NR4
Nter
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Einzelnummer 10 Pfenhige
2burchentlich 2maligem Erſcheinen vom 1. Oliober
Kb. Oktober 2.18 Reichsmart und 22 Pfennig
Masgebühr, abgeholt 2.25 Reichsmarf durch die
Jnrusen 2.40 Reichsmart frei Haus. Poſtbezugspreis
nt ohne Beſtellgeld monatlich 2.75 Reichsmart.
faiprortlichkeit für Aufnahme von Anzeigen an
5 nren Tagen wird nicht übernommen. Nichte
ſum einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
mie den Bezieher nſcht zur Kürzung des
Eitreiſes. Beſſellungen und Abbeſtellungen durch
Feni obne Verbindlichkeit für uns. Poſiſcheckkonio
Franffurt a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iUluftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 292
Freitag, den 21. Oftober 1927. 190. Jahrgang
SeMaastoute
beim Hochen von MAGGl Suppen:
Beachten Sie genau die
Hochanweisung auf
jedem
Fratfer
24s1:
Kochzeit 5 Minuten
Den Inhalt in gut 1/2
L-iter siedendes Wasser
streuen. Kein Salz,
keine Fleischbrühe
vehmen.
— Nach
dem Wiederaufkochen
Minuten (größ=
Menge lAnger)
deckt bei kle
Die Zubereitung von
MAGGIS Suppen ist
ganz einfach, aber die
Kochvorschrift kann
natun-
gemäß nicht für alle 28
Sorten die gleiche sein.
Deshalb dürfen Sie nicht
nach Gutdünken verfahren.
Nach Vorschrift gekocht,
schmecken MAGGl‟
Suppen delikat.
euer kochen
Kochzeit 25 Minuten
Würſel zerdrücken, mit eiwas kaltem
Wasser zu dünnem Brei anrühren, in gut
die Liter siedendes Wusser gieben. Kein
Salz, telne Flelscttrihe nehmen. Nach
dem Wiederaufkachen 25 Minuten (grö-
Vere Menge lünger), zugedeckt bei
Hlei-
nem Feuer kochen lassen
Suppe gewinnt, weun sie
10 Mintien zugeleckt an heiber Stelle
zichen kann.
Vor dem Aurichten werden vor
huſt geröstele Brotwürſel beigefügt.
Anzeigenpreis:
27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichepig.
Finanz=Anzelgen 40 Reichepfg., Reklamezelle (92 mm
breit/ 2Reichsmark, Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
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zeſie 3.00 Reichsmart. Alle Preiſe in Reichsmart
4 Dollar — 420 Marh. — Im Falle höberer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr, Streilt uſw., erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beitrelbung fällt jeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bani und
Darm=
ſädter und Nationalban”
Der Drehpunkt des Schulgeſetzes:
Die Koſienfrage.
* Berlin, 2. Okt. (Eigener Bericht.)
Ehstag erledigte heute zunächſt ohne Ausſprache die beiden
ui tag im Handelspolitiſchen Ausſchuß verahſchiedeten
Ver=
utſch=franzöſiſche Handelsabkommen und die Vereinbarung
ber Ziſchkonſerven, ferner den Geſetzentwurf über den
föfAAngSgeſeB. Für Sanstag iſt äuch Die Beſbrechung der Fis
terpellationen und Anträge zum Bergarbeiterſtreik in Ausſicht
genommen, falls nicht inzwiſchen der Streik beendet ſein ſollte.
Die Erledigung der ſozialdemokratiſchen Interpellation zur
Wirtſchaftslage wurde vom Aelteſtenrat abgelehnt, weil ſie bei
der Fülle des übrigen Stoffes nicht mehr in dieſer Woche
be=
handelt werden kann und der Aelteſtenrat, daran feſthält, am
Samstag eine Pauſe in den Verhandlungen des Reichstages
ein=
treten zu laſſen. Wie wir hören, werden ſich die
Sozialdemo=
kraten damit jedoch nicht zufrieden geben, ſondern im Plenum
noch einmal die Beratung ihrer Interpellation beantragen.
„Kirchenſtaat.”
Von unſerem „=Korreſpondenten.
Rom, 19. Oktober.
Man ertrinkt augenblicklich in Rom in Artikeln und Kom=
Amentaren der Zeitungen und Zeitſchriften, die ſich zur ſogenann=
Aten „römiſchen Frage” äußern. Ein ganz ungewohntes reges
„Leben herrſcht in den Spalten der Blätter; die Journaliſten
önnen ſchreiben und drucken laſſen, faſt als wenn es keine
Zen=
ur mehr im Reiche Muſſolinis gäbe. Man hat den Eindruck,
Adaß nicht nur die Jagd auf all die kleinen Singvögel freigegeben
Riſt, die jetzt in Italien den Flinten und den Netzen zu Hundert=
Mauſenden zum Opfer fallen, ſondern auch die Jagd auf das
Thema „Kirchenſtaat”. Wer nicht ſeit langen Jahren mit den
Wewohnheiten des modernen Roms vertraut iſt, kann zu dem
lauben verleitet werden, daß eine neue Zeit für Italien und
Den Vatikan angebrochen ſei. Wer aber einigermaßen das Ge=
Dächtnis noch nicht verloren hat, weiß, daß die „römiſche Frage‟
ſeit Eroberung der Stadt Rom im Jahre 1870 niemals geſchlum=
Inert hat und daß ſie durch vielerlei Phaſen von Feindſchaft
Lind Annäherung zwiſchen dem königlichen Italien und der
bäpſtlichen Kurie hindurchgegangen iſt. Gerade zu dieſem Thema
dab es gar viele Variationen und faſt ebenſo viele Hoffnungen,
Phne daß eine der Hoffnungen bisher auch nur zur Tatſache
ge=
orden ſei. Denn ein feſter Fels im raſchen Wechſel der
Er=
igniſſe iſt immer in Rom geblieben: die unerſchütterliche
Stel=
ſungnahme des Vatikans, die noch niemals ernſtlich von der
870 erklärten freiwilligen „Geſangenſchaft der Päpſte”
abge=
ichen iſt. Was auch immer der Staat Italien getan hat, die
Rurie iſt auf ihrem Standpunkt geblieben, das Garantiegeſetz
des Jahres 1871 nicht anzunehmen, ebenſowenig wie bis heute
Hen italieniſchen Staat anerkennt, noch mit ihm de jure Frieden
geſchloſſen hat. Genau genommen, befindet ſich der Vatikan
och heute in dem gleichen Kriegszuſtand mit dem Königreich
Italien wie am Tage der Einnahme Roms am 20. September
870.
Daß einem derartigen unnatürlichen Zuſtand ein Ende
ge=
macht werden müſſe, das war ſchon lange vor der fasciſtiſchen
lera der Wunſch vieler einſichtsreicher italieniſcher Politiker.
Mehrfach ſchienen auch ſchon die Wege geebnet, um zum Frieden
Zu kommen, immer aber hat — oft noch in letzter Minute — der
Patikan mit Rückſicht auf ſeine intranſigenten Prälaten oder
Auf den möglichen Eindruck einer Nachgiebigkeit im Auslande
Auf ſeinem alten Standpunkt beharrt: ohne Wiedererrichtung
Zines Kirchenſtaates und eine damit verbundene Souveränität
e facto keine Ausſöhnung mit dem Königreich Italien.
Als nun kürzlich der Senator Giuſeppe Bevione über ein
MKonkordat zwiſchen Italien und dem Vatikan” ſchrieb, als dann
Viovanni Gentile im „Corriere della Sera” eine Artikelreihe
Aber die „römiſche Frage” begann und zugleich Arnoldo Muſſo=
Ani, der Bruder des Duce, in ſeinem „Popolo d’Italia” zum
eichen Thema ſich äußerte, konnte man faſt meinen, es würde
Resmal vielleicht nicht nur zu einem Wortduell, ſondern zu
Aaten kommen, zumal der „Oſſervatore Romano”, das Blatt des
katikans, prompt und ausführlich zu den verſchiedenen Artikeln
r fasciſtiſchen Blätter Stellung nahm. Man war verſucht,
eich zu Beginn dieſer Kampagne auch ſeinerſeits ſich in der
kutſchen Preſſe zu äußern, kam aber dann zu der Ueberzeugung,
ß es geratener ſei, erſt einmal abzuwarten, ob den Worten
lich Taten folgen würden. Sie ſind ausgeblieben. Aber es
Zegen jetzt wenigſtens zwei weſentliche Darſtellungen vor, die
ne Art Schlußwort von beiden Seiten bilden könnten: ein
euer Artikel des „Oſſervatore Romano”, und heute ein
zu=
immenfaſſender Aufſatz Gentiles im „Corriere della Sera”
Ind nun ſieht man, daß auch diesmal zunächſt nur eine
Dis=
ſſion erfolgt iſt, daß man aber weder einer Löſung der
römi=
hen Frage nähergerückt zu ſein ſcheint, noch ein Heilmittel ge=
Inden haben dürfte. Allerdings darf man zugeben, daß ſchon
Ze neue Aufrollung der Frage mit ihrer diesmal ziemlich klaren
eantwortung durch den Vatikan eine Aufhellung in gewiſſem
hinne bezeichnet. Eine Aufhellung alſo, aber noch lange keine
Pſung.
Das Weſentliche in der Stellung des Vatikans iſt folgendes:
ie römiſche Frage verlangt, ſo ſagt der „Oſſervatore”, keine
Aternationale Löſung, ſie ſchließt aber auch eine rein nationale
Pſung aus. Sie kann nur als katholiſche Frage betrachtet
erden und iſt deshalb univerſell. Sie kann alſo auch nur
über=
tional, überſtaatlich geordnet werden. Italien kann ſie
dem=
ch nicht löſen, ſondern nur alle Katholiken oder, beſſer geſagt,
Haupt, der Papſt ſelbſt. Der alleinige Richter in dieſer
age iſt der Papſt. Ihm allein ſteht es zu, über die Bedin=
Angen ſeiner Freiheit und Unabhängigkeit ebenſo wie über die
Itwendigen Garantien zu entſcheiden, die ausreichen, um die
Yäubigen in der ganzen Welt zu beruhigen. Deshalb iſt
jeg=
er Verſuch eines Ausgleichs, der nur einſeitig von Italien
sgeht, dazu beſtimmt, zu ſcheitern, weil er nicht das Plazet
jenigen finden wird, der allein die Zügel der katholiſchen
lt führt. Man befindet ſich alſo auch heute noch in derſelben
9ge wie damals, als man verſuchte, dem Papſt das Garantie=
Zetz aufzuzwingen, alſo noch auf dem alten Fleck.
Die Kurie gibt nicht nach. Sie kommt nicht einmal
ent=
gen. Denn ſie kann abwarten. Sie braucht den fasciſtiſchen
Yaat nicht. Sie hat die ſchwere Zeit der extrem
freimaure=
hen Herrſchaft auf dem Kapitol eitragen. Jetzt aber ſieht ſie
Frall im Lande ihren Einfluß wachſen. Sie weiß vor allem,
ß. der Fascismus die Kirche braucht, daß Muſſolini den
Aus=
ich zwiſchen dem Vatikan und dem Königreich, vor allem
den Frieden zwiſchen Papſt und dem Hauſe Savoyen wünſcht.
Denn dieſer Frieden würde das Herrſchertalent Muſſolinis in
der ganzen Welt in neuem Glanze und zugleich — das Haus
Savoyen noch unbedeutender erſcheinen laſſen, als es ſchon
ſo=
wieſo jetzt unter der Leitung Muſſolinis iſt. Ein Frieden
Ita=
liens mit dem Vatikan bedeutet ſchließlich ja eine Niederlage
des Königsha iſes, einen Verzicht auf mehr als ein halbes
Jahr=
hundert italieniſcher Geſchichte. Es muß ſchwer ſein für den
Enkel Viktor Emmanuels, auch noch dieſe letzte Erbſchaft des
Großvaters fahren zu laſſen. Dann bleibt ihm nur noch das Geld.
der ſachliche Beſitz
Schlöſſern und Gütern, aber nichts mehr
Seite 16
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Freitag, den 21. Oftober 1927. 190. Jahrgang
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Damm=
ſädter und Natſonaban”
„Kirchenſtaat.”
wegen der Oeckungsfrage.
Von unſerer Berliner Redacktion.
Sang= und klanglos iſt am Donnerstag, am dritten Tage der
Bllc rache, das Schulgeſetz an den Ausſchuß ge=
Bzaeer. Man hätte ſich dieſen dritten Tag eigentlich ſparen
küner, denn weſentlich Neues iſt nicht mehr zutage gefördert
wto e. Der Deutſchnationale Schultz proklamierte erneut das
Met der chriſtlichen Eltern, wobei ſich ihm auch diesmal Herr
Scheibber vom Zentrum zugeſellte, der hinter den Kuliſſen ſehr
ſtirn däe Rolle des Einpeitſchers für das Schulgeſetz geſpielt hat.
Eſr eſnte es ab, daß das Zentrum hierbei politiſche Gründe in
deinTordergrund rücke, es handle ſich um elementare
Grund=
foncrungen der katholiſchen Weltanſchquung. Aus dieſer
Auf=
faing heraus könne man nicht gut eine kulturelle Diktatur
gengaüber dem Elternrecht ausüben. Auch die Kommuniſten
ſchiten noch einen Redner vor, von dem lediglich zur Notiz zu
neſher iſt, daß er das Geſetz als ein Inſtrument zur weiteren
poſſiſchen Verſklavung der arbeitenden Maſſen bezeichnete. Zum
Schz ging dann noch der Reichsinnenminiſter gegenüber einer
demetntiſchen Berechnung, die eine Erhöhung der Schullaſten Grundlage jeder Verſtändigungspolitik ſei.
unn 0 bis 50 Prozent herausrechnete, auf die Koſtenfrage ein,
ohuy ſrh allerdings irgendwie feſtzulegen. Er hat ja auch
ſach=
ſic urchaus recht, daß die Koſten von der Geſamtgeſtaltung
ves ukwurfs und der Ausführungsgeſetze der Länder abhängig
ſimih uu ß ſich alſo darüber erſt etwas ſagen laſſen wird, wenn die Bemerkung auf die demokratiſche Interpellation wegen der Koſtenfrage
enulige Geſtaltung des Entwurfs einigermaßen feſtgelegt ſei.
Er) nigte deshalb auch lediglich an, daß die Reichsregierung
dict ru ge grundſätzlich klären würde, ehe der Entwurf an den
Rc imt zurückgehe. Bis dahin iſt es aber noch lange Zeit.
uſyireform durchſprechen, die in den letzten Tagen einen der Beguff „ggordnetes Schulweſen” erhalte.
veichelach ſtärkeren politiſchen Anſtrich bekommen hat. Es zeigt
icht” as auch bei den bürgerlichen Parteien aus den Kreiſen
Wer/ rneitervertreter heraus gegen den Umfang und die Höhe
erz tel oldungsreform ſehr ſtarke Bedenken geäußert werden, das Zentrum vor die Entſcheidung zu ſtellen, entweder in Preußen die
n / Fraktion bereits einen heftigen Vorſtoß in der Richtung
emut hat, entwickelt ſeine Anſchauungen darüber in der „
Ger=
nayuf. Er gibt zwar grundſätzlich zu, daß viele Beamte eine hür völlige Gleichheit der 3 Schularten aus.
rantzelre Beſſerſtellung nötig hätten, glaubt aber doch, daß die
resr allitiſchen Auswirkung nicht zu unterſchätzen ſind. Die das Gewiſſen entſcheide und nicht die politiſche Ueberzeugung. Wenn
iſtäßt u ſemn, daß ihre Fraktionsführer an den Beratungen des Widerſpruch bei den Kommuniſten). Abg. Hofmann führte weiter aus:
us ftſes ſelbſt mitarbeiten ſollen.
en ſändern wegen der Deckungsfrage der Ge= Zentrum),
nannziriſter und Reichskabinett halten, aber nach wie vor die Vorlage dem Bildungsausſchuß überwieſen.
aramet, daß eine Uebernahme der Koſten durch das Reich
lichth Frage kommen kann, weil dadurch die Grundlagen des
Teic fiau=shaltsplanes gefährdet werden. Es wäre deshalb
ver=
länueh, wenn Herr Köhler erklärt hat, daß er für ein
Nach=
bem exenüber den Ländern die Verantwortung nicht tragen
rtustn, ſondern auch den Ländern ſchließlich die Zuſtimmung
diete ierungsvorlage möglich machen wird, wenn auch — wie
henn umten.
Der Drehpunkt des Schulgeſetzes:
Die Koſienfrage.
* Berlin, W. Okt. (Eigener Bericht.)
tag erledigte heute zunächſt olne Ausſpreche die beiden
t rnrittag im Handelspolitiſchen Ausſchuß verahſchiedeten
Ver=
ge 9 Sideutſch=franzöſiſche Handelsabkommen und die Vereinbarung
gewgen über Liſchkonſerven, ferner den Geſetzentwurf, über den
deutſch=franzöſiſchen Rechtsverkehr und andere weniger wichtige Abkom=
Oas Schulgeſetz im Ausſchuß. men. Dann wurde die erſte Leſung des Reichsſchulgeſetzes fortgeſetzt.
19ntrums=Einwände gegen die Beſoldungs= lehnt. Als ſolche könne aber die in dem Entwurf vorgeſehene Einſicht= Leben herrſcht in den Stalten der Blätter; die Journaliſten
1ſtarx m. — Die Differenzen mit den Ländern den weltlichen Schulen werde man erfahren, daß totes Wiſſen nie den ſur mehr im Reiche Muſſolinis gäbe. Man hat den Eindruck,
daß den dort vereinigten 150 000 Lehrern über 4½ Millionen chiſtliche
Eltern gegenüberſtünden, die eine chriſtliche Schule forderten.
ſchiedung der Vorlage ein Geſamtaufwand von über 1100 Mill. Mk.,
begriffen ſeien. Es ſei nicht zu hoch gegriffen, wenn man eine 40—5opro= mert hat und daß ſie durch vielerlei Phaſen von Feindſchaft
zentige Erhöhung der Schulkoſten zu befürchten habe. Es ſei für die und Annäherung zwiſchen dem königlichen Italien und der
bereſt, das Schulgeſetz zu berabſchieden. Es gebe dringendere Aufgaben,
die zu erfüllen wären.
ziehen, denn das wäre der ausſichtsloſeſte Verſuch, gewiſſermaßen, mir
Bekenntniſſe und Veltanſchauungen umfaſſende kulturelle und geiſtige
Klammer zu ſchaffen. Der Wert der Bekenntnisſchule liege ganz
beſon=
ders darin, daß dieſe Schule der allgemeinen Menſchenbildung freien
Abg. Schneller (Komm.) volemiſiert gegen die „Schulveaktion”
und die „kulturellen Diktaturpläne” der katholiſchen Kirche.
Die Antwort des Reichsinnenminiſters.
Reichsinnenminſſter v. Keudell ging in einer kurzen
ein. Der Miniſter verſicherte die Regierung werde die Frage
grund=
blick nicht möglich; auch die preußiſche Regierung ſei dazu nicht in der
Lage geweſen. Dio finanziellen Auswirkungen der Schulvorlage hingen
doch nicht nur von der Geſtaltung der Vorlage ab, ſondern auch von
an Freitag will nun der Reichstag die Beſol= den Ausührungsgeſetzen der Länder und davon, wie das Antragsver= „Konkordat zwiſchen Italien und dem Vatikan” ſchrieb, als dann
fahren der Erziehungsberechtigten geregelt werde, und welche Auslegung
Zentrum und Sozialdemokratie.
entszegerwald, der wohl der Wortführer im Zentrum iſt und Koalition mit den Sozialdemokraten aufzugeben oder im Reich auf die Vatikans, prompt und ausführlich zu den verſchiedenen Artikeln
Zentrum mit ſeinem Kan pf für die kulturellen Idegle ernſthaft ſei, müſſe gleich zu Beginn dieſer Kampagne auch ſeinerſeits ſich in der
es in Preußen aus der Koalition austreten.
widerung auf die Ausführungen des Abg. Kube bemerkte, das Zentrum
Weamenbeſoldung in geringerem Ausmaß durchgeführt werden kenne die Sozialdemokraten ſeit Weimar. Im Weimarer Schulkompro= eine Art Schlußwort von beiden Seiten bilden könnten; ein
ollc as ſie in Ausſicht genommen iſt, weil er ſich davon viel miß habe die Sozialdemokratie zuſammen mit dem Zentrum eine her= neuer Artikel des „Oſſervatore Romano” und heute, ein
zu=
hezu ins Preisſenkung verſpricht, während eine generelle Er= nünftige Toleranz geübt. Erſt als der Einfluß der Demokratiſchen ſammenfaſſender Aufſatz Geutiles im „Corriere della Sera”.
Partei des Herrn Koch gewachſen ſei, ſei der Brei verdorben worden. Und nun ſieht man, daß auch diesmal zunächſt nur eine
Dis=
öhly Der Beamtenbeſoldung nur zu einem weiteren Anziehen Das Zentrum laſſe ſich deshalb von Kube nicht ſcharf machen gegen kuſſion erfolgt iſt, daß man aber weder einer Löſung der
römi=
er chenshaltungskoſten Veranlaſſung geben, und damit auch die Sozialdemokraten. Die Schule ſolle in erſter Linie Gehilfin der ſchen Frage nähergerückt zu ſein ſcheint, noch ein Heilmittel ge=
Eltem bei der Erziehung ſein, nicht Lehranſtalt. Darum trete er für
ur buvendigkeit der Erhöhung der Arbeiterlöhne führen die Bekenntnisſchule ein. Bei einer Probeabſtimmung in Bayern funden haben dürſte. Allerdings darf man zugeben, daß ſchon
rüſiſe Tehnliche Stimmen ſind — ſoweit wir ſehen — auch bei habe die Bekenntnisſchule 76 Prbzent aller Stimmen der wahlberechtigten die ueue Aufrollung der Frage mit ihrer diesmal ziemlich klaren
ennautſchnationalen zu Worte gekommen. Es iſt alſo möglich, allen Fällen aber mehr Stimmen, als bei den politiſchen Wahlen für Sinne bezeichnet. Eine Aufhellung alſo, aber noch lange keine
aß im dieſer Seite Schwierigkeiten entſtehen können, die nach das Zentrum abgegeben worden ſeien. Dies zeige, daß in Schulfragen Löſung.
esttrngsparteien haben deshalb beſchloſſen, um jederzeit ge= erteilen könne, müſſe er allerdings die Konſequenzen ziehen. (Lärmender internationale Löſung, ſie ſchließt aber auch eine rein nationgle
Schüiler. (Lebhafte Zuſtimmung im Zentrum). Dasſelbe Recht, das das werden und iſt deshalb univerſell. Sie kann alſo auch nur über=
Aneben beſtehen weiter noch die Differenzen mit Zentrum anderen gönne, verlange es auch für ſich. (Beifall im national, überſtaatlich geordnet werden. Italien kann ſie
dem=
ahlſer höhung. Die Baheriſche Volkspartei hat ja be= demokratiſche Aba Rönneburg, der die Gemeinſchaftsſchule als Frage iſt der Papſt. Ihm allein ſteht es zu, über die
Bedin=
itst rit ihrem Austritt aus der Koglition gedroht. Reichs= eine ausgezeichnete Erziehungsanſtalt bezeichnete und jeden konfeſſio= gungen ſeiner Freiheit und Unabhängigkeit ebenſo wie über die
nellen Zwang ablehnte. Dann wurde die Ausſprache geſchloſſen und
Nächſte Sitzung: Freitag mittag 1 Uhr.
Der Arbeitsplan des Reichstags.
Lnngeno daraus die Konſequenzen ziehen müßte. Vorläufig für den Reſt dieſer Woche feſtgelegt. Danach wurde am heutigen geſetz aufzuzwingen, alſo noch auf dem alten Fleck.
Donnerstag die erſte Leſung des Reichsſchulgeſetzes beendet. Für
aſfümnmer noch anzunehmen, daß eine Verſtändigung über Freitag iſt die erſte Beratung des Beſoldungsgeſetzes in Ausſicht gegen. Denn ſie kann abwarten. Sie braucht den fasciſtiſchen
n hlichen Umfang, wie auch über die finanzielle Deckung auf genommen. Für Samstag iſt die erſte Beratung über die Er= Staat nicht. Sie hat die ſchwere Zeit der extrem
freimaure=
neus undlage möglich ſein wird, die nicht nur den Arbeiter= höhung der Kriegsbeſchädigtenbezüge vorgeſehen. Außerdem riſchen Herrſchaft auf dem Kapitol eitragen. Jetzt aber ſieht ſie
ſollen noch einige kleinere Vorlagen auf die Tagesordnung kom= überall im Lande ihren Einfluß wachſen. Sie weiß vor allem,
men, die ohne Ausſprache den Ausſchüſſen üermittelt werden, daß der Fas=ismus die Kirche braucht, daß Muſſolini den
Aus=
ſagh — unter Umſtänden ſehr ernſthafte Schwierigkeiten ent= ſorgungsgeſetz. Für Samstag iſt auch die Beſprechung der Ju= den Frieden zwiſchen Papſt und dem Hauſe Savohen wünſcht.
terpellationen und Anträge zum Bergarbeiterſtreik, in Ausſicht Denn dieſer Frieden würde das Herrſchertalent Muſſolinis in
genommen, falls nicht inzwiſchen der Streik beendet ſein ſollte, der ganzen Welt in neuem Glanze und zugleich — das Haus
Die Erledigung der ſozialdemokratiſchen Interpellation zur Savoyen noch unbedeutender erſcheinen laſſen, als es ſchon ſo=
Wirtſchaftslage wurde vom Aelteſtenrat abgelehnt weil ſie bei, wieſo jetzt unter der Leitung Muſſolinis iſt. Ein Frieden
Ita=
der Fülle des übrigen Stoffes nicht mehr in dieſer Woche be= liens mit dem Vatikan bedeutet ſchließlich ja eine Niederlage
Samstag eine Pauſe in den Verhandlungen des Reichstages ein= hundert italieniſcher Geſchichte. Es muß ſchwer ſein für den
treten zu laſſen. Wie wir höven, werden ſich die Sozialdemo= Enkel Viktor Emmanuels, auch noch dieſe letzte Erbſchaft des
kraten damit jedoch nicht zufrieden geben, ſondern im Plenum Großvaters fahren zu laſſen. Dann bleibt ihm nur noch das Geld.
noch einmal die Beratung ihrer Interpellation begntragen.
Von unſerem „E=Korreſpondenten.
Rom, 19. Oktober.
Man ertrinkt augenblicklich in Rom in Artikeln und Kom=
Abg. Schultz= Frankfurt (Onlt.) erklärt u a., die Wiederkehr der mentaren der Zeitungen und Zeitſchriften, die ſich zur
ſogenann=
geiſtlichen Schulauficht werde auch von den Deutſchnationalen abge= ten nrömiſchen Frage” äußern. Ein ganz ungewohntes reges
nahme in den Religionsunterricht nicht bezeichnet worden. Gerade in können ſchreiben und drucken laſſen, faſt als wenn es keine
Zeu=
lebendigen Glauben erſetzen könne. Der Redner wandte ſich dann gegen daß nicht nur die Jagd auf all die kleinen Singvögel freigegeben
die Stellungnahme des Deutſchen Lehrervereins und wies darauf hil, iſt, die jetzt in Italien den Flinten und den Netzen zu
Hundert=
tauſenden zum Opfer fallen, ſondern auch die Jagd auf das
Abg. Dr. Fiſcher=Köln (Dem.) ging auf die Koſtenfrage ein. Thema „Kirchenſtaat‟. Wer nicht ſeit langen Jahren mit den
Das Schulgeſetz werde in ſeimer Konſequenz die Zerſchlagung der gegen= Gewohnheiten des modernen Roms vertraut iſt, kann zu dem
wärtigen Schule bringen. Für die 32 000 Volksſchulen in Preußen müſſe. Glauben verleitet werden, daß eine neue Zeit für Italien und
demnach der bisherige Aufwand verdoppelt werden. Wenn man die den Vatikan angebrochen ſei. Wer aber einigermaßen das
Ge=
übrigen Linder berückſichtige, ſo ergebe ſich für Deutſchland nach Verab= dächtnis noch nicht verloren hat, weiß, daß die „römiſche Frage‟
zuobei die Koſten für eventuelle weitere Ausbildung uſw. noch nicht ein= ſeit Eroberung der Stadt Rom im Jahre 1870 niemals geſchlum=
Wirtſchaft und eine verantwortungsbewußte Finanzpolitik durchaus nicht päpſtlichen Kurie hindurchgegangen iſt. Gerade zu dieſem Thema
gleichgültig, ob Reich, Länder oder Gemeinden die hohen Ausgaben zu gab es gar viele Variationen und faſt ebenſo viele Hoffnungen,
beſtreiten haben. Die demokratiſche Fraktion ſei auf alle Fälle nicht ohne daß eine der Hoffnungen bisher auch nur zur Tatſache
ge=
worden ſei. Denn ein feſter Fels im raſchen Wechſel der Er=
Abg. Dr. Schreiber (Zentr) erklärt, es könne nicht das Idegl eigniſſe iſt immer in Rom geblieben: die unerſchütterliche
Stel=
ſein, Deutſchland mit einem Netz von Gemeinſchaftsſchulen zu über= lungnahme des Vatikans, die noch niemals ernſtlich von der
1870 erklärten freiwilligen „Gefangenſchaft der Päpſte”
abge=
politiſchen Mitteln die geiſtige Bildung zu unifomieren. Es komme wichen iſt. Was auch immer der Staat Italien getan hat, die
doch jetzt überhaupt darauf an, in Deutſchland mit dem Reichsſchulgeſetz Kurie iſt auf ihrem Standpunkt geblieben, das Garantiegeſetz
eine das geſamte deutſche Volk umfaſſende Bildungseinheit, eine alle des Jahres 1871 nicht anzunehmen, ebenſowenig wie bis heute
den italieniſchen Staat anerkennt, noch mit ihm de jure Frieden
geſchloſſen hat. Genau genommen, befindet ſich der Vatikan
Naum laſſe unter Behauptung der deutſchen Eigenart und ihrer noch heute in dem gleichen Kriegszuſtand mit dem Königreich
Mannigfaltigkeit. In ihr werde jene Atmoſphäre gepflegt, die die Italien wie am Tage der Einnahme Roms am 20. September
1870.
Daß einem derartigen unnatürlichen Zuſtand ein Ende
ge=
macht werden müſſe, das war ſchon lange vor der fasciſtiſchen
Aera der Wunſch vieler einſichtsreicher italieniſcher Politiker.
Mehrfach ſchienen auch ſchon die Wege geebnet, um zum Frieden
zu kommen, immer aber hat — oft noch in letzter Minute — der
Vatikan mit Rückſicht auf ſeine intranſigenten Prälaten oder
auf den möglichen Eindruck einer Nachgiebigkeit im Auslande
ſätzlich prüfen, wieweit das Reich ſich an den Koſten beteiligen könne, auf ſeinem alten Standpunkt beharrt: ohne Wiedererrichtung
Gine Berechnung oder auch nur Schätzung der Koſten ſei im Augen= eines Kirchenſtaates und eine damit verbundene Souveränität
de facto keine Ausſöhnung mit dem Königreich Italien.
Als nun kürzlich der Senator Giuſeppe Bevione über ein
Giovanni Gentile im „Corriere della Sera” eine Artikelreihe
über die „römiſche Frage” begann und zugleich Arnoldo
Muſſo=
lini, der Bruder des Duce, in ſeinem „Popolo d’Italia” zum
gleichen Thema ſich äußerte, konnte man faſt meinen, es würde
diesmal vielleicht nicht nur zu einem Wortduell, ſondern zu
Abg. Kube (N.S.) forderte die übrigen Regierungsparteien auf, Taten kommen, zumal der „Oſſervatore Romano”, das Blatt des
Gemeinſchaft mit den bürgerlichen Parteien zu verzichten. Wenn es dem der fasciſtiſchen Blätter Stellung nahm. Man war verſucht,
deutſchen Preſſe zu äußern, kam aber dann zu der Ueberzeugung,
Abg. Alpers (W.P.) ſprach ſich im Sinne des Geſetzentwurfs daß es geratener ſei, erſt einmal abzuwarten, ob den Worten
auch Taten folgen würden. Sie ſind ausgeblieben. Aber es
Es folgt der Abg. Hofmann=Ludwigshafen (3.), der in Er= liegen jetzt wenigſtens zwei weſentliche Darſtellungen vor, die
Katholiken erhalten, in Baden 763 Prozent, in Heſſen 75.7 Prozent, in Beantwortung durch den Vatikan eine Aufhellung in gewiſſem
Das Weſentliche in der Stellung des Vatikans iſt folgendes:
der Lehrer den Neligionzunterricht nicht nach dem Willen der Kirche Die römiſche Frage verlangt, ſo ſagt der „Oſſervatore”, keine
Jawohl!. Die Schule iſt nicht für den Lehrer da, ſondern für den Löſung aus. Sie kann nur als katholiſche Frage betrachtet
nach nicht löſen, ſondern nur alle Katholiken oder, beſſer geſagt,
Gegen die Ausführungen des Zentrumsredners wandte ſich der ihr Haupt, der Papſt ſelbſt. Der alleinige Richter in dieſer
notwendigen Garantien zu entſcheiden, die ausreichen, um die
Gläubigen in der ganzen Welt zu beruhigen. Deshalb iſt
jeg=
licher Verſuch eines Ausgleichs, der nur einſeitig von Italien
ausgeht, dazu beſtimmt, zu ſcheitern, weil er nicht das Plazet
desjenigen finden wird, der allein die Zügel der katholiſchen
Berlin, 20. Oktober. Welt führt. Man befindet ſich alſo auch heute noch in derſelben
Der Aelteſtenrat des Reichstags, hat heute den Arbeitsplan Lage wie damals, als man verſuchte, dem Papſt das Garantie=
Die Kurie gibt nicht nach. Sie kommt nicht einmal
ent=
könnten, z. B. das von den Demokraten beantragte Rentnerver= gleich zwiſchen dem Vatikan und dem Königreich, vor allem
handelt werden lann und der Aelteſtenrat, daran feſthält, am des Königsha uſes, einen Verzicht auf mehr als ein halbes
Jahr=
der ſachliche
Schlöſſern und Gütern, aber nichts mehr
Seite 2
Freitag, den 21 Oktober 1927
Nummer 292
von dem — allerdings nicht auswertbaren — ruhmvollen Erbe
des Schöpfers eines geeinten Italiens. Aber der heutige König
legt ſowieſo mehr Wert auf Münzen und gemünztes Gold als
auf die Zeichen von Macht und Einfluß.
Die Löſung der römiſchen Frage bleibt alſo auch weiterhin
ein Problem muſſoliniſcher Staatsweisheit. Der Papſt will klipp
und klar die Wiedererrichtung eines Kirchenſtaates, und ſei es
auch in kleinſtem Umfange. Man hat ſchon wiederholt — ehe
noch durch die jüngſte Preſſepolemik die Frage wieder akut
wurde — über dieſe Möglichkeit in Rom allerlei Projekte
aus=
geheckt. Man ſprach davon, das Gebiet direkt um den Vatikan
etwas zu vergrößern und den Palaſt des Papſtes durch einen
Streifen Land mit einem nahen Hafen zu verbinden, ſo daß
der Papſt durch eigenes Gebiet zur Meeresküſte und auf ein
Schiff gelangen könne, um ſo als freier und unabhängiger
Herrſcher von Land zu Land zu reiſen. Man hatte an Oſtia
gedacht, an Anzio und an die alte Hafenſtadt des Kirchenſtaates,
an Civitavecchia. Immer aber waren dabei die Schwierigkeiten
rein techniſcher Art kaum überwindlich. Denn wie ſollte dieſes
ſchmale Gebiet — und nur um ein ſolches konnte es ſich handeln
— adminiſtrativ und wirtſchaftlich getrennt werden, wie ſollte
man die in dieſem Landſtrich wohnenden heutigen Italiener
dann behandeln? Als Ausländer oder als Italiener? War
das Gebiet wirklich päpſtlich, wenn die Bevölkerung italieniſch
blieb? Und ſo gab es Dutzende ſchier unlösbare Fragen. Nun
iſt aber in der letzten Zeit eine Löſung aufgetaucht, die ſich eines
der modernſten Hilfsmittel bedienen möchte. Man grenze das
etwas vergrößerte Gebiet um den Vatikan deutlich ab, was nicht
allzu ſchwer ſein würde, und wobei die Frage der Bewohner ſo
gelöſt werden würde, daß nur die direkten Beamten des
Vati=
kans als Untertanen des Patſtes betrachtet werden würden,
alle anderen Leute aber in dieſem Landſtück als Italiener, die
nur „außerhalb Roms und Italiens wohnen”, aber in Rom
zuſtändig ſind. Die Verbindung mit einem Hafen am Meer,
und zwar aus Gründen der Praxis mit Civitavecchia, wo ein
wirklicher Hafen vorhanden iſt, in dem man einen päpſtlichen
Freihafen abteilen könnte, würde mittels einer Autoſtraße
geſchaffen werden. Eine moderne Autoſtraße mit ihren Unter=
und Überführungen und ihrer vollkommenen Abſchließung gegen
die Umwelt durch Einzäunung oder Gräben wäre leicht und
ohne übermäßige Koſten vom Gebiet des Vatikans nach dem
Hafenplatz herzuſtellen. Dieſe Straße wäre tatſächlich
vollkom=
men von der italieniſchen Verwaltung zu trennen und könnte
ausſchließlich dem Verkehr des Vatikans vorbehalten bleiben.
Wer ſie benutzen will, muß zunächſt erſt die Erlaubnis zum
Ein=
tritt in vatikaniſches Gebiet haben, ſo daß die Kurie allein
dar=
über zu entſcheiden hätte, inwieweit ſie dieſe rein päpſtliche
Straße zum Meer der Allgemeinheit zugänglich machen würde.
Vielleicht läge hier doch eine praktiſche Befreiung aus der „
Ge=
fangenſchaft” für den Papſt, wenn die römiſche Frage wirklich
doch einmal zur Löſung kommen ſoll.
Muſſolinis Standpunkt in der Kirchenfrage.
Als die maßgebende offizielle Antwort Muſſolinis auf die beiden
Artikel des vatikaniſchen „Oſſervatore Romano” über die Römiſche
Frage enthält das ſoeben erſchienene fasciſtiſche Verordnungsblatt eine
Note, in der es u. a. heißt: „Die von der öffentlichen Meinung
Ita=
liens und der ganzen Welt mit lebhaftem und bevechtigtem Intereſſe
ver=
folgte Debatte zwiſchen dem Organ des Heiligen Sthls und einigen
fasciſtiſchen Schriftſtellern geſtattet; vorläufig folgende
Schlußfolge=
rungen:
1. Die Form der Debatte war gehoben und beſonnen, des heiklen
Themas würdig, und entſprach der neuen, vom fasciſtiſchen Regime
ge=
ſchaffenen Atmoſphäre.
2. Auf Grund der Artikel des „Oſſervatore Romano” kann man
ſagen, daß die Frage für den Vatikan nicht internationaler Natur iſt,
ſondern beiderſeits, zwiſchen dem Italieniſchen Staat und dem Heiligen
Stuhl, regelbar erſcheint. Das iſt vom Geſichtspunkte der Geſchichte
und Logik aus gerecht und vermeidet gefährliche Interventionen und
nutzloſe Verwickelungen.
3. Aus der Abfaſſung der Artikel des „Oſſervatore Romano” ſchien.
der Schluß berechtigt, daß die Frage der tatſächlichen, politiſchen und
juriſtiſchen Unabhängigkeit des Heiligen Stuhls nöcht notwendigerweiſe
an Bedingungen territorialer Natur gebunden iſt. Es liegt auf der
Hand, daß für das fasciſtiſche Italien eine Wiederherſtellung der 1870
(nach unſerer Anſicht mit unermeßlichem Vorteil für das moraliſche
Preſtige der Kirche von Rom) aufgehobenen weltlichen Macht ſelbſt in
beſchränktem Umfange gar nicht in Frage kommt ud kommen kann.
Gegenüber den Aeußerungen dieſer Tage mögen die der Macht und
des Charakters des fasciſtiſchen Staotes wahrhaft bewußten Fasciſten
zwei entgegengeſetzte Stellungen vermeiden, da beide der Wirklichkeit
fern ſind, nämlich die Stellungnahme jener, die dogmatiſch die
unbe=
dingte Unmöglichkeit der Löſung der Römiſchen Frage betonen, und die
Stellungnahme derer, die die Frage als leieht und raſch lösbar
betrach=
ten. In der Geſchichte gab es keinen Knoten, der nicht mit Gewalt,
Geduld oder Weisheit gelöſt worden wäre. Dem fasciſtiſchen
Re=
gime, das das ganze zwanzigſte Jahrhundert vor ſich hat, kanm es
ge=
lingen, ohne auf irgend ein grundlegendes Recht des Stiates zu
veu=
zichten, während dem demokratiſchen Liberalismus wiederholte
der=
artige Verſuche mißlungen ſind.
Die Schlußfolgerung lautet: Schwierig, aber nücht unmöglich.”
7 1. Akademie=Konzert.
Eine Anzahl glänzender Namen verſpricht die Städtiſche
Akademie für ihre diesjährigen Konzerte; das glänzende Buſch=
Quartett eröffnete geſtern den Reigen; zu ſeinem Lobe kann
nichts Neues mehr geſagt werden; wir können und wollen uns
dieſes meiſterliche Quartett nicht mehr aus dem Darmſtädter
Muſikleben wegdenken, und auch über dem geſtrigen Abend war
freudige Stimmung und Dankbarkeit, daß trotz Wegzugs ſeines
geiſtigen Führers nach Baſel das Buſch=Quartett nach wie vor
zu uns gehört. Möge es ſo bleiben!
Einen Mozart (C=Dur) ſpielten ſie, Beethoven (op. 59,
Nr. II) und — zunächſt ungewohnt zwiſchen dieſen zwei
Größ=
ten — ein Stück des jungen Serkin. In ganz wundervoller
Verklärung erklang der langſame Satz des Regerſchen
Quar=
tetts; ſo vollendet, daß dieſer zweite Satz des erſten Quartetts
Höhepunkt des ganzen Abends war, auch im op. 59 nicht mehr
ganz erreicht. Das letzte Preſto geriet da in virtuoſem
Drauf=
gängertum um Weniges zu ſchnell, dadurch an einer Stelle letzt:
Klarheit (Ablöſung der kurzen Achtelfigur in den vier
Inſtru=
menten) gefährdend, aber gab hinreißend in Klangfülle,
jubeln=
den Ausklang.
Das muſikaliſche Darmſtadt füllte das Große Haus
voll=
ſtändig und rief den genialen Buſch und ſeine Prachtkameraden
begeiſtert immer wieder.
Rudolf Serkin, Buſchs ebenbürtiger Klavierkollege, hat ein
Streichquartett in einem Satz komponiert, das geſtern, zum erſten
Male in Süddeutſchland, hier geſpielt wurde. Ich hatte
Ge=
legenheit, kurz vor dem Konzert das Stück von den „vier Buſchs”
in einer Probe zu hören und empfing dann beim zweiten Hören
nachhaltigen Eindruck. Unleugbar iſt es ſtarke Talentprobe eines
Vierundzwanzigjährigen; es enthält Gedanken voll tiefer
Emp=
findung, hat Geiſt und Temperament und fortreißenden Zug;
Anlehnung faſt nirgends bemerkbar, ganz entfernt taucht
manch=
mal Reger auf; von Schönberg, Serkins Lehrer, keine Spur;
er ſchreckt vor keiner Diſſonanz zurück, nie aber ſpüren wir
Un=
logik oder Unnatur; der ſanft verklingende Schluß iſt vielleicht
das Schönſte und Perſönlichſte. Die Behandlung der
Inſtru=
mente zeigt ſetzeriſches Geſchick, geht allerdings manchmal bis
an die Grenze der Leiſtungsfähigkeit (die E=Saite der erſten
Geige mußte bei einer leidenſchaftlich in höchſter Lage geſteigerten
Stelle geſtern ihr Leben laſſen); im Ganzen ein kühnes,
auf=
horchen laſſendes Werk eines wundervollen Klavierkünſtlers, der
aber vielleicht noch mehr wird.
Geſpielt wurde mit ſelbſtverſtändlich gewiſſenhafteſter
künſt=
leriſcher Hingabe und liebevollſtem Studium; das Werk erzwang
Vom Tage.
Die Reiſe des Kanzlers Dr. Marx und des
Reichs=
außenminiſters Dr. Streſemann nach Wien, die als
Gegenbeſuch auf den letzten Aufenthalt des Bundeskanzlers in Berlin
gedacht iſt, wird nach den letzten Dispoſitionen vermutlich am 14.
November erfolgen. Vorgeſehen iſt ein dreitägiger Aufenthalt,
ſodaß die Miniſter am 17. November nach Berlin zurückkehren würden.
Die diesjährige Tagung des Deutſchen
Eiſenbauver=
bandes, der in Berlin ſeinen Sitz hat, findet heute und morgen in
Danzig ſtatt.
Der frühere preußiſche Kultusminiſter Bölitz iſt
in Porto Alegre (Braſilien) eingetroffen. Er beabſichtigt,
das braſilianiſche Schulweſen zu ſtudieren, ſowie Vorträge über
Volks=
erziehung zu halten. Außer Braſilien wird er auch Argentinien und
Chile bereiſen.
Die Verhandlungen zwiſchen der
Sowjetregie=
rung und Schweden über ein neues Handelsabkommen haben
ſehr günſtige Fortſchritte gemacht, da die einzelnen Bedingungen im
großen und ganzen geregelt ſind. Hinſichtlich der Verhandlungen
zwiſchen Polen und der Sowjetregierung ſei der
Fort=
ſchritt ſehr langſam.
Die Skupſchtina iſt zur ordentlichen Tagung
zuſammen=
getreten. Zum Präſidenten wurde der Kandidat der
Regierungskoalition Peritſch (Radikal) mit 188 gegen 100
Stimmen, die auf den Kandidaten der Oppoſition Markowitſch (
Demo=
krat) fielen, bei 12 Stimmenthaltungen gewählt.
Der Sekretär der engliſchen
Bergarbeitergewerk=
ſchaft Cook dem das Emreiſeviſum nach Warſchau erſt verweigert
und dann genehwſigt wurde, hat endgültig beſchloſſen, der
internatio=
nalen Bergarbeiterkonferenz in Warſchau fernzubleiben.
Au dem Parteitag der Kemaliſtiſchen Volkspartei i Angora hob
in einer Rede Muſtapha Kemal Paſcha hervor, daß der türkiſche
Staau völlig religionslos ſei.
Nach einer offiziellen Mitteilung iſt der Streik imaſturiſchen
Kohlenbergbau durch Annahme eines Vorſchlags der
Bergar=
beiter beendet worden. Die Arbeit werde demnächſt wieder
auf=
genommmen werden.
Als Proteſt gegen die Stellungnahme des Vollzugsausſchuſſes der
Republikaniſch=Sozialiſtiſchen Partei in verſihiedenen Fragen haben
17 Abgeordnete der Republikaniſch=
Sozialiſti=
ſchen Fraktſion Frankreichs ihre Demiſſion einge.
reicht. Der Republikaniſch=Sozialiſtiſchen Partei gehört bekamtlich
auch Briand an.
Der Kaiſer von Japan iſt nach Yokoſuka abgereiſt. Er wird
an den Flottenmanövern teilnehmen, die eine Woche
dauern, und an denen 170 Kriegsſchiffe mit einer Geſamttonnage
von 900 000 Tonnen beteiligt ſind. Im Anſchluß daran findet eine
große Flottenparade in der Bucht von Tokio ſtatt.
Der Reichsarbeitsminiſier gegen politiſche
Betätigung der Krankenkaſſen.
* Berlin 20. Okt. (Priv.=Tel.)
In der deutſchen Preſſe iſt vor kurzem davauf hingewieſen
ſvorden, daß Allgemeine Ortskrankenhaſſen deurſche Arbeiter nach
Rußland ſchickten und zwar umter Formen und Bedingungen, die
den Vorurf wicht umberechtigt erſcheinen ließen, daß ſich die
Krankenkaſſen zu Handlangern der kommuniſtiſchen
Internatio=
wale gemacht hätten. Gegen dieſen Vowwurf iſt von den
Kran=
kenkaſſen nicht Front gemacht worden. Auch im
Reichsarbeits=
miniſterium konmte man ſich der Anſicht nicht verſchließen, daß
dieſes Verhalten der Krankenbaſſen umzuläſſig iſt, eben weil
politiſche Momente eine ausſchlaggebende Rolle geſpielt haben.
Jetzt iſt vom Reichsarbeitsminiſter Dr. Braums ein Erlaß an die
Länderregierungen, an das Reichsverſicherungsamt und an die
Spitzenverbände der Krankenkaſſen himausgegangen, in dem auf
die Satzungen der Krankenkaſſen hingewieſen wird, wonach
die Anſprüche eines Verſichertem der erkrankt
und ſich ins Ausland begibt, ruhen. Dieſer Hinweis
geſchieht aus dem Grund, weil es den Kaſſem ummögllich iſt, die
Krankenübertwachung und Heilbehamſdlung ſo zu geſtalten, wie
das erforderlich iſt. Aus den weiteren Anordmungen des
Er=
laſſes geht auch hervor, daß der Reichsarbeitsminiſter dem
Ver=
ſchicken von Arbeitern in das bolſchewiſtiſche Rußland, alſo der
Dienſtbarmachurng der Krankenkaſſen für kommmiſtiſche Ziele
und Abſichten, einen Riegel vorſchieben will.
Mißſtimmigkeiten zwiſchen den
Provinzial=
vertretern und der Regierung.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Beziehungen zwiſchen der preußiſchen Regierung und
den Provinzialvertretern Preußens im Reichsrat ſind, ſeitdem
die Provinzialvertreter beim Schulgeſetz gegen ihre Regierung
ſtimmten ſehr kritiſch geworden. Die preußiſche Regierung hat
den Eindruck, als ob ſie von den Provinzialvertretern bewußt
im Stich gelaſſen worden iſt und wirft ihnen vor, daß ſie bis
zum letzten Augenblick über ihre eigentlichen Abſichten die
Re=
gierung im Unklaren gelaſſen hätten. Es iſt nach § 8 des
Ge=
ſetzes vom 3. Juli 1921 vor jeder Abſtimmung im Reichsrat
eine Beſprechung der Provinzialvertreter mit der preußiſchen
Regierung erforderlich, um eine möglichſt einheitliche
Stimmah=
gabe zu erzielen.
Eine ſolche Vorbeſprechung ſollte auch am Donerstag
ſtatt=
finden. Die Provinzialvertreter erſchienen auch im
Staatsmini=
ſterium, hier wurde ihnen aber ein Brief des
Miniſterpräſi=
denten Braun überreicht, worin er ihnen mitteilte, daß er von
der Abhaltung weiterer Vorbeſprechungen Abſtand nehmen
werde, da die Provinzialvertreter lediglich nach politiſchen
Ge=
ſichtspunkten abſtimmten. Man wird Herrn Braun zugeben
müſſen, daß er nach den letzten Erfahrungen vermutlich recht
hat. Wenn die Provinzialvertreter tatſächlich nur nach
politi=
ſchen Geſichtspunkten abſtimmen, iſt eine Verſtändigung ſchwer
möglich. Trotzdem iſt aber die Form, wie Herr Braun dieſe
Abſage ausgeſprochen hat, unmöglich. Er wäre zum mindeſten
verpflichtet geweſen, den Herren vorher ſchriftliche Mitteilung zu
machen. Daß er ſie ruhlig antanzen und dann wieder
abmar=
ſchieren ließ, iſt eine Verletzung der einfachſten Formen der
Höf=
lichkeit. Das muß um ſo mehr überraſchen, als bei dieſem letzten
Vorſtoß der Provinzialvertreter gegen die
Regierung ja gerade die Zentrumsvertreter ſtimmführend
geweſen ſind, die vielleicht doch nicht ganz ohne Fühlungnahme
mit den Miniſtern im preußiſchen Kabinett gehandelt haben.
Um ſo ſeltſamer berührt es, daß Herr Braun ſich für ſein
Vor=
gehen angeblich auf einen einſtimmigen Beſchluß des preußiſchen
Kabinetts ſtützen kann. Aber ſchließlich iſt dieſer Teil der
An=
gelegenheit im weſentlichen eine interne Zentrumsſache, in die
man ſich vorläufig noch nicht einzumiſchen braucht. Die
Provin=
zialvertreter, ſoweit ſie dem Zentrum angehören, ſind wohl
Manns genug, um ſich eine ſolche Behandlung zu verbitten. Das
Zentrum ſelbſt kündigt denn auch bereits an, daß es im
Gegen=
ſatz zu dem Miniſterpräſidenten Braun auf die Beibehaltung der
Beratungen der Provinzialvertreter im Reichsrat großen Wert
legt, daß man aber einen Weg ſuchen müſſe, wie ein
Ausein=
anderſtimmen vermieden werden könne.
Im übrigen ſcheint Preußen auf der ganzen Linie das
Kriegsbeil, ausgegraben zu haben. Im Reichsrat drohte am
Donnerstag ſchon wieder ein Konflikt. Der Zuſammenſtoß
zw=
ſchen dem preußiſchen Miniſterpräſidenten Braun und dem
Reichsinnenminiſter von Keudell wegen der Perſönlichkeit des
preußiſchen Miniſterialdirektors Badt iſt immer noch nicht
ausge=
tragen. Die Verſtändigungsverſuche ſind geſcheitert. Der
Reichs=
ratsausſchuß, dem der Fall überwieſen war, hat bisher ſeine
Arbeiten nicht vollendet. Die preußiſche Regierung hat deswegen
am Donnerstag im Reichsrat auf Beſchleunigung drücken laſſen
und verlangt, daß bereits bis zur nächſten Donnerstagsſitzung
eine abſchließende Entſcheidung getroffen würde. Es ſcheint als
ob die preußiſche Regierung ihre Stellung für ſehr ſtank hält.
Eine Erflärung der Provinzialvertreiet.
Von den Provinzialvertretern Preußens im Reichsrat wird
migeteilt: Verſchiedene Berliner Tageszeitungen haben ein auls
Amnlaß der Abſtimmung im Reichsrat über das Schulgeſetz a die
Provinzialvertreter gerichtetes Schreiben des preußiſchen
Mii=
ſterpräſidenten auszugsweiſe veröffentlicht und zum Teil mit
einem Kommentar verſehen, der den Datbeſtand unrichtig
wiedel=
gibt und das Verhalten der Provinzialvertreter bei dieſer
Ab=
ſtimmung in äußerſt abfälliger Weiſe kritiſiert. Sämtliche
Pro=
vinzialvertreter haben in gemeinſamer Sitzung einſtimmig
be=
ſchloſſen, von einer Preſſeerörterung zumächſt abzuſehen, haben
aber an den preußiſchen Miniſterpräſidenten ein Schreiben
ge=
richtet, in dem ſie bedauern, daß der Inhalt des Schreibens und
die Veröffentlichung in der Preſſe ſich auf materiell unrichtge
Vorausſetzungen aufbaut. Sie haben zugleich zur Klarſtellunß
des Sachverhalts und zur Ausſprache über beſtehende
Meinungs=
verſchiebenheiten eine gemeinſame Sitzung des geſamten Stans
miniſteriums und der Provinzialvertreter unter dem Vorſitz 9e2
Miniſterpräſidenten angeregt.
ſich die Anerkennung des ganzen Hauſes, das die Ausführenden
dreimal herausrief, voll Intereſſe für die Kompoſition und
dankbar für ſeine Wiedergabe.
Kleines Haus. — Donnerstag, den 20. Oktober.
1. „Drunter und drüber”
Burleske von J. Strawinsky.
2. „Hin und zurück”.
Sketſch von M. Schiffer, Muſik von Paul Hindemith.
3. „Vorn und hinten”
Märchen von B. Elkan, Muſik von Ernſt Toch.
4. „Oben und unten”
Pantomime von Cläre Eckſtein, Muſik von Poulenc.
Es iſt ein nicht geringes Wagnis, vier Einakter, noch dazu
alle zum erſten Male und alle von lebenden, modern ſchaffenden
Urhebern, an einem Abend zuſammen zu geben. Eine tiefere
kritiſche Einſtellung, eine ſo ſchnell erforderte Umſtellung iſt
kaum möglich. Darunter leidet die Aufnahmefähigkeit, und der
Genuß zerflattert.
Die vier Stücke kommen zu früh. Sie gehören ſchon durch
ihre Titel in die Karnevalszeit und ſind für eine ſolche Atmo.
ſphäre beſſer geeignet: Erzeugniſſe einer draſtiſchen, wenn auch
meiſt gekünſtelten Komik, einer flachen, äußerlich wirkſamen
Theatralik. Vielleicht ſind ſie auch ſchon dafür zu ſchwer an
Geiſt und zu wenig natürlich. Um die Feinheiten, die überall
aufblitzen, einzufangen, dazu bedürfen ſie jedenfalls eines ſehr
preziöſen, intellektuell eingeſtellten Publikums, das heute kaum
im Theater ſitzt.
Das erſte: „Drunter und drüber” iſt eine Burleske
aus Strawinskys vorgeſtriger, ausſchließlich atonaler Periode.
Dieſe Zeit iſt vorbei. Die Parallele mit ſeiner „Geſchichte eines
Soldaten” wirkt ſehr abträglich. Die Fabel iſt langweilig, die
Muſik, obwohl im höchſten Maße geiſtreich, iſt kalt und
äußer=
lich. Es wird der gequälte Verſuch gemacht, dieſelben Perſonen
von Sängern aus dem Orcheſter geſungen und von Tänzern auf
der Bühne pantomimiſch vorzuführen. Er iſt mißglückt. Ein
Zuſammenwachſen von Sängern und Tänzern tritt nicht ein,
und vom Text iſt kein Wort zu verſtehen. Die Aufführung litt
ſichtlich unter der Abweſenheit der Hauptperſon, unſerer
be=
dauerlicherweiſe durch einen in der Probe erlittenen Unfall am
Auftreten verhinderten Ballettmeiſterin Manda v. Kreibig.
Behelfsbeſetzungen konnten das klare Bild der beabſichuß
ten tänzeriſchen Ausgeſtaltung nicht geben. Ich behalte me
einen ſpäteren Bericht vor. Heute tanzten die Damen Claue
Eckſtein, Irene Scheinpflug, Dora Böhm und hei
Edgar Frank als Gaſt; es ſangen ihre äußerſt ſchwierigen
Partien die Herren Vogt, Deharde, Barczinsin
Herrmann.
Das zweite: „Hin und zurück” hat einen nicht üblen
Witz und einen natürlichen Einfall zum Grunde. Die atonal
Muſik von Hindemith iſt geſünder, kräftiger, feiner, als ſie 9e
radikale Ruſſe ſchreibt und paßt ausgezeichnet für dieſen Siolle
Die Aufführung durch die Damen Carlſen und Roſe Lan?
wehr, die Herren Poerner, Barzinsky, Karen
Deharde war glänzend. Die Bühnenbilder für beide Sill.
hatte Lothar Schenck von Trapp in ſeiner genialen Weiſe N
ſchaffen.
Das dritte: „Vorn und hinten”, iſt leer und albein
Es iſt gefährlich, ein naives Märchen, deſſen einzige Poink."
einem Satz erzählt werden kann, auf ein halbſtündiges Stuck.)"
dehnen. Die Pikanterie des Zubettgehens einer Prinzeſſin. !
ein Dutzend Schlafanzüge drum herum ſollen die Sache kel."
Die Muſik Ernſt Tochs klingt wie Strawinsky, ohne deſſen S.
findung, kommt nur vom Verſtand, iſt befonders in den P0ſt.
mimen völlig leer und paßt zur Romantik des Stückes nichl.""
mindeſten. Die Aufführung war auch hier wieder vokzuhle.
und wurde in höchſt draſtiſcher Weiſe beſtritten von den 20
Paula Kapper, Martha Liebel Käthe Walter und .
Herren Karen, Deharde Barezinsky Vogi.
Regie dieſer beiden letzten Stücke beſorgte höchſt wirkungse.
A. M. Rabenalt.
Das vierte: „Oben und unten” geht nach der Melo)”
„Stumpfſinn, Stumpfſinn, du mein Vergnügen‟. Es hat ie.
Anfang und kein Ende, keine Handlung und auch keine l.
Gelegenheit zu tänzeriſcher Entfaltung. Die Muſik Poulel
iſt bekannt, geiſtreich zum Teil, zum Teil negrid ſtumpſ. 20
nierung und Erfindung kommt von Claire Eckſtein, die
ſ=
auch zum erſten Male als Tänzerin der Hauptperſon, leie.
einer ſehr ungünſtigen Rolle, vorſtellte und eine gedib.
Schulung zeigte. Dieſes Stück gehört nicht auf unſere Sll.
Ich denke es mir herrlich von Dilettanten bei einem Hekte”.
als Parodie in vorgerückter Stunde gemimt. Unter den Ne
Mitwirkenden ſeien Frene Scheinpflug, Herr Fr41.
Sänger Oto Hundsdorf und Otto Wieſt und dei. L
der Erika Seibert hervorgehoben. Die beiden Ballet.
gierte Berthold Goldſchmidt, die Zwiſchenſtücke Carl 2."
berger lobenswert. Die Bühnenbilder, der beiden leh”
Stücke hatte Wilhelm Reinking geſchaffen, von denel.
das letzte gut gefiel
ſ(
(9
Him
au
Nummer 292
Die Saarverhandlungen.
Die Regelung des deutſch=ſaarländiſchen
Wirtſchaftsverkehrs.
* Berlin, 20. Okt. (Priv.=Tel.)
Purch ein techniſches Verſehen iſt der deutſch=franzöſiſche
hielsvertrag vom 6. September d. J. in der heutigen Sitzung
9 Reichstages nicht zur Behandlung gekommen. Der
Reichs=
uwird dies morgen nachholen, und es iſt damit zu rechnen,
15 ſrie Ratifizierung des Abkommens in kürzeſter Friſt erfolgt.
Vie erinnerlich, war in dem Vertrag ausdrücklich
vorge=
ſen, in Verhandlungen einzutreten, die ſich mit den Folgen
d endgültigen Handelsabkommens für das Saargebiet
be=
ſön gen, für das zurzeit noch das im Handelsproviſorium vom
5laguſt 1926 vorgeſehene Saar=Abkommen vom 6. November
10,fſowie im Zuſammenhang damit der internationale Eiſen=
1PSBültigkeit haben. Der im September d. J. abgeſchloſſene
dich=franzöſiſche Handelsvertrag hat jedoch für den
deutſch=
zrzöſiſchen Warenaustauſch einen viel größeren Rahmen
ge=
hiffen, und daraus ergibt ſich auch die Notwendigkeit, die
9gzelung des deutſch=ſaarländiſchen
Wirt=
ſatsverkehrs, auf eine breitere Grundlage zu ſtellen.
3deſem Zweck haben am 15. Oktober in Paris eine deutſche
zu ranzöſiſche Delegation Fühlung genommen. Mit Rückſicht
abdre eben in Genf ſchwebenden Beſprechungen über die
Auf=
han g der Ein= und Ausfuhrbeſchränkungen war es noch nicht
umlah, in die ſachliche Prüfung der Einzelfragen einzutreten.
2Enzehr haben ſich die Delegationen zunächſt über die Ver=
Yſo ningsgrundlage geeinigt, um dann ſpäter — bis zum 10.
hemiber die Details zu behandeln. Einigkeit herrſcht dar=
U, daß die kommenden Verhandlungen beſtimmt ſind, die
AArttſchaftsbeziehungen des Saargebietes zu
Iſn übrigen Deutſchland möglichſt beſtändig zu
Fülten und ein langfriſtiges Abkommen zu ermöglichen.
Hoffen wir, daß dieſer Grundſatz ſich tatſächlich verwirklicht,
1bwer Beſtrebungen der franzöſiſchen Induſtriellen, die erſt
ſlich unter der Parole der „wirtſchaftlichen Ausnutzung des
Sfrebietes für Frankreich” eine Tagung abgehalten hatten.
Ob zuſammen hängt damit die Frage der Geltungsdauer der
Hfttuigentsperioden. Die Verlängerung des Saarabkommens
vG 30. Juli 1927 brachte die nicht zu vermeidende
Herunter=
dßkung auf monatliche Kontingentsperioden, woran die monat=
I6 Ründbarkeit des Verlängerungsabkommens, ſchuld war.
rwirtſchaftlich noch größerer Bedeutung aber iſt die
Zoll=
htfdage. Bei den letzten Verhandlungen war die Richtſchnur
fiſide Forderung auf Ermäßigung der franzöſiſchen
Einfuhr=
was Intereſſe der deutſchen Erportinduſtrie. Daß dieſes
Abſiſhrintereſſe nicht überall das im letzten
Saarabkom=
mi vor allem geregelte Verbraucherintereſſe des Saarlandes
b’efe igt, das auf den Bezug deutſcher Waren eingeſtellt iſt, iſt
Aüzerſtändlich. Es wird daher in den kommenden
Saar=
vpndlungen dieſem Verbraucherintereſſe ein ganz beſonderes
Gſeigt beizumeſſen ſein. Praktiſch muß ſich dieſes Intereſſe in
ſr Senkung der franzöſiſchen Zollſätze, für alle diejenigen
AAei= umſetzen, die von der Saarbevölkerung aus Deutſchland
Hftgt werden.
2re Schwierigkeit liegt freilich darin, daß Frankreich nach
muvor das Saargebiet als Abſatzgebiet für ſeine Induſtrie
be=
t1fatn, und dieſe Anſicht iſt auch auf der franzöſiſchen
Indu=
ſthlmitagung in Saarbrücken mit aller Schärfe zum Ausdruck
geimen. Es iſt zu hoffen, daß die franzöſiſche Regierung ſich
Dſin monopoliſtiſchen Standpunkt ihrer Induſtrie nicht zu
eilg nnacht, denn es iſt nicht mehr wie recht und billig, daß die
Bhöbierung des aus politiſchen Gründen vorübergehend von
dM Mutterland zolltechniſch abgeſchnittenen Saargebietes die
Amlckhkeit erhält, ſich mit den Gütern zu verſorgen, auf die
ſiſech, ſeit Generationen eingeſtellt hat.
Sonderbare Treuhänder.
Saarbrücken, 20. Otober,
Aiie erinnerlich, fand im Auguſt ds. Js. anläßlich der durch
erſtſchichten und Arbeiterentlaſſungen geſchaffenen Notlage eine
el Bergarbeiterkundgebung in Saarbrücken ſtatt, in deren
gafrf von den Gewerkſchaften unter Darlegung der
Verhält=
ſſenn Telegramm mit der Bitte um Hilfe an den Völkerbund
„ſätt wurde. Dieſer Hilferuf kam, wie jetzt in der
Oeffent=
ckit bekannt wird, nach vierzehn Tagen von Genf an die
Ab=
ir; zurück mit dem Vermerk, daß er durch die Saarregierung
hwüſſe. Dieſe fügte dem Telegramm ſodann einen
Kom=
ta bei, der die vorgebrachten Klagen ganz erheblich
abzu=
huoren ſuchte. Zum Vergleich wurden die ganz anders gear=
Rum falſchen Gemeinſchafts=Ideal.
Vom Grafen Hermann Keyſerling.
Parum hat das Wort Gemeinſchaft in Deutſchland ſo viel
wirende Kraft? Warum führen es nur in Deutſchland ſo viele
im iund? Das Wort Leonardos: „Dove si grida, non & vera=
Skezie” weiſt den Weg zur Einſicht. Der Deutſche iſt ſeiner
Nhr nach für ſich abgeſchloſſen; er „ſieht” den Mitmenſchen
nu/t Daher ſeine typiſche pſychologiſche Unfähigkeit, ſein
typi=
ſcheDaktmangel. Inſofern er nun dieſe Iſoliertheit inſtinktiv
abßſirngel empfindet, ſucht er äußerlich herbeizuführen, was er
vominmen heraus nicht kann. Doch dies gelingt nicht. Alle
deſthnn Gemeinſchaftsbeſtrebungen, alle ohne Ausnahmen
be=
deſmſebenſoviel Sackgaſſen. Der Weg des Deutſchen über ſeine
Pſlſwlogiſche Iſoliertheit hinaus führt, falls Beſſeres als
Mkrnrganiſation zu praktiſchen Zwecken erſtrebt wird, nicht
übßäißeres Zuſammenarbeiten, ſondern über die letzte
Ein=
ſaſfnit. Das heißt, vom Metaphyſiſchen her iſt bei ſeiner
Ver=
anſtuig ein empiriſcher Mißſtand, am eheſten zu beſeitigen.
Siin tkommt nur noch der Weg der Belebung der „
minderwer=
tisg F=unktion, nach Jungſcher Methode ernſtlich in Frage; ich
mile Edies nicht im techniſch=ärztlichen Verſtand, ſondern im
Sſſtder Bewußtmachung der Gründe der deutſchen Iſoliertheit
unſier Weckung und Bildung der tſychologiſchen Eigenſchaften,
au lſſenen Vorherrſchaft echte Gemeinſchaft beruht. Bekanntlich
boAmnt man unter gemeinſchaftlich begabten Völkern, den
Bllin und Romanen, überhaupt keinen Schrei nach
Gemein=
ſche unnd dieſe ſind dabei, bis auf die eine Funktion des
Den=
keſſtvel individualiſierter und individualiſtiſcher als die
Deut=
ſche Zur echten Gemeinſchaftsbildung hilft Adlerſche
Indi=
vimlFPſychologie, um auf dieſe zurückzukommen, gerade im
Fiſche— Deutſchen überhaupt nicht. Dieſe will ja den Einzelnen
zufmBeſten der Mitmenſchen herabmindern. Die Gemeinſchaft
deſs n Hauſe aus gemeinſchaftlich geſinnten Völker beruht
dem=
gegüheer gerade auf dem, was Adler bekämpft: dem Prinzip
deir Litſtanz. Es gibt nichts Diſtanzierenderes als engliſche
RAſve, als frauzöſiſche Höflichkeit. Und wo Diſtanz herrſcht,
lielyderr Bedeutungsakzent ipso kacto nicht nur auf dem
Indi=
viltm überhaupt, ſondern deſſen Steigerung. Aber eben
des=
hob glibt es in Frankreich und England Gemeinſchaft im
hölEhen Sinn: Gemeinſchaft vindiziert nämlich entweder des
Eiſſrgem abſolute Souveränität — oder aber ſie iſt vom Uebel.
uo der Einzige nicht wertbetont erſcheint, da iſt es der
dem 14. Heft der Mitteilungen der Schule der Weisheit „Der
endung”, das ſoeben bei Otto Reichl in Darmſtadt erſcheint.
Freitag den 21 Oktober 1927
teten Verhältniſſe im Ruhrbergbau herangezogen und willkürlich
Zahlen gegenübergeſtellt, wobei aber verſchwiegen wurde, daß
nicht nur alle im Ruhrbergbau entlaſſenen Arbeiter efaſt
aus=
nahmslos wieder Arbeit fanden, ſondern daß dort auch die
Ar=
beitsloſenunterſtützungsſätze bedeutend höher ſind als im
Saar=
jebiet, wo der einmal Entlaſſene ſelten wieder Arbeit finden
kann. Die Arbeitsloſenunterſtützungsbeträge im Saargebiet ſind
nur 7.10 Fres. (täglich 1,15 Rm.) und ſtellt ſich für einen
Ar=
beiter mit Frau und zwei Kindern auf 14,25 Fres. (2,25 Rm.).
Im Ruhrgebiet erhält ein Arbeiter mit derſelben Familie bei
einem Schichtlohn ovn 6,50 Rm. 3,40 Rm. tägliche
Arbeitsloſen=
unterſtützung, das ſind 45 Prozent mehr als im Saangebiet. Die
Belegſchaftsverminderung im Saarbergbau beträgt ſeit April trotz
Einlegung von 18 Feierſchichten 4000 Köpfe, d. i. mehr als 6
Pro=
zent der Geſamtbelegſchaft. Das unſachliche Vorgehen der
Re=
gierungskommiſſion wird im Saargebiet um ſo mehr mißbilligt,
als ſie die unbedingte Pflicht gehabt hätte, dem Völlerbund über
die wahre Lage der ihr zu treuen Händen anvertrauten
Bevölke=
rung zu berichten. Daß die Saarbergleute ſich in einer ſchweren
Notlage befinden, davon ſcheint nur die Regierungskommiſſion
nichts zu wiſſen, vielleicht aber will ſie es auch nicht weil ſie
ſonſt gezwungen wäre, ſich mit dem franzöſiſchen Fiskus im
Saargebiet auseinanderzuſetzen.
Einigungs=Verhandlungen
im Bergarbeiterſtreik.
Am Donnerstag vormittag 11 Uhr ſind in Berlin die
Ver=
treter der Zechenbeſitzer und der Bergarbeiter unter dem Vorſitz
von Prof. Bvahns zu Einigungsverhandlungen
zuſammengetre=
ten. Bis zur Mittgspauſe war man ſich noch um keinen Schritt
entgegengekommen, weil man in langen Reden und Gegenreden
noch einmal die beiderſeitigen Standpunkte darlegte und ſich
keinerlei Konzeſſionen machte. Nach der Pauſe trat eine
Schlich=
terkammer von je 7 Vertretern der Arbeitgeber und
Arbeitneh=
mer zuſammen. Die Verhandlungen waren, ſtreng vertraulich
und dauerten bis gegen 6 Uhr. Darauf wurde die Sitzung
unter=
brochen, wahrſcheinlich zu dem Zweck, Verhandlungen mit den
Reichsbehörden zu führen. Arbeitgeber= wie
Arbeitnehmerver=
treter hüllten ſich jedoch in Stillſchweigen, ſo daß man bis in
den ſpäten Abendſtunden noch nichts über den Gang der
Schlich=
tungsverhandlungen in Erfahrung bringen konnte. Gegen acht
Uhr abends war man dann wieder ſoweit, um die
Verhandlun=
gen fortzuführen, die dann bis in die Nachtſtunden hinein
dauer=
ten. Sollte ſich der Reichsarbeitsminiſter entſchließen, dem
Schlichter die Fällung eines Schiedsſpruches zu empfehlen, dann
wird mit Rückſicht auf die bis zum Wochenende zur Verfügung
ſtehende kurze Zeit nicht die Bergarbeiterſchaft, ſondern die
Re=
vierkonferenz in Halle dazu Stellung nehmen. Von der
Entſchei=
dung dieſes Gremiums hängt es dann ab, ob durch einen evtl.
Schiedsſpruch der Streik beendet wird oder nicht.
Von beteiligter Seite wird uns mitgeteilt, daß die
Eini=
gungsverhandlungen, die zwiſchen Arbeitnehmern und
Arbeit=
gebern des mitteldeutſchen Braunkohlenbergbaues heute im
Reichsarbeitsminiſterium in Berlin ſtattfanden, ergebnislos
ver=
laufen ſind. Darauf iſt durch den Vorſitzenden Prof. Brahns
eine Schlichterkammer gebildet worden, die um 3 Uhr
zuſammen=
getreten iſt und in der über Nebenfragen (Zurücknahme der
Kontraktbruchſtrafen ſeitens der Arbeitgeber und Zurücknahme
der Kündigungen ſeitens der Arbeiter) eine grundſätzliche
Eini=
gung herbeigeführt wurde. Ueber die Frage der Lohnerhöhung
dagegen iſt es wieder zu keiner Einigung gekommen. Zurzeit
beraten die Parteien getrennt. — Wie wir weiter erfahren, ſind
die gemeinſamen Verhandlungen gegen 19.30 Uhr wieder
auf=
gefommen worden.
Bedrohliche Lage in der mitteldeutſchen
Zuckerinduſtrie.
Die Lage der Zuckerfabriken in Mitteldeutſchland wird immer
bedrohlicher. Nach der Deſſauer Zuckerraffinerie, iſt heute auch
die Zeitzer Zuckerfabrik gezwungen, den Betrieb ſtillzulegen,
ebenſo die Zuckerfabrik Stöbnitz. Der Konzern Halle—Roſitz—
Holland arbeitet nur noch mit halber Produktion. Es muß
da=
bei berückſichtigt werden, daß es unmöglich iſt, Zuckerrüben zu
lagern, da ſich der Zuckergehalt zerſetzt. Zur Lage auf der Grube
Golpa wird uns mitgeteilt, daß die Verwaltung bei der
Streik=
leitung erreicht hat, daß heute wieder vier ſtatt geſtern drei Züge
einfahren. Man wird alſo heute wieder 7000 Tonnen Kohle
för=
dern können. Damit iſt die Strombelieferung
Mitteldeutſch=
lands geſichert. Auch im Berliner Verkehr werden ſich
Ein=
ſchränkungen im Stromverbrauch vermeiden laſſen.
Der Preisträger des Gottfried=Keller=Preiſes.
C. F. Ramuz,
der verdienſtvolle weſtſchweizeriſche Dichter, hat den Gottfried=
Keller=Preis im Betrage von 6000 Franken erhalten.
Kollektivmenſch, und deſſen Ideal iſt nicht die Perſönlichkeit,
ſon=
dern — ein Bolſchewiſtenführer hat es offen ausgeſprochen
der unperſönliche gemeinnützige Apparat.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Menſch und Erde. Unter dieſem Titel erſcheint Ende
Ok=
tober bei Otto Reichl in Darmſtadt der 8. Band des „Leuchters” (1927)
mit Beiträgen von Graf Hermann Keyſerling, C. G. Jung, Leo
Fro=
benius, Hans Much, Max Scheler, Hans Prinzhorn, Richard Wilhelm,
Wilhelm Salomon, Leonie von Ungern=Sternberg, Roeder von
Diers=
burg, Carl Welkiſch.
— Der Weg zur Vollendung. Das 14. Heft dieſer
Mit=
teilungen der Schule der Weisheit erſcheint in dieſen Tagen bei Otto
Reichl in Darmſtadt. Es enthält mehrere beachtenswerte Aufſätze und
eine Büicherſchau des Grafen Hermann Keyſerling. Außerdem berichtet
Otto von Taube über die letzte Tagung der Schule der Weisheit.
Geite 3
Die Konferenz zur Behebung
der Zollſchwierigkeiten.
Die Oebatte über die Ein= und Ausfuhr=
Beſchränkungen. — Der deutſche Standpunkt.
EP. Genf, 20. Oktober.
Die Regierungskonferenz für die Aufhebung der
Beſchrän=
kungen und Verbote der Ein= und Ausfuhr widmete die heutige
Vor= und Nachmittagsſitzung der Behandlung der dritten
Ar=
tikelgruppe des Konventionsentwurfs, die den Kern der
Schwie=
rigkeiten in ſich birgt und von der das Schickſal der in Ausſicht
genommenen Konvention abhängen dürfte. Zu dieſen Artikeln
liegt eine ungewöhnlich große Zahl von Zuſatz= und
Abände=
rungsanträgen vor. Aus den Darlegungen der zahlreichen
Red=
ner iſt noch kaum zu erſehen, welche Löſung ſich ſchließlich
er=
geben wird. Mehr und mehr machen ſich zwei Tendenzen
gel=
tend, von denen die erſte eine knappe und ſtraffe Formulierung
für die zugelaſſenen Ausnahmen verlangt, während die andere
nur durch eine liberale Auslegung an die Möglichkeit glaubt, die
notwendige Zahl der Staaten finden zu können, um der
Kon=
vention Wirkſamkeit zu verleihen. — Den erſten Standpunkt
vertrat mit größtem Nachdruck der deutſche Delegierte
Staats=
ſekretär von Trendelenburg, der, wie die italieniſche Delegation,
auf die Notwendigkeit hinwies, mißbräuchliche Auslegungen zu
verhindern und nur ſolche Ausnahmen zuzulaſſen, wie ſie vor
dem Kriege Geltung hatten. Trendelenburg trat in energiſcher
Weiſe für eine Beſchränkung der Ausnahmefälle auf das
unbe=
dingt notwendige Maß ein. Er ſtellte beſtimmte
Abänderungs=
anträge zum Entwurf in Ausſicht. Er betonte in ſeinen
Aus=
führungen ferner, daß in dem deutſch=italieniſchen und in dem
kürzlich abgeſchloſſenen Handelsvertrag die Ausnahmefälle in
einer Art und Weiſe umſchrieben worden ſeien, welche den
prak=
tiſchen Bedürfniſſen vollauf entſpreche. Er könne deshalb auch
den beſonders von engliſcher und amerikaniſcher Seite zum
Aus=
druck gebrachten Wünſchen nach Beibehaltung zahlreicher Ein=
und Ausfuhrverbote und Beſchränkungen nicht beiſtimmen.
Den gegenteiligen Standpunkt vertraten die engliſchen und
amerikaniſchen Delegierten, die der Meinung ſind, daß, wenn
die Konferenz zu dem gewünſchten Ziele, das von weittragender
Bedeutung ſei, gelangen ſolle, ſie eine liberale Linie verfolgen
müſſe. — Der franzöſiſche Delegierte Serruys kam in ſeinen
längeren zuſammenfaſſenden Darlegungen zu dem Schluß, daß
nach reiflicher Prüfung der gegenwärtigen Verhältniſſe man
überhaupt kaum mehr irgendwelche Verbote und
Einſchränkun=
gen in den Welthandelsbeziehungen finde, als ſolche, die rein
ſpekulativer Natur ſind, wenn nicht nog einige dazu kämen, die
nicht einmal mehr dieſen Sinn haben.
In der Nachmittagsſitzung ergriff der Japaner Ito das
Wort, behielt ſich aber die Stellungnahme ſeiner Delegation bis
zu einer Klärung der Sache vor. — Zum Schluß ſtellte der
Präſident feſt, daß man zwar nunmehr einen Teil der
Delega=
tionen habe Stellung nehnien ſehen, aber immerhin die Abſichten
von 16 Staaten immer noch nicht kenne. Unter dieſen
Um=
ſtänden ſchlug er vor, den Beteiligten die Möglichkeit einer
ein=
gehenden Prüfuna der vorliegenden Texte und des Gehörten zu
geben und die Wiederaufnahme der Diskuſſion in öffentlicher
Sitzung auf Montag zu vertagen. — Somit wird der Freitag=
Vormittag privaten Beſprechungen gewidmet ſein, während am
Nachmittag die beiden Kommiſſionen für die zwei erſten
Artikel=
gruppen ihre Beratungen fortſetzen werden.
Attentatsplan gegen Primo de Rivera?
Berlin, 20. Oktober.
Trotz der geſtrigen Erklärung der ſpaniſchen Regierung, die
alle Nachrichten über die Aufdechung eines Komplottes und den
Ausbruch von Streikunruhen als unrichtig bezeichnet, laufen
fort=
geſetzt Nachrichten ein, die von zahlreichen Verhaftungen in
Ma=
drid, Barzelona und Valencia berichten. So ſollen in Madrid
zehn Verſchwörer und vier Offiziere wegen Mitbeteiligung
ver=
haftet worden ſein. In Madrid ſind angeblich etwa 900 Bomben
ſowie zahlreiche ſonſtige Sprengſtoffe geſunden worden. Das
Komplott ſoll ſich gegen Primo de Rivera und das Königspaar
gerichtet haben. Es heißt, daß die Verſchwörer den
Eiſenbahn=
zug, der das Königspaar und Primo de Rivera nach Marokko
bringen ſollte in die Luft ſprengen wollten.
*Kunſthalle am Rheintor.
Aus der derzeitigen Ausſtellung der Freien Vereinigung
Darmſtädter Künſtler, die ſtärkſte Beachtung verdient, ſei der
endgültigen Beſprechung die eines Gemäldes vorweggenommen,
das, wie uns mitgeteilt wird, nur wenige Tage hängen kann.
Es iſt ein großes Szenenbild aus dem Orcheſter des Heſſiſchen
Landestheaters von der Darmſtädter Künſtlerin Elſe Pfiſter=
Kaufmann. Dieſes intereſſante Gemälde ſtellt einen
feſſeln=
den Verſuch dar, den nur für wenige Theaterbeſucher ſichtbaren,
geiſtig und techniſch ſtark angeſpannten Orcheſterraum mit ſeiner
techniſch bedingten merkwürdigen Beleuchtung im Bild
feſtzu=
halten. Die Malerin wählte ſich hierzu einen Abend, an dem
Generalmuſikdirektor Roſenſtock eine große Oper dirigierte.
Roſenſtock ſelbſt iſt wie eine ganze Reihe von
Orcheſtermitglie=
dern porträtähnlich dargeſtellt und gut erkennbar. Das Zeichen
zum Anfang gebend, über ſein Dirigentenpult gebeugt, den
Taktſtock in der ausgeſtreckten Rechten, wird das ſeinen Muſikern
zugebeugte Geſicht ſtark beleuchtet und hebt ſich ſcharf ab, ebenſo
wie einige Notenpulte, auf deren weiße Platten das kraſſe Licht
fällt. Im übrigen iſt der farbig hochintereſſante Bildinhalt im
das natürliche Dunkel gehüllt, aus dem aber, wie bemerkt, eine
ganze Reihe Geſichter porträtähnlich erkennbar hervortreten.
Nicht nur von den Künſtlern des Orcheſters, erſte Geige, Cello
uſw., ſondern auch teilweiſe die erſten Sperrſitzreihen und die
Proſzeniumsloge, in der ebenfalls bekannte Perſönlichkeiten
ſitzen. — Ein intereſſanter Verſuch, wie geſagt, der vor allem
bei den ſtändigen Theaterbeſuchern auf ſtarkes Intereſſe ſtoßen
*
dürfte.
Aus der Jahresſchau 1927 der Freien Vereinigung
Darm=
ſtädter Künſtler in der Kunſthalle am Rheintor haben die „
Früh=
lingsblumen” von Franz Huth, Weimar, einen Käufer gefunden.
Auch der Kunſtverein hat die Arbeiten von Profeſſor H. Wolff,
Königsberg, „Immanuel Kant” „Wald auf der kuriſchen
Neh=
rung” und „Damenbildnis” ſowie die Handzeichnung von Vala
Lamberger „Alzey Atzel” für ſeine Weihnachtsverloſung
ange=
kauft. Bei dem hohen künſtleriſchen Niveau, das die Ausſtellung
aufweiſt, iſt es nur bedauerlich, daß deren Beſuch nicht ein
weſentlich beſſerer iſt. Dieſe Zeilen ſollen deshalb jeden, der
ein Intereſſe für gute Kunſt hat, veranlaſſen, den Beſuch der
Ausſtellung unter keinen Umſtänden zu verſäumen. Abgeſehen
von dem geiſtigen Genuß, den ihm die Schau bringen wird, hat
er auch Gelegenheit, wirklich gute Arbeiten zu verhältnismäßig
nicht hohen Preiſen zu erwerben.
Seite 4
Freitag, den 21. Oftober 1927
Nummer 292
Der polniſch=litauiſche Konflikt.
Die litquiſche Beſchwerde beim Völkerbund.
EP. Genf, 20. Oktober.
Die geſtern eingegangene Note der litauiſchen Regierung
wird heute abend vom Sekretariat gleichzeitig mit der
Bekannt=
gabe veröffentlicht, daß die Klage gemäß dem Wunſche der
litqwiſchen Regierung auf die vorläufige Tagesordnung der
näch=
ſten Ratsſeſſion geſtellt worden iſt.
Den langen und ausführlichen Darlegungen des litauiſchen
Miniſterpräſidenten und Außenminiſters Woldemaras liegt im
Anhang ſowohl der von polniſcher Seite erfundene Hilferuf der
angeblich verhafteten polniſchen Lehrer aus dem Gefangenenlager
von Varniai bei, als auch ein Bericht über die polniſcherſeits als
Repreſſalien getroffenen Maßnahmen, ſowie ſerner eine weitere
fälfchliche Anklage, die ſich auf die von litauiſcher Seite gegen
den angeblichen Hungerſtreik der in Varniai konzentrierten
Po=
len bezieht. Die Klageſchrift ſelbſt umfaßt 11 große
Schreib=
maſchinenſeiten und bezeichnet die von der polniſchen Regierung
angeführten Gründe als lügenhafte Vorwände.
In Wirklichkeit, führt die Note aus, haben die Differenzen
ihren Ausgang durch das Verlangen von Privilegien
polniſcher=
ſeits in Schulfragen genomen, während die litauiſche
Regie=
rung ſich außerſtande geſehen habe, für die polniſchen Schulen
eine Vorzugsbehandlug gegenüber, den litauiſchen, jüdiſchen,
ruſſiſchen und deutſchen Schulen zu gewähren. Die Note weiſt
bann auf die politiſch verheerende Wirkung der Hetzkampagne
hin, die polniſcherſeits eröffnet worden ſei, und führt alsdann
den Beweis, daß es ſich für Polen ſeit langem darum handle,
die litauiſchen Schulen auf polniſchem Gebiete abzuſchaffen und
im allgemeinen die litauiſche Nationalbewegung zu unterbinden.
Beſonderer Nachdruck wird in der Note auf den Umſtand gelegt,
daß polniſcherſeits überhaupt zu den ſogenannten
Vergeltungs=
maßnahmen gegriffen werden konnte, und ſie ſtellt feſt, daß, da
weder das Verfaſſungs= noch das Vewwaltungsrecht den Begriff
der Vergeltungsmaßnahmen kennen, dieſer ausſchließlich dem
Gebiet des internationalen Rechtes angehöre, womit die polniſche
Regierung vor der Welt eingeſtehe und den ſchlagenden Beweis
dafür gebe, daß ſie die Gebiete von Wilna und Grodno als nicht
den polniſchen Hoheitsrechten unterſtehende und alſo als der
pol=
niſchen Republik nicht angehörende Gebiete anſehe, ſondern als
feindliche, militäriſch beſetzte Provinzen, denen gegenüber ſie
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ſtraße 4, I. (388a
Maßnahmen des internationalen Rechtes glaubt imn Anwendung
bringen zu können.
In der Note wird hervorgehoben, daß die litauiſche
Regie=
rung nur durchaus verbürgte Tatſachen anführe, ſich indeſſen Die Richtlinien für die Auslandsanleiben
vorbehalte, dieſes Material zu vervollſtändigen, falls andere, zu
ihrer Kenntnis gelangende Ereigniſſe ſich nach eingehender
Prü=
fung als authentiſch erweiſen ſollten. Jedenfalls, könne die
nen Maßnahmen der polniſchen Regierung nicht mehr nur eine
Verletzung der beſtehenden Minderheitenverträge ſehen, ſondern
das planmäßige Unterfangen, das Beſtehen und die
Unabhängig=
keit des Staates Litauen zu untergraben. — In dieſem Sinne
erſucht die litauiſche Regierung unter Berufung auf den Artikel
11 des Völkerbundspaktes um das Eingreifen des Rates, damit
die rechtliche Lage wieder hergeſtellt und die Verantwortlichkeit
der polniſchen Regierung feſtgelegt werde.
Die deutſch=polniſchen Verhandlungen
haft aber noch in dieſer Woche, zu einer Sitzung zuſammentreten,
um ſich mit dem Stand der deutſch=polniſchen
Wirtſchaftsverhand=
ſprechung zwiſchen Berlin und Warſchau, allerdings in recht
loſer Form, wieder aufgenommen wurden. Die eigentlichen
Han=
delsvertragsverhandlungen ſind allerdings noch nicht eingeleitet,
irgendwelche Delegationen beſtehen alſo auf der einen oder an= Beratungsſtelle ihre Tätigkeit ſolange unterbricht, bis die neuen
deren Seite nicht. Unſer Geſandter Rauſcher führt vorläufig die
diplomatiſchen Auseinanderſetzungen, in deren Mitte die
Liqui=
dationsfrage, die Wanderarbeiter, das Niederlaſſungsrecht und
die polniſchen Zollaufſchläge ſtehen. Das Niederlaſſungsrecht iſt
vorläufig ſoweit geregelt, daß von einer proviſoriſchen
Verſtän=
digung geſprochen werden kann. Auch die Wanderarbeiterfrage
Seite iſt angedeutet worden, daß man bereit ſei, eine
Annähe=
rung durch Zurückziehung der Zollverordnung, die die Zölle um
100 Prozent erhöht, leichter zu geſtalten. Wie die Dinge in War= der juriſtiſchen Examina trat er in den Verwaltungsdienſt, 1902
ſchau in der Zwiſchenzeit gelaufen ſind und ob ſich irgendwelche wurde er Referent im Bayeriſchen Kultusminiſterium und 1919
Ausſichten auf die endgültigen Handelsvertragsverhandlungen übernahm er die Leitung des Miniſteriums. 1920 wurde er
Mit=
ergeben, wird ſich aus dem Bericht der auf dem Wege nach
Berlin befindlichen Beauftragten erſehen laſſen, die in den
nächſten Tagen dem Kabinett Bericht erſtatten werden.
* Der Kampf um die Anleihepolitik.
Die Beſprechungen zwiſchen dem Reichsfinanzminiſter, dem
Reichswirtſchaftsminiſter und den Ländervertretern über die
Ge=
litquiſche Regierung in der jetzigen Haltung und in den getroffe= ſtaltung der Richtlinien der Beratungsſtelle für die Gewährung
von Auslandsanleihen ſind am Donnerstag zu Ende geführt
worden. Die Beſchlüſſe ſind noch nicht veröffentlicht worden
weil die Vertreter der Länder erſt die Zuſtimmung ihrer
Regie=
rung einholen müſſen. Soweit wir aber unterrichtet ſind, iſt es
gelungen, auf der ganzen Linie ein Einverſtändnis zu erzielen
Die von der Reichsregierung ausgearbeiteten Vorſchläge haben
im weſentlichen die Zuſtimmung der Ländervertreter gefunden
Sie waren im weſentlichen eine Verſchärfung der früheren
Richt=
linien, beſonders in Hinſicht auf die wirtſchaftlichen und
wäh=
rungspolitiſchen Gründe. Formell war die Errichtung einer
zweiten Inſtanz vorgeſehen, die aus dem Finanzminiſter, dem
Reichswirtſchaftsminiſter und dem Reichsbankpräſidenten oder
* Berlin, 20. Okt. (Priv.=Tel.) deren Stellvertretern beſtehen ſollte. Hier haben die Länder eine
gleichberechtigte Vertretung verlangt, haben aber darauf hinge=
Das Reichskabinett wird in den nächſten Tagen, unzweifel= wieſen, daß dieſe Beſtimmungen nur eine moraliſche, keine
recht=
liche Bindung bedeuten, an ſich eine Selbſtverſtändlichkeit. Sie
haben ſich endlich nicht, wie die Regierung wollte, auf zwei Jahre.
lungen zu befaſſen, die in der letzten Zeit durch manche Be= ſondern nur für ein Jahr binden wollen. Man wird annehmen
dürfen, daß auch die Länderregierungen diefen Abmachungen
bei=
treten, ſo daß in 8 bis 14 Tagen die Beratungsſtelle wieder
arbeiten kann. Die Reichsregierung hält daran feſt, daß die
Richtlinien in Kraft geſetzt werden können.
Dr. v. Knilling †
München, 20. Oktober.
Der frühere bayeriſche Miniſterpräſident
ſoll ſich auf dem Wege der Löſung befinden. Von polniſcher Dr. von Knilling iſt nach einer Darmoperation infolge
Herzſchwäche geſtorben.
Eugen von Knilling wurde 1865 geboren. Nach Ablegung
glied des Bayeriſchen Landtags. Vom November 1922 bis Juli
1924 war er bayeriſcher Miniſterpräſident. Er gehörte der
Bay=
riſchen Volkspartei an.
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[ ← ][ ][ → ]ſieimmer 292
Freitag, den 21. Oftober 1922
Seite 5
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 21. Oktober.
„Heſſiſches Rotes Kreuz.
2.s Heſſiſche Note Kreuz wird auch in dieſem Jahre wieder einen
birgg ang für Frauen und Mädchen in der erſten
5f bei Unglücksfällen und in der Krankenpflege
chtin. Dieſer Lehrgang, welcher von Herrn Geheime Medizinalrat
MCrppel geleitet wird, ſoll am Freitag, den 28. Oktober
abends 19 Uhr, in dem Feſtſaal der
Ludwigs=
hiurealſchule am Kapellplatz beginnen. Der Beginn
iſßu dieſe ſpätere Stunde gelegt wvorden, um auch ſelchen Frauen
wmln ädchen, die beruflich tätig ſind, eine Teilnahme zu ermögli hen.
U ſyeäußerten Wünſchen zu entſprechen, ſoll auch auf praktiſche Uebun=
M onderer Wert gelegt werden, wobei Schweſtern des Abice=Hoſpi.
d blm Herrn Leiter des Kurſes unterſtützen werden. Es iſt für jede
frund für jedes Mädchen von Wichtigkeit, ſich gewiſſe Kenntniſſe und
Bſezzeiten in der Krankenpflege anzueignen, die man bei Krankheiten
inar Familie anwenden kann; auch bei Unfällen iſt es unter
Um=
ſüſzr, entſcheidend für die Geneſung des Verletzten, daß ſofort bis
zymll=kunft des Arztes das Entſprechende geſchicht. Wir hoffen
des=
hiſnaß recht viele Frauen und Mädchen von der nun gebotenen Ge=
Ia ſceit Gebrauch machen. Anmeldungen bittet man bis
u!:8. d. M., vormittags zwiſchen 10 und 12 Uhr, im
Ghar—szimmer des Heſſiſchen Landesvereins vom Noten Kreuz,
Parade=
plM3, oder in demjenigen des Alice=Frauenvereins, Dieburger Str. 21,
zu kläiren.
2Heſſiſches Landestheater Darmſtadt. In der heutigen Vorſtellung
vu hiernetangs „Verkaufto Braut” ſingt Margarethe Albrecht die
Mſe: Theo Herrmann den Hezal. — Es ſei beſonders darauf
hin=
gaeiat, daß die Aufführung der „Gezeichneten” am Sonntag, den
22½ kyober, die Profeſſor Schreker ſelbſt dirigiert, die eizige in dieſer
Scut iſt. Die Vorſtellung beginnt mit Rückſicht auf die
Bahnverbin=
dumn, der auswärtigen Beſucher pünktlich um 19 Uhr. — Das
Mkoy er hebräiſche Künſtlertheater „Habima”, das zurzeit noch in
Flkafrrt und Wiesbaden gaſtiert, wird bei ſeinem Gaſtſpiel im
Lan=
delkioner (vom 27. bis 29. Oktober) ſeine erfolgreichen Inſzenierungen
„ZAhrk” von Ans=Ki und „Golem” von Leiwik aufführen.
— 40jähriges Dienſtjubiläum. Herr Direktor Hugo Brink
bahwrr Darmſtädter und Nationalbank feierte geſtern ſein 40 Dienſtjubiläum in der Bank. Herr Direktor Brink, der
imf. Lebensjahre ſteht, trat im Jahre 1887 bei der Breslauer
D kzto=Bank, Breslau, die ſpäter in der Bank für Handel und
Juhlſtrie aufging, ein, war ſodann bei der Berliner Zentrale
diſef Inſtituts längere Zeit tätig und wurde im Jahre 1909
anzſe hieſige Hauptniederlaſſung verſetzt. Seit ca. 30 Jahren
iſte in dieſer Großbank, der jetzigen Darmſtädter
undch 9ationalbank, meiſt an leitender Stelle tätig. Neben
vehificdenen Ehrenämtern, die er bekleidet, insbeſondere als
Mhit icd der Induſtrie= und Handelskammer, führt Herr Brink
auſchſät Gründung der hieſigen Bankenvereinigung im Jahre
19örn Vorſitz in dieſer Vereinigung.
SZolkshochſchule. In dem neun Arbeitsplan der Volkshochſchule
iſt ſinder ein Kurſus zur Einführung in die deutſche
Lite=
rautr aufgenomien tvorden. Man lernt das Empfindungsleben eines
Vozſl nm beſten aus ſeiner Literatur kennen. Sein ſittliches Gefühl,
ſeiſneinmere Kraft und Reife finden außer in ſoiner Religioſität
beuſttm Ausdruck in der Verehrung ſeiner Helden, deren
hervor=
ſigime Qualitäten, aber auch tragiſche Schickſale, Schuld und Sühne
einſtund von Sagen und Geſängen werden, welche in mündlicher
leilkti Ferung von Gau zu Gau, von Generation zu Generation
fort=
leßtrmi,d nach der verſchiedenen Weſensart der einzelnen Stämme und
Zeultz werſchiedenartig geprägt ſind. Die Phantaſie des Volkes
ver=
rüät, den Ruhm dieſer Geſtalten, ſtattete ſie mir den höchſten
Gigen=
cheſpſ haus, die einem Manne jener Zeitz eignen konnten, und paßie
ſie ſſſugge in ſtetem Wandel Zeit und Umſtänden an, bis die
Schrift=
kunnſe: Mönche die alten, einſt heidniſchen Sagen feſthielt, wicht ohne
eſſpur einer letzten Metamorphoſe zu unterwerfen und ihnen da
in ßok chriſtliches Gepräge zu geben, unbeſ hadet des heidniſchen
Stihß. Das Verdienſt dieſer Mönche iſt es, damit die Grundlage allen
nofhm, aller deutſchen Literatur geſchaffen zu haben, in die Schritt
hrfitt vorzudringen die Aufgabe der nächſten Wochen für uns ſein
olſA Ammeldungen haben umgehend an die Geſchäftsſtelle der
Volks=
odHule, Mathildenplatz 17, zu erfolgen.
Aoarmſtädter Juriſtiſche Geſellſchaft. Die Geſellſchaft nimmt ihre
ſtei, mit einem vierten Vortragsabend am Montag, den
taßer, abends 8 Uhr, im Saale des Hotels Zur Traube wieder
ſi. Rechtsanwalt Dr. Hermann Neuſchäffer=Darmſtadt wird über
ei tolbleme der Konzernbildung ſprechen. Wir geben unſeren
Mit=
ihhmn und Intereſſenten von dieſem Abend Kenntnis mit dem
An=
uefhe drß Gelegenheit zum Erwerb der Mitgliedſchaft an dieſem Abend
gehyer ſüſt.
MTortrag von Rudolf Delius über „Philoſophie der Zu=
Auf Einladung der Buchhandlung Heinrich Schroth,
Rhein=
ſpricht am 25. d. M., abends 8,15 Uhr, im Fürſtenſaal, Grafen=
, Rudolf von Delius über das Thema „Philoſophie der
Der Redner iſt durch eine Reihe philoſophiſcher Schriften
aerneinverſtändlicher Form bekannt. Ganz eigener Art ſind ſeine
ſor wder Sehnſucht”, ein hohes Lied auf die „Kultur der Ehe” auf
dich wchte Frau” und den aus den Feſſeln der Vorurteile und der
seurhiang befreiten Körper. Wer dieſe menſchlich und dichteriſch
whaten Gedanken kennt, wird den Wunſch haben, den bekannten
Sült=Ahiloſophen auch als Redner perſönlich zu hören, iſt doch
Ru=
n. Delius wie wenige berufen, den Weg der geiſtigen
Entwicke=
inug e: deutſchen Volkes intuitiv vorauszuahnen. Karten ſind im
oy mukmaif in der Buchhandlung Schroth, ſpäter an der Abendkaſſe
er=
jälbſl. Näheres iſt aus der heutigen Anzeige erſichtlich.
=Alavier=Abend Guſtav Beck. Guſtav Beck, der ſich zurzeit mit
my kannten Violin=Virtuoſen Ferenezhegedus auf einer größeren
Touimre urch Süddeutſchland befindet, gibt bei dieſer Gelegenheit einen
lcſtht=Abend am Donnerstag, den 3. November, im Saale der Loge,
Sayrtnße 10. Das Programm enthält Werke von Brahms, Schumann,
chirpuet (Wanderfantaſie) und Liſzt (Mephiſtowalzer).
Gaaswerbewoche. Die in der Zeit vom 22. bis 29. Oktober d. J.
2rdfriſchen Saalbau dahier ſtattfidende Gaswerbewoche ſoll nicht
r Hausfrau die mannigfachen Verwendungsmöglſchkeiten des
Haushalt zeigen, ſie ſoll vielmehr auch einen kurzen
Ueber=
die Verwendung des Gaſes in Gewerbe und der Induſtrie
bietſn Durch die gerade in der letzten Zeit gemachten Verſuche und
die ihran anſchließend geſammelten Erfahrungen läßt ſich das Gas
heurgeweckmäßig zu Arbeiten verwenden, wie man es früher in
die=
ems nirange nicht vermocht hatte. Hierdurch ſind für das Gas eine
Nteitnn ger Verwendungsgebiete erſchloſſen worden. In der
Ausſtel=
lung nuden eine Reihe neuer, zweckmäßiger Verbraurhsapparate für
Indcrie und Gewerbe vorgeführt. Einen beſonderen Anziehungspunkt
derg1siSellung wird für die Fachleute eine Zuſammenſtellung
fehler=
hafbc=Iriſtallationsanlagen bieten. Die vorgenannte Abtsilung wird
deng itreſſenten der beſonderen Beachtung empfohlen. Der Eintritt
liſt /. Der geſamten Veranſtaltung dürfte ſeitens unſerer
Bevölke=
rumieges Intereſſe entgegengebracht werden.
Et: ſteht ein Baum im Odenwald. Vor etwa 15 Jahren erſchien
in Aür Sieſigen Tageszeitung ein Aufſatz, in dem über die verſtorbene
Dicl n (von Pattberg), ſowie über die Entſtehungsgeſchichte des
ein=
garieherwähnten bekannten Liedes Mitteilungen gemacht wurden. Der
eingſ er andere Leſer hat wohl Kenntnis von jenem Aufſatz und iſt
biebltno gefällig, wenn er etwas — insbeſondere Näheres über Datum
undc itaung der damaligen Veröffentlichung — weiß, dies mitzuteilen
an A”hmuptausſchuß des Odenwaldklubs Darmſtadt.
* Die Eltern=Vereinigung an den höheren
Schulen Darmſiadts
veranſtaltete geſtern im Feſtſaale des Realgymnaſiums einen
Vor=
tragsabend, an dem das Reichsſchulgeſetz beſprochen wurde. Herr
Geh. Obermedizinalrat Dr. Balſer begrüßte die zahlreich
Erſchie=
nenen, wies auf die Bedeutung der Elternvereinigungen hin und warb
für ſie. Der Vorſtand habe beſchloſſen, das Thema zur Ausſprache zu
ſtellen, weil es den Elternvereinigungen nicht gleichgültig ſein könne,
wie die Volksſchule aufgebaut ſei, die ihre Kinder vor der höheren Schurle
beſuchen müßten. Man habe außerdem beſchloſſen, Redner, die
ver=
ſchiedene Standpunkte vertreten, zu Wort kommen zu laſſen. Herr
Oberſtudiendirektor Altendorf=Gießen ging zunächſt auf die
grund=
legenden Gedanken des neuen Geſetzes ein. Eltern, Staat und Kirche
leiteten die Jugenderziehung. Die auf das einzelne Kind gerichtete
Für=
ſorge der Eltern ſei unentbehrlich und unerſetzbar. Der Staat habe die
Erziehung aus Mtzlichkeitserwägungen; er ſei der Träger und Erhalter
der Erziehungseinrichtungen, niemand anders könne wirklich erfolgreich
dieſe Aufgabe übernehmen. Die Kirche zeichne ſich durch ihre hiſtoriſchen
Erziehungsleiſtungen aus, und das Erziehungsgut, das ſie betreue, ſei
das denkbar höchſte. Die Erziehungsaufgabe ſei mehr und mehr auf den
Staat übergegangen, und in nei erer Zeit werde immer ſtärker die
Tren=
nung von Kirche und Schule verlangt. Es beſtehen jetzt im größren Teil
Deutſchlands die Bekenntnisſchulen. In einigen Ländern gibt es
Simul=
tanſchulen chriſtlichen Charakters, die in dem Keudellſchen Entwurf
Ge=
meinſchaftsſchulen genannt werden; der Schulzſche Entwurf verſteht
je=
doch darunter Schulen ohne Religionsunterricht. Der Unterſchied
zwi=
ſchen Simultanſchulen und Bekenntnisſchulen iſt nicht groß, namentlich
nicht in Gegenden, wo die Bevölkerung nicht konfeſſionell gemiſcht iſt. In
einige Orten Preußens ſind Sammelſchulen entſtanden, Schulen ohne
Religonsunterricht. Der Redner charakteriſierte dann die Stellung der
Länderregierungen und des Reichsrats zum Schulgeſetzentwurf ſowie
die Auffaſſungen der Parteien. Die Maſſe des Volkes hat wohl eine
Neigung zur Bekenntnisſchule. Die chriſtliche Simultanſchule wird in
der Reichsverfaſſung überhaupt nicht genannt, ſondern nur in den
Aus=
führungsbeſtimmungen, auch wird keine Regelſchule verlangt. Eine
reale Gegebenheit der Verfaſſung iſt aber das Elternrecht, das
weſent=
lich iſt für die Beantragung von Schulen; damit hat ſich die
Staats=
gewalt des Rechtes begeben, ſelbſt Schulformen einzurichten. Der
Red=
ner erläuterte dann verſchiedene Beſtimmungen des Keudellſchen
Ent=
wurfs, der den Simultanſchulen entgegenkommt, und zwar, indem er die
Schonfriſt auf zwölf Jahre hinausſchiebt. Dringend notwendig iſt, daß
endlich einmal ein Reichsſchulgeſetz zuſtande kommt.
Herr Prof. Dr. Ed. Erw. Becker ſprach über die Simultanſchule
er übte Kritik an den unklaren Verfaſſungsbeſtimmungen über das
Schulweſen. Der Redner lieſt aus der Verfaſſung heraus, daß die
Simultanſchule doch gefordert werde, aber nicht die chriſtliche
Simul=
tanſchule, ſondern eine konfeſſionsloſe Schule, in der Art der
franzöſiſchen Laienſchule. Dieſe Schule lehnt der Redner für ſeine
Partei ab. Die Konfeſſionsſchule zertrümmert unſer Schulweſem und
führt zur Bildung von Zwergſchulen. Vom Standpunkt des
Deutſch=
tums und des Gemeinſchaftsgefühls iſt die Simultanſchule zu fordern;
es muß aber eine Schule ſein, in der chriſtlicher Geiſt herrſcht.
Schweſter Elſe Morell (Leiterin der Eliſabethenſchule) forderte
die evangeliſche Konfeſſionsſchule. In der Simultanſchule verſucht man,
durch Mittel der Organiſation, durch ein äußeres Mittel, eine Erziehung
zur Duldſamkeit zu erreichen. Die evangeliſche Schule erreicht auch,
aber durch innere Mittel, die Achtung vor dem Glauben. Es iſt eine
ungebrochene Einheitlichkeit der Erziehung zu verlangen, und eine
Er=
ziehungsgemeinſchaft zwiſchen Eltern und Schule zu ſchaffen. Die
evan=
geliſche Schule will dies ud vermag unmitelbar ein Kind zu erziehen;
ſie hat ſtarke bejahende Kräfte, die ſich nicht nur im Religionsunterricht,
ſondern im ganzen Organismus (Schüler, Eltern, Lehrer uſw.) zeigen.
In den Simultanſchulen ſind Lehrer der verſchiedenſten
Weltanſchau=
ungen, das iſt für die Jugend und den Unterricht nicht gut. Eine
Zer=
trümmerung des Simultanſchlweſens in Heſſen lehnt aber Rednerin ab.
Herr Direktor Dr Meller trat für die katholiſche
Konfeſſions=
ſchule ein. Der Kampf geht um die Frage, ob die Simultanſchule allein
in Heſſen berechtigt ſein ſoll, oder daneben auch die Konfeſſionsſchule.
Die Bekenntnisſchule iſt verfaſſungsrechtlich gewährleiſtet und beſteht in
den größten Teilen des Vaterlandes, das nicht daran zugrunde gegangen
iſt. Die Konfeſſionsſchule iſt aus innerſter Ueberzeugung zu verlangen,
die neuzeitliche Entwicklung zur Laienſchule iſt zu verwerfen. Auch dieſer
Redner verlangt Einheitlichkeit der Erziehung; „Lehrer verſchiedener
Weltanſchauungen an einer Schule ſind abzulehnen. Die Eltern müſſen
das Recht haben, die Erziehung ihrer Kinder auszuwählen. Die
chriſt=
liche Simultanſchule iſt eine evangeliſche Schule, eine akatholiſche Schule,
ſelbſt da, wo ſie in der Mehrzahl von Katholiken beſucht wird. Wir
wollen Toleranz, auch im Schulweſen. Die Simultanſchule ſtammt aus
dem Geiſt der Aufklärung, ihre Zeit iſt eigentlich vorbei. — Die Reden
waren ſehr hochſtehend und fanden lebhaften Beifall in der
Verſamm=
lung. Wegen der vorgeyückten Zeit fand keine Ausſprache mehr ſtatt. V.
HESSISCHES LANDESTHEATER
3 Gastspiele des hebräischen
Künstlertheaters „Habima‟-Moskau
DT
und GOlE
27.—20. Okkober
Vorverkauf für Mieter ab Montag, den 24. Oktober. (16323
— Die Beratungsftelle für Rentner, Gläubiger und Sparer im
Kaiſerſaal fſt, wie aus einem heutigen Inſerat erſichtlich, heute zum
erſten Male wieder geöffnet. Die Beratungsſtunden ſind für die
Folge wieder jeden Dienstag und Freitag von 4—7 Uhr nachmittags.
— Arbeiter=Radfahrer=Verein „Waldesgrün‟ Darmſtadt Süd 1908
hat Sonntag, den 23. Oktober, von nachmittags 4 Uhr an in der
Beſ=
ſunger Turnhalle ſein diesjähriges Herbſtfeſt, verbunden mit
radſport=
lichen Darbietungen (von 4—7 Uhr), Geſangsvorträgen, Tombola und
abends Tanz. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird
die Roßdörfer Straße zwiſchen Beck= und Heidenreichſtraße vom
19. Oktober bis auf weiteres für den Auto=, Fuhrwerks= und
Radfahr=
verkehr geſperrt.
— Verwaltungsgerichtshof, Zeughausſtraße 2. Oeffentliche
Sitzung am Samstag, den 22. Oktober 1927, vorm. 10,15 Uhr:
Rehts=
beſchwerde der Firma Riedlinger G. m. b. H. in Auerbach gegen ihre
Heranziehung zur Sonderſteuer vom bebauten Grundbeſitz für 1926.
Aus den Parteien.
— Nationale Arbeitervereinigung, Ortsgruppe
Darmſtadt. Die Mitglieder werden hiermit nochmals auf die am
Samstag, den 22. Oktober, abends 8 Uhr, im Saale der „Eintracht”
Eliſabethenſtraße, ſtattfindende Mitgliederverſammlung hingewieſen und
um vollzähliges Erſcheinen gebeten. Generalſekretär Welkow wird über
„Die Grundlagen der Deutſchen Volkspartei” ſprechen. Gäſte können
eingeführt werden.
— Die Evangeliſche Volsgemeinſchaft macht
noch=
mals ihre Freunde und Mitglieder auf die faſt überall bis 27.
Okto=
ber 1927 aufliegenden Wahlvorſchlagsliſten aufmerkſam. Die
Eintra=
gungen ſind ſchon zahlreich erfolgt. Wir bitten aber trotzdem jeden
Evangeliſchen, dem es ſeine Zeit erlaubt, ſich auf den Bürgermeiſtereien
einzutragen im Intereſſe der guten Sache. Näheres iſt aus der heutigen
Anzeige zu entnehmen.
* Verband evangeliſch kirchlicher Frauenvereine
V. Der Verband evangeliſch=kirchlicher Frauenvereine hielt in den
Tagen des 18. bis 20. Oktober in Darmſtadt ſeine Hauptverſammlung
ab. Die Tagung begann am Dienstag mit einem Begrüßungsabend.
Die Verhandlungen am Mittwoch wurden von Prälat D. Dr. Diehl mit
einer Anſprache eröffnet; dann wurden ſie der Beſprechung interner
Angelegenheiten gewidmet, ebenſo die Verhandlungen am Donnerstag
vormittag.
Nachmittags fand eine außerordentlich ſtark beſuchte öffentliche
Ver=
ſammlung im Rummelbräu ſtatt, die mit einem gemeinſam geſungenen
geiſtlichen Lied eröffnet wurde. Oberkirchmrat Zentgraf hielt
hierauf einen Vortrag über „Kirchliches Amt und Frauenvereine‟ Der
Redner führte hierzu etla aus: Die Kinchenverfaſſung beſtimmt zwar
in Artikel 18, daß der Pfarrer ſich der ki=chlichen Frauenvereine
an=
wehmen ſoll, aber es iſt von Uebel, wenn ein Pfarrer erſt in der
Kir=
chenverfaſſung nachſehen müßte, was er tun ſoll. Er muß ſeine
Auf=
gabe als innere Berufung empfinden. Das kirchlihe Amt hat ſeit den
Tagen der Apoſtel zwei Aufgaben zu erfüllen, und zwar die Gemeinde
ſo zu führen, daß ſie in rechten Verkehr zu Gott und den Menſchen
kommt. Der Pfarrer kann niemand die Pflicht abnehmen, wie er zu
Gott ſteht, aber der Chriſtenmenſch kann auf die Dauer auch nicht das
geiſtliche Amt entbehren. Nicht bloß für die Jugend iſt es da, ſondern
gerade die Vorwärtsſtrebenden brauchen es. Es kann ein Chriſt auch
durch Privaterbauung, durch ein Erbauungsbuch, die Bibel, Gott
die=
nen, aber bald wird er die Erfahrung machen, daß er, wenn er ſeimer
Gemeinde fernbleibt, verkümmert. Iſt ſchon die perſönliche
Selbſtſucht=
eine häßliche Form des Egoismus, ſo iſt es die religſiöſe Selbſtſucht noch
mehr. (Es iſt dies die Bitte nur für perſönliche Angelegenheiten; auch
die Fürbitte für Frau und Kind iſt eine Acußerung der perſönlichen
Selbſtſucht. Erſt wenn man für andere bittet, ſiſt es wahres
Chriſten=
tum. Wie ganz anders ſteht der Menſch da, der wirklich einmal für die
Arbeit der äußeren Miſſion betet, der betet, daß das Gottesreich wachſe,
der zu Gott mit ſeiner weltumſpannenden Liebe betet. Wer ſein
Chriſtentum lebendig machen will, der muß hinein in gmen Kreis,
deſſen großes Anliegen er mitträgt, er muß hinein in die Gemeinde.
Das eigene Leben kann niht waihſen bei dem, der nicht in die Gemeinde
geht und an allen ihren Sorgen teilnimmt. Der Menſch muß
heraus=
gehoben werden aus dem Ich, er muß gezwungen werden, ſich mit
ſei=
nem inneven Leben in die Gemeinde zu ſtellen. Was bedeutet das für
die Frau? Sie muß in die Gemeinde! Es gibt hier gottgewollte
Unter=
ſchiede, denn manche Frau iſt durch häusliche Sorgen feſtgehalten, ſie
bleibt daher mehr auf dem Standdunkt der Empfängerin. Andere
Frauen, die freier ſind, müſſen aktiv am Gemeindelebon teilnehmen.
Die Frauen haben jetzt größere Aufgaben erhalten; ſie müſſen z. V.
wählen. Sie ſollten jedoch nicht in erſter Linie parteipolitiſch eingeſtellt,
ſondern vor allem Chriſtinnen ſein. Durch die moderne Geſetzgebung,
die Fürſergegefetze, ſind den Frauen beſondere Aufgaben zuteil
gewor=
den, und eine Reihe von Aemtern im Fürſergedienſt können die Frauen
beſſer verſehen als die Männer. Die Kirche muß zu violen Fragen
Stellung nehmen, z. B. zur Modefrage; wenn ſie das nſicht tut, dann
wird ein großer Teil der Frauen dieſer kritiklos nachlaufen. Ebenſo iſt
es mit Fragen der Literatur, der Schundliteratur, des Kinos und der
Bilder. Soll all dieſe Fragen der Pfarrer mit Frauen beſprechen, oder
beſprechen ſie nicht beſſer Frauen?! Das Kirchenamt muß einige Frauen
zu dieſem geſiſtlichen Samariterdienſt ſchulen. Auch in der Bibelarbeit
in den Frauenvereinen muß das Kirchenamt wirkſam ſein. Es können
die Frauenvereine, richtig geleitet, aus einer Organiſation ein Organ
werden. Eie Organiſation iſt oin gutes Werkzeug in einer Hand, ein
Organ iſt aber ein Glied der Hand. Ohne Organiſation geht e3 nicht,
ſonſt verlieren wir den Einfluß in der öffentlichen Fürſorgetätigkeit.
Je geſchloſſener der Verband iſt, deſto größer iſt ſoin Einfluß auf das
Volksleben. Die Frage, ob ein Mann oder eine Frau den Vorſitz der
Vereinigung führen ſoll, iſt von Fall zu Fall zu entſcheiden. Die große
Aufgabe des geiſtlichen Amtes iſt es, daß es Gemeinſchaft ſtiftet, und
es gibt eine beſondere Frauenſeelſorge. Kirchliche Frauenwergine, die
nur Kaffeekränzchen ſind und die nur Frauen beſtimmter
Geſellſchafts=
ſchichten ſammeln, Vereine, die die Beſprechung häuslicher
Angelegen=
heitzen über die religiöſen ſtellen, haben ihre Aufgabe nicht erfaßt, ſie
müſſen vielmehr hinelinwachſen in die großen kirchlichen Aufgaben. Das
Diakonenamt, das ſchon 2000 Jahre alt iſt, wurde noch nie recht
aus=
gebaut. Der Pfarrer kann nicht alles überſehen; Kleinigkeiten, die
Männer nicht wahrnehmen, überſehen die Frauen nicht, und gerade in
dieſen Kleinigbeiten können die Frauen diel leiſten. Das höchſte Ziel
der Frau muß ſein, ein lebendiges Glied der Kirche zu werden. Der
Pfaurer braucht die Frauenvereine, und die Frauenvereine brauchen
die Pfarrer. Ihr Verhältnis zueinander wird allein richtig geregelt
durch die Gnadenherrſchaft unſeres himmliſchen Königs. Die Vorſitzende
des Verbandes, die Fürſtin zu Erbach=Schönberg, dankte dem Redner
für ſeie feſſelnden Ausführungen.
Ein Darmſtädter
feiert 40jähriges Bühnenjubiläum.
Die Mainzer Bühne hatte einen Feſttag erſten Ranges. Fritz
Rupp feierte ſein 40jähriges Bühnenjubiläum. In
anerkennens=
werter Weiſe hatte die Intendanz dem Jubilar, der viele Jahre mit
großem Erfolg an unſerer Bühne gewirkt, ein Ehrengaſtſpiel
ge=
währt. Fritz Rupp hatte eine ſeiner Glanzrollen gewählt; er ſang den
Tonio in „Bajazzo‟. Daß die Mainzer ihren langjährigen
Helden=
bariton nicht vergeſſen hatten, bewies der Beſuch. Freunde, Verehrer
und S hüler waren überaus zahlreich erſchienen, um den beliebten
Sän=
ger zu feiern. Fritz Rupp iſt jetzt 65 Jahre alt. Trotzdem beſitzt ei
noch eine erſtaunenswerte jugendliche Friſche. Sein Tonio war ein
Meiſterwerk der Geſtaltung und der muſikaliſchen Ansbeutung. Nichts
hat er verloren von ſeinem Temperament und ſeiner Elaſtizität. Wer
hätte hinter ſeiner Maske einen 65jährigen vermutet? Seine
ausgezeich=
nete kultivierte Stimme, deren Tonfülle allerdings nahgelaſſen hat,
dirigierte er meiſterhaft und mächtig, und wunderbar pointiert erklang
der Prolog und die Forteſtellen ſeiner Partie. Toſender Beifall
durch=
tobte das Haus, und mit Blumen und Geſchenken wurde der Jubilar in
überreichem Maße bedacht. Gerührt von ſo vielen Beweiſen anhänglicher
Liebe, dankte der Sänger den Anweſenden und erblärte, daß Mainz
ſeine „zweite Heimat” geworden und daß er ihr ſtets ſeine Treue
be=
wahren werde.
Fritz Rupp iſt kein geborener Maizer. Seine Wiege ſtand in
Darmſtadt. Nachdem er 1884 bis 1887 bei den Profeſſoren J.
Gäns=
bacher und C. Feiſtenberger in Wien und ſpäter bei Profeſſor Hey
Geſang ſtudiert hatte, ſang er zum erſten Male am 24. bzw. 30.
Sep=
tember 1887 in Reichenberg i. Böhmen den Grafen Liebenau im
„Waffenſchmtied‟. Seine ruhmvolle Laufbahn führte ihn an die Bühnen
in Koblenz, Metz, Würzburg, Darmſtadt, Aachen, Magdeburg,
Köln, Bremen, Mainz, Eſſen und Danzig. Im Jahre 1907 beteiligte
ſich Rupp an einer deutſchen Opern=Tournee nach Auſtralien, Neu=
See=
land und Tasmanien. 1918 löſte er das feſte Engagementsverhältnis
und kam nach Mainz zurück, um dort als Geſanglehrer weiter zu
wir=
ken. In 109 Opern hat der Jubilar 140 Partien geſungen und iſt bis
heute 2553mal aufgetreten. Vor einiger Zeit konnte man Rupp
zu=
weillen noch als Gaſt ſehen. In den letzten Jahren hat er ſich jedoch
vollſtändig von der Bühne zurückgezogen. Als Geſanglehrer hat Rupp
ſchon ſehr ſegensreich in Mainz und Umgebung gewirkt. Mancher
Opern=
ſänger iſt aus ſeiner Schule hervorgegangen und mancher in Mainz
engagierte Sänger hat gerade bei ihm ſeine weitere Ausbildung
er=
fahren. Wilhelm Schmidt, der den Silvio kreſerte, hatte ebenfalls
Rupp zum Lehrer, und man muß zugeben, daß er ſeinem Meiſter alle
Ehre macht. Darſtelleriſch blieb er allerdings ſeiner Rolle noch manches
ſchuldig. Als Nedda war Paula Kapper vom Landestheater
in Darmſtadt gewonnen. Ihre ſtimmliche Unſicherheit erſetzte ſie
durch ein überlegenes Spiel. In „Cavalleria ruſticana” ſang
Mayia Nermi die Santuzza voll dramatiſcher Eindringlichkeit.
Dem Jubilar rufen wir zu: Ad multos annos! Dr. F. Schm.
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Sitrocn Autons
G., Köln-Poft.
V.14027
[ ← ][ ][ → ]Freitag, den 21. Oktober 1927
Nummer 292
Seite 6
Das Darmſitädter Wohnungsproblem. — Förderung von Neubauten.
Neugzelſche Verkehrsregelung.
*Die Stadtverordnetenberſammlung
hatte in ihrer geſtrigen öffentlichen Sitzung einige für die Stadt
Darm=
ſich die Stadtverordneten unter dem Vorſitz des Oberbürgermeiſters Dr.
Gläſſing faſt vollzählig eingefunden und berieten in lebhaftem
Ge=
dankenaustauſch bereits vor Beginn der Sitzung einige Punkte. Auch in
dem Zuhörerraum bemerkte man das lebhafte Intereſſe für dieſe
Sitzung. Stadtverordneter Leuſchner begrüßte vor Eintritt in die
Tagesordnung im Namen der Stadtverordneten Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſſing, der ſeinerſeits für die freundliche Begrüßung dankte und ſeiner
Freude Ausdruck gab, daß er wieder mit neuen Arbeitskräften in
Zu=
kunft ſeines Amtes walten könne. Hauptanlaß zu einer längeren
Dis=
kuſſion gab Punkt 4 der Tagesordnung, nämlich die
wieſenſtraße.
Bürgermeiſter Buxbaum erklärte in ſeinem Bericht, daß ſich
an=
geſichts der ſchwierigen Finanzlage die Stadtverwaltung genötigt ſieht,
ihren kürzlich geſtellten Antrag auf Errichtung von 140 Flachbau=
Woh=
nungen auf der Südſeite der Pallaswieſenſtraße und am Schlachthof, im
Koſtenaufwande von 700 000 Mark, zurückzuziehen und zunächſt nur
die Errichtung von 78 Wohnungen auf der Südſeite der
Pallaswieſen=
ſtraße im Koſtenaufwand von 450 000 Mark. zu beantragen. Er
begrün=
dete den Antrag mit den entſtehenden erheblichen Koſten für Gas=,
Waſ=
ſerleitung uſw., ſo daß ein Bau von Wohnungen in ſolchem Ausmaß
nicht zu befürworten ſei.
Stadtv. Hütſch (Soz.): Es ſei kein Grund vorhanden, den
ein=
mal gefaßten Beſchluß zum Bau von 140 Flachbauwohnungen, der doch
unter allerhand Schwierigkeiten gefaßt worden ſei, rückgängig zu
machen. Man müſſe unbedingt für die Wohnungsſuchenden die neuen
Wohnungen erſtellen. Es ſei höchſte Kultur, daß die Menſchen
aus=
reichende Unterkunftsmöglichkeiten hätten.
Stadtb. Haury (Deutſche Vollspartei) erklärt, daß man an der
Wohnungsfrage nicht vorübergehen dürfe, daß aber die unvermeidlichen
Mehrausgaben für die bereits gebauten Häuſer zu bedenken geben
müßten. Natürlich müßte für Unterkunft geſorgt werden, und zwar in
hygieniſch einwandfreien Wohnungen, die aber in Anbetracht der Geld= werden wir alſo in Kürze in Darmſtadt Einbahnſtraßen für
Kraftfahr=
knappheit ruhig zunächſt primitiber ausgeführt werden können, alſo ſo,
wie es der Antrag ausdrücke. Daß es ſich auch in Barackenbauten
ge=
mütlich und geſund wohnen laſſe, ſei erwieſen; man denke z. B. nur
Jahrzehnten Kranken Aufenthalt bieten.
Frau Stadtv Balzer (Dem) unterſtreicht das herrſchende Woh=
Bau der feſten Wohnungen.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing weiſt darauf hin, daß die
Ver=
hältniſſe ſtärker geworden ſind als die Menſchen. Gewiß wolle man
geld ſei zurzeit kaum zu erhalten und die Auslandsanleihen ſeien
eben=
falls noch nicht abgeſchloſſen.
Wohnungsverhältniſſen beurteile; man müſſe unbedingt die Wohnungen
in der ſeinerzeit bewilligten Form ausführen. Er ſieht den Grund
des neuen Antrags in der Vergebung der Bauten, die nunmehr an
Privatunternehmer ſtattfinden ſolle, die Stadt wolle nicht mehr als
Bauherr auftreten. Das Baugewerbe dürfe keinesfalls abgedroſſelt
werden.
Stadtv. Süß (Dnatl.) ſtellt die Frage, warum beinen Leuten die
Abgabe von Baublätzen verweigert worden ſei.
Bürgermeiſter Buxbaum erklärt es für ſeine Pflicht, kleinen
Beiſpiele an, in denen ſogar die Stadt das Haus zurückkaufen mußte.
um den betreffenden Erbauer vor Not zu ſchützen. Häufig verrechneten
ſich die Bauluſtigen, denen nur ein begrenzter Betrag zur Verfügung
ſtand ganz erheblich.
Stadtv. Schneider (Ontl.) bittet die Stadtverwaltung, von dem
Bau koſtſpieliger Häuſer abzuſehen, ſolange kein Geld vorhanden ſei.
Stadtb. Engel (Soz)legt dar, daß die Wohnungsnot in Darmſtadt
Wohnungen freizumachen, und durch baufällige Wohnungen in der
Alt=
ſtadt noch zunehme, und ſetzt ſich für den Weiterbau der Wohnungen
in ſeitheriger Form ein.
Stadt. Hütſch (Soz.) hält die Baracken in der Pallaswieſenſtraße,
die er beſichtigt habe, nicht für gut, wogegen in dem Rhönring
Muſter=
bauten ausgeführt worden ſeien. Er ſchlägt vor, daß nach dem urſprüng= der Stadtverwaltung in Offenbach anſchließt und bei der heſſiſchen
Re=
lichen Plan weitergebaut werde.
Bürgermeiſter Buxbaum forderte die Herren Stadtverordneten
ihre Zweckmäßigkeit erwieſen.
bank bereſit ſei, einen Betrag zur Verfügung zu ſtellen. Bei der
fol=
ſprunglich von der Stadtverordnetenverſammlung genehmigte Bauplan
mit einem Koſtenaufwand von 750 000 Mark beſtehen bleibt. — Punkt 6,
die Neuherſtellung der Fahrbahn und des Fußſteiges in der
Ludwig=
ſtraße betreffend, wird zurückgeſtellt, während die übrigen Punkte
gandazwecke, das Geſuch des Muſikvereins um Bewilligung eines ſtädti= entſprechend dem Antrag.
Lokale Veranſtaltungen.
Die Mertnter erfcheinenden Notiyen ſind ondfchlleßlich als Hinweiſe auf Aastigen zu beirachten.
im keinem Falle ſigendwie ale Beſrechung oder Kriſt.
— Münchener Oktoberfeſt im Münchener Hofbräu
Laut Ankündigung im Anzeigenteil iſt das Oktoberfeſt im hieſigen
Hof=
bräuhaus im der Grafenſtraße bis Sonntag verlängert. Eine baheriſche
Künſtlerkapelle ſorgt für gemütliche Stimmung.
Kunſtnotizen.
Ueßer Wurke, Künfktiter oder fünftieriſche Veranffaltungen, deren im Rachfiehenden Erwämnurg
geſchlebt, behält ſich die Redalion ihr Urteil vor
— Wie uns geſchrieben wird, veranſtaltet die hieſige Theoſophiſche
Geſellſchaft am Donnerstag, den V. Oktober, Loge, Sandſtr. 10, einen
öffentlichen Vortragsabend. Schriftſteller Erhard Bäzner aus
Dresden ſpricht über das alle Kreiſe intereſſierende Thema: „Der
Tod — und was dann?” und wird dabei u. a. ſolgende Punkte
behandeln: Der Tod — Der Vorgang des Sterbens — Die erſten
Stun=
den nach dem Tode — Das Verhalten am Sterbebett — Woher wir dies
wiſſen? — Der Abgeſchiedene in den jenſeitigen Welten: in Unterwelt
und Hölle, in Zwiſchenregion und Sommerland, im dem Himmeln —
Erſcheinungen Verſtorbener — Verkehr mit Verſtorbenen —
Wieder=
ſehen nach dem Tode — Ueberwindung des Todes. Der Redner
behan=
delte dieſes Thema in faſt allen deutſchen Großſtädten vor einer
zahl=
reichen und aufmerkſam lauſchenden Zuhörerſchaft. Kein
Ernſtdenken=
der ſollte dieſen Vortrag verſäumen. Nach dem Vortrag
Fragenbeant=
wortung.
baues durch ſteuerliche Vergünſtigungen, die Aenderung der Fluchtlinien
der Kekuleſtraße genehmigt.
ſtadt ſehr wichtige Puntte auf der Tagesordnung. Infolgedeſſen hatten während deſſen Offenlage verſchiedene Einwendungen erhoben. Dieſe ginnt nächſten Montag abend, ein Vortragskurſus, über Goethe ſein
Eimvendungen ſind nach Anſicht der Verwaltung und der Bau=Deputg= Leben, ſein Werk und ſeine Weltanſchauung mit Rezitationen. Die Von
tion unbegründet und wurden einſtimmig abgewieſen. — Ferner wurde
Schleiermacherſtraße für den Durchgangsverkehr mit Kraftfahrzeugen
betreffend, angenommen und dem in Darmſtadt geſteigerten
Vorkeh=
durch Shaffung von
Einbahnſtraßen
Rechnung getragen. Schon längſt hat ſich das Bedürfnis herausgeſtellt,
den Fuhrverkehr in beſonders engen Hauptſtraßen des Stadtzentrums
Bewilligung von Mitteln für die Kolonie an der Pallas= anders zu geſtalten. Der in den letzten Jahren außevordentlich ge= Sportverein. — Bei den gegenwärtig hier öſter vorkommenden
Hauz=
ſtiegene Verkehr, namentlich mit Kraſtfahrzeugen, iſt über die ihn
be=
engenden Straßenverhältniſſe himnausgewachſen. Er mußte, da die
Straßen ſich ihm nicht anpaſſen können, abgeleitet und reguliert
wer=
den. Das Polizeiamt hat im Einvernehmen mſit dem ſtädtiſchen
Tief=
bauamt den Entwurf einer Polizeiverordnung vorgelegt, in der
fol=
gende Straßen für den geſamten Fahrverkehr einſchließlich Fahrrädern
geſperrt werden:
die Kirchſtraße in der Richtung nach Süden von dem Marktplatz
bis zur Schuilſtraße,
die Holzſtraße in der Richtung nach Süden zwiſchen Brandgaſſe
und Kinchſtraße,
die Eliſabethenſtraße in der Richtung nach Weſten zwiſchen
Ludwigsplatz und Wilhelminenſtraße.
die Oſtſeite des Mathildenplatzes in der Richtung nach
Süden zwiſchen Bismarckſtraße und Zeughausſtraße,
die Luiſenſtraße in der Richtung nach Süden zwiſchen
Zeughaus=
ſtraße und Rheinſtraße und
die Kiesſtraße in der Richtung nach Weſten zwiſchen der Hochſtraße
und der Karlſtraße.
Der Verkehrs= und Wirtſchafts=Ausſchuß hat in ſeiner Sitzung am
4. Oktober d. J. dem alsbaldigen Erlaß dieſer Polizeiverordnung
zu=
geſtimmt. Durch die Zuſtimmung der Stadtverordnetanverſammlung
zeuge haben.
Zum Schluſſe ſtellt Beia, Ritzert den Antrag, die
Kraftdroſchken=
tarife geuf der Baſis der jetzigen Kleinwagentariſe mit einer Verbilligung
an die Baracken bei dem Krankenhaus in Frankfurt a. M., die ſchon ſeit von 10 Pf. des Grundpreiſes als Gimheitstarife einzuführen. Dem
An=
trag wird zugeſtimmt. Eine
ſcharfe Diskuſſion
nungselend und fieht Baracken mur als Notbeheff an und unterſtüctzt den entſbinnt ſich über die Eintngung des Wohlfahrts= und Jugendamts
als Mitglied des Konſumvereins, die Bürgermeiſter Delp zugleich
mit der Mitteillung bekannt gibt, daß die Zutoilung von verbilligtem
möglichſt gute Unterkunft für die Wohnungsſuchenden, aber Inlands= Brot an Fürſorgeberechtigte auch von den Bäckereien erfolgen könne,
die ſich zur Herſtellung dieſes Brotes bereit erklärten. Stadty
Alten=
dorf erklänt, daß eine einſeitige Eintragung des Wohlfahrts= und
Stadtb. Zigs Soz) führt aus, daß man eimn Volk nach feinen Lugendamts juriſtiſch nicht berechtigt ſoi, daß bielmehr dann auch die
Stadt Mitglied ſei, und zu einem ſolchen Beſchluß ſei vorher die
Zu=
ſtimmung der Stadwerordnetenverſammlung einzuholen. Stadw.
Metzler verteidigt im längeren Ausführungen die Belange des
Kon=
ſumpereins und fordert dabei die Eruderung des Stadtv. Ludwig
heraus, der ſeine Kollegen verteidigt. Stadtv. Stemmer weiſt
ent=
ſchieden die Angriffe auf den Einzelhandel zurück und unterſtreicht, daß
auch der Einzelhandel in der ſchweren Notzeit erheblich zur Ernährung
der Bevölkerung dunch weites Entgegenkommen beigetragen habe, und
ſeinerſeits gegen die ſteuerliche Ungerechtigkeit, die darin liege, daß
ge=
wiſſe Steuern für den Konſumperein in Fortfall kämen, Front mache.
Leuten, die durch den Bau eines Hauſes naturnotwendig in ſtarke finan= Nachdem Stadtv. Altendorf nach einer ausgiebigen, zum Teil ſehr
zielle Schwierigkeiten kommen müßten, unbedingt abzuraten. Er führt ſcharfen Diskuſſion nochmals die Eintragung als unhaltbar bezeichnet
hatte, wurde durch die Bemerkung des Oberbürgermeiſters, heute keine
Stellung nehmen zu wollen, die Angelegenheit vertagt. Stadtp, die Arbeitgeber ſich dieſe Vordrucke von dem Arberitsamt Damſt u
Wieſenecker (So=) beantragt, grundſätzlich das Auflegen von
Wahlflugblättern im Vorraum der Städtiſchen Sparkaſſe zu unterſagen,
und weiter, allen Wählern Wahlbenachrichtigungskarten zuzuſtellen. Den
Anträgen wurde zugeſtimmt. Stadtv. Hütſch verlieſt eine polizeiliche
Verfügung gegen eine Mieterin, in deren Haus der Meſſingkäfer iſt,
durch den Zwang, für gewerbliche Zwecke, Büros und Geſchäftsräume die allerdings ſehr ſonderbar anmutet, da ſie der Mieterin bei Nichn= und zwar an dem beiden Sonntagen von 9—1 Uhr, an den Wrigel
befolgung der von ihr zu unternehmenden ſehr koſtſpieligen und
unbe=
bequemen Vertilgungsmaßnahmen, die genau vorgeſchrieben ſind,
poli=
zeiliche Strafe androht. Er ſichert der Betroffenen den Schutz des
Mietervereins zu. Zum Schluß iſt von ſeiten der Sozialdemokraten ein
Antrag eingegangen, wonach die Stadtverwaltung ſich dem Vorgehen Wahlhandlung vorzulegen. Wer bis zum B. 0s. Mts, nicht im Beſte
gierung darauf hinwirkt, daß der 8 4 der Heſſiſchen Durchführungsver= legugsfriſt (30. Oktober) melben, falls er ſeines Wahlrechts nicht Peit
ordung zum Aufwertungsgeſetz aufgehoben wird. Nach dieſer Verord= luſtig gehem will.
auf, eine Beſichtigung erſt nach Fertigſtellung vorzunehmen, dann werde nung iſt, falls bei einer Sparkaſſe Guthaben höher als 12½ Prozent
aufgewertet werden, aus dem Betrag, der für die höhere Aufwertung
Stadtv. Leuſchner (Soz.) erklärt, daß die Landesverſicherungs= erforderlich iſt, ein Beitrag bis zu 40 Prozent an einen
Ausgleichungs=
ſtock abzuführen, aus dem leiſtungsſchwachen Sparkaſſen bei
Aufbrin=
genden Abſüimmung wird der vorliegende Antrag mit den Stimmen gung des Satzes von 12½ Prozent zu unterſtützen ſind. Dieſe
Beſtim=
der Demokraten und Sozialdemokraten abgelehnt, ſo daß alſo der ur= mung ſchädigt die Gläubiger der großen ſtädtiſchen Sparkaſſen, die alle
über 12½ Prozent aufverten, ſehr ſchwer zugunſten der kleinen
Land=
ſparkaſſen, die ohne dieſe Beſtimmung unter Umſtänden ihre
Garantie=
gemeinden in Anſpruch nehmen müßten. So muß beiſtielsweiſe die findet in zwei Sälen ſtatt; Hühner, Gänſe, Enten Ziergeflügel und G
Städtiſche Sparkaſſe in Darmſtadt 1,4 Millionen Reichsmark für den
debattelos angenommen werden. Somit werden das Geſuch des Ver= Ausgleichsſtock bereit halten und ihren Gläubigern zugunſten der
Land=
kehrsvereins Darmſtadt um Bereitſtellung von Mitteln für Propa= ſparkaſſen entziehen. — Die Stadtverordnetenverſammlung beſchloß darf mit einer ſtarken Beſchickung geuechnet werden. Die Arbetsiol
Tageskalender für Freitag, den 21. Oktober 1927.
Hefſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19½ Uhr, Ende
2 Uhr: „Die verkaufte Braut”. — Kleines Haus: Keine Vorſtellung, und Ausſtellungsleiter, Herr Oekonomierat Direktor Haua ſchloß de
— Orpheum, Anf. 20 Uhr: „Das Muſikantenmädel‟. —
Kon=
zerte: Hotel Schmitz, Schloßkaffee, Waldſchlößchen,
Herrngarten=
kaffee, Münchener Hofbräu: Oktoberfeſt. — Vorträge: Fürſten= ſteuer. In der Sitzung des Gemeinderats wurde eine Ortsſahyolg
ſaal, Anf. 4 u. 8 Uhr: Heag; Bürgerhof, Anf. 8 Uhr: Lichtbilder=
Frankfurt. — Turnhalle am Woogsplatz, Anf. 8 Uhr: Lieder= u.
Palaſt=Lichtſpiele.
D elhlelestche
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße).
Freitag, den 21. Okt.: Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 15 Min.
Predigt. — Sabbatausgang 6 Uhr 10 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr 15 Min.
t
Abend= 6 Uhr 00 Min.
f
Gebetszeiten in der Synagoge der iſraelitiſchen Religionsgeſellſchaft.
Samstag, den 22. Okt.: Vorabend 4 Uhr 50 Min. — Morgens
8 Uhr. — Nachm. 4 Uhr. — Sabbatausgang 6 Uhr 05 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr 30 Min. — Abends 4 Uhr
45 Min.
Mittwoch, den 26. Okt., und Donnerstag, den 27. Okt:
Chaudeſch Mar=Cheſchwom.
Rauſch
Starkenburg.
4n. Arheilgen, 20. Okt. Aus Anlaß des 400jährigen B= der Einführung der Reformation in unſerer Gemeinſe
veranſtaltet der hieſige ebangeliſche Kirchengeſangverein nächſten
Sonn=
tag, nachmittags 2.30 Uhr, im hieſigen Goteshauſe ein Arnold Mendels.
ſohn=Konzert. Mitwirkende ſind Frau Landzettel=Zeh (Alt),
Oratorien=
ſchen Beitrags, die Erweiterung der elektriſchen Licht= und Kraftanlags ſängerin aus Darmſtadt, Herr Pfarraſſiſtent Wißmüller (Orgel), Hem
auf dem Werkplatz der Arbeiterzentrale, die Förderung des Wohnungs= Karl Geiß (Harmonium) und ein kleines Orcheſter hieſiger Muſikfreund=
— Bei genügender Beteiligung beabſichtigt die Arbeiter=
Sama=
riter=Kolonne in nächſter Zeit einen Kupſus in der erſten Hilſe=
Ferner wurden gegen den Bebauungsplan des Prinz=Eml=Gartens leiſtung abzuhalten. — Im Arbeiter=Bildungsausſchuß be
träge finden im Arbeiterbildungsheim ſtatt und umfaſſen 8 Wbende
Punkt 9. den Erlaß einer Polizeiverordnung, die Sperrung der Referent iſt Herr Hans Schwedes. — Die nächſten Sonntag, nachmitaaz
3 Uhr, ſtattfiudende Verteilung der Geſellenbriefe an die
in dieſem Herbſt gepruften Junggeſellen wird diesmal beſonders groß,
zügig geſtaltet werden. Außer dem Geſangverein „Liederzwein” virch
durch eine Abteilung der hieſigen Orcheſtervereinigung zur Verher
lichung dieſer Veranſtaltung mitwirken. Damit verbunden iſt eine Aus,
ſtellung der Zeichnungen und Geſellenſtücke. — An dem
Länder=
kampfe im Geräteturnen Heſſen—Schweiz, der im Langen ſtatfmnd.
beteiligte ſich auch der Turner Traſer vom hieſigen Arbeiter=Turn= und
ſchlachtungen wird Schweinefleiſch, das Pfund zu 1,.10 Mk, aus
gehauen. — Zwecks Gründung eines Schachklubs findet die
ſen Freitag eine Zuſammenkunft der Iniereſſenten im Gaſthaufe „Zm
goldene Löwen” ſtatt.
* Wixhaufen, 2. Okt. Die ungenügende Beleuchtung
der Eiſenbahnübergänge an den hieſigen Poſten 19 ud 3
macht ſich gegenwärtig wieder ſehr fühlbar. Iſt es doch in letzter 34
ſchon wiederholt vorgekommen, daß infolge dieſes Mangels Motormd
fahrer uſw. in ganz mäßigem Tempo bis auf die geſchloſſene Schrmk
auffuhren und erſt beim Anppall das von Oſten her nicht beleuchtete
Hindernis bemerkten. Daß es dabei noch nicht zu Unfällen gekommen
iſt, dürfte großem Glück zu verdanken ſein. Auch den beſonders in der
jetzigen Heubſtzeit ſtark beſchäftigten Landwirten war dieſer Umſtmd
am Abend mitunter ſchon recht hinderlich. Waren doch die Uebergäng
früher immer von zwei Seiten gut hell beleuchtet, und iſt dieſe
Ew=
ſchränkung ſcheinbar auch auf das von der Reichsbahn eingeſiührt
Sparſyſtem zurückzuführen. Demgegenüber wäre es aber dringende
Pflicht der Reichsbahnverwaltung, hier im ihrem eigenem Intereſſe die
Notwendigkeit zu erkennen und umgehend Abbilfe zu ſchaffen. — un
fall. Eine hieſige Frau war bei einem Landwirt in der Katuffet.
ernte beſchäftigt und hatte, von der Arheit müde, den beladenen Pagn
beſtiegen, der abends vor dem geſchloſſenem Eiſenbahnſchranken zu
Halten kam. Als das Pferdegeſpann plötzlich wieder losging, fiel die
Frau derart zu Boden, daß ſie ſich eine leichte Gehirnerſchitterung zugg
J Griesheim, 20. Okt. Die Wählerliſte der Gemeinde
Gries=
heim für die am 13. November ds. Js. ſtattfindende Landtagswchl lien
in der Zeit vom B. bis einſchließlich 30. Oktober ds. Js., und zmr
an den Wochentagen vormittags von 8—12 Uhr und nachmittags don
2—6 Uhr, und an den beiden Sonntagen von vormittags 9 Uhr bis
nachmittags 1 Uhr auf der Bürgermeiſterei (Zimmer 1) zu jedermamg
Einſicht offen. Wer die Wählerliſte für unrichtig oder unvollſtändig hil,
kann dies bis zum Ablauf der Offenlegungsfriſt bei der Bürgermeiten)
ſchriftlich anzeigen oder zur Niederſchrift geben. — Am Sonntag, im
23. 0s. Mts., vormittags 7½ Uhr, findet eine Spezialübung der he
ſigen Freiwilligem Feuerwehr und nachmittags 2½ Uhr die Inſpeitin
derſelben ſtatt. Bei dieſer Gelegenheit wird auch die Feueralarmſnn
in Tätigkeit geſetzt. — Das Geſetz über Arbeitsvermittlung und Arbeis
loſenverſicherung vom 16. Juli 1997, das am 1. Oktober 1997 in ſaol
trat, verpflichtet die Arbeitgeber, dem entlaſſenen Arbeitnehmem ein
Entlaſſungsheſcheinigung auszuhändigen, aus der die Art, Begim un
Ende der Beſchäftigung, die Höhe des durchſchnittlichem wöchentüichen
Verdienſtes der letztem 13 Wochen vor der Arbeitsloſenmeldug dr
Grund der Entlaſſung, die Höhe einer ebtl. Abfindung oder Gnüſct
digung uſw. zu entnehmen ſind. Die Reichsanſtalt hat zu dieſen Youd
ein Muſter einer Entlaſſungsbeſcheinigung entworfen, das ale die
Fragen in überſichtlicher Anordmumg enthält. Im Inteveſſe der
Mhils=
loſen und einer ſachgemäßen Prüfung der Anträge empfiehlt & ſ0ſt
beſchaffen und ſie vorkommenden Falles ordnungsgemäß auszuülen.
F. Eberſtadt, 20. Okt. Offenlegung der Wahlkartei. de
Wahlkartei für die am 13. November 1927 ſtattfindende Landtagtul
liegt von Sonmtag, den B. bis einſchließlich Sonntag, den 30. Mütdhel
1977, auf Zimmer 4 der Bürgermeiſterei zur allgemeinen Einſicht Hiel,
Tagen während der üblichen Geſchäftsſtundem. — In den nächſten Tagenf
werden allen Wachlberechtigten Benachwichtigungen. durch die
Bmet=
meiſterei zugeſtellt, aus denen der Wahlbezirk und die Karteinmmet
zu erſehem iſt. Die Benachrichtigungen ſind aufzubewahnen und bi dt
einer ſolchen Benachrichtigumg iſt, mß ſich bis zum Ablauf der Dict=
Groß=Umſtadt, 19. Okt. Der Verein für Geflügel=, Kauincheie
und Vogelzucht Groß=Umſtadt und Umgegend hielt am 9. Ottober ſeiüle
1 Monatsverſammlung ab. Es wunde der Antvag des Vorſtandes z
Abbaltung einer „Großen allgemeinen und Bezirksausſtellung für 6e
flügel, Kanimchen und Singvögel” am 14. und 15. Januar 198 geneh
migt. Damit tritt der Vereim nach Vereinigung aller Züchter am 8. And
1927 zum erſtenmal als ſolcher im die Oeffentlichkeit. Die Ausſtelluf
rätſchaftem im Saale des Gaſthauſes „Zum weißen Roß”, Tauben u0
wiſſenſchaftliche Ausſtellung im Saale des „Hotel zum Lamm”. 6
miſſionen für die Ausſtellumg wunden gewählt und dieſe traten am 14.
Oktober zu einer vorberatenden Sitzung der Ausſtellungsbedingunget
zuſammen. Der Beſuch der Verſammlumg wie auch die tätige Mitahet
der Kommiſſionsmitglieder legten Zeugnis von der Züchterfreudigkeit 0
die bei den Mitgliedern des Vereins erfreulicherweiſe vorherrſcht u0d
einen guten Erfolg des Untemehmens erhoffen läßt. Der Vorſtelde
Vepſammlumg mit dem Dank an die Mitglieder für die rege Anteilnahnf.
L. Michelſtadt, 20. Okt. Erhebung der Wertzuwag”
über die Erhebung einer allgemeinen Wertzuwachsſteuer geſckaffel,. de
vortrag; Städt. Akad. f. Tonkunſt. Anf. 8½4 Uhr: Dr. Heidenreich, auf der Bürgermeiſterei während der Dienſtſtunden von Dienstag, de
18., bis Montag, dem 94. Oktober 1927, zur Einſicht offen liegt. Währed
Arienabend. — Kinovorſtellungen: Union= Reſidenz=Theater, dieſer Zeit könmnen Einwendungen gegen die Aufmachung derſelbeuh e
wohl ſchriftlich als auch zu Protokoll gegeben werden. — Auflegung
der Wahlkartei. Nachdem es bei den Wahlen imer wieder vol”
kommt, daß eine Menge Wähler ihrer Pflickt nicht genügen können. d
ſie es bepſäumt haben, die jeder Wahl vorausgehende Offenlegung de
Wahlkartei dahin zu prüfem, ob ihr Name auch in derſelben enthaltel.
iſt, ſei auch hiermit nochmals darauf hingewieſen, daß für die am 14=
Samstag, den 22. Okt.: Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Gaſt= November ſtattſindende Landtagswahl die Wahlkartei in der Gemeiwe
Michelſtadt von Sonntag, den B. Oktober, bis Sonntag, den 30.
L=
tober einſchließlich, auf dem Buregu der Bürgermeiſterei zur Ginſit
für jedermann oſfen liegt. An Wochentagen kann dieſelbe von 8 10
vormittags bis 12 Uhr mittags und von 2—6 Uhr nachmittags, an de
beiden Sonntagen von 8 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags erfolle”,
Bis zum Ablauf der Offenlegungsfriſt, 30. Oktober, 12 Uhr
mittagt=
muß der Einſpruch gegen die Richtigkeit und Volſftändigkeit der Kulte
erfolgen, um nicht bei der Wahlhandlung ausgeſchloſſen zu werdeil,
— Hirſchhorn, 20. Okt. Waſſerſtand des Neckars ſ
19. Oktober 0,93 Moter, am 2. Oktober 0,94 Meter.
Matzn!
[ ← ][ ][ → ]Dmimer 292
Freitag, den 21. Oktober 1922
Geite 7
Mahrials die Verbindung von Wiebelsbach=
Heubach nach Offenbach.
—i der Aeußerung der Reichsbahndirektion Mainz in Nr. 289
inſewAllattes wird uns noch geſchrieben: Die Frage, ob die Früherlegung
3/ ½B 720 (Wiebelsbach=Heubach ab 748 Uhr, Remheim an 8.01
hrtiglich iſt, kann natürlich nur der Eiſenbahnfachmann endgültig
ntſrſch ri. Seine Früherlegung um etwa 6 Minuten, vielleicht mit
urach i; zung des Aufenthalts der Züge im Bahnhof Wiebelsbach, ſollte
bewe) rur Herausgabe des nächſten Fahrplans doch noch einmal
ſorg=
ilt rroogen werden. Vielleicht iſt die Schädigung des Berufs= und
Fchüuh kehrs im hinteren Odenwald doch nicht ſo erheblich, als man
nict. Der Fachfremde hat berechtigte Zweifel, daß Aenderungen
in znüttn Fahrplan oder für alle Zeiten gerade bei dieſem Zuge
aus=
ſchMin, ſein ſollten. Es ſei in dieſem Zuſammenhang nur daran
inim, daß Zug 720 noch vor einigen Jahren etwa 10 Minuten
rwin g. Die jetzige Früherlegung war doch auch möglich. Es ſei
ſucht tmauf, hingewieſen, daß Zug 7.52 Uhr (Reinheim) von
Groß=
imum „nach Dieburg 14 Minuten braucht, während. Zug 8.42 Uhr
Piew von Dieburg nach Groß=Zimmern, alſo in umgekehrter
Rich=
ungg t: nur 9 Minuten auskommt. Es iſt da ſicher ein längerer Auf=
Aſir, Groß=Zimmern im Spiele. Es wäre zu prüfen, ob er nicht
uchtt ues verkürzt werden könnte. Man würde gar nichts fagen, wenn
ien ſorci Jahren in Reinheim nicht ein ähnlicher Fall zu verzeichnen
warf hräre. Damals kam der Zug von Offenbach um 3.34 Uhr
nach=
itt rſn Reinheim an, und der Zug nach Wiebelsbach dampfte in
Rein=
im8 Uhr ab. Ein Hinweis in dieſem Blatte genügte, dem Uebel
orfetn”, in aller Stille abzuhelfen. Die Reſchsbahndirektion überlege
unl een Fall noch einmal. Es ſiſt ſchon mißlich genug, daß vormit=
Offenbach aus (7.18 Uhr) kein Anſchluß nach Wiebelsbach beſteht
F I01 bis 11.38 Uhr gewartet werden muß. — Wie lange mußts
r Aütich ausgeſprochen werden, daß der Bahnhof Sprendlingen=
Bucl=
agl Bichſchlag=Sppendlingen umbenannt wurde! Am 1. Oktober
duxd anſch endlich erfüllt worden. Vielleicht findet auch einmal der
uſchyy, mm den es ſich hier dreht, eine befriedigende Löſung.
„h3zrfelden, 2. Okt. Der hieſige Stenographenverein
teillßit Ech letzten Sonntag an dem Wettſchreiben, das gelegent=
AMT-zirkstags des Bezirks IV des Badiſchem Landesverbandes für
nhutiugſchrift, verbunden mit dem 35jährigem Stiftungsfeſte des
enuemtHenbereins „Gabelsberger”, in Weinheim ſtattfand. Im
gan=
wBkünten ſich 400 Wettſchreiber. Von den hieſigen Teilnehmern
er=
ſte 4 Einheitskurzſchrift in Abteilung 80 Silbem einen 1. Preis
Fy. Braner und Leonhard Heiß, Unter=Sensbach, in Abteilung
S An, einen 1. Preis Frl. Dora Heilmann, Marbach. — Zu Anfang
chſt, 4 Voche wird im Grabſchen Saal, hier, der Lautenſänger Hunyady
Ahett geben. Derſelbe trat in früheren Jahren in Erbach auf;
ch lick —maligen Berichten ſteht ein Kunſtgenuß in Ausſicht. — Der
rzulche Brand hat wohl verurſacht, daß am Sonntag hier ein
ruct Ser Minimax=Perkeo=A.=G., Stuttgart, eine Feuerlöſchprobe
9MATetzkeil vorführte. Zahlreiche Zuſchauer intereſſierten ſich
da=
ahem 2 Meter hoher Holzſtoß, mit Benzin noch bvembarer
ge=
cht. it =Leichtigkeit gelöſcht wurde.
1./44. dem Birkenauer Tal, 20. Okt. Die heſſiſchen, badiſchen und
imtrfſinhen Forſtmänner undernahmen heute vormittag einen
ge=
inſonn forſtbotaniſchen Ausflug in das Birkenauer und Kallſtädter
.An Bahnhof Weinheim aus fuhren die etwa 40 Forſträte mittels
ndeunſirutos über das Birkenauer durch das Kallſtädter Tal und
egenyllunr zu Fuß zum Buchklingener Höhenrücken hinauf. Von dort
ſde eine forſtbotaniſche Studienwanderung durch den heſſiſchen
rſtEütz;k=Birkenau und durch den badiſchen Forſtbezirk Weſmnheim zum
cheitſage unternommen. Im Gaſthauſe der W.S.C. Wachenburg
rdsiltn= das gemeinſame Mittagmahl eingenommen, wobei
Oberbür=
meſgſt BHuegel an die Gäſte freundliche Begrüßungswvorte richtete.
ch iczeründigem gemütlichen Beiſammenſein marſchierte man
hinun=
naittA-einheim, von wo aus die Heimfahrt angetreten wurde.
Ahs nsheim, 20. Okt. Gründung einer Ortsgruppe
it hlhelm” in Bensheim. Unter der Leitung des in
anſäſſig gewordenen Baurats a. D. Jakobs, Major d. R.,
„Deutſchen Haus” eine Ortsgruppe Bensheim des „
Stahl=
rindet, dem 28 Angehörige des alten Heeres beitraten. Auch
ontahlhelm” ſchloſſen ſich ſogleich eine Anzahl junger Leute an.
uhr” hme der Nacheichung und der Maß= und
Ge=
chutzt eviſion in der Stadt Bensheim. Wig das Kreis=
Bſehi im bekannt gübt, findet für den Bezirk der Stadt Bensheim
deutzu die in zweijähriger Wiederkehr geſetzlich vorgeſchriebene Nac, im eichpflichtigen Verkehr befindlichen Meßgeräte, wie
ngeh urnc Flüſſigkeits=, Hohlmaße und Gewichte, transportable
Han=
swekfne uuiſw. ſtatt. Für die Einlieferung dieſer Gegenſtände beim
harfmssheim (Zollamt) iſt die Zeit vom 7. bis 18. November 1927
geſtig In Verbindung damit ſoll auch eine polizeiliche Maß= und
wict ihetäſion ſtattfinden.
Eſſml der Bergſtraße, 19. Okt. Ein Meiſterſtück in der
chlzblS it vollbrachte vorgeſtern der vierjährige Schäferhund
ma n Seidenburg” des Forſtwartes Wilhelm Vöhler in Weinheim.
AAh=imer Weinbergsbeſitzer hatte tags zuvor auf ſeinem
Reb=
indtenerhalb der Burg Windeck ſeinen goldenen Kneifer verloren
ko ſte fihn trotz eifrigens Suchens nicht wiederfinden. Da der
Be=
ie Wert auf die Wiedererlangung des Augenglaſes legte,
4 FForſtwart Böhler, den Hund auf die Suche zu ſenden.
Nach=
bhschäferhund das über 4 Ar große Reb= und Wieſengelände
eſwpihttte, holte er aus einem dicht bewachſenen Epheuſtück das
enwl Geraus und apportierte es ſeinem Herrn, der es unverſehrt
unft iſtser überreichte.
(4bläs, 20. Okt. Begünſtigt durch die wundervollen Heubſttage
letzm Wochen, ſchreitet die Herbſternte rüſtig vorwärts. Die
tofftitinre iſt bis auf wenige Nachzügler ſchon beendet, und iſt man
derm5ntrag allgemein ſehr zufrieden. Der Preis beläuft ſich pro
tnem u 3,50—4 Mark, und wird als eine der letzten
Einnahme=
enm 6 Jahres ſehr begrüßt. Das Sprichwort: „Je dummer der
E,/ täcker die Kartoffeln” trifft dieſes Jahr ſicherlich nicht zu;
g rdentlich dicke und ſchöne Kartoffeln hat dieſes Jahr durch=
Lu/heer, und alle Bauern als dumm zu bezeichnen, wäre ſicher
genrm Eine gute Ernte iſt auch beim Weißkraut zu verzeichnen,
ſtchü ſich hier der Zentner auf 1,50 Mark. Viele Bauern, demem
r 8 zu niedrig iſt, fahren oft zehn Stunden Wegs über Feld,
in 0miden, wo man kein Kraut anpflanzt, dasſelbe zu recht
er=
ſiche xveiſen abzuſetzen. Obſt und Gartenfrüchte ſind bereits unter
h uMäach, und iſt man vornehmlich mit dem erſteren ſehr zufrie=
Zm wären die Früchte bei etwas mehr Sonnenſchein wohl ſüßer
gefasl, Safür iſt aber auch nu die Ernte um ſo reicher. Mit dem
ernrtz der Rüben, iſt man jetzt hauptſächlich beſchäftigt und wird
its de nächſten Woche die Zuckerrübenkampagne beginnen. Durch
günaine Herbſtwetter war es möglich, die Feldwege erneut
herzu=
ein uum ka nn ſich auch hierin der Landwirt dieſes Jahr nicht beklagen.
Be.9 4mpfen, 20. Okt. Letzten Sonntag weilte der württembergiſche
tomurkili. b zu Beſuch in unſerm ſchönen Städtchen. Gegen 50 Autos
fen nu 18 Uhr hier ein. Sie kamen vom nahen Heilbronn über
arſtwl urnd fuhren, hübſch in Abſtänden, gemütlich durchs untere
eint 2rs ſtädtiſche Tiefbauamt hatte nicht verſäumt, die ſtaubigen
aßem rießen. Im Mathildenbad ſtärkte man ſich bei gemeinſamem
ttagAuhl beſtens zu einem Geſchicklichkeitswettbewerb, an dem ſich
Waſn bsteiligten, die in 4 Klaſſen eingeteilt waren. Es war dies
unds inpfener ein unterhaltendes Schaufpiel. Die Teilnehmer der
ſtofaſl vrrließen, ob des ſchönen Verlaufs, ihrer Veranſtaltung in
er „ämrung, am Abend unſer Wimpfen. Wir wollen hoffen, daß
dd Eiſſt ſche Automobilklub ums baldſgſt mal beſucht.
z. Walldorf, 19 Okt. Schwerer Unfall beim
Fußball=
ſpiel. Einem hieſigen Fußballſpieler wurde am Sonntag bei einem
Spiel in die Magengegend getreten und er ſo ſchwer verletzt, daß an einem
Aufkommen des Verletztem gezweifelt wird. Eine Unterſuchung des
Vorfalls, ob es böswilliger Weiſe geſchah, wurde von der
Staatsanwalt=
ſchaft eingeleitet.
Rheinheſſen.
Ac. Worms, 20. Okt. Oberrhein=Schiffahrt. Auf
Veran=
laſſung des Heſſiſchen Verkehrsverbandes fand dieſer Tage im hieſigen
Rathausſaale eine gut beſuchte Verſammlung ſtatt. zu der Vertreter
der Provinzialdivektion Rheinheſſen, des Kreiſes Worms, der Städte
Mainz, Worms, Mannheim, Ludwigshafen. Wiesbaden, Oppenheim und
Gernsheim, der Handelskammern Mannheim, Ludwigshafen, Mainz,
Worms und Darmſtadt, ſowie der Verkehrsvereine Mainz, Worms,
Mannheim und Ludwigshafen und des Städt. Verkehrsamtes Heidelberg
erſchienen waven. In der eingehenden Ausſprache, die Herr Geh.=Rat
Dr. Uſinger als Provinzialdiretor leitete, herrſchte Uebereinſtimmung,
daß alle Schritte getan werden müſſen, um eine Einbeziehung der Strecke
Mainz bis Mannheim—Ludwigshafen, möglichſt ſogar bis Speher in den
regelmäßigen Rheindampfer=Perſonenverbehr zu erreichen. Die
bisheri=
gen zahlreichen lokalen Fahrten genügen nicht, ſondern es muß ein
fahr=
plammäßiger Verkehr erſtrebt werden, um Fremde in dieſe Gegenden zu
zichen. Eine großzügige Werbearbeit foll eingeleitet werden, um das
bisher zu Unrecht vernachläſſigte Gebiet wieder in ſeine alten Nechte
zu ſetzen. Zur weiteren Bearbeitung dieſer Fragen wurde ein
Aus=
ſchuß gewählt, in dem außer dem Heſſ. Verkehrsverband die oben
ge=
nannten Städte vertreten ſind.
U. Nieder=Ingelheim, 20. Okt. Eine neue Art von Agitation, die
freilich anderen Orgamiſationen (Heilsarmee u. a. m.) abgelauſcht iſt,
betreibt zurzeit die Kommuniſtiſche Partei. An Somtagen ziehen junge
Leute vom Roten Frontbund durch die Ortſchaften; ein Teil macht mit
Jazbandinſtwumenten eine mehr laute als künſtleriſche Muſik. Wenn
ſo die Aufmerkſamkeit der Bewohner geweckt iſt, zieht der andere Teil
meiſt weiblichen Geſchlechts — von Haus zu Haus und verſchenkt
illuſtrierte Propagandaſchriften — und nimmt auch gern milde Gaben
entgegen. Da die meiſtem Zuhöver nicht wiſſem, daß es ſich um politiſche
Agitation handelt, ſondern in den „Muſikern” eine der vielen
umher=
wandernden Kapellen vermuten, fließen die Gaben auch reichlich.
Oberheſſen.
WSN. Nidda. 20. Okt. Von einem wütenden Hunde
an=
gefallen und ſchwer verletzt. Der Arbeiter Heinrich Lotz
von hier wurde von dem großen Hofhund ſeines Arbeitgebers, als er
einen Sack, auf dem das Tier lag, aufnehmen wollte, angefallen. Das
Tier hatte ſich bis dahin dem Mann gegenüber ganz ruhig benommen,
wurde aber plötzlich gegen den nichtsahnenden Mann wütend und ſuchte
ihn an der Kehle zu faſſen. Bei der Abwehr des raſenden Hundes
wur=
den dem Bedrängten beide Handflächen völlig durchgebiſſen, die Finger
ſchwer verletzt und ihm außerdem ein Oberarm an den Muskeln bis auf
den Knochen zerfleiſcht. Der Arm und eine Hand des bedauernswerten ob und wann die Hypothek wieder eingetragen wurde, ſpäteſtens vom
Mannes werden vorausſichtlich ſteif bleiben.
h. Laubach, D. Okt. Grüße aus Bagdad ſendet Graf
Georg an ſeine Heimatſtadt Laubach vom 2. 10. 27. Er ſchreibt von
der Notlandung in Bagdad, von der großen Hitze, durch die der Motor
ſchon beim Lauf auf der Erde zu heiß wurde, und ein richtiges Steigen
unmöglich machte. Er ſchrobt wörtlich: Es waren aufregende Minuten, (Entſcheidung des Bayeriſchen Oberſten Landesgerichts vom 19. Februar
bis Könnecke die Maſchine wieder auf den Boden geſetzt hatte. Wir
zer=
riſſen eine Hochſpannung und erlitten an der Maſchine erheblichen
Schaden. Ich holte mir eine kleine Gehirnerſchütterung, eine gequetſchte
Rippe und viele Schrammen. Wir hoffen, am Mittwoch über Basra den
Perſiſchen Golf zu erreichen. Dann geht es über Perſien, Indien, Aſien
nach Japan. Heute am Geburtstag unſeres Hindenburgs ſind unſere
Gedanken noch mehr als ſonſt in Deutſchland. Mit beſtem Gruß Graf
Georg zu Solms=Laubach.
F. Grünberg, 2. Okt. Selten hat es der Himmel mit dem
Grün=
berger Gallusmarkt, ſo gut gemeint wie in dieſem Jahr.
Dem=
entſprechend erreichte auch das Marktleben eine Höhe, wie kaum einmal.
Die Schaubuden, Verkaufsſtände u. a. m. hatten eine ungeahnt große
Zahl erreicht. Die eingelegten ſowie die planmäßigen Züge der
Bahn=
linien und auch die Poſtautos aus dem höheren Vogelsberge brachten lich iſt. Ueber einen ſolchen bis zum 1. Oktober 1927 geſtellten
An=
ungeheure Menſchenmengen, deren Zahl auf 12000 geſchätzt wird. Um trag entſcheidet die Aufwertungsſtelle. Ob die geſperrt gedrückte
8 Uhr begann der Auftrieb zum Schweinewarkt. Im ganzen waren
923 Stück Schweine aufgetrieben, davon 100 Stück von Händlern. Der
Handel ging langſam und erholte ſich nach und nach, trotzdem verblieb
ein bedeutender Ueberſtand. Bezahlt wurden für 6—8 Wochen alte
Ferkel 16—20 Mk., für 8—10 Wochen alte Ferbel 22—26 Mk., für 10—12
Wochen alte Ferkel 2—32 Mk. Auf dem Krämermarkt entwickelte ſich
ein äußerſt veges Leben, aber trotzdem kann man die Kaufluſt nur als
ziemlich gut bezeichnen. Anders in den Geſchäften der Stadt. Hier war Kündigung nur für den Schluß eines Kalendervierteljahres zuläſſig;
ſtarker Andrang umd wurde auch ſeitens des Publikums gut eingekauft, ſie hat ſpäteſtens am 3. Werktage des Vierteljahres zu erfolgen. Wenn
a. Aus dem Lande, 19. Okt., wird uns geſchrieben: Nach der
Reichs=
verfaſſung genießt die Ehe beſonderen Schutz und kinderreiche Familien
haben Anſpruch auf ausgleichende Fürſorge des Staates. Es wird nun
in weiten Kreiſen der Beamtenſchaft, die Kinder hat, mit Befremden
vermerkt, daß ſich den Staat imer mehr von dieſen
Verfaſſungsbeſtim=
mungen abdrängen läßt. Die neue Beſoldungsordnung der Beamten
rechnet ſo zuächſt die Frauenzulage der Verheirateten in das
Grund=
gehalt ein, ſo daß ſie auch dem Ledigen zukommt. Die Kinderzulagen
werden gleichgemacht und nicht enrhöht, was einen Abbau bedeutet, denn
20 Mark vom 1. Dezember 1925 haben nicht die gleiche Kaufkraft von
20 Mark der Gegenwart. Das preußiſche und das heſſiſche Miniſterium
ſehen ja auch in der Nichterhöhung der Realſteuern ſchon eine
Sen=
kung. Manche Parteien treten nun dafür ein, daß das volle
Wohnungs=
geld auch den Ledigen gereicht wird, während es doch gerade
Für=
ſorge für kindergeſegnete Ehen wäre, wenn das Wohnungsgeld nach
dem Wohnungs bedürfnis geſtaffelt würde. Das kinderloſe Ehepaar
kommt doch zweifellos mit wmiger Näumen aus als der Familienvater
mit drei oder gar mehr Kindern. Der ſtärkere Steuernachlaß für das
dritte Kind iſt ſchon zwei Jahre beſeitigt, und dieſes Jahr ſind die
Kin=
der bei der Kirchenſteuer auch nicht mehr beſonders berückſichtigt worden,
wie das noch im vergangenen Jahre üblich war. Man könnte dieſe
Liſte des Abbaues der ſozialen Zuwendungen an die Familien noch
fort=
ſetzen. Eine zielbewußte und ſtetige Benachteiligung der Familie, und
doch beruht auf ihr die geordnete Erhaltung und Vermehrung der
Na=
tion, wie die Reichsverfaſſung ſo ſchön ſagt! Wie man ſagt, ſollen ſich
die Standesvereine der Beamten für den Abbau der Frauen= und
Kin=
derzulage einſetzen, weil ſie das Grundgehalt, das Ruhegehalt und
manchmal auch die Witwen und Waiſenverſorgung beeinträchtigen. Es
iſt aber dem gegenüber Tatſache, daß die Kinderzulagen das Einkommen
des Familienvaters in der Zeit vermehren, in der er für die
heran=
wachſenden Kinder die größten Ausgaben hat. Der Staat muß als
Muſterarbeitgeber nicht nur auf die Leiſtung ſehen, ſondern auch jedem
Familienmitgliede die Daſeinsmöglichkeit geben. Er müßte die ſozialen
Zulagen ausgeſtalten und nicht abbauen. Der Beamte war ſchon früher
nicht in der Lage, ſeinen Kindern die Erzichung zu geben, die ſie nach
dem Bürgerlichen Geſetzbuch verlangen können. Zu dem Gehalte mußte
immer das Vermögen ergänzend beiſteuern. Die Aufwertungsgeſetze
haben den meiſten Beamten das Vermögen entzogen, und die Parteien,
die den Aufwertungsgeſetzen die Geſtalt gegeben haben, wüßten ſich erſt
recht verpflichtet fühlen, die Frauen= und Kinderzulagen zu erhöhen,
das Wohnungsgeld nach dem Wohnungsbedürfnis zu ſtaffeln und die
Steuer des Familienvaters zu ſenken. Das wäre bevölkerungspolitiſch
gehandelt und trüge zum Wohle des Staatas bei.
Allgemeiner Deutſcher Jagdſchutzverein.
Der Bezirksverein Rheinheſſen des Allg. Deutſhen Jagdſchutzvereins
hielt zum erſten Male für im Beſitze von Mitgliedern des A.D.J.V.
befindliche Jagdhunde eine Feldjagdſuche und Waſſrprüfung im Revier
Nieder=Ingelheim (Unterfeld), das von den Herren Jagdpächtern
Fabri=
kant Liebrecht und Konſ. in liebenswürdiger Weiſe zur Verſügung
ge=
ſtellt wurde, ab. Das Wetter war kühl, der Himmel bedeckt, etwas
windig. Von 14 gemeldeten Hunden wurden 11 vorgeführt, einer
zurück=
gezogen, 10 geprüft. Es wurden geprüft: Naſe Suche, Vorſtehen,
Nach=
ziehen, Schußfeſtigkeit, Gehorſam Haſenreinheit, Benehmen vor aufſt.
Federwild, Verlorenbringen von Federwild, Verlorenbringen von Haſe
Bringen von Huhn und Haſe. Ferner am Waſſer.: Stöbern mit und
ohne Ente, apportieren aus tiefem Waſſer. Gerichtet wurde nach der
Suchordnung des Verbandes.
Die Vorbereitungen zur Prüfung und Leitung derſelben lag in den
Händen des Herrn Toni Reidel, Gau=Algesheim. Als Richter waren
tätig, die Herren Förſter Bauer Ebernburg: Dipl. Ing. Graß, Mainz;
Jagdverwalter Hilgert, Nieder=Ingelheim; Oberförſter Klamm, Bingen;
Karl Lang, Sporkenheim; Ludwig Mann, Spi=sheim. Die
Feldjagd=
ſuche fand in 2 Gruppen ſtatt und ging in dem gut mit Wild beſetzten
Nevier flott vonſtatten; ebenfalls die in einer Gruppe abgehaltene
Waſſerprüfung mit reichlich vorhandenem Wildentenmaterial. Manches
ſchöne, das Jägerauge erfreuende Suchenbild bot ſich dar und konnte
gleichzeitig photographiſch feſtgehalten werden. Die Hunde vollbrachten
techt brave Leiſtungen, ſodaß jeder Hund mit einem Preiſe bedacht
werden konnte. Solche waren geſtiftet vom Landesverein Heſſen (ein
prächtiges Hindenburgbild), ferner vom Bezirksverein Rheinheſſen und
einer Reihe von opferwilligen Mitgliedern.
Nach der Prüfung, die um 17½ Uhr beendet war, verſammelten
ſich die Suchenteilnehmer mit ihren inzwiſchen eingetroffenen Damen
und ſonſtigen Gäſten, zuſammen etwa 90 Perſonen, im Gaſthaus „Zur
Erholung” in Nieder=Ingelheim zu einem gemütlichen Jägerabend mit
Muſik. Tanz ſowie ernſten und heiteren Vorträgen. Der Vorſitzende
des Bezirksvereins Rheinheſſen gedachte in einer Anſprache der
wohl=
gelungenen Veranſtaltung und dankte allen, die ſich um das
Zuſtande=
kommen und die Durchführung derſelben verdient gemacht hatten, auf
das herzlichſte. Er gedachte ferner mit warmen Worten des
Geburts=
tages unſeres Reichspräſidenten Hindenburg, und feierte ihn als
Heer=
führer, Staatsmann und echten deutſchen Weidmann.
Erſt in vorgerückter Stunde trennten ſich die Teilnehmer dieſes
ge=
mütlichen Beiſammenſeins.
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquittung beizufügen. Anonyme Anfragen werden.
nicht beaniwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
A. R. 1. Nach 8 1 der Novelle vom 9. Juli 1927 iſt im Falle der
Aufwertung einer gelöſchten Hypothek der Aufvertungsbetrag des
dinglichen Rechts wie der perſönlichen Forderung ohne Rückſicht darauf,
1. April 1926 ab mit 3 Prozent zu verzinſen. 2. Sie haben durch die
Schuldübernahme den früheren Schuldner (Vorbeſitzer) von ſeiner
hypothekariſchen Verpflichtung befreit und der Gläubiger hat di ſe
Schuldübernahme ſeinerſeits genehmigt. Die Genehmigung der
Schuld=
übernahme durch denſelben iſt mit Sicherheit darin zu finden, daß der
Gläubiger den Aufwertungsanſpruch gegen Sie geltend gemacht hat.
1926.) Die Forderung iſt durchaus berechtigt, als Erwerbstag gilt der
Tag, an dem der Gläubiger die von Ihnen durch den Hauskauf
übernommene Schuld in ſeiner Perſon erworben hat. Das
Auf=
wertungsriſiko wiſſen Sie tragen. Da ſie Einſpruch gegen den
Auf=
wertungsantrag nicht erhoben haben, iſt der Aufwertungsbeſcheid
rechts=
kräftig geworden, denn nur auf Grund dieſes Beſcheids konnte der
Aufwertungsbetrag hypothekariſch eingetragen werden.
E. T. in W. § 15 der Aufwertungsnovelle vom 9. Juli 1927 findet
Anwendung. Es handelt ſich um eine im letzten Kalendervierteljahr
1921 begrindete Kaufpreisreſtforderung, die nach der perſönlichen Seite
(alſo nicht durch das Kaufobjekt geſichert!) bis zu 600 Prozent des
Goldmarkb=trages aufgewertet werden kann, wenn dieſes zur
Vermeidung einer groben Unbilligkeit erforder=
Vorausſetzung zutrifft, wird die genannte Stelle dabei zu prüfm und
zu entſcheiden haben.
B. A. Der Mieter kann ſein Kündigungsrecht auf Grund des BGB.
ausüben, inſoweit ſeinerzeit nicht etwas Anderes vereinbart worden
iſt. Wurde alſo bei Eing=hung des Mietverhältniſſes bei von vornherein
unbeſtimmter Mietzeit der Mietzins vierteljährlich gezahlt, ſo iſt die
jetzt wieder vierteljährlich gezahlt werden ſoll, ſo wäre dies mit dem
Vermieter beſonders zu vereinbaren.
W. M. Sie müiſſen die Verhältniſſe ausführlich und im Einzelnen
ſchildern.
Kor. Es wird nötig ſein, daß Sie die Sachlage in ausführlicher
Darlegung der Landesverſicherungsanſtalt, hier, unterbreiten, namentlich
auch nach der Seite hin, um zu prüfen, wen hier ein Verſchulden trifft.
„Handlungsgehilfe‟. Das Geſetz über die Friſten für die Kündigung
von Angeſtellten vom 9. Juli 1926 findet auf Angeſtellte Anwendung,
die nach 8 1 des Angeſtelltenverſicherungsgeſetzes verſicherungspflichtig
ſind oder ſein würden, wenn ihr Jahresarbeitsverdienſt die
Gehalts=
grenze nach 8 3 des Angeſtelltenverſicherungsgeſetzes nicht überſtiege.
Ein Arbeitgeber, der in der Regel mehr als zwei Angeſtellte,
ausſchließ=
lich der Lehrlinge, beſchäftigt, darf einen Angeſtellten, den er, oder im
Falle einer Rechtsnachfolge, er und ſeine Rechtsvorgänger mindeſtens
fünf Jahre beſchäftigt haben, nur mit wenigſtens drei Monaten Friſt
für den Schluß eines Kalendervierteljahres kündigen. Die
Kündigungs=
friſt erhöht ſich nach einer Beſchäftigungsdauer von acht Jahrom auf
vier Monate, nach einer ſolchen von zehn Jahren auf fünf Monate
und nach einer ſolchen von zwölf Jahren auf ſechs Monate. Bei
Berechnung der Beſchäftigungsdauer werden Dienſtjahre, die vor
Voll=
endung des 25. Lebensjahres liegen, nicht berückſichtigt. (Abf. 1.) Eine
vertraglich bedungene Kündigungsfriſt des Angeſtellten berührt
eine nach Abſ. 1 eintretende Verlängerung der Kündigungsfriſt des
Ar=
beitgebers gegenüber dem Angeſtellten nicht. Unberührt bleiben die
Bedingungen üüber friſtloſe Kündigung.
„Baghdad”. Nach der ordnungsmäßigen Auflieferung war die
Druckſachenſendung u. E. auf dem allgemein verkehrsüblichen Wege zu
bewirken, wenn man nicht in der Angabe „Via München pp.” die
Be=
zeichnung eines beſonderen Beförderungsweges finden will. Aber bei
genauer Prüfung iſt letzteres wohl zu verneinen. Den
Beſtimmungs=
ort iſt wohl mir zur näheren Orientierung der Poſt die Angabe „Via
München pp.” beigefügt, um die richtige Beförderung zu gewährleiſten
bzw. zu erleichtern. Wir ſtimmen Ihnen darin bei, daß die Poſtſtelle
unbedingt den Eingang der Antwort des Abſenders hätte abwarten
müſſen, bevor ſie (in nützlicher Geſchäftsführung für den Abſender?)
zu einer mit Mehrkoſten verbundenen Beförderung ſchritt.
Wir würden raten, den Mehrbetrag ausdrücklich unrer dem
ſchrift=
lich gemachten Vorbehalt der Rückforderung zu zahlen und angeſichts
der grundſätzlichen Bedeutung des Falles zunächſt die Oberpoſtdivektion
hier und gegebenenfalls das Reichspoſtminiſterium zur ſachlichen
Ent=
ſcheidung anzurufen. Erſt dann können Sie ſich immer noch überlegen,
ob Sie einen im Verhältnis zum Objekt koſtſpieligen Prozeß führen
vollen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme an unſerem unſagbar ſchweren
Verluſte ſagen wir innigen Dank.
Frau Anna Lenk
und Kinder.
Darmſiadt, den 20. Oftober 1927.
Moosbergſtr. 65.
28008
Dankſagung.
Für alle Liebe und Teilnahme,
ſowie für die Kranzſpenden beim
Heimgang unſerer geliebten
Mutter und Großmutter
Frau
Eliſ. Tempel Wwe.
herzlichſiten Dank.
Für die Hinterbliebenen:
27930)
K. Tempel.
Für die uns anläßlich unſerer Silbernen
Hochzeit zuleil gewordenen Ehrungen und
Glückwünſche ſagen wir auf dieſem Wege
unſeren herzlichſten Dank. Beſonders
danken wir der Turngemeinde
Weiter=
ſtadt für das dargebrachte Ständchen
und die Geſchenke.
Familie Karl Böhm
16296)
Weiterſtadt.
Großer
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Rummer 292
Freitag, den 21. Oktober 1927
Geite 9
Das Kammende Meer.
Roman von Werner Scheff.
(Nachdruck verboten)
elber Ernſtheimer war nicht zu täuſchen. Er ſah ihn nur an
u achte. „Das iſt einem alten Fuchs, wie Sie es ſind,
Düſtin=
ogeſiß nicht paſſiert. Alſo . . . wie teuer werden uns die
inen den Sprengſtoff bezahlen?”
Hundert Mark das Gramm”
nd wieder wurde es ganz ſtill in dem Gemach. Auch hier,
ironſt getvaltigere Summen genannt wurden als dieſe hun=
2=Mark, auch in dieſem Tempel der Ziffern wirkten die Worte
tnngens wie lähmend. Ernſtheimer hatte einen Bleiſtift zur
genommen und rechnete. Alſo ein Millionenauftrag mit
eſGeurem Gewinn! Das hätte er nie und nimmer erwartet.
hiffnungsvoll er auch der Zukunft des nenen Unternehmens
ſangengeblickt hatte.
TNun?” fragte der andere gedehnt.
„Ich wiederhole, daß Sie ein Künſtler ſind, Düſtingen.
Arnn wir mit Brakke im reinen, dann würde ich aufjubeln.”
DSie können ſich beruhigt freuen. Ich habe übrigens eigens
ri, ausbedungen, denn im Falle eines Krieges iſt ein Steigen
miger Valuta gegenüber der engliſchen ſofort zu erwarten.
Bardem iſt die Art der Lieferung ſo geordnet, daß der Doktor
1btt” merken kann, ſelbſt wenn er ſich um den Abſatz des Prä=
1mis kümmern ſollte, was ich aber nicht annehme. Es werden
rufzehn Firmen als Vermittler dienen, die ſich in engliſchen
hden befinden. Ein Teil hat ſeine Vertretungen in Deutſch=
Iſa, der andere führt deutſche Namen. Niemand erfährt, für
mſoie Lieferung beſtimmt iſt; die Kiſten dürfen nicht einmal
gbifnet werden, bevor ſie ſich auf engliſchem Boden befinden.”
„So mag es ein Geheimnis zwiſchen uns beiden bleiben,
90 das Aquanit für die engliſche Flotte beſtimmt iſt,” ſchlug
( EſtGeimer vor.
„Selbſtverſtändlich. Uebrigens machen Sie ſich unnötige
SHorn, Ernſtheimer,” — der Ariſtokrat ſchlug recht vertrau=
Ihin. Ton an — „wir können doch ehrlich miteinander über die
Sßue ſprechen: ich glaube, Brakke wird bald Grund haben, alles
Abugeißen, was Sie anordnen.”
„aſſen Sie das, Düſtingen!“
„Micht doch . . . es muß Klarheit zwiſchen uns beiden herr=
H. Der Doktor liebt Ihre Tochter, mein Freund. Haben Sie
eiſts gegen dieſe Verbindung?”
,5Zein. Nur glaube ich noch nicht daran.”
„Sie werden ſich baid davon überzeugen, daß Düſtingen ſich
mſta-8 irrt,” triumphierte der Gatte Ellens, „es wird nicht
mſe ange dauern, und man wird Sie beglückwunſchen können.
Dſai, aber haben wir gewonnenes Spiel, denn gegen ſeinen
ſiegervater wird ſich Brakke ganz anders ſtellen als gegen
dihründer der Firma.
E.s war am Abend eines der wundervollen Tage, mit denen
ſiße- Juni einführte, da ſaß Herbert Brakke bei Anbruch der
Dſtel heit in ſeinem Arbeitszimmer zu Stubinten und
über=
pürfe eine Zeichnung, die ihm ſoeben einer der Bauingenieure
vorgelegt hatte. Seitdem Herr Vetter und Frau Alwine das
Gut verlaſſen hatten, wohnten der Doktor und ſeine Mutter in
dem weiten Hauſe ſo bequem wie in einem Schloſſe. Die hellen,
luftigen Räume aimeten dieſelbe Sauberkeit, die in der
Siadt=
wohnung von Mutter Brakke geherrſcht hatte, nur unterſtützte
jetzt die gediegene Schönheit der Möbel die alte Frau in ihrer
Abſicht, ein Muſterheim für ſich und ihren Sohn zu ſchaffen.
Herbert fühlte ſich denn auch tiefglücklich, ſolange er den
Frieden von Stubinten genoß An Zerſtreuung fehlte es ihm
nie. Ein gutes Buch bot ihm nach des Tages Arbeit genügend
Erholung und kürzte die Abende. Und des Tages Arbeit ließ
ihm oft nicht Zeit, ſeine Mahlzeiten in Ruhe zu nehmen, denn
ſchnell war er den Männern unentbehrlich geworden, die drüben
am Ende des Waldes ihr Werk ſchufen, und bei jeder
Gelegen=
heit wurde er gerufen und ſeine Meinung eingeholt. Trotz aller
Bemühungen Gubaſſys, ihm ſeine Tätigkeit zu erſchweren, blieb
Herbert Brakke unbeſtritten der Leiter des Baues.
Während der Chemiker einige Aenderungen an dem Plan
des Ingenieurs bezeichnete, ließ ihn ein leiſes Pochen an ſeiner
Tür aufhorchen. Er rief „Herein” und Adam Smiks überſchritt
mit dem Hute in der Hand die Schwelle.
„Was gibt es, Alterchen?” erkundigte ſich Herbert. Er ſtand
mit dem Knecht auf beſtem Fuß, denn ſie waren miteinander
zu=
frieden: der eine beſaß einen unbedingt verläßlichen Diener, der
andere einen Herrn, wie er ihn in der ganzen Runde nie wieder
gefunden hätte.
„Herr Doktor . . . es iſt jemand unten im Obſtgarten, der
Sie zu ſprechen wünſcht,” gab der Alte zur Antwort, „aber Sie
ſollen gleich kommen, und ich ſoll dann den Wagen anſpannen
und das Fräulein wieder nach der Bahn bringen. Um Achte
geht der Zug hinein!“
Herbert begriff, daß es ſich hier um einen ſehr
ungewöhn=
lichen Beſuch handeln müſſe. Er dachte ſofort an Käthe. Ihr
war zuzutrauen, daß ſie ihn überraſchte. Seit drei Tagen war
er nicht mehr in der Stadt geweſen, und erſt geſtern hatte er
einen flehentlichen Brief von ihr erhalten, doch bald zu kommen.
Sie ſehne ſich ſo ſehr nach ihm.
Ohne auf den Knecht zu achten, der ihm kopfſchüttelnd zuſah,
ſprang er auf, nahm ſeinen Hut und eilte aus dem Gemach. Er
tauchte gleich darauf im Obſtgarten auf, wo die letzte Blüte
gerade ihr Ende gefunden hatte und auf den Wegen wie Schnee
die Blättlein ausgeſtreut lagen.
„Herbert,” hörte er aus dem Halbdunkel rufen, das bereits
über dem Garten lag.
„Lotte . . . du biſt es?” ſtieß er verwundert hervor. Sie
hatte er nicht erwartet.
Sie ſtand vor ihm ſo gekleidet, wie ſie aus dem Bureau kam.
Haſtig nahm ſie ſeine Hand und drückte ſie, danach aber vermied
ſie es, ihn zu küſſen, wie es ſonſt ihre Art war. Er merkte es
nicht. Sanft ſchlang er den Arm um ſie und führte ſie hinüber
zu der Bank, die unter dem alten, breitaſtigen Apfelbaum neben
dem Zaun ſtand, der den Obſtgarten vom Gemüſegarten trennte.
„Was fällt dir nur ein, Lotte, zu ſo ungewöhnlicher Stunde
bei uns zu erſcheinen? Und warum läßt du mich von Smiks
rufen? Wie wird ſich die Mutter freuen, daß wir dich wieder
einmal bei uns ſehen können."
Sie ließen ſich nieder, und nun erſt fiel dem Chemiker die
ſeltſame Unruhe im Weſen der Jugendfreundin auf. Sie faltete
die Hände im Schoß, hielt den Kopf geneigt und atmete tief. Wie
unter einer großen Erregung, die ſie beherrſchte.
„Was iſt dir, Lotte?” fragte er voll Mitgefühl.
Ich bitte dich, Herbert, ſei mir nicht böſe, daß ich ſo
über=
raſchend gekommen bin,” begann ſie mit unſicherer Stimme,
„aber ich dachte, es ſei beſſer, es raſch zu Ende zu bringen.”
„Zu Ende . . zu bringen?”
„Laß mich ausſprechen. Das wenigſtens gewähre mir. Ich
Ein früher als ſonſt von meiner Arbeit fortgelaufen und habe
den Vier=Uhr=Zug erreicht. Auf dem Bahnhof in Schönheide
traf ich eines eurer Laſtautos, das Zement hierher brachte. Man
nahm mich gern mit, und da, da bin ich nun. Aber deine
Mut=
ter, das mußt du mir verſprechen, darf nicht erfahren, daß ich
hier geweilt habe."
„Ich begreiſe dies alles nicht.” ſtammelte Herbert Brakke,
aber eine Ahnung lähmte ſeine Zunge; er wußte ſich nicht zu
er=
klären, weshalb ihm ſo bange vor der nähſten Stunde wurde.
„Es iſt dunkel, Herbert, und du könnteſt den Brief nicht
ein=
mal leſen, den ich heute früh erhalten habe, und den ich hier in
Händen halte,” ſagte Lotte. Sie hob etwas Weißes dicht vor
das Auge des Doktors und ließ es gleich wieder in ihre Taſche
verſchwinden.
„Welche Bewandtnis hat es mit dem Briefe?” fragte
Her=
bert ſtockend.
„Es iſt eines jener ſchimpflichen, feigen Geſchoſſe, mit denen
elende Menſchen, ohne ihren Namen zu nennen, auf das Herz
anderer zielen. Mein Herz hat dieſer Brief ſchwer verletzt. Doch
nicht er allein. Er war vielleicht nur die Kraft, die mir die
Binde von den Augen riß. Denn jetzt, Herbert, jetzt ſehe ich klar
und deutlich, wohin wir ſteuern. Ich ſehe es und vermag nur
eine Bitte an dich zu richten: ſei mitleidig mit mir und gib mir
die Wahrheit, nichts als die Wahrheit.”
Sie hatte in mächtiger Erregung geſprochen, und ihre Rechte
umklammerte ſeinen Arm. Er wandte ſich ab und wußte nun,
was ihm bevorſtand. Mit tauſend Dolchen zerſtach es ſeine
Seele, und ihm wurde ſo weh ums Herz, daß er ſelbſt am
lieb=
ſten aufgeſchluchzt hätte, wo das ſtarke Mädchen an ſeiner Seite
keine Träne fand . . . Oder hatte ſie ſchon geweint und war ihr
Empfinden leer von Troſt?
„Sprich, Herbert, willſt du mir die Wahrheit ſagen?” klang
es wieder neben ihm.
„Das will ich,” brachte er mühſam hervor. Nun ſtand er
vor der großen Entſcheidung, die er ſo lange gefürchtet hatte.
Nieſenhaft wuchs die Verantwortung vor ihm empor. Drei
Menſchenleben hingen von ſeinen Entſchlüſſen ab. Was ſollte er
beginnen? Lügen? Nein, Herbert Brakke beſaß die
Selbſt=
achtung vor ſeiner Wahrhaftigkeit. Er lauſchte den Worten der
blonden Jugendfreundin und hörte, was ſie von dem
ſchimpf=
lichen Brief erzählte.
Es war, wie er erwartet hatte: der Elende, dem Herbert
dieſen Stoß verdankte, er ſchilderte in ſeinem Schreiben, daß er,
der Chemiker, Käthe liebe und zwiſchen ihr und Lotte Richter
ſchwanke. Er warnte das blindlings vertrauende Mädchen und
öffnete Lotte die Augen. Schonungslos offenbarte er das
Ge=
heimnis, das Herbert ſo lange gewahrt hatte.
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Tortent
ist der
[ ← ][ ][ → ]er 292
Freitag, den 21. Oftober 1927
Geite 11
seich und Ausland
Ein verurteilter Rechtsanwalt.
CN. Frankfurt a. M. Eine Verhandlung
bahm Großen Schöffengericht, die ſich wegen
Un=
terſarung und Betrugs gegen den Rechtsanwalt
Atnſt 2M üller richtete, der vor einiger Zeit ſchon
warr UUnterſchlagung und Untreue zu neun
Mo=
nam Befängnis verurteilt worden war, beleuchtete
diede =ältniſſe, in denen ſich der Angeklagte in der
Beit ſeiner Anwalts= und Notariatstätigkeit
ni hatte. Müller vertrat im Jahre 1925 vor
täichsentſchädigungsamt eine Putzfrau, und er
wie an ihn ausgezahlte Entſchädigungsſumme
2+0 Mark, die zur Hälfte der Putzfrau, zur
deren Mann zuſtand, für ſich zurück. Seine
vertröſtete er über ein Jahr lang. Endlich
tte ſich die Putzfrau beim
Vormundſchafts=
gemai nach dem Stand ihrer Sache. Hier erfuhr ſie
dahn daß das Geld längſt ausbezahlt war. Müller
gaubr, ſpäter in kleineren Beträgen 330 Mark
zu=
rütz/kei der Erörterung des Betrugsfalles fanden
i Beziehungen des Angeklagten zu dem
äer” Sippach, der kürzlich zu einem Jahr Ge=
8 verurteilt worden iſt, Evwähnung. Müller
von Sippach eine Reihe Gefälligkeitsakzepte
ai laſſen. Einen ſolchen Wechſel ließ ſich
Son ſeinem Schneider diskontieren, wobei er
uSſteller als „prima, prima” bezeichnete und
eienken des Handwerksmeiſters mit der
Be=
meralg, zerſtreute, daß er, Müller, ja ſchließlich für
dieſ lärſelſumme hafte. In Wirklichkeit aber waren
die rriögensverhältniſſe des Angeklagten zur Zeit
der ls tellung des Wechſels die denkbar
ungünſtig=
he— Angeklagte war in dem Falle der
Unter=
nr geſtändig. Wegen des Betrugs verteidigte
Sngeklagte damit, daß er über die wahren
msverhältniſſe des Sippach nicht unterrichtet
er Fei. Das Gericht verurteilte den Angeklagten
Faibeziehung der neunmonatigen
Gefängnis=
vo gen Untreue und Betrugs zu einer
Ge=
gefängnisſtrafe von einem Jahr.
th gkeit, ein öffentliches Amt zu bekleiden,
dim Angeklagten auf fünf Jahre aberkannt.
101 Jahre alt geworden.
I.IEberbach a. N. Hier verſchied im nahezu
eten 101. Lebensjahr die älteſte Einwohnerm
h== und der weiteren Umgebung, Frau
Bar=
rig Ww., geb. Kappes.
Alles um die Ameiſen!
. Maſſel. Auf einem Feldweg zwiſchen Nie=
) uind Eſchwege geriet der Eiſenbahner Theo=
Aim eine verfängliche Situation. Er hatte ſich
züoſtück in den Raſen geſetzt, worauf er
der=
vin Ameiſen heimgeſucht wurde, daß er ſich
törrs zu helfen wußte, als ſich völlig der
Klei=
huerttledigen und ſich zu „entlauſen”. Von
Hin=
mei den erhielt er ob ſeines Zuſtandes zunächſt
ot Prügel. Dann wurde Anklage wegen
Er=
höffentlichen Aergerniſſes gegen ihn erſtattet;
heFfengericht verurteilte ihn wegen groben
u einer Geldſtrafe. Auf beiderſeitige
Be=
eufuhm begab ſich die Strafkammer nach Eſchwege
und / twarf die Berufung. Auf erneute Reviſion
beim barlandesgericht hob dieſes das Urteil der
Straſſnmier auf und verwies die Sache an die
etzte rſnanz zurück. Dabei bewertete das
Oberlan=
desgeiryt groben Unfug, im Gegenſatz zum Reichs=
Bur Begehung groben Unfugs müſſe der
Ferig e den Willen haben, dieſen auszuführen!
kammer erkannte ſchließlich auf
Frei=
ung.
Die Opfer von Affing geborgen.
Aing. Nach angeſtrengten Bemühungen
ſedg bei dem Schloßbrand in Affing
verſchüt=
ümf Toten geborgen. Die Leichen, die
hl ſtrchtbar verſtümmelt ſind, wurden gegen
Eigemeinſamen Trauerzug von der
Unglücks=
r. Dorfkirche gebracht, wo ſie bis zur Be=
—mm Freitag aufgebahrt bleiben. Der
Be=
y4perſtörten Schloſſes, Freiherr von
Graven=
u ſich bereit erklärt, die Koſten der
Beer=
zyer Todesopfer zu übernehmen und außer=
Känterbliebenen weiteſtgehende Unterſtützung
ergen zu laſſen.
enorgel im Paſſauer Dom.
Monumental=Kunſtwerk des deutſchen
Inſtrumentenbaues.
Orgel. — Darüber: Das prächtige
Kirchenſchiff.
kieſenorgel im Dom zu Paſſau ſtellt in
M); wie techniſcher Beziehung ein
Meiſter=
werk dar.
Neue Mainbrücke bei Hanau.
Die neue Eiſenbahnbrücke über den Main bei Hanau
iſt dem Verkehr übergeben worden. Sie dient dem gewaltigen Induſtrieverkehr, der ſich bom
Mittelrhein über Frankfurt und Hanau nach dem Norden und Oſten des Reiches abwickelt. Der
Bau hat 1½ Millionen Mark gekoſtet.
Deutſchlands älteſter Schleifkotten als Heimatmuſeum.
Der „Schäferkoiten”,
Deutſchlands älteſter Schleifkotten bei Wald im Rheinland, ſoll jetzt als Heimatmuſeum
ein=
gerichtet werden. Die romantiſchen und für das Bergiſche Land beſonders charakteriſtiſchen
Schleifkotten an der Wupper und Itter ſind in letzter Zeit durch Ankäufe der Induſtrie faſt
ganz verſchwunden.
Hauffs „Phantaſien” im Bremer Ratskeller.
Die Bremer Hauff=Erinnerungsplakette.
Zur Erinnerung an das vor hundert Jahren erfolgte Erſcheinen von Hauffs „Phantaſien im
Bremer Ratskeller” wird eine ſchöne Feier in den altehrwürdigen Räumen des Ratskellers
veranſtaltet. Auch eine künſtleriſche Plakette wird dem Andenken des Dichters gewidmet.
Raſſehunde=Ausſtellung in Bexlit.
Bielfach preisgekrönte Brüſſeler Grifſons
bildeten eine Hauptanziehungskraft der im Berliner Lunapark veranſtalteten Raſſehunde=
Ausſtellung.
Abbruch des „Germania”=Fluges?
Berlin. Nach einer dem hieſigen Vertreter
der Aſſociated Preß zugegangenen Information ſoll
der Begleiter Könneckes, Graf Solms, ſich in
dem Flugzeug eine Verletzung zugezogen haben.
Könnecke habe ſich daher entſchloſſen, Graf Solms
mit dem Flugzeug nach Bagdad zu bringen, von
wo aus er nach Deutſchland zurückbefördert werd=n
ſoll. Es wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß
dieſe Verletzung des Grafen den Abbruch des „
Ger=
mania”=Fluges zur Folge haben wird.
Der Raub im „Klaußner” aufgeklärt.
Berlin. Im Zuſammenhang mit dem am
Dienstag verübten verwegenen Raub in den
Kaſſen=
räumen des Reſtaurants „zum Klaußner” wurde
nun=
mehr der Koch Wilhelm Schläger feſtgenommen, der
den Ueberfall von langer Hand mit ſeinem Bruder
Peter und einem dritten Mann, der nur nach dem
Vornamen Alfred bekannt iſt, geplant hatte. Den
Raub vollführte Peter Schläger allein. Darauf gab
er ſeinem Bruder von den erbeuteten 1800 Mark,
unter der Vorſpiegelung, er habe nur 800 Mark
er=
beutet, 300 Mark ab und fuhr in der Richtung
Pots=
dam davon. Wilhelm Schläger hatte ſich von den
er=
haltenen 300 Mark neu eingekleidet. Bald danach
wurde er verhaftet.
Bootsunglück bei Hamburg.
Hamburg. Bei Finkenwärder kenterte in der
Dunkelheit ein mit drei Perſonen beſetztes
be=
ladenes Segelboot. Alle Inſaſſen ſind ertrunken.
Rieſenunterſchlagungen in Düſſeldorf.
TU. Düſſeldorf. Am Mittwoch wurden
zwei Kaſſierer der Stadthauptkaſſe von
Düſ=
ſeldorf wegen Unterſchlagungen in Höhe von 120000
Mark verhaftet. Eine unvorhergeſehen
vorge=
nommene Prüfung der Regierungshauptkaſſe hatte
das Ergebnis, daß auch hier von einem
Kaſſen=
beamten umfangreiche Unterſchlagungen
vorgenom=
men worden ſind. Dieſe belaufen ſich auf etwa
200 000 Mark. In beiden Fällen ſollen die erſten
Unterſchlagungen bereits zwei Jahre zurückliegen.
Selbſt unvermutet vorgenommene Kaſſenprüfungen
hatten bisher nichts aufdecken können.
32 Perſonen nach dem Genuß von Torte
erkrankt.
TU. Hagen. Auf einer Silbernen Hochzeit
erkrankte an dem Genuß ſelbſtgemachter Nußtorte
der größte Teil der Feſtteilnehmer unter
Vergif=
tungserſcheinungen. Bis Mittwoch nachmittag
wur=
den ins Marienhoſpital 19 Perſonen, ins Städtiſche
Krankenhaus 13 Perſonen eingeliefert. Die
Unter=
ſuchung iſt noch im Gange. Bis zur Stunde liegt ein
abſchließendes ärztliches Gutachten noch nicht vor.
Ueberſchwemmungen auf dem Balkan.
EP. Belgrad. Infolge der andauernden
Regengüſſe der letzten Tage iſt es in Montenegro,
im Sandſchak und einem Teil Südſerbiens zu großen
Ueberſchwemmungen gekommen. Die Stadt Ipek
ſteht infolge des Hochwaſſers der Biſtritza zum
großen Teil unter Waſſer. Menſchenopfer ſind
nicht zu beklagen, da die gefährdeten Teile der Stadt
rechtzeitig mit Hilfe des Militärs geräumt werden
konnten. Auch die Umgebung der montenegriniſchen
Stadt Nikitſch ſteht unter Waſſer. Hier wurden etwa
150 Häuſer zerſtört. Bei Podgoritza iſt
ebenfalls Hochwaſſer zu verzeichnen. Auch aus
Pro=
kuplie wird gemeldet, daß dort das Hochwaſſer an
den Saaten und an mehreren Fabriken großen
Scha=
den angerichtet hat.
Ein ungetreuer Bankangeſtellter.
EP. Paris. Die Polizei hat am Mittwoch
einen Bürodiener der Großbank Société Genérale
verhaftet, der 570 000 Franken in einem unbewachten
Augenblick entwendet und in ſeiner Wohnung
ver=
ſteckt hatte. Man hatte den Bürodiener ſchon vor
einem Jahre verdächtigt, als er plötzlich mit
unbe=
kannten Mitteln ein Haus im Werte von 130000
Franken bauen ließ. Da aber die Herkunft dieſes
Geldes damals nicht genau nachgewieſen werden
konnte, wurde ein Verfolgung nicht eingeleitet.
Zwei deutſche Faltbootfahrer im Schwarzen
Meer ertrunken.
TU. Paris. Zwei Deutſche, namens Johann
Martin und Heinrich Leopold Bosler, aus
Bruchſal, die in einem Faltboot die Reiſe um Europa
unternehmen wollten, ſind auf tragiſche Weiſe ums
Leben gekommen. Am 17. Oktober brachen ſie von
Conſtanza auf, um zunächſt nach Konſtantinopel zu
fahren. Bald darauf wurde in der Nähe von
Con=
ſtanza eine Leiche ans Land geſchwemmt, deren
Iden=
tität jedoch nicht feſtgeſtellt werden konnte. Im Laufe
des geſtrigen Tages wurde dann eine zweite Leiche
an den Strand geworfen und aus den bei ihr
vorge=
fundenen Papieren konnte feſtgeſtellt werden, daß es
ſich um die deutſchen Faltbootfahrer handelt.
Zehn blinde Schiffspaſſagiere faſt verhungert.
Paris. Wie das „Journal” aus Nizza meldet,
hat man auf einem aus Algier ankommenden
Damp=
fer zehn halbverhungerte Araber entdeckt, die mit
Hilfe eines Matroſen, dem ſie 5000 Franken gezahlt
hatten, nach Frankreich verſchifft worden waren. Der
Matroſe hatte ſie unterwegs ohne jede Nahrung
ge=
laſſen. Er wurde feſtgenommen.
Dynamitanſchlag auf einen Eiſenbahnzug.
EP. New York. Aus Mexiko wird gemeldet,
daß in der Nähe von Villareyes ein Zug von
Ban=
diten mit Dynamit in die Luft geſprengt
wurde. Sechs Reiſende wurden getötet. Die
Banditen entführten außerdem einen Direktor einer
amerikaniſchen Grubengeſellſchaft namens Mitchell,
und fordern nun für ſeine Freilaſſung ein hohes
Löſegeld. — Nach anderen Meldungen, die aber noch
nicht beſtätigt ſind, befand ſich auch Präſident Calles
und ſeine Familie im Zuge; er ſei aber nicht verletzt
vorden.
Zu dem Bombenanſchlag auf einen Perſonenzug
in Mexiko wird noch gemeldet: Der Ueberfall, an
dem ſich etwa 100 Rebellen beteiligten, ereignete ſich
am Dienstag morgen. Die Rebellen legten zwei
Dynamitbomben auf die Schienen. Die eine
explo=
dierte unter einem Perſonenwagen, die andere riß
die Schienen auf. Die Reiſenden der 1. Klaſſe
blie=
ben unbehelligt. Die Rebellen erbeuteten bei der
Plünderung des Gepäckwagens etwa 10000 Peſos.
Acht Perſonen wurden getötet, zehn verwundet. Nach
dem Ueberfall fkohen die Rebellen in die Berge.
Gebind
Stars 9=
Geite 12
Freitag, den 21 Oftober 1922
Nummer 292
*Geſchichten aus aller Welt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Ein Einſatz von 206 000 Mark.
(—) Paris. Beim Bakkarat=Spiel in Deauville hat neulich ein
amerikaniſcher Millionär den höchſten Einſatz, der in der Geſchichte des
Bakkarat=Spieles in Deauville vorgekommen iſt, gewagt. Er verlor vor
kurzem 2 Millionen Franken und beſchloß, den Verluſt wieder
wett=
zumachen. Er ſpielte entſchloſſen weiter und gewann mehrere Stunden
lang. Als er 1 250 000 Franken zurückgewonnen hatte, ſetzte er den
ganzen Betrag, nämlich rund 206 000 Mark, auf eine Karte — und
gewann. Als er ſich vom Tiſch erhob, hatte er den Verluſt von zwei
Millionen Franken wieder gutgemacht und dazu noch weitere zwei
Mil=
lionen gewonnen, im ganzen alſo rund 640 000 Mark! — Aber zunächſt,
ſcheint uns, beſtätigt dieſe Erfahrung den alten Satz, daß man, um
Geld zurückzugewinnen, noch genügend übrig behalten muß, um den
Verſuch riskieren zu können.
Das weiße Kätzchen.
(2) Nom. Daß der Regierungsſieg in der „Schlacht um die Lira”,
auch ſeine Schattenſeite hat, kann man an einer ganzen Reihe
wirtſchaft=
licher Symptome einwandfrei feſtſtellen, und das ſinnfälligſte davon iſt
die leidige Tatſache, daß die italieniſchen Gerichtsvollzieher noch nie
ſo viel zu tun gehabt haben wie heute.
Zu dieſen Leidtragenden gehört auch Giuſeppe D., früher einer der
eleganteſten Zierden der römiſchen Geſellſchaft, bekannter Kunſtfreund,
eifriger Sammler, Beſitzer eier eigenen ſmarten Vergwügungshacht im
Hafen von Oſtia, garnicht zu ſprechen von dem ſelbſtverſtändlichen Fiat=
Prachtwagen, der überall da zu ſehen war, wo ſich die „beſſeren Leute‟
ein geſelſchaftliches Stelldichein gaben. Die Yacht, das Automobil, die
Sammlungen ſind dem unerſättlichen Moloch, dem wir den verbindlichen
Namen „Verbindlichkeiten” gegeben haben, ſchon längſt geopfert worden,
und vor einigen Tagen erſchien der Gerichtsvollzieher mit ſeiner fatalen
Mappe wiederum in der pompöſen Villa D., um eine „Kleinigkeit” zu
regeln. Der reſignierte, vom Schickſal geſchlagene Beſitzer ließ dem
Ver=
treter der mitleidloſen Behörde völlig freie Hand. Wer Sorgen hat,
braucht nicht zu muſizieren, dachter dieſer und pfändete kurzerhand das
Muſikzimmer mit ſämtlichen darin enthaltenen, zum Teil äußerſt
wert=
vollen Inſtrumenten, ſchloß ſämtliche Türen, verklebte ſie mit ſeinen
Oblaten, und tat noch ein übriges, indem er auch die ſämtlichen nach
dem Garten gehenden Fenſter des Muſikzimmers verſiegelte. Empfahl ſich
mit dem bei einem Angehörigen ſeines Berufes ſchon immer
ſchmerz=
liche Empfindungen hervorrufenden „A reviderei!” und ließ den armen
Signor D. als den Spielball heimlicher Selbſtmordideen und
melancho=
liſcher Anwandlungen zurück.
Soweit iſt, wie man nach unſeren Eingangsſchilderungen verſtehen
wird, die ganze Geſchichte alltäglich. Sie erhielt aber plötzlich eine ganz
beſondere Wendung, als am Abend plötzlich, gerade als Herr D. wie ein
ruheloſer Geiſt durch die halb verödeten Gemächer ſeines Hauſes
wan=
delte, aus dem verſiegelten Muſikzimmer das klägliche Miauen einer
Katze erklang. Der Gerichtsvollzieher hatte, unabſichtlich natürlich, die
während ſeiner Anweſenheit in den Muſikſalon eingeſchlichene weiße
Angorakatze des Herrn D. mit eingeſchloſſen und mit gepfändet. Ihr
Herr, ein großer Tierfreund, fühlte bei ihren Klagerufen alle
Lebens=
geiſter wieder in ſich wach werden, aber was tun?. Wie das Tier aus
ſeinem Gefäugnis befreien?. Die Oblaten des Gerichts von Türen und
Fenſtern entfernen hieße mit dem Straßgeſetz in Konflikt geraten! Und
nun begann von der Villa D. her am ſpäten Abend in ganz Rom eine
ſeltſame Jagd; zuerſt nach der Adreſſe des Gerichtsvollziehers; er war
nicht zu Hauſe; der Zivilgerichtsvorſitzende, zu deſſen Amtsbefugniſſen die
gehörte, war gerade zu einer Tagung nach Turin abgereiſt; die Polizei
zuckte bedauernd die Schultern; ſogar die Feuerwehr, die doch ſonſt
vollen Katze willen an den Hoheitszeichen der Juſtitia zu vergreifen.
Und da faßte Herr D. eimen verzweifelten Entſchluß, der ſeiner Tier=
liebe wie auch ſeiner Zivileourage alle Ehre machte; er ließ ſich kurz
vor Mitternacht noch dringend in der Privatwohnung ſeiner Exzellenz,
des Herrn Juſtizminiſters Rocca, melden, und hatte, dank ſeinem
ge=
ſellſchaftlichen Rufe, auch das Glück, zu dieſer ungewohnten Zeit
ange=
nommen zu werden. Beluſtigt hörte ſich die Exzellenz die Erklärungen
ihres aufgeregten Beſuchers an und gab ihm dann lächelnd die
ſchrift=
liche Erlaubnis, ſeine Katze unter Pfandbruch aus ihrem Gefängnis
zu befreien. Alſo war dieſer abendliche Einfall des Herrn D., obwohl
er für die Katze galt, doch nicht „für die Katz”!
Die Rache des Verſchmähten.
(k) London. Als kürzlich in der beſten engliſchen Geſellſchaft
eine große Hochzeit gefeiert werden ſollte, wurde im letzten Augenblick
durch die Polizei ein rieſiger Skandal verhindert, der beinahe anläßlich
dieſes Ereigniſſes zuſtande gekommen wäre. Dem Sohn eines Lords,
der eine ebenſo ehrenwerte Lady heiratete, wurde zu ſeiner
Ueber=
raſchung kurz vor der Trauung plötzlich mitgeteilt, daß ihm der
ehren=
werte Herr Premierminiſter verſchiedene andere Mitglieder des
Ka=
binetts und ſogar der Prince of Wales zu ſeiner Hochzeit die Ehre
geben würden. Die Eltern der Braut, denen er dies ſchleunigſt
mit=
teilte (denn auch in England laden die Eltern der Braut zur Hochzeit
ein), waren jedoch auf das äußerſte erſtaunt, da ſie — keine einzige von
dieſen hohen Perſönlichkeiten eingeladen hatten. Sie dachten vielmehr
an eine Feier im kleinen Kreiſe zu höchſtens vierzig Perſonen. Um ſo
größer war natürlich ihr Entſetzen und die Peinlichkeit ihrer Lage, denn
die bereits bis aufs letzte feſtlich hergerichteten Näumlichkeiten würden
in keiner Weiſe für die plötzlich große Ausmaße annehmende Feier
aus=
reichen. Da ihnen die Angelegenheit trotz aller Ehre aber doch etwas
myſteriös vorkam, wandten ſie ſich, wenn auch reichlich ſchüchtern, an die
Geheimpolizei, die in kurzer Zeit feſtſtellte, daß die Einladungen keine
Einladungen waren, ſondern daß eine dritte Perſon ſich den „Scherz”
erlaubt hatte, einige hundert Perſonen des öffentlichen Lebens zu einer
Hochzeit zu bitten, zu der ſie urſprünglich nicht eingeladen waren. Mit
Mühe und Not gelang es der Polizei, im letzten Augenblick die
Per=
ſönlichkeiten zu benachrichtigen, und ihnen die wahre Sachlage
mitzu=
teilen, d. h. ſie wieder „auszuladen”. — Eine Aufgabe, der ſich die
Polizei mit großem Takt entledigte. Bei der Nachforſchung ſtellte es
ſich heraus, daß der Urheber dieſes Scherzes eine durchaus nicht
unbe=
kannte Perſönlichkeit war, die ſich an dem Bräutigam rächen wollte,
weil dieſer ihn bei der Braut ausgeſtochen hatte.
Ein Lieferant für Tote.
(a) New York. Gemeinhin pflegt man von geriſſenen
Geſchäfts=
leuten zu ſagen: „Ja, die nehmens von den Lebendigen!‟ Daß das
nicht immer der Fall zu ſein braucht, beweiſt das Beiſpiel William
Hardys in New York, der es nicht von den Lebendigen nahm.
William Hardy beſitzt ein kleines Juweliergeſchäft in der großen Stadt
New York. Sein Geſchäft ging herzlich ſchlecht und er marterte ſeine
Phantaſie, um auf eine „Idee” zu kommen. Im geſegneten Amerika
braucht man nämlich nur eine „Idee” zu haben, dann kommt alles
andere von ſelbſt; im guten alten Europa haben die Leute neben der
Idee immer noch etwas, was ſie „Gewiſſen” nennen, und verhungern
dabei. Es wäre mit dem Teufel zugegangen, wenn William Hardy nicht
eines Tages eine „Idee” erſchienen wäre. Sie war plötzlich da, und
als er ſie gefaßt hatte, ahonnierte er ſämtliche New Yorker Zeitungen.
Zeit iſt Geld. So lautet das amerikaniſche Glaubensbekenntnis, und
wer ein Geſchäft hat, kann ſich daher nicht ſtundenlang mit Zeitungleſen
beſchäftigen. William Hardy ſchlug dieſem geheiligten Prinzip ins
Geſicht, und ſeine Freunde ſahen ihn auf einmal zu ihrem
unbeſchreib=
lichen Schrecken in ſeinem Laden faſt den ganzen Tag über Zeitungen
gebeugt, in denen er ab. und zu etwas mit dem Rotſtift anſtrich. Und
über etwas anderes wunderten ſie ſich mit Recht noch mehr: Jeden
Abend expedierte William Hardy Dutzende von kleinen Paketchen, und
mit der Zeit erſchien regelmäßig jeden Morgen der Briefträger bei ihm
behördliche Erledigung der unerledigten Verpflichtungen des Herrn D. mit einer Anzahl von „Poſtwechſeln” (die unſeren deutſchen Poſtſchecks
entſprechen; d. Schriftltg.) Die Freunde wurden neugierig und wollten
gerne wiſſen, wie es käme, daß ſich Williams Verhältniſſe ſo gebeſſert
Mädchen für alles iſt, lehnte es kategoriſch ab, ſich um einer noch ſo wert= hätten. William kniff ſtets ein Auge zu und erwiderte ſchmunzelnd:
„Es iſt wahr, ich habe toll zu tun. Und meine Kundſchaft?. Die beſte
die man ſich denken kann. Kein Wort des Tadels und der Beſchwerde!
Sie nehmen ſchweigend und zufrieden meine Dienſt entgegen!” — Doch
William hatte auch Neider, und ſo konnte es nicht ausbleiben, daß
ſeine „Idee” eines Tages an das Licht der Sonne kam. Und dieſe
„Idee” war wie alle, die was taugen, verblüffend einfach. Er war
auf den eigenartigen Gedanken gekommen, ſeine Ware an eine
Kund=
ſchaft — jenſeits des Grabes — loszuſchlagen, und darum war er ſog
eifriger Zeitungsleſer geworden. Las er da z. B., daß der eine vder r
andere reiche Kaufmann geſtorben war, ſo übergab er der Poſt ſofort 1
ein kleines Paketchen mit Pretioſen an die Adreſſe des Toten. Je nach
der wirtſchaftlichen „Wertigkeit” des Verſtorbenen betrug der Wert der
Sendung fünf bis zweihundert Dollar. Dem Paket war ein Schreibenv
beigefügt, worin er ſeinem „Kunden” mitteilte, anbei folge die bei ihnn
gekaufte und umgeänderte Ware, über die er Rechnung beizufügen ſichh
ergebenſt erlaube — und dieſe Rechnung iſt in neunzig von hundent
Fällen von den Angehörigen des Toten aus Pietät umgehend bezahſt !
worden. Kein Wunder, daß heute William Hardy in New York dern
Mann des Tages iſt. Und die Andacht vor der „Idee” iſt bei den n
Amerikanern ſo tief eingewurzelt, daß noch nicht einmal die Polizey
oder die Staatsanwaltſchaft ſich William Hardys und ſeines Verkehrzs
„mit Verſtorbenen” angenommen haben.
Das uruguayiſche Caféhaus.
(s.m.) Montevidev. Man wird müde, wenn man die gauz
18 de Julio herunterbummelt und bei jedem zweiten Bazar ſtehen bleibt.
um die Auslagen anzuſtaunen. Man muß ſich immer wieder wundern1
wvie einträchtig hier wirkliche Kunſt und bombaſtiſcher Kitſch neben.
einander in den Schaufenſtern ſtehen.
Aber es ſind 40 Grad im Schatten. Man wird müde und durſtia.
Alſo auf ins nächſte Caféhaus! — Wir treten in ein kleines Veſtibül !
Zwei große Türen füllen die gegenüberliegende Wand. „Para Senorgs!”
(für Damen) ſteht über der rechten. „Para Caballeros” (für Hernen)
über der linken. Wir ſehen uns etwas chokiert an: Derartige Schildern
könnten wohl etwas diskreter angebracht ſein.
Da öffnet ſich die linke Tür und wir ſehen in einen Raum, der gau
mit Kaffeeſchlürfenden, knobelnden oder ſchachſpielenden Caballeros beſettt
iſt. Während wir noch intereſſiert hineinſchauen, kommt ein Kelner
durch die rechte Tür, aus der uns ein Gewirr ſchwatzender und lachender
Frauenſtimmen entgegenſchwirrt, übertönt von einer ſehr mittelmäßigen !
Muſik.
Wir ſehen uns etwas hilflos an. Langſam dämmert uns etwas
von der Unnahbarkeit der ſüdamerikaniſchen Frau — —
„Alſo, mein Beſter”, ſage ich zu meinem Begleiter, „jetzt werden wir
uns trennen. Sie gehen ins Herren — ich ins Dameneafé. In einer
Viertelſtunde treffen wir uns hier wieder!“— Wir ſtreben auseinander
Im ſelben Moment ſpringt der Manager, der uns ſchon eine Weie
beobachtet hat, auf uns zu und weiſt mit lebhafter, ſüdländiſcher Geſtes
auf eine dritte Tür in der Seitenwand: „Para familigs! meine Her 6
ſchaften!”
Film und Wirklichkeit.
(hs) Hollywood. Wie oft haben wir nicht im Film Mard
Pickford oder richtiger Douglas Fairbanks bewundert, wenn er mit *
heldenhafter Aufopferung ſeine von Räubern entführte, ach ſo ſüſe
Mary aus den Armen irgendwelcher Räuber befreite — meiſt natürlich
ohne Revolver, allerhöchſtens mit einem Laſſo oder einem höchſt
unzu=
länglichen Gegenſtand bewaffnet. In Wirklichkeit ſchein es ihm aber
anders zu gehen. Denn als vor einiger Zeit tatſächlich die Gefahr he
ſtand, daß ſeine Frau von irgendwelchen Räubern geraubt würde, 0
verhielt er ſich ganz anders als in den ſchaurigen Filmgefahren. G
bewaffnete ſich nämlich nicht nur mit einem leichten Maſchinengewehr,
er ließ auch ſein Haus und ſogar ſein Auto wochenlang von bis a
die Zähne bewaffneten amerikaniſchen Geheimpoliziſten bewachen. Er
zog alſo dem waffenloſen Kampf ſeiner Filme, im Leben durchaus ſie
reale und offenbar verläßlichere Macht der Gewehre und der Polzu
vor. Wie ſchön wäre es geweſen, wenn er wirklich einmal bewieſen
hätte, daß ſeine bewunderswerte Geſchicklichkeit tatſächlich die Wafſe ſt
mit der er über alle böſen Gegner triumphiert! Für mißtrauiſche Lie
aber ſei bemerkt, daß es ſich hier nicht um eine erfundene Geſchichte
handelt, da vor einiger Zeit in Los Angeles zwei Perſonen zu mehreien
Jahren Zuchthaus verurteilt worden ſind, weil ſie ſich verſchwan
hatten, die ſüße Mary zu rauben.
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Nrammer 292
Freitag, den 21. Oftober 1927
Geite 13
Die Rudelsburg.
„An der Saale hellem Strande
Stehen Burgen ſtolz und kühn.
Ihre Dächer ſind zerfallen,
Und der Wind ſtreicht durch die Hallen,
Wolken ziehen dirüber hin.”
Lron allen deutſchen Strömen und Flüſſen iſt nächſt dem
Rkn wohl keiner ſo viel von Sagen umwoben und in der
Dich=
t1m weſungen worden wie die Saale, deren liebliche Ufer mit
ilh hiſtoriſchen Orten, inſonderheit den zahlreichen Burgen
cudnn Randhöhen des Saaletales, zur Bildung von Sage und
ZMung geradezu herausfordern.
2re kritiſche hiſtoriſche Forſchung hat auch hier mit mancher
dibſufit vielen Jahrhunderten beſtehenden Sagen aufgeräumt.
S5lobt die Saalenixe heute nur noch in der Dichtung, und
wuand glaubt mehr daran, daß ſie alljährlich am
Johannis=
tiſſor Opfer fordert, und der Saalaffe, jene groteske Faxen=
IIſa haus Sandſtein, die bis gegen Mitte des vorigen
Jahr=
hhrarts unter einem Bogen der uralten „hohen Brücke”, in
Hbeihren Standort hatte, iſt von dort in das ſächſiſche
Provin=
z ſif=ſeum gewandert.
Dire vielen und mannigfachen Sagen — es ſeien hier nur
dlſiam der Gräfin von Orlamünde als „weiße Frau”, von der
Gßür Katharina von Schwarzburg=Rudolſtadt, vom Biſchof
Bkbo von Trotha und ſeinen diebiſchen Raben, von Ludwig
diſna pringer, der vom Giebichenſtein, wo er wegen ſeiner
Blut=
t4burzd frevelhaften Ehe in Haft gehalten wurde, in die Fluten
diberale ſprang — haben, wenn ihnen auch der hiſtoriſch
be=
giAongte Hintergrund fehlt, doch viel dazu beigetragen, daß die
Uſnſhaftlichen Schönheiten des Saaletales beſungen worden ſind.
m. Herzen Deutſchlands, an der Grenze von Thüringen und
d’kihcen thüringiſchen Mark, an der alten porta Thuringige,
dikgröſener Paß, an der alten ſehr wichtigen Landſtraße, die
vlhMraumburg nach Erfurt und weiter nach Frankfurt am Main
füſte, erheben ſich in romantiſcher Lage auf ſteil abfallenden
Fſen, die Ruiren der Rudelsburg rechts der Saale, und ihr
geeſü ber, links der Saale, die Ruinen der Saaleck. Dieſe Lage
dierei den Burgen deutet ſchon auf ihren Zweck hin, den
Grenz=
plbz” bewachen und die große Landſtraße zu beherrſchen. In
eiſt Sand oder in befreundeter Hand nur konnten die beiden
Bſueri ihrer Beſtimmung gerecht werden; waren ihre Beſitzer
RkuSuhler, dann hinderte dies nicht nur die Erſüllung ihres
Zhkss, ſondern der gegenſeitige Beſtand, der beiden Burgen
wſigefährdet und mußte zu ihrem Untergange führen.
2ne Behauptungen, daß die Saaleck von Karl dem Großen,
diſerüdelsburg von einem Ritter von Münchhauſen erbaut und
dihbe Rudelsburg von Rudolf von Habsburg zerſtört worden
iſhind als urkundlich und geſchichtlich nicht erwieſen, in das
ſzei der Sage zu verweiſen. Die Geſchichte ſieht aber als
ſheſen an, daß beide Burgen, obgleich im Saaletale noch im
zaſſten Jahrhundert freie Sorben wohnten, die auch als
Wen=
dihbs zeichnet werden, von einem deutſchen Herrn oder
Rſü en erbaut worden ſind. Unzweifelhaft ſind die Namen
Sſet* und Rudelsburg — letztere urſprünglich Ruteleibisberg
ob eRutleibisberg genannt, was ſo viel bedeutet als Burg des
Mſleſt — deutſch. Im elften Jahrhundert wurden die
Sor=
bikuo den Deutſchen unterworfen, die damit von dieſer Gegend
Bls ergriffen, und in dieſer Zeit muß auch die Rudelsburg
eyfätt worden ſein; die Forſcher ſchließen dies aus dem
Um=
ſtſge, daß eine noch heute vorhandene Säule der Rudelsburg
eiſmagenförmiges, dem korinthiſchen ähnliches Kapitell aufweiſt,
ddhin, zwölften Jahrhundert in dieſer Gegend nicht mehr vor=
G
kommt. Auch die Gründung des Ciſterzienſer=Kloſters St.
Ma=
rien zur Pforte, der heutigen Kloſterſchule Schulpforta, am 30.
Oktober 1137 weiſt auf die Gründung der vor ihr erbauten
benachbarten Rudelsburg im elften Jahrhundert hin.
Uirkundlich wird die Rudelsburg zuerſt im zwölften und
dann im dreizehnten Jahrhundert erwähnt, und zwar als
Be=
ſitzung der wettiniſchen Markgrafen von Meißen, während auf
der Saaleck Vaſallen oder Vögte der Markgrafen von Meißen
ſaßen. Auf der Rudelsburg ſaßen eine Anzahl Kaſtellane oder
Burgmannen des Markgrafen, bisweilen gleichzeitig zehn; von
ihnen ſeien hier einige Namen angeführt: die von Rode, von
Heringen, von Teuchern, von Lochowe, von dem Hogeniſte, von
Freirode, von Laucha, von Mücheln, von Prießnitz und von
Curtefreund. Denn die Rudelsburg war nicht ein Burgſchloß,
wie es viele gab, ſondern ein ungeheurer Bau, die gewaltigſte
Feſtung weit und breit, die vermöge ihrer Lage und beſonders
ſtarken Mauern als uneinnehmbar galt. Sie beſtand aus der
ſehr geräumigen „äußeren Burg oder Vorburg”, die faſt einer
kleinen Stadt glich und auch ein Wirtshaus und eine geräumige
Kirche beſaß, und der Zitadelle oder im engeren Sinne der
„inneren Burg‟. Die Kaſtellane oder Burgmannen ſcheinen in
der „äußeren Burg” gewohnt zu haben, während die „innere
Burg”, von welcher der mächtige Wachtturm und der Palas mit
dem Bankettſaal und den Kemenaten des Burgherrn
hervor=
gehoben ſein mögen, wohl als unmittelbarer Beſitz den
Mark=
grafen von Meißen vorbehalten war.
Es kann als ebenſo ſicher angenommen werden, daß die
Ritter der Rudelsburg in den Fehden und Kämpfen der
kaiſer=
loſen Zeit, die dem Untergange der Hohenſtaufen folgte,
mit=
gefochten haben, als auch, daß in der Zeit des Minneſanges ſo
mancher Sänger die Rudelsburg betreten hat.
War die Machtſtellung der Rudelsburg auch ſchon dadurch
geſchwächt worden, daß die „Schenken zu Saaleck” die Burg
Saaleck im Jahre 1344 an den Biſchof Withigo von Naumburg
verkauft hatten, wodurch das Lehnsverhältnis zum Landgrafen
von Thüringen gelöſt worden war und ein biſchöflicher Vogt auf
der Saaleck ſeinen Einzug gehalten hatte, ſo war die Erfindung
des Schießpulvers der eigentliche Todesſtoß für die Rudelsburg.
In den Urfehden und Kämpfen des ſchloßgeſeſſenen Adels
einer=
ſeits und der Stadt Naumburg andererſeits gelang es den
Naumburgern im Juli 1348 unter dem Befehl des biſchöflichen
Vogten der Saaleck, aus einer „Büchſe”, die auch „Kanone”
ge=
nannt wird, mittels „griechiſchen Feuers” — ſo wurde das
Schießpülver damals bezeichnet — Breſche in die ſtarken Mauern
der Rudelsburg zu ſchießen, ſie zu ſtürmen und in Brand zu
ſtecken.
Die Zeit vor, während und kurz nach dieſer erſten
Erſtür=
mung der Rudelsburg, die als uneinnehmbar und für ewige
Zeiten durch Menſchenhand unbezwingbar gegolten hatte,
ſchil=
dert Paul Schreckenbach in ſeinem Roman aus dem Mittelalter:
„Die letzten Rudelsburger”.
Zu beſonderer Macht, Glanz und großem Wohlſtand waren
in Thüringen die „Edelen von Vargula”, Erbſchenken des
Landgrafen von Thüringen, gelangt. Urſprünglich nannten ſie
ſich nach dem Beſitz ihrer Herrſchaft Vargula „Schenken von
Var=
gula”, aber ſchon bald nannten ſich die einzelnen Zweige dieſes
Geſchlechts nach ihren Burgen und Gütern: Schenken von
Var=
gula, von Dornburg, von Apolda, von Bibra, von Nebra, von
Saaleck, von Rudelsburg, die ſich meiſt „Herren zu Rudelsburg”
oder „Schenken zur Veſte” nannten, und von Tautenburg;
letz=
tere Linie iſt noch heute in Oſtpreußen angeſeſſen.
In ſeinem „Reiterliede” aus dem Dreißigjährigen Kriege
verherrlicht Julius Wolff „den letzten Schenk von Vagula”.
Hatten, wie bereits erwähnt, die Schenken zu Saaleck dieſes
Lehen ſchon zu einer Zeit beſeſſen, als die Rudelsburg vor ihrer
Zerſtörung noch landesherrliche Feſtung war, ſo werden die
Schenken auf der Rudelsburg im Jahre 1383 erwähnt, alſo 25
Jahre nach der erſten Zerſtörung der Rudelsburg. Dieſe, und
zwar die innere Burg, war aber nunmehr nur ein allerdings
ſehr ſchöner und ſtolzer Edelſitz; die eigentliche Feſtung iſt nicht
mehr aufgebaut worden.
Noch vor der Teilung der thüringiſch=meißniſchen Lande im
Jahre 1445 war die Rudelsburg aus dem Beſitz der Schenken
in den Beſitz zweier Brüder von Bünau übergegangen, deren
Lehnsherr Herzog Wilhelm wurde. In dem zwiſchen Herzog
Wilhelm und dem Kurfürſt Friedrich ausbrechenden Kriege
wurde die Rudelsburg im Jahre 1450 zum zweiten Male
be=
lagert und erſtürmt; ſie blieb aber auch weiterhin der Ritterſitz
der Familie von Bünau bis die Rudelsburg im Jahre 1581
durch Verkauf in den Beſitz der Familie von Oſterhauſen kam,
die ihren Wohnſitz jedoch bald nach dem naheliegenden Kreipitſch
verlegte. Als im Dreißigjährigen Kriege Franzoſen und
Schwe=
den die Naumburger Gegend heimſuchten, wurde um das Jahr
1640 die nur noch von einem Hausmann bewohnte Rudelsburg
zum dritten Male zerſtört. Nunmehr Ruine und auch heute noch
zum Rittergut Kreipitſch gehörend, wechſelte ſie öfters ihren
Beſitzer.
Etwa in der Mitte des vorigen Jahrhunderts erwachte in
Deutſchland das Verſtändnis für alte architektoniſch und
hiſto=
riſch bedeutſame Bauten; da war es nur zu natürlich, daß man
ſich auch der Rudelsburg erinnerte und ihre teilweiſe
Wieder=
herſtellung beſchloß, die Ende der ſechziger und Anfang der
ſieb=
ziger Jahre verwirklicht wurde. Beſonders waren es akademiſche
Kreiſe, die ihr Intereſſe für die Rudelsburg bekundeten.
All=
jährlich zu Pfingſten hält der Senioren=Konvent der deutſchen
Korpsſtudenten zu Köſen ſeine offiziellen Verſammlungen ab,
und dann geht’s hinauf zur Rudelsburg zur „Taufe der jungen
Füchſe”, die neuerdings „Fuchsſturm” genannt wird.
Die deutſchen Korpsſtudenten des Köſener Verbandes haben
auf der Rudelsburg mehrere Denkmäler errichtet: ein Denkmal
für die im deutſch=franzöſiſchen Kriege 1870/71 gefallenen
Korps=
brüder, ein Denkmal Kaiſer Wilhelms I., eine Ehrentafel für
den Kunſthiſtoriker Franz Kugler, der als junger Student unter
der großen Lirde des Burghofes der Rudelsburg ſitzend in
einer Sommernacht des Jahres 1826 das zu Anfang erwähnte
Lied „An der Saale hellem Strande” gedichtet hat, ein Denkmal
des Fürſten Bismarck, ihn als Korpsſtudenten darſtellend, und
endlich ein Denkmal für die 2500 im Weltkrieg gefallenen
Korps=
ſtudenten, in Geſtalt eines brüllenden Löwen, darunter Theodor
Körners Strophe:
„Sie hielten aus in Kampf und Sturmeswettern
Und ſtanden treu bei Tugend, Recht und Pflicht.
Das Schickſal kann die Heldenbruſt zerſchmettern,
Doch einen Heldenwillen bricht es nicht.”
Zauberhaft ſchön ragen die moosbekränzten Ruinen und die
wiederhergeſtellten Teile der Rudelsburg am hellen Tage bei
Sonnenſchein in des Himmels Bläue und erzählen uns ebenſo
wie im Dunkel der Nacht bei Sternenhimmel und Mondſchein
die Silhouette des alten Baues von tapferen Rittern und
ſchönen, edlen Frauen, von Minneſang, von Hochzeitsſchmaus
und fröhlichen Gelagen, wie auch von Turnieren, Fehden,
Kämpfen und Zerſtörungen und — von der Vergänglichkeit alles
Irdiſchen! Wie aber aus den Ruinen der mächtigen,
ſagen=
umwobenen Rudelsburg, der Perle des Saaletales, neues Leben
durch eine deutſche Jugend erblüht iſt, die neben der Pflege
aka=
demiſcher Wiſſenſchaft es auch verſteht, die Waffe zu führen und
beim Becherklang fröhlich zu ſein, ſo mögeſt auch du,
Ger=
mania, wieder auferſtehen zu alter Größe, Macht und Herr=
Ei.
lichkeit!
Garetten frilch zu erhalten,
iſt chonzlange unſere
Hauptforge, denn wiir willen, wieviel an
Wohlgeſchmack und Aroma die Zigarerten
in gewöhnlichen Pappkartons ſchon nach
Unſere
wenigen Wochen werlicren.
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Seite 14
Freitag, den 21. Oftober 1927
Nummer 292
Sport, Spiel und Turnen.
Handball.
Der Sport des Sonntags.
Fußball.
Der deutſche Fußballſport macht in den letzten Wochen durch große,
allgemeinintereſſierende Ereigniſſe von ſich reden. Neben der
Durch=
führung der Meiſterſchaftsſpiele in allen Landesverbänden erlebten wir
allein im Oktober ſchon das Länderſpiel gegen Dänemark, die Vorrunde
um den Bundespokal und die Bundestagung in Danzig. Am
kommen=
den Sonntag ſteht nun wiederum eine größere Veranſtaltung auf dem
Programm: das
Länderſpiel Deutſchland — Norwegen.
Nachdem unſere Nationalelf am 3. Oktober in Kopenhagen durch
Däne=
mark eine recht ſchmerzliche Abfuhr erlitt, darf man neugierig ſein, wie
ſich diesmal unſere Ländermannſchaft aus der Affäre ziehen wird.
Deutſchland hat bislang erſt zwei Länderkämpfe gegen Norwegen
aus=
getragen, 1924 in Oslo und 1925 in Hamburg. Beide Spiele wurden
gewonnen, und zwar 2:0 und 1:0. Da ſeitdem in der Spielſtärke der
beiden Fußballnationen keine weſentlichen Verſchiebungen eingetreten
ſind, ſollte man glauben, daß auch diesmal wieder ein deutſcher Sieg
herausſpringen dürfte. Die Mannſchaſten ſtehen im einzelnen wie
folgt: Deutſchland Stuhlfauth (1. F.C. Nürnberg); Brunke (
Ten=
nis=Boruſſia, Berlin), Kugler (1. F.C. Nürnberg); Martwig (T.B.
Berlin), Kalb, Köpplinger; Reinmann, Hochgeſang (alle 1. F.C.
Nürn=
berg), Pöttinger (Bayern München), Hofmann (Meeranel., Hoffmann
(Bahyern München). Norwegen: Gunnar Chriſtenſen (Sdd)
M. Johanſen (Drafn). Ingard Pederſen (Dern); Berner (Dern), Alex
Ohlſen GGjön), Kio (Dern); Olav Gunderſen (Sdd), Gunnar Dahl
Odd), Einr Gunderſen (Odd), Bunde GBrann).
(dd), Einer Gunderſen (Odd), Bunde (Brann).
Abgeſehen von nur wenigen Unterbrechungen gehen währenddem
die Meiſterſchaftsſpiele in allen Landesverbänden weiter. In
Süddeutſchland nehmen jetzt alle Gruppen bereis die Schluß= Main=Rheingau=Handball=Meiſierſchaften
runde auf. Allmählich reifen die Entſcheidungen und dadurch gewinnen
natürlich die einzelnen Kämpfe mehr und mehr an Bedeutung. In der
Gruppe Nordbayern wird die Sp.=Vgg. Fürth auf gleiche
Punkt=
zahl mit dem 1. FC. Nürnbera kommen, da der „Club” ſpielfrei iſt
und die Fürther den 1. F.C. Bayreuth leicht ſchlagen werden. Der
Kampf zwiſchen dem FS.V. Nürnberg und dem F.V. 04 Würzburg
hat doppelte Bedeutung. Schwer zu beſtimmen iſt auch der
voraus=
ſichtliche Sieger im Kampf der Abſtiegskandidaten Bayern Hof gegen
FC. Vürth. — Die Gruppe Südbayern bringt nur zwei
Spiele. München 1860 hat Jahn Regensburg zu Gaſt und wird wohl
ziemlich ſicher zu beiden Punkten kommen. DS.V. München ſpielt in
Ulm gegen die dortigen Schwaben, die zwar das Ende der Tabelle
zieren, aber dem DSV. auf eigenem Gelände ſehr gefährlich werden
können. — Die Gruppe Württemberg holt zunächſt noch ein
Spiel aus der Vorrunde nach: V.f.R. Heilbronn gegen Sportfreunde
Stuttgart. Der Tabellenführer Stuttgarter Kickers hat den F.V.
Zuſ=
fenhauſen zu Gaſt und braucht in dieſem Spiele eine Gefährdung ſeiner
Poſition nicht zu befürchten. Ein bedeutſamer Poſitionskampf iſt das
Spiel zwiſchen dem V.fB. Stuttgart gegen Stuttgarter S.C. — In
der Gruppe Baden hat der gegenwärtige Tabellenführer Phönis
Karlsruhe den von jeder Mannſchaft geſürchteten Gang nach Villingen
anzutreten. Dagegen hat der Karlsruher F.V. im Kampf gegen den
Tabellenletzten V.f.B. Karlsruhe wenig zu befürchten, er wird mit klarer
Tordifferenz gewinnen. Der Freiburger S.C. dürfte durch einen Sieg
über die Sp.=Vgg. Freiburg ſeine Ausſichten auf den dritten Platz der
Gruppe ſtärken. Allerdings hat er im Kampf um dieſe Poſition noch
einen gefährlichen Rivalen, den FV. Offenburg, der diesmal auf
eige=
nem Platz gegen den Freiburger FC. ſpielt, und, wenn nicht alles
täuſcht, auch gewinnen dürſte. — In der Gruppe Rhein ſtehen
die Spitzenmannſchaften vor nicht allzu ſchweren Aufgaben. Der
füh=
rende SV. Waldhof iſt ſtark genug, um auch auf dem Platze ſeines
Gegners, Phönis Mannheim, ſiegreich zu bleiben. Gbenſo iſt auch
P.f.R. Mannheim als ſicherer Sieger über F.V. Speher zu erwarten.
Vor der ſchwerſten Aufgabe ſteht der V.f.2. Neckarau, der Ludwigshafen
08 beſucht. Phönis Ludwigshafen iſt in Friedrichsfeld zu Gaſt.
Sand=
hofen hat auf eigenem Platze die beſten Ausſichten, Pfalz Ludwigshafem
zu ſchlagen. — F.V. Saarbyücken, der Tabellenerſte der Gruppe
Saar, muß im Spiele gegen Eintracht Trier unbedingt als Sieger
erwartet werden. Schwerer hat es der Tabellenzweite Saar 05
Saar=
brücken, der ſeine Poſition im Kampfe gegen den Dritten, Boruſſia
Neunkirchen, verteidigen muß. In den Spielen F.C. Idar gegen
brücken erwarten wir als Sieger die erſtgenannten Mannſchaften. — der Endkampf ausgeht iſt ſehr ungewiß.
In der Gruppe Main geht vorerſt noch der Kopf=an=Kopf=Kanwf
zwiſchen Eintracht und F.S.V. Frankfurt weiter. Da anzunehmen iſt,
daß beide Mannſchaften am Sonntag ihre Spiele gewinnen werden
(Eintracht gegen Union Niederrad und F.S V. gegen Viktoria 94 Hanau),
Punktzahl gegeneinander. Rot=Weiß Frankfut, die Elf, die zurzeit
die günſtigſten Ausſichten auf den dritten Platz hat, muß in Hanau
gegen den F.C. 93 auf der Hut ſein. Viktoria Aſchaffenburg wird
teidigen. — In der Gruppe Heſſen beginnt der Tabellenführer
baden in Wiesbaden. Mainz G5 muß in Bingen den Tabellenletzten
Haſſia ſchlagen, um den zweiten Platz zu behaupten. Gelingt es Höchſt
der Mannſchaft auf einen der erſten Plätze. Die wichtige Frage nach
den Kandidaten für den zmeiten und dritten Platz kann auch im Treffen
zwiſchen der Wormatia Worms und dem S.V. Wiesbaden (eine
durch=
aus offene Angelegenheit) eine Teillöſung finden. Zu den Kandidaten
zählt ſchließlich noch der V.f.L. Neu=Iſenbuvg, der diesmal die Chance
hat, den Kampf gegen SV. B Darmſtadt auf eigenem Platz mit einem
hümſtigen Reſultat zu beenden.
und England liefern ſich in Belfgſt ein Repräſentativſpiel.
Rugby.
reich an, und zwuar diesmal nach Bordeaux zu Stade Bordelais. Polizei war etwas beſſer als ihr Gegner und hätte deshalb einen Sieg
Nach dem Erfolg beim Spiel gegen S.C.UF. Paris muß man auf das
Abſchneiden der Frankfurter in Bordeaux beſonders geſpannt ſein, da
die Südfranzoſen einehochklaſſiges Rugby ſpielen. Mit einem Erfolg
iſt dennoch nicht zu wechnen, denn die Spielſtärke der Franzoſen iſt zu
Niederlage zu entgehen. — Verbandsſpiele finden in Süd= das in den letzten zwei Jahren ſtark unter Spielerverluſten zu leiden
deutſchland nicht ſtatt, dafür gibt es in Frankfurt a. M. das Re= hatte, durch Um= oder Neueimſtellumg zu heben. Die Löſug dieſer
präſentativſpiel um den von der Ortsgruppe Franfurt des DRA. Aufgabe ſteht noch aus. Der Unparteiſche, Hartung=Hanau 60, leitete
geſtiſteten Schild zwiſchen Mainkreis und Neckarkreis. Die Main=
Mannſchaft muß auf die Spieler der SC. 1880 verzichten und ſtellt
eine durch 2 Spieler vom B.S.C. Offenbach und einen von Blau=Weiß
Frankfurt verſtärkte Kombination Eintracht — TV. 1860 Frankfurt.
Demgegenüber ſtellt der Neckarkreis (Heidelberg) eine Fünfzehn aus ſpiele in der Gruppe Heſſen. Am Arheilger Mühlchen empfängt die
R.G.H. und H R.K., verſtärkt durch die Neuenheimer Sing, Loeſch,
Häuſer ſowie Ihrig und Albert vom HBC. Ein überlegener Sieg runde einen ungeahnten Erfolg. Ununterbrochen hält ſie ſich neben
der Leute vom Neckar kann wohl nicht in Frage ſtehen.
Hockeh.
ſammen. Der Münchener Hocketklub hat den ſchweizeriſchen Meiſte=, belehrt werden.
Grashoppers Zürich, zu Gaſt.
Boxen.
verſammlung ab. Schauplatz eines intereſſanten Länderkampfes zwiſchen
Ungarn und Bayern iſt Budapeſt.
Schwimmen.
Die Hallenſaiſon im Schwimmſport wird mit einem „
Verbands=
pffenen” des S.V. Lüdenſcheid, bei dem die beſten weſtdeutſchen
Schwim=
mer an den Start gehen, fortgeſetzt.
Radſport.
Die Saiſon der Rennen auf offenen Bahnen iſt endgültig
abge=
ſchloſſen. Dafür gibt es aber ſchon an dieſem Sonntag eine Reihe von
Veranſtaltungen auf den geſchloſſenen Winterbahnen. Im Berliner, ſtungen der Arheilger anerkennen.
Sportpalaſt werden bei recht guter Beſetzung ein 10=Kilometer=
Mannſchaftsfahren und ein Omnium=Match mit ſechs Fahrern
aus=
getragen. Die Breslauer Winterhalle veranſtaltet u. a. ein
Stundenrennen und einen Viererkampf.
Pferdeſport.
Neben dem Abſchluß des Dortmunder Reitturniers ſind noch die
Galopprennen in Hoppegarten, Neuß und Mimchen=Riem zu
ver=
zeichnen.
Tore Pkte.
23:10 7:1
22:18 6:4
12:13 5:3
16:15 4:4
5:18 0:8
Schreiber, Bezirksſpielwart.
Deutſche Turnerſchaft
am Sonntag, 23. Oktober.
Im Main=Rheinturngau wird am kommenden Sonntag der dritte
Tag um die Bunktkämpfe in der Handball=Rückrunde gezählt. In den
einzelnen Klaſſen geht es nun mehr oder minder um den Auf= oder
Abſtieg. In de
Meiſterklafſe wird im Treffen Eberſtadt—Pfungſtadt, erſteres
die Ueberraſchungscolle ſpielen, denn nach den bis jetzt gemachten
Er=
fahrungen gewann es ſchwere und verlor leichte Spiele. Nauheim hat
anſcheinend an Spielſtärke zugenommen und geht nicht ganz
ausſichts=
los in das erſte Treffen gegen Neu=Iſenburg. Ob Croß=Gerau das
Vorrundenergebnis, welches mit 7:2 endete, wieder grreichtur wird,
ſcheint ſehr fraglich.
A=Klaſſe: Bickenbach ſpielt in Eberſtadt und wird für ſich zwei
Punkte mit nach Hauſe nehmen. Einen nicht leicht zu nehmendem Gegner
findet Tgſ. Darmſtadt in Bensheim, doch dürfte Darmſtadt, wenn es
ſich gut zuſammenfindet, eine allzu hohe Niederlage verhindern können.
Seeheim iſt als Gaſt in Beſſungen und wird der Kampf für die Gäſte
ungüinſtig ausfallen. Darmſtadts Turngemeinde muß nach Worfelden
und wird ſeine Vorrundenniederlage nicht wiederholen wollen, zumal
ein beſſeres Zuſammenſpiel bei ihr zu verzeichnen iſt. Gernsheim dürſte
eine Niederlage durch Wolfskehlen nicht aufhalten können. Langen
wird Arheilgen den Sieg nicht ſchwer machen. Egelsbach und
Gries=
heim (Tamde) als Platzvereine empfangen Nieder=Roden und Walldorf
und werden den Gäſten die Punkte laſſen müſſen.
B=Klaſſe: Pfungſtadt wird in Alsbach einen ehenbürtigen
Gegner haben und wenn nicht alles trügt, ſo wird ein knappes
End=
ergebnis verzeichnet wverden können. Heppenheim—Bickenbach, ein
Treffen, das den Beſſeren als Sieger ſehen wird. Arheilgen
Darm=
ſtadt (Toſ.), den bisherigen Ergebniſſen nach gleichwertig, ſieht den
Glücklicheren als Sieger. LangenNeu=Iſenburg. Entſcheidend füir das
Spiel iſt die beſſere Mannſchaft. Goddelau findet in Büttelborn einen
nicht zu verachtenden Gegner. In Groß=Gerau wird es gegen
Wall=
dorf einen erbitterten Kampf um die Punkte geben. Auch Wolfskehlen
wird in Gernsheim heiß um die Entſcheidung ringen.
G=Klaſſe: Heppenheim wird gleich dem Vorrundenſpiel gegen
Zwingenberg unterlegen ſein. Darmſtadt (Tamde,) ſteht Nieder=Roben
gegenüber und iſt der Kampf für erſtre nicht ganz ausſichtslos. Offen
ſind die Spiele: Gſchollbrücken-Beſſungen, Roßdorf—Ober=Ramſtadt
(Tv.) und Ober=Ramſtadt (Tgſ.)Arheilgen. Die dritte Mannſchaft der
Taſ. Darmſtadt trägt das erſte Spiel gegen Wallerſtädten aus. Wor=
VfN. Pirmaſens und FC. Pirmaſenz gegen Sportfreunde Saar= felden gegen Erfelden endete in der Vorrunde mit unentſchieden und wie
Jugendklaſſe: „Alsbach— Hähnlein, Bensheim — Seeheim,
Griesheim (Tamde Beſſungen. Langen wird Egelsbach und Eberſtadt
Sprendlingen die Punkte überlaſſen müſſen. Beſſungens Jugend wird
von Eſchollbrücken mit einem Sieg nach Hauſe zurückehren. Die
ſo ſtehen die Mannſchaften dann am 30. Oktober im Stadion mit gleicher Griesheimer CTgſ.) kan das Spiel gegen Groß=Gerau für ſich
ent=
ſcheiden.
Sportverein 98 Darmſtadt e. V., Jugend.
Die Pgarungen bei den Verbandsſpielen am kommenden Sonntag,
ihren vierten Platz durch einen Sieg über den V.f.R. Offenbach ver= den 23. ds. Mts, ſind folgende: Stadion: 3. Jugendm. Stpv. 98—1.
Ju=
gend Spb. Arheilgen. 10 Uhr: 1. Jugendm. Spp. 98—5. Jugendm.
Wormatia die Schlußrunde mit einem Spiele gegen Germania Wies= Spp. 98, 11 Uhr; 2. Jugendm. Spb. 98—4. Jugendm. Spp. 98. 14 Uhr.
Schülerpokalſpiele am Samstag, den 22. Oktober=
Sp. 98 1. Schilerm—Lu.=Or. III5 1, Rot=Weiß=Platz 15.43: Spb. 9
01, in Arheilgen ſiegreich zu bleiben, dann feſtigen ſich die Ausſichten 2. Schülerm—Lu=Or. III a1, Stadion 15 Uhr; Spb. 98 3. Schülerm.—
Schillerſchule, Stadion 15.45 Uhr.
Fußball.
Pol. Sp. V. Darmſtadt—Germania Pfungſtadt 1:1 (0:1).
Zum erſtenmal überhaupt ſtanden ſich in Darmſtadt die obigen
Im Auslande werden die Spiele um den Europapokal mit dem Mannſchaften gegenüber. Die 1. Spielhälfte war ausgeglichen; Pfung=
Länderkampf Tſchechoſlowakei — Italien in Prag fortgeſetzt. Irland, ſtadt ging gleich zu Beginn durch einen von Voß unhaltbar verwandelten
Elfmeter in Führung. Nach dem Wechſel gab die Polizei faſt durchweg
den Ton an, konnte jedoch nur den Ausgleich dunch Bönſel erzielen.
Derſelbe Spieler verſchoß nachher noch einen Elfmeter knapp. Das Spiel
Wieder einmal tritt der SC. 1880 Frankfurt die Reiſe nach Frank= ſelbſt ſtand auf einem ſehr niedrigen Nivegu. Die körperlich überlegene
verdient gehabt. Daß es nicht dazu kam, verdankt Pfungſtadt vor allem
den beiden Verteidigern. Auch der Mittelläufer und Linksaußen konn= o 18.30. Einf, zu dem Sendeſpiel am 29. Okt. 19.05: Italieniſht!l
ten gefallen. Steinmetz wurde ſchlecht bedient und kam daher nicht zur
groß, als daß es normalerweiſe den Frankfurtern glücken follte, einer Entfaltung. Wiederholt hat man verſucht, die Spielſtärke Pfungſtadts, mann: Die Entwicklungslehre der Seele. o 20 30: Vortrag. 6 4:
wiederum gamz vorzüglich.
Sportvereinigung 04 Arheilgen—Spamde. Höchſt 01.
Nach 14tägiger Pauſe beginnen am kommenden Sonntag die Rück=
Sporwgg. 04 die Höchſter Sportgemeinde. Dieſe Elf hatte in der Vor=
Wormatig und Mainz an der Spitze der Tabelle. Spp. 98 Darmſtadt, Wald. Frühlingsſtimmen. — Waldteufel: Mein Traum. — Plann
Spb. Wiesbaden uſſp, ſie mußten alle Niederlagen einſtecken. Sogar in
Mainz konntem die Höchſter ein Unentſchieden erzwingen. Nur der
Bei der Freundſchaftsſvielen im Hockeh gibt es wieder einige b== Wormſer Wormatia gelang in Worms ein haushoher Sieg (5:0). Aber
merkenswerte Ergebniſſe. In Hannover treffen mit D.H.C. Hannover wer da glaubte, daß das der Anfang des lang vorausgeſagten Rück=
und S.C. 1880 Frankfurt zwei der ſtärtſten deutſchen Mannſchaften zu= ſchlags der Elf ſei, der ſollte acht Tage ſpäter (in Mainz) eines anderen
Man gibt nun den Höchſtern für die Rückrunde wenig Ausſichten,
weil ſie die meiſten Spiele (und ſehr ſchwere) auswärts zu beſtehen
In Berlin hält, der Verband Deutſcher Fauſtkämpfer ſeine General= haben. Mon kennt aber die ungeheure Kampfkraft und den nie erlah= 8 18,55: Prof. Bruck: Deutſche und engliſche Großbanken. 2 19201
wenden Eifer, die beiden ſchärfſten Waffen, mit denen Höchſt ſpielt, um
ohne weiteres dieſen Vorausſagen nicht zu glauben. Die Groß=
Darm=
ſtädter Fußballgemeinde hat nun am Sonntag Gelegenheit, die
Mann=
ſchaft der Farbſtadt (die acht Tage ſpäter in Darmſtadt ſpielt) im Spiel
gegen Arheilgen zu ſehen.
Arheilgen hat nur zum Teil die Erwartungen erfüllt, die man in
die Elf ſetzte. Doch wenn man berückſichtigt, daß die Gegner, außer
Germania Wiesbaden und Höchſt, Mauſchaften waren, die ſchon
jahre=
lang der erſten Klaſſe angehörten und außer der reiferen Techmnik auch
die größere Erfahrung für ſolche Kämpfe mitbrachten, muß man die Lei=
Es iſt am Sonntag ein ſpannender Kampf zu erwarten, deſſen
Aus=
gang völlig offen iſt. Spielbeginn 3 uhr.
Süddeutſcher Kreis=Schwimmtag 1928
in Darmſadt.
Der Südd=utſch= Kreis=Schwimmtag 1928 wird am 22. und
23. Tg
r in Darmſtadt
halten werden
Stand der A=, B= und Jugend=Klaſſe im Bezirk Starkenburg
der D. S. B.
A=Klaſſe
Sp. gew. un.
V.f.R. Rotweiß 22 Darmſt. I.
Pol. Sp.V. Darmſtadt I. ..
Sp.V.Darmſtadt 1898 II. ...
8:84 9:10
Sppgg. Arheilgen I...
B=Klaſſe
39:11 10:0
Pol. Sp. V. Babenhauſen II. . 5 5
1:10 6:2
Sppgg. Arheilgen II. ....... 4 3
Pol. Sp=V. Darmſtadt II. ... 4
11:11 2:6
Sp V. Darmſtadt 1898 III... 4 1
1:8 0:2
B.f. L. Rotweiß Darmſtadt II. 1
4 —
F.C. Union Darmſtadt . . . .
Jugend=Klaſſe
50:3 10:0
V.f.L. Roßweiß 22 Darmſt, I.
57:6 8:0
Sp V. Darmſtadt 1898 I...
29:22 6:4
B.f.L. Rotweiß 22 Darmſt. II.
30:13 4:4
Sp. V. Darmſtadt 1898 II. .. 4
6:26 4:4
V.f. L. Rotweiß 22 Dſt. III...
26:12 2:6
Sp. B. Darmſtadt 1988 IV. ..
3:38 2:6
Sp.V. Darmſtadt 1898 III..
2:64 2is
Sppgg. Arheilgen ..
2:21 0:6
Sp.V. Darmſtadt 1898 V. ...
Pferdeſport.
Pferde=Rennen zu Karlshorſt am 20. Oktober,
1 Kitzbock=Hürdenrennen. Für Dreijährige, 3000 Mark. 3000 Mets—u
W. Scharrs Graziella (W. Franzke); 2. Favoritin; 3. Trier. Ferngr
Frieſes und W. Welps Stromer (Lt. v. Götz): 2. Oberjäger; 3. Tornaiul
2. AſternJagbrennen, Hervenr. 3500 Mk. 3400 Meter: 1 74
Frieſeund W. Welps Stromer Lt. b. Götz); 2. Oberjäger; 3. Tornaig
Ferner: Lichtſtrahl, Otavi, Sunny Bird, Mare Anton, Bandola, Fuchrz
Lindwurm, Quednau, Froher Mut, Siameſe. Tot. 60, Pl. B, 30, 31,
4—34 La.
3. Kott=Flachrennen. Für Zweijährige, 3500 Mk., 1200 Meter:
Abteilung: 1. Arth. Teskes Nubico (E. Haynes); 2. Statius; 3. Empfnß
lung. Ferner: Edler von Lorch, Patron, Allerweltsmädel, Adaminnt
Foxtrott, Mirim, Patachon, Tirili. Tot. 104. Pl. 20, 14, 13:10. 9t41
bis ½ Lg. — 2. Abteilung: 1. A. Müllers Verwechfſlung (E. Böhlrn.!
2. Eisbraut, 3. Bernhardt. Ferner Alſterblümchen, Certoſina, Traufk
Loeuſta, Mohrenblume, Dunkle Ahnung, Euterpe, Königskerze, Vineuu
Tot. 46. Pl. 22. B. 51:10. 1—1 Lg.
4. Deutſches Halbblut=Jagdrennen. Herrenr., Ehrenpreis u. 650
Mk. 3600 Meter: 1. Frau N. Bracks Samos (Hr. b. Borcke): 2 99.
derfreund, 3. Augapfel. Ferner: Jwo, Harzburgerin. Chriſtel in
Odem, Freia, Heimatſang, Heimecke, Wiegenfeſtfreude, Necktar, Vollt=
Tot.: B. Pl. 14, 16. 20:10. 5—3 Lg.
5. Jagdrennen der Dreijährigen. Ehrenpreis und 1500
Mark. 3600 Meter: 1. 2. Janſens Sperrmal (W. Wolf);, 2. Aikerik!.
3. Turmalin. Ferner: Creme de Menthe. Eintracht II. Karolg, Edo
weiß, Lauſcher, Golondria, Felſenfeſt, Greif an, Diocletian, Erlkönig
Gezireh. Tot.: 76, Pl. 21, 20, 19:10. 2—34 Lg.
6. Preis von Lichtenberg. 3000 Mark, 1200 Meter: 1. Dr. Kamm
henkels Vineta (B. Klotz); 2. Verona II: 3. Kadewitt. Ferner: Memnau
Fechter, Hurone, Frigga II, Semele, Oetava, Fadda, Portland Sau
Atout, Beliſar. Der Nord, Kariſſima, Die Treue, Gichkatze Sargen
Fantasca. Caſter Lily, Golluh, Bereſina, Kyon. Tot.: 243, Pl. 89, 101
128:10. Kopf-—Kopf.
7. Wuhlheide=Fagdrennen. 4500 Mark 4000 Meter: 1. A. Vogdu
Mirko (M. Dertel); 2. Final; 3. Roſe Marie. Ferner: Mainbenn
Fauſtinus, Leander, Lelkes. Vezna, Lakai, Mirakel Rekared. Tot,
Pl. 12, 15, 19:10. 1—3 Lg.
Der Große Preis der Nationen bei den Eröffnungsradrennen ii
Berliner Sportpalaſt ſah nach nervenaufregendem Finiſh den jungon
Berliner Ehmer vor dem Holländer Piet van Kempen in Front. Ehmm
gewamn auch den Preis der Inländer, während Tonani den Preis d4
Ausländer und zuſammen mit Fricke das 50=Kilometer=Mannſchaſtzfan
ren gewann.
Die Billard=Weltmeiſterſchaft hat der Amerikaner Cochron gegeg
den E==Weltmeiſter Hagenlocher=Deutſchland erfolgreich verteidigt.
Geſchäftliches.
Paraffinbad. In den letzten Monaten hört man in allel
Städten nur noch das Schlagwort: „Paraffinbad” zur Wiedergemnnm
der „ſchlanken Linie”. Auch Darmſtadt hat jetzt ein derartiges 9=k
bekommen, und wird dieſe Einrichtung von den „Starken” holl
mit Freuden begrüßt werden, denn wie man in vielen Zeitſchriſten
lieſt, kann man in einer Stunde 4 bis 5 Pfund abnehmen, ohne deng
Körper zu ſchaden. Paraffinmiſchungen kann man bis 80 Grad unm
darüber auf den Körper bringen, ohne ihn zu erſchöpfen oder das beng
anzugreifen. Nach einer Packung fühlt ſich der Körper friſch, elaſſt
und verjüngt. Die Wiſſenſchaft ſteht nicht ſtill, und beſonders die Linſt
der Baneologie iſt beſtrebt, immer neue, ſich poſitiv bewährende bill
mittelformen zu ſchaffen. Ein ſehr wichtiges Behandlungsmittel iſt ſeut
kanntlich die Wärme. Jetzt iſt ein Weg gefunden durch Paraſan
therapie, der es geſtattet, Wärme in bisher ungeahnten Temberntumn
auf den Körper zu bringen, ohne das Gefühl des ausgeſprochnmn
Heißen zu haben, ſelbſt bei einer Wärme von über 80 Grad Auft
dieſe Ueberwärmungsbehandlung werden auch alle Stoffwechſellmeb
heiten, wie Rheuma, Gicht, Jschias uſw., mit gutem Erfolg behautzl. *
(Siehe Anzeige.)
Rundfunk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 21. Okt. 11.55: Glockenſpiel aus Darmſtadt. B.
Schallplatteu=Konzert. Italieniſche Overn. O 15.30: Slunde di
Jugend. Berufsberaterin Klüſſendorf: Die Ausſichten im Schneſen
nen=Beruf. Für Kinder vom 12. Jahre ab. O 16.30: Hausfrault=
Nachmittag. Lehrer Stricker: Die Gemütsarten unſerer Kinder u0
ihre Behandlung. O 17.45: Leſeſtunde: Aus Mozarts Britſel.
18.15: Vereinsnachrichten. O 18.30: Von Kaſſel: Gartenin.
Hinze: Haus und Garten. O 18.45: Von Kaſſel: Dir, Herbel
Einführung in die Geflügelzucht. 0 19.15: Südweſtd. Radioflil.
19 45: Ing. Randewig: Zwanzia Minuten Fortſchritte i
Wiſſenſchaft und Technik O 20.05: Film=Wochenſchau. 0 A.b=
Aus Mannheim. Kammermuſik. Lauriſchkus: Aus Litauen, Suſte
für Blasinſtrumente. — Mouquet: Fünf Stücke für Flöte ud
Klavier. — Blumer: Sextett für Blasinſtrumente und Klaviel.
Mitw; Kammermuſiker Fühler (Flöte) und H. Mayer (Klaviel.
— Anſchl. Von Kaſſel: Heiterer Lieder= und Duett=Abend.
Ausf.: Grete Beſſer (Sopran). P. Kluge (Tenor), Berta Nioll 1
(Fligel. — Darauf: Von Kaſſel: Spätkonzert. Unterhaltungs *
muſik. Leit.: A. Wiſotzky.
Stutigart.
Freitag, 21. Okt. 12.30: Schallplattenkonzert O 16: Stunden
der Frau. 0 16 15: Konzert. — Einl.: E. Thyſſen. 2 18.10.”
Aus Karlsruhe: Dramaturgiſche Stunde. O 18.45: H. Kloß: Einll
unbekannter deutſcher Stamm, die Deutſchen in Pennſylvanieſt.
O 19.15: Anna Blos: Marianne Pirker. 8 19.45: Die Haute!
veranſtaltungen der kommenden Woche (in Eſperanto). 9 2.
Aus dem Feſtſaal der Liederhalle, Stuttgart: 2. Sinf =Kowzertt
des Philh. Orch. Leit. Felir Weingartner. Luſtige Qup.
Beethoven: Sinf. Nr. 8 Fdur. — Schumann: Sinf. N. 11.
B=dur. — Nachrichten.
Berlin.
Freitag, 21. Oft 15.30: Anna Kappſtein: Die Frau und dea=
Spiegel. 8 r6.30: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Gebr. Steiekeu
19.30: Dr. Leimdörfer: Die Staatsromane. 9 20: Dr. 295
Fröhliche Stunde. Mitw.: Quintett Nico Buica, Angela Su1
(Sopran). Ben Geyſel (Flügel), V. Schwanneke (Rezit.). O 22.300
Unterhaltungsmuſik der Kapelle Gaden.
Stettin. 20 30: Alte Walzer in Wort und Muſik. Saloten
Orch. Leit.: H. Scheibenhofer, Johanna Buchheim (Sopran) ub?
Ferd. Schneider Tenor)t vom Stadttheater Stetin. Strauß: In
der ſchönen blauen Donau. — Arditi: Parla=Walzer. — Straub.5
So voll Fröhlichkeit aus Zigeunerbaron. — Lehar: Gold uchl
Silber. — Strauß: Aus Prinz Methuſalem und Der luſtige Kriege
— Strauß: Feſche Geiſter. — Strauß: Geſchichten aus dem Wiene!
quette: Aus Die Glocken von Corneville. — Millöcker: Lobliclt
der Polin aus Bettelſtudent. — Jones: Geiſha=Walzer. — Straußé
Wer uns getraut, aus Zigeunerbaron. — Millöcker: Nur das einlt
bitt ich dich, aus Bettelſtudent. — Ziehrer: Weaner Madln.
Königswuſterhauſen. Freitag, 21. Okt. 15: Pädagdeſſi.
2 15.35: Wetter und Börſe. O 16: Prof. Orgler: Das blaſſi
Kind. O 16.30: Pädagogik. 0 17: Prof. Brackmann: Die Anſäug
des alten deutſchen Kaiſertums. 0 18: Prof. Mareuſe: Wiſſenſchaftlt
Grundlagen der Luftfahrt. o 18.30: Engliſch für Anfängel=
Wiſſenſchaftl. Vortrag für Aerzte. O 21: Fröhliche Stunde 244
Berlin und o 22.30: Unterhaltungsmuſik.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Samstag, den 22. Oltober 122"
(Nach der Wetterlage vom 20. Oktober 1997.)
Leichte Nachtfroſtgefahr, morgens vielfach Nebel, tagsüber aus
Heſſiſche Wetterdienſtitelle. und allgemein trocken.
DeachemHige
Verantworich für polit und Wirſchaßt: Rudolf Mauper ſür
Feutlleion Reich
Ausland und Heſiſche Nachrichten: Mar Streeſei ſüir Gpont: br Eugen B hl.
Nr den Handsl. Dr C.8Gueſch! Ni ben Schenſf. Todriet Balile.
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Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]äummer 292
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 292
Freitag, den 21. Oktober
Der deutſche Außenhandel
im September 1922.
Der deutſche Außenhandel zeigt im September 1927 im reinen
Waren=
berkehr einen Einfuhrüberſchuß von 242 Millionen Reichsmark gegen
292 Millionen Reichsmark im Vormonat. Die Einfuhr im reinen
Waren=
verkehr zeigt im September gegenüber dem Vormonat eine leichte
Zunahme (um 14 Millionen Reichsmark). Die Einfuhr an Lebensmitteln
iſt um 24 Millionen Reichsmark geſtiegen, die Einfuhr an Rohſtoffen und
halbfertigen Waren iſt dagegen um 22 Millionen Reichsmark
zurück=
gegangen. Eine leichte Zunahme zeigen ferner lebende Tiere (um 4
Mil=
lionen Reichsmark) und fertige Waren (um 8 Millionen Reichsmark).
Bei der Ausfuhr ergibt ſich infolge der ſtark geſteigerten
Fertigwarenaus=
fuhr — die Septemberausfuhr iſt die höchſte der Nachkriegszeit überhaupt
— eine Zunahme um 64 Millionen Reichsmark. Die Ausfuhr an
Lebens=
mitteln hat um 10 Millionen Reichsmark zugenommen, die Ausfuhr an
Rohſtoffen hat dagegen um 11 Millionen Reichsmark abgenommen.
Im einzelnen iſt folgendes zu berichten: Die Einfuhr an
Lebens=
mitteln und Getränken im September weiſt gegenüber dem
Vor=
monat eine Zunahme um 24,5 Mill. RM. auf, die hauptſächlich auf die
Zufälligkeit der Terminabrechnungen zurückzuführen iſt. Zugenommen
hat die Einfuhr an Reis um 21,4 Mill. RM. (Terminabrechnung), Gerſte,
Weizen, Eier, Butter, abgenommen dagegen die Einfuhr an Zucker,
Küchengewächſen und Roggen. Die Einfuhr an Rohſtoffen und
halb=
fertigen Waren zeigt eine Abnahme um 22,0 Mill. RM. Daran ſind
die Textilrohſtoffe mit 5,4 Mill. RM. beteiligt, ferner Eiſenerze und Blei.
Die Einfuhr an „ſonſtigen” Fellen und Häuten zeigt eine Zunahme.
Die Fertigwareneinfuhr iſt um 8,2 Mill. RM. geſtiegen. Die Einfuhr
an Textilfertigwaren weiſt eine Zunahme um 5,9 Mill. RM. auf ebenſo
hat die Einfuhr an Pelzen und Pelzwaren zugenommen.
Bei der Ausfuhr an Lebensmitteln und Getränken ergibt ſich eine
Zunahme um 10,4 Mill. RM., an der Zucker (mit 6,8 Mill. RM.),
Roggen, Weizen und Hafer beteiligt ſind. Die Ausfuhr an Rohſtoffen
und halbfertigen Waren zeigt eine Abnahme um 10,7 Mill. RM.
Zurückgegangen iſt die Ausfuhr an ſchwefelſaurem Ammoniak,
Stein=
kohlen (um 7,9 Mill. RM.), Kaliſalzen und Koks. Bei der
Fertigwaren=
ausfuhr iſt eine Steigerung um 64,5 Mill. RM. feſtzuſtellen. An der
Zunahme ſind hauptſächlich beteiligt Maſchinen (mit 21,6 Mill. RM.),
Pelze und Pelzwaren, Farben, Firniſſe und Lacke, Kinderſpielzeug,
Walzwerkerzeugniſſe und Eiſenwaren (mit 4,7 Mill. RM.), Leder und
Lederwaren, Muſikinſtrumente u. a. m. Die Ausfuhr an
Textilfertig=
waren iſt gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert geblieben.
Die Einfuhr an Gold und Silber iſt gegenüber dem Vormonat
beträchtlich zurückgegangen, beträgt aber noch 9,6 Mill. RM. Die
Aus=
fuhr iſt leicht geſtiegen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 20. Oktober 1927.
An der heutigen Börſe lag man vorbörslich allgemein zur geſtrigen
Abendbörſe etwas ſchwächer. Zum amtlichen Beginn ſetzte ſich jedoch eine
freundlichere Stimmung durch, was wohl in der Hauptſache auf das
Bekanntwerden der günſtigſten Handelsbilanz nach dem Krieg
zurück=
zuführen iſt. über den Ausgang der Verhandlungen im
Reichsarbeits=
miniſterium mit den Arbeitgeber= und Arbeitnehmerverbänden des
mitteldeutſchen Braunkohlenreviers war man geteilter Meinung. Doch
dürfte die Anſicht überwiegend ſein, daß man bei dieſen Verhandlungen
eventuell doch zu einem Kompromiß kommen wird. Auch die
Schwierig=
keiten am Geldmarkt ſcheinen allmählich überwunden zu werden, wenn
auch der nahe Ultimo keine weitere Erleichterung bringen dürfte.
Tages=
geld iſt heute flüſſig und Angeboten bei 6—6,5 %o, Monatsgeld etwas
leichter. Die einzelnen Aktienmärkte lagen bei Beginn der Börſe etwas
uneinheitlich. Banken durchweg ſchwächer. Die Farbenaktie lag
vorbörs=
lich bis 282½ 2 gedrückt, konnte jedoch zum amtlichen Beginn ihren
geſtrigen Abendbörſenkurs mit 284,25 behaupten. Der Anleihemarkt
liegt außerordentlich ruhig, doch behauptet. Am Deviſenmarkt war die
Reichsmark wiederum feſt. London gegen Mark 20,3934 nach 20,40½,
Dollar gegen Mark 4,1860 nach 4,1880. London gegen Paris 124,08,
gegen Mailand 89,08, gegen Holland 12,113 gegen Madrid 28,37,
gegen New=York 4,8715, gegen Schweiz 25,251 Der Börſenverlauf
war weiterhin angeregt und konnte die Anfangskurſe gut behaupten. Mienzzunarar 1 569f 59,09 1 59051 59.17/Baris
In einzelnen Werten waren weitere kleine Gewinne bis zu 1 % zu ver= Prag.:..:7.: 112.38712.307 1 12.40312.423/Schweis
zeichnen.
Die Abendbörſe eröffnet ſehr gut behauptet, wenn auch das Sofia.
Geſchäft ſich größtenteils nur auf die Kuliſſe beſchränkte. Feſt lagen Holland.,
vor allen Dingen faſt ſämtliche Elektrowerte und konnten kleine Kurs= Tsld ...
gewinne bis zu 1½ Prozent aufweiſen. Daneben beſtand auch wieder
Intereſſe für Zelſtoffwerte, Schiffahrtsaktien und einige
Montan=
papiere. Die Börſe blieb bei kleinen Umſätzen bis zum Schluß gut ge= uenos Aires. 1.786 1.790 1.788 1.792/Konſtantinopel.: 2.215/ 2.219/ 2.233/ 2.237
halten. Im einzelnen nannte man: Commerzbank 170,75, Danat 219, New York”.
Deutſche 159, Dresdener 156,5, Metallbank 135,5, Hapag 146,25 Llohd / Belgien.. . . . 158.20558.325 58.23/ 58.35lUruguah. ..
147,5, Gelſenkirchen 145, Harpener 198, Kali Weſteregeln 176,5, Klöckner
ſtahl 194, Vereinigte Stahlwerke 121, AEG. 172, Bergmann 205,5, gebniſſen (10 % Dividende) gemeſſen, gedrückt. Der OPD. erfährt zu=
Zement Heidelberg 135,5, Daimler 111, Erdöl 139,5 Scheideanſtalt, verläſſig, daß dieſes nicht in den inneren Verhältniſſen des Miag=Kon=
205,5, Licht u. Kraft 209,5, Farbeninduſtrie 284½ Geſ. f. El. 23, Holz= zerns begründet liegt. Vielmehr haben aus der Vorjahres=
Amerika=
man=. 181,5, Lahmeher 176, Metallgeſ. 183,75, Schuckert 193, Siemens Anleihe die Intereſſenten von ihrem Optionsrecht in Aktien erheblich
hauptet. Pfund gegen Mark 20.40½, Dollar gegen Mark 4.1870, Lon= ausgeübt. Angeſichts der ſtabilen Dividendenpolitik iſt dem Vernehmen
don gegen Paris 124.08, gegen Mailand 89.10, gegen Holland 12.10.75,
gegen Madrid B.25, gegen New York 4.8716, gegen Zürich 25.255. 1927 als gegeben zu betrachten.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 20. Oktober 1927.
Der offizielle Beginn der Börſe ſtand in einem gewiſſen Gegenſatz
zum vorbörslichen Verkehr; während mau hier nur einige Prozente
niedrigere Kurſe hörte, war die Kursentwicklung anfänglich zwar ſehr
uneinheitlich, jedoch überwogen die Beſſerungen. Die Stimmung iſt
ſehr geteilt, günſtig wirken die deutſch=polniſchen
Wirtſchaftsverhand=
lungen, doch verſtimmt die Herabſetzung des Emiſſionskurſes der 20
Mil=
lionen Dollar Kommerzbankanleihe, die heute in New=York mit 94½ %
ſtatt wie vorgeſehen mit 95 ½ % zur Auflegung kommt; jedoch trägt, wie
mitgeteilt wird, nicht die Kommerzbank, ſondern das amerikaniſche
An=
leihekonſortium dieſe Differenz. Einen weſentlichen Einfluß auf die
Tendenz übte die ſich ſchon geſtern bemerkbarmachende Erleichterung des
Geldmarktes aus. Tagesgeld war mit 6—8 %o, für erſte Firmen ſogar
mit 5 % angeboten. Monatsgeld bleibt dagegen unverändert mit 8 bis
9 % ſteif. Warenwechſel 71/, 0. und darüber. Zu den erſten Kurſen lagen
einige Verkaufsorders vor, die jedoch von der Spekulation, die weiter
Deckungen vornahm, glatt aufgenommen wurden. Neben Abſchwächungen
von 1—2 %, bei Chade und Spenska von 3—4 Mk., ſind überwiegend
Beſſerungen von 1—3 %o zu verzeichnen. Lebhafter umgeſetzt wurden
Spritwerte, beſonders Schultheiß auf die ſchon ſeit längerer Zeit
kur=
ſierenden Gerüchte einer Kapitalserhöhung. Der Kurs zog um über 7 %0
an. Auch Elektrowerte, beſonders Bergmann, mit einer 4 %igen
Steige=
rung, allgemein angeregt. Ausländer bei kleinſtem Umſatz wenig
ver=
ändert. Am heimiſchen Rentenmarkt lagen Goldwerte zum großen Teil
wieder im Angebot, Liquidationspfandbriefe und Anteile uneinheitlich,
doch überwiegend nachgebend, Roggenpfandbriefe 5—7 Pf. ſchwächer.
Am Deviſenmarkt herrſchte im Zuſammenhang mit der Erleichterung
des Geldmarktes Nachfrage, die Mark war daher leichter, das engliſche
Pfund und Spanien feſter. Im Verlaufe wurde die Haltung freundlicher,
die Börſe wollte wiſſen, daß die Schlichtungsverhandlungen einen
gün=
ſtigen Fortgang nehmen, die Außenhandelsbilanz rief eine gewiſſe
Be=
friedigung hervor, auch der unverändert gebliebene Diskontſatz der Bank
von England trug zur allgemeinen Befeſtigung bei. Die Kurſe konnten
gegen Anfang auf allen Gebieten durchweg mehrere Prozente gewinnen.
Privatdiskont unverändert 67/,% für beide Sichten.
Die Börſe ſchloß feſt. An der Nachbörſe ſetzten ſich die Steigerungen
noch fort, daß im Spätverkehr die höchſten Tageskurſe erzielt wurden.
J. G. Farbeninduſtrie reichten mit 284 ½ an ihren günſtigſten Stand
aller=
dings nicht heran. Es beſtand in Börſenkreiſen die beſtimmte Erwartung,
daß der Braunkohlenſtreik beigelegt werde, obwohl über die heutigen
Verhandlungen bisher noch nichts bekannt iſt. Man nannte u. a. Ver.
Glanzſtoff 633, Bemberg 490½, Mannesmann 1581),, Harpener 1921/,,
Gesfürel 292, Siemens 281, AEG. 171, Bergmann 203½, Hapag 14534,
Lloyd 147, Damatbk. 218, Neubeſitzanleihe 14,75, Altbeſitzanleihe 51,70.
Aſchaffenb. Zellſtof
Augsb. Nürnb. Maſch.
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Gelſenk. Berg..
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen. . .
Han. Maſch.Egeſt. . ..
Hanſa=Dampfſchf. ..
Die Reparationsſachlieferungen
im September 1927.
Für Frankreich haben im Monat September 244 Sachliefewungs,
verträge über insgeſamt 39,9 Millionen Reichsmark die
Genehmigum=
erlangt. Mit dieſer Summe ſtellt ſich der Wert aller ſeit dem Inkraf”
treten des Dawesplanes bis zum Ende des Monats September Fir
Frankreich genehmigten Sachlieferungsverträge (außer über Kohle und
Farbſtoffe) auf 672,9 Millionen Reichsmark.
Gegenüber den Sachlieferungsabſchlüſſen im Monat Auguſt hon
rund 120 Millionen weiſt der Monat. September ein Abſinken um mehr
als Zweidrittel auf rund 40 Millionen auf. Dieſe Zahl iſt jedoch immer
noch faſt doppelt ſo hoch, wie die Durchſchnittsbeträge der Monate
Januo=
bis Juli 1927.
Für Belgien ſind im Monat September 1927 156 Verträge übe
3,4 Millionen Reichsmark (außer über Kohle und Farbſtoffe) genehwiagt
worden. Hierdurch erhöht ſich der Wert aller ſeit dem Inkrafttreten de
Dawesplanes bis zum Ende des Monats September genehmigten
belgiſchen Verträge auf 116,7 Millionen Reichsmark.
Die Preisbewegung von Hülſenfrüchten.
Die Preisnotierungen für ſämtliche Erbſenſorten waren an der
Berliner Produktenbörſe im Frühjahr etwas gegen den Winter zurück.
gegangen. Im Frühſommer war dann ein leichtes Anſteigen zu
verzeich=
nen, und erſt mit dem Herauskommen der neuen Ernte ſanken die Preiſe
A
19. 10.179.— 20. 10 184.— 1Hemoor=Zement. . . 19 10
224.— 120. 10
1226.25 125. 129.25 Hirſch Kupfer. 108. 105.— 32.5 31.— Höſch Eiſen. 157.75 161.75 Hohenlohe Werke. 19.30 19.5 64.— 64.25 Kahla Vorzellan.. 97.— 97.— 172.— Lindes Eismaſch.. 14725 148 — 153.5 154.— Lingel Schuh. . . —n0.— 67.625 190 189.75 Linke u. Hofmann: 103.25 104.5 18. Loewe u. Co. .. 262.— 77.— 80.— C. Lorenz.... 118.— 118.— 136.5 139.25 Niederlauſitzer Kohle
Nordd. Gummi. 158.25 160.— 74.5 74.— Orenſtein. . . 125.25 126.5 107.— Rathgeber Waggon:
Rombacher Hütten.. 80.75 80.— 133.— 134.3751 Roſitzer Zucker. . .. m.- 72.5 166.5 170.75 Rütgerswerke ... 85.5 87.25 281.25 284.— Sachſenwerk ... 112.25 113.5 106.— 106 5 Sächſ. Gußſtahl. 145.— 145.— 45.— 45.— Siemens Glas... 150.— 151.— — Ver. Lauſitzer Glas. 123.5 124.— 290 — 295.— Bolkſtedter Porzell. 45.— 45.— 153.— 1565 Beſtf. C. Langendreer — 85.— 85.— 1. WittenerGußſtahl. . 44.— 50.— 221.— 220.25 I. Banderer Werke. .. . 226.— 226. —
Deviſenmarkt.
19. 10. 20. 10. 19. 10. 20. 10. Geld / Brief / Geld / Briefl Geld / Brie// Geld. Brief Helſingſors. . . /10.525 10.545 10.542/10.562)IItalien .. 2.s55le2.895l22.885/22, 325 H16.40 16.44 f16.425/16.465 80.62 180.78 80.711 80.87 73.10 73 24 73.17 73.311Spanien. 71.681 71.82/ 71.99/ 72.13 3.024/ 3.030 3.027/ 3.033/ Danzig .. st.27/ 81.431 81.42/ 81.58 7168.08/168.42 168.31/168.65ſ Japan.. 1.943/ 1.947 1. 945/ 1.949 Juog.271 10.19 110.081110.281 Rio de Janeiro 0.50 151.503510.50 150.5035 Kopenhagen. 112,05/112.27 112.19/112.41 Jugoſlavien. T.368 7.3821 7.373/ 7.387 12.56 1 12.78 112.71112 931 Portugal .. 20.73/ 20.77 20.78/ 20,82 1e0.358 20.398 20.363/20.423) Athen ....." 5.5941 5.606/ 5.594 5.606 z.17904 1870 4.1835/4.1915/Kanada.... 4.184/ 4.192/ 4.186/ 4. 194 4.216/ 4.2201 4.216/ 4.224 Budapeſt ...
Stockholm..
London.. . .
Miag, Mühlenbau= und Induſtrie A.=G., Frankfurt a. M. Der Kurs
147,5, Mannesmann 158,75, Phönix 107,75, Rhein. Braunk. 237, Rhein= der Aktie liegt ſeit Monaten auffallend an den bisherigen
Jahreser=
u. Halske 282, Südd. Zucker 134, Zellſtoff Waldhof 300, Aſchaffenburg Gebrauch gemacht, jedoch ziemlich ſtarke Aktienbeträge davon wieder an
185. Im Abenddeviſenverkehr lag die Reichsmark gegen mittag be= den deutſchen Börſen abgegeben. Seit einiger Zeit wird nun keine Option
nach das Beſtreben der Verteilung von mindeſtens wieder 10 % für
im Auguſt etwas herunter. Dieſe Preisſenkung hat jedoch nicht angehalte
vielmehr haben die Preiſe in ſtetiger Steigerung heute bereits wiede
reichlich den Preisſtand des Frühjahrs erreicht, und die
Aufpärsbe=
wegung ſcheint noch nicht abgeſchloſſen zu ſein.
Bei Lupinen ſind die Schwankungen geringer; Ende Auguſt ſetzien
die Notierungen aus und haben erſt bei den blauen Lupinen im Septem
ber wieder in ziemlich unveränderter Preislage begonnen. Gebbe 20
pinen ſind noch nicht wieder auf dem Markt.
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbörſe vom 20. Oktober. Mit Ausnahw im
Hafen, Futtergerſte und Mais waren an der Produktenbörſe NAeſt
auf der ganzen Linie abgeſchwächt. Man verlangte für die M60
ohne Sack, waggonfrei Mannheim, in Reichsmark: Weizen, in. R—M
ausl. 29—31¾, Roggen, inl. 25—R½, ausl. 25½—25½, Hafe. A.
91½—B, ausl. 24½—25½, Braugerſte aus Baden, Heſſen ud Mut
temberg 26—38½, aus der Pfalz 27—30, Futtergerſte 22—24, Mad mt
Sack 19½—19½, Weizenmehl, Spez. 0. 38½, Weizenbrotmell 34/
Roggenmehl 34—36, Kleie 12½4—1234.
Frankfurter Getreidebörſe vom 20. Oktober 1927. Die
Geteide=
börſe lag ruhig, konnte ſich jedoch von ihrer ſchwächeren Stimmung der
letzten Tage noch nicht erholen. Weizen mittlerer Qualität und beſie
Qualität um je 25 Pf. niedriger. Sonſtige amtliche Preiſe noch
uer=
ändert. Weizen (je 100 Kilogramm) Weizen: 1. gut, geſund, trocken ud
auswuchsfrei 26, dito geſund, trocken mit vereinzeltem Auswuchs 24,0
3. geringerer Beſchaffenheit, bis 23 % Feuchtigkeit 22,50—24, Rogge
24,75—25, Sommergerſte 26—28, Hafer 22,50—24, dito ausländ.
24,50—25, Mais 19, Weizenmehl 38,25—38,50, Roggenmehl 34,/250
34,75, Weizenkleie 12,50, Roggenkleie 13,50.
Nochmals Anderung der Weizennotierungen an der Frankfurte
Getreidebörſe. Der Vorſtand der Frankfurter Börſe, Abteilung Getreide,
hat beſchloſſen, unter Aufhebung der ſeit Montag, den 3. Oktober 190
in Geltung befindlichen Notierungsform mit Wirkung ab Montag, deu
24. Oktober 1927, für das Erntejahr 1927/28 Weizen wie folgt amtich
zu notieren: 1. Weizen, gut, geſund, trocken mit Auswuchs bis zu 10
2. Weizen, geſund, trocken, mit Auswuchs bis zu 3 %a; 3. Weizen, 9”
ringerer Beſchaffenheit mit 23 %0 Feuchtigkeit. Gleichzeitig ſind Nicht
linien für die Arbiter und Schiedsrichter zur Beurteilung von Qualität”
mängel aufgeſtellt worden.
Mane
a) Deutſche
D. Reichsanl. Abläſ=
Schuld eirf.Gl.
Ausloſ.=Sch. I. Zeill
„ II. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine ...
42 Dk. Schutzgeb.=
Anl. .... ... ....
b)Ausländiſche
5% Bos. E.B. 1914
5% L. Inv. 1914
4½% „1898 ....
4½% „ 1902 ...
4% Bosnien ...
5% Bulg. Tabak. 02
4½%Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 14
4I. 70 Oſt. Silberr.
47
Goldr. ..
4% Oſt. Goldrente
lt. Innsbr. Abk.
4% „einh. R. (k.)
—
3% Port. (Spz.) III
52Rum.am. R.08
4½%„Gold. 13..
4% „am.kon.
1% am.05
12Türk. (Adm.) 03
1% (Bagd.)
1% (Bagd.) II
1285 — unif. 1903
12 „ 1911 Zoll.
51.5
14.6
8.25
36.25
18.275
4.3
5.6
30.5
2.6
9.9
1681
5.775
5.75
8.5
15.5
½% Ung. St. 1913
s% „ „ 1913
(lt. Tnnsbr. Abk.)
½% Ung. St. 1914
1% Ung. St. 1914
(ſt. Innsbr. Wbk.)
7a Ung. Goldr.
13
25.1
22.75
28
148 Ung. Gobr.
(t. Innsbr. Abk.
42o Ung Staatsr.
v. 10 .........
48Ung. Kronr. . ..
3% Ung. Eiſ, Tor .
Außereuro=
päiſche
5%Mex.am. in. abg.
5% - äuß. 99
4% — Goldo4ſtf.
3% „ konſ. inn. ..,
4½%, Irrigat. .„
5% Tamaulipas I,
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bk. 6. /105.5
18% „„
6% Berl. St. Gold
82 Darmſt. St.=G.
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.
7% Dresb. St.=G.
Lo Frkf. St.=G...
8% Frkf. Hhp.=Bk.
Goldpfbr. . .. . . 100
720 Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
5% Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
320 Frkf. Pfbr. B
Goldpfbr.
Frkf. Goldpfbr.
2 Frrf. Pfbr.=Bk.)
Goldpfbr.
50 Frkf. Pfbr. Bk.
Goldpfbr.
77 H.=St.=
Gold=
anl. . ...."
8% Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr.
20 Heſſ. Land.=Bk.
Goldpfbr. . ..
3oclöchn.=Werk.26
24.3
34.25
„1100.5
87.5
96.5
100
96.5
92.5
—
89.25
84
96
90.5
98
96.5
92
75.75
98.75
96.25
96.5
10%Komm.Glektr.
Mark (Hagen)
Goldobl. ....."
8% Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe I
8% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II
8SOdwgshf. Stadt=
Goldanl..
7%M. KraftHöchſt
8% Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G.
6% Mannh. St.=G.=
7% M.=Stahlw. 27
8%0 Naſſ. Ldb. Gold 11
82 Nbg. St. Gldal.
8% Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr.
7% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr. .. . .."
6% Pfälz. Hyp.=Bk
Goldpfbr. . ....
8% Pforzh. St.=G.
8% Pirmaſ. St.=G.
8% Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr. 100
80 Pr. Centr.=St.=Goldpfbr. 1
7% Pr. Centr.=St.=Goldpfbr. 97
8%Rh.=Ghp.=Bk.
Goldpfbr. .... / 99
½% „„Lig. Pfb.
ſo „ „Anteilſch.
LRh. Stahlw.
10%Rh.=Weſtf.B.
Cr.=Bk. Goldpf.
Rcn.4t
Goldpfdbr.
7% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHhp.=Gld.. mit Option
79 V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHht.=Gd.. ohne Option
La Viag(V. Ind.
unt. Bln.) 27.
Aee
95.5
82
90
102
99.5
96
90
95
100
96
91
75
48.75
104
99
94
94
23
18%BoigteHäffner
Goldobl. ......
8W Württbg. Hhp.-
Bank Goldpfbrf.
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6%Großkr. Mannh.
Kohl. 23 ...."
6%Heſ.Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen ..... 23
5% Pr. Kaliw. ...
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B. 6
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe.
Bahr. Vereinsb. ..
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hhp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk. .
Frrf. Pfandbr.=Bk.!1
Hamb. Hyp.=Bk.
Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hhp. Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B. Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein.Hhp.=B.
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.. ..
Württ Hyp. Bk. ..
Staatl. od. prov.
garantiert
Heff. L.=Hyp.=B...
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau. Ldsb. ...
9.75
12.62
13.9
8.25
14.5
16.325
12.1
Obligationen v.
Transportanſt.
4% Eliſ.=Bahn ſtfr.
48 Galiz. Carl=
Lud.=B.
zOſt. Sd. /L.)ſtf
11.15
4.1
39
K
2,60 Neue „.
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b. 8.E. ..
zöſt. So Nes
3½ RaabOebd. 83
„ 31
97
48 Rud. Silber.
420 Rud. (Salzkg.)
4½%Anat., S. I
%0 Anat.. S. II
% Anat., S. III
3% Salon.Monaſt.
5% Tehuantepee.
Do
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . .
Bad. Bk. ..... . .
Bk. f. Brauind. . .
Barmer Banko. . .
Bah. Hyp.=Wchſ. 1158.5
Berl. Handelsgeſ..
Comm.u. Privatb.
Darmſt.u.Nat.=Bk. 219
Deutſche Bank ...
D. Eff.u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.,
D. Vereins=Bk. ..
Disk.=Geſellſch.
Dresdener Bk.
Frankf. Bk.
Frankf. Hypth =Bk.
Frkf. Pfdbr. Bk.. . . 139
Gotha. Grundkr. Bk.
Lur. Intern. Bank.
Metallbank.
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk. . 1178
Pr. Bd.=Creditbank 125
„ Hyp.=Akt.=Bank 1
Reichsbank=Ant.
Rhein.Creditbk.
Rhein=Hyp.=Bk. ..
Südd. B.=Creditbk.
21.
21.5
17.5
16.5
4u5
170
1791I,
138
236
169.75
158.25
128.5
102
151.5
156
124
1140.5
7.55
11351,
226
140
169
*32.5
156
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Buderus.. ..
Sſchw. Bergw. ..
Gelſenkirch.Bgw.
Harp. Bergb.
Iiſe Bergb. St.
„Genußſchein ...
Kali. Aſchersleben
Kali. Salzdetfurth. /240
Kali. Weſterregln.
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte) 146
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder ..
Oberbedarf ..
Otavi=Min.=Ant. .
Phönix=Bergb. ...
Rhein,Braunk. ..
Rhein. Stahlw.. ..
Riebeck Montan. .
SalzwerkHeilbronn
Tellus Bgb.. .. !:
Ver. Laurahütte.
Ver. Stahlwerke . . 120.5
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.)/271
Henninger . ...... 183.25
Hereules, Heſſiſche 11
Löwenbr.=Münche
Mainz. Aktienbr. 245
SchöfferhoffBind.)
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg 1
Berger .........!1
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh
Adlerw. (v. Kleher)!;
6%E. A. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vzg. B.
A. E. G. Stamm .. .!
Zad. Maſch. Durla
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin .
Baſt Nürnberg ..."
./103,
145
191
1228
115. 5
175.25
158
1120
37.75
106.5
236
193
180
122.25
148.25
314
176
175
175
166
100
84
19
170.5
155
7
31.5
e
Mit Kce
Beck & Henkel ...
Bergmann El ..."
Bing. Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang
Cement. Heidelb. .."
Cement. Karlſtadt
Cement. Lothr. . ..
Chem. Albert . ....
Chem. Brockh.
Chem. Milch ...
Daimler=Benz A. G.
Dt. Eiſenhandel. .
Deutſche Erdöl ...
D. G. u. Silb. Scheid./
D Linoleumw. Bln.
Dingler, Zweibrück.
Dresd. Schnellpr.
Dürkoppw. (St).
Dürr. Ratingen ..
Dhckerhoff & B.
Eiſenw. Kaiſersl.. .
E. Licht u. Kraft. s
El. Lieferung ....11
Elſ. Bad. Wolle ..!
Email. Ullrich ....
Enzinger Werke ..
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn. /2
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens.
Farbenind. J. G.. 12
Felten & Guilleau. 1
Feinmech. (Jetter)
Feiſt, Sekt.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof ..1111
Frkf.=M. Pok. u. W. 63.25
Geiling & Cie.
Goldſchmidt, Th 1
Gotha Waggon
Gritzner. Maſch. ..!
Grün & Bilfinger. 1
Hafenmühle Frkft. /1
Haid E Neu
dammerſen
Hanfw. Füſſen. .. 1
Hanſa=Llohd, Br..
Hartm. & Braun.
72
120 25
130
Hehligenſtaedt.
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer....
Hoch=Tief Eſſen...
Holzmann .......
Holzverk. Ind.. . ..
6ydrom. Breslau
Fnag ......"
JunghansSt.
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch..
Karſtadt. N.
Klein, Sch eBecker
Knorr, Heilbronn
Konſerv. Barun ..
Krw. All=Württbg
Krauß C Co.
Lahmeher ..."
Lech, Augsburg ...
Lederw. Rothe.
Lederw. Spicharz.
Lingel Schuhw..
Löhnberg. Mühle.
Ludwigsh. Walzm.
Lüdenſcheid. Metall
Mainkraft Höchſt
Mars=W. Nürn berg!:
Metallgeſ. Frkf.
Miag. Mühlenb.
Moenus, Stamm.
Motorenf. Deutz ..
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Reckarſ. Fahrz. 1
Neckarw. Eßlingen 1
Beters Union ....1
Pfälz. Näh. Kahſer
Philipps
Porzellan Weſſel.
Rein. Gebb. &Schall1“
Rhein. Elektr.
11.
Rhenania, Kunheim!
Rütgerswerke.
Schneid. & Hanau.
Schnellpr. Frank. 87.75
Schramm Lackfr. 1123
Schriftg. Stemp. 130
Schuckert Elektr. 1191.6
Schuhfbr. Beſſel.
Schuhf. Herz...
20
80.21
53
Schultz, Grünlack
Seilind. Wolff. ..
Siemens Glas ..
Siemens & Halske.
Südd. Immob.
Südd. Zucker=A.=G./1
Thür. Lief. Eotha .
uhren Furtwängl.
Unterfr. Kr.=El.=V.)=
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
Ver.d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſel.
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg.
Ultramarin ....
Zellſtoff Berl. ...
Vogtl. Maſch. . ...
sIBoigt & Haeffner.
Bolthom Seil „ 6075 8
Wahß & Frehtag.
Begelin Rußfbr. 1146.5
Zellſt Aſchaffenbg. 1184.25 8
Zellſt. Memel...
Zellſt. Waldhof ... /292
Bucker f. Rheingau
Transport= und
Berſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorz.
A. Dt. Eiſenbahn.
A. Lokalb, u. graft.)
Dt. Eiſenb.=Geſ. 139
Schantung E.B:
Südd. Eiſenb.=Ge
Hapag
MNordd. Llohzd.
Frkft. Allg. Verſ.
Frankonia Rückv., 116
Darmſtädter Werte
Bahnbedart.
Dampfk. Rodberg
Helvetia Konſ..
Gebr. Lutz ...
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder ..
Benulethc Ellenb.
151.5
144.75 6
99.5
140
146258
147
2=
[ ← ][ ][ → ]ummer 292
Freitag, den 21 Oktober 1927
Geite 17
Mfurter Häuteaktion vom 20. Oktober 1927. Die Frankfurter
är mction, die heute in der Loge Einigkeit ſtattfand, hatte ſich eines
hrrten Beſuchs zu erfreuen. Infolge der auf der Auktion in Köln
zime SPreiſe war die Stimmung für Kalbfelle eine recht gute und ſie
rzimen eine Preisſteigerung bis zu 8 % gegen den Vormonat. Für
ſchſhrll= wurden Halb= und Ganzwolle bis zu 5 % mehr bezahlt als
i Arwnat. Der kleine Poſten leichte Großviehhäute ging mit 10 N
Zeſſthen ab, während die folgenden ſchwereren Ochſenhäute Aufſchläge
ong=5 L. gegen den Vormonat erzielten. Die Stimmung war eine
ſchun lmfte und es zeigte ſich überall eine rege Kaufluſt.
C Gufjehhäute v. K.: Rinder 30—49 Pfd., 1,10:/,—1,16, 50—59 Pfd.
06XT7 60—79 Pfd. 1,10:/.—1,17¾, 80—99 Pfd. 1,13:/.. Ochſen
L—Afd. 97,5, 50—59 Pfd. 1,02—1,10, 60—79 Pfd. 1,02—1,09½),
—Mfd. 1,01¾½—1,06¾, 100 Pfd. und mehr 1,05½/.—1,08. Kühe:
—— 18fd. 95—1,02:/,, 50—59 Pfd. 1,01—1,08½, 60—79 Pfd
OA1S‟, 80—99 Pfd. 1,13—1,14½. Schaffelle: vollwollig 73:/
niſ- 70,5—77, kurzwollig 57, Blößen 57 Lammfelle —, Schuß
ISfelle v. K. bis 9 Pfd. rot 1,66—1,80½, ſchwarz 1,36—1,461/
Bfd. rot 1,44—1,50, ſchwarz 1,31:/.—1,37, Freſſer 1,30½,
Metallnotierungen.
Brrliner Metallnotierungen vom 20. Oktober 1927 ſtellen ſich
ſr. Elektrolytkupfer 126½; Remelted Plattenzink 47—48;
Ori=
nalt tenaluminium 210, dito in Walzen 214; Rein=Nickel 340—350;
ntiſön egulus 89—92, Silber in Barren 77—78.
Deicntlichen Preisfeſtſetzungen im Metallterminhandel vom
) . EſEbar 1927 ſtellen ſich für Kupfer: Januar 113 (113:/,); Februar
3:// 18½): März 113½ (113¾); April 113¾ (113½4); Mai 113 ¾
14)Mtn-i 114 (114); Juli 114 (1141).); Auguſt 114 (114½); Septem=
1MM(r 14½); Oktober 112½ (113); November 112¾ (112¾);
De=
mhbel3 3—112¾, 112¾ (113). Tendenz: ſtetig. Für Blei: Januar
)Februar 42:/, (42¾); März 42½ (42½4); April 42½ (42½);
M43); Juni 42½ (43); Juli 42¾ (43); Auguſt 43 (43); Septem=
RNM.); Oktober 41¾ (42½): November 42 (42); Dezember 42
Eſkmdenz: ruhig. Für Zink: Januar 53¾ (54); Februar 53½
2r. 53½ (54); April 531/, (53¾); Mai 53:/, (53½); Juni 531/,
ZIrli 53:/, (531/.); Auguſt 53 (53½).); September 53 (531/,);
5!. (55); November 54 (54¾): Dezember 54 (54½). Tendenz:
Di ſetekallnotierungen an der Londoner Börſe vom 20. Oktober 1927
lenphffür Kupfer (Tendenz: unregelmäßig): Standard per Kaſſe
z— 3 Monate 557/.——‟, Settl. Preis 55½; Elektrolyt 62½—¾
ſtetKd 61¾—63: Elektrowirebars 62¾; für Zinn (Tendenz;
igfllsrandard per Kaſſe 2641/.—½, 3 Monate 260/—61:/,, Settl.
ish4½; Banka (Inoff. Not.) 276½; Straits (Inoff. Not.) 271;
Aß))(Tendenz: willig): ausländ, prompt 207,, entft. Sichten
„rettl. Preis 207,; für Zink (Tendenz: willig): gewöhnl. prompt
vaNt. Sichten 261), Settl. Preis 27. — Inoffizielle
No=
ruſſeir: Queckſilber 22½, Wolframerz 12¾, Weißblech 177/s.
Amerikaniſche Kabeinachrichten.
* Chicago, 20. Oktober. (Priv. Tel.)
Weizen: Die Termine gingen am heutigen Markt wieder erheblich
zurück, da die ſchwache Haltung der weſtlichen Märkte und wohltuende
Regenfälle in Auſtralien verſtimmten. Nach vorübergehender Erholung
auf den erhöhten Mehlabſatz wurde die Haltung erneut ſchwach auf
Realiſationen.
Mais: Auch die Maispreiſe waren rückläufig. Nach ſchwacher
Er=
öffnung ſetzte eine vorübergehende Erholung ein auf eine Zunahme des
Exportgeſchäfts. Gegen Schluß wurde die Haltung wieder ſchwach auf
günſtige Ernteſtandsberichte aus Nebraska und Oklahoma.
Roggen: Die Termine konnten teilweiſe eine Kleinigkeit anziehen
auf beſſere Exportnachfrage, kleine Zufuhren und Deckungskäufe.
Hafer: Die Preiſe erfuhren einen leichten Rückgang, obwohl der
Handel und die Kommiſſionskäuſer Käufe vornahmen.
* New York, 20. Oktober. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Die Baumwollpreiſe erfuhren heute einen weiteren
Nückgang von 46—54 Punkten auf die niedrigeren Liverpooler Kabel
und Hedgingsverkäufe ſüdlicher Firmen und im Einklang mit
ungünſti=
gen Berichten vom Kurzwarenmarkt.
Kaffen: Die Preiſe zogen auch heute wieder ziemlich erheblich an,
da die europäiſchen Firmen und die Kommifſionshäuſer auf die
Feſtig=
keit der braſilianiſchen Märkte Käufe tätigten.
Zucker: Die Tendenz war uregelmäßig, doch hielten ſich die
Kurs=
ſchwankungen in engen Grenzen, da der Handel die weitere Entwickelung
in Kuba abwartet.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago vom 20. Okt.:
Getreide. Weizen: Dez. 125½, März 128½, Mai 130½: Mais:
Dez. 83½, März 87½, Mai 8934; Hafer: Dez. 45¾, März 4778,
Mai 48½; Roggen: Dez. 95¾, März 98, Mai 98½4.
Schmalz: Okt. 12,46, Dez. 12,50, Jan. 12,77½.
Fleiſch: Okt. 12,25, Dez. 12,20, Jan. 12,60; Speck, loko 12,37½,
leichte Schweine 10,60—11,55, ſchwere Schweine 11,00—11,80;
Schweinezufuhr: Chicago 26 000, Weſten 90 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York vom 20. Okt.:
Getreide: Weizen Nr. 2: rot 145½, hart 136½; Mais: neu
ank. Ernte 92½; Mehl: ſpring wheat clears 6,65—7,00; Fracht:
nach England 2,6 bis 3,9 Schilling, nach dem Kontinent 10 bis
12 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 13,15; Talg: extra 9.
Kakav. Tendenz: ſtetig; Umſatz in Lots: 99; Loko: 15,00;
Oktober 15,20, November 14,82, Dezember 14,37, Januar 14,30,
Februar 13,95, März 13,99, April 14,00, Mai 14,08, Juni —,
Juli 14,73.
Viehmärkte
Mannheimer Kleinviehmarkt vom 20. Oktober. Dem Kleinviehmarkt
waren zugeführt und wurden die 50 Kilo Lebendgewicht je nach Klaſſe
gehandelt: 92 Kälber 62—80, 80 Schafe 42—48, 215 Schweine 67—72,
639 Ferkel und Läufer: Ferkel bis 4 Wochen 7—13, über 4 Wochen
14—17, Läufer 18—24; Marktverlauf: Kälber ruhig, langſam geräumt,
Schweine ruhig, Ueberſtand; Ferkel und Läufer ruhig.
Kleine Wirtzchaftsnachrichten.
Dio Reichsbank hat beſchloſſen, in Zukunft bei Goldankäufen nur
den im Bankgeſetz vorgeſehenen Satz von 2784 RM. zu vergüten.
Die Commerzbankanleihe, deren Auflegung bereits zunächſt auf
Montag, dann auf Mittwoch dieſer Woche verſchoben wurde, dürfte nun
erſt anfangs nächſter Wochr zur Zeichnung in New York aufgelegt
werden.
Die Verkaufsſtelle des Kupferblechſyndikats in Kaſſel hat den
Grundpreis für Kupferblechfabrikate wit Wirkung vom 2. Oktober auf
179 RMM. pro 100 Kg. feſtgeſetzt. Letzter Preis am 17. Oktober 180 RM.
Die „Journée Induſtrielle” teilt mit, daß die Verſammlung der
Mafchüinendrahtkartelle, die am 19. Oktober in Brüſſel zuſammentreten
ſollte, ven neucm verſchoben worden ſei und daß ſie in Düſſeldorf
ſtatt=
finden werde.
Am Montag, den 24. Oktober, wird die Zeichnung auf 60 Mill. hfl.
Schatzſchuldverſchreibungen und 4prozentige Schatzſcheine des
niederlän=
diſchen Staates eröffnet.
Die Verkäufe ſchwediſchen Holzes belaufen ſich bis jetzt auf 900000
Standards, die Verſchiffungen bis Ende September erreichen 705 000
Standards gegen 583 000 Standards im gleichen Zeitraum des
Vor=
jahres. Der geſamte Holzexport Schwedens wird in dieſem Jahre auf
975 00 Standards geſchätzt.
In einer i Warſchau abgehaltenen Sitzung des Syndikates,der
pol=
wiſchen Giſenhütten wurde bereits die Verlängerung des
Syndikatsver=
trages über den bisherigen Endtermin, den 1. Juni 1928, hinaus
be=
ſprochen. Weiter wurde die Uebernahme der Regelung des Exports
durch die Syndikate beſprochen.
Der in Paris aufgelegte Teil der polwiſchen Anleihe iſt überzeichnet
worden.
Die gegenwärtigen Auslandsſchulden Polens betragen unter
Ein=
rechnung der neuen Anleihe insgeſamt 439 Millionen Dollar.
Es iſt davon die Rede geweſen, daß neue Kredite an Sowjetrußland
auf Grund einer Reichshaushaltsgarantie in Ausſicht ſtänden. Wie
mit=
geteilt wird, entbehrt dieſe Nachricht jeber Grundlage.
Die Angentur Indo Pacific meldet aus Tokio: Eine große ruſſiſche
Perſönlichkeit hat am 19. Oktober Wladiwoſtok verlaſſen. Sie begibt
ſich nach Japan, um über den Ankauf von Reis und über andere
japa=
niſche Unternehmungen in Sibirien Verhandlungen zu führen.
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Seite 18
Freitag, den 21. Oktober 1922
Nummer 292
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K4
Wir haben uns entschlassen unsermn verehrten Publikum
nun die Spitzenfilme der Weltproduktion zu zeigen.
EEsochEM Siß Uns
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HellPRlEtE
Ab Freitag, 21. Oktober
Reinhold Schünzel
in seinem neuesten Lustspiel-Schlager
„Ub immer Treu
und Redlichkeit!“
Hierzu:
„Die Grodstadt locht”
Enthüllungen aus dem Nachtleben
der Großstadt.
Romanze des Films. — 3. Teil
„Gibt es das wirklich im Theater?” fragte die junge Dame. „Ich glaubte, das gäbe es
nur im Lichtſpielhaus.”
„Kommen Sie — dort drüben iſt die Promenadenſeite.”
Während die beiden über den Fahrdamm gingen, ſagte der Herr: „Ich habe einmal
Alexander Moiſſi auf der Bühne geſehen. Er ſpielte in einem Stück, deſſen Titel mir entfallen
iſt. Stellen Sie ſich bitte folgende Szene vor: Moiſſi blickt zum Fenſter hinaus, lange; offenbar
ſieht er etwas Erſchütterndes. Dann wendet er ſich um und ſagt: Der Atna dort drüben ſpeit
Flammen. Brennende Lava wälzt ſich gegen Catania.” Sie dürfen es mir glauben: das ganze
Theater fühlte und ahnte bei dieſen Worten den feuerſpeienden Berg.”
Die Dame warf einen Blick auf den Eingang des Kinopalaſtes, deſſen gedämpftes Licht
verheißungsvoll durch die bläuliche Dämmerung ſchimmerte. „Wenn ich im Kino”, ſagte ſie,
„einen Film ſehe — etwa wie den Chang” —, der mich in die Dſchungeln Indiens führt, ſo
bedarf ich keines Schauſpielers, der mir die Lebensgefahren der Wildnis ſchildert. Ja: alles,
was nach „Schauſpieler” ausſieht, würde die Wirkung nur beeinträchtigen. Denn: im Film erlebe
ich den Kampf der Wildnis gegen die Ziviliſation — die Urfehde zwiſchen Tier und Menſch; vor
meinen Augen fallen Tiger und Leoparden die geänſtigten Herden an — und ich ſelbſt ſehe mich
unter den zitternden Menſchen, über deren Köpfe die Herde der wildgewordenen Elefanten —
hinwegtrampelt. Das Theater vermittelt das Leben — der Film iſt das Leben.”
Der Strom der Promenierenden trennte einen Augenblick die beiden; der junge Doktor
benutzte die Pauſe, um Mut zu neuem Kampf zu ſchöpfen.
„Ich war einmal in einem Londoner Theater. Der erſte Akt des Stückes ſpielte auf einer
Jacht, die im Atlantik kreuzte. Wollen Sie mir glauben — man hatte das Gefühl, ſelbſt auf
dieſer Jacht zu ſein. Wenn die Tür ſich öffnete, blickte man hinaus auf das wogende Meer; und
gegen Schluß des Aktes begann die Jacht im Seegang zu ſchaukeln.”
„Das Meer, das Sie geſehen haben”, antwortete die Dame, „dieſes Meer war aus Pappe,
und ein paar Theaterarbeiter waren im Schweiße ihres Angeſichts bemüht, Seegang zu erzeugen.
Im Film, Herr Doktor — im Film bin ich auf der Jacht.”
Eben zog der Doktor den Hut; ein Vorübergehender grüßte. „Wiſſen Sie, wer das war?
Das war ein berühmter Architekt, der Spezialiſt für Filmbauten iſt. Es iſt ein glücklicher Zufall,
der mir hier zu Hilfe kommt: gerade dieſer Herr hat mir oft erzählt, daß ſeine Häuſer nur
Attrappen ſind, daß nach dem Schüfftan=Verfahren ein Stockwerk gebaut und durch Vervielfältigung
ein Wolkenkratzer vorgetäuſcht wird. Nein, gnädiges Fräulein, da hört’s für mich auf: Durch
Vorſpiegelung falſcher Tatſachen will uns der Film glauben machen, daß dies das Leben ſei.”
(Schluß folgt)
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Die Frauengasse von Algier
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am Sonntag, den 23. Oktober von
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und Sonntag, den 30. Oktober von
9 bis 1 Uhr.
Innerhalb dieſes Zeitraumes können
Einwendungen gegen die Richtigkeit und
Vollſtändigkeit der Wählerliſten
ſchrift=
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werden.
Berechtigt zur Erhebung von
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wendungen ſind alle Perſonen
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lichen und weiblichen Geſchlechts die am
Tage der Wahl das 20. Lebensjahr
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rückgelegt haben, und zwar bezüglich aller
Eintragungen in die Wählerliſten.
Wer die Eintragung eines
Wahlbe=
rechtigten verlangt, muß für dieſen die
für die Wahlberechtigung erforderlichen
Nachweiſe erbringen. Werden dieſe
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Sonntag, den 23. 10. 1927, 8 Uhr abends, findet im
PERKEO (Groß-Darmstadt, Alexanderstraße) ein
Festabend gelegentlich der Preisverteikung
für die Sieger im Freiballon-Wettbewerb statt.
Direktor Deku berichtet über die Fahrt des
siegenden Ballons „Drory‟
Bienchen schildert seine Erlebnisse im
Ballon „Darmstadt‟
Anschließend KABARETT und TANZ
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Donnerstag, den 3. November 1927
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Bayrische Künstler-Kapelle
Am Freitag, den 21. Oklober 1927
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Chöre: Berth Sander
Tänze:
Manda von Kreibig
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