Darmstädter Tagblatt 1927


25. September 1927

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 266 Sonntag, den 25. September 1927. 190. Jahrgang

Ruſſiſch=franzöſiſche Spannungen.

Das Schuldenproblem.
Kredite. Paris dementiert Litwinow.
* Paris, 24. September. (Priv.=Tel.)
174 Quai dOrſay geführt, die den Kern des Gegenſatzes, den riert worden.
ſal Rakowſki, der zu der Neuaufrollung der geſamten fran=
iſſch
=ruſſiſchen Frage geführt hat, wieder etwas in den Hinter=
fund
treten ließ. Sowohl dem Außenminiſter als auch den
mäßigten und linken Kreiſen des Kabinetts lag daran, jede
unötige Verſchärfung in den Beziehungen zu Rußland zu ver=
it
Rußland, davon überzeugen laſſen, daß das Kompromiß,
hilden durch die Sowjetregierung ſehr intereſſiert iſt. Zu
inde ſowjetrufſiſche Außenkommiſſar heute gemacht hat, mit
achſichtigen Gründen der Entwicklung etwas vorgegriffen
Gn. Die Sowjetruſſen haben nämlich ein Nachgeben in
Nr Schuldenfrage von, der gleichzeitigen Ge=
tihrung
eines größeren franzöſiſchen Kredits
(ne n Franken auf 500 Millionen heruntergegangen, aber auch
bſe Forderung iſt in franzöſiſchen politiſchen und Finanzkreiſen
lden Seiten auf einen Ausgleich, der Fall Rakowfki, der lung gekommen ſei.
dan, aber inzwiſchen kam, ſcheint die Chancen auf eine Eini=
ung
ſehr herabgemindert, wenn nicht vernichtet zu haben.

Das Dementi, das vom Miniſterpräſidium mit Bezug auf
ſi Behauptungen Litwinows über die Schuldenregelung ver=
iſinalicht
wurde, hat Oel auf das Feuer der ſowjetfeindlichen
Anpagne gegoſſen. Nur der Paris Matinal gibt dabei Lit=
mov
recht und beſtätigt zugleich eine von uns ſeinerzeit ge=
achte
Meldung, nämlich, daß innerhalb der franzöſiſch= ruſſi=
ſin
Schuldenkonferenzen ein Protokoll unterzeichnet wurde, das
Urdings keine ausführende Gewalt hatte, aber den Teil der
äuge zu Papier brachte, über die bereits eine Einigung vor=
ſiden
war, vor allem über die Annuitätsziffer. Dieſes Proto=
b
ſting nur noch von der Gewährung von Induſtriekrediten an
Aßland ab, worüber aber auch in der Folgezeit keine Einigung
gelt werden konnte, ſo daß das Protokoll an und für ſich
burhin gewiſſermaßen in der Luft hing. Das hat aber nicht
lindert, daß mit Bezug auf die Annuitäten tatſächlich, wie
ſiw now behauptet hat, volle Einigung zwiſchen der franzö=
ſſen
und der ruſſiſchen Delegation geherrſcht hat.
Eklärungen der franzöſiſchen Schuldendele=
Acion zu den Verhandlungen mit Rußland.
n Ergänzung des Dementis des Miniſterpräſidiums ver=
I Delegation bei der franzöſiſch=ruſſiſchen Schuldenkonferenz.
ſen ſeitdem keine neuen Vorſchläge gemacht hätten. Zwar
in die gegenſeitigen Standpunkte einander nähergebracht wor=
ſiſche
Delegation mache ihre Vor=
. abe=

Ken. Infolgedeſſen habe die Konferenz, die Frage dieſer
löite niemals ernſtlich geprüft. Solange Rußland auf
ſeuem Standpunkt beharre, könne von einer
Ulſtändigen Einigung in der Schuldenfrage,
m Der Litwinow geſprochen habe, nicht die
de ſein. Zum Schluß erinnert die Mitteilung daran, daß
MSchulden= und die Kreditfrage nur zwei der auf dem Kon=
Unzprogramm ſtehenden Punkte und bei einer allgemeinen
Nelung zu berückſichtigen ſeien. Vor allem habe die Konferenz
PFrage der Entſchädigungen für den in Rußland enteigneten
ſtzö ſiſchen Privatbeſitz und der Schatzamtsſchulden noch nicht
enern können.
Rußlands neuer Schuldenvorſchlag.
in dem Duell zwiſchen Paris und Moskau iſt heute eine
Auſame neue Wendung eingetreten. Auf das franzöſiſche
Nenti iſt die Sowjet=Regierung die Antwort nicht lange ſchul=
gblieben
. Rakowfki hat heute dem Präſidenten der

Der Fall Rakowſki. Um die Anerkennung darauf hinweiſt, daß es ſich lediglich um die Beſtätigung des von verbundene Mittel der Selbſtbehauptung einer Welt von Fein=
lie
zariſtiſchen Schulden. Rußland verlangt auf die ruſſiſchen Vorſchläge in der Schuldenfrage kann dahin Vaterlandes ausgezogen, und mit reinen Händen hat das deutſche
Die ruſſiſch=franzöſiſchen Auseinanderſetzungen haben heute ziemlicher Verlegenheit. Der erſte Verſuch, Rakowſki auf Um= krieg zurückgewieſen, und in der ganzen Welt ſind die Worte
einer Kundgebung Litwinows und zu einer Gegenerklärung wegen loszuwerden, iſt von der Sowjet=Regierung geſchickt pa= Hindenburgs gehört worden. Noch nicht allzu lange her iſt es,
Rakowſki wehrt ſich.
EP. Paris, 24. September.
Die ruſſiſche Botſchaft hat heute ein unter dem 30. Juni an
beben. Dies erſcheint auch den nationaliſtiſchen Mitgliedern die franzöſiſche Schuldendelegation gerichtetes Schreiben veröf= ſchuldparagraphen hinwieſen und die die erſten Verſuche unter=
1ſ4 Kabinetts letzten Endes als zweckmäßig, denn auch ſie haben fentlicht, das in dem franzöſiſchen Communigus erwähnt worden, nahmen, die öffentliche Meinung in Deutſchland und im Aus=
16 anſcheinend vom Außenminiſter und von de Monzie, dem war. In dieſem Schreiben lehnte die ruſſiſche Delegation die land aufklärend zu beeinfluſſen. Damals konnte ein amerig=
eegationsführer
der Franzoſen in den Schuldenverhandlungen Schuld an den in den Verhandlungen eingetretenen Verzöge= niſcher Fournaliſt, den man für eine Aufklärung der amerig=
1ſ4 ſich in der Schuldenfrage anbahnt, durch eine neue Zu= Höhe und Anzahl der Annuitäten erzielt worden ſei. Die noch Notwendigkeit nicht einſehe, da in Deutſchland ſelbſt, ſoweit er
bitung der Beziehungen nicht erſchwert werden darf, Franr= beſtehenden Meinungsverſchiedenheiten über die erſte Annuität die Dinge überſehe, ſich niemand um dieſe Frage kümmere. Von
ch iſt zweifellos gewillt, in der Schuldenfrage mit Rußland und über die von der franzöſiſchen Delegation vorgeſchlagene deutſcher amtlicher Seite wurde in jenen Zeiten ängſtlich jede
einer Einigung zu gelangen, denn es iſt bekannt, daß das weit beſeitigt worden, daß bei einer offiziellen Wiederaufnahme tiſche Atmoſphäre nicht ſtören wollte! Diejenigen aber, welche
in zöſiſche Rentnervolk an der Anerkennung der alten zariſtiſchen der Verhandlungen ſchnell eine Einigung herbeigeführt werden der Meinung waren, daß das deutſche Volk ſeine Weltgeltung
ſter Einigung in dieſen Verhandlungen ſcheint man bisher ent= könne. Auch die Kreditfrage könne nicht als Vorwand für den nicht eher wieder erreichen würde, ſolange nicht jene ungeheuer=
ſn
den Behauptungen Litwinows noch nicht gelangt zu ſein. Stilſtand der Konferenzarbeiten herangezogen werden, da die liche Behauptung zurückgewieſen ſei, daß das deutſche Volk allin
4 Miniſterpräſidium hat die Ausführungen, die der ſtellver= Gewährung von Krediten bei den Verhandlungen als Mittel der ſchuldig an der Herbeiführung des Weltkrieges geweſen ſei, hätte
Wiederherſtellung der wirtſchaftlichen Be=iehungen zwiſchen den man am liebſten als Ultrachauviniſten beiſeite geſchoben. Dabei
merkenswerter Schärfe dementiert. Es ſteht hier nunmehr beiden Ländern bezeichnet worden ſei. Die ruſſiſche Delegation, iſt jener Kriegsſchuldparagraph des Verſailler Diktats die Be=
Alauptung gegen Behauptung. Litwinow dürſte, aber aus erwarte daher eine unverzügliche Wiederaufnahme der Verhand= gründung für alle Ungeheuerlichkeiten dieſes Verrages,
lungen.
ſchloſſen iſt, ſeine Poſition gegenüber der franzöſiſchen Regie= dieſem Kriegsſchuldparagraphen ſtehe und falle.
rung und der ſeine Abberufung fordernden franzöſiſchen Rechts=
ubängig
gemacht. Während in der eigentlichen Schulden= breſſe bis aufs äußerſte zu verteidigen. Es iſt damit zu rechnen, riſchen Veröffentlichungen und insbeſondere die Oeffnung der
ſtig: bereits im Sommer dieſes Jahres eine prinzivielle Ver= daß er, falls er dazu gezwungen ſein ſollte, noch weitere Doku= deutſchen und eines Teiles der ruſſiſchen Archive haben ihre
ſindeigung erreicht werden konnte, wurde in den letzten Wochen mente der Oeffentlichkeit übergeben wird. Wie wir erfahren, iſt Wirkung nicht verfehlt. In ſeinem Buch The Rugsian Imperial
ſtwährend über die Höhe des zu gewährenden Kredites ver= mit der bereits für die nächſte Woche angekündigten Abreiſe Conspirgen kommt der amerikaniſche Senator Robert Latham
Undelt. Rakowſki iſt von den von ihm geforderten 800 Mil= Rakowſkis nach Moskau nicht zu rechnen. Rakowſki erklärte Owen, der ſich von einem begeiſterten Anhänger Wilſons und
heute der Preſſe, Rußland wünſche nicht nur mit Frankreich,
ſu den größten Widerſtand geſtoßen. Immerhin hoffte man auf ſtändigung zu gelangen, da die Zeit für eine allgemeine Rege= trages entwickelt hat, zu dem Schluß, daß Rußland die Haupt=
Poincarés Reinfall.
* Berlin, 24. September. (Priv.=Tel.)
erfährt man aus der franzöſiſchen Preſſe, daß eine Woge der
über geht. In Wahrheit aber ſcheint doch nicht alles zu ſtimmen, nunft und Redlichkeit. Alle ſeine Artikel zielten auf
geduld ſtieg, als nachher noch ein Feſtredner dem andern folgte, nungen, Umgekehrt aber, ſollten wir bei uns endlich Schluß
und die Mißſtimmung hat ſich dann gerade entladen, als Poin= machen mit dem törichten Gerede, daß durch das Eintreten für
ſtand, und in dem Lärm ging der erſte Teil ſeiner Rede völlig Gegenteil iſt der Fall. Wir ſind davon überzeugt, daß die in
unter. Die Verſuche des Generals Perſhing, ſeine Legionäre Verſailles auſgeſtellte Behauptung von der deutſchen Schuld am
feſtzuhalten, mißlangen, ſo daß von den 1200 Teilnehmern zuletzt Kriege eine Lüge iſt. Wir ſind davon überzeugt, daß eine durch=
kaum
mehr verbergen konnte. Nach der Rede aber hat es erneut zueinander, d. h. eine wirkliche Verſtändigung, nur möglich iſt,
Verärgerung gegeben. Diesmal auf der amerikaniſchen Seite, wenn der Verſailler Vertrag in ſeinen weſentlichen Punkten
weil Poincaré eine wenig ſchmeichelhafte Darſtellung der ameri= einer Reviſion unterzogen wird. Wir ſind überzeugt davon, daß
kaniſchen Kriegsleiſtungen gab. Er ſchrieb nicht nur den Endſieg die Verſtändigung der eurot äiſchen Völker und insbeſondere ein
imlichte im weiteren Verlauf der ruſiſchefranzöſiſchen Schul= Aufmarſch und die Operationen der Amerikaner von einem fran= gleich an. Nur dann aber werden uns die anderen Völker ver=
onttroverſe
die Havasagentur eine Auslaſſung der franzöſie zöſiſchen Generalſtab geleitet worden ſeien. Zum Schluſſe ſchoß ſtehen, nur dann werden ſie an die Ehrlichkeit unſerer Abſichten
lir wird an Hand des Notenaustauſches feſtgeſtellt, daß bis ſive der Amerikaner im September 1918 von den Deutſchen zum umwunden mit unſeren früheren Gegnern ſprechen. Es mutet
ce Juli keine Einigung erzielt werden konnte, und daß die Stehen gebracht worden ſei und rettungslos ſtecken geblieben, daher ſonderbar an, wenn in der deutſchen Linkspreſſe mit Vor=
Wunder, daß unter dieſen Umſtänden die Begeiſterung der Ame= davon keine Rede, aber ſelbſt wenn dem ſo wäre, ſo muß man
Das Geheimnis einer Wienreiſe.
* Berlin, 24. Sept. (Priv.=Tel.)
Aktion von beträchtlichem Ausmaß. In Berlin erklärt man, man wünſchen, daß uns Wieberholungen ſolchet oder ähnlicher Vor=
wiſſe
davon nichts, und zu allem Ueberfluß kommt noch aus fälle erſpart bleiben. Trotzdem aber nehmen wir an, daß der
ſogar ein ausführliches Programm von den Beſprechungen und daß die ganze unerquickliche Telegramm=Angelegenheit mit der
Dortmund mit dem öſterreichiſchen Bundeskanzler Seipel ge= nislos verlaufen iſt, wie man erwartet hat, ſchon jetzt ſich ein
mit dem Außenminiſter nach Wien kommen werde, daß aber der mus liegt jedenfalls für uns kein Anlaß vor.
Reichskanzler Marr es vergeſſen hat, ſeiner Umgebung und dem
Außenmimiſter davon Mitteilung zu machen.

Die Woche.

Die Anklage, daß Deutſchland ſchuld ſei an dieſem größten
aller Kriege, weiſen wir, weiſt das deutſche Volk in allen ſeinen
Schuldenkommiſſion, de Monzie, einen neuen beſtimm= Schichten einmütig zurück! Nicht Neid, Haß oder Eroberungsluſt
ten, verbindlichen, offiziellen Vorſchlag, für gaben uns die Waffen in die Hand. Der Krieg war uns viel=
die
Schuldenregelung unterbreitet, in dem er mehr das äußerſte mit den ſchwerſten Opfern des ganzen Volkes
Litwinow erwähnten Abkommens handele. Die Note Rakowfkis den gegenüber. Reinen Herzens ſind wir zur Verteidigung des
zuſammengefaßt werden, daß Sowjetrußland für die Vorkriegs= Heer das Schwert geführt. Deutſchland iſt jederzeit bereit, dies
ſchulden 61 Annuitäten zu je 60 Millionen Goldfranken anbietet, vor unparteiſchen Richtern nachzuweiſen! Auf dem Schlacht=
allerdings
unter der Bedingung, daß Rußland Induſtriekredite feld von Tannenberg hat der deutſche Reichspräſident mit er=
gewährt
werden. Der Quai dOrſay befindet ſich demzufolge in hobener Stimme die Lüge von der deutſchen Schuld am Welt=
daß
ſolche Worte an ſo weithin ſichtbarer Stelle faſt undenkbar
erſchienen wären. Wir erinnern uns kaum noch an die unend=
lichen
Schwierigkeiten, mit denen diejenigen damals in den erſten
Nachkriegsjahren zu kämpfen hatten, die auf die verhängnisvolle
Bedeutung jenes uns in Verſailles aufgezwungenen Kriegs=
rungen
ab und legte dar, daß bereits eine Einigung über die niſchen Oeffentlichkeit intereſſieren wollte, erklären, daß er die
Meiſtbegünſtigungsklaufel ſeien in privaten Beſprechungen ſo= Behandlung der Kriegsſchuldfrage abgelehnt, da man die boli=
und kein Geringerer wie Lloyd George hatte als engliſcher
Die Veröffentlichung dieſes Briefes zeigt, daß Nakowſki ent= Premierminiſter erklärt, daß der ganze Verſailler Vertrag mit
Inzwiſchen haben ſich die Zeiten geändert. Die großen hiſto=
ſeiner
Kreuzzug=Politik zu einem unerbittlichen Nichter der
ſondern auch mit allen anderen Gläubigerſtaaten zu einer Ver= Entente und Befürworter einer Reviſion des Verſailler Ver=
verantwortung
am Kriege trägt und dabei von Frankreich aus=
giebigſt
unterſtützt worden iſt. In einem offenen Brief ant=
wortet
Paul Louis Guétant in der von dem bekannten Schrift=
ſteller
Victor Marguéritte und Armand Charpentier heraus=
gegebenen
franzöſiſchen Zeitſchrift Evolution auf Poincares
Ueber den Beſuch der amerikaniſchen Legion in Frankreich Rede von Lunsville. In ſcharfen Worten wird die Heuchelei der
allierten und eſſoziierten Mächte gegeißelt. Der Verſailler
Begeiſterung und gegenſeitigen Freundſchaft herüber und hin= Vertrag insbeſondere ſei eine Beleidigung der Ver=
Die Voſſiſche Zeitung läßt ſich von einem Mann, der die Fahrt die moraliſche und materielle Ermordung eines großen und
der Legion nach Verdun mitgemacht hat, Einzelheiten erzählen, edlen Volkes hin. Die Reviſion dieſes ſchändlichen Vertrages
die nicht gerade von unbegrenzter Harmonie ſprechen. Die ame= müſſe um der Ehre Frankreichs und der Menſchheit willen ge=
rikaniſchen
Legioräre, die den Wunſch hatten, die Schlachtfelder fordert werden! Man ſoll die Bedeutung ſolcher Stimmen
zu beſichtigen, wurden zunächſt drei Stunden auf einem Bankett ganz gewiß nicht überſchätzen, denn insbeſondere in Frankreich
feſtgehalten, deſſen Koſten ſie ſelbſt zahlen mußten. Ihre Un= handelt es ſich vorläufig wohl noch lediglich um Einzelerſchei=
cars
die Rednertribüne beſtieg. Eine wahre Maſſenflucht ent= unſer Recht die Verſtändigung der Völker geſtört werde. Das
kaum 50 Mann zurückblieben und Poincaré ſeine Verärgerung greifende Aenderung des Verhältniſſes der europäiſchen Völker
der allierten Waffen ausſchließlich der Tapferkeit der franzö= deutſch=franzöſiſcher Ausgleich eine unerläßliche Notwendigkeit
ſiſchen Armee zu, ſondern er hielt den Amerikanern vor, daß der für Europa iſt, und wir ſtreben daher ehrlich einen ſolchen Aus=
er
den Vogel ab mit der Erinnerung, daß die erſte große Offen= glauben können, wenn wir auch über die Vorausſetzungen un=
wäre
, wenn nicht franzöſiſche Diviſionen den ſtark bedrängten liebe von dem ſchlechten Eindruck geſprochen wird, den angeblich
rechten Flügel der Amerikaner herausgehauen hätten. Kein die Hindenburg=Rede in Genf gemacht hat. Tatſächlich iſt ja
rikaner für die franzöſiſchen Waffengefährten ſich ſtark abkühlte, doch ſagen, daß die ganze Verſtändigungspolitik ſehr wenig aus=
ſichtsreich
erſcheinen müßte, wenn ſie durch das Ausſprechen der
Wahrheit ernſtlich gefährdet werden könnte. Richtig ſcheint aller=
dings
, daß der franzöſiſche Außenminiſter mit Dr. Streſemann
ſich über jenes Telegramm aus Doorn unterhalten hat, das, in
Eine merkwürdige Sache hat ſich wieder einmal ereignet: In ſeiner Abfaſſung unſtreitig höchſt unglücklich, immerhin eine
Wien behauptet man, daß der Reichskanzler und der Reichs= Privatangelegenheit des Abſenders bleibt, auch wenn der Emp=
außenminiſter
die Abſicht haben, die öſterreichiſche Regierung fänger der deutſche Reichspräſident iſt. Auch wir bedauern dieſes
im Oktober in Wien zu beſuchen, alſo immerhin eine politiſche Telegramm und ſeine hichſt überflüſſige Veröffentlichung und
Genf ein Dementi des Reichsaußenminiſters. Trotzdem erhal= deutſche Reichsaußenminiſter die Gelegenheit nicht hat vorüber=
ten
die Wiener Blätter ihre Meldung aufrecht, ſie veröffentlichen gehen laſſen, ſeinen franzöſiſchen Kollegen darauf hinzuweiſen,
Feierlichkeiten, die geplant ſind. Berlin weiß immer noch nichts. Außenpolitik des Deutſchen Reiches aber auch nicht das Geringſte
Des Rätſels Löſung kann wohl nur darin liegen, daß der zu tun hat. Im übrigen wäre es aber verfehlt, wenn man über
Reichskanzler bei ſeinem Aufenthalt auf dem Katholikentag in die gegenwärtige Genfer Tagung, die immerhin nicht ſo ergeb=
ſprochen
und ihm die Zuſage gemacht hat, daß er im Oktober abſchließendes Urteil bilden wollte. Zu irgendwelchem Peſſimis=
Viel bedenklicher ſieht es bei uns auf dem Gebiet der Innen=
politik
aus. Auf die Schwierigkeiten, die ſich für das Verhält=

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Sonnkag, den 25. September 1927

Nummer 266

Geite 2

nis zwiſchen Reich und Ländern bei der Durchführung der
Beamtenbeſoldungsreform ergeben können, haben
wir ſchon vor einer Woche an dieſer Stelle ausführlich hinge=
wieſen
, und dieſe Schwierigkeiten werden auch dadurch nicht
kleiner, daß der Reichsfinanzminiſter zunächſt jede Aenderung
des Finanzausgleichs a limine abgelehnt hat.
Eine bemerkenswerte Wandlung iſt in der Frage des
Reichsſchulgeſetzes durch den Umfall der preußiſchen
Sozialdemokraten eingetreten, die offenbar unter dem Druck des
Zentrums, das andernfalls die preußiſche Regierung geſprengt
hätte, nunmehr ihre Zuſtimmung zu dem vorliegenden Reichs=
ſchulgeſetzentwurf
gegeben haben. Paris iſt eine Meſſe wert.
Die Erhaltung der Macht in Preußen war der Sozialdemokratie
wichtiger als die Simultanſchule. Für die Behandlung des
Reichsſchulgeſetzentwurfes im Reichstag eröffnen ſich dadurch
neue und nicht gerade erfreuliche Perſpektiven, da bei einem Um=
fall
auch der ſozialdemokratiſchen Reichstagsfraktion die An=
hänger
der Simultanſchule in der Minderheit bleiben. Mit um
ſo größerem Nachdruck muß darauf beſtanden werden, daß dort,
wo die Simultanſchule ſchon ſeit langem beſteht und ſich bewährt
hat, wie z. B. bei uns in Heſſen, jede Aenderung des beſtehenden
Zuſtandes der Landesgeſergebung vorbehalten bleibt. Die Schul=
fragen
ſind von ſo entſcheidender Bedeutung für unſer ganzes
kulturelles Leben, daß grundlegende Aenderungen keinem Land
von Reichs wegen aufgezwungen werden dürfen.
M.

Die Trauer um die Flugzeugopfer.
Ueberführung der Leiche des Boiſchafters
Freiherrn v. Maltzan.
Schleitz, 24. September.
Nachdem heute mittag Freifrau v. Maltzan, die in Beglei=
tung
ihres Vaters im Kraftwagen von Plauen aus in Schleiz
eingetroffen war, in ſtiller Trauer an der Bahre ihres verun=
glückten
Mannes geweilt hatte, fand ein Trauergottesdienſt in
der Bergkirche ſtatt, an dem Legationsrat von Kaufmann vom
Auswärtigen Amt, die Spitzen der Kreis= und ſtädtiſchen Be=
körden
und die Vorſitzenden verſchiedener Korporationen und
Vereine teilnahmen. Nach dem Gottesdienſt wurde die Leiche
in feierlichem Zuge unter Vorantritt der Ortsgrupe des Deut=
ſchen
Offiziersbundes nach dem Bahnhof übergeführt, von wvo
ſie um 16.15 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zug nach Plauen
gebracht wurde. Freifrau von Maltzan war bereits vor dem
Trauergottesdienſt im Kraftwagen nach Plauen gefahren. Die
Leichen der übrigen Verunglückten ſind inzwiſchen in der Berg=
kirche
aufgebahrt worden. Die Stadt, die Kreisbehörden und
die Kirche haben prachtvolle Kränze an den Särgen nieder=
gelegt
; die Leiche des Freiherrn von Arnim wird wahrſchein=
lich
heute abend nach Verlin übergeführt. Die Leichen der übri=
gen
Verunglückten werden morgen in ihre Heimat gebracht.
Die Teilnahme Amerikas.
Die deutſche Borſchaft in Waſhington wurde vom Bekannt=
werden
des tödlichen Unfalls des Miſſionschefs bis in die ſpäten
Abendſtunden von offiziellen Vertretern der amerikaniſchen Re=
gierung
und des diplomatiſchen Korps aufgeſucht. Präſident
Coolidge ſandte ſeinen Adjutanten, Staatsſekretär Kellogg, und
ſämtliche Referenten des Staatsdepartements gaben Beileids=
karten
ab. Unter den erſten Kondolenten erſchien der franzö=
ſiſche
Botſchafter auf der deutſchen Botſchaft und ſprach dem
Geſchäftsträger Dr. Kiep, zugleich mit der Bitte um Uebermitt=
lung
an die Gattin des Botſchafters von Maltzan und an die
deutſche Regierung, ernſte Teilnahme aus. Der britiſche Bot=
ſchafter
ſandte ein herzlich gehaltenes Beileidstelegramm. Se=
nator
Borah rühmte die Popularität von Maltzan und bedauerte
den großen Verluſt, den beide Länder durch ſeinen Tod erlitten
haben.
Japans Beileid.
Das japaniſche Außenminiſterium hat dem deutſchen Ge=
ſandten
in Japan, Dr. Solf, das Beileid zum Tode des Bot=
ſchafters
von Maltzan ausgeſprochen. Die japaniſche Preſſe
widmet dem Verſtorbenen ausführliche Artikel. Maltzan wird
darin als ein Freund des Oſtens bezeichnet. Beſonders wird
auch auf ſeine Bemühungen für den Abſchluß eines deutſch
japaniſchen Handelsvertages hingewieſen.
Die engliſche Preſſe widmet dem verunglückten deutſchen
Botſchafter in Waſhington, Freiherrn von Maltzan, würdige und
warme Nachrufe. Maltzan ſei einer der fähigſten Diplomaten
Deutſchlands geweſen. In den diplomatiſchen und geſellſchaft=
lichen
Kreiſen der Vereinigten Staaten habe ſein Tod tiefes
Bedauern hervorgerufen.

*Oeutſche Luftfahrt.
Die deutſche Lufthanſa und mit ihr die jüngſte deutſche Ver=
kehrstechnik
, die in einem ſo wundervollen Aufblühen begriffen
iſt, daß ſchon vielfach Stimmen des Neides im Ausland laut
werden, iſt von ſchweren Unfällen heimgeſucht worden. Am Don=
nerstag
ſtürzte das Meſſerſchmied=Flugzeug D 270 der nordbaye=
riſchen
Flugverkehrsgeſellſchaft bei Schwarza in Thüringen ab.
Der Flugzeugführer und ein Paſſagier erlitten den Tod. Schon
am Freitag folgte das zweite, viel größere Unglück. Das Paſſa=
gierflugzeug
München-Berlin ſtürzte aus großer Höhe ab und
begrub ſämtliche Paſſagiere mit dem Flugzeugführer unter ſeinen
Trümmern. Unter den Toten des letzten Abſturzes war einer der
befähigſten deutſchen Diplomaten, Freiherr v. Maltzan, und ein
hervorragender Beamter der Lufthanſa ſelbſt, Freiherr v. Arnim.
Es intereſſiert hier weniger die Bedeutung der Perſönlich=
keiten
. Jedes Menſchenleben iſt wichtig und jedes vernichtete
Menſchenleben hinterläßt eine mehr oder weniger große und
fühlbare Lücke. Was wichtig iſt, iſt die Tatſache, daß derartige
Unfälle geeignet ſein könnten, das Vertrauen zu dem modern=
ſten
Verkehrsmittel der Gegenwart, zum Flugzeug, zu erſchüt=
tern
. Um ſo bedauerlicher wäre dieſe Auswirkung der beiden
Unfälle, die leider nicht vereinzelt geblieben ſind im letzten Jahre,
da ſie, wie geſagt, gerade den deutſchen Luftverkehr betrifft, der,
obwohl er viel Jahre lang in ſeiner Entwicklung durch in keiner
Weiſe berechtigten Machtſpruch der ehemaligen Feinde abge=
ſchnürt
, einen techniſch derart hohen Stand erreicht hat, daß die
deutſchen Paſſagierflugzeuge faſt mit der Pünktlichkeit der Eiſen=
bahn
verkehrten, daß ſie vielfach, ſchwere Sturm= und Nebel=
fahrten
glatt erledigten und ſo ſich des durch nichts erſchütternden
Vertrauens der Flugpaſſagiere ebenſo zu erfreuen hatten, wie ſie
Neid und Mißgunſt des Auslandes erregten.
Trotzdem, und hierauf muß mit Nachdruck hingewieſen wer=
den
, iſt kein berechtigter Grund gegeben, das Vertrauen zur deut=
ſchen
Paſſagierluftfahrt durch dieſe Unfälle erſchüttern zu laſſen.
Keine Reiſeluftfahrt irgend eines anderen Staates der Welt hat
bisher mit der gleichen Sicherheit und Präziſion gearbeitet wie
die deutſche. Bewährt wie die deutſchen Apparate und Maſchinen
haben ſich in tauſenden von Flügen die deutſchen Piloten. Sie
müſſen eine ſtrenge Schule durchmachen und haben vielerlei Prü=
fungen
in der Praxis zu beſtehen, bis ihnen ein Flugzeug und
mit dieſem Menſchenleben anvertraut werden. Es iſt vielleicht
notwendig, das hier zu betonen. Ebenſo notwendig iſt es, dem
flugreiſenden Publikum die Tatſache ins Gedächtnis zu rufen
daß die deutſchen Piloten meiſt alier, bewährter Schule entſtam=

Vom Tage.
Der Reichsarbeitsminiſter hat die Beſtimmungen über die
Kurzarbeiterunterſtützungen über den 1. Oktober hinaus
verlängert.
Die Kommuniſten haben im Reichstag erneut ein Miß=
trauensbotum
gegen den Reichspoſtminiſter Dr
Schätzel eingebracht, weil er trotz der entgegenſtehenden Beſchlüſſe
des Reichstags an ſeiner Gebührenerhöhung feſtgehalten habe.
Zu der Frage der Nachfolge des verunglückten Bot=
ſchafters
von Maltzan wird an zuſtändiger Stelle erklärt, daß
eine Klärung dieſer Frage erſt erfolgen kann, wenn Dr. Streſemann
aus Genf zunickgekehrt iſt. Die Geſchäfte der Botſchaft führt zur Zeit
Botſchaftsrat Kiep.
Die Reichsregierung hat in Warſchan eine Note
überreichen laſſen, in der Vorſtellungen dagegen erhoben wer=
den
, daß polniſche Behörden den Reichsangehörigen Gudermut aus
Gleiwitz ſeinerzeit durch ein Telegramm über die Grenze lockten, um ihn
auf polniſchem Gebiet zu verhaften.
Wie wir erfahren, wird Mitte Oktober eine öſterreichiſche Kommiſ=
ſion
nach Berlin kommen, um mit den deutſchen Stellen Vorverhandlun=
gen
über die Reviſion des deutſch=öſterreichiſchen Han=
delsvertrages
aufzunehmen.
Vom 17. bis 22. Oktober findet in Prag eine Beratung der Ver=
treter
der Eiſenbahnverwaltungen ſämtlicher europäiſchen Staaten ſtatt.
Gegenſtand der Konferenz iſt die Regelung des internationalen Fahr=
planes
für die Zeit vom 15. Mai 1928 bis 14. Mai 1929.
Tſchitſcherin hat im Völkerbundsſekretariat in be=
merkenswert
höflicher Form mitgeteilt, daß die Sowjetregie=
rung
an der Konferenz zur Aufhebung der Beſchrän=
kungen
und Verbote der Ein= und Ausfuhr am 17. Ok=
tober
ds. Js. natürlich nicht teilnimmt.

Parker Gilbert geht.
* Berlin, 24. Sept. (Priv.=Tel.)
Um den Reparationsagenten Parker Gilbert ſchlingt ſich ein
immer engerer Kreis von Gerüchten. Die Meldungen häufen
ſich, daß er in eine amerikaniſche Bank eintreten würde. Sie
ſind zum erſten und zum zweiten Male dementiert worden. Jetzt
treten ſie im Zuſammenhang mit der Morganbank erneut auf.
Vielleicht werden ſie auch diesmal wieder dementiert. Trotzdem
werden ſie in abſehbarer Zeit recht behalten. In unterrichteten
Kreiſen Berlins ſpricht man ſchon ſeit längerer Zeit davon, daß
Parker Gilbert das Amt des Reparationsagenten abgeben und
ſich in ſeine amerikaniſche Heimat zurückziehen werde. Sein
Scheiden würde von den Berliner amtlichen Stellen mit einem
naſſen und einem trockenen Auge aufgenommen werden. Man
weiß, was man an ihm hat, man weiß aber nicht, was man
bekommt. Der Reparationsagent iſt aber bei dem finanziellen

Aufbau des Dawesplanes eine Perſönlichkeit, die für die deutſche
Volkswirtſchaft eine ungeheure Bedeutung erhalten kann. Herr
Parker Gilbert läßt ſich nachſagen, daß er ſelbſt nur die Inter=
eſſen
der Kapitaliſten im Auge habe, aber wenigſtens objektiv
und ſachlich denke. Gerade ſein letzter Bericht hat aber doch ge=
zeigt
, daß er ſich in den ſchwierigen Etatsverhältniſſen des
Reiches, mit ihren Wechſelbeziehungen zwiſchen Reich, Ländern
und Gemeinden, nicht hineingearbeitet hat, daß ihm auch das
Verſtändnis für die notwendige Bewegungsfreiheit unſerer
Finanzen fehlt; aber es hat ſich mit ihm arbeiten laſſen, was
ſein Nachfolger erſt beweiſen muß.

men und daß jeder auf Herz und Nieren derart geprüft wird,
daß aller menſchlichen Vorausſicht nach Gewähr für die Zuver=
läſſigkeit
, ſoweit ſie überhaupt menſchliche Unzulänglichkeit bie=
ten
kann, gerade bei den deutſchen Paſſagierflugzeugführern
gegeben iſt.
Wenn trotzdem ſich Flugzeugabſtürze ereignen, die ſich ja trotz
allen Fortſchritts der techniſchen Entwicklung niemals ganz ver=
meiden
laſſen werden, ſo liegt das eben daran, daß alle techniſche
Errungenſchaft Zufälligkeiten unterworfen iſt und daß gegen
höhere Gewalt letzten Endes Menſchenmacht und menſchliches
Können verſagt. Es wird ſchwer ſein, reſtlos feſtzuſtellen, worauf
der letzte beklagenswerte Unfall zurückzuführen iſt. Man weiß
nur, daß das Flugzeug aus großer Höhe ganz plötzlich abſtürzte.
Es muß alſo dem Piloten nicht mehr möglich geweſen ſein, falls
ein Motordefekt die Urſache war, eine Notlandung etwa im Gleit=
flug
vorzunehmen. Da der Flugzeugführer ſelbſt, ein ungewöhn=
lich
begabter und bewährter Pilot, der Paſſagierflugzeuge ſchon
viele hunderttauſend Kilometer geführt hat, zu den Toten zählt,
wird die Urſache des Abſturzes ewiges Geheimnis bleiben. Sicher
aber iſt für alle, die die deutſche Luftfahrt kennen, daß menſch=
liches
Verſchulden nicht die Urſache geweſen ſein kann.
Die Pioniere des Fortſchritts, die alle bahnbrechende Tätig=
keit
für die Weiterentwicklung der Menſchheit mit dem Tode
zahlen mußten, ſind viel geworden. Angehörige vieler Nationen
haben vielfach auch aus begreiflichem, wenn auch nicht entſchuld=
barem
nationalen Ehrgeiz das Wagnis unternommen, das weni=
gen
geglückt iſt, den Ozean zu überfliegen. Sie fanden irgendwo
ihr Wellengrab. Weder ihr Tod noch der der Paſſagiere des letzt=
abgeſtürzten
Flugzeuges kann und darf die weitere Entwicklung
der Luftfahrt aufhalten. Menſchengeiſt und Menſchenwille dür=
fen
auch durch das Letzte ſich nicht abſchrecken laſſen, die Kultur
vorwärts zu tragen, der Menſchheit Wege zu zeigen, das Höchſte
zu erreichen. Sie können das nur, wenn ſie, wenn ihr Schaffen
getragen wird von dem Vertrauen der Menſchen, für die ſie ſich
und ihr Leben einſetzen. Dieſes Vertrauen muß ihnen bleiben.
Es iſt auch kein Grund, dieſes Vertrauen einzuſchränken.
Die Luftfahrt iſt zahlenmäßig am wenigſten beteiligt mit Opfern,
die der Fortſchritt fordert. Jedes Streben iſt Kampf, und jeder
Kampf, der den Einſatz der ganzen Perſönlichkeit fordert, fordert
Opfer. Das iſt Schickſal. Die Eiſenbahn und das Automobil, die
eine viel längere Zeit der Entwicklung hinter ſich, eine erheblich
weitere Stufe der Vollendung erreicht haben, fordern täglich
Opfer an Menſchenleben. Wir haben uns daran gewöhnt, Auto=
mobilunfälle
als ſtehende Rubrik in den Tageszeitungen zu leſen.
Trotzdem nimmt das Auto als Verkehrsmittel einen Aufſchwung,

zu Hindenburgs Tannenberg=Rede.

Auch Streſemann fordert ein unparteiiſche.
Schiedsgericht.
W. Paris, 24. September.
Außenminiſter Dr. Streſemann hat dem Außenpolitiku
des Matin in Genf ein Interview gewährt, das dieſes Bla=
heute
wiedergibt. Streſemann erklärte danach: Ich bin nig
nur überraſcht, ſondern erſtaunt, daß die vom Reichspräſidentte
in Tannenberg gehaltene Rede in Frankreich in dieſem May=
Aufſehen erregt hat. Zunächſt bleibt dieſe Rede nichts anderr;
als eine ſchon oft ausgeſtrochene Anſicht, wie ſie beiſpielswe
vom Reichskanzler Marx am 29. Auguſt 1924 in London in v
ſchärferen Worten und von mir als damaliger Reichskanzler
Hagen in Weſtfalen unter der Präſidentſchaft von Ebert währe:,
des Ruhrkonfliktes geäußert wurde. Die Erklärung, um die
ſich handelt, leitet ſich narürlich aus den Umſtänden und der Ern=
wicklung
der Lag= in der letzten Zeit her.
Man muß daran denken, daß in Deutſchland viel wenig
als in Frankreich Kriegerdenkmäler enthüllt wurden, bei welcher=
Anlaß Miniſterreden gehalten wurden. In Frankreich iſt Oe
Erinnerung an den Krieg und der Rückblick auf die Verganges.
heit faſt alltäglich. Ich will als Beweis, nur anführen die
Empfang der amerikaniſchen Legion und die militäriſchen Feic= bei dieſer Gelegenheit. Der Reichspräſident hat, weim
mein Gedächtnis mich nicht im Stich läßt, noch nie ein Erinm
rungsmal an den Krieg enthüllt, ſeitdem er im Amte iſt. Abo=
Tannenberg iſt ſein Werk, ein Werk, mit dem ſeine Perſon un
ſeine Exiſtenz verbunden ſind.
Er befand ſich da auf einem hiſtoriſchen Boden, und al
Kriegsereigniſſe, die ſeinen Namen aufzeichnen, ebenſo wie ſeirn
ſpätere Tätigkeit als Staatschef ſind ihm gewiſſermaßen im G3
dichtnis wieder aufgeſtiegen. Dazu muß man bedenken, daß
in wenigen Wochen ſeinen 80. Geburtstag feiern wird. Das
ein Alter, das das bibliſche Alter überſteigt und das Weni=
erreichen
.
Er fühlt innerlich, daß er eines Tages der göttlichen Gerecht
tigkeit über ſein Leben und ſeine Handlungen Rechenſchaft ar.
legen muß. Was er bei dieſer Gelegenheit geſagt hat, was
da vor den Veteranen in die Erinnerung zurückgerufen hat, näuu
lich), daß das deutſche Heer mit reinen Händen und mit reiner!
Herzen in den Krieg gezogen iſt, und daß das deutſche Volk ſinn
geſchlagen hat, um ſich gegen die Gefahr, die es bedrohte, zu ver:
teidigen, alles das iſt ein allen deutſchen Gemütern eigenes Gei
fühl. Bei dieſer Gelegenheit hat er ſich noch einmal mehr gegen
die gegen das deutſche Volk geſchleuderte Anklage, den Krie=
grauſam
geführt zu haben, erhoben. Ich habe nicht notwendig.
in einer franzöſiſchen Zeitung daran zu erinnern, daß in der
letzten Zeit Reden gehalten wurden, die die Gelegenheit daz
geliefert habe, dieſe Sprache zu führen.
Der weſentliche Punkt der Rede des Reichspräſidenten
und das iſt ein ſchon hundertmal ausgeſprochener Wunſch iſt
daß ein unparteiiſches Schiedsgericht prüfen und beſtimmen ſolla=
was
ſich im Sommer 1914 im Laufe des diplomatiſchen Noteim
austauſches abgeſpielt hat, und auch was noch viel bedeun
tungsvoller iſt die Ereigniſſe, die ſich in den voraufgegangenen
Jahren entwickelt haben, präziſieren ſoll. Selbſt Briand ha.n
ſeine Rede in Genf mit den Worten geſchloſſen, den Friedenn
durch das Schiedsverfahren zu erreichen.
Man fordert das Schiedsverfahren über wirtſchaftliche Fra= und über finanzielle Probleme, alſo über die verſchieden=
artigſten
Konflikte. Wenn dieſer Grundſatz der einzig wirkungs=
volle
iſt, um die Befriedung der Völker herbeizuführen, warum
foll er dann bei den höchſten moraliſchen Fragen der Menſchheit
nicht anwendbar ſein, Fragen, die auf einem Volk ſchwerer laſten
als ungünſtige ſchiedsgerichtliche Entſcheidungen in einer Debaiie
rein materieller Art? Die lebhafte Erregung, die das deutſche
Volk ſeit Jahren bewegt und die darauf abzielt, ſich von der An=
klage
, die auf es die ganze Kriegsſchuld wirft, zu befreien, be=
weiſt
, welch hohen moraliſchen Wert man in Deutſchland dem
Friedensgedanken entgegenbringt. Dieſes Volk empfindet dieſe ?
Anklage als eine ſchwere Beleidigung, und es iſt ſehr begreiflich,
daß es ſich vor einem Urteil nicht beugen kann, bei dem An=
kläger
und Richter die gleichen waren. Dieſe tiefe Empfindung 1
ſteht nicht im Widerſpruch zu der Friedenspolitik, die wir in
unerſchütterlichem Vertrauen fortſetzen. Von dem den Völler=
bund
beherrſchenden Standpunkt aus kann niemand den Ge=
danken
eines derartigen Schiedsſpruches tadeln. Wenn er nichl
ſchon jetzt eine konkrete Form annimmt, dann wird er durch die
Geſamtheit derer, die die Geſchichte ſchreiben, gefällt werdel.
Vor dem abgeſihloſſenen Urteil der Geſchichte können und muſſen
ſich alle Völker beugen.

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ſär die weiter
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ſiatte, ob für den
ſicht ein Pakt geſchaf
ſikt. Er empfahl
ungen d
nen bei

ſnnahme der
Völfer

den niemand vorausgeahnt und der durch nichts mehr aufzuhlle.
ten iſt. Schneller und wie der Prozentſatz der Unfälle be
weiſt zuverläſſiger iſt das Flugzeug. Gewiß bleiben Opfer, Me.
die Luftfahrt erfordert, beklagenswert, wie überhaupt ſedes
Opfer, aber es iſt eine an ſich bedauerliche Tatſache, daß gerkan=
Flugunfälle ſtets eine ſtarke Rückwirkung auf die breite Maſſe
ausüben. Das iſt unberechtigt und ungerechtfertigt. Tauſehee
und Abertauſende, auch des Schwimmens Unkundige, begebe
ſich täglich auf Schiffe und Dampfer im feſten VertrauenAu
Gott und auf die Zuverläſſigkeit des Fahrzeuges, das ſie beikelf=
Das dürfen auch alle, die ſich dem Flugzeug anvertrauen. 2
deutſchen Maſchinen ſind gut. Und ſie werden immer beſſer. 2e
deutſchen Piloten ſind ausgeſucht zuverläſſige und tüchtige Mkie
ſchen, die ſich der ſchweren Verantwortung bewußt ſind, die "
allem wiſſen, daß ſie mit dem Leben ihrer Paſſagiere auch e
eigene einſetzen. Gegen hihere Gewalt ſind wir Menſchen machl.

Wir beklagen jedes Opfer der Luftfahrt. Aber wir erinnl.
uns daran, daß man dem deutſchen Aar im Verſailler Schſ.
diktat Krallen und Flügel in Ketten ſchmiedete, daß wir Dei
Ketten erſt nach jahrelangem Kampf brechen konnten. Seit.
brachen brauſt und knattert es in den Lüften, und ſicher und ſe
haft ziehen deutſche Flugzeuge ihre Bahn von Land zu 20
von Volk zu Volk, den guten und großen Willen des deuiſch.
Volkes zum Frieden und zur Verbindung mit allen Volle.
auch mit denen, die in jahrelangem, erbittertem Ringen I..
Feinde waren, in die Welt tragend. Dieſer gute und große 2
zum friedlichen Wettbewerb nach jahrelangem Verfemtſein.."
nicht Einhalt, darf kein Hemmen finden, wenn ihm Menſeh.
leben geopfert werden mußten. Die Aufwärtsentwicklung."
deutſchen Luftfahrt iſt das überzeugendſte Symbol, iſt der Li
Beweis für den beginnenden Wiederaufſtieg des deutſchen. L
kes aus dem furchtbaren Zuſammenbruch. Iſt der Beweis 90l
Laß deutſche Arbeit, deutſcher Geiſt, deutſches Können ſich micht.
Feſſeln ſchlagen laſſen. Dieſen Beweis aber weiterzufüyl.
heilige Pflicht des ganzen deutſchen Volkes. Was die delie
Luftfahrt ſich und dem deutſchen Volk erobert hat an Al.
und Achtung in der Welt ohne Bomben und ohne Maſc‟
gewehre, darf auf ſeinem Zuge nicht aufgehalten werden. S.
Marſchall Lyautey, der Präſident des franzöſiſchen Komite..
Luftfahrtpropaganda, ſagt, auf Deutſchland paßt das S
Nationale Trauer iſt mehr wert als Triumphe, weil 0lls
die Pflicht zur Arbeit geboren wird, und wenn er feſtſtell
dieſe Arbeit Deutſchlands nicht für den Krieg iſt, ſondeiſ.
Deutſchland ſich retten, leben, beſſer leben will, ſo iſt 2s Fle

Grr

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[ ][  ][ ]

Nummer 266

Unnahme der Antikriegsdeklaration durch die
Völkerbundsverſammlung.

Sonntag, den 25. September 1922

Die Ausſprache über die
Weltwirtſchafts=Konferenz.
Deutſchlands Standpunkt zur Kollektivaktion
des Bundes zur Erleichterung und Ausdeh=
nrung
des internationalen Warenaustauſches.
* Genf, 24. September. (Priv.=Tel.)
In der heute vormittag in der Vollverſammlung fortgeſetzten
O=batte über die Wirtſchaftskonferenz und ihre Beſchlüſſe betonte
r öſterreichiſche Delegierte Graf Mensdorff,
uiß Oeſterreich das Entſchließungswerk der Konferenz vorbehalt=
os
angenomen und dem Nationalrat bereits eine Geſetzes=
urrlage
zur Verwirklichung eines Teiles der Entſchließungen
irterbreitet hat. Der holländiſche Delegierte betonte,
ſß wirtſchaftliche Abrüſtung die Vorausſetzung
ſür die moraliſche Abrüſtung iſt und dieſe wiederum
Vorbedingung für die Verwirklichung der militäriſchen Ab=
üftung
. Der engliſche Delegierte legte dar, wie wert=
ſol
das Beiſpiel ſei, das die großen Handelsmächte durch eine
mſchiedene Anpaſſung ihrer Wirtſchaftspolitik an die Grund=
äte
der Wirtſchaftskonferenz geben könnten. Der polniſche
delegierte ſchließlich wies mit Nachdruck auf die gegen=
eſtige
wirtſchaftliche Abhängigkeit aller Staaten hin. Hierauf
rariff der deutſche Delegierte Dr. Breitſcheid das Wort.
E: gab zunächſt der Hoffnung Ausdruck, daß die Regierungen
in ihren Vorſchlägen für die Mitglieder des Wirtſchaftsaus=
hriſſes
auf eine gerechte Vertretung der Arbeiter bedacht ſein
nigen. Trotz der Erklärung der Wirtſchaftskonferenz habe ſich
it Zollpolitik noch keineswegs überall in umgekehrter Richtung
rientiert, vielmehr hätte eine gewiſſe Anzahl von Ländern ſeit=
er
ihre Zölle erhöht, während in anderen eine Zollreform eben=
as
im Sinne einer Erhöhung zu erwarten ſei. Demgegenüber
einnerte Dr. Breitſcheid daran, daß Deutſchland im deutſch=
anzöſiſchen
Handelsvertrag einen großen Teil ſeiner Zollſätze
erabgeſetzt hat. Er erneuerte den Appell des Reichsaußen=
nirtiſters
Dr. Streſemann, dieſen Grundſatz, der zweifellos die
bichtigſte Empfehlung der Wirtſchaftskonferenz ſei, entſchloſſen
die Tat umzuſetzen. Betreffend die von der Wirt=
ſchaftskonferenz
vorgeſchlagene Kollektiv=
ſktion
zur Erleichterung und Ausdehnung des
nternationalen Warenaustauſches legte Dr. Breit=
heid
dar, daß eine ſolche Kollektivaktion richtunggebend
ür die weitere Entwicklung des politiſchen
bens beſonders in Europa werden könnte. Er
jagte, ob für den Kohlenmarkt und andere Produktionszweige
icht ein Pakt geſchaffen werden könne, wie der Eiſen= und Stahl=
ukt
. Er empfahl die Prüfung der Frage, unter welchen Bedin=
ungen
die Staaten und Regierungen ſich den privaten Initia=
wen
bei ſolchen Kollektivaktionen anſchließen könnten.

Hierauf nahm die Völkerbundsverſammlung nach Annahme
les von Loucheur erſtatteten Berichts über die
Veltwirtſchaftskonferenz und der beiden vorliegen=
in
Entſchließungen die von Polen beantragte Antikriegs=
teslaration
in namentlicher Abſtimmung einſtimmig
ud unter wärmſten Beifallskundgebungen an. Die Verſamm=
Ung erklärt in dieſer Entſchließung:
1. Jeder Angriffskrieg iſt und bleibt verboten.
2. Alle friedlichen Mittel müſſen zur Regelung von Streitig=
keiten
angewendet werden, die zwiſchen den Staaten ent=
ſtehen
könnten und welcher Art ſie auch ſeien.
Die Verſammlung erklärt, daß für die Mitglieder des Völker=
hndes
die Verpflichtung beſteht, ſich dieſen beiden Grundſätzen
z unterwerfen.
Als einziger Redner ergriff der polniſche Delegierte Sokal
ds Wort, um dieſen Antrag, ohne ihn ſelbſt zur Verleſung zu
kingen, zu begründen. Er betonte, daß die Annahme der Ent=
ſließung
keine rechtliche Bindung bedeute, und daß ihre
ginze Bedeutung darin liege eine Atmoſphäre
zt ſchaffen, die allen Staaten jene Sicherheit
gibe, die für die Abrüſtung unerläßlich ſei.

Präſident Guani verlas darauf den Wortlaut der Antikriegs=
deklaration
und forderte die Verſammlung zur namentlichen
Abſtimmung auf, um dadurch die Deklaration beſonders feierlich
zu bekräftigen. Sämtliche anweſenden Delegierten ſtimmten mit
Ja, worauf Präſident Guani die Deklaration als einſtimmig
angenommen erklärte. Sokal wurde unter dem Beifall der Ver=
ſammlung
von zahlreichen Delegierten, darunter als erſten von
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann, wärmſtens beglückwünſcht.
Hierauf ergriff der belgiſche Senator de Brouckére zum nächſten
Punkte der Tagesordnung, der
die ſechs Reſolutionen des Abrüſiungs=
ausſchuſſes

betrifft, als Berichterſtatter zu längeren Ausführungen das Wort.
de Brouckére gab als Berichterſtatter in der Völkerbundsver=
ſammlung
eine eingehende Würdigung der vom Abrüſtungs=
ausſchuß
vorgelegten Entſchließungen und verweilte beſonders
eingehend bei der großen Reſolution zur Abrüſtungs= und Sicher=
heitsfrage
, die auf die verſchiedenen Entwürfe Deutſchlands,
Frankreichs und Hollands zurückgeht. Er betonte die Notwendig=
keit
, einen erſten poſitiven Schritt zu unternehmen. Der gute
Wille, vorwärts zu kommen, ſei unverkennbar.
Die Annahme der obligatoriſchen Schieds=
gerichtsbarkeit
durch Unterzeichnung der Fakul=
tativklauſel
, der nach der Unterſchrift Deutſchlands ſieb=
zehn
Staaten angehören, bilde unbeſtreitbar einen
wichtigen Faktor für die weiteren Vorarbeiten.
Der Umſtand, daß heute noch kein fertiger Abrüſtungsvorſchlag
vorliege, dürfe nicht entmutigen. Das große Hindernis
ſei die immer noch vorhandene= Ungleichheit
zwiſchen den einzelnen Staaten, aber die Aufgabe
würde zu einem guten Ziele geführt werden können, wenn erſt
die Rückſichten auf das Preſtige und den nationalen Stolz auf=
gegeben
würden. Nachmittags hielt Reichsaußenminiſter
Dr. Streſemann zur Abrüſtungsfrage
folgende Rede: Als ich die Ehre hatte, vor dieſer Verſammlung
in den erſten Tagen unſerer diesjährigen Seſſion zu ſprechen,
habe ich in meinen Ausführungen auf die außerordentliche Be=
deutung
hingewieſen, die dem Problem der Abrüſtung
zukommt. In Uebereinſtimmung mit anderen Rednern dieſer
hohen Verſammlung bin ich der Auffaſſung, daß in dieſer Frage
eines der Kernprobleme des Völkerbundes liegt. In ſachlich
mächtigen Worten iſt der Welt verkündet worden, daß der durch
den Weltkrieg herbeigeführten Abrüſtung derjenigen Staaten,
die ſich den Friedensbedingungen ihrer Gegner unterwarfen, die
freiwillige Beſchränkung der Rüſtungen anderer Völker folgen
würde, um die Völker von dem Alpdruck der Furcht des Haſſes
und des Mißtrauens zu befreien und eine Entwicklung anzu=
bahnen
, die in friedlichem Wettbewerb die höchſte Entwicklung
der menſchlichen Leiſtungen gewährleiſtet.
Der Völkerbund wird in der Weltöffentlichkeit darnach
beurteilt werden, wie er ſich mit dieſem Problem ausein=
anderſetzt
und wie er Worte, die eine Erlöſung bedeuten
ſollten, in die Tat umzuſetzen vermag.
Es iſt deshalb verſtändlich, daß die Erörterungen dieſer
Seſſion um die Gedanken der Abrüſtung und der Sicherheit der
Völker ſich bewegen. Deutlich ragt in der Debatte das Empfin=
den
der Verſammlung hervor, daß der Völkerbund infolge
dieſes Problems geradezu in ein kritiſches Stadium
ſeiner Entwicklung eingetreten iſt, daß er ſich ent=
ſcheiden
muß, ob er einer wirklich fruchtbringenden Zukunft ent=
gegengeht
. Zwei Grundſätze ſcheinen ſich zunächſt gegenüberzu=
ſtehen
.
Von Deutſchland iſt ſtets mit Nachdruck die Auffaſſung
vertreten worden, daß es nicht angängig ſei, den Beginn
der allgemeinen Abrüſtungsaktion noch von der Schaffung
neuer Sicherheiten abhängig zu machen.
Das war auch der ganz eindeutige Standpunkt, auf den ſich die
Verſammlung in ihrer vorjährigen Reſolution geſtellt hat.
Demgegenüber ſchien ſich neuerdings die Anſicht
geltend zu machen, daß neue Garantien auf dem Ge=
biete
der Sicherheit die Vorausſetzung für den
Beginn der Abrüſtung bilden müßten. So iſt es er=
klärlich
, daß in der Oeffentlichkeit vielfach der Eindruck entſtand,
als ob der Völkerbund durch das Entwaffnungsproblem in
eine gefährliche Sackgaſſe geraten ſei. Ich begrüße es deshalb,

ds deutſchen Volkes, hierfür von ſich aus den Wahrheitsbeweis
erbringen. Am beſten haben, auch das ſoll in Erinnerung
frückgerufen werden, ihn die deutſchen Flieger erbracht, die es
af ſich nahmen, den begonnenen Ozeanflug in dem Augenblick
ezubrechen, als ſie einſehen mußten, daß ſie gegen Unmöglichkeit
ſchr aufkommen können, obwohl die Welt auf dieſe Flieger ſah
nd ſie gewiß die beſte Abſicht hatten, Deutſchlands Stolz in
deſe Welt hinauszutragen. Sie verzichteten, wenn auch bluten=
in
Herzens, und bewieſen dadurch, daß ſie ſich wie alle deut=
ſen
Piloten der großen Verantwortung bewußt ſind, die ihr
ſowerer Beruf ihnen auferlegt. Sie opferten nicht leichtſinnig
ben und Ruf, verzichteten auf Ehre und Ruhm, weil es ihnen
ſcht um dieſe, ſondern um die Sache zu tun war.
Dr. E. Krauth.

Heſſiſches Landestheater.

Großes Haus. Samstag, den 24.
Toska

eptember.

Muſikdrama von Sardou, Muſik von Puccini.
Nach den Erfolgen ſeiner Opern Boheme und Butterfly
uiff Puccini mit der Toska zu einem ernſten Stoff und wählte
ſe blutrünſtige Tragödie brutalſter Kinodramatik, zu der er
beriſtiſcher Manier eine in kleinſten Formen haften bleibende,
ſder großen Linie entbehrende Muſik ſchrieb. Sie iſt, innerlich
wahr, in den lyriſchen Teilen operettenhaft ſüßlich, in den
Ohepunkten theatraliſch verlogen, eine geſchmackloſe Angelegen=
ſit
. Dieſe Oper, dem großen Publikum vielleicht ein Sinnen=
Gel, ernſt genommen ein Verderb des Geſchmacks und ein Hohn
f das Muſikdrama, ſollte man im wohlverdienten Grabe ruhen
ſſen. Will man Puccini ehren, mag man außer ſeinem beſten
derk Boheme vielleicht noch ſeine Bauernkomödie Gianni
Ehſchi aufführen. Ich kann mir die Oper von einer italieniſchen
Eubpe gegeben denken, wo die auf Effekt geſchriebenen Bomben=
bllen
von der Rampe ins Publikum geſchmettert werden. Auf
hutſcher Bühne wird das Drama ernſt genommen, und ſo treten
2 Schwächen in ihrer ganzen flachen Leere und Verlogenheit
ſſonungslos zu Tage.
Nun aber die heutige Aufführung. Es wäre unrecht, wollte
leugnen, daß ſie ausgezeichnet war. Ueberall Schwung, Tem=
Nament, geſangliches und theatraliſches Können. Ein pracht=
a
4 ſpielendes Orcheſter, der Dirigent Karl Bamberger voll
inheit und Geſchick, die alte Schlembach-Pilartzſche Inſzenie=

rung immer noch gut brauchbar. Die Oper ſteht nur auf drei
Rollen. Roſe Landwehr auch eine von den vielen neuen
ſchönen Stimmen, die uns Legal noch gewonnen hat ſtellte
eine äußerlich und geſanglich beſtrickende Toska hin, im Affekt
hinreißend, ſchmelzend ſüß in der Kantilene. Ihr ſtand in Rud.
Balve ein Mario voll Leidenſchaft und großer ſtimmlicher
Bravour zur Seite. Beide brachten mit Recht das Reißeriſche,
Draufgängeriſche der Rollen zum Ausdruck: zwei glänzende
Leiſtungen. Der Skarpia Leo Barczinskis, bei großer Vor=
nehmheit
in Maske und Spiel und vorzüglicher geſanglicher Dar=
bietung
gegen die beiden anderen zurückhaltender, und mir ein
etwas zu zahmer Böſewicht, wußte den zweiten Akt mit raffi=
nierter
Geſtaltungskraft zu ſteigern.
In kleinen Rollen die Herren Kuhn, Ebert, Grauert
Klotz und Grete Penſe ſehr lobenswert. Als Spoletta er=
wies
ſich Herbert Grohm als ein zuverläſſiger Sänger mit
ſchöner Stimme. Die Chöre hatte Berthold Sander ein=
v
. HI.
ſtudiert.
*Mannbarkeitsfeſt auf Bali.
Von Dr. Philipp Krämer.
Im Verlag von Geong Müller in München erſcheint
in wenigen Tagen von Ph. Krämer ein mit 40 Bildern
auf Tafeln reich illuſtriertes Werk Die ſterbenden
Inſeln, Rechenſchaft einer Reiſe. Wir bringen im
folgenden eine Stelle zum Vorabdruck mit gütiger Er=
laubnis
des Verlages. Wir werden auf das bedeutſame
Werk nach Erſcheinen noch zurückkommen.
Wie ich durch Gjanjar ſchlendere, um ein wenig zum Fluß
zu gehen, den Badenden zuzuſchauen, höre ich Gamelanklänge.
Sie kommen vom Seitenwege neben der Puri des Fürſten. Ich
gehe ihnen nach und finde das Volk verſammelt zu einer Feier.
Der Barong, der heilige Tempeldrache, tanzt. Es war, wie ich es
in anderen Dörfern ſchon geſehen hatte. Ich fragte:
Habt Ihr heute nur Barong?
Nein, die Knaben und Jünglinge wollen noch Blut opfern.
So blieb ich, eingekeilt in der Menge.
Eine Todeshexe tauchte dem Barong gegenüber auf, die ihn
tänzeriſch angriff, ihn bedrohte, ihn würgen wollte. Gegen ſie
galt es, den Barong zu ſchützen. Der Gamelan klang hart, wild.
Knaben, Jünglinge, faſt nackt, durch erregende Mixturen be=
rauſcht
, ſprangen zwiſchen die Streitenden, ſprangen ſchreiend
und in immer wilderer Ekſtaſe um den Barong her, hüpften,
wirbelten und ſchwangen die blinkenden Dolche gegen den Un=

Seite 3
daß es ſeitdem in ſchwierigen Verhandlungen gelungen iſt, den
Weg zur praktiſchen Arbeit freizulegen. Ich bedauere es nicht,
daß in dieſen Verhandlungen die Geiſter aufeinanderplatzten,
und daß man, ſtatt die Zeit mit ſchönen Komplimenten zu ver=
treiben
, in klarer Ausarbeitung des Standpunkts der einzelnen
Länder mit einander in Kambf und Streit gelegen hat, bis man
zu einer Einigung gelangte. Denn ich bin überzeugt, daß der
Völkerbund um ſo mehr praktiſche Arbeit leiſten wird, je freier
und ungehemmter naturgemäß in ſeiner Zuſammenſetzung liel
gende Verſchiedenheiten der Auffaſſung nach Ausdruck ringen
und zum Ausdruck kommen. Nunmehr haben wir in der vom
Herrn Berichterſtatter zuletzt vorgetragenen Reſolution ein Pro=
gramm
vor uns, in dem die beiden Grundſätze der Abrüſtung
und der Sicherheit zueinander in das richtige Verhältnis ge=
ſtellt
werden. Die Methode, die man gefunden hat, um die ge=
gebenen
Sicherheitsgarantien weiter auszubauen, ſcheinen mir
durchaus erfolgverſprechend zu ſein. Es iſt ſelbſtverſtändlich,
daß Deutſchland den Wunſch und Willen hat, bei
den in Ausſicht genommenen Arbeiten tat=
kräftig
mitzuwirken. Die Gedanken, die in den Ver=
trägen
von Locarno für den Weſten und den Oſten verwirklicht
worden ſind, werden ſich in gleicher oder ähnlicher Geſtalt, unter
Anpaſſung an die jeweiligen Umſtände, auch für die Verhältniſſe
in anderen Gebieten verwerten laſſen.
Die Verhandlungen in den verſchiedenen Kommiſſionen
haben aufs neue gezeigt, welch bedeutſame Rolle hierbei
der Entwicklung des Schiedsgerichtsgedankens zufallen
wird. Möge der Name Locarno zu einem Symbol für die
Sicherheit benachbarter Völker, für den Gedanken fried=
licher
Verſtändigung und den Gedanken des Vertrauens
unter den Nationen werden.
So weitreichend aber auch die Möglichkeiten ſind, die in die=
ſer
Richtung vor uns liegen, ſo dürfen ſie doch nicht unſeren
Blick von der nächſten Aufgabe ablenken, die vom Völker=
bund
erfüllt werden muß. Dieſe Aufgabe wird uns in der Reſo=
lution
zu meiner Genugtuung mit voller Klarheit vor Augen ge=
führt
. Wie immer ſich auch die Arbeiten auf dem Gebiete der
Sicherheit in ihrem Verlauf geſtalten mögen,
die Reſolution ſtellt feſt, daß die erſte Entwaffnungs=
konferenz
einzuberufen iſt, ſobald die noch notwendigen
Vorarbeiten rein techniſcher Art zum Abſchluß gebracht
worden ſind.
Wenn, wie ich nicht zweifle, der jetzt von der Verſammlung zu
faſſende Beſchluß ſeinem Inhalt und Geiſt nach getreu durchge=
führt
wird, ſo wird damit eine wichtige Etappe auf dem Wege
zu unſerem Ziel erreicht ſein. Sobald die allgemeine
Abrüſtung nur erſt einmal auf allen Gebieten
wirklich begonnen iſt, werden die weiteren
Schritte geringeren Schwierigkeiten begegnen
und der Welt von ſelbſt neue Faktoren der
Sicherheit bringen. So wird ſich der grundlegende Satz
des Völlerbundspaktes verwirklichen:
Die Erhaltung des Friedens fordert die Herabſetzung der
Rüſtungen. Rüſtungen können und dürfen nicht die Grund=
lage
der Sicherheit ſein! Sie ſind nicht einmal der ſicherſte
Schutz und ſie haben überdies unvermeidlich die Wirkung,
den Nachbarn zu bedrohen. Das iſt eine naturnotwendige
Tatſache, die auch durch friedliche Einſtellung der Regie=
rungen
nicht völlig aus der Welt geſchafft werden kann.
Wir in Deutſchland ſind heute oft verſucht, unſeren Nachbarn
das Wort zuzurufen, das einſt einem Bürger des alten Roms
auf dem Forum entgegenklang. Als er, bis an die Zähne be=
waffnet
, unter einer friedlichen Vollsmenge erſchien und ſeine
Rüſtung mit der Furcht vor Ueberfällen zu rechtfertigen ſuchte;
fragte man ihn einfach: Duis tibi sie timere permissit! Wer
hat Dir denn erlaubt, dich ſo zu fürchten! Ich bin mir völlig
klar darüber, wie ſtark die Hemmungen ſind, die Waffen
aus der Hand zu geben. Ich erinnere mich der Worte,
mit denen Herr Briand kürzlich davon ſprach, welch Sonnen=
glanz
der Poeſie, welch’ heroiſche Empfindung mit dem Gedan=
ken
: Waffen und Kampf verbunden iſt und wieviel ſchwe=
rer
es iſt, dem Gedanken des Friedens Formen
zu geben, die dieſer Aufwallung des Geiſtes gleichen. Des=
halb
iſt es auch völlig verſtändlich, wie ſchwer pſychologiſch auf
ein Volk wie das deutſche, das auf Jahrhunderte militäriſcher
Tradition herabſah, der Gedanke der alleinigen Abrüſtung wirkte,
namentlich unter dem Geſichtspunkt der Bedrückung, auf die ich
in meiner Rede zur Generaldebatte hingewieſen habe.
Deutſchland hat dieſe pſychologiſchen Hemmungen unter Ver=
hältniſſen
, wie ſie ſchwieriger überhaupt, nicht gedacht werden
konnten, überwunden. Wenn dieſe Ueberwindung möglich war,
ſo nicht aus dem Grunde, weil hinter ihr der Gedanke ſtand, daß
es ſich bei dieſer Abrüſtung nicht handeln könne um den Gegen=
ſatz
zwiſchen Militarismus und Abrüſtung, ſondern daß es ſich
hier um die Durchführung eines Grundſatzes handele, der neue
Methoden und eine neue Moral unter den Völkern herbeiführen

hold. Die Knaben heulten dabei und zitterten an allen Gliedern
vor Erregung. Die Hexe war nicht zu vertreiben, immer aufs
neue griff ſie den Barong an. Das Geſchrei ſchien ſie eher noch
kecker zu machen. Das Geklapper des Barongmaules wirkte faſt
hilflos.
Aber Blut! Blut iſt ein ganz beſonderer Saft! Blut löſt.
Blut erlöſt vom Böſen. Wer ſein Blut für den Barong opferte!
Sie wollen es alle. Seit Tagen ſchon brennen ſie darauf. Die
Knaben werden mannbar, und die Jünglinge erneuern den
Bund mit der Gotzheit. Irdem ſie ſich weit nach hinten beugen
und ſchreien und ihre jugendlichen Leiber wundervoll elaſtiſche
Brücken bilden, ſtechen ſie die Kriſe auf die Bruſt hernieder, daß
ſie ſie gerade berühren. Will das Ungetüm nicht weichen, noch
immer nicht? Zweifelt es an ihrer Bereitſchaft? Soll alles nur
Schein ſein? Die Zuſchauer ergreift Entſetzen und wilde Lei=
denſchaft
.
Jetzt! Jetzt! Frauen fallen in Ohnmacht. Der erſte Jüng=
ling
ſticht zu. Blut ſchießt. Die Umſtehenden ſpringen fieber=
durſtig
herzu, einen Tropfen des fließenden Brunnens zu ſchlür=
fen
. Der Erſchöpfte, der noch immer ſchreit, wie um Dämonen
abzuwehren, wird beiſeite getragen. Der Prieſter bemüht ſich
um ihn, er klebt auf die Wunde die geweihte Blume, die nun die
Bruſt ziert wie ein Siegel der Gottheit.
Ein zweiter folgt, mit raſendem Geſchrei eine Gruppe. Die
Hexe flieht beſiegt.
Da liegen ſie erſchöpft am Boden, von ſanften Gamelan=
klängen
umkoſt. Sie lächeln. Sie fühlen die Nähe des Prieſters,
der mit einer Blume Weihwaſſer über ſie ſprengt. Sie fühlen den
Kuß des Himmels auf ihrer Bruſt und lächeln. Langſam kehren
ſie auf dieſe Erde zurück, knien alle vor dem erretteten Barong
nieder und beten. Die Dämmerung kommt. Nun ſchnell die
Jubelprozeſſion gebildet, mit dem erretteten Barong an der
Spitze ſingend duich die Felder gezogen, daß er ſie ſegne zu
ſtrotzender Fruchtbarkeit und hinüber ins nächſte Dorf zu den
Freunden, daß ſie teilhaben an der gemeinſamen Freude.
Bis vors Dorf ziehe ich mit. Die Prozeſſion ſtrebt eine An=
höhe
hinan. Die Sonne war ſoeben untergegangen und der Him=
mel
brannte in gelbem Feuer. Da geſchah es, daß der Pilgerzug,
auf der Höhe angekommen, als ſingende Wajangſilhouette, ſo
ſchön, wie ich keine je ſah, einen Augenblick lang dahinzog, dann
aber in der jenſeitigen Tiefe verſchwand, wie von unſichtbarer
Hand in einen magiſchen Lichtabgrund gezogen.
Der Geſang tönt leiſe weiter, verhallend.
Ich ſtehe überwältigt in Tränen.

[ ][  ][ ]

Seite 4

(Sonntag; den:25:September 1927

Nummer 266

wolle. Der Glaube der Menſchen an eine beſſere Zukunft, die
einer trüben Gegenwart folgt, iſt eine Macht und Kraft, die ge=
rade
der Völkerbund am höchſten ſchätzen ſollte. Laſſen Sie dieſen
Glauben nicht erſchüttern! Wenn das Land, das einſt als die
ſtärkſte Militärmacht der Welt galt, heute abgerüſtet iſt, ſo ſollte
es für die anderen Staaten viel leichter ſein, ihm jetzt zu folgen.
Wir ſtehen vor einer gebieteriſchen Pflicht, einer
Pflicht, deren Nichachtung ganz ſicher zu ſchweren Folgen führen
würde. Wir haben alſo keine Wahl. Die ganze Inſtitu=
tion
des Völkerbundes kann nur dann lebendio
und wirkſam werden, wenn die Vorſchrift der
allgemeinen Abrüſtung durchgeführt und da=
mit
die Vorausfetzung gegeben iſt für jenie At=
moſphäre
, die notwendig iſt für eine gemein=
ſame
und folidariſche Sicherung des Friedens,
zu der ſich alle hier im Völkerbund vertretenen Nationen be=
kennen
.
Frankreichs Ausflüchte.
Die Ausführungen Streſemanns wurden von dem dicht
beſetzten Hauſe mit geſpannter Aufmerkſamkeit verfolgt und mit
allgemeinem Beifall aufgenommen. Der engliſche Dele=
gierte
Lord Onslow, der nach Streſemann das Wort
ergriff, begrüßte die polniſche Reſolution als eine jener Kund=
gebungen
, die durch gemeinſame feierliche Erklärungen zur Er=
haltung
des Friedens beitragen. Zu den Empfehlungen für
die Erhöhung der Sicherheit erklärte Lord Onslow, er habe
keine Einwendungen dagegen, denn ſie ließen ja den Staaten
volle Freiheit, zu antworten oder nicht zu antworten. Die
Staaten könnten auch ſo antworten, wie jede Regierung es
wünſche, und ſeien nicht verpflichtet, ſo zu antworten, wie der
Rat es wünſche. Nach dem engliſchen Delegierten ſprach Paul=
Boneour. Er ging von der fruchtbaren Zuſammenarbeit
aus, die ſich aus der Verarbeitung der deutſchen, franzöſiſchen
und holländiſchen Vorſchläge nebſt einer Auregung Englands
Abrüſtung durch den vollzogenen Friedensver=
trag
eine vollzogene Tatſache iſt, hätten zwei= gefunden, die Deutſchland mit Blut und Eiſen zuſammenſchmie=
fellos
das Recht, die Durchführung einer all=
gemeinen
Abrüſtung zu fordern. Die Mitarbeit die=
ſer
Staaten ſei gerade zur Erreichung der beſten Bedingungen
arbeiten würden fortgeführt und die Konferenz würde einberufen
werden. Immerhin bleibe nach Ueberwindung der techniſchen
Schwierigkeiten noch eine Reihe politiſcher Probleme übrig, die ſtiert, daß ſeine Laſt der Verantwortlichkeit durch die Zurech=
ſich
z. B. bei der Kontrolle der privaten Waffenfabrikation, bei
der Budgetfrage und bei der Seeabrüſtungskonferenz offenbart wichtig, dieſe Auffaſſung von Kriegsſchuld in Sprache und
hätten. Dieſe Schwierigkeiten müßten am Tage der Einberu=
fung
der Abrüſtungskonferenz beigelegt ſein. Esmüſſe das
Gefühl vorhanden ſein, daß durch das neue Or=
gan
des Völkerbundes, das Sicherheitskomitee,
eine Art von kollektiver Sicherheit geſchaffen
werde. Es müſſe nicht gerade eine vollkommene Sicherheit ſein,
ſagte Paul=Boneour, zu dem deutſchen Delegierten gewandt,
aber doch immerhin ein Sicherheitsgefühl, das nur erzeugt wer=
den
könnte durch eine verallgemeinerte und garantierte Schieds=
gerichtsbarkeit
, wie ſie in den Locarnoverträgen enthalten ſei.
Der Redner zitierte die Aeußerung Streſemanns von dem =
miſchen
Bürger Ouis tibi sie timere vermissit, und ſagte, es
gebe in Europa leider viele Gründe, Furcht zu haben, und ge=
rade
dieſe Gründe ſeien es, die auf den Abrüſtungsarbeiten im
Frühjahr gelaſtet hätten. Erſt gegen Schluß ſeiner faſt einſtün=
digen
Rede kam Paul=Boncour auf das Ziel ſeiner Ausführun=
gen
zu ſprechen, indem er erklärte, eine Löſung der
einzelnen Staaten nicht mehr auf ihre eigenen
Nüſtungen allein angewieſen ſeien, und wenn
alle Staaten damit einverſtanden ſein würden,
daß ſie ihre ganze Kraft einzuſetzen hätten, ſo= keit annehmen können.
bald der Nat einen Bruch des Völkerbundspak=
tes
feſtſtellt.
Die Fortſetzung der Abrüſtungsdebatte wurde dann auf t
Montag vormittag 10 Uhr vertagt.

Engliſches zur Kriegsſchuld.
Von unſerem O=Korreſpondenten.
London, 24. September.
Es iſt eine alte Geſchichte. Bei den Siegern können die
Schmähungen der durch die Zahl Ueberwundenen nun ſchon faſt
ein Jahrzehnt lang fortgeſetzt werden. In Reden, in der Preſſe
und Literatur findet man immer noch die Stigmatiſierung der
Boches. Die Legende von den Greueln iſt diesſeits und jen=
ſeits
des Kanals ſo eingehämmert, daß auch die erſte Nachkriegs=
Generation vollſtändig mit dieſen Schauermären infiziert iſt.
Und in Verſailles wurde unſere Schuld vor der Welt unter=
zeichnet
. Das ſind die Tatſachen, welche der großen Maſſe der
früher feindlichen Bevölkerungen vorliegen. Kann man ſich denn
wundern, daß die Tradition gegen uns lebendig geblieben iſt,
daß es ſehr mißliebig empfunden wird, wenn ſo oft von deutſcher
Seite Anregungen zur Unterſuchung der Kriegsſchuld laut wer=
den
oder mannhafte Erklärungen aus Deutſchland in die Welt
klingen?
Da iſt es doppelt anerkennenswert, wenn ſich inmitten des
allgemeinen Chors eine unabhängige, ehrliche Stimme erhebt.
Es gehört in gewiſſem Sinne Mut dazu, wenn der politiſche Lei=
ter
eines großen Blattes gegen die verleumderiſche Tradition,
gegen Vorurteile und Verranntheit der Leſer ſo tapfere, offene
Worte ſchreibt, wie Spender in der Weſtminſter Ga=
zette
und ſeine im Auszuge ſicher ſchon telegraphiſch über=
mittelte
Auslaſſung verdient vollſtändig im Zuſammenhang ge=
leſen
und durchdacht zu werden. Er ſchreibt: Es iſt eines der
wirklich ermutigenden Zeichen der Zeit, daß niemand irgend=
welches
Verdienſt für den großen Krieg in Anſpruch nimmt.
Worüber ſie auch ſonſt verſchiedene Anſichten haben mögen.
Darin ſtimmen Sieger und Beſiegte überein. Der Große Krieg
in der großen Reſolution gezeigt habe. Die Völker, deren war ein großes Unglück. Bismarck hat in früheren Tagen
große Anerkennung für die geſchickt geplante Folge der Kriege
deten, und er ſtand eine Generation hindurch als Kriegsmacher
und Nationen=Erbauer auf dem höchſten Piedeſtal. Heutzutage
gibt es nicht einen Staatsmann in irgendeinem der ſiegreichen
einer allgemeinen Abrüſtung unerläßlich. Die Vorbereitungs= Länder, der nicht in Entſetzen vor der Annahme zurückweichen
würde, er habe geholfen, den Großen Krieg zu machen, und
keinen in den geſchlagenen Ländern, der nicht dagegen prote=
nung
einer Kriegsſchuld vergrößert wird. Es iſt ſo ungeheuer
Denkweiſe dieſer Generation einzuführen, daß wir abſolut nicht
geneigt ſind, uns zu beklagen, wenn die Deutſchen ihre Proteſte
erneuern. Die Alliierten haben dies ſelber auf ſich gebracht,
durch die grobe Anmaßung, mit der ſie ſich beſtrebten, das Ur=
teil
der Geſchichte an ſich zu raffen und in den Friedensvertrag
hineinzubalancieren. Das war der Schlimmſte aller möglichen
Wege, ihrer Anſicht die Oberhand an der Schranke der Geſchichte
zu verſchaffen, die wie das himmliſche Königreich ſicher
nicht mit Gewalt erobert werden kann. Wenn alſo
der Präſident von Hindenburg den entrüſteten Proteſt ſeiner
Landsleute wiederholt, ſo laßt uns zu allererſt die Tatſache ver=
zeichnen
, daß dieſer alte preußiſche Krieger das Anſtiften eines
Krieges für ein Verbrechen und eine Schuld hält, deren Zuſchie=
bung
eine entrüſtete Zurückweiſung erfordert, und wir hoffen,
er würde ebenſo gedacht haben, wenn der große Krieg einen
verſchiedenen Ausgang genommen hätte. Das iſt das eine, was
Schwierigkeit werde erſtmöglich ſein, wenn die für die Zukunft notwendig iſt, und es bedeutet ein ſo weites
und willkommenes Abwenden von der preußiſchen Doktrin, wie
ſie Männer wie Nietzſche, Treitſchke und Bernhardi vor dem
Kriege gepredigt haben, daß wir es ohne Kritik oder Spitzfindig=
Aber wir hegen den Wunſch, genau zu wiſſen, welches denn
die deutſche Theorie von dem Urſprung des Krieges war. Wenn
wir verſuchen, nicht das Verdikt der Geſchichte zu erhaſchen,
ſondern nur das Feld zu beſchreiben, das die Geſchichte beſich=

tigen wird, ſo müſſen, wir zwei Diuge unterſcheiden: die ſchliet
liche Verantwortlichkeit für den Ausbruch des Krieges und de
allgemeinen Verantwortlichkeiten für die internationale Lag.
die, von 70 ab, den Krieg unvermeidlich oder wenigſtens ſell
wahrſcheinlich gemacht haben. Wir mögen glauben, daß der
Syſtem der Allianzen, das Europa in zwei Heerlager teilte,
der Hauptſache das Ergebnis der deutfchen Politik in den erſig,
Jahren geweſen iſt, und doch mit einem Deutſchen ſympathiſii=
ren
, der dagegen proteſtiert, daß die ganze und alleinige Ve=
antwortlichkeit
Deutſchland allein zugeſchoben wird. Niemanu
der auf das Verhalten von Oeſterreich, Rußland, Frankreii
und Italien in dieſen Jahren zurückblickt, kann das für fan
oder recht halten.
Sie haben angefangen, iſt niemals da
letzte Wort der Geſchichte, und wir können gan
ſicher ſein, daß es auch in dieſem Falle nicht fſ.
lauten wird. Aber wenn es ſich um die ſchließlichen Ve=
antwortlichkeiten
handelt, ſo befindet ſich der Engländer, der f5r
an die letzten Tage erinnert, in großer Schwierigkeit, ob
Deutſchland freiſtrechen oder wie er auch nur ſein Verhaltoa
verſtehen ſoll. Er gedenkt ſeiner eigenen Empfindungen da
Verzweiflung und der Ungläubigkeit, als ein Vorſchlag na
dem anderen, Konferenz, Verhandlung, Schiedsgericht, irgem
etwas zur Wiederherſtellung der abgebrochenen Verbindungon
von Berlin abgelehnt wurde. Er erinnert ſich der Verletzurn
von Belgien, welche endgültig die Tür laut zuſchlug und do
Beteiligung Britanniens unvermeidlich machte. Er hat bo
militäriſchen Notwendigkeiten, nach der Mobiliſation Ru.
lands gehört, aber wie und durch wen wurden die militäriſche‟
Notwendigkeiten geſchaffen, wenn nicht durch Deutſchland urm
Oeſterreich mit ihrer Behandlung Serbiens, welche, wie beiß)
wohl wußten, Rußland auf die Szene bringen mußte?
Ich glaube, es gibt heutzutage wnige Deutſche, welche nick
die Behandlung der letzten Phaſen durch ihre Regierung be
klagen, aber es gibt zweifellos auch ſehr viel,
die noch dagegen proteſtieren, daß die alleinig.
Verantwortlichkeit für ſie Deutſchland zuge
ſchoben wird. Sie vertreten anſcheinend die Anſicht, de
wir die Rolle, welche Oeſterreich ſpielte, bedeuten)
unterſchätzen und ebenſo die gebieteriſche Notwendigkeit .
Deutſchland, ſeinen einzigen getreuen Bundesgenoſſen unter der
Großmächten zu unterſtützen. Das wollen wir ohne weiteres zu
geben. Wir waren unzweifelhaft viel zu ſehr geneigt, Oeſterrei=
als bloßen Vaſallen oder als Werkzeug Deutſchlands zu ſeher
und vergegenwärtigten uns infolgedeſſen nicht das Aus
maß, in dem es die Hände ſeines Partner
zwang. Es muß hier wiederum zugeſtanden wer
den, daß die Verantwortlichkeit eine geteilt!
war. Man mag in der Tat ſagen, daß das Ver=
fehlen
Deutſchlands, wenigſtens von 1908 am
zum großen Teil in dem Mißlingen ſeiner Kon;
trolle Oeſterreichs beſtand. So feſt Bismar=
ſeine
Politik auf einer Unterſtützung Oeſterreichs gründete, e
hat nie ermangelt, in Wien die Bremſe anzuziehen, ſo oſt ihrn
deſſen Aktion gefährlich ſchien. So ſchrieb er Ende 85, als e=
glaubte
, Oeſterreich habe nach der Schlacht von Slivnitza eine ger
fährliche Initiative Bulgarien gegenüber ergriffen: Oeſterreich
darf niemals mit Rußland brechen und ſich allein auf Deutſchn
lands Unterſtützung verlaſſen, ohne eine Garantie bezüglich de
Haltung der Weſtmächte.
So, wie die Dinge jetzt in England und Frankreich ſteheny
könnten wir dadurch den Weg für eine ruſſiſch-engliſchfran=
zöſiſche Koalition öffnen, angeſichts welcher die Lage der alli=
ierten
Kaiſerreiche äußerſt ſchwierig, die Zuverläſſigkeit Italienss
zweifelhaft werden würde.
Wir ſind völlig bereit, alle dieſe Fragen der Geſchichte zu
überlaſſen, aber die Hiſtoriker werden ſich ſicherlich fragen müſſen,
in welchem Maße die deutſchen Staatsmänner ſich oder Oeſter=
reich
dieſer hoch=prophetiſchen Worte des großen
Kanzlers erinnerten.

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[ ][  ][ ]

Nummer 266
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 25. September.
Die Mitarbeit der Städte.
Nicht nur die Städte, deren Ehrenbürger Hindenburg iſt, ſondern
viele andere, die in Verehrung ſich ihm verbunden fühlen, beteiligen
ſich geſchloſſen an der Hindenburgſpende. In Preußen ſind vorläufig
zu nennen: Barmen, Bochum, Brieg, Eſſen, Flonsburg, Halle, Stettin,
Hannover. Neben den großen Brocken dieſer größeren und leiſtungs=
fähigeren
Städte wächſt aber auch in erfreulicher Stetigkeit die Mauer
aus den Bauſteinen jener kleinen und kleinſten Städte und Gemeinden,
die trotz leeven Stadtſäckels es ſich nicht nehmen laſſen wollen, durch
einen Beitrag zur Hindenburgſpende ein Zeugnis ihrer Geſinnung für
Hindenburg abzulegen. Es liegen bisher die Zeichnungen von rund
200 Kleinſtädten vor,
Ernannt wurde: Am 21. September der Chemiker Pyofeſſor Dr.
=Adolf Kreutz zu Darmſtadt, mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 an,
zum Direktor der chemiſchen Prüfungsſtation in Darmſtadt. Am
19. September 1927 wurde der Amtsvorſtand des Forſtamts Romrod,
Forſtrat Karl Nicolaus zu Romrod, in gleicher Dienſteigenſchaft an
das Forſtamt Schiffenberg verſetzt.
Erledigt ſind eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an
der Volksſchule zu Friedberg. Eine Schulſtelle für einen Lehrer an
der evangeliſchen Volksſchule zu Eich, Kreis Worms; Dienſtwohnung iſt
vorhanden und frei. Eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer
an der Volksſchule in Heuſenſtamm, Kreis Offenbach; Wohnung
wird demnächſt frei.
Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Duuch die Kirchenregierung
bvurde übertragen: dem Pfarrer Karl Knodt zu Wimpfen die evan=
geliſche
Pfarrſtelle an der Stadtkirchengemeinde zu Offenbach, Dekanat
Offenbach; dem Pfarrer Wilhelm Weimar zu Gonterskirchen di=
Svangeliſihe Pfarrſtelle zu Gonterskirchen, Dekanat Schotten, und dem
Pfarrverwalter Emil Weber zu Holzheim die evangeliſche Pfarrſtelle
su Holzheim, Dekanat Hungen.
Heſſiſches Landestheater. In Wolf=Ferraris komiſcher Oper Die
wier Grobiane, mit deren Erſtaufführung die Spielzeit im Klei=
anen
Haus eröffnet wird, ſingen die Hauptrollen: Lunardo: Theo Herr=
mann
, Margarita: Anna Jacobs, Lucieta: Margarete Albrecht, Mau=
wizio
: Heinrich Kuhn, Filipeto: Joſef Poerner, Marina: Paula Kapper,
SSimon: Hans Komregg, Felice: Käthe Walter, Cancian: Alfred Karen,
Miccardo: Eugen Vogt. Muſikaliſche Leitung: Max Rudolf; Inſzenie=
ung
: Hans Esdras Mutzenbecher; Bühnenbild: Lothar Schenck von
Trapp; Beginn: 19 Uhr.
Außerdem werden in den Opernſpielplan der nächſten Woche folgende
Drei Werke in neuer Beſetzung aufgenommen: am Dienstag, den 27.,
Carmen (muſikaliſche Leitung: Max Rudolf), am Mittwoch, den
28., Cosi fan tutte (muſikaliſche Leitung: Dr. Böhm) und am
2 Oktober Triſtan und Jſolde, (mſikaliſche Leitung: Dr.
BBöhm). Händels Julius Cäſar wird am 30. September zum
Zweiten Male wiederholt:
10 Akademie=Konzerte. Riele Queling, die Soliſtin im zweiten
Akademie=Konzert, wurde kürzlich in Berlin mit dem diesjährigen Men=
Delsſohn=Staatspreis für Muſik ausgezeichnet. Die Künſtlerin hatte am
30. und 31. Auguſt ds. Js. bei dem Feſtkonzert aus Anlaß des vorberei=
Eenden Kongreſſes zur Gründung einer Weltuniverſität in Davos einen
glänzenden Erfolg zu verzeichnen. Sie wird hier am 18. November das
Violin=Konzert von Beethovem u. a. zu Gehör bringen.
Der Violinabend Profeſſor G. Havemann, Berlin, findet am
Oktober 1927 in der Otto=Berndt=Halle abends 8 Uhr ſtatt. Das
Programm enthält die G=Dur=Soyate von Brahms, die Partita D=Moll
mit der berühmten Chaconne von Bach (für Violine, allem); das Have=
ann
gewidmete Violinkonzert von Max Trapp, das den Abend be=
ſichließt
, gelangt hier zur Erſtaufführung. Es iſt ein Werk, das durch
ſeine klanglichen Schönheiten und ſeine zarten Stimmungen ungemein
feſſelnd wirkt. Die Pianiſtin, Frau Hoffmann=Behrendt, Berlin, wird
außerdem die Wanderer=Phantaſie von Schubert zu Gehör bringen.
Bühnenvolksbund. Unſere Mieten erfreuen ſich auch in dieſem
Jahre einer großen Abnehmerzahl. Um unſere Kulturarbeit weiter
zu unterſtützen, bitten wir die Mitglieder, den Boten unſerer Spielſchar,
der zur Werbung für das Abonnement derſelben für die Spiel=
eit
1927/28 in den nächſten Tagen vorſpricht, nicht abzuſchicken, ſondern
ſäch in die Liſte einzuzeichnen. Sie übernehmen mit dieſem Beitritt zur
Spielſchar keinerlei Pflichten, ſondern unterſtützen durch regelmäßige
Elbnahma der Karten zu RM 0,60 für 1 Vorſtellung die Schar und damit
anſere ideale Arbeit, die Förderung der volkstümlichen Darſtellungskunſt.
Ils Auftakt der Spielzeit 1927/28 bringt unſere Spielſchar einen
heiteren Märchenabend mit den in Magdeburg und Kaſſel mit Erfolg
gufgeführten Spielen Pechvogel und Glückskind und der Schweinehirt
on Walter Blachetta.. Sollte ein Leſer dieſer Zeilen nicht beſucht
werden, ſo bitten wir, bei der Firma Muſik=Arnold am weißen Turm
das Nähere über die Spielſchar=Miete einzuholen. Eine Liſte zum Ein=
reichnen
liegt bei Herrn Arnold offen.
Hausfrauenbund. Alle Darmſtädter Hausfrauen werden darauf
eufmerkſam gemacht, daß ſie ſich an einer Fahrt nach Mainz be=
lSiligen
können, die am Montag, 26. September, zum Beſuche
dier Ausſtellung Haus, Herd und Garten ſtattfindet. Abfahrt hier
4,08 Uhr morgens. Treffpunkt 3½ Uhr im Warteſaal 3. Klaſſe. Bei
30 Perſonen ermäßigter Fahrpreis. In Mainz ermäßigter Eintritt
ſend Führung in der Ausſtellung. Intereſſanter Vortrag. Um 12½ Uhr
gemeinſames Mittageſſen 4 1,50 Mk. Bei ſchönem Wetter kleine Rhein=
fahrt
a 1 Mk. Rückfahrt nach Darmſtadt 8,12 Uhr abends vom Süd=
bahnhof
Mainz.
Orpheum. Der Sonntagskarkenverkauf findet ſtatt:
Verkehrsbüro von 9 bis 12 Uhr, Zeitungs=Kiosk,
g=Platz von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr

gen unter Nr. 389. (Siehe heutige Anzeige.)
Einreiſe von Elfaß=Lothringern nach Deutſchland. Zu Pariſer
Meldungen über angebliche Strafverfolgungen, denen Elſaß=Lothringer
bei Reiſen nach Deutſchland ſich wegen etwaiger Delikte aus der Kriegs=
zeit
ausſetzten, wird den Blättern mitgeteilt, daß die ergangene Amneſtie
elbſtverſtändlich auch den Elſaß=Lothringern zugute kommt mit Aus=
nahme
derjenigen Delikte, die auf ſelbſtſüchtige Motive zurückzuführen
ſind. Dies war in drei Fällen der Fall, wo Elſaß=Lothringer des Landes=
verrates
beſchuldigt worden ſind. Ehemalige Kriegsfreiwillige können
ohne weiteres einreiſen
Warnung. Dem Heſſiſchen Landesverein für Innere Miſſion
ind jüngſt Klagem zugegangen, welche die Werbetärigkeit für deſſen
Sterbevorſorge zum Gegenſtand hatten. Es wird daher ausdrücklich
darauf hingewieſen, daß die Werber des Heſſiſchen Landesvereins für
Innere Miſſion mit einem vom Vorſitzenden, Herrn Pfarrer Wagner,
ausgeſtellten Ausweis verſehen ſind. Da auch die Möglichkeit nicht von
der Hand zu weiſen iſt, daß Unbefugte den Heſſiſchen Landesverein für
Innere Miſſion als Empfehlung benutzen, um für irgend eine Ver=
licherungsgeſellſchaft
Geſchäfte zu machen, wird empfohlen, ſich ſtets den

Ausweis vorzeigen zu laſſen. -U-
O A
SU O A

Sonderfahrt des Darmſtädter Handwerks
nach Worms.
Zu einem reichen Erlebnis geſtaltete ſich die letzte Beſichti=
gungsfahrt
des Darmſtädter Ortsgewerbevereins und
der Handwerkervereinigung, die am Mittwoch früh mit
Sonderzug zahlreiche Handwerker mit ihren Angehörigen nach der
alten Nibelungemſtadt Worms führte. Der Vormittag war ſodann
der Beſichtigung des Heyl’ſchen Lederwerks Liebenau ge=
widmet
. Im Auftrage des leider erkrankten Barons Ludwig
von Heyl begrüßte Herr Direktor Eiſeler die Darmſtädter Gäſte,
die den großen Vortragsſaal des Werkes bis zum letzten Platz ſüllten,
mit herzlichen Worten. Herr Dipl.=Ing. Reifenkugel be=
reitete
dann in einem äußerſt intereſſanten, von praktiſchem Vorführun=
gen
begleiteten Vortrag auf die dann folgende Werksbeſichti=
gung
vor. In mehreren Gruppen wurde dieſe unter ſachverſtändiger
Führung vorgenommen und entwickelte ein überſichtliches Bild von dem
Arbeitsvoygang, angefangen mit dem rohen Ziegenfell bis zum feinſten
Brokatleder und Modeerzeugnis. Der an und für ſich verwickelte Fabri=
kationsprozeß
vermittelte packende Einzeleindrücke und gab ein Bild
von der Leiſtungsfähigkeit und Weltbedeutung des Werkes. Nach der
Beſichtigung verſammelte man ſich wieder, um einer Einladung des
Barons Ludwig von Heyl zu einem Mittageſſen Folge zu leiſten.
Speiſe und der edle Trank mundeten nach der anſtrengendem Beſichtigung,
die treppauf, treppab geführt hatte, vortrefflich, und es herrſchte eine
fröhliche Stimmung. Der Vorſitzende des Veranſtaltungsausſchuſſos
des Darmſtädter Ortsgewerbevereins und Handwerkervereinigung, Herr
Malermeiſter Kraus, dankte in herzlichſter Weiſe zunächſt dem
Fabrikherrn, Freiherr Ludwig von Heyl, ſodann den Direk=
toren
Eiſeler und Dinges, die ſich in wührender Weiſe um ihre
Gäſte bemüht hatten, Hevrn Dipl.=Ingenieur Reifenkugel
ſowie den anderen Betriebsleitern, die die Führungen übernommen
hatten. Aus den Worten von Herrn Kraus war immer wieder der
ſtarke Eindruck über das Geſehene zu entnehmen. Weiterhin dankte
auch noch Herr Kraus Herrn Ehrenmeiſter Schmuck=Worms
für dia trefflichen Vorbereitungen der Wormſer Freunde, die ſie der
Darmſtädter Sonderfahrt hatten angedeihen laſſen, und Herrn Syn=
dikus
Dr. Kollbach für die ganze Organiſation der Sonderfahrt;
auf beide Herren brachte ſodann Herr Kraus noch ein Hoch aus. Im
weiteren Verlauf ergriff auch Herr Ehrenmeiſter Schmuck das Wort,
gedachte herzlichſt des Darmſtädter Beſuches in Worms und beim Werk
Liebenau und ſprach über die gutem Beziehungen zwiſchen dem Wormſer
Handwerk und der Wormſer Großinduſtrie. Im Anſchluß an ſeine
Ausführungen wurde das Deutſchlandlied geſungen. Herr Dr. Koll=
bach
brachte dann noch ein herzliches Begrüßungstelegramm
des Freiherrn Ludwig von Hehyl zur Verleſung, in dem des ungebroche=
nen
Arbeitswillens am deutſchen Rhein gedacht und gute Hoffnungen
für die Zukunft ausgeſprochen wurden. Unter allgemeinem Beifall
wurde die Abſendung einer Dankdepeſche beſchloſſen und Herr Dr
Kollbach brachte ein Hoch auf Werk Liebenau und das Haus Heyl
aus. Unter Führung der Wormſer Freunde ging es am Nachmittag
zunächſt durch die Stadt zum Hausdes Handwerks. Herr Ehren=
meiſter
Schmuck gab eingangs einige Erklärungen über die Geſchichte
des Hauſes; die dann vorgenommene eingehende Beſichtigung ließ in
allen Darmſtädter Handwerkern den lebhaften Wunſch aufkommem, bald
auch in Darmſtadt ein ſolches Haus des Handwerks ihr Eigen nennen
zu können. Weiterhin übernahm dann Herr Direktor Dinges in
ſeiner Gigenſchaft als Vorſitzender des Verkehrsvereins, die Führung.
Zuerſt wurde das Luther=Denkmal beſichtigt, ſodann beſuchte
man das Kunſthaus Heylshof. Dieſer frühere Privatbeſitz des
verſtorbenen Freiherrn Cornelius von Heyl, der in hochherziger Weiſe
der Oeffentlichkeit zugängig gemacht wurde, erwies ſich als eine Samm=
lung
edelſten Kunſt. Erleſene Kunſtwerke von ungeheurem Werte, u. a.
Meiſterſtücke des deutſchen Handwerks, boten ſich hier den Beſchauern.
Ein Höhepunkt des Wormſer Aufenthaltes war auch die Beſichtigung
des Domes, der auf alle Beſucher immer wieder den gleichen tiefen
Eindruck ausüibt. Ein Beſuch der berühmten Weinfirma P. J.
Valckenberg, die unter der ſachverſtändigen Führung von Mei=
ſter
Betz, Bürſtenfabrikant=Worms, aufgeſucht wurde, beſchloß die
Beſichtigungen. Vor der eigentlichen Kellerbeſichtigung erweckten Herr
Betz und der liebenswürdige Direktor Becker von der Firma P.
J. Valckenberg in den auf dem altertümlichen Hofe verſammelten Darm=
ſtädtern
hohe Erwartungen ob des Kommendem. Und es muß ausge=
ſprochen
werden, daß dieſe Erwartungen nicht getäuſcht wurden. An
und für ſich boten ſchon die z. T. uralten Keller, durch die man hin=
durchſchritt
, genug des Sehenswerten; der Glanzpunkt war aber doch
eine Kellerprobe, für die Herr Direktor Becker 6 erleſene Marken
klitglich zuſammengeſtellt hatte. In maleriſcher Gruppierung ſaß man
unnter den geheimmisvollen Gewölben um aufgeſtellte Fäſſer herum, und
bekam das Köſtlichſte zu proben, was die rheiniſchen Gaue zu erzeugen
vermögen. Herr Direktor Becker zeſigte ſich als unermüdlicher Gaſtgeber,
und der rheiniſche Frohſinn trat in ſein Recht. Schließlich war man
wieder im Haus des Handwerks zuſammen, wo das Abendbrot einge=
nommen
wurde und man mit den Wormſer Freunden noch einige Zeit
gemitlich beiſammen war. Noch einmal dankte Herr Malermeiſter Kraus
allen, die zu dem ſo vortrefflichen Gelingem des Ausflugs beigetragen
hatten, aufs herzlichſte; dann kam allzu ſchnell die Stunde des Abſchieds,
und der Sonderzug brachte die Wormsfahrer wieder nach Darmſtadt.
Allen Teilnehmern des Ausflugs, der von einem ſtrahlend ſchönen
Herbſttage begünſtigt wurde, wird dieſer in dauernder und beſter Er=
innerung
bleiben.
Einweihung. Wir haben bereits berichtet, daß die Evang.
Jugendvereinigung der Petrusgemeinde ein neues Landheim gekauft hat.
Dasſelbe liegt kurz hinter Nieder=Ramſtadt gegen Waſchenbach hin auf
der rechten Anhöhe in einer Einbuchtung des Waldes. Wie iſt es doch ſo
ſchön, wenn man tagsüber im Freien war und die Nacht im Heim
zubringen kann. Am ſchönſten drückt dies Joſeph von Eichendorff aus
mit den Worten: Und wenn das Blühen endet: noch taumelnd ſprengen
wir, vom Abendrot geblendet, ins letzte Nachtquartier. Das Heim ſoll
auch in ſtillen Stunden der inneren Sammlung dienen, ferner können
Ferien dort verbracht werden. Unſer neues Heim wird heute nach=
mittag
öffentlich in feierlicher Form eingeweiht. Es ſind hiermit noch=
mals
alle, insbeſondere die Gemeindeglieder herzlich eingeladen. Ge=
meinſamer
Abmarſch um 1,15 Uhr nachm. an der Kaſtanien=Allee, Ecke
Landskron= und Ludwigshöhſtraße. Die Einweſhung wird durch eine
Anſprache von Herrn Pfarrvikar Schäfer eingeleitet. Später kann das
Häuschen von den Gäſten beſichtigt werden. Volkstänze, Reigen, Singen
uſw. verſchönern den Nachmittag. An dem Einweihungsort wird, wie
am Jugendſonntag, Kaffee und Gebäck verabrgicht. Was die Lage des
Häuschens betrifft, ſo geben darüber kurz folgende Verſe Aufſchluß:
Da droben auf dem Berg, da ſteht ein Häuschen fein, umrahmt von
drei Seiten in Bäume ein Und von der vierten Seite ein ſchöner
Blick ins Tal hinab, die Quelle in der Nähe labt die Gäſte früh
und ſpat. Da verſpürt man große Neigung, im Beſitze eines ſolchen
Heims zu ſein; die Beſſunger Evangeliſche Jugendvereinigung machte
es darum, ſeinen Mitgliedern und Freunden gemein.
Evang. Petrusgemeinde. Es ſei nochmals auf den heute nach=
mittag
ſtattfindenden gemeinſamen Abmarſch um 1.15 Uhr an der
Kaſtanien=Allee, Ecke Landskron= und Ludwigshöhſtraße, zur Ein=
weihung
des Landheims der Evang. Jugendvereinigung aufmerkſam
gemacht. Die Einweihung findet auch bei ſchlechtem Wetter ſtatt.
Beſſunger Bezirksverein. Zu dee am nächſten Montag, den 26.
ds. Mts., ſtattfindenden Hauptverſammlung im Ochſen ruft der
Beſſunger Bezirksverein ſeine Mitglieder zuſammen, zwecks Beſprechung
wichtiger Beſſunger Fragen. Gäſte und Freunde ſind willkommen.
(Siehe Anzeige).
Bühnenvolksbund. Die 1. Vorſtellung der H=Miete iſt Sonntag,
den 2. Oktober. Gewählt iſt Triſtan und Jſolde‟‟. Die Mietkarten
liegen in der Geſchäftsſtelle zum abholen bereit. Neuanmeldungen zu
dieſer Miete ſowie auch zur Miete K (18 Vorſtellungen) werden noch
entgegengenommen. (Siehe Anzeige.)

*Verwaltungsgerichtshof.
p. 1. Einwendungen gegen die 4. Bürgermeiſterſtichwahl in Frän=
kſch
=Crumbach.
Erſchienen ſind: Der Sieger in der letzten Stichwahl, Georg Hotz 4.,
der hierin Unterlegene Gg. Kropp und der Beigeordnete Kappes.
Im Jahre 1926 hat der Verwaltungsgerichtshof die 3. Stichwahl
aufgehoben. Das Miniſterium des Innern hat daraufhin in einem
Schreiben an das Kreisamt ſich dahin geäußert, daß die neue Wahl auf
Grund der alten Wählerliſte zu veranſtalten ſei, Verzogene ſollten an
der Wahl nicht teilnehmen. Das Kreisamt regte an, der Wahlvorſtand
möge hierauf hinwirken. Der Wahlvorſtand faßte auch einen bezüglichen
Beſchluß. Gewählt wurde am 19. September 1926 Gg. Hotz 4.
mit 511 Stimmen, Gg. Kropp erhielt 424 Stimmen, das Mehr beträgt
ſomit 87 Stimmen. Kropp focht dieſe Wahl an, unterlag aber mit
ſeiner Reklamation beim Kreisausſchuß am 18. November 1926. Hier=
gegen
verfolgte Kropp Berufung an den Provinzialausſchuß; letzterer
verwarf die Berufung am 23. April 1927. Kropp hatte darauf hinge=
wieſen
, daß bei der Wahl nicht gewählt hätten: 52 Verzogene, 21 Aus=
gewieſene
und 23 Ortsanweſende.
Kropp bezeichnet in der Reviſionsverhandlung den Beſchluß des
Miniſteriums als eine Verletzung der Beſtimmungen über das Wahl=
verfahren
und das an das Kreisamt gerichtete Schreiben als einen un=
zuläſſigen
Eingriff in die Wahlhandlung. Die 87 Stimmen Mehrheit
ſeien nicht einwandfrei. Die alte Wählerliſte mußte allein maßgebend
bleiben.
Der Vertreter des Staatsintereſſes beantragt die Verwerfung der
Reviſion, die von Kropp eingelegt iſt. Eine Abänderung der alten
Wählerliſte ſei unzuläſſig, aber materiell wicht mehr Wahlberechtigte,
ſo lautete die miniſterielle Belehrung, ſollten zur Wahl nicht mehr zu=
gelaſſen
werden. Es müſſe nachgewieſen werden, daß das Wahlergeb=
nis
durch Verletzung der Wahlverfahrensvorſchriften beeinträchtigt wor=
den
ſei. Davon könne angeſichts des Mehr von 87 Stimmen für Hotz
keine Rede ſein.
Das Urteil verwirft die Reviſion des Gg. Kropp mit der Maßgabe,
daß für die Koſten 1. und 2. Inſtanz der Reviſionskläger nur mit einem
Kopfteil haftet, während die Koſten der Rewiſionsinſtanz den Reviſions=
kläger
voll treffen.
2. Klage des A. Oettig in Offenbach gegen einen Polizeibefehl des
Polizeiamts Offenbach wegen Unterbringung einer durch Räumungs=
urteil
obdachlos gewordenen Familie.
Der Hausbeſitzer A. Oettig hatte gegen die bei ihm wohnende
Witwe Klein ein Räumungsurteil erwirkt. Die 7köpfige Familie konnte,
da ein Erſatzraum nicht geſichert war, von der Gemeindebehörde und
dem ſtädtiſchen Wohnungsamt nicht anderweit, auch nicht in einer
ſtädtiſchen Anſtalt, untergebracht werden. Um die obdachlos gewor=
dewe
kinderreiche Familie unterzubringen (und zwar durch Wiederein=
weiſung
in die innegehabte Wohnung), erließ das Polizeiamt den be=
züglichen
Polizeibefehl. Das Urteil des Provinzialausſchuſſes wies die
Klage des A. Oettig ab, da der Polizeibefehl im öffentlichen Intereſſe
geboten und erlaſſen, dem Privatrecht vorgehe, wem er auch die Voll=
ſtreckung
des Räumungsurteils unterbinde, denn das Räumungsurteil
ſchaffe nur zwiſchen den Parteien Recht. § 36, Abſ. 3 des
Mieverſchutzgeſetzes ſtehe dem Erlaß des Polizeibefehls nicht entgegen,
da dieſe reichsrechtliche Beſtimmung nur Handlungew der Gemeinde=
behörde
im Auge habe. Der Kläger hat Berufung an den Ver=
waltungsgerichtshof
verfolgt. Seit 1922, ſo führt ſein Vertreter, Rechts=
anwalt
Schloß=Offenbach, aus, ſuche der Hausbeſitzer in die Kleinſche
Wohnung zu gelangen und habe endlich 1925 ein Räumungsurteil ohne
Erſatzraum erwirkt. Habe wan in dieſer langen Zeit ſeitens der Ge=
meinde
der Witwe Klein keine Unterkunft verſchaffen können? Dies er=
ſcheine
kaum glaubhaft. Auch ein aſozialer Mieter könne in einer Her=
berge
untergebracht werden, bevor man zu dem außergewöhnlichen
Mittel des Polizeibefehls greife. Das Polizeiamt ſei mit dem Polizei=
befehl
doch nur für die Gemeindebehörde tätig geworden. Der hier vor=
liegende
Fall ſtehe einzig in Offenbach da. Den Weg des Polizeihefehls
habe auch das Kreisamt Offenbach als nicht gangbar bezeichnet, als auch
andere Landgemeinden den gedachten Weg hätten beſchreiten wollen.
Das Anſehen der Rechtspflege werde durch das Vorgehen des Polizei=
amts
erſchüttert.
Der Vertreter des Polizeiamts rechtfertigt deſſen Vorgehen, eine
Unterbringungsmöglichkeit habe nicht beſtanden, die Obdachloſigkeit der
Familie Klein hätte verhindert werden müſſen. Beigeordneter Dr.
Aull=Offenbach legt in rechtlichen Ausführungen die Aufgabe der Polizei
in Heſſen dar und geht hier auf eine Verwaltungsanordnung des Mini=
ſteriums
des Innern zurück, die ſich in einer Kreisratsinſtruktion des
Jahres 1832 ausdrückt. Der Polizeibefehl ſtütze ſich auf den Art. 129b
der Städteordnung. Der gefahrdrohende Zuſtand der Exmiſſion eines
Mieters könne nur durch Zwang beſeitigt werden. Bei Obdachloſigkeit
einer Familie ſei ein ſolcher Gefahr bringender Zuſtand auch vorhan=
den
, um ſo mehr, als auch das Mieteinigungsamt ein Einſchreiten ab=
gelehnt
habe und das Wohnungsamt einen Erſatzraum nicht habe be=
ſchaffen
können. Der Hausherr habe die Familie aus dem Hauſe haben
und keinen Mietzins mehr annehmen wollen. Im ſtädtiſchen Verſor=
gungshauſe
hätte die 7köpfige Familie nicht untergebracht werden kön=
nen
, da die dortige Kinderſtation dauernd belegt ſei. Die Herbergs=
wirte
in Offenbach lehnten es nach den gemachtew Erfahrungen ab, ſolche
exmittierte aſoziale Familien aufzunehmen. Barackenbauten zur Unter=
bringung
ſeien damals in ausreichendem Maße noch nicht vorhanden
geweſen. So habe die Behörde, weil machtlos, die Polizei angerufen.
Hätte die Polizei von ſich aus einen anderen Weg beſchreiten können?
Die Wiedereinweiſung in die alte Wohnung ſei ſo zweckmäßig geweſen.
Ueber dieſe Frage der Zweckmäßigkit habe aber das Gericht nicht zu
entſcheiden. § 36, Abſ. 3 des Mieterſchutzgeſetzes in der Faſſung vom
29. Juni 1926 habe nur die Raumbewirtſchaftung, die Raumzuweiſung
im Auge und richte nur ein Verbot an die Gemeindebehörde. Die
Polizei könne auch über ein zivilrechtliches Räumungsurteil aus den
Gründen des öffentlichen Rechts und des öffentlichen Wohls hinweg=
gehen
. Eine körperliche und geſundheitliche Gefahr für die kinderreiche
Familie habe beſtanden, die Exmiſſion habe eine ſchwere Gefährdung
der öffentlichen Sicherheit zumal in erregter Zeit beſorgen laſſen, man
denke nur, daß in die benachbarte Bevölkerung eine große Aufregung
gebracht worden wäre, wenn die Exmiſſion ausgeführt wurde. Der Ver=
treter
des Klägers beruft ſich ſchließlich auf eine Entſcheidung des preu=
ßiſchen
Oberverwaltungsgerichts aus dem Jahre 1926.
Der Vertreter des Staatsintereſſes ſchließt ſich im weſentlichen den
Ausführungen des Vertreters der Stadt Offenbach an. Die Regierung
in Heſſen hat zuletzt im Mai 1927 in einem Ausſchreiben ihre Stellung=
nahme
zu der vorwürfigen Frage präziſiert. Danach kommt für die
Polizei eine Tätigkeit erſt in letzter Linie in Frage. Die Polizei
abe das Recht, bei Obdachloſigkeit einzugreifen, auch durch Wiederein=
weiſung
in die bisher innegehabte Wohnung, um dem Notſtand abzu=
helfen
. Die tatſächlichen Feſtſtellungen der Vorinſtanz ſeien nicht zu
beanſtanden, ein Gegenbeweis nicht geführt. Erſt Ende November 1926
hat die Stadt Offenbach die Kleinſche Familie anderweit untergebracht.
Der erlaſſene Polizeibefehl iſt mit dieſem Zeitpunkt alſo faktiſch gegen=
ſtandslos
geworden, ſo daß ſich heute der Streit eigentlich neben der
prizipiellen Frage der geſetzlichen Zuläſſigkeit der Maßregel nur noch
um den Koſtenpunkt dreht.
Der nach längerer Beratung verkündete Beſchluß beſagt, daß Be=
weis
erhoben werden ſoll darüber, ob in der Zeit vom 4. bis 30. Oktober
1926 es der Offenbacher Polizei möglich geweſen ſei, der Kleinſchen
Familie in leeren, auch gewerblichen Räumen entgeltlich Obdach zu ver=
ſchaffen
, durch Vernehmung des Syndikus des Hausbeſitzervereins Weiſer
in Offenbach.

EDEL

I. BIn. 8123

*

[ ][  ][ ]

Bund zu Erhalung der beſchen
Simultanſchule.
Unter der Mitwirkung von Männern und Frauen aller Volks=
kreiſe
hat ſich in Darmſtadt ein Bund zur Erhaltung der heſſiſchen
Simultanſchule gebildet. Die Geſchäfte des Bundes werden durch
einen Arbeitsausſchuß geführt, dem u. a. angehören: Geheimer Baurat
Prof. Berndt, Prof. Dr. Heidebroek, Lehrerin i. R. Eleonore
Pfnorr, Frau Staatsrat Balſer, Weißbindermeiſter. Weid=
mann
, Dekan Weißgerber, Pfarrer Zimmermann, Lehrer
Horn.
Die Tatſache, daß ſich Angehörige aller Bevölkerungsſchichten zu=
ſammengefunden
haben, um die heſſiſche Simultanſchule zu verteidigen,
iſt ein neuer Beweis, daß ſie ſich größter Wertſchätzung erfreut. Die
überwältigende Mehrheit fordert ihre Beibehaltung. SSiehe die Er=
llärung
der Parteien im Landtag.)
Der Bund ſetzt ſich zur Aufgabe, alle Kräfte, die in dieſer Rich=
tung
wirken wollen, zuſammenzufaſſen und mit allen Mitteln für die
Erhaltung der gemeinſamen Schule zu kämpfen. Er geht dabei von
folgenden Vorausſetzungen aus: Die heſſiſche Simultanſchule beſteht
ſeit mehr als einem halben Jahrhundert und hat in dieſer Zeit ihren
hohen Wert als Schule der Volksgemeinſchaft erwieſen. Sie war ein
Hort des konfeſſionellen Friedens. In ihrem Rahmen konnten aber
auch die berechtigten Intereſſen der Bekenntniſſe vollauf gewahrt wer=
den
, Trotzdem bedroht der vorliegende Reichsſchulgeſetzentwurf die
heſſiſche gemeinſame Schule mit völliger Vernichtung. Die Aufteilung
in enangeliſche= katholiſche und weltliche Schulen wird ohne weiteres
die Zerſchlagung der gemeinſamen Schule bedeuten. Weitere Zerſplit=
terung
des Volkes, konfeſſioneller Hader, Herabſetzung der Schullei=
ſtungen
, verbunden mit größerer ſteuerlicher Belaſtung wird die Folge
ſein. Das muß mit allen Mitteln verhindert werden. Deshalb ergeht
an alle, insbeſondere an alle Vereine und Körperſchaften, die bereit
ſind, für die Simultanſchule einzutreten, die herzliche und dringende
Bitte, ſich dem Bund zur Erhaltung der Simultanſchule anzuſchließen.
Wenn alle Kräfte eingeſetzt werden, wird der Sieg unſer ſein. Alle
Zuſchriften, Beitrittserklärungen uſw. bitten wir an eines der oben=
genannten
Mitglieder des geſchäftsführenden Ausſchuſſes zu nichten.

Wirtſchaftlicher Verband Bild, Künſtler E. V., Gau Hefſen. Auf
der Ausſtellung unſeres Senior=Mitgliedes Karl Dietz= Jugen=
heim
, die ſeit eimigen Wochem in dem Atelien Greiner=Jugenheim
zu ſehen iſt und ſich der größten Sympathie erfreut, wurden bisher drei
Oelgemälde verkauft. Von der Gemeinde Jugenheim wurde ein Oel=
gemälde
angebauft, das in dem Schulſaal der oberſten Klaſſe der Volks=
ſchule
zuv Aufhängung gelangt. Htermit erwies die kleine Dorf=
gemeinde
Jugenheim in vorbildlichen Weiſe praktiſche Kunſtförde=
rung
und Kunſterziehung. Die mit vorzüglichen Werken zuſammen=
geſtellte
kleine Ausſtellung ſt wur noch bis 2. Oktober dem Publikum
zugänglich.
Wohlfahrtsbriefmarken zu Hindenburgs Geburtstag. In einem
Runderlaß hat der Miniſter für Volkswohlfahrt, wie der Amtliche
Preußiſche Preſſedienſt mitteilt, die Ober= und die Regierungspräſi=
denten
ſowie den Polizeipräſidenten von Berlin erſucht, ſich die För=
derung
der Sammlungen zugunſten der Hindenburgſpende nach Kräften
angelegen ſein zu laſſen. In dem Erlaß iſt ferner darauf aufmerkſam
gemacht, daß die Deutſche Neu=8poſt aus Anlaß des 80. Geburtstags
des Herrn Reichspräſidenten, Wohlfahrtsriefmarken mit dem Bildnis
des Herrn Neichspräſidenten ſowie 8 Pf.=Poſtkarten mit eingedruckter
Wohlfayrsbriefmarke herausgbt, deren Vertrieb teils durch die Poſt
ſelbſt, teils durch dig Deutſze Nothilfe und die ihr angeſchloſſenen
Organiſationen durchgeführt werden und mit dem 26. September ein=
ſetzen
ſoll. Der Erlös aus dem Vertriebe iſt vorzugsweiſe für not=
leidende
Mittelſtandsangehörige und Sozialrentner beſtimmt. An
Markenſorten gelangen zur Ausgabe: Eine 8=Pfg.Marke zum Ver=
kaufspreis
von 0.15 RM., eine 15=Pfg=Marke zum Verkaufspreis von
030 RM. eine 25=Pfg.=Marke zu 0,50 RM., eine 50.=Pfg.=Marke zu
1 RM. Ferner werden Markenheftchen zum Preiſe von 1,50 RM.
ausgegeben, die vier 8=Pfg.Marken und drei 15=Pfg.=Marken enthalten.
Die Hindenburg=Wohlfahrtsbriefmarken ſind vollwertige amtliche Poſt=
wertzeichen
, gültig zur Fyankierung der Poſtſendungen nach dem In=
und Auslande; ſie gelangen vom 2. September 1927 bis 31. Januar
1928 ſowohl bei ſämtlichen Poſtämtern wie auch außerpoſtaliſch zum
Verkauf. Es wird aber beſonderer Wert danauf gelegt, daß der öffent=
liche
Vertrieb der Hindenburg=Wohlfahrtsbriefmarke in jedem Falle
würdig und unaufdringlich durchgeführt wird. In den erſten Zeit des
Markenvertriebes ſollen beſonders die Feiern und ſportlichen Ver=
anſtaltungen
aus Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräſ=
denten
zum Vertriebe der Briefmarken ausgenützt werden. Ein all=
gemeiner
öffentlicher Vertrieb der Hindenburg=Wohlfahrtsbriefmarken
auf Straßen, Plätzen, von Haus zu Haus, in Theatern, Lokalen uſw.
iſt entſprechend der vom Preußiſchen Staatskommiſſar für die Regelung
der Wohlfahrtspflege unter dem dritten September 1926 erteilten Er=
laubnis
nur mit Genehmigung der zuſtändigen Ortspolizeibehörden
und nur inſoweit zuläſſig, als nach den örtlichen Verhältniſſen volle
Gewähr für einen reibungsloſen und dem Anlaß angemeſſenen Verlauf
des Veutriebes gegeben iſt. Es ſoll dahin gewirkt wenden, daß die
größenen Firmen in Handel und Gewerbe am Geburtstage des Herrn
Reichspräſidenten und tunlichſt noch einige Tage darüber hinaus ihre
geſamte Geſchäftspoſt mit Hindenburg=Wohlfahrtsbriefmarken frankieren,
Bei der Verſendung von Werbeſchreiben von Firmen ſind nach Mög=
lichkeit
die von der Reichsgeſchäftsſtelle der Deutſchen Notbilfe zu be=
ziehenden
vorgedruckten Beſtellkarten, in denen von den Birmen die
Anzahl der gewünſchten Marken jeder Sorte auszufüllen iſt, beitzuſigen.
Werbeplakate ſind durch die Reichsgeſchäftsſtelle der Deuuſchen Nothilfe
in Berlm W.8. Wilhelmſtr. 62. zu beziehen.
TpD. um den elektriſchen Betrieb im Haushalt. Auf der Tagnug
des Reichsverbandes Deutſcher Hausfrauenvereine in Tübingen= Stutt=
gart
wurde folgende Entſchließung gefaßt: Die verſammelten Ver=
tretermnen
des Reichsverbandes der Hausfrauenvereine geben ihren
Ueberzeugung dahin Ausdruck, daß die Einführug des elektriſchen
Betrſebes in den Haushalts aus hygieniſchen, kulturellen und volkzwirt=
ſchaftlichen
Gründen mit allen Mitteln zu fördern ſet und vor allem das
wirkſamſte Mittel iſt, um den deutſchen Hausfrauen ihren ſchweren
Beruf zu erleſchtern und ihnen Zeit und Kräfto freizumachen für Be=
tätigungen
neben der eigentlichen Hausarbeit, die für das Vollswohl
wichtig ſind, msbeſonders die Kindeverziehung und die Pflege des
Körpers und des Geiſtes. Aus dieſem Grunde fordern die deutſchen
Hausfrauen eine Anpaſſung der Elektrizitätstarife an die Notwendigkeit
elektriſcher Haushaltsführung. Dieſe Anpaſſung wird nach Ueberzeugung
der verſammelten Hansfrauen die Einkünfte den Elektrizitätswerke nicht
ſchmälern, ſondern verbeſſern, wenn ſie in Formen erfolgt, die den
Elektrizitätzwerken, für den Lichtkonſum den bisherigen erträglichen
Preis belaſſen und nur für den Mehrvorbrauch, alſo für Kraft= und
Kochſtrom ſowie für den Nachtvevbrauch, andere Preiſe feſtſetzt. Die
Hausfmauen vertrauen darauf, daß die Leitungen der Elektrizitäts=
werke
dieſer berechtigten Forderung volles Verſtändnis entgegenbringen
werden.
Bronb. Geſtern geriet auf dem Grundſtück Bismarckſtraße 17 ein
mit ungelöſchtem Weißkalk beladener Wagen in Brand, den die herbei=
gerufene
Berufsfeuerwehr alsbald löſchte.

Tagung des ſüdweſtdeutſchen
Lanveseiſenvahnrates.
Präſident Roſer antwortet dem Frankfurter Oberbürgermeiſter.
Keine ſüdweſtdeutſche Eiſenbahn=Generaldirektivon. Weitere
Verbeſſerung der Fahrpläne. Errichtung von Erzeugermarkt=
hallen
in den Ueberſchußgebieten.
WSN. Frankfurt a. M., 23. September.
Der Landeseiſenbahnrat Frankfurt a. M. für die Direktions=
bezirke
Frankfurt a. M., Kaſſel und Mainz hielt geſtern ſeine
Herbſttagung in Mainz ab. Als Vorſitzender eröffnete der Prä=
ſident
der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. Dr. Roſer die
Sitzung und betonte, daß die diesjährige Sitzung an einem Platz
außerhalb Frankfurts eine Ausnahme von der Regel ſei. Sie
finde ihre Begründung in der Abſicht, dem beſetzten Gebiet die
ſtets bekundete Sorge um ſeine Verkehrsbelange zu beweiſen und
ihm eine Huldigung darzubringen für ſeine vaterländiſche Geſin=
nung
in der Hoffnung, daß die baldige Befreiung von der Laſt
der Beſatzung ſein verſtändnisvolles Ausharren kröne.
Bürgermeiſter Adelung=Mainz begrüßte darauf die An=
weſenden
und betonte, daß das beſetzte Gebiet, keine Sonder=
wünſche
habe, ſondern ſich mit der Befriedigung der Belange
begnüge, die den Verkehr des Weſtens kennzeichnen.
Präſident Dr. Roſer gab alsdann einen Ueberblick über
die Zuſtändigkeit des Landeseiſenbahnrats, wobei er mit Rück=
ſicht
auf die vorgetragenen Wünſche zuſagte die Verkehrsfragen
zur gutachtlichen Erörterung zu ſtellen, auch dann, wenn Ver=
ordnung
und Statut eine Beſchlußfaſſung im Einzelfalle nicht
geſtatten. Im Zuſammenhang hiermit ging Präſident Dr. Roſer
dann auf die Ausführungen ein, die Oberbürgermeiſter Dr. Land=
mann
beim Empfang der Vereinigung für ſtaatswiſſenſchaftliche
Fortbildung am 19. September in Frankfurt a. M. in einem
Vortrag über die Gegenwartsprobleme des rheinmainiſchen
Wirtſchaftsgebietes gemacht habe, in denen dieſer unter ande=
rem
ausgeführt habe, daß die Reichsbahn in der Befriedigung
des Berufsverkehrs zwiſchen Arbeitsſtätte und Wohnort verſage,
weshalb der Reichsbahn ſtarke Konkurrenz aus der Errichtung
von Schnellbahnen, Omnibus= und Kraftwagenlinien erwüchſen.
Präſident Dr. Roſer gab zu, daß zahlenmäßig im Frieden mehr
Berufszüge in der Umgebung von Frankfurt gefahren worden
ſeien. Der Grund ihrer Verminderung ſei der Zwang ſtärkerer
Rückſichtnahme auf Wirtſchaftlichkeit. Ausſchlaggebend ſei aber
nicht die Zahl, ſondern die Stärke der Züge und die Fahrplan=
lage
. Trotz geringerer Zahl könne fahrplantechniſch nicht von
einem Verſagen der Reichsbahn die Rede ſein. Im letzten Jahre
ſei der Fahrplan ſtetig verbeſſert worden; weſentliche Klagen
ſeien nicht mehr bekannt geworden und große Werke hätten ſogar
ihre volle Befriedigung über die jetzigen Fahrpläne aus=
geſprochen
. Infolge ihrer beſſeren Beſetzung ſeien die Züge jetzt
wirtſchaftlicher; das bedeute jedoch nicht, daß die Reichsbahn ein
Feind des Berufsverkehrs ſei. Der Autoverkehr werde auch von
der Reichsbahn gerflegt, doch habe er teilweiſe keine allzu ver=
lockenden
Ergebniſſe gezeitigt und manche Linien ſeien deshalb
wieder aufgegeben worden. Die großen Städte und die Reichs=
bahn
betrachteten manche Fragen von einem grundſätzlich ver=
ſchiedenen
Standpunkt. Während die Reichsbahn einen wirt=
ſchaftlichen
Standpunkt einnehmen müſſe, behandelten die Städte
die Verkehrsbelange vom werbetechniſchen Standpunkte aus.
Ihnen komme es nicht darauf an, ob der Verkehr ſich trage. Da=
bei
könne es zweifelhaft ſein, ob das Wachſen der großen Städte
einen Segen für die deutſche Bevölkerung bedeute. In dieſem
Zuſammenhang zitierte Dr. Roſer die Aeußerung des Geheim=
rats
Duisberg auf dem Induſtrie= und Handelstag, in der er der
Induſtrie empfahl, aufs Land zu gehen und die großen Städte
zu meiden.
Bezüglich des Vorortsverkehrs betonte der Präſident, daß es
gefährlich ſei, Berliner und Hamburger Verhältniſſe auf andere
Städte zu übertragen in der beſtimmten Vorausſicht, daß hier
weſentliche Ausfälle entſtehen. Schon früher ſei man über die
Rentabilität des Perſonenverkehrs zweifelhaft geweſen. Die
Betriebsrechnung des Jahres 1926 enthalte für den Perſonen=
verkehr
eine Wirtſchaftszahl von 110 Prozent, d. h. auf 100 Mark
Einnahmen entfallen 110 Mark Ausgaben. Die Reichsbahn be=
willige
alſo dem Perſonenverkehr aus den Einnahmen des Güter=
verkehrs
bewußte Zuſchüſſe, die im Intereſſe der Rentabilität
des Güterverkehrs jedoch nur in einem kleinen Rahmen gehalten
werden könnten.
Wenn Dr. Landmann die Elektrifizierung der
Linie FrankfurtBaſel gefordert habe, ſo wäre an ſich
dieſer Wunſch auch der der Reichsbahndirektion Frankfurt. Im
übrigen würden die Vorteile der Elektrifitzierung überſchätzt. Der
Vorteil liege weniger in der Wirtſchaftlichkeit, als in der raſche=
ren
Fahrzeit und der größeren Reinlichkeit der Anlagen und
Betriebsmittel. Man dürfe ſich aber dabei auch nicht darüber
täuſchen, daß auch dann keineswegs alle Wünſche reſtlos erfüllt
würden, und es ſei irrig, anzunehmen, daß die Zugzahl erheblich
vermehrt würde. Auch nach der Elektrifizierung bedinge die
Rückſicht auf Rentabilität ebenſo die Bemeſſung der Zugleiſtungen.
Bezüglich der Meinung Dr. Landmanns, daß das rhein=
mainiſche
Wirtſchaftsgebiet zuviel Direktionen habe
(Kaſſel, Frankfurt a. M., Mainz, Karlsruhe, Ludwigshafen),
dürfe nicht überſehen werden, daß Kaſſel 2211, Frankfurt 2043,
Mainz 1134, Karlsruhe 1869 und Ludwigshafen 873 Kilometer
Bahnlänge verwalten und daß die Reichsbahn aus Länderbahnen
entſtanden und durch Staatsverträge gebunden ſei. Der Gedanke,
etwa durch Bildung einer Generaldirektion die Sonderintereſſen

der jetzigen Gebiete auszuſchalten, diene nicht dem zu erſtreben=
den
Ziele. Wenn Frankfurt zum Beiſpiel Sitz dieſer General=
direktion
wäre, ſo ſei ſie künftig nicht mehr in der Lage, die
ihren Bezirk berührenden Intereſſen noch in dem Maße zu ver=
treten
wie jetzt. Es ſei ſicher, daß dieſe Generaldirektion gezwun=
gen
wäre, in Berückſichtigung anderer Intereſſen in vielen Fällen
den Frankfurter Standpunkt zurüchzuſtellen.
Geh. Regierungsrat Dr. Häuſer ergänzte die mit Beifall
aufgenommenen Ausführungen hinſichtlich der Frage der Elek=
trifizierung
dahin, daß es heute noch fraglich ſei, ob die
Verwendung elektriſcher Kraft den Vorzug vor der Beförderung
mit einer Maſchine verdiene, die aus Erzelgniſſen der Kohle
geſpeiſt werde. So ſei zum Beiſpiel der Dieſelmotor rauchlos
und ſchnell und ſtehe der elektriſchen Beförderung nicht nach. Die
Frage, ob Elektrifizierung oder nicht, ſei deshalb mehr eine
rechneriſche Frage.
Einen großen Teil der Tagesordnung füllten die Wünſche
auf Verbeſſerung der Fahrpläne im Perſonenverkehr
durch Einlegung neuer Züge (z. B. Eilzug GießenFulda) und
Aenderung der Fahrzeiten aus. Wochenend=Wünſchen
der Stadt Kaſſel und Wünſchen auf Führung von Ferienſonder=
zügen
außerhalb der Ferienzeit konnte nicht zugeſtimmt werden.
Einen Wunſch auf Verbeſſerung des Milchtransports auf der
Strecke AlzehWorms iſt bereits in der Zwiſchenzeit erfüllt.
Dem Antrag Frankfurts, daß die D=Züge 281 und 55 auf der
rechten Mainſeite über Höchſt verbleiben, wurde Erfüllung in
Ausſicht geſtellt. Auch dem Antrag, bei Zugverſpätungen die
Sperren im Frankfurter Hauptbahnhof frühzeitiger zu öffnen,
ſoll entſprochen, ferner ſoll zu den verſpäteten Zügen im Warte=
ſaal
aufgerufen werden. Dadurch wird das unbequeme Drängen
vor den Sperren beſeitigt. Dem Antrag Frankfurts, den in
Frankfurt einzuſtellenden Schlafwagen in den D 1 ſchon vor der
Einrangierung betreten zu dürfen, konnten aus Gründen der
perfönlichen Sicherheit der Reiſenden nicht ſtattgegeben werden.
Gutsbeſitzer v. Stedmann machte intereſſante Ausfüh=
rungen
über einen großzügigen Plan der Landwirtſchaft, für
den Abſatz der landwirtſchaftlichen Produkte, insbeſondere von
Obſt, Gemüſe, Eiern, Frühkartoffeln und Molkereierzeugniſſen,
Erzeugermarkthallen und Märkte in den Ueberſchußgebieten ein=
zurichten
, um durch ſie Abſatz= und Verbrauchsgebiet einander zu
nähern und den verteuernden Zwiſchenhandel einzuſchränken.
Die nächſte Tagung findet Mitte März 1928 wieder in
Frankfurt a. M. ſtatt.
Alt=Darmſtadt. Vereinigung für Ortsgeſchchite und Heimatkunde.
Donnerstag abend 8.30 Uhr Zuſammenkunſt im Eintrachtſaal, Eliſg=
bethenſtraße
No 12. Gs findet, ein Bunter Abend im Nchmen der
Mundart= und Heimatdichtung ſtatt.
Tagung der Beamtenbanken. Sonntag, den 25. September, findet
hier eine Tagung der Mitglieder der Zentralkaſſe der Sütddeutſchen
Beamtenbanken e. G. m. b. H=Karlsruhe, der etwa 80 000 Bramte als
Mitglieder angehören, im Reichshof ſtatt.
Tödlicher Unfall. Geſtern mittag gegen 12 Uhr ſtürzte Ecke Hein=
richſtraße
und Grüner Weg ein etwa 19jähriger Spengler aus Erzhau=
ſendon
einem 15 Meter hohen Baugerüſt. Der junge Mann, der
ſchwere inneve Berlczungen erlitt, wurde von der ſtädtiſchen Rettungs=
wache
ſofort in das ſtädtiſche Krankenhaus gebracht. Hier erlag er ſchon
am Nachmittag ſeinen Verletzungen.
Gemeinde=, Kreis= und Provinzialſteuern für 1927 grauer
Stenerbeſcheid. Das 3. Ziel iſt lt, der heutigen Bekanntmachung bei
Meidung der Beitreibung bis ſpäteſtens 5. Oktober 1927 an die Stadt=
kaſſe
, Grafenſtraße B, zu zahlen. (S. auch Bekanntmachung im An=
zeigeteil
des Blattes.)
Steuermahnung. Wir verweiſen auf die beuttige Anzeige des Finanz=
amts
Darmſtadt, wonach bis ſpäteſtens 5. Oktober 1927 bei Meidung
der Beitreibung zu zahlen ſind: 1. das 3. Ziel Landesſteuer 1927 fällig
geweſen am B. 8. 1997. 2, die 2. Nate ſowvie die Nachträge an Hunde=
ſteuer
1977, fällig geweſſen am 15. 8. 1927, 3. das 1. und 2. Biel Kirchen=
ſteuer
, fällig geweſen am 15. 8. 1927.
Die Ausſpielung der den Spicllern in der 3. Klaſſe der 28. Prku.
ßiſch=Süddeutſchen (954. Preußiſchen) Klaſſenlotterie durch Betrug ent=
zogenen
Gewinne von 100 000 Rmk. und 25000 Rmk. erfolgt durch eine
Nachziehung, an der alle Losnummern der B. Klaſſenlotterie teilneh=
men
, auf die in der Hauptziehung kein Gewinn odew mur ein Betrag
unter 100 000 Rmk. entfallen iſt.
Fällt im der Nachziehung der Gewinn von 100 000 Rmk. vder B00
Rmk. guf eine Losnummer, die bereits in der Hauptziehung mit einem
niedrigenen Gewinn gezogen iſt, ſo wird der niedrigere Gewimmbetrag
weſter ausgeſpielt und dies Verfahren ſo lange fortgeſetzt, bis der Ge=
winn
auf eine Nummer fällt, die in der Hauptziehung als Niete im
Nade verblieben war, wobei Nummern mit einem höheren oder gleich
hohen Gewinn in der Hauptziehung unberückſichtigt bleiben. Die
Einſchüttung der Nummernrölchen und der beiden Gewimröl=
chen
erfolgt am Montag, den 26. September 1927 vormittags 8 Uhr,
und die Ziehung begimnt am Dienstaa, den N. September 1970,
vormittags 8 Uhr, im Ziehungsſaal der Preußiſchen General=Loterie=
Direkton, Berlim, Jägerſtraße 56.
Lokale Veranſtaltungen.
Dreſſola=Konzert. Am Donnerstag, dem 29. September,
abends 8 Uhr findet im Mozartſaal., Schulſtraße 8, das 16. Dreſſoll=
Konzert ſtatt. Der Kartenverkaf hat bereits begonnen, und es empfiehlt
ſich infolge der vegen Nachfrage ſich recht bald mit Karten zu verſehen.
Sjahe heutiges Inſerat.)
Im Hotel Prinz Heinrich Bleichſtraße, finden Sie
heute Sonntan abend die gunte Muſik. Der Beſuch wird beſtens
empfohlen.

Tagesklalender ir Comtag, den B. September 19i.
Hefſ. Landestheater, Großes Haus, Anfang 19 Uhr, Ende
2 Uhr: Das Wintermärchen. Kleines Haus, Anfang 19 Uhr,
Ende gegen 22 Uhr: Die vier Grobiane‟ Orpheum, abends
8 Uhr: Der alte Deſſauer. Ausſtellungen: Landesmuſeun,
von 1018 Uhr: Alte Kunſt: Mathildenhöhe, von 1019 Uhr:
Neue Kunſt. Konzerte: Ludwigshöhe, Schloßeafé, Hotel
Schmitz, Caft Nheingold Hotel zur Poſt, Hotel Waldſchlößchen, Spo=
niſche
Bodega, Bismarck=Eck. Frankfurter Hof, Zentralhotel, Gaſt=
haus
Robert Kümmerlein, Reichskrone, Meenzer Müller. Kino=
vorſtellungen
: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
Traiſa: Tanz: ab 4 Uhr im Reſt. Starkenburg; ab 3½ Uhr bei
Behrens=Hufnagel. Nieder=Beerbach: Kirchweihe: Darm=
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[ ][  ][ ]

ſnummer 266

Sonntag, den 2.5. September 1927

Aus Heſſen.
ſertragsfolge des Landwiriſchaftsfunks
fünr Otiober.
zm Landwirtſchaftsfunk der Deutſchen Welle,
higer den Sender Königswuſterhauf

Seite 7

fSie Ri 0 TAfTäof. Wcradt Hac M
ſishen Anregungen für den Landwirt ſendet, die in ganz Deutſch=
1 b chon mit einfachen Apparaten gehört werden können, ſind für den
zAumt. Oktober folgende Vorträge vorgeſehen:
v. Genoſſenſchaftsdirektor Pfeil, Berlin=Friedenau: Das Trut=
huhn
, ein Wildvogel.
Kammerdirektor, Dr. Horlacher= München: Steuerliche
Fragen des Bauernſtandes.
v Goertzke Gr.=Beuthen bei Trebbin: Die Ernte 1927,
Geheimrat Müſſemeier=Berlin: Die Grundlagen der
Tierſeuchenbekämpfung in Deutſhland.
Rittergutsbeſitzer Schlange= Schöningen: Rationaliſierung
des landwirtſchaftlichen Betriebes.
Oberforſtmeiſter Hauber=Müinchen: Die Holzbringung im
Hochgebirge‟.
Profeſſor Dr. Honcamp=Roſtock: Die Verwendug und
Verwertung der Lupinen als Futtermittel
Dr. Fritſche=Berlin: Gewäſſerpflege und Fiſchbeſtand
Graf von der Schulenburg. Grünthal i. d. Mark:
Landwirtſchaft und Eiſenbahntarifpolitir.
VEN. Arheilgen, 24. Sept. Schwerer Motorradunfall.
9fefrern abend zwiſchen 11 und 12 Uhr ereignete ſich hier ein außer=
o
nttirch ſchwerer Motorradunfall. Ein in Frankfurt wohnender
Aſar adfahrer paſſierte mit einer Dame auf dem Soziusſitz in raſender
Apfumdigkeit die Frankfurter Straße, bemerkte dabei aber eine unge=
fa
030 Meter außerhalb des Ortes liegende Kurve bei einer Brücke
mitund rannte mit voller Wucht gegen die Brücke an. Dabei wurde
di all otorradfahrer der eine Fuß buchſtäblich weggeriſſen; außerdem
eu ſt is noch ſchwere innere Verletzungen. Der Dame wurde das linke
Bſt imn Schienbein abgeriſſen und ungefähr 15 Meter weit fortge=
ſo
ßdrt. Beide Verunglückten mußten bewußtlos im Darmſtädter
Aſterhaus eingeliefert werden.
m. Arheilgen, 24 SSept. Hiſtorifcher Fund. Bei Neu=
heſchltung
des Verputzes an dem Hauſe des Landwirts Heinrich Benz
hüg 2 armſtädterſtraße 3. fand man an dem über den Fenſtern des
KuſHoſſes liegenden Balken eine Inſchrift aus dem Jahre 1701
ſtlterd. Dieſelbe iſt in den Balken eingeſchnitten und wäre es an=
gyſlich
, wenn bei der Herrichtung des Hauſes dieſe Schrift ſichtbar
golltey würde. Eine ähnliche Herrichtung wie bei dem Fachwerkhauſe
daſt greben wohnenden Maurermeiſters Franz Benz würde unſeren
Octin, eine hiſtoriſche Sehenswürdigkeit bereichern. Vielleicht inter=
eſſte
Ech der hieſige Denkmalpfleger um die Angelegenheit und ver=
auſlſt
Das Weitere im angedeuteten Sinne. Gegenwärtig iſt hier
diel utätigkeit eine ſehr rege, beſonders ſind es Neubauten in
da uſtirnſtädter und Kranichſteiner Straße, die einen recht gefälligen Ein=
du
ninachen. Auch ſind in der verlängerten Ernſt=Ludwigſtraße eine
4Rl guütt Anzahl neue Häuſer entſtanden. Ferner wurde in dem Bau=
aut
atitz eu an der Main=Neckar=Bahn eifrig gebaut und die Gemeinde ließ
ſam eil eſ ihe Flachbauten an dem Dieburgerwege errichten. Hierdurch
eu Ris3) ſit hie nahezu 80 Wohnungen entſtanden, die bei der hier immer noch
aitz ha wenden Wohnungsnot ſehr raſch ihren Herrn finden. Eine
U mt große Zahl von Leidtragenden folgte geſtern den ſterblichen
w UAresten des ſo raſch verſchiedenen Gaſtwirts Georg Erzgräber 3.
Aſfirnreifende Worte ſprach der Ortsgeiſtliche am Grabe des Ver=
ſtü
ſten und eine nicht endenwollende Anzahl von Blumen= und
Aaſſenden und Nachrufe waren dem Dahingeſchiedenen gewidmet.
A) iym die Erde leicht werden!
Weiterſtadt, 24. Sept. Bürgermeiſterwahl. Man
ſe git uns: Da die Amtszeit des Bürgermeiſters Meinhardt am 7. Fe=
91928 abgelaufen iſt, wurde vom zuſtändigen Kreisamt die Neu=
ührreits
auf den 16. Oktober feſtgeſetzt. Dem Vernehmen nach
er ſeitherige Bürgermeiſter von neuem als Kandidat genannt.
Griesheim, 24. Sept. Der unlängſt verſtorbene Sanitätsrat Dr.
Sit bat der Gemeinde Griesheim ein Vermächtnis von 1000 Mark
hiu aſſen mit der Beſtüimmung, daß die Zinſen dieſes Kapitals zu
vaAltigen Zwechen Verwendung finden. Mit der Verwaltung der
Stzſtiut, iſt nach dem Willen des Teſtators das hieſige Pfarramt be=
dmu
.. Herr Lehrer Wecht, hier, wurde in Anbetracht ſeiner geſchwäch=
tems
ſſundheit mit Wirkung vom 1. Oktober ab in den Ruheſtand ver=
ſtz
;Am ſtädtiſchen Pumpwerk im Eichwäldchen war man am Mitt=
von
nt dem Abheben von Röhnen beſchäftigt. Hierbei ſchlug eine
Kuunch negen dem Arm eines Arbeiters, der einen doppelten Armbruch
mich u tige Verletzungen davontrug. Die Rettungswache brachte den
Vetzſeurn nach dem Krankenhaus. Die Bezirksſparkaſſe Groß=Gerau
R häluz ſre hieſigen Geſchäftsſtunden im Rathaus während der kommen=
den
zunrate jeden Montag nachmittag von 24 Uhr ab. Dieſes Ent=
gegswmmen
zur Fortführung der langjährigen Geſchäftsverbindungen
winrdh üllen hieſigen Bewohnern willkommen ſein.
Uberſtadt, 24. Sept. Beſtrafte Unvorſichtigkeit Ein
Sckinun ge von hier, der ein aufgeklapptes Taſchenmeſſer bei ſich in
dert ſſmtaſche trug, ſtieß ſich dieſes bei raſchem Bücken derart unglück=
licht
den Leib, daß er ſchwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht wer=
deng
ufte.
Eberſtadt, 24. Sept. Bei dem in Ober=Ramſtadt veranſtalteten
Güwsttſchreiben des Gaues Darmſtadt Gabelsberſcher Steno=
granin
wurden 5 Mitglieder des hieſigen Stenographewvereins Ga=
heblsger
preisgekrönt. Es erhielten: Elſe Dern und Heinrich
Sckmt je einen erſten Preis in der Abteilung 120 Silben: Georg
Antlund Georg Heim je einen erſten Preis in der Abteilung 100 Sil=
bend
llhelm Kayſer einen zweiten Preis in der Abteilung 60 Silben.

Eberſtadt, 22. Sept. Schwimmbadſchluß. Das Ge=
meniſſowimmbad
im Mühltal iſt dieſer Tage geſchloſſen worden.
Audiksmarkt. Die Zahl der Erwerbsloſen beträgt zur Zeit
84 hm tie von der Kriſenfürſorge betreutmn Perſonen 62. Damit iſt die
letztzuannte Zahl wvieder übertroffen worden, was damit zuſammen=
häufen
daß die Waſſerleitungsarbeiten zum Teil beendigt ſind.
4 Pfungſtadt, 24. Sebt. Schauſchwimmen. Als Abſchluß
der 6mmerſchwimmſaiſon veranſtaltet der Turnverein Pfungſtadt am
Samte, den 25. September, abends 8 Uhr, im Hallenſchwimmbad der
Ste Afungſtadt ein Schauſchwimmen. Beſonderes Intereſſe werden

die ſuftſprünge und die Lampionreigen haben. Die Stadt=
aſ
Pfungſtadt gibt bekannt, daß das 1. Ziel der Gemeinde=,
Kräk und Provinzialumlage einſchließlich der Sondergebäudeſteuer für
1220 7 Meidung der Mahnung bis Ende des Monat zu zahlen iſt.
7lählä um. Am Beginn des kommenden Monats kann die Hebamme
bacſegsl auf eine 50jährige Tätigkeit zurückblicken. Gleichzeitig wird
ſie Eich von da ab ihren Beruf nicht mehr ausüben. Die Stadtver=
wallg
wird ihr eine Ehrenurkunde überreichen.
(Noßdorf, 24. Sept. Am Montag, den 26. ds. Mts., abends 9 Uhr,
veEst durch das Ortsgericht auf dem Rathaus eine Reihe Grundſtücke
öfflaich verſteigert. Anläßlich der Kirchweihe am 2. und 3. Oktober
wirz der Verkehr mit Wagen, Kraftwagen, Krafträdern und Fahr=
rälln
n ach Dieburg und Reinheim und in umgekehrter Richtung nach
Da madt durch die Bahnhofſtraße geleitet. Entſprechende Umleitungs=
tafsawerden
an den geſperrten Straßen angebracht.
Beerfelden, 24. Sept. Für die Bewohner von hier und Um=
gebim
plant die Oküva am 2. Oktober eine Sonderfahrt, die bei
ſchenn Wetter ſehr ſchön zu werden verſpricht; ſie ſoll folgenden Ver=
ars
zlmen: Beerfelden-Jagdſchloß Eulbach-Amopbach-Ernſtthal=
Vcſoningen-Kailbach-KrähenbergBeerfelden.

Oatuh
und
frischer ReSi.

Zugunfall in Groß=Umſiadt.
Geſtern vormittag ½6 Uhr iſt auf dem Bahnhof Groß=
Umſtadt auf der Strecke Eberbach-Hanau der Leerwagenzug
10901 dem Perſonenzug 46 in die Flanke gefahren. Beide
Lokomotiven entgleiſten. Die Strecke iſt geſperrt. Der Verkehr
wird durch Pendelfahrten aufrecht erhalten. Zwei Reiſende,
ein Zugführer und ein Heizer ſind leicht verletzt.

Groß=Umſtadt, 24. Sept. Am nächſten Mittwoch, den 28. Sep=
tember
, werden wir hier zum erſtenmal Gelegenheit haben, eine Mo=
hammedaner
=Miſſionarin zu hören. Von der Wiesbadener Sudan=
Pionier=Miſſionsgeſellſchaft wird ſeit 1900 Miſſionsarbeit in Oberägyp=
ten
unter Mohammedanern getrieben. Im letzten Jahr konnte dieſe
Miſſonsgeſellſchaft noch 120 Kilometer ſüdlich von Aſſuan am Nil im
eigentlichen Nubien eine neue Sation, Koſchtamne, gründen; das ganze
nubiſche Sprachgebiet bis nach Kordofan und Darfur iſt dieſer deutſchen
evongeliſchen Miſſionsgeſellſchaft zugedacht. Anfang Oktober werden
wieder zwei Miſſionarimnen in Wiesbaden, abgeordnet werden zum
Dienſt an den Frauen Oberägyptens. Eine dieſer neuen Miſſionarinnen,
Frl. Farradſch, eine Halbnubierin, wird vor ihrer Ausreiſe nach Aegyp=
ten
hier an obengenanntem Mittwoch, abends ½9 Uhr, in den Sälen
des evang. Gemeindeſtiſts den Frauen und jungen Mädchen unſerer
evang. Gemeinde von dieſer ſchwierigen Miſſionsarbeit berichten und
dabei allerhand von Land und Leuten ihres Heimatlandes erzählen.
1. Von der Weſchnitz=Nieberung, 24. Sept. Die jetzt durchgeführte
Entwäſſerung der Weſchnitz=Niederung zwiſchen Viernheim
WeinheimLaudenbach hat einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Lauden=
bach
allein ſchätzt den durch das erſtellte Pumpwerk auf ſeiner Gemar=
kung
verhüteten Schaden durchſchnittlich auf mindeſtens 20 000 Mark pro
Jahr. Ueberall iſt das ſonſt in den Mulden und Vertiefungen ſtehende
Waſſer verſchwunden. Flächen, die ſonſt nur in ſehr trockenem Sommer
zu betreten waren, können jetzt auch in der naſſen Jahreszeit mit dem
Fuhrwerk befahren werden. Trotz der außergewöhnlich ſtarken Regen=
fälle
dieſes Sommers zeigt ſich an keiner Stelle der ganzen Niederung
eine größere Waſſeranſammlung. Der Grundwaſſerſpiegel liegt überall
ſo tief, daß er einen nachteiligen Einfluß auf den Pflanzenwuchs nicht
mehr ausüben kann. Die Vorbereitungen für eine gründliche Bewirt=
ſchaftung
des ganzen Gebietes ſind ſomit gegeben. Die meiſten der an
der Entwäſſerung beteiligten Gemeinden haben ſich auch ſchon zur
Durchführung der Folge=Einrichtungen entſchloſſen. Von der 1825 Hek=
tar
großen Weſchnitz=Niederung iſt bereits ein weſentlicher Teil einer
gründlichen Bewirtſchaftung zugeführt. Wo früher Wildenten, Waſſer=
hühner
und Kibitze niſteten, geht der Pflug und wird ſpäter die Mäh=
maſchine
raſſeln.
H. Aus dem Kreiſe Heppenheim, 24. Sept. Arbeitsbeginn
in den Bäckereien. Laut Bekanntmachung des Kreisamts iſt die
Betriebsruhe in Bäckereien und Konditoreien von 9 Uhr abends bis
5 Uhr morgens verlegt worden. Ferner dürfen Backwaren jeder Art
nicht vor 7 Uhr morgens ausgetragen oder abgegeben werden; die Ar=
beitsräume
müſſen jederzeit während des Betriebs zur Beſichtigung der
Aufſichtsbeamten offen gehalten werden.
Heppenheim a. d. B., 24. Sept. Das Landw.=Amt Heppenheim
a. d. B. veranſtaltet in nachſtehenden Orten eintägige Kurſe im Sor=
tieren
und Verpacken von Obſt ſowie Vorführungen im Trockenbeizen:
Mitlechtern, Montag, 28. September, bei Bürgermeiſter Hartmann;
Zotzenbach, Mittwoch, B. Sept., bei Ludwig Schütz; Mörlenbach, Don=
nerstag
. 2. Sept. bei Beigeordn, Knapp; Vöckelsbach, Freitag, 30.
Sept. bei Phil. Schwöbel; Weiher, Freitag, 30. Sept., im Schulhaus.
Für Weiher iſt der Beginn der Vorführungen auf 1 Uhr nachmittags
feſtzgeſetzt, für alle übrigen Gemeinden auf 9 Uhr vormittags. Die
praktiſchen Unterweiſungem im Obſtſortieren und Vervachken erteilt Herr.
Inſp. Ohrtmann, im Beizen ein Beamter des Landw=Amts Heppen=
heim
. Eine recht zahlreiche Beteiligung der Veranſtaltungen liegt im
eigenſten Intereſſe der Landwirte.
H. Von der Bergſtraße, 24. Sept. Raupenplage. In den
Riefernbeſtänden des Schwetzinger Gemeindewaldes wird eben von den
Raupen der Kiefernblattweſpe ein ungeheuerer Schaden angerichtet. Die
kleinen Raupen überfallen nach Abermillionen die Kiefern und freſſen
die Nadeln, ſo daß dieſe Bäume dann abſterben. Die Gemeinde hat
nun beſchloſſen, durch ein Flugzeug, eine ſogenannte Ganzmetalle Jun=
kersmaſchine
, die gefräßigen Raupen durch Giftſtoffe zu vertilgen, die
die Maſchine über dem Walde ausſtreut. Das Verfahren iſt allerdings
recht koſtſpielig und noch ſehr fraglich, ob es ſich im ganzen Waldgebiet
durchführen läßt. Ein ſchweres Unwetter ging vorgeſtern
Nachmittag in der Gemarkung Weinheim und Umgegend nieder und
richtete in den Fluren und in Obſtgärten großen Schaden an. Im
Stadtwäldchen wurden zahlreiche Bäume vom Sturm umgeknickt.
Haufenweiſe lag das Obſt am Boden; Nußbäume wurden ſamt Wurzel
aus der Erde geriſſen. Auch Fenſterſcheiben wurden durch den Hagel
zertrümmert. In Mannheim wurde ein 15jähriger Junge vom Blitz
getötet.
g. Gernsheim, 24. Sept. Gemeinderatsbericht. Die Sitzung
leitete der Stellvertveter des Bürgermeiſters. Gemeinderatsmitglied
Philipp Medieus. Der Ausſchlag auf die beteiligten Grundbeſitzer, die
von der Straßenpflaſterung in der Ernſt=Ludwigſtvaße betroffen wer=
den
, wurde gemäß den Beſtimmungem der Landgemeindeordnug ge=
nehmigt
. Die Anlieger haben nach dem Beſchluß die Ausſchlagsſätze
in 6 Naten zu zahlen. Den Zeitpunkt des Beginns der Zahlung be=
ſtimmt
die Bürgermeiſterei. Die Lieferung der Trottoirſteine und gro=
ßen
Pflaſterſteine wurde der Firma Jakob Stein=Erdesbach und die der
Randſteine der Firma Jakob Helmes=Mayen als Wenigſtnehmende
übertragen. Die Ausführung der Pflaſterarbeiten wurde dem hieſigen
Pflaſtermeiſter Johann Bühler zu den Anſätzen des Voranſchlags über=
tragen
. Die erforderlichen Grundarbeiten und Fuhrleiſtungen werden
im Wege des öffentlichen Wettbewerbs ausgeſchrieben. Die Fa. Robert
H. Scholl, hier erhielt die Sandlieferung aus der Hand übertragen.
Die Firma Kohlemunion G. m. b. H. in Frankfurt am Main beab=
ſichtigt
, auf dem Anweſen des Gaſtwirts Auguſt Engelbert Rapp, hier.
eime Benzin= und Benzoltankanlage zu erbauen. Da der Zapfſtänder
auf gemeinheitliches. Gelände zu ſtehen kommt, erteilte die Gemeinde=
vertretung
gegen Zahlung einer jährlichen Anerkennungsgebühr an die
Gemeindekaſſe die Genehmigung. Die Erſtellung einer zweiten Pumpe
in den Behelfswohnungen hat ſich als dringend erwieſen. Die Aufſtel=
lung
derſelben wurde beſchloſſen, und erfolgt die Ausſchreibumg der Ar=
beit
und Lieferung öffentlich. Hinſichtlich der Abtretung von fiskali=
ſchem
Gelände nahm der Gemeinderat Kenntnis von einer Mitteilung
des hieſigen Forſtamts. Es wurde beſchloſſen, daß die Verwaltung be=
auftragt
wird, in diesbezügliche Tauſchverhandlungen mit dem Fiskus
einzutreten. Der Küfermeiſter Jakob Schmitt 11., hier, beabſichtigt, in
ſeinem Hauſe Walkſtraße Nr. 24 einen Kleinhandel mit Branntwein zu
eröffnen. Die Bedürfnisfrage wurde bejaht. Dem Geſuch des Philipp
Dullmaier 1. hier, um Ableitung von Regenwaſſer in den ſtädtiſchen
Konal der Eleonovenſtraße wurde ſtattgegeben. Dullmaier hat einen
Revers entſprechend anzuerkennen und eine Anerkennungsgebühr alle
jährlich an die Gemeindekaſſe zu bezahlen. Ueber die Vergebung der
Weißbinderarbeiten in der Kinderſchule ſowie die Beteiligung der Ge=
meinde
an der Hindenburgſpende und derfenigen für die Unwetter=
geſchädigten
in Rheinheſſen wurde in geheimer Sitzung Beſchluß gefaßt,
ebenſo über ein Angebot zwecks Lieferung eines Dieſelmotors.
D. Biblis, 24. Sept. Schwerer Unfall. Vorgeſtern nachmittag
ereignete ſich auf der Jägersburger Chauſſee ein ſchwerer Unfall da=
durch
, daß der hieſige Straßenwart Seibert, mit einem umgehängten
Sacke Obſt vom Baume ſtürzte. Seine Frau, die einige Meter davon
ebenfalls mit Obſtabmachen beſchäftigt war, ſah ihn plötzlich am Boden
liegen. Die Frau lief ſofort ims nahe Forſthaus Jägersburg, wo ſie
den Bibliſer Taxameterbeſitzer Friedrich antraf. Man fuhr nun den
Schwerverletzten zunächſt in ſeine Wohnung, wo der Arzt eine ſchwere
Kopſverletzung ſowie verſchiedene ſonſtige Verletzungen feſtſtellte. Der

Bedauernswerte kam ins Krankenhaus.

*We wird der Jahlgang 19a73
j. Von der Bergſtraße, 24. Sept.
Im Frühjahr dieſes Jahres hatte es den Anſchein, als ob den
Winzern der 19N7er Jahrgang einen großen Ausfall bringen ſollte.
Ueberall hörte man Klagen: keine Geſcheine. Optimiſten des Wein=
baues
tröſteten ſich mit dem alten Sprichwort: Wenia Geſchein, viel
Wein. Bei zunehmender Entwicklung der Reben konnte man auf die
Bewahrheitung dieſes Sprichwortes hoffen. Die Blütezeit ging gut
vonſtatten und von Krankheitm war während dieſer Zeit wenig zu
merken. Allardings verlangte die Witterung intenſives und wiederholtes
Spritzen und Schwefeln. Der Behang der Reben war lange Zeit be=
friedigend
. Geſunde und zahlreiche großbeerige Henkel zierten den Weig=
ſtock
. Doch die abnorme Witterung im Monat Auguſt förderte nicht in
wünſchenswertem Maße den Fortgang der Reife. Durch die außer=
ordentliche
Kühle, die häufigen Niederſchläge und den Mangel an Sonne
trat eine Stockung in der Weiterentwicklung ein; den Schädlingen wurde
hierdurch ihr Handwerk ſehr erleichtert. Auch der Monat September hat
es bis jetzt ſeinem Vorgänger ziemlich gleich getan. Die Trauben ſind wohl
reif, haben aber noch ſehr wenig Zuckergehalt. Vereinzelt ſieht man auch
ſchon Fäule, außerdem hat der Heu= und Sauerwurm ſich unaugenehm
bemerkbar gemacht. Doch kann immer noch ſowohl der Meuige als
der Güite nach mit annehmbarem Heubſte gerechnet werden, wenn nun
beſſeres und beſtändiges Wetter eintritt, beſonders beim weißen Ge=
wächs
, das rote läßt im Allgemeinen ſehr zu wünſchen übrig.
Schönes Spätjahrwetter vorausgeſetzt, ſteht bei Weißwein immer
noch ein Drittel= bis Vicrtelherbſt in Ausſicht, auch die Qualität kaun
ſich für Spätleſen noch derart verbeſſern, daß der 1927er nicht zu den
ſauren Jahrgängem gerechnet werden braucht.

Das Brückenfeſt in Wimpfen vom 1. bis
3 Otober de. 3e.
Bei dem mit dem Brückenfeſt verbundenen Volksfeſt werden 10
Schau= und Fahrgeſchäfte, worunter als Neuheit eine Schwebebahn, zur
Beluſtigung beitragen. 4 Wein= und Bierzelte werden für den Magen
in bekannt guter Aufmachung Sorge tragen. Auch die tanzbeinſchwin=
gende
Jugend kommt auf ihre Rechnung.
Die Vorbereitungen zum Brückenfeſt ſind nahezu beendigt, und wenn
der Wettergott nicht ein allzu böſes Geſicht macht, wird mit einem
Maſſenandrang gerechnet, zu dem zweifelsohne auch das große Feuer=
werk
mit Stadt= und Brückenbeleuchtung beitragen wird.
Wimpfen, 24. Sept. Vortrag beim Ortsgewerbe=
verein
Wimpfen. Der hieſige Ortsgewerbeverein veranſtaltete
einen Vortragsabend, zu dem Herr Syndikus Dr. Kollbach von
der Handwerkskammer Darmſtadt als Redner gewonnen worden war.
Die Verſammlung war bis zum letzten Platz beſucht und zeugte von
dem großen Intereſſe der Wimpſener Handwerker und Gewerbetreiben=
den
an derartigen Veranſtaltungen. Zunächſt ſprach Herr Bäckermeiſter
Feyerabend, Mitglied der Heſſiſchen Handwerkskammer einige
Worte der Begrüßung. Herr Dr. Kollbach erſtattete ſodann ein
nahezu zweiſtündiges Refevat über Lage, Wege und Ziele des
Handwerkerſtandes. Das umfaſſende Thema wurde in ein=
gehendſter
Weiſe vom Redner behandelt und fand lebhaften und wie=
derholten
Beifall dunch die Verſammlung. Der Vorſitzende des Orts=
gewerbevereins
, Herr Schloſſermeiſter Pitſch, ſprach Herrn Dr. Koll=
bach
dieſen Dank ſodann noch in herzlicher Weiſe aus und gab ſeinem
Bedauern Ausdruck, daß nicht alle Gewerbetreibenden den Vortrag
hätten hören können. Nach einer anregend verlaufenen Ausſprache
wurde die Verſammlung, die bei allen Beſuchern den beſten Eindruck
hinterlaſſen hatte, in vorgerückter Stunde geſchloſſen.
Gernsheim, 24. Sept. Waſſerſtand des Rheins am
24. September, 2,78 Meter.
U. Ober=Ingelheim, 23. Sept. Der Portugieſerherbſt, der in den
Sandlagen dieſer Woche begonnen hat, entſpricht vornehmlich in der
Quantität nicht den Erwartungen. Die dunch das ſchlechte Wetter der
letzten Wochen überhand genommene Fäulnis der Trauben hat gute
Ausſichten vernichtet. Im Durchſchnitt kann mit 1is bis 14. Herbſt ge=
rechnet
wenden. Die Moſtgewichte betragen 5060 Grad nach Oechsle
Bei der Verſteigerung der Liegenſchaften von Frau Joh. Weinohl
Wwe, wurden folgende Preiſe erzielt: für 781 Quadratmeter Spargel=
feld
am Appeyheimerweg Mk. 2350; 687 Quadratmeter Acker am Dabid=
ſtein
Mk. 1300; für 2181 Quadratmeter Spargelfeld am Bingerpfad
Mk. 3800. Letzteres wurde nicht zugeſchlagen. Der Vorſteher der
hieſigen Station der Selztalbahn, Herr Böttiger, kann auf eine
Bjährige Tätigkeit bei der Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft zurück=
blicken
.
Lpd. Offenbach, 24. Sept. Von einem Motorrad totge=
fahren
. Geſtern abend ereignete ſich in der Nähe von Diedesheim
auf der Chauſſe nach Klein=Steinheim ein ſchwerer Unfall. Ein Mo=
torradfahrer
aus Groß=Steinheim überfuhr eine Frau namens Eliſa=
beth
Lipps aus Rumpenheim. Die Frau ſtarb kurze Zeit darauf. Der
Motorradfahrer ſoll angeblich zu ſchnell gefahren ſein. Der in Offen=
bach
angeſtellte Gewerbelehrer Philipp Ebert wurde auf dem Heimweg
nach Klein=Auheim von einem Auto erfaßt, gegen ein Geländer ge
ſchleudert und an Kopf und Arm verletzt.
a. Offenbach, 24. Sept. In einer Denkſchrift des Deutſchen Städte=
tages
wird die Meinung vertreten, der Finanzbedarf der deutſchen
Städte liege gegenwärtig mindeſtens bis zu 80 b. H. zwangsläufig feſt.
Der hieſige Stadwerordnete Mosbach (D.V.P.) hat ſich nun der Mühe
unterzogen dieſe Annahme des Städtetages an der Hand des Haushalts=
planes
unſerer Stadt nachzuprüfen. Der Finanzbedarf unſerer Stadt
im Sinne des Deutſchen Städtetages wird von ihm auf 12.1 Millionen
beziffert. Die zwangsläufigen Ausgaben der Stadt betrügen, dann
80 v. H. hiervon 9,6 Millionen Mark, während unſer Haushaltsplan
für 1927 mit 30,5 Millionen in Einnahme und Ausgabe abſchließt. Es
ſind alſo rund 21 Millionen unſeres laufenden Voranſchlages nicht
zwangsläufig. Es ſind in allen Zweigen der Verwaltung mehr oder
minder hohe Ausgaben, die freiwillig übernommen ſind. Eine Zwangs=
läufigkeit
, die von allen Städten nicht überſehen werden ſollte, iſt es
auch, gemachte Schulden zu verzinſen und zu tilgen. Die hieſigen Feſt=
ſtellungen
ſollten auch andere Städte veranlaſſen, ihre Ausgaben auf
ihre Zwangsläufigkeit im Sinne des Städtetages nachzuprüfen, die
zwangsläufigen Ausgaben nicht zu überſchreiten und ihren Aufgaben=
kreis
nicht zu ſehr zu erweitern. Auf alle Fälle ſollten aber die Er=
gebniſſe
, die man hier bei der Prüfung der Ausgaben auf Zwangsläufig=
keit
gefunden hat, überall zu denken geben, ſo daß das Schlagwort
Zwangsläufigkeit auf ſeinen wahren Wert zurückgeführt wird.
WNS. Butzbach, B. Sept. Kommunglpolitiſches aus
Butzbach. In der letzten Stadtverordnetenſitzung wurde u. a. be=
ſchloſſen
, den Marktbrunnen in ſeiner früheren Geſtalt an der heutigen
Stelle neu ausführen zu laſſen. Die Mittel hierzu in Höhe von 5000
Mark wurden durch Sammlung ſowie durch ſtädtiſche Zuſchüſſe und
Rücklagen aufgebracht. Da der zum geplanten Bau der Kleinkinder=
ſchule
veranſchlagte Betrag von 40 000 Mark nicht ausreichen wird,
ſoll die Angelegenheit nochmals überprüft werden. Nach dem neuer=
lichen
Plan ſind drei Säle in der Schule vorgeſehen. Schließlich geneh=
migte
die Verſammlung auch die Aufnahme eines Darlehens von 50 000
Mark bei der Heſſ. Girozentrale zum Zinsfuß von 834 Prozent zur Ge=
währung
billiger Bankkredite.

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[ ][  ][ ]

Nummer 26)

Sonntag, den 25. September 1927

Familiennachrichten

Toge Serlinie

Die glückliche Geburt unserer
Tochter Marianne zeigen wir in
Jankbarer Freude an.

Die Geburt ihrer Tochter Ger=
trud
zeigen in dankbarer Freude
an
Dipl =Ing. Walter Ernſt
und Frau Minna, geb. Kratz
Zt. Rot. Kreuz, München, Siegfriedſtr. 13
22. September 1927. (*25189

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Dienstag, den 11. ORtober beginnt, ein neues
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Heß für ſeine troſtreichen Worte ain Grabe,
ſowie den Schweſtern des Städt. Kranken=
hauſes
für ihre liebevolle Pflege, der Gaſiwirte=
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edrhaus, Zimmer 65, täglich von
2 Uhr zur Einſicht auf.
2re Bewerber werden hiermit auf=
ſiroert
, ihre Angebote unter Benutzung
vorgeſchriebenen Formulars bis
neutens 1. Oktober 1927 in einem
mälloſſenen Briefumſchlag mit der
NſGrift Verpachtung des Ratskellers
Aärtadthaus abzugeben.
2armſtadt, den 24. September 1927.
ir8) Der Oberbürgermeiſter.

Maynung.
z.s ſpäteſtens 5. Oktober 1927 ſind
gdie Finanzkaſſe Darmſtadt=Stadt,
Aoriderſtraße 22 dahier, bei Meidung
gTeitreibung zu zahlen:
bas III. Ziel Landesſteuer 1927, fällig
eweſen am 25. 8. 1927,
470 II. Nate ſowie die Nachträge an
ſundeſteuer 1927, fällig geweſen am
5 8. 1927,
1 kas I. und II. Ziel Kirchenſteuer, fällig
eweſen am 15. 8. 1927. (14777
dermſtadt, den 22. Sept. 1927.
Fimanzamt Darmſtadt=Stadt.

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Ems Fachingen Friedrichshall
Gießhübl Homburg Karlsbad
Kiſſingen Lamſcheid Lauchſtädt
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Janos) Salzſchlirf Vichy
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(,Liter=Patentflaſche 40 , ohne Glas
Eliſabethen=Quelle, Vilbel
/, Liter=Patentflaſche 20 H, ohne Glas
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Küchenſchrank, 1 Geſchirrſchrank,
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armſtadt, den 24. Sept. 1927.
Raap"
Amtsgerichtstaxator.

ienstag, den 27. September
1202) machmittags 3 Uhr, verſteigere
ich m angsweiſe gegen Barzahlung in
(14775
Mſiſter b. Dieburg
1 Anhängewagen
mit Bollgummibereifung. Zuſammen=
krhy
der Steigliebhaber an der Ge=
mneid
wage.
Klingler
Berichtsvollzieher=Stellvertreter.

im Freitag, den 30. September
17041 vormittags um 11 Uhr, wirt
irm ſoße der Bereitſchaftspolizei in Ba=
bekynuſen
ein überzähliges Pferd
büffelich meiſtbietend gegen Barzahlung
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Kkynanns Karl Gieſeche in Magdeburg, Bismarckſtr. 24,
iEmſrandbuch eingetragen war, ſoll
Lenstag, den 25. Oktober 1927, nachm. 31, Uhr,
dan das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219,
vimigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvoll=
ſtſtung
.
der Verſteigerungsvermerk iſt am 17. Auguſt 1927 in
9WBGrundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige=
rua
)svermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
Ni1 Dſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auffor=
deug
zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Geaht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
ARwhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
De ſeringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
keihg
des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläu=
Degs und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
Del ſecht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zallags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
BFehrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
BEgeigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=
(13791a
ſtſches tritt.
darmſtadt, den 27. Auguſt 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks:
Andbuch für Darmſtadt, Bezirk VI, Band V, Blatt 205.
Betrag der
Flur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
29 86.o Acker, der Ziegelbuſch 5144 4115.20 RM.

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ausdehnt.

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sich demBremsbackenfutter um so
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sionsbacken
an den Vorder-
rädern
und mit äusseren Kon-
traktionsbacken
an den Hinter-
rädern
.
Hierdurch ist eine so absolute
Sicherheit gewährleistet, dass
Sie ruhig einen Berg-
abhang
hinunterfahren
können. Das Doppel-
system
derNash-Bremsen
hat zur Folge, dass sich

die Vorder- und Hinterrad-
bremsen
gegenseitig aus-
gleichen
, sobald sich die
Bremstrommeln durch die auf-
tretende
Reibung erhitzen. Die
innere Fläche der vorderen
Bremstrommel entternt sich von
den Bremsbacken, die äussere
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[ ][  ][ ]

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Sportverein Darmſtadt 98 Haſſia Bingen.

* Die unteren Klaſſen am 18. September.
Die Vorrunde der Vevbandsſpiele neigt ſich ſchon langſam ihrem
Ende zu. Mit dem Spiel gegen Haſſia Bingen auf dem Platze am
Böllenfalltor iſt das drittletzte Spiel dieſer Runde zu verzeichnen; es
folgen dann noch die Spiele gegen den derzeitigen Tabellenletzten Ger=
mania
Wiesbaden in Wiesbaden und gegen den Tabellenerſten Wor=
matia
Worms in Darmſtadt. Mit dem bis jetzt erreihten ſpärlühen
Punktgewinn beſteht für Darmſtadt große Gefahr, für die Vorrunde
ganz ins Hintertreffen zu geraten. Doch auch für den Gegner des mor=
gigen
Sonntags, für Haſſia Bingen, gilt es, mit allen Kräften die Er=
reichung
der Verbeſſerung des Tabellenſtandes anzuſtreben. Ein harter
Kampf ſteht alſo bevor, da der Erfolg des Spieles für beide Vereine
derart wichtig iſt, daß der Einſatz des ganzen Könnens faſt ſelbſtver=
ſtändlich
erſcheint.
In der Mannſchaft der Darmſtädter gilt es, gegenüber der Auf=
ſtellung
des letzten Sonntags den geſamten rechten Flügel anders zu
beſetzen. Da Ruppel III wiederhergeſtellt iſt, wird dieſer halbrechts
ſtürmen. Als Nebenmann wird ihm Peth oder Wenner I beigegeben
werden. Die übrigen Poſten werden wohl gleichbeſetzt bleiben; es be=
ſteht
allerdings die Möglichkeit, daß auch Kratz erſetzt werden muß, für
den dann Becker einſpringen würde. Wir haben zu der Mannſchaft das
Zutrauen, daß jetzt, nachdem zu der Schwächung durch Spielerverletzun=
gen
auch noch kaum zu rechtfertigende Platzverweiſe zweier Spieler hin=
zugekommen
ſind, allen dieſen ungünſtigen Umſtänden zuwider eine ein=
heitliche
Leiſtung zuſtande kommt, die den Erfolg des bevorſtehenden
Spieles ſichert.
Vor dem Ligaſpiel ſpielt um 2 Uhr die Liggerſatzmannſchaft gegen
Michelſtadt das fällige Verbandsſpiel. Die 2. und 3. Mannſchaft betätigt
ſich gegen V. f. R. Darmſtadt 2. Mannſchaft bzw. gegen die Junioren
vor Germania Pfungſtadt.

V. f. R. e. V. Boruſſia‟ Dornheim.

Zum vierten Verbandsſpiel tritt am Sonntag, vormittags 10.30
Uhr, auf dem Rot=Weiß=Platz die 1. Elf des V.f.N. erſtmals in Darm=
ſtadt
an. Boruſſia=Dornheim iſt der Gegner, welcher bis jetzt noch
ohne Punkte iſt und deshalb am Sonntag in Darmſtadt alles daranſetzen
wird, um dieſelben evtl. zu erhaſchen. Auf der anderen Seite ſteht je=
doch
eine Mannſchaft, von der man nicht annimmt, daß dieſelbe die für
ſie ſo wertvollen Punkte (dazu noch auf eigenem Gelände) verſchenkt.
Das Spiel verſpricht, ſehr intereſſant zu werden, und dürfts daher der
Rot=Weiß=Platz zahlreiche Zuſchauer zu erwarten haben, zumal das
Treffen vormittags ſtattfindet. Vor dieſem Spiel treffen ſich die
1. Jugend=Mannſchaften des V.f.R. und Sportv 98. Auch dieſes Spiel
dürfte jedermann empfohlen werden, da es die ſtolze Jugendmannſchaft
des Sportv. 98 außerordentlich verſteht, den Zuſchauer durch eine hoch=
ſtehende
Spielweiſe zu feſſeln. Auf dem Stadion treffen ſich die
beiden 2. Jgd.=Mannſchaften.
F.C. Union 1913. Darmſtadt e. V.
Zu ihrem vierten Verbandsſviel muß die Ligamannſchaft des F. C.
Union am morgigen Sonntag auf fremdem Gelände antreten, und zwar
in Langen. Der 1. Fußballklub Langen, obwohl Liganeuling, entpuppte
ſich als ein nur ſchwer zu ſchlagender Gegner, was ja der gute Tabellen=
ſtand
zur Genüge bezeugt. Die Unionelf dürfte ſich der Schwere dieſes
Spieles bewußt ſein, denn vermochte ſie in den vergangenen Privat=
ſpielen
dieſen Gegner nicht zu ſchlagen, ſondern mußte mit 3:1 bzw. 3:3
die Ueberlegenheit des Gegners anerkennen. Jedoch der Anreiz, auch
weiterhin Tabellenführer zu ſein, wird die Beſſunger mit ihren beſten
Leiſtungen aufwarten und ſie hiermit auch dieſe gefährliche Klippe über=
winden
laſſen. Die Ligaerſatzmannſchaft wird zu ihrem morgigen
Treffen gegen die 2. Elf des Sportvereins 98 mit beſſeren Leiſtungen
aufwarten müſſen, wenn ſie zwei weitere Punkte erringen will, als bei
ihrem erſten Spiele.
Sportverein 1898 (Jgd.).
Die 1. Jgd. ſpielt gegen die 1. Jgd. von V. f. R. Darmſtadt. Die
2. Jgd. tritt der 2. Jgd. des gleichen Vereins gegenüber. Die 3. Jgd.
empfängt die 1. Jgd. von Roßdorf. Die 4. Jgd. mißt ihre Kräfte mit
der 1. Schülerm. des Sp.V. 98. Die 2. Schülerm, weilt bei Germania
Eberſtadts 1. Schülerm. zu Gaſt. Die 3. Schülerm, ſpielt gegen die
4. Schülerm. Sp.V. 98.
Sportverein Lenafeld 1919.
Am Sonntag, den 25. ds. Mts., empfängt die 1. Mannſchaft des
Sportvereins Lengfeld die beſtbekannte 1. Mannſchaft des F.C. Ein=
tracht
Darmſtadt zum fälligen Verbandsſpiel in der A=Klaſſe. Die
1. Mannſchaft der Gäſte iſt dieſes Jahr Favorit für die Meiſterſchaft,
was die letzten Reſultate 9:2 gegen Michelſtadt und 6:2 gegen Dorn=
heim
zur Genüge beweiſem. Die Eintracht wird wieder bedacht ſein,
am Sonntag die beiden Punkte von Lengfeld mit nach Hauſe zu nehmen.
Lengfeld, das die letzte Zeit infolge Erſatz ſehr unglücklich gekämpft hat,
tritt erſtmalig wieder komplett an und wird ſich mächtig anſtrengen,
um durch Eroberung der Punkte vom Tabellenende wegzukommen. Das
Spiel beginnt um 4 Uhr. Die 2. Mannſchaft hat die 1. Mannſchaft
des F. C. Groß=Umſtadt im Verbandsſpiel zu Gaſt, welches um 1.15 Uhr
beginnt, während die 1. Jugend die gleiche von Groß=Umſtadt um 12.15
Uhr empfängt. Bei dieſem reichhaltigen Programm am Sonntag, den
25. ds. Mts., wivd es intereſſante Kämpfe geben, und man darf auf die
Reſultate geſpannt ſein. Hoffentlich hat der Wettergott Einſicht, und
ſo wird ſich ein Spaziergang nach dem Sportplatz lohnen.

Fußball im Kreis Starkenburg.

A=Klaſfſe Gau Bergſtraße. Sportverein GeinsheimEintracht Darm=
ſtadt
3:1 (2:1), Germania Eberſtadt-Boruſſia Dornheim 8:0
Sportvgg. Arheilgen Reſ.Sportverein, Lengfeld 8:2 (3:2), VfL.
MichelſtadtVfR. Darmſtadt 3:5, Fußballverein Seeheim Sport=
verein
Groß=Gerau 2:1 (1:1), Haſſia DieburgSportverein Darm=
ſtadt
Reſ. (2) Als Ueberraſchugen müſſem die Niederlage der
Eintracht in Geinsheim, ſowie der Erfolg der Seeheimer über Groß=
Gerau betrachtet werden. Die Spitzengruppe der Tabeile zeigt fol=
gendes
Bild:
Spiele gew. un. verl. Tore Pkt.
Germania Eberſtadt . . .
15:3
VfRl. Darmſtadt . .
13:8
Eintracht Darmſtadt . .
16:7 4
FV. Seeheim . . . . .
4:1 4

Hierzu wären noch die außer Konkurrenz ſpielenden Reſerven
von Arheilgen, die bisher 5 Punkte in drei Spielen erzielten, zu
rechnen. Eing komplette Tabelle folgt erſt nach einigen weiteren
Sonntagen.

A=Klaſſe Dreieichgau. Germania OberrodenSportklub Dietzenbach 6:0
(4:0), FC. EgelsbachSV. Offenthal 4:0 (2:0), FV. Eppertshauſen
SV. 1911 Neu=Iſenbung 1:3 (1:0), Sportgemeinde Sprendlingen
VfL. Neu=Iſemburg Reſerven 0:3 (0:2). Eine recht große Ueber=
raſchung
iſt der hohe Sieg der Oberodener Germanen über die gewiß
nicht ſchlechten Gäſte aus Dietzenbach, aber auch die Niederlage Ep=
pertshauſen
kommt nicht ganz erwartet. Die Tabelle zeigt hier fol=
gemdes
Ausſehen:
Spiele gew. un. verl. Tore Pkt.

3
*) Die Iſenburger Reſerve ſpielt außer Konkurrez, doch ſind
deren Spiele in der Tabelle gewertet.
B=Klaſſe Gau Bergſtraße. Germania=Eſchollbräicken-Boruſſia= Torn=
heim
II 6:2, S.V. WeiterſtadtGermania=Dieburg 3:3, Germania=
LecheimSportverein Meſſel 2:2, Sportverein Roßdorf-V. f. R.
Erbach 2:0, Chattia=WolfskehlenF. S.V. Groß=Zimmern 2:5 (1:2),
S.V. Lengfeld IIV.f.R. Beerfelden 3:2, F. C. Groß=UmſtadtS. V.
Höchſt 1:3. Auch hier wird eine Tabelle erſt nach einigen weiteren
Sonntagen gebracht werden können.
Der heutige Sonntag
bringt vor allem in der Kreisliga reiht intereſſante Kämpf=
Union=Darmſtadt muß nach Langen und hat dort ein
ſchwere Prüfung zu beſtehen. Gemeſſen an den bisherigen Ergebniſſ

FC. Egelsbach
FV. Eppertshauſen .2.8,
SV. 1911 Iſenburg ...
Germania Oberroden
SC. Dietzenbach
Sportgmd Sppendlingen
FC. 02 Dreieichenhain
SV. Offenthal.
*) VfL. Iſenbg. Reſ.

9:2
10:4
11:4
:5
5:12 2
2i1s
1:13
12:2

Darmſtädter Sportkalender.

2.00 Uhr, Schupo=Platz
2.30 Uhr, Rennbahn:
3.00 Uhr, Schupo=Platz:
3.30 Uhr, Kranichſt. Str.
Arheilgen:

10½ Uhr, Rheinſtraße:
2.00 Uhr, Stadion:
3.00 Uhr, Stadion:

Handball.
Pol.=Sp.=V., 2. Union=Darmſtadt,
Tgſ. Beſſungen T.=V. Bickenbach.
Pol.=Sp.=V., 1. Sp.=V. 98, 1b.
Turngeſ. 75 T.=V. Eberſtadt 76.
Rot=Weiß Sp.=Vgg. Arheilgen.
Fußball.
V. f. R. Boruſſia, Dornheim.
Sp.=V. 98, Ligaerſatz Michelſtadt.
Sp.=V. 98 Haſſia, Bingen.

der beiden Vereine gegeneinander, muß man den Kampfausgang für
reichlich offem halten. Auch Münſter, das erſtmalig nach auswärts
muß, wird in Viktoria=Walldorf einen Gegner finden, der
ſehr ernſt zu nehmen iſt. Gerade auf dieſes Ergebnis darf man geſpannt
ſein. Die Darmſtädter Polizei tritt in Urberach an; auch hier
kann man über den Ausgang des Kampfes nichts vorher ſagen. Etwas

leichter ſind die beiden anderen Treffen zu bewerten. Germania=
Pfungſtadt müßte Papierform und Können nach in Mörfelden

einen Sieg erringen, und auch vom Fußballverein Sprendlingen
erwartet man den erſten Sieg über Viktoria=Griesheim.

In den unteren Klaſſen ſind die Spiele wie folgt angeſetzt:
A=Klaſſe Gau Bergſtraße. Sportverein LengfeldEintracht=Darmſtadt,
V.f.R. Darmſtadt-Boruſſia=Dornheim, Sppgg. Arheilgen (Reſerve)
gegen Haſſia=Dieburg, Germania=EberſtadtSportv, Groß=Gerau,
Sportverein Darmſtadt (Reſerve)V.f.L. Michelſtadt, F.V. Seeheim
gegen S.V. Geinsheim.
A=Klaſſe Dreieichgau, Sportgemeinde SprendlingenSportklub Dietzen=
bach
, Sportverein Neu=IſenburgF.C. Egelsbach, F.C. Dreieich=
Dreieichenhain F.V. Offenthal, V.f.L. Iſenburg (Reſerve)F.V.
Eppertshauſen.
B=Klaſſe Gau Bergſtraße. Sportverein WeiterſtadtGermania= Eſcholl=
brücken
, Sportverin MeſſelGermania=Dieburg, F. S.V. Groß=
Zimmern-Germania=Leeheim, Boruſſia=Dornheim IIChattia=
Wolfskehlen, V.f. R. Erbach-V.f. L. Michelſtadt II, Sportverein Höchſt
gegen Sportverein Roßdorf, Sportverein Lengfeld IIF.C. Groß=
Umſtadt.
Handball.

Turngemeinde Befſungen-Turnverein Bickenbach.
Heute Sonntag begegnen ſich die beiden erſten Handballmannſchaften
obiger Vereine auf dem Sportplatz an der Heidelberger Straße (ehem.
Rennbahn). Beide ſind ohne Punktverluſte in ihrer Spielreihe. Beide
haben als Ziel, Meiſter in ihrer Abt. zu werden, um endlich in
die Meiſterklaſſe zu kommen. Ein ſpannendes Spiel iſt ſomit gewähr=
leiſtet
. Es bedarf wohl deshalb keiner großen Worte, um auf die Be=
deutung
desſelben hinzuweiſen, da beide Mannſchaften alles aufbieten
werden, um die Punkte für ſich zu behalten. Wünſchen wir ſomit, dem
ſicher ſehr hochſtehenden Kampf das hierzu nötige Wetter, einen recht
guten Unparteiiſchen und eine große Zuſchauermenge aus der in Darm=
ſtadt
ſo großen Handballgemeinde. Wir wünſchen aber auch ferner der
beſſeren Mannſchaft den Sieg und hoffen auf einen erſtklaſſigen, an=
ſtändigen
, wenn auch harten Kampf. Spielbeginn 2.30 Uhr.
Am gleichen Tage ſtehen ſich bereits vormittags 10 Uhr die beiden
2. Mannſchaften von Beſſungen und Tv. Sprendlingen gegenüber, wäh=
rend
nachmittags 1.15 und 3.45 Uhr die 1. und 2. Jad, ihre Kräfte mit
den gleichen von Tv. Langen und Groß=Gerau meſſen werden. Auch
hierbei ſei auf das bereits vorher Geſagte hingewieſen. Alles in allem
darf die Tgde. Beſſungen auf ihren zurzeit herrſchenden Spielbetrieb
ſtolz ſein, haben doch alle Mannſchaften bis jetzt recht ehrenvoll abge=
ſchnitten
.
Tennis.

Internes Turnier des Tennis= und Eisklubs.
Bei dem glänzenden Wetter der 3 erſten Tage des Turniers konn=
ten
die Hauptkonkurrenzen ſchon ſoweit gefördert werden, daß beſte Aus=
ſicht
beſtand, bis Sonntag abend die Klubmeiſterſchaften fertig aus=
tragen
zu können. Der Ausfall des Samstag=Nachmittags machte dieſe
Erwartung zunichte. Immerhin werden bei einigermaßen günſtiger
Witterung am Sonntag das Herreneinzelſpiel und Herrendoppelſpiel,
wohl auch das Dameneinzelſpiel und die Klubmeiſterſchaft zu Ende ge=
führt
werden können, da der Spielbeginn auf ½9 Uhr feſtgeſetzt wurde
und auch die Mittagspauſe zum Spielen herangezogen werden ſoll. Der
rſte Turniertag war hauptſächlich den Juniorenſpielen freigehalten.
Die Juniorinnenmeiſterſchaft gewann erwartungsgemäß Frl. Suſe
Fiſcher ohne Satzverluſt, den zweiten Platz belegte Frl. v. Löw,
die zuvor Frl. Michel geſchlagen hatte. Die Meiſterſchaft der Junioren
muß noch zwiſchen Kleinlogel und Claß ausgetragen werden, die in
der Vorſchlußrunde Mangold und Schmitt hinte: ſich ließen. Am wei=
teſten
zurück ſind noch die beiden Vorgabeſpiele (Herrendoppel und ge=
miſchtes
Doppel), die erſt im Laufe der nächſten Woche beendet werden
können.

Inſterburger Olympiade=Turnier.

E3 iſt das eigentüimlich Charakteriſtiſche aller bedeutenden deutſchen
reiterlichen Veranſtaltungen, daß jede ihren ureigenſten Stil hat, der
der Art des Landes entſpricht. Oſtpreußens echteſte Pferdclandſchaft
die Trakehner Fluren, kopiert naturgetreu die weitläufige Anlage des
Inſterburger Platzes. In Verbindung mit den wunderbarim Abteilungen
edelſter Hengſte, der zukünftigen Stammpäter, des Erleſenſten, was Oſt=
preußens
hohe Zucht zu bieten hat, mit dem Auftreten der beſtem jungen
oſtpreußiſchen Reiter, die ihre Kräfte und die ihrer teilweiſe ſelbſt ge=
zogenen
Pferde in Rennen über einen Kurs meſſen, der, weil er haupt=
ſächich
üüber in dieſer Art nur in Oſtpreußen vorkommende Hinderniſſe
führt, nirgends ſeines Gleichen hat, erhält man einen umfaſſendem Ein=
druck
von der Bedeutung, die das Pferd im Leben Oſtpreußens ſpielt.
Die Hinderniſſe der Springbahn dienem in etwas ermäßigter Form
auch als Rennſprünge, und man muß ſo ein Feld von 16 Pferden über
einen der hohen, mit feſten Ricks davor und dahinter bewehrtem Wälle
knattern gehört und geſehen haben, um ſich einen Begriff vom Stahl
der Knochen und Sehnen zu machen, dia dieſem harten Schlag von
Pferden und Menſchen eigen iſt.
Die langen Kurſe der Springen, keiner unter 1400 Meten, die beſon=
dere
Anforderungen an das Galoppiervermögen der Pferde ſtellen, be=
dingen
, daß ſtets zwei Reiter glcichzeitig, mit großen Abſtänden natür=
lich
, auf der Bahn tätig ſind, ſodaß die Zuſchauer ſtets in Atem gehalten
werden. Das Olympiade=Springen gewann Frhr. v. Langen auf Prinz
knapp gegen Swinburns Morgenglanz unter Spillner, dem Romanze
(Fick) und Voktoxia (v. Barnekow) in totem Rennen folgten. Das mitt=
lere
Springen fiel an Major Neumann mit Alpenroſe, die, wie Anfang
(Obl. Andrege) und Hochmeiſterin (Spillner), fehlerlos, aber etwas
ſchneller geweſen war. Lt. Schmaltz mit Benno war in beiden Springen
der nächſt placierte. Eine ſchwach beſetzte, mittlere Reitprüfung holte
ſich Frhr. v. Langen auf Volt, während ſich in der Jagdpferdeignung
Grovermanns ſieggewohnter Anthracit (Major Barkner) vor Hagens
Torpedo (Hillenberg) und Rothes Hugurtha (Beſ.) beugen mußte.
Von den beiden Rennen gewann Obl. Neßlinger auf Augapfel den
Großen Preis von Inſterburg gegen v. Hauſens Odem (H. Schmidt)
und Hagens Kinderfreund (B. Gilde). Von den 10 Reitern hatte dea
5000 Meter lange, ſehr ſchwere Kurs ſechs als Opfer gefordert. Im
Preis vom Deſſauer Hof blieb Dr. Liebnitz Adel (Hillenbery) ſicherer
Sieger vor Hagens Heimathorſt (B. Gilde) und Schwills Jiufitſu (H.
Schmidt). Von den 16 Teilnehmern kamen 13 glücklich nach Hauſe.

Pferderennen zu Karlshorſt am 24. September.

1. Raufbold=Jagdrennen. 2300 Mark 3400 Meter: 1. M. Grünbergs
Greifteufel (F. Paſchke), 2. Thalyſia, 3. Magnolie. Ferner: Ma Berthe,
Vezna, Famos, Lelkes, Twoſtep, Cäſar II, Marc Anton, Tullius, Valid,
Dan, Wetterſcheide. Daiſy II. Tot.: 66, Pl.: 16, 19, 13:10. 13 Lg.
2. Cincinnatus=Jagdrennen. 3000 Mark, 4000 Meter: 1. Lt. von
Reibnitz Roſenkönig (v. Götz), 2. Barcarole, 3. Feuermal. Ferner:
Philiſter, Laokoon, Bereſina, Fruſtra, Theano. Tot.: 62, Pl.: 22, 27,
35:10. 3Weile.
3. Werra=Hürdenrennen. 3500 Mark, 3000 Meter: 1. G. Hackebeils
Opar (W. Hauſer), 2. Ritornell, 3. Rivalin. Ferner: Graziella, Mak=
kabi
, Farren, Hohenfels, Perſeus, Forno, Spanahild, Blitzlicht, Helle=
To=

4. Schmidt=Pauli=Jagdrennen. Ehrenpreiz
10 000 Mark ,5000 Meter: 1. E. Gottſchalks Rheinland (Hr.
Borcke), 2. Stattliche, 3. Rappelkopf. Ferner: Fateider. Niederm
Räuberhauptmann, Tornado. Tot.: 48, Pl.: 18, 16. 18:10. 33:
5. Preis von Charlottenburg. 4500 Mark, 3000 Meter: 1. A. Vc
Lefels (M. Oertel), 2. Mutatis mutandis, 3. Merkur II. Ferner
rizza, Viktoria, Frühlingsbote, Perlenfiſcher, Schwalberich. Tot.
Pl.: 17, 18. 18:10. Hals½ Lg.
6. Kingsdene=Jagdrennen. 4500 Mark, 3200 Meter: 1. L. Jan

Sperrmal, 2. Gelondrina, 3. Karola. Ferner: Lotte. Narren
Lebensmut, Luſitania, Felſenfeſt, Florida. Tot.: 29, Pl.: 14, 21, 400

5/.2½ Lg.
7. Paleſtro=Flachrennen. 3000 Mark, 2000 Meter: 1. H. v. V.
kows Jgnatia (v. Götz), 2. Mansbach, 3. Atlantic. Ferner: Per B/
Poſtillon, Willa, Tanukönig, Königsadler, Groſa, Chriſtinchen. Tot.,
Pl.: 20, 17, 46:10. 1½ Lg.

Geſchäftliches.

Herr Kammermuſiker Otto Bartke, in weiteſten Kreiſen
Muſikpädagoge und durch ſeine alljährlichen, in hünſtleriſch vornehrm
Rahmen gehaltenen Schüler=Morgenfeiern beſtens bekannt, hat ſicho
Muſiklehrer und durch die Erfolge mit dem von ihm hier
1901 eingeführten weit verbreiteten Reform=Lehrſtoff für Klavier

Violine einen geachteten Namen erworben. Wie verweiſen auf
eutige Anzeige.

Höhere Prioatſchule Rupp. Mit Beginn des Wintersk.
jahres (am 11. Oktober ds. Js.) eröffnet die Höhere Pribatſo
Rupp neue Abendkurſe (ſiehe Inſerat); ſie haben den Zk=
ſolchen
begabten jungen Leuten (nach dem Muſter des Abendgymnaſi in
in Berlin), die beruflich tätig ſind, die Möglichkeit zu bieten, ſich
kürzerer Zeit, ihrer Befähigung und Reife entſprechend, die Ken
niſſe anzueignen, die im normalen Verlauf, die öffentlichen höhr
Schulen unſerer heranwachſenden Jugend vermitteln. Auf die Ery
ſchaftliche Leiſtungsfähigkeit wird in jedem einzelnen Falle Rückſicht:)/
nommen.

Es wird hiermit noch ganz beſonders auf den am Mittwoch,
28. d. Mts., im Saalbau vom Verlag der Heſſ. Hausfrau ſtattfindern
2. Hausfrauen=Nachmittag, in Geſtalt einer Kaffeeſtunde,
bunden mit großer hauswirtſchaftlicher Ausſtellung, hingewieſen.
Verlag hat auch diesmal ein auserwähltes Programm zuſammern
ſtellt. (Siehe Inſerate.)

Künſtleriſche Frauenbekleidung. In dieſer W49 MMuſung Während aue
erwarten wir in unſerer Stadt die Herbſtausſtellung der Do=Be=Kruſf unm womöglich verſtart.
Berlin. Dieſes Atelier, das ſchon durch ſeine hervorragenden 0 umach galt, herrſchte
ſtungen in vielen Kreiſen an der Bergſtraße gut bekannt iſt, brü ) aat wo des Sohnes
uns auch dieſes Jahr wieder neue, ſehenswerte Kunſtſchöpfungen. Da= mma Aber unſchwer
ich um die Arbeiten einer Mittelſtandsorganiſation handelt, die mr
nur beſtrebt iſt, wirklich gute Kunſt preiswert und für jedermann A /R0emlichtent, i. Diel
eignet anzubieten, ſondern auch auf der anderen Seite durch Nachc!/ 100 der Mangel an I.
dung und Beſchäftigung der vielfach verarmten Kreiſe des Mittelſtann4 Mlags ſetzten den Be
viel Not lindert und poſitiv Lebensarbeit ſchafft, ſo ſei ſchon heute u zühmindliche Hindern
die am nächſten Donnerstag beginnende Ausſtellung der Do=Be=Krrſ/’ langem ſchon au
aufmerkſam gemacht. Wir verweiſen dazu auf die Anzeige in diet Sglafraum und Studi
Blatte.

die

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Bhätte dieſer Mahn
Unr ihre eigene Köch=
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Außer der Küche
Meft das hübſche
Sünan ſchloß ſich eine

Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.

Sonntag, 25. Sept. 8: Morgenfeier, veranſt. vom Wartburg=
verein
.O 11: Uebertr. aus dem Römerſaal des Rathauſes. Tagungy

des Verb. Deutſcher Diplom=Ing. Eröffnungsanſprache. Begrüßung..
Geh. Reg.=Rat Prof. Romberg, Berlin: Aus der Arbeit des;
Verb. D. Diplom=Ing. Prof. Horneffer, Gießen: Der Ingenieur 7
als Kulturträger. o 14: Uebertr. Hamburg: Funkheinzelmännchen,
techn. Märchen. o 15: Elternſtunde. Das Frankfurter Kinderdorf
Wegſcheide, Vortr, von dem Vater der Wegſcheide, Stadtrat Jaſpert.
O 16: Sängerquartett Schwalbach. O 17: Gitarre=Konzert von Otto
Meyer. O 18: Der Staatsgedanke. Dr. Rheindorf: Wilhelm von
Humboldt. O 19: Stadtv. Geßner: Kleinwohnungsbau für An=
geſtellte
. 20: Konzert des Kulturverb. der modernen Arbeiter=
bewegung
Offenbach. Uthmann: Sturm. Du fernes Land.
Haydn: Streichquartett C=dur. Schubert: Die Nacht. Liebe,
Das Dörfchen (Frauenchor). Offenbach: Barcarole. Schuhert:
Streichquartett Es=dur. Mendelsſohn: Frühlingsahnung.
Andre: Vöglein in Lüften. Klahre: Verſtohlen geht der Mond
auf. Mozart: Klarinetten=Quintett A=dur. Uthmann: Empor
zum Licht. Anſchl.: Sport. Tanzmuſik.

Herbert Brakke be=
in
jedes Geräuſch zu b
Ur es gelang ihm nie
all lauſchend in ihrem
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Biſt du es, Herber
Da ſtand das kleine
Suhe auf dem grauen

Stuttgart.

Sonntag, 25. Sept. 11.30: Morgenfeier. Ausf.: Martha
Schuler (Sopran), Dr. Häring (Klavier), R. Waldmann (Violinel,
O 13.15: Schallplattenkonzert. S 15: Uebertr. aus Karlsruhe: y.
Goetz: Die Karlsruher Herbſtwoche. O 15.30: Stuttgart u. Frei
burg: Onkel Ott erzählt. 16: Konzert. Wien Berlin. Mitw.:
Kitty Rolfen, Käte Mann, Hans Hanus, Carl Struve, Funkorch,
21 Darbietungen. O 18.15: Max Schilling: Die Vögel wandern.
O 18.45: Melodramenſtunde: Enoch Arden, von R. Strauß. Geſpr.
von Emil Heß. Flügel: A. Haagen. 20: Bunter Abend. Adam=
Ouv. Nürnberger Puppe. Strauß: Accellerationen, Walzer=
Der Erbonkel. Hörpoſſe mit Geſang von Max Heye. Viktoria=
Marſch.

Berlin.

Sonntag, 25. Sept. 9: Morgenfeier. Mitw.; Kirchenchor Si.
Johannes Evangeliſt. Rez. Fr. Hoefert, Maria Lohring (Sopranl=
Anſprache Pfarrer Abramczyk. 11: Uebertr. aus dem Gr. Schau=
ſpielhaus
: Jugendweihe der Arbeiterſchaft Groß=Berlins. O 14.30:
H. Roſen: Geographiſche Studien an Hand der Briefmarke. O 10:
Dr. M. Trenel: Was muß der Landwirt über Bodenſäute
wiſſen? 15.30: Märchen: Röslein und das Sonnenland; gel=
von
Marg. Sladek. o 16.15: Georg Müller=Hahn: Romantiſche
Figuren der Weltgeſchichte. 17: Kapelle Steiner. Krönungsmarſch

Bu Vollwaise.
Juhre alt chriſtlichr
Sligion, häuslich er=
genm
. beſcheidenen
Cprüchen. Ich ver=
Se es auf dieſem
ege, mein. Lebens=
Fahrten zu finden
4-itze eine größert
Lndwirtſch., ſchör
Faus, auch Barg
Angeb. von charc
vollen Herren
10 27 a.
136:
1
EMeine Damen
8in Witwer, 34 J
Alt, Chriſt,
ſatzer m. bedeu
Mermögen.
erne Dame edle
z08, die mich
ſugen könnt
nein Kind in ih
Nütter gefu
Ener ſolchen
kürde ich ein
GGeleben bieten
ſt=lliere nicht
wdern auf
Auc, Gefl. Zu
4u. 4 38 an
Neuftsſtelle, AP

aus Prophet Meyerbeer. Verdi: Ouv. Die Macht des Ge
ſchickes. Strauß: Aquarellen, Walzer. Weber: Fant. Freie
ſchütz Bolzoni: Menuett. Maſſenet: Elegie. Mozalle=
Moſaik, Fant. Laſſon: Crescendo. Bizet: Kartenterzett und
Schmuggler=Sextett aus Carmen‟ Mozart: Ouv. Il l
paſtore‟. 0 19: Elſa Herzog: Die neue Herbſtmode. o 19.25: 2.
Spitzer: Das Erwachen der Weltſtadt. 20: Kap. z. S. Dr. Spieb=
Die deutſch=atlantiſche Expedition. O 20.30: Berliner Lieder. Eiſite
Hans Oſtwald. Bial: Am grünen Strand der Spree. Lorßig:
Das Lied vom Weißbier. Bial: Röschen hatte einen Piepmäh=
Michaelis: Bäckerliebe Bial: Das iſt das Berliner Lebeſ=
Es hat ein Jüngling einen Schatz (Rob, Koppel, Bariton)
Angely: Ei, was braucht man, um glücklich zu ſein. Die Rale
versbraut. Waldmann: Denke dir, mein Liebchen. Boſſeie
berger: Ach Berlin, du wunderſchöne Stadt (Charlotte Freyer, Se
ran). Bothe: Das Lindenlied. Glasbrennen: Nante=Lieb.
Görß: Schnuteken, det därfſte nich. Kaliſch: Tante Bente. (Ehſte
Kühne. Rez.) Waldmann: Fiſcherin, du kleine. Du kannſt Mit
mal fürn Sechſer. (Charl. Freyer, Sopran). Kleine Verſei O

alebeirgten
dam

Eigenheim

wald u. Kühne Glasbrennen: Stammbuchverſe und Blumeik.
ſprüche. O 22.30: Tanz=Muſik.
Königswuſterhauſen. Sonntag, 25. Sept. 9: Morgenſel.
D 11.30: Uebertr. aus dem Gr. Schauſpielhaus: Arbeiter=Jugelle.

weihe. 6 14.30: H. Roſen: Geograph. Studien an Hand. Le
Briefmarke. 8 15: Priv.=Doz. Trenel: Was muß der Landwl
ber Bodenſäure wiſſen? 16.15: G. Müller=Hahn: Anachalle
Cloots. 0 17.30: Unterhaltungsmuſik. O 18.30: Schach. 2 42*
Dr. Gertrud Haupt: Frauen um Goethe. o 19.30: Dr. Legewſe
Staatenbildung der Tiere. o 20: Kapitän Dr. Spieß: 2
deutſch=atlantiſche Expedition. 20.30: Berliner Lieder. Eilile
H. Oſtwald. Mitw.: Charlotte Freyer, R. Koppel, E. Kuhlie
O 22.30: Tanzmuſik.

Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Montag, den 26. September Le‟
(Nach der Wetterlage vom 24. September.
Fortdauer des veränderlichen, wechſelnd wolkigen, auch Zeih.

aufklarenden Wetters mit vereinzelten Schauerregen.

Hauptſchriftleitung Rudolf Mauve

Veranwortlich für Politt und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; ur Feuiſleion. Dee
Ausland und Heſche Nachrichten: Mar Streeie, ſür Sport: Dr. Eugen Buhlime.
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch: für den Schlußdienſt: Andre4 20
für Die Gegenwart: Dr. Herbert Nette; ſür den Juſeraienteil Wllly 2"
Druck und Verlag C. C. Witt ich ämtlich in Darmſtiadl.
Für unverlangte Mannſtripte wird Garantie der Rückſendung n.ich P übermellt

Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

[ ][  ][ ]

Nummer 266

Sonntag, den 25. Geptember 192Z2

Geite 11

Das ſammende Meer.

Roman von Werner Scheff.
(Nachdruck verboten)

Als die Straßenbahn an der Endhalteſtelle angelangt war,
aute Herbert gerede in ſeinen Träumen ein Dienſtmädchen zu
Köchin geſellt, der er urſprünglich den neuen Haushalt an=
uctrauen
wollte. Er erhob ſich und ſchritt bald, die Hände frie=
w in den Taſchen ſeines Ueberrocks vergraben, zwiſchen den
ben Mietskaſernen dahin, die rechts und links die Straße flan=
ſerten
. Bis er endlich in eines der düſteren Haustore trat und
Aufſtieg zum Schmuckkäſſchen begann. Denn ſo pflegte er die
Uhnung ſeiner Mutter zu nennen.
Wenigſtens der Teil, in dem die alte Frau nach Gutdünken
lten und walten durfte, verdiente dieſen Namen. Denn klet=
iure
man die dier Treppen des unfreundlichen Hauſes empor
Ind. betrat das Heim der Witwe, ſo kam man zwar in eine kleine
ſüche, die als Vorraum, Speiſekammer und Badezimmer ebenſo
ſenen mußte wie meiſt als Wohngemach, aber man ſtieß auf
inliche Ordnung und Sauberkeit. Blankgeputzt ſtand in ſeiner
ür der Herd. In der Scheibe des Küchenfenſters ebenſo wie in
r des Schrankes ſpiegelte ſich jedes Licht wie in reinem Kriſtall.
16 nun die Sonne über die Dächer der umliegenden Gebäude
ſuchtete oder die Gasflamme brannte, Schüſſeln und Taſſen,
ſeler und Tiegel, Pfannen und Töpfe blitzten vor Reinlichkeit.
ſor dem Fenſter hingen friſch gewaſchene Vorhänge, und über
keuſch verborgenen zinkenen Badewanne lag eine ſaubere
ecke. Köchin, halt: die Küche rein, dann wirſt du lang im Hauſe
in war auf einem Wandſchutz in rotgeſtickten Lettern zu leſen.
S hätte dieſer Mahnung aber kaum bedurft, denn Frau Brakke
i ihre eigene Köchin und kannte in ihrer Beweglichkeit keine
ſa* zwiſchen Arbeit und Arbeit. Und alle Mühe galt ihrem
ſan srat.
Außer der Küche gab es hier oben zwei weitere Räume.
ſierſt das hübſche Zimmer, in dem Herberts Mutter ſchlief.
ſaran ſchloß ſich eine einfenſtrige Kammer, des Chemikers Be=
huſung
. Während aber die faſt pedantiſche Ordnung der Küche
rvomöglich verſtärktem Maße auch für Frau Brakkes Schlaf=
mach
galt, herrſchte jenſeits der Grenzen dieſes Muſterreiches,
utr, wo des Sohnes Gebiet begann, das Gegenteil von Ord=
un
=g. Aber unſchwer war ſein Entſtehen wahrzunehmen. Geniale
eruemlichkeit in dieſer beſcheidenen Umgebung, Zerſtreutheit
nd der Mangel an kleinlichem Sinn für die Erforderniſſe des
ſtags ſetzten den Bemühungen der vorſorglichen Mutter un=
derwindliche
Hinderniſſe entgegen. Frau Brakke hatte es denn
ſtt langem ſchon aufgegeben, gegen das Durcheinander im
chlafraum und Studierzimmer ihres Jüngſten zu kämpfen.
Herbert Brakke bemühte ſich, beim Oeffnen der Wohnungs=
i
jedes Geräuſch zu vermeiden, um die Mutter zu überraſchen.
ber es gelang ihm nicht. Oder die alte Frau hatte erwartungs=
all
lauſchend in ihrem Zimmer geſeſſen, denn als der Chemiker
die dunkle Küche trat, ging auch ſchon ihre Tür und heller
ſchtſchein drang ihm entgegen.
Biſt du es, Herbert?
Da ſtand das kleine Frauchen in dem beſcheidenen Kleid, die
gube auf dem grauen Scheitel und ſtarrte ängſtlich forſchend auf

Bin Vollwaise.
Jahre alt chriſtliche

die dunkle Geſtalt, von der ſich der Winterrock langſam löſte, um
ſeinen gewohnten Platz am Haken neben der Tür einzunehmen.
Ich bin es, Mutter, kam es aus der Finſternis zurück, und
der Sohn war bemüht, ſeine Stimme zu mäßigen, um ſeine Er=
regung
zu verbergen.
Frau Brakke ſuchte ſein Antlitz. Lächelte er oder blieb er
troſtlos ernſt? Aber ſie vermochte ihm nichts anzuſehen. Auch
jetzt nicht, da er ſeinen Arm um ſie ſchlang, ſie küße und mit ihr
in das Zimmer trat, ſo daß das Licht voll auf ſein Geſicht traf.
Alſo wieder nichts? fragte die Mutter.
Zuerſt ſetze dich.
Er hob ſie faſt in den altväterlichen Lehnſtuhl neben dem
Mitteltiſch. Ihr gegenüber ließ er ſich nieder und blickte ſie mit
einem Ernſt an, hinter dem ein Lächeln zuckte wie der leuchtende
Blitz hinter dunklem Gewölk. Und er vermochte noch nicht zu
ſprechen, ſo leid ihm auch ihr Zweifel tat. Zuerſt ließ er die
wohlige Wärme des mütterlichen Wohnraumes auf ſich wirken.
Er hörte das behagliche Schnurren des Katers, der auf dem Fuß=
kiſſen
vor dem Seſſel der Mutter wie immer faul und träge lag.
Dazwiſchen vernahm er das Ticken der Wanduhr, die in ihrem
kunſtlos geſchnitzten Gehäuſe jahraus jahrein die Stunde wies
und noch nie ſtille geſtanden hatte, ſoweit auch der Doktor zurück=
denken
mochte. Er ſah zwiſchen ſich und der alten Frau auf dem
Tiſche den grauen Strickſtrumpf und merkte, wie die Hände der
Mutter nach der altgewohnten Arbeit zuckten. Als könne ſich ſich
ohne das gedankenloſe Zählen der Maſchen kein Plaudern mit
dem Sohne vorſtellen.
Dann erſt, als das Ticken der alten Uhr wohl mindeſtens
zwei Minuten in die Vergangenheit befördert hatte, begann er
ganz jäh und unvermittelt zu erzählen. Aber nicht der Folge der
Ereigniſſe gemäß hob er an. In dem Durcheinander freudigſter
Erregung gab er ſeinen Bericht und ſchilderte, was ihm die letz=
ten
Stunden an Glück und Ueberraſchung gebracht hatten.
Mutter Brakke ſaß wortlos dabei und fing leiſe an zu wei=
nen
. Sie überließ die Rechte dem Sohne, der ſie zärtlich ſtrei=
chelte
. Der Kater war erwacht, als er die wohlbekannte Stimme
Herberts vernommen hatte. Jetzt rieb er ſich noch immer ſchnur=
rend
das Fell an dem Bein des Doktors und hoffte vielleicht,
man werde ihn wie ſonſt auf den Schoß nehmen und ihn krauen.
Denn nichts liebte er ſo ſehr wie dieſe Schmeichelei.
Als Herbert zu Ende war, ſagte die Mutter unter Tränen:
Das hätte dein Vater erleben ſollen! Wie würde er ſich ge=
freut
haben.
Der Chemiker blickte hinüber zu dem Bilde ſeines Vaters,
das über dem Bette der Mutter hing. Und er ſtimmte ihren
Worten bei.
Der alte Brakke war Setzer geweſen. Zuerſt vor dem Setz=
kaſten
, ſpäter vor einer jener Wundermaſchinen, die Buchſtaben
an Buchſtaben reihten und den Guß beſorgten, um ſpäter wieder
die Lettern in Käſten zu ordnen, als wohne ihnen die Denkrraft
ſinnender Menſchen inne. So hatte er für ſich und die Seinen
das tägliche Brot und ſtets noch mehr, bürgerliche Behaglichkeit,
etworben.
Wieder blieb es minutenlang ſtill in dem Zimmer, und nur
der Kater ſchnurrte wie ein Spinnrad, und die Wanduhr beglei=
tete
ihn mit ihrem Ticken. Herbert Brakke erbarmte ſich endlich
des vierbeinigen Freundes, nahm ihn auf den Schoß und ſtrich
über das weiß und braun geſprenkelte Fell des alten.
Wenn’s nur ſchon ſo weit wäre, ſeufzte die Mutter.

Lang kann’s jetzt nicht mehr dauern, tröſtete der Doktor.
Morgen ſchildere ich dem Bankier meine Lage und verlange von
ihm eine beſtimmte Summe als Anzahlung. Ich habe ihm an=
gemerkt
, daß er viel von der Sache hält. Du hätteſt nur ſehen
ſollen, Mutttchen, wie er mich ſeiner Tochter vorſtellte. Ach, iſt
die ſchön!
Sage mir lieber, ob du ſchon mit Lotte darüber ge=
ſprochen
haſt.
Herbert wurde rot wie ein Schuljunge. Nein . . . ſie ver=
läßt
ja ihr Bureau erſt um halb Sieben. Bald wird ſie hier
ſein, ſetzte er hinzu, nachdem er die Wanduhr zu Rate gezogen
hatte, dann erſtatte ich auch ihr Bericht.
Sie wird ſich freuen, Herbert, denn ſie hat dich ſo herz=
lich
lieb."
Ich werde ihr ſtets dankbar ſein.
Mehr nicht?
Der Chemiker wich dem fragenden Blick der alten Frau ge=
fliſſentlich
aus. Er wußte, was ſie meinte. Und in jedem ande=
ren
Augenblick ſeines Lebens oder vor einer Stunde erſt hätte er
ihr ſicherlich gern die Antwort gegeben, die ſie erwartete. Jetzt
aber ſchnürte ihm etwas ganz Unſagbares die Kehle zu.
Der Mutter entging es nicht. Weißt du, Herbert, was du
mit mir vor einigen Tagen beſprochen haſt? forſchte ſie mit ge=
preßter
Stimme.
Ja, Mutter, laß mir nur Zeit.
Er ergriff wieder ihre Hand und hielt ſie in der ſeinen, als
könnte er ſie damit beruhigen. Sie ließ es geſchehen und ſah ihn
zärtlich an, ihren Liebling, dem ſie alles zugedacht hatte, was
es Gutes und Schönes auf Erden gab, und über deſſen Glück ſie
wachte, als traue ſie ihm nicht zu, ſich ſelbſt dieſes Glück zu be=
wahren
. Berühmt ſollte er werden, reich und mächtig. An ſeiner
Seite aber wollte ſie diejenige ſehen, die ſie Herberts für würdig
hielt. Das war Lotte Richter, des Wohnungsnachbars Einzige.
Die Jugendfreundin, mit der er ſeit Jahren geſpielt und die ihm
ſtäter beim Studium geholfen hatte, war, Frau Brakkes Aus=
erwählte
. Sie wußte, daß ſie dem blonden Mädchen mit dem
feſten Willen und dem gütigen Wunſch, Herbert zu helfen und zu
fördern, ihren Jungen anvertrauen konnte. Vor nicht zu langer
Zeit erſt hatte die kleine Frau dem Sohne das Verſprechen ab=
genommen
, Lotte zu ſeinem Weibe zu machen, ſobald ſich die
Verhältniſſe gebeſſert hätten. Und freudig hatte er ihr damals
zugeſtimmt, ganz anders als er heute ſprach, da er ihr auswich.
In die Stille dieſer Ueberlegung tönte draußen die Tür=
glocke
. Der Doktor ſprang auf und öffnete. Es war Lotte, die
zu den Freunden eilte, ohne ſich Zeit genommen zu haben, erſt
bei den Ihrigen vorzuſprechen.
Viel Glück auch weiterhin, Herbert, rief ſie, als ihr der
Chemiker den Mantel abnahm. Und ſchnell umarmte ſie ihn und
küßte ihn auf die Stirn. So wie es ſich zwiſchen alten Kame=
raden
ſchickte.
Weißt du denn davon, Lotte? fragte Serbert überraſcht.
Alles! Eine halbe Stunde nach Schluß eurer Unterredung
rief mich Ernſtheimer von ſeiner Villa aus ans Telephon und gab
mir eine Menge Aufträge, aus denen ich erſehe, was ihr be=
ſprochen
habt. Für morgen früh ließ er ſchon mehrere Per=
ſonen
rufen, die für deine Gründung in Betracht kommen. O...
er arbeitet immer raſch und entſchloſſen. Darin kannſt du dich
auf ihn verlaſſen.
(Fortſetzung folgt.)

el gion, häuslich er=
genm
. beſcheidenen
hſprüchen. Ich ver=
he
es auf dieſem
jege, mein. Lebens=
gfahrten
zu finden.
ſſtze eine größert
Tndwirtſch., ſchönes
Eus, auch Bargeld.
Reeb. von charakter=
hilen
Herren unter
27 a. d. Geſchſt.
IP13637)

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u. Chriſt, Gutsbe=
ſier
m. bedeutendem
Ker nögen. Gibt es
eie Dame edlen Her=
zu
die mich über=
zugen
könnte, daß
heim Kind in ihr eine
Juckter gefunden?
Iner ſolchen Gattin
nirbe ich ein ideales
Ge eben bieten. Re=
fküere
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ſndern auf häuslich.
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Wie sich dis Bilder gieichen Turandot, Helena / Robrecht, Dear One / Stolz, Wien
Salon-Musik
Bach, Sistiliano / Beethoven, 6 Deutsche Smetana, Komöciantenrausch / Thomas, Die Königin, Solltest Du Dein Hers ver-
Tänze Blzet, Adagio und Uenuett aus Mignon, Kennst Du das Tand Titiania- schtenſeen / Suppé, Die schöne Galathe
Arlesienne / Brahms, Menuett Andante Polonäse Vordi. Traviata, Hatdein hamat- Taylor, Du und ich / Ziegler, Am Rüdes-
a
. d. Sinfonis Nr. 8 Dicker, Aschenbrödels liches Tand Wagner, Götterdämmerung, heimer Schloss.
Brautzug / Dvoräk, Walzer op. 64 N0.4 Trauermarsch Parsifal, Karfr.-Zauber.
Indianisches Lamento Slausche Tänze
Nr. 1 Fieruſt, Frühlingstied / Hozart, 26 Stücke: Opereite und Tanz gach, Patron d. macht d. Windk / Bloch.
Les petits riens / Reger, Gavotte op. 82
Sarasate, Zigeunerweisen / Schuhert, Im- Darewskl, ChareiV Rewuie, Es geht von Mund Die Liebende schreibt / Brahms, In stiller
su Mund / Döll, Geisha, Dir bist so weiss Nacht Veinsliebchen / Gornelius, Die
uune Schnee / Fall, Jugend im Mai, Fahren Hirten / Dvoräk, Zig.-Lieder. Alte
27 Stücke: Die Oper
zibei dem Giück entgegen / Freire, 4u, au, Mutter / Haydn. Liebes Mädchen Mendels-
d
Albert, Tiefland: Nuris Morgenlied-Tote au Frimi. Schatz, was ich von Dir ge- sohn-Barthoſdy, Hirtenlied / Meyerbeer,
Augen, Amor u. Psuche / Gluck, Pilgrime träumt hab / Hälmän, Zirkusprineessin, Fischermädchen / Piltzner, Sonst / Reger,
von Mekkeg / Humperdinck, Dornröschen Wenn Du mich sitzen lägst / Kern, Charell- Tragt blaue Träume / Schukert, An die
Mrazek. Madonna am Wiesenzaun / Offen- Rauus, Du / Kollo, An und aus, Angellied Teuer / Schumann, Die beiden Grenadiere
bach, Hoffmanns Erzählungen Menuett u. Ein Flip, ein Cin, ein Mädel.
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Diese heimliche Liebe 0 Sohn des Himmels wird bei Nacht erst schön / Strauss, 0.,
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Nummer 266

Seite 12

Sonntag, den 25. September 1927

der ſertig bis zur

Benten Schülerſchar e
ach dus geiſtesgegenwär
konte.
Eu
Eültz it der 15 Jahre
Münne Joſ. Stadtmülle
ſtarch den Luftdruck zu
gtüſtzur aber nur leichte
Piax lonnten ſich bald
Aür erſte Tag der
Nars Deutſchen Oſtbu

4ümd der in Nieder
Sſtmärker da.
uin des Deut
des Reiches zu
Luſammengeko
s Banners, das die

lerloren ſein, beg

F: freunde nach dem
Fichung mit den V
Ser reichsdeutſ
Fihen Schriftſtell
kent, Geheimer Obe=
nach
eingehen
ISſamte Dſtma
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g Wahl der Stal
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hemden Berich
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reiſe und die
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tſtuſt gefunt
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MM. Köln.

Ue R230

Sede DGossbeerressse

[ ][  ][ ]

ſtummer 266

Sonntag, den 25. September 1927

Seite 13

Reich und Ausland
örndenburg=Ehrung der Studentenſchaft.
ſ.p. Auch die Studentenſchaft wird Hindenburg
ue nem 80. Geburtstag ihre Huldigung dar=
ſam
. Auf ſeiner Fahrt zum Stadion am 2. Okt.
ider Reichspräſident ſeinen Weg über die
Glottenburger Chauſſee nehmen. Dort werden
ier Techniſchen Hochſchule die Korporationen
gins mit ihren Fahnen Spalier bilden. Es wer=
aich
aus dem Reich zahlreiche Fahnenabord=
men
der verſchiedenſten Verbände erwartet.
Röntgen=Geſellſchaft.

Am 1. und 2. Oktober findet in München, im
ᛋhotel, die 3. Tagung der Süd= und Weſtdeut=
Röntgen=Geſellſchaft ſtatt. Außer wirtſchaft=
dur
Fragen werden hochwichtige aktuelle Themen
ar Kienböck=Wien) in Referatenform behandelt.

aniſche Verkehrsminiſter Mochizuki
Deutſchland für die japaniſche Marine
flugboot Nanida eingehend beſichtigt.
jeleitung in Tokio hat die Abſicht, noch
ere Dornier=Flugboote zu beſtellen.

Schwere Unwetter in Nordbaden.
ſhd. Mannheim. Ein über die Stadt und
1me end niedergegangenes Gewitter, verbun=
hnrt
einem Wolkenbruch, richtete erheblichen
eiden an. Außer dem Blitzſchlag in eine Zu=
he
tribüne, der ein junges Menſchenleben ver=
viete
, ſchlug der Blitz in Rheinau in ein Haus am
Gyrberg und in Ludwigshafen in eine Hochan=
m
mind richtete erheblichen Schaden an. Beſon=
6 fark wurde die Gemarkung Heddesheim heim=
epf
Ein von der Gemeinde erſtellter dreiſtöckiger
Acſber fertig bis zur Aufſetzung des Dachſtuhls
wpurde niedergeworfen. Telegraphenſtangen und
9 Eus wurden umgelegt. Die Leute auf dem Felde
hmen ſich gegen die Gewalt des Orkans nicht hal=
micd
mußten ſich zu Boden werfen. Ein Pferd
pit. Als der Blitz in die Zuſchauertribüne ſchlug,
Begrigte ſich der dort Schutz vor dem Unwetter
hmnden Schülerſchar eine große Panik, die nur
Aw Sas geiſtesgegenwärtige Handeln des Lehrers
geſert werden konte. Der vom Blitz getroffene
Ahe iſt der 15 Jahre alte Heinrich Braun. Der
1 Arige Joſ. Stadtmüller und Joh. Küchler waren
diwven Luftdruck zu Boden geſchleudert worden,
eiſiet, aber nur leichte Verletzungen. Die beiden
Ader konnten ſich bald wieder erholen.
ſer erſte Tag der Bundesverſammlung
es Deutſchen Oſtbundes Braunſchweig.
luf dem Bahnhof der alten Koloniſationsſtadt
Aſi chweig begrüßten die Vertreter des Rates der
Süa ind der in Niederſachſen neue Heimat gefun=
diſnn
Oſtmärker das Bundespräſidium und die De=
item
des Deutſchen Oſtbundes, die aus allen
Tan des Reiches zu werbender Arbeit für die Oſt=
uſzuſammengekommen
waren. Unter der Füh=
rwdes
Banners, das die alten Oſtmarkfarben und
dnPahlfpruch Was wir verloren haben, darf
wſchverloren ſein, begaben ſich die Oſtmärker und
iſtFreunde nach dem Rathaus, in welchem eine
Aſſiehung mit den Vertretern der niederſächſiſchen
voder reichsdeutſchen Preſſe und namhaften oſt=
üſchen
Schriftſtellern ſtattfand. Der Bundes=
ſgent
, Geheimer Oberregierungsrat von Tilly,
m nach eingehendem geſchichtlichen Rückblick, der
ö=ſamte Oſtmark als urdeutſches Land erſtehen
li Füher die Ziele des Oſtbundes und die Gründe
delr Zahl der Stadt Braunſchweig als Tagungsort.
Süch Ausführungen ergänzte der Bundesdirektor,
fric)ee- Chefredakteur Ginſchel, mit einem ein=
ge
indin: Bericht über die wirtſchaftliche und ſoziale
Beäg ung des Deutſchen Oſtbundes. Ein gemein=
ſau/
Eſſen und im Anſchluß ein interner Begrü=
ßuzyſabend
vereinte die Vertreter der Stadt, der
P=A/ uund die Oſtmärker und ließ in perſönlichem
Geſtäch manche intereſſante Einzelheit aus den letz=
ten
hseren zehn Jahren der Oſtmark aufleuchten.
Dgezundestagung des Deutſchen Oſtbundes, die von
tieife Ernſt getragen wird, hat einen würdigen
Amſtkt gefunden.
FlEueekord auf der Strecke KölnHalleLeipzig
p. Köln. Die Flugleitung LeipzigHalle
des= ſeitſchen Lufthanſa teilt mit, daß am Freitag
da’s ſtreckenflugzeug die Strecke KölnHalleLeipzig
(4MKlometer), unter Führung des Piloten Pe=
teifen
, in 100 Minuten zurückgelegt hat.
DA9=Zug braucht für die gleiche Strecke rund
10l eunden.
Deutſchland baut Flugbooie
für Japan.

Das neue N
mentalgebäude der Oberpoſtdirektion Berlin.

Das neue Gebäude der Oberpoſtdirektion Berlin
ein Bau von gewaltigen Ausmaßen und modernſter Einrichtung iſt dem Betrieb übergeben
worden. Der großzügige Verwaltungsbau gibt mit ſeinem edlen Bauſtil dem neuen Witzlebener
Stadtteil am Lietzenſee eine ſchöne Note.

720 Milliarden im Toten Meere.
Die Schätze von Sodom und Gomorrha.

Bucill. To.
TGibS.-

OJerusolem
Bethlehem

Medebe

Mosodo

Jericho)

eikerak

DIE RIESENMENGE DER MINERAL-
SCHATZE IM TOTEN MEER.
Degnesiumchlorid

Notrium-

Johresverbrouch Deutschlands
on kall: 7.4Mill. 70
Schstzungswer
MSgnesüumchlortd.:- Sito 88 GKTT. 27.
Pottosche.
280000
Brom..
.100000
Gios..
.. 280
Notriumchlorid.. . . . . . . 200

Die Karte des Toten Meeres. Wert und Mengen der im Toten Meere
gelöſten Mineralien.
Die Mineralſchätze des Toten Meeres ſollen demnächſt zur Ausbeutung kommen. Das dürfte
unüberſehbare wirtſchaftliche Folgen haben. Auf Jahrhunderte hinaus kann man den Weltbedarf
an Kali allein aus dem Toten Meere decken. Rieſenmengen von Aſphalt liegen auf dem 400
Meter tiefen Grunde des Meeres. Wichtige Salze befinden ſich in konzentrierter Löſung im
Waſſer. Der Aufbau einer chemiſchen Induſtrie zur Scheidung und Gewinnung dieſer Mineralien
wird der Geſchichte von Paläſtina und Transjordan ein neues Geſicht geben. Ob es aber den
Engländern gelingen wird, mit der deutſchen und elſäſſiſchen Kali=Induſtrie ſchon in kurzer Zeit
erfolgreich zu konkurrieren, mag noch dahingeſtellt bleiben.

Großfeuer in Harburg=Wilhelmsburg.
Wilhelmsburg. Geſtern morgen wurde
durch ein gewaltiges Feuer Küferei und Rührwerk
einer Dachpappenfabrik zerſtört. Durch die Exploſion
eines Aſphaltkeſſels im Rührwerk wurde ein Be=
triebsleiter
ſchwer verletzt.
Großfeuer in der Bautzener Gegend.
Bautzen. Ein Großfeuer ſuchte am Freitag
abend das Anweſen eines Gutsbeſitzers in Salzen=
forſt
heim und legte Scheunen= und Stallgebäude
in Aſche. Die geſamten Erntevorräte wurden ver=
nichtet
. Der Schaden iſt ſehr groß. Ueber 15 Feuer=
wehren
waren am Brandplatz tätig. Ein weiteres
Schadenfeuer äſcherte am Freitag abend die große
Rittergutsſcheune in Nadelwitz ein. Tau=
ſend
Zentner ungedroſchenes Getreide fielen
den Flammen zum Opfer.

Wirbelſturmkataſtrophe.
EP. Graz. Am Freitag, um 14.30 Uhr, rich=
tete
ein Wirbelſturm im Tale des Rottenbach bei
Graz rieſige Verwüſtungen an. Das
Wartehäuschen der elektriſchen Straßenbahn wurde=
fortgetragen
und die Träger hundert Meter weit
geſchleudert. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt,
Leitungsmaſten umgeworfen, Häuſer abgedeckt,
Schornſteine umgelegt uſw. Beſonders kataſtrophal
wütete der Sturm in St. Rupprecht, in der Oſtſteier=
mark
, wo 40 Häuſer zerſtört wurden. Die
Hauptſtraße gleicht einem Trümmerhaufen. Der Scha=
den
iſt bedeutend.
Wieder ein Auto von einem Eiſenbahnzug
überfahren.
TU. Halle. Wie die Reichsbahndirektion Halle
mitteilt, iſt auf einem unbewachten Bahnübergang
an der Strecke Lübbenau-Kamenz ein Perſonen=
auto
der Ilſe=Bergbau=Geſellſchaft von einem Güter=
zug
überfahren worden. Der Inſaſſe des Autos, Re=
gierungsrat
Hartſch, aus Calau, wurde ge=
tötet
. Der Wagenführer blieb unverletzt. Das
Auto iſt ſtark beſchädigt.

reitelter Anſchlag auf den Orient=Expreß.
EP Wien. Die Neue Freie Preſſe meldet
z Athen: Aus Saloniki wird berichtet, daß eine
edoniſche Komitatſchibande verſucht hat, den
mplon Orient Expreß bei Karaſuli
zriechiſch=Mazedonien anzuhalten. Der An=
ig
konnte jedoch von Militär vereitelt wer=
worauf
die Bande die Flucht ergriff. Die
appen haben die Verfolgung aufgenommen, bisher
dings erfolglos.

Levine in Wien.
EP. Wien. Levine iſt Freitag nachmittag
6 Uhr auf dem Flugplatz von Aſpern bei Wien,
mit dem Piloten Incheliffe an Bord der Columbia
gelandet. Bei ſeiner Ankunft waren außer den Flug=
hafenbehörden
nur einige amerikaniſche Journaliſten
anweſend.
Die Pläne Levines.
EP Wien. Levine, der bekanntlich in Aſpern
ſeinen Flug unterbrochen hat, teilte mit, daß er im
März mit dem Dampfer nach Amerika zurückkehren
und dann wieder nach Europa kommen wolle, um
als erſter den Ozeanflug EuropaAmerika auszu=
führen
. Er gab auch ſeine Abſicht kund, nach er=
folgter
Reparatur der Columbia nach Venedig zu
fliegen, um am Wettbewerb um den Schneider=
Pokal teilzunehmen.
Könneckes Weltflug.
EP. Konſtantinopel. Der deutſche Flieger
Könnecke hat von Angora ſeinen Flug um die
Welt fortgeſetzt. Vor dem Aufſtieg erklärte
er, der einzuſchlagende Weg werde weſentlich von den
Witterungsbedingungen abhängen, die er antreffen
werde. Jedoch gedenke er, den Pazifiſchen
Ozean zwiſchen Japan und Alaska zu über=
queren
.
Könnecke wieder nach Angora zurückgekehrt.
TU. Konſtantinopel. Könnecke, der am
Freitag in Angora zum Weiterflug nach Basra ge=
ſtartet
war, mußte wegen ſchlechter Witterungs=
verhältniſſe
nach Angora zurückkehren. Der
Flieger hofft jedoch, ſeinen Flug bald fortſetzen zu
können.
Eine Waſſerhoſe über Breſt.
EP. Paris. Ueber die Stadt Breſt iſt am
Freitag vormittag eine Waſſerhoſe niederge=
gangen
, die großen Schaden angerichtet hat. In den
Straßen ſtand das Waſſer eine Zeitlang mehrere
Fuß hoch, in den Kellern teilweiſe einen Meter.
Acht Todesopfer des Boxkampfes Tunney
gegen Dempſey.
New York. Die ſiebente Runde des großen
Boxkampfes Dempſeh-Tunney war nicht nur für
Tunney ſehr kritiſch, ſondern gereichte drei Box=
enthuſiaſten
zum Verhängnis, die infolge de
Aufregung beim Anhören der Rundfunkbeſchrei=
bung
des Kampfes ſtarben. Auf die gleiche
ſtarben vier andere während der übrigen Nunden,
und ein Mann ſofort nach dem Boxkampf, ſo da
im ganzen nicht weniger als acht Perſon
ihre allzu große Teilnahme an dem Kampf mit de
Leben bezahlten.

Die Arſache der Schleizer
Flugzeugkataſtrophe.
Der Propeller beim Siart
beſchädigt?
Schleiz, 24. September.
Im Laufe des Abends ſind die Opfer des Flug=
zeugunglücks
in die hieſige Städtiſche Leichenhalle
übergeführt worden. Natürlich beherrſcht neben dem
Mitgefühl für die Toten und ihre Hinterbliebenen
in erſter Linie noch die Frage nach der Urſache des
Unglücks die Gemüter. Bisher hat ſich aber noch
keine einwandfreie Aufklärung ergeben. Von ſeiten
der Sachverſtändigen wird nun darauf hingewieſen,
daß die furchtbare Zerſtörung des Flugzeuges die
techniſche Aufklärung vor ein vorläufig ungelöſtes
Rätſel ſtellt. Die Frage, ob tatſächlich in der Luft
ein Flügelbruch erfolgt iſt, bleibt auch nach dem bis=
herigen
Unterſuchungsergebnis durchaus offen. Nähere
Aufſchlüſſe werden erſt die laboratoriumsmäßigen
Prüfungen der Brüche ergeben. Ein körperliches oder
geiſtiges Verſagen des Flugzeugführers iſt mehr als
unwahrſcheinlich. Das Flugzeug iſt nicht verbrannt.
Daraus läßt ſich ſchließen, daß der Führer die Gei=
ſtesgegenwart
gehabt hat, die Zündung abzuſtellen.
Schon das iſt ein Zeichen dafür, daß die Mut=
maßungen
, daß der Flugzeugführer durch plötzliches
Unwohlſein oder ſogar Herzſchlag die Herrſchaft über
den Apparat verloren hat, unrichtig ſind. Von den
Dornier=Metallwerken in Friedrichshafen, den Er=
bauern
des Flugzeuges, wird es für ausgeſchloſſen
gehalten, daß das Unglück durch einen Tragflächen=
bruch
verurſacht worden iſt.
Die iechniſche Unterſuchung
der Flugzeugteile
iſt vorläufig beendet. Jetzt beſchäftigen ſich etwa ein
Dutzend Arbeiter damit, die Ueberreſte des verun=
glückten
Flugzeuges zu ſammeln. Sie werden nach
Berlin in die Verſuchsanſtalt für Luftfahrt ge=
bracht
und dort einer genauen Prüfung unterzogen
werden. Die techniſchen Sachverſtändigen des Reichsver=
kehrsminiſteriums
, der Verſuchsanſtalt für Luftfahrt
und der Lufthanſa ſind am Samstag von Schleiz
nach Berlin zurückgekehrt, nachdem ihre Arbeiten an
Ort und Stelle vorläufig beendet ſind. Wie wir er=
fahren
, iſt die Kommiſſion entgegen anders lau=
tenden
Darſtellungen zu folgendem
vorläufigen Ergebnis
gekommen, das aber zunächſt auch nur eine Annahme
darſtellt: Wahrſcheinlich iſt beim Start des Flug=
zeuges
in Schkeuditz, nach der dort vorgenommenen
Zwiſchenlandung, durch irgendwelche noch unbekannte
Einwirkungen, vielleicht durch Streifen eines Gegen=
ſtandes
auf dem Flugplatzgelände, der zweiflügeliche
Holzpropeller der Maſchine etwas beſchädigt worden,
ohne daß es von der Flugzeugbeſatzung oder den
Beamten des Flughafens bemerkt worden wäre. Dieſe
anfangs nur geringfügige Beſchädigung hat ſich wäh=
rend
des Weiterfluges immer mehr am Propeller
durch nach und nach erfolgende Abſplitterungen der
aufeinandergeleimten Holzſchichten ausgewirkt, und
vahrſcheinlich iſt dann ſchließlich ein Propellerflügel
in der Gegend von Schleiz völlig abgeſprungen. Da
ſich der Propeller, vom Führerſitz aus gefehen,
wie der Uhrzeiger, alſo rechts herum, dreht, mußte
der Verluſt eines Schraubenflügels eine mit außer=
ordentlich
ſtarker Erſchütterung verbundene Mehrbe=
anſpruchung
der linken Tragfläche der Maſchine er=
zwingen
, und zwar in einem ſolchen Maße, daß das
betreffende Tragſtück dieſer Beanſpruchung nicht mehr
gewachſen war. Dieſe mutmaßliche Erſchütterung des
Flugzeuges, die auch mit den Bekundungen der
Augenzeugen übereinſtimmen würde, wonach der Ein=
decker
plötzlich ein Zittern in der Luft gezeigt habe,
war für den Piloten der Anlaß, ſofort zum Gleit=
flug
, zur Notlandung, anzuſetzen. Im nächſten Augen=
blick
aber hat ſich, wohl von der über alle Berech=
nung
hinaus beanſpruchten linken Tragfläche, zu=
nächſt
die eine, bald darauf auch wahrſcheinlich die
zweite Strebe gelöſt. Das Tragſtück, ſeiner Stützen
beraubt, klappte hoch und brach ab, worauf der
Abſturz erfolgte. Mit dieſer Annahme würden ſich
auch die Zeugenbekundungen decken, wonach der Mo=
tor
plötzlich ausgeſetzt habe. Der Pilot hatte in die=
ſem
Augenblick das Gas weggenommen, um zur Not=
landung
anzuſetzen. Völlig abwegig erſcheint die von
anderer Seite geäußerte Annahme, daß der Führer
ſich des kommenden Unheils ſchon ſeit längerer Zeit
während ſeines Fluges bewußt geweſen ſei. Wie die
Deutſche Lufthanſa betont, war Charlett ein ſo zu=
verläſſiger
, erfahrener und vorſichtiger Flugzeug=
führer
, daß er ſicher ſofort zur Landung angeſetzt
hätte, wenn er ſich eines Schadens an der Maſchine
bewußt geworden ſei.
Eine amerikaniſche Aeußerung
über den deutſchen Luftverkehr.
Wie großes Vertrauen die deutſche Luftſchiffahrt
in Amerika genießt, kam in einer Rede des ſtellver=
tretenden
Staatsſekretärs Caſtle zum Ausdruck,
der in einer Preſſekonferenz mit ſichtlicher Ergrif=
fenheit
des in Amerika ſehr geſchätzten Botſchafters
von Maltzan gedachte. Caſtle betonte ſodann, dieſer
ganz außerordentliche Unfall ändere nichts an der
Tatſache, daß die Deutſche Qufthanſa den
Flugverkehr auf eine hohe, faſt
ſichere Stufe gebracht habe. Im vorigen
Jahre habe die Lufthanſa 84 000 Perſonen
befördert mit nur einem Verluſt an
Menſchenleben. Auch die Verſicherungsgeſell=
ſchaften
berechneten für Flüge niedrigere Prämien
als für Bahnfahrten. Es ſei ein tragiſches Geſchick,
daß gerade von Maltzan einer der wenigen ſein
mußte, die im deutſchen Flugverkehr das Leben ver=
lor

Notlandung eines deutſchen
Verkehrsflugzeuges.
TU. Stettin. Geſtern morgen 10.45 Uhr
mußte die Maſchine D 863 von der Deutſchen Luft=
a
, die von dem Piloten Kaſpar geſteuert
wurde und fahrplanmäßig nach Calmar in Schwe=
war
, wegen Propellerbruchs auf
untern
ſchen See bei Stettin notlan=
der
Notlandung fiel der Bordmonteur
Zalter Harder ins Waſſer und ertrank.

[ ][  ][ ]

Produktenmarkt.

Die großen kanadiſchen Ernteſchätzungem, über deren Zuverläſſigkeit
man zwar noch ſtark im Zweifel iſt, und die großen Angebote, die Nord=
amerika
an die europäiſchen Märkte legt, laſſen Großmühlen und Ein=
fuhrhandel
Zurückhaltung beobachten, da heute auf den in den Vor=
wochen
vorgenommenen Käufen b=reits nennensſverke Verluſte liegen.
Das Geſchäft blieb infolgedeſſen auch in Auslandsweizen bei täglich
wechſelnden Preiſen klein. Inländiſcher Weizen wurde, je nach Her=
kunft
und Beſchaffenheit, frei Mannheim mit 2627 RM. die 100 Kilo
ohna Sack gehandelt. Die verſpätete Roggenernte hat größeres An=
gebot
noch nicht aufkommen laſſen, und da ſich auch die Roggenmehl=
Käufer zurückhalten, blieb der Preis für Inlandsware gegen die Vor=
woche
unverändert. Die Höchſtforderungen für Auslandsroggen ſind
von 26,25 auf 26 RM. zurückgegangen; badiſcher Noggen koſtete 25,50
bis 25,75 RM., pfälziſcher und heſſiſcher 25,7526 RM. Für Braugerſte
in Durchſchnittsbeſchaffenhent iſt mehr Angebot herausgekommen, und
es hat den Anſchein, als ob mit einer Preisminderung zu rechnen wäre,
dagegen blieben Ausſtichqualitäten zu erhöhten Preiſen geſucht. Man
verlangte zuletzt ſür die 100 Kilo ab Station für vorderpfälziſche Her=
kunft
3031 RM., mittelpfälziſche 29 RM., nordpfälziſche 28,25 RM.,
rheinheſſiſche 2729 RM., badiſche 2828,50 RM., Taubergerſte 27 RM.
und unterfränkiſche Gerſte, je nach Beſchaffenheit, 26,5027,50 RM.
Das Geſchäft in Auslandsgerſte blieb unbedeutend. Hafer lag bei klein=
bleibendem
Angebot in trockener Ware unverändert. Für Mais haben
die amerikaniſchen und argentiniſchen Ablader ihre Forderungen er=
höht
. Das Mehlgeſchäft blieb klein. Nachdem die ſüddeutſchen Mühlen
zu Wochenbeginn ihre Forderungen für ſüddeutſches Weizenmehl, Spe=
zial
Null, auf 39 RM. ermäßigt hatten, lautete ſie zuletzt wieder auf
39,25 RM. Futtermittel verzeichneten geringe Umſätze bei behaupteten
Preiſen.
Vom ſüddeutſchen Tabakmarkt.
Zu dem in Speher vorgenommenen Verkauf im Einſchreibungsweg
der Gruppen d’s Landesverbandes bayeriſcher Tabakbauvereine waren
1000 Zentner roh, was etwa 300 Zentnern in verarbeitungsreifer Ware
entſpricht, angeboten. Die Preiſe bewegten ſich, je nach Beſchaffenheit,
zwiſchen 43 RM. als Niedrigſtpreiſe (Lingenfeld=Niederluſtadt) bis zu
58,25 RM. als Höckſtpreis (Harthaufen). Zum Niedrigſtpreiſe gingen
nur 20 Zentner, zum Höchſtpreiſe 85 Zentner um. Das größte An=
gebot
kam aus Jggelheim, das 90 Zentner mit 57 RM. verkaufte. Die
Durchſchnittspreiſe liegen üiber den vorjährigen. Bei der in dieſer
Woche abgehaltenen Hauptverſammlung des genannten Verbandes
wurde die deutſche Inlandsernte auf 375 000 Zentner geſchätzt. Ein Er=
gebnis
, das den Markt nicht belaſtet. Hinſichtlich der Qualität droht
diy derzeit herrſchende Regenperiode vielerorts zu beſchädigen, was gut
vom Felde gekommen iſt. Die vorausſichtlichen Preiſe für helles Sand=
blatt
wurden auf 10 RM., für braungelbes auf 8090 RM. geſchätzt,
für etwa 50 000 Zentner Zigarrentabake auf 6070 RM. je Zentner.
Dieſe Preisſchwankungen, beziehen ſich nur auf pfälziſchen Tabak, für
den gute Glimmfähigkeit, Leichtigkeit, Dünnrippigkeit und Blattigkeit
in Anſpruch genommen wird. Füir 1926er Schneid gut hat die Nach=
frage
angehalten; auch Rippen blieben bei unveränderten Preiſem
gefragt.
Frankfurter Effektenbörfe.
Frankfurt, a. M. 24. Sept.
Die Wochenſchlußbörſe eröffnete gegenüber der geſtrigen Abendbörſe
faſt allgemein ſchwächer, wobei die Kurſe jedoch nur ſelten über 1,5 9
zurückgingen. Bald nach Feſtſetzung der erſten Kurſe zeigte ſich jedoch
größeres Intereſſe für Elektrowerte, ſodaß nicht nur die kleineren Kurs=
verluſte
aufgeholt wurden, ſondern darüber hinaus Gewinne erzielt
werden konnten. Hier regen vor allen Dingen die äußerſt günſtigen
Berichte in der geſamten Elektroinduſtrie, ſowohl des In= und Auslandes
an, wo bei vielen Unternehmungen mit einer höheren Dividende und
teiltveiſe auch mit Kapitalerhöhungen zu rechnen iſt. Am Farbenmarkt,
der zunächſt etwas vernachläſſigt lag, war man im Verlaufe auf den
baldigen Abſchluß derdeutſch=franzöſiſchen Chemieverhandlungen etwas
angeregter. Montanwerte lagen trotz Ablehnung der Kohlenpreiser=
höhung
verhältnismäßig gut gehalten. Am Geldmarkte iſt heute Scheck=
tauſch
etwas angeboten. Am Deviſenmarkt nannte man Pfunde gegen
Mark 20,217, Dollar gegen Mark 4,1950. Der weitere Verlauf der
Börſe blieb ziemlich ruhig, doch für Elektrowerte weiter feſt geſtimmt. Die
Spekulation iſt angeſichts der bevorſtehenden jüdiſchen Feiertage, vvo mit
einer Geſchäftsverminderung zu rechnen iſt, ziemlich zurückhaltend.



Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 24. Sept.
Da bei dem ruhigen Samstaggeſchäft und dem fehlenden Orderein=
gang
bei den Banken es ausſchließlich in den Händen der Spekulation lag,
eine Tendenz, zu machen, konnte es trotz vorliegender günſtiger Zeitungs=
nachrichten
nur auf die auftauchenden Befürchtungen, daß Dr. Schacht
gegen neue Auslandsanleihen vorgehen wolle, ſchwächer werden. Wochen=
ſchlußrealiſationen
führten zu Abſchwächungen von 13% Eine Ausnah
nahme machten Elektrowerte, die relativ feſter lagen, beſonders Gesfürel,
in denen die Auslandsintereſſenkäufe anzuhalten ſcheinen. Aber auch
Waggonaktien und einige Maſchinenfabrikaktien anſcheinend imZuſamme=
hang
mit den Waggonbeſtellungen der Reichsbahn wurden zu 23 %
höheren Kurſen gehandelt. Als weſentlich ſchwächer fielen Voigt & Häffner
mit minus 5% Schultheiß mit minus 3% und Chadaktien mit minus

7 Mark auf. Die Auslaſſungen der geſtrigen Generalverſammlung der
Zellſtoff Waldhof konnten keine ſtärkere Anregung bieten. Im Verlaufe
wurde es, von Elektrowerten ausgehend, etwas lebhafter, zumal man mit
einer Ermäßigung des offiziellen Reportgeldſatzes rechnen zu können
glaubt und aunh ſonſt der Geldmarkt als leicht zu bezeichnen iſt. Tagesgeld
iſt mit 4½ bis 6% angeboten; die übrigen Sätze blieben unverändert.
Am Deviſenmarkt wurde das von zwei Seiten herauskommende Angebot
zu etwas erhöhten Kurſen von den Großbanken glatt aufgenommen.
Madrid und das Pfund ſind weiter feſt; letzteres hat ſeit langer Zeit erſt=
malig
wieder die Parität gegen den Dollar erreicht. Anleihen ruhig;
auch Ausländer wenig verändert, Ruſſen eher ſchwächer; dagegen Serben
feſt. Pfandbriefe geſchäftslos. Die Kursentwicklung iſt uneinheitlich, zum
Teil etwas ſchwächer. Der Privatdiskont iſt unverändert geblieben, der
offizielle Satz für Reportgeld von den Banken um ½%auf 81), bis 8¾½
ermäßigt worden. An der Nachbörſe konnte ſich das erhöhte Niveau
größtenteils nicht halten, da auf Gewinnmitnahme die Kurſe leicht ab=
bröckelten
.

Aſchaffenb. Zellſtoff.
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin".
Berlin el. W.
BerlinKarlsruheInd
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle.
Teutſch.=Atlan 1. Tel.
Teutſche Maſchinen.
Deutſch.=Nied. Tel.. .
Deutſche Erdöl. . ..
Teutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke. ....
Donnersmarckhütte .
Dynamit Nobel".
Elektr. Lieferung.
F. G. Farben.
R. Friſter..
aggenau Vorz.
Gelſenk. Berg.
G. f. elektr. Untern. .
Halle Maſchinen. ...
Han Maſch. Egeſt. .
Hanſa=Dampfſchf. ..

23. 9. 24. 9. 3. 9. 24. 9. 198. Hemoor=Zement. . . . 235. 235. 140 139. Hirſch Kupfer.. 103. 45.25 45.75 Höſch Eiſen... 176.5 173.75 Hohenlohe Werke. 23.525 70. 73. Kahla Porzellan. 103. 198.75 191. 191. Lindes Eismaſch.. 155. 155 151. 151. Lingel S huh. 80. 80. 193. 193. Linke u. Hofmann 112. 112. L. Loewe u. Co. . 272.5 280. 85.5 85.5 5. Lorenz.... ...." 123.75 123.75 Niederlauſitzer Kohle 169. 168. 146. 148 Nordd. Eummi. . . . . 82. 82.5 Orenſtein. . . . . . . . . . 133.5 133. Rathgeber Waggon". 89.5 121.- 121. Rombacher Hütten.." 139.5 139 Roſitzer Zucker. . . . .. 85.25 84.75 185. I. 187.75 Rütgerswerke ... . . ." 95.375 95. 293. 294 25 Sachſenwerk .. 120.625 123. 11.5 1115 Sächſ. Gußſtahl. 156.75 158.75 51. 51.25 Siemens Glas. 164. 163. Ver. Lauſitzer Glas.. 1 129. 130,875 282 Mnne Volkſtedter Porzell. / 51 75 51.75 163. 168 Weſtf. C. Langendreer 106.5 Wittener Gußſtahl. . . 252. 52. 227.75 I= 225.5 Wanderer Werke. 250.

Oeviſenmarkt.

23. 9.
Geld / Arie
Helſingſors. . . / 10.56 10.50
Eien...... . . / 59.09/ 59.2
Prag ..... .. . 1 12.42212.442
Rudapeſt ... . / 73.331 73.47
Sofia ....... / 3.024 3.030
Holland. . . . . . V 168.01/163.35
Oslo ........ / 110.49110.71
Kopenhagen. . / 112.26112.44
Stockholm. . . . 1112.69 112.9
London. . . . . . 20.39 20.4:
Auenos Aires. 1 1.730 1.79.
New York ... / 4.190/ 4 198
58.375 58.49:
elgien. . .

24. 9
Geld /Brieſ
10.57 10.59 f.Italien
39.09559.2151 Baris ..."
12.423/12.443/ Schweiz.
73.35 73.491Spanien.
3.0241 3.030/ Danzig

168.06 158.44
110.76 110.9
112.28/1 12.51
112.76112 98
20.390 20.439
1.780/ 1.7941.
4. 1905/4.1985
58.39 58.51

Japan..
Rio de Janeiro. .
Fugoſlavien ..
Portugal ..
Athen ......."
Konſtantinopel. .
Kanada. . . . . . ."
Uruguay. . . . . .

23. 9.

21.27
1.957
0.4395
7.38
20.58
5.491
2.145
4.195
4.206

24. 9.
Geld/ Brie// Geld / Brief
22.845 22.885/22.875 22.915
16.44 16.48/16.445 16.485
80.79/ 80.951 80.81/ 80.97
72.98 73.12/ 73.48/ 73.62
81.431 81.831 81.49
1.9611 1.950 1.954
0.50 1510.4395/0.50 15
7.a00/ 7.3661 7.400
20.62/ 20.55/ 20,59
5.508/ 5.4941 5.506
2.1491 2.145/ 2.149
.2031 4.1941 4.202
210 4.206/ 4.224

Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 24. Sept. Die auf den
Stichtag des 21. September berechnete Großhandelsinderziffer des Sta=
tiſtiſchen
Reichsamtes iſt mit 139,6 gegenüber der Vorwoche (139,8)
nahezu unverändert. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer der
Agrarſtoffe mit 139,0 (139,3) um 0,2 v. H. nachgegeben, während die
Indexziffer für Kolinialwaren gegenüber der Vorwoche (128,9) um 0,7
v. H. auf 129,8 angezogen hat. Die Indexziffer der induſtriellen Roh=
ſtoffe
und Halbwaren iſt von 134,2 auf 133,6, d. h. um 0,4 v. H. zurückge=
gangen
. Gleichzeitig hat die Indexziffer der induſtriellen Fertigwaren
ſich um 0,5 v. H. auf 161,1 (150,4) erhöht.
Verſuche zur Juduſtriefinanzierung in der Textilwirtſchaft. Die
Bemühungen von Induſtriegruppen, im Wege der Bildung von Ge=
noſſenſchaften
und ähnlicher die Haftung geſamtſchuldneriſch überneh=
mender
Organiſationen, Kredite aufzunehmen, ſind mehr oder weniger
erfolglos geweſen. Nunmehr hat, eine bedeutende ausländiſche Kapital=
gruppe
, über deren Zuſammenſetzung erſt ſpäter näheres bekannt=
gegeben
werden kann, ſich bereit erklärt, in großem Umfange Mittel
zur Verfügung zu ſtellen, um die Rationaliſierung der Betriebe bzw.
die hierfür erforderliche Anſchaffung von Maſchinen zu erleichtern.
In erſter Linie ſollen die Mittel der deutſchen Textilinduſtrie zuge=
leitet
werden. Die Amortiſierung der durch die Lieferung der Maſchinen
entſtandenen Schuld hat durch eine Anzahlung, die ſich zwiſchen 20
und 25 Prozent bewegt und vierteljährliche Ratenzahlungen, verteilt
auf 3 bis 4 Jahre zu erfolgen. Die für den Kredit aufzubringenden
Zinſen ſind äußerſt niedrig bemeſſen und dürften eine weſentliche Be=
laſtung
nicht darſtellen. Das Textilverbandsbüro Dr. Degen,
Berlin W 30, Nollenderfplatz 3, das beauftragt worden iſt, die Be=
dürfnisfrage
zu klären, iſt in der Lage, über Einzelheiten Auskunft
zu erteilen.
Starke Steigerung der Spareinlagen in Preußen. Nach der Einlagen=
ſtatiſtik
der preußiſchen Sparkaſſen für Auguſt 1927 ſind die Sparein=
lagen
gegenüber dem Vormonat (2 652,2 Mill. RM.) um 75,8 Mill. RM.)
auf 2 727,8 Mill. RM. (Einzahlungen: 270 Mill. RM., Rückzahlungen:
194,2 Mill. RM.) geſtiegen. Die Giro=Scheck=, Kontokorrent= und
Depoſiteneinlagen beliefen ſich Ende Auguſt auf 794,2 (Ende Juli 769,6)
Mill. RM. und zwar nach 1826,2 Mill. RM. Einzahlungen und 1797,1
Mill. RM. Rückzahlungen im Berichtsmonat.

Sonntag, den 25. Sept.
Kdsſhrraugfe rlcſtaims
Diemineneſenſthaftennin Aausafkenn
Abnahme der Kapitalerhöhungen.
Nach den Feſtſtellungen des Statiſtiſchen Reichsamt’s wurden
Auguſt 26 neue Aktiengeſellſchaften mit einem nom. Kapital vi
33,15 RM. in das Handelsregiſter eingetragen. Die Beanſpruchung dör
Kapitalmauktes belief ſich jedoch nur etwa auf die Hälfte des Nem=
b
trages der Gründungen. In zwei Fällen beteiligte ſich ausländiſchh
Kapital in größerem Umfang. So dürfte durch die Gründung 85
Kodak A.=G., Berlin, der deutſche Kapitalmarkt nicht erheblich in Al.
ſpruch genommen worden ſein, da das 4 Mill. RM. betragende Attien
kapital von der engliſchen Kodak Limited in London und anderen dieß
Geſellſchaft naheſtehenden ausländiſchen Gründern übernommen wurß),
Auch das 4 Mill. RM. betragende Aktienkapital der Defu‟ Deutſat
Film=Union A.=G. (Filmherſtellung) iſt z. T. im Auslande aufgebrag
worden; unter den ſſinf Gründern befinden ſich zwei Amerikaner. D.

durch die Gründungen hervorgerufene Beanſpruchung des Kapits
marktes liegt trotz des Rückganges des nom. Betrages erheblich über da
Ziffer des Vormonates. Die Kapitalerhöhungen habe=
nach
Anzahl und Kapital erheblich abgenommen, Vou
68 Geſellſchaften wurden Kapitalerhöhungen um 65,6 Mill. RM. vocn
genommen. Dieſe Summe bleibt erhblich hinter derjenigen der Vo
monate zurück und betrug etwa 54 Prozent der Ziffer des Juli urn
45 Prozent des Monatsdurchſchnittes im zweiten Vierteljahr 1927
Kapitalherabſetzungen gehen zurück. Von 43 Herabſetzungen um 22 Mili
RM. waren 9 mit gleichzeitigen Erhöhungen um 7,7 Mill. RM. ves
bunden Aufgelöſt wurden 83 Geſellſchaften, darunter 64 mit eine
auf 32,5 Mill. RM. lautenden Kapital. Von 8 in Konkurs geratens
Geſellſchaften mit einem Aktienkapital von 10,6 Mill. RM. ſtamma 4 Mu
eine Geſellſchaft aus der Vorkriegszeit, 6 aus den Inflationsjahrsy
und eine aus der Zeit nach der Stabiliſierung.
Wirtſchaftliche Rundſckau.

2ie engliſche Kohlen
m der am 10. Sep
belenförderung ins
er Ende der Vorn
Zuſammenſchluß der Kunſtfeideninduſtrie. Wie wir erfahren, 7 AderBergarpeiter.
geſtern der Geſamtverband der deutſchen Kunſtſeideninduſtrie gegründor .Foloeral
worden, in den die beiden bisher auf dieſem Gebiet beſtehenden Fadb / Igen koſie, i.
verbände aufgegangen ſind und der nunmehr ſämtliche Zweige dieſen TahNots, hnd M.*5
den.
Produktion (Viscoſe, Kupfer und Azetat=Seide) umfaßt. Der Zwei
des Verbandes iſt die Förderung der gemeinſamen wirtſchaftlichen Inn / Verſchärfung der engle
tereſſen der deutſchen Kunſtſeiden und Stapelfaſer erzeugenden Im u. Einſtellung der br
duſtrie. Der Sitz des Verbandes iſt Berlin W. 10, Sigismundſtraße 10) (ynwärtig eine Ver
Pfälziſche Hypothekenbank. Wie berichtet wird, haben Verhand=) fön ſich zurzeit in
lungen zwiſchen der Verwaltung der Pfälziſchen Hypothekenbank un. 76Millionen Pf
der Oppoſition, die im Anſchluß an den gerichtlichen Termin ſtattgefunn früe der Firma V
den haben, nunmehr zu einer Einigung geführt dahingehend, daß diu ſtben der Bank
laut Generalverſammlungsbeſchluß den Aektionären anzubietendern gfordert werden
Aktien, für die urſprünglich ein Ausgabekurs von 150 Prozent in Auss ſrabritiſche Firme
ſicht genommen ſorden war, den Aksionären nunmehr zu einem Kurſ/ Err ſolche Me
von nicht über 125 Prozent angeboten werden ſollen. Für die ſpäter: / Abbruch
auszugebenden 1 350 000 RM. Aktien wird den Aktionären ebenfallsl Zum Abſchluß der
ein Bezugsreiht eingeräumt werven; über deſſen Modalitäten eine als3
dann einzuberufende Generalverſammlung zu beſchließen haben wird4 Haudeich
beträgt
Die Anfechtungsklage wird zurückgezogen. Wir erfahren gleichzeitig. Arſte du
daß ein größerer Aktienpoſten in den Beſitz von der Verwaltung nahe= iſt unterh
ſtehenden Kreiſen zu einem nicht weſentlich über dem derzeitigen Tages=1 ſnchauſes
kurs liegenden Preiſe übergegangen iſt.
bollaud ur
Goldanleihe der Bayeriſchen Hypotheken= und Wechfelbank und dern linngis.
Bayeriſchen Vereinsbank. Die Nederlandſche Handels=Maatſchappy, die
Bankfirmen Mendelſohn u. Co., Pierſon u. Co. und N. Mees u. Coone ?
werden am 25. Auguſt den Betrag von 3 Mill. Goldmark der 6½proz. Die Berliverg
Goldpfandbriefe der Bayeriſchen Hypotheken= und Wechſelbank in Mün=
chon
und den Betrag von 3 Mill. Goldmark der (½proz. Gold
briefe der Baheriſthen Vereinsbank in München zum Kurſe von
Prozent zur Zeichnung auflegen. Die offizielle Notierung an den Bor=
ſen
von Amſterdam und Rotterdam ſoll beantragt werden.
Deutſche Bergin A.=G. für Kohle= und Erdölchemie, Heidelberg. Die
Geſellſchaft, an der über die Internationale Bergin Cie., Haag
J.=G. Farbeninduſtrie, A.=G., beteiligt iſt, legt nunmehr für das Ge=
ſchäftsjahr
1926 ihren Abſchluß vor. Zu dem aus dem Vorjahre über=
nommenen
Verluſtvortrag von 245 326 RM. iſt ein neuer Verluſt von
70 299 RM. hinzugekommen, ſo daß ein Geſamtverluſt von 315 626 RM.
ausgewieſen werden muß. Die Anlagen ſtehen in der Bilanz nur noch
mit 1638 281 RM. (1 818 929 RM.) zu Buche. Die Vorräte ſind von
66 192 RM. auf 40 579 RM. und die Debitoren von 17 285 RM. auf
16 829 RM. zurückgegangen. Die Paſſivſeite weiſt bei einem A.=K, von
1 Mill. RM. noch Kreditoren von 1018 931 (1 155 129) RM. auf.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadn
Offenbach a. M.: Fa. Franz Hartung G.m.b.H., Fabrik feiner Leden=
die

waren. KVerf. mangels Maſſe eingeſtellt.; Friedrich Klein, Kartonage=
fabrik
. Af. 20. 10. GlV. 5. 10. Prft. 9. 11.; Fa. Sebaſtian Pieard=
Fabrik feiner Lederwaren, in Groß=Steinheim. KVerf. mangels / IIpe
Maſſe eingeſtellt. Worms: Kaufm. Jacob Straſſer. Prft. und Gl8.
20. 10.
Deuster, Mi
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Frankfurte!
Hadamar: Kaufm. Heinrich Stahl in Frickhofen. Af. 20. 10. GlV. und
Wt. und Prft. 29. 10. Altenkirchen (Weſterwald): Karl Schuh & Comp.
KVerf. aufgehoben. Frankfurt (Main); Kaufm. Sigismund Lahr.
Papiergroßhdl. aufgehoben, Linz (Rhein): Eheleute Schweinehdl. Wile Mdifkad-Verkang
helm Müller und Maria geb. Schmidt. KVerf. mangels Maſſe eingeſtel He Hheimerstr

vei, Bürmfradt. Grandätter Harsortiche dom Prrecft. konr

Staatspapiere
a)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ. Sch. I. Teil
II.Teil
D. Reichsanl. Ablöſ.
Schuld ohne Aus=
loſungsſcheine
...
4½ Dt. Schutzgeb.=
Anl. ..

b) Ausländiſche
5 Bos. E. B. 1914
%L. Inv. 1914
4½% 1898 ...
½% 1902.
4% Bosnien
52 Bulg. Tabak.02
4½%Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4,2Oſt. Schatz. 14
4ſ.% Oſt. Silberr.
Goldr.
1½ Oſt. Goldreute
lt. Innsbr. Abk
1% Oſt. einh. R. /k.)
2 Port. (Spz.) III

5%Rum.am. R.03
1½%Gold. 13.
9" am. R. kon
am. R 05

STürk. (Adm.)03
% (Bagd.)
39 (Bagd.) II
420 uniſ. 190.
1% 1911 Boll.
4 ½%Ung. St. 1913
NDduchtait
1914
4½%ling.
½¾Ung
42 Ung. G=

55

15.5
Ol=

4.75

24n

480 Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.)
% Ung. Staatsr.
v. 10.........
4% Ung. Kronr.. .
83%0 Ung. Eiſ. Tor ..
Außereuro=
päiſche

5%Mex.amn. i.abg.
5%6 äuſſ. 99
4% Goldo4ſtf.
3% konſ. inn. . .
4½%, Irrigat.
5% Tamaulipas I.
Sachwert=Schuld
verſchreibungen
Mit Zinsberech=
nung

10%Berl. H.=Bf. G.
6% Berl. St. Gold
8% Darmſt. St.G.
8 % D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.
% Dresd. St.=G.
% Frkf. St.=G.,.
8%Frif. Hup.=Bi.
Goidpfbr. . . . . 100.5
% Frkf. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
6% Frrf. Hyp.=Bk.=
Goldp
% Frrf. Pfbr.=Br.

24.6

9).5

100

10%Komm. Glektr.
Mark (Hagen)
Goldobl.
8% Komm. Ldsbk.
Darmſt., Reihe I
8% K. Landesbank
Darmſt. Reihe II
8% Ldwgshf. Stadt=
Goldan
7%M. KraftHöchſt
8% Mainz.=St.=G.
8% Mannh. St.=G.
620 Mannh. St.=G.
7% M.=Stahlw. 27
8% Naiſ. Ldb. Gold
8% Nog. St. Gldal.
8% Pfälz. Hyp. Bk.=
Goldpfbr.
7% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
6%0 Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfbr.
8% Pforzh. St.-G.
82 Pirmaſ. St.=G.
8¾ Pr. Centr. Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
8% Pr. Centr. St.=Goldpfhr.
20 Pr. Centr.= St.=Goldpfbr.
8%Rh.=Gyp.=Vk..
Goldpfbr. ...
7%
6%
4½%0 Lig. Pfb.
Anteilſch.
7½%Rh. Stahlw.
102Rh. Weſtf.=B.
Cr.=Bk. Goldpf.
7 Südd. B. Cr.B.
Goldpfdobr.
720 V. Stahlw. Düiſ=
ſeldorfHhp
.-Gld.
obl. mit Option
V. Stahlw. Düſ=
ſeldorfönp
. Gd. Or
a(V.;
Unt. Bln.) 27 ..

103.75
92.5

981I.

100

8% Voigt & Häffner
Goldobl. .....
8%Württbg. Hyp.=
Bank Goldpfbrf.
Ohne Zins=
berechnung

5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23 ....
6% Heſ. Brk.=Rg. 23
5% Heſſ. Volksſtaat
Roggen 23.....
50 Pr. Kaliwert. .
5% Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt. B. G
Vorkrieg3=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb. ..
Bayr. Handelsb.
Bayr. Hyp. u. Wechſ.
Berliner Hyv.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk. ..
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.=Bk.
Mecklb. Hhp.=u. Wb.
Meining. Hyp. Bk..
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk. ..
Preuß. Bob.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Cr. B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B.
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr..
Württ. Hyp. Bk.
Staatl. vd. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hhp.=B.
Landestr. Caſſel".
Naſſau. Ldsb. .. ..
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ſtfr.
4½ Guliz. Carl=
ud
.=B.
53. (S.ſtſr.

2,6%0Alte Oſt. Südb.,
2,6% Neue
4%Oſt Staatsb. 83
3% Oſt. 1.b.8.E.

3%Oſt.
3%
3%

3% Oſt.
3%Oſt.

abg.
9.Em.
abg.
1885
abg
Erg. Netz
abg.

3% Raab Oebd. 831 23.25

4% Rud. Silber
4% Rud. (Salzkg.)
4½%Anat., S. I
4½% Anat.. S. II
4½% Anat., S. IIII
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
1 ½%
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. .
Bad. Bk. .. . . . . . . 171.5
Bk. f. Brauind. . .
Barmer Bankv. .. 1144
Bay. Hyp.=Wchſ. 1164
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb. 1172.5
Darmſt. u. Nat.=Bf. /223
Deutſche Bank . . 164.75
D. Eff.u. Whſ.=Bk. 130
D. Hyp.=Bk. Mein. 1139.5
D. Vereins=Bt. 104.5
Disk.=Geſellſth. . . 155
Dresdener Bi. .. 160.5
131
Frankf. Bf.
Frankf. Hypth.=Bk. 1150
Frif. Pfdbr. Bk. . /145
Gotha. Grundkr. B!
Lur. Intern. Bank
Metallbank.
Mitteld. Creditb. 1238
Bfälz. Hnp.=Bk.
Pr. Bd.-Creditbank 132
Ryein. Creditbk. . . . 139
Rhein=Hyp.=Bk. .1195
südd. B.=-Creditbk

91/ 20
19
7.9

Südd. Disc.=Geſ.
Oſterr. Crebitanſt. 40
Wiener Bankverein
Bergwerké=Akt.
Buderus...
Eſchw. Bergw. ...
Gelſenkirch. Bgw. 1149.5
Harp. Bergb.
Ilſe Bergb. St....
Genußſchein .../125
Kali. Aſchersleben . 169.5
Kali. Salzdetfurth.
Kali. Weſterregeln ./1.30
Klöcknerwerke (abg.
Lothr=Hütte)
158.5
Mannesm.=Röhr. 1169.5
Mansfelder
Oberbedarf
102
Otavi=Min.=Ant.. . 34
Phönix=Bergb. . . . 1110
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahliv.

Riebeck Montan
Salzwerk Heilbronn
Tellus Bgb.
.1112
Ver. Laurahütte.
Ver. Stahlwerke. 125
jndnſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.) 270
Henninger ....... 185
Hereule3, Hefſiſche /143.5
Löwenbr.=München
Mainz. Aktienbr. 254
Schöfferhof (Bind./ 318
Schvarz=Storchen 1176
Tucher, Nürnberg
Werger
1175

7.75 Rkkum. Berlin.
1139 Adler &Oppenh. 1152
Adlerw. (v. Kleyer) 105
62A. E. G. Vig. A.
5% A. E. G. Vig. B.
Gyp.=Aft.=Bank. 1139 A. E. G. Stamm . . . 181.5
Reichsbank=Ant. 175 ſ Bad. M.ſch. Durlach 157
Bad. Uhren, Furtwv. 20
Bamag=Meguin .. 65
Bait Nürnb

Mi Kce Beck & Henkel.. Bergmann El ..." 15 Bing. Metall. Brem.=Beſigh=Ol. 65 Bürſtenfbr. Erlang Cement. Heidelb. . Cement. Karlſtadt 131 Cement. Lothr. Chem. Albert .. ... 138.1 Chem. Brockh. 79 Chem. Milch ...." 56 Daimler=Benz A. G 1116 Dt. Eiſenhandel. Deutſche Erdöl. D. G. u. Silb. S cheid 203 D. Linoleumw. Bln. 243 Dingler, Zweibrück. Dresd. Schnellpr. Dürkoppw. (St).. Dürr. Ratingen .. 70 Dyckerhoff & W... Eiſenw. Kaiſersl.. . 43 E. Licht u. Kraft.. El. Lieferung .... Elſ. Bad. Wolle .. Email. Ullrich .." Enzinger Werke Ezlinger. Maſch. Ettlinger Soinn.. Fiber Bleiſtift 13 Faber & Schleicher Fahr, Pirmaſens. 54 Farbenind. F. G... 291 Felten & Guilleau. Feinme h. (Fetter) 99 Feiſt. Seit. Franifurter Gas. Frankfurter Hof... 112 Frrf.-M. Pok. u. W 72 Geilina & Cie. Goloſchmidt, Th. 123.1 Gothr Wangon Gritzner, Miſch .. 113 Grün & Bilfinger. 173 Hafenmühle Frkft. /14) Hrio & Neu. 52 Hummerſei Hanfw. Füſſen. . .. /138.75 Hanſa=Lloyd, Br. Hartm. & Braun..

31.5
... 1195

Heyligenſtaedt.
HilpertArmatur..
Hindrichs=Aufferm. /118
Hirſch, Kupfer ... . /109
Hoch=Tief Eſſen... /107
Holzmann ..
Holzverk. Ind..
Hydrom. Breslau
Fnag..
Funghans St. .. /107
Kammg. Kaiſersl. 1199
Karlsruher Maſch. 23
Karſtadt, R. .. . . 147
Klein, Sch.&Becker/12)
Knorr, Heilbronn .1173
Konſerv. Braun
Krw. Alt=Württbg. 1102
Krauß & Co. .. . . . 181
Lahmeyer .. . . .."
Leh. Augsburg ...
Lederw. Rothe ..."
Lederw. Spicharz. 20
Lingel Schuhw...
Löhnberg. Mühle 45
Ludwigsh. Walzm. 122
Lüdenſcheid. Metall
Mainkraft Höcht 1120
Marz=W. Nürnberg/135
Metallgeſ. Frif. 1199
Miny, Mühlenb. . 1134
Moenns, Stamm / 73
Motorerf Deus.
Mitorenf. Oberurſ./ 71.5
Mün h. Lichtſpielf. /104
Neckarſ. Fahrz. .. 1112
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1115.5
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60
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95
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S hneid. & Hanau.
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Schramm Lackfr. 1122
Schriftn. Slemp 1133
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131
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Süidd. Eiſenb.=Geſ. 140
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14975

Iin.

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VenulethcEllenb.

147
34
41
140

[ ][  ][ ]

Nummei 266

Die Waſſerkraftwerke des R.W.E. In letzter Zeit iſt das R.W. E.
zübergegangen, neben Verwendung von Stein= und Braunkohle auch
Stromerzeugung durch Waſſerkräfte in größerem Umfange zu ver=
Elichen. Bei den Werken im Emstal, deren Bau 22½ Jahre in
mn ruch nehmen ſollen, haben die vorbereitenden Arbeiten nunmehr
Abſchluß gefunden. Der eigentliche Baubeginn ſteht zwar noch
ar feſt, dürfte aber in ganz kurzer Zeit erfolgen. Auch bei der Eifel=
=twverke=A. G., an der bekanntlich das R.W.E. zuſammen mit der
C.G. beteiligt iſt, ſind alle Vorbereitungsarbeiten in weiteſtem Maße
ſerdet, ſo daß der Beginn des eigentlichen Baues in nächſter Zeit zu
marten ſteht. In vollem Bau befinden ſich die Waſſerkraftwerke Nie=
heu
auſen G.m.b.H. an der Nahe. Ihre Fertigſtellung wird in einigen
oriaten erwartet. Hier iſt das R.W.E. ganz allein beteiligt. Zuletzt
/3. noch die Lahnkraftwerke A. G. zu erwähnen, an denen das R.W. E.
rllerdings nur durch ſeine bekannte Beteiligung an der Lahmayer
d.., Frankfurt a. M. intereſſiert iſt. Dieſe Anlagen werden von
hrnaher, dem Preußiſchen Staat und den beteiligten Gemeinden ge=
ur
. Die Bauarbeiten ſind bei dieſen Anlagen ebenfalls im Gange.
KTohlenförderung im Auguſt Nach vorläufigen Berechnungen wurden
der Zeit vom 11. bis 17. September im Ruhrgebiet in ſechs Arbeits=
un
2244749 Tonnen Kohle gefördert gegen 2 189 186 Tonnen in der
ergehenden Woche in ebenfalls ſechs Arbeitstagen. Die Kokserzeu=
hy
ſtellte ſich in den ſieben Tagen der Werkwoche auf 529833 Tonnen
n 521108 Tonnen in der vorhergehenden Woche.
Werein für chemiſche Induſtrie A.=G., Frankfurt a. M. Die in der
hien Aufſichtsratsſitzung vorgelegten vorläufigen Abſchlußziffern für
*serſte Halbjahr 1927 der Geſellſchaft weiſen bei weſentlich geſtiegenen
ſunatzziffern einen erheblich größeren Gewinn aus als in demſelben
ſilxaum des Jahres 1926, ſo daß auf das erhöhte Kapital für das
uſende Geſchäftsjahr eine angemeſſene Dividende erwartet werden
hr. Bekanntlich wurde im März dieſes Jahres das Aktienkapital um
Z auf 6½ Mill. RM. erhöht, dividendenberechtigt für 1927. Die Divi=
uſe
ſür 1926 betrug 6 Prozent, 1925 5 Prozent.
Ausweis der Bank von Frankreich. Nach dem Ausweis der Bank
i Frankreich gingen die neuen Vorſchüiſſe an den Staat um 200 Mil=
Inen auf 25 350 Millionen und der Banknotenumlauf um 357 Millio=
m
auf 52 925 Millionen Franken zurück. Unter den Aktiven erhöhten
Sie Portefeuillebeſtände um 95 Millionen auf 1476 Millionen, wäh=
md
die Diverſen um 283 Millionen auf 23 677 Millionen abnahmen.
An. den Paſſiven gingen das Laufende Konto des Schatzamtes um
3 Millionen auf 147,4 Millionen und das Laufende Privatkonto, um
Millionen auf 11 976 Millionen zurück. Die Diverſen nahmen um
Millionen auf 1 Milliarde zu.
Die engliſche Kohlenförderung in der zweiten Septemberwoche.
N der am 10. September abgelaufenen Woche betrug die engliſche
ſhlenförderung insgeſamt 4 657 000 Tonnen gegenüber 4 880 900 Tonnen
aEnde der Vorwoche. In dem Berichtsabſchnitt hat ſich ebenfalls die
Ihl der Bergarbeiter vermindert und zwar von 983 500 auf 982400.
gr Förderungsrückgang iſt am beträchtlichſten in dem Yorkſhire=Diſtrikt,
dyegen konnte in Schottland, in South Wales and Monmouth und in
Troh, Notts, und in Leiceſter die Förderung nicht unerheblich geſteigert
arden.
Verſchärfung der engliſch=ruſſiſchen Spannung. Die prinzipiell nega=
18 Einſtellung der britiſchen Banken gegenüber der Sowjetunion hat
enmwärtig eine Verſchärfung erfahren. Nach engliſchen Angaben be=
fden
ſich zurzeit in England ruſſiſche Wechſel über den Geſamtbetrag
m 8 Millionen Pfund Sterling, von denen der größte Teil im Porte=

ſtile der Firma Vickers iſt. An die britiſchen Banken iſt ein Rund=
ſmiben
der Bank von England erlaſſen worden, in dem die Banken
agefordert werden, die Finanzierung der Getreidekäufe
dich britiſche Firmen in der Sowjetunion zu unterlaſſen.
Ei ſolche Maßnahme würde den Handel der Sowjetunion, der trotz
6 Abbruches fortgeſetzt wird, empfindlich ſchädigen.
Zum Abſchluß der polniſchen Amerika=Anleihe. In 14 Tagen wird
polniſche 70=Millionen=Dollax=Anleihe aufgelegt werden. Der Zins=
beträgt
7 Prozent. 45 Millionen will man im amerikaniſchen
Aitkte durch Vermittlung der Firma Blair u. Co. ſowie Bankers
kur unterbringen, 10 Millionen in London durch Vermittlung des
eykhauſes Lazar Brothers, 6 Millionen in den Schweiz, 4 Millionen
Holland und 1 Million Dollar in Fraukreich durch den Crédit
lonnais.

Metallnotierungen.

Die Berliner Metallnotierungen vom 24. Sept, ſtellen ſich wie folgt
trolytkupfer 125¾.

Sonntag, den 25 September 1927
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 24. Sept. Bei geringer Unterneh=
mungsluſt
zum Wochenſchluß und leicht erhöhten Cifpreiſen für Manitoba=
und Hard=Winterweizen war die Berliner Marktlage nur wenig befeſtigt.
Lieferung notierte eine halbe Mark höher. Roggen wird aus den Pro=
vinzen
etwas ſtärker, aber keinesfalls billiger offeriert. Laufer Monat
war wegen der unlohnenden Mehlgeſchäft vernachläßigt und im Preiſe
unverändert. Spätere Sichten zogen 1. reſp. 1½ Mark an. Gerſte und
Hafer ohne nennenswerte Umſätze. Mais infolge matteren Auslandes
etwas ſchwächer.
Viehmärkte.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim d. d. B. vom 24. Sept. waren
zugeführt 440 Schweine. Verkauft wurden 322 Stück. Milchſchweine
wurden verkauft das Stück von 6 bis 10 Mark, Läufer das Stück von 12 bis
35 Mark.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 24. Sept. (Priv.=Tel.)
Baumwolle: Am Wochenſchluß gab Baumvolle wieder leicht im
Preiſe nach. Anfänglich war die Stimmung ſchvach auf niedrigeres
Liverpool und günſtigere Witterung. Der heimiſche Handel und das
Ausland nahmen vielfach Abgaben vor. Später urde die Stimmung
wieder feſter, da an der Börſe die Auffaſſung Platz griff, daß die kana=
diſche
Kältewelle ſich nach Südweſten verlaufen und das Baumwoll=
gebiet
erreichen werde. Dieſe vorübergehende Aufwärtsbewegung der
Preiſe löſte beträchtliche Hedgesverkäufe des Südens aus, doch hatten
gegen Schluß hauſſelautende Berichte von privater Seite neue Deckun=
gen
der Spekulation zur Folge.
* Chicago, 24. Sept. (Priv.=Tel.)
Weizen: Am Weizenmarkte kam es zum Wochenſchluß zu neuen
Preisſteigerungen von 1¾ bis 3½ Punkten, da das Einſetzen kalter
Niederſchläge in Kanada, ſowie Vorherſagen von Schnee und Hagel für
den amerikaniſchen und kanadiſchen Nordweſten ſtarke Anregung boten.
Weitere Hauſſemomente waren die Feſtigkeit Winnipegs und anhaltende
Dürre in Auſtralien.
Mais: Auch Mais konnte heutel 1¾ bis 2½ Cents im Kurſe an=
ziehen
auf Grund von Befürchtungen, daß die Kälte auf das Maisgebiet
übergreifen könnte, ſowie auf knapperes Provinzangebot. Auch die
feſte Verfaſſung der Lokomärkte und hauſſelautende Berichte aus dem
Staate Kanſas wirkten befeſtigend. Später gingen die Preiſe etwas
zurück, da teilweiſe Realiſationen vorgenommen wurden.
Roggen: Am Roggenmarkte zogen die beiden ſpäteren Sichten
um je 1 Cent im Preiſe an, während der Septemberkermin um 2
Cents heraufgeſetzt wurde. Ausgelöſt wurden dieſe Kurserhöhungen
durch die Feſtigkeit Winnipegs und die Berichte über den bevorſtehen=
den
Erlaß eines Ausfuhrverbotes infolge der kleinen Ernte durch die
deutſche Regierung.
Hafer: Am Hafermarkt waren die Preisveränderungen gegen den
Vortag gering. Anregend wirkten die ungünſtige Witterung in Kanada
und die feſte Tendenz der nordweſtlichen Märkte.
Fett: Am Fettwarenmarkt zogen die Preiſe im Einklang mit der
Kursgeſtaltung am Maismarkt wieder an. Die Packerfirmen nahmen
Käufe vor und auch die Spekulation ſah ſich zu Deckungen veranlaßt.
Auch die beſſere Nachfrage nach Lokoware war von günſtigem Einfluß.
Die Kaffee= und Zuckerbörſe waren geſtern geſchloſſen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 24. Sept.:
Getreide. Weizen: Sept. 129½, Dez. 132½, März 135½;
Mais: Sept. 975, Dez. 99½, März 102½; Hafer: Sept.
Dez. 4834, März 50½; Roggen: Sept. 98½, Dez. 975, März 101.
Schmalz: Sept. 13,05, Okt. 12,52½, Jan. 12,57½.
Fleiſch: Sept. 12,50, Okt. 12,10, Jan. 12,10; Speck, loko 12,50,
leichte Schweine 10,7511,65, ſchwere Schweine 10,0011,35;
Schweinezufuhren: Chicago 2000, Weſten 17 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am
24. September:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 142½, hart 144½; Mais: neu
ank. Ernte 106½; Mehl: ſpring wheat clears 6,657,00; Fracht:
nach England 23 Schilling, nach dem Kontinent 14 Cents.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 13,30; Talg: extra 8.
Die Kakaobörſe war heute geſchloſſen.

Geite 15
Die Kohlenförderung des Ruhrgebiets im
Monat Auguſt 1927.
Im Monat Auguſt 1927 wurden insgeſamt in 27 Arbeitstagen
9926 411 Tonnen Kohle gefördert, gegen 9 681 810 Tonnen in 26 Ar=
beitstagen
im Juli 1927 und 10 011 986 Tonnen in 26 Arbeitstagen im
Auguſt 1926. Arbeitstäglich betrug die Kohlenförderung im
Auguſt 1927 367 645 Tonnen, gegen 372377 Tonnen im Juli 1927 und
385 076 Tonnen im Auguſt 1926. Die Kokserzeugung des Ruhr=
gebiets
ſtellt ſich im Auguſt 1927 auf 2 320 136 Tonnen (täglich 74 813
Tonnen), im Juli 1927 auf 2259 230 Tonnen (täglich 72 878 Tonnen),
im Auguſt 1926 auf 1854 244 Tonnen (täglich 59 814 Tonnen). Auf den
Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet. Die Brikettherſtel=
lung
hat im Auguſt 1927 insgeſamt 290 706 Tonnen betragen ( arbeits=
täglich
10 767 Tonnen), gegen 284 903 Tonnen (10 958 Tonnen) im Juli
1927 und 303 538 Tonnen (11 675 Tonnen) im Auguſt 1926. Die Ge=
ſamtzahl
der beſchäftigten Arbeiter ſtellte ſich Ende
Auguſt 1927 auf 404 066, gegen 404 659 Ende Juli 1927. Die Zahl der
wegen Arbeitsmangels eingelegten Feierſchichten betrug im Monat
Auguſt 1927 insgeſamt 187 054 (arbeitstäglich 6928), gegen 146 010 ( ar=
beitstäglich
5 616) im Juli 1927. Die Beſtände an Kohlen, Koks
und Preßkohle (Koks und Preßkohle in Kohle umgerechnet) ſtellten ſich
Ende Auguſt 1927 auf rund 1,92 Mill. Tonnen, gegen 1,79 Mill. Tonnen
Ende Juli 1927. In dieſen Zahlen ſind die in den Syndikatslägern vor=
handenen
, verhältnismäßig geringen Beſtände einbegriffen.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
In einer Verſammlung der freien Eiſenhändler, die geſtern in Düſſel=
dorf
ſtattfand, wurde die Forderung des Stahlwverksverbandes kritiſiert,
nach der als Vorausſetzung für Neuaufnahme als Werkshändler ein jähr=
licher
Umſatz von 50000 Tonnen gefordert wurde. Wie wir erfahren,
entſpricht dieſe Summe nicht den Tatſachen, da der Stahlwerksverband
ſich bisher auf keinerlei Umſatzſumme für eine Neuaufnahme als Werks=
händler
feſtgelegt hat.
Der 5. Tag der Rauchwarenauktion der Handelsvertretung der
U. D. S. S. R. in Deutſchland durch die Rauchwaren=Lagerhaus. A.G. in
Leipzig erfreute ſich bis zum Abſchluß der Verſteigerung der gleichen
ſtarken Beteiligung wie bisher. Die angebotenen Qualitäten wurden
bis auf die Bären faſt reſtlos verkauft.
Die für Montag, angekündigte Feierſchicht auf den Saargruben iſt
die 17. in dieſem Jahr. 200 Saarbergleute ſind von Altenwald nach
Camphauſen verlegt worden. Die Pachtgeſellſchaft Frankenholz entließ
80 Bergarbeiter.
Die öſterreichiſche Handelsbilanz ergab im Auguſt bei einem Import
von 282,7 Mill. und einem Export von 169,4 Mill. S ein Paſſivum von
113,3 Mill. gegen 85,5 Mill. im Monat Juli. Die Zunahme des Paſſivums
iſt aber auf die Mehreinfuhr in Gold= und Silberbarren im Werte von
33,3 Mill. zurückzuführen.
Mitte September 1927 wurden in Oſterreich insgeſamt 132957 unter=
ſtützte
Arbeitsloſe gezählt. Im Vergleich zur letzten Zählung vom 31.
Auguſt ergibt ſich eine Abnahme um 2881 Perſonen.
Die in Holland aufgelegten 3 Millionen Dollars 6% fünfjährige
Noten der Deutſchen Bank wurden ſo ſtark überzeichnet, daß die Zu=
weiſungen
beſchränkt werden müſſen.
In der Berichtswoche zeigten die Baumwollmärkte eine unſichere
Haltung. Jeder Anſtoß zu weiteren Kurserhöhungen wurde durch ſofort
einſetzende Verkäufe, ſei es zu Sicherungszwecken oder ſpekulativer Natur
wieder ausgeglichen, ſodaß per Saldo, ein Wochenrückgang von rund
1 Cent für amerikaniſche Baumwolle zu verzeichnen iſt.
Aus Teheran wird gemeldet, daß das Beſtreben der perſiſchen Regie=
rung
, eine rein nationale Staatsbank ins Leben zu rufen, hauptſächlich
durch die Schwierigkeit behindert wird, rein perſiſches Kapital zur Grün=
dung
der Bank zuſammen zu bringen. Es beſtehe die Abſicht, eine innere
Anleihe zur Aufbringung des Goldkapitals der Bank aufzulegen.

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Seite 16

Sonntag, den 25. Geptember 1927

Nummer 266

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Rund um den Stephan. / Cage in Wien.

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Die brüderliche Liebe, die heute,
vor wie nach der eigentlichen Neiſe=
zeit
, in reicherem Maße als ſonſt vom
Norden ſtrömt, wird es kaum aus=
machen
, daß Wien immer mehr und
ganz auffällig die Merkmale einer
großen europäiſchen Fremdenſtadt
zeigt. Dazu iſt der Beſuch der Wie=
nerſtadt
von Neichsdeutſchen immer
noch zu ſchwach. Was ſich in Wien
einfindet, zeigt in der überwiegenden
Mehrheit noch faſt ausſchließlich
öſterreichiſches Geſicht: Cirol und
Kärnten vorab.
Die eigentlichen Fremden, unter
denen die Reichsdeutſchen natürlich
an erſter Stelle ſtehen, ſind abgeſon=
dert
von den Kärntnern, Cirolern
uſw. in der ſchönen Stadt Wien an=
zutreffen
nicht in den Weinlokalen
mit dem gefährlichen Heurigen, in
den Praterwirtſchaften und wo das
Gebirgsvölkchen ſich breit macht.
Da iſt für ſie zunächſt der berühmte
Wiener Stephansdom, ein
Prachtbau in deutſcher Gotik, mit
reichem Innern; am eindrucksvollſten
bei künſtlicher Beleuchtung. Dann
lockt die ehemalige Hofburg mit ihren
Fluchten reicher, oft prunkvoller Ge=
mächer
, angefüllt mit Erinnerungen
an Einſtiges. Nathaus, Muſeen, das
tagsüber zu beſichtigende Burgtheater
hier überall iſt der große Bruder
aus dem Norden in der Mehrzahl.

Für uns Fremde (und Freunde) aus
dem Reich iſt die Stadt immer noch
das alte Wien, mit einem Schimmer
der alten Gemütlichkeit und dem alten
Hauber, trotz der Profanierung, die
Wien in den letzten Sommern als
Valuta=Dorado (nicht zuletzt durch
Reichsdeutſche!) erfahren hat. In den
großen eleganten Geſchäften am
Graben, in der Kärntnerſtraße und
den zahlreichen anſchließenden Ge=
ſchäftsſtraßen
rund um den herr=
lichen
Stephansdom wurden damals
von den Verkäuferinnen mit ſicherem
Inſtinkt bei der Mehrzahl der Käufer
Markpreiſe genannt . Das iſt heute anders,
wo der öſterreichiſche Schilling ſich eigebürgert hat.
(Die Mark nimmt man trotzdem gern!)
Die ſtärkſten Eindrücke vom wirklichen Wien
vermitteln die Abende. Man bringt ſie natürlich faſt
ausſchließlich in den unvergleichlichen Wiener Kaffee=
häuſern
zu. Die ſchönſten ſind am Ning und in den
großen Straßen, die ſich gegen die Donau ſenken. Nir=
gends
wird man ſo aufmerkſam bedient, nirgends
bringt man billiger einen Abend hin, nirgends iſt ein
Abend anregender, als in einem Wiener Kaffeehauſe,
womöglich im Vorgarten, den eine jede Gaſtſtätte, an=
gefangen
bei Sacher, bis hinab zu den Vorſtadtwirt=
ſchaften
, auf den breiten Bürgerſteig hinausgebaut,

Das ſtellt man dabei erneut feſt:
Der Wiener iſt nur noch verhalten
frohſinnig und ſorglos. . Eine gewiſſe
Schwermut liegt ganz unverkennbar
über der ſchönen Stadt an der blauen
Donau. So etwa iſt die Stimmung, in
Worte gekleidet: Uns iſt nicht
mehr zu helfen! Es iſt alles in einem
hin!
Selbſt bis in die traditionellen Ope=
rettentheater
hinein merkt man es.
DDie alte Stimmung findet ſich ſelbſt
dort nicht mehr, und wie es hieß,
wollten eigentlich bis auf eins
(Johann=Strauß=Cheater) ſämtliche
Operettentheater, Wiens Lieblinge,
in der verfloſſenen Saiſon gar nicht
mehr die Pforten öffnen! Es iſt ja
nicht ſo weit gekommen; aber bezeich-
nend
war für das heutige Wien der
Entſchluß.
Anders iſt das Bild draußen in
Schönbrunn, im Schloßtheater, wo
lich zahlreiche Fremde nach der Be=
ſichtigung
des eindrucksvollen Schloſ-
ſes
einfinden und in ihrer heiteren
Sorgloſigkeit den leicht mitzureißen-
den
Wiener aufheitern und
auch im Prater wogt es abends wie
früher; im Wurſtlprater iſt ſogar
großer Betrieb bei Muſik, Gelärm,
Würſtchenduft und Unmaſſen von
Bettlern. Die Wiener Würſtchen
heiße übrigens in Wien Frank=
furter
.
Auch ſonſt hält man es ſehr mit
dem Auslande. Frankreich herrſcht
dabei neben Deutſchland vor.
Ein Photograph hat in einem
Wiener Cheater Photos aushängen,
auf denen er das ſchöne, alte Wien
ſtolz Vienne nennt. Die Cheater
ſpielen (wie auch bei uns!) mit Vor=
liebe
franzöſiſche und engliſche Stücke.
Nur die Kaffeehäuſer und der
Prater ſind noch ganz Wien.

Der Stephausdom in Wien.

beſitzt. Der unerfahrene Bruder aus dem ſtarken Reich
im Norden wird heute in Wien in den Kaffeehäuſern
die Leute oft vor zwei Gläschen, gefüllt mit einer waſ=
ſerhellen
Flüſſigkeit, ſitzen ſehen. Fragt er den Kellner,
was das für ein Getränk ſei, wird er die Antwort er=
halten
: Waſſer! Fragt er, ob man jetzt in Wien
Waſſer trinkt, wird der Kellner (wie jeder Wiener bei
einer derartigen indiskreten Frage, die Oeſterreichs
derzeitige Verhältniſſe betreffen) elegiſch die Schultern
zucken und bemerken, daß man ja bald ſo weit ſei,
aber noch nicht ganz, und die Gäſte hätten nur das
Waſſerglas vom Kaffee oder Cee zurückbehalten und
ſitzen vor ihm noch ein Weilchen!

Die ſchöne, blaue Donau, von der
zahlloſe Wiener Komponiſten ſingen,
iſt ziemlich weit von der inneren
Stadt entfernt und verlockt manchen zu einer Dampfer=
fahrt
. Doch dazu gehört viel Seit, und klugerweiſe macht
man das gleich auf der Reiſe nach Wien ab, indem
man das Schiff von Paſſau bis Wien benutzt.
In den Donau=Bädern wimmelt es bis tief in den
Herbſt. Der Fremde findet ſich hier, mehr aus Neu=
gierde
, des morgens ein, wenn er die Hofburg, Schloß
Schönbrunn, das Burgtheater, Stephansdom, Vitiv=
kirche
und die ausgezeichneten Sammlungen der unge=
mein
kunſtſinnigen Wienerſtadt hinter ſich hat, und
abends lockt das unbeſchreiblich beſchwingte, fröhliche
Leben mit der heutigen Einſchränkung in den
Kaffehäuſern und den Wirtſchaften an der großen
Allee des Praters

[ ][  ][ ]

Die Minnehofe
Von Dr. Guido Hellmer.

Lichtverklärt von dem überwältigenden Schimmer roman=
tiſcher
Poeſie iſt das Wenige, das unſere heutige Seit noch weiß
von jener Einrichtung der Minnehöfe. Einſtmals aber beherrſch=
ten
ſie Jahrhunderte .57:
Die Wiege der poetiſchen Nitterliebe und der von ihr ge=
borenen
eigentümlichen Dichtkunſt ſtand unter dem milden pro=
venzaliſchem
Himmel. Die Provence, in der Seit ihrer Blüte,
zeigte eine ſanft harmoniſche und rührende Anmut, die den Geiſt
und das Herz verfeinerte, Sprache und Sitte bildete, ja, über=
haupt
die Mutter aller anderen europäiſchen Dichtkunſt ward.
Ueber Languedor, Barcelona, Aragonien, Valencia, Murcia,
Marjorca, Minorca hatte ſich die limoſiniſche Sprache verbreitet.
In dieſen ſchönen, vom Meere umſpülten Ländern ſtieg der erſte
Hauch ſeufzender und fröhlicher Liebe auf. Die ſpaniſche, fran=
zöſiſche
, italieniſche Poeſie ſind ihre Cöchter, Petrarca hat von
ihr gelernt und mit ihr gewetteifert ein Nachklang davon ſind
auch noch die Lieder unſerer deutſchen Minneſänger.
Jene Ritterliebe bildete ſich allmählich zu einer zeitbeherr=
ſchenden
Erſcheinung aus. Die oft bewunderte Galanterie des
Mittelalters hatte einen Hauptgrund in der zurückgezogenen
Lebensart des weiblichen Adels während der vielen Fehden und
in der Ehrerbietung, die man der hohen Lehnsfamilie ſchuldig
war. Das Rittertum machte devote Ergebung
gegen Frauen durch Erziehung, Umgang und
Gewohnheit z einer heiligen Pflicht. Das
mußte eine beſondere Art Liebe bedingen und
ihrem Ausdruck eine beſondere Form geben.
Die Liebesſprache wurde phantaſtiſch; was an=
fangs
Aeußerung eines hoffnungslos Liebenden
war, ein Ausbruch einer Sehnſucht, ward mit
der Seit Sache der Gewohnheit und der Mode,
in der ein Nitter ſich gefiel, obwohl er der Ge=
währung
ſeiner Wünſche ziemlich ſicher war.
Suletzt, da bei dem Mangel an Seitvertreib
jede Kleinigkeit an den Höfen
ſoweit wie möglich ausgeſpon=
nen
werden mußte, ward ſie
gar ein ſüßliches Seremoniell.
(Doch gab ſie auch noch in dieſer
Sorm vielen harten Herzen eine
weichere und zartere Stimmung
und gebar manche herrliche Au=
ßerung
des Heroismus.

Craum von einer Audienz
bei Soethe.
Von Hermann Heſſe.
Was mir von dieſem Craume im Gedächtnis blieb, war die=
ſes
: Ich ſaß und wartete in einem altmodiſchen Vorzimmer.
Zuerſt wußte ich nur, daß ich bei einer Exzellenz angemeldet ſei,
dann fiel mir ein, daß es ja Herr von Goethe ſei, von dem ich
empfangen werden ſollte. Leider war ich ncht ganzi als Privat=
mann
hier; ſondern als Korreſpondent einer modernen Seitſchrift,
das ſtörte mich ſehr, und ich konnte nicht begreifen, welcher
Ceufel mich in dieſe Situation hineingeritten habe. Außerdem
beunrühigte mich ein Skorpion, der ſoeben noch ſichtbar geweſen
und an meinem Bein hochzuklettern verſucht hatte. Ich hatte
mich zwar gegen das kleine ſchwarze Kriechtier gewehrt und
geſchüttelt, wußte aber nicht, wo es jetzt ſtecke, und wagte nir=
gends
hinzugreifen.
Auch war ich nicht ganz ſicher, ob man mich nicht aus Ver=
ſehen
ſtatt bei Goethe bei Matthiſon angemeldet habe, den ich
aber im Craum mit Bürger verwechſelte, denn ich ſchrieb ihm
die Gedichte an Molly zu. Uebrigens wäre mir ein Zuſammen=
treffen
mit Molly höchſt erwünſcht geweſen, ich dachte ſie wir
wundervoll, weich, muſikaliſch, abendlich. Wäre ich nur nich
im Auftrag jener verwünſchten Nedaktion hier geſeſſen! Mein
Unmut hierüber ſtieg mehr und mehr und übertrug ſich allmäh=
lich
auch auf Soethe, gegen den ich nun mit einem Mal alle
möglichen Bedenken und Vorwürfe hatte. Das konnte eine

Das weibliche Geſchlecht, um nicht zurückzuſtehen, ſetzte der
männlichen Galanterie Gunſtbezeugungen entgegen. Aus dieſem
Wechſelverhältnis muß der Keim zur Entſtehung der Minnehöfe
hergeleitet werden.
Der Impuls ging von dem Hofe der Berengare aus dem
aragoniſchen Geſchlecht (11001245) aus, zog ſich von der Pro=
vence
und Catalonien durch Nordfrankreich und England, Italien
und Deutſchland bis nach Island fort und teilte allen Edlen den
gleichen Geiſt zu gleichen Caten mit.
Es gehörte zu den galanten Spielen des Rittertums wie auch
zu den poetiſchen Uebungen der Croubadours, ſinnreiche, aber
ſtrittige Fragen, die ſich auf die Minnekunſt bezogen, aufzuſtellen
und wechſelſeitig zu beſtreiten oder zu verteidigen. Aber dieſe
Wettkämpfe würden zu keinem Siele geführt haben, wenn nicht
ein Schiedsgericht über Necht oder Unrecht eine Entſcheidung
gefällt hätte. Hier lag alſo die Idee nahe, die ganze Streitfrage
vor die Damen, dieſe geborenen Nichterinnen in allen Fragen der
Minne, zu bringen und damit eine Huldigung des ſchönen Ge=
ſchlechtes
mehr einzuführen, deren ja die Nitter jener Seit nicht
genug ausfindig machen konnten und ferner, dieſen Verhand=
lungen
endlich eine gewiſſe, den Gerichten der damaligen Seit
entlehnte Form zu geben.
Von den Minnehöfen jener Seiten waren beſonders wichtig
der i der Gascogne; der Minnehof der Ermengarde, Vicomteſſe
von Narbonne; der Eleonore von Aquitanien, Gemahlin des
Königs Ludwig VII., ſpäter Heinrichs II. von England; der
Minnehof der Gräfin von Champagne; der Sybille von Flan=
dern
; die Minnehöfe zu Pierrefeu, zu Signe, zu Nomain, zu
Avignon, Lille, Tournai und Paris. Die drei letzten fallen in
das 14. Jahrhundert, während die Mehrzahl der übrigen bereits
im 12. Jahrhundert glühte.
Was der Minnehöfe innere Einrichtung ſelbſt betrifft, ſo ſind
wir zur Erforſchung faſt nur auf eine alte Handſchrift angewieſen,
die im Jahre 1727, alſo vor genau zweihundert Jahren, aufgefun=
den
wurde und von der Gliederung des Pariſer Minnehofes, wie
er unter König Karl VI. beſtand, wichtige Nachrichten gibt.
Wer an der Spitze dieſes Minnehofes ſtand, läßt ſich nicht
beſtimmen, da die erſten Blätter des Manuſkripts fehlen. Aus
dem gleichen Grunde können wir auch nicht das Amt jener Nit=
ter
angeben, die als in der erſten Klaſſe befindlich erwähnt wer=
den
. Die zweite Klaſſe beſteht aus zwei Grandveneurs de la
Cour, denen 188 Minnegerichtsregiſtratoren (Créſoriers de
chartres et regiſtres amoureux) beigegeben ſind. Es finden ſich
darunter viele Beamte des Königs und der Herzöge von Guyenne,
Orléans und Burgund ſowie die Prevots von Lille und Cournai
und einige Lizentiaten der Nechte. Ihnen folgten die Audi=
teurs
de la Cour amoureuſe, worunter ſich ein Doktox der
Cheologie, einige Domherren von
Paris, Cournai, Cambrai und
Sainte Omer und verſchiedene
Parlamentsräte ſowie Maitre
des Nequetes befinden. Die
nächſte Klaſſe beſteht aus 59
Chevaliers d’honneur, es fol=
gen
52,Chevaliers Créſoriers
52 Sekretäre und 8 Subſtituten
des Generalprokurators, lauter
Geiſtliche. Die Geſchäfte des

ſchöne Audienz geben! Der Skorpion aber, wenn auch gefährlich
und vielleicht in meiner nächſten Nähe verſteckt, war doch viel=
leicht
nicht ſo ſchlimm; er konnte, ſo ſchien mir, vielleicht auch
Freundliches bedeuten, es ſchien mir ſehr möglich, daß er irgend
etwas mit Molly zu tun habe, eine Art Bote von ihr ſei oder
ihr Wappentier, ein ſchönes, gefährliches Wappentier der Weib=
lichkeit
und der Sünde. Konnte das Cier nicht vielleicht Vulpius
heißen? Aber da riß der Diener die Cür auf, ich erhob mich
und ging hinein.
Da ſtand der alte Goethe, klein und ſehr ſteif, und richtig
hatte er einen dicken Ordensſtern auf ſeiner Klaſſikerbruſt.
Immer noch ſchien er zu regieren, immer noch in Audienz zu
empfangen, immer noch die Welt aus ſeinem Weimarer Mu=
ſeum
aus zu kontrollieren. Denn kaum hatte er mich erblickt,
ſo nickte er ruckend mit dem Kopf wie ein alter Nabe und ſprach
feierlich: Nun, ihr jungen Leute, ihr ſeid wohl mit uns und
unſeren Bemühungen recht wenig einverſtanden?"
Ganz richtig, ſagte ich, von ſeinem Miniſterblick durch=
kältet
. Wir jungen Leute ſind in der Cat nicht mit Ihnen
einverſtanden, alter Herr. Sie ſind uns zu feierlich, Exzellenz,
und zu eitel und wichtigtueriſch und zu wenig aufrichtig. Dies
jdürfte das Weſentliche ſein: zu wenig aufrichtig.
Der kleine alte Mann bewegte den ſtrengen Kopf etwas
nach vorn, und indem ſein harter, amtlich geformter Mund ſich
in einem kleinen Lächeln entſpannte und entzückend lebendig
wurde, ſchlug mir plötzlich das Herz, denn es fiel mir auf einmal
das Gedicht ein Dämmrung ſenkte ſich von oben, und daß
dieſer Mann und dieſer Mund es ſei, aus dem die Worte jenes
Gedichtes gekommen waren. Eigentlich war ich in dieſem Augen=
blick
ſchon vollkommen entwaffnet und übermannt und wäre am

Generalprokurators verſahen Damen. Den Beſchluß machen
4 Concierges des jardins et vergiers amoureux und 10 Ve=
neurs
meiſt Häſcher und Gerichtsdiener.
Beſonders dieſe Häſcher und Gerichtsdiener liefern den Be=
weis
, daß es der Cours d'amour an nichts fehlte, was zu einem
ordentlichen Gericht und zu einer nachdrücklichen Ausführung
ſeiner Beſchlüſſe gehörte. Seine Macht ſtützte der Minnehof
auf die öffentliche Meinung; die Ausſprüche dieſes Inſtitutes er=
hielten
dadurch tatſächlich ſo etwas wie rechtliche Gewalt. Der
Geiſt dieſer Beſchlüſſe wird hinreichend durch die Catſache
charakteriſiert, daß die Minnehöfe ihr Geſetzbuch von König
Arthus und ſeiner Cafelrunde herleiteten und ihre Urteile ſich
erſtreckten auf Fragen wie die folgende: Ob (wenn) einem
Manne von ſeiner Frau geboten wäre, daß er ihr Lob minder
(nirgends) melden ſollte, und er ſtrafft andere Klaffer ( Verleum=
der
), die derſelben ſeiner Frau an ihre Ehre treten, ob er daran
der Frauen Gebot gebrochen habe und Unrecht getan?

Wer einmal ſtiehlt.
Von Gabriele Eckehard.

I. Vor dem Diner zu Hanſe.
Der Ehemann: Biſt du bald fertig?
Die Dame: Gleich, gleich! Nur noch in die andere Handtaſche
umladen!
Der Ehemann: Nimmſt du die goldene?
Die Dame: Natürlich! Dazu iſt ſie doch dal
Der Ehemann: Du haſt eine ſo eigentümliche Art, deine Hand=
taſchen
rumliegen zu laſſen, das macht mich immer ganz ner=
vös
. Und beſonders noch die goldene! Cu mir den Gefallen
und paß etwas drauf auf, wenn ſie weg iſt, iſt ſte weg!
Die Dame: Sweifellos. Aber ich bitte dich, in einer Privat=
geſellſchaft
....!
Der Ehemann: Es iſt alles ſchon dageweſen!
II. Nach dem Diner bei Siſchers.
Die Dame ſitzt zwiſchen zwei Herren in der Bibliothek und
läßt ſich amüſiert den Hof machen. Der Ehemann ſtreicht unzu=
frieden
durch die Simmer (das Eſſen war langweilig und die
Ciſchdame unintereſſant oder umgekehrt). Da ſieht er auf dem
Notenſchrank im Muſikzimmer etwas blitzen und wirklich, es
iſt die goldene Caſche! Er ſteckt ſie ein, zugleich ärgerlich und
erfreut. Der Schreck, den meine Frau haben wird! Großartig!
III. Einige Stunden ſpäter.
(Unter den Letzten gehen der Ehemann und die Dame.
Sie winken einem Auto und ſteigen ein.)
Der Ehemann (holt die goldene Caſche heraus): Na, und hier
haſt du alſo deine Caſche wieder, du haſt den Verluſt noch
gar nicht bemerkt, was?
Die Dame (lachend): Das iſt ja großartig!. Hier iſt meine Caſchel
(Sie hält ſie ihm unter die Naſe.) Du weißt nicht mal, wie
meine Caſche ausſieht! Und ſtibitzt haſt du noch dazu! (Sie
biegt ſich vor Lachen.) Hahahal
Der Ehemann (rettet ſich in den Aerger): Da iſt gar nichts zu
lachen! Das kommt bloß davon, daß ich durch deine Nach=
läſſigkeit
ſchon irritiert war! Lache jetzt nicht, ich bitte dichl
Chauffeur!
Die Dame: Nein, bitte, ſetze mich erſt z Hauſe ab, es Iſt ſpät
genug.
Der Ehemann fügt ſich ſtöhnend. Nach ungefähr dreiviertel Stun=
den
landet er wieder vor dem Haus, ſteigt aus und läutet,
aber der Portier liegt feſt auf beiden Ohren. Schließlich ge=
tingt
es ihm, ihn zu wecken und der Ehemann fliegt an dem
erzürnt Oeffnenden vorbei und die Creppe hinauf. Bei
Siſchers läutet er Sturm, es öffnet Frau Siſcher höchſtſelbſt
noch im full dress.
Der Ehemann (keuchend): Gnädige Frau, verzeihen Sie die Stö=
rung
, ich habe ich habe irrtümlich ich war natürlich
ganz ahnungslos ich glaubte, meine Frau (er hält ih5
die Caſche hin).
Frau Fiſcher (außerordentlich kühl): Ach wie gut, daß die Caſche
da iſt! Sie gehört Frau Konſul Müller, wir haben drei volle
Stunden danach geſucht vor fünf Minuten ſind die Herr=
ſchaften
erſt gegangen, da werde ich doch gleich anrufen.
Aber es fehlt noch die große graue Perle aus Frau Direktor
Schuſters Armband haben Sie die vielleicht auch, Herr.."

liebſten vor ihn hingekniet. Aber ich hielt mich ſtramm und
hörte aus ſeinem lächelnden Munde die Worte: Ei, alſo der
Unaufrichtigkeit zeihen Sie mich? Was das für Worte ſind!
Wollen Sie ſich nicht näher erklären?
Gerne wollte ich das, ſehr gerne.
Sie haben, Herr von Goethe, gleich allen großen Geiſtern
die Fragwürdigkeit, die Hoffnungsloſigkeit des Menſchenlebens
deutlich erkannt und gefühlt: die Herrlichkeit des Augenblichs
und ſein elendes Vorwelken, die Unmöglichkeit, eine ſchöne Ho9
des Gefühles anders zu bezahlen als durch die Kerkerhaft dee
Alltags, die brennende Sehnſucht nach dem Reich des Geiſtes
die mit der ebenſo brennenden und ebenſo heiligen Liebe Mr
verlorenen Unſchuld der Natur in ewig tödlichem Kampfe liegl
dies ganze furchtdare Schweben im Leeren und Ungewiſſen, Ole2
Verurteiltſein zum Vergänglichen, niemals Vollgültigen, ewig
Verſuchhaften und Dilettantiſchen kurz: die ganze Ausſichls
loſigkeit, Verſtiegenheit und brennende Verzweiflung Vee
Menſchſeins. Dies alles haben Sie gekannt, ſich je und je and
dazu bekannt, und dennoch haben Sie mit Ihrem ganzen Lede
das Gegenteil gepredigt, haben Glauben und Optimismus 9e‟
äußert, habn ſich und andren eine Dauer und einen Sinn unſerr
geiſtigen Anſtrengungen vorgeſpiegelt. Sie haben die Beßehie
der Ciefe, die Stimmen der verzweifelten Wahrheit abgele9"
und unterdrückt, in ſich ſelbſt ebenſo wie in Kleiſt und De.
hoven. Sie haben jahrzehntelang ſo getan, als ſei das Anhaule
von Wiſſen, von Sammlungen, das Schreiben und Sammein ?"
Briefen, als ſei Ihre ganze Weimarer Altersexiſtenz in der Le
ein Weg, um den Augenblick zu verewigen, den Sie do9
mumifizieren konnten, um die Natur zu vergeiſtigen, die Li
doch nur zur Maske ſtiliſieren konnten. Das iſt die Unauſrie
tigkeit, die wir Ihnen vorwerfen.

in
War
ſcherhöh
nan ih
(i N vo d8 Eile
Eei 0 auidhe Dit
foles mit
faf 0 e Dilt
Auobe
AMf. Janer wite
Arrüiner Aaſlierten N
gAir Zpeck, den der
4auf f eihe Det.
ger deien er ebt, und
Neungm. Ven Südſein!
TMarbewohner bend
a beig Siſchfang.
Ausſehen und
Wiun die Aeuſchen m.
nſt, der dem E.
zu anzupaſſen. So
dtr 1 die verunglückten
M0 und ſein Körperbat
aux dagegen, der den
Aleiten, niedrigen,

pirdan
bort, in
1 muſp
Die 6a
ſooen
eim, vo

Auntich Ait
Ein cheie n
Nrung=
Ddie 3a
Ei Wnder iende
in de
ide Ait h.

[ ][  ][ ]

Mode=Hunde.
Cext und Seichnungen von Erna Pinner.
der Hund iſt im Laufe der Jahrhunderte das an den Men=
w
am ſtärkſten attachierte Cier geworden. Er hat ſich, wie
AMAlenſch ſelbſt, in der weiten Spanne der beiden Pole bis
ad zu equator ausgebreitet, unbekümmert der tropiſchen Sonne
0,N. güeiſiger Gletſcherhöhen. Mit Ausnahme einiger ozeaniſcher
Iſiy, findet man ihn, dank ſeiner großen Anpaſſungsfähigkeit,
den 4 ü balk.
(t iſt wohl das erſte Haustier geweſen, welches der Menſch
b/W, und wurde von ihm zuerſt durch Kreuzung des gezähmten
in ohen Wolfes mit dem Schakal gezüchtet. Alte Ausgra=
bluen
aus der Pfahibauzeit in Bronze und Metall ſowie
äwiſſche Bildwerke ſtellen eine ſolche Art gezähmten Wolfs=
Collz. hum dar. Immer weitere Kreuzungen brachten dann die ver=
ſa
hüernen Naſſeſorten hervor.
ir Sweck, den der Hund im Dienſte der Menſchen zu er=
fü/
Hat, iſt ebenſo verſchieden wie die Art der Völker ſelbſt,
uru denen er lebt, und der Nadius ſeiner Exiſtenzmöglichkeiten
iſt vrm. Den Südſeeinſulanern dient er gemäſtet als Braten,
düle)elarbewohner benutzen ihn als Zugtier. Den Feuerländern
hülſer beim Siſchfang.
ſeim Ausſehen und ſeine beſonderen Naſſemerkmale ver=
ſtahnen
, die Meuſchen mit Hilfe der Natur ebenfalls dem jewei=
lighu
! jenſt, der dem Hund zugedacht war, durch geeignete Süch=
tum
anzupaſſen. So trägt der Bernhardiner, der aus eiſigen
Hſöhn die verunglückten Bergſteiger zu retten hat, den dicken
Pel und ſein Körperbau zeigt die Größe eines Kalbes. Der
Jiſy dagegen, der den Dachs ſchießen will, benötigt zur Jagd
deſn tleinen, niedrigen, krummbeinigen Hund, der durch ſeinen

ſchaft eines Töwen zu eier Aeffin entſtanden ſein, deren Verbin=
dung
der Schöpfer nur durch den Kompromiß zuſtimmte, in=
dem
er die Seele des Löwen und die Affenmaske in der ver=
einigten
Geſtalt dieſes Hundes ſchuf.
Aber auch die Bullis ſind erleſene Süchtergeſchöpfe, ſie haben
den Mops der Biedermeierzeit verdrängt und ſind ebenſo
nuancenreich wie die Nationen, die ſie aus Liebhaberei züchten.

Köuprlau die Fähigkeit hat, das Wild aus ſeinem Bau zu
treisa, indem er ſich in die winkeligen Gänge eingräbt und es
dorn ufſpürt.
De Sahl der Gebrauchshunde iſt faſt unüberſehbar, von den
deurſten Vorſtehhunden bis zu den engliſchen Pointern und
Settten, von dem herrlichen ruſſiſchen Windſpiel bis zu den mäch=
tigen
Doggen, von den Bluthunden bis zu den Dalmatinern.
Arch ihren ungeheuren Geruchſinn und das ſcharfe Gehör
ſindd te Hunde am wertvollſten; durch dieſe Fähigkeiten ſind ſie
geeieget, dreſſiert der Polizei zur Aufſpürung von Verbrechern
zu Zicen. Ihre Zuverläſſigkeit iſt ſo groß, daß ſie zum treueſten
Fühlire der Erblindeten durch das turbulenteſte Großſtadtgewühl
benutz werden.
Aer auch der Luxushund weiſt eine auf Jahrhunderte zurück-
gehene
Geſchichte auf. Hier ſind vor allem die aſiatiſchen
Hund die erſt bei Erſtürmung der chineſiſchen Mauer in Peking
wählrad des Boxeraufſtandes durch Offiziere nach Europa kamen
undenden berühmten engliſchen Swingern Ashton=Moore und
Suterland=Avenue vorbildlich weitergezüchtet wurden. Sie
heiße Pekingeſen und tragen in majeſtätiſcher Würde den mit
der ſtwarzen Affenmaske verſehenen Kopf und das am Boden
ſchlapende löwenartige Seidenfell ſowie die vorſchriftsmäßig er=
hoben
Nute. Für jeden Hund hatte am kaiſerlichen Hof ein
Wärir mit dem Leben zu bürgen, und die alte Sage behauptet,
daß 5ſauen dieſe TCiere geſäugt haben. Sie ſollen aus der Leiden=

Da ſind die luſtigen franzöſiſchen, die clownhaft wirken, die
ſchweren melancholiſchen engliſchen und die in Amerika beſonders
beliebten kleinen, teufelhaft und ſchwarz ausſehenden Boſtonbullis.
Unſagbar mühſam und ſchwierig iſt die Sucht dieſer raſſe=
echten
Luxustiere, und es iſt bis jetzt bei uns in Deutſchland noch
keine geſellſchaftliche Angelegenheit, wie zum Beiſpiel in Eng=
land
, wo es eine beſonders leidenſchaftliche Sache der Dame iſt,
einen Hunde=Kennel zu halten und mit letztem Wiſſen und mit
Hingebung ſowie mit Können jene ſonderbaren Geſchöpfe zu
züchten, die je nach den Naſſevorſchriften die kurioſeſten Merk=
male
zu tragen haben. Es iſt ein Sport, den ſich allerdings nur
ausgeſuchte Vermögen oder übergroße Einkommen leiſten
können.
Es gibt wohl kaum ein Cier, welches ſo ſtark verbreitet iſt
wie der Hund, und welches ein ſo verſchiedenes Ausſehen zeigt
wie dieſes Geſchöpf. Um ſeine Naſſereinheit zu erhalten, muß es
von den Menſchen abhängig bleiben, denn verwilderte Hunde

erlieren ihre einzelnen Merkmale und ähneln ſich einander im
ruppigen Sell, ſpitzen Ohren und ſteiftragendem Schwanz. Es iſt
eine Welt=Anſchauungsſache, dieſen Vorgang der Abhängigkeit
als einen für den Menſchen beſonders ſchmeichelhaften oder für
den Hund beſonders kläglich anzuſehen.

Unglückszahlen und Unglückstage
Von Hanna Ribeaucourt.
In dem ſonſt ſo nüchternen Geſchäftsbericht der London and
North Eaſtern Nailway wird die merkwürdige Mitteilung ge=
macht
, daß die Geſellſchaft durch zahlreiche Suſchriften aus dem
Publikum veranlaßt worden ſei, aus ihren ſämtlichen Schlaf=
wagen
die Kabinennummer dreizehn zu entfernen. Und es ſoll
in unſerem aufgekjärten Seitalter tatſächlich Menſchen geben,
die nunmehr faſt überzeugt ſind, daß ſie in ſolchen Sügen ohne
die gefürchtete Unglückszahl vor Entgleiſung oder Zuſammen=
ſtößen
ſicher ſind.
Aber was nützt es, die Dreizehn nur aus den Nummern der
Schlafwagen zu verbannen. Im großen Eiſenbahnbetrieb iſt die
Schlafwagen=Dreizehn doch nur eine von vielen und eine recht
eſcheidene Dreizehn, deren Ausrottung nicht viel beſagen will
gegenüber der Catſache, daß es ſeit Einführung des Vierund=

Achdenklich blickte der alte Geheimrat mir in die Augen,
einnAurd lächelte noch immer. Dann fragte er zu meiner Ver=
wumung
: Die Sauberflöte von Mozart muß Ihnen dann
woßk echt zuwider ſein?
0 noch ehe ich proteſtieren konnte, fuhr er fort: Die
Haudeflöte ſtellt das Leben als einen köſtlichen Geſang dar, ſie
breiſt inſere Gefühle, die doch vergänglich ſind, wie etwas
Ewpg und Göttliches, ſie ſtimmt weder dem Herrn von Kleiſt
nocht dm Herrn van Beethoven zu, ſondern predigt Optimismus
und =Gauben.
G) weiß, ich weiß! rief ich wütend. Weiß Gott, wie Sie
gera) auf die Sauberflöte verfallen ſind, die mir das Liebſte
auf d Welt iſt! Aber Mozart iſt nicht zweiundachtzig Jahre
al, worden und hat nicht in ſeinem perſönlichen Leben dieſe
Anſiſiche an Dauer, an Ordnung, an ſteife Würde geſtellt wie
diel ir hat ſich nicht ſo wichtig gemacht! Er hat ſeine gött=
chen
Melodien geſungen und iſt arm geweſen und iſt früh ge=
ſtorbig
arm, verkannt
9e Atem ging mir aus. Cauſend Dinge hätten jetzt in
Zeynn Vorten geſagt werden müſſen, ich begann an der Stirn zu
ſchwa in.
buthe aber ſagte ſehr freundlich: Daß ich 82 Jahre alt
gewoſfen bin, mag immerhin unverzeihlich ſein. Mein Ver=
Aug/ daran war indeſſen geringer, als Sie denken mögen. Sie
9A04Mrecht: ein großes Verlangen nach Dauer hat mich ſtets
Fun ich habe ſtets den Cod gefürchtet und bekämpft. Ich
Maude der Kampf gegen den Cod, das unbedingte und eigen=
anrg
Lebenwollen iſt der Antrieb, aus welchem alle hervor=
498hn Menſchen gehandelt und gelebt haben. Daß man am
io2 ennoch ſterben muß, dies hingegen, mein junger Freund,
94h mit 82 Jahren ebenſo bündig bewieſen, wie wenn ich

als Schulknabe geſtorben wäre. Wenn es zu meiner Necht=
fertigung
dienen kann, möchte ich dies noch ſagen: in meiner
Natur iſt viel Kindliches geweſen, viel Neugierde und Spiel=
trieb
, viel Luſt zum Seitvergeuden. Nun, und da habe ich eben
etwas lange gebraucht, bis ich einſah, es müſſe des Spielens
einmal genug ſein.
Während er dies ſagte, lächelte er ganz durchtrieben, ge=
radezu
ſchlingelhaft. Seine Geſtalt war größer geworden, die
ſteife Haltung und die krampfhafte Würde im Geſicht war ver=
ſchwunden
. Und die Luft um uns her war jetzt ganz voll von
lauter Melodien, lauter Goethelieder, ich hörte Mozarts Veil=
chen
und Schuberts Fülleſt wieder Buſch und Cal deutlich
heraus. Und Goethes Geſicht war jetzt roſig und jung und lachte
und glich bald dem Mozart, bald dem Schubert wie ein Bruder,
und der Stern auf ſeiner Bruſt beſtand aus lauter Wieſen=
blumen
, eine gelbe Primel blühte froh und feiſt aus ſeiner Mitte
hervor.
Es paßte mir nicht ganz, daß der alte Mann ſich meinen
Fragen und Anklagen auf eine ſo ſcherzhafte Art entziehen
wollte, und ich blickte ihn vorwurfsvoll an. Da neigte er ſich
vor und brachte ſeinen Mund, den ſchon ganz kindlich gewor=
denen
Mund, dicht an mein Ohr und flüſterte: Mein Junge, du
nimmſt den alten Goethe viel zu ernſt. Alte Leute, die ſchon ge=
ſtorben
ſind, muß man nicht ernſt nehmen, man tut ihnen ſonſt
unrecht. Wir Unſterblichen lieben das Ernſtnehmen nicht, wir
lieben den Spaß. Der Ernſt, mein Junge, iſt eine Angelegenheit
der Heit; er entſteht, ſoviel will ich dir verraten, aus einer
Ueberſchätzung der Seit. Auch ich habe den Wert der Seit einſt
überſchätzt, darum wollte ich hundert Jahre alt werden. In der
Ewigkeit aber, ſiehſt du, gibt es keine Seit; die Ewigkeit iſt
bloß ein Augenblick, gerade lang genug für einen Spaß

zwanzigſtundentages ſogar von allen Bahnhofsuhren dreizehn
ſchlägt. Und was ſoll erſt werden, wenn der Völkerbund nach
ſeinen jahrelangen Kommiſſionsberatungen über die Kalender-
reform
endlich Ernſt macht und die Menſchheit gar mit einem
dreizehnten Monat beglückt!
Es ſcheint alſo, als ob die abergläubiſchen Verfechter der
Unglückstheorie auf verlerenem Poſten ſtehen. Vorläufig aber
wehren ſie ſich noch ganz verzweifelt, und ſie wiſſen tauſend Bei=
ſpiele
dafür beizubringen, daß an dem alten Aberglauben doch
etwas Wahres dran ſein müſſe. So hat vor noch nicht zwei
Jahren bei einem Feſtmahl des Deutſchen Städtetages der da-
malige
Neichskanzler Dr. Luther in der Liſte der Ehrengäſte die
Nummer dreizehn erhalten. Der Herr Neichskanzler iſt natür=
lich
ein aufgeklärter Mann, und er hat ſich gegen die Unglücks=
nummer
nicht gewehrt. Er hatte nur in launiger Weiſe der
Hoffnung Ausdruck gegeben, daß dieſe ominöſe Siffer ſeine amt=
liche
Laufbahn nicht beeinfluſſen möge. Aber wer weiß, vielleicht
wäre er heute noch Kanzler, wenn er damals nicht der Dreizehnte
geweſen wäre.
Da iſt ſein franzöſiſcher Kollege Briand weſentlich vorſich=
tiger
geweſen. Als der eines ſeiner zahlreichen Kabinette ge=
bildet
hatte, gab er am Quai d’Orſag ein politiſches Frühſtück.
Als man ſich an die Cafel ſetzte, bemerkte der Gaſtgeber zu
ſeinem Entſetzen, daß die Sahl der Gäſte dreizehn betrage. Ein
Wink und ſofort ſtand Briands Privatſekretär auf und verließ
den Saal, damit die Sahl dreizehn dem kommenden Kabinett kein
Unglück bringen könne. Genützt hat dieſe Vorſicht allerdings
nicht viel, denn das neue Kabinett war ebenſo kurzlebig wie ſeine
Vorgänger. Aber immerhin, Herr Briand iſt nicht ganz in der
Verſenkung verſchwunden wie ſein deutſcher Kollege; er iſt bis
zum heutigen Cage wenigſtens Außenminiſter geblieben.
Auf andere und originellere Weiſe wußte ein amerikaniſcher
Milliardär bei einem Seſteſſen die Unglückszahl unſchädlich zu
machen. Auch er bemerkte erſt im letzten Augenblick, daß es drei=
zehn
Perſonen waren, die ſich zu Ciſch ſetzen wollten. Allgemeine
Beſtürzung. Aber kurz entſchloſſen erſuchte der Milliardär ſeine
Gäſte, ſich ruhig niederzuſetzen, er ſelbſt werde ſich das Vergnü=
gen
machen, ſie zu bedienen. Eiligſt legte er eine Dienerlivree an
und trug das üppige Mahl vom erſten bis zum letzten Gang ſelber
auf. Ueberhaupt ſind es gerade die Amerikaner, die ſonſt ſo
nüchtern denkenden Geſchäftsleute, die am feſteſten an die Un=
glücksbedeutung
der Dreizehn glauben. In ihren Wolkenkratzern
zum Beiſpiel will niemand im dreizehnten Stockwerk wohnen,
weshalb in Philadelphia der Hausbeſitzerverband beſchloſſen hat,
in Sukunft dieſes ominöſe Geſchoß ganz niedrig und nur als
Lagerraum auszubauen.
Der Deutſche nimmt die Unglückszahl heute im allgemeinen
mehr von der humoriſtiſchen Seite. Nur ganz vereinzelt und in
fernen Vorkriegszeiten iſt es vorgekommen, daß man in manchen
Straßen mancher Städte, zum Beiſpiel in Frankfurt a. M. oder
Leipzig, die Hausnummer dreizehn einfach ausfallen ließ und
durch 12a erſetzte. Su den ganz Vorſichtigen, die auch heute
noch am Aberglauben feſthalten, gehören die Hotelbeſitzer, die
meiſt dafür ſorgen, daß es in ihrem Hauſe keine Simmernummer
dreizehn gibt. Und wenn ſchon, dann wird dieſes Simmer ge=
wöhnlich
als Beſenkammer benutzt. Neben den Hoteliers gibt es
noch viele Hausfrauen der alten Schule, die beim Wäſchezeichnen
die gefährliche Nummer vermeiden und, wenn das Dutzend voll
iſt, lieber von vorn beginnen. Aeltere Canten und Hausfrauen
in reiferen Jahren ſind es auch meiſtens, die bei Ciſchgeſellſchaften
an der Sahl dreizehn Anſtoß nehmen, während die Jugend eher
geneigt iſt, das Schickſal ein bißchen herauszufordern.
Auch die Cagewählerei, wie es in der Lutherſchen Bibel=
überſetzung
heißt, fängt allmählich an aus der Mode zu kom=
men
. Es gibt kaum jemand noch, der ſich von irgendeiner Unter=
nehmung
abhalten ließe, nur weil zufällig Freitag iſt. Früher
dagegen wurde es an dieſem Cage nach Möglichkeit vermieden,
ein neues Werk zu beginnen, eine größere Neiſe anzutreten, eine
Crauung zu vollziehen, einen Heiratsantrag zu machen, ſich zur
Ader zu laſſen oder ſonſt etwas Wichtiges zu unternehmen.
Am Freitag kann man übrigens am beſten beweiſen, wie
haltlos der ganze Unglücksaberglaube iſt. Selbſtverſtändlich paſ=
ſiert
auch an dieſem Cage manches Schlimme, ebenſo wie an
einem Dreizehnten. Aber auch nicht mehr als an einem beliebigen
anderen Wochentage. Im Gegenteil, wenn man ſchon einen be=.
ſtimmten Cag als Unglückstag bezeichnen wollte, dann hätte der
Sonntag das größte Necht darauf, derſelbe Sonntag, der im
Volksglauben als beſonderer Glückstag gilt. Die Polizeiberichte
aber wiſſen es beſſer. Am Sonntag geſchehen die meiſten Ver=
kehrsunfälle
, am Sonntag werden die meiſten Verbrechen be=
gangen
und am Sonntag paſſieren die meiſten Selbſtmorde. So
iſt die Montagsausgabe der Seitung meiſt eine einzige Unglücks=
chronik
. Aber darüber regt ſich kein Menſch auf. Jedes Unglück
dagegen, das auf einen Freitag fällt, oder irgendwie mit der
Sahl dreizehn zuſammenhängt, wird ſofort als Beweis für die
Nichtigkeit des Unglücksaberglaubens angegeben, wie es über=
haupt
das Weſentlichſte an allem Aberglauben iſt, daß man nur
die ſehr wenigen Creffer verzeichnet, die ungeheuere Sahl der
Nieten dagegen unbeachtet läßt.

In der Cat war kein ernſtes/Wort mehr mit dem Mann zu
reden, er tänzelte vergnügt und gelenkig auf und nieder und ließ
die Primel aus ſeinem Stern bald wie eine Nakete heraus=
ſchießen
, bald klein werden und verſchwinden. Während er mir
ſeinen Canzſchritten und Siguren glänzte, mußte ich denken,
daß dieſer Mann es wenigſtens nicht verſäumt habe, tanzen zu
lernen. Er konnte es wundervoll. Da fiel der Skoxpion mir
wieder ein oder vielmehr Mollu, und ich rief Goethe zu: Sagen
Sie, iſt Molly nicht da?
Goethe lachte laut. Er ging zu ſeinem Ciſch, ſchloß ein
Schubfach auf, nahm eine koſtbare lederne oder ſamtene Doſe
heraus, öffnete ſie und hielt ſie mir unter die Augen. Da lag
klein, tadellos und ſchimmernd ein winziges Frauenbein auf dem
dunklen Sammet, ein entzückendes Bein, im Knie ein wenig ge=
bogen
, der Suß nach unten geſtreckt, in die zierlichſten Sehen
ſpitz auslaufend.
Ich ſtreckte die Hand aus und wollte das kleine Bein an
mich nehmen, das mich ganz verliebt machte, aber ſowie ich mit
zwei Fingern zugreifen wollte, ſchien das Spielzeug ſich mit einem
winzigen Suck zu bewegen, und es kam mir plötzlich der Ver=
dacht
, das könne der Skorpion ſein. Goethe ſchien das zu 2
greifen, ſchien ſogar gerade dies gewollt und bezweckt zu haben,
dieſe tiefe Verlegenheit, dieſen zuckenden Swieſpalt von Be=
gehren
und Angſt. Er hielt mir das reizende Skorpiönchen ganz
nahe vors Geſicht, ſah mich danach verlangen, ſah mich davor
zurückſchaudern, und dies ſchien ihm ein großes Vergnügen zu
mächen. Während er mich mit dem holden gefährlichen Ding
neckte, war er wieder ganz alt geworden, uralt, tauſend Jahre
alt, mit ſchneeweißem Haar, und ſein welkes Greiſengeſicht
lachte ſtill und lautlos, lachte heftig in lich hinein mit einem ab=
gründigen
Greiſenhumor.

[ ][  ][ ]

Merkwürdige Pfändung
Von Gottfried Kölwel.
Da die Bauern von Fuchshofen alles noch lieber als ihre
Steuern bezahlen, ſo ſolgt dem Steuerboten nicht ſelten der
Gerichtsvollzieher in die Häuſer. So kam dieſer eines Cages
auch in das Haus des Niggerlbauern, blieb aber, als er eben an
der Stubentür anklopfen wollte, auf einmal wie gebannt ſtehen
und horchte, denn von drinnen her ertönte lautes, ſchluchzendes
Weinen und dazwiſchen undeutliches Klagerufen. Der Gerichts=
vollzieher
, der nicht bloß das Amtszeichen auf der Mütze, ſon=
dern
auch ein Herz im Leibe hatte, dachte ſchon: Da komme ich
aber zur unrechten Stunde, wenn es ohnehin nichts als Cränen
gibt. Crotzdem verſuchte er, die Cüre leicht zu öffnen, um zu
ſehen, was denn los und ob vielleicht gar ein Unglück paſſiert
wäre. Und ſiehe dal. Inmitten der Stube ſtand ein Cotenbett
und darauf lag der Niggerlbauer mit geſchloſſenen Augen und
verkreuzten Armen und ganz weiß im Geſicht, und ſeine Frau
kniete zwiſchen den Cotenkerzen und verhüllte ihr Geſicht im
Bettleinen. Ihr müßt ſchon entſchuldigen, ſagte der Gerichts=
vollzieher
, nachdem er langſam und vorſichtig eingetreten war
und der Bäuerin ſein Beileid ausgedrückt hatte, daß mich der
Amtsweg gerade heute zu Euch geführt hat. Aber es wird ſich
ſchon beſſer machen laſſen, als es ausſieht. Und er begann ihr
auseinanderzuſetzen, daß er nur ſolche Gegenſtände pfänden wolle,
die ſie nicht allzu nötig habe, um ihr nicht gleich das Getreide
vom Boden herab oder gar ein Stück Vieh aus dem Stall neh=
men
zu müſſen. Nachdem Euer Mann geſtorben iſt, fuhr er

fort, wird es vielleicht am wenigſten drücken, wenn ich ſeine
zurückgelaſſenen Kleider, ſeine Stiefel und Hüte, vielleicht auch
noch ſeinen Kaſten, was Ihr wohl auch nicht mehr für Euch
verwendet, hier ſeine Bettlade, in der er geſtorben iſt, als Pfand
belege. Mein Gott, klagte die Bäuerin, Ihr werdet mir
doch die ſchönſten Andenken an meinen Mann nicht wegnehmen,
und ſuchte dem Gerichtsvollzieher lang und breit auseinanderzu=
legen
, wie ſehr ſie ihren Mann geliebt habe und nichts von ſeiner
Hinterlaſſenſchaft miſſen möchte. Nun ſchlug ihr der Gerichts=
vellzieher
vor, ihm ſelbſt etliche Gegenſtände zu benennen, die
er pfänden könnte; aber ſie ſagte: Ich kann überhaupt nichts
hergeben, ſeid doch nicht ſo grauſam, ich bin eine arme Witwe.
Arm, meinte der Gerichtsvollzieher, könne ſie ſich wohl nicht
nennen, habe ſie doch ein Haus, Feld und Holz, das ihr nun durch
den Cod ihres Mannes allein gehöre. Da werde lie wohl auch
roch etwas für den Staat und die Allgemeinheit übrig haben.
Nicht einen roten Heller kann ich ontbehren, erwiderte ſie, und
ihre Stimme nahn einen hartnäckigen Con an. Denkt doch
nur, was die Leiche jetzt koſtet und wie ſchwer ſich eine Witwe
allein in der Welt tut. Der Gerichtsvollzieher ſtand ſchwei=
gend
da, blickte bald auf den Coten, bald auf die Witwe, dann
wieder lange ſinnend zu Boden, als dächte er bei ſich: Was für
ein ekelhaftes Geſchäft habe ich doch: bedrängten Leuten die
Haut abzuziehen. Plötzlich ſagte er: Frau, ich will Euch
heute allein laſſen und erſt nach der Leiche wiederkommen.
Doch ehe er ſich zur Cür wenden konnte, begann es im
Cotenbett zu raſchelu, als ob Mäuſe und Natten darin wären,
und es zeigte ſich, daß ſich der Cote auf einmal ganz langſam
aufrichtete, die Augen unheimlich weit öffnete, drohend die
Hand hob und ſprach: So wahr ich lebe, ſpricht der Herr: Wer
einem Coten das Bett hinter ſeinem Nücken verpfändet oder
ſeine Witwe in Bedrängnis bringt, dem ſoll die Hand noch bei
Lebzeiten vorfaulen und ſeine Seele wird ewig des Ceufels lein.
Der Gerichtsvollzieher war, bleich vor Schrecken, in die Ecke
der Stube zurückgewichen und erſt, als der Cote wieder lang=
geſtreckt
und mit geſchloſſenen Augen und mit verkreuzten Armen
auf dem Bott lag, wurde er wieder ruhiger. Nun aber kam es
ihm zum Bewußtſein, daß die Witwe ob des aufgewachten
Coten gar nicht ſo erſchreckt geweſen war, wie man doch bei

e
*
Fr. Kellner in Leipzig.
1. Preis im Turnier des Giornale di Sieilia 1896.

Noſa Merker
hochdramatiſche Sängerin am Heſſiſchen Landestheater

Het
Brüfſtelung: Beißi: Rhs di1 nex len gs 5a5 Bat es g5 12 (1o0
Schwarz; ket I05 1d1 e5 Beß 18 G. 35.

einem ſolchen Falle hätte vermuten müſſen, und ſich auch jetzt
noch auffällig gelaſſen verhielt.
Auch jah der Gerichtsvellzieher, wie das Geſicht des Coten
an einigen Stellen die Bleiche verloren hatte, und bei näherem
Hinblicken erkannte er, daß ja der tote Bauer vollſtändig mit
Mehl eingerieben ſei. Jetzt fand der Gerichtsvollzieher mit
einem Male wieder alle Sicherheit; er begann zu lächeln und
lagte zur Bäuerin: Ihr habt einen ſchlechten Cotenbeſchauer
gehabt. Der hätte zu Euch ſagen müſſen, daß Euer Mann noch
immer das Swicken nicht vertragen kann. Und ſchon kniff er
den Bauern derart in die Backe, daß alle Lebensröte mit einem
Male wieder hervorſprang. Vor dem fuchend auferſtandenen
Coten aber knöpfte der Gerichtsvollzieher die Joppe zu, damit
man ja nichts von ſeiner Herzgegend entdeckte, wies auf das
Amtszeichen an ſeiner Mütze und ſagte: Das Gericht iſt nicht
immer ſo leicht zu hintergehen, wie Ihr geglaubt habt. Aber
weil Ihr nun wieder lebendig geworden ſeid und Euere Kleider,
Euere Stiefel, don Kaſten und das Bett noch weiterhin nötig
habt, ſo will ich gütig mit Euch ſein und ſtatt Eueres alten Ge=
rümpels
bloß einen ſchönen Ochſen aus dem Stall mitnehmen.
Und ging hinaus und waltete ſeines Amtes.
Eine hübſche Mitgift
Humoreske von Alphonſe Troziére.
Eines Cages entdeckte Buſſac auf der letzten Seite ſeiner
Seitung eine Anzeige, die ihn i ſüße Cräume wiegte:
Vormund wünſcht ſein Mündel, reizende 20jährige Waiſe,
800 000 Franken Mitgift, an tüchtigen, gewiſſenhaften jun=
gen
Mann, auch in beſcheidener Stellung, zu verheiraten.
Strengſte Moralität und erſtklaſſige Auskünfte Vorbedin=
gung
. Nur junge Leute unter 30 Jahren kommen in Frage.
Briefe nebſt Angabe von Veferenzen unter Chiffre H. H.
an die Zeitung.
H. H., rief Buſſac und ſprang auf. Wem das Mädel zu=
fällt
, der kann allerdings haha lachenl. Naſch ein Blatt von
meinem ſchönſten Briefpapier, damit ich dem Vormund, der ſich
ſo um die Sukunft ſeines Mündels ſorgt und offenbar keine Be=
ziehungen
hat, antworten kann:
Werter Herr! Es wäre vieleicht haſlenswerte Unbeſcheiden=
heit
...." Buſſae hob die Feder auf.
Dieſe zwei Worte treffen den Nagel auf den Kopf, eine paſ=
ſendere
Suſammenſtellung kann man ſich gar nicht denken. Der
Herr H. H. wird ohne Zweifel ſagen: Hm, hm, nicht übel die Vor=
rede
, da ſtockt Raſſe drin. Ich fahre fort
. ... haſſenswerte Unbeſcheidenheit, wenn ich Ihnen alle meine
guten Eigenſchaften aufzählen wollte. Ich überlaſſe es Ihrem
reizenden Mündel, ſie zu entdecken, falls Sie mir geſtatten, ihre
Bekanntſchaft zu machen. Mein Aeußeres beſchreibe ich Ihnen
kurz wie folgt: Haare und Wimpern dunkelbraun, Augen hell=
grau
, Stirn hoch (io hoch wie der Flug meiner Gedanken, werter
Herr), Adlernaſe, Mund mittel, Kinn rund, Geſicht länglich,
Größe 1,65. Meime Stellung im Heer: ehemaliger Feldwebel auf
einem Bezirkskommando. Mein bürgerlicher Beruf: Seichner in
einer Fabrik. Ich erfreue mich einer ausgezeichneten Geſund=
heit
. Außerdem bete ich meine Mutter an und würde ihren ſehn=
lichſten
Wunſch erfüllen, wenn ich ihr als meine zukünftige

D echn
8. A. 8. Larſen im Kovenhagen.
1. Preis im Good Companion=Problemturnier 1920.
Beiß: Eh6 Dg6 Tf2h4 Le2 e5 8b4 (7);
Schwarz; Kes Tb7Ld7 Se7 Be7 G).
Matt in zwei Zügen.
Die beiden heutigen Aufgaben ſind Glanzſtücke.
Löſungen der Aufgaben 320324.
320. J. F. Rietveld. 1. Preis im Probl.=Turnier des Niederländ. Schachb. 1919.
(Eh8 D85 Ta5 41 La745 Bd8 e1 Ba4 e4 13; E44 Db5 Tbs bs Las 42
Sgs Bes e7: 2t.) 1. 1.05bs!
321. 3. Kolodnas. Deutſche Schachzeitung 1926. (Kd8 Dd4 816 Bes: Ke6;
34.) 1. Sf6d5 Kd6 2. Be4: 1. Kb5 2. Db44: 1. ... Kb7 2. Dd6T=
Bie Aufg. 318 ein Fünfſteiner mit D48, der hübſche Wendungen ergibt.
322. W. Meredith. 1. Pr. i. 9. Probl.=Tum. des Cheß Fournal 1891. (Eh6 b4
Tk7 L18 Sb3 bS; Ke5 D43 8a4 Be6 g5 g6: 24.) 1. Db4d2! Das ſchöne
Hauptſpiel beſteht darin, daß d. ſchw. K die Fluchtfeldfreigabe (d6) ausnutzt.
323. M. Towbin u. F. Herzfeld. Chemnitzer Tagbl. 1927. (Kg1 Tb8 Le8 8t1
h3 Bes 14 16: Kh6 Ta3 la4 Bd3 h7; 3½.) 1. Tb8b5 (broht 2. Th54) 1.
1.41 Gerhindert die Feiſelung durch 2.. . Ta1) 2. Se3 I.g4 3. 8Xg4 (k5)4, denn
2. . . . Ta5 hilft nichts. 1. .. . 1.Xb5 2. S12 3. Sg 44. Läuferlenkungen.
324. F. Buchty. Urdruck. (K18 Db3 Tf1 La1 h3 8b6 e7 Bf3 h4: Kr6 Dd4
Ta6 h5 Le4 Sf4 Bc6 e6 g6 h6: 34.) 1. 0b3d5! 6=faches D.Opfer! 1.
Ta6 vb. h58d5 2. Se8+ 3. Se4tt; 1. .. . I, 8,B8d5 2. I.8d4 4; I. ..7a84
2. D8d8 4: 1. ... g5l 2. 1.8441 Kg6 3. DKe4tt: 2. . . Be5 3. Df74
Burde beifällig aufgenommen Herr A. v. S. bemerkt mit Recht, daß Tk1 u. Bf3
durchaus entbehrlich ſind.
Löſerliſte: Reutzel Leo Schott in Pfaffen=Beerfurth, Franz
Buchty in Mäinz, Karl Pflugflder (alle); A. b. S. (38, 32, 334);
Georg Peter (320, 322).

Lebensgefährtin (ein ſtrenges Leben harter Arbeit) diejenige uo.
ſtellen könnte, die ich ſo gerne kennen lernen möchte.
Eines verſichere ich Ihnen, werter Herr; es mag viellen
andere Bewerber geben, die Ihren Anforderungen entſpreckk.
aber es iſt ſicherlich kein einziger darunter, der Ihr liebes Mit
del ſo glücklich machen würde. Ihr ganz ergebener ...."
Buſſac las ſeinen Erguß noch einmal durch und gluckſte da
mit ſeiner Proſa höchſt zufrieden:
Ich finde es wunderſchön. Kurz, aber bündig. Große Hot
nungen mache ich mir weiter nicht, denn in der Heiratslotterig=
es
nicht ſo leicht, eine Perle mit 800 000 Franken zu zie4ht.
Wenn aber der Vormund zu wählen weiß, dann muß mein Bri,
zweifellos einen Ehrenplatz einnehmen.
Swei Cage ſpäter empfing Buſſac zu ſeiner großen Fres
folgende Antwort:
Werter Herrl. Man ſagt, der Stil kennzeichne den Ml.
ſchen. Sie können ſich daher die Rührung meines lieben Mil
dels vorſtellen, als ſie Ihren hübſchen Brief geleſen hat. Auches
hegt jetzt den lebhaften Wunſch, Sie kennen zu lernen. Ader
jungen Mädchen ſind neugierig, und mein Mündel möchte Si=
erſt
einmal anſehen. Wir gehen am Donnerstag ins Schaufvie
haus. Sollte es Ihnen möglich lein, ſich im Café Sum ſtätz, zuf fſt
lichen Bacchus zu befinden, das ganz in der Nähe des Cheatie aut rus duf ei=
liegt
? Während der Pauſe, vielleicht auch nach der Vorſtelu, faf 0 * Dr Odder
werden wir dorthin kommen und eine Erfriſchung zu uns nehm, Le merhd duch e recht.
Damit wir Sie erkennen können, wollen Sie ſich freundlichſt :4 Füh=
einer
Abendzeitung zufächeln und mit der anderen Hand auf 11
Eiſch klopfen. Ich rechne ganz beſtimmt mit Ihrer Anweſen4t
und zeichne ...."
Ein Seufzer des Wohlgefallens ſchwellte Buſſacs Bruſt.
Faſt gewählt, ſagte er, welch’ Schwein! Der Erfolg kan
nicht ausbleiben.
Und der Erfolg blieb auch nicht aus.
Am Donnerstag abend war Buſſac fieberhaft erregt, als z4
in den Fröhlichen Bacchus eintrat. Schüchtern nahm er .. Aie geſa9t,
der Cür Platz und beſtellte ein Glas Bier.
Jedesmal, wenn ſich die Cür öffnete, murmelte Buſſac:

EN
faulf
un
drt Erſa.
Fei halte.
Efaſch, wan

13he zu brotzich aus.
M3 de Dieborierſtroß
uub un wann
Achtung, nehmen wir die vorgeſchriebene Haltung an. Viei Aurendung gehe
Täht erum ge
leicht ſind ſie es.
Dann fächelte er ſich mit einer eleganten Handbewegung ſün die hott mer in
und klopfte auf den Ciſch. Da er nervös geworden war, klopf! M4t, ſolang außer
uoch ſo gut funkt
er lo ſtark, daß der Kellner herbeieilte:
meine Behaufun
Noch ein Glas?
for die heidiche
Nein, ſagte Buſſac, Sie lehen doch, daß ich nach Nich9 Schließlich
ausgetrunken habe. Dann meinte er bei ſich:
Iitverwaldung
Das Café wird immer voller. Wenn das lo weiter 9e91 09 waaß ich n
werden wir bald wie die Heringe zuſammengepreßt ſitzen. 3441 M0 uet uf den
werde mir nicht einmal mehr zufächeln können. Wie ſol mitli Au ſe. Dann
Mrdich daß es al
das junge Mädchen bemerken?
Mit einem Male wurde Buſſac recht unangenehm überraſchttn 2,1 br die ſprech ich 1
Eür junger Mann war loeben eingetreten und hatte Eispoſſers Nuem 9.
beſtelli. Jetzt bewegte ſeine rechte Hand eine Zeitung gleich einem 14ücher 51
2RNegtießu
Jächer hin und her, während ſeine Linke auf dem Marmortiſcht
herumſpielte.
Ein Nebenbuhler, brummte Buſſac, deſſen Geſicht ſich veren
finſterte. Es iſt alſo noch jemand da, auf den die Waſſe miüll
Der zeit
den 800 000 Franken ihre Augen geworfen hat. Wer wird dend
Sieg davontragen? In dieſem Augenblick nehmen, wir bedd
uns höchſt komiſch aus. Das iſt peinlich . ... Oh, Vormund ui4h 19
aus
icen
2lündel, kommt raſch und trefft eure Wahl!

Dieſes Selbſtgeſpräch hielt Bullac, während ſich der Beſteud Me. der
des Fröhlichen Bacchus ſeiner Frau näherte und ihr ins 000 1 Fütere 3in
M Dorfanſten
füſterte:
Ein Bombenerfolg, meine Liebe. Der Käufer wird 1eh zu ms: Zeit dieſe
daß wir ihn nicht getäuſcht haben, als wir ihm ſagten, das Coſs! A 29 kammt ja
Dann jehr lei
lei jeden Abend voll.
Weiß Gott, einen beſſeren Crick, um die Gäſte in Scharenl 7 es Mehr dafür au
M weiteren 9
herbeiſtrömen zu laſſen, konnteſt du gar nicht erſinnen.
ch von den
Das wird noch acht Cage ſo weitergehen, denn bei der Boen genen
ßei Anzahl von Briefen, die ich erhalten habe, rufe ich die Bert M0 4. Setit im näcr
deie Meiſt grundel

werber ſerienweiſe zuſammen.
i Dem Lans
Aber auf eins mußt du in Sukunft achten, Männe, deß 204.
warmen, nicht he

jedem einzelnen ganz genau angibſt, wie er ſich verhalten 19
ie eines un
ſonſt ſind wir geliefert . . .. Sieh mal dahin, da ſitzen zwei Croble9 4
dergewickelt, u
die machrn jedesmal, wenn lich die Cür öffnet, die gleichen 2ſſ
ten Asdeze
Pra
pollen!

Eint täiſt
De Rchind

i Werſltat.

Ree

egmnnnoorrsst
Obige 20 Buchſtaben ſchreibe man auf die 20 Punkte ſo, dub
von folgender Bedeutung erſcheinen: 12 Gewäſſer 23 Lioe
Körper, 34 Inſekt 45 deutſcher Dichter, 51 Gegenteil.
Die Mittelbuchſtaben, richtig abgeleſen, nennen einen be

Spaßverderber.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 38
Kryptogramm.

Morgen iſt auch ein Tag!
Druck u. Verlag: L. C. Witich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 2.Verantwortlich f. d. Rebaktion: Dr. 6. Nette. Fernſpr. 1. 23893392. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. Kliſches: F. Haußmann, alle in ddr.

[ ][  ][ ]

Akabmſtolagsabragfsltitt

der der annere Ox, in ſeine Borniertheit e bische zurickgeſetzt uo un was mer bei ſo Geläächenheite als ſo ſage muß. Un ich
ſehlt und ſpielt die gekrenkt Läwwerworſcht, weil=ſen bei de

Soooche, die Landwärtſchaftlich weer ſoweit aach glicklich dich war, do hott ſchun widder e anner Vereinichung druff ge=
owerſtanne
. Un wie mer ſo do und dort heert, is alles ſoweit luhrt, uff e härzliches Grieß Gott un ſo ſin ſe aach do, un
ter Erfolg befriedricht. ’s mag valleicht ſei, daß ſich der aane, wie gehts, wie ſtehts, un hoffentlich gefellts ihne gut

ſrriskreenung ſchmählich iwwergange hawwe. Awwer däß

ſeit ſich mit de Zeit, dann wann erſt emol ſo e Ox ſeim eichent=
ſche
Zweck zugefiehrt wärd, do wärrn=em hinnenooch alle Ehrn
Wirde gleichgildich ſei; däß is emol ſo im Läwe. Zudem
ſir mer’s ſchließlich eme Ruhmſtick vun auße gornet a, obs
it=eme breisgekreente Ox herſtammt, odder bloß vun aam, der
0 ſchlicht un beſcheide ſein Läwenswäht gange is, un hott
ſG/Henk ſeines hohen Berufs, trei un ergäwe ſei Pflichte gääche
e Landwärtſchaft erfillt, wies eme richdiche Ox äwe zukimmt.
Iwwrichens, ich gewehn mers jetzt, wo ich uff de Landwärt=
haftlich
war, ab, gan, dem wo ich mei beſunner Mißachdung
oricke will, per Ox odder Rindsviech zu tiddeliern, dann wann
uſeniche welcher äwenfalls uff de Landwärtſchaftlich war,
dirt is der im Staud, un dhut weider’s gornet indingniert, ſun=
arſe
faßt die Tiddelatzion for e Auszeichnung uff, un bild ſich
uct was druff ei, wozu er ſchließlich aach allen Grund hott, in=
dm
ſo e Ox odder ſunſt ſo e kommbläddes Rindvieh, unner
unſtend doch e recht wertvoll un hochachtbar Ageläächenheit ſei
ſik.
Awwer abgeſähe vun dem, aach es Menſchemaddrial, was
an ſo begäächent is, un wo zu gud Dreivärdels die Land=
nut
ſchaftlich bevölkert hott, däß warn doch äwenfalls Leit, die
u ſich ihres Wärtes bewußt ſin, un wo demgemäß was vor=
/; kag ſo ausgemärchelte Hungerleider, un vun des Gedankens
käſfe a gekrenkelte Bleichgeſichter, wie mer ſe ſunſt uff Aus=
Arnge zu ſähe krickt, un die wo ſich mit Lukudade un derar=
Iy Erſatzmiddel, zweiden un dritten Ranges, miehſam iwwer
zuſſer halte.
Wie geſagt, die Ausſtellung war nooch inne un auße en volle
Eulch, wann ich perſeenlich aach leider kaa greeßere Eikaaf
uiche konnt. Ich hab mer zwar hie un her de Kobb verbroche,
ich mer net, um de Induſtrie e bische unner die Aerm zu
giſe, ſosen Dambpflug aſchaffe ſoll, awwer däß hett mer doch

1Sche zu brotzich ausgeſähe, wann ich domit Sunndags mid=
s
de Dieborjerſtroß enaus gezackert weer. Aach e Puhl=
ſuh
, un wann ſe noch ſo gut funkzioniert, for die hett ich kag
Rwendung gehatt, die hett mer dehaam in meine Stubb bloß
nWähk erum geſtanne. Allerdings, ſo e kinſtlich Berieſelungs=
y
, die hott mer in de Nas geſtocke, awwer ich hab mer dann
egt, ſolang außerhalb vun meine Behauſung dem Petrus
ioch ſo gut funktzioniert, do reichts mer’s; un innerhalb
meine Behauſung dhuts noch mei alt Gießkann, wann däß
for die heidiche Verhältniſſe e bische e umſtendlich Verſahrn
Schließlich bin ich awwer aach net ſo geſtellt, wie unſer
Sᛋyverwaldutng, um daß ich mer was aſchaffe kann, un hinne=
Mathz waaß ich net, zu welchem Zweck. Däßhalb bin ich aach
ſulge ret uff den Gedanke kumme, mir e Lautſprecheralag azu=
ſſhf
.. Dann erſtensmal, was ich zu ſage hab, däß is net ſo
irt ſ0 ch, daß es alle Leit heern miſſe, un for die, wo 8 geminzt
Li or die ſprech ich laut genuch, denk ich. Dofor hett ich awwer
un unr Borjemagſter Rudolf Mueller gärn aa gewunſche dann
dil icher Himmel, der is im letzte Värdeljohr gornet mehr aus
da 3egrießungsredde erauskumme, kaum daß er mit ganer fär=

hab erſt geſtern zu meine Zwangsmiedern geſagt, 8 wer e wahr
Glick, daß ſie ſo kaa Begrießungsredde zu halte braicht, indem
daß ſie, menſchlicher Vorausſicht nooch, doch alles dorchenanner
wärfe dhet, un vielleicht zu de Landwärtſchaftler däß geſagt
hett, was ſe zu de Elektritzidähtsverbändler hett ſage ſolle, un
an die Kribbelfierſorgler hett ſe am End in Gedanke die
Aſprach gehalte, die wo ſe erſt värrzeh. Dag druff an die Grenz=
gengler
halte ſollt . ...
Nadierlich hott ſich die Spinawachtel dodriwwer gefuxt,
weil ſe halt die Wahrheit net verdrage kann, un jetzt drickt ſe
mir en Kobb hie, un außerdem is ſe beleidicht, weil ſe vun de
Ausſtellungsleidung net zu dem Ehreneſſe for die Breisrichter
eigelade is worrn, indem ſie doch aach en Geilsverſtand hett,
wann ſichs um Warmblieder un Kaltblieder drehe dhet.
Awwer ich hab ſe gedreeſt, un hab=er geſagt, daß weibliche
Sachverſtendiche in dem Fall net in Betracht kemte. Un iwwri=
chens
, hab ich geſagt, weer jo demnechſt widder Grenzgang, do
kennt ſe jo effennduwäll ihr dißbeziechliche Fachkenntniſſe an de
Mann bringe, wann ich aach glagwe dhet, daß ſichs do um lauder
Kaltblieder drehe dhet, mit Ausnahm valleicht vum Hauris
Kunnrad, den wo ich perſeenlich zu de Haaßblieder zehle dhet,
indem der bei de Attacke ſei Talent net halte kennt, un mit ſeim
Vorwitz immer gleich vorne dra weer. Nadierlich hab ich ſe
bei däre Geläächenheit net im Zweifel geloſſe, daß es bei Grenz=
geng
ieblich weer, daß jeder ſei Saches, wo er verkonnſumiern
dhet, ſälbſt bezahle mißt, un daß die Stadt in dem Fall be=
ſunners
druff ſähe dhet, daß, wie in annern Fäll, aach do
nor die beſſere Sorte gedrunke weern dhete.
No, däß hott ſe dann aach eigeſähe wann aach ungärn,
awwer ſie hott doch zugäwwe miſſe, daß däß vun de Stadt aus=
nahmsweis
doch emol e vernimſdich Idee is, un daß ſe uff die
Art ganz ſchee emol e paar Flaſche vun ihrm beſſere Reſchie=
weil
an de Mann bringe kennte, wann’s klabbt.
Iwwrichens, wie ich do neilich die Reſchiewei debadde geläſe
hab, do hab ich net nor en gewaldiche Reſchbäckt krickt ſor de
Weikommiſſion, ſundern aach for=em Kall Ridſert. Kinner,
däß ſin Leiſtunge! ich glaab, ich ging dodebei druff.
Awwer da nu die Abſetzerei vun dem Reſchieweil a’ſchei=
nend
doch noch ſchwiericher is, wie Ei’kaafe, ſo hab ich mir
ernſtlich dodriwwer Gloſſe gemacht, wie mer däre ſtädtiſche Wei=
ſinntflut
abhelfe kennt, ohne daß mer die Bärjerſchaft däß=
wääche
in den Radskeller needicht. Un noochdem ich zimmlich
lang un ſchaff dodriwwer noochgedenlt hab, is mer dann gach e
Erleichdung kumme, die wo ich zum allgemeine Beſte hiermit de
maßgäbliche Stelle zur gefällichen Beachdung empfähle mecht.
Nemlich, ich hab die Beobachdung gemacht, daß bei gewiſſe Feſti=
fidhete
, Eiweihunge un ſo, die wo obligadoriſch mit eme Eſſe
un Muſick abgehalte wärrn, daß die gißerſt gemiedlich und ſchee
verlagfe; mißliche Geſchäftsordnungsdebadde, Schlußadräg un
verſeenliche Bemärkunge ausgenumme, wann ganer aam zu=
drinkt
, odder ſich e nei Flaſch beſtellt gibts do kaa. Es dhet
ſich däßhalb froge, obs net geſcheider weer, wann mer die lang=
weiliche
Stadtratsſitzunge net liewer in de Radskeller verleeche
dhet, un dhet ſe allemol dorch e Eſſe mit Muſick e bische unner=
haltſamer
un friedlicher geſtalte. Im Notfall kennt mer jo e elek=
triſch
Orchäſtrion uffſtelle (wann ſchun unſer ſtädtiſcher Muſick=
magſter
, mit ſeim fleiſchſarwiche Buwikobb net genuch Krach
mache kann mit ſeine Muſicker), un wann aaner in de Hitz iwwer=
zwärch
odder gor unbequem rausſchwätzt, dann drickt de Rudolf
uffs Knebbche un leßt en kräfdiche Marſch ſpiele, bis der ferdich
is mit ſeine Nedd. Un anſtatts wie zeither, wo ſich die ganzelne
Baddeie bloß a gekriſche hawwe, do mißte ſe ſich enanner zudrinke,
un ſtatts daß mer iwwver en Adrag abſtimmt, wärd iwwer en
Adrag abgedrunke, indem die, wo defor ſin, un die, wo de=
gääche
ſin, ſich fo lang enanner zubroſte mißte, bis die aa Baddei
bun de Owwerfläch verſchwinde dhet. Die, wo am lengſte ſtand=
haft
bleiwe, hette dann gewunne. Nadierlich mißte ganzelne

vun unſere Stadtmidder un Stadtvädder, die wo net beſunners
drinkfeſt ſin, noch emol en Kurſus dorchmache, damit ſe net bei
jeder Abſtimmung umfalle; wie beiſpielsweis bei däre Nads=
kellerabſtimmung
, wo ſichs widdermol erwieſe hott, was debei
erauskimmt, wann mer meechlichſt kaam weh dhu, un wann mers
alle Leit recht mache will; e Kunſt, vun dere mer bei uns uff em
Rodhaus merbwärdicherweis immer noch glaabt, ſie weer net
bloß ganz aafach, ſundern ſogar dorchaus meechlich ..."
Wann mer alſo uſf mei Idee ei geht, un verleecht die Rads=
ſitzunge
in de Radskeller, da kann mer dann den Sitzungsſaal als
Kino vermiede, do kimmts meines Wiſſens uff die Auguſtick net
mehr ſo genau a. Alſo: ich ſtelle anheim.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Halt däß wollt ich aach noch raſch
ſage. Nemlich do hott e Beſſunger vun mer behaubt, ich deht zu
de zerſteerende Mächte geheern. Wie kumm ich mer vor, aus=
gerächent
ich, un zu de zerſteerende Mächte als wann
ich dra ſchuld weer, daß ſe de Beſſunger die Kärb verwehrt
hawwe; als wann ich dra ſchuld weer, daß mer die Saubach
kannaliſiert hott; als wann ich dro ſchuld weer, daß ſe de Prinz=
Emils=Gadde bebaue wolle; als wann ich dro ſchuld weer, daß ſe
in Beſſunge Gas un Elektriſch brenne miſſe, anſtatts Kieſpah;
als wann ich dro ſchuld weer, daß ſe 18 Radio erfunne hette;
als wann ich dro ſchuld weer, daß die Heſſefliecher iwwer de
Beſſunger ihre Köbb Storzfliech ausfiehrn; als wann ich dro
ſchuld weer, daß es in Beſſunge kaa Raachfeng mehr gebt, un
kaan Zwiwweltuche un kaan Kordelbrode‟ .. . . alſo, alles
was recht is, un e bische loß ich mer ſchun gefalle, awwer was
zuviel is, is zuviel. Un iwwerhaubt, was ſoll dann däß haaße:
zerſteerende Mächte wie? Säh ich valleicht aus wie=en Meſ=
ſingworm
, was? Bin ich valleicht diejeniche welche, wo ganz
Beſſunge ufffräſſe will, he? Kann ich was dezu, wenn die
altei geſäſſe Bauernſchaft aus Beſſunge verdrengt wärd, un wann
däßhalb de Spinat net mehr uff de Gaß wext, bidde?! Kaun
ich was dezu, wann die Beſſunger ihr Eigenart net beſſer
rausſtelle un loſſe ſich vun Reigeſchmuggelte unnerdricke?
No, Borjemaaſter ſim jo immer e bische begriffsſtutzich, däß
waaß mer jo, awwer daß ſe mich ſo verkenne kenne, Herr Lerch,
däß hett ich mer net draame loſſe; ich, wo ich mei halb Läwe in
Beſſunge zugebracht hab, odder wenichſtens die halb Nacht vun
meim halwe Läwe ach, wann ich noch ans Schoſſeehaus
denk, un an de Ochſe, un ans Hauſte, un ans Breidenbachs
Felſekeller, un an de Maddienspad, un an mein Schorſch, den
Kabbedendarm vun de Fäddſtiwwel . . . . . ich, wo ich in Beſ=
ſunge
mei Jugend geloſſe hab . . . . . un jetzt: Zerſteerende
Mächte, un ſo, . . . . Herr Lerch, bäß ſchmärzt . . .
Dohärngääche hott mer en gewiſſer Offener Brief weiders
kaa Sorje gemacht, ich hab=en mit=eme zuene beantwort, 8
is beſſer ſo; un en Spiechel wärd mer ſchließlich aach hawwe,
wo mern dehinner ſtecke konn

Der zeitgemäße Haushalt.

Bas ſich aus alten Strohhüten alles her=
ſtſelen
läßt. Wenn auch das alte Sprichwort: Hebauf hat
inmer! der Hausfrau beim Verwahren gebrauchter Kleidung
für gäitere Zwecke immer als Richtſchnur dienen ſollte, ſofern ſie
zu ſparſamſten Haushalten gezwungen iſt, muß ſie doch von
F zu: Zeit dieſe Schätze einer ſtrengen Sichtung unterziehen.
Sct dig kommt ja weiterer Zuwachs zu dieſem alten Beſtand,
um dann ſehr leicht dazu, daß ſie eines Tages keine ſicheren
Wilter mehr dafür auftreiben kann, in denen ſie unbeſchädigt
bis ur weiteren Verwendung liegen können. Dies gilt beſon=
dar
auch von den Strobhüten. Selten kann man ſie in der
gun genen Form im nächſten Jahre wieder verwenden, da die
Mde dieſe meiſt grundlegend verändert. Auseinander getrennt,
hug nuit einem Trenn= oder Federmeſſer ſehr raſch getan iſt,
don in warmen, nicht heißem Waſſer eingeweicht und ſchließlich,
uin die Beine eines umgeſtürzten Küchenſtuhles neben=, nicht
al fenandergewickelt, und im Freien getrocknet, ergeben die ge=
lbsR
Borten ausgezeichnetes Material zu allerhand hübſchen
und praktiſchen Gegenſtänden. Mit Braunsſcher Moos= und
Ceferfarbe recht kräftig in verſchiedenen Tönen eingefärbt, er=
gahn
ſie in der bekannten Flechtarbeit, mit Wollſtoff oder
Kfſin unterfüttert, ſehr praktiſche unterlagen für
Schſſeln und Kannen auf dem Eßtiſch. Immer rundum auf
r1ane Fleckchen mit der Maſchine geſteppt, ſodaß die Borten nur
na bei=, nicht aufeinander zu liegen kommen, ſind dieſe auch
aufmdere Weiſe zu fertigen. Im Oval nebeneinander auch
Benent geſteppt und mit Sackleinen unterfüttert, ergeben ſie
al8 zeichnete Badevorlagen;, wie Binſenkörbchen gefloch=
teeKnäuel
= und Handarbeitskörbchen oder Ein=
aüstaſchen
. Kleinere Reſte ſchließlich, auf paſſende Stoff=
ſo
ri nebeneinander geſtexpt, an den Rändern mit Schrägſtrei=
S-onr Batiſt oder Mull eingefaßt und unter ſchwerem Gegen=
fan
gepreßt, im Haus= und Winterſchuh, geben noch trefflichen
Im ſchutz für die Füße.
Viele Freude erwecken aber auch die runden Bauernbettchen
Lwagen für Puppen, in Flechtarbeit aus recht farbenfrohen
hhutborten hergeſtellt, bei unſeren Kindern; ebenſo die be=
ſen
Moſeskörbchen mit halbrundem Verdeck. Stroh=
ätaus
unzertrennbarem Geflecht, vor allem auch Florentiner=
Zwie angegeben eingefärbt, feucht in Form gebracht und mit
bſem Spirituslack geſteift, ergeben noch ganz entzückende
lim enampeln für Wohn= und Kinderzimmer, für den
ſn, Veranda, den Vorſaal oder das Tochterzimmer, die, mit
t oder großen Glasperlen verziert, im Schmucke von zier=
t
Rankengewächs, mit ſtarken farbigen ſeidenen Schnuren
Reäiyr, einen anmutigen Schmuck des Raumes bilden. E. I.
Veerzwiebeln als Rattenvertilgungsmit=
texl
Allenthalben wird heute über das Vorhandenſein von Rat=
telleklagt
und Bekämpfungsmaßnahmen gegen dieſe ekelhaften
ſchüichen Nagetiere getroffen. Das Ausſtreuen von Giften iſt
able dort nicht angebracht, wo Kleinvieh, Katzen, Kaninchen,
Hiiher uſw., gehalten werden. In der Meerzwiebel gibt es
nicn in unſchädliches, den Ratten verderbliches Gift. Um ſie an

den ſcharfen Geruch der Meerzwiebel zu gewöhnen, täuſche man
ſie zuvor einige Tage hindurch mit Klößchen aus Mehl, Fleiſch=
und Wurſtreſten bereitet, denen man täglich eine immer größere
Menge Speiſezwiebeln zuſetzt. Sind dieſe Leckerbiſſen den Ratten
gewohnt geworden, dann verwende man an Stelle der Speiſe=
die
Meerzwiebel, die man unter dieſe Köder miſcht. Nach deren
Genuß gehen ſämtliche Ratten zugrunde.
Gefüllte Wirſingröllchen. Von einem ſchönen
Wirſingkopf löſt man die äußeren großen Blätter, die man in
Salzwaſſer abwellen läßt, um ſie mit folgender Füllung zu
verſehen: ein halbes Pfund Rind= und Schweinegehacktes miſcht
man mit Salz und Pfeffer nach Geſchmack, einen halben Teelöffel
Kümmel, 1 Teelöffel Appels Kapern, 1 nußgroßen geriebenen
Zwiebel und 1 Ei. Gibt von dieſer Maſſe je einen Eßlöffel auf
ein Blatt, rollt dieſes zuſammen, hält die Rollen mit einem
Faden und läßt ſie mit Butter oder Margarine langſam weich=
dünſten
, wobei man von Zeit zu Zeit etwas Fleiſchbrühe nach=
füllt
. Man reicht ſie zu Kartoffelmus.
Alte Hülſenfrüchte gut weich zu kochen. Auch
ſchwer erweichende Hülſenfrüchte ergeben noch ausgezeichnete
Mahlzeiten, wenn man ſie ſo lange im Einweichwaſſer läßt, bis
ſich auf dieſem Schaum zeigt. Dann ſetzt man ſie mit friſchem
Waſſer zum Kochen auf, läßt ſie recht langſam weiterſieden und
ſalzt ſie erſt kurz vor dem Fertigkochen. Bohnen und Linſen,
denen eine kleine Menge Zucker gleich beim Aufkochen beigefügt
V.
wird, erhalten einen beſonders angenehmen Geſchmack.
Speiſen=Zettel:
Sonntag: Süße Weinſagoſuppe. Haſenklein im Reisrand,
geſchm. Birnen.
Montag: Schwarzwälder Kartoffeln.
Dienstag: Rindfleiſch m. Meerrettichſoße u. Semmelklößchen.
Mittwoch: Reis mit Pfifferlingen und Tomatenſoße.
Donnerstag: Bunter Gemüſetopf.
Freitag: Kartoffelſalat mit gebackener Scholle.
Samstag. Arme Ritter mit geſchmorten Birnen.

CK. Vom luſtigen Onkel Sam. Feine Leute. Haben Sie
Erfahrungen mit Kindean? fragt die Dame das neue Mädchen. Nein,
Madame erwidert dieſe. Ich habe immer bei feinen Leuten gedient.
Erkennt ſich au. Der kleine Johnny begleitet die Mama beim
Schuheinkauf. Als der Verkäufer mit dem Anprobieren beginnt, ſagt
er: Die erſten 10 Paar Schuhe brauchen Sie erſt garnicht zu zeigen,
die nimmt ſie doch nicht. Das Abendkleid. Ich möchte gern
das entzückende roſa Kleid im Schaufenſter haben, ſagt die Dame. Tut
mir leid, Miß, erwidert der Verkäufer, das kann ich Ihnen nicht geben,
das iſt der Lamperſchirm. Moderne Hinderniſſe. Du mußt
jetzt auch endlich Geld verdienen, ſagt der Vater zum Sohne. In
Deinem Alter arbeitete ich für drei Dollar die Woche in einem Geſchäft,
und nach 5 Jahren kaufte ich mir einen eigenen Laden. Das geht heute
nicht mehr, erwidert der Sohn nachdenklich. Jetzt hat man Regiſtrier=
kaſſen
. Koſtſpielige Sache. ,Bevor ich Sie traue ſagte der
Standesbeamte zu der Filmſchauſpielerin, muß ich nach der Verordnung
des Geſetzes erſt ihre früheren Heiraten aufnehmen. Um Gotteswillen!
ruft der künftige Gatte, und unten wartet der Taxameter!

Humor des Tages.
Sag mal, lieber Freund, wann bekomme ich denn die geliehenen
20 Mark von dir zurück?
Was heißt wann?. Bin ich ein Wahrſager?
CK. Allerlei Humor. Auch ein Erfolg. Nun, hatten Sie
in dieſem Jahr in Ihrem Garten einen guten Ertrag? Na, und ob!
Meines Nachbars Hühner haben den erſten Preis auf der Geflügel=
Ausſtellung bekommen. Die Gelegenheit. Nächſten Montag
kommt die neue Köchin, teilt die Frau ihrem Gatten mit. Welch ein
Ereignis! ruft dieſer. Was wirſt Du bei dieſer Gelegenheit anziehen?
Ballgeſpräch. Der Charleſton wird ſchon allmählich eintönig.
Meinen Sie nicht auch? fragt der ſchlechte Tänzer ſeine Dame. Ach ja,
ſeufzt dieſe. Wollen Sie mir nicht einmal auf den anderen Fuß
treten? Gefährlicher Sieg. Watum weinſt Du ſo Jungchen,
fragt die Dame den kleinen Knaben. Ach ſchluchzt dieſer mein
Bruder und ich, wir haben gewettet, wer ſich am weiteſten aus dem
Fenſter herauslehnen kaun, und er hat gewonnen. General=
probe
. Als ich Ellen einen Antrag machte, da lehnte ſie ihren Koof
an meine Schulter und ſchluchzte rührend, aber ſchließlich hob ſie ihr
Köpfchen, ſah mich ſo freundlich an, legte ihre Arme um meinen Hals
und ..." Hör bloß auf, das kenne ich. Ich hatte vorher mit ihr ge=
probt
. Worauf es ankommt. Wenn Du mir einen Korb
gibſt, Helene, dann werde ich nie wieder eine andere lieben. Das iſt
alles gut und ſchön, Herbert, aber wirſt Du auch Dein Gelübde halten,
wenn ich Ja ſage? EinHundeleben. Ihr Mann beklagt ſich
immer, er führe ein Hundeleben, ſagte die Nachbarin. Das tut er
auch wahrhaftig. Er kommt immer mit ſchmutzigen Füßen nach Hauſe,
macht ſichs am Feuer bequem und wartet, bis er gefüttert wird.
Durch die Blnme. Der Blumenhändler hält ſich wirklich an das
Schlagwort: Laßt Blumen ſprechen. Wieſo denn? An jede
Rechnung, die er mir ſchickt, iſt ein Sträußchen Vergißmeinnicht ge=
bunden
.

[ ][  ][ ]

Spitzenſtoffe
die allerneueſte Mode
War man ſich noch vor wenigen Wochen über
die neue Linie vollkommen unklar, ſo ſtehen die
Formen der kommenden Mode heute ſchon mehr
oder weniger feſt. Man hat ſich ſoweit die nach=
wirtägliche
Mode in Frage kommt für die
glockige Linie entſchieden und man darf demzu=
folge
von den neuen Modellen ſehr ſchöne und an=
mutige
Wirkungen erwarten. Die Glockenform iſt
unbedingt graziös und jugendlich und läßt wie
jede Linie, die unten weit aufſpringt die Hüften
und damit die ganze Geſtalt ſehr ſchlank erſcheinen.
Die neuen Materialien ſind ſehr abwechſlungs=
reich
. Neben dünnen Seiden, wie Georgette und
Gaze, begeguet man häufig dem glänzenden Krepp=
Satin. Als neuartig gilt ein beſonders weicher
Velour=Chiffon, der ſogenannte Gaze=Chiffon, der
trotzdem es ſich ja um eine ausgeſprochene
Samtart handelt ebenſo ſchmiegſam iſt wie die
dünnſte Seide, ſo daß den ſamtartigen Geweben,
die bisher immer die Tendenz hatten, die Träge=
rin
ſtark zu machen, in Hinkunft keineswegs mehr
mit Mißtrauen begegnet werden müſſen wird.
Einen breiten Raum in der herbſtlichen Mode
nehmen die verſchiedenen Spitzengewebe ein,
was inſofern ſehr berechtigt erſcheint, als ſich die
neue Linie in dieſem Materiale ganz vortrefflich
ausdrücken läßt und die in Glockenform gearbei=
teten
Spitzenkleider faſt immer jene Beſchwingtheit
haben, die für die diesjährige Mode richtunggebend
iſt. In der Regel pflegt man Spitzenſtoffe mit
anderem Materiale zu kombinieren, und zwar kom=
men
für dieſen Zweck alle gegenwärtig im Moden=
bilde
erſcheinenden Phantaſiegewebe in Frage:
Georgette, Gaze, Velour=Chiffon, Krepp=Satin
uſw. ergeben mit Spitze zuſammengeſtellt ganz
ausgezeichnete Effekte.
Auch die neueſten Modetöne laſſen ſich in die=
ſem
Material ganz hervorragend gut zur Geltung
bringen, da der Spitzenſtoff jede Farbe gut auf=
nimmt
. Die Modefarbe für den Nachwittag und
Abend (denn nur für ſolche Gelegenheiten kommt
Spitze in Frage) iſt vor allen Dingen ſchwarz. Da=
neben
ſieht man aber auch viel rötliche und lila
Töne, ferner ein feines Beige mit jenem ſchon bekannten Roſen=
holz
=Stich, der aus der Mode ſchon Jahr und Tag nicht ver=
ſchwindet
. Auch ein zartes, mattes Mandelgrün wird viel zu
ſehen ſein und verſchiedene braune Schattierungen verſprechen
ſchon jetzt, viel Beachtung zu finden. Die Art eines Spitzen=

Neue Friſuren
Genau ſo, wie uns jede Saiſon neue Formen
und Linien der Mode bringt, zeitigt ſie auch neue
Typen auf dem Gebiete der Haartracht. Iſt es
doch nur allzu verſtändlich, daß auch der Haar=
ſchnitt
Wandlungen unterworfen iſt, und ins=
beſondere
während der letzten Jahre wird auf
dieſem Gebiete viel mehr Neues geboten als ehe=
mals
, da man einſehen gelernt hat, daß der rich=
tige
Haarſchnitt für die Eigenart der Frau ſehr
maßgebend ſei.
Der Friſeur muß heutzudage unbedingt Künſt=
ler
ſein, und darum hat ſein Gewerbe das Hand=
werksmäßige
nach und nach vollkommen abge=
ſtreift
. Der ſchöpferiſche Haarkünſtler muß, die
Eigewart der Frau und ihre Aufmachung richtig
erfaſſend, die Figur dementſprechend halten und
der Individualität der Trägerin vollauf Rech=
nung
zu tragen verſuchen.
Man ahnt kaum, wie arges Unheil ein Fri=
ſeur
anrichten kann, der nicht Meiſter ſeines
Faches iſt! Unterlaufen doch gerade auf dieſem
Gebiete ſo unendlich viele kraſſe Stilloſigkeiten,
die die Frau nicht nur in das ungünſtigſte Licht
ſtellen, ſondern ſie bisweilen ſogar lächerlich zu
machen vermögen. So ſind zum Beiſpiel kleine,
unterſetzte Geſtalten mit übertrieben ſtiliſiierten
Friſuren, das heißt eiwa mit allzu ſchlichten,
glatten Köpfen oder aber mit allzuvielen Locken=
garnierungen
ſicherlich ſchlecht beraten, da ſich nur
Idealgeſtalten Exzentrizitäten auf dieſem Gebiete
leiſten dürfen.
Bekanntlich tobte lange Zeit ein Kampf um
die Frage, ob man kurzes Haar tragen oder bei
der langen Friſur bleiben ſolle. Der Sturm des
Für und Wider hat ſich gelegt, die Wogen ſind
geglättet und man ſteht dieſen Fragen unbedingt
ruhiger gegenüber. Die Frauen haben ſich in
dieſem Falle wie ſchon ſo oft wieder ein=
mal
ihre Geſetze ſelbſt geſchrieben. Jede Dame
trägt eben die Haartracht, die ihr paßt und die
ihrer Eigenart zukommt.
Strenge Profile und charakteriſtiſche Geſichter
tun ſicherlich trotz der unbedingt vorherrſchenden
Mode des kurzgeſchnittenen Haares Unrecht daran, die lange
Haartracht aufzi geben, denn es iſt auf dieſe Art leicht denkbar
die Eigenart des Geſichtes vollkommen zu verwiſchen, ja noch
ſchlimmer: der Stil der Perſon und die ganze Erſcheinung könn=
ten
unter Umſtänden durch das kurze Haar ſehr in Mitleiden=
ſchaft
gezogen wverden.
Der Bubenkopf iſt für weiche, anmutige Phyſiognomien das
Richtige und auch für den ſportlichen Frauentypus ſehr ent=
ſprechend
. Natürlich gibt es innerhalb der kurzen Haartracht ſo
unendlich viele Varianten, daß jedem Wunſche und jeder Mode=
richtung
auf dieſem Gebiete Rechnung getragen werden kann.
Allenfalls muß man es ſich zur Regel machen, blonde Köpfe weich
zu friſieren, dunkle Figuren aber etwas ſtrenger zu halten.
Um über die neueſten Friſuren, die für den Herbſt und Winter

kleides iſt (mehr als dies bei jedem anderen Gewebe der Fall
wäre) ganz von ſeiner Linie abhängig, denn es laſſen ſich aus
ein und derſelben Spitze durchaus jugendliche, wie andererſeits
auch ganz damenhafte Linien erzielen. Wir zeigen in unſerer
Modellgruppe verſchiedene neue Spitzenkleider=Typen:

maßgebend werden ſollen, einen erſchöpfenden Ueberblick zu
geben, haben wir einige Modeköpfe im Bilde feſtgehalten.
Da ſieht man ganz oben eine reizende Friſur für einen flotten
Jungmädchenkoff: dunkles, ganz glatt geſtrichenes Haar, das ſeit=
lich
über die Ohren reicht und vorn als Stirnfranſe glatt
abgekantet wird. Es iſt dies die Friſur, die von den bekannten
Dolly=Siſters den weltbekannten Tanzſtars, getragen wird, die
ſeit Jahr und Tag New York und Paris in Atem halten und
infolgedeſſen auch auf allen erdenklichen Modegebieten einen ge=
wiſſen
Einfluß e langt haben.
Will eine Blondine ſich eine einfache Friſur zurechtlegen, ſo
wird ſie ſie allenfalls etwas weicher halten als die eben beſchrie=
bene
, womöglich ſeitlich ſcheiteln und großen Waſſerwellen über
den Ohren den Vorzug geben (zweite Reihe rechts),

Für ältere oder korpulente Damen wird mamn
auch dem Spitzenkleide einen mantelartigen Cha=
rakter
zu geben verſuchen und ein ſolches Modem
gern mit fremdem Materiale kombinieren. Als
Beiſpiel hierfür führen wir die erſte Skizze aus
unſerer Gruppe an: Dieſes Kleid iſt aus ſchwar=
zer
oder broncefarbener Spitze mit gleichfarbigem
Georgette gedacht. Der Sattel, die obere Parten
der Aermel und der zackig und in Glockenform an-
geſetzte
Volant beſtehen aus Spitzen, alles anderen
iſt Georgette. Aus dieſer Seide beſteht auch dem
breite, fiſchüartige Reverskragen und der ſchmale/
Gürtel, der dieſes Kleid zuſammenhält. Das un=
durchſichtige
Seidenunterkleid iſt in ſeiner Vorder=
bahn
, die beim Auffliegen dieſes Mantelkleidess
ſichtbar wird, mit Georgette belegt.
Ganz anderer Art iſt das im Mittelbilde feſt=
gehaltene
, ärmelloſe abendliche Kleid, das zum
Unterſchied von dem vorherbeſprochenen Modelln
durchaus jugendlich wirkt und angeſichts der rund=
geſchnittenen
, ſtark glockig fallenden Rockpartie denm
Inbegriff der kommenden Mode darſtellt.
Dieſes Modell bringt eine ganz reizende Ver=
bindung
von Georgette mit Spitzeneinſätzen, dies
im Oberteile in Zackenform, in der Rockpartie inn
Bogen angeordnet ſind. Man kann" für dieſess
Kleid auch vorhandenes Reſtmaterial ſehr gut ver=e
wenden. Ein ſolches Modell nimmt ſich falls es:
in Schwarz ausgeführt wird auf einem roſa= türkisfarbenen Unterkleide ſehr gut aus. Eine
gleichartig ſchattierte Blume bilder an der Schulter
immer eine reizende Garnierung des Kleides, wie
überhaupt die Kunſtblume aus dem Modenbilde
kaum mehr verſchwinden dürfte, da man jetzt ihren /
Einfluß auf den Geſamteindruck des betreffenden
Kleides richtig einzuſchätzen weiß.
Als eine Verbindung zwiſchen der Verarbei=
tung
von Spitzeneinſätzen und einem breiten Vo=
lant
desſelben Spitzenſtoffes iſt das letzte Bild
aufzufaſſen, das hier zwar ärmellos gezeichnet iſt,
aber auch mit langen Aermeln für nachmit=
tägliche
Gelegenheiten zu gebrauchen wäre. Dieſes
Modell könnte man in allen erdenklichen Schattie=
rungen
herſtellen und wird auch hier Georgette
oder Gaze mit dem Spitzenſtoffe zuſammenſtellen.
Da die Rockpartie wie früher angedeutet als
ſeitlich geſchlitzter Spitzenvolant aufzufaſſen iſt,
erweiſt ſich ein Unterkleid als notwendig, das man
da es ja ganz undurchſichtig, ſein muß am beſten aus
Krepp=Satin arbeitet, da dieſes Material an ſich ſehr dekoratib
ausſieht. Eine Blume wirkt ſeitlich (als Ausgangsſtelle des Vo=
lants
) ſehr elegant, wird meiſt vielfarbig gehalten, zeigt aber in
der Hauptſache die Schattierung des betreffenden Kleides.

Daneben zeigen wir eine jugendliche Locken=
friſur
(links). Auch dieſer Kopf wird ſeitlich ge=
ſcheitelt
, das Haar aber enger und durchlaufend
gewellt, was eine ſehr kapriziöſe und anmutige
Kopfform ergibt.
Eine dieſer Friſur ſehr ähnliche iſt als Mittel=
bild
zu ſehen. Auch hier ein ſeitlicher Scheitel,
doch bleiben die Seitenpartien etwas glatter bzw.
größer gewellt, während die Locken als ſogenann=
ter
Hahnenkamm auf die Kopfmitte konzentrienl
ſind. Jugendlich wirkende Frauen kleidet dieſe
Friſur allerliebſt und wirkt zum abendlichen
Kleide ſehr apart.
Für durchaus ſportliche Frauentypen wähll
man noch immer den ganz kurz gehaltenen Haal=
ſchnitt
, eventuell mit ſeitlichem Scheitel und aſe
gedeuteter Stirnlocke. Die Ohren bleiben ſſen
trotzdem im allgemeinen die Tendenz zu verzeich
nen iſt, die Ohren wieder mit Haar zu verdeckel=
Für den Abend nimmt ſich auch eine Frifu.
mit ſchlichtem Mittelſcheitel und Nackenlocken kel=
zend
aus und iſt derart herzuſtellen, daß man di=
Haar entweder im Nacken etwas nachwachſe‟
läßt (und am Tage zu einer ſchlichten, kleinen
Rolle eindreht) oder aber am Tage glattes, kurze
Haar trägt und abends falſche, auf einen Rüne
kamm montierte Locken aufſteckt.
Vielfach behauptet man in Fachkreiſen, db
dies den erſten Schritt zu einer wieder in Re
Vordergrund tretenden Kamm=Mode bedenſe
(unterſtes Bild).
Rechts neben dieſem Kopfe ſieht man, oeb
auch der ſchwere Knoten ſeine Berechtigung Ne
keineswegs ganz verloren hat und ſicherlich
allerdings als Ausnahmeerſcheinung im Mooe
bilde ſehr vornehm und eigenartig wirken M0ſ
Reich afourierte Strümpfe
ſind eine Neuheit, die unbedingt mit der wie
ganz feminin gewordenen Mode in Zuſamme..
hang zu bringen ſind. War zur Zeit der Oi
gonne=Linie jeder Phantaſieſtrumpf verpönt. l
im Modebilde geradezu undenkbar, ſo haf Ne
nach und nach wieder zu ideenreicheren Typen gegriffen. Ss"
gann mit den ſchüchternen Verſuchen, ſeitliche Ajouren, De k
wiſſermaßen aus dem Zwickel hervorkommen, in Mode z!.!"
gen, und da dieſe Anregung allgemein mit Beifall aufgenoſ.
wurde, baute man dieſe Neuheit weiterhin aus und darf i.S
kunft Strümpfe erwarten, die in ihrer Vorderbahn reiche...
mentale Ajouren bringen. Natürlich muß der Schuh im."
ſolchen Falle ganz beſonders einfach ſein, um nicht etwa.
ladene Effekte zu zeitigen. Die Amerikanerin geht in dieſer?
inſofern noch einen Schritt weiter, als ſie den Strumpl
dem betreffenden Kleide abgeſtimmt beſtickt, oder ab.
Muſterung des Modells angepaßt, bemalt. Sicherlich wirl"
ſich hierzulande vorderhand an ſolch übertriebene Neuheitel."
heranwagen und ſich mit den giourierten Strümpfen beig‟.

24

Am C

findet auf dem Hof
Geburtstages des

Gärtnerei
Bal

ie
Von Ka
V

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Der Polizeispitzel von Chicago
Eine geheimnisvolle Affäre in 6 Akten von ungeheurer Wucht
und Spannung aus der größten Verbrecherstadt der Welt

Ein Film mit schönen Frauen und sonnig-kessen Jungen!
Von Liebe und Leid, von Tändelei u. rauschenden Festen
Ein fesselnder Reigen in 6 Akten!
Spielzeug schöner Frauen
Ein Wellenspiel des Lebens von Liebe und Leid
In den Hauptrollen: Ruth Weyher, Evi Eva, Ellen Kürti,
Ellzza La Porta u. a. m.
(14711

Mndenbargeehrang
Am Samstag, den 1. Oktober 1927
56 Uhr nachmittags
findet auf dem Hofe der Kaſerne in der Alexanderſtraße anläßlich des 80jähr.
Geburtstages des Herrn Reichspräſidenten eine ſchlichte, eindrucksvolle
Kundgebung ſtatt, zu der die Verbände des A. D. W. hierdurch höflichſt
eingeladen werden.
Bei ungünſtiger Witterung in der auf dem Hofe liegenden Otto Berndt=Halle.
Sammlung der Verbände 4.30 Uhr nachmittags am Opernkaffee, Theaterplatz.
Einzeleinladungen erfolg. demnächſt durch die Herren Vorſitzend. der Verbände.
25140)
Der Arbeitsausſchuß des A. D. W.

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empfiehlt die
Gärtnerei C. M. Buchholz
Babenhausen in Hessen.

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Anfang 19 Uhr
Ende nach 21.30 Uhr
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Die vier
Grobiane
Muſikal. Luſtſpiel in
3 Aufzüg. /4 Bildern)
Muſikaliſcher Leiter:
Max Rudolf
In Szene geſetzt von
H.=E. Mutzenbecher
Bühnenbild:
L. Schenck von Trapp.
Mitwirkende:
Margarete Albrecht
Anna Jacobs
Paula Kapper
Ellen Kißling
Käthe Walter
Theo Herrmann
Alfred Karen
Hans Komregg
Heinrich Kuhn
Eugen Vogt

Spielwart: Fr. Wilde
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Waſſerhöhe . 3,85 m
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Waſſerwärme vorm.
7 Uhr 170 C.
Woogs=Polizei=Wache.

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Heute nachmittag 4 Uhr (14728
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Städt. Orcheſter
Leitung: Konzertmeiſter Löſche.
Eintritt 30 Pfg.
Bei ungünſtiger Witterung Saalkonzert.

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Heute
und folgende Tage
Der diie desld
ds 8 Uhr

Operette in 3 Akten von R. Kessler.

(Annellese von Dessau, II. Teil)

und folgende Tage

abends 8 Uhr
Musik von Robert Winterberg.

Jummerierte Saalplätze von 1.50
zonntagskarten: Kiosk, Ernst-Ludwigsplatz bis 0 Uhr abds., Verk-Bür0 912 Uhr, Kasse Orpheum ab 3 Uhr. Tel 389.

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Hotel Prinz Heinrich
J. Zimmermann
Heute Sonntag abend
BBamilien-Konzert
Von Küche und Keller das Beste.
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Jeden Sonntag
KONZERT
nachmittags 47, abends 811/, Uhr
Bekannt gute Küche Mittagstisch von 122 Uhr
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Rummelspezialbier im Ausschank
Ia offene Weine Kaffee Torten
Großer Festsaal für Versammlungen und Vereins-
Festlichkeiten
Inh.: Karl Heidenreich.

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Casino-Restauranz
Vereinigte Gesellschaft
Ecke Rhein- und Neckarstraße
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Erstklassige Küche.
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offen und in Flaschen (*25213gmg
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Darmſtadt

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Freitag, den 30. September
abends 8 Uhr
im Städtiſchen Saalbau

AusSTELLUAG
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Feſtrede: Abgeordneter Dingeldey
Hindenburg=Film
Film: Was Steine erzählen ..."
Hiſtoriſche und vaterländiſche
Erinnerungen.
Konzert der Vereinigung
ehem. Militärmuſiker.
Nach der Feier:
Geſelliges Beiſammenſein mit Tanz
Eintrittskarten zu 0.50 , 1.K und
2 auf der Geſchäftsſtelle der
D. V. P., Rheinſtr. 22, Fernruf 1304
und im Verkehrsbüro am Schloß.

Liederzweig
Samstag, den 1. Oktober 1927, abends 8 Uhr
auf dem
Heiligen Kreuz in sämtlichen Räumen

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abends 8½ Uhr, im Saale des Gaſt=
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der Firma Karl Arnold & Söhne (Klavier-Arnold), Elisabethenstr. 28,
freundlichst zur Verfügung gestellt
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Beginn 3 Uhr
Kassen-Oeffnung 2 Uhr

Eintrittspreise: für Abonnenten Mk. 1.00
für Gäste . . . Mk. 1.25
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den 27. und 28. September 1927
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Beginn der Trainingsabende anfang
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in Darmſtadt errichtet habe. Es wird mein Beſtreben
ſe n, die geehrten Behörden und ſonſtige Kundſchaft
in jeder Weiſe zufrieden zu ſtellen und bitte bei
Vergebung von Bauarbeiten um Mitberückſich=
tigung
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Darmſtadt

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Nan hat nun einmal
fcte des franzeſicheru
un erweiſt ſich das fi.
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ſetzut ſich ganz anders,
rrin ſch an Ueberraſt
ſ-ut ſchon an, manchm4
füe ufällig gekommen
Lie Sowjets tun all
äus treich einen Druck a
Helt, daß zwiſchen
cnis in der Schulden
Eit zbſiche Regierung
A Juli damals wur
ugen unterbrochen
j Stuldenfrage zurückgeko
fuspſti einen Brief mit
W identen der Schul
mlih merkwürdiger
Eu ſeinen Brief de
iſ0 Regierung mit ihre
Am offiziöſer Seite
g der Frage der ruſſ
un der diplomatiſchen
ine ſeitens der Komn
ſue der diplomatiſchen
micen; man möchte ger
Meiß zuſtande bringen
huusziehen, bis ſich
Jommuniſtiſchen Umtr
Die Aktion der Recht
koleum hinter der ga.
Merbare Flüſſigkeit,
mech ſchnüffelt. Oder
Petroleums, ſond
Wie dem auch
auzzöſiſch=ruſſiſchen Str
eit tung wirtſchaftlicher
ſte Tatſache beſtehen,
iſiche Agitation in Fr
(bochwächung hängt da
vill in Frankreich nicht
nt reifen, und jetzt vor
Der Kampf inn

Aoſchewiſtenhe
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Iie der ganze
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ſtis die Hoffnu
Nun wird di
Al gedämpft.
koſſene Partei
Drnuniſten ſel
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e der Obaio
M Erfolg bleiben
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Siott, der im ao
Hache der Partei
Iin Gegenſcht zur
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ainße Ktrch

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