Einzelnummer 10 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 244 Samstag, den 3. September 1927. 190. Jahrgang
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Gewalt wie Krieg. Aufruhr Strelt uſwp. erliſcht
jede Verpſſchtung auf Erfüllung der
Anzeſgen=
guſträge und Teſtung von Schadenerſat. Bel
Konkurs oder gerſchtiſcher Beſtrelbung fällt ſeder
Nabat weg. Banklonto: Deuſche Bank und
Darm=
ſädter und Natlonabanf.
* Aafgüden der deuſcen Tmſcafisgonit.
oswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius über die wirtſchaftliche Lage Deutſchlands: Die Reparationsverpflichtung zwingt
Aufnahme von Krediten. — Abſchluß von Handelsverträgen. — Zollherabſetzungen. — Friedlicher Wettbewerb mit
Ausland. — Anwendung des Qualitätsgrundſatzes in den Reichsverkehrsanſtalten und in den Verwaltungen.
ein Drittel geſunken. Demgegenüber iſt die Lohnhöhe der gelern= Einfuhr. Wenn bei dieſer Lage die Ausfuhr ſich annähernd auf
Die Tagung der deutſchen
ten Arbeiter um 81 Prozent geſtiegen.
dr gleichen Höhe wie zurzeit des ſtärtſten Herausſtrömens der
Ware in der Depreſſion des Jahres 1926 halten konnte, ſo wird
Als ſchwerſte Feſſel der deutſchen Wirtſchaft wirkt ſich der . man ſie, ohne optimiſtiſch zu erſcheinen, als gut behauptet be=
Induſtrie in Frankfurt.
Dawesplan aus.
zeichnen können. Dieſe Symptome ſind daher nur natürlich=
e mrat Duisberg über die gegenwärtige
deutſche Wiriſchaftslage.
8Belebung der Wirtſchaft, trotz Rückgang der Zahl der
tisloſen überaus ernſte Beſorgniſſe wegen des Rück=
8 üfr Ond
4 der Ausfuhr, wegen der zunehmenden Verſchuldung
liolands, wegen der ungeheuerlichen Ziusverpflichtungen
negen der Unmöglichkeit der Erfüllung des Dawesplans.
Frankfurt a. M., 1. September.
ſe große diesjährige Tagung des Reichsverbandes der
Nr Induſtrie wurde am geſtrigen Freitag nachmittag er=
ONBER jachdem am Donnerstag eine gemeinſame Sitzung des
Alns und Vorſtandes und am Freitag eine Sitzung des
ſisſchuſſes vorangegangen waren. Die Tagung war
außer=
lie ſtark beſucht. Es waren etwa 2000 Gäſte und Mitglie=
Evem ganzen Reich erſchienen, darunter der Reichsfinanz=
Dr. Köhler, der Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius,
yriſche Miniſterpräſident Held, der preußiſche Handels=
Dr. Schreiber, ſowie die Vertreter der übrigen
Reichs=
utsbehöten und der in= und ausländiſchen Preſſe.
r Vorſitzende, Geheimrat Prof. Dr. Duisberg,
eröff=
d” einem einleitenden Muſikſtück die
Mitgliederverſamm=
nd begrüßte die erſchienenen Gäſte. Mit dem Wunſche,
e Tagung einen an Eindrücken reichen Verlauf nehme,
ſtDder Verſicherung, daß auch die Induſtrie ihre Intereſſen
e* Erhaltung und Feſtigung des Staates unterordne, lei=
M imrat Luisbeng zu einem Treugelöbnis auf den
Reichs=
en übrr. Unter den Glückwünſchenden, die ſich in
weni=
loven zum 80. Geburtstag Hindenburgs zuſammenfinden,
it in vorderſter Linie die deutſche Induſtrie. Zum
Aus=
e dankbaren Geſinnung, die die geſamte deutſche Indu=
In Reichspräſiderten entgegenbringt, wurde beſchloſſen, ein
Gurigstelegramm an Hindenburg abzuſenden. Bevor
Ge=
tirt Duisberg das Wort zu den angekündigten
Vor=
teilte, nahm er ſelbſt in großen Zügen Stellung zur
Aärtigen deutſchen Wirtſchaftslage. Er
us, daß bereits bei der Dresdener Tagung im vorigen
leire Belebung der Wirtſchaft eingetreten war.
le Millionen auf annähernd 576 000
ge=
näiſt. Aber die Belebung der deutſchen Wirtſchaft erſtreckte
der Hauptſache faſt ausſchließlich auf den Binnenmarkt.
NAusfuhr deutſcher Waren konnte kaum geſteigert werden.
WVorkriegswerten gemeſſen, liegt der deutſche Export noch
Aewpa um ein Drittel unter der Ausfuhr des Jahres 1913.
Mäzit der deutſchen Handelsbilanz betrug in den Jahren
Un 1926 insgeſamt 4 Milliarden und wird im laufenden
Mein auf über 4 Milliarden anſchwellen. Dieſes Defizit
A.sher nur durch Aufnahme ausländiſcher Anleihen
aus=
werden. Wenn auch Anleihen an ſich nicht bedenklich
Ribt doch die gegenwärtige Verſchuldung
Deutſch=
izu ernſter Sorge Anlaß. In den letzten drei Jahren
ganzen 10 Milliarden Mark neuer Schulden
aufgenom=
hurden, von denen 6 Milliarden auf das Inland und
den auf das Ausland entfallen. Hinzu kommt noch die
aldung der Landwirtſchaft, die auf rund
lurden angewachſen iſt. Einſchließlich der
Aufwertungs=
nergibt ſich eine
iolverſchuldung Deutſchlands von 23,1 Milliarden RM.,
e jührliche Zinfſenlaſt von rund 2 Milliarden bedeutet.
man dazu die Daweslaſten, die vom nächſten Jahre an
arden betragen, ſo werden die jährlichen Zins=
Aläi chtungen Deutſchlands auf mindeſtens 4,5 Mil=
Nern ſteigen. Das iſt mehr als das Doppelte der Vor=
In dieſen Zahlen aber iſt noch nicht die kurzfriſtige
MMeung einbegriffen, die namentlich gegenüber dem Aus=
Ahrlich iſt. Cs muß in Deutſchland das Verſtändnis für
ahren einer zu großen kurzfriſtigen
Ver=
a ng geweckt werden, um die bisherige fehlerhafte Kre=
Rtosſt abzuſtellen. Eine Geſundung unſerer Wirtſchaft
dem Wege der Kreditpolitik allein überhaupt nicht er=
Narden. Nur eine umfaſſende Wirtſchafts=, Sozial= und
halit” kann hier Abhilfe ſchaffen. Ein weiteres
eim dafür, daß die deutſche Wirtſchaft noch
eundet iſt, zeigt eine Betrachtung der
dilität. Von einer auch nur einigermaßen aus=
Den Rente kann nicht die Rede ſein. Im Jahre 1926
aen den S0 an der Verliner Börſe notierten Aktiengeſel=
Saig überhaupt keine Dihidende verteilt, das ſind 384
Die Durchſchnitsdividende aller dieſer
Aktiengeſell=
betzug nur 68 Prozent gegenüber 1002 Prozent im
Drs iſt alo gegenüber der Vortriegszeit um annähernd
ausſtellen. Da nach dem Plane ſelbſt die deutſche Lebenshaltung übrigen die gegenwärtige Konjunktur an ſich geſund oder
unge=
wirkungen unſerer bisherigen Wirtſchafts= und
Finanzpolitik iſt der Geiſt, der dieſe beſeelt. Es
für die Warenerzeugung zu tun. Aber auch im kleinen und klein= ſtehen,
Waren auf das unbedingt Notwendige zurückführen. Ferner
Mitglieder nur alle zwei Jahre noch zuſammenzurufen. Die tigten Stagten abgeführt. Im gleichen umfange wird die
dem Reichsverband angeſchloſſenen Fachverbände mögen dieſem
Beiſpiel folgen. Abſchließend betonte Geheimrat Duisberg
noch=
mals die Bedeutung des Binnenmarktes, auf dem die
Landwirt=
ſchaft eine ausſchlaggebende Rolle ſpielt. Eine geſunde
Landwirtſchaft iſt aber auch ein
nationalpoliti=
der Tagung ſteht die für den Export wie für den Binnenmarkt
gleichwichtige Frage der Qualitätsarbeit, die einen
wich=
tigen Angelpunkt für die Aufwärtsbewegung unſerer Wirtſchaft
bedeutet.
Die Mahnungen Duisbergs
zur Sparſamkeit, zur Zurückhaltung bei Feſten Gefahren. Lernt die deutſche Wirtſchaft ſie als ſolche nicht er=
und zur Förderung der deutſchen Wirtſchaft
durch den Kauf deutſcher Waren wurden mit lebhaf= ſchaft der übrigen Welt verlieren.
tem Beifall aufgenommen. Obwohl ſämtliche Reden die
Wun=
den der deutſchen Volkswirtſchaft klar darlegten,
kann man als Reſums doch die Worte Duisbergs betrachten, daß
zum Peſſimismus kein Grund vorliege und daß es
auf den Wegen der deutſchen Qualitätsarbeit Dieſes Ziel darf auch während einer Inlandskonjunktur nicht
gelingen wird, die deutſche Volkswirtſchaft
Ubeſentlichen bis heute angehalten hat. Einen Gradmeſſer auch innerhalb der Veltwirtſchaft wieder zur
Entwicklung bildete die Zahl der Arbeits=Geltung zu bringen. Unter dieſem Bewußtſein ſtand auch
Hie im Laufe der letzten zwölf Monate von die Begrüßungsanſprache des Vorſitzenden des gaſtgebenden Ver= lägern, zu einem anderen — wahrſcheinlich größeren Teil — in
bandes Mitteldeutſcher Induſtrieller, Landrichter a. D. Dr. Verbeſſerungen und Vergrößerungen des deutſchen Produktions=
Braun, der die kolofſalen Leiſtungen des deutſchen Volkes einle apparates ihre Anlage gefunden. Die Frage, ob dieſe Anlage
drucksvoll ſchilderte und den lebhaften Beifall der Verſammlung volkswirtſchaftlich zweckmäßig war und künftig ſein wird, kann
hatte, als er ſein Bedauern darüber ausſprach, daß ſelbſt ein
Uebermaß der Leiſtungen und Zugeſtändniſſe nicht dazu geführt
hat, daß der deutſche Boden von der fremden Beſatzung befreit
würde, ein Ziel, das nicht zur im deutſchen, ſondern im Inter= ein „uternehmen, Deſchildet und dies nur dann jun wird
eſſe der ganzen Menſcheit läge, — Oberbürgermeiſter wenn de. Lorteile, die er ſich bei gewiſſenhafteſter Pritfung von
Dr. Landmann ſtellte den Beſtrebungen der Induſtrie nach
Qualitätsarbeit die Bemühungen der Städte gegenüber, Qualis bleiben, daß Zeiten einer verſtärkten Inlandsnachfrage auch
wie=
tätsmenſchen heranzuziehen, und verlangte aus dieſem Streben, der andere Zeiten folgen und daß für dieſe der Weg geſteigerter
heraus mehr Verſtändnis für diejenigen Ausgaben im kommus deutſcher Erzeugung ins Ausland offen gehalten bleiben muß.
nalen Haushalt, die eine Erhaltung und körperliche ſowie geis Der Gedanke, daß die deutſche Wirtſchaft vermöge ihrer
Kapital=
ſtige Förderung des deutſchen Menſchen ermöglichten.
Curtius” Wirtſchaftsrede
auf der Induſtriellen=Tagung.
des Reichsverbandes der Deutſchen Induſtrie überbrachte der Güter behindern lag der Wirtſchaftspolitik zugrunde, die ich im
Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius die Wünſche der Reichs= Anſchluß an die Ergebniſſe der Weltwirtſchaftskonferenz in
vegierung ſowie der Preußiſchen Staatsregierung für den Ver= meiner Hamburger Rede ſkizziert habe und die von uns
folge=
lauf der Tagung. In Anknüpfung an das zur Erörterung richtig forgeführt werden muß. Nachdem Deutſchland durch
ſter folgende Ausführungen:
ueberblickt man den Verlauf der wirtſchaftlichen geſtellt, die nunmehr durch die Weliwirtſchaftskonferenz alge=
Entwicklung ſeit etwa eineinviertel Jahren, ſo zeigt ſich ein meine Billigung gefunden hat. Es hat das Syſtem der
Ein=
raſcher Aufſtieg in der Menge der in Deutſchland erzeugten und Ausfuhrverbote bis auf wenige im weſentlichen durch die
Güter, in der Zahl der beſchäftigten Arbeiter, der ſich ziemlich entgegengeſetzte Wirtſchaftspolitik anderer Staaten bedingte
gleichmäßig auf Konſumgüter und Produktionsmittel verteilt. Ausnahmen beſeitigt und ſich auf Grund der in der Zolltarif=
Dieſe Belebung unſerer Wirtſchaft
hat zu neuen Inveſtitionen angeregt und gleichzeitig die Kauf= breiter Tarifbaſis zu gelangen. Dies iſt gegenüber vielen
Län=
kraft der wiederum in die produktive Tätigkeit eingetretene dern auch gelungen.
Arbeitsloſenmaſſen neu erweckt. Das verlangte naturgemäß eine
erhebliche Vermehrung der Rohſtoffeinfuhr, die
noch zu der wegen der ſchlechten Ernte des Vorjahres
notwendi=
gen großen Nahrungsmitteleinfuhr hinzukam. Auf einzelnen
Gebieten, z. B. in der Textilinduſtrie, auf denen der Bedarf be= daß infolgedeſſen ein erheblicher Teil der zu Verhandlungszwecken
ſonders dringend hervortrat, konnte auch die ausländiſche Fer= eingeführten Zollſätze in ihrer autonomen Höhe längere Zeit in
tiginduſtrie, die verhältnismäßig wenig beſchäftigt war, aus dem Geltung blieb und damit die deutſchen Zollmauern an einzelnen
Aufſtieg der deutſchen Konjunktur Nutzen ziehen. Alle dieſe Mo= Stellen über das bei Verabſchiedung der Zolltarifnovelle als
Die uns zugemuteten Leiſtungen werden ſich als untragbar her= und bieten keinen Anlaß zu ſonderlicher Beunruhigung. Ob im
nicht unter ein beſtimmtes Mindeſtmaß ſinken und unſere Wäh= ſund iſt, wie ſich ihre weitere Entwicklung vorausſichtlich
geſtal=
rung nicht angetaſtet werden darf, wird eine Reviſion un= ten wird, darüber möchte ich mich heute nicht äußern. Eine
vermeidlich ſein. Angeſichts dieſer Grundlage haben wir ſolche Tagesfrage würde auch ſchlecht in das Programm des
um ſo mehr die Pflicht, unſere Wirtſchafts= und Finanzpolitik Reichsverbandes paſſen, der ſich mit Recht eine
lang=
der Not der Zeit anzupaſſen. Schlimmer als die Aus= friſtige Aufgabe, das Qualitätsproblem, zum Gegenſtand
ſeiner diesjährigen Erörterungen geſtellt hat. Ich halte dieſe
Wahl für glücklich und glaube, daß ſich unſere führenden
Wirt=
iſt ein Widerſinn, daß ausgerechnet das zuſammengebrochene ſchafter jetzt, wo die Währung ſtabil und die erſte große Kriſe
Deutſchland den höchſten Funkturm, die längſte Rennbahn und übenwunden iſt, mit Recht wieder darauf einſtellen, ihren
Be=
die größte überdeckte Tennishalle Europas haben will. Wir trachtungen etwas längere Zeiträume zugrunde zu legen. Für
bauen Waſſerſtraßen und Lagerhäuſer, ſtatt zunächſt alles einmal Deutſchland bleibt eine Reihe wirtſchaftlicher Sonderfaktoren
be=
ſten müſſen wir uns einſchränken und die Einfuhr ausländiſcher der wichtigſte Faktor liegt in der Reparationsverpflichtung.
müſſen wir weniger Verſammlungen mit den unvermeidlichen Allmählich werden von Deutſchland große Teile ſeines Volksein=
Feſten abhalten. Der Reichsverband beabſichtigt daher, ſeine kommens auf Grund des Dawesplanes an die
reparationsberech=
deutſche Kapitalbildung vermindert, und zwar zweifellos unter
das Maß hinunter, das notwendig iſt, um die deutſche Wirtſchaft
auf dem der Weltentwicklung und dem Bevölkerungszuwachs
eut=
ſprechenden Stande zu halten. Die Entziehung dieſer
Summen zwingt Deutſchland, wenn es ſeinen
Produk=
ſches Erfordernis allererſten Ranges. Im Mittelpunkt tionsgpparat ſachgemäß erneuern und zur Erhaltung ſeiner
Wettbewerbsfähigkeit verſtärken will, große Summen, im
Auslande aufzunehmen. Das Hineinſtrömen dieſer
Kredite muß in der deutſchen Wirtſchaft, Konjunkturbewegungen
erzeugen, deren Schwankungen weder mit den Konjunkturen
des Auslandes übereinſtimmen, noch mit den Bewegungen der
Vorkriegszeit verglichen werden können. Dieſe Eigengeſetzlichkeit
deutſcher Konjunkturen während der nächſten Jahre birgt gewiſſe
kennen, ſo kann Deutſchland leicht den Anſchluß an die Wirt=
Durch Nehmen von draußen und Geben nach draußen den
höchſtmöglichen Wirtſchaftsgrad zu erzielen, muß der
maß=
gebende Geſichtspunkt deutſcher Handelspolitik ſein.
aus dem Auge verloren werden. In der gegenwärtigen
Auf=
ſtiegsepoche ſind große ausländiſche Kapitalien der deutſchen
Wirtſchaft zugefloſſen. Sie haben zu einem Teil in
Waren=
nicht von ſtaatswegen entſchieden werden. Sie kann nur der
Wirtſchafter ſelbſt beurteilen, der unter eigener Verantwortung
der Inveſtition dieſer Mittel verſpricht, groß genug ſind, um die
Belaſtung zu rechtfertigen. Der Geſichtspunkt muß maßgebend
verflechtung mit dem Auslande im beſonderen Maße darauf
an=
gewieſen iſt, die
Verbindung mit dem Weltmarkt
zu ſuchen und ſich von inneren und äußeren Hemmungen frei=
In ſeiner Erwiderung auf die Begrüßung des Vorſitzenden zuhalten, die eine ungeſtörte „Kommunikation wirtſchaftlicher
ſtehende Thema der Qualitätsarbeit machts alsdann der Mini= Ueberwindung der alle Verhältniſſe umwerfenden Inflation und
durch Ablauf des Zwanges zu einſeitiger Meiſtbegünſtigung und
Es iſt nicht ganz einfach, im gegenwärtigen Augenblick die zur Gewährung zolfreier Kontingente ſeine handelspolitiſche
wirtſchaftliche Lage Deutſchlands vollkommen zu überblicken. Freiheit wiedergewonnen hatte, hat es ſich in die Richtung
ein=
novelle den vergröberten handelspolitiſchen Sitten angepaßten
Verhandlungszölle bemüht, zu Meiſtbegünſtigungsverträgen auf
Es iſt nicht Deutſchlands Schuld, daß es nicht gelang, mit
allen für Deutſchland wichtigen Ländern zu
Handels=
verträgen zu gelangen,
mente erklären die in den letzten Monaten weſentlich geſteigerte, dauernd gedachte Maß beſtehen blieben. Inzwiſchen iſt es ge=
Seite 2
Samstag den 3. Geptember 1927
Nummer
lungen, durch den Abſchluß des deutſch=franzöſiſchen
Handels=
vertrages wieder einen Schritt in der Richtung verſtändiger
euro=
päiſcher Handelspolitik zu tun. Der Inhalt des Vertrages iſt
gewiß nicht in allen ſeinen Teilen voll befriedigend, weder für
uns, noch auch für Frankreich. Aber man darf feſtſtellen, daß
auf beiden Seiten die Genugtuung über die nach dreijährigen
ſchweren und wechſelvollen Verhandlungen erzielte
Verſtändi=
gung das Mißbehagen über nicht voll erfüllte Hoffnungen weit
überwiegt. Von den drei Anforderungen, welche an geſunde
Handelsverträge geſtellt werden müſſen und die in dieſer Weiſe
von der Weltwirtſchaftskonferenz geſtellt wurden, ſind zwei
er=
füllt: Die allgemeine und bedingungsloſe Meiſtbegünſtigung
wird wechſelſeitig zugeſagt; die dieſer Meiſtbegünſtigung noch
anhaftenden Schönheitsfehler werden nach einigen Monaten
automatiſch verſchwinden. Ferner werden beiderſeits auf breiter
Front vertragsmäßig gebundene Herabſetzungen der bislang im
wechſelſeitigen Verkehr erhobenen Zölle eingeräumt. Was die
Dauer des Vetrages anlangt, ſo liegt ein weſentlicher Fortſchritt
darin, daß mit ihnen die Periode auf wenige Monate
be=
ſchränkter Proviſorien überwunden iſt. Mit dem Abſchluß dieſes
Vertrages haben ſich die deutſche und die franzöſiſche Regierung
gemeinſam auf den Boden der Beſchlüſſe der
Weltwirtſchafts=
konferenz geſtellt und für die Konſolidierung der europäiſchen
Wirtſchaftspolitik alles getan, was durch einen auf zwei Länder
beſchränkten Handelsvertrag geſchehen kann.
Das Handelsvertragsſyſtem Europas
iſt noch nicht abgeſchloſſen, denn der deutſch=franzöſiſche Vertrag
bedeutet auf dem Wege zum Ziele nur eine bedeutſame Etappe.
Es werden, daran iſt nicht zu zweifeln, weitere Verhandlungen
Frankreichs mit dritten Ländern folgen und auch für Deutſchland
bleibt noch vieles zu tun. Erſt das Geſamtergebnis wird über
Erfolg oder Mißerfolg der von der Weltwirtſchaftskonferenz
ge=
förderten Beſtrebungen zur Wirtſchaftsſolidarität Europgs
ent=
ſcheiden. Für Deutſchlands Anteil an der Weiterentwicklung
er=
öffnen der abgeſchloſſene Vertrag mit Jugoſlawien ſowie die in
gutem Zuge befindlichen Verhandlungen mit der Tſchechoſlowakei
durchaus erfreuliche Aſpekte. Eröffnet ſomit die jüngſte
Ver=
gangenheit und die nächſte Zubunft günſtige Ausſichten auf die
weitere wirtſchaftspolitiſche Entwicklung Europas, ſo dürfen wir
doch nicht verkennen, daß auch Momente zu Tage treten, die
weniger günſtig ſind und dartun, daß die in Genf empfohlenen
Richtlinien noch nicht in allen Ländern zu einer klaren
Orien=
tierung der Wirtſchaftspolitik geführt haben. Wir werden, deſſen
können Sie gewiß ſein, uns nicht durch freudige Gefühle über
erreichte Fortſchritte in Sicherheit wiegen laſſen. Aber etwas von
dem, was Sie für ſich im Bereiche Ihrer Aufgaben in Anſpruch
nehmen, darf ich auch für uns von Ihnen erbitten: Etwas
Ver=
trauen in die Produktivität verantwortungsbewußten
Unter=
nehmertums. Der fortſchreitende Ausbau unſeres
Handelsver=
tragsſyſtem wird dem Deutſchen im Ausland und dem
Aus=
länder in Deutſchland die Möglichkeiten friedlichen Wettbewerbs
in geſteigertem Umfange erſchließen. Auf die Dauer können aber
die Wirtſchaften Europas nur dann ihre alte Höhe behalten,
wenn ſie ſich auf die Erzeugung hochwertiger Qualitätswaren
einſtellen.
Aber nicht nur in der Wirtſchaft ſelbſt müſſen die
Voraus=
ſetzungen gegeben ſein, um ein Höchſtprodukt deutſcher
Leiſtungs=
fähigkeit zu erzielen. Auch die großen, dem Reiche gehörenden
Verkehrsanſtalten der Bahn und der Poſten müſſen das Ihrige
beitragen, um den Abſatz dieſes Produktes zu erleichtern. Und
ſchließlich muß auch in der Verwaltung des Reiches, der Länder
und der Gemeinden, die ſämtlich mit der Wirtſchaft in engſter
Fühlung arbeiten, der Qualitätsgrundſatz verwirklicht werden.
Er wird der kommenden Verwaltungsreform zugrunde liegen,
die von dem Gedanken getragen ſein muß, nicht viel, aber
erſt=
klaſſige Regierungsarbeit zu leiſten. Ziel dieſer
Verwaltungs=
reform muß es ſein, durch ſachliche Zuſammenfaſſung und
zweck=
mäßige Aufgabenverteilung die Güte der Verwaltung zu
ſtei=
gern, gleichzeitig aber ihre Unkoſten herabzuſetzen. Dem gleichen
Ziel dienen die Verhandlungen über die Steuervereinheitlichung
und über den Finanzausgleich, die der Sache nach andere Seiten
desſelben Problems darſtellen. Es kommt darauf an, alle dieſe
für das geſamte Staatsleben wichtigen Reformen ſo zu geſtalten,
daß die materielle Laſt, die für ſie der Wirtſchaft auferlegen, auf
ein Mindeſtmaß zurückgeführt wird. Es muß erſtrebt werden,
die heute erſchwerte und noch ſtark zerſplitterte Kapitalbildung
in Deutſchland wiederum zu erleichtern und zu vereinheitlichen.
Gelingt es der heute zum großen Teil auf Leihkapital aufge=
heranzugehen, die ſie heute, mit fremden Gelde arbeitend, als
zu riskant ablehnt, und ſie wird gleichzeitig widerſtandsfähigr
gegen die Folgen von Konjunkturrückſchlägen, die dann, wenn
auch ſeltener, immer noch auftreten werden. Verflechtung in die
Wirtſchaft und Bildung eigenen Kapitals ſind die beiden großen
Aufgaben, welche die deutſche Wirtſchaftspolitik der nächſten
Zukunft löſen muß.”
Von Kaſimir Edſchmid.
Geheimrat Kaſil über: „Wirtſchaftspolitiſche
Der Produktionsfaktor „Arbeit”. — Verſchärfter
Konkurrenz=
kampf auf dem Weltmarkt. — Die Qualitätsproduktion
erſchwerende übergroße ſteuerliche Belaſtung. — Mehrarbeit
und Arbeitszeitgeſetz. — Kartellpolitiſche Maßnahmen und
Facharbeiternachwuchs.
Hierauf ergriff das geſchäftsführende Präſidialmitglied des
Reichsverbandes, Geheimrat Kaſtl, das Wort zu einem
einſtün=
digen Vortrage über „Wirtſchaftspolitiſche
Voraus=
ſetzungen für deutſche Qualitätsarbeit‟ Er
er=
örterte zunächſt grundſätzlich die Bedeutung der
Quali=
tätsarbeit für die Volkswirtſchaft und umriß dann
die wirtſchaftspoltiſchen Vorausſetzungen, wie
ſie die deutſche Induſttie zur Erreichung des Zieles
einer deutſchen Qualitätsarbeit für notwendig hält.
Deutſchland gehöre zu den Ländern, für die heute mehr denn je
ausſichtlich auf mindeſtens 4,7 Milliarden ſchätzen müttel
wendig ſeien vor allem organiſatoriſche Maßnahmen
Verringerung der Kriſenverſorgten. In dieſem Zuſammf
kam der Vortragende auch auf das Arbeitszeitnoo
zu ſprechen, das ſich heute beſonders erſchwerend ausmt
ſtellte die Frage: Wie kann in einem Land=e mil
cher Kapitalarmut und derartig hohen
a=
tigen Verpflichtungen freiwillige Mehm.
beſtraft werden?! Beſonders bedenklich ſei es ac
für Mehrarbeit eine beſondere Vergütung vorgeſchriebenn
und daß das Geſetz ſelbſt als angemeſſene Vergütung
25prozentigen Zuſchlag zum Lohn bezeichnet. Das ſei zin
höchſt bedenklicher Verſuch, auf geſetzlichem Wege dern
des angemeſſenen Lohnes feſtzulegen. Danach ſtreifte
tragende die Tarifpolitik der Reichsbahn umd
wobei er kurz auf die Frage der Tarifreform, die Verke—m
im allgemeinen und die Poſtgebührenerhöhung einggn
wandte ſich ſogann der deutſchen Handelspoltik Qu
Jahre zu. Die vielleicht übertriebenen Erwartungen, d
fach an den
Beginn der neuen Handelsvertragsepoche
die Qualitätsleiſtung von ausſchlaggebender Bedeutung
iſt. Der Vortragende begründete dieſe Anſicht mit einer
ſyſtema=
tiſchen Darſtellung der Rolle, die heute, nach den Verſchiebungen
ſeit dem Kriege, die drei großen Produktionsfaktoren, Boden,
Kapital und Arbeit, in Deutſchland ſpielen. Die Verluſte an
Rohſtoffen und landwirtſchaftlichen
Überſchuß=
gebieten infolge des Vertrages von Verſailles
und die enormen Erſchütterungen, die das deutſche Kapital
durch=
zumachen hatte, geben im heutigen Deutſchland dem
Pro=
duktionsfaktor „Arbeit” eine ganz beſondere
Bedeutung. Geheimrat Kaſtl ging in dieſem Zuſammenhang
ausfürlich auf unſere Außenhandelsentwicklung ein. Er ſtellte
die Frage, was zur Verbeſſerung der Handelsbilanz zu geſchehen
hebe, und beſchäftigte ſich grundſätzlich mit der Frage „Export
oder Binnenmarkt?” in dem Sinne, daß nur die
geeig=
nete Verbindung beider Ziele der richtige Weg iſt.
geknüpft worden ſeien, hätten ſich jetzt zwar nur zum !
füllt, deshalb brauche man aber das Ergebnis unſerer E
politik nicht als geringfügig oder bedeutungslos hi=
Die Bereitwilligkeit Deutſchlands, ſeine Zölle abzuba en
aber leider das Ausland nicht zu einem gleichen Entsnku
men veranlaßt. Der berechtigte Schutz des inneren Maah
der Zwang zum Export mache eine deutſche Handelspu
der mittleren Linie notwendig. Die deutſche Induſtrie e
an einer internationalen Wirtſchaftsverſtändigung —n
Senkung des internationalen Zollniveaus mitzuarbefig
nur Schritt für Schritt und Zug um Zug. Beſonders
Zur Förderung des Binnenmarktes wie auch zur
Förde=
rung des Exportes ſei gleicherweiſe die Qualität ein
aus=
ſchlaggebender Faktor.
Auf dem Weltmarkt habe ſich der Konkurrenzkampf
in=
folge des geſtiegenen Angebotes und der beſchränkten Nachfrage
ſtark verſchärft. Wiſſenſchaft, Arbeiter und Unternehmer
müßten ſich darüber klar ſein und danach handeln. Daneben ſei
es aber auch Aufgabe des Staates, alle die Bedingungen auf
den verſchiedenen wirtſchafts= und ſozialpolitiſchen Gebieten zu
ſchaffen, die die qualitativen Spitzenleiſtungen erſt ermöglichen.
In dieſem Zuſammenhang forderte er für den deutſchen
Produk=
tionsprozeß möglichſt große Bewegungsfreiheit und für den
Abſatz alle auf dem Inlands= und Auslandsmarkt möglichen
Er=
leichterungen und Sicherheiten.
behandelte ſchließlich der Vortragende noch
die Kartellfrage
ſowie die Berufsausbildung. Die heutige Kanf
gehe von veralteten Begriffen über die Kartelle aus, ſſng
man längſt zu einer vernünftigen Politik der Wirtſchaf 5-H
tung oder der Wirtſchaftsförderung gekommen, ſtatt nu in
polizei zu treiben. Die Verhinderung der ſe
ſchleuderei ſei eine wichtige Vorausſetz-1üff=
die Erzeugung von Qualitätswaren. Die
gingen mehr und mehr dazu über, die Produktion der an
ſenen Mitglieder zu beeinfluſſen, ſei es auch bei ihnen 15,
Die Belaſtung durch zu hohe Steuern erſchwere ganz
be=
ſonders die Erzeugung von preiswerter Ware mit hoher
Oualität.
u da
den 4
rmäf
In dieſer Hinſicht ſei die Entwicklung der öffentlichen Finanzen
in Deutſchland eine Gefahr. Die gegenwärtige ſteuerliche
Belaſtung ſtünde zu einer geſunden Wirtſchaftsentwicklung in
unüberwindlichem Widerſpruch. Das müſſe insbeſondere von den
Ländern erkannt werden, deren Steuerbedarf gegenüber der
Vor=
kriegszeit trotz erheblicher Entlaſtung in den Aufgaben am
mei=
ſten geſtiegen ſei. Bei ihnen müſſe beſonders die Vereinfachung
einſetzen. Angeſichts dieſer Beſchränkung der
finan=
ziellen Bewegungsfreiheit ſei jede echte Kapital=
Neu=
bildung unterbunden und die Konkurrenzfähigkeit unſerer
Pro=
duktion auf dem Weltmart faſt unmöglich. Im Anſchluß hieran
ging der Vortragende auf die geld= und
kreditpoliti=
ſchen Verhältniſſe innerhalb unſeres Wirtſchaftslebens
ein, deren notwendige Stetigkeit in den letzten Monaten mehrfach
bedenklich geſtört worden ſei, insbeſondere durch übertriebene
Zumutungen an den Kapitalmarkt. In den beiden letzten
Jah=
ren ſei die Beſchaffung langfriſtiger Kredite für mittlere und
klei=
nere Induſtrieunternehmungen beſonders dringend geweſen.
Man ſei ſich über die Bedeutung gerade des kleinen
und mittleren Unternehmertums für die
Qualitäts=
arbeit vollkommen einig, und man müſſe die
Schwierig=
keiten der Kreditbeſchaff ung mit allen Mitteln aus
dem Wege zu räumen verſuchen. Auf dem Gebiet der
t alſo wir
91 2as belg
ſozialpolitiſchen Laſten,
die ebenfalls zu einer Verteuerung auf der
Produktionskoſten=
ſeite führen, machte Geheimrat Kaſtl vor allen Dingen darauf
aufmerkſam, daß die Geſamtbelaſtung durch die ſozialen
Ver=
ſicherungen im Jahre 1926 4,5 Milliarden gegenüber 1,4
Milliar=
den 1913 betrug, und daß man für 1927 die Sozialbelaſtung vor=
altete Betriebe, die den Qualitäts= und Rentabilitätscrnüte
nicht mehr genügen, ſtillzulegen. Durch Normung, T ſem=
und Spezialiſierung der Verbandserzeugniſſe, durch Sier), die den
des Austauſches von Erfahrungen und durch Kalkulat1sA nſſü
ſungen werde qualitätsfördernd gewirkt. So verdränge F 49 den Länd
kulationskartell immer mehr das Preiskartell. Auch d tw ugen wird di
gehende Anwendung der Verbandsmarke wirke qualität. ſe” im in
In dieſen und anderen Formen diene das Kartell auc, me
rechtigten Intereſſe des Verbrauchs.
Die Notwendigeit eines hochwerktigen gewerblidd
Facharbeiternachwuchſes
zeige ſich gerade hinſichtlich der Qualitätsfrage heute mMhnVandervelt
je innerhalb der Induſtrie. Der Gedanke einer Beruf:t/ Dieſe Wendu
der Induſtrie breche ſich immer mehr Bahn. Beſonders ceMl M in den letzt,
ſei das neuerdings erzielte Zuſammengehen des Hand,pi4
der Induſtrie in dieſer Frage. Die Förderung /M4 ſndte und ihm
rufsansbildung zum hochqualifiziertenfel, Einſetzung
arbeiter ſei eine Lebensfrage für die Fm=ſiA ſiegen. Genau
Sie müſſe ſich durchſetzen trotz der Angriffe durch die Beliche
Uebereinf=
organiſationen. Damit werde auch eine Verbeſſerung /MnAbſchluß ſtand
aller Arbeiter erreicht. Geheimrat Kaſtl ſchloß ſeine auzzeridl n erwieſen, di
lich eingehenden Ausführungen mit der öffentlichen Beudtg Miß. Welche
daß der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie bei ſen 141 ige im eige
ſchaftspolitiſchen Arbeit nur das eine große Ziel vor A/4 109 brüſſel zur
den wirtſchaftlichen Wohlſtand des geſamten deutſchnBitch 0 nicht übe
en belgiſche
und aller ſeiner Schichten zu heben. Dieſer Wohlſtand ve ?Uüſtſche Rebzu
nach ehernen ökonomiſchen Geſetzen von der Volksgeſctei/, hird auch
die Volksgeſamtheit erkämpft werden. Nur wenn das Um 40 doch in der
ziviſchen den einzelnen Berufsgruppen des deutſchen Feß9
Ngierungsr=
den Hintergrund treten und vor allem bei wirtſchaftEd /0üſg beneiden
gen nicht die Parteipolitik, ſondern die wirtſchaftliche- Eml, z ſpielen b.
entſcheiden würde, ſei für Deutſchland, die Möglich=e/ g00 Me Stellung
Rien eine Darf
Wiederaufſtiegs gegeben.
Den Abſchluß der heutigen Tagung bildete ein Vwig!1 und wohl
Georg Müller=Oerlinghauſen über „Deutſcl? 79 n wird. Wir
den Weltmärkten”
i8 aus gefügt
Es iſt ja u
en Botſchafte
Die Frauen der Märchen, der Romantik
Die Literatur iſt immer von der idée fixe des Engeltums
bei den Frauen belaſtet geweſen. Die Frau als Engel! Es
gibt hier eine faſt akademiſche Tradition. Die Romantiker ſelbſt
hatten eine ſchwere Mühe, ein Thema con variazioni zu ſchaffen.
Sie mußten zu Verzauberungen und dem tollſten imaginären
Hokuspokus greifen. Aber wohin kamen ſie? In die
Nachbar=
ſchaft der Märchen, wo die Frauen wie aus Glas ſind. Wer
erinnert ſich nicht, welche ſeltſame Lebeweſen als Prinzeſſinnen
durch die deutſchen Legenden gehen. Ach, ſelbſt die Zauberer
haben in den Märchen keine Macht über die Liliengrazie jener
Mädchen, welche ſie gefangen halten und die offenbar,
unaus=
geſprochen, aber nach deutlichem Schickſalsſpruch, mit dem Himmel
verbunden ſind. Da gibt es keine Pſychologie. Die Prinzeſſinnen,
welche ſieben Jahre in ihrem Turm eingeſchloſſen ſind, in einem
einzigen Raum und ohne Nahrung, betreten nach der
Entzaube=
rung wieder die Erde mit ihren Wieſen, ihren Bächen, ihren
Blumen. Und was iſt mit ihnen geſchehen? Nichts. Sie
leuch=
ten. Sie ſtrahlen jenen Glanz aus, der in der Phantaſie jeden
Mann immer wieder bezaubert hat, wenn er das Bild einer
Frau, die ihm im Blut lag, ſich vorſtellte. Und wie haben ſie
gelebt, die Prinzeſſinnen, welche mit ihren dienenden
Jung=
frauen ohne Bett und fließendes Waſſer, ja ohne Nahrung lange
Zeit verbracht haben. Der Komfort, nicht wahr, ſpielt in den
Legenden keine Rolle, aber die Natur iſt nicht hinwegzudenken.
Nun, ſie haben ihre Gefährtinnen aufgegeſſen in den ſieben
Jahren. Aber macht es ihnen etwas? Nein, ihr Glanz und ihre
Neinheit bleiben unberührt. Sie betreten, wie der Mond ſchön,
das Sonnenlicht. Es iſt kein Blut an ihnen. Nein, die Dichter
der Legenden haben nichts dargeſtellt, als daß es entſetzlich ſei,
daß ſolche Frauen etwas derart Scheußliches erleben mußten,
wie es das Verzehren von Freundinnen iſt. Kein Wort des
Mit=
leids in den Märchen für die Geſchlachteten, höchſtens eine raſche
Anerkennung dafür, daß ſie ſich als Fleiſch zur Verfügung
ſtell=
ten. Ach, der Glaube an den Engel muß ſehr unverrückbar
ge=
weſen ſein, um dies ertragen zu können. Denn die Märchen
ſind ja, immer wieder, aus den zarteſten und aus den
gefähr=
lichſten Partien der menſchlichen Phantaſie gemiſcht, und je
nach=
dem hier für gut oder böſe entſchieden worden iſt, iſt etwas
unbedingtes ausgeſagt worden. Ein Wunſch, ein Glaube, noch
beſſer: eine Zuherſicht.
Nun iſt gewiß, daß die Frau in der Geſchichte, die bis
vor kurzem die Hiſtorie der männlichen Heldentaten war, immer
der ſchwächere Teil war, wofür das Rittertum einen hohen
geſell=
ſchaftlichen Kult fand. Die Frau wurde gern in die Sanftheit
einer Schwäche placiert, für die es in Wahrheit ſicher keine Norm
gab, wenn man bedenkt, daß Brunhild den Gunther wie eine
Puppe mit den gefeſſelten Füßen an einen Türhaken hängte. Der
Frau geſchieht in der Literatur immer leicht Unrecht, und
des=
halb iſt die Literatur immer ſchon von vornherein für ſie
ein=
genommen, und die Ritter, welche, ſei es in Gott weiß welchen
Jahrhunderten, durch die Literatur ſpäzieren gingen, hatten
immer den unſichtbaren Degen an, um in Parade zu fallen, wo
nach ihrer Meinung die Schwäche einer Dame zu verteidigen war.
Das hat um die Frau jenen intellektuellen Charme gewebt, der
die Hälfte aller Frauenporträts zu Kliſchees von
Sentimentali=
tät machte. Selbſt die Srötter hatten ſich dem nicht zu entziehen
vermocht. Selbſt Voltaire hat nur mit Bitternis ſeine „Pucelle‟
geſchrieben, und es hat ihn wohl ſchwer geplagt, daß er zu ſeinem
leidenſchaftlichen Kampf gegen Inſtitutionen und Sitten eine
Frau ſchänden mußte. Die Fanatiker um die Wahrheit waren
gewöhnlich auch auf der Seite der Frau, weil ihr leichter ein
Leid geſchehen konnte, von der Ritterlichkeit abgeſehen, die in der
Literatur immer eine größere Rolle geſpielt hat als im Leben.
Aus dieſem Grund ſind die Romantiker auch immer
exze=
diert, wenn ſie enorme Frauen ſchildern wollen. Alfred de Muſſet
hat überall den Engel wie eine Oblate auf der Zunge, ſelbſt
wenn er die graziöſeſten Bosheiten über George Sand ſchreibt,
die er geliebt hat und von der er betrogen wurde. Dieſer Muſſet,
der mit prinzlicher Einfachheit über die Liebe aller Nuancen in
ſeinen Proverbes lächelt, bleibt hin und wieder mitten in ſeinen
Frivolitäten wie gebannt. Dann zieht er ſeinen Degen und hebt
einen Kerzenhalter. Er ſalutiert den Engel. Er kennt die Dame
im Sinn des Faubourg, die Dame von Welt, er kennt die Dirne
und er kennt den Engel. Er hat die Frauen fabelhaft und viel
beſſer als ſpäter Maupaſſant gekannt, aber er wird unter ſeiner
idée fixe, welche ihm ſchon im Blut überliefert wurde, manchmal
von rührender Einfalt. Der ſchönſte Abſinthtrinker Frankreichs
tritt mit ausgebreiteten Armen vor das Idol. Er wird paſtoral,
Er hat immer zwar mit den Frauen nur geſpielt und kennt ſie
daher beſſer als die Schwergewichtler der Leidenſchaft, aber in
einem denkwürdigen Moment ſcheidet er immer wieder zwiſchen
den Verworfenen und der Heiligen. Er warnt die Ehemänner,
ihre jungen Frauen das Orcheſter der Wolluſt zu lehren. Sie
ſollen nicht wie die leidenſchaftlichen Frauen, die dieſem Libertin
offenbar ausnahmslos die Kokotten zu ſein ſcheinen, umarmt
werden, ſie ſollen ſanft geliebt werden. Dies iſt unerhört wichtig
obwohl es albern iſt.
Es zeigt nämlich die geſellſchaftliche Befangenhrim
nicht nur der Liebe, ſondern auch der Frau in der Litek
einzigartige Stellung anweiſt. Er lehrt die Lektion vos
Welten, welche Frankreich immer beſaß, die Kontinen,
und die Kontinente der Liebe, jenen wunderbaren Auz
Leidenſchaften, welcher nicht nur die Gattin, ſondern
Kokotte zu feſten geſellſchaftlichen Begriffen machte.
der Literatur wäre nicht möglich, wenn dieſe Tatſache
nicht den Dichtern, ſondern auch dem Publikum unumſſi.
wäre, genau wie die herrlichen Kriminalromane der
niſchen Marlitt, der Green, unmöglich wären, wenn Fiel
der Epoche des Gaslichts geſchrieben worden wären-
Kokotten iſt alles erlaubt, bei den Damen iſt das DulL.
Prinzip. Aber welche tragiſchen Engel konnte man
Manon Lescauts wieder machen! Und die Kameliende!"
entzückende Maskerade, die mit dem Engel getrieb!”
Durch das Gegenſpiel von Geſellſchaft und Leben."
man ihn von einer Seite nach der anderen ſchieben. A=! Und dazu der Parlamentär dieſer Schlacht, di
der die Geſellſchaft verteidigt, in welcher keine Unwürg
darf, und der von Tränen erſchüttert wird, weil die 2i0
alle Tugenden der Geſellſchaft beſitzt. Trotzdem
ſchli-
ihr die Barriere.
Hier wird der Fall nicht nur pſychologiſch, er wi
Und zwar tragiſch geſellſchaftlich, was nur eine Tragik.”
rilievo, eine Tregik in zwei Dimenſionen iſt, was allem
jenigen einen Teufel ſchert, dem es paſſiert. Aber mi
der Gefahr und mit der Schwierigkeit der geſellſchaftul?
ſtellation hängt auch die Höhe der Leidenſchaft zuſam?
Flirt von heute, nicht wahr, iſt die Leidenſchaft, in der
ungefährlich geworden iſt. Nun, die Tragik in der
Frau war unſprünglich dergeſtalt, daß ſie das LE
maßte, ſobald der Zug der Leidenſchaftlichkeit die Sch. /
ließ, die der Staat oder die Kirche ihm vorgelegt hel.
Liebe wurde verrückt, wo ſie ihre Partner micht
konnte. Die Klaſſen, die wie Feuer geſchieden warena.
jedes Liebesverhältnis, das über dieſem Abgrund!
wollte, mit dem Bann oder dem Tod. Die Liebe m.i
furchtbare Gefahr, die ſogar die Engel ergriff.
Ein großer Teil der Literatur, die ſich um die Rie
ſchart, konnte für Liebe geradeſogut Tod ſeßen.
Frau verführte, wurde von dem Gatten erſchlagen, wer ſ.
ter verführte, wurde von dem Vater erledigt. und ſchl *
1b4
die Kirche ihre furchtbare Hand vor die Klöſter. Lii
genügte, Menſchen zur Raſerei der Liebe zu. bringe...
kamen die, was das Leben betrifft, recht ſeltzſam abgeküifi. .
gangsformen der Rengiſſance. Stendhal hat die alten T
mmer 244
waren.
Samstag, den 3. Geptember 1927
Geite 3
Die gelbe Gefahr.
Von
MMent ehnt die Gramtittent enntole ad"
Norman Angell.
Oie beigiſche Regierung
emn Panderveldes Vorſchlag.
Vondervelde dementiert ſich.
TU. Brüſſel, 2. September.
Heutige Miniſterrar, en 2em Vandervelde, der beſonders
y. Zwecke aus Genf zurückgekehrt war, teilnahm, hat die
Na=tung der Franktireur=Enquete abgelehnt. Wie wir
er=
m hat Vandervelde ſeinen Vorſchlag auf Einſetzung einer
rmr=Enquete verteidigt, hat aber angeſichts der Haltung
ſſafter nicht auf der Durchführung der Enquete beſtanden.
hnnch Schluß der Sitzung hat ſich Vandervelde nach Genf
geben."
Begründung der belgiſchen Regierung.
Regierung veröffentlichte nach Schluß der Sitzung ein
y qus, in dem es heißt:
Grund der Erklärung des belgiſchen Außenminiſters
Juli 1926, in der erklärt wurde, daß Belgien eine
inter=
iü Unterſuchung, ſelbſt wenn ſie verſpätet erfolgen würde,
An angeblichen Franktireur=Krieg zulaſſen würde, hat die
ſtug des Deutſchen Reiches ihren Geſandten in Brüſſel am
ſur beauftragt, der belgiſchen Regierung mitzuteilen, daß
ſtand den Vorſchlag einer Enquete annehme und darüber
or belgiſchen Regierung die Ausdehnung dieſer Enquete
Fragen des Krieges vorgeſchlagen. Der deutſche
Ge=
yr weiter erklärt, daß der Anſicht der deutſchen
Regie=
w dieſelben Methoden auch auf andere Länder ange=
Yurden könnten. Der belgiſche Miniſter des Auswärtigen
eingang dieſer Mitteilung dem deutſchen Geſandten be=
Aus mitgeteilt daß er den deutſchen Vorſchlag dem näch=
Auichen Miniſterrat vorlegen würde. Der belgiſche Mini=
Aſt in ſeiner heutigen Sitzung übereinſtimmend der An=
Aufen, daß dieſe deutſchen Vorſchläge nicht angenommen
Akimnten, obwohl ſie aus einem Willen zur Beſänftigung
Fmiationalen Atmoſphäre herrühren. Es erſchien un=
Kur, daß unter den gegebenen Umſtänden ein Enquete
Arzſchaften übermäßig aufwühlen würde und Folgen
ſürde, die den gemeinſamen Wunſch der beiden Regierun=
Bazifizierung und Verbeſſerung der Beziehungen zwi=
W beiden Ländern zuwiderlaufen würden. Der Miniſter
uswärtigen wird die Gründe für ſein Verhalten beim
cudsrat in Genf in Beſprechungen mit den Vertretern
hurtarmächte des Locarnovertrages bekanntgeben.
s iſt alſo wirklich ſo gekommen, wie es Herr Poincaré
clat. Das belgiſche Kabinett hat ſich dem Dik=
Mrris aus gefügt und anſcheinend mit Zuſtimmung
irn Vandervelde den Außenminiſter
de=
ſit. Dieſe Wendung kam an Berliner amtlicher Stelle,
Im, was in den letzten Tagen bekannt wurde, nicht ganz
ſend. Es iſt ja unwiderſprochen geblieben, daß Herr
einen Botſchafter zu dem belgiſchen
Miniſterpräſiden=
ar ſandte und ihm begreiflich gemacht hat, welche
Ge=
hder Einſetzung einer deutſch=belgiſchen
Unterſuchungs=
o liegen. Genau ſo hat Herr Poincaré ſchon das
elgiſche Uebereinkommen über Eupen=Malmedy, das
dem Abſchluß ſtand, ſabotiert. Er hat ſich alſo erneut
Kraft erwieſen, die einen internationalen Ausgleich zu
Mi weiß. Welche Folgerungen Herr Vandervelde aus
Aieberlage im eigenen Kabinett zieht, zu der er eigens
Wfnach Brüſſel zurückkehren mußte, läßt ſich natürlich im
Ed noch nicht überſehen. Er iſt ſofort nach Genf
zurück=
im den belgiſchen Sitz im Rat nicht zu gefährden, aber
e politiſche Reputation einen erheblichen Stoß erlitten
iler wird auch er ſich im klaren ſein. Er wird, wenn
hut, ſo doch in der nächſten Zeit gehen, und die ganze
hrige Regierungskoalition mit in ſeinen Sturz hinein=
BVorläufig beneiden wir ihn nicht um die Rolle, die er
NGenf zu ſpielen hat. Die belgiſche Regierung hat ſich
geben, ihre Stellungnahme zu begründen. Sie gibt von
gängen eine Darſtellung, die nach unſerer Kenntnis der
rg iſt und wohl auch von der deutſchen Regierung
En werden wird. Wir erinnern daran, daß am 19. Auguſt
in Brüſſel und Berlin ein Communigué
veröffent=
de in dem ausdrücklich geſagt war, daß die Initiative
ſcher Seite ausging. Herr Vandervelde hat daran er=
innert, daß Belgien ſchon im Laufe des Krieges eine Enquete
verlangt hat und auch jetzt dagegen nichts einzuwenden habe.
Daraufhin hat die deutſche Regierung die belgiſche Erklärung
begrüßt, ſich damit einverſtanden erklärt und den Wunſch
aus=
geſprochen, möglichſt bald in Verhandlungen über die Einſetzung
einer ſolchen Kommiſſion einzutreten. Dieſe Tatſache kann Herr
Vandervelde nicht aus der Welt ſchaffen, ebenſowenig wie
ge=
leugnet werden kann, daß aus dem Beſchluß des belgiſchen
Kabi=
netts weiter nichts als die nackte Angſt vor der Wahrheit ſpricht.
Die Chauviniſten in Brüſſel und Paris fürchten, daß, wenn
ein=
mal eine überparteiiſche Unterſuchung erfolgt, das Märchen von
der deutſchen Kriegsſchuld ſich überhaupt nicht mehr aufrecht
er=
halten läßt. Deshalb haben ſie Angſt vor der Unterſuchung.
Dieſe Angſt aber jetzt, wie es die belgiſche Erklärung tut, als
„Friedensliebe” auszudeuten, das iſt eigentlich mehr, als
Zei=
tungspapier und Druckerſchwärze zu tragen vermögen.
Die Auffaſſung der deutſchen Oelegation in Genf.
Zu dem heute abend in Genf bekannt gewordenen Beſchluß
des belgiſchen Kabinetts über die Franktireur=Engugte
erfährt man von deutſcher Seite, daß entgegen den belgiſchen
Darlegungen von deutſcher Seite niemals erklärt oder darauf
gedrungen worden iſt, über das von Vandervelde ausgegangene
Angebot der Einſetzung eines Unterſuchungsausſchuſſes in der
Franktireur=Angelegenheit hinauszugehen und die Einbeziehung
anderer Fragen zur Bedingung zu machen. Wenn nunmehr
Van=
dervelde, unter welchem Einfluß auch immer, ſchließlich von
ſeiner erſten Initiative abſtehen ſollte, ſo wäre in einem
Fort=
fall des in Ausſicht genommenen Ausſchuſſes ein bedauerlicher
Rückſchritt zu ſehen, deſſen Begründung als Vorwand erſcheinen
müßte.
Die Auswirkungen der Memelwahlen.
Litauen rächt ſich. — Ausweiſung
reichs=
deutſcher Redakteure.
Memel, 2. September.
Ueber dem Memelgebiet ballen ſich erneut Wolken zuſammen.
Die litauiſche Regierung ſcheint entſchloſſen zu ſein, an dem
Memelgebiet ihr Mütchen für das für ſie ſo vernichtend
ausge=
fallene Wahlergebnis zu kühlen. Zunächſt hat ſie wieder die drei
im Memelgebiet mit großer Aufopferung tätigen reichsdeutſchen
Redakteure aufs Korn genommen, da ſie die deutſchſprachige
Preſſe wohl in erſter Linie für den Wahlausgang verantwortlich
macht. Den drei Schriftleitern wurde heute mitgeteilt, daß ſie bis
5. September aus Memel zu verſchwinden haben. Geſchieht das
nicht, ſo erfolgt der zwangsweiſe Abſchub über die deutſche Grenze.
Trotz aller gegenteiligen Verſicherungen ſcheint die litquiſche
Regierung es zum völligen Bruch mit Deutſchland treiben zu
wollen. Die deutſche Regierung wird ſich dieſe Vergewaltigung
ihrer Staatsangehörigen kaum bieten laſſen und gegebenenfalls
mit Vergeltungsmaßnahmen eingreifen müſſen. Die litauiſche
Regierung iſt auch ſonſt bemüht, aus den ihr unterſtellten
Be=
trieben im Memelgebiet alles zu entfernen, was irgendwie deutſch
iſt. So erfährt man, daß nach einer kürzlich angeordneten
Prü=
fung in der litauiſchen Sprache mehr als 80 Eiſenbahn= bzw.
Poſtbeamten der Dienſt gekündigt worden iſt, angeblich weil ſie
nicht genügend Litauiſch verſtänden. Dazu kommt jetzt noch die
amtlich bekannt gemachte Ernennung des Kriegsminiſters
Mer=
kys zum Memeler Gouverneur. Auch hier ſcheint man mit der
Ernennung gezögert zu haben, bis die Wahlen erledigtt waren.
Da das Memelgebiet damit nicht auf die Knie gezwungen
wor=
den iſt, ſoll es jetzt Herr Merkys, der Mann der ſtarken Hand,
mit wirkſameren Mitteln verſuchen, der in erſter Linie dafür
ver=
antwortlich iſt, daß ſeinerzeit der Kriegszuſtand und die
Preſſe=
zenſur auch über das Memelgebiet verhängt wurden, obwohl
dazu nicht der geringſte Anlaß vorlag. Wie ſich dieſe Verhängung
des Kriegszuſtandes im Memelgebiet auswirkte und noch
aus=
wirkt, iſt zur Genüge bekannt. Von der Amtstätigkeit des neuen
Gouverneurs hat alſo das Memelland, das in der jüngſten
Ver=
gangenheit nicht verſöhnt wurde, eine Erleichterung ſicher nicht
zu erwarten.
Wie aus den Ausfjihrungen des bekannten
eng=
liſchen Publiziſten hervorgeht, ſcheint man anderen
Kulturnationen den Vorurf, daß ſie ihre
Kolonial=
völker nicht richtig zu behandeln verſtehen, ebenſo
berechtigt machen zu können, wie man ihn Deutſchland
gegenüber unberechtigt erhoben hat
Die großen Völkerkonflikte nehmen ſcheinbar ein immer
ge=
waltigeres Auswaß an, und ihre Entſcheidungen werden, von
immer größerer Bedeutung für das geſamte Menſchengeſchlecht.
Geſtern wir es der Kampf zwiſchen den europäiſchen Nationen,
morgen wird es vielleicht ein Kampf zwiſchen Weſt und Oſt ſein.
In dieſem ſich vorbereitenden Kampf ſcheint ſich bereits jetzt zu
wiederholen, was ſchon ein Kennzeichen des letzten Völkerringens
war: wir beginnen über Dinge zu ſtreiten, die den Kernpunkt der
Dinge gar nicht treffen oder die wenigſtens nicht deren
weſent=
liche Faktoren darſtellen.
Man hört jetzt viel von chineſiſchen Patrioten und indiſchen
Nationaliſten, man lieſt von ihren Anſprüchen, die ſie Europa
gegenüber erheben. Gewöhnlich finden bei der Geltendmachung
dieſer Anſprüche die Schlagworte von wirtſchaftlicher
Ausbeu=
tung und politiſcher Unterdrückung Anwendung. Die
imperia=
liſtiſchen Beſtrebungen der Mächte werden auf das Schärfſte
ver=
urteilt, wir ſehen Bilder von Flugzeugen und Tanks, mit deren
Hilfe die Großmächte die kleinen und ſchwachen Nationen
unter=
drücken. Dieſe Behauptungen mögen dem Weſteuropäer zunächſt
unberechtigt erſcheinen, und er glaubt darauf hinweiſen zu
kön=
nen, daß letzten Eudes, wenn man eine genaue Bilanz zieht, der
Oſten ſowohl wirtſchaftlich wie politiſch aus ſeiner Berührung
mit dem Weſten erhebliche Vorteile gehabt hat. Das Vorbild
weſtlicher Einrichtungen, weſtliche Methoden und Ideen haben
die Völker dazu beſähigt, die einheimiſchen Tyrannen zu ſtürzen,
und weſtliche Methoden haben die Leiſtungsfähigkeit der
betref=
fenden Völker zu ihrem eigenen Beſten erhöht. Die
wirtſchaft=
liche Ausbeutung der Kolonialländer wird man auch nicht immer
den Regierungen der euroräiſchen Mächte zur Laſt legen können.
Eine der auffallendſten Formen wirtſchaftlicher Ausbeutung bot
der Anfang der Gummigewinnung am oberen Lauf des
Ama=
zonenſtromes. Die Unterdrückung der Eingeborenen ging dort
vor ſich ohne jedweden ſtaatlichen Schutz, nur mit Hilfe der rohen
Gewalt durch die ausländiſchen Kapitaliſten, die bei der
Aus=
beutung der Gummivorkommen ihren Gewinn fanden. Die
Er=
zählungen von Fällen politiſcher Unterdrückung beruhen zum
großen Teil nicht auf Tatſachen; wirtſchaftliche Ausbeutung hat
viel weniger mit politiſchen Dingen zu tun als man gemeinhin.
annimmt. Trotzdem ſehen wir, daß die Abneigung des öſtlichen
Menſchen gegen den weſtlichen Menſchen in den letzten Jahren
dauernd zunimmt.
Welches ſind nun die Gründe für dieſen zweifellos
beſtehen=
den Haß? Man kann nicht lange mit Perſönlichkeiten
zuſammen=
ſein, die einige Zeit in China waren, oder mit Europäern, die
Indien genau kennen, ohne daß man zu der Erkenntnis kommt,
daß einige der ſchwerwiegendſten Gründe für Reibungen niemals
an die Oeffentlichkeit kommen. Ich entſinne mich eines jungen
Offiziers, der zu ſeinem Urlaub aus Indien zurückkam und der
ſich mit ſeinen Erlebniſſen nun weidlich brüſtete.
„Einſt kam ich in den Klub”, ſo erzählte er. „Dort ſaß groß
und breitſpurig und ſeiner Würde bewußt ein Nigger. Ich trat
zu ihm heran und fragte ihn: Wer ſind Sie? Mit breitem
Lächeln erklärte er mir: Ich bin der Maharadſcha von Soundſo.
Oh, in der Tat ſind Sie der Maharadſcha, ſagte ich zu ihm, dann
bitte, ſcheren Sie ſich hinaus, wiſſen Sie nicht, daß Eingeborenen
der Zutritt zu unſerem Klub verboten iſt?‟ Ein britiſcher
Miſ=
ſionar aus China erklärte mir einſt, er finde die Würde der
Chi=
neſen äußerſt lächerlich und anmaßend. „Wenn ich zum Beiſpiel
mit meinem Fahrrade einen Ausflug mache und ich treffe einen
dieſer ſo auffallend und lächerlich angezogenen Mandarinen mit
einem von ihren großen ballonförmigen Seidenmützen, ſo macht.
es mir ſtets beſonderen Spaß, vom Rade zu ſteigen und die
Mütze herunterzuſchlagen.”
Derartige Erlebniſſe hört man oft mit durchaus ernſter
Miene vorgetragen, einer Miene, die deutlich beweiſt, daß ſich
der Betreffende als beſonders forſch vorkommt. Einige dieſer
Geſchichtenerzähler gehen in ihrer Arroganz ſo weit, daß ſie die
Auffaſſung vertreten, man müſſe alle Orientalen in ſolch
hoch=
mütiger Weiſe behandeln, damit ſie nicht etwa übermütig
wer=
den. Man braucht wirklich nicht lange nach einer Erklärung für
den zunehmenden Haß des Oſtens für den Weſten zu ſuchen,
man man ſolche Berichte hört. Befänden wir uns in der
Lag=
dieſer Völker, wir würden fürwahr nichts von den materiellen
Vorteilen der ausländiſchen Herrſchaft hören wollen, von ihrer
Ordnung, ihrer wirtſchaftlichen Leiſtungsfähigkeit und ihrer Art,
Hunger und Epidemien zu bekämpfen. Dies alles würde uns in
ſcichten mit jener eiſigen Miene nacherzählt, die ihre
Wſechologie iſt. Eine Frau war nie teurer, ſelbſt als es
Ner Großvätern Mode war, ſich für ſie zu ruinieren, eine
i nie teurer als zu der Zeit, wo ſie das Leben koſtete.
in daher kein Wunder, daß die Gefühle in einer Art
at wurden, die dem Engel heldenhafte Züge gab. Der
Mmete den Riegel und die Türen. Der Engel wird zu
miornen Figur, eine atemloſe Göttin. Der Engel kommt
eeheuerlichkeiten zu begehen. Er mordet mit der Nach=
Enes Gottes ſeine Verwandten, der Engel dingt Mör=
Mingt in das Vokabularium der Beſtien ein. Aber die
o ten die Heldin immer unter den Flügeln, die ſie ihnen
baben. Welche Milde ſtrahlt aus ihren Geſichtern, wenn
der hübſchen Beine eines Jungen, den ſie auf der
Arbeigehen ſahen, wie Jael, aber mit dem Antlitz der
Adem Gatten einen Bolzen in den Kehlkopf ſchlagen.
AI ann natürlich dieſelbe Angelegenheit in einer anderen
und zwar „maestoso” darſtellen. In einer Welt von
* geliebt. Welche Giganten der Leidenſchaft waren am
* iſt, mit dieſen Gefahren, mit dieſen Unmöglichkeiten
Augen, ſchon heldenhaft, daß überhaupt geliebt wurde.
ſclalter bevorzugt den ſachlichen Stil des Chroniſten, bei
nert aber die Hölle. Boccaccio iſt zyniſch, aber mit
uen Frivolität, hinter welcher die Kirche ſteht, die ja
im erlaubt, wie die Menſchen ſündigen, aber verlangt,
Griſtliche Zeitalter als furchtbare Kuliſſe dahinterſteht.
2 der Renaiſſance ſchwebt auf einer Wolke, aber unter
wert. Man weiß nicht, ob es unübertrefflich Liebende
ſariſche ſind. Der pſychologiſche Geſchmack weicht
ener=
a den härteren Tatſachen zurück. Die Dichter aber ſind
I mit dabei geweſen, zwiſchen das Blut einen Adel
übern, der auf der Stirn dieſer Frauen eine unver=
=Paltung hervorbringt. Variationen in Tod, aber zu=
Jgieſtit. Aber hinter einem Vorhang. Es iſt aber auch
kar, ob dieſe Heldinnen Verrückte waren, die ihr
EAdelt hat, oder ob es Proyokateure waren, die für ihre
iſt den Tod verachten zu dürfen wähnten. Das Schick=
Ei der Beurteilung der Literatur immer maßgeblicher
nchologie, welche ereignisarmen Epochen vorbehalten
a übrigen kommt es auf die Zeit an, aus der man die
an ſieht. Die Heldentaten gleichen den Bildern der
Dan gewöhnt ſich auch an den Tod, wenn er in jeder
lgeint. Er kann ſo nahe bei den Menſchen ſein, daß
De en Momenten nicht mehr, aber auch nicht weniger
e Scheidung. Er kann wie dieſe nebenſächlich, aber er
A wie diefe eine Annehmlichkeit ſein.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
v. Weitere Ehrungen Stefan Georges. Wie wir
in unſerer Donnerstagsnummer mitteilten, iſt dem heſſiſchen
Lyriker Stefan George der Goethepreis der Stadt Frankfurt
ver=
liehen worden. Jetzt hat Bingen, die Geburtsſtadt Stefan
Geor=
ges, weitere Ehrungen hinzugefügt, indem die dortige
Stadt=
verordnetenverſammlung beſchloß, eine Straße in Bingen zu
Ehren des Dichters zu benennen, und zwar ſoll der Nahekai, an
dem das Elternhaus Stefan Georges liegt, von jetzt ab Stefan=
George=Straße heißen. Eine Gedenktafel wird ebenfalls an dem
Hauſe angebracht. Auch wurde der Ankauf der Werke Stefan
Georges beſchloſſen.
v. Muſeumsdirektor Dr. Karl Storck †. Ein
ge=
borener Heſſe, der Muſeumsdirektor Dr. Karl Storck aus Mainz,
der zuletzt Leiter der Kunſthalle in Karlsruhe war, iſt jetzt dort
nach längerer Krankheit geſtorben. Dr. Storck hat ſich um das
graphiſche Kabinett der Mannheimer Kunſthalle große Verdienſte
erworben, und dann die Badiſche Kunſthalle in Karlsruhe zu
einer bedeutſamen Gemäldeſchau der Malerei der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts ausgebaut. Umfangreiche Studien hatte
er dem „Meiſter des Hausbuchs” gewidmet, deſſen Art jetzt
Bil=
der auf der Ausſtellung „Alte Kunſt” in Darmſtadt
veranſchau=
lichen.
Eine Darmſtädterin nach Würzburg
enga=
giert. Fräulein Dora Beutke, eine Schülerin des Herrn
Biſchoff vom hieſigen Landestheater und Herrn Prof. Dr. Noack,
iſt vom 1. September ans Stadttheater in Würzburg als
Sou=
brette engagiert worden.
Wanderungen durch Heſſen vor 100 Jahren.
Unter dieſer Ueberſchrift hat F. M. Heſſemer in der N. G.
Elwert=
ſchen Verlagsbuchhandlung G. Braun, Marburg, in geſchmackvoller
Auf=
machung eine Sammlung von Skizzen erſcheinen laſſen, die für jeden
Freund unſerer heſſiſchen Heimat, aber auch für jeden Freund feiner und
zarter Heimatkunſt von ſtarkem Intereſſe ſein dürfte. Die Anregung
zur Herausgabe dieſer „Wanderungen” fand der Herausgeber in
Auf=
ſätzen der Heſſiſchen Chronik und anderen vorangegangenen
Veröffent=
lichungen. Dieſe gaben Anlaß, noch vorhandene Zeichungen von Fritz
Max Heſſemer zu ſammeln und in den vorliegenden ausgezeichneten
Re=
produktion herauszubringen. Aus der reichen Sammlung von etwa 200
Skizzen, die ſich im Beſitze von Paul Heſſemer in Frankfurt befinden,
wurde die erſte Folge herausgegeben, der Dr. Karl Heſſemer ein
Vor=
wort beigegeben hat, in dem das Werk und das Leben Fritz Max
Heſſe=
mers eine kurze, aber umfaſſende Schilderung erführt. Die Zeichnungen
ſelbſt, ſehr feine und ſehr zarte, aber ungemein illuſtratzive Kunſt=
blätter, ſind in der Reproduktion derart gut herausgekomrmen, daß ſie
faſt wie Originale wirken und in den Vorwürfen die Bezeichnung
„Wanderungen durch Heſſen vor 100 Jahren” vollauf rechtfertigen.
P.
* Geheimrat Prof. Dr. Guſtav Lorenz. Vor einigen Tagen
brach=
ten wir einen Nachruf für den am 7. Auguſt dieſes Jahves verſtorbenen
Geheimrat Lorenz. Inzwiſchen iſt in dem Verlag Roetherdruck
G. m. b. H., Darmſtadt, ein kleines, ſehr fein empfundenes Schriftchen
von Hans Landmann, einem Enkel des Verſtorbonen,
heraus=
gekommen, das dem Andenken von Lorenz geweiht und deſſen Gatrin
gewidmet iſt. Aus den Zeilen der Schrift, die nur dem Menſchen, nicht
dem Beamten und Wiſſenſchaftler gilt, tritt dem Leſer das Bild dieſer
ſchlichten und doch ſo gehaltvollen Perſönlichkeit mit wunderbarer
Pla=
ſtik endgegen. Es wird nicht nur ſeinen Freunden eine Vertiefung des
Erinnerungsbildes, ſondern auch Fernerſtehenden den Eiblick in die
Unkompliziertheit eines vornehmen Charakters geben. Die Schrift iſt
in der Buchhandlung Bergſträßer, Rheinſtraße, zum Preiſe von 1 Mk.
Prof. Dr. Knell, Gießen.
käuflich.
* Karl Leberecht Immermann: Worte in die Zeit.
Heraus=
gegeben von Julius Bab. (Verlag von Niels Kampmann, Celle.
Preis kart. 2,50 Mk.) Aus den verſchiedenſten Schriften Immermanns
iſt hier eine Anzahl von Aeußerungen zuſammengeſtellt, die mit klarer
Kraft zeigen, was für ein Geiſt hier mit den Problemen ſeiner Zeit
rang, die faſt durchweg noch oder wieder Probleme unſerer Zeit ſind.
Die Zeit, ſo ſagt der Herausgeber, hat die ſchweren Probleme, mit
denen die Generation Immermanns rang, keineswegs überwunden,
ſon=
dern wr zum Teil verhüllt, verſchoben oder vertagt, alles, von der
äußeren politiſchen Situation bis zum ſozialen und religiöſen Problem,
iſt mit dreifacher Gewalt wiedergekehrt. Wieder iſt Karl. Leberecht
Immermann unſer Zeitgenoſſe, und es kann nicht ſchwer fallen, zu
ver=
nehmen, was aus ſeinem Munde voll lebendigſter Gegenwart mahnend,
tröſtend und treibend zu uns ſppicht. In dieſem Sinne hat der
Heraus=
geber aus den Memoiren, Reiſebildern, Briefen und Romanen
Immer=
manns auf 60 Seiten eine Auswahl ſolcher Aeußerungen
zuſammen=
geſtellt, die mit Recht als „Worte in die Zeit” gelten können. Unter
ihnen ſeien an erſter Stelle die Stücke Teſtament und Münchhauſens,
des Dorfſchulzen, und Lisbeths Bekenntniſſe erwähnt. Vielleicht
veran=
laßt dieſe ſchätzenswerte Anthologie manchen, ſich wieder mit den
Schriften Immermanns zu beſchäftigen.
* Auf nach Karthago! Von Friedrich Koch=Warwa (
Ver=
lag von Paul Steegemann=Leipzig). Der „geborene Journaliſt”! Im
Vorwort nennt er ſich ganz beſcheiden den „ſtillen Reporter‟. Den
Menſch iſt auf Erden, um allen Dingen Beziehung emzuhauchen. Wir
ſelbſt ſind es, die unſere Erlebniſſe ſchaffen, iſt des Verfaſſers
friſch=
fröhliche Lebensaufgabe. Und ebenſo friſch packt er es an. Auf nur
77 Seiten eine Fülle von „Beziehungen”, Blitzlichter aus aller Herren
Länder, Augenblicke irgend eines Erlebniſſes, dem in markauter Pointe
„Dauer verliehen” iſt, eines weitgereiſten Globetrotters Erinnerungen,
liebevoll regiſtriert, und jede hat ihr beſonderes, eben ihre beſondere
Beziehung. Lebendige, feſſelnde, lehrreiche, kurz eime vergnügliche
Lektüre.
Seite 4
Samstag, den 3. Geptember 1927
Nummer
keiner Weiſe intereſſieren. Wir würden nur den einen Wunſch
haben, den jungen Offizier, der hohe Würdenträger beleidigt,
oder den Miſſionar, der den Ausdruck unſerer jahrhundertelangen
Kultur verhöhnt, für ihre Anmaßung zu beſtrafen. Wir würden
mit allen Fibern unſeres Herzens die Gelegenheit hierfür
erwar=
ten. Vielleicht bot der Weltkrieg, der die Schwäche und
Uneinig=
keit der weſtlichen Geſellſchaftsklaſſen ſchlaglichtartig beleuchtete,
bereits die erſte Gelegenheit, wenn ſie auch zum Glück der weißen
Raſſe noch nicht voll ausgenutzt wurde.
Wir übertreiben über alle Maßen unſeren eigenen
Perſönlich=
keitswert, wenn wir die Sitten öſtlicher Völker und die Achtung
vor ihrer perſönlichen Würde nicht genügend berückſichtigen.
Derartige Fragen ſind gerade im fernen Oſten von höchſter
Be=
deutung. Jeder gute Menſchenkenner wird zugeben, daß Fragen
perſönlicher Eitelkeit, des Stolzes und der Achtung vor der
Per=
ſönlichkeit eine ſehr viel wichtigere Rolle im Menſchenleben
ſpie=
len, als etwa ſelbſt diejenige der materiellen Wohlfahrt.
Wenn wir über die Beziehungen zwiſchen Oſt und Weſt
reden, pflegen wir den eben erwähnten Dingen nicht die
gebüh=
rende Beachtung zu ſchenken. Wir ſprechen von finanziellen und
politiſchen Fehlern, die wir angeblich begangen haben, vergeſſen
aber den Kernpunkt der Sache. Der Mann, der ſich im täglichen
Leben immer mit ſeinen eigenen Angelegenheiten in den
Vorder=
grund drängt, der ſich anmaßend benimmt und redet, als ſei er
der Mittelpunkt der Welt, macht ſich. geſellſchaftlich unmöglich.
Iſt es nicht höchſte Zeit, daß wir unſere hochmütige Haltung
fremden Nationen gegenüber etwas dämpfen und uns vor allem
mäßigen, wenn wir mit Mitgliedern der alten Kulturen ſprechen?
Sind wir wahrhaft geiſtig überlegen, ſo können wir das am
beſten dadurch beweiſen, daß wir unſeren Dünkel ablegen. Die
Griechen hielten Hochmut und Dünkel für ſchwere menſchliche
Fehler; ſie belegten derartige Vergehen mit ſtrengen Strafen.
Es kann der weſtlichen Kultur nur zuträglich ſein, wenn wir
gleicherweiſe dieſe Vergehen ſühnen und Strafe über diejenigen
verhängen, die übermütiges und hochmütiges Benehmen anderen
Völkerſchaften gegenüber an den Tag legen.
Vom Tage.
Ein polniſch=litauiſcher Konflikt.
Kowno, 2. Septemben
Nach einer Mitteilung des litauiſchen Generalſtabes überreichte eine
kolniſche Dellegation unter Führung des Wilnaer Präfekten
Lukaſche=
witſch dem Chef der litauiſchen Grenzpolizei an der Demarkationslinie
im Dorfe Skirmanisky ein Ultimatum, binnen 48 Stunden zwei
pol=
wiſche Militärperſonen freizulaſſen, die bei einer angeblich zufälligen
Grenzüberſchreitung von litauiſchen Grenzbeamten verhaftet wurden.
Sollte dieſem polniſchen Erſuchen wicht nachgekommen werden, ſo wird
angedroht, „die Konſequenzen zu ziehen” Nach Auskünften des
litauiſchen Generalſtabes handelt es ſich bei den Verhafteten um zwei
polniſche Freiſchärler, di das litauiſche Gebiet betraten, um Spionage
zu treiben. Der eine von ihnen wurde bereits im Jahre 1920 wegen
Spionage von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt, konnte jedoch
aus dem Kownoer Gefängnis enrkommen. Nach Anſicht der polniſchen
Regierung ſtellt die Verhaftung der beiden polniſchen Freiſchärler eine
ungeſetzliche Maßnahme Litauens dar und Polen" fordert daher die
Freilaſſung. Die litauiſche Regierung hat an ſämtliche bei ihr
akkredi=
tierten diplomatiſchen Vertreter eine Zirkularnote gerichtet, in der auf
die polmiſchen Sabotageakte hingewieſen wird.
Das polniſche Urimatum hat auf die politiſchen Kreiſe Litauens
einen ſtarken Eindruck gemacht. Es heißt, daß jedoch dieſer Schritt
Polens keine beſonderen Folgen haben werde. Es wurde eine
Kabinetts=
ſitzung einberufen, an der auch der neue Chef des litauiſchen
General=
ſtabes teilnahm. Woldemaras berichtete über den Zwiſchenfall und
betonte, daß dieſer vorausſichtlich ohne größere Reibungen beigelegt
werden würde, dennoch ſei der Fall nicht zu unterſchätzen. Das
Kabi=
nett will ſich heute abend ſchlüſſig werden. Wo ſich die polniſchen
Grenzſoldaten befinden, iſt nicht bekannt. Die litauiſche Regierng
er=
klärt, daß derartige Vorfälle wederholt vorgekommen ſeien und im
Grenzverkehr durchaus nichts Neues ſeien. Die litauiſche Preſſe greift
Polen heftig an und ſagt, daß die litauiſche Regierung ſich dunch das
Verhalten Polens nicht provozieren laſſen werde.
Dis Nachrichten, die in der ausländiſchen Preſſe über ein
Ulti=
matum verbreitet wurden, das die polniſche Regierung an
die litauiſche Regierung wegen Grenzzwiſchenfällem gerichtet haben
ſoll, ſind falſch. Es iſt kein Ultimatum geſtellt worden.
Die Herbſtmanöver der 2. Diviſion ſind wegen
ungünſti=
gen Ernteſtandes abgeſagt worden.
Das belgiſcha Kabinett hat die Veranſtaltung der
Frank=
tireur=Enguete abgelehnt.
Außenminiſter Briand iſt geſtern abend 20.55 Uhr in Begleitung
ſeines Sekretärs nach Genf abgereiſt.
Muſſolini hat einen umfangreichen
Präfekten=
ſchub angeordnet. Neben zahlveichen Verſetzungen wurden drei
Präfekten zur Verfügung geſtellt und neun in den Ruheſtand verſetzt.
Ein Teil dieſer Poſten wird erprobten Fasciſten übertragen.
Polen hat ſich durch die Ausweiſung deutſcher
Optan=
ten aus Rybnik und durch die Schließung deutſcher
Schu=
len in Bielitz neue Uebergriffe zuſchulden kommen laſſen.
Die amerikaniſche Regierung hat ihren Pariſer Botſchafter
ange=
wieſen, unverzüiglich Verhandlungen über den Abſchluß eines
amerikaniſch=franzöſiſchen Handelsvertrags
auf=
zunehmen.
Der ſüdchineſiſche kommiſſariſche Außenminiſter Kuo Tai=chi teilt,
wie aus Schanghai gemeldet wird, offiziell mit, daß die
nationa=
liſtiſchen Truppen die vor zwei Wochen von den
Nord=
chineſen erobarte Stadt Pukau wieder
eingenom=
men haben.
gemacht, daß es nicht immer leicht ſei, 38 Nationen auu
ſtimmige Reſolution zu einigen. Das Suchen nach
ein=
promiß, erklärte er, iſt oft der Ausdruck nicht der Schry
dern politiſcher Weisheit. Ich wäre dankbar, wennz
kenntnis auch bei der Würdigung der Arbeit zum Auss.
die den Staatsmännern obliegt.
Paul=Boncur, der es u. a. begrüßte, daß die
eigener Initiative das Problem der Bekämpfung falli
richten angeſchnitten habe, trat für die Schöpfung eign
richtenmittel des Völkerbundes ein, die im Falle einer-
Die Internationale Preſſe=Konferenz
vor dem Völkerbundsrat.
Dr. Streſemann für die Reſolutionen der Preſſekonferenz
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Genf, 2. September.
Im Mittelpunkt der heutigen öffentlichen Ratsſitzung ſtand
die Erörterung der Reſultate der Internatonalen
Preſſekonfe=
renz. Als Berichterſtatter fungierte in Abweſenheit Vanderveldes
der belgiſche Senator de Brouckére. Der Präſident der
Preſſe=
konferenz, Lord Burnham, war, wie üblich, an den Ratstiſch
ge=
beten worden, de Brouckere hob die Bedeutung der Probleme
hervor, die verhandelt worden ſeien, beglüchwünſchte den
Völker=
bund zu ſeiner Initiative und ſprach ſich für die Wiederholung
der Veranſtaltung aus. Lord Burnham verband mit ſeinem
Dank für die ihm zuteil gewordene Ehre die Feſtſtellung, daß die
Preſſekonferenz eine erſte öffentliche Anerkennung der Preſſe
dar=
ſtelle und damit zum erſten Male „nicht über die Hintertreppe,
ſondern über die Freitreppe in die Weltpolitik eintrat‟. Die
Vertreter von 38 Staaten, unter denen Lord Burnham das
Ausmaß der deutſchen, amerikaniſchen, franzöſiſchen und
eng=
liſchen Delegation und die beſondere Anſtrengung der eigens zu
dieſem Zwecke nach Europa gekommenen japaniſchen Delegation
hervorhob, in Verbindung mit der vollkommenen Autonomie
der von der Nachrichtenabteilung des Völkerbundes wirkſam
unterſtützten Konferenz, gab den Beſchlüſſen ein
außerordent=
liches Gewicht.
Als erſter Dedatteredner gab Reichsaußenminiſter Dr
Streſe=
mann den Empfindungen Ausdruck, die das aufmerkſame
Stu=
dium der Veröffentlichungen über die Konferenz und ihre
Ent=
ſchließungen bei ihm ausgelöſt hat.b „Es iſt etwas bedeutſames”,
ſo führte er aus, „wenn die Vertreter von 38 Staaten und von
allen Zweigen der Politik, die nicht immer gleiche Intereſſen
haben, ſich zuſammenfinden, um die Bedingungen für die
Durch=
führung ihrer Aufgaben zu erleichtern.‟ Der deutſche Delegierte
forderte eine großzügige und energiſche Weiterverfolgung der
Entſchließungen durch den Völkerbund und ſtellte in Bezug auf
die Präambel der vorliegenden Reſolution der Konferenz feſt,
daß ſie „feierliche Erklärungen der Grundrechte der Preſſe”
dar=
ſtellen.
Weiter führte Reichsminiſter Dr. Streſemann u. a. noch aus,
die Weltpreſſe ſei mit der Ergänzung der Arbeit der
Staats=
männer betraut und in ihrer Hand liege es, ob die Welt befriedet
oder die Oeffentlichkeit aufgereizt werde. Sie verfolge das gleiche
Ziel wie der Völkerbund: die Verſtändigung. Vielleicht habe die
Preſſe auf dieſer internationalen Tagung ebenfalls die Erfahrung
handen ſein müßten. Vom Berichterſtatter war vorgeſ 0.
Reſolutfonen der Preſſekonferenz über den Nachrichteein
Erleichtrung der journaliſtiſchen Arbeit und die Z—
bis zum Dezember zu vertagen. Dagegen verlang 1
Columbien mit japaniſcher Unterſtützung die Zwiſchyng
eines vorbereitenden Komitees. Der Berichterſtatter .)
ſtimmte ſchließlich dem Antrag zu, erſuchte aber, die
für die Prozedur der Völkerbundsverſammlung zu bele,
erſuchte den Generalſekretär, für die nächſte Beratung)
im Rat ein Doſſier vorzubereiten. Er dankte beſ urs
Streſemann für die Präziſion, mit der er die Fray f
Berichtes ausgearbeitet habe, der ſchließlich einſtimmig geunv
men wurde.
Ferner wurden in der heutigen Ratsſitzung nebeim.
richte über die Preſſekonferenz eine Reihe von Beri=h
nommen, nachde mder rumäniſche Außenminiſter Ti=
Dank für die Beileidskundgebung zum Tode König
ausgeſprochen hatte. Der Bericht, der den Antrag Zug
Abänderung der Verwendungsbeſtimmungen der Si
an das Finanzkomitee verweiſt, weiter ein Bericht Dem
außenminiſter Dr. Streſemann über die Arbeiten des Aſc
komitees und ſchließlich ein Bericht von Paul=Bonco=ubye
Arbeiten des Ausſchuſſes für internationale geiſt=gZuuſſ.
menarbeit wurden debattelos angenommen. In m Conahme ſäm
richt über die Tätigkeit des Wirtſchaftskomitees vvein ndet 2as Präſitdi
organiſatoriſchen Vorarbeiten zur Behandlung der Er/ Fra, byrißen und unſe.
der Weltwirtſchaftskonferenz dargeſtellt, die ſich au- pElltd ierhaltug ſorgen.
und Handelsverträge, ferner auf die Vereinheitlichurnxer!. 1 ue der Vagen 3
nomenklatur und ſchließlich auf die Vorbereitung ar nin0 hn 1=8 hr ſhe
Begrüßungsak
nationalen Konferenz über die Behandlung der ausnlwil,rt um Nennen
Unternehmungen und Staatsangehörigen beziehen.
ember. feſtgejetzt, im
Der polniſche Nichtangriffspakt.!
niglichiſt frihzeitig zu.
in neſigen An.
Wie man heute abend in Kreiſen der Delegauen
beabſichtigt Polen, einen allgemeinen Nichtangriffsp=an
ſchlag zu bringen, wobei man jedoch, da man bishere/d
Initiative zugrundeliegenden Abſichten noch nicht kermbei
verſchiedenen Debegationen eine abwartende Haltung ennin
Im übrigen iſt vorauszuſehen, daß ein ſolcher Vorſch Innm
gem Augenblick ſtark umſtritten werden dürfte, da nichtrſeick
rſt, wieweit dabei die Grundſätze des 1925 auf Wunſch neile
begrabenen Völkerbundsprotokolls wieder aufgenomrue noe her a.
ſollen. Eine vorherige Fühlungnahme wegen Einbrrunng” Lehrerin Hele
polniſchen Vorſchlages ſcheint nach den AuslaſſungenerIm der Volsſchu
uf der Lehrer Kärl
Ahrer a der Volksſ
und des Art. 1 des
Der Kampf um die Rheinland=Ordormnlt Ffen ud zur Aor
Die Verhandlungen zwiſchen dem Reichskommif 19: Lſtober 1955
Ginſtellung des
werth von Simmern und der Rheinlandkommiſſion
übrpinl=
geſtaltung des Ordonnanzenweſens ſind nach wie vrrchrm
und zeitraubend. In den letzten Monaten haben zallich/m
ſprechungen zwiſchen dem Vertreter des Reiches und eri
miſſion ſtattgefunden. Es ſind Entwürfe ausgetauffwe
die dann auf deutſcher Seite Gegenſtand eingehende ſenr w. Vo
geweſen ſind. Sie ſind wiederholt abgeändert und M
landkommiſſion mit der Bitte um Stellungnahme zurrkge
worden. In nächſter Zeit beabſichtigt die Rheinlanäkm ſſch
vom 4
iden;
in Son
einen neuen Endwurf herauszugeben, der dann wiedeumſ= g üſt vorban”
telpunkt eingehender Verhandlungen ſtehen wird, da gom” währigen Abonm
feſtſteht, daß von uns aus wohl der eine oder andere mmal muf aufmerkſam
abänderungsbedürftig angefehen werden muß.
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Samstag, den 3. September 1927
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 3. September.
Krähbergrennen des H. A. C.
zer Heſſiſche Automobil=Club hat keine Mühen und Koſten
ge=
m das 6. Krähbergrennen in ſportlich einwandfreier Weiſe
Uin niſieren. So hat der Club für die ſchnellſte Zeit des Tages
Ur= undervollen großen Goldpokal geſtiftet, der, in edler klaſſiſcher
halten, ein Prunkſtück auf dem Gabentiſch bilden dürſte. Auch
inzelnen Klaſſen der Touren=, Sport= und Rennwagen hat der
rpundervolle Preiſe bereitgeſtellt. Dementſprechend hat der
ſnesſchluß für das Rennen ein ganz hervorragendes Ergebnis
42 Wagen werden ſich am Sonntag, den 4. September, dem
ertellen. Der H. A.C. hat es verſtanden, allererſte internationale
von Fahrern und Jahrzeugen am Start des
Krähberg=
z zu verſammeln. Unter den Konkurrenten, ſeien nur Frau
Rerck auf Mercedes=Benz, Herr Karl Kappler auf Bugatti=
Kom=
cHerr H. Heußer auf Stehr, Herr C. Kimpel auf Mercedes=
3 hr. v. Trütſchler auf Bugatti=Kompreſſor, Herr W. Cleer auf
i ompreſſor, Herr H. Stumpf auf H.A.G. Gaſtell
hervorge=
um beſondere Leiſtungen werden von den drei am Rennen
teil=
uen 200=PS=Mercedes=Benz=Sportwagen, die den großen Preis
uſchland auf dem Nürburg=Aing gevonnen haben, zu gewärtigen
Seite 5
uer dem Krähbergrennen hat der H.A.C. eine Sternfahrt
each im Odenwald organiſiert, die am Samstag, den 3.
Sep=
ähren Anfang nimmt und bis nachmittags 5 Uhr beendet ſein
2rerjenige Fahrer, der die größte Kilometerzahl innerhalb der
zen Zeit gefahren hat, wird Sieger der Sternfahrt. Die
übri=
n sträger werden mit Plaketten ausgezeühnet. Auch das
Nen=
webnis zu dieſer Sternfahrt iſt ein voller Erfolg, nehmen doch
gu an der Sternfahrt teil.
0chi. O. ſteht alſo ab Samstag, den 3. September, im Zeichen
utomobilſportlichen Getriebes, da außer dem Ziel zur
Stern=
us, die Aonahme ſämtlicher Rennfahrzeuge im Schloßhof zu
rattfindet. Das Präſidium des H.A.C. wird die eintreffenden
urer begrüßen und unterdeſſen wird eine Platzmuſik für
ent=
ns Unterhaltung ſorgen.
e=Abnahme der Wagen zum Nennen geht von nachmittags 4 bis
ur ſich. Um 8 Uhr abends findet im Hotel „Zum Schützenhof”
icher Begrüßungsabend des H.A.C. ſtatt.
Start zum Rennen iſt auf vormittags 8 Uhr am Sonntag,
(=ptember, feſtgejetzt, und wird allen Zuſchauern dringend
emp=
ſeh möglichſt frühzeitig zur Rennſtrecke zu begeben, um bei dem
i tenden risſigen Andrang die Zufahrtsſtraßen nicht zu ver=
Für die Zuſchauer emefiehlt es ſich, zur eigenen und der
Fah=
arheit, an Kurven ſich nur an der inneren Seſte oder ganz weit
Außenſeite der Straße entfernt aufzuſtellen.
irnannt wurden: am 9. Auguſt 1927 die proviſoriſche techniſche
u Eliſabeth Knecht zu Neu=Iſenburg (Kreis Offenbach) zur
Lehrerin an der Mädchenfortbildungsſchule daſelbſt; am 24.
der Lehrer Gprg Rolly zu Mosbach (Kreis Dieburg) zum
m der katholiſchen Volksſchule zu Groß=Zimmern (Kr. Dieburg),
uguſt der Lehrer Wilhelm Kranz, zu Mühlheim (Kr.
Offen=
ur Lehrer an der Volksſchule zu Klein=Steinheim (Kr.
Offen=
u die Lehrerin Helene Garth, zu Höchſt i. O. (Kr. Erbach),
„yrerin an der Volksſchule zu Klein=Steinheim (Kreis Offenbach);
Tuguſt der Lehrer Kärl Büchler, zu Rothenberg (Kreis
Er=
ſun Lehrer an der Volksſchule zu Ueberau (Kreis Dieburg).
fGrund des Art, 1 des Geſetzes über Einſtellung des
Perſonal=
in Heſſen und zur Aenderung des Heſſiſchem
Perſonalabbau=
om 8. Oktober 1925 in Verbindung mit Art. 14 des
Reichs=
über Ginſtellung des Perſonglabbaues und Aemderung der
abbau verordnung vom 4. Auguſt 1925 wird die Lehrerin Anna
Ner an der Volksſchule zu Heufenſtamm (Kreis Offenbach) mit
a vom 1. September 1927 ab aus dem heſſiſchen Schuldienſt ent=
(rledigt ſind: eine Schulſtelle für einen evangeliſchen
un der Volksſchule in Udenhauſen (Kreis Alsfeld),
Dienſt=
iſt vorhanden; eine Schulſtelle für einen katholiſchen Lehrer
Volksſchule in Sonderbach (Kreis Heppenheim),
Dimſt=
iſt vorhanden; eine Schulſtelle für einen Lehrer an der evan=
In Volksſchule in Waldmichelbach (Kreis Heppenheim),
uisnung iſt vorhanden.
2ie vorjährigen Abonnenten der 10 Akademie=Konzerte werden
½ darauf aufmerkſam gemacht, daß die ſeitherigen Plätze nur
heute abend zurückgehalten werden. Die bis heute abend nicht
Plätz= werden von Montag ab den neuen Abonnenten zu=
ne Kunſt am Mittelrhein.” Landesmuſeum. Am Sonntag, den
Atmber, finden 2 Führungen durch die Ausſtellung „Alte Kunſt
itelrhein” ſtatt, und zwar um ½11 Uhr und 12 Uhr, an denen
mit einer Eintrittskarte verſehene Beſucher der Ausſtellung
e. kann.
inn Schloßmuſeum finden täglich Führungen um 11, 11½ und
u 16 Uhr ſtatt.
Geſſiſches Landestheater. Dia Spielzeit beginnt bereits am
hy0. den 11. September; trotzdem hat ein Teil der Mieter die für
SSpielzeit beſtellten Karten der Voll= und Zuſatzmite ſowie der
triete noch nicht abgeholt. Dieſe Mieter werden nochmals
ge=
ure Karten bei dem Hauptkaſſe (Schalter 4) während der
Kaſſe=
von 9—14.30 Uhr, gegen Zahlung, der fälligen Raten in
Emp=
nehmen.
Etädtiſches Orcheſter. Das Städtiſche Orcheſter ſpielt heute Sams=
4—5 Uhr am Wilhelminenplatz nach folgender Vor=
Me: 1. Marſch, 2. Ouvertüre „Leichte Kavallerie”, 3. Ballſirenen,
4. Fantaſie „Traviata”, 5. Polonaiſe von Chopin, 6. Marſch.
tangeriegarten. Am Sonntag, den 4. September, findet im
iegarten ein Sommerfeſt ſtatt, das ein Ereignis zu werden ver=
Aus dem reichhaltigen Programm ſei beſonders hervorgehoben
ſwirkung des Orthſchen Männerchors, eines Chors, der unter
Darmſtädter Geſangvereinen an führender Stelle ſteht und
2amen auch über die Grenzen Darmſtadts hinaus — es ſei nur
De Erfolge gelegentlich der Muſikausſtellung in Frankfurt erinnert
Ne guten Klang hat. Selbſtverſtändlich wird auch der Jugend
Verlfahren, Eſelreiten und ſonſtige Kinderbeluſtigungen verſchie=
Art Rechnung getragen. Ganz beſonderes Intereſſe dürfte ein
—3 Tagesfeuerwerk beanſpruchen, das noch am Nachmittag ab=
In werden ſoll. Bei eintretender Dunkelheit wird der Garten in
ſmr Illumination erſcheinen, die ihren Schlußeffekt in einem
aum ſchönen Bild, dem „Oranggrie=Garten in Flammen”, findet.
i tanzfreudigen Beſucher wird im Orangeriehaus ein Tänzchen
Mat, ſo daß es in der Tat an Abwechſlungen der verſchiedenſten
T mangelt. Das während der ganzen Veranſtaltung ſtattfin=
Noizut wird durch das Städtiſche Orcheſter ausgeführt. Wenn
tergott der Veranſtaltung hold geſinnt iſt, ſo darf mit einem
4eeſuch und glänzendem Verlauf des Sommerfeſtes gerechnet
Szumal der Eintrittspreis ſo niedrig gehalten iſt, daß es
jeder=
möglicht iſt, in dem in hurlichem Blumenſchmuck prangenden
euregarten einige frohe Stunden zu verleben. (Siehe m. Anz)
Drpheum: Das ruſſiſche Balalaika=Orchaſter unter
hon Dr. E. Swerkoff gibt heute ſein 2. und letztes Gaſtſpiel,
ſeine Darbietungen geſtern abend mit großem Beifall
aufge=
wurden. Die vollendeten Leiſtungen bieten einen hohen künſt=
Genuß, ſo daß de Beſuch der heutigen letzten Vor=
9 wärmſtens empfohlen werden kann. Preiſe 1—3 Mk.
eroige Lieder=Abend von Erik Wirl bringt eine gute
don Arien klaſſiſcher Opern, Liedern aus OperettenNovitäten
t Usprinzeſſin, Zarewitſch, ferner Wimer Lieder und, um ſeinen
m in Darmſtadt auch Gelegenheit zu geben, ihn als ausgeſpro=
Siederſänger bewundenn zu können, eine Gruppe Liedm von
Strauß. Eintrittspreiſe ebenfalls 1—3 Mk.; Karten bei de Wagl
Vertehrsbureau. (Siehe heutige Anzeige)
Breuer Mieter und Vermieter. Heute ſind es 25 Jahre, daß Frau
Staroſeik verw. Frau Bangert in das Haus Erbacher
L, Herrn Heinrich Brandſtätter gehörend, eingezogen iſt.
Tapeten / Linoleum
Groß= und Kleinverkauf
ng, Zorn eCe.
vorm. Frankfurter Tapetenfabrik
Schleiermacherſtraße 24—23 (am Gericht)
* Das Balalaika=Orcheſier im Orpheum.
Das Orpheum hat in ſeiner innerem Ausſtattung eine Aenderung
erfahren, die ihm ſehr zuſtatten kommt. Die hübſche Rorunde iſt mit
ndiegenem Theatergeſtühl (feſten Klappſitzen) verſehen worden, die den
ten= und Theateraufführungen dürfte das ſehr zuſtatten kommen und
ebenſo ſonſtigen Darbietungen von künſtleriſchem Niveau, zu denen die
geſtrige der
Erſten Ruſſiſchen Konzertgeſellſchaft
(Leitung Dr. E. Swerkoff)
unbedingt gehört.
Wir haben dieſes Erſte Ruſſiſche Balalaika=Orcheſter ſchon öfter in
Darmſtadt gehört, und es hat bei ſeinem erſten Auftreten Tauſende an= der rückgängig gemacht. Vorher will er nur eine Probefahrt mit dem
gelockt. Inzwiſchen ſind andere ruſſiſche Künſtlerenſembles durch
Deutſch=
land gereiſt, und das Intereſſe hat nachgelaſſen. Aber das Orcheſter
Dr. Swerkoffs hat ſein gutes künſtleciſches Niveau behalten. Dieſe
Künſtler ſind vortrefflich zum Enſemble eingeſpielt und haben Soli,
Abenddarbietung ſehr intereſſant und reichhaltig geſtaltet. Jedes dieſer
Orcheſtermitglieder iſt Künſtler auf der Balalaika und dem
Begleitinſtru=
menten gleicher Technik. Es iſt fabelhaft, welche Tonfülle und
Ton=
feinheit die Künſtler dieſen dreiſaitigen Inſtrumenten entlocken.
Tri=
umphe feierte die eigenartige Kunſt geſtern abend in der ganz
entzücken=
den „Spieldoſe” von Liadoff. Es iſt erſtaunlich, wie täuſchend und wie
zart und doch eindringlich die ungebrochenen Halb= bis Doppeltöne durch
die Balalaika geriſſen werden. Und ebenſo fabelhaft beherrſcht — im
Umfang unendlich reicher — die Soliſtin Liſa Wolgina ihr
Inſtru=
met. Montis Cſardas und Laplis Variationen auf ein ruſſiſches
Volkslied kommen blendend ſchön zu Gehör.
Die zweite Abteilung des Abends brachte fünf ruſſiſche Volkslieder
durch den Männerchor, von denen beſonders das „Wolgalied” glänzend
geſungen wurde. Wie im Orcheſter zeichnen auch im Chor die Künſtler
ſich durch vorbildliche Diſziplin und gutes Zuſammenwirken aus. Die
Bäſſe der ruſſiſchen Orcheſter ſind berühmt. Hier waren von den Beſton
tätig. — Für wegen Erkrankung ausgefallene Tänze wurden einige ſehr
gute Sologeſänge geboten. Leider verzeichnet das Programm nicht den
Namen des ſehr guten Sängers.
Sergei Sawin produzierte ſich — leider mußten, wie geſagt,
geſtern einige Tänze wegen Erkrankung ausfallen — als ganz
fabel=
hafter Tänzer. Selten ſahen wir ſo glänzende Technik, gepaart mit
gleich ſtarkem, an beſte Muſikalität gebundenem Rhythmus.
Alles in allem ein intereſſanter Abend, deſſen heutige einmalige
Wiederholung beſtens empfohlen werden kann.
St.
Ausflugsſonderzug nach Rothenburg ob der Tauber.
Wie nicht anders zu erwarten, erfreut ſich der Sonderzug der
Reichsbahndirektion Mainz nach Rothenburg ob der Tauber am
Sonn=
tag, den 4. September, großen Zuſpruchs. Für bequeme Beförderung
und gute Verpflegung in Rothenburg iſt in jeder Weiſe geſorgt. Wer
ſich jedoch das ſchöne und eindrucksvolle Feſtſpiel „Der Meiſtertrunk”
im Kaiſerſaal des berühmten Nathauſes zu Rothenburg anſehen will,
verſäume nicht, ſich durch Abholen eines Gutſcheins bei den
Fahrkarten=
ausgaben, Verkehrs= und Reiſebureaus eine Feſtſpielkarte zum Preiſe
von 1, 2 und 3 RM. zu ſichern. Begen Rückgabe dieſes Gutſcheines
werden während der Fahrt die Feſtſpielkarten ausgegeben. Es ſteht zu
erwarten, daß die Fahrkarten für die zur Verfügung ſtehenden
Sitz=
plätze in dieſem Sonderzug vor Samskag vergriffen ſind. Wer alſo
rechtzeitig die Fahrkarte löſt, wird an einer Fahrt teilnehmen, von der
er ſagen wird, ſie war ein Erlebnis, ſie war ein Feſt.
Ausſchneiden! * Steuerkalender
Aufbewahren!
für die Zeit vom 1. bis 15. September 1927.
5. Sept.: Ablauf der Schonfriſt für die am 25. Auguſt fällig
geweſene dritte Vorauszahlung (ſtaatliches Ziel) auf die
Grundſteuer, Gewerbeſteuer und
Sonder=
gebäudeſteuer für das Rechnungsjahr 1927.
5. Sept.: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
15.—31. Auguſt erfolgten Lohnzahlungen Falls die bis
zum 15. Auguſt einbehaltenen Beträge 200 RM. nicht erreicht
haben, im Ueberweiſungsverfahren Abführung für die in der
Zeit vom 1.—31. Auguſt erfolgten Lohnzahlungen. (Keine
Schonfriſt.)
5. Scpt.: Abgabe der Beſcheinigung an die Finanzkaſſe,
daß die Summe der im Auguſt abgeführten
Steuerabzugs=
beträge mit der Summe der im Auguſt einbehaltenen
Steuor=
beträge übereinſtimmt. (Keine Schonfriſt.)
10. Sept.: Zahlung der Börſenumſatzſteuer, ſowet dieſe im
Abrechnungsverfahren entrichtet wird.
15. Sept.: Letzter Tag zur Abgabe der
Steuererklä=
rung für die Einkommenſteuer,
Körper=
ſchaftsſteuer und Umſatzſteuar für 1926/27.
Alles Nähere iſt aus der von den Finanzämtern Darmſtadt=
Stadt, Darmſtadt=Land und Langen in Nr. 240 des
Tag=
blatts vom 30. Auguſt 1927 gemeinſam erlaſſenen „
Oef=
fentlichen Aufforderung” zu entnehmen. Die
Steucrerklärungen ſind in der Zeit vom 1. bis 15. September
unter Benutzung der vorgeſchriebenen Vordrucke abzugeben.
H. W. Wohmann.
— Ausſtellung „Darmftädter Gruppe”, Kunſthalle am Rheintor. Die
Ausſtellung der „Darmſtädter Gruppe” iſt am Sonntag, 4. Sept.,
unwiderruflich zum letzten Male geöffnet. Der
Beſuch der Ausſtellung bis heute war erfreulich. Verkauft wurden:
Nichter, Gottfried Offenbach: „Großer Garten” (Oelgemälde), Walter,
Nichard: „Rote Byücke” (Oelgemälde), Toller, Lothar: „Pappelln am
Wege” (Oelgemälde). Zwei weitere Oelgemälde ſtehen im Verkauf vor
dem Abſchluß. An Graphik wurden verkauft: Poſch, Alexander: „
Sitzen=
des Mädchen” (Kreidezeichnung), Walter, Richard: „Ziegelhütte‟ (
Kohle=
zeichnung), Springer, Alfred: „Geigen Hannewald” (Tuſchzeichnung).
— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875, Wander=Abteilung. Wir machen
nochmals unſere Mitglieder auf die am morgigen Sonntag ſtattfindende
Gauwanderung (Schmuck=Gedächtnis=Wanderung), verbunden mit
der Einweihung des Gedenkſteins, für unſere gefallenen Turnbrüder,
aufmerkſam. Der Abmarſch der Wandner erfolgt um halb 8 Uhr am
Schwimmbadplatz, und ſind wir um 11 Uhr auf dem Frankenſtein. Die
älteren Turner ſowie die Fahnenabordnung begeben ſich von Eberſtadt
aus nach der Burg, die Abfahrt erfolgt um 9.25 Uhr ab Luiſenplatz.
Wir bitten unſere Mitglieder um zahlreiche Beteiligung.
— Verwaltungsſonderzug nach Dortmund. Der für den 3.
Septem=
ber in Ausſicht genommene Sonderzug zum Beſuche des
Katholiken=
tages in Dortmund kann wegen ungenügender Bteiligung nicht
ge=
fahren werden. Das Fahrgeld für bereits gelöſte Fahrkarten wird von
den betreffenden Fahrkartenausgabeſtellen zurückvergitet.
— Brand. Geſtern abend gegen ½11 Uhr geriet aus bis jetzt
noch unbekannter Urſache die dem Reichsvermögensamt gehörige,
an die Stadt Darmſtadt verpachtete Scheuer an der
Eſcholl=
brücker Straße in Brand. Das weſtlich der Main=Neckar=
Bahn liegende Gebäude bot mit den darin lagernden Vorräten
und dem Dachgebälk dem Feuer reiche Nahrung, ſo daß die raſch
herbeigeholte Feuerwehr das Gebäude in hellen
Flam=
men ſtehend vorfand. Die glücklicherweiſe herrſchende Windſtille
verhinderte ein Uebergreifen des Feuers auf die naheliegenden
Kaſernenwohnungen und den angrenzenden Wald. Die
Löſch=
mannſchaften konnten ſich deshalb auf die Eindämmung des
Feuers beſchränken, die wegen der großen Ausdehnung des
Brandes über die Mitterngehtsſtunden hinaus andauerte.
* Nicht identiſch. Zu unſerem Bericht über die Verhandlungen vor
dem Bezirksſchöffengericht vom 13. Auguſt in Nr. 223 bittet uns Herr
Schneidermeiſter Jul. Baier, Nauheim, mitzuteilen, daß er mit
dem in dem Bericht genannten Schneid=u B. nichts zu tun hat.
DI94
*Bezirksſchöffengericht.
p. 1. Ein früher hier wohnhafter Handelsmann hat am 21. März 24
von einem hieſigen Fuhrhaltereibeſitzer einen Kraftwagen gekauft. Er
hat nun einen Strafbeſcheid des Finanzamts Darmſtadt=Stadt über
Eindruck eines guten Theaterraums vermitteln. Beſonders Operet= 4000 Mark erhalten, weil en den Wagen gefahren habe, ohne
Kraftfahr=
zeugſtener zu entrichten und dieſen Wagen dann weiter verkauft habe,
ohne Umſatzſteuer zu entrichten. In letzterer Beziehung iſt die Anklage
fallen gelaſſen worden. Der Angeklagte erklärt, ſeine Frau, mit der er
in Gütertrennung lebe, habe den Wagen für Geſchäftszwecke gekauft
er habe nur als deren Vertreter gehandelt. Der Angeklagte (Hauſierer)
hat dann gehört, daß der Ankauf eine Steuerzahlung nötig mache, die
er nicht bezahlen könne; er hat dann aus dieſem Grunde den Kauf wie=
Dürkoppwagen gemacht haben. Wegen der Umſatzſteuer hat die Sache
auch den Reichsfinanzhof beſchäftigt, der erkannt hat, daß Umſatzſteuer
nicht zu entrichten ſei. Wohl mit Rückſicht darauf iſt die Anklage wegen
Hinterziehung der Umſatzſteuer fallen gelaſſen worden. Als die Ehe=
Männerchöre und Tänze in ihr Programm aufgenommen, was die leute hörten, daß die Steuer (Kraftfahrzeugſteuer) allein 1400—1500 M.
betrage, machten ſie ein Geſuch an das Finanzamt um Steuerſtundung
und boten als Sicherheit ihre zwei Häuſer an. Das Finanzamt lehnte
aber das Geſuch ab, und ſo kamen die Käufer auf den Gedanken, den
Kauf unter dieſen Umſtänden wieder rückgängig zu machen. — Der
Staatsanwalt erachtet, die Ehefrau als Käuferin hafte ſür die Steuer,
eine Haftung des Ehemanns könne nur aus dem Geſichtspunkte des
Bevollmächtigten hergeleitet werden. Immer erſcheine aber doch dig
Ehefrau als Käuferin; die Entſcheidung wird ins Ermeſſen des Gerichts
geſtellt. Der Vnteidiger dermißt, daß eine vorſätzliche
Steuer=
hinterziehung vorliege, man habe ja doch nur eine Probefahrt gemacht;
es ſei bedauerlich, daß die Reichsabgabenordnung ſo irrſinnig hohe
Stra=
fen vorſehe. Es möge auf Freiſprechung erkannt werden, die
das Gericht nach kurzer Beratung auch ausſpricht.
Der dem Angeklagten unterlaufene Irrtum (Fahren des Wagens, ohne
die Steuer entrichtet zu haben) wird nach 8 358 R.Abg.O. als
entſchuld=
bar angeſehen.
2. Ein früherer hieſiger Reſtaurateur hat einen Steuerſtrafbeſcheid
wegen Zuwiderhandlung gegen das Weinſteuergeſetz über 7014,80 Mark
erhalten, weil er in der Zeit vom 1. November 1925 bis 31. März 1926
Weine und Schaumweine an Verbraucher abgegeben habe, ohne ſie zur
Verſteuerung anzumelden und ohne ſie ins Steuerbuch einzutragen.
Der Angeklagte hat einen weiteren Steuerbeſcheid über 1753 Mark
rechtskräftig werden laſſen. Er gibt der Meinung Ausdruck, daß der
Staat doch mit Steuerſtrafe nicht mehr gegen eine Perſon vorgehen
könne, die, nie er, nichts mehr habe. Der revidierende Beamte fand im
Januar 1926 die Einträge im Steuerbuch nicht in Ordnung; im April=
Mai 1926 waren alle Ginträge (Eingänge aus Weinbezug) in einer
Schrift nachgetragen. Vor dem 1. April 1926 hatte Angeklagter
wei=
tere Weinmengen von einer hieſigen Firma bezogen. Auch ſogenannte
Kommiſſionsware muß verſteuert werden. Angeklagter behauptet auch,
die Polizei habe ihn währmd drei Monaten (vom 1. Dezember bis
Weihnachten und von Faſtnacht bis 1. April) die Diele geſchloſſen
ge=
habt; in dieſer Zeit habe er doch unmöglich Weine verkaufen können,
Im übrigen will er die Weine erſt nach dem 1. April 1926
verkauft=
haben. — Der Staatsanwalt erachtt den Angeklagten für überführt,
zudem ſei der Steuerbeſcheid rechtskräftig. Der Angeklagte will noch
weiteres Beweismaterial beibringen. Das Gericht beſchließt, die Akten
der Staatsanwaltſchaft zwecks weiterer
Ermitte=
lungen zuzuſtellen; auch ein ſachverſtändiges Gutachten ſoll
er=
hoben werden.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Pflaſterarbeiten wird die
Moosbergſtraße zwiſchen Heidelberger und Ludwigshöhſtraße
vom 2. Seltember bis auf weitenes für den Auto=, Fuhrwerks= und
Nadfahrverkehr geſperrt.
Wegen Vornahme von Aſphaltarbeiten wird die
Eliſabethen=
ſtraße zwiſchen Wilhelminen= und Zimmerſtraße vom 2. September
bis 13. September für den Auto=, Fuhrwenks= und Radfahrverkehr
ge=
ſperrt.
Lokale Veranſialtungen.
Die blerunter erſcheinenden Notlzen ſind ansſchllesllch als Hinwelſe auf Anzeigen zu beirachten,
in keinem Falſe irgendwie all Deſprichung oder Krlik.
— Turngemeinde Darmſtadt 1846. Von Zeit zu Zeit
kommen die aus Straßburg vertriebenen Angehörigen des Tumvereins
1872 Straßburg in irgend einer deutſchen Stadt zuſammen. Dieſes
Mal iſt Darmſtadt der Verſammlungsort. Heute abend, 3. September,
abends 8 Uhr, trifft man ſich in der Turnhalle am Woogsplatz. Die
Turngemeinde 1846 Darmſtadt iſt dazu eingeladen und verſchiebt aus
dieſem Anlaß ihre Monatsverſammlung um acht Tage. Denn ſie hält
es für eine Ehrenpflickt, daß möglichſt viele ihrer Mitglieder der
freund=
lichen Einladung Folge lüiſten.
— Eine angenehme Ueberyaſchung bringt der
pracht=
volle Spätſommer auch den Muſikfreunden. Nur ſelten war es bei dem
zweifelhaften Wetter möglich, ſich dem abendlichen Zauber einer guten
Muſik hinzugeben. Um ſo erfreulicher iſt es anzuerkennen, daß es
Herrn W. Döring im Oberwaldhaus gelungen iſt, den als langjährigen
Dirigenten des Oycheſters im Schloßcafé bekannten Herrn Willy Schlupp
zu einem großen Konzert zu gewinnen, das in den beſonders
beleuch=
teten Anlagen des Oberwaldhauſes am Samstag, den 3. September,
abends 8 Uhr, ſtattſinden wird. Da Herr Schlupp auch während des
Weltkrieges verſchiedene Militärorcheſter leitete, hat er ſich bewährte
Mitwirkung des Reichsbundes der ehemaligen Militärmuſiker geſichert
und dürſte den Beſuchern ein wirklicher Genuß in Ausſicht ſtehen,
zu=
dem der mäßige Eintrittspreis es allen Kreiſen geſtattet, an der
Veran=
ſtaltung teilzunehmen.
— Arbeitsgemeinſchaft Darmſtädter
Jugendver=
bände. Auf den Vortrag von Profeſſor Wilhelm Stählin am
kom=
menden Montag, abends 8 Uhr, in der Johanneskirche weiſen wir
noch=
mals hin. Eintritt froi.
— Die Jugend der Johannesgemeinde wird heute
abend um 8 Uhr zu einer Wochenſchlußandacht in die Johanneskirche
eingeladen. — Sonntag, abends 8 Uhr, wird Pfarrer Marx im
Ge=
meindehaus Lichtbilder zeigen von ſeiner Reiſe nach Südfrankraich und
die Schweiz.
Kunſtnotizen.
Ueber Werſe, Künffler oder känftleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Erwähnung.
geſchieht, behält ſch die Redakfion ihr Urtell vor
— Union=Thegter: „Unter Ausſchluß der
Oeffent=
lichkeit?‟. Ein ſtarker und publikumswiukſamer Film, der durch das
Niveau ſeiner Beſetzung auch künſtleriſches Format erhält. Die
Dokto=
ren Joſeff Than und Johannes Brandt haben ein wirkungsvolles
Manuſkript geſchrieben. Regie führt Conrad Wiene mit ſicherem Griff
und in gutem Tempo. Sein Enſemble iſt recht beachtlich. Erſte
Schau=
ſpieler laſſen die Geſtalten des Films wirklich lebendig und plaſtiſch
her=
vortreten. Werner Krauß — wo dieſ Geſtalt auftritt, da ſteht ſie im
Vordergrund des Intereſſes, da wirkt ſie als feſſelndes Kabinettſtück.
Maly Delſchaft zeigt auch hier, daß ſie eine wirklich gute Schauſpielerin
iſt, die die ganze Skala menſchlicher Ausdrucksfähigkeit beherrſcht.
Ueber=
zeugend iſt Jakob Tiedtke. Ein angenehmer Eindruck, die raſſige Geſtalt
Vivian Gibſons, ſtark Wilhelm Dieterle, eine vollendete Maske Julius
Falkenſtein, kultiviert Henry Stuart. Der dekorative Rahmen, den
Robert Dietrich gebaut hat, iſt geſchmackvoll und ſtilſicher, die
Photo=
graphie von Rudolf Mate durchweg erfreulich. — Roman Novarro,
Hauptdarſteller in Ben Hur. Wie alle Zeitungen melden, geht der
be=
liebte Künſtler in das Kloſter und dürfte Ben Ali, der zur Zeit auf dem
Spielplan iſt, einer der letzten Filme ſein. Das Programm kommt nur
noch Sonntag zur Vorführung.
—Reſidenz=Theater am Weißen Turm: „Hoheit tanzt
Du neue Domo=Strauß=Großfilm, der vom 2. bis 6. Sep=
Walze
tember im Reſidenz=Theater zur Vorführung gelangt, führt uns in das
heiter=behäbige Wien der Biedermeier=Zeit. Die Eskapaden einer
Wie=
ner Tänzerin ſt hen im Mittelpunkte der hinreißenden Handlung, die an
den ſchönſten hiſtoriſchen Glanzſtätten des alten Wiens aufgenommen
wurde. Die Hauptrollen verkörpern Claire Rommer, welche die
tanz=
luſtige Prinzeſſin ſpielt, und Walter Rilla, der als verträumter, vom
Liebesſpiel ſeelig entführter Muſikus vor uns ſteht. Ihnen zur Seite
ſpielt ein Enſemble erſter Darſtellen, die unter der Regie von Fritz
Freisler den zu Herzen gehenden Stoff, der berühmten Aſcherſchen
Operette mit jauckzendem Leben erfüllen. Umgaukelt von den
ein=
ſchmeichelnden Melodien der Alt=Wiener Walzer, rollt ein Stück ſeliger
Vergangenheit als ein entzückendes Fſt an unſeren Augen vorüber.
Tageskalender für Samstag, den 3. September 1927.
Landestheater, Großes Haus Geſchloſſen. — Kleines
Haus: Geſchloſſen. — Orpheum abends 8 Uhr: Balalaika=
Orcheſter. — Sängerluſt, abends 8 Uhr, auf dem Heiligen Kreuz:
Familien=Abend mit Tanz. — Konzerte: Schloß=Café;
Ober=
waldhaus; Hotel Schmitz; Hotel Waldſchlößchen: Café Rheingold;
Frankfurter Hof; Bismarck=Eck; Schuls Felſenkeller. —
Ausſtel=
lungen, von 10—19 Uhr, Landesmuſeum: Alte Kunſt,
Mathilden=
höhe: Neue Kunſt. — Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=
Theater, Pglaſt=Lichtſpiele.
Nummer
Die Gemeinde Lichtenberg hat ein neues Schwimmbad errichtet, das
am kommenden Sonntag, den 4. September, um 2 Uhr nachmittags,
eingeweiht wird. Das Bad iſt herrlich gelegen und in ſeinen Ausmaßen
derart, daß es allen ſchwimmſportlichen Anforderungen genügt. Es wird
daher auch das Ziel mancher Schwimmerfahrt werden. Die
Ein=
weihungsfeier wird durch ein Schau= und Werbeſchwimmen der
Deut=
ſchen Turnerſchaft, darunter auch Tgde. 1846 und Tgſ. Darmſtadt,
um=
rahmt. Der Beſuch der Veranſtaltung wird ſich lohnen.
J. Griesheim, 1. Sept. Die Feueralarm=Sirene wird am Samstag,
ben 3. d. Mts., mittags 12 Uhr, proßeweiſe in Tätigkeit geſetzt. — Die
Sperrung des Verbindungsweges Griesheim-Büttelborn iſt wieder
aufgehoben. — In der Nacht vom 29. auf 30. Auguſt ds. Js. (
Kirch=
weihe) wurde in einem hieſigen Tanzlokal eine Frau, deren Geſellſchaft
ſich gerade am Tanz beteiligte, von einem unbekannten Herrn gebeten,
einen von ihm beſtimmten, an der Wand hängenden Damenmantel
ab=
zuhängen und ihm zu überreichen. In der Meinung, daß der Mantel
Eigentum dieſes Herrn ſei, übergab die Frau domſelben den Mantel.
Der Unbekannte legte denſelben über ſeinen Arm und entfemnte ſich.
Als nach einigen Minuten die Tänzer ihre Plätze wieder eingenommen
hatten, ſtellte es ſich heraus, daß der betreffende Mantel einer Dame
gehörte, die bei der Frau, die dem unbekannten Mann denſelben
aus=
gehändigt hatte, zu Beſuch weilte. Die ſofort aufgenommene polizeiliche
Verfolgung des Täters blieb erfolglos. Vermutlich iſt der Täter mit
einem Kraftfahrzeug oder Fahrrad davongeeilt.
F. Eberſtadt, 2. Sept. Gemeinderatsſitzung. In der
geſtrigen, von dem Beigeordneten Flick geleiteten Sitzung beſchioß
der Gemeinderat, die Bewerberliſte für die bevorſtehende Wahl
eines beſoldeten Bürgermeiſters für geſchloſſen zu
er=
klären. Weiter wurde ein Antrag des Gemeinderats Dächert
angenom=
men, nach dem jedes Gemeinderassmitglied berechtigt ſein ſoll, im erſten
Wahlgange vier Vorſchläge zu machen. Gleichzeitig ſollen die
Vor=
ſchläge auf diejenigen ſechs Bewerber beſchränkt werden, die die meiſten
Stimmen erhalten. In die Vorſchläge dürfen nur ſolche Bewerber
auf=
genommen werden, die mindeſtens 30 Jahre, aber nicht über 50 Jahre
alt ſind. Die Baugeſuche Nobert Roſt (Wohnhausneubau auf der
Marienhöhe), Willy Schneider=Darmſtadt (Wohnhausneubau Ecke Neue
Darmſtädter= und Wilhelmſtraße) und Wilhelm Geher (
Wohnhausneu=
bau in der Lagerſtraße) finden gemäß den vorgelegten Plänen
Geneh=
migung. Die auf dem Submiſſionslvege ausgeſchriebenen Arbeiten für
Errichtung emer Waſchküche bei der Kleinkinderſchule werden gemäß
den Vorſchlägen des Bauausſchuſſes vergeben. Der Uebereignung des
Bauplatzes Fl. II Nr. 89 64/100 — 370 Quadratmeter Am
Lämmches=
berg an Jakob Schmitt unter den üblichen Bedingungen ſtimmt der
Ge=
meinderat zu. Zu der Eingabe der Anwohner der Straße Am
Elfen=
grund (Villenviertel), betreffend Regulierung des Waſſerabſluſſes und
Beſeitigung der aufgetretenen Mißſtände in der genannten Straße,
be=
ſchließ: der Gemeinderat, es mit Rückſicht auf die in Ausſicht ſtehende
Kanaliſierung bei den bereits veranlaßten notdürftigen Herſtellungen
zunächſt bewenden zu laſſen. Die Lieferung von Regalen für die
Apo=
theke und Bänken für die Kleinkinderſchule erhält Konrad Waßmann,
das Verlegen von Linoleum dortſelbſt Georg Roßmann 2. Den
Zu=
ſchlag für den Einbau von Lüftungsflügeln. in die Fenſter der
Guten=
bergſchule erhält Heinrich Grinm 2. gemäß Angehot vom 26. Auguſt.
Der Mietpreis fün die von der Gemeinde in der Induſtvieſtraße
errich=
tete Wohnung wird auf 25 Mark feſtgeſetzt. Der Ortsgruppe Gberſtadt
der Kriegsbeſchädigten wird auf Antrag eime Unterſtützung — und zwar
im Betrage von 100 Mark — bewilligt. Dem Endwurf einer
Orts=
ſatzung über die Erhebung einev allgemeinen
Wert=
zuwachsſteuer ſtimmt der Gemeinderat mit 13:5 Stimmen zu.
(Das Nähere über den Inhalt der Ortsſatzung iſt bereits mitgeteilt
wonden.) An Stelle des ausgeſchiedenen Verſorgungsanwärters Hans
Schulz wird der Verſorgungsanwärter Wilhelm Wolf=Birklar als
Nacht=
ſchutzmann gewählt. Als Erſatz für den verſtorbenen. Gg. Wilhelm
Knieß wird Ludwig Harniſchſeger als Feldgeſchworener mit 12
Stim=
men berufen. Der zweite Bewerber, Delp, erhielt 5 Stimmen. Nach
einer Mitteilung des Kreisamts haben die Beſchwerdeführer ihren
Ein=
ſpruch gegen den Gemeindevomnſchlag und den Voranſchlag des
Ge=
meinde=Waſſerwerks für das Rf. 1927, trotz der Empfehlung des
Kreis=
amts, dies zu tun, bisher nicht zurückgenommen. Die Gemeinde iſt
daher weder in der Lage, zur Ausführung der in den Voranſchlägen
vorgeſehenen Arbeiten zu ſchreiten, noch mit der Erhebung der
Ge=
meindeſteuern zu beginnen. In der Ausſprache wurde darauf
hingewie=
ſen, wie bedenklich dieſer Zuſtand ſei und in welcher Weiſe das
Steuer=
aufkommen dadurch gefährdet werde. Eine weitere Verzögerung der
Genehmigung der Voyanſchläge und der beſchloſſenen
Steuerausſchlag=
ſätze werde ſich, ſo wurde ausgeführt, für die geordnete Weiterführung
der Verwaltung kataſtrophal für die Gemeinde auswirken. Der
Ge=
meinderar ſah ſich wuht in der Lage, den Beſchwerdeführern noch weiter,
wie bereits geſchehen, entgegenzukommen und beſchloß auf Antrag des
Gemeinderats Heißt, zur Tagesordnung überzugehen und zu dem
neuerlichen Vorbringen der Beſchwerdeführer keine Stellung zu nehmen.
Eine Einladung des Kreisvertreters der Deutſchen Turverſchaft zu der
am kommenden Sonntag ſtattfindenden Weihe des auf dem
Franken=
ſtein errichteten Ehrenmals für die Gefallenen wird zur Kenntnis
ge=
bracht. In geheimer Sitzung: Kaufangebote, Wohlfahrtsangelegenheiten.
f. Roßdorf, 1. Sept. 50 Jahr=Feier. Die im Jahre 1877
Gebouenen von Roßdorf feiern gemeinſam ihren 50. Geburtstag mit
einer Wiederſehensfeier am Sonntag, den 4. I. M. Die Vorbereitungen
hierzu ſind im vollen Gange. Eine Anzahl auswärts lebender
Alters=
genoſſen hat bereits ihr Erſcheinen zugeſagt.
* Gundernhauſen, 2. Sept. Am nächſten Montag (2. Kirchweihtag),
mittags 1 Uhr, wird inmitten unſeres Waldes der neue Delpbrunnen,
benannt nach dem Forſtrat Delp von Darmſtadt, der ſich in unſerem
Gemeindewald als langjähriger bewährter Oberförſter unſterbliche
Ver=
dienſte erworben hat, durch die Ortsbehörde uſw. eingeweiht, wobei
ver=
ſchiedene Vereine ſowie die Kirchweihkapellen freiwillig mitwirken
wer=
den. Die künſtleriſche Bearbeitung des Steins führte Herr Bildhauer
Dietrich=Groß=Zimmern aus. Die Anlegung der zugehörigen neuen
An=
lage lag in den Händen unſeres unermüdlichen Waldmeiſters J.
Wey=
landt, der in den nächſten Jahren noch mamhes zur Verſchönerung des
Geſamteindrucks zufügen wird.
r. Babenhauſen, 1. Sept. Seit einigen Tagen iſt die
Grummet=
ernte hier in vollem Gange. Sie verſpricht einen reichen Ertrag.
Das eingetretene ſonnige Wetter kommt der Ernte ſehr zuſtatten und
die Landwirte ſind von früh morgens bis zum ſpäten Abend bei der
Arbeit, um das Grummet trocken in die heimiſche Scheune zu bringen.
— Kommenden Sonntg ſpielt hier im Saalbau „Deutſcher Hof” die
Theatergeſellſchaft Vikvor Bachmann=Pixping, der ein guter
Ruf vorausgeht, die beliebte Operette „Die Roſe von Stambul”.
Die gute Beſetzung und die Leo Fallſche Muſik verſprechen einige
genuß=
veiche Stunden
Größerer helle
Kaun
z. gewerblich. Zwecker
auf längere Zeit zu
mieten geſucht. An
geb. unt. V 243 ar
die Geſchäftsſtelle ds.
Blattes. (13295sg
Geſucht zum 1. Okt
Manſ.=Wohn., wird
evtl. auf eigene Koſten
hergericht. Anerb. u
W 4 Geſchſt. (*22955
Slt
8—4 Zim.=Wohnung
b. Mietvorauszahlg.
ſofort geſucht. Angb
unter V 249 an die
Geſchäftsſt. (*22938
Beſchlagnahmefreie
1—2 Zimm.= Wohn.
mit Küche oder 1—2
leere Zim. m.
Koch=
gelegenh. v. jg,
kin=
derl. Ehepaar geſ. —
Angeb. mit Preis u
W 19 Geſchſt. (*2302,
Student ſ. p. 15. Okt
möbl. Zimmer. Ang
m. Preis unt. W 16
a. d Geſch. (*23011
Beamter i. R., 2 P.
ſucht eine
beſchlag=
nahmefreie 3 Zimm.
WVohn., pt. od. 2. St.
Ungeb. unt. W 6 an
die Geſchſt. (*22960sg
Suche in Darmft
per 1. Oktoben, evtl.
fr. bill. (II. Mhm. 13539 rufst. Dame 150 Mk
Still. od. tät.
Teil=
haber mit einigen
1000 Mk. Barkap. in
gutgeh. Geſchäft geſ.
Sicherh. vor. Angeb.
V 237 an d. Geſch.
C23025sg)
früh. beſchlagnahme= Wer leiht einer
be=
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gebote unter W 23
Geſchäftsſt. 230
* Geſtern vormittag brach auf bisher noch ungeklärte Weiſe
gegen 934 Uhr in dem Anweſen des Landwirts Krumſch Feuer
aus, welches ſich ſehr raſch verbreitete und bald auf ſämtliche
umliegenden Gebäude übergriff dadurch, daß im Ort keine
Waſ=
ſerleitung vorhanden iſt und das Waſſer erſt mit Fäſſern
herbei=
geſchafft werden mußte. Infolgedeſſen geſtalteten ſich die
Löſch=
arbeiten ſehr ſchwer und gingen nur langſam voran. Erſt
nach=
dem etwa eine Stunde ſpäter die Opelſche Werkfeuerwehr
ein=
getroffen war und den Brandherd mit zwei Leitungen der
Druck=
ſpritzen eingriff, konnte dem Feuer allmählich Einhalt geboten
werden. Bis zur Stunde (11½ Uhr) ſind fünf Scheuern
und drei Wohnhäuſer bis auf die Brandmauern
zerſtört. Das Feuer hält noch immer an. (In Ermangelung
von Waſſer wurde ſogar teilweiſe mit Pfuhl gelöſcht.)
Z. Groß=Umſtadt, 31. Aug. Gemeinderatsſitzung. Der
Gemeinderat beſchließt nach Kenntnisnahme der Verfügung des
Kreis=
amts Dieburg vom 2. Juli 1927 und des Amtshlatts Nr. 9 des
Mimi=
ſteriums des Innern vom 6. Juli 1927 die Erhebung einer allgemeinen
Wertzuwachsſteuer an Stelle der bisherigen Inflationswertzuwachsſteuer.
— Der Antrag des Orrsgewerbevereins vom 15. Augaſt 1927, die
Er=
weiterung der Baukommiſſion betreffend, wird abgelehnt. — Ferner
wird nach Kenntnisnahme des Schreibens der Provinzialdirektion
be=
ſchloſſen, daß der Erlaubnisſchein bezüglich der Abfahrt im
Kühlen=
grundweg anerkannt und unterſchrieben wird. Die Abfahrt ſoll in einer
Breite von 2 Metern und einer Länge von 8 Metern gepflaſtert
wer=
den. — Hierauf folgte eine nichtöffentliche Sitzung.
N. Reichelsheim i. O., 31. Aug. Geplante
Schwimmſport=
veranſtaltung im Gemeindeſchwimmbad. Nachdem die
ganze Einfriedigung unſeres Schwimmbades mit weithin leuchtendem,
hübſchem Anſtrich verſehen worden und nun wieder herrliches
Sommer=
wetter eingetreten iſt, hat der Pächter neue Vorbereitungen zu einem
Schwimmſportfeſt getroffen, das am nächſten Samstag abend und
Sonn=
tag ſtattfinden ſoll. Zu demſelben treffen die Miglieder des
Ludwigs=
hafener Schwimmerems hier ein, um am Abend allerlei Waſſerſcherze
vorzuführen und eine Polonäſe zu ſchwimmen. Danach wird der
1. Vorſitzende dieſes Vereins einen Vortrag über „Schwimmen und
Lebensrettung” halten. Am Sonntag nachmittag 2 Uhr wird von
die=
ſem Schwimmverein, der ſchon einmal Proben ſeiner Kunſt hier zeigte,
ein Schul=, Schau und Werbeſchwimmen mit Waſſerballſpielen
veran=
ſtaltet. Am Abend ſoll das Schwimmbad in großer bengaliſcher
Be=
leuchtung erſtrahlen. Von dem Pächter iſt auch eine Kapelle beſtellt
worden, die am Sonntag konzertieren wird. Hoffentlich werden durch
dieſe Veranſtaltung dem Waſſerſport neue Anhänger gewonnen.
m. Beefelden, 1. Sept. Am Sonntag tagte die
Bezirksverſamm=
lung der Kriegsbeſchädigten und =hinterbliebenen
der Kriegerkameradſchaft „Haſſia”, Bezirksgruppe Erbach, im Gaſthaus
„Zum deutſchen Haus” hier. Die zahlreich Erſchienenen begrüßte Herr
Bezirksamtmann Holſchuh=Kailbach. Der Vorſtand war vertreten durch
die Herren Oberleutnant Krömmelbein und Ritter aus Darmſtadt.
Erſterer ſprach über den Wert und die Aufgaben der Organiſation.
Herr Ritter verbreitete ſich zunächſt über die Aufgaben der Obmänner
und ging dann ausführlicher auf die Beſtimmungen des
Verſorgungs=
geſetzes vin. Von großer Wichtigkeit für jeden Kriegsbeſchädigten iſt es,
frühe Regelung der Frage der Dienſtbeſchädigung zu erwirken, auch
dann, wenn zunächſt vom Staate nichts zu erreichen iſt; eine
Unter=
laſſung kann ſchwere Nachteile zur Folge haben. Unbefriedigend ſind
die Beſtimmungen über die Gewährung der Elternrente. Erfolg in
den Beſtrebungen kann nur dann beſchieden ſein, wenn unter den
Ka=
meraden alle parteipolitiſchen Reibereien unterbleiben. Beide Redner
ernteten lebhaften Beifall. Für die nächſtjährige Tagung iſt König
auserfehen. Mit einem Dank an die Redner und die Verſammelten
ſchloß der Obmann die harmoniſch verlaufene Tagung.
* Hirſchhorn, 2. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
1. September: 1,26 Meter; am 2. September: 1,18 Meter.
— Alsbach, 2. Sept. Das Kirchweihfeſt in Alsbach findet am
Sonntag, den 4., und Montag, den 5. September, ſtatt. (S. Anz.)
W. Heppenheim a. d. B., 1. Sepi. Bubenhände. An den
in den bieſigen Wirtſchaften und Geſchäſten aufgeſtellten Sammelbüchſen,
deren Errrag zur Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen der
Stadt Heppenhei verwendet werden ſoll, haben ſich kürzlich in einer
hieſigen Wirtſchaft auswärtige Lümmels zu ſchaffen gemacht, die Büchſe
erbrochen und ihres Inhalts beraubt. Die Erregung und der Abſcheu
über dieſe gemeine Tat iſt allgemein. Wie wir hören, iſt bereits
An=
zeige erſtattet und zu hoffen, daß die Tätey ihre verdiente Strafe
er=
halten. — Neubau des Rathauſes. Der Neubau dos
Rat=
hauſes iſt ſchon zu einer beträchtlichen Höhe herangewachſen. Auch die
Renovierungsarbeiten im alten Rathaus nehmen ihren Fortgang, ſo daß
nach Fertigſtellung der Arbeiten die Stadtverwaltung die ſo lang
er=
ſehnte Ausdehnung ihrer Bureau= und Verwaltungsräume vornehmen
kann. — Neuer Stadtteil. Für einen Beſucher, welcher längere
Zeit nicht in Heppenheim anweſend war, bietet ſich eine große
Ueber=
raſchung in dem nordweſtlichen Stadtteil, dem ſogenannten Briefel.
Wo früher Felder, Gärten und Obſtanpflanzungen mit einzelnen
dün=
nen Häuſerreihen die Stadt abſchloſſen, erhebt ſich nun in letzter Zeit,
wie aus der Erde geſtampft, ein völlig neuer Stadtteil mit einer Reihe
von fertigen und noch im Entſtehen begriffenen Bauten. Darunter iſt
wegen ſeiner exakten und ſchönen Bauausführung der Neubau der
ſtädtiſchen Kleinkinderſchule beſonders erwähnenswert.
* Groß=Gerau, 2. Sept. Heute vormittag gegen 9 Uhr verunglückte
ein franzöſiſches Sanitätsauto, welches mit zwei erkrankten franzöſiſchen
Heeresangehörigen und einem Arzt beſetzt war, am Eingang des Ortes
dadurch, daß der Lenker verſuchte, an einem Fuhrwerk vorbeizufahren,
an dieſem hängen blieb und alsdann wider ein Haus fuhr. Der
Vorder=
bau des Wagens iſt faſt vollſtändig zertrümmert. Der Arzt wurde durch
Splitter leicht verletzt, während die übrigen Inſaſſen mit dem Schrecken
davonkamen.
„Imkulns-Panzu‟. Panan,
maittersitt, für Taltsagen
üad Onfüngere aiter Marku,
Mätzun Ihren Lattugen kriten
und kiſſisere.
Sirnitt zu Paltssiiastat 24
Buscehn (G)
Riedentwäſſerung
Mit 3,20 Meter am Oppenheimer Pegel erreichte dußegein
am 31. Auguſt 1927 ſeinen Höchſtſtand. Von da ab
tratwck=
waſſer in ſchädigendem Ausmaß in der Rheinniederumgmater
den Landdämmen auf, das noch einige Zeit anhalten u. ſ da
das in ſeinem Abfluß nach dem Rhein aufgehaltene und wwurch
angeſtaute Grundwaſſer ſehr viel langſamer fällt als des
ein=
waſſerſpiegel. Das heiße Wetter der letzten Tage
veranllühwer=
all die Landwirte, die Grummeternte in Angriff zu ne n. ſie
können nicht damit warten, bis das Druckwaſſer wieder ock kert
und abgelaufen iſt. Aber auch von den Ackerflächen m ſöas
ſtehende Waſſer möglichſt raſch entfernt werden, um Alüſiche
Einwirkungen, beſonders auf die Kartoffelpflanzungen:
ewer=
meiden.
Deshalb wurden die Pumpwerke in Gernsheim und
Atwen=
heim zur Entwäſſerung des Halbmaas= und Langengrabzwiuets
in Betrieb geſetzt, das Wächterſtadtpumpwerk für die E
uter=
ſtadt. Es genügt vollkommen, wenn täglich etwa 3 Steu)
Age=
pumpt wird. Es zeigt ſich, daß die früheren Schäden: hioger
durch große zufließende Waſſermengen hervorgerufen wun wals
dadurch, daß geringes Sicker= und Abflußwaſſer wegen
weuln=
der Vorflut, verwachſener und fehlender Gräben nicht Eevitet
werden konnte. Das ſtehenbleibende Waſſer verwäſſeneſgunn
Wieſen und Aecker.
Ein neu erbautes Pumtwerk in Stockſtadt wurde ezvum
erſten Male in Betrieb geſetzt. Ein durch einen ſtehender
Engro=
motor von 3 PS angetriebener Schraubenſchaufler mit 2
kyun=
denlitern Normalleiſtung entwäſſert das beim Ort gele anyſind
ſich am Fuße des Rheindamms hinziehende, etwa 25. bogen
große Gartengelände von Kleinpächtern. Die etwa 8Muark
betragenden Koſten für Maſchinen und tieſbauliche Anggen
glaubte man urſprünglich nicht aufwenden zu ſollen, da / 98
laſtung auf 1 Morgen recht hoch iſt, obwohl etwa noch dveenüch
Fläche an Wieſen vorhanden iſt, die gleichzeitig entwäſß wüird.
Aber das jetzige unzeitgemäß auftretende Druckwaſſer, / uſch
nicht nur in die Furchen, ſondern auch auf das Gelä dſellbſt
ſtellt, hätte die geſamten Gartenkulturen ſchwer geſchär/
teil=
weiſe ſogar vernichtet, wenn nicht das Pumpwerk jeglich
Stſcha=
den verhüten würde. Ein großer Teil der Anlagekoſtemſiſich
bereits durch die einmalige Schadenverhütung bezahlt gaucht,
Für den Herbſt iſt in Ausſicht genommen, ein zweit Strwas;
größeres Pumpwerk in Stockſtadt und ein ſolches auf
darkeorn=
ſand, gegenüber Nierſtein, zu errichten. Die Einſicht y der
Wichtigkeit einer raſchen Weſſerabführung dringt in imm
nwei=
tere Kreiſe, ſo daß auch jetzt noch widerſtrebende Gemeind
ioer=
artige Maßnahmen ins Auge faſſen.
H. Neckarſteinach, 1. Sept. Schwerer Unglücksfal /Bceo
Anlage eines neuen Gleiſes beim Bahnbau Schönau müſſen dri hwuern
des Friedhofs verlegt werden; die Arbeiten werden mit ſchwai KL.Aug=
dern ausgeführt. Ein Arbeiter ließ aus Ungeſchicklichkeit eimrolsſchen
Quader fallen, wodurch zwei Arbeiter erheblich verletzt wurkn X0em
einen fiel der Quader auf den Fuß, welcher ſchwere Verletzun eenllitt,
der andere erhielt ſchweve Quetſchungen an der einen Hand.
mimen 2
e- Neckarſteinach, 1. Sept. Der Turneybund Aoare,
ſteinach veranſtaltet am kommenden Sonntag, den 4. Septerr, 1 ein )mi zu
Waldfeſt, verbunden mit ſchauturneriſchen Vorführungen Quttgg? „en
auf dem Sportplatz, nachmittags in der Turnhalle bzw. be Gömem inente
Wetter im Freien. Ausgeſpielt wird der diesjährige Wanders der de
m. Aus Starkenburg, 2. Sept. Vom 3.—10. d. M. iſt „Biens=-im und Be
heim eine Gewerbewoche, und zwar anläßlich des 80jälyn ABe= dr ſonſtigen
ſtehens des Bensheimer Ortsgewerbevereins und des 40jähn/ ABe fieude und Ge
ſtehens der Gewerbeſchule Bensheim. Verein und Schule en /94 ſeichsmin
meinſam den Tag am 7. September im Hotel zum Deutſchern M20 in neien durch die
Beusheim und laden zur Feier ſowie zum Beſuch der Gewe —us/ ſtel imnewertn
lung, der Schulausſtellung und der Werbewoche alle Handryn Aund zmſentanten
Gewerbeverbände, alle ehemaligen Schüler der Gewerbeſchule Lcund=AuGall. Den
werkerfrennde ein. Am Feſttag iſt um 10 Uhr Bezirksvern
ſammlung, 11 Uhr Jubiläumsfeier, 13 Uhr gemeinſames Mätſ
15 Uhr Beſichtigung der Schulausſtellung, 16 Uhr
Beſichtigun=
werbeausſtellung; 17 Uhr gemütliches Beiſammenſein. Als N.S
gewonnen: Vertreter des Bezirksverbandes, des Ortsgewerigeluns,M u molle
der Handwerkskammer, der Handwerkskammer=Nebenſtelle Mtad
Mitglieder
ich aufs her
ichsregierum
fürſorge um
Quarck
und verſchiedene Landtagsabgeordnete. — Am 3. September äie
öffnung der Ausſtellung, am 4. September nachmittags ein Kſiſſche
Feſtzug. — Die Vorbereitungen ſind derart, daß dieſer Ver Hützung
ein gelungener Feſttag und eine beſuchsreiche Feſtzeit in Ausfihlwel
Worms, 2. Sept. 400=Jahrfeier des Gymn quymz
Die Vorbereitungen zu dem vom 10.—12. September ſtat-iemde
Feſte ſind in vollem Gange. Die Anmeldungen ſind in unermt
ßem Umfang eingegangen, ſelbſt aus fernen Gegenden unſer.sßal
landes. Wer etwa am Feſte noch teilzunehmen beabſichtigt, ur)4
Anmeldung im Rückſtand iſt, tut gut, ſich ſofort zu melden. In
großen Andranges muß die Feſtleitung bereits jetzt darauf jeiſee
daß Familienangehörige an dem Kommers wegen Platzmam
teilnehmen können. Die auswärtigen Teilnehmer nehmen ih eaneie
Samstag, den 10., und Sonntag, den 11. September, im Emprichſurd
im „Kaiſerhof” am Bahnhof in Empfang.
* Sprendlingen, Rheinh., 2. Sept. Wohl derälteſteheſſin
heſſe geſtorben. Heute mittag wurde unſer älteſter Micdhe
Lorenz Schnell 9., zu Grabe getragen. Im Alter von 96½ —c
er nach einem arbeitsreichen Leben dahingeſchieden. Er dürFe der
weiten Umgebung, vielleicht in ganz Rheinheſſen, der älteſte Guhſſiner
geweſen ſein.
h. Nidda, 31. Aug. Eine gründliche Renovierrr d0e
Stadtkirche wurde vom Gemeinderat und Dirchenvorſär
ſchloſſen. Die Ceſamtkoſten ſind mit 13 000 Mark veranſchle— 2Much
die Kirchenorgel ſoll einer eingehenden Reparatur unterzoge— To0e
ebenſo ſoll eine neue Heizanlage eingebaut werden.
WSN. Butzbach, 2. Sept. Mord und Selbſtmwe
benachbarten Hochweiſel erſchoß heute vormittag
jährige Schloſſer Alwin Jung zuerſt die 35 90
alte Ehefrau des Landwirts Hartmann H=ſuhan
darauf ſich ſelbſt. Beide waren ſofort tot. Der Bex euhand
zur Tat ſteht noch nicht feſt. Die Staatsanwaltſchaft he Nhe
eits an den Tatort begeben.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 244
Samstag, den 3. Geptember 1927
Seite 7
Sjähr. Jubelfeier des Römiſch=Germaniſchen
BeitrarsMafeuns in Maing.
Bollwerk deutſcher Kultur in der Weſimark. — Erhebende akademiſche Feier auf hiftoriſchem
poden. — Forderung auf valdige vollftandige Sefreiung.
Oic
seie Stadt Mainz ſteht in der Zeit vom 1. bis 3. September im
ſchen eines großen Ereigniſſes: Das Römiſch=Germaniſche
Irtztral=Muſeum feiert in dieſen Tagen das Faſt
hues75jährigen Beſtehens. Aber auch das ganze Heſſen=
GWat Anlaß, ſich von Herzen an dieſem Jubelfeſte eines Inſtituts
U5euen, das auf ſeinem Gebiet im deutſchen Vaterland von jeher
ard war und darüber hinaus ſtets tnm die geiſtige Wacht in der
Eivten Weſtmark gehalten hat.
Dem Begrüßungsabend am Donnerstag folgte am Freitag
onn hiſtoriſchen herrlichen Akademieſaal im Kurfürſtlichen Schloß,
ſa ch die Sammlungen des Muſeums untergebracht ſind, die
Akademiſche Feier.
Eingeleitet wurde ſie vormittags 10 Uhr mit dem meiſterlichen
ſtrag des erſten Satzes aus der Suite C=Dur von J. S. Bach durch
tädtiſche Orcheſter Mainz unter der bewährten Leitung
merrn Generalmuſikdirektor Breiſach. Anſchließend hielt
Oberbürger meiſter Dr. Külb
di= ſtattliche Feſtgemeinde, die den Saal bis auf den letzten Platz
e folgende Begrüßungsanſprache:
rruchtbar und umfaſſend iſt das Gebiet der Geſchichte;
ſhrem Kreiſe liegt die moraliſche Welt. Durch alle Zuſtände, die der
hio erlebte, durch alle abwechſelnden Geſtaltm der Meinung, durch
Sorheit und ſeine Weisheit, ſeine Verſchlimmerung und ſeine
Ver=
ſeg begleitet ſie ihn; von allem, was en nahm und gab, muß ſie
beFſchaft ablegen.” So urteilt einer der größten Söhne Deutſchlands,
ſducch von Schiller, in der akademiſchen Antrittsrede, mit der er
riſtoriſchen Vorleſungen in Jena eröffnete, über den Zweck und
ſch ert der Geſchichtswiſſenſchaft. Und ſo große Wandlungen auch
dem Gebieten des menſchlichen Forſchens und Deukens eingetreten
Fnoch der gleichen Anſicht, wie ſie=Schiller einſt vertreten hat.
2— Stadt Mainz begwißt deshalb frendig bewegt den
Ge=
ufm4ttwerein der Deutſchen Geſchichts= und Alter= Regierung führte
Einſct gluſt” vereine, der ſich im Anſchluß an ſoine Tagung in Speher
ſeswerterweiſe in unſeren Mauern verſammelt hat, um vereint mit
ſen 75. Geburtstag des Römiſch=Germaniſchen Zentralmuſeums
zu begehen. Der Geſamtverein hat alles Recht, mit ſtolzer folgendes aus:
. der Gründung des Muſeums zu gedenken, denn er wau es, der
ſchre 1852 eine Zentralſtelle für römiſchegermaniſche
Gräberfor=
giin Mainz ins Leben rief, nachdem ihm die Stadt fürs erſte zwei ſchen Zentralmuſeums überbringen zu können. Eine hohe Ehre iſt es
Mit größter Befriedigung kann er aus der Teilnahme bei den
fort Jubelfeier erkennen, welche Anerkennung ſeiner Schöpfung
ent=
en internationaler Wertſchätzung erfreut.
zu groß, meine Damen und Herren, iſt die Zahl der zur
Jubel=
ſchienenen Feſt= und Ehrengäſte, um ſie alle einzeln zu begwißen.
ſir ungen, der Kreis= und Provinzialverbände,
rlamentariſchen Körperſchaften, der deutſchen
—e und der deutſchem Hochſchulen, der geiſtlichen und welt=
Sehörden und Berufsorganiſationen, der Preſſe, ſowie dem
Kreis der ſonſtigen Teilnehmer an dem heutigen Feſtakt. Mit
urer Freude und Genugtuung habe ich die Ehre, begrüßen zu
a die Reichsminiſterien des Innern und der beſetzten
vertreten durch die Herren Staatsſekretär Zweigert, Mini=
(tü Donnewert und Miniſterialdirektor Graf Adelmann,
S Repräſentanten des preußiſchen Kultusminiſteriums den Herrn
t ialrat Gall. Den heſſiſchen Herrn Miniſter Kirnberger
je Herren Mitglieder des Heſſiſchen Landesamts für das
Bil=
ſen, die ich aufs herzlichſte begrüße, bitte ich, ebenſo wie die
nider Reichsregierung, auch den Dank der Stadt Mainz für
umdliche Fürſorge um das Römiſch=Germaniſche Zentralmuſeum
ze nehmen zu wollen. Die Herren Miniſterialdirektor Nent=
Staatsrat Quarck und Miniſter Dr. Münzel, weilen im
nides Reichsrats unter uns, und ich möchte nicht verfehlen, dem
ätt unſerer lebhaften Freude für das uns dadurch
entgegenge=
egroße Intereſſe Ausdruck zu verleihen.
Freude und Stolz ſah die Stadt Mainz das Römiſche
ſche Muſeum in ihrer Mitte werden und wachſen; mit
ſtaunen=
ewunderung konnte ſie beobachten, wie es ſich aus unſcheinbaven
am zu einem Kulturinſtitut erſten Ranges emporgearbeitet und
Dreivierteljahrhundert ſeines Beſtehens unſchätzbare Verdienſte
Sbeſchichts= und Altertumswiſſenſchaft erworben hat. Neben den
Uen Denkmalen der deutſchen Urgeſchichte bis zur Zeit Karls des
En galt es auch ſolche der römiſchen Kultur, ſoweit ſie auf
deut=
a d und ihrer Einwohner eingewirkt hat, in Originalen und
it ungen an einem Ort zu vereinigen. Damit hat ſich das Muſeum
ſrorſchergeiſt zu Dank verpflichtet, der ſeinen Urſprung in dem
eintehlichen Drange der Menſchenbruſt hat, das Dunkel zu
durch=
das ſich über die Vergangenheit breitet.
Ein überzeugt, daß bei ſeinem heutigen Jubelfeſte nicht nur
Mtl ökerungskreiſe unſerer Stadt, ſondan die ganze Kulturwelt
onend der glänzenden Leiſtungen gedenkt, die es als Hilfskraft
ſchichts= und Altertumswiſſenſchaft vollbracht
urr Erinnerung an den heutigen Feſttag und zum Zeichen dank=
Meerkennung für das Geleiſtte ſtiftet die Stadt Mainz
ömiſch=Germaniſchen Muſeum eine
Samm=
eltiſcher Gold=, Silber=, Kupfer= und
Potin=
nſerer keltiſchen Vorzeit.
A kweiteren gedenkt Redner der verdienten Männer, wie Rudolf
uD. Schliemann, Thodor Mommſen,
Linden=
ickt, des großen Schweizer Geſchichtsſchreibers Johannes von
ar. Nikolaus Serparius, Alexander Würdtwein und
S Peter Schunk, Karl Anton Scha ab, Johann K. Dahl
ausdrich Lehne, der neuzeitlichen Mainzer Altertumsforſcher
Mwriter Schuhmacher. Neeb und Schrohe.
intreſſanten hiſtoriſchen Betrachtungen ſchließt Redner: Kein
WDunſch beſeelt uns Rheinländer, als in Frieden und Freiheit
Au gewerk vollbringen zu können. Seit faſt neun Jahren iſt die
Setadt nicht mehr frei und trägt mit ihren Schickſalsgenoffen am
Seutſchen Rhein die brückenden Befatzungslaſten, deren ſeeliſche
Medteriellen Auswirkungen in ihrer ganzen Schwere im unbeſetzten,
een Deutſchland leider vielfach allzu wenia gewürdigt werden.
Eit der Anerkennung, nicht des Dankes wegen tragen wir die
Sat für ganz Deutſchland, ſondern aus echter, angeſtammter
eun gemeinſamen ſchönen Vaterland, zu dem wir uns immerdar,
und in Leid, treu bekennen!
ohr fühlt, wie deutſch das Land und Volk,
Kerndeutſch ſeit Urweltzeiten.
Deutſch iſt ſein Blut, deutſch iſt ſein Herz
und deutſch ſein Sinn und Treiben.
Deutſch ſind wir noch und wollen deutſch
Trotz dem und dem auch bleiben!”
Schlan wurde hierauf die erſte Strophe des Deutſchlandliedes
Neigte die dreiviertelſtündige Feſtrede des Neſtors der deutſchen
ussforſchung, Herrn
Deh. Hofrat Prof. Dr. von Duhn=Heidelberg,
iſtehung, Bedeutung und Entwicklung der
en Altertumsforſchung und Archäologie. —
anichen Grunden verbietet es ſich, auf ſeine hockbedeutſamen
eitichen Ausſührungen näher einzugehen. Die Nede wird in
Sten Nummer der Mainzer Zeitſchriſt veröffentlicht werden.
arbeitzte Profeſſor von Duhn das Verdienſt und die
Tr Ehzelnen Männer der Wiſſenſchaft und der wiſſenſchaftlichen
Seraus, die ſich um die Gründung einer deutſchen
Altertums=
ain und Des Mainzer Muſeums beſonders ausgezichnet haben.
ſormen erhielt die Gründung eines zentralen Römiſch=Ger=
Nuems zurächſt auf dem Atertumskongreß in Franfurt
im Jahre 1846. Einen weiteren Anſtoß hierzu bildet die
Führänkiſcher Gräber in Selzen Ghanheſſen) im Jahre
1847. Das Werden und Wachſen des Muſeums iſt aber mit dem Namen tatkräftig zu erleichtern verſucht.
Lindenſchmitts auf das engſte verknüpft. Das Nähere hierüber
haben wir in unſeren Nummern 240/41 in einem ausführlichen
Feuil=
leton von berufener Süite ſchon veröffentlicht. Zum Schluſſe ſeines haben ſich nach dem Grundſatz: „Was du ererbt von deinen
tiefſchürfenden Feſtvortrages wünſchte er dem Mainzer Muſeum ein Vätern haſt, erwirb es, um es zu beſitzen” trotz der
weiteres Wachſen, Blühen und Gedeihen.
wunſchanſprachen von Vertretern der Behörden und Vereine.
denburg und der Reichsregi=rung überbrachte
Staatsſekretär Zweigert
vom Reichsminiſterium des Innern. Zugleich übergab er auch die ſche Sitte, die wir um ſo lieber weiter pflegen, als ſie uns recht häufig
mittelrheiniſcher Altertümer. Das R.G.3.M. verdanke ſeine Entſtehung Sie doch nicht allein trinken laſſen, das wäre doch mehr als unhöflich.
idealen Beſtrebungen, die Denkmäler der deutſchen Vergangenheit zu Sie ſchulden uns deshalb auch gar keinen Dank, im Gegenteil, wiv
ſammeln und zur Anſchauung zu bringen. Das Mainzer Muſeum habe ſtehen in Ihrer Schuld, weil Sie uns vor uns ſelbſt und aller Welt
es ſchwerer gehabt wie ſeine Nürnberger Schweſter=Anſtalt. Mainz ſo wirkungsvoll exkulpieren. Den dafür ſchuldigen Dank aber, liebe
widmeta ſich nur der Wiſſenſchaft und verzichtete auf Popularität. Die Landsleute, wollen wir abſtatten, indem wir einſtimmen in den Ruf:
nationale Altertumsforſchung habe ſich heute trotz aller anfänglichen
Widerſtände durchgeſetzt. Das ſei nicht zuletzt ein Verdienſt des Mainzer
Inſtituts und ſeiner leitenden Männer Lindenſchmitt Vater und
Sohn und deren Nachfolger, Prof. Dr. Schuhmacher und des jetzi= ein Vertreter des Burgenlandes, die die Grüße der Auslanddeutſchen
gen Direktors Profeſſor Dr. Behrens, die es zu einer Studienan= überbrachten. Schließlich gab Prof. Dr. Reeb die endloſe Zahl deir
Kultur auf deutſchem Boden von der älteſten Zeit bis ins Mittelalter
in vorbildlicher Weiſe lebendig mache. Das Mainzer Muſeum habe den
Ausſührungen ging der Redner auf dig heutigen beſonderen Nöte der Jubiläum des Muſeums meine beſten Glüchwünſche
Wer die hohe Bedeutung der Geſchichtswiſſenſchaft huldigen wir Stadt Mainz ein, die am ſchwerſtem von allen deutſchen Städten betrof=
„Die Stadt Mainz dankt Ihnen, meine ſehr vorehrten
Her=
ren, noch einmal aufrichtig dafür, daß Sie in ſo ſtattlicher Zahl der
Einladung zur Feier des 75jährigen Beſtehens des
Rö=
miſch=Germaniſchen Zentralmuſeums gefolgt ſind. Nach
den langen Jahren dar faſt völligen Abſchnürung empfinden wir
dop=
pelt freudig, ſo viel deutſch geſinnte Männer bei uns begrüßen zu
können, die Verſtändnis mitbringen für die Not des beſetzten Gebietes,
und die wiſſen, was der Verluſt der Freiheit bedeutet. So fehr das
beſetzte Gebiet auch nach Freiheit lechzt, ſeine Freiheit will es trotzdem
nicht damit erkauft ſehen, daß Deutſchland immer weitere Laſten auf
ſich nimmt, unter deren Schwere es zuſammenbrechen muß. Man
ver=
langt nur, daß das Reich das Recht, das es mit dem Dawes=Pakt und
dem Abkommen von Locarno auf die Räumung des Rheinlandes hat,
immer wieder geltend macht, und daß es, bis die Freiheitsſtunde ſchlägt,
die Notlage des beſetzten Gebietes, die durch die Beſatzung bedingt iſt,
Meine Herren, wenn auch gar manches nicht nach Wunſch gegangen
iſt, ſo ſind die Rheinländer doch keine Kopfhänger; im Gegenteil, ſie
Nach dem tonſchönen Vortrag des Chorliedes „Frühling am Rhein”. Schwere der Zeiten redlich bemüht, ihre rheiniſche Lebensfreude in der
Hoffnung auf beſſere Zeiten zu erhalten. Nirgends auf der Welt kamn
durch den Chor der Städtiſchen Muſikhochſchule Mainz auch lachende Lebensluſt und ſonniger Humor beſſer gedeihen wie hier
unter Leitung von Herrn Studienrat H. Werlé, begannen die Glück= an den harrlichen Ufern des deutſchen Rheins, der den Sorgenbrecher
der Menſchheit, den Wein, uns beſchert. Wir ſehen ihn nicht nur
Die herzlichſten Glückwünſche des Herrn Reichspräſidenten b. Hin=, wachſen, wir ſehen ihn auch ernten und trinken und — ſind ſelbſt auch
keine Koſtverächter. Aber er wird in gehobener Stimmung getrunken
und mundet noch beſſer in Geſellſchaft vom lieben Gäſten, die Verſtändnis
ſür einen guten Tropfen mitbringen. So erheiſchts die ererbte rheini=
Ehrengabe des Reichspräſidenten, beſtehend in einer Privatſammlung eine willkommene eausa bübendi abgibt. Meine Herren, wir können
Unſere lieben Gäſte, ſie leben hoch!“
Weitere Tiſchreden hielten General von Dinkler=Graz ud
ſtalt erſten Nanges ausgebaut hätten. So ſtehe das Mainzer Muſeum eingegangenen Begrüßungstelegramme bekannt, von denen das
Tele=
heute als (in Inſtitut dar, das das Entſtehen und die Entwicklung der gramm des Reichspräſidenten im Wortlaut gebracht ſeit
„Der Stadt Mainz, dem Geſamtvorſtand und der Direktion des
deutſchen Einheitsgedanken geiſtig vorbereitet. Zum Schluſſe ſeiner Nömiſch=Germaniſchen Zentral=Muſeums Mainz ſende ich zum 75jähr.
fen ſei.
Für den verhinderten heſſiſchen Staatspräſidenten und die Heſſiſche
Miniſſter Dr. Kirnberger=Darmſtadt
Es iſt mir eine große Freude, heute die Glückwünſche der Heſſiſchen
Regierung und des Reichsrats zu dem Jubiläum des Römiſch=
Germani=
es Kurfürſtlichen Schloſſes für ihre Zwecke zur Verfügung geſtellt auch, die Glückwüinſche des Reichsrates zu übermitteln, der eigens eine
Vertretung hierher entſandt hat und der ſein hohes Intereſſe für das
Muſeum bewieſen hat und beweiſen wird. Zu einem Jubiläum, wie
hulbracht wird, die, als nationales Inſtitut gedacht, ſich ſchon ſeit es ſelten iſt! Denn wann feiert die Wiſſenſchaft einmal ein Jubiläum!
Wir werden erdrückt von Feſten und Jubiläen, die oft nur
unbedeuten=
den Zwechen dienen und deren Spur mit dem Winde verweht! Heute
iſt das Feſtgefühl ein berechtigtes! Eine Inſtitution feiert ihr 75jähri=
Feſtteilnehmern rufe ich deshalb ein herzliches Willkommen im ges Jubiläum, die ihre Kreiſe weit über das lokale Intereſſe hinaus
i Mainz zu, den Vertretern der Reichs= und Landes= gezogen hat 75 Jahre Forſcherarbeit, und zu welchem Ende! Wenn
uns das Römiſch=Germaniſche Zentralmuſeum den Blick öffnet für die
vorkarolingiſche, germaniſche Urzeit, wenn es uns den Tritt römiſcher
Legionem auf deutſchem Boden lauſchen läßt, und den Einfluß der
Mit=
telmeerkultur auf unſere Frühzeit zeigt, ſo tut es weit mehr, als
philo=
logiſchen Liebhabereien zu dienen oder nur die Hiſtorie zu fördern. Sie
zeigt uns eine der Grundlagen unſeres Weſens! Denn Geſchichte treiben
iſt nicht nur Aufzeigen deſſen, was geweſen, iſt nicht nur gine
Beiſpiel=
ſammlung für das, was man tun oder nicht tun ſoll, iſt nicht nur Heben
des nationalen Selbſtbewußtſeins. Geſchichte treiben, heißt dem Weſen
unſeres Volkes nachſpüren, ſeinen Charakter ſich entwickeln ſehen; ſeine.
Aufgabe erkennen, heißt ſchließlich, um in die Ticfen der
Geſchichts=
metaphyſik hinabzuſteigen, erſehen, welche Weltaufgaben dem Volke
geſtellt und wie es in den Kosmos eingegliedert und was ſeine
ſpezi=
fiſche Miſſion iſt. So ſieht der Tieferblickende in den Töpfen und
Gemmen, in den Waffen und Gefäßen, in Schmuck und Werkzeg den
Ausdruck des Sinnes der Geſchichte. Und die großen Männer,
Linden=
ſchmitt an der Spitze, die an dieſer bedeutungsvollen Stelle wirkten und
wirken, ſie ſind nicht nur Kleinforſcher, ſie ſind nicht Liebhaber einer
ſchönen Kunſt, nein, ſie legen uns die Fundamente bloß, auf denen das
deutſche Haus errichtet; ſie lauſchen gewiſſermaßen, wie der Arzt an
der Bruſt, dem Herzſchlag unſeres Volkes Und wenn ſie bisweilen auch
auf dem Ben Akiba=Standpunkt ſtehen mögen und ſich mißmutig ſagen,
es iſt ja alles ſchon einmal dageweſen, ſo ſind dies nur Stundon des
Kleinmutes, die keinem Forſcher erſpart bleiben. Nein, alles iſt neues
Werden, alles iſt Weiterſchreiten, alles iſt Entfaltung der Wunderblume,
die man Volk nennt, die aber nicht, wie Spengler meint, phhſiſchen
Geſetzen unterworfen iſt, ſondern derem Pſyche Wunder vollbringen
kann. Wunder der Wiedergeburt, wenn ſie deſſen würdig iſt.
Und ſo rufe ich namens der Heſſiſchen Regierung und des
Reichs=
rats allen Herren des Römiſch=Germaniſchen Zentralmuſeums zu: Seien
Sig beglückwünſcht zu Ihrem Jubiläum, ſeien Sie bedankt für Ihre
Kleinarbeit, verlangen Sie aber auch von uns, daß wir aus Ihren
Arbeiten die Folgerungen ziehen, daß wir rüchwärts blickend vorwärts
ſchauen, auf daß wir unſer Weſen erkennen, daß wir unſerer Ahnen,
denen Sie nachſpüren, würdig werden, auf daß neues Leben blühe aus
den Ruinen!
Es folgte in der Reihe der Gratulanten Prof. Dr. Laufer, der
2. Vorſitzende des Geſamwereins der Deutſchen Geſchichts= und
Alter=
tumsvereine, der dem Inſtitut weitere erſprießliche Arbeit zu Ehren
der Wiſſenſchaft und des Vaterlandes wünſchte. Landgerichtspräſident Dr.
Nees Vorſitzender des Mainzer Altertumsvereins, verband mit
ſeinen Glückwünſchen die Freude und Genugtuung über den Aufſchwung
des Muſeums. Geh. Nat Dr. Fabrſzius überbrachte für das
ST als Forſchungsmaterial und als Kulturdoku= archäologiſche Inſtitut des Reiches in Berlin und die Römiſch=
Ger=
uaniſche Kommiſſien in Frankfurt die beſten Wünſche für die Zukunft
und wies auf die vielfältigen Beziehungen zwiſchen dem archäologiſchen
Inſtitut und dem Mainzer Muſeum hin. Einer Vereinigung der
Rö=
priſch=Germaniſchen Kommiſſion mit dem Mainzer Muſeum konnte er
jedoch nicht das Wort reden. Baurat Jacobi, der Leiter der
Wiederherſtellungsarbeiten der Saalburg bei Homburg v. d. H. betonte
die Bedeutung von Mainz für die Saalburg. Er gab der Hoffnung
Ausdruck, daß auch bald in Mainz eine Nachbildung der Jupiter=Säule,
deren Bruchſtücke ſich im Mainzer Muſeum beſinden, öffentlich aufgeſtellt
werden würde. Im Namen der Rektoren der an der römiſch=
germani=
ſſchen Forſchung beſonders intereſſierten Univerſitäten Bonn, Köln,
Frankfurt, Heidelberg und Gießen ſprach der derzeitige
Rektor von Gießen, Univerſitätsprofeſſor Dr. Laqueur. Er ſah in
der Archäologie ein verbindendes Glied verſchiedener Wiſſenſchaften und
unterſtrich die Wichtigkeit der Kenntnis der älteſten Wurzeln unſeres
Volkstums. Kommerzienrat Dr. Jungk=Mainz überbrachte die,
Glückwünſche der Mainzer Induſtrie= und Handelskammer. An Hand
der alten röniſchen Keramiken und Gläſer beleuchtete er die
Beziehun=
gen zwiſchen Altertumsforſchung und Induſtrie. Weiter zeigten ſich in
der Reihe der Gratulanten noch Bürgermeiſter Scholz=Verlin,
der eine Jubiläumsſpende von 1000 Mark überbrachte und den
Main=
zern baldige Befreiung wünſchte, und der Vertreter der Wiener
ſtädti=
ſchen Sammlungen, Dr. Polaſchek, der die Grüße der Blutsbrüder
aus Oeſterreich überbrachte!. Zum Schluß brachte er ein gemeinſames
Hoch auf Mainz und Wien aus, Städte, die in ſo vielfältigen
kulturel=
len Beziehungen zu einander ſtehen. Aus Darmſtadt waren noch
an=
weſend die Herren Min.=Rat Dr. Löhlein, Min.=Rat Wagner, das
Präſidium des heſſiſchen Lanotags, Bürgermeiſter Delp für die Stadt
Darmſtadt, Prov.=Dir. Dr. Kranzbühler und Prof. Heidebroek für die
Techniſche Hochſchule Darmſtadt.
Das Schlußwort ſprach der Vorſitzende, des Geſamtvorſtandes des
Römiſch=Germaniſchen ZentralMuſeums Mainz, Herr Prof. Reeb.
Er dankte für die herzlichen Glückwünſche und die allſeitige
erſprieß=
liche Förderung der Zwecke und Ziele des Muſeums. Anſchließend gab
er die Liſte der aus Anlaß des Jubiläums ernannten
Ehrenför=
derer des Mainzer Inſtituts bekannt. Weiter machte er Mitteilung
von den in großer Zahl eingegangenen Stiftungen.
Den Beſchluß der gkademiſchen Feier bildete die meiſterhafte Wie= Veranwortlich ſür Politil und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; zur Feullelon. Reich und
dergabe des Menuetto Marcia von Mozart durch das Orcheſter der Ausland und Heſſche Nachrichien: Mar Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann.
Stadt Mainz.
Man begab ſich dann gegen 1.45 Uhr in die neuen Feſtſäle der
Mainzer Stadthalle, wo das gemeinſame Mittagsmahl eingenommen
wurde. Hierbei brachte Oberbürgermeiſter
Dr. Külb
folgenden Toaſt aus:
von Hindenburg”.
Der Nachmittag way der Beſichtigung der Mainzer Muſeen und
der Gemälde=Galerie vorbehalten, am Abend folgte die Feſworſtellung
der Händel=Oper „Otto und Theophano” im Mainzer
Stadt=
theater.
Am Samstag findet die Jubelfeier mit einer Dombeſichtigung und
einer Rheinfahrt nach St. Goar ihren Abſchluß.
29. Preußiſch=Süddeutſche Klaſſen=Lotterie.
14. Tag, 5. Klafſe. In der Vormittags=Ziehung fielen:
2 Gewinne zu 10 000 Mark auf Nr. 146 668; 2 Gewinne zu 3060 Marl
auf Nr. 65 242; 20 Gewinne zu 2000 Mark auf Nr. 14338, 18869,
61830, 84 145, 99 608, 161 012 B37 218, 264 163, B1 494, 302157; 30
Ge=
winne zu 1000 Mark auf Nr. 9036 R859, 56 464, 61668, 124 081,
131 701, 189489, 196372 22862, 239 348, 272 688, B483, 288 91,
309 305, 332 B1; ferner 82 Gewinne zu 500 Mark und 184 Gewimne zu
300 Mark. — In der Nachmittags=Ziehung fielen: 2
Ge=
winne zu 10 000 Mark auf Nr. 254 540; 12 Gewinne zu 3000 Mark auf
Nr. 25 8833, 75 122, 125 409, 149 171, 195 311, 336 844; 16 Gewinne zu
2000 Mark auf Nr. 31 454, 59 834, 105 929, 214 549, 21 681, 308 052,
312 011, 337 957; 24 Gewinne zu 1000 Mark auf Nr. A1 150, 142 218,
149 791, 173685, 188342, 1883509, 184948, 217 604, B4 815, 31 587,
331 205, 338 195; ferner 94 Gewinne zu 500 Mark und B6 Gewinne
zu 300 Mark. — Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je
500 000 Mark, 2 Gewinne zu je. 200 000 Mark, 2 Gewinne zu je 75000
Mark, 4 Gewinne zu je 50 000 Mark, 8 Gewinne zu je 25 000 Mark,
32 Gewinne zu je 10 000 Mark, 72 Gewinne zu je 5000 Mark, 194
Ge=
winne zu je 3000 Mark. 338 Gewinne zu je 2000 Mark, 602 Gewinne
zu je 1000 Mark, 1878 Gewinne zu je 500 Mark und 4644 Gewinne mu
je 300 Mark.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Samstag, 10. Sept. 11.55: Uebertr: des Glockenſpiels aus
dem Darmſt. Schloß. o 15.30: Liedervorträge Frankf. Schulen.
Mädchenchor. Leit.: Korrektor Dörffler O 16.30: Operettenmuſik,
Leit.: Kapellm. Merten. Mitw.: G. Ripperger (Tenor). o 17.45:
Für die reffere Jugend. Aus dem Roman: „Der Oberhof” von
Immermann. O 18.15: Briefkaſten. 18.45: Dr. Doris Dauber:
Kurioſitäten aus Zeitungen. o 19.15: Dr. Heinemann: Bertrand
Ruſſel und die engl. Philoſophie der Gegenwart. 19.45: Dir.
Kraus: Das Blumenkleid der ſcheidenden Natur. O 20.15: Bunter
Abend, Mitw.: Peter von der Oſten, München; Otto Jülich u. a.
Das Hausorch. — Anſchl.: Tanzmuſik.
Siuttgari.
Samstag, 10. Sept. 12.30: Schallplattenkonzert. 14:
s Gretle von Strümpfelbach erzählt. 15: Konzert. Mitw.: Paula
Wagner, M. v. Wiſtinghauſen, Rundfunkorch. 15. Darbietungen
von Richard Wagner. 0 18.15: Uebertr. aus Freiburg: Bibl.=Dir.
Auer: Der badiſche Volksſchriftſteller Heinrich Hansjakob. o 18.45:
Aus Stuttgart und Freiburg i. Br.: R. Tſchorn: Am Volant.
19.15: H. Neuberger: 75 Jahre Germaniſches Nationalmuſeum.
o 20.15: Kammermuſik=Abend. Ausf.: M. Frank CCello) a. G.,/
A. Haagen (Klavier). Werke von Händel, Bach, Hammer für Cello
und Klavier. o 21.15: Funkbrettl. Mitw.: Hilde Bider, Käts
Mann, H. Hanus, C. Struve, Rundfunkorch. 18 Darbiet. O.B7
Uebertr, aus Frankfurt a. M.: Tanzmuſik.
Berlin.
Sonnabend, 10. September. 12.30: Viertelſtunde für den
Tandwirt. O 15.30: K. Müller: König Baumwolle, o 16.30:
Rezitationen, geſpr. von Charles Willi Kayſer. O 17: Artur
Guttmanns Ufa=Sinfoniker „Lincke: Singſpiel=Ouv. — Knopf:
Wenn vom Himmelszelt mal ein Sternlein fällt, Shimmy=Lied.
Selbſt die roten Roſen küſſen, aus Der blonde Zigeuner. — Faun
und Nymphe — Aſra, Boſton. — Heymann: Serenade paſſionnee.
— Borchardt: Achtung! Newyork! — Bolzoni: Menuett. —
Knopf: „Walzer nach Suzette. — Von 18—18.30 vorausſ.
Uebertr=Verſuche aus einem Flugzeug. 0 19.05: Med.=hyg. Plauderei
(San.=Rat Dr. Frank). 19.30; Prof. Dr. Verweyen, Bonn:
Poſitive Lebensführung. 20: Orch.=Konzert. Ouv. Orpheus in
der Unterwelt. Intermezo und Barcarole. Es war einmal am Hofe
von Eiſenack beides aus Hoffmanns Erzähl. (Offenbach). EE.
Lichtenſtein, Tenor). Walzer aus Pariſer Leben. — Zeller: Mir
ſcheint, ich kenn dich, a. Vogelhändler. (Frida Weber=Fleßburg,
Sopran). E. Lichtenſtein. — Zeller: Grubenlichter, Walzer aus
Oberſteiger. — Strauß: Ouv. Waldmeiſter. Komm ſchöner Mai
(Weber=Fleßburg). Perpetuum mobile. Die ſchöne Helena, Quadrille.
Ach, wie ſo herrlich, aus Eine Nacht in Venedig. (Lichtenſtein).
Ouv. Der Zigeunerbaron. Wer uns getraut (Weber=Fl.,
Lichten=
ſtein. Schallwellen, Walzer. Roſen aus dem Süden. 22.30:
Tanzmuſik (Hoffmamn).
Königswuſterhauſen. Sonnabend, 10. Sept. 12: Ilſe Fiſcher=
Ramin, H. Schey: Goethes Lyrik in Wort und Ton. „Beethoven”.
14.50: Franzöſiſch für Anf. o 15.15: Franz. für Fortgeſchr.
o 16: Engl. für Fortgeſchr. 6 16.30: Berufsberatung. (Dr. Lampe).
17: Dir. Lenz: Aufſtiegsmöglichkeiten in der Beamtenſchaft.
17.30: Dr. Nobel: Der wandernde Arbeiter. 18: Min.=Nat
Horſtmann: Mechanik und Fertigkeitslehre. O 18.30: Dr.
Feilchen=
feld: Zahnheilkunde und Leibesübungen. e 18.55: O. Zienau:
Moskau von heute. 19.20: Dr. Volz: Rund um den Bodenſee=
20: Uebertr. aus Berlin: Konzert — Tanzmuſik.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andr eas Bauer;
für „Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette;, für den Inſeratenteil: Willy Kuhe.
Druck und Verlag. C.C. Witt ich — ſämilſch in Darmſtadt.
Für unverlangte Mannſtripte wird Garantie der Rückſendung n ich über nommen
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Samstag, den 3. Geptember 1927
Nummer:!
Nachrichten des Standesamts Darmſiadt.
Geſtorbene. Am 17. Auguſt: Forbach, Ottilie, ohne Beruf, ledig,
hier, Stiftſtraße 13. Grimm, Eliſabethe, geb. Cheb, 30 J., Ehefrau des
Taglöhners, Forſtmeiſterſtraße 5. Am 18. Auguſt: Göbel, Jakob,
Wein=
händler, 48 J., Beſſunger Straße 102. Am 19. Auguſt: Vomend,
Eliſa=
beth Marie Katharina, geb. Schaefer, 53 J., Ehefrau des Eiſenbahn=
Oberſekretärs, Eckhardtſtraße 15; Blandine Anna Kath. Roth, geb.
Schlander, 30 J., Ehefrau des Kupferſchmieds, Roßdörfer Str. 17;
Eliſe Höfer, ohne Beruf, 88 J., ledig, Steinſtr. 25; Konrad Deußer,
Heizungsmonteur, 37 J., Grafenſtr. 9. Am 20. Auguſt: Emil Ekey,
Kaufmann, ledig, 23 J., Jugenheim (Bergſtr.), hier, Grafenſtr. 9;
Annemarie Glaſer, 10 Monate, Wienersſtr. Am 21. Auguſt: Emilie
Saeng, geb. Schmitt, 72 J., Ehefrau des Buchhändlers, Kirchſtr. 20.
Kirchliche Nachrichten
Evangeliſche Gemeinden.
12. Sonntag nach Trinitatis (4. September 1927.)
Stabtkirche. Sonntag, 4. Sept., vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die
Lukasgemeinde. Pfarrer Kleberger. — Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Vogel. — Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Heß. — Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 bis 6 Uhr zu ſtiller
An=
dacht geöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Vogel.
Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Kaplaneigemeinde. Pfarrer Heß.
— Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des hl. Abendmahls.
Pfarrer Heß. — Vorm. 111 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Kle=
berger. — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Dr. Wendel.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dr. Avemarie. —
Mittwoch, 7. Sept., abds. 8 Uhr, im Konfirmandenſaal (Schloß):
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (füngere Abteilung): Poſaunen=
Chor.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Sonntag, 4. Sept., vorm 11½ Uhr:
Chriſtenlehre für die Reformationsgemeinde (Weſtbezirk). Pfarrer
Wagner. — Nachm. 2½ Uhr: Taubſtummengottesdienſt. Pfarrer Heß.
— Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (ältere
Ab=
teilung). — Montag, 5. Sept., abds. 8 Uhr: Monatsverſammlung der
Männervereinigung der Lukasgemeinde, verbunden mit
Vorſtands=
ſitzung und Helferverſammlung. Tagesordnung: Sterbekaſſe des
Frauen=
vereins und der Männervereinigung. Der Geſamtvorſtand und die
Mit=
glieder des Frauenvereins ſind freundlichſt eingeladen. — Jugendbund
der Lukasgemeinde. — Dienstag, 6. Sept., abds. 8 Uhr: Kirchenchor
der Stadtkirche. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (jüngere
Ab=
teilung). — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere
Ab=
teilung). — Mittwoch, 7. Sept., abends 8 Uhr: Kirchenchor der
Stadt=
kapelle und Schloßkirche. — Mädchenvereinigung der
Reformations=
gemeinde (jüngere Abteilung). — Jugendbund der Markusgemeinde. —
Donnerstag, 8. Sept., abends 8 Uhr: Monatsverſammlung des
Frauen=
vereins der Lukasgemeinde. — Jugendbund der Lukasgemeinde:
Sing=
kreis. — Freitag, 9. Sept., abds. 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeinde (jüngere Abteilung). — Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Heß.
Krankeupflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation: Forſtmeiſterſtr 9,
Fernſpr. 2882; 2. Nebenſtation: Mauerſtr. 5 (in der Kleinkinderſchule
der Martinsgemeinde).
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17. Sprechſtunden:
vorm von 10 bis 12 Uhr. Fernſpr. 2379.
Gemeindeamt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtr. 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Geſchäftsſtunden von 8 bis 12 Uhr
und nachm. von 3 bis 6 Uhr. Fernſpr. 2379.
Martinskirche, Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre f. d. Oſt=(Aſſiſtenten=)
Bezirk, in der Kirche, Pfarraſſiſtent Saalz für den Weſt=(Aſſiſtenten=)
Bezirk im Gemeindehaus. Pfarraſſiſtent Lein. — Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt mit Feier des hl. Abendmahls. Pfarrer D. Waitz.
Anmeldung von 9½ Uhr an in der Sakriſtei. — Vorm. 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt f. d. Oſtbezirk. Pfarraſſiſtent Saal.
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, 5. Sept., abends
8 Uhr, im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt. — Dienstag,
6. Sept., abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Kirchenchor; im
Gemeinde=
haus: Jugendvereinigung. — Mittwoch, 7. Sept., abends 8 Uhr, im
Martmsſtift: Mädchenvereinigung Oſt. — Donnerstag, 8. Sept., abds.
8 Uhr, im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung Weſt; „Mauerſtr. 5:
Poſaunenchor. — Freitag, 9. Sept., abends 8 Uhr, im Gemeindehaus:
Jugendvereinigung (ältere Abteilung).
Johanneskirche Samstag, den 3. Sept., abends 8 Uhr,
Wochen=
ſchlußandacht der Jugend — Sonntag, abends 8 Uhr, wird Pfarrer
Marx im Gemeindehaus Lichtbilder zeigen.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx.
Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7 bis 7 Uhr zu ſtiller
An=
dacht geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Bickel. — Vorm. 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarraſſiſtent Bickel. — Abends 8 Uhr: Vereinsabend der
Jugend=
vereinigung. — Montag, nachm. 3 Uhr: Vorſtandsſitzung des
Frauen=
vereins. — Abends 8½ Uhr: Vereinsabend der Mädchenvereinigung.
— Mittwoch, abends 8½ Uhr: Monatsverſammlung der
Männer=
vereinigung.
Pauluskirche. Vorm. 8½ Uhr: Chriſtenlehre für beide Bezirke.
Pfarrer Rückert. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert. — Abends
8 Uhr: Jugendvereinigung. — Montag, abends 8 Uhr: Jugendbund.
— Dienstag, vorm. 10 Uhr: Vorſtandsſitzung des Frauenvereins. —
Abends 8¼ Uhr: Kirchenchor.
Stiftskirche. Sonntag, 4. Sept., vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt
mit Feier des hl. Abendmahls. Pfarrer Hickel. — Vorm. 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt. — Evang. Sonntagsverein. Nachm. 4—7 Uhr:
Vereinsſtunden. — Donnerstag, 8. Sept., abds. 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde.
11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3½ Uhr: Bibelſtunde,
Prediger Semmel. — Montag, nachm. 4 Uhr: Frauenarbeitsſtunde. —
Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Mittwoch, nachm.
4 Uhr: Kinderbund für Knaben und Mädchen. — Donnerstag, abends
8½ Uhr: Bibelſtunde. Prediger Semmel. — Freitag, abends 8½ Uhr:
Blaukreuz=Bibelſtunde und Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger
Straße 80. — Samstag, abends 8½ Uhr: Poſaunenchor.
Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat Kriegerdankbund.
Voranzeige: Sonntag, 18. Sept.: Jahresfeſt der Stadtmiſſion und
des Jugendbundes für E. C.
Jugenbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2½ Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer; 43/ Uhr:
Bibelbeſprech=
ſtunde für Mädchen; abends 8½ Uhr: Weiheſtunde — Dienstag,
abends 8½ Uhr: Gebetsſtunde für Mädchen. — Mittwoch, abends
8½ Uhr: Freundeskreis für junge Männer. Gg. Fülberth: „
Lehr=
lings= und Geſellenweſen in der Zunftzeit”. — Donnerstag, abends
8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Chriftlicher Verein junger Männer, e. V. (Alexanderſtr. 22,
Infan=
teriekaſerne, Hof links). Sonntag, 4. Sept.: Beteiligung am Treffen
der Kreisverbdg. Wiesbaden in Oppenheim. Abfahrt Hauptbahnhof
7,10 nach Goddelc=Erfelden. Ruckſackverpflegung für den ganzen Tag
mitbringen. — Montag, 5. Sept., abends 8 Uhr: Beteiligung an dem
Vortrag des Hern Prof. Stählin über „Lebensformen” in der
Johan=
neskirche. Treffen 7.50 Uhr vor der Kirche. — Mittwoch, 7. Sept.,
abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (ältere Abteilung). — Donnerstag,
8 Sept., abends 7 Uhr: Schwimmen im Woog. Treffen am
Karten=
verkaufsſtand, ſpäter auf der Inſel. — Freitag, 9. Sept., abends
8½ Uhr: Turnen und Körperſchule in der Turnhalle der Ludwigs=
Oberrealſchule. — Samstag, 10. Sept., nachm. 3 Uhr: Jugendſchar.
Erzählung: „Was ich alles von der Oſtſee mitbrachte‟. Herr Gedat. —
Abends 8 Uhr: Treffen am Böllenfalltor zum Nachtſpiel im Wald mit
anſchließendem Landheimſonntag.
Chriſtlicher Jugendverein (Konfirmandenſaal, Schloßkirche).
Sonn=
tag, 4. Sept., vorm. 7 Uhr: Abfahrt Hauptbahnhof zum Kreistreffen
in Oppenheim a. Rh. — Montag, 5. Sept., abends 8½ Uhr:
Unter=
haltung. — Mittwoch, 7. Sept., abends 8½ Uhr: Jugend= und
Familienbibelſtunde. — Donnerstag, 8. Sept., abends 8 Uhr:
Po=
ſaunenchor.
Jungmädchenverein: Donnerstag abend.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, 4. Sept., vorm. 348 Uhr:
Menſchen=Weihe=Handlung mit Predigt. — Montag, den 5. Sept., abds.
3½ Uhr: Offener Vortrags= und Beſprechungs=Abend. — Beides:
Heidelberger Straße 9½, III.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtr. 40). Sonntag, den
4. Sept., vorm. 9½ Uhr: Andacht. — Nachm. 3½ Uhr: Jugendbund.
Wbends 84 Uhr: Gangelifſation. — Mitwoch, abends: nmpri
Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtr. 44). Sonntane Sörm.
vorm. 6 Uhr: Frühandacht. — 10 Uhr: Predigt (Prediger
Pomuen=
bach). — 11 Uhr: Sonntagsſchule. — Abends 8 Uhr: Jahms;
Jugendbundes im Mozartſaal, Schulſtr. 8. Feſtredner: Presh ℳDic=
Feuerbach. — Dienstag: Singſtunde. — Mittwoch: Fraue-n
Donnerstag: Bibelſtunde. Jedermann iſt freundlich einggo
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 5. Septemborhends
8½ Uhr, im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelſtunde. (LehruFſwamer.
Braunshandt.)
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtliche Verſammlung (Waldſtraße 18). Sonntag, d
RR
tember, vormittags 11½ Uhr: Sonntagsſchule. Nachmittags Zuhr=
Verkündigung des Wortes Gottes. — Mittwoch, den 7. Semmber
abemds 8½ Uhr: Gebetsſtunde — Freitag, den 9. Septem Nchwends
8½ Uhr: Bibelſtunde (Betrachtung, Apoſtelgeſch. Kap. 3). frnemam
iſt herzlich eingeladen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten). Scom den
4. September, vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt. 11 Uhr: entſtags,
ſchule. Abends 8½ Uhr: Gottesdienſt. — Donnerstag, dn
WSeh=
tember, abends 8½ Uhr: Bibelſtude. Jedermann iſt
herGejänge=
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laden.
Kirche Jeſu Chriſti der Heiligen der letzten Tage (DarmſaRtied=
Ramſtädterſtraße 13). Sonntag, den 4. September, vorm. ruhr
Sonntagsſchule. Nachmittags 12 Uhr: Faſtverſammlung, ſinends zumilienne
½8 Uhr: Predigtverſammlung. — Montag abmd 8 Uh fazuer
verein und Brüderſchule. — Mittwoch abend 8 Uhr;
Sohrfritts=
verein.
Auswärtige Kirchen.
Evangelifche Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, den 4.
vormittags 834 Uhr: Chriſtenlehre der Mädchen. 9½ USlwAttes
dienſt. Pfarraſſiſtent Wolf. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. PMitt
woch, den 7. September, abends 8 Uhr: Mädchenvareinigun ſp end=
8½ Uhr: Kirchengeſangverein. — Freitag, den 9. Septem leihgends
8½ Uhr: Poſaunenchor des Wartburgvereins.
In der Provinzial=Pflegeanſtalt. Sonntag, den 4. Septen. pnach, 1 50M
mittags 2 Uhr: Gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Wolf.
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, der „Seb ſch.
tember, vormittags ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt. ½11 Uhr
Fritſten=
lehre — Montag: Jugendvereinigung. — Dienstag: Zirncher
Mittwoch: Jungmädchenverein. — Montag, Dienstag, Atvoch,
jedesmal abends 8 Uhr in der Kirche: Vorträge von Frau ErAHelt
aus Barmen. Nachmittags 4 Uhr: Bibelſtunde im Vereclt8. —
Näheres unter Nieder=Ramſtadt in der Sonntagsnummer d Slleittes.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 4. Septen, vor in Aelehung beeſſt
mittags ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Dr Zeudel. an
Darmſtadt. ½11 Uhr: Kindergottesdienſt der Großen und deeleuinen
Schweſter Marie. — Dienstag: E. J. G. Mädchenabend. — AMittz= ſ
woch: E. J. G. Jungenabend. — Donnerstag: Frauena/ 1 GBe Müſt Ocae
ſprechung über den Ausflug).
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Sonntag, den 4. Sermber Mheimt MiNP
vormittags ½10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Jahresfeier der (örigen
Abends 8 Uhr: Bibelſtunde. — Montag, abends 8½ Uhr. frenuene!
verein. — Freitag, abmds 8½ Uhr: Evangeliſcher Arbre; unduh.t
Handwerkerverein.
Sehtember 1921
Katholiſcher Gottesdienſt.
St. Liebfrauen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Setagen
nachmittags von 5—7 Uhr und abends von 8 Uhr an Beichtgeenſheit
Sonntag, den 4. September, ausnahmsweiſe vormittags 5 Uſtherilige
Meſſe. Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur heiligmiZerächt=
7 Uhr: Frühmeſſe. Vor und in der heiligen Meſſe Austſiug! de 4h Hechit
heiligen Kommunion. Generalkommunion der Marianiſchem ärnnen
kongregation. 9½ Uhr: Hochamt und Predigt. Vorher Zrei=ſun Gſeiel Hech
der heiligen Kommunion. Nachmittags 2 Uhr: Chriſtenlehre. Hühr
Andacht. 3 Uhr: Verſammlung der Marianiſchen Männerkongga tion geb. Keßler
— Werktagsmeſſe 1½ Stunde vor Schulbeginn.
Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feierta s Uh Vermählie
heilige Meſſe mit Predigt. Vorher Baichtgelegenheit. Vor unint de
Sonntag nach
heiligen Meſſe Austeilung der heiligen Kommunion.
Während der Schulzeit Dienstags und Freitags 1¼ Swei va. ſMr Deiruslirche.
Schulbegimn heilige Meſſe mit Austeilung der heiligen Komnlon !
laft, 4. September
der heiligen Meſſa. Vorher Beichtgelegenheit.
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in der Petruskirche.
Darmſfadt, 4. September 1927.
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Darmſiadt, September 1927. 18605
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Darmſiadt, den 3. September 1927.
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Darmstadt, den 3. September 1927.
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tHl. Trauung heute nachmittag 3 Uhr
in der Siadikapelle.
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geb. Kaefer
Vermählte (e2s75
Beerfelden, 3. Sept. 1927.
Mein Dank!
Al.läßlich meines 50jähr. Jubiläums
der hieſigen Freiw, Feuerwehr
ſune ich allen meinen tiefſtgefühlten
Aunk. Dem Großh. Hauſe dem
Reichs=
näſidenten, dem Miniſterium des
Nnern, dem Oberbürgermeiſter, dem
Aandesverbande Heſſ. Freiw. Feuer=
Mhren, ſowie dem Kreisverbande der
ehren, der Berufsfeuerwehr, der
Lrurngeſelſchaft, ſowie meinerwerten
achbarſchaft, Freunden und
Gön=
arn, Verwandten und Bekannten,
deen Kameraden, den Wehrleuten des
Buges, ſowie der Spielmannſchaft
nochmals vielen, vielen Dank.
Heinrich Hochſtätter.
PORKM
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen
Be=
isiſe herzlicher Teilnahme bei dem
us ſo ſchwer betroffenen Verluſte,
ourvie für die herzlichen Kranz= und
Aumenſpenden ſagen wir hiermit
Aulen unſeren herzlichſten Dank.
Be=
uders danken wir Herrn Pfarrer
Auogel für die troſtreichenWorte am
Arabe des Verſtorbenen.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eva Landzettel
Baget und Kinder.
Todes=Anzeige.
Heute früh entſchlief ſanft nach
langem ſchweren Leiden unſere
herzensgute Mutter,
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Schwägerin und Tante
Frau
üiſgbeth Aberth Bwve.
geb. Werner
im 76. Lebensjahr.
Die trauernd. Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 2. Sept. 1927.
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Die Beerdigung findet Montag,
den 5. September, nachmittags
2½ Uhr, vom Portal des alten
Friedhofs an der Nd.=
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Teilnahme an unſerem ſchweren
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Sohn) ſ. d. Bek. ein.
geb. Dame v. etwa
45-52 J., a. l. v. Anh.,
v gut. Ausſ. u. ſymp.
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e ſolchen. Kl. Stadt
oder L. n. ausgeſchl.
Zuſchr. erbitte
ver=
trauensv. unt. V 248
an d. Geſchſt. (13594
Seite 10
Samstag, den 3. September 1927
Nummer
Schwere Stürmeüberdem Ozean
Amerika kabeltſchlechtes Wetter. — Die engliſchen Ozeanflieger verſchollen.
Die Franzoſen ſiarten und landen wieder. — Profeſſor Junkers warnt.
Der Fokker=Apparat „St. Raphael” des engliſchen Fliegers Minchin, der von England zum
Flug nach Amerika aufgeſtiegen und ſeit Donnerstag nachmittag überfällig iſt.
Eine Erklärung Profeſſor Junkers.
Berlin, 2. September.
Profeſſor Junkers hat am 1. September
mittags aus Warnemünde, wo er ſich
gegen=
wärtig aufhält, an die Beſatzung der „Bremen”,
Hauptmann Köhl, v. Hünefeld und Looſe
fol=
gendes Telegramm gerichtet: „Bezugnehmend
auf die telephoniſche Anfrage betreffend Start
der „Bremen” möchte ich Ihnen meine
Beſorg=
niſſe nicht verhehlen, das Unternehmen bei ſolch
ſpäter Jahreszeit noch einmal in Angriff zu
nehmen. Die langen Nächte und die ſchnell
wech=
ſelnde Witterungslage im September erhöhen
das Riſiko, ſo daß der Flug vom Standpunkte
der Forſchung und Entwicklung nicht mehr
zerechtfertigt erſcheint. Ich halte mich
gotzdem nicht für berechtigt, mich den von
Khnen angeführten Gründen zu verſchließen
and ſtelle die Entſcheidung über den Start und
geſſen Zeitpunkt nach Ihrem Wunſche in Ihr
eigenes Ermeſſen. Ich überlaſſe Ihnen dieſe
Entſcheidung umſo unbedenklicher, als ich
über=
zeugt bin, daß Sie ſich durch öffentliche
Dis=
kuſſionen, wie z. B. des ſoeben bekannt
gewor=
denen Startes in England oder andere
Ein=
wirkungen in Ihrer nüchternen Entſchließung
nicht beeinfluſſen laſſen.”
Nach einem Telegramm der „Chicago
Tri=
bune” aus New York ſollen nach einer vom
Marineinſtitut herausgegebenen Mitteilung die
atmoſphäriſchen Bedingungen ſehr
ſchlecht ſein, beſonders für einen
Transozean=
flug in oſt=weſtlicher Richtung. Sogar Nungeſſer
und Coli, die an einem Tage ſtarteten, als das
Wetter ſo günſtig war, wie es vielleicht alle
10 Jahre nur einmal iſt, ſeien vermutlich über
dem Ozean in ſchlechtes Wetter geraten, ſo daß
ihr Vorhaben mißlang.
Beunruhigung über das Schickfal
der engliſchen Zlieger
Ueber das Schickſal des engliſchen Eindeckers „St.
Raphael” und ſeiner Beſatzung lagen in London bis
um 13 Uhr keinerlei Nachrichten vor. Alle Gerüchte,
nach denen die Ozeanflieger geſichtet worden ſeien,
bzw. die Tatſache ihrer Notlandung verbürgt ſei,
werden von den kanadiſchen Küſtenfunkſtationen
de=
mentiert. Da man annehmen muß, daß nunmehr die
Brennſtoffvorräte des „St. Raphaels” aufgebraucht
ſind, befürchtet man das Schlimmſte, zumal das
Flugzeug keinen Sendeapparat an Bord hat, ſo daß
die Flieger, ſelbſt wenn ſie ſich noch über Waſſer
halten ſollten, nur dann gerettet werden könnten, wenn
ſie geſichtet werden. Aus New York wird gemeldet,
daß der Flieger Bertaud, der bekanntlich ſeit einiger
Zeit zum Fluge nach Rom ſtarten will, ſich bereit
erklärt habe, die Suche nach dem „St. Raphael” mit
ſeiner „Old Glory” aufzunehmen. Nach den neueſten
Meldungen ſtellt der Eindecker „Old Glory” vor der
Küſte Neufundlands in einem Umkreis von 800
Mei=
len Nachforſchungen nach dem von England
abge=
flogenen Flugzeug „St. Raphael” an.
Der „Blaue Vogel” der Franzoſen ſtartet
EP. Paris, 2. September.
Der „Blaue Vogel” iſt heute morgen
6,30 Uhr in Le Bourget zur Ueberquerung
des Atlantiſchen Ozeans aufgeſtiegen. Der Start
vollzog ſich glatt. Das ſchwer beladene
Flug=
zeug löſte ſich nach einem Anlauf von etwa
einem Kilometer vom Boden.
Der Farmanapparat „Blauer Vogel”, der,
wie gemeldet, heute früh zum Amerikaflug
ge=
ſtartet iſt, hat ein Leergewicht von 4000
Kilo=
gramm und ein Gewicht mit Belaſtung von
11500 Kilogramm. Er iſt ein
Farmandoppel=
decker mit zwei Motoren von je 500 PS. Der
Apparat führt 9000 Liter Benzin und hat bei
einer Durchſchnittsgeſchwindigkeit von 150
Kilo=
metern einen Aktionsradius von 7000
Kilo=
metern. Er kann ſich 60 Stunden in der Luft
halten. Jeder der beiden Flieger hat einen
Fallſchirm und Rettungsringe. An dem einen
der Rettungsringe ſind zwei Blechkäſten von je
zwei Liter Ausmaß mit Lebensmitteln befeſtigt.
An dem anderen Ring iſt eine Leine angebracht,
durch die ein Rettungsboot aus Gummi
heran=
geholt werden kann, das mit Hilfe einer Flaſche
mit komprimierter Luft aufgeblaſen werden
kann. Es iſt bis jetzt nicht bekannt geworden,
ob das Flugzeug Funkentelegraphie an Bord
hat.
Der Ozeanflug der Franzoſenabgebrochen
Der „Blaue Vogel” iſt wieder nach Le=
Bourget zurückgekehrt. Sofort nach
dem Aufſtieg hatte das Flugzeug nördlichen
Kurs eingeſchlagen, wandte aber, offenbar
wegen des Nebels, um und überflog eine
Vier=
telſtunde ſpäter den Flugplatz in ſüdöſtlicher
Richtung. Um 9,22 Uhr tauchte der „Blaue
Vogel” neuerdings über dem Flugplatz auf und
leerte ſeine Benzinbehälter.
Der „Blaue Vogel” iſt, nachdem er ſeine
Benzinbehälter geleert hatte, kurz nach 10 Uhr
glatt auf dem Flugplatz Le Bourget
gelandet, Der Pilot eines ſchon vorher
nie=
dergegangenen Begleitflugzeuges erklärte, der
Entſchluß der Flieger Givon und Corbu, den
Ozeanflug aufzugeben, ſei auf den dichten
Nebel zurückzuführen, der jede Sicht
unmög=
lich gemacht habe.
Pilot Kapitän Hamilton
mit der Prinzeſſin Wertheim=Löwenſtein,
die Begleiter des engliſchen Fliegers Minchin, deren
ungewiſſes Schickſal in Europa wie in den
Vereinig=
ten Staaten allgemein beunruhigt.
Weitere Ozeanflieger notgelandet.
New York, 2. September.
Das Flugzeug „Rohal Windſor, das geſtern in
Windſor (Ontario) zu einem Fluge nach Windſor in
England aufgeſtiegen war, mußte in St. Johns
(Quebec) niedergehen. — Der Eindecker „Sir John
Carling, der geſtern in London (Ontario) neuerdings
zum Flug nach England aufgeſtiegen war, iſt in
Caribu im Staate Maine gelandet.
Frankfurter Chronik.
Eine junge Kaffernbüffelkuh, im
Zoo. Zu dem vor 2 Jahren als Geſchenk von Herrn
Geheimrat Dr. Arthur v. Weinberg in unſerem
Garten eingetroffenen Kaffernbüffelbullen iſt ſeit
kurzem eine noch jüngere Kuh dazu gekommen.
Dieſes Tier ſtammt wie auch der Bulle aus dem
ſüd=
lichen Afrika und gehört derjenigen
Kaffernbüffel=
form an, bei der ſich die Hörner ganz beſonders ſtark
entwickeln und vor allem dem erwachſenen Männchen
ein äußerſt impoſantes Ausſehen verleihen. Bei un=
ſerem Bullen hat man im Verlauf der beiden Jahre
ſeines Hierſeins die allmähliche Weiterentwicklung des
Hornes ſehr gut verfolgen können und wird auch
noch in der nächſten Zeit Gelegenheit haben, das
Weiterwachſen zu beobachten. — Sturz aus der
Schiffsſchaukel. Der 19jährige
Handlungsge=
hilfe Heinrich Niederhüfner fiel am Mittwoch abend
gegen 9 Uhr auf dem Juxplatz an der Weſeler Werft,
angeblich infolge eines Schwindelanfalls, aus einer
Schiffsſchaukel. Er mußte mit einer ſchweren
Kopf=
verletzung dem Krankenhaus zugeführt werden.
Die große Weinbauausſtellung zum 34. Deutſch
Weinbaukongreß in Bad Dürkheim
vom 3. bis 6. September 1927.
1 5
V4
R
Unſere Zeichnung gibt einen Blick über das Ausſtellungsgelände, rechts die große, von
Bad Dürkheim zu dieſem Zwecke errichtete maſſive Ausſtellungshalle, in welcher der
Kunſt, Geſchichte, Wiſſenſchaft und Kunſtgewerbe gezeigt wird. Der Weinbau in der Tehtmi
in einer großen Induſtriehalle (1800 Quadratmeter) dem Beſucher vor Augen geführt. A2Ar
ſtellung wird am Samstag, den 3. September, mittags 12 Uhr, mit einem Feſtakt erSift yun
dauert über das Wurſtmarktsfeſt bis zum 18. September 1927.
Platzkonzert mit Lautſprecher in Berlin.
Drei Lautſprecher
haben das letzte Platzkonzert im Berlin=Schöneberger Stadtpark beſtritten. Für die Aid
der lautſtarken und beſonders rein klingenden Apparate hat der Schöneberger Radio-”0)
ſorgt. Aehnliche Freikonzerte werden nach dem gelungenen Verſuch auch anderswo ve uſd
Schwere Sprengſtoffexploſion.
Die kataſtrophalen Ueberſchwemmrm
in Galizien.
WSN. Groß=Oſtheim. In der
Schreinerwerk=
ſtätte von Peter Bickert ereignete ſich am Mittwoch EP. Lemberg. Nach den letzten Diin
ein ſchwerer Unglücksfall. Der 15jährige Lehrling
Georg Zang aus Aſchaffenburg hantierte in einem
unbewachten Augenblick mit einem Sprengkörper,
über deſſen Herkunft noch nichts ermittelt werden
konnte. Als er dabei mit einem Hammer auf das
Geſchoß losſchlug, ertönte plötzlich ein furchtbarer
Knall, ſo daß das ganze Haus erſchüttert wurde.
Herbeieilende Hausbewohner fanden den Lehrling
ſchwerverletzt am Boden liegen. Die ganze Ladung
hatte den Unglücklichen in den Unterleib getroffen,
ſo daß die Gedärme heraustraten. Er wurde ſofort
im Krankenhaus eingeliefert, verſtarb aber kurs
darauf. Durch die Detonation wurde an der
Werk=
ſtätte ſchwerer Schaden angerichtet. Die Gendarmerie
konnte die Herkunft des gefährlichen Spielzeugs noch
nicht ermitteln; doch ſcheint er an derartigen Dingen
ſein beſonderes Vergnügen gehabt zu haben, denn
bei einer Durchſuchung ſeiner Schlafkammer fand man
noch zahlreiche Kugelpatronen, einen Schlagring, eine
Strahlrute und ſonſtiges Werkzeug.
Tödlicher Sturz auf der Rennbahn.
EP. Zürich. Am Donnerstag abend ſtürzte beim
Training auf der Rennbahn Oerlikon bei Zürich der
Breslauer Rennfahrer Ernſt Feja ſo unglücklich, daß
er einen Schädelbruch erlitt und nach kurzer Zeit
verſtarb.
Die Mordaffäre Erdelyi.
EP. Budapeſt. Der ſtellvertretende
Oberſtaats=
anwalt hat die Prüfung der Unterſuchungsakten in
der Mordaffäre Erdelyi am Donnerstag mittag
be=
endet und dem Unterſuchungsrichter ſeinen
Anklage=
antrag vorgelegt, wonach er die Aufrechterhaltung
der Präventivhaft über Erdelyi wegen gemeinen
Mordes an der Ehegefährtin und Dokumenten=
Fäl=
ſchungen fordert. Der Unterſuchungsrichter wird
Freitag über den Antrag Beſchluß faſſen und dieſem
ohne Zweifel entſprechen.
Bergwerksunglück.
EP. Brüſſel. In einem Bergwerk bei
Char=
leroi wurden vier Bergarbeiter durch ſchlagende
Wetter verſchüttet. Drei davon wurden getötet,
während, der vierte noch lebend geborgen werden
konnte.
aus dem Ueberſchwemungsgebiet iſt die
Todesopfer auf 39 geſtiegen. In Borislaw
Fluten ſieben größere und und mehrer-
Häuſer weggeriſſen. Sämtliche Einwohner7
ſev wurden unter den Trümmern begraben"
Tauſend Menſchen ſind obdachlos und E
rungsmittel, da die Fluten auch das Vie
Ernte fortgeſchwemmt haben. Das 6.
Jäg=
iſt zur Hilfeleiſtung nach Borislaw abgegang
in den Petroleumgruben angerichtete Schak
beträchtlich. Die Schächte ſtehen ſamt den
Einrichtungen vollſtändig unter Waſſer. ie
Zerſtörung der elektriſchen Leitungen iſt
ohne Licht. Der Eiſenbahnverkehr iſt
auße=
ſtark behindert. — Nach Meldungen aus u
hat die Ueberſchwemmung im ſüdöſtlichem
Stadt großen Schaden angerichtet. Hum”
Häuſern ſowie die Kaſernen des 10. Infar‟
giments und des 2. Artillerie=Regiments
Flugplatz ſtehen unter Waſſer. — Der anged
Fluß Bialy Czeremoſz hat die Stadt Ku-)
rumäniſchen Grenze überſchwemmt. Er HI
Lauf geändert und ſich mitten durch die
neues Bett gebahnt. Die Ueberſchwemmum
auch hier zahlreiche Menſchenopfer.
Straßenbahnunglück.
EP. Mailand. Auf der von Vareſe
Sacro Monte führenden
Straßenbahnlini=
beim Rangieren ein mit Holz beladener G.=*/
durch und fuhr auf der ſteilen Strecke mi=
Geſchwindigkeit in einen Straßenbahnzug ha!f
meiſten Fahrgäſte hatten auf die War.
Straßenbahnführers hin noch vor dem B
ſtoß ausſteigen können. Trotzdem wurdem,
ſonen verletzt. Die beiden
Straßenbahnwe-
den zertrümmert.
Rieſenbrände türkiſcher Wälder:
EP. Smyrna. Seit einer Woche a7.Meit
heftiger Brand in den Wäldern des Tauru ſcee
im ſüdlichen Kleinaſien. Ein weiterer Brar EDe
Gegend von Uſchak im Wald von Kediz han R.
die Wälder des Elma Dag ausgedehnt. T2-V
hält bereits ſeit fünf Tagen an. Drei kleit. .
fer ſind Opfer der Flammen geworden,
ſaymmer 244
Samstag, den 3. September 1927
Seite 11
Opiel
Fußball im Kreis Starkenburg.
Beginn der Meiſterſchaftsſpiele in allen Klaſſen.
ſ— aufmerkſame Leſer dürfte unſchwer eine Aenderung der
Ueber=
wieſes Sammelartikels gegenüber der vorjährigen, „Fußball im
mraldkreis” benannten, feſtſtellen. Die Erklärung hierzu ſei kurz
Hſer. Der Odenwaldkreis iſt nicht mehr! Die in dieſem
vorgenommene Neueinteilung im Süddeutſchen Fußballverband
ſch dieſes Gebilde verſchwinden laſſen. Während die Vereine des
Mtiedgaues unter dem gleichen Namen mit den Vereinen der
mer Eche den neuen Kreis Südheſſen bilden, repräſentiert
Eſnge Gau Bergſtraße, verſtärkt durch den alten Gau Dreieich aus
el9n ginbezirk, den neuen Kreis Starkenburg, deſſen nördliche
alexr über Mörfelden, Walldorf, Neu=Iſenburg, Urberach laufen,
wih ſüdlich dieſelben mit denen des alten Gaues Bergſtraße iden=
Fſſud. Hauptmerkmal der Neuorientierung iſt aber die Hinzunahme
ſ” amten früheren Odenwaldkreisgebietes zum Zentrum Frankfurt
„ſrin, alſo in den neuen Bezirk Main=Heſſen.
merhalb der Vereine des Kreiſes hat es keine weſentlichen
Aende=
er gegeben. Innerhalb der Gaue ſehen wir die alten Vereine
wie=
ſurd nur in der Kreisliga ſind neue Mannſchaften aus den
hinzu=
ühhn enen Gebieten dazu getreten. Eine namentliche Aufführung der
hin= iſt hier nicht am Platze, zumal die Nennung der Gegner der
nen Spiele klar erkennen läßt, wer alles mit dabei iſt.
Die Spiele am Sonntag, den 4. September.
ſer-isliga. Sportverein Münſter—Germania 03 Pfungſtadt,
Fuß=
ſen in Sprendlingen—Union Darmſtadt, 1. FC. Langen-Viktoria
Df, Viktoria Griesheim—Union Wixhauſen, Viktoria Urberach—
und Sportverein Mörfelden.
ar ſehen alſo als neue Namen Sprendlingen, Langen, Mörfelden,
daf, Urberach und Wixhauſen. Hinzu kommt noch der
Polizei=
terein Darmſtadt, der ſpielfrei iſt. Es iſt ſchwer, hier einen
lrgen für die Meiſterſchaft zu nennen. Darf man den bekannten
laxpielergebniſſen trauen, ſo ſind in erſter Linie Union Darmſtadt
C—rmania Pfungſtadt zu beachten. Aber es ſteht feſt, daß dieſe
in in Sprendlingen, Münſter, Langen und der Darmſtädter Polizei
hrucher haben, die ebenſogut in der Lage ſein können, ſich
durch=
he.. Was die anderen Vereine bringen, iſt weniger bekannt; man
di: erſt einige Spiele abwarten. Feſt ſteht aber jetzt ſchon, daß die
Feſſchaftskämpfe im neuen Kreis mindeſtens ebenſo intereſſant
wer=
tüe im alten Odenwaldkreis. Ueber die Spiele des Sonntags
ilt es ſchwer, einen Tip abzugeben. Man weiß, daß die Pfung=
Erſich in Münſter nur mit ſtärkſter Mannſchaft durchſetzen können,
eser auch ſchon, daß die Germanen mit Erſatz antreten werden.
Swiel in Sprendlingen ſcheint reichlich offen zu ſein, Langen und
ſa ſen ſollten gewinnen können und ebenſo Urberach. Aber wie
ſt — abwarten!
Oi A=Klafſe ſpielt im Gau Bergſtraße und GauDreieich.
ernntag ſehen wir bereits folgende Treffen ſteigen. Gau Berg=
5—: SV. Darmſtadt=Reſerve—Sportverein Groß=Gevau,
Sport=
mrung Arheilgen=Reſerve—Sportverein Geinsheim, FV. Seeheim
Michelſtadt (13 Uhr), Haſſia Dieburg—V.f. R. Darmſtadt,
Boruſ=
ſa—nheim—Eintracht Darmſtadt, Sportverein Lengfeld—Germania
MSt. — Neu hinzugekommen ſind hier die B=Meiſter Geinsheim
19—igfeld, ſowie der FV. Seeheim vom Riedgau. Außer Konkurrenz
ſte die Reſerven der beiden Bezirksligavereine Arheilgen und SV.
fadt teil. — Als Favorit dieſer Klaſſe dürfte wohl der V.f.R.
mndt anzuſprechen ſein, der ſeine Hauptrivalen im SV. Groß=
Haſſia Dieburg und den Eberſtädtern haben dürfte. — Der
ich=Gau, der an Vereinszahl weſentlich ſchwächer iſt, bringt
Eirintag folgende erſte Begegnungen: Sportverein 1911 Neu=Iſen=
FC 02 Dreieichenhain, Sportverein Offenthal—Sportklub
Dietzen=
eſportverein Eppertshauſen—Sportgemeinde Sprendlingen, V.f. L.
nburg=Reſerve—Germania Ober=Roden. Spielfrei iſt der FC.
Rch. — Als Favoriten dieſer Gruppe darf man wohl Egelsbach
etzenbach bezeichnen.
B=Klaſſe iſt nur im Gau Bergſtraße bertreten, der Dreieichgau
ine B=Klaſſe auf. Dafür iſt aber die Bergſträßer B=Klaſſe ſo
Lß ſie (auch mit Rückſicht auf die räumlichen Entfernungen) in
euppen ſpielt. Wir ſehen hier am Sonntag folgende Vereine im
Abteilung 1: Germania Eſchollbrücken—Sportverein Meſ=
7SV. Groß=Zimmern—Germania Dieburg, Germania Leeheim—
— Dornheim, Chattia Wolfskehlen—SV. Weiterſtadt. —
Ab=
img 2: V.f.R. Beerfelden—V.f.R. Erbach, FV. Michelſtadt=Reſ.—
terein Höchſt, Sportverein Roßdorf—Sportverein, Lengfeld=Reſ.
eitr Teilnehmer iſt der FC. Groß=Umſtadt, dagegen vermißt man
18reine aus König und Ober=Ramſtadt. Scheinbar laſſen
Aatz= und andere Schwierigkeiten eine Beteiligung nicht zu.
9— Gau Ried ſei auch hier nicht vergeſſen. Hier beginnt am Sonn=
NA=Klaſſe mit ihren Kämpfen, die aber ziemlich ſchwach ver=
Ncſt. Am Sonntag ſpielen: FV. Hofheim-V.f.L. Lampertheim,
ſon nia Groß=Rohrheim-Konkordia Gernsheim. Weitere
Konkur=
nFind hier noch Olympia Biebesheim, FC. 07 Bensheim und Vor=
Wobſtadt, die aber erſt am nächſten Sonntag eingreifen.
Ber den hier genannten erſten Mannſchaften nehmen noch die
N Mannſchaften jedes Vereins in beſonderen Klaſſen an den
ſenſchaftskämpfen teil, ebenſo die Jugend= und Schülermannſchaften.
Satftakt der diesjährigen Meiſterſchaftsſpiele iſt alſo ein guter.
lhfen iſt nur, daß auch die Spieler ſelbſt dazu beitragen, die
(e einwandfrei durchzuführen. Der Wunſch iſt nur zu berechtigt,
Loch ſind, ſo manche üble Begleiterſcheinungen der vorjährigen
Npi in Erinnerung.
Sportverein Darmſtadt 98—Alemannia Worms.
Meie bisherigen Verbandsſpiele in der Heſſengruppe laſſen jetzt ſchon
ſam, daß dieſe zumindeſt genau ſo hart durchgeführt werden, wie
Ner Darmſtädter Publikum aus den vergangenen Jahren bekannten
ye mit den Vereinen aus Mannheim=Ludwigshafen. Ja, es ſcheint
Muiß deren Kampfeseifer und deren Spielaufopferung von den
Ver=
der Heſſengruppe noch übertroffen wird; die Spielweiſe der
bei=
e ten auswärtigen Gegner der 98er demonſtrierte auffällig gerade
m Amſtand. Wenn man berückſichtigt, daß die Darmſtädter
Mann=
rade umgekehrt in dieſer Beziehung oft verſagt hat, ſo daß ſie
ges öfteren, trotz techniſcher Ueberlegenheit von an ſich
ſpiel=
eren Gegnern eine Niederlage einſtecken mußte, ſo wird man das
Sbiel in Mainz inſofern für die 98er als eine Wandlung zum
ic bezeichnen dürfen, als dort tatſächlich die letzte Kraft
aufge=
e wurde, um den an dieſem Tage beſtimmt überlegenen Mainzern
Sden zu erſchweren. Die Darmſtädter werden gut daran tun, ſich
I morgigen Spiel gegen Worms auf einen ſchweren Kampf ein=
Aa, da gerade die Alemannen=Mannſchaft als ein Gegner bekannt
mit nicht zu überbietender Energie ſeine Meiſterſchaftsſpiele
Meist.
Der die Aufſtellung der Darmſtädter Ligiſten ſei folgendes be=
* Hür Stunde iſt immer noch nicht gewiß, ob Laumann ſeinen
eugerpoſten einnehmen kann. Sollte er tatſächlich nicht ſpielen
Dird Berger, der bekanntlich in Mainz ein wirklich gutes Spiel
ie, als Verteidiger einſpringen. In dieſem Falle wird der
NeTſügel mit Jakobi—Path beſetzt; eventuell tritt an die Stelle des
Berger. Für Geher wird Steckenreuther halblinks ſpielen;
ſcon in früheren Jahren lange Zeit dieſen Poſten mit beſtem
Seu Können ausgefüllt hat; es darf erhofft werden, daß er in der
Zeit die früher mangelnde Durchſchlagskraft dazu erworben hat.
AF. Warke asee Mider Mentetceten Meitie Miteidete Hich Mi.
DEedandsſpielen. Die Liggerſatzmannſchaft ſpielt in der A=Runde
A2 hat Groß=Gerau zum Gegner. Das Spiel findet vor dem Ligg=
Nm Hauptplatz ſtatt. (Beginn 2 Uhr.) Die zweite Mannſchaft
e Arheilgen gegen die dorfigen Liga=Erſatzleute, während die
Ggunſchaft an einem Pokalturnier in Frankfurt teilnimmt.
Sportverein Lengfeld 1919—Germania Eberſtadt.
ic erſten Verbandsſpiel der 4=Klaſſe empfängt der Sportverein
it2 am 4. Sebtember die beſtbekannte erſte Mannſchaft der Ger=
Soerſtadt auf eigenem Platze. Eberſtadt ſtellt eine flinke, gut
2en Durchgebildete Mannſchaft in das Feld, was die letzten Reſul=
Ji Wegen PfR. Darmſtadt und 4.0 gegen Secheim zur Genüge
S Eberſtadt wird ſich mächtig anſtrengen, um die beiden erſten
ES mit nach Gauſe zu nehmen. Lengfeld, das durch den plötzlichen
Sus rechten Verteidigers und durch die Disqualifikation ſeines
iS cen erheblich geſchwächt iſt, wird ſich aber ohne weiteres die
lich nicht entgehen laſſen, und ſo iſt ein intereſſantes Spiel an
Sdihen zu erwarten, zu dem ſich ein Spaziergang lohnen wird.
ischon 4 Uhr. Die zweite Mannſchaft von Lengfeld fährt nach
LaJ hnß dort ihr fälliges Verbandsſpiel gegen die erſte Mannſchaft
Sbortvereins 1922 auszutragen.
und Tarnen.
Enopameiterſthaffen im Schwhnnen
Deutſche Erfolge bei den Vorkämpfen
am Freitagvormittag.
Die Eurobameiſterſchaften im Schwimmen wurden am Freitag
vor=
mittag mit dem Waſſerballſpiel Deutſchland—Spanien
weitergeführt. In der deutſchen Mannſchaft ſpielte diesmal anſtelle von
Haueiſen Blanck, als Verbindungsmann ſpielte Gunſt für Berges und
in der Verteidigung wurde Gunſt durch Meier erſetzt. Die Mannſchaft
führte ein gutes Spiel vor, ſchoß in gleichmäßigen Abſtänden Tor auf
Tor, und gewann ſchließlich 9:0 (Halbzeit 5:0). Im zweiten Spiel
ſchlug Frankreich mit 4:1 (Halbzeit 2:0) Toren Schweden. Bei den
Vorläufen zur 400 Meter=Freiſtilmeiſterſchaft der Damen gewann die
Engländerin Laverty den erſten Lauf in 6:22 Min. vor Reni Erkens.
Sehr mäßig ſchnitt Frl. Lotte Lehmann ab, die im zweiten Vorlauf nur
Vierte werden konnte und damit der Entſcheidung, die die drei Erſten
aus jedem Vorlauf vereinigt, fernbleiben muß. Der erſte Vorlauf zur
4mal 200 Meter=Freiſtilſtaffel der Herren ſah Deutſchland mit der
Mannſchaft Heitmann, Schubert, Berges und Heinrich überlegen vor
den Schweden Gebr. Borg, Guſtavſon und Sundahl ſiegreich. Allerdings
beſchränkten ſich die Schweden ſtets darauf, den zweiten Platz zu
hal=
ten, um ins Final zu kommen. Den zweiten Vorlauf gewann Ungarn
vor Italien. Bei der Entſcheidung wird in der deutſchen Mannſchaft
Schubert durch Joachim Rademacher erſetzt. — Die Ergebniſſe:
Borläufe zum 400 Meter Freiſtilſchwimmen der Damen: 1. Vorlauf:
1. Laverty=England 6:22 Min.; 2. R. Erkens=Deutſchland 6:27
Min.; 3. Ledoux=Frankreich 6:28,6 Min.; 4. Klapwiik=Holland
6:33 Min. — 2. Vorlauf: 1. Braun=Holland 6:18,8 Min.;
2. Cottpar=England 6:19,2 Min.; 3. Löwi=Oeſterreich 6:21 Min.;
4. Lotte Lehmann=Deutſchland 6:40 Min.
Vorläufe zur 4mal 200 Meter Freiſtilſtaffel für Herren: 1. Vorlauf
1. Deutſchland ( mit Heitmann, Schubert, Berges, Heinrich)
10:09,8 Min.; 2. Schweden 10:36 Min.; 3. Belgien 10:52,2 Min.;
4. Oeſterreich. — 2. Vorlauf: 1. Ungarn 10:15,6 Min.;
2. Italien 10:192 Min.; 3. Tſchechoſlowakei; 4. Frankreich.
Waſſerballſpiele: Deutſchland—Spanien 9:0 (5:0). — Frankreich—
Schwe=
den 4:1 (2:0).
Vierkötters Marathon=Sieg in Amerika.
Der deutſche Strommeiſter gewinnt den 30 000 Dollar=Preis.
Ernſt Vierkötter,
der vorjährige Bezwinger des Aermelkanals, hat das Marathon=
Wett=
ſchwimmen in Toronto (Amerika) über 33 Kilometer 780 Meter in
11 Stunden 42 Minuten und 12 Sekunden gewonnen. Der Träger des
zweiten Preiſes, der franzöſiſche Weltrekordmann im Hanalſchwimmen,
Deutſchland ſiegt im Bruſiſchwimmen und Turmſpringen.
Arne Borg ſtellt drei neue Retorde auf.
Am Freitag nachmittag fielen die erſten Entſcheidungen. Für
die deutſche Vertretung war der Tag ſehr erfolgreich. Zweimal
ging die deutſche Flagge am Siegesmaſt in die Höhe, und
zwei=
mal ſang die Sportgemeinde ſtehend das Deutſchlandlied. Den
erſten Sieg trug Erich Rademacher davon, der das 200=
Meter=Bruſtſchwimmen vor ſeinem Landsmann Praſſe gewann,
und der zweite Erfolg ſtellte ſich ein, als das Kampfgericht den
Sieg Lubers im Turmſpringen vor ſeinem Landsmann
Rieb=
ſchläger verkündete. Erich Rademacher hatte ſein Rennen
jeder=
zeit ſicher. Praſſe hatte zeitweiſe einen ſcharfen Kampf mit dem
Belgier van Parys zu beſtehen, aus dem er aber ſchließlich noch
glatt als Sieger hervorging.
Senſationell war der Endlauf in 1500 Meter Freiſtil, bei
dem es drei neue Weltrekorde gab. Der Schwede Arne
Borg bewies wieder einmal, daß er ein Schwimmphänomen
iſt. Bei 100 Meter wurde für ihn 1:04 Min., bei 200 Meter
2:19 Min. geſtoppt. Bei 800 Meter war der erſte Weltrekord
ge=
brochen. Borg verbeſſerte den alten Rekord von 10:32 auf 10:09
Minuten. Ueber 1000 Meter war eine Zeit von 12:44 Min. um
20 Sekunden beſſer als ſein eigener alter Weltrekord. Borg
be=
endete ſchließlich das Rennen mit der kaum glaublichen Zeit von
19:07,2 Minuten, die um eine volle Minute den alten Borgſchen
Rekord von 20:04,6 Minuten unterbietet. Nicht weniger als 150
Meter trennten im Ziel Arne Borg von ſeinem Gegner. Der
Italiener Parentin und J. Rademacher blieben lange Zeit auf
gleicher Höhe, dann gewann der Italiener einen kleinen
Vor=
ſprung, den er bis zum Ziel behaupten konnte. Rademacher
ver=
beſſerte aber immerhin mit rund 22 Minuten die von Berges
gehaltene deutſche Höchſtleiſtung von 22:18 Minuten.
Auch die deutſchen Damen hielten ſich am Freitag nachmittag
recht gut. So gewannen Frl. Schrader und Frl. Mühe den
Vorlauf zum 200=Meter=Bruſtſchwimmen. Im erſten Vorlauf
zum 100=Meter=Rückenſchwimmen mußte ſich Frl. Rehborn
der Holländerin den Turk beugen. Immerhin qualifizierte ſie ſich
als zweite für die Entſcheidung.
Das am Donnerstag abgebrochene Waſſerballſpiel Ungarn—
Belgien wurde bei der Wiederholung am Freitag wiederum recht
ſcharf durchgeführt und erſt in der Verlängerung entſchieden.
Ungarn ſiegte ſchließlich mit 4:3 Treffern.
Deutſchland hat bis jetzt im Kampf um den
Europa=Pokal mit 47 Punkten die Führung. Erſt
in weitem Abſtand folgen Italien und Schweden mit je 16
Punk=
ten, Belgien mit 15 Punkten, Oeſterreich mit 5, Ungarn mit 5
und die Tſchechoſlowakei mit 3 Punkten.
Handball.
Sportverein Darmſtadt 98.
Die Ligamannſchaft des Sportvereins 98 abſolviert am morgigen
Sonntag ihr erſtes Verbandsſpiel. Sie begibt ſich zu dieſem Zweck nach
Wiesbaden, wo ſie vormittags 10/45 Uhr der dortigen
Sportvereins=
mannſchaft auf dem Platz an der Kaiſerſtraße gegenübertritt. Dieſev
Platz, den man wohl als ſehr klein bezeichnen darf, wäre den 98ern
vor kurzem beinahe zum Verhängnis geworden. Die Sportvereinler
werden daher bedacht ſein müſſen, von vornherein ihre Spielweiſe den
beſonderen Platzverhältniſſen anzupaſſen, um ſich im erſten
Verbands=
ſpiel vor einer Enttäuſchung zu bewahren. — Die Liggerſatzmannſchaft,
die bekanntlich im Frühjahr und Sommer ſich an den Spielen im
Süd=
weſtdeutſchen Turnerbund beteiligte und dort zu verdienten
Meiſter=
ehren kam, beteiligt ſich auf Grund dieſer Meiſterſchaft an den
End=
ſpielen um die Deutſche Meiſterſchaft des ADT. Im Vorrundenſpiel
tritt ſie am heutigen Tage in Duisburg dem Meiſter des Schwäbiſchem
Spielverbandes, dem Tv. Kornweſtheim, gegenüber. Sollte die
Mann=
ſchaft dieſes Spiel ſiegreich beſtehen, ſo hat ſie am morgigen Sonntag
im Endſpiel den Meiſter vom Rheinland und Weſtfalen, den Tv. Jahn
Schwarzenberg, als Gegner. Es würde uns freuen, wenn die
Mann=
ſchaft, die über ein ſolides Können verfügt, in Duisburg zu
Meiſter=
ehren kommen würde. Da uns jedoch die Spielſtärke des Gegners nicht
bekannt iſt, iſt eine Vorausſage, ob das Können der Einheimiſchen zum
Siege ausreichen wird, nicht möglich. — Auch die dritte Mannſchaft hat
ein Verbandsſpiel zu abſolvieren, und zwar in Arheilgen gegen die
dortige Sportvereinigung. Der Reigen der Spiele wird durch die
eben=
falls beginnenden Jugendverbandsſpiele vervollſtändigt, während den
Schülermannſchaften erſt an den kommenden Sonntagen geeignete
Geg=
ner zur Verfügung ſtehen.
Sportverein=Jugend.
Mit dem Beginn der DSB.=Verbandsſpiele tritt der Sportverein
1898 Darmſtadt mit drei Jugend=Mannſchaften auf den Plan. Die
erſte Jugend empfängt am kommenden Sonntag, den 4. September, die
zweite Jugend von Rot=Weiß vormittags 10 Uhr auf dem Stadion. Hier
darf man auf das Abſchneiden der 98er geſpannt ſein, die in völlig
neuer Aufſtellung in die Verbandsſpiele gehen. — Der zweiten Jugend
dürfte es in ihrer altbewährten Aufſtellung nicht allzu ſchwer fallen, die
Punkte gegen Not=Weiß 3. Jugend zu holen. Dieſes Spiel beginnt wie
obiges auch um 10 Uhr vormittags auf dem Rot=Weiß=Platze. Ferner
trifft die dritte Jugend auf die vierte Jugend. — Die fünfte Jugend
iſt ſpielfrei.
Kraftſport.
Europameiſterſchaften im Ringen vom 3. bis 6. November 1927
in Budapeſt.
Zu den obigen Europameiſterſchaften ſind von dem Deutſchem
Athle=
tik=Sportverband für Deutſchland vertretenden Ringer Auswahlkämpfe
beſtimmt worden. Auch Heſſen iſt bei dieſen Kämpfen vertreten, und
zwar durch Johannes Ohl=Groß=Zimmern, Deutſcher
Bantamgewichts=
meiſter 1927. Ohl wird am 4. September gegen Meier=Dortmund in
Groß=Zimmern ringen. Der Retourkampf findet am 11. September in
Dortmund ſtatt. Als zweites Paar im Bantamgewicht wurde von dem
D. A. S. V. Füglein=Nürnberg und Altmeiſter Reiber=Musberg
aufge=
ſtellt. Die Entſcheidungskämpfe finden am 18. bzw. 25. September ſtatt.
Ohl wird es hoffentlich gelingen, die Kämpfe ſiegreich zu beenden,
damit er dann Gelegenheit hat, die heſſiſchen und deutſchen Farben in
Budapeſt zu vertreten.
Vereinigter Heſſiſcher Schützenbund, Sitz Darmſtadt.
Am Sonntag, den 4. September, werden auf den Ständen am
Karlshof die Deutſchen Meiſterſchaften 1927 für die Bezirke: Bayern,
Rheinprovinz, Süd=Heſſen im KK,S. in offener und beliebiger Viſierung
ausgetragen. Zu den Einzel= ſowie den Mannſchaftskämpfen haben ſich
gute Kräfte gemeldet. Die Durchführung hat der Ver. Heſſ.
Schützen=
bund übernommen. Heſſen ſtellt hierzu in jeder Viſierung eine
Mann=
ſchaft, und wir hoffen, daß dieſe ſich an der erſten Stelle placieren. Die
Meiſterſchaftskämpfe beginnen um 10 Uhr vormittags. An dieſen
kön=
nen ſich unbeſcholtene Deutſche beteiligen, die Bedingungen liegen am
Stand auf.
Nebenher läuft ein Sport= und Werbeſchießen für alle. — Geſchoſſen
wird auf 2 Scheiben, Scheibe Odenwald und Darmſthdt. Dieſes
Schie=
ßen beginnt um 8 Uhr vormittags. Gewehre ſind am Stand. — Die
Ehrengaben ſind ab heute zur Anſicht im Schaufenſter der Firma Zotz.
Schulſtraße, ausgeſtellt.
Pferdeſport.
Rennen zu Baden=Baden.
1. Preis von Iffezheim. 4500 Mk. 1000 Meter. 1. Hauptgeſt.
Alte=
felds Gondwans (G. Janek); 2. Eldon; 3. Mumm. Ferner: Otis,
Königskerze, Wink. Tot.: 34: Pl. 21, 25:10. 1½—4 Lg.
2. Preis vom Alten Schloß. 4500 Mk. 1800 Meter. 1. O.
Silber=
nagels Goldlack (Narr); 2. Torrone; 3. Octavio. Ferner: Rapier,
Pe=
trarca, Guſtel, Ad hoc. Tot.: 56: Pl. 18, 14:10. ½—4 Lg.
3. Aburg=Ausgleich. 4500 Mk. 1400 Meter. 1. M. Löwenthals
Poliklet (E. Grabſch); 2. Die Königin; 3. Orla. Ferner: Perfekt,
Jagannath, Blau und Weiß. Tot.: 49: Pl. 12, 11, 12:10. 2—4 Lg.
4. Großer Preis von Baden. Ehrenpreis und 64 000 Mk. 2400 Mtr.
1. Frhr. S. v. Oppenheims Oleander (L. Varga); 2. Cte. de Jumilhaes
Sac a Paier (F. Keogh); 3. M. Bouſſaes Grillemont (W. Sibbritt);
4. Frhr. S. Alfr. v. Oppenheims Mah Jong (Pretzner). Ferner:
Aure=
lius (O. Schmidt), Hödur, Torero. Tot.: 16: Pl. 14, 16, 30:10. Hals
—6—5 Lg.
5. Wafferfall=Ausgleich. 6000 Mk. 2000 Meter. 1. L. Berkowitz”
Cſampas (Keogh); 2. Borgia; 3. Kadett. Ferner: Boneur, Träumer,
Teeroſe, Loblied, Pegaſe 7, Malateſta, Bajuware, Burgfink. Tot.: 31:
Pl. 17, 35, 45:10. 1½—Hals.
6. Wellgunde=Jagdrennen. 4500 Mk. 3400 Meter. 1. A.
Schu=
manns Otavi (Hr. v. Borcke); 2. Abendwind; 3. Palette. Fernert
Schaumſchläger, Carla, Duleinea, Romreiſe. Tot.: 46: Pl. 16, 13,
13:10. —5 Lg.
*Berliner Olympiade Turnier.
Drei bedeutſame Ereigniſſe geben dieſer herbſtlichen Veranſtaltung
ihren Charakter: Die Auswahl der Olympioniken, die große Parade des
Berliner Pferdes, die in Geſpannen aller Art in rieſiger Menge
auf=
marſchieren werden und die repräſentative Vorführung der berittenen
Polizei, die zum erſten Male bei einer ſo großen Veranſtaltung einen
breiten Teil des Programms beſtreitet.
Ohne Zuziehung des Publikums, in der ſtillen, ſonnenbeſchienenen
Grunewald=Rennbahn ſpielte ſich der erſte Akt ab, die Dreſſur für die
Große Vielſeitigkeits=Prüfung, den Prinz=Sigismund=von=Preußen=
Ge=
dächtnispreis. 16 bewährte Reiter ſtellten ſich den Richtern und gaben
während ſie ihre Aufgabe abritten, ausgiebig Gelegenheit, Material und
Rittigkeit der Pferde zu beobachten. Nach den Zuchtgebieten verteilen
ſich die Pferde folgendermaßen: Oſtpreußen 9; Hannover 3; Holſtein 1;
und 3 Vollblüter. Ganz beſonders zeichnen ſich die 5 Trakehner durch
Adel und Nerv aus, unter ihnen ſind in Ilia und Raupe ſogar 2
fünf=
jährige Tiere, für die derartige Prüfungen faſt zu hohe Anforderungen
bedeuten.
Die Dreſſurleiſtungen ſtanden durchweg auf ſehr guter Stufe, wenn
man bedenkt, daß es ſich hier doch um Pferde handelt, die vor allem im
ſchwierigen Gelände und über Sprünge außergewöhnlichen
Anfovderun=
gen gewachſen ſein müſſen. Drei in ſolchen Prüfungen bereits vielfach
erfolgreiche Pferde wurden an die Spitze geſtellt: Major Neumanns
Flucht, Hauptmann Feherabends Trajan und Frhrn. von Langens
Hartherz, aber auch eine Reihe weiterer Pferde ſtehen nicht weit hinter
dieſen zurück, ſo daß aus dieſem Ergebnis kein Schluß auf den
end=
gültigen Ausgang gzogen werden kann. Den wird man eher nach der
morgigen Prüfung im Gelände beurteilen können, obgleich gerade die
letzten derartigen Konkurrenzen in der beſchließenden Springprüfung
eine völlige Aenderung des bisherigen Reſultats gebracht haben.
Major Freher.
Rot=Weiß 2—Ak. Sportklub Darmſtadt! Nach längerer Spielpauſe
ſteht heute, Samstag, den 3. September, die zweite Mannſchaft, der erſten
ASC. Elf (Ferienmannſchaft) im Privatſpiel, abends 18 Uhr, gegenüber.
(Rot=Weiß=Platz.)
Der Gau 3a des Allgemeinen Deutſchen Automobilklubs Frankfurt
am Main, dem auch der Heſſiſche Motorſportklub Darmſtadt angehört,
veranſtaltet mit ſeinen Ortsgruppen vom 10.—12. September 1927 eine
Schwarzwald=Tourenfahrt. Der Start befindet ſich an der Beſſunger
Turnhalle.
Deutſchland führt im Tennis=Länderkampf Deutſchland Holland
nach den Spielen des Freitags bereits 8:0.
Nammer 244
Samstag, den 3. Ct.
Im Vordergrund der Momente, die die Börſe in der abgelaufenen
Woche beunruhigten, ſtand die Abwicklung der Auguſt=Ultimo=
Liquida=
tion. Gegenüber den letzten Medio=Liquidations=Kurſen waren
dies=
mal Verluſte zu verzeichnen, die beſonders am Spritmarkt
außerordent=
lich groß waren, wo ſie in Schultheiß= und Oſtwerke=Aktien 43 Prozent
bziv. 40 Prozent betrugen. An dritter Stelle folgten Vereinigte
Glanz=
ſtoff mit 36 Prozent. Die Bezahlung der Differenzen brachte
natur=
gemäß eine dringende Nachfrage am Geldmarkt mit ſich, an dem ſich
die Sätze für Tagesgeld im Laufe der Woche bis auf 5—6,5 Prozent
erhöhten und für Ausleihungen auf einige Tage über Ultimo ſogar auf
7—9 Prozent ſtiegen. Auch der Privatdiskont mußte infolge des
ziem=
lich ſtarfen Angebotes an Wechſelmaterial für kurze Sicht auf 6 Proz.
feſtgeſetzt werden, während er für lange Sicht auf 5‟½s Prozent ſtehen
blieb. Im Gegenſatz zu den Befürchtungen, daß der Ultimo diesmal
nicht ohne beſondere Schwierigkeiten bleiben würde, kann feſtgeſtellt
wer=
den, daß der Zahltag reibungslos verlaufen iſt. Auch Gerüchte, die
davon wiſſen wollten, daß einige kleinere Maklerfirmen in
Zahlungs=
ſchwierigkeiten geraten ſind, und Exekutionskäufe ſtattgefunden haben,
werden von informierter Seite dementiert. Die Einrichtungen der
Liquidationskaſſe A.=G. haben ſich auch bei der diesmaligen, nicht
leich=
ten Liquidation von neuem bewährt. Wie ſtark die Auswirkung der
Ultimobefürchtungen geweſen iſt, geht wohl am beſten daraus hervor,
daß die Wirtſchaftsberichte der Dresdner Bank und der Commerz= und
Privatbank, die beide ziemlich optimiſtiſch gehalten waren, keinen
nach=
haltigen Einfluß auf die Börſe ausübten. In beiden Berichten wird
hervorgehoben, daß zu voreiligen peſſimiſtiſchen Koniunkturprognoſen
kein Grund vorhanden ſei, und beſonders darauf hingewieſen, daß
ſo=
wohl die Schlüſſelinduſtrien wie auch andere Induſtriegruppen in
Deutſchland mit Aufträgen reichlich verſehen ſind, die eine Beſchäftigung
für mehrere Monate gewährleiſten. Dieſe Auslaſſungen hatten jedoch
nur zur Folge, daß vorübergehende Kursbeſſerungen in den Aktien
ſolcher Geſellſchaften zu beobachten waren, deren gute Beſchäftigung
die Börſe an und für ſich kannte und für deren günſtige Lage die
Wirtſchaftsberichte der erwähnten Banken nur eine erneute Beſtätigung
brachten. Auch die ſehr freundlichen Mitteilungen in den kürzlich
abge=
haltenen Hauptverſammlungen von Glanzſtoff und Bemberg über die
vorausſichtliche Weiterentwicklung dieſer Unternehmungen in den
näch=
ſten Monaten konnte nur eine vorübergehende, wenngleich ziemlich
um=
fangreiche Kursbeſſerung in dieſen Papieren auslöſen, die dann, wie
bei den übrigen Märkten, infolge der zunehmenden Verſteifung des
Geldmarktes verloren ging. Darüber hinaus ſtellten ſich während der
letzten Tage zum Teil nicht unbeträchtliche Kursverluſte ein. Eine
Aus=
nahme bildeten lediglich die vor kurzem an der Berliner Börſe
einge=
führten Svenska=Aktien, die ihren Kurs beſtändig verbeſſern konnten.
Als Grund hierfür wurden engliſche Intereſſenkäufe angegeben. Neben
den Ultimobefürchtungen wirkte ſich auch die andauernde Zurückhaltung
des Publikums vom Effektengeſchäft ungünſtig aus. Die Großbanken,
die wohl die Möglichkeit dazu hatten, nahmen auffallenderweiſe keine
Interventionen vor. Die rückläufige Tendenz wurde noch dadurch
be=
ſchleunigt, daß dem an ſich meiſt kleinen Angebot an manchen Tagen
überehaupt keine Nachfrage gegemüberſtand. Selbſt die im Verlauf der
Donnerstagsböeſe vorgenommene Herabſetzung des Privatdiskonts für
kurze Sichten auf 5‟½ Prozent gab der Börſe keine Anregung.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 2. September.
Die Haltung der Börſe war auch heute wieder ſchwach bei weiter
außerordentlich unſicherer Grundſtimmung. Die Geſchäftstätigkeit blieb
äußerſt minimal. Der vollkommene Auftragsmangel verhindert weiter
eine lebhaftere Entfaltung des Geſchäftes und verurſacht die geringe
Aufnahmefähigkeit des Marktes, ſo daß, als bei Eröffnung das Angebot
überwog, die Kurſe abſanken, offenbar unterſtützt durch die
Baiſſe=
ſpekulation, die wieder Leerverkäufe vornahm. Verſtimmend wirkten
die Lohnbewegungen in verſchiedenen Induſtriezweigen, auch die
unbe=
friedigende Lage des Röhrengeſchäftes nach dem Bericht des
Röhren=
verbandes wurde ungünſtig aufgenommen. Als Symptom wurde ferner
der weiterhin flaue Schrottmarkt betrachtet. Der Feſtſetzung der erſten
Kurſe erlitt die Mehrzahl der Papiere Kurseinbußen von 1 bis zu 3
Prozent, wobei die Abgaben beſonders am Farben= und Montanmarkt
überwogen. Von Bauunternehmungen lagen Holzmann mit minus
3½ Prozent ſtärker rückläufig. Auffällig bleibt die feſte Haltung von
Voigt und Häffner, die nach der geſtrigen Steigerung erneut 1½
Pro=
zent anziehen und einen Kurs von 180½ erreichen konnten. Bald nach
der erſten Kursnotierung konnte ſich plötzlich auf Deckungen eine feſtere
Stimmung durchſetzen, die vom Elektromarkt ihren Ausgang nahm.
Geld bleibt ziemlich knapp. Tägl. Geld 7 Prozmt.
Die Abendbörſe war äußerſt luſtlos und reagierte zunächſt
überhaupt nicht auf die bekannt gewordenen Reden anläßlich der
Ta=
gung des Reichsverbandes der Deutſchen Induſtrie. Bei allerkleinſtem
Geſchäft lag man kursmäßig zur Nachbörſe etwas behauptet. Anleihen
vollkommen geſchäftslos. Im einzelnen nannte man: Kommerzbank 175,
Danat 225, Deutſch 160, Diskonto 154,5, Metallbank 142,3, Buderus 108,
Gelſenkirchen 154,5, Harpener 200,5, Kali Weſteregeln 181,5,
Mannes=
mann 170,2, Phönix 115, Rheinſtahl 190,25, Stahlverein 129, Hapag
147,25, Lloyd 148, AEG. 188 Bergmann 191, Licht und Kraft 200,5,
Felten 138, Lahmeyer 173,5, Mainkraft 126, Siemens und Halske 284,75,
Zellſtoff Aſchaffenburg 202, Waldhof 316, Scheideanſtalt 214, Farben
290,25, Goldſchmidt 131, Kleyer 112,5, Voigt und Häffner 188, Wayß
und Freytag 163,5, Rütgerswerke 97,5. Der Frankfurter
Abenddeviſen=
verkehr lag gegenüber den Mittagsnotierungen kaum verändert.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin 2. September.
Während die heutige Vorbörſe im allgemeinen wieder feſter verlief,
traten an der Hauptborſe auf allen Märkten Kursabſchwächungen ein,
die ſich ungefähr im Rahmen von 1—4 Prozent, vereinzelt auch darüber
hinaus bewegten. Als Grund für die allgemeine Verſtimmung, die heute
gegenüber den Vortagen noch mehr in Erſcheinung trat, führte man an,
daß bei den Großbanken ſo gut wie gar keine Kauforders vorlagen.
Das Geſchäft war infolgedeſſen außerordentlich ruhig. Die
Baiſſe=
partei benutzte dieſe Gelegenheit, um erneut, wenn auch in geringerem
Umfange, zu Blankoabgaben zu ſchreiten, in der Erwartung, daß die
Rede, die Geheimrat Duisberg in Frankfurt am Main halten wird, ſich
ungünſtig auf die Börſe auswirken dürfte. Verſtimmend wirkte ferner
die Nachricht von ungünſtigen Ernteausſichten und die Mitteilung über
ein ſchlechtes Roheiſengeſchäft. Am Geldmarkt war eine Entſpannung
noch nicht eingetreten. Tagesgeld ſtellte ſich auf 6,5—8 Prozent und
Monatsgeld auf 7,75—8,75 Prozent. Am internationalen Deviſenmarkt
konnte ſich die Mark gegen den Dollar wieder auf 4,2033 leicht erholen.
Am Markt der feſtverzinslichen Werte war das Geſchäft ebenfalls
außer=
ordentlich ruhig.
Privatdiskont kurze Sicht 5¾, lange Sicht 5¾. Die ſchwankende
Tendenz hielt bis zum Schluß der Börſe an, ſo daß gegenüber den
Anfangskurſen kleine Gewinne bzw. geringe Verluſte zu verzeichnen
waren. An der Nachbörſe war die Haltung dagegen überwiegend
ſchwächer und gegen 2,30 Uhr hörte man u. a. folgende Kurſe: Commerz=
und Privatbank 171, Dresdener Bank 162, Hapag 147,50, Nordd. Lloyd
147, Zellſtoff Waldhof 314,50, Vereinigte Glanzſtoff 661, Schultheiß 409,
Rheinſtahl 190, Phönix 114,25, Oſtwerke 393, Deſſauer Gas 196,
Elef=
triſche Licht und Kraft 200, J. G. Farben 2899, Gelſenkirchen 154,5, Geſ.
für El. 265, Siemens 284,25, Bergmann 191, AGG. 183, Harpener 199,75,
Köln=Neueſſen 170,25, Mannesmann 169,75, Altbeſitz 55,60, Neubeſitz 14,60.
2. 9.
9.
239.— 239.—
Aſchaffenb. Zellſtoff. 203.5 200.625lHemoor=Zement.
Metallnotierungen.
Augsb. Nürnb. Maſch.
Bamag=Meguin".
Berlin el. W...
BerlinKarlsruheInd.
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan ..
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Tel..
Deutſche Erdöl. . . .
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke. . . .
Donnersmarckhütte.
Dynamit Nobel
Elektr. Lieferung. .
J. G. Farben..
R. Friſter. . . . ..
Gaggenau Vorz..
Gelſenk. Berg....
G. f. elektr. Untern. .
Halle Maſchinen. .
Han Maſch. Egeſt. . .
Hanſa=Dampfſchf.
Helſingfors..
Wien....
Prag ..."
Budapeſt.
Sofia
Holland.
Oslo ........"
Kopenhagen.
Stockholm. .
London. ..
Auenns Aires.
New York ...
Belgien...
Oeviſenmarkt.
1. 9. 2. 9. 1. 2. Geld Brie Geld Brief Geld Brief Geld 10.574 10.5941 10.571h0.591 Italien". 22.88 22.92 22.7 59.20 59.32 59.18/ 59.30 Paris .. 6.465/16.505 16.455 2.449 2.469 12.444 12.464 Schweiz". 80.9 81.14 80.945 73.49 73.63 73.49/ 73.63 Spanien. 70.95/ 71.09 70.9 3.034 3.000 3.0341 3.040 Danzig 81.42 81.5‟ 81.3‟ 168.33 68.67 168.23/168.57 Japan. 1.984 1.9881 1.987 109.8 110.o6 109.84 110.08 Rio de Jan 10.4975 0.4995 0.497 112.45/1 12.67 112-40. 112.621 Jugoſlavie 7.395 7.4091 7.325 Hie.76/112 98 112.73112.9! Portugal 20.08 20.12 20.03 20.423 20.463 20.41/ 20.4- Athen. 5.494 5.506/ 5.494 1.79 1.796 1.791/ 1.795 Konſtantinope 2.1181 2.1221 2. 123 4.201 4.209 4. 199/ 4 207 Kanada. 4.20 4.209 4.199 59.48 58.60 58,455 58.575 Aruguay. 4.176/ 4.184 4.176 174.5
23.75
02.—
270.—
122.—
165.5
135.—
93.—
92.—
95.75
117.25
161. —
167.5
51. —
262.—
Brief
22.82
16.495
1.105
71.12
81.55
1.991
0.499
7.409
20.07
5.506
2.127
4.207
4.184
Wormſer Produktenbörſe vom 2. September. An der heutigen Börſe
notierten Weizen 28—38,50, Roggen 24,50—24,75, Gerſte 25,50—27,50,
Futtergerſte 23—24, Hafer alt 25—26, Weizenmehl 0 40—40,50,
Roggen=
mehl 36,50—37, Weizenfuttermehl 17,50—24,50, Roggenfuttermehl und
=nachmehl 19—24,50, Roggenkleie 14—14,50, feine Weizenkleie 14,
Bier=
treber getr. 16,50—17, Malzkeime 16,25—16,75, Maisſchrot 21,50—22,50,
Trockenſchnitzel 12,50—13, Heu 6—6,50, Stroh 2,1—2,25, Kartoffeln 6
bis 6,50. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Produktenbericht vom 2. September. Die
Preiserhöhun=
gen der Auslandsmärkte blieben ohne Einfluß auf das Geſchäft. Die
Notierungen für Weizen wurden um ¼ Mark ermäßigt. Im übrigen
blieben die Preiſe unverändert, doch ſind die Angebote ſowohl in
Weizen wie Roggen ſtärker geworden. Die z. Zt. an den Markt
kom=
menden Qualitäten laſſen zu wünſchen übrig. Die Tendenz für
Rog=
genmehl iſt auch etwas ſchwächer. Kleie iſt gut geſucht, beſonders von
Nord= und Oſtdeutſchland. Die Preiſe wurden wie folgt feſtgeſetzt:
Weizen 28, Roggen 24, Sommergerſte 26—27¾, Hafer inl. B,50—24,50,
Mais 19,50—19,75, Weizenmehl 39,50—40, Roggenmehl 35—35,50, Wei=
23,7.
zenkleie 13,50, Roggenkleie 13,75,
Die Berliner Metallnotierungen vom 2. September ſtelltzn
folgt: Elektrolytkupfer 126,25, Remelted Plattenzink 49,50—5-
Hüttenaluminium 210, dto. in Walzen 214, Rein=Nickel 3400
timon Regulus 85—90, Silber in Barren 75—76.
Die amtlichen Preisfeſtſtellungen im Metallterminhe,
2. September ſtellten ſich für Kupfer: Januar 113,25 (n3
brugr 113,50 (113,50), März 113,50 (113,75), April 114 d.
114,25 (114,25), Juni 114,50 (114,50), Juli 114,25 (114,75), um
(115), Septbr. 111,25 (112,25), Oktober 112,25 (112,50), Novemei=
(112,75), Dezbr. 113 (113). Tendenz: ſtill Für Blei: Jan. 452/6
Februar 46,25 (46,50), März 46 (46,25, April 46,25 (46,25), D 416.2.
(46,25), Jun: 46,25 (46,50), Juli 46,25 (46,50), Auguſt 46,5/65/,50)
25), Oktober 45,25 (45.
(55,25), Juni 55 (55,25), Juli 55 (55,25), Auguſt 55 (55,25), sertn
55,75 (54), Oktober 55,75 (55,25), November 55,75 (55), Deger
(55,25). Tendenz: befeſtigt. — Die erſten Zahlen bedeuten G.
in Klammern beigefügten Brief.
An der Londoner Metallbörſe notierte man am 2. S aſcher;
Kupfer (Tendenz träge): Standard p. Kaſſe 54½—1,, 3
Mo=
nate 55½—‟zo, Settl. Preis 54½, Elektrolyt 62—62½, betſewrcted „ui ſch in
60—61½, Elektrowirebars 62½; Zinn (Tendenz feſ)Sztan= uher de
dard p. Kaſſe 289—½, 3 Monate 284½—3, Settl. Pr in
Banka (inoff. Not.) 300½, Straits (inoff. Not.) 2925, Bülei
(Tendenz ſtetig): ausländ, prompt 2238, entft. Sichten 2—Stettl.
Preis 22½; Zink (Tendenz ruhig): gewöhnl. prompt 2—7 erntftzmnlig
Sichten 27½, Settl. Preis 27½, Queckſilber (inoff. Not.)2
Wolframerz (inoff. Not.) 13½.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 2. Seitbr
Kaffee: Am heutigen Markt hatte beſonders die Dezembe—ü uunt
Liquidationen zu leiden. Doch gaben auch die übrigen So
ſchwache Rio=Notierungen nach. Später zeigte ſich Neigung zu Xuungt.
käufen, da nunmehr die Kommiſſionsfirmen als Käufer Fupräter —
Sichten auftraten.
Zucker: Bei ruhigem Geſchäft wurden Liquidationen zum sord
ende vorgenommen, die durch die ungeklärte Lage am Raff emna
geſtützt wurden.
Baumwolle: Die ſtetigen Liverpoler Notierungen und üſſl age
über die Schäden des Kapſelkäfers ließen den Markt ſtetig hinrnen
Später wurden jedoch Verkäufe vorgenommen zwecks Gewinr manhm.
Auch verſtimmte der amtliche Wochenwetterbericht.
Chicago, 2. Seſther.
Weizen: Unter dem Eindruck von Meldungen, über vruvenl
Regenfälle in Auſtralien und Argentinien, ſowie infolge der vrie
Preismeldungen aus Liverpool ſetzte der Weizenmarkt heute wräch/!)?
ein. Später griff jedoch eine kräftige Erholung Platz, da ausearmal /n
Klagen über kälteres Wetter und teilweiſe ſogar Froſt vorlagu6)i
kam die feſte Haltung Winnipegs angeſichts der geringen kon tlich
Andienungen fahen ſich die Mühlen zu Anſchaffungen verar
Mais: Die klare, wärmere Witterung in manchen Sen
Anbaugebietes ließen den Maismarkt zunächſt ſchwächer tend
Verlaufe kam es aber auf Grund der Vorausſage von Niederfye
Mittelweſten und der lebhafteren Loconachfrage zu einem Sin
umſchwung, der noch dadurch gefördert wurde, daß man mir
ringen Ankünften rechnet.
Roggen tendierte heute, beeinflußt durch die Vorausſage /
diger Witterung, für den weſtlichen Teil des Anbaugebietes f.
Umſtand, daß die kontraktlichen Andienungen nur gering ware m
Locohandel an Lebhaftigkeit zugenommen hat, verfehlte Im
regenden Einfluß nicht. Später trat unter Realiſationen e
ſchwächung ein.
Hafer: Im Einklang mit den feſteren Hafernotierungen iVhn
peg war die Stimmung am hieſigen Hafermarkte gleichfalls frpltche” Mlen
Die Kommiſſionäre ſchritten zu Käufen.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 2Seipt,
Getreide: Sept. 134½, Dez. 139½, März 142½: Ma/E.
106½, Dez. 110, März 112½; Hafer, Sept. 443, Dez. 42/Mlär R Mar
Verbi
52½: Roggen, Sept. 94½, Dez. 97¾, März 101¾.
Schmalz: Sept. 13,75, Okt. 13,20, Jan. 13,80.
Fleiſch: Sept. 11,75, Okt. 12,025, Jan. 12,85; Speck locl435
leichte Schweine 10—11,40, ſchwere Schweine 9,5/0/90
Schweinezufuhren Chicago 12 000, im Weſten 50 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 150
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 146, hart 14999½; Mais Weank
Ernte 116½; Mehl ſpring wheat clears 6,50—7,00; Frd mag
England 2,6—3, nach Kontinent 14.
Schmalz: Prima Weſtern Loco 13,80; Talg extra 77.
Kakao: Tendenz unregelmäßig, Umſatz in lots 63, Eie Ind
September 14,/48, Oktober 14,39, November 14,20, Dezem e3
Januar 13,55, Februar 13,50, März 13,40, April 13,45, Dc3
Staatspapiere
a)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ. Sch. I. Teil
II. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ.
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine ..
4% Dt. Schutzgeb.-
Anl. .. . . . . .."
552),
55
14.85
9
48 Ung. Goldr.
(lt. Innsbr. Abk.)
426 Ung. Staatsr.
v. 10.........
4½ Ung. Kronr. . .
26 Ung. Eiſ. Tor.
Außereuro=
päiſche
b) Ausländiſche
5% Bos. E. B. 1914
5% „2. Inv. 1914
4½0 „ 1898 ..
4½% „ 1902.
4½ Bosnien .."
5% Bulg. Tabak. 02/ 17.5
4½%Oſt. Staatsr.
v.1913, Kdb. 1918
41/.%Oſt. Schatz. 14
4/.% Lſt. Silberr.
4% „ Goldr.
4% Oſt. Goldrente
lt. Innsbr. Abk.
4½ Oſt. einh. R. /k.)
4II.
8% Port. (Spz.) IIII
5%Rum.am. R.03 5.5
4½½„Gold. 13... 14.5
4½ „ am. R. kon. 5.2
4½ am. R. 05.
—
4% Türk. (Adm.)03
4¾ (Bagd.)
4½ (Bagd.)
4½ unif. 1903
(F 1911 Boll.
—
4½¾llng. St. 1913
4½%
lt. Innsbr. Abk.)
4½½Ung. St. 1914
4½¾Ung. St. 1914
nsbr. Abk.
4% Ung. Goldr. .. 2
5% äuß. 99
4% Goldo4ſtf.
3% „ konſ. inn. .,
4½%, Irrigat. ..
5½ Tamaulipas I.
Sachwert Schuld:
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
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(*2305‟
Woog, 2. Sept, 19271
Waſſerhöhe . 3,82 m
Luftwärme 20‟ C.
Waſſerwärme vorm.
7 Uhr 200 C.
Woogs=Polizei=Wache.
Seite 14
Samstag, den 3 Geptember 1927
Nummer
—THEATER
Noch heute Samstag der große Sittenroman (13662
Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit?
Roman Novarro
Hauptdarsteller in Ben-MUT in dem Roman aus dem Morgenlande
K
Mfang 3ie Uhr
Hoheit kanzt Walzen
Das Liebesspiel einer Wiener Prinzessin nach der gleichnamigen
Ascher’schen Operette von Fritz Feisler
In den Hauptr.: Walter Rilla n. Eurt Ehrle, früh. Mitglied d. Hess. Landestheat.
Mikosch, Ungarns größter Witzbold, hat die Leitung der
Dritten Eskadron
übernommen
Schwank in 6 Akten
Jugendliche haben von 3½—5 Uhr Zutritt!
(13663
Palast-Lichtspiele
Der sensationelle Großfilm:
Die Brillanten-
schmugglervon
ENew Vork
Der gigantische Kampf gegen das Verbrechen
Eine Fülle packender und aufregender Bilder,
voll überraschender Situationen in
10 spannenden Akten mit (13597
deorg O Hara und Helen Ferguson
Dieser Film bringt einen völlig neuen Einblick
in die Rätsel der Millionenstadt New Vork
Die rasende Garage
Immer vorsichtig
2 humorvolle Lustspiele in 4 Akten
Neueste Wochenschau
Wir R 7
ORPHEUMI
Heute Samstag, abds. 8 Uhr
2. und letzter Gastspieltag
des hervorragenden russischen
Balalaika-Orohesters
mit russischem Männerchor
und russischen Matlonal-Tänzen
Morgen Sonntag, abends 8 Uhr
Hieder iocnd Liik einn
Opern-, Operetten- und Wiener-Lieder
Preise Mk. 1.00 bis 3.00
Karten: Verkehrs-Büro u. de Waal, Rheinstr. 14.
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Heute Samstag und Sonntag
Grodes Satlachliet
mit Konzert 13667
Es ladet ein der Wirt
Fr. Dmphalius
Guter bürgerlicher Mittag= und
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„„Bismarck-Eck‟
(Ecke Bismarck=Wendelſtadtſtraße)
Samstag und Sonntag ab 7 Uhr
KONLERI
Frau Schmidt Wwe.
Garten-Wirkschaft.
Oberwaldhaus
Samstag, den 3 September, abends 8 Uhr
Großes
Militär-Konzert
mit Illumination der Anlagen
Reichsbund ehem.Militärmuſiker(OrtsgruppeDarmſtadt)
Dirigent Kapellmeiſter Willy Schlupp
Eintrittspreis: im Vorverkauf 40 Pf.
an der Abendkaſſe 50 Pf. einſchl. Steuer.
Verſtärkter Verkehr der elektr. Straßenbahn nach
Bedarf bis 24 Uhr.
(*22895fs
Moxart-Verein
Wiederbeginn der Proben:
Mittwoch, den 7. Feptember 1227,
20J, Uhr, Im Mozart- Haug, Sehulstr. 8
Leitung: Kapellmeister Friedrich Rehbock
Musikliebende, stimmbegabte Herren werden zum
Eintritt in den Mozart-Chor eingeladen.
(13626
Rheinstr. 50
Hotel Schmitz
elephon192
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Qualitätsbiere. Separ. Weinrest. Ia off. u. Flaschen-Weine
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Samstag
und Sonntag abend
Garten-Konzert
Bei ungünstiger Witterung im Saal
Heute Samstag
Großes Garten=Konzert
Anfang 8 Uhr
Eintritt 25 Pfg.
ausgeführt vom Städtiſchen Orcheſter
(13648
Re
Haldesruk
Heute Samstag, den 3. September 1927
ab 5 Uhr nachmittags großes
Garten-Konzert
mit anschließendem
Brillant-Federwerk
IIluminierter Garten
624
ivile Preise
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Gärtnerverein „Feronia‟
Darmstadt Gegr. 188.
Gegr. 1884
ſeiert am Sonntag, 4. Septbr.
nachm. 4 Uhr im Conkordia=
Saale, Waldſtraße 33 das
43. Stiftungsfest
verbunden mit KONZERT,
Blumen=, Obſt= und Gemüſe=
Verloſung mit anſchließendem
BALL.
Alle Kollegen, Bekannten und
Gönner unſeres Vereins ſind
hier=
mit zum Beſuch herzl. dingeladen.
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Eintritt 50 Pfg. Der Vorſtand,
Frankfurter Hofr
Eche Frankfurter=Landwehrſtr., Tel. 3620
Heute u. morgen, ab 8 Uhr abds.
KONZERT
Guter bürgerl. Mittagstiſch in und
( 23030
außer Abonnement.
gegründet 1887
Mitglied des heſſ. Sängerbundes
AOjähriges
Stiftungsfest
Samstag, 3. Sept., abends 8 Uhr
Feſtkommers im Hanauer Hof
Sonntag, 4. Sept., abends ab 6 Uhr
Tanz im Saale Rummelbräu
wozu wir alle Sangesbrüder, Freunde
und Gönner des Vereins einladen.
22945)
Der Fest-Ausschuß.
Intereſſengemeinſcht
Kleingartenbautreibveer
Darmſtadt=Noro,
Sonntag, den 4. Sept., im Harur /of
Große Blumenftan
mit Ausstellurzg
aus eigenen Erzeugniſſen, verbu mumit:
Bartenkonzert, PreisſchießerEmm= weit gehl
bola und Tanz. euen55 z/ auch dus, Ma=
Eröffnung der Ausſtellung vorrn. 1ühr. möte ſo reden.
Beſichtigung bis 1 Uhr, nachm. 35 Jühr. n) auch der
Es ladet freundlichſt ein Der V 0gund. /M Zur Jihle
Nachkirchweih zu Zuſa.
Sonntag, den 4. Septemver nachn4 uhr
Uropes kanzeffte
mit gut beſetztem Orcheſter
ff. Weine und gute Speiſen nach fielben
Es ladet böflichſt en
13659)
Friedr. Seibert u. huſl
ii
Scherer s Konzertaldten”
Griesheim bei Darmſta
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zurNachkirchweiheempfehleich delzet uchlikt dekIa
meines Konzergartens. Angenehmer Antltalt.
TANZ
Pfungſtädter Jazzkapelle augge
ff. Flaſchenweine, jedoch kein Wefwpang
Im Ausſchank Fay=Bier
Weißwein, Malaga, Liköre uſ.
ff. Bohnenkaffe; Kuchennach Wahl LiDnten
Vorzüglichcktliche
ff. Eis
Zum Beſuche ladet ein Ludwigcer
heute Aben
n der Krone.
Saal-Heubau Wieder-Ramtadt
Gasthaus zum „90/denen Auc
Für Sonntag, den 4. Septem ) Mi
ladet zur
M uw. iſt beſtens
ladet freun
NACHKIRCHWEN
ſechler „Kl
freundlichſt ein
Wilhelm Fischer
Für ff. Speiſen und Getränke
iſtbe=
kannter Güte beſtens geſorgt. 220000
Jazkapelle
Einladung zur
Kurchweih in Maleen zu
Sonntag, den 4. u. Montag, den FEept,
nachmittags 4 Uhr
Tanzmusi
Für Eſſen und Trink n iſt be/&
orgt. Es ladet höflichſt ein
Jakob Wekeir
13603)
Sonntag 4., Montag, 5. Sd
Kirchwein
Malchen
Bier — ff. Wein J. Jakob, Ebe5
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Ochſen= und Wurſtbraterei, Weinzell
Täglich Unterhaltung
und Tanz
Nummer 244
Gamstag, den 3. Geptember 1927
Seite 15
Sstellu
Preisſchieten
Dund Tanz,
ſtell
Der Club der Pierzig.
hzu bearbeitet nach einem Roman von Robert W. Chambers
von Edgar May.
(Nachdruck verboten)
wie Leute, die ihn gefangen hatten, hatten ihm nichts
ge=
als ſeine Streichhölzer. Das erſte, was er tat, war, eines
ſer zu entzünden und in dem fenſterloſen Raum Umſchau zu
ſſton. Dann ergriff er eine Schaufel und machte ſich daran,
noch unter einer der Bretterwände zu graben. Als er jedoch
ens knarrende, durchdringende Stimme im Streit mit einem
Niesen hörte, hielt er inne und lauſchte mit wachſendem
Ent=
denn das Loch unter der Wand war erſt halbfertig und
ſereinzige Waffe war die Schaufel.
lsenton damit niederzuſchlagen, bevor dieſer ſchießen konnte,
wie einzige Möglichkeit des Entrinnens die Dirck ſah.
Ver=
ſielt ſtellte er ſich neben die Tür, die Schaufel zum Schlage
oholt und erwartete, ſeinen Widerſacher mit ſchußbereiter
htü e durch die Tür treten zu ſehen.
wls nichts dergleichen geſchah und als er Renton ſich nach
Mebengebäude entfernen hörte, ſetzte bei dem Jungen die
Aatmon nach der ausgeſtandenen Angſt ein. Schwach, faſt einer
hnacht nahe, ſtellte er die Schaufel zu Boden und ſtützte ſich
z aſt unmittelbar danach hörte er die weiche Stimme des
an=
en Mannes ihn vorſichtig beim Namen rufen. Nur mit Mühe
e Dirck eine Antwort hervor.
„Fſowohl, ich bin’s. Was wollen Sie?” flüſterte er heiſer.
Baben Sie gehört, was Renton geſagt hat?"
eGewiß, auch das, was Sie geſagt haben."
„Ich mußte ſo reden. Ich bin Donald Mayne, Laniers
ſund und auch der Ihre. Sobald Renton, außer Sicht iſt,
ich die Tür öffnen; dann müſſen Sie ſich ſofort davon=
der Jüngling dachte zuerſt, daß man ihm eine Falle ſtellen
ſ=dann durchzuckte ihn die Erinnerung an Laniers Hinweis
ſeen erwarteten Freund.
„Sind Sie der Fiſcher, den Mr. Lanier erwähnte?” fragte
bange.
Jawohl, ich bin’s, und wenn Sie mich jetzt fragen würden,
ich mit den Fiſchen tue, die ich fange, würde ich antworten,
Ehſie brate. Genügt Ihnen das, mein unbeſonnener junger
ladet köf
lnd?‟
Geibert a HIE
Was der Jüngling antworten wollte, erſtickte in einem
Schluchzen der Erregung und Erleichterung.
„Wenn Sie auf einem anderen Weg aus dem Schuppen
ge=
langen können,” fuhr Mayne fort, „ſo würde ich lieber die Tür
nicht öffnen, denn ich werde vielleicht beobachtet.”
„Ich war eben dabei, ein Loch unter der Wand zu graben.
Es iſt bereits zur Hälfte fertig.”
„Schön. Dann graben Sie flott darauf los! Wenn Renton
mit Welper kommt, werde ich Streit mit den beiden beginnen, um
ſie hinzuhalten. Wie lange brauchen Sie noch, um
durchzu=
kommen?"
„Das weiß ich nicht.”
„Könnten Sie von der Inſel fort, wenn Sie herauskämen?”
„Jawohl. Ich würde zum Roten Kap hinüberſchwimmen.”
„Schön, dann machen Sie ſich an die Arbeit! Ich ſehe
Män=
ner am Dock herüberſchauen und eine Frau, die mich vom
Schlaf=
haus aus beobachtet. Darum vorwärts, mein junger Freund.
Ich werde Nenton inzwiſchen aufhalten!“
Renton ließ auf ſich warten. Endlich trat er aus der
Kan=
tine, begleitet von Harry Senix. Renton ſchritt aus in ſeiner
arroganten, nachläſſigen Art, aber Sewix wankte bedenklich,
ſo=
daß ſein Gefährte öfters auf ihn warten mußte. Als Renton bei
Mayne anlangte, verzog ſich ſein Geſicht, zu einem höhniſchen
Grinſen.
„Welper hat die Sache dem Club zur Entſcheidung
vorge=
legt,” ſagte er, „und wir haben beſchloſſen, den Jungen kalt zu
machen. Haſt du vielleicht dagegen etwas einzuwenden, Mayne?”
„Eine Menge,” erwiderte Mayne lächelnd. „Erſtens, daß ich
bei der Abſtimmung nicht anweſend war.”
„War auch nicht nötig.”
„Das behaupte ich auch nicht. Ich ſagte nur, daß ich nicht
anweſend war. Daher weiß ich nicht, über was und wie
abge=
ſtimmt wurde. Dein Wort genügt mir nicht. Ich will eine
offi=
zielle Beſtätigung haben. Wer hat übrigens abgeſtimmt?”
„Welper, Sam Potter, Senix, Dan Supple und ich. Unſer
Beſchluß war einſtimmig.”
„Helene Wyvern hat alſo gefehlt, und wen wir beide
da=
gegen geſtimmt hätten —‟
„Helene würde zu mir gehalten haben,” warf Renton
barſch ein.
„Biſt du ſicher? Frage ſie doch.”
„Das iſt unnötig.”
„Keineswegs. Ich beſtehe darauf. Sie ſteht drüben an der
Tür des Schlafhauſes und ſieht uns zu.”
„Wenn du durchaus willſt —” entgegnete Renton
achſel=
zuckend. Dann ſchickte er ſich an, zum Schlafhaus hinüberzugehen,
aber Mayne hielt ihn zurück.
„Nein,” ſagte Mayne, „bleibe nur hier, ich werde Helene
rufen. Ich will ſelbſt hören, was ſie antwortet.‟ Dann wandte
er ſich dem Schlafhaus zu. „Helene,” rief er, „würden Sie
freund=
lichſt herüberkommen? Wir möchten Sie etwas fragen.”
Die Geſtalt an der Tür verſchwand, erſchien jedoch gleich
wie=
der mit einer Lampe in der Hand und kam auf die beiden
Män=
ner zu. Sie trug einen roten, reich mit Gold beſtickten Kimono
über ihrem hauchdünnen Nachthemd. Ihre nackten Füße ſtaken
in chineſiſchen Pantoffeln.
Mayne ergriff lächelnd das Wort. Eugen und die anderen
wollen den Loveleß=Jungen unſchädlich machen. Ich möchte
vor=
erſt ſeiner Schweſter noch etwas Geld abknöpfen. Ich brauche es,
Eugen aber nicht. Was iſt Ihre Meinung?”
Der Club hat ſeine Entſcheidung bereits getroffen,” wandte
Renton ein. Nur Mayne iſt dagegen. Du hältſt doch zu uns?”
Helene Wyvern ſah zuerſt Mayne forſchend an, dann ließ ſie
ihre Blicke auf Renton ruhen.
„Warum wollt Ihr nicht zuerſt den Draht nehmen, bevor
Ihr den Burſchen um die Ecke bringt?”
Renton war überraſcht, dann ſtieg Zornesröte in ſein Geſicht.
„Du biſt wohl nicht recht bei Troſt?” rief er. „Weißt du,
was uns blüht, wenn der Junge gegen die Orizava=Geſellſchaft
als Zeuge auftritt?”
„Davor habe ich keine Angſt,” erwiderte Helene Wyvern
achſelzuckend. „Der Junge wird ſich hüten, gegen uns auszuſagen.
Es iſt mir völlig gleichgültig, was aus ihm wird, aber wenn
Donald glaubt, vorerſt noch Geld mit ihm verdienen zu können,
laßt ihn gewähren. Er braucht es."
Rentons Geſicht wurde aſchfahl. „Du kennſt meine
Mei=
nung,” ſtieß er wütend hervor. „Hältſt du zu mir oder nicht?
Antworte!”
„Ich halte zu wem ich will,” erwiderte ſie ſchnippiſch. „Laß‟
dir das ein für allemal geſagt ſein.”
Senix, der bisher geſchwiegen hatte, brach in ein Gelächter
aus und wackelte mit dem Kopf.
„Das kommt davon, wenn man ſich mit Schürzen einläßt,”
ſagte er höhniſch. „Ich habe noch keine gekannt, für die ich auch
nur einen Pfifferling —
„Würde dir auch nichts genutzt haben, du blöder
Koks=
ſchnupfer!” fuhr Helene Wyvern ihn an. Dann fuhr ſie zu
Ren=
ton gewandt fort: „Du biſt überhebend geworden, weil dir deine
Erfolge in Südamerika zu Kopf geſtiegen ſind. Das würde ich
noch hinnehmen können, aber du biſt auch ein Geizkragen, Freund
Eugen, und dieſe Kombination wirkt, wie du wiſſen ſollteſt, auf
Frauen verheerend.”
(Fortſetzung folgt.)
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getrennt oder auch zuſammen an einen
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Die Verdingungsunterlagen
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den bei dem Städtiſchen Hochbauamt
Zimmer Nr. 27, ſolange Vorrat reicht,
gegen Erſtattung der Auslagen von
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abge=
geben. Zeichnungen werden nicht
ver=
abfolgt. Verſchloſſene Angebote ſind
ſpäteſtens bis
Samstag, den 10. September 1927,
für die elektr. Inſtallatiou, Montag,
den 12. September 1927, für die
Schreinerarbeiten, vorm. 11 Uhr,
poſtfrei beim Städtiſchen Hochbauamt,
Zimmer Nr. 27, einzureichen, woſelbſt
auch die Oeffnung der rechtzeitig
ein=
gelaufenen Angebote in Anweſenheit”
der erſchienenen Bieter oder deren mit /
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