Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit z verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 207
Donnerstag, den 28. Juli 1927. 190. Jahrgang
Anzeigenpreis.
27 mm breite Zeille im Kreiſe Darmſtadt 25 Reſchet
finanz=Anzelgen 40 Reichspfg., Rellamezeiſe (92 mm
in von auswärie 40 Reichpfg
neſ 2 Reſchemart Amzt
."
Finanz=Anzelgen 60 Reichepfg., 92 mm brelte Rellame
Reichemart. Al
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zelie 30
Im Falle höherer
420 Mar
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Hewalt, wie Krieg. Aufruhr Sirelt uſwp. erliſcht
ede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſah.
Bel
Konkure oder gerichliſcher Beſtrelbung fällt jede
Rabaft weg. Bankkonto: Deutſche Bant und
Darm=
fädter und Nationalbank.
England und die Seeabräſtungskonferenz.
DDie engliſche Marinepolitik.
ſhamberlain über die Ziele der engliſchen Regierung
und die Zukunſt des Kreuzerbau=Programms.
EP. London, 27. Juli.
Zu den Verhandlungen über die See=Abrüſtung äußerte ſich
amberlain im Unterhaus dahin, daß die mündlichen
ſprechungen mit den engliſchen Delegierten
n! Genf die Möglichkeit ergeben hätten, über gewiſſe Punkte
ne Entſcheidung herbeizuführen, ohne daß im Augenblick
Ein=
ehceiten bekannt gegeben werden könnten. Die engliſche
Regie=
uug hoffe, daß die Konferenz zu einem erfolgreichen Ende
ornimen werde. Bedauerlicherweiſe beſtünden noch ernſtliche
ſſäßverſtändniſſe über die Ziele der engliſchen
Eſegierung. Der Vopwurf, daß England die Gleichheit zur
5 zwiſchen Amerika und dem engliſchen Weltreich zu
zer=
ölxen wünſche, ſei ohne Begründung. Die Einladung des
Prä=
ſdienten Coolidge ſei von der engliſchen Regierung in dem
Sumne aufgefaßt worden, daß die Politik der Waſhingtoner
Larnferenz zur weiteren Herabſetzung der Marine=Ausgaben und
de: gleichzeitigen Aufrechterhaltung der nationalen Sicherheit
onttgeſetzt werden ſollte. In dieſem zweifachen Sinne beurteile
engliſche Regierung jeden Vorſchlag und ſei daher zu einer
Zuugrenzung der Zahl der 10 000=Tonnen=Kreuzer nach ähnlichen
Zu undſätzen wie für die Linienſchiffe bereit. Hinſichtlich der
leinen Kreuzer müſſe bedacht werden, daß die engliſchen
Ver=
ſüadungen häufig in engen Gewäſſern lägen, die bon fremden
Suaaten begrenzt würden, während die amerikaniſchen
Verbin=
mngslinien hauptſächlich auf dem Lande lägen oder längs der
kürſten oder in den weiten Ozeanen. Die engliſche Regierung
wiäſſe auf die beſonderen Schwierigkeiten der geographiſchen
2ſt ge Englands Wert legen, ſei jedoch weit davon entfernt,
(nſderen Mächten irgendwie eine Politik hinſichtlich der kleinen
7y euzer diktieren zu wollen. Eine Art permanente Formel, wie
twa für Linienſchiffe, ſei für ſolche Schiffsklaſſen nicht
anwend=
drr und nicht ausreichend, deren Verwendungszweck mit der
hgraphiſchen und wirtſchaftlichen Lage der einzelnen Mächte
itc ändere. Wenn das Prinzip der Geſamtonnage für
Linien=
cheiffe als ein Maßſtab für gleiche Gefechtskraft angeſehen
wer=
dmn könnte, ſo könnte man dieſem Grundſatz nicht für die Kreuzer
fü ſtimmen, denn eine Nation mit zwanzig Kreuzern zu 5000
Tonnen würde dann einer Macht unterlegen ſein, die zehn
Kreuzer zu 10000 Tonnen habe. Nach Anſicht der engliſchen
Regierung brauchten keine Schwierigkeiten zu beſtehen, um über
oie unmittelbare Zukunft des Kreuzerbau=
Pro=
gir amms zu einer zeitweiligen Abmachung zu gelangen,
vor=
ainsgeſetzt, daß die zeitweilige Abmachung kein
Prä=
zu denzfall für ein unabänderliches Prinzip wird. Jeder andere
B8eg würde unausbleiblicherweiſe als ein formales Aufgeben
duer maritimen Gleichheit durch das Britiſche Weltreich
ausge=
lagt werden. Dieſes Ziel ſei jedoch, wie man der engliſchen
Megierung verſichert habe, nicht ein Programmpunkt der Politik
dies amerikaniſchen Präſidenten.
Rückkehr der Engländer nach Genf. — Bridgeman
und Lord Cscl peſſimiſtiſch.
TU. London, 27. Juli.
Der erſte Lord der Admiralität, Bridgeman, der heute in
G8emeinſchaft mit Lord Ceeil, Admiral Jellicoe und den übrigen
AOelegationsmitgliedern nach Genf abgefahren iſt, erklärte
Preſſe=
wertretern vor der Abreiſe, daß die engliſche Delegation ihre
Ar=
heit auf die eine oder andere Weiſe zum Abſchluß bringen werde.
MMan begebe ſich nach Genf zurück nach langen Beſprechungen mit
wem Kabinett. Die engliſche Regierung" habe die genaue Lage
gründlich geprüft. Die Stellungnahme Großbritanniens bleibe
mrnverändert. Er könne lediglich ſagen, daß ſeine Hoffnung für
iime Regelung ebenſo groß ſei wie zur Zeit ſeiner Ankunft aus
esenf in London. Lord Ceeil fügte hinzu, daß er immer noch
hoffe, obwohl er die Lage als fraglos kritiſch betrachte.
Im Zuſammenhang mit dieſen peſſimiſtiſchen Erklärungen
werlautet, daß die engliſche Delegation neue Pläne mitbringe,
eon denen man hoffe, daß ſie für die amerikaniſchen und
japa=
niſchen Delegierten annehmbar ſeien.
Für die arbeiterparteiliche Oppoſition gab Clynes der
Hoff=
mung Ausdruck, daß die britiſchen Delegierten, nachdem ſie in
„London ausführlich mit der Regierung verhandelt hätten, ihre
1Arbeit in Genf in befriedigender Weiſe abſchließen möchten. Auf
meine Anfrage erklärte Chamberlain, daß das Unterhaus bald,
ſicher aber nach dem Wiederzuſammentritt im Herbſt, Gelegen=
Heit haben werde, die von der Arbeiterpartei gewünſchte Debatte
ſüber die Abrüſtungsfrage durchzuführen. — Im Oberhaus gab
WVord Salisbury die gleiche Erklärung ab wie Chamberlain im
UUnterhaus.
Wie Amerikaner und Japaner in Erwartung
neuer engliſcher Vorſchläge.
EP. Genf, 27. Juli.
Die amerikaniſchen und japaniſchen
Dele=
ſgierten an der Marinekonferenz, die ſeit einer vollen Woche
ſeine tatſächliche Unterbrechung erfahren hat infolge der
Abweſen=
ſcheit der engliſchen Hauptdelegierten, beginnen etwas
un=
geduldig auf die Rückkehr Bridgemans und
Word Robert Cecils aus London zu warten. Dieſe
ſUngeduld wird durch die offenbar mißverſtandenen oder falſchen
Meldungen aus London noch geſteigert, die über die angeblichen
meuen engliſchen Vorſchläge hier bekannt geworden ſind. In
wder amerikaniſchen Delegation glaubt man jedenfalls nicht, daß
wdie neuen engliſchen Anträge,, wie gemeldet wurde,
Wdarauf hinauslaufen könnten, nur die Zweiteilung der Kreuzer=
klaſſe zu beſtimmen und innerhalb einer gewiſſen Geſamttonnage
es jedem Staate zu überlaſſen, wie er dieſe Tonnage verteilen
will. Ein derartiger engliſcher Antrag würde eine vollſtändige
Umkehrung des bisherigen engliſchen Standpunktes bedeuten, der
von der vorgängigen Feſtſtellung einer Geſamttonnage für die
Kreuzerflotte und der Freiheit der Verteilung innerhalb dieſer
Tonnage niemals etwas wiſſen wollte. Auch die andere Lesart
in den Londoner Meldungen, wonach die erſte Kreuzerklaſſe für
10 000=Tonnen=Kreuzer ſiſtiert und die zweite Klaſſe der kleinen
Kreuzer vollkommen freigegeben werden ſollte, findet hier wenig
Glauben.
Je weniger man ſich aus den Londoner Meldungen ein Bild
der wirklich in London beſchloſſenen Konzeſſionen
machen kann, zu denen England im Intereſſe einer
Einigung in der Marinekonferenz bereit iſt,
deſto ungeduldiger erwartet man die nunmehr für morgen
vor=
mittag in Ausſicht ſtehende Rückkehr der engliſchen Delegierten.
Japan und Amerika weiſen natürlich bereits in deutlicher
Ab=
ſicht darauf hin, daß die lange Abweſenheit der engliſchen
Dele=
gierten klar zeige, wo die wirklichen Schwierigkeiten einer
Eini=
gung an der Konferenz liegen, nämlich bei England bzw. bei
ſeinen angeblich ſo großen Kreuzerbedürfniſſen, die, worauf hier
viel hingewieſen wird, von einem Teil der engliſchen
Marine=
kritiker ſelbſt als weit übertrieben bezeichnet werden. Trotzdem
haben die hieſigen unbefangenen Beobachter doch
übereinſtim=
mend den Eindruck, daß der amerikaniſche präziſe Standpunkt
an einem etwaigen Scheitern der Konferenz nicht viel weniger
Schuld tragen würde als die engliſchen Forderungen. Nur
eine der drei teilnehmenden Mächte wird von keiner Seite
be=
ſchuldigt, nämlich Japan, deſſen Wille zur möglichſten
Herab=
ſetzung der Seerüſtung überall anerkannt wird, wenn man ihn
auch mehr auf Japans finanzielle Schwierigkeiten zurückführt
als auf ſeine pazifiſtiſchen Abſichten.
Verhaftungen in Siebenbürgen.
Auf Umwegen hergelangten Meldungen zufolge wurden im
ſiebenbürgiſchen Komitate Cſik führende Perſönlichkeiten des
dortigen Ungarntums am Morgen des Todestages des Königs
Ferdinand auf Grund einer im vorigen Jahre von den
Behör=
den auf höhere Weiſung zuſammengeſtellten Schwarzen Liſte
verhaftet. Das gleiche Schickſal ereilte auch die römiſch=katholiſchen
Geiſtlichen. Sämtliche Verhafteten wurden Leibesviſitationen
nach Waffen unterzogen. Auch einige Frauen wurden verhaftet.
Als Grund der Verhaftung wurde nur die miniſterielle
Ver=
fügung angegeben. Die katholiſchen Geiſtlichen wurden erſt am
Sonntag freigelaſſen, um die angeordneten Trauermeſſen
ab=
halten zu können. Ein Teil der übrigen in Haft genommenen
Perſonen wurde gleichfalls einige Tage ſpäter auf freien Fuß
geſetzt, jedoch unter der Verpflichtung, daß ſie ihre Gemeinden
nicht verlaſſen und ſich täglich bei den Sicherheitsbehörden
mel=
den. Aehnliche Vorfälle werden auch aus dem Komitat Hunyad
gemeldet.
Hinrichtungen in Rußland.
* Warſchau, 27. Juli. (Priv.=Tel.)
Wie ein zuſammenfaſſender Bericht aus Moskau beſagt, ſollen
in der vergangenen Dekade von ſeiten der antiſowjetiſtiſchen
Be=
wegung im ganzen ermordet worden ſein: 22 Sowjetkommiſſare
in höheren ſelbſtändigen Stellungen, 47 Funktionäre in mittleren
Stellungen und 160 Mitglieder der Roten Armee. Der ſtärkſte
Prozentſatz fällt auf die Ukraine und Weißrußland ſodann
Kau=
kaſus, das Dongebiet und die Krim. In Wirklichkeit dürfte die
Zahl der Verluſte der Sowjets, beſonders die der Roten Armee,
um ein Beträchtliches höher ſein. Eine Ueberſicht über die von
der ſowjetiſtiſchen Seite während der letzten Wochen gemordeten
Opfer, die wohl ein Vielfaches der hier genannten Zahlen
aus=
machen würden, iſt leider nicht bekannt.
Roßbach verhaftet.
* Berlin, 27. Juli. (Priv.=Tel.)
Der im Jahre 1919 eigenmächtig mit ſeinen Truppen aus
Thorn an die baltiſche Grenze abmarſchierte Oberleutnant
Roß=
bach, der auch ſpäterhin im Kapp=Putſch eine beſondere Rolle
ge=
ſpielt hat, iſt verhaftet worden, und zwar wegen der Erſchießung
einiger Niendorfer Einwohner, an der er mit die Verantwortung
tragen ſoll. Kurz nach dem Putſch hatte er ſich bekanntlich ins
Ausland begeben. Später wurde er amneſtiert. Von der Politik
zog er ſich gänzlich zurück, trat nur als Leiter der „Spielſchar
Ekkehard” mit Aufführungen im ganzen Reich auf. Vor kurzem
hatte er am Plauer See in Mecklenburg ein Gut gepachtet, auf
dem er jetzt verhaftet worden iſt. Allerdings auf Grund eines
Haftbefehls, der noch aus dem Jahre 1920 ſtammt. Sein
Rechts=
beiſtand hat ſich ſofort an das Reichsjuſtizminiſterium gewandt
und um Aufhebung des Haftbefehls erſucht. Das Verfahren
wird zunächſt zu zeigen haben, ob er für die Vorgänge in
Nien=
dorf mitverantwortlich iſt.
Der „Temps” gegen die Wiener Gemeinde=Schutzwache.
EP. Paris, 27. Juli.
In einem Leitartikel über die innerpolitiſchen Folgen der
Wiener Unruhen proteſtiert der „Temps” vor allem gegen den
Beſchluß des Wiener Stadtrats, eine beſondere Stadtpolizei von
2000 Mann weiterhin beizubehalten. Dieſer Beſchluß ſei mit der
Verfaſſung der öſterreichiſchen Republik unvereinbar. Die Lage
würde dadurch nicht verbeſſert, ſondern nur noch verſchärft. Wien
würde ein Staat im Staate und ein Herd des Bürgerkrieges
werden. Die Regierung habe die gebieteriſche Pflicht, ſich dieſem
Beſchluß zu widerſetzen. Die Regierung Seipel habe noch weniger
das Recht, dieſe Polizei zu dulden, als irgend eine andere
Regie=
rung, denn ſie müſſe wiſſen, daß die Aufrechterhaltung des
inne=
ren Friedens in Oeſterreich die Grundbedingung für
irgend=
welche Außenpolitik ſei, wodurch die Exiſtenz Oeſterreichs
über=
haupt gerettet werden könnte.
Die Grundlinien derſpaniſchen Politik
Von
General Primo de Rivera,
(Aus einem Geſpräch mit D. Ruſſo.)
General Primo de Rivera, das Oberhaupt der ſpaniſchen
Regierung, hatte die Güte, mich zu empfangen und mit mir über
die innere und äußere Lage ſeines Landes zu ſprechen.
„Während Ihres Aufenthaltes in der Hauptſtadt” — begann
der General ohne jede Einleitung — „konnten Sie die
Feſtſtel=
lung machen, daß die Diktatur bei uns nicht jenes wilde
Aus=
ſehen hat, das man ihr im Auslande fortgeſetzt zuſchreibt. Die
Ordnung und Ruhe, die durch ſie dem Lande geſichert wurde, hat
niemandem weh getan. Der dem Weſen unſeres Volkes
ent=
ſprechende Frohſinn, den man heute in den Straßen Madrids
wahrnehmen kann, iſt der Ausfluß eines alle beherrſchenden
Ge=
fühles: unter dem Schutz einer Regierung zu ſtehen, deren höchſte
Sorge dem Wohle des Volkes gilt, und für die ich mit gutem
Grund die Bezeichnung einer gerechten und liberalen Regierung
in Anſpruch nehmen darf.”
„Es heißt, daß Eure Exzellenz die Abſicht haben, der
öffent=
lichen Meinung des Landes Gelegenheit zu geben, ihre
Zuſtim=
mung zu dem beſtehenden Regime zu bekunden . . ."
„Nicht ſo bald, wie man in der Preſſe behauptet hat. Die
Nationalderſammlung wird nicht im September zuſammentreten,
ſondern erſt ſpäter. Doch früher oder ſpäter — der Oeffentlichkeit
wird die Möglichkeit gegeben werden, ihrer Meinung über das
Regime Ausdruck zu verleihen. Meine Regierung denkt von der
öffentlichen Meinung nicht gering, wie behauptet wurde, ſondern
wir haben uns im Gegenteil bemüht, die öffentliche Meinung
zu erziehen, um ſie wie nie zuvor zur Mitarbeit heranziehen zu
können. Jede andere Auslegung der ſpaniſchen Diktatur verſtößt
gegen die Wahrheit. Die „Menſchenrechte” haben wir ſtets
ge=
achtet. Nicht ein Tropfen Blut iſt in Spanien vergoſſen worden.
Gewiſſe Zeitungen, namentlich in den romaniſchen Ländern,
ſprechen von Kerkern, die mit politiſchen Gefangenen überfüllt
ſind. Ich fordere jeden — wer es auch immer ſein mag — auf
den Nachweis zu erbringen, daß die ſpaniſchen Gefängniſſe heute
auch nur halb ſo viel Gefangene beherbergen, wie unter den
vorigen Regierungen.”
„Es leben aber viele Ausgewieſene im Ausland : . ."
„Viele? Noch nicht über ein Dutzend.”
Eine meiner Fragen führte den General dazu, ſich über die
Ausübung der Zenſur in Spanien zu äußern.
„Wir machen einen Unterſchied,” ſagte er, „zwiſchen Büchern
und Zeitungen. Bücher ſind bei uns vollkommen zenſurfrei,
vorausgeſetzt natürlich, daß ſie keine Verſtöße gegen die
Sittlich=
keit enthalten. Was die Zeitungen anlangt, ſo ſind ſie wohl
einer Präventivzenſur unterworfen. Dieſe wird jedoch auf eine
ſehr weitherzige Art geübt, wie Sie aus den Angriffen erſehen
können, die die nicht regierungsfreundlichen Blätter gegen das
ſchon lange angekündigte und nun auf Grund einer königlichen
Verordnung in Spanien eingeführte Petroleum=Monopol richten.
Obwohl nun die Zenſur ſehr milde gehandhabt wird — Angriffe
gegen mich perſönlich laſſe ich den Zeitungen immer durchgehen
und behalte mir nur vor, ſelbſt darauf zu antworten —, ſo kann
ich Sie doch verſichern, daß ich ernſtlich daran denke, jegliche
Aus=
nahmeverfügung gegen die Preſſe zu beſeitigen. Die Zeit dazu iſt
jedoch noch nicht gekommen.”
Der Uebergang von der inneren zur äußeren Politik war
naheliegend.
„Wir bemühen uns, mit allen Mächten in einem innigen
und herzlichen Verhältnis zu leben, gleichgültig, ob es romaniſche,
angelſächſiſche oder germaniſche Länder ſind. Damit will ich nicht
ſagen, daß nicht auch wir unſere außenpolitiſchen Schwierigkeiten
haben. Alle Völker, die ſich von fremder Bevormundung frei
machen und ihr Leben aus eigener Kraft leben wollen, haben
ſolche Schwierigkeiten. Aber bei dieſem Werke der
Verſelbſtän=
digung wollen wir nicht ſprunghaft vorgehen, ſondern langſam,
vorſichtig und ohne Gegnerſchaft zu erwecken. Andererſeits iſt
unſer Streben nach Verſelbſtändigung nicht gleichbedeutend mit
Fremdenfeindlichkeit. Spanien iſt mehr als jene andere Nation
gewillt, ausländiſche Kräfte zu herzlicher Mitarbeit in ſeinem
Lande heranzuziehen. Wir wollen aber als ein Land höherer
Kultur behandelt werden, und unſere Neigung werden wir denen
vor allen anderen zuwenden, die Achtung und Vorliebe für uns
bekunden, nicht nur durch ökonomiſche Betätigung, ſondern auch
durch ihre Gefühle.”
Natürlich kam das Geſpräch auch auf das Verhältnis
Spa=
niens zu Frankreich in Marokko. Darüber ſagte mir der General
folgendes:
„Ich habe keinen Grund, zu glauben, daß die in Paris über
die Tangerfrage geführten Verhandlungen einen anderen als
freundſchaftlichen Ausgang nehmen werden. Augenblicklich
be=
wogen ſie ſich im Kreis um zwei weſentliche Punkte: erſtens um
die Spanien einzuräumenden Befugniſſe zur Aufrechterhaltung
der Ordnung und zur Ausübung der Polizeigewalt nicht nur
in der Stadt Tanger, ſondern auch in ihrem Hinterland;
zwei=
tens um die zu befolgende gemeinſame Politik in der Grenzzone
zwiſchen dem franzöſiſchen Protektorat und dem ſpaniſchen
Herr=
ſchaftsgebiet. An der Beſeitigung der Schwierigkeiten, die dieſen
Fragen anhaften, arbeiten gegenwärtig in Paris unſere
Diplo=
maten gemeinſam mit den franzöſiſchen. Ich erwarte ſtündlich
Nachrichten von einem Uebereinkommen, das ich ſchlechterdings
für unerläßlich halte; denn ohne ein ſolches würde Marokko
un=
aufhörlich ein Quell der Beunruhigung für die ganze Welt
blei=
ben. Es iſt wohl überflüſſig, daran zu erinnern, daß
Kolonial=
kriege immer die Vorläufer von Kriegen auf dem Zeſtland
ge=
weſen ſind.”
Hier wurde der General durch ſeinen Kanzleidirektor
unter=
brochen, der gekommen war, von dem Regierungschef dringende
Unterſchriften einzuholen. Dann fuhr er fort:
„Wenn man im Auslande glaubt, daß Spanien aus
Grün=
den militäriſcher Ruhmſucht ein Intereſſe daran hat, den Brand
in Marokko zu ſchüren, ſo iſt das eine Verleumdung. Ich bin ein
überzeugter Pazifiſt. Wenn Sie daran zweifeln, dann fragen
Sie unſeren nächſten Nachbarn, Portugal, wie viele und wie
große Streitigkeiten Jahr für Jahr nur allein durch die Nivalitäl
Seite 2
Donnerstag, den 28. Juli 1927
der Fiſcher entſtehen, die ohne unſere Nachgiebigkeit zu ſcharfen
Konflikten führen müßten. Wir legen ſie aber jedesmal ganz
von ſelbſt in der freundſchaftlichſten Weiſe bei, ohne daß die
Preſſe auch nur Zeit findet, ſie an die Oeffentlichkeit zu bringen.
Was uns anlangt, ſo haben wir das Wort „Gewalt” in den
Be=
ziehungen zu den Mächten bis zu den äußerſten Grenzen des
Möglichen durch die Worte „Vernunft” „Gerechtigkeit” und
„Liebe” erſetzt. Selbſt wenn uns die Umſtände ein anderes
Vor=
gehen erlaubten, würden wir grundſätzlich darauf verzichten, als
Gewalthaber aufzuteten. Daß wir andere Abſichten in Marokko
hätten, konnte man nur zu Unrecht glauben. Sobald wir die
Entwaffnung der aufrühreriſchen Stämme durchgeführt haben,
werden wir jenem Volke zeigen, wie groß Spaniens Edelmut iſt.”
Ich bemerkte dem General, daß dieſe ſeine friedfertigen
Be=
ſtrebungen ſich in wunderbarer Uebereinſtimmung mit den
End=
zielen des Völkerbundes befänden. Warum hat ſich dann Spanien
entſchloſſen, aus dem Völkerbunde auszutreten?
„Der Völkerbund,” entgegnete der General, „wird keine
feſtere Stütze haben als uns, wenn er unſere gerechten Gründe
anerkannt haben wird und unſere Würde gewahrt iſt.”
Ueber dieſen Gegenſtand wollte der General ſich nicht weiter
äußern: doch eine Perſönlichkeit ſeiner Umgebung hatte keine
Bedenken, ſeinen Gedanken zu ergänzen. Wenn die Lenker des
Genfer Werkes den Wunſch haben, daß Spanien ſeinen Entſchluß
rüchgängig mache, dann mögen ſie eine entſprechende Geſte tun
und Verſicherungen bieten, die dem kaſtilianiſchen Stolz genug
tun . . .
Bevor mich der General entließ, betonte er noch die
bren=
nende Notwendigkeit des äußeren Friedens, wie auch des inneren
in dem Verhältnis der Klaſſen zueinander, und fügte hinzu:
„In dieſer Hinſicht habe ich den Maſſen der Arbeiterſchaft
und den Unternehmerkreiſen das Ihnen bekannte neue
Koope=
rativſyſtem geboten, das den ſozialen Frieden in Spanien
tat=
ſächlich verwirklicht hat. Worin es beſteht, wiſſen Sie. Durch
ein königliches Dekret vom 27. November vorigen Jahres haben
wir die alten Gilden in Spanien wieder hergeſtellt. Alle
Arbeiter=
verbände ernennen frei, ohne jeden Druck von ſeiten der
Regie=
rung, Abgeordnete für jeden Induſtriezweig. Im Verein mit
den Arbeitgeberverbänden regeln dieſe — ohne Einſpruchsrecht,
auf Grund völliger Parität der Rechte und Pflichten — alle auf
das Verhältnis der beiden Klaſſen bezüglichen Angelegenheiten,
ſeien es Lohnfragen, ſeien es Fragen der Arbeitszeit oder der
induſtriellen Betriebsführung. Dieſes Kooperativſyſtem, dem
alle Arbeitergruppen, ſelbſt die röteſten der Roten, begeiſtert
bei=
getreten ſind, ſcheint bereits den Peſthauch vom Horizont
ver=
trieben zu haben, der im September 1923, am Vorabend der
Ge=
burt der Diktatur, das ganze Land, namentlich aber Katalonien,
zu einer wahren Hölle gemacht hatte . . ."
So zeigt ſich General Primo de Rivera in jeder Hinſicht als
der zuverſichtlichſte unter allen Staatsmännern des alten Europa.
Der Kampf um das Reichsbanner.
Komnbinationen über die Stellung des
Zentrums zum Reichsbanner.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Beſprechung der Zentrumsführer über ihre Stellung zum
Reichsbanner, die am Donnerstag ſtattfinden ſoll, iſt von einem
geheimnisvollen Schleier umgeben. Gerade deswegen hat die
demokratiſche Preſſe ein dankbares Objekt für ihre
Kombina=
tionspolitik. Was wird nicht alles erzählt: Der
Reichsfinanz=
miniſter wird mobil gemacht, Herrn Marx wird nachgeſagt, daß
er über die Wirkung ſeines Schreibens an Hörſing
außerordent=
lich überraſcht ſei, daß er einen abſchwächenden Kommentar
her=
ausgeben wolle. Richtig wird wohl ſein, daß bei einem Teil des
Zentrums in der Tat die Neigung beſteht, zu verhindern, daß
das Reichsbanner ein vollkommenes Ebenbild des öſterreichiſchen
Schutzbundes, alſo eine reine ſozialdemokratiſche Organiſation
wird und daß deshalb im Reichsbanner von der Gruppe Wirth
aus Anſtrengungen gemacht werden, einen Bruch zu vermeiden.
Richtig wird wohl auch ſein, daß Herr Hörſing ſich in der gleichen
Richtung bemüht und den Herren vom Zentrum alle Garantien
anbieten will, daß er künftig derartige Extratouren nicht mehr
machen will, ſondern ſich der Zenſur der im Reichsbanner
ver=
tretenen anderen Parteien unterwirft. Aber die Formulierung
eines ſolchen Vergleiches iſt nicht ganz einfach. Deshalb wird
vermutlich auch aus der Donnerstag=Beſprechung noch nicht viel
herauskommen. Man wird noch weiter verhandeln, bis
ſchrift=
lich niedergelegt iſt, welcher Rechte ſich Herr Hörſing zukünftig
entäußern muß, um das Zentrum beim Reichsbanner zu halten.
Vom Tage.
Der deutſche Geſandte v. Keller teilte im belgiſchen
Außen=
miniſterſr im Namen der deutſchen Regierung mit, daß dieſe
nicht gedenke, auf die letzte Note der belgiſchen
Re=
gierung zu antworten.
Zwiſchen dem Ausſchuß für den Hafen und Waſſerwege in
Danzig und einer Gruppe von Banken, an deren Spitze
das New Yorker Bankhaus Blaire u. Co. ſteht, iſt ein Vertrag über
ine Anleihe von 4,5 Mill. Dollars unterzeichnet
e Emiſſion der Anleihe erfolgt in dieſen Tagen.
Chamberlain teilte mit, daß die engliſche Regierung zur
Zeit nur mit der deutſchen Regierung über die
Abſchaf=
ung des Sichtvermerks auf den Päſſen verhandle.
Die franzöſiſche Konſolidierungsanleihe hat
wind 4,5 Milliarden Fr. ergeben. Nach den Plänen der Regierung
ſollte ſie 10 Milliarden bringen.
Die Botſchafterkonferenz hat geſtern vormittag eine
Sitzung abgehalten, in der ſie ſich mit dem Bericht der
Sachverſtän=
digen über die Zerſtörungsarbeiten an den deutſchen
Oſtfeſtungen beſchäftigt hat.
Aus zuverkäſſigen Belgrader Kreiſen verlautet, daß die
Unter=
handlungen zwiſchen Rom und Belgrad unmittelbar
nach den Kammerwahlen in Südſlawien
aufgenom=
men werden ſollen. Ihre Baſis würden die Unterredungen
zwi=
ſchen Marinkowitſch und dem italieniſchen Geſandten Bodrero bilden.
Die hemenitiſche Delegation nach Italien, die vor
ihrer Rückreiſe noch eine Reihe anderer europäiſcher Länder und die
ſei beſuchen ſollte, hat von König Yahia die Anweiſung
T.
erhalten, ſich ſofort nach der Beendigung ihres italieniſchen
Aufenthalts nach Yemen zurückzubegeben.
Nach Meldungen aus Moskau beabſichtigt die
Sowjet=
regierung, die diplomatiſchen Beziehungen zur
Nankingregierung aufzunehmen.
Das Disportationsgeſetz für Samoa wurde vom
teuſeeländiſchen Nepräſentantenhaus nach einer die
ganze Nacht andauernden Sitzung mit 41 gegen 12 Stimmen
ange=
nommen.
Nach einer Meldung aus Hongkong iſt der Finanzminiſter
der Hankauregierung, Dr. Tſchang, verhaftet worden,
weil er angeblich Regierungsgelder unterſchlagen hat.
Der Reichsaußenminiſier in Bad Wildungen.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann
verbringt in Bad Wildungen ſeinen Sommerurlaub. Unſer Bild
zeigt den Miniſter im Kurpark in der Geſellſchaft ſeines Sekretärs.
Engliſch=franzöſiſche Brunnenvergiftung.
* Berlin, 27. Juli. (Priv.=Tel.)
In der engliſchen und franzöſiſchen Preſſe, ſo im „Daily
Telegraph” und im „Journal des Debats” werden „olle
Kamel=
len” ausgegraben. Es wird u. a. behauptet, daß in Rußland
unter deutſcher Leitung Giftgaſe hergeſtellt werden. Im
De=
zember und Januar wurde dieſe Angelegenheit im Reichstag in
aller Oeffentlichkeit behandelt und klargeſtellt. Es ſollte
eigent=
lich auch dem Ausland genügen, was bei dieſer Debatte zutage
gefördert und von der Regierung feſtgeſtellt worden iſt.
Jeden=
falls gehen dieſe neuen Behauptungen wieder in der Richtung
einer großangelegten engliſch=franzöſiſchen Hetze gegen
Deutſch=
land.
*Muſik im Leben der Völker.
Internationale Ausſtellung in Frankfurt a. M.
Von Friedrich Noack.
III.
Nimmt für den im Muſik= oder Geiſtesleben Stehenden der
Teil der Ausſtellung das meiſte Intereſſe in Anſpruch, der die
geſchichtlichen, kulturgeſchichtlichen, ethnographiſchen Muſikfragen
behandelt, zu dem auch die beſprochenen Sonderausſtellungen
der außerdeutſchen Länder und der deutſchen Staaten und Städte
gehören, ſo bieten dieſe dem oberflächlichen Beſchauer, der nur
genußfreudig durch die Ausſtellung bummelt, mancherlei
Schwie=
rigkeiten. Er wird überall verweilen, wo ſchöne und intereſſante
Bilder ausgeſtellt ſind, wird ſich die verſchiedenen Inſtrumente
vorführen laſſen und mancherlei finden, was ihm auch Intereſſe
und Bewunderung abnötigt, aber ganz befriedigt, wird er erſt
ſein, wenn er in die Abteilung gelangt, die der Muſik der
Gegenwart und des Alltags gewidmet iſt. Schon der
geſchmack=
voll eingerichtete Privatmuſikraum, den die Firma Schneider u.
Hanau=Frankfurt ausgeſtellt hat, führt uns in die Gegenwart,
und hier kann ſich der Beſucher die Frage vorlegen, ob er lieber
in dieſem Raum oder in dem von der Frankfurter
Kunſt=
gewerbeſchule entworfenen (Raum 12) muſizieren möchte. Daran
ſtoßen zwei Räume, die dem in ſo hoher Blüte ſtehenden
Männer=
chorweſen gewidmet ſind. Der großen Spaltung, die durch die
ganze Organiſation geht, entſprechend, ſtellt in dem einen Raum
der Deutſche Sängerbund, die nur Männerchöre umfaſſende
Or=
ganifation der ſogenannten bürgerlichen Geſangvereine, aus, in
dem anderen der Arbeiterſängerbund, der in ſich Männer=,
Frauen= und gemiſchte Chöre zuſammenfaßt. Bei erſterem
inter=
eſſieren zahlreiche Andenken an Friedrich Silcher und viele
Handſchriften neuerer Komponiſten, bei letzteren neben ähnlichen
wertvollen Originalen vor allem die Plakate, die beweiſen, daß
die Arbeiterſängerbewegung daran iſt, ſich auch der höchſten
Kunſtmuſik zuzuwenden, daß Aufführungen von Oratorien, von
der Matthäuspaſſion und von der 9. Sinfonie Beethovens durch
Arbeiterchöre durchaus keine Seltenheiten mehr ſind.
Gegenüber iſt ein vorbildlich ausgeſtatteter Probeſaal für
Vereine gezeigt, der mancherlei enthält, was Vereinsſänger
inter=
eſſieren wird, unter anderem auch Entwürfe für Sängerpokale
und Wettſtreitpreiſe. Hier iſt auch die Tonſchrift für Blinde zu
erwähnen, deren verſchiedene Arten zuſammengeſtellt ſind. Mit
dem Vereinsraum ſteht in Verbindung ein vorbildlicher
Schul=
fingſaal, den das Frankfurter Hochbauamt ausſtellt und der
dem=
nächſt in einem Schulneubau eingerichtet werden ſoll. Die Bänke
ſind zum Schreiben, zum Notenleſen im Stehen und auch für
Inſtrumentalmuſik eingerichtet, ſie ſind ſtufenweiſe angeordnet,
und an den Wänden iſt Anſchauungsmaterial in großer Menge
zu ſehen. Die beiden Methoden, die eine ſo ſtarke Propaganda
entfalten, das Eitzſche Tonwort und die Tonika=Do=Methode,
zeigen hier ihre Uebungstafeln; letztere hat auch in dem
angren=
zenden Raum noch einmal eine Sonderausſtellung veranſtaltet.
In dem Zimmer der Evangeliſchen Kirchenmuſik findet ſich neben
Hiſtoriſchem eine große Anzahl neuerer Werke, welche die
Ver=
jage dem Intereſſenten näher bringen möchten. Ein anderer
Seitenraum des Vereinsſaals iſt der Vierteltonmuſik gewidmet,
die in der Volksmuſik der Tſchechoſlowakei eine gewiſſe Rolle
ſpielt und für die Kunſtmuſik von Prag aus von Profeſſor Alois
Haba propagiert wird. Ein Flügel für Vierteltonmuſik und ein
ähnlich gebautes Harmonium werden täglich zu beſtimmten
Stunden geſpielt, eine Vierteltonklarinette iſt ebenfalls zu ſehen
und man kann in die Tonſchrift eingeführt werden, die dieſer
Vierteltonkunſt dient. Die Muſikbücherei, die für die Schule
be=
ſtimmt iſt, hat im weſentlichen nur für den Lehrer Intereſſe.
Eine gewiſſe Abſchweifung bietet die Opernabteilung, da ſie
ganz auf Inſzenierungskunſt eingeſtellt iſt, hier aber den Beweis
erbringt, daß man heute mehr als in früheren Zeiten imſtande
iſt, die Erforderniſſe der Muſik auch in der Inſzenierung zu
er=
üllen. Zahlreiche Bühnenmodelle veranſchaulichen dies in
her=
vorragender Weiſe. Die meiſten zeigen Neuinſzenierungen des
Frankfurter Opernhauſes, aber auch Darmſtadt iſt hier vertreten.
Eine Ausſtellung ruſſiſcher und franzöſiſcher Bühnenkunſt in
Skizzen und Modellen ermöglicht es, die gleichen Beſtrebungen
auch bei den anderen Nationen zu beobachten, wo ſie ſich
aller=
dings zum Teil erheblich anders ausprägen.
Von den meiſten Beſuchern wenig beachtet, aber für die
Tonreproduktion der Zukunft von allergrößter Bedeutung iſt das
Sphärophon, das in einem hinter der Opernabteilung gelegenen
aus akuſtiſchen Gründen abſeits angeordneten Raum gezeigt
wird. Hier kann man zum erſten Male in der Oeffentlichkeit die
neuen Inſtrumente elektriſcher Ton= und Klangerzeugung kennen
lernen. Nicht nur können hier Intervalle in abſoluteſter
Rein=
heit erzeugt werden, ſondern es iſt auch möglich, jede gewünſchte
Klangfarbe hervorzubringen. Es folgen nun die Ausſtellungen
der Muſikverleger und Inſtrumentenfabrikanten. Es würde zu
weit gehen, auf alle Einzelheiten einzugehen; bemerkenswert iſt,
daß neben den deutſchen Verlegern viele große Verlagsfirmen
des Auslandes vertreten ſind und ihre hervorragendſten
Ver=
lagswerke zeigen. Leider kann man dabei die Verſchiedenheiten
des Notenſtichs nicht ſtudieren, denn es wäre intereſſant, zu
be=
obachten, wieviele von den ausländiſchen Firmen auf der gleichen
Nummer 207
Die deutſch=polniſchen
Wirtſchafts=Verhandlungen.
Um das Niederlaſſungsrecht.
Wie bereits gemeldet, ſind die informatoriſchen
Beſprechun=
gen, die der deutſche Geſandte Ulrich Rauſcher dieſer Tage
wiedo=
mit dem Vertreter des polniſchen Außenminiſters und ander:n
maßgebenden Regierungsſtellen in Warſchau hatte, zu einem
vo=
läufigen Abſchluß gelangt. Die polniſche Preſſe hat bei diefig
Belegenheit, augenſcheinlich auf Wink der zuſtändigen polniſchen
Stellen, ſich bemüht, den gegenwärtigen Stand der Verhanu
lungen mit recht optimiſtiſchen Kommentaren über die weiter:
Ausſichten zu begleiten. Nun iſt, wie wir aus
maßgebend=
deutſchen Wirtſchaftskreiſen erfahren, an ſich zuzugeben, daß
i=
zwiſchen gewiſſe Fortſchritte in der Bereinigung der bisher naßl,
zu unüberbrückbar erſchienenen Gegenſätze in den beiderſeitigy
Auffaſſungen zu verzeichnen ſind. Zu warnen iſt jedoch vor
vorzeitigen optimiſtiſchen Meldungen von polniſcher Seite, K
bereits zum Herbſt den fix und fertigen Abſchluß eines deutſog
polniſchen Handelsvertrages vorausſagen. Es iſt hier dara
hinzuweiſen, daß zunächſt noch immer die Vorbeſprechungen do
hin gingen, überhaupt erſt einmal die Vorausſetzungen für di
eigentlichen Verhandlungsgrundlagen zu ſchaffen. Dieſe Vc,
ausſetzungen gehen bekanntlich dahin, daß ſich Polen dazu bers
verſteht, den Deutſchen das Niederlaſſungsrecht zuzubilligen
Vor der letzten Völkerbundstagung waren bekanntlich die Ves
handlungen völlig auf das tote Gleis geraten, und erſt durch da
vertraulichen Beſprechungen, die Dr. Streſemann mit Herrn
Zaleſki in Genf aufgenommen hat, konnten überhaupt die
Ver=
handlungen in Warſchau zwiſchen dem polniſchen Außenminiſter
rium und dem deutſchen Geſandten erneut in Gang geſetzt wem
den. Auch dieſe recht ſchwierig verlaufenen Vorbeſprechunge:
hatten nun nicht einmal den Abſchluß eines eigenen Niedern
laſſungsvertrages zum Ziel, man bemühte ſich vielmehr, die ſent
ſchwierige Materie ſo weit vorzuklären, daß die Delegationn.n
die den Handels= und Niederlaſſungsvertrag durchzuarbeiten ſ
ten, nunmehr ſich mit der Formulierung der durch dieſe Au
ſchauer Beſprechungen erzielten Ergebniſſe befaſſen konnten. 94
heikle Thema der Niederlaſſungsfrage iſt jedenfalls noch
imma=
in Fluß, und es iſt inſofern hier eine neue Schwierigkeit auff
getaucht, als inzwiſchen Polen ein neues Geſetz zum Schutz
de=
polniſchen Arbeitsmarktes erlaſſen hat. Polen verlangt ſcho,
jetzt wirtſchaftliche Kompenſationen für das Niederlaſſungsrechr,
verfolgt alſo immer noch die frühere abwegige Taktik. Die eigenn
lichen Delegationsverhandlungen ſollen nunmehr im Herbſt he
ginnen.
Der ewige Chorzow=Streit.
* Berlin, 27. Juli. (Prib.=Tel.)
Der Haager Schiedsgerichtshof, hat in dem Kampf gegen
Polen wegen der Chorzow=Werke der deutſchen Regierung wiest
der einmal Recht gegeben. Damit iſt aber an ſich nicht viel ge
wonnen, weil die Entſcheidung diesmal lediglich um Formalie:
ging und die materiellen Verhandlungen erſt in einigen Monate—
weitergehen, die ebenfalls zugunſten Deutſchlands ausgehen wem
den. Dieſe polniſche Hinauszögerungspolitik kann ſich abe
Deutſchland auf die Dauer nicht gefallen laſſen. Es iſt ein
Din=
der Unmöglichkeit, daß ein dem Völkerbundsrat angehörende,
Staat die Einrichtungen des Völkerbundes — und dazu gehön
auch der Haager Gerichtshof — mit offenſichtlicher Mißachtun
behandelt.
Der Abbau der deutſchen Zölle.
* Berlin, 27. Juli. (Priv.=Tel.)
Die Reichsregierung hat mit den Vorarbeiten zum
Abba=
der deutſchen Schutzzölle bereits begonnen. Sie hat den Reichs
wirtſchaftsrat um ein Gutachten erſucht über die Möglichkeiter
die ſich hier ergeben. Der Reichswirtſchaftsrat hat in ſeine
Unterausſchüſſen auch bereits mit der Prüfung der Frage be
gonnen. Er hat dabei zunächſt die Zollſätze in Angriff genommer
die bei den zurzeit ſchwebenden Handelsvertragsverhandlunge
keine Rolle ſpielen, wird aber im Laufe des September vermun
lich die ganzen übrigen Sätze ebenfalls durcharbeiten, ſo da
ſpäteſtens anfangs Oktober die Reichsregierung im Beſitze des
Gutachtens iſt. Welche Möglichkeiten ſich daraus ergeben, häng
allerdings nicht allein von Deutſchland ab. Wir können unſer
Schutzzölle nicht einfach abbauen, weil wir uns ſonſt der Gefah
ausſetzen, daß das Ausland unter dem Schutz ſeiner Hochzöll
uns mit billigen Exportwaren überſchwemmt. Der Abbau kann
nur Zug auf Zug auf Gegenſeitigkeit erfolgen. Es hängt alles
alſo davon ab, wie die anderen Staaten, an die Deutſchland
ſich=
wenden ſoll, bereit ſind, den Anregungen der Genfer
Wirtſchafts=
konferenz zu folgen.
Höhe der Deutlichkeit und Genauigkeit ſtehen, wie die größten
deutſchen Notenſtechereien.
Eine große Anzahl von Räumen zeigt nun den Inſtrumel
tenbau, teils in Fertigfabrikaten, teils in inſtruktiver Weiſe ode
in hiſtoriſcher Entwicklung. Eine große Zahl von Pianofone
und Flügelfirmen haben ausgeſtellt, darunter auch die Dar
ſtädter Firma Heinrich Arnold. Inſtruktiv ſind die
Ausſtellungel=
von Schlaginſtrumenten und vom Geigenbau, hier iſt ſogar eine=
Werkſtatt der Frankfurter Geigenbauer eingerichtet, in der mac
täglich das Werden von Geigen verfolgen kann; ebenſo hat auc
die berühmte Glockengießerei Gebr. Ullrich, Apolda und Kempteh
den Werdegang der Glocke ſo anſchaulich aufgeſtellt, daß dieſecl
Raum wie eine Illuſtration von Schillers „Glocke” in ihren tei
niſchen Teilen wirkt. Hiſtoriſch dagegen iſt die Darſtellung des
Orgelbaus von der antiken Waſſerorgel bis zu den neueren
Typen, welche die Firma Walker=Ludwigsburg zeigt. Beids
Prinzipien verbindet die Abteilung für die Blasinſtrumente, iſ
der vor allem die Firma Heckel=Biebrich wertvolle Schätze aus
ihrem Inſtrumentenmuſeum ausgeſtellt hat. Ein Raum iſt gals
den Inſtrumenten der Firma Matthias Hohner=Troſſingen
ge=
widmet, die ſich der Pflege und Entwicklung der Mund= und
Ziehharmonika widmet. Manche von den Inſtrumenten ſine
ehr kompliziert. Eine intereſſante Zuſammenſtellung bringt der
Raum „50 Jahre Sprechmaſchine”, wo die Entwicklung von der
erſten Ediſonſchen Modellen bis zu den modernen Formen des
Grammophon und Phonograph zu verfolgen iſt.
Mit dem genannten Raum beginnt die Abteilung für
mechſ=
niſche Muſik, in der nun die Ausſtellung der Firma Rothgießen
u. Dieſing=Frankfurt folgt, deren Autophon bereit iſt, dee
Stimme jedes Beſuchers auf die Schallplatte aufzunehmen. Das
Verfahren iſt nur leider noch erheblich teuer. Beſonders
intel=
ſſant für den Akuſtiker iſt die Abteilung „der akuſtiſche Filme
in der gezeigt wird, wie der Schall weder akuſtiſch noch mit Hills
der Elektrizität aufgenommen wird, ſondern in einem beſtimme
ten Verfahren photographiert wird. Aus dieſer Filmaufnahme
wird er dann wieder auf die Schallplatte übertragen. Wer Sinm
ür Humor hat, der verſäume nicht, in demſelben Raum das ene
zücklende Wandgemälde von Heiniſch in all ſeinen Einzelheiten
zu betrachten. Stark beſucht wird die Ausſtellung der
Reprodul=
tionspianinos und Reproduktionsflügel der Firma Philipps
Frankfurt, die ebenſo wie die mechaniſchen Orcheſterwerke fanl
ſtändig vorgeführt werden. Bei dem Jazz=Orcheſterwerk erſche!‟
jen allerdings die Klangfarben weit gemäßigter als man
die=
onſt bei Jazzbandorcheſtern gewohnt iſt. In dieſem Zuſammene
ſang ſei darauf aufmersfam gemacht, daß in dem
Ausſtellungs=
bark ſieben dem großen Weinreſtaurant ein Bechſteinflügel m=
Mer
Rummer 207
Donnerstag, den 28. Juli 1922
Vertrauenspotum für die Regierung Seipel
Die Oebatte im öſterreichiſchen
Nationalrat.
Kompromißſiimmung bei den Parteien.
EP. Wien, 27. Juli.
DDer öſterreichiſche Nationalrat ſetzte heute die Debatte über
RRegierungserklärung und die Ereigniſſe des 15. und 16. Juli.
Die Abgeordnetenbänke wieſen große Lücken auf, die
Mini=
ſrh ank war leer. Im Gegenſatz zu der geſtrigen erregten Sitzung
die Stimmung heute überaus ruhig und auf
Verſöhnlich=
t eingeſtellt. Der Wille der Parteien, endlich einen
g der Verſtändigung anzubahnen, kam auch in
r Wahl der Redner zum Ausdruck. Die Chriſtlichſozialen
hiükten heute den früheren Finanzminiſter Dr. Gürtler in die
ehratte, deſſen gute perſönlichen Beziehungen zu den
Sozial=
mrokraten bekannt ſind. Der Redner der Oppoſition, der
frü=
u= Staatsſekretär Renner, der auf die Ausführungen Dr.
Gürt=
r)= antwortete, iſt der Vertreter des gemäßigten rechten Flügels
rI Sozialdemokraten.
Prof. Gürtler ſchilderte in ſeiner Rede vor allem die
Er=
ſiirterung der Landbevölkerung über den
Ver=
ſorsſtreik, der gerade den kleinen Bauern, alſo gerade dem
mueren Teil der Bauernſchaft, unermeßlichen materiellen Scha=
7 zugefügt habe. Der Streik ſei außerdem eine ſchwere
ſee=
ſage Belaſtung für die Landbevölkerung geweſen, unter der die
mufinnigſten Gerüchte über die Vorgänge in Wien umliefen.
e= Landbevölkerung mangele das Verſtehen für den
Zuſammen=
nug zwiſchen der Aktion, nämlich dem Urteil des Schwurgerichts
n Schattendorfer Prozeß, und der Reaktion, alſo dem
General=
rüfik, durch den Volksſchichten beſtraft wurden, die an der
Ur=
tage zum Generalſtreik, nämlich an dem Urteil der Geſchworenen,
ohlſtändig unſchuldig waren. Prof. Gürtler gab aber zu, daß in
ei: öſterreichiſchen Ländern vielfach falſche Vorſtellungen über
ie materielle und die wirtſchaftliche Lage des
Induſtrieprole=
zufiats in Wien vorherrſchen. Hier müſſe es das Beſtreben der
arrteien ſein, eine beſſere Verſtändigung zwiſchen den einzelnen
züllksteilen der Republik herbeizuführen.
Abg. Dr. Renner beklagte gleichfalls den Mangel an
genſeitigem Verſtehen zwiſchen Stadt und
ſund. Es ſei ein erfreuliches Zeichen der Beſſerung, wenn
8ſofeſſor Gürtler den Verſuch unternehme, einen Weg der
Ver=
ändigung anzubahnen. Vor allem müſſe das Recht geſucht
wer=
en. Die Vertrauenskriſe der Juſtiz in
Oeſter=
eſich ſei das Grundübel. Hier müſſe der Verſuch
ein=
ien, wie man über die ſchwere Kriſe hinwegkommen könne.
Zawiſſe Beſchränkungen des Rechtslebens müßten verſchwinden.
E! handle ſich hier nicht allein um das Urteil von
Schwurgerich=
ei ſondern um das Urteil von Berufsrichtern, ſowie um die
liklagepraxis der Staatsanwaltſchaft. Die Bevölkerung müſſe
mfangen, wieder an das Recht zu glauben, nicht bloß an den
Zuittel.
Bei der ausgeſprochenen Kompromißſtimmung in den beiden
70 den gilt es als ſicher, daß der Nationalrat im Verlaufe der
ſelutigen Sitzung die geſtern von Dr. Bauer eingebrachten
An=
rürge der Oppoſition auf ein Tadelsvotum gegen die Regierung
nch auf Einſetzung eines parlamentariſchen
Unterſuchungsaus=
chuiſſes zur Prüfung der Ereigniſſe vom 15. und 16. Juli mit
ein Stimmen der bürgerlichen Mehrheit ablehnen wird.
Die Nachmittagsſitzung des Nationalrates brachte in
Fort=
enzung der Debatte über die Regierungserklärung eine große
Auuseinanderſetzung zwiſchen den alpenländiſchen
Ab=
zurordneten und denen der Wiener Sozialdemokratie.
2ias Rededuell, das von beiden Seiten ausſchließlich durch
Lurndervertreter, Chriſtlichſoziale, Großdeutſche, Landbündler und
Sſozialdemokraten beſtritten wurde, war zeitweiſe
außerordent=
iüch heftig. Die meiſten Ländervertreter kritiſierten in äußerſt
hefftiger Weiſe den Verkehrsſtreik und die „wirtſchaftliche
Miß=
hendlung”, die die weſtlichen Alpenländer durch den von der
Aiener ſozialdemokratiſchen Parteileitung verhängten
Verkehrs=
ſteik erdulden mußten. Der Tirolerchriſtlich=ſoziale
Abg. Schuſchnigg wies derauf hin, daß die „unverhohlene
Ferbeugung der Sozialdemokraten vor den Kommuniſten” von
dan Alpenländern als Alarmſignal für die Zukunft angeſehen
mwrden ſei. Er verſicherte, daß die öſterreichiſchen Län=
der nicht im entfernteſten an einen Kampf gegen
Wiendächten, daß aber in Zukunft jeder
Terror=
akt Wiens mit einem Terror, in den Ländern
heimgezahlt werden würde. Die Alpenländer würden
in Zukunft alles daranſetzen, einen Verkehrsſtreik, wenn er ſich
wiederholen ſollte, außerhalb Wiens in allen anderen
Bundes=
ländern unſchädlich zu machen.
Sehr ſcharf waren die Ausführungen des ſteiriſchen
chriſtlich=
ſozialen Abgeordneten Pichler, des großdeutſchen
Abgeord=
neten aus der Steiermark Grailer und des Tiroler
Groß=
deutſchen Dr. Straßner. Der ſteiriſche Sozialdemokrat
Hor=
vatigg und der Tiroler Sozialdemokrat Abram verſuchten, die
Angriffe der bürgerlichen Ländervertreter abzuwehren, allerdings
mit wenig Erfolg. Verſöhnliche Worte fand nach den
vorangegangenen heftigen Reden der Vorarlberger
chriſtlichſoziale Prälat Dr. Drexel, der in einer
formal wie inhaltlich ausgezeichneten Rede über die
Exiſtenz=
frage des Staates ſprach. Er erklärte: Entweder muß
Wien die Länder, müſſen die Länder Wien
ver=
ſtehen lernen oder wir müſſen
auseinander=
gehen. Die Lehre, die man aus den Ereigniſſen des 15. Juli
ziehen könne, ſei die, daß es in Oeſterreich keine Revolution
geben könne, weil eine Ueberraſchung nach beiden Seiten hin
unmöglich ſei und ſich beide Parteien mit ungefähr gleichen
Machtmitteln gegenüberſtünden. Der einzig gangbare Weg ſei
der Weg der Verfaſſung und des Stimmzettels.
Oeſterreich habe die Wahl zwiſchen Tod und Leben
und müſſe auf dem Wege der Demokratie, auf dem Wege der
Ausgleichung der Klaſſengegenſätze und der Gegenſätze zwiſchen
Wien und den Ländern beharren, wenn es leben wolle. Die
Ausführungen des Prälaten Dr. Dexel, deren maßvoller Ton
von den Reden Dr. Seipels und des Vizekanzlers Hartleb ſehr
weſentlich abſtach, wurden von den Sozialdemokraten mit
ach=
tungsvoller Stille, von der Mehrheit des Hauſes mit ſtürmiſchem
Beifall und Händeklatſchen begleitet. — Nach einer kurzen Rede
des Tiroler Sozialdemokraten Abram erfolgte die
Abſtim=
mung über die Minderheitsanträge, deren
Ab=
lehnung ein Vertrauensvotum der
bürger=
lichen Parteien für die Regierung Seipel
be=
deutet.
Die Sitzung wurde darauf geſchloſſen. Das Haus tritt am
Dienstag, den 2. Auguſt, zu ſeiner nächſten Sitzung zuſammen.
Sofort nach Beendigung der Sitzung trat eine
Obmännerkonfe=
renz zuſammen, die das Arbeitsprogramm für den Reſt der
Sommerſeſſion beſchließen wird.
Der öſterreichiſche Geſandie in Berlin über
Oeſterreich nach dem Wiener Aufſiand.
Berlin, 27. Juli.
Der öſterreichiſche Geſandte in Berlin Dr. Frank erklärte einem
Vertreter des Demokratiſchen Zeitungsdienſtes in Beantwortung einiger
Fragen im Anſchluß an die Wiener Vorgänge unter anderem, daß die
Reiſeverhältniſſe in Oeſterreich wieder durchaus
nor=
mal ſind. Die Salzburger Feſtſpiele würden programmäßig und ohne
jede Verzögerung beginnen. Der Reiſeverkehr nach Oeſterreich habe eine
erhebliche Einbuße nicht erlitten. Schon in wenigen Tagen werde wohl
dieſelbe Anzahl von Fremden in Oeſterreich weilen, wie vor den Wiener
Greigniſſen. Es ſei zuverſichtlich zu hoffen, daß die weitere politiſche
Entwicklung in Oeſterreich ſich in parlamentariſchen Formen vollziehen
werde, die durch die bekannten Parteiverhältniſſe als gegeben erſcheinen.
Man könne vielleicht ſogar hoffen, daß ſich unter dem Eindruck des
gro=
ßen Unglicks alle Parteien, im dem verſtärkten Wunſche nach
poſitiyer Ausbauarbeit ſinden werden. Der Geſandte
er=
klärte, daß nach ſeiner Meinung die Ereigniſſe in Wien auf die
An=
ſchlußfrage keinen Einfluß ausgeübt haben. Sie ſeien weder durch
dieſe Idee hervorgerufen worden, noch dürften ſich daraus irgend welche
Folgerungen ergeben. Das Anſchluß=Problem ſei lediglich in den
Zei=
tungen außerhalb Oeſterreichs mit dieſen Vorfällen in Verbindung
ge=
bracht worden. Er ſei der Anſicht, daß die bedauerlichen Vorfälle in
Wien den Anlaß gebildet haben, die ganze Welt darauf aufmerkſam zu
machen, wie wichtig nicht bloß für Europa, ſondern für die ganze
welt=
politiſche Lage das heute ſo unbefriedigend gelöſte Problem
Mittel=
europa iſt. Das ungeheure Intereſſe der ganzen Welt für die
Vor=
gänge in Wien laſſe hoffen, daß im Herzen Europas bald ein Zuſtand
vollkommener Befriedung und des wünſchenswerten Ausgleiches der
wirtſchaftlichen Kräfte eintreten werde.
Weproduktionsmechanik vorgeführt wird, der an Schönheit des
9=langes mit das Vollkommenſte iſt, das wir gehört zu haben
uns erinnern. Aehnlich iſt der Raum der Firma Welte u. Söhne=
Freiburg ausgeſtattet; hier iſt eine prachtvolle kleine Orgel zu
hiören, die ebenfalls ſo eingerichtet iſt, daß ein
Reproduktions=
zoparat es geſtattet, auf ihr das Spiel der bedeutendſten
Künſt=
lerr zu hören. Sie iſt mit ihrem Werk ſo eingebaut, wie man
Lurgelwerke auf dem Podium von Konzertſälen oder in großen
MKuſikräumen von prunkvollen Privathäuſern einbauen wird,
uenn nicht die Abſicht beſteht, die Orgel durch Pfeifenproſpekte
ſahr in den Vordergrund des Intereſſes zu rücken, wie dies in
Frirchen gewöhnlich geſchieht. Für dieſe mechaniſche Muſik iſt
noch ein beſonderer hiſtoriſcher Raum vorbehalten, der die
Ent=
mſticklung von der kleinen Spieldoſe und dem kunſtvollen
Schlag=
wierk aller Standuhren bis zum großen, mit vielen Regiſtern
werſehenen Orcheſtrion zeigt. Einen beſonderen Raum für
Vor=
jährungen ihrer Platten beanſpruchen ſodann die Tri=Ergon=
Werke, einen ebenſolchen die Firma, die das Ultraphon herſtellt,
dieſſen eigentümliche akuſtiſche Wirkung darin beſteht, daß auf
derſelben Platte zwei Stifte in kurzem Phaſenabſtand
nachein=
umder tongebend wirken, wodurch der Eindruck hervorgerufen
weird, als ob in einem gut akuſtiſchen Saal Muſik aufgeführt
meird, und nicht nur der unmittelbare Klang, ſondern auch ein
hüinſtig verſtärkendes Echo vom Hörer vernommen wird. Auch
ie Ausſtellung der Heroldwerke, welche die Fabrikation der
Görammophonnadeln in anſchaulicher Weiſe zeigt, erregt
all=
zuemeines Intereſſe. Ein beſonderer Raum dient noch dazu, alle
iekannten Fabrikate von Sprechapparaten zuſammenzuſtellen.
Schließlich ſei noch die Abteilung „Rundfunk” beſprochen, im
er nicht nur alle techniſchen Errungenſchaften dieſer ungeheuer
rſaſch verbreiteten neuen Erfindung zuſammengeſtellt ſind,
ſon=
doern auch ſeine Verwendungsmöglichkeiten im Schulſaal, in der
W8auernſtube und in der Bank angedeutet werden. Ob es ratſam
woar, gerade dieſe Abteilungen in der großen Feſthalle
unter=
zubringen, muß bezweifelt werden, denn die Vorführungen aller
Alrt ſtören ſich gegenſeitig doch ſtark. Unter anderem könnte man
übrigens bei der Ausſtellung eine Ueberſicht über die
Noten=
wervielfältigungsverfahren vermiſſen, die vielen praktiſchen
Muſi=
hiern beſonders intereſſant geweſen wäre.
In den Gebäuden, die zur Ausſtellung gehören, ſind vier
bleinere und größere Konzert= und Verſammlungsſäle eingebaut.
Aäleich beim Haupteingang ſteigt man hinunter in den Haydn=
Saal, in dem eine kleine Orgel von der Firma Weigle=Stuttgart
aufgeſtellt iſt. Wie die Orgel von Klais=Bonn im Mozartſaal,
der innerhalb der großen Feſthalle liegt, hat ſie zwei Manuale,
Wedal und alle modernen Errungenſchaften zur Erleichterung
dees Regiſtrierens. Beſonders anziehend wirkt aber die große
Ausſtellungsorgel von Walcker=Ludwigsburg in dem größten der fierte Wopfner ſeine Landſchaften mit den realiſtiſch geſehenen
alen und Pedal angeordnet ſind, allen Anforderungen gerecht lichkeit der Münchener Lederhoſenmalerei zu verfallen. Seine
können. Gewiß es gibt noch größere Orgeln, ſie ſind aber ent= ſchätzt, fanden in zahlreichen öffentlichen und privaten Galerien
weder durch noch bedeutend größere Räume bedingt, oder ſie
dienen lediglich dem Senſationsbedürfnis, das immer wieder
Ausſtellung der Firma Schiedmeyer=Stuttgart zu beſichtigen, wo
auch unter anderem das nach Buſonis Angaben angefertigte Entſchluß, in einem geharniſchten Proteſtſchreiben den ſofortigen
Dritteltoninſtrument zu ſehen iſt, das neben den Prager Viertel= Rücktritt des auf zwei Jahre mit diktatoriſchen Vollmachten
ge=
toninſtrumenten Beachtung verdient. Allerdings beruht der
Wert für die Praxis iſt darum wohl gering, weil das Drittel= wortete mit einem Vorſtandsbeſchluß, der die opponierenden
und Sechſteltonſyſtem mit unſerem Halb= und Ganztonſyſtem Mitglieder wegen „Vertrauensbruches” ausſchaltete. Soviel
völlig bricht, während bei dem Vierteltonſyſtem die bisher ge= verlautet, beſchäftigt die leidige, dem Münchener Kunſtleben
ge=
vielerlei Möglichkeiten bereichert wird.
Die einigermaßen ausführlichen Schilderungen, die wir
geben wollten, ſind in Hinſicht auf die unendliche Fülle deſſen,
was die Ausſtellung bietet, in Wahrheit knapp und dürftig, ſie
ſollen aber eine Ueberſicht geben und es dem einzelnen
ermög=
lichen, das genauer ſich anzuſehen, was ihn beſonders intereſſiert,
ſie ſollen ferner dazu anregen, daß alle Muſikintereſſierte die für
ſie vielleicht nie wiederkehrende Gelegenheit benutzen, um
tau=
ſende und abertauſende Dinge zu beſichtigen, die ſie ſo bequem
und in ſolcher Vollſtändigkeit geboten bekommen. Es würde zu Wie bei allen Volksliedern iſt der Name des Dichters mit der
weit führen, auf die Anlagen gärtneriſcher Art im
Ausſtellungs=
park noch einzugehen und zu beſchreiben, wie man auch für das
ſtändig ſteigernde Beſuch der Ausſtellung beweiſt, daß ihr Wert
ſich auch von Mund zu Mund verbreitet und daß viele, die
an=
fangs zögerten, nun doch bewogen werden, die bedeutſame Schau
zu beſuchen.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
* Joſef Wopfner †. Mit Joſef Wopfner, der 1843 zu
Schwaz in Tirol geboren, verliert München einen ſeiner beſten
Landſchaftsmaler. Nachdem er die Münchener Akademie unter
Piloty beſucht hatte, entdeckte er neben dem Darmſtädter Karl
Raupp die Schönheiten des Chiemſees, die er in paſtoſer
Frei=
lichtmalerei glänzend wiederzugeben verſtand. Er war ein
ge=
mäßigter Impreſſioniſt, der in den Licht= und Luftſpiegelungen
des Bayeriſchen Meeres ſtets neue Reize fand. Daneben ſtaf=
Seite 3
* Ein unbedachtes Wort Baldwins.
Die neue Angriffsrichtung der Liberalen.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 27. Juli.
Das alte Wort, daß der Himmel Schutz gegen die eigenen
Freunde verleihen möge, iſt gewiß eine erprobte Wahrheit, aber
es iſt unvollſtändig. Es muß heißen „und gegen ſich ſelbene.
Und es iſt ausgerechnet Baldwin, der einen neuen Beweis für
die Richtigkeit des Zuſatzes gebracht hat. Die Landpolitik Lloyd
Georges liefert ſchon lange kein Argument mehr für die liberale
Propaganda. (Es iſt ſo merkwürdig wie bezeichnend, daß dieſer
ſo hervorragende Rufer im Streit kein eigenes aufbauendes
Ma=
terial liefern kann, mit dem er die Maſſen fortreißen könnte.)
Die Trade Union Bill iſt als Angriffsmittel vorläufig
aus=
geſchieden. Man muß nun erſt die Wirkungen abwarten. Aber
der Premierminiſter wurde zum Retter. Er hielt vor ſeiner
Abreiſe nach Kanada noch geſchwind eine Rede in der Grafſchaft
Lincoln, in der er mit verblüffender Offenheit erklärte, die
Land=
wirtſchaft müſſe nicht immer auf die Regierung warten, „um
ihr aus jedem Loch zu helfen”, ſondern müſſe „hart arbeiten und
ſich auf ſich ſelber verlaſſen.‟ Die liberalen Redner, Sir
Her=
bert Samuel und Lloyd George an der Spitze, atmeten auf. Das
war das richtige Wort zur richtigen Zeit. Man rieb ſich die
Hände und ging mit erneuter Kraft an die Arbeit. „Ich habe
ſeit vielen Wochen die Empfindung gehabt,” rief Sir Herbert in
einer liberalen Demonſtrationsverſammlung in Corbridge, „daß
alle Anzeichen darauf deuten, daß bei der nächſten allgemeinen
Wahl die Regierung aus dem Amte ſcheiden werde. Heute wird
dieſe Erwartung zur Gewißheit. Bei der letzten allgemeinen
Wahl hat der Premierminiſter erklärt, er betrachte es als eine
vitale Angelegenheit, daß die große, die Grundlage bildende
Induſtrie der Landwirtſchaft nicht nur erhalten, ſondern wieder
zu einer gedeihlicheren Lage gebracht werde. Warum gewährt
nun die Regierung anderen, mehr begünſtigten Induſtrien unter
dem Safeguarding=Geſetz ihren Schutz und läßt die
Landwirt=
ſchaft unbeſchützt?‟ Es hätte dieſer „Aufmunterung” gar nicht
bedurft. Die Erregung geht durch die geſamten
landwirtſchaft=
lichen Vereinigungen. Der Vorſitzende der Nationalen Farmer=
Vereinigung in der Grafſchaft Hertford, J. W. Hewitt, der ſein
ganzes politiſches Leben lang konſervativ geweſen iſt, übernahm
in Colwall, einem Nachbardiſtrikt von des Premierminiſters
eigenem Wahlbezirk, den Vorſitz in einer liberalen Verſammlung
und erklärte, er nehme zum erſten Male an einer liberalen
Ver=
ſammlung teil. In allen landwirtſchaftlichen Diſtrikten
Eng=
lands müßten Männer wie Frauen fortan liberal wählen. Aber
er ging noch weiter. Er ſagte, er hoffe, die Zeit ſei nicht mehr
fern, in der Liberale und Mitglieder der Arbeiterpartei für das
Beſte der Nation zuſammenarbeiten könnten. In der Grafſchaft
ſei kein Arbeiterkandidat aufgeſtellt, es ſei die Pflicht der
Arbei=
ter, den liberalen Kandidaten zu unterſtützen. Er ſchloß mit den
Worten: „Wir Farmer werden nicht liberal ſtimmen, weil die
Liberalen gewinnen werden, ſondern die Liberalen werden
ge=
winnen, weil wir liberal ſtimmen werden.” (Minutenlanger
ſtürmiſcher Beifall.)
Die Rede hat in den ganzen Midlands großes Aufſehen
erregt. Aber auch aus anderen großen Landwirtſchaftsbezirken
wie Norfolk und Devonſhire kommen analoge Stimmungsberichte.
Mr. Hewitt hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Wenn das
Farmer=Element bisher mehr zu den Konſervativen neigte und
nur ausnahmsweiſe liberal, ſtets aber gegen die Sozialiſten
ſtimmte, ſo könnte ſich das jetzt leicht ändern. Aus den von den
liberalen Parteileitern bei den nächſten Wahlen erhofften 150
Sitzen könnten ſehr leicht ſehr viel mehr werden. Aus einem
Zuſammengehen der Liberalen mit den Sozialiſten in
Wahl=
bezirken, in denen die Liberalen keine eigenen Kandidaten
auf=
ſtellen können, dürfte jedoch für die Sozialiſten leicht eine
Mehr=
heit entſtehen. In den letzten allgemeinen Wahlen erreichten die
Konſervativen nur dadurch eine Mehrheit, weil erſtere unter der
Parole „Gegen die Sozialiſten” ausgefochten wurde. Wenn die
Liberalen nicht mehr mit ihnen, die Farmer durchweg gegen ſie
ſtimmen würden, ſei es als Liberale oder als Sekundanten der
Arbeiter, dürfte die Parole leicht „Gegen die Konſervativen und
Protektioniſten” lauten. Denn da iſt noch eine tiefere Urſache,
Die „Weſtminſter Gazette” beſchreibt ſie treffend wie folgt: Die
Farmer haben die unglückliche Erfahrung gemacht, daß ſich ihre
Lage durch die Einführung der Tarife in zahlreichen anderen
Richtungen noch entſchieden verſchlimmert hat. Die theoretiſche
Begründung für die Einführung von ſolchen ſchützenden Zöllen
iſt, daß ſie einen zu billigen Verkauf der Bedarfsartikel hindern
vollen. Sie erhöhen dieſelben jedoch tatſächlich. Der
gewöhn=
liche Verbraucher iſt daher in vielen Richtungen infolge der
Maßnahmen der Regierung Baldwin entſchieden ſchlimmer daran,
und auch der Farmer iſt in dieſer Beziehung ein Verbraucher.
Säle, dem Bach=Saal, die mit 52 Regiſtern, die auf drei Manu= Typen der dortigen Fiſcherbevölkerung, ohne in die
Süß=
wird, die an eine Konzertorgel in großem Raum geſtellt werden liebenswürdigen Werke, von Sammlern und Händlern gleich ge=
Eingang.
A. G.
* Oppoſition gegen die Diktatur F. Behn in
neue Rekorde aufzuſtellen auf allen Gebieten erſtrebt. Man ver= der Münchener Künſtlergenoſſenſchaft. Eine faſt
ſäume nicht, vor dem Betreten des Bach=Saales die Harmonium= von 180 Mitgliedern beſuchte Verſammlung von Angehörigen der
M. K. G. faßte unter der Leitung des Bildhauers Beyerer den
wählten Vorſitzenden zu verlangen. Es wurden F. Behn zahl=
Buſoniſche Vorſchlag ganz auf abſtrakter Spekulation, und ſein reiche Verfehlungen gegen die Statuten vorgeworfen! Behn
ant=
bräuchliche Muſik nicht etwa ganz ausgeſchaltet, ſondern um wiß nicht förderliche, Angelegenheit bereits die zuſtändigen Be=
G.
hörden.
* „Freut euch des Lebens” Anläßlich des 100. Todestages des
Schweizer Dichters und Malers Johann Martin Uſteri am
29. Juli erinnert man ſich wieder daran, daß er der Dichter des
bekannten, vielgeſungenen Volksliedes
„Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht,
Pflücket die Roſe, eh ſie verblüht uſw.”
Zeit in Vergeſſenheit geraten. Uſteri war hauptſächlich
Dialekt=
dichter, deſſen bedeutendſte Dialektdichtung „De Vikari” in der
leibliche Wohl der Beſucher geſorgt hat und daß auch ein Rum= Reclamſchen Univerſalbibliothek erſchienen iſt. Seine
hoch=
melplatz in dem Vergnügungspart nicht fehlt. Der bis jetzt ſich deutſchen Gedichte ſind meiſtens vergeſſen mit Ausnahme dieſes
Liedes. Gedichtet iſt es im Jahre 1793 für ein Feſt der Züricher
Künſtlergeſellſchaft unter dem Titel „Aufmunterung zur Freude‟.
Dann erſchien es 1796 im Göttinger Muſenalmanach under dem
Titel „Geſellſchaftslieder” ohne Nennung des Namens, und erſt
Uſteris Biograph David Heß, der ſeine Werke herausgegeben hat,
hat den Namen des Verfaſſers wieder in Erinnerung gebracht.
Der Schweizer Muſikſchriftſteller und Komponiſt Nägeli (1773)
bis 1836) komponierte es im Jahre 1794 und in dieſer
Kom=
poſition iſt es populär geworden und wird auch heute noch
ge=
ſungen und hat auch im Allgemeinen Deutſchen Kommersbuch
Aufnahme gefunden. Es wurde viel nachgedruckt und iſt auch
ins Franzöſiſche überſetzt worden (goütez la vie). Das Lied
muß früh populär geworden ſein; denn Goethes Mutter, die
1808 ſtarb, zitiert es ſchon in einem Briefe aus früheren Jahren.
Seite 4
D nnerstag, den 28. Juli 1927
Nummer 207
Politiſche Schwüle um Prag.
Aus Prag wird uns geſchrieben:
Die Unzufriedenheit im deutſchen Volke der Tſchechoſlowakei
mit dem Ausgange der letzten Parlamentsſeſſion zieht immer
weitere Kreiſe. Das Volk will ſich mit den in dieſer Seſſion
beſchloſſenen Geſetzen, die alle Hoffnungen auf die angeſtrebte
Selbſtverwaltung zerſtörten, ſeine weitere Entwicklung ungemein
chweren, um es immer mehr an die Wand zu drücken und
ſeinen Einfluß auf den Staat ſchließlich gänzlich ausſchalten,
wicht abfinden.
Ganz beſonders verbitterte dabei der Ausſchluß der beiden
deutſchen Agrarier Mayer und Hanreich aus dem Bunde der
Landwirte und deſſen Beſtreben, den beiden Abgeordneten auch
die Mandate aberkennen zu laſſen, um ſo mehr, als dieſe beiden
Abgeordneten im guten Glauben für ihr Volk und ſogar nach
den Parteibeſchlüſſen ihre Stimme für die Verwaltungsreform
verweigerten. Die beiden Abgeordneten haben eine gute Preſſe
im Lande, und das deutſche Volk billigt das Vorgehen der unter
Mayr-Harting ſtehenden deutſchen Regierungsparteien
durch=
aus nicht, mit dem ſie ſich ſo einfach der volkstreuen Warner
in der Partei und der Kontrolle ihrer anzweifelhaften politiſchen
Tätigkeit entledigen wollten. Mayer und Hanreich kämpften
gegen ein Syſtem, das faſt alle bei den Wahlen von der Partei
aufgeſtellten Grundſätze verleugnete, ſie kämpften gegen
Uebel=
ſtände, von denen ihre Parteien von den tſchechiſchen Parteien
nicht nur angekränkelt, ſondern erfaßt wurden, z. B. gegen die
verpflichtende Annahme der Kohleneinfuhrſcheine, die ihre
Par=
teikaſſen füllen und ſie im Kampfe gegen andere deutſche
Par=
teien ſtärken ſollten.
Nun wird auch wieder nach Aufklärung der geheimnisvollen
Vorgänge bei den Wahlen 1925 gerufen. Man fürchtet, vor
ungeheuerlichen politiſchen Korruptionsfällen zu ſtehen, die
einen Volksverrat niedrigſter Art bedeuten würden. Die
deut=
ſchen Regierungsparteien erließen damals einen Aufruf zur
Bil=
dung einer deutſchen Einheitsfront, und ſchon bei der
Veröffent=
lichung dieſes Aufrufes ſoll es den Führern gerade um das
Gegenteil einer Einheitsfront zu tun geweſen ſein, die auch
tat=
ſächlich nicht zuſtande kam, trotzdem ſie das ganze deutſche Volk
ehrlich wünſchte. Dieſes Vorgehen wird auf Einflüſſe des
Hrad=
ſchins auf führende tſchechiſche Politiker zurückgeführt, und
nie=
mand kann bezweifeln, daß dieſe deutſche Einheitsfront für die
Tſchechen eine vollſtändige Aenderung ihrer Politik gegenüber
dem deutſchen Volke erzwungen hätte. Die nächſten Zeiten
dürften noch weitere Enthüllungen bringen, von denen man
endlich eine Reinigung der ſicher ziemlich verpeſteten Atmoſphäre
erwartet. Auch außer den beiden ausgeſchloſſenen Abgeordneten,
die gar keinen Grund haben, ſich kampflos zu ergeben, hat es
noch Wiſſende, die nur den richtigen Zeitpunkt abwarten, um
eine Klärung herbeizuführen. Alle Verſuche der deutſchen
Re=
gierungsparteien, ihr Vorgehen im Nebel der Vergeſſenheit
untergehen zu laſſen, werden offenbar mißlingen, und es iſt
an=
zunehmen, daß deren Politik noch vor dem Herbſt in eine fehr
ernſte Kriſe eintreten wird. Da alle Geſetze für die tſchechiſche
Sozialiſtiſche Partei nicht zu gewinnen geweſen wären, nun mit
Hilfe der deutſchen Regierungsparteien ſo ziemlich erledigt ſind
oder noch erledigt werden dürften, wird die deutſche Hilſe für
die Tſchechen entbehrlich, und allem Anſcheine nach bereiten ſie
auch ſchon eine neue (ſelbſtwerſtändlich eine alltſchechiſche)
Regie=
rungskoalition vor.
Von beſonderer Bedeutung iſt auch das eben nach den
Wiener Schreckenstaten erfolgte Zuſammengehen der deutſchen
und tſchechiſchen ſozialiſtiſchen Parteien, die ſchon lange eine
zähe und, trotz ihrer einſtigen Mißerfolge, ſicher nicht unwirkſame
Tätigkeit gegen den deutſch=tſchechiſchen Regierungsblock im
ganzen Lande unternommen haben, nach der ſie weſentlich
ge=
ſtärkt hervorgehen können, wenn ihre Erfolge nicht durch die
Kommuniſten wieder fraglich gemacht werden.
Unrecht in nationaler und ſozialer Beziehung wird nicht
lange geduldig ertragen, und wenn ſich die Regierungsparteien
rühmten, eine antiſozialiſtiſche Politik zu machen, ſo war es
ſicher eine ungeſchickte. Sie überſchätzten wohl ihre Kraft
weſent=
lich und gingen von einer falſchen Annahme aus, wenn ſie in
dieſem induſtrialiſierten Staate eine genug kräftige Stütze an
der Landbevölkevung zu haben glaubten.
Zu dieſer Kriſe in der Regierung kommt nun die Antwort
Rothermeres auf die Senatsrede des Dr. Beneſch recht ungelegen
Rothermere glaubt nicht an einen dauernden Frieden, ohne daß
alle Gebiete der Nachfolgeſtaaten, in denen Magyaren in der
Mehrheit ſind, an Ungarn zurückerſtattet werden und ſpricht
offen aus, daß der Trianoner Vertrag in ſeiner heutigen Form
nur dadurch zuſtandekommen konnte, daß die Vertreter der
Groß=
mächte über die komplizierten nationalen und politiſchen
Ver=
hältniſſe dieſer Gebiete vollkommen uninformiert waren. Er ſei
alſo nicht als endgültig zu betrachten, und nicht deshalb ſei eine
Million britiſcher Soldaten gefallen, damit in dieſem Teile
Europas die Rechtloſigkeit herrſche, die nicht ruhig hingenommen
werden könne. Er bitte den Dr. Beneſch, doch immer daran zu
denken, daß ohne die Freundſchaft Frankreichs und Englands
die Tſchechoſlowakei überhaupt nicht exiſtieren würde. Der Sieg
könne nicht als Deckung für Rechtloſigkeit dienen. Rothermere
warnt die Tſchechoſlowakei vor einem Mißbrauch ihrer Rechte
und verſpricht, ſich noch näher mit ihr zu befaſſen.
Ueber das dauernde Unrecht gegen das deutſche 3½=
Mil=
lionenvolk und ſeine Rechtloſigkeit in dieſem Staate hat ſich doch
der einflußreiche Engländer nicht etwa durch die Politik der
deutſchen Regierungsparteien in der Tſchechoſlowakei täuſchen
laſſen, die von der Mehrheit des deutſchen Volkes nicht gebilligt
wird?
Wie die Kampagne Rothermeres gegen die Tſchechoſlowgkei
entſtand, iſt naheliegend mit den Freunden Ungarns zu
er=
klären, doch mögen Rothermere auch die Vorgänge in der
Tſchechoſlowakei, deren Politik dem Marxismus in die Hände;
arbeitet, bewogen haben, die Aufmerkſamkeit der Welt auf dieſen
Kleinſtaat zu lenken, die bisher faſt durchaus falſch im Sinne
des Dr. Beneſch informiert wurde.
Zweifellos herrſcht die Schwüle vor einer Kriſe in der
Tſchechoſlowakei. Viele, viele Unzufriedene ſehen ſich nach
irgendeinem Manne um, der helfen könnte. Guter Wind für
eine Wendung der tſchechoſlowakiſchen Politik, hoffentlich zum
Beſſeren. Die gewaltſame Niederhaltung der notwendigen
Ent=
wicklung iſt nichts, als ein Verſuch —
fünf Minuten
Zeit=
geſchichte — unmöglich auf die Dauer!
Eine Kriegserinnerung.
* Berlin, 27. Juli. (Priv.=Tel.)
In St. Gallen iſt dieſer Tage, der frühere ſchweizeriſche
Bundesrat Hoffmann geſtorben. An ſeinem Grabe hat
Bundes=
präſident Motta die Erinnerung wachgerufen an eine kleine, aber
intereſſante Epiſode aus dem Jahre 1917, die Hoffmann ſeine
Stellung beim Bundesrat koſtete. Damals war der Nationalrat
Grimm, der dem äußerſten linken ſozialdemokratiſchen Flügel
angehörte, bei der ruſſiſchen Regierung Kerenſki zu Beſuch und
hatte an den Bundesrat Hoffmann als Leiter der ſchweizeriſchen
auswärtigen Politik telegraphiſch die Bitte gerichtet, ihm die
Bedingungen mitzuteilen, unter denen die Zentralmächte bereit
ſeien, mit Rußland Frieden zu ſchließen. Hoffmann hat ſofort
mit dem deutſchen Geſandten geſprochen, und ein chiffriertes
Telegramm an die ſchweizeriſche Geſandtſchaft in Petersbun
geſchickt, in dem er die deutſchen Bedingungen in großen Zügen
entwickelte. Auswirken konnte ſich dieſe Vermittlungsaktion
nicht. Das Telegramm geriet in die Hände des franzöſiſchen
Spionagedienſtes, der es chiffrierte und durch den Sozialdem
kraten Branting in Stockholm veröffentlichen ließ mit dem u
verkennbaren und auch erreichten Zweck, Herrn Hoffmann
m=
möglich zu machen. Hoffmann wurde als „deutſcher Spion” u
dächtigt und trat zurück, weil auch der franzöſiſche Teil M
Schweiz der Suggeſtion erlag, er hätte einen Sonderfrieden zwe
ſchen Deutſchland und Rußland entriert. Die Spionageabteilung
Frankreichs aber hatte ihr Ziel erreicht. Hoffmann und ſeine
aufrichtige neutrale Politik war ihr ſtets ein Dorn im Auge. An
ſeine Stelle wurde Herr Ador aus der franzöſiſchen Schweiz
ge=
wählt, der nie ein Hehl daraus gemacht hat, daß ſeine
Sym=
pathien ausfchließlich auf franzöſiſcher Seite liegen.
Statt Karten.
Dr. Adam Muth
und Frau Alige, geb. Schmidt
zeigen ihre Vermählung an. (19534
Eberstadt
28. Juli 1927.
Bensheim
Heute entſchlief nach langem Leiden meine liebe
Frau, unſere gute Schweſter, Schwägerin und Tante
Charlotte Franz
geb. Vogt.
(11809
Reichsbahninſpektor Ludwig Franz
Für die Geſchwiſter: Profeſſor Karl Bogt.
Darmſtadt, den 26. Juli 1927.
Liebfrauenſtr. 85.
Die Beerdigung findet Freitag um 11 Uhr auf dem
alten Friedhof ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
Statt beſonderer Anzeige.
Nach kurzem, ſchwerem Leiden verſchied
am Dienstag, den 26. Juli unſere liebe, gute
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Schweſier, Schwägerin und Tante
Frau
Annd Malte Sioin
geb. Hoock
im Alter von 65 Jahren.
Darmſtadt, den 27. Juli 1927, ſustt
Tengreld,
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Minna Hamann, geb. Storck
Marie Hahn, geb. Storck
Dr. Georg Hamann, Direktor der
Tand=
wirtſchaftskammer
Jean Hahn, Vermeſſungs=Oberinſpektor.
Die Beiſetzung findet Freitag, den 29. Juli, nachmittags
3 Uhr, in Lengfeld vom Trauerhaufe aus ſtatt.
Unſer Günter hat heute ein
Brüderchen bekommen.
Dies zeigen hocherfreut an
Karl Rumpf, Provinzialbaurat
und Frau Anna, geb. Fahneg
z. Zt. Städt. Krankenhaus.
Darmſtadt, den 27. Juli 1927. (19558
Heinrichsſtr. 155, pt.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzl. Teilnahme
und ſchönen Blumenſpenden anläßlich
des Heimgangs meiner lieben Tante
und Patin
Frau
Charlotte Simon Wwe.
ſage ich herzlichen Dank, ebenſo dem
Herrn Pfarrer Dr. Wendel für ſeine
zu Herzen gehenden Worte.
Charlotte Heun
und Verwandte.
Darmſtadt, den 27. Juli 1927. (11847
Läudarn D. Tiead
Verreist uaßse
vom 30. Vll— 20. Vin
Scctstt.
Von der Reiſe
zurück!
Hanitätsrat
Dr. Quetsch.
2eee tuzerl eest
Bin verreiſt
vom 27. Juli bis
23. Auguſt. (*19533
Dr. Muth
Eberſtadt.
Vertretung in darmſtadt:
Dr. Thümmel.
Wendelſtadtſtraße,
Dr. Röck.
Wilhelminenplatz.
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Heirat.
Geſchäftstochter,
25 Jahre, kath., mit
tadelloſerVergangen=
heit, ſchöner
Ausſtat=
tung, wünſcht mit
ebenfalls kath. ſolid.
Herrn bekannt
zuwer=
den zw ſpät. Heirat.
Beamter nicht
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geſchl. Nur ernſtg.
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S*s*x:2
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[ ← ][ ][ → ]Rummer 207
Donnerstag, den 28. Juli 1927
Seite 5
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 28. Juli.
33. Mittelrheiniſches Kreisturnfeſi.
— — es ſoll nicht der Turner der Stärke allein,
er ſoll auch — — — noch verſchiedenem Andern ſtch weih’n.
SWenn die Tage ſich neigen, welche für viele Turner recht heiße
wer=
dann wollen die müden Glieder ſich wohlig dehnen und „bei einem
trr Trunk iſt ein fein Geſpräch am rechten Orte”, wie ſchon unſer
ſt=reiſter herausgefunden hatte. Und ſo wollen wir denn einmal ſehen,
der Muſik= und Vergwügungsausſchuß unſeren Gäſten an Atzung
wie Seele bietet,
Der Abend des erſten Tages des Feſtes, Donnerstag, den
Buli, gehört den Darmſtädter Sängern und Turnerinnen. Hunderte
neSängern ſingen gemeinſchaftlich verſchiedene große Chöre. Aber ebenſo
ur in anderer Art ſind die Darbietungen der Turner in den drei
hieſi=
n! Vereinen mit ihren graziöſen Darbietungen. Das von Amtmann
öigel verfaßte Feſtſpiel, Konzert und gemeinſchaftliche Lieder
er=
mren das Gebotene.
Freitag, den 29. Juli: Ehrenabend der Turnbrüder aus dem
etzten Gobiete; unvergeßlich ein ſolcher Abend dem der ihn
in=rlebte. Sondervorführungen der Saar= und Rheinländer füllen
ſenen Abend, der wiederum von Muſik und Geſängen umrahmt iſt, und
n— zweiten Male ſteigt unſer ſchönes Feſtſpiel mit über 150
Mit=
insenden.
Samstag, den 30 Juli, abends 6.30 Uhr, iſt dies feierliche
öffnung des Feſtes mit Einweihung des
Kreis=
guners am Landesmuſeum; Marſch der geſamten Turner nach
n- Feſtplatze, dort um 8 Uhr beginnend der
„Feier=Abend der rheiniſchen Turnerſchaft”.
ſah-bietungen aus dem Kreis, der Darmſtädter Turnerſänger das
Feſt=
iH, Konzert, gemeinſame Lieder und zum Schluß das große Feuerwerk.
Sonntag, 31. Juli, iſt ein Tag turneriſcher Darbietungen.
eher 5000 Turner ſind zu Maſſenfreſübungen vereinigt, 1000 Mädels
ingen gleichzeitig in fünf Kreiſen Volkstänze zur Muſik.
An all den Tagen Konzert auf dem Platze und in der Halle.
Der Montag, 1. Auguſt, als letzter Wettkampftag, bringt am
ätnachmittag nochmals alle Teilnehmer zur
Siegerverkün=
ung ans Muſeum und abends die Darmſtädter Tumer mit
ſmen Beſten auf die Schaubühne der Feſthalle.
Ausflüge am Dienstag beenden dieſe große Turnerfeier.
2 Muſik= und Vergnügungsausſchuß hat 24 Muſikkapellen berufen
500 Muſikern von hier und auswärts — ſo Vielen einen ſchönen
nt dienſt zuweiſend. Das Feſtſpiel unſeres Herrn Amtmann Göbel
rſſcheint im Druck und iſt jetzt ſchon käuflich billig zu erwerben. Ein
eſnonderes Liederheftchen mit 18 Liedern erſcheint in Bälde mit dem
ongehefteten Programm der Feſtabende und iſt für 25 Pfg. ebenfalls
zu flich zu erwerben.
So werden die Feſtabende, gut ausgeſtattet, jedem etwas
Zuſagen=
geben und unſeren Turnern nach des Tages Arbeit Erholung
brin=
e=, und unſeren Darmſtädter Mitbürgern, zeigen, daß Turner körper=
„6 und geiſtig gleichmäßig rege ſind.
— Ernannt wurden: Am 29. Jui der Vermeſſungsobecaſſiſtent
liwoff von der Heid zu Sprendlingen (Rheinheſſen) mit Wirkung
um 1. Juni 1927 an zum Vermeſſungsleiter bei einem
Feldbereinigungs=
mitt; am 20. Juli der Oberlandesgerichtsrat Conradi in Darmſtadt
um Mitglied der Prüfungskommiſſion für das Juſtiz= und
Ver=
alltungsfach.
— In den Ruheſtand verſetzt wurden: Am 20. Juli der Rektor an
gl: Volksſchule zu Pfungſtadt, Kreis Darmſtadt, Adam Neff auf ſein
44 chſuchen wegen gaſchwächter Geſundheit vom 1. Auguſt 1927 ab; am
51 Juli der Kreisbeterinärarzt Veterinärrat Joſeph Dehl in Alzeh auf
eirr Nachſuchen mit Wirkung vom 15. Auguſt 1927. Auf Grund des
Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli
des Geſetzes über dit
gir
19. Dezember 1923 in der Faſſung des Geſetzus vom 8. Oktober
Ae5 (Reg.=Blatt S. 249) tritt am 1. Auguſt 1927 der Nektor Georg
Bo gel an der Volksſchule zu Eberſtadt, Kreis Darmſtadt, in den
ſürheſtand.
— Ladesamt für das Bildungsweſen. Erledigt iſt: Eine
Sthulſtelle für eine ewangeliſche Lehrerin an der Volksſchule zu Vilbel,
Raeis Friedbarg.
— Sommerſpielzeit im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
Leitung Direktor Adalbert Steffter) Heute Donnerstag (5.
Abonne=
muentsvorſtellung für Donnerstags=Mieter) und morgen Freitag finden
du* zwei letzten Wiederholungen der erfolgreichen Operette „
Paga=
n) ni” mit Kammerſänger Jörn als Gaſt in der Titelrolle ſtatt. —
Suamstag, abends 7.30 Uhr gelangt zum erſten Male die Weltſchlager=
Lnoerette „Die Ziukusprinzeſſin” von Emmerich Kalman, dem Komponiſten
dr „Gräfin Mariza” zur Aufführung. „Die Zirkusprinzeſſin” iſt der
zwößte Erfolg der letzten Spielzeit geweſen und wurde überall mit
ſen=
ſationellem Erfolg aufgeführt. Es iſt der Direktion gelungen, für die
Hauptrolle des „Miſter 7.” nochmals den beliebten Tenor Erik Wirl zu
gewwinnen, der ja hier in der Operette „Roſe von Stambul” mit größten
Grfolg aufgetreten iſt. Die Titelrolle ſpielt Lieſel Keßler. Leiten d=
Aufführung iſt Direktor Steffter. Samstag, abends 11 Uhr, wird al
Aaachtvorſtellung zu kleinen Preiſen von 1—3 Mk. ein „Bunter Aben”
mit neuem Programm unter Mitwürkung des geſamten Perſonals
gülben. Sonntag, abends 8 Uhr, gelongt die Operette „Die Zirkusprii”
ziſſin” mit Erik Wirl als Gaſt zur Aufführung, während Sonntag.
anzends 11 Uhr, als Nachtvorſtellung die letzte Aufführung des Schwankes
„Der Meiſterboxer” ſtattfindet, und zwar mit Fritz Daurer in der
Titel=
zlelle.
— 40 jähriges Jubiläum. Frl. Mathilde Weygand von hier,
Ywochter der 92 Jahre alten Frau Emilie Weygand, hier, war am 18.
b.8. Mts. 40 Jahre als Erzieherin und Hausdame bei Familie Heinrich
Groß m Mainz tätig. Das Jubiläum wurde von Familie Groß feſtlich
hegangen, wobei die Jubilarin mit Ehrungen und Geſchenken reichlich
hiedacht wurde. Herr Oberbürgermeiſter Dr. Külb beehrte die Jubilarin
mit einem Glückwunſchſchreiben und Geſchenk.
Ungetreue ſtädtiſche Beamte. Unter dieſer Rubrik bringt ein
hkeſiges Blatt die Nachricht, zwei ſtädtiſche Beamte an verantwortlicher
götelle ſeien wegen vorgekommener Unregelmäßigkeiten vom Dienſte
enthohon worden. Richtig iſt daran nur, daß gegen einen (nicht zwei
hädtiſchen Beamten ein Diſziplingrverfahren ſchwebt, das noch nicht zum
Albſchluß gekommen iſt.
Fahrten in den Odenwald.
Es iſt in weiteren Kreiſen offenbar immer noch nicht genügend
be=
kannt, daß an Sonn= und Feiertagen eine beſonders
gün=
ſtige Gelegenheit für Fahrten in den Odenwald und
an den Neckar in Geſtalt des beſchleunigten
Perſonen=
zuges ab Darmſtadt Hbh. 7.17, ab Darmſtadt=Oſt 7.33, beſteht. Dieſer
Zug erreicht in Wiebelsbach=Heubach den Anſchlußzug aus Frankfurt am
Main, der über König, Michelſtadt und Erbach nach Eberbach und weiter
den Neckar entlang über Jagſtfeld (Wimpfen) bis Heilbronn durchgeführt
wird; Ankunſt daſelbſt 11.13 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt ab Heilbronn
18,42. Jagſtfeld 19.2, an Darmſtadt=Oſt 22.13, an Darmſtadt Hbh. 22.25.
Auf Anregung des Odenwald=Verkehrsbundes hat die
Reichsbahndirek=
tion Mainz Sonntagskarten von Darmſtadt Hbh. und Darmſtadt=Oſt
nach Heilbronn aufgelegt, die zu durchaus mäßigen Preiſen (ab
Darm=
ſtadt Hbh. 3. Klaſſe 9 RM., 4 Klaſſe 6 RM., ab Darmſtadt=Oſt 3. Klaſſe
8,40 RM., 4. Klaſſe 5,60 RM.) eintägige Ausflugsfahrten nach der
ſchönen Neckarſtadt Heilbronn mit ihren zahlreichen
Sehenswürdig=
keiten ermöglichen. Zweifellos werden weiteſte Kreiſe von der
Möglich=
keit, über die landſchaftlich ſo ſchöne Odenwaldbahn bequem und preiswert
an den ſchönen Necktr und zurück zu gelangen, weitgehendſten Gebrauch
machen.
Wir bitten unſere verehrl. Inſerenten davon
Vormerkung nehmen zu wollen, daß Anzeigen,
die beſtimmt am anderen Tage erſcheinen ſollen,
bis ſpäteſtens
(106 8a
46 Uhr abends
an den Schaltern der Geſchäftsſielle aufgegeben
ſein müſſen. Größere Empfehlungsanzeigen
bitten wir bereits bis 4 Uhr nachm. einzuſenden.
Der Ver l a g.
Sammelliſte für die in Rheinheſſen Geſchädigten.
3. Quittung. Ungenannt 1 Mk., ungenannte Witwe 5 Mk.,
Gg. Schmeck 3 Mk., M. Sch. 5 Mk., Ungenannt 70 Pfg., Geh.
Juſtizrat Steffan 10 Mk., O. 10 Mk., Ungenannt 2,50 Mk., Gebr.
Adler, hier, 25 Mk., Achtelſtädter 2 Mk., Frl. A. B. 2 Mk., Firma
Reſi, Schirme, Handſchuhe, Mützen, 20 Mk., G. M. 2 Mk., J. G.
Mk., Fr. Frank 5 Mk., Ungenannt, Jugenheim, 2,50 Mk., u.
V. 3 Mk., Frl. St. 2 Mk., P. H. 1 Mk., A. R., Alsbach, 5 Mk.,
W. Veith, Dentiſt, 2,50 Mk., Wolf 2 Mk., Ungenannt 100 Mr.
S. H. 2 Mk., F. R. 2 Mk., Thylmann 3 Mk., Tiſcher=Schembs
5 Mk., A. 3. 5 Mk., Wicklaus 1 Mk., Holzapfel, Senatspräſident
i. R., 10 Mk., F. S. 5 Mk., Mohr 2 Mk., K. St. 3 Mk., zuſammen
251,20 Mk.
1. Quittung: 424.— Mk.,
201.— „
z.
251,20
876,20 Mk.
Sammelliſie für die Unweitergeſchädigten im
ſächſchen Kataſfoehengebſet.
5. Quittung. Frau H. ein Paket Kleider, Heſſ.
Kranken=
pflege=Vereinigung, Sitz Darmſtadt, 10 Mk., E. E. ein Paket
Kleider, H. L. zwei Pakete Kleider und Wäſche, E. F. und M. K.
ein Paket Kleider, N. N. 2 Mk., O. 10 Mk., Ungenannt 2,50 Mk.,
Achtelſtädter zwei Pakete Wäſche, Kleider, Schuhe, Fr. L. B. ein
Paket Wäſche, Kleider, Schuhe, Fr. Frank 5 Mk., Ungenannt,
Jugenheim, 2,50 Mk., U. W. 3 Mk., P. H. 1 Mk., ungenannte
Witwe zwei Pakete Kleidungsſtücke, Ernſt Bauer ein Paket
Klei=
dungsſtücke, Eliſabeth Stengel ein Paket Wäſche, Fa. Mech.
Strick=
parenfabriken, Groß=Zimmern, 44,75 Mk., dieſelbe ein Paket
Kleider, Frau D. N. ein Paket Kleider, W. Veith, Dentift, 2,50
Mk. Ungenannt 3 Mk., Helene Chriſtaller, Jugenheim, 20 Mk.,
Wolf 2 Mk., Kölſch ein Paket Kleider und Schuhe, S. H. 2 Mk.,
Geh. Rat Kittler ein Paket Kleider, F. R. 5 Mk., A. K. 2 Mk.,
Thylmann 2 Mk. Ungenannt ein Paket Kleider, A. Z. 5 Mk.,
Wicklaus 1 Mk., F. S. 5 Mk., Schuchmann, Bach, drei Pakete mit
Kleidungsſtücken, G. A. ein Paket mit Kleidungsſtücken, Summa:
130,25 Mk.
1. Qmittung: 728.— Mk.,
2.
79.
212.— „
92,.
130.25
Zuſammen 1241,25 Mk.
Darmſiadt in der Statiſtik.
Der Juninummer des Jahrgangs 1927 der Statiſtiſchen
Monats=
berichte der Stadt Darmſtadt iſt folgendes zu entnehmen:
1. Bevölkerungsſtand.
Nach den polizeilichen Fortſchreibungen betrug die Bevölkerung der
Stadt Darmſtadt Ende Mai 1927 42030 männliche und
47 317 weibliche, zuſammen 89 347 Perſonen gegen 89 138 Perſonen Ende
April 1927.
2. Bevölkerungsbewegung, a) Zu= und Wegzüge in Darmſtadt.
Im Mai 1927 belief ſich die Zahl der polizeilich gemeldeten
Zuge=
zogenen auf 1090 (560 männliche und 530 weibliche und der polizeilich
gemeldeten Weggezogenen auf 902 (449 männliche und 453 weibliche).
Hiernach ergibt ſich für den Monat Mai 1927 ein
Wanderungs=
gewinn von 188 Perſonen.
Weiter iſt zu bemerken, daß für Mai 1927 ein Ueberſchuß an
Geborenen von 21 (gegenüber den Geſtorbenen) vorliegt. Im Mai hat
ſich ſomit gegenüber dem Vormonat eine
Bevölkerungszu=
nahme von 209 Perſonen ergeben.
b) Die Eheſchließungen, Geburten und Sterbefälle im 1.
Kalender=
vierteljahr 1227.
Die Anzahl der Eheſchließungen betrug 136. Lebend
geboren wurden im Berichtsvierteljahr 303 Kinder (134 männliche
und 169 weibliche). Von dieſen waren unehelich 43 oder 14,2 v. H.
Geſtorben ſind im Berichtshierteljahr 375 Perſonen (darunter 32
Säug=
linge — 8,5 v. H. und weiter 53 Kinder unter 14 Jahren — 14,1 v. H.
Die Totgeborenen (13) ſind in dieſer Zahl nicht enthalten. Im
Berihts=
vierteljahr überſtieg die Anzahl der Geſtorbenen die der
Lebendgebore=
nen um 72.
3. Teuerungszahlen und Indexziffern für Mai 1927:
Die Geſamteuerungszahl für Darmſtadt betrug
189,57; ſie iſt gegen den Vormonat um 0,79 v. H. zurückgegangen. Die
aus der Dürchſchnittsteuerungszahl der drei heſſiſchen
Eildienſtgemein=
den Darmſtadt, Gießen, und Worms von der Heſſiſchen
Zen=
trale für die Landesſtatiſtik errechnete heſſiſche Indexziffer betrug
für Mai 1927 — 1416,43 (0,34 v. H. weniger als im Vormonat). Sie
ſtimmte mit der Reichsindexziffer für die
Lebenshal=
tungskoſten, die ſich auf 146,5 belief. faſt überein. Die
Reichsinder=
ziffer war im Mai gegenüber der für den Vormonat feſtgeſtellten
Reichsinderzahe um 0,1 v. H. geſtiegen. Die deutſche
Großhandels=
indexziffer war im Mai um 1,70 v. H. höher als im Vormonat
4. Schlachtungen und Fleiſchunterſuchungen in Darmſtadt im Monat
Mai 1927.
Geſchlachtet wurden 153 Ochſen, 7 Bullen, 188 Kühe, 24
Jung=
rinder, 727 Kälber, 3033 Schuveine, 75 Schafe, 14 Ziegen und 28 Pferde.
Beanſtandet wurden 91 Ochſen, 3 Bullen, 137 Kühe, 8 Jungrinder, 8
Kälber, 733 Schweine, 24 Schafe, 2 Ziegen, 20 Pferde. Als
minder=
wertig wurde erklärt das Fleiſch von 1 Ochſen, 2341 Kühen, 172/.
Schweinen und 1 Ziege. Bedingt tauglich war das Fleiſch von
1 Ochſen, ½ Kuh und 1 Schwvein. Untauglich waren ferner 1437
Organe, 192,5 Kg. Fett und 165 Kg. Fleiſch von 1026 Tieren. Auf
Trichinen wurden unterſucht 3033 im Schlachthof von Metzgern
ge=
ſchlachtete Schweine, 1902,5 Kg. für hieſige Metzger eingeführtes fniſches
Fleiſch von 6t Stweinen. Der Nachunterſuchung wurden
unterzogen 44044 Ka. Rindfleiſch, 1047 Kg. Kalbfleiſch, 676 Ko.
Ziegenfleiſch, 4303 Kg. Shweinefleiſch, 96 Kg. Hammelfleiſch, 399 Kg.
Pferdefleiſch.
Ortslohn für Darmſtadt.
Das Heſſiſche Oberverſicherungsamt hat auf Grund den 88 149 ff.
der Reichsverſicherungsordnung den Ortslohn gewöhnlicher
Tagarbeiter für den Bezirk des Verſicherungsamts Darmſtadt=
Stadt mit Wirkung vom 13. Juni 1927 wie folgt neu feſtgeſetzt:
für Verſicherte über 21 Jahre: männlich 4,50 (3,50) MMark, weiblich
3 (2.40) RMark, für Verſicherte von 16—21 Jahren: männlich 3,70 (3,00)
RMark, weiblich 2,50 (2,00) RMark, für Verſicherte unter 16. Jahren:
männlich 2,10 (1,80) MMark, weiblich 1,50 (1,20) RMark. Die in
Klam=
mern beigefügten Zahlen bedeuren die ſeitherigen Sätze.
6. Erzerbsloſenfürſorge.
Der Geſamtaufwand für die Erwerbsloſen= und
Kriſenfür=
ſorge in Darmſtadt betrug im 1. Kalendervierteljahr 1927, ohne
Verwaltungskoſten 597 399,07 MMark. Hiervon gehen endgültig
zu Laſten der Stadt 81150,26 MMark. Schlägt man dieſe
Be=
träge auf den Kopf der Bevölkerung aus, ſo ergibt ſich
fol=
gendes Bild: „Aufwand insgeſamt — 6,67 RMark, Anteil der
Stadt — 0.91 MMark. Der Anteil der Stadt an den Verwaltungskoſten
des öffentlichen Arbeitsnachweiſes für Stadt und Kreis
Darmſtadt belief ſich für das 1. Kalendervierteljahr 1927 auf 10 417,01
RMark (0.12 RMark auf den Kopf der Bevölkerung).
— Die Brunderſchaft Darmſtadt des Jungdeutſchen Ordens ſchreibt
uns: Im Auftrage dur Jungdeutſchen Vermittlungsſtelle in Pirna danken
wir aufs herzlichſte allen Spendern von Sachwerten, die an die hieſige
Bruderſchaft zur Weiterlieferug abgeliefert wurden. Wie ſchwer die
Opfer an Menſchenleben ſind, geht daraus hevor, daß die Brudarſchaft
Berggießhübel 2 Ordensbrüder, darunter den Großmeiſter, verloren hat.
Zwei Byüder, ebenfalls Ordensangehörige, verloren beide Eltern, ein
Bruder ſeinen Vater. Das härteſte Geſchick ereilte einen Jungbruder,
dem beide Eltern, die Geſchwiſter und Geſchwiſterkinder durch den Tod
entriſſen wunden. Ueber die Aufräumungs=Arbeiten ſelbſt iſt zu
be=
richten, daß wenige Stunden nach dem Unglück ein Kommando von 80
Byidern zu Hilfsarbeiten angeſetzt wurde. In kaum 24 Stunden waren
es über 300. Seither arbeiten täglich 4—500 Mitglieder des
Jungdeut=
ſchen Ordens. Am vorigen Wochenende waren es 3000. Die Brüder und
Schweſtern von Dresden brachten 132 Kinder und 3 Erwachſene in
jung=
deutſchen Familien unter. Aus allen Teilen des Aeiches gehen über d
ermittelungsſtelle Spenden an Geld und Sachwerten ein. Jungdeutſchem
Willen und jungdeutſcher Tatbereitſchaft waren es vergönnt, überall
hel=
fend eingreifen zu können.
— Volkshochſchule. Unſere Mitglieder erhalten zu den nachſtehenden
Vorſtellungen des Sommertheaters ermäßigte Karten: Samstag,
den 30. Juli, abends 7.30 Uhr: „Die Zirkusprinzeſſin”; abends 11 Uhr:
Bunter Abend; Sonntag, den 31. Juli, abends 11 Uhr: „Der
Meiſter=
boxer
Im Städtiſchen Leihamt, Kirchſtraße 9, findet am Mittwoch, den
3. Auguſt d. J., von 8.30 Uhr ab Verſteigerung der verfallenen Pfänder
ſtatt. (Siehe heutige Bekanntmachung.)
— Städt. Orcheſter. Das Donnerstagskonzert im Städt. Saalbau=
Garten fällt anläßlich des Kreisturnfeſtes dieſe Woche au
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Seite 6
Donnerstag, den 28. Juli 1927
Nummer 207
Die eleftriſche Straßenbahn im Martinsviertel.
Ein neuer Vorſchlag.
Vor kurzem wurde die Weiterführung der Straßenbahnlinie vom
Schloßgartenplatz nach der Heinheimerſtraße in Angriff genommen. Die
neue Strecke entſpricht einem langgehegten Wunſche der Bewohner des
nördlichen Stadtteils. Es wird auch nicht daran gezweifelt, daß die
Heag nach dem Ausbau dieſer Linie den Wünſchen nach beſtimmten
Halteſtellen, wie ſie ſich im Publikum äußern, entgegenkommen wird.
Einen weiteren Plan zur Ausgeſtaltung dieſer Strecke hat jetzt der
Be=
zirksverein Nord der Deutſchen Volkspartei dem Herrn
Oberbürger=
meiſter durch den Vorſitzenden des Vereins, Herrn Oberſekretär Ittmann,
in einer Eingabe unterbreitet, die nachſtehenden Wortlaut hat:
„Der zur Zeit ſtattfindende Ausbau der elektriſchen Straßenbahn
vom Schloßgartenplatz nach der Heinheimerſtraße wird von der
Bevölke=
rung des Martinsviertels dankbar begrüßt. Hilft doch dieſer Erweitg
rungsbau wenigſtens den dringendſten Verkehrsbedürfniſſen des ſchon
immer „ſtiefmütterlich” behandelten Martinsviertels ab.
Die nunmehr in der Ausführung begriffene Weiterführung der
elek=
triſchen Straßenbahn nach der Heinheimerſtraße iſt jedoch um deswillen
einſeitig, als z. B. die Anwohner des Riegerplatzes, um in den
nordöſt=
lichen Teil der Stadt, z. B. Oberwaldhaus, Heilig=Kreuz uſw. zu
ge=
langen, erſt durch die Pallaswieſenſtraße über das Stadtzentrum fahren
müſſen. Die Abſtellung dieſes Mißſtandes wäre durch die Weiterführung
der Straßenbahn nach dem Oſtbahnhof möglich, die ſich zur Zeit als den
gegebenen Augenblick leicht erreichen ließe.
Die Ausſührung der z. T. nötigen Arbeiten (Erdarbeiten uſw.)
könnte im Wege der produktiven Grwerbsloſenfürſorge geſch=hen und
zwar in der Weiſe, daß man der mit der Ausführung betrauten Firma
die Beſchäftigung der Erwerbsloſen zur Pflicht macht. Hierdurch wäre
einerſeits die Schaffung einer Verdienſtmöglichkeit für Erwerbsloſe
garantiert und andererſeits die Verbilligung der Arbeiten ermöglicht.
Durch die beantragte Strecke wäre ſonach nicht nur eine Verbindung
zum Oſtbahnhof, ſondern auch — durch Kreuzung der Dieburger Straße
an der Odenwaldbrücke — eine weitere Verbindung mit dem
Stadt=
zentrum zum Vorteil des nordöſtlichen Teiles des Martinsviertels
er=
reicht.
Es ſoll und muß hier außer jedem Zweifel bleiben, daß die
Schaf=
fung einer Verbindung nach dem Oſten mit einer Anſchlußmöglichkeit
nach dem Martinsviertel genau ſo wichtig iſt, wie die Verbindung nach
dem Weſten. Denn durch die erſtandenen Neubauten am Rhön= und
Speſſartring iſt das Bedürfnis nach elektriſcher Verbindung weit größer
geworden, als es noch vor einem Jahr üiberhaupt war.
Die Rentabilität der ganzen Strecke kann ſich aber erſt durch einen
Anſchluß an dem Oſtbahnhof erreichen laſſen, denn die mit den
Oden=
waldzügen ankommenden Bewohner des Martinsviertels haben ihre
Fahrt am Oſtbahnhof beendet, und gerade dieſe Fahrgelegenheit vom
Oſtbahnhof aus nach der Wohnung wird die Rentabilität der Strecke
garantieven.
Wir erſuchen deshalb den Herrn Oberbürgermeiſter höflich, bei der
Direktion der Hoag dieſerhalb vorſtellig zu werden und unſerer Bitte
die nötige Unterſtützung zu geben.”
Standesamt — Ortsgericht. Wie aus dem Anzeigenteil
erſicht=
lich, befinden ſich die Dienſträume des Standesamts, Ortsgerichts
und Friedhofsamts vom 5. Auguſt d. Js. ab wieder im Rathaus,
Marktplatz 8. 1. Stock. Wegen Umzug bleiben die Geſchäftsräume
am 4. Auguſt geſchloſſen.
Polizeibericht. In der Nacht vom 23. zum 24. Juli zwiſchen 2 und
3 Uhr wurde auf der Straße Darmſtadt—Eberſtadt in der Nähe der
Stadtgrenze ein 37jähriger Hauſierer überfallen und beraubt.
Als Täter kommen fünf bis ſechs etwa 20jährige Burſchen in Frage, die
den Hauſierer durch Stockſchläge und Fußtritte ſchwer mißhandelt haben,
ſo daß ſeine Ueberführung in das Stadtbrankenhaus notwendig wurde.
Der Ueberfallene, der ſich mit ſeinem Taſchenmeſſer wehrte, hat
vermut=
lich einem der Täter einen Stich beigebracht. Die Täter ſind von
mitt=
lerer Größe und waren mit dunklen Anzügen bekleidet. Die Mütze eines
der Täder, und zwar eine helle Gabardine=Sportwütze, blieb am Tatort
zurück. Geraubt wurden unter anderem zwei Nickel=Zigarettenetuis, die
auf der Vorderſeite mit Frauenbildniſſen verſehen ſind, 10
Panzeruhr=
ketten aus Meſſing, 1 Taſchenuhr aus Weißmetall und etwa 40 Nadeln,
deren Kopf mit Täubchen oder Fußball verziert ſind. Perſonen, die
An=
gaben zur Ermittelung der Täter machen können, werden gebeten, der
Kriminglabteilung, Zimmer 5, Nachricht zu geben. — Zwei Schüler
konn=
ten in den letzten Tagen wegen verſchiedener Diebſtähle am Woog
ermittelt werden. Ein weiterer Dieb wurde am 17. Juli feſtgenommen,
der eine entwondete Geldbörſe mit 1,97 Mark Inhalt in ſeinem Beſitz
hatte. Der Eigentümer wird erſucht, bei der Kriminalabteilung,
Zim=
mer 26, vorzuſprechen. — Auf dem Wochenmarkt wurde einer
Marktfrau die Geldbörſe mit 86 Mk. und aus dem Anweſen Bleichſtr. 13
ein braungeſtrichenes Lattentürchen entwendet.
Tomaten.
Man ſchreibt uns: Es iſt wohl ſchon oft durch die Preſſe und
fach=
wiſſenſchaftliche Zeitſchriften darauf hingewieſen worden, daß die
Toma=
ten eine Zuſammenſetzung aller notwendigen Vitaminen für den
Auf=
bau des menſchlichen Körpers darſtellen. Es kann aber nicht genug
immer wieder darauf hingewieſen werden, daß die Tomate hauptſächlich
im reifen Zuſtande und roh gegeſſen, auf die inneren Organe beſonders
wohltuend wirkt. In erſter Linie iſt es das geſamte Newenſyſtem,
olg. Schwäche bei jung und alt und vieles andere, was durch
die belebenden Säfte der Tomate auf dem direktem Wege diesbezüglichen
Organen zugeführt wird. Die Tomate ſollte möglichſt rohe, morgens
und abends in den verſchiedenen Zubereitungen genoſſen werden, und
dieſelbe ſättigt derart, daß ſie imſtande iſt, ſelbſt die ſchweren Speiſen
zu erſetzen, und ſolche durch den Magen zur reſtloſen Verdauung
an=
zuregen. Für die breiten Schichten unſerer Bevölkerung ſollte eigentlich
die Tomate in anbetracht der, auch ärztlicherſeits nachgewieſenen
vor=
züglichen Eigenſchaften, für den menſchlichen Körper ein
Volksnahrungs=
mittel ſein, und nicht nur für einen Teil Genußmittel. Durch die
Kon=
ſervierung der Tomaten iſt es einer jeden Hausfrau ermöglicht, ihren
Bedarf in der Küche für das ganze Jahr hindurch zu decken.
Direkt beſchämend wirkt die Reichsſtatiſtik, daß viele Millionen Mark
für dieſe Frucht, für die Tomaten, ins Ausland wandern, obwohl hier
in Deutſchland genügend Tomaten gezogen werden; der einzige
Unter=
ſchied beſteht darin, daß das Ausland, begünſtigt durch wärmere
klima=
tiſche Verhältniſſe, dieſe Frucht einige Wochen früher auf den Markt
bringt, und weil es eine der erſten iſt, ſo wird dieſe Frucht auch viel
ge=
kauft, aber dadurch unſeren einheimiſchen Kultuven großer Schaden
zu=
gefügt. Wenn auch die Tomate einen längeren Transport gut aushält,
ſo muß doch die ausländiſche Frucht nicht ganz reif zum Verſand
abge=
macht werden, wodurch die Güte der Tomate unbedingt einbußen muß,
und daher die hieſige Tomate in jeder Beziehung der ausländiſchen
vor=
zuziehen iſt. Mögen dieſe Zeilen dazu beitragen, im Intereſſe der
Volksgeſundheit recht viel Tomaten zu genießen, und kein Geld für dieſe
Frucht, in anbetracht unſerer Wirtſchaftslage, ins Ausland wandern zu
laſſen.
Die Oberpoſtdirektion Würzburg hat mit Wirkung vom 17. Juli
). Js. an den Tarif ſtir die Ausflugs=Kraftpoſtfahrten an
Sonn= und Feiertagen auf der Strecke Michelſtadt—
Erbach-Eulbach-Amorbach von 10 auf 8 Pfg. je Klm.
ermäßigt. Es tritt durch dieſe dankenswerte Maßnahme eine
weſent=
liche Verbilligung der Fahrpreiſe ein. Zweifellos werden
die bequemen Sonntags=Ausflugsfahrten ab Michelſtadt 7.50, ab Grbach
8.2, an Amorbach 9.7, und zurück ab Amorbach 19.30, an Erbach 20.39,
an Michelſtadt 20,51, von Einheimiſchen und Sommergäſten in weiter
zunehmendem Maße kenützt werden.
Kunſtnotizen.
Ueber Werſe, Künſtter ober fünftleriſche Veranfialtungen, deren im Nachſiehmden drecnung
geſchſehl, behält ſich die Redaiken ihr Urtel vor
—Reſidenz=Theater am weißen Turm. „Derby”. Mit
einem prachtvollen Tempo ſetzt dieſer Film ein — beſte — weit über dem
Regiedurchſchnitt ſtehende Arbeit. Das Milieu allein mit famoſen
Ge=
ſtütsbildern und den aufregenden Kämpfen auf dem grünen Raſen iſt
echt filmiſch — überhaupt wimmelt es von delikaten Feinheiten,
beſon=
ders aber in der Photographie — die Darſtellung des Derbys reißt die
Zuſchauer zum Beifall hin, als wären ſie perſönlich auf der Bahn. Die
Welt des Traberſportes iſt eine eigene und ihre Geſetze ſind
grundver=
ſchieden von denen des Galoppſportes. Eines aber hat ſie mit ihrem
großen Bruder gemein: den Endkampf vor dem Ziel, das Finiſh. Dieſe
Momente unerhörteſter Spannung bei Pferden, Fahrern und Zuſchauern
nicht nur in Bildern einzufangen, ſondern auch noch dramatiſch zu
ſtei=
gern, war eine lohnende Arbeit — kompliziert wohl, aber intereſſant.
Die hervorragende Beſetzung, zu der u. a. Barbara v. Annenkoff, Grete
Mosheim und Henry Stuart gehören, dürfte ein übriges tun, um dem
Film einen großen Erfolg zu ſichern.
— Union=Theater. „Glanz und Elend der Kurtiſanen”. Aus
Motiven des bekannten Balzeeſchen Werkes und mit Hilfe noch viele
anderer Reminiſzenzen (es ſei nur an Viktor Hugos „Les Miſérables
und den Film „Galeerenſträfling” erinnert) iſt hier ein eindrückliches
Filmwverk geſchaffen worden, das ſpannende Handlung mit fortreißender
Darſtellung vereint. Vor allem Paul Wegener, der ausgeſprochene
Zuchthäusler, der ſich als Marquis aufſpielt; eine ſtarke Leiſtung
Menſchliches mit Filmiſchem wundervoll vermengend. Zwei ebenbürtige
Leiſtungen: der waſchechte Japaner Nin=Sön=Ling als der treue Diener
ſeines Herrn, unvergleichlich in ſeiner unterwürfigen Treue, und Kurt
Gerron in der Rolle eines protzigen, verliebten geilen Bankiers,
gleich=
falls ein Kabinettſtück. Werner Fuetterer, ein repräſentabler Liebhaber.
Unſtreitbar — Manfred Noa gab dem mit großem Beifall
aufgenomme=
nen Werk Tempo und Farbe.
* Der gefährliche Anhänger. Geſtern nachmittag ereignete ſich aus5
der Heidelberger Straße in der Villenkolonie Eberſtadt ein Automobil=, der ſeine Parallele vor 14 Tagen hatte. Damals war ein Autv
bus der Leidtragende, diesmal ein Laſtkraftwagen aus Pfungſtadt, der
in der Richtung nach Darmſtadt fuhr. Ihm kam ein mit Steinen ſchwer
beladenes Fuhrwerk entgegen, das einen ebenfalls mit ſchweren Steinem
beladenen Wagen als Anhänger nachzog. Die Befeſtigung der beidenn
Wagen war aber anſcheinend ſo unglücklich angebracht, daß der hintere=
Wagen hin= und herſchwankte und dem ihm entgegenkommenden Laſt. in die Quere kam. Der Erfolg war, daß der Laſtkraftwagen
der vorſchriftsmäßig rechts fuhr, nach links herumgeriſſen wurde und
mit voller Wucht in den Straßengraben flog, dabei die Ladung
abwer=
fend. Auch diesmal ging der Unfall glimpflich ab. Dem Führer dess
Wagens paſſierte nichts. Der Wagen war aber an der Vorderachſe u
an den Rädern ſo ſchwer beſchädigt, daß er erſt ſpät abends abgeſchleppt:
werden konnte, und bis dahin auf der verkehrsreichen Straße ein
ſehr=
unangenehmes Hindernis bildete.
Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie. Nach
New York: „Reliance” ab Hamburg am 29. 7. ab Cuxhaven am:
30, 7., „Thuringia” ab Hamburg am 3. 8., „New York” ab Hamburg am!
4. 8., ab Cuxhaven am 5. 8. „Reſolute” ab Hamburg am 15. 8., ab
Cux=
haven am 16. 8., „Cleveland” ab Hamburg am 17. 8., ab Cuxhaven am
18. 8 — Nach Philadelphia, Baltimore Norfolk: „
Den=
derah” am 5. 8. „Carl Legien” am 19. 8., Seſoſtris” am 2. 9. — Nach
der Weſtküſte Nordamerikas: „Odenwald” am 13. 8., „Oſiris”
am 3. 9., „Seekonk” am 24. 9. — Nach Cuba: ein Dampfer am 15. 8.,
„Mexiko” am 15. 9. Artemiſia” am 5. 10., „Cuba” am 15. 11. — 9
Mexiko: „Nordſchleswig” am 28. 7., „Rio Bravo” am 9. 8., „
Weſter=
wald” am 20. 8., „Schleswig=Holſtein am 1. 9., „Rio Panuco” am 13. 9.,
„Aragonia” am 24. 9. — Nach Porto Rico, Jamaica Santiago
de Cuba und Domingo: „Kreta” ab Hamburg am 30. 7., ab Bremen am
1. 8. — Nach Weſtindien=Weſtküſte Zentralamerikas: „Rugia” am
30. 7., „Romö” am 6. 8., „Adalia” am 13. 8., „Alda” am 20. 8., „
Teu=
tonia” am 27. 8., „Thereſe Horn” am 3. 9., „Kyphiſſia” am 10. 9.
Nachder Oſtküſte Südamerikas: „Harburg” am 3. 8., „Holn
am 10. 8., „Bochum” am 17. 8., „Bayern” am 24. 8., „Steigerwald” an
31. 8., „General Belgrano” am 7. 9. — Nach der Weſtküſte
Süd=
amerikas: „Ammon” am 30. 7., „Durazzo” am 30, 7., „Rhodopis”
am 2. 8., „Havenſtein” am 10. 8.. „Wasgenwald” anr 20. 8., „Heluan” am
31. 8. Poſeidon” am 17. 9. Negada” am 21. 9— Nach
Nieder=
ländiſch=Indien: „Kaſſel” am 3. 8., „Rendsburg” am 31. 8
Nach Auſtralien: „Hagen” am 30. 7., „Magdeburg” am 31. 8.—
Nach Oſtaſien: „Emil Kirdorf” am 30. 7., „Scheer” am 6. 8., „H
ſen” am 13. 8., „Idarwald” am 20. 8., „Preußen” am M. 8., „Rheinland”
am 3. 9., „Sachſen” am 10. 9. Tirpitz” am 17. 9., „Rhein” am 24.
„Olivia” am 1. 10. — Nach Afrika: „Toledo” am 9 8. — Han
burg—Rhein=Linie: Wöchentlich ein Dampfer. — Mitgeteilt dun
die hieſige Vertretung: Bankgeſchäft Friedrich Zaun, Luiſenplatz!
Telephon 1708/1309.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlchungen unter dieſer Ueberſchrift Übernimmt die Nebalfien kinertei 2
ortung; für ſie bleibt
Grund des 1 21 Abſ.2 des
eſchee im vollen Umſet
der Einſender verantwortiſa
Einſendungen, die nicht
det werden. Uönnen nch
zurlckgeſandt, die Ablehnung nicht begrlndet werden.
Wenn auswärts wohnende Gäſte gelegentlich eines Feſtes nach
Darmſtadt kommen, ſo kann man immer wieder hören, ſo auch von den
hier wohnenden Rheinheſſen, daß unter den Darmſtädtern keine
Stim=
mung feſtzuſtellen ſei, „mit anderen Worten: in Darmſtadt ginge es
„ſteif” zu. Daß derartige Aeußerungen, die ſtets in die entfernteſt
legenen Städte und Dörfer getragen werden, für die Stadt Darmſtadt
nicht von Vorteil ſind, iſt klar. Als Zeichen einer Feſtſtimmung gilt
aber auch das Beflaggen der Häuſer. War doch z. B. Alzey bei ſeiner
650=Jahresfeier in ein reines Fahnenmeer gehüllt. Faſt an jedem Fenſt
waren große und kleine Fahnen ſichtbar neben dem überreichlichen
Gir=
landenſchmuck. Welſchen Eindruck dieſer Feſtſchmuck auf die Gäſte machte,
iſt unbeſchreibbar. Dazu die fröhlichen, zurufenden Geſichter der Alzeher.
Mögen die Darmſtädter gelegentlich des großen Turnfeſtes endlich einmal
aus ſich herausgehen, ihre Häuſer reichlich ſchmücken, die Feſtgäſte — e9
kommen auch Saarländer — durch freundliche Geſichter und frohe Zurufe
begrüßen. Ich bin überzeugt, daß hierdurch der alte Vorwurf „das ſteiſe
Darmſtadt” endlich einmal für alle Zeit verklingt.
A. Sch.
Tageskalender für Donnerstag, den 28. Juli 1927.
Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines Haus
abends 8 Uhr: „Paganini”. — Orpheum: Geſchloſſen. — Lan
desmuſeum, von 10—19 Uhr: Ausſtellung „Alte Kunſt”
Mathildenhöhe, von 10—19 Uhr: Ausſtellung „Neue Kunſt.”
Feſthalle, abends 8 Uhr: Geſangsabend, Frauenturnen,
Feſt=
ſpiel, Konzert. — Feſtplatz: Konzert und Tanz. — Konzerte:
Schloßkaffee, Hotel=Reſt. Schmitz, Café Rheingold, Parkkaffee, Städ
Saalbaugarten, Kaffee=Reſt. Waldſchlößchen. — Perkeo,
Alexan=
derſtraße, abends 8 Uhr: Thüringer Volksſänger. —
Kinovor=
ſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
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[ ← ][ ][ → ]hmmer 207
Donnerstag, den 28 Juli 1927
Seite 7
Aus Heſſen.
Starkenburg.
Aeheilgen, 2. Juli. Da aus Anlaß des 33.
Mittelrbei=
m Kreisturnfeſtes mehrere Hundert Teilnehmer in un=
„lmuern Quartier nehmen werden, wird auch unſer Ort während
rw ſtge durch Beflaggen der Häuſer dieſen zu Gaſte hier weilenden
Tugnn einen freundlichem Empfang bereiten. — Die Sportplatzweihe
desw! eiter=Turn= und Sportvereins am 6. und 7. Auguſt
ends ahez d8.h wird aller Vorausſicht nach zu einem ſportlichen Ereignis
wer=
dem )— Eröffnungsfeier am Samstag bringt ein auserleſenes Pro=
Sach
gram und haben die örtlichen Geſangvereine ſich in zuvorkommendſter
ſaLinie /Wekiba=reitwilligſt zur Verfügung geſtellt. Vorführungen der Rad=
0b Cuxhas fahir und turneriſche Darbietungen der verſchiedenem Abteilungen
ab Gomhn, weir” Albwechſlung in die Vortragsfolge bringen. Ganz beſonders ſei
RAS,c
anuco‟
mieg,
ab umauf hingewieſen, daß ein Maſſenſprechchor von über 100 erwach=
„ſenpe2 ilnehmern, für unſere Geweinde etwas Neuartiges, einen ganz
orfolſ. getwren Eindruck zu machen verſpricht. Alles iſt wohlvorbereitet und
im 2 9.—Zwiſſea: hoffentlich auch ſchönes Wetter einſtellen.
G=berſtadt, 27. Juli. Selbſtmordverſuch. Ein junges
humdſer m Mitkbei, aus der Kirchſtraße verſuchte ſich aus unbekannten Gründen
15. 1. — mi ſit ſ,ſäure zu vergiften. Sie wurde in das Darmſtädter Krankenhaus
üblPsut.
Wandersausſtellung für Geſundheits=
ge
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die Gäſte nd
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Die Heſſiſche Wanderausſtellung für Geſundheitspflege und
A6: FFürſorge, die gegenwärtig in Pfungſtadt untergebracht iſt, wird
mißnuistag in Eberſtadt eröffnet werden. Die Ausſtellung wird in
ndkkar Räumen der Georgenſchule untergebracht. Sie umfaßt
fol=
mCgebiete: Tuberkuloſe und ihre Verhüitung, Säuglings= und
Klein=
wfz-ege, Krüppelfürſorge, der Alkoholismus als Volkstrankheit, die
W W G9krartskrankheiten und ihre Heilung und das Gebiet der Zahnpflge.
ſaurtstagsfeier. Auch die 40=Jährigen planen in dieſem
lenne gemeinſame Geburtstagsfeier abzuhalten. Als Termin iſt der
Stmunber ins Auge gefaßt. Von allen Veranſtaltungen dieſer Art
er=
ſch von jeher die gemeinſamen Geburtstagsfeiern der 40=Jährigen
öhsten Zuſpruchs. — Dreſchmaſchinenbetrieb. Nunmehr
3— zwei Dreſchmaſchinen am Griesheimer Weg noch eine dritte
A am 7D)ſmaſchine der Firma Flechſenhar aus Nieder=Ramſtadt aufgeſtellt
an 31. wobm. Als Droſchplatz dient ein Acker hinter der ehemaligen
Auto=
im 6. 8, mlbliavrik Heß.
Gberſtadt, 27. Juli. Verwegener Raubüberfall. Wie
ein” am Aer ſttzl bekannt wird, wurde im der Nacht zum Sonntag auf der Straße
—Gzu)bien Eberſtadt und Darmſtadt ein verwegener Raubüberfall auf einen
Witgeteilt imd udemmſtadt gehenden Hauſierer ausgeübt. Unter der Drohung „Geld
rax das Leben”! kamen plötzlich mehrere junge Burſchen aus den
ſite n Büſchen, überfielen den Hauſierer, beraubten ihn ſeiner ge=
/Habſeligkeiten und mißhandelten ihn ſchließlich ſchwer. Der
arverletzte mußte ſich in ärztliche Behandlung begeben. Leider konn=
Ine nugendlichem Täter in der Dunkelheit unerkannt entkommen. Ein
Amlim Un Aſſnt punkt über ſie iſt nur eine blutige Mütze, die einer der Täter
pndm Uman velkz. Kriminalpolizei und Gendarmerie ſind eifrig mit den Nachfon=
Ear beſchäftigt. Um zweckdienliche Mitteilungen wird gebeten.
Gn roß=Zimmern, 27. Juli. Gas= und Waſſerverſorgung.
ſo aich ho Diſesmmeinderat von Groß=Zimmern konnte hinſichtlich der Frage des
Allauſiſes der Gemeinde Groß=Zimmenn an die Gruppenwaſſerver=
Uhre des Kreiſes Dieburg noch keine Einigung unter ſich erzielen.
Iſ mird das Projekt des Anſchluſſes an Roßdorf erwogen. Mit der
ſtadt Dam Gſteinche Roßdorf ſollen daher wegen eines Angebots über die Abgabe
ſſer direkte Verhandlungen eingeleitet werden. Dägegen ſtimmte
Alzeh beiſe m hinmierhalb des Gemeinderates der Anlage der Ferngasverſorgung
Eil, ſoll jedoch vertraglich gewahrt werden, daß die Gaspreiſe denen
erreichlichen ” ddktd dt Darmſtadt entſprechen.
„Sroß=Umſtadt, 27. Juli. Die Vorbereitungen zu der am 13., 14.
m.5 Auguſt dahier ſtattfindenden Bannerweihe des Arbeiter=
Rad=
hr=Wereins „Friſch=Auf” ſind in vollem Gange. Das Feſt wird am
5=tu g abund mit einem ſolennen Fackelzug nach dem Feſtplatze
er=
ſi. rvo im bunter Abwechſlung ſportliche, geſangliche und turneriſche
Ecenungen auswärtiger und hieſiger Vereine den Abend zu einem
an ichen geſtalten werden. Am Sonntag fiih 6 Uhr beginnt das 50
teer=Rennen auf der Strecke Groß=Umſtadt—Reinheim-
Baben=
deſund zurück. Nach einer Korſofahrt, wofür u. a. auch die hieſige
ernde einen wertvollen Ehrenpreis geſtiftet hat, wird ſich nachmittags
*hein abwechflungsreicher, farbenbunter Feſtzug der zahlreich
ge=
ſekatr auswärtigen Radfahrer= und der hieſigen Vereine durch
meſtſchmuck prangende Stadt nach dem am Eingang zum Raibacher
Cryizend gelegenen Feſtplatze bewegen. Den Höhepunkt der
Veran=
wird hier die feierliche Weihe und Uebergabe des von der
ener Fahnenfabrik gelieferten prächtigen Vereinsbanners und im
Nrlrſiſſe hieran ein Kunſtfahrem bilden, das bei allen Freunden des
Anl, Sports begeiſtertes Intereſſe erwecken dürfte. Mit einem
all=
amen Volks= und Jugendfeſt wird die Veranſtaltung zu welcher
ekarnnte Kapelle Stegmann=Seligenſtadt die Feſtmuſik ſtellt, am
Mon=
ſahween Abſchluß finden. Es bleibt nur zu wünſchen, daß auch der
ßmll die vielen Mühen und Arbeiten des rührigen Vereins mit
gam Feſtwetter belohnen möge.
ſüichelſtadt, 27. Juli. Die Heſſ. Bürgermeiſterei teilt mit, daß
iheſokspreiſe eie Aenderung erfahren haben, ſodaß dieſelben
prehgr betragen: von 1—50 Zentne 1,40 Mk., 51—100 Zentner
M Mlk., 101—200 Zentner 1,30 Mk., 201—300 Zentner 1,25 Mk., über
Zantner 1,20 Mk. — Gleichzeitig wird darauf hingewieſen, daß
s Réeſchluß des Gemeinderats die Stromlieferungsbedingungen des
Errsitätswerks der Stadt Michelſtadt inſofern eine Aenderung
er=
ſian) haben, daß ab 1. Juli 1927 die Beiträge zur Beſchaffung von
rrsitätszählern von den Abnehmern nicht mehr erhoben werden.
Wrbach i. O., 27, Juli. Noch läßt die Gasverſorgung für
o 1Preis und die Stadt Erbach auf ſich warten. Michel=
1:1 beſitzt eine Gasfabrik ſeit Jahrzehnten und auch das benachbarte
ſesStockheim erfreut ſich der Annehmlichkeit Heizgas zu be=
Der Kreis Dieburg wird jetzt an die Ferngas=Verſorgung
ange=
ſiſſern. Unſere Frauen in Erbach warten vergeblich darauf.
* Hainſtadt (Kr. Erbach) 27. Juli. Allenthalben lieſt mm, daß den
Schwalben keine Niſtgelegenheiten mehr geboten ſeien. Bei den
meiſten Neubauten iſt dies auch der Fall. Wir haben nun zwei Häuschen
hier ſtehen, die in den 70er Jahren gebaut ſind, dieſe ſind ſcheinbar der
Lieblingsaufenthalt der Haus= oder Mehlſchwalbe. An dem Haus von
Ph. Wörner befinden ſich 9 Neſter dieſes Vögleins, an dem daran
bauten Hauſe von W. Wörner ebenfalls 9 Meſter, und an einem weiteren
Häuschen in der Nähe nochmals 7 Neſter. Es bildet einen ſehr ſchönen
Anblick, die mit flüggen Jungen beſetzten Kolonien zu beobachten, und
das ununterbrochene Gezwitſcher zu hören. Die vogelfreundlichen
Be=
wohner der Häuſer haben alle Vorſichtsmaßregeln getroffen, daß den
lieben Tierchen nichts zuſtoßen kann.
Hirſchhorn, 27. Juli. Waſſerſtand des Neckars am
26. Juli 0,92 Meter; am 27. Juli 0,85 Meter.
m. Vom ſüdlichen Odenwalde, 27. Juli. Wenn wir fetzt durch unſere
Fluren gehen, ſo nehmen wir mit Freude und Dank wahr, daß alles eine
ziemlich gleichmäßige Entwicklung und darum einen guten Stand zeigt.
Die nötige Feuchtigkeit ſchafft ein gutes Nachwachſen des zweiten
Futterſchnittes. Der erſte war mittelgut, und das Heu kam in
guter Qualität unter Dach. Das Korn ſteht gut, auch die anderen
Getreidearten befriedigen, nur iſt da und dort der Hafer etwas kurz
ge=
paten. Kartoffeln und Rüben haben ſich meiſt überraſchend gut
ent=
wickelt und die jetzige Witterung iſt ihrer weiteren Entwicklung
durch=
aus günſtig. Und was die Hauptſache dabei iſt, wir ſind bis jetzt von
Wetterſchäden verſchont geblieben, möge es weiter ſo bleiben; die
zu=
weilen niedergehenden Gewitterregen zeigen allerdings eine ſonſt nicht
gewohnte Heftigkeit. — Die Heidelbeerernte hat ihr Ende immer noch
nicht erreicht, erfreulicherweiſe, und was ebenſo erfreulich iſt, die Preiſe
betragen pro Pfund wieder 30 Pfg., kurze Zeit ſtanden ſie auf 28 Pfg.
und 25 Pfg. Ueberhaupt iſt das Jahr 1927 ein Beerenjahr; auch die
Himbeerernte in Garten und Wald fiel ſehr reichlich aus, dasſelbe kann
man von der Johannisbeerernte ſagen.
Spen
in Rheinheſſen und Sachſen
Annahmeſielle: Tagblatthaus, Darmſiadt.
N Lindenfels, 2. Juli. Spinnſtubenabend. Nachdem das
diesjährige Burgfeſt (Volksfeſt zur Erhaltung Odenwälder Trachten,
Sitten und Gobräuche) ſeine alte Anziehungskraft wieder bewährt, und
dank der Unterſtützung aus Berg und Tal ein reicher Trachtenflor
ver=
treten war, ſoll am kommenden Samstag abend ein Spinnſtubenabend
mit anſchließendem Tanz auf der Burg ſtattfinden. Man b=abſichtigt
hier wit der Abhaltung eines ſolchen Abends in den Kurbetrieb etwas
Abwechflung hineinzutragen und den anweſenden Kurgäſten etwas nicht
Alltägliches zu bieten, andeverſeits aber auch mit den alten Sitten und
Gebräuchen die alten Trachten wieder aufleben zu laſſen. Ein fyüherer
Spinnſtubenabend mit ſeinem heimatlichen Zauber, ſeinen derben und
doch biederen Frohlichkeit iſt unſerer heutigen Jugend, die leider mehr
auf moderne Darbietungen eingeſtellt iſt, etwas Unbekanntes. Nur
wenige der Alten heben ſolche Spinnſtubenabende mitgemacht; ihren
Erzählungen verdanken wir die Kunde, die wir von ſolchen Abenden
haben. An den langen Winterabenden verſammelten ſich die Mädchen
zu gemeinſawem Spinnen in einem Bauernhauſe. Beim Spanlicht, bei
der trüben Oelfunzel, ſpäter bei hellbrennender Petroleumlampe ſchnurrte
das Spinnrad, auf dem das Werg (Flachs oder Hanf) zum feinen Faden
verſponnen, der dann ſ päter, nachdem er geſpult zum Weber gebracht, zur
Ausſteuer für Hemden, Tiſchtücher, auch zur Kleidung verwoben wurde.
Beim Spinnen wurden die neueſten Dorfnachrichten ausgetauſcht,
gruſe=
liche Geſchichten erzählt, muntere Heimatlieder geſungen. Inzwiſchen
hatten ſich die Burſchen, die Verehrer der anweſenden Schönen,
einge=
funden. Harmloſe Scherze wurden aufgeführt, bald erklang die
Zieh=
harmonika, und alte Volkstänze beſchloſſen den ſchnöen Abend. In dieſem
Rahmen denken ſich die Veranſtalter des Spinnſtubenabends dieſen
aus=
zubauen. Am Samstag abend alſo, „noch dem Noachtleire, wanns
Owendeſſe doarch iß, kumme die Buwe unn Mädchin uff em Linneplatz
zamme unn die Oalte unn die Junge maſchiern mit de Kapell nuff uffs
Schloß”, Kummt nor all, Ehr ſeid herzlich eingeloare! —
Kurbe=
trieb. Es war endlich Zeit, daß der Wettergott mal Einſicht mit den
hieſigen Geſchäftsleuten hatte und nun ſchönes Kurwetter ſchickte. So ſind
Zt. alle Penſionen gut beſetzt. Am Samstag abend war im Hotel
Odenwald Gartenkonzert und Réunion und am Sonntag abend eine
Freilichtaufführung „De doll Hund” durch den Turnverein auf deſſem
Turnplatz uterhalb der Burg, wodurch gewügend Abwechſlung im
Kur=
betrieb geboten iſt, zumal mit weiteren derartigen Veranſtaltungen noch
in den kemmenden Wochen gerechnet werden darf. Die Kunſtausſtellung
in der Turnhalle findet lebhaften Zulauf und zeigt Odenwald und
Berg=
ſtraße, Land und Leute, von Künſtlerhänden im Bilde feſtgehalten.
Verlängerung der Pachtſchutzordnung.
Das Reichsgeſetzblatt vom 19. Juli 1927 veröffentlicht das Geſetz
zur Aenderung der Pachtſchutzordnung. Die Pachtſchutzordnung in der
Faſſung der Bekanntmachung vom B. 7. 1925 ſollte am 30. 9. 1927 außer
Kraft treten. Nach dem jetzt verkündeten Geſetz ſoll die
Pachtſchutzord=
nung am 30. Sept. 1929 ihr Ende nehmen. Die
Pachteinigungs=
ämter können alſo bis dehin beſtimmen, daß Leiſtungen aus
Pacht=
verträgen, die unter den veränderten allgemeinen wirtſchaftlichen
Ver=
hältniſſen nicht mehr gerechtfertigt ſind, anderweit feſtgeſetzt werden,
ſobald dies der Billigkeit entſpricht. Hierbei haben ſie den Ertrag, den
das Grundſtück bei ordnungsmäßiger Bewirtſchaftung nachhaltig zu
ge=
währen vermag, ſowie die wirtſchaftlichen Verhältniſſe beider
Vertrags=
teile angemeſſen zu berückſichtigen. Dieſe Beſtimmung galt bisher nicht
für Pachtverträge, die in der Zeit vom 1. März 1924 bis 30. September
1925 abgeſchloſſen ſind; nunmehr gilt ſie auch für ſolche
Verträge.
Beträgt die Größe des Pachtlandes weniger als 10 Hektar, ſo können
die Pachteinigungsämter wenn und ſoweit es bei Abwägung der
Inter=
eſſen beider Teile der Billigkeit entſpricht, außerdem beſtimmen, daß
gekündigte Verträge bis zur Dauer von zwei Jahren fortzuſetzen, ſind,
daß ohne Kündigung ablaufende Verträge bis zur Dauer von zwei
Jahren verlängert werden und daß Verträge vor Ablauf der
verein=
barten Zeit aufgenommen werden. Bei Pachtverträgen, die in der Zeit
vom 1. März 1924 bis 30. September 1925 abgeſchloſſen ſind, findet
letztere Beſtimmung nach wie vor keine Anwendung.
Die oberſten Landesbehörden können ohne Rückſicht auf die
Grund=
ſtücksgröße die Befugniſſe der Pachteinigungsämter unter Ausſchluß der
Zuſtändigkeit einer anderen Stelle auf Verträge ausdehnen, die
gleich=
zeitig ein Arbeitsverhältnis enthalten, insbeſondere auch
Heuerlings=
verträge. Liegt durch Verſchulden des zur Arbeit Verpflichteten (des
Heuerlings) ein wichtiger Grund zur friſtloſen Kündigung des
Arbeits=
verhältniſſes vor, ſo darf von der Befugnis, einen ſolchen Vertrag zu
verlängern, oder ſeine Kündigung als unwirkſam zu erklären, kein
Gebrauch gemacht werden. Eine Frauenhilfspflicht auf Grund von
Heuer=
lingsverträgen beſteht ſolange nicht, als die Frau durch
Mutterſchafts=
pflichten, Krankheit in der Familie oder ähnliche Härtefälle an der Arbeit
behindert iſt. Letzterer Satz iſt neu.
In einem kürzlich durch die Deutſche Bauern=Correſpondenz (D.B. C.)
verbreiteten Artikel „Folgen der Pachtſchutzordnung” iſt ausgeführt
wor=
den, daß als negativer Erfolg der nach dem Kriege erlaſſenen
Pacht=
ſchutzordnung der Anteil des Pachtlandes zurückgegangen ſei. In einem
Artikel, der neuerdings durch die Preſſe ging, wird auf die amtliche
Statiſtik hingewieſen, wonach in den Jahren von 1907—1925 die
Pach=
tungen nicht abgenommen, ſondern zugenommen hätten und der
Artikel=
ſchreiber zieht hieraus die Schlußfolgerung, daß die Ausführungen der
D.B. C. üüber die Folgen der Pachtſchutzordnung falſch ſeien. Die
Reichs=
pachtſchutzordnung iſt im Jahre 1920 erlaſſen, während ſich die erwähnte
amtliche Statiſtik auf die Jahre 1907 bis 1925 bezieht. Vom Jahre 1907
bis 1925 haben die Pachtungen allerdings zugenommen, aber ſeit
Er=
laß der Pachtſchutzordnung iſt dies nicht der Fall geweſen. Jeder der
mit den landwirtſchaftlichen Verhältniſſen Beſcheid weiß, kann überall
feſtſtellen, daß in den letzten 5—6 Jahren, alſo unter der
Pachtſchutzord=
nung, die Verpachtungen überall in ganz erheblichem Maße abgenommen
haben. Die Abnahwe iſt ſo ſtark, daß, wie in dem Artikel der D.B.C.
ausgeführt wurde, für einen Teil der landwirtſchaftlichen Betriebe ſogar
einſchließlich der Zeit von 1907 ab eine Abnahme der Verpachtungen
amtlich feſtzuſtellen iſt. Die Ausführungen des D.B.C.=Artikels ſind
alſo zutreffend.
Neunkirchen, R. Juli. Kurbetrieb. Hier herrſcht eben im
Kurbetrieb ein reges Leben und ſind die Gaſthöfe und Privatpenſionen
gut beſetzt. Auch iſt eine Schülerinnenkolonie der Stadt Frankfurt
untergebracht, wie auch im benachbarten Lützelbach und Gadernheim. —
Kirchenrenovierung. In der hieſigen Dorfkirche werden
zur=
zeit wichtige Umbauten und Erneuerungsarbeiten vorgenommen, die
dem Innern des Gotteshauſes einen würdigen Eindruck verleihen und
eine dem Gottesdienſt zweckdienliche Einrichtung geben ſollen. Die
Gelder hierzu ſind zum größten Teil durch Sammlung aufgebracht.
Schlierbach, . Juli. Der vom hieſigen Kriegerverein anläßlich
ſeines 25jährigen Jubiläums veranſtaltete Familienausflug
fand lebhaften Zuſpruch bei den Mitgliedern, ſodaß ein Laſtauto mit
Anhänger gemietet werden mußte. Am Sonntag früh 8 Uhr erfolgte
die Abfahrt über Fürth—Wald=Michelbach nach Hirſchhorn. Ein
male=
riſches Bild bot hier der Neckar den Teilnehmern. In langſamer Fahrt
ging es nach Eberbach, wo Mittagsraſt gehalten wurde. Dort wurden
einige Sehenswürdigkeiten beſichtigt. Dann ging es das
Gammelsbach=
tal aufwärts über Beerfelden, Hetzbach und Marbach nach Erbach auf
den Eulbacher Wieſenmarkt. Hier herrſchte lebhaftes Tun und Treiben.
Die Heimfahrt über Michelſtadt—Reichelsheim bei ſchönſtem
Abend=
dämmern bildete einen würdigen Abſchluß des Ausfluges.
* Heppenheim a. d. B., 26. Juli, Weinberge. Es wird darauf
aufmerkſam gemacht, daß eine 4 Beſpritzung der Weinreben gegen
Perenoſpora nötig iſt, wobei die Bekämpfung des Sauerwurms und der
Stielkrankheit auch mit vorgenommen werden kann, indem man zur 1proz.
Kupferkalkbrühe auf 100 Liter noch etwa 15 Gramm Uraniagrün unter
entſprechendem Kalkzuſatz und außerdem noch etwa 250 Gramm
Cottonölſchmierſeife hinzufügt. Da der Aeſcherig ſich jetzt überall
zeigt, verdient das Schwefeln der Weinberge beſondere Aufmerkſamkeit.
Ladenſchluß. Das Kreisamt Heppenheim weiſt erneut darau
hin, daß alle offenen Verkaufsſtellen von 7 Uhr abends bis 7 Uhr morgens
für den geſchäftlichen Verkehr geſchloſſen ſein müſſen, auch wenn weder
Lehrlinge und Angeſtellte vorhanden ſind.
Mahnung der
Finanzkaſſe. Alle Steuerpflichtigen, welche mit der
Einkommen=
ſteuer für das zweite Vierteljahr 1927, mit der Landesſteuer (Grund=,
Gewerbe= und Sonderſteuer) für das erſte und zweite Ziel ſowie
Ge=
werbeſcheine im Rückſtande ſind, werden darauf aufmerkſam gemacht,
daß die Beitreibung ohne beſondere vorherige Mahnung nach Ablauf
dieſer Woche erfolgt.
(n
Fio.
Ssift mit dem TABAKwie mit dem WEINTR
R
28Es sind nicht immer die keinerlei Nachgeschmack darfauf
besten Weine, die beim ersten Schluck der Zunge zurückbleiben. Dann
bestechen. Naturreinheit und gute waren die Tabake gut und aus=
Lage sind erst dann verbürgt,wenn gereift,dann ist die Zigarette auch
derletzte Schluck das hält,was der bekömmlich.
erste verspricht So ist es auch beider WennOVERSTOlT heute die meist-
Zigarette. Man soll sie nicht nach gerauchte deutsche Zigarette ist,so
dem ersten Luge beurteilen,es ist viel liegt es an ihrem ganz reinen und
wichtiger, auf den letzten Zugzu gesunden Geschmack,der sich wäh
achten.
rend des Rauchens noch steigert.
Apsr 2.
Derletzte Zug einerZigarette soll Ein höheres lob kann es nicht geben,
ebenso rein sein wie der erste; als wenn der Raucher von ihr sagt:
Der letzte Zug war der beſte!
O
U ind
[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Donnerstag, den 28. Juli 1922
Nummer 207:
Die Regulierungsarbeiten an der Nidda.
WSN. Frankfurt a. M. Auf Einladung des Frankfurter
Tief=
bquamtes fand eine eingehende Beſichtigung der Arbeiten der
Nidda=
regulierung durch Praſſevertreter ſtatt. Bekanntlich lag das
Regulie=
rungsprojekt ſchon vor dem Kriege fis und fertig da, kam aber infolge
des Kriegsausbruchs nicht zur Ausführung. Die kataſtrophalen
Waſſer=
überſchwemmungen in den letzten Jahren, wobei einzelne Vororte auf
eine Strecke von faſt 10 Kilometer von jeder Verbindung abgeſchnitten
waren, drängten aber unkedingt zur Ausführung der Arbeiten, die dann
auch im vorigem Juli begonnen wurden. Im Unterlaufe (von
Gries=
heim bis zur Rödelheimer Eiſenbahnbrücke) ſind die Arbeiten jetzt
vollen=
det, während im mittleren Teile (von Rödelheim bis Praunheim) rüſtig
gearbeitet wird. Die Arbeiten, die ſich auf einen Zeitraum von drei
Jahren verteilen, ſind mit einer Geſamtſumme von 7½ Millionen Mark
veranſchlagt, wovon ein beträchtlicher Teil aus Mitteln der produktiven
Erwerbsloſenfürſorge gedeckt wird. Infolgedeſſen finden ſtändig 300 bis
500 Notſtandsarbeiter, ſowie gußerdem noch eine größere Anzahl
Bau=
handwerker uſw. Beſchäftigung. Schätzungsweiſe ſind rund 600 000
Kubik=
weter Erde zu bewegen, teils mit der Hand, teils mittels Baggerung und
zwar im Verhaltnis von 2 zu 3. Die zu regulierende Strecke des ſehr
ſtark getrümmten Fluſſes iſt im ganzm zehn Kilometer lang; durch die
Regulierung wird, der Flußlauf auf 7,5 Kilometer verkürzt. Das der
Stadt zugeſtandene Enteignungsverfahren brauchte nicht angewendet zu
verden, da beim Erwerb des Geländes überall freie Vereinbarungen
zuſtande kamen. Es iſt nur in einziges feſtes Wehr (bei der
Eiſenbahn=
byücke) eingebaut worden, nährend alle übrigen Wehren beweglich (zum
beſſeren Abfluß des Hochwaſſers) gebaut werden. Auch eine Anzahl
Brücken müſſen umgebaut und erweitert werden. Während über den
Umbau der Eiſenbahnbrücke noch Verhandlungen mit der Reichsbahn
ſchweben, iſt der Bau der Rödelheimer Straßenbrücke, die von 8 auf
16 Meter verbreitert wird, wodurch ein Gradelegung der
Zufahrts=
ſtraßen erzielt, bereits gut vorangekommen. Eine zweite moderne Brücke
aus Eiſenbeton bei Hauſen in der Richtung auf den geplanten
Zentral=
friedhof bei Praunheim iſt ebenfalls ſchon in Angriff genommen. Auch
die alte Byicke bei Hauſen, deren Pfeiler noch aus der Römerzeit
ſtammen, wird einem Umbau unterzogen werden, ſoll aber nur noch dem
Fußgängerverkehr dienen. Durch den Stumpf=Brentanoſchen Park, der
kürzlich von der Stadt zu einem Preiſe von 400 000 Mk. erworben wurde,
wird ein zweiter Arm gelegt und in Verbindung damit ein neues
moder=
nes Strandbad mit Schwimm= und Planſchbecken errichtet, ſodaß der
teil=
weiſe Wegfall zweier Badeanſtalten mehr als ausgeglichen wird. Die
Altarme ſollen vorläufig zwecks Wahrung des landſchaftlichen Bildes
erhalten und durch Rohrleitung mit dem eigentlichen Flußbett
venbu=
don werden. Nach Beendigung der Arbeiten können ungehindert rund
140 000 Kubikmeter Waſſer abfließen, ſodaß künftig jede Ueberflutung
ausgeſchloſſen erſcheint. Ein weiterer Gewinn iſt, daß etwa 600 Hektar
Land der Bepflanzung und Beſiedlug nutzbar gemacht werden kann.
Das gewonnene Land ſoll zum größten Teile zur Anlage von
Klein=
gärten ſowie zur Errichtung von Grünanlagen dienen, wie überhaubt
durch das ganze Niddatal ſich ein Kranz von Grünanlagem ziehen ſoll.
Man hofft, daß die geſamten Arbeiten bis zum Herbſt nächſten Jahres
vollendet ſein werden.
* Gernsheim, N. Juli. Waſſerſtand des Rheins am
R. Juli, morgens 6 Uhr: 1,58 Meter.
* Trebur, N. Juli. Altbürgermeiſter Kraft †. Der weit
über die Grenzen ſeines Heimatortes hinaus bekannte Altbürgermeiſter
von Trebur, Johanm Daniel Kraft, iſt im Alter von 66 Jahren
ge=
ſtorben.
Egelsbach, N. Juli. Darlehensfragen. Der Gemeinderat
von Egelsbach hat einen Vorſchlag der Kommunalen Landesbank
Darm=
ſtadt, ein kurzſtriſtiges Darlehen in Höhe von 49 000 Mark in ein
lang=
früſtiges Darlehen umzuwandeln, abgelehnt. Ferner wurde ein Antrag
der Girozentrale Darmſtadt um Aufwvertung eines Darlehens aus dem
Jahre 1922 abgelehnt. Der Gemeinderat hat weiterhin prinziviell der
Ginführung der obligatoriſchen Schulzahnpflege zugeſtimmt.
Ueber die finanzielle Seite der Neuerung ſoll, der Wohlfahrtsausſchuß
weitere Verhandlungen führen.
* Seligenſtadt, 2. Juli. Zuſammenſtoß. Beim Ueberholen
eines ſchweren Laſtkraſtwagens ſtürzte in der Frankfurter Straße ein
Motorradfahrer und kam vor die Räder des Laſtautos zu liegen.
Das Auto konnte unmittelbar vor dem ſtürzenden Motorradfahrer, der
aber ſchwvere Verletzungen infolge des heftigen Aufſchlagens
davongetra=
gen hatte, zum Stehen gebracht wenden. Das Motorrad wurde ſtark
beſchädigt.
* Seligenſtadt a. M., R. Juli. Die Städtiſche Badeanſtalt
am Main geht ihrer Fert
gſtellung entgegen. Sie wird auf der heſſiſchen
Uferſeite errichtet. Die Badeanſtalt beſitzt ein größeres Baſſin für
Schwimmer und Nichtſchwimmer ſowie eine größere Anzahl
Einzel=
kabinen.
* Offenbach, M. Juli. Vom Zuge überfahren. Zwiſchen hier
und Mühlheim wurde ein junger Mann vom Zuge überfahren. Die
Perſönlichkeit des Toten konnte bis zur Stunde, noch nicht feſtgeſtellt
werden. Man nimmt an, daß es ſich um einen Selbſtmörder handelt.
Bargebd hatte er nicht bei ſich. „.
* Aus Starkenburg, 26. Juli, wird uns geſchrieben: In Nr. 203 des
Darmſtädter Tagblatts vom letzten Sonntag ſchreibt das Hochbquamt
Dieburg die Arbeiten ſür den Bau zweier Beamtenwohnhäuſer in
Die=
burg und eines Beamtenwohnhauſes in Groß=Umſtadt aus. Es iſt in
der Zeit der Wohnungsnot gewiß richtig und nur zu begrüßen, wenmn die
Staatsverwaltung auf dieſe Weiſe ſorgt, daß die Beamten, die in irgend
ein Amtsſtädtchen verſetzt werden, dort auch mit ihren Familien
unter=
kommen können. Es ſtellt ſich aber immer mehr heraus, daß es nicht
nur gilt, für die Beamten, die noch im Dienſte ſind, Wohnungen zu
be=
ſchaffen. Es iſt auch ein Uebelſtand, an deſſen Milderung ebenfalls
gearbeitet werden müßte, daß beſonders die Beamten auf dem flachen
Lande, die in den Ruheſtand übertreten, ihre bisherige Dienſtwohnung
nicht räumen können, weil ihnen keine Erſatzwohnung zur Verfügung
ſtecht und die Freizügigkeit heute tatſächlich aufgehoben iſt. Es müßten
deshalb auch für ſolche Beamten Wohnungen gebaut werden. Der Staat
gewährt ja dieſen Beamten ſchon Baugelder zu billigem Zinsfuße, wenn
ſie ſich ein eigenes Häuschen bauen wollen. Mit dieſen Geldern könnte
der Staat auch irgendwo ein Mehrfamilienhaus bauen. Der eine oder
der andere Beamte könnte vielleicht auch einen kleinen Baukoſtenzuſchuß
geben, der abgewohnt werden könnte. Jedenfalls wäre es am Platze,
bunch eine Umfrage bei den Beamten, die nächſtens wegen Erreichung
bev Altersgrenze in den Ruheſtand übergeführt werden, feſtzuſtellen,
wie=
weit und wo ein Bedürfnis in gedachter Richtung beſteht.
Rheinheſſen.
bg. Ober=Ingelheim, 27. Juli. Ein ſchwerer Unfall ereignete ſich am
Selztalbahnhof in Schwabenheim. Dort wurden Chauſſeſteine in ein
Auto umgeladen. Beim Abfahren verſagte das Steuer. Der Wagen
fam infolgedeſſen zu nahe an den Eiſenbahnwaggon heran, auf deſſen
Trittbrett der Bjährige Arbeiter Fritz Schmitt von hier ſtand. Schmitt
wurde dabei ſo gequetſcht, daß er im Krankenhaus in Bingen, wohin er
alsbald nach dem Unfall gebracht worden war, ſeinen Verletzungen
er=
lag. Der Verunglückte hatte erſt vor kurzer Zeit geheiratet.
bg. Nieder=Ingelheim. Beim Ausladen der Tiere des z. Zt. hier
weilenden Zirkus Hagenbeck entlief ein Elefant ſeinem Wärter. Erſt
nachdem der Ausreißer einen Zirkuswagen umgeriſſen und nach
Be=
ſeitigung der Umzäunung in einen Garten eingedrungen war, gelang es
ihn dort wieder einzufangen. — Die Ernte hat begonnen. Der
Ertrag iſt zufriedenſtellend. Auch die Obſtbäume zeigen guten Behang.
Vor allem ſcheint, wenn nicht noch unangenehme Zwiſchenfälle eintreten,
die Zwetſchenernte eine ausnehmend gute zu werden.
M. Nierſtein a. Rh., 26. Juli. Großzügiger
Wohnungs=
bau. Die letzte Gemeinderatsſitzung, unter dem Vorſitz von
Bürger=
meiſter Dr. Wollmer, faßte den Beſchluß, zur Behebung der
Wohnungs=
not 10 Doppelhäuſer mit je 4 Wohnungen zu erſtellen, ferner ein
Holzhaus, in dem 8 Familien untergebracht werden können, anzukaufen.
Als Hilfe für die Unwetten=Geſchädigten im Kreiſe
Op=
penheim wurde ein Betrag von 300 Mark bewilligt.
bg. Schwabenheim a. S., 26. Juli. Im Alter von 72 Jahren verſtarb
hier in ſeiner Heimat, Herr Konſul Nikolaus Schuck. Der Verſtorbene,
der früher lange Jahre in Bari Italien) als Großkaufmann anſäſſig
war und die deutſchen Konſulargeſchäfte führte, hatte ſich nach dem
Kriege in ſeine alte Heimat zuvickgezogen. Der Männergeſangverein
Schwabenheim, deſſen Protektor Herr Schuck war, verliert mit ihm einen
eifrigen Förderer des deutſchen Männergeſangs.
Ebersheim, 26. Juli. Die Bautätigkeit in unſerem Orte
iſt ſehr rege. Unter anderem hat der Gaſtwirt Volmer mit der
Erbau=
ung eines Tanzſaales, der etwa 400 Quadratmeter Bodenfläche
umfaßt und infolgedeſſen der größte der Umgebung iſt, begonnen. Der
Saal foll bei der hieſigen Kirchweihe eingeweiht werden.
Oberheſſen.
WSN. Friedberg, 27. Juli. Auffindung einer alten
Sa=
line. Bei dem nahen Wiſſelsheim im Wettertale ſtieß man auf Reſte
der vor etwa 100 Jahren eingegangenen ehemaligen kurmainziſchen
Sa=
line, die um 1600 von Roland Krug errichtet worden war und ſchon die
Dornaradierung anwandte, wie ein aufgefundener Dornſtein beweiſt.
Die Wiſſelsheimer Salzwieſen ſind ihrer eigenartigen Pflanzenwelt
wegen in dieſem Sommer wiederholt das Ziel Wiſſenſchaftlicher
Exkur=
ſionen geweſen. — Kommunalpolitiſches aus Friedberg.
Die hieſige Stadtverordnetenverſammlung hielt am vergangenen
Mon=
tag eine Sitzung von nahezu fünſſtündiger Dauer ab. Für die
Unwet=
tergeſchädigten in Rheinheſſen und Sachſen wurden 500 bzw. 300
Reichs=
mark zur Verfügung geſtellt. Der wichtigſte Punkt der Tagesordnung
behandelte einen ſozialdemokratiſchen Antnag auf Erhöhung der
ſtädti=
ſchen Arbeiterlöhne. Es handelt ſich um 4 Pfg. Zulage für die Stunde.
Nach längerer Ausſprache, in der die Verwaltug ſich gegen den Antrag
ausſprach, da er einen Eingriff in ein ſchwebendes Verfahren bedeute,
wurde der Antrag mit 13 gegen 9 Stimmen angenommen.
Entgegen=
ſtehenden Schwierigkeiten infolge Zugehörigkeit, der Stadt zum Heſſiſch=
Naſſauiſchem Wirtſchaftsverband in Marburg ſoll durch Verhandlungen
begegnet werden. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden noch die
Voranſchläge der Auguſtiner= und Schillerſchule angenommen. Der
An=
tpag auf Errichtung von 15 Feuermeldeſtellen in der Stadt wurde der
hohen
Koſten wegen zurückgeſtellt.
BadNauheim, 26. Juli. Am 2. und 21. Auguſt findet hier der
oberheſſiſche Parteitag dar Deutſchen Volkspartei
ſtatt. Er wird auch von Vertretern der Nachbarprovinzen beſchickt werden;
auch der Parteivorſtand der Landespartei und die Landtagsfraktion der
Partei werden eingeladen. Am 2. Auguſt iſt ein Begrüßungsabend
vorgeſehen, in deſſen Mittelpunkt ein Referat des Landtagsabgoordneten
Dr. Dingeldeh ſtehen ſoll. Bei der Haupttagung am Sonntag wird
u. a. aller Vorausſicht nach Reichstagsabgeordneter Dr. Becker=Heſſen
ſprechen — Zur Kur hier anweſend ſind zur Zeit Staatspräſident Ulrich
und Reichstagsabgeordnater Pfarrer Korell. Erſterer hat in der Villa
„Hubertus”, letzterer im Sprudel=Hotel Wohnung genommen.
Gießen, V. Juli. Die Eingemeindungsfrage der drei
umittelbar vor den Toren Gießens liegenden großen Dörfer
Heuchel=
heim, Wieſeck und Klein=Linden wird zur Zeit wieder
er=
örtert. Bereits vor dem Kriege ſchien die Eingemeindung und der
Aus=
bau der elektriſchen Straßenbahn zur Tatſache zu werden. Der Krieg
und die Inflationszeit brachten die Pläne zum Scheitern. Die
Ge=
meinden Klein=Linden und Heuchelheim, die noch keine Waſſerleitung
beſitzen, könnten mit Leichtigkeit am das Gießener Waſſerwerk
angeglie=
dert werden. Die drei Orte würden der Stadt Gießen einen
Bevöl=
kerungszuwachs von 8—9000 Einwohnern bringen.
* Klein=Linden, R. Juli. Von einem Motorradüberfahren
und ſchwer verletzt wurde der 18 Jahre alte Schloſſer Walter
Weller. Weller befand ſich auf dem Heimwege von der Kirmes in Großen=
Linden, als er von einem Motorrad erfaßt und überfahren wurde. Mit
ſchweren Verletzungen an beiden Beinen mußte er ſofort in die Klinik
nach Gießen gebracht werden.
* Grünberg, 25. Juli. In der letzten Gemeinderatsſitzung wurde
beſchloſſen, daß in Zukuft durch den beſchränkten Naum auf dem
Friedhof keine Familiengräber abgegeben, ebenſo die Abgabe von
Reihen=
gräbern beſchränkt werden ſoll. Nur für den Fall, daß ein Ehegatte
ſtirbt und der überlebende Ehegatte das 60. Lebensjahr überſchritten hat,
kann letzterem neben dem verſtorbenen Ehegatten ein Grab für 300 Mk.
reſerviert werden. — Die ſchon ſeit Jahnen im Nathaus trotz der
Woh=
nungsnot und Geldmangel ler ſtehende Wohnung ſoll nach Beſchluß
des Gemeinderats ſofort inſtandgeſetzt und vom Bürgermeiſter bezogen
werden. Bezüglich der Mieten im ſtädtiſchen Bauhaus (6 Wohnungen)
und im Gebäude der Landwirtſchaftlichen Winterſchule (2 Wohnungen)
iſt auf Grund einer weſentlichen Herabſetzung der Mieten ſeitens der
Stadt eine Einigung mit den Mietern zuſtande gekommen. — Der
Abendzug der Butzbach-Licher Eſſenbahn, 234 Uhr hier eintreffend,
ſoll demnächſt ausfallen und ein Nachmittagszug, 15.30 Uhr eintreffend,
eingelegt werden. Gegen dieſe Verkehrsänderung iſt eine
Proteſt=
bewegung im Gange, der ſich der Gemeinderat anſchließt. — Die
vereinigten Neuapoſtoliſchen Gemeinden Süd= und Mitteldeutſchlands
beabſichtigen, in der Bismarchſtraße eine Kirche zu errichten. Seitens
der Stadtverwaltung wird der Errichtung eines Gotteshauſes nichts im
Wege ſtehen, ud beſchließt, um in dieſer Straße ein weiteres Bauen
zu ermöglichen, dieſe Straße durchzuſtoßen. — Wegen der vorgerückten
Zeit wurden die noch zu erledigenden Punkte zurückgeſtellt.
* Aus Oberheſſen, B. Juli. Hochkonjunktur hat z1
Bafaltſtein=Induſtrie zu verzeichnen. Die Steinbrüch=
Londorf, Keſſelbach und Lumda im Lumdatale verladen täglich 3o
40 Eiſenbahnwagen Baſaltſteine. Die großen Baſaltbniche in Obei
Widdersheim an der Bahnſtrecke Gießen—Gelnhauſen verſennd
täglich etwa 700—80 Tonnen Pflaſterſteine und Steinſchlag. Die
legſchaft dieſes Werkes beträgt 20 Arbeiter und iſt ſeit dem Voriau
um 120 Arbeiter geſtiegen. Auch die Baſaltſteinbrüche bei Münſt:
Oberbeſſingen und Ettingshauſen an der Butzback=9zu
Eiſenbahn zeigen Hochbetrieb. Hier werden täglich ebenfalls 25 biss
Waggon verladen. Die große Nachfrage der
Baſaltſteinerzeugniſſe=
auf die Anforderungen im Straßenbau durch Kleinpflaſterungen und
die Betonbauweiſe mit Baſaltgruß zurückzuführen.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 28. Juli. 12: Uebertr. des Glockenſpiels aus dern
Darmſtädter Schloß. 13.30: Ueberte, von Kaſſel: Konzert des
Kaſſeler Hauskapelle. o 16.30: Robert Schumann. Trauermarſa
. d. Klavierquintett ov. 44. — Ouv. z Byrons „Manfred‟. —
Frühlingsnacht. — Soldatenbraut.
Schöne Fremde.
Fm4!
für Klavier op. 17.
— Romanze a. d. Vierten Sinfonie.
Frühlingsfahrt. — Erſtes Grün. — Wehmut. — A. d. „Papillon”
opus 2. — Träumerei. — Abendlied Mitw.: Clara Zeller ſAl0le
O 17.45: Uebertr, von Kaſſel: Dr. Schleichert:
Nar Dauthend
zum 60. Geburtstag. o 18.15: Rektor Förſter
Die Aufgabem
des Kleingartenbaues auf dem Gebiete der Volkskultur.”
191
Univerſitätslektor Roedemeyer: Sprechkünſtleriſche Stil= und Fomu
fragen. 20: Uebertr aus dem Beethovenſaal der
Muſitaus=
ſtellung: Klavier=Konzert Samuel Feinberg=Moskau. O 21.30:
Ueber=
tragung von Kaſſel: Rezitationsſtunde Dr. Rolf Praſch. Zum
Ge=
d. „Märchenbriefbuch” der heiligen Näctu
dächtnis Dautgendens Melodran von Winternitz: „Die cieſt”
A
im Javanerland
Nachtigall”, Märchen von Anderſen. Am Flügel: E. Bodart.
Stuttgart.
Donnerstag, 28. Juli. 13.15: Schallvlattenkonzert. o
Aus dem Küchenreich. 8 16.15: Konzert. Gluck: Ouv. Jphin
in Aulis. — Bach: Franz. Suite. Violinkonzert A=moll. — d
Quv. Armida. — Urbach: Erinnerung an Bach. — Bach:
Kon=
us der Violoncello=Suite.
Gluck: Ouv. Aleſte. o 141
tuttgart. Dr. Löwenberg: Berühmte Dramaturgen — Freiſu
Prof, Rautmann: Herz und Sport. o 1845: Stuttgart
uf
Freiburg: Die Gefahren der Entwicklungsjahre. O 19.15: Schoh
funk. 8 19.45: Bäderſtunde. O 20.15: Konzert des Philhan.
Orch. Stuttgart. Suppe: Ouv. Dichter und Bauer.
Verdſt:
Rigoletto=Fant. — Auber: Stumme von Portici. — Kreuten3
Nachtlager von Granada. o 21.15: Heiterer Abend
Käte Mann. Hilde Binder, C. Struve Funkorcheſter. Offen
Oup. Die ſchöne Helena. — Raymond: Ich hab im Leben men
einmal geliebt. — Egen: Ich hab heut Nacht vom Rhein geträunt
Hirſch: Einmal geht jeder am Glück vorbei. — Gilbert:
Liebe, aus Katja, die Tänzerin. — Benes: In der Pfalz.
Angellied. —
Aſcher: Heut hab in4
Chriſtine: Die Baiadere, Btrupei Kino., Driants
mit dem G
blück ein Rendez=vous. —
Parodie. — Fall: Liebe Katharina. — Chriſt: Alte Treue.
Berlin.
Donnerstag, 28. Juli. 6: Gymnaſtik. O 16: C. Mittelſtädt,
Geflügelte Worte, deren Urſprung und Bedeutung im deutſch
Sprachgebrauch. 16.30: Dr. Nobel: Benares, die Hochbuy
der Brahmanen. o 17: Balladen=Lyrik. Goethe: Mignon. Han
gerlieder. Mailied. Der Fiſcher. Gott und die Bajadere.
Schiller: Sehnſucht. Die Bürgſchaft. Kaſſandra. Doris Rach
Rezitation). o 17.30: Konzert. Beethoven: Sonata g.
MW
taſi
fantaſia eis=moll. — Ravel: Sonatine fis=moll. —
Brahm=
ondt
für Klarinette und Klavier. Ernſt Fiſcher Klarinette), Wiatſchezlag
Witkowsky (Klavier), o 18.40: Dr. Ing. Sinnel
Techniſt
Wanderungen durch das Badener Land. 19.05: R. Goerit
Tennis, eine Einführung in das Verſtändnis des weißen Sport,
0 19.30: Dr. von Bonin: Die Bedeutung der
Unfallverhütun=
für den Arbeitgeber, 0 20: Ing. Kappelmayer: Wunder des5
Schalls. 0 2030: Vortrag Redner und Thema werden bes
kanntgegeben) 21: Walzerſtunde. Weber: Aufforderung zun1
Tanz.
— Gounod: Walzer aus Romeo und Julia. — Roſas.”
Ueber den Wellen. — Strauß: Frühlingsſtimmen. — Fetras;
Mondnacht auf der Alſter
strauß: Geſchichten aus dem
Wiener Wald. — Lanner: Die Schönbrunner. 0 22.30: Tanzmuſil.
Itettin 21: Ferienbriefe (Lausbubengeſchichten aus Süd
und Nord), Komzak: Qup. zu Edelweiß. Münchener Kindl —
Ludwig Thoma: Beſſerung. In den Ferien. Aus den
Laus=
hubengeſchichten. — Koſchat: Am Wörther See.
Conradi=
Qup. Berlin, wie es weint und lacht.
Paul Richter: Au
dem Tacebuche eines Berliner Jungen. Die Berliner im Dorf
ſechs Jungenbriefe. — Lincke: Berliner Luft. — Kollo: Berli,
ich bleib dir treu.
Königswuſterhauſen. Donnerstag, 28. Juli. 6: Gymnaſtit,
14.30: Adele Lüderitz: Geſundheitsmäßige Ernährung der
wer=
denden und ſtillenden Mutter. o 15: Ernährung mit Rückſicht auf
das Geſchlecht. o 15.40: Adele Lüderitz: Kochanweiſungen und
Speiſefolgen. o 16: Dr. Georges: Vater und Mutter als Erzieher.
O 17: Curk Hotzel: Antike in Deutſchland. o 17.30: Uebertr. de
8.30: Spaniſch. 6 18.55: Das deutſche
Konzertes Berlit. 2. Mitw: Dr. Boetcher, H. SchuüberthMlif
Kunſtlied: „Schubert.
ſter, E. Schröder. 0 19.20.
Rittergutsbeſitzer von Oppen: Der
Agrarkonareß in Rom. 0 Ab 20.30: Uebertr. aus Hamburg: Ein
Sommerabend.
Hauptſchriftleltung: J. V.: Max Sireeſe.
Verantwortlich ſür Politik und Wirtſchaft: J. V.: Andreas Bauer, für Feuilleton, Reichben
Ausland und Heſiſche Nachrichten: Max Streeſe; ſür Sport: Dr. Eugen Buhlnichl
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſi: Andreas Bauuk!
„Die Ge
nwart‟: Dr. Herbert Neite; für den Inſeratenteil: Willy Kuhlt
Druck und Verlag: C. C. Witi ich — ſämlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Mannſtripte wird Garantie der Rückſendung n ich 1 übernommel
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
UROSSER PREIS VON DEUTSCHLAND
17. 1UL1 1927
FUR SPORTWAGEN
17. 1LLI 1927
NICHT MIT SPEZIALKONSTRUKTIONEN, SONDERN MIT IHREN SERIENMASSIG GEBAUTEN
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VIERSTTZIGEN SPORTWAGEN GEWINNT DIE MERCEDES-BENZ-MANNSCHAFT MIT MEHR ALS
EINER RUNDE VORSPRUNG DAS UBER 510 KLLOMETER FÜHRENDE SCHWERE RENNEN IN
A
*
K
NEUEN REKORDZEITEN UND PHANTASTISCHEN DURCHSCHNITTSGESCHWINDIGKEITEN
EIN DREIFACHER SIEG UND EIN TRIUMPH DER OUALITATI
DAIMLER-BENZ A.-C. VERkAUFSTELIE FRANKFURT, ABTELLUNG PERSONENWAGEN RATHEMAUPLATZ 14
VERTRETUING:
„KRAFTFAHRZEUGS MOTORWAGENVEFKAUFSBLRO, OTTO HEINRICH GRAFHAGENBURC, DARMSTADT
HERMANNISTRASSE 39
FERNISPRECHER 280)
TV. 2891
Nieimmer 207
Donnerstag, den 28. Juli 1927
Seite 9
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A=moll. —
Geſchichten aus aller Welt.
(Nackdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Bevölkerungszuwachs und — Hypothekenbanken.
Paris. Mit bevechtigter Beſorgnis betrachten die
fran=
ſchen Patrioten die abſteigende Linie der Bevölkerungsbewegung.
wich erſt hat die amtliche Statiſtik wieder einmal feſtgeſtellt, daf
R
jr: 1926 kein Geburtemüberſchuß über die Sterbeziffer in
Frank=
ſttrrzeichnen war. Trotz der vielfältigen ſtaatlichen und anderen
fien auf die Geburt des vierten oder fünften Kindes! Mediziner
Mi Kogen und Biologen zerbrechen ſich vergeblich den Kopf über die
ſtogen dieſer Erſcheinung und dieſer Gefahr, die natürlich beſonders
wen franzöſiſchen Militariſten in den ſchwärzeſten Farben gemalt
Aber die Wiſſenſchaft kommt, wie geſagt, zu keinem vollgültigen
fer nis, und wie faſt immer in bedeutenden Fragen iſt es der Laie,
tde Wahrheit durch Zufall entdeckt.
Aeer linksſtehende „Soir” nämlich veröffentlicht folgenden
verzweif=
gavollen Brief eines jungen Ehemannes
„ch bin verheiratet, ohne Kinder und wohne, da ich keine eigene
ſurung bekommen kann, im Hotel. Kürzlich war ich in der Lage,
ſtin kleines Terrain zu kaufen, wobei ich den Gedanken hegte, mir
dank des Ribot=Geſetzes (das den Wohnungsbau durch ſtaatliche
jhllfen zu heben bezweckt, Anm. d. Schriftl.) dort ein kleines Häuschen
tex zu können. Ich wandte mich dabei an eine Immobiliengeſellſchaft
AAlufnahwe einer Hypothek. Ich mußte folgendes Formular
aus=
ſent2:
Franzoſe? — Jc.
IIIter: — 28 Jahre,
Söhe des Verdienſtes: — 1100 Franes monatlich,
Saben Sie Kinder? — Nein, aber eins iſt „unterwegs”.
rbeitet Ihre Frau? — Ja,
WVieviel verdient ſie? — 700 Franes,
WVie hoch iſt der Wert Ihres Terrains? — 7000 Franes.
Mach dem ich dies ausgefüllt hatte, ging ich ſchmunzelnd und
hände=
byud in dem fröhlichen Glauben nach Hauſe, daß die Sache gemacht
ch, man ſoll ſich nicht allzu früh freuen, denn ſchon am nächſten
erhielt ich einen Brief der Immobiliengeſellſchaft, der beſagte:
Wir hätten Ihnen ſehr gerne die erbetene Hypothek gewährt,
ſer uns dazu zu unſerem Bedauern angeſichts der von Ihnen mitge=
Imn Tatſache außerſtande, daß Sie und Ihre Frau ein
verhältnis=
hohes Einkommen genießen und daß Ihre Frau guter Hoffnung
Wir verleihen, wie auch aus dem in Ihren Händen befindlichen
ſcnruten hervorgeht, unſer Geld nur an Junggeſellen oder kinderloſe
eisgare!
Soweit der Brief. Wenn allerdings in ganz Frankreich dieſe
ge=
ßikliche Praxis floriert, Hypotheken und Anleihen nur ſolchen Staats=
bürgern zu bewilligen, die ſich ihrer vornehmſten patriotiſchen Pflicht
entziehen, der nämlich, für eine kommende Generation zu ſorgen, dann
dürfen ſich die franzöſiſchen Statiſtiker nicht über die negativen
Er=
gebniſſe ihrer Aufzeichnungen über die Bevölkerungsbewegung zu
wun=
dern, Kinder koſten Geld, Bargeld lacht, warum alſo unnötigerweiſe
Vater werden?
Eine mißverſtandene Redeblüte.
(k) London. Die Chineſen und auch die Japaner ſind bekamtlich
Meiſter einer blumigen Umgangsſprache, und ihre Höflichkeitsfloskeln
ſind faſt lyriſche Hymnen. Wenn wir beim Abſchied von jemand ſagen:
„Na, dann laß’ es Dir gut gehen!” umkleidet das der feine Mann der
gelben Raſſe etwa ſo: „Möge das leuchtendſte Geſtirn der blauen Tage
die Hibiskusblüten in Deinen zauberiſchen Gärten vertauſendfachen,
— und wenn man keine Hibiskusgärten, nicht einmal einen Blumentopf
auf ſeinem Balkon beſitzt.
Ein japaniſcher Kaufmann, der ſeit einem Menſchenalter in London
lebt und mit einer Landsmännin verheiratet iſt, wurde dieſer Tage
Vater eines ſtrampelnden Japanerbuben. Voll Freude und Stolz
be=
eilte er ſich, dieſes willkommene Ereigmis ſeinem älteren Bruder, der als
reicher Handelsmann noch im Vaterlande lebt, telegraphiſch mit
fol=
genden Worten mitzuteilen:
„Soeben iſt Dein prächtiger Neffe Kayiſha in der großen Stadt bei
uns eingetroffen; wir
hab=
ihn mit tauſendfältigen Freuden in unſerer
Hüttte willkommen geheißen.”
Worauf nach kürzeſter Zeit prompt ein Telegramm aus Tokio
zurück=
kam: „Kerl muß Hochſtabler ſein, ſofort verhaften laſſen!
Längere Köpfe, längeres Leben.
(k) London. Die Londoner Tierliebhaber haben eine neue
Sen=
ſation. In der letzten Sitzung des ſogenannten Bulldoggen=Clubs wurde
nämlich feſtgeſtellt, daß die bisherigen bekannten kurzen Köpfe der echten
engliſchen Bulldoggen abgeändert werden müßten, weil ſonſt die
Züch=
tung der Bulldoggen allzu teuer würde. Es iſt nämlich durch lange
Ver=
ſuche feſtgeſtellt worden, daß die engliſche Bulldogge eines der
kurz=
lebigſten Tiere iſt, die man überhaupt kennt. Die Bulldogge lebt im
Durchſchnitt nur 6 Jahre, ſodaß die Zucht und die Haltung von Bull
doggen einen außerondentlichen Kapitalaufwand verſchlingt Wiſſen
ſchaftliche Unterſuchungen, die ſich mit dieſem Problem befaßten, haben
feſtgeſtellt, daß die Kurzlebigkeit der Bulldoggen darauf zurückzuführen
iſt, daß ihr Hirn, insbeſondere das ſogenannte Kleinhirn außerordentlich
wenig entwickelt iſt und infolgedeſſen die Vitalität der Bulldogge
herab=
geſetzt iſt. Deswegen hat der Bulldoggen=Club, der bekanntlich jedes
Jahr den preiszukrönenden Typ der Bulldogge feſtſetzt, beſchloſſen, durch
Kreuzung mit anderen Raſſen der engliſchen Bulldogge in Zukunft
einen längeren Schädel zu geben. Das würde, wie der Berichterſtatter
der „Daily Mail” feſtſtellt, führ die Bulldoggen die ſchönſten Ausſichten
auf ein langes und bequemes Leben eröffnen. — —Schade nur, daß
dieſe Forſchungen ſich nur auf Bulldoggen bezogen haben. Wie
inder=
eſſant wäre es, wenn auch auf andere Gattungen der Tierwelt, wie
z. B. den Menſchen, ähnliche Forſchungen angeſtellt würden!
Ewig Miller.
(a) NewYork. Ein richtiger Reporter darf nie um einen
packen=
den Stoff verlegen ſein; das iſt das A und O amerikaniſcher
Zeitungs=
kunſt und auch des amerikaniſchen Zeitungsverfolgers, auch wenn die
Wahrheit dabei manchmal ſehr empfindlich zurechtgebogen wivd. Iſt
gerade kein Senſationsprozeß im Gange keine Hochwaſſerkataſtrophe
und kein Hotzelbrand, iſt kein Mord im Chineſenviertel, kein Bankraub
in Chikago und keine Scheidungsaffäre in Hollywood fällig, ſo ſpürt der
Reporter irgend etwas anderes auf, etwa einen Mann, der in ſeinem
ganzen Leben, man denke, noch nicht telephoniert hat, ein Spukhaus in
Alleghany oder einen zwölfjährigen Jungen, der ſeit zwei Jahren an
einer Philoſophie des „Kosmos” ſchreibt, oder er interviewt den alten
Mr. Hopkins, der vor zwanzig Jahren am Nil einmal von einem
Prokodil angeknabbert worden iſt. Ein Reporter dieſer unerſchöpflichem
Art, der ein großes Blatt in Boſton bedient, hat nun wieder eine ſolche
Entdeckung gemacht, die er in unzähligen Spalten mit den fetteſtem
Ueberſchriften und Zwiſchentiteln jagdgerecht ausgeweidet hat."
Dieſe Entdeckug iſt eine Mrs. Millers. Millers gibt es in dem
Vereinigten Staaten mindeſtens ebenſoviele wie in Deutſchland Schulzes.
Dieſe Mrs Miller aber iſt ſozuſagen eine Rekordmiller. Und zwar:
Eine geb. Miller, wird ſie im Alter von 15 Jahren bei einem
Boots=
unglück von einem anderen Miller gerettet und ſchwört nunmehr bei
ſich, im Leben die Gattin nur eines Millers zu werden. Und tatſächlich
heiratet ſie drei Jahre ſpäter einen Eiſenbahnbeamten Miller, mit
dem ſie am Trauungstage eine halbe Tagereiſe macht, um ſich von einem
Standesbeamten Miller und einem Reverend Miller bürgerlich
und kirchlich kopulieren zu laſſen. Als das erſte Kind kommt, wird ein
Mädchen namens Miller als Kindermädchen engagiert, der Gatte
kommt bei einem Eiſenbahnunglück um, und die Witwe Miller wird
bald wieder Frau Miller; ihr zweiter Mann iſt Verſicherungsagent
einer Geſellſchaft, deren Direktor ebenfalls Miller heißt. Das Kind
iſt inzwiſchen ſchulfähig geworden und kommt in die private Lehranſtalt
eines gewiſſen Herrn de Miller, — was eine kleine Konzeſſion an
das Unabwendbare darſtellt, — und ſchließlich zieht die Familie auch
noch um in die Miller= Street. Dort wohnt nun die ſo kondenſierte
Mrs. Miller, verwitwete Miller, geborene Miller, mit Herrn
Miller von Johnſon, Miller u. Co. mit dem von Barbara
Miller betreuten und Herrn de Miller unterrichteten kleinen
Joe Miller und wird wohl auch, wie ſie ſich das in den Kopf geſetzt
zu haben ſcheint, als Millerin ſterben.
Doch der Clou dieſer Geſchichte kommt ganz zum Schluß.
Aus=
nahmsweiſe nämlich hat der Reporter des Boſtoner Blattes ſeinen
auf=
vegenden Bericht mit ſeinem Namen gezeichnet, und da lieſt man
Alexander Miller —
aison-Ausverkauf!
Die letzten Tage!
Restposten
Wasch=
Kunstseide
hübsche Muster
Restposten
Wasch-
Kunstseide
herrl. Blumenmuster
98.
Restposten
Crepe
marocaine
10 verschied. Dessins
1.95
R
K
R8
u
A
D
K
A
Restposten
Etamine
ca. 150 cm breit
A=
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Festons u.
Stickereien
Meter
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dessen Preis für jedermann erschwinglich ist, kann
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[ ← ][ ][ → ]Nummet 207
Donnerstag, den 28. Juli 1927
Seite 10
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Nummer 207
Donnerstag, den 28 Juli 1927
Das ehemalige Reſidenzſchloß in Darmſtadt
und ſeine neue Verwendung.
Das Darmſtädter Schloß, urkundlich im Jahre 1331 zum
em Male erwähnt, hat ſich im Verlauf von 6 Jahrhunderten
geiner kleinen Burganlage entwickelt. Größere
Raumbedürf=
ie zeitweiſe auch die Bauluſt ſeiner Beſitzer und nicht zuletzt
ichserende Brände woaren im Laufe der Zeit die Veranlaſſung
deen Veränderungen und Erweiterungen, die in der
Viel=
ſalltigkeit der heutigen Anlage lebendigen Ausdruck finden.
DDer 19. Mai des Jahres 1715 iſt ein ganz beſonderer
Mark=
im in der Baugeſchichte des Schloſſes. An dieſem Tage brannte
ßgehemals am Marktplatz gelegene Kanzleigebäude vollſtändig
dsr. Der Zuſtand des Schloſſes vor der Brandkataſtrophe geht
mnſchaulichſten aus den Architekturgemälden hervor, die, noch
rſanden, heute im Kaſſenraum des Schloßmuſeums ausgeſtellt
0. Das bekannteſte Schaubild, gemalt im Jahre 1676 von dem
Von Regierungsbaurat Emil Hofmann.
iſt durch reichen rlaſtiſchen Schmuck geziert. Die auf den Pilaſtern
ſtehenden Steinfiguren verſinnbildlichen von links nach rechts
geſehen: „Fides” (die Treue) mit dem Hund, „Caritas” (die
Liebe) mit einem vergoldeten Oelzweig in der Hand und zur
Linken zwei ſich ſchnäbelnde Tauben, „Juſtitia” (die
Gerechtig=
keit) mit vergoldetem Schwert und vergoldeter Wage, „
Abun=
dantia” (die Ueppigkeit oder Ueberfluß) mit einem Füllhorn.
Außerdem befinden ſich über dem Mittelfenſter das von Löwen
gehaltene landgräfliche Wappen und über den Seitenfenſtern
allegoriſche Reliefs, die den Nachruhm verſinnbildlichen. Die
zwiſchen den Figuren angebrachte, aus vier Lahnmarmorplatten
zuſammengeſetzte Tafel trägt die Inſchrift: „4b Brnesto
Ludo-
wieo Landgravio Hassiae praesens arx loco alterius vulcani
kurore abreptge extrusta est”, d. h.: Dieſes Schloß iſt von
den. Bis jetzt ſind rund 450 000 Mark verausgabt. Das
Staats=
archiv erhielt 4100 laufende Meter neue Stellflächen für
Archi=
valien in feuerſicheren Magazinen zur Unterbringung des vom
Schloß in Babenhauſen überführten Rechnungsarchivs und
ande=
rer Ablieferungen. Für die Landesbibliothek wurden 2600
lau=
fende Meter neue Stellflächen geſchaffen, um die gefährdeten
Büchermagazine einſtweilen zu entlaſten. Außerdem wurden
rund 3300 Quadratmeter Auswechſlungen an angefaulten
Ge=
bälken vorgenommen und 2700 Quadratmeter Maſſivböden
her=
geſtellt, Teile der Zentralheizungsanlage mit Heizungskamin und
der elektriſchen Lichtanlage inſtalliert. Der große Mittelſaal über
der Eingangshalle am Marktplatz in Höhe des Balkons mit den
drei großen nach Süden gelegenen Fenſtern iſt zum Leſeſaal der
Landesbibliothek ausgebaut und der freien Benutzung zugäng=
Der neue Leſeſaal der Landesbibliothe
mbaligen „Fürſtlich Heſſen=Darmſtädtiſchen” Hofmaler P. Ro=
R.h. ſtellt das Schloß von Süden, von dem Marktplatz aus, dar.
til linke vorſpringende Gebäudeflügel iſt das Kanzleigebäude,
dem ſich bis zum Brande das Staatsarchiv befand. Die
Archiv=
ſtunde konnten vor der Zerſtörung gerettet werden und wurden
mübergehend im Rathaus untergebracht. Der große Brand
iſ” auch auf die anderen Gebäudeteile, auf den Kirchenbau und
lakenbau, über, doch konnten die den ſchiefwinkligen
Kirchen=
f— ſo genannt, weil ſich dort der Schloßkircheneingang
befin=
t — umſchließenden Gebäude und der Glockenbau erhalten
encen.
Dieſe alten Teile des Schloſſes werden heute zur Hauptſache
m dem Schloßmuſeum eingenommen. In dem oberſten Geſchoß
7), in dem Glockenbau ſind in der Nachkriegszeit außerdem
hir kleine und eine größere Wohnung eingerichtet worden. Die
ſemalige Hofkirche dient heute dem Gottesdienſt der
Schloß=
meinde, ein größerer Raum neben der Kirche iſt
Konfir=
aundenſaal.
Augenfällig von dieſen alten, vor 1700 errichteten Gebäuden
iterſcheidet ſich das am Marktplatz gelegene neue Schloß in
muundriß und Aufbau von gkademiſcher Regelmäßigkeit und
us außergewöhnlichen Ausmaßen. So iſt das Hauptgeſchoß
A Meter und das Obergeſchoß 550 Meter im Lichten hoch. Das
ue Schloß iſt nach den Plänen des franzöſiſchen Architekten
Ula Foſſe ausgeführt, der ſehr bald nach dem großen Brande
15Jahre 1715 von dem damals regierenden Landgrafen Ernſt
ſtzewig den Auftrag erhielt, ein neues Schloß zu entwerfen. Der
neßitekt hatte die Abſicht, das ganze alte Schloß, auch die heute
mg erhaltenen, den Kirchenhof umſchließenden Gebäude und
en Glockenbau niederzulegen und ein neues, nach einem
einheit=
chen Plan entworfenes Bauwerk zu errichten. Das
Glocken=
üul ſollte in einem Turm untergebracht werden, der in der
ſüktelachſe des Marktflügels und der Rheinſtraße projektiert
ſar. Ein nach de la Foſſens Plänen hergeſtelltes Holzmodell,
zu nicht nur die Außenarchitektur mit dem Turm, ſondern auch
en. Ausbau aller Innenräume mit ihren Kaminen,
Türumrah=
ungen, Wand= und Deckenaufteilungen darſtellt, iſt noch
vor=
guürden und im Kellergeſchoß des Landesmuſeums öffentlich
Uugeſtellt. Es gibt ein anſchauliches Bild von dem großzügigen
qugedanken von Bauherrn und Baumeiſter.
Der Entwurf kam in dieſer geplanten Ausdehnung nicht zur
usführung, auch über dem am Marktplatz und nach der Rhein=
IA=ße zu gelegenen ausgeführten Teil hat ein eigenartiges
ſctluickſal gewaltet. Nie vollendet, 1810 von Mittermayer und
ſüeller im Aeußeren verändert, wurden die damals ſchon
vor=
gndenen Schäden an Mauerwerk und Gebälken nur
behelfs=
uufßig ausgebeſſert. Im Laufe der Zeit traten weitere zerſtörende
fünflüſſe und treten heute infolge des erſchütternden
Laſtauto=
eittkehrs in erhöhtem Maße auf.
Der im Jahre 1716 begonnene Neubau wurde auf einen
haerblatteten Schwellroſt aus Buchen= und Erlenholz errichtet.
u: den Untergrund zu verdichten und ihn dadurch tragfähiger
unmachen, wurden zwiſchen die offenen Felder des Schwellroſtes
Ptenannte Verdichtungspfähle eingetrieben, ein Verfahren, wie
sübei alten Bauwerken von großen Ausmaßen häufig angewandt
varde. Auf dieſen Schwellroſt wurde nun das Gebäude in
ruichſteinmauerwerk mit Werkſteingliederungen aus gelblich
ge=
duertem (Reiſtenhäuſer) Maiu=Sandſtein errichtet. Der
gewal=
igr Neubau geriet im Laufe der Jahre infolge der nur ſpärlich
liſ=ßenden Mittel mehr und mehr ins Stocken. Auch mit den im
fahre 1722 von den damaligen Landſtänden in Gießen
bewillig=
en — 100 000 Gulden konnte der Neubau nicht zum Abſchluß
ge=
ſnacht werden. Das Haus wurde nur im Rohbau fertiggeſtellt.
Der Mittelpavillon an der Marktfront iſt als Haupteingang
ſiödcher gegliedert und ganz in rotem Sandſtein ausgeführt
gegen=
iher den ſchlichten Verbindungstrakten und Eckpavillons. Auf
enn gequaderten Erdgeſchoß ſtehen vier korinthiſche Pilaſter, die
zur gewaltiges Konſolgeſims von ſtarker Ausladung tragen. Auf
diſeſen ſteht das 4 Meter hohe Attikageſchoß, das ſeinerſeits von
euner Baluſtradenattika gekrönt wird. Der ganze Mittelriſalit
Ernſt Ludwig, dem Landgraf von Heſſen, an Stelle eines
ande=
ren von Feuersbrunſt zerſtörten erbaut worden.
Der Mittelpavillon war bereits im Jahre 1725 ausgeführt.
Im übrigen wurde damals alle Tätigkeit auf den Ausbau des
heute noch erhaltenen 7 Meter hohen Archipraumes verwendet.
Er wurde mit Schränken zur Wiederaufnahme des Staatsarchivs
nach de la Foſſens Plänen fertiggeſtellt und das Erdgeſchoß mit
Fenſtern verſehen. Die beiden Obergeſchoſſe konnten aus Mangel
an Mitteln keine Fenſter mehr erhalten, die Oeffnungen wurden
mit Brettern zug=ſchalt, die Balkongeländer und Eingangstore
fehlten ganz. So ſtand das Gebäude ſeit 1730 unvollendet da,
ein „königlicher Bautorſo”.
Erſt im Jahre 1810 beauftragte Großherzog Ludwig I. die
Hofbaumeiſter Mittermayer und Moller, das neue Schloß mit
Fenſtern zu verſehen und es auszubauen zur Aufnahme der
Kunſt= und wiſſenſchaftlichen Sammlungen. Mit dieſem Ausbau
hat das Schloß auch eine weſentliche äußere Aenderung erfahren.
Mittermayer und Moller ſtellten alsbald nach Beginn der
Aus=
bauarbeiten feſt, daß der halbfertige Bau im Laufe der Jahre
durch eindringendes Waſſer ſehr gelitten hatte, und beantragten,
die auf dem Hcuptgeſims der Zwiſchentrakte ſtehende
durch=
brochene Baluſtradenattika, hinter der der Regen eindrang, was
den Mauern und Gebälken ſehr geſchadet hatte, zu entfernen.
Der Antrag wurde genehmigt und 1810 die am Schloßmodell noch
ſichtbare Attika mit der Baluſtrade heruntergenommen. Nach
Vollendung des Ausbaues wurden Muſeum und Gemäldegalerie
in den Obergeſchoſſen des ſüdweſtlichen und weſtlichen, die
neu=
geordnete Hofbibliothek in dem ſüdöſtlichen Flügel untergebracht
und dem öffentlichen Beſuche zugänglich gemacht. Die Tore und
Balkongeländer wurden erſt in den 50er Jahren eingeſetzt.
Ver=
mutlich ſind die gußeiſernen Roſetten und das gußeiſerne
Wap=
pen am Haupteingangstor von dem Bildhauer Scholl modelliert
worden, der auch die Standbilder der Landgrafen Georg und
Philipp des Großmütigen ausgeführt hat. Sie ſollten
urſprüng=
lich vor die Torpfeiler des Markteinganges unter den Balkon
geſtellt werden, fanden aber ſpäter zwiſchen Theater und
Zeug=
haus bzw. Muſeum ihren Platz.
Die Landesbibliothek befindet ſich noch heute in denſelben
Räumen im ſüdweſtlichen Verbindungstrakt, die ſie im Jahre
1817 mit noch nicht 100 000 Bänden bezogen hat. Mittlerweile
ſind die Beſtände auf 70 000 Bände angewachſen und mußten
aus Raummangel in denſelben Räumen untergebracht werden.
Der Zuſtand der Mauern und Gebälke iſt durch die Fäulnis des
Fundamentroſtes und Auflager bei der ungeheueren Bücherlaſt
bedenklich, teilweiſe geradezu gefahrdrohend. Das Staatsarchiv
iſt ſeit 1725 in dem hohen Erdgeſchoßmagazin im ſüdweſtlichen
Verbindungstrakt untergebracht. Die ſeit 1920 eingerichteten
neuen Magazinräume genügen noch nicht, um die unerſetzlichen,
für die Geſchichte Heſſens wertvollen Urkunden, die bis zum Teil
bis zur Karolingerzeit zurückreichen, geordnet und feuerſicher
aufzubewahren. Das Denkmalarchiv, heute noch in drei
Speicher=
räumen der Techniſchen Hochſchule, ſoll in das Schloß verlegt
werden; es beſitzt eine kunſtgeſchichtlich ganz einzigartige
Samm=
lung von photographiſchen, zeichneriſchen und farbigen
Auf=
nahmen hiſtoriſcher Bauwerke und alter Wandmalereien aller
Zeitabſchnitte.
Nach dem Uebergang des Schloſſes in ſtaatliches Eigentum
hat der Landtag 1919 beſchloſſen, den neuen Schloßteil für dieſe
Inſtitute auszunutzen. Die vor dem Kriege beabſichtigte
Räu=
mung des Schloſſes und die Errichtung eines Neubaues für
Bibliothek und Archive würde den Staat nicht nur den Neubau
mit rund 2250 000 Mark, ſondern auch die unumgängliche
Siche=
rung des Schloſſes mit 800 000 Mark, alfo 3 050 000 Mark
ge=
koſtet haben.
Der jetzige Ausbau des Schloſſes für die Bibliothek und
Archive koſtet einſchließlich der baulichen Sicherungen rund
2200 000 Mark. Demnach wird durch die bleibende Verwendung
des Scloſſes für dieſe Inſtitute dem Lande ein Mehraufwand
von 850 000 Mark erſpart.
Um einen kurzen Ueberblick über die umfaſſenden
Ausbau=
arbeiten zu erhalten, müſſen hier einige Zahlen angeführt wer=
lich gemacht. Ueber dieſem Saal liegt ein zweiter 7 Meter hoher
Raum, der mit eiſernen Büchergeſtellen ausgebaut iſt und rund
100 000 Bücher aufnimmt. Der gekuppelte Dachſtuhl des
Mittel=
pavillons mußte teilweiſe ausgewechſelt und ſtark verankert
wer=
den. Die alten Holzgauben ſind in Kupfer erſetzt. Um die
gro=
ßen, auf der Decke des Leſeſaales ruhenden Bücherlaſten
auf=
nehmen zu können, wurde die Balkenlage mit vier 65 Zentimeter
hohen Eiſenträgern abgeſtützt und mit einer darunter frei
auf=
gehängten Decke gegen Feuer geſichert. An der Marktfaſſade
waren die vorſpringenden Architekturteile, Geſimſe, Sockel und
Valkonplatte, ebenſo die Figuren derart verwittert, daß der
öffentliche Durchgang durch herunterfallende Steinſtücke
gefähr=
det war. Deshalb wurden die ſchlechten Steine, die vier Figuren,
das geſamte Hauptgeſims, Pilaſterpoſtamente und Balkonplatte
herausgenommen und durch neue erſetzt.
Das Gerüſt vor dem Mittelpavillon wird in Kürze
abgenom=
men, ſpäter an anderer Stelle der Faſſade wieder aufgeſtellt, um
dort die erforderlichen Sicherungs= und Auswechſlungsarbeiten
vornehmen zu können. Es wird allmählich um das ganze Schloß
herumwandern müſſen.
Der Mittelpavillon iſt ſomit baulich geſichert und für die
Bibliothek nutzbar ausgebaut. An dem noch im Bau begriffenen
ſüdweſtlichen Verbindungstrakt haben ſich beſondere Schäden
be=
merkbar gemacht. So iſt die Südmauer nach dem Marktplatz
ſtel=
lenweiſe bis zu 6 Zentimeter nach außen ausgewichen, jedenfalls
durch die Fäulnis des Schwellroſtes und den ſeitlichen Schub,
den die 8 Meter weit geſpannten Keller= und Erdſchoßgewölbe
ausüben. Zu der Bewegung beigetragen hat zweifellos der vor
dem Schloß ſich abwickelnde Laſtautoverkehr. Trotz Wallgraben
ſind die Erſchütterungen innerhalb des Hauſes bei jedem
Laſt=
transport ſtark wahrnehmbar. Die Feſtigungsarbeiten mußten
demnach auch mit großer Vorſicht und in beſonderer Reihenfolge
vorgenommen werden. Zunächſt wurden die angefaulten
Balken=
lagen ausgewechſelt, um die Außenmauern gegeneinander zu
verſpannen und miteinander zu verankern und um die weitere
Bewegung in horizontaler Richtung zu verhindern. Danach
wurde auf die Länge des ganzen Zwiſchentraktes der verfaulte
Schwellroſt bei Abfenkung des Grundwaſſerſpiegels, ſtückweiſe
herausgenommen, das Fundament durch Einbringen von Beton
1,80 Meter vertieft und auf 4,50 Meter verbreitert. Nachdem ſo
die Standſicherheit des Mauerwerkes gewährleiſtet war, wurde
der neue Attika=Aufbau ganz in Eiſenbeton ausgeführt. Dieſer
bildet mit der Bimsbeton=Dachhaut, auf die die Schieferdeckung
unmittelbar genagelt iſt, eine in ſich abgebundene Betonhaube,
die die Außenmauern gleichmäßig belaſtet. Erſt nach dieſer
Ver=
ſpannung der Mauern konnten ſie aufgebohrt und mit Zement
unter 3½ bis 4 Atmoſphären Druck ausgepreßt werden.
Un=
belaſtete Pfeiler hätten dieſem Druck jedenfalls nicht
ſtandgehal=
ten, ſondern wären auseinandergeſprungen, wie es tatſächlich
bei einem Fenſterpfeiler eingetreten iſt. In jedes Bohrloch wurde
ein an den Enden umgebogenes Rundeiſen eingelegt, um die
Innen= und Außenflächen der 0.90 bis 1,15 Meter ſtarken
Mau=
ern, die im Innern mit Füllmauerwerk ohne durchgehende
Binderſteine ausgeführt ſind und Hohlräume hatten, miteinander
zu verbinden. Als letzte Arbeit an dem Verbindungstrakt müſſen
nunmehr noch die Auswechſlungen der gebrochenen und teilweiſe
verwitterten Werkſteine vorgenommen werden. Zu dieſem Zweck
wird das ſchwere Gerüſt, das zurzeit noch vor dem Mittelpabillon
ſteht, dort entfernt und vor dem Zwiſchentrakt aufgeſtellt. So
müſſen die einzelnen Arbeitsvorgänge zur baulichen Sicherung
mit größter Vorſicht zeitlich getrennt ausgeführt werden, ein
Vorgang, der dem Laien oft unverſtändlich erſcheint, der aber in
dem beſonderen baulichen Zuſtand begründet iſt.
Nach und nach müſſen dieſe Sicherungen am ganzen neuen
Teil des Schloſſes durchgeführt werden, um weitere Bewegungen
des Gebäudes, die durch Unterſuchungen nachgewieſen ſind und
noch auftreten, zu verhindern. Alle Verbindungstrakte werden
den Dachaufbau mit der Baluſtrade erhalten. Nach Vollendung
der Aufbauten wird das Schloß zieder eiue einheitliche, den
Marktplaz beheriſchende Architeltur auſtveiſen, wie ſie ähnlich,
jedoch mit durchbrochener Bakuſtrade, bis 1810 beſtanden hat.
Seite 12
Donnerstag, den 28. Juli 1927
Nummer 207
Wieüberbrückeich die „ſtille‟ Saiſon?
Eine praktiſche Anregung für die Geſchäftswelt.
Der Menſch iſt ein Gewohnheitsweſen und läßt ſich auch in ſeinen
wirtſchaftlichen Entſchließungen nicht immer von der Zweckmäßigkeit,
ondern weit öfter von der hergebrachten Bequemlichkeit leiten. Dieſer
unzweckmäßige Beharrungstrieb iſt eine Quelle von
Gleichgewichts=
ſtörungen zwiſchen Produktion und Abſatz. Wie reibungslos liefe die
Maſchine unſerer Wirtſchaft, wenn jeder einzelne Käufer bemüht wäre,
ſeie Anſchaffungen nach einem feſten, über das ganze Jahr verteilten
Einkaufsplan zu vegeln! Jede Bedarfsdeckung „im letzten Moment”
iſt erfahrungsgemäß unvorteilhaft, beſonders auch in bezug auf die
Proisfrage, die weſentlich durch das Verhältnis von Angebot und
Nachfrage in dem jeweiligen Moment beſtimmt wird. „Kaufe zeitig,
o kaufeſt du günſtig!” lautet eine alte Weisheit, und es iſt nicht zu
leugnen, daß gerade die Sommermonate mit ihren Preisſenkungen dem
Käufer mancher Artikel eine ganz beſonders günſtige Chance bieten.
Dieſe Vorteile werden namentlich von der Hausfrau, der berufenen
Hüterin rationeller Wirtſchaftsführung, immer mehr gewürdigt, ſodaß
es dem fortſchrittlichen Geſchäftsmann von Jahr zu Jahr lohnender
erſcheint, ſeine planvolle Angebotsarbeit durch die Zeitung auch auf
dieſe Monate auszudehnen.
Das Geheimnis der erfolgreichen Inſertion beruht in erſter Linie
in ihrem folgerichtigen und geſchloſſenen Aufbau. Es iſt eine
Eigen=
kümlichkeit des Inſerats, daß es nicht nur in die Gegenwart, ſondern
nicht weniger ſtark in die Zukunft wirkt. So bildet die richtig angelegte
Inſertion eine Kette werbender Energien, deren
Strom=
kreislauf in keinem Punkte unterbrochen werden darf, wenn die
Endwir=
kung nicht geſchädigt werden ſoll. Dieſe Ueberlegung führt von ſelbſt
auf die vielfach erörterte Tatſache, daß die ſtrenge Reklame=Abſtinenz
in den Sommermonaten eine reichlich koſtſpielige Sparſamkeit iſt, weil
ſie vorher geſchaffene, mühſam aufgebaute Reklamewerte in ihrer Aus=
ſtrahlung ſchwächt oder gar zunichte macht. „Beſchäftige dich mit
dei=
nem Kunden — dann beſchäftigt er ſich mir dir,” heißt eine alte
Ge=
ſchäftsregel, und man muß hinzufügen: Tue es auch dann, wenn du
keinen Nutzen „von heute auf morgen” erwarteſt. Der kritiſche
Leſer=
von heute erliegt nicht der gelegentlichen Einflüſterung, ſondern ſucht
einen vertrauensvollen und ſtändigen Kontakt mit ſeinem Lieferanten,
deſſen erprobte Leiſtungsfähigkeit ihm die Stimme des Inſerats immer
wieder ins Gedächtnis ruft. So entſteht allmählich, mit Hilfe einer
überzeugenden Leiſtungspropaganda, eine feſte, innere Beziehung
zwi=
ſchen Leſerkreis und Inſerenten, die auch in ſtillen Zeiten
umſatz=
belebend und geſchäftsanvegend in Erſcheinung tritt.
Das Sommerinſerat der deutſchen Geſchäftswelt ſtand lange unter
dem Geſichtspunkt abſoluter Raumerſparnis und der Beſchränkung auf
achlichſte Kürze. Sein Stil war dementſprechend vorherrſchend
nüch=
tern, ja viſitenkartenmäßig, und begnügte ſich nicht ſelten mir Firmen=
und Branchenbezeichnung. Werbefreudigkeit und Unternehmungsgeif
die Schritmacher jeder geſchäftlichen Entwicklung, haben aber auch dieſes
Gebiet von Jahr zu Jahr intenſiver befruchtet und auf eine reichere
Inſerieren heißt inter=
und freiere Formgebung hingearbeite
lüſſige Form, die mit Bedeutung unterhaltſam iſt, kommt dem
Fdealcharakter der Sommeranzeige am nächſten. Ein dankbares, wenig
beſchrittenes Gebiet öffnet ſich hier dem ſpürenden Werbegeiſt: ein
Reich der Laune, des Humors, der Geiſtesblitze, der munteren,
ſinn=
erfmſchenden Einfälle.; Auch das Schlagwort kann bei der
Geſtal=
tung des Sommeriſerates mit Vorteil verwendet werden; das kurze,
einprägſame Stichwort, der kaufmänniſche Mutterwitz in volkstümlicher
Prägung, der die Herzen erobert und in verwegener Eile durch alle
Gehirne blitzt. Der werbegewandte Amerikaner, unübertroffen in der
Kunſt, das Weſentliche weſentlich zu ſagen, hat das Schlagwortinſerat
zu hoher Bedeutung geführt, und fabelhafte Honoraxe winken drüben
dem glücklichen Erfinder eines „flogan”, eines Publikum ſicheren Schlag=
wortes, auf welche Branche es auch gemünzt ſei. „Preiſend mit viem
ſchönen Reden” iſt nicht immer das richtige Reklameprinzip; die Be= des Schlagwertes als Blickfang und Gedächtnisſtütze beweiſt ess
So iſt es nuht zu verwundern, daß auch die deutſche Geſchäftswelt die= munteren Fremdling mit offenen Armen aufgenommen hat und
ſich namentlich in der ſommerlichen Erinnerungpropagando
des Schlagwortinſerates mit Vorliebe bedient. Anders verhält es ſim
mit dem gereimten Inſerat, das nach einer kurzen, aber ſchmerz,
haften Inflation ſo ziemlich von der Bildfläche verſchwunden iſt, weis
das geflügelte Dichterroß von Sonntagsreitern der Reklamepoetik rückk
ſichtslos zu Tode geritten wurde. Dennoch iſt ein einprägſames, lau
aiges Verschen an der richtigen Stelle kein zu unterſchätzendes Re
lamemittel und als gelegentlicher Mitarbeiter des unterhaltſamen Im
ſerats nicht von der Hand zu weiſen. Größere Bedeutung iſt dem
Humor als Werbefaktor zuzuſprechen. Was man ſich lachend vom
Mund zu Mund erzählt, haftet im Gedächtnis und weckt
Sympathie=
eine innerlich wichtige Vorſtufe zum Kaufakt. Gerade in der
Sommerr=
propaganda iſt der Humor ein gern geſehener Gaſt, weil en der piych,
logiſchen Grundſtimmung dieſer Jahreszeit in natürlichen Anpaſſun
entſpricht. Auch hier liegt die Gefahr in der Maßloſigkeit und in
de=
poſſenhaften Uebertreibung, die den ſeriöſen Käufer auf die Daue
abſtößt. Die unübertroffene Werbekraft der Zeitungsanzeige berul
nicht in der Möglichkeit, zu überreden, ſondern in der Fähigke
zu überzeugen, indem ſie die Vorzüge einer Ware anſchaulic.
macht. Dieſem Ziele dient auch das Bild in der Nolle des
Werbs=
helfers, deſſen kaufanregende Wirkung der Propaganda der ſtillem
Monate unmittelbar zugute kommt.
Die Ueberbrückung der „toten Saiſon” durch eine produktivſte Re
klamegeſtaltung, wie ſie das Inſerat ermöglicht, iſt nicht nur privat
wirtſchaftlich wünſchenswert, ſondern eine gemeinwürtſchaft
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Zoie Deutſche Bauausſtellung 1930 geſichert.
2Die Verhandlungen zwiſchen der Bauwirtſchaft
dem Berliner Magiſtrat über den Plan einer
ſriSen Bauausſtellung im Jahre 1930 haben zu
gar Verſtändigung geführt. Es iſt beſchloſſen
wor=
m . der Bauwirtſchaft ein ausgedehntes Gelände in
r. Nähe der Ausſtellungshallen am Kaiſerdamm,
s eigene Eiſenbahnanlagen erhalten ſoll, auf die
ſchtter von 10 Jahren zu überlaſſen. Die
Bauaus=
eluung 1930 wird eine Dauerausſtellung werden,
ei zehn Jahre lang dem Publikum geöffnet ſein
itäld. Die Koſtenfragen ſind noch nicht endgültig
ge=
ät und bedürfen der Genehmigung der
Stadt=
ergordnetenverſammlung.
Neues aus dem Frankfurter Zov.
— Die Bauarbeiten nehmen raſchen
Fort=
gung. Für die Thare wird zurzeit ein neues
Fels=
eheege in Betonkonſtruktion im Aquariumsberg
er=
iostet. Der größere Teil des von Grund aus
reno=
iarten Raubtierhauſes iſt fertiggeſtellt und bereits
ur einer Woche bezogen worden. Die neuen großen
So ewaſſerbecken im Aquarium werden zurzeit mit
nul=leriſchen Felsdekorationen ausgeſtattet. — Eine
woße Angahl Neuankömmlinge bietet wiederum das
Zyegelhaus. Im Rothirſchrudel iſt ein weiterer
Srorößling geboren worden. Geradezu erſtaunlich
ſabben ſich die im März neu beſchafften kanadiſchen
ſti eſenhirſche (Wapitis) entwickelt. Das als Spießer
zwaufte Männchen hat ſeine Spieße im April
ab=
favorfen und zugleich ein wundervolles, ſtarkes
Btühnergeweih aufgeſetzt. Prächtige, überaus kräftige
Greweihbildungen zeigen auch der norddeutſche
Rot=
hürſch und der Pferdehirſch. Beide tragen zurzeit
ußch im „Baſt” ſtehende, jedoch voll ausgewachſene
Enzangen.
Das Urteil im Loeb=Prozeß.
München=Gladbach. Im Loeb=Prozeß
wurde am Dienstag, nachdem der Angeklagte in
ſurnem Schlußwort nochmals ſeine Unſchuld
be=
tauerert hatte, das Urteil verkündet. Es lautet
iegen Betrugs, Betrugsverſuchs und Diebſtahls au
eulme Geſamtſtrafe von 2 Jahren 3 Monaten
Ge=
fenngnis. Die Unterſuchungshaft von 17 Monaten
wärd voll angerechnet. Der Haftbefehl wird
aufge=
hzben. Eine Entſcheidung darüber, ob die Reſtſtrafe
vuen 10 Monaten ausgeſetzt werden ſoll, wurde noch
nöcht getroffen. In der Urteilsbegründung heißt es:
Abas Gericht hat als erwieſen angenommen, daß der
Amgeklagte zur Zeit ſeiner Kreditſuche die mißliche
Dage des Unternehmens kennen mußte, und daß er
eimen derartig ſchlechten Ausgang der Kreditgeſchäfte
hit in Kauf nehmen wollen. Für die
Täuſchungsab=
ſicht ſei beſonders kennzeichnend, die Vorlegung des
gseänderten Februarſtatuts und der wiederholte
Hin=
hbeis auf die Dollarreſerve, die in Wirklichkeit nie
hy=ſtanden habe.
Das Urteil im Spritſchiebungsprozeß.
Berlin. Am Mittwoch wurde das Urteil
5l- dem Prozeß verkündet, der ſich mit den großen
Spritſchiebungen des flüchtigen Apothekers
Ru=
hſens beſchäftigt und mehrere Monate in Anſpruch
nahm. Wegen fortgeſetzten gemeinſchaftlichen
Be=
tmrugs im Falle der Monopoleinnahmehinterziehung
diſ=s Apothekers Rubens wurden verurteilt:
Her=
a ann Weber, zu 6 Monaten Gefängnis und
910 000 Mark Geldſtrafe, Heinrich Weber zu
6! Monaten Gefängnis und 20 000 Mark Geldſtrafe,
Qur. Kantrup zu 3 Monaten Gefängnis und 5000
Aſkark Geldſtrafe. Ferner wurden verruteilt: Der
Gueſchäftsführer des Rubenskonzerns Dr. Salomy
an 3 Monaten Gefängnis und 10 000 Mark
Geld=
ſtrafe mit dreijähriger Bewährungsfriſt, der
Kauf=
wrann Heinrichs vom Rubenskonzern zu 1000
AMark Geldſtrafe und weiteren 2000 Mark Werterſatz,
der Angeklagte Hallmann zu 42000 Mark
Geld=
ſrrafe und zu Werterſatz von 30000 Mark. Wegen
phaſſiver Beſtechung wurden verurteilt:
Oberzollin=
ſtwektor Bandekow zu einem Jahr Gefängnis und
MS 200 Mark Geldſtrafe oder 30 Tagen Gefängnis,
ſgowie zu einer Werterſatzſtrafe von 40 000 Mark, der
F3ollbeamte Endres, zu acht Monaten Gefängnis,
AH 300 Mark Geldſtrafe und 20000 Mark Werterſatz,
wver Zollbeamte Waeſch zu neun Monaten
Ge=
ſängnis und 84 000 Mark Geldſtrafe oder 42 Tagen
GGefängnis, ſowie 40 000 Mark Werterſatz,
Die Folgen der Luft=Trauung.
Berlin. Gegen Pfarrer Teichmann, der
om Dienſt ſuspendiert worden iſt, weil er ſeinerzeit
mine Trauung im Flugzeug vorgenommen hat, iſt
arm Dienstag vor einem Gremium von Mitgliedern
es Konſiſtoriums in offizieller Sitzung verhandelt
pworden. Es fand eine Beweisaufnahme ſtatt. Dabei
baat, laut „Achtuhrabendblatt”, das Konſiſtorium die
Frage fallen gelaſſen, ob durch die kirchliche Trauung
ium Flugzeug eine Herabwürdigung der heiligen
/Handlung erfolgt iſt. Gegenſtand der Unterſuchung
öildete ausſchließlich die Frage, ob aus der
Flug=
mrauung mit Wiſſen des Pfarrers Teichmann eine
Senſation gemacht worden iſt. Pfarrer Teichmann
bhätte vor allem den Filmoperateur ſehen und ſeine
Tätigkeit verhindern müſſen.
Tod in den Alpen.
Koburg. Der Staatsanwalt Dr. Mugler
iheſt bei einer Bergpartie in den Graubündener Alpen
(iabgeſtürzt und tödlich verunglückt.
Eine Diebesbande aus Zwölfjährigen.
Berlin. In Beuthen wurden nach langen
Ermittlungen vier Schulknaben im Alter von 12
bis 14 Jahren feſtgenommen, die regelmäßig
Die=
besfahrten unternommen und dabei Uhren,
Gold=
ſachen, Bücher uſw. geſtohlen hatten. Der Führer
öer jugendlichen Bande war ein 14jähriger Junge.
Hells Arbeitsfeld ſuchte er ſich unter anderem
Fuß=
balplätze aus. Außerdem ſuchte er mit den übrigen
„drei Knaben ſyſtematiſch Villen heim, in denen ſie
Unlle möglichen Gegenſtände ſtahlen. Die geſtohlenen
Gegenſtände wurden von den Jungen ſofort zu Geld
igemacht, das ſie vernaſchten. Man überraſchte ſie,
hals ſie gerade mehrere Uhren verkaufen wollten.
Sturz vom Omnibus=Verdeck.
Berlin. Ein ſeltſamer Unglücksfall ereignete
ſſich abends in der Hauptſtraße in Berlin=Schöneberg.
WEin Spanndraht der Straßenbahnoberleitung hatte
ſtſich gelockert. Als ein Autobus vorbeifuhr, wurde
hein Fahrgaſt, der auf dem Oberdeck ſaß, von dem
PDraht erfaßt und auf das Straßenpflaſter
geſchleu=
dert. Er erlitt ſchwere äußere und innere
Ver=
letzungen und mußte ins Krankenhaus gebracht
werden.
Ein Verkehrsflugzeug
abgeſfürzt.
Sämtliche Inſaſſen tot.
Frankfurt am Main. Das planmäßige
Flugzeug D 26 von Kaſſel nach Frankfurt, mußte
auf dem Wege zwiſchen Kaſſel und Gießen bei
Amöneburg wegen Motorſtörung
not=
landen. Hierbei wurde es ſtark beſchädigt.
Zwei Teilnehmer wurden tödlich verletzt, drei
weitere Perſonen erlitten ſchwere
Verlet=
zungen. Nach der Landung verbrannte das
Flug=
zeug vollſtändig.
Einer hier eingegangenen Nachricht zufolge, ſind
bei dem Flugzeugunglück bei Amöneburg zwei
Tote zu beblagen, und zwar der Bürogehilfe
Bauer aus Hofgeismar und der Flugzeugwart
Ihlow. Von den Verletzten haben der Pilot Dörr
und Dr. Milch von der Frankfurter Wetterwarte
Aufnahme in einem Bauernhaus in der Nähe der
Unglücksſtelle gefunden, während der Prokuriſt
Kollmann in die Marburger Univerſitätsklinik
gebracht wurde. Die Leitung des Kaſſeler Flugplatzes
hat ſich mit einem Flugzeug ſofort an die
Abſturz=
ſtelle begeben, um eine Unterſuchung einzuleiten.
So=
weit bis jetzt feſtſteht, ſtürzte das Flugzeug geſtern
mittag 2.25 Uhr während eines Gewitters aus
etwa 400 Meter Höhe ab. Beim Aufprall
explo=
dierte der Benzintank, ſo daß die Maſchine
in Flammen aufging. Zwei Paſſagiere verſuchten ſich
durch Abſpringen zu retten, wobei ſie ſich erheblich
verletzten.
Das Flugzeugunglück bei Amöneburg ſtellt ſich
doch als ſchwerer dar, als man zunächſt annehmen
konnte. Nach den letzten Mitteilungen, die durch die
Lufthanſa beſtätigt werden, iſt der Prokuriſt
Koll=
mann aus Hannover=Linden, der ſchwer verletzt
in die Marburger Klinik gebracht wurde, während
der Operation geſtorben. Der Pilot Dörr und
Dr. Milch von der Frankfurter Wetterwarte, die
wegen ihrer ſchweren Verletzungen nicht mehr
ab=
transportiert werden konnten und in einem
Bauern=
haus in der Nähe der Unglücksſtelle Aufnahme
ge=
funden hatten ſind inzwiſchen ebenfalls
ge=
ſtorben, ſo daß dieſes Unglück fünf Tote
ge=
fordert hat. Die Urſachen konnten bisher nicht
feſt=
geſtellt werden und werden auch im Dunkeln bleiben,
da nun ſämtliche Perſonen, die darüber eine
Aus=
kunft hätten geben können, nicht mehr am Leben
weilen. Es iſt dies, abgeſehen von
Sportflugzeug=
unfällen, der erſte größere Unfall, von dem das
deutſche Verkehrsflugweſen bedauerlicherweiſe
betrof=
fen wurde, um ſo bedauerlicher deshalb, weil ſich die
deutſche Verkehrsluftfahrt gerade wegen ihrer
Zuver=
läſſigkeit vor allen ausländiſchen Linien beſonderer
Bevorzugung erfreute.
Betriebsergebniſſe der Deutſchen Lufthanſa
im Monat Mai 1927.
Wie im Vormonat, ſo zeigt auch der
Lufwver=
kehr im Mai aufſteigende Beförderungsergebniſſe,
ſowohl gegenüber den vorangegangenen Wochen, als
auch gegenüber dem gleichen Zeitraum des
Vor=
jahres. Im planmäßigen Verkehr wurden befördert
11 281 Paſſagiere, gegenüber 6474 im gleichen Monat
des Vorjahres und 5568 im April dieſes Jahres.
Die entſprechenden Zahlen ſtellen ſich für befördertes
Gepäck auf 94 170 Kilogramm, 44 218 Kilogramm,
50 285 Kilogramm. Für beförderte Fracht auf
95 406 Kilogramm, 22 507 Kilogramm, 33 809
Kilo=
gramm und für beförderte Poſt und Zeitungen auf
48 560 Kilogramm, 33 350 Kilogramm, 19 127
Kilo=
gramm. Dabei wurden geflogen im Mai 1927:
1080 000 Kilometer, gegenüber 805 387 Kilometern
im Mai 1926 und 617 911 Kilometern im April 1927.
Daß ſich die Beförderungsmengen prozentual
erheb=
lich ſtärker geſteigert haben, als die Zahl der
ge=
flogenen Kilometer bei ungefähr gleichgebliebenem
Flugeinſatz, iſt eine beſonders erfreuliche
Erſchei=
nung und ein Beweis dafür, daß der angebotene
Laderaum in den Verkehrsflugzeugen allmählich voll
ausgenutzt wird.
Fliegerunglück.
EP. Paris. Zwei Militärflugzeuge von Nanch
ſind in der Nacht von Sonntag auf Montag in der
Nähe von Gondreville zuſammengeſtoßen und
ab=
geſtürzt. Die beiden Inſaſſen des einen
Flug=
zeuges wurden getötet, der Pilot des anderen
konnte mit Fallſchirm abſpringen und blieb
unver=
ſehrt; ſein Mechaniker wird vermißt, und man
ver=
mutet, daß er aus dem Flugzeug geſtürzt iſt.
Byrd.
EP. New York. Nach einer Erklärung des
Ozeanfliegers Byrd beabſichtigt er, bei ſeinem
Süd=
polarflug am Südpol zu landen, und nicht,
wie beim Nordpolarflug, einfach über den Pol
hin=
wegzufliegen. Er gedenkt mehrere Tage dort zu
bleiben, um Studien zu unternehmen.
In Ver ſur Mer hat ſich ein Komitee
ge=
bildet, um ein Denkmal zur Erinnerung an die
dortige Landung Byrds zu errichten. Es iſt eine
öffentliche Zeichnung ausgeſchrieben worden.
Das amerikaniſche Fliegerkreuz.
EP. New York. Präſident Coolidge
be=
abſichtigt, eine Aenderung des Geſetzes zu
bean=
tragen, wonach das Fliegerkreuz, das
be=
kantlich Lindbergh und Byrd verliehen worden iſt,
eine Abänderung erfahren ſoll, um es zu
ermög=
lichen, dieſe Auszeichnung auch an
Chamber=
lin zu vergeben. Das beſtehende Geſetz ſieht nur
eine Auszeichnung an Militärs vor.
Ozeanflug=Station.
Ep. New York. Eine amerikaniſche
Luft=
ſchiffahrtsgeſellſchaft hat der Regierung von
Neu=
fundland vorgeſchlagen, in Harbour=Grace ein
Flugfeld errichten zu dürfen, das als Zwiſchenſtation
für die geplanten Ozeanflüge dienen ſoll. Die
Re=
gierung von Neufundland ſoll dieſem Geſuch
ent=
ſprochen haben.
Abſturz aus 5700 Meter Höhe.
Paris. Der Flieger Van Laere iſt bei
einem Probeflug aus 5700 Meter Höhe über dem
Wald von Carbonelle abgeſtürzt. Sein Fallſchirm
entfaltete ſich rechtzeitig, ſo daß der Flieger
ledig=
lich leichte Quetſchungen erlitt. Der Apparat iſt
voll=
ſtändig zertrümmert.
Donneistag den 28 Jut: 1927
Das Tübinger Jubiläum.
Zur 450=Jahr=Feier der ſchwäbiſchen Univerfität.
Der Jubiläums=Rektor Profeſſor Dr. Trendelenburg (X) im Feſtzug.
Der Ehrentag Tübingens iſt mit zahlreichen ſchönen Veranſtaltungen gefeiert worden.
Das Opfer des „Luftkrieges über London”.
Ein Militärflugzeug beim Kriegsſpiel abgeſtürzt.
Die brennenden Trümmer des verunglückten Flugzeuges.
Die engliſche Heeresleitung hat 250 Flugzeuge zu einem Luftkriegſpiel über London konzentriert.
Beim Zuſammenſtoß zweier nahe aneinander manövrierender Apparate ſtürzte der eine Flieger
ab, während der andere ſich durch Notlandung rettete. Unſer Bild zeigt das in Flammen
auf=
gehende Flugzeug.
Der Elſterdamm wieder geſchloſſen.
Elſterwerda. Der Dammbruch an der
Schwarzen Elſter iſt wieder geſchloſſen worden. Die
Elſter fällt weiter, ſo daß keine Gefahr mehr
beſteht.
Zwei Braunſchweiger paddeln über den Kanal!
Am 27. Juli ſtartete Herr cand. ing. Werner
Schröder Korps Teutonia=Hereynia,
Braun=
ſchweig, in Köln rheinabwärts zu der bereits ſchon
in der Preſſe erwähnten Faltbootfahrt mit
dem „Klepperbub=Braunſchweig‟. Der Name Werner
Schröder iſt in Sportskreiſen bereits bekannt. Bis
Rotterdam wird er zunächſt allein paddeln. In
Rot=
terdam wird der zweite Braunſchweiger zu ihm
treffen, um mit ihm gemeinſam an der Küſte
ent=
lang von Hock van Holland über Vliſſingen,
Oſt=
ende Dünkirchen, Calais nach Dover und die Themſe
aufwärts nach London zu fahren. Es handelt ſich
hierbei um die erſte Kanalüberquerung mit einem
Faltboot. Die Sportswelt wird mit Intereſſe den
Verſuch der beiden Herren verfolgen.
Von einem Rind getötet.
Eſchwege. In Rambach bei Eſchwege wurde
ein 67jähriger Landwirt nachts im Viehſtall von
einem wild gewordenen Rind angefallen, zu Boden
geworfen, getreten und ſo ſchwer verletzt, daß er
bald darauf im Krankenhaus ſtarb.
Grubenunglück.
Waldenburg. Auf einer Grube in
Walden=
burg in Schleſien waren zwei Arbeiter an einem
Förderkorb beſchäftigt, als dieſer plötzlich
45 Meter tief hinabſtürzte. Beide Inſaſſen
wurden lebensgefährlich verletzt.
Tragödie im Spielſaal von Monte Carlo.
EP. Paris. Nach einer Meldung aus Monte
Carlo iſt der Südſlawe Koſtitſch Radomilo, ein
Ge=
wohnheitsſpieler, beim Spielen plötzlich
wahn=
ſinnig geworden. Er verſuchte zunächſt, einen
Spieltiſch in Brand zu ſetzen, indem er ihn mit
Benzin übergoß. Als die Wächter eingreifen wollten,
gab er zahlreiche Revolverſchüſſe nach verſchiedenen
Richtungen ab, ohne aber jemand zu verletzen.
Immerhin wurden mehrere Spiegel und
Kron=
leuchter zertrümmert. Dann ſprang er durch das
Fenſter in den Park, wo er ſchwerverletzt liegen
blieb. Kurz nach ſeiner Einlieferung in das Spital
iſt er dann ſeinen Verletzungen erlegen.
191 Perſonen in China ertrunken.
London. „Times” meldet aus Hongkong:
Während eines Wirbelſturmes iſt am Montag eine
Dſchunke mit 200 Perſonen an Bord geſcheitert, von
denen nur neun gerettet werden konnten.
Eine aufſehenerregende Verhaftung wegen
Giftmordverdachtes.
DD. Prag. Am Dienstag wurde in Brüx
auf Veranlaſſung der Staatsanwaltſchaft der
Kauf=
mann Hermann Neubelt, Inhaber des
welt=
bekannten Uhrenverſandhauſes Hans Konrad, und
ſchon vor einigen Tagen ſeine Gattin, Antonie
Neubelt, unter dem Verdacht des
Giftmordver=
ſuches an der Schwägerin, bzw. Schweſter, der Witwe
des Kommerzialrats Hans Konrad, verhaftet.
Frau Konrad war bereits ſeit längerer Zeit an einer
Vergiftung ſchwer erkrankt. Deshalb erſtattete der
Arzt, als er neuerdings eine Vergiftung feſtſtellte,
Anzeige, die zur Verhaftung Neubelts und ſeiner
Gattin führte. Neubelt hatte auch an einer
Konto=
riſtin von ihm, mit der er zwei Jahre lang ein
Verhältnis unterhalten hatte, einen Giftmordverſuch
verübt, der jedoch nicht tödlich war. Das Mädchen
erſtattete die Anzeige bei der Polizei, worauf die
Vevhaftung vorgenommen wurde. In beiden Fällen
handelt es ſich um Veronalvergiftungen.
Erdbeben in der Tſchechpflowakei.
Prag. Das Staatsamt für Geophyſik teilt mit:
Montag um 21 Uhr 35 Minuten 18 Sekunden
ver=
zeichnete der Seismograph des Staatsamtes für
Geo=
phyſik ein Nahbeben. Nach bereits eingegangenen
Nachrichten wurde das Erdbeben in der Umgegend
von Znaim und in der Nähe von Prag
ge=
ſpürt.
Kanaldurchquerung in einem Bovt.
Paris. Mit einem Boot hat Chriſtian
Ma=
rigue am Mittwoch den Kanal durchquert. Er
brauchte, für die Strecke von Cap=Gris=Nez nach
Dover 4 Stunden und 33 Minuten. Während der
Fahrt kenterte das Boot zweimal infolge der Wellen
vorüberfahrender Ueberſeedampfer. Jedoch gelang es
dem Begleitboot beide Male, das kleine Boot wieder
flott zu machen.
Der Flug der „Miß Columbia”.
Paris. Das Flugzeug „Miß Columbia” wird
von Drouhin am Freitag nach Nottingham geſteuert
werden, wo es an dem Wettbewerb um den Kings=
Cape=Race teilnehmen wird.
Der „Henker von Amritſar” geſtorben.
EP. London. In der Nacht zum Montag
ſtarb in Briſtol, im Alter von 62 Jahren,
Ge=
neral Dyer, der ſeinerzeit den Beinamen „der
Henker von Amritſar” erhalten hatte. Der General
hatte im Jahre 1919, anläßlich eines Aufſtandes in
Indien, ſeinen Soldaten den Befehl gegeben, auf
5000 Manifeſtanten zu ſchießen, wobei 500
ge=
tötet und 1500 verletzt wurden. Der General
wurde daraufhin gezwungen, ſeine Demiſſion
einzu=
reichen, ſpäter jedoch vom Oberhaus wieder
reha=
bilitiert.
Seite 14
Donnerstag, den 28. Juli 1927
Nummer 207
Sport, Spiel und Zurnen.
Hindenburg=Spiele am 2. Oktober.
Dem Beſchluß ſeiner Hauptverſammlung folgend, veranſtaltet der
Deutſche Reichsausſchuß für Leibesübungen für die ihm angeſchloſſenen
Verbändz am 2. Oktober, am 80. Geburtstage des Reichspräſidenten
von Hindenburg, Jugend=Wettſpiele. Kein Turn= und Sportplatz ſoll
an dieſem Tage leer ſtehen. Nicht nur im Reich, ſondern auch im
Aus=
land werden ſich die deutſchen Turn= und Sportvereine an dieſen
Hin=
denburgſpielen beteiligen. Der Reichspräſident hat ſein
Einverſtänd=
nis wit der Veranſtaltung dieſer Spiele durch das folgende Schreiben
zum Ausdruck gebracht: „Dem Deutſchen Reichsausſchuß für
Leibesübun=
gen dauke ich für die freundliche telegraphiſche Mitteilung von der
Haupwverſammlung in Karlsruhe und für die Ehrung, die er mir zu
meinem 80. Geburtstage darzubringen gedenkt. Ihrem Wunſche
ent=
ſprechend erteile ich ihnen gerne die Genehmigung, daß die am 2.
Ok=
tober auf allen deutſchen Turn= und Sportplätzen ſtattfindenden
Wett=
ſpiele den Namen Hindenburg=Spiele, und daß die Ehrungen für
die Sieger in dieſen Spielen mein Bild tragen. Mit freundlichen
Grüßen ihr ſehr ergebener von Hindenburg, Reichspräſident.”
Kegeln.
Glänzendes Melbeergebnis. zu den Deutſchen Bundeskegelmeiſterſchaften
in Mainz.
Der Meldeſchluß zu den Meiſterſchaftskämpfen ſelbſt, an denen ſich
nur die Meiſtermannſchaften der einzelnen Landesverbände beteiligen
dürfen, zeigte das überraſchende Reſultat, daß alle Teilnahweberechtigten
reſtlos meldeten. Im ganzen ſtarten bei den
Meiſter=
ſchaftskämpfen ſelbſt 508 Kegler und zwar 198
Ein=
zelkegler und 310 Mannſchaftskegler.
An den Einzelmeiſterſchaften beteiligen ſich auf Aſphalt
82 Kegler, Bohle 66 Kegler und Schere 26 Kegler. An den
Senioren=
meiſterſchaften (nur Kegler über 60 Jahre) beteiligen ſich auf
Aſphalt 12 Kegler, Bohle 9 Kegler und Schere 3 Kegler.
In den Bundesmeiſterſchaften für Zehner=
Mann=
ſchaften ſind vom Deutſchen Keglerbund zugelaſſen und gemeldet:
Aſphalt: 16 Mannſchaften. Planitz (Sachſen 1), Verteidiger
Hartha (Sachſen 2), Hohndorf (Sachſen 3), Meißen (Sachſen 4), Halle
(Mitteldeutſchland); Gotha (Thüringen); Spremberg (Oſtmark); Stettin
(Pommern); Köln (Weſtdeutſchland); Kiel (Norddeutfchland); Breslau
(Schleſien); Nürnberg (Bayern); Darmſtadt (Süddeutſchland).
Bohle: 12 Mannſchaften. Kiel (Norddeutſchland), Verteidiger
Dresden (Sachſen); Halle (Mitteldeutſchland); Berlin (Brandenburg)!
Wüſſelen (Weſtdeutſchland); Elbing (Oſtpreußen); Merſeburg (
Thürin=
gen); Küſtrin (Oſtmark); Kolberg (Pommern); Hannover (
Norddeutſch=
land); Breslau (Schleſien); Schwanheim (Süddeutſchland).
Schere: 6 Mannſchaften. Halberſtadt (Mitteldeutſchland),
Verteidiger Breslau (Schleſien); Barmen (Weſtdeutſchland); Kiel (
Nord=
deutſchland); Berlin (Brandenburg); Frankfurt a. M. (
Süddeutſch=
land).
Der Meldeſchluß für die anderen Bahnen iſt erſt am
30. Juli, jedoch laufen die Meldungen ſo zahlreich ein, daß die gehegten
Erwartungen übertroffen werden dürften. So liegen heute ſchon an
Meldungen zur Bewerbung um das deutſche Sportabzeichen an die 200
aus
allen deutſchen Gauen vor,
ech dieſes hervorragende Ergebnis dürften die 28 Kampfbahnen
des Mainzer Kegelſporthauſes, keine Minute ſtill ſtehen,
und der kegelſportliebenden Bevölkerung iſt Gelegenheit geboten, die
Elite des deutſchen Kegelſportes im Kampfe um die höchſte Palme zu
ſehen.
Pferdeſport.
..
Rennen zu Doberan am Mittwoch.
I. Preis vom Kurhaus Brunshaupten. Ehrenpreis und 200 Mark.
1000 Meter: 1. O. Trauns Goldamſel (Ch. Korb), 2. Königskerze,
3. Enterpe Ferner: Lobelia. Tot. 19, Pl. 10:10. 24—½ Lg.
II. Oſtſee=Rennen; Hürdenrennen. Ehrenpreis und 2100 Mark,
3000 Meter: 1. J. Steinwegs Wolkenſchieber (Wurſt) 2. Fechter,
3. Nana. Ferner: Schwalberich, Quednau, Irany, Schaumſchläger,
Cſardas=Baron, Escorial, Balldame, Kariſſima. Tot. 61, Pl. 16, 16,
15:10. 1—2½ Lg.
III. Preis ton Arendſee. Ehrenpreis und 2000 Mk., 1400 Meter:
1. E. Ramms Wachtelkönig (H. Edler), 2. Werden, 3. Lizenz. Ferner:
r Nord, Brieftaube, Volksrache, Samita, Helen. Tot. 554,
Drolg, 2 98:10, 1—Iſ, 2g.
Pl. 143
IV. Preis vom Kurhaus Bad Doberan; „Jagdrennen. Ehrenpreis
und 2100 Mark, 3500 Meter: 1. Rittm. v. Saldern und C. v. Schwerins
anddroſt (Hr. v. Borcke), 2. Baladin, 3. Daiſy. Ferner: Aman. Tot.
26, Pl. 13, 12:10. ½—10 Lg.
V. Preis von Heiligendamm; Hürdenrennen. Ehrenpreis und 2100
Mark, 2400 Meter: 1. M. Nuſſenows Medina (H. Zachmann), 2. Thema,
3. Pſyche. Ferner: Der Racker, Czapka. Tot, 38, Pl. 19, 16:10. 1—1 L.
Rennen zu Krefeld am Mittwoch.
I. Preis der Niers. 3000 Mark, 200 Meter: 1.— W. Breges”
Hoff=
nung (Varga) Tot. 163, Pl. 76, 1.+ P. Mülhens Malvolio (H. Schmidt)
Tot. 133, Pl. 94. Ferner: Lux, Tip, Königstreu, Poliklet, Irrlicht,
Feld=
wache Vl. 31.
II. Preis von Menzelen. 3000 Mk., 1200 Meter: 1. A. Steinraths
Finſternis (Haynes), 2.— Makkabi (Friedrich), 2.+ Pilgerin (Conrad),
Ferner: Freiſchüitz, Mohawk, Sankt Gotthardt, Agrippa, Mazeppa,
Mai=
land, Waldmeiſter, Tigris 2, Sepp, Wilhelm Tell. Tot, 44, Pl. 18, 94,
40:10. 1 Lg. — tot.
III. Tönnisberg=Jagbrennen. 4050 Mark, 3700 Meter: 1. G.
Cra=
mers Prinzeß Frohſinn (Lt. v. Götz), 2. Sedalia, 3. Stattliche Ferner:
Flamberg, Goldat, Relicario, Pannhütte, Ingwer. Tot, 79, Pl. 22, 18,
18:10. 6—4 L.
IV Hoffnungs=Preis. Ehrenpreis und 7000 Mark, 1000 Meter:
1. O. Blumenfelds und R. Samſons Poſtmeiſter (E. Haynes), 2. Lykaſte,
3. Goldener Ehrenſchild. Ferner: St. Robert, Negro, Markolf. Raphael,
Fiſchermädel. Tot, 76, Pl. 21, 43, 31:10. Hals—34 Lg.
V. See=Jagdrennen. Ehrenpreis und 3500 Mark, 3500 Meter:
1. G. und W. Eichholz: Gerwin (Lt. Viebig), 2. Lohgerber, 3. Leibfuchs.
Ferner: Neulichs, Heidi, Jenoe, Oſtſee, Wetterſtein. Tot. 39, Pl. 15,
16, 22:10. 2—5 Lg
VI. Rheinberg=Ausgleich. 4500 Mark, 200 Meter: 1. R. Eichbergs
Abee Dieux (Huguenin), 2. Nataſcha, 3. Polfino. Ferner:
Boiſſt=
d’Anglas, Salvator, Saturn, Grafenſtein. Föhn 2, Aſparagus,
Sonnen=
gott, Chinaflor. Tot. 32, 15, 19, 2:10. Hals—½ Lg.
VII. Kapellen=Ausgleich, 3000 Mark, 1400 Meter: 1. Abteilung
1. A. Mlorawez' Tutankhamen (E. Haynes), 2. Orizaba, 3. Eifel. Ferner
Apollo, Noailles Caſſata, Merchy, Rock. Tot. 19, Pl. 12. 19, 15:10.
6—½ Lg. — 2. Abteilung: 1. R. Haniels Tuor (E. Haynes), 2.
Lich=
tenſtein, 3. Saxifraga. Ferner: Uranus, Orma, Mira 2, Ohio, Rondo,
Ahnin. Tot. 22, Pl. 14, 17, 17:10. ½—1 Lg.
Deutſche Reiter=Erfolge in Holland.
Nach Hilverſum und Hoofdorp wurde die Serie der drei
inter=
nationalen holländiſchen Reitturniere im Haag fortgeſetzt und
ab=
geſchloſſen. Den beteiligten deutſchen Reitern war diesmal das Glück
mehr hold als in Hilverſum, konnten ſie doch einige ſchöne Erfolge an
ihre Fahnen heften. Die Große Eignungsprüfung ſah die ehemalige
Langen’ſche Springſtute Bodega unter dem Holländer Van Ballegooyen
erfolgreich. Den zweiten Platz beſetzte Lt. v. Barnekow auf
Hoch=
meiſterin vor Nittm. Seer auf Jlja und dem auh in Deutſchland
be=
kannten Schweden, Rittm. von Koenig auf Billy Boy. Das
Jagd=
bringen, ein Handicap, fiel an den Schweden Rittm. v. Bioernſtjerna
auf Kornett vor ſeinem Landsmann Rittm. v. Koenig auf Lorius. Als
nächſte placieren ſich vier deutſche Teilnehmer, und zwar Lt.
Lun=
dershauſen auf Anfang, Herr Fick auf Leibling und Herr
Pul=
vermann auf Weißer Hirſch bzw. Kampfgeſell. Als Hauptereignis
der Veranſtaltung war der Preis der Nationen vorgeſehen.
Vier Länder, Deutſchland, Holland, Ungarn und Schweden ſandten hier
ihre Vertreter in den Kampf. Die deutſchen Farben vertraten Herr
Pulvermann auf Weißer Hirſch, Herr Fick auf Liebling und Lt. v.
Barnekow auf Morgenglanz. Deutſchland trug mit 16 Fehlern
einen ſicheren Sieg davon vor Holland (20), Schrveden (32) und Ungarn
(34 Fehler). Herr Pulvermann belegte mit Weißer Hirſch auch die
Einzel=Springkonkurrenzen. Der ſchöne Schimmel ſprang, wie im
Preis der Nationen, fehlerlos und derwies den Holländer Lt.
Port=
heine auf der ehemaligen Langenſchen Noſoza, ſowie Lt. v.
Barne=
row auf Viktoria und auf Morgenglanz auf die Plätze. Auch die
Drefſurprüfung ſah einen Deutſchen in Front.
Major
Neumann wurde mit der Hannoverſchen Schimmelſtute Flucht auf
den erſten Platz vor dem Ungarn v. Scholz auf Bronſino geſtellt.
Sportliche Tagesſchau.
Doppelter Todesſturz. Das Gabelbachrennen des ADAC. hat leider
zwei Todesopfer geſordert. W. Todt=Gera, der beim Training gegen
eine Telegraphenſtange fuhr und ſich dabei einen komplizierten
Schädel=
bruch zuzog, iſt jetzt ſeinen Verletzungen erlegen, nachdem ſein Beifahrer
L. Löffler bereits vorher geſtorben war.
Die Deutſchen Mannſchaftsmeiſterſchaften im Fechten. An den
Deut=
ſchen Fecht=Mannſchaftsmeiſterſchaften im Florett, Säbel und Degen am
20. und 21. Auguſt in Magdeburg werden die ſtärkſten
Vereinsmann=
ſchaften des Deutſchen Fechtbundes teilnehmen. Titelverteidiger in allen
Gattungen iſt Hermannia Frankfurt a. M.
1 200 000 Mark für ein Pferb. Der engliſche Rennſtallbeſitzer Frank
Curzon hat ſich des Derbyſieges von Call Boh nicht lange erfreuen
kön=
nen, denn bald nach dem Derby ſtarb Curzon. Bei der Veräußerung
des Curzonſchen Nachlaſſes kam jetzt auch der Derbyſieger zum Verkauf,
und zwar ging er für die rieſige Summe von 60 000 Pfund, alſo für
1 200 000 Mark an Mallaby=Deleby über.
Internationale Meiſterſchaften von Deutſchland. Während die
natio=
nalen Tennis=Meiſterſchaften von Deutſchland in dieſen Tagen in
Braun=
ſchweig zum Austrag kommen, finden die internationalen deutſchen
Ten=
nis=Meiſterſchaften traditionsgemäß in der Zeit vom 10. bis 15. Auguſt
auf den Plätzen der Hamburger Tennis=Gilde ſtatt. Der Meiſtertitel
wird vergeben im Herren=Einzel, Damen=Einzel, Herren=Doppel.
Da=
men=Doppel und Gemiſchten Doppel.
J. W. Tilden wieder amerikaniſcher Meiſter. Bei den in Detroit
zum Austrag gekommenen amerikaniſchen Tennis=Meiſterſchaften auf
Hartplätzen konnte J. W. Tilden ſich zum ſiebenten Male in den Beſitz
des Titels ſetzen. Tilden ſtieß in der Vorſchlußrunde auf L. Williams,
gegen den er nicht ein einziges Spiel abgab, und ſchlug im Endſpiel
John Henneſſey leicht 6:4, 6:1, 6:2,
Tennis=Länderkampf Deutſchland—Holland. Zwiſchen den Tennis
Verbänden von Deutſchland und Holland iſt für die Zeit vom 2. bis
September 1927 ein Länderkampf nach Hannover vereinbart worden.
Beide Länder werden mit ihren ſtärkſten Mannſchaften antreten.
Deutſche Meiſterſchaft im Mannſchaftsringen. Für den
Entſcheidungs=
kampf um die Deutſche Meiſterſchaft im Mannſchaftsringen haben ſich
Heros Dortmund und Kraftſportklub Pirmaſens qualifiziert. Beide
Vereine haben einen Hin= und Rückkampf auszutragen. Die
Begegnun=
gen finden im Monak Auguſt ſtatt.
Schießſport.
* Gauſchießen des Gaues Bergſtraße=Süd vom Südw. Sportverband
für Kleinkaliberſchießen.
Auf dem Schießſtand des Schützenvereins Lampertheim fanden
die diesjährigen offiziellen Wettkämpfe ſtatt, die mit folgendem
Reſultaten endeten:
Geſamtdurchſchnitt des Gaues: 6,72 Ringe. Beſter
Vereinsdurchſchnitt: Schützenverein Weinheim 7.287 Ringe.
Einzelmeiſterſchaft, Altſchützen. Klaſſe C: Helmut Lambrecht vom
„Schießſport” Mannheim mit 89 Ringen; Klaſſe B: Adam Hintenlang
vom Schützenverein Unterabſteinach mit 87. Ringen; Klaſſe 4: Philipp
Steffan vom Schützenverein „Schützenluſt” Mannheim=Käfertal mit 92
Ringen. — Jungſchützen: Friedrich Schlappner vom Schützenverein
Lam=
pertheim mit 86 Ringen.
Gaumeiſtermannſchaft. Klaſſe C: Helmut Lambrecht, „Schießſport”
Mannheim, 89; Johannes Neider=Lampertheim 79
Guſtav, Fiſcher=
Weinheim 78; Georg Herwerk=Lampertheim 57: Robert Keller, „
Schieß=
ſport” Mannheim, 55 Ringe. — Klaſſe B: Adam Hintenlang=
Unterabſtei=
nach 87; Guſtav Apfel=Weinheim 82; Ludwig Maus=Lampertheim 81:
Karl Schmitt=Laudenbach 80; Ludwig Geiger=Lampertheim und Oskar
Kilian=Laudenbach je 79 Ringe. — Klaſſe 4: Philipp Steffan=Mannheim=
Käfertal 92; Heinrich Beutel, „Schießſport” Mannheim, 82; Adolf
Mo=
ſer, „Schießſport” Mannheim, 77; Hans Eckerth=Weinheim und Adam
Heckmann=Unterflockenbach je 76 Ringe. — Gaumeiſteriungſchützen:
Fried=
rich Schlappner=Lampertheim 86; Herbert Preßler=Weinheim 72;
Lud=
wig Schlappner=Lampertheim 52 Ringe.
Die Gaumedaille für beſte Leiſtungen bei 3 Schuß
ſtehendfreihändig errangen: Heinrich Beutel=Mannheim, Guſtav
zer=Weinheim, Karl Stein=Laudenbach, Oskar Kilian=Laudenbach,
Fiſe
Heinrich Häußer=Mannheim=Käfertal, Reinhold Stein=Weinheim, Auguſt
Wiesner=Mannheim=Rheinau, Karl Glaſer=Weinheim, Karl Braus=
Mannheim=Käfertal, Helmut Lambrecht=Mannheim, Konrad Stemmer=
Mannheim=Sandhofen, Herbert Preßler=Weinheim, Friedrich Brunet=
Mannheim=Rheinau, Johannes Dalchau=Lampertheim, Karl Mühlſtefffen=
Manheim=Rheinau.
Mit Preiſen für beſte Schußleiſtungen bei je 1 Schuß
liegend, knieend und ſtehend freihändig wurden bedacht
mit Ia Georg Neuthinger=Laudenbach 33 Ringe; Ib Jakob Günderoth=
Lampertheim 33; II. Reinhold Stein=Weinheim 33; III. Karl Krieg=
Worms 32; IV. Friedrich Noe=Laudenbach 32; V. Richard Vollmer=
Mannheim=Käfertal 32; VI. Johannes Neider=Lampertheim 32; VII.
Johannes Dalchau=Lampertheim 32; VIII. Friedrich Schröder=
Lampert=
heim 31; IX. Karl Sacherer=Lampertheim 31; X. Karl Stein=
Lauden=
bach 31; XI. Heinrich Beutel=Mannheim 30; XII. Friedrich Schlappner=
Lampertheim 30; XIII. Hans Eckert=Weinheim 30; XIV. Karl Braus=
Mannheim=Käfertal 30; Guſtav Apfel=Weinheim 29: Jakob
Schwarzel=
müller 29 und Oskar Kilian=Laudenbach 29 Ringe.
Segelflugſport.
Rhön=Segelflug=Wettbewerb 1927.
Zum 8. Male veranſtaltet die Rhön=Roſſitten=Geſellſchaft mit Ges
nehmigung des Deutſchen Luftrates unter ſportlicher Führung den
Südweſtgruppe des Deutſchen Luftfahrt=Verbandes und des Deutſchern
Modell= und Segelflug=Verbandes vom 31. Juli bis 14. Auguſt auf dem
Hängen und benachbarten Höhen der Waſſerkuppe einen internatio
nalen Segelflugwettbewerb. Als Zweck bezeichnet die Ausſchreibun=
Förderung und Erweiterung der Erkenntnis der Segelflugmöglichkeiten=
Nach den erfreulichen Erfolgen anläßlich der diesjährigen 4. Deutſchem
Küſtenſegelflug=Wettbewerbe auf der Kuriſchen Nehrung dürfte denn
Schulungswettbewerb für Gleitflieger (Vorbedingung Segelfliegerauss
ſowie dem Uebungs= (Ausweis C nach dem 1. Janug
weis A oder B.
Swettbewerb für Segelflieger (Ausweis C) vermehrts
1926) und Leiſtur
Bedeutung beizumeſſen ſein. Wie im Vorjahre, findet ferner eine
Prüt=
fung neuartiger Flugzeuge und Modelle ſtatt, die vom Forſchungss
inſtitut abgenommen werden wird. Im Gegenſatz zu früheren Verr
anſtaltungen iſt die „Rhön 1927” jedoch auf reine Segelgeräte — alſ.
ſolche ohne Hilfsmotore — beſchränkt. Die Maſchinen müſſen
derum, um die geforderte Baufeſtigkeit nachzuweiſen — vor dem „Tech
niſchen Ausſchuß” zur Zulaſſungsprüfung vorgeführt werdem
Außerdem ſind noch die vorgeſchriebenen Probeflüge zu erledigen. Am
Preiſen ſteht die Summe von 19 000 Mark zur Verfügung, von dern
allerdings die größere Hälfte auf den Leiſtungswettbewerb, die Prüü
fung für die geübteren Segelflieger, entfüllt. Die beiden Hauptpreiſ,
von je 3000 Mk. erhält einmal dasjenige Flugzeug, das einen Flug vorm
mindeſtens 25 Kilometer Strecke zurücklegt (Fernſegelflugpreis) und zun
anderen der Bewerber, der den Flug von der Waſſerkuppe nach den
Heidelſtein und zurück zum Kuppenmaſſiv ausführt (Heidelſteinpreis).,
Die von verſchiedenen Seiten geſtifteten Ehrenpreiſo und Erinnerungss
medaillen werden ſicherlich nicht ohne Einfluß auf die fliegeriſchen
Lei=
ſtungen der Teilnehmer bleiben. Das Ergebnis bei Nachmeldeſchluß
45 Bewerber mit 71 Flugzeugen — gegenüber 53 Maſchinen der „Rhöm
26” läßt jedenfalls deutlich erkennen, daß der Segelflugſport nach der
19.
Belebung im letzten Jahre vielerorten an Boden gewonnen hat.
Beo=
ſonders zu begrüßen iſt die Teilnahme mehrerer Gruppen aus demm
Weſten und Südweſten, die erſtmalig in den Wettbewerhi
treten. elbſtverſtändlich werden die bekannten Fliegergruppen der
techniſchen Inſtitute faſt vollzählig zur Stelle ſein. Neben den deutſchen
Segelfliegern mit klangvollen Namen, wie Eſpenlaub, Kegel, Martenz,
Frobeen, Hoppe uſw. wird unſer fliegeriſcher Nachwuchs mit um die
Siegespalme ſtreiten. Vom Auslande meldet nuv der Franzoſe Auger=
Nouilly, der einen Beyret=Eindecker ſteuern wird. So deuten denn in
lage der Veranſtaltung und die Teilnehmer auf einen verheißung
vollen Verlauf dieſes „achten Rhönſegelflugwettbewerbs”. Und iſt M
Wettergott Pluvius den wenigen Tagen des friedlichen Wettkampfes nn
einigermaßen gnädig, wird hoffentlich ein Enderfolg gebucht werde
können, der, würdig den ſeiner Vorgänger, das klaſſiſche Gelände dra
vor 15 Jahren noch als rauh verſchrienen Rhön erneut im Mittelpunkes
des ſegelfliegeriſchen Sportintereſſes nicht nur unſeres Vaterlandes,
ſondern weit hinaus über Deutſchlands Grenzen hinausgehen läßt.
Deutſche Polizei=Meiſterſchaften. Die Polizeiſportvereine
Deutſch=
lands beſtreiten ihre Hauptprüfungen, die Meiſterſchaftswettbewerbe, in
Auguſt und September. Der größte Teil der Wettkämpfe findet
Hamburg ſtatt, wo an den Tagen vom 2. bis 4. September die Mei
ſterſchaften im Radfahren, Schießen, Leichtathletik, Fauſt= und Fußk
ſtattfinden. In der Fußballentſcheidung ſtehen ſich die Polizeiverein
Darmſtadt und Hamburg gegenüber. Die Meiſterſchaften im Schwimmem
werden Ende Auguſt in Dresden, die im Ringen und Gewichtheber,
Ende September in Karlsruhe ausgetragen.
„Karl von Opel=Erinnerungsrennen.‟ Das vom Gau 98 Schwarz
wald des B. D. R. auf der Strecke Konſtanz—Donaueſchingen—Offen
burg—Freiburg ausgetragene Straßenrennen brachte folgendes Erge
nis: 1. Dumm=Rüſſelsheim 8: 14,30 Std., 2. Dahms=Berlin, 3. Wagner
Chemnitz, 4. Müller=Rüſſelsheim, 5. Tomaſini=Wiesbaden, 6. Heuberger
Lahr, 7. Rohrer=Freiburg, alle dichtauf, 8. Röſen=Rüſſelsheim, 9. Altem
burger=Altenburg 8: 25,10 Std., 10. Rühl=Dresden, 11. Rechert=Rade.
vormwald, 12. Dreyſtetten=Haunſtetten, 13. Damm=Rüſſelsheim.
Geſchäftliches.
Füſſen im Allgäu.
Dort, wo der Lech das Tiroler Land verläßt und in toſendern
Waſſerfall enge Felſenwände durchbricht, wo gewaltige Dolomitenberg
von mehr als 2000 Meter Höhe jäh aus der Ebene herausragen, lie
Füſſen, das reizendſte aller bayeriſchen Städtchen. Seine Geſchi
reicht bis in das 8. Jahrhundert zurück, und noch heute weiſt das dEi
Stadt und das Kloſter überragende Hohe Schloß, das im 13. Jahrhum
dert als Trutzburg errichtet und im 15. Jahrhundert in ſeiner heutigen.
Geſtalt als Sommerreſidenz der Fürſtbiſchöfe ausgebaut worden iſct
darauf hin, welche Bedeutung dieſer Ort an der alten Handelsſtraß
von Venedig nach Augsburg und den Niederlanden ſchon in frühen
Zeiten hatte. Noch heute bildet das weithin die Gegend überragend
Hohe Schloß und das reiche Kunſtſchätze bergende ehemalige Kloſten
St. Mang eine der Hauptſehenswürdigkeiten des ganzen Allgäus.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Freitag, den 29. Juli 1927.
(Nach der Wetterlage vom 27. Juli 1927.)
Unbeſtändig, wechſelnd wolkig, auch zeitweiſe aufklarend, einzeln
Niederſchläge, zum Teil mit Gewittern
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zu finden, die den Jabak monatelang friſch hält, das-
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M unſere Aluminium-Goldfolie-Dackung geſchaffen,dere
alleiniges Derwendungsrecht für Zigaretten in Deutſch,
land nur uns zuſteht. — Mbeder Terpackungen aus ols,
Blech noch Karton vereinigen in ſich die Vorzüge dieſer,
im modernſten Arbeitsgange in unſerer eigenen Karton,
nagen-Abteilung hergeſtellten Padkzung, die die Garan,
tie bietet, daß die Zigaretten dem Raucher wicklich-e
friſch in die Hände gelangen und jederzeit- den größten
Genuß vermitteln.— Oer allſeitige, O,0s mm ſtarke-V
Metallbezug ſkellt etwas ganz Neuartiges dar. Der—t
Raucher erhält unſere Zigaretten in einer in jeder
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haben, denn der Gualität der verwendeten Jabake dlf
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Mummer 207
Donnerstag, den 28 Zuli 1927
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[ ← ][ ][ → ] Die amerikaniſche Urbain=Corporation teilt mit, daß ſie mit der
J.=G. Farbenindgſtrie, A.=G., mit der Metallbank und Metallurgiſchen
Geſellſchaft, Frankfurt a. M., und dem „Auſſiger Verein für chemiſche
und metallurgiſche Produktion” ein Abkommen getroffen hat, über
Ausbeutung deutſcher Patente in Amerika. Die Urbain=Corporation
beſchäftigt ſich in der Hauptſache mit der Herſtellung und Verwendung
aktivierter Kohle. Deren Herſtellung bezweckt vor allem, aus Gaſen
oder Flüſſigkeiten Beſtandteile auszuſondern, oder auch wieder= oder
neu zu gewinnen (z. B. Farbe in Oelen und Fetten oder Zuckerlöſung,
bzw. Gaſolin aus Erdgas). Das Abkommen mit den drei ſchon auf
dem Gebiet in einer Arbeitsgemeinſchaft unter der Geſchäftsführung
der Metallbank ſtehenden deutſchen Unternehmungen betrifft nun auch
die Verwertung der Patente, aus deren wiſſenſchaftlich=techniſchen
Forſchungsergebniſſen über Aktivkohle. In dieſem Zuſammenhange
kündigt auch die franzöſiſche Tochtergeſellſchaft der Urbain=Corporation,
die Societé des Charbons Actifs Urbain, eine Kapitalserhöhung von
4 auf 54 und evtl. 100 Millionen Franken an. Dieſe Geſellſchaft, an
der über die Carbo=Union übrigens die J.=G. Farbeninduſtrie, A.=G.,
Intereſſe genommen hat, beabſichtigt, ihre Tätigkeit über ganz Europa,
mit Ausnahme von Deutſchland und England, auszudehnen.
Zu dem Abkommen erfahren wir noch, daß die amerikaniſche
Geſell=
ſchaft gegen die Inhaber der deutſchen Patente die Nichtigkeitsklage
erhoben und ſie bis zum Reichsgericht durchgeführt hatte, aber
erfolg=
los geblieben iſt. Das jetzige Abkommen ſtellt ſich damit als eine
Ver=
ſtändigung nach einem Kampfe heraus, in dem die deutſche Gruppe
Sieger geblieben iſt. Die deutſchen Patente befanden ſich im
weſent=
lichen in Händen von Bayer=Elberfeld (jetzt J.=G. Farbeninduſtrie)
und Auſſig, die ſich teils auf die Herſtellung, teils auf die Verwertung
bezogen. Die heutige Produktion wird von jeder der Beteiligten
durch=
geführt. Die deutſche Gruppe betrachtet ihre Patente als die
grund=
legenden auf dem Gebiete der aktivierten Kohle. Die Verwertung der
Patente wird vorausſichtlich in der Art erfolgen, daß die franzöſiſche
Tochtergeſellſchaft ſie auf dem europäiſchen Kontinent, mit Ausnahme
von Deutſchland und England, verwertet, die amerikaniſche
Mutter=
geſellſchaft in Amerika. Bekanntlich beſitzt der Verein für chemiſche
Induſtrie, A.=G., Frankfurt a. M., gleichfalls wertvolle Patente für
Aktivkohle, der erſt vor einigen Monaten nach dieſer Richtung ſeine
Poſition durch einen dreißigjährigen J.=G.=Vertrag mit der
holländi=
ſchen Norit=Geſellſchaft verſtärkt hat.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 27. Juli.
Die Börſe eröffnete feſter und für einige Spezialwerte lebhafter.
Der Geldmarkt hat eine Erleichterung erfahren; kurzfriſtiges Geld iſt
reichlich angeboten, und auch Termingeld iſt nicht mehr ganz ſo knapp
wie ſeither. Günſtig wird auch der Reichsbankausweis beurteilt, der
eine normale Entſpannung zeigt (Rückgang der Wechſel= und
Lombard=
beſtände um 39 Millionen und Beſſerung der Gold= und Deviſendeckung).
Dann rechnet man noch in dieſer Woche mit einer Entſcheidung in den
deutſch=franzöſiſchen Wirtſchaftsverhandlungen, auch werden der baldige
Beginn der deutſch=polniſchen und der gute Fortgang der deutſch=
litaui=
ſchen Handelsvertragsverhandlungen begrüßt. Lebhaftes Geſchäft hatten
Zellſtoff Aſchaffenburg und Zellſtoff Waldhof, die zur erſten Notiz 5,5
bzw. 8 Prozent gewinnen konnten. Kursbeſſerungen bis 1,5 Prozent
verzeichneten J. G. Farben, Siemens u. Halske, Rheinſtahl, Mansfelder
und Commerzbank. Schiffahrtswerte auf Hoffnungen auf beſchleunigte
Erledigung der Freigabeangelegenheit 2 Prozent feſter. Im übrigen
gab es nur kleine Kurserhöhungen bis 1 Prozent. Mannesmann
waren nur gut behauptet trotz guten Geſchäftsgangs und der
Beſtäti=
gung von Verhandlungen des Röhrenverbandes mit den engliſchen
Röh=
renwerken. Auf den Rentenmärkten blieb die Tendenz ſtill und faſt
geſchäftslos. Ablöfungsſchuld ſchwach. Auch Türken zur Schwäche
nei=
gend. Im weiteren Verlaufe ging die Geſchäftstätigkeit ſtark zurück. Nur
für Zellſtoff Waldhof und J. G. Farben zeigte ſich noch einiges Intereſſe;
die erſten Kurſe konnten ſich jedoch nicht behaupten. Zum Schluß
wur=
den dann ſtärkere Abgaben vorgenommen, ſo daß ſich die Tendenz
allge=
mein merklich abſchwächte. J.G. Farben, Rheinſtahl, Siemens u. Halske
gaben ihren ganzen Kursgewinn wieder her. Auch Zellſtoff Waldhof
ſtark gedrückt. Die Börſe ſchloß ſchwächer. Tägliches Geld 5½ Prozent.
Am Deviſenmarkt liegt der franzöſiſche Franken weiter ſchwach. London
gegen Paris 124,10, —Mailand 89,25, —Madrid 28,43, Mark gegen
Dollar 4,2061, gegen Pfund 20,415.
Die Abendbörſe verlief angeſichts des bevorſtehenden Zahltages
äußerſt ruhig. Lediglich in Farbeninduſtrie und Zellſtoff=Waldhof
wur=
den einige kleinere Umſätze getätigt. Die Kurſe waren zu den ſchwachen
Nachbörſekurſen gehalten. Der Schluß war für einige Spezialwerte wie
Waldhof und J. G. Farben um 1—2 Prozent feſter. Anleihen
vollkom=
men geſchäftslos. Im einzelnen nannte man: Kommerzbank 179, Danat
235, Dresdener Bank 169,75, Buderus 118, Gelſenkirchen 165,
Har=
pener 204½, Weſteregeln 187½, Mannesmann 189½, Rheinſtahl 218½
Stahlverein 136½, Wayß u. Freytag 171, Süddeutſcher Zucker 147,
Zell=
ſtoff Waldhof 338, A.E.G. 183, Bergmann 190½, Zement Heidelberg
150½, Daimler 126½, Farbeninduſtrie 318, Holzmann 195.
Im Abenddeviſenverkehr nannte man London gegen
Paris 124,08. —Mailand 89,25, —Madrid 28,40, —Zürich 25,21½
—Oslo 18,80, —Holland 12,1116, —New York 4,8550. Pfunde—Mart
20,41½, Dollar—Mark 4,205.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 27. Juli.
Ausgehend von großen Anſchaffungen am Chemie= und
Kunſtſeide=
markte und verſchiedenen Spezialhauſſen war die Geſamttendenz feſt.
Im Mittelpunkt des Intereſſes ſtand wieder die Farbenaktie und im
Zuſammenhange damit Rheinſtahl auf die internationalen bedeutſamen
Abmachungen in der Kohlenverflüſſigungsfrage. Eine allgemeine
An=
regung bildeten die erfreulichen Nachrichten über die weirere
Arbeits=
marktentlaſtung und die bevorſtehende Geſtaltung des kurzfriſtigen
Bör=
ſengeldmarktes. Im Reichsbankausweis kommentiert man in
befriedi=
gender Weiſe namentlich die Zunahme der Medioguthaben. Tägliches
Geld nannte man mit 5—6 Prozent, Monatsgeld 8—9 Prozent. Die
Prolongation war im allgemeinen beendet. Am internationalen
Devi=
ſenmarkt ſchwächte ſich in Berlin der Dollar leicht ab und notierte 4,2055
Das engliſche Pfund befeſtigte ſich. London—Mailand ebenfalls befeſtigt.
Im einzelnen nannte man Kunſtſeide Bemberg in Erwartung eines
Be=
zugsrechts um über 15 Prozent höher (609), Ver. Glanzſtoff gewannen
11,5 Proz., Zellſtoff Waldhof hatten in der Kuliſſe einen großen Markt
und ſetzten 14 Prozent höher ein. Montanaktien lagen ruhig, aber gut
behauptet. Elcktrowerte hatten feſtere Kurſe. Schuckert plus 4 Proz.
Ludwig Loewe verloren 3,5 Prozent. Bankaktien wenig verändert.
Schif=
fahrtswerte etwas freundlicher und durchweg 2,5 Prozent höher.
Aus=
landsrenten geteilt. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe hielt das
Inter=
eſſe weiter an. Der Eingang an Publikumsaufträgen war
außerordent=
lich ruhig.
27. 7.
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27.
Geld
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2. 454
73. 23
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Brie
59.27
12.47
1.976 1.98
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2. 130
30.7
20
31. 33/ 81.49
B
4. 197
4.156
5.556
4. 205
4. 164
Metallnotierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 27. Juli ſtellen ſich wie folgt
Elektrolytkupfer 124, Remelted Plattenzink 51—52, Original Hütten=
Aluminium 210, dito in Walzen 214, Reinnickel 340—350, Antimon
Regulus 90—95, Silber in Barren 77½—78¾.
Die amtlichen Preisfeſtſtellungen im Metallterminhandel vom
27. Juli ſtellen ſich für Kupfer: Januar 114½ (114½), Februar
114½ (114½4), März 114¾ (115), April 115 (115), Mai 115 (115½),
Juni 115½ (115½), Juli 111 (112), Auguſt 111½ (111¾), September
111½ (111¾4), Oktober 113 (113½), November 11334 (113¾), Dezember
114½ (114½). Tendenz: kaum behauptet. — Für Blei: Januar,
Februar, März und April 49 (49½), Mai 49½ (49½), Juni 49½
(49½), Juli und Auguſt 48½ (49¾), September 48½ (4934), Oktober
und November 48¾ (49), Dezember 49 (49½). Tendenz: ſtetig.
Für Zink: Januar 56½ (56½), Februar, März und April 56½
(56½), Mai und Juni 56½ (56½), Juli 58½ (58½), Auguſt 57½
(57½), September 57 (57½), Oktober 56¾ (57), November 56½ (56½4),
Dezember 56½ (56½). Tendenz= ruhig.
Die erſten Zahlen bedeuten
Geld, die in Klammern beigefügten Brief.
Süddeutſche Edelmetallnotierungen vom 27. Juli. Pforzheim.
Edelmetalle notierten folgende Großhandelspreiſe: Barrengold das
Gramm 2,800 RM. (Geld), 2,814 RM. (Brief); Platin, handelsübliche
Ware, das Gramm 7,75 RM. (Geld), 8,50 RM. (Brief)
Feinſilber das
Kilogramm 77.90 RM. (Geld), 79.10—80,60 RM. (Brief). Tendenz:
ruhig. — Stuttgart. Edelmetalle notierten: 2,800 RM. (Geld)
2,814 RM. (Brief); Platin, handelsübliche Ware, das Gramm 7 RM
(Geld), 8,60 RM. (Brief); Fein=Kornſilber das Kilogramm 78,10 RM.
(Geld), 79,10 RM. (Brief). Tendenz: ruhig.
Der Ausweis der Reichsbank.
Der Ausweis der Reichsbank vom 23. Juli zeigt
einen Nückgang der geſamten Kapitalanlage der Bank in Wechſeln und
Schecks, Lombards und Effekten um 39,9 Mill. auf 2406,1 Mill. RM..
und zwar ſind die Beſtände an Wechſeln und Schecks um 51,9 Mill. auf
2288,5 Mill. RM. angewachſen, während die Lombardbeſtände um 91.3
auf 25,2 Mill. RM. abgenommen haben; die Beſtände an Effekten
blie=
ben mit 92,4 Mill. RM. faſt unverändert. An Reichsbanknoten und
Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 151,8 Mill. RM. in die Kaſſen der
Bank zurückgefloſſen; im einzelnen verringerte ſich der Umlauf an
Reichsbanknoten um 135,2 Mill. auf 3383,1 Mill. RM., und der Umla
an Rentenbankſcheinen um 16,6 auf 949,3 Mill. RM. Dementſprechend
hat ſich der Beſtand der Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf 99,3 Mill.
Reichsmark erhöht. Die fremden Gelder zeigen eine Zunahme um 67.7
Mill. auf 814,1 Mill. RM. Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen
Deviſen insgeſamt ſind um 830000 RM. auf 1898,6 Mill. RM.
ange=
wachſen, und zwar zeigen die Goldbeſtände eine Verminderung um
427 000 auf 1801,1 Mill. RM., die Beſtände an deckungsfähigen Deviſe,
dagegen eine Vermehrung um 1,3 Mill. auf 97,5 Mill. RM. Die Deckug
der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 51,2 Prozent in der
Vor=
woche auf 53,2 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Deviſen
von 53,9 auf 56,1 Prozent.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Selbſthilfemaßnahmen des Großhandels zur Kompenſierung der
Poſ=
gebührenerhöhung. Der Reichsverband des deutſchen Groß= und
Ueber=
ſeehandels hat, nachdem die Erhöhung der Poſtgebühren nunmehr gegen
den Einſpruch der Wirtſchaftsverbände, insbeſondere des
Reichsverban=
des des Deutſchen Groß= und Ueberſeehandels, beſchloſſen worden iſt,
nachſtehende Vorſchläge, für Selbſthilfemaßnahmen der Großhandel
firmen gegemüber den aus der Gebührenerhöhung ſich ergebenden Mehr
belaſtung ausgearbeitet: einheitliche Verſendung der Fakturen mit
Warenſendungen. Auf einer beſonderen Aviskarte, die mit fortlaufenden
Nummerſtempel zu verſehen iſt, wird den Kunden am gleichen Tag
mitgeteilt, daß die Sendung mit einliegender Rechnung an ihn gbge
gangen iſt. Von der Verſendung von beſonderen, bisher üblichen Lie
ferſcheinen ſoll Abſtand genommen und an deren Stelle gleich Rechnung
erteilt werden, die den Warenſendungen beizufügen iſt. Verzichtleiſtung
ſämtlicher Verbandsmitglieder auf Empfangsbeſtätigung bei allen
Zah=
lungsüberweiſungen. Im verſtärkten Maße iſt von der
Druckſachenver=
ſendung Gebrauch zu machen unter Berückſichtigung der Tatſache, da
ein Unterſchied zwiſchen Teil= und Volldruckſache nicht mehr ſtattfindet
Auf allen Druckſachen iſt erlaubt, Aenderungen vorzunehmen. Die
Ueberweiſung vom Poſtſcheckkonto auf das Bankkonto kann dadurch
be=
ſchleunigt und verbilligt werden, daß der Bank ein Poſtbarſcheck über
tSieſen wird, der bereits am nächſten Tage dem Bankkonto gutgebracht
wird. Beim Abheben größerer Beträge vom Poſtſcheckguthaben dur
ſolche Firmen, die über ein Reichsbankgirokonto verfügen, werden durch
Ueberweiſung eines Reichsbankſchecks, der bei der Reichsbank ſofort
gut=
gebracht bzw. ausgezahlt wird, bei regelmäßigem Verkehr nichtt
uner=
hebliche Erſparniſſe an Poſtſcheckauszahlungsgebühren erwirkt. (Gebühr
0,1 pro Mille ſtatt 1 pro Mille.) Darüber hinaus ſind Maßnahmen zur
Verbilligung des durch die Erhöhung der Poſtſcheckgebühren
verteuer=
ten Zahlungsverkehrs und des Paketverkehrs, ſowie zur weitgehendſten
Verwendung von Druckſachen vom Reichsverband des Deutſchen Groß=
und Ueberſeehandels ausgearbeitet.
Ueberzeichnung der amerikaniſchen Tranche der 30 Mill. Dollar=
An=
leihe der Vereinigten Stahlwerke. Die heute in New York aufgelegte
Tranche der 30 Mill. Dollar=Debentures=Anleihe der Vereinigten Stahl
werke wurde innerhalb 90 Minuten bereits überzeichnet. Die Auflegung
der Europa=Tranche erfolgt in Holland ab heute abend. Die 4 225000
Dollar C=Bonds werden innerhalb, der nächſten zwei Wochen zu einem
Kurs von annähernd pari in New York aufgelegt werden.
Vom ſüddeutſchen Ledermarkt. Während der letzten acht Tage 7
der Rohhäute= und Fellmarkt noch tiefer in das Hauſſefahrwaſſer hinein
geraten; die Preiſe ſetzten, wie auch an der Auktion in Frankfurt a. M
am Dienstag deutlich erſichtlich, ihre Sprünge nach oben fort und
ent=
fernten ſich ſo noch mehr von einer normalen Grundlage. Auf allen
Häuteauktionen während der letzten Woche verfolgten die Preiſe eine
ſteile Kurve nach oben. Die Aufwärtsbewegung am deutſchen Markt
ſteht freilich nicht vereinzelt da, denn auch bei den holländiſchen und
bel=
giſchen Auktionen gab es in den Bewertungen einen Ruck nach oben.
Auch am Wildhäutemarkt zogen die Preiſe weſentlich an, wobei nicht
ein=
mal ein beſonderes Angebot anzutreffen war.
Diskonterhöhung und Bankenkonditionen in Oeſterreich. Nach den
bisherigen Abſichten ſollen bei den Wiener Banken diefenigen
Kon=
ditionen wieder eingeführt werden, die früher bei dem 7proz. Zins
fuß in Geltung waren. Demnach würde im Debet eine Erhöhung um
1 Prozent eintreten, während bei den Einlagen eine Vergütung von
4½ Proz. für jederzeit rückzahlbare, von 5½ Proz. bei einmonatlick
kündbaren, 5½ Proz. bei zweimonatlich, 6 Proz. bei dreimonatlich
gebundenen Guthaben feſtgeſetzt werden dürfte. Die
Hypothekardar=
lehenszinſen ſollen nur um ½ Prozent heraufgeſetzt werden.
Die japaniſchen Erdölkonzeſſionen auf der Inſel Sachalin. Aus
Tokio wird gemeldet, daß im laufenden Jahre die erſten materiellen
Erfolge aus den japaniſchen Erdölkonzeſſionen auf der nördlichen Hälfte
der Inſel Sachalin zu erwarten ſeien. Im Jahre 1925 hoben die
japaniſchen Unternehmer Vorarbeiten geleiſtet, die größere Beträge
erforderten, als anfänglich angenommen wurde. Das Jahr 1926 wies
eine ausgeglichene Bilanz auf, während für das laufende Jahr ſchon
n der erſten Hälfte beſtimmte Anzeichen einen Geinn erwarten
laſſen. Im Hinblick auf die engliſch-amerikaniſchen
Auseinander=
ſetzungen in der Erdölfrage iſt zu bemerken, daß die japaniſchen
Erdöl=
intereſſenten ihre Beziehungen zu dem Ruſſiſchen Naphtha=Syndikat
nicht zu löſen beabſichtigen.
Staatspapiere
a)Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.=Sch. 1. Teill292.5
II. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ=
SchuldohneAu=
loſungsſcheine.
6½% Reichsp. Sch.
h. 1. 10. 80..
7%Bayer. Staats=
Sch. v. 1. 4. 29
6½½ H. V. Sch.
1.
(R% Pr.St.
t.=Sch.
v. 1. 8. 29 ..."
6½% Pr. St.=Sch
1. 10. 80 ..."
% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. v. 1. 7. 29
% Sächſ. Freiſtaat
1. 1. 7. 30
t. Freiſt
Schatz. v. 1. 8. 29
298.5
b)Ausländ iche
5B Bos. E. B. 19
F 9.Inv. 1914
4½½ „ 1898 ..
4½½
19..
4½
D
5% Bulg. Tabak 04
16.86
96.25
95.5
97.25
95.5
39.
39.5
3.15
4½BOſt. Staatsr
1918, Kdb. 1910
Oſt. Schatz. 14
4½½ Oſt
lberr.
boldr.
V
5.6
4% „einh. R. (kon!
8½ Port. (Spz.) II
1.3
10
4% Rum.am. R.03
4½F Gold. 18
am. konv.
58 N am. 05.,,I
17
5.f
4%Türk. (Adm.)03
2
„ (Bagd.)
4% „ (Bagd.
4½
unif. 19
4½ „ 1911 Zoll.
25
.../ 39
4½% Ung. St. 1913
4½% „St. 1914
voldr. . .
1
St. 10 ..
„ Kronr
% „ Eiſ. Tor.. . / 19.55
Außereuro-
päiſche
5%Mex.am. in. abg
uß.
%
ſold 04ſtf.,
z
3% „ konſ. inn.
„ Irrigat. / 35
4
5% Tamaulipas I".
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. b.-Bt. G./106
„110
z Berl. St.:G
93.5
t. (
*e
Meining. Goldpf. 100.25
100.5
18% Frk.=Hyp.=B.
Goldpfdbr..
101.4
79
kf. H.=B.=Gld./ 99.5
ſoldpfbr.=
100.7
br.
Bnn
F.
dbr.=Bk.
100
98.
.
Bold=
82
..
2 H. Lds.=Bk. Gld. /101.5
„
100.75
10% K.Eleltr. Me
Hagen) Gold
1103.9
8¾ K. Landesban
Darmſt., Reihe I/ 99.5
Reihe II
9.5
7½ M.=Kraftböchſtl 93.75
82 Mannh. St. G./108
Naſſ. Ldb. Gold/106.
30 Nbg. St. Gldal. / 99.25
% Pfälz. Hyp.Bk.
Gold=Pfdbr. . . . 98.5
forzh. St.-G./100
Pr. Centr.=Bd.,
Cr.=Bk. Gldpfbr.
70
—
8% Pr. Centr., St.=Goldpfpr 102
3% Rh. Hyp.=Bank
Gold. Pfdbr.. . . / 99.5
7½%Rh. St. W.23/165
10% Rh.=Weſtf.=B
Cr.=Bk. Goldpf..
99.25
„
Go
B.=Cr. B
100.5
B.Stahlw.”
obl. m
t Option/103.75
7% V. Stahlw
ſeldorfHyp.-G
obl. ohne Option/ 95.25
Loigtck Häffner
Goldobl.. .. . . . . 99.5
p.-
Württbg.
Bank Goldpfbr. 1100.25
7% „
Ffurtor Hurg
„ Brantfarter Karsveriche Bom Wr.dalt Loct!
Ohne
Zins=
berechnung
26 Bdw. Kohl 23
26 Großkr. Mann!
Lohl.
Heſ. Brk.-Rg. 2
oggen .."
Pr. Kaliw
D Pr. Roggenw
5% Südd. Feſt=B. G
Vorkrieg8=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb.
Bayr, Handelsb...
8.25
8.9
2. 23
Bahr. Hyp.ui. Bechſ.
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.. Hyp.=Bk..
teclb. Hyp.=u. Wb
Neining. Hyp.Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk. .
Preuß. Bod.=Cr..B
r. Cent.=B.=Cr. B.
Freuß. Pfdbr.=Bk.
gein. Hhp.=B...
h.=Wſtf. B.=Cr.=B
Südd. Bodenkr.
Württ. Hyp.=Bk..
151.5
169
16.5
Staatl. od. prov.
garantiert
eſſ. L.=Hhp.=B... 11.
Landeskr. Caſſel ..! 12.1
Naſſau. Ldsb. . . . 9.15
Obligationen
Transportanſt.
4% Eliſ.=Bahn ſtfr. 4.1
4% Galiz. Carl=
—
Lud.=
40
Sb. (L.)ſtfr
8%4
% Alte „."
eue „. ..
13.
0 Oſt.=Ung.7
3174
„Oſt. Staatsb. 8:
9
„Oſt. „ 1.b.8.E
%Oſt. .. 9. E.
3½Oſt. .. 188
%Oſt.. . Erg. Netz/ 2.
23.25
„Raab Oedbg. 8:
„
2 Rud. Silber
8.6
d. (Salz
6g
nat., S
„Anat. S.
II
% Salo
Monaſt
½ Tehuantepec.
4½½
„ „.
3.0
24.2
A J
Bauk=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . 1149.25
Bad. Bk. .... . .."
Bk. f. Brauind. . . .! —
Barmer Banko.
Bay. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ.
Tomm. u. Privat!
..Bk.
Darmſt. u. Ne
Deutſche
D. Eff. u. T
Nein
D. Hyp.=
D. Vereins=Bk. .. 1
Disk.=Geſellſch. . . . 162
Dresdener Bk. ...
Frankf. Bk. . . . . . . 135
kf. Ht
Zk.....
Frkf. Pfdbr.=B!
ſotha. Grur
177.5
ern. Bat
ink. . . . .
itteld. Greditb. /55
Pfälz. Hyp.=Bk
„Credikbank/135.5
Hhp.-Akt.=Bank
Rei
bank=Ant. . .
70.75
Rk
n. Creditbk. . . . 134.
Oberbedarf ..../100
Otavi=Min.=Ant.. .
Phönix=Bergb. . . . 123:/,
Rhein. Braunk. . . .
Rhein. Stahlw.. . . 219
A. Riebeck Montan/179.75
Rombach. Hütte
SalzwerkHeilbronn 185
Tellus Bgb.. . . . . . /113
Ver. Laurahütte.
Ver. Stahlwerke. 136
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Rhein=H
Bk.
S.
ibd. B
itbk.
Disc.=Geſ.
anſt
Oſterr. C
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Bochum. Bergb. .
Zuderns.. . . . . . . .
„Luxemburg ..
ſchw. Bergwv..
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb.. . . . .
b. St....
Ge
nußſchein
Kali
ſchersleb.
alit. e
lzdetfurth.
ali. Weſterregln.
erwerke .. .
innesm.=Röhr.
Mansfelder ......"
172
149
119
Eichbaum(Mannh.)/ 271
19
Henninger ....."
vercules, Heſſiſche. 1147
wenbr.=München
inz. Aktienbr. .
chöfferhof(Bind. )/3
warz=Storchen
80
ucher, Nürnberg. 188
Werger .. . . . . . . . 180
7.!
166
Do!
ſt.
235
188
129.75
Akkum. Berlin. ..
Idler & Oppen
.."
Adlerw. (v. Kl
E. A. G. Vzg.
20 A. E. G. Vzg. B..
A. E. G. Stamm . ."
Anglo=Cont. Guano
Bad. Maſch. Durl
Bad.Uhren, Furtw
jamag=Meguin .
Baſt Nürnberg ..
r. Spiegel .."
& Henkel ..
eraomann Ct.
B
Bing. Metall. ....
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang.
Cement. Heidelt
1. Karlſtadt
Cement. Lothr..
Chem. Albert .. . . .
Chem. Brockh. ..
Chem. Milch ....."
118
87
81.5
182
163
25.75
23
58.25
77.5
23.5
69.5
60
150.75
A
87
70.75
Daimler=Benz A.,G.
Dt. Eiſenhandel. .
Deutſche Erdöl".
D. G. u. Silb. Scheil
Dingler, Zweibrüd
Dresd. Schnellpr.
Dürrkopp.. . . . . . ."
Dürr. Rattingen ..
Dyckerhof & W. ..
Eiſenw. Kaiſersl..
El. Licht u. Kraft
El. Lieferung ..."
Elſ. Bad. Wolle ..
Email. Ullrich ...."
Enzinger Werke ..
Eßlinger. Maſch. .
Ettlinger Spinn..
Faber Bleiſtift
ber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens.
Farbenind. J. G.
Felten & Guilleau
Feinmech. (Jetter
Feiſt, Sekt. . . .."
Frankfurter Gas.
Frankfurter Hof
Frkf.=M. Pok. u. W
Geiling E Cie. ...
Germania Linol.. .
Gelſenk. Gußſt. .
Goldſchmidt, Th..
Gotha Waggon ..."
Gritzner, Maſch.. . .
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
ſammerſen . . . . . .
Hanfw. Füſſen .."
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun ..
Heyligenſtaedt..
Hilpert Armatr
Hindrichs=Aufferm
Hirſch, Kupfer ..
Soch=Tief Eſſen".
Holzmann .. . . . . .
Holzverk. Ind.. . . .
Hydrom. Bresle
Inag ..........."
21e
152
82
33
*4
195
44
65.:
231
105
14.:
317
98
19
78
133.1
5 Junghans St..
Kammg. Kaiſersl.
Karlruher Maſch.
15 Karſtadt, R.. ..
Klein Sch. & Becker
Knorr, Heilbronn".
Konſerv. Braun
5
erw. Alt=Württbg
1 Krauß, Lokom. . .
25 Lahmeher ......"
Lech, Augsburg ..
Lederw. Rothe .."
„ Spicharz.
Lingel Schuhw..
löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm
Lüdenſcheid Metal
Lux, Induſtrie ..
Mainkraft Höchſt
Mars=W. Nürnberg
Metallgeſ. Frkf. ..
Niag, Mühlenb.
Moenus, Stamm
torenf. Deutz
Motorenf. L
rur
Münch. Lichtſpielk.
Neckarf. Fahrz. .. .
Neckarw. Eßlingen
Peters Union .."
fälz. Näh. Kayſer
Philipps. . . . . . .."
Porzellan Weſſel".
Rein. Gebb.& Schal
Rhein. Elektr. ..
iania, Kunheim
Rütgerswerke ..."
Schneid. & Hana
Schnellpr. Frank. /105.5
Schramm Lackf.
Schriftg. Stemp. 1140.
5 Schuckert, Eleftr. 120
Schuhf. Weſſel.
Schuhf. Herz
Schultz. Grünlack
75 Seilind. Wo
.."
.
Siemens Glas
Siemens & Halske
20
48
127.25
128.1
140
186
Südd. Immob.
Südd.Zucker=A.=G
hür. elektr. Lief.
Uhren Furtwängl.
Unterfr. Kr.=El.=B.
Veithwerke
Ver. ſ. Chem.Ind..
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſel
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg.
Ultramarin .. . . . ."
Zellſtoff Berl. ...
Vogtl. Maſch. ..
Voigt & Haeffner.
Volthom, Seil ...
Wayß & Frehtag
Wegelin Rußfbr.
Zellſt. Aſchaffenb
Zellſt. Waldhof ..."
Buckerf. Rheingau
87.5
72
11
122.5
118
38
6
45
13.
166.5
99.25
100
95
—
Transport= und
Verſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorzg.
. Dt. Eiſenbah=
. Lokalb. u. Kraftw.
dt. Eiſenb.=Geſ.
Schantung E. B.
üdd. Eiſenb.=Ge
Hapag.........
Nordd. Lloyd.. . . .
Frift. Allg. Ver)
Frankona Rückv.
Darmſt. Werie
Bahnbedarf..."
Dampfk. Rodberg
Helvetia Konſ.....
Gebr. Lutz......"
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder
127.25
115.5
104.5
65.75
109.5
5
102.75
136
742:
4!
145
149.5
1.
140
VenulethcEllenb.
[ ← ][ ][ → ]1mmet 207
Donnterstag, den 28 Juli 1927
Seite 17
Produktenberichte.
½
deckun
70
4A
öe
rlcner Produktenbericht vom 27. Juli. Die von den
Auslands=
mätzl worliegenden feſteren Meldungen blieben hier faſt gänzlich ohne
Ein t4, da die günſtige Witterung weiter anhält. Nach ſofort
liefer=
ban lltzslandsweizen beſteht ſeitens der Berliner und auch der
Pro=
vinthch en Nachfrage, und im Zuſammenhang hiermit vermochte ſich
nuchch weizen zu befeſtigen. Herbſtweizen, der vom Inlande nach wie
vor eſrf ſpärlich angeboten iſt, war auf Grund der beſſeren Wetterlage
eintt lse Mark mckgängig. Juliroggen eröffnete 5 Mark ſchwächer,
da hſtere Andienungen erwartet werden. Die Herbſtſichten lagen gleich
falllEura 1,5 Mk. niedriger. Das Provinzangebot blieb auch in
Rog=
uag. Es wird der Meiung Ausdruck verliehen, daß die Zufuhr
jächſte Zeit recht klein bleiben werde, weil das Anhalten des
Bretters eine Zuſammendrängung aller Erntearbeiten bedingt
Senmehlnachfrage iſt faſt gänzlich verſchwunden. Auch Entgegen
mider Abgeber vermochte die Kaufluſt nicht anzuregen.
Weizen=
leb gleichfalls ſtill. Hafer iſt weiterhin knapp angeboten und bei
darr Preiſen gefragt. Bei Wintergerſte verſuchen die Käufer
an=
oes ſchönen Wetters, Konzeſſionen zu erlangen; doch zeigen ſich
Fgl-ber ziemlich unnachgiebig.
güakfurter Produktenbericht vom 27. Juli. Zum erſten Male wurde
ſylmnuter Roggen an der Börſe gehandelt. Das Geſchäft iſt zunächſt
bü” einzelne kleine Partien beſchränkt; die Ware iſt trocken und
Der Preis bewegte ſich um 25 MM., wurds aber allgemein zu
Auſofunden, wodurch ſich die Zurückhaltung der Käufer rechtfertigt.
ſefü prompte Lieferung iſt nach wie vor knapp beſnders aber
uintehl, das ſtärker geſucht iſt. Der Mehlabſatz iſt ſehr ſchleppend.
m 81 nom., Roggen 25, neue Ernte, Hafer inländ. 25,5—26, desgl.
Ed 23,50—25,50, Mais 19, Weizenmehl 39,50—40, Roggenmehl
73,5,75, Weizenkleie 13, Roggenkleie 13,75—14,00 Mk.
— Südweſtdeutſche Zentral=Häute=Auktion in Mainz am g7. Julf.
ino „Hof zum Gutenberg” fand am Mittwoch unter dem
des Herrn Obermeiſters Schwöbel=Mainz die 72.
Südweſt=
mre.
Zentral=Häute=Auktion ſtatt, die ſich eines guten Beſuches
er=
der PDie Auktion zeigte, daß ſich auch hier, wie auf den
auswär=
gfüäutemärkten, eine Befeſtigungstendenz erkennbar machte. Die
Gokkyerfolgten langſam, doch wurden nicht unweſentliche
Preisauf=
hü verzielt. Zur Verſteigerung gelangten: 7106 Großviehhäute,
wkülb= und Freſſerfelle und 444 Hammelfelle. Im einzelnen
wur=
ſeimlorende Preiſe erzielt: Kalbfelle o. K., Kl. 1, bis 9 Pfd.
mö. über 9 Pfd. 143—144¾; Klaſſe 2: bis 9 Pfund 128—135¾,
HRePPfd. 118½. Kalbfelle m. K.: Kl. 1 118½—124½: Kl. 2
— Schußkalbfelle v. K.. alle Gewichte 102; m. K., alle
hie 91½. — Freſſerfelle o. K., Kl. 1 112½, Kl. 2 100;
Ml. 1 100; o. K., Schuß 75, m. K., Schuß 75. — Leicht
it -, o. K., Kl. 1, 20—29 Pfd. 114½, Kl. 2 103; m. K. Kl. 1 104½.
derhäute o. K., Kl. 1, 30—49 Pfd. 890—101¾, 50—59 Pfd.
60 u. mehr Pfd. 95½—104. — Ochſenhäute o. K. Kl. 1.
WP RPfd. 88½, 50—59 Pfd. 80—90½, 60—79 Pfd. 86—96½, 80 und
iſhe A fund 87—91¾. — Kuhhäute o. K., Kl. 1, 30—49 Pfd. 83¾ bis
70—59 Pfd. 86—93½, 60—79 Pfd. 90—97¾, 80 und mehr Pfd.
BEB½. — Bullenhäute o. K., Kl. 1, 30—49 Pfd. 80—95¾;
Bullenhäute o. R., Kl. 1, 50—59 Pfb. 76—5034 00—79 P0. 79—793”
80 und mehr Pfd. 66—72½. — Häute o. K., Kl. 2, 30—419 Pfd.
78—8934 50 und mehr Pfd. 65—84½. — Rinderhäute m. K., Kl. 1,
30—49 Pfd. 85—93¾, 50—59 Pfd. 82—88¾, 60 und mehr Pfd. 81¾
bis 84. — Ochſenhäute m. K., Kl. 1 30—49 Pfd. 92½, 50—59 Pfd.
78½, 60—79 Pfd. 78—79½, 80 und mehr Pfund 76—79½. — Kuhhäute
m. K., Kl. 1 30—49 Pfd. 77—79¾, 50—59 Pfd. 75½—80¾, 80—79 Pfd.
76—87½
80 u. mehr Pfd. 81½. — Bullenhäute m. K., Kl. 1,
30—49 Pfd. 89¾; m. K., Kl. 1, 50—79 Pfd. 67½—71½, 80 u. mehr
Pfd. 61½—62. — Häute m. K., Kl. 2, 30—49 Pfd. 70—82, 50 und
mehr Pfd. 60—7634. — Schußhäute o. K., alle Gewichte 72½—75;
m. K., alle Gewichte 65½. — Schaffelle, vollwollig 71,
kurz=
wollig 68, bloß 60¾.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Weizen: Anfänglich zogen die Preiſe etwas an auf ungünſtige
Wit=
terungsberichte in Norddakota und Teilen Kanadas. Dann wurde die
Haltung ſchwächer auf den Regierungswetterbericht und größere
An=
künfte.
Mafs: Der Markt verlief in feſter Haltung auf ungünſtige
Witte=
rungsberichte. Später wurde jedoch die Haltung wieder ſchwächer auf
beſſere Berichte aus Jowa und Kanſas und Abgaben der Lokofirmen.
Hafer: Der Markt ſtand unter dem Einfluß von Meldungen über
ſchwere Ernteſchäden im Staate Indiana und Ohio.
Kaffee: Niedrigere Rio=Meldungen hatten anfänglich Liquidationen
zur Folge. Auch Haniel ging zu Verkäufen über. Gegen Schluß
wur=
den teilweiſe Deckungsverkäufe vorgenommen.
Zucker: Am Terminmarkt erfolgten anfangs Abgaben des Handels.
Später trat eine Erholung ein auf Ernteberichte aus Kuba.
Baumwolle: Anfangs herrſchte eine freundliche Meinung auf Grund
feſter Liverpooler Kabel und den hauſſegünſtigen Wetterbericht. Die
Schäden des Kapſelkäfers ſcheinen vom Markt bereits eskomptiert.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 27. Juli:
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 151½/s, hart 154½; Mais, neu
ank. Ernte: 116½; Mehl: ſpring wheat clears 7,00—7,35; Fracht
nach England: 1,6—2 Schilling, nach dem Kontinent: 6—8 Cts.
Schmalz: Prima Weſtern, loko 13,35; Talg, extra 7/s.
Kakao. Tendenz: willig. Umſatz in lots: 133. Loko: 16‟/s.
Auguſt 15,50, Sept. 15,50, Okt. 15,30, Nov. 14,80, Dez. 14,00,
Jan. 13,85, Febr. 13,85, März 13,79.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 27. Juli:
Getreide. Weizen: Juli 140½, Sept. 1394/, Dez. 143: Mais:
Juli 103½, Sept. 1067/, Dez. 108/; Hafer: Juli 44½, Sept.
44/e, Dez. 47/e;, Roggen: Juli 107½, Sept. 95½, Dez. 98½4.
Schmalz: Juli 12,67½, Sept. 12,77½, Okt. 12,87½.
Fleiſch. Rippen: Juli 12,10, Sept. 12,20, Okt. —: Speck:
loko 12,12½; leichte Schweine: 9,60—10,90, ſchwere Schweine:
8,90—10,00; Schweinezufuhr: Chicago 20 000, Weſten 70 000.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Der Röhrenverband beſtätigt nunmehr entgegen früheren Dementis
das erfolgreiche Fortſchreiten der Verhandlungen mit den engliſchen
Röhrenwerken. Ueber Einzelheiten werden jedoch alle Angaben
verwei=
gert. Man befchränkt ſich lediglich darauf, alle bisherigen Verſionen als
unrichtig hinzuſtellen.
Wie aus Danzig gemeldet wird, iſt damit zu rechnen, daß die
Ver=
handlungen über die 20 Millionen Gulden=Anleihe des Danziger Hafen=
Ausſchuſſes in den nächſten Tagen zum Abſchluß gebracht wird. Dem
Vernehmen nach wird die Anleihe zu 6½ Prozent von der New Yorker
Firma Blair u. Co. übernommen werden. Die Laufzeit ſoll 25 Jahre
betragen.
Nachdem die Leipziger Kaſſenverein=A. G. im April d. Js. den
ge=
ſcheckten Giroverkehr für den Leipziger Platz aufgenommen hat, wird ſie
am 28. Juli den geſcheckten Fern=Giroverkehr mit den Girobanken in
Berlin, Dresden, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln und Stuttgart
er=
öffnen.
Die Rheiniſch=Weſtfäliſche Bleifabrikatehändler=Vereimigung in
Düſſeldorf hat ab 26. Juli ihre Lagerpreiſe für gewalzte und gepreßte
Bleifabrikate um 2 Rm. erhöht, ſodaß der heutige Verkaufspreis 68 Rm.
pro 100 Kilogramm beträgt.
Die Rhein=Kohlenfrachten von den Rhein=Ruhr=Häfen nach
Rotter=
dam ſind um 20 Pfg. pro Tonne gefallen.
Die Einfuhr im Juni 1927 betrug in Oeſterreich 243 Millionen
Schilling gegenüber 224 300 000 Schilling im Mai. Die Ausfuhr betrug
im Juni 1927 169 Millionen Schilling gegenüber 143 100 000 Schilling
im Mai d. J. Das Paſſivum der Handelsbilanz beträgt ſomit 74,6
Millionen Schilling.
Wie wir aus Brüſſel erfahren, ſollen die belgiſchen
Portlandzement=
preiſe infolge der feſten Marktlagge und des flotten Abrufs um 10 Fr.
pro Tonne mit Wirkung ab 1. Auguſt heraufgeſetzt werden.
Wie aus Brüſſel gemeldet wird, beabſichtigt die belgiſche Regierung
nach Verſtändigung mit den belgiſchen Gruben eine größere
Tonnen=
menge Fettkohlen auf Reparationskonto in Deutſchland zu beſtellen.
Aus techniſchen Gründen beabſichtigt die Bank von Frankreich, einen
Teil ihrer Deviſenvorräte in bar an die anderen Banken Frankreichs
abzugeben. Dieſe Beträge ſollen nach Bedarf per Termin an die Bank
von Frankreich zurückgegeben werden. Praktiſch würde dieſe Maßnahme
eine größere Flüſſigkeit der Bank von Frankreich herbeiführen.
Nach der letzten Statiſtik exportierte Italien in den erſten ſieben
Monaten des Jahres 17 240 Automobile im Geſamtwerte von 300
Millionen Lire gegenüber 14 500 Automobile in derſelben Zeit des
Vorjahres mit einem Verkaufswert von 238 Millionen Lire.
Das Prager Stadtbaukomitee hat über Einzelheiten des Angebots
der amerikaniſchen Firma Chapman verhandelt, die in Prag 10000 neue
Wohnungen bauen will. Das Projekt hat Ausſicht, von der Stadt
an=
genomimen zu werden.
Die italieniſche Handelsbilanz weiſt mit den erſten ſechs Monaten
ds Js. eine Unterbilanz von 3923 Milliarden Lire gegenüber 5943 Mill.
Lire im erſten Semeſter des Vorjahres auf.
Werſteigerung
ſſtädt. Leihamt, Kirchſtr. 9
intwoch, den 3. Auguſt 1927,
vormittags 8, Uhr ab
riſteigerung der bis Ende
uli ds. Is. verfallenen
Pfänder.
eſſllanten, Gold= und
Silber=
usen, Taſchenuhren, Anzüge,
üſche, Stiefel, Operngläſer,
hürtoapparate, Schreibmaſch.
rräder, Muſikinſtrumente
uſw.
Am Dienstag, den 2. Aug.
das Amt wegen der
r Verſteigerung ge=
(st11816
n27. Juli 1927.
es Leihamt.
tachung.
mögen der Firma
Darmſtadt, Eliſa=
Eißen
ind deren Inhabers
eloh daſelbſt, i
77, mittags 12 Uhr,
diß. An
ahren eröffnet worden
Loeb in
Darm=
erwalter eknannt.
Oilé ua
mit Anzeigefriſt und
ſind bis zum
immt. Es wirl
der die
Beibehal=
er die Wahl eines
vie über die
Be=
rausſchuſſes und
die in 8 132 der
jeten Gegenſtände
Auguſt 1927
und zur Prüfung
ungen auf
Mon=
er 1927,
vormit=
mn unterzeichneter
Termin anbe=
(11790
uli 1927.
gericht I.
g von
beiten.
verdingungs=
de
Bauleiſtun=
ellung des
Lud=
nSs zu
Darm=
werden.
itzauszubeſſern,
delfarbenan=
18zubeſſern
dutz
auszu=
nſtrich von
ind
Klapp=
en liegen
elbſt auch
nge der
en.
en,
porto=
lufſchrift
Littwoch,
Uhr, bei
114 Tage
927. (11849
armſtadt.
Soeben erſchienen:
Botfiniender 1.BU
Herausgegeben vom Verband der heſſiſchen
land=
wirtſchaftlichen Genoſſenſchaften in Darmſtadt
Mit zahlreichen Bildern von Prof. Johs. Lippmann
Inhalt:
Ausführliches Kalendarium (24 Seiten) mit
Arbeits=
kalender für Haus und Feld und Wettervorherſage
nach dem 100 jährigen Kalender. / Zum Geleit (Berg=
Darmſtadt). / Ehrentafel. / Das Jahr 1928. /
Heſ=
ſiſche Städte am Rhein (Bader=Darmſtadt). /
Mar=
tin und Katrin (Ruppel=Homberg). / Die beiden
Ochſen (Bock=Gießen). / Bäuerliche Weidewirtſchaft
(Haug=Groß=Umſtadt). / Kirchenviſitation (Gros=
Gießen). / Humor in alten Zeitungsanzeigen. / Vom
Ich und vom Wir im Dorfe (Koch=Gießen). / Das
deut=
ſche landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsweſen (
Bitter=
hof=Berlin). / Daniel Trampelbaſt (Eimer=
Darm=
ſtadt. / Unſere gefiederten Bundesgenoſſen (Sunkel=
Marburg). / Johannes Lippmann (Graf Hardenberg=
Darmſtadt). / Humoriſtiſche Gedichte (Sulzmann=
Darmſtadt). / Vom Volkslied und ſeinen Sammlern
(Noack=Darmſtadt). / Vom Nachbarrecht (Scharmann=
Darmſtadt). / Der Bauer und ſein Kleid (Zeh=
Hep=
penheim). / Das Dukatenmännlein (Helma Eſſelborn=
Darmſtadt). / Heinrich Pabſt (Karl Eſſelborn=
Darm=
ſtadt). / Richtige Fütterung (Frech=Darmſtadt). /
Hu=
moriſtiſche Ecke. / Wie der Traum des Schmitt=
Hennerich in Erfüllung gegangen iſt (Bechtolsheimer=
Gießen). / Feuer, Feuer! oder das ſtotternde
Karlchen (Gros=Gießen). / Erſte Hilfe im Stall. /
Wie berechne ich meine Zinſen / Überſicht über die
Nährwerte einiger Futtermittel. / Trächtigkeits= und
Brütekalender.. / Wiſſenswertes über Keimfähigkeit
uſw. der wichtigſten landwirtſchaftlichen Samen. /
Vergleichung von Lebend= und Schlachtgewicht der
Schlachttiere. / Saatbedarf und Ernteertrag. / Das
Miſchen der Kunſtdüngemittel. / Jagdkalender. / Maße
und Gewichte. / Verzeichnis der Meſſen und Märkte
in Heſſen.
112 Seiten in 4” in farbigem Umſchlag
nur 6S R=Pfennig
Zu haben bei den Agenturen und in der
Geſchäftsſtelle des Darmſtädter Tagblatts
Betr.: Verlegung der Dienſträume
des Standesamts, Ortsge.
richts und Friedhofsamts.
Die Dienſträume der obigen Aemter
befinden ſich von
Freitag, den 5. Auguſt ds. Js. ab,
im Rathaus. Marktplatzo, I. St.
Am 4. Auguſt ſind die
Geſchäfts=
zimmer geſchloſſen.
(st1 1843
Der Oberbürgermeiſter.
Milchlieferung für die
Kinder=
ſpeiſung 1921
Die Lieferung der Milch für die
Kin=
derſpeiſung ſoll für die Zeit vom 1.
Sep=
ember 1927 bis zu den Oſterferien 1928
auf dem Wege der Verdingung vergeben
werden. Die in dem Angebot
anzuer=
kennenden Lieferungsbedingungen können
am Freitag, Samstag und Montag, den
29., 30. Juli und 1. Auguſt 1927, auf
Zimmer 73 des Amtsgebäudes,
Land=
graf=Philipp=Anlage 13, vorm. zwiſchen
z und 12 Uhr, eingeſehen werden. Dort
ſind auch die Angebote alsbald in
ver=
ſchloſſenem Umſchlag mit entſprechender
Aufſchrift abzugeben. Nach dem 10. Aug.
1927, vormittags 12 Uhr, einlaufende
Angebote können nicht mehr
berückſich=
tigt werden. Die Auswahl unter den
Anbietenden und die Vergebung bleibt
dem Herrn Oberbürgermeiſter
vorbe=
halten.
(st1179
Städtiſches Wohlfahrts= und
Jugendamt Darmſtadt.
Am Freitag, den 29. Juli 1927,
nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
Verſteigerungslokale Hügelſtr. 27 nach
tehende Gegenſtände öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
(11852
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Glas=
aufſatz, 3 Mille Zigarren, 1
Schreib=
maſchine „Odoma”, 1 Opel=4ſitzer, ein
Bücherſchrank, 1 Schreibtiſch, 1 Waren
ſchrank, 1 Tauchlötofen für Oelfeue
rung, 1 Schreibmaſchine „Senator”
1 Schreibmaſchinentiſchchen, 1 Opel=
Lieferwagen, 1 Sofa. 1 Büfett, 1
Fahr=
rad „Teutonia”, 1 Eckſchrank, 1
Diplo=
matſchreibtiſch, 1 großer Spiegel, ein
Vertiko, 1 Wellblechgarage, 1 Klavier
1 Regal, 1 Glasſchrank, 1 Gasherd
1 ſchwere Pendelſäge, 1 Sofa, 1
Jauche=
faß mit Wagen, 1 Kredenz. 1
Auto=
kühler, 2 Odomaſchreibmaſchinen.
Darmſtadt, den 27. Juli 1927.
Portner
Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
Am Freitag, den 29. Juli 1927,
vorm. 10 Uhr, ſollen in meinem
Ver=
ſteigerungslokal Bleichſtraße 40
fol=
gende Pfänder zwangsweiſe gegen
Bar=
zahlung verſteigert werden, insbeſondere:
Kognak, Wein, Zigarren, Zigaretten
3 Schreibmaſchinen, 1 Aktenſchrank
1 Rollſchrank, 1 Kaſſenſchrank, 2
Schreib=
tiſchſeſſel, 2 Schreibtiſche, 1 Motorrad
(D=Rad), 1 Bücherſchrank. 24 Karton
Seife, 1 Diwan, 1 Vertiko, Möbel
11851
aller Art.
Ferner daran anſchließend im
Lokal:
Möbel aller Art und Mefſinghahnen
Darmſtadt, den 27. Juli 1927.
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Am Freitag, den 29. Juli 1927,
nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich
Luiſenſtraße 32 öffentlich zwangsweiſe
(11848
gegen Barzahlung
1 Schlafzimmer, hellbraun gebeizt,
kompl., 2 runde Herrenzimmertiſche,
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Darmſtadt, den 28. Juli 1927.
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Seite 18
Donnerstag, den 28. Juli 1927
Nummer 2071
M Die auserwählten Doppelprogramme für das Sportfest in Darmstadt
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Kastner, Liri6 Paranelli, Hermann Picha.
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Derrote Pirat
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Der unwiderstehliche Rod la Rogue kopiert in
zwerch-
fellerschutternder Weise sein großes Vorbild, den „
See-
räuber‟ Douglas Fairbanks, Der groteske Humor des
Exzentrikklomns würzt halsbrecherische Sensationen.
Angenehmes Gruseln des Zuschauers wechselt mit
er-
stickenden Lachanfallen. Die Berliner Presse stellte
diesen Film über Buster Keaton und Harold Llovd
und bescheinigt ihm, daß seit „Goldrausch” noch über
keinen Film s0 gelacht wurde wie über den „Roten
Piraten”
(11786
Meiner geehrten Kundschaft, sowie
Musik=
interessenten mache ich hiermit die ergebene
Mitteilung, daß ich mit dem Heutigen meine
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Die Eintrittskarten berechtigen zu den Vorführungen in der Feſthalle — Kinder unter 10Jahren frei!
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Ve
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Andenken. Nähere
Aeſchäfteſt us
Hanendne Hich
Emilſtr. 10, I. (1949=
Nummer 207
Der Club der Vierzig.
bearbeitet nach einem Roman von Robert W. Chambers
von Edgar May.
(Nachdruck verboten.)
Kapitel I.
„Das geſunkene Goldſchiff.”
Das war es, was den Jüngling auf die Bahn ſtürmiſcher
ſeoniſſe führte — — ein halsſtarriger Drang, ſich als vollwer=
Mann zu erweiſen, vermutlich die Nachwirkung von zwan=
18ahren einer Gängelbandexiſtenz, aus der ihn der Tod ſeiner
zmi itweten Mutter und die erlangte Volljährigkeit, die ihm ein
es väterliches Vermögen brachte, befreite.
SSeine Schweſter konnte nichts mit ihm anfangen; er war zu
wi indlich, trotzköpfig und zuverſichtlich. Schon die leiſeſte
Er=
ihmung, der geringſte Druck entſlammte ſeinen Jähzorn.
ines Abends, in Palm=Beach, dem berühmten Badeort
ſi idas, machte er die Bekanntſchaft von Mr. Julian Welper.
ſr. Welper zeigte ſich als väterlicher Freund und führte den
noxen Mann in einen Kreis reicher Leute ein, die ſich ſeiner
mnahmen”.
2Dazu gehörte eine hübſche Brünette von etwa dreißig Jah=
Mrs. Helene Wyvern. Sie war, wie ſich alsbald
heraus=
ſs e, eine unverſtandene Frau.
Schon ein hallbſtündiger abendlicher Spaziergang am Strand
miigte dem jungen Mann, um herauszufinden, daß Mrs.
ſyoern die einzige Frau war, die ihn „verſtand”
Mrs. Wyvern flüſterte ihm zu, daß ſowohl ſie, wie Mr.
esper und ein anderer Freund, Mr. Eugen Renton, Millionen
ſoen Aktien der Orizava Oil Co. verdienten. Der Reſt ergab
huvon ſelbſt. Binnen kurzem war das ganze Kapital des jungen
gaines in Orizava=Oel angelegt.
Als er bei ſeinem letzten Pfennig angelangt war, gab man
m. großmütig eine Stellung bei der Oel=Geſellſchaft. Er
be=
lißke das Land in vertraulichen Miſſionen, die ſo eingerichtet
ſahren, daß ſie ihn möglichſt lange und weit von New York
fern=
eiten, denn er langweilte Mrs. Wyvern und Mr. Welper fand
unbequem.
Eines Tages hatte er Mr. Welper in Charleſton, Süd=
Caro=
na, ein Paket mit Dokumenten zu überbringen. Nachdem er
ſiyren Auftrag erfüllt hatte, klopfte Welper ihm väterlich auf die
cheulter.
Donnerstag, den 28 Juli 1927
Geite 19
„Ich habe noch eine Weile zu arbeiten,” ſagte Welper zu
dem jungen Mann, „Sie können einſtweilen ſpäzieren gehen oder
ein Kino beſuchen.‟ Damit überreichte er ihm ein Lokalblatt.
Der junge Mann ließ ſich dazu herab, einen Blick auf die
Zeitung zu werfen, bemerkte jedoch blaſiert, daß er ſich aus
Kinos nichts mache.
„Vielleicht ſuchen Sie eine der Auktionen auf, die in dem
älteren Teil der Stadt regelmäßig abgehalten werden. Man
kann dort manchmal intereſſante Antiquitäten zu lächerlichen
Preiſen kaufen.”
„Beſten Dank,” erwiderte der junge Mann läſſig. „Wenn ich
nichts anderes zu tun finde, werde ich Ihrem Rat folgen.”
2.
In der Menge, die das zum Verkauf ſtehende Haus umſtand,
fand der junge Mann einen oder den anderen Ortsbewohner,
der ihn freundlich aufklärte, daß das Gebäude eines der älteſten
in Charleſton ſei. Es habe dem in Nord=Carolina berüchtigten
Gouverneur Eden, der vor einigen hundert Jahren infolge
eines plötzlichen Schreckens verſtörben ſei, gehört. „Was hat
ihn ſo erſchreckt?” fragte der junge Mann nengierig.
Er hörte, daß Gouverneur Eden in geheimer Verbindung
mit Sted Bonnet, dem Seeräuber, geſtanden habe. Als Bonnet
gefangen genommen wurde, ſei der ſchuldbeladene frühere
Gou=
verneur aus Furcht vor Bonnets Geſtändnis nach Charleſton
geflüchtet und dort an Herzſchwäche geſtorben.
Der Auktionar wurde nicht müde, die verſchiedenen
Gegen=
ſtände, die unter den Hammer kamen, verführeriſch anzupreiſen.
Nach einer Weile gelangte eine ſchwere, lederne, mit Kupfer reich
beſchlagene Schatulle zur Verſteigerung. Der Auktionar erklärte,
daß ſie gefüllt mit alten Familien=Papieren des Gouverneurs
Eden ſei und ein wertvolles Objekt für Sammler darſtelle.
Da ſolche Sammler anſcheinend nicht vorhanden waren, bot
der junge Mann einen Dollar. Ein Neger, der aus unbekannten
Gründen Intereſſe für die Schatulle hatte, ſteigerte das Gebot
auf 1½ Dollar. Zu zwei Dollar wurde ſie dem jungen Mann
ſchließlich zugeſchlagen.
Warum er die Schatulle eigentlich erworben hatte, wußte
er ſelbſt nicht. Wahrſcheinlich geſchah es aus knabenhaftem
In=
tereſſe für Seeräubergeſchichten.
„Schicken Sie ſie mir in das St. Charles=Hotel,” ſagte er
läſſig. Da er einſtweilen von Antiquitäten genug hatte, begab
er ſich ins nächſte Kino.
Nach dem Abendeſſen ſchrieb Mr. Welper einige Briefe und
der junge Mann ging allein aus. Als er zurückkehrte, ſchrieb
Mr. Welper noch immer. Abgeſpannt und ſchläfrig begab ſich
der junge Mann in ſein Zimmer. Mr. Welper hatte das an=
liegende inne. Als der Jüngling gähnend und unentſchloſſen
ſein Bett betrachtete, fiel ſein Blick auf die danebenſtehende
Schatulle.
Ein reich verzierter eiſerner Schlüſſel hing an einem der
Handgriffe. Der junge Mann trennte ihn mit ſeinem
Taſchen=
meſſer ab, öffnete den Deckel und muſterte neugierig die Stöße
dergilbten Papiers, die darin lagen.
Sie waren ſäuberlich mit rotem Bindfaden verſchnürt; ein
muffiger Geruch ſtrömte von ihnen aus. Der Jüngling ſetzte
ſich auf den Fußboden und ergriff, noch immer gähnend, eines
der Bündel, warf es jedoch gleich wieder beiſeite, durchblätterte
Briefe, behördliche Eingaben und Verträge mit ſtetig
ſchwin=
dendem Intereſſe. Sodann fiel ſein Blick plötzlich auf die
Un=
terſchrift des Seeräubers Bonnet.Er betrachtete ſie mit
ehr=
fürchtigem Grauen, berührte ſie mit ſeinem Finger und verſuchte,
ſich ſchaudernd zu vergegenwärtigen, daß die Hand, die die
Schriftzüge auf das Papier geworfen hatte, oftmals mit
menſch=
lichem Blut beſudelt war,
Der Brief war von Bonnet, an Bord des Kaperſchiffes
„Revenge” geſchrieben und an einen gewiſſen Edward Teach an
Bord eines als Kanonenboot bezeichneten Schiffes „Marga”
ge=
richtet. Es wurde darin ein Zuſammentreffen der beiden
Schiffe in der Nähe des roten Kaps in Virginia vorgeſchlagen.
Ferner teilte Bonnet ſeinem Spießgeſellen mit, daß er in
Bar=
bados auf Papiere geſtoßen ſei, die, falls ſie entziffert werden
könnten, das Geheimnis des verſunkenen Goldſchiffes Red
Moon aufklären würden. Nach Bonnets Anſicht lag es in etwa
fünf Faden Waſfer in der Nähe der Tiger=Inſel. Es wäre
jedoch die Mannſchaft beider Schiffe nötig, um das Wrack zu
heben. Die Mannſchaft könnte auf der Tiger=Inſel oder einer
der drei anderen Inſeln weſtlich des roten Kaps, die nach der
größten von ihnen „Schwaneninſeln” benannt waren, kampieren.
Dem jungen Mann war aller Schlaf vergangen; er
durch=
ſtöberte Brief auf Brief und ſaß ſtundenlang mit
untergeſchlage=
nen Beinen auf dem Teppich, ganz im Banne der Greueltaten,
die in den alten Schriftſtücken aufgezählt waren.
Wber erſt in dem letzten Bündel, das er in die Hand nahm,
fand er eine weitere Erwähnung der Galeere Red Moon.
„Sie wird” ſchrieb Bornet, „ſeit dem Juli 1568 vermißt,
alſo ſeit 150 Jahren. Es iſt bekannt, daß das Schiff bis zum
Deck mit reinem indianiſchen Gold gefüllt war. Dieſe Mitteilung
habe ich vom Gouverneur Eden,” fügte Bonnet hinzu. „Sie hat
mich völlig entflammt, und war die Urſache, daß ich, ein in
Weſt=
indien reich begüterter Gentleman, zu dem unſeligen Handwerk
der Seeräuberei griff
(Fortſetzung folgt.)
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