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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 93
Montag, den 2. April 1928.
191. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſiung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fälli jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank.
Vor dem Donez=Prozeß.
* Kowno, 1. April. (Priv.=Tel.)
Der Prozeß gegen die „Verſchwörer von Schachty” wird,
wenn die gerichtlichen Behörden ihre Unterſuchung bis dahin
abgeſchloſſen haben werden, am 16. April in Moskau ſtattfinden.
Von den Verhafteten iſt bereits die Mehrzahl, vor allem faſt
alle Ruſſen, nach Moskau übergeführt worden; lediglich die
Deutſchen befinden ſich noch in Roſtow, wo geſtern die erſte
Zu=
ſammenkunft des vom Botſchafter Graf Brockdorff=Rantzau
ent=
ſandten Botſchaftsbeamten mit den Verhafteten ſtattgefunden
hat. Ueber das Ergebnis dieſes erſten Beſuchs verlautet
zu=
nächſt noch nichts. Es iſt anzunehmen, daß dieſer erſt nach
Mos=
kau berichten wird, worauf mit weiteren Ausſprachen zu
rech=
nen iſt.
Die von den Ruſſen eingeſetzten Kommiſſionen zur
Unter=
ſuchung der Vorgänge in Schachty haben ihre Arbeiten
abge=
ſchloſſen. Die Unterſuchung hat ein Ergebnis gezeitigt, das
er=
neut die Auffaſſung beſtätigt, daß es ſich bei der ganzen Affäre
um eine Angelegenheit handelt, die aus parteipolitiſchen
Rück=
ſichten ungeheuer aufgebauſcht worden iſt. Beide Kommiſſionen,
eine G.P.U.= und eine Gewerkſchaftskommiſſion, haben Hand in
Hand gearbeitet. Ihre Aufgabe war es, nicht nur die
Zuſam=
menhänge der Vorgänge im Donez=Gebiet vom kommuniſtiſchen
Standpunkt aus zu klären, ſondern auch gleichzeitig eine
radi=
kale Säuberungsaktion in den Aemtern durchzuführen. Die
Maßnahmen, die nach ihrer Berichterſtattung in Moskau durch
die oberſten Partei= und Sowjetbehörden im Schachtyrayon
durchgeführt worden ſind, weiſen eindeutig darauf hin, welche
Direktiven den Kommiſſionen von Moskau aus mit auf den
Weg gegeben: worden ſind. Manche Zuſammenhänge werden
jetzt klar, wenn man Einzelergebniſſe in das von Moskau
an=
gewandte Syſtem des Kampfes gegen die Konterrevolution
ein=
ordnet. Führende Partei= und Sowjetbeamte werden wegen
Mißbrauchs ihrer Aemter abberufen und zur Rechenſchaft
ge=
zogen, anderen wird ſcharfer Tadel erteilt, weil ſie nicht das
nötige Verſtändnis für die vom klaſſenkämpferiſchen Standpunkt
aus ſchädliche Tätigkeit der „Bourgeois=Spezialiſten” bewieſen
haben. Für die Zukunft ſollen beſonders befähigte Partei= und
Gewerkſchaftsmitglieder aus den hauptſtädtiſchen Zentren
dort=
hin entſandt werden, um die Parteibureaus und die
Gewerk=
ſchaftsorganiſationen „mit neuem Geiſt zu erfüllen”.
Geht aus dieſen Maßnahmen, wie betont, bereits zur
Ge=
nüge hervor, daß die in Deutſchland mit Empörung
aufgenom=
mene Verhaftung der deutſchen Ingenieure lediglich auf
inner=
kommuniſtiſche Motive zurückzuführen iſt, ſo wird dieſe
Tat=
ſache durch die inzwiſchen bekannt gewordene Vorgeſchichte der
ganzen Aktion noch beſonders bewieſen.
In Artemowſk, einem Städtchen im Schachtygebiet, hatie die
Frau eines höheren Polizeibeamten aus dunklen Motiven
Selbſt=
mord begangen. Als man der Angelegenheit nachſpürte, ſtieß
man auf eine ganze Kette von Unregelmäßigkeiten und
Miß=
bräuchen, die hohe Partei= und G.P.1.=Beamte ſich haben
zu=
ſchulden kommen laſſen. Bei dieſer Gelegenheit erinnerte man
ſich auch der zahlreichen Beſchwerden und Klagen, die aus
Ar=
beiterkreiſen ſtammten, denen aber gewöhnlich kein Gehör
ge=
ſchenkt worden war, weil die korrumpierten örtlichen Behörden
ſie entweder gar nicht weitergeleitet hatten oder ihnen ſcharf
entgegengetreten waren. Die ohnehin wachſende
Unzufrieden=
heit der Arbeiterſchaft wurde nach dem Bekanntwerden dieſer
Affären nur noch geſteigert, ſo daß die Sowjetbehörden ſich
ge=
zwungen ſahen, zur Beruhigung der kommuniſtiſch organiſierten
Arbeiterſchaft des Schachtyrayons ſcharf verzugehen.
Wie weit die Maßnahmen der Sowjetbehörden
gerechtfer=
tigt ſind, wird der Prozeß erweiſen müſſen. Offenſichtlich iſt
aber, daß die Angelegenheit ſehr aufgebauſcht wird; ſo erſcheint
es wenig glaubhaft, daß es ſich tatſächlich um eine ſyſtematiſche
Vorbereitung zum Umſturz, um Sabotage und um Verrat
ge=
handelt haben kann. Alte Erſahrungen zeigen, welchen Aufwand
in propagandiſtiſcher Hinſicht die Sowjetbehörden treiben, um
einen Sündenbock für ihre eigenen Mißerfolge zu finden. War
es anfangs die konterrebolutionäre Tätigkeit der Monarchiſten
und Kadetten, die der Weltrevolution hindernd im Wege ſtand,
ſo wurde ſpäterhin die ganze Aufmerkſamkeit der
kommuniſti=
ſchen Parteibehörden den reichen Bauern zugewandt, gegen die
der Vorwurf erhoben wurde, daß ſie die Sowjetmacht
unter=
graben. Dieſer Kampf gegen die Bauern iſt aber als Parallele,
zur Donez=Aktion von beſonderem Intereſſe. Hier wie dort
ſpielt die G.PU. eine beſondere Rolle. Sie iſt das
Machtinſtru=
ment der Partei, was um ſo bedeutungsvoller iſt, als in dem
Widerſtreit der Intereſſen zwiſchen Partei und Staat jene ſtets
uech bisher die Oberhand behalten hat. Deshalb begegnet man
in der ruſſiſchen Preſſe auch immer wieder dem Hinweis, daß
die Angeklagten in dem Donez=Prozeß weniger wegen
Unter=
grabung der Wirtſchaft des Staates, als vielmehr wegen ihrer
Tätigkeit gegen den Kommunismus ſtreng beſtraft werden
müßten.
Daß es ſich bei den deutſchen Ingenieuren um einen
Miß=
griff der G.P.U. handelt, wird der Prozeß erweiſen müſſen.
Denn wenn es auch nicht überſehen werden darf, daß die
aus=
ländiſchen Spezialiſten unter beſonders erſchwerten Verhältniſſen
zu leben und zu arbeiten haben, ſo iſt doch kaum anzunehmen,
daß einer der Deutſchen ſich an Machenſchaften gegen den
ruſſi=
ſchen Staat und gegen den Kommunismus beteiligt haben kann.
„Verdächtig” erſcheint man allerdings in der Solvjetunion auch
oft ſchon dann, wenn man nicht eindeutig für den Kommunismus
iſt. Inzwiſchen dürften ja aber auch die Schädigungen, die
Muß=
land durch das geſpannte Verhältnis zu Deutſchland
dabonge=
tragen hat, au=h langſam in Mostau llar geworden ſein. Man
müßte deshalb annehmen, daß der Prozeß gegen die Deutſchen
in voller Objeltivität durchgeſührt werden wird, d. h. dann, daß
nur ein Freiſpruch erwartet werden kann.
Vom Tage.
Die Pariſer Polizei hat zwei Deutſche namens Abraham
Sulzberger und Ludwig Salomon, beide wohnhaft in Berlin,
verhaftet, die beſchuldigt werden, wertloſe Wertpapiere und
zahl=
reiche wertloſe Wechſel in den Handel gebracht zu haben. Mit ihnen
wurde ein Franzoſe namens Robard, angeblich Direktor einer Pariſer
Handelsgeſellſchaft, der mit den beiden gearbeitet haben ſoll, verhaftet.
Nach Blättermeldungen aus Barcelona ereignete ſich in einer
Konfektfabrik eine Exploſion, bei der ein Arbeiter getötet
und mehrere ſchwer verletzt wurden.
Der polniſche Landtag hat ſich geſtern, nachdem er noch
des Budgetproviſorium und das Geſetz über die Inveſtitionskredite
in der Regierungsfaſſung verabſchiedet hatte, vertagt. Die nächſte
Sitzung wird am 24. April ſtattfinden.
Nach den letzten Meldungen aus Konſtantinopel hat das
Erd=
beben von Smyrna einen größeren Umfang gehabt, als die
erſten Meldungen annehmen ließen. Es gab drei Erdſtöße: den arſten
um ½3 Uhr morgens, den zweiten um 3 Uhr morgens und den dritten
um 6 Uhr abends. Das Zentrum des Bebens ſcheint ſich in Tu ball
befunden zu haben, wo man 30 Tote und 100 Verletzte zählt. Das
Beben wurde außerdem in Konſtantinopel, wenn auch nuc leicht,
ver=
ſpürt. In Smyrna ſind ſämtliche Fabrikſchornſteine eingeſtürzt. In
Seidi Köi, einem Dorf in der Nähe von Smyrna, zählt man 50 Tote
und 40 Verletzte. Die genaue Zahl der Opfer im ganzen heimgeſuchten
Gebiet iſt noch nicht bekannt. In Turball ſind 200 Häuſer zerſtört
worden. Die Bevölkerung kampiert im Freien. Die Regierung hat
Truppen und das Rote Kreuz zur Hilfeleiſtung aufgeboten.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann
über Bismarck.
Berlin, 1. April.
Die Arbeitsgemeinſchaft Oſtpreußiſcher Regimentsvereine in
Berlin veranſtaltete, im großen Feſtfaal des
Kriegervereins=
hauſes, der mit den Farben des Reiches und Preußens und der
alten Reichsflagge geſchmückt war, eine Bismarckgeburtstagsfeier
zum Beſten oſtpreußiſcher Nothilfe. Die Feſtrede hatte
Reichs=
außenminiſter Dr. Streſemann übernommen, der eingangs die
politiſche Situation bei Bismarcks Geburt ſchilderte und in
Vergleich ſetzte zu Deutſchlands Großmachtſtellung bei ſeinem
Tode. Dr. Streſemann unterſuchte die Fragen, was Bismarck
wohl heute zu ſagen habe, was wir von ihm als Menſchen, als
Staatsmann und Diplomaten lernen können. Man werde von
Bismarck nicht verlangen können, daß er im Jahre 1928 mit
den=
ſelben Mitteln Politik treibe, wie er es 1880 getan hat. Für ihn
war die Politik die Lehre vom Möglichen, die ihn die
verſchie=
denen Parteien als das benutzen ließ, was ſie ſein ſollen als
Faktoren, die dem Vaterlande dienen. Er hat nicht danach
ge=
fragt, welche Couleur ſie tragen, wenn er nur die Ueberzeugung
hatte, daß ſie mit ihm zuſammen für Deutſchland wirken wollten.
Es gibt viele, die glauben, es ſei leicht, Außenpolitik zu führen.
Bismarck, der auf dem Gebiete deutſcher Außenpolitik die
größ=
ten Erfolge erzielt ha”, hat es des öfteren zum Ansdruck
ge=
bracht, daß die Politik an ſich keine Logik und exakte
Wiſſen=
ſchaft, ſondern die Fähigkeit ſei, „in jedem wechſelnden Moment
der Situation das am wenigſten Schädliche oder das
Zweck=
mäßigſte zu wählen”. Als Menſch war Bismarck voller
Wider=
ſprüche, ſein Leben war Kampf, wie eben große Menſchen, die
es in der Welt gegeben hat, immer Kämpfer geweſen ſind. Er
hat gelitten unter den Verleumdungen ſeiner Gegner und hat
ſich geſorgt um den Fortbeſtand des Reiches. Bismarck war der
Mann der Realpolitik, der ſich oft den Vorwurf gefallen laſſen
mußte, daß er ſeine Taktik geändert hätte und inkonſequent ſei.
Er hat ſelbſt einmal darauf geantwortet: Das käme ihm vor,
als wenn man Moltke vorwerfen wollte: Warum haben Sie
nicht in der Schlacht von Sedan dasſelbe Manöver ausgeführt
wie in der Schlacht von Mars=la=Tour? Aus dieſer Einſtellung
ertpuchs Bismarcks Bündnispolitik in ihrer ganzen Genialität,
Vielſeitigkeit und politiſchen Schöpferkraft. Wie das Leben
die=
ſes großen Mannes nur dem Wohl des Staates galt, ſo wollen
auch wir an Bismarcks Geburtstag einmütig, feſt und
uner=
ſchrocken zuſammenſtehen, uns das Leben dieſes Mannes zum
Leitſtern machen, jeder an der Stelle, an der er zu wirken hat
Ich habe heute morgen geleſen, daß die Stadt Marggrabowa
ihren Namen in Treuburg geändert hat. Laſſen Sie uns hoffen,
daß dos ganze Deutſchland und insbeſondere Oſtpreußen, das
einſt in dem Kampfe um die Wiedererrichtung Preußens an
erſter Stelle ſtand, Treuburg werde. So dienen wir dem
An=
denken Bismarcks am beſten und arbeiten in ſeinem Geiſte.
Starker Beifall lohnte die Ausführungen des
Reichsaußen=
miniſters, die ſpontan das Deutſchlandlied auslöſten.
Reichs=
innenminiſter v. Keudell ſprach Dr. Streſemann den
tiefgefühl=
ten Dank der Feſtteilnehmer aus und hob insbeſondere hervor,
daß der Reichsaußenminiſter trotz der Ueberlaſtung mit
außen=
politiſchen Geſchäften es ſich nicht habe nehmen laſſen, das Feſt
mit ſeiner Anweſenheit zu beehren. Dr. v. Keudell erinnerte
in ſeinen weiteren Ausführungen an die große hiſtoriſche
Be=
deutung Oſtpreußens und ließ ſeine Worte in ein Hoch auf dieſe
alte, heilige Provinz ausklingen.
Die polniſch=litauiſchen Verhandlungen.
Königsberg, 1. April.
Die nächſte Sitzung der polniſch=litauiſchen Konferenz iſt auf
Montag vormittag 11 Uhr angeſetzt. Sicherem Vernehmen nach
iſt das litauiſche Projekt über die Sicherheitsfrage bis zum
heut=
tigen Abend bei der polniſchen Delegation noch nicht eingegangen.
Das Memorandu über die litauiſchen Schadenerſatzanſprüche
iſt ſehr kurz. Die litauiſchen Forderungen belaufen ſich auf zehn
Millionen Dollar. Von polniſcher Seite ſind dem die Anſprüche
gegewübergeſtellt worden, die Polen daraus herleitet, daß
Litauen während des polniſch=ruſſiſchen Krieges im Jahre 1920
die Neutralität nicht gewahrt habe. Wie weiter verlautet, ſind
die polniſchen Wünſche, betreffend den Tranſit, der litauiſchen
*
Delegation, ebenfalls noch nicht überreicht wvorden.
Der polniſche Geſandte in Berlin, Olſzowſki, iſt nach Berlin
zurückgekehrt.
* Däniſche Streiflichter.
Parlamentariſches und beinahe
Unparla=
mentariſches.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
v. A. Kopenhagen, 30. März.
Wenn ein Deutſcher nach Dänemark kommt und — über das
internationale Hotelmilieu hinaus — engere Beziehungen zur
Bevölkerung anknüpft, wird er ſehr bald merken müſſen, welch
unzweideutiger Unbeliebtheit er ſich erfreut. Einer
Un=
beliebtheit, die weit weniger auf konkrete nationalpolitiſche
Gegenſätze als auf einen intereſſanten Trugſchluß zurückzuführen
iſt. Der Durchſchnittsdäne geht nämlich von der aus ſchlechtem
Gewiſſen geborenen Vorausſetzung aus, daß das deutſche Volk
ſeit dem Jahre 1920 Tag und Nacht nichts anderes zu tun habe,
als ihn zu haſſen. Um dabei nicht etwa ins Hintertreffen zu
ge=
raten und ſich in die Faſſive Rolle des Dulders drängen zu laſſen,
nimmt er den eingebildeten Haß vorweg und ſteckt, ihn ſich
ad majorem Daniae gloriam — ſichtbar an den Hut. Je weniger
Deutſchland darauf reagiert, um ſo empfindlicher wird der kleine
Nachbar und um ſo mehr wittert er verſteckte Bosheit und
ab=
gründige Heuchelei. Es iſt wie in jenem ruſſiſchen Sprichwort:
„Eine alte Frau in Kiew haßte den Kaiſer, und denkt euch — der
Kaiſer wußte es nicht.." Nichts kränkt den Dänen
nachhal=
tiger und verwundet ihn tiefer in ſeinem Stolz, als dieſes „
Nicht=
wiſſen” — trotzdem und obgleich er es für Verſtellung hält. Wenn
man drüben bei uns ahnte, wie die däniſche Preſſe aufjauchzt und
in voller Kriegsbemalung erſtrahlt, wenn ein deutſches Blatt
zu=
fällig einen der ebenſo eifrig wie engros exportierten
Fehde=
handſchuhe aufnimmt — ja, dann täte man ihr vielleicht öfter
den Gefallen. Man ſtelle ſich ein Land vor, das ſo ganz und gar
keine Gelegenheit hat, ſeinen etwas kränklichen und ſtubenblaſſen
Heroismus an die friſche Luft zu führen, und habe ein Einſehen!
Vor allem aber muß vor etwas dringend gewarnt werden:
man nenne den Dänen nie ſeinen Vetter oder bezichtige ihn gar
der Zugehörigkeit zur germaniſchen Raſſe. Darin verſteht er
nämlich keinen Spaß. Der Däne iſt eben Däne, däniſcher
Ab=
ſtammung, däniſcher Raſſe uſw. uſw. Wenn die Römer
einſt Dänemark zu Germanien zählten, ſo war das ein
bedauer=
licher Irrtum dieſes ſonſt ſo achtbaren romaniſchen Volkes. Um
jedem etwa auftauchenden Verdacht zu entgehen, erzählt der
kul=
turell gehobene Kopenhagener gern, daß ſeine Familie
urſprüng=
lich aus Frankreich ſtamme — auch wenn er noch ſo ſehr
Han=
ſen oder Schneider heißt. Der Glaube kann demnach nicht nur
Berge, ſondern im Bedarfsfalle auch ganze Länder, Völker und
Raſſen verſetzen.
Was übrigens den Glauben anbelangt — d. h. den an ſich
ſelbſt —, ſo müſſen unſere nördlichen Nachbarn die ſeligſten
Be=
wohner dieſer unvollkommenen Welt ſein. Wo etwas
Bedeut=
ſames geſchieht, wo ein befruchtender Geiſt, eine geniale Idee
auftaucht, da iſt der däniſche Urheber ſicher nicht fern, denn
Däne=
mark hat „bekanntlich” (ich zitiere nur) die hervorragendſten
Ge=
lehrten, Aerzte, Ingenieure, Landwirte uſw. und iſt zum Beiſpiel
Deutſchland kulturell weit überlegen. Wer das nicht glauben
will, braucht bloß in Paris anzufragen — Poſtkarte genügt. Der
große Henrik Ibſen war natürlich däniſcher Herkunft, wofür er
ſeinem Schöpfer noch im Jenſeits danken ſollte. Denn was wäre
wohl ſonſt aus ihm geworden?
(Ganz nebenbei geſagt: ein prominenter Kopenhagener hat
kürzlich behauptet, das däniſche Volk beſtehe zu 50 Prozent aus
— na, ſagen wir mal „Geſchäftstüchtigen” und zur anderen
Hälfte aus Betrogenen. Doch ich will mir dieſe Bosheit nicht zu
eigen machen; man glaube getroſt das Gegenteil!)
Um ganz gerecht zu ſein, ſei hier betont, daß das Dänentum
ſehr viele ausgezeichnete Eigenſchaften beſitzt: es iſt fleißig und
ſchollentreu, von ehrlicher Vaterlandsliebe durchdrungen und in
ſeinem bäuerlichen Stamm von urwüchſig=patriarchaliſcher Würde.
Die weniger erfreulichen Auswüchſe ſeines Weſens treten leider
gerade dort zutage, wo ſie dem Fremden am eheſten auffallen,
d. h. in der Preſſe, und zwar in jenem Teil der „
Oeffentlich=
keit”, der das nationale Selbſtbewußtſein, und die europäiſche
Ziviliſation gepachtet zu haben glaubt. Darum ſoll man ſich
hüten, erſtens von Kopenhagen und zweitens von ſeinen
Zeitun=
gen auf ganz Dänemark zu ſchließen. Es ſteckt viel geſunde Kraft
in dieſem Volk.
Auch Kopenhagen iſt in mancher Beziehung beſſer als
ſein leichtfertiger, genußſüchtiger Ruf. So paſſierte es neulich
einem meiner Bekannten, daß er ſein Fahrrad mitten in der
Stadt neben eine Haustür ſtellte und dort vergaß. Erſt eine
Woche ſpäter bemerkte er den Verluſt und begab ſich auf die
Suche. Nun — das Rad ſtand noch an ſeinem Platz, etwas
ver=
roſtet allerdings, jedoch vollkommen unberührt! Das ſollte man
mal wo anders verſuchen Wenn hier neuerdings ſorglos am
Bürgerſteig angelehnte Fahrräder in Maſſen verſchwinden, ſo
kommit nur die Polizei als „Täter” in Frage, und der Beſitzer
darf ſich ſein Vehikel — nach Erlegung einer Geldbuße — vom
nächſten Revier abholen. Ordnung muß ſein! Der Kampf der
Staatsgewalt mit dem Fahrradſpalier iſt übrigens aufreibender
als man glaubt, denn der Däne läßt ſich weder ſeine guten, noch
ſeine ſchlechten Gewohnheiten ſo ohne weiteres austreiben. Die
meiſten Häuſer ſtehen hier nachts offen, und die Tür meiner
Pen=
ſion iſt tagsüber nie verſchloſſen. Wer will ſich da wundern, daß
ein däniſcher Kaufmann, dem ſein wertvoller Koffer auf dem
Leipziger Hauptbahnhof unter den Händen weg geſtohlen wurde,
als finſterer Deutſchenhaſſer nach Kopenhagen zurückkehrte!
Wenn man den modernen Parlamentarismus in ſeiner zum
Selbſtzweck gewordenen Reinkultur belauſchen will, dann reiſe
man getroſt nach Dänemark. Denn hier iſt dieſer
Parlamentaris=
mus zu Hauſe, und hier iſt das Rezept gefunden, wie man
poli=
tiſches Handeln durch oratoriſche Leiſtungen erſetzen, ſowvie die
harmloſeſte, gänzlich unpolitiſche Angelegenheit auf dem Weg der
Debatte erfolgreich politiſieren kann. Der Gipfel aller Dinge iſt
die Taktik — und zwar eine Taktik, wie ſie erfindungsreicher
diel=
ſeitiger, geſchmeidiger kaum erträumt werden lann. Der
Parla=
mentarismus als geiſtreiches Geſellſchaftsſpiel; voller Uober=
Seite 2
Montag, den 2. April 1928
Nummer 93
uaſchungen, unerwarteter Wendungen und ſeingeſponnener Tricks.
Beinahe möchte ich ſagen — als Kreuzworträtſel, denn man weiß
nie vorher, was dabei herauskommt, und doch hat alles ſeinen
rechten Platz und ſeine vorbeſtimmte Löſſung. Man mt
gelegent=
lich ſo, als wolle eine Partei ausbrechen, man demonſtriert,
oppo=
niert und „kriſelt” — ja, man will ſogar ſich ſelber glauben
machen, daß es bitterſter Ernſt ſei. Zuletzt aber atmen alle
er=
leichtert auf — es war nurz Spiel, und Uebelnehmen gilt nicht.
Da greifen z. B. die Rechten das liberale Miniſterium heftig an
und weiſen haarſcharf nach, daß die ganze Regierungsvorlage
(Landmannsbank) nichts taugt, zurückgewieſen werden muß und
überhaupt nur unter einem anderen Regime befriedigend
er=
ledigt werden bann. Demokraten wie Sozialdemokraten ſchließen
ſich der Kritik an, und es wird ein oppoſitioneller
Rückvepwei=
ſungsantrag eingebracht. Die Abſtimmung naht — man ſieht
ſchon die Miniſterſeſſel wanken! Ja, und dann ſtimmen die
Rechten treu und bieder — gegen die Rückverweiſung . . . — Oder
die Sozialdemokraten kämpfen wie die Löwen für den
National=
muſeumsplan der Oppoſition. Wenn er in Gefahr iſt, wirklich
angenommen zu wwerden, wird die Abſtimmung vertagt. In der
nächſten Sitzung liegen die Dinge unwünſtig=gümſtiger: der
Oppo=
ſitionsantrag wird mit acht Stimmen abgelehnt und eine halbe
Stunde darauf ſchließen ſich die Sozialdemokraten in namentlicher
Abſtimmung der bekämpften Regierungsvorlage an. Man kann
ſogar gegen ſeinen eigenen Antrag ſtimmnen, wenn ihm
unerwünſchter Erfolg droht. Es gibt halt Dinge zuviſchen Himmel
und Erde, nach denen man immer „ſchreien” muß und die man
nie wirnklich erhalten darf — wenn man ein kluger
Parlamen=
tarier iſt.
Weltanſchauliche Geſichtspunkte ſpielen im rein ſozial=
wirt=
ſchaftlich gegliederten däniſchen Parteileben ſo gut wie gar keine
Rolle mehr. Der Konſervative iſt Demokrat und der
Sozial=
demokrat konſervativ — je nachdem, wie die Karten fallen. Ein
Arzt verſicherte neulich, die däniſche Sprache ſei ungeſſund, weil
ſie den Kehlkopf angreife. Im Parlament merkt man nichts
davon, und deshalb wird es wohl auch nicht wahr ſein.
Eine Sonntags=Rede Poincarés.
Paris, 1. April.
In ſeiner heute in Carcaſonne gehaltenen Rede unterſtrich
Poincaré die Bedeutung ſeiner bisherigen Verdienſte um die
finanzielle Sanierung, die durch ein Miniſterium der nationalen
Einigung ermöglicht worden ſeien. Was noch zu tun bleibe, ſei
ebenſo ſchwierig wie das bereits Geſchehene. Was man erzielen
müſſe, ſei die Rückkehr zu einer geſunden Geldwährung. Deshalb
müſſe vermieden werden, daß man wieder in die
parlamenta=
riſchen Kriſen verfalle. Alles müſſe dieſer Finanzſanierung
unter=
geordnet werden.
Poincaré ſprach alsdann von der Notwendigkeit ſteuerlicher
Ausgleichsreform ſowie von den wirtſchaftlichen Reformen. Die
deutſchen Sachlieferungen würden die Durchführung eines
ratio=
nellen Programms ermöglichen. Auch die Landwirtſchaft und
der Weinbau müßten Reformen unterworfen werden.
Nach ſcharfen Ausführungen gegen den Kommunismus, deſſen
Bekämpfung er für notwendig erklärte, kam Poincaré auf den
äußeren Frieden zu ſprechen, von dem er ſagte: Wir haben
un=
glücklicherweiſe hierüber nicht allein zu beſtimmen, ſonſt würde
er für immer ſichergeſtellt ſein. Aber wir wollen unſererſeits
tun, was von uns abhängt, um dieſen ſicherzuſtellen. Man wird
uns niemals eine Handlung, eine Geſte oder ein Wort vorwerfen
können, die ungenügend tazifiſtiſch ſind. Wenn man uns
irgend=
welcher Hintergedanken bezichtigt, ſo iſt das verleumderiſch oder
töricht. Als wir mit allen Weſtmächten in den letzten Tagen den
Sowjetantrag ablehnten, geſchah es nicht, weil wir gegen irgend
jemand Angriffsmittel haben wollten, ſondern weil wir nicht ein
Verfahren eingehen konnten, das die zahlreichen geſchwächten
=Völker den ſtärkeren ausliefern würde. Frankreich hat keine
Ge=
legenheit vorübergehen laſſen, um ſeine friedlichen Abſichten
kundzutun, und jeden Tag bemüht es ſich, Konflikten im
Völker=
bund vorzubengen.
Poincaré ſtreifte dann das Kriegsſchuldenproblem und fuhr
fort: Es iſt auch möglich, daß aus Anlaß einer demnächſtigen
Dawesannuität man prüfen muß, wann die Eiſenbahn= und
Induſtrie=Obligationen, die der Dawesplan vorſieht, placiert
wer=
den können. Dieſes Finanzproblem wird wahrſcheinlich noch
andere gleicher Art zur Folge haben. Es wäre verfrüht, ſich
nach dieſer Nichtung hin auf Vorausſagen einzulaſſen. Es muß
geſagt werden, daß vorbehaltlich der franzöſiſchen Sicherheit und
des Rechtes Frankreichs auf Reparationen, wir, wenn die Stunde
gekommen iſt, Kombinationen annehmen werden, die durch die
Unterbringung der Obligationen es den früheren Alliierten und
Deutſchland und Frankreich ſelbſt geſtatten werden, ſo raſch wie
möglich ihre Schulden zu begleichen. Keine Nation hat mehr als
Frankreich das Gefühl für die wirtſchaftliche Solidarität, die alle
Völker der Welt miteinander verbindet.
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 2. April.
Wetterprognoſe für April.
Ausgegeben vom Deutſchen Zeutralbüro für aſtronwniſche Wetterkunde / Orcheſters dem Enſemble treu geblieben, ſo daß die ungeheure
Direktor A. M. Grimm, Bad Tölz.
Der April iſt ein niederſchlagsreicher Monat mit viel Winden und
auch Stürmen, beſonders in der erſten Hälfte. Die Temperatur befindet
ſich meiſtens unter dem Mittel, und die Geſamtſumme unter dem
Durch=
ſchnitt. Der Monat iſt alſo im ganzen etwas zu kalt. Die meiſten Tage
zeigen ſtarke Bewvölkung, und in jeder Dekade gibt es einen Höhepunkt
an Niederſchlag. In jeder Dekade wird es Erdſtöße geben, beſonders
aber in der zweiten Monatshälfte.
1.—5.: Schönwetterperiode mit Störungen durch Stürme. Enſt
Stei=
gen, dann Fallen der Temperatur.
6.—10.: Veränderliches Wetter mit Wind und Regen, wechſelnde
Be=
völkung, ſchwankende Temperatur. Zuletzt kaltes Negenwetter.
11.—15.: Beginnt mit Kälte und Regen, was die meiſte Zeit anhält.
Gelegentlich ſogar noch Schneefall.
16.—20.: Vorviegend Wind und Sturm, am Anfang und am Ende auch
Regen: in der Zwiſchenzeit unbeſtändig.
21.—25.: Veränderliches Wetter, doch vorwiegend trocken, erſt gegen
Ende mehr Regen.
26.—30.: Regenperiode mit ſinkender Tewperatur, die gegen Ende bei
Aufhellung wieder etwas ſteigt.
Landesbibliothek. Neue Erwerbungen, vom 2. April an auf
14 Tage im Leſeſaale zur Anſicht aufgeſtellt: Die Bau= und
Kunſtdenk=
mäler der Freien und Hanſeſtadt Lübeck, 4., Lübeck 1928; Buchanan:
Meine Miſſion in Rußland, Berlin 1926; Bücherei der chriſtlichen Welt,
22: Rade, Glaubenslehre, 2. Bd., 3. Buch, Gotha 1927; Enzyklopädie
der mathematiſchen Wiſſenſchaften, 2: Analyſis 3, 2, Leipzig 1923—19R7;
Feſtgabe für Alfred Manes, 1902—1927, Berlin 1927; Floeriche: Vögel
auf der Reiſe, Stuttgart (1928); Grims: Buddha und Chriſtus, Leipzig
1928: Die Grundlehren der mathematiſchen Wiſſenſchaften, 2: Klein,
Vorleſungen über nicht=euklidiſche Geometrie, Berlin 1928; Hahn:
Georg Chriſtoph Lichtenberg und die exakten Wiſſenſchaften, Göttingen
1977; Handbuch der inneren Medizin, 2. Aufl., 4, 2, Blurdrüſen
phyſi=
kaliſche Urſachen, Vergiftungen, Berlin 1997; Handbuch der Phyſik, 13,
Berlin 1998; Handbuch der Zoologie, 3, 1, Berlin 1926 u. 1927;
Hand=
buch für Eiſenbetonbau, 3. Aufl., 13, Berlin 1928; Kant Geſammelte
Schriften, 18, 3. Abt., Bd. 5: Metgphyſik, Berlin u. Leipzig 1928;
Aus Natur und Geiſteswelt, 393: Vater. Die Dampfmaſchine, 6., 1. Aufl.,
Leipzig, Berlin 1977; Seligmann: Die magiſchen Heil= und Schutz= der Nevuen verſchiebenſten Genres dem Publikum von Darmſtadt
ein=
mittel aus der unbelebten Natur, Stuttgart 1927; Tag für
Denkmals=
pflege Breslau 1928, Berlin 197: Die Wiſſenſchaft, 77: Lewis, Die
Valenz und der Bau der Atome und Moleküle, Braunſchweig 1927.
Zeitſchriften: Acta mathematica, 49, 50, Stockholm 1926—1927;
Die Aloen, 3, 1927. Bern 1927; Annalen der Phyſil, 4. Folge, 84,
Leipzig 1927; Antologie, Nuova di Lettre Scienze ed Arti, 7. Serie,
255, 256, Roma 1927; Archiv für wiſſenſchaftliche und praktiſche
Tier=
heilkunde, 56, Berlin 1927; Graefes Archiv für Ophthalmologie, 118,
Berlin 1927; Berichte der Deutſchen chemiſchen Geſellſchaft, 60, II.,
Berlin 1927; Comptes rendus hebdom. des Séances de 1Académie des
Seienees, 184, Paris 1927; Eckart, Blätter für ev. Geiſteskultur, 3,
1926/27, Berlin; „Euphorion, Zeitſchrift für Literaturgeſchichte, B,
Stuttgart 1927; Journal des Sabants, 1926, 19N7, Paris 1926—1927;
Dinglers Polytechniſches Journal, 342, 1927, Berlin; „Marx—Engels=
Archib, 2, Frankfurt a M., 1927: Organ für die Fortſchritte des Eiſen= betonte Dr. Altſchüler die Wichtigkeit von Ehezeugniſſen und
Ehe=
bahnweſens 82, N. F. 64, 1927 München 1927; Revue des deux
Mondes, VIle Période, W3, Paris 1928: Revue des Queſtions
hiſtoriques, 107, 3. Serie, 11, Paris 1397; Signale für die muſikaliſche d. h. vorher, vor einer Geburt z. B. daran denke, ſich über die Ge=
Welt, 85, 1927, II., Berlin; „Zeitſchrift für die geſamte Staatswiſſen=
Frankfurt a. M.: Zeitſchrift für Hygiene, 107, Berlin 1927; Zeitſchrift wenn man Zahnſchmerzen verſpürt. — Die Tendenz des Films,
auf=
für angewandte Pſychologie, 28, Leipzig 1927. — Vom 16. April an
ver=
leihbar. Vormerkungen werden im Leſeſaale entgegengenommen.
Konzert des Stadt=Orcheſters in der Zurnhalle.
Mit einem dem heſſiſchen Bußtag angepaßten ernſten
Pro=
gramm ſtellte ſich das Stadt=Orcheſter am erſten Tag, an dem es
unter der neuen Flagge ſegelt, der Oeffentlichkeit vor. Mit
weni=
gen Ausnahmen ſind die Mitglieder des ſeitherigen Städtiſchen
Arbeit des Einſpielens, die ſich ſonſt Neugründungen auftut, hier
nicht mehr zu leiſten iſt, ſondern der ans Konzertieren gewöhnte
einheitliche Klangkörper dem neuen Leiter, Herrn Kapellmeiſter
Willy Schlupp, zur Verfügung ſteht. Dieſer hat ſich als
lang=
jähriger Leiter der Kapelle im Schloßkaffee ſchon den Ruf als
vorzüglicher Muſiker erworben, und er verſtand es auch an der
Spitze des weit größeren Orcheſters, ſich in jeder Beziehung zu
bewähren. Denn er hatte ſich Aufgaben gewählt, die an die
Geſtaltungskraft des Dirigenten höchſte Anforderungen ſtellen.
Zwar widerſtrebt es dem Charakter der Muſit Beethovens,
Schu=
berts und Webers, wenn im Orcheſter die Streicher nur ſchwach
beſetzt ſind, da ſie durchaus die Grundfarbe für die Kompoſition
abgeben und ihre kleine Beſetzung die Bläſer zu ſehr
hervor=
treten läßt. Aber davon abgeſehen war die Wiedergabe der
Un=
vollendeten in II=Moll von Schubert eine in jeder Beziehung
achtunggebietende Leiſtung, der thematiſche Aufbau erſtand klar
und ausdrucksvoll, die zahlreichen Bläſerſoli waren faſt
aus=
nahmslos rein und ſchön abgetönt. Auch die piano Partien
des zweiten Satzes klangen ausgezeichnet.
Von größeren Werken erklangen ferner die Ouvertüren zu
„Ruy Blas” von F. Mendelsſohn=Bartholdy, die zu „Oberon”
von Weber, der langſame Satz aus Beethovens zweiter Sinfonie,
der Einzug der Gäſte auf der Wartburg aus „Tannhäuſer”,
Außerdem eine Bearbeitung des Ave Maria von Schubert, das
Altniederländiſche Dankgebet von Kremſer, eine Fantaſie aus
Maſſenets „Herodias”, ferner als Einlagen einige Trompetenſoli,
die Herr Richard Ludwig mit prachtvollem Ton und größter
Virtuoſität vortrug. Alle Werke errangen Spielern und Dirigent
lebhaften Beifall.
F. N.
Filme im Orpheum.
Die rührige Direktion Fink hat es verſtanden, nach der Hochflut
mal etwas anderes zu bieten, einen ernſten Sexual=Aufklärungsfilm
Das erwachende Geſchlecht”, 1er ſeit Samstag abend bis
Donnerstag abend läuft. Fachärztliche Erläuterungen zu dem Film,
deſſen Beſuch nur erwachſenen Perſoner über 18 Jahren geſtattet iſt,
gibt der Darmſtädter Frauenarzt Herr Dr. medl. A. Altſchüler.
Die wiſſenſchaftlichen Aufnahmen des in Prag hergeſtellten Films ſind
u. a. im Inſtitut des Profeſſors Dr. K. Weigner und in der Klinit
des Profeſſors Dr. F. Gamberger entſtanden, die Bearbeitung ſtammt
von Profeſſor Dr. Karl Driml. Die Hauptteile des 6 Akten umfaſſenden
Films ſchildern den Beginn des Lebens, die Anatomie und die
Körper=
erziehung des Weibes. Dann die Geſundheit der Nachkommenſchaft,
Geſchlechtskrankheiten und deren Folgen, Schwangerſchaft, Wochenbett
und Abortus. Schließlich den Einfluß des Sports und des Turnens
auf die weibliche Schönheit und die Mode. — Vor Ablauf des Films
beratungsſtellen und ſtellte die Forderungen auf, daß die Frau, als
der vor der Nachkommenſchaft verantwortungsvollere Teil, rechtzeitig,
ſundheit ihres Körpers zu vergewiſſern, wie man ja auch in
regel=
ſchaft, 83. Tübingen 1927; Zeitſchrift für deutſche Bildung, 3., 1927 mäßigen Abſtänden zu einem Zahnarzt gehen folle, nicht erſt dann,
klärend und hierdurch vorbeugend zu wirken, tritt natürlich mit Recht
überall, aber nie aufdringlich und immer in taktvollem, dezenten
Rahmen hervor. Rein techniſch und als Filmbild geſehen, ſind die
einzelnen Aufnahmen filmiſch ſehr gut erfaßt und miteinander
ver=
bunden. So wirken die rein mediziniſchen Aufnahmen nie ermüdend
und ſind den Beſuchern gut verſtändlich. Einzelne Bilder wirken auf
den Beſchauer erſchütternd und aufrüttelnd, wie die Aufnahme der
taſtenden Kinder, die infolge des Leichtſinns oder der Unwiſſenheit
ihrer Eltern die Gabe des Augenlichtes nie empfangen haben. Die
klaren Erläuterungen des Vortragenden trugen zum Verſtändnis des
Films ſichtlich bei. Die Vorführung am Sonntag abend, die wir uns
anſahen, hatte auf die zahlreichen Beſucher die bezweckte Wirkung einer
ernſten Aufklärung, daß die Frau die Schmerzen und Klippen kennen
lernen möge, durch die ſie ihr Lebensweg führt. — Der Beſuch des
Filmwerkes, das wie geſagt nur noch wenige Tage läuft, kann nur
empfohlen werden
H. W. W.
Hefſiſches Landestheater. I. Das Kindermärchen „Humſti=
Bumſti” (Rumpelſtilzchen), das zu Oſtern im Kleinen Haus
heraus=
kommt, inſzeniert Güntber Haenel als Gaſt. — II. Die erſte
Wieder=
holung des „Egmont” in der neuen Inſzenierung findet morgen,
Dienstag, ſtatt. Beginn 19 Uhr.
— Kleinhandels=Tagespreiſe des Wochenmarkts zu Darmſtadt vom
31. März (pro Pfund bzw. Stück in Pfg.): Erdkohlraben 15, Karotten
25, Gelbe Rüben 20, Rote Rüben 18—20, Schwarzwurzeln 80—100,
Spi=
nat 40—45, Rotkraut 40, Weißkraut 25, Wirſing 40, Roſenkohl 70,
Zwie=
beln 25, Knoblauch 80, Tomaten 100—120, Krausſalat 80, Feldſalat 120,
Kopfſalat 35—45, Salatgurken 100—120, Blumenkohl, ausländ. 60—160,
Rettich 5—25, Meerrettich 100, Radieschen (Bund) 18—20, Kartoffeln 5
bis 6, Tafeläpfel 20—35, Wirtſchaftsäpfel 15—20, Wirtſchaftsbirnen 15
bis 20, Apfelſinen 8—15, Zitronen 5—10, Bananen 70, Süßrahmbutter
240, Landbutter 190—200, Weichkäſe 35—40, Handkäſe 6—15, Friſche Eier
13—14, Hühner 150, Tauben 100, Ziegenlämmer 70—80.
*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus, — Sonntag, den 1. April 1928.
Egmont.
Ein Trauerſpiel von Goethe.
Die menſchlich=ritterliche Größe war es, die
Goethe nach ſeinen eigenen Worten an Egmont vor allem
behagte. Dies war für ihn der Grund, ſeinem Helden ſolche
Eigenſchaften zu geben, die einem Jüngling beſſer ziemen als
einem Mann von Jahren, einem Unbeweibten beſſer als einemt
Hausvater, einem Unabhängigen mehr als einem, der, noch ſo
frei geſinnt, durch mancherlei Verhältniſſe begrenzt iſt: „Als ich
ihn nun ſo in meinen Gedanken verjüngt und von allen
Bedin=
gungen losgebunden hatte, gab ich ihm die ungemeſſene
Lebens=
luſt, das grenzenloſe Zutrauen zu ſich ſelbſt, die Gabe, alle
Men=
ſchen an ſich zu ziehen und ſo die Gunſt des Volkes, die ſtille
Neigung einer Fürſtin, die ausgeſprochene Liebe eines
Natur=
mädchens, die Teilnahme eines Staatsklugen zu gewinnen, ja
ſelbſt den Sohn ſeines größten Widerſachers, für ſich
einzu=
nehmen.‟ Das Bild eines ritterlichen Jugendſchickſales iſt es,
geſtellt in den Rahmen großen, geſchichtlichen Geſchehens.
Die geſtrige Inſzenierung durch Carl Ebert löſte die
Auf=
führung von jeder Tradition los und ſuchte, Neues an ihre Stelle
zu ſetzen. Wohl muß man jeder Zeit das Recht geben, mit ihren
Sinnen und ihren Mitteln an die Inſzenierung eines Dichtwerkes
heranzutreten. Es muß jedoch hierbei der Grundcharakter der
Dichtung gewahrt und eine bühnenmäßige Wirkung erzeugt
werden.
An der letzteren ließen es namentlich die Bühnenbilder von
Wilhelm Reinking fehlen. Den Hintergrund bildete während
faſt des ganzen Abends ein Proſpekt der Häuſer des
anſteigen=
den Brüſſel. Vor dieſem Hintergrund wurde die
Verſchieden=
heit des Schauplatzes nur ſehr fragmentariſch angedeutet. Den
Marktplatz kennzeichneten einige Steinquader, zwiſchen denen
weder das lärmende Treiben, noch die huſchende Aengſtlichkeit
der Bürger aufkamen. Die Wohnung Egmonts war nur ſchwach
angedeutet, ſo daß ſich das vertraute Geſpräch zwiſchen Egmont
und Oranien wie im Freien vollzog. Die kühle Dürftigkeit von
Klärchens Stube ſtand der wundervollen Stimmung, die bei
Goethe über der Liebesſzene zwiſchen Egmont und Klärchen liegt,
hemmend im Wege.
So hatten die Spieler gegen ſtarke Schwierigkeiten zu kämpfen,
um trotzdem eine Wirkung zu erreichen.
Für die Rolle des „Egmont” hatte die heldenloſe Spielzeit
Ewald Balſer von Düſſeldorf als Gaſt nach Darmſtadt geführt.
E. Balſer iſt ein Künſtler von ſtarken ſchauſpieleriſchen Mitteln
und erfreut durch ſeine ſchöne, modulationsreiche Stimme. Er
faßte den „Egmont” ſehr jung und ſehr unpathetiſch auf. Mehr
als jugendlichen Liebhaber, denn als Held! Das Ritterliche trat
zurück. Man konnte verſtehen, daß Klärchen ihn liebte, aber man
wußte weniger, warum das Volk ihn verehrte. Doch war es eine
Leiſtung von Qualität.
Charlotte Jaeke=Joſt war ein ſympathiſches „Klärchen”.
Eindrucksvoll gelang ihr der Abſchied von Brackenburg (Hans
Joachim Büttner). Schade und unverſtändlich war es, daß
die ſchönen Goethe’ſchen Lieder Klärchens wie das herrliche
„Freudvoll und leidvoll, gedankenvoll ſein” ausblieben; fehlt es
der Künſtlerin an Geſangsſtimme, ſo ſollten die Lieder
wenig=
ſtens im Sprechgeſang zur Wirkung kommen.
Als „Margaretha von Parma” gaſtierte Hildegard Grethe
von Königsberg. Sie ſtand unbeweglich und ſprach ihre Rolle
rezitatoriſch, ſo daß ſich nur die eindringliche Kraft ihrer Stimme
feſtſtellen läßt.
Von ähnlicher Unbeweglichkeit war Rudolf Klix, der die
Kälte und Ueberlegenheit „Albas” durch eine unerregte
Starr=
heit der Sprache auszudrücken ſuchte; ein Verſuch, der die Gefahr
der Eintönigkeit in ſich birgt.
Friſch und lebendig waren die Geſtalten der Bürger:
Bau=
meiſter, Keßler, Maletzki und Weſtermann,
ausge=
zeichnet Robert Klupp als „Schreiber Vanſen”, eindrucksvoll
und ſchön in dem Ausbruch der Verzweiflung Ulrich Folkmar
als Albas Sohn, charakteriſtiſch Richard Jürgas als „
Macchia=
vell” und Karl Paryla als Egmonts Geheimſchreiber, allzu
ſchroff G. Portloff als „Oranien”.
Auf die Begleitung durch Beethovens Muſik hatte man leider
verzichtet; ihrer unvergänglichen Schönheit konnte der düſtere
Schluß, den die geſtrige Inſzenierung gab, nicht gleichkommen. Z.
* Johanneskirche.
Geſtern abend fand in der überfüllten Johanneskirche eine
Aufführung der Matthäus=Paſſion von Heinrich Schütz ſtatt.
Wenn der Bearbeiter dieſer Paſſionsmuſik, kein Geringerer als
Meiſter Arnold Mendelsſohn, in ſeiner Vorrede zu dem Werke
ſagt, daß er dieſe Muſik von Schütz auch lebensfähig für unſere
Zeit noch halte, ſo hat er wahrlich recht; das hat die Aufführung
des geſtrigen Abends bewieſen. Mendelsſohn hat die Soli, die
im Original ohne rhythmiſche Unterſcheidung der einzelnen Noten
und ohne Generalbaß geſchrieben ſind, in Rezitativform gebracht,
harmoniſiert und mit Orgelbegleitung verſehen. Da dieſe
Paſ=
ſionen zur Zeit Schützens im Gottesdienſte aufgeführt wurden,
ſo läßt die Mendelsſohnſche Bearbeitung die Gemeinde durch
Choralgeſang an der Aufführung ſich beteiligen, und zwar nicht
bloß zu Anfang und zu Ende, ſondern an allen wichtigen
Ruhe=
punkten der Handlung. Wie ſehr durch dieſe, man möchte ſagen
künſtleriſche Mitwirkung der Gemeinde die innere Geſchloſſenheit
einer ſolchen Paſſionsmuſik=Aufführung erhöht wird, zeigte der
geſtrige Abend, der auch zeigte, daß es Sünde iſt, in die Kirche
gehörende Werke in den Konzertſaal oder gar ins Theater zu
verlegen.
Der Vergleich mit Bachs rieſiger Paſſion liegt natürlich nahe,
und manchmal ſcheint der „Schatten des Titanen” auch auf die
Schütz’ſche Paſſionsmuſik zu drücken. Sie hat nicht die
Ueber=
fülle der muſikaliſchen Schönheiten der Bach’ſchen Arien, ſie hat
nicht die niederſchmetternde Wucht und grandioſen Ausmaße des
Bach’ſchen Chors, ſie hat aber dafür den ununterbrochenen Fluß
der Handlung und die Lebendigkeit der ſchärferen Charakteriſtik
der handelnden Perſonen, und eine Stelle hat ſie, die an
erhabe=
ner Schönheit in der Matthäus=Paſſion nicht erreicht iſt; ich meine
den Schmerzensruf „Eli lama asabthani” und die folgenden
Worte „Mein Gott, warum haſt du mich verlaſſen?‟ Das iſt
von geradezu ungeheuerlich packender Wirkung.
So kann man es dem Kirchengeſangverein der
Johannes=
gemeinde Darmſtadt nur danken, daß er ſich dieſes Werkes
an=
genommen hat und eine ſolch würdige Aufführung zuſtande
brachte. Ganz vorzüglich, geſanglich und deklamatoriſch den
größ=
ten Anſprüchen gewachſen waren die Soliſten; in erſter Linie
voll Weihe umd Verklärtheit Theodor Heuſer (Jeſus) und
Heinrich Landzettel, der den Oratorienſtil voll und ganz
beherrſchte und die anſtrengende und umfangreiche Partie des
Evangeliſten mit warmer Beſeelung und Tonſchönheit zu bringen
verſtand. Aber auch die kleinen Partien hatten durch Agathe
Zeh (Alt) und den ſtimmfriſchen jugendlichen Hans
Huber=
tus (Tenor) vollwertige Wiedergabe gefunden, und ebenſo
ver=
dient das auf dem Programm, nicht genannte
Kirchengeſang=
vereinsmitglied Herr Sulzmann (Baß) lobend erwähnt zu
werden. Der Chor, dem namentlich gegen den Schluß
drama=
tiſch bewegte und gar nicht leichte Aufgaben geſtellt ſind, kam dank
des dirigierenden Kammermuſikers Adam Geſchicklichkeit über
manche Fährniſſe hinweg und ſang mit möglichſter Präziſion.
Herr Organiſt Niebergall war ſeiner umfangreichen Aufgabe
gewachſen; ſeine Vegleitung von Soliſten und Chor war ſicher
und fein abgetönt.
O.
türen
„Ober,
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nit
umfaſſenden
und die Körpen=
„kommenſcht
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des Turnen
des Films
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Rfe
Wieder
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Nummer 93.
Oſiermontag in Würzburg!
Das iſt die Ueberraſchung, die in dieſem Jahre den zahlreichen
Freunden der Sonderzugsgemeinde und all denen, die Würzburgs
Schönheit kennen lernen wollen, bereitet wird. Der Frühling,
einge=
läutet von den Wurzburger Glocken, dargeboten von der Pracht des
milden Maintales, er wird viele locken, den Auftakt der diesjährigen
Sonderzugsveranſtaltungen mitzumachen. Von der erſten ſchüchternen
Blüte des Mittelrheintals, wo die Pfirſiche beginnen zu blühen, durch
den rauhen Speſſart in das Frühlingsklingen von Würzburg! Nach
Erreichung des Ziels „der Perle des Frankenlandes”, das ſich zum
würdigen Empfang lieber Gäſte richtet, wird unter wirklich ſachkundiger
Führung mit der Beſichtigung der altehrwürdigen Biſchofs= und
Uni=
verſitätsſtadt begennen werden. Die Reſidenz, „Würzburg’s Krönung”,
wird der Auftakt ſein. Nach der Einahme des Mittageſſens in guten
Lokalen, wird ſich die Beſichtigung des bedeutenden Fränkiſchen und
Luitpoldmuſeums anſchließen. Außer Würzburgs Kirchen werden auch
das Käpple und die Feſte Marienberg ihre Anziehungskraft geltend
machen. Schlemmer, deren es ja auch manche geben ſoll, werden nicht
verſäumen, nach den Beſichtigungen in den Probierſtuben der Kellereien
des Staats=, Bürger= und Juliusſpitals oder in den gemütlichen
Bäcker=
trinkſtuben ihr Quartier aufzuſchlagen. Andere finden jenſeits über
dem Main in den Fiſchhäuſern eine einzigartige und preiswerte
Auf=
nahme bei gebackenem Mainfiſch und raſſigem Wein.
Alles in allem ein Tag, der bei günſtiger Witterung allen
Teil=
nehmern die angenehmſten Erinnerungen mitgeben wird. Niemand
wird es reuen, die paar Mark angelegt zu haben, um Natur und Kunſt
für einige Stunden im Hochzeitskleid geſehen zu haben. Mit den
Fahr=
karten werden Karten zum Beſuche von Sehenswürdigkeiten der Stadt
zu weſentlich ermäßigten Preiſen ausgegeben. Der Ausflugsſonderzug
wird beſtimmt verkehren.
Neuaufnahmen der Elektrola.
54 Neuerſcheinungen enthält das Märzprogramm der „Elektrola”,
Eine grandioſe Leiſtung, die durch das hohe Niveau, auf dem ſich das
Repertoire bewegt, umſo bedeutſamer erſcheint. Aus den zuhlreichen
Orcheſterplatten, die ſämtlich höchſten Lobes würdig ſind, ſei eine mit
gutem Grund beſonders hervorgehoben: Liſzts Ungariſche Rhapſodie
Nr. 2, geſpielt vom Philadelphia Symphonie Orcheſter unter Leitung
ſeines hervorragenden Dirigenten Leopold Stokowski. Dieſe Platte
zu hören, iſt ein Erlebnis. Nicht minder bewundernswert iſt die
Wieder=
gabe der „Rienzi=Ouvertüre durch das gleiche Orcheſter. „Elektrola”
bringt ferner das langerſehnte Vorſpiel zu „Die Meiſterſinger” — ſehr
hörenswert — das „Carmen”=Vorſpiel und die Ouvertüren zu „
Marga=
rethe” und „Zar und Zimmermann” durch das Orcheſter der Verliner
Staatsoper unter Meiſter Leo Bleih. Verein: mit dem Chor der
Ber=
liner Staatsoper gibt dieſes Orchſter unter Blechs Leitung eine
präch=
tige Wiedergabe von Elſas Brautzuig aus „Lohengrin” Siegfried
Ochs bietet mit dem Philharmoniſchen Chor den Anfangschor aus der
„Matthäus=Paſſion”, eine techniſch höchſt rollendete Aufnahme von
kul=
turhiſtoriſchem Wert. Unter den Inſtrumentaliſten regt Fritz Kreisler
mit der Wiedergabe zwveier kleiner Komruſitonen hervor, während
klaſſiſche Kammermuſik durch das Beethoven=Quartett in C=Dur
(4 doppelſeitige Platten) geboten wird. Drei Tenöre, Fleta — der
Italiener, Schipa — der Spanier und Dworsky — der Deutſche bringen
neben Eliſabeth Schumann, Göta Ljungberg und Eliſabeth van Endert
Darbietungen von hohem künſtleriſchen Wert.
Militär=Muſik und Konzert=Orcheſter leiten über zu dem
Programm=
teil, der populären Kompoſitionen bzw. den aktuellen Schlagern
ge=
widmet iſt.
Intereſſante „Elektrola”=Muſikplatten ſind die Aufnahmen aus
Tſchaikowskys „Nußknackerſuite, geſpielt auf der Wurlitzer Orgel —
einem in England und Amerika ſehr beliebten Inſtrument, das ſich
durch v=——rähnliche Klangfülle auszeichnet —, ſowie zwei Stücke eines
Balalaika=Orcheſters.
Blandine Ebinger, Max Pallenberg und Fritzi Maſſary als
Madame Pompadour” brauchen nur genannt zu werden, um den
Wunſch zu erwecken, die Künſtler durch „Elektrola” zu hören. Den
großen Bühnenerfolg der Operette „Evelyne” und der Holländer=Revuc
„Bei uns — um die Gedächtniskirche rum” machen uns die glänzend
gelungenen „Elektrola”=Aufnahmen verſtändlich.
Karneval iſt zwar offiziell vorüber, aber je weniger offizielle Bälle
es gibt, deſto größer iſt der Wunſch nach neuen Tanzplatten, um zu
Haus dieſen Sport freudig ausüben zu können. Paul Whiteman, Jack
Hylton — durch ſeine Berliner Erfolge noch friſch in Erinnerung —
und Marek Weber ſorgen für Tempo und Stimmung.
Eine beſonders intereſſante Aufnahme von großem hiſtoriſchen Wert,
die in keiner Plattenbibliothek fehlen darf, iſt die Platte, die den Start
von Lindbergh in Waſhington und ſeine Rückkehr für ewige Zeit
feſt=
gehalten hat.
Aus dem reichen „Elektrola”=Nepertoire wäre noch manche weitere
Aufnahme zu erwähnen, doch allein die hier angeführten Platten zeigen
ſehr deutlich, daß „Elektrola” in jeder Hinſicht an der Spitze ſteht.
— Beſichtigung der Fabrik Merck. Etwa 30 Mitglieder des
Kreis=
vereins Starkenburg des Gaues Heſſen des Deutſchen Apotheker=Vereins
ſtatteten der chemiſchen Fabrik E. Merck, Darmſtadt, einen Beſuch ab.
Nach einer Begrüßung durch den Seniorchef der Firma, Herrn Geh.
Rat Dr. Willy Merck, übernahm Herr Dr. Karl Merck die Führung
der Gäſte durch einen Teil des ausgedehnten Fabrikkomplexes.
Beſon=
deres Intereſſe erregte die neuzeitliche Organiſation der Magazine. Die
zahlreichen Laborgtorien, in denen alle Chemikalien und Medikamente
vor dem Verſand immer wieder durch modernſte phyſikaliſch=chemiſche
Kontrollmethoden auf Güte und Zuſammenſetzung geprüft werden, die
wiſſenſchaftlichen Inſtitute, in deren Laboratorien zahlreiche Apotheker,
Chemiker und Biologen tätig ſind, dazu die ausgedehnten
Fabrikan=
lagen, alles dies gab den Herren einen Begriff davon, was für eine
gewaltige Arbeit auf wiſſenſchaftlichem und praktiſchem Gebiete geleiſtet
werden muß, um Präparate auf den Markt zu bringen, die allen
An=
forderungen gerecht werden. Zum Schluß wurde noch eine überſichtliche
Ausſtellung gezeigt, die einen Ueberblick über die verſchiedenen
Präpa=
rate und Produkte der Firma E. Merck gab. Die Herren zeigten ein
lebhaftes Intereſſe für die neuen Spezialpräparate: „Vigantol”, ein
D=Vitamin, das beſonders für die engliſche Krankheit (Nachitis)
unent=
behrlich geworden iſt, ſowie das Leberpulver, das ſelbſt die ſchwerſten
Fälle von Blutarmut meiſt zu heilen im Stande iſt. Ein Film „Die
Kohle als Heilmittel” führte in plaſtiſcher Weiſe den Beſuchern die
Verwendungsmöglichkeit des Kohlepulvers bei Magen= und
Darm=
erkrankungen ſowie Vergiftungen vor Augen. Ein zwangloſes
Zu=
ſammenſein bildete den Abſchluß der lehrreichen Stunden in der
Merck'=
ſchen Fabrik. Der Vorſtand des Apothekerverbandes, Herr Apotheker
Heß, dankte in einer kurzen Anſprache für die intereſſante Führung
und betonte das gute Zuſammenarbeiten ſeiner Kollegen mit der aus
einer vor 250 Jahren gegründeten Apotheke hervorgegangenen chemiſchen
Fabrik E. Merck.
Montag, den 2. Aprll 4928
Kraftfahrweſen.
Die „Verordnung über Aenderungen der Regelung des
Kraftfahr=
zeugverkehrs. Vom 16. März 1928” (RGBl. Nr. 9/1928 I vom 23. März
1928) hat unter neuen geſetzlichen Beſtimmungen auf die folgenden, die
von allgemeinem Intereſſe ſind, gebracht.
1. Nach dieſer Verordnung gelten ab 1. April 1323 als Krafträder
Kraftfahrzeuge, mit Ausnahme des Gewichts unter den gleichen
Be=
dingungen wie bisher; das Gewicht darf aber bei allen Krafträdern,
ganz gleich ob und wie Anhänger=, Bei= oder Vorſteckwagen angebracht
ſind, 350 Kg. (betriebsfertiges Eigengewicht) nicht übeeſchreiten.
Bisher betrug das größte betriebsfertige Eigengewicht 200 bzw. 300
Kilogramm. Alle Kraftzwei= oder Dreiräder mit größerem Eigengewicht
galten als Kraftwagen.
2. Die Verordnung bringt mit der genauen Bezeichnung: „Als
Luftreifen gelten Reifen, bei denen die in einem Schlauche eingeſchloſſene
Luft ſchon bei unbelaſteten Reifen unter Ueberdruck ſteht” eine genaue
Angabe über die Luftbereifung. Luftkammerreifen ohne Ueberdruck bei
unbelaſteten Reifen in den Luftkammern, ſind demnach keine
Luft=
kammerreifen.
3. Die „Vollgummibereifung” fällt für die Zukunft vollſtändig fort.
Kraftfahrzeuge dürfen nunmehr nur mit luftbereiften oder hochelaſtiſchen
Gummireifen fahren und zwar derart, daß Kraftfahrzeuge, deren
be=
triebsfertiges Eigengewicht 3 Tonnen nicht überſteigt, und dreiachſige
Kraftfahrzeuge, deren betriebsfertiges Gewicht im beladenen oder
un=
beladenen Zuſtand 9 Tonnen überſteigt mit Luftreifen derſehen ſein
müſſen. Alle übrigen Kraftfahrzeuge müſſen mit Luftreifen oder
hoch=
elaſtiſchen Vollgummireifen verſeben ſein.
4. Auf dem an einer ſichtbaren Stelle angebrachten Schilde, in der
Praxis Typenſchild genannt, muß bei Krafträdern, Perſonenkraftwagen
mit Ausnahme der Kraft=Omnibuſſe und bei Laſtkraftwagen bis 2,5
Tonnen Eigengewicht, bei Verwendung eines Verbrennungsmotors als
Antrieb, nicht wie bisher die Steuernutzleiſtung, ſondern der Hubsaum
der Maſchine bis zum 1. April 1928 angegeben ſein.
5. Bis zum 1. April 1928 muß auf den Zylindern der
Verbrennungs=
maſchinen von Kraftfahrzeugen und Kleinkrafträdern die Fabriknummer
der Verbrennungsmaſchine eingeſchlagen ſein.
6. Sind bei einem Kraft=Omnibus mit Antrieb durch eine
Ver=
brennungsmaſchine oder einem Laſtkraftwagen mit gleichem Antrieb
alle Räder mit Luftreifen an Stelle einer anderen Bereifung verſehen
worden, ſo hat der Eigentümer den Bereifungswechſel in geeigneter
Form zwecks Berichtigung der Liſte und der Zulaſſungsbeſcheinigung
nachzuweiſen.
7. Die Vergünſtigung, daß Kraftwagen mit einer geringeren
Steuer=
nutzleiſtung als 3 Pferdeſtärken vorderes und hinteres Kennzeichen in der
Größe der Kennzeichen für Krafträder führen konnten, iſt dahingehend
geändert worden, daß hierfür nicht mehr die Steuernutzleiſtung, ſondern
das Eigengewicht des Fahrzeugs maßgekend iſt. Es fallen hierunter
MaZUA
die reich illustr.
Zeitschrift für
REISE U.
KULTUR
Gleichzeitig das populäre
Informationsorgan für
LUFTVERKEHR
Offiz. Organ der Deutschen
Lutt Hansa für
SPORTFLIEGEREI
Offiz. Organ des Deutschen
Sporttliegerklubs
(1881=
Preis 1 Mark.
Luftfahrt-Verlag G. m. b. H. Berlin 8W19
Elektro=Karren, deren betriebsfertiges Eigengewicht 1,75 To. nicht
über=
ſteigt; andere Kraftwagen, deren betriebsfertiges Eigengewicht 0,5 To.
nicht überſteigt. Die hinteren Kennzeichen können auch zweizeilig, Höhe
derſelben ausſchließl. des Randes 156 Millimeter, ausgeführt werden.
Gültig ab 1. April 1928.
8. Zum Führen von elektriſch angetriebenen Fahrzeugen, bei denen
die Steuernutzleiſtung 1 Pferdeſtärke nicht überſteigt, war bisher ein
Führerſchein nicht erforderlich. Ab 1. April 1928 iſt für dieſen Vorteil
nicht mehr die Steuernutzleiſtung, ſondern das betriebsfertige
Eigen=
gewicht maßgebend. Dieſes gilt für Elektrokarren bis zu 1,75 Tonnen
(einſchl.) und für andere elektriſch angetriebene Kraftfahrzeuge bis zu
0,5 Tonnen (einſchl.).
9. Da nunmehr die Räder der Kraftfahrzeuge über 5,5 Tonnen
Geſamtgewicht mit Luftreifen oder hochelaſtiſchen Gunmireifen verſehen
ſein müſſen, können alle Kraftfahrzeuge dieſer Art, ſoweit ſie mit dieſen
Bereifungsarten verſehen, bzw. verſehen worden ſind, innerhalb
ge=
ſchloſſener Ortsteile mit der höchſtzuläſſigen Geſchwindigkeit von 30
Kilo=
meter fahren. Für die Zukunft kommt demgemäß eine allgemeine
Höchſt=
geſchwindigkeit von 25 Kilometern innerhalb geſchloſſener Ortsteile in
Fortfall.
10. Anhängerwagen müſſen mit hochelaſtiſchen Gummireifen oder
Luftreifen verſehen ſein. Desgleichen dürfen Krafträder nur dann
Anhänger=, Bei= oder Vorſteckwagen mitführen, wenn dieſe mit
Luft=
reifen verſehen ſind.
11. Am 1. April 1928 dürfen Laſtkraftfahrzeuge ohne elaſtiſche
Be=
reifung (dieſe Befreiung mußte bei der höheren Verwaltungsbehörde
beſonders nachgeſucht werden und wurde nur unter gewiſſen
Beſtim=
mungen gewährt) nicht mehr gefahren werden.
12. Zugmaſchinen ohne Güterladeraum (Bulldoggs und dgl.), deren
betriebsfertiges Eigengewicht 2,75 Tonnen und deren
Höchſtgeſchwin=
digkeit auf ebener Bahn 8 Kilometer in der Stunde nicht überſteigen, ſo=
Seite 3
wie die Anhänger derſelben, müſſen ab 1. Juli 1928 mit Luftreifen oder
hochelaſtiſchen Vollgummireifen verſehen ſein. Nur wenn eine derartige
Zugmaſchine in einem land= oder forſtwirtſchaftlichen Betriebe
ver=
wendet wird, kann ſie auch ohne Gummibereifung gefahren werden.
Die Anhängerwagen dieſer Zugmaſchinen bedürfen nicht einer elaſtiſchen
Bereifung.
13. Für Probefahrten, welche unter Verwendung von
Probefahrtkenn=
zeichen mit Kraftfahrzeugen ausgeführt werden, gelten die bisherigen
Beſtimmungen. Sie werden ab 1. Juli 1928 zum größten Vorteil der
Beſitzer ergänzt.
14. Kleinkrafträder ſind ab 1. April 1928 Krafträder nach
folgen=
den Bedingungen:
Als Kleinkrafträder im Sinne des § 27 des Geſetzes über den
Ver=
kehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909, 21. Juli 1923 und dieſer
Verordnung vom 16. März 1928 gelten Krafträder mit
Verbrennungs=
maſchine, wenn der Hubraum der Maſchine nicht mehr als 200
Kubik=
zentimeter beträgt. Die Berechnung des Hubraumes erfolgt nach den
für die Berechnung des Hubraumes von Kraftfahrzeugen im allgemeinen
geltenden Vorſchriften.
15. Die Prüfung der Perſonen, die ein Kraftfahrzeug auf
öffent=
lichen Wegen führen wollen, ſowie die Erteilung des Führerſcheins
erfolgt auch zukünftig nach Antriebsart (Art der Kraftquelle) des
Kraft=
fahrzeugs und nach Klaſſen. In bezug auf die Beſtimmungen der
An=
triebsart tritt keine Aenderung ein.
Die Klaſſe II wird dahingehend geändert, daß dieſelbe auch für
Zugmaſchinen ohne Güterladeraum mit kleinerem betriebsfertigen
Eigen=
gewicht als 2,5 Tonnen gilt. Nur wenn dieſe eine Geſchwindigkeit auf
ebener Bahn von 15 Kilometer in der Stunde überſteigen iſt der
Führer=
ſchein erforderlich.
Bei der Klaſſe III wird die Trennung zwiſchen IIIa und IIIb nicht
mehr durch die Steuernutzleiſtung des Motors von 8 Pferdeſtärken
ſon=
dern durch den Hubraum von 2100 Kubikzentimetern herbeigeführt.
Eine große Aenderung iſt hierdurch nicht eingetreten, denn 2100
Kubikzentimeter Hubraum entſprechen bei Viertakt=Maſchinen ungefähr
einer Steuernutzleiſtung von 8 Pferdeſtärken (1 Pferdeſtärke — 261,8
Kubikzentimeter, 8 mal 261,8 — 2094,4 Kbikzentimeter oder rund 2100
Kubikzentimeter).
16. Für die durch dieſe Verordnung erforderlich werdenden
behörd=
lichen Maßnahmen, die vor dem 1. April 1928 zum Verkehre zugelaſſenen
Kraftfahrzeuge oder deren Führer betreffen, dürfen Gebühren nicht
er=
hoben werden.
Heſſe,
Polizei=Oberlt. und behördlicher
Sachverſtändiger.
* Weiterſtadt, 30. März. Gemeinderatsbericht. In ſeiner
geſtrigen Sitzung hat der Gemeinderat die Bürgſchaftsübernahme der
kurzfriſtigen Baugelder genehmigt und eine hinreichende Sicherung auch
beziiglich der Rangabtretungen anerkannt. — Die Abgabe von
gerode=
tem Waldgelände im Erlengrund zum Kartoffelanbau wird genehmigt.
— Das Geſuch des Reitervereins wegen Ueberlaſſung des Sportplatzes
Krätenberg wird gegen Entrichtung eines jährlichen Pachtzinſes von
12 Mark genehmigt. Das Holz zur Einzäunung des Platzes wird von
der Gemeinde unentgeltlich geſtellt, bleibt aber Eigentum der
Ge=
meinde. — Dem Geſuch der Naturfreunde um Aufſtellung von 7
Bän=
ken im G=meindewald wird ſtattgegeben. Auch hier wird das Holz zur
Erſtellung der Banke dem Verein zur Verfügung geſtellt. — Die Pachk
und Unterhaltung des Sportplatzes wird zwecks näherer Prüfung der
Finanzkommiſſion überwieſen. — Auf Beſchwerde der Hausbewohner
des Gemeindehauſes muß die baufällige Halla des Jakob Reinheimer
innerhalb 8 Tagen entfernt werden. — Dem Wilhelm Nau wird die
Erlaubnis erteilt, Wohnhaus und Stallung ohne Brandmauer zu
er=
richten. — Vom Herrn Burgermeiſter wird mitgeteilt, daß am 13. April
1922 Termin am Reichswirtſchaftsgericht Berlin=Charlottenburg bezüglich
Erlaß des Jagdpaßſtempels ſtattfindet.
Ba. Erlenbach i. O., 31. März. Schulentlaſſungsfeier.
Auf vorgeſtern abend hatte die Schule Erlenbach die Einwohner von
Erlenbach, Linnenbach und Seidenbach ſowie einzelne Gäſte zur Feier
der Entlaſſung der diesjährigen Konfirmanden in den Saal des Peter
Bitſch 4. eingeladen. Das reichhaltige Programm war in einen ernſten
und einen heiteren Teil aufgeſtellt. Der ernſte Abſchnitt war
ledig=
lich den aus der Schule Scheidenden gewidmet. Der 2. Teil löſte ſich
in großem Beifall auf. Es war ein Genuß zuzuſchauen, wie die Ueine
Schar der Spieler ihren Aufgaben vollauf gewachſen war. Herr Lehrer
Joſerh muß ſich beſondere Mühe gegeben haben, um die Kinder zu
ſolchen Spielern heranzubilden.
S. Lampertheim, 31. März. Geſellenprüfung. Nachdem die
ſchriftliche Prüfung ſtattgefunden hatte, legten 55 Lehrlinge ihre
münd=
liche Geſellenprüfung ab. Der Vorſitzende des Prüfungsausſchuſſes,
Zimmermeiſter Jofef Weidenauer, eröffnete um 2 Uhr mit einer
Be=
grüßungsanſprache die Prüfung und dankte beſonders den Herren
Rek=
toren Niebler und Wendel, dem Vertreter der Gemeinde, Herrn
Bürger=
meiſter Keller, ſowie den Mitgliedern des Berufsſchulvorſtandes und
des Gemeinderates, der Prüfungskommiſſion und den Meiſtern für ihr
Erſcheinen. Zuſammenfaſſend kann geſagt werden, daß die Leiſtungen
ganz reſpektabel waren und Zeugnis für die von der Berufsſchule
ge=
leiftete Arbeit ablegten. Die den Prüflingen geſtellten Fragen waren
für viele Zuhörer ſehr lehrreich, wie unumwunden von dieſen
zugeſtan=
den wurde. Im Intereſſe des Handwerks iſt es zu begrüßen, daß mit
aller Strenge Ausleſe unter dem Nachwuchs gehalten wurde und dürfte
es ſich für die Zukunft empfehlen, den Prüfungscharakter noch mehr
zu betonen, als es ab und zu der Fall war. Von den 55 Prüflingen
be=
ſtanden 42
W Heppenheim a. d. B., 1. April. Bau eines
Ausſichts=
turmes. Wie verlautet iſt beabſichtigt, das im vergangenen Jahre
oberhalb des Maiberges erbaute „Runde Haus” des Stadtbaurats
Winter, wegen der hierzu beſonders geeigneten Lage zu einem
Aus=
ſichtsturm in Verbindung mit einer Jugendherberge auszubauen.
Seit=
her iſt dieſer Plan an der Finanzierungsfrage geſcheitert. Durch die
Aufnahme einer Auslandsanleihe ſind dieſe Schwierigkeiten aus dem
Wege geräumt, und iſt inzwiſchen mit dem Weiterbau bereits begonnen
worden.
O. Sprendlingen, 31. März. Kanalprojekt. Die hieſige
Ge=
meinde hat das Kulturbauamt Darmſtadt mit der Ausarbeitung eines
Kanalprojekts für Sprendlingen beauftragt.
Tageskalender für Montag, den 2. April 1928.
Vandestheater Großes Haus: Keine Vorſtellung. — Kleines
Haus: Keine Vorſtellung. — Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffes
Rheingold, Hotel Schmitz, Taunusburg, Weinhaus Maxim, Kaffee
Haſſia. — Zirkus Schneider 20 Uhr: Vorſtellung. —
Kino=
vorſtellungen: Union=, Reſidenztheater, Palaſtlichtſpiele, Helia.
Verſteigerungskalender für Dienstag, den 3. April 1928.
Nachlaßverſteigerung, Nieder=Ramſtädterſtr. 5, von 9½—19
Uhr und ab 2½ Uhr. — Nutzholzverſteigerung, vormittags
9 Uhr in Bensheim, im Gartenſaal des Bahnhofhotels. —
Nutz=
holzverſteigerung, vorm. 10 Uhr, zu Burg Frankenſtein.
Seite 4
Montag den 2 April 4928
Nummer 93
din Sünstin Tamans
33)
Roman von P. van der Hurk.
(Nachdruck verboten)
„Ich will es Ihnen erklären: Als ich mich in Ihrer
Woh=
nung verhaften ließ, ging ich von der Erwägung aus, daß Sie
abſolnt ohne eigenes Verſchulden in eine unangenehme Situation
gekommen wären, der Sie nicht gewachſen ſein konnten.
Unſere Begegnung verdanken wir einem Zufall, nicht Ihrer
Abſicht, und mein Beſuch in Ihrer Wohnung war von meinem,
nicht von Ihrem Wunſch diktiert. Sie wären das unſchuldige
Opfer eines Zufalls und einer fremden Wunſcherfüllung
gewor=
den, wenn ich nicht die Möglichkeit gehabt hätte, die Konſequenzen
allein auf mich zu nehmen. Ich bildete mir ein — und darin lag
die Romantik —, daß ich die Ehre einer makelloſen Frau retten
mußte —
Sie riß empört die Augen auf. Er hob beſänftigend die Hand:
— — Makellos, nicht nur in bezug auf vollendete
Hand=
lungen, ſondern auch auf die Einſtellung den ſogenannten guten
Sitten gegenüber. Ich betrachtete Sie als ein Opfer böswilligen
Zufalls und meiner Handlungsweiſe, ſtatt als Objekt Ihrer
eigenen Wünſche. Den bei dieſer abenteuerlichen Reiſe
hier=
her, die Sie ohne Wiſſen Ihres Mannes, unternommen haben,
ſetzten Sie doch dieſe Ehre in erhöhtem Maße und — — — mit
vollem Bewußtſein aufs Spiel, und es erfüllt mich nicht wenig
mit Schadenfreude, daß gerade ich Ihnen dabei über den Weg
laufen mußte.”
— Warum beſchimpft er mich — dachte ſie, — was habe ich
ihm Böſes getan?
„Sie haben doch ſelbſt geſagt,” erwiderte ſie, „es wäre ſchade
um mich, ich ſollte ein neues Leben anfangen — — — und jetzt
auf einmal wollen Sie ſich als Sittenprediger aufſpielen!“
„Wenn wir Männer ſolche Ratſchläge geben, tun wir es nur
in der Hoffnung, bei deren Befolgung ſelbſt mitwirken zu dürfen.
— — Und wenn Sie von Sittenprediger ſprechen, haben Sie
mich falſch verſtanden. — — Ich gratuliere Ihnen von Herzen
zu Ihrem mutigen Entſchluß — — nur — zieht man ſein Kind
gerne ſelbſt groß — — und ſieht, was aus ihm wird. — —
Wäh=
rend ich, als geiſtiger Vater, nicht mal eine Geburtsanzeige
be=
kommen habe und von ſeiner winzigen Exiſtenz nichts wüßte,
wenn es bei einer zufälligen Begegnung nicht mit offenen
Aerm=
chen auf mich zugelaufen wäre und aus vollem Halſe: Pappt!
geſchrien hätte.”
Utta war zu ſehr ihren eigenen Gedanken nachgegangen, als
daß ſie ſeinen Worten hätte folgen können.
„Welches Kind?” fragte ſie verſtändnislos.
„Unſer Kind!” lachte er.
„Unſer — — — Kind?”
In dieſem Augenblick war Kemp eingetreten. Blaß, mit
fliegendem Atem, ſtand er mitten im Zimmer.
„Eutſchuldige, daß ich ohne Klopfen eingetreten bin —”
Erich war bei dem entſtellten Anblick des Freundes
aufge=
ſprungen:
„Wieſo — —? Wir ſind doch in deinem Zimmer."
„Ihr beſpracht intime Dinge — — — ich bedaure, etwas
ge=
hört zu haben.”
ULah
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Katarrh, Husten,Heiserkeit.
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1V.1351
„Wir haben keine Geheimniſſe.”
„Nicht die geringſten — —” ergänzte Utta.
„Dann gratuliere ich,” ſagte Kemp und ſetzte ſich reſigniert
in einen Seſſel. Erich trat auf ihn zu und legte
kameradſchaft=
lich die Hand auf ſeine Schulter:
„Was haſt du, Harald?”
„Sie läßt ſich nicht ſprechen — — ſie hat ihre Tür verſchloſſen
und gibt keine Antwort.”
Er ſtand auf und fuhr in gereiztem Ton fort:
„Sage mir endlich, was geſchehen iſt! — — Warum iſt ſie
plötzlich aufgeſtanden? — — Warum hat ſie nicht auf mich
ge=
wartet, ſondern hat ſich mit dir in den Speiſeſaal geſetzt —
oſtentativ an einen kleinem Tiſch für zwei Perſonen? — — Wie
kommſt du überhaupt hierher?”
Rothe zog ſeinen Stuhl etwas näher und begann zu
er=
zählen:
„Du weißt, daß ich bis vorgeſtern in Unterſuchungshaft ſaß.”
Kemp nickte:
„Ich habe mein möglichſtes für dich getan — — ich habe eine
Kaution für deine Freilaſſung angeboten, aber der
Unter=
ſuchungsrichter behauptete, daß der Beweis für deine Schuld
er=
bracht ſei, und lehnte es ab.”
„Ich glaube, daß man trotz aller Indizien keinen Schritt
weiter kommen konnte, und daß man mich nur aus der Haft
ent=
laſſen hat, um mich zu beobachten und neue Spuren zu finden.
— — Als ich dich anrief, ſagte Marie, du ſeieſt verreiſt und gab
mir deine Adreſſe, und da fuhr ich ſofort hierher, um wenigſtens
dich von meiner Unſchuld zu überzeugen.”
„Das hat die gnädige Frau ſchon getan,” unterbrach ihn
Kemp mit einem Blick auf Utta.
Ihre Traurigkeit war einem ſtarren Trotz gewichen. Eine
ſenkrechte Falte ſtand zwiſchen ihren fein geſchwungenen
Augen=
brauen, und die ſonſt zart gekräuſelten Lippen waren feſt
ge=
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eigneter, als eine Prinzipienreiterei. Und doch iſt die
Feſtſtel=
lung einer immer wiederkehrenden Erſcheinung möglich: Iſt es
einer Mannſchaft einmal gelungen, eine wirklich hochllaſſige
Leiſtung zu vollbringen, ſo folgt die Reaktion auf dem Fuße. Des
Rätſels Löſſung iſt ſehr einfach: die Nervenkonzentration, die zur
Erzielung von Beſtleiſtungen notwendig iſt, kann nicht beliebig
oft wiederholt werden. Mannſchaften, die wie die Handballer
der 98er gezwungen ſind, viele Sonntage hintereinander ſchwere
und ſchwerſte Spiele zu beſtehen, werden ſich von
Formſchwan=
kungen nicht freimachen können. Als wir zwei Reiſebegleiter am
Vorabend des Spiels uns in der Hotelhalle über die Ausſichten
des bevorſtehenden Kampfes unterhielten, ſtimmten unſere
Mei=
nungen vollkommen überein: Wir hofften, daß unſere
Stür=
mer dieſelben Glanzleiſtungen vollbringen würden, wie gegen
Berlin, aber wir glaubten nicht ſo recht daran. Und deshalb
einigten wir uns auf die Parole: Aufmerkſamſtes Deckungsſpiel
in den hinteren Reihen, damit ia nicht dem Gegner eine
Ueber=
raſchung glückt. Wie ſich dieſe Parole bewährte, wird die
Schil=
derung des Spielverlaufs ergeben. Schildern wir jedoch hübſch
der Reihe nach:
Bei der Ankunft in München wurde die Darmſtädter
Reiſe=
geſellſchaft vom Vorſtand und den Spielern des D. S. V.
abge=
holt, im Hotel Grünwald, auf das Beſte untergebracht und im
Vereinslokal des Gaſtgebers vorzüglich verpflegt — nichts fehlte,
um uns den Aufenthalt in München ſo angenehm wie möglich
zu machen. Nach dem Abendeſſen noch ein kurzer Bummel durch
die Stadt, die allgemein beſtaunt wurde. Trotzdem äußerten die
Spieler bald das Bedürfnis nach Schlaf; die lange Reiſe hatte
ihr Wirkung getan. Die Vorteile eines Spieles am Vormittag
traten bald in Erſcheimung. Ehe man ſich noch bewußt war, daß
man ſchon ausgeſchlafen hatte, beſand man ſich ſchon auf der
Fahrt zum Platz. Die ganze Ungeduld und Nervenauſpeitſchung
in der Erwartung des Spiels fiel ſo für die Spieler weg. Der
Platz an der Marbacher Straße, belannt durch den
merbwür=
digen, jedoch aus einer Verlegung des Spielfeldes erklärlichen
Umſtand, daß die Tribüne ſich nicht in der Höhe der Mittellinie,
ſondern des Tores befindet, präſentierte ſich in ſehr guter
Ver=
faſſung. Eine wohlgepflegte Grasnarbe, und ein großes und
breites Spielfeld gaben dem Kampf die beſten Vorbedingungen.
Enttäuſcht waren wir Darmſtädter nur über die Zahl der
Zuſchauer. Für München, in welchem König Fußball regiert,
bedeutete allerdings die Zahl 1500 Rekord. Uebrigens verhielt
ſich das Publikum muſtergültig. Die Führer des Münchener
Handballſportes ſprachen ſich nach dem Spiel — um dies
vorweg=
zunehmen — äußerſt lobenswert über das Können und
beſon=
ders über das Syſtem der Darmſtädter Mannſchaft aus, während
wir wenigen Darmſtädter der Anſicht waren, daß die Mannſchaft
kaum ihre Durchſchnittsform erreicht hatte.
Nachdem der Vorſtand des Oſtgruppenmeiſters auf dem
Spielfeld die Darmſtädter Mannſchaft begrüßt hatte, begann mit
dem Anwurf der Darmſtädter, unter der Leitung von Brenneis=
Würzburg, der in Darmſtadt durch die Leitung des Spiels gegen
Polizei Babenhauſen bekannt iſt, der Kampf. Zuerſt llappte es
bei Darmſtadt wie am Schnürchen. Die ganze erſte Viertelſtunde
der Spielhälfte iſt Darmſtadt klar im Vorteil. Aufmerlſames
Deckungsſpiel ließ München, das in dieſer Spielphaſe noch dazu
viel zu unbeweglich war, nie recht gefährlich werden. So hieß
es ſchon nach vier Minuten 1:0 für Darmſtadt; Hennemann hatte
haargenau in die Torecke gezielt, ſo daß Appel im Münchener
Tor machtlos war. In der 12. Minute erzielt Dietz durch direkte
Verwandlung eines Freiwurfes den zweiten Erfolg, und damit
einen klaren Vorſprung für Darmſtadt. München geht jetzt mehr
aus ſich heraus. Zuerſt kann Trautwein noch einen Freiwwurf
des „gewichtigen” Münchener Mittelſtürmers Noll Mlären; deſſen
zweiter Strafwurf landet jedoch unberührt im Netz (2:1). Die
Darmſtädter Stürmer, verlieren ihre Nuhe, das Zuſpiel wird
ungenau, ſo daß die Münchener Deckung ergiebig Gelegenheit
zum Klären hat. Die letzten Minuten der 1. Hälfte hat München
für ſich. Darmſtadts Hintermannſchaft arbeitet jedoch ſicher; Voß,
der vorzügliche Halbrechte, iſt zu gut gedeckt, um zum Erſolg zu
kommen. Mit 2:1 für Darmſtadt geht man in die Pauſe.
Auch die zweite Hälfte beginnt für Darmſtadt
vielver=
ſprechend. Gleich nach Wiederbeginn endigt ein blitzſchnelles
Zu=
ſpiel Werner—Jans—Werner durch ſlachen Wurf des
Halbrech=
ten zum dritten Male im Münchener Netz. Der Vorſprung wird
jedoch faſt im Gegenſtoß wieder auf die alte Höhe zurückgebracht,
als Voß doch einmal ſeiner Bewachung durchging und ſein hoher
Drehball Trautwein über die Fingerſpitzen glitt (2:3). Noch
ein=
mal raſft ſich Darmſtadt zuſammen; Fiedler und Dietz vergeben
hintereinander in ausſichtsreicher Poſition, da ſie, ſichtlich viel zu
mervös, zu früh nach innen geſtartet waren. Endlich iſt es
wie=
der Hennemann, der unhaltbar in die Ecke placiert (45. Minute).
Von da ab waren die Darmſtädter Stürmer baum mehr
ge=
fährlich. München ſetzt alles auf eine Karte und wirft faſt die
geſamte Mannſchaft noch vorne. Doch immer noch ſteht die
Darm=
ſtädter Deckung genau, ſo daß Minute auf Minute verrinnt, ohne
daß Tore fallen. Man glaubt ſchon an einen Sieg der 98er, als
drei Minuten vor Spielende der Münchener Außen Hösl
halb=
hoch und ſcharf den 3. Treffer für München erzielt. In der
näch=
ſten Minute faſt dieſelbe Situation: Hösl gleicht ſür München
aus. Darmſtadt verteidigt die kurze Zeit bis Spielende mit
größter Anſtrengung. Faſt ſcheint München nochmals zum Erfolg
cu kommen, doch Trautwem hält. So bleibt es bei 4:4, dem Umn=
entſchieden, das nach dem Siege der 98er in Darmſtadt im
Vor=
ſpiel, zum vierten Male Süddeutſchlands höchſte. Würde nach
Darmſtadt bringt.
Das Spiel, das in Brenneis einen vollkommen einwandfreien
Leiter hatte, ſah München in der Hintermannſchaft in Hochform;
hauptſächlich die Läuferreihe vollbrachte ein großes
Arbeitspen=
ſum mit beſtem Erfolg. Im Sturm war allerdings nur die rechte
Seite Voß—Hösl gut.
Die 98er hatten ebenſalls ihre erfolgreichſten Spieler in der
Deckung. Beſonders erwähnenswert ſind hier Trautwein, der
mit Ausnahme des Mißgeſchicks beim zweiten Tor ſicher und
elegant arbeitete, und Reutter. Daß Allwohn nicht ganz
durch=
hielt und der Sturm in den letzten Minuten nicht genug zur
Ent=
laſtung der Hintermannſchaft beitrug, brachte die 98er um den
Sieg, der dem Spielverlauf nach in einer knappen Höhe verdient
geweſen wäre. Im Sturm waren die Außenſtürmer ziemlich
ſchwach, was nach den Leiſtungen des Vorſonntags beſonders
erſtaunen wird. Die ſämtlichen Stürmer wüſſen ſich damit
tröſten, daß es nicht immer nach Belieben Clappt; mit etwas mehr
überlegener Ruhe hätte wan ſich im letzten Spiel beſſer
durch=
geſetzt.
Letzten Endes kann jedoch auch das Unentſchieden nicht die
Tatſache aus der Welt ſchaffen, daß die 98er ihre 4. Süddeutſche
Meiſterſchaft vollkommen verdient erzielt haben. Wenn man
be=
denkt, daß in den 19 Spielen, die zur Erzielung der Meiſterſchaft
notwendig waren, den Darmſtädtern keine einzige Niederlage
beigebracht wurde — 16 Spiele endeten ſiegreich, 3 Spiele
ument=
ſchieden —, ſo wuß man zu dem Ergebnis kommen, daß
tatſäch=
lich Süddeutſchlands beſte Handballelf die Meiſterwürde errungen
hat. Auch das Torverhältnis 143:34 ſpricht für ſich ſelbſt. Die
Handballhochburg hat den ſeit 1924/25 ſtändig innegehaltenen
Titel mit beſtem Gelingen verteidigt. Dafür gebührt der
Mann=
ſchaft, die, wie auch das Münchener Spiel, ſo faſt die ganze letzte
Vevbandsſpielzeit mit
Trautwein,
Reutter,
Kadel,
Allwohn,
Götz,
Delp,
Hennemann. Dietz.
Jans,
Fiedler, Werner,
beſtritt, unſere höchſte Anerkennung.
Nunmehr „Glück auf!” zu den Spielen um die Deutſche
Meiſterſchaft.
Am die Berliner Handball=Meiſterſchaff.
Drittes Entſcheidungsſpiel notwendig.
Im zweiten Entſcheidungsſpiel um die Berliner Handball=
Meiſterſchaft der Sportler konnte der Titelverteidiger Pol. S. V.
den Spieß umdrehen, er ſchlug den Deutſchen Handball=Club,
dem er im erſten Spiel unterlegen war, glatt mit 8:5 (3:1)
Tref=
fern. Der D.H.C. war allerdings inſofern gehandicapt, als
einer ſeiner Leute vom Pokalſpiel Süddeutſchland gegen Berlin
her noch verletzt war. Das Spiel wurde durch die größere
Durchſchlagskraft im Spiel der Poliziſten entſchieden. Die
bei=
den Mannſchaften werden ſich alſo noch einmal in einem
beſon=
deren Entſcheidungsſpiel treffen müſſen.
Um die Weſideutſche Handball=Meiſterſchaft.
V.f.B. 08 Aachen nicht mehr zu überholen.
V.f.B. 08 Aachen, der ernſthafteſte Anwärter auf die
Weſt=
deutſche Meiſterſchaft der Sportler, konnte am Sonntag ſein
vorletztes Spiel in Münſter gegen V.f.2. 18/II mit 5:3 (2:3)
Treffern gewinnen. Kurheſſen Kaſſel ſiegte in Eſſen gegen die
dortigen Preußen mit 3:2 (1:2) Treffern. Solingen 95 ließ
ſich in Barmen von den Siegener Sportfreunden mit 8:5 (4:2)
Toren ſchlagen. — Aachen, das als einzige Mannſchaft keine
Verluſtpunkie aufzuweiſen hat, braucht jetzt im letzten Spiel nur
unentſchieden zu ſpielen, um den Titel ſicher zu haben. Im
Falle eines Verluſtes kann Agchen nur noch von Kurheſſen Kaſſel
eingeholt, nicht überholt werden. Alle anderen Mannſchaften
haben mehr als zwei Verluſtpunkte.
Das Endſpiel um die Damen=Meiſterſchaft.
V.f.R. Mannheim-PoſtS. V. Frankfurt 1:2.
Das Spiel mußte bei ſtrömendem Negen ausgetragen
wer=
den. Trotzdem hatten ſich etwa 300 Zuſchauer eingefunden. Man
ſah ein feſſelndes Spiel. Mannheim war durch ein ſchnelleres
Spiel in der erſten Halbzeit ebenbürtig. Es erzielte auch in der
19. Minute durch Halbrechts den erſten Treffer. Drei Minuten
ſpäter hatte jedoch Frankfurt — ebenfalls durch Halbrechts —
bereits ausgeglichen. Nach dem Wechſel ſpielten die
Frankfur=
ter Damen meiſt leicht überlegen. Schon in der fünften Minute
konnte die linke Verteidigerin einen Strafwurf zum
entſcheiden=
den Treffer verwandeln. Beck=Frankenthal leitete den Kampf gut.
Handballaufſtiegſpiele.
Rot=Weiß gewinnt gegen „Germania”
Wies=
baden 2:0.
Mit dieſem Siege hat ſich Not=Weiß endgültig den Aufſtieg
in die Ligaklaſſe geſichert. Obwohl man mit einem äußerſt
har=
ten Kampfe rechnete, übertraf doch das, was ſich Germania
lei=
ſtete, die ſchlimmſten Befürchtungen. Es wurde getreten,
geſchla=
gen und feſtgehalten, gleichgültig, ob der Gegner den Ball hatte
oder nicht. Daß bei einer ſolchen Spielweiſe auch dem
Lang=
mütigſten die Geduld reißt, iſt erklärlich. So kam es, daß außer
zwei Wiesbadenern auch zwei Rot=Weiße Platzverweis erhilten,.
Ein Kapitel für ſich ſind auch die Wiesbadener Platzverhältniſſe,
die jeder Beſchreibung ſpotten. Kurz der Spielverlauf: Rot=
Weiß hat Anſtoß, kann ſich jedoch zunächſt nicht gegen die
zahlen=
mäßig große und außerdem bis zur Rückſichtsloſigkeit harte
Ver=
teidigung Wiesbadens durchſetzen. Jeder Angriff wird durch
Feſthalten oder andere unfaire Mätzchen unterbunden. Erſt in
der 25. Minute gelingt Bärtel nach ſchöner Kombination der
erſte Treffer. 1:0 für Rot=Weiß geht es in die Halbzeit. Immer
härter wird nach Wiederbeginn das Spiel. Beide Parteien
ſpielen nur noch mit 9 Mann. Rot=Weiß drückt zeitweiſe ſtark,
und endlich kann Schulz 5 Minuten vor Schluß das 2. Tor
ein=
ſenden. Als verdienter Sieger verläßt Rot=Weiß den Platz.
Die 1. Jugend konnte ihren Gegner S.C. Wiesbaden mit
4:3 bezwingen.
Kraftſport.
Turngemeinde Dieburg—Kraftſportverein Darmſtadt 1910,
Jugend 3:3.
(Durch kürzere Ringzeit für Darmſtadt gewonnen.)
Vom Kr. Sp. V. Darmſtadt geht uns folgende Darftellung zuz
Mit dieſem Kampf wurden die Gaujugendkämpfe im
Mann=
ſchaftsringen eröffnet. Gleich dieſer erſte Kampf war einer, wie
er nicht ſein ſoll, und hoffen wir, daß ſich an anderen Orten das
Dieburger Beiſpiel nicht wiederholt, denn ſonſt wäre es um die
Jugendbewegung im Kraftſport ſchlecht beſtellt. Daß die
Darm=
ſtädter Jugend die Kämpfe bis zum Ende durchführte, iſt
be=
ſonders ehrend für ſie, denn das anweſende Publikum war
par=
teiiſch und fanatiſch. Die Dieburger Vereinsleitung möge
be=
denken, daß ſie auch bei Jugendkämpfen für ihr Publikum
ver=
antwortlich iſt. Was die einzelnen Kämpfe anbetrifft, ſo
ver=
liefen ſie folgendermaßen:
Fliegengewicht: Perini=Darmſtadt gegen Gries=Dieburg.
Der kleine Darmſtädter lieferte einen ſehr ſchönen Kampf und
ſiegte bereits in ½ Minute.
Bantamgewicht: Schnauber=Darmſtadt gegen Wick=Dieburg.
Schnauber lag ftets im Angriff und ſiegte in 15 Minuten
über=
legen nach Punkten.
Federgewicht: Diener=Darmſtadt gegen Ohl=Dieburg.
Er=
ſterer hatte gegen den die aktive Fliegengewichtsklaſſe
vertreten=
den Ohl nichts zu beſtellen und verlor in 25 Sekunden.
Leichtgewicht: Mavei=Darmſtadt gegen Rödler=Dieburg.
Beide gingen vorſichtig vor, bis den Darmſtädter ein Schleuder
gelang, womit er den Gegner in die Brücke und in 2 Minuten
auf die Schulter zwang.
Mittelgewicht: W. Göbel=Darmſtadt gegen Grohe=Dieburg.
Der Dieburger war entſchieden der Beſſere, doch dürfte eine
Mahnung ſeiner Vereinsleitung in bezug auf ſein Mundwerk
ſehr am Platze ſein. Göbel verteidigte, ſich ſehr gut, mußte
jedoch nach 15 Minuten Grohe einen hohen Punktſieg überlaſſen.
Schwergewicht: Bock=Darmſtadt gegen Ott=Dieburg. Ueber
die Begleitumſtände dieſes Kampfes wollen wir ſchweigen, doch
war der Sieg, welchen nach 13 Minuten Ott zugeſprochen
er=
hielt, alles andere, nur nicht gerecht.
Die Ringzeit betrug für 3 Siege von „1910” 17½ Minuten,
für Dieburg 3 Siege in 28,25 Minuten. Die Jugendmannſchaft
des Kraftſportvereins 1910 iſt ſomit infolge kürzerer Ringzeit
Sieger.
Der Rückkampf findet nun am 21. April ſtatt, an welchem
Tage die erſte Mannſchaſt des Kraftſportvereins Darmſtadt 1910
einen Kampf gegen die rühmlichſt bekannte Mannſchaft der
Athletikſportvereinigung Frankfurt 1886 austrägt.
Radſport.
Großer Straßenpreis von Hannover.
Berufsfahrer: 1. Richard Huſchke=Berlin (Opelrad,
Conti=
reifen) 12 Std., 2. Nörenberg=Berlin, 3. R. Wolke=Chemnitz,
4. Nebe=Leipzig, 5. Schorn=Köln, 6. Brandes=Hannover,
7. Dumm=Frankfurt, 8. Nickel=Berlin, 9. Remold=Schweinfurt,
10. W. Cap=Rüſſelsheim, 11.—23. Br. Wolke=Chemnitz, O. Tietz=
Verlin, Koch=Berlin, Feder=Berlin, Bulla=Rüſſelsheim, Seiferth=
Leipzig, Dahms=Berlin, Buſe=Berlin, Zind=Rüſſelsheim, Kohl=
Berlin, Geyer=Rüſſelsheim, Panke=Berlin, Ebeling=Aachen.
Amateure: 1. Dube=Diamant Chemnitz 11:24:21 Std.,
2. Tſchudi=Opel, Rüſſelsheim, 3. Witzak=Diamant, Hannover,
4. Siegel=Preſto Chemnitz, 5. Stübbecke=Weſtig, 6. Franken=
Rüſſelsheim, 7. Nitſchke=Chemnitz, 8. Elpel=Breslau, 9. A.
Müller=Hannover, 10. Amling=Rüſſelsheim, 11. Lankes=
Rüſſels=
heim, 12. Twiehaus=Hannover (alle dichtauf).
Pferdeſport.
Nennen zu Horſt=Emſcher.
1. Cröffnungsrennen, 2500 Mk. 1200 Meter: 1. Gebr. Röslevs
Neidlos (v. Tauſz); 2. Wink; 3. Toscana. Ferner liefen: Gauner,
Pſalter, Charly, Lucca, Cordelia, Mucker, Peloria, Hofgräfin. Tot.: 41;
Pl.: 16, 17, 25:10. 9—2 Lg.
2. Eſſener Jagdrennen, 2500 Mk., 3000 Meter: 1. M. Brauns
Sapajus (F. Hellmann), 2. Waldo, 3. Pannhütte. Ferner liefen: Dante,
Wingolf, Freimut, Myrte, Ingelheim, Orla, Marſchall, Perkeo,
Decken=
kappe. Tot.: 59; Pl.: 18, 17, 15:10. 2—2 Lg.
8. Friedweide=Nenuen, 2500 Mk., 1000 Meter: 1. D. Weinbergs
24. 3. 18:10., 1—11
4. A. Overbeck=Gedächtnisrennen, 4000 Mk., 1600 Meter: 1. Stall
Weismanns Lebenskünſtler (J. Staudinger), 2. Goldwert, 3. Poſtillon.
Ferner liefen: Zwirns Bruder, Chriſtinchen, Grenzſchutz, Carol. Tot.:
B; Pl.: 13 10, 12:10. 1—2 Lg.
5. Glückauf=Jagdrennen, 3000 Mk., 3500 Meter: 1 O. Schuberts
Fechtmeiſter (H. Weber), 2. Dada II, 3. Le Printemps. Ferner
lie=
fen: Neulichs, Goldat, Lord Val, Coriolan 3., Borgia. Tot.: 17;
Pl.: 12. 26 24:10. 1—15 Lg.
6. Nordſtern=Ausgleich, 2500 Mk., 1800 Meter: 1. H. Zimmermanns
Lump (W. Gicke), 2. O Straßburg, 3. Arkadia. Ferner liefen: Szekely,
Parades, Noailles, Sit Tight, Culvert Eſens, Clauswalde, Desdemona,
Neveillee, Seefahrer, Phönig, Mail, Homberg. Tot.: 733 Pl.: 31, 37,
41:10. 1—1½ Lg.
7. Lyeaon=Nennen, 3000 Mk., 2000 Meter: 1. Frl. L. Schmids
Föhn II (R. Vags), 2. Asparagus, 3. Conſtant. Ferner liefen: Euphrat,
Petette, Larche, Gmilio, Gmbrocation. Tot.: 91; Pl.: 14, 17, 2:10.
1— Lc.
Geite 6
Süddeutſche Fußball=Endſpiele.
Ueberraſchungen.
Im Endkampf um die Süddeutſche Fußballmeiſterſchaft war
der 1. April ein Großkampftag. Alle an der Meiſterrunde und
den Troſtrunden beteiligten vierundzwanzig Vereine traten auf
den Plan.
In der Runde der Meiſter
war das Zuſammentreffen von Eintracht Frankfurt und Sp.Vg.
Fürth von beſonderer Bedeutung, denn ſein Ergebnis kann auf
die endgültige Beſetzung des zweiten Platzes von
ausſchlag=
gebendem Einfluß ſein. Die Eintracht verlor den vor 35000
Zuſchauern (trotz ſchlechter Witterung!) durchgeführten Kampf
mit 2:3 (0:1) Treffern an die wiedererſtarkten und im
Zuſam=
menſpiel beſſeren Fürther. Es wird ſich nun fragen, wie die
Fürther die beiden noch ausſtehenden ſchweren Spiele gegen
Bayern München und Stuttgarter Kickers überſtehen werden.
Ueberraſchend knapp nur ſiegten die Bayern München zu Hauſe
mit 2:1 (2:1) gegen S.V. Waldhof. Größer aber war noch die
Ueberraſchung, daß die Stuttgarter Kickers ſich auf eigenem
Platze vom Tabellenletzten F.V. Saarbrücken 0:1 ſchlagen ließen.
Das Spiel Wormatia Worms-Karlsruher F.V. mußte
aus=
fallen. Die Tabelle:
Die Troſtrunden.
In den beiden Troſtrunden dürften die Entſcheidungen
be=
reits gefallen ſein. Nach menſchlichem Ermeſſen iſt kaum damit
zu rechnen, daß Wacker München und F.S.V. Frankfurt noch
aus ihren Poſitionen gedrängt werden können. Dieſe beiden
Vereine werden dann auch das Entſcheidungsſpiel um die dritte
Vertreterſtelle Süddeutſchlands bei den Endkämpfen um die
Deutſche Meiſterſchaft austragen.
In der Gruppe Südoſt
kam Wacker München mit einem 0:4=Sieg aus Böckingen heim.
Der 1. F.C. Nürnberg war wieder einmal ſchußfreudiger
auf=
gelegt und fertigte den V.f.B. Stuttgart 6:0 ab. Phönix
Karls=
ruhe landete nach langer Zeit wieder einmal einen Sieg, der
V.f. R. Fürth wurde 4:3 geſchlagen. Der Freiburger S.C.
fer=
tigte München 1860 3:2 ab. Die Tabelle:
konnte der F. S. V. Frankfurt das für ihn recht wichtige Spiel
in Saarbrücken gegen Saar 05 glücklich 2:1 gewinnen. Ludwigs=
hafen 03 und Mainz 05 büßten wertvolle Punkte in ihren
un=
entſchiedenen Spielen gegen Boruſſia Neunkirchen (2:2) bzw.
V.f. L. Neu=Iſenburg (2:2) ein. Neckarau konnte auf eigenem
Platze gegen Rot=Weiß Frankfurt 2:0 gewinnen. Die Tabelle:
Eintracht Frankfurt — Sp. Pg. Fürth 2:3 (0:1).
Gutes Spiel der Fürther. — Die ausgefeiltere Technik entſcheidet.
Eintracht ziemlich matt. — 35 000 Zuſchauer.
Man hat anſcheinend doch zu früh mit dem Abfallen der
Hochburg gerechnet, wenigſtens ſoſveit es die Spvg. Fürth
an=
betrifft. Zweifellos ſind die Fürther wieder ſtark im Kommen,
und die Hoffnungen auf den zweiten Platz in der Meiſterrunde
ſind nach dem Sieg in Frankfurt wieder mächtig geſtiegen. Das
ungeheure Intereſſe für dieſe wichtige Begegnung im Franüfurter
Stadion kommt in der Zuſchauerzahl von 35 000 zum Ausdruck,
eine Zahl, die um ſo mehr imponieren muß, als es während des
gauzen Mittags in Strömen regnete. Dennoch ließen ſich die
Maſſen nicht abhalten, und glücklicheweiſe hörte der Regen auch
mit Beginn des Kampfes auf, ſo daß ein einwandfreies Spiel
möglich war. Der Sieg Fürths war auf Grund der beſſeren
Ge=
ſamtleiſtung verdient. Fürth zeigte eine ausgefeiltere Technik
und geſtaltete beſonders die erſte Halbzeit überlegen. Hier konnte
auch in der 27. Minute Frank den Führungstrefſer erringen.
Nach der Pauſe kam zunächſt Eintracht ſtark auf. Döpfer konnte
ausgleichen und nach einer Viertelſtunde, im Anſchluß an einen
Elfmeter, die Franbfurter ſogar in Führung bringen. Ein
Pracht=
ſchuß von Frank ſchaffte aber gleich darauf den Ausgleich, und
als Rupprecht dann ſogar den Führungstreffer ſür Fürth
erzie=
len konnte, war der Kampf entſchieden, zumal Eintracht ſich nicht
mehr richtig zuſammenfand.
Die Mannſchaften.
Fürth überraſchte im Geſamtbild nach der angenehmen Seite.
Die Mannſchaft zeigte ein ſehr ſchönes und flüſſiges
Kombina=
tionsſpiel und hatte beſonders in Frank einen ganz gefährlichen
Stürmer. Die linke Seite Kießling—Frank war überhaupt die
beſſere. Franz fiel durch ſeine Langſamkeit auf, dagegen ließ ſich
der junge Mittelſtürmer Rupprecht gut an. Auch Auer konnte
gefallen. Die Läuferreihe leiſtete gute und produktive Arbeit, in
der Verteidigung machte Knöpfle einen beſſeren Eindruck als
Hagen. Neger im Tor machte zwar Fehler, lonnte dann aber
wieder dieſen Eindruck in beſter Weiſe wettachen. Eintracht
ſchien diesmal nicht gut disponiert. Die Hintermannſchaft zeigte
gelegentlich Unſicherheiten, in der Läuferreihe war Goldammer
in der erſten Halbzeit ſchſach, um ſpäter beſſer zu werden. Am
beſten in der Halbreihe gefiel diesmal Mauriſchat, der ſehr wützlich
ſpielte. Im Sturm kam Schaller nicht ſo zur Geltung, er wurde
ſehr gut bewacht. Auch Kellerhoff konnte ſich nicht immer ſo
ent=
wickeln, wie es notwendig war. Die beſte Arbeit leiſtete Dietrich,
der die Hauptlaſt des Angriffs trug. Döpfer machte eine ſehr
gute Figur, dagegen war Kiſſinger zu unproduktiv. Der
Schieds=
richter Müller=Baiertheim leitete ausgezeichnet und überaus
korrekt.
Das Spiel.
Auf dem glatten Boden fand ſich Fürth von Anfang an
beſſer zuſammen und dominierte auch während der ganzen erſten
Halbzeit. Eintracht ſpielte hier ziemlich matt und ſyſtemlos.
Den=
noch waren die Angriffe der Frankfurter immer gefährlich, und
in der 24. Minute vergab Dietrich freiſtehend eine faſt totſichere
Chance. Dafür konnte drei Minuten ſpäter Frank mit einem
ſchönen, ſcharfen Schuß den Führungstreffer erzielen. Gegen
Schluß machte ſich Eintracht mehr frei, drang aber nicht durch.
Die zweite Halbzeit ſchien eine Wendung zu bringen. Eintracht
wurde, ſtändig beſſer, und ſchon in der zweiten Minute ſchoß
Döpfer, nach einer Vorlage Goldammers, den Ausgleich, als
Reger den Ball verfehlt hatte. Kießling ſchied dann für einige
Montag, den 2. April 1928
Minuten verletzt aus lam dann aber wieder und blieb der beſte
Mann in der Angriffsführung. Durch unfaires Spiel verſchuldete
Hagen in der 17. Minute einen Elfmeter. Neger hielt zwar den
Schuß, aber im Nachſetzen konnte Döpfer doch verwandeln. Die
Führung blieb nicht lange, denn ein Prachtſchuß von Frank
ſtellte zwei Minuten ſpäter wieder den Ausgleich her. Die
Ent=
ſcheidung fiel in der 26. Minute, als Rupprecht eine von
Kieß=
ling hereingegebene Ecke zum driten Tor verwandelte. Vorerſt
war Eintracht noch im Hintertreffen, holte dann aber mächtig auf
und drängte mit aller Macht. Die Anſtrengungen blieben jedoch
vergeblich, und ſelbſt das Vorgehen des Verteidigers Schütz in
den Sturm konnte das Ergebnis nicht mehr ändern.
„Bahern” hat Glück.
Bayern München—S. V. Mannheim=Waldhof 2:1 (2:1).
Unverdienter Sieg — ſehr mäßiges Spiel vor 15 000 Zuſchauern.
Das übliche Verſagen des Waldhof=Sturms.
Wenn man die bisherigen Endſpiele in München einzeln
durchgeht, muß man zu der Feſtſtellung kommen, daß dasjenige
vom 1. April das ſchlechteſte von allen war. Bisher hat Bayern
noch nicht eine ſolche mäßige Leiſtung geboten, und der Sieg war
ſchon deshalb nicht verdient, weil Waldhof zu drei Viertel des
Spiels überlegen war. Das Verſagen des Waldhof=Sturms vor
dem Tor war allerdings kataſtrophal. Dieſer Sturm hatte den
Sieg in der Hand und vergab ihn. Aus den kürzeſten
Entfernun=
gen vermochten die Stürmer nicht zu ſchießen, ihre Hilfloſigkeit
war manchmal erſtaunlich. Bayern fing gut an. Durch Pöttinger
und Hoffmann legten die Einheimiſchen in den erſten fünf
Minu=
ten zwei Tore vor und zehrten davon während des ganzen
Spiels. Waldhof konnte in der 25. Minute durch den Halbrechten
Halbzeit verſchoß Hoffmann noch einen Elfmeter und dafür wurde
einer für Waldhof nicht gegeben, ſo daß das Ergebnis von 2:1
blieb. Die 15 000 Zuſchauer wurden jedenfalls ſehr enttäuſcht,
das um ſo mehr, als der Schiedsrichter Bohnenberger=Pforzheim
überaus ſchlecht war und vollkommen verſagte.
Ein hoher Sieg des „Club”.
1. F. C. Nürnberg—V. f. B. Stuttgart 6:0 (1:0).
Sehr mäßiges Spiel der Stuttgarter.
Zur Abwechſlung wartete der Club einmal mit einem hohen
ſtens nicht in der erſten Halbzeit, in der er nur durch einen Elf= Rot=Weiß lieferte eines ihrer beſten Spiele, und tat jeder Mann
der ſowie Hochgeſang (2) machten das halbe Dutzend voll. Die
Leitung des von 4000 Zuſchauern beſuchten Treffens durch
Kratzenberg=Sprendlingen war recht mäßig. Das mäßige Spiel
der Schwaben überraſchte allgemein.
Stuttgarter Kickers—FV. Saarbrücken 0:1(0:0)
Kickers einen überraſchenden Sieg. — Der Kickersſturm verſagt.
Den Gäſten aus dem Saargebiet wurde in der ſchwäbiſchen
Gaſt geladen. Vor Beginn des Spieles wurden verſchiedene
An=
ſprachen gehalten und die Gäſte zum dritten Male geehrt. Das
Spiel ſelbſt brachte inſofern eine große Ueberraſchung, als
Saar=
brücken eine ſehr eifrige und flinke Mannſchaft ins Feld ſtellte,
mit der man Sympathie haben mußte. Der Sieg der Saarbrücker
wurde daher auch in Stuttgart ſtark bejubelt. — Das einzige Tor
des Tages fiel unmittelbar nach Wiederbeginn durch den Saar=
Waltenberger (München). Dem Kampfe wohnten 6000 Zu= eiteln. Der Schiedsrichter amtierte ſehr gut.
ſchauer bei.
P.f. T. Neu=Iſenburg—Mainz 05 2:2.
Die Iſenburger hatten nicht ſchlecht gewählt, als ſie dieſes
Spiel nicht auf eigenem Plätze, ſondern vor dem Großkampf
Eintracht—Fürth im Stadion austrugen. Sie werden auch
finanziell dabei beſſer abgeſchnitten haben. Schon zu Beginn
des Spieles waren 6—8000 Zuſchauer anweſend, eine Zahl, die Bierſtadt, ſtellte ſich geſtern mit ſeiner 1. und 2. Mannſchaft zu
ſchon an dieſem Spiele lebhaften Anteil, machten aber auch die Mannſchaften trennten ſich mit einem 3:3. Bei den 1.
Mann=
das beſſere Zuſammenſpiel und die reifere Ballbehandlung ſah. Mann, und dazu noch mit zwei Erſatzleuten, ins Feld. Die Gäſte,
hätte einen knappen Sieg verdient gehabt, denn die Iſenburger eine körperlich ſehr ſtabile Mannſchaft. W. hat Anſtoß und geht
ſchaft immer wieder zu beunruhigen und auch genügend Tor= ſchönem Flachkombinationsſpiel bis zur Pauſe noch dreimal
Erſten Halbzeit.
Zwiſchenrundenkampf um den OFB.=Pokal.
Norddeutſchland ſchlägt Weſtdeutſchland nach zweimaliger
Verlängerung 2:1.
Das Ringen um die Teilnahme am Endſpiel um den D.F. B. Norddeutſchen, die nach zweimaliger Verlängerung durch ſchlagskräftig genug und vergißt im gegebenen Moment das
ten Im Pokalendſpiel ſtehen ſich alſo diesmal Nord= und
Südoſtdeutſchland gegenüber.
Der dritte Zwiſchenrundenkampf im Stadion der Stadt
Altona wurde von den vorgeſehenen Mannſchaften beſtritten.
Das Experiment des Nordens, in dieſem ſchweren Kampfe einen
neuen Mittelläufer auszuprobieren, ſchlug fehl. Koch (Sperber
Hambucg) wurde denn auch nach dem Wechſel, durch Schütte
fort wurde auch das Spiel der norddeutſchen Mannſchaft beſſer. Pfungſtadt hatte anfangs etwas mehr vom Spiel und führte
Altona und Duisburg, ſo wurde auch diesmal der Kampf äußerſt den erſten Minuten das Führungstor, aber bald gleicht
Stein=
ebenbürtig. Man ſah auf beiden Seiten ſchönes Können und Damit ſtand das Halbzeitergebnis feſt.
größte Kraft= und Energieentfaltung. Nach leichter
Ueberlegen=
heit konnten die Weſtdeutſchen Mitte der erſten Halbzeit einen ſammen und führten bereits nach wenigen Minuten mit 3:2.
delte Wiedmayer (Kiel) eine Vorlage von Koch zum Ausgleich, eine Flanke von links wurde prompt verwandelt.
Nach hartem und wechſelvollem Kampf blieb das Reſultat ſo
bis zum Ende der regulären Spielzeit, und auch die erſte Ver= korrekt.
längerung brachte keine Aenderung. Erſt in der 136. Minute
kannte der ausgezeichnete norddeutſche Sturmführer Horn (
Ham=
burger S. V.) den entſcheidenden Treffer erzielen. — Spranger=
Glauchau war als Schiedsrichter gut.
Heſſiſcher Fußball.
Spiels, als auch der nun folgenden weiteren Privatſpiele des (Lorſch) das Führungstor. Union wacht nun auf und trug
An=
gezwungen iſt, ſeine erſte Fußballmannſchaft vollkommen neu auf= für Darmſtadt, ſomit das Endreſultat herſtellend — Lorſch
zubauen und einzuſpielen, während die Gegner mit einem feſt= ſtellte eine ausgeglichene, ſehr flinke Mannfchaft ins Feld, in der
haben, neben dem Handballſpiel auch den Fußbalſſport auf, ihrer techniſchen Geſamtleiſtung verdient.
Nummer 93
achtunggebietende Höhe zu bringen, der Unterſtützung ſeiner
An=
hänger dringend bedarf. Etwa 100 Zuſchauer hatten ſich
einge=
ſunden.
Das geſtrige Spiel des Sportvereins litt unter der Näſſe des
Spielfeldes. Trotzdem darf man ſich keinesfalls über die
poohan=
benen techniſchen, taktiſchen und ſonſtigen Mängel unſerer
ein=
heimiſchen Mannſchaft hinwegtäuſchen, Mängel, die zum großen
Teil bei den Gäſten nicht oder nur in weit geringerem Ausmaß
feſtzuſtellen waren.
Die Gäſte verdankten, ihren Sieg ihren Stürmern, unter
denen Münſtermann als Beſter hervortrat. Neben dem Strm
Kann man noch den Mittelläufer und den Torwächter
hervor=
heben. Immerhin hatten die Gäſte auch erſichtlichen Vorteil durch
ſchwere Fehler der einheimiſchen Hintermannſchaft und
Läufer=
reihe. Der Sportvereinsſturm war neu aufgeſtellt und zeigte erſt
in der zweiten Spielhälfte, daß von ihm mehr zu erwarten iſt,
wenn neben techniſcher Vervollkommnung auch das gegenſeitige
Verſtändnis erreicht ſein wird.
Aſchaffenburg lag bei der Halbzeitpauſe mit 2:0 in Führung
und vermochte ſogar in der zweiten Spielhälfte zunächſt auf 4:0
zut erhöhen. Erſt bei dieſem Stand holten die Einheimiſchen, die
den Mut nicht ſinken ließen, in eifrigem und beſterem Spiel zwei
Tore auf, konnten jedoch nicht verhindern, daß die Gäſte ihren
Vorſprung wieder um ein Tor erhöhten, das allerdings bald
wieder aufgeholt wurde. Jedem Gegner gelang alsdann noch ein
wveiteres Tor. Schiedsrichter Schader aus Bürſtadt hatte bei dem
anſtändigen Spiel ein leichtes Amt.
Rot=Weiß 1.—„Union” Wixhauſen Liggerſatz 4:1.
Mit obigem Reſultat konnte Rot=Weiß einen weiteren Sieg
buchen. Zum Spielverlauf ſei noch folgendes bemerkt: Wixhauſen
Becker ein Tor aufholen, aber dabei blieb es. In der zweiten trat in verſtärkter Aufſtellung an, darunter bekannte Namen aus
der Ligamannſchaft wie Volz, Weſp uſw. Rot=Weiß trat
eben=
falls in kompletter Aufſtellung an. Trotz des regneriſchen
Wet=
ters entwickelte ſich gleich von Anfang an ein ſehr forſches Spiel,
und konnten die Rothoſen infolge guter Kombination durch
Halb=
rechts infolge Kopfballs in Führung gehen. Durch dieſen Erfolg
ließ ſich aber Wixhauſen nicht beirren und griff weiter ſehr
tem=
veramentvoll an, was auch bald zum Ausgleich führte. Mit 1:1
ging es in die Pauſe. Nach Halbzeit entwickelte ſich weiter ein
ſehr raſantes Spiel, wobei man deutlich die auf Sieg ſpielenden
Rothoſen erkennen mußte. Zwei weitere Treffer des
Mittelſtür=
mers und 1 Tor des Halblinken ſtellten das Endreſultat auf 4:1.
Wixhauſen wäre zweifellos zu beſſerem Reſultat gelangt, wenn
Siege auf, allerdings über einen Gegner, deſſen Leiſtungen über= die Stürmer die an ſich nicht ſchlechten Torgelegenheiten zur
rech=
aus mäßig waren. Auch der Club überzeugte nicht reſtlos, wenig= ten Zeit auszunutzen verſtanden hätten. Die Mannſchaft von
meter von Kalb in Front gehen konnte. In der zweiten Hälfte reſtlos ſeine Schuldigkeit, zu dem für Rot=Weiß ſehr
ſchmeichel=
wurde es dann bedeutend beſſer, und Reinmann, Schmidt, Wie= haften Reſultat, gegen eine derartig verſtärkte Liga=
Erſatzmann=
ſchaft.
V. f. R. ſchlägt F.=V. Weinheim 6:3 (3:3).
Was man dem A=Meiſter des Gaues Bergſtraße prophezeite,
indem man ihm keine ſchlechten Ausſichten ſür die Kreisliga
zu=
ſprach, ſcheint ſich doch bewahrheiten zu wollen. Nachdem am
Vorſonntag Griesheim geſchlagen wurde, mußte heute der
Tabel=
lenzweite des Mannheimer Kreiſes dieſelbe Wahrnehmung
Die eifrigen Saarländer erringen gegen die erſatzgeſchwächten machen. Das Spiel an ſich wurde von beiden Mannſchaften ſehr
flott durchgeſührt. V. f. R. konnte ſich in der erſten Halbzeit nicht
recht zuſammenfinden, wogegen Weinheim in dieſer Zeit ein ta=
Hauptſtadt ein überaus herzlicher Empfang bereitet. Am Sonn= dellos flaches Spiel vorführte, wie man es von den Vereinen
tag vormittag waren die Saarländer bei der Stadt Stuttgart zu der Mannheimer Kante zu ſehen gewohnt iſt. Bis zur Pauſe
ging V. f. R. dreimal in Führung, und immer wieder erzwang
Weinheim den Ausgleich. Nach dem Wechſel drehte V. f. R.
mäch=
tig auf. Durch das verſtändnisvolle Zuſammenſpiel wurde der
Gegner vollſtändig in Schach gehalten. Drei weitere Tore
wur=
den erzielt, und damit die Niederlage der Weinheimer beſiegelt.
Gegen Schluß machte ſich Weinheim wieder etwas freier, und
mancher gefährliche Angriff rollte auf das Darmſtädter Heilig=
Linksaußen Wilm. — Eine ſchwache Leiſtung bot der Unparteiiſche tum, doch die Hintermannſchaft des V. f.R. wußte alles zu ver=
Vor dieſem Spiel traf die zweite Mannſchaft des V. f. R.
mit der Erſatz=Liga Weinheims zuſammen. Das Spiel endete
ſür beide Parteien verdient mit dem Reſultat 2:2. — Das Spiel
der Jugendmannſchaft in Roßdorf iſt der ſchlechten Witterung
zum Opfer gefallen.
Sportverein Weiterſtadt — Sportverein Bierſtadt 7:0 (4:0).
Ein in Weiterſtadt völlig unbekannter Gaſt, Sportverein
ſich ſpäter auf über 30 000 erhöhte. Die Maſſen nahmen auch einem Freundſchaftsſpiel in Weiterſtadt ein. Die beiden zweiten
Mannſchaften zeitweiſe etwas nervös. Mainz, von dem man ſchaften ſah es etwas anders aus. Der Platzverein tritt mit zehn
ſpielten ziemlich ſyſtemlos. Durch ihre immer wieder angeſetz= kurz danach in Führung. Nachdem der Ball den Mittelpunkt des
ten ſchnellen Vorſtöße wußten ſie aber die Mainzer Hintermann= Feldes wieder verlaſſen hatte, drückt W. ſtark und kann bei
cancen herauszuarbeiten. Alle Treffer fielen bereits in der erfolgreich ſein, Halbzeit 4:0. Nach dem Seitenwechſel ſind die
Weiterſtädter ſtets im Vorteil. Die Läufer leiſten ſaubere Arbeit,
ſo daß die Verteidigung ſowie der Tormann ſehr wenig oder
gar nicht ihr Können unter Beweis ſtellen können. In
regel=
mäßigen Abſtänden erzielt W. bis zum Schluß drei weitere Tore,
denen die überaus eifrigen Gäſte nicht einmal das Ehrentor
ent=
gegenſetzen konnten. Die Mannſchaft, die in ihrem Bezirk einen
ſehr guten Dabellenſtand einnimmt, iſt das doch nicht, was man
Pokal, das am 29. Apcil in Breslau zum Austrag kommen von ihr ernartete. Der Tormann ſowie die Hintermannſchaſt
ſoll, iſt indlich eutſchieden worden. Das Glück war auf ſeiten, verdienen das Prädikat gut, dagegen iſt der Sturm nicht
durch=
ihren Mittelſtürmer Horn das entſcheidende Tor ſchießen konn= Schießen. Das Reſultat entſpricht ſehr dem Spielverlauf. Der
Schiri, ein Herr von Seeheim, war in ſeinen Entſcheidungen ſehr
korrekt und zufriedenſtellend.
1. Jugend Weiterſtadt — 2. Jugend Sportv. 98 2:3 (1:0).
Germania Pfungſtadt—V.f.N. Bürſtadt 3:3 (2:1).
Dieſe beiden altbekannten Vereine lieferten ſich auf dem
(Harburg), der vorher Stürmer geſpielt hatte, erſetzt, und ſo= Pungſtädter Platze ein ſchnelles und durchaus faires Treffen.
Wie ſchon in den beiden voraufgegangenen Spielen in dann auch bei Halbzeit 2:1. Die Gäſte erzielten zwar ſchon in
hartnäckig geführt. Wie ſchon das Reſultat von 1:1 bei regu= metz (Pf.) aus. Der einheimiſche Halblinke verſchaffte in der
lärem Spielende beſagt, waren ſich die Mannſchaften ziemlich 25. Minute durch Schrägſchuß ſeiner Mannſchaft die Führung.
Nach der Pauſe fanden ſich die Gäſte überraſchend gut
zu=
ſchönen Vorſtoß des rechten Flügels mit einem Torſchuß Sacken= Nachdem beiderſeits einige Torgelegeheiten ausgelaſſen worden
heims abſchießen. Zehn Minuten nach dem Wechſel verwan= waren, ſtellte der Pfungſtädter Halbrechte das Endergebnis her;
Der Schiedsrichter Zöller Darmſtadt leitete unauffällig und
Olympia Lorſch—Union Darmſtadt 1:3 (0:0), Ecken 7.4.
Union weilte auf Grund einer Privatſpielverpflichtung in
Lorſch beim Kreismeiſter von Südheſſen. Mit etwas
Verſpä=
tung betraten beide Mannſchaften mit Erſatz unter der
einwand=
freien Spielleitung Leißlers, Olympia Lampertheim, den Platz.
Lorſch hat Anſtoß und es entwickelte ſich ſofort ein flottes Spiel.
Sportverein Darmſtadt 98 — Viktoria Aſchaffenburg 4:6. Olympia war ſichtlich im Vorteil, ſcheiterte aber an der
aufmerk=
ſamen Deckung Darmſtadts. So ging es torlos in die Pauſe.—
Bei der kritiſchen Betrachtung und Wertung ſoſohl dieſes In der 10. Minute der zweiten Halbzeit fällt durch Lohrbacher
Sportvereins 98 darf man nicht vergeſſen, daß der Sportverein griff auf Angriff vor. Innerhalb von 10 Minuten fallen 3 Tore
gefügten Mannſchaftsgebilde auf den Plan treten. Trotzdem darf. Lohrbacher als Mittelläufer überragte. Bei Union führten ſich
nicht vergeſſen werden, daß der Sportverein bei ſeinem Vor= die Erſatzleute ſehr gut ein. Die Mannſchaft gewann auf Grund
hezeite,
fü=
am
Tabel=
rnehmung
en ſehr
eit nicht
t ein
ta=
tereinen
Pauſe
erzwang
äch=
der
IT=
Nummer 93
Die Waldlauf=Verbandsmeiſterſchaften des
Süd=
deutſchen Fußball= und Leichtathletik=Verbandes
in Frankfurt.
Das Duell Eintracht Frankfurt—Sportverein 98 Darmſtadt.
Rot=Weiß Dritter im Mannſchaftslauf der Meiſterklaſſe.
Trotz des troſtloſen Regenwetters hatten ſich am Vormittag
im Stadion neben den obligatoriſchen Vertretern der Verbände
auch noch etwa 100 Zuſchauer eingefunden — immerhin 100
Un=
entwegte, aber fragen muß man ſich doch, in welchem
Zuſammen=
hang zeitlich und hinſichtlich „Zuſchauermaſſe” die Austragung
der diesjährigen Waldlaufmeiſterſchaften — die man dem
Sport=
verein 98 Darmſtadt bereits übertragen, aber ſpäter wieder
„wegen den Fußballſpielen in Frankfurt” entzogen hatte — zu
eben dieſen Spielen ſtand! Jedenfalls waren 100 ſportbegeiſterte
Zuſchauer anweſend, und das ſchlechte Wetter konnte mit ſeinen
großen Anforderungen an Energie und Ausdauer der Teilnehmer
deren Stimmung nicht verderben! Nachdem zuerſt die
Waſſer=
ſportler und dann die Jugendklaſſe geſtartet waren, wurden unter
allgemeiner Spannung die Vorbereitungen für den Start der
Meiſterklaſſe getroffen. 30 Läufer ſtellten ſich dem Starter,
dar=
unter die beſten Läufer der einzelnen Kreiſe, von denen diesmal
nur Naſſau nicht vertreten war. Single, Florſchütz, Eſchenröder,
Wiedthüchter (Eintracht), Gellweiler, Lindner, Habich (
Sportver=
ein 98 Darmſtadt), Kaufmann (F. S. V. Frankfurt), Eckhardt
(Offenbach), Blind, Krichbaum (Rot=Weiß), der Polizeimeiſter
Lauber, Siegel (Mörfelden), Landau (Poſtſportverein): Wer
wird ſiegen? — „Darmſtadt gegen Frankfurt” hieß die Parole.
Die erſte Rennmannſchaft des Sportvereins, die durch das Fehlen
von Engelhardt II immerhin geſchwächt iſt, verteidigte den Titel
und konnte vor 14 Tagen auf der gleichen Strecke ihren ſchärfſten
Gegner — Eintracht — ſchlagen. Die Eintrachtler haben
natür=
lich — nachdem auch die Meiſterſchaften wieder nach Frankfurt
verlegt wurden — die Zeit nicht müßig verſtreichen laſſen und
die Wettkampfſtrecke hinter Rädern ausgiebig im Training
durch=
laufen. Der Tip war alſo unbedingt „Eintracht” und — nach
dem Startſchuß legen Eckhardt, Siegel, Geſſer über die erſten
500 Meter ein mörderiſches Tempo vor, ſo daß auf der
Wald=
ſchneiſe bald wieder eine Spitzengruppe gebildet iſt: Geſſer (Rot=
Weiß Darmſtadt) führt bis kurz vor dem Bahnhof Neu=Iſenburg
vor Single (Eintracht), Lindner (Sportverein 98), Florſchütz (
Ein=
tracht), Kaufmann (F. S. V.). Single ſteigert bald mehr und
mehr zuſammen mit Florſchütz, Lindner läuft dichtauf, während
Geſſer ſtark zurückfällt und auch Kaufmann mehr und mehr
Boden verliert. Nach 5 Kilometern kommt Blind (Rot=Weiß
Darmſtadt) ſchön auf, kann aber ebenſo wie Lindner nicht ganz
bei den Eintrachtlern halten, die immer wieder ſteigern. Auf
den letzten 1200 Metern läuft wieder Gellweiler zur
Spitzen=
gruppe auf, zieht Blind mit vor, dieſer fällt jedoch allmählich
wieder ab, und auch Gellweiler kann nach dem für die Strecken=
und Witterungsverhältniſſe mörderiſchen Tempo die beiden
Ein=
trachtler auf den letzten 200 Metern nicht mehr überlaufen, von
denen Florſchütz eine Energieleiſtung vollbrachte, die ihn ſichtlich
anſtrengte. Eingle geht als Erſter durchs Ziel, gefolgt von
Flor=
ſchütz (20 Meter), Gellweiler (30 Meter), Blind (40 Meter),
Lind=
ner (50 Meter), und dann kommt erſt das übrige Feld in einem
Abſtand von weiteren 100 Metern!
Der Tip war Wirklichkeit geworden — nach hartem Kampf
iſt die erſte Mannſchaft des Sportvereins 98 ehrenvoll unterlegen,
und leider iſt es ihr nicht gelungen, zum neunten Male die
Ver=
bandsmeiſterſchaft zu gewinnen. Diesmal hatte Eintracht den
Vorteil, ſich mit der Strecke im Training vertraut zu machen.
Wie wird es nun bei den ſüddeutſchen Meiſterſchaften in
Nürn=
berg=Fürth werden? Dort werden die beiden Mannſchaften, die
zweifellos zu den Beſten in Süddeutſchland gehören, auf einer
unbekannten und längeren Strecke wieder aufeinandertreffen. Die
Mannſchaft des Sportvereins 98 verteidigt dort ebenfalls den
Meiſtertitel, und man darf geſpannt ſein, wie dieſer zweite
Zwei=
kampf am 22. April enden wird.
Ergebniſſe.
Einzellauf der Meiſterklaſſe: 1. Single (Eintracht Frankfurt),
Verbandsmeiſter 1928. 2. Florſchütz (Eintracht), 20 Meter
zurück. 3. Gellweiler (Sportverein 98 Darmſtadt), 30 Meter
zurück. 4. Blind (Rot=Weiß Darmſtadt), 40 Meter zurück.
5. Lindner (Spoxtverein 98) 50 Meter zurück.
Mannſchaftslauf der Meiſterklaſſe: 1. Eintracht Frankfurt, 10 P.
2. Sportverein 98 Darmſtadt, 16 P. 3. Rot=Weiß Darmſtadt,
24 Punkte.
Mit dem Abſchneiden bei den diesjährigen
Waldlaufmeiſter=
ſchaften kann „Rot=Weiß” voll und ganz zufrieden ſein, denn
vergleicht mon die ſiegreichen Mannſchaften miteinander, ſo muß
man feſtſtellen, daß die beiden erſten Sieger ſchon ſeit Jahren
in der Meiſterklaſſe ſtarteten und überdies mit faſt denſelben
Läufern, „Rot=Weiß” dagegen war zum erſtenmal in dieſer Klaſſe
vertreten, und zwar mit einer Mannſchaft, die faſt ausſchließlich
aus dem Nachwuchs des Vereins beſtand. Nun zu den
Einzel=
läufern: Arthur Blind, der ſoeben erſt der Jugendklaſſe
ent=
wachſen iſt und erſtmalig in der Seniorklaſſe ſtartete, lief ein
ganz hervorragendes Rennen. Zum Beweiſe dafür finden wir
ihn ja auch bei der Spitzengruppe. Als zweiter der „Rot=Weiß”=
Mannſchaft lief mit gutem Endſpurt Heinrich Geſſer an neunter
Stelle ein. An elfter Stelle folgte ihm ſein jüngerer Bruder
Karl, der wie Arthur Blind noch zu den Jungmannem gehört.
Wir beglückwünſchen die junge, ſiegreiche Mannſchaft und hoffen,
daß ſie die ſportliche Stellung Darmſtadts weiter fördern und
feſtigen hilft.
Glänzende Erfolge auf dem Kreiswaldlauf der Turngeſellſchaft
Darmſtadt 1875.
1. Sieger B=Klaſſe und 1. Mannſchaftsſieg!
2. Sieger Jugendklaſſe und 2. Mannſchaftsſieg!
Bei dem geſtern ſtattgefundenen Kreiswaldlauf des 9. Kreiſes
in Frankfurt=Sachſenhauſen konnten die 1875er Turner ſehr gute
Erfolge erzielen. In der B=Klaſſe konnte bei einer Beteiligung
von 33 Läufern die Mannſchaft Fornoff, Fick, Wolf, Aßmuth
unter ſehr ſtarker Konkurrenz mit 6 Punkten ſich den 1. Sieg
ſichern. Im Einzellauf errang C. Fornoff den 1. Sieg, G. Fick
den 4., den 5. K. Aßmuth und den 7. K. Wolf. In der
Jugend=
klaſſe ſtarteten insgeſamt 38 Läufer und konnten hier die
Ver=
treter der T. Geſ. D. 1875 in der Aufſtellung A. Hartmann, H.
Boy, H, Kahl und Fr. Andre den 2. Mannſchaftsſieg erringen.
Als Einzelſieger placierte ſich Hartmann auf den 2. und H. Boy
auf den 8. Platz. Die Läufer der 1875er haben die auf ſie geſetzten
Hoffnungen voll erfüllt und iſt dies ein Zeichen der guten
Por=
bereitung zu der Kreisveranſtaltung, die unter ſehr ſchlechten
Witterungsverhältniſſen ſtattfand.
Schneider=Bretzenheim Sieger der Meiſterklaſſe. — Turngemeinde
Sachſenhauſen ſiegt im Mannſchaftslaufen.
Die Waldlaufſaiſon des Mittelrheinkreiſes der D. T. hat mit
den Meiſterſchaften ihren Abſchluß gefunden. Die Organiſation
war der Turngemeinde Sachſenhauſen übertragen worden, und
alles klappte aufs beſte. Die Läufe ſelbſt wurden in drei Klaſſen
durchgeführt. Im Einzel=Mannſchaftslauf ſiegte in der
Meiſter=
klaſſe wiederum Hermann Schneider=Bretzenheim, der zum britten
Montag den 2. April 1928
Geite 2
Male Kreismeiſter wurde. Im Mannſchaftslauf holte ſich die
Turngemeinde Sachſenhauſen ebenfalls zum dritten Male die
Meiſterſchaft und den Wanderpreis des heſſiſchen
Staatsminiſte=
riums: Ergebniſſe: Meiſterklaſſe (6500 Meter): 1. Schneider
(Tv. Bretzenheim) 20:50,6 Min.; 2. Wied (Tv. Griesheim) 21:01,8
Min.; 3. Kellermann (Tg. Sachſenhauſen) 21:15,9 Min.; 4. Reuter
(Tgem. Sachſenhauſen). — Mannſchaftslauf: 1. Tg.
Sachſen=
hauſen 20 Punkte; 2. Tv. Bretzenheim 22 Punkte; 3. Tg. Koblenz
35 Punkte.
Boxen.
Großkampf=Abend des Sportv. 1898 Darmſtadt.
Der Darmſtädter Boxſport hatte durch das Starten der
bei=
den Kölner Europameiſter Domgörgen und Dübbers im Ring
des Sportvereins 98 ſeinen großen Tag. An die 1500 Zuſchauer
(Rekordbeſuch) füllten den Feſtſaal der Woogsplatz=Turnhalle,
wo die Kämpfe, welche durchweg ausgezeichneten Sport boten,
vom Stapel gingen. Der Sportverein 98 verſtand es, ſeinen
An=
hängern etwas ganz Außergewöhnliches zu bieten. Der
Höhe=
punkt der Veranſtaltung wurde natürlich in den Hauptkämpfen
erreicht, wo Domgörgen und Dübbers durch ihr fabelhaftes
Können jeden Beſucher, ſowohl Hener wie Laien, entzückten und
wo Leo Trumpfheller (Sp.V. 98) in einem großen Kampf über
den erſtklaſſigen Colonia=Mann Kluthe Sieger blieb. Doch auch
die übrigen Treffen ftanden in der Qualität wicht viel nach.
Be=
ſonders erfreulich, iſt das famoſe Abſchneiden der geſamten
Kampfmannſchaft des Veranſtalters, die in ſechs Kämpfen fünf
Siege und ein gutes Unentſchieden herausholte. Wahrhaftig ein
würdiger Saiſonabſchluß für die 98er. Die Senſationslüſternen
kamen ebenfalls auf ihre Rechnung inſofern, als zwei
Begeg=
nungen durch indirekte Knockouts endigten. Nebem den leitenden
Herren der Boxabteilung des Sp. V. 98 gebührt dem objektiv und
vornehm waltenden Ringrichter, Herrn Löcher (Wiesbadener
Boxklub), mit das Hauptverdienſt am guten Gelingen des
Abends. Die Kämpfe ſelbſt zeitigten folgende Ergebniſſe:
Einleitungskampf: Gerhardt, SV. 98—Bennecker, Heros
Frankfurt a. M. Der erſtmals im Ring ftehende 15jährige
Darm=
ſtädter hält ſich gegen den um 10 Pfund ſchwererem Bennecker,
welcher ſchon eine Reihe von guten Kämpfen hinter ſich hat, recht
wacker. (Ohne Wertung.)
Fliegengewicht: Rügner, SV. 98—Stolz, Eintracht
Frank=
furt a. M. Die erſte Runde iſt für den genauer ſchlagenden
Rügner; zweite Runde bleibt remis. Und in der letzten Runde
geben ſich beide ebenfalls nichts nach, doch zeigt der Darmſtädter
ausgefeiltere Technik. Das Unentſchieden ſchmeichelt dem
Frank=
furter ziemlich.
Bantamgewicht: Ganßert, SV. 98—Riehl, Heros Frankfurt
a. M. In den zwei erſten Runden zu vorſichtiges Taſten der
Beiden. Die Schlußrunde wird lebhafter, und hierbei ſichert ſich
Ganßert mit famos gezielten linken Geraden und Rechtshaken
den verdienten Sieg. Der Darmſtädter gefiel trotz wewigen
Trai=
nings in jeder Kampfphaſe durch kluges, ſauberes Arbeiten.
Gemiſchtgewicht: Weimer, SV. 98—Müllmeier, Eintracht
Frankfurt. Schon in der 1. Runde treibt Weimer den
Frank=
furter mit langen, harten Haken in die Defenſive, ſo daß
Müll=
meier noch vor dem erſten Gongſchlag wiederholt auf die Bretter
muß. Nach der Pauſe wird Weimar noch offenſiver. Er ſchlägt
Müllmeier durch wirkſame Geſichts= und Körpertreffer abermals
dreimal hintereinander bis 7 und 8 zu Boden, weshalb die
Frankfurter für ihren „ſchwimmenden” Schützling aufgeben.
Sieger: Weimer.
Leichtgewicht: Schäfer, SV. 98—Krieger II, Heros
Frank=
furt a.. M. Schäfer, erſtmals im Ring, beweiſt in der 1. und
2. Runde das Ergebnis aufmerkſamen Troinings. Sehr flink auf
den Beinen und vor allem immer mit viel Luft arbeitend, iſt er
ſtets im Vorteil. Einige linke und rechte Haken, die der
Frank=
furter einſteckt, laſſen Wirkung erkennen Die 3. Nunde iſt zwar
ausgeglichen, doch auch hier ſammelt Schäfer mehr Punkte wie
ſein vis-K-ris. Sieger nach Punkten Schäfer.
Weltergewicht: Heß, SV. 98—Feyh,:1. Mainzer Boxklub.
Heß, der kaum von bedenklicher Grippe geneſen iſt und deshalb
nur ungenügendes Training hat, offenbart ſich wiederum als
Kampfmaſchine erſter Güte. Der Mainzer bekommt ſoviel von
oben und unten, als er haben will, und iſt bereits nach 40
Se=
kunden ſtark „Groggi”. Ein rechter Aufwärtshaken von Heß gibt
Feyh den Reſt, ſo daß der Ringrichter zugunſten des
Darm=
ſtädters abbricht. Sieger: Heß.
Halbſchwergewicht: Osburg, SV. 98—Schombert, Eintracht
Frankfurt. Der Frankfurter beweiſt in den erſten zwei Runden
allerhand Härte im Nehmen, als er gutſitzende linke und rechte
Haken und linke Geraden hinnimmt. Durch das forſche Tempo
der vorangegangenen Runden iſt die letzte nicht ganz ſo lebhaft.
Schombert bringt nun ebenfalls einige wuchtige Geraden herein.
Kurz vor dem Gongſchlag bricht danm der Ringrichter wegen
ſtarken Blutens beider Kämpfer einſichtsvoll ab. Sieger: Osburg.
Schwergewicht: Trumpfheller, SV. 98—Kluthe, Colonia
Köln. Trumpfheller kämpft den beſten Kampf des letzten
Jah=
res. In der erſten Nunde trifft er mit ungemein hartem
Rechts=
haken präzis die linke Kinnſeite des Kölners, der darauf
ſeiner=
ſeits die Antwort nicht ſchuldig bleibt. Zu Beginn der zweiten
Runde ſchlägt der Darmſtädter noch verbiſſener, iſt aber in der
6. und 7. Minute auf dem totem Punkt, taut dann in der
Schluß=
runde merklich auf und ſammelt durch weitere famoſe
Rechts=
haken ſoviel Punkte, um einen glatten, eindrucksvollen Sieg zu
landen.
Gemiſchtgewicht: Dübbers, Europameiſter (Colonia Köln)—
Bleul I, TV. 1860 Frankfurt a. M. In der erſten Runde macht
Bleul noch anſprechende Figur, während der beiden letzten aber
ſpielt der Kölner meiſt mit ſeinen um 10 Pfund ſchwereren
Gegner. Dübbers blitzſchnelle Uppereuts, Haken und Gerade, wie
man ſie ſehen will, treffen den Frankfurter hart an Geſicht und
Körper, obwohl, wie der Sekundant verſichert, der Europameiſter
nicht in beſter Form antritt. Hoher Punktſieger Dübbers.
Weltergewicht: Domgörgen, Europameiſter (Colonia Köln)—
Eckert, 1. Mainzer Boxklub. Erſte und zweite Nunde hält ſich
der Mainzer über alles Erwarten ſamos, diktiert auch um die
ſechſte Minute ſogar das Tempo. Dann aber iſt Domgörgen
obenauf. Mit raffinierten, wunderbar genauen Schlagſerien
über=
ſchüttet er den Mainzer förmlich. Dazu noch eine ganz
glän=
zende Beinarbeit, die ihm ebenſo wie Dübbers eigen iſt, bringen
Eckert gegen Schluß ziemlich außer; Faſſung. Glatter
Punkt=
ſieger Domgörgen.
Gemiſchtgewicht: Winterbauer, Eintracht Frankfurt a. M.—
Inhoff, 1. Mainzer Boxklub. Alle drei Nunden überaus
mör=
deriſches Tempo. Imhoff muß zweimal herunter, erhebt ſich aber
immer mit bemerkenswerter Enengie und ſteht, trotzdem der
Frankfurter 10 Pfund mehr Gewicht bringt, bis zum Schluß
durch. Knapper Punktſieg Winterbauers.
AOAC.=Motorrad=Cänderfahrt.
Nur noch 63 ſtrafpunktfreie Länderfahrer.
Von unſerem S.D.=Sonderberichterſtatter
Breslau, 31. März 1928.
Strömender Regen die ganze Nacht hindurch, drum
regen=
naſſe, glitſchige Straßen ... das waren die ungünſtigen
Auſpi=
zien, unter denen dieſe fünfte 485 Km.=Etappe der ADAC.=
Motor=
rad=Länderfahrt begonn. Der Danziger Ruhetag und die
wahr=
haft hervorragende Aufnahme, die die Länderfahrer hier
gefun=
den hatten, hatte ſie erfriſcht, und 99 von den 132 in Köln
ge=
ſtarteten begannen in Danzig ihr fünftes Tagespenſum. Die
Zollkontrollen arbeiteten wieder hervorragend ſchnell, auf Dan=
ziger, polniſcher und auf deutſcher Seite. Daß es zahlreiche
Stürze gab, war bei der Straßenglätte ſelbſtverſtändlich.
Er=
freulicherweiſe gab es aber keine ſchwereren Unfälle. Alle Stürze
verliefen glimpflich, ſelbſt wenn ſie im 80 Km.=Tempo vorkamen,
wie z. B. bei dem jungen Bernhard Werners (Köln), der zwar
den Scheinwerfer dabei einbüßte, ſonſt aber friſchfroh weiter
drauflos fahren konnte. In Bromberg war erſte
Kontroll=
ſtation. Die Polen und der Bromberger Automobilklub hattem
den Etappendienſt hervorragend ausgearbeitet, polniſches
Mili=
tär nahm die Maſchinen in Empfang, prüfte die Unverſehrtheit
der Plomben, ſtellte die Maſchinen auf den Parkplatz, und
wäh=
renddeß hatten die Länderfahrer Zeit zum Imbiß, der ihnen im
einem Zelt vor den Toren der Stadt gaſtfrei geboten wurde.
Allüberall hatten die polniſchem Behörden Militär und
Landgen=
darmerie in den Dienſt der Organiſation geſtellt, und ſo gab es
kein Verfahren, ſondern nur freudiges Grüßen und jegliche
Unterſtützung. Und wenn die Oberleitungs= und Preſſewagen
kamen, dann präſentierten die Polenſoldaten das Gewehr oder
nahmen Haltung an, kurz, dieſe Fahrt durch den Korridor und
durch die frühere Provinz Poſen ſtand im Zeichen weitgehenden
Entgegenkommens der polniſchen Behörden. Auch in polniſchen
Städten waren Tauſende von Menſchen an den
Durchfahrts=
ſtraßen zur Huldigung der Länderfahrer erſchienen.
Vor der Kolonne und vor den anderen Kraftwagen erreichte
in glänzender Fahrt im 60 Km.=Durchſchnittstempo ab. Danzig
der 12/55 PS Mercedes=Benz=Preſſewagen das Breslauer Ziel.
Es war eine ſchöne und intereſſante Fahrt geweſen, hindurch
durch ein liebliches Land links von der Weichſel, durch die ſatten
Ebenen des Poſenſchen, durch die Fruchtbarkeit Schleſiens.
Bres=
lau, die alte Sportmetropole des Oſtens, hatte ihre
radfahren=
den und kraftfahrenden Sportfreunde ſchon weit hinausgeſandt
auf die Strecke. Am Ziel und am Parkplatz bedurfte es
polizei=
licher Abſperrung, ſo groß war die Zahl der Sportintereſſenten,
die ſich eingefunden hatten. Abends gab es im hiſtoriſchen
Rempter des altehrwürdigen Breslauer Rathauſes einen
Emp=
fangsabend mit ſchleſiſcher Urbanität und Gaſtlichkeit.
Karl Angel (Graz) auf Puch war ſchon bei der Ausfahrt
aus der Danziger Kaſerne geſtürzt und mußte infolge
Maſchinen=
beſchädigungen aufgeben. W. Hübſch (Gernsdorf) auf Elite=
Diamant ſchied durch Getriebebruch aus. Hochenleitner (
Mün=
chen) auf S. u. G. kam infolge Getriebeſchadens und
Rahmen=
bruchs des Beiwagenrahmens nicht weiter. G. Fehling (Roth)
hatte an ſeinem D.=Rad Kolbenbruch und mußte aufgeben.
Kagerer auf Sunbeam holte ſich erſtmalig Strafpunkte infolge
Reifenpannen. Rhode (Breslqu) hatte gleichfalls zwei
Reifen=
ſchäden und erreichte Breslau daher erſt 1 Minute vor ſeiner
Maximalzeit. Hch. Niederhaus (Nürnberg) kam durch
Rahmen=
bruch ſeiner Franzani, nicht über die Landesgrenze. Meißner
(Altenberg) auf F.N. blieb infolge Magnetſchadens auf der
Strecke. Mithin haben von den 132 in Köln geſtarteten Fahrern
nur 63 die fünfte Etappe ſtrafpunktfrei beendet, und nur noch
85 befinden ſich in Wettbewerb.
Ausgeſchieden ſind heute: Mütſchenick (Hagen) auf
R.M. W., K. Angel (Graz) auf Puch, H. Felske (Kamen) auf
Triumph, H. Gerlah (Dortmund) Viktoria, Fr. Hochenleitner
(München) S. u. G., F. Schmdt (Berlin) D.=Rad, Herm. Weymar
(Weidebronn) Standard, A. Schwetter (Düſſeldor)) B.M.W.,
Heinrich Niederhaus (Nürnberg) Franzani, Joſ. Ruder (
Nürn=
berg) Franzani, W. Hübſch (Gernsdorf) Elite=Diamant, W.
Meißner (Altenburg) F.N., Fehling (Nürnberg=Roth) P. u. M.,
A. Hertkorn (Kitzingen) Hecker.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Montag, 2. April. 12.30: Kaſſel: Hauskapelle. e 15.30:
Lehrer Voigt: Ein Abend im innerafrikaniſchen Sumpf. Nashornfang
in Oſtafrika. o 16.30: Funkorch. Oper der Woche. O 17.45r
Aus dem Roman Jvanhoe von Scott. o 18.15: Vereinsnachr.
und Mitteilungen. o 18.30: Dr. Wolf: Zum 230. Geburtstag
des Frankf. Kapelldir. Beck. O 18.45: Engliſche Literaturproben.
O 19: Engliſch. o 19.30: Frankfurter Opernhaus: „Coli fan tutte‟
Komiſche Oper in zwei Akten von Mozart. — Anſchl.:
Vortrags=
ſtunde Joſef Bumzl. Aus den Werken von Traven (Totenſchfff,
Wobbly).
Stuttgari.
Montag, 2. April. 1:
ten. O 13.50: Nachrichten.
16.15: Rundfunkorch. Ein
n Eugen Thyſſen. O 18.15: Ernſt
Franzſeph: Kreuz und Kreuzigung. O 18.45: C. Zuckmayer: Der
Bühnenautor von heute. O 19.30: Städt. Opernhaus Frankfurt
a. M.: Coſi fan tutte. Komiſche Oper in zwei Akten von Mozart.
Text von Lorenzo da Ponte. Perſ.: Fiordiligi; Dorabella, ihre
Schweſter; Ferrando; Guglielmo; Don Alfonſo, ein Hageſtolz;
Deſpina, Kammermädchen; Offfziere. — Anſchl.: Chineſiſche Schwänke,
erzählt von Hella Lerſpen. — Anſchl.: Nachrichtendienſt.
Berlin
von W. Nithack=Stahn, gel. vom Verf. o 17: Kammermuſik,
Beethoven: Serenade für Flöte, Violine und Bratſche. — Dvorakz
Terzetto für zwei Violinen und Bratſche. o 18.15: Dr. Ing.
Zucker: Neues Sehen. Neuentdeckung der Stadt. 18.45: Prof. Dr.
Nickliſch: Das Gemeinſchaftsproblem in der Betriebswirtſchaft,
O 19.15: Inhaltsangabe zum nachf. Einakter. 19.30: Staatsoper:
Puccini=Abend: „Der Mantel”. — Anſchl.: Emakter „Schweſter,
Angelica” — Anſchl.: Einakter „Gianni Schicchi”. Muſ. Leitg.s
Zemlinsky. — Anſchl.: Tagesnachrichten. — Danach: Im
Volkston. Mitw.: Konzertorch. Kermbach. Roland Hell (Tenorh.
m 7
Deutſche Welle. Montag, 2. April. 11.50: Engliſch für Schülen
0 14: Dr. Wieg: Die Jahresbilanz und ihre Bedeutung für
Einzel=
handel und Gewerbe. o 14.30: Märchen und Geſchichten: „Wie
das Oſterland entſtanden iſt” Von Joſephine Siebe. O 15: Frau
Conrad: Die Elektrizität als Helferin der Hausfrau. o 15.35:
Wetter und Börſe. o 15.40: Lotte Scharei: Rezepte neuzeitlicher
Ernährung. e 16: Engliſch. (Kulturkundlich=literariſche Stunde.)
0 16.30: Dr. Bagier: Vom ſprechenden Film. o 17: Berlin=
Kammermuſik: Werke von Beethoven und Dvorak. o 18: Techn,
Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeiſter:
Maſchinenbauſchul=
oberlehrer Bornemam: Elektrotechnik. o 18.30: Engliſch für
An=
fänger. O 18.55: Gutsbeſ. Schlothe: Die Ar
Ferdinand Meyer. 0. 19.30: Staatsoper Berlim=
Puccini=Abend: „Der Mantel”. Anſchl.: Einakter Schweſter
An=
gelica”, Anſchl.: Gianni Schicchi” — Anſchl.: Preſſenachrichten.
— Danach: Im Volkston. Mitw.: R. Hell (Tenor) und
Konzert=
orcheſter Otto Kermbach.
Wetterbericht.
Mittel= und Weſteuropa liegt noch im Bereich der Druckſtörungen,
an deren Rückſeite kühlere Luftmaſſen vordringen. Unter angſamem
veiteren Temperaturrückgang treten dabei immer noch Niederſchläge
auf. — Ueber Jsland gewinnt bereits ein neues Tiefdrackgebiet an
Ausdehnung.
Ausſichten für Montag, den 2. April: Wolkig, noch etwas kühler,
vielfach Niederſchläge.
Ausſichten für Dienstag, den 3. Ap=il: Bei wechſelnder Bewölkung
und nur wenig veränderten Temperaturen noch vereinzelte
Nieder=
ſchläge.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauv=
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudelf Ma ve; für Feullleton, Neich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdlenft: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratentell: Willp Kuble: Oruc
und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nich/ Übernommen.
Die heutige Nummer hat 8 Seiten.
[ ← ][ ]Geite 8
Montag, den 2 April 4928
Nummer 93
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