Einzelnummer 15 Pfennige
Kränzche
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Nummer 127
Sonntag, den 8. Mai 1927.
190. Jahrgang
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ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
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auſträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konfurs oder gerſchtiſcher Beitrelbung fäll ſeder
Rabatt weg. Banſtonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſädter und Naſſonalbanf.
Zerns aber die Benagrariihe.
Die Wurzel des Uebels: Die Verringerung der wirtſchaftlichen Produktivität Oſieuropas. —
Die wirtſchaftliche Zerſplitterung Mitteleuropas. — Die Ueberlaſtung ganz Europas mit unpro
buktiven Ausgaben. — Die Zerreißung der wirtſchaftlichen Bande mit Deutſchlands Nachbarn.
Vorher hatte der ungariſche Delegierte und frühere Miniſter
Shmptome der europaiſchen Jean Hadik in einer längeren Rede
die durch den Krieg vollkommen veränderte
Verarmung.
Wirtſchaftslage Ungarns
Unbefriedigende Einkommensverhältniſſe.
dargelegt und ſich dann eingehend über einige der „Konferenz
Das Heer der Arbeitsloſen. — Verteuerte vorgelegte Deukſchriften verbreitet. Er ſchilderte die
Bemühun=
gen der ungariſchen Regierung, mit den Nachbarländern in
Kredite. — Schwerer Steuerdruck.
normale wirtſchaftliche Beziehungen zu kommen und trat für die
* Genf, 7. Mai. (Priv.=Tel.) Abſchaffung aller Verbote und Beſchräukungen für Ein= und
Die heutige Vormittagsſitzung brachte nach einer Rede des
gyptiſchen Geſandten in Rom, Sadik Henein Paſcha, der den
ſeevorſtehenden Eintritt Aegyptens in den
Völ=
erbund ankündigte und im übrigen den Bericht der
Inter=
mationalen Handelskammer warm befürwortete, eine große
Rede des deutſchen Landwirtſchafts=
Delegier=
u en Dr. Hermes, der
beſon=
ders über die große Kriſe
auflandwirtſchaftlichem
Bebiet ſprach, die ſich ganz
weſentlich von früheren Kriſen
mnterſcheide. Während früher
Elrgentinien und Rußland auf
ſoie europäiſchen Getreidepreiſe
derückten, habe der Krieg mit
ſeiner vorübergehenden und im
Wahre 1920 plötzlich
zuſammen=
grebrochenen Kriegskonjunktur
pene ſchwere Agrarkriſe
werbeigeführt, die überall in
(Europa mit einem Preisſturz
werbunden war. Dieſer
Preis=
ſturz beruhte nicht auf einer
eberproduktion, ſondern auf
wer Verarmung der
Be=
ſoölkerung und der
Ver=
ringerung der
Kauf=
raft. Es entſtand jene
Preis=
ſchere, d. h. jener
tiefgrei=
fende Unterſchied
zwi=
chen Agrar= und
Indu=
itriepreiſen, ſo daß die
Ulandwirtſchaftlichen
Produk=
lrionskoſten nicht mehr gedeckt
uverden konnten. Dr. Hermes
ſolemiſierte gegen die
Behaup=
trung des früheren
Landwirt=
chaftsminiſters von Dänemark,
Sonne, der von einer weitver=
Greiteten Praxis geſprochen Blick in den Genfer Reformationsſaal, in dem die Sitzungen der Weltwirtſchaftskonferenz ſtattfinden
Gatte, die Agrarpreiſe künſtlich
izu ſteigern. Als Symptome
wer europäiſchen Verarmung bezeichnete Hermes:
1. die unbefriedigenden
Einkommensverhält=
ders in Deutſchland;
2. das Heer der Arbeitsloſen in Europa, mit wieder ſtärker beſetzt ſind, nahm dann der ruſſiſche Delegierte
Angehörigen etwa 20 Millionen Köpfe;
3. die Verteuerung der Leihkapitalien und
4. einen ſchweren Steuerdruck.
wingerung der wirtſchaftlichen Produktivität
Oſteuropas, die wirtſchaftliche Zerſplitterung ſchöpferiſchen Kräfte des Volkes gefaßt hatte, ſei es ihm mög=
Mittelenropas und die überlaſtung ganz Europas lich geweſen, in verhältnismäßig kurzer Zeit die wirtſchaftliche
mit unproduktiven Ausgaben. Infolgedeſſen laſten Entwicklung der Vorkriegszeit zu erreichen und ſie ſogar in
aauf der europäiſchen Landwirtſchaft und auf der Induſtrie ſehr vielen Zweigen zu überſchreiten und das inmitten von
Miß=
fſchaftliche Gleichgewicht, könne nur wieder hergeſtellt werden, teien des alten Reaimes unterſtützt und könnten heute als fehl=
(daß ſie noch über das Vorkriegs=Niveau hinausgehe, um die glieder der Wirtſchaftskonferenz von beſonderem Intereſſe ſein,
rgeſteigerte induſtrielle Produktion aufzunehmen.
rwirtſchaftlichen Bande, die Deutſchland früher renz bedeute ja ſelbſt die Erkenntnis, daß es neuer Wege
be=
lland verknüpft haben, und gab ſeiner Freude darüber Jahre völlig zur Durchführung komme, werde der Geſamtwert
land und ganz Europa würde verhandelt werden können. Am ſei von beträchtlichen Kapitalanlagen in der Induſtrie und der
Schluß betonte Dr. Hermes, daß eine wirkliche Geſun= worden. Bei dieſen optimiſtiſchen Schilderungen, ebenſo wie
dung der Weltwirtſchaft erſt dann möglich ſein bei den folgenden an ſich ruhigen und objektiven Darlegungen
würde, wenn die Beziehungen der Völker wieder, des ruſſiſchen Wirtſchaftsſyſtems ſah man bei vielen
Dele=
auf normaler und für die Dauer tragbarer gierten zweifelnde Geſichter. Natürlich bemühte ſich
Grundlage beruhen werden. Das ſetze aber die Er= der ruſſiſche Redner, im Rahmen ſeiner Darlegungen die großen
kenntnis der Gemeinſamkeit des Intereſſes aller am Weltverkehr Aufgaben von wiſſenſchaftlichen Forſchungen und Unterſuchungen
teilung doch nur ein Ausdruck für planmäßige Produktion ius Licht zu ſetzen.
Zuſammenarbeit ſei. Niemals, ſo ſchloß Dr. Hermes,
hing der Erfolg ſo entſcheidend von der richtigen Syntheſe der
Zuſammenfaſſung der Einzelheiten ab wie auf dieſer Konferenz.
Ausfuhr und für den Schutz der Intereſſen der Landwirtſchaft
ein. Künſtliche Methoden könnten entgegen den
Wirtſchafts=
geſetzen nicht lange aufrecht erhalten werden. Obwohl er nicht
in politiſche Fragen eintreten wolle, müſſe er betonen, daß die
Beruhigung der öffentlichen Meinung die Grundlage eines
Er=
folges der Konferenz ſei.
Rußlands Angebot an die kapitaliſiiſchen
niſſe der europäiſchen Arbeiterſchaft, beſon= Länder Europas und Amerikas zur Mitarbeit.
Unter großer Spannung der Konferenz, deren Tribünen heute
Sokolnikow das Wort. Er begann damit, daß in den letzten
Jahren alle wirtſchaftlichen Erörterungen immer auf das ſogen.
ruſſiſche Problem zurückkamen. Während der Friede für Europa
im Jahre 1918 begonnen hat, endete für Sowjetrußland die
Als Wurzel des Uebels bezeichnete er die Ver= Kriegsperiode erſt im Jahre 1920. Nur dank der Tatſache, daß
Rußland mit ſeinen Grundſätzen der Staatsorganiſation und
der Erfaſſung der Wirtſchaftskräfte des ganzen Landes ſämtliche
trauen, Feindſeligkeit und Kän.pfen. Die düſteren Prophezeiungen
hohe öffentliche Abgaben und Zinsverpflichtungen. Das wirt= auf den Konferenzen von Genua und dem Haag hätten die
Par=
wwenn die allgemeine Kaufkraft in einem Maße erhöht werde, geſchlagen angeſehen werden. Deshalb werde es für die
Mit=
die tatſächliche Lage Rußlands von heute
Dr. Hermes bedauerte beſonders die Zerreißung der kennen zu lernen. Die Tatſache der Einberufung dieſer
Konfe=
dürfe, und einen dieſer neuen Wege habe Rußland nach der
imit ſeinen Nachbarn, und beſonders mit Ruß= Revolution eingeſchlagen. Wenn das Programm in dieſem
Ausdruck, daß hier mit der ruſſiſchen Delegation über die Wieder= der ruſſiſchen Produktion gegenüber 7 Milliarden Rubel im
anknüpfung der Wirtſchaftsbeziehungen Rußlands mit Deutſch= Jahre 1913 8450 Millionen Rubel betragen. Dieſe Steigerung
Elektrifizierung und dem ſtädtiſchen Wohnungsbau begleitet
beteiligten Völker voraus und die Erkenntnis, daß Arbeits= zu betonen und die Initiative der Arbeiter zur Verbeſſerung der
Ein großer Teil der landwirtſchaftlichen Bevölkerung habe
weder das notwendige Inventar, noch das Betriebskapital zur
(Fortſetzung auf Seite 2.)
Die Toche.
Als vor kurzem auch in der deutſchen Oeffentlichkeit jene
Gerüchte wiedergegeben wurden, die von einer neuen
engliſch=
franzöſiſchen Entente ſprachen, diesmal mit Einſchluß der
Ver=
einigten Staaten, hat man offenbar ſehr mit Recht an ihrer
Zu=
verläſſigkeit gezweifelt, und vor allen Dingen daran, daß dieſe
Entente ſich auch auf Europa ausdehnen ſollte. Daß über die
Herſtellung einer Einheitsfront in China zwiſchen Paris und
London ſchon ſeit langem verhandelt wurde, hatten wir ſchon
vor Wochen berichtet, und nachdem der Umſchwung in Südchina
noch dazu gewiſſe Himmungen beſeitigt hatte, haben dieſe
Ver=
handlungen offenbar zu einem poſitiven Reſultat geführt. Im
engen Zuſammenhang damit dürfte auch die Tatſache ſtehen, daß
der japaniſche Miniſterpräſident Tanaka vor wenigen Tagen
ſeine Botſchafter in Waſhington und London angewieſen hat, der
amerikaniſchen und der engliſchen Regierung mitzuteilen, daß
Japan auf ein gemeinſames Vorgehen der fünf Vertragsmächte
in der Nanking=Frage den allergrößten Wert lege. Ganz
offen=
ba: eine grundſätzliche Schwenkung der japaniſchen Politik in
China, die bisher ſtets ihre eigenen Wege gegangen, eine
Schwen=
kung, die ſich zudem ganz offenſichtlich gegen die Vereinigten
Staaten wendet. Von einer engliſch=franzöſiſch=amerikaniſchen
Entente iſt nämlich vorerſt wenigſtens noch durchaus keine Rede.
Die Engländer haben ſich in China ſo ſtark engagiert, daß ſelbſt
die Vertreter einer maßvollen Politik, wie z. B. der britiſche
Außenminiſter Chamberlain, offenbar, ſtark daran denken, die
Vorteile auszunutzen, die ihnen das Glück in den Schoß geworfen.
Während man aber die Franzoſen — aus welchen Gründen, mag
dahingeſtellt bleiben — zu dieſem Standpunkt ſchließlich zu
be=
kehren vermochte, iſt das der engliſchen Diplomatie in
Waſhing=
ton keineswegs gelungen. Die amerikaniſche Präſidentenwahl
wirft ihre Schatten voraus. Herr Coolidge hat ſich mit ſeiner
robuſten Politik in Mexiko und Mittelamerika die Sympathien
weiter amerikaniſcher Kreiſe verſcherzt, auch wenn dieſe den
Er=
folg einer ſolchen Politik ganz gern in Geſtalt von gemünzten
Dollars einzukaſſieren bereit wären. „Waſch’ mir den Pelz,
aber mach’ mich nicht naß” iſt ein altes Wort, das gerade für
amerikaniſche Verhältniſſe recht zutreffend iſt. Um ſo weniger
aber möchte Herr Coolidge durch aktive Unterſtützung einer
aktiven engliſchen Politik in China die Gemüter von neuem in
Aufregung verſetzen, worin er noch durch die Tatſache beſtärkt
wird, daß ein kräftiger und erfolgreicher engliſch=franzöſiſcher
Vorſtoß in China durchaus nicht den wirtſchaftlichen Intereſſen
Amerikas dienlich ſein würde. Unter dieſen Umſtänden von
einer engliſch=franzöſiſch=amerikaniſchen Entente zu ſprechen,
dürfte alſo offenbar nicht ganz zutreffend ſein, und man braucht
eigentlich gar nicht erſt noch auf die Aeußerungen des
amerika=
niſchen Botſchafters in London hinzuweiſen, der, im übrigen ein
entſchiedener Verfechter der angelſächſiſchen Zuſammenarbeit, erſt
vor kurzem den Gedanken eines engliſch=amerikaniſchen
Bünd=
niſſes entſchieden von ſich wies. Trotzdem behält natürlich das
offenbar zwiſchen Briand und Chamberlain erzielte
Einver=
ſtändnis, auch wenn es ſich nur auf die chineſiſche Politik
er=
ſtreckt, ſeine erhebliche Bedeutung. Wenn demnächſt der
fran=
zöſiſche Präſident in London ſeine Viſitenkarte abgibt, wird ſich
genügend Gelegenheit ergeben, die bewährte Freundſchaft der
beiden Länder in den höchſten Tönen zu preiſen. Das gehört
nun einmal zu ſolchen Staatsbeſuchen. Daß ſich aber die
Eng=
länder etwa durch ſolche Feſtſtimmungen verleiten ließen, auch
nur etwas von ihrer höchſt nüchternen Intereſſenpolitik
aufzu=
geben, wird kein vernünftiger Menſch annehmen, und die
eng=
liſchen Intereſſen in Europa decken ſich nun einmal, wie wir an
dieſer Stelle ſchon mehrfach ausführten, zurzeit durchaus nicht.
Um ſo ſchwieriger wird dadurch unſere eigene Lage. Als
vor einiger Zeit das Gerücht von der neuen engliſch=franzöſiſchen
Entente umging, wurde von ſozialiſtiſcher Seite triumphierend
behauptet, daß man nunmehr das Ergebnis der „bürgerlichen”
Politik Streſemanns ſähe, welche die deutſch=franzöſiſche
Ver=
ſtändigung ohne die Engländer nicht gewollt habe. Ein
ſonder=
barer Gedankengang, ganz abgeſehen davon, daß doch eigentlich
jeder Deutſche ohne Rückſicht auf ſeine parteipolitiſche
Einſtel=
lung einen Mißerfolg der deutſchen Außenpolitik nur aufs tiefſte
bedauern ſollte! Tatſächlich liegen doch aber die Dinge ſo, daß
deutſcherſeits nunmehr ſchon ſeit Jahren mit allem Nachdruck
und zum Teil unter erheblichen Opfern eine Verſtändigung mit
Frankreich angeſtrebt wird und daß dieſe Politik wegen der
fran=
zöſiſchen Widerſtände bisher nicht zum Ziele geführt hat. Wenn
es aber unter den gegenwärtigen Verhältniſſen an ſich ſchon
ein immerhin ſtarkes Riſiko bedeuten würde, für Frankreich
gegen England zu optieren, ſo würde eine derartige Politik
völlig wahnſinnig ſein, ſolange die Möglichkeit eines ſolchen
deutſch=franzöſiſchen Ausgleichs zum mindeſten noch recht fraglich
iſt. Wenn in früheren Zeiten die deutſche Diplomatie es
ver=
ſtanden hat, ſich gelegentlich zwiſchen ſämtliche vorhandenen
Stühle zu ſetzen, ſo reizen doch die in den Weltkrieg
ausmün=
denden Ergebniſſe nicht gerade zur Wiederholung dieſes
Experi=
ments. Gerade wenn man in einem deutſch=franzöſiſchen
Aus=
gleich die geſunde Grundlage für eine künftige europäiſche
Politik ſieht, ſollte man die Schwierigkeiten, die in der
fran=
zöſiſchen Mentalität liegen, ſehr ſorgfältig prüfen und gewiß
nicht unterſchätzen. Faſt verſunken im Strom der Vergeſſenheit
iſt die Unterredung von Thoiry, und Poincaré greift jetzt auch
öffentlich wieder in die franzöſiſche Außenpolitik ein. Was der
franzöſiſche Miniſterpräſident in ſeiner Aufſehen erregenden
letz=
ten Rede ſagte, war nicht neu. Wir haben es ſchon oft von ihm
in früheren Zeiten gebört. Wenn er es aber für zweckmäßig hält,
die Völker zu ermahnen, die von ihnen eingegangenen Verträge
„frei und ohne Hintergedanken” anzuerkennen und einzuhalten,
unter beſonderem Hinweis auf uns, ſo hat er ſich offenbar an
die falſche Adreſſe gewandt. Wir haben die ungeheuerlichen
Laſten des Dawes=Abkommens pünktlich und in voller Höhe
ge=
leiſtet wir haben den Vertrag von Locarno abgeſchloſſen und
eingehalten. Am 16. November 1925 aber wurde uns in jener
bekannten Note des Botſchafterrates die Verminderung der
Be=
ſatzungsſtärke im Rheinland auf das normale Maß zugeſagt,
eine Zuſage, auf deren Erfüllung wir heute noch warten. Wir
haben die uns im Verſailler Diktat auferlegte Abrüſtung hi2
Nummer 122
Seite 2
zum Letzten durchgeführt, und die Franzoſen haben, die
Abrüſtungskonferenz von Genf zum Scheitern gebracht. Noch
immer ſtehen die franzöſiſchen Bataillone am Rhein. Ein weiter
Weg noch iſt es bis zum deutſch=franzöſiſchen Ausgleich!
In Genf tagt zur Zeit die Weltwirtſchaftskonferenz. Daß
ſie zuſtande gekommen, iſt zweifellos ein außerordentlich
bedeut=
ſomes Ereignis. Beſonders bedeutſam, daß an ihr auch die
Amerikaner und Ruſſen teilnehmen und daß ſo die Genfer
Ver=
handlungen zum erſten Male wirklich die ganze Welt umſpannen.
Etwas anderes allerdings iſt es, ob dieſe Genfer Beſprechungen
wirklich praktiſche Ergebniſſe zeitigen werden. Die Krankheiten,
an denen die Weltwirtſchaft leidet, ſind allgemein bekannt, und
manches kluge Wort iſt in Genf ſchon geſprochen worden und
wird noch weiterhin geſprochen werden. Aber nicht Worte können
die Heilung bringen, ſondern nur der Wille der Völker zum
Handeln und ob dieſer vorhanden iſt, muß leider durchaus be=
M.
zweifelt werden.
Durchführung und Steigerung der Produktion zur Verfügung
gehabt, und die Kreditbedürfniſſe konnten vielfach nicht
befrie=
digt werden. Die ganze Politik der Sowjet=Regierung ſei vor
allem auf die Unterſtützung des kleineren und mittleren Beſitzes
gerichtet geweſen durch Unterſtützung aller Formen der
Genoſſen=
ſchaften. Der ruſſiſche Redner bemühte ſich dann um den
Nach=
weis, daß die Politik des alten Regimes mit ihren großen
Exporten in Wahrheit den wirtſchaftlichen Organismus des
Lan=
des ſabotiert habe.
Die Politik der Sowjet=Regierung
müſſe infolgedeſſen durch eine Periode geringerer Ausfuhr zu
einer in naher Zukunft zu erwartenden erheblichen Steigerung
kommen, und wenn die nächſte Ernte befriedigend ausfalle,
pro=
phezeite Sokolnikow eine gewiſſe Steigerung der Getreideausfuhr
für nächſten Herbſt. Er verteidigte das Staatsmonopol, das durch
Organiſaton von Aus= und Einfuhr am beſten in der Lage ſei,
eine möglichſt raſche Steigerung der Ausfuhr herbeizuführen.
Dann erwähnte er die Abkommen, die gewiſſe Länder, worunter
er die deutſche Induſtrie beſonders erwähnte, mit Rußland
abge=
ſchloſſen haben, und die ſie nicht zu bereuen haben würden. Die
von ihm ſelbſt aufgeworfene Frage, ob das Programm der
Induſtrialiſierung der Sowjet=Republiken
nicht gleichzeitig eine Vervingerung der Einfuhr nach
Sowjetruß=
land zur Folge haben werde, verneinte Sokolnikow wiederum
unter eingehender und anſcheinend überaus ſachlicher
Begrün=
dung. Er betonte ausdrücklich den tiefgehenden Unterſchied
zwiſchen dem Wirtſchaftsſyſtem der
Sowjet=
republiken und dem der kapitaliſtiſchen Länder.
Aber trotzdem ſei eine Zuſammenarbeit durchaus möglich und
durch die Erfahrungen der letzten Jahre bewieſen.
Die Sowjetunion gebe den fremden Kapitaliſten die
Mög=
lichkeit, in Handelsbeziehungen mit ihr einzutreten, ja,
ſo=
gar an dem Wirtſchaftsleben in Sowjetrußland in der
Form von Konzeſſionen teilzunehmen.
Er betonte das Bedürfnis Sowjetrußlands nach techniſchen
Kapa=
zitäten, die die kapitaliſtiſche Welt in beträchtlicher Menge beſitzt.
Dabei bleibe die Sowjetregierung überzeugt von dem großen
Vorteil der ſozialiſtiſchen Organiſation, die ihrem
Wirtſchafts=
leben einen möglichſt rationellen Charakter gebe, der durch
Ver=
gicht auf Privateigentum bedingt ſei. Wenn die
Kriegs=
drohungen gegen die Sowjet=Republiken ein
Ende fänden würde die Bedeutung des
Er=
folgesder ſozialiſtiſchen Wirtſchaft in Rußland
klar vor Augen liegen. Die Sowjetunion ſchaue nur
mit Ironie auf die Anbündigung eines „Roten Imperialismus”
denn in Wirklichkeit gebe es für ſie hein höheres Ziel, als der
allgemeine Friede, und ſie zweifle keineswegs an der Möglichkeit
des Nebeneinanderbeſtehens der beiden ſehr verſchiedenen
Wirt=
ſchaftsſyſtme.
Die Wirtſchaftskonferenz, erklärte Sokolnikow am Ende, in
ſeinem recht guten Franzöſiſch, werde einen Schritt nach vorwärts
bedeuten, wenn ſie zu einem tiefen Verſtändnis des Charakters
der gegenwärtigen Schwierigkeiten der Weltwirtſchaft führe und
wenn ſie eine Verbeſſerung der Wirtſchaftsbeziehungen zwiſchen
den kapitaliſtiſchen Ländern und der Sowjet=Republik
herbei=
führe, und wenn ſie damit zur Aufrechterhaltung des Friedens
beitrage.
Im Laufe der Rede Sokolnikows hatten ſich immer mehr
Delegierte um die Rednertribüne geſchart, und am Schluß
um=
gab die Tribüne eine dichte Menſchenmauer, wie man ſie während
der Konferenz bisher noch nicht einem Redner hat lauſchen ſehen.
Dieſer „Erfolg” wird natürlich allgemein als ein Erfolg der
Neugierde angeſehen, aber man betont in Konferenzkreiſen den
ſachlichen Charakter der Rede Sokolnikows, die keine
Propa=
gandarede, ſondern eher ein ſehr höfliches Angebot zur Mitarbeit
an die kapitaliſtiſchen Länder Europas und Amerikas geweſen ſei.
Als erſter Redner ſprach in der Nachmittagsſitzung der
jugoſlawiſche Delegierte Dr. Secerow über die
Kaufkraft der ländlichen Bevölkerung und die
Sonntag, den 8. Mai 1927
Mittel zu ihrer Steigerung. Er ſieht das beſte Mittel
dazu in der Hebung der Lebenshaltung der ländlichen
Bevölke=
rung, die ihrerſeits auch die Eiträgniſſe der landwirtſchaftlichen
Produktion ſteigern würde, trotz des damit verbundenen
Mehr=
verbrauches. — Im weiteren Verlauf der Debatte ſprach dann
der Präſident der Danziger Handelskammer, Klawitter, der
über
die Erfahrungen der freien Stadt Danzig
berichtete und unter Hinweis auf die von Layton geſtern
ent=
wickelte Theſe über die Zerſtückelung Mitteleuropas das
Inter=
eſſe der Wirtſchaftskonferenz für Danzig anrief, das einer
der kleinſten Splitter Europas ſei. Die
Schwierig=
keiten, die ſich aus dem Gegenſatz der freihändleriſchen
Inter=
eſſen einer Hafenſtadt wie Danzig und den ſchutzzöllneriſchen
Be=
ſtrebungen der Staaten in der Nachkriegszeit ergeben, hätten
Danzig in eine höchſt ungünſtige Lage gebracht. Die
wirtſchaft=
lichen Vertreter Danzigs begrüßten deshalb die
Wirtſchafts=
konferenz um ſo riehr, als die freie Stadt Danzig hoffe, daß ihre
Intereſſen als die eines Schutzbefohlenen des Völkerbundes hier
beſonders berückſichtigt werden. Jeder Fortſchritt der
Wirt=
ſchaftspolitik, ſo ſchloß der Danziger Redner, der zu einer
Ver=
ſtändigung der Völker führe, erwecke und ſtärke für Danzig die
Zuverſicht für eine beſſere Zukunft.
Zu Vizepräſidenten der Weltwirtſchaftskonferenz wurden
dann noch inmitten der Debatte durch Zuruf auf Vorſchlag des
Präſidenten folgende elf Mitglieder gewählt: Bonin=Longare
(Italien), Rio Branco (Braſilien), Balfour (England), Frau
Freundlich (Oeſterreich), Oudegeeſt (Holland), Gliwitſch (Polen),
Sonne (Dänemark), Robinſon (Vereinigte Staaten), Siemens
(Deutſchland), Shidachi (Japan) und Obolenſki (Sowjetrußland).
Moskaus Kritik am kapitaliſtiſchen Syſtem
und Forderungen.
Dann nahm nach dem Danziger Redner der ruſſiſche
Dele=
gierte Obolenſki das Wort. Auch Obolenſki fand große
Auf=
merkſamkeit, obwohl er mit einer ſozialphiloſophiſchen
Erör=
terung über die Kriegsfolgen und die
Schwä=
chung der Kaufkraft begann, die von den bürgerlichen
Rednern auch bereits angeſtellt worden war. Im Hauptteil
ſeiner Rede ſtellte er eine Reihe von Widerſprüchen
des kapitaliſtiſchen Syſtems zuſammen, von denen er
als das einfachſte und allgemeinſte den ſcharfen Abſtand
zwiſchen Produktionskraft der Induſtrie und
Aufnahmefähigkeit der Märkte hinſtellte. Die
Gründe dieſer Lage ſeien beſonders zu ſuchen in der
Ver=
ringerung der Kaufkraft der Arbeiterklaſſe
und der Bauern, dem Ruin ganzer Staaten
ſo=
wie in der Boykott= und Gewaltpolitik gegenüber
Ländern wie Sowjetrußland und China. Er unterließ nicht,
auf die Nichtratifizierung der Waſhingtoner Achtſtunden=
Kon=
vention zu verweiſen und behauptete, daß Sowjetrußland das
einzige Land ſei, wo die Arbeiter nur acht Stunden und in den
Bergwerken nur ſechs Stunden arbeiteten. Dagegen ſei die
Arbeitszeit in England, Deutſchland und anderen Ländern auf
dem Wege der Verlängerung. — Auch dieſer zweite
Sowjet=
redner ſprach von den Möglichkeiten des
Nebenein=
anderbeſtehens des ſozialiſtiſchen und
kapita=
liſtiſchen Wirtſchaftsſyſtems „während einer
hiſtoriſch gegebenen Periode‟. Auch Obolenſki
be=
hauptete, daß der Boykott gegen Sowjetrußland viel zur
Ver=
wirrung der Weltwirtſchaft beigetragen habe. Wenn Rußlands
Anteil am Welthandel heute nur 1½ Prozent gegen 4 Prozent
vor dem Krieg ausmache, ſo ſei daran nur der Mangel an
Kredit für Sowjetrußland ſchuld. Die Widerſprüche der
kapitaliſtiſchen Weltwirtſchaft drückten ſich eben
immer wieder in wiederkehrenden Wirtſchaftskriſen aus und in
dem ſtändigen Wechſel zwiſchen Aktivität und Depreſſion.
Das kapitaliſtiſche Syſtem bedinge den ſtändigen Kampf um
die Abſatzmärkte und müſſe deshalb immer wieder zu
Kriegs=
drohungen führen, und es mache die Drohung eines neuen
großen Krieges wahrſcheinlich.
Aus allen dieſen Widerſprüchen des kapitaliſtiſchen Syſtems
gebe es nur den Ausweg des Uebergangs von der
kapitaliſtiſchen Privatwirtſchaft zur
ſoziali=
ſtiſchen Wirtſchaft. — Obolenſki knüpfte daran eine
ein=
gehende Kritik der Vorſchläge, die Loucheur in ſeiner Berliner
Rede und Jouhaux auf dieſer Konferenz vorgebracht hätten.
Das Ergebnis der von Loucheur beantragten
Kartellie=
rung wäre nur der völlige Stillſtand der
In=
duſtrialiſierung der Agrarländer, die
vollſtän=
dige Erdrückung der kleinen Staaten, die an den
Kartellen nicht teilnehmen könnten, und ſchließlich der
große Kampf zwiſchen Amerika und den
euro=
päiſchen Kartellen. — Jouhaux: Anträge verſpottete der
ruſſiſche Redner als demokratiſche Faſſade für die Loucheurſchen
* Die Wirtſchaftler in der Völkerbundſtadt.
Von George Popoff.
Genf, den 5. Mai.
Ueber dem Eingang zum Reformationsſaale, wo ſtets die
Plenarſitzungen des Völkerbundes ſtattſinden, ſteht heute nicht,
wie man denken könnte — „Conférence Eeonomique
Inter-
nationale” geſchrieben, ſondern es iſt wieder das altbekannte,
bereits etwas vergilbte Schild mit den Worten „Société des
Nations” hervorgeholt und über der Tür angenagelt worden
— über der Tür desſelben Hotel „Viktoria”, durch welches
ge=
wöhnlich die Völkerbundsdelegierten und Journaliſten in den
Reformationsſaal einzutveten pflegten. Durch dieſe gleiche
„Völkerbundstür” hält nun der Beſucher der
Weltwirtſchaftskon=
ferenz in dem Reformationsſaal ſeinen Einzug. Und auch ſonſt
iſt alles faſt genau ſo — wie es während der ſeit Jahr und Tag
in jedem September hier ſtattfindenden
Völkerbundsverſamm=
lungen geweſen iſt.
Bereits in der Vorhalle des Hotels „Viktoria” feiert man
ein Wiederſehen mit all den bekannten Völkerbund=
Phyſiog=
nomien, die ſich vorübergehend in „Weltwirtſchafts=Statiſten”
verwandelt haben. Gott, da iſt ja der alte Concierge Philip,
der ſchnauzbärtige Burſche mit dem gemütlichen Säuferantlitz
und den nehmefreudigen Pfoten. Eigentlich iſt dieſer
Völker=
bundportier kein Welſcher, ſondern ein ehemaliger bayriſcher
Wachtmeiſter. Aber, pſt, das ſoll bitte unter uns bleiben
Und der brave Herr Schlenker, der Inhaber dieſes maison de
Passage der Völker, kommt uns gleichfalls lächelnd entgegen.
Das eine ſeiner verſchmitzten Aeuglein lächelt vergnügt, weil es
heilfroh iſt — das Geſchäft ſo blühen zu ſehen, das andere aber
blinzelt hin und wieder betrübt — ſchaut es doch düſter in jene
innerhalb 3 Jahren zu erwartende Zukunft, da der Völkerbund
ſein eigenes Palais auftun wird und die guten Geſchäfte des
braven Viktoria=Wirtes nicht mehr ſo roſig wie heut gehen
wer=
den . . . Und endlich iſt auch das uns wohlgeneigte und immer
freundliche Barfräulein des Völkerbundes wieder zu ſehen. Nur
hat ſie ihre Bar jetzt etwas näher an den Konferenzfaal
heran=
gerückt und, ſiehe da — die Wirtſchaftler ſind noch viel mehr, als
die Politiker für Cocktails, Whisky=Sodas und allerhand den
Geiſt anregende Drinks zu haben. So macht auch das
Bar=
fräulein bei der „Weltwirtſchaft” keine ſchlechteren Geſchäfte, als
in den Tagen des Lebens in die Genfer Oele bringenden
Bun=
des der Völker.
Gewiſſe Aenderungen gegen ſonſt ſtellt man nur feſt, wenn
man — bevor der Reformationsſaal betreten wird — im Preſſe=
zimmer auf die Herren Kollegen von der Feder ſtößt. Gewiß, ſo
mancher Genfer Veteran und ſo mancher Völkerbundspatriarch
ſind wieder da und man „ſhaked” dieſe und jene alt=treue
Preſſe=
hand. Aber die Mehrzahl ſind doch dem Habitué vollkommen
fremd. Es ſind die „Herren Kollegen von den
Handelsabtei=
lungen”, denen dieſesmal die Gunſt einer Reiſe an die Genfer
See zuteil wurde, und man hat recht viel zu tun, um dieſen
wiſſenſchaftlich gewiß tüchtigeren, aber deswegen nicht minder
lebensluſtigeren Herren möglichſt ausführlich
auseinanderzu=
ſetzen, wo man in Genf am beſten eſſen kann, wo man ſich
leid=
lich zu amüſieren pflegt und welche Ausflüge in die Umgegend
am dringendſten zu empfehlen wären. Denn die Wirtſchaftler
ſind praktiſche Leute und wiſſen es vortrefflich, daß jedes einzelne
menſchliche Individuum — außer der beruflichen — auch noch
andere Intereſſen zu haben berechtigt iſt.
Dieſes überſtanden — überſchreitet man nun gelaſſen die
Schwelle des großen Sitzungsſaales. Auch hier — alles wie izt
den großen Völkerbundstagungen! Dieſelbe Anordnung,
die=
ſelben Bänke, dieſelbe Präſidententribüne, dieſelben quälend
ſchlechten Journaliſtenplätze, dieſelben Photographen, derſelbe
Bediententroß. Nur die Herren, die auf den mit kleinen, die
Namen der 47 Länder tragenden Schildchen geſchmückten
Dele=
giertenbänken ſitzen, haben meiſtens fremde, wildfremde Geſichter.
Und dreiſt kann man es ſagen: ſie ſehen ganz anders als die
Poli=
tiker aus! Na ja, die Politik macht auch die Menſchen nervös,
verärgert und mager; die guten wirtſchaftlichen Dinge aber
ſchei=
nen auf die menſchliche Konſtitution durchaus einen
beruhigen=
den, behäbig machenden und etwas aufſchwemmend machenden
Einfluß auszuüben und — darf man es ausſprechen? — die
Wirtſchaftler ſind daher alleſamt meiſtens dicker als die Politiker,
Diplomaten, Militärs und — die Pazifiſten gar. Du lieber
Himmel, das wußte man ja auch früher. Aber dennoch iſt es
intereſſant, dieſe a priori empfundene Weisheit hier ſo bildhaft
vorgeführt beſtätigt zu ſehen.
Manches bekannte Geſicht ſieht man dennoch, ſo den
platt=
naſigen Monſieur Loucheur, deſſen glatzköpfigem
Kapitaliſten=
ſchädel der Gedanke zur Einberufung dieſer Konferenz
entſprun=
gen ſein ſoll; ſo den korrekten, etwas langweiligen Monſieur
Theunis, der das Präſidentenamt ausübt; ſo den haarigen,
breitbärtigen Albert Thomas, des internationalen Arbeitsamtes
bürgerlich angehauchten Direktor; ſo den Prinzen Charoon von
Siam mit ſeiner goldenen Hörtrompete, den Herzog d’Entotto
von Abeſſinien mit dem Kotillonorden und manchen anderen
Völkerbund=Matadoren. Aber die meiſten ſind hier fremd und
Männer wie: Karl von Siemens, Doktor Trendelenburg,
Mini=
ſter Hermes, Sir Arthur Balfour, den ehemaligen eſtniſchen
Präſidenten Toenfſon, den Inder Sir N. N. Wadia, den tür=
Heilmittel des Kapitalismus. Der Moskauer Delegierte
verwahrte ſich aber ausdrücklich dagegen, daß er etwa den
Grund=
ſatz der Freiheit des Handels tadeln und das heutige Zollſyſtem
protegieren wolle. Was er als Heilmittel vorſchlug, iſt das mehr
oder minder bekannte ſozialiſtiſche Programm mit einigen Zitaten
aus der bolſchewiſtiſchen Theorie. Er
forderte zunächſt die Annullierung aller Kriegsſchulden
und überhaupt aller aus dem Krieg herſtammender
Zah=
lungsverpflichtungen als das einzige Mittel zur
Wieder=
herſtellung des Welthandels,
ferner eine allgemeine Erhöhung der Löhne der
In=
duſtriearbeiter, die Durchführung des
Achtſtun=
dentages, und für die Arbeiter in
geſundheitsſchäd=
lichen Betrieben den ſechsſtündigen Arbeitstag
ſowie die Gewährung vollkommener Gewerkſchaftsfreiheit, die
Einführung einer würdigen Arbeitsloſenunterſtützung, Erhöhung
der Steuern der beſitzenden Klaſſe, Abſchaffung der
ſtehenden Heere und infolgedeſſen Erübrigung der
unge=
heuren Koſten, die ſie verſchlingen. Selbſtverſtändlich forderte er
auch Aufhebung aller Boykottmaßnahmen
ge=
gen Rußland und die Wiederanknüpfungder
Be=
ziehungen mit Sowjet=Rußland ſowie den
Ver=
zicht auf den Kampf gegen die ſowjetruſſiſchen
Einrichtungen, zum Schluß auch die
Wiederherſtel=
lung der wirtſchaftlichen und politiſchen
Un=
abhangigkeit Chinas. — Auch Obolenſki feierte am Ende
ſeiner Rede den Frieden und erklärte ſich namens der
öffent=
lichen Meinung Sowjet=Rußlands bereit, alles zu tun, um ihn
aufrechtzuerhalten. — Der Beifall nach Obolenſkis Rede war
ſehr dürftig.
Loucheur über den Aktionskreis der Konferenz.
Der Vater der Weltwirtſchaftskonferenz, der frühere
fran=
zöſiſche Miniſter Loucheur, ſtellte dann in einer großen Rede, die
er als einziger Redner der Konferenz frei vortrug, die Ergebniſſe
der Generaldebatte und ſeine Vorſchläge zuſammen. Die Urſachen
der Wirtſchaftskriſen ſeien zu ſuchen einerſeits in allen
Erſchwe=
rungen des Handels, die ſeit dem Kriege eingeführt wurden, und
andererſeits in den neuen wirtſchaftlichen Verhältniſſen, die ganz
neue Probleme ſtellten. Den Aktionskreis der Konferenz umſchrieb
Loucheur folgendermaßen: Zur Wiederherſtellung der Freiheit
des Handels, d. h. der Aufhebung der Ein= und Ausfuhrverbote,
iſt eine Kondention vom Völkerbund vorbereitet worden, die von
einer Regierungskonferenz beraten werden wird und zu deren
Entwurf die Wirtſchaftskonferenz Ergänzungen liefern könnte.
Den Vorſchlag der Errichtung der Vereinigten
Staaten von Europa lehnte Loucheur als
un=
möglich ab. Eine Herabſetzung der Zölle könne nur
allmählich geſchehen, und die Konferenz könnte dieſe
vorbe=
reiten durch Schaffung eines einheitlichen Zolltarifſchemas. Sie
könnte den Staaten eine größere Beſtändigkeit in ihren Tarifen
anempfehlen und auch gewiſſe Schemata für Handelsverträge
aufſtellen, die zur Vereinfachung der Verhandlungen dienen
wür=
den. Dazu würde es auch beitragen, wenn für Streitigkeiten aus
den Verträgen allgemein die Schiedsgerichtsbarkeit oder die
Rechtſprechung des Internationalen Gerichtshofes anerkannt
würde. Die Konferenz müſſe ſchließlich die Notwendigkeit
betonen, endlich dem Wettrennen der
Zoller=
höhungen ein Ende zu machen. Indeſſen würden auch
nach Löſung dieſer Probleme noch Schwierigkeiten genug bleiben,
die ſich für Europa aus der Tatſache des Krieges und beſonders
aus dem Verfall der Währungen ergeben, die eine ſo bedeutende
Verminderung feiner Konſumptionskraft herbeiseführt hätte.
Das Hauptproblem beſtehe alſo darin, den
Arbeits=
loſen und den Auswanderern, die nicht
aus=
wandern, könnten, Arbeit zu verſchaffen, d. h.
die ausländiſchen Märkte wieder zu erobern.
Dazu wäre das wirkſamſte Mittel die
Rationali=
ſierung der Induſtrie, d. h. die Errichtung von
internationalen Kartellen. Deren
Hauptvok=
teil beſtände in der Löſung der Zollkonflikte und
der gleichzeinigen Erhöhung der Produktion und der
Löhne. Den Vorſchlag Jouhaux auf Schaffung einer ſtändigen
Organiſation zur Ueberwachung der neuen Wirtſchaftsformen
will Loucheur dem Völkerbundsrat überwieſen wiſſen. Am Schluß
erklärte er, daß die Konferenz ſich doch mit dem Problem des
Gleichgewichts zwiſchen Induſtrie und Landwirtſchaft, als einem
der weſentlichſten Faktoren in der Entwicklung der Völker werde
beſchäftigen müſſen. Am Ende ſeiner Rede wandte ſich Loucheur
direkt an die ruſſiſchen Delegierten und erklärte, ſie ſollten doch
darauf verzichten, hier den Kampf um die Vorzüge des
ſoziali=
ſtiſchen und die Verderblichkeit des kapitaliſtiſchen
Wirtſchafts=
ſyſtems führen zu wollen. Dadurch würde man dieſe Konferenz
unnötig verlängern. In ſehr höflicher Form erklärte Loucheur,
er ſei gern bereit, dieſe Diskuſſion, wenn die Herren aus Moskau
es wünſchten, anderswo zu führen, aber hier möchten ſie doch an
dem gemeinſamen Ziel der Beſeitigung der heutigen
Wirtſchafts=
krankheiten mitarbeiten. — Loucheurs Rede fand ſtarken Beifall.
kiſchen Finanzminiſter Haſſan Bey, den Amerikaner Henry
M. Robinſon, den lettiſchen Profeſſor Balodis, den bekannten
ſchwediſchen Oekonomiſten Guſtav Caſſel uſw. — ſieht man hier
alle zum erſtenmal.
Des allgemeinen Couloiergeſpräches ſtillſchweigend
anerkann=
tes und meiſt frequentierendes Thema iſt natürlich die Teilnahme
der Sowjetruſſen an dieſer, für ihren Staat erſten
Völkerbund=
veranſtaltung. Die Tatſache der Ankunft der erſten Bolſchewiſten
in Genf iſt ohne Zweifel eine Senſation erſten Ranges. Wie
eine holde Jungfrau, die man zum erſten Kuß verführt, haben
ſie zu den Genfer Lockungen zuerſt lange, lange „Nein” geſagt,
dann ein halbes „Ja” gehaucht und nun kommen ſie wahrhaftig
her. Allerdings ſagen ſie dabei jedem, der es hören will, daß es
ſich nur um dieſes eine einzige, einzigſtemal handle und daß ſie
„uie, nie, nie” dem Völkerbund näher als auf einen
Kanonen=
ſchuß herantreten würden. Und doch weiß es alle Walt, daß jede
zarte Jungfrau, nachdem ſie den erſten Kuß empfangen, ſtets
noch einen zweiten, dann einen dritten und ſchließlich ſehr viele
zu begehren pflegt. Sollte es nur hier anders ſein? . .
Die Herren Bolſchewiſten ſind gute Schauſpieler — wie
be=
kannt. Und deshalb ſind ſie nicht gleich zur erſten Sitzung
er=
ſchienen, ſondern haben die Konferenzteilnehmer ſo ein ganz
kleines Bißchen auf ſich warten laſſen. Erſt am Nachmittag des
erſten Sitzungstages ſind ſie in der Völkerſtadt an der Rhone
eingetroffen. Einige Neugierige — ſehr wenige ſogar — haften
ſich auf dem Bahnhof eingefunden, um bei dieſem ſenſationellen
Arriée zugegen ſein zu können. Es ſind meiſten nur
Jour=
naliſten und Poliziſten — im engſten Kreiſe. Kein einziger
ork=
licher Kommuniſt iſt zu ſehen, die es im übrigen in Genf kaum
ein Hundert gibt. Man wartet lange, lange. Der Zug hat ſich
verſpätet. Endlich fährt er ein. Ganz vorne der „Ruſſiſche‟
Salonwagen. Aber — vollkommen leer! Eine Station vor
Genf ſind die tapferen Herren ausgeſtiegen und haben ſich anſ
Schleichwegen nach ihrem Hotel begeben. Alſo ſang= und
klang=
los hat ſich der Einzug der erſten Bolſchewiſten in der
Völker=
bundsſtadt vollzogen — mit der nur denkbar größten und
neben=
bei völlig überflüſſigen Aengſtlichkeit und im vollen Sinne des
Wortes „hinten herum”. Alles findet dieſe Feigheit etwas
lächerlich. Wen man ſchon kommt . . . Sollte das eine
Vor=
bedeutung für ihren zukünftigen Einzug in den Bund ſein . . .?
Und mit welcher verborgenen Abſicht kommen dieſe Hinten=rum=
Herren heute nach Genf?. Man weiß es noch nicht. Jedenfalls
aber macht nichts den Eindruck, als gehörten dieſe Leute zu
jenen wagemutigen Chirurgen, von denen die Welt eine Heilung
des kranken „kapitaliſtiſchen” Wirtſchaftskörpers zu erwarten
hätte, zu welchem Zwecke dieſe Konferenz doch einberufen
wor=
den iſt ...
Nummer 127
Geite 3
Die deutſche Wistſchaftslage.
Streſemann warnt vor übertrießenem Optimismus.
Bad Eilſen, 7. Mai.
Im Verlauf der heutigen Niederſächſiſchen Wirtſchaftstagung
n Bad Eilſen ſprach auch der Reichsaußenminiſter Dr.
Streſe=
iann und führte u. a. aus, er begrüße es außerordentlich, daß
meben den großen Spitzenverbänden der deutſchen Induſtrie in
en einzelnen Wirtſchaftsgebieten des Reiches beſondere
Orga=
niſationen ſich den Forderungen der Wirtſchaft widmeten,
wor=
rus die Möglichkeit erwachſe, den Einfluß der
Einzelunterneh=
miungen und Einzelintereſſen ausgiebiger zu Worte kommen zu
taſſen, als es dort bei der ſtarken Zuſammenfaſſung der Kräfte
wer Fall ſein könne. Er glaube nicht, daß das Land ſozial und
ſeolitiſch am beſten gebettet ſei, das nur in Milliarden=Konzernen
Seltung habe. Von Bedeutung ſei es, wie die deutſche
Wirtſchaft innerhalb der Wirtſchaft der
ande=
en Völker ſich ihren Platz ſchaffe. Warnen möchte er aber
ſavor, eine gewiſſe Aufwärtsbewegung der deutſchen Wirtſchaft
u überſchätzen. Auf das tiefſte zu bedauern ſei es, daß ſich im
lusland bezüglich der deutſchen Wirtſchaft ein Optimismus
ge=
ſeildet habe, der glaube, Deutſchland ſei ohne weiteres in der
Sage, alle Schwierigkeiten, mit denen es noch zu kämpfen habe,
ru überwinden. Früher habe Deutſchlands Sparvermögen drei
Milliarden betragen, heute ſei es Hunderttauſenden von
deut=
echen Volksgenoſſen unmöglich, Erſparniſſe zu machen. Wenn
große Geſellſchaften nach Zuſammenlegung ihrer Aktien in der
Dage ſeien, Dividenden auszuſchütten, ſo könne das nur zur
Ge=
winnung eines falſchen Bildes führen. Unſere heutigen
Börſen=
turſe ſtellten nur 52 Prozent der Kurſe der Vorkriegszeit dar.
Unſere Wirtſchaft baſiere nicht mehr auf einer
geſunden finanziellen Grundlage. Es ſei
not=
wendig, zu einem geordneten Ausgleich von Import und Export
zu kommen. Die Steuern und Abgaben hätten eine ſchwer
er=
rrägliche Höhe erreicht. Auf manchen Gebieten der Verwaltung
ſGabe der Gedanke, daß wir ein armes Land ſeien, das den Krieg
werloren habe, noch nicht genügend Geltung. Die gewaltige Zahl
ſoer Arbeitsloſen kennzeichne die Lage, in der wir uns in
Wirk=
ſlichkeit befinden und aus der nur größte Tatkraft uns befreien
ſkönne. Ein gutes Aktivum bedeute die Aufrechterhaltung des
nozialen Friedens zwiſchen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Nach=
ſoem der Miniſter noch das Verhältnis von Induſtrie, Handel
nind Landwirtſchaft geſtreift hatte, ſprach er ſich gegen die
Bevor=
zugung der ausländiſchen und gegen die Geringachtung der
deut=
ſichen Erzeugniſſe aus. Andererſeits dürfe Deutſchland ſich nicht
laus der Weltwirtſchaft ausſchalten laſſen. Unſere Lage ſei ſchlecht,
rveil wir gezwungen ſeien, eine große Menge von Rohprodukten
teinzuführen. Dem gegenüber müſſe eine entſprechende Ausfuhr
itehen. Auf dieſer Baſis müßten unſere Handelsverträge
abge=
ſchloſſen werden. Dabei dürften Empfindungen perſönlicher
Sympathie oder Antipathie keine Rolle ſpielen. Nur der Nütz=
Lichkeitsſtandpunkt dürfe ausſchlaggebend ſein. Dr. Streſemann
ſchloß mit dem Wunſch, daß das Reich endlich eine Entwicklung
ſgehen möge, die das hinwegräume, was durch den Krieg
zer=
ſichlagen worden ſei. — Die Rede des Miniſters wurde mit
BBeifall aufgenommen. — Nach ihm ſprach noch der Präſident
ſoes Deutſchen Städtetages Dr. Mulert über das Thema „
Wirt=
ſſchaft und Gemeinden”.
DDie Internationale Handelskammer zum Ab=
Fkommen zwiſchen Reichsbahn und Lufthanſa.
Paris, 7. Mai.
Die Iziernationale Handelskammer veröffentlicht folgende
rklärung:
In Deutſchland gibt es bereits durchgehenden Luft= und
Eiſenbahnverkehr; Reichseiſenbahngeſellſchaft und Lufthanſa
ar=
ſeiten in engſtem Einvernehmen, gemeinſame Fahrkartenhefte
ggeſtatten ſofortigen Uebergang vom Flugzeug zur Eiſenbahn
mind umgekehrt. Das Abkommen zwiſchen Eiſenbahn und
Luft=
ſhanſa wird von der Internationalen Handelskammer zur
all=
gemeinen Anwendung empfohlen. Die Geſchwindigkeit
ſdes Luftverkehrs ſprengt die ſtaatlichen Gren=
Gen und fordert Regelung im internationalen Ausmaß; erſt
Dann werden die durchgehenden Luft= und Landtransporte ſich
woll auswirken können. Der Ausſchuß der Internationalen
Sandelskammer zum Studium der durchgehenden Transporte
Heiſtet in dieſem Sinne produktive Vorarbeit. Gepäckbeförde=
Heſſiſches Landestheater
Großes Haus. — Samstag, den 7. Mai.
Epel im Schloß.
Eine Anekdote von Franz Molnar.
Nur eine Anekdote erzählt Franz Molnar; aber er erzählt
fſie ſo kurzweilig, daß man ihm mit Vergnügen zuhört.
Der junge Komponiſt iſt mit den beiden Librettiſten ſeiner
OOper ſpät abends als Gaſt in dem gräflichen Schloſſe
ange=
kkommen, in dem auch Annie, ſeine Verlobte, die die Hauptrolle
Ider neuen Oper ſingen ſoll, weilt. Von dem benachbarten Zimmer
raus hört er, wie Annie mit einem Kollegen vom Schauſpiel ihn
nächtlicher Weile betrügt. Kataſtrophe! Der Junge iſt
verzwei=
ffelt, die Premiere iſt in Gefahr! Korth, der Librettiſt, ſchafft
Rat. Er ſchreibt in derſelben Nacht einen Einakter, der die er=
Hauſchten Liebesworte als Szene enthält. Der unglückliche
Ver=
lobte glaubt zu erkennen, daß die Untreue der Geliebten nur die
Probe der Rollen zu dem Einakter war: Spiel im Schloß!
Verſöhnungskuß!
Franz Molnar, der franzöſierte Ungar, hat der Bühne
ſchon manches wirkungsvolle Theaterſtück gegeben. Ich denke an
„Lilian”, an den „Garde=Offizier”, an den „Teufel”, den Tereſina
Oſter einſt prächtig ſpielte. Das „Spiel im Schloß” hält ſich
auf gleicher Stufe. Es iſt keine große Literatur, aber es iſt witzig
gemachtes, techniſch beherrſchtes Theater. Man verbringt den
Abend angenehm geſpannt und gefällig unterhalten.
In Berlin erzielt das „Spiel im Schloß” ſeit zwei
Monaten ausverkaufte Häuſer. Kommt auch die Darmſtädter
Auf=
führung dem Spiel in der „Tribüne” mit Korff, Romanowſki und
Käthe Haack an Leichtigkeit und Eleganz nicht gleich, ſo kann ſie
doch in Ehren beſtehen.
Für die „Annie” — Komödiantin auf der Bühne, wie
Komö=
diantin im Leben — hatte Ilſe Lahn den echten unechten Ton:
raſcheſt wandelbar in allen Gefühlen, einſchmeichelnd in
Liebens=
würdigkeit, charmant in der Theater=Probe, feſch in Tag= und
Nacht=Anzügen.
Als ihren Partner, den k. k. Burgſchauſpieler in tauſend
Nöten, hatte ich mir, nach der Berliner Aufführung, für
Darm=
ſtadt in erſter Linie Paul Maletzki vorgeſtellt. Hans
Bau=
meiſter ſpielte jedoch die Rolle. Er gab ihr eine ſtärkere,
heroiſche Note, verſetzte ihr jedoch zugleich eine ſo prächtige Doſis
Humor, daß man ſeine rechte Freude daran hatte.
Die Hilfe in der Not brachte dem ungetreuen Paar Robert
Klupp, als der erfindungsreiche Librettiſt — beweglich und wir=
Sonntag, den 8. Mai 1927
Vom Tage.
Die deutſch=ſüdflawiſchen
Handelsvertragsver=
handlungen ſollen Ende Mai in Berlin beginnen.
Reichstagspräſident Loebe hat den Präſidenten Coolidge
um Begnadigung der beiden zum Tode verurteilten
Italiener Vanzetti und Sacco gebeten.
Dr. Streſemann wird wahrſcheinlich am 23. Juni nach Oslo
fahren, um dort entſprechend den Statuten des Nobelkomitees ſeinen
Vortrag zu halten. Ob Chamberlain und Briand zu gleicher Zeit in
Oslo anweſend ſein werden, läßt ſich heute noch nicht ſagen, da das
von der Entwicklung der politiſchen Lage abhängt.
Wie die Dresdener Staatskanzlei mitteilt, hat Finanzminiſter
Weber in Begleitung des Miniſterialdirektors Hedrich und des
Staatsbankpräſidenten Degenhardt in Berlin Verhandlungen
mit dem Reichsbankpräſidenten Schacht, ſodann mit
dem Reichsfinanzminiſter Koehler über verſchiedene
finan=
zielle Fragen aktueller Art gepflogen.
Die Ankunft der Stahlhelmtransporte in Berlin
hat bisher einen ruhigen Verlauf genommen.
Der Deutſche Volksbund hat an den Präſidenten der
ge=
miſchten Kommiſſion, Calonder eine Denkſchrift gerichtet,
in der er beſonders wegen der in der polniſchen Preſſe und in
Flug=
blättern gegen die Deutſchen erhobenen angedrohte Drohung
Be=
ſchwerde erhebt.
An franzöſiſcher zuſtändiger Stelle wird erklärt, daß die Frage
der Rheinlandräumung auf der Tagesordnung der
nächſten Völkerbundsratsſitzung ſtehen und zur Sprache
gebracht werde.
Der Präſident des Völkerbundsrates Dr. Streſemann hat
die Bundesverſammlung des Völkerbundes für den
5. September 1927 nach Genf einberufen.
Der letzte griechiſche Miniſterrat beſchloß, neben
den Miniſtern ſtir Finanzen Caphandaris und für Aeußeres
Michalako=
pulos den Miniſter Streit mit der Vertretung
Griechen=
lands anläßlich der Juni=Seſſion des Völkerbundes zu betrauen.
Die drei Herren verlaſſen bereits in den letzten Mai=Tagen Athen.
Geſtern wurde in Budapeſt nach langwierigen, beinahe zwei Jahre
dauernden Verhandlungen der tſchechoſlowikiſch=ungariſche
Handelsvertrag paraphiert. Der Handelsvertrag wird nun
in Druck gelegt, innerhalb 14 Tagen unterzeichnet und dann den
Parla=
menten zur Genehmigung vorgelegt werden.
Die ruſſiſchen Delegierten haben beim
Völker=
bundsſekretariat einen neuen Schritt in der
Ueber=
wachungsfrage unternommen.
In amerikaniſchen Kreiſen erregt ein Telegramm Briands
an das amerikaniſche Volk ein gewiſſes Intereſſe. In dieſem
Telegramm ſchlägt Briand eine Art gegenſeitige
Verſiche=
rung vor, daß ein Krieg zwiſchen den beiden Staaten
unmöglich ſein ſoll.
Eine vom amerikaniſchen Staatsdepartement herausgegebene
Mit=
teilung beſtätigt die Meldung, daß der Bürgerkrieg in
Nicara=
gua ſich ſeinem Ende nähert,
rung für Luftreiſende durch die Eiſenbahn, ſofortiges
Ueber=
ſpringen von einem Beförderungsmittel zum anderen,
Zuſam=
menarbeit von Luft= und Eiſenbahnverkehr, Ueberleitung der
Transporte durch gemeinſame, nach außen ſelbſtändige Reiſe=
und Speditionsbureaus, das ſind die Hauptpunkte in der
plan=
entwerfenden Arbeit des Ausſchuſſes. Der Kongreß der
Inter=
nationalen Handelskammer, der am 27. Juni in Stockholm
zu=
ſammentritt, dürfte die Beſchlüſſe des Ausſchuſſes beſtätigen.
Alle Luftfahrtgeſellſchaften, alle nichtſtaatlichen
Eiſenbahngeſell=
ſchaften ſind Mitglieder der Internationalen Handelskammer.
Die baldige Durchführung dieſer Beſchlüſſe erſcheint daher
ge=
ſichert.
Beſchlüſſe der Repko.
Paris, 7. Mai.
Die Reparationskommiſſion hat heute eine Sitzung
abge=
halten. Nach dem amtlichen Kommuniqué hat der
General=
agent für die Reparationszahlungen, Parker Gilbert, ein
Ex=
poſé über das Abkommen gegeben, das er mit der
Reichseiſen=
bahngeſellſchaft hinſichtlich der monatlichen Bezahlung der
Zin=
ſen für die ſogenannten Eiſenbahnobligationen geſchloſſen hat.
Die Reparationskommiſſion hat dieſes Abkommen gebilligt. Sie
hat allerdings eine gewiſſe Anzahl der die Ausführung des
Sachverſtändigenplanes und der Friedensverträge betreffenden
Angelegenheiten geprüft, u. a. hat ſie eine Verteilung von
Bar=
zahlungen unter die intereſſierten Mächte gebilligt und die
Höhe des Deutſchland für die Lieferung von Schiffs= und
Luft=
ſchiffahrtsmaterial vorzuſchreibenden Kredites feſtgeſetzt. Die
Reparationskommiſſion hat außerdem gebilligt, 1. ein
Abkom=
men zwiſchen der Internationalen Rheinlandkommiſſion und
den Vereinigungen der Inhaber der ungariſchen ſogenannten
eiſernen Toranleihe, 2. ein Abkommen zwiſchen der rumäniſchen
und der ſerbiſchen Regierung und denſelben Verbänden zur
Regelung der Wiederaufnahme über die Organiſierung des
Finanzdienſtes dieſer Anleihen.
kungsvoll in der Darſtellung. Als unheilſchwangerer Schatten
be=
gleitete ihn Hugo Keßler. Famos zeichnete Richard Jürgas
einen gepflegten Kammerdiener mit den feinſten Strichen. Blaß
und farblos blieb Wilhelm Mayenknecht als der junge
Kom=
poniſt. Robert Klupp führte eine ſorgfältige Regie, die nur
bisweilen im Tempo nachließ.
Die Zuſchauer nahmen den unterhaltenden Abend mit
freund=
lichem Beifall auf.
*Beethoven=Gedächtnisfeier.
Beethoven wurde in Darmſtadt nach allen Richtungen hin
gefeiert und doch blieb eine Lücke. Der Sonatenkomponiſt kam
nicht zu Wort. Es iſt zu begrüßen, daß dieſe Lücke, wenn auch
nur in kleinem Rahmen, ausgefüllt wurde. Im Karlshof, dem
ſchönen Beſitztum von Baron und Baronin von Oettinger=
Barkhaus=Wieſenhütten, fand in den letzten Tagen vor
gelade=
nem Publikum aus weiten Kreiſen der Darmſtädter Bevölkerung
der Vortrag einer Reihe der ſchönſten Beethoven=Sonaten ſtatt.
Das iſt Hausmuſik edelſter Art. Der Genuß, dieſe Muſik in
eindrucksvollem Rahmen auf ſich wirken zu laſſen, iſt kein
ge=
ringer. Schön wie der Rahmen der künſtleriſchen Darbietungen
waren dieſe ſelbſt. Sie wurden eingeleitet durch einen Vortrag
über Beethoven von dem Darmſtädter Muſikſchriftſteller Joſef
M. H. Loſſen, der es verſtand, das Bild Beethovens in
ge=
dankenreicher Prägung zu entwickeln, und dann erklangen,
ver=
teilt auf mehrere Abende, zwölf Klavierſonaten aus den
ver=
ſchiedenſten Schaffensepochen des Meiſters. Am Klavier ſaß ein
für Darmſtadt noch unbekannter Klavierſpieler, „Romuald
Wikarſki” aus Berlin. Um es gleich zu ſagen: die unendlich
ſchwere Aufgabe, vor die er ſich geſtellt ſah, hat er in
imponie=
render Weiſe gelöſt. Er iſt kein Klaviertitane wie d’Albert, hat
auch nicht die Raſſigkeit Serkins, iſt aber ein durchaus reifer,
mit allen Klaviertugenden geſegneter Künſtler, voll ſelbſtändiger
Auffaſſung und auch da überzeugend, wo man Klang und
Auf=
faſſung anders im Ohr hat. Bei einer derartigen großen Leiſtung
iſt es auch ganz einerlei, ob Einzelheiten nach der Anſchlagsſeite
oder in teihniſcher Beziehung weniger vollkommen gelangen (da
ſpielt Umgebung und Stimmung mit), die Hauptſache bleibt
immer der Geſamteindruck, und der war vorzüglich. Höhepunkte
ſchienen uns die Appaſſionata und die C=Moll=Sonate 111. Die
Zuhörerſchaft, im Banne von Ort und Muſik, empfand die Güte
des Gebotenen und dankte den Veranſtaltern und Mitwirkenden
O.
herzlichſt.
*Deutſch=zjugoſlawiſche
Handels=
vertragsverhandlungen.
Auf der Grundlage der Meiſibegünſtigung.
Zwiſchen der Berliner und der Belgrader Neg ru igy iſt
ver=
einbart worden, die ſeit langem vorgeſehenen
Handelsvertrags=
verhandlungen Ende Mai in Berlin ihren Anfang nehmen zu
laſſen. Jugoflawien hat bereits ſeine Delegation
zuſammenge=
ſtellt, die unter Führung des Univerſitätsprofeſſors Todorowitſch
ſteht. Irgendwelche ſchwerwiegenden Streitfragen gibt es mit
Jugoflawien nicht, ſo daß die Hoffnung beſteht, die
Verhand=
lungen werden ſich ziemlich glatt und reibungslos abwickeln. Die
gegenwärtigen vertraglichen Beziehungen beruhen auf der Baſis
der gegenſeitigen Meiſtbegünſtigung, die natürlich auch nur für
den neuen Vertrag in Frage kommen kann. Da Jugoflawien
ebenſo wie die anderen Staaten, in der letzten Zeit ſeine Zollſätze
erheblich heraufgeſetzt hat, wird das Schwergewicht der
Verhand=
lungen ſich auf die tariflichen Abmachungen zu konzentrieren
haben. Für Deutſchland kommen nämlich wegen ſeines recht
er=
heblichen Induſtrieexports nach Jugoſlawien weſentlich geſenkte
Zollſätze in Frage, die ſelbſtverſtändlich nur im Austauſch gegen
deutſche Zugeſtändniſſe zu haben ſein werden. Ob es noch in
dieſem Jahr zu einem Vertragsabſchluß kommt, läßt ſich noch
nicht ſagen; immerhin wird damit zu rechnen ſein, daß wegen
der notwendig werdenden Reiſen der ſerbiſchen Delegation nach
Belgrad nach den einzelnen Verhandlungsabſchnitten, eine
längere Dauer der Verhandlungen wahrſcheinlich iſt.
Rom und Belgrad.
* Berlin, 7. Mai. (Priv.=Tel.)
Den diplomatiſchen Bemühungen der Großmächte iſt es uun
alſo doch gelungen, die akute Konfliktsgefahr zwiſchen Italien
und Jugoſlawien aus der Welt zu ſchaffen — allerdings auf
Koſten Jugoſlawiens. Muſſolini hat auch diesmal wieder die
beſſeren Nerven beſeſſen. Er hat dem engliſchen Kreuzfeuer
ſtandgehalten, während, die Jugoſlawen auf den ſtarken Druck
Frankreichs einſchwenkten und ſich bereit erklärten, bei den
Ver=
handlungen mit Italien den Vertrag von Tirana, der ja
eigent=
lich für ſie der Stein des Anſtoßes war, draußen vor der Tür zu
laſſen. Daraufhin will nun Muſſolini in der kommenden Woche
den jugoflawiſchen Geſandten zu ſich bitten und die mündlichen
Verhandlungen eröffnen. Er hat aber durch die Sicherung des
Vertrages von Dirana bereits einen ſo ſtarken Erfolg für ſich,
daß er vermutlich noch weitere Vorteile in Sicherheit bringen
kaun, wofür er eigentlich nichts weiter zu geben hätte, als einige
unverbindliche Bemerkungen, die, nach außen hin wenigſtens, den
viel angefeindeten Vertrag ſeines ſerbenfeindlichen Charakters
entkleiden würden. Fragt ſich nur, welchen Preis Frankreich und
England für dieſes Ergebnis gezahlt haben. Selbſt wenn die
Jugoſlawen ein Intereſſe daran haben, eine kriegeriſche
Verwick=
lung zu vermeiden, werden ſie ſich doch von den Franzoſen für
dieſes ſtarke Entgegenkommen an Italien irgendwelche
Zuge=
ſtändniſſe haben geben laſſen. Aus mancherlei Andeutungen der
engliſchen Preſſe gewinnt es faſt den Anſchein, als ob auch Herr
Muſſolini von England noch eine Extrawurſt bekommen hätte, die
vermutlich in einer Gegend zu ſuchen iſt, wo das Intereſſe
Ita=
liens etwas von der Adria abgezogen wird. Vielleicht iſt es mehr
als ein Verſuchsballon, wenn gerade jetzt in der engliſchen Preſſe
von der Möglichkeit einer Ueberlaſſung des Mandats über
Meſo=
potamien und Paläſtina an die Italiener geſprochen wird.
Das Schickſal des Memellandes.
Die Verhandlungen zwiſchen Berlin und Kowno haben
zu=
nächſt offenbar den erſten Erfolg gebracht, daß die litauiſche
Regierung unter dem ſtarken deutſchen Druck ſich entſchloſſen
hat, die Neuwahlen zum Landtag im Memelgebiet
auszuſchreiben, die bisher durch allerlei lächerliche Vorwände
verhindert wurden. Damit iſt wenigſtens in einem Punkt den
deutſchen Beſchwerden Rechnung getragen, und es beſteht eine
gewiſſe Hoffnung, daß auch in den anderen Streitfragen die
litauiſche Regierung ſoweit nachgibt, um einen internationalen
Konflikt zu vermeiden.
Die Stärke der Beſatzungstruppen.
Das franzöſiſche Außenminiſterium glaubt in einer offiziöſen
Mitteilung feſtſtellen zu können, daß die Geſamtzahl der Truppen
im beſetzten Gebiet 57000 betrüge, von denen 7500 Engländer
und 5000 Belgier ſind. Dieſe Zahl iſt ganz neu. Bisher haben
die Franzoſen immer 60 000 Mann angegeben. Aber auch dieſe
Zahl iſt von der deutſchen Regierung ſtets angefochten worden.
Nach den vom Reichsminiſterium für die beſetzten Gebiete
auf=
geſtellten Berechnungen müſſen mindeſtens 72000 Mann
feind=
liche Truppen in der 2. und 3. Zone ſtehen.
Hochſchulnachrichten.
Hk. Wiederbeſetzung des Münchener Lehrſtuhls
für neuere deutſche Literaturgeſchichte. Das durch
das Ableben des Profeſſors Dr. Fritz Munker an der Univerſitär
München erledigte Ordinariat für neuere deutſche Literaturgeſchichte
iſt dem ordentlichen Profeſſor Dr. Walther Brecht an der Univerſität
Breslau angeboten worden. Brecht iſt ein geborener Berliner.
Er oblag in Freiburg, Göttingen und Bonn dem Studium der
deut=
ſchen Philologie, Geſchichte und Kunſtgeſchichte als Schüler von M.
Heyne, Wilmanns, Roethe, Max Lehmann und R. Viſcher und erwarb
1902 in Göttingen den Doktorgrad mit einer Arbeit über „Die
Ver=
faſſer der Epistolae obseurorum virorum”. Nach einem
vorübergehen=
den Aufenthalt in Berlin kehrte Brecht nach Göttingen zurück und
habilitierte ſich dort 1906 für das Geſamtgebiet der deutſchen Philologie
mit einer Schrift „Ulrich von Lichtenſtein als Lyriker”. Vier Jahre
ſpäter wurde Brecht Profeſſor an der Akademie in Poſen und Oſtern
1914 Ordinarius für ne ere deutſche Sprache und Literaturgeſchichte
an der Univerſität Wien als Nachfolger Minors. Michaelis 1916
ſiedelte Brecht nach Breslau als Nachfolger R. Ungers über. Prof.
Brecht iſt Herausgeber der Sammlung „Deutſche Kultur”,
Mitheraus=
geber der „Vierteljahrsſchrift für Literaturwiſſenſchaft und
Geiſtes=
geſchichte” und der Sammlung „Deutſche Literatur‟. Der Wiener
Aka=
demie der Wiſſenſchaften gehört er als Mitglied an.
Sind Künſtler=Ehen glücklich? Es gehört zu den gangbarſten
bürgerlichen Vorurteilen, daß die Ehen mit Künſtlern und nun
gar unter Künſtlern kein Glück verbürgen. Auf der anderen
Seite ſind die Ehen von Künſtlern untereinander im Laufe der
letzten zehn bis zwanzig Jahre ſo allgemein geworden, daß dies
angeſichts des alten Vorurteils wohl verblüffen kann. „Die
Modenwelt” (Berlin W 9) hat darum eine Reihe der
bekannte=
ſten Künſtlerfrauen Deutſchlands befragt, ob Künſtler=Ehen
glücklich ſein können, und veröffentlicht das Reſultat dieſer
hoch=
intereſſanten Umfrage in ihrem neuen Hefte. Es ſtellt ſich heraus,
daß alle Künſtlerfrauen, ſowohl Corinths Frau, die Malerin,
wvie Stefan Zweigs Gattin, die Dichterin, die Schauſpielerin
Helene Kayßler=Fehdmer wie die Kabarett=Künſtlerin Käthe
Erl=
holz=Nelſon ihre Ehen ſämtlich als eine beſondere Quelle des
Glücks und der Durchſchnitts=Ehe überlegen betrachten. Solche
kompetenten Urteile ſind wohl geeignet, das bisher herrſchende
Vorurteil gegen Künſtler=Ehen endgültig zu zerſtören.
Reichsarchiv, Schlachten des Weltkrieges. Der Durchbruch am Jſonzo.
Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O.
Rohrbach=Kalender 1927. Rohrbach Metallflugzeugbau, G. m. b. D.
Berlin SW. 68.
Ein Jahrbuch der Erdkunde für das Jahr 1927. Frauckhſche Vertage
handlung Stuttgart.
Geite 4
Sonntag, den 8. Mai 1922
Nummer 122
Stahlhelm und Rheinlandräumung.
Bewußte Fälſchung von Links.
Die Polen haben es ſich alſo doch noch überlegt. Die Note
an die deutſche Regierung, die in ihrem Inhalt bereits in der
polniſchen Preſſe mitgeteilt war, iſt nicht abgegangen. Es wird
ſogar auch beſtimmt die Abſicht dazu geleugnet. Mittlerweile
werden die Polen auf einen Wink von Paris her ſich davon
über=
zeugt haben, daß damit nichts zu erreichen iſt. Der ganze
Ge=
danke der Abſendung einer ſolchen Note konnte eigentlich ja auch
nur entſtehen, weil aus der Oppoſitionspreſſe heraus die Rede
des Miniſters Hergt abſichtlich interpretiert wurde als ein
Vor=
ſtoß gegen die Außenpolitik Dr. Streſemanns. Daran hat Herr
Hergt zweifellos nicht gedacht. Aber ſchließlich kann man es im
diplomatiſchen Spiel dem Gegner nicht verdenken, wenn er die
Argumente benutzt, die ihm aus den gegneriſchen Reihen
mund=
gerecht gemacht werden. Dieſen Geſichtspunkt ſollten nach
un=
ſerer Auffaſſung Sozialdemokraten und Demokraten, die hier
wieder einmal einträchtig Hand in Hand arbeiten, auch
berück=
ſichtigen bei dem Feldzug, den ſie jetzt gegen den Stahlhelm
führen. Wenn ſie in Berlin ſelbſt ſo ſtark terroriſieren, dem
Stahlhelm Quartiere und Verſammlungslokale abzutreiben
ſuchen, ſo iſt das zwar ein Kampf mit unſairen Waffen, aber
wenigſtens außenpolitiſch unſchädlich. Daß ſie dagegen dem
Stahlhelm im Gegenſatz zu allen ſeinen offiziellen Erklärungen
ſyſtematiſch militäriſche und reaktionäre Ziele unterſchieben,
da=
für müſſen wir alle zuletzt die Koſten bezahlen, denn die
Fran=
zoſen benutzen — was man ihnen gar nicht verdenken kann —
die bewußte Fälſchung, die mit den Abſichten des Stahlhelms
getrieben wird, um daraus Waffen gegen jedes Endgegenkommen
in der Räumungsfrage zu ſchmieden und den pazifiſtiſchen
Krei=
ſen Frankreichs klar zu machen, daß Frankreich ein Verbrechen
an ſeiner eigenen Sicherheit beginge, wenn es angeſichts dieſer
Stimmung auch nur einen einzigen Soldaten aus dem beſetzten
Gebiet vorzeitig herauszöge. Wenm daher der Außenminiſter bei
ſeinen diplomatiſchen Verhandlungen zur Herabſetzung der
Be=
fatzungstruppen erheblich größere Schwierigkeiten findet als er
ſelbſt urſprünglich wohl erwartet hat, dann darf er ſich dafür
zum nicht geringſten Teil bei der ſogenannten „großen” Berliner
Preſſe bedanken, die wirklich das ihrige getan hat, um im
In=
tereſſe ihrer innenpolitiſchen Ziele den Franzoſen klarzumachen,
welche Gefährdung des internationalen Friedens von der
Ta=
gung des Stahlhelms ausgeht.
Der Reichspräſident in Oldenburg.
Reichspräſident v. Hindenburg wurde um 9 Uhr auf dem
Bahnhof vom oldenburgiſchen Staatspräſidenten Dr. Finck und von
Oberbürgermeiſter Dr. Görlitz ſowie den Chefs der
Reichsbehör=
den begrüßt und nach dem Platz vor dem Bahnhof geleitet, wo
eine Ehrenkompagnie Aufſtellung genommen hatte, die der
Reichs=
präſident abſchritt. Alsdann trat der Reichspräſident im
Vierer=
zug die Fahrt nach dem Staatsminiſterium an. Auf den Straßen
bildeten Vereine und Schulen Spalier. Im Staatsminiſterium
erfolgte dann die Vorſtellung der leitenden Beamten. Vor dem
Gebäude hatten Schulkinder Aufſtellung genommen, die Lieder
zum Vortrag brachten. Der Reichspräſident dankte in kurzen
Worten, indem er die Jugend im Anſchluß an das Lied „Ich
hab' mich ergeben” zum Dienſte am Vaterland ermahnte.
Als=
dann unternahm der Reichspräſident eine Rundfahrt durch die
Stadt und die nähere Umgebung. Im Anſchluß hieran erfolgte
die Begrüßung des Reichspräſidenten im Rathauſe durch den
Oberbürgermeiſter, Magiſtrat und Stadtrat. Der
Oberbürger=
meiſter gab in einer Anſprache der Hoffnung Ausdruck, daß es
dem Reichspräſidenten noch vergönnt ſein möge, den
Wiederauf=
ſtieg des deutſchen Vaterlandes wit eigenen Augen zu ſchauen.
Der Reichspräſident betonte in ſeiner Erwiderungsanſprache, daß
er ſich als Ehrenbürger Oldenburgs ſtets mit der Stadt
ver=
bunden gefühlt habe. Anſchließend fand in der Wohnung des
Miniſterpräſidenten Dr. Fink ein Frühſtück ſtatt.
Betriebsratswahlen bei der Reichsbahn.
Uns wird geſchrieben:
Wie uns mitgeteilt wird, finden im Bereich der Deutſchen
Reichsbahngeſellſchaft am 12. und 13. Mai 1927 die
Betriebsrats=
wahlen ſtatt. Die Deutſche Reichsbahngeſellſchaft ift der größte
deutſche Arbeitgeber und beſchäftigt etwa 370000 Arbeiter. Die
Eiſenbahn ſelbſt hat volkswirtſchaftliche Bedeutung ſowie
ſtaats=
politiſche Tedeutung allererſten Ranges. Dabei ſoll auch an die
großen Reparatiorslaſten, die auf der Reichsbahngeſellſchaſt
ruhen, erinnert werden. Die bevorſtehenden Betriebsrätewahlen
erfordern deshalb von jedem Eiſenbahnarbeiter Beachtung. Um
die Stimmen der Wähler werden ſich hauptſächlich der
ſozial=
demokratiſch =kommuniſtiſche Einheitsverband der Eiſenbahner
Deutſchlands und die auf nationalem Boden ſtehende
Gewerk=
ſchaft deutſcher Eiſenbahner bewerben. Die letztere hat mit der
Gewerkſchaft der techniſchen Eiſenbahnbeamten und dem
Zentral=
gewerkſchaftsbund Deutſcher Reichsbahnbeamten und Anwärter
eine Einheitsfront gebildet. Wir halten es für ſelbſtverſtändlich,
daß jeder national denkende Arbeiter mithilft, für die Liſten der
Gewerkſchaft deutſcher Eiſenbahner E. V. Vorarbeiten zu leiſten
und zur Durchführung der Wahl beiträgt. Denn nur ſie iſt
national zuverläſſig und hat außerdem den großen Vorzug, vom
Standpunkte des Arbeiters aus geſehen, für ſich, daß ihr
Pro=
gramm ſich frei von Uebertreibungen und Schlagworten auf dem
Boden ſachlicher erfüllbarer und notwendiger Forderungen hält.
Das Schickſal
des Republikſchutzgeſetzes.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Am 21. Juli läuft die Gültigkeit des Republikſchutzgeſetzes
ab, das bei ſeiner Verkündung zeitlich begrenzt war. Die Frage,
was daraus werden ſoll, hat ſchon vor Oſtern die Gemüter ſehr
erregt. Einverſtändnis herrſchte darüber, daß das Geſetz nicht
einfach unter den Tiſch fallen kann, weil eine Reihe von
Beſtim=
mungen auch heute noch bei erregten Zeiten nicht entbehrt
wer=
den kann. Fraglich iſt nur der Umfang, in dem die
Schutzbe=
ſtimmungen aufrecht erhalten werden ſollen, und die Form. Es
war vorgeſchlagen worden, das, was bleiben ſollte, in der Novelle
zum Strafgeſetzbuch einzufügen. Jetzt kommt die „Germania”
plötzlich mit dem Vorſchlag, das Geſetz als Ganzes aufrecht zu
erhalten und in ſeiner jetzigen Faſſung um etwa zwei Jahre zu
verlängern, während der deutſchnationale Abg. Freytag=
Loring=
hoven in der Deutſchen Zeitung” ſich mit aller Entſchiedenheit
gegen eine ſolche Verlängerung einſetzt, die für die
Deutſchnatio=
nalen nicht in Frage kommen könne. Ob die Verbindung mit
dem Strafgeſetzbuch aufrechterhalten werden kann, iſt wohl
prak=
tiſch zweifelhaft, weil bis zum 21. Juli das Strafgeſetzbuch nicht
weſentlich weitergekommen ſein wird. Man wird alſo entweder
ein Proviſorium bis zur Fertigſtellung des Strafgeſetzbuches
ſchaffen oder einen Torſo des Republikſchutzgeſetzes beſtehen
laſſen müſſen, der zum mindeſten die Vorſchriften zum Schutze
der Republik und die Strafen gegen die Geheimperbände
auf=
recht erhält. Eine beſondere Rolle ſpielt die Frage der
Rück=
kehr des ehemaligen Kaiſers, die indes wohl nur theoretiſch
aktuell iſt, da der Kaiſer nicht an eine Rückkehr nach
Deutſch=
land denkt. Bei Lichte beſehen, ſind jedenfalls die
Meinungs=
verſchiedenheiten nicht ſo groß, als daß ſie nicht im Wege des
Kompromiſſes unter den Regierungsparteien beigelegt werden
könnten.
Die Herbſt=Tagung des Völkerbundes im September.
EP. Genf, 7. Mai.
Da die Einberufung der Völkerbundsverſammlung
ſatzungs=
gemäß vier Monate vorher, erfolgen muß, hat der
gegenwär=
tige Präſident des Völkerbundsrats, der deutſche Außenminiſter
Dr. Streſemann, ſoeben die Einladungen zu der 8.
Völkerbundsverſammlung ergehen laſſen, die am
5. September in Genf beginnt. Auf der vorliegenden
Tagesordnung, zu der bis vier Wochen vor der Verſammlung
jedes Mitglied neue Fragen beantragen kann, ſtehen außer den
üblichen Berichten und Wahlen die Frage der Einſetzung eines
Verwaltungsgerichtes, die über Klagen der
Völkerbundsbeam=
ten zu entſcheiden hat, ſowie die Anträge des Ratskomitees auf
Beſchleunigung und Erleichterung der Einberufung des Rates
in Kriſenfällen.
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Nummer 122
Sonntag, den 8. Mai 1927
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 8. Mai.
Techniſche Hochſchule. Die Einſchreibungen für das
Sommer=
meſter 1927 werden am Mittwoch, den 11. Mai, geſchloſſen.
— Heſſiſches Landestheater. Mit einer Aufführung von „
Ent=
frührung aus dem Serail” im Kleinen Haus beginnt morgen,
Montag, der fünf Abende umfaſſende Mozart=Zyklus. An dieſem Abend
ſrngt Laurenz Pierot vom Stadttheater in Nürnberg als zweite
Saſtſpielpartie auf Anſtellung den Osmin. Muſikaliſche Leitung: Max
Süsgen. Als zweite Vorſtellung des Mozartzyklus wird am Mittwoch,
zen 11. Mai, „Figaros Hochzeit” gegeben werden. Die beliebte
und erfolgreiche Poſſe „Kyritz=Pyritz wird am Dienstag, den
D. Mai, ſür die Miete 4 im Großen Haus wiederholt. Die ſzemiſche
SSantomime rach Petronius „Das Gaſtmahl des Trimalchio”
twon Dr. Bodo Wolf kommt am Freitag, den 13. Mai, im Großen Haus
zur Uraufführung. Das Werk wird von Max Hüsgen dinigiert. Die
iseniſche Leitung hat Oscar Fritz Schuh, die choreographiſche
Aus=
geſtaltung beſorgt Manda von Kreibig. Die Entwürfe des
Bühnen=
ſildes ſtammen von Lothar Schenck von Trapp. Der Pantomime geht
rne Aufführung von Ferruccio Buſonis „Arleechino” voraus.
—Neunte Morgenſeier im Kleinen Haus. Dr. Leo Barezinfki
ſangt im Rahmen der heute, vormittags 11½ Uhr, im Kleinen Haus
h attfindenden 9. Morgenfeier zunächſt vier altdeutſche Volkslieder, denen
ſwäter ſpaniſche und negpolitaniſche (unter dieſen das berühmte „Maria
Mari”) folgen werden. Von den fünf zum Vortrag kommenden ſpani=
Echen Volksgeſängen ſind beſonders drei durch ihre von Manuel de Falla
geſorgte Bearbeitung bemerkenswert. Alle Volkslieder des Programms,
das mit böhmiſchen Geſängen ſchließt, ſind hier wohl überhaupt noch
icht geſungen worden, ſo daß der Morgenfeier von vornherein ein
ohes Maß von Intereſſe geſichert ſein dürſte. Die Begleitung am
Bech=
eim=Flügel liegt in Händen von Erich Riede. Preiſe: 50 und 80 Pf.
— Werbewoche des Vereins für das Deutſchtum im Ausland.
NSpendet für die deutſchen Schulen in der Fremde!” iſt der Ruf, der
am Sönntag auf Straße und Gaſſe an alle dringt, die in die Schönheit
des Maientages hinausſtrömen. Wer wollte ſich der Mahnung
ver=
achließen, die die fleißigen Sammlerinnen und Sammler im Dienſte
ſiner guten Sache immer wiederholen?, Beſonderes Vergnügen bereitet
as Ballonwettfliegen. Man läßt den blauen V.D.A.=Ballon
reigen, übergibt ihn günſtigen Winden und wartet, bis die angehängte
Boſtkarte an den Landesausſchuß zurückkommt. Der wird feſtſtellen
weſſen Ballon am weiteſten geflogen iſt. Der Sieger darf dann auf
Koſten des Landesverbandes einen vierwöchigen Aufenthalt imn
Sieben=
würgen nehmen. Wem wäre dieſer Ferienurlaub nicht willkommen, den
ur für 50 Pf. erwerben kann?. Das Städtiſche Orcheſter
konzer=
liert im Herrngarten. Dort wird auch Dr. Bell aus Kaſſel um 12 Uhr
ſeime Anſprache halten. Nachmittags ſprechen Prälat D. Dr. Diehl und
Dr. Fritzler im Nundfunk.
— Hindenburg ſpricht . . . „Die Pflege des Volkstums und der
Eulturellen Zuſammengehörigkeit mit den Volksgenoſſen im Ausland iſt
ſein unveräußerliches Recht und hohe Pflicht jeder Nation. Ich freue
mnich, feſtſtellen zu können, daß das überparteiliche Kulturwerk des
Vereins für das Deutſchtum im Ausland” bei unſeren
Wolksgenoſſen immer mehr Anklang und Unterſtützung findet, und
moffe, daß der Verein noch weiter wachſen und geſtärkt werden wird.
loln der ſchönen Aufgabe des Schutzes der Deutſchen im Auslande und
ſoer Pflege deutſcher Kultur mitzuhelfen, iſt Pflicht aller
Deutſchen!“
— Liedertafel=Konzert am 16. Mai, abends 8 Uhr, im „Großen
Gaus” des Heſſiſchen Landestheaters. Im erſten Teil der Vortragsfolge
ſſingt die Madrigalvereinigung unter der Leitung des Herrn Prof. Dr.
Friedr. Noack Madrigale von Leo Hasler, dem Meiſter des klaſſiſchen
EMadrigals, Joh. Herm. Schein, Thomaskantor und Vorläufer Joh.
Seb. Bach, Orlandus Laſſus (geb. in München), dem Großmeiſter
Elaſſiſch= römiſchekatholiſcher, Kirchenmuſik, und Daniel Friderici.
im 2. Teil Kompoſitionen von Chr. W. Gluck und Val. Nathgeber und
2 Volksliederbearbeitungen von Georg Schumann und Felis von
WWohrſch. (Näheres ſiehe Anzeige)
Fertbildung der Gendarmeriebeamten. Der beruflichen
Weiter=
wbildung der Gendarmeriebeamten, denen neben der Erfüllung rein
ſwoligeilicher außendienſtlicher Funktionen, insbeſondere auch die Auf=
Flärung ſtrafbaner Handlungen auf dem platten Lande obliegt, wird
won dem Herm Miniſter des Innern eine ganz beſondere Bedeutung
Geigemeſſen. Daher finden bei der Heſſiſchen Landespolizeiſchule in
Warmſtadt Fortbildungskurſe ſtatt, die von allen Beamten, der
heſſi=
ſichen Landesgendarmerie abwechſelnd beſucht werden. Als Abſchluß des
gerſten Kurſus, an dem 30 Gendarmen teilnahmen, fand in dem
Polizei=
ſamtsgebäude in Darmſtadt eine eingehende Unterweiſung über die
mnodernen kriminaliſtiſchen Unterſuchungsmethoden und die in der
Er=
mmittlungstätigkeit des Kriminaliſten notwendigen Hilfsmitteln ſtatt, die
wei den Gendarmeriebeamten ein ganz beſonderes Intereſſe hervorrief.
TDaran anſchließend wurde von Kriminaloberwachtmeiſter Riesling, dem
ſörtlichen Leiter des Erkennungsdienſtes in einem einſtündigen Licht=
Wildervortrag die Einrichtungen eines modernem Erkennungsdienſtes.
wwie er bei der Kriminalpolizei in Darmſtadt beſteht, veranſchaulicht und
gerläutert. Belehrende Bilder über Daktyloſkovie Leichenagnoſzierung
rund verſchiedene Verbrechensarten gaben dem Vortrage ein äußerſt
tintereſſantes Gepräge. Bei einem anſchließenden Rundgang durch die
SDienſträume des Erkennungsdienſtes wurden alle die zur wirkſamen
Wekämpfung des reiſenden und gewohnheitsmäßigen Verbvechertums
ſzun Verfügung ſtehenden vielſeitigen kriminaltechniſchen Hilfsmittel,
Uwelche der Polizei und den Strafverfolgungsbehörden zur Aufdeckung
rvon Verbrechen dienen, gezeigt. Hoffentlich haben die Gendarmen aus
dem Vortrag vieles gelernt, das ſie bei der Aufklärung ſtrafbarer
ſHandlungen künftighin ſehr nutzbringend verwenden können.
T Um einem von Handel= und Gewerbetreibenden viel geäußerten
WWünſche nachzukommen, wurde bei der Güterabfertigung
Darmſtadt=
s=Hbf. eine Expreßgiſterannahmeſtelle eingerichtet, ſo daß humſtig die
Auflieferung von Fracht= und Expreßgut an einer Stelle erfolgen kann,
und das früher erforderliche Verfahren, an zwei Abfertigungsſtellen,
ben Aufliefevern erſpart bleibt.
Die Tätigkeit der Hausbettelbekämpfungsſtelle im Städtiſchen
Wohlfahrts= und Jugendamt im Monat April 1997. Es ſprachen 21
Perſonen vor, davon war 1 Perſon von hier. Es erhielten: 11
Per=
ſonen Fahrkarten zur Arbeitsſtelle oder dem Wohnort, 6 Perſonen
Kleider, Schuhe uſw. aus den Beſtänden, 2 Perſonen Verpflegung, eine
Perſon Geld. eine Perſon Schuhe repariert. Wohlfahrtsſchechefte ſind
im Verkehrsbüro erhältlich.
Der Kampf um die Deutſche
Handball=Meiſterſchaft.
Heute iſt bei uns Handball Trumpf. Der Vorverkauf der
Eintrittskarten zu dem Spiel um die deutſche Meiſterſchaft, das
heute nachmittag um 4 Uhr im Stadion ausgetragen wird, hat
gezeigt, welch lebhaftes Intereſſe ma in allen Kreiſen der
Be=
völkerung gerade dieſem Treffen entgegenbringt. Daß die
Hand=
ballgemeinde bis auf den letzten Mann vertreten ſein wird, iſt
eigentlich ſelbſtverſtändlich. Aber wir ſind überzeugt, daß auch
weite Kreiſe, die bisher der Bewegung fern ſtanden, heute zum
Stadion eilen werden. Die allgemeine Spannung über den
Aus=
gang dieſes bedeutſamen Triffens iſt aufs höchſte geſtiegen.
Einen Augenblick — ſo ging wenigſtens geſtern das Gerücht —
ſoll die Heag ſich ſogar in ihrer Begeiſterung mit dem Gedanken
getragen haben, dem Beiſpiel der Stadt Frankfurt zu folgen und
den Fahrpreis aus Anlaß dieſes Spiels zum Böllenfalltor
herab=
zuſetzen. Leider müſſen wir feſtſtellen, daß dieſes Gerücht den
Tatſachen vorausgeeilt iſt. Das wird aber keinen Darmſtädter
davon abhalten, trotzdem heute nachmittag nach dem
Böllenfall=
tor zu eilen. — Wir wünſchen unſerer Darmſtädter Mannſchaft
einen ehrenvollen Sieg.
Zum Beiſchreiben der 20%igen
Aufwertungs=
beträge sind bereits aufgerufen die
Sparbücher Nr. 1— 190000
Für die Woche von Montag, den 9. Mai,
bis Samstag, den 14. Mai werden hiermit
neu aufgerufen die
Sparbücher Nr. 190001—200000
Kaſſeſiunden: Vormittags von 8 bis 1 Uhr
Nachmittags von 3 bis 4½½= Uhr.
Samstags nachmittags geſchloſſen.
(St. 7782
— Annahmeſtelle im 1. Stock —
Städtische Sparkasse Darmstadt
— Petrusgemeinde. Wir verweiſen nochmals auf den heute abend,
8 Uhr, im Gemeindehaus, Eichwieſenſtraße 8, ſtattfindenden
Lichtbilder=
vortrag über „Die Nordſee‟. Da der Redner, Herr Pfarrvikar Schäfer,
längere Zeit auf der Inſel Föhr als Lehrer des Nordſee=Pädagogiums
tätig geweſen iſt, dürfen wir ſomit mit ganz beſonderem Intereſſe
ſeinem Vortrag lauſchen. Eintrittskarten ſind zu 30 Pf. bei Herrn
Kirchendiener Kropp, den Mitgliedern der Jugendvereinigung und an
der Abendkaſſe erhältlich.
Vom Flug=Verkehr. Es hat ſich m letzter Zeit gezeigt, daß
Per=
ſonen, die mit Flugzeugen von hier aus nach Berlin, Hamburg,
Mün=
chen uſw. reiſen wollten, leider nicht befördert werden konnten, weil die
Flugzeuge bereits vollbeſetzt waren. Die Frequenz auf den
Luftverkehrs=
linien iſt derart ſtark, daß es ſich ubedingt empfiehlt, ſchon einige Tage
vor der beabſichtigten Luftreiſe, wenn es einigermaßen geht, bei der
Flugleitung die Plätze zu belegen.
Konditorei u. Kaffee A. L. Ott & Co.
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— Orpheum. Leo Falls Operette „Die geſchiedene Frau”,
die durch die glänzende Darſtellung des Frankfurter Operetten=Enſembles
auch geſtern Abend wieder reichen Beffall ernten konnte, geht heute
letztmalig in Szene. — Der Kartenverkauf für die heutig Auffühung
findet im Verkehrsbütro von 9 bis 12 Uhr und an der Kaſſe des
Orpheums ab 3 Uhr ſtatt. Telephoniſche Kartenbeſtellungen (für
nume=
rierte Plätze) Nr. 389. (Siehe Anzeige.)
* Verwaltungsgerichtshof. Die Berufung in der Klageſache des
Viehhändlers David Sonnheim in Crumſtadt gegen den Staat auf
Entſchädigung für an Maul= und Klauenſeuche gefallenes Vieh wurde
zurückgenommen.
TumWerbegbend zu Gunſen des Vereins
für Deutſchium im Auslande.
Der Verein für das Deutſchtum im Ausland will in der von ihm
veranſtaltenden Werbewoche für den Gedanken des Deutſchtums im
Auslande werben, und beſonders jener deutſchen Brider gedenken, die
in den abgetrennten Gebieten des Mutterlandes unter ſchwerer
Be=
drückung leiden.
Die Darmſtädter Turnerſchaft hat ſich ebenfalls in den Dienſt der
guten Sache geſtellt und unterſtützt die Werbewoche durch einen
Turn=
abend, der verſchiedene Vorführungen aus dem Gebiete des Männer=
und Frauenturnens bringen wird, und am Mittwoch, den 11. Mai,
abends 8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz ſtattfindet. Die deutſche
Turnerſchaft nimmt beſonderen Anteil an der Erhaltung des
Deutſch=
tums im Auslande, welches daraus hervorgehen Cürfte, als in der
Ver=
waltung jener eine Auslands=Abteilung errichntet wurde, von der bisher
erſprießliche und nutzbringende Arbeit geleiſtet wurde. Eine
umfang=
reiche Preſſewerbetätigkeit, d. h. Vorſand von Artikeln aus dem Gebiete
der D. T. an Turn= und Tagespreſſe des Auslandes. An gänzlich
mittel=
loſe auslandsdeutſche Turnvereine wird die D. T. in größerer Auflage
verſchickt und beſteht ein lebhafter Austauſch mit rein deutſchen
Zeitun=
gen des Auslandes, die viel turneriſches bringen. Viele Getreuen, welche
unentwegt für das Deutſchtum im Auslande kämpfen, wurden durch den
Ehrenbrief der D. T. geehrt, unter demnen ſich ſolche Turnbrüder in
Polen. Tſchechoflowakei, Braſilien, Deutſch=Südweſtafrika und Oeſterreich
befinden. Die Auswanderungsberatungsſtelle der D. T. hat einen
weiteren Ausbau erfahren und konnten von dort viele diesbezügliche
Anfragen befriedigend erledigt werden. Einem Lehrgang zur
Aus=
bildung ſür auslandsdeutſche Turn= und Sportlehrer, der bisher
ſtatt=
gefunden, wird ein zweiter folgen. Durch Vermittlung der
Auslands=
abteilung iſt es gelungen, den Sportklub „Wacker” Budapeſt der D. T.
zuzuführen. Für die Verbreitung der Ehrenplakette des Vereins für
das Deutſchtum im Auslande wird eifrig in den Grenzaauen der D. T.
geworben. Um das Auslandsdeutſchtum auf dem Gebiete der
körper=
lichen und nationalen Ertüchtigung mit dem Deutſchtum des Reiches
eng zu vereinen und daraus einen Führerſtamm zu ſchaffen, iſt eine
großdeutſche, turn= und ſportliche Arbeitsgemeinſchaft ins Leben gerufen
worden. Gelegentlich der Zuſammenkünfte werden verſchiedene Gebiete
turn= und ſportlicher Art, jedoch lediglich in organiſatoriſcher Hinſicht
in Vorträgen und Ausſprachen behandelt. Nicht ſelten ſuchen
auslands=
deutſche Turner das Haus der D. T. in Charlottenburg auf, und
konn=
ten dort ſchon Vertreter aus Porto=Alegre Braſilien). Rio de Janeito
(Braſilien), Swakopmund (Deutſch=Südweſtafrika), Reval (Eſtland),
Tſchechoſlowakei u. v. a. begrüßt werden. Unter der Mitarbeit der D. T.
ſind verſchiedene Prüfungskommiſſionen im Auslandsdeutſchtum für das
deutſche Turn= und Sportabzeichen in Polen, Eſtland, Ungarn, Chile
uſw. beſtätigt worden.
Um den mittelloſen Auslandsdeutſchen die Möglichkeit zu geben,
Einblick in die Fachliteratur auf dem Gebiete der Leibesübung zu
ge=
winnen, iſt eine Sammelſtelle für entſprechendes Material
ein=
gerichtet worden, die auch bereits von verſchiedenen Soiten beſchickt
wurde. Die entſprechende Verteilung übernimmt die Auslandsabteilung.
Viele dieſer Einrichtungen, die zur Erhaltung und Unterſtitzung des
Deutſchtums im Auslande beitragen, ſind in enger Fühlungnahme mit
dem Verein für das Deutſchtum im Auslande in der D. T. geſchaffen
worden.
Möge auch nun der bevorſtehende Turn= und Sport=Werbeabend
der Darmſtädter Turnerſchaft mit dazu beitragen und ſeinen Zweck
nicht verfehlen, die Ziele und Gedanken des Vereins für das
Deutſch=
tum im Ausland immer mehr in weite Schichten unſerer Bevölkerung
hineinzutragen und zu bertiefen.
An alle Einwohner der Stadt aber ergeht der Ruf: Kommt
zum Turn=Verbeabend der Darmſtädter
Turner=
ſchaft”, es gilt einer hohen vaterländiſchen Aufgabe, die zu erfüllen,
alle dazu berufen ſind.
*Orpheum.
Die geſchiedene Frau.
Operetten wirken ſtets dann, „wenn ſie bei ſchmiſſiger Muſik im
flotter Handlung von einem gut eingeſpielten Enſemble dargeſtellt
wer=
den. All dieſe Erforderniſſe kommen bei der bekannten, dreiaktigen
Operette von Victor Leon, die zurzeit im Orpheum geſpielt wird,
zu=
ſammen und ſichern ihr daher durchſchlagenden Erfolg. Die an
Wirr=
niſſen und Entwirrungen reiche Handlung wird durnch die ſchlagerreiche
Muſik von Leo Fall beſonders unterſtrichen. Das Orcheſter unter Eugen
Neffs Leitung verdient beſondere Anerkennung. Die Operette dürfte
inhaltlich bekannt ſein, wer ſie noch nicht geſehen hat, ſollte nach einem
herrlichen Frühlingstag nicht verſäumen, ſich durch Beſuch einer
Dar=
ſtellung voll Humor und Abwechſelung einen vergnügten Abend zu
machen. Da wirkt beſonders erfriſchend im erſten Akt die
Gerichts=
ſzene, die Scheidung der Frau Jana mit all ihren prickelnden und
viel=
verheißenden Folgen, im zweiten Akt der Hausball bei dem
geſchiede=
nen Chemann, der von Heinz Steinbrecher vorzüglich verkörpert
wird und an dem die geſchiedene Frau wohl oder übel teilnimmt, ein
Fall, der vorkommen ſoll. Und da wirkt hauptſächlich der letzte
Ver=
ſöhnungsakt mit ſeinem harmoniſchen, glücklichen Ausgang, aber auch
mit dem hübſchen Fiſchertanz in einem holländiſchen Fiſcherdorf. Und
dieſe ganze Wirkung wird durch die glänzenden Darſteller erzielt, unter
denen Hedda Burger als geſchiedene Frau Jana, chammant und
temperamentvoll, vor allem zu nennen iſt. Ihr Partner ergänzt ſie
vollendet gut. Die übrigen Darſteller, die zum Teil tragende
Haupt=
rollen ſprechen, wie Elſe Simon als Gondg van der Loo und Franz
Sauer als Gerichtspräſident, ſowie der Schwiegervater F.
Hechin=
ger und C. Hampe als Schlafwagenkondukteur tragen, durch ihr
friſches und wirkungsvolles Spiel dazu bei, daß der Höhepunkt der
Handlug nie überſchritten wird, daß die Spannung vom Anfang bis
zum Ende die gleiche bleibt. So iſt dieſe Operette, die von Curt
Hampe in Szene geſetzt iſt, geeignet, durch einige vergnügte Stunden
einem ſchönen Tag einen ſchönen Abſchluß zu geben.
— Auf die Poſtkarten, die zu Gunſten des Vereins für das
Deutſch=
tum im Ausland bei Bergſträßer, Rheinſtraße, und Gieſelberg.
Wil=
helminenſtraße, zu 10 Pf. verkauft werden, ſei hiermit nochmals
hin=
gewieſen. Es beſindet ſich darauf das Gedicht. Deutſche Welt” von
Hans Landmann, das nach der Melodie des Deutſchlandliedes zu
ſingen ſt.
Die Nönigyin der Zgatelte,
WDas muiß eine Rgarette haben.
An. Duft und Geschnack und an sohstigen Gaben:
2Sie sei so zart wie des Lenzwindes Rosen.
Und auße noch süßer als Deilchen und Kosehn.
Sie sei aromatisch. wie Ambra und SHyrrhen
Die voller Süße Aie Oinne vewüren.
In Wohlgeschmack sei Sie unerreichr.
Besonders aber milde und leicht
Hes e
W e
Das alles bietet vom ¼ bis zumm Tette
Euch die dssdr.p -Zgarefte!
Und außerden eine Higenveide.
In ihrem SKundstick von Gold oder Seide.)
So ist die HHassary imn besten Sim.
He e
Der Kgaretken Wnigin!
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Seite 6
Sonntag; den 8. Mai 1927
Rummer 127
Stadtverordnetenverſammlung.
Die öffentliche Sitzung wird um 8 Uhr 15 Minuten eröffnet. Unter
Vorſitz des Oberbürgermeiſters wird in die Spezialberatung des
Vor=
anſchlages eingetreten.
Stadtv. A ßmuth hält es nicht für angängig, daß alle Vereine
für Sport wegen Zuſcküſſe an die Stadt herantreten.
Zu 8. Grundſtücke und Güter in
Selbſtbewirtſchaf=
tung ſoll eine Neubewertung unter Zuziehung von Stadtverordneten
ſtattfinden.
Für Reinigung der Straßen und Müllabfuhr ſoll eine Gebühr
ein=
geführt werden. Die Gebihr foll für 2 Jahre 190 000 Mk ertragen,
Stadtv. Haury wendet ſich gegen dieſe Gebühr. (Von
Kanalbenutzungs=
gebühren hat die Stadtverwaltung abgeſehen.) Ueber das Statut ſelbſt
muß noch näher verhandelt werden.
Stadtv. Weſp fragt nach der Umgeſtaltung des Schloßgartenplatzes.
Zu V. Betriebsverwaltung wird von ſozialdemokratiſcher Seite
be=
antragt, die Bilanzen der Betriebe 14 Jahr nach Abſchluß der Rechnungen
dem Finanzausſchuſſe mitzuteilen, damit ſie bei Aufſtellung des
Vor=
anſchlages berückſichtigt werden können. Der Antrag wird vom Stadtv.
Karcher begründet. Der Redner ſpricht für Herabſetzung des
Gas=
preiſes (Einführung eines Staffeltgrifes). Der deutſchnationale Antrag
wird abgelehnt. Der Antrag auf Aufhebung der Materialverwaltung
wird abgelehnt.
Zu VI. Schulen — Volksſchulen (33.) ſpricht Stadtv.
Friedrich; er betont, daß Heſſen vor dem Kriege ein vorzügliches
Schulweſen, auch beſonders im Darmſtadt, hatte. Redner beſpricht
ſchul=
techniſche Einzelheiten. Der Zuſtand mancher Schulräume iſt nach
An=
ſicht des Redners erſchreckend. hier drohem geſundheitliche Schädigungen.
Das Fortbildungsſchulhaus müſſe bis 1989 gebaut ſein. Im
Schwimm=
ſolle eine Kinderſchwimmhallg eingerichtet werden. Orthopädiſcher
Turnunterricht ſolle — beſonders in der Hilfsſchule —eingeführt werden.
Gegenüber Friedrichs Ausführungen bemerkt Stadtv. Dr.
Nöll=
ner, daß ſchon vor dem Kriege im Schulbau gebremſt worden ſei.
Zu Landestheater (38.) mit Zuſchuß von 450 000 Mark wümnſcht
Stadtv. Weſp einen größeren Einfluß der Stadtvewwaltung, die den
Korreferenten ſtellen ſoll. Stadtv. Schneider meint, daß Radio
werde eine kritiſche Lage für das Thegter ſchaffen. Stadtv. Haury
warnt, in die inneren Verhältniſſe des Theaters einzudringen.
Zu 38a, Städtiſche Akademie für Tonkunſt, wird der
deutſchnatio=
nale Antrag abgelehnt.
Zu 40, Wohlfahrtspflege, erwähnt Bürgermeiſter Delp die
Gingabe des hieſigen Nentnerbundes und fügt bei, daß an dem
ſeit=
herigen Syſtem ſeitens der Stadtverwaltung im Allgemeinen nichts
ge=
ändert werden ſoll. Bezüglich des Mietzinfes hat das Miniſterium für
Arbeit und Wirtſchaft verfigt, daß das Gutſcheinverfahren beibehalten
werden foll. Stadtwv. Heß begrüßt es, daß die Kürzung in der
Rentner=
fürſorge, die begbſichtigt war, unterbleiben foll.
Bei 41, Geſundheitspflege, wird über die Beeinträchtigung
der Krankenhausbetriebe durch den Straßenverkehr AAutomobile)
ge=
llagt. Es wird Beſprechung der Angelegenheit im Verkehrsausſchufſe
gefordert.
Zu 45, Vertragsgemeinſchaft mit der Heſſ. Eiſenbahn A.G. ſollen
die Stadtverordneten ſämtlich den Geſchäftsbericht vor der
General=
verſammlung der Heag erhalten. Stadtv. Aßmuth teilt mit, daß die
Mandate zum Aufſichtsrat in dieſem Jahre zu erneuern ſind.
Zu 48, Verbrauchsabgabe, erklärt der Oberbürgermeiſter
es ſolle eine Gemeindebierſteuer eingeführt werden, deren Ertrag auf
100 000 Mark geſchätzt wird, Steuerpflichtig ſoll ſein, wer das Bier
einführt. Der Antrag der Verwaltung, die Bierſteuer einzuführen, wird
gegen die ſozialdemokratiſche Partei angenommen.
Die Einführung der Filiglſteuer wird beſchloſſen, die der
Waren=
hausſteuer wird abgelehnt.
Zu Rubrik 49, Ergänzungsmittel, wird der deutſchnationale
An=
trag abgelehnt.
Wohnungsbaukaſſe. Der deutſchnationale Antrag iſt dem
Finanzausſchuſſe überwieſen. Schluß der öffentlichen Sitzung: 11,5 Uhr.
* Anträge der deutſchnationalen Fraktion der
Stadtverordneten=
verſammlung zum 1927er Voranſchlag.
I. Deckung des Fehlbetrags. 1. Mehrabführung der ſtädt. Betriebe
an die Stadtkaſſe 400 000 Mark. 2. 10 Prozent Abſtrich an den ſachlichen
Ausgaben 200 000 Mark. 3. Einführung der Warenhaus= und
Filial=
ſteuer 50 000 Mark. 4. Verwendung der Mittel des Betriebskapitals
885 000 Mark. 5. Kürzung der Ergänzungsmittel des Oberbüngermeiſters
200 000 Mark. zuſammen 1 735 000 Mark, dazu die Etatsverbeſſerungen
der Verwaltung 1000 000 Mark, zuſammen 2 735 000 Mark. ſim ganzen
3 Millionen.
Zu den Einzelrubriken: Antrag, den Kredit für die
Dienſtaufwands=
entſchädigungen an Mitglieder (4500 Mark) auf 2000 Mark herabzuſetzen;
die Materialverwaltung aufzuheben und die dafür ausgeworfenen
Be=
träge zu ſtreichen. Städt. Orcheſter: an den Ausgaben B000 Mark zu
kürzen, damit ſich dieſer Etgt in Einnahme und Ausgabe ausgleicht. Zu
Rubrik 47, Gemeindeſteuern: Die Realſteuern zu ſenken: a) um den
Be=
trag der Gemeindebierſteuer (8 15, Uebergangsvegelung des Ausgleiches),
b) um den Mehrertrag der Ueberweiſungen aus Einkommen=,
Körper=
ſchafts= und Umſatzſteuer (8 49 Geſ. Antrag: Warenhaus= und
Filial=
ſteuer einzuführen: Betriebskaſſe Gaswerk. Antrag: Den
Rebräſen=
tationsfonds von 3000 Mark zu ſtreichen. Wohnungsbaukaſſe: Antrag,
die Wietſätze, die ſich zu weit über die durchſchnittlichen Friedensmieten
erheben, entſprechend zu ermäßigen.
Die Frühjahrsmeſſe nimmt heute ihren Anfang und dauert bis
einſchließlich 17. Mai. In wenigen Lagen iſt auf dem Platz am
Hallen=
ſchwmmbad eine bunte, luſtige Stadt entſtanden. Zelt an Zelt
um=
rahmt den Platz. Uebenall lockt es durch große grellfarbige Neklame,
durch laute Paraden und durch dröhnend ſchmetternde Muſik. Alle
Arten von Schaugeſchäfte ſind vertreten. Naubtiere, abnorme Menſchen=
und Tierbildungen werden gezeigt, und Panoramas bringen
ſenſatio=
nelle Ereigniſſe der letztem Tage zum Wiedeverſtehen. Auch die Kunſt
des ſo beliebten Marionetten=Kafperleſpiels iſt vertreten und bringt
damit für unſere lieben Klemen aber auch für Erwachſene eine Menge
freudiger Unterhaltung. Sportfreunde können dem Neit= und
Schieß=
ſport huldigen und Wurfluſtige ihre Geſchicklichkeit erproben. Wie es
ſein ſoll, ſo bringt die Meſſe ſür jeden etwas. Ganz beſonders aber
iſt bei der Auswahl der Fahrgeſchäfte hierauf Rückſicht genommen. Für
„murtig Auſtrabende” ſteht Flieger= und Schiffſchaukel bereit. Ein
Skooter bietet „Vorwärtsſtrebenden” Gelegenheit, die Tücke des Objekts
kemnen zu lernen. und eine Krinoline und eine Nanpenbahn, beides
für Darmſtadt ganz neuartige Geſchäfte, werden „Suchenden” neue
Wege öffnen. Füir die Kinder ſteht das für jeden Jahrmarkt einfach
unentbehrliche Pferdekaruſſel in geſchmackvoller Aufmachung bereit, und
als Neuheit, und dadurch beſondere Anziehungskraft ausübend, ein
Linderfahrradkaruſſel. Für Erfriſchungen iſt geſorgt durch Eispavillons,
durch einen Bierausſchank im Hippodrom und durch Bratzwurſtröſtereien.
Mit dem Hinweis, auch die Verkaufsmeſſe eines Beſuches zu würdigen,
ergeht an alle der Ruf: „Beſuchet die Darmſtädter
Früh=
jahrsmeſſe!”
* Provirzzialausſchuß.
1 Klage des Bezirksfürſorgeverbands Frankfurt a. M. gegen den
Landesfürſorgeverband Heſſen wegen Anerkennung der endgültigen
Für=
ſorgehflicht und Erſatzes von Pflegekoſten für Walter Troſt in Offenbach
am Main. Beide Parteien ſind vertreten. Das Kind iſt unebelich im
Krankenhauſe in Offenbach geboven; in der Folge wurde es von der
Mutter in das Jägerſche Kinderheim in Frankfurt a. M. verbracht.
Da die Eltern des Kindes keine Koſten mehr zahlten, mußte — ein neuer
Unterſtützungsfall — ab 16. Februar 1925 von dem
Bezirksfürſorgever=
band Frankfurt a. M. Beihilfe geleiſtet werden. Der beklagte
Landes=
fürſorgeverband Heſſen beſtreitzt, daß ein neuer Verpflegungsfall
vor=
liege, der Bezirksfürſorgeverband Frankfurt a. M. bleibe weiterhin
ver=
bflichtet. Das Rind iſt, weil ſchwachſinnig, nur zur Anſtaltspflege
geeig=
net. Der Provinzialausſchuß hat in der Sache bereits verhandelt und
Beweiserhebung beſchloſſen, die nun zur Ausführung gekommen iſt;
nur die Mutter des Kindes iſt noch zu vernehmen. Der Vormund des
Kindes hoffte, daß regelmäßige Zahlungen des Kindesvaters behufs
Unterſtützung geleiſtet würden. Das Urteil ſpricht das
Klage=
begehren zu.
2. Antrag des Kreisamtes Dieburg auf Entziehung der der Georg
Pfeil Ehefrau zu Altheim euteilten Erlaubnis zum Betriebe einer
Schankwirtſchaft mit Branntweinausſchank für das Haus
Aſchaffen=
burgerſtraße 1. Weil die Wirtſchaft zur Förderung der Unzucht
be=
nutzt wurde, hat das Kreisamat ſeinerzeit die Wirtſchaft geſchloſſen.
Fremde Herren haben oft gegen Entgelt dort übernachtet. In den
obe=
ven Näumen, die zur Wirtſchaft nicht konzeſſioniert waven, wurde zu
teuven Preiſen Flaſchenwein verabreicht. Das Verfahren wegen
Kon=
zeſſionsentziehung wunde bis zur Erledigung des eingeleiteten
Straf=
verfahrens ausgeſetzt. Dieſes Strafverfahren endete damit, daß wegen
Kuppelei die Ehefrau Pfeil 9 Monate, der Ehemann 4 Monate
Ge=
fängnis erhielt, von der Anklage wegen Verleitung zum Meineid
er=
folgte Freiſprechung. Der Gemeinderat Altheim hat ſich dafür
ausge=
ſprochen, daß der Inhaberin die Wirtſchaftskonzeſſion belaſſen werden
möge. Seit dem Weiterbetrieb der vom Kreisamt geſchloſſenen
Wirt=
ſchaft werde dieſe einwandfrei geführt, wie auch die Bürgermeiſterei
be=
ſtätigt. Die Ehefrau Pfeil iſt vom Miniſterium nach
viereinhalbmonat=
licher Strafverbüßung begnadigt wonden. Das Gmadengeſuch war vom
dortigen Geiſtlichen ausgegangen und war insbeſondere mit
wirtſchaft=
lichen Intereſſen begründet worden. Der Ehemann Pfeil leidet ſo
ſchwer, daß die Strafvollſtreckung unausfühpbar iſt. Das Urteil
ent=
zieht die Konzeſſion.
3. Geſuch des Georg Bourgeois zu Darmſtadt um Erteilung der
Erlaubnis zum Betrieb einer eſchankwirtſchaft mit Branntweinausſchank
im Hauſe Eichwieſenſtraße 12. Die Stadtverordnetendeputation hat
das Bedürfnis verneint, auch die Höhe des Lokals beanſtandet. Im
Hauſe wird ſeit über 40 Jahren Wirtſchaft betrieben. Das Polizeiamt
hat einige Beanſtandungen hervorgehoben, die abgeſtellt werden
müß=
ten, z. B. Waſſerſpülung im Abort. Anſchluß an das Kanalnetz. Die
Konzeſſion wird erteilt uuter der Auflage, den Abort mit
Waſſer=
ſpülung zu verſehen und das Haus an das Kanalnetz anzuſchließen.
Auſwertung von Sparguthaben. Wie aus der Anzeige der
Städtiſchen Sparkaſſe in Darmſtadt in der heutigen Nummer erſichtlich,
werden von Montag, den 9. Mai 197, ab die Sparkaſſenbüicher mit den
Nummer 190 0—300 00 zur Beiſchreibung der Wprozentigem
Auf=
wertungsbeträge neu aufgerufen. Da von den bis jetzt aufgerufenen
Nummern (1—190 000) noch eins größere Anzahl Bücher micht vorgelegt
worden iſt, werden die Einleger an dieſer Stelle gebeten, ſich genau an
die Reihenfolge der aufgerufenen Nummern zu halten, um ein
uner=
wünſchtes Zuſammendrängen bei dem Aufruf weiterer Nummern zu
verhindern. Die bis jetzt möglich geweſene glatte Abwicklung des
Ein=
tragungsgeſchäftes wüirde ſonſt zum Nachteil des Publikums erheblich
er=
ſchwvert. Die Annahmeſtelle beſindet ſich im erſten Stock, Eingang
Hügel=
ſtraße,
Anhaltendes Muſizieren, insbeſondere Klavierſpielen, Singen,
Spielenlaſſen von mechaniſchen Muſikapparaten Grammobhonen und
dergleichen) im Freien oder beck offenen Fenſtern bildet meiſtens eine
erhebliche Beläſtigung der Nachbarſchaft und erfüllt häufig den
Tat=
beſtand des 8 360 Ziffer 11 Reichsſtrafgeſetzbuches (ungebührliche
Er=
regung ruheſtörenden Lärms oder Verübung groben Unfugs). Die
Polizeibeamten ſind angewieſen, hiergegen unnachſichtlich einzuſchreiten.
Die
Lokale Veranſialtungen.
Merunter erfchelnenden Netlzen ſind ansſchlleklich als Hinwelſe auf Arzeioen :
in keinem Faſſe ſirgendwſe ale Beſprechung oder Kritiſk.
iu beirachtn.
— Vortrag Dr. Höcker. Es ſei hiermit nochmals auf den am
Dienstag, abends 8 Uhr imn der Turnhalle WWoogsplatz) ſtattſindenden
Lichtbilder=Vortrag von Dr. Karl Höcker über „Sterne und
Menſchen=
ſchickſale” verwieſen. Es werden in dieſem Vortrag auch die allgemeinen
Verhältmiſſe und politiſchen Temdenzen, die ſchickſalsgeſtaltend auf den
Lauf der Dinge in Deutſchlanb in den nächſten Monaten einwirken
werden, dargelegt und eine große Reihe intereſſanter Horofkope
zeit=
genöſſiſcher Perſönlichkeiten vorgeführt. Nicht auf Viſionen und
ähn=
lichem beruhen die Prophezeiugen Dr. Höckers, ſondern auf
mathe=
matiſchgſtronomiſcher Berechnung. Neue Erkenntniſſe der
Zukunfts=
geſtaltung und Aufrichtung umſeres Vaterlandes werden in dieſem
hoch=
inteneſſanten Vortrag gegeben werden. Karten zu 2,40, 175, 1.10 Mk.
einſchließlich Steuer bei Konzert=Arnold, Wilhelminenſtraße 9 (Telephon
Nr. 2560), umd an der Abendkaſſe.
Kunſfnotizen.
Ueber Werte, Künfſter oder Hünftieriſche Deranſfaltungen, deren ir Nachffehuden Grichnung
geſchleht, behält ſch die Nedafkon Gr Urtel vor
— Union=Theater. „Durchlaucht Radieschen‟ Nach der
gleichnamigen Poſſe von Julius Freund, für den Film bearbeitet von
Hans Sturm, Regie Richard Eichberg, iſt eines der reizendſten
Licht=
ſpiele der Saiſon. Texinia Desmi, Werner Fuetterer. Hans Junkermann
ſind die Hauptdarſteller. Als zweiter Film iſt „Gigalo der Tänzer ſür
Geld”, ein Sittenroman voll ergreifender und ſpannender Momente.
Das Programm iſt nur noch heute und morgen auf dem Spielplan,
und wird es jeden Beſucher auf das beſte unterhalten.
—Refidenz=Theater am Weißen Turm. Ein ſenſationelles
Doppelprogramm auf dem Spielplan. Fred Thomſon, der kühne
Reiter, mit ſeinem prachtvollen Silberhengſt zeigt ſich wieder als einen
der beſten Sportmänner. Der Bilm iſt durch ſeine abenteuerliche
Hand=
lung abwechſlungsreich und inktereſſant. Das Beiprogramm zeigt den
neueſten Nenn= und Sportroman „Naſende Venus”. Hauptdarſtellerin
Priseilla Dean.
(5283a
Kitne
Wegen fahrläſſiger Körperverletzung hat ſich anläßlich eines
Autw=
unfalls der Kaufmann Friedrich Kilian in Frankfurt a. M. zu vew
antwortem, der ſich in der Nähe der Walkwühle zwiſchen Oben= und
Nieder=Ramſtadt im Dezember 1926 ereignete.
Entgegen kam em Zigeunerwagen. Kilian konnte ihn ſo wie
ſo nicht eher überholen, bevor er die Pferdfuhrwerke paſſiert hatte.
Die Fahrgeſchwindigkeit hatte Kilian mit ſeinem mit Säcke beladenen
Laſtauto herabgeſetzt. Der Zigeuerwagen fuhr im Augenblick des
Un=
falls in Höhe des dritten Wagens vor dem Auto her. Kilian hätte
hin=
ter dem Zigeuerwagen bleiben müſſen, bis die Fuhrwerke an ihm
von=
bei waren. Auf dem Fußwege gingen zum Teil Perſonen (Lenker der
Pferdefuhrwerke). Der Unfall hat ſich am Tage vor Weihnachten
(23. Dezember) ereignet; das Wetter war trocken (Froſt) und herrſchte
kalter Oſtwind. Der damals auf der hieſigen Meierei beſchäftigte
Vew=
walter Rud. Hirſchler hatte damals einem größeren Wagentransport
(4 Wagen) zu leiten, der Roggen in die Schloßmühle brachte. Der
An=
geklagte will noch 50 Meter von Hirſchler entfernt vom Auto aus
Warnungsſignale gegeben haben. Der Verletzte Hirſchlev, der aufs
Geſicht fiel, bekundet, daß er auf dem Bankett ging, als er zu Boden
ſtürzte. Das Auto ſehen und ſtürzen war für den Verletzten ein
Ge=
damke. Der Naum war zu eng, daß das Auto zwiſchen dem
Zigeuner=
wagen und den Pferdegeſpannen hätte durchkommen können.
Hirſchle=
war über vierzehn Tage arbeitsunfähig. Die Zähne des Oberkiefers
hatten den Unterkiefer (Lippen) teilweiſe durchſchlagen. Der auf dem
Auto mitfahrende Lageriſt der Frankfurter Firma bebundet als Zeuge,
daß das Auto zum Durchfahren Platz gehabt habe. Der Leiter des
vorderſten Wagens des Roggentransportes hat kein Autoſignal gehört.
Hirſchler lag mit dem Kopfe nach der Böſchung, mit den Füßen nach
der Straße zu, was der Zeuge wahrnahm. Wie der Leiter des zweiten
Wagens, der auch kein Signal hörte, beſtätigt, ging Hirſchler im
Augen=
blick des Unfalls auf dem Bankett. Kilian hatte eine Vierradbvemſe.
die es ihm ermöglichte, auf kürzeſte Entfernung zu halten. Kilian hat,
wie er ſelbſt zugibt, den Wagen nach links gelenkt, er muß alfo vorhen
rechts gefahren ſein. Die Fahrbahn iſt an der Unfallſtelle 5 Metey,
der Fußweg 2 Meter breit.
Der Sachverſtändige begutachtet, daß Kilian zu wenig Signal
ge=
geben hat, er hätte mit ſeiner Vierradbremſe das Auto früher bremſen
kömnen. Der Staatsanwalt betont den regen Verkehv, der auf der
Straße herrſchte und die Straße uüberſichtlich machte, der
Angeklagt=
habe aus dieſer Situation die Folgerung nicht gezogen: Das Ueben
holen, war verboten. Auch gegen 8 22 Satz 1 der Novelle hab=
Kilian gefehlt. Gegen Unfälle auf freier Straße müſſe mit aller Schärfe
vorgegangen werden, hier könne noch Angeklagter mit einer hohen
Geldſtrafe (es werden 300 Mark beantragt) durchkommen. Da Kilian
berufsmäßiger Kraftfahrer des Vaters geweſen, komme 8 B0 Abſ. 2
StGB. zur Anwendung. Das Urteil erkennt auf 20 Mark
Geld=
ſtrafe. Das Gericht geht mit den zutreffenden Ausführugem der
Staatsanwaltſchaft einig. Angeklagter wird, was ſtvafmildernd in
Be=
tracht gezogen wird, als vorſichtiger Fahrer geſchildert.
Ein Handlungsgehilfe aus dem Odenwald ſteht wegen Verſuchs des
Betwuas unter Anklage. Er foll einen Brief mit dem Beſtimmungsont
Lorſch im Dezember 1925 aufgegeben haben, der nach Angabe des
Ab=
ſenders 80 Mark in Scheinen enthielt. Der Wertbrief wurde am
2. Dezember 1925 der Poſtanſtalt übergeben, er ſoll einen 50 Markſchein,
einen 20 Markſchein und einen 10 Markſchein enthalten haben. De=
Brief wurde dem Brieſträger mitgegeben, und vom Abſender, weil deu
Siegellack mittlerweile abgefallen war, nachmals mit Stegellack
nachge=
ſiegelt und mit Vetſchaft verſehem. Der Wbſender will beſtimmt die
Scheine in den Brief eingelegt haben mit einem vom 30. Novemben
1925 datierten Begleitbrief. Angeklagter wurde ſpäter von der Poſl
angerufen ud ihm mitgeteilt, das Geld ſei nicht am Beſtimmumgsort
angekommen, er ſolle Antrag ſtellen, daß die Sache unterſucht werde.
Die Sache iſt ſchon früher verhandelt und damals die Verhandlug
zwecks weiterer Ermittlungen ausgeſetzt worden. Der Brief iſt am
3. Dezember 1925 in Lorſch angekommen und dort gewogen worden.
Der Poſtbote daſelbſt hat den Brief in unbeſchädigtem Zuſtand mit
Siegel nach oben zeigend, noch an dieſem Tage dem Adreſſatzen
abge=
liefert. Der Brief iſt wohl über Darmſtadt 2 gegangen. Nach Ausſage
des Lorſcher Firmeninhabers hatte Angeklagter keine allgemeine
In=
kaſſobollmacht, aber für die Firma die Beträge für Probekiſtchen im
Einverſtändnis mit der Firma kaſſiert. In dem Kuvert fand der
Adreſ=
ſat nur einen Brief ohne Scheine. Angeklagter verwies die Adreſſatin
an die Poſt. Nach Anſicht des gehörten Sachverſtändigen iſt der Brief
anſcheinend beraubt worden, aber einwandfreie Merkmale einer
Beraubung ſind nicht feſtgeſtellt worden.
Der Staatsanwalt hält unter Zuhilfenahme des Eventualdolus den
Betrugsverſuch für erwieſen, mit Rüchicht auf die Gemeingefährlichkeit
werden 4 Monate Gefängnis begntwagt. Der Brief wog bei der
Auf=
gabe 20 Gramm, nach Anſicht der Poſt hätte er mit den Scheinen
22 Gramm wiegen müſſen. Angeklagter erbittet Freiſpwechung und die
Erhebung eines Obergutachtens. Das Urteil erkennt auf 2 Monate
Gefängnis. Das Gericht hat die Ueberzeugumg von der Schuld des
Angeklagten gewonnen. Er war vom Adreſſatem am Zahlung gemahnt
und ihm mit Anzeige gedroht worden.
— Tragiſcher Tod eines Darmſtädter Automobiliſten. Aus Mücke
wird gemeldet: Geſtern mittag gegen 12 Uhr bemerkten im Felde
arbeitende Landleute zwiſchen Mücke und Rupertenrod ein Auto, das
plötzlich in unſicherer Fahrt in den Straßengraben fuhr und dort ſtehen
blieb. Als die Leute zur Hilfe herbeikamen, fanden ſie den Beſitzer
ohnmächtig hinter dem Steuer ſitzen. Sie hoben den Mam heraus, um
ihm zu helfen; jedoch ſtellte ſich ſofort Erbrechen ein, und nach wenigen
Minuten war der Mann eine Leiche. Ein Herzſchlag hatte ſeinem Leben
ein Ende gemacht. Wie der Führerſchein auswies, handelt es ſich um
den Kaufmann Louis Jonas aus Darmſtadt, der ſich auf
einer Geſchäftsreiſe befand.
* Für deutſche Beſitzer ausländiſcher Anleihen. In Bahern wurde
ei Schutzverband von Auslandsanleihegläubigern mit Sitz in Mün
chen begründet. Die Geſchäftsſtelle iſt vorläufig Kaufingerſtr. 2/II.
Tageskalender für Sonntag, den 8. Mai 1927.
Heff. Landestheater, Großes Haus, K 14 Gühnenvolksbund),
Anfang 5½ Uhr, Ende 10 Uhr: „Triſtan und Iſolde.” — Aeines
Haus, 14. Vorſt. d. Sonntags=Fremdenmiete (weiße Mietkarte), Anf.
7½ Uhr, Ende 10 Uhr: „Der Biberpelz.” — Orpheum, abends
8 Uhr: „Die geſchiedene Frau.” — Konkordiaſaal, nachm.
3½ Uhr: Frühlingsfeier des Bahernvereins. — Konzerte:
Liederkranz, nachm. 4 Uhr, in der Turnhalle am Woogsplatz:
Jubi=
läumskonzert; Volkschor, abends 8 Uhr, im Städt. Saalbau: Zweites
Vereinskonzert: 11 Uhr vorm.; Herrngartenkonzert; Schloßkaffee,
Café Rheingold, Münchener Hofbräu. Hauptbahnhof=Reſtaurant,
Brauerei Schul, Taunusburg, Perkeo, Beſſunger Turnhalle, Zentral=
Hotel, Reſt. Waldſchlößchen, Bismarck=Eck, Frankfurter Hof. —
Kinovorſtellungen: Union=, Reſibenz=Theater, Palaſt=
Lichtſpiele.
Verſteigerungskalender für Montag, den 9. Mai 1927.
Grubenfutterverſteigerung, nachm. 5 Uhr, Weiterſtädter
Straße 160.
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Sig
Nummet 127
Sonntag, den 8. Mai 1927
Seite 7
Rus Heſſen.
*Eröffnung der Gewa.
Die aus Anlaß der in Mainz tagenden Hauptverſammlung des
Wandesvereins Weſt des Verbandes deutſcher Licht= und
4Waſſerfachbeamten vom 7. bis 15. d. M. in der Stadthalle
ſ ſtattfindende Ausſtellung für das Gas=, Elektrizitäts= und Waſſerfach
twurde am Samstag nachmittag mit einem feierlichen Feſtakt eröffnet.
DDer offiziellen Eröffnung ging eine gut beſuchte Hauptverſammlung des
SVerbandes voraus, in der der Geſamtvorſtand einſtimmig wiedergewählt
Twurde. Die Feſtlegung des nächſten Tagungsortes wurde der
Bezirks=
ggruspe Köln überlaſſen. Zu der offiziellen Eröffnungsfeier
die im ſtadtſeitigen Foyer der Stadthalle ſtattfand, waren etwa 5—600
geladene Gäſte erſ.hienen. Von Vertretern der Behörden bemerkte
man u. a. Provinzialdirektor Dr. Ufinger, Reichsbahnpräſident Lochte,
EBürgermeiſter Adelung. Auch viele Stadtverordnete waren anweſend.
Die Feier wurde mit einer Ouverture des Mainzer Konzertorcheſters
geingeleitet. Hierauf hielt Oberbürgermeiſter Dr. Külb die
Be=
grüßungsanſprache, i der er darauf hinwies, daß nur überragende
Leiſtungen der Technik wie auch der chemiſchen Induſtrie uns den
größ=
ten Teil des verlorenen Weltmarktes wieder erobern könnten. Durch,
die Not der Zeit ſeien gerade auch auf dem Gebiete der Gas=, Waſſer=
und Elekrizitätsverſorgung ſtaunenswerte techniſche Fortſchritte gemacht
worden. Der Vorſitzende des Verbandes deutſcher Licht= und
Waſſer=
fachbeamten, Landesverein Weſt, Herr Otto Brix=Köln=Ehrenfeld,
hieß die Anweſenden im Namen ſeines Verbandes willkomen und
dankte allen denen, die an dem Zuſtandekommen der Ausſtellung
betei=
ligt waren. Er wies auf die Aufgabe der Ausſtellung hin, die
beleh=
rend und werbend wirken wolle. Nachdem das Scherffiusſche
Vokal=
quartett einen Chor vorgetragen und die Muſik einen Schlußmarſch
geſpielt hatte, wurde durch Oberbürgermeiſter Dr. Külb die Ausſtellung
für eröffnet erklärt. Unter fachmänniſcher Führung ſchloß ſich nun ein
Rundgang durch die Ausſtellung an. Man bekam dabei einen guten
Ueberblick über den hervorragenden Stand der Gas=, Elekrrizitäts= und
Waſſertechnik. Ueber 70 einheimiſche und auswärtige Firmen ſtellen
in der Stadthalle aus. Auf dem Gelände vor der Stadthalle ſind zwei
Zelte errichtet, in denen ſich u. a. auch eine Sondorausſtellung des
Städtiſchen Gasverks Mainz befindet. Wir werden noch eingehender
auf die Ausſtellung zurückkommen. — Abend 8 Uhr fand im runden
Saale der Stadthalle ein ſrimmungsvoll verlaufener
Begrüßungs=
abend ſtatt.
* Mefſel, 7. Mai. Die Bürgermeiſterwahl findet am
kom=
menden Sonntag ſtatt. Als Kandidaten ſind der Beigeordnete Johannes
Fröhner und Gemeinderat Schreinermeiſter Jakob Keller aufgeſtellt.
* Wixhaufen, 7. Mai. Der Gemeindevoranſchlag für
1927 liegt in dieſen Tagen auf der Bürgermeiſterei zur allgemeinen
Einſichtnahme auf.
* Weiterſtadt, 7. Mai. Baupolizeiverordnung. Am
15. Mai tritt für die Gemeinde Weiterſtadt eine neue
Baupolizeiverord=
nung in Kraft. Die Verordnung umfaßt neun Paragraphen, die das
Aufſtellen von Gerüſten an Häuſern, das Anbringen von
Firmenſchil=
dern, die Regelung des Abfluſſes der Dachwaſſer uſw. umfaßt.
* Griesheim, 6. Mai. Die General=Verſammlung der
hieſigen Volksbank nahm einen anregenden Verlauf. Der Vorſitzende
des Aufſichtsrats, Herr Zimmermeiſter Schick, gedachte der beiden
ver=
ſtorbenen Aufſichtsratsmitglieder Bauunternehmer Val. Hofmann 14.
und Bauunternehmer Peter Engel 8. Zu Punkt 1 der Tagesordnung
ergreift Direktor Maus das Wort. Er gibt ſeinem Bedauern
Aus=
druck, daß der Beſuch der Genevalverſammlung zu ſchwach ſei. Des
Näheren geht er dann auf den Geſchäftsbetrieb im Allgemeinen ein.
Der Umſatz hat ſich im Berichtsjahr im Verhältnis zum Vorjahr um
etwa eine Million Reichsmark erhöht. Der Hauptumſatz erſtreckte ſich
auf den Verkehr in laufender Rechung. Referent gab ſeiner
Anerken=
nung darüber Ausdruck, daß die Mitglieder von dem Scheckverkehr in
weitgehendſtem Maße Gebrauch machen. Hierauf wurde die Vilanz in
der vorliegenden Form genehmigt. Der erzielte Reingewinn beträgt
9356,37 Reichsmark. Dieſer wird wie folgt verteilt: Zuweiſung an den
Reſervefonds 3000 Rmk., 10 Prozent Dividende auf die bis zum 31. 12.
1925 eingezahlten Geſchäftsanteile 2500 Rmk., 10 Prozent Zinſen für
die im Laufe des Geſchäftsjahres eingezahlten Anteile 500 Rmk.,
Zu=
weiſung an die Betriebsrücklage 1056,37 Rmk., für gemeinnützige Zwecke
300 Rmk., für den Aufwertungsfonds 2000 Rmk. Dem Vorſtand wird
für ſeine Geſchäftsführung einſtimmig Entlaſtung erteilt. Aus dem
Reviſionsbericht des Verbandes ging hervor, daß, von geringen
Aus=
nahmen abgeſehen, keinerlei Beamſtandungen zu verzeichnen waren und
die Geſchäftsführung in beſter Ordnung iſt. Direktor Maus erklärt zur
Aufvertungsfrage, daß die Volksbank zur Aufwertung geſetzlich nicht
verpflichtet ſei, ihren Spareinlegern gegenüber ſich jedoch moraliſch
ver=
pflichtet fühlt, ihre Einlagen aufzuwerten. Da die Auſwertungs= und
Umrechnungsarbeiten nunmehr einen Ueberblick über die
Verteilungs=
maſſe geſtatten, beantragt der Vorſtand, die Spareinlagen mit 10
Pro=
zent ihres Goldmarbwertes aufzuwerten und dieſe Beträge ab 1. Januar
1927 mit 3 Prozent zu verziſen, welche Anträge nach kurzer
Beſpre=
chung angenommen werden. Bei den vorgenommenen Ergänzungswahlen
zum Vorſtand und Aufſichtsrat wurden die Herren Bürgermeiſter
Schüler, Heinrich Nothnagel 12. und Phil. Nothnagel 11. durch Zuruf
einſrimmig wiegerwählt.
* Eberſtadt, 7. Mai. Geflügelzüchtertagung. Morgen
Sonntag nachmittag findet im Gaſthaus Zur Traube” eine
Bezirks=
vertreterverſammlung der Bergſträßer Geflügelzüchtervereine ſtatt.
Die Arbeiten im Schulgarten ſind von den Oberklaſſen der
Volksſchule wieder aufgenommen worden. — Film und Schule.
Den oberen Klaſſen der Schuljugend wurde Ende der Woche ein Film
über die große Dresdener Gartenbauausſtellung vorgeführt. —
Aus=
flug. Der Zitherkranz (Zither= und Mandolinenklub) Gberſtadt
unternimmt am Sonntag, den 15. Mai, einen Ausflug nach
Reichels=
heim im Odenwald.
as
Blüte
NVdsseV von
Eine Eau de Cologne vereinigt die bal-
) samisch-kühlende Erfrischung einer
Meeresbriese mit sehmeicheindkosigen
Wogen zarten Blütenduftes.
Stets in der gleichen, bervorrag. Güte. O
Ueberall zu haben. Hergestellt nach ureigen. Originalvezept.
GEGR. 1873.
BERLIN SW 68.
* Eberſtadt, 5. Mai. Der 4. Nachtrag zu unſerem Ortsbanſtatut
verdient beſondere Beachtung, um ſo mehr, als er am 4. Mai in Kraft
getreten iſt: In dem ſogenannten Waldvillenviertel zwiſchen
Darm=
ſtädter Gemarkungsgrenze und dem Wald=Ende (früheren Hotel
Wald=
friede) können nur Einzelhäuſer erſtellt werden, die Villencharakter
haben, 2 Stock hoch ſind und eine Mindeſtfront von 10 Metern
auf=
weiſen. Die Nebengebäude ſind gleichfalls als Einzelgebäude
auszu=
bilden.
* Eberſtadt, 6. Mai. Turnen und Wandern. Der
Turn=
verein 1876 E.V. führt am kommenden Sonntag ſeine 5. Wanderung
aus. Der Plan ſieht die Strecke Auerbach—Ober=Hambach—Starkenburg
—Heppenheim vor. — Die Zahl der Erwerbsloſen iſt hier
auf 370 Perſonen geſtiegen.
* Nieder=Beerbach, 6. Mai. Jeder, der in dieſen wunderſchönen
Frühlingstagen unſer Tal durchwandert, wird ſich wohl den leiſen
Vor=
wurf machen, weil er nur ſo ſelten die Gelegenheit wahrnimmt, ſich an
dieſer reichen Pracht der blühenden und ſprießenden Flur zu erfreuen.
Die warmen Tage haben wie über Nacht eine überaus reiche
Vege=
tation zu Entfaltung gebracht. Wo du auch deinen Fuß hinlenkſt,
über=
all umgibt dich dasſelbe Bild, ſei’s auf der Landſtraße mit ihrer
präch=
tigen Obſtbaumblüte, ſei’s auf dem Wege hin über den Wieſenplan oder
ſei’s im Walde, in dem nun aus allen Zweigen das „maienfriſche Grün”
bricht. Zur Zeit der Blüte an der Bergſtraße war das Wetter rauh
und regneriſch. Viele konnten jene Pracht nicht genießen. Jetzt
lädt Frühlingspracht und Sonnenſchein zum Wandern ein! Niemand
ſollte dieſe Tage vorübergehen laſſen, ohne einmal auf die „Berge zu
fliegen”, ohne nun in linden Frühlingslüften Herz und Lunge zu
„baden‟. Deshalb auf nach dem blühenden Beerbachtale! Unſere blaue
Linie gibt auch älteren und leidenden Perſonen Gelegenheit, ſich einmal
an dem Auferſtehungsfeſt unſerer ſchönen Gotteswelt zu erfreuen.
* Pfungſtadt, 7. Mai. Gaumeiſterſchaftsrennen. Der
Radfahrerverein 1898 Pfungſtadt eröffnet die diesjährige
Radſport=
ſaiſon mit dem Gaumeiſterſchaftsrennen des Gaues 2 des
heſſiſch=
naſſauiſchen Radfahrerbundes. Das Rennen erſtreckt ſich über eine
Strecke von über über 50 Kilometern. Da es dem Radfahrerverein 1898
an guten Kräften nicht fehlt, dürfte es den ſeitherigen Titelhalter
Martin Treuſch aus Ginsheim einen harten Kampf koſten. Es wird
in drei Klaſſen gefahren.
Wer deutſche Dot im Ausland ſah,
wird Kämpfer für den D. D.A.
Cretet dem D. D. K. als Mitglied beil
EI
U
* Pfungſtadt, 6. Mai. Die Geflügelcholera iſt wieder
er=
loſchen. Die vom Kreisamt angeordneten Schutzmaßnahmen konnten
da=
her wieder aufgehoben werden.
* Hahn bei Pfungſtadt, 7. Mai. Liedertag. Der am morgigen
Sonntag vom Männergeſaugverein „Sängerluſt” veranſtaltete
Lieder=
tag wird von 11 Vereinen beſucht werden. Außerdem hat der
Muſik=
verein Pfungſtadt ſeine Mitwirkung zugefagt.
* Nieder=Ramſtadt, 6. Mai. Der durch den Obſt= und
Gartenbau=
verein veranſtaltete Lichtbilderabend fand guten Anklang. Herr
Tehrer Grimm aus Darmſtadt zeigte naturgetreue Aufnahmen von der
Dresdener Gartenbauausſtellung, die er noch als guter Kenner
ent=
ſprechend erläuterte. Der Vorſitzende des Vereins, Herr
Bürgermei=
ſterei=Sekretär Steuernagel, dankte dem Vortragenden für ſeine
Dar=
bietungen. Dank gebührt aber auch dem Kreisobſtbauverband, der den
Vortrag vermittelt hat, und der evangeliſchen Gemeinſchaft hier für die
freundliche Ueberlaſſung des Lichtbilderapparates.
* Nieder=Ramſtadt, 6. Mai. Aus den Geſangvereinen,
Am Sonntag, den 8. d. Mts., abends, veranſtaltet der Geſangverein
„Harmonie” im Vereinslokale eine Feier, die der Ehrung verdienter
Mitglieder gewidmet iſt.
* Ober=Namſtadt, 7. Mai. „Wenn du noch eine Mutter haſt” ein
Bild aus der Gegenwart in 4 Aufzügen wird die Jugendvereinigung
Ober=Ramſtadt am Sonntag, 8. Mai, abends, im Saale „Zum Löwen”
zur Aufführung bringen und den Reingewinn der Veranſtaltung dem
Fonds für die Herrichtung der Kirche überweiſen. Zu zahlreichem
Be=
ſuch ſei daher eingeladen.
* Roßdorf, 7. Mai. Am nächſten Sonntag, nachm. 4 Uhr, hält
die hieſige Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaft ihre Generalverſammlung
bei Gaſtwirt Konrad Rapp ab. — Bautätigkeit. Auch in unſerer
Gemeinde iſt die Bautätigkeit Zt. ſehr rege. In Ausführung ſind
12 Neubauten, in denen 21 Wohnungen erſtellt werden. Darunter
befinden ſich zwei Neubauten, die auf Grund abgeſchloſſener
Bauver=
träge durch die Bezirksſparkaſſe Groß=Bieberau und ein Neubau, der
durch die Deutſche Bau= und Siedlungsgemeinſchaft finanziert werden.
Reichelsheim i. Odw., 6. Mai.
Prämiierungsferkel=
markt. Nächſten Montag, den 9. Mai 1927, findet hier ein großer
Prämiierungsferkelmarkt ſtatt. Aus dem ſehr gut zu nennenden
Ver=
lauf der letzten Märkte kann mit Beſtimmtheit geſchloſſen werden, daß
auch dieſer Prämiierungs=Ferkelmarkt außerordentlich großen Zuſpruch
bekommen wird. Der letzte Markt dieſer Art hat gezeigt, daß bei dieſer
Gelegenheit durch großen Auftrieb und guten Käuferbeſuch ſowohl der
Erzeuger als auch Verbraucher nicht günſtiger auf ſeine Rechnung
kom=
men kann, wird doch zu dieſen Märkten wirklich prachtvolle Ware
ge=
zeigt. Die Auftriebszeit findet von ½10 bis 10 Uhr vormittags auf
dem hieſigen Marktplatz ſtatt. Auswärtige Käufer können mit dem
Zuge 9.35 Uhr hier ankommen und nach getätigtem Kauf mittags um
12,20 Uhr wieder von hier abfahren. Zum Auftrieb erforderlich ſind
Urſprungszeugniſſe. Händler ſind zum Kauf und Verkauf zugelaſſen,
zur Prämiierung jedoch nicht.
* Kirch=Brombach, 6. Mai. Krähen=Angriff. Einen
eigen=
artigen Vorgang beobachtete am 4. Mai, nachmittags, ein hieſiger
Ein=
wohner. Von N.=K. kommend, ſah er, daß in den Wieſen
bei Brombach ein Kampf ſtattfand zwiſchen einem Huhn und einem
grö=
ßeren Vogel. Den Angreifer hielt er für einen Weih (Habicht) und
be=
eilte ſich, näherzukommen. Wie groß war aber ſein Erſtaunen, als er
erkennen mußte, daß eine gewöhnliche Saatkrähe dem Huhn zuſetzte. Bis
auf 1 m ließ ſie ihn herankommen, erſt dann ſtrich ſie ab. Das Huhn
war ſtark auf dem Rücken verletzt und vollſtändig matt und flügellahm.
Die Krähe hätte es nach dem Dafürhalten des Beobachters unfehlbar
getötet. Der Kampfplatz ſelbſt war voller Hühnerfedern.
* Vielbrunn, 7. Mai. Unfall. Der hieſige
Holzhandelskom=
miſſionär Auguſt Liſt ſtürzte vorgeſtern auf der Straße Eulbach-
Viel=
brunn ſo unglücklich vom Rad, daß er in das Städtiſche Krankenhaus
nach Darmſtadt übergeführt werden mußte.
* Höchft i. O., 6. Mai. Veithwerke A. G. Schon ſeit Anfang
des letzten Winters herrſcht in der Veithwerke A. G. Hochbetrieb. Bis
in die letzten Tage mußten faſt jede Woche Neueinſtellungen
vorgenom=
men werden. Der Auftragseingang hat derart zugenommen, daß bexeits
Maſſeneinſtellungen ſind ein ſtarker 9hagang der Erwerbsloſigkeit hiev
und in den Nachbardörfern, wo ſie bereits ein beſcheidenes Niveau
er=
reicht hat. Da die Veithwerke ziemlich das einzige größere Unternehmen
in der hieſigen Gegend iſt, macht ſich der gute Geſchäftsgang auch ſtark
bei der hieſigen Geſchäftswelt bemerkbar. Es wäre ſehr zu wünſchen,
daß die gute Geſchäftslage auch weiterhin anhält, und damit vielen
Familien eine Exiſtenzmöglichkeit bietet.
Erbach i. O., 7. Mai. Im Klublokal Gaſthaus „Zum Adler”
tagte am Donnerstag abend die diesjährige ordentliche
Generalver=
ſammlung des Odenwaldklubs, Ortsgruppe Erbach. Der Vorſitzende
erſtattete den Jahresbericht, wobei er nochmals die Durchführung der
Hauptverſammlung 1926 ſtreifte und allen treuen Mitarbeitern
noch=
mals den herzlichſten Dank ausſprach. Es erfolgte hierauf eine rege
Anſprache, namentlich über den Beſuch der Ortsgruppe Mannheim=
Ludwigshafen des Pfälzer Waldvereins, welcher ein warmer Empfang
bereitet werden ſoll. Weiter wurde der Beſuch der Hauptverſcmmlung
in Heppenheim am 28. und 29. Mai I. J. beſprochen und zeitigte die
Ausſprache das Ergebnis, daß ſich an der Wanderung etwa 35
Klub=
mitglieder beteiligen werden. Weiterhin gelangte eine ganze Reihe
beabſichtigter Veranſtaltungen uſw. zu rückhaltloſer Ausſprache und
ergaben ſtets die beſte Einmütigkeit. Es erfolgte hierauf der Vortrag
der Rechnung ſeitens des Herrn Rechnungsrats Fehr und zeitigte der
Rechnungsabſchluß zufriedenſtellende Ergebniſſe. Die Rechnung war
inzwiſchen von den beiden hierzu beſtimmten Rehnungsprüfern
ge=
prüft worden und ergab keinerlei Beanſtandung, vielmehr den Dank
und die Anerkennung für die vom Reihner geleiſtete ausgezeichnete
Arbeit, die in Anbetracht der durchgeführten Hauptverſammlung von
erheblichem Ausmaß war. Nach eingehenden weiteren Ausſprachen,
wobei eine ganze Anzahl Maßnahmen uſw. zur Beratung ſtanden und
Anregungen gegeben wurden, wurde zur Vorſtandswahl geſchritten,
die die einſtimmige Wiederwahl des bisherigen Vorſtandes ergab,
worauf der Vorſitzende mit dem Dank für das treue Ausharren und
die Mitarbeit des Vorſtandes und der Mitglieder die Verſammlung
mit einem kräftigen „Friſch auf!” ſchließen konnte.
s. Beerfelden, 7. Mai. Der Autobus wird etwas
billi=
ger. Die bei den Kraftpoſten eingetretene Verbilligung des
Fahr=
preiſes macht ſich bei unſerer Poſtverbindung geltend. Neben den
be=
ſtehenden Wochen= und Monatskarten werden jetzt Zehnfahrtenkarten
ausgegeben, die eine Ermäßigung von 20 Prozent gegen den
Regel=
fahrpreis bringen. Sie können von mehreren Perſonen derſelben
Fa=
milie, desſelben Hausſtandes und desſelben Betriebs gemeinſam benutzt
werden, denn ſie ſind unperſönlich, ſie gelten zwei Monate lang. Die
Einzelfahrt Beerfelden—Rothenberg koſtet jetzt 0,97 RM., diefenige
Beerfelden—Hirſchhorn 1,45 RM. Dieſe Verbilligung feſtigt hoffentlich
den Verkehr, damit dieſe günſtigen Fahrgelegenheiten der Gegend
er=
halten bleiben.
— Hirſchhorn, 7. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
6. Mai 1,36 Meter, am 7. Mai 1,40 Meter.
* Birkenau, 6. Mai. Von der Schule. In die evangeliſche
Schule wurden zu Anfang des Schuljahres aufgenommen 48 Schüler,
2 Knaben und 21 Mädchen, entlaſſen 30 Schüler, 17 Knaben und
13 Mädchen. In die katholiſche Schule wurden aufgenommen B
Schü=
ler, 10 Knaben und 13 Mädchen, entlaſſen 21 Schüler, 11 Knaben und
10 Mädchen. Die Geſamtzahl der evangeliſchen Schule beträgt
nun=
mehr 239 Schüler, die der katholiſchen einſchließlich der
Privatmädchen=
ſchule 117 Schüler, beide Schulen zuſammen 356 Schüler.
Von der Bergſtraße, 5. Mai „Anläßlich der Grundſteinlegung
des Weinheimer Saalbaues an der Weſchnitz weilte Maſchineriedirektor
Ernſt Schwerdtfeger vom Heſſiſchen Landestheater Darmſtadt hier, um
mit dem bauleitenden Architekten Wenz die Anlage und Einrichtung dev
Bühne für den 1200 Sitzplätze faſſenden Theaterſaal zu beſprechen.
Ebenſo fand ſich hier zum gleichen Zwecke Theaterdirektor Hans
Meiß=
nev vom Frankfurter Künſtlertheater für Rhein und Main ein, da er an
der Ausgeſtaltung der Weinheimer Theaterbühne gleichfalls großes
Intereſſe hat. In einer geſtern abend unter Vorſitz des Oberinſpektors
Wagener abgehaltenen Sitzung des künſtleriſchen Beirats, der auch
Oberbürgermeiſter Huegel beiwohnte, wurde einſtimmig beſchloſſen,
2000 Anteilſcheine zu je 5 Mark herausgegeben, um dadurch die zur
Schaffung einer Theaterbühne notwendigen Mittel heveinzubekommen.
Bemerkt muß noch werden, daß Direktor Schwerdtfeger aus Darmſtadt
bei der Bühnen=Konferenz, an der auch der bauleitende Architekt Wenz
teilnahm, überaus wertvolle Anregung für die Ausgeſtaltung der Bühne
und über die an eine moderne Bühneneinrichtung zu ſtellenden
Mindeſt=
anforderungen Aufſchlüſſe gab. Der Arbeitsausſchuß unternahm
ge=
legentlich der Bühnentagung mit den Sachverſtändigen einen
Spazier=
gang auf die Burgruine Windeck und zur Wachenburg. Abends fand
im Hotel „Pfälzer Hof” eine Nachfeier zur Grundſteinlegung ſtatt, wobei
Direktor Schwerdtfeger für die gaſtliche Aufnahme in Weinheim herzlich
dankte und dem Wunſche Ausdruck gab, daß die Beziehungen zwiſchen
der Theatergemeinde Weinheim und dem Heſſiſchen Landestheater in
Darmſtadt unverändert freundſchaftliche auch in Zukunft bleiben
möchten.
* Alsbach, Bergſtr. 6. Mai. Die Bannerweihe und das fünfjährige
Beſtehen des Jungbauernvereins wird am kommenden Sonntag hier
feſtlich begangen. Am Nachmittag 1½ Uhr iſt ein großer Feſtzug
vor=
geſehen mit Bauerwwagen und Trachten. Die Wagen werden Frühling,
Sommer, Herbſt und Winter darſtellen. Auf dem Feſtplatz „Am
Geyers=
berg” im Buchenwald findet im Anſchluß an den Feſtzug ein großes
Bauernfeſt ſtatt.
* Zwingenberg, 6. Mai. Stenographiſches Sonntag, den
8. Mai, feiert der Gabelsberger Stenographenverein im Gaſthofe „Zum
Löwen” ſein 45. Stiftungsfeſt. Mit der Feſtlichkeit iſt der Beziukstag
des Bezirks Bergſtraße Gabelsbergerſcher Stenographenvereine
verbun=
den, deſſen Vertreterverſammlung am Abend zuvor im Löwen
ſtatt=
findet. Sonntag, vormittags 9 Uhr, Wettſchreiben und Ausflug in
unſere ſo reizende Umgebung, um 12½ Uhr gemeinſames Mittageſſen
im Löwen und um 2½ Uhr Tagung der Bezirksverſammlung, die viel
Intereſſantes bieten wird. Das Stiftungsfeſt des Stenographenvereins
findet um 8 Uhr abends ſtatt und hat der Verein hierzu Vorkehrungen
getroffen, die einen in jeder Hinſicht hübſchen Verlauf verſprechen.
Je=
dermann iſt hierzu eingeladen. Für den Nachmittag wird ein
Feſt=
abzeichen zum Preiſe von 25 Pfg. ausgegeben. Abends koſtet der Zutritt
für Herren 1 Mark, für Damen 50 Pfg.
* Auerbach, 6. Mai. Beſitzwechſel. Das Wirtſchaftsanweſen
„Zum Auerbacher Schloßkeller” in der oberen Bachgaſſe, das ſeine—
Beſitzer in letzter Zeit ſo oft wechſelte, iſt ſchon wieder in anderen
Be=
ſitz übergegangen. Der Preis iſt angeblich 27 000 Mark.
hervorragend bewährt bei:
Rheuma, Nerven= und
Ropfſchmerzen,
Sicht,
Srippe,
Ischias,
Sblette
Inſiuenza u. a. Erkältungskrankheiten.
Lt. notarieller Beſtätigung ſind innerhalb 6 Monaten mehr als 1500 Gutachten allein
aus Arztekreiſen eingegangen, darunter von namhaften Profeſſoren und aus erſten
Kliniken. — Togal ſtillt die Schmerzen und ſcheidet die Harnſäure aus. Keine
ſchäd=
lichen Nebenwirkungen. Fragen Sie Ihren Arzt! In allen Apotheken. Preis Mk. 1.40.
L2.6Lith. 0.46 Chinin 743 Aeid. acst. sal. ad 100 Amyt
Selbtlltes Biar!
Jedermann weiß, daß die moderne Lebensweise mit
Schwarztee, Kaffee, scharfen Gewürzen, Nikotin und
anderem, die das ganze Jahr hindurch fast tagtäglich
genommen werden, den Blutstrom und die Sätte mit
giftigen Stoffen beladen. Nicht minder tragen auch
1 Abfallstoffe und Schlacken aus übermäßigem Fleisch-
Fgennß, einseitiger Ernährung, Mangel an Bewegung
in trischer Luft während der Wintermonate hierzu
bei. Alle Gifte, die sich im Körper angesammelt haben,
wachen meist plötzlich anf und erzengen Krankheiten. Welche
Be-
deutung schlechte Säfte bei Krankheiten und Operationen haben,
ist genügend bekannt.
Es gibt Leute, die, ohne bettlägerig zu sein, doch fast immer unwohl
sind, sie haben keinen Appetit, sind verstopft, auf der Brust und im
Magen fühlen sie sich voll und beklemmt, und im Kopt ist Hitze und
Weh, der Schlaf ist unruhig und voller Träume. Eine ganze Reihe
Krank-
heiten, besonders Gicht, Rheumatismus, Zuckerkrankheit, Fettsucht,
Blutarmut und Bleichsucht, viele Hautkrankheiten, Hämorrhoiden,
Gallen- und Leberleiden, Blasen- und Nierenleiden, Stahlverstopfung,
Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Arterienverkalkung, Herz-und
Nerven-
leiden und viele andere sind oft nur die Folge von schlechter Blut-
mischung und dickem, verdorbenem, schlecht zirknlierendem Blute.
Nehmen Sie Schwarzwälder Blutreinigungstee, der das Blut und die
Säfte entgiftet, entsänert, reinigt, und auffrischt und von kranken,
ver-
hockten Stoffen befreit. Ganz besonders sei dies solchen empfohlen, die
an Verstopfung leiden Beginnen Sie jeizt die Kur, Sie werden den
Unterschied in einigen Tagen merken — Kraft, Lebensmut und
Frohsinn ziehen wieder in den Körper, und wie neugeboren geht
der gesamte Orgauismus aus der Kur hervor, einfach, weil das Blut
wieder rein und gesund, hell und klar durch die Adern tließt und alle
Organe mit gesundem, gereinigtem, lebenspendendem Lebenssaft ernähren
kann. Warten Sie aber mit dieser Kur nicht, bis Sie krank sind, sondern
trinken Sie diesen wohlschmeckenden Tee jetzt an Stelle sonstiger Morgen-
und Abendgetränke; er kostet Sie ja dann gar nichts. Eine häusliche
Kur dauert 20 bis 30 Tage und läßt sich ohne jede Störung von allen
Mitgliedern der Familie, klein und groß, gemeinsam durchführen. Unsere
Voreltern taten es, und beute machen es tausende Familien mit
Schwarzwälder Blatreinigungstee wieder so. und se fahren gut dabei.
Vie en Krankheiten wird dadurch vorgebeugt! Paket Nk. 2.20, drei
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Seite 8
Sonntag, den 8. Mai 1927
Nummer 127
— Bensheim, 5. Mai. Vergangenen Sonntag tagte im
Bahnhof=
hotel hier eine Verſammlung der Winzervereinigung
Berg=
ſtraße, die von dem 2. Vorſitzenden Hillenbrand an Stelle des leider
durch Krankheit verhinderten 1. Vorſitzenden, Bürgermeiſter Dr.
Anger=
meier begrüßt und geleitet wurde. Neben den Vertretern des
Kreis=
amts Bensheim und des Landwirtſchaftsamtes Heppenheim waren über
70 Winzer aus den Orten Bensheim, Auerbach, Zwingenberg, Zell,
Gronqu und Heppenheim anweſend. Landwirtſchaftsrat Rodrian von
der Heſſ. Verſuchsanſtalt für Wein= und Obſtbau in Oppenheim hielt
einen ſehr intereſſanten und lehrreichen Vortrag über die verſchiedenen
Arten der Heranziehung junger Reben, über die Pflege des
Weinberg=
bodens, insbeſondere über die Behandlung desſelben mit
Schwefel=
kohlenſtoff, die eine ſofortige Neuanlage der Weinberge nach dem
Aus=
roden ermögliche, und über den Schnitt, die Behandlung und Aufzucht
der Reben. Weinbauinſpektor Scheu aus Alzey ſprach über Schäd=
Ɨingsbekämpfung, insbeſondere über die verſchiedenen Arten der
Schäd=
linge und die hiergegen anzuwendenden Bekämpfungsmethoden und
Bekämpfungsmittel. Weiter machte er Mitteilung über die neue ſog.
Müller=Thurgau=Rebe, die das ungeteilte Intereſſe der aufmerkſamen
Zuhörer weckte. Auf Vorſchlag aus der Mitte der Verſammlung wurde
die Abſendung einer Reſolution an den Heſſ. Weinbauverband
be=
ſchloſſen als Proteſt gegen das die Intereſſen der deutſchen Winzer
ſchwer ſchädigende Handelsproviſorium mit Frankreich. Aus dem
Ver=
lauf der Verſammlung und ſtattgehabten Ausſprache war zu erſehen,
wie notwendig der Zuſammenſchluß der Winzer an der Bergſtraße
ge=
weſen iſt, da nur durch Zuſammenarbeit die ſtark gefährdeten Intereſſen
der Weinbauern gepflegt und gefördert werden können. Zu hoffen
wäre, daß auch die der Winzervereinigung noch nicht angehörenden
Winzer in ihrem eigenen Intereſſe ihren alsbaldigen Beitritt erklären.
* Heppenheim a. d. B., 6. Mai. Spar= und
Darlehns=
kaſſe Heppenheim. Aus dem Geſchäftsbericht der Spar= und
Darlehnskaſſe Heppenheim iſt zu erwähnen, daß der
Spareinlagen=
beſtand im Jahre 1926 rund 60 000 Mark zugenommen hat. Nach den
Vorſchlägen des Aufſichtsrats ſoll nach Dotierung der Reſerven und
Aufwertungsfonds eine Dividende von 8 Prozent für Ende 1925
ein=
gezahlten Geſchäftsanteile zur Verteilung kommen. —
Standes=
amtliche Nachrichten. In der Stadt Heppenheim waren im
Monat April 11 Geburten zu verzeichnen, und zwar zwei männlichen
und 9 weiblichen Geſchlechtes. An Sterbefällen ſind in derſelben Zeit
8 zu verzeichnen, und zwar 5 Männer und 3 Frauen. Ehen
wurden im Monat April 3 geſchloſſen. — Holztage.
Die Bürgermeiſterei der Stadt Heppenheim weiſt darauf hin, daß in
den Monaten Mai und Juni das Sammeln von Leſeholz im
Stadt=
walde verboten iſt. — Katholiſcher Männerverein. Am
kommenden Sonntag, abends 8 Uhr, findet im katholiſchen
Vereins=
haus die diesjährige Hauptverſammlung ſtatt. Auf der Tagesordnung
ſtehen Jahresrechnung, Wahl des Schriftführers und des Vorſtandes
ſowie verſchiedenes andere. — Starkenburg. Wie bekannt ruhten
während des Winters die Arbeiten an dem Wiederaufbau des
Berg=
friedes. Nun ſollen in aller Kürze die Bauarbeiten wieder
aufgenom=
men werden. Schreiten die Arbeiten ſo rüſtig fort wie im vergangenen
Jahre, ſo wird der Bergfried in kurzer Zeit von der Höhe der
Star=
kenburg in die Lande grüßen.
a. Lorſch, 6. Mai. Jubiläumsfeſt der Feuerwehr. Das
50jährige Stiftungsfeſt der Freiwilligen Feuerwehr ſoll am 18., 19. und
20. Juni d. J. in feierlicher Weiſe begangen werden. Der Mittelpunkt
der Feier ſoll ein hiſtoriſcher Feſtzug ſein, der die Geſchichte der
Ent=
ſtehung und Entwickelung der Gemeinde und insbeſondere das Kloſter
Lorſch darſtellt. — Herr Michael Degen beging ſein 25jähriges
Jubi=
läum als Schutzmann der Gemeinde. — Hier wurden 155 Kinder, 88
Knaben und 67 Mädchen, in die Schule aufgenommen. — Am nächſten
Samstag hält die Volksbank im Gaſthaus „Zur Harmonie” ihre
dies=
jährige ordentliche Generalverſammlung ab. — Die Ueberreichung der
Geſellenbriefe erfolgt anläßlich der Schlußfeier der Geſellenprüfung am
nächſten Sonntag im Saale „Zum weißen Kreuz”.
* Biblis, 6. Mai. Schwindler. Ein über die Maßen frecher
Schwindler verſuchte die Angehörigen des ſchon ſeit Wochen im
Mann=
heimer Krankenhaus ſchwer krank daniederliegenden Landwirts Herbert
auf ſkrupelloſe Weiſe hineinzulegen. Er ſchickte ein Telegramm, der
Kranke ſei geſtorben, und die Angehörigen möchten umgehend 200 Mark
abſenden. Nachdem ſich die Aufregung, die die Hiobsbotſchaft
verur=
ſachte, etwas gelegt hatte, telephonierte man nach Mannheim und
er=
hielt nun den Beſcheid, daß H. noch am Leben ſei, ſich ſogar ziemlich
wohl fühle und nur ein Betrüger am Werke ſein könne.
Bekannter=
weiſe leben Totgeſprochene ſehr lange. Hoffentlich gelingt es, den
frechen Schwindler ſeiner wohlverdienten Strafe zuzuführen.
* Gernsheim, 7. Mai. Eine ehrenvolle Tat, deren Veröffentlichung
würdig erſcheint, vollbrachte dieſer Tage die 16jährige Tochter des
ver=
ſtorbenen Schriftſetzers Johann Beutel, dahier. Fräulein Maria
Beutel begab ſich am Mittwoch dieſer Woche mit ihrer kranken
Mutter an den Rhein. Ganz in ihrer Nähe befanden ſich Kinder, die
ſpielten. Fräulein Beutel, welche ſich um die Kinder nicht kümmerte,
ſondern eigens mit ſich beſchäftigte, hörte plötzlich, wie ihre im
Kran=
kenſtuhl befindliche Mutter die Worte ausſtieß: „Maria, ſieh, da liegt
ja ein Kind im Waſſer”, Sogleich ſprang Fräulein Beutel von ibrer
Lage auf, eilte den Damm herunter und begab ſich mit voller Kleidung
i den Rheinſtrom. Unterdeſſen war das dem Heizer Konrad Eger
dahier gehörige, nahezu 5jährige Kind Sebaſtian ſieben bis acht Meter
vom Lande abgetrieben. Das mutige Mädchen ſchwamm dem Kinde
nach und verſuchte es zu faſſen, was ihr aber nicht gelang. Nur der
Geiſtesgegenwart und Berechmung der kühnen Retterin war es zu
verdanken, daß das inzwiſchen bewußtlos im Waſſer treibende Kind
gerettet werden konnte. Um ein weiteres Abtreiben des Kindes zu
vermeiden, ſchwamm das Mädchen an die linke Seitg des Kindes und
drängte es durch ihr Schwimmen nach und nach landeinwärts. Ihre
kranke Mutter, die den Vorgang mit zuſah, rief um Hilfe, und in der
Nähe befindliche Männer eilten herbei. Herr Valentin König 5. aus
Hamm, Kreis Worms, begab ſich ſofort den Damm herunter und konnte
das in die Nähe des Ufers gebrachte Kind aus dem Waſſer heben und
an das Land bringen. Angeſtellte Wiederbelebungsverſuche hatten
vollen Erfolg. Der Brückenaufſeheraſpirant Peter Adler, der ebenfalls
herbeigeeilt war, brachte das inzwiſchen ſehr ermattete und von ſeinen
Kräften ebenfalls verlaſſene Mädchen aus dem Waſſer an das Land.
— Gernsheim, 7. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
T. Mai 189 Zentiweter.
a. Aus dem Kreiſe Groß=Gerau, 5. Mai. In Trebur fiel das
weijährige Kind des Arbeiters Schweizer in eine Pfuhlgrube. Es
konnte zwar noch lebend geborgen und zum Bewußtſein zurückgerufen
wenden, verſtarb aber am folgenden Tage. — In Rüſſelsheim
hat der dem Zentrum angehörende Herr Lehrer Götz ſein Amt als
Gemeinderat niedergelegt. — Durch Einſtellung von 100 Arbeitsloſen
bei den Opelwerken iſt in Mörfelden die Erwerbsloſenziffer
be=
deutend geſunken.
r. Raunheim, 6. Mai. Heute feierten die Eheleute Bürgermeiſter
Michel und Frau, geb. Becker, das Feſt der Silbernen Hochzeit.
a. Ginsheim, 6. Mai. Lohnender Spaziergang. Ein
lohnender Spaziergang, ſtaub= und autofrei, iſt am nächſten Sonntag
der Sommerdamm von hier nach der Oberau gegenüber von
Nacken=
heim. Der Damm iſt mit zahlreichen Apfelbäumen bewachſen, welche
mit Wochenende ihre herrliche, rötlich=weiße Blüte entfalten und dem
Spaziergänger eine prächtige Augenweide bieten. Intereſſant iſt fer.
ner die Motorbootüberfahrt nach Nackenheim, von welchem Orte am
Abend Mainz bequem mit der Bahn zu erreichen iſt.
g. Königſtädten, 6. Mai. Aufwertung. Dem Beiſpiele
an=
derer Gemeinden folgend, iſt der hieſige Gemeinderat bereit, die
Ge=
meindeſchuld mit 12,5 Prozent aufzuwerten.
r. Königſtädten, 6. Mai. In einer gemeinſamen Beſprechung, bei
der ſämtliche Vertreter der Ortsvereine, der Ortsvorſtand und der
Bürgermeiſter zugeger waren, wurde beſchloſſen, um das
Gefallenen=
denkmal eine Anlage zu bauen. Zur Beſchaffung der Mittel findet am
Himmelfahrtstag eine große feſtliche Veranſtaltung unter Mitwirkung
ſämtlicher Ortsvereine ſtatt.
* Offenbach, 6. Mai. Die hieſige Beamtenbank hielt geſtern
ihre diesjährige Generalverſammlung ab. Der Geſchäftsſtand
verzeich=
net am 31. Dezember 1926 an Vermögen und Schulden 343 339 Mark.
An Stammanteilen ſind 45 624 Mark einbezahlt, während die
Geſamt=
haftſumme der Mitglieder 114200 Mark beträgt. An Spareinlagen
ſind 104 671 Mark vorhanden. Die Rücklagen der Bank betragen 4297,
der Reingewinn 5436 Mark. Die eingezahlten Geſchäftsanteile werden
mit 7 v. H. verzinſt. Die Mitgliederzahl iſt wohl von 1156 auf 1142
zurückgegangen, der Umſatz aber hat ſich ganz gewaltig geſteigert, da
immer mehr Beamte ihr Monatsgehalt auf die Bank überweiſen laſſen.
Die Bank hat ſich im abgelaufenen Geſchäftsjahre ſehr gut entwickelt.
* Worms, 7. Mai. 70. Geburtstag. Geſtern beging Herr
Buchbindermeiſter Schmuck, der Ehrenmeiſter des heſſiſchen
Hand=
werks, ſeinen 70. Geburtstag, zu dem ihm von allen Seiten des
Heſſen=
landes überaus zahlreiche, ſehr ehrende Glückwüinſche zugegangen ſind.
Als Vorſitzender des Ortsgewerbevereins ſchon vor dem Kriege, dann
in langjähriger Tätigkeit als Stadtverordneter, als Aufſichtsrat der
Veremsbank hat er ſich große Verdienſte erworben. Seiner Anzegung
folgend, wurde 1916 das Wormſer Handwerkeramt gegründet, fand
1921 die große Gewerbe=Ausſtellung hier ſtatt, und ebenfalls dank ſeiner
unermüdlichen Tätigkeit wurde das Haus des Handwerks geſchaffen,
bei welcher Gelegenheit ihm von der Heſſ. Handwerkskammer
Darm=
ſtadt, deren Vorſtand er auch angehört, die Würde eines Ehrenmeiſters
des heſſ. Handwerks verliehen wurde, eine Ehrung, die damit zum
erſten Male verliehen wurde. Vorgeſtern abend fand im Hauſe des
Handwerks eine kleine Vorfeier ſtatt, die das Frohnmaherquartett durch
Geſangsvorträge verſchönte. — Dompfarrei. Nachdem am letzten
Sonntage der neue Wormſer Domprobſt, Herr Pfarrer Daus, von
ſeiner bisherigen Gemeinde in Friedberg Abſchied gewommen hat,
findet am kommenden Sonntag, ½10 Uhr vormittags, hier die
feier=
liche Einführung im Dome ſtatt. Herr Pfarrer Ihm von der
Lieb=
frauenkirche wird im Auftrage des biſchöflichen Ordinariats die
In=
ſtallation vornehmen, während Nachmittags im Nibelungenſaale des
Cornelianums eine weltliche Feier ſtattfindet. — Schöffengericht.
Vorgeſtern fand hier die große Verhandlung über die Schiebungen bei
den hieſigen Deltawerken, die im letzten Herbſte ſtarkes Aufſehen
er=
regten, ſtatt. Zwei Werkmeiſter der Fabrik, ein Monteur als
Vermitt=
ler und ein hieſiger Kaufmann als Hehler ſind angeklagt, mindeſtens
fünf Eiſenbahnwagen voll Kunſtleder verſchoben und in Pirmaſens
ver=
kauft zu haben. Der Gewinn wurde geteilt. Als die Sache ruchbar
wurde, verſuchten ſie, alles zu vertuſchen und machten ſich dabei noch der
Urkundenfälſchung ſchuldig. In der Verhandlung wurde den beiden
Werkmeiſtern von einem Direktor der beſtohlenen Firma das beſte
Zeugnis ausgeſtellt. Strafmildernd kam in Betracht, daß der
Kauf=
mann den ganzen Schaden erſetzt hat. Nach fünfſtündiger
Verhand=
lung wurde folgendes Urteil gefällt: Die beiden Werkmeiſter erhalten
Gefängnisſtrafen von 1 Jahr 9 Monaten bzw. einem Jahr, der
Ver=
mittler 6 Wochen, der Hehler 10 Monate, dazu alle Angeklagten die
Gerichtskoſten.
a. Aus dem Kreiſe Oppenheim, 5. Mai. In Nierſtein iſt die
Stelle des zweiten Fleiſchbeſchauers zu beſetzen. Die Bewerber dürfen
das 45. Lebensjahr noch nicht überſchritten haben, auch ſollen ſie dem
Metzgerberufe nicht angehören. — Zwei Dienſtknechte aus Bayer
be=
arbeiteten ſich in Boden eim infolge eines Streites mit dem Meſſer,
wobei der eine einen Stich in die Hand erhielt und in das Krankenhaus
gebracht werden mußte. — Die Einbrecherbande die
gegenwär=
tig die Gegend unſicher macht, ſtattete auch der katholiſchen Kirche zu
Guntersblum einen Beſuch ab, wo ſie den Opferſtock zu erbrechen
verſuchte, jedoch mit leeren Händen abziehen mußte. — Zu
Unden=
heim wurde das zur Erinnerung an 1870/71 errichtete Kriegerdenkmal
auf roheſte Weiſe geſchändet, indem der Germaniaſtatue der rechte Arm
abgeſchlagen wurde. Berufung eingelegt wurde in Nieder=
Saulheim gegen die Wahl des Herrn Jakob Walldorf als
Gemeinde=
rechner. Daſelbſt legte Herr Georg Dechent ſein Amt als
Gemeinde=
rat nieder. Für ihn tritt der Eiſenbahnbeamte, Herr M. Endlich,
in das Kollegium ein.
* Büdingen, 5. Mai. In der Nachkriegszeit ſetzte hier eme mäßige
Bautätigkeit ein. Von kommunaler und privater Seite wurden
insgeſamt etwa 45 Wohnungen errichtet. Weitere 50 Wohnungen
wur=
den durch Umbau vorhandener Gebäude und Zwangseinmietungen
er=
ſtanden. Von ſtaatlichen Neubauten ſei aus der Nachkriegszeit vor allem
das ſtattliche Kreisamtsgebäude erwähnt, welche das ſchönſte
Regierungsgebäude Oberheſſens iſt. Das neue Forſtamtsgebäude
hat die beiden Forſtämter Büdingen und Düdelsheim aufgenommen. Das
freigewordene alte Kreisamtsgebäude iſt Eigentum der Stadt; es ſind
darin das Kreisvermeſſungsamt und das Neuvermeſſungsamt
unterge=
bracht, und außerdem 11 Wohnungen eingerichtet worden. — Um den
Meſſingkäfer vollſtändig beſeitigen zu können, fanden tagelange
gründliche Vergaſungen der verſchiedenen Räume ſtatt. Seitdem hat
man von dem gefährlichen Käfer keine Spur mehr gefunden.
* Gießen, 7. Mai. Ein Flugtag ſoll am 22. Mai auf dem
Flug=
hafengelände ſtattfinden. — Der langjährige Leiter der Gießener
Stadt=
miſſion, der Mitbegründer der deutſchen Zeltmiſſion, der Generalſekretär
des Chriſtlichen Jugendbundes für Heſſen, Friedrich Herrmann,
iſt im Alter von nur 58 Jahren an einem Kriegsleiden geſtorben. Faſt
drei Jahrzehnte war der Verſtorbene der Führer der oberheſſiſchen
Gemeinſchaftsbewegung, 1909 gründete er die Buchhandlung der
Pilger=
miſſion, 1919 rief er den Brunnenverlag ins Leben. Der ſo früh
Ver=
ſtorbene war in weiten Kreiſen des Heſſenlandes und des angrenzenden
Lahntales eine bekannte Perſönlichkeit. — Ein Mitkämpfer aus
Deutſchlands großer Zeit, der Bahnbeamte i. R. Margold,
feierte in beſter Rüſtigkeit ſeinen 85. Gebuutstag. 1866 nahm er u. a.
am Gefecht bei Laufach teil, den ganzen Feldzug 1870/71 machte er
mit, um ſpäter in den Eiſenbahndienſt einzutreten. Seit 50 Jahren
arbeitet er in dem Kriegervereinsweſen Heſſens mit.
* Grünberg, 5. Mai. Gemeinderatsſitzung. Der eine
Vogelsberger Bullen ſoll, weil er nicht ſpringt, abgeſchafft werden. Er
iſt erſt im vorigen Herbſt von der Landwirtſchaftskammen angekauft
worden. Gleichzeitig wird der Bürgermeiſter beauftragt, ſich mit der
Landwirtſchaftskammer über die Einſtellung eines Stationsbullens in
Verbindung zu ſetzen. Die Anerkennungsgebühr für einen Grünberger
Bullen bei der letzten Tierſchau wird dem Bullenhalter überwieſen. —
Der Anſchaffung eines Standrohres, zweier Schlüſſel und eines
Strahl=
rohres für die Feuerwehr wird zugeſtimmt. — Die
Anfertigungsarbei=
ten der Abortanlagen in der Oberrealſchule und die Vergebung der
Dachdeckerarbeiten am Rathauſe konnten wegen
Meinungsverſchieden=
heiten nicht vergeben werden, hierüber ſollen erſt Fachleute bzw. der
Oberbauinſpektor gehört werden. — Die Legung der Waſſerleitung
in der Färbgrabengaſſe wird verſchoben, falls die geplanten Bauten nicht
gleich in Angriff genommen werden. — Der Antrag Herzberger, einen
Acher von über 3000 Quadratmetern als Tauſch für ſeinen in der Theo=
Kochſtraße gelegenen Bauplatz, in Höhe von 934 Mark anzunehmen,
wurde abgelehnt. Außer Inſtandſetzung der Straßen in der Stadt fand
noch eine Anzahl kleinere Punkte ihre Erledigung.
n. Aus dem Lande, 7. Mai. Landwirtſchaftliches. Mit
Rüchicht auf die Landwirtſchaftliche Landesausſtellung in ganz Heſſen
findet demnächſt ausnahmsweiſe eine Neuankörung der Stuten ſtatt.
Die für die Landesausſtellung beſtimmten Tiere ſollen bei den Kör=
Ter=
minen gleichzeitig beſichtigt werden. An 42 Orten werden im Lauf der
nächſten drei Wochen Körtermie ſein. Die Vorführung erſtreckt ſich
auf ſolche dreijährigen und älteren Stuten des Arbeitsſchlags im
rhei=
niſch=deutſchen Typ und des Wagenſchlags im Oldenburger Typ, die bis
fetzt noch nicht in das Stammbuch der Landwirtſchaftskammer
aufgenom=
men ſind oder deren Körſchein abhanden gekommen iſt. Alle
erforder=
lichen Unterlagen für die Abſtammung der Tiere iſt für die zur
Landes=
ausſtellung beſtimmten Tiere mitzubrigen; beim Körtermin nicht
vor=
geführte Tiere können auf die Landesausſtellung nicht verbracht werden,
da bei genannter Gelegenheit die Beauftragten der
Landwirtſchafts=
kammer eine Auswahl treffen.
Touristen, Jäger
Kaac und Sportsleute
sollten stets ein Röhreben Chinosol bei sich führen. Es
gehört auch in die Hätten- und Sportplatzapotheke. Es stillt
Blutungen, verbütet Infektion von Wanden, nimmtden Schmerz
bei Entzündungen, ist gut gegen Mücken- und Bienenstiche,
gegen Wundlaufen und zur Fußplege. Es ist billig und
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giebig. Zu haben in allen Apotheken und Drogerien.
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Ghristian Schwinn, Schwanen-Drogerie Otto Walter,
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Briefkaſien.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquſttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeſt.
Helene J. 100. Wir bitten, den Aufſatz in Nr. 118 vom 29. April
1927, Seite 5, nachzuleſen. Gegebenenfalls raten wir zu einer Eingabe
direkt an die Landesverſicherungsanſtalt für Heſſen in Darmſtadt,
B., hier. Der Hausbeſitzer (Vermieter) muß hier Abhilfe ſchaffen,
Vielleicht beſteht eine ſogenannte Hausordnung, in der eine bezügliche
Beſtimmung aufzunehmen wäre.
K. S. Der Vermieter muß die von ſpielenden fremden
Kin=
dern eingeworfenen Fenſterſcheiben reparieren laſſen. Wegen
Schaden=
erſatzes muß er ſich nach § 832 BGB. an die Eltern der minderjährigen
Kinder halten, da letztere wohl ihrer Aufſichtspflicht nicht genügt haben
dürften.
Alter Abonnent. 1. Nach Ihrer Darſtellung wird die Benutzung der
genannten Räume mitüberlaſſen ſein nach Vertrag (auch mündlicher
Ver=
trag genügt). Deshalb ſteht Ihnen ein Anſpruch auf Weitergewährung
zu. 2. War dieſer Teil mitvermietet, ſo iſt auch der neue Beſitzer an die
vertragliche Abmachung gebunden und gegebenenfalls Ihnen
ſchadens=
erſatzpflichtig. 3. Nein.
G. H. Auch der Rechtsſchatz des Muſters gegen Nachbildung
ent=
ſteht beim Gebrauchsmuſter erſt mit der vom Patentamt verfügten
Ein=
tragung in die Rolle für Gebrauchsmuſter. Die Gebühren ſind durch
Verordnung vom 29. November 1923 geregelt. Sie wollen den 2. Teil
des Reichsgeſetzblatts von 1923 S. 432 auf der hieſigen Landesbibliothek
nachleſen.
W. hier. Leſen Sie den Aufſatz in Nr. 112 vom 23. April 1927
S. 7 nach. Die Zinſen werden nur unter Berückſichtigung des
Reichs=
bankdiskontſatzes verlangt werden können, wenn ſie aus Verzug
ge=
fordert werden.
A. Sch. Die Frage iſt im Rechtsausſchuſſe zwar ſchon beraten, aber
um ein neues Geſetz zu ſchaffen, iſt eine Zuſtimmung im Plenum des
Reichstags nötig. Letztere Verhandlungen ſind abzuwarten.
Odenwald 500. Sie werden gut daran tun, noch etwas zu warten,
da die Beratungen im Rechtsausſchuſſe über Abänderungsvorſchläge
noch nicht abgeſchloſſen ſind. — Was die Zinſen von Spareinlagen
anbetrifft, ſo ſind ſolche nach der heſſiſchen Verordnung vom 1. Januar
1927 ab mit 3 Prozent, vom 1. Januar 1932 ab zu den für die obigen
Spareinlagen geltenden Sätzen zu verzinſen. Die Gläubiger können
die Auszahlung der Zinſen der urkundbaren Teile ihrer Guthaben auf
Ende eines jeden Kalenderjahres verlangen.
Geſchäftliches.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 8. Mai. 8: Morgenfeier. O 11.30: Elternſtunde.
Prof. Stern: Weshalb ſind Kinder ſchwer erziehbar?‟ o 12: Alte
und neue geiſtliche Muſik. 3: Stunde der Jugend. Kaſperltante.
Die merkwürdigſten Dinge geſchehen. — Auf der Kaſperlinſel. —
Die Flucht. Für Kinder vom 4. Jahre ab. o 4.30: Aus der
Rad=
rennbahn des Stadions: Boxkampf Schmehling gegen Larſen (
Mei=
ſter von Dänemark). o 5.30: Aus dem Bankettſaal der Wartburg
bei Eiſenach: Weber=Konzert. Ouv. „Oberon” — Sinfonie C=Dur.
— Ouv. „Euryanthe‟. — Aufforderung zum Tanz. — Konzertſtück
F=Moll. — Ouv. „Freiſchütz”. Klavier: Prof. von Pauer. o 7:
Aus dem Frankf Opernhaus: „Wiener Blut”, Operette von Joh.
Strauß. Darauf bis 12.30: Jazzband.
Siuttgart.
Sonntag, 5. Mai. 11.30: Morgenfeier zum 65. Geburtstage
des Ehrendirigenten des Zitherbundes Schwaben, Th. Vetter,
Stuttgart. Ausf.: Vereinig, zur Pflege des Saitenſpiels,
Unter=
türkheim, Leit.: Heinz Mönch. Einf.: Oberlehrer Henke. — Hauſtein:
Quintett C=dur. — Kollmaneck: Celeſta. (Solo: H. Mönch). —
Swoboda: Rondoletto F=dur (Trio). — Pugh: Sonate C=dur. —
— Nikl: Duett C=dur. (H. Mönch, W. Breßmer). O 1.10: Konzert.
O 3: Fr. Spellig: Von ſchwarzen Majeſtäten. O 3.30:
Funkheinzel=
mann von der Norag, Hamburg. — Anſchl.: Konzert. Mitw.:
Käte Mann, Hans Engſtler, Funkorch. Mozart: Ouv. Figaros
Hochzeit. — Dvorak: Humoreske (Violin=Solo). Karneval, Ouv.
— Mozart: Roſenarie aus Figaros Hochzeit. Ihr, die ihr Triebe
des Herzens kennt (Pagenarie) u. a. m. O 6.15: Dr. Heidler:
Der Opti=Peſſimiſt, eine halbe Stunde praktiſche Lebenskunſt. 6.45:
Uebertr. aus Mannheim: Julian Landau lieſt aus eig. Werken.
D 8: Bunter Abend. Leit.: Max Heye. Aſcher: Junggeſellenmarſch.
— Offenbach: Ouv. zu Die ſchöne Helena. — „Knorke als
Vereinsmeier”, Hörpoſſe in drei Akten von Heye. — Herzer:
Hoch Heidecksburg.
Berlin.
Sonntag, 8. Mai. 9: Morgenfeier. Mitw.: Kirchenchor der
Roſenkranzkirche in Steglitz. Milli Roſe (Sopran). Anna Höllerig
(Rez.). Joh. Mergenthal (Bariton). Am Flügel: Melita Heller.
O 11.30: Unterhaitung. Wölki: Ouv. in D=dur. — Walter: Onde
marine (Berl. Mand.= und Lauten=Orch.). — Kreisler: Ein altes
Lied. — Arne: Jung Molly (Alexandrine Alexandrowa, Sopran).
— Waldmann: Sei gegrüßt, du mein ſchönes Sorrent. — Komzak:
Münchner Kindl, Walzer. — Gambattino: Il marenariello (Mand=
und Lauten=Orch.). — Gounod: Juwelen=Arie aus Margarethe. —
Meyerbeer: O glücklich Land, aus Hugenotten (Alexandrowa). —
Henze: Andaluſiſches Tanzlied. Con grazia, Marſch (Mand.= und
Lauten=Orch.). O 2.30: H. Roſen: Der Entwertungsſtempel. Anſchl.:
Neuheitenmeldungen für Briefmarkenſammler. O 3: Domänenrat
Kreuz: Die landwirtſchaftliche Verwertung ſtädtiſcher Abwäſſer,
O 3.30: Märchen, gel. von Paula Knüpfer. 4.30: Kapelle Gebr.
Steiner. Balfe: Ouv. Zigeunerin. — Strauß: Thermen. —
Maſſenet: Fant. Herodias. — Rubinſtein: Reve angelique. —
Saint=Saens: Fant. Samſon und Dalila. — Gauwi: Türkiſche
Suite. — Czibulka: Waldesflüſtern. — Elgar: Salut d’amour,
— Strauß: Potp. Zigeunerbaron. — Brahms: Ung. Tanz Nr. 3.
— Woll: Senal de amor. O 7.05: Dr. Schirokauer: Weltkulturen
im Spiegel ihrer poetiſchen Formen. 7.30: Wiener=Braunsberg:
Wiſſen Sie ſchon das Neueſte. 7.55: W. B. Sachs: Tierleben
im Schilf. o 8.30: Orcheſterkonzert. Auber: Ouv. Der ſchwarze
Domino. — Cherubini: Ballettmuſik aus Ali Baba. — David:
Le petit tambour. — Bizet: Fant. Carmen. — Sibelius: Valſe
triſte. — Lortzing: Ouv. Waffenſchmied. — Bargiel: Adagio. —
Popper: Gavotte D=dur. — Gluck: Vier Sätze aus dem Ballett
Don Juan. — Waldteufel: Himmelsfunken, Walzer. O 10.30:
Tanzmuſik (Dr. Becce).
Der rote Oſtſeebäderführer iſt im 28. Jahrgang ſoeben
erſchienen. Die Ueberſichtlichkeit des Führers iſt durch die
Neuanord=
nung im Text entſchieden gefördert worden. Die vielen Anzeigen
ſind an den Buchſchluß verwieſen, während im Text nur noch
Hin=
weiſe auf die Hotels, Penſionen uſw. ſich befinden. Wir ſind
über=
zeugt, daß dieſe im Intereſſe der Erholungsſuchenden getroffene
Ver=
einfachung den Führer noch beliebter machen wird. Ueber 87 Bäder
an der Oſtſee, von Schleswig=Holſtein bis zum Memelland, und über
4 Oſtſeeſtädte berichtet der Führer erſchöpfend, und gibt ſomit jedem
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Nummer 122
Sonntag, den 8. Mai 1927
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Am 6. Mai ſtarb unſer Mitglied
Herr Generalmaſor a. D.
von Rode.
Die Beerdigung findet am
Mon=
tag, den 9. Mai, vormittags 10 Uhr,
auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt.
Wir bitten unſere Mitglieder um
zahlreiche Beteiligung.
Zuſammen=
kunft am Portale des Friedhofs
Der Vorſtand.
Statt Karten.
Heute früh 9½ Uhr entſchlief ſanft infolge
eines Schlaganfalls mein herzensguter Mann,
unſer treuſorgender Vater, Schwiegervater,
Großvater, Schwager und Onkel
Stadion Riehl
Schloſſermeiſter
in kaum vollendetem 20. Lebensjahre
Die trauernden Hinterbliebenen:
Katharina Riehl, geb. Kaiſer
Mathilde Schmitt, geb. Riehl
Marie Riehl
Peter Riehl. Schloſiermeiſter
Gretel Riehl, geb. Schneider
1 Enkel.
Darmſtadt, den 7. Mai 1927.
(7818
Die Beerdigung findet Montag, den 9. Mai, um 3½ Uhr
nachmittags vom Portal des alten Friedhofes aus ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
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bekannte „Leohaus” in München.
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wobei die Benediktiner-Mönche selbst mit dem jetzt
noeh lebenden 95 jährigen Pater Desiderius
in der Handlung des Films mitspielen!
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Donnerstag, den 12. Mai, um 6 und 8½ Uhr im
„Concordia‟-Saale, Waldstraße, zur Aufführung.
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daß mein lieber Mann, unſer guter Vater, Schwiegervater, Großvater,
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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Lina Oswald, geb. Schmitt.
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Seite 11
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Zu dieſer Stunde ſind die Spieler des langjährigen deutſchen
Cmdballmeiſters ſchon in Darmſtadt. Deshalb erſcheint es nunmehr
dam Platze, nochmals auszuſprechen, daß die große Darmſtädter
Hand=
ballgemeinde ſchon lange Jahr den Wunſch gehegt, den Sportverein 98
Darmſtadt gerade einmal gegen dieſe berühmte Mannſchaft ſpielen zu
ſehen. Nachdem endlich heute nachmittag dieſer Wunſch in Erfüllung
geht, dürfen die Spieler des deutſchen Altmeiſters ſicher ſein, mit
be=
ſonderer Wärme von den Zuſchauern begrüßt zu werdem, ſieht man doch
in den Berliner Poliziſten die Leute, die in erſter Linie dazu
beigetra=
gen haben, dem Handballſport in Deutſchland Volkstümlichkeit zu
ver=
ſchaffen. Gleichzeitig begrüßt aber auch die Darmſtädter Sportgemeinde
in den Handballgrößen des Polizeiſportvereins Berlin, die
Repräſen=
t tanten eines Vereins, der es verſtanden hat, faſt auf ſämtlichen
Gebie=
ten des Sports Großes zu leiſten. Man ſchätzt im Darmſtadt nicht nur
das Können der Berliner im Handballſport, ſondern man weiß auch
gewau, daß die Leichtathletikabteilung des Berliner Polizeiſportvereins
leine Reihe erſtklaſſiger Leute hervorgebvacht hat, die im Werſen. Hoch=
und Weitſprung und im Stoßen ebenfalls ſchon deutſche Meiſterwürden
erlangt haben. Man weiß weiterhin, daß die Berliner Poliziſten bei
den Großſtaffelläufen, durch die die Reichshauptſtadt es verſtanden hat,
in hervorragender Weiſe Propagandgarbeit zu leiſten, in den letzten
Jahren immer eine führende Rolle geſpielt haben, und erinnert ſich auch
daran, daß die Fußballabteilung dieſes Vereis trotz kurzer Dauer des
Beſtehens heute ſchon zur 1. Berliner Klaſſe zählt. Alle dieſe ſportliche
Aufbauarbeit, die mit großen Erfolgen gekrönt iſt, wird den Berliner
Poliziſten heute nachmitag einen begeiſterten Empfang verſchaffen und
gewährleiſten.
Und nun wollen wir das Spiel für ſich ſprechen laſſen. Nur einen
Wunſch haben wir noch, einen Wuſch, der ſich regelmäßig vor großen
Spielen wiederholt und um deswillen wiederholen muß, weil unter der
großen Zahl von Zuſchauern Viele ſind, die zum erſten Male einem
ſoſchen Spiele beiwohnen und daher erſt für die Sportbewegung
ge=
wonnen werden müſſen. Aſo wir wünſchen, daß der Kampf ſportlich
einwandfrei zum Austnag gelangt. Wir wiſſen wohl, daß bei einer
Zwiſchenrunde um die deutſche Meiſterſchaft unter Einſatz des Letzten
gekämpft wird — dies iſt ſelbſtverſtändlich. Wir verkennen auch nicht,
daß bei ſoſchen Spielon, wenn die Stürmer über das Feld gegen das
Tor des Gegners ziehen und die Verteidigung zum Abſtoppen des
An=
griffes gezwungen iſt, eine ſcharfe Spielweiſe oftmals kaum
unterbun=
den werden kann, ja am Platze iſt. Der Kampf darf aber niemals
aus=
arten, er muß immer in den Grenzen bleiben, die unſere Spielregeln
ſetzen. Bei der ſportlichen „Wohlerzogenheit” beider Mannſchaften
glauben wir beſtimmt damit rechnen zu können, daß unſer Wunſch
er=
füllt wird.
Und jetzt zum letzten Male: Kommt zum Stadion!
Fechten.
Deutſche Fechtmeiſierſchaften in München.
Die erſten Kämpfe im Florett.
Die deutſchen Fechtmeiſterſchaften nahmen am Freitag in München
mit den Von= und Zwiſchenrundenkämpfen im Florett ihren Anfang.
Bis zum Mittag war die Schar der Teilnehmer bereits ſo geſichtet, daß
von 46 Kämpfern, die in 6 Vorrunden antratem und 154 Gänge von
je=
weils 5—10 Minuten abſolvierten, ſich 18 für die Zwiſchenrunde
quali=
fiziert hatten. Die zweite Runde brachte insgeſamt 72 Begegnungen,
die außerordentlich ſpannend verlieſen. Selbſt der mehrfache deutſche
Meiſter Erwin Casmir mußte ſich gewaltig ſtrechen, um keine Niederlage
zu erleiden. Bei der vorgeſchrittenen Zeit und der dunch die
hart=
mäckigen Kämpfe bedingten Uebermüdung der Fechter war es
verſtänd=
lich, daß die Endkämpfe auf Samstag vormittag verſchoben wurden,
Für die Endkämpfe haben ſich qualifiziert: Erwin Casmir=Frankfurt,
Löffler=Frankfurt, Moos=Frankfurt. Thomſon=Offenbach, Poſtel=
Chem=
nitz, Berthold=Chemnitz, Weidlich=Leivzig. Sommer=Berlin und Dr.
Hoops=Berlin, oder Gazerra=Offenbach, die noch einen
Qualifikations=
kampf beſtreiten müſſen. — Am Samstag beginnen dann auch die Kämpfe
im Degenfechten ſowie im Florettfechten der Damen.
Erwin Casmir unb Frl. Helene Mayer Meiſter im Florett.
Die Deutſchen Fechtmeiſterſchaften wurden am Samstag im
Vereins=
haus des Tv. Jahn München mit den Endkämpfen im Florettfechten
der Herren fortgeſetzt. Der Beſuch war beſſer als am Freitag,
ſport=
lich ſtanden die Kämpfe auf großer Höhe. Der Titelverteidiger Erwin
Casmir war wieder der beſte Mann, er focht ganz hervorragend und
ſein Endſieg war nie zweifelhaft. Es gab durchweg ſehr hartnäckige
Kämpfe, ſo daß die Veranſtaltung ſich ſehr in die Länge zog, um ſo
mehr als für jeden Sieg — auch bei den Damen — fünf Treffer
not=
wendig waren. Neun Teilnehmer wanen an den Endkämpfen im
Flo=
rettfechten der Hernen beteiligt, im Qualifikationskampf hatte ſich
Ga=
zerra=Offenbach über Dr. Hoobs=Berlin durchgeſetzt. Casmir blieb ohne
eine Niederlage mit nur 6 Treffern überlegener Sieger und damit
deutſcher Meiſter im Florett. Das Klaſſement ſtellte ſich wie folgt:
1 Erwin Casmir=Frankfurt 8 Siege 6 erhaltene Treffer; 2. Gazerra=
Offenbach 65 Siege, 22 Treffer; 3. Löffler=Frankfurt 5 Siege, 26 Treffer;
4. Thompſon=Offenbach 5 Siege. N Treffer; 5. Moos=Frankfurt 5 Siege,
2 Treffer: 6. Berthold=Chemnitz 3 Siege, 34 Treffer; 7. Sommer=
Berlin 2 Siege, 27 Treffer; 8. Weidlich=Leipzig 1 Sieg, 38 Treffer; 9.
Poſtel=Chemnitz 1 Sieg, 38 Treffer.
Anſchließend wurde die Florettmeiſterſchaft der Damen entſchieden.
Frl. Helene Mayer=Offenbach befand ſich in ganz hervorragender Form
und erwies ſich den übrigen ſechs Teilnehmerinnen als klar überlegen.
Ungeſchlagen behielt Frl. Mayer ihren Meiſtertitel. Das Endergebnis
1. Frl. Helene Mayer=Offenbach 6 Siege; 2. Frau D. Olkers=Offenbach
5 Siege: 3. Frau E. SondheimMünchen 4 Siege; 4. Frl. Kitnath=
Mün=
chen 2 Siege; 5. Frl. PompelMünchen 2 Siege: 6. Frl. Bendt=Dresden
* Siege; 7. Frl. GlückMünchen 0 Siege. — Am Sonntag folgen die
Entſcheidungen im Degen= und Säbelfechten
Gau 70 „Gefſen=Darmſtadt” 50 Kilometer Gaupreistour.
Am kommenden Sonntag eröffnet der Gau 70 „Geſſen=Darmſtadt”
ſeine Rennſaiſon mit der 50=Kilometer=Gaupreistour, die dem
Rad=
fahrerverein Mörfelden übertragen worden iſt. Die Fahrer der
Darm=
ſtädter Vereine treffen ſich um 6 Uhr an der Windmühle zur
gemein=
famen Fahrt zum Start Mörfelden. Abfahrt pünktlich 6 Uhr. Die
Strecke führt von Mörfelden nach Darmſtadt und zurück nach Mörfelden,
der Wendepunkt iſt an der Bahnbrücke am Hauptbahnhof, woſelbſt der
erſte Fahrer gegen 7½ Uhr erwartet wird. Die Meldeliſte umfaßt
23 Fahrer folgender Vereine:
1. Hans Franke, 2. Karnold 3. Victor Renſchler, 4. Bukowfki,
5. Diemer, 6. Gernand, 7. Hofmann. 8. Ludwig Gans, ſämtlich vom
Veloeipedklub Darmſtadt: 9. Georg Franz. 10. W. Douche, beide vom
Verein Radſport Auerbach: 11. H. Weiß, 12. W. Baumhardt, 13. W.
Weber, 14. F. Klotz, ſämtlich vom Radfahrerverein Egelsbach; 15. Phil.
Schadt, 16. Michael Steller, beide vom Radfahrerverein Groß=Gerau;
17. Karl Trietſch. Biehel klub Daumſtadt: 18. Georg Gernand, 19. Georg
Zwilling, 20. Georg Luleh, 21. Philipp Schader, 72. Heinrich Wilker,
ſämtlich vom Radſportverein Mörfelden; 23. Adam Kabel,
Radfahrer=
berein Groß=Zimmern.
Tennisländerkampt
Deutſchland-Amerika.
Tilden=Hunter gewinnen auch das
Doppel=
ſpiel— Amerſka führt 3:0
Am Samstag war der Beſuch auf den Anlagen des Berliner
Lawn=
tennis=Turnierklubs Rot=Weiß im Grunewald noch ſtärker als am
Vor=
tage, 4000 Zuſchauer umſäumten den Platz und ſie kamen auch auf ihre
Koſten. Das Doppelſpiel zwiſchen Tilden—Gunter ud
Land=
mann-Kleinſchroth brachte ſportlich wirklich wertvolle Kämpfe,
die ſtändig intereſſant und abwechſlungsreich waven. Dr. Kleinſchroth
erwies ſich als wahrer Flugballkünſtler. Sein Partner Dr. Landmann
erreichte zwar nicht ſeine größte Form, ſpielte aber doch ſichtlich beſſer
als am Vortage. Jedenfalls gelang es ihnen, in dem Spiel wenigſtens
einen Satz zu gewinnen und ſich ſo in etwas zu rehabilitieren. Tilden
zeigte wieder ein großes Spiel, beſonders im Aufſchlag. Dank ſeiner
Größe von 1.98 Meter placierte er die Bälle in die äußerſten Echen und
jagte ſeine Gegner hin und her. Auch taktiſch wurde das Spiel von
Vilden hervorragend geleitet. Die Amerikaner konzentrierden ſich
vor=
nehmlich auf Dr. Landmann, die Deutſchen dagegen mehr auf Hunter.
Das Spiel wurde von dem Rumänen Miſchu geleitet und begann mit
dem Aufſchlag von Gunter, den die Deutſchen gewannen. Die
Deut=
ſchen ſührten ſchon 3:1, mußten aber den Satz 3:6 abgeben. Im
zwei=
ten Satz waven die Amerikaner klar überlegen, und Landmann-
Klein=
ſchroth konnten nur ein Spiel an ſich bringen. Feſſelnde Flugbälle
brachten wieder die nächſten Sätze. Im 3. führten die Deutſchen 3:s,
die Amerikaner glichen aus, wieder riſſen die Deutſchen die Führung an
ſich erhöhten auf 5:3, gaben wieder ein Spiel ab und konnten dann
unter dem brauſenden Beifall der Zuſchauer den erſten Satz in dieſem
Länderkampf gewimnen. Aber beim Stand von 3:3 machte ſich die
Ueberlegenheit, der Amerikaner bemerkbar. Tilden zeigte jetzt ſeine
wahre Größe, markierte 4:3 und gewann ſchließlich den Satz 6:3. Im
Geſamtergebnis endigte das Treffen alſo mit einem Sieg der
Ameri=
kaner 6:3, 6:1. 4:6, 6:3, ſie fühnen alſo im Länderkampf mit 3:0 Siegen,
9:1 und 51:32 Spielen.
Motorſport.
Die Ballonverfolgung des Frankfurter Motorfahrervereins
igelangt am kommenden Sonntag mit drei Ballons zur Durchführung.
Die Füllung der Ballons erfolgt auf dem Frankfurter Feſthallengelände
und iſt der Aufſieg gegen 11 Uhr vormittags zu erwarten. Es ſtarten:
1. „Ballon Darmſtadt” geführt von Herrn Prof. Dr. Eberhardt, dem
Leiter des Lehrſtuhls für Luftfahrt an der hieſigen Techn. Hochſchule;
2. „Ballon Drory”, Führer Herr Direktor Heumann; 3. „Ballon
Würz=
burg”, geführt von dem bebannten Parſevalführer Herrn Landesbaurat
Hackſtätter. — Mit dem Aufſtieg der Ballons beginnt ſogleich die
Ver=
folgung derſelben durch mehrere hundert Autos und Motorräder. Die
an der Verfolgung teilnehmenden Kraftſahrer werden in drei Gruppen
eingeteilt, und iſt derjenige Fahrer Sieger, der den Korb des ſeiner
Gruppe zugeteilten Ballons bei Landung zuerſt berührt. Gelingt es
dem Ballonführer, den Ballon ſo zu landen, daß er von dem
Verfol=
gern 15 Minuten nach erfolgter Landung nicht erreicht iſt, iſt der
be=
trefſende Ballonführer Sieger. Die Ballonführer haben die
Verpflich=
tung, nach zirka 100 Rilometer Fahrt zu landen.
Eröffnungsrennen auf dem Nürburg=Ring. — Das Eifel=Rennen 1927.
Deutſchlands neue Autorennſtraße, der bei Adenau im Rheinland
gelegene Nürburg=Ring, hat am 18. und 19. Jumi ſeine Feuertaufe zu
be=
ſtehen. An dieſen Tagen finden dort die erſten Rennen ſtatt, und zwar
hat der veranſtaltende ADAC. ſein diesjähriges Eifel=Rennen dorthin
verlegt, ſicherlich kein ſchlechter Tauſch. Die Veranſtaltung iſt wieder
international ausgeſchrieben. Die Kraſträder gehen am erſten die
Wagen am zweiten Tage in Konkurrenz. Der Wettbewerb der Räder
iſt in zwei Rennen eingeteilt. Rennen 1. über 150 Kilometer führend,
umfaßt die Kategorien bis 175, bis 250 und bis 350 Kubikzentimeter,
während Rennen II den Kategorien bis 500, bis 750 und über 750
Kubik=
zentimeter vorbehalten iſt und über 180 Kilometer führt. Die Prüfung
der Sport= und Mennwagen, die für die Klaſſen 4 bis I des
internatio=
nalen Reglements ausgeſchnieben iſt, gliedert ſich für beide Typen in
Wertungsgruppen, wie dies erſtmalig ſchon bei der Ausſchveibung des
Großen Preiſes von Deutſchland gehandhabt wurde. Die vier
Wertungs=
gruppen jedes Rennens wurden wie folgt eingeteilt: Gruppe 1: (Klaſſe 4
und B), Gruppe II (Klaſſe C und D), Gruppe III (Klaſſe B und P)und
Gruppe IT. (glaſſe C bis 1). Sämtliche Sportwagengruppen haben
350 Kilometer, die Rennwagen 400 Kilometer zu durchfahren. Für die
geſamte Veranſtaltung iſt Nennungsſchluß am 2. Mai.
Nachnennungs=
ſchluß am 4. Jumi.
An der Bergfahrt Königsſaal-Jilowiſcht (
Tſchecho=
ſlowakei) für Wagen und Näder nehmen wie in früheren Jahren auch
diesmal wieder einige Deutſche teil. — Sehr gut beſetzt iſt das
Hain=
bergrennen 1927 und auch die 7. Nordbayeriſche
Zuver=
läſſigkeitskahrt findet wieder regen Zuſpruch.
Schießſport.
Schießſportklub Windmühle 1924, Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag nehmen auf den Ständen bei der
Reſtau=
ration zur Windmühle die Einzelkämpfe ihren Fortgang. Auch haben
ſich einige Vereine für dieſen Tag zum Gruppenſchießen angemeldet.
Im Brennpunkt des Tages wird wohl wieder die Tagesſcheibe ſtehen,
denn hier winkt an jedem einzelnen Sonntag den fünf erſten Siegern
eine beſondere Ehrung. Beſonders heiß umſtritten wird die „
Feſt=
ſcheibe Darmſtadt”, da hier namhafte Chrengaben und Stiftungen von
verſchiedenen Munitions= und Waffenfabriken den Beſten m Ausſicht
ſtehen. Die Ehrungen ſind zurzeit im Schaufenſter der Firma Adam
Dietz, Eliſabethenſtraße, ausgeſtellt und eine Beſichtigung derſelben iſt
jedem Schützen zu empfehlen.
Weidmannheil — Weidmannsluſt.
Am letzten Sonntag ſtanden ſich die Mannſchaften beider Vereine
gegenüber. Wie im Vorbericht geſagt, handelte es ſich um gleiche Kräfte,
wobei ein fehr ſpannender Kampf geliefert wurde. Mit nur 15 Ringen
unterlag Weidmannsluſt; Weidmannsheil blieb mit 421 Ringen Sieger.
Dig beſten Einzelleiſtungen zeigten die Herren Darnieder mit 119, Lotter
118 und Netz 108 Ringen. Auf die Austragung der Meiſterſchaften von
Darmſtadt während der Pfingſtfeiertage weiſen wir bereits jetzt hin.
Ein diesbezügl. Ausſchreiben erfolgt nächſtens in der Preſſe. Anfragen
wolle man richten an den 1. Schriftführer des Ver, Heſſ. Schützenbundes,
Herrn W. Clever, Darmſtadt, Gyimer Weg 18, der auch Auskunft
er=
teilt in allen ſchießſportlichen Fragen.
Berichtigung. Herr Hanz Ihrig, der als Dritter in
Deutſch=
land die große deutſche Meiſternadel erſchoß, erlangte dieſe nicht mit
2043, wie iurtümlich veröffentlicht, vielmehr mit 2073 Ningen bei 240
Schuß. Dies iſt eine Durchſchnittsleiſtung von 87 Ringen auf die 10er
Ningſcheibe.
Kegeln.
6. Deutſches Großkampf=Kegeln.
Das 6. Deutſche Großkampfkegeln in Halberſtadt iſt zu Ende
ge=
gangen. Die einzelnen Konkurrenzen ſahen folgende Sieger: Bohle:
Meier, Altona, 2260 Holz. Aſphalt: Höfer=Crimmitſchau 1678 Holz.
Schere: Geiberger=Weſermunde 259 Holz.
Segelflug.
Roſſitten, 5. Mai.
Nachmeldung zum 3. Maf.
Schulz hält auf der „Weſtpreußen” als Einziger dem ſtarken
Oſb=
wind, 14:18Meterſekunden, ſtand. Gegen 6 Uhr abends macht Nehring
auf der „Roemryke Berge” einen Start und leiſtet Ferdinand für eing
halbe Stunde Geſellſchaft. Er erreicht eine Höhe von 160 Meter Schulz
muß kurz nach 7 Uhr wegen Abflauen des Windes nach 14.7 Stunden
Flugzeit landen. Er wird von ſeinen begeiſterten Landsleuten unter
Hochruſen ins Lager getragen, um ſeinen durchgefrorenen Körper mit
Wärme und Alkohol wieder etwas aufzutauen.
4. Mai.
Reidenbach und Nehring ſtarten um 5.04 Uhr auf der „Margarete‟
auf Strecke. Dauer und Höhe. ungefähr 2 Stunden ſpäter ſtartet auch
Schulz wieder mit Paſſagier auf der „Cöthen‟. Die Maſchinen holem
für die Pendelſtrecke gute Zeiten heraus; als Mittel 13 Min. für
10,6=Km.=Strecke. Die „Cöthen” landet bald wieder. Unter den
Zu=
ſchauern zittert die Spannung, ob es den beiden gelingt, den
Doppel=
ſitzer=Dauerrekord von Schulz zu brechen. Und ein allgemeines
Auf=
atmen, das ſeine Freude nicht verheimlicht, iſt hörbar, als die „
Mar=
garete” nach 6 Stunden Flug wegen Windflaute landen muß.
Kegel geht mit „Caſſel” auf Strecke und muß vor Nidden landen.
Schulz gelingt es, mit der „Weſtpreußen” wieder über die Pillkoppener
Niederung zurückzukommen. Der „Albert” der Fuldger iſt inzwiſchen
ebenfalls eingetroffen, und Dittmar, ſtartet zu einem Flug von 2½
Stunden.
Henkelmann (Cöthen) macht auf dem „Alten Deſſauer” mit einem
Flug von 31 Mi. C=Prüfung. Das gleiche verſucht Voigtländer auf
dem „Seppl” der Margo Tileſia; er ſetzt ſich aber ſehr bald ins Waſſer
und wird von einem Boot aus ſeiner feuchten Lage befreit. Die zweite
Waſſerlandung macht die Maſchine „Süwer II” der Luftüberwachung
Oſtpreußen.
Bei dem Verſuch, den „Alten Deſſauer” is Lager zu fliegen, ſchmiert
Schulz in einer Bodenkurbe ab und landet mit Bruch: Leitwerk
ab=
gebrochen.
Eſpenlaub iſt in der Zwiſchenzeit mit ſeiner Motor= und Schlepp=
Maſchine ſoweit, daß er zu Verſuchen, ſchreiten kann. Das Motor=
Flugzeug iſt ein freitragender Hochdecker mit 35 P8 AnzaniMotor nach
Eſpe=Bauart, d. h. feſt, aber liederlich. Die Maſchine iſt nicht
zuge=
laſſen. Eſpe hat auch keinen Führerſchein, aber das ſtört ihn nicht. In
Kranz montiert er ſein Flugzeug und ſtartet auf dem dortigen
Sport=
platz. Urteilsfähige Zuſchauer waren entſetzt über den Start. In
Roſſitten landete Eſpenlaub ſpäter, von Memel kommend. Er hatte ſich
bei dieſem erſten Ueberlandflug über ſchwierigem Gelände etwas
ver=
franſt.
Für ihn nimmt auch das Problem des Schlepp=Flugzeugs viel
ein=
fachere Formen an. Erſt ein kurzer Verſuchsflug über gerade Strecken
mit anſchließender Landung.
Gegen abend fliegt er mir ſeinem Anhänger. Das bringt ihn in
weiten Kreiſen auf 100 Meter und dann vor die Dünen, wo letzterer ſich
loslöſt, und dann, da er bei dem ſchwachen Abendwind nicht mehr ſegeln
kann, landet. Der Angriff des Schleppſeiles liegt bei der Motormaſchine
unter dem Rumpf
Roſſitten, 5. Mai.
Gegen 4 Uhr ſind die „Witwe Bolte‟ „Weſtpreußen” und dev
Albert” am Start. Der Wind kommt mit 11:12Meterſekunden aus
Oſt, bringt aber ſtarken Regen mit. Um 4.15 Uhr ſtartet die erſte
Ma=
ſchine, folgend die anderen. Trotz Regen erreichen ſie gute Höhe (über
200 Meter). Nach 1 Stunde 10 Min, ſieht man plötzlich bei der „Witwe
Bolte” ein Stück vom linken Außenflügel hochgehen. Die Maſchine geht
erſt ſteil auf den Kopf, kommt etwas flacher und ſtürzt dann ſteil in dem
Boden. Der Führer Weber erlitt einige unweſentliche
Hautabſchürfum=
gen während das Flugzeug, abgeſehen vom Mittelſtück, ſehr ſtark
be=
ſchädigt iſt. Nach Ausſage des Piloten iſt der Bruch auf
Schwingungs=
erſcheinungen am Außenflügel zurückzuführen.
Schulz landet nach genau 3 Stunden Flug zwiſchen Schulberg und
Vogelwieſe. Dittmar auf „Albert” war ſchon früher, nach 1 Stunde
Flug gelandet. Nach bisherigen Meſſungen ſoll die „Weſtpreußen”
da=
bei eine Höhe von 435 Meter erreicht haben. Die Zahl ſcheint aber ſehr
zweifelhaft.
Zur Geſchichte des Weltrekords im Dauer=Segelflug.
Die glänzende Leiſtung des oſtpreußiſchen Segelfliegers Ferdinand
Schulz, der am Dienstag in Roſitten mit ſeinem Segelflugzeug „
Weſt=
preußen”, ohne motoriſche Kraft, allein durch geſchickte Ausnützung der
Windſtrömungen ſich 14 Stunden und ſieben Minuten im
der Luft halten konnte, und dabei 430 Km. zurücklegte, veranſchaulicht
am Beſten, welche ungeheuren Fortſchritte im Segelflug ſeit Lilienthal
gemacht worden ſind. Wenn man die Tabelle der Weltrekorde im
Dauer=
ſegelflug betrachtet, ſo kann man mit Genugtuung feſtſtellen, daß von den
12 bisher regiſtrierten Höchſtleiſtungen der weitaus größte Teil, nämlich
acht, auf deutſche Flieger entfällt. Es iſt ja auch eine bekannte Tatſache,
daß erſt durch die alle Welt in Erſtaunen ſetzenden Leiſtungen von
Hentzen und Martens im Jahre 192 in der Rhön die anderen Nationen
aufmerkſam wurden und ſich intenſiver mit dem Problem des
Segel=
fliegens beſchäftigten. Nachſtehend geben wir die genaue Liſte der bisher
regiſtrierten Welthöchſtleiſtungen im Dauerſegelflug bekannt:
30. 8. 1921
13. 9. 1921
18. 8. 1922
18. 8. 1922
94. 8. 1939
21. 1. 1923.
22. 1. 1923
11. 5. 1994
2. 7. 1925
2. 10. 1925
3. 5. 1957
198 Wright=Amerika
Klemperer=Deutſchland
Hardt=Deutſchland
Martens=Deutſchland
Hentzen=Deutſchland
Hentzen=Deutſchland
Manehrol=Frankreich
Manehrol=Frankreich
Schulz=Deutſchland
Maſſeun=Frankreich
Schulz=Deutſchland
Schulz=Deutſchland
9:4.4 Dahton
13:6 Rhön
21.:37
1:00:00
2:00:00
3u0:00
3.Bi00
Rhön
Rhön
Rhön
Rhön
England
8:04:50 4 England
8:42:09 Roſitten
10:19:43 Vauville
12:06:22 Krim
14:07:00 Roſitten
Leichtathletik.
„Rot=Weiß” 22 Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag iſt die Leichtathletikabteilung der D2er in
voller Tätigkeit. Die 108200=Meter=Staffel der Rothoſen begibt ſich,
einer Sondereinladung des Turn= und Sportvereins Eppertshauſen
AD.T. Folge leiſtend, nach dort und trifft hier auf ſtarke
Turnerkon=
kurvenz. Ekenſo ſtarten zwei ſeiner bekannten Langſtreckler im
Einzel=
lauf über 20 Meter. Eppertshauſen veranſtaltet gnläßlich feiner
Turnhallenweihe einen Staffellauf und Einzellauf „Quer durch
Epperts=
hauſen”. — A. Krichbaum und der jugendliche Blind vertreten im
Ein=
zellauf, je ihrer Klaſſe, die Farben der 2Der in Worms beim Staffellauf
„Quer durch Worms‟ — Es iſt zu hoffen, daß alle ihr Rennen ernſt
nehmen und ſo mit Sieg die Heimreiſe antreten.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Montag, den 9. Mai 1927.
(Nach der Wetterlage vom 7. Mai 1927.)
Die Witterung Mitteleuropas ſteht zurzeit unter dem Einfluß des
mit ſeinem Kern über Südſchweden und Jütland liegenden
Hochdruck=
gebietes. Da wir zunächſt noch unter dem Einfluß desſelben bleiben, iſt
mit Fortdauer des meiſt heiteren, warmen und trockenen Wetters zu
rechnen.
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Veraniwortlich für Polikt und Wirtſchaft: Rudolk Mauve; für Feuilleton, Reſch und
Ausland und Heſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 127
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Nummer 122
Reich und Austand.
Frankfurter Chronik.
WSN. Der Lehrling als Lebemann.
ſan nannte den gerade Achtzehnjährigen im
Ge=
hirft nur allgemein „Karl”, denn er war ja
Lehr=
wg. Schon als das Karlchen gerade ſechzehn Lenze
eiehen hatte, zog es ihn zum zarteren Geſchlecht.
woßſpurig war er auch, und um den nötigen
Ein=
ſtyck bei den „Damen” zu machen, wurde natür=
Auto gefahren. Sechs Perſonen wurden
einge=
nen und auf Karlchens Koſten gings in den
Tau=
u.s. Dort wurde fröhlich gebechert, ja, man blieb
uih über Nacht. Am anderen Tage gings weiter.
iss dann der Ober die Rechnung präſentierte, kam
larlchen in Druck; aber durch ſein ſicheres
Auf=
r ken wurde ihm Kredit eingeräumt, den ſein
ſoker ſpäter ausgleichen durfte. Soviel Geld hatte
moch, daß er — natürlich „ſtandesgemäß” 1. Klaſſe
mit ſeinem Liebchen heimfahren konnte. Das
U8 war nichts auffälliges. Auch ſeine ſehr
jugend=
ſce Begleiterin fand darin „nichts beſonderes.” Als
bar zwei Jahre nach dieſem Vorfall Karlchen einen
kAhnen Griff” wagte, der ihm 670 Mark einbrachte,
ry inerte man ſich lebhaft der damaligen
Taunus=
on.r, beſonders deshalb, weil auch damals mehreren
käſſſiererinnen größere Geldbeträge fehlten. Nun
niereſſierte man den Staatsanwalt für die
Perſön=
ſal keit. Karl gab zu, in einem unbewachten Moment
noein mit größeren Geldſcheinen gefülltes Körbchen
er riffen zu haben, das offen auf dem Bürotiſch
zand. Das Geſtändnis hielt er auch jetzt vor dem
3.00M. finzelrichter aufrecht, aber er beſtritt, ſchon früher
buld genommen zu haben. Das ließ ſich ihm auch
zict nachweiſen. Mit Rückſicht darauf, daß der
An=
elllagte ein Pſychopath iſt, verurteilte ihn das
Ge=
iost wegen Diebſtahls zu drei Monaten Gefängnis
inc rechnete die Unterſuchungshaft von zwei
Nonaten an. — Neues aus dem Zoo. In der
imigeſtalteten Berg=Anlage für die
nordamerika=
lichrhen Mähnenſchafe iſt die Geburt eines weiteren
nnrnteren Sprößlings zu verzeichnen. Die drei
Jung=
inre gedeihen vorjüglich und erfreuen die Beſucher
ſurch ihre luſtigen Sprünge. Bei den indiſchen
Axi=
fiſſchen gab es gleichfalls Familienfreuden. Bis
eftt ſind zwei kräftige, weißgefleckte Jungtiere zu
ſei=zeichnen. Sehr viel Intereſſe finden in der
S4weineanlage die gelben, mit weißen Längsſtreifen
feg=eichneten Friſchlinge des heimiſchen Wildſchweins.
sin Neben=Gehege ſind die grotesken chineſiſchen
Maskenſchweine ausgeſtellt, die gleichfalls ſeit kurzem
ſin e kleine Schar ſchwarzer drolliger Ferkel führen.
Blele Neuankömmlinge hat das Vogelhaus zu
ver=
ſehhnen. Der Paradies=, auch Göttervogel genannt,
entt zurzeit ſein neues Prachtgefieder an. Die
Weihe=
w er ſind von den erſten Geflügelnachzuchten belebt.
Vr ſehen bis jetzt eine Anzahl junger Stockenten,
owie eine Brut junger Bläffhühner.
2ye Goethe=Reliquien wieder in Frankfurt a. M.
WSN. Die Frankfurter Goethe=Reliquien, die im
Fhre 1914 zur Internationalen Städteausſtellung
rah Lyon geſandt, dort ſofort nach
Kriegsaus=
mich beſchlagnahmt worden waren, und erſt nach
angwierigen diplomatiſchen Verhandlungen wieder
ryiigegeben worden ſind, ſind am Freitag, in
Kiſten verpackt, wieder in das Goethehaus im
Gy oßen Hirſchgraben zurückgekehrt. Die
Verbindlich=
eaxen gegenüber den Lager= und
Verſicherungsgeſell=
dmaften ſind von franzöſiſcher Seite gedeckt worden.
Eh enſo hat Frankreich die Koſten des Transportes
züs zur Reichsgrenze getragen; für den Reſt der
Snrecke hat die Deutſche Reichsbahn die koſtenloſe
Bü=förderung übernommen. Soweit ſich bis heute hat
ei=ſtellen laſſen, ſind alle Gegenſtände wohlerhalten
un4d in gutem Zuſtande.
Eine ſchwere Blutat.
fm. Mannheim. Der im benachbarten Edingen
vü hnende, ſchlecht beleumundete, arbeitsſcheue,
46. Jahre alte Wilhelm Jung hielt Freitag früh
darn 24jährigen Taglöhner Wilhelm Barth, der
ntt ſeinem Rad die Ortsſtraße paſſierte, an. Als
disſeſer vom Rad geſtiegen war, gab Jung ohne
wei=
ſenes auf den jungen Mann mehrere Nevolverſchüſſe
a. die den ſofortigen Tod zur Folge hatten. Man
nurnmt an, daß Familienzwiſtigkeiten die
Veranlaſ=
ſurig zu der Bluttat, wegen der der Täter ſofort
vu rhaftet wurde, geweſen ſind.
Beim Feueranmachen verbrannt
fm. Karlsruhe. In Achern wollte der älteſte
S ohn des Fuhrunternehmers Lindheimer Feuer
an=
mnichen, wobei ſeine Kleider in Brand gerieten. Der
urige Mann erlitt ſo ſchwere Brandwunden, daß
de— Tod nach qualvollen Stunden eintrat.
Todesſturz vom Rathaus.
km. Stuttgart. Freitag mittag ſtürzte ſich
eirne etwa 50 Jahre alte Frau vom dritten Stock des
Riathauſes in den Lichthof und war ſofort tot.
Verhaftung von Geldfälſchern.
Rom. Dieſer Tage wurde in Neapel eine
Geld=
fäſ-ſcherbande verhaftet. Die Polizei beſchlagnahmte
für etwa 1 Mill. gefälſchte kolumbianiſche Scheine.
Bei einem Erdrutſch verunglückt.
Rom. Auf dem Berge Eda, bei Callanza,
ber=
uwaglückten drei Ausländer dadurch, daß ſie infolge
eines Erdrutſches in einen Abgrund geſchleudert
wur=
dem, wobei ſie ſchwver verletzt wurden. Eine der
ver=
uu=glückten Perſonen trägt den Namen Werner.
Geheimrat Dr. Miethe 7
Sonntag, den 8. Mai 1922
Einſegnung eines deutſchen Flugzeuges
durch ſpaniſche Prieſter.
Die feierliche Eröffnung der neuen Luftlinie zwiſchen Sevilla, Madrid und Liſſabon iſt durch den
König von Spanien in Anweſenheit des Prinzen von Wales auf dem Flugplatz von Tablada
vollzogen worden. — Unſer Bild zeigt einen Höhepunkt der Feier, nämlich die Einſegnung eines
der drei rieſigen, dreimotorigen Junkers=Flugzeuge, die den Flugdienſt verſehen ſollen, durch
ſpaniſche Prieſter.
Zur Eröffnung der Bildtelegraphie Wien=Berlin.
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die Schöpfer des Telefunken=Karolus=Syſtems für drahtloſe Bildübertragung.
Das Syſtem iſt durch zahlreiche Verſuche für den braktiſchen Zweck durchgearbeitet worden und
bildet die Grundlage für den regelmäßigen Bildfunkverkehr Berlin—Wien, der im Gegenſatz zu
den bisherigen Verſuchen als eine gegenſeitige und gleichzeitige bildfelegraphiſche Verbindung
zwiſchen den beiden Hauptſtädten bereits in allernächſter Zeit aufgenommen werden ſoll.
Fußballſpiel auf Entfernung.
Antwerpens Bevölkerung verfolgt das Fußballſpiel Holland-Belgien in Amſterdam.
Auf dieſer Tafel wurden die Vorgänge des Fußballkampfes in Amſterdam dem Publikum von
Antwerpen demonſtriert.
Durch einen überaus ſinnigen Einfall bot der ſportbegeiſterten Bevölkerung Antwerpens eine
dortige große Zeitung die Möglichkeit, das Länder=Fußballſpiel Holland-Belgien, das in
Amſter=
dam ausgetragen wurde, in Antwerpen verfolgen zu können. Die Uebermittlung des Kampfes
vollzog ſich auf folgende Weiſe: Ein Berichterſtatter der Zeitung verfolgte im Stadion von
Amſterdam den Spielverlauf und erſtattete darüber kontinuierlich telephoniſchen Bericht nach
Antwerpen, wo auf einer großen Tafel, welche das Spielfeld darſtellte, der Weg des Balles mit
einem Stock, an deſſen Ende eine Scheibe, den Ball vorſtellend, dem Publikum demonſtriert
werden konnte. Die Tafel war auf einem großen Platz aufgeſtellt, ſo daß der intereſſanten
Ueber=
tragung mehrere Tauſend Zuſchauer folgen konnten. Gleichzeitig iſt das Publikum mittels vier
rieſiger Megaphone auch in Wort über den Spielverlauf unterrichtet worden.
Blitzſchlag in eine Kindergruppe.
TU. Paris. Drei Kinder aus Harlisheim, in
der Nähe von Straßburg wurden beim
Schnecken=
ſammeln vom Gewitter überraſcht und nahmen unter
der nahegelegenen Rheinbrücke Zuflucht. Plötzlich
ſchlug der Blitz in die Gruppe ein. Ein 13jähriger
Knabe wurde auf der Stelle getötet, während
ſeine beiden kleinen Kameraden ſchwere
Brandwun=
den erlitten und in den Rhein geſchleudert wurden.
Mehrere Perſonen, die Zeugen dieſes ſeltſamen
Un=
falles waren, holten die Kinder aus dem Fluß
heraus. Man befürchtet, daß ſie nicht mit dem Leben,
davonkommen werden.
Unwetterkataſtrophe in der Tſchechoflowakei.
Prag. Starke Wolkenbrüche verurſachten
Ueber=
ſchwemmungen, in den Bezirken Freudenthal,
Römer=
ſtadt und im ſüdlichen Teil des Jägerndorfer Bezirks,
im ganzen Bezirk von Troppau, ſowie im Hultſchiner
Ländchen. Im Troppauer Bezirk wurde Freitag früh
ein Waſſerſtand von 2.70 Metern über normal
ge=
meldet. Die an der Mohra liegenden Gehöfte
muß=
ten noch in der Nacht geräumt werden. Im
Freu=
denthaler Bezirk ſind die Felder vollſtändig vernichtet.
Viele Haustiere wurden vor den Fluten gerettet.
Der Straßen= und Eiſenbahnverkehr iſt zum Teil
unterbrochen.
Geite 13
Die erſie deutſche Arziin geſtorben
Dr. Franziska Tiburtius,
die Seniorin der deutſchen Aerztinnen, die ſich als
erſte Frau in Deutſchland der Medizin gewidmet hat,
iſt im Alter von 84 Jahren in Berlin geſtorben.
Nach Beendigung ihres Studiums in Zürich ging
ſie erſt an die Dresdener Frauenklinik, um ſich dann
in Berlin niederzulaſſen. Ein bleibendes Denkmal
hat ſich die Verſtorbene mit der von ihr geſchaffenen
Frauenklinik weiblicher Aerzte in Berlin geſetzt.
Die Potsdamer Brände aufgeklärt.
Eine überraſchende Aufklärung haben die
Brand=
ſtiftungen im Potsdamer Gerichtsgebäude gefunden.
Der bei der Staatsanwaltſchaft beſchäftigte 45 Jahre
alte Heizer Martin wurde am Donnerstag abend
verhaftet und nach dem Potsdamer
Polizeiprä=
ſidium gebracht. Der verhaftete kann an Hand von
Indizien bereits als überführt angeſehen werden.
Der Ozeanflug verſchoben.
EP. New York. Infolge des ſtürmiſchen
Wet=
ters auf dem Atlantiſchen Ozean haben die Flieger
Chamberlain und Bertraud den Start der „Miß
Columbia” zum Ozeanflug nochmals verſchoben. Der
Erbauer des Flugzeuges, Ingenieur Bellanca, hat
dar=
auf verzichtet, den Apparat mit einer vollſtändigen
Radioſtation auszurüſten, die zu ſchwer und zu
um=
ſtändlich wäre. Ein kleiner Apparat zur eventuellen
Hilfeleiſtung im Falle der Gefahr ſcheint ihm
voll=
kommen zu genügen.
EP. Montevideo. Major Larre Berges
wird mit einem neuen Apparat die Ueberfliegung
des Ozeans nochmals verſuchen, nachdem ſein erſter
Flug infolge Abſturzes der „Uruguay” an der
Gold=
küſte unterbrochen worden war. Er ſchifft ſich dieſer
Tage nach Europa ein, um das neue Waſſerflugzeug
zu erproben.
EP. New York. De Pinedo teilt mit, daß er
nach Wiederaufnahme des Fluges mit dem Flugzeug
„Santa Maria II” folgende Route einſchlagen werde:
Boſton, New York, Montreal, Quebee. Neufundland,
Azoren, Liſſabon, Rom, wo er in der erſten
Juni=
woche einzutreffen gedenkt.
Kein Lebenszeichen von dem Flieger St. Roman
Rio de Janeiro. Man iſt hier ſehr
beun=
ruhigt darüber, daß keinerlei Nachrichten über den
Verbleib des franzöſiſchen Transozeanfliegers St.
Roman vorliegen. Alle Verſuche, mit dem Flieger
in drahtloſe Verbindung zu kommen, ſind vergeblich
geweſen.
Die Ueberſchwemmungen im Miſſiſſippital.
Vicksburg. Hier fand in Anweſenheit Hoovers
eine Konferenz von Staatsbeamten und Vertretern
des Roten Kreuzes ſtatt. Es wurde u. a. beſchloſſen,
eine halbe Million Dollar als Wiederaufbauhilfe für
die Landwirtſchaft in dem rieſigen
Ueberſchwem=
mungsgebiet bereitzuſtellen.
Sechs Tote bei einem Einſturzunglück
in New York.
New York. In der Nähe d.s Eeaſt River iſt
ein zweiſtöckiges Gebäude eingeſtürzt, wobei ſechs
Perſonen getötet und über 20 verwundet wurden.
Indiens erſier Biſchof.
Dr. Vedanayakam Azariak,
der über die Grenzen ſeines Landes hinaus bekannte
Führer der indiſchen Katholiken iſt zum Biſchof von
Dormakal ernannt worden. Er iſt der erſte Biſchof
für Indien.
Seite 14
Sonntag, den 8. Mai 1927
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Nummer 127
Sonntag, den 8. Mai
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Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die amtliche Großhandelsindexziffer vom 4. Mai und Monat April
1927. Die auf den Stichtag des 4. Mai berechnete
Großhandelsindex=
ziffer des Statiſtiſchen Reichsamts hat gegenüber der Vorwoche um
1 v. H. auf 136,7 (134,8) angezogen. Innerhalb der Agrarſtoffe, die
um 24 v. H. auf 137,8 (134,6) angezogen haben, ſind vor allem die
Preiſe für Getreide und Kartoffeln geſtiegen, während diejenigen für
Vieh nachgegeben haben. Die Kolonialwaren ſind um 0,6 v. H. auf
126,1 (126,8) zurückgegangen. Die Indexziffer der induſtriellen
Roh=
ſtoffe und Halbwaren iſt von 05 v. H. auf 130,7 (130,1) geſtiegen
diejenige der induſtriellen Fertigwaren hat ſich leicht auf 143,6 (143,4)
erhöht. — Im Monatsdurchſchnitt April war die Geſamtinderziffer
gegenüber dem Vormonat mit 134,8 (135,0) faſt unverändert. Die
Indexziffer der Agrarſtoffe iſt um 0,6 v. H. auf 135,2 (136,0), die der
Kolonialwaren um 0,9 v. H. auf 126,6 (127,7) und die der induſtriellen
Nohſtoffe und Halbwaren um 0,3 v. H. auf 129,9 (130,3) zurückgegangen.
Dagegen hat die Indexziffer der induſtriellen Fertigtvaren um 0,7 v. H.
auf 143,0 (1420) angezogen.
Kohlenförderung im Nuhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
wurden in der Zeit vom 24. bis 30. April im Ruhrgebiet in 6
Arbeits=
tagen 2310 277 To. Kohle gefördert gegen 1861 454 To. in der
vorher=
gehenden Woche in 5 Arbeitstagen. Die Kokserzeugung ſtellte ſich in
den 7 Tagen der Berichtswoche (in den Kobereien wird auch Sonntags
gearbeitet) auf 494 798 To. gegen 45285 To. in der vorhergehenden
Woche, die Preßkohlenherſtellung auf 57 863 To gegen 52354 To. in
6 bzw. 5 Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in
der Zeit vom 24. bis 30. April 385 046 To. gegen 372 291 To. in der
vorhergehenden Woche; die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 70 685
To. (64 689 To.) die arbeitstägliche Preßkohlenherſtellung auf 9644 To.
(10 471 To.). Die Zahl der wegen Abſatzmangels eingelegten
Feier=
ſchichten ſtellte ſich in der Berichtswoche auf 51 102 (arbeitstäglich 817)
gegen 39 212 (7842) in der vorhergehenden Woche.
Bevorſtehende Fuſion in der Porzellan=Induſtrie? Nach
Blätter=
meldungen ſchließt die Porzellanfabrik Schönwald das Geſchäftsjahr
1926 mit einem großen Verluſt ab, der auf mindeſtens 600 000 RM.
beziffert wird (A.=K. 2,1 Mill. RM.). Um einer ſcharfen
Kapital=
zuſammenlegung aus dem Wege zu gehen, ſoll die Firma mit der
Por=
zellanfabrik Kahla fuſioniert werden. Eine gemeinſchaftliche A.=R.=
Sitzung findet am Dienstag in Berlin ſtatt.
Der Saatenſtand in Preußen Anfana Mai 1927. Nach der
Statiſti=
ſchen Korreſpondenz wird der Saatenſtand in Preußen Anfang Mai,
wenn 2 „gut” und 3 „mittel” bedeutet, wie folgt begutachtet: Weizen
2,6, Roggen 2,9, Gerſte 2,7. Gemonge aus vorſtehenden Getreidearten
2,8. Raps und Rüben 2,8, Klee 2,6, Luzerne 2,6, Rieſelwieſen 2,7 und
andere Wieſen 2,9. Hierzu wird bemerkt, daß bei den ſtarken und
an=
haltenden Regenfällen im Stromgebiet der Elbe und Oder
Ueber=
ſchwemmungen erheblicher Strecken landwirtſchaftlich benutzten Landes
bewirkt wurden. Der Saatenſtand iſt gegenüber April in verſchiedenen
Punkten verſchlechtert, wenn auch der allgemeine Eindruck noch als
befriedigend bezeichnet werden muß, Gegenüber dem Vorjahre iſt der
diesjährige Saatenſtand immer noch als recht günſtig zu bezeichnen
und hält ſogar im weſentlichen, wenn auch gerade mit Ausnahme des
Roggens, einen Vergleich mit 1913 aus.
Verein für chemiſche Induſtrie A.=G., Frankfurt a. M. Seit
Ab=
ſchluß des Intereſſengemeinſchaftsvertrages mit der Noritgeſellſchaft iſt
eine weitere Abwvicklung der vertraglichen Vereinbarung mit der
hol=
ländiſchen Geſellſchaft erfolgt. Die chemiſchen Werke Carbon in Natibor
ſind, wie der Lpd. von zuſtändiger Seite erfährt, nunmehr zu 100 Proz.
in den Beſitz des Vereins für chemiſche Induſtrie A.=G. übergegangen.
Entgegen verſchiedenen Meldungen, wonach die Anfang 1927 begebenen
Vorratsaktien rund 400 000 RM. teilweiſe oder ganz an die Norit
ge=
geben worden ſeien, erklärt uns die Verwaltung, daß dieſe ſämtlich
börſengängig verwertet worden ſind, alſo nichk an die Norit gingen.
In den drei Monaten des laufenden Jahres iſt die Beſchäftigung
be=
friadigender
Kein Zuſammenſchluß Demag=Pokorny u. Wittekindt. Zwiſchen der
Demag und der Frankfurter Maſchinenbau A.=G. vorm. Pokorny u.
Wittekindt ſchwebten bekanntlich ſeit Monaten Vorverhandlungen, die
zunächſt auf eine Intereſſengemeinſchaft hinzielten, zuletzt aber auf eine
Fuſion hinausliefen, wobei ein Umtauſchverhältnis 1:1 der Aktien beider
Geſellſchaften ein Verhandlungsgegenſtand war. Nach unſerer früheren
Meldung waren dieſe Verhandlungen ſeit Wochen nicht mehr recht
vor=
wärtsgekommen. Sie ſind nun, wie der Lpd. zuverläſſig erfährt,
end=
gültig ergebnislos verlaufen und abgebrochen worden
Odenwälder Hartſteininduſtrie A.=G. in Darmſtadt. Die G.=V.
ge=
nehmigte in Anweſenheit von 17 Aktionären mit 5702 Stimmen den
be=
ſprochenen Abſchluß mit wieder 10 Prozent Dividende auf die 1,3 Mill.
A.=A., ſowie einige Satzungsänderungen. Von der Verwaltung wurden
die weiteren Ausſichten als noch durchaus ungeklärt bezeichnet.
L. Weil u. Reinhardt A.=G., Mannheim. Dieſe
Eiſenhandelsgeſell=
ſchaft verzeichnet Ueberſchüſſe von 593 000 RM., wobei jedoch nach
Ab=
ſchreibungen von 25 000 RM. weder ein Gewinn noch Verluſt in der
Bilanz ausgewieſen werden. Die Umſätze hätten ſich nach Aufhebung
der Filialen, faſt verdoppelt, die Preiſe waren jedoch nicht lohnend.
Die angeſpannte Bilonz zeigt Verbindlichkeiten mit 1,85 (1,63)
Milli=
onen, Akzepte 0,.15 Millionen, denen gegenüber Debitoren mit 1,15 (0,71)
Millionen RM., Warenvorräte 0,86 (0,7) Mill. RM., Kaſſe und
Bank=
guthaben 0,04 (0,18) Mill. RM. ausgewieſen werden. Die Verwaltung
hofft im laufenden Jahre auf eine günſtige Weiterentwicklung.
Deutſche Steinzeugwarenfabrik für Kanaliſation und chemiſche
In=
duſtrie, Friedrichsberg i. B. Der für den 9. Juni einberuſenen G.V.
der Deutſchen Steinzeugwarenfabrik für Kanaliſation und chemiſche
Induſtrie, Friedrichsberg i. B., wird die Verteilung einer Dividende
tvon 12 Prozent (Vorjahr 10 Prozent) vorgeſchlagen.
Deutſches Kaliſyndikat G. m. b. H. Die Zahlungsbedingungen für
den Sommerbezug von Kaliſalzen. Das Deutſche Kaliſyndikat hat jetzt
die Zahlungsbedingungen feſtgeſetzt, die in dieſem Jahr für den Bezug
von Kaliſalzen gelten. Die Bedingungen ſind für vier Perioden
feſt=
geſetzt. In der erſten Periode vom 1. bis 2). Mai 1927 wird bei
Bar=
zahlung ein Kaſſaſkonto von 1½ Prozent und eine Lagervergütung von
12½ Prozent gewährt. Bei Bezahlung durch Wechſel gibt das Syndikat
einen zinsfreien Wechſelkredit bis zum 15. November 1927 und eine
Lagervergütung von 1 Prozent. In der zweiten Periode vom 21. Mai
bis 15. Juni 1977 beträgt bei Barzahlung das Kaſſaſkonto ebenfalls 1½
Prozent und die Lagerverciitung ſtatt vorher 2½ Prozent dann 1½
Prozent. Wechſelkredite werden zinsfrei bis zum gleichen Termin, dem
115. November 1927 gegeben. In der dritten Periode vom 16. Juni bis
230. Juni 1977 erhalten die Beſteller ein Kaſſaſkonto von 1½ Prozent und
eine Lagervergütung von 1 Prozent. In dieſem Zeitraum gibt das
Shyndikat einen zinsfreien 3monatigen Wechſelkredit mit
Prolongstions=
möglichkeit bis zum 15. November 1927. Die Diskontſpeſen (jeweiliger
Reichsbamkdiskont) des Prolongationswechſels gehen zu Laſten des
Be=
fſtellers. Die vierte Periode läuft vom 1. Juli an. Bei Barzahlung
wird in dieſer Zeit nur noch ein Kaſſaſkont von 1½ Prozent gegeben.
Daneben erteilt das Syndikat dreimonatige Wechſelkredite, wobei die
*Diskontſpeſen zu Laſten des Beſtellers gehen.
Berliner Produktenbericht vom 7. Mai. Nachdem in den letzten
Tagen bereits eine gewviſſe Vorſicht der Käufer zu beobachten war, trat
Theute eine nicht unerhebliche Abſchwächung für Brotgetreide ein. Die
rüberſeeiſchen Offerten, beſonders für Plataweizen, waren ermäßigt, und
gebenſo wurde Roggen billiger offeriert. Die Käufer fahren fort, nur den
Edringendſten Bedarf zu decken. Inländiſcher Weizen iſt vermehrt
ange=
ſboten, und da Polen mit Anſchaffungen zurückhaltender geworden iſt,
riſt, auch zu billigeren Preiſen, kaum Ware abzuſetzen. Im Lieferungs=
„markt erfuhren die ſpäteren Sichten für Weizen einen Rückgang um
73 bis 4 Mark, bei Noggen waren Mai um 2½, Juli um 4½ Mark
rück=
ggängig, während ſich September verhältnismäßig gut behaupten konnte.
RRoggen ſteht vom Inlande hauptſächlich in Kahnware vermehrt zur
Verfügung und iſt trotz einer Preisermäßigung um 3 bis 4 Mark ſchwer
Eine Tagung der deutſchen Börſenvorſiände.
Auf Einladung des Börſenvorſtandes Frankfurt a. M. traten
Ver=
treter der Börſenvorſtände von Berlin, Frankfurt, Hamburg. Köln und
München unter dem Vorſitz von Oskar F. Oppenheimer, Vorſitzender des
Frankfurter Börſenvorſtandes zu einer Ausſprache über einige Fragen
zuſammen, die von beſonderer Bedeutung füir den Wertpapierhandel an
den genannten Börſen ſind. Eingehend erörtert wurde die Frage, ob ſich
die Medioliquidation im Zeitgeſchäfte bewährt hat. Die
Börſen=
vorſtände von Hamburg, Köln und München erklärten, daß ſich an ihren
Börſen die einmalige Liquidation am Ulrimo als ausreichend und
zweck=
mäßig erwieſen habe und kein Anlaß für die Einführung bzw.
Wieder=
einführung der Medioliquidation beſtehe. Sie gaben auch dem Wunſche
Ausdruck, daß die Börſen von Berlin und Frankfurt die
Medio=
liquidation abſchaffen möchten, um eine gleichmäßige Handhabung an
allen deutſchen Börſen herbeizuführen. Innerhalb der Vertreter des ſpanne zwiſchen Plata=Weizen und Amerika=Weizen für den europäi=
Börſenvorſtandes von Berlin traten verſchiedene Meinungen zutage.
Während von der einen Seite der Abſchaffung der Medioliquidation
zur Rationaliſierung des Börſengeſchäftes und zur Beruhigung der
Verhältniſſe an der Börſe das Wort geredet wurde, wurden von der
anderen Seite Bedenken gegen die Abſchaffung geäußert, weil man von
dieſer Seite in der jetzigen Börſenlage daraus eine Gefährdung der
Bankfirmen und eine Anreizung zur Spekulation beſorgte. Die letztere
Auffaſſung wurde auch ſeitens des Frankfurter Börſenvorſtandes
ge=
teilt. Ein Beſchluß konnte nicht gefaßt werden; vielmehr bleibt es den Winter II, mit Knoblauch, Mai, 15; Rußweizen, je nach Qualität, 14,90
Börſenvorſtändem von Berlin und Frankfurt überlaſſen die Frage
nnunmehr der Beſchlußfaſſung in ihrem Kreiſe zuzuſühren. Des
weiteren wurde eine Anregung beſprochen, den Ultimo auf den
Kalen=
derultimo zu verlegen. Dieſe Anregung wurde im allgemeinen
ge=
billigt. Einmütigkeit beſtand darüber, daß es angezeigt iſt, den Ultimo
an ſämtlichen deutſchen Börſen auf denſelben Tag zu legen. Ein
Ein=
vernehmen der Börſenvorſtände dieſerhalb ſoll in die Wege geleitet
werden. Eine eingehende Behandlung fanden die von Herrn Feibel=
Frankfurt vorgelegten Vorſchläge für die Vorbereitung einheitlicher
Be=
ſtimmungen über Lieferbarkeit von Wertpapieren und Zinsſcheinen, die
den Börſenvorſtänden zur Berückſichtigung überwieſen wurden. In
bezug auf die noch gültigen Handelsverbote für ausländiſche Wertpapiere
wurde übereinſtimmend die Anſicht vertreten, daß es ſich empfehlen
würde, dieſe Verbote außer Kraft zu ſetzen, damit die Möglichkeit der
Wiederbelebung des Handels in geeigneten intemational verwertbaren
Auslandspapieren zu geeigneten Zeitpunkten im deutſchen Intereſſe
offengehalten wird.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 7. Mai.
Zum Wochenſchluß nahm die Börſe einen ſehr ruhigen Verlauf.
Wenn auch die Aufnahmeluſt und die Zurückhaltung ſehr groß waren,
blieben heute andererſeits weitere Abgaben von ſeiten des Publikums
aus, ſo daß die Tendenz im allgemeinen behauptet blieb. Ueberwiegend
etwas feſter lauteten die erſten Notievungen für die Montanwerte,
be=
ſonders für Gelſenkirchen und Harpener, dagegen lag der Chemiemarkt Weizen: Günſtigere Berichte aus den Weizengebieten und niedrigere
etwas abgeſchwächt. J.=G. Farben eröffneten 2½ Proz. und
Scheide=
anſtalt 3 Proz, ſchwächer. Kaum verändert und ſehr ſtill waren die
Elektrowerte. Banken lagen uneinheitlich. Dresdener Bank
unverän=
dert, Danatbank plus 1½9 Proz, dagegen Deutſche Bank 2 Prozent
niedriger. Eine Ausnahme machten wieder die Zellſtoffaktien. Ohne daß
größere Umſätze feſtzuſtellen waren, ſtiegen Zellſtoff Aſchaffenburg um
5 Prozent und Waldhof ſogar um 8 Prozent bis zur erſten Notierung.
Auf den übrigen Märkten überwogen die kleinen Kursbeſſerungen. —
Der Rentenmarkt war immer noch ſehr ſtill und faſt geſchäftslos. — Im
weiteren Verlauf kam dann doch etwas Material heraus auf
Wochen=
ſchlußregliſationen. J.=G. Farben mußten noch um weitere 2 Prozent bewegung weitere Fortſchritte auf Käufe der Wallſtreet und
Glatt=
nachgeben, auch Montanwerte jetzt überwiegend etwas ſchwächer. Von
Zellſtoffpapieren büßten Waldhof über die Hälfte des Kursgewinnes
ein. Die Börſe ſchloß ſchwächer. Tägliches Geld 4½ Prozent.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 7. Mai.
Am Wochenſchluß trat nach den ſtarken Rückgängen während des
geſtrigen Spätverkehrs eine allgemeine leichte Erholung ein. In der
Auffaſſung über die Lage an den Aktienmärkten machte ſich eine
Be=
ruhigung geltend, wenngleich die Spekulation noch ſehr unſicher und
nervös war. Die Privatkundſchaft nahm teilweiſe Realiſationen vor, gab
aber faſt nur limitierte Verkaufsaufträge ab, die das Niveau nicht
erheb=
lich beeinträchtigten. Die Tagesſpekulation ſchritt an den Hauptmärkten
zu Deckungskäufen. Bei ruhigem Geſchäft geſtaltete ſich damit das
Geſamk=
bild freundlicher, die am Geldmarkt nach dem Ultimo zum erſten Male
eingetretene Erleichterung fügte ſich gut in dieſe Situation ein. Infolge
der jetzt einziehenden Rückflüſſe konnte der Satz für Tagesgeld auf
6½ bis 7½ herabgemindert werden. Für Monatsgeld betrugen die
For=
derungen aber weiter 7 bis 8 Prozent. Warenwechſel zirka 47/. Im
internationalen Valutenverkehr war das Geſchäft nicht nennenswert groß.
Das engliſche Pfund ſchwankte zwiſchen 4,85 und 4,8585. Madrid und
Mailand notierten eher eine Kleinigkeit freundlicher. Die übrigen
Deviſen faſt unverändert. Am Montanaktienmarkt notierten
Maximilians=
hütte ſogar 8 Proz. Ilſe plus 6, Harpener plus 5. Kaliaktien
be=
hauptet. Salz=Detf. 3½ höher. Chemiſche Werte höher. Elektrowerte
befeſtigten ſich mit 2 Proz. Bankaktien bis 3 Proz. Mitteld. Kredit Es notierten nach Meldungen aus New York am 7. Mai:
plus 5). Größeres Geſchäft war in Dresdener Bank mit 19834.
Schiff=
fahrtsaktien wenig verändert. An den ſonſtigen Märkten erholten ſich
Zellſtoffwerte um 4 bis 5 Prozent. Schultheis um den gleichen Betrag.
Leonhard Tietz um 3 Proz., Hacketal um 3, Berl.=Karlsr. ebenfalls um
3 Proz. Miagaktien etwas beſſer, desgl. Metallbank. Vogel büßten
5 Proz. ein. Glanzſtoff und Bemberg mäßig erholt. Nentenwerte
ruhig. Von Auslandsrenten hatten Türken freundliche Kurſe. Deutſche
Staatsanleihen gehalten. Neubeſitzanleihen 222/s bis 222/8.
Der weitere Verlauf war uneinheitlich. Einige Spezialwerte
begeg=
neten allerdings regem Intereſſe. Ludwig Löwe, die geſtern von 355 auf
337 zurückgingen, konnten ſich ſpäter wieder auf 352 heben.
Glanz=
ſtoffwerte gewannen nach der erſten Kursnotiz zeitweiſe bis zu 10 Proz.
Schubert und Salzer 8 Proz., Oſtwerke 4 Proz. Schultheiß befeſtigten
ſich gegen den letzten Vortagskurs um 10 Proz. und Zellſtoff Waldhof
bei größerem Umſatz um 15 Proz. Auch Schiffahrtsaktien durchweg
etwa 2 Proz. feſter. Es liefen ſpäter Gerüchte von einer geplanten
Ein=
ſchußerhöhung bei der Liquidationskaſſe um.
2Marktlage.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 7. d. M. wurden
Fzugeführt 456 Stück, verkauft wurden 374 Stück. Milchſchweine wurden
rverkauft das Stück von 13—17 Mk., Läufer das Stück von 18—32 Mk.,
Winleger das Stück zu 37 Mk.
Aſchaffb Zellſtoff.
Augsb. Nürnb Maſch.
Bamag=Meguin ..
Bank el. W.
Berlin,. Karlsruhe Ind
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle..
Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Tel.
Deutſche Erdöl ..."
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke..
Tonnersmarckhütte .
Lynamit Nobel. .
Elektr. Lieferung. ..
F. G. Farben ..."
R. Friſter. ...
Gaggenau Vorz...
Gelſenk. Gußſtahl...
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen ...
Han. Maſch. Egeſt.
Hanſa=Dampfſchf....
Amſterdam=R.
Tuenes=Aires
Brüſſel=Antw.
Cslo ..
Lopenhagen.
Stockholm.
Helüingfors.
Italien
London.
New=York.
Paris
Sponien
158. 232,75
161.—
60.— 58.25 Höſch Eiſen
217.—- 1217875 Hemoor=Zement ..
Hirſch Kupfer ... 270.75
128.5
215.—
26.5
137—
180.— 178.—
107.8751105.—
92.—
343.— 1348.5
143.5
205.— 1203.5 159.—
230.—
160.—
240.—
136.—
121.—
14.5
190.— 144.—
233.—
238,5
135.25
121.—
14.25
190.— Kahla Porzellan.
Lindes Eismaſch. . .
180. (Lingel Schuh.
Linke u. Hofmann.
L. Loewe u. Co...
C. Lorenz....
Niederlau tzer Kohle
Nordd. Gnmmi. 91.— 91.5 Orenſtein. .. 156.— 15825 158.125 Rathgeber Waggon 1105 151.— 145.5 Rombacher Hütten.. 163.5
205.— 163.5 Roſitzer Zucker... 108.—
140.25 205.25 Rütgerswerke ... 339.25 336.5 Sachſenwerk .. 138.5 127.5 Sächſ. Gußſtahl. . . 79.25 76.— Siemens Glas. 195.— 17.5 15— Ber. Lauſitzer Glas.. 152.5 272.— 268.5 Bolkſtedter Porzell.. 73. 211.- I. 210.— Weſtf. C. Langendreer 144.— 11 46. Wittener Gußſtahl. . 8e. 243.— 243.75 Wanderer=Werke. 300.
Deviſenmarkt.
6. 5. 5. s. 5.* Geld / Brie Eeld Briel Geld Brie 188.71169. 13 188.70 189. 191 Wien D.=Oſt. abg. 59.341 59-48 1.7831 1.7871 1.783 1.787 Prag. 2.474/12.519 58.60 58.74 58.60 58.741 Budapeſt, Beng” 73.481 73.68 108.88109.10 108.96 109.22/ Japan. 1.998 2.002 112 50 112.78 12.50 112.781 Rio de Janeiro, .4955 0. 49751 12.70 112.88 A72.50 112.781 Sofig 3.045/ 3.oss 10.602110.642 10.602 10.6421 Jugoſlavien. 22.19 22. 25 22.36 22 42l. Konſtantinopel 2.192 2.303 120. 47520.527 20.474 20.526 Liſabon. 21.4775/2 1.525 4.2145 4.2245 51t.215 4.225 Danzig... 81. 73/ 81.33 1s 515 6.SS5l. 6.515 16.555 Athen .. 5.641 5.66 et.031 8:-2c 31.05 81.25 Kanada ... 1.216/ 4.226 74.50 74.68 3 74.51l 74 691 Uruguay .. 4.2331 4.245 7. 5.
268.5
128.—
217.—
27.—
133.—
93.
143.125
155.5
110.75
110.—
146.—
138.—
194.—
158.—
73.—
58.—
78.—
303.—
7. 5.
Eeld Brie
53.32/ 59.46
12.478 12.518
73.08/ 73.66
2.007 2.011
4955 ).4875
3.943/ 3.053
7.402 7.422
2.199 2.202
21 47 ſa1.525
B1.73 81.93
5.69 5.63
1.216 1.326
4.2451 4.265
Vom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Die weitere Ausdehnung des Ueberſchwemmungsgebietes des
Miſſiſ=
ſippi, Unwettermeldungen aus Kanada und eine Erklärung des
kanadi=
ſchen Weizenpools an ſeine europäiſchen Verkaufsorganiſationen, daß
er vorerſt mit Dominion=Weizen nicht mehr am Markte iſt, ſondern nur
noch Tough=Weizen verkauft, eine Qualität, die 3—4 Prozent mehr
Feuchtigkeit als Dominion=Weizen enthält, vor allem aber die auch in
dieſer Woche durch faſt tägliche Verkäufe von Weißweizen über Danzig
bekundete Einfuhrnotwendigkeit ſür Polen, Weizenkäufe Italiens, der
Tſchechei und Oeſterreichs ließen die Getreidemärkte in feſter Haltung
verbehren. Argentinien hat ſeine Forderungen in den letzten Tagen
abermals um einen halben Gulden erhöht außerdem haben ſich die
Frachten im Verkehr mit dieſem Land befeſtigt, ſo daß eine
Preis=
ſchen Bezieher nicht mehr vorhanden iſt. Auch in auſtraliſchem Weizen
vollzogen ſich große Umſätze. An der Donnerstagsbörſe wurde eine halbe
Dampferladung, Mitte Juni—Anfang Juli in Antwerpen fällig, zu
15,325 Fl. transbordé Antwerpen verkauft, andere Poſten, loko
Rotter=
dam, zu 15,50 Fl. gehandelt. Sonſtige Forderungen: Manitoba I, Mai,
(in Gulden, 1 Gulden — 1,6909 RM.): 16,70, II 16,25, III 15,60, zweite
Hand 15,40; Kanſas I, ſeeſchwimmend 15,50 zweite Hand 15,/42,
II 15,35; Roſa Fé, 79 Kilo, 14,95—15. Mitte Mai— Anfang Juli, Red
bis 15,50. Feſten Markt hatte auch Roggen, der in deutſcher Herkunft
nicht angeboten wurde; immerhin iſt eine gewiſſe Zurückhaltung der
Käufer zu beobachten. Auslands=Roggen, waggonfrei Mannheim,
koſtete 28—38,25 RM. (Vorwoche N,75—B8) die 100 Kilo. Braugerſte
deutſcher Herkunft war nur in einem kleinen Poſten aus
Norddeutſch=
land zu 29,75—30 angeboten. Für anatoliſche Gerſte verlangte man,
waggonfrei Mannheim, 32.35—33 RM., für in Mannheim lagernde
feine Chevalier=Chile=Gerſte 31,50 RM., für ſchwimmende Plata=Gerſte,
65—66 Kilo, tranſito, 25 RM. Futtergerſte blieb geſucht; auch
Futter=
artikel gegen die Vorwoche um ca. 0,50 RM. je 100 Kilo erhöht. Dag
Mehlgeſchäft lag wieder ruhig; ſüddeutſches Weizenmehl, Spezial 0,
40,50 RM (39,75—40 25), Roggenmehl unverändert.
Für Hopfen iſt die Stimmung im Wochenverlauf etwas
freund=
licher geworden. Badiſche Hopfen wurden am Nürnberger Markt mit
520 RM. per Zentner verkauft. In Baden ſind die Vorräte nur noch
ganz belanglos. In allen Hopfenbezirken ſchreitet die Arbeit mit den
neue Pflanzen rüſtig voran.
Am ſüddeutſchen Tabakmarkt ſind einige hundert
Zent=
ner 1926er, bauernfermentierte Tabake zu 75—80 RM. per Zentner
um=
geſetzt worden. Ueberſeeiſche Rippen, verpackt, blieben zu 14 RM. der
Zentner franko Mannheim geſucht, dagegen Rippen von Pfälzer Tabaken
vernachläſſigt.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 7. Mai. (Prib.=Tel.)
Kabelmeldungen führten anfangs einen ſchwächeren Verlauf herbei.
Dann wurde die Tendenz feſt auf Deckungskäufe. Die Termine zeigen
Aufbeſſerungen bis 1½ C.
Mais: Anfangs war die Tendenz feſt auf die Feſtigkeit der
Kaſſa=
märkte und ungünſtige Berichte aus den Maisgebieten. Dann trat eine
Abſchwächung hervor, da die Liquidationen jetzt einen größeren
Um=
fang annnahmen. Die Termine ſchließen ½ C. niedriger.
Hafer: Der Markt verlief in feſter Haltung mit Kursgewinnen
bis 1 C.
Baumwolle: Bei Eröffnung des Marktes machte die
Aufwärts=
ſtellungen zum Wochenende. Dann wurde der Markt ſchwach, als die
Lokofirmen Verkäufe vornahmen und die Lage der überſchwemmten
Ge=
biete günſtiger beurteilt wurde. Die Termine ſchließen nahezu
unver=
ändert.
Kaffee: Der Markt zeigte eine ſchwache Haltung während des
größ=
ten Teiles des Verkehrs auf niedrigere ausländiſche Kabel und
Kauf=
reſerbe der Röſtereien. Im Schlußverkehr konnte eine leichte Erholung
eintreten auf höhere braſilianiſche Forderungen. Die Termine ſchließen
10 Pkt. niedriger.
Zucker: Der heutige Markt zeigte eine feſte Haltung mit
Kurs=
gewinnen bis 6 Pkt. auf zurückhaltenderes kubaniſches Angebot und
niedrigere Schätzungen der Welternte.
Kakao: Nach der geſtrigen Erholung war die Haltung heute
ſchwä=
cher auf Verkäufe des Auslandes und der Spekulation. Später
wur=
den auf ermäßigtem Niveau Deckungskäufe vorgenommen. Die
Ter=
mine gaben bis 15 Pkt. nach.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 7. Mai:
Getreide. Weizen: Mai 142½/, Juli 136, Sept. 133½: Mais:
Mai 792/, Juli 84½, Sept. 87½: Hafer: Mai 482/, Juli 49½,
Sept 46½; Roggen: Mai 110½, Juli 108½, Sept. 99½.
Schmalz: Mai 12,25, Juli 12,35.
Fleiſch. Rippen: Mai 13,10, Juli 13,00; Speck 13,12; Schweine:
ſchwer 9.50—10.00, leicht 9.85—10.40; Schweinezufuhr: Chicago
5000, Weſten 31000; Talg Ohio 734.
Getreide. Weizen Nr. 2: rot 1542/, hart 159½/; Mais Nr. 2:
937g; Hafer Nr. 3: 602; Roggen exp.: 123; Mehl Spring
Patent: 6,75; Getreidefracht: nach England 2,6 Schilling, nach
dem Kontinent 17 Cents.
Schmalz: Mittel, Weſten 13.
Schweinefleiſch: Family 36.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Wie aus Hannover gemeldet wird, iſt der Zementabſatz in
Nord=
deutſchland im Monat April um etwa 10 Prozent geringer geweſen,
als im März. Immerhin dürfte der diesjährige Aprilabſatz den des
vergangenen Jahres damit noch um etwa 15 Prozent überſteigen.
Das franzöſiſche Stickſtoffſyndikat ermäßigte die Preiſe für
ſchwefel=
ſaures Ammoniak um 10 auf 135 bzw. 140 Fr. je nach Qualität.
Nach vorliegenden ſtatiſtiſchen Daten befinden ſich zurzeit auf
fran=
zöſiſchen Werften 154 348 Br.=T. im Bau gegenüber 305 933 T. in
Deutſchland, 1 216 932 T. in England und 208 794 T. in Italien.
Gegen=
über dem erſten Vierteljahr des vergangenen Jahres bedeutet dieſe im
Bau befindliche Tonnage einen Fortſchritt von rund 11000 T.
Die ſchwediſche Regierung plant die Emiſſion einer internationalen
Anleihe von 163 Mill. Kr. zur Konvertierung der 5prozentigen Anleihe
von 1914. Die neue Anleihe, deren Ausgabekurs vorausſichtlich etwas
unter pari liegen wird, ſoll vorausſichtlich mit 4½ Prozent verzinſt
werden.
Zur Durchführung eines Hausbauprojektes legt die Stadt Toulouſe
eine 4½ Mill. Gulden=Anleihe in Amſterdam durch die Internationale
Bank zur Zeichnung auf.
Das bedeutende Bergwerk Hollands, die ſtaatlichen Kohlenwerke in
Limburg, werden in dieſen Tagen ihr 25jähriges Jubiläum feiern. Im
Jahre 1902 wurde der Anfang zu dieſem Betriebe gelegt, welcher in der
verhältnismäßig kurzen Spanne von 25 Jahren ſich derart entwickelt
hat, daß ſeine Produktion heute nahezu den ganzen Bedarf Hollands deckt.
Bei den in London zurzeit ſtattfindenden Hudſon=Bey=Austionen
beſtand große Nachfrage, hauptſächlich ſeitens Amerika und Kontinent.
Die Tendenz iſt ſteigend. Allerbeſte Sorten Rot=, Weiß= und Kreuzfüchſe
brachten 20—30 Prozent, Zobel und Skunks 10 bis 20, Steinmarder
10 Prozent Erhöhung für beſte Qualitäten.
Der engliſchen Firma John Jackſon, Ltd., London, iſt der Zuſchlag
für den Bau von Stauanlagen bei Nag Hamadi, 40 Meilen von Luxor,
erteilt worden. Die Anlagen, die 2500 Fuß lang ſein und 100 Schleuſen
umfaſſen werden, ſind mit 1 M6 621 Lſtrl. veranſchlagt worden.
Wie die „Ekonomitſcheskafa Shiſn” meldet, betrugen die ſtaatlichen
Einnahmen im erſten Halbjahr 1926/27 nach vorläufigen Angaben im
ganzen etwa 2,5 Milliarden Rubel oder 50 Prozent des Voranſchlages
ſeir das Jahr.
Wie der Prager Korreſpondenz meldet, fanden Ende April in
Franzensbad unter dem Vorſitz des Egerer Handelskammerpräſidenten
Beratungen deutſcher und tſchechſlowakiſcher Spitzeninduſtrieller ſtatt,
an denen auch Vertreter des Reichswirtſchaftsminiſteriums und des
ſächſiſchen Wirtſchaftsminiſteriums teilnahmen.
Seite 16
Sonntag, den 8. Mai 1927
Nummer 127
Frankfurter Kursbericht vom 71. Mai 1921.
.
97.5
Staatspaviere
)Deutſche
2 Neichsanl. Ablöſ=
Schuld einſch!.
Ausloſ.=Sch.I Teill
„ 1I. Teil
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine.
61.3 Reichsp. Sch.
p. 1. 10. 30 —
7% Baher. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
8l.% H. P. Ech.
b. 1. 4. 29
61,70 Pr. St.=Sch.)
p. 1. 3. 29
6.30 Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30—
72 Sächſ. Freiſtaat
Schatz, p. 1. 7. 29
2 Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 30
6½%0 Württ. Freiſt.
Schaßz, b. 1. 5. 29
)Ausländ iſche
5% Bos. E. B. 1914
bio „ L.Inv. 1914
4½% u 1898 ..
4½% u 1902 ..:/ 3.75
420 „.....
5 % Bulg. Taba 102/ 30
4½.% Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb.1o1s
4½%Oſt. Schatz. 14
4½% Oſt. Silberr.
48 „ Goldr.
42 „einh. R.(kon)
3% Port,/(Spz.) u
3.9
25.75
7l.
52 Rum.am. R.03.
4½% Gold. 18
47, „ amkond.
47 am.05.:
21
„Türk. Adm.)03/
(Bagd.) 1
GBagd.111
42 Türk. unif. 1993
42 „ 1911 Zoll.
1%6 Ung. St. 1913
z% „ St. 19141
„ Goldr.
„ St. 10"
Kronr.
%2 „ Eiſt.Tor.:
Außereuro=
päiſche.
52 Mex am.in abg
525 u äuß. 39
4%5 „ Goldo4ſtf.
3%o „ konſ. inn. n
41½% „ Frrigat,
57Tamaulivas 1.
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl.,H.=Bt. 6.
67 Berl. St.=Gold
820 Darmſt. St.=G.
82 D. Hyp.=Bank
Meining., Goldpf.
22 Frl.=Hhp.=B.,
Goldpfdbr /100.9
72Frkf. H.=B. Gld.
8% Frkſ. Pfbr.=Bk.)
Golbpfdbr. . .11
7% Pfbr.=Bk.=Gld.
5%Frkſi. Pfdbr.=Bl.)
Goldpfdbr. ..
8% H. Lds.-Bk. Gld.
10% R. Eleftr. Mark
(Hagen) Goldobl.
88o 8. Landesbank!
Darmſt. Reihe 1./1
Reihe 11 101.5
2%M.=Krft.Höchſt
K4
27.6
221,
25
25.4
241,
4.5"
23.5
1102
102.5
98.5
101.5
101.5
Mannh. St.=G.)
825 Naſſ. Lob= Gold
820 Nbg. St=Gldal.
1822 Bfälz. Hhp=Bk.
Gold=Pfdbr. .ſ.
820 Pforzh. St.=G./1
82 Pr. Centr.=Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
82 Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
82 Rh. Hhp.=Bank
Gold=Pfdbr. ...
71 %Rh. St.W.25
10% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk., Goldpf.
82 Südd.B. Cr.=B.
Goldpfdbr.
72 B. Stahlw.
Düſ=
ſeldorföhp.=Gld=I
obl. mit Option
7 2 V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorföhp=Gld. ohne Option
189 Voigt EHäffner
Goldobl.
82 Bürttbg. Hyp.=
Bank Goldpfbr.
72
Ohne
Zins=
berechnung
5%, Bdw. Kohl 23
82Großkr Mannh.
Kohl. 23
16%5 Heſ.Brk.Rg.23
5% „Roggen „23
15% Pr. Kaliw. .
5%6 Pr. Roggenw.
15% Südd. Feſt.B.6
Borkriegs=Hyp.=B.)
Pfandbriefe.
Bahr. Vereinsb. . .
Bahr. Handelsb.
107
1100
101
1025
103
Bahr. Hyp.u.=Bechſ
Berliner Hyp.=Bk.)
Frrf.Hhp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp =Bk.
Mecklb. Hyp.eut Bb.
Meining Hyp.Br.
Nord. Gr. Er Br
Pfälz.Hyp.=Br.
Preuß. Bob. Gr.=ch.
BrCent.=B.=Cr.=B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein, Hyp.=B.
Rh.Bſtf.=B.Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Bürtt. Hyp.=Bk..
Staatl. od. prov.
garantiert.
Heſ. L.=Gnp.=B.,
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau. Losb. ...
Obligationen v.
Transportanſt.
42, Eliſ.=Bahn ſtir.
425 Galiz. Carl=
Lub.=B.
abg.,
82 O.Sb. Sb. ſtſr.
2,6%0 Alte „ „.
2.69 Neue „ .
525 Oſt.=Ung. 73 74
4%Oſt. Staatsb.83
320Oſt. 1.b.8.C.
335 Oſt. 9. E..
8%Oſt. 1885
8%Oſt. „ Erg. Retz
32 Raab Oebbg.33
329
zu
9:
42 Rud. Silber
4. Rud. Salzrg.
4½% Angt., S.l.
4½%Angt. S. II
4½2 Anat. S. II
3% Salon. Monaſt.)
5% Tehuantepee.
4½%
BankAktien
Allg. 9.-Kredit..
Bad. Bk. .....
Bk. ſi. Brauind. ..
Barmer Bank.
Bay. Hyp.=Wchſ..
Berl Handelsgeſ.
Comm u. Privath.
Darmſt.u.Nat=Bl.
Deutſche Bank. .!=
D. Effu.Bchſ.=Bk.
9. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk. ..!1
Disk.=Geſelſch. ... 1
Dresdener Bk. ...1
Frankf. Bk.
Frkf. Hyp.=Bi.
Frrſ. Pfdbr.=Bl.
Gotha.Grundkr. Bk.
Lur. Intern. Bank
Metallbank.
Mitteld. Creditb. 2
Pfälz. Hyp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbank
Hyp.=Akt. Bank
ReichsbankAnt.
Rhein. Creditbk. .
Rhein=Hyp.=Bk. .
Südd. B.=Creditbk.
Südd. Disc.=Geſ.:
Oſter. Crebitanſt.
Wiener Banwerein
Bergwerks=Akt.
Bochum Bergb. ..
Buderus.. .....!"
Dt Luxemburg. ..
Eſchw. Bergw...
Gelſentirch.Bgw. „1196.25
Harp Bergb. .. /253
Flſe Bergb. St. .301
Genußſchein „168.5
Kali=Aſchersleb. .
Kalit. Salzdetfurt.
Kali. Beſterregln. 212.5
Rlöcknerwerke 203.5
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder . . ... 159
213.5
259
188
168
122.5
184
199.25
161‟
214
186
260.5
1156
1s
140
212
230
Oberbedarf .... /127
Otavi=Min.=Ant.
Phöntr=Bergb. ../141
Rhein. Braunk. .. 312
Rhein. Stahlw. /286
A. Riebeck Montan!
Rombach. Hütte
Salzwerk Heilbr.
Tellus Bgb.. .... /125
Ver. Laurahütte . . 93.5
Ver. Stahlwerke .. /155
Induſtrie=Akt.
Brauereien.
Eichbaum (Mannh. / 275
Henninger . . 1230
Hereules Heſſiſche 1175
Löwenbr.=München 390
Mainz Aktienbr. 1268
SchöfferhofBind. / /413
SchwarzStorchen: 193
Tucher, Nürnberg
Verger ......./201
Arzum, Berlin.
Adler & Oppenh..
Adlerw. v. Kleyer)!=
8S5A.E. G. Bza.A.
5%A. E. G. Vzg. B.,
A. E. G. Stamm...!t
Anglo=Cont. Guano
Bad. Maſch. Durt. /1
Bad.Uhren, Furtw.)
Bamag=Meguin..1
Baſt Nürnberg ...
Bahr. Spiegel ..
Beck & Henkel ...
Bergmann Cl.. .ſ.
Bing. Metall. . .
Brem.=Beſigh=Hl.
Bürſtenfbr. Erlang.
Cement=Heibelb. 1
Cement. Karlſtadz .
Cement Lothr..
Ehem. Abert. ...
Chem. Broch. ...
Chem. Milch .....!
1185
154
23
„85.25
213
1a7
301
159
73.25
231.25
30
81
190
201
183
108 25
85.5
Daimler=Benz A.6.
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl
2.8 u. Silb. Scheid.
Dingler. Zweibrück. !
Dresd Schnellpr. 1
Dürkopp.
Dürr. Rattingen.
Dyckerhoff E V.:
Eiſenw. Kaiſersl.
G. Licht= u. Kraft
E. Lieferung ...
Elf. Bad. Wolle.
Email. Urich ....
Enzinger Berke .!1
Eßlinger. Maſch. .
Etlinger Spinn..
Faber Bleiſtiſt. 11
Faber & Schleicher 1
Fahr. Birmaſens.
Farbenind F. 6.
Felten &E Guilleau.
Feinmech. (Jetter)
Feiſt. Selt.
Frankfurter Gas ..
Frankfurter Hof ../1
Frrf.=M. Polzu.B.
Beiling E Cie. .
Germania Linol..
Geiſenk. Gußſt.
Goldſchmidt,. Th.../1
Gotha Waggon..
Gritzner. Maſch. ..!1
Grün & Bilfinger .!.
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen .
Hanfw. Füſſen ...
Hanſa=Llond, Br.
Hartm. & Braun..
Heyligenſtgedt. . .
Hilpert, Armatur. 160
Hindrichs=Aufferm.!.
Hirſch Kupfer —
Hoch=Tieſ Eſſen .1
Holzmann. .... /218,25
Holzverk. Ind.. . . . 36.5
Hydrom. Breslau
Fnag ......
1134.5
114‟
191
245,9
170
103.25
so.5
55.2
223.25
205
131
134.25
9s2
336
167
130,75
97
333
156
135
223
/145
29
125.5
160. 251
96
Junghans St..
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt. R.
Klein Sch. & Becker!1
Knorr, Heilbronn.
Konſerv. Braun.
grw. At= Württbg.
Krauß Lokom.
Schmeyer
Sech, Augsburg.:..1
Lederw. Rothe ...!
Spicharz.
Linge Schuhw.
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh. Walzm.!
Lüdenſcheid Metall
Lux Induſtrie.
Ranraſt Höchſt.
Mars=W. Nürnberg
Metallgeſ. Frif.
Miag. Mühlenb. ./1
Moenus, Stamm.
Motorenſ. Deutz
Motorenf. Oberurf.
Münch. Lichtſpielk.
Reckart. Fahrz.
Neckarw. Eßlingen
Beters Union . 1
Pfälz. Näh. Kayſer!
Philipps...
Vorzellan Weſſel
Rein. Gebb. cSchal
Rhein. Elektr.
Rhenanig,Kunheim
Rütgerswerke. .— 1
Schneid. & Hanau.
Schnellpr. Frank
Schramm Lackf. .ſt
Schriſt Stemp.
Schuckert, Elektr.
Schuhf. Weſſel..
Schuhf Herz .
Schultz, Gränlack.
Seilind. Wolff. ..!1
Siemens Glas
Siemens & Halske ‟
1127.5
49
188
146.25
324
79.5
194.5
15625
41.25
aluss
214
166
Südd. Immob.
Südd.Zucker=A.=G.),
Thür. eletr. Lieſ.
UnhrenFurtwäng
unterſr. gr.=Eleg.)
Beithwerke
Ver. ſ.Chem.Ind.
Ver d.Olfbr Mann.
Ber. Faßſ. Caſſel.
Gummi. Bln.=Frf.
Pinſel=Nürnberg. 1
Ultramarin ......1
Zelſtoft Berl. ...
Bogtl. Maſch. .
Boigt & Haeffner I1
Bolthom. Sei. .
Bayß, & Frehtag 11
Begelin Rußfbr. 151.75
Zellſt. Aſchaffenba.
Zellſt. Waldhof . 13
Buckerf. Rheingau.
Trand xort und
Berſicherungs-Akt.
Dt. Reichsb.=Vorzg. /1
A. Di.Eienbahn
A. Lokalb.n. Kraftw.
Dt. Eiſenb.=Geſ. —1
Schantung E.B.
Südd. Eiſenb.=Geſ.)
Hapag ......"/153,25
Nordd. Aoyd. ... 1
132
125
127
136.75
89."
121
165.9
161.5
82
1455
349
165
157
49
102
ei
Frrft. Allg. Verſ.
Frankona Rückb.
Darmſt. Wer (
Bahnbedar ...
Dampft. Rodberg
bebvetig Konſ.
Gebr. Lutz ...
Motorf Darmſt.
Gebr. Roeder ....!1
Benuleth & Ellenb.
170.5
160.5
Anng
AarMis
TT 4510
Gegen Gicht, Stein- und Stoffwechselleiden! — Ermäßigte Pauschalkuren (mindestens) 3 Wochen: Pauschalpreis Mk. 189.—,
Im Kurhaus: Wochenpauschalpreis Mk. 80.50, im Badehof: Wochenpauschale Mk. 105.—. — Auskunft auch über Hauskuren durch die Badeverwaltung.
Arbeitsvergebung.
Die Rohbauarbeiten für den
Neu=
bau von Beamtenwohnungen in
der Mornewegſtraße werden auf
Grund des Miniſterialerlaſſes vom
16. September 1893 und deſſen
Ergän=
zungen öffentlich ausgeſchrieben, und
zwar: I. Erdarbeiten, II. Trägerlieferung,
III. Maurerarbeiten, II.
Steinhauerar=
beiten (Kunſtſtein), N. Zimmerarbeiten,
VI. Dachdeckerarbeit, III. Spenglerarbeit.
Zeichnungen und Bedingungen ſind
auf unſerem Amt. Paradeplatz 3,
einzu=
ſehen. Abgabe erfolgt nicht.
Angebots=
formulare werden daſelbſt, ſolange der
Vorrat reicht, zu den Selbſtkoſten
abge=
geben. Angebote ſind verſchloſſen,
porto=
frei mit entprechender Aufſchrift zum
Eröffnungstermin, Freitag, den 20.Mai
1927, vormittags 10 Uhr, einzureichen.
Zuſchlagsfriſt 14 Tage. (TV.7758
ly
Darmſtadt, den 6. Mai 1927.
1
Städt. Hochbauamt.
Becker.
feſtgeſtellt. Die beſtellten Geſchäftsführer
Gieſchen und Wirtz ſind beide zur
Ge=
ſchäftsführung und Vertretung der
Ge=
ſellſchaft gemeinſchaftlich berechtigt und
haben demgemäß auch die Firma
ge=
meinſchaftlich zu zeichnen. Die
Beſtel=
lung von weiteren Geſchäftsführern und
von Prokuriſten erfolgt durch die
Geſell=
ſchaftsverſammlung, welche auch die
Ver=
tretung eines durch Abweſenheit oder
Krankheit an der Geſchäftsführung
ver=
hinderten Geſchäftsführers von Fall zu
Fall zu regeln befugt iſt. Die
Stamm=
einlage des Geſellſchafters Friedrich
Gie=
ſchen wird durch die folgenden Sachwerte
in die Geſellſchaft eingebracht. Dieſe
Sacheinlage iſt mit dem Betrage von
1000 Reichsmark bewertet.
Eingebrachte Gegenſtände:
Wert
Eiuräge in das Handelsregiſter Ab.l1
teilung 4: Am 30. April 1927 hinſicht=12 Manometer ..
lich der Firma: Darmſtädter Holz=/1 Handbohrmaſchine
induſtrie W. Mahr Nachf.,
Darm=
ſtadt: Der perſönlich haftende Geſell= 1
ſchafter Albert Feuchtwanger iſt infolge 1
Ablebens aus der Geſellſchaft
ausgeſchie=
den, die mit ſeinen Erben: 1. Lina, ge= ”
borene Bruchfeld, Witwe des Kaufmannes
Albert Feuchtwanger in Darmſtadt, 2. Geſchäftsbücher und Ordner
Kaufmann Arthur Feuchtwanger daſelbſt,
3. Elſe Feuchtwanger daſelbſt, geboren!
am 18. Oktober 1910, während ihrer
Minderjährigkeit vertreten durch ihre
unter 1. genannte Mutter als perſönlich
haftende Geſellſchafterin und dem
per=
ſönlich haftenden Geſellſchafter Heinrich
Heyl fortgeſetzt iſt. Zur Vertretung der
Geſellſchaft ſind nur Lina Feuchtwanger
Witwe und Arthur Feuchtwanger je allein
berechtigt. Die Prokura der Albert!
Feuchtwanger Ehefrau iſt erloſchen. Am
3. Mai 1927 hinſichtlich der Firma:
Otto Erb, Darmſtadt: Die Prokura der
Otto Erb Ehefrau iſt erloſchen. Die
Firma iſt erloſchen. — Abteilung B: Am!
2. Mai 1927 hinſichtlich der Firma:
Heſſiſche Immobilien=Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung,
Darm=
ſtadt: Die Vertretungsbefugnis der
Li=
quidatorin iſt beendet, die Firma
er=
loſchen. Am 5. Mai 1927 hinſichtlich der
Firmen; 1. Röhm & Haas,
Aktien=
geſellſchaft, Darmſtadt: Die Prokura
des Dr. Frank Engliſh iſt erloſchen.
Che=
miker Dr. rer. nat. Curt Schüller in
Darmſtadt iſt zum Geſamtprokuriſten
be=
ſtellt in der Weiſe, daß er befugt iſt,
ge=
meinſchaftlich mit einem
Vorſtandsmit=
glied, einem ſtellvertretenden
Vorſtands=
mitglied oder einem Prokuriſten die
Firmaſ=
zu zeichnen. 2. Darmſtädter
drogen=
großhandel, Aktiengeſellſchaft,
Darmſtadt: Die Vertretungsbefugnis des
Liquidators iſt beendet, die Firma
er=
loſchen. Am 6. Mai 1927:
Neuein=
trag: Firma: Gieſchen=Rotations=
Kompreſſoren=Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung. Sitz:
Darm=
ſtadt. Gegenſtand des Unternehmens:
Die Herſtellung und der Vertrieb von
Notatins=Kompreſſoren=Gebläſen.
Va=
euum=Pumpen ſowie ähnlichen Maſchinen
und Einrichtungen. Stammkapital: 21000
Neichsmark. Geſchäftsführer: Friedrich
Gieſchen, Ingenieur, und Friedrich Wirtz,
ugenier, beide in Darmſtadt. Der
Ge=
ſellſchaftsvertrag iſt am 30. April 1927
Sr. 100 Mn
Die Bekanntmachungen der Geſellſchaft
erfolgen nur im Deutſchen Reichsanzeiger.
Darmſtadt, den 7. Mai 1927. (7835
Amtsgericht I.
ſGrein Derſteigerungs Anteige,
Nächſten Dienstag, den 10. Mai
Ife. Js., nachm. 2 Uhr, läßt Herr
Adam Hach, Oreſchmaſchinenbeſitzer von
Klein=Bieberau, 2 Wohnhäuſer mit
Gar=
ten, 1 Dreſchhalle, 21 m lang, 9 m breit,
Falzziegelbedachung, an Ort und Stelle
verſteigern; ferner: 2 Kreisſägeböcke mit
verſchied. Blättern, 1 Schrotmühle für
Kraftbetrieb, 1 Poſten geſchnittenes und
ungeſchnittenes Bauholz, Dachlatten,
Zie=
gel und Backſteine, 1 ſchwere Werkbank
und verſchiedenes Werkzeug: ferner:
Heu, Stroh. 1 Fahrkuh, 2 leichte Wagen,
Pſlug, Häckſelmaſchine, 2 Eggen und
ver=
ſchiedene landwirtſchaftliche Geräte an
den Meiſtbietenden verſteigern.
Zahlungsbedingungen nach
überein=
kunft.
(*12530
Klein=Bieberau, den 7. Mai 1927.
Adam Hach.
Verſteigerungs Anzeige.
Am Freitag, den 13. Mai 1927,
nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in der
Holzhofalle Nr. 27
(7816ga
rd. 5000 kg Stahl
Chromnickel 4) in Rundſtäben von 11,
12, 16, 18. 36, 37 mm und in
Vierkant=
ſtäben 16/24, 18 24, 18/25 mm,
zwangs=
weiſe meiſtbietend gegen Barzahlung.
Ziegler
Vollziehungs=Beamter.
Zwangsverſteigerung.
Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit! Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der
der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
des Händlers Peter Neu in Heubach im Odenwald im
Grundbuch eingetragen waren, ſollen
Dienstag, den 14. Juni 1927, nachmittags 3, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer
Nr. 219 verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 24. Auguſt 1926 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auffor=
derung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
ſtandes tritt.
(6051a
Darmſtadt, den 1. April 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band XX, Blatt 1010
Betrag der
O.=Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann qm
Schätzung
380 Hofreite Nr. 7 Sackgaſſe 159 4500 R.M.
2. T 381 Hofreite Nr. 71,
Sack=
gaſſe
103 4500 R.M.
Sanstor. Dr. Mäller, Dresden-Loschnitz
Diät-, Schroth-, Fastenkuren
Sr. Hellerfolge — Broschdre fr.
er alle Börsen vorgänge
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und zuwerlässis
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Außer den Kursen und ungefähren Umsätzen der
beiden letzten Tage werden die wichtigsten Käufer
und Verkäufer der offziellen Märkte angegeben.
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10 wertwolle Beilagen
enthalten alles Wissenswerte über:
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umstellungen, Aufwertung der Industrie-Obligationen.
Reutenwerte etc. ete,
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liegen bei fast allen größeren Bankinstituten aus.
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Probenummern durch den Verlag:
Berlin HW. 6. Schiffbauerdamm 19 d-
Zwangsverſteigerung.
Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des
Kaufmanns Heinrich Pieplow, Darmſtadt, Alexanderſtr. 6,
im Grundbuch eingetragen waren, ſollen.
(6319=
Dienstag, den 21. Juni 1927, nachmittags 31/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle Zimmer
Nr. 219 verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvolle
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 7. März 1927 in das
Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläubi=
gers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Necht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten Gegen=lVerſteigerungserlis an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 1. Aprik 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung der Grundſtücke:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk III, Band XIII, Blatt 615.
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann qm
Schätzung
III 18 Hofreite Nr. 6 Alexan=
808 35 000 RM.
derſtraße
III 19 Hofreite Nr. 4 daſelbſt 694 30 000 RM.
Lieferung.
1 das beſte. Drog. ZeckerNchf.,
SiFlBOodendr Ludwigshöhſtr. 1, (B.3742 Der Bedarf an Webwaren, Glas=,
Porzellan= und Steingutwaren für
das Stadtkrankenhaus für die Zeit bis
31. März 1928 ſoll vergeben werden.
Die Muſter, Lieferungsbedingungen und
Angebotsformulare können ab 10. Mai
ds. Js. auf dem Geſchäftszimmer der
ſtädtiſchen Material=Verwaltung
im Stadthaus eingeſehen, bezw. abge=
(st7481
holt werden.
Angebote mit der Aufſchrift „
Kran=
kenhausbedarf” ſind bis 24. Mai 1927
an die obige Dienſtſtelle einzureichen.
Der Oberbürgermeiſter.
IMd
Veräußerung eines
Faſelebers.
Ein der Gemeinde Griesheim
gehöri=
ger untauglicher Faſeleber ſoll im
Wege öffentlichen Angebots vergeben
werden.
Schriftliche Angebote auf
Lebendge=
wicht ſind bis Mittwoch, den 11. ds.
Mts., vormittags 11 Uhr, bei der
Bürgermeiſterei einzureichen. (7809
Griesheim, den 6. Mai 1927.
Heſſ. Bürgermeiſterei Griesheim
Schüler.
Prankkurt a. I.
Prerue-Kärkte
9. Mai, 13. Jun1, 4. Jali,
1. Ans.. 29. 4ng, 3. 04t.,
31. Okt., 5. Dezbr.
Pierde Lotterie: 25. ſuni
zu 1 Mk.
Verein Frsnkfo
A Drrz
8. Mai 1925
Nummer 19
Es iſt ein altes Städtlein im Frankenland, ob dem
ſonnig=rebgrünen Cauberflüßlein liebreizend gelegen, das iſt
das ſchönſte in deutſchen Landen. Um das hochgebaute
Städtlein mit ſeinen roten Giebeln und roten Cürmen führt
eine hohe Mauer herum mit grauen Stadttoren, trutzhaften
Wehr= und Wachttürmen, Spähern, Luglöchern und Sinnen
wohlverſehen, die den Feinden der ſtreitbaren Neichsſtadt
vor Jahrhunderten ſehr zu ſchaffen machten. Heute ſpäzieren
vergnügt bunte Wandervögel, lange Engländer und
Malers=
leute auf den zertretenen Steinplatten des überdachten
Laufſteges hoch droben um die Stadt herum, oder ein Seiler
ſeil tmit ſeiner hübſchen Cochter ſeine Stricke. Und
jeder-
mann freut ſich über die maleriſch wechſelnden Häuſerwinkel
und roten ſteilhohen Siebel und zahlreichen Cürme, in die ſie
unverſehrt ſchauen mögen. Die Straßen Nothenburgs ſind
alle verwunſchene, bunte Märchengaſſen aus einer
ver=
ſunkenen Seit, über denen behagliche, gemütliche Stimmung
gebreitet liegt. Neichverzierte und zierliche Brünnlein
ſprudeln allerorten in Gaſſen und Winkeln, von kreuzbraven
Brunnenheiligen aufrecht beſtanden. Und Nothenburgs
traute Häuſer, was ſind die bunt und ſchlicht, ſteif oder
eitel, umſtändlich oder behäbig, krumm oder altersmüde,
prahlend und prunkend. Jeder führt ein eigenbrödleriſch
Leben, hält aber doch mit dem anderen gute Nachbarſchaft
und möchte beileibe nicht überſehen werden. Die meiſten
ſchmückt ein blitzſauberes, blumenumblühtes Ekerlein; viele
ein lieber Hausſpruch:
Sum Noſenbäck heißt dies Haus allhier
Drei güldne Nöslein ſind ſein Sier.
Andere warten noch heute ſtolz damit auf, daß vor
Jahr=
hunderten längſt vergeſſene Kaiſer, Könige und Weltgroße
„eine ganze Woche lang” zu Gaſte geweſen. Da ſind ſteife
Patrizierhäuſer mit gotiſchen Giebeln und ſpitzbogigen
Portalen, Nenaiſſance=, Barock= Nokoko= und
Jachwerk=
bürgerhäuſer, eines neben dem anderen, ſtilecht, wertvoll,
würdebewußt, in den Jahrhunderten ſteif und grau geworden.
Und die ſteilhohen, roten Creppengiebel, deren mancher vier
oder ſechs ſtattliche Giebeletagen aufweiſt, ſind von zierlichen
Cürmen, hübſchem altertümlichen Sierrat luſtig geſchmückt.
Kunſtſchmiedearbeit findet ſich an Cür und Cor, ſpielhaft
verſchnörkelte Arabesken von Notgrün umrankt. Dann der
Markt. Ein prächtiges Nenaiſſance=Nathaus mit Freitreppe
und Lauben neben dem alten Nathaus aus gotiſcher Seit,
aus deſſen ſtarren Giebeln der ſchlanke Curm ſaltſam
maleriſch aufſteigt. Vor der Marienapotheke mit dem
trau=
teſten Eker ſteht der meiſterliche St. Georgsbrunnnen. Auch
das Poſthaus ſteht am Markte und immer einmal ſchaukeln
gelbe Poſtkutſchen, ganz wie zu des ſeligen Karl Spitzwegs
Heiten, auf dem Holperpfliſter heran. Am Poſthaus wird
jeden Mittag, ſobald getreu althergebrachter Ueberlieferung
die feierlichen Curmchoräle über den Giebeln der Stadt
ver=
hallt ſind, Glockenſchlag zwölf, der Altbürgermeiſter Nuſch
gefeiert, der im dreißigjährigen Krieg durch ſeine
Crunk=
feſtigkeit die Stadt vor der Plünderung rettete. Gehen neben
zwei Uhren zwei Cürlein auf, dahinter der Nuſch, eine
bärtige Neckengeſtalt, ſichtbar wird, hebt einen gewaltigen
Weinkrug und vollbringt ſo täglich aufs neue vor dem
kopfſchüttelnden Cilly den ſtadtrettenden Meiſtertrunk. Und
ein kinderfrohes Lachen geht durch die Neihen der
auf=
ſchauenden Fremden. Nah iſt Nothenburgs Dom, die
zwei=
türmige prachtreiche gotiſche Sankt Jakobskirche, mit
über=
reichem gotiſchen Steinprunk außen geſchmückt. Innen wird
man der morgenſonnigen Buntglasfenſtermirakel in ihrer
märchenhaften Buntheit nicht müde. Das abgetane Kloſter,
das Spital mit den alten Weiblein, die Ueberreſte der
einſtigen Burg, die zahlreichen Mittelaltertore und Cürme,
die zahlreichen, hier nicht näher zu benamſenden Häuſer, von
denen Merkwürdigkeiten zu berichten wären — alles reiht
lich zu dem Schmuckkaſten voller Köſtlichkeiten, der ſich
Nothenburg nennt. Und das iſt das Schöne in dieſem
muſeumhaften Stadtbild, gleich es kein zweites gibt, daß
man die maleriſche Altertümlichkeit und traute Anmut
be=
dächtig ſchlürfen kann wie einen Schoppen edlen
Cauber=
weines.
Und ſo möchteſt du, herzliebes Nothenburg „noch viele
Jahrhunderte auf deinem ſtarken Rücken tragen, möchteſt
leben ewiglich, auf daß Vielen noch bei deinem Anblick ein
Feiertag werde, wie er nicht oft kommt im Menſchenleben.
Denn nach Nothenburg wir dman wunſchlos.
Konrad Haumann.
Ennknnnnannnannnanngagnnnnnnnnnagnagagnnn
IHAAHAHHEEnEnIR
Streifzug ins Phantaſtiſche.
Von Dr. Herbert Nette.
Sie ſaßen zuſammen und betrachteten eines jener geſpenſtig-fremdartigen
Blätter des Belgiers James Enſor — ich glaube, es war die Kathedrale —
als der Liebhaber des Phantaſtiſchen ſagte:
„Grenzenlos iſt dieſes Neich, unbegreiflich in ſeinen Mitteln, nie zu
ent=
rätſeln in ſeiner Wirkung.”
Der Doktor der Kunſtgeſchichte überließ ſich noch einen Augenblick dem
Rätſel, dann legte er ſein Geſicht in Falten nüchterner Ueberlegenheit und
begann zu dozieren:
„Eng, ſehr eng begrenzt iſt dieſes Neich, wie du die kleine Provinz des
Phantaſtiſchen zu nennen beliebſt, kärglich in ſeinen Mitteln, leicht zu
entziffern in ſeiner Wirkung. Ein wenig kritiſche Entſchloſſenheit und man
Afrikaniſche Hohplaſtik
ſieht: es gibt gar keine Phantaſie, grob geſagt natürlich und
cum grano salis zu verſtehen. Sicher iſt eine gewiſſe
Ein=
bildungskraft des Menſchen vorhanden und ermöglicht es,
irgendwelche Trugbilder im Gegenſatz zur Wirklichkeit zu
formen. Inſofern iſt ja ſchon die primitive Seichnung eines
Ur=
menſchen von einem Renntier eine Leiſtung der Phantaſie, da
hier Näumliches durch Flächenhaftes wiedergegeben und ſomit
eine Erſcheinung der Wirklichkeit in eine andere Dimenſion
überſetzt wird. Aber damit iſt die Schranke, die noch dem
kühnſten und ausſchweifendſten Craum geſetzt iſt, auch ſchon
er=
reicht. Ueberall iſt die Phantaſie an die Elemente der ſinnlichen
Wahrnehmung gebunden und über Vergleiche mit der
Wirklich=
keit oder Verzerrungen und willkürliche Zuſammenſtellungen des
Nealen kommt ſie nie hinaus. Nie iſt ſie ſchöpferiſch, immer nur
reproduktiv und ganz und gar außerſtande, etwas im wirklichen
Sinne Phantaſtiſches zu ſchaffen.”
Hier wollte der andere etwas zur Verteidigung der
menſch=
lichen Phantaſie vorbringen, aber ihr Vernichter war im Suge.
Er gab eine Analyſe der verſchiedenſten Kunſtwerke, den
Nach=
weis, wie gänzlich phantaſielos das alles ſei, mit welch plumpen
und einfachen, ſämtlich der äußeren Erſcheinungswelt
ent=
nommenen Mitteln man hier gearbeitet habe. Man könne es
doch wirklich nicht phantaſtiſch nennen, wenn indiſche Götter drei
Köpfe und ſechs Arme hätten; die Multiplikation ſei eine ſehr
trockene und dürftige Angelegenheit, auch wenn man in den
Büchern des Buddhismus leſe, daß Buddhas Chron von 100000
Sonnenſchirmen überdacht ſei und die Verſammlung von unteren
Göttern, die ihn umgeben, 680 Millionen Weſen umfaſſe.
Dann nannte er, ſorgſam klaſſifiziert, andere Mittel
phan=
taſtiſcher Darſtellungen. Da gab es Holzplaſtiken aus Neu=
Guinea, bei denen durch grobfalſche und verzerrte Proportionen,
einen rieſigen Kopf etwa oder unmöglich weit auseinanderſtehende
Augen der Eindruck des Phantaſtiſchen hervorgerufen wurde.
Groteske Canzmasken aus Afrika, bei denen irgend ein Affekt
bis ins Unnatürliche geſteigert war, ſo daß dieſe Geſichter in
tieriſcher Wut oder Begierde ſtierten. Altmexikaniſche Bucklige
und chineſiſche Tempelwächter gehörten hierher und grenzten
unmittelbar an die Darſtellungsform der Karikatur, nur daß
dieſe nicht willkürlich, ſondern gerade das Weſenhafte und
Charakteriſtiſche übertreibe.
Neben dieſem Mittel der Verzerrung gab es andere. So
vertauſchte man z. B. Beſtandteile oder Eigenſchaften und ſtellte
verſchiedenartige und entgegengeſetzte Dinge zuſammen. Zumal
Geiſteskranke zeichneten ſich hier aus, nur daß ſie eine beſondere
Jentauren, Griechiſches Valenbild
Vorliebe für Uebertreibung obſzöner Dinge hatten. Im übrigen
gelang es ihnen ſo wenig wie den bewußt ſchaffenden Künſtlern,
wirklich Phantaſtiſches, das nicht nur aus Ceilvorſtellungen der
Edward Munch, Geſchrei.
n der Kathedrale zu Neims
realen Erſcheinungswelt zuſammengeſetzt
war, neuſchaffend zu bilden. Die antiken
Phantaſiegeſtalten, Faune, Kentauren waren
von dieſer Art, die Grotesken in den
Chermen des alten Nom, die Waſſerſpeier
an gotiſchen Domen, die Canzpuppen der
Polyneſier, die Chimären von Notre Dame
und all die Fabelweſen, die im Mittelalter
eine ſo große Nolle ſpielten.
So ging es noch eine ganze Weile. Die Phyſiologie der
Sarben wurde erklärt zum Verſtändnis, warum gewiſſe Farben
und Farbenzuſammenſtellungen phantaſtiſch anmuteten, die
Ex=
preſſioniſten wurden vorgenommen und ihre Cricks und
Kunſt=
geheimniſſe enthüllt, und nur die Beteuerung des Zuhörers, er
ſei gänzlich unmuſikaliſch, rettete ihn davor, zu erfahren, warum
die Schwirrhölzer der Neger, warum Strawinſki und die
Hirten=
flöte im dritten Akt des Criſtan phantaſtiſche Empfindungen
auslöſten.
Um ſeiner Bildung und der Vollſtändigkeit halber fragte er
noch, wie es denn mit der Dichtung ſtünde. Aber auch da war
für Liebhaber des Phantaſtiſchen nichts zu hoffen. Soweit man
in Bildern redete, dieſelbe Armut mit denſelben Mitteln! „Das
trunkene Schiff” des unvergeßlichen Nimbaud mußte herhalten.
Was gab es denn in den „unglaublichen Ländern” ſeines
Opium=
rauſches, „wo Panteraugen aus den Blumen blühen, Negenbogen
auf Menſchenleibern wie Bänder und unter den Wogen
meer=
grüne Herden ziehen‟? Die alte Leier! Silberne Sonnen,
elek=
triſche Monde, ſingende Siſche, alſo auch hier nichts als
Ver=
tauſchung von Adjektiven und Kombination nicht
zuſammen=
gehöriger Beſtandteile „aber worüber lachſt du denn?”
unterbrach der Vortragende ſich heftig.
Nun, es iſt möglich, daß jener etwas gelächelt hatte, aber den
wahren Grund wollte er noch nicht verraten und ſo meinte er:
Vielleicht haſt du dir die Sache etwas leicht gemacht und die
feineren Arten außer Acht gelaſſen. Ich zweifle durchaus nicht,
daß ſich auch hier deine Erkenntnis bewähren würde, aber
immer=
hin, es gibt Dinge, bei denen du nicht ſo ſchnell auf den Grund
kommen wirſt, in die das Phantaſtiſche ſo ganz verwoben und
eingekleidet iſt, daß man es nicht einfach abhängen kann und
nun das Ding nackt und nüchtern daſteht, ſondern die man zum
mindeſten aufbrechen, entblättern, zerſtören muß. Vielleicht
ge=
hört die ungeheure naturaliſtiſch-überſinnliche Phantaſtik
Grüne=
walds hierher und die unendlichen Weltenräume Nembrandts
mit ihren Katarakten von Licht, abſtürzend ins Dunkel. Ja, es
mag Dinge geben, phantaſtiſche Dinge, die du auseinanderbrechen,
ſezieren, in Atome zerſtückeln kannſt, aber du findeſt das
Ge=
heimnis nicht. Denke an die dämoniſchen Viſionen Kubins, die
ihn noch um die alltäglichſten und nüchternſten Sachen
grauen=
hafte und nächtliche Schatten ſehen läßt. Es gibt Bäume bei
van Gogh, die ſich in namenloſem Entſetzen krümmen und
hinauf=
ſchreien in den Himmel und auch dieſe großen, ſtarren und doch
glühenden Augen ſeiner Sonnenblumen wirſt du nicht ſo leicht
ihrer Unheimlichkeit entkleiden können. Wie ganz rätſelvoll, ja
Die Kritiker des Kaiſers.
Von Henri Borel.
Es lebte in grauer Vorzeit in China ein Kaiſer, der zugleich
Künſtler war, und unter deſſen Negierung die Künſte ungemein
blühten. Seine beſondere Liebe gehörte der Malerei, und er
gründete eine Kaiſerliche Akademie für Maler, zu der jährlich
tauſende junger Schüler aus allen Gegenden des Neiches
hin=
ſtrömten, da die größten Meiſter des Pinſels an ihr als Lehrer
unterrichteten. Jedes Jahr ſchrieb der Kaiſer einen fürſtlichen
PPreis für den Schüler der höchſten Klaſſe aus, der das ſchönſte
Bild gemalt hatte. In dieſem Jahr jedoch wurde in Hof= und
Kunſtkreiſen die heftigſte Unzufriedenheit laut über die Wahl der
Jury, die aus zehn Mitgliedern beſtand und dieſen Preis
ver=
teilte, aber immer ungerecht verfuhr. Es wurde ſogar gemunkelt,
daß die Jurymitglieder Beſtechungen nicht unzugänglich waren,
und der Preis meiſtens dem Höchſtbietenden zufiele. Darum
be=
ſchloß der Kaiſer, die Jury abzuſchaffen und einen kaiſerlichen
Kritiker anzuſtellen, auf deſſen Urteil er ſich vollkommen
ver=
laſſen konnte. Nach langem Suchen und Ueberlegen wurde ihm
endlich von dem älteſten und weiſeſten ſeiner Natsherren ein
einfacher Künſtler ohne berühmten Namen empfohlen, dem aus
ſeiner Geburtsſtadt ein Ruf ſo kluger Einſicht und
unantaſt=
barer Ehrlichkeit vorausging, daß er für würdig befunden wurde,
das hohe Amt zu bekleiden.
Bevor der Kaiſer den Vorgeſchlagenen ernannte, wünſchte
er ihn auf die Probe zu ſtellen, indem er ihn gleichzeitig mit den
zehn Jurymitgliedern um ſein Urteil fragte, über einige ſpeziell
bierfür von einem großen Künſtler angefertigte Bilder, nach
Motiven, die nur dem Kaiſer ſelbſt und dem Maler bekannt
waren.
Das erſte Gemälde ſtellte ſieben Pfauen dar, die an einem
Frühlingsabend feierlich eine Marmortreppe des Palaſtes
hinauf=
ſtiegen, und der Kaiſer fragte perſönlich alle Kritiker, denen
gonau fünf Minuten Seit zur Antwort gegeben waren, welchen
Gebler ſie darin entdelkten. Alle zehn Jurymitglieder erſchöpften
ſich in Wortklaubereien und Kritteleien über kleine Einzelheiten
on Jarbe, Nuancen und Linien. Aber als nach ihnen der
Vor=
geſchlagene, der Ho Lin hieß, um ſein Urteil gefragt wurde,
ant=
wortete er ſofort: „Dieſes Bild würde ein Meiſterſtück ſein,
wenn der Maler mit der Natur von Pfauen beſſer vertraut
wäre, denn Pfauen ſteigen immer mit der linken Pfote zuerſt
eine Stufe hinauf, und dieſe gemalten tun es alle mit der rechten.”
Da ließ der Kaiſer ſieben Pfauen aus ſeinem Schloßgarten
eine Creppe hinaufſteigen, und tatſächlich, Ho Lin hatte recht!
Danach brachte der Kaiſer die elf Kritiker vor ein Bild, auf
dem eine Katze zu ſeben war, die an einem Strauch Pfingſtroſen
ſaß, und fragte: Was hat der Maler hiermit ausdrücken
wollen?‟ Die zehn Jurymitglieder erſchöpften ſich in
Er=
klärungen, in denen der Frühling — denn Pfingſtroſen ſind
Frühlingsblumen — und die Paarungszeit von Katzen die größte
Nolle ſpielten. Ho Lin jedoch antwortete: „Der Maler hat
ausdrücken wollen: Mittag. Denn in den Mittagsſtunden ſind
die Pupillen einer Katze, wie hier auf dem Bilde, wie ſchwarze
Striche, während ſie des Abends rund ſein würden, und
außer=
dem ſind Mittags, wie hier, die Blumenkelche weit geöffnet und
ein bißchen matt im Con.”
Der Kaiſer nickte zuſtiramend, da er jetzt wußte, daß Ho Lin
die Natur durch und durch kannte; aber ganz zufrieden war er
noch nicht. Jetzt führte er die Kritiker vor ein Gemälde, das
ſpielende Muſikanten darſtelſte. Und er fragte: „Was mögen
dieſe Leute ſpielen?‟ Die zehn Jurymitglieder erſchöpften ſich
in Vermutungen, aber Ho Lin antwortete ſofort: „Sie ſpiele
im Augenblick den erſten Cakt der dritten Modulation
Stückes „Das rote Gewand‟.”
Der Kaiſer ließ ſeine eigenen Muſikanten dieſes berühmte
Stück ſpielen, und ſiehel genau bei dem erſten Cakt der dritten
Modulation ſahen ſie wie eine Kopie des Bildes aus! Und der
Sohn des Himmels ſagte beifällig: „Ein Kritiker der Malkunſt
muß auch muſikaliſch ſein, denn alle Kunſt iſt Rhythmus. Iſt ein
gutes Bild nicht ein Lied ohne Worte?” aber ganz befriedigt
war er noch nicht.
Nun führte er die Elf zu
em Bild, auf dem Pfingſtroſen
und Chryſanthemen nebeneinander blühten, zwiſchen denen ein
Sweig Caſſia hervorragte, während bunte Schmetterlinge um die
chönen Blumen gaukelten.
„Dieſes Bild ſandte ein Freund dem anderen,” ſagte der
Kaiſer, „um ihm ſein Weſen und ſeinen Charakter zu offenbaren.
Was hat er wohl gemeint?”
Die zehn Jurymitglieder, die jetzt auch einmal ihre
Natur=
kenntnis zeigen wollten, erklärten einſtimmig, daß die Darſtellung
nichts taugte, weil Frühlingsblumen niemals neben Herbſtblumen
blühen könnten. Aber Ho Lin antwortete: „Die Pfingſtroſe iſt
die Blume des Frühlings, das Chryſanthemum die des Herbſtes,
und iſt die Caſſia nicht von altersher das Wahrzeichen des
Literaten? Der Maler weiſt hier ſymboliſch auf Confuzius'
heiliges Buch „Frühling und Herbſt” hin — Ch’oen Ch’ioe —
und iſt es nicht überall bekannt, daß das Spiel von Schmettevk.
lingen mit Blumen die Liebe ſymboliſiert? Der Freund h.
ſeinem Freund ſagen wollen: „Ich bin ein Student, der die
Weisheit ſtudiert, aber ich liebe auch ſchöne Frauen”.”
Wiederum ſah der Kaiſer zufrieden aus, da er erkannte, daß
Ho Lin Philoſoph und Dichter war, aber auch jetzt war er noch
nicht vollkommen zufriedengeſtellt, und er ließ vor die Elfe ein
Bild, das allerſchönſte aus ſeinem ganzen Palaſt kommen, eine
Landſchaft des unſterblichen Wang Wei. Sofort begannen die
zehn Jurymitglieder zu kritiſieren und fanden überall kleine
Sehler, aber es war, als ob Ho Lin mit Stummheit geſchlagen
wäre, denn er ſtand voller Bewunderung und Entzücken, ohne
ein Wort hervorbringen zu können, und als die zugeſtandenen
fünf Minuten um waren, hatte er noch keine Silbe der Kritik
geäußert.
Die eiferſüchtigen Jurymitglieder freuten ſich bereits über
Ho Lins Unfähigkeit, aber der Kaiſer legte jetzt voller
Freund=
ſchaft ſeine erhabene Hand auf die Schulter des bewegt
ſchwei=
genden Künſtlers und ſprach: „Das war es, worauf ich wartete.
Die höchſte Kritik iſt keine Kritik, und nur der Glückliche, der
noch unverſehrt die reine Schönheit erleben und in wortloſer
Ekſtaſe ſchweigen kann, iſt würdig, der Kritiker des Sohnes des
Himmels zu ſein.
ſpantaſtiſch dunkel und zugleich ahnungsvoll durchſcheinend die
Sorache iſt, fühlſt du, wenn du die melancholiſchen Spielereien
lAt, die Hans Arp im „Pyramidenrock” mit der Sprache treibt;
Hans Arp? das iſt Morgenſterns jüngerer, ungleich verrückterer
Erruder) aber es genügt auch, irgend ein Wort herzunehmen und
une Weile vor ſich hinzuſagen und ſeinen Sinn zu verſtehen
uthen. Wie wird dann jeder Buchſtabe und Laut ſchwankend
und wirr, wie ganz beunruhigend und voll dunkler Ahnung des
M bilds.”
Es war ſpät geworden und da man ſich auf der Gegenſeite
noch nicht recht zufrieden geben wollte, nahm der Phantaſt von
ſe Wand eine kleine Seichnung. Darauf waren mit dünnen
5rrichen zwei oder drei alte Segelſchiffe zu ſehen, abgetakelt mit
ſuchen Maſten und leeren Nahen, in einer abſoluten Windſtille
Antt glaſig=durchſichtiger Luft hinter einander an der Rhede
iggend. Sugleich aber konnte niemand dies Kunſtwerk
be=
rachten ohne das Gefühl, daß hier etwas außerordentlich
Phan=
artiſches dargeſtellt ſei. Ein ganzer Knäuel von Bildern und
Eandrücken ſtürzte über den Beſchauer her. Da war der
Iegende Holländer mit all ſeinen Sturmnächten, da waren
Schiff=
rüiche und die nächtlichen Schreie Ertrinkender, Piraten und
igenteuerliche Ueberfälle, verſunkene Städte und Nordlicht und
tie entdeckte Inſeln mit ganz märchenhaften Frauen, da waren
Hafenſpelunken und Meutereien renitenter Matroſen, malauiſche
Ochonken und das Feuer von Kap Lizard und Columbus und
ie ſpaniſchen Konquiſtadoren und das Seegeſpenſt mit ſeinem
uHlichen Schrecken — all das und noch vieles mehr war in
ſieſem Bild. Dieſes ganz unwirkliche Blatt alſo des Malers
Cnſpar David Friedrich nahm er und gab es dem Freund und
14b ihm zugleich ein weiteres Jahr Friſt nur für dieſes Bild: er
elle ihm das Phantaſtiſche darin zeigen, die Mittel, mit denen
gemacht ſei, die Stelle, wo es feſtſäße. Aber er ſagte ihm
usgleich: „Du wirſt es nie finden, denn es iſt beſtimmt gar nicht
dr rin; dieſe Seichnung, Gott, Seichnung! dieſe paar Striche ſind
ntt dem Lineal gezogen, es iſt ein Blatt Papier mit einigen
ſchnur=
daraden Linien darauf, ganz und gar durchſichtig und nichts iſt
94 hinter und nichts davor.”
Als er wieder allein war, dachte er, was für falſche
Folge=
rungen man aus richtigen Erkenntniſſen ziehen kann. Als wenn
de s Phantaſtiſche mit dem Verſtande zu ſehen ſei! Als wenn
üh erhaupt man je etwas anderes ſehen könnte, als ſeine
eigene Netzhaut im Suſtand der Affektion. Natürlich hatte jener vertragen konnte, ſagte von der „Madame Bovary”, dieſer
ge=
u erfaſſen, war beſtimmt nicht im Gegenſtand, ſondern nur im wie ein Warteſaal dritter Klaſſe.”
Ith. Und er dachte an ein Märchenbuch mit Bildern, das er
Zeichnung eines Swölfjährigen.
Der König und der Elefant.
Von Henri Borel.
In einer ſeiner vielen Inkarnationen, vor ſeiner letzten als
ſ2rinz Sidharta, war Shakyamuni, der Buddha, ein Sohn des
Hönigs von Benares, und nach dem Code ſeines Vaters folgte
er ihm auf dem Chrone, unter dem Namen Seſtrat'apa.
König Seſtrat’apa war im ganzen Neiche berühmt wegen
u iner Capferkeit und Geſchicklichkeit im Sähmen wilder Elefanten.
Wenn andere Fürſten eine Herde Elefanten, durch zahme
an=
gelockt, in die Umzäunung bekommen hatten, wo ſie angekettet
unnd gezähmt wurden, blieben immer einige beſonders wilde Ciere
üorig, die wieder freigelaſſen werden mußten, weil der ſtärkſte,
geduldigſte Cierbändiger ihrer nicht Herr werden konnte. König
Sieſtrat'apa jedoch hatte in ſeinen Augen und in ſeiner Stimme
enen unwiderſtehlichen Sauber, unter deſſen Einfluß auch der
mildeſte Elefant geriet, und darum ſchrieb das Volk ihm eine
wagiſche, übernatürliche Kraft zu, auf die er nicht wenig ſtolz war.
Eines Cages gelang es ihm, einen koloſſalen Elefanten zu
dääindigen, der jahrelang der Schrecken der Landleute geweſen
mar, da er ihre Felder zertrampelte und, was die Gärtner zur
Berzweiflung brachte, die ſchönſten Bäume in den Luſthöfen
ſſerer Herren vernichtete. Dieſer Elefant überragte alle anderen.
ir war ein wahrer Nieſe an Größe und Kraft, aber König
Sceſtrat’'apa glückte es, ihn unterwürfig und folgſam zu machen.
Nicht lange darauf brach eine Herde wilder Elefanten des
Machts in die ſorgfältig angelegten Gärten des königlichen
Dalaſtes ein, zertrampelte die ſchönſten Blumenbeete und riß die
elſten Palmen aus, ſo daß ſie quer über den Wegen lagen.
Alls der König den angerichteten Schaden geſehen hatte, geriet
ar in Wut und beſtieg den rieſigen Elefanten, den er vor einigen
Alonaten gezähmt hatte, um die Herde zu verfolgen. Ein großer
Crupp Diener auf zahmen Elefanten folgte ihm. Es war jedoch
Yerade in der Paarungszeit, und der Elefant, auf deſſen Nücken
ceer König ſaß, witterte mit ſeinem Rüſſel, der die feinſten
Seruchsſchwingungen auffangen kann, daß weibliche Elefanten
wie die unglückliche Prinzeſſin, nie hatte ein Mörder ſo furchtdar
ausgeſehen wie in dieſem Buch. Viel ſpäter ſuchte er jahrelang
nach dieſem ſo phantaſtiſchen Buch und als er es eines Cages
fand — war die Prinzeſſin ſchön wie eine Seifenreklame und der
Mörder ein armer verzeichneter Kretin. In ihm war die
Phan=
taſie geweſen und nicht im Bilde und konnte es auch nie ſein.
Denn nur Sinnliches und Stoffliches, nur Con und Farbe und
Klang dringt an un Auge und Ohr und nur in uns wirkt
Ueberſinnliches und Inſtoffliches.
Chimären von Notre Danie, Paris.
Im Warteſaal.
Von Hans Siemſen.
Ein Freund von mir, der den Peſſimismus Flauberts nicht
rocht, und das Ueberſinnliche war beſtimmt nicht mit den Sinnen nialen Cragödie der Langeweile einer kleinen Landſtadt: „Das iſt
Warteſäle ſind ja ſicherlich etwas Furchtbares. Und die Klaſſe
aes Kind hatte. Nie wieder hatte er jemand ſo grenzenlos geliebt, macht da gar keinen Unterſchied, ganz einerlei, ob zweiter oder
dritter. Warten müſſen — ob beim Zahnarzt, bei Friſeur, beim
Miniſter oder im Warteſaal —, das iſt eben etwas Schreckliches.
Und die Architektur, die Einrichtung, die Atmoſphäre aller
Warteſäle, die ich kenne, geben dieſem ſchrecklichen Zuſtand
ſchrecklichen Ausdruck.
Mein Sug geht erſt in zwei Stunden. Zwei Stunden muß ich
in dem Warteſaal dieſes kleinen, italieniſchen Städtchens ſitzen.
Denn draußen regnet es in Strömen. Ich ergebe mich in mein
Schickſal, beſtelle einen „Cinzano” und zünde mir eine der
mageren, kleinen grauſchwarzen italieniſchen Negiezigaretten an,
die, an Stelle von Cabak mit Staub gefüllt zu ſein ſcheinen.
Der höfliche, alte Kellner legt mir eine Mappe mit
Sei=
tungen auf den Ciſch. Was ſoll mir das? Ich kann nicht genug
italieniſch. Aber ſiehe da: es ſind illuſtrierte Blätter. Ein ganzes
Paket, ein halber Jahrgang. Leſen kann ich ſie nicht. Aber die
Unterſchriften kann ich entziffern. Und auch das wäre nicht
ein=
mal nötig. Die Bilder erklären ſich ſelbſt.
Photographien aus dem zoologiſchen Garten in? Ja, ich
weiß nicht: in Nom oder in Mailand? Das iſt ja auch ganz egal.
Es ſieht da ganz ähnlich aus, wie bei uns zu Hauſe. Junge
Bären gibt es da, wie bei uns, junge Löwen und ein junges
Kamel, das wie ein großer, junger Nieſenvogel daliegt, der aus
dem Neſt gefallen iſt. Ein Ciger, ganz hell, faſt weiß, mit
ſchwar=
zen Streifen. Sehr königlich, viel königlicher als der Löwe, der
mit ſeinem großen Umhängebart wie ein gutmütiger alter
Fa=
milienvater ausſieht. Swei Affen ſuchen einem dritten die Flöhe
ab. Er liegt auf dem Nücken und ſieht begeiſtert gen Himmel,
— als ob es dieſer Augenblick wäre, auf den er ſein ganzes Leben
lang gewartet hätte. Ungeheuer dick und aufgepluſtert ſitzt eine
Eule in ihrem Käfig. Ein Auge kneift ſie zu, mit dem andern
blinzelt ſie halb mißvergnügt, halb anzüglich in das unangenehm
helle Cageslicht. „Frau Eule” ſteht darunter, genau wie es bei
uns darunter ſtehen würde.
Lieber Himmel!. Was gibt es alles zu ſehen in ſolch einer
Bilderzeitung! Cibetaniſche Bettelmönche mit ihren
Gebets=
mühlen und ihren freundlichen Buttergeſichtern. Harpunierte
Walfiſche, die man mit Luft aufgeblaſen hat, damit ſie nicht
unterſinken.
Abgeſtürzte Flugzeüge. Und, andere Flugzeuge, die in
Ge=
ſchwadern von zwanzig und fünfzig nebeneinander herfliegen, wie
Soldaten bei mParademarſch. Erdbeben in Japan. Feuersbrunſt
in Brescia. Ueberſchwemmung in Holland. Spalla beim
Crai=
ning. Gigli auf einem Feſtbankett. Neitturnier der italieniſchen
Kavallerie. Porträts von Amundſen, Hindenburg, Pirandello,
den Gebrüdern Fratellini und dem Papſt. Der einbalſamierte
Caruſo in ſeinem Glasſarg. Das Grab des unbekannten
Sol=
daten. Kriegerdenkmäler aus Mailand, München, Paris und
aus Baſel in der Schweiz. Die Küſte von Kalifornien. Die
Schneefelder des Monte Noſa. Ein neu entdeckter Naffael,
Eine Parade der roten Armee. Eine Hinrichtung in Bulgarien.
Und eine italieniſche Samilie mit achtundzwanzig (28) lebendigen
Kindern.
Und nicht nur „intereſſante und aktuelle”, auch ſehr ſchöne
Bilder gibt es da. Ein Hindu geht mit zwei kleinen Faſſern, die
er an einem Joch über der Schulter trägt, und ſprengt die
Straßen in Benares. Mit dem Adel einer Gottheit geht er
dahin. — Chineſiſche Puppentheater. Die kleinen angemalten
Papierfiguren machen da ein „expreſſioniſtiſches” Cheater, das
die Menſchen nie erreichen werden. — In einem Obſtgarten
weidet ein Schimmel. Das iſt alles. Aber es iſt ein Bild, wie
Courbet oder Choma nie eines ſchöner geſchaffen haben. — Ein
preisgekrönter Airedale=Cerrier, ach wie ſieht er aus! Wie die
Klugheit, die Creue und Lausbubenhaftigkeit in Perſon. — Eine
Szene aus Chaplins Film: Goldſucher in Alaska. Er ſteht an
der Cür eines Goldſucherballſaales. Man ſieht ihn nur von
hinten. Aber wie ſteht es da, dies rührende Geſchöpf! Von
hinten ſieht man ihm an, wie ſehnſüchtig und beſcheiden er dem
herrlichen Leben der anderen, der Glücklicheren zuſieht. Wie ein
frierender Engel an der Pforte des Paradieſes. — Ja, es gibt
viel zu ſehen und viel zu photographieren in der Welt. Viel
Häßliches und viel Schönes.
Ja, die Erde iſt ſchön! Und ſogar die ſeltſamen und
unan=
genehmen Weſen, die ſie bevölkern, die Menſchen ſind manchmal
ſchön. Sehr ſchön. Und am ſchönſten, wenn man ihnen dort
be=
gegnet, wo ſie nicht den Mund auftun können, — in der
illuſtrierten Seitſchrift.
Es iſt fünf Minuten vor ſechs — und gleich kommt mein
Sug. Sieh mal an! Wie nett waren dieſe gefürchteten zwei
Stunden im Warteſaal. Ich habe eine Neiſe um die Welt
gemacht.
Ich beſtelle mir ſchnell noch einen „Cinzano” und zünde mir
noch eine der trockenen, kleinen Sigaretten an und gebe dem
freundlichen, alten Kellner ein ſchönes Crinkgeld. Adieu, du
ſchmutziger, kleiner Warteſaal! Adieu, die ſchwarze
Sauber=
mappe mit deiner illuſtrierten Seitſchrift! Adieu, du
photo=
graphierte Welt! Sch will nun gehen und ſehen, ob du in der
Wirklichkeit ebenſo ſchön biſt.
vor ihm gelaufen waren, und ging, laut trompetend, durch. Der
König ſtach ihn mit dem eiſernen Stab, der die Stelle der
Reiter=
ſporen vertritt, in den Nacken, und wandte den ſüßeſten Sauber
ſeiner wunderbaren Stimme an, um das Cier zur Vernunft zu
bringen, aber es half nichts. Das koloſſale Cier wurde immer
toller und rannte mit den Ohren ſchlagend und den Rüſſel
ſchwenkend in den Wald hinein, alles vernichtend, was ihn in
den Weg kam. Schließlich war der König ſo weit von ſeinem
Gefolge entfernt, daß es danach ausſah, als ob er ganz allein
mitten in der verfolgten Herde anlangen und alſo in Lebensgefahr
geraten würde. Er ergriff darum behende die Aeſte eines
Baumes und hängte ſich daran, während der widerſpenſtige
Ele=
fant unter ihm durchraſte.
Seſtrat’apa kletterte dann herunter und wartete am Fuße
des Baumes, bis ſein Gefolge ihn einholte.
Als er wieder in ſeinen Palaſt zurückkam, ließ er den
Stall=
meiſter der Elefanten kommen, und überſchüttete ihn mit
Vor=
würfen und Verwünſchungen.
„Was haſt du mit meinem Lieblingselefanten gemacht?”
ſchrie er ihm wütend zu. „Er war der ſchönſte und größte von
allen . .. ich hatte ihn gezähmt, bis er wie ein Schoßhündchen
war und zitterte, wenn ich nur einen Moment laut zu ihm ſprach:
alle Fürſten im Umkreis waren neidiſch, weil kein anderer als ich
ihn jemals bändigen konnte. . . niemals iſt er ungehorſam
ge-
weſen, niemals hat er auch nur einen Augenblick gezögert, einem
Befehl von mir zu folgen.. . und jetzt, auf einmal, widerſetzt er
ſich mir und folgt ſeinem eigenen, ſtörriſchen Sinn . . . es muß
etwas mit ihm geſchehen ſein .. . du mußt ihm etwas zu eſſen
oder zu trinken gegeben haben, das ihn toll gemacht hat,
Elen=
der . . . aber wenn er nicht zurückkommt, ſollſt du ſterben .. .!"
Sechs Cage vergingen, aber Girimekala, der Rieſe unter den
Elefantenrieſen kehrt nicht zurück. Der König entbot nun den
Scharfrichter und trug ihm auf, am folgenden Cage den ſchuldigen
Stallmeiſter hinzurichten.
Am Morgen des ſiebenten Cages jedoch war der Elefant in
die königlichen Ställe zurückgekehrt und ſtand ruhig, als ob nichts
geſchehen wäre, auf ſeinem gewöhnlichen Platz, wiegte ſich leiſe
auf ſeinen koloſſalen Pfoten hin und her und ſchwenkte
ver=
gnugt ſeinen langen Nüſſel.
Als der König, dem dies ſofort berichtet wurde, herankam,
ließ das vergnügte Cier ein frohes Crompetengeſchmetter hören
und kniete demütig auf den Vorderpfoten vor ihm nieder indem
er ſeinen Nüſſel aufrecht in die Höhe ſtreckte, ſo wie ein Krieger
ſein Schwert präſentiert. Der Stallmeiſter ſtand ehrerbietig
daneben, die Hände zum Gruß an der Stirn.
Der König war ſtumm vor Staunen. Dann rief er verwundert
aus: „Wie iſt es, im Namen aller Götter, möglich, daß ein
rieſiges Cier wie dieſes, noch vor kurzem eine Surie an wilder
Leidenſchaft, unempfindlich für Befehle und Bitten, raſend und
tobend wie die Inkarnation des böſen Geiſtes, auf einmal wieder
ſo ſanft und zahm iſt wie ein Lamm?‟
Und der Stallmeiſter, ein alter Mann, der viele Lehren von
ehrwürdigen greiſen Gurus (geiſtliche Lehrer) angenommen hatte,
antwortete ihm ernſt:
„O mächtiger König, die Leidenſchaft des Geſchlechts iſt
ſchärfer als der ſpitzeſte Haken; ſie iſt heißer als die brennende
Flamme; ſie iſt wie ein Pfeil, der den Verſtand durchbohrt; ſie
ſtiehlt wie ein Dieb die edelſten Cugenden, und wie die Dunkelheit
den hellen Mond verſchlingt, frißt ſie den klarſten Verſtand.
Dieſer Elefant, der den Geruch der weiblichen Ciere witterte,
wurde von Leidenſchaft überwältigt und geriet außer ſich. Jetzt
iſt ſeine Leidenſchaft befriedigt, wie ein Seuer, das ausgebrannt
iſt. Euer Elefant wurde wieder derſelbe wie vorher und kehrte
ruhig in ſeinen Stall zurück. Seht, wie er ſetzt vor Euch kniet,
gehorſam und demütig. Eurem kleinſten Wink wird er gehorchen.
Leidenſchaft iſt bösartig, hemmungslos und wild, ſie iſt die
Ur=
ſache alles Unglücks und aller Gefahr, bei Elefanten ſowohl wie
bei Menſchen. Und wollt Ihr einem Elefanten nicht vergeben,
weil er ebenſo ſchwach iſt wie ein Menſch?‟
Da ſchwieg der König und ging beſchämt von hinnen. Aber
er wußte damals noch nicht, daß dieſe Lehre die erſte war, die
ihm viele Leben ſpäter zum Buddha, dem Befreier von den
menſchlichen Leidenſchaften, machen ſollte . .
Berechtigte Überſetzung aus dem Holländiſchen von V. Blochekk
Im Auto durch die Cürkenſtädte der Herzegowina.
Die Herzegowina wurde bei Beendigung des Weltkriegs,
ebenſo wie Dalmatien und Montenegro, dem Königreich Serbien
zugeteilt. Dieſer neue rieſige Staat wird abgekürzt ſo genannt:
SHS.
Während an der dalmatiniſchen Küſte, bis tief in die Bucht
von Cattaro, der Markuslöwe den beiſpielloſen
Eroberungs=
drang der Venetianer verkündet, trägt die Herzegowina den
Stempel des Orients, der Cürkei, die dieſes Land Jahrhunderte
lang beſaß. Noch heute iſt in den Städten des Inneren die
Be=
völkerung zur Hälfte türkiſch.
Verläßt man die ſchöne üppige Küſte Dalmatiens, die
PPalmen, Naguſas und die fruchtbaren herrlichen Olivenfelder
der zahlreichen kleinen Inſeln, windet ſich das Auto über ein
Gebirge von unſagbarer Einöde. Zwei bis drei Autoſtunden
lang findet man kein Haus, keinen Menſchen, nur eine grandioſe
Wüſte aus ſilbergrauem Geſtein, ein Meer von rieſigen
Ge=
birgen. Die Armut und Primitivität der Menſchen, die hier
vereinzelt leben oder ſich hie und da in einem der Sonne gnädig
ausgeſetzten Calſtrich mühſam anbauen, indem ſie hohe
Stein=
mauern um jedes Stück Naſen bauen, Steinmauern mitten auf
der ſteingewordenen Ebene, iſt groß, und ähnlich der Bevölkerung
Korſikas beſitzen ſie ſtatt Senſterſcheiben bloß Bretter oder nichts.
Stundenlang fährt man durch dieſes beiſpielloſe
Steinpano=
rana auf ſchlechten Wegen Berge hmauf und hinunter zu der
Stadt Moſtar. Nadelſpitze Minarettürme, hart gegen den Karſt
geſtellt, verkünden ſchon von weitem die zahlreichen Moſcheen.
Die alte Cürkenbrücke ſpannt einen einzigen herrlich und jäh,
faſt ſpitz geſchwungenen Bogen über den Sluß, die Narenta,
deſſen Waſſer auch in der Siedehitze des Sommers eiskalt iſt.
Sahlreiche Forellen ſpringen.
Direkt an die Brücke ſchließt ſich der Bazar an. Feilſchende
Händler im Fez. Kaufende Landbevölkerung. Serbiſche bunte
Bauerntrachten. Kopftücher, Schuhe aus dünnen Niemen, farbige
Strümpfe, helle Augen. Glühend heiße ganz mittagliche Straßen.
Was gehandelt wird, iſt minderer Export, bunte Stoffe, Cücher,
Schnüre oder Obſt und Gemüſe. Spielzeug, Mützen mit dem
Adler der Herzegowina. Unentwegt werden die kleinen
Meſfing=
kännchen mit Kaffee über die Straße getragen, ſelbſt beim
Sriſeur kann der Cürke ſeinen Mokka nicht entbehren. Ueberall
Cürken wie aus tauſend und einer Nacht. Mit Curban und
Pumphoſen, rot und goldenen Weſten, roten und blauen Hoſen.
An den Bazar ſchließt ſich das Wohnviertel der Cürken an.
Vergitterte kleine Holzfenſter verbergen den Harem. Alles ſehr
ärmlich, faſt geſpenſtiſch von außen, aber glühend weiß und
ſchweigend. Beinahe jede Straße hat ihr Minarett.
Geſpenſter=
haft gleiten am hellen Cage die Cürkinnen in einer Cracht
vor=
über, die ebenſo unfaßbar wie geheimnisvoll iſt. Man nennt
dieſes Gewand die Maikäfertracht, weil die langen Aermel des
großen Mantels, mit dem die ganze Geſtalt zugehängt iſt, auf
dem Nücken wie Flügel gefaltet ſind. Dieſer Mantel iſt eine Art
aufklappbarer Sarg mit einem Vogelkopf oben. Der immenſe
Kragen iſt hochgeſtellt und verbirgt den Kopf und das Geſicht
vollkommen. Das einzige, was überhaupt ein menſchliches Weſen
erkennen läßt, ſind die Füße. Ein unheimliches Gefühl verbleibt,
wenn die Frau einen geſtreift hat, und ratlos ſucht man bei der
nächſten Erſcheinung nach den Augen, die doch hinter dem
ſchmalen Spalt verborgen ſein müſſen. Serne ſieht man dieſe
Frauen vorn den Spalt aufklappen. Wie Fledermäuſe ſehen lie
dann aus. Wenn ſie vorbeigehen, iſt der Sarg eng geſchloſſen.
Beinahe weſtlich elegant wirkt daneben die moderne Cürkin.
Sie trägt den kurzen Nock und modernes Schuhwerk. Den
Kopf bedeckt eine Art Haube, die im Nacken von einer Spange
gefaßt iſt. um dann Schulter und Nücken kragenförmig zu
um=
ſchließen Der daran angeſchnittene Stoff umſchließt
kragen=
förmig die Schultern. Das Geſicht iſt vollſtändig mit einem
ſchwarzen Gazeſchleier verhüllt, der, glaubt ſie ſich unbeobachtet,
gelüftet wird, um die Neugierde, den Sremden genau zu beſehen,
beſſer ſehen zu können, zu befriedigen.
Die Sonne verſinkt frühzeitig hinter dem hohen Karſt. Um
dieſe Stunde ſteigt der Muezzin zum Minarett der Karadzozgeb=
Moſchee und ruft viermal nach Oſten, Weſten, Süden, Norden
zum Gebet auf. Der Fremde darf die Moſchee nicht betreten,
aber er ſieht von außen durch das vergitterte Fenſter ſchöne
bunte Ceppiche auf dem Boden liegen. Selbſt die Cürken haben
ein genaues Seremoniell, Nituell für das Betreten der Moſchee.
Nur mit gereinigten Füßen darf er zu Allah. Dieſe Prozedur
findet auf der Straße, dem Hof vor der Moſchee ſtatt. Hier ſind
viele Waſſerkranen und Becken an der Wand hinter einem
Gitter. Hier ſteht auch ein Geſtell, wo jeder ſeine Schuhe
ab=
ſtellt. In geordneten Reihen ſtehen die Cürken bei dem Gebet
und vollziehen in melodiſchem Rhythmus ihre fortgeſetzten
Ver=
beugungen, indem ſie am Boden knieend den Oberkörper nach
vorn neigen und den Boden mit den Lippen berühren. Die
Cürken in Moſtar, erzählte mir mein Chauffeur, ſind ſchon in
früheſter Jugend ſehr fromm, und wenn ſie ſehr alt ſind, meinte
Erna Pinner.
er lächelnd, werden ſie es wieder.
Schach
II
Nummer 206.
Aufgabe 308.
H. Weenink in Amſterdam.
(Schweizeriſche Schachzeitung 1919.)
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: K82 045 Te8 f4La1 g8 Be2 d.
Schwarz: Ke4 Da8 Tb3 e6 Lc6Ba6d7e4f5 g3 (
2 C
3.+.
Aufgabe 309.
S. Boros in Budapeſt.
(Turnier des Chemnitzer Wochenſchachs 1925/26.)
Sonderpreis für bauernloſe Zugwechſel=Zweizüger.
Weiß: Kb8 Da2 Ta5 Lb4 Sc2 f4 (6);
Schwarz: Ke4 Sb3 b5 (3).
Matt in zwei Zügen.
Anfragen, Beiträge, Löſungen uſw. nur an die Schriftleitung des
„Darmſtädter Tagblatt” mit der Aufſchrift „Schach”.
Briefkaſten: L. S.: In der Aufgabe 307 (v. Holzhauſen) ſteht
der weiße Bauer auf e5. Die Schwarzſchächer=Aufgaben finden in
unſerem Löſerkreiſe keinen Anklang, weshalb wir von der
Veröffent=
lichung dieſer Aufgaben abſehen wüſſen.
Schachliteratur: Taſchenbuch des Endſpiels von J. Mieſes.
3. Auflage. Leipzig 1927. — Die neu vorliegende 3. Auflage dieſes
Büchleins von dem bekannten Schachmeiſter Mieſes können wir unſeren
Partiefreunden beſtens empfehlen. Es bietet dem weniger Geübten
ein bequemes Mittel, ſich ſchnell das notwendigſte Wiſſen für das
End=
ſpiel anzueignen. Wie oft geſchieht es, daß ein Spieler den ſicheren
Sieg ſich zuletzt noch entgehen läßt, weil er im Endſpiel nicht ein noch
aus weiß. Einen geſunden Blick für die Chancen in den häufigſt
vor=
kommenden Endſpielſtellungen zu wecken, iſt der Zweck dieſes kurzen
Führers durch die Endſpieltheorie, der zum Preiſe von RM. 2— vom
Schachverlag Curt Ronniger, Leipzig, Perthesſtr. 10. zu beziehen iſt.
Rätſel
Eine Frage.
kel, land, be, gel, lauf, ſe, ter.
II
Al, Nat. Dot — El. Ha, Er — Fer, Sen, Lin — Rund, Auf, Um —
In. Neu, Grön — Na, Wran, J — Wer, On, Hen.
Vor je eine Silbe unter I ſetze man nacheinander 3 Silben aus II,
ſo daß immer je 3 zweiſilbige Hauptwörter entſtehen. Die
Anfangs=
buchſtaben aller 21 Wörter nennen eine zeitgemäße Frage.
ultam ute
Verwandlungsrätſel.
W 1A S ot 9 bezeichnete Buchſtabe iſt jeweils zu ändern,
Als Schlußwort muß ſich dann das letzte
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 18.
Streichholzrätſel.
daß ſich neue
ergeben.
Verſteckrätfel.
Pan=der=ſtab, A=nar=chismus, Sommera=ben=d, Lac”
eſis. Nac=htw =ache, Nied=erw=ald, H=und =ertſchaft, Ard=enn=en,
.i
eſt.
G=efü=hlloſigkeit, Wa=
hlt=
ben lacht, wer Wruden nie gefühlt.
Kaſtenrätſel.
Druck u. Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdrug
ſtr. 23.—Verantwortlich f. d. Redaktion: Dr. H. Nette. Fernſpr. 1. 289—2392 Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck verb. — Kliſchees: F. Haußmann, alle in Darmſtadt.
Heit mecht ich mol aans ſinge
Vum ſcheene Monat Mai,
Däß ſoll Eich awwer klinge,
Jubbheiraſa, juchhei!
Dann der macht nei jetz alles,
Toch alt bleibt unſer Dalles,
Juvivallera, juchhei,
Im ſcheene Mo gt Mai.
Drum ſtreicht emol die Falte
Aus Eire Stärn eraus,
Ihr Junge un ihr Alte,
Un macht Eich nix wie naus.
Jedoch vergäßt, vun wäje,
De Schärm net for de Räje,
Dann es drebbelt näwebei
Mitunner aach In Mai.
Eich kimmt uff alle Wääche
Im jugendfriſche Danz,
Der junge Held endgääche,
Die Aage voller Glanz.
Des Härz däß bobbert widder
Un 2s juckt in alle Glidder,
Doch däß is aam jo net nei
Im ſcheene Monat Mai.
In Gadde, Flur un Felder,
Ach Gott, is däß e Pracht,
In Wingert, Wiß un Wälder
Js alles uffgewacht.
Drum loßt in all dem Dufte
Des Worzzele un Schufte
Un die ganze Plogerei,
Dann dofor is es Mai.
Un alle Bliede blatze
Un ſin voll Seelichkeit;
Un uff=em Dach die Katze
Sin meiſtens aach zu zweit.
Nedierlich, aach der Gickel
Hott immer aa am Wickel,
Un die leeche Ei uff Ei,
Im Mai=Ei=Ei=Ei=Ei! —
Un ſäht ihr wo jetzt ſchneidich
Im Wald e Pärche geh,
Dann wärd mer nor net neidich,
Ach, 1s is doch gor zu ſchee.
Im Mai, im ſcheene Maie
Muß manches mer verzeihe,
Mir warn frieher aach ſo frei
Im Wonnemonat Mai.
Die Nachdigalle ſchlage,
Ich waaß bloß noch net wo;
Im Landdag dhun ſe dage,
Noja — hm — hm — un ſo.
Mir is — bei dem Kalliewer!
Aa Nachdigällche liewer
Wie die ganze Redderei
Im Mai, im ſcheene Mai.
Bedracht aach net bollidiſch
Die iwwerrickſe Welt;
Un ſeid net gor ſo kriddiſch
Zu allem eigeſtellt.
Kreiz=Dunnerwädder Lina,
Was leiht dann mir an Schina
Un de ganze Mongolei,
Im Mai, im ſcheene Mai.
Un aach die Ballgan=Schiewung,
Die is mir ganz egal,
Ich kumm net aus de Ihwung
Un bleib vorerſt neudral.
Dann was die Jugoſchlawwe
Mitm Muſſolini hawwe,
Der zeitgemäße Haushalt.
Ein vorzügliches, „glanzerhaltendes”
Waſch=
w aſſer für hellfarbig und weißgeſtrichene
Fen=
ſtzer und Türen. Das Frühjahrs=Scheuerfeſt zwingt auch
wie=
dier zum gründlichen Reinigen der Fenſter und Türen, und die
meiſten Hausfrauen verwenden dazu ſcharfes Seifenwaſſer, das
mohl dieſe im gewünſchten Sinne ſäubert, aber auch ihr Ausſehen
ungünſtig verändert, da der feine diskrete Matt= oder ſpiegelnde
Hochglanz nach dieſem Verfahren für immer verſchwindet.
Die=
ſar bleibt jedoch erhalten, wenn man zum Waſchen der Türen
Sichlemmkreide=Waſſer verwendet, wozu man ſoviel
ge=
rſieinigte Schlemmkreide in einem Eimer Waſſer verquirlt, daß
direſes milchig ausſieht. Nun wird zum Vorwaſchen dieſes
Kreide=
waſſer benutzt, dann mit klarem lauen Waſſer und Schwamm
nachgewaſchen und die Türen mit trocken ausgewundenem
Fen=
ſiverleder nach der Holzfaſer getrocknet. Nach dieſer Behandlung
ſü hen ſie wie friſchlackierte Türen aus.
Was man bei der Bereitung von
Frühlings=
bowlen beachten muß. Obwohl in den meiſten Familien
ſoogenannte bewährte „Hausrezepte” kurſieren, ſo dürfen folgende
fteſtftehende Regeln nicht außer Acht gelaſſen werden. Vor allen
Loingen verwende man zur Bowle niemals minderwertige
Weine, da ſie nur zu häufig Kopfſchmerzen verurſachen. Man
wähle nur gute reine (keine ſchweren) Weine, wozu ſich die
ſäiuerlichen Moſelweine am beſten eignen, da ſie nicht „verzuckert”
werden. Sie ergeben im Verein mit einem Drittel
Rheinwein=
zuſatz vorzügliche Bowlen. Zur Erzielung von „leichten”
Bowlen verwende man nicht zu viel Selter= oder Mineralwaſſer,
dea die in ihnen enthaltenen mineraliſchen Salze den
Bowlen=
geſchmack ungünſtig beeinträchtigen. Ein Zuſatz von einem Drittel
hieis zur Hälfte der Geſamtflüſſigkeit iſt vollkommen ausreichend
Sehr viele Hausfrauen begehen den Kardinalfehler des Ueber=
Js mir genzlich aanerlei,
Un net nor bloß im Mai.
Aach bringe mich die Steiern
Dorchaus net aus de Ruh,
Un dhut mer ſe erneiern,
Do kann ich nix dezu.
Ich dhu ſe ohne Quale
Gern — wann ich kann! — bezahle
Doch geht’s net, bin ich ſo frei
Un loffe’s halt im Mai.
Mer dhut aach jetzt berade
De ſtädt’ſche Vora’ſchlag,
Do kimmt zu unſerm Schade
Goe manches an de Dag.
Doch was ſe do aach redde,
Ich mecht ſchun heit druff wette,
Es kimmt nix eraus debei
Im Mai, im ſcheene Mai.
Un dhut mich jemand frage,
Weil ich ſo frei un froh,
Dann kann ich em bloß ſage,
Im Mai do bin ich ſo.
Ich loß mich nix verdrieße
Un dhu mein Dag genieße,
Dann wie ſchnell is er vabei,
Der Mai, der ſcheene Mai!
Un ſtächen mich die Dornen
Un wird mir’s draußen kahl,
Gäb ich dem Roß die Spornen
Un reit .. .."
Oha, ich glaab, äwe hab ich mich verhobbaßt un hab in de
Eil en Vers verwiſcht, den wo mir aaner bereits vor de Nas
ewäck gedicht hott. — Unverſchemtheit! — Awwer ſo geht’s aam
bei däre Ooſedichterei, wann mer do net dehinner her is, wie de
Deiwel uff e arm Seel, do dichte aam die annern die ſcheenſte
Reim ewäck. s is die reinſt Kalobbſchuſterei. —
Eigentlich wollt ich jo däß funkelnagelnickelneie Preislied uff
de Wonnemonar Mai ſchun am voriche Sunndag uff die
Menſch=
heit losloſſe. Awwer ich hab mich net gedraut. Die Stimmung
war dorch däß nodoriſche Woche=End=Wädder ſo ſchun verwäſſert
genuch. Un der erſte Mai war aach nix wenicher als wie „ein
Sonndag hell un klar, ein wunderſcheener Dag im Jahr”, s hott
aam gefrorn, wann mer bloß die nackiche Bliede an de Beem
ageguckt hott. Un do noch e „Loblied” druff, däß hett ſchließlich
zu beeſe Haiſer fiehrn kenne,
No un ſo hab ich’s halt heit rißgiert. Dann mir ſcheint,
wann ich diß Johr noch lang uff de erſte ſcheene Sunndag worte
will, do wärd’s am End Herbſt driwwer. — Schließlich hott jo
aach ſoe Mai=Gedicht mit=em Wädder gornix zu dhu, däß is ganz
e Sach for ſich. — Un dann, frei erausgeſagt, ich konnt’s aach net
lenger bei mir behalte, däß Preislied, ich weer ſunſt verblatzt
dro; ’s mußt eraus, un jetz mag’s geh wie’s will.
Iwwrichens, kennt jemand däß ſchreckliche Gefiehl, wann=en
Dichter bletzlich en innere Drang verſpiert vun wääche „leiſe zieht
durch mein Gemied, liebliches Gelaide” un ſo? Kennt jemand
däß? — Net? — Alſo dann will ich ſem ſage. Nemlich däß is
genau ſo, als wie wann e Hinkel e Ei leeche will. Do geht’s aach
erſt erum wie ſchläächt, guckt bald in de Himmel un bald uff die
Erd, druxt un gluxt, verdreht die Aage un waaß net, was los is.
Wann awwer dann uff aamol die Erleichdung iwwer’s kimmt,
dann ſetzt ſich’s in e Ecke, gackert e bißche, un leecht’s.
Genau ſo is es beim Dichte. De aanziche Unnerſchied is bloß
der, daß ſich e Hinkel um ſei Produckt, wann’s erſt emol glicklich
geleecht is, net es geringſte mehr drum bekimmert. s is em ganz
egal, was mit geſchied, vun ihm aus kann mer’s koche, ſiede, backe
odder in Salz leeche.
Annerſter beim Dichter. Wann der ſei Ei glicklich geleecht
hott, do geht es Gackern erſt rchdich los, un er ruht net eher, bis
es in alle Zeidungen ſteht, damit’s de Nachwelt net verlorn geht.
Wann=er Glick hott, ſo=en Dichter, dann fellt ſogar aanen
driwwer her und macht e Kommboſitzion drauß, druff, driwwer
odder devo — mit Pauke un Drummpede, Tſchingdradeckel un
ſüßens durch reichliche Zuckerbeigabe, wodurch das Aroma der
Bowle beeinträchtigt wird. Dieſer Gefahr geht man aus dem
Wege, wenn man an Stelle des Zuckers heißaufgelöſten Süßſtoff
teelöffelweiſe beifügt. Alle Geſchmackszutaten, wie Waldmeiſter,
Erdbeeren, Ananas, Apfelſinen= und Zitronenſchale, Himbeeren,
Pfirſiche, Sellerie, Gurken uſw., müſſen 1 bis 2 Stunden im Wein
gut verdeckt „ausziehen”, um ihr Aroma der Bowle mitzuteilen.
Auch die Temperatur iſt für den Genuß der Bowle von
aus=
ſchlaggebender Bedeutung, ſie darf bei Maibowlen im Frühjahr
12 Grad Celſius nicht überſchreiten, während im Hochſommer
10 Grad erwünſcht ſind.
Wohlfeile würzige Limonaden=Eſſenz. Die
feinſtreifig geſchnittene gelbe Schale von 6 Apfelſinen, 3 Zitronen,
30 Gramm kriſtalliſierte Zitronenſäure, 1 Likörgläschen dicker
Kirſch= oder Himbeerſaft und 1 Liter abgekochtes Waſſer wird
14 Tage ziehen gelaſſen, durchgeſeiht und gut verkorkt aufbewahrt.
Zu einem Glas Waſſer nimmt man einen Löffel voll.
Hoppel=Poppel von Bückling. Eine
kleingeſchnit=
tene, eigroße Zwiebel wird in Fett gedämpft, das zerpflückte,
aus=
gelöſte Fleiſch von 2 Bücklingen, 1 Meſſerſpitze Paprika,
ebenſo=
viel zerwiegter Kümmel, einen halben Taſſenkopf heißes Waſſer
dazu gegeben, 1 Pfund in Scheiben geſchnittene, abgezogene
Pell=
kartoffeln damit gemiſcht, das Ganze recht kurz eingedämpft und
ſchließlich ein zerquirltes Ei darüber gegoſſen und mit dieſem
von beiden Seiten raſch braun gebacken.
Speiſezettel.
Sonntag: Rhebarberkaltſchale mit Biskuits, gefüllte
Kalbs=
bruſt, Mandelereme. — Montag: Backpflaumen, Rauchfleiſch und
Semmelklöße. — Dienstag: Hammelragout mit Kartoffelrand. —
Mittwoch: Verlorene Eier mit Senfſoße. — Donnerstag:
Butter=
nudeln mit Tomatenereme und geriebenem Käſe. Kopfſalat. —
Freitag: Fiſchklopſe mit Sardellenfoße. — Samstag:
Königs=
berger Klopſe.
Kracher un wie die moderne Folterinſtrumende all haaße.
Awwer die Mieh brauch ſich aaner wääche meim
Maibockbier=
preislied net zu mache, ich war vorſichdich un hab’s gleich iwwer’n
muſigaliſche Leiſte geſchlage; es geht uff die Melodie: „Wer’s
waaß, wärd’s wiſſe”, odder: „Was dhun dann die Gail uffim
Klafier?”
Was awwer däß Woche=End=Wädder bedrifft, däß wo mer ſo
in de letzte Zeit Samsdags un Sunndags a gemäſſe hawwe krickt,
ſo muß ich offe ſage, däß wext mer nu grad zum Hals eraus.
Wann däß bei de Ameriganer ihrm „Wiek=End” aach ſo is,
dann kenne ſe mer geſtohle bleiwe mit dem ganze neimodiſche
Rummel, der wo ſcheint’s nooch dem Rezäbbt fawriziert wärd:
„Saure Woche, mieße Dääche; Werkdags ſchee un Sunndags
Rääche‟ —
Iwwrichens, däß ſogenannte Woche=End in de freie Nadur
is for uns alteigeſäſſene Darmſtädter gor nix ſo Neies, däß war
bei uns ſchun vor anno Duwack Mode. — Un ich kann mich als
Kind ganz gut noch erinnern, wie als die Darmſtädter Famillje
Sunndags in aller Herrgottsfrieh enausgezoge ſin in de Wald, an
die Dianaborch, de Jorjebrunne, de Ludwigstempel un ſo, un
hawwe drauß Kaffee gekocht. — Feierſtelle warn iwwerall
vor=
hande. — Un do hott mer, ohne große Uffwand, de geſchlagene
Sunndag draus zugebracht. — Awwer daß mer unſere
Geſund=
heit zu lieb drauß im Wald ganz familljärerweis aach „blatt”
gemacht hett, däß wißt ich net. — Awwer däß ſcheint mir bei dem
neimodiſche Woche=End=Rummel mit die Haubtſach zu ſei. —
Im Iwwriche ſoll mer’s awwer worſcht ſei. Wer ſein
Ge=
falle find an dem Keſſelflickerläwe, der kann vun mir aus „
Woche=
endches” ſpiele vun Freidags bis Diensdags un e Läwe fiehrn
wie de Muntermann. Ich danke for den Sport, mir geniecht
mein ſcheener, gemiedlicher deitſcher Sunndag; den Freilicht= un
Luft=Rummel iwwerloß ich de Ameriganer, ſamſt ihrm
Kau=
gummi, Keddebrief un Kreizwortreedſel. Dann däß is alles doch
bloß uff e bißche e umſtendlich Art die Zeit dodgeſchlage.
Bienche Bimmbernell,
Poſtſchkribbdumm. Es ſoll zwar net devo geredd
wärrn, s is noch e Geheimnis. Awwer es ſpiele ſich demnechſt
in der Kärchſtroß große Dinge ab. Däß haaßt, net daß ſich die
verehrlichte Pubbligimmer iwwer Nacht an’s „Rechtsgeh”
ge=
wehne dhete, jau, däß fellt dene net im Draum ei” drotz dem
alt=
hrwürdiche Schild an de Stadtkärch, wo mit kaddegoriſcher
Immperadiefe ſchun gut zwanzich Johr lang druff hiegewieſe
wärd, indem deitlich zu läſe is: „Rechts gehn!” — s kehrt
ſich awwer kaan’s dro, ſundern ſie ſchuſſele drufflos kreizdiequer,
vie=ſen in de Strumb paßt. Däſſentwääche leecht mer
verkehrs=
bollezeilicherſeiz weider aach kaan große Wert mehr uff’s „
Rechts=
geh” in de Kärchſtroß, ſundern hott däß Schild an de Stadtkärch
unner Denkmalſchutz geſtellt, damit’s wenichſtens aan Wert hott.
— Alſo wann ich geſagt hab, es gingte große Dinge vor
dem=
nechſt in de Kärchſtroß, ſo is domit ’s Rechtsgeh net gemaant;
äweſowenich wie däß läwensgefehrliche Plaſter lengs die Schiene,
wo mer ſich ſpielend leicht en Knöchel verknaxe kann. — Sundern
ganz im Gäächedaal, in de Kärchſtroß gibt’s demnechſt awends
en nächtliche Feierzauwer, der wo ſeinesgleichen ſucht, un wo der
in de Wallkiere dehaam bleiwe kann. Nemlich die geſamte
Kärch=
ſträßer Geſchäftsleit hawwe ſich zuſamme gedha un wolle de
Leibzicher=Stroß in Berlin Konggurenz mache in punkto
Flamme=
meer. — Nooch langem Hie un Her un große Schwierigkeite hott
mer de Kärchſträßer aach endlich die Erlaabnis dezu erdaalt.
Awwer erſt mußt, nooch liewer Gewohrheit, en große Abberad in
Bewegung geſetzt un vun Pontzio bis zu Pilado gelaafe wärrn,
innerſter geht’s bei uns gornet. s is als emol zum
Schwanz=
ausreiße.
No, alſo die Woch wärrn die Kärchſträßer Geſchäftsleit zeiche,
was ſe wolle un was ſe kenne. Mehr verrot ich heit net. Am
Dunnersdag wärd mer’s ſähe! —
For die Sparbix: Vun e paar Niewergallverehrer: 3,60 Mack,
vum Freund Br.: 2 Mack, Ungenannt un doch bekannt: 26,15 Mack.
Danke ſchee!
N
u mor
Mutti, was
R
Geometriſche Linien in der Mode.
Die Mode iſt geradezu unerſchöpflich in ihren
Ideen. Gerade jetzt, wo man gerne bereit iſt, der
Mode den Vorwurf allzugroßer Einförmigkeit und
Armut an neuen Linien zu machen, tritt ſie mit einer
Neuerung in den Vordergrund, die ſicherlich nicht
nur das Intereſſe der modekundigen Kreiſe
erwer=
ben, ſondern auch bald den Beifall des Publikums
für ſich gewinnen wird: es ſind dies die „
Geo=
metriſchen Linien”. Für den erſten Augenblick
mag eine ſolche Zumutung faſt grotesk klingen, denn
wie vertrüge ſich wohl die Geometrie, die trockene,
exakte Wiſſenſchaft, mit der Mode, der freieſten aller
künſtleriſchen Betätigungen? Und dennoch gibt es
hier eine Brücke, eine eigenartige Verkettung von
Ideen, die in ihrer Geſamtheit eine ſicherlich nicht
von der Hand zu weiſende und unbedingt
beachtens=
werte Moderichtung zur Folge haben wird.
Schon lange ſtrebt ja die Mode nach erhöhter
Ein=
fachheit (ſofern dies angeſichts der Schlichtheit der
gegenwärtigen Formen überhaupt noch möglich
er=
ſcheint), und aus dieſem Grunde darf es nicht
wun=
dernehmen, daß die verſchiedenen Modekünſtler und
maßgebenden Salons alles daranſetzen, die
herr=
ſchende Mode auf ihre Grundlinien zurückzuführen,
alſo ſozuſagen zu ſchematiſitren.
Wenn man nun bei gewiſſen Modellen alle
un=
nötigen Details und überflüſſigen Linien wegfallen
und ſie in ihrer Einfachheit und Schlichtheit nur
durch den eigenartigen Grundſchnitt wirken läßt,
wird man leicht erkennen, daß die gegenwärtigen
Formen mit beſonderem Phantaſiereichtum eigentlich
herzlich wenig zu tun haben, daß aber viel mehr
Wert auf ſchlichten, faſt möchte man ſagen „
ſinn=
gemäßen” Aufbau gelegt wird. Dieſe äußerſte
Be=
ſchränkung in der Linienführung iſt ſicherlich mit dem
Umſtande in Zuſammenhang zu bringen, daß die
Frau von heute in der Regel im Berufe ſteht und
ſchon darum ihrer Kleidung ein ernſtes, ſachgemäßes
Gepräge zu geben ſucht, wie überhaupt die
verſchnör=
kelten und gezwungenen Linien, die von vielen
Mode=
ſalons propagiert werden, keineswegs dem Einne
unſerer Zeit entſprechen.
Es wäre aber unbedingt verfehlt, anzunehmen,
daß die „geometriſchen Linien” der neuen Kleider — wie wir ſie
vergleichsweiſe genannt haben, harte, unſchöne Effekte erzielen
laſſen. Ganz im Gegenteil ſind die darauf aufgebauten
Wirkun=
kungen ſehr reizvoll und unbedingt apart und entbehren
keines=
wegs jener ſportlichen Anmut, die dem heutigen Frauentyp ſo
ſehr entſpricht. Wenn wir „geometriſche Linien” ſagten, ſo ſeien
damit nicht etwa an den Haaren herbeigezogene Effekte gemeint,
ſondern Wirkungen, die lediglich aus der originellen, geraden
Linienführung der neuen Modelle geholt werden. — Die kom=
mende Mode bringt uns in dieſer Hinſicht vielerlei
Anhalts=
punkte, da ſowohl die ſehr beliebten Borteneffekte wie auch die
vielen Säumchen= und Stepparbeiten die „linearen Wirkungen”
ſehr begünſtigen. Natürlich entſprechen auch die immer wieder
gerne geſehenen Pliſſees und Hohlfalten vollkommen dieſer neuen
Modeform. Damit wäre aber die Richtigkeit der Behauptung
einer neuen „geometriſchen Linienführung” in der kommenden
Mode noch keineswegs erwieſen. Dieſe ergibt ſich erſt aus der
entſprechenden Zuſammenſtellung der verſchiedenen geraden Stepp=
und Säumchen=Effekte ſowie aus der Art des
Grund=
ſchnittes, die gemeinſam bisweilen ſehr
eigenartige=
geometriſche Formen erzielen laſſen. Da ſieht manu
Dreiecke, Quadrate, Rechtecke und viele andere
geo=
metriſche Figuren, was ja auch aus den Bildern
unſe=
rer Gruppe genau zu entnehmen iſt, die zugleich auch=
Zeugnis dafür ablegen, daß dieſe neue Mode=
Idee=
wirklich Ausſicht auf Erfolg hat und in keiner
Hin=
ſicht als unnatürlich oder „gewollt” angeſehen
wer=
den kann, da ſich ja hier eine Linie aus der anderem
ganz logiſch entwickelt.
Bild 1: Ein einfach=elegantes Stoffkleid mit im
Dreieck= und Quadratform geſteppten Linien, in der
Mitte des Rockes mit einer Hohlfalte verſehen
und=
mit einem Wildledergürtel zuſammengehalten, wirkn
unbedingt kleidſam und elegant.
Bild 2 (im Hintergrunde): Ein dezenter
Stoff=
mantel mit vielen parallel laufenden Haarſäumchen,
die ſich in der Rückenmitte ſchneiden und demzufolgs
ein Dreiecks=Ornament ergeben.
Bild 3: Ein elegantes Nachmittagskleid, beſtehens
aus einem in Hohlfalten gelegten ſchwarzen
Seiden=
rock und einem weißen, viereckig ausgeſchnittenern
Jumper mit ſchwarzen, parallel laufenden, geſtepptern
Querlinien, die ſich als ſehr wirkungsvoll erweiſem
(Natürlich iſt dieſes Modell auch Ton=in=Ton, alſw
etwa Braun mit Beige, ſehr gut wiederzugeben und
wird, zuſammen mit dem vorherbeſprochenen Mantell
ein ſehr elegantes Complet darſtellen.)
Auch Bild 4, ein Nachmittagskleid aus
Georgett=
oder Chinakrepp, zeigt, daß die geometriſchen Liniem
ſich in der Mode zweifellos mit Erfolg durchſetzem
werden. Die obere Partie dieſes Kleides iſt glat;
geſchnitten und weiſt nur originelle Steppſticheffekt
geometriſcher Art auf, die von einem geraden Gürte.
in gparter Weiſe gekreuzt werden. Der Rockteil
be=
ſteht aus feinen Pliſſees, die ſich der neuen
Mode=
form ſehr gut anpaſſen.
Bild 5 hat ſicherlich auch durchaus die heute zu
Diskuſſion ſtehende Modetendenz. Der viereckig
Ausſchnitt, der immer mehr in Mode kommt,
bau=
ſich ja zweifellos auch auf die neue Linie auf, und
die hier veranſchaulichten, ſich nach oben zu verjün=
genden Querblenden (Hohlſäume) können ihre Zugehörigkeit zu
der neuen Modeform nicht verleugnen. Ein ſchmaler Ledergürte.
hält das Kleid derart zuſammen, daß der darüber liegende Hohll
ſaum boleroartigen Charakter gewinnt, wodurch der diesjährigen
Mode durchaus Rechnung getragen erſcheint und man darau
auch ſehen kann, daß trotz dieſer einfachen Linien alle gewünſchten
Effekte zu erreichen ſind. Jede Blende dieſes Kleides wird mi
einem Knopfe zuſammengehalten, was in der Geſamtheit
ein=
ausgezeichnete Wirkung ergibt.
Sommer=Hauskleider.
Das Hauskleid für den Sommer ſoll eine
durch=
aus andere Note haben als der Schlafrock, den man
im Winter trägt. Und zwar ſoll es ſein Gepräge
keineswegs nur durch das zur Verarbeitung
gelan=
gende Material erhalten, ſondern ſchon im
Grund=
ſchnitte weſentlich von den winterlichen Stücken
ab=
abweichen.
Dieſer Umſtand hat ſeine Begründung darin, daß
man den Schlafrock im Winter ja ausſchließlich im
Zimmer trägt, während das ſommerliche Hauskleid
eben auch für den Garten, den Balkon uſw. in Frage
kommt, alſo gewiſſermaßen nicht mehr ſo durchaus
perſönlich gehalten ſein ſoll, wie der Schlafrock es
in den meiſten Fällen iſt. Im Sommer verdient ein
ſolches Gauderobeſtück den Namen des Haus=,
Klei=
des” im wahrſten Sinne des Wortes, denn es iſt
eben weitaus mehr „Kleid” als Schlafrock.
Natürlich darf unter der gebotenen kleidartigen
Wirkung die Bequemlichkeit eines ſolchen Stückes
nicht leiden, denn abſolute Ungezwungenheit iſt und
bleibt die Grundbedingung jedes richtigen
Morgen=
kleides.
Angeſichts deſſen, daß den neuen Modellen dieſer
Art der früher erwähnte kleidartige Schnitt gegeben
wird, vermag man ſie eben auch für den Garten, für
die Sommerfriſche und ſpäterhin für den Strand zu
verwerten, wo ein leichtes Morgenkleid oft weitaus
beſſer wirkt, als das in letzter Zeit für dieſe Zwecke
immer mehr in den Vordergrund tretende Pyjama,
das ja nur für ſchlanke Figuren geeignet, für
unter=
ſetzte Geſtalten aber grundſätzlich zu verwerfen iſt.
Für Hauskleider, die man im Sommer mit auf
die Reiſe nehmen will, wird man lediglich ſolche
Ge=
webe wählen, die nicht zerknüllt ausſehen, wenn man
ſie aus dem Koffer nimmt. Unter die in dieſer
Be=
ziehung empfehlenswerten Materialien ſind vor
allen Dingen die vielen Schaſwoll=Krepps zu rechnen,
die man in ſehr ſchönen Farben zu ſehen bekommt
und die dauerhaft und praktiſch zugleich ſind;
da=
neben verwertet man vielfach auch Wolltrikot=Stoffe für das
neue Hauskleid, da ſie wirllich ſehr ſtrapazierfühig und
anſpruchs=
los, dabei auch nett und billig ſind.
Trotzdem man auf Waſchbarkeit der ſommerlichen Hauskleider
natürlich den allergrößten Wert legt, trachtet man,
ausgeſproche=
nen Waſchſtoffen doch womöglich aus dem Wege zu gehen, da ſie
nach der Reinigung im allgemeinen noch viel unanſehnlicher
wirken als zuvor und in der Regel niemals ganz tadellos — weil
immer zerknüllt — ausſehen. Für das Hauskleid, das an war=
men Tagen Verwendung finden ſoll, wählt man möglichſt helles
Material, doch wird man immerhin darauf Rückſicht nehmen,
nicht allzu zarte Töne herauzuziehen, die natürlich vom erſten
Sonnenſtrahl unbarmherzig gebleicht werden würden. Am
emp=
fehlenswerteſten ſind darum die gewiſſen indifferenten
Mittel=
farben, die von der heurigen Mode in hohem Maße begünſtigt
werden, als da ſind: Beige, Hellgrau, Sand uſw.
Im allgemeinen wird man gewiß trachten, das Hauskleid im
Hauſe herzuſtellen, um dafür nicht allzuviel anzulegen, und bei
dieſer Gelegenheit wird man gewiß nichts unverſucht laſſen, um
verſchiedenartige, etwa vorhandene Materialien zu kombinieren,
oder aber ein altes, ſchon unverwendbares Geſellſchaftskleid
um=
zuarbeiten.
In unſerer Skizze haben wir verſucht, einige Modelle für
neu=
artige Hauskleider feſtzuhalten, die keine Schwierigkeiten bei der
Nacharbeitung verurſachen und trotzdem ſehr flon
und kleidſam ausſehen.
Die erſte Zeichnung zeigt ein flottes, mantel
artiges, mit einem Gürtel zuſammengehaltenes un
darum in ſeiner Wirkung etwas blufiges Morger?
kleid, deſſen Oberteil wie ein Pyjama mit Ver
ſchnürungseffekten garniert wird und deſſen unter
Partie beiderſeits eingeſchnittene Taſchen bring
Der doppelte Bubenkragen und die ebenfalls doppe!
ten, trichterförmigen A— ſchetten können aus gle
chem oder, falls ſolches Khlt, auch aus fremdem, abe‟
richtig kontraſtierendem Materiale hergeſtellt ſeir
Wir ſchlagen folgende priginelle Kombination von
das Grundkleid aus hell=beigefarbenem, kaſhaartiger
Materiale; die Verſchnürung, der Kragen und di
trichterförmigen Manſchetten aus weißem Piqué (uy
gleichzeitig auch die leichte Waſchbarkeit zu ſichern)
die ebenfalls waſchechten Borten, die den Krage
und die Manſchetten ſowie die vier Taſchen einfaſſer
denken wir uns in Kornblumenblau, Kirſchrot odg
Giftgrün, ſo daß ſie ſich von der übrigen beige=weiße
Farbkompoſition ſehr fein abheben.
Einen einfach mantelartig gekreuzten Triko
ſchlafrock bringt das zweite Bild, das damit auch wol
das praktiſchſte Modell der Gruppe darſtellt. Auo
hier der heuer ſchier unerläßliche, mit Wollfranſe!
garnierte Gürtel. Um die mangelnde Lebhaftigke!
eines ſolchen Trikot=Hauskleides zu erſetzen,
kan=
man die Ränder der trompetenförmigen weiten
Ae=
mel mit bunter, kunſtgewerblicher Wollſtickerei, d‟
man natürlich ſelbſt ausführen wird, und die ſeb
raſch zu bewerkſtelligen iſt, garnieren.
Einen diſtinguierten Schlafrock, wie man ihn etm!
für eine ältere Dame wählen wird, bringt das drit=
Bild (ſitzende Figur). Dieſe ſchräge, verſchloſſen=
Mantelform wäre, zum Beiſpiel in einem feinel
Wollkrepp auszuführen und mit meiſt vorhandenel
Spitzen in Reversform und als Garnierung de
Aermel zu beſetzen.
Ebenfalls aus leichtem Sommer=Wollſtoff ode
aus Rohzeide in heller Farbe iſt das vorletzte Bid
gedacht, bei dem die zackenförmige Randung d2
Kragens, der kurzen Aermel und der Taſchen in einer abſtecher
den lebhaften Schattierung wiederzugeben wäre. Mit dieſe
Farbe hätte dann natürlich, auch die beiden Quaſten, die de
Taſchen abſchließen, übereinzuſtimmen.
Für den Strand, alſo für die vorgeſchrittene Badeſaiſor
kommt das letzte Modell in Frage, das man entweder aus eine?
alten bunten Seidenreſte oder aber aus einem billigen bunte‟
Satin=Materiale, endlich aber auch aus originell gemuſterten
Kreton herſtellen kann. Der einfarbige Beſatz des Schaltragen!
der Aermel und des unteren Randes, ſowie der damit übe‟
einſtimmende Gürtel geben einem ſolchen Modelle trotz ſeins
Buntheit eine ruhige Note.
Nummer 127
Sonntag, den 8. Mai 1927
Seite 23
Maximum.
Roman von Hans Schulze.
(Nachdruck verboten.)
tagskleid, beſth
n ſchwarzen Siül
ausgeſchni
13.
Lieber Dr. Hardt!
Es iſt etwas Entſetzliches geſchehen. Schreiben oder
tele=
rieren kann ich es nicht. Darum bitte ich Sie mit dieſen
üigen, uns ſobald wie möglich zu beſuchen. Ihr Diener ſagte
ur heute am Apparat, daß er Sie um drei Uhr vom Bahnhof
ſcholen ſolle. Wir erwarten Sie daher in der fünften Stunde.
ſramen Sie, laſſen Sie uns nicht im Stich. Schneller, als
u es alle geahnt haben, hat ſich die drohende Gewitterwolke
unden.
Mit herzlichem Gruß
Ihr. E. v. D.
WWohl zehnmal hatte Dr. Hardt den kleinen Rohrpoſtbrief
ſit der ſteilen, klaren Handſchrift Evas durchflogen, während
in Wagen durch die hochaufſpritzenden Waſſerlachen der
ſin igsalle dahinſchoß.
Die letzte Nacht hatte einen unvermuteten Wetterſturz
ge=
ſacht; ſeit den frühen Morgenſtunden regnete es unabläſſig,
nffeiner, ſtrichförmiger Landregen, der die ganze Welt in ſein
nisrmiges Grau hüllte, ſodaß Dr. Hardt unter dem tief
herab=
ſze genen Verdeck ſeines Autos kaum das Straßenbild des
ſeu newalds erkennen konnte.
Was war geſchehen?
Was bedeutete dieſer Brief?
Es war nichts anderes denkbar, als daß in der
Angelegen=
ſit Achims eine ſehr ernſte Wendung eingetreten ſein mußte.
In der Fontaneſtraße kam ihm Eva ſchon in der Diele
ent=
gen und begrüßte ihn mit ihrer gewohnten, ruhigen
Herz=
ü eit.
„Sprechen Sie vor allem Daiſy gut zu!” bat ſie. „Sie iſt
ſit ihren Nerven vollſtändig fertig!”
„Was iſt denn nur geſchehen, gnädige Frau?”
„Gedulden Sie ſich noch ein paar Minuten, lieber Doktor!
ſatfy möchte es Ihnen ſelbſt mitteilen!“
Sie traten in das Teraſſenzimmer, wo ſie Daiſy bereits an
n. Kaminecke erwartete.
Sie trug heute ein hochgeſchloſſenes, ſchwarzes Kleid, das
en. Reiz ihrer ſüßen Blondheit wunderſam verdoppelte.
Ihr Geſicht war leichenblaß, die großen Augen lagen tief
müick in den unnatürlich weiten Höhlen.
„Ich danke Ihnen, daß Sie gekommen ſind, Dr. Hardt!”
re ſie leiſe.
Der alte Martin ſervierte Tee und Kuchen und bot
Zigaret=
n an.
Geraume Zeit herrſchte ein bedrücktes Schweigen, das durch
„. eintönige Plätſchern des Regens auf dem Terrazzoboden
ei Terraſſe gleichſam noch unterſtrichen wurde. Dann riß ſich
arſy mit einer gewaltſamen Anſtrengung aus ihrer
Ver=
uſkenheit.
„Ich bin Ihnen eine Erklärung ſchuldig, Herr Doktor,
ſarum ich Sie ſchon wieder in einer ſo dringenden Weiſe
be=
iſht habe. Es wird ja wohl auch für lange Zeit das letzte
41-k ſein, daß ich Ihre Hilfe in Anſpruch nehmen muß!“
Ein jähes Zittern lief über ihr Geſicht, vor ihren Augen
immerte es von ungeweinten Tränen.
Dr. Hardt hatte ſich zu ihr herübergebeugt und taſtete nach
duer Hand.
„Liebe gnädige Frau” bat er, „regen Sie ſich doch nicht ſo
furchtbar auf; Sie wiſſen doch, daß Sie Freunde haben, die
Ihnen immer bei Seite ſein werden!“
Daiſy bewegte leiſe den Kopf.
„Gewiß, Herr Dokter! UInd ich danke Ihnen und Eva von
ganzem Herzen für Ihre Treue. Wir haben ſo wenig wirkliche
Freunde, daß es bitter wehtut, gerade den liebſten verlieren zu
müſſen!“
Sie hatte bei den letzten Worten aus ihrer Handtaſche ein
Papier herausgeſucht und faltete es langſam auseinander.
„Vielleicht nehmen Sie erſt einmal in dieſes Schreiben
Ein=
blick, ehe wir weiterſprechen!“
Dr. Hardt ſtutzte.
Die Buchſtaben begannen ihm plötzlich vor den Augen zu
tanzen.
„Zwiſchen Herrn Baron von Wehrſtädt und Herrn John
Frank Brown wird heute nachſtehender Vertrag geſchloſſen: —
Dann griff er ſich mit beiden Händen ratlos an die
Schläfen.
„Um Himmelswillen, gnädige Frau, was ſoll den das
be=
deuten?” fragte er endlich ganz entgeiſtert.
Daiſy richtete ſich höher auf.
Ein harter Zug ſtand auf einmal in ihrem ſchönen Geſicht.
„Dieſes Schreiben hier iſt die Abſchrift eines Vertrages,
deſſen Original mir geſtern von unbekannter Seite zum Kauf
angeboten worden iſt. Danach war Herr von Wehrſtädt nichts
weiter als ein bezahlter Agent meines verſtorbenen Gatten.
Alles, was zwiſchen uns geweſen iſt, war Lüge von Anfang an,
ja, ſchlimmer noch als Lüge, war wohlüberlegte, kalte
Berech=
nung, mich ehr= und wehrlos ganz der Gewalt meines Mannes
auszuliefern. Ich finde keine Worte, um eine ſolche
Handlungs=
weiſe zu kennzeichnen, ich ſchäme mich für uns alle, daß ein
Menſch, der deſſen fähig iſt, unſerem Kreiſe angehört hat. —
Glauben Sie mir, Herr Doktor, nur der Gedanke an meine
kleine Urſula hat mich in der vergangenen Nacht davon
abge=
halten, die letzten Konſequenzen aus dieſem Zuſammenbruch
meiner ganzen Lebensideale zu ziehen. Auf einmal iſt ja alles
ſonnenklar: Die Bekanntſchaft Achims mit meinem Gatten. Sein
plötzliches Auftauchen in Groß=Rauſen. Und endlich die
rätſel=
haft großen Summen, der Kaufpreis meiner Schande!”
Wie eine rote Lohe flammte es in der Erinnerung an die
erlittene Schmach plötzlich über ihre blaſſen Wangen.
„Und das hat mir der Mann getan, an deſſen Liebe ich bis
zuletzt geglaubt, dem ich über alles vertraut habe!”
Ihre Stimme brach, ein Herzklopfen überfiel ſie, das ihr faſt
den Atem nahm.
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Und dann war mit einem Male auch ihr letzter Halt dahin.
Sie ſchlug die Hände vor das Geſicht und weinte. — —
„Geſtern abend” nahm ſie dann nach einer langen, bangen
Pauſe wieder das Wort, „wünſchte mich ein junges Mädchen
noch ſpät in einer dringenden Angelegenheit zu ſprechen. Ich
wies ſie zuerſt ab, aber ſie wich nicht, und, als ſie mir durch
Martin ſagen ließ, daß die Angelegenheit Herrn von Wehrſtädt
beträfe, nahm ich ſie ſchließlich an. Es war noch ein ſehr junges
Ding, auffallend hübſch und geſchmackvoll gekleidet, faſt eine
Dame, von gewandtem und ſicherem Benehmen. Sie ſtellte ſich
mir unter irgend einem gleichgültigen Namen vor und ſagte,
daß ſie beauftragt ſei, ganz perſönlich einen Brief zu übergeben.
Ich öffnete ihn ahnungslos und war ebenſo erſchüttert, wie Sie
vorhin, Herr Doktor. Der Vertragsabſchrift lag ein Brief in
Maſchinenſchrift bei, daß mir das Original gegen Zahlung
einer Summe von 100 000 Mark während der nächſten dre
Tage zur Verfügung ſtände. Sollten gegen die Ueberbringerin
irgendwelche polizeilichen Schritte unternommen werden, ſo
würde der Vertrag mit entſprechenden Nandbemerkungen zum
Wehrſtädt=Prozeß in einer bekannten Berliner Wochenſchrift
fakſimiliert veröffentlicht werden!“
Dr. Hardt hatte das Papier wieder aufgenommen und
üben=
las es noch einmal ruhig und kühl prüfend.
„Ich halte das Ganze für ein gewöhnliches
Erpreſſungs=
manöver”, ſagte er dann. „Und zwar wahrſcheinlich ausgehend
von jener Dame, die Herr Brown als künftige Herrin dieſes
Hauſes in Ausſicht genommen hatte. Und die jetzt natürlich
verſucht, aus der auch über ſie hereingebrochenen Kataſtrophe
zu retten, was noch zu retten und vor allem zu Geld zu
machen iſt!“
„Das war auch ſofort meine Auffaſſung” gab Daiſy zurück.
„Es iſt das Satirſpiel nach der Tragödie. Schließlich ſind mir
die Beweggründe der Gegenſeite aber gleichgültig. Ich glaube
es nur meinem Kinde ſchuldig zu ſein, daß ihm nach all dem,
was ſchon geſchehen iſt, das Andenken des Vaiers wenigſtens
nach dieſer Richtung rein und fleckenlos erhalten bleibt. Ich
habe mich daher entſchloſſen, den Vertrag unter allen Umſtänden
in meinen Beſitz zu bringen, und das junge Mädchen für heute
abend um ſieben Uhr zum Austauſch des Originals gegen die
verlangte Summe nach einer kleinen Konditorei in der
Königs=
allee herausbeſtellt. Würden Sie nun wohl die Güte haben,
lieber Herr Doktor, mich dorthin zu begleiten und vielleicht in
einem Nebenzimmer des Lokals in meiner Nähe zu bleiben?
Falls ich meine Nerven doch nieht ganz in der Gewalt behalten
oder ſich ſonſt etwas Unvorhergeſehenes ereignen ſollte!”
Dr. Hardt zog die Uhr.
„Aber ſelbſtverſtändlich, gnädige Frau! Ich wollte ſchon
von mir aus um die Erlaubnis bitten, Ihnen auf dieſem
Lei=
densweg zur Seite ſein zu dürfen. Auch würde ich aus
be=
ſtimmten Gründen die intereſſante junge Dame gern ſelbſt
ein=
mal etwas genauer in Augenſchein nehmen!“
Es reguete noch immer in Strömen, als Dr. Hardt mit
Daiſy kurz vor ſieben Uhr vor der Konditorei in der
Königs=
allee vorfuhr.
Er ſchickte ſeinen Wagen in die Siemensſtraße und befahl
dem Chaufſeur, dort vor einer der erſten Villen jeder Zeit
ſtart=
bereit zu warten.
Dann ließ er ſich in dem halbdunklen Hinterzimmer des
völlig leeren Lokals in einer Sofgecke nieder, von der aus er
Daiſys Platz am Büfett des Verkaufsraums durch eine Glastür
genau beobachten konnte, und verſchanzte ſich zum Uieberfluß
noch hinter der Deckung einer großen Tageszeitung.
Es dauerte kaum fünf Minuten, als ein helles Hupenſignal
die Stille der geſpannten Erwartung zerriß.
(Fortſetzung folgt.)
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Montag, den 9. Mai 1927,
abends 8½ Uhr:
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Zucht=
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MEnBErchEir TAusruntr rwoktuutsMtidcleEis
KBünek BADEVERwALFUNS
WILHELMMAEN • ABTHAus
Nummer 127
Sonntag, den 8. Mai 1927
Residenz-Theater
Das sensationelle Doppelprogramm:
Fred Themson
in 6 Akten
in dem Wild-West-F
Nur noch 2 Tage das großße Doppelprogramm
Durchlaucht Radieschen!
Kexinia Desni und Werner Fuetterer
(*12618
Anfang 2 Uhr.
Sittenroman in
Anfang 2 Ubr.
Jugendliche haben Zutritt
E
Kaiſerſaal Reſtaurant Fürſtenſaal
Fernruf 276
Grafenſtraße 18 —20
Palast-Lichtspiele
Das interessante, sehenswerte große lustige Doppelprogramm
it ganz großer Besetzung
In meinem vornehm ausgeſtatteten
Weinzimmer bringe ich
Natdrwelk
7 ganz lustige Akte
Mit Colette Brettel, Evi Eva, Manja
Tzatschewa, Ellen Plessow, Hanna
Brinkmann, Hans Junkermann, Julius
Falkenstein, Paul Westermeier, Henry
Bender, Slegfrled Arno, Gerh.
Ritterband, Carl Auen, Samson-Körner,
Herm. Picha, Karl Harbacher u. a. m.
Ein Leitfaden für die Ehe in 6 Akten
In den Hauptrollen:
Ossl Oswalda, Lydla Potechina, Ros=
Valetki, Siegfrled Arno, Hans Albers,
Henry Bender, Paul Morgan, Herm.
Picha, Carl Harbacher n. a. m. (7806
Originial=Abfüllung der Heſſiſchen
Weinbaudomänen=Verwaltung, in
Flaſchen, ſowie offen zum Ausſchank
Georg Christ jr.
B
Heſſiſches Landestheater
Großes Haus
Sonntag, den 8. Mai 1927
nachmittags 5½ Uhr
K 14 (Bühnen=Volksbund)
Triſtan und Iſolde
Handlung in 3 Aufzügen von Rich. Wagner
In der Inſzenierung von Joſeph Schlembach
Spielleitung: Hans=Esdras Mutzenbecher
Muſikaliſcher Leiter: Dr. Karl Böhm
Perſonen:
Triſtan . . . Rudolf Balve=Leipzig, a. G.
König Marke . L. Pierot=Nürnberg, a. G,
Jſolde . . . . . Roſa Merker=Wien, a. G.
„. Johs. Biſchoff
Kurwenal".
... Karl Ebert
Melot . ...
. . Anna Jacobs
Brangäne
.. Rudolf Strzeletz
Hirt ..
Steuermann . . . . . . Hans Ney
Junger Seemann . . . . Rudolf Strzeletz
Schiffsvolk. Ritter und Knappen,
Schauplatz der Handlung: 1. Aufzug: Zur
See auf dem Verdeck von Triſtans Schiff,
während der Ueberfahrt von Irland nach
Kornwall. 2. Aufzug: In der Königlichen
Burg Markes in Kornwall. 3. Aufzug:
Triſtans Burg in der Bretagne
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätz 1.20—12 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Pauſen nach dem 1. und 2. Aufzug
Ende 9½4 Uhr
Anfang 5½ Uhr
Montag, 9. Mat. Keine Vorſtellung.
Dienstag, 10. Mai. A 19. Kyritz=Pyritz,
Anfang 7½ Uhr, Preiſe 1—10 Mk.
Mittwoch, 11. Mai. B 19. Scherz, Satire
Fronie und tiefere Bedentung. Anfang
7½ Uhr Preiſe 1—10 Mk.
Kleines Haus
Sonntag, den 8. Mai 1927
vormittags 11½ Uhr
Neunte Morgenfeier
Altdeutſche, Spaniſche,
Neapolita=
niſche und Böhmiſche Volkslieder,
Dr. Leo Barczinski
Am Flügel: Erich Niede
Anfang 11½ Uhr Ende gegen 1 Uhr
Preife der Plätze: 50 und 80 Pfg.
Abends 7½ Uhr
Sonntags=Fremdenmiete (14. Vorſt.)
(Weiße Mietkarte)
Der Biberpelz
Eine Diebeskomödie in 4 Akten
von Gerhart Hauptmann
In Szene geſetzt von Edgar Klitſch
Perſonen:
von Wehrhahn, Amtsvorſteher . Nob. Klupp
Hans Baumeiſter
Krüger, Rentier."
Doktor Fleiſcher Joach Büttner
Deſſen Junge . . . . . . Hellmuth Fritz
Ernſt Rottluff
Motes
Käthe Gothe
Frau Motes.
Frau Wolff, Waſchfrau Käthe Meißner
Julius Wolff, ihr Mann. Max Nemetz
Martha John
Leontine,
ihre Töchter
Alice Treff
Adelheid
Richard Jürgas
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Montag, den 16. Mai, abds. 8 Uhr, im
großen Haus d. Hess. Landestheaters
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Dirigent Prof. Dr. Fr. Noack und der
Chor der Liedertafel, Leitung K. Grim.
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verkauf Konzert-Arnold, Wilhelminenstr. 9
Musikhandlung Schutter, Elisabethenstr.
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Prelse: Mk. 1.00-3.00
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Anerkannt vorzügliche Küche / Mittagtisch von
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Jeden Sonntag KONZERT
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Montag, 9. u. Dienstag, 10. Mai
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der
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Karten: Verkehrsbüro v. 9—12,
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Kasse ab 3 Uhr.
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Leitung: Kapellmeiſter Zöllner.
Anfang 4 Uhr nachmittags. (7803
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früher Art.-Regt. Nr. 61, Bessungerstr. 125.
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