußziffer, die ſich aus der Addierung der
Ein=
zelforderungen ergibt. Einzelheiten wurden nicht
erör=
tert. Nach Weggang der deutſchen Gruppe blieben auf Vorſchlag
Owen Youngs die übrigen Teilnehmer der Beſprechung zu einer
weiteren Beratung zuſammen. Man iſt alſo heute bei einem
neuen Abſchnitt der Konferenzarbeiten angelangt. Seit der erſten
Sitzung vom 11. Februar, in der von den Alliierten eine
Ge=
ſamtforderung von 72 Milliarden Goldmark genannt worden
war, war die deutſche Delegation lediglich auf Vermutungen
hinſichtlich der alliierten Wünſche angewieſen.
Heule ſtehl die deutſche delegakion zum erſten Mal
zahlenmäßig feſtumriſſenen Forderungen der
Gläu=
biger gegenüber.
Die deutſchen Sachverſtändigen haben bisher
eine eigene Berechnung nicht aufgeſtellt, alſo von ſich aus
keine Ziffer genannt. Die von ihr auf der Grundlage
der alliierten Forderungen berechnete Schlußziffer
ſcheint für Deutfchland vollſtändig untragbar
und unannehmbar zu ſein, zum mindeſten bedeutet dieſe
Schlußziffer nicht die geringſte Konzeſſion der
Gläubigermächte ſeit Beginn der Konferenz
und geht über die auf deutſcher Seite gehegten Vermutungen
hinaus. Abänderungsmöglichkeiten ſind in den letzten Sitzungen
bereits geprüft worden, doch ſind die darüber geführten
Be=
ſprechungen noch nicht zum Abſchluß gelangt, da man offenbar
abwarten will, welches Ergebnis die Alliierten, die unter ſich
an=
ſcheinend nicht allzueinig ſind, in der heute begonnenen
Aus=
ſprache erzielen.
Der gegenwärtig entſtehende Eindruck kann alſo dahin
zu=
ſammengefaßt werden, daß für den ſeit vorgeſtern in der
franzöſiſchen Preſſe zutage getretenen
Opti=
mismus nicht der geringſte Anlaß vorhanden
iſt, wenn auch die Hoffnung auf einen erfolgreichen Abſchluß der
Konferenzarbeit durchaus weiterbeſteht. Jedenfalls arbeitet die
deutſche Delegation unentwegt weiter an einem ſolchen Erfolg
der begonnenen Arbeiten. Ueber das weiterhin einzuſchlagende
Verhandlungsverfahren läßt ſich zur Stunde noch nichts ſagen.
Die Initiative dazu liegt in der Hand des
Konferenzvorſitzen=
den Owen Young.
Die Blorenzer Miniſkerzuſammenkunfk.
Franzöſiſches Mißkrauen
gegen Chamberlains Erkrakouren.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
* Paris, 6. April.
Die Zuſammenkunft Chamberlin=Muſſolini in Florenz hat
in Frankreich weitgehendere Beachtung gefunden, als man
ur=
ſprünglich hätte erwarten können, und als man es in Frankreich
ſelbſt zugeben will. Die Kommentare der franzöſiſchen Preſſe
betonen alle übereinſtimmend voreilig, daß man die Bedeutung
der Zuſammenkunft der beiden Staatsmänner nicht überſchätzen
dürfe. Man ſchlägt im allgemeinen ziemlich freundſchaftliche,
wenn auch manchmal etwas ſauerſüße Töne an, aber man
ver=
gißt kaum etwas, was die Bedeutung der Ausſprache herabſetzen
könnte. Man bemerkt nicht ohne Hohn, daß die italieniſche Preſſe
die Welt vor einem Jahre bei dem Abſchluß des engliſch=
fran=
zöſiſchen Marineabkommens am meiſten zu alarmieren trachtete,
und daß Chamberlain vor den Wahlen die engliſche
Oeffentlich=
keit gewiſſermaßen dahin beruhigen wollte, daß ſeine Politik keine
Abkühlung der Freundſchaft mit Italien nach ſich zog. Auch der
Umſtand, daß Muſſolini Chamberlain bis Florenz entgegenreiſte,
bleibt nicht unerwähnt. Man erhlickt auch darin eine politiſch
wichtige Nuance, denn ſchließlich hätte Chamberlain auch bis
Rom reiſen können .. ."
Die Bedeutung der Ausſprache in Florenz darf wirklich nicht
überſchätzt werden. Die Franzoſen tun es nur, weil man eben
mit den Reiſen Chamberlains ſchon ſo viele ſchlechte Erfahrungen
gemacht hat und weil man es faſt inſtinktiv weiß, daß, wenn der
engliſche Außenminiſter im Auslande Touriſtik treibt, daraus
immer etwas Aergerliches für Frankreich herauskommt.
Es iſt wenig wahrſcheinlich, daß England jene
Mittelmeer=
politik, welche bisher im Ausſpielen Italiens gegen Frankreich
und umgekehrt beſtand, wieder aufnehmen möchte. Die Wahrung
des „Gleichgewichtes” am Mittelmeer gehörte zwar ſtets zu den
letzten Jahren hat man ſehr wenig Glück damit gehabt. Und
der Wunſchzettel Muſſolinis ſteht feſt, — ihn zu befriedigen ſteht
aber jetzt nicht in Englands Macht.
Reparationsfrage gewidmet ſein; außerdem hat Chamberlain
Nationen unterſtreichen wollen. Das bedeutet gewiß noch keine
Neuorientierung der engliſchen Außenpolitik. Aber in Frant.
reich iſt man nervös und man gibt unumwunden zu, daß, wenn aber muß das Werturteil gegenüber den Vorſchlägen des
Gut=
auch die engliſche Außenpolitik am Mittelmeer auf die
Zuſammen=
arbeit mit Frankreich angewieſen iſt, Frankreich andererſeits in
ſeinen Beziehungen zu Italien immer noch, trotz allem, auf die
engliſche Vermittlung angewieſen iſt.
* Die Zauberformel der Reichsreform.
Von
Max Frhr. von Biegeleben,
Heſſiſcher vorm. Reichsratsbevollm. und Geſandter i. R.
Eine Zauberformel für die Reichsreform iſt gefunden, ſo
ver=
kündet im Vorwärts, Nr. 131 vom 19. März ds. Js., das
preu=
ſiſche Mitglied des im Oktober 1928 eingeſetzten Unterausſchuſſes,
(Referat, Organiſation der Länder) Miniſterialdirektor Dr. Brecht,
geſtützt auf das Anfangs März veröffentlichte gemeinſchaftliche
Referat (Gutachten) für dieſen Ausſchuß. Die Zauberformel ſoll,
von allen fachtechniſchen Ausdrücken befreit werden und in
ein=
faches Deutſch übertragen, für Preußen eines Tages lauten: „Von
einem gewiſſen Tage an ſind die preuß. Regierung und die
Reichs=
regierung eine einheitliche Regierung; die preuß.
Pro=
vinzen heißen „Länder”; ihre Organiſation und Zuſtändigkeit
bleibt — bis etwas anderes beſtimmt wird — genau wie bisher.”
Worin ſoll die Zauberkraft dieſer Formel beſtehen? Offenbar
darin, daß mit einem Schlag die preuß. Provinzen, indem ſie den
Ehrentitel Land erhalten, in Länder verwandelt werden, obgleich
zur Zeit dieſer Titelverleihung an ihrem Weſen nicht das
Mindeſte geändert wird. Gutgläubige Föderaliſten, die für
Länder ſchwärmen und das Provinzwerden fürchten, ſollen von
dieſem Zauber gefangen werden. Damit ja kein Zweifel entſteht,
wie die Sache gemeint iſt, ſügt Dr. Brecht erläuternd hinzu, wer
der Meinung ſei, daß die preuß. Provinzen größere
Selbſtändig=
keiten haben müſſen als bisher, müſſe ſeine Wünſche vertagen;
das ſei ein viel zu heikles Thema, um die große Reichsreform
damit zu belaſten. Die preuß. Verwaltungseinheit dürfe nicht
rückwärts revidiert werden. Das ſei der Grundſatz, über
Einzel=
heiten laſſe ſich reden, über den Grundſatz nicht. — Aber
das brauche die Vereinigung der preuß. Regierung nicht zu
hin=
dern, es brauche auch nicht die Verwendung des Wortes „Land”
für die Provinzen zu verhindern, wenn man ſich nur klar ſei, was
man darunter verſtehen ſolle. Was ſoll demgegenüber der
nach=
folgende Hinweis darauf bedeuten, daß einzelne Kultur= und
andere Aufgaben auch im Norden den Ländern (alias Provinzen)
frei gegeben werden könnten, und daß die Zuſtändigkeitsfragen nicht
Sache des Organiſations=, ſondern des Zuſtändigkeitsreferats ſei!
Und waskann man nach dem Geſagten unter dem Begriff der ſog.
neuen Länder anderes als Provinzen, — Reichsprovinzen —
verſtehen!
Das Patent für die neue Zauberformel dürfte übrigens im
Grunde nicht der Unterausſchuß, ſondern der Erneuerungsbund
zu beanſpruchen haben, wie ein näherer lehrreicher Vergleich mit
den Leitſätzen des Erneuerungsbundes dartun wird. Beide —
Erneuerungsbund und Organiſationsreferat — erklären die
Be=
ſeitigung des Dualismus zwiſchen Reich und Preußen für das
Kernproblem der Reichsreform, m. E. mit Recht. Beide wollen
der Sache nach, wenn auch in verſchiedenen Formulierungen, die
Vereinigung der zentraliſtiſchen preuß. Staatsgewalt mit der
zen=
tralen Reichsgewalt in der Hand der letzteren, in der
Geſetz=
gebung ſowohl wie in der Verwaltung; beide denken an eine
Aus=
dehnung dieſes Syſtems auf die anzuſchließenden kleineren
Län=
der, außer etwa Bayern, Württemberg, Baden und Sachſen.
Während aber der Erneuerungsbund das preuß. Staatsgebiet in
der Form eines ſog. Reichslandes zuſammenfaßt und als ſolches
in die Hand der Reichsgewalt legt, und während er ein ſpezifiſch
preuß. Verfaſſungsorgan, den Staatsrat, für das Reichsland
bei=
behält und eine Mitwirkung des Reichsrats ausſchließt, will das
Organiſationsreferat auf dieſe Zuſammenfaſſung im Reichsland
und den Staatsrat verzichten, eine Mitwirkung des Reichsrats
zu=
geſtehen und die bisherigen preuß. Provinzen unter der
verhei=
ßungsvollen Bezeichnung Länder unmittelbar der Reichsgewalt
übergelen. Dabei ſoll aber doch für das bisher preuß. Gebiet
eine beſondere Geſetzgebung durch die nach der Reichsverfaſſung
zuſtändigen Geſetzgebungsfaktoren (Reichstag und Reichsrat)
möglich ſein. Denn das Gutachten beſtimmt in Poſ. 1,1
aus=
drücklich, daß die Verfaſſung der neuen Länder durch zentrale
Geſetzgebung feſtgelegt wird, aber auch in allen Angelegenheiten,
für die den alten Ländern noch eine eigene Geſetzgebung zuſteht,
hat für das vormals preuß. Gebiet die Geſetzgebung des Reiches
einzutreten. Ebenſo wird auch noch Raum für ein beſonderes
Verordnungsrecht der Reichsregierung für dieſes Gebiet gegeben,
und es wird auch ein beſonderer Haushaltsplan aufgeſtellt
wer=
den müſſen. Der Unterſchied gegenüber dem Syſtem des
Er=
neuerungsbundes beſteht alſo nur in der Firma, dort Reichsland
Preußen, nach der Regelung des Gutachtens die einzeln
aufzu=
führenden neuen Länder. Bezüglich des Reichsrats iſt in dem
Gutachten noch offengelaſſen, ob für die vormals preuß.
Pro=
vinzen der ganze Reichsrat, oder nur die von dieſen entſandten
Mitglieder mitwirken ſollen. Letzterer Löſung würde unter
Außerachtlaſſung der Folgerichtigkeit noch einen preuß. Reſt
be=
deuten, ebenſo wie der von Dr. Brecht allein vertretene Vorſchlag,
daß die gemeinſchaftlichen Geſetze für die neuen Länder durch
einen aus dieſen Ländern gewählten gemeinſchaftlichen Landtag
mit Zuſtimmung der Reichsregierung beſchloſſen werden ſollen.
— Bezüglich der Verwaltung wird nach dem Gutachten Poſ. I, 1
für die neuen Länder neben der Verwaltung durch die
Landes=
behörden, d. i. die Behörden der bisherigen provinziellen
Selbſt=
verwaltung, und den Reichsſonderbehörden, eine allgemeine
Reichsverwaltung nach Art der bisherigen preuß.
Staatsverwaltung beſtehen; die bisherige zentraliſtiſche
Lieblingsbeſchäftigungen der engliſchen Außenpolitik; aber in den preußiſche Verwaltung wird alſo durch eine zentraliſtiſche
Reichsverwaltung erſetzt. Auch hier beſteht Uebereinſtimmung
mit den Vorſchlägen des Erneuerungsbundes und ein Unterſchied
nur inſofern, als nach den letzteren die von der Reichsregierung
Die engliſch=italieniſchen Verhandlungen ſollen vor allem der ernannten Beamten Reichslandsbeamten geworden wären,
wäh=
rend ſie nach dem Sinne des Gutachtens wohl Reichsbeamte
gewiß die Herzlichkeit der Beziehungen zwiſchen den beiden werden ſollen. Wegen ihrer größeren Klarheit und
Folgerichtig=
keit dürfte die ſtaatsrechtliche Konſtruktion des Gutachtens vor
der des Erneuerungsbundes den Vorzug verdienen; materiell
achtens, — dieſe, ſo wie ſie jetzt vorliegen, für ſich betrachtet, —
ebenſo ablehnend lauten wie gegenüber denen des
Erneuerungs=
bundes. Auch nach den Vorſchlägen des Gutachtens erfährt die
zentrale Reichsgewalt eine ungeheure Stärkung, indem ſie nun
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Sonntag, den T. April 1929
Nummer 96
über ganz Norddeutſchland, zuzüglich Heſſens, verfügen wird.
Sie ſchöpft ihre Kraft finanziell, wirtſchaftlich und perſonell
haupt=
ſächlich aus den neuen ihr unterſtellten Ländern (Provinzen). Die
Geſetze, Verordnungen und die Verwaltung des Reiches werden
überwiegend durch die Rückſichten auf die Norddeutſchen Länder
beſtimmt werden. Ein zentraliſtiſcher Reichseinheitsſtaat
für den bei weitem größten Teil Deutſchlands wird geſchaffen,
und für das ganze Reich, wenn auch nicht formell, ſo aber
nate=
riell=dynamiſch eine neue Vormachtſtellung des preuß.
Volkes, ein Groß=Preußen mit Groß=Berlin, ins Leben gerufen
werden. Der Erneuerungsbund hat an der Rechtsordnung der
vier alten großen Länder nichts geändert, auch das Gutachten
will, abgeſehen von der allerdings ſehr wichtigen Einführung der
ſog. Auftragsverwaltung und der Abſchwächung des
parlamen=
tariſchen Syſtems, ſowie von der Möglichkeit einer Perſonalunion
zwiſchen dem oberſten Reichsbeamten in einem Lande und einem
Mitglied der Landesregierung, nichts daran ändern. Der
Er=
neuerungsbund war offen genug, um durchblicken zu laſſen, daß
ſeine Löſung, die eine verfaſſungsrechtliche Mainlinie zog, nur
eine Zwiſchenlöſung ſei; die gleichgerichteten Vorſchläge
des Gutachtens werden als eine differentiierte Endlöſung
be=
zeichnet, aber wird nicht auch von dieſer Löſung das Gleiche
gelten, daß ſie — unter Wegfall der Differentiierung — früher
oder ſpäter die Bahn zum zentraliſtiſchen
Einheits=
ſtaat für das ganze Reich frei macht?
Demgegenüber wird man, ebenſo wie es der
Erneuerungs=
bund getan hat, auf die ſog, föderaliſtiſchen Elemente in den
Vorſchlägen des Gutachtens verweiſen, an erſter Stelle auf
Poſ. I, 1 des Gutachtens. Dort iſt von den preuß. Provinzen, den
neuen Ländern, die Rede, denen eine Zuſtändigkeit zur
Geſetz=
gebung nur zukommen ſoll, ſoweit ſie ihnen beſonders
übertragen wird; damit wird immerhin die Möglichkeit
einer ſolchen Uebertragung vorgeſehen, aber nach welchen
Grund=
ſätzen und in welchem Maße ſie erfolgen ſoll, das bleibt ganz im
Ungewiſſen. Auch der Erneuerungsbund hatte ſie in Poſ. III, 4
der im Auguſt 1928 bekannt gewordenen Leitſätze vorgeſehen, ohne
daß bis jetzt irgend ein greifbarer Vorſchlag der Oeffentlichkeit
unterbreitet worden wäre. Die preuß. Verfaſſung vom 30. Nov.
1920 ſtellt in Art. 72, Abſ. 2 eine Erweiterung des Kreiſes der den
Provinzen überwieſenen Selbſtverwaltungsangelegenheiten und
die Uebertragung von Auftragsangelegenheiten in Ausſicht. Neun
Jahre ſind verfloſſen ohne Einlöſung dieſes Verſprechens. Alles
Erfahrungen, die nicht geeignet ſind, beſonderes Vertrauen zu
erwecken. Im Gegenteil wirkt die bereits erwähnte Beſtimmung in
Poſ. I, 1 des Gutachtens, wonach die Verfaſſung der neuen
Län=
der durch zentrale Geſetzgebung — ohne irgendwelche
Mitwir=
kung der Provinzialvertretung — feſtgelegt und neben der
bis=
herigen Provinzialverwaltung eine allgemeine Reichsverwaltung
nach Art der bisherigen preuß. Staatsverwaltung beſtehen ſoll,
nicht gerade ermutigend. Das gleiche gilt von der Beſtimmung
in Poſ. I, 4 des Gutachtens, welche für die Verfaſſung der neuen
Länder, und zwar nur für dieſe ein beſtimmtes der bisherigen
preuß. Provinzialverfaſſung nachzubildendes Schema bindend
vorſchreibt; der Landeshauptmann ſoll auf beſtimmte längere Zeit
vom Landtag gewählt, von der Reichsregierung beſtätigt und
einem von der Reichsregierung einzuleitenden Dienſtſtrafverfahren
unterworfen werden. Alles das ſieht nicht danach aus, als ſei
beabſichtigt, eine wirkliche Dezentraliſation der Aufgaben und der
Verwaltung in irgend nennenswertem Umfang und eine wirkliche
ſelbſtändige Selbſtverwaltung in den neuen Ländern einzuführen,
eine peſſimiſtiſche Auffaſſung, die in den eingangs mitgeteilten
Darlegungen des Miniſterialdirektors Dr. Brecht ihre volle
Be=
ſtätigung findet. Was nützt die Bezeichnung der preuß. Provinzen
als Länder, wenn die Bezeichnung Land ein Wort ohne
Wert, eine Schale ohne Kern iſt und wenn ſie in Wahrheit
nichts anderes als Provinz bedeutet!
Man verlangt von den Gegnern des Zentralismus, daß ſie
der Vereinigung der preuß. Staatsgewalt mit der Reichsgewalt
mit allen geſchilderten gefährlichen Konſequenzen zuſtimmen ſollen
auf Grund eines Blankowechſels, ohne irgendwelche
vor=
herige poſitive Garantien für eine den Grundſätzen des
Födera=
lismus oder der Dezentraliſation wenigſtens einigermaßen
ent=
ſprechende Geſtaltung des vormaligen Preußens. Das iſt
unmög=
lich. Vielmehr muß verlangt werden, daß gleichzeitig mit
Einfüh=
rung der neuen Reichsorganiſation — nicht erſt nachher —
daß Maß der auf die neuen Länder zu übertragenden
geſetz=
geberiſchen und Verwaltungsaufgaben — die
De=
zentraliſation — unzweideutig und in allen
weſent=
lichen Punkten in ausreichendem Maße feſtgelegt
wird. Würde der vormals preuß. Staat aus einem zentraliſtiſchen
Einheitsſtaat in einen wirklich dezentraliſierten
Einheitsſtaat verwandelt, ſo wäre darin ein weſentlicher
Schritt zur Angleichung der neuen Länder an die alten zu
er=
blicken. Eine volle Gleichſtellung der neuen Länder
braucht nicht gefordert zu werden, wenn die neuen Länder ſie nicht
ſelbſt verlangen. Aber es wäre auf dieſe Weiſe doch wenigſtens
die Möglichkeit gegeben, allmählich die Gegenſätze und Unter=
Die muſikaliſchen Veranſtalkungen des 2. Hefſiſchen
Hängerbundesfeſtes in Darmſtadt
vom 12. bis 14. Juli 1929.
Solange Sängerbünde beſtehen, alſo ſeit ungefähr 100 Jahren,
pflegen dieſe auch Bundesfeſte abzuhalten, Veranſtaltungen, die
dem gemeinſamen Streben, den idealen Zielen dienen ſollen, die
das geſangliche Können der Bundesvereine einer breiteren
All=
gemeinheit zeigen wollen, und die durch die Begeiſterung, die
mit ſolchen großzügigen Maſſenveranſtaltungen Hand in Hand
zu gehen pflegt, das Anſehen des Bundes noch vergrößern ſollen,
denen man alſo mit Recht eine große Werbekraft zuſchreibt. Sah
der Anſpruchsvollere jedoch mit kritiſchen Blicken das an, was
künſtleriſch auf ſolchen Feſten geleiſtet wurde, ſo mußte er häufig
genug erkennen, daß ſie nur ſelten wertvolle Kunſt zu fördern
imſtande waren, ja, daß oft faſt ausſchließlich Mittelgut
volkstüm=
licher Art als beſonders geeignet für ſolche Anläſſe angeſehen
wurde.
Iſt dies in dem letzten Jahrzehnt, in dem der Chorgeſang in
ſteigendem Maße als hochbedeutſam für die geſamte Volksbildung
angeſehen wird, ſchon allgemein anders geworden, zeigen
Ver=
anſtaltungen wie die der Nürnberger Sängerwochen des
Deut=
ſchen Sängerbundes deutlich das Streben nach Qualität des
Kunſtwerkes und der Ausführung, ſo dürfte das Programm des
diesjährigen Heſſiſchen Sängerbundesfeſtes als Ganzes auf einer
Höhe ſtehen, die wohl kaum je bei einer ſolch großen
Maſſenver=
anſtaltung innerhalb des Deutſchen Sängerbundes erreicht wurde.
Den Auftakt bildet am Abend des 12. Juli ein Konzert der 1400
Sänger des Gaues Darmſtadt=Stadt, das in ſeinem erſten Teil
als Ehrung für unſeren Meiſter Arnold Mendelsſohn gedacht iſt;
es erklingen zwei Chöre aus ſeiner Pandora und ſein Feſtgeſang
mit Orcheſter. Der zweite Teil wendet ſich dem Volkslied zu.
Weitere Gaukonzerte folgen am Samstag und Sonntag teils in
der Feſthalle, teils unter freiem Himmel. Hierbei wirken mit
1200 Sänger des Mümling= und Gerſprenzgaues, 600 Sänger
aus Worms, 1500 Sänger aus Mainz und Umgebung, etwa
ebenſodiele aus dem Main=Speſſartgau, 500 Sänger des Gaues
Bingen, und je ebenſoviele der Gaue Bingen, Bergſtraße,
Neckar=
tal, Oppenheim, Wetterau und Lahntal. Bei dieſen
Veranſtal=
tungen kommt ſelbſtverſtändlich das Lied, und das Volkslied in
erſter Linie, zu ſeinem Rechte; jedoch wurde bei der Auswahl
peinlich darauf geachtet, daß wertloſe Kompoſitionen ausgeſchaltet
blieben. Die größte Veranſtaltung wird die Kundgebung am
Sonntag vormittag im Orangeriegarten ſein, bei der ein
Bundes=
maſſenchor unter Leitung des Bundeschormeiſters Otto Naumann
König Boris von Bulgarien iſt geſtern inkognito in
Berlin eingetroffen.
Eine der führendſten engliſchen
Perſönlichkei=
ten, Lord Balfour, hat ſich entſchloſſen, ſich aus
dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Er wird nach
den bevorſtehenden Neuwahlen nicht wieder das Amt des Kronrat=
Präſidenten übernehmen.
Der franzöſiſche Außenminiſter Briand empfing den
ehe=
maligen amerikaniſchen Unterſtaatsſekretär Elihu Root, der nach
Europa gekommen iſt, um über den Beitritt der
Vereinig=
ten Staaten zum Weltſchiedsgerichtshof zu
unter=
handeln.
Aus dem Weißen Hauſe verlautet, daß als Nachfolger
Her=
ricks Senator Walter Evans Edge endgültig beſtimmt ſei.
Seine Ernennung ſverde jedoch erſt in drei bis vier Monaten offiziell
bekannt gegeben werden, da Hoover die Unterſtützung des Senators
Edge in der außerordentlichen Kongreßſitzung nötig habe.
Im Zuſammenhang mit ſeinem Kampf gegen ein internationales
Petroleummonopol kündigt Senator Borah, der Vorſitzende des
außenpolitiſchen Senatsausſchuſſes, an, daß er in der nächſten
ordent=
lichen Seſſion des Kongreſſes einen Antrag auf Anerkennung
der Sowjetregierung durch die Union einbringen
werde.
Wie aus Mexiko berichtet wird, hat Calles in ſeiner Egenſchaft
als Oberkommandant der Regierungstruppen dem Präſidenten
gemel=
det, die Streitkräfte der Aufſtändiſchen befänden ſich
in völliger Auflöſung.
Nach Mitteilung der deutſchen Geſandtſchaft in Mexiko iſt bei
den derzeitigen Unruhen das Leben Deutſcher nicht zu
Schaden gekommen. Auch ſind nennenswerte
Schädi=
gungen deutſchen Eigentums bisher nicht gemeldet
worden.
General Heye iſt nach drei Wochen Aufenthalt in Chile nach
Buenos Aires zurückgekehrt.
Aus Nicaragua wird gemeldet, daß General Sandino an
den Präſidenten der Republik Argentinien einen Brief gerichtet hat,
worin er die Einberufung einer latein=
amerikani=
ſchen Konferenz vorſchlagt, um über die nicaraguaniſchen
Fragen Beſchlüſſe zu faſſen. Eine Abſchrift des Briefes iſt auch un
Präſident Hoover ſowie an ſämtliche latein=amerikaniſche Regierungen
geſandt worden.
Der erſte Schritt der Nankinger Behörden nach
dem Einmarſch der Regierungstruppen in Hankau
war die Wiederherſtellung der Finanzverwaltung.
Dſchiang Kai=ſchek iſt geſtern vormittag in Hankau
eingetroffen und nurde mit Begeiſterung empfangen. Die Stadt
nimmt raſch wieder ihr normales Ausſehen an.
ſchiede, die noch zwiſchen den alten und neuen Ländern beſtehen
würden, zu überbrücen. Der Unterausſchuß möge aus den
An=
regungen des Vorkämpfers des dezentraliſierten Einheitsſtaates,
des Reichsjuſtizminiſters Koch, ſowie aus den neueſten „
Vorſchlä=
gen des badiſchen Miniſters des Innern Dr. Remmele für die
Reichs= und Länderreſorm” die Nutzanwendung für das Problem
Reich=Preußen entnehmen. Freilich iſt die Formulierung der
Einzelheiten der Zuſtändigkeitsfrage nicht Sache des
Organi=
ſationsreferats, ſondern eines anderen Referats, aber die
Zu=
ſammenhänge zwiſchen beiden ſind ſo ſtark, daß man von dem
Erſteren wenigſtens die Bezeichnung einer großen klar
erkenn=
baren Linie für die Ausfüllung der Schale der Selbſtverwaltung
der neuen Länder hätte erwarten können.
Ein zweites föderaliſtiſches Element in dem Gutachten iſt,
ebenſo wie in den Vorſchlägen des Erneuerungsbundes, die
be=
abſichtigte Gewährung des vollen Stimmrechts im Reichsrat
an die früheren preuß. Provinzen, die neuen Länder, nach Art. 61,
Abſ. 1 der Reichsverfaſſung. Grundſätzlich iſt ſie zu
be=
grüßen, freilich ohne die unitariſche Einſchränkung des
Mini=
ſterialdirektor Dr. Brecht, der ½½ der Stimmen der neuen Länder
der Reichsregierung zu veiſen will. Aber es kann nicht genug
betont werden, daß der Gewährung des vollen Stimmrechts an
die preuß. Provinzen ſo lange nicht zu überwindende
ſtaats=
rechtliche und politiſche Bedenken entgegenſtehen, als nicht die
volle Unabhängigkeit der inſtruierenden Stelle,
beſon=
ders des Landeshauptmanns von der Zentralgewalt
gewährleiſtet iſt. Die Erklärung in Poſ. IV. C des Gutachtens,
daß die Inſtruktion von dem Landeshauptmann unter
Mitwir=
kung von drei Mitgliedern des Landesausſchuſſes zu erteilen iſt,
und daß er und die Mitglieder hierbei nur dem eigenen Gewiſſen
unterworfen ſein ſollen, reicht für die Sicherung der
Unabhängig=
keit gegenüber der Zentralgewalt keineswegs aus. Nur eine
weſentliche Dezentraliſation der Aufgaben und der Verwaltung
an die Landes=(Provinzial)=verwaltung kann dieſer das nötige
Gewicht, und nur der Wegfall des Betätigungsrechtes und
jeden=
falls der Dienſtſtrafgewalt der Reichsregierung dem
Landeshaupt=
man die nötige Unabhängigkeit verleihen. Dieſe ſchon früher er=
(Mainz) ſingen wird, deſſen Teilnehmerzahl auf 20 000 Sänger
geſchätzt wird. Konzerte unter freiem Himmel finden am
Sams=
tag auf dem Schloßhof, auf dem Riegerplatz, auf dem Schulhof
nieben der Beſſunger Kirche, dem Kapellplatz und im Herrngarten
ſtatt.
Von beſonderer künſtleriſcher Bedeutung ſind endlich die
Programme all der Sonderkonzerte von Vereinen und
Vereins=
gruppen, die alle am Samstag abend in den verſchiedenſten
Sälen Darmſtadts abgehalten werden. Dieſer Tag wird zum
eigentlichen Muſiziertag, und da man damit rechnet, daß wohl
mindeſtens 40 000 Auswärtige in Darmſtadt anweſend ſein
wer=
den, und daß auch von den Einwohnern Darmſtadts und der
näheren Umgebung dieſen Konzerten reges Intereſſe
entgegen=
gebracht wird, ſo glaubt man, daß die 17 Sonderkonzerte, die auf
je eine Stunde Dauer berechnet ſind, genügend Zuſpruch finden
werden. Zweierlei dürfte für dieſe Sonderkonzerte beſonders
intereſſieren, vor allem der Umſtand, daß jedes Programm einen
geſchloſſenen Gedankengang aufweiſt, und daß — eine Neuerung
in der Organiſation des Deutſchen und des Heſſiſchen
Sänger=
bundes — auch einige gemiſchte Chöre ſich an den Konzerten
be=
teiligen. Von intereſſanten Programmen ſeien nur einige
an=
gedeutet: Die Chöre der Städtiſchen Muſikhochſchule Mainz ſtellen
alte deutſche Kompoſitionen des 16. Jahrhunderts in Gegenſatz
zu Schumannſchen und ganz modernen Werken von Hindemith.
Auch der Lehrergeſangverein Mainz=Wiesbaden ſingt nach vier
alten kontrapunktiſchen Werken moderne Sätze in linear=
poly=
phonem Satz. Der Mänergeſangverein Liedertafel Mainz=
Wei=
ſenau widmet ſein ganzes Konzert unter Zuziehung eines
Kna=
benchors und von Inſtrumenten dem „Deutſchen Luſtgarten” von
Hans Leo Hasler aus dem Jahre 1601, und auch die Madrigal=
Vereinigung Darmſtadt ſingt hiſtoriſche Lieder. Wird die ältere
Männerchorliteratur naturgemäß in den Gaukonzerten ſtark
be=
vorzugt, ſo hören wir auch bei den Sonderkonzerten ein ganzes
Silcher=Konzert (Frohſinn Neu=Iſenburg und eines, das nur
Kompoſitionen von Schubert, Schumann und Mendelsſohn bringt,
Union=Club Wetzlar). Weſentlich auf Chorballaden haben ſich
eingeſtellt Liederkranz Michelſtadt und Sängerluſt Dieburg. Von
beſonderer Bedeutung dürften dann die Konzerte ſein, die ſich
ganz in den Dienſt neuer Kunſt ſtellen, ſo das Hugo=Kaun=
Konzert, das Turnverein Offenbach gemeinſam mit Harmonie
Mainz=Koſtheim geben, das Konzert des Liederkranz‟ Darmſtadt,
die Veranſtaltung des Bauerſchen Geſangvereins Gießen, der
Volkslieder in neueren Bearbeitungen aufweiſen wird. Auch der
Orthſche Männerchor Darmſtadt iſt in dieſem Zuſammenhang zu
nennen mit ſeinem Programm, das Hugo Kaun und W. Rinkens
gewidmet iſt, ebenſo die unter W. Etzold ſtehenden Vereine, die
hobenen Einwendungen ſind bisher von keiner Seite, auch nicht
von dem Erneuerungsbund, widerlegt worden. — Zum Schluß
noch ein kurzes Wort zu den Vorſchlägen des Gutachtens, die
im Weſentlichen die alten Länder betreffen. Die
Ab=
ſchwächung des paralamentariſchen Syſtems wie ſie in Poſ. 1, 3
vorgeſehen iſt, dürfte ernſter Erwägung tpert ſein. — Von großer
Bedeutung für das ganze Reformproblem iſt die Organiſation
der Auftragsverwaltung zwiſchen Reich und Ländern. Dieſes
Syſtem kann auch in den neuen Ländern eingeführt werden, in
erſter Linie iſt aber an die alten Länder gedacht. Die Anwendung
auf dieſe ſoll eine Angleichung der alten Länder an die neuen
herbeiführen, und offenbar die Kennzeichnung der vorgeſchlagenen
differentiierten Geſamtlöſung als einer Endlöſung rechtfertigen.
Das beweiſt die nicht geringe Wichtigkeit dieſer
Verwaltungs=
form, deren Anwendung den Ländern eine ſtarke Beeinträchtigung
ihres Eigenlebens und ihrer Selbſtändigkeit bringen kann.
Frei=
lich kommt es darauf an, feſtgeſtellt zu ſehen, in tvelchen Fällen
das Syſtem Platz greiſen ſoll, ob es insbeſondere nicht auf die
Rückübertragung bisher reichseigener Verwaltungen beſchränkt
werden kann. Außerdem iſt ſorgfältig zu prüfen: Genigt nicht
für die dem Reich zukommende Aufſicht über die Ausführung der
Reichsgeſetze durch die Landesbehörden Art. 15 der
Reichsver=
ſaſſung, und ſind nicht die der Reichsregierung in dem Gutachten
zugewieſenen Beſugniſſe, weil zu weitgehend und unbeſtimmt, als
unerträglich anzuſehen? Es bleibt vorbehalten, auf dieſe Fragen
in beſonderen Ausführungen einzugehen.
Die ſüddeutſchen Reformpolitiler und ihre Regierungen ſind
jetzt vor eine ſchwerwiegende Entſcheidung geſtellt. Bisher
haben ſie ſich hinſichtlich der Stellungnahme zu dem Problem
Reich=Preußen einer gewiſſen Zurüchaltung befleißigt, zumal
die Vorſchläge des Erneuerungsbundes nur einen privaten
Charalter trugen. Nunmehr liegt das amtliche in gleicher oder
ſehr ähnlicher Zielrichtung ſich bewegende Gutachten des
Organi=
ſationsreferats vor, deſſen Inhalt in ſeinen Rückwirkungen an
den Lebensnerv der Länder rührt, und das beſonders auch
Heſſenmit dem Untergang jedes Cigenlebens und
jederSelbſtän=
digkeit bedreht. Die Art, wie zu dieſem Gutachten Stellung
genommen werden wird, entſcheidet vielleicht über die Zukunft
Süddeutſchlands, Heſſen inbegriffen. Möge es gelingen,
in vorſichtiger und gerechter Abwägung aller in Betracht
kommen=
den Faktoren die richtige Zauberformel zu finden, zum
Wohl des Reiches und der Länder!
Paris, 6. April.
Vom 25. März bis zum 6. April haben unter dem Vorſitz
des japaniſchen Botſchafters in Paris, Adatſchi, dem der
Vor=
ſitzende der Gemiſchten Kommiſſion für Oberſchleſien, Calonder,
und Beamte des Sekretariats des Völkerbundes zur Seite
ſtan=
den, zwiſchen Deutſchland und Polen Verhandlungen
ſtattgefun=
den. Sie bezogen ſich auf gewiſſe Fragen, betreffend die
Anwen=
dung des deutſch=polniſchen Abkommens vom 15. Mai 1922, in
bezug auf Oberſchleſien, d. h. das für die Minderheitenpetitionen
und die Frage der Einſchreibungen für die Minderheitenſchulen
anzuwendende Verfahren. Die Verhandlungen, die im Geiſte
freundſchaftlicher Zuſammenarbeit geführt wurden, haben zu
einem Ergebnis geführt. Die deutſchen und die polniſchen
Ver=
treter haben ſich, was das Verfahren anbelangt, über eine ge
wiſſe Anzahl von Beſtimmungen und Petitionsvereinbarungen
geeinigt, die einerſeits das Verfahren vor den
Minderheiten=
ämtern und dem Vorſitzenden der Gemiſchten Kommiſſion,
andrer=
ſeits das Verfahren betreffen, das in Frage kommt für die
Peti=
tionen, die auf Grund von Artikel 167 der Genfer Konvention an
den Völkerbundsrat direkt gerichtet werden. Was die Frage der
Einſchreibung für die Minderheitenſchulen angeht, hat ein
Mei=
nungsaustauſch zu der Feſtellung geführt, daß es angebracht ſei,
für den Augenblick die grundſätzliche Prüfung dieſer Frage zu
vertagen. Dieſe Prüfung wird ſehr bald nach einem neuen
Stu=
dium der Frage durch die beiden Regierungen wieder
aufgenom=
men werden.
Der Berichterſtatter für die Minderheitenfragen im
Völker=
bundsrat, Botſchafter Adatſchi, wird dem Völkerbundsrat in
ſeiner Juniſitzung über das Ergebnis der Verhandlungen, die
hier ſtattgefunden haben, berichten. Die deutſche Regierung war
bei den Verhandlungen vertreten durch den Generalkonſul Frhr.
v. Grünau und Botſchaftsrat Noebel, die polniſche Regierung
durch ihren ſtändigen Vertreter beim Völkerbundsrat, Sokal.
außer einem Geſang von K. Kämpf die Uraufführung von acht
Männerchören von Paul Ottenheimer übernommen haben.
Neuere Volkslieder in Bearbeitung von Neumann, Orthegraven
und Moldenhauer ſingen die unter G. Jäger vereinten Vereine
von Groß=Zimmern und Urberach. Auch die Darbietung von
typiſch Wieneriſchen Männerchören von Niemeher und R.
Heu=
berger durch drei Darmſtädter Vereine mit Liederkranz
Hergers=
hauſen unter G. Adam wird eine beſondere Note haben. Dazu
kommen noch zwei Programme gemiſchten Inhalts, die von
„Heiterkeit” Gießen und „Sängerbund” Neckarſteinach vorgetragen
werden.
Auf dieſe Weiſe gibt das Darmſtädter Bundesfeſt einen recht
umfangreichen Einblick in das deutſche Schaffen für Männerchöre,
vernachläſſigt dabei nicht die alte klaſſiſche Entwicklung der
Chor=
muſik vor 1600 und vermag au dieſe Weiſe für die Weiterarbeit
der Vereine, und zwar ganz beſonders der kleineren Landvereine,
eine faſt übergroße Fülle von Anregungen zu bieten. Nehmen
ſvir z. B. an, daß ein Verein ſeine urteilsfähigen muſikaliſchen
Mitglieder in verſchiedenen Gruppen an mehreren der genannten
Konzerte teilnehmen läßt, ſo können zahlreiche fruchtbringende
Erfahrungen verſchiedenſter Art geſammelt und für den Verein
nutzbar gemacht werden. Möge darum auch bei Sängern und
Muſikfreunden das nötige Intereſſe und der Ernſt vorhanden
ſein, damit die rieſenhafte Mühe der Organiſation des Feſtes,
der Zuſammenſtellung ſo vielſeitiger Programme, der ſorgfältigen
Einſtudierung des Gebotenen Früchte trage, die das Sängerfeſt
zu einem Markſtein in der Entwicklung des heſſiſchen wie des
deutſchen Chorgeſanges werden laſſen. Der vorbildliche Ernſt,
mit dem die Vorbereitungen getroffen werden, die künſtleriſche
Höhe der Auswahl des Gebotenen wird zweifellos auch weit über
Heſſens Grenzen hinaus das Darmſtädter Sängerfeſt als eine
Veranſtaltung von ganz beſonders tiefer Bedeutung für Geſang
und Kultur erſcheinen laſſen.
Friedrich Noack.
* Hindenburg, der Einiger ſeines Volkes. Von Johanna
Gen=
nerich. Ewald Ruhe Verlag, Hamburg. Die Verfaſſerin verſucht,
die Perſönlichkeit Hindenburgs aus ſeiner Verwurzelung im „
Deutſch=
tum, in ſeiner Familientradition und in der Heimat zu erklären — ein
Verſuch, der ja nicht durchaus neu iſt, der aber als wohlgelungen
be=
zeichnet werden darf, zumal in anbetracht des knappen Raumes, der
benötigt wurde, um — natürlich nur in leitenden Linien — das
Weſent=
lichſte aufzuzeigen. Nur möchte man allerdings meinen, daß der letzte
Abſchnitt über „Die chriſtliche Religion und das Horoſkop
Hinden=
burgs” nicht unbedingt notwendig geweſen ſei, denn einmal ſind die
hier vorgetragenen Erkenntniſſe wohl zu ſehr von der einſeitig=
pole=
miſchen Stellungnahme der Verfaſſerin beeinflußt, zum anderen
er=
ſcheint uns die Perſönlichkeit des Reichspräſidenten zu wertvoll, um als
Sturmbock gegen die Aſtrologie benutzt zu werden.
Nummer 96
Sonntag, den T. April 1929
Seite 3
Wahlkampf in England.
Mitken in den Wahlvorbereikungen.
Lloyd George, Trommler für die Liberalen. —
Mac=
donald führt die Arbeiterparkei zur Wahlſchlacht.
Und die Konſervaliven?
* London, 6. April. (Priv.=Tel.)
Die Vorbereitungen zur großen engliſchen Wahlſchlacht haben
begonnen. In der nächſten Woche werden zahlreiche
Wahlver=
ſammlungen abgehalten werden, in denen die Führer der drei
politiſchen Parteien das Wort ergreifen werden. 17 Mitglieder
der Regierung haben ſich
ver=
pflichtet, in verſchiedenen
Städ=
ten zu ſprechen, und acht
Mi=
niſter werden gleichzeitig an
einem Tage die Rednertribüne
beſteigen. Diesmal ſteht auch
Lloyd George mehr im
Vorder=
grund des Intereſſes und der
Politik überhaupt. Er läßt ſich
nicht abhalten, überall im Lande
umher zu reiſen und liberale
Wahlreden zu halten. Er hat
dabei eine Energie entfaltet, die
von keinem anderen engliſchen
Politiker auch nur annähernd
erreicht wird. Lloyd George,
der in den letzten Jahren
im=
mer wieder die große
Friedens=
flöte blies und die Politik der
konſervativen Regierung
des=
wegen ablehnte, weil ſie
geeig=
net ſei, den Frieden in Europa
zu gefährden, beſinnt ſich jetzt
wieder auf ſeine Großtaten vor
und während des Krieges, um
damit Stimmen für die
Seine Rede in Mancheſter, die und die Arbeiterpartei geführt von Ramſay Macdonald, machen alle Anſtrengungen, die Mehrheit
er in der nächſten Woche halten, der von Churchill geführten Konſervativen Partei zu brechen. Lloyd George hat ſchon von 1916 bis
Städten des Nordens durch
Rundfunk verbreitet werden.
Die Ausſichten der Arbeiterpartei werden, als
günſtig angeſehen. „Sunday Chronicle” bringt einen Artikel
Namſay Macdonalds, in dem der Arbeiterführer der Anſicht iſt,
daß einige außenpolitiſche Handlungen der konſervativen
Re=
gierung bei den Wahlen eine Rolle ſpielen werden. Das
engliſch=
franzöſiſche Flottenabkommen und die Verſchlechterung der
Be=
ziehungen Englands zu Amerika iſt nach der Aufaſſung
Macdo=
nalds die Folge einer falſchen Politik Englands.
In konſervativen Kreiſen rechnet man damit, daß
eine Mehrheit von 60 bis 70 Stimmen im Unterhauſe für die
Konſervative Partei erzielt werden könne. Man ſagt, die
Arbei=
terpartei könne im günſtigſten Falle erwarten, daß ſie als die
ſtärkſte Partei in das neue Parlament einziehe. Die
Wahlaus=
ſichten der Konſervativen ſind aber im großen und ganzen
un=
gewiß, zumal eine Reihe neuer Wähler, namentlich Frauen, an
den kommenden Wahlen teilnehmen wird, deren Stimmen mit
ausſchlaggebend ſein werden. Außer den Mitgliedern der
Regie=
rung werden noch verſchiedene geſchulte Redner ſprechen, und
jede der drei Parteien hat ſich eine Reihe von Mikrophonen
be=
ſorgt, damit die Worte auch überall verſtanden werden können.
Es iſt zu früh, über den Ausgang der Wahlen orakeln zu
wollen. Wenn auch mit Sicherheit angenommen wird, daß die
Konſervativen eine Mehrheit erhalten werden, die vielleicht nicht
ſo erdrückend wie in den vorigen Wahlen ſein wird, die aber
immerhin dem Kabinett die nötige Autorität verleiht, um die
bisherige Politik fortführen zu können. Augenblicklich befindet ſich
die engliſche Regierung innen- und außenpolitiſch
in einer Berkeidigungsſtellung.
wie ſie ungünſtiger kaum zu irgendeiner anderen Zeit vorher
war. Innenpolitiſch iſt es vor allem die Arbeitsloſenfrage, in
der die Liberalen eine außerordentlich ſtarke Tätigkeit entfalten.
Obwohl hierbei viel auf das Konto der Wahlpropaganda zu
ſetzen iſt, haben die Liberalen auf dieſem Gebiet doch eine ganze
Anzahl konſtruktiver Gedanken, mit deren Hilfe ſie größere
Vor=
teile bei den Wahlen zu erringen hoffen und wahrſcheinlich auch
teilweiſe erringen werden. Allgemein wirtſchaftspolitiſch kommen
die Weltwirtſchaftstendenzen der Regierung zu Hilfe. Hier
wur=
den zwar entſcheidende Fehler vermieden, aber größere Taten
ſucht man vergebens.
Außenpolitiſch iſt die britiſche Politik ſeit Locarno
merkwür=
dige Wege gegangen. Es iſt vorläufig noch unſicher, ob bereits
in Locarno von britiſcher Seite an Frankreich jene
Zuſiche=
rungen gegeben werden, die eine enge Bindung an die
franzö=
ſiſche Politik bezweckten. Derartige Behauptungen tauchen
jeden=
falls immer wieder auf, ohne daß ſie überzeugend widerlegt
werden. Tatſache iſt, daß die britiſche Außenpolitik ſeit jener Zeit
Llond George, Ramſay Macdonald und Winſton Churchill
kämpfen um die Macht in England. Am 30 Mai wird das britiſche Volk ſich für den politiſchen
Liberalen einzufangen. Weg der nächſten vier Jahre entſcheiden müſſen. Die Liberale Partei geführt von Lloyd George,
will, wird nach 19 anderen 1922, Ramſay Macdonald im Jahre 1924 ein engliſches Kabinett geführt. Churchill iſt der
Schatz=
kanzler des derzeitigen konſervativen Kabinetts Baldwin.
nicht nur ausgeſprochen profranzöſiſch iſt, ſondern in einer Reihe
wichtiger Fragen ſich dem franzöſiſchen Standpunkt völlig
unter=
ordnet. Es iſt anzunehmen, daß die Dinge in dieſer Hinſicht
etwas über die Abſichten der britiſchen Staatsmänner
hinaus=
wuchſen, die kaum mehr als eine ſtarke Unterſtützung Frankreichs
gegen entſprechende franzöſiſche Zugeſtändniſſe weltpolitiſcher
Art bezweckten. Das vorjährige Flottenkompromiß entſpricht
ziemlich weitgehend den allgemeinen britiſchen Abſichten
gegen=
über Frankreich. Das vielleicht nicht vorauszuſehende Ergebnis
dieſer Haltung war eine außerordentliche Verſtimmung
Ameri=
kas. Frankreich ſelbſt aber vermochte ſich trotz aller engliſchen
Unterſtützung in ziemlich hohem Grade von London unabhängig
zu machen, wenngleich Chamberlain durch ſeine letzte
Zuſam=
menkunft mit Muſſolini in Florenz wieder einmal beweiſen
wollte, daß England das alte Programm ſeiner Außenpolitik
nicht unterbrechen will. Immerhin ſind Chamberlains
Sympa=
thien für Frankreich bekannt, und ſeine Vermittlerdienſte
zwi=
ſchen Rom und Paris läßt ſich Frankreich gerne gefallen. Trotz
der inoffiziellen engliſchen Delegation, die augenblicklich in
Mos=
kau weilt, um Handelsbeziehungen mit den Sowjets
anzuknüp=
fen, iſt wenig Ausſicht, daß die ruſſiſch=engliſchen Beziehungen
in abſehbarer Zeit ſich beſſern werden. Solange Chamberlain
an der Spitze des Außenamtes bleibt, wird er kaum einen
Finger zur Wiederaufnahme der diplomatiſchen Beziehungen mit
Moskau rühren. Das wichtigſte Problem in der engliſchen
Außenpolitik bleibt aber das Verhältnis zu den Vereinigten
Staaten. Während der Wahlperiode ſchwindet zeitweiſe das
In=
tereſſe für die Außenpolitik, aber kaum, daß ſie vorüber iſt, wird
vorausſichtlich wieder die Außenpolitik in England das Primat
über die Innenpolitik haben.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Samstag, den 6. April.
Uraufführung:
„Die 9garows”.
Schauſpiel in zwei Teilen von Bruno Wellenkamp.
Bruno Wellenkamp hat vor zwei Tagen an dieſer Stelle ſich,
über ſein Schauſpiel eingehend geäußert. Richtiger über die
Ab=
ſichten, die er mit dieſem Bühnenwerk verband, und über das,
was ihm Veranlaſſung zu ſeiner Schöpfung war. Das
Schau=
ſpiel ſelbſt läßt das alles faſt ganz vermiſſen. Dank einer ganz
ausgezeichneten Aufführung, an die viel ernſte Arbeit und gutes
künſtleriſches Wollen geſetzt war — die Künſtler des Berliner
Staatstheaters ſtreikten ob dieſer Aufgaben —, errang der junge
Dichter einen Achtungserſolg. Daß es nicht mehr wurde, iſt
ſuher nicht mangelndem Verſtändnis oder unfreundlichem
Mit=
gehen der Theaterbeſucher zu danken, die ſogar den Autor beim
Erſcheinen auf der Buhne freundlich begrüßten.
Was Wellenkaup mit ſeinem Schauſpiel wollte (nach
ſei=
ner Einführung) iſt nicht erreicht. Es iſt bei dem Verſuch
geblieben, die „gewaltigen Strömungen” feſt zu verankern, die
das Schickſal des Weltgeſchehens verkörperten: Krieg und
Re=
bolution, letztere als „zentrales Erlebnis über den Krieg
hinaus” verkörpert einzig in der ruſſiſchen Revolution.
— Bei recht ſchwachem Verſuch! — Und der „Niedergang des
Imperialismus” iſt ebenſowenig irgendwie erſchöpfend oder
überzeugend (als geſchichtliche Notwendigkeit iſt doch gemeint?)
gezeichnet, wie die Nevolution als geſchichtlich notwendige Folge
eben dieſes Niederganges.
Vor allem aber: Es iſt falſch, daß jede politiſche Tendenz
ausſchied! Das Schauſpiel iſt als Ganzes eine byzantiſch tiefe
Verbeugung vor dem Bolſchewismus, in der ſehr einſeitigen
Zeichnung der vorkriegsherrſchenden Schicht des zariſtiſchen
Rußland als tieriſch verkommen an Leib und Seele.
Die Handlung kann etwa ſo geſchildert werden: Der alte
Ogarow, ehemals Adjutant des Großfürſten (der Exponent der
imperialiſtiſchen Welt) hauſt, viehiſch verkommen, 1920 noch in
ſeinem zerſtörten Schloß, das Eiſenbahner=Rotten zugewieſen
iſt. Sein Gegenſpieler iſt ſein Sohn, der Fähnrich, der ſchon 1917
mit dem Vermögen des Vaters die Revolution finanzierte, da
ſein Vater, der Soldatenſchinder, den Krieg in Paris verlebte.
Der zerſchoſſene, vom Vater gequälte, gefolterte, halb verrückt
gemachte Sohn aber weiß, wo noch Juwelen vergraben ſind, das
Geheimnis ſoll ihm entriſſen werden. Es gelingt mit Hilfe
einer zu Dirne gewordenen Fürſtentochter, in der der Fähnrich
im Fieberwahn ſeine Braut ſieht. Die Kiſte, die allen (
inzwi=
ſchen iſt ein Halbbruder, als Repräſentant des rufſiſchen
Bolſche=
wismus der einzige, dem der Autor menſchliche Charakterzüge
lieh!!, hinzugekomiren), den Weg nach Paris, der Stadt der
Sehn=
ſucht aller vertierten Ruſſen, öffnen ſoll, wird gefunden. Aber
ſie enthält nur noch ſo viel zariſtiſche Goldrubel, daß es zur
Reiſe nach Paris reicht. Hier muß Katja, die fürſtliche Dirne,
für den fürſtlichen Lebensaufwand ſorgen. Dem Bolſchewik=
Halbbruder aber kommt der Ekel ob dieſes Wohllebens, und er
hoit, da Bekehrungsverſuche nicht fruchten, den zerſchoſſenen
Fähnrich aus Rußland als lebendes Menetekel herbei, der mit
cinem Meſſerſti.h bei Blitzlich: Katja tötet und den Vater zum
Weiterleben verdammt!
Dieſe ſturk k:nohafte Darſtellung der äußeren Handlung
zeichnet natürlich eben ſtar das Tatſächliche der Handlung,
die vom Autor wohl ſymboliſch, bezeichnend für ganze Volks=
und Geſellſckaftsſchichten gemeint iſt. Es bleibt aber dem Autor
die Fähigkeit verſagt, ſeiner Handlung des Dramas irgendwie
ſchickfalhaften Charakter zu geben, Menſchheitsprobleme zu löſen,
die das ungeheure Geſchehen des Weltkrieges und der Revolu
tionen der Gegenwart und vielleicht noch vielen Generationen
der Zukunft geſtelli hat. Man hat den fatalen Eindruck, als ſei
dem Dichter nach den Anfängen im erſten Teil der Atem
aus=
gegangen. Die Geſtaltungskraft hat nicht durchgehalten.
Er=
müdende Längen im zweiten Teil laſſen die Spannung, die der
erſte aufblitzen ließ, ſehr bald abebben. Die furchtbare
Erzäh=
lung der Yvonne Delyon, die ihren ſchönen Leib ganzen
Bri=
gaden gab — Charlotte Jaeke=Joſts farbloſe Darſtellung
war daran nicht allein ſchuld —, dieſes Schwelgen in
ſumpfig=
ſter Erotik täuſchte darüber nicht hinweg.
Die Aufführung zeigte faſt reſtlos eine hingebende
künſtleriſche Arbeit. Ein Einſetzen für Idee und Dichtung, das
einer beſſeren Sache zu wünſchen geweſen wäre. Vor allem
Vernhard Minetti! Seine Verkörperung des ſeeliſch und
körperlich zerriſſenen Kriegskrüppels, des gegen den Vater
haß=
erſüllten und die ihm entriſſene Braut unendlich zart und
gläu=
big liebenden Fähnrichs, war ſo überzeugend und in allen
ſeeli=
ſhen Regungen ſo nuanciert, daß man unter dem Eindruck einer
großen künſtleriſchen Leiſtung ſtand. — Fritz Valk, ſein
Gegenſpieler. Brutal, vertiert, ganz animaliſch in Haß und
Liebe, in Sehnſucht und Lebensgenuß, in Lumpen gleichwie im
Frack. Auch ſeine Darſtellung packend, ſein Organ Tiefen
auf=
ſchürfend — Ganz Dirne, weniger auch in aufflackerndem
Er=
innern, Beſſie Hoffart. Mit ausgezeichnetem Verſtehen
ihre wenig dankbare Aufgabe durchführend. — Gut auch,
warni=
herzig, lebenswahr, Hermann Gallinger, der als Fedor
Töne fand, die dieſem Künſtler ſonſt ganz fremd ſind. — Wolf
Der Langkopp=Prozeß.
Die Sachverſtändigen geben Anlaß zu einem
Zwiſchenfall.
Berlin, 6. April.
Die heutige Verhandlung im Prozeß Langkopp begann mit
einer ſcharfen Erklärung des Staatsanwalts, der mitteilte, daß
der Sachverſtändige des Reichsfinanzminiſteriums, Dr. Lazarus,
in den Gängen des Gerichtsgebäudes geſtern zu wiederholten
Malen auf das ſchwerſte beſchimpft worden ſei. Er müſſe
da=
gegen energiſch Front machen und fordern, daß alle Perſonen,
auch die Sachverſtändigen, davor geſchützt werden, daß die
Aus=
übung ihrer Pflichten in irgendeiner Weiſe beeinträchtigt wird.
Der Staatsanwalt wies dann auf Preſſemeldungen über eine
Sitzung von Auslandsdeutſchen hin, die geſtern abend
ſtattge=
funden hat und in der wiederum die ſchwerſten Beleidigungen
gegen Dr. Lazarus ausgeſprochen worden ſein ſollen. Dabei
ſeien auch die beiden, von der Verteidigung genannten
Sachver=
ſtändigen Krapp und Major Schaffitzel beteiligt geweſen, was
den Staatsanwalt veranlaſſen müſſe, die beiden Sachverſtändigen
abzulehnen. — Major Schaffitzel und Herr Krapp erklärten
über=
einſtimmend, daß ſie der Verſammlung zwar beigewohnt haben,
daß ſie aber ſich mit Rückſicht auf ihre Sachverſtändigentätigkeit
beſondere Zurückhaltung auferlegt hätten. Der Vorſitzende gab
ſeinem Zweifel darüber Ausdruck, ob es überhaupt zweckmäßig
geweſen ſei, während des Prozeſſes eine Verſammlung des
Reichsverbandes der geſchädigten Auslandsdeutſchen abzuhalten.
Er wies ferner darauf hin, daß an Gerichtsſtelle zahlreiche
Schreiben einlaufen, in denen Kleinrentner, die ebenfalls ihren
geſamten Beſitz verloren haben, ſcharfe Kritik an der
Bevor=
zugung der Auslandsdeutſchen übten. Der Zwiſchenfall war
da=
mit im weſentlichen beigelegt und es wurde in den
Verneh=
mungen fortgefahren. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen
im Langkopp=Prozeß erklärte der deutſchnationale Abgeordnete
Pfarrer Wolf als Sachverſtändiger, daß die Klagen über das
Eutſchädigungsamt meiſt einer Unkenntnis über die Befugniſſe
dieſes Amtes entſprungen ſeien. Er habe nur gute Erfahrungen
mit dem Amte gemacht. Gerade der zu Unrecht angegriffene Dr.
Lazarus habe immer vollſtes Verſtändnis für die Not der
Ge=
ſchädigten gezeigt. Die Urſachen lagen bei der
Unzulänglichkeit der Geſekgebung,
die wiederum durch die Finanznot des Reiches bedingt ſei. Der
von der Verteidigung geladene Sachverſtändige Gläſe führte
eine Reihe von oberſchleſiſchen Fällen an. Mit dieſen
Entſchei=
dungen ſei tatſächlich ein Kuhhandel getrieben worden, wobei
Schmiergelder gezahlt und genommen wurden. Rechtsanwalt
Dr. Frey regte an, daß Anklagevertreter und Verteidigung
bei=
derſeits auf die Vernehmung weiterer Sachverſtändiger
verzich=
ten mögen. Der Vertreter der Staatsanwaltſchaft erklärte ſich
damit einverſtanden, wenn als wahr unterſtellt werde, daß über
70 v. H. der Auslandsdeutſchen mindeſtens zu 100 v. H.
entſchä=
digt ſeien. Da die Verteidigung hierfür noch einen
Sachverſtän=
digen verlangte, beſtätigte der Vertreter des Finanzminiſteriums
Dr. Lazarus, mit eingehenden Zahlen dieſe Tatſache, die dadurch
bedingt ſei, daß alle Schäden bis zu 5000 Mark voll
entſchädigt würden. Auch das Gericht verzichtete darauf
auf weitere Sachverſtändigenvernehmungen. Die
Beweisauf=
nahme war damit im weſentlichen erledigt, da nur noch ein
Zeuge am Montag gehört werden ſoll.=
Mit dem Urteil wird für Montag nachmittag gerechnet.
Abſchluß der Zuckerberakungen in Genſ.
EP. Genf, 6. April.
Die Beratungen der Zuckerſachverſtändigen beim Völkerbund
über die Maßnahmen zur Beilegung der Weltzuckerkriſe ſind am
Samstag ohne ein greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Wie
der Leiter der Verhandlungen, der Präſident des
Wirtſchafts=
komitees des Völkerbundes, Staatsſekretär v. Trendelenburg, in
einer Schlußanſprache feſtſtellte, haben die Beratungen
Klarhei=
darüber gebracht, daß die Beſeitigung der Zuckerkriſe
mit in erſter Linie von Maßnahmen der Staaten, wie
Herabſetzungder Zuckerzölle oder Zuckerſteuern,
abhängt. Unbedingte Vorausſetzung für alle
Maß=
nahmen ſei die Herſtellung einer Produzenten=
Ver=
einigung. Der Völkerbundsrat wird die Befragung von
Sach=
verſtändigen fortſetzen und demnächſt Vertreter der
Zuckerrüben=
produktion hören, während die Sachverſtändigen zu der Enquete
Informationen und Anregungen unterbeiten werden, deren
Charakter weſentlich von der Entwicklung der internen
Be=
ſprechungen zwiſchen den Zuckerintereſſenten abhängt.
Veneckendorf ganz Blaſiertheit, fabelhafte Kälte in Spiel
und Wort. — Käthe Gothe ungemein echt in Koſtüm und
Spiel, eine ausgezeichnete ruſſiſche Type. — In den kleineren
Rollen Paul Maletzki, Curt Weſtermann, Walter Klam
und Hugo Keßler. —
Die Regie Günter Haenels und Wilhelm Reinkings
war zielbeſpußt und voll Verſtändnis für die ſchwierige
Auf=
gabe.
Tſchaikowſkys 5. Sinfonie.*)
Von den acht Sinfonien des großen ruſſiſchen Tondichters
ſind es drei, die oft auf den Programmen der Konzertinſtitute
zu finden ſind: die vierte in E=Moll (vor 6 Jahren unter Michael
Balling hier aufgeführt), die fünfte und die ſechſte. Am
popu=
lärſten iſt die letztgenannte geworden, aber auch die fünfte in
E=Moll, die am Montag, den 8. April unter Generalmuſikdirektor
Dr. Karl Böhm nach längerer Pauſe zur Aufführung gelangt,
zählt zu den Werken, denen man immer wieder in großen
Kon=
zerten begegnet.
In weit ſtärkerem Maße als in der „Pathetiſchen” tritt die
nationale ruſſiſche Ader des Komponiſten hier zutage. Die
Thematik der beiden Eckſätze trägt in der Hauptſache
ausgeſproche=
nen ruſſiſchen Charakter. Die E=Moll=Sinfonie iſt in geringerem
Maße Perſönlichkeitsbekenntnis als die „Pathetiſche‟. Sie bringt
allgemeinere Stimmungen und Empfindungen zum Ausdruck,
allerdings in unverfälſchter nationaler Manier.
Das Hauptthema des erſten Satzes trägt ausgeſprochen
ruſſiſchen Charakter, das zweite Thema, ſehnſuchtsvoll weich,
bil=
det gewiſſermaßen einen Gegenſatz zum erſten: Mann und Weib.
Töne des Herzens ſchlägt der zweite Satz (Andante
canta=
bile) an. Wie ein Sehnen nach Liebe und Liebesglück klingt es
aus der zart ſchwärmeriſchen Hornmelodie. Mächtiger und
brün=
ſtiger ſteigt der Geſang der Leidenſchaft auf.
Der dritte Satz, ein gefühlvoller, langſamer Walzer (
Tſchai=
kowſky hatte eine beſondere Vorliebe für dieſe Tanzform) führt
in die frohe Welt eleganter Geſelligkeit.
Lebensbejahende Klänge ſteigen aus der männlich
zuverſicht=
lichen Einleitung des Schlußſatzes auf. Und dann gehts
zum Kampf. Ein energievolles Thema von echt ruſſiſcher
Fär=
bung führt den Reigen. Die Gegenmelodie mutet wie ein aus
liebevollem Munde kommender, aufmunternder Zuſpruch im
wilden Lebensſtreit an.
Unter lautem, allerdings etwas äußerlichem Jubel ſtürmt der
Satz dem ſieghaften Ende zu.
F. B.
*) Mit Erlaubnis der Muth’ſchen Verlagsbuchhandlung, Stuttgart,
dem „Konzertbuch” von Paul Schwers und Martin Friedland zum
Teil entnommen.
Seite 4
Der zeutſch=ſchweizeriſche
Rhein=
trsnnerangsdertrag.
Abrachungen über die Herſtellung einer
Schiffahris=
ſtraße zwiſchen Straßburg und Konſtanz.
Berlin, 6. April.
Zwiſchen Deutſchland und der Schweiz iſt am 28. März in
Bern ein Vertrag unlerzeichnet worden, der die Herſtellung einer
Schiffahrtsſtraße zwiſchen Straßburg und Konſtanz zum
Gegen=
ſtand hat.
In dem erſten Teil des Vertrages kommen die beiden
Staa=
ten Deutſchland und die Schweiz dahin überein, daß die
Regu=
liwung des Rheins zwiſchen Kehl und Idſtein, ein unterhalb
Vaſel gelegener Ort, unverzüglich zu beginnen und ohne
Unter=
brechung durchzuführen ſei.
In dem zweiten Teil des Vertrages ſtellen beide
Kontra=
henten Uebereinſtimmung dahin feſt, daß im Zuſammenhang
mit der Regulierung des Rheins von Kehl bis Idſtein der
Aus=
bau des Oberrheins von Baſel bis zum Bodenſee zu einem
Großſchiffahrtswege zu betreiben ſei. Soweit die wirtſchaftlichen
Verhältniſſe die Ausführung dieſes Unternehmens möglich
er=
ſcheinen laſſen, wird der ſchweizeriſche Bundesrat mit der
badi=
ſchen Regierung einen Vertrag abſchließen, durch den die
Koſten=
verteilung, die Friſt für die Ausführung des Unternehmens und
ſeine techniſche und adminiſtrative Förderung feſtgeſetzt werden
ſollen. Das zwiſchen der Regulierungsſtrecke Straßburg—Kehl—
Idſtein und dem zu kanaliſierenden Teil von Baſel bis
Kon=
ſtanz liegende Stück des Rheins — die Stauſtufe von Kembs —
Eonntag, den 7. April 1929
wird gegenwärtig von Frankreich ausgebaut. Bei der Planung
und dem Bau der Stauſtufe Kembs iſt Vorſorge getroffen, daß
der Bau des Wehres rheinaufwärts durch Baſel hindurchgeht
und bis an die unterſte Stauſtufe der zu kanaliſierenden Strecke
reicht, ſo daß ſich der Bau der Stauſtufe Kembs als Uebergang
von der zu regulierenden Strecke Straßburg—Kehl—Idſtein auf
die zu kanaliſierende Stredle Baſel—Bodenſee organiſch in den
geſamten Ausbau einfügt.
Das neue deutſch=ſchweizeriſche Abkommen nimmt nun den
Gedanken des großen Waſſerſtraßenbauprogramms wieder auf,
welcher in dem Reichsgeſetz über den Ausbau der deutſchen
Waſſerſtraßen und die Erhebung von Schiffahrtsabgaben vom
24. Dezember 1911 ſeinen geſetzlichen Niederſchlag gefunden hat.
Die Herſtellung einer Schiffahrtsſtraße im Rhein zwiſchen
Kon=
ſtanz und Straßburg nach Maßzabe von Staatsverträgen, die
zwiſchen den an dieſer Stromſtrecke beteiligten deutſchen
Rhein=
ſtaaten abzuſchließen wären, war eine der vornehmſten Aufgaben,
welche dem von dem Geſetz in Ausſicht genommenen
Rheinſtrom=
bauverband geſtellt waren. Die Regierung hatte ſeinerzeit mit
ihrer Vorlage nur an eine Regulierung des Rheins aufwärts
bis Straßburg gedacht, wie ſie bis zur Beendigung des Krieges
von Baden, dem ehemaligen Reichsland Elſaß=Lothringen und
Bayern durchgeführt worden iſt und den Straßburger Hafen
nach ſeiner Abtrennung an Frankreich zu ſeiner großen Blüte
gebracht hat.
Die Ausdehnung des Ausbauprogramms auf die Strecke bis
Konſtanz beruht auf der Initiative des Reichstages. Achtzehn
Jahre ſind ſeit dem Inkrafttreten jenes Geſetzes vergangen, ohne
daß es möglich geweſen wäre, dem Ziele näher zu kommen. Aber
der Gedanke, den Bodenſee, den größten natürlichen
Binnen=
hafen Europas, an die Rheinſchiffahrtsſtraße anzuſchließen und
ihn dadurch für ſeine von der Natur geſchaffene Aufgabe nutzbar
zu machen, iſt lebendig geblieben und wird durch den
deutſch=
ſchweizeriſchen Vertrag der Verwirklichung nähergebracht.
Frei=
lich iſt noch nicht abzuſehen, ob die heutige Generation die Ver=
Nummer 96
wirklichung des Werkes erleben wird. Deutſchland leidet unter
den finanziellen Laſten der Reparationsverpflichtungen und
würde von ſich aus im gegenwärtigen Zeitpunkt wohl nie die
Wiederaufnahme ſolch gigantiſcher Baupläne in Angriff
genom=
men haben. Die Schweiz war es, die im Jahre 1925 den Plan
der Rheinregulierung von Straßburg bis Idſtein-Baſel der
Zentralkomiſſion für die Rheinſchiffahrt vorlegte, und die
Schweiz, namentlich die Stadt Baſel, wird einen großen Teil
der Koſten übernehmen. Deutſchland konnte und durfte ſich bei
ſeiner traditionellen Fürſorge für den Rhein, dem Vertrag mit
der Schweiz nicht entziehen, wenn es auch von einem in Baſel
endenden Ausbau der Schiffahrtsſtraße vielleicht vorübergehend
eher Nachteile als Vorteile zu erwarten hat. Deutſchland erfüllt
eine internationale Miſſion, indem es der Schweiz das
Vor=
dringen der Großſchiffahrt bis Baſel verwirklichen hilft und hat
mit dem Vertrag von Bern für die Zukunft den Weg zum
Bodenſee geöffnet.
Wie wir hören, wird der Vertrag noch im Laufe des
Som=
mers dem Reichstag zur Genehmigung vorgelegt werden.
der Täler von Baranowicze geftorben.
Warſchau, 6. April.
Der ehemalige Beamte der ſowjetruſſiſchen Handelsmiſſion
in Berlin, Atanaſowitſch, der kürzlich in der Polizeiwachtſtube
des Bahnhofs der polniſchen Kreisſtadt Baranowicze auf zwei
polniſche Staatsbeamte ſchoß, von denen der eine ſeinen
Ver=
letzungen erlag, iſt heute im Krankenhaus von Baranowicze
plötzlich geſtorben. Polniſchen Nachrichten zufolge wurde
Atana=
ſowitſch von einer ſchweren Nervenkriſe ergriffen und erlag bei
einem zweiten Anfall einem Herzſchlag. Beim Eintritt des Todes
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Nummer 96
Sonntag, den 7. Apr 1 1929
Seite 3
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, 7. April.
Zur Wahl des Oberbürgermeiſters.
Von Herrn Bürgermeiſter Mueller geht uns folgendes
Schreiben zur Veröffentlichung zu:
Darmſtadt, den 6. April 1929.
An
die Fraktion der Deutſchen Volkspartei,
z. H. des Vorſitzenden, Herrn Sanitätsrat Dr. Noellner,
Darmſtadt.
Sehr geehrter Herr Sanitätsrat!
Auf das gefällige Schreiben vom 5. ds. Mts. erlaube ich mir
zu erwidern, daß mir die geſetzlichen Beſtimmungen bekannt
ſind, nach denen ich mich in der fraglichen Angelegenheit zu
rich=
ten haben werde. Im übrigen werde ich von den mir durch die
interimiſtiſche Vertretung der Oberbürgermeiſterſtelle
zuſtehen=
den Rechten ſelbſtverſtändlich in dem Umfange Gebrauch machen,
den ich für richtig halte. Insbeſondere werde ich mich nicht zur
Unterſtützung einer Taktik mißbrauchen laſſen, die im direkten
Gegenſatz zu dem ausgeſprochenen Willen der
Stadtverordneten=
mehrheit ſteht.
Hochachtungsvoll
gez.: Mueller, Bürgermeiſter.
Zu der öffentlichen Sitzung des Stadtrates am
Donners=
tag, den 11. April 1929, 17 Uhr, im Sitzungsſaal des Rathauſes
am Marktplatz, liegt folgende Tagesordnung vor: I.
Be=
ſchlußfaſſung über: a) den Antrag der Fraktion der Deutſchen
Volkspartei und der Deutſchnationalen Volkspartei vom
30. März 1929: „die Neubeſetzung der Stelle des
Oberbürger=
meiſters auf Grund eines öffentlichen Ausſchreibens
vorzu=
nehmen” in Verbindung mit b) dem Antrag der
ſozialdemo=
kratiſchen Fraktion vom 4. April 1929: „1. aus
Erſparnisgrün=
den iſt ein fünfter Bürgermeiſter nicht mehr anzuſtellen; 2. eine
Ausſchreibung der Stelle des Oberbürgermeiſters wird nicht
vorgenommen, der neue Oberbürgermeiſter iſt aus den Reihen
der vorhandenen vier Bürgermeiſter zu wählen.” — II.
Feſt=
ſetzung des Gehalts des neu zu wählenden Oberbürgermeiſters,
gemäß Artikel 68, Abſatz 1, Satz 2 der Städteordnung. — Für
den Fall der Annahme des Antrags unter Ib: III. Wahl des
Oberbürgermeiſters. Hierzu liegt folgender Antrag der
Sozial=
demokratiſchen, Demokratiſchen und Zentrums=Partei vor: „Für
die Stelle des Oberbürgermeiſters wird Herr Bürgermeiſter
Mueller vorgeſchlagen.” — TV. Wahl des erſten Stellvertreters
des Oberbürgermeiſters. Dazu liegt folgender Antrag der
So=
zialdemokratiſchen, Demokratiſchen und Zentrums=Partei vor:
„Für die Vertretung des Herrn Oberbürgermeiſters ſchlagen
wir Herrn Bürgermeiſter Delp vor.”
*
— Zur Oberbürgermeiſterwahl. (Oeffentliche Verſammlung.)
Zu einer öffentlichen Verſammlung und Ausſprache über die
Oberbürgermeiſterwahl auf Montag, den 8. April, abends 8 Uhr,
in die Turnhalle am Woogsplatz, laden die Fraktionen der
Stadverordnetenverſammlung der Deutſchen Volkspartei und
der Deutſchnationalen Volkspartei ein. (Vgl. heutige Anzeige.)
— Ernanut wurde: Am 4. April: der praktiſche Tierarzt Dr. Karl
Metz aus Cau=Odernheim zum Amtsveterinärarzt mit der
Amtsbezeich=
nung „Veterinärrat”.
— Verſetzt wurden: Am 30. März: der Amtsvorſtand des Forſtamts
Mörfelden, Forſtrat Ferdinand Günther zu Mörfelden, in gleicher
Dienſteigenſchaft in da3 Forſtamt Butzbach; der Amsvorſtand des
Forſt=
amts Jügersburg, Forſtrat Friedrich Kindhäuſer zu Jägersburg,
in gleicher Dienſteigenſchaft in das Forſtamt Gernsheim; der
Amtsvor=
ſtand des Forſtamts Ober=Eſhbach, Forſtrat Karl Thum zu Ober=
Eſchbach, in gleicher Dienſteigenſchaft in das Forſtamt Mainz; am
2. April: der Amtsvorſtand des Forſtamts Mömhbruch, Forſtmeiſter
Karl Deuſter, in gleicher Dienſteigenſchaft in das Forſtamt Schotten.
— In den Ruheſtand treten. Am 1. Mai: der Oberforſtmeiſter
Eduard Beyer zu Butzbab, der Oberforſtmeiſter Friedrich
Klein=
kopf zu Mainz und der Oberforſtmeiſter Georg Petith zu
Gerns=
heim auf Grund des § 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der
Staats=
beamten vom 2. Juli bzw. 19. Dezember 1923 in Verbindung mit
Ar=
tikel 2 des Geſetzes über die Einſtellung des Perſonalabbaues in Heſſen
und zur Aenderung des heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes vom 8.
Okto=
ber 1925.
— Am 1. Mai 1929 kommen zur Erledigung die Stellen der
Amts=
borſtande der Forſtämter Jägersburg Mönchbruch,
Mör=
felden, Ober=Eſchbach. Meldeſchluß: 20. April 1929.
— Ehrung eines heſſiſchen Lehrers. Der Lehrer Franz
Kallen=
bach von der Nunde=Turmſchule in Darmſtadt, der mit Unterſtützung
der Notgemeinſchaft der deutſchen Wiſſenſchaft mit der Herausgabe eines
grundlegenden Werkes über „Die Pilze Mitteleuropas” beſchäftigt iſt,
wurde in Anerkennung ſeiner wiſſenſchaftlihen Verdienſte von der
Societe Mycologique de Genebeu, von der Bayeriſchen Botaniſchen
Geſellſchaft ehrenhalber zum korreſpondierenden Mitgliede ernannt.
— Heſſiſches Landestheater. Heute, Sonntag, gelangt im Großen
Haus Richard Wagwers „Walküre” unter muſikaliſcher Leitung von
Max Rudolf zur Aufführung. Anſtelle der erkrankten Frau Varena
ſingt Elſe Link (Wiesbaden) die Brünnhilde. In den übrigen
Haupt=
partien ſind die Damen: Roſe Landwehr, Anna Jacobs, und die
Her=
ren: Guſtav Deharde, Johannes Biſchoff, Theo Herrmann beſchäftigt.
(Miete B, Beginn: 17.30 Uhr.)
Im Kleinen Haus geht das erfolgreiche Luſtſpiel „Das Kamel
geht durch das Nadelöhr”, als Vorſtellung der
Heſſenland=
miete II in der Beſetzung der Erſtaufführung in Szene. Beginn:
19.30 Uhr.
Morgen, Montag, findet das 7. Sinfoniekonzert des
Landestheater=
orcheſters unter Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Böhm ſtatt.
Soliſt des Abends iſt Konzertmeiſter Otto Drumm, der das
Violinkon=
zert von Zandonai zum Vortrag bringt. Die Uraufführung dieſes
Kon=
zertes wurde ſeinerzeit in Mailand unter Toscanimi veranſtaltet. Die
gleichfalls morgen zur Aufführung gelangende „Comoedietta” von Paul
Graener hatte bei der ſeinerzeitigen Aufführung in Leipzig derartigen
Erfolg, daß ſie wiederholt werden mußte. Zum Abſchluß gelangt Tſchai=
kowskys Sinfonie Nr. 5 zur Aufführung.
Die erſte Wiederholung des geſtern uraufgeführten Schauſpiels
„Die Ogarows” von Bruno Wellenkamp findet Dienstag, den 9.
April, ſtatt. (Miete A.)
Nach dem ungewöhnlichen Erfolg, dem Flotows Oper „Fatme‟
in der Inſzenierung Renato Mordos (Bühnenbilder: Lothar Schenck
von Trapp) anläßlich des Austauſchgaſtſpiels in Frankfurt a. M.
ge=
funden hat, gelangt das Werk Dienstag, den 9. April, im Kleinen Haus
nochmals zur Aufführung. Muſikaliſche Leitung: Max Rudolf. (Miete
R, Beginn: 20 Uhr.)
In der nächſten Aufführung des „Freiſchütz” Mittwoch, den
10. April, ſingt Hans Grahl die Partie des Max. Die übrige Be=
ſetzung iſt die der Erſtaufführung.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Paula Moderſohn=
Becker=Ausſtellung. Mitte April eröffnet die Bücherſtube eine
Aus=
ſtellung der durch ihre Briefe und Tagebuchblätter weiten Kreiſen
be=
kannten Malerin Paula Moderſohn=Becker. Die Ausſtellung umfaßt
mehr als 20 Originalgemälde und eine größere Anzahl
Originalzeich=
nungen. Die Arbeiten geben Gelegenheit, einen Einblick in das
bedeut=
ſame Künſtlerleben von Pgula Moderſohn=Becker zu gewinnen.
Modeſcau ii dei Traade.
Faſt war es eine doppelte Modeſchau: Auch die über Erwarten große
Zahl der Beſucherinnen — ſie waren gegenüber den bei dieſen
Mode=
ſchauen, weil leidtragender Teil, gerne ſtreikenden Beſuchern weit in
der Mehrheit — trug vialfoch ſchon trotz des Nachwinters ſchöne und
geſchmackvolle Frühjahrsmode zur Schau. Die Parterreräume der
„Traube” waren am Nachnittag und am Abend voll beſetzt. Man hörte
gute Muſik, trank guten Haffee oder Tee oder Schobolade, und fand bei
all dem und bei dem regen „Schauen” — es gab wirklich viel zu ſehen —
noch Zeit und Gelegenheit zu regem Gedankenaustauſch über all die
mundervollen Schöpfungen der Modekünſtler und =künſtlerinnen, des
Kunſtgewerbes und der ſonſtigen ſchönen Dinge, die die Frau von
Ge=
ſchmack braucht, um eben Frau von Welt zu ſein, oder doch wenigſtens
zu ſcheinen.
Veranſtalterin der Modeſchau, die zu einem geſellſchaftlichen
Er=
eignis wurde, war die Firmr Schürmann u. Co., bekanntlich ein
Haus, deſſen Leiſtungsfähigkeit nebſt der vieler anderer Darmſtädter
Häuſer jede Konkurren; mit den bekannteſten Großſtadtfirmen beſteht.
Der Firma Schürmann hatten ſich angeſchloſſen die Firmen A.
Huf=
nagel Lederwaren, beſonders vornehme Handtaſchen, Karl
Jor=
dan, Schirmfabrit, mit janz wunderbaren Gebilden von Schirmen aller
Art, Johanna Becker mit vornehmen Damenhüten und Speiers
Schuhwarenhaus mit Straßen= und Geſellſchaftsſchuhen.
Der Geſamteindruck der ganzen Schau war ein in gleicher Weiſe
freundlicher, wie erfreulicher. Freundlich, weil helle, friſche, bunte
Far=
ben beverzugt werden, Farben, die ſich den duftigen, leichten und
lich=
ten Stoffgebilden ebenſo gut anpaſſen, wie ſie die Trägerinnen
ver=
jungen und verſchönen. Wie ſie aber vor allem das Farbenbild einer
gefellſckaftli hen Veranſtaltung lebendig und blühend geſtalten, mag es
ſich um eine ſolche im Saale, im Heim oder im Freien handeln, denn
gleichwie die Koſtüme, Kleidee und Geſellſchaftsroben, iſt auch die
Ueber=
kleidung, Mäntel, Capes uſw., in Farbe und Schnitt lebhaft und
phan=
taſiereich wechſelvoll. Selbſt wo es ſich um Schwarz handelt, iſt das
ge=
mildert durh farbigen Einſchlag im Beſatz, Fütterung oder in der
Kopf=
bedeckung, und in der Fußbekleidung oder in dem, was die ſchicke Fran
in der Hand trägt: Täſchehen oder Schirm! Dabei iſt ebenſo auffallend
wie begrüßenswert das harmoniſche Zuſammenarbeiten der verſchiedenen
Branchen, die ſich den ſchrierigen Frugen der Damenmoden widmen.
In Stoff und Farbe und Slnitt entſprechen die Hüte dem
Vor=
mittags=, Nachmittags= oder Abendgewand der wodernen Frau, und in
gleicher Weiſe — der Schuh!
Soveit das Freundliche Schöne! Und das Erfreuliche?
Nun, das erblicken wir gerne und mit Genugtuung in der immer
ſtär=
ker betonten Zunahme des langen Kleides. Das vormittägliche
Beſukskleid freilich, und auch vielfach noch das Koſtüm iſt noch kurz
iber alles andere wurde geſtein erfreulich verlängert, zum Teil
wieder (sic) bis zu den Füßchen gezeigt. Beſonders das Geſellſchafts=
und Abendkleid. Das iſt das Erfreuliche an der neueſten Mode, und
da die Stoffe immer noch duftig und dacchſichtig gewählt werden,
wer=
den ſich auch die Damen gerne dieſer Mode fügen, die ihre ſchön
geform=
ten Beine nicht gerne den Blicken entziehen, die ohnhin durch
märchen=
hafte Gebilde von Schuhwerk angezogen nerden. —
Gezeigt wurde — durch ein Heer ſchicker Manneguins vorgeführt —
eine ſo große Fülle von entzückenden Modegebilden, daß es ſchier uſb
möglich iſr, Einzelheiten hier zu beſchreiben, von denen die Leſerinnen
ja doch nur einen kleinen Eindruck der Wirklichkeit bekommen könnten.
Nur einiges aus dem Gsfamteindruck der Schau: Die tragenden
Farben der großen Mode ſind hell zitrone und die duftige
Linden=
blute, zu denen bei den Hüiten noch die etwas ſtarke, aber freudig
leb=
hafte der Kapuzinesblüte kommt, in welcher Farbe Johanna Beckey
eine Anzahl ganz entzückender Modelſe zeigte. Schürmann u. Co.
ließen eine RieſenauZwahl von ſommerlichen Georgettekleidern,
einfarbig und farbig gemuſtert, in erſter Linig geblümt, vorführen,
durchweg lang! Dazu kleine Abenbkleider, ebenfalls reichfarbig und
ziemlich lang. Zum gemuſterten Kleid einfarbiger, aber auf die
Haupt=
farbe abgeſtimmter Mantel! Dazu auch das immer noch woderne
Jumperkleid für den Vormittag (kurz), und das Jackenkleid. Sehr
belieht ſind immer noch Stickereien auf Bluſen und Kleidern,
Bunt=
ſtickereien, neben Blumen ſtiliſierte Vögel. Sehr elegant, ſehr ſchick und
buftig, das vornehme einfarbige Spitzenkomplett (Klcid mit
Mantel oder Cape). Auch Pelze und Pelzbeſätze wurden noch gezeigt,
die ja, beſonders die letzteren, auch im Sommer beliebt ſind. Beſonders
ſchick: Georgette=Mantel mit Scheitel=Affon=Beſatz!
Dann die Hüte! Zum Koſtüm zeigt Johanna Becker
Filz=
hüte. Einfache kleine Glockenform, einfarbig oder im Beſatz gemuſtert.
Zum Kleid den großen Strohhut. BVeſonders der Florentiner wird
wieder modern, und exotiſches Geflecht. Auch hier ſind die Variationen
ungemein reich, trotz faſt einheitlicher Grundfarben, vor allem in den
Farben geſchmackvoll. —
Dann die Schuhe! (Firma Speier). Immer noch wird hier
größ=
ter Wert gelegt auf elegante Form und kunſthandwerklühe
Einzelgeſtal=
tung. Die Farbe hell, den Kleidfarben angepaßt, ſelten ganz einfarbig.
Neben auffallenden Doppel= und Mehrfarben, farbiger, zurüchhaltender
Beſatz. Die Form ſchlans und ſpitz, bevorzugt Pumps und der
hoch=
abſätzige Schuh mit ſpitzes Kappe. Die Auswahl unerſchöpflich.
Endlich die Dinge in der Hand, gezeigt von Firmen
Jor=
dan und Hufnagel. Erſtere als eine kleine Senſation den
„Knirps‟. Das iſt der kleinſte Schirm, zuſammenlegbar und in der
— Handtaſche geborgen! Daneben Negen= und Sonnenſchirme in allen
Farken und Muſtern. Immer noch beliebt der kleine, 16teilige Schärm,
der ſich ſo ſchick tragen läßt, und der ſih ſo koſtbar und appart ſchmückem
läßt mit Handgriffen von der einfakſten bis zur bizarren Form in
allemn möglichen Material. — Und die Handtaſchen! (Hufnagel). Alle
Formen und Farben, jegliche3 Material. Vor allem natürlich Leder,
wie denn das Kunſtgeweröe auf dieſem Gebiete in Deutſchland und
Oeſterreich führend geworden iſt. Wiener und Offenbacher Muſter
über=
wiegend. Vom kleinſten Theatertäſchchen, das neben Puderdöschen nuv
das Spitzennastuchlein faßt, bis zum kleinen Koffer!
Daß der größte Wert auf künſtleriſch=ſchicke Geſtaltung der Abend=
und großen Geſellſchaftskleider gelegt wird, bewies der ſteigende Beifall
der begeiſterten Beſucherinnen der Schau, die jedenfalls das überzeugend
bewieſen hat: Keine Großſtadt kann größere Auswahl,
bis zum Koſtbarſten gehend liefern! Die Damen
Darm=
ſtadts brauchen wirklich nicht auswärts kaufen gehen, ſie dürften
böch=
ſrens — teurer bezahlen. —
M. St.
— Orpheum=Operettenſpiele (abends 8 Uhr). „Die keuſche
Su=
ſanne‟, Jean Gilberts Meiſteroperette, im der glänzenden Beſetzung mit
Friedel Gierga (Titelrolle) und Kammerſänger Lange (Tenor) bleibt
nur noch heute, Sonntag, und morgen, Montag, auf dem Spielplan.
Die bekannden Hauptſchlager dieſer Operette: Wenn der Vater mit dem
Sohne auf den Bummel geht und Suſanve, Suſanne, du haſt mirs
an=
getan, finden immer wieder ſtarken Beifall. Der Kartenverkauf iſt heute
Sonntag im Verkehrsbüro von 9—12 Uhr, im Kiosk (gegenüber dem
Verkehrsbüro) bis 1 Uhr, ſowie ab 3 Uhr nachmittags an der Kaſſe des
Orpheums. (Siehe Anzeige.)
Volksverband für Filmkunſt
Heute 16½ und 20½, Uhr Baalbau
und der Das erwachende
Kuftur-
TTAIIA am
Agypten
Preise RM. 1 — bis 1.50. Erwerbslose, Klein- und
Sozial-
rentner usw nachmittags RM. 0.40. (5995
— Liedertafel=Konzert am 15. April, abends 8 Uhr, im Großen
Haus des Heſſiſchen Landestheaters. Die Vortragsfolge
Deutſche Lieder aus acht Jahrhunderten (3. Folge: 19. Jahrhundert)—
enthält nur Perlen des deutſchen Chorliedes a capella und der
beglei=
tenden Einzelgeſänge. Frau Böhm=Linhardt, die Gattin unſeres
Herrn Generalmuſikdirektors Dr. K. Böhm, wirkt als Soliſtin mit,
Eine Einführung über den Aufbau der Vortragsfolge erſcheint
dem=
nächſt in den Tageszeitungen aus berufener Feder.
In Darmstadt, um Darmstadt
und um Darmstadt herum
ja weit darüber hinaus iſt es bekannt, daß die
Groß=
wäſcherei und Bügelanſtalt Hering, Darmſtadt, die
älteſte und leiſtungsfähigſte Wäſcherei Heſſens iſt, daß
73 Jahre Erfahrung, techniſch vervollkoymnete.
Ein=
richtung und eine eigene Waſſer=Enthärtungsanlage ihr
es möglich machen, nicht nur die ſchönſte Wäſche zu
liefern, ſondern auch die geſchonteſte Wäſche: ihre
Kund=
ſchaft hat Wäſche 25 Jahre und länger im Gebrauch.
Verſäumen Sie nicht, auch bei Hering, dem erfahrenen
Wäſchereifachmann, waſchen und bügeln zu laſſen
Telephon 3949. — Für Stärkewäſche Annahmeſtellen in
allen Stadtteilen; nach Auswärts prompter Poſt= und
Bahnverſand.
(5689a
— Rufſiſche Volkskunſt. Im Dürerhaus, Eliſabethenſtr. 25½,
iſt zur Zeit eine Schaufenſter=Ausſtellung von ruſſiſcher
Volkskunſt zu ſehen. Es handelt ſich zum großen Teil um Gegenſtände
aus Holz für den täglichen Gebrauch, die in bunten Farben ſehr
origi=
nell nach Art der ruſſiſchen Volkstrachten bemalt ſind. Sie ſind ein
Be=
weis für den großen Farbenſinn, der im dortigen Landvolk, das dieſe
Arbeiten herſtellt, lebt. (Siehe auch heutige Anzeige.)
Braufdlan son Barminaut
mit Straßenverzeichnis soeben neu erschienen.
Für 50 Pfg. überall erhältlich.
(6009
Buchhändler Ludwig Saeng, Kirchstr. 20
— Alt=Darmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Die nächſte Veranſtaltung wird allerlei aus der Geſchichte des alten
Darmſtädter Baudenkmals, der Stadtkirche, bringen. Die
Ver=
anſtaltung findet am Donnerstag, abends 830 Uhr, im
Ein=
trachtsſaal (Eliſabethenſtraße 12) ſtatt. Herr Prälat D. Dr. Diehl
der altbekannte, hervorragende Kenner unſerer Stadtgeſchichte, hält
einen Vortrag über „Die Denkmäler der Darmſtädter
Stadtkirche‟
* Orpheum.
„Die keuſche Suſanne‟
Suſanne — trotz alter Bekanntſchaft noch immer die keuſche —
wird gern einmal wieder geſehen. Ueberſchrift: Pikant.
Dar=
unter Deſſous. Das ganze in eine vorjazzaltrige Muſik geſetzt
von Gilbert, leicht und einprägſam. Im Untergrund würzen ein
paar Witzchen des Textmachers Georg Okonkowsky das Ragout=fin.
Am Ende alſo — oder am Anfang — ſteht die Beſetzung der
Rollen, mit der das Stück ſteht oder fällt. Manchmal gefällt, wie
in der derzeitigen des Orpheums. Vor einfacher Szenerie und
entſprechendem Chor, der zwar gut bei der Sache iſt, aber ab
und zu die Lautſtärke herabmindern dürfte, heben ſich die
Haupt=
rollen plaſtiſch und luſtig ab. Karl Stadi iſt ein ſehr gut
trai=
nierter Oberkellner — ſeine Spezialität (wie es ſcheint und er
mit hörbarer Freude öfters feſtſtellt), Fritz Freiberg,
Reſerve=
offizier, als ſolcher mit Säbel und Tigerwut, privatim
Parfüm=
fabrikant, ein guter Ehemann und auch ſonſt lendenlahm. Walter
Grießmann, dito ohne Säbel und mit der Miene des
gries=
grämigen Bürovorſtehers. Die Familie Anbrais, männlicherſeits
auswechſelbar, je nachdem, ob Tag (dann tugendhaft) oder Nacht
(dann „moulin rouge‟) Sehr gut der alte Baron, zwar ſenior,
aber noch nicht ſenil. W. Straßer trägt ihn mit Monokel und
ſehr glaubhaft vor, während Fritz Schroeder den Sohn, etwas
verſchüchtert, aber durchaus gelehrig (Lebemännchen), vorzüglich
gibt, ebenſo wie Erich Lange den Vetter Lieutenant — den es
ſcheinbar überall gibt — in ſehr phantaſiereicher Uniform (
Aman=
ullah?), aber recht amüſant vertritt. Familie Anbrais
weib=
licherſeits; Tugend mit verſuchsweiſen Abwegen. Erſteres die
Mutter (Sofie Fritz) letzteres die Tochter Jaueline, dargeſtellt
von Ellen van Kaik. Im Vorder= Mittel= ſowie Hintergrund
die Suſanne Friedel Giergas. Mit angenehmer, weicher und
voller Stimme anregend durch „Ausdruck und wechſelndes
Mienen=
ſpiel” (ſo Wilhelm Buſch) niedlich in den Couplets und
Tanz=
ſzenen. Un peu —. Alſo ſehr keuſch. „Einige genußreiche
Stun=
den verlebt zu haben ..
W. S.
— Deutſche Volkspartei, Ortsgruppe Darmſtadt. Wie aus dem
heutigen Inſerat erſichtlich iſt, veranſtaltet die Deutſche Volkspartei am
kommenden Samstag in den Räumen des Saalbaues ein großes
Wohltätigkeitsfeſt, das den glanzvollen Schluß der diesjährigen
Winterſaiſon bedeuten wird. Der Reinertrag ſoll einer
Wahlfahrts=
kaſſe zur Unterſtützung bedürftiger Parteifreunde zugeführt werden.
In Erkenntnis des guten Zwecks haben die Parteifreunde aus
Darm=
ſtadt und dem übrigen Heſſen ſchon in außerordentlich großem Umfange
Spenden an Gelo und Gebrauchsgegenſtänden zur Verfügung geſtellt,
ſodaß eine Tombola zuſtande kommen wird, wie ſie in dieſer
Reich=
haltigkeit wohl kaum zu ſehen war. Namhafte Künſtler haben ſich zur
Mitwirkung zur Verfügung geſtellt; die Heſſiſhe Spielgemeinſchaft
ent=
ſendet einen Teil ihrer „Prominenien”, die eine Groteske in Darmſtädter
Mundart „Der Zeitgenoſſe”, verfaßt von Generalſekretär Welkow, zur
Uraufführung bringen. Es werden an dieſem Abend drei Kapellen
ſpielen, eine Wurfbude ladet zur Kurzweil, ein Kaffeezelt zur Erfriſhung
ein. Im Gartenſaal wird getanzt. Im Programm werden
entzückende Kinder= und Jungmäd hentänze allgemeinen Beifall finden.
— Trotz der Flille des Gebotenen koſtet der Eintritt für Parteimitglieder
nur 1,50 Mk, für Nichtmitglieder nur 2,50 Mk. Weitere Ausgaben für
Tanzen o. ä. entſtehen nicht. Die Lospreiſe und alle anderen
Darbie=
tungen ſind außerordentlich niedrig gehalten. Eintrittskarten ſind auf
dem Parteibureau, Zimmerſtraße 1, Fernſprocher 3540 und 1304, ſowie
auf dem Verkehrsbureau am Schloß erhältlich. Mitglieder wollen ihre
Mitgliedskarte beim Kartenkauf vorzeigen.
— Der Volksverband für Filmkunſt, weiſt beſonders darauf hin, daß
zu ſeinen Filmen „Nana” und „Das erwachende Aegypten”
Erwerbsloſe, Klein= und Sozialventner uſw. gegen Ausweis Saalkarten
zu ermäßigtem Preis erhalten. (Siehe Anzeige.)
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Einem Bericht der „Münchener
Neueſten Nachrichten” über „Deutſche Muſik in Paris” iſt zu entnehmen:
„Jüngere deutſche Tonkünſtler ſtellen ſich übrigens gegenwärtig in
Paris nicht entfernt ſo häufig ein wie deutſche Maler. Es wäre der
Berliner Pianiſt Guſtav Beck (geborener Darmſtädter) zu nennen.
Schon um ſeines erſtaunlich umfänglichen Programmes willen, das im
drei Konzerten (auswendig geſpielt) von Bach, Händel, Rameau zur
Appaſſionata, zu Schubert, Schumann, Brahms, zu Debuſſy und
exotiſchen Modernen führte. Namentlich aber wegen ſeiner
ausdrucks=
reichen Innerlichkeit im Verein mit vollendeter Technik.”
— Konzert mit Tanzeinlagen veranſtaltet der Wiener
Kronen=
bräukeller, Dieburger Straße 97, heute Sonntag von 8 Uhr ab.
(Siehe Anzeige.)
Auf Rheinfahrt reizende Ame isenerin, 18 Jahre. Ins Gespräch
gekommen. „Warum Wasser, gnädiges Fräulein?- — „I never
drunk Alkohol!- — Ich bot ihr ein Glas „Burgeff Grün; an.
Zuerst kindliche Freude am Aufsteigen der Perlen. Sodann
Näschen ins Glas, bedächtiges Schlärfen und mit entzücktem
Augenaufschlag die Worte: „Wonderful! now / know, what
1s prohibifion!“
(IBnä1l0
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Sonntag, den 7. April 1929
Nummer 96
Gaſtſpielerfolg des Heſſiſchen Landeskheakers
in Frankfurt a. 4n.
Das erſte Austauſchgaſtſpiel zwiſchen den Frankfurter Städt. Bühnen
und dem Heſſiſchen Landestheater hat nicht nur dem Frankfurter
Schau=
ſpielenſemble in Darmſtadt, ſondern auch dem Darmſtadter
Opern=
enſemble mit Flotows „Fatme” in Frankfurt am Main einen ſehr
be=
merkenswerten Erfolg eingebracht. Ueber die einmütig begeiſterte Preſſe
der „Fatme” berichten die Frankfurter Blätter wie folgt:
Frankfurter Nachrichten: „Alle Achtung vor dieſen
Darm=
ſtädtern! Was ſie uns da im Austauſchgaſtſpiel boten, war ein kleines
Kabinettſtückchen, ausgefeilt und abgerundet, wie man’s nicht alle Tage
zu ſehen bekommt Die Darmſtädter machten daraus ein
quickleben=
diges, übermütiges Märlein aus Tauſend und einer Nacht und brachten
einen Zug und Schmiß hinein, der ſich hören und ſehen laſſen konnte.” —
Rhein=Mainiſche Volkszeitung: „... Der Beifall war
groß und ließ den Wunſch erkennen, derartige Austauſchgaſtſpiele zu
wiederholen . . ." — Volksſtimme: „.. . Die Darmſtädter darf man
um dieſe Aufführung beneiden. Wir geſtehen, daß wir ſchon lange nicht
ſo wirklich erheitert und beluſtigt von einer muſikaliſchen Aufführung des
leichteren Genres nach Hauſe gegangen ſind. . . Man wünſcht ſich öfter
ſolche Abende. Aus freundnachbarlichen und aus bünſtleriſchen Gründen.”
— Frankfurter Zeitung: „.7. Der Beifall des Publikums
war ſtark und ſchien vorbehaltlos erfreut . . ." — Offenbacher
Zei=
tung: „... Den Darmſtädter Künſtlern, Soliſten wie Chor und
Ballett, die alle ein einheitlicher Stilwille und ſtrenge kümſtleriſche
Ge=
ſchloſſenheit harmoniſch verband, wurde herzlichſter langanhaltender
Bei=
fall geſpendet. Es iſt eine Freude, feſtſtllen zu können, daß im
benach=
barten Darmſtadt eine Theaterkunſt gepflegt und gehegt wird, die neben
der Wahrung gediegener Tradition dem Zeitgeiſt und =Geſchmack
Rech=
nung trägt, aber ſtets mit Mitteln, die wahleriſch ſind und von beſtem
Geſchmack zeugen .. ." — Frankfurter Generalanzeiger:
„Das Syſtem der Austauſchgaſtſpiele iſt gerade in einer Zeit der
Theaterflaute eine begrüßenswerte Neueinrichtung . . ."
— Zum Anterricht der Freireligiöſen Gemeinde werden
Anmel=
dungen von den Lehrern Engel und Fey und vor Beginn der erſten
Stunde entgegengenommen. Zur Auskunft iſt der Vorſitzende C.
Voigt=
länder, Pallaswieſenſtraße 2 (Tel. 93) gerne bereit. Daſelbſt auch
Anmeldeſcheine erhältlich. Dieſer Unterricht gilt in Heſſen
gleichberech=
tigt dem konfeſſionellen. (Siehe Anzeige.)
— Die Stenographenvereinigung „Gabelsberger”, Handwerberſchule,
Ecke Karl= und Nieder=Ramſtädterſtraße beginnt am Dienstag, den
9. April, abends 8 Uhr, neue Kurſe in Reichskurzſchrift. Die unter
Lei=
tung ſtaatlich geprüfter Lehrer der Stenographie ſtehenden Kurſe geben
die ſicherſte Gewähr für eine gründliche und gewiſſenhafte Ausbildung.
Das Unterrichtsgeld iſt ſehr gering. (Siehe auch heutige Anzeige.)
— Hausfrauenbund. Unſere Mitglieder werden darauf aufmerkſam
gemacht, daß die Monatsverſammlung am Dienstag, dem 9. April, um
16 Uhr, in unſeren neu hergerichteten Räumen Heidelberger Straße 47
(Eingang Wilhelmſtraße) ſtattfindet. Zuerſt Kaffeeſtunde, dann
Vor=
trag von Frau Weiße über neuzeitliche Ernährung, anſchließend
Vor=
führung von hauswirtſchaftlichen Neuheiten durch die Firma Philipp
Schaaf, hier. Außerdem wird über die in Karlsruhe Ende April
ſtatt=
findende Tagung Bericht gegeben. Wir bitten unſere Mitglieder um
recht zahlreiches Erſcheinen.
TAerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu rufen,
Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, 7. April, die
folgenden Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Dr. med. Hammer,
Beſſunger Straße 3 (Tel. 632), Dr. med. Holzmann,
Schwanen=
ſtraße 73 (Tel. 22), Dr. med. Rühl, Schulſtraße 12 (Tel. 4300).
CBeaufſichtigung der Hunde. Das Polizeiamt nimmt
Veran=
laſſung, alle Hundebeſitzer auf die Polizeiverordnung, die
Beaufſichti=
gung der Hunde betr. vom 24. März 1909, nachdrücklichſt hinzuweiſen.
Hiernach ſind biſſige und kranke Hunde und läuf ge Hündinnen auf
der Straße und an Orten, wo Menſchen zu verkehren pflegen, ſtets an
einer Leine zu führen. Mit anſteckender Krankheit, insbeſondere mit
Hautkrankheiten behaftete Hunde müſſen zu Hauſe eingehalten werden.
Es iſt verboten, zur Nachtzeit, d. h. von 22 Uhr bis 5 Uhr, Hunde
phne Aufſiht auf der Straße frei umher laufen zu laſſen. Das
Mit=
bringen von Hunden auf Friedhöfe, den Wo henmarkt und die Meſſe,
ſowie in öffentliche Dienſtgebäude, in Badehäuſer oder an die
Bade=
plätze des Woogs, zu öffentlichen Feierlichkeiten und in die Räume, in
denen Nahrungs= oder Genußmittel feilgeboten werden, iſt verboten.
Die Beſitzer und Begleiter von Hunden haben die erforderlichen
Maß=
regeln zu treffen, damit die Ruhe nicht durch andauerndes Gebell oder
Geheul ihrer Hunde geſtört wird, und insbeſondere das Anbellen von
Perſonen, Zug= und Reittieren durch ihre Hunde zu verhindern.
Zu=
widerhandlungen werden unnachſichtlich zur Anzeige gebracht.
CAusklopfen, Ausſchütteln. Abkehren uſw. von Bettwerk,
Teppi=
chen, Kleidungsſtücken, Staubtüchern u. dgl. nach Straßen, öffentlichen
Plätzen und Vorgärten hin. Das Polizeiamt bringt in Erinnerung,
daß das Ausklopfen, Ausſchütteln, Abkehren uſw. von Bettwerk,
Tep=
pichen, Kleidungsſtücken, Staubtüchern und ähnlichen Gegenſtänden
nach Straßen, öffentlichen Plätzen und Vorgärten hin gemäß § 366
Ziffer 8 des Reichsſtrafgeſetzbuches und Artikel 292 des
Polizeiſtraf=
geſetzes unſtatthaft und mit Strafe bedroht iſt. Weiter wird darauf
aufmerkſam gemacht, daß das Klopfen von Teppichen, Bettwerk,
Mö=
beln und dergleichen, ſowie ähnliche mit Geräuſch oder
Staubentwick=
lung verbundene Verrichtungen regelmäßig nur werktags in den
Vor=
mittagsſtunden zwiſchen 9 und 11 Uhr vorgenommen werden ſollten.”
Abladen von Schutt auf öffentlichen Wegen und Plätzen, ſowie
auf Privatgrundſtücken. Das Polizeiamt nimmt Veranlaſſung, erneut
darauf hinzuweiſen, daß das Abladen von Schutt und Baugrund auf
öffentlichen Straßen und Plätzen nur mit ſchriftlicher Erlaubnis des
Tiefbauamtes und nur an den in dieſer Erlaubnis bezeichneten Stellen
zuläſſig iſt. Bei Zuwiderhandlungen wird neben der Beſtrafung des
Schuldigen der Schutt oder Baugrund auf Koſten des Verbringers
ent=
fernt werden. Desgleichen iſt das Abladen von Schutt oder Baugrund
auf Privatgrundſtücken nur mit Erlaubnis des Eigentümers oder deſſen
Vertreters zuläſſig. Inhaber von Bauplätzen, die eine Erlaubnis zum
Abladen von Schutt oder Baugrund zwecks Ausfüllung dieſer Plätze
erteilen, haben dafür Sorge zu tragen, daß keine in Fäulnis
über=
gehende Abfallſtoffe, die den Boden verunreinigen können, auf die
Bauplätze verbracht werden. Falls eine die Geſundheit gefährdende
Verunreinigung des Bodens durch Verbringung derartiger Abfallſtoffe
auf einem Baugelände feſtgeſtellt wird, wird die Beſeitigung auf Koſten
des Eigentümers angeordnet werden.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie (
ein=
ſchließlich Deutſh=Auſtral= und Kosmos=Linie). Ohne Verbindlichkeit,
Aenderungen vorbehalten. Nach New York: D. Weſtphalia ab
Hamburg 10. 4. direkt, D. Deutſchland ab Hamburg 11. 4., ab
Cux=
haven 12. 4., D. Hamburg ab Hamburg 18. 4., ab Cuxhaven 19. 4.,
D. Albert Ballin ab Hamburg 25. 4., ab Cuxhaven T6. 4., D. Reliance
ab Hamburg 29. 4., ab Cuxhaven 30. 4. Nach Philadelphia,
New York ab Hamburg: D. Amaſis 99. 4., D. Ammon 23. 4., D.
Hagen 7. 5. Nach Boſton, Baltimore, Norfolk ab
Ham=
burg: D. Legie 12. 4., D. Harburg 26. 4., ein Dampfer 10. 5. Nach
der Weſtküſte Nordamerika ab Hamburg: M.S. San
Fran=
cisco 13. 4., M.S. Seattle 4. 5., M.S. Portland 25. 5., M.S. Los
Angeles 15 6. Nach Kanada ab Hamburg: D. Brant County 10. 4.,
D. Kings County 3. 5., D. Emden 10. 5. Nach Weſtindien,
Weſt=
küſte Zentral=Amerika ab Hamburg: M.S. Frieda Horn
13. 4., M.S. Magdalena 20. 4., M.S. Phrygia 27. 4., D. Grunewald
4. 5. Nach den Weſtindiſchen Inſeln ab Hamburg: M. S.
Conſul Horn 9. 4., D. Amaſſia 23. 4., M. S. Waldtraut Horn 29. 5.
Nach Cuba ab Hamburg: M.S. Patricia 25. 4., D. Cuba 25. 5.,
D. Weſterwald 25. 6. Nach Mexiko ab Hamburg: M. S. Rio Panuco
9. 4., D. Nord=Schleswig 20. 4., D. Kiel 2. 5., MS. Rio Bravo 14. 5.
Nach der Weſtküſte Südamerika ab Hamburg: D. Adolf von
Baeher 10. 4., D. Itauri 20. 4., D. Emil Kirdorf 24. 4. Nach der
Oſtküſte Südamerika ab Hamburg: D. Idarwald 10. 4., D.
Niederwald 13. 4., D. General Belgrano 17. 4., D. Granada 24. 4.,
D. Albingia 27. 4., D. Sebara 8. 5., D. Hohenſtein 22. 5. Nach
Niederländiſch=Indien ab Hamburg: D. Hannover 10. 4.
Nach Auſtralien ab Hamburg: D. Karnak 20. 4. Nach Oſtaſien
ab Hamburg: M. S. Oldenburg 13. 4., D. Hindenburg 20. 4., D.
Saar=
land 27. 4. Mitgeteilt durch die hieſige Vertretung: Bankgeſchäft
Friedrich Zaun, Luiſenplatz 1, Telephon 1308/09.
Lokale Veranſtalkungen.
Die bierunter erſcheinenden Rotizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betracht
in keinem Faſle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Konzert und Tanz im Hotel Prinz Heinrich.
Hotel Prinz Heinrich (Bleichſtraße) findet heute Sonntag abend Konz
mit Tanz ſtatt. Der Beſuch wird beſtens empfohlen.
„Stahlhelm”, Bund der Frontſoldaten, Ortsgwwppe Da
ſtadt. Die Kameraden werden auf die am kommenden Donnerstag, d
11. d. M., abends 8,30 Uhr, im Reſtaurant Sitte, Karlſtraße, Alt
zimmer, ſtattfindende Pfli htverfammlung aufmerkſam gemacht. G
können eingeführt werden.
Gie onnen s Mcht kaffen.
Was es mit der wahren Geſinnung der Schweſterſtadt am Main auf
ſich hat, kommt trotz aller freundlichen Geſten von Zeit zu Zeit immer
wieder einmal an den Tag Brachte da vor einigen Tagen einmal wieder
ein Frankfurter Organ Auslaſſungen über Verkehrsfragen, in denen es
Frankfurt als „äußerſt ſtörend empfindet, daß immer noch zwei
Reichsbahndirektionen ſich in das Rhein=Mainiſche
Wirt=
ſchaftsgebiet teilen”. Man verlangt in Frankfurt eiſenbahutechmiſch
einen einzigen Kopf für das geſamte Rhein=Mainiſche Wirtſchaftsgebiet.
Von maßgebender Mainzer Seite wurde in durchaus
zutreffen=
den Ausführungen darauf hingewieſen, daß die
Reichsbahndirek=
tion Mainz, an deren Beſtand man in Frankfurt wieder einmal
rühren will, durchans ihre Diſeinsberechtigung beſitzt
und ein gerüttelt Maß bedeutender Verkehrsaufgaben zu bewältigen
hat. Die Mainzer Gegenausfüihrungen haben nunmehr das Gute, daß
Frankfurt in einem Artikel „Frankfurt—Mainz” im Stadtblatt der
„Frankfurter Zeirnng” vom 6. April 1929 offen Farbe bekennt. Es wird
hier erklärt: „Wenn die beteiligten Kreiſe überwiegend ſich für die
Auf=
hebung der Eiſenbahndirektion Mainz zugunſten einer einheitlichen
Ver=
waltung mit dem Sitz in Frankfurt a. M. ausſprechen, ſo hat das mit
einſeitigem Machtbeſtreben Frankfurts nicht das Geringſte zu tun,
ſon=
dern es ergibt ſich einfach daraus, daß Frankfurt einen
Eiſenbahntnoten=
kunkt erſten Ranges darſtellt und daß deshalb bei Vereinheitlichung der
Verwaltung Frankfurt als Sitz der einheitlichen
Direk=
tion gewählt werden muß.” Klarer kaan man kaum ſein! Man ſucht
die größte heſſiſche Stadt damit zu fangen, „daß die Unterſtellung ihres
Ciſenbahnverkehrs unter die Direktion Frankfurt die Mainzer Intereſſen
nicht nur nicht ſchädigt, ſondern eher fördert, indem das überflüfſige
Nebeneinander verſchiedener Direktionen beſeitigt und für einheirliche
Leitung im ganzen Wirtſchaftsgebiet geſorgt wird”, Freundli herweiſe
erklärt man, daß man ſich von Frandfurt aus wie bisher auch in Zukunft
dafür einſetzen wolle, „daß Mainz einen vollen Erſatz für den Verluſt
der Reichsbahndirektion erhalte”, und zuaar in Geſtalt einer
Reichs=
waſſerſtraßendirektion, um deren Sitze bekanntlich ein ſtarker
Wettbewerb unter den rheiniſ hen Städten herrſcht.
Hiernach ſteht man in Frankfurt ohne jeden Rückhalt auf dem
Standpunkt, daß der hefſiſchen Stadt Mainz eine für ſie und das geſamte
ſüdheſſiſche Gebiet beſonders wichtige Behörde genommen wird, und
zwar in Wahrheit aus keinem anderen Grunde, als weil man in
Frankfurt um eigener, größerer Macht willen zentraliſieren will. Ein
Blick auf die Eiſenbahntaute, der ſich auch für Frankfurter
Verkehrs=
intereſſenten lohnen würde, lehrt, daß auuh in anderen Gebieten, wie
es bei Organiſationen, die räumlich abgegrenzte Bezirke haben, gar nicht
anders der Fall ſein kann, Grenzen ſind, welche die Eimflußgebiete großer
Städte umter mehrere Reichsbahndirektionen aufteilen. So gehören die
Bahnanlagen der großen ſächſiſchen Handels= und Meſſoſtadt Leipzig
den Reichsbahndirektionen Dresden und Halle an, ſo reicht der Bezirk
der Reichsbahndirektien Münſter mit der Bremer Strecke bis vor die
Tore von Hamburg, ſo muß die rheiniſche Großſtadt Köln, deren
Bedeutung gewiß nicht geringer zu ſchätzen iſt als diejenige Frankfurts,
es ſich gefallen laſſen, daß die wichtigen rechtsrheiniſchen Bahnſtrecken
nach, Holland und dem Induſtriebezirk bis nahe an die Stadt heran der
Direkticn Elberfeld unterſtehen und daß der Frankfurter Bezirk — man
höre und ſtaune! — die Strecken von Siegen bis Troisdorf, ganz nahe
bei Köln, umfaßt. Die von Berlin ausſtrahlenden Reichsbahnſtrecken
gehören gar nicht weniger als ſechs Verwaltungsſtellen, den Direktionen
Altona, Halle, Hannover, Magdeburg, Oſten in Frankfurt a O. und
Stettin an.
Solange es Grenzen in räumlicher Beziehung gibt, wird es nicht
möglich ſein, ſie ſo zu legen, daß ſie den Wünſchen aller Veteiligten
gerectt werden. Unter keinen Umſtänden geht es aber an, ganz einſeitig
Frankfurter Gelüſten Rechnung zu tragen und wohlerwurbene Rechte
anderer Städte und Gebiete — mit Mainz ſind in dieſer wie in anderen
Fragen Darmſtadt und die übrigen im Bereich der Reichshahndirektion
Mainz gelegenen heſſiſchen Städte und Gebietsteile völlig ſolidariſch! —
zu beeinträchtigen.
Beſonders dankbir muß man den neuerlichen Frankfurter
Auslaſſun=
gen für die Unverblümtheit ſein, mit der ſie ſich im Sinne der
Frank=
furter Lokalintereſſen ausſprehen. Die Behauptung, daß „die
beteilig=
ten Kreiſe überwiegend, ſich für die Aufhebung der
Eiſenbahn=
direktion Mainz zugunſten einer einheitlichen Verwaltung mit dem Sitz
in Frankfurt a. M. ausſprechen” bedarf doch noch ſchr des Beweiſes.
Bisher dürfte lediglich auf örtlicher Frankfurter Seite der Wunſch der
Vater des Gedankens ſein. Irgendwelche Fühlungnahme mit
maßgeben=
den heſſiſchen Stellen ſind jedenfalls nicht bekannt geworden. Auch im
vorliegenden Falle iſt es einmal wieder ſo, daß man von Frankfurt aus
inſeitig fordert, zugunſten der eigenen Intereſſen und zum Nachteil
lebenswichtiger Belange von Nachbarſtädten.
Wenn vor geraumer Zeit ſolchen Frankfurter Methoden gegenüber
von heſſiſcher Seite erklärt worden iſt: „So geht es nicht!” ſo muß
gegenüber egoiſtiſchen Aſpirationen der Mainſtadt auch heute betont
werden, daß an ſich erwünſchte Maßnahmen der
Verwaltungs=
reform im Rhein=Mainiſchen Wirtſchaftsgebiet durch ſolche einſeitige
Forderungen nicht gefördert, ſondern ſtark in Frage geſtellt
werden. Aber, wie ſchon eingangs geſagt, ſie können’s in Frankfurt=
Offenbach nicht laſſen!
Verunreinigung von Gebäuden. Die hauptſächlich unter der
Schuljugend verbreitete Unſitte, Gebäude, Einfriedigungen uſw.,
be=
ſonders ſolche mit friſchem Anſtrich, durch Beſchmieren mit Kreide,
Schmutz uſw., zu verunreinigen, hat in letzter Zeit wieder überhand
genommen. Das Polizeiamt ſieht ſich veranlaßt, vor ſolchen
Ausſchrei=
tungen zu warnen, ſowie an Lehrer, Eltern, Vormünder uſw. das
dringende Erſuchen zu richten, die ihrer Obhut unterſtellten Kinder
mit allen ihnen zu Gebote ſtehenden Mitteln von derart:gem Unfug
ab=
zuhalten. Gegen Zuwiderhandelnde wird das Polizeiamt
unnachſicht=
lich mit Strafanzeige vorgehen.
Tatkraft
iſt mehr wert als Kapital. Tragen Sie aber auch für die Erhaltung
Ihrer Tatkraft beſſer Sorge als für Ihr Geld ?. Die Nerven geſund,
die Leiſtungsfähigkeit ungeſchmälert zu erhalten, dazu reicht die
ge=
wöhnliche Ernährung oft gerade bei den tatkräftigen Leuten nicht aus.
Das Plus, deſſen ſie bedürfen, iſt täglich eine Taſſe Ovamaltine zum
Frühſtück.
In Apotheken und Drogerien vorrätig; 250 gr Büchſe RM. 2,70,
500 gr RM. 5.—. Gratisproben und Druckſachen durch;
Dr. A. Wander G. m. b. H., Oſthofeu=Rheinheſſen.
(T 1385
— Neue Kurſe. Die Kaufmänniſche Stenographen=
Geſellſchaft E. V. macht nochmals auf den am kommenden
Diens=
tag, den 9. April, abends 8.30 Uhr, in ihren eigenen Unterrichtsräumen
— Ecke Schleiermacher= und Wieſenſtraße (hinter dem Amtsgericht) —
beginnenden Anfängerkurſus in der Reichskurzſchrift
zufmerkſam. Der Kurſus ſteht unter bewährter Leitung, das
Unter=
ichtsgeld iſt niedrig gehalten und kann in Naten beglichen werden. In
den gleichen Räumen können täglich Kurſe in Maſchinenſchreiben für
Anfänger und Vorgeſchrittene begonnen werden.
Darum mit
Dr. Tbompsons Seifenpulver
einweichen
und mit Ozonil kochen
Wiederholte Klagen über die Unzulänglichkeit der
Schalterein=
richtungen beim Poſtamt 1 (Rheinſtraße) veranlaſſen die
Oberpoſtdirek=
tion Darmſtadt, darauf hinzuweiſen, daß die Erweiterung der
Schalter=
halle und die Vermehrung der Schalterſtellen des Poſtamts 1 ſchon
lange in Ausſicht genommen ſind. Der für die Erweiterung
erforder=
liche Raum kann aber erſt nach Verlegung einiger Dienſtſtellen zum
Poſtamt 2 am Bahnhof nach Fertigſtellung des dortigen
Erweiterungs=
baues verfügbar gemacht werden. Die Vorbereitungsarbeiten ſind
nunmehr abgeſchloſſen und die Umbaupläne liegen ſeit einiger Zeit
dem Herin Reichspoſtminiſter in Berlin zur Genehmigung vor. Wir
hoffen, daß der Umbau genehmigt wird und noch in dieſem Jahr
durch=
geführt werden kann.
Die weltberühmten Pfarrer
KNEIPP-PILLEN
zuverlässig zur Blutreinigung und
Stuhlgang-Regelung
Rheum, Sapo je 2, Cal. 3, Junip. 1, Aloe 4.
In allen Apotheken Mk. 1——
Kneipp-Kur-WDegweiser
kostenfrei durch Kneipp-Haus-Centrale Würzburg.
— Der Gabelsberger Stenographenverein (gegr. 1861), Ballonſchule,
erinnert nochmals an ſeinen am Montag, dem 8. April, abends
8 Uhr, beginnenden Anfängerkurſus in den Unterrichtsräumen der
Ballonſchule. Der Kurſus ſteht umer Leitung eines geprüften
Kurzſchriftlehrers. Anmeldung an dem erſten Unterrichtsabend. Die
Teilnehmergebühren ſind ſehr niedrig und können in Raten gezahlt
werden
Verwalkungsgerichtshof.
*p. 1. Rechtsbeſchwerde bezügl, der Heranziehung
zur Wertzuwachsſteuer in der Stadt Darmſtadt. —
Frau Waſſum geb. Köbler in Michelſtadt hatte das in der Gemarkung
Darmſtadt liegende Hausgrundſtück Lichtenbergſtraße 87½ laut
Kaufvertrag vom 29. Juni 1924 zum Preiſe von 5000 Mark erworben
und laut Kaufvertrag vom 3. November 1926 zum Preiſe von 10000
Mark wieder verkauft. — Die Stadt Darmſtadt forderte ihr eine
Wert=
zuwachsſteuer in Höhe von 393 Mark an. Frau Waſſum gibt an, ſie
habe den Erlös aus genanntem Grundſtücksverkauf zur Errichtung eines
Wohnhausneubaues in Michelſtadt unter Innehaltung der
vor=
geſchriebenen Bedingungen verwendet. Auf den Ort, an dem
der Neubau erſtellt worden ſei, komme es nach der
Faſſung der Vorſchrift (8 23 Z. 3 der Darmſtädter
Steuer=
ordnung) nicht an. — 8 23 Z. 3 lautet: „Die Steuer wird erſtattet,
wenn der Veräußerer den erzielten Kaufpreis zum Neubau eines
Wohnhauſes oder zu einem eine Wohnungsvermehrung bewirkenden
Umbau verwendet hat.”
Maßgebend iſt die Ortsſatzung für Darmſtadt vom 29. September
1926, da die Zeit des Erwerbs in die Zeitſpanne vom 1. Januar 1919
bis 31. Dezember 1924 fällt.
Das Finanzgericht hat den Standpunkt der Frau Waſſum geteilt.
Die Stadt hat Rechtsbeſchwerde an den Verwaltungsgerichtshof
ver=
folgt. Sie geht davon aus daß die Steuerordnung nur für Darmſtadt
gelte und § 23 B. 3 nur Anwendung erleide, wenn der erzielte
Kauf=
preis zum Neubau eines Wohnhauſes in Darmſtadt verwendet
werde, im Fragefalle ſomit ein Erſtattungsanſpruch entfalle. Das
Ur=
teilt hebt das angefochtene Urteil auf und weiſt den Einſpruch des
Steuerpflichtigen zurück.
2. Antrag der Friedrich Omphalius Eheleute in
Darmſtadt auf Freiſtellung von der
Wertzuwachs=
ſteuer.
Hier handelt es ſich um die Auslegung des § 8 der Ortsſatzung.
Omphalius Eheleute keſaßen ein Haus im Saargebiete, das ſie
ver=
kauften; ſie erwarben, indem ſie nach Darmſtadt verzogen, daſelbſt ein
Hausgrundſtück. Nach § 8 Abſ 1 der Ortsſatzung gilt als
ſteuerpflichti=
ger Wertzuwachs der Unterſchied zwiſchen dem auf Reichsmark
um=
gerechneten Erwerbspreiſe und dem Veräußerungspreiſe. Wichtig iſt
Satz 3: „Weiſt der Steuerpflichtige nach, daß der Goldwert der
Vermögensgegenſtände, die er zum Erwerbe des Grundſtücks veräußert
hat, höher iſt als der nach Satz 2 ſich errechnende Erwerbspreis, ſo
tritt der erſtere an die Stelle des Erwerbspreiſes. Während
Ompha=
lius Eheleute die Anwendung dieſes Satzes 3 für ſich in Anſpruch
nehmen, vertritt die Stadt Darmſtadt den Standpunkt, die
Voraus=
ſetzungen für Anwendung von § 8 Abſatz 1 Satz 3 ſeien im Fragefalle
nicht gegeben.
Es handelt ſich hier um das Haus Hochſtraße 8, das am 13. Auguſt
1927 von Omphalius Eheleuten veräußert wurde. Die Veräußerer ſind
nicht direkt tom Saarland hierher verzogen, ſondern haben
zwiſchen=
zeitlich in Kreuznach gewohnt.
Das Finanzgericht hat die Wertzuwachsſteuer der Stadt Darmſtadt
auf 2282 Mark ermäßigt. Es fragt ſich, ob der Erwerb des Hauſes
Hochſtraße 7 mit dem Kauferlös des Hauſes in Saarbrücken erfolgt iſt,
mit anderen Worten, daß der Erwerb des erſtgenannten Hauſes mit der
Veräußerung des Saarbrückener Hauſes in wirtſchaftlichem
Zuſam=
menhange ſteht. — Gegen dieſes Urteil haben beide Parteien
Rechts=
beſchwerde eingelegt.
Der Vertreter des Staatsintereſſes verneint in ſchriftlicher
Nieder=
legung die Anwendbarkeit des 8 8 der Ortsſatzung und tritt dafür ein,
daß der Reviſion der Stadt Darmſtadt ſtattzugeben und die Reviſion
der Eheleute Omphallus zu verwerfen ſei.
Das Urteil verwirft die Reviſion der Eheleute Omphalius, gibt der
Reviſion des Oberbürgermeiſters der Stadt Darmſtadt ſtatt und hebt
die Entſcheidung des Finanzgerichts auf. Die Sache wird zur
ander=
weiten Verhandlung und Entſcheidung an das Finanzgericht
zurück=
verwieſen.
— Gartenbauverein Darmſtadt e. V. Die nächſte
Monatsver=
ſammlung findet am Donnerstag ſtatt, und wird Herr Hermann
Schulz über „Blumenſchmuck an Häuſern und in Vorgärten”
ſpre=
chen. Gäſte ſind willkommen.
vom 6. April (pro Pfund bzw. Stück in Pfennig). Gemüſe:
Kohl=
rabi 25—40, Erdkohlraben 18—20, Gelbe Rüben 18—20, Rote Rüben 25,
Schwarzwurzeln 60—70 Spinat 45—50, Römiſchkohl 25—30, Rotkraut
25—30, Weißkraut 25—30, Wirſing 30—35, Grünkohl 30—40, Roſenkohl
70, Zwiebeln 20—30, Knoblauch 80, Tomaten 80—101, Feldſalat (Lattich)
200—240, Endivienſalat 30—40, Kopfſalat 40—50, Salatgurken 120,
Blumenkohl 80—150, Rettich 5—15, Meerettich 100—120, Radieschen 20.
Spätkartoffeln 8—10. Obſt: Tafeläpfel 30—50, Wirtſchaftsäpfel 20—30,
Wirtſchaftsbirnen 20—25, Apfelſinen 10—15, Zitronen 10—20, Bananen
60—70. Eßwaren: Süßrahmbutter 200—220, Landbutter 180—200,
Weichkäſe 40—45, Handkäſe 6—15, Eier, friſche 15—16. Wild und
Geflügel: Hühner 130—140, Tauben 80—100 Ziegenlämmer 90.
Fleiſch= und Wurſtwaren: Rindfleiſch, friſch 80—110,
Kalb=
fleiſch 120, Hammelfleiſch 80, Schweinefleiſch 126—140, Dörrfleiſch 150,
Ziegenfleiſch 80. Wurſt 70—140, Wurſtfett 60, Schmalz, ausgelaſſen 110.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 17½ Uhr, Ende
22 Uhr, B 20: „Die Walküre” — Kleines Haus, Anfang 19½ Uhr,
Ende gegen 22 Uhr: „Das Kamel geht durch das Nadelöhr”. —
Orpheum, abends 20 Uhr: „Die keuſche Suſanne‟. —
Kon=
zerte: Schloßkaffee, Kaffee Rheingold, Reichshof. Perkeo, Spaniſche
Bodega, Hotel zur Poſt, Zur Roſenau, Hotel Prinz Heinrich,
Wald=
ſchlößchen, Reſt. Dintelmann, Neckartor, Hotel Schmitz, Wiener
Kronen=
bräukeller. — Neues Schießhaus: Tanz. — Ludwigshöhe
nach=
mittags 16 Uhr: Konzert. — Kinovorſtellungen: Union=
Theater, Helia, Palaſt=Lichtſpiele. — Union=Theater, vorm. 11.15 Uhr:
„Die Alpen”; Saalbau, abends 2½ Uhr: „Nana”.
Nummer 96
Sonntag, den 7. April 1929
Seite 7
Aus Heſſen.
J. Griesheim, 6. April. In der Woche vom 8. bis 13. April d. J.
ſinden auf dem hieſigen Truppenübungsplatz täglich von 12 bis 5 Uhr
nachmittags Scharfſchießübungen ſtatt. — Wegen Vornahme dringender
Ortsnetzarbeiten wird der elektriſche Strom am Montag, den 8. April
d. J. von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 4 Uhr für den ſüdlichen
Ortsteil — begrenzt von der Hahlgartenſtraße und Neue Darmſtädter
Straße — abgeſtellt. — Am Mittwoch nachmittag fuhr auf der
Darm=
ſtädter Chauſſe an den Landhäuſern ein Auto in ein
entgegenkommen=
des Fuhrwerk hinein. Der Beſitzer des Autos, ein Pfarrer, erlitt
Schnittwunden im Geſicht. Ein Pferd des Fuhrwerks, das aus Ober=
Namſtadt ſtammte, wurde ſchwer verletzt. Schuld an dem
Zuſammen=
ſtoß dürfte der ſehr ſtarke Schneeſturm geweſen ſein. — Die auf Freitag
abend anbergumt geweſene Gemeindevatsſitzung konnte nicht abgehalten
werden, da der Gemeinderat nicht in beſchlußfähiger Anzahl erſchienen
war. Es findet nun am Dienstag, den 9. April d. J., abends 8 Uhr,
eine neue Sitzung gemäß Art. 104 Abſatz 3 ſtatt. — Ein junger 20
jäh=
riger Burſche erſchen dieſer Tage hier in einem Fahryadgeſchäft und
bot ein Fahrrad zum Verkauf an. Dem Fahrradhändler kam die Sache
aber ſehr verdächtig vor und er benachrichtigte die Gendarmerie, die
den Burſchen ſofort ins Verhör nahm, wobei er eingeſtand, das Nad
in Frankfurt geſtohlen zu haben. Sein Komplize, der Schmiere ſtand,
hatte ſich bei der Ankunft des Beamten ſofort aus dem Staube gemacht.
Dieſer hat, wie durch die Gendarmerie feſtgeſtellt wurde, in den letzten
Tagen vor Oſtern drei Fahrräder geſtohlen und verſilbert. Der ertappte
Fahrradmarder wunde verhaftet und an die Frankfurter Kriminalpolizei
abgeliefert.
Aa. Eberſtadt, 6. April. Konfirmation und Kommunion.
Am morgigen Sonntag findet hier im Vormittagsgottesdienſt die
Kon=
firmation der Konfirmandinnen ſtatt, die bebanntlich an Oſtern geprüft
und vorgeſtellt worden wavn. In der kath. Kirche findet nach alter
Sitte am ſog. Weißen Sonntag die Erſtkommunion mehrerer Kinder
ſtatt. — Raſenſport am Sonntag. Am morgigen Sonntag
den 7. April, ſtehen ſich die 1. und 2. Mannſchaften des Fußballvereins
Germania” Eberſtadt und der „Eintracht‟ Darmſtadt auf dem hieſigen
Sportplatz gegenüber. — Im Handballſpiel ſtehen ſich morgen die erſten
Handballmannſchaften, von Turnverein 1876 und der Turngeſellſchaft
Offenbach auf dem hieſigen Sportplatz gegenüber. — Aufnahme in
die Volksſchule. Die diesjährigen ABC=Schützen werden am
Montag, den 15. April, in die Volksſchule aufgenommen. Die Aufnahme
findet vormittags von ½9 Uhr ab in der Eleonorenſchule ſtatt. Am
gleichen Tage beginnt das neue Schuljahr. Der Unterricht beginnt von
da ab vormittags um 7½ Uhr. — Der Schulbeginn der
gleinkin=
derſchule der evang. Schweſternſtation iſt auf Montag, den 8. April,
feſtgeſetzt. An dieſem Tage finden auch Neuaufnahmen ſtatt. —
Wei=
tere Holzverſteigerungen. In der kommenden Woche finden
hier wieder Holzverſteigerungen ſtatt. Die Brennholzverſteigerung
Nr. 6 iſt am Dienstag, den 9. April, vormittags 10 Uhr. Die
Stamm=
holzverſteigerung Nr. 5 iſt auf zwei Tage Mittwoch, den 10. April,
und Donnerstag, den 11. April) feſtgeſetzt. —
Kaninchenausſtel=
ung. Der hieſige Kaninchenzuchtverein hat beſchloſſen, an den
Pfingſt=
feiertagen eine Kaninchenausſtellung und Jungtierſchau abzuhalten. Die
Vorbereitungen hierzu ſind bereits im Gange. — Schwieriger
Umleitungsverkehr. Wie ſchwierig ſich bei dem Schneewetter,
verbunden mit Straßenglätte, der wegen Sperrung der Pfungſtädter
Straße infolge Waſſerleitungsarbeiten durch die enge Waldſtraße
not=
wendig gewordene Umleitungsverkehr geſtaltet, ergibt ſich u. a. daraus,
daß am Freitag zwei Laſtkraftwagen Ecke der Pfungſtädter Straße und
der Waldſtraße zuſammenſtießen. Das eine der beiden Laſtautos wurde
erheblich beſchädigt. Sehr mißlich empfunden wird die Unſitte vieler
Autolenker, ſich in der Waldſtmaße zu überholen. — Die
Waſſerlei=
tungsarbeiten in der Pfungſtädter Straße mußten wegen der
ſchlechten Witterung am Freitag eingeſtellt werden. Hoffentlich muß die
Unterbrechung nicht zu lange dauern.
O. Pfungſtadt, 6. April. Hohes Alter. Am Wochenende beging
einer der älteſten hieſigen Einwohner, Heinrich Klöppinger 6., wohnhaft
Bergſtraße, ſeinen 83. Geburtstag.
4k. Nieder=Ramſtadt, 6. April. Gemeinderatsbericht. Den
Hauptgegenſtand der Tagesordnung bildete die Beratung des
Gemeinde=
voranſchlags für das Rechnungsjahr 1929. Mit geringen Abweichungen
wurden die Anſätze der Verwaltung unverändert angenommen. Die
einzelnen Voranſchläge ſchließen ah in Einnahme und Ausgabe mit
einer Geſamtſumme von B4 85,32 Mk. für die Gemeinde von 69 889,19
Mark für das Elektrizitätswerk und 21 776,56 Mk. für das Waſſerwerk.
Trotz verſchiedener Erhöhungen in einzelnen Ausgabepoſitionen konnte
man den Voranſchlag ohne Steuererhöhung ausgleichen. Die zu
er=
hebende umlage beträgt, gleich wie im Vorjahre, 45 00 Mk. Aus der
Vermögens= und Schuldenaufſtellung iſt zu entnehmen, daß die
Ge=
meinde zurzeit einſchließlich der Aufwertungsſchulden eine Schuldenlaſt
von 270 658 Mk. hat. Dieſer ſteht ein Kapitalvermögen von 171 314 Mk.
gegenüber. Unter Hinzurechnung der verfügbaven Rechnungsreſte
glei=
chen ſich Kapitalſchulden und Kapitalvermögen faſt aus. Das
Geſamt=
vermögen der Gemeinde berechnet ſich auf 924 919 Mk. — Der Antrag
des Ingenieurs Hrch, Koch auf Uebernahme der Bürgſchaft für ein zu
gewährendes Baudarlehen wurde abſchlägig beſchieden. — Das
An=
ſinnen eines Kaufliebhabers für das Gemeindehaus Stiftſtraße 60 wurde
dem Gemeinderat unterbreitet. Dieſer iſt in dieſer Sache zunächſt noch
geteilter Meinung. Die Verwaltung wird beauftragt, eine genaue
Koſtenaufſtellung zu beſchaffen und alsdann dem Gemeinderat nochmals
Vorlage zu machen. — Dem Antrag des neu gegründeten Fußballvereins
„Rot=Weiß” auf Inſtandſetzung des Gemeindeſpielplatzes wird
ſtatt=
gegeben und die freihändige Abgabe von zwei Torſtangen genehmigt. —
Zu dem Antrag der Ortsgruppe des Zentralverbandes der
Arbeits=
invaliden auf Bewilligung einer Sonderbeihilfe wurde die Verwaltung
beauſtragt, im Einvernehmen mit der Wohlfahrtskommiſſion Vorſchläge
auszuarbeiten und zu gegebener Zeit erneut Vorlage zu machen. Im
Prinzip war man ſich darüber einig, daß die zu beſchließende
Hilfs=
aktion nicht allgemeiner Natur ſein, ſondern daß ſie nur im
beſchränk=
tem Maße auf die beſonders Bedürſtigen ausgedehnt werden kann.
G. Ober=Ramſtadt, 6. April. Säuglingsberatungsſtunde
Montag, den 8 April, nachmittags von 2—3 Uhr, findet im unteren
Rathausſaale Säuglingsberatungstunde ſtatt.
In Gießen erhielt ein Unterprimaner der
Oberreal=
ſchule das Reifezeugnis ohne Abitur wegen
wiſſenſchaft=
licher Leiſtungen.
(Gauß ſchrieb als Schüler eine grundlegende, mathematiſche Arbeit. —
Puscal erbeitete über die Kegelſchnitte. — Kelvin war als Behnjähriger
Student der Univerſität. — Der berühmte Profeſſor der Univerſität
Halle Karl Witte war mit 14 Jahren Doktor.)
ink Die ungewöhnliche wiſſenſchaftliche Leiſtung des Gießener
Schii=
lers Kirchheimer auf dem Gebiete der Paläobotanik iſt mit Racht durch
Verleihung des Reifezeugniſſes ausgezeichnet worden, denn die Fälle,
in denen Schuler ſich wiſſenſchaftlich ungewöhnlich hervortun, ſind ſehr
ſelten und betreffen meiſt ausgezeichmete Geiſter, die im ſpäteren Leben
auf bedeutenden Gebieten der Geiſteswiſſenſchaft führend geworden ſind.
Unterprimaner Franz Kirchheimer.
Die Lebensläufe einiger der wichtigſten Gelehrten, die in ihrem ſpäteren
Leben bahnbrechend geworden ſind, erhärten dieſe Tatſache. So war
der berühmte Mathematiker Karl Friedrich Gauß ſchon als Schuler ein
ungewöhnlicher Wiſſenſchaftler, denn einen Teil ſeiner ſpäteren berühm=
ten Schrift „Disquisitiones arithmeticae” verfaßte er bereits, als er nach
das Kollegium Carolinum in Braunſchweig beſuchte. Als junger
Stu=
dent fand er ſeine Theorie der Kreisteilung, die der Mathematik
bedeu=
tende Neuerungen brachte. Auch von Pascal wiſſen wir, daß er ſchon
als Schüler nielt nur alle ſeine Altersg enoſſen durch ſeine Leiſtungen
überragte — denn das kommt auch oft bei guten Schülern vor, die
ſpä=
ter Mittelmäßiges leiſten —, ſondern daß er bereits im Alter von 12
Jahren als Autodidakt ein ſelbſt erfundenes, mathematiſches Syſtem
aufſtellte, daß alle Elemente des Euklid hereits enthielt. Im 16.
Lebens=
jahre ſ4rieb er bereits ein Werk über die Kegelſynitte und beſchäftigte
ſitk mit Pheloſobhie und Phzſik, wober er eine große Anzahl
hervor=
ragender Entdeckungen auf dem Gebiete der Mathematik und Phyſik
machte, wie z. B. die uuf ſcharfſinnigen Gedanken, beruhende
Rechen=
maſchun= Unter den neueren Gelehrten, die ihren Namen unſterblich
gemacht haben, ſei der beruhmte Phyſiker William Thomſon genannt,
der im Jahre 1332 den Titel eines Lords Kelvin erhielt. Dieſer
her=
vorragende Gelehrte, deſſen Unterſuchungen über die Geſtalt der Erde,
über dus Innere der Erde, uber die theoretiſbe Mechanik und diele
an=
dere Fragen auf dem Gebiete der Phyſik bahnbrechend geworden ſind,
war ſlon als Zehnjähriger Student der Univerſität Glasgow und
wurde bereits damals wagen einer Preisarbeit über die Geſtalt der
Erde preisgekrönt. Mit 18 Jahren ſchricb er eine Arbeit zur
Wärme=
theorie, die neben den Arbeiten von Clauſius zu den hervorragendſten
Leiſtungen gehörte, und er wurde im Alter von 22 Jahren Profeſſor
der Phyſik in Glasgow. Ein „wiſſenſchaftliches Wunderkind” in des
Wortes reinſter Bedeutung war auch der ſpäter, berühmte Hallenſer
Rechtslehrer Karl Witte, der im Jahre 1800 in Lochau bei Halle geboren
wurde und bereits im Januar 1810, alſo im Alter von 10 Jahren, die
Univerſität Leipzig bezog. Auf Wunſch des Königs von Weſtfalen ging
er nach Göttingen und ſchrieb hier im Alter von 12 Jahren eine
latei=
niſche Abhandlung uber die Kochoide des Nikomedes, wodurh er im
Jahre 1814, alſe im Alter von 14 Jahren, in Gießen die philoſophiſche
Doktorwürde erhielt. Er bekam vom König von Preußen eine Penſion,
um Rechte und Staatswiſſenſchaften, Mathematik und
Naturwiſſenſchaf=
ten zu ſtudieren, und wollte ſich im Alter von 16 Jahren in Berlin an
der Univerſität als Pribatdozent niederlaſſen. Er war aber der
juri=
ſtiſchen Fakultät zu jung und erhielt eine ſtaatliche Underſtützung für
eine Studienreiſe. Im Jahre 1829 wurde er ordentlicher Profeſor der
Rochte in Breslau und ging ſpäter nach Halle. Auch Philipp Varatier,
der bereits mit 13 Jahren eine wiſſenſchaftliche Arbeit über die
Gott=
heit Chiriſti ver faßt hitte, erhielt ſchon eim Jahr ſpäter von der
Unwer=
ſitat Halle die Würde eines Magiſters. Endlich ſei noch ein Mädchen
erwähnt, das ſchon als Kind hervorragende wiſſenſchaftliche Leiſtungen
vollbrachte, nämlich Margarete Tauſch, die Tochter des Stadtphyſikus in
Lübeck, die bereits im Alter von 11 Jahren ſtarb, aber ſchon vorher die
Welt durch ihre großen Kenntniſſe auf dem Gebiete der Sprachen und
der Philoſophie in Erſtaunen geſetzt hatte. Die wiſſenſchaftliche
Ge=
nialität zeigt ſich alſo oft ſchon in den Kinderjahren.
G. Ober=Ramſtadt, 6. April. Zurzeit kurſieren hier und anderwärts
beunruhigende Gerüchte über die Einſtellung des Vorortverkehrs
Darm=
ſtadt—Ober=Ramſtadt. Der Verkehrs= und Verſchönerungsverein Ober=
Ramſtadt iſt in der Lage, mitteilen zu können, daß die Angelegenheit
des Baues einer elektriſchen Vorortlinie vorwärts geht, und daß in
ab=
ſehbarer Zeit mit einer Klärung in der Durchführung des Projekts
ge=
rechnet werden lann. Der derzeitige Autobusverkehr wird keineswegs
eingeſtellt.
Bp. Lützelbach i. D., 6. April. Winterſport im Odenwald
Der letzte Schnee ruft alle Sportfreunde nochmals zu den Skiern. Es
ſind bei präctiger Winterlundſchaft 15—2 Zentimeter lückenloſer Schnee
und 8 Grad Kälte zu verzeichnen. Für gute Unterkunft und
Uebernach=
tungsmöglichkeiten iſt beſtens geſorgt.
Verſtopfung iſt eine Qual
und ſchädigt den Organismus. Nehmen Sie abends 2 Herbex=
Kerne, die auch bei längerem Gebrauch ihre Wirkung nicht
ver=
lieren. Herbex=Kerne erhalten Sie ſchon in Mengen von 30 Gramm
(V.24
in den Apotheken.
— Beerfelden, 6. April. 50jähriges Jubiläum der
Frei=
willigen Feuerwehr Beerfelden i. O. In dieſem Jahr
werden es 50 Jahre, daß die Freiwillige Feuerwehr Beerfelden
gegrün=
det wurde. Aus den Reihen des damaligen Turnvereins unter dem
bekannten Odenwälder Turnerführer Bitzer war die Wehr gegründet
worden. Klein war ter Anfang, mit einer kleinen, fahrbaren Punpe
mußte die damalige Wehr ſich begnügen. Unverzagt hielten die
Grün=
der zuſammen, übten und exerzierten fleißig. Nur noch wenige ſind ja
jetzt noch am Leben, trotzdem kann die Freiwillige Feuerwehr Beerfelden
ſtolz darauf ſein, ſogar in ihren aktwen Reihen von heute noch einige
dieſer alten Veteranen aufweiſen zu können. Und auch ſolche, die
ehe=
mals in die Ferne zogen und ehemals Mitglieder waren, melden ſich
heute, nachdem ſie von der Jubelfeier ihrer Heimatwehr gehört haben,
ned, einmal zum Wort und ſtellen ſich mit Begeiſterung zur Verfugung.
Die Vorbereitungon zur Jubiläumsfeier in den Tagen vom 2 bis
24. Juni ſind in vollem Gange. Auf die frühzeitig ginausgegangenen
Einladungen ſind bereits eine anſehnliche Zahl ron Zuſchriften
einge=
gangen, ſodaß hinſichtlich der Zahl der teilnehmenden Vereine und
ſon=
ſtigen Feſtgäſte mit einem ganz enormen Betrieb gerechnet werden kann.
Veerfelden ſelbſt hat als Feſtſtadt einen guten, wohlbegründeten Ruf,
dem es auch aus Anlaß ſeines 50jährigen Feuerwehriubrläums alle Eyre
machen wird. Die Freiwillige Feuerwehr Beerfelden ſteht hinſichtlich
ihrer Schlagfertigkeit auf einer recht beachtlichen Höhe. Die weitſichtige
Stadtverwaltung hat es verſtanden, die Wehr binnen kurzer Zeit durh
Anſchaffung neuer Ausrüſtungsgegenſtände jeder Art den
Anforderun=
gen der Neuzeit anzupaſſen.
Skand der Winkerſaaken im Deutſchen Reich
Die von Mitte Dezember 1928 bis Mitte März 1929 anhaltende,
ungewöhnliche ſtrenge Kälte hat den Winterſaaten allgemein, nicht ſo
großen S4aden zugefugt, wie vielfach zu befürchten war. Eine hohe
Schneedecke hat den jungen Saaten zumeiſt genügenden Schutz gewährt,
ſodaß ſich die Auswinterungsſchäden in normalen Grenzen halten
dürf=
ten. Nur in Weſtdeutſchland iſt durch Kahlfröſte einiger Schaden
an=
gerichtet wordeg. Auch wird durch ſtärkeres Auftreten von
Schnee=
ſchimmel manherorts eine Beeinträchtigung des Wachstums der
Winter=
ſyaten befürchtet. Wenn auch über den Stand der Saaten noch nichts
endgültiges geſagt werden kann, ſo lauten doch die Berichte im
allge=
meinen noch befriedigend.
Die Frühjahrsbeſtellung konnte erſt nach Eintritt von Tauwetter
in Angriff genommen werden und iſt daher noch, ſehr im Rückſtande.
Stellenweiſe wird über das Auftreten von Feldmäuſen berichtet.
Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 — aut, 3 — mittel,
4 — gering ergibt ſich im Neichsdurchſchnitt folgende Begutachtung der
Winterſaaten: Winterroggen 2,8 (im Dezember 1928 2,4), Winterweizen
2,.9 (2,4) Winterſpelz 2,6 (2,3), Wintergerſte 3,3 (2,5).
m. Aus dem Lande, 4. April. Gewerbliches. Die Nebenſtellen
der Handwerkskammer entfalten weiter eine rege Tätigkeit in der
Be=
ratung der Gewerbetreibenden durch Abhaltung zahlreicher Sprechtage.
Solche halten ab: die Nebenſtelle Alzeh an 5 Orten und in Alzey mit
Ausnahme der auswärtigen Sprechtage von Montags bis Samstags
vormittags von 10—19 Uhr und nachmittags von 3—4 Uhr; Samstag
nachmittags ausgeſchloſſen; — die Nebenſtelle Darmſtadt an 5 Orten: —
die Nebenſtelle Friedberg an 9 Orten, in Laubach und Ulrichſtein nach
Bedarf und in Friedberg Montags, Dienstags, Donnerstags und
Frei=
tags: — die Nebenſtelle Gießen an 9 Orten: — die Nebenſtelle Mainz
in Mainz Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags vormittags
von 9—13½ Uhr; in Bingen Mittwochs und Gau=Algesheim Mittwochs;
— die Nebenſtelle Offenbach an 5 Orten, außerdem iſt das Büro
ge=
öffnet, außer Samstags, täglich von 9—12 Uhr vormittags; — die
Nebenſtelle Worms an 5 Orten, ferner in Worms, außer Mittwochs und
Samstags, täglich von 9—12 Uhr vormittags und 3—4 Uhr nachmittags.
ſch fahre
D
T
weil eine ganze Reihe meiner Bekannten mit diesen Wagen
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Conntag, den T. April 1929
Nu
mmer 96
Die Geburt ihres Sohnes
Hans Oscar zeigen an
Karl Haun und Frau
Eliſabeth, geb. Redel.
Darmſiadt, den 6. April 1929.
Nieder=Ramſtädterſtr. 54.
Für die uns anläßlich unſerer Vermählung
erwieſenen Aufmerkſamkeiten ſagen wir unſeren
herzlichſien Dank.
Wilhelm Brück und Frau
Vera Maria Brück, geb. Hunold.
Darmſtadt, den 2. April 1929.
Die Verlobung unſerer Tochter
Irenemit Herrn Dipl.=Ing. Rudolf
Hager geben wir bekannt.
Louis Boeitinger und Frau
Jrene, geb. Wißmann
Darmſiadt
Heidelbergerſtraße 11
7. April 1929.
Meine Verlobung mit Fräulein
Irene Boettinger zeige ich an.
Rudolf Hager
Dipl.=Ing.
Stettin
Wöltersheim=Oberheſſen
Gott dem Herrn über Leben und Tod
hat es gefallen, meinen guten, geliebten Mann,
unſeren guten Vater, Großvater und Paten
Herrn
Heintiig Teisner
Betriebsinſpektor i. R.
heute von ſeinem ſchweren Leiden zu erlöſen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Weidner, geb. Schuchard
Reg.-Rat L. Weidner u. Familie
(5968
Heinz Junker.
Darmſiadt, Worms, den 6. April 1929.
Die Beerdigung findet Montag, den 8. April,
nach=
mittags 4 Uhr, vom Portal des alten Friedhofes an
der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen biiten wir abſehen zu wollen.
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Für die uns anläßlich unſerer
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ſprechen wir allen unſeren herzlichen
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Darmstadt-Michelstadt i. O., im April 1929.
nach kurzer, ſchwerer Krankheit
nach kaum vollendetem 4.
Lebens=
jahre in die Ewigkeit abzurufen.
In tiefer Trauer:
Familie
Ludwig Braun.
Darmſtadt, Gießen, 5. April 1929.
Rhönring 77.
Die Beerdigung findet Montag,
den 8. April, nachmittags 3½ Uhr,
auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt.
F0TdANUS
OHLENFOKST
Ihre Vermählung geben bekannt
Dr. jur. Max=TheodorH. J. Reichmann
Martha Reichmann, geb. von Römheld
Darmſtadt, den 4. April 1929.
Alexandraweg 14.
(5941
Todes=Anzeige.
Heute verſchied ſanft nach längerem Leiden
unſer lieber, guter Vater, Bruder, Schwager und
Onkel
Herr
Hrieorii, Encher
Glasmaler
im 70. Lebensjahr.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Luiſe Endner
Paula Endner.
Darmſtadt, den 5. April 1929.
Kahlertſtraße 19.
(5981
Die Beerdigung findet in der Stille ſtatt.
Von Kondolenzbeſuchen bitte man abſehen zu wollen.
Dankſagung.
Beim Heimgang unſeres lieben, unvergeßlichen
Gatten und Vaters
profeſſor Karl Scriba
ſind uns zahlreiche Beileidsbezeugungen und
Blumen=
ſpenden zugegangen, die uns in unſerem tiefen
Schmerz äußerſt wohlgetan haben. Wir ſprechen
allen denen, die des Verblichenen ſo treu gedacht
haben, innigſten Dank aus. Insbeſondere danken
wir herzlichſt dem Hauſe Merck für den warmen
Nachruf und die Kranzſpende.
Im Namen der tieflrauernd Hinterbliebenen:
Frau Marie Scriba, geb. Buddé.
Darmſtadt, den 6. Aprik 1929.
Herdweg 65.
(5972
Todesanzeige.
Verwandten, Freunden und
Be=
kannten die ſchmerzliche Nachricht,
daß unſere liebe, gute Schweſter,
Schwägerin, Tante, Nichte und
Couſine
Handarbeitslehrerin I. R.
geſtern abend 10 Uhr nach langem
ſchwerenLeiden ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Angehörigen:
Geſchwiſter Martin und deren
Familien
Familie Bilhelm Kunkelmann.
Büttelborn, Crumſtadt, Groß=Gerau und
Bremen, den 6. April 1929.
Die Beerdigung findet Montag,
den 8. April 1929, nachmittags
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Nummer 96
Sonntag, den 7. April 1920
Geite 9
Baldlaufmeiſterſchaften des 9. Kreiſes der 2. T.
in Darmſtadt am 7. April.
Am Sonntagnachmittag um 3 Uhr findet, wie ſchon an dieſer Stelle
veröffentlicht, der Kreiswaldlauf des Mittelrheinkreiſes ſtatt. Die
Durch=
führung dieſes Kreiswettkampfes wurde der Turngeſellſchaft
Darmſtadt 1875 übertragen, und hat der Verein die Vorbereitungen
zu dieſem Langſtrechenlauf ſoweit getroffen, daß eine glatte Abwicklung
des Lauſes gewährleiſtet werden kann. Der Lauf beginnt für die beiden
Klaſſen (Turner und Jugend) an der Faſanerie (Brunnersweg) und
be=
findet ſich hier auch das Ziel. Die Meldungen zu dieſem Wettkampf
ſind ſehr zahlreich eingegangen, haben doch faſt alle Vereine des 9.
Kreiſes, die über ein gutes Läufermaterial verfügen, ihre beſten Läufer
entſandt. Ueber 100 Langſtrechenläufer werden am nächſten Sonntag auf
der nicht leichten Laufſtrecke ihre Kräfte meſſen. Der Lauf beginnt um
3 Uhr, und läuft zuerſt die Jugend, dann folgt die B=Klaſſe und zuletzt
geht die A=Klaſſe (Meiſterklaſſe) vom Start. Nach Beendigung des
Laufes findet die Siegerehrung im Turnhauſe der Turngeſellſchaft
Darmſtadt, Dieburgerſtraße 26, ſtatt. Wer Intereſſe an dieſem
Wett=
kampf hat, dem iſt ein Beſuch der Laufſtrecke zu empfehlen.
Polizei Darmſtadt — B. f. R. Kaiſerslautern.
Durch die am Sonntag, den 7. April, ſtattfindenden Gruppen=
Wald=
laufmeiſterſchaften auf dem Polizeiſportplatz mußte die Polizei ihre
Spiele etwas verlegen. Das Handballſpiel ſindet nicht, wie urſprünglich
feſtgelegt, um 3 Uhr, ſondern um 2 Uhr nachmittags ſtatt.
Die Mannſchaft von Kaiſerslautern trifft in ihrer alten Aufſtellung
am Sonntag, vormittags um 9.48 Uhr, hier ein Hoffentlich ermöglich
die Witterung die Austragung des Spieles. Die Polizei tritt in
fol=
der Aufſkellung an:
Bordt
Wahlter
Brack
Otto
Schmitt
Laumann
Vohl
Huber
Jans
Schliffer
Koch.
Dieſe Aufſtellung iſt nohl die ſtärkſte und ſicherſte der Polizei,
Wenn jeder Spieler ſich ſeiner Aufgaben beivußt iſt, ſo kann
man mit einem Sieg der Polizei, rehen, zumal ſie noch auf ihrem
eigenem Platze ſpielt. Hoffen wir, daß die Mannſchift ihre Anhänger
nicht enttäuſcht und ſich für das Endſpiel um die Süiddeutſche
Meiſter=
ſchaft qualifiziert.
Die II. Mannſchaft ſpielt 13,45 Uhr gegen die II. von Sportver=
Wiesbaden.
Die III. Mannſchaft ſpielt in Frankfurt gegen Schild Franpfurt.
Jugend= und Schülerſpiele finden wegen des Waldlaufs nicht ſtatt.
* Zußball im Kreis Skarkenburg.
Die Kreisliga am 7. April 1929.
Die Konſtellation der Tabelle der Starkenburger Kreisliga bringt
es mit ſich, daß nunmehr jeder Sonntag Treffen ſieht, denen die große
Sportgemeinde mit viel Spannung entgegenſieht. So auch am 7. April,
deſſen Programm folgende fünf Spiele zieren:
V.f. R. Rot=Weiß Darmſtadt — S. V. 98 Darmſtadt, 3 Uhr;
Polizei Darmſtadt — Viktoria Walldorf, 1 Uhr;
Union Darmſtadt — Germania Pfungſtadt, 1 Uhr;
Viktoria Urberach — Sportverein Münſter;
Union Wixhauſen — Fußballverein Sprendlingen.
Der Spitzenreiter S.V. 98 Darmſtadt ſtößt an der Rheinallee auf.
einen ſeiner weiteren Lokalrivalen, der ſich in der letzten Zeit ſichtlich
herausgemacht hat. Im Vorſpiel blieben die 98er mit 4:1 in Front.
Diesmal ſcheint die Sache offener zu liegen. Der Sportverin hat am
Sonntag ſeinen guten Verteidiger Becker durch Verletzung v rloren,
was ſich bemerkbar machen ſollte. Wir rechnen trotzdem mit einem
Ɨnappen Erfolg der 98er, die in Anbetracht ihres hohen Zieles mit dem
mötigen Ernſt ſpielen werden. — Viktoria Walldorf, die am Sonntag
in Mörfelden zwei ſo bedeutungsvolle Punkte abgeben mußte, geht
erneut einen ſchweren Gang. Die Darmſtädter Poliziſten wollen auf
eigenem Gelände geſchlagen ſein. Diesmal haben die Ordnungshüter
gar noch eine 6:2=Schlappe vom Vorſpiel wettzumachen, werden ſich alſo
doßpelt anſtrengen. Obwohl aller Vorcusſicht nach ihr guter
Vertei=
diger Mathes, der am Sonntag herausgeſtellt wurde, fehlen wird, ſollte
die Polizei=Elf ſtark genug ſein, den Gäſten aus Walldorf zumindeſt
einen Punki abzuknöpfen. Gerade das Ergebnis dieſes Spieles könnte
die Meiſterfrage ſtark beeinfluſſen. Der dritte Meiſteranwärter, F.V.
Sprendlingen, tritt in Wixhauſen an. Wixbauſen iſt für Sprendlingen
noch immer ein hartes Pflaſter geweſen, man darf alſo nicht überraſcht
ſein, wenn die am Tabellenende ſtehenden Wixhäuſer Ueberraſchungen
bringen. Im Vorſpiel hieß es 2:1 für Sprendlingen. — Viktoria
Ur=
berach, die insgeheim (und den Leiſtungen nach ſogar mit Recht) auch
noch mit der Meiſterſchaft rechnet, hat den Sportverein Münſter als
Gegner. Die knappe 0:1=Niederlage des Vorſpiels dürfte von den
Urberachern den Gäſten erhöht angekreidet werden. Im letzten Spiel
treffen ſich Vereine der Schlußgruppe: Union Darmſtadt — Germania
Pfungſtadt Im Vorſpiel trennte man ſich 1:1. Diesmal ſind die
Beſ=
ſunger Faborit. Immerhin iſt auch ein Cäſteſieg nicht ausgeſchloſſen,
wenn zu deren letztſonntäglichen Leiſtungen nur etwas mehr Eifer
hin=
zukommt. Daran und an taktiſchem Vermögen mangelt es den Gäſten
oft in beängſtigendem Maße.
im Kluhkampf.
Der SCllF.=Paris ſtartete am Mitſwoch abend im Magdeburger
Wilhelmsbad zum erſten Male auf ſeier Deutſchlandreiſe. Das Bud
war wieder bis auf den letzten Platz gefüllt und Viele konnten keinen
Einlaß mehr finden. Magdeburg gewann den Klubkampf überlegen.
Allerbings war im 200 Meter=Freiſtilſ hwimmen dem franzöſiſchen
Nekordmann Taris der Sieg nicht zu nehmen. Der Franzoſe unterbot
mit der Zeit von 2:18,9 niht nur den franzöſiſchen, ſondern auch den
von Heinrich=Leipzig mit 2:19 gehaltenen deutſchen Rekord. Jouchim
Nademacher wurde in 2:27,4 vor Ahrens Zieiter. Das Waſſerballſpiel
geſwannen die Hellenen mit 7:0, nachdem es bei der Pauſe noch 1:0 (!)
geſtanden hatte. Das 100 Meter=Freiſtilſchwimmen gewann Schumburg
in 1:06,8. Die beiden Staffeln wurden von Hellas gewonnen. 4 mal
100 Meter durchſehwammen ſie in 4:21,9, während die Franzoſen 4:24,4
benötigten. 8 mal 50 Meter Freiſtil gewann in 3:55,4; hier benötigte
Paris 4:00,2 Minuten.
Fußball.
1.00 Uhr: F.=C. Union — Germania Pfungſtadt.
3.00 Uhr: Rot=Weiß — Sp.=V. 98 (Rheinallee).
4.30 Uhr: Pol.=Sp.=V. — Viktoria Walldorf (Polizeiſportpl.).
Handball.
2.00 Uhr: Pol.=Sp.=V. — Kaiſerslautern (Polizeiſportplatz).
Leichtathletik.
10.30 Uhr: Gruppen=Waldlaufmeiſterſchaften der D. S. B.
(Polizeiſportplatz).
3.00 Uhr: Waldlaufmeiſterſchaften des 9. Kreiſes der D. T.
(Faſanerie).
auf dem Polizei=Sportplatz am Sonntag, den 7. April 1929,
vormittags 10 Uhr.
Am Sonntag werden auf dem Polizei=Sportplatz die
Wald=
lauf=Meiſterſchaften der Gruppe ausgetragen. Die eingegangenen
Meldungen ſind nicht ſo zahlreich, wie man erwartet hatte. An
Qualität ſind ſie aber um ſo beſſer beſetzt.
In der Meiſterklaſſe findet man die bekannten Namen
Engel=
hardt, Habich und Lindner vom Sportverein 98: Siegel vom
Sportverein Mörfelden mit einer Mannſchaft. Weiter noch
Sport=
verein Wiesbaden mit einer Mannſchaft mit Sander als Führer.
Als Einzelläufer hat noch Worms=Neuhauſen den Kreismeiſter
Karſt gemeldet
In der Klaſſe der Junioren hat Sportverein 98 drei Rot=
Weiß, V. f. R. eine, Schwimmklub Wiesbaden eine und Polizei
Darmſtadt zwei Mannſchaften gemeldet.
In der Jugendklaſſe A (16—18 Jahre) hat der Sportverein 98
Sportverein Mörfelden je eine und der Polizeiſportverein zwei
Mannſchaften gemeldet.
In der Jugendklaſſe B (14—16 Jahre) ſtreiten ſich
Sport=
vereinigung 04 Arheilgen mit zwei und Sportklub Opel
Rüſſels=
heim mit einer Mannſchaft um die Lorbeeren.
Mannſchaft gemeldet. Ebenſo laufen noch verſchiedene Einzel=
In der Jugendklaſſe C (bis 14 J.) hat Polizeiſportverein eine
läufer.
In der Damenklaſſe ſtartet Sportverein 98 mit einer
Mann=
ſchaft und Polizei Darmſtadt mit zwei Mannſchaften.
Alte Herrenklaſſe iſt mit einer Mannſchaft von Polizei Worms
und Sportverein Mörfelden, mit zwei Mannſchaften von Polizei
Darmſtadt vertreten. Vom Sportverein 98 iſt der bekannte
Einzel=
läufer Krichel noch gemeldet.
Hoffentlich iſt der Wettergott der Veranſtaltung hold, damit
die glatte Abwickelung gewährleiſtet iſt.
als Ziel der Kraſtfahrer
Der Bund Deutſcher Radfahrer (B.D.R.), der eine
Neuorgani=
ſation ſeiner Motorradfahrer und Automobiliſten vorgenommen und
mit dem Automobilklub von Deutſchland (A.v.D.) eine
Intereſſengemein=
fihaft gründete, hat als Organiſator ſein Bundesvorſtandsmitglied Karl
Bauer=Darmſtadt (Ehrenvorſ. des D.C. D. 99) berufen.
Dieſer hat bereits eine umfangreiche Tätigkeit auf dem Gebiete des
Wanderfahrens und der Touriſtik eingeleitet. In allen Gauen des
B. D.R. werden monatlich mehrtägige Wanderfahrten veranſtaltet, und
der Velocipelklub 1899 E.V. hat Darmſtadt als Ziel dieſer
Wander=
fahrten mehrfach beſtimmen können. So treffen ſich die Motorradfahrer
und Automobiliſten des Gaues 73 am 20. April in Darmſtadt und
wer=
den vom V. C.D. 1899 in deſſen Klubheim „Reichshof” empfangen.
Während der Pfingſtfeiertage hat ſich die Kraftfahrerabteilung aus
Bad Lauterberg im Harz angemeldet, die von Lauterberg im Harz
ein=
treffend, hier übernachtet und am 2. Feiertag zu einer fünftägigen
Tour an den Rhein über Düſſeldorf ſtartet.
Der Bund Deutſcher Radfahrer pflegt auch in der
Kraftfahrerabtei=
lung in erſter Linie das Wanderfahren. Der V.C.D. 1899 — der ſelbſt
eine ſtarke Motorſportabteilung beſitzt — hat die Anregung der Stadt
Darmſtadt, beſonders im Hinblick auf die 600=Jahrfeier im kommenden
Jahr, in die Tat umgeſetzt, um ſchon fetzt möglichſt vielen
Bundes=
kameraden Darmſtadt und die ſchöne Umgegend zu erſchließen und ſomit
für unſere Stadt und unſere ſchöne engere Heimat zu werben.
Großer Preis der Nakionen.
Die erſten Meldungen zum Rennen der Sportwagen.
Zum Eroßen Preis der Nationen für Sportwagen, den der
Auto=
mobilklub von Deutſihlund am 14. Juli auf dem Nürburgring ausfahren
läßt, macht ſich bei Fahrern und Fabriken reges Intereſſe bemerkbar.
Obwohl der erſte Meldeſchluß erſt in ſechs Wochen abläuft, liegen bereits
jetzt einige Hemerkenswerte Nennungen vor. In erſter Linie iſt der
Sieger der Jihr: 1926 und 1923, Rudolf Caracciola, zu nennen der
ſeinen Mercedes=Venz auch in dieſem Jahre mit gewohnter Meiſterſchaft
führen wird. Der frühere Motorradfahrer E. G. Burggaller=Berlin
wird einen Bugatti=Wagen ſteuern, ebenſo Dr. Bittmann aus Brünn.
Von Fabriken haben bisher die Zſchopauer Motorenwerke drei DKW.=
Wagen gemeldet, um ihre Neukonſtruktion nach dem Zweitaktſyſtem, die
ſich gelegentlich der Monte Carlofahrt und der Motorſportwoche von
Gatmiſch=Pa tenkirchen bewährt hat, auch auf dem üiberaus
ſchwieri=
gen Kurs des Nürburgringes einer gründlichen Prüfung zu unterziehen.
Auch das Ausland iſt ſchon vertreten burch zwei Franzoſen, den
bekann=
ten Rennfahrer Doré auf La Licorne und Mme. Schell auf B. N. C.
Kunſtturn=Mannſchaftskampf in Frankfurt a. M. Im Frankfurter
Saalbau geht am Sonntag, den 14. April, eine der größten turneriſchen
Veranſtaltungen des Jahres in Szene. Die Turngemeinde Eintracht”,
ton 1861 hat in einem Kunſtturn=Mannſchaftsdreikampf, den Turnverein
Göggingen, der ſie erſt vor kurzem bezwang, und den Turnverein 1846
Mannheim zu Caſt. Jede Manmſchaft beſteht aus 7 Turnern, die an
Reck, Barren und Pſerd je eine ſelbſtgewählte Uebung und eine
Frei=
übung zu turnen haben."
Da3 Silberſchild=Vorrundenſpiel Südoſtdeutſchland gegen
Mittel=
deutſchland in Breslau mußte der ſchlechten Bodenverhältniſſe wegen
abgeſagt werden.
Das zweite, mehrmals verlegte Zwiſchenrundenſpiel um den
Hand=
ballpokal der Deutſchen Sportbehörde, für Leichtathletik zwiſchen dem
Verband Brandenburgiſcher Athletik=Vereine und dem Südoſtdeutſchen
Leichtathletik=Verband findet nunmehr am 14. April auf dem Platze des
Sport=Clubs Charlottenburg in Berlin ſtatt. Der Beginn des Spieles
wurde auf 15.30 Uhr feſtgeſetzt. Als Schiedsrichter wirkt Karl Jähnert=
Leipzig, während als DSB.=Vertreter W. Bubert=Altona auweſend
ſein wird.
Brandenburg ſtellt nunmehr folgende endgültige Mannſchaft:
Chuchra (SCC.)
Stagge (Brandenburg) Gerloff (PSV.)
Köbke (PSV.) Schlegel (SCC.) Adebahr (PSV.)
Haferkorn
Bartel
b.
Wolff
Kaudinya
(PSV.)
(PSV.)
(Siemens)
(DHC.)
(PSV.)
Süddeutſchland nahm keine Aenderungen vor, ſodaß die
urſprüng=
lſch zuſannnengrſtellte Mannſchaft in Berlin antreten wird. Der Sieger
dieſes Spieles trifft in der Endrunde auf Mitteldeurſchland, das in der
Borrunde Süddeutſchland mit 10:7 zum Ausſcheiden zwang.
Der alternde Menſch nützt ſich ab. Die Abnützungskrankheit
iſt die Arterienverkalkung, der niemand entgeht. Durch Kalkablagerung
in der Gefäßinnewwwand verlieren die Adern ihre Elaſtizität, wodurch
die normale Durchblutung ſchwer beeinträchtigt wird. Die
Folgcerſchei=
nungen ſind Atemnot, Schwindelanfälle, Kopfſchmerzen, Schlaganfälle.
Auf einem von den gewöhnlichen Mitteln abweichenden Prinzip beruht=
Radivſelerin, ein ſeit Jahren erprobtes und bewährtes Mittel
gegen Artericnverbalkung, das ein hochwertiges Radiumſalz enthält.
Seine Wirkung beruht auf dem Abbau und der Fortſpülung der
enkrank=
ten Zellen an der Gefäßinnenwand, wodurch gleichzeitig die Neubildung
geſunden Gewebes angeregt wird. Die Folgen ſeines Gebrauches,
ins=
beſondere die beſſere Durchblutung des geſamten Könpers, pflegen ſich
nach kurzer Zeit einzuſtellen. Literatur mit wiſſenſchaftlichen
Abhand=
lungen verſendet koſtenfrei Generaldepor Elefanten=Apotheke, Berlim
A 90, Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz.
Wir hören, daß ſich der Leipziger Homöopath W.
Herr=
mann, ehemaliger Leiter des Homöopath. Inſtituts für Elektrotherapie
und Röntgendiagnoſtik, in Darmſtadt niedergelaſſen hat und verweiſen
auf die heutige Anzeige.
Frankfurt.
Sonntag, 7. Auril. 8: Morgenfeier. O 10.30:
Jugendbe=
wegung: Jafob Jafobs: Feſt und Arbeit. O 11: Vom Sportplatz
des S. C. 1880: Hockey=Wettſpiel Süddeutſchland-Norddeutſchland.
um den Schilberſchild des Deutſchen Hockenbundes. Leßte Halbzeit,
o 12: Elternſtunde. Mittelſchullehrer Krupp: Kindelleiden und
Kinderfreuden. O 12.30: Eine Stunde Brettl. Ausf.: K. Wilezynſki
(CChanſons) E. J. Kahn (Klavier). O Anſchl.:
Landwirtſchafts=
kammer Wiesbaden. O 15.15: Jugendſtunde. Lieſel Simon: Kaſperle
beim Oſterhafen. O 16.15: Konzert. Funkorch. Kompoſitionen von
Donizetti. Mitw.: Erna Rieth (Sopran). o 17.45: Stunde des
Landes. Elsbeth Krukenberg=Conze: Kinder und Küken. — Dr.
Heuckmann: Die Düngung der Reben. O 18.45: Lektor Roedemeyer
Die Anekdote. o 19.30: Mannheim: Kompoſitionen von Joſeph
Haas. Ausf.: K. Rinn (Klavier), Kammerſänger Loeltgen (Tenor),
Dr. Laux (Vortrag). O 20.30: „Das entführte Mifrophon.” Ein
luſtiger Ausflug mit Toni Impekoven. O Anſchl.: Berlin: Tanzmuſik
Königswuſternhauſen.
Deutſche Welle. Sonntag, 7. April. 8.55: Glockenſpiel der
Potsdamer Garniſonkirche. O 9: Morgenfeier, Anſprache: Pfarrer
Koch, Berlin=Lichterfelde. O Anſchl.: Geläut des Berliner Doms.
O 11.30: Großes Schauſpielhaus, Berlin: Chorkonzert der
Konzert=
vereinigung der Berliner Männerchöre. Dir, K. Thülecke. O 13.15:
Schach. O 13.45: Bildfunk. O 14.30: Mitteilungen und praktiſche
Winke für den Landwirt. 6 15: Prof. Dr. Dürigen: Natürliche und
künſtliche Brut des Geflügels. O 15.30: Märchen. o 16: Prof.
Schumann: Zur Wiedererweckung des Matthäus=Paſſion. o 16.30;
Unterhaltungsmuſik der Kapelle Löwenthal. 0 18: A. Heye:
Blind=
fahrt in Kanada. o 18.45: A. Beierle: Wunderbare Menſchen.
S 19.10: Prof. Jäger: Körper und Geiſt im alten Hellas. o 20-
Abendunterhaltung. Mitw.: Roſa Bertens, W. Mehring u. a. O 21:
Volkslieder. Marianne Alfermann (Sopran), C. Jöken (Tenor).
Streichquartett: Konzertmeiſter v. Szpanowſki und W. Gundvaldſen
(Violine), W. Fiala (Viola), Konzertm. Berger (Cello). O 21.30:
Sonderveranſtaltung. Aus der Staatl. Hochſchule für Muſik:
Feſt=
konzert der Mandolinen= und Gitarrenſpieler. Wölki: Sinfoniſche
Ouvertüre H=moll. — Morart: Deutſcher Tanz; „Reich mir die
Hand, mein Leben”, aus „Don Juan”: „Ihr, die ihr Triebe des
Herzens kennt”, aus „Figaros Hochzeit”; Bei Männern, welche
Liebe fühlen”, aus „Die Zauberflöte”; Finale aus der D=dur=
Sinfonie. — Polman: Don Joſé, Marcia eſpagniola. O Danach=
Tanzmuſik. Kavelle Daſos Bela.
Sehr raſch haben mit dem ſüdlichen Abzug des Tiefdruckwirbels
ſich auch wieder kältere Luftmaſſen durchgeſetzt. Beſonders mehr im
ſüdlichen Teil Deutſchlands, der im Laufe des geſtrigen Tages eine
neue Schneedecke bekommen hat, haben ſich durch ſie ſowie durch die
Kaltluft und Aufklaren die Fröſte verſchärft. München meldete heute
morgen noch — 7 Grad. Der über den britiſchen Inſeln eingeſetzte
Barometeranſtieg hat ſich zu einem Hochdruckgebiet mit
Barometer=
ſtänden von nahezu 770 Millimeter entwickelt. Der Kaltluftzuſtrom hat
es bereits nach dem Kontinent angeſaugt, ſo daß auch bei uns kräftiger
Druckanſtieg eingeſetzt hat. Im Bereich hohen Druckes wird die
Be=
wölkung zunächſt mehr zurückgehen und vielfach aufheiterndes Wetter
herrſchen. Da dabei Luftmaſſen aus höheren Breiten zufließen und
nächtliches Aufklaren eintritt, ſo hält der Froſt noch an.
Ausſichten für Sonntag, den 7. April: Wolkig mit Aufheiterung,
Nachtfroſt, meiſt trocken.
Ausſichten für Montag, den 8. April: Wenig Aenderung der
Wetter=
lage.
Hauptſchriftleitung. Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feulſſeton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Ur. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Neite; für den inſeratenteil: Willp Kuble; Druck
und Verlag: L. C. Wittſch — fämilich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung n icht übernommen,
Die heutige Nummer hat 24 Geiten.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 96
Vom ſüddeukſchen Produkkenmarkk.
Die vor den Feiertagen an den internationalen Getreidemärkten
ſich gezeigte feſtere Tendenz bot dem Kontinent keine Veranlaſſung zu
größeren Geſchäften. Nach den Oſterfeiertagen machte ſich an den
internationalen Börſen wieder eine erhebliche Schwäche bemerkbar,
nachdem bekannt wurde, daß die Winterſaaten in Amerika nur
uner=
heblichen Froſtſchaden erlitten haben und eine gleichzeitig vorliegende
Privatſchätzung des Statiſtikers Snow die amerikaniſche
Winterweizen=
ernte ſo günſtig beziffert, daß ſie wohl nicht hinter der letztjährigen
Ernte zurückbleiben wird. Die Kursnotierungen verloren daraufhin an
den maßgebenden Getreideplätzen mehrere Punkte. An den
ſüddeut=
ſchen Produktenmärkten hat ſich das vor den Feiertagen beſtehende
ruhige Geſchäft in der vergangenen Berichtswoche noch mehr verflacht,
wozu außer mangelnder Bedarfsnachfrage die flaue Auslandstendenz
Grund genug bot. Mühlen wie Handel zeigen ſich den faſt täglich
billigeren Auslandsweizenofferten gegenüber zurückhaltend. Auch für
Inlandsweizen beſtand wenig Intereſſe, obwohl dieſer nur in kleinen
Mengen angeboten iſt und im Preiſe nicht nachgab. Auch für
Inlands=
roggen fanden ſich nur wenig Käufer. Am Mehlmarkt hält die
Ge=
ſchäftsunluſt weiter an. Die Mühlen haben ihre offiziellen Preiſe im
Laufe der Woche nicht geſenkt. Nachdem man jedoch bis vor wenigen
Tagen auch unter den offiziellen Notierungen ankam, haben die
ſüd=
weſtdeutſchen Großmühlen beſchloſſen, wieder ſtrengſtens auf
Einhal=
tung der offiziellen Preisfeſtſetzungen zu beſtehen. Die zweite Hand
war auch in dieſer Woche wieder zu erheblich billigeren Preiſen am
Markte. Roggenmehl liegt im Preiſe unverändert und verzeichnet in
Ware ſüddeutſcher wie auch norddeutſcher Herkunft nur ſehr ſtilles
Geſchäft. Weizen ausl. 25.75—27.75, inl. 24.50—24.75, Roggen inl.
23 50—23.75, Weizenmehl Spez. 0 33.50, Roggenmehl pfälz. (je nach
Ausmahlung) 32—33, nordd. 30—31. Am Gerſtenmarkt hat ſich auch
nach den Feiertagen kein Umſchwung vollzogen und dieſes Marktgebiet
blieb nach wie vor nahezu geſchäftslos. Die Preiſe ſind teils
unver=
ändert, teils etwas nachgiebiger, und die Umſätze blieben auf ein
Mini=
mum beſchränkt. Auch das Geſchäft in Hafer war bedeutungslos. Die
Preiſe für Inlandsware haben daher eine kleine Ermäßigung erfahren
und die getätigten Umſätze dienten zur Deckung der Konſumnachfrage.
Mais hatte rückgängigen Markt, nachdem disp. Ware wieder in
belie=
bigen Mengen greifbar geworden iſt. Braugerſte ſüdd, je nach
Quali=
tät und Herkunft 24.50—25, pfälz. 25—25.50, Futtergerſte 20—22, Hafer
inl. 23.50—24.25, ausl. 22.50—23.25, Mais mit Sack a. B. 23—23.25,
Virginiaſaatmais 26.75—27. Der Futtermittelmarkt lag in dieſer
Woche ſehr ruhig. Die Nachfrage nach den meiſten Futterſorten war
nur unbedeutend, da man nur den notwendigen Bedarf deckte.
Müh=
lennachprodukte ſind im Preiſe unverändert geblieben, wogegen
Trocken=
ſchnitzel und Biertreber ſowie Malzkeime nach den hohen Preiſen der
letzten Wochen wieder rückläufig ſind. Oelhaltige Futtermittel hatten
bei unveränderten Preiſen nur kleines Geſchäft. Weizennachmehl 18
bis 19, Spezialfabrikate höher, Weizenfuttermehl 14.75—15, Weizenkleie
fein 13.75—14, grob 14.75—15, Roggenkleie 15—15.50, Erdnußkuchen
23.75, Rapskuchen 20.75, Soxaſchrot 22.75, Biertreber 21.50—22.50,
Malz=
keime 20.75, Trockenſchnitzel 16.50—16.75.
Die Lage am Karkoffelmarkk.
Gegenüber den in den letzten Tagen wieder ſtärkeren Zufuhren hat
das Angebot letzthin eine leichte Verringerung erfahren. Bei der
gerin=
gen Aufnahmewilligkeit der Verbraucher mußten die Preiſe ernent
heruntergeſetzt werden, doch ſcheint, ſofern keine Belieferung der Märkte
eintritt, eine gewiſſe Stetigkeit der Preiſe erreicht zu ſein. Vom
Aus=
lande kamen in den letzten Tagen wieder größere Sendungen an den
Markr. Beſonders tritt in ſtärkerem Maße wieder Holland, als
Ab=
geber auf.
Während in Berlin und auf den Märkten des rheiniſch=weſtfäliſchen
Induſtriegebietes das Geſchäft ſich verhältnismäßig ſchleppend abevickelte,
da das beſonders in Berlin nicht allzu reichliche Angebot bei weitem
die Nachfrage übertraf, ſodaß die Preiſe weiter herabgeſetzt werden
mußten, machte ſich in den weſtdeutſchen Zuſchußgebieten eine etwas
gleichmäßigere Belieferung der Märkte bemerkbar, ſodaß hier die Preiſe
im allgemeinen ſich behaupten konnten.
Im Saatkartoffelhandel, der längere Zeit, ſchon in völliger Ruhe
verharrte, ſcheint nunmehr eine gewiſſe Belebung Platz gegriffen zu
haben. Da auch die Abgeber zum Teil von ihren als zu hoch erkannten
Forderungen heruntergegangen ſind, kamen zum Teil größere
Kaufab=
ſchlüſſe zuſtande. Beſonders gefragt waren Ariginal Juli, von denen
dem Vernehmen nach nur noch geringe Mengen vorhanden ſein ſollen.
Die amtliche Großhandelsrichtzahl. Die auf den Stichtag des 3. April
berechnete Großhandolsrichrzahl des Statiſtiſchen Reichsamts iſt mit
138,4 gegenüber der Vorwoche (138,6) leicht zurückgegangen. Im
Monats=
durchſehnitt März lag die Geſamtrichtzahl auf 139,6 (Vormonat 139,3).
Kohlenförderung im Ruhrrevier. Nach vorläufigen Berechnungen
wurden in der Zeit vom 24. bis 30. März im Ruhrgebiet an fünf
Ar=
beitstagen 2027 440 To. Kohle gefördert gegen 2 429 399 To. in der
vorhergehenden Woche bei ſerks Arbeitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte
ſich in den ſieben Tagen der Berichtswoche auf 635 499 To. gegen 650 090
Tonnen, und die Preßkohlenherſtellung auf 49 831 To. gegen 75 035 To.
in der Vorwoche bei ſechs Arbeitstagen.
Das Ausland auf der Frankfurter Mefſe. An der bevorſtehenden
Frankfurter Frühjahrsmeſſe (14. bis 17. April) wird ſich wieder eine
ganze Reihe von ausländiſchen Staaten offiziell beteiligen. Nach den
ſetzt zum Abſchluß gekommenen Verhandlungen ſteht von der
Auslands=
beſchiching der einzelnen Gruppen folgendes feſt: In der Nahrun,s=
und Genußmittelgruppe, 13. bis 17. April, zeigen Frankreich: Weine
und ſeine umfangreiche Käſeproduktion, Belgien: Kartoffeln, Gemüſe,
Eier, Butter, Konſerven und Blumen, die der Belgiſihe Boerenhond,
hier noch von der vorjährigen Fclihjahrsmeſſe her bekannt, zur
Aus=
ſtellung bringt, Italien: Vermouth, Speiſeöle, Tomatenkonſerven und
ſeine bekannten Kaffeemaſ hinen, ſowie Weine der Federazione
Enolo=
gica, von denen Koſtproben verabreicht werden, Spanien, das zum
erſten Male auf einer deutſchen Meſſe erſcheint: Weine, Liköre, Obſt=
und Gemüſekonſerven, Gewürze, Olivenöl, Orangen= und Zitronenſaft,
Holland: Milchprodukte, und Oeſterreich: Butter, Hart= und
Schachtel=
käſe, Eier, Obſt und Wein. In der Möbeigwppe werden Belgien mit
Nachbildungen antiker Möbel und handgeknüpfter antiker Möbel= und
Kiſſenbezuge, Oeſterreich mrit Hölzern, beſonders mit Schnitt= und
Schleifhölzern, vertreten ſein. Italien öffnet wieder den
Marmor=
pavillon. Die Südafrikaniſihe Union iſt offiziell mit einer
Erzausſtel=
lung, Frankreich mit einer Gruppe „Schönheitsmittel” und Spanien mit
damaszeniſchen Waffen vertreten. In der Sonderſchau für Verkehr und
Teuriſtik „Der Fremdenverkehr”, 13. bis 21. Avril, werden neben
deut=
ſchen Ländern und Organiſationen Frankreich, Italien, Oeſterreich,
Holland, Spanien und Jugaſlawien das bunte Bild vervollſtändigen.
Erweiterung der Opelwerke. Wie wir erfahren, haben die Opelwerke
mit der Erweiterung ihrer Betriobe, die bei den Verhandlungen mit
den General Motors lebhaft debattiert wurde, begonnen. Große
Län=
dereien ſind ſowohl im Anſchluß an das Betriebsterritorium als auch
außerhalb gekauft worden. Das Werk beabſühtigt, einerſeits neue
Be=
triebsanlagen zu errrhten, andererſeits für Arbeiterwohnungen
erheb=
liche Summen zur Verfügung zu ſtellen. Faſt der geſamte Landſtreifen
bis zur Landſtraße Rüſſelsheim-Biſchofsheim wird in den Beſitz der
Opelwerke übergehen.
Der Baſeler Rheinhafenverkehr im März 1929. Im Monat März
beſchränkte ſich der Rheinhafenverkehr in Baſel auf 25 391 Tonnen
ge=
genüber 36 834 Tonnen im entſprechenden Monat des Vorjahres. Die
Berg= und Talfahrten gingen ausſchließlich über den Hüninger
Zweig=
kanal. Die deringe Tonnenzahl rührt von der Vereiſung des Rheins
und des Kanals her, deren Folgen ſich bis in den März hinein
be=
merkbar machten. Im erſten Quartal des laufenden Jahres wurden
im ganzen 39 247 Tonnen in den Baſeler Rheinhafenanlagen
umge=
ſchlagen gegenüber 88 828 Tonnen im entſprechenden Zeitraum des
Vor=
jahres.
Biehmärkke.
Weinheimer Schweinemarkt vom 6. April. Zugeführt waren 318
Schweine. Verkauft wurden 235 Stück, und zwar Milchſchweine das
Stück von 23 bis 32 Mk., Läufer das Stück von 35 bis 50 Mk.
Frankfurker und Berliner Effektenbörſe.
5. 4. 1 6. 4 5. 4 6. 4 182.— 1182.25 Hirſch Kupfer 144.75 1144.— Augsb.=Nürnb. Maſch / 85.50 83.25 Höſch Eiſen .. 127.50 1129.50 54.25 / 55.25 ½ Hohenlohe Werke. 88.50 99. — 229.75 (231.50 Kahla Porzellan". 100.50 100.— Berl. Karlsruhe Ind 67.50 67.50 ½ Kali Aſchersleben” 241.— 244.— 229= 2.30. Salzdetfurth‟ 366.75 371. — Weſteregeln 246.— 1250.— 198.— (200.50 Lindes Eismaſch. 186.50 189.— 287.— 1289.50 L. Lvewe FCo. 224.— 226.— 170. 171.— Lingel Schuh . 48.75 49.52 160.25 (160.75 MannesmannRöhren 120.— 122.— 173.25 1174 50 Niederlauſitzer Kohle 152.— 153. — Nordd. Lloyd .. 115.— 117.50 96.— 97.— 392.50 399.— 96.— 96.25 124.— 123. 143.50 143.75 479.— 474.— 92.— 94. 48.— 48.— 91.25 92.— 137.— 137.50 49.— 50. — A. E. G.
Baſalt . ..
Beramann . .
Berl. Hand.=Geſ.
Braunkohl. Briketts) 166.75 1166.75
Bremer=Wolle.
Tanatbank . .
Deutſche Bank.
Diskontogeſ. .
Dresdner Bank
Deutſche Maſchinen / 55.— 54:
Deutſche Erdöl
129.50 1130.— Orenſtein . . . .
Deutſche Fetroleuml 78.—
77.50 Polyphon ..."
Tynamit Nobel.
117.— 1120.— Rütgerswerke"
Elektr. Lieferung=
174.— 1174.75 Sachſenwerke
J. G. Farben
254.50 1256.50 Siemens Glas.
Eelſenk. Berg.
133.— 1136.50= Ver. Glanzſtoff
Gef. f. eleftr. Untern 1 237.— 1242.25 Ver. Stahlwerke:
Han. Maſch.=Egeſt.
H2.—
54.— / Bolkſtedter Porzellan)
Kanſa Dampfſch. / 1581
161.— Wanderer Werke.
Hapag...
121:
123.— Wiſſner Metall . .
Harpener
136.75 1138.25 Wittener Gußſtahl
Hem oor Zement . . 1283.75 1283.50
*) Die 3 Kaliwerte verſtehen ſich exkl. Bezugsrecht.
Deviſenmarkk.
Helſingfors. . .
Wien. . .
Prag ..
Budapeſt
Sofia .
Kolland
Cslo ...... ..
Kopenhagen..
Stockholm .. .
London .....
Buenos Aires
Nen York ..."
Belgien .....
5. 4.
Geld Brie
10.593 10.61-
59.19 159.31
12.476 12.42
73 395 73.535
3.042/ 3.048
168.89169 23
112.31/112.53/112.31
112.29 112.5
112.481 12.7C
20.446120.486
6. 4.
Geld/Brief
10.59 10.61
19. 16559.285
12.47 1/12 491
3. 395/73.535
1.770
4. 213
58.50
1.7741
4. 221
58.62
3.042
68.92
12.31
12.46
20.448
1.771
.212:
58.50
8.048
69.26
12.53
112.53
112 68
10.488
1.775
14. 2205
58.62
Italien ......
Paris ......"
Schweiz ....
Spanien ....
Danzig".
Japan. . . . . . .
Rio de Janeir
Jugoſlawien
Portugal. . . .
Athen .... ..
Konſtantinpel
Kanada .. . ..
Uruguay ..."
Produkkenberichte.
Verlauf der Mainzer Börſe im Monat März 1929. In Weizen=
und Roggenmehl war im Berichtsmonat die Nachfrage verhältnismäßig
gering; insbeſondere war Roggenmehl vernachläſſigt. Das Angebor in
Weizen und Roggen war weſentlich größer als die Nachfrage.
Infolge=
deſſen waren Preisrückgänge bis zu 1 RM. per 100 Kilo feſtzuſtellen.
Der Hauptgrund für den Preisrückgang war die Meinung der Käufer,
daß bei dem Wiedereinſetzen der Schiffahrt die Preiſe ſich weiter
er=
mäßigen würden. Roggen= und Weizenkleie hielten ſich, abgeſehen von
vorübergehenden kleineren Ermäßigungen, wie im Vormonat.
Weizen=
ſchalen waren beſonders in guten Qualitäten geſucht, da nur
verhält=
nismäßig wenig franzöſiſche Schalen hereinkommen, die die Preiſe nach
unten beeinfluſſen. In Futtergerſte war kleines Geſchäft.
Sonntag, den 7. April
Der Heſſiſche Sparkaſſen= und Giroverband
Frankfurt a. M., 6. April.
In Nachwirkung der günſtigeren Beurteilung der Reparationsver
handlungen trafen auch heute wieder Auslandsorders in erheblichem
Umfange ein. Das Geſchäft nahm daher i Spezialwerten recht
leb=
hafte Formen an. Auch die weiter gebeſſerten Geldmarkwerhältniſſe,
woraufhin ſchon der geſtrige Berliner Prwatdiskontſatz ermäßigt
wer=
den konnte, trugen zur allgemeinen Befeſtigung bei. Auf der anderen
Seite wurde der uneinheitliche Sehluß der geſtrigen Ncw Yorker Vörſe
kaum beachtet und konnte keinen nachteiligen Einfluß ausüben. Auch
die Spekulation ſchritt infolge der günſtigen Verfaſſung und der
zuver=
ſichtlichen Lage ecneut zu Intereſſenkäufen. Die Beteiligung der
Privat=
kundſchaft am Börſengeſchäft blieb jedoch immer noch ziemlich minimal.
Als im Verlaufe Nachrichten aus Paris eintrafen, die viel diskutiert
wurden und einen nahteiligen Eindruck machten, kam das Geſchäft
völlig zum Stillſtand und die Spekulation ſchritt zu Abgaben, ſo daß
Verluſte bis zu 2 Prozent eintraten. Doch machte ſich bald wieder eine
Beruhigung bemerkbar, da es ſich in den Ausführungen doch nur um
franzöſiſche Mutmaßungen und Vorſchläge handeln dürfte. Bei
mehr=
fachen Schwankungen traten bei der Widerſtandsfähigkeit der Börſe doch
wieder Beſſerungen ein, und die vorübergehenden Rückgänge konnten
auf erneute Deckungen wieder aufgeholt werden. Aber zum Schluß
traten Nückſchläge Eis zu 1 Prozeut ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld
mit 5½ Prozent weiter leichter. Am Deviſenmarkt nannte man Mauk
gegen Dollar 4,2172, gegen Pfunde 21,47, London-Kabel 4,8537½,
Paris 124,22, Mailand 92,74, Madrid 32,35, Holland 12,10½
Berlin, 6. April.
Wie erwartet, hatte die heutige Samstagbörſe einen durchaus
freundlichen Grundton. Das Geſchäft litt zwar zunächſt unter zu wenig
Orders, die vorliegenden Momente trugen im allgemeinen aber
günſti=
gen Tharakter, ſo daß die Spekulation von den ſonſt üblichen
Wochen=
ſchlußglattſtellungen abſehen zu können glaubte. Schon bei Feſtſetzung
der erſten Kurſe konnte man für Spezialwerte Auslandsintereſſe
be=
merken. In Farben, Siemens, Kaliwerten und Kunſtſeidenaktien war
das Geſchäft ſchon zu Beginn lebhafter, die Kursverändevungen hielten
ſick, aber im allgemeinen in engen Grenzen. Nach den erſten Kurſen
wurde es allgemein lebhafter und feſter. Man konnte an faſt allen
Märkten gute Käufer, ſpeziell Firmen mit größeren
Auslandsbeziehun=
gen, feſtſtellen. Außer den ſchon anfangs feſten Kunſtſeide= und
Kali=
aktien traten ſpäter Montanwerte unter Bevorzugung von
Kohlen=
werten meehr in den Vordergrund und gewannen" bis zu 3 Prozent.
Elektropapiere unter Führung von Gesfürel lagen bis zu 2 Proz. höher.
und ſeine Bankanſtalt die Heſſiſche Girozentrale Darmſtadt erſtatteten
über das Jahr 1928 wiederum einen gemeinſamen Bericht. Aus dem
Verbandsbericht iſt vor allem die Entwicklung der Spareinlagen bei
den heſſiſchen Sparkaſſen von Intereſſe. Trotz der ungünſtigen
Ver=
hältniſſe, unter denen aus den bekannten Gründen die heſſiſche
Wirt=
ſchaft leidet, erreichte den Nettozuwachs im verfloſſenen Jahr die
Höchſt=
ziffer ſeit der Stabiliſierung, nämlich 51,15 Millionen Mark (im
Vor=
jahre 38,86 Millionen), und zwar betrugen die Einzahlungen 115,20
Millionen, die Rückzahlungen 64,05 Millionen Mark. Die aus dieſen
Zahlen ſprechende, immer noch ſehr lebhafte Bewegung auf den
Spar=
konten darf bei Anlegung der Sparkapitalien nicht außer Acht gelaſſen
werden. Die Geſamteinlagen bei den heſſiſchen Sparkaſſen hatten am
31. Dezember 1928 40 Prozent des Vorkriegsſtandes (414 Millionen),
nämlich 165,5 Millionen Mark erreicht; daneben betrugen die Guthaben
auf Girokonten noch 27,5 Millionen Mark. Die Zahl der ausgegebenen
Sparbücher belief ſich Ende 1928 auf rund 230000, was ungefähr 70
Prozent des Vorkriegsſtandes entſpricht. Dieſes verhältnismäßig
wie=
der ſchnelle Anwachſen der Zahl der Sparbücher ſtellt dem Sparſinn
der Bevölkerung das beſte Zeugnis aus. Von den Spareinlagen waren
angelegt: in Hyporheken 48 Prozent, in Darlehen an Gemeinden
22 Prozent. Von den Hypothekdarlehen entfiel mehr als ein Drittel
auf die Förderung des Wohnungsbaues, deſſen
Unter=
ſtützung ſich die Sparkaſſen beſonders angelegen ſein laſſen.
Die Heſſiſche Girozentrale widmete ſich auch im verfloſſenen Jahr
in erſter Linie der Pflege des Gemeindedarlehensgeſchäfts,
der Förderung des kommunalen Giroverkehrs und ihrer Aufgabe als
Geldausgleichſtelle der Sparkaſſen. Die Neu=Ausleihungen an
Ge=
meinden (abzüglich Rückzahlungen) betrugen in 1928 rund 15,5
Millio=
nen Mark, womit der geſamte Beſtand an Gemeindedarlehen auf rund
50 Millionen Mark anwuchs. Auch von dieſen Darlehen floß wieder
ein erheblicher Teil dem Wohnungsbau zu.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
* Chicago, 6. April (Priv.=Tel.).
Fette: Am Fettwarenmarkte gaben die Preiſe teilweiſe nach, da die
Packerfirmen einige Verkäufe durchführten. Später veranlaßte die
ſtetige Verfaſſung des Lokomarktes eine Erholung.
Weizen: Weizen gab im erſten Teil des Verkehrs ziemlich ſtark im
Preiſe nach, da aus dem kanadiſchen Nordweſten weitverbreitete Schnee=
und Regenfälle bekannt wurden. Bei dem Nachgeben der Preiſe traten
zahlreiche Sicheringslimite (Deckungsorders) in Erſcheinung. Die Käufe
beſchränkten ſich in der Hauptſache auf Deckungen. Später trat dann
wieder eine Erholung ein, da aus dem Staate Kanſas ſtarke Winde
berichtet werden und verſchiedentlich Deckungen zum Wochenſchluß
vor=
genommen wurden. Auch die beſſere Exportnachfrage bot Anregung,
* New York, 6. April (Priv.=Tel.).
Kaffee: Kaffee war zunächſt auf Deckungen feſter. Auch die
braſi=
lianiſchen Firmen bekundeten Interventionsluſt. Das Angebot war
klein.
Zucker: Am Rohzuckerterminmarkte ſchritt die Spekulation zu
Deckungen, und aich der Handel ſah ſich durch die ſtetigen Meldungen
vom Lokomarkte zu Käufen verankaßt.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 6. April:
Getreide. Weizen: Mai 117½, Juli 121½, Sept. 123341
Mais: Mai 90½, Juli 93½, Sept. 94; Hafer: Mai 46½, Juli
45½, Sept. 43½; Roggen: Mai 99½, Juli 101½, Sept. 101½.
Schmalz: Mai 12,00, Juli 12,37½, September 12,72½.
Fleiſch. Rippen: Mai 13,60, Juli 14,00; Speck, loko 13,75;
leichte Schweine 11,00 bis 11,80, ſchwere Schweine 11,25 bis 11,65,
Schweinezufuhren: Chicago 8000, im Weſten 35 000.
Baumwolle: Juli 19,86.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 6. April:
Getreide. Weizen: Rotwinter 143½, Hartwinter 130½;
Mais, neu angek. Ernte 102½: Mehl, ſpring wheat clears 5,50
Geld /Brief bis 5,90; Fracht: nach England 1,6 bis 2,0 Schilling, nach dem
Kontinent 8 bis 10 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,60; Talg, extra, loſe 8½.
Kakav. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots: 57; Loko: 10½;
April 10,21, Mai 10,34, Juni 10,45, Juli 10,65, Auguſt 10,82,
September 10,99, Oktober 1107, November —, Dezember 11,01;
Januar 1930: 11,08.
Der Aufſichtsrat der Vereinigte Harzer Portlandzement= und
Kalk=
induſtrie, Wernigerode, hat beſchloſſen, der auf den 25. Mai
einzu=
berufenden Generalverſammlung nach reichen Abſchreibungen eine
Dividende von 10 Prozent (im Vorjahre 9 Prozent) vorzuſchlagen.
Die Generalverſammlung der Aluminium= und Magneſiumfabrik
A.=G. Hemelingen bei Bremen genehmigte den Verluſtabſchluß von
1928 in Höhe von 14 316 RM., der auf neue Rechnung vorgetragen
werden ſoll. Bekanntlich wurden die Werkzenganlagen der Geſellſchaft
an die J. G. Farbeninduſtrie verpachtet.
Die Offene Handelsgeſellſchaft Vogel u. Bernheimer, Zellſtoff= und
Papierfabriken, Ettlingen (Baden) iſt in eine A.=G. mit einem
Aktien=
kapital von 4,2 Millionen RM. umgewandelt worden.
Der Au ſichtsrat der Bad. Aſſecuranz=Geſellſchaft A.=G. Mannheim
beantragt eine Dividende von 15 RM. pro Aktie ſowie Kapitalerhöhung
um 0,7 auf 2,5 Mill. RM.
Frankfurter Kursbericht vom 6. April 1929.
6% Dtſche. Reichs
anl. v. 27 ....
(% Baden
Frei=
ſtaat v. 27 .....
6% Bayern
Frei=
ſtaal v. 27 ....
2% Heſſen
Volks=
ſtaat v. 28.
6% Preuß.
Staats=
anl. v. 28
6% Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27.....
7% ThüringerFrei
ſtaat v. 27..
Dtſche. An:.
Auslo=
jungsſch. + 7,
Ablöſungsan.. .
Dtſche. An”.
Ablö=
ungsſch. Neub.)
Dtſche.
Schutzge-
bietsanleihe. . .
8% Bad.=Bad. v. 26
6% Berlin v. 24...
3½ Darmſtadt v. 26
v. 28
8%
7% Frkl. a. M. v. 26
8% Mainz v. 26..
8% Mannh. v. 26
82 Nürnber 26
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
* Ausl. Ser. I
*
Ser.II
8% Ber Hyp.=Bk.
5% Frkf. Hyv. Bk.
4½%- Lia. Pfbr.
8% „ PfbrBk.
4½%-- Lig. Pfbr.
83
95
74
94. 2:
80
18% Heſſ. Landesbk.
4½½ Heſſ. Lds. Hp.
Bk.=Ligid. Pfbr..
8% Kom.
Landes=
bant Darmſtadt.
7½
8% Mein. Hyp. B1.
4½% „ Lig. Pfbr.
8% Pfätz. Hyp. Bk.
8% Preuß. Ztr.=
Stadt chaft. . .
8% Rhein. Hyp.=B!
4½% „ Lig. Pfbr.
8% Rhein.=Weſtf.=
Bd.=Cred .....
8% Südd. Bod.=
Cred.=Ban 1 ....
8% Württ. Hyp.=Z
6% Daimler Benz
von 27......."
8% Kiöckner=Werke
Berlin v. 26....
7% Maintrw. v. 26.
7% Ver. Stahlwfe
mit Opt. v. 26.
8% VoigtckHäffner
von 26
J. G. Farben Bonds
28........."
5% Bosn. L. E. B.
v. 1914 ......."
41/.% Oſt
Schatz=
anw. v. 1914
2 Oſt. Goldrente
11,% Rum Gold
von 1913
%0 Türk Admin
4½ „ 1.Badgad
4½ „ Zollanl.
41/.% Ungarn 1913
75‟,
92:.
84.5
95
76.75
95
95
R
73.25
91
83.25
36
36.5
10.25
4½/,% Ungarn 1914/ 27.5
49
Goldr.. / 24.3
Aitien.
Allg. Dt. Creditanſt.
Bk. f. Brauinduſtr.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb
Darmſt. u. Nt.=Bk.
Deutſche Bank...
-Eff.-u. Wechſel
bank.
Vereinsbant ..
Diskonto=Geſellich
Dresdener Bank
Frankf. Bank.
„ Hyp.=Bf.
„ Pfdbr.=Bi....
Gotha. Grundkr. B.
Mein. Hyp.=Bant
Mitteld Creditbt..
Nürnb. Vereinsbr.
Oſt. Creditanſtalt. .
Pfälz. Hyp.=Ban1.
Reichsbank=Ant
Rhein. Creditbt
„ Hyp.=Bank...
Südd. Bod.-r. Bf.
Wiener Banwerein
A.-G. Vertehrsw
dt. Eiſenb.=Geſ..
7% Dt. Reichsbahn
Vorzge
Hapag ..."
Nordd. Lloyd .. .."
Schantung=Eiſenb.
Südd Eiſenb.=Geſ.
133
174
202
233.5
170
102
160
173.75
105
143.25
156.25
144.5
18½.25
15)
3o
151
122
176.25
170
90
123
118
Aa
Accum. Berlin. .
Adlerw. (v. Kleyer)
6% AEG. Vorzug
52
89.5
89.5
AEG. Stamm
Baſt Nürnberg
Bergm. El. Werke
BrownBroverickCie
Brüning & Sohn.
Buderus Eiſen
Cemen Heidelber
Karlſtadt
Chem. WerteAlbert.
Chade
Dammler=Benz.
Dt. Atl.=Telegr.. . .
„ Eiſenh. Berlin.
Erdöl
Golb= u. Silb.,
ſcheide=Anſtalt.)
„ Linoleumwerk /1
Eichbaum, Brauer.
Elektr. Lich u. Kraf=
Liefer.=Geſ.
Eſchw Bergwer!".
Eßlinger Maſchinen
Ettlinger Spinnere
J. G. Farbenindſtr.
Feinmech. (Jetter)
Feli. & Guilleaum.
Frkft. Gas ..
„ 6o
Geiling & Cie.
Gelſen: Bergwer //136.25
Geſ. elektr.
Un=
ternehmungen .
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bülfinger.
Dafenmühle Frifi. /4
Hammerſen (Osn.
Harpener Bergbau/131:2-
Henninger Kempf. 470
Hilpert Armaturfb
Hindrichs=Aufferm. /130
Hirſch Kupfer ....!
182
76.5
471
52.75
130
130.75
286
138
1281.5
93
Hochtier Eſſen.
Holzmann, Phil. ..
Holzverk.=Induſtri
Flſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans Stamm
Kah Aſchersleben
Salzoetfurth
„ Weſteregeln
Kammgarnſpinn .
Karſtadt, R. ..
Klein, Schanzl
Klöcknerwerke".
Kraftw. Alt=Württ.
Lahmeyer & Co. .
Lech. Augsburg..
Löwenbr. Münch..
Lüdenſcheid Metal//102
Luß Gebr. Darmſt.
Mainfr.-W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br...
Mannesm Röhren
Mansfeld Bergb ./ 87
Mars=Werle
Metallgeſ. Frantft.
Miag. Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motorenfb. Darmſt
Reckar). Fahrzeug.. 18.5
Nicolay, Hofbr .. . 152
Oberbedar
Oſterr. Alpine Mo.
Otav Minen .."
129.25
94
143
228
Beters Union Fr. 1.
Phöni Bergbau
Reiniger. Gebb.
Rh. Braunkohlen
Elektr. Stamm
Stahlwerke
Riebeck Montan.
Roeder Gb. Darmſt
95
138.5
131
58.25
118.5
196
Rütgerswerle ...
Sachtleben A. G.
Schöfferhof=Bind..
Schramm Ladfabr.
Schriſtg. Srempel
Schuckert Elettr.. .
Schwarz Storchen.
Siem Glasinduſtr.
Siemens & Halsfe
Stroyſtoff. Ver.
Südd. Immobilien
Zucer=AG.
Svenska Tändſtick=
TellusBergbau.
Thür. Lie .=Geſ.
Tucher=Brauerei.
Unterfr. Krs.-
Elef=
rr.=Ver .
Beithwerte
Ver. . Chem. Ind.
Gummifabri
Berlin=Fran
Laurahütte
Stahlwerte
liltramarin ..
Zellſt. Berlin.
Vogtländ. Maſchin.
Voigt & Haeffner 130
Wayß & Freytag.
Wegelin, Rußſabri
Werger Brauerei.
Zellſtoff. Aſchaffbg.
Memel. . .
Waldho
R
254
125
75
aa
130.75
174
166
64.5
144
154.5
425
118.5
108
111.5
81.5
66.5
1341.
Allianz u. Stuttg.
Verſicherung .. .
Frkft. Allg. Verſ. •G 195
Frankona Rück= u.
Mitv. . . . . . . . 245
Mannh. Verſich. ..!
Nummer 96
Janz um Tatannn.
Eonntag, den T. April 1929
Seite 11
5)
Roman von Werner Scheff.
(Nachdruck verboten.)
Lindemann ſtand eine Weile in Verlegenheit; dann mochte
er den rettenden Einfall gefunden haben, denn er fuhr haſtig fort:
„Es wird gut ſein, Fräulein Herfort, Sie gehen einmal hinauf
Zu Ingenieur Nicolgi. Ich glaube, er hat vorhin nach Ihnen
Fragen laſſen.”
Nicolai! Suſanne zuckte zuſammen. Sie glaubte zu wiſſen,
Bvas ihr der Chef des Konſtruktionsbureaus zu ſagen hatte.
„Geſtern war das Cxpoſé über die Entwäſſerungsanlage in
Ma=
ffuren fertig geworden; wahrſcheinlich hatten die Stenotypiſtinnen
wieder ein paar Fehler gemacht, und das wurde nun ihr in die
„Schuhe geſchoben.
Sie hatte es daher nicht eilig mit dem Weg hinüber zu dem
verhaßten Gegner, der gewiß wieder einmal den Triumph
ge=
nießen wollte, ſie zu demütigen. Wenn ſie nur an ihn dachte,
begann es in ihr zu kochen; alles in ihr wehrte ſich gegen ſeine Art
und ſeine Perfon.
Der Fahrſtuhl brachte ſie ins Dachgeſchoß, wo die
Konſtruk=
tionsbureaus der Firma lagen. Keine Macht der Welt hätte ſie
dazu veranlaßt, ſich bei Nicolai anmelden zu laſſen, obwohl ſie
wußte, daß er es ſo wünſchte. Gerade darum klopfte ſie nur
ein=
fach an und trat ein.
Der Ingenieur ſtand über einen Entwurf gebeugt, den er ſo
aufmerkſam prüfte, daß er von Suſannes Auftauchen vorerſt nur
wenig Notiz nahm. Er ließ ſie in der Nähe der Tür ſtehen, und
ſie empfand das als beabſichtigte Kränkung. Sie räuſperte ſich,
tat ein paar Schritte vorwärts, worauf er ihr endlich ſein Geſicht
zuwandete; dieſes kalte, ſcharf geſchnittene Geſicht mit den
her=
vortretenden Wülſten über den Augen — das Mördergeſicht, wie
Suſanne es heimlich nannte.
„Einen Augenblick, Fräulein Herfort!”
Das hieß, ins Deutſche übertragen: „Stören Sie mich nicht,
und bleiben Sie mir ſo weit wie möglich fern!“
„Herr Geheimrat braucht mich zum Diktat!” log Suſanne mit
dreiſter Stirn.
Seufzend ließ Richard Nicolai von ſeiner Zeichnung ab. Als
er ſich aufrichtete, war er um einen guten Kopf größer als
En=
ſanne. „Um was handelt es ſich?” forſchte er geſchäftsmäßig.
„Richtig!‟ Er legte die Hand an die Stirn. „Die Sache für
Ma=
ſuren. Ich kann Ihnen nicht verhehlen, Fräulein Herfort, ich
habe ſelten eine ſo ſchludrige Arbeit in Händen gehalten.
Be=
ſonders die Teile, die nach Ihrem Diktat geſchrieben ſind,
wim=
meln von Unrichtigkeiten.”
„Unſere Damen hören oft ſchlecht hin”, verteidigte ſich
Su=
fanne, in der die Spannung bodenloſer Entrüſtung entſtand.
„Das kann ich nicht beurteilen. Aber Sie ſind mir
verant=
wortlich, Fräulein Herfort. Sie bekleiden hier eine Stellung, die
Ihnen dieſe Verantwortung aufbürdet. Die Arbeit muß noch
einmal abgeſchrieben werden. Ich habe ſie geſtern abend geleſen
und verbeſſert.” Nicolai griff nach einem blau gebundenen Heft.
„Und da die Angelegenheit eilt, werden wir für morgen
voräit=
tag die Damen hierherbitten, gegen entſprechende Bezahlung
natürlich, und . . ."
„Fällt mir nicht im Traume ein!“ Gegenüber der kühlen
Zu=
rechtweiſung verließ Suſanne alle Ueberlegung.
„Wie meinten Sie?”
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„Mein Sonntag gehört mir! Um keinen Preis der Welt geb‟
ich ihn her!”
„Sie ſcheinen außerordentliches Intereſſe für die
Angelegen=
heiten unſerer Firma zu haben —
„Wenn Sie zu ſcherzen wünſchen, ſuchen Sie ſich, bitte, dazu
ein anderes Objekt!“
„Ich habe Ihnen ſchon einmal geſagt, Fräulein Herfort, ich
ſcherze nie! Und ich wundere mich, daß ſich Herr Geheimrat ſo
viel don Ihnen bieten läßt. Aber hier an meiner Schwelle endet
Ihre Macht. Ich laſſe mich nicht tyranniſieren!“
Suſanne verſtand die Andeutung, die ſich hinter ſeinen
Wor=
ten verbarg. Sie ſah unter den Wülſten ſeiner Brauen den Blick
ſeiner harten Augen — und das raubte ihr den letzten Reſt von
Beſonnenheit. „Sie haben ſich wieder mal was ausgedacht, um
mich zu quälen!” rief ſie ſo energiſch wie möglich, obgleich ihr die
Tränen in die Augen drangen. „Aber jetzt iſt Schluß! Ich laſſe
mich nicht mehr flegelhaft behandeln!“
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Das entſetzliche Wort war gefallen. Suſanne ſelbſt fühlte,
daß ſie zu weit gegangen war. Würde Nicolai ſie nun mit ſeiner
Antwort zerſchmettern oder würde er gar —
Sein Geſicht ſchien noch ſtarrer als ſonſt. Aber er ſchwieg.
Schleuderte dann das blaue Heft ungeſtüm auf den Schreibtiſch
zurück. „Sie können gehen, Fräulein Herfort!”
Suſanne nagte an ihrer Unterlippe, aber ſie fand keine
Ent=
ſchuldigung oder Erklärung. Wortlos verließ ſie das Zimmer,
„Wie peinlich . .. wie häßlich!” grollte Chriſtian Lindemann.
Und Harald von Kroß ſtellte feſt, daß der Geheimrat dieſe Worte
bereits zum viertenmal wiederholte. Der liebenswürdige
Sieben=
undvierziger war nach den letzten Mitteilungen ſeines Freundes
an eines der Fenſter getreten. Dort trommelte er mit den
Fin=
gern gegen die Scheibe.
„Du darfſt mir meinen Eifer nicht übelnehmen, Chriſtian.
Agathe hat darauf gedrungen. Du biſt ſchuld! Warum haſt Du
Deine Schweſter ins Vertrauen gezogen? Diesmal ſieht die Sache
verdammt ernſt aus. Wenigſtens hat Agathe es ſo hingeſtellt.”
Der Geheimrat drehte ſich auf dem Abſatz herum. „Es iſt
mir auch ernſt! Das müßtet ihr alle verſtehen: Wenn man das
ſchönſte und beſte Mädel Berlins täglich um ſich hat und glaubt,
endlich den wertvollſten Menſchen gefunden zu haben, dann greift
man einfach zu.”
„Nota bene, falls dieſes ſchönſte und beſte Mädel Berlins
da=
mit einverſtanden iſt! Agathe zweifelt daran. Und mit dieſen
Zweifeln hängen die Nachforſchungen zuſammen, mit denen ſie
mich betraut hat.”
„Nachforſchungen?‟ Des Geheimrats geſpreizte Finger
fuh=
ren über ſein Haupt, als wolle er den Verſuch machen, ſich die
ſpärlichen Haare zu raufen. „Weißt du denn nicht, Harald, was
das bedeutet? Das heißt ſo viel wie: wir mißtrauen Ihnen,
Fräulein Herfort — wir wünſchen zu wiſſen, wie Sie leben und
was Sie in der Zeit treiben, in der wir nicht mit Ihnen
zu=
ſammen ſind!“
Der Rittmeiſter zuckte die Achſeln. „Es iſt gewiß unnobel.
Aber Agathe hat verlangt und ich ſelbſt fand keinen anderen Weg,
dich vor einer großen Enttäuſchung zu bewahren.”
Der ſchlanke Herrenreiter, Gutsbeſitzer und ſtille Teilhaber
der Firma Lindemann, ſah bedrückt aus. Gegenüber Fräulein
Agathes Verzweiflung hatte er ſich bereit erklärt, den Spion zu
dingen, der ſeit etwa acht Tagen das Privatleben Suſanne
Her=
forts kontrollierte. Es war eines Ehrenmanns gewiß nicht
wür=
dig. Aber noch weniger hätte er zuſehen können, wie Chriſtian
Lindemann, dieſer Gütige, Unerfahrene, einem koketten Ding zum
Opfer fiel, das vielleicht nur ſeine Millionen ſah und nicht das
Herz dieſes vertrauensſeligen Optimiſten.
„Ganz abgeſehen von der Infamie, die in einer ſolchen
Be=
ſchnüffelung liegt,” ließ ſich der Geheimrat wieder vernehmen,
„was hat die Detektei Grabow ſchließlich aufgedeckt? Suſanne iſt
eine ausgezeichnete Schwimmerin und begleitet häufig dieſen
Herrn Barnet, von dem ſie mir übrigens erzählt hat, in das
Schwimmbad. Iſt das etwa Sünde? Und mit dem
Operetten=
tenor Mayreder hat ſie ein Motorrad ausgeſucht. Ich habe noch
nie gehört, daß ein Motorrad eine unſittliche Angelegenheit ſei.
Wahrſcheinlich intereſſiert ſie ſich für den Soziusſitz.”
„Na ... immerhin, du wirſt wegen Suſanne Herfort auf
deine älteren Tage kein Motorradfahrer werden!“
(Fortſetzung folgt.)
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Nummer 96
Sonntag, den T. April 1929
Seite 13
* „Reichstag zu Speyer 1529‟.
Eine Ausſtellung im Hiſtoriſchen Muſeum
zu Speyer.
Als rein wiſſenſchaftliche Tat, unter Ausſcheidung
des religiöſen Moments, wurde als Auftakt zu der
großen Gedenk= und Jubelftier an Pfingſten d. J.
vom Verein Hiſtoriſches Muſeum der Pfalz die
Ausſtellung „Reich tag zu Speyer 1529” arrangiert
und dieſer Tage eröffnet. In fünf Sälen, im
ſüd=
weſtlichen Flügel des Hiſtoriſchen Muſeums, iſt das
Geſammlte untergebracht. Der Leitgedanke lehnt
eine Ausſtellung neuzeitlicher Art mit erdrückender
Fülle des Gebotenen ab, man ſammelte in
ſorgfäl=
tiger Auswahl nur die bedeutendſten Urkunden und
Gegenſtände und Bilder. Im mittleren Saale ſieht
man in photographiſcher Abbildung folgende drei
Urkunden: Ausſchreiben des Reichstags in Speher;
Reichstagsabſchied zu Speher am 22. April 1529;
Proteſtationsurkunde vom 20. April 1529. Der
An=
ſchlußſaal links enthält eine Reihe Bildniſſe
geſchicht=
licher Orte und die Bildniſſe derjenigen Teilnehmer
am Reichstag, die gegen die Beſchlüſſe proteſtierten;
Bildniſſe erſtgenannter Art ſind: zwei Anſichten der
Ruinen des Ratshofes zu Sweyer, wo die
Reichstags=
ſitzungen abgehalten wurden, ältere Stadtanſichten
von Speher. Im Saale rechts ſind die Bildniſſe der
weltlichen Fürſten, in den beiden dem Mittelſaal
vor=
gelagerten Kofen die Bildniſſe der geiſtlichen Gegner
der Proteſtation untergebracht, und zwar ſind es
Kupferſtiche, Gemälde, Radierungen. Des weiteren
ſind in Vitrinen allerlei Gedenkmünzen, Wappen,
Gipsmedaillen uſw. untergebvacht. — Die koſtbare
Urkunde „Reichstagsabſchied vom 22. April 1529‟
hat das Staatsarchiv in Wien zur Verfügung geſtellt.
Die Schrift iſt auf Pergament geſchrieben und hat
ſich trotz vier Jahrhunderten gut erhalten, am
Per=
gament hängen an Schnüren zehn Siegel in rot und
ſchwarz von verſchiedener Größe, das größte etwa
im Umfang einer Untertaſſe. — Die
Proteſtations=
urkunde iſt zweimal vorhanden, die zweite
Ausfüh=
rung war nötig, weil in die erſte nachträglich ein
Satz eingefügt wurde, der einen kleinen
Schönheits=
fehler bedeutete. Um dieſen zu beſeitigen, wurde das
Ganze noch einmal ab= und unterſchrieben. —
Luthers Bildnis ſucht man vergebens, wohl
des=
halb, weil er damals in Acht und Bann war, dagegen
findet man ein Bild Philipp Melanchthons, der
ſeinen Fürſten begleitet hatte. — Der Beſuch dieſer
Ausſtellung, die nur bis zum Abſchluß der
Feier=
lichkeiten geöffnet bleibt, lohnt ſich; denn eine große
Anzahl deutſcher Muſeen, Private uſw. haben
Bild=
niſſe und Urkunden ſeltenſter Art hier zur
Ver=
fügung geſtellt.
m.
Die Wetterlage unverändert.
Strenge Kälte in Südeuropa.
Berlin. In der Nacht zum Samstag hat die
Kälte in ganz Deutſchland wieder etwas
zugenom=
men. Am Samstag früh lagen die Temperaturen
im ganzen Reich unter 0 Grad. Ein ſtärkere
Er=
wärmung verhindert nach wie vor der Zufluß kalter
Luft aus dem Oſten und Nordoſten. Dieſe
Kaltluft=
maſſen haben am Freitag weſtlich von uns zur
Bil=
dung eines Tiefdruckgebictes geführt, das ſich nach
Süden gewandt hat und am Samstag über Italien
liegt. Infolgedeſſen hat der größte Teil Südeuropas
außergewöhnlich ſchlechtes Wetter. Bei heftigem
Sturm gehen ſtarke Regenfälle nieder. Die
Kälte=
welle in Frankreich hat ſich infolgedeſſen bedeutend
verſchärft. Aus vielen Städten, ſo aus Dijon,
Bel=
fort, Lyon, Anneey, Chambery und Montpellier
werden Temperaturen von 2 bis 15 Grad unter
Null, ſowie ſtarke Schneefälle gemeldet. — In den
Vogeſen erreichte die Schneed’cke eine Höhe von 25
bis 40 Zentimeter. In Südfrankreich hat die Kälte
bedeutende Schäden in den Wein= und Obſtgärten
und den Bienenzüchtereien angerichtet.
Zu dem Grubenunglück in Anhalt.
Köthen. Die Hilfe für die beiden in der Nacht
zum Freitag im Untertagebau der Grube „Leopold”,
verſchütteten Bergleute kam leider zu ſpät. Sie
wur=
den am Freitag nachmittag als Leichen geborgen.
Der dritte verſchüttete Bergmann, der gerettet
wer=
den konnte, hat ſchwere Knochenbrüche
davonge=
tragen. Das Unglück iſt darauf zurückzuführen, daß
beim Kohlenabbau eine Ader Flugſandes,
ſogenann=
ten „Schlammes” geöffnet wurde, in den die drei
Bergleute ſofort verſanken.
Giftgas über Halle.
Halle. Das Landgericht Halle a. S. hat auf
Antrag der Staatsanwaltſchaft gegen vier
Bergwerks=
direktoren und einen Betriebsführer das
Hauptver=
fahren eröffnet. Den Angeſchuldigten wird zur Laſt
gelegt, die Gaſe der Schwelereianlage beim
regel=
mäßigen Betrieb in die freie Luft abgeführt, und
nicht durch geeignete Mittel unſchädlich gemacht zu
haben, ferner durch Fahrläſſigkeit die
Körperver=
letzung vieler Perſonen in Halle und Umgebung auf
dieſe Weiſe verurſacht zu haben. Sie ſeien zu der
Aufmerkſamkeit, die ſie aus den Augen ließen, durch
ihren Beruf beſonders verpflichtet geweſen. Die
Hauptverhandlung wird vorausſichtlich Anfang Mai
ſtattfinden.
Der Haftbefehl gegen die Gebrüder Saß
aufgehoben.
Berlin. Auf Antrag der Staatsanwaltſchaft 3
iſt der Haftbefehl, der gegen die drei Brüder Saß
wegen Verdachts ihrer Beteiligung am
Treſorein=
bruch in der Filiale Wittenbergplatz der Diskonto=
Geſellſchaft ergangen war, vom Vernehmungsrichter
aufgehoben worden. Trotz der eifrigſten Arbeit der
Kriminalpolizei hat ſich bisher kein zur
Anklage=
erhebung ausreichender Tatverdacht ergeben.
Ankunft der bolivianiſchen Flieger in Hamburg.
Hamburg. Mit dem Dampfer „Belgrano”
treffen heute die bolivianiſchen Flieger Vasquez und
Luizaga in Hamburg ein, um nach kurzem Aufenthalt
nach Berlin weiterzureiſen, wo ſie ſich für den von
ihnen beabſichtigten Flug Berlin—La Paz
vorberei=
ten wollen. Der Flug wird über Sevilla, Senegal,
Natal, Braſilien nach La Paz fühven.
Vier Fiſcher ertrunken.
Swinemünde. In der Nacht zum Samstag
iſt auf der Oſtſee, einige Kilometer vom Seebad
Ahlbeck entfernt, ein Fiſcherboot beim Einſetzen der
Netze in einer Schneebö gekentert. Die vier Inſaſſen
ertranken.
Bürſt Pleß verkauft Bad Salzbrunn.
Der Autobus Dorum—Weſermünde im Straßengraben.
Auf der Strecke Dorum—Weſermünde ſtürzte ein vollbeſetzter Verkehrsomnibus die ſteile Böſchung
hinab und überſchlug ſich dabei. Der 18 Inſaſſen bemächtigte ſich eine große Panik, zumal viele
Perſonen zu Schaden kamen. Eine 76jährige Frau wurde ſo ſchwer verletzt, daß ſie auf dem Wege
zum Krankenhaus ſtarb.
Mauereinſturz beim Kabellegen.
London. Bei dem Zuſammenbruch einer drei
Meter hohen Mauer im Verlauf” von
Kabellegungs=
arbeiten in Plymouth wurden ſechs Arbeiter getötet.
Zwei weitere Arbeiter wurden durch Mauerſtücke
ſchwer verletzt. Bei dem Einſturz fielen über zwanzig
Tonnen Mauerwerk in ſich zuſammen.
Ein Autobus umgeſtürzt.
27 Schwerverletzte.
Waſhington. Ein mit Studenten der
Uni=
verſität Cornell beſetzter Autobus iſt in der Nähe
von Quantico, im Staate Virginia, eine Böſchung
hinuntergeſtürzt. Sämtliche 27 Inſaſſen wurden
ſchwer verletzt.
Blick auf Bad Salzbrunn.
Der bekannte Kur= und Badeort Salzbrunn, die Geburtsſtätte Gerhart Hauptmanns, wurde von
ſeinem bisherigen Beſitzer Fürſt Pleß verkauft. Die neuen Beſitzer haben die Abſicht, die
Heil=
quellen des Bades weiteſten Bevölkerungskreiſen zugänglich zu machen, indem man die Mitglieder
von Krankenkaſſen und Beamtenverbänden dorthin verſchickt. Außerdem ſoll dem Wohnungselend
des Waldenburger Bezirks durch die Erbauung einer Gartenſtadt geſteuert werden. Der Beſitz des
Fürſten Pleß in Bad Salzbrunn umfaßte 14 Hotels, 700 Morgen Kurpark und ein 500 Morgen
großes Gut Ida=Hof, auf dem die neue Gartenſtadt errichtet werden ſoll.
Sieben Geſchwiſter gleichzeikig gekaufk.
Hindenburg als Taufpake.
Mutter Herzſtell mit ihren ſieben Täuflingen.
In der Dorfkirche zu Hohenſchönhauſen bei Berlin ſind die ſieben im Alter von ½ bis 14 Jahren
befindlichen Jüngſten des Kaufmanns Herzſtell gleichzeitig getauft worden. Die erſten ſechs Kinder
des mit dreizehn Kindern geſegneten Mannes wurden einzeln getauft. Die Patenſchaft des kleinſten
Herzſtell hat der Reichspräſident übernommen.
Ein Anndous Harzt oie Borchung Mano.
Noch keine Nachricht
vom „Kreuz des Südens”.
Beſorgnis über das Schickſal der vier
auftraliſchen Englandflieger.
* London, 6. April.
Ueber das Schickſal der vier auſtraliſchen
Eng=
landflieger, die mit dem berühmten Flugzeug „Kreus
des Südens” in Sidney aufgeſtiegen waren, herrſcht
größte Beſorgnis. Noch immer iſt es nicht gelungen.
auch nur die geringſte Spur von den Fliegern oder
vom Flugzeug zu finden. Die maßgebenden Stellen
in Auſtralien ſcheuen keine Mühe und haben trotz
des wolkenbruchartigen Regens, der augenblicklich
alles überſchwemmt, etwa hundert eingeborene
Trup=
pen auf die Suche nach Kingsford Smith und ſeinen
Kameraden geſandt. Die beabſichtigte Entſendung
von Flugzeugen konnte leider nicht durchgeführt
werden, da die Flugplätze infolge des unaufhörlichen
Regens einen Start nicht zulaſſen. Die
telegraphi=
ſchen Verbindungen zwiſchen Derby und Wyndham
ſind unterbrochen. Der Negierungsdampfer, der vor
einigen Tagen Wyndham verlaſſen hat, verfolgt
lang=
ſam den Lauf des Drysdale=Fluſſes, um Ausſchau
nach den Verſchollenen zu halten. Es verlautet, daß
die meteorologiſche Station den Fliegern
telegra=
phiſch geraten hatte, ihren Start zu verſchieben, da
die Wetterausſichten als abſolut ungünſtig anzuſehen
ſeien. Die Nachricht traf jedoch um einige Stunden
zu ſpät in Sidney ein. Die Funkmeldung des
„Kreuz des Südens”, worin die Flieger mitteilten,
etwa 200 Kilometer von Wyndham entfernt eine
Landung vornehmen zu wollen, iſt ſo undeutlich
ab=
gefaßt, daß an ihrer Richtigkeit gezweifelt werden
kann. Der Grund für die Landung wurde in dieſem
Funkſpruch nicht angegeben, und man bezweifelt, ob
ſie überhaupt glatt vonſtatten gegangen iſt. Es ſcheint
vielmehr mit Sicherheit feſtzuſtehen, daß das
Flug=
zeug dabei ſchwer beſchädigt wurde, da ſonſt die
Funkanlage, die die Flieger an Bord hatten, bereits
in Tätigkeit getreten wäre. Seit 72 Stunden ſendet
man in beſtimmten Abſtänden funkentelegraphiſche
Mitteilungen an das Flugzeug, die jedoch immer
un=
beantwortet bleiben. Die ergebnisloſe Suche ſcheint
ferner die Annahme zu beſtätigen, daß ſich die
Flie=
ger bei der Angabe ihres Standortes kurz vor der
Landung geirrt haben. Die einzige bisher den
Tat=
ſachen zu entſprechen ſcheinende Mitteilung über das
Flugzeug ſtammt von dem Führer eines am Montag
aufgeſtiegenen Apparates, der von Wyndham aus
telegraphierte, daß er die auf der Suche nach
Kings=
ford Smith und ſeinen Kameraden ausgeſandten
Truppen angetroffen habe und von ihnen durch
Zeichen verſtändigt worden ſei, daß ein Flugzeug
am Sonntag ihr Lager in der Nichtung nach
Süd=
weſten überflogen habe.
Jannowitz.
Hirſchberg. Der verhaftete Graf Chriſtian
iſt an Rheumatismus erkrankt und muß ſeit einigen
Tagen das Bett hüten. Außerdem hat er einen
Ner=
venzuſammenbruch erlitten. Da ſich ſein Zuſtand am
Freitag etwas gebeſſert hat, wurde er erneut von
der Mordkommiſſion vernommen. Nach dem Verhör
fuhr die Kommiſſion nach Jannowitz.
Oberſtaatsan=
walt Dr. Engel, der, wie gemeldet, vor einigen
Tagen einen Urlaub angetreten hatte, hat ſein Amt
wieder übernommen, um jede Verzögerung in der
Unterſuchung zu vermeiden. — Die Ermittlungen
in der Jannowitzer Bluttat nehmen in Hirſchberg
ihren Fortgang. Der gegenwärtige Stand läßt
je=
doch die Bkanntgabe von Einzelheiten nicht zu. Die
Meldungen einiger Blätter, daß die Anklageerhebung
ſchon für die nächſte Woche zu erwarten iſt, entbehren
der Begründung, ebenſo die Nachricht eines
Wochen=
blattes von einem Verfahren gegen den Verwalter
Gompert wegen Begünſtigung.
Unwetter in den 1. S. A.
NewYork. Die neuen Stürme im Weſten der
Vereinigten Staaten, über die bereits kurz berichtet
wurde, haben auch in Wisconſin, Nebraska und Jova
große Verheerungen angerichtet. Die Zahl der Toten
beträgt jetzt ſchon 30, dürfte ſich aber noch erhöhen,
da vielfach einſam liegende Farmhäuſer betroffen
worden ſind. In Wisconſin allein iſt eine Strecke
von 15 Meilen von dem Tornado vollſtändig
ver=
wüiſtet worden.
Waſhington. Durch das plötzliche Anſteigen
des Connors Creek wurde der öſtliche Teil der Stadt
Detroit vollſtändig überflutet. 30 000 Perſonen waren
auf mehrere Stunden von dem übrigen Teil der
Stadt vollkommen abgeſchnitten. Teilweiſe ſtand das
Waſſer bis zu 1½4 Meter hoch in den Straßen. Die
Flut kam ſo überraſchend, daß die meiſten Einwohner
nicht mehr ihre Häuſer verlaſſen konnten. Auch die
Stadt Youngstown im Staate Ohio war vollſtändig
überflutet, ſo daß die Arbeit in den dortigen
Guß=
ſtahlwerken vollſtändig eingeſtellt werden mußte.
Hochwaſſer auf Tasmanien.
Hobart. Der nördliche Teil der Inſel
Tas=
manien wurde von einer Ueberſchwemmung
heimge=
ſucht, wie ſie in der Geſchichte des Landes bisher
kaum zu verzeichnen geweſen iſt. Verſchiedene
wich=
tige Brücken über Hauptverbindungswege und
Eiſen=
bahnanlagen ſind weggeriſſen worden. Die
telegra=
phiſchen und telephoniſchen Verbindungen ſind
über=
all zerſtört. Die Hauptſtadt Hobart iſt von dem Reſt
des Landes vollkommen abgeſchitten und der Funk
gegenwärtig die einzige Verbindungsmöglichkeit. Die
Zahl der Toten wird vorläufig mit B3 angegeben,
doch fürchtet man, daß ſie ſich noch beträchtlich erhöhen
wird. Am ſchwerſten betroffen iſt die Stadt Derby,
wo ein rieſiger Damm zuſammenbrach und etwa
750 Millionen Gallonen Waſſer ſich über die Stadt
ergoſſen.
Schiffszuſammenſtoß an der amerikaniſchen
Küſte.
Waſhington. Wie das Marineamt bekannt
gibt, iſt der amerikaniſche Zerſtörer „Childs” der
ſich auf der Fahrt nach Guantanamo (Cuha) befand,
um ſich der dort ſtationierten Zerſtörerflotille
anzu=
ſchließen, 80 Kilometer ſüdöſtlich von Hampton Noads
mit dem amerikaniſchen Schoner „Earneſt Mills”
zuſammengeſtoßen. Der Schoner, der ſich auf der
Heimreiſe von den Bahama=Inſeln nach Norfolk
be=
fand, ſank. Von ſeiner Beſatzung konnten ſieben
Mann gerettet werden, drei Mann werden vermißt.
Der Zerſtörer wurde am Bug beſchädigtv.
Seite 14
Sonntag, den T. April 1929
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Was ie voneinander denken.
So ſtellt ſich der Deutſche einen Amerikaner
ordentlich angezogen iſt und mit Waſſer und Seife möglichſt
ſelten in Berührung kommt. Fragt man den
Durchſchnitts=
italiener danach, wie ein Deutſcher ausſieht, ſo wird er
das Bild eines hageren Mannes entwerfen, der auch inmitten
prachtvoller Paläſte in Bergſteigertracht, mit „Jagerhüt!” und
unwahrſcheinlich hohem Kragen erſcheint. Der Italiener
hin=
gegen iſt für den Deutſchen ein nicht ganz reinliches,
ſchwarz=
mähniges Individuum, das dauernd damit beſchäftigt iſt,
Mak=
karoni zu vertilgen, Notwein zu trinken und — ein Meſſer bei
der Hand zu haben. Der Deutſche wird ſich auch einen
Mexi=
kaner nie anders als in Generaluniform, mit einem phantaſtiſchen
Sombrero und möglichſt viel Schießzeug im Gürtel vorſtellen,
während der Mexikaner ſelbſt überzeugt iſt, daß in Deutſchland
jedermann einen langen weißen Bart und eine rieſige Brille
trägt und ſein ganzes Leben dabei zubringt, in dunklen Stuben
unwahrſcheinlich viele Bücher zu ſchreiben und noch mehr zu
leſen. Man kann die Liſte nach Belieben erweitern..."
Was iſt nun daran wahr? Sicher gibt es in Amerika
Mil=
nionäre und Wolkenkratzer, aber die Mehrzahl der Menſchen
ſind auch in U. S. A. nicht mit Neichtümern geſegnet, ſie wohnen
in ganz normalen Häuſern und können auch nicht immer Auto
fahren, weil ihnen die Zeit dazu fehlt. Auch die Franzöſin hat
ſich ſchließlich um ihre Familie zu kümmern, auch ſie muß kochen
und es iſt durchaus anzunehmen, daß ſie ſich auch ab und zu wäſcht.
Ihr Verbrauch an kosmetiſchen Mitteln iſt wohl größer als
anderswo, aber gar ſo groß werden die Unterſchiede nicht ſein.
Es iſt auch nicht anzunehmen, daß die Italiener immer nur Mak=
So ſtellt ſich der Franzoſe die Deutſche —
Von Otto Körnig.
Die Uniformierung der weißen Naſſe ſchreitet
fort. Man kann einen Neger von einem Eskimo
— nicht aber einen Engländer von einem
Ameri=
kaner unterſcheiden. Die Phantaſie der Völker,
die danach drängt, alle Begriffe auf eine möglichſt
infache Formel zu bringen, muß ſich alſo mit
ge=
wiſſen Aeußerlichkeiten begnügen, die den
Ange=
hörigen dieſes oder jenes Volkes anhaftet oder
anhaften ſoll. Dabei kommen oft recht merkwürdige
Vorſtellungen heraus ...
Der Deutſche ſchwört darauf, daß jeder
Ameri=
kaner in einem Wolkenkratzer wohnt, immer
„ſportmäßig” gekleidet iſt, wahnſinnig viel Geld
hat und ſeinen Cag mit Autofahren verbringt. Der
Amerikaner hingegen ſtellt ſich unter dem
Deut=
ſchen einen Mann vor, der dick und kahlköpfig iſt,
immer aus einem rieſigen Humpen Bier trinkt und
in einer Burgruine wohnt. In der Phantaſie des
Franzoſen wird die deutſche Frau zu einem Weſen,
das dauernd in der Küche ſteht, um mindeſtens zehn
hungrige Mäuler zu verſorgen, grobknochig und
immer unmodern gekleidet iſt. Der Deutſche
re=
vanchiert ſich durch die Vorſtellung, daß die
Fran=
zöſin den ganzen langen Cag vor dem Spiegel ſitzt,
dortſelbſt ungeheure Mengen von Puder und
Schminke verbraucht, immer „ſchlampig” und un=
Der Deutſche in der Vorſtellung des Italieners —
karoni eſſen, immer nur ſchmutzig ſind und jedem Nachbarn einen
Dolch zwiſchen die Rippen ſtechen. Sie eſſen Makkaroni — wie
man in Deutſchland Kartoffeln ißt, ſie ſind ein bißchen hitzig
und nicht immer ganz ſauber, aber im Grunde ſind es ganz
an=
genehme Leute. Auch der Durchſchnitts=Mexikaner unterſcheidet
ſich nicht grundſätzlich von anderen Weißen mit ſüdlichem
Ein=
ſchlag. Gewiß, es gibt dort mehr Generale als es nottut, aber
man kennt auch viele Mexikaner, die es nicht ſind. Und die
be=
gnügen ſich dann immer mit einem Nevolver ... Wie ſteht es
aber um uns Deutſche? Es ſcheint, als ob es hauptſächlich der
„praktiſche Sinn” unſeres Volkes wäre, der ſich in der
Phan=
taſie der — anderen ſpiegelt. Die deutſche Frau gilt als gute
Hausfrau und Mutter, ſie ſteht wohl auch mehr in der Küche
als andere Frauen — aber wir halten es ihr beſonders zugute,
daß ſie ihr Hausfrauentum mit einer gewandten und würdigen
Nepräſentation vereinen kann. Die Deutſchen lieben es auch,
viel und billig zu reiſen, und ſie treiben ihren praktiſchen Sinn
oft genug auf die Spitze, wenn ſie mit Nagelſchuhen durch die
Muſeen Noms ſchreiten. Gar ſo unrecht hat der Italiener gar
nicht, und es iſt auch nicht verwunderlich, wenn der Mexikaner
in jedem Deutſchen einen Gelehrten ſieht — denn es ſind eben
hauptſächlich Deutſche, die in ſeinem Lande nach den Spuren der
alten Inkas ſchnüffeln.
In jeder Vorſtellung ſteckt ein Körnchen Wahrheit. Man
übertrage es auf den Durchſchnittstyp eines vernünftigen
Men=
ſchen mit geraden Gliedern — und man erhält das Bild der
Völker, wie ſie wirklich ſind...
Gla09
D0oEK
Ae
— der Italiener in der Vorſtellung des Deutſchen.
— ſo der Deutſche die Franzöſin vor.
HannaEnnnnnnnkanaznnnng
zuunannnnn
Die fröhliche Schule.
Von Dr. Eugenie Schwarzwald.
Daß die Kinder gegenwärtig beſſer wiſſen, was ſie ſind und
was ihnen frommt, als wir es wußten, iſt ſicher. Man kann ſich
ganz auf ſie verlaſſen.
Wenn ich Micherl (zwei Jahre alt) necke: „Du biſt ja dumm.
Micherl!” ſo ſchaut ſie mich aus ſtrahlend blauen Augen ernſt an
und ſagt überzeugend: „Micherl nicht dumm, Micherl nur klein.”
Nie hat zu meiner Seit ein Kind zugegeben, es ſei kleiner als der
Noland von Bremen.
Brita (zweieinhalb Jahre alt) wird von der Mutter
be=
troffen, wie ſie mit der Schere hantiert. Die Mutter fragt:
„Wer hat dir das erlaubt?” Brita ſagt: „Eine engliſche Dame.”
— „Was für eine engliſche Dame?” — „Die engliſche Dame
von mir, die ich mir erfunden habe.”
Herbert (drei Jahre alt) hüpft ſtundenlang auf einem Bein
herum, was ſeine Mutter zuletzt ungeduldig macht. Es iſt kur=
mu du
ſo=
viel hübiſt, koimia das Chriſtlind
nicht zu dir.” — „Ich brauch
kein Chriſtkind, wann i nur
hüpfen darf.”
Alſo: ſie ſind klein und
er=
ſchließen daraus das Necht auf
Dummheit. Sie haben eine
eng-
liſche Dame, die ihnen alles
er=
laubt (ach, wären wir doch auch
auf den Gedanken gekommen),
und vor allem wiſſen ſie, was
ihnen lieber iſt.
Jeder Menſch, der mit
Kin=
dern zu tun hat, weiß, wie
ge=
nial, liebens- und lebenswürdig
dieſe Weſen ſind. Um ſo
erſtaun=
licher iſt die Verknöcherung und
Bewegungsarmut der
Erwach=
ſenen. Ueber dieſe
ſchreckenerre=
gende Catſache pflegen wir uns
aber keine Gedanken zu machen.
Im Gegenteil: der Prozeß, der
da vor ſich gegangen iſt, wird
Erziehung genannt. Und iſt der
Spiritus zum Ceufel gegangen,
ſo heißt das zurückbleibende
Phlegma „Neife‟ Alle Er=
Käe
wachſenen werden ungenialiſch.
Was iſt da zu machen? Man
muß ein Kind bleiben. Wer aber
bleibt immer ein Kind? Der
ſchöpferiſche Geiſt, der Künſtler.
Alſo, denkt man, das iſt ja
ganz einfach. Man muß eben das
Schöpferiſche, das in jedem
Kinde ſchlummert, erſchließen.
Aber da liegt die
Schwierig=
keit. Dieſe Art der Erziehung
iſt nicht ein Einzeſproblem, ſondern kann nur mit allen anderen
Problemen gemeinſam ſeine Löſung finden.
Das Schopferiſche im Kinde fördern, heißt, alle Seelenkräfte,
alle Denkfähigkeit in ihm wecken. Um das aber zu können und
zweckvoll durchzuführen, brauchen wir vor allen Dingen eine
gereinigte Atmoſphäre, wie ſie uns nicht zu Gebote ſteht. In der
von giftigen Gaſen erfüllten Luft der Nach= und Vorkriegszeit,
im Lärm des Klaſſenkampfes, iſt ſolche Erziehung beinahe
un=
durchführbar. Solange wir den Kindern nicht verbergen können,
und auch nicht dürfen, daß im ſcheinbaren Frieden die Welt im
Kriege liegt, haben ſolche zarten Beſtrebungen keinen Naum
und vielleicht ſogar kein Necht. Ein Kind muß die Umwelt mit
glatt verbreitetem Gefühl umfaſſen können, es braucht
Seelen=
ruhe, Heiterkeit, Frieden mit ſich und der Menſchheit.
Noch ein anderes Hindernis gibt es. Wenn die Menſchen
hören, daß man vom Schöpferiſchen im Kinde ſpricht, erſchrecken
alle. Nicht nur die Philiſter, ſondern auch die wirklichen
Kin=
derfreunde, die Snobismus und Dilettantismus wie den Satan
Lu ge?
Novelle von Hans Franck.
„Sagen Sie das nicht, ehrwürdiger Vater!” ſprang die
weiß=
haarige Srau von ihrem Sitz am Schreibtiſch auf. „Sagen Sie
es nicht zum zweitenmal!”
„Ich ſage es zum zweiten, ſage es zum zwanzigſten, ſage es
zum zweitauſendſten Male,” beharrte der ſchwarzberockte Mann
im Beſucherſeſſel, „ich ſage es noch mit meinem letzten
Atem=
zuge: Es gibt keine Schickſalslage, in der ein Menſch das Necht
— nun gar die Pflicht — hätte, einem andern Menſchen zu
be=
lügen. Sie, Frau Majorin, würden es, obwohl Sie das Necht
zur Lüge aus Liebe mit Worten verfechten, durch die Cat
nie=
mals beanſpruchen. Selbſt nicht um eines Sterbenden willen.
Denn Sie wiſſen gleich mir, daß keiner die Wahrheit nötiger
hat, als wer vielleicht in Minuten ſchon dem Ewigen Nede und
Antwort ſtehen muß. Sie haben in Ihrem Leben nicht aus Liebe
gelogen. Denn wäre ſolche Lüge mit Wiſſen und Willen je über
Ihre Lippen gekommen, längſt hätten Sie mir dieſe größte Ihrer
Sünden gebeichtet.”
„Beichten konnte ich es nicht. Dann hätte ich es zuvor als
Sünde empfinden müſſen. Das aber tat ich mit keinem
Herz=
ſchlag in den langen Jahren ſeitdem. Beichten konnte ich es
nicht. Doch erzählen hätte ich es Ihnen ſollen. Lange ſchon.
Erzählen hätte ich es müſſen. Wollen Sie mich anhören,
ehr=
würdiger Vater? So als ob Sie nicht da ſeien. Denn ein Laut
nur des Widerſpruchs, des Staunens aus Ihrem Munde, ein
Kopfſchüttein, eig Aaruf des empörten, des verwunderten
Her=
zens — ich werde abſtürzen von dem Grat meiner Erzählung
und niemals wieder hinaufgelangen. Wollen Sie mich anhören,
wie wenn Sie nicht in meinem Simmer wären?”
Die Majorin von K. wartete die Antwort ihres Beichtigers
auf dieſe jähe Frage nicht ab. Sie ſah nicht, daß ihr Gaſt
ab=
wehrend die Hand hob. Mit haſtigen Schritten eilte ſie zur Cür.
Schaltete die Deckenbeleuchtung aus. So daß der überrumpelte
Seiſtliche im Dämmer ſaß; denn aus der Lampe auf dem
Schreib=
tiſch fanden nur wenige Strahlen, vom Boden wieder aufwärts,
den weiten Weg zu ihm. Ungemäßigten Schrittes ging die Erregte
zum Kamin. Ließ ſich in den Stuhl zu ſeiner Nechten fallen.
Legte, als ob das Dunkel des Simmers ſie noch nicht genug vor
Blicken ihrers Suhörers ſchütze, beide Hände der aufgeſtützten
Arme vor die Augen, vor die weitaus größere Hälfte ihres
Ge=
ſichtes, ſo daß von ihm wenig mehr unbedeckt blieb als ihr
zuckender Mund, und erzählte: „Mein Mann hat ein langes
Sterben gehabt. Jahre hindurch war es der Inhalt ſeines
Lebens, auf den Cod zu warten. Die Kugel, welihe ihn im
dritten Kriegsmonat traf, ließ ſich zwar ſo willig entfernen, daß
er ſich wenige Wochen ſpäter geſund glaubte, ſeinen Dienſt in
Frankreich, wenn auch hinter der Front, wieder aufnahm und
vier Jahre durchführte. Aber ſie hatte, wie ſich nach
Friedens=
ſchluß erwies, einem Daſeinsnerv die Willenskraft genommen.
Welchem, iſt den Aerzten niemals offenbar geworden. Doch daß
mein Mann das Lager, auf welches er drei Monate nach
Kriegs=
ende niederſank, nicht verlaſſen würde, wußten ſie. Er ſelber
wußte es. Ich wußte es.
Sowohl mein Mann wie ich haben dem Schickſal deswegen
nicht nur gegrollt. Wir haben ihm auch gedankt. Beide. Mein
Mann, weil ihm das Leben im geſchlagenen, gedemütigten, für
Jahrzehnte zum Sklavendienſt gezwungenen Vaterlande des
Lebens nicht wert ſchien; weil ihm, da er des Codes auf dem
Schlachtfeld nicht gewürdigt war, Sterben das beſſere irdiſche
Ceil ſchien. Ich, weil ſeine Krankheit uns den zweiten
Liebes=
frühling ſcheukte. Daß es nach dem erſten, jahrzehntelang
zurück=
liegenden Lenz unſerer Liebe Sommer und Herbſt, ja ſchließlich
Winter in unſeren Herzen geworden war, wurde mir erſt bewußt,
als durch das unabwendbare Leid neues Blühen kam. Vorher
hatte ich geglaubt: Alles wie ehedem. Oder, wenn nicht wie
ehe=
dem, dann doch ſo, wie es nun einmal ſein muß hienieden auf
Erden, ſo wie es allen unabwendbar gilt. Erſt als mein Mann
hilflos hinſank, als meine Liebe unter der Wolkendecke des
Helfens, ſeine Liebe im Sonnenſchein des Dankens von Cag zu
Cag wuchs, erkannte ich: Seit Jahren ſchon verloren! Nicht
etwa an einen Menſchen. Sondern an das Leben. An den
Krieg. An die Pflicht. An die Not. An das Vaterland. Es
war mir gleichgültig woran. Wenn nur an ein Etwas. Nicht an
ein Weſen, das ihn mit liebenden Armen zu halten vermochte. So
wie ich ihn mit liebenden Armen umfangen hielt.
Denn nun gehörte der Verlorene wieder mir. Mehr als je.
Mir allein. Cag für Cag. Von früh bis ſpät. Nacht für Nacht
in unzähligen Stunden. So habe ich manchesmal gewünſcht,
habe ich gebetet: Nimm ihn nicht ſchnell hinweg! Laß ihn mir
— da ich ihn anders nicht beſitzen kann — als Kranken! Gott
hat mein Gebet erhört. Jahrelang iſt mein Mann geſtorben.
Dann aber, als der Cod ſchließlich doch da war, hat er mich
überraſcht wie nichts vordem und nichts hernach. Hunderte von
Atemnotanfällen hatte mein Mann überwunden. Nie erwies
ſich offenſichtlicher, wie unerſchöpflich ſeine Lebenskraft war, als
wenn er mit den Vortruppen des Codes rang. Wie konnte ich
wiſſen, daß er ſich eines Cages ohne Widerſtand dem Gegner
ausliefern werde? Nein, ich konnte es nicht wiſſen. Und wußte
doch — woher nur? woher?? — als ich ungerufen über die
Schwelle ſeines Simmers trat: Das Ende!
Nach drei Nächten, die ich auf dem Stuhl neben ſeinem
Bett, auf der Ottomane an ſeinem Fenſter verbrachte, hatte ich
dem Drängen meines Mannes nachgegeben und mich von der
Pflegerin vertreten laſſen. Hatte in meinem Simmer, hatte im
Bett geſchlafen. Gut und tief. Mein letzter Blick auf den
Kranken hatte mir beſtätigt: Es wird eine ruhige Nacht. Am
Morgen wurde ich in der Cat von der weißbehaubten Wärterin
mit der Freudenbotſchaft geweckt: Nicht der kleinſte Anfall!
Dreimal nur aufgewacht. Jedesmal nach Minuten wieder
einge=
ſchlafen. Ohne Medikamente. Durch ein paar Schluck Waſſer.
Freudig kleidete ich mich an. Als ob ich nicht ginge, ſondern
Schwingen mich abwärts trügen, gelangte ich ins untere
Stockwerk.
Aber da ich die Tür zum Krankenzimmer öffnete, ſaß mein
Mann in ſeinem Bett. Ein Anfall! Ich wußte, was ich zu tun
hatte; wußte, wie ich helfen konnte. Doch ich tat nichts. Ich
half nicht. Ich blieb auf der Schwelle ſtehen. Kein Anfall! Mein
Mann rang nicht, wie hunderte Male vordem, um Atem. Er
ſprach. Sprach franzöſiſch.
Das hatte er vor dem Kriege häufig getan. Häufiger als
die Mehrzahl der deutſchen Offiziere. Ich war jahrelang au
einem franzöſiſchen Landſitz Erzieherin geweſen. In einem Hauſe,
deſſen Herr im Gegenſatz zu ſeinen Landsleuten der Anſicht war,
daß uns Deutſchen nicht nur die Muſiker, ſondern auch die
Schul=
meiſter kein Volk der Erde nachmache. Alſo konnte ich, als
unſere Jungen in der Schule franzöſiſchen Unterricht erhielten,
ſie vor jenem Kauderwelſch bewahren, das man damals auf
un=
ſeren Erziehungsinſtituten Franzöſiſch hieß. Mein Mann
ge=
wahrte es. Wollte nicht zurückbleiben hinter ſeinen Kindern.
Ich mußte ihm Sprachunterricht erteilen. Heimlich. Wenn unſere
beiden Buben ſchliefen. Ein erwachſener, ſeinen ganzen Willen
einſetzender Mann mußte, ſeiner Meinung nach, mühelos mit
unreifen Jungen Schritt halten. Konnte, verſicherte er mir immer
aufs neue, nur mit dem Sottſeibeiuns zugehen, wenn er’s nicht
ſchaffte! Doch gerade weil es auf natürlichſte Weiſe zuging,
ſchaffte er’s, trotz allen Eifers, nicht. Die Jungen folgten mir
wohin ich rief, wegaus=wegein, bergan=bergab, auf gebahnte —
ſcheuen und ſich fürchten, Unbefangenheit könnte zerſtört,
An=
maßung gezüchtet, die Phraſe zu hohen Ehren gebracht werden.
Die entfeſſelte Produktions= und Neproduktionskraft iſt eine
grauenhafte Vorſtellung. Es iſt entſetzlich, zu denken, daß alle
Leute bei uns anfangen kömnten, zu dichten, wie es in Dänemark
der Sall iſt, oder zu ſingen, wie man es in England ſchaudernd
erlebt. Aber auch dadurch darf man ſich nicht ſchrecken laſſen,
denn auch dieſes Erziehungsmittel iſt wie jedes andere nur dann
gefährlich, wenn es in ungeſchickte Hände kommt.
Crotz all dieſer Schwierigkeiten alſo muß es die Schule doch
verſuchen, mindeſtens die eine Künſtlereigenſchaft, die alle
Kin=
der beſitzen, die Vitalität, zu erwecken und zu erhalten.
Kann die Schule das, dieſe Schule, die es ohnehin ſo ſchwer
hat? Man denke: eine Klaſſe, in der dreißig Kinder ſitzen, durch
denſelben Gegenſtand, mit den gleichen Worten, vier Stunden
lang ruhig halten, feſſeln, anregen! Shakeſpeareſcher Geiſt
ge=
hörte dazu und die Darſtellungskunſt der Duſe . . . Nun aber
ſtelle man ſich den Lehrer vor. Nehmen wir an, er ſei von der
beſten Art: Charaktervoll, gebildet, klug und von den reinſten
Abſichten erfüllt. Doch iſt dieſer Lehrer meiſtens nicht mehr
jung, ſelten von gutem Ausſehen, oft ohne Humor, manchmal
verbittert durch die Not, zu der die Gedankenloſigkeit der
Menſchheit von altersher dieſen wichtigen Stand verurteilt hat,
zuweilen fanatiſch eingeengt in eine Weltanſchauung, beſchränkt
auf einen kleinen Ausſchnitt aus einer Wiſſenſchaft, bedrängt
von eigenen unerlebten Erlebniſſen. Wie ſoll er dieſe
künſt=
leriſche Aufgabe erfüllen! Und nicht etwa am Abend mit
Schminke und bei Nampenlicht, ſondern an einem trüben
No=
vembermorgen. Um acht Uhr morgens, in einem öden,
unge=
ſchmückten und unfeſtlichen Schulzimmer, mit feſt
vorgeſchriebe-
nem Lehrſtoff und einem meiſt halbgebildeten, langweiligen
Lehr=
buch Schule halten, iſt ſchwer.
Aber, ſo ungünſtig die Seit auch iſt und ſo ſchlecht die
Ver=
hältniſſe, es gibt doch Mittel, die Schule fröhlicher, gelenkiger
und lebendiger zu machen, als ſie ehedem war. Die Reform in
auf kaum betretene Pfade. Mein Mann jedoch, in allem Soldat,
handelte auch als Sprachſchüler nach dem ſtrategiſchen Urſatz:
„Wo ſteht der Feind? Dort? Drauf!” Es gelang ihm mmer
von neuem, den Gegner zu werfen. Aber ihn für ſich zu
ge=
winnen, ſein Herz zu überwinden, gelang ihm nicht. Je
ge=
wiſſer ihm wurde, daß er mit den Kindern nicht Schritt halten
konnte, deſto mehr verbiß er ſich in ſeinen Widerſacher. So
haben wir lange Seit hindurch in unſerm Hauſe faſt nur
fran=
zöſiſch geſprochen. Mit den Kindern über Cag. Am Abend
mit=
einander.
Das änderte ſich bei Ausbruch des Krieges mit einem
Schlage. Jedes Fremdwort wurde den Dienſtboten, den Kindern,
mir als eine Verſündigung verboten. Deutſch die Geſinnung.
Deutſch die Kleidung. Deutſch das Gehaben. Deutſch das Eſſen.
Deutſch— vor allem und nach allem — die Sprache. Die Jungen
mochten, wenn unſer nationales Erbübel denn durchaus nicht mit
Stumpf und Stiel auszurotten war, Lateiniſch und Griechiſch
lernen, oder Norwegiſch und Däniſch, oder Malagiſch und
Boto=
kudiſch. Aber bei Strafe der Verbannung aus dem Hauſe kein
Wort der Sprache eines unſerer Gegner hinfort mehr in den
Mund nehmen! Auch da mein Mann, der im Frieden ſeinen
Abſchied genommen hatte, nach Wochen qualvollſten Wartens
wieder ins Heer eingereiht und zur Front abgereiſt war, friſtete
der Fremdwörterhaß noch monatelang ſein freilich mehr und mehr
verkümmerndes. Daſein.
Wie alſo hätte es mich nicht auf der Schwelle bannen ſollen,
da ich hörte: Mein Mann ſpricht franzöſiſch! Spricht die Sprache,
welche er als Schüler und Patriot wie nichts hienieden haßte.
Spricht ſie vollkommener, als ich je aus ſeinem Munde vernahm.
Aber was mich ins Herz traf, war nicht dies Widerſinnige,
dies — wie mir nach wenigen Sätzen offenbar wurde —
ſchein=
bar Widerſinnige. Ins Herz traf mich ein anderes: Mein Mann
ſprach mit einer Frau. Mit einer franzöſiſchen Frau. Mit einer
Franzöſin, die ſeine Geliebte war. So wie mein Mann ihren
Namen — Odette hieß ſie — wieder und wieder vor ſich
hin=
ſagte, kann nur Liebe, erhörte Liebe den Namen einer Frau
ſprechen. Odettel Odette!!
Gehen! ſchrie ich mich an. Der Pflegerin telephonieren. Nach
Stunden, zur Nacht, am andern Cag erſt das Simmer des
Kran=
ken wieder betreten. Nicht nur Eiferſucht trieb mich fort.
Son=
dern mehr noch Scheu, Scham. Die Scham, daß mir vom Sufall,
daß mir ohne das Wiſſen, wider den Willen des Sprechenden
ein Geheimnis ausgeliefert wurde, welches er — warum nur?
warum?? — gefliſſentlich vor mir verborgen hatte.
Ich wollte gehen. Und blieb. Denn als ich vor dom
Um=
wenden einen Abſchiedsblick nach dem Kranken zurückſandte,
er=
kannte ich: Das Ende! Nur noch Stunden, vielleicht nur noch
Minuten, dann verſtummte der Aund, der unabläſſig in einer
fremden Sprache mit einer fremden Srau ſprach, für immer.
Kein Wachtraum hatte den Keuchenden im Bett hochgeriſſen.
Sondern der letzte Kampf! Nicht mehr der Kampf mit den
Vor=
truppen des Codes. Der Kampf mit ihm ſelber. Sweifel über
den Ausgang unmöglich. Auch der faſt ſchon Erlegene fühlte es.
Nief um Hilfe. Aber in der Sprache der Feinde. Rief eine
Frau, eine geliebte Frau. Aber Odette. Nicht mich — nicht mich.
„Erich!!” ſchrie ich auf.
Und: „Odette!” lautete das Echo, das Glückecho meines
Schmerzſchreies. Worte, franzöſiſche Worte griffen nach mir.
Hielten mich feſt. Serrten mich zum Bett hin. Komm, Odettel
flehte der Sterbende in der Sprache, die aus einem andern
Her=
zen als dem meinen den Weg in ſein Herz gefunden hatte. Komm,
Odette! Setz dich zu mir. So wie du es manchen Cag, wie du
es manche Nacht getan haſt. Komm, Odette! Sib mir deine
Hand. Leg deine Wange an meine Wange. Senk dein Auge in
mein Auge. Preß deinen Mund auf meinen Mund. Küſſe mich,
dieſer neuen Schule — nennen wir ſie kurzweg die fröhliche
Schule — beginne beim Lehrer. Ihn gilt es, zu befreien, die
Menſchenfurcht aus ihm zu bannen, die Angſt vor ſeinen
Vorge=
ſetzten und vor dem Publikum auszurotten. Der Lehrer muß
fühlen, daß man Autorität nicht erwerben kann, daß ſie etwas
iſt, was mit einem geboren wird. Daß Diſziplinhalten nichts
anderes iſt, als ausgezeichnet unterrichten, daß ein feierlicher
Kerl niemals groß iſt, daß Langeweile ein Gift iſt, welches
Kin=
dern nicht einmal in kleinſten Doſen gereicht werden darf, daß
Fröhlichkeit ein unentbehrliches Lebensmittel iſt, daß ein
freund=
licher Blick für den Stoffwechſel eines Kindes mehr bedeutet als
eine lange Nadtour, und daß man die Verba auf mi am beſten
bei jenem Lehrer lernt, deſſen Lächeln ſo ſchön iſt, daß es die
Kinder mit der Welt verſöhnt.
Anders ſteht es mit den Kameraden. Die brauchen gar nichts
dazu zu lernen. Schon in der alten Schule entrollte ſich in der
Schulklaſſe das ganze Bild des Lebens. Jeder Schulknabe war
ein beſſerer Menſchenkenner als die meiſten Staatsmänner. Das
wertvollſte an der alten Schule war die Kameradſchaft. In der
neuen Schule iſt die Sahl der Kameraden um die Zahl der
Lehrer gewachſen. Bei den Kleinen drückt ſich das ſo aus: ein
wie nur du küſſen kannſt. Komm, Odettel Küſſe mich! Küſſe
michl! Komm, Odettel Komm — komm —.
Gehenl alles was ich denken konnte. Fort von der Schwelle.
Gehen!. So iſts kein Hüben, iſts kein Drüben. Gehenl Gehen!!
Wohin? Su dem Bett des Sterbenden! Wohin anders
hätte ich gehen ſollen? Warum? Aus Erbarmen! Wie ſonſt
hätte ich helfen können? Ihm helfen. Und mir helfen. Ja,
auch mir!
Einen Arzt holen? Er hätte geſagt, was ich wußte, was ich
ſah: Das Ende! Nach dem Prieſter ſchicken? Su ſpät, viel zu
ſpät. Der Kranke war nicht mehr bei Sinnen. Und wäre er
noch bei Sinnen geweſen — nur eine hatte nach ſeinem Willen
das Recht, auf dem Bettrand ſeines Codeslagers zu ſitzen. Nur
eine vermochte in dieſer Minute zu helfen. Nicht zu helfen?
Nun, dann doch: das Sterben zu lindern. Ihm die letzten,
ſchwer=
ſten Stunden ſo leicht und ſo ſchön zu machen, wie der jahrelang
Sterbende ſie vom Schickſal begehrte. Nur eine! Die Frau,
welche er liebte. Die Frau, welche er rief. Ich! Nein, nicht ich.
Sondern Odette. Nein, nein, nicht Odette. Sondern ichl ich!/ ich!!!
Lüge? Ja, ich weiß, der erſte Schritt, den ich zum Bett hin
tat, war Lüge. War die größte, die ſchwerſte Lüge meines
Lebens. War eine größere, eine folgenſchwerere Lüge als all
mein lügneriſches Cun, als alle meine lügneriſchen Worte am
Bett des Sterbenden. Ich weiß! Ich weiß!! Aber — in dieſer
Stunde kann ich, will ich nicht lügen — aber ich bin den Weg
zum Bett nicht zitternd, nicht zaghaft, nicht geſenkten Blickes,
ich bin ihn feſten Schrittes, bin ihn erhobenen Hauptes gegangen.
Denn dieſe ſchwerſte Lüge meines Lebens war auch das Schönſte,
deſſen das Schickſal mich würdigte.
„Odettel Odettel!”, flehte es, jauchzte es mir zu. Jal tröſtete
es, jal ſchmeichelte es, jal jauchzte es aus meinem Munde zurück.
Ja, Odette!
Und dann habe ich als Odette — und doch auch als ich ſelbſt
— am Bett meines ſterbenden Mannes geſeſſen. Habe ihm
meine Hände als die Hände einer Franzöſin gegeben. Habe ihn
geküßt. Als ich ſelbſt — als Odette, als Frau — als Geliebte,
als Lügnerin — als Wahrhaftige. Sünde? Die Wahrheit meies
Cuns zu ſehr unwahr, die Unwahrheit zu ſehr wahr, als daß man
es mit dem Wort Lüge zu umſpannen vermöchte. Anklagen? Es
hat zwei Menſchen zu tief beſeligt, als daß ich den Mut,
dawider=
zuſtehen, aufbringen könnte. Swei Menſchen? Jawohll Auch
mich! Denn niemals bin ich ſtrömender, bin ich ſelbſtvergeſſener
geliebt worden als zu der Stunde, da nicht ich, ſondern eine
andere in mir geliebt wurde.
Plötzlich eine Bitte, die noch immer, wenn ich ihrer gedenke,
mein Herz ſtocken läßt.
Unſere verſchwiegenſten Liebesſtunden hatte ein franzöſiſches
Volkslied überblüht. Drei Strophen hat es. Wie viele
Liebes=
gedichte zu allen Seiter, in allen Sonen hebt es an: Der Cag
endlos ohne die Geliebte, die Natur öde ohne die Geliebte, der
blühendſte Buſch dürre ohne die Geliebte. Die zweite Strophe
Aufſteigerung, nicht mehr eFſtſtellen, ſondern Nuf, Ausruf. Ach,
ein Cag ohne die Geliebte: Suchen nach einer verlorenen Spur,
Verzweiflung, Wemen, Codesnähe, Veratmen der Seele! Dann
ſchlägt das Pendel zurück. Und es folgt jene unſäglich ſchöne
Strophe, in der nicht mehr die Erkenntnis ſpricht, nicht mehr
die Sinne ſchreien, in der die Worte nicht hinter dem Erlebnis
zurückbleiben, nicht mehr ihm voraneilen, ſondern das Erlebnis
ſind, jene Strophe, die im Ungeſchlachten unſerer Sprache etwa
Mein eHrz erzittert,
lautet:
Wenn ich deine Stimme höre.
Mein Blut gewittert,
Wenn ich deine Nähe ſpüre.
Oeffneſt du den Mund —
Die Himmel tun ſich auf.
neues Schulkind ſteht im Flur, von Klaſſenkameraden
um=
geben. Alle lachen. Die Lehrerin kommt vorbei: „Warum
lacht ihr?” — „Stell dir vor,” ſagen die Kinder, „das
neue Kind glaubt, du biſt eine Lehrerin.”
Der neue Lehrer macht ſich niemals wichtig. Wenn
ein Kind nach etwas fragt, was er nicht weiß, ſo
ant=
wortet der Lehrer: „Wir werden zuſammen im Lexikon
nachſchauen.”
Hatte man in der alten Schule bemerkt, daß zwei
Kinder einander beſonders naheſtanden, ſo wurden ſie
auseinander gehalten. Ein Lehrer ſagte einmal in einer
Anſprache: „Ich kenne Euch noch nicht. Sollte ich
zu=
fälligerweiſe zwei dicke Freunde nebeneinandergeſetzt
haben, ſo werde ich das bald erkennen und meine
Gegen-
maßnahmen treffen.” In der fröhlichen Schule dagegen
verſteht es ſich von ſelbſt, daß jede Freundſchaft und jede
Neigung erkannt, gefördert und verfeinert wird.
Ein Wiener Schuldirektor erhielt einmal einen
Ver=
weis, weil er ſeiner 18jährigen Schülerin in der Cür den
Vortritt gelaſſen hatte. Wir dachten als Schulkinder
jeden Cag: Was wird heute Schreckliches paſſieren? In
der fröhlichen Schule muß die Atmoſphäre mit
Wohl=
wollen geſättigt ſein. Man iſt zu Hauſe, man muß nicht
lügen, man braucht ſich nicht beſſer zu machen, als man
iſt, jeder hat Sehler, alle Fehler kennt man. So kommt
die Seit, in der die Kinder den Sonntag als eine
Sehl=
einrichtung betrachten und der traurigſte Cag im Jahr
der letzte Schultag iſt. Verlangt dieſe, ſagen wir, neue
Schule, obgleich ſie dieſen Namen noch nicht ganz
ver=
dient, weniger Arbeit von den Kindern? Im Gegenteil.
Verſchafft ſie ihnen ein übertriebenes Selbſtgefühl? Nein.
Wir dachten als Kinder, wir könnten Geſchichte, wenn
wir das Kleingedruckte aus dem Gindely auswendig
wußten. Die Kinder der neuen Schule wiſſen, daß ſie
nur in den Vorhof einer ernſten Wiſſenſchaft eingeführt
werden. Geſtattet man den Kindern, ſich des erworbenen
Wiſſens, der errungenen Fertigkeiten ruhig zu erfreuen? Nein
man verhilft ihnen zum Fortſchritt.
Was alſo iſt es, das die Kinder bindet? Eben, daß ſie es
ſchwerer haben, daß ſie nicht mehr mechaniſch denken, ſprechen,
fühlen dürfen, was ihnen andere eingeben; daß ſie ſich nicht mehr
auf Krücken des blinden Gehorſams ſtützen dürfen, daß ſie unter
eigener Verantwortung handeln müſſen, in bewußter Creue gegen
ſich ſelbſt, in Ehrfurcht vor dem wahrhaft Großen. Konnte man in
der alten Schule beſtenfalls ſchreiben wie ein routinierter alter
Journaliſt, ſo darf man in der neuen Schule ſchreiben, wie ein
ungeſchickter junger Künſtler. Wer in der alten Schule nicht
ſofort aus blauem Himmel auf nüchternen Magen über einen
unintereſſanten, fernabliegenden Gegenſtand eine moralinſaure
Soße gießen konnte, galt als ein Dummkopf. In der neuen
Schule weiß man genau, was einer ſchreibt, und warum einer nicht
ſchreibt. Man verſteht jedes gebrauchte Wort, beinahe jedes
fehlende Kommaz wer aber aus guten Gründen nicht ſchreiben
kann, den läßt man fühlen, man wiſſe, daß manchmal auch die
Ueberfülle an Gedanken und Gefühlen zum Schweigen verurteile.
Hatten wir als Kinder verſucht, den grauſigen „Gang nach
dem Eiſenhammer” wenigſtens dramatiſch bewegt vorzutragen,
KA
Kt
Gibſt du mir die Hand,
Entflut ich meinem Lauf.
Ich hatte dies Lied aus Frankreich mitgebracht. Während
unſrer erſten Liebesnacht hatte ich es im Ueberſchwang des
Glücks gen Himmel geſchleudert. Hatte es aufgefangen. Und
von Neuem himmelan geſchleudert. Wieder und wieder hatten
wir uns, wenn Nacht uns umhüllte, die Strophen dieſes
fran=
zöſiſchen Volksliedes wie funkelnde Bälle zugeworfen. Begann
ich damit, ließ mein Mann es ſich nicht nehmen, die zweite
Strophe, ſo gut er es vermochte, zu ſprechen. Begann mein
Mann, ſehnte er ſich, den Klang der zweiten Strophe aus
meinem Munde zu hören. Die dritte Strophe ſprachen wir faſt
immer gemeinſam; gleichen Herzſchlags, gleichen Atems, in
gleicher Verzückung.
Und dieſen Sauberſpruch unſerer Liebe verlangte der
Ster=
bende, wie er es oft und oft gelobt hatte, als letzten aller
Erdenlaute zwar aus meinem Munde. Aber er nannte mich
Odette! Wollte die begehrten Worte alſo nicht von mir hören.
Sondern von der Frau, die ihn mir — ſeine Bitte erwies es —
genommen hatte. Von der Frau, der er unſer ſtillſtes, unſer
heimlichſtes Geheimnis, der er mich preisgegeben hatte, von der
Frau, an die er das im Verborgenſten gehütete Kronjuwel
un=
ſerer Liebe, an die er mich verraten hatte. Wie ſehr verraten,
ich erfuhr es aus ſeinem eigenen Munde.
„Sag es, Odette!” drängte der Glühende. Nun im
Ueber=
eifer kamen plötzlich, unſinnigerweiſe, wieder deutſche Worte aus
ſeinem Munde. „Sag es, unſer Lied. Wie nur du es ſagen
kannſt. Sie” — kein Sweifel, das war ich! — „Sie glaubte
zwar, es ſo gut wie eine Franzöſin zu ſprechen. Auch ich habe es
einſtmals geglaubt. Irrtuml Irrtum!! Wer Eure Sprache nicht
von Kindesbeinen an ſpricht, muß immer im Vorhof bleiben.
Wird nie das Heilige betreten. Gar das Allerheiligſte, zu dem
ſie Sugang zu haben glaubt. Obwohl ihr Franzöſiſch ſoweit
hinter deinem zurückbleibt, Odette, wie meins hinter ihrem
Franzöſiſch. Obwohl ſie ſo wenig Franzöſiſch kann, wie ich
Fran=
zöſiſch kann. Was ich erſt durch dich, Odette, weiß. Obwohl das
Lied unſerer Liebe aus ihrem Munde klang wie
Hackbrettge=
klapper Während es aus deinem Munde Muſik iſt,
himm-
liſche Muſik. Wir ſind nur große Muſiker geworden, weil wir
die Muſik zu unſerm Sprachgekrächz hinzutun müſſen.
Drüber=
ſtülpen, damit wir nicht durch ihr Gelärm taub werden. Sag mir
unſer Lied Odette. Sing mir unſer Lied, Odettel Odette —
Der Siebernde begann ſtatt meiner:
„Due le jour me dure
Passé loin de toi — —
Ich ſchwieg.
Der Siebernde mußte die Strophe ſelber zu Ende ſagen.
„Nun du die zweite, Odettel” begann er, als es geſchehen
war, von neuem zu bitten. Du weißt: ſo haben wir es immer
gehalten. Unzählige Male. Unermeßliche Male. Du die zweite,
Odette! Und dann wir beide die dritte. Als ob wir nur einen
Mund hätten. Nur ein Herz. Einen Blutſtrom. Das war das
Höchſte: Ein Blutſtrom! Der Puls der Worte erwies es: Keine
Crennung mehr! Von mir zu dir, von dir zu mir ein Blutſtrom!
Sag die zweite Strophe, Odette! Daß wir die dritte mit einem
Munde ſagen können. Die zweite, Odettel die zweite!!”
So begann der Naſende gegen unſere Gewohnheit auch die
zweite Strophe:
„Helas si je passe
Un jour sans te voir,
le cherche ta trace
Dans mon desespoir
Ich fiel, obwohl er vor Erſchöpfung, vor Atemnot nicht
wei=
terſprechen konnte, nicht ein. Er wartete geduldig. Auf die
ſo hieß es, „lei nicht affektiert!”. In der neuen Schule wählen die
Kinder ſelbſt aus, was ſie ihrem Gedächtnis einverleiben wollen,
dann dürfen ſie es mit aller Glut ihres erwachenden Herzens oder
mit aller Surückhaltung ihrer ſchlafenden Sinne vortragen. Sie
werden erfinderiſch im Spiel und ernſt; Feſte, die ſie allein
ar=
rangieren dürfen, ohne erwachſene Negie, ſind taktvoll, farbig
und harmoniſch. Ich denke dabei vor allem an eine Berliner
Schule. Dort iſt es üblich, jeden Montagmorgen den
Wochen=
unterricht mit einer halbſtündigen Feſtlichkeit einzuleiten. Jeden
Montag hat eine andere Schulklaſſe die Leitung. Sie erſinnt den
Gegenſtand, macht das Programm, erwählt die Mitwirkenden,
hält die Proben, trägt die Verantwortung. Die Unterſekunda
meldet an, ſie wollen Montag, den 11. Oktober, eine Herbſtfeier
halten. Der beſcheidene Feſtſaal iſt reich mit Herbſtlaub und
Herbſtblumen geſchmückt, die ſie ſelbſt am Sonntag im Wald
ge=
holt haben. Ein herbſtliches Impromptu von Schubert macht den
Anfang. Dann gibt eines von den jungen Mädchen der Freude
über den reichen Ertrag des Herbſtes und der Crauer über das
Scheiden der ſchönen Jahreszeit Ausdruck. Das nächſte iſt ein
herrlicher Sprechchor; wie aus einem Mund ſagen ſie Hebbelſche
und Hölderlinſche Worte zum Lobe des Herbſtes. Dann bringen
die Großen wie aus einer Verſenkung eine Menge herrlicher
Herbſtfrüchte herbei, an deren Beſchaffung ſie ſchon Wochen
vorher geſpart haben, und verteilen die Früchte an ihre kleinſten
Mitſchülerinnen. In einem gemeinſamen Schlußchor aller
Feſt=
teilnehmer klingt die Feier aus und man geht an die Arbeit, im
Ohr: „Freude, ſchöner Götterfunken‟. Die Woche hat gut
be=
gonnen.
Wieder ein Montagmorgen. Diesmal das evangeliſchs
Cotenfeſt. Heute iſt die humaniſtiſche Prima der Feſtgeber.
Hrumf
Wiederkehr ſeiner Kräfte. Auf die Nückkehr der vergeudeten
Luft. Wartete lange. Sehr lange. Und ſprach dam auch die
zweite Strophe zu Ende. Mühſam. Aber ohne daß ſeine Worte
ſich verwirrten.
Nach dem letzten Wort flehte er, wie ich noch nie einen
Menſchen habe flehen hören, flehte er, jedes Wort mit einem
Stück ſeines Lebens bezahlend: „Nun mußt du die dritte Srophe
ſprechen, Odette. . . Mußt ſie allein ſagen . . . Ich kann nicht
mehr. . . Nein, nicht allei . . . Mein Herz ſpricht mit . . . Nur
mein Mund bringt dafür die Kraft nicht mehr auf . . . Sag die
dritte Strophe, Odette. . . Du mußt. . . mußt . . . Sprich min
die dritte Strophe. . . Ich bin müde . . . Will ſchlafen . . . Die
dritte Strophe . . . Ich kann nicht einſchlafen, wenn du ſie mir
nicht ſagſt. . . Hör ich ſie, dann fallen mir die Augen zu . . . Haſt
es oft geſehen, Odette. . . Fallen mir die Augen zu... Wie
einem Kinde . . . Wenn die Mutter ſingt . . . Sing mir die dritte
Strophe, Odette Die dritte Strophe. . . Die dritte . . .
Schlafen . . . Müde Müde ... die dritte, Odette . . . Die
dritte Strophe unſeres Liedes.. . Das keiner kennt auf der
Welt als du und ich, Odette. . . Die dritte Strophe. . . Dig
dritte . . . die dritte . . . Odette . . . Odettel!!”
Da ich wußte, daß nach dieſem Schrei kein Wort mehr zu
vem Munde des Keuchenden ausgehen würde; ich wußte, daß ich
ſein Leben und ſeinen Cod in meinen Händen hatte; ich wußte,
daß er leben mußte, bis er die Worte des franzöſiſchen Volks=.
liedes, das ich ihm ſchenkte, aus meinem Munde als Worte
Odettes vernahm, ich wußte, daß er ſterben, daß er wahrhaft,
daß er ganz, daß er für immer aus ſeinem Lauf entfluten würde,
wenn ich das alte Liebeslied zu Ende geſagt hatte — da ſprach
ich, als ob ich Odette wäre, da war ich Odette, ſeine Geliebte,
und war zugleich ich, war ſeine Frau, während ich ſagte;
„Le coeur me palpite
Ouand jentends ta volx.
Tout mon sang s'agite,
Des que je te vois.
Ouvresstu la bouche
Les cieux vont souvrir;
Si ta main me touche
le me sens fremir —
Kein Laut war über die Lippen meines Mannes gekommen,
Und doch hatte er — ich hörte es — in tiefem Einklang mit mir
die Verſe mitgeſprochen. Plötzlich wollte er einen Vers
wieder=
holen. Ich wußte welchen, obwohl keine Silbe mehr den Weg
aus ihm fand. „Les eieux vont —vont —” ſtammelte er mit
ſtummen Lippen. Dann zuckte ſein Mund nicht mehr. Nur die
Augen ſprachen noch. Dank!” ſagten ſie. „Dank — Dank —”
Da verſtummten auch die Augen. Noch einmal ging Odem zu
ihm ein und aus. Langſam. Leicht. Und glückſelig ſank er
hin=
tenüber. Schlief ein. Schlief für immer ein —
Beichten? Als Sünde beichten? Sagen Sie, ehrwürdiger
Vater, daß ich es nicht konnte. Daß ich es nicht durfte! Daß es
Verrat an dem Lächeln geweſen wäre, mit dem mein Mam aus
der Welt ſchlummerte. Widerrufen Sie Ihr Wortl Geſtehen
Sie zu: Es gibt Schickſalslagen, in denen der Menſch lügen darf.
Lügen muß! Warum ſchweigen Sie, ehrwürdiger Vater?!”
Keine Silbe kommt aus dem Dunkel auf die Fragende zu.
Die Verwirrte reißt den Schirm ihrer Hände von den Augen
herunter. Sprigt auf. Eilt zur Cür. Schaltet Licht ein.
Das Simmer iſt leer.
Nie hat der Geiſtliche geſtanden, ob er vor, ob er innerhalb,
ob er nach der Erzählung — während der langen Pauſe vor dem
Anruf — gegangen iſt.
Nie hat die Majorin von K., daß ſie einem Sterbenden zu
Liebe im Namen einer andern ſprach, daß ſie dieſe andere war,
als Sünde gebeichtet.
Beethovens „Eroika” ertönt, dann lieſt eine funge, ernſt=klare
Mädchenſtimme vor, was Platon über den Cod des Sokrates
erzählt hat. Man fühlt, wie ein Schauer durch die jugendliche
Verſammlung geht: Ehrfurcht vor dem Genie, Horn über die
Ungerechtigkeit des Pöbels. Jedes Kind nimmt ſich vor, daß der
neue Sokrates, der in ſeiner Seit lebt, keinen Schierlingsbecher
bekommen loll. Sum Schluſſe ſingt eine klangvolle, ungeſchulte
Altſtimme Schuberts „Cod und das Mädchen‟. Die Kränze an
den Wänden ſtrömen einen geheimnisvollen Duft aus. Mit dem
Code verſöhnt gehen die Kinder an ihre lebensvolle Arbeit.
Beſonders viele menſchliche Werte laſſen ſich aus der Muſik
ziehen. Daß es keine unmuſikaliſchen Kinder gibt, ſondern nur
ſolche, denen man die Freude an der Muſik nicht geweckt oder
verdorben hat, weiß ſetzt jeder. Die Erfahrung in der fröhlichen
Schule hat gelehrt, daß das Bedürfnis des Kindes, die Luft zu
erſchüttern und ſeine Stimme mit denen der andern zu vermählen,
zu einem Bildungsmittel erſten Nanges verwertet werden kannz
in ſogenannten „wilden Goſangsſtunden” in denen alle Kinder
mit und ohne Stimme kunſtlos, ohne Beifall, ohne Kritik
Volks=
lieder aller Völker, Kunſtlieder aller großen Condichter vom
Blatt ſingen, wie man gemeinſam ein ſchönes Buch lieſt, zuerſt
klingt es roh und unſchön, allmählich beſſer, nie vollendet. Am
rührendſten ſingen die Kinder ohne Stimme und ohne Gehör.
Das klingt nicht wie Geſang aus jungen, ſtarken Kehlen, es iſt
der Siegeszug der Jugend ſelbſt, die alles überwindende Freude
am Leben.
Das in einer Gemeinſchaft aufgewachſene Kind, deſſen
natür=
liche Empfindungen nicht verſchütet worden ſind, iſt ſozial
ein=
geſtellt. Die Kinder in der fröhlichen Schule ſind in
Kinder=
kolonien, Jugendgemeinſchaften und Greiſenhilfe ganz beſonders
brauchbar. Sie fühlen ſich mit den ihrer Hilfe Bedürftigen
zu=
ſammengehörig, ja noch mehr, die ganze Menſchheit gehört zu
ihnen.
„Aus einem heitern und liebenden Herzen erwächſt
Schöpfer=
luſt, und ſo kommt es, daß die Kinder in der fröhlichen Schule
wirklich ſchreiben, wirklich ſprechen können, begeiſtert ſingen, daß
ſie mit Wahrheit vorleſen, mit Schwung rezitieren, mit heiterer
Ueberlegenheit Cheater ſpielen. Dieſe Kinder wagen es, zu
ſchreiben, was ſie denken, weil die Gefahr ausgelacht zu werden,
nicht exiſtiert, weil keine Konvention herrſcht. Während wir
uns als Kinder mit dem Chema „Vater Mut und ſeine ungleichen
Kinder Hochmut und Demut” abzufinden hatten und glücklich
ſein mußten, daß wir nicht die Aufgabe bekamen zu ſchreiben:
„Wäre Caſſo mit Sappho glückelich geworden?”
In die fröhliche Schule wird ſogar ein Genie gehen können,
ohne verfolgt und gekränkt zu werden. Nun iſt das Genie
natür=
lich nicht das wichtigſte Element in einer Schule, da es noch
ſeltener iſt, als der Durchgang der Venus. Aber auch die
mitt=
lere Begabung wird in der Freiheit zu ungeahnter Entfaltung
gelangen. Das Calent wird eine Chance haben. Ein Ergebnis
aber iſt allen ſicher: eine neue Stellung zur Kunſt. Wer ſelbſt
nur in aller Beſcheidenheit eine Beziehung zur Kunſt oder
Wiſſenſchaft angebahnt hat, der bekommt einen heilloſen Neſpekt
devor. So wird das Genie nicht mehr dafür zu büßen haben, daß
es um hundert Jahre zu früh auf die Welt gekommen iſt, und
wer erzogen iſt, ſeine geiſtige Selbſtändigkeit zu bewahren, der
wird ſich die Pſeudokunſt, die gerade in unſerer Seit die
ver=
wegenſten Blüten treibt, nicht gefallen laſſen. Er wird ſich nicht
fürchten, einen Cadeſtrich in der Literaturgeſchichte zu
bekom=
men, wenn er etwas ablehnt, was ihm mißfält.
Wenn die neue Schule das erreicht, dann hat ſie viel getan.
Sie hat der Jugend geholfen, das in ihr heute ruhende Ideal
zu erreichen. Wir können die Menſchen nicht nach unſerem
Sinn formen. Ihr Odeal liegt in ihnen verborgen, nicht in uns.
Die alte Schule wollte biegen, beſchneiden, mit der Wurzel
aus=
reißen. Neue Erziehung heißt: organiſchem Wachstum lauſchen.
CCopyright by Ernſt Angel Verlag Berlin=Charl. 9.)
Neinigung und Behandlung
der Möbel.
Von Margret Halm.
Schwere Seiten haben die Hausfrauen allerlei
Handwerker=
künſte gelehrt. Sie hat ihre Stiefel ſelber beſohlt, hat es
ver=
ſtanden, aus den unmöglichſten Dingen ganz reizende Kleider zu
nähen; ſie hat das Capezieren gelernt und Streichen und was
noch mehr — was will es dagegen bedeuten, daß ſie mit
Selbſt=
verſtändlichkeit ſich bei ihrem großen Hausputz daran gibt, ihren
Möbeln nicht nur das gute Ausſehen zu erhalten, ſondern mit
geſchickter Hand vergangene Schönheit neu hervorzuzaubern weiß.
Polierte Möbelreinigt man mit dem feuchten
Fenſter=
leder und reibt ſie gut trocken. Mit einer umwickelten
Strick-
nadel dringt man in alle Fugen ein. Den Glanz der Politur zu
erneuern, läßt man ſich das Beſte an ſpeziellen Möbelpolituren
empfehlen, doch kann man auch aus gleichen Ceilen Waſſer,
Spiritus und Salatöl — eine andere Methode ſagt 8 Ceile
Salatöl, 1 Ceil Spiritus und 1 Ceil Cerpentin — eine ſolche
Politur ſelbſt bereiten. Für Mahagoni= oder Außbaumholz hat
ſich eine Miſchung aus gleichen Ceilen Notwein und Olivenöl
bewährt, die man auf einem kleinen Wattebauſch in
kreisförmi=
gen Bewegungen aufträgt, immer nur auf kleinen Flächen, die
man mit einem weichen Möbeltuch nachreiben kann, ſo lange die
Stelle noch feucht iſt. Hat man das ganze Möbeltück in dieſer
Weiſe aufgefriſcht, reibt man, um einen Hochglanz zu erreichen,
ſämtliche Flächen noch einmal mit einem trockenen Leder
kräftig nach.
Eichenmöbel bürſtet man mit Cerpentin und wachſt ſie
nach dem Crocknen ein, bürſtet noch einmal über und poliert die
Slächen mit einem weichen Luche blank.
Für gebeizte Möbel gibt es beſonders gute
Auf=
friſchungspolituren zu kaufen, die, dünn aufgetragen und nach
dem Crocknen feſt verrieben, von überraſchend guter Wirkung
ſind. Iſt das Möbelſtück durch Waſſertropfen oder Kratzer lehr
beſchädigt, ſo ſchleift man, um es wieder vollſtändig herzuſtellen,
lämtliche Flächen mit Glaspapier, wäſcht ſie dann mit friſchem
Waſſer ad und trägt ſofort die Beize auf. Nach dem Crockenen
wird das Möbelſtück mit Bohnerwachs eingerieben und blnak
poliert.
Schleiflackmöbel werden mit einer Lauge aus
Pana=
maſpänen oder Kleie genau behandelt wie man Cüren und das
Holzwerk in den Simmern reinigt. Keinesfalls darf man für ſie
Benzin oder Cerpentin verwenden, denn jedes ſcharfe Mittel
zer=
ſtört den Lack.
Pitſchbinemöbel werden mit lauwarmem Waſſer
ab=
gewaſchen und gründlich getrocknet. Nun wird dem Strich der
Holzfaſer nach eine Mattbeize dünn aufgetragen und eingerieben.
Geölte Möbel werden mit Soda= oder Seifenlauge
tüchtig abgebürſtet, auch mit Seifenſand geſcheuert und mit
klarem Waſſer nachgewaſchen. Küchen= und Badezimmermöbel,
Holzroſte Spübretter und dergleichen tränkt man, nachdem ſie
volſtändig getrocknet ſind, gerne mit gekochtem Leinöl, wodurch
man ihre Widerſtandsfähigkeit verlängert und alzu raſches
Spröde= und Modrigwerden verhütet.
Polſtermöbel werden mit einem weich umwickelten
Klopfer gut geklopft und gebürſtet, ſo daß kein Staub mehr in
den Sugen bleibt. Samt=, Plüſch- und Wollbezüge kann man
mit Salmiakwaſſer feucht abreiben, auch mit reinem Alkohol
laſſen ſich Flecken entfernen und das Ausſehen von Polſtermöbeln
heben. Petroleumäther wird zumal für ſehr empfindliche Bezüge
genommen. Keine dieſer Flüfſigkeiten darf jedoch ſo ſtark
auf=
getragen werden, daß ſie bis zur Polſterfüllung dringt. Und
größte Vorſicht iſt hierbei ſchon geboten.
Ledermöbel reibt man mit einem ganz leicht befeuchteten
Schwamm oder Fenſterleder ab. Mattleder, zumal die modernen
farbigen Ledermöbel ſelbſt zu reinigen, erfordert ſchon eine
ge=
wilſe Erfahrung, die man ſich am beſten beim Jachmann holt.
Korbmöbel werden mit Seifenſand und warmem Waſſer
weich gebürſtet, mit Waſſer nachgewaſchen und an der Luft
ge=
trocknet (farbiges und lackiertes Nohr natürlich mur mit klarem
Waſſer). Geflocht an Himmerſtühlen zu reinigen, iſt ſchon rocht
empfindlich; die Holzteile ſind durch Abdeckung mit Cüchern und
Papier vor dem heißen Waſſer zu ſchützen, mit welchem man die
Nohrfläche ſäubert.
Was kann ich werden?
Cierarzk.
Wer Ciere liebt — und ich hoffe, ihr alle ſeid Cierfreunde —
für den iſt es ein großer Schmerz, ein Cier leiden zu ſehen. Man
möchte helfen, gerade weil das Cier oft ſelbſt ſo hilflos iſt. Man
möchte dem Beſitzer eines Cieres ſeinen guten Freund erhalten.
Man möchte ihn unter Umſtänden auch vor einem großen
finan=
ziellen Verluſt bewahren, denn für einen Bauern etwa bedeutet
ja das Vieh einen großen Ceil ſeines Vermögens.
Wie ihr wißt, gibt es einen Sweig der Medinin, der ſich im
beſonderen die Heilung von Cieren zur Aufgabe gemacht hat, die
Cierheilkunde. Mancher Junge hat vielleicht Luſt, Cierarzt zu
werden. Allerdings muß er ſich klar ſein, daß er damit einen
ver=
antwortungsvollen Beruf ergreift, der außer der Liebe zu
Cieren auch Energie, Gewandtheit und Mut verlangt.
Schließ=
lich iſt es doch nicht jedermanns Sache, etwa einen ungebärdigen
Ochſen zu behandeln. Ein paar ſtarke Arme ſind jedenfalls hier
nicht zu verachten.
Wer Cierarzt werden will, muß das Reifezeugnis haben. Hat
er in der Schule kein Latein gelernt, ſo muß er auf der
Uni=
verſität noch eine Prüfung im Lateiniſchen nachholen.
Stu=
dieren kann er dann an den Hochſchulen im Berlin, Hannover,
Gießen, Leipzig und München. Das Studium dauert 9 Semeſter,
die erſte Prüfung findet nach dem 3. bzw. 4. Semeſter ſtatt und
zwar in den naturwiſſenſchaftlichen und anatomiſch=phyſiologiſchen
Hächern. Dann erſt beginnt das eigentliche mediuniſche Studium,
das mit dem Staatsexamen abgeſchloſſen wird. Die moiſten
Cier=
ärzte ewwerden dam noch durch eine Diſſertation den
Doktor=
titel.
Für die Studienkoſten, ohne Bücher, Inſtrumente und
Prü=
fungen, muß man etwa mit 200 Mark im Semeſter rechnen. Hat
der Student das letzte Examen abgelegt, ſo muß er ſich
ent=
ſcheiden, ob er freier oder beamteter Cierarzt werden wil. Die
Ausſichten der freien Cierärzte ſind nicht ſchlecht, der
Nach=
wuchs deckt im allgemeinen den Bedarf, jedenfalls iſt der Beruf
nicht ſo überfüllt, wie die meiſten übrigen akademiſchen Berufe.
Die beamteten Cierärzte ſind beſonders an Schlachthöfen
tätig. Mehr wiſſenſchaftlich iſt die Cätigkeit des ſogenannten
„Cierzuchtbeamten”, hier wird aber unter Umſtänden außer dem
Studium noch eine landwirtſchaftliche Praxis verlangt. Auch
für den Beruf des Kreistierarztes müſſen noch beſondere
Prü=
fungen abgelegt werden. Da für beamtete Cierärzte eine recht
beſchränkte Anzahl von Stellen zur Verfügung ſtehen, iſt dieſer
Sweig des Berufs nicht ſehr ausſichtsreich,
Schach
2
Miite 9. e
Mer ue
Dr. Ado Krgemer in Lage.
Herrn Miniſterialdivektor Urſtadt gewidmet.
Weiß zieht und fetzt in vier Bügen mat.
Prüftellung: Weiß: Kel Te4 Lh5 So4 B44 66 45 (7
Schwarz: Kag L16 Ba7 bs o7 G):44.
Aufgabe 441.
J. de Villeneuve in Esclavon.
(Eelaireur du Soir 1924.)
Weiß: Ka4 De5 8b5 (5):
Schwarz: Keß Saß Bbe 48 (4).
Matt in zwei Zügen.
Darmſtädter Schachklub 1875, Grafenſtr. 18. Der Schlußſtand des
Wagrecht:; 1 vernimmt gern jedes Ohr, 3 europäiſcher Strom,
5 geiſtlicher Würdenträger, 7 Hundeart, 11 Walfiſchfanggerät, 17 Vogel.
19 römiſcher Gott, 2 tieriſcher Laut, 21 bekannter Märchenheld 23
bibliſcher Name, 25 Zeichengerät. N Flächenmaß, 28 Vorwort, 29
Ton=
bezeichnung, 30 Abkürzung für Gulden, 31 chineſiſche Münze, 32
Nah=
rungsmittel.
Senkrecht: 1 Geſtalt im griechiſchen Mythus, 2 mannigfarbig,
4 Rluß in Sibirien, 6 angebliche Naturkraft, 8 Vogel, 9 durchſichtige
Maſſe 10 perſönliches Fürwort 11 Göttin, 12 turkeſtaniſcher
Binnen=
ſee, 13 Qual. 14 Behälter. 15 Abkürzung für Nummer, 18 Einhufer,
18 Naturerſcheinung, 22 Stachelpflanze, 24 Männername, 26
Frauen=
name, 27 Landſtrich, 28 Herrſchertitel.
Carl Deubel.
Anflöſung der Rätſel ans Nummer 18.
Wer errätse
Traictel, Deiſte..
Ein Wunſch für unſere Leſer.
E in o3 t Gi)er ei(ns) — Ein Oſteret.
Silbenrätfel.
Waeeeie echech ehe e e
en dr eigenen Schuld.
Druck u. Verlag: 2. C. Witticl, che Hofbuchtruckerei, Nheinſtr. 3. — Verant wortlich f. d. Nedaktion: Dr. H. Nette. Fernſpr. 1. 2383—3392. Alle Rechte vorbehalten. Nachdrick verb. — Kliſches: F Haußmann, alle in Darmſtadt.
[ ← ][ ][ → ]Die Srühjahrskur.
Von HeinzScharpf.
Geſundheit iſt der größte Schatz; ſie zu erhalten des
Men=
ſchen erſte Pflicht. Dieſer Pflicht nachzukommen werden wir auf
Schritt und Critt durch Ankündigungen aller Art aufgefordert.
Beſonders um die holde Frühlingszeit herum, bei Eintreffen des
erſten Falters. So wie ſich die Natur erneuert, ſei es auch an
der Seit, daß ſich der menſchliche Körper einer Negeneration
unterziehe. Beſonders wenn er anfängt zu verkalken, ihm die
Glieder ſteif werden oder ihn ſein Eigengewicht zu Boden zu
drücken beginnt. Da flattert uns ein Proſpekt ins Haus und
läßt unſer Auge nicht mehr los:
„Wer ſich matt und elend fühlt, kaufe ſich zur Blutreinigung
in der nächſten Apotheke ein Paket „Sanguinpulver” und nehme
nach jeder Mahlzeit einen Eßlöffel voll davon! Die Neubildung
des Blutes iſt Vorausbedingung für einen geſunden,
widerſtands=
fähigen Körper.”
Schön, das hat man ohnehin gewußt. Nun ſchreitet man auch
zur Nutzanwendung dieſer Weisheit. Wenn durch „
Sangum=
pulver=Suſatz” der köſtlichſte aller Säfte gereinigt werden kann,
ſo erſteht man gern die vorgeſchriebene Packung und erfüllt damit
eine lebenswichtige Vorausbedingung.
Cags darauf leſen wir eine geſperrt gedruckte Amonce:
„Achtung! Unterziehen Sie ſich wenigſtens einmal im Jahre
einer gründlichen Wurmkur! Neinigen Sie ſich von Paraſiten
und Schmarotzern und Sie fühlen ſich wie neugeboren. Unſere
„Santonal=Kerne” ſind altbewährt und unübertroffen! Auf
„Santonal” krümmt kein Wurm ſich mehr!”
Wer wäre nun gerne Paraſitenträger und Wurmkoloniſt?
Alſo läuft man um „Santonal=Kerne” läuft und läuft.
Nicht zu überſehen iſt auch die ſtändig wiederkehrende Anzeige:
„Doktor Dicks weltberühmte „Gerrofix=Cabletten”
verhin=
dern und vermindern Fettanſatz!”
Prüfend betrachtet man ſeinen Bauch, den Vater aller Uebel,
blickt auf ihn herab und merkt aſthmatiſch, daß man ſeine
Suß=
ſpitzen nicht mehr ſieht. Da greift man beſtürzt zu Doktor Dicks
Entfettungstabletten, um ſeinen Speck radikal abzubauen.
Gegen Gicht und Rheumatismus weiß jemand in Verſen ein
famoſes Mittel, gegen Blähhals offeriert die Stadtapotheke auf
ihrem Einwickelpapier Kropfpillen, nervöſe und Schwäche=
Suſtände bekämpft erfolgreich eine Bildreklame, und ſo fort.
Da und dort werden auch Gratisproben verſchiedener
Medika=
mente gegen die verſteckteſten Leiden abgegeben.
Und da nun einmal der Frühling die beſte Jahreszeit für
Kuren aller Art iſt, will man ihn nicht vorübergehen laſſen, ohne
die eine oder andere zu tätigen. Mancher tätigt ſie der Reihe
nach alle.
Drei Wochen darauf kann er den Erfolg ſchon konſtatieren.
Das Blut iſt gereinigt, jede Unze Vollblut.
Die Gelenke ſind entlaugt, entſalzt, entpfeffert.
Die Würmer ſind weg, der Bauch iſt weg.
Der Magen iſt total kaputt.
Die Geſchichte
von der Kreuzotter Aga.
Von Otto Ehrhart (Dachau).
An einem klaren Frühlingsſonntag weht es brenzlig über das
Moor. Irgendwo haben Kinder oder Ausflügler ein Seuer
ent=
zündet, der Wind hat es ihnen entriſſen, es hat ſich ſelbſtändig
gemacht und wandert nun glücklich vor ſich hin.
Suerſt ſah ich die rote Lohe wie mit Mohnblumen aus der
Kiefernpflanzung winken. Ein Weile ſpäter aber lief ſie ſchon
— ſchnell und imer ſchneller — auf ihren luſtigen roten Sandalen
hinter dem alten Corfgraben davon. Wenn ſie einen beſonders
guten Canzplatz fand, ein dürres Schilfland oder ein Nied, vor
dem das trockene Nohr mit ſeinen tauſendſämigen Mooskolben
boltzte, warf ſie ihr rotes Feuertuch hoch über ſich und pfiff und
knallte vor Freude. Eine Weile ſtand ſie vor dem
Schlehen=
dickicht ſtill und lief dann — huſch — huſch! — hinein mit den
flinken Füßen. Was da nicht alles brannte! Schilf und Gras,
dürre Brombeerranken, Neſſelſtauden, Klettenbüſche und morſche
Reiſer.
Bald hatte ſie die Kinderſchuhe vertreten. Nun pfiff und
ſchrie ſie ſchon ganz anders, warf rote und blaue, gelbe und grüne
Sunken vor ſich her, ward immer kecker, wilder und frech=
ver=
traulicher. Das, was bald darauf auf mutwilligen
Slammen=
ſtiefeln nach dem Wald hinüberraſte, wußte genau, was es wollte.
Dort ſtand das mannshohe Schilf unter den Kiefern, dort hatte
man Corf geſtochen, dort mußte ein feiner Cazboden ſein! Es
iſt da war noch ein breiter tiefer Bachgraben zu überſpringen,
aber zu was hat man denn den Wind? Er wird einem ſchon
helfen, den feurigen Samen drüben zum Blühen zu bringen.
Doch der Menſch iſt auch auf ſeiner Hut. Vorhin ſchon fuhr
ein Jäger auf dem Nade eiligſt durch das Moor, und jetzt ſieht
man ſchon da und dort in den Flammennebeln Geſtalten, die mit
Schaufeln und ſchweren Kieferntaxen der Bremnwut zu Leibe
rücken. Der Wald wird verteidigt werden!
*
Wo der Kiefernwald ſeine junge Vorhut gegen das Moor
vorſchiebt und der Frühlingsglaſt ſo ganz beſonders hell und
freundlich blänkert, hat ſich die alte Kreuzotter Aga zum Sonnen
hingelegt. Sie hat da einen idealen Verdauungswinkel gefunden.
Einen niederen Wachholder, der ſo eigenartig gewachſen iſt, daß
er wie ein kleiner Wall ein Stück torfigen Moorboden umrandet.
In dieſer Sonnenbadewanne liegt ſie nun breit und träge
däm=
nernd, wie ein ſauberes Stück Cauwerk aufgeſchloſſen, den Kop)
in der Mitte und ab und zu mit dem geſpaltenen Sünglein
ſpie=
lend. Ihre dunkle Farbe mit dem ſchwarzen Sickzackſtreifen paßt
ſich vorzüglich dem braunen Corfgrund an, und man müßte ſchon
nahe hingehen, um ſie als das leider ſo gefährliche Cier zu
er=
kennen, das ſie nun einmal iſt.
Schön iſt der Cag und ungewöhnlich heiß . . . Es tut grundgut
nach der langen, winterlichen Erſtarrung, während welcher man
mit zwanzig Artgenoſſen unter einem alten Baumſtrunk ſchlief,
ſattgefreſſen, wieder einmal Sonne zu ſpüren. Kniſternde
Sonnen=
glut. Kniſternde?
Sie reckt den Kopf in die Höhe, bläht ſich auf und ziſcht
abwehrbereit nach dem verſteckten Gegner. Nun iſt ſie ganz
Raubtier geworden, hart und kalt, mit dem grauſamen roten
Licht hinter den nachtenden Augen. Steil fährt das Köpflein
höher, züngelt, windet ſich ſuchend hin und her; aber ſie findet
nichts, das ihr Grund zur Verteidigung gäbe. Nichts als ein
kleines, rotes, blitzſchnell durchs Gras huſchendes Mäuslein. Wo
es lief, lohen die Halme auf und wirbeln als weiße Aſche zu
Boden... Seuer! Biß und Brand!! Das iſt der Gegner, der
nicht zu faſſen iſt und vor dem nur die ſchnelle Flucht retten kann.
Die Slucht in den naſſen Sumpf oder in den Wald hinüber, unter
deſſen alten ſchützenden Baumſtrünken und Erdlöchern man ſich
tief verkriechen kann.
Weich und geſchmeidig, trotz der halbverdauten Beute, fließt
die Otter durch das Gras. Ein wunderbares Spiel der
Be=
wegung, welligen Entgleitens, Serfließens und Zuſammenziehens.
Fremd unheimlich und doch — ſchön . . . Bald iſt ſie vor dem
raſchen, tiefgebetteten Bächlein, über deſſen dichte Verkrautung
ſie ſonſt mühelos und trocken ans jenſeitige Ufer gelangte. Aber
ſetzt iſt aus dem unſcheinbaren Waſſer ein breiter, tiefgeſtauter
Waſſergraben geworden, an deſſen Ufer drüben zu allem Uebel
noch viele mit der Brandabwehr beſchäftigte Menſchen ſtehen.
Aga fürchtet das Waſſer, ſie ſchwimmt nur ungern in der Not,
noch mehr aber fürchtet ſie ſich vor den Menſchen, und deshalb
entſchließt ſie ſich, lieber dieſe doppelte Gefahr zu umgehen.
Ueber dem brennenden Moor taumeln erregte Kiebitze,
Brachvögel flöten warnend, und die kühnen Mooreulen, die hier
gern brüten, fliegen jammervoll haſſend und mit dem Schnabel
knappend, dicht über ihren brennenden Gelegen dahin. Wo der
Brand noch nicht iſt, flieht Getier. Schuſſelt der Igel dem
ſchützenden Bachrand entgegen und verſuchen ängſtlich lockende
Saſanhennen die unflüggen Jungen aus dem Seuerbereich zu
lotſen. Mäuſe fahren pfeifend über die Gänge, und mitten durch
die Unruhe windet ſich pfeilſchnell das fliehende Neptil.
Kurz vor der Stelle, wo Aga den Durchbruch in den Sumpf
erhoffte, prallt ſie mit dem Feuer zuſammen. Sinnlos, wütend
greift ſie an. Aber das iſt kein Gegner mit Fleiſch und Knochen,
dem man das lähmende Gift in die Adern ſpritzen kann. Er beißt
ſieghaft blendend von allen Seiten auf ſie ein; ſie muß wenden
und ſchießt nun fauchend an der brennenden Welle entlang, um
einen andern Durchſchlupf zu finden. Einmal findet ſie ein kühles
Erdloch, ſchlieft Schutz erhoffend ein und taucht bald darauf
wie=
der zwiſchen den Gräſern auf. Es war nicht tief genug, um dem
Feuer Widerſtand leiſten zu können. Inſtinkt und uralte, vererbte
Erfahrung warnen ſchnell genug vor ſolcher Corheit.
Das Seuer kennt keinen Weg. Es läuft der Freude ſeiner
Flamme nach, die dort, wo ſie genügend findet, lieber länger
ver=
weilt als an mageren Stätten. Wo der Grund außerdem noch
ſumpfig iſt, kommt es nur langſam vorwärts. So bilden ſich kleine
Sackgaſſen und Sipfel, und Aga iſt, ehe ſie es ahnt, in eine ſolche
geraten. Plötzlich fühlt ſie ſich von zwei Seiten her bedroht und
ſchießt m wildem Befreiungsdrange immer weiter vor bis an
das Feuer. Hier kommt ſie alſo nicht weiter! Sie wendet, läuft
zurück, aber das heimtückiſche Element hat ihr inzwiſchen den
Nückweg weggefreſſen. Nun raſt ſie im Kreiſe hin und her, bis
ſie endlich am Suß einer Jungtanne zufällig ein Mausloch findet.
Es ſcheint tief genug zu ſein, und ſie kriecht hinab. Es iſt kühl
dort unten, ganz erdbehäglich, und die zitternden Flanken
be=
ruhigen ſich endlich.
Draußen ringen inzwiſchen die Menſchen mit der Glut. Man
hat das Feuer vor dem Wald abgefangen, indem man das dürre
Schilf abmähte und ihm durch das ſchnell geſtaute Waſſer eine
natürliche Grenze ſetzte. Von allen Seiten rückte man ihm
gleich=
zeitig mit Schaufeln und Aexten tüchtig zu Leibe. Da erkennt es
bald, daß es verſpielt hat, und drum will es wenigſtens an dem,
was es noch hat, ſeine Freude haben
Der torfige Boden brennt gut. Cief glüht die Flamme in den
günſtigen Boden ein, und wenn einer nun ſchon gar meint, es ſei
vorbei, und mit der Swinge ſeines Stockes in den borſtigen
Boden ſtößt, ſchlägt ihm ſofort ein helles Flämmchen entgegen.
Es brennt unterirdiſch weiter!
Aga hat einſtweilen noch Ruhe. Das große tölpelhafte Feuer
iſt harmlos über ihr hinweggefegt. Man könnte faſt glauben, daß
Sriede ſei, wenn die Hitze in der Ciefe nicht ſtändig zunähme. Das
kommt daher: überall unter den verbrannten Waſen kribbeln
kleine Glutfingerchen umher; wühlen, zupfen und greifen immer
tiefer in das brennliche Erdreich hinab. Schon iſt das Loch voller
Qualm, aber die Schlange drückt ihre Naſe nur noch tiefer in den
mulmigen Boden. Sie braucht ja nicht viel Luft zum Atmen. Sie
kann ſich einſchränken. Doch es glutet immer heißer. Sie ſchnürt
die Glieder eng zuſammen und preßt ſich mmer dichter an die
Erde. Die gute Mutter Erde brennt ja!
Irgendwo iſt der Gang durchgebrannt. Glutwind ſtreicht in
die Ciefe und entfacht neue Glut. Sengende Cropfen fallen auf
ihren Leib, ſie windet ſich qualvoll hin und her, wühlt ſich immer
tiefer in den weichen Mull hinab, der zu glühen anfängt, und
end=
lich hält ſie es nimmer aus und fährt ziſchend aus der Höhle.
Von hundert biſſigen Sähnen gepackt ſpringt ſie hoch in die
Luft. Fällt, ſchnellt wieder auf, wälzt ſich ziſchend und blaſend
hin und her, hackt hitzig nach dem erbarmungsloſen Gegner und
beißt ſich endlich, einmal, zweimal, dreimal — toll vor Schmerz —
in den eigenen Leib ..
Am andern Morgen, der voller Sonne, voll weichem Sproſſen
und duftendem Blühen war, wanderte ich über das verbrannte
Land. Unter einer ſterbenden Jungfichte vor dem Walde fand ich
Agas Leib verbrannt und gedunſen über den ſchwarzen Wurzeln
iegend.
Der zeitgemäße Haushalt.
Erprobte Ratſchläge für den Frühjahrshausputz.
Braune, eingeſunkene Rohrſitze zu reinigen
und zu bleichen. Man nehme auf ½ Liter Waſſer zwei
Eßlöffel Salmiakgeiſt und zwei Eßlöffel aufgelöſte Schmierſeife.
Mit der gequirlten Löſung und wollener Socke waſche man das
Rohrgeflecht unter Schonung der Politur der Stühle ſehr
ſorg=
fältig ſauber, ſpüle mit klarem Waſſer nach, überſtäube den naſſen
Sitz uder unterlegtem Papier durch ein Haarſieb mit
Schwe=
felblüte und laſſe ſie in Zugluft oder im Freien trocknen. L.
Roſtflecke aus weißem Marmor zu entfernen.
Dieſe entſtellenden Flecke weichen einer Behandlung mit
oxal=
ſaurem Kali (Kleeſalz). Man löſe einen Teelöffel voll in ½⁄₈ Liter
Waſſer und betupfe damit nur die Fleckſtellen mit einem
Watte=
bauſch, den man um ein Hölzchen wickelt. Erweiſt ſich die Löſung
noch zu ſchwach, ſo verſtärke man ſie. Man waſche die Stelle
gründlich mit reinem Waſſer nach, reibe trocken und poliere den
Marmor nach Auftragen von Bohnerwachs, mit wollenem
Lap=
pen, bis er wieder glänzend wird.
Mit Oelfarbe geſtrichenen Fußböden längere
Haltbarkeit zu verleihen. Alle diejenigen Hausfrauen,
die ſich in ihrer Wohnung nicht des Beſitzes von
Linoleumfuß=
böden erfreuen können, ſollten ihre mit Oelfarbe geſtrichenen
Holzfußböden vor dem vorzeitigen „Abtreten” der Farbe durch
Behandlung mit Bohnerwachs ſchützen. Sie ſparen auf dieſe
Weiſe nicht nur das tägliche Naßwiſchen der Wohnung, welches
außerdem die Böden mit der Zeit glanzlos und grau macht, da
ſie die Böden mit dem Franſenbeſen ſtändig ſtaubfrei halten
können, ſondern verfügen auch jederzeit über gepflegt ausfehende
Zimmerböden. Führen ſie wöchentlich regelmäßiges Durchbohnern
der geſamten Fußböden ein, ſo behalten die Fußböden ihren
Lackanſtrich noch einmal ſo lange.
Vorzügliches Nickel=Putzmittel. Man miſche
ſieben Teile Polierrot, zwei Teile Wiener Kalk und einen Teil
Schlemmkreide gründlich miteinader, nehme etwas von dieſem
Pulver auf einen feuchten Barchent= oder Lederlappen und putze
die ſtumpf ausſehenden Nickelſachen damit blank, um ſie mit
trok=
kenem weichen Leder nachzupolieren.
I.
Angegorene Fruchtſäfte für die Küche zu
retten. Wenn eine angegorene Flaſche mit Fruchtſaft
aus=
rangiert werden muß, ſo kann die Hausfrau dieſe, wenn der Saft
nur leicht ſäuerlich ſchmeckt, noch verwenden. Sie erhitze ihn, um
dann mit erbſengroß Natron die Säure zu „löſchen” Nochmals
aufgekocht, kann dann der Saft entweder mit Sago oder
Kartof=
felmehl, ſowie mit Zitronenſchale, Zimt und einer blütenloſen
Nelke zu Obſtſuppen verkocht werden, die man mit Süßſtoff,
wenig Salz und einem Löffel friſcher Butter abſchmeckt. Oder
man laſſe Grieß darin dick ausquellen und würze ihn mit
Süß=
ſtoff, Vanille, bitterer Mandel, Arrak oder abgeriebener
Apfel=
ſinen= oder Zitronenſchale und bereite davon einen
Flam=
merie. Mit roter aufgelöſter Gelatine verrührt (auf einen
hal=
ben Liter Flüſſigkeit 6—8 Blatt gerechnet), gut geſüßt und in
Glasſchüſſeln gefüllt, kann man davon auch ein erfriſchendes
Fruchtgelee, das mit oder ohne Schlagſahne ſtets gern
ge=
geſſen wird, bereiten. Wird der Fruchtſaft mit Kartoffelmehl
gebunden und ebenfalls geſüßt mit Vanillezucker abgeſchmeckt, ſo
erhält man eine würzige Fruchtſoße, die man warm oder
kalt zu Flammeries, Grieß= und Reisſpeiſen, Aufläufen uſw.
T.
I.
ſerviert.
Speiſen=Zettel:
Sonntag: Mocturtleſuppe. Kalbsnierenbraten. Wiener
Fruchtſalat. — Montag: Zwiebel=Hammelfleiſch. —
Diens=
tag: Gekröſe mit Roſinenſoße und Klößen. — Mittwoch
Schwarzwurzelgemüſe mit Leber. — Donnerstag:
Pichel=
ſteiner. — Freitag: Fiſchklops mit Sardellenſoße. —
Sams=
tag: Selleriekartoffeln.
Humor
April=Wetter.
Hundstagshitze — und Hundekälte.
Unſer April verdient nur Schelte.
Schlechte Zeiten. „Warum betteln Sie denn mit zwei Hüten?” fragte
erſtaunt der Vorühe gehende. — „Vei den ſchlechten Zeiten muß man
ſein Geſchäft vergrößern”, erwiderte der Bettler.
Entſchuldigung. „Jetzt bis du ſchon zum 12. Mal am Büſett
ge=
wieſen”, ſagte die Gattin entrüſtet au dem Ball. — „Ich ſage immer,
ich muß ſür dich twvas holen.
Der Rock
gibt den Con an.
Alle führenden Häuſer im Reich der Mode
haben nun weit ihre Tore geöffnet und der
ſtaunenden Welt gezeigt, was ſie in der
Heimlichkeit der Winterwochen Neues und
Schönes geſchaffen haben, damit nun unſere
Damen den langerſehnten Frühling würdig
im neuen Kleide begrüßen können. Wer
ge=
dacht hat, dieſe Enthüllungen modiſcher
Ge=
heimniſſe würden ganz Ueberraſchendes,
Um=
wälzendes bringen, hat ſich geirrt und
be=
weiſt, daß er die Mode nicht in ihrem tiefſten
Sinn als Spiegel des Zeitgeiſtes zu
betrach=
ten gelernt hat. Die Zeit der Revolutionen
und Umwälzungen liegt hinter uns — auch
auf modiſchem Gebiete. Stetige Entwicklung,
Aufbau auf ſicherer Grundlage, liebevolle
Ausgeſtaltung des in großen Zügen als
wertvoll Anerkannten, überlegende Umſchau
nach neuen Möglichkeiten kennzeichnet unſere
Zeit und damit auch unſre Mode. Das
be=
deutet keineswegs Stillſtand der
Entwick=
lung, bedeutet noch weniger Langweiligkeit!
Was man in dieſen Wochen als Neueſtes ſah,
iſt nicht verblüffend, weil es alles Bisherige
über Bord wirft — es iſt erfreulich,
inter=
eſſant, begrüßenswert, weil es das
unermüd=
liche Streben der Modeſchaffenden verrät,
durch Feinheit in den Details, durch neue
Ideen über die Einzelheiten den ſchon
be=
kannten Grundformen ein neues Geſicht zu
geben.
Man war ja ſchon im vorigen Jahr eifrig
beſtrebt, in dieſer Richtung Erfolge zu
erzie=
len. Man hat alſo weiter gearbeitet und ſich
auch weiterhin beſonders mit dem Teil der
Kleider beſchäftigt, der ohne Gefährdung der
noch immer ſchlanken, aber nicht mehr
über=
ſchlanken Silhouette Bewegung, Belebung
vertrug: dem Rock! Wie man ihn anſetzt,
aufteilt, belebt — das iſt wahre
Künſtler=
arbeit. So zeigt ein Kleid aus ruhig
wirken=
dem Wollgeorgette um den Ausſchnitt des
bluſigen Leibchens eine dreifache
Bieſenum=
randung, die unterhalb des Ausſchnittes
plötzlich ziemlich ſpitzwinklig zurückſpringt
und den ſcheinbaren, durch einen blinden
Knopf markierten ſchrägen Schluß des
Leib=
chens unterſtreicht. Dieſe gleiche aparte Idee
wiederholt ſich nun am Rock. Aber gleichſam
als Spiegelbild — alſo im umgekehrten
Sinne; nur mit dem Unterſchied, daß unter
dem ausſpringenden Winkel eine Gruppe
Falten eingeſetzt iſt und die Bieſen
dement=
ſprechend nun ſenkrecht verlaufen (A).
Die Prinzeßform, die uns auch in den
Frühling — allerdings ſtark verändert —
hineinbegleitet, verlangt bekannlich größte
Schlichtheit des Oberteils. Man hat alſo bei
einem Promenadenkleid aus kleinkariertem
Wollſtoff lediglich eine ſchräge Schnittlinie,
unterſtrichen durch ein paar Zierknöpfe, vom
aparten Krägelchen zur linken Hüfte geführt,
wo ſie in einer Schnalle endet. Aber man
hat dafür den Rock — unter Verwendung
des Karomuſters in gegenſätzlichem Sinne —
zickzackförmig dieſem Leibchen angeſetzt, und
zwar ſo, daß immer unter den tiefſten
Punk=
ten der Anſatzlinie der Stoff in eine
Keller=
falte gelegt wurde, ſo daß der Rock in der
Ruhe glatt und gerade, in der Bewegung
lebendig beſchwingt wirkt (C).
Man konnte hier die Anfatzlinie ſo
viel=
fach brechen, weil die Ruhe des Oberteils ein
Gegengewicht brauchte. Bei dem
Mantel=
kleid, dem neuen Modeliebling, liegen durch
den breiten Lingerie=Kragen mit
entſprechen=
den Manſchetten, die Abnäher an den
Schul=
tern, die ſakkoartige Anordnung eines
Knopf=
vierecks, ſchon ſo viel Betonungen im
Ober=
teil, daß der Rock hier durch Ruhe allein
intereſſant wirken kann. Unter einem
ſchma=
len Stoffgürtel mit ſeitlicher Schnalle ſetzt
eine Hüftblende an, die die Hüften feſt
um=
ſchließt. Sie iſt unten leicht bogig geſchnitten, ſo
daß nun das eigentliche Röckchen mit vorn,
rückwärts und ſeitlich aufgeſchnittenen
Glok=
kenteilen eine geſchwungene Anſatzlinie
er=
hält (B).
Selbſt der Rock als „Ding an ſich”, alſo
als Ergänzung zur Bluſe, aus Chinakrepp
mit Bieſenſchmuck in Taillenhöhe, um die
Fechtermanſchetten und auf den Enden des
flotten Schlipſes, wird im Gegenſatz zu
frü=
her ſtärker betont. Hier iſt die Gürtelpaſſe
ſchmaler und ſpringt vorn, an den Seiten
und rückwärts als Dreieck nach unten aus,
damit den Anſatz je einer eingelegten Falte
betonend, die in ihrem Oberteil feſtgeſteppt
iſt. Man wird allerdings für ſolche Formen
ftets entſprechend leichte Stoffe nehmen —
keine ſchweren engliſchen Stoffe!
Der bunte Sportjumper.
Zum Sport gehören Farben, friſche, lebhafte
Far=
ben, die für den geſchloſſenen Raum beſtimmt zu grell
wirken würden, die ſich aber in freier Natur beſonders
gut ausnehmen. Viele bunte Farben, vermiſcht mit
unauffälligen, dezenten, ſchmücken die Jumper, die,
er=
gänzt durch einen einfachen ſchlichten Rock, von unſern
Frauen beim Sport getragen werden. Einen beſonders
hübſchen Sportjumper zeigen wir unſeren Leſerinnen
auf unſerer kleinen Skizze.
Hut und Schal zum Sport.
Der Hut wird meiſt ſehr einfach ſein; die kleine
Filzglocke mit ſchlicht um den Kopf gelegtem Band iſt
wohl am beliebteſten. Sehr flott ſind die ſportlichen
Tücher, die aufs originellſte aus zweierlei Material
kombiniert werden. Eine aparte Zuſammenſtellung
von blau=weiß= und weiß=blau=gemuſtertem Crépe=de=
Chine zeigt unſere kleine Skizze.
Für den Sport:
das Jumperkleid.
Wo immer ſportliche Frauen zuſammen ſind, wird
man bemerken, daß ſie im Grunde genommen alle
mehr oder weniger nach einem Stil gekleidet ſind: ſie
werden nämlich faſt alle ein Jumperkleid tragen!
Und das würde natürlich oft eine peinliche
Ueberein=
ſtimmung ergeben, wenn die Mode nicht dafür ſorgte,
daß jedes einzelne Modell durch geſchickte Variationen
ſeinen eigenen Typ bekäme; Stoffe und Farben, die
Länge der Jumper und der Aermel oder die völlige
Aemelloſigkeit, die Machart und die Weite der Röcke
— dies alles kann in dieſe Kleider ſoviel Abwechſlung
bringen, daß unſere ſportlichen Frauen beſtimmt
nie=
mals ſchweſterlich gleich gekleidet ſein werden!
Wie lange haben wir nun ſchon den Jumper; es
liegt ſchon Jahre zurück, als die erſten, zunächſt kritiſch
betrachteten, ſehr langen und ſehr weiten
Jumper=
bluſen auftauchten, die ſich aber ſehr ſchnell die Herzen
der Frauen, man kann wohl ſagen: aller Frauen,
er=
oberten! Und dann begann der Siegeslauf des
Jum=
pers, der ſich bis auf den heutigen Tag fortſetzt. Es
iſt nun wohl ſelbſtverſtändlich, daß der Jumper ſeine
urſprüngliche weite und figurkaſchierende Form, die
uns jetzt, wo wir knappere, korrekte Jumper tragen,
faſt ſackförmig vorkommt, nicht unverändert
beibehal=
ten werden konnte; ſie mußte ſich der jeweiligen Mode
anpaſſen — ohne indeſſen von ihrer Grundform etwas
einzubüßen. Und die „Grundform” beſteht nun
eigent=
lich hauptſächlich darin, daß man den Jumper ſtets
mit einem angeſchnittenen Schoß arbeitet, der einmal
lang, einmal kürzer, den Rockbund deckt. Gerade das
aber wird es wohl ſein, wodurch der Jumper bei den
Frauen ſo überaus beliebt geworden iſt: dieſe den
Rockbund deckende Form iſt ſo korrekt, nichts kann ſich
verſchieben und unordentlich ausſehen.
Daraus ergibt es ſich wohl auch, daß man dem
Jumperkleid als Sportanzug eine beſonders bevorzugte
Stellung einräumte, denn für den Sport mit ſeinen
oft nicht gerade ſanften oder ausgeglichenen
Bewegun=
gen kommt nur eine Kleidung in Frage, die nicht gar
zu leicht ihr ſchönes und korrektes Ausſehen verliert
— und was wäre hier wohl beſſer am Platze als unſer
Jumper?
Erſtaunlich aber iſt es immerhin, daß er auch den
modiſchen Umſchwung von Eng zu Weit überdauert
hat, daß er ſomit in ſeiner ſchlanken gradlinigen Form
als modiſche Einzelerſcheinung zwiſchen weiten,
glocki=
gen Kleidern ſteht.
Die ſchönſten Stoffe ſtehen uns für das ſportliche
Jumperkleid zur Verfügung: Jerſey und Kaſha, dieſe
beiden prachtvollen weichen Wollſtoffe, werden wohl
immer dann getragen, wenn mit einer kühlen,
unbe=
ſtändigen Witterung gerechnet werden muß —, die
begeiſterte Sportfreundin aber wird ſich beſtimmt
nicht die Laune durch trübe Wolken und einen friſchen
Wind verderben laſſen; ſie zieht ſich eben
dementſpre=
chend wärmer an! Im hellen Sonnenſchein wird
man natürlich Sommerlicheres tragen, Leinen, Roh=
und Vaſtſeide, die es in den ſchönſten Farben und
den farbenfreudigſten Muſtern gibt. Für die
Garnie=
rungen genügt meiſt die Zuſammenſtellung zweier
verſchiedenfarbiger Gewebe, ſowie ein paar abſtechende
Blenden, eine leichte geſtickte Bordüre und das
un=
vermeidliche jugendliche, feſch=eingeknotete
Halstüch=
lein. Etwas aber, einer der beiden Stoffe, die
Gar=
nierung, das Halstuch uſw., etwas von all dieſem,
wird beſtimmt in einer leuchtenden frohen
Sommer=
farbe prangen!
Zu allen Modellen ſind Lyon=Schnitte erhältlich=
Nummer 96
Sonntag, den T. April 1929
Seite 21
Nur in Originalpackung — niemals lose.
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Geite 22
Gonntag, den 7. April 1929
Nummer 96
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Nur noch heute
Nur noch heute:
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Maria Paualer
Hans Junkermann
Fritz Kampers
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Lanapark
Leben und Treiben in Coney Island, Amerikas
größtem Vergnügungspark.
Beginn 2 Uhr.
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Dle gefährlichen Abenteuer eines
Kokaln-Schmuggel-Seglers.
Ferner:
Die Präriereiten
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Beginn 2 Uhr.
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3 Kapellen
3 Kapellen
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Tanz
Tanz
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Grosse Orientreise, Tärkei —SrRIEN — PALASTMKA -—AEGFPTEI.
A
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ab Genna 19. Mai bis 10. Juni. Bückreise nach Hamburg.
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Donnerstag,
den 11. April,
20 Uhr,
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1. Geſchäftliche
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teilungen, 2.
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trag des Herrn H.
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Blu=
menſchmuck an
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ſern und in
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ſtraße 92, (II. 560
Danek-Bortrag
Montag, den 8 April, abds. 8—10 Uhr, spricht
die bekannte Hygiene-Schriftstellerin
Frau Agnes Krägeloh
aus Köln im Farst ensaal Grafe straße 18, 20.
über die
Hygiene der Wechseljahre
Die Frau von 40 Jahren. — Was muß die reife
rau von den Wechseljahren wissen? — Die
Bedeutung der Blutungen. — Das Wesen des
Krebses. — Die Ursachen so vie er
Frauenlei-
den — Woher die Nervos tät, Neurasthenie
Gemütsver timmung u Ener ielosick, der Frau?
Die Aygiene d-r jungen Frau.
Wie entstehen Entzündungen u. Katarrhe im
rauenkörper? — AusHuß Per oden törungen.
— Neues zum Thema: Schönheit, Liebe,
Ehe-
glück und ihre Erhaltung. — Welcle Frauen
ind die begehrtesten? — Frau Krägeloh führt
die Damen mit ihren modernsten Methoden
auf neue Wege in der S hönneitepfle re.
Keine Dame sollte versäumen, sich diesen
lehr-
reichen Vortrag anzuhören
Karten Mk. 0.80 u. 1.— vur an der
Abend-
kasse ab 7 Uhr.
Nur für Frauen und Mädchen über 16 Jahre
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Darmſtadt e. V.
Montag, den 8. April 1929,
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2. Vortrag
3. Verloſung
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Der Vorſtand.
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ſind die
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Schaukel, Schaubuden und
ſonſtige Verkaufsbuden zu
ver=
geben.
(5942
Angebote ſind bis 15. April
mittags 12 Uhr an den 1.
Vor=
ſitzenden des Vereins, Herrn
Haß=
loch, Bensheim, zu richten.
Der Vorſtand
des Turnvereins Bensheim e. V.
Sonntag, den 7. April 1929
Seite 23
Die Bürgerſchaft Darmſtadts wird hiermit zu einer
Gifentlichen Hersammlund un Aussprache
über die
OoelSa derMeloter Taltt
auf Montag, 8. April, abends 8 Uhr, in die Turnhalle am Woogsplatz eingeladen.
(5973
Deutſche Volkspartei.
Deutſchnationale Volkspartei.
Stenographie
Heue Kurse in Reichskurzschrift
beginnen am Dienstag den
9.April abends 8 Uhr in der
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des Kreiſes Dievurg ſollen
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ſtellung 2200 m Nohrgräben
und Liefern und Verlegen der
Rohre von 80—100 mm I. W.,
ſowie der Hauszuleitungen.
Los II. Ortsrohrnetz
Hergershau=
ſen: Herſtellung von 1800 m
Rohrgräben und Liefern und
Verlegen der Rohre von 80
bis 100 mm l. W., ſowie der
Hauszuleitungen.
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cbm Eiſenbeton 300 qm
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Eröffnung der Angebote Montag, den
22. April 1929, vormittags 10 Uhr 30
beim Heſſ. Kulturbauamt Darmſtadt,
Bleichſtraße 1. Angebotsvordrucke ſind
ſoweit Vorrat reicht für je ein Los zum
Preiſe von 100 M. bei der Unterzeichneken
Behörde erhältlich, woſelbſt auch die Pläne
und die in Frage kommenden Vorſchriften
und Beſtimmungen zur Einſichtnahme
pffen liegen und Auskunft erteilt wird, ſcheit iſt ſämtlich erſtklaſſiges Werkholz.
Freie Auswahl unter den Bietern bleibt
vorbehalten. Die Zuſchlagsfriſt läuft am
15. Mai 1929 ab.
(6013b
Darmſtadt, den 5. Aprik 1919.
Heſſiſches Kulturbauamt.
Einträge in das Handelsregiſter
Ab=
teilung 4: Am 2. April 1929 hinſichtlich
wohnt jetzt in Berlin S. 42.
Ritter=
ſtraße 32. — Abteilung B: Am 2. April
1929 hinſichtlich der Firma: Werner
Stähle, Geſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung, Darmſtadt: Die
Vertretungsbefug=
nis des Liquidators iſt beendet und die
Firma erloſchen. — Am 4. April 1929
hinſichtl. der Firma: Darmſtädter
Gas=
koks=Vertrieb Geſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung, Darmſtadt: Ludwig Fiſcher
und Auguſt Nold ſind als
Geſchäftsfüh=
rer ausgeſchieden. — Karl Groh und
Franz Jelkmann, beide Kohlenhändler
ſin Darmſtadt, ſind zu Geſchäftsführern
beſtellt.
(5979
Darmſtadt den 6. April 1929.
Amtsgericht I.
Holzverſteigerung Nr. 9
Nuh= und Brennholz.
Donnerstag, den 11. April 1929,
vor=
mittags 9 Uhr, wird auf der „
Ludwigs=
ſhöhe” bei Darmſtadt das Nutz= u.
Brenn=
holz aus verſchiedenen
Domanialwald=
diſtrikten der Förſtereien Beſſung.
Forſt=
ſhaus und Böllenfalltor verſteigert:
I. Förſterei Beſſunger Forſthaus
Diſtr. „Reiherwäldchen” u. „Stockſchlag”; den 12. Juni 1929
Derbſtangen Stück: Lärche III — 30. nachm 3 Uhr auf
Nutzknüppel Rm: Lärche — 3. Scheiter
Rm. Buche 92 Eiche 50. Knüppel Rm.
Buche 17, Eiche 11. Erle 3. Lärche 7
Reiſer I. Rm.: Buche 8. Eiche 2. Rei=
Fer III, 100 Wellen: Buche 7,60. Lärche gert werden. (5927
,75. Stöcke Rm.: Eiche 4.
II. Förſterei Böllenfalltor
Diſtrikt „Moosberg” und Dürr= und
Windfallholz aus den Diſtrikten „
Herr=
gottsberg”, „Kirſchſchlag’ u. „Moosberg”:
Stämme Fm.: Fichte 1a — 0.13, Lärche
a — 0.17, 1b — 0,51. Derbſtangen Stck.:
Fichte III. — 4. Reisſtangen Stck. Fichte
T1. — 10. Scheiter Rm.: Buche 80 Eiche
19. Knüppel Rm.: Ahorn 5. Birke 0,5,
Buche 34, Eiche 10. Kief. 4.
Weymouths=
kiefer 3. Reiſer I. Rm.: Ahorn 2,5.
Eſche 8. Reiſer II. Rm.: Fichte 20,5.
Weißtanne 3. Reiſer III., 100 Wellen:
Buche 12,45, Lärche 1,75.
Das Holz iſt vorher einzuſehen. Blau
unterſtrichene Nummern kommen nicht
(5963
zum Ausgebot.
Nähere Auskunft erteilen zu I. Herr Neubaufinanzierng
Förſter Kolb zu Beſſunger Forſthaus,
Fernruf 2666, zu II. Herr Förſter
Ben=
ſel zu Forſthaus Böllenfalltor,
Fern=
ruf 3445.
Darmſtadt, den 5. April 1929.
Heſſiſches Forſtamt Darmſtadt.
Bauarbeiten.
Die Erd=, Erd=Beton= und
Maurer=
arbeiten ſowie die Kunſtſteinarbeiten bei
der Errichtung von
Wohnhausneubau=
ten Lichtenbergſtraße 17/19 und
Guten=
bergſtraße 42 follen auf Grund der
Neichs=
verdingungsordnung vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtr. Nr. 30
I., Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Freitag, den
19. April 1929, 10 Uhr, einzureichen.
Darmſtadt, den 8. Aprik 1929. (st5983
Städt. Hochbauamt.
DieNlutzholzverſteigerung
zu Burg Frankenſtein am 5. April 1929
iſt genehmigt. Ausgabe der
Abfuhr=
ſcheine vom 16. April ab. Ueberweiſung
und erſter Fahrtag: 17. April 1929.
Zu=
ſammenkunft 8 Uhr am Forſthaus
Som=
mersgrund.
(6014
Eberſtadt, den 5. April 1929.
Heſſiſches Forſtamt Eberſtadt.
Auk und Benholt=
Verſteigerung.
Donnerstag, den 11. April, vormit=
tags von ½10 Uhr ab, werden im
20,81 Fm.
Ueberauer Gemeindewald. Diſtrikt
Alt=
ſcheuer bei Lichtenberg, an Ort und
Stelle verſteigert:
A. Nutzholz.
Stück Eichenſtämme
10 Stück Buchenſtämme. 12,32 Fm.
Stück Fichtenſtämme 4,86 Fm.
Stück Erlenſtämme. 11,90 Fm.
30 Rm. Erlenrundſcheit.
B. Brennholz.
Scheitholz, Rm.: 83 Buche 27 Eiche.
Knüppelholz, Rm.: 18 Buche, 10 Eiche,
20 Erlen und Kirſchbaum
Stammwellen: 300 Buche Aſtwellen,
805 Buche, 430 Eichen, 250 Erle.
Stockholz, Rm.: 8,2 Eiche.
Das Stammholz ſowie das Erlenrund=
„Zuſammenkunft iſt am Eingang des
Waldes. Nähere Auskunft erteilt
För=
ſter Heid zu Lichtenberg. (5950
Ueberau, den 5. April 1929.
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gewicht ſind bis zum Mittwoch, den
10. April 1929, vormittags 11 Uhr, bei
der unterzeichneten Stelle (Zimmer 3)
(5943
einzureichen.
Arheilgen, den 5. April 1929.
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Darmſtadt, April 1929.
Heſſiſche Landesbank
— Staatsbank — (5723b
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen der
1. Volz, Wilhelm, zu
2. Volz, Chriſtiane, geb. Keßler, deſſen Ehefrau, zu
½=
im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 9. April 1929, nachm. 31/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht, an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219, im Wege der Zwangsvollſtreckung verſteigert werden.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 24. Januar 1929 in das
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſtei=
gerungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäleſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
(2523a
Darmſtadt, den 1. Februar 1929.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Grundbuch für Darmſtadt, Band VII, Blatt 472.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann Am Schätzung
1 KXII 87 Acker im Rübengrund 786 1600 RM
Seite 24
Sonntag, den 7. April 1929
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