Darmstädter Tagblatt 1927


06. November 1927

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mmallgem Erſcheinen vom 1. Nobember
nner 2.18 Reiſchsmart und 22 Pfennſg
tanbgeholt 228 Reichsmark, durch die
0Reiſchzmark frel Haus. Poſibezugspreis
Weſtellgeld monatiſch 2us Reſchemar.
ſtek für Aufnahme von Anzeigen an
ihsn id ncht Gbermommen. Nche=
eiger
Nummern infolge höherer Gewalt
m 2Brzieher nicht zur Kürzung des
dieſſellungen und Abbeſſellungen durch
Fſcherbindlſchkeſt für uns. Poſiſcheckonie
Franfüut a. M 1304.

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 308
Sonntag, den 6. November 1927.
190. Jahrgang

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zele
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Sirell uſw. erſiſcht
ede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
auſträge
und Teſtung von Schadenerſatz. Bei
Konhurs oder gerſchtiſcher Beltreibung fäſlt ſeder
Nabatt weg. Banklonto: Deutſche Bank und Darm=
ſädter
und Nationalbanl=

Meap emaid erſehunig
Ndeit Nohnet
ſen des General=Agenten wegen der Geſtaltung der deutſchen Finanz= und Kreditpolitik. / Befürchtungen für die
ſähruna des Dawesplanes. Die Reichs=Pegierung teiſtdie Bedenken und Befirchtungen Darker Gilberts ncht.

Der Briefwechſel.
Atsefwechſel zwiſchen dem Reparationsagenten Parker
nud der deutſchen Reichsregierung liegt jetzt im Wort=
Das unfangreiche Heft mit über 2000 Druckzeilen
füllfeuisei wie ein ſpannender Wirtſchaftsroman, wie eine
inſtiſlitsche Diſſertation über das Thema der Staats= und
anſtzt!: Deutſchlands. Merkwürdig genug: Wer zunächſt
Eſuue Parker Gilberts lieſt, wird ihm im weſentlichen
Unwnd wenn er nachher die Beweisführung der Reichs=
ſerſpizur
Kenntnis nimmt, wird es ihm ebenſo ergehen,
dluſt vielleicht darin des Rätſels Löſung zu finden, daß
b: Gilbert die deutſche Volkswirtſchaft mehr als ein
na lich betrachtet. Er nimmt die Vergangenheit als etwas
geklſt m während die Reichsregierung auf die Verflech=
Ale, Vergangenheit und der Umwelt in ſehr viel höhe=
ſückſicht
nimmt. Herr Parker Gilbert ſtellt
auf, daß die deutſche Staatswirt=
allen
ihren Teilen, vornehmlich ſoweit die
ud Gemeinden in Frage kommen, über ihre Ver=
lebt
. Die Reichsregierung ſetzt da=
Antitheſe, daß zwar einige Auswüchſe
ind, daß aber während der uns zuge=
Schonfriſt mancherlei nachzuholen
W zudemnur ein Deutſchland, in dem
Merdnung und Ruhe herrſcht imſtande
weltwirtſchaftlich durchzuſetzen, alſo
dmunkt der Gläubiger aus geſehen, Repakationen

umn man noch nicht einmal ſagen, daß Parker Gil=
Murt Ausführungen deutſchfeindlich eingeſtellt ſei. Er
chrlich zu; daß während der Stabiliſierungsjahre
slbei uns geleiſtet wurde. Er deutet ſogar an, daß
Mbkrung, wie ſie die ausländiſchen Staaten durch ihre
Weoic treiben, weſentlich dazu beigetragen hat, unſere
fwoälleien zu erhöhen, weil ſie das Anſchwellen der deut=
dar
verhindert haben, die doch nun einmal die Vor=
iglicher
Neparatiouszahlung iſt. Aber er macht es
i doch bequem, als er ſtillſchweigend zur Kenntnis
z ieſe Dinge außerhalb ſeines Machtbereiches liegen,
vielleicht einmal künftig das ganze Kernproblem
Arſchädigung liegen wird. Gewiß iſt es richtig, wenn
zu davon ausgeht, daß zum Sparen und Maßhalten
We- in Deutſchland eine beſondere Notwendigkeit be=
1 üüerſieht aber dabei die pſychologiſchen Folgewirkun=
P Eno thoden, die von außen her zielbewußt unſere Wäh=
2u drückt und in eine Inflation hineingetragen und
Wurckn SSinn zur Sparſamkeit im deutſchen Volk ſo gründ=
zo
kyagen haben, daß lange Zeit vergehen muß, bis die
ſhMZn jener Zeit vergeſſen ſind.
DKn, manches, ja vieles von dem, was Herr Gilbert
Oeuenzen hat, richtig iſt, ſo iſt es doch bitter, daß wir
Ins koinge von einem Ausländer ſagen laſſen müſſen,

einri
nſtigdt, nit

i mkus nicht die Energie aufbrachten, rechtzeitig mit der
Wige l niſachloſſenheit durchzugreifen. Das gilt nicht ſo ſehr
2Wlimanzpolitik des Reiches, ſondern von dem Finanz=
Wien Rländer und Gemeinden, weil hier in der Tat Schäden
Wiesklais verhängnisvoll werden können. Die Reichsregie=
Dig 34 ich darauf berufen, daß ihr eine unmittelbare Kon=
2 wale L4 uie Länder und Gemeinden nicht zuſteht, kann auch
DonenLrz nachweiſen, daß ein großer Teil der ausländiſchen
erhden : Offentlichen Hand für unmittelbar produktive
Hnegickteſwordert worden iſt, eben weil nach der geſchichtlichen
Snchicta die Gemeinden und teilweiſe auch die Länder in
Sernlies 2d leinen erheblich größeren Aufgabenkreis ſich geſichert
Duen Er las in anderen Ländern der Fall iſt. Die Verſor=
icht
und Kraft, die Organiſation des Verkehrs ſind,
Nnar Bitherika, Angelegenheiten pribater Initiative, während
laſt ausſchließlich in Händen der Gemeinden liegen.
Vem
Die Gemeinden dafür Geld fordern, dann wirken
Hcktel in der Stärkung der Wirtſchaftskraft und der
iAnoß aung mittelbar wieder aus. Dennoch bleibt richtig,
Mn INe Hebel augeſetzt werden muß.
pchpurf Gilberts, daß in Deutſchland zwei ganz ver=
e
Krbranzpolitiken getrieben worden ſind, die eine von
Ee garmnk und die andere von der öffentlichen Hand, die
det zum Beſten der Staatswirtſchaft entgegengear=
trifft
nicht allzu weit am Schwarzen vorbei. Die
Mens hat eine ſehr ſchwache Initiative ergriffen, um
Antzugsapparat zu vereinfachen und zu vereinheitlichen.
Der ſchon von der Wirtſchaft aus, die ſich dieſen Teil
thuate Gilberts ohne weiteres zu eigen machen kann.
hen
Rugt werden, ihre Führerrolle ſtärker zu betonen und
z0½ Unſerer inneren Verwaltung vorzu=
Huf
Die Rationgliſierung der Staatswirt=
genau
ſo wichtig für die Entwicklung

die Rationaliſierung der
Ne ENt chaft. Auch Herr Gilbert erkennt au, daß
fchren ch , uns noch nicht kritiſch iſt, wenn er auch die Ge=
Mterf 9 Abannung, die ſich in unſerer Wirtſchaft zeigen, nicht
Das er will, iſt ja offenbar, daß die Reichsregie=
dien
Gie dure Tauze Kraſt rechtzeitig einſetzt, um den drohen=
Ein Einhalt zu gebieten und der deutſchen Wirtſchaft
itesliA hunden Lage zu verhelfen gegenüber den Anzeichen
chen Auſtriebes und übermäßiger Expanſion. Trotz=

dem war es notwendig, daß die Reichsregierung
mit aller Entſchiedenheit den Eindruck zurück=
weiſt
, als ob Deutſchland, auf ſeine Repara=
tionsverpflichtungen
nicht die gebührende
Nückſicht genommen habe. Parker Gilbert iſt klug ge=
nug
, dieſe Spitze nur vorſichtig einzufügen. Sie kann uns aber
nicht treffen, eben weil der Unterbau eines normalen Staats=
etats
erſt einmal geſchaffen werden mußte.
Was hier getan werden kann, ſoll geſchehen. Daß die im
außerordentlichen Etat des letzten Jahres bewilligten Mittel noch
einmal geprüft und zuſammengeſtrichen werden, dazu hat ſich die
Reichsregierung bereits die Zuſtimmung der Parteien geſichert.
Hier können in der Tat noch manche Millionen geſpart werden,
deren Ausgabe vielleicht nützlich, aber nicht unbedingt notwen=
dig
iſt, jedenfalls ſolange nicht, als die Wirtſchaftskurve nicht
einen rapiden Abſtieg zeigt. Auch der Reparationsagent will
die Verantwortlichkeiten nicht verſchieben. Er erkennt an, daß
die deutſche Regierung für die Geſtaltung des
Haushaltsplanes und der Finanzwirtſchaft
allein maßgebend iſt. Gerade deshalb aber iſt es be=
ſonders
wichtig, daß dieſer ganze Schriftwechſel veröffentlicht
wurde. Ein ganzer Wuſt von Vermunungen und falſchen Ge=
rüchten
iſt damit weggeräumt. Wir erwarten als nächſte
Wirlung, daß das Mißtrauen beſeitigt wird, daß
unter den Einträuflungen dieſer Gerüchte gegen die Ent=
wicklung
der deutſchen Volkswirtſchaft im Ent=
ſtehen
begriffen war und uns den ausländiſchen
Kapitalmarkt zu verknappen drohte. Wir erwak=
ten
aber auch, daß die Reichsregierung jetzt den Stier bei den
Hörnern packt und ihren ganzen Einfluß einſetzt, um ausgabe=
freudige
Parlamente, wo immer ſie in Deutſchland ſein mögen,
zurückzuhalten. Der Nachweis, daß der Dawesplan überhaupt
brauchbar iſt, ſoll erſt noch erbracht werden. Wir Deutſche ſind
wohl alle der Meinung, daß die uns aufgebürdeten Rieſenſum=
men
vielleicht aus den deutſchen Steuerzahlem herausgeholt,
aber nicht transferiert werden können, und daß daran das Sh=
ſtem
zuſammenbrechen muß. Um ſo nozwendiger iſt es jedoch,
daß wir als Staat alles vermeiden, was uns als böſer Wille
ausgelegt werden könnte; denn deſto raſcher werden wir zu einem
Umbau des Dawesplanes kommen, der nicht nur die Jahres=
zahlungen
auf ein vernünſtiges Maß zurückſchraubt, ſondern
auch die Endſumme der deutſchen Kriegsentſchädigumg feſtſetzt.
Das Memorandum
des General=Agenten.
Vorausſetzungen für geſunde deutſche Wirtſchafts=
pol
tik nach der Auffaſſung Parker Gilberts.
Die Denkſchrift des Generalagenten umfaßt fünf Teile: Eine
allgemeine Einleitung, einen Abſchnitt über die Finanzpolitik
des Reiches, einen über das Finanzweſen der Länder
und Gemeinden, einen weiteren über Kredit= und
Währungspolitik, endlich eine Schlußbetrachtung.
Zum Ausgangspunkt ſeiner Kritik nimmt der Agent den
Satz aus ſeinem letzten Zwiſchenbericht, daß das, was im Juter=
eſſe
der deutſchen Wirtſchaft liege, auch im Intereſſe der Aus=
führung
des Sachverſtändigenplanes liege. Er erkennt an, daß
das Zielder deutſchen Wirtſchaftspolitik die fort=
laufende
Entwicklung aller Kräfte und die Hebung des Lebens=
ſtandards
der Bevölkerung ſein muß. Vorausſetzung da=
für
ſei die ſtändige Verbilligung der Erzeugung,
verbunden mit einer Lohnſteigerung, die dieſe
Verbilligung geſtatte und die weder die Preiſe
noch die Koſten der Lebenshaltung in die Höhe
treibe. Außerdem ſei notwendig ein gleichmäßiger Zu=
ſtrom
neuen Kapitals durch heimiſche Erſparniſſe oder
Kredit im Ausland. In Deutſchland beſtünden aus allen dieſen
Gründen Gefahren, und deshalb ſei ein geſundes und geord=
netes
öffentliches Finanzweſen von der äußerſten Wichtigkeit.
Die Zuſicherung der deutſchen Regierung, daß ſie zur Erfüllung
der übernommenen Verpflichtungen alles Mögliche tun wolle,
nimmt der Agent zu vollem Werte an.
Parker Gilbert fürchtet um den Oawesplan.
Von der Reichsregierung verlangt er, daß ſie durch ihre
Politik eine faire Erprobung des Dawesplanes
geſtatte und, während dieſe Probe vor ſich gehe, ſelbſt in der
Führung ihrer Angelegenheiten Vorſicht walten laſſe. Nun
ſcheinen aber, ſo fährt er fort, Entwicklungen, wie ſie
aufdem Gebiete des öffentlichen Finanzweſens
letzthin vor ſich gegangen ſind, weder im Intereſſe des
deutſchen Wirtſchaftslebens noch in dem der
Durchführung des Sachverſtändigenplanes zu
liegen. Tatſächlich häufen ſich auf allen Seiten die Zeugniſſe
dafür, daß die deutſchen Behörden ſich ſtändig er=
weiternde
Programme für Ausgaben und An=
leihen
unter nur geringer Berückſichtigung der finanziellen
Auswirkungen ihrer Handlungsweiſe zur Entwicklung
und Durchführung bringen. Das ſteigende Ni=
veau
der öffentlichen Ausgaben, gibt dem Wirt=
ſchaftsleben
bereits jetzt einen künſtlichen Antrieb und droht

die Stabilität des öffentlichen Finanzweſens
zu untergraben. Wenn man die derzeitigen Tendenzen
ungehemmt fortgewähren läßt, iſt es ſo gut wie ſicher, daß die
Folgen in ernſthaftem wirtſchaftlichen Rückſchlag und Depreſſion
und einer heftigen Erſchütterung des deutſchen Kredits im In=
und Auslande beſtehen können.
Die Möglichkeit der Abhilfe: ſtrikte Sparſamkeit
und geordnete Finanzen.
Die Möglichkeit der Abhilfe ſieht das Memoran=
dum
in erſter Linie darin, daß man die gegenwärtigen Tenden=
zen
auf übermäßiges Geldausgeben und übermäßige Kredit=
beanſpruchung
in ihr Gegenteil verkehre, d. h. ein Regime
ſtrikter Sparſamkeit und geordneter öffent=
licher
Finanzen anwende. Dieſes Mittel liege zum Teil
in der Hand der deutſchen Regierung; falls es ſchnell und wirk=
ſam
einſetze, hätten es das Reich und die übrigen
öffentlichen Stellen durchaus noch in der Hand,
eine Kriſe zu verhindern. Obwohl die Wirtſchaftslage
Symptome einer gewiſſen Spannung aufweiſe, ſchienen ſich bis
jetzt die Stellen, wo unmittelbare Gefahr drohe, noch nicht her=
ausgebildet
zu haben. Ueberdies befänden ſich einige der neuen
Ausgabenpläne erſt im Stadium der Erörterung und hätten
noch keine Geſetzeskraft erlangt. In ſeiner Kritik an der Finanz=
politik
des Reiches erinnert der Agent an ſeine früheren Be=
merkungen
über die Tendenz zur fortlaufenden Ausgabenſteige=
rung
, die die Reichsetats kennzeichne, und zitiert die
Reichstagsrede des Finanzminiſters Köhler
vom 16. Februar, worin der Miniſter ſelbſt die Notwendigkeit
der Sparſamkeit verkündete, allerdings auch auf die ſchwierige
Belaſtung durch die ſteigenden Daweslaſten hinwies. Hierbei
zitiert das Memorandum aus der Rede des Miniſters, jedoch
ungenau in der Form, daß der Miniſter geſagt habe: Im
gegenwärtigen Augenblick ſehe ich trotz des allerbeſten Willens
keine Möglichkeit dazu, dieſe Summen (die Daweslaſten der
kommenden Jahre) bereitzuſtellen, zu denen von 1929 an noch
zuſätzliche Zahlungen nach dem Wohlſtandsindex treten werden.
Die Antwort der Reichsregierung bemerkt hierzu, was hier vor=
weggenommen
ſei, daß Dr. Köhler tatſächlich etwas anderes ge=
ſagt
habe, nämlich, daß er im gegenwärtigen Augenblick noch
keine Möglichkeit erkenne, wie dieſe Beträge aufzubringen ſeien,
ſo daß alſo der Wegfall des einſchränkenden Wortes noch in
dem Zitat des Agenten den Sinn weſentlich verſchiebt.
Das Memorandum des Agenten bemängelt vor
allem die ſteigenden Zahlen des Reichsetats:
1925 7.4 Milliarden, 1926 8,5 Milliarden, 1927 9.1 Milliarden
und weiter vor allem das Anſchwellen der Fehlbeträge
des außerordentlichen Haushalts, zu deren Deckung
in ſteigendem Maße Anleihebewilligungen gegeben
werden mußten, ſo daß jetzt noch eine Anleihebewilligung von
über 900 Millionen Mark beſteht. Ausführlich beſchäftigt ſich
das Memorandum dann mit dem Proviforium zum
Finanzausgleich vom Frühjahr dieſes Jahres. Der Agent
hat ſchon am 17. März in einem Briefe an den Reichsfinanz=
miniſter
daran Kritik geübt und dieſe in einem Zwiſchenbericht
vom 10. Juni wiederholt.
Der gegenwärtige Finanzausgleich, ſo ſagt er nunmehr in
dem Memorandum, kann nicht als eine vorausſchauende Rege=
lung
für das Reich angeſehen werden; er bietet zu prinzipiellen
Einwendungen fundamentaler Art Anlaß. Die Länder und Ge=
meinden
erhalten zurzeit vom Reiche größere Zahlungen als
je zuvor und werden aus allen erhöhten Einkünften, die dem
Reiche aus den Ueberweiſungsſteuern über den zur Einhaltung
der bereits zugeſtandenen Garantieleiſtung erforderlichen Betrag
hinaus etwa zufließen ſollten, den Hauptnutzen ziehen. Gleich=
zeitig
ſcheint die Verantwortung einerſeits für die Steuer=
erhebung
und andererſeits für die öffentlichen Ausgaben immer
unklarer zu werden. Unerachtet der erhöhten Ueberweiſungen
des Reiches an die Länder und Gemeinden treten dieſe mit
neuen Forderungen auf noch größere Zahlungen zur Beſtreitung
der ſtändig wachſenden Ausgaben hervor, und das Reich ſelbſt
hat die Verwirrung noch erhöht, indem es neue Vorſchläge auf
Ausgaben veranlaßt har, die die Etats der Länder und Ge=
meinden
noch weiter belaſten.
Ziemlich ausführlich beſchäftigt ſich die Denkſchrift in dieſem
Zuſammenhange mit der neuen Beſoldungsvorlage, dem Kriegs=
ſchädengeſetz
und dem Schulgeſetz.
Die Koſien der Beſoldungsvorlage

bei allen öffentlichen Stellen und Betriebsverwaltungen ſchätzt
der Agent auf 1200 bis 1500 Millionen Mark. Er bemerkt, daß
nach der Anſicht des Reichsfinanzminiſteriums ſelbſt das Reich
zur Beſtreitung der Koſten innerhalb ſeiner Reſſorts während
des kommenden Jahres nur dann in der Lage ſein werde, wenn
ſich ſeine Hoffnungen auf eine Steigerung des Steueraufkom=
mens
verwirklichen. Von dem Umfange und der Form
der vorgeſchlagenen Beſoldungserhöhung be=
fürchtet
die Denkſchrift mit hoher Wahrſchein=
lichkeit
ernſthafte Folgeerſcheinungen für die
allgemeine Virtſchaft im Reich. Der Agent
lehnt ausdrücklich ab, ſich über, das Für und
Wider der Vorſchläge auf Gehaltserhöhungen

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Seite 2

Sonntag den 6. November 1927

Nummer /

zu äußern, er hebt aber hervor, daß nach ſeiner Meimung
die Reichsregierung ihren eigenen Intereſſen beſſer hätte dienen
können, wenn ſie eine ſo weſentliche Erhöhung als Werkzeug für
die Verwaltungsreform bemtzt hätte, die in den letzten
Jahren immer wieder angelündigt worden iſt: Sogar jetzt iſt
es möglicherweiſe noch nicht zu ſpät, um die Gehaltserhöhungen
dieſem Zwecke dienſtbar zu machen. Wie aber die Dinge jetzt
liegen, ſcheint größere Wahrſcheinlichkeit dafür zu beſtehen, daß
beſagte Erhöhungen der Sache der Verwaltungsreform hin=
derlich
, als daſür, daß ſie ihr förderlich ſein werden, und es
ſcheint viel dafür zu ſprechen, daß ſie auf die bereits ſchwer be=
laſteten
Etats des Reiches und der anderen öffentlichen Organe
neue und dauernde Laſten häufen werden.
Bezüglich des Kriegsſchädenſchlußgeſetzes er=
innert
die Denkſchrift an den von uns wiederholt erwähnten
Brief Parker Gilberts vom 29. Auguſt 1927, der vor der Verwer=
tung
von Reichsbahnvorzugsaktien auf ausländiſchen
Märkten ernſt warnte; dieſelben Erwägungen würden, ſo heißt
es hier, ſelbſtverſtändlich für andere auswärtige Anleihen des
Reiches gelten, die ſür dieſe Zwecke etwa vorgeſchlagen würden.
Wegen der Koſten des Schulgeſetzes verweiſt das Memorandum
auf die Forderung der Länder, daß das Reich den Mehrauf=
wand
übernehmen müſſe, und zitert mit leiſer Kritik die auch
innerhalb Deutſchlands viel beanſtandete Aeußerung des Herrn
v. Keudell, daß die Laſt auf jeden Fall von der Wirtſchaft ge=
trogen
werden müſſe. Irgendein Urteil über die Politik des
Reiches, die dieſen neuen Geſetzesvorlogen zugrunde liegt, will
der Agent unter keinem Umſtänden fällen, weil dies, wie er aus=
drücklich
ſagt, nicht zu ſeinen Obliegenheiten gehört. Der Reichs=
regierung
bleibe es auf Grund des Dawesplanes unbenommen,
ihrem eigenem Staatshaushallt aufzuuſtellen und zu handhaben,
und ſie handele durchgehend auf eigene Verawvorwrng. Gerade
dieſe Freihein aber ſchließe eine entſprechende
Verantwortlichkeit für die natürlichen und wahr=
ſcheinlichen
Auswirkungen
ihrer Handlungen ein. Dieſe Folgeerſcheinungen faßt die Denk=
ſchrift
im vier Puncktem zuſammen:
1. Indem das Reich unterläßt, die gebotene Zurückhal=
tung
bei ſeinen Ausgaben zu beachten, gefährdet es die
Stabilität des Etats; jeder Rückſchlag im Wirtſchafts=
leben
könne die Einkünfte des Reiches ſchmälern ud ſeine Ver=
bindlichkeiten
ſteigern. In Anberrachr dieſer Umſtände und der
bevorſtehenden ſteigenden Repavationsverpflichuungen ſcheine
nicht der richtige Augenblick dafür gegeben zu ſeimn, dem Etat
neue ſtändige Aufgaben aufzubürden.
2. Da ſeine eigenen Ausgalbem umaufhörlich zunähmen,
falle esdem Reich ſchwer, die Länder und Kommu=
nen
zu bewegen, ihre EtatsinOrdnung zu brin=
gen
, zumal da in demſelbem Augenblick beiden Laſten auferlegt
würden.
3. Das Ergebnis ſei eim allgemeines Fehlen tat=
ſächlicher
Kontrolle über öffenuliche Geldausgaben und
öffentliche Anleihen. Demzufolge ſei in ſteigendem Maße ein
ungeſundes öffentliches Finanzweſen in Deutſchland herrſchend:
das Geld, das für die Fortentwicklung der Landwirtſchaft und
Induſtrie dringend benötigt werde, werde durch Steuern und
Anleihen von öffentlichen Ausgaben verſchlungen.
4. Die vom Reich und anderen öffentlichen Ongamen ergriffe=
nen
Maßnahmen neigten energiſch in der Richtung ge=
ſteigerter
Produrtionskoſten, geſteigerter
Preiſe und geſteigerter Lebenshaltungskoſten.
Dieſes Ergebnis gefährde die Früchte des Rationaliſierungs=
prozeſſes
. Die Tendenz höherer Preiſe beſtehe bereits zum Teil
als Ergebnis der hohen Zölle, ſie wwünde eine beträchnliche Stär=
kung
erſahren, wenn die Vorſchläge der Reichsregierung bezüg=
lich
der Beſoldungserhöhumgen zu Forderungen mach ähnlichen
Erhöhungen im allgemeinen Wirtſchaftsleben und zu erhöhten
Tarifen uſw. ſührten. Steigende Inlandspreiſe beeinflußten
aber die Handelsbillanz dunch Förderung der Einfuhr. Der Ab=
ſchnitt
über
das Finanzweſen der Länder und Gemeinden
läßt ebenſo wie der folgende über Kredit und Währungspolitik
deutlich erkennen, daß der Reparationsagent in der öffentlichen
Disluſſion über die Fragen der Auslandsanleihen der
Auffaſſung des Reichsbankpräſidenten zuneigt; die Argumente,
die er vorbringt, hat man aus dem Munde Dr. Schachts wieder=
holt
gehört. Er ſchätzt die langfriſtigen inneren Anleihen
der Länder, Provinzem und Gemeinden uſw. ſeit Anfang 1926
auf eitva 1 Milliarde Mark und behauptet, ſie ſei mehr als dop=
pelt
ſo hoch wie der in der gleichen Zeit von der Privatwirtſchaft
untergebrachſte Anleihebedarf. Dieſe öffentlichen Anleihen hätten
zuſammen wit der Reichsanleihe den Inlandsmarkt überlaſtet
und erſchöpft. Die langfriſtigen Auslandsanleihen der
Länder und Gemeinden ſchätzt die Denkſchrift ſeit Anfang 1925
auf etwva 1600 Millionen Reichsmark. Hierzu kämen noch kurz=
friſtige
Schulden in unbekannter Höhe. Die Denkſchrift dis=
kutiert
nicht, ob dieſe Anleihen im einzelnen berechtigt oder un=
berechtigt
ſind, ſondern geht von der Theſe aus, daß übermäßige
Kreditauſmahme im In= oder Auslland der nämlichen Quelle ent=
ſtamme
, nämlich ſteigenden öffentlichen Ausgaben,
und daß wrr durch eine Beſchneidung der Ausgaben auf
ein Mindeſtwaß Abhilfe zu ſchaffen ſei. Das Reich habe auf
Grund der Verfaſſung eine einzigartige Gelegenheit, auf dieſem
grundlegende Fragen auswärtiger Politik aufwerſenden Gebiet
die Führerſchaft zu ergreifen, es habe ſogar die Verantwortung
dafür, wegen ſeiner Befugnis die fundamentalen Prinzipien und
die großen Richtliniem der Beſteuerung umd des öffentlichen Fi=
manzweſens
vorzuſchreiben. Die Denkſchrift erkennt an, daß ſich
das Reich bemüht habe, in der Beratungsſtelle ſolche Er=
wägungen
anzuerkennen, meint aber, die Bemühungen ſeien
nicht erfolgreich geweſen, wie man aus den angegebenen aufge=
blähten
Zahlen ſehe. Eine neue und wirkſame Kon=
trolle
, die in erſter Linie auf dem Grundſatz der Ueberwachung
der öffentlichen Ausgaben zu beruhen hätte, ſei in dieſem
Augenblick dringend nötig, ſowohl im Intereſſe der deutſchen
Kreditwürdigkeit als auch um Deutſchlands wirtſchaftliche Er=
holung
von den Gefahren übertriebener Ankurbelung und nach=
folgender
Rückſchläge als Folge, von übermäßiger Ausgaben=
und Borgwirtſchaft durch die öffentlichen Organe, zu ſichern.
In dem Abſchnitt über
Geld= und Kreditwirtſchaft
behauptet die Denkſchrift, daß es in Deutſchland in der Wirkung
in den letzten Jahren zwei Kreditpolitiken gegeben habe,
eine, die vom Reich und den anderen öffentlichen Organen diri=
giert
worden ſei, und die Politik der Reichsbank. Das Netto=
ergebnis
dieſer verſchiedenen Politiken ſei eine Expanſion
geweſen. Die Finanzbehörden des Reiches, der Länder und Ge=
meinden
hätten dadurch, daß ihre Tätigleit der der Reichsbank
endgegengewirkt habe, die Geſamtlage ſchwieriger gemacht und
zu der Expanſion beigetragen. Die Verwaltung der öffentlichen
Mittel und der öffentlichen Banken habe ſehr entſchieden dahin
tendiert, die Autorität der Reichsbank zu verrin=
gern
und ihr Hilfsmittel zu entziehen, die ſie im allgemeinen
Intereſſe der Stabilität der Währung benötigt habe. Sie habe
weiter die Tendenz gehabt, das reguläre Bankſyſtem ſeiner nor=
malen
Hilfsquellen zu berauben und große Mengen flüſſiger
Gelder in Konäle abzulenken, die einer geſunden Kreditpolitik
zuwiderlieſen. Notwendia ſei ein klarer, feſtumriſſener, umfaſſen=
der
Plan, der eine gehörig koordinierte Politik ge=
währleiſte
, damit die zurzeit herrſchende Expanſion nicht bis zum
Gefahrenpunkt getrieben werde.

Mahnung des Reparationsagenten zu vorſichtiger
Finanzpolitik.
Zuſammenfaſſend bemerkt der Agent zum Schluß u. a., er
habe verſucht, die Zeugniſſe für übermäßiges Geldausgeben und
übertriebene Kreditaufnahme auf ſeiten der öffentlichen Organe
ſowie einige Anzeichen für künſtlichen Antrieb und übermäßige
Expanſion zu ſammeln. Würde man dieſen Tendenzen geſtatten,
ſich ungehemmt auszuwirken, ſo ſei nahezu ſicher, daß ſie zu
empfindlichen wirtſchaftlichen Rückſchlägen und Depreſſionen
führen würden; weiter ſei wahrſcheinlich, daß ſie den Eindruck
verſtärkten, Deutſchland handle nicht mit gehöriger Berückſichti=
gung
ſeiner Reparationsverpflichtungen. Vom Standpunkt des
Sachverſtändigenplanes aus ſei für Deutſchlands Gläubiger die
Empfindung natürlich, daß vernünftige Vorſicht bei der
Verwaltung der öffentlichen Finanzen ein notwendiges Element
guten Willens darſtelle. Es hätte nichts Ueberraſchendes, wenn
außenſtehende Beobachter den Schluß zögen, daß die im letzten
Jahre befolgte Finanzrolitik nicht im Intereſſe von Deutſch=
lands
Reparationsverpflichtungen geweſen ſei. Der Agent er=
kennt
an, daß die künftige Zahlung der Annuitäten an ſein
Konto bei der Reichsbank jeweils den letzten Akt der deutſchen
Regierung bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen darſtellt und
daß die Zahlung dieſer Annuität durch die verpfändeten Ein=
nahmen
und die anderen Sicherheiten vollauf garantiert ſei.
Aber

die Verantwortlichkeit der Reichsregiert
ſo fährt er fort, endigt nicht mit internen Zahlungen.
verſtändigenplan hat, obwohl er die Uebertragung derg
gen in die Hände des Trausferkomitees gelegt hat, dan
regierung eine ſehr beſtimmt umriſſene Verantworn.
erlegt durch die Vorſchrift, daß die Regierung und di
bank die Arbeit des Komitees in jeder angemeſſenen n
leichtern ſollen, ſoweit es in ihrer Macht liegt. Died
ſtändigen haben ebenfalls die Abhängigkeit der Stalu;
deutſchen Valuta von Deutſchlands Zahlungsbilanz b.
dem Maße, wie die deutſchen Ausfuhren durch von no
den Weg gelegte Hinderniſſe gehemmt werden, müffſ
Länder die Verantwortung dafür tragen; auf der M.
rung ſelbſt aber muß die Verantwortlichkeit für eigzink
lungen bleiben, welche durch übermäßiges Anſpornenn!
fuhren und durch Behinderung der Ausfuhren künſtlnen
ausgehen, die Transfermöglichkeiten zu beſchränken.
Zum Schluß bemerkt der Agent, er hoffe, daß die u
im Intereſſe der Wirtſchaft wie der Erfüllung der
nalen Verpflichtungen ſchleunige und wirkſame Maßmi
greifen werde, um der Situation zu begegnen. Died
noch nicht kritiſch geworden, und es liege noch in der eu
Regierung, wenn ſie rechtzeitig handele, den droheenf
fahren Einhalt zu bieten und der Wirtſchaft wiedene
geſunden Lage zu verhelfen.

Die Mnoort der Keiafsiegeran
Das Beſireben der Reichsregierung: Feſthalten am Gleichgewicht der öffentlichen Will
Mithilfe am Transfer im Rahmen geſunder Wertſchafts= und Finanzpolitik.
ihnen läßt ſich keineswegs entnehmen, daß die Haushalus
Entwicklung und Stand der deutſchen ohne Rückſicht auf die Reparationsverpflichtungen ſtat
hat. Der Haushalt des Jahres 1928, der
Millionen Mehrleiſtung für die Reparationen tragen m
Wirtſchaft und der Finanzen.
nach Geſichtspunkten ſtrengſter Sparſamkeit

Das Ziel der Wirtſchaftspolitik der Reichsregierung.
Die Antwort der Reichsregierung auf das Memorandum
des Reparationsagenten behandelt ebenſo wie das Memoran=
dum
ſelbſt die in ihm aufgeworfenen Fragen, in erſter Linie
vom wirtſchaftlichen und finanziellen Geſichtspunkte aus. Sie
gliedert ſich wie folgt: I. Entwicklung und Stand der Wirt=
ſchaft
, II. Entwicklung und Stand der Finanzen: 1. Finanzen
des Reiches, 2. Finanzen der Länder und Gemeinden, 3. die
vorliegenden Geſetzentwürfe. Nach den Darlegungen des wirt=
ſchaftlichen
Teiles betrachtet es die Reichsregierung mit dem
Generalagenten als Ziel ihrer Wirtſchaftspolitik, alle produktiven
Kräfte zu entwickeln. Die Beſſerung der Wirtſchaftslage, die ſeit
der Stabiliſierung erzielt iſt, beweiſt, daß die der Wirtſchaft
aus dem In= und Ausland zugefloſſenen Gelder eine ratio=
nelle
Verwendung gefunden haben. Die Höhe der
Auslandsverſchuldungen gibt gegenüber den verpfän=
deten
Werten und im Hinblick auf die Produktivität der dafür
geſchaffenen Anlagen keinen Anlaß zur Beunruhigung. Aus=
landskrediten
und Anleihen folgten naturgemäß in entſprechen=
dem
Umfange Importe von Auslandswaren, zumal da Deutſch=
land
für ſeine Rohſtoffe und ſeinen Nahrungsmittelbedarf im
weiten Maße auf ausländiſche Erzeugniſſe angewieſen iſt. Das
Ziel,der Wirtſchaftspolitik muß bleiben von
beiden Seiten der Handelsbilanz her auf eine
Verminderung ihrer Paſſivität hinzuwirken,
Im Monatsdurchſchnitt iſt ſeit Juli dieſes Jahres die Mehr=
einfuhr
von Rohſtoffen und Halbwaren um 16 Prozent zurück=
gegangen
und in der gleichen Zeit eine Erhöhung der Mehr=
einfuhr
an Fertigwaren um 24 Prozent eingetreten. Die Aus=
fuhr
hat Deutſchland ſeit der Stabiliſierung ſtändig ſteigern
können. Die Monatsdurchſchnittszahlen des reinen Warenver=
kehrs
nach Vorkriegswerten ſind: 1924 gleich 428 Millionen
Mark, 1925 gleich 550 Millionen Mark, 1926 gleich 612 Millionen
Mark, 1927 Januar bis September 617 Millionen, gleich 692
Millionen für das Jahr 1927. Die Fertigwarenausfuhr allein
iſt geſtiegen von 332 im Jahre 1924 auf 394 Millionen im Jahre
1925, 423 im Jahre 1926 und auf 446 im Jahre 1927. Im Sep=
tember
1927 beträgt die Fertigwarenausfuhr 502 Millionen.
Mag auch die Entwicklung an einzelnen Stellen überſchnell ge=
weſen
ſein, ſo iſt
eine Kriſis doch nicht zu befürchten,
und eine ſo ſtarke Expanſion wäre jedenfalls nur zum geringſten
Teil auf Maßnahmen, der öffentlichen Hand zurückzuführen.
Inlandsanleihen und Steuern hönnen keine zu=
ſätzliche
Kaufkraft ſchaffen, weil ſie lediglich die Einkommen im
Inland umſchichten. Andererſeits haben die Auslandsanleihen,
gemeſſen an den Geſamtwerten der deutſchen Wirtſchaft, ihr
keinen ungeſunden Antrieb geben können. Für die Exportbe=
förderung
hängt viel ab von der Erleichterung der Neu=
ordnung
des internationalen Handels, an der
mitzuwirken die Reichsregierung jederzeit bereit geweſen iſt.
Mehr hängt ab von der Oeffnung der Märkte der Gläubiger=
länder
für die deutſchen Waren. Die deutſche Regierung blickt
mit ernſter Beſorgnis auf die Entwicklung in einem Teil der
Abfatzländer, da
nur der Abbau der beſiehenden Schranken
Deutſchland den für ſeine Leiſtungen notwendigen Exportüber=
ſchuß
ſichern kann. Zum Ausgleich der Handelsbilanz iſt ſchließ=
lich
geboten, eine Verringerung der Einfuhr nach Hebung der
landwirtſchaftlichen Produktion, die dringend der Kapitalzufuhr
bedarf.
Im finanziellen Teil ſtellt die Reichsregierung den
Gedanken voran, daß die Rückkehr zur normalen
öffentlichen Finanzgebarung Klarheit über die ſich
für die öffentlichen Körperſchaften ergebenden Laſten voraus=
ſetzt
. Die Löſung der Aufwertungsfragen gehört ebenſo hierher
wie die Fragen der Entſchädigung der Liquidationsgewaltgeſchä=
digten
und die Beſoldungsreform. Wegen der Entwicklung
der Finanzen ſeit 1924 wird zunächſt allgemein auf die
Rede des Reichsminiſters der Frnanzen vom 26. Oktober im
Haushaltsausſchuß verwieſen. Die Aufzeichnung gibt ſodann
einige Zahlen, um die eigentlichen Tendenzen der Entwicklung
klarzuſtellen.
Die geſamten Kriegslaſken Deutſchlands,
d. h. die Reparationsleiſtungen einſchließlich ſämtlicher innerer
Verpflichtungen, die das Reich als direkte Kriegsfolgen über=
nehmen
mußte, erfordern 1927 über 3.5 Milliarden Reichsmark,
nahezu zwei Drittel der geſamten ordentlichen Ausgaben und
mehr als die Hälfte der geſamten ordentlichen und außerordent=
lichen
Ausgaben des Reiches. Im ordentlichen Haushalt erfor=
dern
allein die oben gekennzeichneten Kriegslaſten, ſoweit ſie
den Haushalt belaſten, im Jahre 1927 rund 2.6 Milliarden, alſo
annähernd die Hälfte der geſamten ordentlichen Ausgaben des
Reiches, die ſich ohne Ueberweiſungen an die Länder auf rund
5.8 Milliarden Reichsmark belaufen. Die Bedeutung dieſer
Laſten wird klar, wenn man bedenkt, daß die Koſten der geſam=
ten
Reichsverwaltung des Jahres 1913 nur 2.7 Milliar=
den
Mark betrugen. Dieſe Zahlen ſprechen für ſich, und aus

Die Reichsregierung ſieht es im gegenwärtigen Auguf
ihre entſcheidende Pflicht an, den fortſchreitenden X=
erhöhungen
auch im außerordentlichen Haushalt wir kend ſhhllieE. 2
gegenzutreten. Was den außerordentlichen Hüfgl
anbelangt, ſo iſt es die Abſicht der Reichsregierung, Bßerz ſhche der All
mehrung des Anleihebedarfes nach Möglichkeit zu ier
Die aus der Vergangenheit übernommenen Ausgaben ue
ordentlichen Haushalts ſind bereits eingeſchränkt wurßu
werden weiter eingeſchränkt. Der Reſt wird in deit ſtn
planmäßig und langſam abgewickelt. Im Haushalt 191 Amſden
die Ausgaben außerordentlich gedroſſelt. Was

die Finanzwirtſchaft der Länder und Gemt

moleseus erfolg
u vorgenommer

m, aus dem hervor
im Jun 19.
ninen Karol aut
Eide der Aufzeichnt
Lnde drei oppoſitionel
zuga gegen die Re
inlung nehmen follten.
uemher in Au=
ſte
, hate er
Chiffredepe
ach
Köni

anbelangt, ſo ſteht die Reichsregierung mit dem Geneuk=
auf
dem Standpunkt, daß die Aufnahme von inneren n)
ren Anleihen zu Verwaltungszwecken ſich für ſinf
verbietet. Tatſächlich ſind auch die bisher aufgenomun=)
leihen der öffentlichen Körperſchaften nur für pro
Zwecke beſonderer Art aufgenommen worden, dien
geſchichtlichen Entwicklung in Deutſchland den Gemeinn)
den Verwaltungszwecken obliegen. Das gilt namentlt!
Verſorgung der Bevölterung mit Gas, Waſſer und 1 nſt 50 hiſt 8: Karol=
Licht und Verkehrsmitteln, Aufgaben, die in den Läh. Privatwirtſchaft ſeit jeher von dieſen erfüun u. haa, a bevor
Infolgedeſſen rechtfertigen die vielfach in der Oeffentn=
örterten
Anleihezahlen den aus ihnen gezogenen
übermäßigen Verwaltungsaufwand nicht. Eine
Nachprüfung der im Memorandum aufge/4
1600 Millionen Mark ausländiſcher Verſchud mn!
ergibt dies ganz klar: In der Zeit vom 1. Januam
30. September 1927 waren insgeſamt bei der Anleihe ?1
ſtelle rund 2,1 Milliarden Goldmark beantvagt, /
die Beratungsſtelle 1600 Millionen befürwont
Von dieſen 1600 Millionen entfallen zunächſt 500 Milli,.
Kredite, die teils durch Vermittlung der Rentenbantkl :
an die Landwirtſchaft gegeben wurden, teils unter n
oder kommunaler Bürgſchaft an die Induſtrie. Die übiß
leihen ſind im weſentlichen ſür Verſorgungsbetriebe 2M
und Kommunen ſelbſt, Hafenanlagen, Meliorationenni
gleichen zugeſtanden worden. Danach ſind alſo die 1.
liarden insgeſamt nicht für die Verwaluung alddn
ſondern produktiven Wirtſchaftszweckeitk
führt worden. Selbſtverſtändlich haben die UA
bei dieſen produktiven Ausgaben= und Anleihewünſchän
ſie auch auf die Geſamtſituation im Deutſchen Reich 91
Rückſicht zu nehmen. Was den
Finanzausgleich
anbelangt, ſie iſt die Unmöglichkeit, den endgültigen 7
gleich auf Grundlage der noch nicht rationaliſierten !
ſchaft von ſchwer abſchätzender Leiſtungsfähigkeit aud
ſchon oft dargelegt worden. Das Reich hat bei der Ne=M
der Verfaſſung dafür Sorge getragen, daß ſeine fimi
len Befugniſſe mit Rückſicht auf ſeine Laſten
werden. Es hat ſeit 1919 nicht nachgelaſſen, auf die 20
lichlung und Klärung des Finanzſyſtems hinzuwirken. 1
bereits 1919 die großen Perſonalſteuern, die bis dahin
der ſelbſt erhoben, an ſich gezogen. Es hat die VermamI
ganz für ſich beanſprucht und gibt bei den Einkomme I
Körperſchaftsſteuern den Ländern von dem, was ihnen ſ
Gemeinden früher voll zufloß, nur /4 zurück. Da
die feſten Laſten des Sachverftändigenplans veubleibeng!
ſich im weiteſten Umfange auf Steuern ſtützen, diehict
Schwankungen der Wirtſchaftsverhältniſſe am wene
rührt werden. (Verbrauchsſteuern.) Dies entſpricht
Pſandhaftung des Sachverſtändigenplans. Die für diE
tige Regelung des Finanzausgleichs notwendige 3
ſtatiſtik iſt weit gefördert, ſo daß dem Reich in der 1e
weſentlichen Fimanzgebarung die Führerrolle zukohet
wird von den Ländern und den Selbfwerwaltungskönc ſ
beſtritten. Die Führerſchaft kann ſich aber, woral!.
randum mit Recht beſonders hingewieſen wird, mur 1 R=
wenn
ſie getragen wird von aufrichtiger und.
der Unterſtützung durch Länder und Gem
Von dieſem Zuſammenwirken, legen die Vereinbarn
die Beratungsſtellen für Auslandsanleihen Zeugmis
in jüngſter Zeit unter dem leitenden Geſichtspuntt.
wurden, daß in Anbetracht der Geſamtlage jede Ac
nicht dringender oder nicht wirtſchaftlicher Natur 1e.
mit Hilfe ausländiſcher Anleihen oder aus inländngh
bewirkt wird, vermieden werden müſſe. Die Iu.

die Beſoldungsreform
erforderlichen Mittel ſind nicht unweſentlich genintz.

Oeffentlichkeit angenommen wird. Von den rund 30
die für das Reich ſelbſt erforderlich ſind, entfallen
etwa 170 Millionen auf Kriegsopfer; nur der gerihen
fließt den Beamten zu. Für die Zwecke der Beſoblt Ah
kommt weder eine Erhöhung der Steuerl deFlae
eine Erhöhung der Tarife der Reichevoſche.

[ ][  ][ ]

308

esbahngeſellſchaft in Betracht. Die Frage der Be=
ar
konn nicht lediglich unter finanziellen Geſichts=
dim
werden; vielmehr wüſſen weſentlich auch
iſche Geſichtspunkte mitentſcheiden. Der
nm Beſoldungen ſoll durch organiſatoriſche Maß=
werden
. Das Reich arbeitet auf dieſem Gebiet
Sſparkommiſſar zuſammen.
Drei Ziele
ſtt: Verein heitlichung der eigenen Verwal=
cis, Herbeiführung klarer Grenzlinien dort.
Aufgllukbeiſe des Reichs und der Länder ſich überſchneiden,

we ſc Mch Vereinfachung der Verwaltungen von Län=
dern uſge emeinden. Dieſe ſind ſelbſt zur Mitarbeit be=
aſt
. Mclchren auf dieſem Gebiet ſind auch ſonſt im Gange.
Ugerwieſenzutw insbeſondere auf den Entwurf eines Steuer=
ereingſilichungsgeſetzes
, das zurzeit den geſetz=
bendemuntigerſchaften vorliegt und von dem Gedanken mit ge=

gen iſ½s Nebeneinander mehrerer Steuerverwaltungen zu
zſeitigenaid gleichartige Geſchäfte durch eine einheitliche Ver=
mſctung
wlnmen zu laſſen. Auch auf anderen Gebieten werden
ähnliche A ſebniſſe angeſtrebt. Bei der Verknüpfung dieſer
zowaatsrechtlichen Aufgaben des Reiches entſtehen
Schwierwgre); die nicht lediglich mit einem Hinweis auf das
finanziell/A vackmäßigſte beſeitigt werden können.
Der Abewentwurf der Liquidationsgeſchädigten
die zuu tselbare Wirkung des Vertrages von Verſailles,
WWoiAſt Artikel 39 ſat die Liquidationsländer von der Pflicht zur
Schadlostsül g freigeſtellt und Deutſchland zur Entſchä=
öffentſchnn
ldigug fu/ Staatsangehörigen verpflichtet. Seit 1919 warten
die Geſchhiten auf den Ausgleich ihrer Schäden. Hier nach
inanzuuſſ Tden ſchwizu Finanziellen Kräften des Reiches auch unter dem
Gedankenn 3 notwendigſten Wiedergufbaues einzugreifen, war

fortſt
ntlichen Haus
erordent!
der Reichs
nach Möglichk
en Auck
8 einge

Sonntag den 6 November 1927

unabweisbar. Der im Memorandum für das Geſetz genannte
Aufwand von einer Milliarde bedeutet nicht etwa eine Jahres=
belaſtung
des Haushalts, ſondern umfaßt den Geſamtaufwand
der jährlichen Aufwendungen für alle Zukunft.
Die Koſten des Schulgeſetzes
ſpielen in der nächſten Zukunft überhaupt keine Rolle. Das
Geſetz bringt die Löſung von Fragen, die mit der Kulturgemein=
ſchaft
des deutſchen Volkes auf das engſte zuſammenhängen.
Die Reichsregierung kann die Beſorgniſſe des Generalagenten
nicht teilen, daß die Mehrausgaben für die bezeichneten Geſetze
den Haushalt des Reiches bedrohen.
Die Antwort ſchließt mit dem Hinweis, daß es das öberſte
Beſtreben der Reichsregierung bleibt, die fundamentale Voraus=
ſetzung
des Sachverſtändigenplanes feſtzuhalten: das Gleich=
gewicht
der öffentlichen Wirtſchaft.
Nach den gegebenen Aufklärungen wird auch für die Außen=
ſtehenden
der Eindruck ſich nicht rechtfertigen laſſen, als ob
Deutſchland auf ſeine Repatationsverpflichtungen keine gebüh=
renden
Rückſichten genommen habe. An der Bereitwillig=
keit
der Reichsregierung zur Mithilfe an dem Trans=
fer
im Rahmen geſunder Wirtſchafts= und Finanzpolitik beſteht
kein Zweifel. Die ſcharfe Trennung von Aufbringung und
äußerer Uebertragurg der Zahlungen iſt in der ganzen Welt
als der größte Fortſchritt in der Reparationsfrage aufgefaßt
worden. Die poſitiven Pflichten, die der Plan der deutſchen
Regierung hinſichtlich des Transfers zuweiſt, ſind in ihm genau
umgrenz.t Die Reichsregierung ſtellt feſt, daß ſie die Möglich=
keiten
des Transfers, niemals künſtlich beeinträch=
tigt
hat. Sie weiſt auch den Gedanken von ſich, es zukünftig
zu tun, und ſie verleiht ihrer Zuverſicht Ausdruck, daß das
Vertrauen in die lohale Mitarbeit aller dazu Berufenen,
in deſſen Zeichen der Sachverſtändigenplan geſchaffen wurde,
auch die unerſchütterliche Grundlage künftiger gemeinſamer Arbeit
ſein wird.

Seite 3

Oürumäniſche Thronkriſe.

Die Ingeſchichte der Affäre Manoilescu.
EP. Bukareſt, 5. November.
Der ber taatsſekretär im Miniſterium des Innern, Tata=
jeseu
, enang die Vertreter der rumaniſchen und ausländiſchen
Preſſe utuan ihnen ausführliche Ertlärungen zur Affäre Ma=
noileseu
4.! Danach habe die rumäniſche Regierung ſchon vor
Monaterm timuliche Informationen erhalten, daß in Rumänien
* Länder und Gr, und im land Vorbereitungen zu einer gegen den geſetzmäßi=
gen
dynt cri Zuſtand gerichteten Umſturzaktion, im Gange
rung mit
ſeien. Lſſchnckiarive zu der Bewegung ging von dem geweſenen
ahme ve
Umerſtadlefkn=tär im Kabinett Averescu, Manoilescu, aus.
Die Reglien beſchloß, die Aktion im Keime zu erſticken, worauf
je bisher auſ die Verltüm Manoilescus erfolgte. Bei der Leibesviſitation,
aften nur fürſF die an Fklhigscu vorgenonnmen wurde, wurde auch ein Tage=
umen
worhil, buch beſlftilhmt, aus dem hervorgeht, daß Manoilescu ſeinen
hland den 9- Umſturdin icyon im Juni 1926 bis ins kleinſte im Einverneh=
iſt
nm. wen mülnt Brinzen Karol ausgearbeitet hatte. Bei einer Ein=
Has, Waſſer A rouund mürsgebuch heißt es: Karols Haltung iſt klar. Er will
die in M* zurak1c mid zwar noch bevor Michael König wird. An
von dieſen g einer allan Stelle der Aufzeichnungen entwickelt Manoilescu
ach in der Aft den Geclitz, waß die drei oppoſitionellen Parteiführer Averescu,
gezgtentt. Mamiu /4Arrof. Jorga gegen die Regentſchaft und für den
PintzentAvl Stellung nehmen ſolltem. Als Zeitpunkt des Los=
MagensurDer November in Ausſicht genommen. Bevor Ma=
morandum
Af valeseihe, PParis reiſte, hatte er mit Bukareſter Freunden
Eien Ellkmode für Chiffredepeſchen ausgearbeitet, deſſen
Mer ai Sältell nalls beſchlagnahmt wurde. Eines dieſer Tele=
Ramme/k u Manoilescu nach Paris gerichtet wurde, hat fol=
Riden Mkliatt: Bewegt Karol, er möge Briefe an Averescu,
Schausz Azp. Bratianu, die Königin und die Mitglieder des
en befük Nchennchſchnets richten. Bringt dieſe Briefe nach Rumänien
Me, Ka amüge in den Briefen die Unterſtützung der Adreſſaten
Eig derſ ngn verlangen und die Gründe bekannt geben, die
M leingut Bür Abdandung bewogen. Das Telegramm war
Mr Ei ürerſchrieben. Liſa war der Deckname für die Gat=
im
Maskusauts.
Zum chuſſe ſeiner zweiſtündigem Ausführungen demen=
iene
A=AMmaautsſekretär Tatarescu die Gerüchte, daß auch hohe
*Mzieret nymäniſchen Armee in die Verſchwörung Manoiles=
28 vergfſeſt ſeien.

Die Affäre Karol.
EP. Bukareſt, 5. November.
Las5 yun der Nationalen Bauernpartei, Dreptarea, ver=
Wentlich Elus den Text des Schreibens des Exkronprinzen Ka=
W Mr ANeSef der Partei, Julius Maniu. Der Text dieſes
SMeiben ſttidentiſch mit den an die übrigen Parteiführer ge=
eren
e ieien, die bekanntlich bei der Verhaftung Manoiles=
de
bei 92n vorgefunden wurden. Der Brief lautet: Paris,
2 Lſhels Die allgemeine Lage und gewiſſe Nachrichten, die
i der ziellen rumäniſchen Agentur verbreitet worden ſind,

Nei, mmizet wungen, aus der Reſerve, in der ich mich ſo lange
SMliench ne herauszutreten. Ich habe daher im Juli dieſes
Wurs, 9 Tage nach dem Tode meines teuren Vaters, eine
Iiſentigdte.

Erklärung, die im Matin am 31. Juli veröffent=
in
womr ik. Dieſe Erklärung durfte jedoch in Rumänien nicht
Si en werden, ſo daß ſogar einige Parteiführer an ihrer
Sinelz c hitelten und ſich perſönlich an mich wandten, um von
Lu Fcien hütigung jener Erklärung zu erlangen. Bisher wurde
u M alls Commnunigus der rumäniſchen Regierung nur im
Sudicne benöffentlicht, das behauptet, daß meine Erklärung
L Sch, S tem Volke keinerlei Widerhall gefunden habe, obwohl
T Kas Ntr Tdie ſei, daß ſie überhaupt dem rumäniſchen Volke
Seiſwet Fwurde. Schließlich hat mich Bratianu in einem
Figaro perſönlich angegriffen. Ich habe das
L L M ine Erklärung zu dem Volke dringe, damit es in
uintn
Sache ſich ein eigenes Urteil bilden dürfe,
Der Streit um Karol.
EP. Bukareſt, 5. November.
Ausarhäts Trung hat mehrere angeſehene Juriſten mit der
Pr. 9 eines Geſetzentwurfes beauftragt, demzufolge die
ur den früheren Kronprinzen Karol unter Strafe
des
SiS Tdin fol. Das neue Geſetz, das ein ſtrafbares Delikt
D A amus ſchaffen ſoll, wird ſcharfe Sanktionen gegen

Imrſehen, der in Wort und Schrift, heimlich oder in
Flichkeit, für die Thronrechte des Prinzen Karol ein=
Dorden. Die Dokumente, die bei Manoilescu beſchlagnahmt
he=
2 loll dem Blatt Cuvantul zufolge auch der frü=
Mie. L3 äniſter Avereseus, Octavian Goga, ſchwer kompro=
der
R/c. Die Militärjuſtizbehörde hat dementſprechend von
98 die Erlaubnis zur Verhaftung Gogas verlangt
blick
Uns auch ſchon erteilt hatte. Im letzten Augen
Jahm /h 2 jedoch General Averescu ins Mittel. Er über=
Neinen früheren Innenminiſter die Garantie, daß

dieſer ſich in Zukunft jeder politiſchen Aktion enthalten werde.
Ueberdies verpflichtete ſich Averescu, die Regierungspolitik in
der Karolfrage zu unterſtützen. Daraufhin habe die Regierung
von einer Verhaftung Gogas Abſtand genommen, um ſo mehr,
als eine ſo ſenſationelle Verhaftung geeignet geweſen wäre, die
ohnehin ſchon kritiſche innerpolitiſche Situation Rumäniens
noch weiter zu verſchärfen.
Eine Erklärung des Prinzen Karol.
EP. Paris, 5. November.
Prinz Karol von Rumänien hat die Preſſe ermächtigt, die
von Wiener Blättern ausgehende Meldung, daß er nach Befrie=
digung
ſeiner finanziellen Forderungen auf jede weitere Aktion
verzichtet habe, zu dementieren. Im Gegenteil habe ſich ſeine
Haltung, die er in früheren Erklärungen an die Preſſe umriſſen
habe, nicht im geringſten geändert.
Nach der Seim=Auflöſung in Polen.
Der Wahlaufmarſch der Parteien.
* Warſchau, 5. Nov. (Priv.=Tel.)
In Warſchauer parlamentariſchen Kreiſen bildet die Auf=
löſung
des Seim, der, wie gemeldet wurde, auch die Auflöſung
des Senats gefolgt iſt, natürlich die Senſation des Tages. Je
nach der politiſchen Gruppierung wird für oder gegen Pilſudſkis
Maßnahme Stellung genommen, wobei insbeſondere von ſeiten
der Oppoſition mit einer Erbitterung gehämpft wird, die mit
genügender Deutlichkeit beweiſt, wie ſicher Pilſudſkis diktato=
riſches
Vorgehen es vermocht hat, das Land in zwei ſich gegen=
ſeitig
bitter befehdende Lager zu ſpalten. Beſonders auffallend
iſt hierbei, daß der ehemalige Sozialiſtenfreund Pilſudſki heute
von ſozialdemokratiſcher Seite am ſchärfſten angefeindet iſt. Der
Grund daſür, daß die Auflöſung des Parlaments in Seimkreiſen
wohl bis über die Grenzen der Oppoſition hinaus Erregung
ausgelöſt hat, liegt zu einem großen Teil auch darin, daß die pol=
niſchen
Abgeordneten mit dem Termin der Auflöſung ihrer
Diäten verluſtig gehen. Gerade dieſe Frage hat aber in parla=
mentariſchen
Kreiſen Warſchaus immer eine beſondere Rolle ge=
ſpielt
, da eine nicht geringe Zahl der Seimabgeordneten in mate=
rieller
Hinſicht dierekt auf ihre Diäten angewieſen ſind.
Auch im polniſchen Volk wird die Maßnahme Pilſudſkis ver=
ſchieden
aufgefaßt. Es muß beachtet werden, daß der Marſchall
auch heute noch in weiten Kreiſen des polniſchen Volkes als
nationaler Held gilt, daß ſeine Maßnahmen alſo des öfteren
kritiklos gutgeheißen werden. Viel trägt zu dieſer Beurteilung
noch der keineswegs günſtige Eindruck bei, den dieſer Seim hin=
terlaſſen
hat. Des öfteren durch eigene Entſchlußloſigkeit arbeits=
unfähig
, die Regierungsmaßnahmen zwar zu kritiſieren, aber
ſelbſt kaum in der Lage, Beſſeres zu ſchaffen, wird ihm von den
Regierungstreuen vorgeworfen, daß er korrupt und energielos
ſei, und daß die Regierung alſo das Recht dazu habe, mit dieſem
Seim nach eigenem Belieben zu verfahren. Von Verteidigern
des Parlaments wird dagegen angeführt, daß dieſe Argumente
nur die Diktatur Pilſudſkis verſchleiern ſollten, und daß der
Marſchall und Miniſterpräſident ſich nie die Mühe gegeben habe,
mit dem Seim zuſammenzuarbeiten. Im großen und ganzen
haben wohl beide Parteien Recht und Unrecht. Tatſache iſt, daß
der gegenwärtige Seim ſtark überaltert war, und daß er ſich den
durch den Umſturz geſchaffenen Verhältniſſen nur ſchwer an=
paſſen
konnte, während Pilfudſti dann eben nur kurzen Pro=
zeß
machte.
Der tiefere Grund, der Pilſudſki zur Auflöſung des Parla=
ments
bewogen hat, mag in dem Beſtreben liegen, eine ganz
neue innerpolitiſche Konſtellation zu ſchaffen. Das Zahlenver=
hältnis
der Parteigruppen wird ſich denn auch wahrſcheinlich
im neuen Seim gegenüber dem alten weſentlich verändern. Die
Minderheiten werden ſich vorausſichtlich wieder zu einem Wahl=
block
zuſammenſchließen, der ſich durch das Hinzutreten der
ukrainiſchen Parteien, welche ſich an der letzten Wahl noch nicht
beteiligt hatten, derart vergrößern wird, daß er die größte Par=
tei
im künftigen Seim darſtellen wird. Sodann ſoll ein Block
der Regierungsparteien gebildet werden, in dem ſich der Arbeits=
klub
(Pilſudſki=Partei), die gemäßigte Bauernpartei und die vom
Senator Bojkow geführte Gruppe zuſammenſchließen würden.
Angeblich ſoll ſogar Pilſudſki ſelbſt an der Spitze dieſer Liſte
kandidieren. Daneben kommt als zweite Regierungspartei die
noch im Werden begriffene Vereinigung der Chriſtlich= Natio=
nalen
unter Führung Stronſkis mit den Konſervativen in Frage.
Man rechnet damit, daß dieſe beiden Parteien vielleicht die Hälfte
der Mandate der Nationaldemokraten und der Partei Dmowſkis
gewinnen werden. Auf dem linken Flügel wird wahrſcheinlich
ein Block der ſozialiſtiſchen Wyzwolenie mit dem linken Flügel
der Nationalen Arbeiterpartei gebildet werden. Pilſudſki iſt
beſtrebt, den Minderheitenblock durch eine Annäherung an die
Ukrainiſche Partei zu zerſtören. Dieſe Verſuche dürften aber fehl=
ſchlagen
, da die Ukrainer wegen der unerträglichen Behandlung
der ukrainiſchen Minderheiten in Oſtpolen feſt zum Block ſtehen
dürften. Allgemein wird angenommen, daß die Regierungs=
organe
verſuchen werden, die Wahlen durch Terror zugunſten der
polniſchen Parteien zu beeinfluſſen.

Die Woche.

Nur noch acht Tage trennen uns von den heſſiſchen Landtags=
wahlen
. Am kommenden Sonntag ſoll das heſſiſche Volk an der
Wahlurne über die künftige Geſtaltung der heſſiſchen Politik
entſcheiden. Für eine ſachliche Führung des Wahlkampfes, für
eine ſachliche Erörterung der verſchiedenen brennenden Probleme,
haben wir uns ſtets und auch diesmal wiederum nachdrücklichſt
eingeſetzt. Man kann auch, von einigen Ausnahmen abgeſehen,
nicht ſagen, daß der diesmalige Wahlkampf irgendwie unſachlich
ausgeartet wäre. Der objektive Beobachter muß vielmehr feſt=
ſtellen
, daß eine Erörterung der politiſchen Probleme überhaupt
kaum ſtattfindet. Und das iſt unnatürlich und muß außerordent=
lich
nachdenklich ſtimmen. Eine ſehr große Anzahl höchſt bedeut=
ſamer
Fragen, die jeden angehen, wird der kommende Landtag
zu behandeln haben. Intereſſiert unſer Volk die Regelung ſeiner
eigenen Angelegenheiten nicht mehr, hat unſer parlamentariſches
Syſtem, mit dem wir nunmehr acht Jahre leben, ſchon in dieſer
kurzen Zeit ſo reſtlos abgewirtſchaftet? Man ſpricht gern von
einer Wahlmüdigkeit des deutſchen Volkes und will damit ſagen,
daß die Häufigkeit der Wahlen bei uns die Gemüter abſtumpfe.
Demokratie heißt Volksgemeinſchaft, heißt, daß das Volk ſich
ſelbſt regieren ſoll. Das demokratiſche Syſtem iſt nur möglich,
wenn auch der Einzelne ſich ſtets als Glied des Staates fühlt,
wenn ihm die Teilnahme am ſtaatlichen Geſchehen Selbſtver=
ſtändlichkeit
und inneres Bedürfnis iſt. Man ſieht alſo, daß dort,
wo dieſe Vorausſetzungen (unter denen allein das demokratiſche
Syſtem zum Wohle der Allgemeinheit zu arbeiten vermag) er=
füllt
ſind, eine Wahlmüdigkeit ausgeſchloſſen ſein müßte, denn
wenn ſich der Einzelne mit dem ſtaatlichen Geſchehen innerlich
verbunden fühlt, wird er ſeine Wahlpflicht gern ſelbſt dann erfül=
len
, wenn mehrere Wahlen kurz hintereinander ſich als notwendig
erweiſen ſollten. Man hat oft und leider mit Recht geſagt, daß
die Deutſchen ein unpolitiſches Volk ſind. Die Einführung des
demokratiſchen Syſtems hat unſere Parteien vor die ſchwere
Aufgabe geſtellt, in dieſer Beziehung eine Wandlung zu ſchaffen.
Die Parteien haben ſich dieſer Aufgabe bisher leider nicht ge=
wachſen
gezeigt, wobei allerdings zu ihrer Entſchuldigung ange=
führt
werden muß, daß unſer unſeliges Liſtenwahlrecht jede per=
ſönliche
Verbindung zwiſchea Parteiführung, bzw. den Abgeord=
neten
der Partei und der Wählerſchaft, aufs äußerſte erſchwert,
wenn nicht faſt unmöglich macht. Auf der anderen Seite darf
man aber doch wohl auch feſtſtellen, daß die Parteileitungen
offenbar ſehr lange Zeit in dem falſchen Glauben gelebt haben,
daß dieſes Syſtem, das ja in die Hände der Parteibürokratie
ſehr ſtarke Machtbefugniſſe legt, ihren Intereſſen diene, und man
hat überſehen, daß das politiſche Intereſſe der Maſſen dadurch
empfindlich geſchwächt wurde. Auch die Bildung der vielen
Splitterparteien hat u. a. in dieſen Verhältniſſen ihre Urſache.
Es wäre aber natürlich ſehr falſch, wenn man die Schuld an
der allgemeinen politiſchen Intereſſeloſigkeit nun lediglich auf
die Parteien oder, beſſer geſagt, die Parteileitungen abwälzen
wollte. Die Wurzel des Uebels liegt in uns ſelbſt, in unſerer
Veranlagung. Wir haben uns ein Regierungsſyſtem gegeben,
für das bei uns die inneren Vorausſetzungen fehlten, und man
hat ſich ganz gewiß nicht genügend bemüht, nunmehr in dieſes
Syſtem hineinzuwachſen. Der bekannte engliſche Romanſchrift=
ſteller
Galsworthy gibt in ſeinen Werken ein überaus plaſtiſches
Bild der engliſchen Geſellſchaft in Vergangenheit und Gegen=
wart
. Ihre politiſche Tendenz liegt ihm ganz gewiß fern, und
doch begegnet dem Leſer in den Unterhaltungen ſeiner Geſtalten
auf Schritt und Tritt die Erörterung politiſcher und ſozialer
Probleme, einfach aus dem Grunde, weil dieſe Fragen das ganze
engliſche Volk ſtändig auf das Lebhafteſte bewegen, weil eine
Darſtellung engliſcher Verhältniſſe einfach undenkbar wäre, die
an dem tiefen Eingreifen des ſtaatlichen Geſchehens in das Leben
des engliſchen Volkes vorbeigehen wollte. Bei uns gehört es
faſt zum guten Ton, nicht über politiſche Fragen zu ſprechen.
Dabei greifen bei uns die politiſchen und ſozialen Fragen
mindeſtens ebenſotief in das Leben des Einzelnen ein, wie in
anderen Ländern. Ganz abgeſehen von allem anderen, haben
wir die ungeheuren Laſten eines verlorenen Krieges zu tragen
und haben die Fülle der Probleme zu löſen, die mittelbar oder
unmittelbar damit zuſammenhängen. Es iſt eine merkwürdige
und für unſere Zukunft als Volk bedenkliche Tatſache, daß der
Durchſchnittsdeutſche ſich über dieſe Fragen kaum Gedanken
macht, daß er ſich zum mindeſten in den allerſeltenſten Fällen die
Mühe macht, ſich über ſie einmal gründlich zu unterrichten. Wir
klagei über hohe Preiſe, und denken nicht daran, daß der
Deutſche bei Zugrundelegung einer achtſtündigen täglichen Ar=
beitszeit
rund drei Stunden für den Staat arbeiten muß. Sollte
es nicht doch wichtig für jeden einzelnen ſein, daß er ſeine
Stimme mit in die Wagſchale wirft, wenn es ſich darum han=
delt
, das politiſche Geſchehen zu beſtimmen? In der Demokratie
entſcheiden die Wähler über die Zuſammenſetzuig der Volks=
vertretung
, die Nicht=Wähler überlaſſen die Be=
ſtimmung
über ihr eigenes Geſchick denen, die
bei der Wahl ihre Stimme abgeben. Auch darüber
dürften ſich die meiſten nicht klar ſein, die entweder aus Träg=
heit
oder aus Verärgerung (weil die Partei, für die ſie vielleicht
das letztemal geſtimmt, nicht ihre Erwartungen erfüllt hat) der
Wahlurne fernbleiben. Wie würden unſere Parlamente im Reich
und in den Länden ausſehei, wenn bei den Wahlen die Stimm=
berechtigten
nicht, ſtellenweiſe ſogar bis zu 40 Prozent, zu Hauſe
geblieben wären!
Noch immer erſcheint der Staat dem Deutſchen als etwas
Fremdes, Unperſönliches. Der Staat aber ſind wir ſelbſt, und
bei den Wahlen heißt es: tua res agitur, um dein Geſchick
handelt es ſich! Sehr oft begegnet man dort, wo es ſich
um Landtagswahlen handelt, dem Einwurf, daß die einzige ver=
nünftige
Löſuig unſerer Schwierigkeiten durch die Schaffung
des deutſchen Einheitsſtaates herbeigeführt werden könnte, und
daß es daher zwecklos ſei, ſich an einer Landtagswahl zu betei=
ligen
. Das iſt eine recht oberflächliche Betrachtungsweiſe, denn
auch wenn man den deutſchen Einheitsſtaat erſtrebt, beſtehen
deswegen doch noch, zum mindeſten vorläufig, die deutſchen Läi=
der
, deren Regierungen, ſelbſt nach der Weimarer Verfaſſung,
noch immer recht erhebliche Befugniſſe zuſtehen. Wahlrecht iſt
A.
Wahlpflicht, bedeutet eine Pflicht gegen ſich ſelbſt!

[ ][  ][ ]

Geite 4

de. franzöſiſchen Kammer?

Von unſerem A=Korreſpondenten.
* Paris, 5. November.
Die Kammer begann ihre Tätigkeit damit, daß ſie die Frei=
laſſung
der in Haft befindlichen kommmiſtiſchen Abgeordneten
enwirtt hat. Daß die vier kommuniſtiſchen Abgeordneten, Cachin,
Doriot, Marty und Duclos, jetzt, nach den vielen Unannehm=
kichkeiten
wit den Kommuniſten, nach den Inzidenten bei der
Einberufung der Reſerviſten auf freien Fuß geſetzt wurden,
hätte eigentlich überraſchend wirlen ſollen. Trotzdem hat ſich
niemand beſonders übervaſcht gezeigt, weil man eben im voraus
alles wußte. Paris Mainal hat ſogar die Freilaſſung der
Kommarniſten oſfen angekündigt.
Man kann alſo nicht von einem Sieg der Linken und von
einer Niederlage der Regierung bei der Eröffnung der Kammer
ſprechen, wenn man auch dem Anſchein nach ſo urteilen müßte.
Denn die ganze Sache erinnert ſehr lebhaft an ein Kompromiß.
Barthou, der Juſtizminiſter, hat gar nicht erſt verſucht, die Kam=
wer
von ihrem Vorhaben abzubringen. Alles lief glatt ab, und
nur der weit rechts ſtehende frühere Kriegsminiſter Maginot hat
dagegen proteſtiert. Das Regierugslager verhielt ſich ziemlich
ſtill. Herriot, Briand und Painlevé haben an der Abſtimmung
nicht teilgenommen.
Wenn ſich die Wahlen nähern, dann mißt wan ſelbſt den
Weinſten Symptomen der innenpolitiſchen Enzwicklung eine große
Bedeutung bei. So hält wan es immerhin für erwähnenswert,
daß die Tribünen der Kammer während dieſer intereſſanten Ab=
ſtimmung
leer geblieben ſind. Man ſchließt daraus auf die ge=
ringe
Anteilnahme des Puublickums an der Politik.
Man ſoll aber aus all dem doch nicht glauuben, daß es die
Regierung beſonders leicht hat. Poincaré muß die glatte Vo=
tiewng
des Budgets es ſoll übrigens viel gebrechlicher ſein
als das vorjährige durch weitgehende Kompromiſſe von der
Linken erkaufen.
Das Ergebnis des vadikalen Kongreſſes bezieht ſich nur auf
die nächſten Wahlen. Trotzdem ſind die Radidalen nicht mehr
die alten. Sie machen der Regierung dias Leben ziemlich ſchwer,
und für Poincaré iſt es wirtlich nicht leicht, die Kayumer zur
ſachlichen Arbeit zu zwingen. Franklin=Bowillon und mit ihm
die Födenauion von Seine et Oiſe haben die Radikale Partei
verbaſſen oder, noch richtiger, ſie wurden aus der Partei ge=
drängt
. Damit iſt die Partei gänzlich in die Hände der lints=
ſtehenden
Elemente gefallen. Die Rechſte ſpricht von einem
Schisma. In Wirklichkeit handelt es ſich hier aber nur um eine
Abſplitterung. Fvanklin=Bouillon wird in der auswärtigen
Kommiſſion, deren Präſident er war, erſetzt, wahrſcheinlich durch
Pcl=Boncoun, und damit iſt der Inzident erledigt. Nur nach
den Wahlen wird man es ſehen, ob er recht hatte oder nicht. Die
Partei hat jetzt einen linksſtehenden Präſidenten in der Perſon
Daladiens ſtatt des neutral geſinnten Maurice Sarraut. Die
Lage der Regierung wird alſo immer ſchwieriger. Trotzdem
äußert aber in der Partei niemand die Abſicht, die Regierung
zu ſtürzen. Angeblich aus wahltaktiſchen Gründen, weil die Par=
dei
des Miniſterpräſidenten bei den Wahlen gewöhnlich eine Nie=
derlage
erleidet. Und andererſeits, bein Politiker in der Welt
iſt ſo geeignet dazu, eine Wahlſchlacht zu verlieren als gerade
Poincaré. Es iſt jammerſchade, daß alle Hoffnungen der Radi=
kalen
auf ſolche Negativen geſetzt werden, wenn man von dem
Eleimen ſtatiſtiſchen Kniff abſieht, daß nuan die Kapitalsabgabe
eben jetzt, da man ſo gut mit den Sozialiften ſich verſteht, fallen
kieß. . . . .

Eine franzöſiſch=jugeſtawiſche Allianz?

Wie der diplomatiſche Korreſpondent des Daily Telegraph
meldet, ſoll der Encvurf zu einem Vertrag zwiſchen Franckreich
uind Jugoſlawien, der bereits Anfang des Jahres 1926 aufge=
ſtellt
wurde, ſeither aber in der Schublade des Quai d’Orſay ge=
legen
habe, jetzt wieder hervorgeholt und wahrſcheinlich binnen
kurzem unterzeichnet werden. Dazu wird bemerkt, daß ſeiner=
zeit
Frankreich Deutſchland nicht unmittelbar vor der Unterzeich=
nung
des Locarnovertrages habe vor den Kopf ſtoßen wollen, da
ein ſolcher Vertrag eine Spitze gegen Deutſchland damals be=
beutet
hätte. Ferner habe man aber auch nicht die Empfindlich=
keit
Italiens reizen wollen, das damals gerade mit Jugoſlawien
in Verhandlungen getreten ſei. Endlich habe auch Paſitſch dem
Wunſche ſeines Außenminiſters Nintſchitſch Widerſtand geleiſtet,
da er gewußt habe, daß England ſolche einſeitigen Verträge zwvi=
ſchen
den Alliierten nicht gern ſehe. Dieſer franzöſiſch= jugoſla=
wiſche
Vertvag bedeute jetzt aber nichts weiter als eine formelle
Alljanz mit Frankreich, die die Neutvalitätsklauſel im ihalieniſch=
jugoſlawiſchen
Vertrag wertlos mache und auch in Deutſchland
ungern geſehen werde.

Ganz Darmſtadt ſpricht davon

Revue im Mozartverein.
Auch die geſtrige Aufführung der Revue im Mozartverein,
die die geſellſchaftliche Saiſon in Darmſtadt vielverheißend er=
öffnete
, zeugte davon, daß der Mozartverein unter den Darm=
ſtädter
Vereinen die führende Stellung auf dieſem Gebiet ein=
nimmt
. Das prägt ſich einmal aus in dem überſtarken Beſuch
ſeiner Veranſtaltungen auch geſtern war der Saalbau wieder
überfüllt , zum andern aber auch durch das Niveau der Auf=
führungen
, die eine glückliche Verbindung guter Dilettanten=
Dicht=, Geſangs= und Tanzkunſt mit reinen künſtleriſchen Dar=
bietungen
bildet. Das iſt für geſellſchaftliche Vereinsveranſtal=
tungen
gut und bedeutſam.
Die Revuen mit lokalem Einſchlag werden aller Voraus=
ſicht
nach eine längere Lebensdauer haben als die allgemeinen
Revuen in Varietés und Theatern. Sie bieten jedenfalls in
Aufmachung und Rahmen ſtets gute Gelegenheit, lokale Ereig=
niſſe
in humoriſtiſcher und ſatiriſcher Form zu kritiſieren. Stoff
dieſer Art geht nie aus, beſonders wenn ein ſo tüchtiger Lokal=
und Vereinsdichter wie Arno Egelaſa ſich ſeiner Bearbeitung
widmet und für die ſchwierigen Aufgaben ſo ausgezeichnete
Kunſtkräfte herangezogen werden, wie es auch hier wieder der
Fall war.
Die muſikaliſche Leitung der Revue lag in den Händen des
Herrn Siegfried May, der die Mozart=Hauskapelle, die durch
das Städtiſche Orcheſter verſtärkt war, ſehr gut und ſicher führte.
Die Bühnenbilder wurden von Herrn Heinrich Bender ge=
ſtellt
, und die reizenden Koſtüme waren von Ruth Praſſel
entworfen. Beiden gebührt Lob.
Die Revue ſelbſt iſt ſowohl in der Dichtung wie in der Auf=
machung
wirkſam von Bild zu Bild geſteigert und fand in jeder
Beziehung, geſanglich und darſtelleriſch, vor allem aber in tanz=
kunſtleriſcher
Hinſicht, auch in den Coupletvorträgen eine aus=
gezeichnete
Wiedergabe. Im erſten von den neun Bildern, im
Aüftakt, den Frl. Käthe Walter vom Landestheater tem=
beramentboll
ſang, kam der Mozartverein ſelbſt programmatiſch
zu Wort. Das ſehr lichte Gewand und die Freiheiten der Revue
überhaupt entſchuldigte die Strophe:

Und ſelbſt ein beſorgter Vater
Braucht nicht fort zu gehn.
Denn ihr habt doch im Theater
Aeich ſchon Schund geſehr
Und ich bin nicht unverſöhnt
Tadle nicht zu grell
Anders hat Euch ſchon verhöhn
Bienchen Bimmbernell.

Sonntag, den 6. November 1927

Nummeir

Vom Tage.

Der deutſche Botſchafter in Paris, v. Höſch, hatte eine
Unterredung mit dem Außenminiſter Briand.
Der deutſche Geſandte in Belgrad, Olshauſen,
iſt auf der Uoberfahrt von Amerika nach Europa beim Tennisſpiel
verunglückt.
Der Lehrer Rudolf Riedl aus Südtirol wurde in
Trient, wo er 49 Tage in Haft ſaß, freigelaſſen und an die
öſterreichiſche Grenze gebracht.
In Venedig wurden zwei Amerikaner wegen Nicht=
grüßens
der italſeniſchen Fahne varhaftet.
General Aberescu intervenierte perſönluh für die
Freilaſſung Manoilescus.
Der polniſche Außenminiſter Zaleſki iſt wieder nach War=
ſchau
zurückgekehrt.
Der franzöſiſche Außenminiſter Briand hat mit
dem Vorſitzenden der außenpolitiſchen Senatskommiſſion, Lucien Hubert,
vereinbart, daß er am 16. November vor der Kommiſſion
über die Außenpolitik der franzöſiſchen Regierung
Bericht erſtatten wird.
Wie in Pariſer politiſchen Kreiſen verlautet, bewerben ſich außer
dem Brüſſeler Botſchafter Herbette auch der franzöſiſche Botſchafter in
Warſchau, Laroche, und der Berliner Botſchafter de Margerie um den
durch den Rücktritt Besnards freiwerdenden Bot=
ſchafterpoſten
in Rom. Wie man uns an zuverläſſiger Stelle
verſichert, ſoll de Margevie die beſten Ausſichten haben.
Die Königin von Spanien hat in Begleitung ihrer beiden
Töchter Paris verlaſſen, um ſich nach London zu be=
geben
.
Nach einer Meldung der Agentur Indo Pacific aus Schanghai
ſind die Geldſchränke des amerikaniſchen Konſuls auf=
gebrochen
und ihres Inhaltes beraubt worden.

Dr. Luther über den Dawesplan.
Der Weg über Locarno. Verftändigungsmöglichkeiten
zwiſchen Deutſchland und Frankreich.

EP. Paris, 5. November.
Der ehemalige Reichskanzler Dr. Luther äußerte ſich einem
Sonderberichterſtauter der Volenté gegenüber zum Dawes=
tlan
: Er teile den Standpunkt, der deutſchen Regierung, daß
Deutſchland alles zun wüſſe, um die vom 1. September 1928 ab
fälligen Annuitäten von 2½ Milliarden Goldmark zu bezahlen,
aber die Weltwirtſchaftslage ſei von größter Bedeutung für den
Dawesplan im allgemeinen. Mit den wachſſenden Anwuitäten
erhöhten ſich auch die Barzahlungen gegenüber den Sachliefe=
rungen
, und damit werde die Transferfrage imer wichtiger.
Der Dawesplan ſelbſt laſſe keine Schädigung der deutſchen Wäh=
rung
zu. In Frankreich gebe es immer noch Leute, die die Durch=
führung
des Dawesplanes von der Aufrechterhaltung einer Be=
ſetzung
abhängig machen wollten, die in den Augen des deut=
ſchen
Volkes ſeit Lacarno keine Berechtigung mehr habe. Man
könne die Leiſtungsfähigreit Deutſchlands
nicht durch militäriſche Gewalt ſteigern. Die =
ſung
liege darin, daß Deutſchland ſeinen Abſatz im Ausland ver=
mehre
und dadurch die erforderlichen Debiſen bekomme, denn
man könne ſie nicht ſtändig durch ausländiſche Anleihem auufbrin=
gen
. Die Vorbedingung für die Entwicklung des deutſchen Han=
dels
ſei aber, daß die Welt die Ueberzeugung erhalte, daß zwi=
ſchen
Frankreich und Deutſchland ein wahrer Friede beſtehe. Auf
ſeiner Reiſe durch Südameriba habe er überall ein großes Miß=
trauen
hinſichtlich der Stabilität der europäiſchen Beziehungen
während der Dauer der Rheinlandbeſetzung feſtſtellen können.
Man könne keinen anderen Weg verfolgen als den über Lo=
carno
. Frankreich ſelbſt werde ſeinen Vorteil dabei finden,
wenn man auf die Geſwaltpolitik verzichte und nur mit wirt=
ſchaftlichen
Mitteln vorgehe. Ferner ſei es auch für Frankreich
vorteilhaft, wenn in nächſter Zukunft eine endgültige Summe
für die deutſchen Reparationsleiſtungen feſtgeſetzt würde, und
zwar in der Weiſe, daß die neue Forwel der ganzen Welt durch=
führbar
erſcheine. Dieſes für beide Völker ſo wichtige Ziel könne
nur durch eine von beiden Seiten aufrichtig gemeinte Verſtän=
digung
erreicht werden.

Die Beſatzungsverminderung noch nicht beftätigt.

Wie wir erfahren, liegt bei den zuſtändigen Stellen in Ber=
lin
noch keine offizielle Mitteilung darüber vor, daß die vorge=
ſiehene
Verminderung der Beſatzungstruppen in den Rheinlan=
den
programmäßig erfolgt ſei. Die deutſche Regierung hat eine
derartige Mitteilung bisher noch nicht zugeleitet erhalten. Nach
den bisherigen Feſtſtellungen amtlicher Stellen ſcheint es aller=
dings
nicht unwahrſcheinlich zu ſein, daß die vorgeſehene Ver=
minderung
der Beſatzungstruppen im weſentlichen programm=
mäßig
erfolgt iſt.

Zum zweiten Bild, Werbewochen, ſang Herr Ernſt
Ludwig Göbel den begleitenden Text mit einer Leiſtung, die

mancher Berufskollege nicht erreicht. Der Rahmen der gloſſierten
Verbewochen wurde auf die bevorſtehende Wahl wie folgt aus=
gedehnt
:

Lang hört ich nicht ſchreien laut die Parteien
Mir freie uns! hieß die Parole gar fein.
Es taten die Steuern mir nur erneuerm
Gedanken des Gläicks noch ein Bürger zu ſein.
Jetzt hörſt Du auf einmal ſeit einiger Friſt
Wie ſehr von Gewicht und Bedeutung Du biſt.
Jetzt lieger das Schickſal vom Heſſiſchen Land
Ganz ſicher auf einmal in Deiner Hand.
Warum aber ehrt man Dich über Gebühr?
Ich gloube die Wahlen ſtehn vor der Tür.
Da machen ſie jetzt Werbewochen, was wird der
(Menſchheit da verſprochen.
Wen kümmert bald Dein Wort und Nam,
Wenn man erſt in den Landtag kam.

Die Städtiſche Akademie und ihren geſchäftstüchtigen Leiter,
Herrn Direktor Schmitt, zu gloſſieren, bedurfte es eines Duettes,
das Käthe Walter und Aois Resni vom Frankfurter
Opernhaus ſtellten, und eines ganzen Enſembles von Dar=
ſtellern
: Toni Enders=Bopf, Siegfried May, Friedel
Malcherek, Fritz Kugler, Rudolf Fey, Lucie Demmel,
Käthe Feldmann, Aunelieſe Gündner, Heddy Hille,
Annelene Müller, Hilde Thümmel, Meta Waldherr,
Elfriede Weicker, Sibylla Weicker, Ilſelore Woebke,
das ſeine Aufgabe mit herzlichem Humor löſte. Das vierte Bild,
Wie bleibe ich jung und ſchlanks brachte ein von
Herrn Gutkäſe in gewohntem Temperament des Vortrages
geſungenes Loblied auf den Punktroller. Das fünfte Bild pro=
pagierte
die Rohkoſt, das einzige Mittel für die modernen
Frauen und Mädchen, dem Herde und der Arbeit fernbleiben zu
können, für die der Sport und der Flirt wirklich keine Zeit mehr
übrig laſſen. Toni Enders=Bopf ſang ſehr hübſch die
luſtigen Verſe, zu denen Madeleine Hommes, Hanna Jacob,
Helene Lange, Gertrud Ploch, Mietze Rommel, Ilſe
Wembacher entzückende Tänze aufführten. Auch das ſechſte
Bild war dem Tanz gewidmet, und zwar dem Charleſton,
mit dem Herr Gutkäſe durchaus nicht fertig werden konnte,
den aber Annelene Müller, Ilſelore Woebke und das
Kinderballett ganz entzückend tanzten. Im ſiebenten
Bild beſang Herr Alois Resni ſchöne Mädchen und
ſchöne Frauen, zum Lobe natürlich der Darmſtädter, die
von keiner Artgenoſſin übertroffen wird. Das achte Bild hieß
Buxbaum und ſang Herr Ernſt Ludwig Göbel das Lob=
lied
auf dieſen populärſten ſtädtiſchen Beamten wie folgt:

Um das Schulgeſetz.
Die erſtie Abſtimmung Erziebuin

Jugend zur deutſchen Volksgemeini
Das Recht des Staates auf die Sit
Von unſerer Berliner Redaktiom

Am Samstag iſt im Bildungsausſchuß des Reiusd
erſte Abſtimmung zum 8 1 des Schulgeſetzes vorgenvym
den. Dieſer Paragraph enthält noch keine ſachlichſch=
mungen
, ſondern iſt mehr eine Präambel. Es lag en
ſamer Antrag der Regierungsparteien vor, der
Stimmen angenommen wurde. Der § 1erhält folgenin
Alle deutſchen Volksſchulen haben die gemeinſame Au
ſchulpflichtige Jugend durch Unterricht auf der Gruunl
deutſchen Kulturgutes im Geiſte des deutſchen Volkshu
Volks= und Völkerverſöhnung zu körperlicher und geiei
tigkeit heranzubilden und mit Unterſtützung und Ergn
von den Eltern zu leiſtenden Erziehung (Artikel 120
verfaſſung) zu ſittlich wertvollen Menſchen und zu Stel
zu erziehen, die fähig und bereit ſind, der deutſchen VA
ſchaft zu dienen. Auf Wunſch der Deutſchen Volksſit
dazu die Regierung die Erklärung ab, daß die Schunl
wie vor Staatsſchulen bleiben, daß infi
ſen ein Elternrecht auf die Schule unmm
und irgendwelche Einſchränkungen de
des Lehrers nicht gegeben ſind. Herr Dre
vom Zentrum machte das werwolle Zugeſtfil
daß das ſtaatspolitiſche Programm des
lizismus dem Staat das Recht auf di

gure Ru
zuerkennt. Der Ausſchuß hat ſich dann bis zunm ſeinersl=
tag
vertagt. Die kommende Woche wird dann die fd ſach=
lichen
Entſcheidungen bringen, zu denen auch die
ihre Aenderungsanträge eingebracht hat. Die Tägl.
ſtellt gegenüber demokratiſchen Mißdeutungen feſt, daſu
dieſen Anträgen keineswegs um eine Privatarbeit bucnen ei
rat Runkel handelt, daß ſie vielmehr in voller Uebere mſwmung
mit der Fraktion und der Parteileitung aufgeftellt mdh F/ üind

Auch die Schlußfolgerung des Blattes iſt nach unſeren
vollkommen richtig, daß von der Annahme dieſer P
Volkspartei ihre Zuſtimmung zu dem geſamten Giée
abhängig machen wird.

ithis-
die
wur

Amtlich wird mitgeteilt: Der Botſchaftsrat vom Fktm
und Gaffron iſt heute zum deutſchen Botſchafter in 1 8xrkgto
ernannt worden. Der Reichspräſident empfing heutum nen
ernannten Botſchafter.

v. Prittwitz
zum Botſchafter in Waſhington errk-ſt.
Berlin, 5. Nubt It.

Dr. jur. Friedrich Wilhelm von Prittwitz um E
3.
wurde am 1. September 1884 in Stuttgart geboren. 1/6
Sohn des verſtorbenen preußiſchen Oberſten Max vog
Hau.
und Gaffron. Herr von Prittwitz iſt vor dem Kriege 3/1
hmns Biſchof
der Botſchaft in Waſhington zugeteilt geweſen und uk. REyhrecht, Fmi
auch in Petersburg. Während des Krieges war er i9h4 m Lehude Otreviei
kanzlei attachiert. 1920 wurde er zum Konſul in Triefft A hum 4mu Anſchl: Roſe 2
Botſchaftsrat in Rom ernannt. Im Jahre 1920 waX/f er . bemrio Kuhn,
ſich mit Marie Louiſe Gräfin von Strachwitz, der 2ldek /u00s, Amenn: The
Rittmeiſters im Garde=Küraſſier=Regiments, GraFbit ? Yuhlüſche Litun
mg: beus Esdras M
Strachwitz.

Nochmals der Fall Fuchs.
Vom heſſiſchen Miniſterium des Innern und Uſ IM

erhalten wir nachſtehende Zuſchrift:
In einem hieſigen Blatte iſt höheren Miniſte n niel
der Vorwurf gemacht worden, dem Darmſtädter Tl
ſeinem Artikel in Nr. 305 vom 3. November 1927 EimleRt
fall in Heſſen Informationen geliefert zu haben. 4
wurf entbehrt jeder tatſächlichen Grundlage. Die u
höheren Beamten des Miniſteriums des Innern unddck?!
(und nur dieſe können in den fraglichen Artikeln geg†
haben auf Pflicht und Gewiſſen erklärt, daß ſie den
ſtädter Tagblatt oder einem anderen Blatte üben *
Fuchs weder unmittelbar noch mittelbar Material geuſck
irgendwelche Auskünfte erteilt haben, die als Unthl
dem Artikel des Darmſtädter Tagblatts hätten diemſt e

Traxt. Die Vor

r urd der Erſta
Sunstag, den 12
een Frau Thea
N. Nobe

* Wir geben dieſer Zuſchrift ſehr gern Raum, dauß
wir nur beſtätigen können, vollauf den Tatſachen endn!

Es ward uns doch ein Mann geſchenkt
Mit zielbewußtem Schritt,
Und wer ihn umzulenken denkt,
Beißt beſſer auf Granit.
Er tummelt ſich in ſcharfem Wind,
Scheut Haß nicht und Gebrumm.
Ob’s Bäume oder Menſchen ſind,
Was ihm nicht paßt, fliegt um.
Drum laßt nur Buxbaum mutig wag
Er macht die Stadt berühmt und groß.
Wir ſchimpfen erſt mit Wohlbehagen
Und ſagen dann: Famos, famos!

Es lag ein Park der Pflege bar.
Der Teich zum Himmel ſtank
Er gab nur manchem Liebespaar
Im Dämmerlicht die Bank
Wie prangt der Herrengarten heut
In Herrlichkeit und Pracht.
Und Freude finden alle Leut
Im Grün bei Tag und Nacht.
: Drum laßt nur uſw. ::

Wie ſüß lacht uns die Traube an.
Wen kümmert das Geſchrei,
Daß unſrer Stadt im Haushaltsplan
Die Traube ſauer ſei.
Und wenn auch mancher Bürger bell",
Weil Steuer ihn verdrießt,
Wir haben dafür ein Hotel,
Wo warmes Waſſer fließt.
: Drum laßt nur uſw. :

Es hat die Heſſenſtadt am Darm
Sich Feſtſtadt gern genannt.
Und hatte nur den Saalbau arm,
Dazu des Exerts Sand.
Zu einem ſchönen Feſthaus fehlt
Der Plan nicht, aber’s Geld.
Da hat uns Buxbaum tatbeſeelt
Die Halle hingeſtellt.
: Drum laßt nur uſw. :.

Dem Rathaus hatt: der Rede Dunſt
Die Decke ſtark geſenkt.
Was hat uns Buxbaums edle Kunſt
Jetzt Schönes doch geſchenkt.
Der Keller nur bracht viele Qual
Proteſtruf fern und nah.
Doch Buxbaum war das ganz egal.
Auf einmal war er da.
: Drum laßt nur uſw. i,*

[ ][  ][ ]

ier 308

15 der Landesnauptſtadt.
Darmſtadt, 6. November.
ſe weihung der neuen Zuflucht

Sonntag, den 6. November 1927

lte Zuflucht‟, Erbacher Straße 18, beſucht hat, etwa bei
ſſo, daß man nur über Bretter zur Haustür gelangen
mm das ſchmucke Häuschen Erbacher Straße 57, die
incht, damit vergleicht, der freut ſich beſonders für die
rern und deren Pfleglinge, daß ſie jetzt ein anderes Heim
merstag, den 3. November, nachmittags 3½ Uhr, wurde es

m Gegenwart einer ſtattlichen Verſammlung. Außer den
Tiedern des Eliſabethenſtiftes hatten ſich Vertreter der
ſastlichen und ſtädtiſchen Behörden, der Inneren Miſſion,
ine, der Bahnhofsmiſſion und eine Anzahl Pfarrer, Pfarr=
SEhweſtern eingefunden. Umrahmt von Chorgeſängen fand
e eine Andacht ſtatt: Pfarrer Hickel verlas das Kirchweih=
mukas
19, 110, und führte aus, daß es in der Zufluchts=
l
tiefſten zu verſpüren ſei: mit unſ ver Macht iſt nichts ge=
os
Herrn Werk iſt es immer noch, zu ſuchen und ſelig zu
werloren iſt. Wer in dieſer Arbeit ſteht, wird bald das
ea=nen und lernen das herzliche Mitleid mit Menſchen, die
du oft durch fremde Sünde. Arbeitsziel in der Zuflucht iſt
uca gen und Mädchen das göttliche Ebenbild herſtellen zu hel=

mtß erbeten ſein.
w: ein Rundgang ſtatt durch die neue Zuflucht, die freund=
u
ſrr die beiden Schweſtern, eine Gehilfin und für 18 Frauen
m=hat. In der ſich anſchließenden Jahresverſamm=
ſebände, die die Zufluchtsarbeit unterſtützen, berichtete Pfr.
unf, den Ausgaben von nahezu 50 000 Mk. leider evſt 18 474
ehuren gegemiberſtehen, darunter nur 15 160 Mark aus öffent=
Uangeinſchließlich eines unverzinslichen Darlehens von 6000 M.
u em Eliſabethenſtift ſomit eine große Schuldenlaſt. Und
dr Zuſpruch, den die Zuflucht im Jahre 1926 gefunden
mend nötig dieſe Liebesarbeit iſt. 383 Frauen und Mädchen
hrmmft; im Durchſchnitt 10 Tage lang, bis Stellen gefunden
.r die Verbindung mit dem Elternhaus wieder hergeſtellt
gfreulichſten iſt der gute Ruf der Zuflucht bei den Mäd=
ſi
dch von 383 252 freiwillig; die anderen wurden von der
Jugendamt, von der Bahnhofsmiſſion und aus dem Ge=
ſurm
ieſen. Da die meiſten Mädchen mittellos die Zuflucht
ſter), wenn ſie freiwillig kommen, keine Pflegegelder bezahlt
h4t die Jahresrechnung 1926 mit einem Fehlbetrag abge=
ſiyr
vieder das Eliſabethenſtift belaſtet. In dankenswerter
gilte und neue Freunde der Zuflucht Geld, Lebensmittel
Eert weſtiftet.
oluchtsarbeit müßte ihre Ergänzung finden in einem heſſiſchen
wium, einem Heim für gefährdete und verwahrloſte Mäd=
ſinoher
ſollen die dazu nötigen Geldſummen kommen? Wer
ſichss und herzliches Erbarmen mit dieſen armen, gebundenen
ſir (mbau der Zuflucht wurden zur vollen Zufriedenheit
mi/ Erd= und Maurerarbeiten vom der Firma Wilhelm Ganß,
aibinsten M4
weiarbeiten von Philipp Spieß, die Dachdeckerarbeiten von
uidie Weißbinderarbeit von H. und J. Weber, Spengler=
mturarbeit
von Alex Guntrum und die Schreinerarbeiten
urnnerei des Eliſabethenſtifts.

gitche Hochſchule. Die Techniſche Hochſchule weiſt in dem
we begonnenen Winterſemeſter die gleich hohe Beſu herzahl
f whri Dtzten Sommerſemeſter; insbeſondere ſind mehr Neu=
mrit/zwlit
. Die Einſchreibungen für das laufende Winterſemeſter
aitw ir Gaſthörer) am Dienstag, den 8. November, geſchloſſen.
ſch’s Landestheater Darmſtadt. In der Erſtaufführung von
ſit oßem muſikaliſchem Volksdrama Boris Godunow heute
rroßen Haus ſind die Hauptrollen folgendermaßen beſetzt:
hauzw: Johannes Biſchoff, Feodor: Grete Penſe,
uckmayer wird der Erſtaufführung ſeines Schauſpiels
er Fall Fucht
mmmes am Samstag, den 12. November, beiwohnen.
* örabend, den Frau Theg Böhm, begleitet von Dr. Karl
u AMwontag, den 21. Novemöer, gibt, findet im Kleinen Haus
des M IEytrters ſtalt.
*en-ube Alfreb Bobenheimer. Für ihren zweiten Abend hat
* Auh= Stefan Zweig gewonnen. Zweig ſprichkt über den
icher Emmin Rolland, der, wie kein anderer europäiſcher ſeit
ohie des deutſche Geiſtesleben eingewirkt hat. Bekannt iſt Zweigs
roiſe hillands. In ſeltener Schönheit und Tiefe der Darſtellung
Meuter )ſ gHas Bildnis Romain Rollands vor uns aus, über den er
* r /ch icher Fülle und Ueberſichtlichkeit biographiſches Material
Adgmrlektg. Für dieſen literariſchen Abend bemerkt man ein all=
gemeinlk
e:. Indereſſe.

zwarethe Albrecht, Xenias Amme: Martha Liebel,
5 Guſtav Deharde, Otrepieff (der falſche Demetrius): Ru=
ie
7 Marina Mniſchk: Roſe Landwehr, Rangoni: Alfred
eslaam: Heinrich Kuhn, Miſſail: Eugen Vogt, Schenk=
mu
Jacobs Pimenn: Theo Heurmann ein Irrer:
Weier. Muſikaliſche Leitung: Generalmuſikdirektor Dr.
AAnzenierung: Hans Esdras Mutzenbecher, Bühnenbild:
gAurck v. Trapp. Die Vorſtellung beginnt bereits um

Jatet
ea

Urmens Aandtenssne Pritst aur Mks0 aMk 14- Langss
WWertrieb, Heinrichstr. 65 Jelefon 3194

ßrild: Die Feſtſtadt war wirkſam der Vater=
/Dm=et. Käthe Walter und Alois Resni ſangen
Fne. Lied, deſſen Refrain:
Darmſtadt kann doch Feſte feiern,
Wie das goldne Mainz am Rhein.
Und ſogar im Land der Bahern
Kann der Durſt nicht größer ſein.
Es verſtummt das läſternd: Zeteri
Daß die Männer ſteif und ledern,
Und gar ſehr war überraſcht,
Wer ſich einen Kuß genaſcht. :
ei beſonders begeiſtert mitſangen.
ſen zwiſchen den Bildern wurden durch Tanz und
NieD* Winlagen ausgefüllt. So tanzte Ilie Peterſen
Ja4 Aügenden Bauernpolka, einen temperamentvollen und
Girkusmarſch, einen beides vereinenden Radetzky=
2Siegfr. May ließ ſeinen ſchneidigen Buxbaum=
9 uuaufführen, was, wie übrigens alles, begeiſterte
Auins Fl jannd.

Einübung der Tänze, ſoweit es ſich um junge
ie 2 2 ginder der Geſellſchaft handelte, hat Frau Ballett=
Sige Teehiſe Rehr viel Mühe und Arbeit gehabt, die durch
e aber reich belohnt wurde. Ganz reizend waren
* darr Kleinen, die ſich mit Ernſt und Eifer ihrer künſt=
Si Rlaligabe unterzogen. Was Zlſe Peterſen, die
A am Frankfurter Opernhaus, bot, war hohe und
2 hunſt. Ein Körper voll Grazie und Anmut, federnd

er heben Anſpruch auf beſonderes Lob.
imen und rauſchender Beifall riefen ſämtliche Mit
Aay den Autor, Herrn Profeſſor Eugen Köſer und
M ay vor die Rampe.

noberen und Nebenränmen waren, wie üblich, Son=
geich
A afſe, Likör= und Weinſtuben, Tanzdiele uſw. ein=
und 3/ denen ſich reges und animiertes Leben entwickelte
Dmt einen harmoniſchen Verlauf garantierte. II. St

Munſt, Wiſſenſchaft und Leben.

Moper geſtorben. In Prag iſt vorgeſtern der be=
Kautgti giche Schriſtſteller und Publiziſt Karl Capek an den
7 Operation im Alter von 47 Jahren geſtorben.

Seite 5

Immer noch Anaſiaſia.
Die bekannte Angelegenheit der angeblichen Großfürſtin
Anaſtaſia iſt wieder einmal Gegenſtand lebhafter Erörterungen
in der Berliner Preſſe. Dieſelben können an der Tatſache nichts
ändern, daß von ſeiten der nächſten Verwandten, der Prinzeſſin
Heinrich von Preußen und der Großfürſtin Olga von Rußland,
ferner auch von verſchiedenen langjährigen und vertrauten An=
geſtellten
des Zarenhauſes nach mehrfachen Beſuchen die Nicht=
identität
der Frau von Tſchaikowſky mit der Großfürſtin Ana=
ſtaſia
feſtgeſtellt wurde. Hiermit iſt die Sache für die Verwandten
des Zarenhauſes endgültig erledigt, denn es liegt durchaus nicht
in ihrem Intereſſe oder ihren Verpflichtungen, feſtzuſtellen, wer
Frau von Tſchaikowfky iſt oder wer ſie nicht iſt, da ſie ja die
Großfürſtin Anaſtaſia ſicher nicht iſt.
Was übrigens die wieder aufgewärmte Angabe der Frau
von Tſchaikowſky, ſie habe ihren Onkel, den Großherzog von
Heſſen, zuletzt während des Krieges in Rußland geſehen, betrifft,
ſo wird uns von offizieller Stelle ausdrücklich erklärt, daß der
Großherzog von Heſſen während des Krieges niemals in Ruß=
land
war, oder auch nur während der Kriegszeit mit ſeinen
ruſſiſchen Verwandten in Berührung gekommen iſt. Eine andere
Behauptung der Anhängerſchaft, daß der Großherzog von Heſſen
zur Entlarvung der Frau von Tſchaikowſky Geldmittel an die
Nachtausgabe gegeben habe, iſt eine Lüge, der mit der offiziellen
Erklärung des Berliner Rechtsvertreters des Großherzogs in der
Täglichen Rundſchau in folgenden Worten energiſch be=
gegnet
iſt:
Es iſt nicht wahr, daß der Großherzog Ernſt Ludwig
von Heſſen mittelbar oder unmittelbar, ſelbſt oder durch die
Großherzogliche Verwaltung irgendwelche Geldbeträge für die
Ermittelung oder die Entlarvung bzw. die Veröffentlichung
der Entlarvung der angeblichen Zarentochter Anaſtaſia zuge=
ſagt
oder zur Verfügung geſtellt habe. Es iſt insbeſondere
nicht wahr, daß er mittelbar oder unmittelbar irgendwelche
Geldbeträge der Berliner Nachtausgabe zugeſagt oder zur
Verfügung geſtellt habe.
Bücherstube Altred Bodenheimer
UPRNWERU
spricht bei uns über
Romain Rolland
im großen Saal der Vereinigten Gesellschaft
Mittwoch, den 9. November, 81/, Uhr
Numerierte Karten 3., unnumerierte Karten 2.
(17268
Orphenm. Die hübſche und ſehr gut geſpielte Operette Ihre
Hoheit, die Tänzerin erfreut ſich ſteigenden Beſuches und das
Publikum iſt dankbar und begeiſtert. Dieſe Operette gibt beſonders
Ruth Shavill, die ihre Indispoſition überſtanden hat, in der
Doppelvolle als Herzogin und Zigeunertänzevin Gelegenheit zur Ent=
faltung
ihres ausgezeicheten ſchauſpieleriſchen und geſanglichen Kön=
nens
, und Herr Shavill entfaltet in ſeiner Haushofmeiſterrolle eine
Fülle köſtlichen Humors. Die Operette ſteht nur noch einige Tage auf
dem Spielplan.
Der Sonntagskartenverkauf findet ſtatt: Verkehrsbureau von 9 bis
12 Uhr, Zeitungskiosk, Ernſt=Ludwigsplatz, von 11 bis 181 Uhr und
Kaſſe Orpheum ab 15 Uhr ununterbrochen. Beginn der Sonntagsvor=
ſtellung
: 19,45 Uhr (734), Ende 22,15 Uhr (10,15). Numerierte Plätze
von 1,50 Mk. an (S. Anz.)

Süddeutſchland Balten.

DER
O DE

LUMBE-AHENB
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AANN I MANM
DIALEKTPOSSE V. DR. BUCHNER
UND ROBERT SCHNEIDER IST IM
UNSEREM VERLAZ ERSCHIENEN
UND IMHEDER BUCHHANDLENG
Zrl HABEN.
PREI8 1.5O

Heute nachmittag wird jeder Darmſtädter, der nur einiger=
maßen
an ſportlichen Dingen intereſſiert iſt, ſich auf den Weg
machen, um Zeuge des um 3 Uhr auf dem Stadion beginnenden
großen Handballſpieles zwiſchen unſerer ſüddeutſchen und der
aus dem Oſten herbeigeeilten Mannſchaft des Baltenverbandes
zu ſein. Wir ſind überzeugt, daß auch dieſes Spiel für alle die=
jenigen
, die zum erſtenmal ein ſolches Propagandaſpiel mit=
erleben
, Anlaß ſein wird, in Zukunft keinem Handballſpiel mehr
fernzubleiben. Darmſtadt iſt die anerkannte Hochburg des ſchön=
ſten
und deutſcheſten Ballſpieles, und ſoll es bleiben. Wer nur
einen Funken Lokalpatriotismus beſitzt, wird um 3 Uhr im
Stadion ſein.
Jubiläum. Dieſer Tage waren 40 Jahre verfloſſen, daß Herr
Oberſekretär Ludwig Link hier, Beſſunger Str. 100. bei der Deutſchen
Reichsbahn in Dienſten ſteht. Anläßlich dieſes Jubiläums wurden dem
Jubilar durch den Herrn Reis=spräſidenten ſowie durch die Reichsbahn
Ehrungen zuteil
* Das Schloß=Café hatte ſeine Gäſte und Freunde zur Wiedereröff=
nung
ſeines neuhergeſtellten und teilweiſe umgebauten Tagesraumes
eingeladen. Der Einladung war äußerſt zahlreich Folge geleiſtet wor=
den
. Das neu hergerichtete Lokal macht in den freundlich hellen, aber
warm getönten Farben einen überaus anheimelnden, ſaubeeen und
freundlichen Eindruck. Die Wände ſind in lichtem Gelbton gehalten
mit ganz zurückhaltendem Farbſchmuck, im unteren Teil holzverſchalt,
die tragenden Säulen ebenfalls durch braunes Edelholz verkleidet, auch
das Mobiliar iſt zum größten Teil erneuert worden und dem Raum
gut eingepaßt. Entzückend und ganz neu iſt die Beleuchtung, wie ſie
zum erſten Male auf der Leipziger Meſſe gezeigt wurde. Durchweg
indirekte Beleuchtung, d. h. die Glühbirnen ſind, durch runde, matt=
geſchliffene
Glasſcheiben verdeckt, auch die Deckenbeleuchtung iſt in dieſer
Art gehalten, die ein helles, aber angenehmes Licht verbreitet, das gut
die harmoniſchen Fayben des Raumes abſtimmt. Der Charakter eines
gediegenen Konditorei=Cafs wird unterſtrichen, wobei der Aufmachung
durch einige hübſche Wandſchränkchen, die die Erzeugniſſe der eigenen
Konditorei und beſter ſonſtige Fabrikate ausſtellend zeigen Die geſam=
ten
Arbeiten wurden in knapp drei Wochen erledigt, ohne daß der Be=
trieb
des Cafés eine Unterbrechung erlütt. Der Leiſtungsfähfgkeit des
Darmſtäoter Handwerks ſtellt das ein ſehr gutes Zeugnis aus Aus=
führender
Architekt war Herr Trackert=Darmſtadt. Das Haus=
ovcheſter
des Schloß=Cafés bot am Eröffnungsabend ein beſonderes Feſt=
konzert
, das die zahlreich erſchienenen Gäſte bis Mitternacht feſſelte.
Geſpielt wurden Kompoſitionen von Laſſen, Weber, Muſſorgſki,
Wienawſki, Kreisler, Liſzt, Strauß, Weber, Delibes, Sibelius, Wagner,
Tſchaikowfki, Saraſate, Drdla, Liſzt, Beethoren und Rubinſtein.
Sämtliche Vorträge zeugten von der guten künſtleriſchen Einſtellung
des vielſeitig durchgebildeſten Orcheſters, des einzigen Kaffeehausorche=
ſrers
in Darmſtadt. Herr Paul Tiſchler hat durch dieſe Neuher=
ſtellung
, die in keutiger Zeit erheblühe materielle Opfeu erfordert,
wiederum gezeigt, daß er es verſteht, ſein Café, das ſeit 16 Jahren in
P
ſeinem Beſitze iſt, den Anforderungen der Neuzeit anzupaſſen.
Perkeo Groß=Darmſtadt. In den gemütlichen und in friſchen,
hellen Farbentönen gehaltenen Perkeoſälen gaſtieren zurzeit die neun
Dachauer, die es in ihrem urwüchſigen bayeriſchen Humor trefflich ver=
ſtehen
, den Gäſten einige angenehme Stunden zu bereiten. Dieſe neun
echten Typen ihres Landes ſpielen bayeriſche Schuhplattler und allerlei
andere ſchmiſſige und luſtige Weiſen, bilden in origineller Tracht ein
ebenſo originelles Männerquartett, das ſchon beim Erſcheinen der vier
Vertreter zu hellem Lachen reizt, oder bringen ergötzliche Einzelgeſangs=
vorträgo
meiſt humoriſtiſcher Natur zu Gehör. Kurz, die Dachauer
bringen Stimmung unter das Publikum, das bei gemeinſamen Geſän=
gen
kräftig mittut und in das laute Proſit der Gemütlichkeit herzhaft
einſtimnut. Die Bühne hat einen Hintergrund mit Alpenhütte und dem
bekannten baheriſchen Landydill. Angenehm iſt, daß das Programm
mindeſtens zweimal wöchentlich wechſelt, ſo daß bei öfterem Beſuch ſtets
neue Schlager zu ſehen und zu hören ſind. Dazu kommt, daß die der=
zeitige
Direktion bemüht iſt, nur beſte Darbietungen zu bringen. Direk=
tor
Jean Henſel, der das neue Vergnügungsetabliſſement Perkev
in Darmſtadt leitet, ſpielt im Varietéleben Deutſchlands ſeit Jahrzehn=
ten
eine erſte Rolle. Als Expert des Varietés, deſſen Erfahrungen in
ſeiner langjährigen Direktionstätigkeit im Kriſtallpalaſt in Frankfurt
am Main zu einer Reihe künſtleriſcher Erfolge führten, weiß er ſtets
das Richtige zu treffen und dem Geſchmack des Publikums zu entſpre=
chen
. Die größten Varietéſtars des In= und Auslandes traten untet
ſeiner Direktion im Kriſtallpalaſt in Frankfurt a. M. auf. Bei aller
hohen Qualität der Darbietungen war er ſtets beſtvebt, das Volkstüm=
liche
zu wahren. Direktor Henſel war der Schöpfer des weit über das
Weichbild Frankfurts bekannten Etabliſſements Aüt=Frankfurt, in dem
das Volksgenre gepflegt wurde. So iſt ein Beſuch Groß=Darmſtadts
als gemütlicher Familienaufenthalt bei guten Darbietungen zur Er=
holung
nach getaner Arbeit zu empfehlen.
Hausfrauenbund. Der Vorſtand ſpricht die dringende Bitte aus,
daß ſich an den Veranſtaltgen am Dienstag, den 8. Nevember, mög=
lichſt
viele unſerer Mitglieder beteiligen mögen. Der Zweck einter ſol=
chen
Tagung iſt ja doch, daß ſich die Mitglieder der verſchiedenen
Schweſtervereine kennen lernen und Meinungsaustauſch pflegen können.
Die Beſichtigung des Freundinnen=Heims finder diesmal niht für die
Darmſtädter Mitglieder, ſondern nur für die auswärtigen Gäſte ſtatt.

ROETHERVERLA& CMBH T DARMSTADT

.

Rf

Altestes Tapetenhaus
Hochstaetter am Platze 17281

*Bismarck als Schabernack in Biarritz.
Von Dr. Stephan Kekule von Stradonitz.
In den Briefen des berühmten franzöſiſchen Schriftſtellers
Proſper Mérimée an Panizzi befindet ſich eine ſehr merkwür=
dige
Stelle (Brief vom 13. Oktober 1865), an der erzählt wird,
Mérimse habe in Biarritz, mit Einverſtändnis des Kaiſers
Napoleon III. und der Kaiſerin Eugenie, einer Dame des Kaiſer=
lichen
Hofes den ſchlechten Streich geſpielt, ihr heimlich eine
Puppe (manneguin) mit den Zügen Bismarcks in ihr Bett
zu ſchmuggeln. Den Namen dieſer Dame deutet Mérimées
Brief, wenigſtens in der Veröffentlichung ſeiner Briefe an Pa=
nizzi
(zwei Bände, Paris 1881), nur durch drei Sterne an, und
er iſt bisher der Oeffentlichkeit auch unbekannt geblieben. Ganz
neuerdings iſt er in einer franzöſiſchen Zeitſchrift ans Tages=
licht
gezogen worden. (Intermédiaire uſw. vom 10. April
1927.) Es war die Gräfin Clotilde Huchet de la Bedoyére, ge=
borene
de la Rochelambert, zu jener Zeit Palaſtdame der Kai=
ſerin
Eugenie. Ihr Gemahl, Graf Georges Huchet de la Be=
doyére
, war damals Kammerherr des Kaiſers Napoleon III.
und Senator und ſtarb 1867. Seine Witwe verheiratete ſich
1869 in ihrer zweiten Ehe mit dem Grafen Edgar Ney, Prinzen
de la Moskawa, und iſt ſelbſt 1884 geſtorben. Ihr zweiter Ge=
mahl
war General=Adjutant und Oberſt=Jägermeiſter des Kai=
ſers
Napoleon III. Es handelt ſich bei ihr alſo um eine Dame
des höchſten Hofadels des zweiten Kaiſerreichs! 1864/1865 ſtan=
den
ihre zwei Kinder bereits im Alter von 14 und 13 Jahren!
Die Gräfin hatte offenbar für den damaligen preußiſchen Staats=
miniſter
Otto von Bismarck eine gewiſſe perſönliche Vorliebe
gehabt, was eben Mérimée den Anlaß gab, an ihr in der vor=
bezeichneten
Weiſe ſein Mütchen zu kühlen.
Bismarck iſt ja bekanntlich während ſeiner Wanderjahre‟
wiederholt in Paris und Biarritz geweſen, auch außerhalb ſeiner
Geſandtſchaftszeit in Paris, die nur vom 24. Mai bis zum 24.
September 1862 gewährt hat, viel mit dem Kaiſerpaar von
Frankreich in Berührung gekommen und war ſowohl bei Napo=
leon
III. wie beſonders bei der Kaiſerin Eugenie damals ſehr
wohl gelitten. Steht es doch feſt, daß dieſe den glänzenden
Plauderer Bismarck gern zu ihrem Tiſchnachbar beſtimmte und
von ihm geäußert hat, er ſei plus Causeur au un Parisien
(mehr Plauderer, wie ein Pariſer). Und Bismarck hat offen=
bar
ſeinerſeits mit der Kaiſerin ſehr gut geſtanden, denn er
ſchrieb während ſeiner Pariſer Geſandtſchaftszeit einmal an
ſeine Frau: Die Kaiſerin Eugenie iſt ſchöner wie je und immer
ſehr liebenswürdig und luſtig.
Bismarck war am Hofe des zweiten Kaiſerreichs zum erſten

Male ſchon im Jahre 1855 während der großen Pariſer Induſtrie=
Ausſtellung geweſen. Im Frühjahr 1857 war er nochmals dort.
Während ſeiner oben bereits zeitlich bezeichneten kurzen Pariſer
Geſandtſchaftszeit brachte er den Sommer (1862) in Biarritz zu.
Damals hat er eine Vorliebe für dieſes herrlich gelegene, durch
den rieſigen Wellenſchlag in den Felſenufern berühmte Seebad,
das er ſpäter ſein geliebtes Biarritz nannte, gefaßt, denn er
war vom 7. bis 24. Oktober 1864 und um die gleiche Zeit des
Jahres 1865 wieder dort, nunmehr ſchon Graf geworden
(15. September 1865).
Das Kaiſerpaar von Frankreich war in jenen Jahren regel=
mäßig
jeden Herbſt auch in Biarritz und hat, wie aus zeitgenöſſi=
ſchen
Berichten feſtſteht, dort immer, mit der engſten Umgebung
des Hofes, ein ſehr ungezwungenes, heiteres, anmutiger Ge=
ſelligkeit
gewidmetes Leben geführt.
War dies alſo die Umwelt, in der Bismarck unwiffentlich
Gegenſtand des von Mérimée der Palaſtdame der Kaiſerim
Eugenie geſpielten Schabernacks werden konnte, ſo iſt es zum
beſſeren Verſtändnis des ganzen Epiſödchens noch notwendig,
ein paar Worte über die Perſönlichkeit von Proſper Mérimse
zu ſagen. Dieſer fruchtbare, hervorragende, feinſinnige und auch
berühmte Schriftſteller (geboren 1803), von dem man aber in
Deutſchland kaum mehr weiß, als daß er diejenige Novelle ge=
ſchrieben
hat, aus der das Textbuch zu Bizets Oper Carmen
gezogen iſt, war ſchon mit der Mutter der Kaiſerin Eugenie,
der Gräfin Rontijo, nahe befreundet und infolgedeſſen während
des zweiten Kaiſerreichs Hausfreund des Kaiſerpaares. Seit
1831 in verſchiedenen Miniſterialſtellen und ſeit 1844 Mitglied
der Akademie, wurde er 1853 Senator, 1858 Präſident der
Kaiſerlichen Bibliothekskommiſſion und 1866 Großoffizier der
Ehrenlegion. Den Sturz ſeines kaiſerlichen Herrn nahm er ſich
ſo zu Herzen, daß er am 23. September 1870 zu Cannes ſtarb.
Der Italiener Antonio Panizzi (geboren 1797, geſtorben 1879),
zuletzt Sir Anthony Panizzi in England, an den Mérimse
ſeine bei Erſcheinen großes Aufſehen erregenden merkwürdigen
Blicke auf die Zeitereigniſſe von 1850 bis 1870 gewährenden
Briefe gerichtet hat, lebte ſeit Anfang der zwanziger Jahre als
Biemonteſiſcher Revolutionär=Flüchtling in England und war
ſeit 1828 Dozent an der Londoner Hochſchule ſeit 1831 Hilfs=
bibliothekar
, 1837 Vorſtand der Druckſchriften=Abteilung, 1856
Oberbibliothekar an der Staatsbibliothek des Britiſchen
Muſeums.
Ob wohl Bismarck von dem Schabernack, bei dem ſein
mannequin 1865 in Biarritz als Gegenſtand gedient hat,
jemals erfahren hat? Man ſollte glauben, daß ihm die Briefe
von Mérimée an Panizzi nach Erſcheinen nicht unbekannt ge=
blieben
ſind!

[ ][  ][ ]

St. Hubertusfeier 1922.

St. Wieder reitet König Herbſt über Wald und Feld ud breitet
ſeinen tauſendfavbendurchwirkten Purpurmantel über die zum Winter=
ſchlaf
rüſtende Natur. Und ihr Rüſten zum Vergehen, zum Sterben,
das nur der Beginn neuen Lebens iſt, mahnt die känner im grünen
Rock, die Heger und Pfleger von Wald und Wild, des rauhen Jägers
zu gedenken, den einſt der gehetzte Hochgeweihte, das Strahlenkreuz im
Geweih, in die Knie zwang: St. Hubertus, der mun der Jägerei
Schutzpatron ward.
Nach alter Tradition feierte auch der Hefſiſche Jagdklub
geſtern abend ſein Hubertusfeſt. In den Feſtſaal des Rummelbräu
war hineingezaubert worden, was der Wald heute noch bietet, Tannen=
grün
und Herbſtlaub. Und jahrhundertealte Jagdlappen, Erzeugniſſe
aus vergangener höfiſcher Jagdherrlichkeit, durchzogen Flaggenſchnüren
gleich die Saaldecke, von der herab auch die alte Fahne des Jagdklubs,
der weiße ſpringende Hirſch auf grünem Grunde, wehte, und über der
Bühne ſtrahlte das Hübertuskreuz von der Stirn des Hochgeweihten.
Invereſſant und charakteriſtiſch ſchon die Einleitung des Feſtes:
Obermſikmeiſter Weber unk ſein Orcheſter ſpielten auf alten hiſtovi=
ſchen
Parforce=Jagdhörnern alte Jagdweiſen, die ein Spezialſtudium
erforderlich machten und lebhaftes Bravo auslöſten.
Die Begrüßung
und die Feſtanſprache oblag ebenfalls alte Tradition dem Ehren=
vorſitzenden
des Heſſiſchen Jagdklubs und ſeinem langjährigen verdienſt=
voller
Leiter, Herrn Profeſſor Karl Zimmer. Er ſagte etwa fol=
gendes
: Auch Feſte hoben ihre Schichſale, wie die Menſchen und alles
unter der Sonne. Sie ändern ihren Sinn und ihre Bedeutung. Huber=
tustag
! Einſt ein Tag, an dem fromme Pilger hmwallten zum
Grabe des Heiligen im Ardenner Walde, um dort zu beten für ihr Heil.
In Zeiten höchſter Blüte des Weidwerks ein Tag der Entfal=
turng
höfiſchen Prunkes im weiteſten Ausmaß. In den Tagen, wo
unſer Vaterland auf gebietender Höhe ſtand im Rate der Völker, uns
ein Tag froher Jagd im herbſtlich bunten Wald, und danach Stunden
ſorgloſen Genießens im Kreiſe fröhlicher Weidgenoſſen! Und heute,
nachdem unſerem Weidwerk und unſerem Vaterlande die tiefſten Wun=
den
geſchlagen ſind, ein Tag des Bekenntniſſes all derer, die den ehr=
lichem
Willen haben, aufbauen zu helfen auf den Trümmern, die uns
blioben, zu entſagen in ſtrenger Selbſterziehung Raubjagd und Schießer=
tum
, zu hegen und zu pflegen im Verein mit Gleichgeſinnten. Zu
ſolchem Beginnen ſo zahlreiche Helfer und Freunde zu haben, wie der
heutige Abend zeigt, erregt Freude und Zuverſicht. In dieſem Sinne
begrüße ich beſonders herzlich die Herren der Staatsregierung, die
Herren Oberforſträte Dr. Weber und Schwieder von der Forſtabteilnng,
und Herrn Regierungsrat Bornſcheuer vom Miniſterium des Innern.
Meine Herren, Sie haben auch im abgelaufenen Jahre trotz der
gewaltigen Arbeit, die auf Ihnen laſtet, ſtets Zeit für uns gehabt, und
Sie hatten ſtets ein offenes Horz für unſere Anliegen, dafür ſei Ihnen
hier öffentlich geziemend gedankt! Dank ſpreche ich auch aus unſerer
Stadeverwaltung, die namentlich unſere Schießverenſtaltungen bereit=
willigſt
förderte. Weidmannsdank und Weidmannsheil dann den Herren
Vorſitzenden und Vertretern unſerer Ortsgruppen, die in ernſter Zu=
ſammenarbeit
uns jederzeit zur Seite ſtanden.
Herzlichſt begrüße ich ferner in unſerer Mitte die befreundeten Ver=
eine
und ihre Vertreter; Herrn Ludwig Schmidt als Vertreter des

Präſidenten des Heſſiſchen Automobilklubs, deſſen Mitglieder auch m
dieſem Jahre wieder uns unterſtützten dunh Geſtellung ihrer Wagen,
den Herrn Baron von Diemar als Repräſentanten des Allgemeinen
Deutſchen Jagdſchutzvereins, unſeren treuen Mitarbeiter. Beſonders
freue ich mich über die Anweſenheit der Mitglieder der grünen Farbe
unter ihrem Vorſitzenden, Herrn Staatsförſter Kolb, und der Priv.
Schützengeſellſchaft, mit der uns alte Freundſchaftsbande verknüpfen,
mit ihrem Oberſchützenmeiſter, Herrn Hofkammerrat Engel. Ganz be=
ſonders
aber ehrt uns die Anwefenheit ſo zahlreicher Wohltäter unſe=
res
Klubs, die nicht genannt ſein wollen. Ihnen, meine Herren, dankt
der Heſſiſche Jagdklub dafür, daß ſie ihn in die Lage verſetzt haben, das
gewaltige Arbeitsprogramm des vergangenen Jahres zu ſo erfolgreicher
Erfüllung zu bringen. Liebe Weidgenoſſen, ergroifen Sie Ihr Glas:
dieſen Geiſt gegenſeitiger Hilfe, gegenſeitigen Verſtehens zu pflegen,
den Simn für weidgerechtes Jagen allzeit zu fördern, Schädlinge aus
unſeren Reihen fernzuhalten, ſei heute wieder unſer lautes, freudiges
Bekenntwis, ſo diene deutſches Weidwerk deutſcher Art zum Segen
unſeres Landes und unſeres Volkes! Horrido!
Kernhaft durchbrauſte wie noch vielmals am Abend das
Horrido! den Saal. Damn folgten in bunter Reihe ernſte Handlung
mit künſtleriſchen und hunnorvollen Davbietungen. Dieſe letzteren Auf=
gaben
löſten im weſentlichen die Herren Opernſänger Jäger= Frank=
fürt
und Robert Schneider, der, wie ſchon ſo oft im Jagdklub,
Proben ſeiner humor= und gemütvollen Lokaldialektdichtungen zum
Vortrag brachte. Auch Herr Schaffnitt erſreute durch ähnliche
Gaben. Er trug übrigens ausgezeichnet Dichtungen ſeines ver=
ſtorbenen
Onkels Wilhelm Schaffnitt vor. Und das hiſtoriſche
Jagdhornquartett ſpielte noch vielfach alte Weiſen. Reden ohne Zahl
würzten das treffliche Mahl.
Für die Begrüßung dankte zunächſt Herr Oberforſtrat Dr. Weber
im Namen der Miniſterialforſtabteilung, beſonders auch für den ver=
hinderten
Landesforſtmeiſter Heſfe. Er betonte und unterſtrich dann
die Arbeſiten des Heſſiſchen Jagdklubs, die immer das Ziel hatten, der
deutſchen Jägerei und damit dem deutſchen Vaterlande zu dienen, und
die darum ſtets von Segen waren. Dem Blühen des Heſſiſchen Jagd=
klubs
bis in die fernſten Zeiten galt das Horrido!
Ehrungen.
Alter Ueberlieferung getreu ehrte der Heſſiſche Jagdklub auch die
Männer der grünen Farbe, die teilweiſe unter Einſetzung ihres Lebens
Wald und Wild hüten und ſchützen. Herr Geheimrat Ebel zeichnete
unter herzlicher Anſprache und Dankſagung folgende Jagdſchutzbeamten
aus: 1. Förſter P. Kauß=Kleinhauſen mit dem Chren=Standhauer des
Klubs nebſt Ehrendiplom, 2. Förſter Lehn=Boxheimer Hof mitz dem
Ehren=Standhauer des Klubs nebſt Ehrendiplom, 3. Jagdaufſeher
von Berg=Kirn a. N. mit dem Ehren=Standhauer des Klubs nebſt
Ehrendiplom, 4. Förſter Gg. Klipſtein=Darmſtadt mit einem Hinden=
burgbild
im Rahmen, 5. Feldſchütz Karl Kiefer=Ginshei a. Rh. mit
Ehrendiplom, 6. Förſter Joh. Fell, Forſthaus Wilder Hirſch, mit Ehren=
diplom
, 7. Oberjäger Nagelſchmitt=Urbercch mit Silb. Klubmedaille,
8. Jagdaufſeher Wilh. Heuß=Flörsbach (Speſſart) mit Silb. Klub=
medaille
.
(Fortſetzung folgt.)

Sonderausſtellung von Käte=Kruſe=Puppen. Anläßlich des am
8. Nov. hier ſtattfindenden Vortrages von Käte Kruſe, der bekannten
Schöpferin der Käte=Kruſe=Puppen, finden gegemwärtig im Dürerhaus,
Eliſabethenſtr. 25¼. Nähe Grafenſtraße, eine Schaufenſter=Ausſtellung
von Häte=Kruſe=Puppen ſtatt, die wir wegen ihrer originellen Wirkung
der allgemeinen Beachtung empfehlen. (Näh. ſ. Anzeige.)
Zum Vortrag Kaplan Fahſel: Ehe und Eros, Wiederum
ſpricht Haplan Fahſel in Darmſtadt und wiederum ſteht der Darm=
ſtädter
Bevölkerung ein beſonderer Genuß bevor. Diefenigem, die
ſeinem früheren Vordrage lauſchten, wurden mitgeriſſen von der Wucht
ſeiner Worte und alle konnten nicht ohne innere, erhebende Aufwüh=
lung
von ihm Abſchied nehmen. Auch in ſeinem veuen Vortrage: Ehe
und Eros ſpricht er einfach, denn er will veyſtandem werden, weil er
die Erkemtnis, die für ihn ein Erlebnis iſt, anderen mitteilen will.
Darum verſäume niemand, dieſen gottbegnadeten Redner zu hören und
andeve arf dieſes beſondere Ereignis aufmerkſam zu machen.
Jugendbünde der Johannesgemeinde im B.D.J. Am Samstag,
den 13. November, abends 8 Uhr, veranſtallteten wir in unſerem Ge=
meindehaus
, Kahlortſtraße 26, einen Gemeinde=Abend, bei dem wir ein
heldiſches Spiel Glum von Gerhard Heine aufführen. Kernig und
ſchlicht iſt dieſer Glum. Ohne Phantaſtereien ein Spiel deutſcher Vor=
zeit
, herausgewachſen aus dem Boden unſeres Landes. Es zeigt uns
den Kampf unſerer Vorfahren an der See, den ſie gegen die dammein=
freſſende
Salzflut und die räuberiſchen Dänen, die ſich ihr Land aneig=
uen
wollen, zu führen haben. Der Heid des Stückes, Glum, iſt ein wort=
karger
, aber handlungsbereiter echdter Kerl, der die feindſeligen Anſtürme
von Natur und Menſch abweiſt und dabei zugleich freien Gehorſam und
demütige Selbſtaufgabe zu üben fähig iſt Ihm zur Seite ſteht ſeine
Meike, die ihn liebt und ihm wit Liſt und Heldenſinn hilſt. Die
Spielſchar, die bereits im vergangenen Jahre mit großem Erfolge
wiederholt Der arme Heinrich aufführte, wird auch bei dieſem Spiel
dafür ſorgen, unſeren Freunden einige frohe Stunden zu bereiten.
Numerierte Programme, die zum Eintritt berechtigen und 0,50, 1,00 und
1,50 Mk. koſten, ſind zu haben im Verkehrsbüro und Papierhandlung
Paul, Wendelſtadtſtraße.
Morgenfeier Peter Schäfer. Am kommenden Sonntag, den
13. November, veranſtaltet Peter Schäfer im Kleinen Haus des Heſſ.
Landestheaters eine Morgenfeier mit Liedern von Brahms, Mahler und
Wolf. Die lyriſche Barionſtimme Schäfers hat ſich in den 2 Jahren,
ſeit ſeinem letzten Konzert in Darmſtadt, ſehr vorteilhaft entwickelt und
bedeutend an weicher Klangfülle und Umfang gewonnen. Die Beglei=
tung
liegt in den bewährten Händen ſeines Lehrers, Profeſſor Dr. Fried=
rich
Noack. Karten bei Arnold, am Weißen Turm, Schutter, Eliſabethen=
ſtraße
, und an der Kaſſe des Kleinen Hauſes.
Ueber Kammerſänger Karl Jörn, der am Donnerstag, den
10. November, abends 8 Uhr, im Kleinen Haus ein Konzert gibt, iſt
ſeinen Darmſtädter Freunden und Gönnern nichts Neues zu ſagen. Der
Glanz ſeiner warmen, hellausſtrahlenden Tenorſtimme und die hohe
Geſangskultur, mit der er ſein Organ meiſtert, ſichern einen vollkom=
menen
Genuß. Die franzöſiſchen Kompoſitionen von Gounod und Maſſe=
net
und italieniſche Arien von Domizetti und Puccini, die in deutſcher
Uebertragung längſt dem großen Publikum bekannt ſind, ſingt Herr
Jörn der künſtleriſch geſchloſſenen Wirkung halber im Originaltext.
Joahn Verſter aus dem Haag, der vor einigen Jahren ſchon im
Rahmen des Muſiweveins und Akademiekonzerte auftrat, hat in den
letzten Jahren in ſeinem Vaterlande, in Wien, Köln, Düſſeldorf und
Wiesbaden große Erfolge errungen. Preſſeſtimmen aus Wiesbaden, wo
Herr Verſter vor einigen Monaten im Kurhauſe auftrat, ſagen ein=
ſtimmig
, daß ſich ſelten eine dorartig phänomemale Technik mit gleich
großer ſeeliſcher Tiefe und ſtarkem Farenempfinden eint. Herr Verſter
iſt faſt erblindet. Der bekannte Kritiker O. D. faßt in Anbetracht dieſes
Umſtandes ſein Urteil in die Worte zuſammen: Er war wie von Wun=
dern
umgeben. Die große Sonate F=Moll von Brahms verſpricht be=
ſonderen
Genuß. Der Vorverkauf hat lebhaft eingeſetzt. Preiſe von
14 Mark.
Chryſanthemum=Ausſtellung in der Stadtgärtverei. Eine ſchöne
Kollektion von Chryſanthemen in voller Blüte hat die Stadtgärtnerei
zurzeit in ihren Treibhäuſern Frankfurter Straße Nr. 73. Die Beſich=
tigung
iſt geſtattet ab Montag, den 7. November, täglich von 712 Uhr
und von 1½5 Uhr.

Vom Wochenmarkt. Kleinhandels=Tagespreiſe vom 5. November
1927 für ein Pfund bzw. Stück in Pf.: 1. Gemüſe: Kohlrab: 55,
Erdkohlraben 810, gelbe Rüben 78, rote Rüben 810, weiße Rüben
810, Schwarzwurzeln 4050, Spinat 2025, Rönniſchkohl 15, Rotkraut
1215, Weißkraut 35, Wirſing 1015, Grünkohl 1215 Roſenkohl
3035, Zwiebeln 1215, Knoblauch 80, Tomaten 3540, Kaſtanien 20
bis 25, Feldſalat, Lattig 7080, Endivienſalat 1015, Gärtner= Kopf=
ſalat
1015, Blumenkohl 50150, Rettich 510, Meerrettich 70,
Radieschen 58. 2. Kartoffeln: Spätkartoffeln 56.
3. Obſt: Tafeläpfel 1220, Wirtſchaftsäpfel 812, Tafelbirnen 1220,
Wirtſchaftsbirnen 812, Quitten 2530, Trauben 60, Nüſſe 3040,
Zitronen 410, Bananen 6065. 4. Eßwaren: Süßrahmbutter
220, Landbutter 190200 Weichkäſe 3540, Handkäſe 415, Eies,
friſche 1620. 5. Fiſche: Kabeljau 50. 6. Wild und Ge=
flügel
: Gänſe 150, Hühner 130150, Twuben 80100, Haſen 150.
7. Fleiſch= und Wurſtwaxen: Rinbfleiſch, friſch 90120,
Kalbfleiſch 120, Schweinefleiſch 95140, Dörrfleiſch 160, Schinken 220,
Wurſt 70160, Wurſtfett 60, Schmalz, ausgelaſſen 100.

Warnung vor unbeſtellt zugeſandten Waren. Zurzeit werden
wieder in verſtärktem Maße von Firmen Waren ohne Beſtellung
in die Haushaltungen auf dem Wege durch die Poſt geſandt. Gerade
in den letzten Tagen iſt dieſer Unfug bemerbbar mit Taſchentüchern,
Krawatten, Taſchenmeſſern uſw. Eine Verpflichtung zur Annahme oder
gar zur Bezahlung ſolcher Sendungen gibt es nicht, auch wenn Rück=
porto
beigelegt iſt oder die Abſenderfirma die Rückſendungskoſten tragen
will. Man braucht die Waren auch nicht zu Hauſe aufzubewahren, ſon=
dern
kann ſie einem Spediteur auf Koſten des Abſender3 zur Aufbewah=
rung
übergeben. Vielfach fordert der Abſender auf, ihm mitzuteilen,
ob man die Waren zu erwerben wünſche oder nicht, andernfalls die
Ware zurückgeſandt werden müſſe. Man iſt auch hierzu wicht ver=
pflichtet
, beſtenfalls genügt die Mitteilung, daß das betreffende Paket
unter Erſtattung der bisherigen Portoauslagen uſw. in der Wohnung
abgeholt werden könne. Meiſtens operieren die betreffenden Verſand=
ſirmen
damit, daß durch ſie der verteuernde Zwiſchenhandel ausgeſchaltet
ſei oder die Waren zu Engrospreiſen verkauft würden. Eine Anfinge
bei einem Fachmann wird aber in der Regel beweiſen, daß der Preis
weſentlich höher wie derjenige im Einzelhandel und die Qualität
ſchlecht, iſt.

Aus der Zoologiſchen Abteilung des Landesmuſeums. Die
Gruppe Nord=Polar=Länder, die eine Zeitlang den Muſeums=
beſuchern
nicht zugänglich war, wrußte verſchiedener techniſcher Gründe
wegen vollſtändig umgebaut werden und bietet ſich nunmehr dem Be=
ſchauer
in vollſtändig neuem Gewande dar. Der ganze Untevbau wurde
bei dieſer Gelegenheit erneuert, und es gelang, das geſamte Landſchafts=
bild
derartig zu vertiefen und zu erweitern, ſo daß dieſe ganz ſeltſame
Tierwelt des hohen Nordens in ihrer charakteriſtiſchen Eigenart und
äußerſt wirkungsvoll zur Geltung kommt.
Liſt.

BallgichrMagenasalz
Nur echt in blauer Packung mit dem Bilde des Erfinders. 100 Jahre unüber-
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Turngemeinde Darmſtadt 1846. Jugendarm
Rahmen des 33. Mittelrheiniſchen Kreisturnfeſtes fand in
kirche eine Jugendfeierſtunde ſtutt, in deren Mittelpunſt 5.
Weiheſpiel Berufung von W. Wollenberg ſtand. Eimem
der Bevölkerung war es an dieſen veranſtaltungsreichen
möglich, dieſe Feierſtunde zu beſuchen. Vielſeirigen Würſ
ſprechend hat ſich erfreulicherweiſe, die Jugendgruppe dem
bereit erklärt, das Weiheſpiel am 13. November, nachmittagn
der Pauluskirche zu wiederholen. Zu dieſer Veranſtaltummt
nur die Mitglieder der Turnvereine und Jugendbunde, ſom
ſamte Darmſtädter Einwohnerſchaft herzlichſt eingeladen.
Martinsgemeinde. Am Montag, den 7. November ane
findet in unſerer Martinskirche eine kirchenmuſikaliſche Abech
Unſere alten Meiſter (Heinrich Schüitz, Joh. Seb. Boch und 5.
kommen zu Gehör. Frau Konzertſängerin Aga Zeh=Lamo=
und Herr Kammermuſiker Hugo Andreae, Solocelliſt unfih=
theaterorcheſters
, haben ſich in liebenswürdiger Weiſe fünſ
zur Verfügung geſtellt.
Deutſcher Mandolinen= und Gitarrenſpieler=Bund G
gau. Es wird hiermit nochmals auf das heute abend 7 Uhr ry
halle Woogsplatz ſtattfindende Feſtkonzert des Gau=u)
Orcheſters hingewieſen. Das aus ca. 120 Spielern beſtehen
bringt nur Originalkompoſitionen zu Gehör; ebenſo die
ſoliſtin: Friedel Edinger=Ludwigshafen. Fräulein Phöha

gleichfalls aus Ludwigshafen, hat die Begleitung am Fbachcif
nommen. Die Klangwirkungen des großen Mandolinen=
Verbindung mit anderen Inſtrumenten ſind ſo überwältigem
jeder Muſikliebhaber von den reizvollen Klängen überraſchi
Der Beſuch des Konzerts kann deshalb nur empfohlen wernel
ſind ab 6 Uhr an der Abendkaſſe erhältlich.

Muſikaliſcher Abend. Die Ortsgruppe Darmſtadt!
reuther Bundes der deutſchen Jugend veren
Donnerstag, den 10. Noyember, abends 8 Uhr, im Feſtſa
wigs=Oberrealſchule am Kapellplatz einen Muſikaliſchen Ablin
Frau Suſanne Horn=Stoll mehrere Lieder von =
Brahms ſingen und Frl. Arla Renz je eine Violin= Sonon=
hoven
und Brahms ſpielen wird. Den Klavierteil hat einm
Pianiſtin, Frl. Grore Boeswald, übernommen. Die
tragsfolge iſt in der Muſikalienhandlung Chriſtian Arnold a/

Turm) zu baben.
Stadtkirche. Die nächſte (41.) kirchenmuſikaliſchief
feier findet kommenden Mittwoch, den 9. Novems
8 Uhr in der Stadtkirche ſtatt. Die Vortragsfolge iſt im nnſ
Luthers Geburtstag zuſammengeſtellt. Sie lautet:
Variationen über den Choral Ein feſte Burg iſt unſer
D. J. Gronau (F 1747); 2. Sopran: Drei Lieder von
3. Orgel: Drei Choralvorſpiele von J. S. Bach: a) Val=
Himmelreich, b) Nun freut euch lieben Chriſten g’mein, c) 0
all an einen Gott; 4. Sopran: Arie von Händel;
Präludium und Fuge g=moll von J. S. Bach (geſpieltl
stud. math. Ludwig Borngäſſer). Der Eintritt zur f‟
ſtaltung iſt frei.
Back= und Süſpeiſen= ſowie Vorſpeiſen=Kurſus. Wieſ=
nerstags
= und Freitagsnummer unſeres Blattes bereits beünkig
wurde, findet in der Zeit vom 7. bis 11. November d. J.
holung der im vorigen Jahre veranſtalteten Back= und Süſf= in
ſowie Vorſpeiſenkurſe durch die hier beſtens bekannte TE
haltungslehrerin Frau Dr. W. Jürgenſen ſtatt. Die Kum)
bei ihrem früheren Hierſein den Nachweis erbracht, daß esuim
frau möglich iſt, die feinſten Bäckereien und Süßſpeiſen, n=
ſpeiſen
mühelos ſelbſt herzuſtellen. Die Teilnehmerinnen deu F
Kurſe waren über das Gebotene und Erlernte vellauf
daß auch die diesjährigen Kurſe wieder eine rege Teilnalriß
dürften. Mit Rückſicht auf die bevorſtehende Weihnachtsze
Beſuch der Kurſe allen Hausfrauen und auch der weiblkFrtusl
dringend empfohlen werden. Die Teilnehmergebühr betra,
pro Kurſus, die Kurſusdauer 5 Tage mit je 3 Stunden.
kuuft wird durch das Stadtbureau der ſtädtiſ hen Betrion
ſtraße 30, erteilt, woſelbſt auch Anmeldungen entgegengenonn.!
ad. Es ging noch gut ab. Geſtern nachmittag gegen 5 1
der Ecke der Riedlinger= und Nieder=Ramſtädter Straße eii Kbia), t hift ich verart
den Wagen einer elektriſchen Straßenbah:
derteil des Autos, Rad und Kotflügel, wurden eingedrürtſe ein lundh Verlag un
Scheibe des Wagens der Elektriſchen zertrümmert. Mau / bon zunſt 19l an die
Glück ſagen, daß bei dem Zuſammenſtoß Perſonen;
letzt worden ſind.

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Zeitſchrift
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Zuüchrift erbet.:

Kunſinotizen.
deber Werle, Künſlier oder künftleriſche Vrranſtaltungen, deren im NachſiehmseP
geſchieht, behält ſich die Redakten ihr Urtell vor

Palaſt=Lichtſpiele. Ein Denkmal füü
fallenen. Die Ufa hat mit ihrem Film Der Weltſ=
Ehrendenkmal für die Gefallenen geſchaffen. Jeder wird ſit
ſes Werk anſehen wollen, das ein wirklich hiſtoriſcher Film
einwandfreier geſchichtlicher Wahrheit beruht.
Reſidenz=Theater am Weißen Turm.
Erfolg iſt geſtern der neueſte und unumſtritten beſte
Film der neuen Saiſon angelaufen. Die meiſterhafte Regiun
Piel ſelbſt ausgeführt, verbunden mit vollendeter Photwtn
ausgezeichneter Filmtechnik, hält den Zuſchauer in atenu.
nung lückenlos umfaßt die ganze Handlung ein überaus?
Problem, welches weit über dem Durchſchnitt der ſogenannn
nellen Filmideen ſteht, um ſo mehr, da Harry Piel diesme
Partnerin die entzückende Dary Holm gewählt und ſoſ
Vollendetes mit ihr geleiſtet hat. Die zarte Blondine repr.
allen Feinheiten und Nüancen die zum Schluß heißgeliebto
abente erlichen Sportsmannes. Die Filmgroteske und den
nete Kulturfilm, ſorie die neueſte Emelka=Wochenſchau ſten
men des auserwählten Programms.
Aus den Parteien.
Deutſche Volkspartei, Ortsgruppe 20
Die Deutſche Volkspartei veranſtaltet am kommenden M.d 0
7. Novomber, eine Wahlverſammlung, in
kannte Führer der Beamtenſchaft, Reichstagsabgeordnerer
über die brennenden Fragen der Beamten!
chen wird. Die Verſammlung iſt öffentlich, ſo daß
wird, daß die Darmſtädter Beamtenſchaft die ſeltene Gelegn
ihrer prominenteſten Führer zu hören, ſich nicht entgehen n

Tageskalender für Sonntag, den 6. November
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 188
22 Uhr: Boris Godunow. Kleines Haus, Anfanm
Ende 22 Uhr: Spiel im Schloß. Orpheum, Anl
Ihre Hoheit, die Tänzerin. Konzerte: Hotel Scle
kaffee, Münchener Hoſbräu, Bismarckeck, Reichskrone, 8
Weinhaus Stolzenfels, Reichshof, Reſt. Turnhalle au

ges Mädche=
nM
in de

Nädchen,

e Rheingold. Vollschor Darmſtſ
8 Uhr, im Städt. Saalbau: Drittes Vereins=Konzer
vorſtellungen: Union Reſidenz=Theater, Päich
Kirchweihen in Auerbach und Arheilgen.

[ ][  ][ ]

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Ein Urteil
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Dr. Perl

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iſt und bleiben wird. Ich begrüße Sie ergebenſt
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Die Sellder Helllee erlne

IV. 4893

ändert das eintönige Landleben auf den Plantagen
Süd= und Mittelamerikas mit einem Schlage. Frauen,
Männer und Kinder strömen zusammen, um die
kostbaren Früchte ernten zu helfen.
Die köstliche Kaffeebohne ist der Kern einer dunkel-
roten
Kirsche, die herrlich aussieht und einen lieb-
lichen
Geschmack hat. Dennoch wird ste von fast allen
Cieren gemieden und bleibt vor Zerstörung bewahrt
durch das in ihr enthaltene Coffein. Die Kaffee Hag
entfernt nach der Ernte das schädliche Coffein, bringt
den coffeinfreien Kaffee Hag auf den Markt und
bereitet so das aromatische Produkt der Cropen für
unsere kältere Heimat vor.
In unserem sonnenarmen Klima ist der Stoffwechsel
selten stark genug, um das mit dem edlen Kaffee-
getränk
von uns aufgenommene schädliche Coffein
genägend auszuscheiden, deshalb wird der Kaffee
coffeinfrei gemacht. Der coffeinfreie Kaffee Hag
ist das Ergebnis hochwertiger Plantagenzucht und
die Köstlichkeit seines Hromas ist undbertroffen.

Kaffee Sag schont
Herz und Nerpen

[ ][  ][ ]

Seite 8

Sonntag, den 6. November 1927

Nummin.

Aus Heſſen.

Aa. Pfungſtadt, 5. Nov. Das Kirchenkonzert, das am Sonn=
tag
abend in der evangeliſchen Kirche abgehalten wird, verſpricht, erſte
klaſſige Darbietungen zu bmingen. Es iſt die Aufführung von Tondich=
tungen
Bachs, Händels und Regers vorgeſehen. Als Soliſten wirken
mit Profeſſor Hans Schindler vom Bayeriſchen Staatskonſervatorium in
Würzburg (Opgel) und Violinſoliſt Wilhelm Schubert vom Konſerva=
torium
in Heidelberg. Neben den Soliſten wird der Kirnchenchor der
unter der Leitung von Lehrer Hofmann ſteht, mitwirken. Fleiſch=
und Wurſtpreisabſchlag. Die vereinigten Metzger Pfungſtadts
haben einen Abſchlag der Fleiſch= ud Wurſtpreiſe eintreten laſſen.
Schweinefleiſch koſtet 1.10 Mk. Bratſtücke 1,20 Mk., Leber= und Blut=
wurſt
1,10 Mk., Schmalz 1 Mk. Wanderung. Der Turnverein
Pfungſtadt unternimmt am Sonntag ſeine 10. Wanderung, die ihn durch
den Darmſtädter Wald führt. Die Wanderumg beginnt erſt nach dem
Mittageſſen. Wertzuwachsſteuer. Die vom Gemeinderat bes
ſchloſſene Wertzuwachsſteuuer liegt in ihven ſatzungsgemäßen Ausführun=
uf
der Bürgermeiſtewei zur Einſichtnahme offen.

ſtener für 1927 bis zum 15. November bezahlt ſein muß.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 5. Nov. Herbſtkonzert des Geſang=
vereins
Eintracht‟. Wie bekannt, hält der Verein am 13. d8.
Mts. im Saale Zur Poſt ſein herkömmliches Heubſtkonzert ab. Er
widmet ſich der großen kulturwichtigen Aufgabe, das deutſche Lied zu
pflegen und in den Konzertſälen nur guute Muſik zu bringen. Als So=
liſten
wurden gewonnen Frau Stoll=Horn, Darmſtadt (Sopran), eine im
den Konzertſälen nichn unbebannte Künſtlerin, ferner ein Herr Wilk aus
Darmſtadt (Flöte), der ebenfalls ſchon verſchiedentlich mit gutem Erfolg
bei großen Konzerten mitwirkte. Die Begleitung liegt in den bewähr=
ten
Händen des Herrn Lehrer Niebergall, Darmſtadt. Der Chor des
Bereins iſt unter Leitung des Dirigenten J. Hehr=Darmſtadt gut ein=
ſtudiert
.
Dieburg, 4. Nov. Am 1. d. M. waren vorhanden: Stellung=
ſuchende
534 (gegen 417 am 15. Oktober), davon ſind 475 Männer
(379) und 49 Frauen (38). Unterſtützungzempfänger: In
der Erwerbsloſenſürſorge bzw. Arbeitsloſenverſicherung 240 Männer
(293). 26 Frauen (35), zuſammen 266 (398). Kriſenunterſtützte:
9 Männer (39), 2 Fmuen (3) zuſammen 31 (42). In der Zeit vom
16. Okt, bis 31. Okt, wunden 184 Anträge auf Arbeitsloſenunterftützung
geſtellt.
Bd. Heubach i. Odw., 5. Nov. Auf dem benachbarten Hofgut Häuſer=
hof
kam es zwiſchen den Arbeitern beim Rübenabladen zu einer Schlä=
gerei
, wobei der Joſef Störmer aus Nadheim dunch einen wuch=
tigen
Hieb mit einer Wagenruge ſchwere Verletzungen der Schädeldecke
davontrug und in das Krankenhaus Aſchaffenbung verbracht werden
mußte, wo er bedenklich daniederliegt. Der Täter wude in Umter=
ſuchungshaft
genommen.
r Kirchbrombach, 5. Nov. Geflügelzuchtverein. Letzten
Montag traſen ſich die Intereſſenten für Geflügelzucht und ſchloſſen ſich
zu einem Verein zuſammen. Den Vorſitz übernahm Herr Fabrikant
Adam Villhard. Wählerverſammlung. Geſtern abend hielt
die Sozialdemokratiſche Partei eine Wählerverſammlung ab, die gut
beſucht war. Redner war Landtagsabg. Bürgermeiſter RitzelMMichel=
ſtadt
. Ueber die Reichspolitik kam Redner zur heſſiſchen Landespolitik
und beleuchtete vom Standpunkt ſeiner Partei aus die verſchiedenſten
Gebiete heſſiſcher Politik. Vor allem betonte er, daß in Fimanz= und
Steuerpolitik Heſſen gegenüüber anderen Ländern infolge der Beſetzung
ſtark im Nachteil ſei. Gbenſo müſſe Heſſen manche ſteuerliche Maß=
mahme
ergreifen, die ihm vom Reich vorgeſchrieben werde. Nächſten
Montag will num die Deutſchnationale Partei mit einer Verſammlung
aufwarten.
b. Erbach i. O., 5. Nov. Die Reichspartei für Volkspecht und Auf=
wertung
hält am Montag im Soale des Goſtchauſes zum Schützenhof
eine Wählerverſammmlumg ab. Dos Refergt hat Herr Oberlandes=
gerichtspräſident
i. R. Dr. Beſt=Darmſtadt, der bekannte Vorkämpfer für
die Aufwertung, übernommen. Der Reichsbud der Kriegsbeſchä=
digten
und Hinterbliebenen hält am Mitwwoch, dem 9. Nowember d. J.,
im Wathausſaale zu Erbach von vormittags 1012 und nachmittags von
25 Uhr eine Spwechſtumde für ſeine Mitgliebher ab. In der Sprech=
ſtunde
iſt ein Geſchäftsführer der Orgoniſation aus Darmſtadt an=
weſend
.
m. Beerfelden, 5. Nov. Straßenbau. Zwei Stvaßenbaupro=
jekte
in hieſiger Nähe waren vom Kreistag als dringend nötig er=
achtet
, und an der Verbindung Ober=Finkenbach-Raubach geſchahen da=
mals
die Vovorbeiten. Nun der Stwaßenbau Provinzſache gewonden
iſt, ſcheint es doch mit dem Bau der genanntem Verbindung und dem
weiteren Pwjekt Etzean-Beerfelden vorwärts zu gehen, denn unlängſt
ſand eine Beſichtigung ſtatt durch die Herven: Provinzialdivektor Kranz=
bühler
, Baumat Rumpf. Bürgermeiſter Ritzel=Michelſtadt als Mitglied
des Provinzialausſchuſſes. Wie man hört, ſollen die beiden Projekte
mit größter Beſchleunigung der Ausführung entgegengeführt werden.
Domüt wäven dann die hauptſächlichſten Straßenſchmerzen hieſiger Gte=
gend
geſtillt. Eine oſſene Frage bleibt aber immer noch eine Verbeſſe=
rung
der Fahrverhältniſſe, Krähberg.Beerfeldem. Dieſer Weg wird
von Fuhrwerken jahraus, jahrein lebhaft befahnen und gewöhmlich iſt
er in bewbeſſerumgsbedürſtiger Verfaſſung. Man darf hoffen, daß auch
dieſer Schmerz einmal geſtillt wird.
m. Beerfelden, 5. Nob. Zur Landtagwahl. Nun beginnen
die Parteien ſich auch im hieſiger Gegend zu rühren. Kommenden Sonn=
dag
ſind hier drei Verſammlungen; im Grebſchen Saal ſpricht mittags
3½ Uhr der Landtagsabgeurdnete Herr Oberſtudiendirektor Dr. Kellen=
Büdingen von der Deutſchen Volkspartei, in demſelbem Lokal ſpricht
abends 8 Uhr Herr Dr. Wolf=Mainz von der Volksvechtpartei, Landes=
veuband
Heſſen; im Saal zum Mohren ſprechen abends 19 Uhr Frau
Abg. Balſer und Herr Abg. Wachhorſt de Wende. Herr Dr. Keller hält
abends 129 Uhr im Saal des Hemrn Bürgermeiſters Willenbücher eine
Verſammlung ab. Die Nedner der Demokratiſchen Partei ſind nach=
mittags
in Rothenbern.
H. Affolterbach, 5. Nob. Patriarchaliſches Alter. Vor=
geſtern
feierte die älteſte Perſon der hieſigen Gemeinde, Frau Eliſa=
betha
Sattler, bei verhältnismäßig guter Geſundheit ihren 94. Ge=
burtsdag
. Die äiteſte Schuljugend trug der auf der Treppe ſitzenden,
ehrwürdigen Greiſin ein ſiuniges Lied vor. Auch von anderer Seite
wurden dem Geburtstagskinde zahlreiche Chrungen und Geſchenke zuteil.
Die hochbetagte Frau lebt der feſten Hoffnung, auch ihren 100. Geburts=
tag
foiern zu können. Abwarten!

Deee

Nervenkranke
u. Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstalt Hofheim im Taunus
bei Frankturt am Main. Prospekte dureh!
(I.8386
Dr. H. Schulze-Kahleyss, Vervenarzt.

Hubertusjagd und Jagdrennen des Heſſiſchen
Reitervereins in Babenhauſenam S. Nobember 19)

Der Heſſiſche Reiterverein veranſtaltete am Samstag nachmittag bei
ſonnigem Herbſtwetter ſeine diesjährige Hubertusjagd, an die ſich 5
Rennen auf dem Exerzierplatze anſchloſſen. Trotz des Werktages war
eine große Zuſchauermenge auf den weiten grünen Platz geeilt, der,
umſäumt von dem herbſtlichen Schmuck der ihn umgrenzenden Wälder,
ginen prächtigen Anblick bot. Schon der ſtattliche, an Zahl ſehr große
Autopark, der am Trompeterwäldchen Aufſtellung gefunden hatte, be=
wies
, welche Aufmerkſamkeit man der Veranſtaltung aus den Mitglieder=
kreiſen
von Darmſtadt, Offenbach und Frankfurt a. M. entgegenbrachte.
Welch farbenprächtiges Bild bot ſich erſt den vielen Zuſchauern, die zu
Fuß, Rad. Wagen oder Auto erſchienen waren, als die rot= und ſchwarz=
befrackte
Reiterſchar aus dem Walde in fltiegendem Galopp auf der
weiten Naſenfläche daherkam. Voran die vom einheimiſchen Maſter
Loeſch wohldreſſierte Hundemeute und ein herrenloſer Schimmel,
der in ſcharfem Tempo und Spurt ſämtliche Hinderniſſe mit Erfolg zur
großen Freude der Zuſchauermenge nahm. Am Waldrande ſammelte
ſich die große Teilnehmerſchar, von Damen und Herren. Es mochten etwa
6070 Reiterinnen und Reiter geweſen ſein, die an den nun folgenden
Rennen ſich beteiligten. Am Start waren m Tätigkeit Se. Erlaucht
Alexander Erbgraf zu Erbach=Erbach, Herr Landesſtallmeiſter a. B.
Schörke=Darmſtadt, Kommerzienrat Gerſt=Frankfurt a. M., Herr
Paul Heil=Frankfurt a. M., Senator h. . Paul Rott= Frank=
furt
a. M. und Maſter Herr Carl Loeſch=Babenhauſen. Alle Nen=
nen
berliefen ohne Unfall und nahmen dank der umſichtigen Leitung
einen flotten Verlauf. Als Sieger gingen in den einzelnen Rennen
herwvor:
1. Babenhauſen=Flachrennen (Entfernung 1400 Meter): 1. Dr. F.
Merck= Darmſtadt, 2. Major Nette jr.=Frankfurt a. M.
Ein ſcharfes Rennen, wohl das ſchärfſte des ganzen Tages, das Herr
Dr. Merck verdient gewann.

furt a. M., 2. Frl. Roſe=Frankfurt a. M., 3. Frl. Mariu,
Frankfurt a. M., 4. Frl. Agnes Werninghaus= Frau
5. Frl. Marie Esders=Frankfurt a. M.
Ein ſehr ſpannendes Rennen, das von den Damen innſ
geritten wurde und von Frl. Hoil, Tochter des bekannten 2
Heil, aus Frankfurt gewonnen wurde.
3. Hubertus=Rennen (1400 Meter): 1. Major Netül,
furt a. M., 2. Frl. Roſe= Frankſurt a. M., 3. Herr Fiſf
furt a. M. 4. Herr Hans Chr. Pabſt= Frankfurt a. M.,
Rouſelle=Frankfurt a. M., 6. Herr Hans Flershaſ
furt a. M.
4. Seniorenrennen (1400 Meter): 1. Herr Th. Garry
am Main, 2. Frl. Heil= Frankfurt a. M. 3. Herr Maiorſt
berg= Frankfurt a. M., 4. Herr Aug. Mouſon; Frmu

Ein überaus flott gerittenes Rennen, das Herr Galio
fem Endſpurt knapp vor Frl. Heil gewann.
5. Flachrennen (1400 Meter): 1. Bereiter Neumann
Iſchta (Stall Hartmann), 2. Bereiter Zaun auf 7i.
(Stall Heil), 3. Stallmeiſter Pyring auf R.W. Tr.
Pabſt), 4. Herr A. Hapraneck (Stall Dr Merck), 5. 6
Während der Rennen konzertierte die Muſikkapelle A4.
Gegen 5 Uhr begab ſich die Reiterſchar mit ihren Gäſtem
chen zurück, wo im Gaſthauſe Zum Löwen ein Hubertuu
ſchloß, das alle Teilnehmer noch einige fröhliche Stunden
und bei dem den Siegern und Siegerinnen werwolle Ehlts
geſchmackvolle Evinnerungsgaben überreicht wurden. Eiü ſt
Lob der Amerkennung gebührt dem trefflichen Maſter
Reitervereins, Herrn Carl Loeſch, der in vorbildlichch

Vorbereitungen ſo gut getroffen hatte, daß ein reibungsut
der ganzen Vernſtaltung beſchieden war.

Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 6. bis 12. November 1927.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Hanptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
DarmſtadtDieburg-BabenhauſenAſchaffenburg, bei Bahnhof
Babenhauſen bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Beſondere Um=
leitungsſtraße
, auf der Wagen bis 5,5 Tonnen 20 Hm., Wagen über
5,5 Tonnen 12 Km. fahren dürfen.
Frankfurt a. M.Gießen iſt an folgenden Stellen geſperrt: Butzbach
Pohlgöns bis auf weiteres. Umleitung: Gambach-Holzheim-Lange
göns. Bad=NauuheimAbzweigung nach Steinfunth bis auuf weiteres.
Umleitung: Perſonenkraftwagen Bad=Nauheim-RödgenSteinfurth
RochenbengGriedel, Laſtkraftwagen Rockenberg-MünzenbergOber=
Hörgern.
Okarben-Kloppenheim vom 24. 10. bis auf weiteres geſperrt Um=
leſtung
: Nieder=WöllſtadtIlbenſtadt-Bunggräfenrode-Groß=Garben.
VillbelKloppenheim vom B. 9. bis auf weiteres geſperrt. Um
leſitung über Nieder= und Ober=Erlenbach.
BensheimWorms (zw. Bürſtadt und Worms) Km. 39,140,7 vom
13. 10. bis 19. 11. geſperrt. Umleitung: Hofheim.
AlsfeldLenſel vom 2. 9 bis auf weitenes geſperrt. Umleitung:
Reibertenrod Ruhlkirchen Angenrod oder Renzendorf Vadenrod
RomrodAngenrod.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Lauterbach-Blitzenrod vom 14. 9. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: RudlosAngersbach oder Friſchborn.
WendelsheimWonsheim (Ortsdurchfahrt Wonsheim) vom 19. 10.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: EckelsheimWöllſtein- Siefers=
heim
.
Ortsdurchfahrt Wingershauſen vom 19. 10. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitumg von Schotten nach Eichelſachſen über Nainrod, von Eich= l=
ſachſen
nach Eſchenrod über Hof=Zwiefalten.
Ortsdurchfahrt Mölsheim vom 7. bis 12. 11. geſperrt.
Hof Schönau-Rüſſelsheim (Ortsdurchfahrt Rüſſelsheim) vom 2. bis
16. 11. geſperrt. Umleitung: Biſchofsheim.
StaufenbevgMginzlar vom 5. 11 bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: Daubringen.
ArheilgenSchloß Knanichſtein vom 4. 11. bis 17. 12 geſperrt. Um
leitung vom Südausgang Arheilgen über die alte Chauſſe bis Bahnhof
Kranichſtein und von hier in weſtlicher Richtung über den Gemeinde=
weg
bei Stellwerk 1 in die Provinzialſtraße.

4. Aus dem Schlierbachtal, 5. Nov. Streulaubver=
ſteigerungen
. Die im Laufe der letzten Tage vorgenommenen
Stveulaubverſteigerungen der Gemeinden unſeres Tales, ſowie im ſtagt=
lichen
Forſtbezink Seidenbuch waren gut beſucht, da dieſes Jahr, wo die
Ernte an Stroh nicht dem Bedarf der Landwirte deckt, Laub zum Streuen
ſehr geſucht iſt. Die Preiſe bei den Verſteigerungen waren im allge=
meinen
gering, da das Geld bei den Landwirten unſeres Tales im all=
gemeinen
ſehr var iſt. Denn es beſteht ein Abſatzmangel an Obſt,
zumal an gebrochenem. d. h. die Landwirte könnten es wohl los werden,
aber nur zu Spottpreiſen. Wo man hinkommt, hört man dieſe Klage
und überall liegt das gebrochene Obſt in Scheunentennen und dal und
man wartet auf Käufer, die beſſeve Preiſe bieten. Die Dickrüben=
ernte
iſt zurzeit hier in vollem Gange. Das ſchöne Wetter des Herbſtes
hat den Landwirten doch einigermaßen zur Arbeit geholfen. So darf
man doch rechnen, daß bis in 14 Tagen die wichtigſten Arbeiten
manche Landwirte ſind mit der Ausſaat noch weit zuwück beendet ſind.
II. Von der Bergſtraße, 5. Nov. Motorradunfälle. Auf
der Landſtraße bei Schwetzingen ſtieß ein Motorradfahrer bei dichtem
Nebel mit einem Mannheimer Perſonenauto zuſummen. Der Motor=
radfahrer
, ein Sohn des Weinhändlers Mothes aus Kirchheim, wurde
vom Kotflügel des Autos erfaßt und auf die Straße geſchlendert. Er
erlitt einen ſchweren Beinbruch und andere erhebliche Verletzungen, ſo=
daß
er imns Krankenhaus überführt werden mußte. Ebenſo ereignete
ſich bei Ilvesheim ein Motorradunfall mit tödlichem Ausgang. Der
27 Jahre alte Bäcker Oskar Riechers fuhr des Nachts an einer
Straßenkreuzung gegen die Abſperrbarriere und blieb bewußtlos liegen.
Am Morgen fand man den Verunglickten noch beſinnungslos vor und
brachte ihn ins Krankenhaus, wo er alsbald ſtarb.
Hirſchhorn, 5. Nov. Waſſerſtand des Neckars am
4. November 08 Meter, am 5. November 0,8 Meter.
Gernsheim, 5. Nob. Waſſerſtand des Rheins am
4. November 13 Zentimeter, am 5. November 15 Zendimeter, das heißt
0.15 Meter unter 0,0 Meter.

j. Aus dem Birkenauer Tal, 5. Nov. In der Feilen= rnc
fabrik Heintz und Warthorf im Birkenauer Tal ereignett, min
12 Uhr dadurch ein ſchwerer Unfall, daß ein großer Schlezipt
Hi
im vollen Lauf zerplatzte. Der daran beſchäftigte 35jäl
ſchleifer Chriſtian Wegner aus Erbach i. O. erlitt daw ſſrſch
zuceben,
Verletzungen, daß er ins ſtädtiſche Krankenhaus nach Wut ſt üb
nerden
führt wenden mußte.
Ay. Bensheim, 5. Nov. Amtsunterſchlagun,;
7
Sühne. Gegen den ſtädt. Steuereinziehungsbeamten SoncEM
jattet
ſeit Jahresmitte ein Verfahren wegen Unterſchlagung vonn dürſich ihy m fit
anvertrauter Gelder. Es war damals die Summe von esswei0 Rml.4,
des ſcht
gemannt worden. Er hatte ſich jetzt wegen Amtsunterſchlauzpſor demt
Strafrichter zu verantworten. Das Urteil lautete auf nbihr 94
fängnis. Zugleich wurde ihm für fünf Jahre die Fähigkutſ9 Berlſ

dung öffentlicher Aemder abgeſprochen. Um die Stadt vurſonden
bewahnen, hatte der Bürgermeiſter die zeitige Beſchtumſne de
Schmitt gehörigen Hauſes veranlaßt, ſo daß die Stadt waal ſ. Echn
den davon kommt. Vom Bensheimer Dürermf!.
einem im Muſikſaale der Aufbauſchule veranſtalteten Riü erend m
öffnete der Bensheimer Dürerbund ſein diesjähriges Wiricrammm,

Lili v. Menar=Kamitz, die dem Dichter naheſtand, war es Feſnun=
Künderin des Künſtlers und Menſchen. Aus der MMylagi=
tation
. Am Donnerstag abend ſprach in einer deutſchnnterien Ae
ſammlug in Auerbach Landtagsabgeordneter Kindt zpebeute
nationale Politik im Reiche und im Lande Heſſen. Am F0ch
ſprach Präſident Dr. Beſt über Ziel und Aufgabe der Wilkprmm
D. Bobſtadt, 4. Nov. Heldenehrung. Der
Jahres errichtete Kriegerſtein iſt nunmehr endgültiuf Keif
geſtellt, daß ein ſchön verziertes eiſernes Gitter den Platz zu
verlautet, ſoll zur weiteven Vervollſtändigung die nähere zn m 6
Denkmals durch eine Blumenanlage verſchönert werden. dEieude
hat ſomit ihren gefallemen Helden einen Gedenkſtein er :9
ſchönſte Bierde des Dorfes gilt. Emne weitere, allſeits Meidt
ſehr begwüißte Neuerung ſt den Bewohnern in der Anſc Fm
neuer Glocken für die in dieſem Jahre erbaute Kirab mülle
Sind es auch nur zwei kleine Glocken, die der Größe der Mrau
chend mun fortan über Dorf und Flur ertönen, ſo iſt die 2411
dem nicht weniger ſtolz auf ihr eigenes Geläute, und wm ibibieſt
Sine die feierliche Einweihung am letzten Sontag 7u0
und die Glocken ihver Beſtimmung übergeben.
Ae. Worms, 5. Nov. Wormſer Herbſtmeſſe. Tt/é1 Sonn
tag beginmende Herbſtmeſſe, anläßlich der aus dem verſchz= W Drtenl

n, den

der Umgebung 9 Verkehrsauto laufen, wird dunch dch
Zunſttanze auf dem Marrwplatz eröffnet. Abends iſt im*
ein Bunter Abend des Darmſtädter Landestheaters Took
Dienstag abend Fremdenvorſtellumg Dolly des Mainnele
Donnerstag Carmen vom Darmſtädter Theater ud dd
Samstag abend Meſſeball im Karpfen. Chrüre
meinde. Die freireligiöſe Gemeinde weiht am Sonnnl.

beriſchet

ra in einer wel
Hattonpacl)

Schuhmachermeſter Beſt, iſt dieſer Tage im hohen Aterrd 0 9b
ven geſtorben. Er war Mitbegründer, langjähriger Leitt= 1weuel
dings Ehvenworſitzender des Geſanavereins Harmonik 9 9e‟
kehrsunfälle, Andregsſtraße, Eche Dechameigaſſe, 4ilete
ein Zuſammenſtoß zwiſchen einem Motorradfahrer und
fahrer. Das Rad wunde ſtark beſchädigt. Beide Fahrernehiln de
letzungen an den Armen. Derſelbe Vorfall Ecke Kaiſerrsrtnſt
und Luthenplatz mit dem gleichen Erfolg: Beide Räder dchtlt.
Fahrer verletzt. Dnsſelbe Ecke GauſtraßeGymnaſiumrkt.
Ecke Speherer Stwaße Südanlage. Vier vollkommen 9/24
menſtöße an einem Tage geben zu bedenken und laſſen 1 9
dem rückhſichtsloſen Fahren der Mortorräder ſuchen.
WSN. Friedberg, 5. Nob. 15 000 Mark Amtsgel?
ſchlagen. Der Kreiskaſſengehilfe Bruno Stoff, der ſol
von Jahren bei der Kreiskaſſe des Kreisamts Friedberg wümtint
iſt nach Unterſchlagumng von 15000 gmtlicher Gelder füdeßthest
Drtrmuitztz
Gegen den Defraudanten wurde eim Stechbrief enlaſſen.
daß er mit ſeinem Motornad bereits das Ausland erricht
Bei Korpulenz oder Veranlſhung
zum Fettanſatz raten wir in der Apotheke 30 Gramm Toniketen
kaufen, die unſchädliche, dabei wirkſame, den Fetanſatzt
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aP

[ ][  ][ ]

as Jubiläum des Römiſch=Germaniſchen
Genndrs Mafeuns in Mainz.

Gseburtstagstiſch eines 75jährigen pflegt ja gewöhnlich
ugeich beſtellt zu werden, es ſei denn, der Jubilar er=
eſonderer
Beliebtheit oder ſolcher Geſundheit, daß an=

ſiiſt, er werde die vielen Gaben noch voll auswerten
Nür das Römiſch=Germaniſche Central=
u. gilt wohl beides. Jedenfalls iſt es faſt übertrieben
nur von einem Geburtstagstiſch zu ſprechen, denn
ſeake, die ihm zum Jubiläum dargebracht wurden, füllen,
achr im Kurfürſtlichen Schloß zu ſehen iſt, einen ganzen
n, daß ſie reſtlos aufgeſtellt oder die Geldſtiftungen ganz
ſtlrngsgegenſtände umgewandelt wären.
a roßteil der Schränke und Pulte nimmt die Schen=
ess
Reiches ein, in deren Mittelpunkt eine aus=
e Sammlung von Originalaltertümern aus dem ſüd=
oanheſſen
ſteht. Sie enthält Funde faſt aller vor= und
tlichen Zeiten, ſo den Inhalt eines jungſteinzeitlichen
uilserlei teils auch ausländiſche Bronzen, vor allem
Leſöhgliche Serien römiſcher und fränkiſcher Altertümer.
gun= der letzteren beiden Kulturabſchnitte iſt in beſonders
uswahl vertreten, und köſtlich bietet ſich die formen=
uope
römiſcher Glasgefäße dar, der ſich mit geringerer
hützchWbeſter Art, Erzeugniſſe fränkiſcher Glasarbeit anſchlie=
hengaupt
verdienen die Schöpfungen des Kunſthandwerks,
Muſeum neu zufloſſen, alle Aufmerkſamkeit. Für die
inſoruchsloſen und trotzdem abwechſlungsreich geſtalteten
gerctzu billigem Material, die faſt regelmäßig in fränkiſchen
Frallurüsern begegnen, hat gerade die Neuzeit wieder ein
wltz erſtändnis gewonnen, almandinverzierte vergoldete
Fibd ſurhreuen durch teilweiſe ſehr gefällige Formen und ſau=
derelgsfirhrung
, und manche der römiſchen Ohrgehänge aus
edleghlelall, mit Perlen und bunten Einſätzen geſchmückt, ver=
gögſädie
Beſitzluſt ſchmuckfreudiger Frauen auch heute noch
½. Ells eigentliche Seltenheit iſt ein Goldſchmuck aus dem
nielien, Mykenä hervorzuheben, der ebenfalls aus Mitteln
der /hlsittiftung erworben werden konnte. Schließlich ſei noch
ſchlagn=Fein lnn erhaltenes Bronzelämtchen herausgegriffen, deſſen
Fialig eui luſtig aufgeſetzter Affe auszublaſen ſücht.
ſöge ichsſtiftung geſtattete den wünſchenswerten Er=
werſſch
anderer Ergänzungen zu vorgenannter Sammlung.
zumſmin el etlicher Stücke des ſchönen lackroten Tafelgeſchirres
der ialei, der Sigillata, die ſeinerzeit etwa die Rolle des heuti=
gentmhellans
im Haushalte ſpielte und gleich dieſem die Mar=
ten
ty) fötempel der Fabrikanten trägt. Auch Nachformungen
kon wb ſſchafft werden: eine größere Serie von Gipsabgüſſen
huiſchy: Funde aller urgeſchichtlichen Stufen und die beſt=
gelulſger
. Metallnachbildungen des reichen germaniſchen Grab=
u
cum Haßleben in Thüringen, deſſen Originale Wei=
FR
4rachtſtück muß ein italieniſcher Bronzehelm der ſpäte=
ein
mmeit bezeichnet werden, den das Land Heſſen ſtiftete.
Rauritliche Benennung von Jockaimützenform für ſolche
Selme iſt übrigens inſofern unrichtig, als der kleine
hugt über den Augen, ſondern im Nacken getragen
Wiolfachen Wünschen entsprochend
gelangen die benzährten
Aor Tt
Tabletten
jetzt in einer wesentlich verbesserten
Kartonpackung zum Verkauf.
Ge
Ihre Güte und Echtheit
verbürgt nur die Original-
packung
Bagek" mit
der violetten Banderole
ASPIRIN
Der
7
In ällen Apotheken erhältlich.

wurde. Im gleichen Schrankabteil ſehen wir weiter die drei
hübſchen bemalten Vaſen, mit denen ſich Wiesbaden zum Feſte
einſtellte, und eine große Reihe ſchlichterer Tonwaren, die ein
bewährter Gönner, Profeſſor Knackfuß in München, darbrachte.
Das ſtattliche Geſchenk von 56 keltiſchen Münzen, bekanntlich
von der Stadt Mainz übergeben, erlaubt dem Laienbeſchauer
nicht nur die Wahrnehmung, daß man ſchon dieſe allerälteſten im
Norden der Alpen verwendeten Geldſtücke beſtimmten Völker=
ſtämmen
zuzuſchreiben weiß, ſondern vermittelt dem aufmerk=
ſamen
Betrachter auch einen Eindruck von den merkwürdigen
Veränderungen, denen die greichiſchen Münzporträts durch die
Hand keltiſcher Stempelſchneider unterlagen.
Neben dem ſchon erwähnten Muſeum Naſſauiſcher Alter=
tümer
begegenen ferner die Württembergiſche Staatsſammlung
als Spenderin eines größeren Reliefs, die prähiſtoriſche Befeſti=
gung
des Heidengrabens veranſchaulichend, das Wallraf=
Richarts=Muſeum in Köln, das einen Abguß des monumentalen
Agrippakopfes übergab, das Muſeum Magdeburg, das ſich mit
Nachformungen jungſteinzeitlicher Gefäße einſtellte, und das
Saalburgmuſeum, deſſen wirkungsvolles Fliegerbild die Anlage
des berühmten Kaſtells höchſt anſchaulich vorführt
In der Tat, es iſt ein reicher Gabentiſch, deſſen ſich das
Römiſch=Germaniſche Central=Muſeum und alle ſeine Freunde
freuen mögen, ſo reich, daß hier nur einige der beſonders beacht=
lichen
Stücke herausgehoben werden konnten. Der mit den Be=
ſtänden
des Muſeums Vertraute wird bei einem beſinnlichen
Beſuch dieſes Saales im zweiten Stock des Schloſſes erkennen,
daß es ſich um einen Zuwachs erſten Ranges, zumal an Original=
ſtücken
, handelt, wird aber auch mit Bedauern feſtzuſtellen haben,
daß dieſer Ausſtellung der Jubiläumsgaben faſt drei ganze
Abteilungen der alten Ausſtellung weichen mußten: die der Kult=
gegenſtände
, Mrſik und Schiffahrt. Schon die gedrängte Maga=
zinierung
derſelben in unzugänglichem Lokal begegnete Schwie=
rigkeiten
. Wie die Schauſtellung jener Erwerbungen zu bewerk=
ſtelligen
iſt, die aus den noch unverbrauchten Geldgaben zu
machen ſind, kann einſtweilen als kaum zu löſende Frage gelten.
Ueber 2000 Mark, an deren Stiftung die Stadt Berlin, die Pro=
vinz
Rheinheſſen, das württembergiſche Kultusminiſterium, der
Mainzer Altertumsverein und der Hiſtoriſche Verein für Ober=
pfalz
und Regensburg beteiligt ſind, harren der Verwertung.
Nicht ausgeſtellt wurden auch Bücher und Bilder, Widmun=
gen
von Geh. Rat Roſenberg, Oberforſtmeiſter Milani und Frau
Lindenſchmit. Indes wird es wanchen Freund der Geſchichte
prähiſtoriſcher Forſchung locken, in der Bibliothek des Römiſch=
Germaniſchen Central=Muſeums die Photographie=
alben
durchzublättern, in denen glänzende Namen aus Linden=
ſchmits
Zeit und Bekanntenkreis Geſtalt gewinnen, wie etwa
Liſch aus Schwerin und Thomſen aus Kopenhagen, Begründer
der erſten Ordnung nordiſcher Altertümer, Graf Gozzadini, der
erfolgreiche Ausgräber von Bologna, Teplouchov, der große ruſ=
ſiſche
Sammler aus Perm, und manche andere, die gleich Linden=
ſchmit
ſelbſt zu den ehrwürdigſten Erſcheinungen der Urgeſchichts=
forſchung
gehören.

Briefkaſien.
Jeder Anfrage iff die letzte Bezugsquſttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nſcht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
J. M. Aus verkehrspolizeilichen Gründen beſteht eine öffentlich=
rechtlicha
Verpflichtung des Hausbeſitzers zur Beleuchtung, ſo daß der
Dritte ſich wegen verurſachten Schadens an ihn halten kann. Dieſe
Pflicht beſteht aber nach der hier geltenden Verkehrsſitte inſofern auch
für den Mieter, als er, ſo lange Verkehrsmöglichkeit im Hauſe beſteht,
den Zugang zu ſeiner Wohnung zu beleuchten hat. Einigen ſich Haus=
herr
und Mieter über eine beſtimmte Zeit der Schließung der Haustür
am Abend, ſo entfällt für die Zeit nach Schließung eine Verpflichtung
zur Beleuchtung des Treppenhauſes.
F. Nein.
Sp. 29. Sie können dem Untermieter unſeres Erachtens die Wohnung
kündigen, und zwar, da wohl der Mietzins monatlich zu zahlen iſt,
ſpäteſtens am 15. November auf Ende November. Zu einer Weiterver=
mietung
erſcheint der Untermieter nicht befugt. Der Hausherr würde
ſich doch, wenn Zahlung nicht erfolgt, an Sie halten müſſen, da Sie
ihm gegenüber als Mieter erſcheinen.
Mieter. § 537 BGB. ſagt: Iſt die vermietete Sache zur Zeit
der Ueberlaſſung an den Mieter mit einem Fehler behaftet, der ihre
Tauglichkeit zu dem vertragsmäßigen Gebrauch mindert, oder entſteht
im Laufe der Miete ein ſolcher Fehler, ſo iſt der Mieter für die Zeit,
während deren die Tauglichkeit gemindert iſt, nur zurEntrichtung eines ver=
hältnismäßig
geminderten Mietzinſes verpflichtet. Den Minderwert
des Raums muß gegebenenfalls ein Sachverſtändiger feſtſtellen. Anzeige
an den Vermieter haben Sie und das war nötig erſtattet. Es
wird gut ſein, wenn Sie einen ſachverſtändigen Handwerker zuziehen,
der nach Befund der mit Ungeziefer behafteten Näume deren Minder=
wert
feſtſtellt. Im Uebrigen raten wir zur Zuziehung eines Anwalts
umſomehr, als das ordentliche Gericht zuſtändig ſein dürfte.
Geſchäftliches.
Ein halbes Pfund Reſi gibt 20 Butterbrote.
Wenn man bedenkt, daß dieſes halbe Pfund friſche Reſi=Margarine
nur 50 Pfg. koſtet und den hohen Preis der Naturbutter damit ver=
gleicht
, ſo kann ſich jede Hausfrau leicht ausrechnen, was ſie in der
Wirtſchaft ſpart, wenn ſie friſche Reſi für das Brot und in der
Küche verwendet. Alpenmilch und Vitamine machen die friſche Reſi
zu einem ungewöhnlich hochwertigen Nahrungsmittel, das in dieſen
ſchweren Zeit, wo es darauf ankommt, ſich billig und doch gut zu
ernähren, von höchſter Bedeutung iſt.

Morgenland und Abendlend.
Zwiſchen Morgenland und Abendland beſtehen naturgemäß große
Gegenſätze. Man braucht nur an die Verſchiedenartigkeit der reli=
giöſen
Bekenntniſſe, der politiſchen Anſichten, ſowie der Klimaunter=
ſchiede
zu erinnern und die geſchichtliche Entwicklung der Völker zu ver=
folgen
, um unüberbrückbare Klüfte zu erkennen.
In einem Punkte aber ſind Orient und Okzident ſich gleich und
einig: In der Vorliebe für guten Bohnenkaffee. Sowohl der alte
Mohamedaner in Bumus und wallendem Mantel, als auch der
moderne Europäer, ſowohl der ekſtatiſche Prieſter fremder Religionen,
als auch der fromme Mönch heimatlicher Lande, ſie alle lieben den
edlen braunen Trank, der Anregung und Genuß verleiht und nach einer
alten Sage um die Mitte des 15. Jahrhunderts durch Mönche eines
Kloſters in Aethiopien zuerſt gebraut worden iſt. Ein Hirt machte da=
mals
darauf aufmerkſam, daß ſeine Herde nach dem Genuß der Blätter
und Früchte des bisher unbeachteten Kaffeeſtrauches ſchlaflos umher=
ſpränge
. Man unterſuchte den Fall und entdeckte auf dieſe Weiſe den
Kaffee, der im Laufe der Zeit zu gewaltiger Weltentwicklung kommen
ſollte. Die ſchlafraubende Wirkung und nachteilige Beeinfluſſung von
Herz und Nerven beſitzt der coffeinhaltige Bohnenkaffee auch heute
noch. Man kann aber dieſen natürlichen Erſcheinungen entgehen, wenn
man, das ſchädliche Coffein meidet und coffeinfreien Kaffee Hag
trinkt.

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November 1927.

Für die anläßlich unſerer Ver=
mäblung
ſo zahlreich erwieſenen Auf=
merkſamkeit
danken herzlichſt

Rudolf Schäfer

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nebſt Frau.

Für die anläßlich unſerer goldenen
Hochzeit uns zuteil gewordenen überaus
zahlreich erwieſenen Aufmerkſamkeiten
und Ehrungen ſagen herzl. Dank
Philipp Auſtuſt Ewald II. u. Frau.

Roßdorf, 5. November 1927.
1 Löwengaſſe.
(17207

Todes=Anzeige.

Schmerzerfüllt zeigen wir hier=
mit
an, daß mein innigſtgeliebter
Mann, un er treuſorgender Vater,
Bruder, Schwager und Onkel

Herr

Oankſagung.

Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme bei
dem Heimgange unſerer lieben Entſchlafenen

Frau
Marie Margarete Anders

geb. Steckenreuter

ſagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten
herzlichſien Dank. Beſonders danken wir den lieben
Schweſtern der Johannesgemeinde für ihre liebevolle, auf=
opternde
Pflege während ihrer ſchweren Krankheit, Herrn
Pfarrer Marx für ſeinen Beiſtand und die tröſienden Worte
am Grabe, dem Fahrbeamtenverein Darmſtadt=Kranichſtein
für die Kranzniederlegung. Herzlichen Dank allen denen,
die der lieben Entſchlafenen während ihrer Krankheit mit
ſo herzlicher Liebe bedachten und Allen, die ihr in ſo
übergroßer Zahl das Geleite zu ihrer letzten Ruheſtätte
gaben.
Die trauernde Familie:

Johannes Anders

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heute nachmittag 2½ Uhr nach
kurzem ſchweren Leiden im Alter
von 62 Jahren in die Ewigkeit ab=
gerufen
wurde.
In unſagbarer Trauer:
Katharina Kraut nebſt Kinder.
Langſtadt, 5. Nov. 1927 17340

Die Beerdigung findet Dienstag
nachmittags 2 Uhr ſtatt.

Dankſagung.

Allen denen, die unſeres teueren
Entſchlafenen in Liebe gedachten, uns
ihre Teilnahmſe bezeugten und ihn zur
letzten Nuheſtätte begleiteten, ſowie für
die überaus reichen Blumenſpenden
ſagen wir innigſien Dank. Beſonderen
Oank Herrn Pfarrer Weigel üe ſeine
tröſtenden Worte am Grabe, den Schul=
kameraden
, der Freiwilligen Feuerwehr,
dem Geſangverein Harmonie und dem
Tornverein für die loſibaren Kranz=
ſpenden
und tiefempfundenen Worte,
ſowie dem Geſangverein Harmonie
für den erhebenden Grabgeſang. (17334
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Regalia.

geb. Kramer
erwieſene wohltuende Teilnahme ſage ich innigen
Dank.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Dr. Ludwig Noellner.

Darmſtadt, November 1927.

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308

Sonntag, den 6 November 1927

Seite 11

Opott, Spiel und Tarnen.

Fußball.

ersatiaf

nsmuſtadt 1898 1. Mainzer Fußball= und Sportverein 1905.
weiſen nochmals auf das intereſſante Fußballverbandsſpiel
rtag 11 Uhr am Böllenfalltor. Die Mainzer treten in ihrer
ötten Aufſtellung, wie folgt, an:
Lautner
O. Freitag
Heſſer
Neiſche
Kaſt
Freitag
ngann Lipponer Seck Draisbach Kaiſer
rhaben alſo im großen Ganzen die im Spiele des Vorſonn=
mArheilgen
bewährte Aufſtellung beibehalten. Nur Seck und
oben die Plätze vertauſcht und der ſtudienhalber unabkömm=
Fo, wurde durch den wieder geneſenen Zimmermann erſetzt,
Ueluung Seck als Mittelſtürmer, Lipponer als Halbrechts wird
FM.s für die geſamte Sturmarbeit ſehr vorteilhaft auswirken.
azt ſich noch der Spiele des Vorjahrs als der Eintritt Secks
lumm die große Wendung in der Mainzer Mannſchaft und damit
ſchaft brachte. Lipponer iſt weniger Sturmführer, ſeine Stärke
hmelle Ausnutzen dervon ſeinenNebenleuten herausgearbeiteten
ſadSein Spurtvermögen und ſein raſanter Schuß ſind ja über=
Sfielüberſicht ſtempeln ihn zum gegebenen Mittelſtürmer. Sein
Dribbeln wirkt ſich allerdings manchmal nachteilig aus.
ſtchakandidat Zimmermann, der ſeinerzeit in Berlin ſehr gut
Utfſpielt erſtmals wieder als Rechtsaußen. Er wird zu beweiſen
ſwengeſtellter Sturm, eine vorzügliche Läuferreihe, ein zuver=
F.=El. Union 1913 Darmſtadt e. V.
gen inn nicht um 3 Uhr, ſondern um 3,30 Uhr iſt, ſodaß es den
tadss Handballſpieles auf dem Stadion möglich iſt, der 2. Halb=
zypsles
gegen Mörfelden beizuwohnen. Weiterhin ſei noch be=
ehen
, daß die Liggerſatzmannſchaft Unions vormittags der
Sportvereins 1898 in einem Privatſpiele gegenübertritt.
der unionvorſtand beabſichtigt zu dem letzten Spiel der Vor=
ſcei
den großen Vorzügen einer ſolchen Fahrt, ſpäterer Ab=
ecbilliger
Fahrpreis, wird erwartet, daß ſich eine anſehnliche
ſoen Vorſtandsmitgliedern entgegengenommen.
Sportverein Lengfeld 1919.
ſnntag, den 6. November, empfängt der Sportverein Lengfeld
yumsvetter aus Geinsheim zum fälligen Verbandsſpiel in der
upe= die Stürmer von Lengfeld am Sonntag endlich einmal 1.45 Uhr.
ellze ſchüſſe anwenden und nicht durch Tänzeleien vor dem Tor
ſietzwhen Sachen verſieben, ſo werden die Gäſte aus Geinsheim doch
ſch hürwpft davon kommen. Aus den obenangeführten Gründen zu
Hrſtiſl am Sonntag um halb 3 Uhr am Galgen auf jeden Fall
inhſaſſturites Spiel zu erwarten. Um 12,45 Uhr ſpielt die Mann=

Darmſtädter Sportkalender.
Fußball.
11.00 Uhr: Spp. 98 Mainz 05 (Stadion).
2.30 Uhr: V. f. R. F.=C. Eintracht.
3.30 Uhr: F.=C. Union Mörfelden.
Handball.
15.00 Uhr: Süddeutſchland Balten (Stadion).
15.00 Uhr: Tgde. Darmſtadt Tv. Wolfskehlen.

Handball.

g ſt ſälliges Verbandsſpiel gegen Michelſtadt 2. Mannſchaft,

derr

1. Jugend um
austrägt.

1 Uhr gegen die gleiche des F.=Cl. Groß=

Tennis.

FKORPuT A
9
(Fettleibigkeit) mit
iſtet
Gn !
Tonnola-
kurzer
Leit erhetithe V ecl 5
Jundendliches gebaut Si1!
Eeh, zrict 2t (au
Dät. hein Helmtie, 2 1 poit
fetrzehrend, bebadis-F folgt
enährt. Preisgelr aff
ſunt /k
a. S. Rd M ), Hmis
ebol iu Denastzl Töoml
A
24

volle Kärf
orlentel, Hedt

WrRikeh Di Tennisrangliſte des Bezirks 1X in D. T. B.
Bnurk IX (Main) des Deutſchen Tennis=Bundes gibt ſoeben
icle Rangliſte heraus, die die Namen von 103 Spielern
lyclerinnen aufführt. Ihr Umfang iſt deshalb erheblich größer
allgemeinen deutſchen Rangliſte, weil mit der Bezirksrang=
Nnierveranſtaltern gleichzeitig wertvolles Material für die
ſoer Spieler in Klaſſen gegeben werden ſoll. Neben dem
An) Zweck, Beiträge zur Spielſtärkevermittlung der einzelnen
Bezirk zu liefern, ſoll die Rangliſte auch anregend auf die
u: wirken. Durch weitgehende Anwendung des Prinzips der
Angilung fällt auch jeder Grund zu perſönlicher Rivalität
uisfähr gleichſtarken Spielern fort. Die Liſte zeigt im einzelnen
aud:
1. Froitzheim=Wiesbaden minus 40, 2. Goſewich=Frank=
H5, 3.7. Bermann, von Biſſing, Erwen (Frankfurt),
rWViesbaden, Dr. Schmidt=Knatz, Frankfurt 0, 8. Megroz,
301 2,
0. 1. Frau Friedleben, Frankfurt, minus 40, 2. Frau Richter=
M-Frankfurt minus 30, 3. Frau Hemp, Frankfurt, minus
eux Hdek, Frankfurt 0, 5. und 8. Frl. Menges, Frankfurt und
eiſtern, Frankfurt pl. 2a, 7. Frl. Wenzel, Frankfurt pl. ½/.

il2. Turin, italieniſcher Meiſter 1926/77, iſt der Meiſtertitel
u den, nachdem ſich herausgeſtellt hat, daß im Entſcheidungs=
. F.C. Turin und Juventus Turin, die Juventus=Spieler
uarden waren. Der Vorſtand des F.C. Turin wurde auf
ASsqualifiziert.
uene Mayer gewann beim Londoner Fechtturnier den Hutton=
: Damenkonkurrenz überlegen ohne eine einzige Niederlage.
ſhrt wurde der von dem deutſchen Piloten Joſ. Bohne mit
i aufgeſtellte Höhen Weltvekord für Leichtflugzeuge.

Turngemeinde Darmſtadt 1846 I. Turnverein Wolfskehlen.
Turngemeinde Darmſtadt 1846 II. Turnverein Eſchollbrücken.
Am Sonntag nachmittag, iſt der Turnverein Wolfskehlen bei der
Turngemeinde Darmſtadt 1846 zu Gaſt zum fälligen Handballrückſpiel.
Wolfskehlen iſt bis jetzt noch nicht zu ſchlagen geweſen und ſteht vor
Darmſtadt an der Spitze der Tabelle der zweiten Gruppe der A=Klaſſe
Seck dagegen iſt ein feiner Techniker und Taktiker, ſeine Ruhe des Main=Rhein=Gaues. Die beiden ſpielſtärkſten Gegner dieſer Gruppe
treffen ſich alſo, und es wird vorausſichtlich ein ſehr ſcharfer Kampf
um die wertvollen Punkte entbrennen. Beim Vorſpiel in Wolfskehlen
mußte Darmſtadt mit Erſatz antreten. Nach der erſten Halbzeit ſtand das
Spiel 0:0, doch in der zweiten Halbzeit konnte Wolfskehlen in außer=
ſine
Auswahl für den Olympiakurs gerechtfertigt war. Ein ordentlich ſcharfem Tempo das Spiel mit 4:1 für ſich entſcheiden.
Inzwiſchen iſt die Darmſtädter Mannſchaft durch die damals ver=
ſichlußtrio
wird alſo den Darmſtädtern ſchwer zu ſchaffen machen. hinderten Spieler ergänzt worden und darf wohl als ebenbürtiger Gegner
der ſieggewohnten Wolfskehler angeſehen werden. Eine Vorausſage
über den Ausgang des Spiels iſt ſehr ſchwer. Jedenfalls darf aber ange=
undgeſtrigen
Berichte iſt inſofern ein Fehler unterlaufen, als nommen werden, daß die Gegner, die beide über gutes Spielermaterial
verfügen, ein Handballſpiel zeigen, wie es lange nicht auf dem Platz
am Finanzamt zu ſehen war. Das Spiel beginnt um 15 Uhr.
Unmittelbar vorher, um 13,45 Uhr, treffen auf dem gleichen Platz die
zweite Mannſchaft der Turngemeinde Darmſtadt 1846 mit der erſten des
Turnvereins Eſchollbrücken zuſammen. Eſchollbrücken ſtellt eine kräftige
und flinke Mannſchaft, die wohl alles aufbieten wird, um die im Vorſpiel
purlldorf am kommenden Sonntag einen Omnibus laufen in Eſchollbrücken erlittene 2:1=Niederlage wieder gutzumachen. Ob dies
gelingt, iſt fraglich, da auch Darmſtadts Zweite in letzter Zeit bedeutende
Formverbeſſerung aufzuweiſen hat. Auch bei dieſem Treffen wird es heiß
mu beteiligt. Anmeldungen werden heute während des Liga= hergehen, doch wird erwartet, daß trotzdem ein ſchönes Spiel vorgeführt
wird.
T. G. BeſſungenT.V. Bickenbach.
Heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr, ſtehen ſich die beiden Mei=
ſterſchaftsanwärder
der A=Klaſſe, Gruppe 1, zum Rückſpiel in Bickenbach
W9ü de Mannſchaften rangen im letzten Jahr um die Gaumeiſter= gegenüber. Bickenhach unterlag in Beſſungen knapp 2:1. Beide Mann=
ürSB
=Klaſſe. In dem einen Spiel in Geinsheim teilte man ſich ſchaften ſind zurzeit puktgleich an der Tabellenſpitze. Bei der gleichen
Mknwährend in Lengfeld die Gäſte mit 3:1 überzeugend ge= Spielſtärke der beiden Mannſchaften dürſte es zu einem äußerſt ſpanmen=
ukden
. Nach dieſen Feſtſtellungen müßte man Lengfeld am den Kampfe kommen. Wir wünſchen dem Beſſeren den Sieg. Vor
zunllau, glatten Sieger ſehen. Aber heute liegen die Verhältnifſe dieſem Spiel ſtehen ſich die 2. Mannſchaſt des Turnperems Bickenbach
dalweissheim nimmt in der A=Klaſſe den 3. Platz ein und Lengfeld und die 1. Mannſchaft des Turnvereins Alsbach gegenüber. Bickenbach
ſtiötzar Stelle in der Tabelle, was auf den Ausfall einiger guter führt mit einem Punkt Vorſprung vor Alsbach die Tabelle. Sollte es
Spültztrackzuführen iſt. Beim letztſonntäglichen Spiel gegen V.f.R.= den Einheimiſchen gelingen, dieſes Tveffen für ſich zu entſcheiden, ſo
Ndazt ceint eine Formverbeſſerung bei Lengfeld eingetreten zu dürfte ihnen die Erringung der BMeiſterſchaft ſicher ſein. Spielbeginn
Schwimmen.
Juternationales Jung=Deutſchlandfeſt in acht Tagen.
Sind, wie bereits gemeldet, die 1. Seniorrennen ausgezeichnet be=
ſetzt
, ſo ſind auch in den 2. Senior= und Jugendwettkämpfen erſtklaſſige
Meldungen abgegeben worden. In den 2. Semiorfreiſtilſtaffeln 4X100
und 3X20 Meter wird es einen harten Kampf um die Vorherrſchaft
in Süddeutſchland geben, da mit dem S. V. Ulm, Nickar Heidelberg, dem
Erſten Frankfurter S.C., dem Frankfurter S.V., den Offenbacher Ver=
einen
Moenns und 96, dem S.V. Augsburg und Jung=Deutſchland die
beſten 2. Seniormannſchaften am Start ſind, die Süddeutſchland augen=
blichlich
beſitzt. Dagegen muß die 2. Seniorlagenſtaffel leider ausfallen,
da nur der E.F. S. C. gemeldet hat. Natürlich weiſen auch die 2. Senior=
einzelrennen
ſehr ſtarke Felder mit ſehr guten Leutzen auf. So über=
raſcht
hier ganz beſonders das 2. Seniorſchwimmen 400 Meder, an dem
nicht weniger wie 11 Leute teilnehmen, was für den deutſchen Schwimm=
ſport
einen Rekord bedeutet. Im 100Meter=Schwimmen ſind es 14
und im Bruſtſchwimmen rund 10 Mann, die um den Sieg kämpfen wer=
den
. In Küppers, Janſen, Pochel, Gebert und Boettner=Magdeburg
Walſtaff=Breslau, Henke=Köln, Gennes=MMünchen, Endreß=Frankfur=, Liturg: Paſtor Langkutſch. Mädchenchor der Stoltingſchule. Harm.
Köpf und Holl=Karlsruhe, Lewing=Heilbronn, Vogt und Woſtertz= Heidel=
berg
, Vollmer=Göppingen, Grützner=Offenbach, Schellenberg=Wiesbaden,
Bierlinger=Freiburg und Ihrig=Darmſtadt nehmen Leute teil, die im
deutſchen Schwimmſport einen guten Namen haben. Man kann wohl
ſagen, daß dieſes Feſt das bedeutendſte ſchwimmſportliche Ereignis für
Darmſtabt und ganz Süddeutſchland in dieſem Winter geben wird
K. W. I.
Leichtathletik.
Turn= und Sportverein Braunshardt.
Schöne Erfolge konnten die zu dem am vergangenen Sonntag in
Wixhauſen ſtattgefundenen Herbſt=Waldlauf des Main=Rodgaues (Allg.
ſchaft errang in der 4=Klaſſe den 2. Mannſchaftsſieg, ſowie den 2., 4. Ausland und Heſſche Nachrſchten: Max Streeſei für Gport: Dr. Eugen Buhlmann;
und 8. Sieg im Einzellauf. Nur mit einem Punkt Vorſprung wurde für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
hier die kampferprobte Mannſchaft des T.= u. Sp.=V. Mörfelden Die Gegenwart; Dr. Herbert Neite; für den Inſeratentell: Willy Kuhle; Druck
Sieger. Die Jugendmannſchaft konnte ſich in ihrer Klaſſe (16 bis
18 Jahre) im Mannſchaftsbewerb an 1. Stelle placieren, während im
Einzellauf ebenfalls der 1. Sieg errungen wurde. Auch in der 2. Jugend=
klaſſe
(14 bis 16 Jahre) konnte der hierfür als Einzelläufer Gemeldete
ebenfalls als Erſter durchs Ziel gehen.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 6. Rov. 8.30: Von Kaſſel: Morgenfeier veranſtaltet
von der Lutheriſchen Gemeinde. Mitw.: Lotte Köhler (Geige),
Alfred Leſſer (Klavier), Kirchenchor der alten luther. Kirche. Leiter:
A. Leſſer .0 11.30: Uebertr. Kaſſel: Elternſtunde. Prof. Fechner:
Die Erziehung meines Kindes zur Kunſt und durch die Kunſt. 0 12:
Von Kaſſel: Schallplatten=Konzert. O 14: Stunde der Jugend.
Kaſperlſtunde der Kaſperltante Lieſel Simon vom Münchener
Kaſperltheater. Wunſchſtunde (nachgeholt) O 15: Volkslieder=Konzert
des Männergeſangvereins Frohſinn Bierſtadt bei Wiesbaden. o 16:
Konzert des Hausorch. Tſchaikowsky ſgeſt. 6. Nov. 1893). Muſikal.
Leit.: Kapellm. Merten. Mitw.: Lotte Kleinſchmidt (Sopran).
0 17.30: Der Bauer und ſeine Sprache. Vorleſung aus eigenen
Dichtungen von Pfarrer Reuter. 6 18.30: Vorleſung der Dichterin
Alice Berend aus ihrem Bodenſee=Roman Die goldene Traube‟
20: Tſchechoſlowakiſcher Abend. Uebertr. von Heilbronn. Dvorak:
Streichquartett. Smetana: Streichquartett. (Roſe=Quartett, Wien).
Aus Frankfurt: Suk: Suſte a Raduz und Mahuleng
Gedichte von Vrchlicky, Sova und Brezina. Zwei Orcheſterſtücke
von Foerſter und Suk. Leutnant Lukaſch, Schweik und der
Cognat aus dem humoriſt Roman Die Abenteuer des braven
Soldaten Schweff im Weltkriege von Haſek. Janacek: Con=
certino
. Mitw.: R. Taube (Rezit.), Mitgl. des Opernhaus= und.
Funkorch Leit.: Kapellm, Merten. Anſchl.: Sport. Darauf:
Tanzmuſik.
Stuttgart.
Soſtintag, 6 Rov. 11.30: Morgenfeier. Löns=Süßmuth. Ausf.:
H. Süßmuth. M. Schilling, kleiner Chor der Liedertafel Göppingen,
Leit.: Konzertſänger E. Huttenlocher. o 13.15: Schallplattenkonzert.
15: Prof. Verweyen: Kultur und Freiheit. o 15.30: Onkel
Ott erzählt. O 16: Unterhaltungs=Konzert. Leit.: C. Struve.
Mitw.: Käte Mann, H. Grotz, H. Hanus, Funkorch. Herzer:
Rudolfsklänge. Fetras: Veilchen am Wege. Suppe: Ouv.
Dichter und Bauer Grieg: Ein Schwan Letzter Frühling.
Dorn: Das Mädchen an den Abend. Roſenthal: Haſenlied.
Lehar: Wolgalied. Stolz: Turandot Gounod: Fant. aus
Fauſt. Strauß: Ich trage meine Minne. Traum durch die
Dämmerung Frühlingsgedränge Schlagende Herzen. Goetze:
Es flüſtert der Nachtwind. Gruber: Die alte Uhr. Lehar:
Melodien aus Paganini Löwe: Tom der Reimer Spirito
ſanto. Herzer: Mein letzter Gruß, Marſch. 0 18.15: Th.
Brandt: Zirkusleute. e 18.45: Dichterſtunde. O. Lautenſchlager
lieſt eigene Dichtungen. O 19.15: Sport. 0 19.30: Aus Heilbronn:
Kammermuſikabend d. Roſe=Quartetts Brahms: Streichquartett
B=dur. Dvorak: Streichquartett F=dur Smetana: Aus
meinem Leben. Anſchl: Frankfurt a. M.: Tſchechoſlowakiſcher
Abend. Mitw.: R. Taube (Rezit.), Konzertm. Merten (Klavier),
Mitgl. des Opernhaus= und Funkorch. Suk: Suite aus dem

dugs ud der Conai=
Sportfunk.

Janacek: Concertmo. Anſchl.=

Berſin.

Sonntag, 6. Nov. 9: Morgenfeier. Mit unſrer Macht iſt nichts
gekan. Verein. Chöre der Berliner Stadtmiſſion. Leit.: Organ.
Philipps. Ilſe Blank (Sopran) und Margarete Schlicht (Alt).
Anſprache des Pfarrers Philipps. o 11.30: 2. Funk=Matinee.
Uebertr. aus dem Gr. Schauſpielhaus. Populäres Jazz=Konzert.
Ette=Orcheſter. o 14.30: H. Roſen: Die Freimachung vor Ein=
führung
der Poſtwertzeichen. Neuheitenmeldungen. O 15: Prof.
Dr. Stang: Allgem. Geſichtspunkte bei der Auswahl der Zuchttiere.
O 15.30: Für unſere Kleinen. Die Abenteuer des Kapitän Funk.
O 16: Einf. zu der Uebertr. aus dem Metropol=Theater am 7. Nov.
16.30: Hans Thoma. Vorleſ. aus Gedichten und unveröffentlichten
Briefen: A. Braun. o 17: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Hoff=
mann
.O 18.40: Dr. med. Braun: Entfettungskuren. o 19.05:
G. Hochſtetter: Worüber lachen wir?, Lachende Kinder. 0 19.30:
H. J. Jaretzki: In der Werkſtatt der Lebenden. Bei Joſef Thorak
und Bruno Krauskopf 20: Fr. Budzinski: Das Berliner
Sechstagerennen. O 20.30: Tſchechoſlowakiſcher Abend. Dir.: Bruno
Seidler=Winkler. Smetana: Ouv. und Chor Kränzt mit Roſen
alle Niſchen, aus Zwei Witwen. Suk: Serenade für Streichorch.
Fibich: Am Abend Idylle. Novak: Von ewiger Sehnſucht.
Smetana: Finale (Polka und Chor) aus Zwei Witwen.
Funkorch. und Funkchor. Leit.: Fr. Jung. O 22.30: Tanzmuſik.
Kammerorch. Becce.
Stettin. 9: Morgenfeier Reformationsfeier Poſaunenchor
des Jungmännervereins Zum Guten Hirten an St. Peter=Paul.
u. muſ. Leit.: Organiſt Bröcker.
Königswuſterhauſen. Sonntag 6. Nov. 9: Morgenfeier.
11.30: Uebertr. aus dem Gr. Schauſpielhaus. Jazkonzert des
Orch. Ette. O 14.30: Schach., 6 15: Prof. Dr. Stang: Allgem.
Geſichtspunkte bei der Auswahl der Zuchttiere. o 15.30: Die
Abenteuer des Kapitän Funk. 16.30: Hans Thoma (Mitw.;
Alfred Braun und Dr. Wilezinski). o 17: Unterhaltungsmuſik.
18: Guſtav Frenſſen lieſt eine unveröffentlichte Erzählung. 0 19:
Pfarrer Taesler; Religiöſe Dichtung. o 20: Fr. Rudczinski=
Das Berliner Sechstagerennen. O 20.30: Tſchechoſlowakiſcher Abend.
O 22.30: Tanzmuſik.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Deutſcher Turnerbund) entſandten Läufer erzielen. Die altive Mann= Berantwortliſch für Poliſt und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feulſleton, Reich und
und Verlag: L. C. Wiitich ſämtlich in Darmftadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

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Nammer 308

Sonntag, den 6. Noice

Nach feſtem Wochenbeginn haben ſich die Forderungen für Weizen
im Wochenverlauf wieder abgeſchwächt, zumal der kanadiſche Weizenpool
am Donnerstag ziemlich unerwartet ſeine Forderungen um 1012½
Cents ermäßigte. Dieſes Vorgehen der Kanadier erklärt mm ſich mit
den günſtigen Nachrichten über die argentiniſche Ernte und mit
der Möglichkeit einer baldigen Einftellung der Schiffahrt in den kana=
diſchen
Häfen. Obwohl die Nachrichten aus Auſtralien ungünſtig
lauten und die Ernte nur auf 94 gegen vorjährige 160 Millionen Buſhels
geſchätzt wird, blieben die ſüddeutſchen Märkte doch abgeſchwächt. Für
Baruſſo, 79 Kilo, ſind die Fovderungen für Januar/ Februar=Abladung
auf 13.35 Fl., eif Rotterdam, zurückgegangen, ohne daß es zu nennens=
werten
Abſchlüſſen kam. In Amerika hat man Hard Winter II,
Verſchiffung von den atlantiſchen Häfen, zu 13,80 Fl. eif Rotterdam,
im Lande ſelbſt verkauft; tarſächlich liegen die amerikaniſchen Forderun=
gen
dafür, ſowohl von den atlantiſchen wie von den Gulf=Häfen, zwiſchen
13,80 und 13,90 Fl. Da die holländiſchen Mühlen in den letzten Tagen
größere Poſten disponiblen Manitoba aus dem Markt genommen
haben, hat der auf effektiver Ware liegende Druck etwas nachgelaſſen
doch hat man hier angeſichts der Preisſchwankungen weder in Aus=
lands
noch in Inlandsweizen größere Geſchäfte abgeſchloſſen.
Roggen inländiſcher Herkunft hatte ruhigen, Auslandsroggen an
den Weltplätzen feſten Markt, da die ſichtbaren Vorräte in den Vereinig=
ten
Staaten und Kanada kleiner geivorden ſind. Nach Beendigung der
Feldarbeiten erwartet man noch im November verſtärkten Ausdruſch und
vermehrtes Angebot von Inlandsroggen. Von Brotgetreide ſtellt ſich
im Waggongeſchäft Inlandsweizen auf 2627 RM. (Vorwoche 2628),
Auslandsweizen auf 28,2531,50 (28,5031,50), Inlandsroggen unver=
ändert
25,50, Auslandsroggen 25,5026 (25,5025,75). Gerſte unver=
ändert
, jedoch in mittleren und geringeren Sorten ſtärker angeboten;
iriſche Gerſte, über England, war in prompter Verladung mit 48 Schill.
die 448 Lbs., eif Rotterdam/Antwerpen, am Markte, Futtergerſte
unverändert. Guter unberegneter Hafer inländiſcher Herkunft blieb mit
2224 RM. (2223,50) geſucht; es lagen Anfragen für die Ausfuhr nach
der Schweiz und der Tſchechoſlowakei vor; Auslandshafer, von
24,2525,50 auf 24,5025,50 RM. erhöht. Mais in kleinen Poſten
unverändert 19,50 RM. die 100 Kilo, mit Sack, waggonfrei Mannheim,
gehandelt. Mixed=Mais. Dezember/Januar=Abladung, zu 9,75 Fl. eif
Rotterdam/Antwerpen angeboten. Die ſüiddeutſchen Mühlen haben ihre
Forderung für Weizenmehl Spezial Null von vorwöchentlichen 38,00 auf
38,25 RM., für Brotmehl von 30,00 auf 30,2 RM. erhöht, wogegen
Roggenmehl auf ſtärkeres norddeutſches Angebot unverändert blieb. Am
Futtermittelmarkt blieben Mühlenfabrikate unverändert: erſt=
klaſſige
Beſchaffenheiten ſtaubfreier Malzkeime und Biertreber zu 16,50
bis 17,00 RM. bzw. 16,7517,25 RM. gefragt; Trockenſchnitzel auf die
große Rübenernte vernachläſſigt, von ölhaltigen Futtermitteln Sohaſchrot
zu 25,5021,00 RM. und Erdmußkuchen ab ſüddeutſchen Fabriken zu
22,5023,00 RM. die 100 Kilo verlangt. Rauhfutter ruhiger bei
behaupteten Preiſen.
Bom ſüddeutſchen Hopfenmarkt. Hopfen lag die ganze Woche über
recht ruhig und die Preiſe für geringe und mittlere Sorten neigten zu=
gunſten
der Käufer, wogegen prima Qualitäten behauptet blieben. Der
Kundſchaftshandel iſt augenblicklich ſtark wit Präparieren und Packen
beſchäftigt. In Württemberg wurde einiges vom Kundſchaftshandel und
den Brauereien auf Produzentenplätzen zu ſeitherigen Preiſen erworben.
Die Pfalz iſt bei den Produzenten ziemlich ausverkauft; einige Partien
befinden ſich noch im Beſitz des Platzhandels. Elſäſſiſche Hopfen
ſind um zirka 100200 franz. Fr. billiger als in der Vorwoche angeboten
worden.
Vom ſüddeutſchen Tabakmarkt. Der Einkauf der Tabake neuer
Ernte entwickelt ſich ſchwerfällig, weil der Handel die Forderungen der
Pflanzer als zu hoch erachtet und auf die Geldverhältniſſe Rückſicht zu
nehmen gezwungen iſt. Bezahlt wurden für Sandgrumpen 3538
Reichsmark je Zentner, für Sandblatt, das im badiſchen Oberland
abgehängt wurde, 6065 RM. je Zentner. In den nächſten Tagen ſollen
in Speher Frühtabake verkauft werden. Anerkannt wird, daß der dies=
jährige
Jahrgang ſehr leicht und blattig iſt und ſich ſowohl für Rauch=
tabak
, Schneidetabak als auch ſüir Zigarrenherſtellung eignet. Rippen
blieben unverändert.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 5. Novem ber 1927
Zum Wochenſchluß blieb die Stimmung an der Börſe luſtlos und
zurückhaltend, der Grundton war unverkennbar unſicher, und zur erſten
Kursfeſtſetzung erfuhren die Kurſe überwiegend Abſchwächungen. Bei
der herrſchenden Geſchäftsſtille und Enge des Markts hatte ein Vorſtoß
der Baiſſeſpekulation Erfolg, und einige Leerverkäufe genügten, um das
Kursniveau erneut zu drücken, zumal von einem kursregulierenden Ein=
greifen
der Großbanken nichts zu bemerken war. Neue Anregungen lagen
nicht vor; der Monatsbericht der Diskontgeſellſchaft, der ſich mit den
Zuſammenhängen zwiſchen Konjunktur und Geldmarkt befaßt, wurde
wenig beachtet. Dagegen veranlaßte die bevorſtehende Veröffentlichung
des Memorandums des Reparationsagenten verſtärkte Zurückhaltung
Gegenüber der geſtrigen Abendbörſe gaben die Kurſe 1 bis 2% im Durch=
ſchnitt
nach. Starke Abgaben wurde am Montanmarkt vorgenommen.
Hier lagen Rheinſtahl mit minus 4 ¾½ und Stahlverein mit minus 4:/, 90
beſonders ſchwach. Für letztere blieben die offiziöſen Erklärungen, wonach
die Schwäche dieſes Papieres unbegründet ſei und die Vorjahrsdividende
von 6% ziemlich geſichert erſcheine, alſo ohne Wirkung. Mannesmann

gaben 2½% nach. Am Elektromarkt lagen Gesfürel 3½%½ niedriger.
J. G. Farben verloren 3%. Stärker angeboten waren ferner Waldhof
mit minus 3% und Scheideanſtalt mit minus 2 ½ %. Renten hatten kleines
Geſchäft. Ablöſung angeboten. Ausländer lagen ſtill und überwiegend
etwas ſchwächer
Im weiteren Verlaufe machte die Abwärtsbewegung raſchere Fort=
ſchritte
. Kurſe gaben erneut 2 bis 49nach. Stark angeboten lagen J. G.
Farben und die Elektrowerte. Die Geldmarktlage war wenig verändert.
Tägliches Geld zu 6% angeboten. Am Deviſenmarkt nannte man Mark
gegen Dollar 4,1890, gegen Pfund 20,397, London=Paris 124,03,
Mailand 89,15.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 5. November 1927.
Nach den widerſtandsfähigen Börſen der letzten Tage hatte man zum
heutigen Vormittagsverkehr zwar mit einer geſchäftsloſen, aber doch wenig
veränderten Börſe gerechnet. In der Tat waren die erſten Kurſe trotz der
geringen Publikumsbeteiligung zumeiſt noch behauptet und nur für wenige
Werte bis 2% ſchwächer. Vereinzelt konnten beſonders bei. Nebenwerten
gar 12prozentiger Gewinn feſtgeſtellt werden. Stärkere Abwei=
chungen
wieſen nur Chadeaktien plus 6 RM. und Kunſtſeidenwerte mit
einem Verluſt von 89% auf. Gleich nach den erſten Kurſen trat dann
aber eine allgemeine Verflauung ein, die ihren Ausgang vom Montan=
markt
nahm. Auch heute hatte ſich die Morgenpreſſe, wie ſchon wiederholt
in den letzten Tagen, mit dem Stahlverein beſchäftigt. Die Börſe griff
dieſe Diskuſſion auf und beſchäftigte ſich in dieſem Zuſammenhange
erneut mit der Dividendenfrage bei dieſem Unternehmen, wobei ſie
zu dem Reſultat gekommen ſein dürfte, daß auf eine Dividende in der
Höhe des Vorjahres nicht mehr zu rechnen ſei. Die Aktien gingen in
ſchneller Folge von 105 auf 101½ zurück und riſſen die übrigen Märkte
mit ſich, wobei Rückgänge von 4 bis 7% bei den führenden Werten feſt=
zuſtellen
waren. Auch Bankaktien, die zu Beginn noch gut behauptet
lagen, konnten ſich der Abwärtsbewegung nicht entziehen. Anleihen
bröckelten im Verlaufe eher ab. Ausländiſche Renten lagen ruhig und nicht
einheitlich. Bosniſche Eiſenbahnen vorübergehend etwas feſter, Anatolier
im Verlaufe nachgebend. Am Pfandbriefmarkt gingen die Kurſe bei
ruhigem Sonnabendgeſchäft zumeiſt weiter zurück. Deviſen waren un=
verändert
. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 5 bis 7%weiter leicht. Die
übrigen Sätze waren unverändert.
Die Börſe ſchloß in unverändert ſchwacher Haltung und konnte ſich
auch nach Schluß des amtlichen Verkehrs nicht erholen. An der Nach=
börſe
nannte man im Gegenteil für Terminwerte vielfach die niedrigſten
Tageskurſe, die bei den Hauptpapieren 612 Prozent unter dem An=
fangsniveau
der heutigen Börſe lagen. Lediglich Soenska, die von 389
auf 385 zurückgingen, ſchloſſen mit 392 weſentlich gebeſſert. Augsburger=
Nürnberger, die anfangs mit 102 notierten, waren am Schluß ſtark an=
geboten
und daher geſtrichen. Bemberg verloren gegenüber dem bereits
ermäigten Eröffnungskurs weitere 11, da die Geſellſchaft von dem
Textilarbeiterſtreik betroffen wird. Im einzelnen nannte man an der
Nachbörſe noch Schultheiß 379,5; Oſtwerke 351; Ver. Glanzſtoff 558;
Ver. Stahlwerke 100,5; Zellſtoff Waldhof 249; Rhein. Stahlwerke 162;
J. G. Farbeninduſtrie 259; Gesfürel 256; Siemens 252; A. E.G. 154;
Hapag 134,5: Norddeutſcher Lloyd 137: Danatbank 207; Neubeſitzanleihe
ſchwach 11,80; Altbeſitzanleihe 50,25. Auch bosniſche Renten gaben
größere Teile des geſtrigen Gewinnes wieder her.
11 / 5 11.
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Deviſenmarkt.

4. 11.
Geld Brie
10.538 10.55 5. 11.
Geld /Brief
10.536/10.556 Italien 4.
Gelt
22.88 11.
Brie
22.305 59.09/ 59.21 59.6 59.181 Paris 16.43 16.47 112.405112.42. 12.40 12.42 Schweiz 80.69 80.85 73.24/ 73.38 73.25 73.39) Spanien. 71.48 71.62 3.022/ 3.024 3.022 3.028 Danzig 81.52 81.6 168. 71/169.0: 168.69 59.0- Japan. 1.943 1.94 H0.34/110.5 110.34 10.56 Rio de Janeiro.. 1.502 0.504 112.16/112.3 112.14 1 12.36 Jugoſlavien.
Portugal".
Athen .. 7.371/ 7.38 1 12.55/1 12.7 112.53 112 75 20.53 20.5 20.381120.42 20.377 20.417 1.785/ 1.78 1.78 1.788 Konſtantinopel.. 2. 230 2.23 f1.1850/4 1930 4. 1845/4.192: Kanada. . . . 4.188 4.196 158.335/58.45: 58.315/38.435 Uruguay. . 4.276/ 4.284

231.
150.
118.
74.
72.
81.
110.25
141. 1141.
149.
124.5 121.
45.5
48.
217.5

5. 11.
Geld / Brief
22.86 22.90
16.415 16.455
80.68 80.84
71.37/ 71 51
81.49/ 81.65
1.943/ 1.947
0.5015,0.5035

.371
20.53
5.544
2.230
4.188
4.296

7.385
20.57
5.556
2.234
4.196
4.304

Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 2. Nover.
Monatsdurchſchnitt Oktober 1927. Die auf den Stichtag de
berechnete Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen Reichsch.
139,3 gegemiber der Vorwoche (139,4) nahezu unverändenn
Hauptgruppen hatte die Indexziffer für Agrarſtoffe um
135,5 (135,8) nachgegeben. Die Indexziffer für Kolonialtla)
0,3 v. H. auf 132,8 (132,5) angezogen. Die Indexziffer der

Vom ſüddeutſchen Holzmarkt.
Wie ſehr die Feſtigkeit am ſüddeutſchen Nadelſtammhol
zeigen die letzten Erlöſe aus den badiſchen Staatsforſten
neuen Landesgrundpreiſe von 1927, die an ſich ſchon eine ſt.f
gegenüber denen bis zum 1. Oktober gültigen erfahren
weg überſchritten wurden. So erzielte das FA. Hernwies=
116 % bei 4 R./ Fuhrlohn, Todtmoß für 200 fm, T. I. 2.26
Forbach II für 2210 fm 1. und 2. Klaſſe ſogar 1149 bei 3.
lohn. Das Angebot in Laubholz wird allmählich größer,
Nachfrage auch nur einigermaßen gedeckt werden kann. 5
auch in den Preiſen aus. Das FA. Konſtanz verkaufte 320.
und III. Klaſſe zu 130 %, auch in Grubenholz wird das A=l
In den letzten Oktobertagen fanden hierin eine ganze Rw
käufen, zum Teil Vorverkäufen, ſtatt, die durchweg anſeen
erlöſten. So erlöſte das F.A. Bruchſal im Vorverkauf für
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2,50 R./ je Ster.), Schwetzingen für 650 Ster. 9,15 R.4 (21.
i. W. für 1300 Ster. 8,12 R./ (2,50).
Rohſtoffe und Halbwaren war mit 134,0 (133,9) faſt unrni
jenige der induſtriellen Fertigwaren lag mit 154,0 auf dern
wie in der Vorwoche. Im Monatsdurchſchnitt Oktoberni
Geſamtindexziffer auf 139,8 gegenüber 139,7 im Durchſchnmtitt
Von den Hauptgruppen iſt die Ziffer der Agrarſtoffe umn(n/
(138,9) zurückgegangen. Die Indexziffer der Kolonialwarmnnm
v. H. auf 131,4 (130,2) geſtiegen. Die Indexziffer der ind en
ſtoffe und Halbwaren ſtellte ſich faſt unverändert auf 134,,,
rend diejenige der induſtriellen Fertigwaren mit 152,9 (150,
rung um 1,5 v. H. erfahren hat.
Um die Ermäßigung der Conrtage= und Proviſioas,
Kommiſſion des Hamburger Börſenvorſtandes hat nach 8ü
mit der Berliner Börſe, verſchiedene Organiſationsfrorenihiie
Frankfurter Börſenvorſtand beſprochen. Neben dem in Frm
beſtehenden und bewährten Maklerabkommen wurdem
örtliche Organiſationsfragen, die von den Vorſitzenden de Utffe
Gremien erläutert wurden, behandelt. Dabei wurde auchc ſarage
Gebührenberechnung im Börſenverkehr beſprochen. Es wundrelg
nAl
daß die übereinſtimmende Meinung der Hamburger uru mtnkfu
Herren dahin ging, daß dieſe Frage nur im gemeinſchaftl rvera
der deutſchen Wertpapierbörſen einheitlich gelöſt und gerarpwerden
kann.
Der Kaliabſatz im Oktober 1927. Der Abſatz des TSmin
ſyndikates im Oktober 1927 betrug 637 274 Doppelztu. eKl 63
Doppelztr. Reinkali im gleichen Monat des Vorjahres. AE/bſchz
den erſten 6 Monaten (Mai bis Oktober) des laufender= jebeie
beträgt 4 815 958 Doppelztr. Reinkali gegen 4 588 903 D. t. in den erſten ſechs Monaten des Düngejahres 1926/27. Tußzitzi
erſten zehn Monaten des laufenden Kalenderjahres betrn=F(/050
Doppelztr. Reinkali gegen 9 356 682 Doppelztr. Reinkall + me
zehn Monaten des Kalenderjahres 1926.
Berzögerung der 50=Millionen=Dollaranleihe des m nigten
Elektrizitätswerke Weſtfalen. Wie wir erfahren, ſind dn Eit.
für die 50 Millionen=Dollaranleihe des V. E. W. Dort.vr:
beendet. Auf den geſamten Beſitz des V. E. W. wird e
Sicherungs=Hypothek von 50 Millionen Dollar eingetP1N
bei den Zechen eine Genehmigung für die Geſamt=Hyponc
iſt dieſe bereits erfolgt. Auch das Gemeinſchaftswerk Hatti im
Sicherung einbezogen. Die Auflegung der Anleihe, Dewie
mit etwa 25 bis 30 Millionen Dollar unter Ablöſung der ieid
leihe in den nächſten Tagen erfolgt wäre, hat ſich jedoch, el
im Wochen verſchoben. Durch die Schacht=Köhler=Debl. R!
Reparationsagenten habe ſich die Lage am amerikaniſcher=
ſo
verſchlechtert, daß die Verwaltung die Auflegung di-ß
Intereſſe des Erlöſes hinauszuſchieben gezwungen ſei. E.*ne
werden die notwendigen und ſchwebenden Erweiterungs: F
rungsbauten bei der Geſellſchaft nicht gefährdet.
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach den vorläufigen.!
wurden in der Zeit vom 23. bis 29. Oktober im Ruhrgebi,i Ei
tagen 2326361 Tonnen Kohle gefördert, gegen 2294 329 UſII
vorhergehenden Woche in ebenfalls 6 Arbeitstagen. Die /R
ſtellte ſich in den ſieben Tagen der Berichtswoche (in den
auch Sonntags gearbeitet) auf 555243 Tonnen gegen 56.e
in der vorhergehenden Woche, die Preßkohlenherſtellurg
Tonnen gegen 71184 Tonnen in ſechs Arbeitstagen. Diesw
Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 23. bis 29. Lit
Tonnen gegen 382 388 in der vorhergehenden Woche. Dieithelle
erzeugung ſtellte ſich auf 79320 (77 685 Tonnen), die arbeit wielle ?
kohlenherſtelbng auf 11472 Tonnen (11864 Tonnen).
Die Zahl der wegen Abſatzmangels eingelegten Feierwehn.
ſich auf 10160 (arbeitstäglich 1639) gegen 33418 (5570) (7 Nv0
gehenden Woche.

Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl
Ausloſ.=Sch. I. Teill 50.1
II. Teill 50 1
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne Aus=
loſungsſcheine
.
4% Dt. Schutzgeb.=
Anl. . . . .

b)Ausländiſche
50 Bos. E. B. 1914
0 L. Inv. 1914
% 1898....
1902...
4% Bosnien ...

5% Bulg. Tabak. 02/ 17
4½%Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 14/ 30
4/e26 Oſt. Silberr. 4.5
Goldr.
42 Oſt. Goldrente
lt. Innsbr. Ab
4½ einh. R. (k.)

8 % Port. (Spz.) HII 3.75

5% Rum.am. R.03
4½%,Gold. 13
141/.
am.kon

am.0

8

4BTürk. (Adm.
(Bagd
12.25
0 (Bo
unif.
90
4% 1911 Zoll.
1% Ung. St. 191
Abk.
Ung. St. 19
4½% Ung.
ſt. Innsl
4F Ung. Goldr.

%o Ung. Goldr.
(lt. Jnnsbr. Abk.
4% Ung Staatsr.
b. 10
4% Ung. Kronr..
3% Ung. Eiſ. Tor ..
Außereuro=
päiſche

5%Mex.am. in. abg.
50 äuß. 99
48 Goldo4ſtf.
3% konſ. inn.
4½%, Irrigat. ..
5%Tamaulipas I,
Sachwert= Schuld=
verſchreibungen

Mit Zinsberech=
nung

10%Berl. H.=Bk. G.
3%
6 Berl. St. Gold
80 Darmſt. St.=G.
8 % D. Hyp.=Ban!
Meining. Goldpf.
Dresd. St.=G.
%Frkf. St.=G....
8%Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
720 Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
1% Frkf. Hyp.=B
Goldpfbr.
3% Frkf. Pfbr.=?
Goldpfbr.
Frkf. Goldpfbr
Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfbr
Jo Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
%o H.-St.=Gold
ſ. Land.
Le
% Klöckn
Zerk. 26

25.1

99.5
97.75

86
83.5
97
94
89
97
95
90

96.5
96

10% Komm. Elektr.
Mark (Hagen)
Goldobl. ......
8 Komm. Lbsbk.
Darmſt., Reihe I
8% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II
8%Ldwgshf. Stadt=
Goldanl..
7%M. KraftHöchſt
8% Mainz.=St.=C
8 Mannh. St.=G.
6% Mannh. St.=G.
M.=Stahlw. 27
8% Naſſ.Ldb. Gold
D Nbg. St. Gldal
320 Pfälz. Hyp. Bk.
Goldpfbr.
20 Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. . .
6% Pfälz. Hyp.=Bk
Goldpfbr.
8% Pforzh. St.=G
80 Pirmaſ. St.=G.
% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Centr.=St.
ſchafts=Goldpfbr.
7% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
8% Rh.=Hhp.=Bk.
Goldpfbr.
4½%-Lig. Pfb.
Anteilſch
26 Rh. Stahlw.
10%Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf. 103
Südd. B.=Cr. B.
Goldpfdbr.
20 V. Stahlw. Düſ=
ſeldorfHyp
.= Gld=
b
. mt Optiot
o V. Stahlw. Düf=
eldorfHyp
.=Gd.. ohne Option
% Viag( V. Ind.=
Unt. Bln.) 27 .. .

161

92

95.5

96

94.25

99.5
99
95
97.5
95
90
w

98

90.5

88

8% Voigt &Häffner
Goldobl. ......
8%Württbg. Hhp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne Zins=
berechnung

50 Bdw. Kohl 2
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23 ...."
6%Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen .... . 23
5% Pr. Kaliw. . . .
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb. .
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk.
Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp.Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B.
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.. .
Württ Hyp. Bk..
Staatl. od. prov.
garantiert
Heiſ. L.=Hyp.=B...
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau. Ldsb. ..

95

19.25

6.45

14.5
15.95

Obligationen v.
Transportanſt.
4% Eliſ.=Bahn ſtfr.
4% Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
2Oſt. Sd. (L.)ſtfr.

8.6

4.4
3.8

,6GAteOſt. Südb.
2,60 Neue"
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b. 8. E. ..

3%Oſt. abg.
3% 9.Em.
38 abg.
v. 1885 .
abg.
% Oſt. Erg. Netz
%Oſt. abg.
3½ Raab Oebd. 83

9

21.75
20.5
17.5
97/ 16.5

42 Rud. Silber ../ 6.3
4% Rud. (Salzkg.) 4
4½%Anat., S. I
4½% Anat., S. II
4½% Anat., S.III/ 16
3O Salon. Monaſt.
50 Tehuantepec.
4½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . 133
Bad. Bk.
Bk. f. Brauind.
Barmer Bankv. . . 129
Bay. Hyp.=Wchſ. 1147
Berl. Handelsgeſ. 1220.5
Comm. u. Privatb. 1157.5
Darmſt. u. Nat.=Bk. 206
Deutſche Bank 151.1
D. Eff.u. Wchſ.=Bk. 124
D. Hyp.=Bk. Mein. 12)
D. Vereins=Bk. . 101
Disk.=Geſellſch. . . 146
146
Dresdener Bk.
Frankf. Bk.
119
Frankf. Hypth =Bk/132
Frkf. Pfdbr. Bk.. . . 133
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux Intern. Bank . 6.5
Metallbank.
128
Mitteld. Creditb. 202
Pfälz. Hhp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbank/110
Hyp.=Akt.=Bank 1138
Reichsbank=Ant
Rhein. Creditbk. . 127.5
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. B.=Creditbk.

161

Südd. Dise.-Geſ.
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Buderus. . . . . . . . .
Eſchw. Bergw. ..
Gelfenkirch. Bgw. .
Harp. Bergb. ..
Ilſe Bergb. St...
Genußſchein ..."
Kali. Aſchersleben.
Lali. Salzdetfurth.
Kali. Weſterregln.
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte)
Mannesm.=Röhr. ..
Mansfelder ......"
Oberbedarf" .
Otavi=Min.=Ant. . .
Phönix=Bergb. . .
Rhein. Braunk. .
Rhein. Stahlw. . . .
Riebeck Montan. . .
SalzwerkHeilbronn
Tellus Bgb......
Ver. Laurahütte
Ver. Stahlwerke..
Induſtrie=Akt
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)
Henninger".
Hercules. Heſſiſche
Löwenbr.=Münche
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof(Bind.)
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg
Werger

139

112
105
220
159.5
133.5
141.5
105.5

94.75
167.5
48.1
180

101

277
185
142
323
234
307
175
163

Akkum. Berlin.
Adler &Oppenh .
Adlerw. (v. Klener)
6%E. A. G. Vzg. A.
2% A. E. G. Bzg. B.
A. E. G. Stamm . . .
Bad. Maſch. Durla ſ.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin".
Baſt Nürnberg ...

151
161
87.75
80.1
156
57
15.25
24

Bahr. Spiegel
6c
Beck & Henkel .."
Bergmann El
1178
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=
Bürſtenfbr. Erl
Cement. Heidell
Cement. Karlſtadt 1192
Cement. Lothr.
Chem. Albert. . . . . 120
Chem. Brockh.
Chem. Milch
Daimler=Benz A. G./ 98
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl
D. G. u. Silb. Scheid. /185
D Linoleumw. Bln. /230
Dingler, Zweibrück.
Dresd. Schnellpr.
Dürkoppw. (St).
Dürr. Ratingen .. 66
Dyckerhoff & W.
E. Licht u. Kraft. 1189
El Lieferung .. . . /154
Elſ. Bad. Wolle
Email. Ullrich
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn. . 230
Faber Bleiſtift
59
Faber & Schleicher / 99
Fahr, Pirmaſens. 48
Farbenind J. G.. . /260.5
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter) / 90
Feiſt, Sekt.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof 103
Frkf.=M. Pok. u. W.
Geiling ECie.
Goldſchmidt, Th 108
Gotha Waggon
Gritzner Maſch. /115
Grün & Bilfinger. 1151
Dafenmühle, Frkft. /142
Haid & Neu
Hammerſen
Hanfw. Füſſen. .. 126
Hanſa=Lloyd, Br..
Hartm. & Braun. . 150

71
1132.5
47
76 1
41

Eiſenw. Kaiſersl.. 36.75 Lingel Schuhw.
25.5

55
155

Heyligenſtaedt. . .
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm. /115
Hirſch, Kupfer .. . . 101
Hoch=Tief Eſſen
183.5
Holzmann".
63
Holzverk. Ind..
Hydrom. Breslau
98.5
Inag
86
JunghansSt.
Kammg. Kaiſerst. 193
Karlsruher Maſch.. 18.75
140.5
Karſtadt. N.
Klein, Sch EBecker/119
Knorr, Heilbronn .1158
Konſerv. Barun ..! 56.25
Krw. All=Württbg
Krauß & Co.
Lahmeher
Lech, Augsburg ..
Lederw. Rothe
Lederw. Spicharz.
Löhnberg. Mühle 40
Ludwigsh. Walzm./ 117
Lüdenſcheid. Metall
Mainkraft Höchſt
Mars=W. Nürnberg /123.5
Metallgeſ. Frkf.
67
Miag. Mühlenb.
Moenus Stamm 76.5
Motorenf. Deutz ../ 85
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk. 132
103
Reckar). Fahrz.
Neckarw. Eßlingen 57
Beters Union
60
Pfälz. Näh. Kayſer
Philipps
129
141
Porzellan Weſſ
Rein. Gebb. &Schall 60
80
Rhein Elektr.
Rhenania,Kunheim! 56
85
Rütgerswerke
Schneid. & Hanau. /113
Schnellpr. Frank. 125
Schramm Lackfr. 167
Schriftg. Stemp.
Schuckert Eleltr. 42
Schuhfbr. Weſſel..
Schuhf. Herz.....

Schultz, Grär
Seilind. VE
Siemens 6
Siemens Gi
Südd. Imrr
Südd. Zuch=
Thür. Lief.
ühren Fur
Unterfr. K9=
Beithwerke3
Ver. f. Ch=c
Ver. d. OlfH
Ver. Faß
Gummi. BE
Pinſel=Nüri.
Ultramarin:
Zellſtoff Be2
Vogtl. Mag=
Voigt & Hou
Volthom
Wayß & F7
Wegelin RG
Zellſt Aſchck
Zellſt Metei
Zellſt. Waln.
Zucker f Vr
Transporg=
Verſichermn
Dt Reichsb=
A. Dt. Eiſe
A. Lokalb.
Dt. Eiſenbé
Schantungxs
Südd. Eiſe 4
Hapag.
Aa
Nordd. Llc
A
Frrft. Allg
Frankonia n
Darmſtädtt;
31.
Bahnbedan=
Dampfk. R0
Helvetia Ki4
utz s
f. Dier
Gebr. Roeſ=
Renti 2

[ ][  ][ ]

Ran 26

Sonntag, den 6. November 1927

de Einigung über das Moſſul=Oel.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
ün. Nach einer Meldung der Abendblätter aus New York

Seite 13

at jatelangen Verhandlungen über die Petroleumkonzeſſion in
zwiſchen den amemkaniſchen, engliſchen, holländiſchen und
Intereſſenten ein Kompromiß zuſtandegekonmmen, das
ſals erſtes Zeichen für die Wiederbehr des Friedens zwiſchen
vo der Standard=Oil gewertet werden kann. Die Oelgruppen
9Läuder ſind übereingekommen, die Aktien der Türkiſchen
usſellſchaft, der die Konzeſſion auf die Moſſulfelder von der
ſnes Irak überlaſſen wurde, zu gleichen Teilen untereinander
Das Abkommen iſt endgültig und gilt für die Dauer der
Nach fünf Jahren hat die Irakregierung das Recht, außer=
öanzeſſion
alles Oelgebiet freihändig zu verſteigeen. Auch das
Wanzeſſionären zu bauende Röhrenſyſtem zwiſchen Moſſul und
göändiſchen Meer in einer Länge von 500 Meilen wird nach
1 fünf Jahren frei für den allgemeinen Gebrauch. Die Kon=
jäßt
bisher 24 Verſuchsfelder von je vier Qnadratmeilen. Ihr
inng iſt alſo 96 Quadratmeilen.

Krumm A.=G., Offenbach a. M. Dieſe Lederwavenſirma
ürk 12 Mill. RM.) verzeichnet für das Geſchäftsjahr 1926
nwen von 667 553 (643 598) RM. Für Unkoſten mußten
4 379) RM. ebgerechnet werden, ſodaß bei Abſchreibungen
F10147) RM. ein Reingewinn von 71 879 (85 071) RM. ver=
deſſen
Verwendung nichts mitgeteilt wird (i. V. 6 Prozent
In der Bilanz gingen dem Immobilienkonto 29 017 RM.
des Debitoven erhöhten ſich auf 1949 707 (1 178 687) RM., die
77 582 631 (517 463) RM. Auf der Paſſivſeite ſind die Kredi=
78 113 (651 516) RM. angewachſen.
ſärwung der Wirk= und Strickwarenfirma Dreyfuß & Moritz,
M.. Die Firma Ferdinand Drehfuß & Moritz in Frankfurt

auch Zweigniederlaſſungen in Berlin, Chemnitz und Apolda
üall in eine A.=G. umgewandelt werden, deren Aktienkapital
ch 1 Mill. RM. betragen wird. Die der Firma angegliederten

ei. Der Witz /4 5
637 274 Doppelit.
nat des Vorjahre
des laufenle
4 588 914
Ablöſt
hat ſich je
hacht= Köhler?
im amerikan
die Auflegut

ermehmungen ſollen weiter ausgebaut werden. Die bisherige
okder Firma Tietz in Berlin und Annaberg bleibt beſtehen.
wuro Deutſche Kohlenbürſten= und Elementefabrik A. G.,
M. Unter dieſem Namen wurde am 1. ds. Mts. in Frank=
h
0. anit einem Kapital von 200 000 RM. die Geſellſchaft gegrün=
ſſite
. Geſchäfte der bisherigen G. m. b. H. gleichen Namens in
w M. und deren Niederlaſſung in Berlin übernommen und
kanweſen in Frankfurt a. M.=Bonames erworben hat.
hhäntemarkt. Am Rohhäutemarkt iſt die Stimmung zwar
ur feſt, auch waren die letzten Verſteigerungen gut beſucht
bo abe der Gebote erfolgte bis auf wenige Gattungen ziemlich
i. Preisbildung iſt aber nicht mehr ganz einheitlich, inſofern
Wagenüber den Oktober=Auktionen Preisbeſſerungen bis zu
ger konnten, währendem ſämtliche Großviehhäute ſich Preis=
affallen
laſſen mußten. Auf der eben ſtattgefundenen 97.
m.Zentralhäute= und Fellauktion mußten ſogar Loſe von
rz ßviehhäuten wegen ungenügenden Preisangeboten zurück=
wrden
, auch Schaffelle konnten nicht alle verkauft werden,
Wrtisangebote ungenügend waren. Im übrigen machte ſich aber
wüſſer Auktion ein weiteres Anziehen der Preiſe bemerkbar.

Chieago, 5. Nov. (Priv.=Tel.).
Kaffee: Am Kaffeemarkte ſetzten auf Gwmd der enttäuſchenben Mel=
dungen
aus Rio und Hamburg Abgaben der Kommiſſionsfirmen ein.
Späterhin nahm der Handel jedoch wieder Käufe vor, und auch die Spe=
kulation
ſchritt zu Deckungen.
Zucker: Am Zuckermarkte traten begrenzte Käufe von kubaniſcher
Seite in Erſcheinung.
Fette: Am Fettwavenmarkte entwickelte ſich die Preisgeſtaltung im
Uebeveinſtimmung mit der feſten Tendenz der Getreidemärkte Kon=
traktmäßige
Andienungen erfolgten nicht. Außerdem wirkte die Vor=
herſage
nur mäßiger Schweinezufuhren anregend.
New York, 5. Nov. (Priv.=Tel.).
Weizen: Der Weizenmarkt verkehrte am Wochenſchluß in über=
wiegend
feſter Haltung. Anregung boten Meldungen über das Auf=
treten
von Schwarzroſt und Einſetzen von Regenfällen in Nord Argen=
tinien
ſowie die feſte Haltung von Buenos=Atres. Aus Süd= Argen=
tinien
wird Froſt gemeldet. Weitere Hauſſemomente bildeten die feſte
Haltung der nordweſtlichen Märkte und die beſſere Nachfrage für Export=
zwecke
. Im Verlaufe kam es wieder zu einem teilweiſen Nachgeben der
Preiſe, da im Winterweizengebiet wohltuendes Wetter angekündigt
wurde.
Mais: Am Maismarkte wirkten die kleinen Zufuhren und das ge=
ringe
Provinzangebot ſtimulievend. Anvegend wirkke ferner die
ſtetige Verfaſſung der Lokomärkte. Außerdem gingen Gerichte um, daß
die Nachfrage des Auslandes an den ſüdlichen Märkten ſteige.

winnmitnahmen wieder etwas ſchwächer.
Hafer: Am Hafermarkte wurde die Tendenz durch die ſtetige Ver=
faſſung
der Lokowärkte und die feſte Haltung der Plätze im Nordweſten
beſtimmt.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 5. Nov.:
Getreide. Weizen: Dez. 126½, März 129½, Mai 13234: Mais:
Dez. 83½, März 87½, Mai 90½; Hafer: Dez. 48½, März 49½8,
Mai 50½; Roggen: Dez. 99½,, März 102, Mai 103½.
Schmalz: Dez. 12,02½, Jan. 12,32½, Mai 12,65.
Fleiſch: Dez. 10,65, Jan. 11,55, Mai 11,75; Speck, loko:
12,25; leichte Schweine 9,0010,00, ſchwere Schweine 9,8510,40;
Schweinezufuhr: Chicago 3000, Weſten 25 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 5. Nov.:
Getreide: Weizen Nr. 2: rot 150¼, hart 141½: Mais, neu
ank. Ernte: 92½ Mehl: ſpring wheat clears 6,506,90; Fracht:
nach England 2,63,6 Schilling, nach dem Kontinent 1415 Cts.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 12,75; Talg, extra 9.
Kakav. Tendenz: kaum ſtetig; Umſatz in Lots: 35; Loko:
15½: November 15,10, Dezember 14,65, Januar 14,48, Febr.
14,38, März 14,39, April 14,48, Mai 14,57, Iuni , Juli 14,65,
September 14,75.

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Adreßbuch der
Kraftfahrzeugbesitzer
Im Volksstaat Hessen.
Im Auftrag des Heſſiſchen Miniſteriums heraus=
gegeben
vom Heſſiſchen Verkehrsverband.
Neuausgabe Oktober 1927.
Etwa 280 Seiten broſchiert:
Preis 4. RM.
Seit der erſten Ausgabe des Adreßbuches (März 1927) ſind
die Zugänge neuer Wagen ſo zahlreich, daß ſich eine Neu=
ausgabe
notwendig machte. Dieſe berückſichtigt den Stand
bis 1. September 1927 und enthält das Verzeichnis aller Be=
ſitzer
von Perſonenwagen, Taſikraftwagen und Krafträdern
im Volksſiaat Heſſen, nach Provinzen und Kreiſen und
Nummern geordnet

Weser=Zeitung
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Produktenberichte.

Berliner Produktenbericht vom 5. November 1927. Wie an den Vor=
tagen
, geſtaltete ſich der Verkehr am Produktenmarkt recht ruhig. Die
Auslandsofferten für Weizen waren wiederum ermäßigt und auch in=
ländiſches
Material war in den Forderungen nachgiebiger. Vor allem
werden geringe Qualitäten dringend angeboten. Die Mühlen ſind weiter=
hin
zurückhaltend infolge des unbefriedigenden Mehlabſatzes. Am Lie=
ferungsmarkte
kam das Geſchäft nur ſehr langſam in Gang, die Preiſe
erfuhren einen Rückgang. Roggen war verhältnismäßig ſchwächer
gehalten. Die Weſternroggenofferten lauteten wenig verändert. Vom In=
land
iſt Durchſchnittsmaterial und beſſeres Material zwar nicht ſehr
reichlich offeriert, aber auch wenig begehrt, da die zu erzielenden Mehl=
preiſe
wenig Rechnung laſſen. Am Lieferungsmarkte waren die Preiſe
gur gehalten und eher feſter. Weizenmehl war in den Forderungen ent=
gegenkommender
, ohne daß ſich jedoch nennenswertes Geſchäft entwickeln
konnte. Roggenmehl hatte bei unveränderten Offerten reguläres
Konſumgeſchäft. Hafer iſt vermehrt angeboten und eher etwas ſchwächer,
Gerſte weiter ſtill.

Viehmärkte.

Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 5. November 1927
wurden zugeführt: 420 Schweine, verkauft wurden 858 Stück. Milch=
ſchweine
wurden verkauft das Stück von 8 bis 13 RM. Läufer das Stück
von 10 bis 35 RM.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Landesbank der Rheinprovinz teilt mit, daß ihre 7prozentigen
und 6prozentigen Goldpfandbriefe nunmehr von der Reichsbank zur
Lombavdierung in Klaſſe A zugelaſſen worden ſind. Damit ſind ſämt=
liche
ausgegebenen Goldpfandbriefe der Landesbank für beleihungsfähig
bei der Reichsbank erklärt.
Mit Wirkung vom 4. November hat die Süddeutſche Zinkblechhänd=
lervereinigung
, Sitz Frankfurt a. M., den Preis für Binkbleche um
2 Prozent ermäßigt. (Letzte Herabſetzung am 22. Oktober um 1½
Prozent.)
Der Geſchäftsbericht der Weſtfäliſchen Drahtinduſtrie, Hamm, die
mit der Friedrich Krupp A.=G. durch Intereſſengemeinſchaft verbunden
iſt, weiſt einen Reingewinn von 473 639 RM. auf.
Wie aus Wien gemeldet wird, haben die Wiener Eiſengroßhändler,
deren Syndikat im September dieſes Jahres infolge des Austrittes
zweier Firmen aufgelöſt wurde, ein Komitee gebildet und dieſes mit
der Führung neuer Kartellverhandlungen betraut.
Die ungariſche Bauxit Truſt A.=G. hat ihre Produktion im laufen=
den
Jahre erheblich ausgeſtaltet. Es wurden in dert erſten neun Mona=
ten
des Jahres 18000 Waggon Bauxit nach Deutſchland ausgeführt.
Wie in eingeweihten Kreiſen verlautet dürfte im nächſten Jahre bezeits
die doppelte Menge erreicht werden können.
Nach einer Meldumg des Journal of Commerce ſind zwiſchen den
großen amerikaniſchen Petroleumgeſellſchaften Verhandlungen einge=
leitet
, die die Errichtung einer Erdölbörſe zum Ziel haben.
Die auſtraliſche Regierung hat beſchloſſen, die ſtaatliche Dampfſchif=
fahrtsliwie
zu den bereits früher vom Parlament gebilligten Bedingun=
ſen
zu verkaufen.

Rheuuna und Sicht
ſind die böſen Begleiter des naßtalten und
ſchlechten Wetters. Aberbanpt bie Erkältungs=
ſchmerzen
, wie Gliederreißen, Jschias, Hexen=
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ſind eine Qnal. Das echte Reichel-
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Seite 15

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über 2½g Jahre. In dieser Zeit hat er rund 80000 km
gelaufen, lch habe keine Anstände gehabt, und die
Maschine geht heute noch so ruhig und elastisch wie
am ersten Tage. / lch habe bisher fünf teuere, schwere
Wagen gefahren, so daß ich mir ein Urteil erlauben
darf. Die Leistungen sind wunderbare. und
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wer 308

Sonntag, den 6 November 1927

Geite 17

ſch und Ausland.
zuführung der Gemeindeſteuern auf
SWein und Branntwein?
iabenerhöhung, welche den Gemeinden
1eamtenbeſoldungsreform droht, hat den
cdtetag veranlaßt, zu fordern, daß den
wieder das Recht gegeben werden ſoll,
mId Branntwein Gemeindeſteuern zu er=
ge
, wird ganz außer acht gelaſſen, daß ſeit
ohaig dieſer Steuern die Belaſtung des
s durch das Reichsmonopol erheblich er=
iſt
, und zwar nicht nur um das Maß

euig durch die fortgefallene Gemeinde=
ean
in einem weit ſtärkeren Verhältnis.
Li in beſteht aber der Hauptgrund, der

u=Aufhebung der Steuer geführt hat,
vei unverändert fort, nämlich die unbe=
o
tſchaftliche Notlage des ganzen deut=
ſta
jes. Ebenſo wenig aber hat ſich etwas
dart, daß die beſondere Form der Ge=
n
eſteuern deswegen als überaus unge=
ſchen
werden muß, weil ſie ſehr leicht
werden können und auch in größtem
yir terzogen worden ſind. Infolgedeſſen
ierum annehmen können, daß der Reichs=
üvere
Stellung jetzt ſchon wieder ändert,
eeunchen Gemeinden werden wohl gut tun,
meren Möglichkeiten umzuſehen, wie ſie
ahre ihren Haushalt ins Gleichgewicht
weiten Kreiſen der Bevölkerung be=
Ueberzeugung, daß es ſehr wohl mög=
überflüſſigen
Ausgaben zu ſparen.
Frankfurter Chronik.
Die Amtsverbrechen eines
wbeamten. Das Urteil. Die
r beendete am Freitag die Verhandlung
6riminalbetriebsaſſiſtenten Schulz und
uchdem noch eine mehrſtündige Bewveis=
rvlgt
war. Es drehte ſich diesmal ins=
m die Nachprüfung von Angaben, die der
ſige Schloſſer Karl Zimmermann ge=
hun
beiden Söhnen des Schulz gemacht
öchluß der Beweisaufnahme nahm Zim=
zuene
Berufung zurück. Nach den Plä=
einer
zweiſtündigen Beratung verkün=
rofitzende
das Urteil, durch das die Be=
eer
Staatsanwaltſchaft verworfen werden,
Grufung des Angeklagten Walter Schulz.
*z wurde wegen fortgeſetzter Amtsunter=
wegen
Verbrechens gegen die Paragr.
d351, ſowie wegen fortgeſetzter Hehlerei
eſrmtzuchthausſtrafe von 117 Jahren und
dſtrafe verurteilt. Die Geldſtrafe und
Monate der Zuchthausſtrafe wurden
Unterſuchungshaft für verbüßt erklärt.
erhielt wegen fortgeſetzter Hehlerei,
zehung einer früher gegen ſie erkannten
ux von einem Jahr und Monaten, eine
hrusſtrafe von einem Jahr und zehn
2 Angeklagten Frau Schulz bewilligte
üür den nicht verbüßten Reſt der Strafe
hge Bewährungsfriſt und hob den Haft=
Mie auf.
ſecafteter Heiratsſchwindler.
Nie sbaden. Feſtgenommen wurde der
Nake Handlungsgehilfe Max Schar=
3 Belſenkirchen, der ſich hier und in an=
u
an gutſituierte Damen heranmachte,
heenüber als Schiffsreeder oder =Makler
Miihnen unter allen möglichen falſchen
Aräßere Geldbeträge und Schmuckſachen
Whe er durchblicken ließ, daß er nicht ab=
rät
ihnen die Ehe einzugehen. Etwaige
mollen ſich an die Wiesbadener Krimi=
W Zunmer 37, wenden, wo auch das Licht=
hupegge
vorgelgt werden kann.
vamal zum Tode verurteilt.
iſen. Vom Schwurgericht wurde nach
halls Berhandlung der Käſer Uhlemayer
Sf wegen zweier Verbrechen des Mordes
Mn Tode verurteilt. Der Angeklagte hatte
MBl. ſeine Geliebte, die ein Kind von ihm
te in einen Hinterhalt gelockt, ſie dort
eckhaufel niedergeſchlagen und ihr mit
Eſe, tödliche Stiche am Hals beigebracht.
Weie er ſein eigenes Kind, das ſeine Ge=
ehwacht
hatte und verſcharrte dann beide
einglocken aus Porzellan.
in Wunderwerk in Meißen.

Entwurf zum Glockenſpiel.
Torzellanfabrik in Meißen iſt mit der
leines Glockenſpiels für den Kirchturm
chmten Porzellanſtadt beſchäftigt. Von
Ageu Glocken, die alle vollkommen aus
ueſtehen, iſt die Mehrzahl ſchon fertig.

Neuer Muſeumsbau in München.
Ergänzung des Lenbach=Haufes.

Das Lenbach=Muſeum in München
wird durch einen Neubau ergänzt, um die ſtädtiſche Gemäldegalerie aufnehmen zu können. Das
Haus des 1904 verſtorbenen großen Malers Franz von Lenbach kam vor drei Jahren in den
Beſitz der Stadt München und enthält wertvollſte Sammlungen.
Untertunnelung der Seeſtraße von Gibraltar.
Projektierte Bahnlinie Paris-Marokko.

Blick auf den Felſen und die Stadt Gibraltar.
In führenden Ingenieur= und politiſchen Kreiſen wird viel über den Plan einer Untertunnelung
der Straße von Gibraltar geſprochen. Die Ausführung des kühnen Projekts würde eine direkte
Bahnverbindung von Paris nach Marokko ermöglichen.

Vier Monate Gefängnis wegen fahrläſſiger
Tötung.
Kottbus. Vor dem hieſigen Schöffengericht
hatte ſich der Hilfsſchrankenwärter Wittchen
wegen fahrläſſiger Tötung und fahrläſſiger Gefähr=
dung
eines Eiſenbahntransportes zu verantworten.
Der Angeklagte hatte vergeſſen, die Schranken eines
Bahnüberganges zu ſchließen, wodurch ein Auto von
der Lokomotive eines Zuges erfaßt wurde. Der In=
ſaſſe
, Oberregierungsrat Harrſch, wurde getötet. Das
Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Ge=
fängnisſtrafe
von vier Monaten, billigte ihm aber
eine dreijährige Bewährungsfriſt zu.
Schwere Bluttat im Norden Berlins.
Berlin. In einem Lokal im Norden Berlins
gerieten zwei unbekannte Gäſte in Streit und
bedrohten ſich mit Revolvern. Sie wurden von dem
Wirt aus dem Lokal verwieſen und gerieten darüber
in ſolche Erregung, daß ſie blindlings in das Lokal
hineinſchoſſen. Dabei wurde eine Perſon getötet.
Auf der Flucht haben ſie weitere Schüſſe auf ihre
Verfolger ab, wobei ein Paſſant getötet und zwei
verletzt wurden. Die Täter ſind entkommen.
Vom Starkſtrom getötet.
Die 17jährige Tochter des Gaſtwirts Max Grütz=
man
aus Fürſtenwalde an der Spree kam abends
beim Abſchneiden einer Antenne mit einer Stark=
ſtromleitung
in Berührung und wurde auf der Stelle
getötet. Ihr Vater wurde ebenfalls von dem Strom
getroffen und erlitt ſchwere Brandwunden. Die
Mutter des Mädchens, die das Unglück mit anſah,
konnte nur mit Mühe daran gehindert werden, ſich
über ihre tote Tochter zu ſtürzen, wobei ſie ebenfalls
vom Strom getötet worden wäre, da die Leiche noch
mit der Leitung in Berührung war.
Fernbeben.
Mailand. Die Erdbebenwarte der Univer=
ſität
Padua hat Freitag nachmittag 15 Uhr während
zwei Stunden ein erhebliches Fernbeben verzeichnet,
deſſen Herd 9500 Kilometer von Padua entfernt ſein
dürfte.
Ein deutſcher Dampfer auf eine Mine geſtoßen.
London. Lloyd meldet aus Reval, daß der
deutſche Dampfer Möve in der Nähe der Inſel
Oeſel auf eine Mine geſtoßen und geſunken ſei.
Drei Mann der Beſatzung kamen dabei ums
Leben, der Reſt wurde gerettet.
Zur Ueberſchwemmungskataſtrophe in Amerika.
New York. Ein Funkſpruch aus Rutland
(Vermont) brachte die erſte Nachricht aus Mont=
pelier
(Vermont) allein ſind wahrſcheinlich 200 Men=
Außenwelt abgeſchnitten iſt. Der Waſſerſtand in
Montpelier beträgt 20 Fuß. Vizegouverneur Jackſon
befindet ſich unter den Toten. Die Zahl der Opfer,
die noch nicht genau feſtſteht, iſt, ebenſo wie der
Sachſchaden, beträchtlich.
200 Tote bei dem Bruch eines Staubeckens?
New York. Nach unbeſtätigten Berichten aus
Montpelier (Vermont) ſollen dort bei einem Bruch
eines Staubeckens 130 bis 200 Perſonen ums Leben
gekommen ſein.

Wirbelſturm.
London. Wie aus Madras gemeldet wird,
verheerte ein Wirbelſturm die etwa 100 Meilen
nördlich von Madras gelegene Stadt Nellore und
Umgebung. In der Stadt ſelbſt ſollen nach den
bisherigen Berichten:300 Perſonen getötet
und viele Hundert verletzt worden ſein. Zahlreiche
Gebäude ſtürzten ein oder wurden ſtark beſchädigt.
Die Ueberſchwemmungskataſtrophe in Amerika.
New’York. Die Blätter berichten über ſtetig
ſteigende Verluſte an Menſchenleben im Uebenſchwem=
mungsgebiet
in den nördlichen Oſtſtaaten. In Mont=
pelier
(Vermont) allein ſind wahrſcheinlich 200 Men=
ſchen
ertrunken. Der Sachſchaden an Gebäu=
den
, Eiſenbahnen und Kraftwerken erreicht mehrere
Millionen.
Der reichſie Mann Europas
geſchäftsmüde.
Der Beſitzer der Spielbank von Monte Carlo
im Ruheſtand.

Sir,Baſil Zaharoff,
der als reichſter Mann Europas gilt, Beſitzer der
Spielbank in Monte Carlo, zahlkeicher Stahlwerke,
Petroleumquellen und Bankbeteiligungen iſt, zieht
ſich, 77jährig, von ſeinen Geſchäften zurück. Er will
ſeinen Lebensabend in ſeiner Villa in Monte Carlo
verbringen. Seine Frau hat er vor einigen Monaten
verloren. Zaharoff ſtammt aus Griechenland,
machte, aber ſchon vor 50 Jahren große Geldge=
ſchäfte
in Paris. Den Grundſtein zu ſeinem Ver=
mögen
hat er als Vertreter einer Kanonenfabrik
gelegt. Doch zu fabelhaftem Reichtum iſt er erſt
als Spielbankbeſitzer geiommen.

Freiſpruch
im Hehdebrandprozeß.
TU. Breslau. Am Samstag wurde zunächſt
das Protokoll der Ausſage des am Freitag in Münch=
witz
(Kr. Trebnitz) kommiſſariſch vernommenen Ma=
jors
a. D. v. Prittwitz und Gaffron verleſen.
Dieſer ſagte aus: Nach dem Tode ihres Mannes
habe die Verſtorbene einen ſehr wankelmütigen
Charakter angenommen und ſei unberechenbar ge=
weſen
. Auch habe ſie ſich von dem erſten Mann mit
einer Geſchlechtskrankheit angeſteckt. Der Zeuge gibt
weiter an, daß die Verſtorbene geiſtig nicht völlig
normal geweſen ſei. Er, der Zeuge, habe zwiſchen
den Ehegatten wiederholt vermittelnd gewirkt, zu=
meiſt
aber ohne Erfolg. Von beſonderem Intereſſe
iſt die Tatſache, daß dem Rechtsanwalt der Gegen=
partei
, Juſtizrat Friedländer, ein Telegramm aus
Berlin zugegangen iſt, in dem er von unbekannter
Seite aufgefordert wird, zu veranlaſſen, den Magen
der Verſtorbenen unterſuchen zu laſſen, da es immer=
hin
möglich ſei, daß derſelbe Gift enthalte. Der
Vruder des verſtorbenen Ehemannes der Frau
von Heydebrand verſicherte auf ſeinen Eid, es ſei
ausgeſchloſſen, daß ſich die Verſtorbene von ihrem
erſten Ehemann angeſteckt habe. Der Zeuge Land=
gerichtsrat
v. Zaſtrow iſt auf Wunſch der Ver=
teidigung
vorgeladen. Er kennt den Angeklagten
ſeit einer langen Reihe von Jahren und kann ihm
nur das beſte Zeugnis ausſtellen. Als erſter Sach=
verſtändiger
wird Prof. Dr. Schlayer=Berlin
vernommen. Er iſt einmal von der Verſtorbenen
konſultiert worden. Der Sachverſtändige bekundet,
Frau von Heydebrand habe an ſchweren nervöſen
Zuſtänden und einer ſchweren Geſchlechtskrankheit
gelitten. Prof. Förſter, der die Verſtorbene genau
unterſucht hat, iſt zu einem abſchließenden Urteil
nicht gekommen. Dr. med. Sporleder=Guhrau
kann weſentliche Angaben nicht machen. Dr. med.
Knorr erzählt von Vorgängen aus dem Jahre
1920. Schon damals habe ſich Frau von Heydebrand,
die ſeinerzeitige Frau von Zobeltitz, einer Salvar=
ſankur
unterziehen müſſen. Er perſönlich habe ihr
drei derartige Injektionen gegeben. Die Diagnoſe
des Sachverſtändigen geht dahin, daß bei Frau von
Heydebrand beginnende Paralyſe auf ſyphilitiſcher
Grundlage vorhanden war, deren Zuſtand ſich im
Laufe der Jahre nur verſchlechtert, aber nicht ge=
beſſert
habe. Die Zeugin Hoffmann meldet ſich
zum Wort und gibt an, daß die Verſtorbene eine
ausgeſprochene Antiſemitin geweſen ſei. Gerichts=
medizinalrat
Dr. Strattmann gab hierauf ein
ſſehr ausführliches Gutachten ab, das in ſeinen
Schlußfolgerungen dahin ging, daß ein Selbſt=
mord
ſehr wohl vorliegen könne.
Dr. med. Schmidt beſtätigt im weſentlichen die

Regierungsrat von Heydebrand und der Laſa
Angaben von Dr. Strattmann. Auch Schießſachver=
ſtändiger
Bachalin=Berlin erklärt ſich mit dem
Gutachten der beiden Sachverſtändigen einverſtanden.
Der Sachverſtändige hat genaue Unterſuchungen an
Ort und Stelle im Bett der Verſtorbenen angeſtellt
und iſt überzeugt, daß hier kein Mord,
ſondern ein typiſcher Fall von Selbſtmord
vorliegt. Er ſei erſtaunt geweſen, daß trotzdem
Anklage wegen Mordes erhoben wurde.
Freiſpruch beantragt.
Nach ſeinem Plädoher beantragte der
Staatsanwalt Freiſpruch. In ſeinen
Schlußausführungen bemerkte er, daß der Schatten
des Verdachts von dem Angeklagten zwar nicht ge=
nommen
werden könne; ein alter Grundſatz laute
aber, in zweifelhaften Fällen ſei immer zugunſten
des Angeklagten zu urteilen. Aus dieſem Grunde
könne er die Anklage nicht aufrecht erhalten.
Am Nachmittag wurde das Urteil gefällt. Der
Angeklagte wurde freigeſprochen. In der
Urteilsbegründung heißt es, das Gericht habe durch
die dreitägige Verhandlung die Ueberzeugung von
der völligen Unſchuld des Angeklagten ge=
wonnen
.
Der Ozeanflug der D 1220.
Horta. Der Pilot Merz, der am Freitag
hier gelandeten Heinkelmaſchine D 1220 erklärte: Die
D 1220 iſt am Freitag vormittag 6.21 Uhr im Liſſa=
boner
Marinehafen trotz ſchwerer Maſchine glän=
zend
hochgekommen. Die uns zuteil gewordene Be=
handlung
und Hilfe während unſeres Aufenthalts
im Liſſaboner Marinehafen war überaus freund=
lich
. Auf dem Fluge nach den Azoren hatten wir
erſt gutes Wetter und günſtige Winde, dann häufig
Windwechſel und oft keine Sicht. Wir hielten uns
zeitweiſe nur drei Meter über Waſſer, um unter den
Wolken durchzukommen. Wir flogen weit nördlich
von San Miguel, ſteuerten Terceira an, überflogen
es, nahmen einen richtigen Kurs zwiſchen PicoSan
Jorge und landeten im Hafen von Horta glatt.
über den Weiterflug kann noch nichts geſagt werden.
Die Seeverhältniſſe waren Freitag abend noch nicht
zu überſehen. Es herrſchte ziemliche Dünung.
Die Opfer des Fährunglücks bei Sidney.
Sidney. Die Geſamtzahl der bei dem Unter=
gang
der Fähre ums Leben gekommenen
Perſonen beträgt, nach den bisherigen Feſtel=
lungen
86.

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Der ungünſtige Sommer hatte die Seebedürftigkeit der
eganten Welt auf ein Minimum heruntergeſchraubt, und
Penſions= und Hotelbeſitzer des holländiſchen Seebades
eegten daher wohl nicht mit Unrecht über den miſerablen
Helchäftsgang. Die großen Strandhotels ſtellten bereits
Betrieb ein und machten mit ihren endloſen rolläden=
aoehrten
Fronten einen durchaus toten Eindruck. Strand=
i
be und Badokarren wurden in Unmengen ins Winter=
Mrrrtier befördert, Badeanſtalten und ſonſtige Buden ab=
ek
ien.
Ein paar kleine Anläufe zum Beſſerwerden nahm das
Achietter indeſſen doch noch. Dann ſah man in den warmen
it tagsſtunden die beſcheidenen Neſte ſommerlicher Eleganz
ucen wenigen noch geöffneten Kaffees ſitzen oder auf dem
1 Ahpr, der wohl hundert Meter weit in die See hinausführt,
te und abwandeln. Da ſaßen dann in der wärmenden
Nrnne, windgeſchützt durch die Glaswände, eine ſchwarze
Minrſe mit ihrem hellhäutigen Baby, ein paar niedliche junge
MAädchen und vorzüglich Ehepaare aller Stände und Jahr=
Mugge. Ein altes Pärchen traf ich beſonders häufig. Der
As Mann im Bratenrock und das alte Weibchen nach der
Node etwa um 1880 gekleidet als wären ſie einem alten
Mrrtenlaubenbande entſprungen. Auch die unvermeidlichen
Mrutſchen Couriſten, denen nichts neu iſt, die aber trotzdem
HMdes mit lautem Halo begrüßen, fanden ſich eines Cages
NI dem Pier ein, von einer ſchuinbar recht geſchäftstüchti=
A7 Holänderin geführt. Die rundliche Dame, die meiſten
ock länderinnen ſind groß und kräftig und neigen zu einer
Siwilſen Sülle, lauſte unausgeſetzt hin und her, um Anſichts=
Narten, Nauchwaren und deutſche Seitungen für ihre ver=
iedenen
Schutzbefohlenen zu erſtehen, die ſich ſcheinbar
acht lelbſt einzukaufen getrauten vielleicht hatten ſie,
enlo wie ich, bereits ihre Erfahrungen gemacht.
Der ſiegende Händler in den großen Modebädern hat
Sginerinſtinkte er betrügt gern, ſobald er merkt, daß
ain mit der Münze nicht vortraut iſt. Außerdem iſt er neu=
Werig wie ein kleines Kind, und ebenſo der Strandpoliziſt,
enen 2s Dutzande gibt. Es iſt kaum möglich, an einem
a chen vorbeizukommen, ohne genaue Rechenſchaft über
Lam und Art, Alter, Nationalität uff. abgelegt zu haben.
2 ceint das eine Art Herbſtkrankeheit des vom Strand=
Mbikun lebenden Holländers zu ſein, denn im Sommer iſt
Di9 gewiß unnöglich, derartig intenſiv um nicht zu
gene Unverfroren in die Pluche jedes Einzelnen einzu=
Mingen!
29 war eines ſchönen Sonntags in den Dünen einge=
Moien, Ais ich davon erwachte, daß mich jomand ſanft am
Nein rüttelte, Es war einer der berühmten Strandverkäufer.

Von Marie Horft.
Vergeblich hatte er bei dem ſtürmiſchen Wetter
den menſchenleeren Strand abgeklappert, und
endlick hocherfreut mich einziges Lebeweſen ent=
deckt
: Mufrouw, wat belieft (meine Frau,
was beliebt Ihnen, zu kaufen)? Mir beliebte
eigentlich gar nichts; ich hatte Wut auf den
unverſchämten, alten Kerl; aber nachdem ich
alle ſeine ſchwer verſtändlichen Fragen beant=
wortet
hatte erſtens hatte er keine Sähne
mehr und zum anderen ſprach er irgend einen
Dialekt , nahm ich doch eine Cafel Schoko=
lade
, nur um ihn loszuwerden. Swar pries er
mir noch herzbeweglich die Vorzüge von drei
halb verfaulten Bananen, aber ich blieb feſt,
und wir trennten uns. Meine deutlich bekun=
dete
Abneigung gegen ſeine Früchte hatte ihn
nicht gekränkt, denn nach fünf Minuten ich
ſchlief gerade zum zweiten Male ein kam er
wieder und machte mir klar, daß ich mir den
denſbar ſchlechteſten Platz ausgeſucht hätte.
Kein Sträuben half ich mußte meine Sieben=
ſachen
zuſammenſuchen und unter ſeiner Führung
ein beſſeres Quartier beziehen. Der Menſchen=
freund
hatte Necht gehabt jetzt denken Sie,
zum Dank hätte ich ihm die Bananen abge=
kauft
? Nein weit gefehlt , er fragte mich
nur noch einmal wie in der Schule meine ganze
Naturgeſchichte ab und ging dann endgültig
mit meinen präziſen Anworten ſichtlich zufrieden.
Als ich eines Morgens weit draußen frei=
badete
, kam einer der mir nun ſchon wohlbe=
kannten
Poliziſten auf mich zu: Gleich kommt
die Königin! Ueber meine Frage, ob das etwa
hieße, daß ich mich drücken müßte, um die
königlichen Augen nicht durch meinen Anblick
zu beleidigen, war der Hüter der Ordnung ſehr
erſtaunt ſo etwas gäbe es in Holland nicht.
Bald darauf kamen dann zwei rundliche Damen,
die Königin und die Prinzeſſin Juliane, den Strand entlang
geſtapft. Beide waren reichlich vermummt für den Spazier=
gang
, und ich konnte daher nur aus der kräftig ausholen=
den
Gehweiſe ſchließen, daß ſowohl Mutter wie Cochter lſich
bei guter Geſundheit befinden. Das anſpruchslole Auftreten
der beiden Frauen entſpricht durchaus der Einfachheit, mit
der die Königin im Haag Hof hält das königliche Palais
iſt äußerlich mehr als ſchmucklos und ihrer Vorliebe für
das beſcheidene Landhäuschen, welches ſie in einer der
Dünenmulden beſitzt.
Das häufig reichlich kühle Wetter machte längeres Ver=
weilen
am Strande unmöglich und gab Veranlaſſung zu
mancher Streife durch das Fiſcherdorf Scheveningen und
die umliegenden Ortſchaften. Immer wieder machte mir
die freundliche Neugier Spaß, mit der bereits Kinder ſich
mein Stehenbleiben auf der Dorſtraße zunutze machten:
Suchen Sie etwas? Natürlich ſteckt in allen dieſen Fra=
gen
ein gut Ceil der durch den Fremdenverkehr hervor=
gerufenen
Crinkgeldſucht. Aber auf der anderen Seite hatte
man dadurch niemals das Gefühl, verraten und verkauft zu
ſein weil einem ſo nett kleinſtädtiſch in den Suppentopf
gekuckt wurde.
Die holländiſchen Häuschen von außen das Sauberſte,
was man ſich denken kann, auch die Hütten der Aermſten.
An mancher leerſtehenden Wohnung fand ich ein großes
Schild: Als undewohnbar erklärt. Ich habe nicht recht

ergründet, ob es in Holland eine Kommiſſion gibt, welche
baufällige Häuschen mit derartigen Vermerken verſieht. Da
es in Scheveningen prachtvolle große Siedlungsneubauten
z. B. Mövenhof, den ſtillen Strand u. a. gibt, nehme
ich an, daß man den Bewohnern baufälliger Hütten dort
eine neue Bleibe anweiſt verſchiedene niedergeriſſene
Straßenzüge ſprechen dafür.
Holland iſt uns in der Anlage ſolcher Cypenbauten weit
voraus. Was dort allerorts geleiſtet wird, ſowohl in Form=
ſchönheit
wie Sweckemäßigkeit, hat mich reſtlos begeiſtert.
Die Nuhe dieſer Faſſaden, die niemals eintönig wirkt, die
verblüffenden Ecklöſungen, die Suſammenfallung großer

Häuſerblocks, beiſpielweiſe durch einen flachen Bogen, wirkt
überwältigend. Neugierig tritt man unter den erſten, um
zu bemerken, daß uns nur ein großer, mit Grün beſtandener
Binnenhof von dem zweiten Corbogen trennt, und daß auf
dieſen ein dritter und ein vierter folgen. In einem Land,
das ſo großzügig für geſunde Wohnungen ſorgt, muß ein
geſundes Geſchlecht heranwachſen. Ich ſage muß und
eigentlich iſt es das ſchon. Ich habe lange nicht ſo viel
ſchöne, wohlgewachſene Menſchen geſehen.
Die holländiſche Siſcherfrau iſt von merkwürdigem Lieb=
reiz
. Faſt ſcheint es ſo, als ob mit der ſeit Jahrhunderten
gleichen Cracht auch ihre Geſichter eine gewiſſe Gleichförmig=
keit
nicht Langweiligkeit bekommen hätten. In den
weichgeſchnittenen, zartfarbigen Sügen liegt häufig ein ſanft
zufriedener Ausdruck. Je nach dem Landſtrich weicht die
Cracht in verſchiedenem voneinander ab.
Das holländiſche Kind iſt in ſeiner Unbekümmertheit
nicht verſchieden von ſeinen deutſchen Altersgenoſſen nur
flachsblonder, nur eigenwilliger im Ausdruck, was ſich
manchmal in erſtaunlicher Beſinnlichkeit der Augen kundgibt.
Der Siſcher ich ſah ihn heimkommen von der Fahrt
über den Kanal mit ſeinem Kutter; ſechs Wochen war er
fort geweſen hat die wortloſe Selbſtverſtändlichkeit für
ſein Cun und Laſſen, wie ſie den meiſten naturverbunden
lebenden Menſchen eignet. Er macht nicht viel Aufhebens
von dem Wiederſehen mit Weib und Kindern er war
einfach wieder da und ging mit den Seinen nach Haus.
Ich habe die Geſichter dieſer Männer durchforſcht da
pulſiert keine nervöſe Erregung und zieht keine brutale
Furche von der Nale zu den Mundwinkeln. Im Kampf des
Einzelnen mit den Elementen iſt für Brutalität kein Raum.
Das Meer iſt ſtärker als er das weiß der Fiſcher. Ob
es vielleicht das Gefühl einer ſtändigen Kindſchaft dem Meer
gegenüber iſt, was den Geſichtern dieſer Männer ſolch einen
undefinierbaren Ausdruck verleiht?
Gegen Abend ſtehen gewöhnlich Gruppen von vier bis
fünf Siſchern im Windſchutz der großen Strandhotels und
ſchauen unbeweglich, kaum ſprechend, hinaus auf die See
es wird nur geraucht und geſpuckt. Beobachten ſie nur die
ſtändig wechſelnde Beleuchtung, oder fühlen ſie den aufkom=
menden
Sturm und warten beunruhigt auf ein Schiff?
Nichts hat mich jedoch mehr bewegt, als wenn ſich all=
abendlich
mühſam gegen den Sturm ankämpfend ein
altes gebücktes Männlein, auf ſeinen Stocke geſtützt, mit
freundlichem Suruf an mir vorbeiſchleppte. Och wußte zu
gut, was ihn zu dem beſchwerlichen Gang veranlaßte: nur
noch einen Blick auf die geliebte See zu werfen es könnte
doch mal der letzte ſeinl der letzte Blick auf die See, die
ihn einſt genährt und ihm inzwiſchen vieleicht mehr genom=
men
hat, als auf dem guten, von weißem Bart umrahmten
Geſicht geſchrieben ſteht, und der er doch verbunden bleibt
in Liebe bis zum letzten Atemzuge.

HAHHHAHAENERHAHAIBÄHÄA
in Dnnurgrng an n en gn ungngeenenmmgmnnnn

THAEAInannaannaganzangn

[ ][  ][ ]

Die Geſchichte der alten Stadt Cognac am Ufer der Charente
verliert ſich im Dunkel von über zwei Jahrtauſenden. Sie be=
ginnt
in jenem fernen Seitalter, wo ſich die Menſchen an den
Flußläufen anſiedelten, als dieſe die natürlichen und bequemſten
Verkehrswege durch die dichten keltiſchen Wälder darſtellten.
Jene Urbewohner von Cognac waren Siſcher. Sie pflanzten
auch den Weinſtock und trieben frühzeitig Handel mit Wein,
Holz und Salz. Nom gab der Siedlung den Namen Condate‟.
Hier ging die alte kaiſerliche Heerſtraße PérrigueuxSaintes
vorüber.
Unter römiſcher Herrſchaft begann die Blüte Lognacs, bis
neun Jahrhunderte ſpäter die Einfälle der Normannen den
Wohlſtand der Stadt ernſtlich bedrohten. Um den Naubzügen
der Piraten Widerſtand zu leiſten, wurde damals das erſte Kaſtel
erbaut, und bald galt Cognac als einer der feſten Plätze der
Gegend. Die Luſignan, eine adelige Familie aus Poitiers,
folgten dem lokalen Herrengeſchlecht, bis 1328 Cognac an das
königliche Haus der Valois fiel. Im 100jährigen Krieg mußte
Cognac verſchiedene Belagerungen über ſich ergehen laſſen. Die
größten hiſtoriſchen Erinnerungen Cognacs knüpfen ſich jedoch
an den Noi=Chevalier, an Frangois I., der am 12. September
1494 in Cognac geboren wurde. Im Jahre 1526 kam er mit
ſeinem Hof nach Cognac zurück, um ſich von ſeiner in Madrid
durch Kaiſer Karl V. erduldeten Kerkerhaft zu erholen. In
dem neuerbauten Schloß der Valois wurde am 22. Mai des
gleichen Jahres mit einer Pracht und einem Pomp, von dem ſich
unſere nüchterne, zweckmäßige Seit keine rechte Vorſtellung
machen kann, die Sainte=Ligue (heilige Allianz) gegründet,
eine Art Société des Nations, ein Völkerbund des Mittel-
alters‟
. Ein enges Bündnis wurde zwiſchen Papſt Klemenz VII.,
dem ſehr chriſtlichen König Fransois I., der Nepublik von
Venedig, der Nepublik von Slorenz und dem Herzogtum Mai=
land
abgeſchloſſen. Der König von England wurde zum Pro=
tektor
dieſer heiligen Liga erwählt, und auch dem Kaiſer
Karl V. war ein Sitz im Nate reſerviert worden. Das war
der owige Weltfrieden. Wie lange der ſchöne Craum gedauert
hat, lehrt uns die Geſchichte. Bald begannen jene fürchterlichen
Neligionskriege und Verfolgungen, unter denen auch Cognac
zu leiden hatte.

Die reformierte Kirche hatte in Cognac etwa 1200 Anhänger
worunter Kunſthandwerker, Kaufleute, Aerzte und einige Edel=
leute
. Crotz des weiſen Ediktes von Nantes (Heinrich IV.)
welches den Reformierten Neligionsfreiheit zuſicherte, hatten
zahlreiche Geiſter es keineswegs aufgegeben, die katholiſche‟
Einheit der franzöſiſchen Kirche wiederherzuſtellen. Die katho=
liſche
Reform des Cridentiniſchen Konzils, die Jeſuiten, andere
religiöſe Orden, drängten die Proteſtanten immer mehr zurück.
Eifriger als irgend ein anderer verſuchte ſpäter auch Lud=
wig
XIV., dem der katholiſche Klerus und die öffentliche Mei=
nung
beiſtanden, den Katholizismus wieder zur einzigen Staats=
religion
zu machen, dem ſinnlichen, prunkliebenden Noi=Soleil,
dem Alleinherrſcher, der den Satz geprägt hatte: UEtat, e’est
Moi! war auch der aufrichtig Gott ſuchende, dem Kirchen=
pomp
abholde reformierte Chriſt kein ſympathiſcher Untertan.
Die Hugenotten wurden frühzeitig verdächtigt, mit den Landes=
feinden
gemeinſame Sache zu machen. Crotz vieler Abſchwörun=
gen
und religiöſer Streitigkeiten hat Cognac keineswegs eine ſo
blutige Neligionsgeſchichte wie manche anderen Städte Frank=
reichs
. Nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes (22. Okt.
1685) verlor Cognac weſentlich an Bedeutung. Wenn auch
manche Abſchwörungen des neuen Glaubens vorkamen, ſo zogen
doch piele Hugenotten die Auswanderung den Bedrückungen und
Verfolgungen vor. 1622 zählte Cognac noch zirka 1800 Seuer=
ſtollen
, im Jahre 171o deren nur noch 1080, und kurz vor der
Nevolution hatte Cognac nicht mehr als 3000 Einwohner. Heute
iſt ihre Sahl 18 880.
Dieſe kurz /kizzierte hiſtoriſche Notiz iſt für den Beſucher
von Cagnac nicht unnütz, denn ſie bringt ihn in ein richtiges
Verhältnis zu dem erſten Eindruck, den er empfängt, wenn er
die keineswegs moderne Staatsbahn (Chemins de fer de UEtat)
verlaſſen hat und in Alt=Cognac altertümliche, hochherrſchaft-
liche
, zweiſtöckige, häufig unbewohnte Häuſer aus rieſigen, maſſi=
ven
weißen Kalkſteinquadern mit ungemein hohen und breiten
Fenſtern und Cüren erblickt, die an eine längſt verklungene ge-
waltige
, herriſche Seit erinnern. Sie bilden wie das alte Schloß
Sranz I. und die prächtigen trotzigen Brückentürme am Ufer
der Charente zu den üpigen, opulenten neuen Villen und Schlöſ=
ſern
der reichen Cognac=Brenner einen eigenartigen Kontraſt.

Das Fraulein vom Stein

Von Wilhelm Schäfer.
Marianne vom Stein, des Neichsfreiherrn Schweſter, war
von ſeiner unbeugſamen Art, nur kränklich und ſchon ein ält=
liches
Fräulein, els der Miniſter aus Preußen flüchten mußte.
Um den Plackereien der Kriegszeiten zu entgehen, war ſie
Stiftsdame in Wallenſtein geworden, wo ſie äußerlich das Daſein
alter Damen teilte, die zwiſchen der häuslichen Abſonderung
ihrer Famitien auf die leeren Plätze geraten ſind, und leſend,
muſizierend, auch wohl mit einer Partie Carochk die unnützen
Cage füllen, wenn ſie nicht irgendwo mit Handarbeiten oder ſonſt
der Wirklichkeit die kleinen Liebesdienſte tun.
Doch auch dergleichen war damals ſtaatsgefährlich; denn
als nach dem verunglückten Putſch des Freiherrn von Dörnberg
in Kurheſſen eine geſtickte Fahne gefunden wurde, hing ein
Saden daran, der den Franzoſen den Weg nach Wallenſtein
zeigte, wo ſie tatſächlich von einem Fräulein von Baumbach in
aller Heimlichkeit geſtickt worden war. Eines Abends langte
vort eine geheime Warnung an, die alten Damen mit ſchlimmen
Ankundigungen zu ängſtigen, ſo daß ihrer neun am nächſten
2llorgen abreiſten und Marianne vom Stein die alte Oberin mit
einer halbtauben Dechantin nur mit Mühe dabehielt. Sie Fannte
aus eigener Erfahrung die Hinterhaltigkeit ſolcher Warnungen
und vermutete gleich, daß es den Franzoſen mehr um das Stifts=
vermögen
von dreihunderttauſend Calern als um die Sahne
ginge. Jünf Cage ſpäter wurde Wallenſtein frühmorgens von
Huſaren umzingelt, als ob es eine Seſtung wäre, und durch die
Macht ihrer Karabiner gedeckt, begann ein Kommiſſär die pein=
liche
Unterſuchung.
Es war ein Franzoſe von der Sentralgewalt in Mainz, ein
lang aufgeſchoſſener Menſch, der ſeinen Schnurrbart in einent

ſchwarzen Nöllchen unter der Naſe trug, um die Haſenſcharte zu
verdecken; er trat den Damen zunächſt nicht bösartig und mit
der ſichtbaren Abſicht entgegen, eine weltmänniſche Sigur zu
machen. Die Oberin, ein verdattertes Frauchen, das ſchon die
Karabiner auf ihre Bruſt gerichtet ſah, wollte ihm weinend ihre
Unſchuld beteuern; Marianne vom Stein aber drängte ſie zu der
Dechantin in den Stuhl zurück, der ſie dann wie ein Kind weinend
auf dem Schoß ſaß, und führte die Unterhaltung mit ſo kalter
Würde, daß der Franzoſe ſeine geplanten Verſuche bald aufgab
und dieſe Stiftsdamen die umgedrehte Weltordnung höhniſch
ſpüren ließ, wo ein Bedienter denn das war er geweſen
auch einmal drei adelige Fräulein nach ſeinen Launen kujonieren
konnte. Er machte ihnen zum Schluß, während draußen ein
Srühlingsgewitter gemächlich heranballerte und die Oberin vol=
lends
blaß werden ließ, ein Protokoll, das die feſten Verſiche=
rungen
ihrer Schuldloſigkeit als überführte Ausreden und ziem=
lich
alle Punkte der Anklage als Geſtändniſſe enihielt; danach
quartierte er ſich mit den Huſaren im Stift ein, die Antwort von
Mainz auf den Bericht abzuwarten.
Es dauerte faſt eine Woche, bis ſie kam, unterdeſſen ſtolzierte
der mit der Haſenſcharte in den Gemächern, den Gärten und
Seldern des Stifts herum, als ob er der Sutsherr wäre und die
drei Stiftsdamen als unumgängliche Gäſte hätte. Jeden Nach=
mittag
um ſechs Uhr ließ er im Speiſeſaal die Cafel aufs ſorg=
fältigſte
herrichten, wobei ihm ſeine Erfahrung ſichtlich zuſtatten
kam, und ließ die Damen dazu bitten. Die eingeſchüchterte
Oberin, die heimlich dem Fräulein vom Stein und ſeiner Un=
beugſamkeit
das ganze Unglüick zuſchrieb, wäre jedesmal ge=
gangen
, wenn nicht Marianne ſie und die andere mit beſtimmter
Sewalt im Zimmer gehalten hätte, während der Kommiſſär
allein an ſeiner Cafel ſaß. Als ob die beiden nicht von den
Huſaren, ſondern von ihr gefangen wären, ſo mußte ſie aufpalſen,

Jumitten dieſer mittelalterlichen Neminilzenzen ſim
nereien, die Chais, die ausgedehnten oberirdkit
räume der größten Cognac=Firmen: Henneſſy u. 9
u. Cie. (ſeit 1715), Barriaſſon u. Cie., Otard, Dif
(ſeit 1795), Pelliſſon, Pére u. Cie., Augier Frere / E
1645 und mithin die älteſte Brennerei von Cognac / cu
Häuſer.
Dieſes Ineinanderwachſen von mittelalterlicher, 94
heit großen Stils, neuzeitlicher Induſtrie und nüchtein M
nom Handelsgeiſt hat hier etwas Heteroklitiſches, Arſd
Störendes. Dieſer unangenehme Eindruck will um
Wanderung durch Cognac nicht verlaſſen.
Der Handel mit Salz und Wein wurde ſchon f!
1625 ſchrieb Bernard de Javerzac von der Gegendiy
Le vin veroit en abondance
Et depasse en son excellence
Les meilleurs erus de Frontignac,
Et Bacchus, ce parfait ivrogne
Naime a peindre sa rouge trogne
Que du meilleur vermillon de Cogr-/
(Frei überſetzt):
(Hier ſpendet in Fülle Wein das Land
Es übertrifft der edle Cropfen
Das Beſte, was ſie in Frontignac
Jahrein, jahraus verpfropfen . . .
Drum greift auch Bacchus der trinkende‟
Nur in Cognac zum vollen Slaſe,
Und begießt mit dem herrlichſten Notweis
Die leuchtend =rote Naſe.)
Die Herſtellung und der Handel von Weinbre///
vie dem weltberühmten Cognac (fine Champagne
der Grande Champagne, ſind verhältnismäßig jüngrehi
Die älteſte, heute noch beſtehende Cognac=Brer
Fa. Augter Freres u. Co., die im Jahre 1643 von PeSc4l
die von La Nochelle zugewandert waren, gegründetiP"
Sirmen von Weltruf, wie Martell u. Cie. und Her/ Au=
daß
ſie die ſorglos offenen Core nicht doch nock
Slucht benutzten und ſo den Franzoſen das erwi
ſtändnis ihrer Schuld gaben.
Am ſechſten Abend endlich kam der Veiter wrinhul
Bericht aus Mainz; die Angeklagten ſollen in vies ?"
erſcheinen. Die Oberin, die ſich ſchon erſchol.70
Seſtungsgraben ſah, konnte ihren Jammer nicht mugeinkde.
auch die Oochantin verlor die Schweiglamkeit der Ml. L
und klagte den gefährlichen Eigenſinn an; Mari 78
Pächtern am nächſten Morgen die letzten Anweiſt !"
die beiden Alten mit einem Hularen als Wächter in ie
lenen Wagen und ſetzte lich ſelber zu dem anderen 2"
indeſſen der Kommiſſär in leiner Kaleſche nachlit
und links Huſaren ritten.
Es war im Juni, als dieſe Sahrt geſchah, die 9.*
Stücſe von Deutſchland führte. Die Sonne ſchier2
langem Negen, und die Wieſen ſtanden vor dem A"
von den dunklen Caunenhöhen hingen die Buch
dicht an die Dörfer herunter; überall war die heim.
Hügellandſchaft, in der nur manchmal am Hor!??"
Rücken höherer Berge ſtanden oder ein Sluß Ate
Cal glänzte; immer wieder aber trennten Grenzpl."
goſtrichenen Landesfarben in die Gebiete der 200
ab, die um ihrer Exiſtenz willen Vaſallen Napoleol.
oder Großherzöge von ſeinen Gnaden gewordell. "
anne hätte nicht die Schweſter des reichsunmittelbat
vom Stein ſein müſſen, um dieſe Fürſten als Sinne"
ſchen Sänkerei zu haſſen; nun aber auf ihrem Boß Hol

wie die weinerlichen Damen in dem Wagen Ve‟
ſio ihren Bruder nicht verſtand, daß er nach Preich
war ſtatt zum Kaiſer, wohin ihr jeder gute Vel.
landesverräteriſchen Seit zu gehören ſchien, 1o bick

[ ][  ][ ]

indruck M
icht verlaſſen.
und Wein wurde
Javerzar von der G.
en abondance
en son ekcellenee
crus de Fronig
ce parkait ivrogne
e sa rouge 108

Mſtor geſchätzte Marken herſtellen und die weitaus bedeu=
MBrennereien und Kellereien in Cognac beſitzen, wurden
m ss. Jahrhundert gegründet. Sie ſind kaum 200 Jahre
0u Martell waren von Jerſeu, die Henneſſy von Irland
ſtuwert, und dieſer Umſtand mag auch den bedeutenden
ron Cognac (Brandy) nach den angelſächſiſchen Ländern
Nin und erklären, warum die beſten Qualitäten engliſche
hnungen (in abgekürzter Form) erhalten. Die Flaſchen
Pra4 im Ausſchank befindlichen oder in Flaſchen käuflichen
ſther angeſehenſten Firmen, wie z. B. Martell oder Hen=
* 3
Nüſh.-) tragen ein Etikett mit **. Das iſt ein junger,
ſer Cognae, der in Frankreich etwa mit 78 Mark die
m Einzelhandel bezahlt wird. Beſſere Qualitäten ſind:
V.0. (Bery Old)
V.O.P. (Very Old Pale)
V.S.O.P. (Veru Superor Old Pale).

ſereitere Qualität iſt ein Cognac, den der verwöhnte Fein=
f
und Kenner mit Genuß trinken kann. Man ſerviert
ügem feinen, kleinen, aber ziemlich weiten Gläschen, das
ner geſchloſſenen Hand wärmt‟. Der Cognac ſtrömt
bmn köſtlichen Duft aus, der an den Weinberg in Blüte
. Ein Kenner wird einen ſolchen Cognac auch nicht wie
hevöhnlichen Nachenputzer in die Gurgel gießen. Er
Di nicht hinunterſchütten, ſondern langſam, in kleinen
ſa. trinken, wobei er ſich von Seit zu Seit mit der Naſe
Aiee er trinkt. Ein guter alter Cognak rieſelt angenehm
Niu über Sunge und Gaumen, hinterläßt einen ausgeſpro=
raubenwohlgeſchmack
und verbreitet kurz nach dem
mohltuende Wärme in Lunge und Bruſt. Außer den
mar gibt es noch ganz beſonders koſtbare alte Jahr=
u
2 ſehr hoch im Preiſe ſtehen. In einem alten Hauſe in
hervierte man uns mit faſt relegiöſer Seremonie einen
Lagnac aus dem Jahre 1854. Dies war in der Cat ein
ſeckerer Crank. Im Handel ſind derartige edle Flüſſig=
9t, oder nur in geringen Quantitäten, für ganz ver=
(oaumen, oder für Snobs, die gerne als Kenner und
b cker gelten möchten, und dann noch für jene inter=
We Kundſchaft, die oft nicht weiß, wie ſie ihre hohen Ein=
Nurzehren ſoll.
RMorand kann überall in der Welt hergeſteillt werden,
*ader nur in Cognac, wie 2Künchner Bier nur in Mün=
Mige Weine der Grande und der Petite Champagne‟
B-7 beſondere Eigenſchaften und Vorzüge. Der Boden,

das Klima, ſchaffen im Verein mit Verhältniſſen, wie ſie zur
Herſtellung von Cognac nirgendwo gleich günſtig angetroffen
werden. Man vergleicht den Himmel von Cognac mit dem von
Venedig, und nicht ohne Grund. Das abendliche Sirmament an
den Ufern der Charente hat in der Cat ein unbeſchreiblich mil=
des
, feingeſtimmtes, warmes Farbenſpiel. Die Luft iſt lau und
weich.
Die Güte des Cognac wird von dem Wachstum des ver=
wendeten
Weines beſtimmt. Die beſten Klaſſen liefern die Weine
der Grande Champagne, der Petite Champagne und der
Borderies. Die um dieſe Diſtrikte liegenden Weinberge der
weiteren Umgebung von Cognac bringen die gewöhnlicheren
Qualitäten hervor. Die Crauben werden ſofort nach der Leſe
gekeltert. Der Moſt kommt ohne Verzug zur Deſtillation in die
Keſſel. Die Oeſtillationsapparate ſind, von kleinen Neuerungen
abgeſehen, noch die gleichen wie einſt. Chemiſch bedeutet die
Deſtillation nichts anderes, als die Slüſſigkeiten verſchiedener
Verflüchtigungsgrade unter Einwirkung von Hitze voneinander
zu trennen. Praktiſch erreicht man mit dem Oeſtillationsprozeß

ſruher während dieſer gewaltſamen Wagenfahrt ſein
i uräumen mit der deutſchen Kleinfürſtenſchaft.
Nar mehr als eine Stiftsdame aus Wallenſtein, was da
A 2 auf dem Kutſchbocke durch das finſtere Feſtungstor
Det runpelte und nachher auf der Fähre über den breiten
i om hinüber in das neugebackene Nheindepartement ein=
awurde
. Es war die gefährliche Geſinnung des landes=
Zuiniſters Stein, mit der die Haſenſcharte um der miß=
Rellanieren willen in einen bösartigen Zuſtand geraten
2 Gynungslos, und auch die Bureaukraten von der Sen=
r
in Mainz, durch ihn berichtet, merkten nicht, wen lie
Sie ärgerten ſich als Sachverwalter der Nevolution
lkeiherrlichen Hochmut in den Verhören; und da ſich
eA. das Fräulein von Baumbach freiwillig mit dem Ge=
in
Alleinz eingefunden hatte, ſie allein habe die Jahue
IO)eimlichkeit geſtickt wodurch der Nechtsgrund der
oeu Ablichten auf das Stiftsvermögen ebenſo klar wie
enlhend wurde , ſo daß ſio die drei zu unrecht beſchul=
Mnutsdamen auf freien Fuß letzen mußten: da ließen ſie
Wen anderen in ANainz vorläufig einen lelbſtgewählten
Nit nehmen, das Fräulein vom Stein ſollte erſt noch um
Wmutigen Geſinnung willen eine ſchimpfliche Strafe leiden.
Mar kein Urteil der Sentralgewalt, es war die Nachſucht
der Sehörden, der lich Marianne vom Stein nun aus=
1a9: als ſie wie eine böſe Sieben nach einer hämiſchen

Dolle Eehren ſollte. Die Kommiſſäre verſprachen ſich
R Lavon, wie ſich das Gaſſenvolk an dieſer Freiherrin

Siit. Unfiet auslaſſen würde, und ahnten nicht, wie übel

glucht auslaufen ſollte. Denn als lie am Morgen das
Dom Stein hinausführten vor die Präfektur und ſie
ie ien Neugierigen den Beſen in die Hand nehmen ſollte,
die Crommler anfinger

Franz I. von Frankreich.

es ſich, daß ihr zufällig mit der Haſenſcharte ein Herrn von
Holm in den Weg trat, der hier zu den Franzoſen in den Staats=
dienſt
getreten war und den ſie kannte.
Irgend ein verlorener Inſtinkt der Nitterlichkeit trieb den
alten Galan, beſtürzt zu ihr zu treten, als wenn er ihr mit ſeinem
Einfluß aus der peinlichen Strafe helfen könnte; ſie aber, die in
dieſen Cagen der Sefangenſchaft an nichts ſo bitter als an ſolche
Ueberläufer gedacht hatte und wie dieſe Rheinbunddeutſchen den
traurihſten Ceil der franzöſiſchen Beamtenſchaft ausmachten;
ſie riß dem Büttel den verweigerten Beſen als Waffe aus der
Hand und begann zu kehren, daß der ſaubere Herr ſich augen=
blicklich
in einer Siaubwolke befand und ſeine Schienbeine mit
einem Satz auf die Creppe retten mußte unter dem Gelächter
des Volkes, das die Gebärde nicht mißverſtand
Nachdem Marianne vom Stein aber einmal den Beſon in
der Hand hielt und ſich darin verſtanden ſah, was es hier auszu=
kehren
galt, lag es nicht mehr am Büttel, ſie zu treiben. Di=
Crommler vor ihr konnten lauge Beine machen, um nicht in
ihren Beſen zu geraten, ſo ſaß ihr der Sorn in den Händen.
Sie hatte wie ihr Bruder piel in Mainz gewohnt und war
beſannt. Drum ſtanden manrhe in der Gaſſe, die ihren Namen
wußten; doch war es keiner von ihnen, ſondern ein fremder Wan=
derburſch
, mit dem Selleiſen auf dem Rücken durch das drängende
Volk aufgehalten, der mit einer ſtillen Gebärde zuerſt den Hut
abnahm. Orgend etwas daran mochte in den andern die Anhnung
auslöſen, was für ein Seichen ihrer eigenen Demütigung dieſes
Schauſpiel war, bald ſianden ihrer viele mit dem Hut in der
Hand, bis auch die Buben es nicht mehr wagten, die Mütze auf
dem Kopfe zu behalten: als ob ein rieſter mit dem Sakrament
durch die katholiſchen Mainzer Gaſſen käme, ſo feierlich ge=
ohrt
wie nie im Leben ging das Fräulein vom Stein mit ihrem
Beſen durch die entblößten Häupter hin. Und ob ihr faſt die

den Weingeiſt, die Seele des Weines abzuſondern und ſeine
weſentlichſten Prinzipien potenſiert zu erhalten. Dieſer ſchein=
bar
ganz einfache Prozeß erfordert jedoch peinlichſte Sorgfalt.
Viele kleine Weinbergboſitzer des Diſtrikts von Cognac brennen
ſelbſt eau=de-vie, das ſie den Cognac=Brennereien verkaufen.
Dieſes eau=de=vie, der Weinbrand, iſt, wenn es aus dem
Keſſel kommt, weiß und hat etwa 6372 Grad Alkohol, je nach
der Qualität des gebrannten Weines. Die kleinen Weinbauern
liefern übrigens meiſt ganz vorzügliches eauzde-vie, denn ſie
verſtehen ſich auf das delikate Brennen ausgezeichnet. Auch der
Maitrerdeschai (Chef=Kellermeiſter) iſt eine ſehr wichtige
Derſon. Er muß die angelieferten Weine oder das eaurdesvie‟
auf Urſprung und Qualität koſten‟. Wenn es in Sognac auch
nur eine Münchhauſiade iſt, daß ein ganz beſonders begnadeter
Maitresdeschai bei der Koſtprobe des Weines genau beſtim=
ien
konnte, ob die Crauben von einem jungen Mädchen oder
einer verheirateten Frau geleſen worden ſeien, ſo iſt es Catſache,
daß der Gaumen eines tüchtigen Maitre=deschau", der auf
dieſen Citel Anſpruch erheben darf, jeden Wein der ihm ver=
trauten
Diſtrikte genau nach dem Wachstum und Jahrgang
ſituieren können muß, wenn er die Weinprobe macht.
Der Weinbrand kommt aus dem Keſſel in neue Fäſſer aus
Eichenholz aus den Wäldern des Limouſin (Diſtrikt von Li=
moges
). Der Saft des Sichenholzes teilt ſich langlam dem Wein=
brand
mit und verleiht ihm jenes beſondere ſtarke Aroma, das
den Cognac ſo typiſch kennzeichnet. Er gibt ihm auch die ſchöne
bernſteingelbe Farbe.
Ein Cognacfaß aus feinfaſerigem aſtloſen Eichenholz des
Limouſin iſt ein kleines Kunſtwerk. Auch in der beſten Küferei
von Cognac wird nur Handarbeit gefertigt, und man behauptet,
daß keine Maſchine ſo ſauber vollendete, brauchbare Fäſſer her=
ſtellen
könne, wie die Hände jener alten Küfer, die ſeit 25, 30
und 40 Jahren Cag für Cag dieſelben Säſſer machen, die ihr
Material und Werkzeuge vorzüglich kennen und die beide mit
Liebo zum Handwerk virtuos zu behandeln und zu gebrauchen
verſtohen. Ein alter Küfer ſagte mir, daß es unbedingt not=
wendig
ſei, an den luftgetrockneten Dauben je nach dem Wurf
des Holzes mit dem Hobel hie und da an beſtimmter Stelle einen
ſeitlichen Einſchnitt zu machen, um das Brechen der Daube zu
verhindern. Dieſe überlegten Einſchnitte zu machen, ſei aber
eine Maſchine nicht imſtande.
Nach Lagerung in neuen Fäſſern kommt der Cognac in alte,
in welchen bereits guter Cognac lagerte, und in denen ei ſein
Aroma verbeſſert, in denen er altert‟ Er verliert an Alko=
holprozenten
, er wird ruhiger, milder, abgeklärter. Nach einer
gewiſſen Anzahl von Jahren kommt er in die großen Fuder, aus
denen man ihn nach Bedarf auf Flaſchen füllt. Von ganz be=
ſonders
guten Jahrgängen läßt man eine Neſerve für den eiſer=
non
Beſtand abſondern, die erſt nach Jahrzehnten angegriffen
wird.
Ganz im Gegenſatz zu den unterirdiſchen Weinſellern ſind
die Chais von Cognac (die Cognac=Lager) oberirdiſch au=
gelegt
, denn der Cognac braucht Wärme, um ſich zu entwickeln.
Vie fach ſind die Lagerräume edler Ware mit Gipsdecken aus=
geſtattet
, um die Feuchtigkeit der Dächer von den Fäſſern fern=
zuhalten
, und die Wärme, welche der günſtigen Entwicklung des
Sognac zuträglich iſt, gleichmäßiger im Naum zu erhalten. Alter
Sognac hat elwa 5840, 4145 oder 4545 Grad, je nach
dem Wunſche der Liebhaber.
Die beiden größten Cognacbrennereien, wie Martell u. Cie.,
Henneſſy u. Cie., haben ſtändig ein Lager von 190 000120 000
Fäſſern und verſchicken täglich etwa 2000 Kiſten zu 12 Flaſchen
und außerdem etwa 50 Hektoliter in Fäſſern.
Die Geſamtproduktion der Brennereien von eau=de=vie
de Cognac zu 60 Grad iſt jährlich etwa 240 000 bis 250 000
Hektoliter. Wenn auch in Frankreich ſelbſt Cognac konſumiert
wird, ſo geht dennoch der größere und beſonders der qualitativ
beſſere Ceil der Produktion als Exportartikel nach dem Aus=
land
. Wenn man die Geſamtproduktion der Negion von Cognac
mit etwa 410425 Millionen Franken einſchätzt, dann wird
man begreifen, welch wichtigen Wirtſchaftsfaktor der Cognac
für Frankreich bedeutet. AdolfSiegler=Darmſtadt.

HAnHAAHEAHAHARAAAIA AA AAIBARAA AnDBHAHAARIE
Su dem Aufſatz
Beſuch der Pyramiden
von Emil Ludwig in der Gegenwart vom 9. Oktober
möchten wir nachtragen, daß derſelbe mit beſonderer
Genehmigung des Verlags Ernſt Nowohlt in Berlin
dem Buche Am Mittelmeer von Emil Ludwig
entnommen war.

Arme abfielen, ſie kehrte, weil ſie den Atem der Seierlichkeit
fühlte, und wieviel Hunderten ſie mit ihrem Leidensgang ans
innerſter Herz rührte, als ob aus dem Volk nicht von den
Fürſtenhöfen vielleicht doch einmal die Kraft und der Mut
zum Kehraus aufſtehen könnte!
Die Crommler durften nicht aufhören und auch der Büttel
vermochte nichts gegen den Befehl, ſodaß Hunderte von Sran=
zoſen
aus den Senſtern ingrimmig das Schauſpiel erblickten und
den Sinn der Handlung erkannten. Bis endlich der Leutnant
der Wache nach dem Lärm lah und kurzerhand den Sug
kaſſierte.
Es wurde keine Gewalttätigkeit begangen an dem Cag, und
auch dem Sräulein, das auf der Wache faſt ohnmächtig hinſank,
weil es zuviel für ſeine Kräfte geweſen war, konnte nichts Wider=
ſetzliches
nachgewieſen werden; aber es ging bis in die Nacht
hinein eine Unruhe in den Mainzer Straßen, daß der Gouverneur
ſelber nach der Urſache ſah. Der freilich kannte den Namen
Stein und wußte gleich, was für einen Vogel er da im Käfig
hatte; doch auch, was für eine Ungeſchicklichkeit mit ihm be=
gangen
war, ſodaß der Kommiſſär ſchon am Abend ſelber ſeinen
Verweis erwartete.
Die Sache ſchien wichtig genug, dem Kaiſer Meldung zu
machen, auch wurde das Sräulein vom Stein danach mitten im
Frioden als Kriegsgefangene mit allen Ehren nach Paris ge=
bracht
. Sie war krank, als ſie dort anlangte, und mußte lange
warten, bevor der badiſche Geſandte ihre Ungefährlichkeit auf
Diplomatenwegen beweiſen konnte; auch unternahm ſie nichts
mehr zum Werk der Freiheit, weil ihre Kräfte hinfällig waren;
trotzdem blieb ihre Cat lebendig, bis der Kehraus begann. Doch
heißt es, daß Marjanne vom Stein den Kehrbeſen in den Jahren
danach noch manchmal gern in die Hände genommen hätte, weun
nicht auch ihrem Bruder des Staubes zuviel geweſen wäre.

[ ][  ][ ]

Der Segen des Nadio
Von Alfred Döblin.
Das Kino war ſchon ein Fortſchritt. Man brauchte nicht
mehr das Gerede zu hören, konnte auf die ganze Sukunft der
Autoren verzichten. Solch Drama verlief bisher als einzige
ſchleichende Kriſe, mit langen Oebatten, bei den Klaſſikern noch
Monologe. Damit war es jetzt vorbei. Es kam Sug in die
Sache. Die Bilder mußten Farbe bekennen, obwohl ſie keine
hatten. Man ſchaute ſich die Bilder oder ſchaute ſie ſich nicht
an; die Muſik ſpielte egal weg Cosca,

Aber man mußte hingehen. Das iſt nun endlich in Fortfall
gekommen. Man braucht nicht hingehen: das iſt das Seichen,
unter dem das Nadio ſiegt und ſiegen wird. Die neuen Künſte
haben freilich die merkwürdige Eigenſchaft, daß ſie einbeinig
fortſchreiten: entweder man ſieht bloß oder man hört bloß
(wenn man hört). Aber man braucht nicht hingehen.
Der Fortſchritt iſt, trotz des fehlenden einen Beins, zum
Greifen. Früher: Der Abend zog näher ſchon, ich ſollte in das
Cheater gohn. Gegen 5 Uhr begann das Hetzen mit der Arbeit,
gegen 6 Uhr war ich nicht fertig, gegen 7 ich kein Abendbrot,
gegen halb 8 kam kein Autobus, fünf Minuten ſpäter hatte ich
keinen Sitzplatz, 20 Minuten lang ſicherte ich meine Caſchenuhr
und erduldete Vibrationsmaſſage von unten. Jeder Sahnſtummel
erzitterte in meinen Kiefern, jedes Haar erbebte für mich. Im
Veſtibül brach ich zuſammen unter dem Garderobenpreis,
ſchleppte mich an meinen Sitzplatz und verſuchte zu ſchlafen. Ein
Geruch weckte mich. Was für ein Geruch? Ich ſchnüffelte um
mich. Man fraß. Menſchen fraßen Abendbrot. Ein paus=
backiger
Jüngling von 20 neben einer Jünglingin von 22; die
beiden verübten den Fraß. Butterbrot mit roter Schmierwurſt
roch ich. Er hatte zwiſchen den Knien ein Paket von 30:40:50,
mit Strippe verſchnürt. Wie zu einer Landpartie waren ſie aus=
gerückt
. Als das Stück begann, klopften ſie Eier an der Stuhl=
lehne
auf. Als ſie mit einer ſteifen Papierſorte knitterten, ſah
ich: ſie waren bei Sahnebonbons. An denen ſchnalzten ſie. Ein
bedeutend älteres Paar vor mir verſchlang während der drei
Akte je vier Butterbrote (Klappſtullen), drei Cafeln Schokolade,
eine Cüte Pfefferminz, trank in der Pauſe zwei Schnitt Bier
und er einen Kognak. Nach der Pauſe verirrten ſie ſich in
meine Neihe, nannten mich, als ich nicht rechtzeitig aufſtand, erſt

Platz ſaß, ſtand eine Säule vor mir. Ich konnte ſie nicht weg=
ſchieben
, denn ſie war angewachſen, aus Eiſen, und ich bin nicht
Simſon. Die erſte Piece war ſchon vorbei, während der zweiten
beſchäftigte ich mich mit dem Fortſchieben der Säule, und in der
dritten fluchte ich auf den ſchlechten Platz; bei der vierten war
mir die Laune verdorben; es war andauernd ernſte, gebildete
Muſik; ich bin aber kein Schuljunge. Ich habe den Cag über
ſcharf zu tunz der Komponiſt muß ſagen, was mich angeht, nicht,
was ihn angeht. Ich kann nichts dafür, daß es ihm ſchlecht geht.
Soll ſich der Staat ſeiner annehmen. Sollen ſich die Ainiſter
das anhören. Man bezahlt ſie dafür. Und als ich nach einer
halben Stunde endlich ſchlief, konnte ich nicht ſchlafen; denn was
wird das wieder für ein Nachhauſefahren werden.
Was iſt mir zuletzt an dieſem Sonntag paſſiert. Es war eine
Matinee in einem Cheater, man ſpielte ein junges Stück. Im
Verlauf der Vorführung begannen einige Leute im erſten Nang
zu pfeifen, fabelhaft ſchön zu pfeifen, zu zwitſchern, zu trillern.
Es war hohe Kunſt, was ſie boten; man ſuchte ſie durch Klatſchen
mit den Händen zu ſtören. Die Beifall klatſchten, empörten ſich
mit Recht; denn es lohnte in der Cat nicht, das Stück auszu=
pfeifen
. Es war modern gemacht, ſonſt nur nett und ſehr arm=
ſelig
. Suletzt kam, auf das Pfeifen hin, ein kleiner Herr mit
Hornbrille angelaufen; er war ſehr blaß. Die beiden Haupt=
pfeifer
ſtanden ſchon im Parkett. Und wie ſie ahnungslos ihrer
hohen Kunſt oblagen, hielt der kleine Herr vor ihnen, ohne daß
ſie es und ihn bemerkten, eine ſprudelnde Nede und ſchwapps ,
Es geſchah etwas Verblüffendes. Der Kleine hatte dem Langen
eins heruntergelangt, und der Lange ſagte nichts dazu. Er
gab das Pfeifen auf. Er rieb ſich die linke Backe. Neben ihm
balgte man ſich, wie ſich Gebildete balgen; ein ſchäbiges Hin=
und Herſchupſen. Der Lange, ohne ſich zu beteiligen, ging
hinaus. Ich wollte ihm nach, ich weiß nicht warum. Da ſtand
ſchon der mit der Hornbrille auf der Bühne, ſprudelte etwas von
Schweinerei. Und das Publikum, das Publikum klatſchte.
Das klatſchte. Das klatſcht heute noch. Weiß Gott warum.
Ich weiß es nicht. Ich ſah nur: es iſt ſchauerlich. So daß man
weglaufen muß. Am nächſten Cage las ich: dies war ein Straf=

gar nicht, dann einen Eſel; en passant traten ſie mir auf den
Fuß; jeder von ihnen hatte zwei Füße. Das war vor acht Cagen.
Vor drei oder vier ging ich ins Konzert. Als ich auf meinem

gericht. Nadio aber iſt ein Segen. Man braucht nicht Miſan=
throp
zu werden. Man geht nicht hin. Der Hauptbeſtandteil
des Nadio iſt der Kopfhörer. Er hat etwas Unvergleichliches:
man kann ihn abnehmen. Denk dir, liebes Herz: zu jeder Seit
kannſt du ihn abnehmen.

Die Dicken von Dazumal
Von Marianne v. Siegler.
Wie werde ich ſchlank? Das iſt die brennende Frage, die
heute ach! ſo viele von uns bei Cag und Nacht in Atem hält.
Wenn man bedenkt, wie viele Stunden der Symnaſtik gewidmet,
wie viel Sorge und Nachdenken dem Vermeiden von fettbilden-
den
Schädlichkeiten geſchenkt wird, ſo wundert man ſich, daß dieſe
Emſigen überhaupt noch Seit für anderen Lebensaufgaben finden.
Dem war nicht immer ſo. Es gab Seiten, wo das Beſtreben des
Publikums in entgegengeſetzter Nichtung lief, ſchon weil dies für
geſünder galt. Dann aber auch, weil man Natſchläge wie den
folgenden beſonders gern hören mochte: Wir können viel ge=
ſchwinder
die Säfte unſeres Körpers verringern als vermehren.
Aus dieſer Urſache, ob die Mäßigkeit gleich allen Menſchen heil=
ſam
iſt, rieten die alten Aerzte geſunden Perſonen, ſich in Eſſen
und Crinken dann und wann ein wenig gütlicher zu tun, als die
Natur erfordert. In dieſen beiden Fällen iſt eine Unmäßigkeit
im Crinken ſicherer als im Eſſen....
Immerhin werden damals, im 18. Jahrhundert, auch ver=
nünftige
Stimmen laut, die zu veränderter Lebensweiſe mahnen:
Su vieles Stillſitzen macht den Leib ſchwach und unempfindlich,
Arbeit hingegen ſtark und munter. Dieſe unangenehme Wahr=
heit
wäre zu unpopulär geweſen. Darum heißt es weiter: Doch

muß man in allen Dingen Maß anwenden und zu ſt4.
beit vermeiden .... Von allen Arten Leibesübungnn
Neiten, oder, wenn man zu ſchwach iſt, dies auszudlyu
Jahren in einer Kutſche oder das Cragen in einer

Beſte.
Ein jeder ſtrebte damals nach einem recht ſtattlii,
Wenn man jemandem verſicherte, er ſei in einem 2n
einmal ſo dick geworden, ſo galt das als Schmeicheles
wünſchte denen Glück, die ihre Kleider weiter mst
mußten. Einem jungen Manne ſagten die Damen bei C.-
Herr, Sie müſſen beſſer eſſen lernen, damit ſie fein fe=
Im Jahre 1755 hält ein gelehrter Autor, offenbe..
es für nötig, ſeinen dicken Mitmenſchen ordentlich Oios
leſen. Er nennt ſie die Geſunden in der Einbildungg"t
ihnen in den grauslichſten Farben den Ceufel an die S. 4
Schilderung all der Krankheiten, die ihnen drohen, vauten
ungsbeſchwerden, Schlafſucht und daraus folgender Wmnm
bis zur Atemnot nud Schlagflüſſen. Nachdem er gihal ü
ihren Unverſtand gewettert hat, bringt er aber auch Lnich
wie diejenigen, die ſich von ihm eines Beſſeren belsen /g
ihre Leiblichkeit erleichtern können. Dabei hören rnuknöck
von ſonderbaren Dingen, die doch wohl heute trotz alllrchula
heitsgelüſte niemand mehr riskieren möchte. Es mileſei
Alten der Brauch, ſo erzählt er, allzu fetten Leutert ſdue
das Fett zu ſtoßen, damit es herauslaufen möchte. Brin
Mittel ſowohl, wie das Herausſchneiden des Fettes: (ſt0: nie
Jedermanns Werk, kann auch den neuen Suwachs n:ſhimnder
An innerlich angewandten Mitteln waren im GebrauDAfeft
Wermutſalz, Sitronenſaft, Meerzwiebeleſſig, Cabakzlki
man kaute) und Eſſig, daneben auch, jedoch nicht allzeiun
raten, ſtarkes Schwitzen und Purgieren. Ferner dim pi=
Erkenntnis, daß man lieber Waſſer ſtatt Bier trinkemſt
originell ſind einige allgemein zugängliche Mittel e
Freund als leine eigene Erfindung empfiehlt:
1. Man ſoll Sorge, Kummer, Gram und Bet=üsl. aus
ſtehen. Man hat Exempel, daß Kinder auf Univerſ iah,) wenim
ſie gleich nicht die Arzneukunſt ſtdiert haben, ihren: Teurn 9u
dicken Bäuche dadurch abgenommen haben, daß ſie Iny SSchul=
und Schande geſtürzt nud ihren Herrn Vater zum Alser
macht haben.
2. Man muß wenig ſchlafen. Das Wachen iſt / zw
Panacee wider die Bürgermeiſterbäuche.
5. Man muß ſtark mit dem Kopf arbeiten. HAl4
dringet bis in den Schmerbauch, beſonders wenn lien! Na
rungsſorgen unterſtützt wird.
4. (Und hier erſt ſpricht er im Ernſte) rät er zeur
nünftigen, ſtreng geordneten Lebensweiſe, Aderläſſer, iwegiere
und vor allem einiger und zwar täglich ſtärkerer B numg
Leibes, wie Neiten, Gehen Canzen und wenn ustri Ehr
wegen geſchehen kann! mit Dreſchen und Pfllc‟
letztere, um die Salpeterteilchen, die aus der friſchern (ei
Höhe ſteigen, in ſich zu ziehen. Auch das Elektriſie pbaa
mals in Mode kam und daher überhaupt für alles Heſ
wird als heilſam erwähnt, und zwar, überraſchend
men, das Elektriſieren eines anderen!
druc
*
nuß dor
Verrie
Man ſieht, es iſt nicht die Schuld unſeres Autors
Seitgenoſſen nicht fchleunigſt aus dicken, trägen und
Leuten lauter muntere, ſchlanke Springinsfelde wun/

hat ſich jedoch über die Wirkſamkeit ſeiner Px.
Illuſionen hingegeben. Er weiß, daß er die Mode gel
und ſchließt daher reſigniert: Ich bin gewiß, daß e
mann gern ſehen wird, wenn er einen Bauch berin=
hieran
den meiſten Menſchen mehr liegt, als daß ſi PfM. 9e
haben!

Schach
I
Nummer 231,
Endſpiel

tdie 24.
Henri Rinck in Barcel
ta.
(Deutſche Schachzeitung 1906.)
b
d e

ß zieht und macht unent
Prüfſtellung: Weiß: Kh6 Tf5
Schwarz: Kg8 Lf7 Bh2 3); ſchlicht.

Löſung der Endſpielſtudie 23:
J. Behting. Deutſche Schachzeitung 1893. (Ka4 Tg1 Ld3 h6:
Kf2 Lh1 Bg2h3; Weiß gewinnt.)
1. La6l Kg1: 2. Le +Kh2 3. Lf4+Kg1 4 Lg3l h2 5.
Kb5l Kf1 6 Kc5-+Kg1 7. Kc4 Kf1 8. Kd4+Kg1 9. Kd3
Kf110. Ke3-+Kg111. Lf2R; 1. . .. .h22. Lf8hg1r D 3. Lc5-+Kg3
4 Lgli und gew. Der weiße Läufer nebſt König drängt den ſchw. K
an den Rand und ſetzt dort +. Die unbedingte Mattmöglichkeit kann
Schwarz ungefähr bis zum 60. Zuge hinausſchieben, wobei etwa fol=
gende
Stellung entſieht:
Kf6Le2g1; Kh6 Lh1 Bg2. Wie Schwarz nun auch ziehen
mag, er iſt in wenigen Zügen matt.
Löſerliſte: Reutzel, A. v S. Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth,
Georg Peter

ID
Rätſel

Silbenrätſel.
au, be, be, bein, ber, bers, brunn, burg, burg, che, damp, de, di,
do, don, e, e, e, eiss,s el, elb, en, er, fa, fer, fer, gat, hahn, hau, in,
ke, kel, ker, land, mi, mi, na, nand, ne, nel, ner, ners, no, no, nord,
nus, ra, ra, raf, rei, reth, ro, ron, ſche, ſe, ſee, ſen, ſte, tag, tre, u,
wal, wann, warm, we, za.
Aus vorſtehenden 66 Silben ſind 24 Wörter zu bilden, deren An=
fangs
= und Endbuichſtaben, beide Reihen von oben nach unten geleſen,
den Anfang eines Liedes von Em. Geibel ergeben . (ch 1 Buchſtabe.)
Die Wörter bedeuten: 1. Gewerbezweig, 2. Verwandter, 3. Italieniſche=
Maler, 4. Held der karolingiſchen Sage, 5. Märkiſche Stadt, 6. Beruf,
7. Kurort im Harz, 8. Nebenfluß der Leine, 9. Bibliſcher Ort,
10. Männlicher Vonahme, 11. Diebiſcher Vogel, 12. Vekehrsmittel in
der ſächſiſchen Schweiz, 13. Planst, 14. Geſellſchaftsſpiel, 15. Eßgericht,
16. Stadt im Harz, 17. See bei Berlin, 18. Wild, 19. Mündungsarm
der Weichſel, 20. Wochentag, 21. Baum, 22. Stadt in Thüringen,
23. Blume, 24. Badeort in Schleſien.

Magiſche Quadrate.

4 A. D D N R ST Sr

Die Buchſtaben ſind ſo zu ordnen, daß die wag
rechten Reihen gleichlautend nennen:
I. Quadrat: 1. Männername, 2. Fläche,
Fluß
4. Raum;
II. Quadrat: 1. Nahrungsmittel, 2. Name mehrerer, an
Perſonen, 3. Haustier, 4. hat jedes Lan-
Die beiden erſten Wörter zuſammen nennen eine alt.

Auflöſungen der Rätſel aus Nr. 44.
Auflöſung des Röſſelſprung:
Schwer zu ertragen iſt für eines Mannes Mag‟.
Ein Weib, das niemals weiß, wieviel die Uhr b-
Er hat zu rechter Zeit nicht Früh= noch Abendſchk"
us
Und Ordnung fehlt der Welt, weil ſie ihm fehl
Friedrich Vi*
Ein Mißverſtändnis.
in meinem Zimmer
1 2 23 Meer, 4 5 6 6 Zinn.

Kindermund.

Papa, ich glaube, du fängſt an zu ſchimmeln!
1 2 3 45
Schätze, 8 9 10 11 12 Pfund, 12*
17 18 Ab.

Druck u. Verlag: L. C. Wittich’ſe
dru
Fe
Verantwortlich f. d. Redaktion: Dr. 6. Nette. Fernſpr. 1, B892392. Alle Rechte

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umer, Gram und
, daß Kinder auf Un
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Mabagkobſtadkadsllafsltät

yige allgemeine hab ich mer’s imn de letzte Zeit genslich
nich in die groß odder in die klaa Bolledick enei=
esrſtens
hab ich kag Zeit defor, un zweidens hott
zu defor. Un drittens hab ich eraus gefunne, daß es
Uuaße Wert hott, wann mer aach noch mitredde will.
arvedder mer hott ſei Flicht gääches Vadderland er=
uien
diejeniche gewehlt, die wo mer gern ärchendwo
1Wur do muß mer halt aach zufridde domit ſei, wie ſe’s
war mer hott ſei Bärjerrecht vernoochläſſigt un hott
u dann muß mer erſt recht domit zufridde ſei,
Masze. Alſo ich hab mich mit ſtoiſcher Ruhe in mei=
Arsawwe und hab däß ſcheene Liedche geſunge:
M Sin’s zufrieden, geh es wie es will..." Schun aus

Wachen
aue der fit
Auch das Elebtiſ=

Fünel aus ſeine ſtoiſche Gleichmut uffgeſcheicht und aus

nſeres
en, träge

mrnde Erkenntnis eraus, daß es ſchließlich un endlich
nies will, aach wann mer net domit zufridde is...
ochließlich: mer därf dem große odder klaane Ge=
wan
bollidiſche Konnſumwerein noch ſo engſtlich un
aunft ſtudert iadten zn Mcikt aus em Wähk geh, vun Zeit zu Zeit wärd mer

Murd=ich=bins=zufrieden=Stimmung erausgeriſſe. un
it reilich baſſiert, wo ich geläſe hab, daß ſe in Berlin
hikdich uff die miniſträll Idee kumme ſin un hawwe,
Ausſetz, Beamtenbeſoldung, Förderalismuß un Uni=
Amd was dergleiche Schärzardickel mehr ſin, ein=
beſchloſſe
, daß ſe kimfdich nooch Faßnacht an
Aüoaftliche Vergniechlichkeite mehr daalnemme wolle..
Mu, ich däß geläſe hab, do hab ich im erſte Moment
Meserufe: Allelweil ſclehkts dreizeh!
mich awwer dann ſo vun meim erſte große Schrecke
wo hab ich mer geſagt: nor emol Ruh, aach in Berlin
(AzBßer gekocht, als mer’s eſſe kann. Nemlich wie ich
M zwwer den welterſchitternde Beſchluß noochſimmbe=
Au ſin mer berechdichte Zweifel uffgeſtieje, un ich hab
Aus Dinge, wie bei jedem Beſchluß, zuerſt gefrogt:
Mu berſteh. Nemlich erſtens: was haaßt in Berlin
Wacht; zweidens: uff welchen Dag fellt bei dene

daher überhaunt für de Auh Dienstag; drittens: un is iwwerhaubt in Berlin
an en kallennermeßiche Dadumm gebunne...
ti, und war, überroſt
Magibt gam do e geſcheid Antwort druff! Jedenfalls,
eines anderen!
Ruſo de Eidruck, als wann do des ganze Johr Faß=
7 2äß muß dort an de Luft lieje. Jedenfalls däre
uuſßiſche Verricktheit is net jeder gewaxe, un es
Unſchäßhalb gornet zu wunnern, wann mer do owwe=
Eu piramidale Aſchermiddwoch=Stimmung kaum noch
u un faßt däſſendwääche in=eme lichte Momend den
WGahluß: nooch Faßnacht wärd nir mehr mitgemacht,
ärfnacht geht nor de jeweiliche Reſſordminiſter hiei
Mkralzer. :.
Mſeäß jo nadierlich dene ihr Sache. Awwer nixdeſto=
y
;, frecht mer ſich in ſeine kindliche Wißbegierde
rechierungsſeidicherweis derart ſchwerwiechende Be=
Auße wärrn, do freecht mer ſich doch mit Recht, nooch
Neblauſiwele Grund, wie, warum, weshalb, wieſo.
Soo bin ich dehinner kumme. Nemlich unner uns
ie hawwe geſchriwwe krickt! Vun einem
ü bert ſeiner Broffäſſion nooch e Packer, 8 ſteht
1u de Zeidung Parker, mit=eme klaane r in de
ur däß is zweifelsohne e Druckfehler, es ſoll nadier=
haaße
, mit zeka. Alſo Packer Gilbert. Un allem
u ſcheint däß ganz de Mann zu ſei, der wo waaß,
Mübbes apackt. Un er hott verſchiedene Leit ſogar
Ru iſch agepackt un hott ſe abgekanzelt, wien Schul=
Uei ſtehn ſe do, un dhun ganz verdutzt un ſage: nooch
MNndche mer nir mehr mit. . .

Nemlich offe rausgeſagt, der Packer Gilbert ſchmeißt=en vor,
mir dhete in Deitſchland iwwer unſer Verhältniſſe läwe un
dhete mit gebumbte Gelder eme luxuriöſe Läwenswandel fröhne.
Jetzt, was däß bedrifft, ſo mecht ich gleich bemärke: uff
mich geht dem ſein Vorworf dißmol net, dann erſtens bumb
ich nix, un zweidens net im Ausland. Un en iwwerdriwwene
uffwand kann mer mir aach net vorſchmeiße, dann mei Blää=
reesche
dadiert noch vun vor=em Krieg, un mein Blaugedibbeltes
kann mer äwenfalls net als luxuriös bezeichne. Alſo dißmol
weſch ich mei Hemd in Unſchuld.
Un iwwerhaubt ſcheint mir der Vorworf gornet uns zu
dräffe, uns ſubbſtanzgeſchwächte Middelſtendler, ſundern wer
einichermaße uffgebaßt hott, der wärd aach gemärkt hawwe, wer
ſich in letzter Zeit gekratzt hott, wosſen net beißt. Ich will gor=
kaa
Name nenne, ſundern ich will bloß emol e paar ſchaff
agucke...
Geſpannt bin ich awwer mal, was es erſt gibt, wann de
Packer Gilbert erfehrt, daß ſich die Owwe’remſchter äwen=
falls
e funkelnggelnickelnei Rodhaus baue wolle. Grad mit
Fleiß. Awwer net mit ameriganiſche Monnede un Kabbidähler.
Sundern die Owuve’remſchter hawwe ihr Elektrizidhetswerkelche
gut verkimmelt, un jetzt wolle ſe nadierlich die fliſſiſche Gelder
in broduckdiefe Sachwerte glege, un baue ſich zu dem Zweck
e nei Rodhaus. Hoffentlich ſin ſe ſo ſchlau, un mache aach en
Radskeller enei, zur Hewung vum Fremdeverkehr. Dann wie
mer ſo heert und was mer ſo lieſt, ſin die Radskeller gradezu
e Läwensnodwendichkeit for uffträwende Fremdeſtädt. Was
weer Bremen, Hamborch, Werzborch, Dresden, Leibzich, Minchen
ohne ihrn Radskeller. Armſeeliche Kuhdörfer, vun dene kag
Menſch in de Welt was wißt. Un was wer Baden=Baden,
wann kag erſtklaſſiſch Hotäl dort weer. Valleicht ziggt Owwe=
ramſcht
die neediche Konnſiquenze draus, baut mit=em iwwriche
Gibbs noch e paar erſtklaſſiſche Hodälle, un dann kann Baden=
Baden eipacke mit ſeim indernatzionale Verkehr, ſundern es
wärd ſich alles nooch Owweramſcht ziehe ...
No, ich glaab mer brauch net nooch Berlin zu geh, wann’s
haaßt: nooch Faßnacht mache mer nir mehr mit; es weer bal=
leicht
gut, wann mer ſich annerwärts ſchun vor Faßnachte
bische uff ſein geſunde Menſcheverſtand beſinne dhet. Dann was
mich an dem ganze Gilbert=Brief am meiſte ärcherd, däß is, daß
er ſcheint’s gornet ſo unrecht hott mit dem Vorworf, mir dhete
iwwer die Schnur hagge. Nemlich aach de Untel Streeßemann
hott ſich dieſer Dag ehnlich ſo ausgedrickt un hott geſagt, däß
Iwwermaß vun Feſte un Baute dhet net unſere dad=
ſächliche
Lag entſpreche. Alſo muß doch aach was dra ſei, wann
uns ärchend ganer vorſchmeiße därf, mir dhete wwer unſer
Verhältniſſe läwe.
Jetzt kann mer’s awwer aach verſteh, wann=en in Berlin
die gute Laune embfindlich verdorwe gange is, un wann=en die
Milchzentrale der frommen Denkungsart rammbelſauer wärd
und ſie ſage allen Ernſtes: in Zukunft mache mer nooch Faß=
nacht
kag Vergnieche mehr mit. Jetzt kann mer den ſchwer=
wiechende
Beſchluß begreife, der wo aam enſt ſo reedſelhaft vor=
kumme
is. Un das hat mit ſeinem Singen der Packer Gilbert
getan
Domit mecht ich awwer ums Himmel Wille de Owwe=
remſchter
net ihrn Spaß verdärwe, um daß die äffennduell her
geh, un gehn hie, un drage ihr Geld, wo=ſe for ihr Elektrizi=
dhetswerkelche
krickt hawwe, am End dem Gilbert odder dem
Streeßemann zulieb uff die Sparkaß. Däß weer erſt verkehrt

un ganz gääche

kommunale Spar=Brinzieb.
(8

un wann mir

däß die Owweremſchter net glaawe wolle, dann ſolle ſe ſich
emol e Beiſpiel nemme an=ere annere agehende indernatzionale
Bade=un Fremde ſtadt in de nechſte Umgäwung. Nemlich do is
mer ſchun lengſt dehinner kumme, daß de richdichgehende Sinn
for zwäckmäßiche Sparſamkeit ſich ganz ſchmerzlos un budder=
waach
auswirke dhut, indem daß mer Annern zur Sparſam=
keit
uffmundert un ihne freundſchaftlich bei dere Beſchäſdichung
zuguckt, ohne daß mer nadierlich ſich zu dem geſehrliche Glaawe
verleide leßt, mer mißt dene gemeine Feld=Wald=un=Wieſen=
Sparer mit exemblariſchem Beiſpiel vora odder vorausgeh. Es
geniecht bezieglich vun dem kommunale Sparbrinzip ſchun, wann
mer den Sparſamkeitstrieb bei de Annern mit gude Worte
un breiſend mit viel ſcheene Redensarte uffſtachelt, un dann
kann mer ſich’s fiechlich ſchenke, etwa in den gleiche Fimmel zu
verfalle. Dann was ſo die richdiche, ausgekliechelte un grund=
ehrliche
Sparſamkeitsapoſtel ſin, die dhun net bloß die Annern
mit diefgefiehlte krogedillthränicher Adeilnahme zum Sparn uff=
fordern
, ſundern ſie dhun noch äbbes Zwwriches un zeiche, daß
ſe net bloß mit hergelagfene Redensarte hauſiern geh, ſundern
daß ſie ſälwer ganz äxorbidant ſparn kenne, un zwar uff Koſte
vun de Annern nadierlich, dann uff eichene Koſte ſparn, däß
is ſchließlich kaa Kunſt, dohärngääche awwer in jedem Fall
heechſt uagenehm und peinlich, weils aam im Ernſtfall aller=
hand
ungewöhnte Eiſchrenkunge ufſerlegt, wo mer annererſeits
ſunſt gewehnt war, ſtets mit em große Leffel zu ſchebbe . .
3 kennt ſei, daß ich mich in dem letzte Abſatz net ganz klar
un gemeinverſtendlich ausgedrickt hab. No, wann’s die Owwe=
remſchter
Gemaanerät net bedabbele, dann ſolle ſe ſich emol bei
ihre Kolleeche in ere greeßere Nachbargemaa befroge, die wiſſe,
wie’s gemaant is.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Jwwrichens, weil grad die Redd
war vun koſtſpieliche Baute un ſo. Nemlich do is dieſer Dag
widder mol geſchwätzt worrn, als wann die Sach glicklich ſoweit
weer, mit dem bekannte RheinDarm=Kanal=Projäkt Ver=
ſchiedene
hawwe bereits unſern Lande babba in=ere neie Uniform
geſähe, nemlich als Generalwaſſermarſchall un Admiral vun de
Siedweſtdeitſche Kanalflott; un de Miniſter Kirnbärcher, odder
ſunſt e innerlicher Miniſtralowwermaſchores als Admiralsrat,
un de Dockter Krebs, de ſogenannte Verkehrs=Krebs, als Straße=
magſter
vun de Waſſerſtroß RheinDarm; un unſerm Ower=
borjermagſter
als Hafe=Kommandant vum Darmſtädter Kanal=
Hafe‟... No, wann ich aach glaab, daß mer den Kanal noch net
ſo weit im Sack hawwe, daß es bloß noch uff die Tiddel akimmt,
awwer erläwe mecht ich’s doch noch, daß mer diräckt vun Nujork,
odder ſonſt eme Welthafe per Waſſer de Rheinſtroß eruff fahrn
kennte; odder daß wenichſtens die Bodenſeedampfer an de
Trauwe alege dhete. Dem Lange Ludwich kennt mer 1o,
auſtatts de Verfaſſung, e Ladärnche in die Hand gäwwe, un do
kennt der ganz gut als Leichttorm funkzioniern, wie die Nujorker
aach aan hawwe, wo’s nadierlich bloß e Frauenzimmer is.
Schließlich loß ich awwer aach mit mer hannele, un bleib net druff
beſteh, daß der Hafe ausgerechnet uff de Luwieſeblatz kimmt; ich
weer’s ſchun zufridde, wann mern ans Rheidor enunner
kreechte.
Freilich, in ere ruhiche Stund ſag ich mer dann widder, däß
mit dem RheinDarm=Kanal, däß is aach weider nix als e
Schlagwort, hinner dem nix Rechts ſteckt. Mir hawwe halt mit
unſere Schlagwörder leider nie kaa Glick un kaan Stern. So is
do um die Faßnacht erum daß Schlagwort in’s Volk geſchmiſſe,
worrn Mir freie uns un=em richdiche noch hett’s haaße miſſe
Mer mecht grad greine‟. Dieſer Dag hott e nei Schlagwort die
Nund gemacht, däß hott gehaaße Ganz Darmſtadtſpricht
davon, un deerſt hott mer gedenkt, däß weer bleeslich uff die
Mozadd=Rewieh geminzt gewäſe, un jetzt merkt mer, daß däß
leider uff was ganz annerſter naus geht, un daß net bloß in
ganz Darmſtadt, ſundern aach ſunſtwo noch devo geſproche
wärd. Ja, un hinnernooch haaßt’s dann allemal: Weiwer=
geſchichte‟
! Als wann däß e Entſchuldichung weer. Ich muß, in
Anbedracht vum ſchwache‟ Geſchlecht do ganz ernnerſchiſch
degääche brodeſtiern; ſundern bei mir haaßt s: Bleib vun=ſe.
Un ſchließlich mag die Ausredd eme irbeliewiche Hinz odder
Kunz noch zugut gehalte wärrn. Wann ich awwer wer bin, un
ſoll äbbes vorſtelle in de Effentlichkeit, dann hab ich dodruff
Rickſicht zu nemme, zum Deiwel noch emol. 18 muß net jeder,
der’s e bische zu ebbes gebracht hott, ſich gleich als Päſcha aus=
gäwe
, un muß denke er kennt ſich jetzt en Harem halte un de
Großmogel ſpiele. Die ſauwer Weſt is heit needicher wie
je verſtanne! Däß ſag ich, un wen’s dodruffhie beißt, der
mag ſich kratze, vun mir aus, ſolang er will . ..

Der zeitgemäße Haushalt.

Aufbewahrung des feinen Winter=
ur
modernen Hauſe fehlt es vielſach an kühlen, ge=
Aiten und dunklen Kellern zur Aufbewahrung des
äie Zentralheizung macht dieſelbe oft geradezu un=
Nechalb man andere Aufbewahrungsweiſen des Win=
hein
ucht hat. Das Einſchichten in Torfmull, Sägemehl,
Rſche, Sand, Koksgrus uſw. hat verſchiedene Miß=
ehen
. Dagegen iſt das Einwickeln der einzelnen
Napler, in reine Zeitungen, eines der einfachſten und
Tiüteren, das Winterobſt lange haltbar zu machen. Nach
M Obſtes lagert man es ausgebreitet acht bis zehn
Fem kühlen, froſtfereien Raum, wickelt dann die völlig
Nux allem druckſtellenfreien Früchte ſtückweiſe, doppelt,
Ras dazu zurechtgeſchnittene Stücke Zeitung und
lagenweiſe in geruchfreie Kiſten bis zum Deckel ein,
mit dieſem ab und ſtellt ſie an einem gleichmäßig
un der Wohnung, in ein ungeheiztes Zimmer, die
ux, den Vorblatz, in eine Bodenkammer, hier jedoch
Nähe des Kamins. Schon der Handlichkeit wegen
leiſten von nicht mehr als 1520 Kilo Inhalt ver=
mman
aufeinanderſtellt. Zu unterſt kommen die halt=
nen
, die ſchon bald zu verbrauchenden Aepfel oben=
Aier der Raum, um ſo größer die Haltbarkeit; ſelbſt
Kälte ſchaden den gut eingewickelten Früchten nicht.
Mnaßnahmen empfehlen ſich nur für feinſtes Tafel=
M: ebenſo ſorgfältig vor Stoß und Druck bewahrt
Die rohe Eier. Schließlich ſei darauf hingewieſen,
keinesfalls mit einem Tuch abgewiſcht oder gar
euieben werden darf, denn, nach Entfernung des den
Nosſtenden Wachsüberzugs faulen dieſe ſofort; auch
nürſen unter keinen Umſtänden entfernt werden.
2e Fruchtſalate von Friſchobſt. Sei die
d ihre Vichtigkeit für unſere Ernährung entdeckt
Den ſich nanhafte Hygieniker und Ernährungstheore=
n
Aind mehr auch für Rohkoſt ein. Eingehende Verſuche
Lewieſen, daß lange gekochte oder kochend erhaltene
er beſten Nährſtoffe entweder ganz verloren gehen
um Aoßen Teil beraubt werden. Ebenſo wurde feſt=
der
ſeine Artgeſchmack einer ganzen Reihe von
D 2 Gemiſen, ſich durch das Kochen verändert und da=
eiſchnask
nicht mehr ſo voll befriedigt wie in rohem

Zuſtande. Wir brauchen nur an friſche Gurken und Kopfſalat
unter den Gemüſen und an Erdbeeren und Pflaumen, Aepfel
und Pfirſiche unter den Früchten, zu erinnern. Wenn wir
Hausfrauen nun zwei Fliegen mit einer Klappe ſchlagen, als
den Vitamingehalt und den feinen Artgeſchmack wenigſtens im
Obſt uns erhalten wollen, dann ſollten wir, ſolange es Friſchobſt
gibt, dieſes ungekocht auf den Fiſch bringen. Da die Ge=
pflogenheit
ſüdlicher Länder, Obſt vorzugsweiſe natura nach den
Mahlzeiten zu verſpeiſen, bei uns noch zu wenig bekannt iſt,
weil wir bisher Kompotte aller Art als beſten Abſchluß der=
ſelben
ſchätzen, ſo ſollten wir dann und wann an deren Stelle
einmal rohe Fruchtſalate bereiten, die eine wirklich köſtliche Er=
quickung
bieten.
Apfelſalat auf einfache Art, iſt von ungeſchälten
Aepfeln raſch hergeſtellt. Gut abgerieben werden ſie auf dem
Gemüſehobel in Stiſte oder feine Scheibchen geſchnitten und gut
eingezuckert einige Stunden ziehen gelaſſen.
Feiner Apfelſalat. Er wird auf gleiche Weiſe be=
breitet
, aber mit reichlich gewaſchenen Korinthen und einigen
Löffeln geriebener Nüſſe oder ſüßer Mandeln untermiſcht.
Apfelſalat mit Apfelſinen. Dieſer wird zur
Hälfte aus beiden Früchten bereitet, beide in dünne Scheibchen
oder ſchmale Streiſchen geſchnitten und gezuckert.
Weinbeeren mit geriebenen rohen Aepfelu.
Da die Farbe des rohen Apfelbreies ſofort in ein warmes Noſt=
braun
übergeht, miſche man ihn des Kontrates wegen mit
blauem Wein, ſüße ihn ſtark, wobei ebenſo, wie bei allen anderen
Salaten, zur Hälfte Süßſtoff verwendet werden kann, um am
teuren Zucker zu ſparen und ſerviere dieſen Salat mit dicker
Vanilleſoße.
Feine Maronenſuppe. 1 Pfund geſchälte Maronen
befreit man von der roten Haut und kocht ſie in Salzwaſſer
laugſam weich. Dann ſtreicht man ſie durch ein feines Haarſieb
und verdickt ſie mit wenig Kartoffelmehl, worauf man ſie mit
Salz, wenig Zucker und 1 Teelöffel friſcher Butter abſchmeckt.
Verfeinern kann man ſie im Geſchmack noch durch 1 Eßlöffel
Rot= oder Weißwein.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Feine Maronenſuppe, geſpickte Haſenläufchen und
Rotkraut, Vanillereme.
Dienstag: Gefüllte Kohlrabi mit Butterſoße.
Mittwoch: Kartoffelklöße mit Backpflaumen und gekochtem
Schwarzfleiſch.
Donnerstag: Möhren mit weißen Bohnen und Bratwurſt.
Freitag: Geſpickter, gefüllter Schellfiſch mit Tomatenſoße.
Samstag: Dampfnudeln mit Apfelmus.

Humor I

Mie W che

Angler: Sagen Sie mal, das iſt doch hier der Dorfteich?
Bauer: Jawohl!
Angler: Alſo dann wärs kein Verbrechen, wenn ich hier ein
paar Fiſche fange!"
Bauer: Nee, aber n Wunder!
(.K Allerlei Humor. Rache iſt ſüß. Nun habe ich mich ſchön
gerächt! ſagte der Schuhverkäufer und rieb ſich die Hände. Wieſo
denn? fragte ſein Kollege. Siehſt, die junge Dame, die gerade aus
dem Laden geht? ſagte der andere liſtig. Das iſt eine Telephoniſtin,
ich habe ihr die falſche Nummer gegeben. Männlicher Proteſt.
Aber Hänschen, ſei doch nicht ſo ungezogen ſagte Mama. Du mußt
Dir doch die Haare ſchneiden laſſen. Ich will aber nicht, trotzt
Hänschen. Das iſt mir zu weibiſch. Sein Standpunkt. Der
junge Mann hält bei Herrn Neureich um die Hand ſeiner Tochter an=
Würden Sie meine Tochter auch nehmen, wenn ſie kein Geld hätte?
fragt dieſer. Aber natürlich, ſelbſtverſtändlich, beeilte ſich der Jüngling
zu verſichern. Dann machen Sie, daß Sie fortkommen, ſchreit Neureich
wütend, ich will keine Halbidioten in der Familie. Guter Grund.
Liſſi nimmt jetzt Violinſtunden. Ja, warum denn? Sie iſt doch ſchreck=
lich
unmuſikaliſch. Das iſt richtig. Abev ſie hat ſo ſchöne Ellbogen.
Wie Dumir, ſoichDir. Haſt Du gehört, was Deine Freundin
Edith vorhin üüber Dich ſagte? Nein, ich ſaß gerade am anderen Tiſch
und ſprach über ſie.

[ ][  ][ ]

as einfache

iſt zu Beginn jeder Saiſon der brennendſte Wunſch der
Frau, die darauf hält, gut angezogen zu ſein. Mit der
Frage dieſes Kleides, das ſozuſagen für alle Gelegen=
heiten
brauchbar ſein ſoll, für den Nachmittag ebenſo
herangezogen wird wie gelegentlich, für das Theater,
aber auch gegebenenfalls unter dem Mantel für Strapa=
zierzwecke
heute Dienſte zu leiſten hat, befaßt man ſich
ſchon lange, bevor ſeine Anſchaffung aktuell geworden iſt,
und iſt darum froh, wenn man endlich das Richtige ge=
funden
hat, weiß man doch dann, daß einem nicht
mehr viel geſchehen kann, daß man wenigſtens für
den erſten Anſturm geſichert iſt und daß die Garde=
robeſorgen
damit zwar nicht ganz zerſtreut, aber
immerhin nicht allzu dringend und quälend ſind.
Das einfache Kleid wird man ſicherlich gerne
aus vorhandenem Materiale herſtellen; gelegentlich
iſt es auch möglich, ein ſchon getragenes und unmoder=
nes
Kleid entſprechend umzuarbeiten, doch begegnet das
jetzt inſofern Schwierigkeiten, als man für die modernen
Elockenformen ja viel mehr Material benötigt, als für
die früheren Jumperkleider. Immerhin wird man doch
oft vorhandenes Material mit neu angeſchafftem zu=
ſammenſtellen
und auf dieſe Weiſe Wirkungen ſchaffen
können, die ſehr richtig, ſchön und auch zweckentſprechend
ſind. Bei der Wahl des Materials für das einfache
Kleid wird man ſich nicht wie ſonſt von durchaus modi=
ſchen
Geſichtspunkten leiten laſſen; man wird vielmehr
verwenden, was man zufällig beſitzt und was nicht allzu
teuer iſt, dabei aber gut ausſieht. Hingegen ſoll man
unbedingt darauf ſehen, für dieſe Art von Kleidern nur
ſolche Farben zu wählen, die einen unbedingt kleiden
und die man ſehr ſchätzt, da ſolche Modelle ja in der
Regel ſehr viel getragen und ausgenützt werden, ſo daß
es ſehr unangenehm wäre, wenn man ſich am Material
und ſeiner Farbe bald ſattgeſehen hätte.
Die Formen dieſer Kleider ſollen ſehr einfach ſein,
denn nur ein durchaus ſchlichter Schnitt ſichert große
Verwendbarkeit.
Trotzdem die glockige Mode unbedingt den Sieg da=
vonzutragen
verſpricht und heute ſchon alle Modeſalons
ausnahmslos beherrſcht, wird man ſie gerade bei Strapazier=
kleidern
nicht ſklaviſch nachbeten, ſondern gegebenenfalls auch
der perſönlichen Note der Trägerin Rechnung tragen und all=
gemeingültige
Typen wählen. So iſt zum Beiſpiel für den all=
täglichen
Gebrauch ein gerade fallendes Kleid ſehr beliebt und
vornehmlich für unterſetzte Geſtalten (die durch glockige Formen
oft noch gedrungener wirken können) ſehr empfehlenswert. Auch
mantelartige Faſſons finden großen Anklang, können allerdings
mit der Glockenmode in Verbindung gebracht werden und er=
geben
auf dieſe Weiſe noch beſſere Linien.
Auf einige der beachtenswerteſten Schaffungen, die als Vor=
läufer
der Mode zu werten ſind, verweiſen wir in unſerer Bild=

Borten

gruppe: Schöne Ajour=Arbeit, die be= V
kanntlich immer ſehr geſchätzt wird, finden
für das erſte Modell Verwendung; man
arbeitet hier entweder die eleganten Stäbchen=Ajouren oder aber wirkende Rockpartie, die ſeitlich einen ſchmalen ſiol=
kaufen
bekommt und derart einarbeitet, daß ſie von echten Ajou= benäht wird.
ren kaum zu unterſcheiden iſt. Dieſes Kleid wird man aus Stoff
oder Seide herſtellen; in dunklen Farben wirkt es unbedingt am ſehr einfache Schuhe, die vollkommen ungarniert wiu
vorteilhafteſten, weshalb Schwarz, Marineblau oder Flaſchen= in der Regel auch nicht wie es jetzt oft üblichf
grün empfohlen ſeien. Die Ajouren werden in drei Reihen ge= ſchiedenen Lederſorten kombiniert ſein ſollen,
wißermaßen als Erſatz einer Gürtelpaſſe verwendet, ferner als

nd blickte
dunkelh
Klerd.
ſchnete Br
r ein
auch auf den Unterärmeln und ergeben auillef
ſehr feine Wirkungen. Das Kleid ſelbſt, fthyr ſa, 7ch meine Freunt
in der Rückenbahn vollkommen gerade UUnnur ütamf eine Reihe 50.
vorderen Rockpartie ſtark glockig, won=ufioe iM unden, Ich habe
Di
Linie der kommenden Mode richtig erfaßz
ern.
Mantelartigen Charakter upeſas n.90
Modell, das man ebenfalls aus Stoff wSeide
humt
ſtellen kann. Während der Oberteil ſchiifctyaeuz
in der Hüfte derart eng geſpannt wird, Eir f.
Gürtelpartie ähnelt, iſt die hochgezogene weier
des Rockes ſtark glockig. Dieſes Modelll pru= auf
ſtarke Frauen herangezogen werden, duchzuß
allenfalls um eine ziemlich große Gefruſſgundel
kleine Figuren durch eine glockige Wzuuſiag,
hier zu ſehen iſt, leicht kurzbeinig uneſühr
teilhaft wirken.
Ein Kompromiß zwiſchen der gera/(7
der Glockenlinie ſchließt das im dr 2Bi
gehaltene Kleid. Es hat einen loſe gexunner
kragen und bringt eine vollkommen inn unma
nähte Rückenpartie, die ſich auch auf im
Vorderbahn erſtreckt. Ein einfacher Gür hil
grazibs und iſt bei einfachen Kleidern weiſe
ſagen ſportlichen Note ſehr geſchätzt. Id
dieſes Modells, iſt unterhalb des Gürtllglit=
exhält
auf dieſe Weiſe eine ſehr graziöſe
Zweierlei Materialien, und zwar
und Kreppſatin oder matte Zeide und g
Kreppſatin zieht man für das im viertei pe=
Kleid heran. Der Kragen, die daraus ruf
Längsbahn, der weich gelegte (ebentuell i geinge
Gürtel, der mit einer Schnalle zuſammeiglten
und die Unterärmel beſtehen aus K eugiſtin
andere aus matter Seide oder me/(1
aus Stoff, gegebenenfalls auch aus dei nttten W HAln
ſeite, des Kreppſatins. Beachtenswert ſtand
ſem Falle, die vorn glockige Rockpartia /
zu einer ganz geraden Rückenbahn, dia m
9!
vorzuſtellen hätte.
Ganz einfach und vollkommen au.
Gebrauch eingeſtellt iſt das letzte Modell. Eyel
ter Kragen mit Herren=Revers, ein ſchmachſe
eine loſe fallende, ganz in Säumchen genäkſehi!
man ſetzt eine ſogenannte Ajour=Treſſe ein, die man fertig zu Unterkleides ſehen läßt, der mit einfachen 9
Zu all dieſen ſchlichten Kleidern trägt marn gehl
Das gleiche gilt für die Hüte, die nur dam
Markierung des Pullover=Ausſchnittes, endlich finden ſie ſich Kleidern gut witken, wenn ſie durchaus einfach urn

Es gibt wohl keine Saiſon, die die Bortenmode
ganz fallen ließe. Würde man doch damit auf einen
der beſten Effekte verzichten, der überdies den Vorteil
hat, auf faſt jedem Modelle augebracht werden zu
können, gleichgültig, ob es ſich um ein Strapazier=
ſtück
oder um ein nachmittägliches oder abendliches
Modell handelt.
Die Anbringung der Borten iſt auch bekanntlich
von dem jeweiligen Grundmateriale ganz unab=
hängig
, denn die Treſſen heben ſich von Stoff ebenſo
gut ab wie von Seide, und ergeben immer wirkungs=
volle
Kontraſte. Natürlich eignen ſich in erſter Linie
matte Gewebe zur Kombination mit Borten, da hier
der Glanzunterſchied ein viel charakteriſtiſcherer iſt.
Zwar kann die gegenwärtige Mode faſt jeglichen
Aufputz leicht entbehren, da die Eigenart eines Mo=
dells
faſt ausſchließlich aus ſeiner Linie und aus dem
zur Verwendung gelangenden Materiale geholt wird.
Nichtsdeſtoweniger verzichtet man auf Aufputzeffekte
nicht vollkommen, trachtet aber immerhin, möglichſt
ſchlichte Beſatzmaterialien heranzuziehen. Daher mag
es auch kommen, daß gerade Borten von den gro=
ßen
Häuſern angeſichts ihrer Einfachheit wieder be=
günſtigt
werden, auf vielen Modellen zu ſehen ſind
und mit fortſchreitender Saiſon noch eine größere
Rolle ſpielen dürften.
In Verbindung mit der neuen Glockenlinie neh=
men
ſich Treſſen immer ſehr gut aus, da ſie die
Linienführung in ihrer ganzen Originalität und
graziöſen Beſchwingtheit noch zu betonen und zu
unterſtreichen vermögen.
Ueber die Treſſen ſelbſt wäre zu ſagen, daß ſie
nicht mehr wie ſeinerzeit nur in gewiſſen Standard=
typen
erzeugt werden, ſondern die allerverſchiedenſten
Muſterungen bringen. Da ſieht man glatte, geſtreifte,
moirierte und ornamental gemuſterte Borten. Solche
aus Seide, Kunſtſeide und andere wieder aus bunter Wolle.
Das Beliebteſte aber ſind die gewachſten (cirierten) Treſſen,
denen eine dünne Wachsſchicht einen ganz unnachahmlich feinen
ſozuſagen ölig ſchimmernden Glanz verleiht. Mit dieſen ge=
wachſten
Borten werden heuer auch die ſchönſten Effekte erzielt,
die durch verſchiedene Flechtwirkungen noch eine ſehr weſentliche
Bereicherung erfahren können. Man bekommt ſie in jedweder
Farbe zu ſehen, ſo daß man zu jeglichem Materiale die ent=
ſprechende
Borte zu finden vermag.
Beachtenswert iſt die Tatſache, daß man die Borten nie=
mals
in einer anderen Schattierung hält als, den betreffenden
Grundſtoff, auf den ſie geaibeitet werden, ſondern immer beiden

Modell 2 und 3 ſind als zuſamm
trachten, was ſo zu verſtehen iſt, daß Lo
als ärmelloſes Modell (alſo ohne 70
Bild 2) für abendliche Zwecke heranzäl!
rend es mit dem dazugehörigen, mit Hun
Bolerojäckchen, das lange Aermel ha,ß
tagskleid zu verwerten iſt. Dieſes hur.369
man ſich als Schlüpfbluſe, ſozuſagen nMſ.
per vorzuſtellen, der in gleichen AbſtSie
form mit feinen, dünnen Borten bem!
einzige Garnierung darſtellen; den Tache
weiſen die Aermel auf, die unten baits
ſind. Ein derartiges Complet=Kl0.
es praktiſch und ſchön zugleich iſt, fi Nio
Saiſon als ſehr ausſichtsreich zu beze 1!.
Natürlich beſchräntt ſich die Bortelvee, !0
auf Kleider, ſondern erſtreckt ſich auc
Koſtüme, die ab und zu wieder im *50
ſehen ſind.
Ganz ausgezeichnete Wirkungen a ſeh n
mit Hilfe der Treſſen auf den neuen 2I
keln zu erreichen. Bild 4 und 5 zeige!
hülle in ihrer Vorder= und Rückanſichä
hier um den geraden Schnitt mit der /ch0

Ueberſtickte. S

die gleiche Farbe gibt. Wie mannigfaltig
die Bortenmode zu verwenden iſt, zeigen
wir in unſerer Gruppe:
Da iſt im erſten Bilde ein einfaches Kleid zu ſehen, das man
ſowohl in leichtem Stoffe wie auch in jeder Art von Seide her=
ſtellen
kann und für Gebrauchszwecke ebenſo wie für Beſuche
heranzuziehen vermag. Der Oberteil iſt ganz ſchlicht und ſpitzig
ausgeſchnitten, die Rockpartie rückwärts gerade, aber vorn reich=
lich
glockig. Glänzende Seidentreſſen zieren einen Teil der obe=
ren
Partie, wo ſie eng aneinander genäht in Bogenform
abſchließen; ſie ſetzen ſich im übrigen auch noch am Rock fort und
ergeben unten eine Zackenlinie,

Der ganze untere Rand des Mantels ſ.94
ten benäht, die die eigenartige Forr, Wekee
noch betonen. Auch der Unterärmel Lich a
garniert, ebenfo eine dreieckige Bahm! wet
mitte. Die Fellgarnierung beſteht au Sll
gen Schalkragen und aus reichen Maufilt.
Im übrigen greift die Treſſen=ck.de Lus
auf die Hutmode über, die ſehr apamiſ ſe
Art für die kommende Saiſon vorbe
ſind ganz neuartige modiſche Effekte.
des Spitzenſtoffes iſt derart, daß marse.
betreffenden Spitze zum Teile durch-
nacharbeitet
bzw. konturiert und auf dieſe Wen"
Motive ſchafft. Insbeſondere die in Blumenm.
Spitze läßt ſich auf dieſe Weiſe ſehr reizooll. Ber
hier zur Verwendung gelangenden kleinen büh..
ſich von dem Grundmateriale ganz ausgezeichne
lich ſchwarze und weiße, aber auch graue und
farbene Spitze gibt einen vortrefflichen Hiule
Perlſtickereien ab. Natürlich iſt nicht nur Haſ.
Maſchinen=, alſo Metallfaden=Stickerei ſehr 9"
denn die metalliſche Konturierung des Spitzenſe
der Effekte, die ſich von den durch Perleuſtige
weſentlich unterſcheidet.

[ ][  ][ ]

mer 308

Sonntag den 6 November 1927

Seite 25

as flammende Meer.
Roman von Werner Scheff.
(Nachdruck verboten)
wer Treppe wurden Stimmen vernehmbar, die Tür
Mmnd Gubaſſy erſchien mit den drei Arbeitern. Er hatt=
in
der Kantine angetroffen. Sie waren ihm ſofort
as ſie vernahmen, daß ſie Doktor Brakke zu ſprechen
eu hatte ſich erhoben und drückte jedem von den Männern
eHherr Doktor, Sie führt doch gewiß etwas ſehr Wich=
ſmn
dieſe Zeit nach Stubinten, rief der alte Wittmann,
ſbogliches, etwas überſchlankes Männlein mit einem
krübezahlbart und klugen, offenen Augen.
e waun Sie auch kommen, ſehen wir Sie gern, Herr
ſieß ſich das wahre Gegenteil Wittmanns vernehmen.
rmm maß faſt zwei Meter, war breitſchulterig und eckig
Maolange er guter Laune blieb, jedem Satz ein dröhnendes
Naggen. Dabei glärzte ſein rundes Kindergeſicht, und der
Likk, mit dem er den Chemiker begrüßte bereitete Herbert
icht wenig Schmerz. So herzhaft griff der Rieſe zu.
rritte ſchwieg und blickte von Anfang finſter drein.
mmr ein hübſcher, dunkelhaariger Mann von etwa dreißig
y=ſſen ſcharfgezeichnete Brauen über der Naſenwurzel zu=
bien
. So gewann er ein etwas unheimliches Ausſehen.
zm Sie ſich, meine Freunde, nahm Herbert Brakte das
huiem er auf eine Reihe von Stühlen deutete, die unweit
Wrrtzes ſtanden. Ich habe dieſe nächtliche Fahrt natürlich
ha nommten, weil ſich Dinge ereignet haben, die unſer
6s Intereſſe erfordern, und vor allem müſſen wir
ANbchacht ſein, Abwehrmaßregeln zu ergreifen, um uns
verart
Meg en einen ſchändlichen Verdacht zu ſchützen.
r Doktor, fiel an dieſer Stelle Gubaſſy ein, der ein
Nu4
wMläß, aber mit deutlicher Spannung in den Zügen dabei
gen
Mil es Ihnen vielleicht nicht erwünſcht, daß ich dieſer
Mug beiwohne?
iuz im Gegenteil, lieber Gubaſſy, Sie müſſen bleiben,
40 Sie betrifft das, was ich zu ſagen habe.
wann laſſen Sie, bitte, hören, ſtieß Wittmann hervor
Uſätte mit ſeinen beiden Kameraden einen Blick, aus dem

W
ſt iſt das letzte Modl
Herken=Revers, ein in
gent im Säunchen u
ſeitlich einen iand
der mit einit
ichten Kleidern trägt nu
ſie vollommen ungauntitk
chtwie es jſeht M
kombiniert jein faln
für die Hute, die 7uf N
venn fie durchaus einſcht.

enfih Ferberniſg, vie Ne eurt ur Zie un Sethe Tet derf
Sache waren.
Ich betrachte Sie als die Vertreter der ganzen Arbeiter=
ſchaft
, die in den Aquanit=Werken beſchäftigt iſt, fuhr Herbert
Brakke fort, und Herrn Direktor Gubaſſy als Vertreter unſerer
Beamten. Ich lege Ihnen nun die Frage vor: Sind Sie meine
Herren, damit einverſtanden, daß unſer Präparat, ſoweit es
bisher in den Werken erzeugt wurde, an England, geliefert
wird?
Die drei Arbeiter ſaßen ſprachlos. Gubaſſy wurde dunkel=
rot
. Es trat ſekundenlang tiefe Stille ein, die dann plötzlich
durch Ausrufe der Entrüſtung unterbrochen wurde.
Wer behauptet das? ſchrie Rader und ſprang empor, wer
bringt uns den Beweis hierfür?. Den ganzen Krempel hauen
wir zuſammen, wenn es, wahr iſt, was Sie da ſagen, Herr
Doktor.
Es wäre unglaublich, ſtieß Wittmann hervor. Damit war
aber auch ſeine Empörung erſchöpft. Er hegte noch Zweifel an
der Richtigkeit deſſen, was Doktor Brakke ſoeben vorgebracht
hatte.
So eine Gemeinheit, äußerte ſich der Rieſe Glomm zur
Sache, nnein, Herr Doktor, das kann doch nicht Ihr Enrſt ſein?
Es iſt mein vollſter Ernſt! Ich habe es aus dem Munde
Herrn von Düſtiungens ſelbſt gehört!
In dieſem Augenblick trat Gubaſſy, der für kurze Zeit über=
legt
und mit ſich ſelbſt gekämpft hatte, vor den Chemiker hin.
Trotzige Entſchloſſenheit ſprach aus ſeinen Mienen.
Herr Doktor, rief er mit ſtarker Stimme, namens der
Aquanit=Geſellſchaft lege ich Verwahrung ſowohl gegen Ihre
Beſchuldigung wie auch gegen die Art und Weiſe ein, in der Sie
unſere Arbeiter aufzuhetzen verſuchen!
Da fuhr Herbert Brakke empor und ſtand hoch aufgerichtet
vor dem Ungarn. Er maß ihn mit einem unſäglich überlegenen
Blick.
Das ſagen Sie, Herr Gubaſſy, kam es im Tone eiſigſter
Verachtung von ſeinen Lippen. Sie, der Sie wahrſcheinlich ein
Mitwiſſer derjenigen ſind, die uns dieſe Schmach augetan haben.
Und mit welchem Recht maßen Sie ſich an, mich zur Rede zu
ſtellen? Was ich ſpreche, ich werde es vor dem Verwaltungsrai
unſerer Geſellſchaft verantworten, niemals aber vor einem
ihrer untergeordneten Organe. Schweigen Sie alſo, wenn Sie
nicht in unſere Entrüſtung einſtimmen wollen, ſonſt werde ich
Mittel und Wege finden. Sie von hier zu entfernen.
Das ... wagen Sie mir zu ſagen? keuchte der Ungar,
außer ſich vor ohnmächtiger Wut.

Ein anderer aber gab ihm die Antwort. Er fühlte ſich am
Arm gefaßt und kräftig zur Seite gezogen.
Nun ſeien Sie einmal verſtändig, Herr Direktor, und
widerſetzen Sie ſich dem Herrn Toktor nicht länger, riet ihm
der Rieſe Glomm, denn er war es, der ſich in die Auseinander=
ſetzung
der beiden Männer gemiſcht hatte. Herr Doktor Brakke
hat uns gewiß noch mehr zu erzählen, und wir möchten lieber
ſeine Worte hören als die Ihrigen.
Und ich kann Ihnen verſichern, ſetzte Rader mit wilder
Ueberzeugung hinzu, während ſeine Augen den faſſungsloſen
Mann voll Zorn anblitzten, nich darf Ihnen verraten, daß ſich
unter Ihrer Leitung in unſerer Fabrik keine Hand mehr rühren
wird! Sie haben hier ausgeſpielt, Herr Gubaſſy. Denn Sie
ſind der Diener derer, die uns verraten haben.
Es iſt gut, rang es ſich tonlos von den Lippen des Ungarn.
Er trat zurück und lehnte ſich, nach Haltung ſuchend, an
ſeinen Schreibtiſch. Von hier aus ſah und vernahm er alles,
was ſich nun in dem Gemache abſpielte.
Ich habe Ihnen allerdings noch mehr zu ſagen, knüpfte
Herbert an die Worte Glomms an, aber ich will, mich kurz
faſſen, denn es iſt doch ſpät nachts, und morgen können wir uns
ausſprechen, wenn Sie ſich mit Ihren Kameraden beraten haben.
Es iſt mir gelungen, Herrn von Düſtingen zu dem Eingeſtänd=
nis
deſſen zu veranlaſſen, was ich bisher immer für ausgeſchloſ=
ſen
hielt: wahrſcheinlich auf Umwegen über andere, unverdäch=
tige
Firmen, ſind unſere Fabrikate, ausſchließlich an die eng=
liſchen
Marinebehörden abgegangen.
Und jetzt tobt die große Schlacht, ließ ſich der alte Witt=
mann
nachdenklich vernehmen.
Hoffentlich konnten ſich die Engländer unſeres Präparates
noch nicht bedienen, ſetzte, der Chemiker fort, wenn es aber
geſchehen iſt, ſo bin ich wohl, frei von jeder direkten Schuld.
Indirelt naturlich habe ich an dieſem Verbrechen mitgeholfen,
hier ſenkte ſich ſeine Stimme, und er kämpfte gegen ſeine
tiefe Bewegung denn es wäre vielleicht meine Pflicht ge=
weſen
, denen beſſer auf die Finger zu ſehen, die mit dem Ver=
trieb
des Aquanits zu tun hatten. Aber ich will die Schuldfruge
noch nicht erörtern. Andere werden es beſorgen, wenn über=
haupt
ſchon eine Schuld entſtanden iſt. Die Antwort auf unſere
bange Frage, wie weit wir England geholfen haben, werden
uns die nächſten Stunden geben. Heute gilt es, ſich darüber
ſchlüſſig zu werden, wie wir weiteren Mißbrauch meiner Er=
findung
verhindern können.
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