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Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Franffurt g. M. 1304.
Nummer 120
Sonntag, den 1. Mai 1927.
190. Jahrgang
Hnzelmmmmer 15 Mfennige
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ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Teſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerſchtliſcher Beſtrelbung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſädter und Natlonalban.
A
Bremerhaven im Feſiſchmuck.
Die Gedenkfeier im Stadttheater.
Bremerhaven, 30. April.
u. reiches und buntes Feſtgewand angelegt. An den Eingängen
u. Stadt ſind je vier gewaltige Flaggenmaſten aufgebaut, von
ewen die bremiſche Flagge weht. Beſonders bunt ausgeſchmückt
ne der Lloyd und die Bürgermeiſter=Smidt=Straße. Ein
glän=
nſes Bild bietet der Marktplatz, der, von unzähligen Flaggen
uBogen, mit den prächtig geſchmückten Bauten der
Stadtbehör=
eu und der Kunſthalle ein ſchönes feſtliches Raumbild abgibt.
uf dem Marktplatz ſelbſt ſind mehrere Lautſprecher aufgeſtellt,
mmit die dort gehaltenen Reden auf dem ganzen Platz gehört
ſarden können. Das Bürgermeiſter=Smidt=Denkmal iſt mit
fri=
ham Grün geſchmückt. Alle im Hafen liegenden Schiffe, darunter
uch ſämtliche ausländiſchen, haben geflaggt. Auch die
Straßen=
aunen führen an den Leitungsſtangen kleine bremiſche Flaggen.
der neue Columbusbahnhof am Kaiſerhafen bietet ein
farben=
oches Bild. Die Schaufenſter ſind faſt ſämtlich ausgeſchmückt.
Süelfach ſiteht mau geradezu Kunſtwerke der Dekoration. So hat
zusmerhaven alles getan, um die Gäſte würdig zu empfangen.
fareits geſtern ſetzte ein großer Zuſtrom von auswärts ein. In
er Straßen herrſchte ſowohl geſtern nachmittag als auch heute
üch lebhaftes feſtliches Treiben. Das Wetter iſt ſommerlich
ge=
vuuden, ſo daß auch in dieſer Beziehung die Vorbedingungen
1u. das Gelingen der Feier gegeben.
Kurz nach 9 Uhr trafen die Gäſte am Columbusbahnhof ein,
zu ein Frühſtück eingenommen wurde. Um 10 Uhr brachte ein
dapfer die Gäſte zum alten Hafen, mit deſſen Anlage am 20. Mai
SN7 begonnen wurde. Nach der Landung begaben ſich die Gäſte
aſch dem Stadttheater, wo um 11 Uhr die Gedenkfeier begann.
dei der Gedenkfeier im Stadttheater hielt der
Präſi=
enrt des Bremer Senats, Bürgermeiſter Dr. Donandt, die
zutging. Bremerhaven habe ſich dann in den verfloſſenen
hun=
eitt Jahren in ungeahnter Weiſe entwickelt.
Mie hiſtioriſche Entwicklung von Bremerhaven
Bei der Gedenkfeier im Stadttheater Bremerhaven hielt
ſo=
inren Ueberblick über die hiſtoriſche Entwicklung von
Bremer=
nwen von den erſten Tagen der Gründung an bis zum heutigen
mun aus erfolgt und geht zurück auf den bremiſchen Bürger= des Bürgermeiſter Smidt=Denkmals ein kurzer Feſtakt mit
Kranz=
nſtiſter Johann Smidt, deſſen Name mit der Gründung der
Snadt untrennbar verbunden iſt. Vor hundert Jahren wurde
urt ihm das Land, wo ſich ſpäter der Hafen entwickelte in
fried=
jagem Gebietsaustauſch aus hannoverſcher Hand zurückerworben.
Sie Urſachen, die zur Gründung des Hafens führten, lagen in
ſur zunehmenden Verſandung der Weſer, die die Einfahrt der
Stchiffe zur Stadt Bremen unmöglich machte, ſo daß die damals
chwn bedeutende Handelsſtadt ihre Schiffe in fremden Häfen
algen und löſchen laſſen mußte. Die bremiſche Schiffahrt geriet
n. wachſendem Maße in Abhängigkeit von den oldenburgiſchen
öil fen. Am 11. Januar 1827 wurde zwiſchen Hannover und
Bre=
mn der endgültige Vertrag abgeſchloſſen, wonach ein Gebiet von
00 Morgen an Bremen kam. Da, wo die Carlsburg geſtanden
ſuckte, die einſt beſtimmt war, den Bremern ihren Handel
ab=
ſumehmen, ſollte nun Bremerhaben entſtehen, Unverzüglich ging Gelegenheit iſt, ſo konn wahrlich behauptet werden, daß keine
an=
mnn nun an den Bau des Hafens, der bereits nach zweieinhalb
zuhren eröffnet wurde. Wenige Zeit verging nunmehr, und der als die deutſchen zu ihrem eigenen Wohlergehen, zur Förderung
uur angelegte Hafen nahm eine bedeutungsvolle Entwicklung.
bſtfens ein, namentlich nachdem ſich im Winter gezeigt hatte, daß
curemerhaven eisfrei blieb. In der nun folgenden viele
Jahr=
ſeſhnte ununterbrochen anſteigenden Entwicklung ſpielte
beſon=
ders der Verkehr mit Nordamerika eine wichtige Rolle. Ein
Ver=
uug mit Braſilien folgte bald, denn auch Südamerika begann
ſenne Häfen dem Weltverkehr zu öffnen. Bald nach dem
Ueber=
zug zum Dampfſchiff und zur Linienfahrt, der eine große
Wen=
dung in der Entwicklung der Schiffahrt bedeutete, gelang es, die
eiſte Poſtdampferverbindung zwiſchen den Vereinigten Staaten
uid dem Feſtland für Bremerhaven zu gewinnen. 1857 erfolgte
dis Gründung des Norddeutſchen Lloyd, mit dem von nun an die lung inne. Ich zweifle nicht daran, daß die deutſche Sprache in
Gsſchichte Bremethavens aufs Engſte verwachſen iſt. Die Aus= kurzer Zeit wieder — und ſie iſt bereits auf dem beſten Wege —
dichnung ſeiner Linien auf alle Erdteile waren zugleich die
Etap=
bmn der Entwicklung Bremerhavens. Die Häfen wuchſen nun nur eine lurze Zeitſpanne hinter uns liegen, verloren hat. Wir
han Jahrzehnt zu Jahrzehnt, um den immer mehr wachſenden
Verkehr zu faſſen. Bremens Handel und Schiffahrt ſtiegen zu zwiſchen unſeren beiden Völkern zu vertrauen. Nach dieſer Rede
eimer bis dahin nie gekannten Höhe empor, „bis die Unbeſtändig= erhob ſich Reichsminiſter Dr. Streſemann zu einer Antwortrede.
litt aller menſchlichen Schickſale auch dieſem ſein Ziel ſetzte‟,
üſgerwunden iſt. Als hohes Beiſpiel gilt dabei die Geſtalt des
gnoßen Bürgermeiſters, ohne deſſen Werk dieſes Jahrhundert
bnemiſcher Schiffahrt und bremiſchen Handels nicht gedacht
wer=
dan kann.
Streſemann über die deutſche Friedenspolikik.
065 der Bremer Büngerſchaft den aufrichtigen Dank des Reiches Seite anerkannt wird, würden die Hinderniſſe für die
Fort=
ſtüir die Einladung zur Teilnahme an der heutigen hiſtoriſchen ſetzung der Verhandlungen beſeitigt ſein. Alerdings wird eine
muf die ruhmreiche Geſchichte Ihrer Stadt zurückblickt. Wir be=
9shen in ſtolzer Freide dieſen Tag mit Ihnen, der durch die An= konferenz ausſcheiden muß.
rhundertfeier in Bremerhaven.
ſchen Nation ein beſonderes Gepräge erhält. Es hat mich mit Achtſtundentag durch die Straßen der deutſchen Städte. Ein
Geiſt Smidts hier in Bremen lebendig geblieben iſt. Die ſchweren ſchen Arbeiterſchaft der marriſtiſchen Lehre Gefolgſchaft leiſten,
Folgen des tragiſchen Zuſammenbruchs unſeres Volkes ſcheinen
Zu der heutigen Hundertjahr=Feier hat die Stadt ein übers Bremens ſtolze Handelsflotte erlitten, iſt wieder ausgeglichen.
Eine ſtändig wachſende Tonnage läuft in Bremerhaven ein, eine
aller Schwierigkeiten gebaut und als Zeuge friedlicher deutſcher
Schaffenskraft in den Dienſt des Weltverkehrs geſtellt. Sie
tra=
gen dazu bei, die alten Handelsbeziehungen zwiſchen Deutſchland
und den überſeeiſchen Ländern, beſonders den Vereinigten Staa=
Volk zu Volk. Wenn wir der unſterblichen Verdienſte des
Schöp=
fers dieſer hiſtoriſchen Stätte und der Männer gedenken, die ſein
Werk fortgeführt und ausgebaut haben, ſo muß uns bewußt
wer=
den, daß ein ſolches Werk nur im Frieden gedeihen kann. Das
deutſche Volk hat das größte Intereſſe daran, daß die erſten
An=
fänge ſeiner friedlichen Wiederaufbquarbeit nicht durch kriegeriſche
Verwicklungen in Europa und der Welt geſtört werden. Die
Politik des Reiches gilt dem Frieden. Sie iſt unabläſſig bemüht,
an der Schlichtung der Streitigkeiten mitzuarbeiten, die ſeit
Ver=
ſailles leider immer wieder die Völker Europas entzweien.
Pfle=
gen Sie mit mir dieſe Arbeit für den Frieden, damit blühen,
wachſen und gedeihen kann, was Sie vor dem Untergange
vet=
teten, was Sie neu dem Leben wieder gegeben haben: Der
Welt=
handel Bremens und die Weltgeltung ſeiner Tochterſtaodt
Bremer=
haven.
Sodam ergriff der amerikaniſche Botſchafter
Dr. Scharmann das Wort zu einer Rede, in der er auf die
Denkwürdigkeit des Jahres 1827 hinwies, das den von
Bünger=
meiſter Smidt eifrig geförderten Abſchluß eines Handelsvertrags
hyigrüßungsrede, in der er auf die Enticklung der Stadt Bre= zwiſchen den Vereinigten Staaten einerſeits und Bremen und
no und die Vorgeſchichte der Gründung Bremerhavens kurz, den anderen Hanſeſtädten andererſeits gebracht habe. Im Namen
des amerikaniſchen Volkes gab der Botſchafter der Hoffnung
Aus=
druck, daß in Zukunft dem Unternehmungsgeiſt der Kauf= und trogen, ſind geſcheitert, mußten ſcheitern, und es liegt ſicher eine
Seeleute Bremerhavens eine noch größere Belohnung zuteil
wer=
den möge in dem immer weiter fortſchreitenden Gedeihen und
Blühen der beiden Städte, in den immer mehr anwachſenden
ſain Senator D. Apelt ein großangelegte Feſtrede, in der er Handelsbeziehungen und der Feſtigung des guten Einvernehmens
zwiſchen dem deutſchen und dem amerikaniſchen Volke. Eine
An=
ſprache des Bremerhavener Oberbürgermeiſters, Dr. Becke, ſchloßz
Euge gab. Die Gründung der Stadt Bremerhaven iſt von Bre= die erhebende Feier. Danach fand auf dem Marktplatze am Fuße
niederlegung ſtatt, bei dem Senatspräſſdent Dr. Donandt Smitt
den eigentlichen Gründer Bremerhovens als echten Hanſeagten
und deutſchen Mann kennzeichnete.
Das deutſche Element in Amerika.
Die Teilnehmer an den Feierlichkeiten anläßlich des
hundert=
jährigen Beſtehens Bremerhavens verſammelten ſich heute
nach=
mittog in der neuen Stadthalle von Bremerhaben zu einem
Feſt=
eſſen. Während des Eſſens ergriff der amerikaniſche Botſchafter
Schurmann das Wort zu längeren Ausführungen über das Leben
und Wirken der deutſchen Auswanderer in den Vereinigten
Staa=
ten. Er erllärte u. a.: Wenn Amerika ein anderer Name für
deren Einwanderer dieſe mit größerem Erfolge ergriffen haben,
der Intereſſen des amerikaniſchen Volkes und zur Stützung der
hurlbd ſahen auch die Bremer Kaufleute den Vorteil des neuen amerikaniſchen Regierung. Wir ſind fleißig geweſen, und wir
ſind vorwärts gekommen, wie wir es verdient haben. Wir ſind
immer für Ordnung und Recht im Gemeinweſen eingetreten und
haben andererſeits verſtanden, die durch die Verfaſſung
gewähr=
leiſteten Rechte zu wahren. Heute ſind wir Vorkämpfer für
Ab=
rüſtung und Frieden. Bei der Bildung der amerikaniſchen Raſſe
iſt das deutſche Element von großer Bedeutung geweſen. Es hat
zu dem vorhandenen Verſtand etwas Beſonderes und Werwvolles
hinzugebracht. Die deutſche Sprache hatte in den Jahrzehnten
unmittelbar vor und nach der Wende des 20. Jahrhunderts auf
den amerikaniſchen Schulen und Univerſitäten eine
Vorzugsſtel=
die Vorherrſchaft erringen wird, die ſie bei den Ereigniſſen, die
haben allen Grund, auf die Fortdauer der guten Beziehungen
heute aber darf man das Zutrauen haben, daß das Schwerſte Der Stand der deutſch=franzöſiſchen Handels= die wir auf allen möglichen Gebieten verfolgen können. Daß
vertragsverhandlungen.
Der Bericht über die zwiſchen dem franzöſiſchen
Handels=
miniſter und der deutſchen Botſchaft ſtattgehabten Unterhaltung
über die Möglichkeit einer erfolgverſprechenden Fortſetzung der
deutſch=franzöſiſchen Handelsvertragsverhandlungen iſt in Berlin
Als Vertreter der Reichsregierung nahm dann Reichsaußen= zwiſchen den beteiligten Miniſterien beraten worden. Wenn, wie
miniſter Dr. Streſemann das Wort, der u. a. folgendes ausführte: zu hoffen ſteht, die deutſche Auslegung dieſer Mitteilung, die ſich läufig noch nicht ſieht. Die abendländiſche Menſchheit aber wird
Im Namen der Regierung ſowie im eigenen Namen ſpreche auf das Protokoll vom 17. März 1927 gründet, von franzöſiſcher
gewiſſe Verzögerung ſich leider nicht vermeiden laſſen, da die am
ſoeier aus. Ich verbinde damit die herzlichen Glückwünſche der 4. Mai beginnende Weltwirtſchaftskonferenz alle Kräfte in An= in dunkler Nacht verglichen, der dem Wanderer den rechten Weg
Meichsregierung, die mit Ihnen mit Stolz und Bewunderung ſpruch nimmt und der Gedanke einer gleichzeitigen Fortführung weiſt, den er aber niemals erreicht. Mit der unvollkommenheit
Die Woche.
Seit Jahrzehnten nun ſchon iſt der 1. Mai der „
Weltfeier=
tag” der europäiſchen Sozialdemokratie, und auch heute wieder
weſenheit des verehrten Botſchafters der befreundeten amerikanie bewegen ſich die Demonſtrationszüge für Völkerfrieden und
großer Genugtuung und mit beſonderer Freude erfüllt, daß der lebendiges Zeichen dafür, daß noch immer weite Kreiſe der
deut=
die ihnen Befreiung verſpricht von den Sorgen und der Not des
hier überwunden zu ſein. Ein Teil der ſchweren Verluſte, die Tages. Es wäre wahrlich verfehlt, an dieſer Tatſache einfach mit
einem Achſelzucken vorbeizugehen, und gerade wenn man die
marriſtiſche Lehre für eine Utopie hält, gerade wenn man es für
wachſende Zahl von Dampfern iſt vom Norddeutſchen Lloyd trotz ein Verhängnis hält, daß dieſe einem vergangenen Jahrhundert
angehörende Lehre eines ſcharfſinnigen Denkers heute noch die
Köpfe umnebelt, ohne je die Hoffnungen erfüllen zu können, die
ſie bewußt erweckt, hat man um ſo mehr Anlaß, den Urſachen
dieſer an ſich doch ſeltſamen Erſcheinung auf den Grund zu gehen,
ten, neu zu beleben, ſie fördern die lebendige Verbindung von follte man Verſtärdnis zeigen für die tiefe Sehnſucht nach
Be=
freiung von den grauen Sorgen des Altags, die in den Maſſen
lebendig iſt. Will jemand leugnen, daß nicht alles gut iſt in
die=
ſer beſten der Welten, will jemand leugnen, daß die
wirtſchaft=
liche Enwicklung der letzten eineinhalb Jahrhunderte auf
ſozia=
lem Gebiet höchſt bedenkliche Begleiterſcheinungen gezeitigt hat?
Die Induſtrialiſierung und die damit immer mehr zunehmende
Kapitaliſierung hat der großen Maſſe die Hoffnung genommen,
die in früheren Zeiten für jeden Strebſamen, eine
Hautptrieb=
feder war, die Hoffnung, die in früheren Jahrhunderten jeder
Lehrling hegen durſte, daß er bei fleißiger Arbeit und ſparſamer
Wirtſchaft ſich einmal als Meiſter eine ſelbſtändige Exiſtenz
grün=
den konnte. Nur ganz wenigen vom Glück begünſtigten
Aus=
nahmemenſchen iſt es heute noch beſchieden, daß ſie als
mittel=
loſer Lehrling beginnen, um als Fabrikherr ihr Leben zu
be=
ſchließen. Die fortſchreitende Mechaniſierung der Arbeit aber hat
ihr zudem die Seele genommen. Iſt es ein Wunder, wenn die
Maſſen gläubig dem Rattenfänger folgen, der ihnen die
Hoff=
nung wiedergibt, badurch, daß er ihnen die Befreiung von aller
Not verſpricht, wenn ſie ihm nur Gefolgſchaft leiſten? Daß das
marxiſtiſche Dogma eine Utovie iſt, iſt ſchon oft genug
nach=
gewiefen worden, und alle Verſuche, es auf die Praxis zu
über=
gewiſſe Tragik darin, daß die ſozialdemokratiſchen Führer, zur
Macht gekommen, alsbald das Vertrauen der Maſſen verloren,
weil ſie die eherne Geſetzmäßigkeit des Geſchehens nicht meiſtern
konnten. Gewiß wirkt ſich das je nach der Lage verſchieden aus,
nicht immer ſo ſchroff wie gegenwärtig in England, wo die
Un=
abhängigen dieſer Tage dem früher vergötterten Führer
Mae=
donald in aller Form das Vertrauen entzogen haben.
Man kann die Tatſachen nicht durch Theorien aus der Welt
ſchaffen, man kann eine Entwicklung nicht einfach umbiegen. Die
Induſtrie zog die Folgerung aus den techniſchen
Errungenſchaf=
ten der abendländiſchen Völker. Sie trug den geſtiegenen und
verfeinerten Bedürfniſſen der Agemeinheit Rechnung und ſie
ſchuf ihrerſeits wiederum immer neue Bedürfniſſe. So ſonderbar
das klingen mag: der Europäer des 20. Jahrhunderts haßt die
Fabrik, und trotzdem braucht er ſie und ihre Maſſenproduktion
zum Leben, ebenſo wie die Luſt, die er atmet. Nun braucht aber
unſere ſchon ſo komplizierte und ſich noch ſtändig mehr
kompli=
zierende Wirtſchaft die individuelle Initiative des Einzelnen.
Glaubt heute noch ingend jemand, der etwas von den Dingen
verſteht, daß die Vergeſellſchaftung der Betriebe, die der
Marxis=
mus fordert, das Heil bringen könnte?. Von der marriſtiſchen
Theorie wird uns die Retung nicht kommen, trotz der Millionen,
die ſich an ſie als Rettungsanker klammern. Geht alſo der Weg
unaufhaltſam weiter in die Tiefe, bis ſchließlich eine ausgedörrte
Menſchheit in der entgötterten Welt der Mechanik nicht mehr zu
leben vermag? Untergang des Abendlandes? Auch auf der
Tagung der Keyſerlingſchen Schule der Weisheit, die während
dieſer Woche deutſche Wiſſenſchaftler und Denker von hohem und
höchſtem Rang nach Darmſtadt gezogen, wurde, wenn auch gewiß
in anderem Zuſammenhang, dieſe Frage geſtellt und — verneint.
Mit Recht verneint! Das Zeitalter des Materialismus, um
die=
ſes Schlagwort zu gebrauchen, die begreifliche Begleit= und
Folgeerſcheinung der großen naturwiſſeuſchaftlichen Entdeckungen
iſt vorüber, und wer Augen hat, zu ſehen, findet überall das
Rin=
gen und Suchen einer wiedererwachenden Menſchheit nach ihrer
Seele.
Der Marrismus iſt tot. Lebendig iſt der Sozialismus, der
durchaus nichts mit dem Marxismus zu tun hat und ſo oft mit
ihm verwechſelt wird. Auf einen ſtarken, zum Teil überſpannten
Individualismus folgt das Gemeinſchaftsgefühl als logiſche
Regktion. Noch ſind es Anfänge, vielfach ſchon ſtarke Anſätze,
ſich aus dieſen Anfängen eine mächtige Bewegung entwickelt, iſt
eine berechtigte Hoffnung. Die durch die Entwicklung der letzten
1½ Jahrhunderte aufgeworfenen ſozialen Probleme werden nicht
durch Dekrete und Aenderung der äußeren Formen gelöſt,
ſon=
dern nur durch den Menſchen, der ſich auf ſich ſelbſt
beſinnt. Das iſt ein weiterer Weg als der, den der
Markis=
mus weiſt, und es iſt verſtändlich, daß die große Maſſe ihn
vor=
ihn mit naturgeſetzlicher Zwangsläufigkeit gehen müſſen. Er
wird nicht in ein neues paradieſiſches Zeitalter führen. Einer
unſerer größten Philoſophen hat die große Idee mit dem Stern
der Verhandlungen neben den Bergtungen der Weltwirtſchafts= alles menſchlichen Tuns müſſen wir ſtets rechnen, denn wir
ken=
nen nicht die kosmiſchen Geſetze, denen wir unterworfen, können
Gt4
Sonntag, den 1. Mal 1927
Nummer 120
ſie, erdgebunden wie wir ſind, niemals erkennen. Das iſt
durch=
aus nicht etwa niederdrückend, ſondern erſt die Erkenntnis der
Grenzen, die uns nun einmal von der Natur gezogen, macht uns
zum wahren Menſchen. Das iſt es, was vielfach unbewußt in
unſerem Innern lebendig iſt und was Goethe am Schluß des
Fauft zu wundervollem Ausdruck bringt:
Gerettet iſt das edle Glied
Der Geiſterwelt vom Böſen;
Wer immer ſtrebend ſich bemüht
Den können wir erlöſen.
UInd hat an ihm die Liebe gar
Von oben teilgenommen,
Begegnet ihm die ſelige Schar
Mit herzlichem Willkommen.
Durch die Strußen der Städte aber ziehen heute die langen
Demonſtrationszüge und von Hunderten von Rednern wird zum
Kampf der Menſchen gegeneinander aufgerufen.
M.
Deutſche Kriſe in Paris.
Hoeſch erkrankt. — Um die Fortführung der
Handelsveriragsverhandlungen und die
Ver=
minderung der Beſatzungstruppen.
Die Erkrankung des deutſchen Botſchafters in Paris, Herrn
von Hoeſch, hat ſich nun doch als ernſter herausgeſtellt als man
urſprünglich angenommen hat. Er muß daher einen längeren
Urlaub antreten, den er wahrſcheinlich über Berlin nehmen will,
um hier noch einmal Bericht zu erſtatten. Herr von Hoeſch fällt
in einem wichtigen Moment aus, wo gerade zwei bedeutende
Fragenkomplexe zur Entſcheidung ſtehen. Da iſt auf der einen
Seite der deutſch=franzöſiſche Handelsvertrag. Hier iſt es auch
diesmal ſo gegangen, wie ſchon bei fpüheren Gelegenheiten. Die
von uns erbetene ſchriftliche Mitteilung des franzöſiſchen
Han=
delsminiſters über das Entgegenkommen der franzöſiſchen
Re=
gierung in der Geſtaltung der Minimaltarife hat ganz anders
und weſentlich vieldeutiger ausgeſehen als die mündlichen
Zu=
ſagen, die er dem Legationsrat Dr. Rieth gegeben hat. Unter
dieſen Umſtänden iſt eine neue Ausſprache notwendig geweſen,
und wenn jetzt bereits von amtswegen darauf higewieſen wird,
daß die Fortſetzung der Verhandlungen über den deutſch=
fran=
zöſiſchen Handelsvertrag neben der Weltwirtſchaftskonferenz
un=
möglich iſt, dann kann das eigentlich nur den Schluß zulaſſen,
daß man ſich an amtlicher Stelle von einer Fortführung der
Verhandlungen jetzt nicht allzuviel verſpricht, ſondern mehr davon
erwartet, wenn in Genf die an einem Handelsvertrag mit
Frank=
reich intereſſierten und durch ſeine Prohibitivzölle
benachteilig=
ten Slaaten ſich zuſammentun, um gemeinſam der franzöſiſchen
Regierung die Folgen ihrer Tätigkeit klarzumachen.
Daneben gehn aber auch die Verhandlungen über
die Zuſagen der Botſchafterkonferenz wegen
der Verminderung der Truppen im beſetzten
Gebiet ihren Weg. Man glaubte, damit rechnen zu können,
daß ſie bereits in der kommenden Woche zum Abſchluß führen
und eine fühlbare Herabſetzung der Truppenſtärke in der zweiten
und dritten Zone erbringen würden. Auch da wird das Fehlen
des Botſchafters, der ſich in Paris eine ſtarke Vertrauensſtellung
erworben hat, ſich ſehr bemerkbar machen und kann ſicherlich zu
einer Verzögerung führen, wenn auch nach dem gegenwärtigen
Stand imer noch damit gerechnet werden kann, daß auch
Frankreich ſich den Wünſchen Englands und Belgiens anſchließen
und einen Teil ſeiner Truppen zurückziehen wird.
Ernennung neuer deutſcher
Generalſachver=
ſtändiger für die Weltwirtſchaftskonferenz.
Berlin, 30. April.
Zu Generalſachverſtändigen, die als deutſche Delegierte an
der Weltwirtſchaftskonferenz teilnehmen, ſind ernannt worden:
1. für die Landwirtſchaft Geheimrat Profeſſor Spring, Graf
Keyſerling und Oekonomierat Kaiſer. 2. für Bankfragen
Reichs=
tagsabgeordneter Dauch, Hamburg (Deutſche Volkspartei), 3. für
Gewerkſchaftsfragen der Führer der Chriſtlichen Gewerkſchaften
Baltruſch.
Vom Tage.
In Vertretung des deutſchen Botſchafters ſprach Botſchaftsrat Dr.
Kiep der amerikaniſchen Regierung die warme
An=
teilnahme des deutſchen Volkes und der deutſchen
Regic=
rung an der durch die Miſſiſſippi=Ueberſchwemmung
verurſachten großen Notlage weiter Kreiſe der Bevölkerung aus.
Der Mißtrauensantrag der deutſchen Sozialiſten
gegen die tſchechiſche Regierung iſt vom Prager
Abgeond=
netenhaus abgelehnt worden
In Paris iſt eine große Anarchiſtenorganiſation
aufgedeckt worden
Der engliſche König hat die Ernennung des Admirals
Sir Charles Maddens zum Oberbefehlshaber der
engliſchen Seeſtreitkräfte an Stelle Lord Beattys mit
Wir=
kung vom 1. Juli beſtätigt.
In London wird das Gerächt von einem
engliſch=
italieniſchen Abkommen dementiert.
Die engliſche Regierung erwägt einen Zuſatz zum
Ge=
werkſchaftsgeſetz. Auf Grund deſſen ſoll die
Generalaus=
ſperrung durch Arbeitgeber genau ſo ungeſetzlich ſein
wie ein von ben Arbeitnehmern erklärter Generalſtreik.
Die amerikaniſche Delegation für die
Weltwirt=
ſchaftskonferenz iſt auf der Reiſe nach Genf in Paris
ein=
getroffen.
Bevorſtehendes jugoſlawiſch=griechiſches Bündnis.
EP. Salvniki, 30. April.
In den der Regierung naheſtehenden Blättern wird
hervor=
gehoben, daß eine fremde Macht, augenſcheinlich Frankreich,
darauf dränge, daß das Bündnis
Griechen=
lands mit Jugoſlawien ſo bald als möglich
zu=
ſtandekomme. Die franzöſiſche Diplomatie ſoll in Belgrad
durchgeſetzt haben, daß man dort in der Frage der Reviſion der
Saloniki=Konvention nachgebe. Man nimmt an, daß ein
Bünd=
nis zwiſchen Jugoſlawien und Griechenland auf die Beilegung
des albaniſchen Konfliktes günſtig einwirken werde, zumal ſich die
beiden Länder dann für die Unabhängigkeit Albaniens mit
Er=
folg einſetzen könnten. — Der Präſident der jugoſlawiſchen
Dele=
gation, Kortitſch, der die Verhandlungen über den Abſchluß einer
Handelskonvention mit Griechenland führt, hat Athener
Preſſe=
vertretern erklärt, die Handelsbeziehungen zwiſchen den beiden
Ländern hätten große Fortſchritte gemacht. Es gilt als ſicher,
daß dem Abſchluß der Handelskonvention das Bündnis zwiſchen
Jugoſlawien und Griechenland automatiſch folgen werde.
Eine italieniſch=ungariſche Militärkonvention?
* Belgrad, 30. April. (Priv.=Tel.)
In politiſchen Kreiſen Belgrads iſt das Gerücht verbreitet,
daß zwiſchen Ungarn und Italien während der Anweſenheit des
Grafen Bethlen in Rom außer dem Freundſchaftspakt auch eine
Militärkonvention obgeſchloſſen ſein ſoll, durch die Ungarn ſich
angeblich verpflichtet, im Falle eines bewaffweten Konfliktes
zwi=
ſchen Italien und Jugoſlawien ſich aktiv auf italieniſcher Seite zu
beteiligen. Als Endgelt hierfür ſoll Ungarn angeblich das
Woj=
modina=Gebiet bis zur Dowau verſprochen worden ſein. Was
an dieſen Gerüchten Wahres iſt, ließ ſich bis zur Stnde noch
nicht feſtſtellen. Man weiſt in Belgrad aber in dieſem
Zuſammen=
hang auf Ungarns Standpunkt zu den bevorſtehenden
Verhand=
lungen über die Fiumer Tranſitfrage hin und erklärt, daß
Un=
garn fetzt vollſtändig im römiſchen Fahrwaſſer ſchwimme. Als
Beweis dafür wird angeführt, daß Ungarn ſich bisher zu
keiner=
lei Entgegenkommen gegenüber Jugoſlawien in der Tranſitfrage
bereit erklärt hat, während Jugoſlawien angeblich alles getan
habe, um zu einer Einigung mit Ungarn zu gelangen. Dieſe
Sachlage laſſe den Wert der kommenden Verhandlungen ſehr
illu=
ſoriſch erſcheinen. Es ſcheint aber, daß dieſe Darſtellung auf
jugo=
ſlawiſche Oppoſitionskreiſe zurückgeht, die ſich überhaupt gegen
die Aufahme von Verhandlungen über die Tranſitfrage mit
Un=
garn ausgeſprochen haben.
Verſchärfung der jugoſlawiſch=italieniſchen Spannung?
EP. Belgrad, 30. April.
Die dem Außenminiſter naheftehende Zeitung „Prawda”
teilt wit, daß die letzte Antwort Muſſolinis an England über die
italieniſch=jugoſlawiſche Spannung in Jugoſlawien als gänzlich
unbefriedigend betrachtet werde. Damit ſei die Lage noch ernſter
geworden. Der jugoſlawiſche Geſandte in Rom werde nunmehr
verſuchen, mit Muſſolini neue Verhandlungen zu beginnen, und
wenn dieſer Verſuch mißlinge, ſo könne für die Folgen nicht
Jugoſlawien verantwortlich gemacht werden.
* Ein Rückblick auf die fünfjährige
Arbeitsleiſtung,der Notgemeinſchaft der
Deutſchen Wiſſenſchaft” im Bereich der
Geiſteswiſſenſchaften.
II.
In dem im Selbſwerlag der N. D. W. erſchienenen 5. Bevicht
widmet Prof. A. Deißmann in ſeinem Referat, über die
För=
derung der theologiſchen Wiſſenſchaften beider Konfeſſionen der
„Norgemeinſchaft” tief empfundene Dankesworte. Die
Not=
gemeinſchaft hat mit der Rettung des wiſſenſchaftlichen Lebens
in Deutſchland zugleich auch an dem ethiſchen Wiederauſbau
unſeres Volkstums gearbeitet. „Die Notgemeinſchaft hat, indem
ſie Zeitſchriften, Bücher und andere wiſſenſchaftliche
Unterneh=
mungen unterſtützte, auch Menſchen gefördert, arbeitende und
ringende, der Führerausleſe unſeres Volkes zuſtrebende
Men=
ſchen, die unter dem Druck einer unerhörten Notzeit zum Teil
innerlich zuſammenzubrechen drohten. Was in allen dieſen
Kreiſen an neuer Schaffensluſt durch die Notgemeinſchaft
mög=
lich gemacht wurde, iſt eine ethiſche Leiſtung, deren Tragweite
für den inneren Aufbau in Staat und Kirche gar nicht hoch
genug veranſchlagt werden kann.”
Ohne Ueberhebung kann ſüch die Norgemeinſchaft rühmen,
daß der von ihr in ihrem 5. Bericht gebotene Rückblick auf ihre
Betätigung einem Geſamtüberblick über die Lage und Fortſchritte
der deutſchen wiſſenſchaftlichen Forſchung nahekommt.
Zuſam=
menfaſſend ſeien hier nur die Spitzenleiſtungen hervorgehoben.
Theologie.
Der noch 1920 von der theologiſchen Wiſſenſchaft befü
völlige Zuſammenbruch ihres wiſſenſchaftlichen Betriebs
durch die Notgemeinſchaft aufgehalten. Wie den anderen
wiſſenſchaften wurden auch der wiſſenſchaftlichen Theologi
der Konfeſſionen von der N. D. W. ſoviel Mittel zur Verf!
geſtellt, daß 400 (1) wiſſenſchaftliche Einzelwerke und Zeitſch
unterſtützt, daß beſonders namhafte theologiſche Quellen
die Göttinger Quellen der Religionsgeſchichte, die grie
chriſtlichen Schriftſteller der Berliner Akademie, die Akte
ökumeniſchen Konzilien, ſowie der Konzilien von Konſtan
Trient, die Weimarer Lutherausgabe nach ſchweren Stock
weitergeführt werden konnten. Für die theologiſche Wiſſer
wichtige Ausgrabungen ermöglichte die N. D. W. in S
Epheſus (ſiehe weiter unten) und Hebron.
Erhaltung der großen philoſophiſchen Zeitſchriften,
unterſtützung zur Herausgabe der wichtigen Sammlun=
Geſchichte der Philoſophie des Mittelalters war die dr
Aufgabe. In den Anträgen um Unterſtützung durch die
zeigte ſich unverkennbar das Streben der jüngeren
Forſcher=
generation nach Ueberwindung ſpezialwiſſenſchaftlicher
Abſon=
derung in Arbeiten um eine allen Einzelwiſſenſchaften
genü=
gende erkenntnistheoretiſche Grundlegung. Aber der 5. Bericht
der N. D. W. zeigt nicht minder deutlich, welche Fülle von
Arbeit auch noch von der beſchreibenden Sektion der
Geiſtes=
wiſſenſchaften zu leiſten iſt und immer wieder geleiſtet werden
muß, da das zum Aufbau des übergeordneten wiſſenſchaftlichen
Syſtems unerläßlich notwendige Material, das uns die empiriſch
erlebte, imwer ſubjektiv aufgenommene und deshalb ewig
wan=
delbare geiſtesgeſchichtliche Wirklichkeit an die Hand gibt,
nie=
mals abgebaut werden kann. „Erkennen iſt kein In=Beſitz=
Haben, ſondern ein tägliches Suchen und erneutes Schaffen.”
(D. Mahnke.)
In der Pſhchologie ſtanden im Vordergrund die
Unter=
ſuchungen über die pſychologiſche Grundlegung der Berufsarbeit.
So hat die Notgemeinſchaft Forſchungen über die pſychiſchen
Vorgänge bei der Arbeit am Transportband unterſtützt. Unter
den Arbeiten zur Kinderpſychologie ſind vor allen Dingen zu
nennen die Unterſüchungen über den Aufbau der
Wahrnehmungs=
welt und ihrer Struktur im Jugendalter. Die Forſchungen von
Ach über das Gefühls= und Willensleben konnten wie die von
Köhler über Nachwirkung, Wahrnehmung und Entſtehung von
Gedächtnisſpuren mit Hilfe der Notgemeinſchaft fortgeführt
wer=
den. Eine umfangreiche Unterſuchung von Selz über die Geſetze
des geordneten Denkverlaufs wurde durch die N. D.W. zum Druck
gebracht. Auf dem Gebiet der Exterimentaläſthetik wurden
Arbei=
ten über Raumwahrnehmung, Farben= und Gehörsempfindungen
gefördert. Auch die beſonders durch die Forſcher von Alleſch
und von Uerküll vertretene Tierpſychologie erhielt Zuwendungen.
Die wichtigſten Zeitſchriften der Pſychologie konnten ſich mit
Hilfe der Notgemeinſchaft halten.
Das für die deutſche Erziehungs= und Schulgeſchichte
grund=
legende Sammelwerk „Monumenta Germanige paedagogica‟
wurde lebensfähig erhalten.
Rechts= und Staatswiſſenſchaft.
Durch den Friedensvertrag und die Ereigniſſe der
Nach=
kriegszeit wurde die deutſche Rechts= und Staatswiſſenſchaft ganz
elementar zur wiſſenſchaftlichen Behandlung zeitgenöſſiſcher
Rechts= und Staatstrobleme gedrängt. Die N.D.W. hat
Stan=
dardbibliotheken von ausländiſcher Literatur auf dieſem Gebiet
erworben und damit den deutſchen Rechtsvertretern das Rüſtzeug
geſchaffen zur Durchführung jener gigantiſchen Prozeſſe, die mit
dem Friedensvertrag und dem Ruhreinbruch der Franzoſen
unſe=
rem deutſchen Volke als wahrhaft lebenbedrohende Gefahren
er=
wachſen waren. Die Durcharbeit der während der Kriegs= und
Valutgabſperrung erſchienenen ausländiſchen ſtaats= und
rechts=
wiſſenſchaftlichen Literatur war eine Vorbedingung für die
wir=
kungsvolle Vertretung des deutſchen Rechtsſtandpunktes bei den
gemiſchten Schiedsgerichtshöfen. Was in dieſer kritiſchen Zeit
die N. D.W. für den Beſtand des Deutſchen Reiches geleiſtet haf
Spieler und Gegenſpieler
auf dem Balkan.
Politiſche Intrigen.
Im Verlauf des italieniſch=jugoſlawiſchen
Enkhüllungs=
bombardements über Rüſtungen des anderen hat jetzt die
Agramer Zeitung „Obzor” einen auch von der halbamtlichen
Agentur Avala gefliſſentlich verbreiteten Artikel über ſenſationelle
Vorbereitungen Italiens in Venetia=Julza veröffentlicht. Wenn
man die Einzelheiten dieſer Enthüllungen lieſt, dann hat man
den Eindruck, daß Italien tatſächlich einen Vorſtoß mit den
modernſten Mitteln der Kriegstechnik plane. Der ganze Bezirk
zwiſchen Tarbies und Fiume ſoll befeſtigt ſein, zahlreiche
be=
tonierte Geſchützſtände, ſogar für ſchwere Artillerie, ſollen
en=
baut ſein. Strategiſche Straßen, Ausbau der Bahnhöfe und des
Bahnverkehrs, vergrößerte Laderampen, Studienreiſen höherer
Offiziere, kurz alles, was zu einem militäriſchen Aufmarſch
größten Stils gehört. Die italieniſche Flotte in Quarnero ſei in
Alarmbereitſchaft. Man wird abwarten müſſen, was von dieſen
Alarmgerüchten tatſächlich zutrifft. Bisher jedenfalls hatte es
noch immer den Anſchein, daß die Senfationsmeldungen über
gegenſeitige Rüſtungen nur die Begleitmuſik war für ein
poli=
tiſches Intrigenſpiel, das längſt über den bisher
ge=
ſteckten Rahmen — Jugoſlawien mit Frankreich auf der einen,
Italien mit England auf der anderen Seite —, hinausgegriffen
hat. Die zuerſt von einem Berliner Blatt gebrachte Nachricht,
Italien habe bei der öſterreichiſchen Regierung
wegeneines Durchmarſches durchöſterreichiſches
Gebiet in Richtung auf Laibach interveniert,
be=
ſtätigt ſich allerdings nicht. An zuſtändiger Stelle iſt von einem
derartigen Erſuchen Italiens, nichts bekannt. Dagegen ſcheint
eine andere Nachricht durchaus glaubhaft, daß kürzlich eine
pro=
minente italieniſche Perſönlichkeit in Sofia
vor=
geſprochen und angefragt habe, wie ſich Bulgarien
im Falle eines italieniſch=jugoſlawiſchen
krie=
geriſchen Konfliktes ſtellen werde. Es heißt ſogar,
daß den Bulgaren im Falle ihrer Neutralität von Italien einige
mazedoniſche Diſtrikte angeboten worden ſeien und Italiens
In=
tereſſe an Bulgarien in der dynaſtiſchen Frage der Verheiratung
des bulgariſchen Königs mit der italieniſchen Königstochter ſowie
in dem Angebot eines Freundſchaftsvertrages zu verſtehen
ge=
geben worden ſei. Wie man hört, hat ſich jedoch Bulgarien dieſen
Verlockungen zu entziehen gewußt.
Der Verſuch Italiens, Bulgarien auf ſeine
Seite zu ziehen, wird man als einen Gegenzug zu den
Bemühungen Jugoſlawiens bewerten müſſen, mit der
Türkei übereinzukommen. Die Türkei ſelbſt ſcheint
ent=
ſchloſſen, die Stunde zu nutzen. Erſt kürzlich hat der türkiſche
Außenminiſter Tewſik Ruſchdi Bei in einer programmatiſchen
Rede in der Nationalverſammlung von Angora erklärt, daß jedes
ohne Wiſſen oder Mitwirken der Türkei geſchloſſene Bündnis
auf dem Balkan als ein Affront gegen die Türkei empfunden
werden müſſe, und man iſt geneigt, dieſe Erklärungen des
tür=
kiſchen Außenminiſters auf Muſſolinis Bemühungen zu beziehen,
Bulgarien in eine Front gegen Jugoſlawien
hineinzumanöve=
rieren. Die Türkei erfreut ſich dabei einer nicht unbeträchtlichen
Rückendeckung bei Rußland, was umſo bedeutſamer iſt, als bei
der gegenwärtig ſich bildenden politiſchen Konſtellation Rußland
Gelegenheit hätte, durch Italien in gewiſſer Weiſe auch England
zu treffen, das ja hinter den Balkanaſpirationen Italiens ſtehen
ſoll. Die Nachricht eines Berliner Blattes, daß ſeit der von
jährigen Ausſprache zwiſchen Chamberlain und Muſſolini in
Li=
vorno ſogar ein bisher geheimgehaltenes Militärbündnis ähnlich
den Flottenabmachungen zwiſchen England und Frankreich im
Mittelmeere vor dem Weltkriege herausgekommen ſei, wird hier
ſtark beachtet. Man wird zwar mit Dementis rechnen können, di
Möglichkeit einer ſolchen Abmachung iſt aber nicht von der Han
zu weiſen, und ſie würde auch die gegenwärtige Taktik Englands
gegenüber dem Albanienkonflikt verſtändlich machen, die darauſ
abzielt, den Dingen ihren Lauf zu laſſen und entſprechend der in
Vereinbarung mit Frankreich übernommenen Vermittlerrolle
lediglich die italieniſche Regierung aufzufordern, ſich mit der
jugoſlawiſchen Regierung ins Benehmen zu ſetzen. Es ſcheint,
daß England gute Gründe hat, Italien nicht die Diskutierung des
Tirana=Vertrages mit Jugoſlawien anzuraten. Auf der anderen
Seite ſcheint auch Frankreich an der Entwicklung der Dinge zu
ſeinem Teile engagiert. Der Quai d’Orſay hat ſich bemüht, die
Entſendung einer jugoſlawiſchen Militärmiſſion nach
Konſtan=
tinopel zu dementieren. Die Ankunft mehrerer jugoſlawiſcher
Offiziere in Konſtantinopel iſt aber unbeſtreitbar verbürgt.
gehört in die Ruhmesakten deutſcher Geſchichte. „Millionen
wären der deutſchen Volkswirtſchaft verloren gegangen, wenn
nicht dieſe nicht zum geringften Teil durch die Notgemeinſchaſt
finanziell getragene wiſſenſchaftliche Durchdringung der
inter=
nationalen Rechtsfragen ermöglicht worden wäre.‟ Darüber
hinaus wurden die juriſtiſchen Fachgebiete keineswegs
vernach=
läſſigt.
Alte und prientaliſche Philologie und Archäologie.
Die aufs äußerſte gefährdeten wiſſenſchaftlichen Zeitſchriften
wurden durch das Eingreifen der N.D.W. am Leben erhalten,
durch den Krieg unterbrochene große Publikationen über die
Ausgrabungen der Deutſchen Orient=Geſellſchaft in Aſſur,
Baby=
lon und Aegypten fortgeführt. Prof. Sarre konnte ſeine
Aus=
grabungen in Samarra veröffentlichen. Die Drucklegung der
Aufnahmen des Deutſch=Türkiſchen Denkmalſchutzkommandos
leg=
ten ruhmvolles Zeugnis ab von der Sorgfalt, mit der während
des Krieges wichtige Denkmäler im Orient in derſelben Weiſe
geſchützt und erforſcht worden ſind wie auf dem weſtlichen
Kriegs=
ſchauplatz. — Auf dem Gebiet der klaſſiſchen Archäologie kam das
große Werk über Baalbeck zum Abſchluß, grundlegend zur
Be=
urteilung der römiſch=ſyriſchen Architektur. Zwei Bände
berich=
ten über Milet, die antike Welthandelsſtadt. Prof. Schuhmacher
konnte in einem dreibändigen Werk ſeine ſiedlungsgeſchichtlichen
Forſchungen auf deutſchem Boden abſchließen, Prof. v. Duhn
durch eine Reiſe den zweiten Band ſeiner italieniſchen
Gräber=
kunde, E. Fabricius ſeine Forſchungen über den Odenwald=
Limes erſcheinen laſſen.
Was aber der deutſchen Wiſſenſchaft zu ganz beſonderem
An=
ſehen wieder verhelfen wird, iſt der durch die N. D.W.
bewerd=
ſtelligte und von reichſtem Ertrag gekrönte Abſchluß deutſcher
Ausgrabungen auf klaſſiſchem Boden. Mit der Beendigung der
langjährigen Ausgrabungen der Berliner Muſeen am
Orakele=
tempel zu Didyma bei Milet, iſt nun der größte helleniſtiſche
Tempelbau auf kleinaſiatiſchem Boden bis in alle Einzelheiten
erforſcht. Auf der Inſel Kos wurde die architektoniſche Aufnahme
des Asklepiosheiligtums, wo einſt Hippokrates lehrte, beendet. Die
Unterſtadt von Tiryns wurde überſichtlich freigelegt. In
Aegyp=
ten ſetzte Prof. Steindorff die Ausgrabungen bei den Pyramiden
von Giſeh fort. An der Spitze deutſcher Spatenwiſſenſchaft ſtehen
aber die Ausgrabungen von Epheſus mit ihren alle Welt
über=
raſchenden Ergebn ſſen. Außer Entdeckungen im altjoniſchen
Stadtgebiet fand man auf dem Panajir=Hügel einen heiligen
Bezirk des Zeus der Kybele und des Attis; zahlreiche Reliefs
dieſer Götterdreiheit wurden gefunden. Am Magneſiſchen Tor
ſtieß man auf den Prunkbau eines Nymphaeums. Freigelegk
wurde ein großer Tempel der frühen Kaiſerzeit. Beſonders
er=
giebig für die chriftliche Kunſt war die Erforſchung der großen
Schlucht der Siebenſchläfergrotte am Panajir=Hügel: Entdeckung
einer großen, von einer Baſilika gekrönten Katakombenanlage,
Fund von Gräßern mit unzähligen Lampen. Noch harrt die
Bau Kaiſer Juſtinians von der Bedeutung
Mummer 120
Sonntag, den 1 Mai 1927
Seite 3
Mosiiig Piiemnerung nauf Teften.
Der Gang nach Genf.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, 30. April.
Ein mir ſeit langer Zeit bekannter neutraler Diplomat
ußerte ſich über das Rußland von heute wie folgt: „Ich ſehe es
ſtig der endlichen Aufnahme Deutſchlands in den Oberſten Rat
Völkerbundes als ein Hauptmittel der Befriedung Europas
daß, ſo ſchwer es ſein mag, auch Rußland in die
Gemein=
hi=ft der Völker hineingezogen wird. Ich ſage ausdrücklich
iieingezogen”, denn man muß nicht nur Mißtrauen predigen,
üe es hier und da geſchieht, man muß auch entgegenkommen.
mn dieſem Geſichtspunkte aus halte ich die Verſöhnung Mos=
188 mit Bern, oder korrekter geſagt, die Austragung des Falles
Sa rowſky, für eine höchſt willkommene Sache, für eine viel
be=
euttſamere Angelegenheit, als ſie hier behandelt wird. Es iſt
vr Bern nach Genf nur ein kurzer Weg. Ich kann die
Befürch=
umeg nicht teilen, daß eine ruſſiſche Delegation auf der
Wirt=
ſrftskonferenz mit Bezug auf Reparationen und interalliierte
anulden ſtörende Momente zu ſchaffen ſuchen würde. Ich
aaibe, daß Moskau zu einſichtig iſt, um eine Teilung der
Ver=
mamlung anzuſtreben. In China und vielleicht auch anderswo
alg eine Propaganda nach altem Rezept noch weiterhin betrieben
ſeleden. Aber Genf iſt doch nachgerade zu ſehr konſolidiert, zu=
(T nach dem Eintritt Deutſchlands, als daß Sprengungsverſuche
molg haben ſollten, die ſich in ihrer Auswirkung für den Ur=
Eher recht bedenklich erweiſen und als gemeinſame Gefahr die
felrhen nur um ſo feſter ſchließen könnten. Jedenfalls würden
neutralen Mächte, wie ich glaube beſtimmt verſichern zu
imnen, Schulter an Schulter ſtehen. Moskau wird ſich meiner
unwartung nach vielmehr nach dem ſtaatsklugen Beiſpiel richten,
gs Herr Dr. Streſemann bei ſeinem erſten Auftreten im Rate
egeben hat.
Dieſer Erwägungsreihe nachgehend, muß ich meinem
Erſtau=
ein darüber Ausdruck geben, daß hier, allerdings nur vereinzelt,
erSiſſermaßen eine Intrige ſeitens Deutſchlands in Verbindung
fü- der Möglichkeit der Gewährung ausnahmsweiſe langfriſtiger
nedite an Rußland aufgetaucht iſt. Gerade langfriſtige Kredite
uo kein bares Geld. Man denkt auch ſofort daran, daß über die
ſöglichkeit im vorigen Jahre in Lancaſhire Verhandlungen
aus=
eſponnen wurden. Die Erfahrungen großer deutſcher Firmen
nRußland ſind ſicher keine glücklichen geweſen. Leider! Denn
ie Schaffung erfolgreicher kommerzieller Iutereſſen auf beiden
Sufiten iſt zweifellos ebenfalls ein Schritt auf dem richtigen Wege,
k3-ßland zu gewinnen, gleichgültig, von wem er erfolgt, ob von
umicaſhire oder von deutſchen Induſtrie=Intereſſenten. Es iſt
in Verdienſt vom Geſichtspunkt der Förderung allgemeinen
wirt=
hiaftlichen Zuſammenſchluſſes. So iſt die jetzige Bewegung zur
zürbeiführung eines beſſeren Zuſammenarbeitens zwiſchen
Ver=
rörtern der Induſtrien Deutſchlands und Englands als ein höchſt
eweutſamer Fortſchritt aufzufaſſen."
Reviſion der ruſſiſchen (Europa=Politik.
* Berlin, 30. April. (Priv.=Tel.)
In Berliner politiſchen Kreiſen hat die Entſchließung
Sowjet=
ußlands, an der Weltwirtſchaftskonferenz teilzunehmen,
Be=
rtedigung heworgerufen. Der Beſchluß kam allerdings etwas
iheerraſchend, nachdem die Moskauer offiziöſe „sweſtija” geſtern
ſth unterſtrichen hatte, daß eine Teilnahme Rußlands an der
ſanferenz ſchon deshalb nicht in Frage komme, weil Rußland
ae3 Material hierfür nicht zur Verfügung hätte. Weiter hat
imnßland verſchiedentlich durchblicken laſſen, daß es zur
Welt=
vartſchaftskonferenz noch einmal beſonders eingeladen ſein
möchte, während der Völkerbund bzw. das Sekretariat auf dem
Shrandpunkt ſtanden, daß die erfolgte Einladung noch vollgültig
Auf der anderen Seite aber hat man gewußt, daß die
end=
ihe Bereinigung des ruſſiſch=ſchweizeriſchen Konfliktes nicht allein
nf den guten Willen der Schweiz, oder auf das Konto des
fran=
äſſiſchen Vermittlers gegangen iſt, ſondern dem Wunſch
Snowjetrußlands ſelbſt entſpricht, ſeine bisherige
Politik den Weſtmächten gegenüber einer
Re=
ſion zu unterziehen.
Der Pariſer „Temps”, der ſogar wiſſen will, daß ſich
Sowjet=
üffßland an der Herbſttagung der Vorbereitenden Ausrüſtungs=
dm Hagia Sophia in Konſtantinopel, der Ausgrabung auf dieſem
Fünaltbezirk, der in zahlreichen alten Pilgerfahrten erwähnt wird.
Unmöglich, alle Einzelwerke und periodiſchen Erſcheinungen
noch aufzuzählen, die mit Hilfe der Notgemeinſchaft
heraus=
gisgeben werden konnten.
Ausgrabungen in Deutſchland.
Wir reihen hier gleich ein die auf deutſchem Boden durch die
N2D.W. ermöglichten Ausgrabungen. Die Ausgrabungen an der
Wildweiberlei bei Diez an der Lahn, in den Balver Höhlen des
eöönnetals haben Fundſtücke aus faſt allen Epochen des
vor=
gſſchichtlichen menſchlichen Daſeins zutage gefördert. Noch nicht
ab geſchloſſen ſind die einzigartigen Grabungen bei Ehringsdorf
(Weimar), die Licht bringen werden „in das erſte Morgengrauen
menſchlichen Daſeins auf deutſchem Boden”. Schon zu Goethes
Zſeit ſtieß man in tiefen Schichten bei Ehringsdorf auf menſchliche
SiEeletteile, die aber damals ungeborgen und unerforſcht blieben.
Vwr Jahren fund man dann 20 Meter unter dem Erdboden
Huiochen, deren Träger einer Menſchheitsſtufe angehörten, die
au=f gleicher, wenn nicht früherer Stufe mit dem berühmten 1857
geffundenen Neandertaler ſtehen. — Eine an Ueberreſten aus der
fümgeren Steinzeit und älteren Eiſenzeit außergewöhnlich reiche
Fuundſtätte iſt der Goldberg bei Nördlingen. Jetzt wird die ſeit
1/411 begonnene und dann verſchleppte Ausgrabung wieder
auf=
gemiommen. Der Goldberg iſt eine einzigartige Fundſtätte, da ſie
diee bis auf ſteinzeitliche Verhältniſſe zurückgehende
Geſamtanord=
nung einer Siedlung durch verſchiedene Kulturepochen in
zahl=
reſichen Hausgrundriſſen und Befeſtigungsſyſtemen feſtſtellen läßt.
In Angriff genommen wurden die Unterſuchungen der in
dan Zeiten der großen Völkerbewegungen angelegten
Befeſti=
gungen auf dem Trunzer Plateau, der Tolkemita am Friſchen
piaff uſw. Die Spatenarbeit am ehrwürdigſten ſchleſiſchen
Alter=
tunnsdenkmal, dem Zobtenberg ſüdlich von Breslau, ergab, daß
dieſer Platz von 1200 bis 500 v. Chr., ſodann in der ſlawiſchen
Zeit und im ſpäteren Mittelalter dauernd bewohnt war. Zum
eiſſtenmal fanden ſich hier Ueberbleibſel aus dem Jahrtauſend der
garmaniſchen Beſiedelung Schleſiens. — Die Grabungen der der
Feldkultur nun bald zum Opfer fallenden großen Nekropole in
enmem Walde bei Nieder=Mockſtadt (Oberheſſen) ergaben eine
fafſt lückenloſe Abfolge von Funden aus der jüngeren Steinzeit
bss zum Beginn des Mittelalters mit wundervollen Broncen
uund hochſtehender Keramik. — Aus der Spät=Latene=Zeit konnte
enne Burg auf dem Heunſtein bei Dillenburg (Naſſau) freigelegt
werden, die in ſpäterer Zeit den Chatten in ihrem Kampf gegen
die Römer als Stützpunkt gedient hat. — Gefördert wurden von
dar N.D.W. die großen Ausgrabungen von Trier, deren höchſt
bä deutſame Ergebniſſe noch ausſtehen. — Eine beſondere Tat
war die Freilegung des Lindenbergs bei Kempten (Algäu), wo
40:Zer timeter unter dem Boden das alte Cambodunum lag, eine
vnen ſpäteren Siedlungen unberührt gebliebene römiſche
Zivil=
ſtadt. Die Grabungen haben überraſchende Aufſchlüſſe über
römi=
ſohes Volksleben gebracht: ſo wurde u. a. ein großes Volks=
konferenz beteiligen werde, ſpricht von einem Umfall Moskaus,
der auf das völlige Fiasko der ruſſiſchen Außenpolitik in China
zurückzuführen ſei. Moskau beſinne ſich wieder auf Europa,
nach=
dem der Plan, die Welt auf dem Umwege über Aſien zu
revo=
lutionieren, geſcheitert ſei. Es iſt nicht zu leugnen, und auch
Moskau verſchließt ſich dieſer Einſicht nicht, daß der Einfluß des
Kommunismus in China ſeit der ſcharfen Stellung Tſchang
Kai=
ſcheks gegenüber den Kommuniſten, der ſich nach und nach teils
wohlwollend, teils knurrend faſt alle maßgebenden Mitglieder
des Kuo Min=tang angeſchloſſen haben, und zwar in China und
den europäiſchen Zentren, einen entſcheidenden Niedergang
er=
litten hat. Moskau hat eingeſehen, daß der Kommunismus als
revolutionäre Tendenz nur dann ein für Rußland einträgliches
Geſchäft iſt, wenn er die nationalen Tendenzen im Kampf gegen
die imperialiſtiſchen Mächte, beſonders England, ſtärkt.
Der jetzige Mißerfolg des Kommunismus in Aſfen iſt aber
der Niederlage des zariſtiſchen Rußlands im Kriege mit Japan
außenpolitiſch durchaus gleichzuſetzen und ſo vollzieht ſich heute
eine Umorientierung der ruſſiſchen Außenpolitik nach Weſten hin.
Heute jedoch ſind die Ausſichten einer ſolchen Weſtorientierung
für Rußland ſchlechter als je. Sie kann ſich in der Hauptſache
nur auf wirtſchaftliche=Intereſſen ſtützen, wobei Rußland der
große Kreditbedürftige iſt. Weder Frankreich, noch vor allem
aber England werden geneigt ſein, vor der Regelung der Kriegs=
und Vorkriegsſchulden und einer Regelung der
Liquidierungs=
ſchäden Rußland Kredite zu gewähren, während vor allem
Eng=
land eine Umſtellung des ruſſiſchen Handelsſyſtems auf einer
Grundlage zur Bedingung machen wird, die jede geheime
Ver=
bindung mit den Zielen und Plänen der Komintern ausſchließt.
In Wirtſchaftskreiſen des Auslandes ſteht man auf dem
Stand=
punkt, daß auch die Konzeſſionen, die Rußland dem Weſten zu
machen in der Lage iſt, keine weſentlichen Vorteile bilden, ſolange
nicht die Konzeſſionen für eine zweckmäßige und produktive
Aus=
nutzung in Form von gutbaſierten Verträgen abgeſtellt ſind.
Rußlands Mitteilung an das Völkerbunds=
Sekreiariat.
EP. Genf, 30. April.
Das Völkerbunds=Sekretariat veröffentlicht heute mittag
fol=
gendes von Litwinow unterzeichnete Telegramm an Sir Eric
Drummond aus Moskau vom 29. April:
„Im Verfolg meiner Note vom 19. Januar habe ich die
Ehre, Sie zu benachrichtigen, daß die Beilegung des Konfliktes
zwiſchen der Union der Sowjetrepubliken und der Schweiz der
Regierung der Sowjetrepubliken die Möglichkeit gibt, an der
internationalen Wirtſchaftskonferenz mitzuwirken, indem ſie
Delegierte zu der genannten Konferenz ernennt. Die Regierung
der Sowjetrepublik behält ſich das Recht vor, an der Liſte der
Delegation noch Aenderungen zu treffen oder ſie zu erweitern.
Sie bittet um Verſtändigung der ſchweizeriſchen Botſchaft in
Ber=
lin, damit ihren Delegierten die nötigen Viſa erteilt werden.”
Das Telegramm nennt ferner die vier Delegierten: Obolenski=
Oſſinski, Chef der Stotiſtiſchen Zentralvevwaltung
Sowjetruß=
lands, Sokolnikow, ſtellvertretender Direktor der ſtaatlichen
Plan=
wirtſchaft der Sowjetrepubliken, Klimchut, Präſident der
Lon=
doner Handelsdelegation Sowjetrußlands, und Lepſe, Präſident
der Metallarbeiter=Gewerkſchaften. Ferner werden die fünf
Sach=
verſtändigen bezeichnet: Boriline, Dozent für Volkswirtſchaft
in Moskau, Cheine, ſtellvertretender Präſident der wiſſenſchaftlich
techniſchen Organiſation des Oberſten Wirtſchaftsrates, Groman,
Vorſtandsmitglied der ſtaatlichen Plankomniſſion, Kaufmann,
Direktor der Verwaltung der Abteilung für Handelsrecht; Warga,
Ratsmitglied der Berliner Handelsvertretung. Zum Schluß
wird das aus ſechs Perſonen beſtehende Sekretariat mit dem
techniſchen Perſonal aufgeführt. Außerdem wird die Delegation
von dem Spezialberichterſtatter der Ruſſiſchen
Telegraphenagen=
tur Taß, Julian Roſenblatt, begleitet ſein.
Moskaus Inſtruktionen für die Genfer Oelegation.
TU. Riga, 30. April.
Wie aus Moskau gemeldet wird, beſtehen die Inſtruktionen
der ruſſiſchen Delegation für die Weltwirtſchaftskonferenz im
weſentlichen darin, daß die Sowjetunion an der Konferenz als
gleichberechtigtes Mitglied teilnimmt. Die Delegation
bean=
ſprucht die Rechte der Exterritorialität. Sie hat die Abſicht,
beluſtigungshaus mit einer Auſternſtube (!) freigelegt. — Auch
dem Problem der Lage der ſagenhaften Stadt Vineta wurde
er=
neut nachgegangen. Man nimmt nun an, daß dieſe verſunkene
Stadt im Peenemünder Haff auf Wollin gelegen iſt. — Weiter
ins Mittelalter führten Ausgrabungen in der Burg
Dreieichen=
hain (Kreis Offenbach) und der alten Stiftskirche in Hersfeld,
die auf altgermaniſchem Kulturboden ſteht.
* Heſſiſches Landestheater.
(Kleines Haus.)
Samstag, den 30. April 1927.
Oritter Beethoven=Trio=Abend
der Trio=Vereinigung Joſeph Roſenſtock — Otto Drumm —
Hugo Andreae.
F.N. Gerade ein Monat liegt zwiſchen den glänzenden
Feſt=
konzerten in Wien, wo in prächtigem lichterfüllten Saal von
Künſtlern internationaler Geltung einem vielſprachigen
Publi=
kum Beethovenſche Kammermuſik geboten wurde, u. a. auch das
B=Dur=Trio Opus 97, und dem heutigen Abend, wo im
verdun=
kelten Kleinen Haus einem viel weniger glanzvollen, aber
viel=
leicht viel leichter innerlich zu berührenden Hörerkreis Trios des
Meiſters geboten wurden. Oft ſchweiften meine Gedanken hin
und her zwiſchen den beiden Extremen, Leiſtungen und
Ein=
drücke vergleichend. Doch ich muß geſtehen, ohne lokalpatriotiſch
eingeſtellt zu ſein, für mich war der heutige Eindruck ſtärker.
Mag auch die Virtuoſität, vielleicht auch die Kraft der
Perſön=
lichkeit bei jenen Größen in Wien bedeutſamer geweſen ſein,
die Verſenkung in das Kunſtwerk, die Unterordnung unter den
Geſamtklang war bei uns in Darmſtadt idealer. Dort hemmten
ſich die Perſönlichkeiten gegenſeitig im gemeinſamen Wirken,
hier unterſtützten und ſteigerten ſie ſich. Dort trat das glanzvoll
Virtuoſe überall in den Vordergrund — ich denke an das Trio
Friedmann, Hubermann, Caſals — die raſchen Sätze waren die
gelungenſten —, hier drückte ſich die ganze Sehnſucht nach
Schön=
heit, Vollkommenheit und Geiſtigkeit im Zuſammenſpiel aus, und
die langſamen Sätze wie die zart und fein abgetönten Partien
bildeten den Höhepunkt.
Wahrlich, man muß erſt in die Fremde gehen, um das
Hei=
miſche nach ſeinem vollen Wert einſchätzen zu können. Von
unſe=
ren drei Künſtlern ſchien mir auch heute wieder Roſenſtock als der
objektivſte und darum zum Leiten beſonders geeignet, Drumm
als der Grübler, der um Vertiefung und ſubtilſten Ausdruck zu
ringen nicht müde wird und ebenſo mit Schmerz wie mit Luſt
in dem Kunſtwerk aufgeht, Andreae endlich der, dem die
Schön=
heit des Tones und der Melodie das Höchſte gilt, und der faſt
klangſchwelgeriſch ſpielt. Und doch vereinigen ſich dieſe
verſchiede=
nen Naturen zu einem Geſamtinſtrument, das von
bewunderns=
werter Modulations= und Ausdrucksfähigkeit iſt. Sie ſpielten
nur den Reden der anderen zuzuhören. Ihre Vollmachten ſind
ſtark beſchränkt. Irgendwelche Beſchlußrechte hat ſie nicht.
Ihre Hauptaufgabe beſteht darin, die Verbindungen zu der
weſteuropäiſchen Wirtſchaft auszubauen. In Moskau erwartet
man keine ſonderlich praktiſchen Ergebniſſe von der Konferenz.
Bezeichnend iſt, daß der Delegation vornehmlich Mitglieder der
früheren Parteioppoſition angehören. — Die japaniſche
Delegation iſt in Moskau eingetroffen und hat
Füh=
lung mit der ruſſiſchen Delegation genommen. Der Berliner
Botſchafter Kreſtinski bleibt zunächſt noch in Moskau.
England und das ruſſiſche Problem.
London, 30. April.
In einem Artikel „Wohin geht Rußland?” beſchäftigt ſich
heute Mac Donald in den „Daily News” mit dem ruſſiſchen
Problem. Er betont die Pflicht Europas, ſich gegen die ruſſiſche
Propaganda zu ſchützen. Denn Revolutionen in Europa
wür=
den nur Verhängnis bringen und die Arbeiterklaſſe in tiefſte
Armut ſtürzen. Dann wendet ſich der engliſche Arbeiterführer
gegen irgendeinen Boykott. Denn die wirtſchaftliche Grundlage,
auf der Rußland aufgebaut iſt, ſei weder eine Bedrohung
Europas, noch gehe ſie Europa etwas an. Europa müſſe daher
in normale Beziehungen mit der ruſſiſchen Regierung treten.
Das gleiche Blatt beſchäftigt, ſich in einem weiteren Artikel
„Rußland und Europa” mit dem ruſſiſchen Beſchluß, an der
Wirtſchaftskonferenz in Geuf teilzunehmen, und würdigt die
rüſſiſche Teilnahme als ein Ereignis von beträchtlicher
Bedeu=
tung. Selbſt wenn nichts anderes getan werde, als eine
Klar=
legung der europäiſchen Wirtſchaftsprobleme, ſei es von großer
Bedeutung, wenn man die Stimme Rußlands höre, und es ſei
ein praktiſches Zugeſtändnis von ſeiten Rußlands, daß das
moderne Rußland ein Teil Europas iſt und ein Mitglied des
europäiſchen Wirtſchaftsſyſtems.
Die ruſſiſch=türkiſchen Handelsbeziehungen.
EP. Konſtantinopel, 30. April.
Nach ſoeben veröffentlichten Daten der türkiſchen Regierung
erreichte der Export im Wirtſchaftsjahr 1925/26 nach der Türkei
17,7 Mill. Rubel gegenüber 10 Mill. im Vorjahre und 24,2 Mill.
im Jahre 1923/24. Die türkiſche Einfuhr nach Rußland betrug
im Berichtsjahr 9,8 Mill. Rubel gegen 3,7 Mill. im Jahre 1924=
1925 und einer Million im Jahre 1923/24. Von den nach der
Türkei ausgeführten ruſſiſchen Waren wurde ein bedeutender
Teil nach anderen Ländern weiterexpediert. Rußland exportiert
nach der Türkei Getreideprodukte, Zucker, Naphthaprodukte,
Steinkohle, Zement, Holz, Maſchinen, Metallwaren,
Gummi=
ſchuhe, Teppiche, Baumwollſtoffe, Streichhölzer uſw. Die
wich=
tigſten türkiſchen Waren, die von Rußland importiert werden,
ſind friſches Dörrobſt, Nüſſe, Gerbmittel, Leder, Baumwolle und
Wolle. Ferner führt die Türkei Groß= und Kleinvieh ſowie
Woll=
ſtoffe nach Rußland ein.
Dr. Streſemann über Deutſchlands Stellung
zu China
Berlin, 30. April.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann gab dem
amerikani=
ſchen Journaliſten Kuh ein Interview über Deutſchlands
Stellung zu China. Darin führte er aus, daß Deutſchland, da
es auf die ſogenannten ungleichen Verträge verzichtet habe, von
den jetzigen Ereigniſſen in China unmittelbar nicht berührt
werde. Die deutſche öffentliche Meinung ſtehe den legitimen
nationalen Forderungen der Chineſen freundlich gegenüber,
könne aber andererſeits auch die wirtſchaftlichen Sorgen der
fremden Kaufleute in China verſtehen. Man ſollte das
Stre=
ben nach einem Uebergang zu modernen Lebensformen
unter=
ſtützen; ſo würde am beſten der geſamten Menſchheit gedient.
Deutſchland ſei vollkommen neutral ſowohl den kämpfenden
chineſiſchen Parteien gegenüber wie den Mächten, die ſich mit
dem chineſiſchen Problem beſchäftigen, und werde dabei von der
deutſchen öffentlichen Meinung unterſtützt, wie der freiwillige
Verzicht auf Waffenverſchiffungen nach China ſeitens unſerer
Kaufmannſchaft und Reeder gezeigt habe. Im übrigen ſtehe
man in Deutſchland auf dem Standpunkte, daß ein friedlicher
Ausgleich im Intereſſe aller an China intereſſierten Nationen".
gelegen wäre.
das nachgelaſſene Trio in B=Dur in einem Satz, das zeitlich
wohl nicht allzuweit von dem Haydn gewidmeten und ihm noch
ſo naheſtehenden Opus 1 entſtanden ſein mag, von dem das
zweite Trio in C=Dur geſpielt wurde. Zum Schluß erklang
Opus 97 in B=Dur, das bekannteſte der Trios, freundlich, faſt
verklärt in ſeinen Hauptſätzen und von den Künſtlern ganz
be=
ſonders im Variationenſatz mit wunderbarer Beſeelung geſpielt.
Das Konzert war gut beſucht und trug der Trio=Vereinigung
begeiſterten Beifall ein.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Wettbewerb für moderne Grabdenkmäler.
Das Badiſche Landesgewerbeamt Karlsruhe veranſtaltete zur
Hebung des geſchmacklichen Bildes der Friedhöfe zwei
Wett=
bewerbe zur Gewinnung von Entwürfen von Grabmälern und
Grabdenkzeichen. Gefordert wurden einerſeits eine Serie von
Entwürfen für Kaufgräber für einzelne Grabſtätten und für
größere Familiengräber, andererſeits eine Serie von Entwürfen
der Reihengräber für Erwachſene und Kinder. In beiden
Wett=
bewerben wurden die erſten Preiſe Profeſſor Hugo
Eber=
hardt, dem Direktor der bekannten Offenbacher
Kunſtgewerbe=
ſchule, zuerteilt.
*Dasdeutſche Morgenrot. Ein Arndt= und Stein=Roman
von Oskar Anwand. Mit 22 Wiedergaben nach zeitgenöſſiſchen
Bildern und 2 Fakſimiles Verlag von Richard Bong, Berlin. Es iſt
ein geſchichtlicher Roman, der die Jahre 1805—1813 und die Geſchichte
der napoleoniſchen Herrſchaft und der Erhebung Deutſchlands umfaßt.
Die auf ſorgfältigem Quellenſtudium beruhende Darſtellung der
geſchicht=
lichen Ereigniſſe jener bedeutungsvollen Zeit gibt ein Spiegelbild der
damaligen politiſchen Lage, die durch die Zwieſpältigkeit der politiſchen
Meinungen gekennzeichnet wird, und zwar der unentwegten Patrioten,
die ſich gegen Napoleon, und der Verzagten, die ſich für ihn bekannten.
Im Mittelpunkte des Kampfes um die Befreiung Deutſchlands ſtehen
der Wecker des deutſchen Gewiſſens E. M. Arndt und der erbittertſte
beharrlichſte und erfolgreichſte Gegner Napolcons, Frhr. vom Stein,
die anfangs jeder für ſich, dann vereint dem gemeinſamen Ziele, der
Befreiung Deutſchlands von dem Joch des „Völkerwürgers. mit der
Kaiſerkrone”, zuſtreben. Die Perſönlichkeit Arndts, ſein Werdegang
und ſeine Lebensſchickſale, werden in feſſelnden Einzeldarſtellungen
ge=
ſchildert und in meiſterhafter Weiſe mit den geſchichtlichen Ereigniſſen
verknüpft. Auch für die Perſönlichkeit Steins, deſſen politiſche Miſſion
im letzten Teile berückſichtigt wird, wird das Intereſſe erweckt.
Außer=
dem werden wir mit allen führenden Männern jener Zeit bekannt
ge=
macht. Mit beſonderem Intereſſe lieſt man die lebendige Schilderung
der Schlacht bei Jena, des Einzugs Napoleons in Berlin, bei der die
Berliner Bevölkerung ein würdeloſes Verhalten zeigte, des Nückzugs
der großen Armee aus Rußland und der Erhebung des deutſchen Volkes
Der Roman ſchließt mit dem Abſchluß des Bündniſſes Preußens mit
Rußland als dem Anfang der Befreiung. „Der Deutſche — ſo ſagt
Stein braucht ein hohes Maß von Leid, um endlich zum
vaterländi=
ſchen Gefühl zu erwachen‟. Der lebendig und ſpannend geſchriebene,
von echt vaterländiſchem Geiſte erfüllte Roman iſt nicht ohne
Gegell=
wartsbedeutung und einer der beſten der in letzter Zeit erſchienenen
W.
Romaue dieſer Gattung.
Nummer 120
Seite 4
Das Urteil
im Wiking=Olympia=Prozeß.
Das Verbot gegen Wiking beſtätigt — gegen
Oiympia aufgehoben.
Leipzig, 30. April.
In Sachen Wikig—Olympia wurde der Beſchluß des
Staats=
gerichtshofes heute vormittag verkündet. Unter Aufhebung des
Beſchluſſes des Kleinen Staatsgerichtshofes vom 13. Oktober
1926 wird die Berfügung des preußiſchen Miniſters des Innern
vom 12. Mai 1926, durch die das Verbot des Bundes Wiking
ausgeſprochen wird, beſtätigt, dagegen wird der das Verbot
auf=
hebende Beſchluß des Staatsgerichtshofes vom 13. Oktober 1926
in bezug auf den Bund Olympia beſtätigt. Die Koſten des
Ver=
fahrens werden für Wiking dem Bund, für Olympia der
preu=
ßiſchen Staatskaſſe auferlegt.
* Der Kompromißcharakter des Leipziger Urteils wird in
den Kommentaren der Berliner Preſſe, ſoweit ſie bereits
vor=
liegen, ſtark unterſtrichen. Befriedigt iſt niemand. Von links
her wird geltend gemacht, daß es zu wenig ſei, von rechts wird
behauptet, daß das Beweiswaterial für das Verbot des Wiking
viel zu dünn ſei. Das juriſtiſch Intereſſante iſt, daß dadurch an
dem beſtehenden Zuſtand nichts geändert wird. Die preußiſche
Regierung iſt nämlich klug genug geweſen, die beiden Verbände
zweimal zu verbieten und das zweite Mal auf Grund des
Reichsgeſetzes vom 22. März 1921, das dem Staatsgerichtshof
nicht unterliegt. Die preußiſche Regierung iſt alſo der Meinung,
daß auch die Olympia weiterhin verboten bleibt. Dagegen wird
die Olympia zweifellos mit einer Beſchwerde an die
Reichs=
regierung vorgehen, die dadurch in eine etwas peinliche Lage
gerät mſofern, als ſie die Entſcheidung der preußiſchen
Regie=
rung nachzuprüfen hat. Vielleicht bereitet ſich auch hier die
Möglichkeit eines Kompromiſſes vor. Nach dem Urteil des
Reichs=
gerichts bleibt Wiking nur in Preußen verboten, dagegen kann er
in allen anderen deutſchen Ländern weiterbeſtehen. Das
Reichs=
innenminiſterium hat wiederholte Anträge der preußiſchen
Re=
gierung auf Ausdehnung des Verbotes auf ganz Deutſchland
ab=
gelehnt mit der Begründung, daß es zunächſt das Ergebnis des
Leipziger Urteils abwarten wolle. Die preußiſche Regierung wird
nun wahrſcheinlich die Forderung ſtellen, daß von reichswegen
das Verbot des Wiking auch über Preußen hinaus ausgedehnt
wird und wird dann von ſich aus bereit ſein, das Verbot der
Olympia aufzuheben, ſo daß dadurch das Durcheinander der
Rechtsauffaſſungen beſeitigt wird.
Die Urteilsbegründung im Reviſionsverfahren
Wiking=Olympia.
In ſeiner geſtrigen Schlußſitzung gab der Vorſitzende des
Staats=
gerichtshofes, Senatspräſident Niedner, nach dem bereits gemeldeten
Verleſung des Beſchluſſes vor der Urteilsbegründung eine Erklärung ab,
Sonntag den 1 Mai 1927
in der er ſich gegen die Aeußerungen, der Staatsgerichtshof habe ein
politiſches Urteil zu fällen, wendet und ſagt: „Recht und Gerechtigkeit
ind die Grundlagen unſerer Urteile. Daran ändert auch nichts daß
dem Gerichtshof dem politiſchen Leben entnommene Beiſitzer angehören.”
Zu der Urteilsbegründung übergehend, führte der Vorſitzende u. a. aus:
Zunächſt wird durch die Verhandlung vollſtändig geklärt, daß der Bund
Wiking nichts weiter iſt als die Fortſetzung der
Or=
ganiſation „Conſul”, daß aber die O.C. ein Geheimbund im
Sinne des Strafgeſetzbuches iſt. Der Bund Wiking beſchränkt ſich nicht
allgemein auf den Kanpf gegen die Verfaſſung; es iſt vielmehr
nachgewieſen, daß er die völkiſche Diktatur erſtrebte, einmal auf
dem Wege der Propaganda, andererſeits auf dem Wege der
Beeinfluſ=
ſung des Reichspräſidenten in der Weiſe, daß man an den
Reichspräſi=
denten herantreten ſollte, um ihn zu bewegen, den Artikel 48 der
Reichs=
verfaſſung anzuwenden und einen Ausnahmezuſtand zu errichten, ſowie
den Reichstag ſofort aufzulöſen, bis er mit der Ernennung des Distators
und den dadurch geſchaffenen Verhältniſſen einverſtanden ſei.
Senats=
präſident Niedner erklärte in ſeiner Begründung weiter, daß der Wiking
ein Bund mit geheimen Beſtimmungen ſei, wende auch durch eine
große Reihe von Urkunden aus allen Teilen des Reiches erwieſen.
Weiter ſei als erwieſen feſtzuſtellen, daß das Vorhergehen eines
kommu=
niſtiſchen Putſches zwecks Herbeiführung des Ausnahmezuſtandes zum
mindeſten als erwünſcht angeſehen wurde. Der Aufmarſchplan beweiſe
zum mindeſten, daß die Macht der Reichswehr nur dann zur Verfügung
geſtellt werden ſollte, wenn gewiſſe Bedingungen erfüllt ſeien, nämlich
wenn mit der „Wirtſchaft von links” gründlich aufgeräumt werden ſollte.
Der Vorſitzende weiſt ſodann auf die zahlreichen Urkunden hin, in denen
Geheimhaltung der Vorgänge im Bunde vorgeſchrieben wird. Daß der
Bund unbedingten Gehorſam gegen bekannte Obere vorſchreibe, ſei
eben=
falls erwieſen. Alle dieſe Erwägungen rechtfertigten ohne weiteres, den
Bund Wiking als einen Geheimbund zu erklären, und aus dieſem Grund
ſeine Auflöſung durch die preußiſche Regierung für berechtigt zu
erklä=
ren. Für den Bund Olympia ſeien eine Reihe von Tatſachen angeführt
worden, die aus dem Jahre 1923 ſtammten. Der Staatsgerichtshof ſei
aber der Anſicht daß für ein Auflöſungsverbot vom Jahre 1926
Tat=
ſachen aus dem Jahre 1923 nicht herangezogen werden könnten.
Aehn=
liches gelte auch für den vorübergehenden Waffenbeſitz des Bundes aus
dem Jahre 1925.
Die Verwaltung des Grenzfonds.
* Berlin, 30. April. (Priv.=Tel.)
Von demokratiſcher Seite wird Sturm dagegen gelaufen,
daß die Reichsregierung beabſichtigen ſoll, ihre Politik einer
ein=
ſeitigen Bevorzugung der ſüddeutſchen Länder auch bei der
Ver=
teilung des vom Reichstag für die Unterſtützung der Grenzgebiete
bewilligten 25 Millionen=Fonds fortzuſetzen. Nach den dabei
ge=
nannten Zahlen ſoll das Reich 15 Millionen erhalten, während
10 Millionen an Bayern, Baden und Sachſen fallen, wobei Baden
3,5 Millionen bekommen würde, ebenſoviel Oſtpreußen. Nach
unſeren Informationen ſtimmen dieſe Angaben nicht. Es ſcheint
ſich höchſtens um einen unverbindlichen, für das Reichskabinett
ausgearbeiteten Entwurf zu handeln. Jedenfalls hat das
Reichs=
kabinett noch keinen Beſchluß gefaßt, der aber für die nächſten
Tage zu erwarten iſt. Preußen kündigt, wenn ſich die angegebenen
Zahlen als richtig herausſtellen ſollten, bereits jetzt einen
Ein=
ſpruch im Reichsrat an.
Die Räumung des Saargebiets
Langſame Räumung Saarlouis.
Saarlouis, 30. April.
Heute nachmittag kurz nach 9 Uhr ſind mehrere Schwadronen
des 3. Dragoner=Regiments in Richtung Lisdorf=Wadgaſſen
ab=
gerückt. Der größte Teil der hier in Garniſon ſtehenden
Trup=
pen hat bereits innerhalb vergangener Woche in kleinen Trupps
möglichſt unauffällig die Stadt verlaſſen. Die Wache in der
Jägerkaſerne iſt zwar noch dort und ebenſo noch einzelne
Sol=
daten und mehrere Bagagewagen. Es iſt jedoch damit zu rechnen.
daß auch dieſe heute die Stadt verlaſſen. Teile der Jägerkaſerne
ſind bereits im Laufe der Woche den hieſigen Landjägern
über=
geben und von dieſen verſiegelt worden. Die Kommandantur iſt.
wir wir hören, geſtern übergeben worden. Die endgültige
Ueber=
gabe ſoll, wie uns mitgeteilt wird, am 4. Mai erfolgen.
Oas Urteil gegen Dr. Thiele.
* Berlin, 30. April. (Priv.=Tek.)
Gegen den Strafanſtaltsarzt Dr. Thiele iſt ſeinerzeit der
Vorwurf erhoben worden, daß er im Lazarett des Gefängniſſes
Moabit die Narkotika nachläſſig überwacht habe, ſo daß darauf
der Tod des damals in Unterſuchungshaft befindlichen
Reichs=
poſtminiſters a. D. Hoefle zurückzuführen ſei. Gegen Thiele war
infolgedeſſen ein Diſziplinarverfahren eingeleitet worden, das
nach mehrtägiger Dauer mit folgendem Urteil ſchloß: „Der
An=
geklagte, Strafanſtaltsmedizinalrat Dr. Thiele, wird wegen
Dienſtvergehens mit Verſetzung in ein ähnliches Amt von
glei=
chem Range und mit Verminderung des Dienſteinkommens um
10 Prozent auf die Dauer von drei Jahren beſtraft.‟ Dieſes
Ur=
teil gegen Thiele iſt im weſentlichen auf die Ausſagen der
medi=
ziniſchen Sachverſtändigen im Falle Hoefle zurückzuführen. Wenn
auch die Anſichten der Sachverſtändigen über die Frage, ob die
Anwendung der Magenpumpe bei Dr. Hoefle zweckmäßig war
oder nicht, auseinandergingen, ſo war man doch der Anſicht,
daß Dr. Thiele in einem ſolchen Fall für ſofortige Ueberführung
in ein Krankenhaus Sorge tragen mußte, wo nicht nur eine
ſtändige ärztliche Ueberwachung, ſondern auch die Anwendung
von Behandlungsmethoden möglich war, die im
Unterſuchungs=
gefängnis nicht durchgeführt werden konnten. Es wurde Thiele
vor allem auch vorgehalten und zur Laſt gelegt, daß er es
pflichtgemäß verabſäumt habe, Frau Hoefle rechtzeitig zu
be=
nachrichtigen, da er bereits nach ſeiner eigenen Ausſage Dr.
Hoefle bereits am Sonntag mittag für einen Sterbenden
ge=
halten hat. Am ſtärkſten iſt Dr. Thiele in der Verhandlung mit
der Tatſache belaſtet worden, daß er den Giftſchrank nicht mit der
nötigen Sorgfalt unter Verſchluß und den Verbrauch der
Me=
dikamente nicht ſcharf kontrolliert hat. Aus den Ausſagen der
Gefängniswärter ging hervor, daß Dr. Thiele Unterſchriften
zwar ohne weiteres gegeben hat, wenn der nachgeordnete Beamte
erklärte, daß Medikamente fehlten, daß er aber auf der anderen
Seite nicht geprüft hat, welche Verwendung die zum Teil ſehr
gefährlichen chemiſchen Mittel gefunden haben.
Jahre Magenleiden!
Herr Johann
Koz=
lowski berichtet: Ich
bin 57 Jahre alt und
ſchon über 20 Jahre
magenleidend wegen
zu=
viel Säure. Ich konnte
* nicht mehr arbeiten und
habe ſchon alles
Mög=
liche verſucht, aber ohne
Erfolg. Aber Gott ſei
Dank! So ein gutes
Mit=
tel wie Ihre
Schwarz=
wälder Fribetti=Tabletten und =Tee habe ich in
meinem Leben noch nicht gehabt. Die zuviel
Magenſäure ſchwindet davon wie Schatten vor
der Sonne. Ihr Fribetti hat mir wunderbar
geholfen.
Herr Friedrich Engels, Herrenmaßgeſchäft:
Ich bitte heute nochmals um Zuſendung von
3. Packungen Fribetti. Es iſt mir beſonders
daran gelegen, Genanntes zu bekommen, weil
das Mittel bei einem ſehr ſchweren, alten
Magenleiden (Säure) hervorragend geholfen hat.
Meine Anfälle, furchtbaren Kopfſchmerzen, ſpäter=
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hin Erbrechen einer fauren, ätzenden Flüſſigkeit
wiederholten ſich jahrelang durchſchnittlich einmal
wöchentlich, zeitweiſe noch öfters. Alle Mittel
und Diäthalten nützten nichts. Nachdem ich Ihr
Fribetti faſt 2 Monate gebrauche, habe ich in der
ganzen Zeit zwei kaum merkbare Anfälle gehabt,
trotzdem ich beſſer und reichlicher eſſe. Mein
Aus=
ſehen hat ſich verblüffend gebeſſert. Früher
frugen mich die Kunden erſchrocken, ob ich krank
ſei, heute äußern ſie ſich erſtaunt über mein
friſches, gutes Ausſehen — Aehnliche
Anerken=
nungen liegen maſſenhaft vor.
Beachten Sie alſo bitte: Saures Aufſtoßen,
Sodbrennen verbunden mit Blähung und Druck
in der Magengegend, Neigung zum Erbrechen
haben faſt immer ihre Urſache in zu großem
Salzſäuregehalt des Magens, der die vollkommene
Verdauung verhindert und zu Speifegärung
An=
laß gibt. So wird alles, was man ißt, im Magen
ſauer, genau ſo, wie der Abfall im Blechbehälter
ſauer wird und Flüſſigkeit und Gaſe bildet.
Nehmen Sie Schwarzwälder Fribetti, das den
Säuregehalt neutraliſiert, die Magennerven
be=
ruhigt, kräſtigt und das Blut reinigt. Machen
Sie einen Verſuch, Sie werden den Unterſchied
in einigen Tagen merken. — Energie, Kraft und
Lebensmut kehren wieder und das Leben wird
Ihnen wieder etwas wert erſcheinen, einfach, weil
Sie eſſen können, ohne ſich vor den
Nachwir=
kungen fürchten zu müſſen. Ihr Magen arbeitet
wieder ſo, wie die Natur es haben will. —
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Mummer 120
Somtag, den 1. Mai 1927
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadt, 1. Mai.
— Ernannt wurde am 12. April 1927 der Kanzleigehilfe bei dem
ma—sgericht Fürth Verſorgungsanwärter Anton Gaubatz zum
Ober=
iy enten mit Wirkung vom 1. April d. Js. ab.
—— In den Ruheſtand verſetzt wurde am 26. April 1927 der
Gefäng=
sl=berwachtmeiſter Guſtav Lückel in Schlitz auf Nachſuchen mit
hiä kung vom 1. Auguſt d. Js.
** Gleichftellung der heſſiſchen mit den preußiſchen höheren
nürdelsſchulen. Wie der amtliche preußiſche Preſſedienſt auf
runnd eines Runderlaſſes des preußiſchen Handelsminiſters
mit=
ih= hat dieſer die höheren heſſiſchen Handelsſchulen, die den
ſeieingungen des Erlaſſes vom 8. April 1916 entſprechen, als
etchwertig mit den preußiſchen höheren Handelsſchulen
aner=
mmit. Zurzeit ſind die ſtädtiſchen höheren Handelsſchulen in
rmſtadt, Offenbach, Mainz und Gießen.
— Inſtitut für wiffenſchaftliche und angrwandte Photographie der
eagniſchen Hochſchule. Im Sommerſemeſter 1927 werden die folgenden
bil leſungen und Uebungen abgehalten: Photographiſche Uebungen.
msgewählte Kapitel aus dem Geſamtgebiet des Lichtbildweſens.
Photo=
faphiſche Chemie und Chemikalienkunde. Einführung in die
Kinemato=
rAwhie. Die Feſtſetzung der Vorleſungs= und Uebungszeiten findet in
mer Beſprechung am Dienstag, den 3. Mai, mittags 12 Uhr,
n3 Inſtitut ſtatt.
— Heſſiſches Landestheater. Heute abend wird im Großen Haus
ſaners „Siegfried” als 13. Vorſtellung der Sonntags=
Fremden=
jintte (weiße Mietkarten) zum erſten Male in der neuen Inſzenierung
ſinäderholt. Beginn der Aufführung 5 Uhr. — Im Kleinen Haus wird
ilaws Scheſpiel „Frau Warrens Gewerbe” für Zuſatzmiete TV
eiceben. — Die morgige Aufführung von Hölderlins „Tod des
Em=
eſcdorles” in der Bearbeitung von Wilhelm Michel iſt der Miete I.,
unserdem zugleich der Miete P der Darmſtädter Volksbühne zugeteilt.
ſFür Samstag, den 7. Mai, wird im Großen Haus unter der Leitung
or Nobert Klupp: „Spiel im Schloß”, eine Anetdote von Franz
ſülelnar, vorbereitet. Das Werk hat bei allen bisherigen Aufführungen
mem durrchſchlagenden Erfolg gehabt und iſt von zahlreichen Bühnen
ie enommen worden.
— Neunte Morgenfeier im Kleinen Haus des Hefſ. Landestheaters.
in. Rahwen der für Sonntag, den 8. Mai, vormittags 11.30 Uhr, im
llutinen Haus vorgeſehenen 9. Morgenfeier ſingt Dr. L. Baxczinski
ne Reihe kaum gehörter altdeutſcher, ſpaniſcher, neapolitaniſcher und
ön miſcher Volkslieder, zu denen Erich Riede die Begleitung am
tu inwahflügel übernommen hat. Die Eintrittspreiſe betragen wiederum
OM=Pfg. und 80 Pfg. Der Vorverkauf beginnt am Dienstag, 5. Mai,
nſder Tageskaſſe des Kleinen Hauſes und in der Muſikalienhandlung
ſchnutter, Eliſabethenſtraße.
— Heſſiſches Landestheater. Sommerſpielzeit 1927.
Lyfitung: Direktor Adalbert Steffter.) Direktor Steffter
Eifffnet am B. Juni ſeine Sommerſpielzeit im Heſſiſchen
undestheater (Kleines Haus). Wir leſen im „Bonner General=
Intzeiger”: Neues Operettentheater Bonn a. Rh. Die
errrige letzte Vorſtellung der diesjährigen Spielzeit, die vor
ausver=
aul=ftem Hauſe ſtattfand, trug feſtlichen Charakter. Zum
zehnjäh=
igen Jubiläum der Bühne war nämlich das Dreimäderlhaus
mgeſetzt worden, mit welchem Stück das Theater ſeine Pforten öffnete.
Ozrektor Steffter wurde vom Publikum lebhaft gefeiert und mit Blumen
eacht, woraufhin Steffter in einer Anſprache dankte. Nicht weniger
ilſ 21 verſchiedene Operetten wurden in den verfloſſenen ſieben Monaten
emausgebracht, und wer nur einigermaßen in der Lage tſt, ſich die
Scwierigkeiten mannigfacher Art zu vergegenwärtigen, die bei einer
dnhen Arbeitsleiſtung zu überwinden ſind, insbeſondere wenn ein ſol=
W8 Untermehmen ohne jede Subvention ſich durchbringen muß, der
pil d mit Anerkennung nicht zurückhalten. Mitte September wird wit
dichzes Operette „Adrienne” die 11. Spielzeit eröffnet.
* Darmſtädter Gruppe. Die Darmſtädter Gruppe veranſtaltet als
ul diesjähriges Sommerprogramm in der Academia delle Belle
Iſ—ti Firenze eine heſſiſche Ausſtellung von Gemälden, Plaſtiken
no Graphik im Austauſch einer Toskaniſchen Kunſtausſtellung in Darm=
Ot, Kunſthalle am Rheintor, die zur Zeit in den Räumen der Akademie
u5 Florenz gezeigt wird. Die Toskaniſche Kollektion wird während den
unmermonaten Juli—Auguſt in der Kunſthalle am Rheintor
aus=
eſth=ellt und von dem Sindacato Arti del Disegno Firenze
iſt dies eine im Sinne der italieniſchen gegenwärtigen Geſetzgebung
teungeſchaffene gewerkſchaftliche Vereinigung bildender Künſtler)
zuſam=
nngeſtellt und juriert. Für die Zuſammenſtellung der Heſſiſchen
Kol=
ehsion iſt ein Ausſchuß gebildet, der außer den Herren Ob. R. R. Henrich
rIc Bürgermeiſter Mueller als behördlichen Vertretern aus je einem
ſartreter der einzelnen heſſiſchen Künſtler=Organiſationen beſteht. Die
Vaerarbeiten ſind von der Darmſtädter Gruppe mit dem Ente per le
litivitta Toscane und dem Deutſchen Konſulat in
Flo=
enz geführt und kommen nun zum Abſchluß, ſodaß der oben erwähnte
Airsſchuß alsbald in Tätigkeit treten kann.
* Wirtſchaftlicher Verband bildender Künſtler. Der
Reichswirt=
cheftsverband bildender Künſtler Deutſchlands. Gau Heſſen, veranſtaltet
uf Veranlaſſung ſeines erſten Vorſitzenden Dr. Greiner während
Sommermonate in Jugenheim ſeine erſte Ausſtellung
„c unſt an der Bergſtraße”. Beteiligen werden ſich die an der
Barrgſtraße anſäſſigen Künſtler und Künſtlerinnen, ſowie Mitglieder des
Varbandes, die Motive von der Bergſtraße behandelt haben. Als
Aus=
tAllungslokal hat Dr. Greiner ſein Atelierhaus im Stettbacher Tal zur
Gemfügung geſtellt. Die Ausſtellung ſoll am 15. Mai, vormittags 11 Uhr,
möffnet werden. Die Gemeinden der Bergſtraße ſind ſchon lebhaft
da=
ur intereſſiert. Der Gemeinderat von Jugenheim hat in ſehr
dankens=
varrter Weiſe bereits 50 Mk. für Deckung der Koſten zur Verfügung
geftellt. Auch die Regierung hat ihre Beihilfe durch das Landesamt für
8 Bildungsweſen ſchon zugeſagt, ſodaß die Ausſtellung auch nach
die=
erl Seite hin geſichert iſt. Da bereits eine ganze Anzahl von Küinſtlern
hue Beteilgung zugeſagt hat, kann mit Beſtimmtheit angenommen
wer=
dan daß die Ausſtellung ſehr intereſſant und für die Kunſt der
Berg=
taße bedeutſam werden wird.
— Martinsgemeinde. Montag, den 2. Mai, abends 8 Uhr, findet
u. Gemeindehaus Liebfrauenſtraße 6 eine Gemeindeverſammlung ſtatt,
un den Jahresbericht des Kirchenvorſtandes entgegenzunehmen. Auch
ſohllen die Frage der Umwandlung der Aſſiſtentenſtellen in Pfarrſtellen,
di Feſtſetzung der Kirchenſteuer für 1927 und andere wichtige
Gegen=
tamde verhandelt werden. Die wahlberechtigten Gemeindeglieder ſind
dasu eingeladen.
— Liederkranz Darmſtadt — Jubiläums=Konzert. Jubiläums=Kon.
zert betitelt ſich dieſe muſikaliſche Veranſtaltung des
Männergeſangver=
eins Liederkranz. Dreißig Jahre ſind es nun, wie raſch verfließt doch
die Zeit, daß der heute 58jährige, in Sängerkreiſen ſehr geachtete Leiter
unſeres Liederkranzes, Herr Kammermuſiker Max Stetefeld, auf eine
ſo ſegensreiche, fruchtbringende, erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken kann.
Herr Max Stetefeld, geboren am 26. November 1869 als älteſter Sohn
des Königlichen Muſikmeiſters Luis Stetefeld in Guben, zeigte ſchon in
fniheſter Jugend außerordentliche Begabung für Muſik. Kaum aus
der Schule entlaſſen, übernahm es ſein Vater, ihn in der Muſik zu
unterrichten, wovon die Hauptfächer Piſton, Violine und Theorie waren.
Bald folgten einige Engagements in erſtklaſſigen Badeorcheſtern, und
nach erfolgreichem Probeſpiel Berufung in die damalige
Hoftheater=
kapelle zu Darmſtadt. Das Jahr 1922 veranlaßte den Liederkranz, die
25jährige Tätigkeit des Herrn Max Stetefeld feſtlich zu begehen, und
heute ſtehen wir vor der bedeutſamen Wirklichkeit, dieſem überaus
tüich=
tigen, erfolgreichen, ſympathiſchen Künſtler zum 30jährigen Jubiläum
gratulieren zu können. Aus Anlaß dieſer Feier veranſtaltet der 130
Sänger zählende Liederkranz am 8. Mai ein Jubiläumskonzert, beſtehend
in drei Abteilungen. Der erſte Teil, dem Gedächtnis Ludwig v.
Beetho=
vens anläßlich der Wiederkehr ſeines 100jährigen Todestags gewidmet,
bringt nur Originalkompoſitionen, mit welchen Frau Suſanne Horn,
das SchnurrbuſchQuartett und der aktive Chor in die Reihen derer
treten, die aller Welt bezeugten, was uns Ludwig van Beethoven
be=
deutet. Der zweite Teil ſpricht eingehend über den
Volksliederkompo=
niſten Auguſt von Othegraven, geboven am 2. Juni—1864 zu Köln, mit
der Volksliedballade „Die Königskinder‟. Der dritte Teil gilt nun aber
unſerem einheimiſchen Komponiſten Arnold Mendelsſohn, in aller Welt
als Meiſter der Kirchenmuſik bekannt. Es exiſtieren aber auch a capella=
Chöre von allererſtem Rang und Schönheit, und hier hat ſich der
Lieder=
kranz Darmſtadt die vornehme Aufgabe und Pflicht geſtellt, dieſen
Wer=
ken ſeine beſondere Aufmerkſamkeit zu widmen, zeigt doch ſchon die
Außenſeite unſerer Vereinszeitung das Bildnis „Unſer Arnold
Men=
delsſohn” eine Dokumentierung unſeres Wollens, den allverehrten
gro=
ßen deutſchen Muſiker Arnold Mendelsſohn mit allen deutſchen Sängern
bekannt zu machen, ſtehen wir doch heute mit über 100 Vereinszeitungen
im Tauſchverkehr, die alle intereſſiert verfolgen, wer in dieſem dritten
Teil die Palme Arnold Mendelsſohn erringt. Und der, dem ſie gebeihrt,
iſt unſer lieber Meiſter Max Stetefeld.
Zum Beiſchreiben der 20%igen
Aufwertungs=
beträge zind bereits aufgerufen die
Sparbücher Nr. 1—380000
Für die Woche von Moniag, den 2. Mai,
bis Samstag, den T. Mai werden hiermit
neu aufgerufen die
Sparbücher Nr. 180001—190000
Kaſſeſiunden: Vormittags von 8 bis 1 Uhr
Nachmittags von 3 bis 4½½ Uhr.
Samstags nachmittags geſchloſſen.
(St. 7820
— Annahmeſielle im 1. Stock. —
Städtische Sparkasse Darmstadt
— Einen Konfirmanden=Empfangsabend veranſtaltet die
Jugend=
vereinigung der Johannesgemeinde am kommenden Montag, den
2. Mai, abends 8—10 Uhr, im Gemeindehaus Kahlertſtraße 24. Die
Eltern und Buben werden eingeladen, ſich die ſchönen und
ſelbſt=
gefertigten Lichtbilder vom Leben und Treiben der Bubengruppe und
ein luſtiges Spiel anzuſchauen, damit ſie ſich ein eigenes Bild von dem
Bund machen können. — Der Ortsverband des B. D. J. lädt
ſeine älteren Mitglieder auf Montag, abends 8 Uhr, ins Städtiſche
Ju=
gendheim, Landgraf Philipp=Anlage, zu einem Vortragsabend
ein. Herr Studienrat Hermanni ſpricht über „Der Menſch in der
Wirt=
ſchaft”.
Schulstraße 7 M Uelurieh Inekhardt
kauft man
(7387
zu billigsten
Tapeten, Einoleum Preisen —
* Landesverbanb Heſſen bes deutſchen Rentnerbundes. Der zweite
Landesverbandstag findet am 12. Mai, nachmittags 3 Uhr, in Frankfurt
a. M. (Kronenhof, Scharnhorſtſtraße 10) ſtatt. Es wird über den
Dres=
dener Bundestag Bericht erſtattet.
— Orpheum. Auf die beutige Aufführung von Leo Falls
beſtbekannter, ſchlagerreichen Operette. Die geſchiedene Frau”
mit Heinz Steinbrecher in der Tenorpartie, ſei nochmals
hinge=
wieſen. — Es gelten übliche Eintrittspreiſe. Der Kartenverkauf findet
im Verkehrsbüro von 9—12 Uhr und an der Kaſſe des Orpheums ab
3 Uhr ſtatt. — Beginn der Vorſtellung iſt 8 Uhr; Einlaß 7 Uhr. — (S.
Anzeige.)
Ausſchuß für Leibesübungen Darmſiadi.
* Der Ausſchß für Leibesübungen in Darmſtadt hielt im
Reſtau=
rant Kaiſerſaal ſeine diesjährige Hauptverſammlung ab. Profeſſor
Becker erſtattete Bericht über das abgelaufene Geſchäftsjahr, aus dem
zu erwähnen iſt, daß die dem Ausſchuß angeſchloſſenen Vereine und
Ver=
bände ihre bisher beachtenswerten Leiſtungen nicht nur hochgehalten,
ſondern auch in manchen Beziehungen noch verbeſſert hätten. Ein reger
Geiſt und Drang nach Vorwärts ſei überall feſtzuſtellen geweſen.
Darm=
ſtadt könne ſtolz auf ſeine Turn= und Sportvereine ſein, die als feſtes
Gefüge vorbildlich in Organiſation und Leiſtungen ſich würdig neben die
erſten Vereine gleicher Art in ganz Deutſchland ſtellen könnten. Sie
leiſteten allenthalben gedeihliche Arbeit, wirkten anregend und hätten
an vielen Stellen beachtenswert an der Ertüchtigung unſeres Volkes
mitgewirkt. Das Verhältnis zu Staat und Stadt habe gleichfalls eine
Beſſerung gezeigt, wenn auch weiterhin mit manchen Schwierigkeiten
zu kämpfen ſei. Beſonders in Sport=, Spielplatz= und Turnhallenfragen
ſollte man großzügiger und weitblickender ſein. Auch die Preſſe bringe
mehr Intereſſe der Sache der Leibeszibung entgegen als früher. Manches
ſei erreicht worden, aber zur erfolgreichen Weiterarbeit müſſe noch vieles
beſſer werden. Erfolgreich ſei die Werbearbeit um die Jugend geweſen,
die in großer Zahl ſich) allen dem Ausſchuß angehörenden Vereinen
an=
geſchloſſen habe. Weitere produrtive Arbeit habe der Ausſchuß im
ver=
gangenen Jahre, durch die Veranſtaltung eines Werbelaufes durch die
Straßen der Stadt, einer Siegerehrung vor dem Landesmuſeum, bei der
ſich erſtmalig Staat und Stadt offiziell beteiligt haben, und eines
Werbeabends im Landestheater, geleiſtet, Veranſtaltungen, die einesteils
das Intereſſe unter der einheimiſchen Bevölkerung erwecken und anderen
Teils zeigen ſollten, in welchem Geiſte von einzelnen Vereinen wertvolle
Arbeit verrichtet wird. Eins jedoch ſei not, das Verhältnis zwiſchen
Turner und Sportler müſſe gerade in hieſiger Stadt ein viel beſſeres
werden. Und wie leicht ſei bei gutem Willen oftmals eine beſſere
Ver=
ſtändigung und erſprießlicheres Arbeitsverhältnis zu erzielen. Im
Grunde genommen trieben beide Lager Leibesüibungen, wenn auch
jeder in ſeiner beſonderer Art. Ein Wunſch, der hoffentlich im neuen
Geſchäftsjahre in Erfüllung gehe. In vielen Einzelfällen habe der
Aus=
ſchuß bei Staat und Stadt auch für die einzelnen Vereine gar
man=
ches erreichen können, ſo daß man in dem abgelaufenen
Ge=
ſchäftsjahre mit der geleiſteten Arbeit einigermaßen wohl zufrieden
ſein könne, eine Tatſache, die auch bei der Verſammlung Zuſtimmung
fand. Die Rechnungsablage ergab einen kleinen Ueberſchuß, Kaſſe und
Buchführung hatten zu Anſtänden keine Veranlaſſung, ſo daß auch der
Entlaſtung des ſeitherigen Vorſtandes nichts entgegenſtand. Der Beitrag
für das Jahr 1927/28 wurde mit fünf Mark feſtgeſetzt. An Austritte
ſind im vergangenen Jahre zwei erfolgt (dabei einer durch
Verſchmel=
zung mit einem anderen Verein). Aufgenommen wurden drei Vereine,
ſo daß ſich der Ausſchuß am Ende des Geſchäftsjahres aus 27 Vereinen
und 19 Schulen zuſammenſetzt. Die Beſetzung der Vorſtandsämter ergab
die einſtimmige Wiederwahl der ſeitherigen Herren Dr. Friedrich, Prof.
Becker, Direktov Steffan Engel und Frieß. Füir den verſtorbenen
ver=
dienſtvollen ſeitherigen Schriftführer wurde noch Herr Schreiber in den
Ausſchuß beordert. Der weitere Punkt der Tagesordnung geſtaltete ſich
zu einer regen Ausſprache über die Durchführung des am 22. Mai
ge=
planten Groß=Staffellaufes. Erfreulich war die Zuſicherung, daß die
Darmſtädter Turnerſchaft ſich ebenfalls reſtlos an dem Lauf beteiligen
will. Als weiter feſtſtehend gilt ſchon heute, daß mit einer regen
Be=
teilgung aller in Frage kommenden Vereine zu rechnen iſt. Einem aus
der Verſammlung gewählten Ausſchuß wurde die techniſche Ausarbeitung
und Durchführung der Veranſtaltung übertragen. Die Preisverteilung
ſoll im Anſchluß an den Lauf vor dem Landesmuſeum ſtattfinden. Für
den Nachmittag plant der Sportverein eine größere Veranſtaltung im
Stadion. Die Vorarbeiten für einen im Herbſt ſtattfindenden
Städte=
wettkampf Frankfurt—Darmſtadt wurden einer beſonderen Kommiſſion
übertragen. Unter Verſchiedenes beſprach man abermals neuerdings
aufgetretene Mißſtände bei Vergebung der hieſigen Schulturnhallen.
Bezeichnend war dabei die Feſtſtellung, daß die Nachbarſtädte Frankfurt
und Mainz in der Auslegung der Beſtimmungen viel liberaler handeln.
In letztgenannter Stadt trage ſogar die Verwaltung alle entſtehenden
Unkoſten wie Beleuchtung, Heizung u. a. Nachdem noch auf die
Zu=
ſammenkunft des Landesbeirates am Sonntag, den 9. Mai, in Darmſtadt
im Kaiſerſaal hingewieſen wurde, ſchloß gegen ½1 Uhr die anregend
verlaufene Verſammlung.
— Kurrenbeſingen in der Petrusgemeinbe. Seit einigen Wochen
machen die Mitglieder der Petrusgemeinde die Wahrnehmung, daß
Sonntags morgens vor dem Gottesdienſt eine Schar von jungen
Men=
ſchen in den verſchiedenen Vierteln der Petrusgemeinde in den Höfen
Choräle ſingen. Man macht ſich die verſchiedenſten Gedanken über dieſe
Erſcheinung, darum iſt wohl für manche eine Aufklärung nötig. Die
Kurrende ſingt unter Leitung von Herrn Pfarraſſiſtent Lie. zur Nieden
und iſt badurch alſo eine rein kirchliche Einrichtung, die mit keinem
Ge=
baren der Sekten zu verwechſeln iſt, erwieſen. Von dieſen unterſcheidet
ſie ſich auch dadurch, daß ſie unter keinen Umſtänden Geld für ihren
Geſang in Empfang nimmt, höchſtens auf Wunſch die Ablieferung des
Geldes für einen beſtimmten Zweck übernommen hat. Noch erwünſchter
wäre es, wenn man die Gelegenheit ergriffe, die Gabe im darauf
folgen=
den Gottesdienſt ſelbſt niederzulegen. Für manchen war die Tatſache,
daß junge Menſchen ihre Sonntagsmorgenbettruhe opfern, um anderen
Menſchen eine Freude zu bereiten, eine wirkſame Aufforderung, durch
den Beſuch des Gottesdienſtes den Glauben zu pflegen, für
den andere ein Opfer bringen können. Vielen Kranken und Einſamen
wurde durch den Geſang eine Sonntagsfreude bereitet, was ſie dankbar
bekunden; manchem zum erſten Male wieder ein Klang zugetragen, der
ihn zum Nachdenken brachte. In ihrer vielſeitigen Wirkung erfüllt die
Kurrende der Petrusgemeinde ein Bedürfnis im kirchlichen Leben der
Gegenwart und wird von allen Seiten mit großer Freude begrüßt.
— Alldeutſcher Verbanb. Am Donnerstag, 5. Mai, abends 8 Uhr,
hält der als Redner hochgeſchätzte Herr Karl Grube=Berlin im
Für=
ſtenſaal (Grafenſtraße 20) einen öffentlichen Vortrag: „In
der Völkerbundsfalle”, zu dem jedermann freien Zutritt hat.
Wir weiſen auf die Anzeige in der Dienstagsnummer d. Bl. hin.
— Die durch die Firma Eugen Wagner, hier, veranſtaltete
Verſteigerung des Nachlaſſes von †. Carl und Anna Beyer hat
einen überraſchenden Erfolg. Es muß als für Darmſtadt
gerade=
zu ſenſationell vermerkt werden, daß am erſten Ausſtellungstag
bereits über 20 Gemälde freihändig verkauft wurden. Auch die
Stadtbehörde hat mehrere Stücke, die einen beſonderen
künſt=
leriſchen und lokalen Wert haben, erworben. Die Verſteigerung
beginnt Montag, den 2. Mai, vormittags 9½ Uhr.
Der Hugete Gibt nach
Senug der trennenden Worte!
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Dann wird bald alles wieder gut sein.
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besänftigenden SRilde und bezaubernden
Duftköstlichkeit überbrückt rasch jede
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Seite 6
Sonntag, den 1. Mai 1937
Rummer 4120
Schule der Weisheit.
8. Tagung der Geſellſchaft für freie Philoſophie in Darmſtadt.
VI.
Am letzten Tag der Tagung hielt nach altem Brauch Graf
Hermann Keyſerling den Schlußvortrag. Sein Thema war
überſchrieben:
„Der Menſch aus kosmiſcher Schau.”
Der Reduer rekapitulierte zunächſt kurz ſeinen erſten
einlei=
tenden Vortrag. Danach iſt der Zuſammenhang zwiſchen Menſch
und Erde alles andere als Selbſtverſtändlichkeit. Wer von den
Amweſenden die Spannkraft und die Spannweite beſaß, alle
Vorträge als ein Zuſammenhängendes zu erfaſſen, wird ſich
auch darüber klar ſein. Keiner der Vortragenden berief ſich auf
den Vorhergehenden, jeder tat, als hätte er den Vorhergegangenen
nicht gehört (2), und trotzdem dieſe Einheit. Darin liegt die
ſelbſtverſtändliche Beſcheidenheit, Selbſtbeſcheidung der eigenen
Grenzen, in der Anerkennung und Achtung deſſen, was andere
geſagt haben. Wo dieſe herrſcht, iſt die Wirkung unausbleiblich.
Jeder kann und muß nur in ſeinem eigenen Namen reden, nur
das, was er ſelbſt verantworten kann. Daraus ergab ſich hier,
wie immer in den Darmſtädter Tagungen, die Einheit, der
Ein=
ſtellung zum Grundthema. Aus dieſer Einheit ergibt ſich dann
ein Wirken für die Ganzheit der Menſchen. So ſind dieſe
Tagungen ein Meditationsſymbol.
Wir haben gehört, daß der Menſch im Irdiſchen haftet, und
haben aus den Vorträgen gelernt, warum das ſo ſein muß. Wir
haben geſehen, daß das Fatum etwas iſt, dem wir nicht entgehen
können, daß aus einem Fatum, das wir bekämpft glauben, immer
ein anderes entſteht. Daraus ergab ſich, daß auch die Pſyche
erd=
gebunden, erdbedingt iſt. So gingen wir bis zum Vortrag
Fro=
benius ganz vom Erdhaften aus und blieben darin haften,
aller=
dings auf die Sonderſtellung des Menſchen hingeführt, das nur
im Geiſtigen, Geiſthaften beruht, das allein in gewiſſem Grade
die Erdbedingtheit aufhebt. Aus den Betrachtungen über den
erdbeherrſchenden Geiſt haben wir geſehen, daß es doch nicht ſo
glatt, ſo klar iſt mit dieſer Erdbeherrſchung, daß der Menſch polar
weltflüchtig iſt. Dr. Prinzborn führte uns dann dem
Entrückt=
werden näher, das er ganz auf das Seeliſche aufbaute. Man
kann auch eine andere Entrückung erleben, eine, die hinausführt
nach dem Geiſtigen zu, zu Etwas, das nicht von dieſer Erde iſt.
Wir haben aber auch geſehen, daß das Entrücktſein nicht das
Höchſte iſt, daß das Höchſte das iſt, was ich Weltüberlegenheit
nennen möchte. Zu dieſem führten uns die Betrachtungen
Richard Wilhelms über den Menſchen als Maß und Mitte. Wir
haben daraus geſehen, daß es für das Höchſte, für die höchſte
Liebe keinen Kollertivismus gibt, daß der wirklich tiefe Geiſt
immer nur bei dem Einzigen iſt. —
So ergibt ſich für meine Schlußbetrachtungen das Thema
„Der Menſch aus kosmiſcher Schau‟. Der einzig mögliche
Anhaltspunkt, zu dieſer kosmiſchen Schau zu kommen, iſt die
Be=
trachtung über Maß und Mitte. Nur hierdurch kommt man vom
Irdiſchen, Erdgebundenen des Menſchen los. Selbſtverſtändlich
aber muß das auch führen zu einem Gott=Menſchentum in dem
Sinne, daß das Göttliche in uns ſelbſt wohnen muß, um ſich
überzeugend zu offenbaren. Wir wiſſen gewiſſe Dinge nicht und
dürfen ſie nicht wiſſen. Wenn wir wüßten, was der Tod iſt,
wenn wir wüßten, daß wir unſterblich ſind, hätte der Tod jeden
Sinn verloren. Es gilt, im Sinne des Menſchen aus Maß und
Mitte als Einzigheit ſich ſelbſt zu verſtehen. Je tiefer man
ſich ſelbſt verſteht, je tiefer man in ſein Seſbſt eindringt, deſto
weiter wird der Umfang des Kosmiſchen, mit dem man in
Kon=
takt gerät. Je tiefer alſo dringen wir in das Kosmos ein und
können zu einer kosmiſchen Schau gelangen. Sie iſt möglich,
wenn wir über das Irdiſche hinauswachſen. Nur vom
Stand=
punkt der Erde aus aber können wir über das Leben
hinausfüh=
ren. Unſer Leben iſt nur eine Inſtanz. Wir müſſen mit dem
Jenſeits als Funktion rechnen. Kein Menſch aber weiß, wie
dieſes Jenſeits iſt. Alles Leben iſt zeitlich und iſt doch zeitlos.
Das Letzte am Leben, iſt nicht das Leben ſelbſt, ſondern der
Sinn des Lebens. Dieſer Sinn des Lebens aber führt ſchon
über es hinaus. So ſind wir irdiſch und ſind nicht irdiſch. Wenn
wir nicht erdhaft wären, könnten wir nicht erdentrückt ſein.
Un=
ſere Aufgabe aber iſt, die Spannung, die ſich hieraus ergibt, zu
fühlen und in ihr zu leben und geiſtig zu wirken. Dieſe
Span=
nung des Erdlebens iſt der einzige Wert, die einzige Sünde die
Trägheit. Im ruſſiſchen Volk prägt ſich das Ganze dahin
aus, daß dieſes die Erde nicht als ſein Eigentum betrachtet, daß
es ſich als Gaſt auf dieſer Erde fühlt. Im Deutſchen prägt
es ſich im tragiſchen Sinne aus. Der Deutſche iſt der ruheloſe
Wanderer, der keine Heimat auf Erden hat, noch ſie im Himmel
findet. Wir leben nur den Teil unſeres Lebens, das ſichh hier
auf dieſer Erde abſpielt.
M. St,
— Flugtag zu Gunſten des Krüppelheims! Eine beſondere
Sen=
ſation für Darmſtadt ſteht bevor. Den Veranſtaltern iſt es gelungen,
für den am Sonntag, den 1. Mai 1927, nachmittags 3.30 Uhr,
ſtattfinden=
den Flugtag den bekannten Akrobaten Oſakar Dimpfel=Royal zu
gewinnen. Er wird an dem in voller Geſchwindigkeit dahinbrauſenden
Flugzeug am Trapez hängend ſeine turneriſchen Künſte zeigen und
Zeugnis ablegen von ſeinem Wagemut und der fliegeriſchen
Verwegen=
heit des Piloten. Beſonders amüſant dürfte ſich auch der Start zum
Ballonwettflug der Kinderballons geſtalten. Zu gegebenem Zeitpunkt
werden Hunderte von Ballons ſich in die Lüfte erheben, um mit einem
Kärtchen verſehen, die große Reiſe anzutreten. Die glücklichen Beſitzer
der Ballons, die die weiteſten Stvecken zurücklegen, werden von den
Veranſtaltern in die Lage verſetzt, ſich in einem Freiflug Darmſtadt und
Umgebung aus der Vogelperſpektive zu betrachten. Drum beſucht den
Flugtag zum Beſten der Krüppelheimlotterie, und verhelft den armen,
unglüicklichen Mitmenſchen, zu einem gemütlichen Heim, damit auch ſie
einen frohen Lebensabend genießen können.
Fallſchirm=Abſprünge zugunſten des Krüppelheims. Wie
wir ſoeben hören, finden gelegentlich des heutigen Flugtages
zugunſten des Krüppelheims auch Fallſchirm=Abſprünge ſtatt.
Herr Langer nebſt Gemahlin führen dieſelben für dieſe
Wohl=
tätigkeitsveranſtaltung in liebenswürdiger Weiſe gratis aus.
Für dieſen Zweck ſtellt Herr Jährling ſein eigenes neues
Kunſtflugzeug (Pelikan) ebenfalls koſtenlos zur Verfügung.
— Die Rebveredelungsarbeiten der Heſſiſchen Lehr= und
Verſuchs=
anſtalt für Wein= und Obſtbau zu Oppenheim, die in der im
Orangerie=
garten zu Darmſtadt in großzügiger Weiſe angelegten und muſtergültig
ausgebauten Nebve=edelungsſtation zur Ausführung kommen, haben
dieſer Tage ihren Abſchluß gefunden. Bei 8½ſtündiger Arbeitszeit
wurden 1600 Veredelungen pro Schüler geleiſtet. Insgeſamt kamen
327 000 amerikaniſche Reben zur Veredlung.
* Der Deutſche Landgemeindetag zur Realſteuererhebung. In der
letzten Vorſtandsſitzung wurde die Entſchließung gefaßt: „Wir vermögen
nicht anzuerkennen, daß bei dem beſtehenden Steuerſyſtem und der
verſchiedenartigen Beanſpruchung der Realſteuern in den einzelnen
Län=
dern durch dieſe und die Gemeinden reichsrechtliche Vorſchriften für
die Realſteuererhebung zweckmäßig und mit praktiſchem Erfolge
durch=
zuführen ſind. Die Regelung der Frage iſt für die Reichsgeſetzgebung
durchaus ungeeignet und muß der Landesgeſetzgebung vorbehalten
blei=
ben”. „Wird jedoch der Entwurf eines Rahmengeſetzes zur Regelung der
Realſteuern aufgeſtellt, dann erwarten die Gemeinden gebührende
Rück=
ſichtnahme darauf, daß die Realſteuern in verſchiedenen Ländern die
Hauptſtütze des Gemeindehaushalts bilden und keine ſchematiſche
Be=
ſchränkung ertragen, daß außerdem der Charakter der Realſteuern als
Gegenleiſtungsſteuern erhalten und weiter die Möglichkeit gewahrt
bleibt, Grund, Gebäude und Gewerbe relativ gleichmäßig zu beſteuern.”
— Liedertafel=Konzert am 16. Mai d. J., abends 8 Uhr, im „Großen
Haus” des Heſſiſchen Landestheaters. In dieſem Konzert findet der im
vorigen Frühjahr begonnene Zyklus: „Deutſche Lieder aus acht
Jahr=
hunderten” ſeine erſte Fortſetzung. Die ſeltene Eigenart der
Vortrags=
folge beſteht darin, daß ſie nur Madrigale und Volkslieder des 17.
Jahr=
hunderts enthält. Um die Ausführung bemühen ſich anerkaunte Kräfte.
Die hieſige Madrigalvereinigung unter Leitung des Herrn Prof. Dr.
Fr. Noack, eine Spezialität im Madrigalgeſang, und der Chor der
Lieder=
tafel, der ſich unter der Leitung ſeines Chormeiſters und
Chorkompo=
niſten K. Grim Volkslieder richtig zu ſingen, einen beſonderen Ruf, auch
über Darmſtadts Mauern hinaus, erworben hat. Anhängern deutſcher
Lieder, dem Spiegel echten, deutſchen Gemütslebens, ſei dieſes Konzert
mit ſeiner ſeltenen Vortragsfolge hiermit ganz beſonders empfohlen. Die
Eintrittspreiſe: 3, 2 und 1 Mk., ſind ſo gehalten, daß es jedem
Intereſ=
ſenten möglich iſt, das Konzert zu beſuchen. Näheres ſ. Anzeige.
— Städtiſche Akademie. Violin=Vortragsabend. Am
Mittwoch, den 4. Mai, abends 8 Uhr, findet im Saal der Städtiſchen
Akademie (Eliſabethenſtraße Nr. 36) ein Vortragsabend von Schülern
der Violin=Meiſterklaſſen des Herrn Göſta Andreaſſon ſtatt, und zwar
mit folgenger Vortragsfolge: Vivaldi: Konzert G=Moll; Rode: Konzert
A=Moll Op. 9; Beethoven: Romanze F=Dur; Mozart: Konzert A=Dur.
Die vier beſten Schüler des als Muſikpädagoge weit über Darmſtadts
Grenzen hinaus bekannten Göſta Andreaſſon (die Herren Opfermann,
Mäiller, Crößman, Kleinberg, beſtreiten das Programm und vereinigen
ſich zum Schluſſe der Vortragsfolge im Vortrag eines Konzerts für drei
Violinen von Vivaldi (Konzert P=Dur). Am Flügel Paul Ottenheimer.
Karten zu 50 Pfg. im Sekretariat der Städtiſchen Akademie für
Ton=
kunſt, Eliſabethenſtraße 36.
* Reichswohnungszählung. Die Zählung wird in den heſſiſchen
Ge=
meinden von 2000 und mehr Einwohnern vorgenommen und weiter
noch auf ſämtliche Gemeinden der Kreiſe Groß=Gerau, Offenbach und
Mainz ſowie auf nachfolgende Gemeinden erſtreckt: Alsbach, Bickenbach,
Bobſtadt, Hähnlein, Meſſel, Traiſa, Eppertshauſen, Gundernhauſen,
Groß=Bieberau, Nieder=Roden, Lützelwiebelsbach, Seckmauern, Fürth,
Mörlenbach, Nieder=Ohmen. Altenſtadt, Düdelsheim, Hirzenhain.
Stock=
heim (Oberheſſen), Aſſenheim, Büdesheim, Dortelweil, Groß=Karben,
Harheim, Nieder=Eſchbach, Okarben, Daubringen, Hungen Klein=Linden,
Langgöns, Leihgeſtern, Großen=Buſeck, Staufenberg, Frei=Weinheim,
Kempten, Abenheim, Heppenheim a. d. W., Rhein=Dürkheim.
— Die Stenographen=Vereinigung „Gabelsberge=”, macht hiermit
auf den am Dienstag, 3. Mai, abends 7 Uhr, in ihren
Unterrichtsräu=
men (Handwerkerſchule, Ecke Karl= und Nieder=Ramſtädter Straße)
be=
ginnenden Anfängerkurs in Reichskurzſchrift
aufmerk=
ſam unter Leitung ſtaatlich geprüfter Lehrer der Stenographie. (Siehe
heutige Anzeige.)
— Eine leichte Gasvergiftung. Geſtern früh wurde die Städtiſche
Rettungswache nach Schwanenſtraße 10 gerufen. Im Haus des
Arbei=
ters Hoffmann war die Gasleitung im Keller undicht geworden;
das Gas drang in das obere Stockwerk, in dem die drei Kinder
des=
ſelben ſchliefen. Die Kinder waren leicht betäubt, mußten jedoch ins
Städtiſche Krankenhaus gebracht werden. Der Zuſtand iſt nicht bedenklich.
— 200jähriges Beſtehen der Brauerei Schul. In dem geſtrigen
Bericht iſt die Jahreszahl des älteſten Stammgaſtes unzutreffend. Der
älteſte Stammgaſt war Pfingſten 1874 zum erſten Male in der Brquerei
Schul.
Lokale Veranſtaltungen.
Die blerunter erſcheinenden Notlzen ſind ansſchlleälich als Hinweiſe auf Anzeigen mu betrachten.
in keinem Falſie irgendwie als Beſprechung oder Keitlit.
* Im Hotel Prinz Heinrich (Bleichſtraße) findet heute
Sonntag abend Familienkonzert ſtatt. Der Beſuch wird beſtens
emp=
fohlen.
— 118er heraus! Alle alten „Gelben”, mögen ſie nun dem
aktiven Regiment 118, dem Reſerveregiment 118, dem Landwehrregiment
118 oder den vom 118er Regiment aufgeſtellten Formationen angehören,
ſind mit ihren Angehörigen herzlichſt eingeladen zu dem 118er
Verbands=
tag mit Wiederſehensfeier am Sonntag, den 8. Mai 1927, in Auerbach
an der Bergſtraße im Hotel Weigold. Der letzte Verbandstag im
vori=
gen Jahre in Darmſtadt hat gezeigt, daß auch bei uns 118ern das
Be=
dürfnis herrſcht, die alten Kameraden, mit denen wir unſere Dienſtzeit
verlebt, an deren Seite wir vor dem Feinde geſtanden haben,
wieder=
zufehen. Mögen auch diesmal möglichſt viele alten „Gelben” dem Ruf
Folge leiſten und ſich in Auerbach zur Wiederſehensfeier einfinden.
Aus den Parteien.
— Deutſchnationaler Frauen=Ausſchuß. Unſeren
Mitgliedern und Freunden ſei hierdurch mitgeteilt, daß unſere geſellige
Zuſammenkunft im Mai aus beſonderen Gründen erſt Ende des
Monats ſein kann. Näheres wird dann rechtzeitig bekanntgegeben.
Tageskalender für Sonntag, den 1. Mai 1927.
Landestheater Großes Haus 13. Vorſtellung der
Sonn=
tagsfremdenmiete (weiße Mietkarte), Anfang 5 Uhr, Ende gegen
10 Uhr: „Siegfried” — Kleines Haus, Zuſatzmiete IV (11),
Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: „Frau Warrens Gewerbe‟. —
Or=
pheum, abends 8 Uhr: „Die geſchiedene Frau”. — Flugplatz,
nachmittags 3,30 Uhr: Flugtag der Heſſenflieger. — Konzerte:
Schloß=Café; Café Rheingold; Perkeo; Herrngarten=Café; Café=
Reſtaurant Waldſchlößchen; Brauerei Schul; Hauptbahnhof=
Reſtau=
rant; Neues Schießhaus; Haferkaſten; Reichskrone; Café Egenrieder;
Zentral=Hotel; Münchener Hofbräu; Maintor. — Turngemeinde
Beſſungen, nachmittags 3 Uhr: Schauturnen. —
Bezirks=
konſumverein, vorm. 8½ Uhr, Gewerkſchaftshaus: Vertreter=
Verſammlung. — Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=
Theater, Palaſt=Lichtſpiele.
5283a
Werbewoche des Vereins für das Deutſchtum
im Ausland.
Die We bewoche zugunſten der deutſchen Schulen im Auu
land beginnt Samstag, den 7. Mai, mit dem Fackelzug dor
Darmſtädter Jugend. Sonntag, den 8. Mai, wird eine Strae
ßenſammlung ſtattfinden, bei der außer Poſtkarten, V. D.B.
Wimpeln und Blumen eine wertvolle Buchgabe verkauft wim
die die Zentralſtelle für Volksbildung und Jugendpflege zur Ve= geſtellt hat. Ein Luftballonwettfliegen wiid
große und kleine Kinder erfreuen. Dem, deſſen Ballon am wr
teſten fliegt, wird vom Landesverband ein vierwöchentlicks,
Aufenthalt in Siebenbürgen verſprochen. Im Herrngarten wiid
vormittags das Städtiſche Orcheſter ſpielen. Seine
Da=
bietungen werden von Geſangsvorträgen eines ſtarken
Mäm=
nerchors unterbrochen werden. Die Akademiſche Fli.
gergruppe ſtellt ſich ebenfalls in den Dienſt der guten Sachb.
Den ernſten Aufgaben des Vereins werden hervorragende
Kennu=
des Deutſchtums ihre Sachkenntnis und ihr Wort leihee,
Dr. Bell aus Kaſſel wird im Herrngarten ſprechen über unſes=
Pflichten gegenüber den Auslandsdeutſchen, im Rundfure
ſpricht Prälat D. Dr. Diehl über „Auswanderung am)
Heſſen im 18. Jahrhundert” und Dr. Fritzler üboe
„Die Wolga=Deutſchen” Trotz ihrer Ueberlaſtung dum)
die Vorbereitungen zum Mittelrheiniſchen Turnfeſt hat ſich Se
Darmſtädter Turnerſchaft bereitgefunden, am Mittwom
den 11. Mai, ein großes Schauturnen zugunſten der Werbewoc.
zu veranſtalten. In einem Kammermuſik=Abend werde
neben Händel und Beethoven Werke des aus Siebenbürgen ſtary
menden Waldemar von Baußnern zu Gehör kommen,
Die Krönung des Ganzen bildet am Samstag, den 14. Mai, d.
„Wiener Abend”, den die Frauenortsgruppe Darmſtadt in
Saalbau veranſtaltet. Im erſten Teil dieſer abwechſlungsreichen
Feſtfolge wird das reizende Wiener Singſpiel „Brüderlei:
fein” von Leo Fall aufgeführt; die hervorragende Koloratun
ſängerin Frau Callam aus Hamburg, früher ein beliebte
Mitglied unſeres Landestheaters, wird Wiener Walzer
ſinge=
der Inſtrumentalverein wird Wiener Weiſen ſpielen, und d—
ſchönſten Tänze von Johann Strauß werden von jungen
Mädche=
aus den Kreiſen der Vereinsmitglieder unter Leitung der Ballett
meiſterin Fräulein Reis getanzt. Der zweite Teil bietet Uebe
raſchungen materieller und geiſtiger Art in allen Nebenräumes:
des wunderſam geſchmückten Saalbaues und gibt reichlich
G=
legenheit zum Tanzen. Man weiß aus vielen Erfahrungen, w:‟
die Frauenortsgruppe ihre Feſte zu geſtalten verſteht. Diesmoc
wird ſie gewiß nicht hinter früheren Leiſtungen zurückbleiben,
zumal ſie an dieſem Abend ihr 25jähriges Beſtehen zu feiern
gedenkt.
Kunſinotizen.
Ueber Werite, Känffſer oder fünſtleriſche Veranſtaltungen, deren im Nochffehe
geſchieht, behält ſich die Redalkon ihr Urteil vor.
— Palaſt=Lichtſpiele. „Der Zigeunerbaron”. Vem
leih: Deutſches Lichtſpiel=Syndikat. Regie: Friedrich Zelnik. Länge
2700 Meter. 7 Akte. Hauptrollen: Lya Mara, Michael Bohnen, WillI
Dieterle. — Zelnik hat Glück mit ſeinen Filmen. Er ſichert ſich faſt ſtet
Stoffe, die ihm und dem Publikum gleichermaßen liegen. Er formt au /
dem Rohſtoff des Manuſkripts amüſante Gebilde, bei denen Herz un )
Zwerchfell gleichermaßen auf ihre Koſten kommen. Die weltberühms
Operette mit dem ſchönen Schlager Zſupans, er verſichert, daß „
Borſtein=
vieh und Schweineſpeck ſein idealer Lebenszweck wären”, bietet genu=
Epiſoden und eine für eine Operette ziemlich ſtarke Geſamthandlung
um daraus einen ſehr wirkſamen Film zu machen. Das Dekret de.
Kaiſers, das nach der Vertreibung der Türken den ungariſchen Emiy
granten ihre Beſitzungen wiedergibt, hilft in einer luſtigen, oder ſchorn
burlesken Handlung dazu, daß der ſorſche Barinkay zu der ſchmuckero
Saffi kommt. Dieſes ſaftige Milieu, das an Roda, Mikoſch, Goulaſch
und andre ungariſche Spezialitäten erinnert, hat Zelnik derb und
feſtzu=
backend geſtaltet. Ihm kam es in erſter Linie darauf an, den Geiſt dern
Operette ins Filmiſche zu übertragen — und das iſt ihm gelungen. Allu
dings wird er dabei vortrefflich unterſtützt durch ſeine Hauptdarſtelln,
in allererſter Linie durch Lya Mara, die als Saffi den Kaiſer vru
Oeſterreich aus der Patſche hilft und ſchließlich Barinkay (Dieterle)
be=
kommt. Sie beide haben letzten Endes nach einer verwickelten
Harems=
geſchichte, in der Zſupan (Michael Bohnen) eine ergötzliche Nolle ſpielt.
den Krieg gewonnen. Der Zigeunerbaron und Prinzeſſin Sophie
wer=
den, geſegnet vom Kaiſer, ein Paar. — Die P.=L. haben ihren neuen
Schlager. Ihre Beſucher werden zufrieden ſein.
— Reſidenz=Theater am Weißen Turm. „Jackie, den
Außenfeiter. Vom „Kid” zum Jackie. Mit der Schnelligkeit eines
Filmſtreifens im Kinematographenapparate vollzieht ſich die Karriers
des Wunderkindes Jackie Coogan. Alle haben ihn noch in Erinnerung,
als „The Kid” mit Charlie Chaplin. Dieſer Film hat ihn weltberühmt
gemacht, hat einen Typ geſchaffen, hat die Herzen aller Menſchen in allen
Regionen erobert. Dieſer Typ blieb uns im Gedächnits haften, und
wenn wir an Jackie Coogan dachten, ſo ſahew wir immer den hübſchern
kleinen Jungen mit dem Pagenkopf, lächelnd, lachend, traurig unc
weinend. In ſeinem neueſten und vorläufig letzten Film „Jackie, dem
Außenſeiter” vollzieht ſich nun die Häutung dieſes Typs. Der Pagen
kopf fällt, die Haarſträhnen ſchwinden, und das, was übrig bleibt, iſ
ein ſympathiſcher — man kann faſt ſagen — junger Mann, ein neuer
Jackie=Coogan=Typ. Jackie Coogan iſt den Kinderjahren entwachſen
Mit einer gewiſſen Feierlichkeit vollzieht ſich in dieſem Film dieſes Ereig
nis. Auch äußerlich findet eine Veränderung von Jackie Coogans Ver=”
hältnis zum Bildſtreifen ſtatt. Seine Coogan=Company löſt ſich auf und
er ſelbſt wird Star der Metro=Goldwyn=Mayer, ebenbürtig und gleich
wertig einem Lon Chaney und John Gilbert.
— Union=Theater. „Meine Tante — Deine Tante‟
Aus dieſer Idee etwa, die laut Programm von Walter Supper ſtammt.
haben die Autoren Liebmann und Wilhelm den Film zurechtgemacht und
überreich mit bunten Einfällen dekoriert. Aus dem amüſanten Stofn
wurde eine farbenfrohe, ex entriſche, einfallsreiche Groteske mit
Knall=
effekten und ſchreiend komiſchen Situationen. Ein Luſtſpiel, das die
Köſtlichkeit ſeiner anderthalb Stunden allein aus dem im Indibiduum, im
Menſchen verankerten Humor zieht. Alſo in wahrſtem Sinne ein
deut=
ſches Luſtſpiel, deſſen von innen leuchtende Heiterkeit uns nicht nachge—
macht werden kann. Henny Porten und Ralph Arthur Noberts
be=
ſtimmen ſeinen großen Erfolg. „Sie” voll Anmut, quellfriſcher
Heiter=
keit, löſt alle Bande ihres hinreißenden Charmes. Entzückend wie im
beſter Zeit. Und dann Roberts. Charakterkomiker allererſter Klaſſe—
Carl Froelich, der Regiſſeur, hat Eigenhumor und vor allen Dingen
eine geſunde und erfriſchende Realiſtik.
Aufwertung von Sparguthaben. Wie aus der Anzeige der
Städtiſchen Sparkaſſe in Darmſtadt in der heutigen Nummer
erſichtlich-
werden vom Montag, den 2. Mai 1927, ab die Sparkaſſenbücher mit dens
Nummern 180 001—190 000 zur Beiſchreibung der 20prozentigen
Auſ=
wertungsbeträge neu aufgerufen. Da von den bis jetzt aufgerufenel
Nummern (1—180 000) noch eine größere Anzahl Bücher nicht vorgelege
vorden iſt, werden die Einleger an dieſer Stelle gebeten, ſich genau ale
die Reihenfolge der aufgerufenen Nummern zu halten, um ein unen
wünſchtes Zuſammendrängen bei dem Aufruf weiterer Nummern zu
verhindern. Die bis jetzt möglich geweſene glatte Abwickelung des Eine
ragungsgeſchäftes würde ſonſt zum Nachteil des Publikums erheblich
er=
ſchwert. Die Annahmeſtelle befindet ſich im erſten Stock, Eingang
Hügel=
traße.
Betste Brufe aa
den Gatupaalelung
IV 4326
A
den Bastwagen
D
O9
Beseifuns
A
astcgegfen, Gciesen
eifen
Sonntag, den 1. Mai 1927
Seite
Bad=Nauheim, 27. bis 30. April 1927.
Fn dem weltbekannten Vadeort Nauheim, durch deſſen
Heil=
ilen alljährlich Tauſende von Herzkranken Heilung ſuchen,
fein ſich in dieſen Apriltagen mehrere hundert Aerzte
einge=
ioren, um in mehrtägigen wiſſenſchaftlichen Beſprechungen und
Ehandlungen eine Ueberſicht über den gegenwärtigen Stand
Wſychotherapie, der ſeeliſchen Behandlung von Krankheiten
gSwinnen, durch Vorträge und Ausſprachen wiſſenſchaftliche
ganſätze zu überbrücken, eigene Forſchungsergebniſſe
mitzu=
ſein und dieſen beſonderen Zweig der Krankenbehandlung nach
ſai ichkeit zu fördern. Die Pſychotherapie iſt keine neue
Wiſſen=
if.,, wie mancher vielleicht denken mag, der das Wort in den
tein Jahren häufiger von Aerzten und faſt noch mehr von
ſein gehört hat. Die ſeeliſche Behandlung und Beeinfluſſung
Rrankheiten, ſowie die Behandlung von Störungen, die das
nöchliche Seelenleben betreffen, iſt ſo alt wie die Medizin
ſt.. Mit dem Aufſchwung der Chirurgie, der inneren Medizin
dwder Bakteriologie um die Jahrhundertwende war die
Pſycho=
ſypie wohl zeitweiſe mehr in den Schatten gerückt worden.
3Laufe der beiden letzten Jahrzehnte, vor allem nach dem
teige, iſt ſie jedoch wieder in den Mittelpunkt der Forſchung
ratten. Man hatte plötzlich die Seele wieder entdeckt, und wie
ſbei manchen Entdeckungen geht, waren auch die Lehren der
eiri Pſychotherapie ſehr bald über die Kreiſe der eigentlichen
ſeſther hinausgedrungen, mißverſtanden, übertrieben und
an=
euaidet worden. Bei einer Wiſſenſchaft, die die Seele zum
gunſtand der Unterſuchungen macht und ſeeliſche Vorgänge
ver=
ſiitesmäßig einzufangen trachtet, iſt die Gefahr der Ueber= und
ſtarbewertung beſonders groß, da das Gefühlsmäßige ſich
mer wieder vordrängt und die Kritik beeinflußt. Deshalb iſt
awe hier die Verſtändigung und die exakte wiſſenſchaftliche
ſchrprüfung ſehr erſchwert.
Machdem bereits vor Jahresfriſt auf dem erſten Kongreß
Pſychotherapie in Baden=Baden eine Anzahl namhafter
For=
en und Aerzte begonnen hatten, die wiſſenſchaftlichen
Grund=
ſein der modernen Seelenheilkunde auf eine feſtere Baſis zu
Aeat, zeigt die Nauheimer Tagung eine erfreuliche Fortſetzung
o) Fortführung der begonnenen Arbeit. Wie ſtark das
Bedürf=
mind das Intereſſe in den weiteſten ärztlichen Kreiſen, auch
ſiaen Vertretern der Klinik, geworden iſt, beweiſt die Tatſache,
81auf dem vor wenigen Tagen in Wiesbaden abgehaltenen
ſngreß für innere Medizin die Pſychotherapie als Hauptthema
häeferaten und Vorträgen ausführlich behandelt worden iſt.
in Nauheim fanden ſich in der Hauptſache diejenigen Aerzte
crnmen, deren Arbeitsgebiet die Pſychotherapie darſtellt, in
ner Linie Nervenärzte und Pſychiater, aber auch zahlreiche
Ver=
ſter der inneren Medizin und anderer Sonderfächer. Als
Ein=
hiender und Vorſitzender wirkte wiederum der Profeſſor für
urologie und Pſychiatrie an der Univerſität Gießen, Geheim=
„Sommer. Von bekannten Gelehrten traten beſonders hervor:
tyon=Halle, Klemperer=Berlin, Schilder=Wien, Goldſtein=
Frank=
t, J. H. Schultz==Berlin, Simme=Berlin, Eliasberg=München,
„üattingberg und andere mehr. Eine Anzahl beſonderer
Fra=
y/ die ſich auf Ausbildung von Pſychotherapeuten und auf die
Aäibung der Pſychotherapie durch Unberufene erſtreckten,
wur=
inam erſten Tage in beſonderen Kommiſſionen behandelt. Am
euid fand dann eine Begrüßungsverſammlung ſtatt, in der
heimrat Sommer in launigen Worten den Quellgeiſt der
Nau=
iner Heilbäder heraufbeſchwor und Beziehungen zur
Kongreß=
ufit aufzufinden ſuchte. Vor Beginn der wiſſenſchaftlichen
Ver=
mſolungen fanden Begrüßungsanſprachen durch Vertreter der
gserung, der Kurverwaltung und der Stadt Nauheim ſtatt.
Im Vordergrunde der Verhandlungen ſtand das Thema:
„Der gegenwärtige Stand der Pſychoanalyſe‟ Es handelte ſich
alſo um die von dem Wiener Nervenarzt Siegmund Freud
be=
gründete Lehre, die ja auch in nichtärztlichen Kreiſen
außer=
ordentlich bekannt geworden iſt und hier faſt noch mehr
An=
hänger gefunden hat als in ärztlichen Fachkreiſen. Der geiſtvolle
Wiener Neurologe Schilder brachte die Theorie der Freudſchen
Pſychoanalyſe zur Darſtellung und ſuchte den Nachweis zu
er=
bringen, daß es ſich hier um ein ſtreng naturwiſſenſchaftliches
Verfahren handelt, das anderen ärztlichen Methoden gleichwertig
an die Seite zu ſtellen ſei. Es würde zu weit führen, hier die
Gedankengänge des Redners auch nur andeuten zu wollen. Seine
Darſtellung der ſeeliſchen Entwicklung, des Einfluſſes des
elter=
lichen Vorbildes auf das Kind, der Entwicklung eines Ideal=
Ichs, eines Ueber=Ichs aus der ſeeliſchen Einſtellung zum Vater,
der Gefühlsübertragung auf den ärztlichen Analytiker dürfte auch
bei den Gegnern der Freudſchen Lehren ſtarken Eindruck
hervor=
gerufen haben. Simme=Berlin, ein Vertreter der ſtrengen
Freud=
ſchen Schule, ſprach über die Technik der Pſychoanalyſe unter
ſtärkerer Anlehnung an die Freudſche Ausdrucksweiſe und
Be=
griffsbildung. Der dritte Referent zu dieſem Thema, Profeſſor
Goldſtein=Frankfurt, bekennt ſich nicht zur Freudſchen Schule,
zollte jedoch den Grundanſchauungen der Freudſchen
Seelen=
forſchung größte Anerkennung und glaubt, daß die Pſychotherapie
aus dieſer Lehre die wertvollſten Anregungen empfangen hat,
Er wies darauf hin, daß körperliche Vorgange, die reflexartig
ver=
laufen (bedingte Reflexe), je nach der pſychiſchen Situation des
Kranken ſeeliſch beeinflußt und verändert werden könnten. Der
Kranke gewöhnt ſich im Laufe der Zeit an eine krankhafte
Stö=
rung, z. B. an eine Lähmung, er erleidet jedoch eine ſeeliſche
Er=
ſchütterung in dem Augenblick, in dem er vor eine Aufgabe
ge=
ſtellt wird, die er infolge ſeines Leidens nicht bewältigen kann.
Aus einer Anzahl von Experimenten, über die der Redner
be=
richtete, ließen ſich mancherlei Beziehungen zu den Anſchauungen
der Pſychoanalytiker auffinden. In der Ausſprache wurde
dar=
auf hingewieſen, daß die Lehren der verſchiedenen
pſychothera=
peutiſchen Schulen von verſchiedenen Hypotheſen ausgehen und
jede gewiſſermaßen eine andere Sprache ſpräche. In der Tat
hatte man den Eindruck, daß im Grunde die Gegenſätze gar nicht
ſo groß ſind, daß aber bei der außerordentlichen Schwierigkeit
der Begriffsbildung eine Verſtändigung ungeheuer erſchwert
wird. Die ſachlichen Darlegungen der einzelnen Redner waren
aber alle auf einen gewiſſen Ton der Verſtändigung geſtimmt,
und hierin ſcheint mir die allergrößte Bedeutung der Tagung zu
liegen. Einverſtändnis herrſcht überall da, wo objektiv
nachweis=
bare Einwirkungen des Seeliſchen auf das Körperliche
auffind=
bar ſind. Ein wertvoller Beitrag wurde in dieſer Hinſicht von
Profeſſor Hanſen beigebracht. Er hat Experimente an einer leicht
beeinflußbaren Patientin vorgenommen und ihr beiſpielsweiſe
ſuggeriert, daß ſie eine eiweißhaltige oder zuckerhaltige Speiſe
genoſſen habe. Zu gleicher Zeit entnahm er dem Magen mit
Hilfe des Magenſchlauches eine Probe des Magenſaftes und
konnte dabei nachweiſen, daß dieſer genau die Zuſammenſetzung
habe, wie beim wirklichen Genuß ſolcher Speiſen. Dieſer Verſuch
ließ ſich ein= bis zweimal erfolgreich wiederholen, verſagte dann
aber. Ließ man die Patientin nun aber wirklich eiweißhaltige
Speiſen eſſen, ſo trat wieder prompt die charakteriſtiſche
Zuſam=
menſetzung des Magenfaftes ein. Gewiſſermaßen als
pſycho=
analytiſches Unikum wurden dann noch Bilder eines Künſtlers
gezeigt, in denen dieſer ſeine Angſtträume unmittelbar nach dem
Erwachen dargeſtellt hatte. Dieſe Skizzen waren von einem
Pſychoanalytiker genauer analyſiert worden und zeigten in
an=
ſchaulichſter Weiſe, wie ſich beſtimmte ſeeliſche Konflikte im
Traum zu bildhaften Angſtvorſtellungen verdichten und einen
Zuſtand hervorrufen, den man gemeinhin, als Alpdrücken
be=
zeichnet.
Nummer 120
Jede Seelenbehandlung ſtellt zugleich eine Erziehung des
Kranken durch den Arzt dar. Man könnte die Pſychoanalyſe des
Erwachſenen geradezu als eine nachträgliche Erziehung zum
Zweck der Gewinnung einer neuen Lebensführung anſehen. Die
Bedeutung der Seelenforſchung für die Erziehung liegt demnach
auf der Hand, und die Heilpädagogik kann aus den Lehren und
Erfahrungen der Pſychotherapie wertvolle Anregungen gewinnen.
Ueber dieſe Fragen referierten in ſehr klarer und überſichtlicher
Weiſe die Herren Homburger, Allers und Cimbal. Die
Behand=
lung und Erziehung der verwahrloſten und ſchwer erziehbaren
Kinder ſtellt ein beſonders wichtiges ſoziales Problem dar,
wo=
bei die Organiſation der Fürſorge aukßerordentlich wichtig iſt.
Ueber dieſe Organiſation ſprach Cimbal=Altona auf Grund
jahr=
zehntelanger Erfehrungen an vielen Tauſenden von
Großſtadt=
kindern. Der ſeeliſche und körperliche Zuſtand der
Fürſorge=
zöglinge iſt überaus traurig und erheiſcht dringende Abhilfe.
Aber der Weg iſt ſehr ſchwer. Es iſt vor allem nötig, daß eine
größere Anzahl für den Zweck beſonders geſchulter Aerzte an
dieſem Werke mithilft und dabei nicht nur von den kommunalen
und ſtaatlichen, ſondern auch von privaten charitativen
Einrich=
tungen weitgehend Gebrauch macht.
Von den vielen wertvollen Vorträgen, die im weiteren
Ver=
lauf des Kongreſſes gehalten wurden, dürfte der Vortrag von
Simon=Eütersloh über die Pſychotherapie in Irrenanſtalten
auch die Allgemeinheit beſonders intereſſieren.
Geiſtesrrank=
heiten, die auf einer Erkrankung des Gehirns beruhen, können
zwar nicht durch eine ſeeliſche Behandlung geheilt werden, wohl
aber läßt ſich der Seelenzuſtand ſolcher unglücklichen Kranken auf
pſychotherapeutiſchem Wege erträglicher geſtalten. Die
Auf=
regungszuſtände und Wahnvorſtellungen der Irren ſind eben
nicht allein durch die Krankheit bedingt, ſondern werden durch
den ſeeliſchen Zuſtand, in welchem die Kranken durch die
Krank=
heit geraten, verſchlimmert. Will man dieſen Zuſtand der
Kran=
ken erleichtern, ſo hat es bei Schwerkranken wenig Zweck, durch
Zureden, Suggeſtion oder Analyſe auf die Kranken einzuwirken.
Das wäre ein Verſuch am untauglichen Objekt. Man muß
ver=
ſuchen, des Krankhafte abzuſchwächen und die noch geſunden
Reſte des Geiſteslebens zu ſtärken. Durch eine geeignete
Beſchäf=
tigung, z. B. durch Arbeiten, die der Kranke noch eben leiſten
kann, ohne durch ſeine Krankheit daran behindert zu ſein, wird
der Patient abgelenkt und der Reſt von Selbſtbewußtſein, der
noch in ihm ſteckt, geſtärkt. Es muß aber Werte ſchaffende Arbeit
ſein, die dem Kranken Vorteile und kleine Erleichterungen bringt.
Durch eine ſolche Beſchäftigung ſchwinden oft die
Erregungs=
zuſtände und Wahnvorſtellungen in überraſchend kurzer Zeit.
Die Beſtrebungen Dr. Simons=Gütersloh und die Erfolge ſeiner
Arbeitstherapie haben in Deutſchland und im Ausland größte
Beachtung und vielfach Nachahmung gefunden. Es liegt hier,
wie es ſcheint, tatſächlich ein großer praktiſcher Erfolg der
moder=
nen Irrenbehandlung vor.
Wetterbericht.
Witterungsausſichten für Montag, den 2. Mai 1927,
(nach der Wetterlage vom 30. April 1927).
Wechſelnd bewölkt mit zeitweiſer Aufheiterung, Temperaturen wenig
verändert und meiſt trocken.
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudol/ Maupe
Verantwortlich für Politil und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feutilleion, Reich und
Ausiand und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für den
Juſeratenteil: Willv Kuhle: Druck und Verlag: L. C. Wiitich — ſämtlich in Darmſtabt
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Die heutige Nummer hat 22 Geiten und Unterhaltungsblatt
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Das Herz der Fettlelbigen (anatom. Aufnahme)
Setzt sich beim Menschen Fett an vo zieht
sich dieses Fett nicht nur über den ganzen
einem wuchernden Fettmantel. Außerdem
sind die Herzklappen, die Herzmuskeln und
die Muskelbundel von Fett durchsetzt. Dieses
Fett bindert das Herz an seinen
Zusammen-
siehungen und schließlich erlahmt es, so daß
Herzschwäche und Kurzatmigkeit in
gestei-
gertem Maße eintreten. Die Arbeit die einHerz
zu leisten hat, ist geradezu ungeheuerlich. Mit
jedem Schlage pumpt es !/,,Liter Blut durch
die Adern, das sind in der Minute 7 Liter und
10000 Liter in 24 Stunden. Und nicht genug
damit: die dicken Fettschichten beherbergen
ebenfalls unzählige Blutadern, und dem
vom Fett zusammengepreßtenAdern das Blut
zu pumpen. Lockern Sle deshalb das
Fettge-
webe Ihres Körpers auf! Nehmen Sie den
„Punkt-Roller” zur Hand und bearbeiten Sie
den Körper damit täglich nur 5-10 Minuten!
das Geäder leichter pulsiert. Sie fühlen sich
frischer und jünger. Das Herz schlägt leichter
und ist entlastet.
Auf keinem anderen Wege kann der
Kör-
per Fett ansetzen oder ausscheiden, als aus
dem Blute und durch das Blut. Fließt das
Blut zu langsam durch die Adern, was bei den
Korpulenten fast immer der Fall ist, so Wirkung) wird gegenüber dem Zuwachs an
spricht man von ungenügendem Stoffwechsel.
Die Folge ist eine weitere Ablagerung von
Fett in immer größerem Maße, und langsam
stellt sich Rheuma, Gicht. Zucker oder
Ar-
terienverkalkung ein. Ist jedoch der
Blut-
kreislaut kräftig und lebhaft, so kann sich
kein weiteres Fett ansetzen.
Der „Punkt-Roller” ist in allen einschlägigen Geschäften zu haben. Wo solche nicht am
Platze, ist derselbe zu
Normales Herz (anatom. Aufnahme,
Chefarzt Prof. Dr. med. J. Ferrus schrelbt:
Unter all den bis zur Gegenwart angeprie-
Körper, sondern es umgibt auch das Herz mit senen Mitteln zur Beseitigung der
Fettleibig-
keit, ohne irgendwelche physologische
Stö-
rungen der lebenswichtigen Organe
hervorzu-
rufen, gibt es keines, das dem „Punkt-Roller‟
zur Seite gestellt werden könnte. Alle
inner-
lichen Arzneien, selbst wenn sie auch einen
gewissen Grad von Abmagerung
herbei-
führen, die mitunter ganz unmäßig einsetzt,
können sehr erhebliche Nachteile
hervor-
rufen, die einen sehr gefährlichen Einfuß auf
Magen und Nieren ausüben. Der „Punkt-
Roller” bringt die Zirkulation des gesamten
haarfeinen Hautnetzes in Gang und regt es zu
erhöhter Tätigkeit an, begünstigt die Aufzeh-
Herzen liegt es ob, auch durch diese dünnen, rung u. Fortschaffung des fett. Zellengewebes.
Nicht allein der Körper wird erleichtert
von seiner Uberlast an Fett, sondern auch
das Herz. Auch zögere ich nicht, diese
hervor-
ragende Methode der pneumatischen Massage
als ein absolut sicheres, unschädlich. u schnell
Sofort werden Sie spüren, daß das Blut durch wirkendes Mittel fürFettleibige zu empfehlen.
Man kennt die Wirkung der Massage, doch
ist dle Selbstmassage mit dem „Punkt-Roller‟
voch weit darüber zu stellen. Prof. Dr. J. Ferrug.
10 Minuten haben Sie sicher übrig, wenn es
gilt, ihren Körper mit neuer Lebenskraft und
Energie zu erfüllen, und die einmalige
Aus-
gabe von 12,50 M. oder 17,50 M. (stärkere
Lebensfreude auch keinHindernis für Sie sein.
Besorgen Sie sich deshalb den „Punkt-
Roller” sofort und achten Sie auf die
Schutz-
marke „Punkt auf der Stirn”, denn nurdieser
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7050a)
Seite 8
Sonntag, den 1. Mai 1927
Numraer 120
* Arheilgen, 30. April. Auch die von dem Gefangverein „Frohſinn”
im Gaſthaus „Zum goldenen Löwen” unter Mitwirkung der
Orcheſter=
vereinigung, unter Leitung des Herrn Karl Geiß, zur Aufführung
ge=
brachte temperamentvolle Operette „Rheiniſche Liebe, rheiniſcher Wein”
erfreute ſich eines überaus guten Beſuches. Das köſtliche Stück wurde
unter der Spielleitung des Herrn Jakob Gimbel flott geſpielt und
waren alle Beſucher höchſt bfriedigt. Um den vielen, die bei der
Erſt=
aufführung keinen Platz fanden, ebenfalls den Beſuch dieſes rheiniſchen
Voltsſtückes zu ermöglichen, iſt eine Wiederholung für Sonntag, den
15. Mai, in Ausſicht genommen.
* Griesheim, 30. April. Donnerstag, vormittags 10½ Uhr, wurde
die hieſige Gendarmerieſtation ſowie die Ortspolizei telephoniſch
auf=
gefordert, eine von Eſchollbrücken nach hier ziehende Zigeunerkarawane
anzuhalten und wieder zum Rückzug nach Eſchollbrücken zu zwingen.
Sämtliche Männer dieſer Karawane waren auf dem Wege nach hier
aus ihren Wagen entwichen. Die Verfolgung wurde von einer an der
Grenze bereitſtehenden berittenen Schupopatrouille aufgenommen. Das
Entweichen dieſer Männer iſt jedenfalls auf ſteckbriefliche Verfolgung
zurückzuführen. Bei einer genauen Durchſuchung der Wagen wurde eine
Armeepiſtole vorgefunden. Die Zigeunerbande war teilweiſe ohne
jegliche Papiere.
H. Eberſtadt, 30. April. Gemeinderatsſitzung. In der
letzten Sitzung des Gemeinderates, geleitet von Bürgermeiſter Schäfer,
wurden zunächſt die Befchlüfſe der Ausfchüſſe beraten. Sie fanden,
ab=
geſehen von einigen Ausnahmen, ohne größere Debatten die Zuſtimmung
des Gemeinderates. So wurde ein Beſchluß des Finanzausſchufſes
an=
genommen, durch den die fünfte Feldſchützenſtelle eingezogen und
der freiwerdende Beamte, Feldſchütze Krichbaum, in den Nachtſchutzdienſt
an Stelle des verſtorbenen Nachtſchutzmannes Haller überführt werden
ſoll. Außer der Wiederbeſetzung dieſer Stelle foll eine vierte
Nacht=
ſchutzſtelle neu geſchaffen und gemäß den Vorſchriften mit einem
Ver=
ſorgungsanwärter beſetzt werden. Weiter wurde beſchloſſen, ſämtliche
Feldſchützen und Nachtſchutzleute mit Begleithunden und Schußwaffen
(Brownings) auszurüſten. Für die Begleithunde wird ein monatliches
Futtergeld von je 3 Mk. bewilligt. Der Bauausſchuß hat ſich in
mehre=
ren Sitzungen mit einer Aufſtellung der im Rj. 1927 auszuführenden
Arbeiten beſchäftigt. Die diesbezüglichen Beſchlüſſe werden der
Ver=
waltung als Material für den Gemeindevoranſchlag pro 1927 empfohlen.
Der Frau K. Darmſtädter wird die Genehmigung zur Aufſtellung eines
Verkaufsſtandes im Mühltal erteilt. Das Baugeſuch Bauſch finder laut
Plan Zuſtimmung. Dagegen wurde dasjenige der Toni Theſing für ein
geplantes Wohnhaus Ecke Elfengrund und Schillerſtraße in der aus dem
vorgelegten Bauplan erſichtlichen Form zurückgewieſen. Eine Vorlage
der Verwaltung regelt den Verkauf von Baugelände in der
Villen=
kolonie durch die Gemeinde. Die Vorlage wurde einſtimmig
angenom=
men. Ein Vertragsentwurf über die Verlegung einer Gasleitung längs
der Jägerſchneiſe ſeitens der Stadt Darmſtadt (Gasfernleitung nach
Pfungſtadk), ſowie ein Vertagsentwurf zwiſchen Gemeinde und
Schützen=
verein „Republik” über die Verpachtung eines Schießſtandes im
Waſſer=
lochweg finden in der Faſſung der Verwaltungsvorlage Zuſtimmung.
Die Ortslöhne wurden mit den Stimmen der ſozialdemokratiſchen
Fraktionsmitglieder gegenüber den bisher in Geltung geweſenen
Orts=
löhnen wefentlich erhöht und wie folgt feſtgeſetzt: a) männlich über 21
Jahre: 6 Mk., b) weiblich über 21 Jahre: 5 Mk., c) männlich von 16
bis 21 Jahren: 5 Mk., d) weiblich von 16—21 Jahren: 4 Mk., e)
männ=
lich unter 16 Jahren: 3 Mk., k) weiblich unter 16 Jahren: 2,70 Mk.
Die Anlieferung von 50 Zentner Kleeheu, 25 Zentner Kornſtroh und
15000 Bogen Schreibpapier wird zu den offerierten Preiſen beſchloſſen,
ebenſo auch die Anfuhr von Magazinholz. Dem ſür das Gelände zwiſchen
der Neuen und Alten Darmſtädter Straße aufgeſtellten generellen
Be=
bauungsplan (vom Ortsausgang bis zur Villenkolonie) wird nach
vor=
heriger eingehender Beratung durch den Bauausſchuß zugeſtimmt. Zur
Vorbereitung eines Projektes für die von der Gemeinde geplante
Er=
bauung einer Turnhalle wird eine Kommiſſion, beſtehend aus den
Ge=
meinderatsmitgliedern Becker, Meidinger und Dächert ſowie dem
Bürger=
meiſter und dem Gemeindebauinſpektor, gewählt. Die Baugeſuche John
(Wohnhaus am Dautenberg) und Vogtherr (Errichtung eines
Hinter=
gebäudes bei dem erworbenen Schaffnerſchen Anweſen im Mühltal)
werden nach den eingereichten Bauplänen genehmigt. Dem Philipp
Eckert wird geſtattet, anläßlich der Maifeier ſein Karuſſell und
Schiffs=
ſchaukel am Schloßplatz aufzuſtellen. Die Errichtung eines
gemeinde=
eigenen 4mal3=Zimmer=Wohnhauſes mit 2mal2=Zimmer=Wohnungen
im Dachſtock (Manſarde) am Lännchesberg wird beſchloſſen. Ebenſo
erteilt der Gemeinderat ſeine Zuſtimmung zur Anbringung von zwei
elektriſchen Straßenlampen am Paliſadenweg. Das Konzeſſionsgeſuch
des Ottomar Schäfer für den Betrieb einer Schankwirtſchaft (Stadt
Heidelberg) wird befürwortet. Zur Unterſtützung des Hilfswerkes ſtr
die Errichtung eines Krüppelheims am Sitze der Heſſiſchen
Landes=
univerſität wird die Verwaltung ermächtigt, die ihr überſandten 200
Loſe für die am 5. Mai ſtattfindende Ziehung der Wohlfahrtslotterie zu
erwerben. Die Einführung einer örtlichen Getränkeſteuer (Bierſteuer)
wird abgelehnt. Ablehnung erfährt auch ein Geſuch des Verbandes
bildender Künſtler des Gaues Freiſtaat Heſſen um Bewilligung eines
einmaligen Beitrages für die Ausſtellung „Kunſt der Bergſtraße” in
Jugenheim 1927. Der Ortsgrupte Eberſtadt des Reichsbundes der
Kriegsbeſchädigten und Hinterbliebenen wird auf Antrag der Feſtplatz
im Walde für den 3. und 4. Juli ds. Js. zu den üblichen Bedingungen
pachtweiſe überlaſſen. Hierauf geheime Sitzung.
* Eberſtadt, 30. April. Imkertagung. Am Sonntag, den
1. Mai, findet hier eine Zuſammenkunft des Bergſträßer
Bienenzüchter=
vereins ſtatt.
* Pfungſtadt, 30. April. Fleiſchpreisabſchlag. Nunmehr
haben auch die Vereinigten Metzger Pfungſtadts einen Fleiſch= und
Wurſt=
abſchlag eintreten laſſen. Schweinefleiſch koſtet das Pfund 90 Pfg.,
Schmalz 1 RM., Leber=, Blut=, Fleiſchwurſt und Schwartenmagen 1 RM.
und Bratwurſt 1,30 NM.
* Eſchollbrücken, 30. April. Der Voranſchlag der Gemeinde für
1927 ſchließt in Einnahme und Ausgabe mit 56 591,38 RM. ab. Durch
Einnahmen werden 43 591,38 RM. gedeckt, ſo daß 13000. RM. zum
Ausſchlag kommen.
* Nieder=Ramſtadt, 30. April. Gemeinderatsbericht vom
28. April. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde ein Schreiben des
Geweinderats Bernhardt über ſeine Mandatsniederlegung zur Kenntnis
genommen. Nach dem Wahlvorſchlag hat an deſſen Stelle zu treten
Spenglermeiſter Seb. Bender. — Die Bauplätze bei der ehemaligen
Zündholzfabrik ſind aufgeteilt. Der Verkaufspreis wind auf 3,50 Mark
pro Quadratmeter feſtgeſetzt. Die käufliche Abtretung ſoll jedoch nur
unter der Bedingung erfolgen, daß die Reflektanten den Platz innerhalb
kürzeſter Friſt bebauen. Unter dieſen Bedingungen wird Platz 1 dem
Ad. Gruß, Platz 2 dem Paul Schiller und Platz 3 der Chr. Horn III.
Witwe zugeſprochen. — Nachdem Schreinermeiſter Neumeiſter das
An=
fertigen der Rohſärge umter den ihm geſtellten Bedingungen abgelehnt
hat, wird die Ausführung der Arbeit dem Schreinermeiſter Keil
über=
tragen. — Die Beratung des Gemeindevoranſchlags nahm eine größere
Zeitſpanne in Anſpruch. Mit geringen Abänderungen wurde der
Vor=
anſchlag wach den Anſätzen der Verwaltung genehmigt. Die
Geſamt=
einnahmen und Ausgaben belaufen ſich auf 176 550 Mark, der durch
Ge=
meindeſteuern aufzubringende Fehlbetrag iſt um 8000 Mk. geringer als
im vorigen Jahre und beträgt 50 000 Mk. Die Geſamt=Schulden der
Gemeinde betragen einſchließlich der abzulöſenden Markanleihen
126 207,06 Mk., denen Vermögenswerte von 851 134,76 Mk., darunter
allein 120 00 ausgeliebene Baudarlehen, gegemiberſtehen. Bei dieſer
Gelegenheit wurde noch beſchloſſen, die Gebühren für abzutretende
Reihengräber an Auswärtige von 10 Mk. auf 15 Mk. zu erhöhen, die
Wände der Badeanſtalt zu täfeln und die Ausführung der
Dampf=
heizung im Schulhauſe ins Auge zu faſſen. Hinſichtlich der beiden
letz=
teren Projekte ſollen zunächſt Koſtenanſchläge eingeholt werden. — Der
ortsübliche Tagelohn ſoll eine etwa 30prozentige Erhöhung erfahren. —
Dem Adam Bayer wird geſtattet, die Inſtallationsarbeiten für die
elek=
triſche Lichtanlage in ſeinem neuerbauten Hauſe unter Beobachtung der
gegebenen Vorſcheiften ſelbſt vorzunehmen. — Dem Geſuch des
Karuſſell=
beſitzers W. Roß, um Erteilung der Genehmigung zum Spielen mit
ſeinem Karuſſell am Sonntag, den 1. Mai, wird ſtattgegeben. — Die
Wohnungen des Chr. Fornoff und H. Rickert ſollen nach den Angaben
der Baukommiſſion entſprechend hergerichtet werden. — Hinſichtlich der
Errichtung einer Waſſerpumpſtation für die Gemeindewaſſerleitung wird
der Bericht der Fa. Nohl, Darmſtadt, zur Kenntnis genommen. Die
Platzfrage ſoll nochmals mit dem bauleitenden Ingenieur beſprochen
werden. — Von den Loſen der Krüppelheimlotterie beſchließt der
Ge=
meinderat, 25 Stück auf Rechnung der Gemeinde zu übernehmen. —
Der Fußſteig in der oberen Bahnhofsſtraße wurd durch die
Bau=
kommiſſion im Beiſein der Bauleitung abgenommen. Einige Mängel
ſoll der Unternehmer noch beſeitigen. — Dem Ad. Gruß wird auf
An=
ſuchen die Zahlung des Erſtattungsbetrages für ein von der Gemeinde
üibernommenes Bauſparkonto gegen entſprechende Verzinſung geſtundet
bis zur Errichtung der Hypothet auf ſein neu zu erbau ndes Haus. —
Aus dem Gemeinderat heraus wurde Klage darüber geführt, daß die
Oberklaſſe der hieſigen Volksſchule in dieſem Jahre einer Lehreri
über=
tragen worden ſei. Obſchon dies eine Sache iſt, die ſpeziell die
Schul=
leitung angeht, glaubt der Gemeinderat doch, darauf hinwirken zu ſollen,
daß dieſer Zuſtand behoben wird, weil bereits jetzt ſchon Anzeichen dafür
beſtehen, daß die Lehrerin nicht in der Lage ſein wird, den erwachſenden
Kindern den nötigen Reſpekt beizubringen. — Oberſchutzmann Bender
ſucht in anbetracht deſſen, daß er jetzt über 26 Jahre im Gemeindedien”
tätig iſt, um unwiderrufliche Anſtellung nach. Das Geſuch konnte a:
die heutige Tagesordnung nicht mehr geſetzt werden. Aus dieſem Grun
wurde von ſeiten eines Gemeinderatsmitgliedes Einſpruch gegen die
ſofortige Beratung erhoben, ſo daß Vertagung erfolgen mußte. Der
Ge=
meinderat wurde ſich aber doch darin einig, daß jetzt die
Anſtellungs=
verhältniſſe der Gemeindebeamten durch Erlaß einer Ortsſatzung
ge=
regelt werden müiſſen und beſchließt dementſprechend. — Zum Schluß
wverden noch Wohlfahrtsangelegenheiten erledigt.
* Ober=Ramſtadt, 30. April. Ein ſchiverer Unfall ereignete ſich
geſtern abend auf der Darmſtädter Straße, gegenüber der Apoiheke,
Der Schleifer Konrad Steiger von hier fuhr mit ſeinem Fahrrad die
Grafengaſſe in Richtung Darmſtädter Straße hinab. Beim Einbiegen
in dieſe raunte er gegen das in dieſem Augenblick die Unfallſtelle aus
Richtung Nieder=Modau paſſierende Laſtauro einer Darmſtädter Firma.
Er erlitt ſchwere Verletzungen am Kopfe und wurde nach Anlegung
eines Notverbandes duich die ſtändige Rettungswache Darmſtadt in
das Kraukenhaus nach dort verbracht. Das Fahrrad wurde
vollſtäu=
dig demoliert.: Wen die Schuld an dieſem Unglücksfall trifft, iſt noch
nicht feſtgeſtellt.
Spendet für die deutſchen Schulen in den
abgetretenen Gebieten und im Ausland!
* Roßdorf, 1. Mai. Die ehem. Angehörigen der 80er Füſiliere und
deren Kriegsformationen treffen ſich am Sonntag, den 8. Mai 1927, in
Noßdorf, Gaſthaus zur Germania, um mit den Kameraden von Roßdorf
und Umgebung einige frohe Stunden zu verleben.
— Werſau, 29. April. Jubiläum. Am 1. Mai ſind es 25 Jahre,
ſeitdem Herr Ludwig Höhner von hier bei der Firma Heinrich
Grimm in Darmſtadt tätig iſt. Herr Höhner, der hier allgemein
be=
liebt und geachtet iſt, iſt ſeit 1. Juli 1914 Mitinhaber der Firma. Stets
fleißig und ſtrebſam, hat er bei der Umſtellung und zum Aufſchwung
der Firma viel beigetragen.
— Reichelsh=im i. Odw., 29. April. Vom Schloß
Reichen=
berg. Der Pächter des Schloſſes Reichenberg, Herr Hofpächter Jakob
Siefert (Fronhof bei Reichelsheim), der vor etwa zwei Jahren in dem
großen, früher einem Erziehungspenſionat dienenden Wirtſchaftsgebäude
ein Kur= und Erholungsheim eröffnete, läßt gegenwärtig auch in dem
ſogen. „Krummen Bau” des ſchön gelegenen Schloſſes einen für
Be=
wirtung von Vereinen und größeren Geſellſchaften geeigneten Raum
herrichten.
* Höchſt i. O., 30. April. Bienenzuchtterein. Morgen
Sonntag, nachmittags 2 Uhr, findet im Gaſthaus „Zur Burg Breuberg”
die Hauptverſammlung des Bienenzuchtvereins ſtatt. — Maimarkt,
Der ſeit Jahren beſtehende Maimarkt, elcher aus der Umegbung
immer ſehr gern beſucht wird, wird dieſes Jahr am kommenden
Sonn=
tag und Montag abgehalten — Erholung für Kinder. Am
Dienstag, den 3. Mai d. J., fährt unfer erſter diesjähriger
Kinder=
transport mit dem Zuge ab Erbach 10,29 Uhr vormittags nach Göhcen
auf der Inſel Rügen. Die Reiſe geht über Hanau-Berlin. In
Ber=
lin wird übernachtet und die Weiterreiſe von da nach Göhren am
4. Mai angetroten. Die Kur Lauert bis zum 15. Juni 1927.
* Michelſtadt, 29. April. Vom Stadion. Die im Volksmund
Stadion genannte große Sportplatzanlage, die die Stadt zur Zeit als
produktive Notſtandsmaßnahme errichten läßt und an der etwa 100
Not=
ſtandsarbeiter beſchäftigt ſind, geht iher Vollendung entgeen. Die
oberen Plätze, die als Kinderſpielplätze, Turnplatz und im Winter für
Eisbahn in Betracht kommen, ſind ſoweit hergerichtet. Am
Schwimm=
bad wird die letzte Hand angelegt, insbeſondere werden die Badezellen
zur Zeit errichret. Der große Sportplatz, der Raum gibt für eine
Lauf=
bahn einſchließlich einer 100 Meter=Bahn, für einen großen Fußballplatz,
der auch für andere Ballſpiele verwendet werden kann, und außerdem
Plätze für Leichtathletik enthält, iſt eingeebnet und wird mit ſüir
Spiel=
plätze geeignetem Gras eingeſät. Die ſich aus der natürlichen
Boden=
lage ergebenden Tribünen ſind zum größten Teil bereits hergerichtet. Es
iſt damit zu rechnen, daß die ganze Anlage in etwa 4—6 Wochen dem
Betrieb übergeben werden kann. Nach ihrer Fertigſtellung wird die
Anlage eine der ſchönſten in weitem Umkreis, mit Ausnahme des
Frank=
furter Stadions, mindeſtens in Heſſen und HeſſenNaſſau ſein.
Natür=
lich ſind die Größenverhältniſſe andere wie im Frankfurter Stadion,
zu=
mal bei der Sportplatzanlage in Michelſtadt alles, im einfachſten
Nah=
men gehalten iſt. Wie wir erfahren, ſoll bereits Ausſicht beſtehen, daß
eine größere Veranſtaltung der Deutſchen Turnerſchaft hier ſtattfindet.
Auch verlautet, daß zur Einweihung des Fußballplatzes zwei große
namhafte Vereine verpflichtet werden.
Hirſchhorn, 30. April. Waſſerſtand des Neckars. Am
29. April: 1.46 Meter; am 30. April: 1.42 Meter.
* Birkenau, 30. April. Reiche Nachkommenſchaft. Die
drei Mutterziegen einer hieſigen Arbeiterfamilie brachten kürzlich nicht
weniger als 11 junge Zicklein zur Welt, zweimal Vierlinge und
ein=
mal Drillinge. Wie wir hören, ſind ſämtliche Jungen gut gediehen,
nur hatten einige davon das Malheur, während der Feiertage in die
Bratpfanne zu wandern.
* Von der Bergſtraße, 30. April. Die erſte Kirchweihe an
der Bergſtraße findet am nächſten Sonntag in Hambach ſtatt, die
ge=
wöhnlich außerordentlich ſtark beſucht wird. Die Parole am nächſten
Sonntag und Montag wird alſo lauten: Auf nach der Hambacher
Kirchweih! — Verhaftung. Der in den 40er Jahren ſtehende
ver=
heiratete Bauunternehmer Georg Hohrein in Laudenbach wurde unter
dem Verdacht des betrügeriſchen Bankerotts verhaftet.
* Auerbach, 29. April. Gemeinderatsſitzung. Vorgeſtern
fand unter dem Vorſitz des Bürgermeiſters Blickensdörfer eine
öffent=
liche Gemeinderatsſitzung ſtatt, in der wieder eine ganze Reihe von
Gegenſtänden auf der Tagesordnung ſtanden. Die Verpachtung des
Grundſtückes an der Pumpſtation wurde ohne Debatte genehmigt.
Ge=
meinderat Gerhard erſtattete namens der Baukommiſſion Bericht über
vorgenommene Beſichtigungen, und zwar zunächſt über die
Waſſerkala=
mität im Tiefenweg, die dringend der Beſeitigung bedarf. Der Zulauf
des Waſſers geſchieht hauptſächlich aus dem Waſſerreſervoir der
Waſſer=
leitung im Schienweg und der Talſchlucht zur „Nor Gottes‟. Es wurde
beſchloſſen, durch Sickerlöcher und Rohrlegung den Mißſtand alsbald zu
beſeitigen. Weiter referierte der Redner über die Herſtellung der
un=
teren Bachgaſſe, und da man ſich nicht einigen konnte, wurde die
Er=
ſtellung eines Probeſtückes beſchloſſen. Die Arbeiten ſollen die brei
Maurermeiſter Riebel, Jakob und Lahr erhalten. Die Pflaſterarbeit
erhält Mahr=Alsbach. Mit den Arbeiten ſoll in Kürze begonnen
wer=
den. Die bereits beſchloſſenen Wohnbaracken ſollen ihre Plätze an der
Rodauer Straße erhalten und mit Wohnungen von zwei Zimmern,
Küche und Keller eingerichtet werden. Für die Bürgermeiſterwahl wurde
definitiv Sonntag, der 22. Mai, beſtimmt. Die ſozialdemokratiſche
Frak=
tion hat einen Antrag eingereicht, in dem die Wahl eines
Berufs=
bürgermeiſters verlangt wird. Begründet wurde der Antrag
von dem Gemeinderat Trahſer. Gegen den Autrag iſt die ganze Nochte,
und ſprechen hiergegen die Gemeinderäte Graf, Niedlinger, Fung und
Beigeordneter Elgert. Der Antrag wurde von der Rechten einſtimmig,
alſo mit 10 gegen 5 Stimmen, abgelehnt. Der Wohnungsausſchn
wurde als Zählungsausſchuß für die Wohnungszählung am 1
beſtimmt. Der Preis für Straßengelände wurde für die Martin= und
die Weinbergſtraße auf 1,50 Mark pro Quadratmeter feſtgeſetzt;
ſeit=
her wurden 75 Pf. bezahlt. Die Auſſtellung eines Grabdenkmals au
dem Friedhof wurde genehmigt. Dem Autobeſitzer Lack wurde die
Er=
richtung einer Benzinzadfſtelle vor ſeinem Haufe an der Darmſtädter
Straße bewilligt. Damit war die öffentliche Sitzung erledigt und man
ging zur geheimen Sitzung über.
* Lampertheim, 30. April. Waldbrand. Am ſog. „
Kronen=
berger Eck” entſtand ein Wladbrand, wobei auf einer Fläche von 5
Mor=
gen die Bodendecke verbrannte; glücklicherweiſe wurde dadurch kein
grö=
ßerer Schaden verurſacht. Wahrſcheinlich entſtand der Brand durch
einen achtlos weggeworfenen Zigarrenſtummel.
* Biblis, 29. April. Meſſerſtecherei. Nach übermäßigem
Ge=
nuß von Alkohol wurden drei junge Männer von der Polizei zur Ruhe
ermahnt. Sie glaubten ſich unnötig gemaßregelt und wollten ſich den
Verweis nicht gefallen laſſen, worauf es zu einem Handgemenge kam
Im Verlauf desſelben zog plötzlich einer der Burſchen das Meſſer und
verletzte den Polizeidiener Joh. Lehmann durch einen Stich in die
Hand, während Polizeidiener Valt. Kappel mit der blanken. Waffe
einem Gegner eine Fleiſchwunde am Unterarm beibrachte. Zwei der
Helden gaben nun Ferſengeld, verfolgt von den beiden Polizeidienern.
wobei Polizeidiener Kappel ſo unglücklich zu Fall kam, daß er ſich eine
Beinverletzung zuzog. Ein Taſchenmeſſer ſowie ein Dolch wurden von
der Polizei mit Beſchlag belegt. Die Verwundsten wurden von dem
ſInell herbeigerufenen Arzt verbunden und konnten ſich wieder in ihre
Wohnung begeben, während die beiden Ausreißer in Verwahrſam
ge=
nommen wurden, um ſich für ihr unvernünftiges Tun zu verantworten.
a. Gernsheim, 29. April. Ein ſonderbarer Fund wurde im
hieſigen Stadtwald gemacht, nämlich ein Bauernwagen ohne Deichſel
und Ketten, der ſchon ſeit acht Tagen, ohne daß ſich der Eigentümer
bis jetzt meldete, am Kreuzungspunkt Röhrenfeld= und Böcherſchneiſ
ſtand.
Gernsheim, 30. April. Waſſerſtand des Rheins. Am
30. April, vorm. 6 Uhr: 1,77 Meter.
r. Raunheim, 29. April. Die Köln=Düſſeldorfer Damp
ſchiffahrtsgeſellſchaft beabſichtigt in dieſem Sommer einen
Paſſagierdienſt auf dem Main zu errichten, und zwar ſollen zwei
Dampfer, etwa 600 Perſonen faſſend, in den Dienſt geſtellt werden.
* Offenbach, 29. April. Die hieſige Städtiſche Sparkaſſe hat im
ganzen rund 18 600 000 Friedensmark aufzuwerten. In mühſeliger
Arbeit iſt berechnet worden, daß an Aufwertungsmaſſe 4 757 000
Reichs=
mark zur Verfügung ſtehen. Die Aufwertungsſchulden beziffern ſich auf
2948000 Mark. Aus aufgewerteten Hypotheken erhielt die Kaſſe allein
3 767 000 Mark. An den Ausgleichsſtock, aus dem leiſtungsſchwache
Spartaſſen für Aufwertungszwecke zu unkerſtützen ſind, ſind 63260
Mark abzuführen. Die Aufwertung zum Mindeſtſatz (12,5 v. H.)
ei=
fordert 2 948000 Mark. Es verbleiben ſomit noch 1 175 000 Mark für
eine weitergehende Aufwertung. Aus dieſer Summe können 1023000
Mark für weitere 5,5 Prozent Aufwertung entnommen werden, während
an Zinſen ſtir die aufgewerteten Sparemlagen bis zum Jahre 1932 rd.
153 000 Mark vorgeſehen ſind. Die Geſamtaufwertung beträgt danach
18 Prozent.
* Worms, 29. April. Die holländiſche Erbſchaft, die ſchon
jahrelang die Gemüter in Worms und Umgebung in Aufregung hält,
da viele der Beteiligten immer noch auf die Auszahlung des
Millionen=
betrages hoffen, iſt in ein neues Stadium getreten. Der Verein der
Erbintereſſenten Brandt ruft ſeine Mitglieder ſür Sonntag, den 1. Mai,
zu einer Verſammlung nach dem Schöfferhof in Mainz zuſammen, wo
ſehr wichtige Mitteilungen gemacht werden ſollen. — Unfälle,
Mittwoch, vormittags gegen 10 Uhr, ſind an der Ecke der
Kriemhilden=
ſtraße und Lutherplatz zuei Perſonenkraftwagen zuſammengeſtoßen, von
denen der eine viel zu raſch fuhr. Beide Wagen wurden erheblich
be=
ſchädigt, die Inſaſſen kamen mit dem Schrecken davon. — Mittwoch,
abends gegen 8 Uhr, ſind in der Kämmererſtraße Ecke Schlloſſergaſſe zwei
Nadfahrer zuſammengeprallt, weil der eine vorſchriftswidrig auf der
linken Seite fuhr und beide im letzten Moment nach der gleichen Seite
zu ausweichen wollten. Das eine Rad wurde vollſtändig demoliert, das
andere leichter beſchädigt, beide Radler erhielten leichtere Verletzungen.
— Schöffengericht. Am Mittwoch wurde gegen den Bankbeamten
D. verhandelt, der lange Kaſſierer einer hieſigen gemeinnützigen
Sied=
lungs= und Baugenoſſenſchaft war. Durch finanzielle Schwierigkeiten,
in die er geraten war, ließ er ſich verleiten, die Kaſſe der Genoſſenſchaſt
anzutaſten und unterſchlug 2000 Me. Er wurde zu einer Geldſtrafe voi
600 Mark verurteilt.
A. Guntersblum, 29. April. Kraftpvſt. Damtit die hieſgen
Realſchüler rechtzeitig zum Unterricht in Oppenheim eintreffen, fährt ds
Poſtauto des Morgens eine Stunde früher hier ab. — Zur
Ein=
weihung der neuen Turnhalle in Biebelnheim haben die Herren
Kommerzienrat Schill=Oſthofen, Schulrat Haſſinger=Darmſtadt und andere
Anhänger der Turnerci ihr Erſcheinen zugeſagt. Am Kommers
be=
teiligt ſich auch die 1. Riege des Turnvereins Mainz=Kaſtel mit ihrem
Kampfſpielſieger Höflich.
4. Nackenheim, 29. April. Die Ueberfahrt nach dem jenſeitigen
Ufer wird jetzt von dem Fährmann Schneider mit einem
Mowi=
boote, das für 30 Perſonen Sitzgelegenheit bietet, allein betrieben —
Am Montag wurden hier 43 Kinder; 21 Anaben und 22 Mädchen, in die
Schule aufgenommen.
Oberbeſſen.
* Ehringshaufen, 29. April. Eine altgermaniſche
Opfer=
oder Begräbnisſtätte wurde bei Abräumungsarbeiten an dem
Steinbruch auf dem Höllenberg entdeckt. Die Arbeiter ſtießen in dem
feſten Erdreich auf eine Anzahl lockerer Stellen von 1 Meter Tiefe.
Sie fanden zahlreiche Scherben, Urnen und Knochenreſte, die ſie leider
aus Unkenntnis mit den Hacken zerſchlagen hatten. Die Scherben zeigten
teilweiſe Verzierungen einfachſter Art auf, die auf ein hohes Alter
ſchließen laſſen. Es handelt ſich alſo um einen großen Altertumsfund.
* Lauterbach, 22. April. Der Gemeinderat lehnte das
Ge=
ſuch der Deutſchen Bau= und Siedlungsgemeinſchaft um Bewilligung
von Baudarlehen ab. Billiges Gelände und billige Bäuſteine follen
bei Bedarfsfall auch den Mitgliedern der Bau= und
Siedlungsgemein=
ſchaft abgegeben werden. Zur Behebung der Wohnungsnot beſchloß
der Stadtvoxſtand einſtimmig die Errichtung eines Vierfamilienhauſes
mit einem Koſtenvoranſchlag von 60 000 Mk.. Hierbei erklärte
Bürgel=
meiſter Walz, daß noch etwa 160 Wohnungsſuchende vorhanden ſeiel.
Auf ein Geſuch des Heſſiſchen Landgerichts wegen Bereitſtellung von
Büroräumen für das Arbeitsgericht Lauterbach, dem die Bezirke der
Amtsgerichte Alsfeld, Lauterbach, Schlitz, Herbſtein, Ulrichſtein zugeteilt
werden, ſtellt die Stadt Räume im Amtsgericht zur Verfügung.
* Alsfeld, 29. April. Der Kreistag des Kreiſes Alsfeld tagte
unter dem Vorſitz des Kreisdirektors Dr. Stammler. Der Rechnungs
abſchluß für 1925 wurde mit einer Einnahme von 577 621 Mk. und einer
Ausgabe von 525 346 Mk. genehmigt. Es verbleibt ein Kaſſenbeſtad
von 5275 Mk. Der Verwaltungsbericht zeigte eine Mehreinnahme
von 204 000 Mark, denen 160 080 Mark Mehrausgabe gegenüberſtehen.
Der Voranſchlag für 1927 turde in Einnahme und Ausgabe mit 3088/0
Mark genehmigt. Der Umlagebedarf beträgt 11000 Mark.
* Vom Vogelsberg, 30. April. Ein ſchreckliches Ungluc
ereignete ſich bei dem Dorfe Reichlos. Ein Landwirt fuhr ins
Feld=
um zu pflügen. Plötzlich ſcheute die hochträchtige Vogelsberger Kug
und rannte gegen den Pflug. Die friſch geſchärfte Pflugſchar riß dem
ängſtlichen Tier den ganzen Leib auf, ſo daß die Eingeweide
heraus=
hingen und auch das faſt ausgewachſene Kälbchen herausfiel. Die ſchwer
verletzte Kuh mußte abgeſchlachtet werden, das Kalb verendete alsbald.
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Kegelklub „Fall um”
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und ſanft im 60. Lebensjahr mein innigſtgeltebter
Mann, mein guter Vater, Großvater, Schwiegervater,
Bruder, Schwager und Onkel
Herr
Heinrich Gebhardt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Katbarina Gebhardt. geb. Krauß
Käte Zichter, geb. Gebhardt
Guſtav Zichter.
Darmſtadt, den 29. April 1927
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ſehme ich infolge urtümlicher Angaben!
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Oankſagung.
Für die uns beim Heimgang
nunſeres lieben Vaters erwieſene
Teilnahme danken herzlichſt
Die trauernd Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Lieschen Becker.
Weiterſtadt, 30. April 1927. (7345
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Te lnahme bei dem Hinſcheiden
unſe=
rres lt ben Entſchlafenen, den
troſt=
rreichen Worten des Herrn Pfarrers
Goethe und der guten Pflege der
Schweſtern des Städt. Krankenhauſes
MAltbau II ſagen herzlichen Dank
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Liesbeth Modebach
geb. Kraft.
DDarmſtadt, den 30. April 1927.
Georgenſtr 1½.
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Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
trau=
rige Nachricht, daß heute nachmittag 4½ Uhr, nach
einem arbeitsreichen Leben und langem, mit großer
Geduld ertragenem Leiden, unſere gute, über alles
geliebte Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Dorothea Theis Wwe.
geb. Wenz
im Alter von 69 Jahren ſanft entſchlief.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 29. April 1927.
(e11779
Beſſungerſtr. 25.
Die Beerdigung findet Montag, den 2. Mai 1927,
nachm. 2½ Uhr, von der Kapelle des Waldfriedhofs
aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme, die uns
beim Heimgang unſerer geliebten Mutter
Frau Marie Schmitt Wwe.
geb. Baumann
zuteil wurden, ſowie für die Blumenſpenden herzlichen
Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
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Familie L. Weicher.
Darmſtadt, den 30. April 1927.
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des Mitempfindens an dem uns betroffenen ſchweren
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großen Schmerz durch ihre Anteilnahme beiſianden,
von ganzem Herzen Dank ſagen.
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Udets Gleitflug.
Eine Tat von beiſpielloſer Kühnheit.
München. Der von Udet ſchon ſeit einigen
A8ochen geplante Flug mit einem Segelflugzeug, alſo
done Motor, von der Zugſpitze iſt am Freitag
aus=
ei=führt worden. Das Fahrzeug, das bekanntlich mit
weler Mühe mit der Zugſpitzenſchwebebahn auf die
(äöhe gebracht wurde, lag ſchon längere Zeit
ver=
vsendungsbereit oben. Udet beſchränkte ſich nicht auf
ennen einfachen Gleitflug, ſondern probierte bei dieſer
G elegenheit die Segelfähigkeit ſeines Apparats aus
und machte einen längeren Rundflug. Dieſer
Tat=
ſorche iſt es nur zuzuſchreiben, daß Udet bei
Ehr=
wald, alſo auf öſterreichiſchem Gebiet, weſtlich der
R.ugſpitze gelandet iſt, wobei er zunächſt nach der
bayeriſchen Seite geflogen war. Die Höhendifferenz
zwiſchen der Zugſpitze und der Landungsſtelle beträgt
nahezu 1500 Meter. Udet gelang es, bei ſeinem Flug
dye Startſtelle um über 200 Meter zu erhöhen. Wie
e.n Sonderberichterſtatter der „Münchener Neueſten
2Tachrichten” ſchreibt, der dem Start als Augenzeuge
briwohnte, begab ſich Udet trotz ſeines ſchmerzenden
henies, das er ſich vor einigen Tagen verletzt hatte,
vwor Anbruch des Tages zum Flugzeug. Dieſes wurde
ſtodann vom Schnee befreit und den Fernerhang
müh=
ſam hinaufgezogen. Es herrſchte aber nach den
EStürmen der letzten Tage abſolute Windſtille. Punkt
U.11 Uhr ſtieg Udet in den Führerſitz. Udet erbat
raoch eine Zigarette, dann erſcholl ſein Kommando
Ausziehen! .. . Los!‟ Der Alpenſegler hob ſich
hungſam unter dem Jubel der Startmannſchaft und
drrehte eine wundervolle Schleife gerade über dem
Abgrund des Wetterſteinabſturzes. Dann gelang ihm
.ne volle Kurve über dem Eibſee und wieder
hin=
zwber nach Ehrwald. Wie verlautet, beabſichtigt Udet,
ſo inen Flug bei günſtigem Oſtwind zu wiederholen.
WOer Segelflug wird mit Recht als eine Tat von
meiſpielloſer Kühnheit bezeichnet.
* Frankfurter Chronik.
Großfeuer. In der Nacht zum Samstag gegen
12,15 Uhr brach aus bisher noch nicht geklärter
Ur=
bache in der Glasdachfabrik Klaus Meyn in der
Weis=
w.üllerſtraße 18 ein Feuer aus, das in kurzer Zeit ſich
zum Großfeuer ausdehnte. Gegen 11,40 Uhr rückte
täe Feuerwehr mit zwei Löſchzügen auf die
Brand=
flelle und nahmen mit 11 Schlauchleitungen das
Breuer in Angriff. Das gewaltige Feuer, das weithin
un der Umgebung ſichtbar war, äſcherte das
Expe=
kſätionslager mit vielen fertigen Glasdächern voll=
(üändig ein. Erſt gegen ½3 Uhr konnte die
Feuer=
r ehr nach mühſeliger Arbeit des Feuers Herr
wer=
hrn. Der Schaden ſoll ſich nach den bisherigen Feſt=
Bellungen auf etwa 100 000 Mark belaufen. —
Ver=
mat militäriſcher Geheimniſſe. Wegen
sergehens gegen 8 6 des Geſetzes vom 3. Juni 1914
verurteilte das Große Schöffengericht den ehemaligen
ſremdenlegionär Hans Hofmann zu anderthalb
Mrahren Gefängnis. Die Verhandlung fand unter
Qusſchluß der Oeffentlichkeit ſtatt. Wie aus der
Ur=
ilsbegründung hervorging, hat der Angeklagte
jhrelang mit franzöſiſchen Geheimagenten in
Ver=
hundung geſtanden, denen er Mitteilungen machen
ſlllte über Vorgänge bei der Reichswehr und auch
üer das deutſche Gegenſpionagebüro in Karlsruhe.
Verunglückte Kinder.
Berlin. Der elfjährige Schüler Wolff und
dur Schüler Oehm im Vorort Lichtenberg brachten
erne gefundene Granatſprengkapſel zur Entzündung.
Aisährend Wolff nur leichter verletzt wurde, erlitt
=ehm erhebliche Verletzungen am linken Auge und
mußte nach dem Krankenhaus gebracht werden.
Ein Opfer der Fleckfieberforſchung.
c. Berlin. Eine Aſſiſtentin des
Fleckfieber=
ſerſchers Privatdozent Dr. Kuczynſki vom
Patho=
lingiſchen Inſtitut der Berliner Charité, der ſelbſt an
Fr eckfiebererkrankung in Lemberg darniederliegt, hatte
ſich beim Oeffnen einer Ampulle, die Dr. Kuczynſki
hyen ſeiner Forſchungsreiſe nach Berlin geſchickt hatte,
am Finger verletzt. Nach der angeblichen
Anſteckungs=
züt von zehn Tagen erkrankte ſie und iſt am
Donners=
tagg im Virchow=Krankenhaus unter den Erſcheinungen
d=s Fleckfiebers geſtorben, und zwar in derſelben
Imfektionsabteilung, deren früherer Leiter, Profeſſor
Jochmann, während des Krieges, wie ſo viele Aerzte
und Pfleger, ebenfalls ein Opfer des Fleckfiebers
ge=
worden ſind.
Referendar Friedrich zum Aſſeſſorexamen
nicht zugelaſſen.
Referendar Friedrich, der im Wiking=Olympia=
Prozeß eine Rolle ſpielte, ſollte ſein
Aſſeſſoren=
ewamen beginnen. Er iſt jetzt als Referendar in
Nmumburg a. d. Saale beſchäftigt. Das preußiſche
Inzſtizminiſterium hat, wie das „B. T.” erfährt, ihm
mirtteilen laſſen, daß er zum Aſſeſſorenexamen nicht
puugelaſſen iſt.
Doppelſelbſtmord.
Berlin. Am Freitag abend ſprangen eine
mjännliche und eine weibliche Perſon von einer Brücke
in Pichelsdorf in ſelbſtmörderiſcher Abſicht in die
Hervel. Die beiden wurden durch die ſtarke Strömung
ſon ort abgetrieben und ſchrien fortwährend um Hilfe.
Lze von Fiſchern und Paſſanten angeſtellten
Ret=
zuigsverſuche waren erfolglos.? Die Leichen ſind noch
nirht geborgen worden.
Juwelenraub im D=Zug.
Hannover. Einem aus Paris kommenden
Ge=
ſchääftsmann wurden im D=Zug Hannover-Berlin im
Eihlafe eine Brieftaſche mit einem namhaften
Geld=
den rage in franzöſiſchen und deutſchen Noten, und
uuss einem Handkoffer 12 goldene Herrenuhren ſowie
en: Dutzend Brillanten geſtohlen. Von den Tätern
ſat man bis jetzt noch keine Spur gefunden.
Fu=uergefecht mit Kaſſenräubern im Erzgebirge.
Prag. In der im Sächſiſchen Erzgebirge
ge=
ſew enen Ortſchaft Rechenberg wurde die
Gemeinde=
ſaſſſe ausgeraubt, wobei den Räubern 35 000 Kronen
ms Reichsmark in die Hände fielen. Die Gendarmerie
hü=ß bei Franzleyh im Böhmiſchen Erzgebirge auf
ſie flüchtigen Einbrecher. Bei dem ſich
entſpinnen=
ſuin Feuergefecht wurde einer der Räuber durch einen
Etchuß in die Bruſt kampfunfähig gemacht. Die
bei=
ſen anderen flüchteten und griffen die Gendarmen
büiter neuerdings durch Revolverſchüſſe an.
Schweres Unglück in einem Steinbruch.
Dorndorf (Kr. Montabaur). Durch einen
ſo=
beinannten verlorenen Schuß wurde im Steinbruch
ſan der Noll” ein 20jähriger Arbeiter buchſtäblich
urriſſen. Zwei Arbeiter wurden leichter verletzt.
Gonntaa, den 1. Mai 1927
Die Ueberſchwemmung im Odergebiet.
In den überfluteten Straßen wird der Verkehr notdürftig aufrechterhalten.
Olympiade=Vorbereitungen des deutſchen Sports.
Seite 11
Die Oeffnung des Miſſiſſippi=Oeiches.
Staatsſekretär Hoover von erbitterten Farmern
beſchoſſen.
Staatsſekretär Hoover.
Das Hochwaſſer des Miſſiſſippi.
Waſhington. Die Hochwaſſerkataſtrophe im
Gebiet des unteren Miſſiſſippi dürfte ſich ihrem
Höhepunkt nähern. Trotz des Proteſtes der
Ein=
wohner wird die Dammſprengung erfolgen, da ſie
tatſächlich die einzige Möglichkeit iſt, um die
Ueber=
flutung der Hauptſtadt New Orleans zu verhüten.
Das Unternehmen wird zwei Millionen Dollar koſten,
da eine Rieſenladung Dynamit unterhalb der
Waſſer=
flut in einer Breite von 500 Meter den Deich
auf=
reißen ſoll. Die Flut wird ſich dadurch über mehr
als 180000 Hektar reichſten Baumwollandes
er=
gießen. Die Ortſchaften St. Bernad und Plaquemine
werden völlig der Ueberflutung ausgeſetzt. — Ueber
das auf den Staatsſekretär Hoover verübte Attentat
werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Hoover
ſaß gerade beim Frühſtück auf dem Deck und war
vom Ufer aus gut ſichtbar. Plötzlich fielen mehrere
Schüſſe und die Kugeln ſchlugen dicht neben dem
Fahrzeug ein. Der Mann, der die drei Schüſſe
ab=
gab, konnte trotz eifriger Nachforſchungen nicht
er=
mittelt werden. Da die Bewohner über die
Räu=
mungsmaßnahmen äußerſt erbittert ſind, ſei daher
ein Attentat durchaus denkbar. — Angeſichts der
ungeheuren Not, die über Tauſende ſo ſchnell
herein=
gebrochen iſt, öffnen ſich bereitwillig die Hände, um
von den Betroffenen das Aergſte abzuwenden. Das
Rote Kreuz hat eine großzügige Hilfeaktion
einge=
leitet und ſchon nach kurzer Zeit waren mehr als
3 Millionen Dollar gezeichnet.
Der Verband Brandenburgiſcher Athletik=Vereine hält gegenwärtig im Berliner Stadion unter
Leitung des bekannten Verband=Trainers König einen Olympiade=Kurſus für Mittel= und
Lang=
ſtreckenläufer ab. — Unſer Bild zeigt eine Medizinball=Stafette bei der Arbeit. Sie dient nicht
nur zur allgemeinen Durcharbeitung der Geſamtmuskulatur, ſondern ſie regt auch den Kampfgeiſt
in vorteilhafter Weiſe an.
Jubiläums=Münzen in Nordhauſen
Entwurf des Nordhauſener Gedenk=Talers,
der aus Anlaß der Jahrtauſendfeier der Stadt Nordhauſen als Erinnerungsmünze in Umlauf
geſetzt werden ſoll.
Der Gemälde=Oiebſtahl in Moskau.
Fünf weltberühmte Bilder vermißt!
79
Das Muſeum der ſchönen Künſte in Moskau,
uus dem, wie gemeldet, auf bisher noch nicht geklärte Weiſe fünf überaus wertvolle Gemälde,
darunter Rembrandts „Chriſtus” und Tizians „Ecce Homo”, geſtohlen worden ſind. Aus den
Bildern Rembrandts und Tizians hat der Dieb die Hauptteile herausgeſchnitten, die übrigen
Bil=
der aus dem Rahmen herausgepreßt.
Die Dammſprengung ſüdlich von New=Orleans.
New=Orleans. Der 24 Kilometer ſüdlich
von New=Orleans angelegte Damm wurde auf einer
Strecke von etwa 1000 Fuß in die Luft geſprengt.
Drei Ladungen von insgeſamt 1550 Pfund Dynamit
wurden in kurzen Zeitabſchnitten zur Exploſion
ge=
bracht. — Durch die im Miſſiſſippi=Damm unterhalb
von New=Orleans geſchaffene Lücke dürften mindeſtens
250 000 Kubikfuß Waſſer in der Sekunde ins offene
Land ſtrömen und der Waſſerſpiegel des Stromes in
New=Orleans um zwei bis drei Fuß geſenkt werden.
Aus New York werden Einzelheiten zu der
er=
folgten Sprengung des großen Miſſiſſippidamms
ge=
meldet, die erforderlich wurde, um die Stadt New=
Orleans vor den Miſſiſſippifluten zu bewahren. Ueber
10000 Mann Bundestruppen und Miliz ſind
zu=
ſammengezogen worden, um das geſamte Gebiet
ab=
zuſperren. Es wurden immer wieder Razzien und
Unterſuchungen vorgenommen, um Menſchen und
Tiere von dem bedrohten Gebiet fernzuhalten. Auch
die Schiffahrt auf dem Fluß wurde oberhalb des
Punktes, an dem die Sprengung vorgenommen
wer=
den ſollte, vollſtändig geſperrt. Tauſende von
Ar=
beitern waren damit beſchäftigt, auf den noch
ſtehen=
den Deichen neue Dämme aufzuſchichten, um das
Waſſer zum Durchgang durch die damit geſchaffene
Lücke zu nötigen. Die ſtarke Spannung zwiſchen den
Behörden und den Bewohnern des bedrohten
Ge=
biets, die auf Hunderten von Laſtautos mit ihrem
Hab und Gut nach der Stadt gebracht wurden, hielt
auch am Freitag den ganzen Tag über an. Die
Sprengung ſelbſt vollzog ſich mit einem furchtbaren
Donnergetöſe, das weithin hörbar war. Die Fluten
des Miſſiſſippi ſtürzten durch die entſtandene Breſche
und ergoſſen ſich mit Blitzesgeſchwindigkeit und
don=
nerndem Geräuſch in die Ebege. Die bisher geſchützt
liegenden Bauernhäuſer wurden umgeriſſen und
hin=
weggefegt. Das reiche Acker= und Wieſenland bot
nach wenigen Minuten einen Anblick grauenhafter
Verwüſtung. — Obwohl man in der Stadt mit einem
gewiſſen Gefühl der Erleichterung die Sprengung
wahrgenommen hat, macht man ſich doch Sorgen
darüber, ob die Sprengung New=Orleans genügend
vor den fürchterlichen Folgen des Hochwaſſers ſchützt.
Zahlreiche Beobachter ſind der Auffaſſung, daß eine
Gefahr für die Stadt nach wie vor beſteht und daß
weitere Sprengungen und damit weitere
Verwüſtun=
gen fruchtbaren Bodens ſich nicht würden vermeiden
laſſen.
Rückkehr der „New York” aus New York.
Am Sonntag, den 1. Mai, wird der
Hapag=
dampfer „New York” von ſeiner
Jungfern=
reiſe nach Hamburg zurückkehren. Ein
Radiotele=
gramm meldet: „An Bord alles wohl. Die
geſell=
ſchaftlichen Veranſtaltungen fanden ihren Höhepunkt
in einem Konzert, zu dem in liebenswürdiger Weiſe
Frau Johanna Tauſcher=Gadski von der
Metropo=
litan=Oper in New York und der Klaviermeiſter Herr
Oſſip Gabrilowitſch, Leiter des Symphonie=Orcheſters
in Detroit, ihre Kunſt zur Verfügung geſtellt haben.
Mit Liedern von Schubert, Schumann, Brahms und
beſonders „Maria Wiegenlied” von Max Reger und
„Jſoldes Erzählung” aus dem Triſtan erfreute Frau
Gadski, mit Chopin’ſchen und eigenen Kompoſitionen
Herr Gabrilowitſch die Mitreiſenden. Unter den
Paſſagieren befinden ſich ferner: Staatsſekretär z. D.
Kempner, Miniſterialdirektor Dr. Carl Lottholz, Paul
Baecker (Reichsverband der Deutſchen Preſſe, Berlin)
Julius Elbau (Voſſiſche Zeitung, Berlin), Dr. Emil
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Seite 12
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Nord- und Süddeutschlands und den
angrenzenden Randstaaten stellt der
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zugl. Dinslakener Zeitung
dar, Infolge seiner Unabhängigkeit und
seiner Vorpostenstellung im
rheinisch-
westfälischen Industriegebiet, zugleich
vor den Toren eines neu erschlossenen
ausgiebigen Kohlenzentrums, ist er ein
unentbehrltcher
Mittler
zwischen Erzeuger und Verbraucher
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am ganzen unteren
Niederrhein
Rummer 120
Sonntag, den 1. Mai 1927
Seite 13
Sport, Spiel und Zurnen.
Aufruf für die Deutſche
Olympia=Spende
am 1. Mai
Die 9. Olympiſchen Spiele werden im Sommer 1928 in Amſterdam
bo=ehalten, die Winterſpiele im Februar in St. Moritz. Die Jugend
ag ezu aller Nationen der Erde nimmt an ihr teil, die deutſche zum
rien Male nach ſechzehnjähriger Pauſe. Die Kämpfe auf grünem
oſen, auf der Aſchenbahn oder in und auf dem Waſſer werden der
ſtütftein dafür ſein, weſſen Landes Jugend ihren Körper am beſten
ſählt, ihren Willen zur Selbſtbehauptung am ſtärkſten gehärtet.
Ge=
zEk und Geſchmeidigkeit, Ausdauer und Siegesfreudigkeit am höchſten
nnwickelt hat. Die Augen der ganzen Welt ſind darauf gerichtet, ob
ſeuutſchland trotz Kriegs= und Nachkriegselend die alten Kräfte bewahrt,
eite errungen hat, um ehrenvoll in dieſem Wettſtreit der Völker zu
ezirehen. In deutſchen Erfolgen wird man den Wiederauftieg
Deutſch=
nds erkennen. So geht es um eine nationale Aufgabe von großer
Be=
ech tung bei der Oluympiade Amſterdam. Aus breiter Maſſe unſerer
zuend müſſen die Beſten ausgewählt und vortrefflich ausgerüſtet in
e: Kampf geſandt werden. Große Mittel ſind hierfür erforderlich.
de von Reich und privater Seite bisher bereitgeſtellten reichen für dieſe
lufgaben nicht aus. Die Unterzeichneten wenden ſich daher an alle
ſmrunde der in der Turn= und Sportbewegung geeinten deutſchen
ſugend mit der Bitte, zu dem Olympia=Fonds des Deutſchen
Reichsaus=
huſſes für Leibesübungen einen Beitrag gewähren zu wollen.
Spenden über 10 Mark werden durch Ueberreichung der
Olympia=
kadel ausgezeichnet, die in Geſtalt eines kleinen vergoldeten Abzeichens
iwer antiken Gemme nachgebildet iſt. Berlin, im April 1927.
* Der Vorſtand des Deutſchen Reichsausſchufſes für Leibesübungen.
Der Deutſche Olympiſche Ausſchuß.
Dr. Adenauer=Köln; Dr. Berger=Berlin: Dr. W. Bimer=Breslau;
ſicß Berlin; Profeſſor Broßmer Karlsuhe; Fr. Burger=Verlin;
Diem=Berlin; Dominieus=Berlin: Dr. Peter Freh=Frankfurt a. M.;
d. Friſch=Berlin: Fr. Gruber=Berlin; G. Har=Berlin: Dr. Jarres=
Duis=
urg; H. Jürſt=Berlin: Kampmann=Kaſſel; K. Kielich=Berlin: Koennecke=
Zürlin; F. P. Lang=München: Dr. Th. Lewald=Berlin; F. Linnemann=
Zwlin; Dr. Martin=Berlin: Adolf Friedrich, Herzog von Mecklenburg=
Suwerin=Doberan; Pauli=Potsdam; G. Nau=Berlin; Dr. Reinhardt=
Zirlin: Dr. Ruberti=Bochum= J. Schmitz=Berlin: „W. Seck=Berlin;
Dr. Sydow=Eichwalde; H. Wendt=Berlin; Wolker=München.
Beiträge für die Deutſche Olympig=Spende nehmen alle
Reichsbank=
mltalten, die Kaſſen aller großen Banken, die Geſchäftsleitungen der
duutſchen Zeitungen, außerdem das Poſtſcheckonto des Deutſchen
Reichs=
ausſchuſſes für Leibesübungen, Berlin, Nr. 13890, entgegen.
* Fußball im Odenwaldkreis.
Die Aufſtiegskämpfe nehmen ihren Fortaana.
Die letzten drei Wochen brachten ſtille Zeit für die Fußballer im
2 enwaldkreis. Die Meiſterſchaftskämpfe ſind in der Hauptſache zu Ende,
uuch in den Aufſtiegskämpfen war eine Zwangspauſe, bedingt durch die
durerfeſtage und den am vorigen Sonntag ſtattgefundenen Bezirkstag,
in getreten, ſo daß die Anhänger des runden Lederballes mehr oder
uuiger auf die Privattreffen ihrer Vereine angewieſen waren. Und
u ſe waren diesmal ziemlich ſchwach ausgefallen. Ueber die einzelnen
Eneigniſſe iſt ja einſtweilen von ſeiten der Vereine au dieſer Stelle
be=
iü ztet wvorden. Man kann mit Genugtuung feſtſtellen, daß gerade die
zuaeine der engeren Umgebung recht zufriedenſtellend abgeſchnitten haben.
Auſſonders tritt dies in Erſcheinung gegen Vereine des benachbarten
Ndgaues, die ſich (in der 4=claſſe) in allen Fällen gegen die Darmſtädter
kankurrenz unterlegen zeigten.
Am kommenden Sonntag geht es nun erſtmals wieder
offi=
üll los. Im Vordergrund aller Ereigniſſe ſteht natürlich der
Groß=
qaaipf am Böllenfalltor:
Sportverein 98—Fußballſporwerein Frankfurt
ruF den wir an anderer Stelle hingewieſen haben.
Die Aufſtiegskämpfe zur Bezirksliga nehmen am Sonntag ihren
ſartgang. Der Odenwaldkreismeiſter, Sportvag 04 Arheilgen, ſteht
ſo=
zuſagen Gewehr bei Fuß, während ſeine vier Rivalen ſich im Kampfe
uſ=ſſen. Pfalz Ludwigshafen-V.f.R. Kaiſerslautern und Germania
futiedrichsfeld—08 Mannheim ſtoßen aufeinander. Die Pfälzer ſollten
i7 diesmal an ihren Gäſten aus Kaiſerslautern für die knappe
Vor=
w elniederlage (2:3) rebanchieren. 08 Mannheim gewann im Vorſpiel
zu1 und ſollte auch diesmal, allerdings knapper, den Sieg davontragen.
Auch um den Pokal der Obenwalbkreisliga fällt am Sonntag eine
Poeutſame Entſcheidung. In Pfungſtadt wird zwiſchen Germanig 03
uſd Olympia Lampertheim das letzte noch ausſtehende Spiel
ausgetra=
nn, das bei einem Siege Pfungſtadts dieſes mit Olympia Lorſch
punkt=
zrrich machen würde. Angeſichts des Zieles darf man auch die
Einheimi=
chen als — wenn vielleicht auch nur knadpe — Sieger erwarten. Ein
Ratſcheidungsſpiel zwiſchen Lorſch und Pfungſtadt auf neutralem Platz
wire dann die Folge. — Eine weitere intereſſante Kraftprobe gibt es
em iſchen den beiden 4=Meiſtern im Kreis, Polizei=Sportv. Darmſtadt und
Sparkenburgig Heppenheim. Da die Poliziſten auch den Titel
Kreis=
vkalmeiſter erringen konnten, iſt für die Auftiegskämpfe kein weiterer
Nirvale da und beide Gegner ſteigen ohne weiteres auf. Man hat ſich
iher auf die Austragung einer imofſiziellen Kreismeiſterſchaft der 4=
Aumſſe geeinigt, und die erſte Begegnung ſteigt morgen in Heppenheim,
dus Rückſpiel am 8. Mai in Darmſtadt. Darf man die bisherigen
Er=
ntöniſſe beider Partner als Maßſtab anlegen, ſo iſt mit einem ſicheren
Syeg der Darmſtädter zu rechnen.
R. Sp. V. Germania Pfungſtadt—Olympia Lampertbeim.
Der Sportplatz der Germania Pfungſtadt iſt heute nachmittags
z Uhr der Schauplatz eines entſcheidenden Treffens. Im letzten
Kreis=
vukalſpiel begegnen ſich die Ligamannſchaften der obigen Vereine.
Ge=
wmnt Pfungſtadt, ſo wird es punktgleich mit dem Tabellenführer
Olym=
wa Lorſch und ein Ausſcheidungsſpiel muß dann den Meiſter ermitteln.
Bi.i einem Unentſchieden oder einer Niederlage des Platzvereins bleibt
Larſch unbeſtrittener Tabellenerſter. In anbetracht ſeiner Bedeutung
uurrd das Spiel ſeine Anziehungskraſt nicht verfehlen. Vor dieſem
Treſ=
far ſtehen ſich ebenfalls im Verbandsſpiel die erſten
Jugendmannſchaf=
tear der Germania und des Vereins für Naſenſpiele Darmſtadt
gegen=
uhzer. Das Vorſpiel gewann Pfungſtadt 1:0. Die Schülermannſchaft
der „Germania” ſpielt bereits vormittags in Seeheim gegen die gleiche
Eif des F.Sp.V. Die Reſervemannſchaft pauſiert.
Germania Pfungſtadt—Olympia Lamperthefm.
Der Germania=Sportplatz in Pfungſtadt iſt am kommenden
Sonn=
ug, den 1. Mai, nachm. 230 Uhr, Schauplatz eines entſcheidenden
Tref=
ſn=8. Die obigen Vereine tragen das einzige noch ausſtehende
Pokal=
ozel der Kreisligavereine des Odenwaldkreiſes aus. Gewinnt
Pfung=
ſtüd”, ſo wird es mit dem Tabellenführer Olympia Lorſch punktgleich
uſd ein Ausſechidungsſpiel muß eben den Meiſter ermitteln. Bei einer
oederlage oder einem Unentſchieden des Platzvereins wird Lorſch
unbe=
ſtuittener Tabellenmeiſter. Unter dieſen Umſtänden wird es zu einem
uannenden Kampf kommen, der ſeine Anziehungskraft nicht verfehlen
ind. — Vor dieſem Sbiel ſtehen ſich im Verbandsſpiel die erſten
Jungendmannſchaften des Platzvereins und des V.fR. Darmſtadt
gegen=
ſyer. Die Schülermannſchaft der Germania ſpielt bereits vormittags
Seeheim. Die Liggerſatzmannſchaft Pfungſtadts iſt ſpielfrei.
Darmſiädter Sportkalender.
Handball.
9,30 Uhr: Finanzamt: Eintracht II. — Roßdorf I.
10,30 und 11,30 Uhr: Rennbahn: Union 13 — W.B. V.
Unter=
liedersbach.
1,30 Uhr: Rheinſtr.: Rot=Weiß — Sp. V. 98 II
330 Uhr: Finanzamt: Tgde. Darmſt. 1846 — Tgde. Griesheim.
Fußball.
3,00 Uhr: Stadion: Sp. V. 98 — F. Sp. V. Frankfurt.
Turnen.
3,00 Uhr: Heidelbergerſtr.: Turngemeinde Beſſungen 1865.
Handball.
Turngemeinde Darmſtadt 1846—Turngemeinde Griesheim.
Heute nachmittag 3½ Uhr embfängt die erſte Handballmannſchaft
der Tade. 1,46 auf ihrem Platz am Finanzamt die Turngemeinde
Gries=
heim b. D. zu einem Freundſchaftsſpiel. Die Mannſchaft der
Gries=
heimer Tade, ſpielt im Main=Nhein=Gau der Deutſchen Turnerſchaft in
der 4=Klaſſe und verfügt über eine ganz außerordentliche Spielſtärke.
Sie zeichnet ſich durch ein äußerſt flinkes Spiel und gute
Ballbehand=
lung aus. Die Darmſtädter Mannſchaft, die am erſten Oſterfeiertag bei
dem Spiel gegen den V.f.L. Stuttgart bewieſen hat, daß ſie auch gegen
einen körperlich ſtärkeren Gegner zu ſiegen vermag, wird gegen die
Gries=
heimer Maunſchaft einen ſchweren Stand haben. Auf jeden Fall wird
bei dem heutigen Spiel ein guter Handballſport gezeigt werden, ſo daß
der Beſuch desſelben jedermann empfohlen werden kann.
Tennis.
Tennisklub Saarbrücken—Tennis= und Eisklub Darmſtadt.
Einer Einladung folgend, begibt ſich der Tennis= und Eisklub
Darmſtadt am Sonntag nach Saarbrücken, um gegen den dortigen Klub
ein Wettſviel auszutragen. Um dem in der Einladung enthaltenen
Wunſch Rechnung tragen zu können, im Saargebiet gutes Tennis zu
demonſtrieren, hat der hieſige Verein die ſtärkſte, ihm zurzeit zur
Ver=
fügung ſtehende Mannſchaft aufgeſtellt. Durch das Mitwirken von
Krafft (früher T.= u. H.K. Freiburg) iſt die Lücke, die die Ueberſiedlung
von Blecher zum Schlittſchuhklub Berlin hinterließ, gut ausgefüllt. Die
Farben des Darmſtädter Klubs vertreten: Frl. Fiſcher, Frl. Nöllner,
Frl. Kleinſchmidt, Frl. Loh und die Herren: Schüler, Deutler, Beeck,
Krafft, Landmann, Claß oder Kleinlogel. Um gut ausgeruht in den
Kampf zu gehen, wurde die Abfahrt der Mannſchaft für geſtern
vor=
mittag angeſetzt.
Der Kampf um die Schwergewichtsmeiſterſchaft.
De er Genſhechunfc.
Hans Breitenſträter
Rudi Wagener
die aus den Ausſcheidungskämpfen ſiegreich hervorgegangenen
deutſchen Schwergewichte, die am Sonntag in der Dortmunder
Weſtfalenhalle den Kampf um die Meiſterſchaft beſtreiten werden.
Automobilſport.
ADAC.=Fünfländer=Tourenfahrt. — Die fünfte Etappe. — Von Abbazia
nach Laibach.
Der Aufenthalt in Abbazia wird den Teilnehmern der ADAC.=
Fünf=
länder=Tourenfahrt unvergeßlich bleiben. Prinz Pignatelli bot dem
Willkommengruß, für die Deutſchen antwortete Präſident Ewald Kroth=
Frankfurt. In Abbazia machten die Deutſchen einen Ausflug auf den
1400 Meter hohen Monte Maggiore, von wo aus ſie die herrliche
Land=
ſchaft bewundern konnten. Bis Venedig reichte der Blick, über die
viel=
beſungene blaue Adrig hinweg, auf der ſpäter eine Dampferfahrt
ge=
macht wurde. Am Freitag begaben ſic) die Fahrer auf die 115 Km. lange
Reiſe nach Laibach. Die Fahrt ging glatt und ohne Zwiſchenfälle
von=
ſtatten.
9. Reisetag (30, April)9, Reisetag (30. Aprin)
(Fortsetrung)
Fiume
logafee 7
Ka
Fran)
Neldes
Mete
Es wird uns geſchrieben: Auf Veranlaſſung des 9. Kreiſes im
Arbeiter=Tur= und Sportbund bringt der 1. Mai, am Sonntag, ein
ſchönes Werbe=Propagandaſpiel. Das nachmittags 2,30 Uhr auf dem
Sportplatze der Spielvereinigung 1931 Darmſtadt (ſiehe beſondere
Plakate) an der Windmühle, Ecke Gräfenhäuſer und Pallaswieſenſtraße.
ſtattſindende Treffen, iſt ein ſportliches Ereignis. Es erweiſt einerſeits
die Spielſtärke der beiden Mannſchaften, der Kreismannſchaft des
9. Kreiſes und der Bezirksmannſchaft des 1. Bezirkes, als auch einen
ge=
nauen Ueberblick über den Stand der Bewegung, in bezug auf das
tech=
niſche und ſportliche Können. Es dürſte ſich für die Darmſtädter
Sport=
intereſſenten ſchon lohnen, auch einmal ein Spiel des Arbeiter=Turn=
und Sportbundes zu beſichtigen, um ſo mehr, als es feſtſteht, daß die
Organiſation beachtliche Leiſtungen bietet.
Pferdeſport.
Unſere Vorausſagen für Sonntag, den 1. Maf.
Rennen zu Dresden. 1. Rapier=Kedes Trumpf; 2. Hagen=
Tra=
eck Sid Cap; 3. Schneewittchen= Schneekönig: 4. Oleander: 5.
Palame=
desNicotin; 6. Stall Weinberg=Panna; 7. Borſuſſia=Kasbel.
Rennen zu Hoppegarten. 1. Ravier=Kedes Trumpf: 2. Hagen=
Tra=
jan; 3. Silberfaſan=Staffelſtab; 4. Reichstag=Alida; 5. Victung=
Roſen=
kelch: 6. Chanterallg=Liſſa: 7. Skalbold=Elfenbein.
Rennen zu Düſſeldorf. 1. Barearole=Petroelus; 2. Freiſchütz=
Gold=
wert: 3. Vehmgericht=Union: 4. Pilgerin=Seefahrer; 5. Polfino=Lux;
6. Mozart=Arion: 7. Prinz=Filius.
Rennen zu Mannheim. 1. Parma=Sigurd: 2. Song=Sturm: 3.
Süd=
wind=Stall Opel; 4. Troja=Steinadler; 5. Stall Opel=Excellenz: 6. Stall
Baer=Finaneier: 7. Canio=Giſelher.
Geſchäflſches.
Bei der Pfälz. Kochkunſtausſtellung in Neuſtadt a. Haardt hat die
bekannte Eierteigwarenfabrik. Jacob Mack, Neuſtadt a. Haardt die
goldene Medaille mit Diplom für beſonders hervorragende Leiſtungen
erhalten.
Bubikopf oder langes Haar wirkt nur dann ſchön, wenn man
ber=
ſteht, das Haar auch richtig zu behandeln. Die einfachſte und rationelſte
Pflege iſt bekanntlich diejenige durch Trockenbehandlung und zwar mit
Pallabonapuder. Sehr angenehm in der Anwendung, reinigt und
ent=
fettet derſelbe brillant bei Erhaltung der Haarwellen und ermöglicht
in einigen Augenblicken die ſchönſte Friſur. Dieſes altbewährte Mittel,
das auf keinen Toilettetiſch heute mehr fehlen ſoll, iſt überall zu haben.
Tanzturnier in Baden=Baden.
Das in Sportkreiſen bekannte Tanzturnier um die
Frühjahrs=
meiſterſchaft von Baden=Baden, wird in dieſem Jahre am 7. Mat in
den Prunkräumen des Kurhauſes abgehalten. Die Leitung liegt wie
alljährlich in den bewährten Händen des Reichsverbandes für Tanzſporr
Berlin. Als Tanzorcheſter wird die ausgezeichnete „Neging”=Tanzkapelle
des Kurhauſes ſpielen.
Die unteren Klaſſen werden bereits um 5 Uhr nachmittags zum
Turnier antreten, während die höheren Klaſſen erſt nach der
Wbend=
eſſen=Pauſe um die Entſcheidung ringen werden.
Am Sonntag, den 8. Mai, findet während des Nachmittags=Tees
eime Tanzſchau der Siegerpaare ſtatt.
Rund=Funk=Programme.
Fronfut.
Sonntag, 1. Mai. 8: von Kaſſel: Morgenfeier. o 11.30:
Elternſtunde. Rekter Wehrhan: „Der erſte Schultag”, 12: von
Kaſſel: „Der Mai iſt gekommen!” Paul Heidelbach. Kaſſeler Solo=
Geſangsquartett. Mitglieder des 1. Kaſſeler Mandolinenorcheſters.
3.30: Stunde der Jugend. Kaſperltante Lieſel Simon. Die
merkwürdigſten Dinge geſchehen. Auf der Kaſperlinſel. — Die Flucht,
Für Kinder vom 4. Jahre ab. o 4.30: Die Oper der Woche. Puccini:
„Turandot”, Fant. — Puccini: „Madame Butterfly”, Arie. —
Mozart: „Zauberflöte”, Fant. — Puccini: „Boheme‟, Arie. —
Strauß: „Elektra”, Fant. — Strauß: „Eine Nacht in Venedig”,
Oup. Mitw.: Elſe Kloth (Sopran). o 6: Rhein=Mainiſcher Verb.
für Volksbildung. o 8.30: Klavierabend Michael Zadora. Bach:
Sarabande con partite. — Mendelsſohn: Lieder ohne Worte. —
Chopin: Etüden. — Chopin: Nocturnes. — Roſſini=Liſzt: Barcarolle.
— Lizt: Der Schlittſchuhläufer”. O 9.30: Altmeiſter des Cellos.
Galeotti: Sonate in C=Moll. — Händel: Sonate in C=Dur —
— Bocherini: Sonate Nr. 3 mn G=Dur. — Haydn: Sonate Nr. 3
in C=Dur. Ausf.: Hans Scheulen (Violoncello), Flügel: Dr.
Merten. Anſchl. bis 12,30: Jagband.
Stuttgart.
Sonntag, 1. Mai. 11.30: Morgeufeier. Eſpla: Sonate in
A=moll (Violine und Klavier). — Arrjaga: Quartett Nr 2. 0 1.10:
Konzert. o 3: Dr. Elwenſpoek: Die Räuber= und Ritterromane.
Ein abſonderliches Kapitel der deutſchen Literatur= und
Geiſtes=
geſchichte. o 3.30: Uebertr. Funkheinzelmann, von der Norag
Hamburg. — Anſchl.: Konzert. Eichendorff: Friſche Fahrt, Gedicht
(Struve). — Blon: Frühlings=Einzug, Marſch. — Waldteufel:
Frühlingskinder. — Grieg: Der Frühling (Hanus). — Mörike: Zwei
Gedichte (Thea Struve). — Strauß: Frühlingsſtimmen=Walzer Gerda
Hanſi). Aus Frühlingsluft. — Lenau: Der Poſtillon, Gedicht,
(Struvel — Gounod: Frühlingslied (Gerda Hanſi) u. a. m. o 6.10:
Prof, Verweyen: Liebe. 8 6.35: Uebertr. vom Schillerdenkmal:
Schillerfeier, ausgef. vom Chor und Orch, des Stuttg. Liederkranzes.
Mozart: O Schutzgeiſt alles Schönen. — Gedicht von A. Reif,
geſpr. von O. Schurr. — Beethoven: Die Himmel rühmen. 7.10:
Uebertr. aus Karlsruhe: Der Diglektdichter Romeo lieſt aus eig.
Werken. 2 8: Bunter Abend. Leit.: Mar Heye Mitw.: Maria
Wozak, Elſe Domberger, Käte Mann, Gerda Hanſi, H. Conzelmann,
C. Karner, H. Hanus, Funkorch. Das Programm umfaßt 25
Dar=
bietungen.
Berlin.
Sonntag, 1. Mai. 9: Morgenfeier. Mitw.: Otto Priebe (Orgel).
Lore Hertel=Klauwell (Violinel. Karl Haas (Rez.). Charlotte Freyer
(Sopran). 0 11: Der Mai iſt gekommen. Goldmark: Qup. „Im
Frühling”. — Knöchel: Frühling. Der Mai, der iſt ein Muſikant.
(Männerchor „Fichte=Georginia 1879‟. — Bronſart:
Frühlings=
fantaſie op. 11. — Frühlingsreigen, Volkslied aus dem 16. Jahrh.
— J. Dürrner: Maientanz. (Männerchor). — Sibelius: Varſang
Frühlingslied) op. 16. — Herbeck: Lied jung Werners. — Der
Tauber und die Täubin, deutſch=böhmiſches Volkslied. (Mämerchor)
Waldteufel: Frühlingskinder, Walzer. O 1.10: Die Stunde der
Lebenden. Einl. Worte: Prof. Weißmam. — Thomas: Sonate
op. 2. — Blümel: Dafnis=Lieder nach Arno Holz. Rob. Korſt
Bariton). — Rathaus: Zwei kleine Klavierſtücke. o 2.30:
Linden=
berg: „Wirtſchaftspol. Probleme in der Briefmarkenkunde.” 2 3:
Erotik. Ich liebe dich. — Czibulfa: Liebestraum. — Vonchielli:
Ballettmuſik aus Gioconda. — Dvorak: Slawiſche Tänze. — Rollims:
Die kleine Suſanne, 8 7.10: S. Aufhäuſer: Bedeutung des 1. Mai.
7.30: P. Weſtheim: „Künſtler und Auftraggeber im 19. Jahrh.
5 755: R. Kempner: Streifzüge durch den Balkan, a 8.30: Die
erſte Walpurgisnacht”, Ballade von Goethe. Muſik von Mendelsſohn.
O 9.30: Liebesbriefe. 2 10.30: Tanzmuſik.
Stettin. 9: Morgenfeier, Bach: Toccata. — Hiller:
Sonn=
tag (Gem. Chor der Matthäuskirche Bredow). — Bibelrez. Paſtor
Schulze. — Zoder: Wenn ich ſinge Elli Szonn, Sopranl. —
An=
ſprache: Paſtor Schulze. — Klein: Der Herr iſt mein Hirt Chor).
— Bach: Sarabande. — Giordani: Caro mio ben. — Winterberg:
Die Sonne lacht CChor). — Zingel: Fant. F=moll.
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Imn Kurhaus: Wochenpauschalpreis Mk. 80.50, im Badehof: Wochenpauschale Mk. 105.—. — Auskunft auch über Rauskuren durch die Badeverwaltung-
Pom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
B=i fehlendem Angebot in deutſchem Weizen und nur geringem
Angebot in deutichem Noggen bekundete der ſüddeutſche Markt ſowohl
für Brotgetreide als Futterſtoffe feſte Haltung. Die überſeeiſchen
Ab=
lader haben ihr Forderung erhöht, nachdem ſich jetzt herausgeſtellt hat,
daß infolge des Verbrauches des enropäiſchen Brotgetreides bis zur
neuen (rnte ſtarker Bedarf vorhanden ſein wird. Der von den großen
Perſchiffungen argentiniſchen Weizens erwartete Preisrückgang iſt
in=
folgedeſſen ausgeblieben. Insbeſondere hat Argentinien ſeine Preiſe
hinaufgeſetzt, ſodaß ſich die füühere Preisſpanne zwiſchen argentiniſchem
und nordamerikaniſchem Weizen um 3,25 Gulden verringert hat. Bei
den bisherigen Berechnungen hatte man nicht mit dem in der letzten
Jeit von Frankreich bekundeten großen Einfuhrbedarf gerechnet.
Zu=
dem hören wir, daß ein Poſten von 20 000 To. Weizen über Danzig
ge=
handelt wurde, ein Beweis dafür, daß auch Polen bis zur neuen Ernte
noch ſtärkeren Einfuhrbedarf haben dürfte, wvomit man gleichfalls nicht
rechnete. Die Beſrände, mit denen der Getreidemarkt in das neue
Ernte=
jahr eintreten wird, dürften nach alledem erheblich geringer werden, als
bis jetzt angenommen worden iſt. Bemerkenswerterweiſe geht das
an=
kommende Getreide jeweils ſofort an den Konſum über, ſodaß ſich
grö=
ßere Lagerbeſtände nicht bilden. Die Wiederaufnahme des Transports
auf dem St. Lorenzſtrome ermöglichte zwar Kanada, größere Mengen
auf den Weg zu bringen, dagegen haben die Verſchiffungen der ſüdlichen
Erdhälfte ſich bereits verringert, und heute macht ſich ſchon wieder
Man=
gel an effektiver Ware geltend. Letzte Weizenpreiſe in Gulden je 100
Kilo eif Notterdam: Baril, 79 Kilo, geladen 14,15, desgleichen Baruſſo,
April 14,12½; Manitoba I, Mitte Mai ladender Dampfer, 16,10,
Ma=
nitoba II 15,70, III 14,87½, TV 13,95; Manitoba I neue Ernte,
Okto=
ber—November, 14.80 II 14,57½, III 14,25. — Inlandroggen im
Wag=
gongeſchäft 2,50—27,75 RM. je 100 Kilo, Auslandsroggen 27,50—28,00
MM, bzw. 12.35 Gulden Mitte Mai ladender Dampfer eif Rotterdam.
Das Braugerſtengeſchäft blieb ohne Bedeutung; Inlandsware nicht
angeboten, Auslandsgerſte zurzeit hier keine Rechnung laſſend;
Futter=
gerſte gefragt für Futter= und Induſtriezwecke. Hafer feſt. Das
Aus=
land hat darin keinerlei Rückkäufe vorgenommen. Waggonfrei
Mann=
heim werden für die 100 Kilo 23—23,75 RM. (Vorwoche 22—23 RM.)
verlangt. Im eif=Geſchäft war Weſtern II clipped 38 lbs mit 10,75 Fl.
angeboten. Mais auf die Ueberſchwemmungen im Miſſiſſippigebiet von
19,00 auf 19,25—19,50 RM. mit Sack die 100 Kilo erhöht. Der
Mehl=
abruf hat ſich gebeſſert und die ſüddeutſchen Mühlen haben im Hinblick
aufldie Weizenpreisſteigerung ihre Forderungen für Weizenmehl
Spe=
zial Null auf 39,75—40 RM. erhöht (Vorwoche 39,50 RM.); für
Weizen=
brotmehl auf 31,75—33 (31,50) RM., für Roggenmehl je nach
Ausmah=
lung auf 36—38,50 (36—38) RM. Futterartikel feſt und durchſchnittlich
gegen die Vorwoche um eine halbe Mark je Doppelzentner erhöht.
Starke Nachfrage beſtand beſonders für am Markt nicht mehr
angebote=
nes Futtermehl. Einige Poſten promptes Weizenfuttermehl wurden mit
dem Elſaß zu 16,50 RM., Parität Kehl, gehandelt; Nachmehl 23 RM.,
Maisſchrot 21 RM., effektive Kleie 13,50—14,50 RM., Juli—Dezember
12,75 RM. — Am Tabakmaukt iſt die Lage unverändert.
Leberſicht über die Reichseinnahmen und =Ausgaben
in den Monaten April 1926 bis März 1927.
Im ordentlichen Haushalt betrugen die Einnahmen in Millionen
Mark im März dieſes Jahres 561,6 und ſeit April 1926 bis März inkl.
7566,9. Ausgaben im März 548,1 und ſeit April 1926 7469,8. Es
er=
gübt ſich mithin ein Ueberſchuß ſür März von 13,5 und ſeit April von
97,1. Hierzu kommen die Monatszwölftel der in den Haushalt
einge=
ſtellten Ueberſchüſſe aus den Jahren 1924 und 1925, ſodaß ſich ein
etats=
mäßiger Ueberſchuß für das mit dem März beendete Finanzjahr von
497,3 ergibt. Im außerordentlichen Haushalt betrugen in den gleichen
Zeiträumen die Einnahmen 329,7 bzw. 331,3, Ausgaben 35,4 bzw. 554,2,
ſo daß ſich für März ein Ueberſchuß der Einnahmen über die Ausgaben
von 294,3, dagegen für das geſamte Jahr bis März ein Minus von
222,9 ergibt, welcher Betrag aus den vorhandenen Beſtänden zu decken
iſt. Die nachträglichen Einnahmen und Ausgaben zu Laſten des
Rech=
nungsjahres 1925 betrugen an Einnahmen für das geſamte Jahr 48,7,
an Ausgaben 409,1. Aus den bis Ende März 1927 ausgewieſenen
etats=
mäßigen Ueberſchüſſen kann ein Rückſchluß über das Ergebnis des
ge=
ſamten Rechnungsjahres in der entſprechenden Höhe nicht gezogen
wer=
den, da am Ende des Rechnungsjahres zur Deckung nachträglicher
Aus=
gaben zu Laſten des Rechnungsjahres noch ein Bedarf von etwa 250
Millionen Reichsmark vorhanden ſein wird. Der Stand der
ſchweben=
den Schuld betrug an Zahlungsverpflichtungen aus der Begebung von
Schatzanweiſungen am 28. Februar 1927 9,7 Millionen, am 31. März
9,7 Mill., an Sicherheitsleiſtungen ſür dieſelben Termine 51,5 bzwv. 51,
an Darlehen von der Poſt 110,0 bzw 110,0.
mann und Schuckert eröffneten etwas ſchwächer, während außer A. E. G.
Siemens u. Halske 2 Prozent und Lahmeher ſogar 5 Prozent anziehen
konnten. Autowerte etwas niedriger. J. G. Farben vernachläſſigt.
Auch zum Wochenende entwickelte ſich auf den Rentenmärkten kein
Ge=
ſchäft. Im weiteren Verlaufe zogen A.E.G. das Intereſſe mehr und
mehr auf den Elektromarkt. A. E.G. ſelbſt, Licht u. Kraft, Schuckert
und Siemens u. Halske konnten ihren erſten Kurs erhöhen. Nach
Stahl=
verein erhielt ſich die Nachfrage, ferner traten jetzt Phönix etwas
her=
vor, Farbeninduſtrie blieben dagegen ſtark vernachläſſigt und etwas
gedrückt. Tägliches Geld 6¾ Prozent.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 30. April.
Heute waren Gewinnrealiſationen an der Tagesordt(äing, desgleichen
Poſitionsverkleinerungen, wodurch ein mäßiger Teil der kürzliehen
Be=
ſchäftigung verloren ging. Beſonders abgeſchwächt lagen naturgemäß
die am ſtärkſten heraufgeſetzten Werte wie Mitteldeutſche Kredit,
Rhein=
ſtahl und andere Kohlenaktien. J.G. Farbeninduſtrie, verſchiedene
Elek=
trowerte und Vereinigte Glanzſtoff, allerdings ſetzte ſich die
Hauſſe=
bewegung in Zellſtoffwerten, Berger Tiefbau, Maximilianshütte, und
einem Teil der Kaſſawerte fort. Im allgemeinen ließ ſich die Tendenz
nicht uneinheitlich, eher aber widerſtandsfähig an. Am Geldmarkt
be=
ſtand nach Tagesgeld aus Anlaß der Liquidation ſtärkere Nachfrage,
wodurch eine weitere Heraufſetzung des Satzes für Gelder auf einige
Tage über den Ultimo erfolgte, der mit 7—8,5 Prozent angegeben
wor=
den iſt. Die Forderungen für Reportgeld beliefen ſich auf 7.25 bis 7,75
Prozent. Am internationalen Valutenmarkt konzentrierte ſich das
Ge=
ſchäft auf die Deviſe: London Oslo, die eine nennenswerte
Aufwäuts=
bewegung verzeichnete. Gegen mittag erreichte der Kurs einen Stand
von 18,75, der Dollar notierte in Berlin mit 4,2195 relativ feſt. Der
japaniſche Yen wird international noch nicht wider gehandelt, inoffiziell
aber auf zirka 472/e gegen Kabel geſchätzt.
Im einzelnen konnte man einiges Intereſſe für Eiſenbahnwerte
beobachten, da man von Berichten über eine günſtige Lage des
Eiſen=
marktes wiſſen wollte. Das Hauptpapier, Vgt. Stahlwerke, gewann 1,75
Prozent und verdoppelte dieſe Erhöhung noch in der erſten Stunde.
Kohlenaktien büßten auf die rückläufige Abſatzlage und Wiederanhäufung
der Haldenbeſtände bis zu 5 Prozent ein, holten einen Teil dieſer
Ver=
luſte wieder auf. Die Farbenaktie ging auf Ultimoglattſtellungen
zu=
nächſt bis 328,75 zurück. Unter Elektrowerten kam es mehrfach zu
Ein=
bußen von 3—5 Prozent.
Privatdiskont kurze Sicht 4,75; lnage Sicht 4,75. Die Börſe ſchloß
unter den höchſten Tageskurſen, aber mit kräftigen Tagesgewinnen, für
Elektroaktien, die wieder ſtärker beachtet waren, Zellſtoffwerte,
Kunſt=
ſeidenwerte, Maximilianshütte, Kohlenwerte, Charlottenburger
Waſſer=
werke, Berger Tiefbau und Sarotti. An der Nachbörſe entwickelte ſich
die Haltung nicht einheitlich, doch blieben die Kursbewegungen im
Spätverkehr minimal. Man hörte im Spätverkehr zuletzt folgende Kurſe:
Siemens 334,75 ultimo; 337 medio: AEG. 225 u., 226,25 m.; Schuckert
feſt 234,5 u., 236 m.; Bergmann 241,5 u., 242,75 m.: Rheiniſche Elektro
211 u., J. J. Farbeninduſtrie 327 u., 329 m.; Rheinſtahl 263,5 u.,
Har=
vener 262 u.: Vereinigte Stahlwerke 162,5 u.: Phönix 150 u.: Köln=
Neueſſener 230,25 u.; Gelſenkirchen 207,5 u.: Mannesmann 208 u.;
Ver=
einigte Glanzſtoff 698—700 u.: Maximilianshütte 275—277,5; Oſtwerke
485,5—487 u.: Schultheiß 509—510 u.: Hapag 158 m.: Nordd. Lloyd
162,5 m.; Hanſa 240 m.; Hamburg=Süd 258,5 m.: Deſſauer Gas 249,25
u.; Commerzbank 214 u.: Ablöſungsrente Neubeſitz 21,10.
Aſchaffb. Bellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſ
Bamag=Meguin",
Bank el. W.
Berlin. Karlsruhe
Braunkohl.=Brikett
Bremer Vulkan".
Bremer Wolle..
Deutſch.=Atlant. Te
Teutſche Maſchinen.
Deutſch.=Nieb. Tei.
Teutſche Erdöl.
Teutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke.
Donnersmarckhüte . .
Tynamit Nobel..
Flektr. Lieferung.
J. 8. Farben.
R. Friſter.
Faggenau Vor
Belſenk Gußſtak
G. f. elekr. Untern
Salle Maſchinen.
San. Maſch. Egeſt.
Hanſa Dampfſchf.. .
87 Nordd. Gummi.
Orenſtein. 153.5 154.75 158.— 158,5 Rathgeber Waggon”, 1113.— 113.75 148.5 149.5 Rombacher Hütten. 162.— 162.— Noſitzer Zucker. 103.— 109.— 210.— 210.5 Rütgerswerke 145.— 145.— 334.— 329.25 Sachſenwerk Ma4 12r 144.5 116.— Sächſ. Gußſtahl 205.5 207.25 71.— 75.— Siemens Glas.. 199.75 200.— 19.5 Ver. Lauſitzer Glas 166.— 168.5 283.5 284. 875 Volkſtedter Porzell. 70.— 71.— 220.— 215.— Weſtf. E. Langendreer 5 59.— 153.— 152.— Wittener Gußſtahl 73.— 75.— 240.— 239.— Wanderer=Werke .. 294.— 795.—
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. April.
Lebhafte und teilweiſe ſtürmiſche Nachfrage nach verſchiedenen
Spezialpapieren beſtimmten das Bild der heutigen Samstagsbörſe. Vor
allem waren Zellſtoff Waldhof wieder ſtark begehrt und konnten ihre
erhebliche Kursſteigerung fortſetzen. Bis zur erſten Notiz war dieſes
Papier bereits 8 Prozent höher als der geſtrige Abendbörſenkurs.
Außerdem begegneten A. E. G. großem Intereſſe mit einer Beſſerung
von 4 Prozent, die ſich aber im weiterem Verlaufe, noch vergrößerte.
Auf den verſchiedenen Marktgebieten war im übrigen kein größeres
Geſchäft feſtzuſtellen. Banken eröffneten durchweg etwas ſchwächer. Auf
dem Montanmarft überwogen die Kursbeſſerungen, beſonders
Stahl=
verein etwas feſter. Geteilt war die Tendenz für Elektrowerte. Berg=
Deviſenmarkt.
Amſterdam=R.
Euenos-Aires
Brüfſel=Antw.
Lslo.
Kopenhagen
Stodholm .
Kelſingſors ..
Italien ...
London ..
Ner=York..
Paris ..
Schkneiz
Spanien
29, 4.
Beld. / Brie
168. 61 169.0:
1.784/ 1.788
38.505/58.72.
1os.821109.10
112 43/112.70
jtr2.641112.32
10.598/10.631
22.49/ 22.55
20.468 20.520
4.21d 4.224
16.5 1/16.55
s1.03/81.23
74.31/ 74.49
30. 4.
Eeld /Brief
168.67/169.09
1.785/ 1.78‟
58.605 58.745
109.04/109.32
112.48112.76
112.68611 12.94
10.595/10-635
22.345 22.40
20.470 20.52.
4.2145/4-2245
16.51 16.5:
81.055 81-255
74.16/ 74.34
Wien D.=Oſt.abg. / 59.31
Prag. .
Budapeſt( Pengö
Japan. .
Rio de Janeiro
Sofia.
Jugoſlavien .. . . / 7. 40
Konſtantinopel".
Liſſabon.
Danzig ..
Athen ..
Kanada.
üruguag.
Keine (rhöhung der Gütertarife.
Tagung des Arbeitsausſchuſſes der ſtändigen Tarifkommiſſion.
Von amtlicher Stelle erfahren wir: Der in der Vollſitzung der
ſtändigen Tarifkommiſſion in Garmiſch Ende Januar d. J. eingeſetzte
Arbeitsausſchuß iſt am 28. und 29. April in Frankfurt a. M. zu ſeiner
erſten Sitzung zuſammengetreten. Es handelte ſich darum, die Frage
einer Gütertarifreform nach den in Garmiſch gegebenen Richtlinien
weiter zu erörtern. Die Verhandlungen über dieſe die Wirtſchaftskreiſe
lebhaft bewegende Frage haben noch zu keinem abſchließenden Ergebnis
geführt, vielmehr ſoll eine für Anfang Juni einberufene
außerordent=
liche Sitzung der ſtändigen Tarifkommiſſion ſich nochmals damit befaſſen.
Um mehrfach aufgetauchten irreführenden Auffaſſungen zu begegnen,
muß mit aller Beſtimmtheit betont werden, daß die Frage einer
Tarif=
erhöhung weder in früheren Sitzungen noch in der Frankfurter Sitzung
Gegenſtand der Erörterung der ſtändigen Tarifkommiſſion geweſen iſt,
Dies ergibt ſich für einen Kundigen übrigens ſchon von ſelbſt aus der
Zuſtändigkeit der ſtändigen Tarifkommiſſion, zu der Fragen wie die
einer allgemeinen Tariferhöhung nicht gehören.
(Die ſtändige Tarifkommiſſion ſetzt ſich zuſammen aus Mitgliedern
der Reichsbahnverwaltung und den berufenen Vertretern von Induſtrie,
Landwirtſchaft und Handel.)
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Der Lebeushaltungsindex im April. Die Reichsindexziffer für die
Lebenshaltungskoſten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung,
Bekleidung und „ſonſtiger Bedarf”) beläuft ſich nach den Feſtſtellungen
des Statiſtiſchen Reichsamts für den Durchſchnitt des Monats April auf
146,4 gegen 144,9 des Vormonats. Sie iſt ſonach um 1,5 v.H. geſtiegen.
Die amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 2.
April berechnete Großhandelsindexziffer des Statiſtiſchen Reichsamtes
war mit 134,8 gegenüber der Vorwoche (134,7) nahezu unverändert. Bei
den Agrarſtoffen, die um 0,2 v. H. auf 134,6 (134,9) nachgegeben haben,
ſind die Preiſe für pflanzliche Erzeugniſſe geſtiegen, während diejenigen
für Vieherzeugniſſe weiter erheblich nachgegeben haben. Die
Kolonial=
waren ſind um 0,2 v. H. auf 126,8 (127,1) zunückgegangen. Die
Index=
ziffer der induſtriellen Rohſtoffe und Halbwaren iſt um 0,2 v. H. auf
130,1 (129,8) geſtiegen. Gleichzeitig hat ſich die Indexziffer der
indu=
ſtriellen Fertigwaren leicht auf 143,4 (143,3 erhöht.
Außerkrafttreten von Devifenvorſchriften. Nachdem gemäß 7
ord=
nung vom 22. Februar ds. Js. die Vorſchriften der Deviſen
rord=
nung, der Wechſelſtubenverordnung und der Deviſenmaklerverbrönung
außer Kraft getreten ſind, betrachtet der preußiſche Miniſter des
Innern, wie amtlich auf Grund eines hierzu ergangenen Runderlaſſes
mitgeteilt wird, alle vorgelegten Anträge auf Zulaſſung von
kommu=
nalen Kreditinſtituten als Deviſenbanken der Wechſelſtuben als
gegen=
ſtandslos. Ob und in welchem Umfange kommunale Kreditinſtitute
Deviſengeſchäfte betreiben dürfen, beſtimmt ſich nunmehr lediglich nach
deren Satzungen. Satzungsänderungen, die die Aufnahme des Deviſen=
und Geldſortengeſchäftes durch Sparkaſſen bezwecken, bedürfen gemäß
Z. II 2 des Runderlaſſes vom 15. Dezember 1921 weiterhin der
Ge=
nehmigung des Miniſters, die nur beim Vorliegen der in dieſem
Rund=
erlaß näher beſtimmten Vorausſetzungen erteilt werden kann.
Die deutſche Kohlenproduktion im März 1927. Nach den
Berechnun=
gen des Statiſtiſchen Reichsamtes zeigt die deutſche
Steinkohlenproduk=
tion für März eine Steigerung auf 14 046 337 Tonnen gegen 12 742699
Tonnen im Februar. Die Braunkohlenförderung ſtellte ſich im
Berichts=
monat auf 12973 112 Tonnen gegen 12035 754 Tonnen im Vormonat,
Die Kokserzeugung im Monat März betrug 2 695 150 (Februar:
2 529 570) Tonnen. An Steinkohlenbriketts wurden 459 236 (467 27)
Tonnen, an Braunkohlenbriketts 3 236 928 (2947 519) Tonnen hergeſtellt,
Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach vorläufigen Berechnungen
wurden in der Zeit vom 17. bis 23. April im Ruhrgebiet in fünf
An=
beitstagen 1861 454 Tonnen Kohle gefördert gegen 1859 442 Tonnen
in der vorhergehenden Woche bei ebenfalls fünf Arbeitstagen. Di
Kokserzeugung ſtellte ſich in den ſieben Tagen der Berichtswoche (in dn
Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) auf 452885 Tonnen gegen
474 293 Tonnen in der vorhergehenden Woche, die Preßkohlenherſtellung
auf 52 354 Tonnen gegen 52968 Tonnen in fünf Arbeitstagen. Die
arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 17. bis
23. April 372 291 Tonnen gegen 371 888 Tonnen in der vorhergehenden
Woche, die tägliche Kokserzeugung ſtellte ſich auf 64 698 Tonnen (67 756
Tonnen), die arbeitstägliche Preßkohlenherſtellung auf 10 471 Tonnen
(10 594 Tonnen).
Deutſche Maſchinenfabrik A.G. Berlin. Angeſichts der ſchlechten
Lage des Maſchinenbaues faſt während des ganzen Jahres 1926, die zu
ſtarken Betriebseinſchränkungen und Entlaſſungen nötigte, haben die
Werkſtätten ungüinſtig gearbeitet. Die Rückwirkungen der ſchlechten
Kon=
junktur auch auf die der Geſellſchaft naheſtehenden Unternehmungen
ließen ferner erhebliche Abſchreibungen auf Beteiligungskonto und auf
Forderungen an einige der Tochtergeſellſchaften ratſam erſcheinen. Der
hierdurch entſtandene Verluſt von 3 253 284 RM. ſoll aus der
geſetz=
lichen Rücklage, die durch den Verkauf der Vorratsaktien einen Zuwachs
von 1 253 284 NM. auf 3 683 284 RM. erfahren hat, gedeckt werden.
In der geſetzlichen Rücklage verbleiben hiernach 430 000 RM. General=
Verſammlung am 9. Juni.
Neuer Zwangsverſteigerungstermin für die Porzellanfabrik
Frau=
reuth A. G. Für das Unternehmen iſt zum 28. Juni ein neuer
Zwangs=
verſteigerungstermin anberaumt worden. Danach ſcheinen die neuen
Verkaufsverhandlungen, die zur Aufhebung des erſten
Verſteigerungs=
termins geführt haben, wieder erfolglos geweſen zu ſein. Der frühere
Generaldirektor Singer ſoll, laut F. Z. Forderungen von 150 000 RM.
im Wege der Klage geltend gemacht haben, was die Beendigung des
Konkurſes auf weite Sicht hinausſchieben dürfte.
LAgr. Branttfaärtei Karboetiaht Boit ss. Apttt Test.
Staatspapiere
a) Deutſche
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld einſchl.
Ausloſ.-Sch. I. Teil
I. Tei
D. Reichsanl. Ablöſ=
Schuld ohne
Aus=
loſungsſcheine ...
6‟/=% Reichsp. Sch.
p. 1. 10. 80 ..
7% Baher. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
6‟.% H. V. Sch.
p. 1. 4. 29
6‟/,% Pr. St.=Sch
p. 1. 3. 29
6‟/.% Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30 ..
7% Sächſ. Freiſtaat
Schatz. p. 1. 7. 29
79 Sächſ. Freiſtaat
Schaz. p. 1. 7. 30
6½% Württ. Freiſt.
Schatz. p. 1. 8. 29
—
a) Ausländiſche
5%Bos.E. B. 1914
5%L.Inv. 1914
4½0 „ 1898 ...
4½% „1902 ...
4% „ ...
319.5
21.1
99
97.75
98
Rie
5.25
5 2 Bulg. Taba102
41s% Oſt. Staator.
v. 1913, Kdb.1918
4½%Oſt. Schatz. 14
4½% Oſt. Silberr.
4% „ Goldr..
4½ „einh. R. (kon)
8% Port. (Spz.) III
25
8.3
10
21.5
4%Türk. (Adm.)03/
4% „(Bagd.) I 26.75
4% „ (Bagb.)/III 29.75
470 Türk. unif. 1903/ 24.75
4% „ 1911 Boll./ 16‟,
4½% Ung. St. 1913/ 24.25
4½% St. 19141 25
4½ „ Goldr.. .
4% „ St. 10 24.1
40 „ Kronr. ./ 2.525
3% „ Eiſ. Tor.. . / 27.
Außereuro=
päiſche
5% Mex am. in. abgl
5% äuß. 99 ..
40 „ Gold04ſtf.,
3% „ konſ. inn. .
4½ „ Irrigat.,
5% Tamaulipas I,
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=B1. 6.
86 Berl. St.=Gold 96.5
80 Darmſt. St.=G.
80 D. Hyp.=Bank
Meining. Goldpf.
—
82 Frk.=Hhp.=B.,
Goldpfdbr.
100.75
Frrf. H.=B. Gld. /102
8% Frkf. Pfbr.=B
Goldpfdbr.
102.45
⁄Pfbr. Bk.=Gld. /102
5% Frkf. Pfdbr.=Bk
Goldpfdbr.
32 5. 2b3.-Bk. Gld.
10% R. Eleftr. Mark
(Hagen) Goldobl.
8% R. Landesbanl
Darmſt Reihe 1
Reihe II
„M.=Krit. Höchſt
89
103
101.5
101.5
96.2
Mannlh. St.G./100.5
O Naſ. Ldb. Gold/105
8% Nbg. St.=Gldal. /102.5
8% Pfälz. Hhp.=Bk.
Gold=Pfdbr. . . 100.5
80 Pforzh. St.=G./ 99.9
80 Pr. Centr.=Bd.=
Cr.=Bk. Gldpfbr.
80 Pr. Centr.=St.=Goldpfbr.
8% Rh. Hhp.=Bank
Gold=Pfdbr.
%Nh. St.=W.25
10% Rh.=Weſtf.=B
Cr.=Bk. Goldpf
8% Südd. B. Cr.=B.
Goldpfdbr.
7% V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.. mit Option/112.5
7 % V. Stahlw.
Düſ=
ſeldorfHyp.=Gld.. ohne Option/ 99
3% Voigt &Häffner
Goldobl.. . .. . . . 102.5
8% Württba. Hyp.=
Bank Goldpfbr.
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſ. Brk.=Rg. 23
%Roggen 23
Pr. Kaliw.
O Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt=B. G
Bortriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb. . .
Bayr. Handelsb...
8.8
Bayr. Hyp.u. Wechſt
Berliner Hyp.=Bk.
Frrf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp =Bk.
Mecklb. Hyp.=u Wb.
Meining Hyv.Bk
Nordd. Gr. Cr Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bob.=Cr.=B
Pr. Cent.=B.=Cr.=B.
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B..
Rh. Wſtf.=B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ. Hyp.=Bk.
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hhp.=B..
Landeskr. Caſſel ..
Naſſau. Ldsb. . ..
Obligationen v.
Transportanſt.
4½ Eliſ.=Bahn ſtfr.
4½ Galiz. Carl=
Lud.=B.
42
abg.
50 O. Sb. /Lb. )ſtfr.
2,60 Alte .
2.60 Neue
5%0 Oſt.=Ung. 73/74
4%Oſt. Staatsb. 83
3%Oſt. 1.b.8.E.
3½Oſt. . 9. E.
3%Oſt. . 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz
3% Raab Oedbg. 83
91
42 Rud Silber
4 Rud. Salzkg.)
4½% Anat. S.I
a% Anat S II
4½% Anat. S. III
3‟ Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
4½%
16.6
17.1
131/,
Nee
13.9
14.8
14.3
16.7
14.5
14.5
27.5
27.25
27
BankAktien
Allg. D.=Kredit.. . . 170.5
Bad. Bk. ..."
Bk. f. Brauind. . . . 263.5
Barmer Bankv. . . 169
Bay. Hyp.=Wchſ
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb
Darmſt. u. Nat.=Bi. 275.5
Deutſche Bank
190
166.5
D. Eff.u. Wch
D. Hyp.=Bk. 9
n. /165
D. Vereins=Bk.
122
185
Disk.=Geſellſch.
Dresdener Bk.
185.5
Frankf. Bk. .
162
217
Frkf. Hyp.=Bk..
Frkf. Pfdbr.=Bk. . . 185
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux Intern Bank/ 11.75
Metallbank. . . . . . . 176
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hhp.=Bk.
Pr. Bd.=Creditbanr 166
Hyp.=Akt.=Bank
Reichsbank=Ant.
Rhein. Creditbl. 146.5
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd B.=Creditbk.
Südd Disc.=Gei..1158
Oſterr. Creditanſt. 9.9
Wiener Bankverein! 6.8
Bergwerks=Akt.
Bochum. Bergb..
Buderus.. . . . . . ..
Dt. Luxemburg . .
Eſchw. Bergw...
Gelſenkirch. Bgw
Harp. Bergb..
Flſe Bergb. St.
Genußſchein
Nali=Aſchersleb.
Kali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln
Klöcknerwerke .
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder ......!
Oberbedarf......
Otavi=Min.=Ant..
Phönix=Bergb. ...
Rhein. Braunk. . . .
Rhein. Stahlw.. . .
A. Riebeck Montan
Rombach. Hütte
Salzwerk Heilbr.
Tellus Bgb.. .....
Ver. Laurahütte.
Ver. Stahlwerke ..
Induſtrie=Akt.
Brauereien
134
148.5
322.5
262.5
25
163
Eichbaum (Mannh. ) 255
206
Henninger
Heraules Heſſiſche 1170
Löwenbr.=München
Mainz. Aktienbr. 252
Schöfferhof(Bind.)/390
Schwarz Storchen- 187
Tucher, Nürnberg
Werger ... .. . . . 192
144.75
170
204
260.5
298
157
213.5
216
198
239.
A
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleher
6%A. E. G. Vzg. A.
5% A. E. G. Vzg.B.
A. E. G. Stamm.
Anglo=Cont Guano
Bad. Maſch Durl.
Vad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin
Baſt Nürnberg ...
Bayr. Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El. . .
Bing Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr Erlang.
Cement=Heidelb.
Cement Karlſtad
Cement Lothr.
Chem Albert.
Chem Brockh. ...
Ehem, Milch ...."
184
Daimler=Benz A. 6
Dt. Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl
D. G u. Silb. Scheid
Dingler. Zweibrück.
Dresd Schnellpr.
Dürkopp ....
Dürr. Rattingen
Dyckerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl.
El. Licht= u. Kraft
El. Lieferung
Elſ. Bad. Wolle.
Email. Ulrich ..
Enzinger Werte ..
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift...
Faber & Schleicher
Fahr. Pirmaſens
Farbenind. J. G
Felten & Guilleau.
Feinmech. (Jetter)
Feiſt. Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof
Frkf.=M. Pok. u. W.
Geiling E Cie.
Germania Linol.
Gelſen: Gußſt
Goldſchmidt Th.
Gotha Waggon
Gritzner Maſch.
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen .."
Hanſa=Lloyd. Br.
Hartm & Braun
Heyligenſtaedt.
Hilvert Armatur
Hindrichs=Aufſerm. /133.5
Hirſch, Kupfer 126
Hoch=Tief Eſſen
Holzmann
Holzverf. Ind.
Hydrom. Breslau
Fnag ......
141.25
199
243
163
ga
53
230
211.5
45
99
135
125.5
55. 7:
330
180
117
127
107.5
89
354
20
162.4
148
222
143
151
29.75
94.75
155.25
224.5
941/.
38.5
Junghans St.—
Kammg. Kaiſersl.
Karlsruher Maſch.
Karſtadt, R.
Klein Sch. & Becker
Knorr, Heilbronn
Konſerv. Braun 80
Krw. Alt=Württbg.
Krauß Lokom.
Lahmeyer".
Lech. Augsburg ...
Lederw Rothe
Spicharz.
Linge Schuhw.
Löhnberg Mühle
Ludwigsh. Walzm
Lüdenſcheid Metall
Lux Induſtrie
Maintraft Höchſt
Mars=W. Nürnberg
Metallge) Frff.
Miag Mühlenb.
Moenus. Stamm
Motoren! Deutz
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Neckari. Fahrz.
Neckarw. Eßlingen
Peters Union
Pfälz Näh Kayſer
Bhilipps ..
Porzellan Weſiel
Rein Gebb.& Scha
Rhein. Elektr
Rhenania, Kunheim
Rütgerswerke
Schneid. & Hanau
Schnellpr Frank
Schramm Lackf
Schrift Stemp.
Schuckert Elektr
Schuhf Weſſel
Schuhf. Herz
Schultz Grünlack
Seilind Wolff
Siemens Glas
Siemens & Halske
130
225
48.5
184
140.1
205
202.5
147,
39
67.75
148
127
136
59.5
215.5
60
7.5
135
38
69.5
141.6
112
12.5
150
236.5
96
93
107
335.5
Südd. Immob.
Züdd.Zucker=A.=G
Thür elektr Lief
Uhren Furtwäng:.
Unterfr. Kr. El.=V.
Beithwerke
Ver. 1. Chem. Ind.
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver Faßf. Caſſel.
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg.
Ultramarin
ZellſtofſBerl.
Vogtl. Maſch.
Voigt & Haeffne
Volthom. Eei
Wanß. & Freytag
Wegelin Rußfbr.
Zellſt. Aſchaffenbg.
Zellſt. Waldhof.
Zuckerf Rheingau
Trans porn und
Berſicherungs=Akt.
Dt. Reichsb.=Vorzg
A. Dr. Eiſenbahn —
A. Lokalb. u. Kraftu
Dt. Eiſenb.=Geſ
Schantung E. V.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Hapag
Nordd. Lloyzd.
Frkft. Allg. Ver)
Frankona Rückv.
Darmſt Wer1
Bahnbedar,
Dampft Rodberg
Helvetia Konſ.
Gebr. Lutz
Motorf. Darmſt.
Gebr. Roeder
Benuleth & Ellenb.
134.5
131.75
131
1o1
Re
119.7
171.5
176
118
165
196
165
214
126
08.5
108
158.5
162.5
169
51.5
9I.
47.5
Insmmer 120
Sonntag, den 1. Mai 1927
Seite 17
ſmutſche Vereinsbank, Kom.=Geſ. a. A., Frankfurt a. M. Bei dem
gru* wirkte ſich der Uebergang der Aktienmajorität vom
Michgel=
ſem an das Frankfurter Bankhaus L. und E. Wertheimber auch
hirch die Einbeziehung von deſſen Kundenkreis und Beziehungen
diw räne erhebliche Geſchäftsbelebung aus, was beſonders in den
er=
hſſen: Bilanzziffern zum Ausdruck kommt. Aus einem faſt
verſechs=
fohns Reingewinn von 0,59 (0,09) Mill. RM. werden bekanntlich fünf
Bhurx Dividende auf die ſechs Millionen für 1926 voll und die drei
MMo en RM. halbdividendenberechtigten St.A. verteilt. Die Bilanz
mriiter den Aktiven Noſtroguthaben 2,05 (0,9), Wechſel 2,88 (1,15),
Bpiere 2,15 (0,46), Beteiligungen 0,14 (0,22), Konſortien 0,9 (0,2)
Dos en 11,75 (4,62) Mill. RM., denen das Aktienkapital mit 9 (6),
HwrK ditoren mit 11,6 (2,53). Akzepte und Schecks mit 2,29 (0,12) Mill.
Mheyaark gegenüberſtehen. Für das laufende Geſchäftsjahr erwartet
muene weitere günſtige Aufwärtsentwicklung des Inſtituts und der
giettnn deutſchen Wirtſchaft.
ſchigt und Häffner, A.=G., Frankfurt am Main. Der Aufſichtsrat
der im Mai ſtattfindenden G.=V. eine von 8 auf 6 Prozent er=
Dividende vorzuſchlagen. Das Erträgnis ſei durch unzureichende
ſai=igung um die Mitte des Geſchäftsjahres beeinträchtigt worden.
Abr letzten Monaten ſei eine merkliche Beſſerung eingetreten, die im
bten Jahre verſtärkt anhalte.
87 yß u. Frehtag, A.=G., Frankfurt a. M. Die am Montag
ſtatt=
filſrle Bilanzſitzung wird für das abgelaufene Jahr wiederum 10 Pro=
124-vidende beſchließen.
dTdur Pianofortefabrik Frankfurt am Main. Die G.=V. geneh=
Sen Abſchluß für 1926, der ein Nettoerträgnis von rund 2000
f4 mutsweiſt, um die ſich der frühere Verluſtſaldo verringert. Der
Ge=
ſodsmang wird nach dem Bericht zuvevſichtlich beurteilt, ſofern der
im=
mbltigenden Anforderungen des Abzahlungsweſens mit zulänglichen
AMhr begegnet werden kann. Die früheren Bankſchulden konnten
be=
fdhr mwerden.
Uhrrveränderte Dividende bei der Frankfurter Allgemeinen
Verſiche=
melel.=G. Die Geſellſchaft wird nach der „F.=Z.” vorausſichtlich
wie=
diſe PProzent Dividende für 1926 verteilen. Die Bilanzſitzung findet
inweii ſtatt.
Maſchinenfabrik Hartmann A. G., Offenbach a. M. Der
Aufſichts=
edchloß, der Generalverſammlung am 27. Mai vorzuſchlagen, den
mm3’s800 RM. Abſchreibungen verbleibenden Reingewinn von 31 124
AA morzutragen. Die Stammaktien bleiben alſo wieder dividendenlos.
In erbacher Marmor= und Kalkgewinnung Dr. L. Linck, A. G.,
Auer=
m AAls Reingewinn weiſt das Unternehmen bei mr 20000 RM.
Apapital einen Betrag von 19881 RM. aus. In der Bilanz ſtehen
AMM. Verpflichtungen 23 400 RM. Forderungen gegemüber.
In u ſüddeutſchen Malzmarkt. Der ſüddeutſche Malzmarkt lag in
direusten Wochen bei unveränderten Forderungen von 49,50—51 RM.
DNawrik für Malz aus pfälziſcher Gerſte und 43—45 RM. für Malz
brmnbergiſcher Herkunft die 100 Kilo ſehr ſtill. Die Mälzerei=Kam=
Aremeht ihrem Ende entgegen. Infolge der bisher kühlen Witterung,
Abien vermehrten Bierkonſum nicht aufkommen ließ, bewegen ſich
Ybilmrufe der Brauereien in ſehr mäßigen Grenzen.
2i— Auswirkungen des Zollkonfliktes zwiſchen Oeſterreich und der
MEaiwſlowakei. Die Folgen des vertragsloſen Zuſtandes zwiſchen
YOr; eich und der Tſchechoſlowakei treten auf dem Wiener Textilmarkt
HFetii, in die Erſcheinung. Die Preislage auf dieſem Markt zeigt eine,
ſm pauch nicht allzu ſtarke Tendenz nach aufwärts. Die Preiſe der
FFarvaren öſterreichiſcher Provenienz haben ſich etwas befeſtigt,
hin=
haſ ſind bei Importwaren vorläufig noch keine Preisänderungen zu
Hwriesnen. Dies hauptſächlich deshalb, weil die Vorräte der Wiener
AAeullaſſungen der tſchechiſchen Fabrikanten noch bei den alten Zöllen
brärtlich ergänzt wurden. Außerdem wurde den öſterreichiſchen Im=
Ypeirren die Vergiinſtigung gewährt, die Verzollung ihver Import=
Aſanl bis Ende Juli hinauszuſchieben. Immerhin wird die Frage, ob
Uſna uer Vertrag zwiſchen den beiden Ländern bis zu dieſem Termin
Uſm labgeſchloſſen werden können, ziemlich peſſimiſtiſch beurteilt.
Aueuf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 30. April wurden
ſefuhrt 430 Schweine. Verkauft wurden 366 Stück. Milchſchweine
ſüdam verkauft das Stück von 12 bis 25 Mark, Läufer das Stück von
„Dü 36 Mark.
Viehmärkte.
Vom Holzmarkt.
Im allgemeinen iſt die Stimmung am deutſchen Holzmarkt feſt,
wenn es auch nicht an Stimmen fehlt, die vor einer Ueberſchätzung
der Verhältniſſe am Bauholzmarkt warnen. Es fehlt dem
Bauholz=
markt zur Zeit noch die große Bewegung, die man erwartet hatte, und
es wird auch vielfach angenommen, daß die nächſten Monate zwar eine
Steigerung der Umſätze, aber doch nicht eine überall gleichmäßige volle
Beſchäftigung der Baunternehmungen bringen werden. Man iſt daher
zur Zeit mit der Vergebung von Aufträgen zur Lieferung von
Bau=
hölzern ſür die Sommermonate etwas zurückhaltend und möchte ſich fürs
erſte etwas abwartend verhalten. Dieſe Einkaufspolitik dürfte ſchon im
Intereſſe der zu Auswüichſen neigenden Bauholzpreiſe zweckmäßig ſein.
Am Schwellenmarkt iſt es ruhig, und auch die Umſätze in
Telegraphen=
ſtangen ſind nur mäßig. Dagegen berichteten die Grubenholzhändler
über Steigerung der Umſätze und Preisaufbeſſerungen, die durchgeſetzt
werden konnten. Aus Sachſen wird berichtet, daß ſich dort der Umſatz
in polniſcher Stammware gehoben hat. Nach Hannover wurden größere
Mengen aſtreiner, blanker Seitenbretter, vornehmlich 23 und 26
Milli=
meter ſtark, verkauft. Die Möbelinduſtrie iſt beſſer als im März und
April beſchäftigt; auch ſcheinen die Schleuderverkäufe kleinerer
Möbel=
händler allmählich nachzulaſſen.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 30. April. (Priv.=Tel.)
Weizen: Anfangs lagen höhere Kabelmeldungen vor, die
zuſam=
men mit gebeſſerter Lokonachfrage eine feſte Tendenz verurſachten.
Dann wurde die Haltung ziemlich ſchwach auf die Schwäche Winipegs
und Glattſtellungen. Die Termine zeigen Einbußen bis 1 C.
Mais: Der Markt begann in feſter Haltung auf die Feſtigkeit am
Weizenmarkt. Später wurde die Haltung abgeſchwächt auf ſchleppende
Lokonachfrage und große Liefernotizen gegen Termin. Die Termine
ſchließen faſt unverändert.
Hafer: Der Markt nahm einen ziemlich feſten Verlauf bei leichten
Kursaufbeſſerungen.
Baumwolle. Käufe der Lokofirmen, ungünſtigere Berichte aus den
Ueberſchwemmungsgebieten und höhere Liverpoler Kabel veranlaßten
einen feſten Beginn. Später trat eine Abſchwächung ein mit leichten
Kursrückgängen.
Kaffee: Nach der geſtrigen Aufwärtsbewegung trat heute eine
Ab=
ſchwächung ein auf ermäßigte braſilianiſche Forderungen und
Kauf=
reſerve der Röſtereien. Die Termine ſind 6—10 Punkte niedriger.
Zucker: Die Abwärtsbewegung machte weitere Fortſchritte auf
er=
mäßigte ausländiſche Kabel und Kaufreſerve der Fabriken.
Kakao: Heuté trat nach der letzttägigen Abwärtsbewegung eine
Erholung hervor auf Deckungskäufe und Käufe des Auslandes. Die
Kurſe gewannen bis 50 Punkte.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 30. April:
Getreide: Weizen, Mai 1357/=, Weizen, Juli 130¾, Weizen,
September 129½, Mais, Mai 717/s, Mais, Juli 77½, Mais,
September 82, Hafer, Mai 45”ſo, Hafer, Juli 462/, Hafer,
Sep=
tember 45½, Roggen, Mai 108, Roggen, Juli 105, Roggen,
Sep=
tember 97.
Schmalz: Schmalz, Mai 12,25, Schmalz, Juli 12,47.
Fleiſch: Rippen, Mai 13,70, Rippen, Juli 13,45, Speck 13,75,
Schweine, ſchwer 9,90—10,60, Schweine, leicht 10,40—11,00,
Schweinezufuhr Chicago 4000, Schweinezufuhr Weſten 32000,
Talg Ohio 7½.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 30. April:
Getreide: Weizen Nr. 2 rot 1482/s, Weizen Nr. 2 hart 1537/,
Mais Nr. 2 85‟, Hafer Nr. 3 57, Roggen exp. 120, Mehl
Spring Patent 6,65, Getreidefr. n. Engl. 2,3 sh, Getreidefr. n.
Kont. 16 d.
Schmalz: Schmalz Mittel, Weſten 13.
Schweinefleiſch: Schweinefleiſch Family 36.
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 80. April. Am Brotgetreidemarkt
lagen zwar mit weiter erhöhten Auslandsforderungen und der
anhal=
tenden ſtarken polniſchen Nachfrage genügend Anregungen vor, da aber
im Lieferungsmarkt Realiſationsneigung vorherrſchte, war die Tendenz
mehr als ſtetig anzuſprechen. Die Preiſe wieſen kaum größere
Ver=
änderungen auf, nur Herbſtlieferung ſtellte ſich ſowohl für Weizen als
auch für Noggen im Zuſammenhang mit den gümnſtigen Wetterausſichten
eine Mark niedriger. Mehl iſt in den Fonderungen erneut feſter
ge=
halten, der Terminmarkt nimmt aber abwartende Haltung ein. Hafer
liegt bei kleinem Angebot ſtetig, Gerſte vermochte ſich heute nicht zu
beleben.
Kleine Wirtſchafts=Nachrichten.
Unter Teilnahme von etwa 400 geladenen Gäſten veranſtaltete am
Freitag die Induſtrie= und Handelskammer zu Berlin anläßlich ihres
25jährigen Beſtehens eine Feſtſitzung in der Anla der Handelshochſchule
in Berlin.
Das Holzſchrauben=Syndikat Köln wird vorausſichtlich im Mai ſeine
Rabatte ermäßigen, um ſo im Effekt eine geringe Heraufſetzung der
In=
landspreiſe zu erreichen.
Nach der Bergwerkszeitung hat der ganze legitime Schrotthandel ein
Uebereinkommen getroffen, den Emkaufspreis für Stahlſchrott auf rund
66 RM., für chargierfähigen Kernſchrott auf 64 RM. und für
Schmelz=
ſeien auf 41—42 RM. frei Waggon Rheinland und Weſtfalen zu
be=
meſſen.
In Berliner Bankkreiſen wird verſichert, daß das gegenwärtige
Ver=
hältnis des Franken zum engliſchen Pfund, 124 Franken gleich einem
Pfund, als endgültiger Stabiliſierungswert des Franken zu betrachten
ſei. Die geſetzliche Stabiliſierung werde aber nicht vor den
Parlaments=
wahlen im Jahre 1928 ſtattfinden.
Aus Saarbrüchen wird gemeldet, daß die ſaarländiſche Eiſeninduſtrie
ab 1. Mai einen Ausnahmetarif für einen direkten Verkehr nach
Ant=
werpen erhält. Auch die deutſche Reichsbahn hat dieſem Tarif
zuge=
ſtimmt, der eine Zahlung der Frachtſätze direkt bis Andwerpen in
bel=
giſchen Franken vorſieht.
Wie wir aus Brüſſel erfahren, bleiben die belgiſchen Kokspreiſe für
den Monat Mai mit Wirkung ab 1. Mai mit 220 Frs. pro Tonne
un=
verändert.
An der Amſterdamer Börſe, die bisher eine der bedeutendſten auf
dem Leinölmarkte war, ſoll ab Montag, den 2. Mai, auch Leinſaat auf
Termin gehandelt werden.
Der polniſche Handelsminiſter hat die von ihm angeforderte
Be=
gründung des polniſchen Eiſenſyndikates für die letzte Preiserhöhung
nicht anerkannt und noch verſchiedene Aufklärungen verlangt. Die ſchon
angekündigten Repreſſalien gegen die Eiſeninduſtrie ſollen Gegenſtand
der nächſten Kabinettsratsſitzung werden.
Ueber die Valoriſierung der Eiſernem Tor=Goldanleihe von 1895
ſind zwei Verträge abgeſchloſſen worden. Der eine zwiſchen den
inter=
nationalen Gläubigerſtaaten und Numänien, der andere mit
Jugoſla=
wien. Es wurde entgegen der urſprünglichen Abſicht der Repko, die
Anleihe ganz von Rumänien verzinſen zu laſſen, beſchloſſen, mit einem
Teil der Anleihe Jugoſlawien zu belaſten.
Nach dem Geſchäftsbericht der ſchweizeriſchen Bundesbahnen ergibt
der Abſchluß für 1926 in der Gewinn= und Verluſtrechnung bei 198,9
Mill. Einnahmen und 138,5 Mill. Frs. Ausgaben einen Verluſt von 9,5
Millionen Frs.
Zwei mittlere Betriebe der amerikaniſchen Textilinduſtrie haben
in=
folge ſchlechter Geſchäftslage und aus Kapitalmangel dieſer Tage ihre
Betriebe aufgelöſt. Es handelt ſich um das Wollwerk Pitkon Worſted
Mills Comp. in Paſſaic und um das Baumwoll= und Leinen=Textilwerk
American Linen=Company in Fallriver.
Der im Mittelweſten der Vereinigten Staaten anſäſſige
Kettenläden=
konzern F. S. Jones u. Co. in St. Paul (Minneſota), der 54
Filial=
geſchäfte unterhält, führt Unterhandlungen mit der in den U. S.A. ſehr
maßgeblichen Penney=Gruppe, die auf eine Uebernahme des ganzen
Jones=Konzerns abzielen.
Verſteigerung
Mäittwoch, den 4. Mai 1927,
vor=
nta=gs 8"/, Uhr, werden im Städt.
rhsheim, Emilſtr. 1, gegen Barzah=
Uy mmeiſtbietend verſteigert: abgängige
Rihz erſchränke, Kommoden,
Bet=
m. Waſchtiſche. Nachtſchränkchen
Ahe, Stühle, Hausgerätſchaften,
Kü=
nſtoränke, Uhren, Schmuch= und
Sogergegenſtände uſw. (st722
9rarmſtadt, den 26. April 1927.
Sſtädtiſches Wohlfahrts= und
Jugendamt.
Frmträge in das Handelsregiſter
Ab=
urgg A: Am 23. April 1927
hinſicht=
her Firma: Schäfer & Ringler,
auf ſtadt: Die offene
Handelsgeſell=
ift iſt aufgelöſt. Die Firma iſt
er=
heutn. — Abteilung B: Am 23. Apri
ſchinſichtlich der Firmen: 1. Georg
Kug, Geſellſchaft mit beſchränßter
Ffung, Darmſtadt: Durch Beſchluß
MGeſellſchafter vom 31. März 1927
fde Geſellſchaft aufgelöſt. Ludwig
he—, Kaufmann in Darmſtadt, iſt zum
Luſcator beſtellt. 2. Süddeutſche
Lmerwertungs=Aktiengeſellſchaft
älleteerag‟ Darmſtadt: Die
Ge=
uhoerſammlung vom 26. Februar 1927
dre Herabſetzung des Grundkapitals
35000 Reichsmark beſchloſſen. Die
half ſetzung iſt durchgeführt in der Weiſe,
ſoer Aktienbeſitz der Aktionäre
zu=
em engelegt iſt. Aktienurkunden ſind
ut ausgegeben. Das Grundkapital
Fäigt jetzt 35 000 Reichsmark. Durch
khruß der Generalverſammlung vom
äebruar 1927 iſt der
Geſellſchafts=
grig nach Inhalt des Beſchluſſes
ge=
tertt; er hat eine vollſtändige
Neu=
ſſuxg erhalten. Kaufmann Auguſt
ſer, in Malſch in Baden iſt zum
Vor=
ſdiSmitglied beſtellt. Der Vorſtand
heſtt aus einem oder mehreren vom
ickhtsrat zu beſtellenden
Vorſtands=
ſolliedern. Die ernannten
Vorſtands=
ngläeder ſind einzelzeichnungsberechtigt.
Eemn Prokuriſten ernannt worden ſind,
dieſe nur zeichnungsberechtigt in
en inſchaft mit einem Vorſtandsmit=
4d. Durch gleichen Beſchluß der
Ge=
kalerſammlung iſt der Sitz der
Ge=
ſchaft nach Malſch in Baden verlegt.
4 29. April 1927 hinſichtlich der
(mma: Dampfkeſſelfabrik vorm.
Ahnur Rodberg, A.=G., Darmſtadt:
lifnnann Heinrich Tiemann in
Darm=
bti und Ingenieur Georg Albert Kunz
iFicankfurt am Main ſind zu
ordent=
benr Vorſtandsmitgliedern beſtellt. Sie
diermächtigt, die Geſellſchaft entweder
gejänſchaftlich oder jeder von ihnen
weifinſchaftlich mit einem Prokuriſten zu
zingten.
(7354
Qarmſtadt, den 29. April 1927.
Amtsgericht I.
Abhandengekommene
Sparkaſſenbücher.
Die vermißten Sparkaſſenbücher:
Nr. 2058 laut. auf Hummel. Ludwig,
Nr. 4010
Hornick, Theodor,
Nr. 10865
Vöiſing. Ludwig,
Nr. 18151
Schäfer. Marie.
Nr. 19420
Frank, Margarete,
Nr. 20176
Heiſer, Klara,
Nr. 23119
Schäfer, Wilhelm,
Nr. 24095
Dörr. Philipp.
Nr. 25334
Kartſcher. Jakob,
Nr. 27430
Schneider. Ludwig,
Nr. 140912,
Dreſcher. Anna Maria,
Nr. 189163 ,
Heyer. Hermann,
Nr. 189535
Bellin, Marie,
Nr. 165382,
Glöckner, Georg,
Nr. 50184
Glöckner, Guſtav,
werden nach §24 der Satzung für
kraft=
os erklärt, wenn ſie nicht innerhalb drei
Monaten bei uns vorgelegt werden.
Darmſtadt, den 30. April 1927. (st7321
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Am Samstag, den 7. Mai,
be=
ginnend vorm. 8 Uhr, werden auf
Bahnhof Kranichſtein 820 Stück für
Bahnzwecke unbrauchbare Holzſchwellen
losweiſe öffentlich meiſtbietend gegen
ſofortige Barzahlung verſteigert. (7386
Die Bedingungen werden vor
Be=
ginn der Verſteigerung bekanntgegeben
Bahnmeiſterei 58.
Zumieten geſucht
Ja. Chepaar ſ. leeres
Zim. m.
Kochgelegen=
heit. Ang. u. D 118
a. d. Geſchſt. (11789
Frdl. möbl. Zim.
v. ruhig, Herrn zum
1. Junt geſ. Gefl.
An=
geb. u. D 153 an die
Geſchäftsſt. (11895
ToonntätLE
4 bis 7 unmöblierte Zimmer mit Zubehör
gesucht
Angebote unter D 100 Geschäftsstelle
1—2
beſchlagnahme=
fr. leere v. teilw. mbl.
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Geſchäftsſt. (*11805
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(Erdgeſchoß ev. 1. Stock). Angebote unter
D 127 an die Geſchſt. d. Bl. (*11813
Alleinſtehende, gebildete Frau ſucht
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mit Küche, in nur gutem Hauſe. * 11803
Frau Anna Hartmann, Frankfurt a. M.
Grüneburg=Weg 37.
Raum
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der Eintragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen
1. des Kaufmanns Julius Zang in Altenwald bei
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brücken, 2. deſſen Ehefrau Klara Wilhelmine, geb.
Conrad, zu je einhalb im Grundbuch eingetragen war, ſoll
Dienstag, den 10. Mai 1927, nachm. 31/, Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht, an Gerichtsſtelle, Zimmer 219
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verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
ſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 25. Januar 1927 in
das Grundbuch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteige=
rungsvermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
ſind ſie ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der
Auf=
forderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Ver=
teilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des
Gläu=
bigers und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung
entgegenſtehen=
des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Zuſchlags die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Verſteigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
ſtandes tritt.
Darmſtadt, den 9. März 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtüchs:
Grundbuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band XXII, Blatt 1071
Betrag der
Nr. Flur Nr. Kulturart u. Gewann qm Schätzung
526
Hofreite Nr. 24
Hinkel=
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[ ← ][ ][ → ]Seite 18
Sonntag, den 1. Mai 1927
Nummer 120
Maximum.
Roman von Hans Schulze.
(Nachdruck verboten.)
„Wollen Sie nicht auch einmal ihr Glück verſuchen, Herr
Baron?”
Der kleine Leutnant, der bis dahin mit einer gaminhaften,
hüftenſchlanken Frau geſprochen hatte, ſtand auf einmal wieder
neben ihm; in ſeinen verwegenen Augen glühte ein kaum mehr
verhaltenes Spielfieber.
Achim ſah ihn ſekundenlang wie geiſtesabweſend an, dann
ſtraffte ſich ſein Geſicht, wurde wach.
Und plötzlich drängte er ſich dicht zum Tiſch heran, wie von
einer unwiderſtehlichen, dunklen Macht getrieben, die gegen den
Bankhalter jäh in ſeinem Gehirn aufgewachſen war.
Er hatte von Franz Placzeck am Nachmittag aus dem
Ver=
kauf ſeines amerikaniſchen Wagens 10000 Mk. erhalten, die er
in großen Noten bei ſich trug und ſofort in ganzer Summe gegen
den Schlitten ſetzte.
Die Bank verlor den nächſten Schlag und dann noch vier
weitere Schläge, die Achim ſämtlich mit den gleichen zehntauſend
Markſätzen durchhielt.
Dem Bankhalter troff bereits der Schweiß in Strömen von
dem kahlen, dachförmigen Aztekenſchädel.
Die Unterhaltung verebbte, die Zuſchauer verſtummten.
Unter den Spielern entbrannte der Kampf heftiger, kreiſte
das Fieber.
Jetzt kaufte Achim ſelbſt eine Bank für fünfzigtauſend Mark.
„Ich werde gewinnen!” dachte er unwillkürlich, und durch
den zarten Schleier, der ſeine Sinne noch immer ſpinnwebfein
umfangen hielt, hörte er auf einmal eine ferne geliebte Stimme:
„Du weißt ja nicht, wie ich dich liebe!"
„Die Bank hat Neun!
Wie eine blitzende Schneide zuckte der herrenhaft kurze Ruf
durch den erſtickend heißen Raum.
Die Spieler rückten enger zuſammen, wie die Schakale
hock=
ten ſie mit glühenden Geſichtern und lauernden Raubtieraugen
um den verheißungsvollen grünen Tiſch.
Achim gewann unwiderſtehlich.
Wie in einem reißenden Strudel ſchlug das Glück über ihn
zuſammen.
Das Mädchen aus dem Foyer brachte ihm eine Flaſche Sekt.
Er goß haſtig ein Glas herab und ſpielte weiter, ruhig,
gleichmäßig, wie ein Automat, indes ſich die Banknoten und
Chips berghoch vor ihm türmten.
Dann ſtand er mit einem Male unvermittelt auf und ſtieß
ſeinen Stuhl zurück.
„Die Bank paßt, ich gebe eine Suite!”
Er hatte annähernd 250 000 Mark gewonnen.
Sein kleiner Freund aus dem Sportpalaſt kam ganz blaß
zu ihm herüber und half ihm die Schale mit den überquellenden
Spielmarken zur Kaſſe zu bringen.
Dann wechſelten ſie das Geld und überzählten und ordneten
unter dem indiſchen Götzenbild den ungeheuren Gewinn.
„Ich habe wahrhaftig mein Reiſegeld verloren! ſagte der
Leutnant trübſinnig.
Achim reichte ihm lächelnd ein Päckchen Banknoten herüber.
„Ich darf mich Ihnen hiermit wohl erkenntlich zeigen!“
Und als der andere einen ſchwachen Widerſtand verſuchte,
ſagte er dringender:
„Sie müfſen das Geld unbedingt annehmen. Sie ſind ſchuld
an meinem Glück. Ich ſtifte es ſonſt zu einem wohltätigen
Zweck!
Als er eine halbe Stunde ſpäter aus dem Hauſe trat, war
es ſchon ganz hell.
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Blaßblau wölbte ſich über ihm ein hoher Sommerhimmel.
Ueber dem Kanal brauten die erſten Morgennebel, und
ver=
einzelte Vogellaute ſchnitten durch die linde Luft.
Dann ſaß er lange auf einer Bank im Tiergarten und
lauſchte auf die Stimmen des erwachenden Tages.
Und immer wieder ſtieg das Glück in ſeinem Herzen auf, mit
dem ihn dieſe ſeltſame Nacht begnadet hatte, in einer großen,
unfaßbaren Schickſalswende, die ihn wieder zu einem freien
Mann machte, daß er aufrecht und ſtolz vor die Frau ſeiner Liebe
treten konnte.
Hinaus in eine neue Welt, in ein neues Leben der Freiheit,
des Glücks.
Eine große Sehnſucht nach Daiſy überkam ihn plötzlich, daß
ſich der Spiegel ſeiner Augen feuchtete und er am liebſten das
nächſte Auto angehalten hätte und geradewegs zu ihr in ihre
grüne Einſamkeit nach Groß=Rauſen gefahren wäre.
Als er in ſein kleines Hotel in der Dorotheenſtraße kam,
ſchlief noch das ganze Haus.
Er holte ſich beim Nachtportier ſeinen Zimmerſchlüſſel und
lag dann ſtundenlang in Kleidern auf dem Bett.
Eine fieberhafte Unruhe jagte in ſeinen Adern, die Zeit
ſchien ihm ſtill zu ſtehen, bis er zum Grunewald hinfahren und
ſich von der Knechtſchaft des verhaßten Vertrages befreien konnte.
Als es von einer nahen Kirche endlich acht Uhr ſchlug, nahm
er den Telephonhörer ab und ließ ſich mit der Villa Brown
ver=
hinden.
Nach langem Warten meldete ſich eine zitternde, alte
Männer=
ſtimme.
„Hier Fontaneſtraße 6a!"
Achim ſchluckte, die ungeheuere Erregung ſchnürte, ihm auf
einmal die Hehle zu.
„Iſt Herr John Frauk Brown vielleicht ſchon zu ſprechen?
Hier Baron v. Wehrſtädt!“
Eine neue, minutenlauge Paufe, in der er nur das leiſe
Summen des Apparates hörte.
Und dann ſprach dieſelbe Männerſtimme, jetzt ganz klar und
deutlich, daß ihm jedes einzelne Wort tief in die Seele drang:
„Ich bedaure, Herr Baron! Herr Brown iſt nicht mehr zu
ſprechen. Es iſt ein furchtbares Unglück geſchehen. Herr Brown
iſt heute nacht ermordet worden!“
11.
Die Mordkommiſſion war noch in der Nacht zur Villa Brown
herausgekommen, nachdem der Mord in den erſten
Morgen=
ſtunden von der Polizeiwache Grunewald nach dem
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platz gemeldet worden war.
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Die Leiche Browns war ſofort amtsärztlich unterſucht, um
ebenſo, wie der ganze Tatort, photographiſch aufgenommen
worden.
Der Tod war durch einen aus allernächſter Nähe abgegebs.
nen Bruſtſchuß erfolgt, und bei der Tat anſcheinend der grof
amerikaniſche Trommelrevolver des Militärs benutzt worder
der nach Angabe ſeines Kammerdieners noch am Abend zuvo
auf ſeinem Schreibtiſch gelegen hatte und ſeitdem verſchwundon
war.
Das linke Schreibtiſchſchubfach war mit einem Breot
inſtrument gewaltſam geſprengt und ſein Inhalt durchwühk
worden; es fehlte unter anderem eine Saffianbrieftaſche, die mes
eine größere Barſumme zu enthalten pflegte, und von Herrn
Brown gewohnheitsgemäß während der Nacht im Schreibtiſf
verwahrt wurde.
Der Mörder, der, nach den Fußſpuren, im Garten und ag
Weinſpalier ſeinen Weg durch das zwei Meter über dem Err
boden gelegene, und in der ſchwülen Nacht wohl offen gebliebern
Erkerfenſter genommen hatte, war anſcheinend bei der
Plündo=
rung des Schreibtiſches vom Hausherrn überraſcht worden, urm
hatte dieſen mit ſeiner eigenen Verteidigungswaffe kurzerhann
über den Haufen geſchoſſen.
Der fragliche Schuß war nach Angabe des alten Martin kurn
vor Mitternacht gefallen.
Er ſei aus dem im Kellergeſchoß gelegenen Dienerzimme
wo er noch beim Silberputzen beſchäftigt geweſen ſei, ſofort zun
Arbeitszimmer des Herrn hinaufgeeilt und habe diefen zwiſcho
dem Schreibtiſch und der Tür des Muſikſalons mit einer
ſtau=
blutenden Bruſtwunde auf dem Rücken liegend vorgefunden.
Herr Browu habe nur noch ganz ſchwach geatmet, und
dann, ohne das Bewußtſein wiedererlangt zu haben, in ſeine
Armen geſtorben.
Herr Brovn habe vorher mit einer jungen Dame zu Aben
geſpeiſt, die ſich zur Zeit der Tat im Terraſſenzimmer einn
geſchloſſen gehabt, und ihn ſpäter auf ſeinem Wege zur Revier
wache begleitet habe; ein zufällig noch von Hundekehle herauu
kommendes Auto habe ſie dann mit nach Berlin hereingenommer=
Er habe die junge Dame, ein noch junges Mädchen, da
über den Tod des Herrn ganz verzweifelt geweſen ſei, nicht gig
kannt; auch ein Baron v. Wehrſtädt, der Herrn Brown in don
Zeit von neun bis ein Viertel auf Zehn noch einen kurzen Beſuan
abgeſtattet habe, ſei ihm bisher fremd geweſen.
Außer dieſen Herrſchaften und ihm ſelbſt habe ſich bis
Mitter=
nacht weiter niemand in der Villa aufgehalten, da das geſamtn
Hausperſonal aus ihm unbekannten Gründen für den Abend be
urlaubt geweſen ſei.
Der ſenſationelle Mord im Gruuewald hatte die Großt
Berliner Polizeibehörden noch in der Nacht in eine fieberhaftf
Tätigkeit verſetzt.
Schon in den erſten Vormittagsſtunden klebten an ſämtlichern
Litfaßſäulen der inneren Stadt die bekannten roten Mordplakatt
der Staatsanwaltſchaft mit der Auslobung einer hohen Belohe”
nung für die Entdeckung des Täters.
Der Unterſuchungsrichter hatte zur Aufklärung des furchtt
baren Verbrechens, an dem neben der amerikaniſchen Kolonim
auch der Botſchafter der Vereinigten Staaten ein ſtarkes Inn
tereſſe bekundete, einen eigenen Nachrichtendienſt im Kriminal=)
gericht eingerichtet und an alle großen Tageszeitungen Aufrufan
erlaſſen, in denen die unbekannte junge Dame, die mit dema
Millionär in der Mordnacht ſoupiert hatte, zu unverzüglichenr
Meldung auf dem nächſten Polizeirevier aufgefordert wurde.
Auch Achim, deſſen Hoteladreſſe don der Kriminalpolizein
ſehr raſch feſtgeſtellt worden war, hatte noch im Laufe des
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mittags eine gerichtliche Vorladung erhalten.
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halle nur für Mitglieder und geladene Gäſte
Nummer 120
Uit ungehenrer Begeisterung nurde dieges
Film-
werk in allen Großstädten aufgenommen und
wird es auch seinen Siegeszug in Darmstadt
fortsetzen. Unter den entzückenden Melodien
der Straußschen Musik zieht dieser Film an
unseren Augen vorüber.
„Eiederkranz
Juunume Konzer!
am 8 Mai 1927, nachm. 4 Uhr, im Feſiſaale der Turngemeinde
Darmſiadt, am Woogsplatz, zu Ehren des Herrn Kammermuſiker
Max Stetefeld anläßlich ſeiner 30jähr. Tätigkeit als Chorleiter.
Eintrittsprelse: Numerierte Plätze: Mk. 2.— und 1.50. Unnumerierte
Plätze Mk. 1.—. Vorverkaur: Muſithaus Ehriſtian Arnold, am weißen
Turm. Mitgliedskarten nur bei Emil Sulzmann, Zigarrengeſchäft, Obergaſſe 5.
Der Flügel Steinwag 8 Sons, New York-Hamburg iſt von der Firma KarlArnold=
Erbacherſtraße 1, Rheinſtraße 31 und Eliſabethenſtraße 28 zur Verfügung geſtellt=
BORKUM.
„Nordsee-Hotel” (Strand-Hotel),
Volle Pension von Mk. 8.— an
Prosp. in d Geschättsstelle d. Zeitg. (1W6285
Seite 20
Kenee
Die Todesfackel
Jugendliche haben Zutritt
Sonntag, den 1. Mai 1927
Har einige Tage das wun dervolle Programm:
Bor LiguaderBäron
8 Akte nach der berühmten Operette
von TOHANN STRAUSS
In den Hauptrollen:
Lya Mara, Wilhelm Dieterle,
Michael Bohnen, Eugen Burg, Ernst
Verebes, R. Klein-Rogge
Ferd. Bonn u. a. m.
Das ewige Drama zwischen Jugend
und Alter in 6 Akten (7346
We
Die Lustspiel-Woche im U. I.
Koffer-
Haunan
jür (6798a
Lusflag und Reise!
Heueste Hodelle!
ag. Harn
Ludwigstraße 20
FErleichl. Jallungsweih.
Vervieltältigunges
*d. Aufl., ſchnell, bi
lig. ſauber; Bäumer
darmſt., Rheinſtr. *
Teleph. 1223 (8232:
Residenz-Theater
Das anerkannt unterhaltende Doppelprogramm!
TACKIE COOGAR
REGIE. EREENES EASON uo ARCHIE MAG
7 Akte!
(*11904
Jackie Coogan in seiner letzten Knabenrolle
Hoof Glbson in dem Wild-West-Film in 6 Akten
Wer niemais einen Kuß geküßt!
Jugendliche haben Zutritt! Anfang 2 Uhr.
Mufikapparate
I. Schalbplaten
in bekannter
Qualität und
Auswahl
Christian
Arnold
Ernſt=Ludwigſtr.
Nr 5.
am w. Turm.
(5703a)
trsen
R
Ludwigshöhe
Heute nachmittag 4 Uhr (7310
KONZERT
Städtisches Orchester
Leitung: Kapellmeiſter Finke.
10er=Karten haben Gültigkeit.
Für Nichtkonzertbeſucher oberer Saal.
Sttttt stttstttt
Behrens-Aufnagel, Traisa.
Heute nachmittag von 4 Uhr ab
Tanzkränzchen
(*11793
Weinklause (727488
„Zum Tropfstein”
Ecke Kasino- und Friedrichstr.
Angenehmer Aufenthalt
Heute Sonntag,
ab 4 Uhr
Spanische Bodega
Hügelstraße 35
Erstmaliges Auftreten des neuen
DuO
Herr Gißler u. Frl. Kassel
Bund Alter Herren
der Höh. Landesbauſchule Darmſtadte V.
Ortsgruppe Darmſfadt
Unſere verehrlichen Gäſte und unſere
Mitglieder werden an dieſer Stelle
nochmals auf den am Montag, den
2. Mai, abends 8uhr, in der Aula der
höheren Landesbauſchule ſtattfindenden
Vortrag
der Bauberatungsſtelle Franlfurt a. M.
des Deutſchen Zementbundes über:
„Die Anwendung von Beton im Hoch= und
Tiefbau, im Waſſer= und Straßenbau”
aufmerkſam gemacht. Eintritt frei.
7319)
Der Borſtand.
Kurhaus Baden-Baden
im groben Bühnensaal und in den anschließenden Ränmen
S a m s tag,
n 7. Mal 1927
anztwrnier
um die Frütjahrsmeisterschaft v. Baden Baden
unt. Aufsicht des Reichsverbandes für Tanzsport
Sonntag, den 8. Mai 192 7
Tanzschau der Siegerpaaré
Auskünfte durch die
ische Kurdtrektion Baden-Bade
U
Gasthaus zum Maintor
Mathildenplatz
Nachmittags von 4 Uhr an
Groß. Künstler-Konzert
ausgeführt von der beliebten Jazzband-
(* 1843
Kapelle Saarland.
Heute nachmittag 4½. Uhr, ſpricht im Saale
Waldſtraße 18, HerrO. Kunze, Lehrer a. D.
über das Thema: (11755)
„Das Leben
nach dem Tode.”
Jedermann freundlichſt eingeladen!
Eintritt frei!
Keine Kollelte!
Konſum=Verein
Merck ſcher Beanten e. G.m.b. H
Darmſtadt
Einladung
zu der am Montag, den 9. Mai 1927,
abds. 8 Uhr, im Reſtaurant Speyer,
Ecke Frankfurter Straße und Rhönring
ſtattſindenden
5, ordentlichen
Generaberſammlung
Tagesordnung:
1. Jahresbericht des Vorſtands und
Vor=
lage der Jahresabrechnung per 31.
Dezember 1926.
2. Bericht des Aufſichtsrats u. Entlaſtung
des Vorſtandes.
3. Neuwahl für ein ausſcheidendes
Auf=
ſichtsratsmitglied.
Anträge.
Etwaige Anträge ſind bis ſpäteſtens
2. Mai bei dem Aufſichtsrat einzureichen.
Die Jahresabrechnung iſt im
Geſchäfts=
lokal vom 2. Mai ab zur Einſichtnahme
(7302
angeſchlagen.
Konſum=Verein Merck’ſcher Beamten
e. G. m. b. H., Darmſtadt
Der Aufſichtsrat:
Schmeiß
Ramm
Landwehrstraße 2 — Telephon 3620
Heute Sonntag von 7 Uhr ab
heiterer musikalischer
Unterhaltungs-Hhend
Im Aussch.: Kronenbiere
Guter bürgerlicher Mittag- und
Abendtisch (7296
K
Vert., Staff., Küche,
Gash., Kind=Wagen,
ſehr bill. zu vk. Ernſt,
Kaupſtr.41, I. (1801
a4
Werk, trichterlos, m.
17 Pl. bill. zu verk.
Kiesſtraße Nr. 1,
Hinth. I. (*11780
Heſſiſches Landestheater
Großes Haus
Sonntag, den 1. Mai 1927
nachmittags 5 Uhr
Sonntags=Fremdenmiete (13. Vorſt.)
(Weiße Mietkarte)
Der Ring des Nibelungen
Ein Bühnenfeſtſpiel für drei Tage und
einen Vorabend von Richard Wagner
2. Tag
Siegfried
Handlung in 3 Aufzügen
Muſikaliſcher Leiter: Joſeph Roſenſtock
InSzene geſetztv Hans=Esdras Mutzenbecher
Bühnenbild: Arthur Pohl
Perſonen:
Siegfried . . . . . . . . Gotthelf Piſtor
Mime . . . . . . . . Eugen Vogt
Der Wanderer . . . . . Johs Biſchoff
Alberich . . . . . . . . . Heinrich Kuhn
Fafner . . . . . . . . . Alfred Karen
Erda . . . . . . . . . . Martha Liebel
Brünnhilde .. . . . . . Ch Maſſenburg
Die —timme des
Wald=
vogels . . . . . . . . . Joh. Buchheim
Schauplatz der Handlung: Erſter Aufzug:
Eine Felſenhöhle im Walde. Zweiter
Aufzug: Tieſer Wald. Dritter Aufzug:
Wilde Gegend am Fuße eines Felsberge
dann: aufdem GipfeldesBrünnhildenſtein
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze 1.20—12 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum:
nur geg. Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig 1
Nach dem 1. Aufzug findet eine Pauſe
von 15 Minuten, nach dem 2. Aufzug
eine Pauſe von 20 Minuten ſtatt.
Anfang 5 uhr Ende gegen 10 uhr*
Montag, 2, Mai. I. 18. P 11 (Darmſtädter:
Volksbühne). Der Tod des Empedoklel.
Anfang 7½ Uhr. Preiſe 1—10 Mk.
Dienstag, 3. Mai A 18. Scherz, Satire=
Fronie und tiefere Bedeutung. Anfang?
7½ Uhr. Preiſe 1—10 Mk.
Mittwoch, 4. Mai. B 18. Der fliegende:
Holländer. Anf. 7½ Uhr Preiſe 1-10 Mh.=
Kleines Haus
Sonntag, den 1. Mai 1927
abends 7½ Uhr
Zuſatzmiete IV, 11
Frau Warrens Gewerbe
Ein Drama in vier Aufzügen von B. Shab
Deutſche Uebertragung von S. Trebitſch
In Szene geſetzt von Robert Klupp
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Frau Kitty Warren . . . Käthe Meißner
Vivie, ihre Tochter . . . Beſſte Hoffart
Sir George Crofts . . . Mar Nemetz
Praed .. . . Kurt Weſtermann-
Paſtor Samuel Gardner. Paul Maletzki
Frank, ſein Sohn Robert Klupp
Ort der Handlung; Erſter, zweiter und
dritter Aufzug — Haslemert in Surreh,
Vierter Aufzug in London.
Spielwart: 23illi Krichbaum
Preiſe der Plätze: 1.50 bis 6 Mk.
Eintritt der Mieter in den
Zuſchauerraum-
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte Aläſſios
Pauſe nach dem 2. Aufzug.
Ende 10 Uhr=
Anfang 7½ Uhr
Montag, 2. Mai Keine Vorſtellung.
Dienstag, 3. Mai. G15 (Darm; Volksbühnel
König für einen Tag. Anfang 7½ Uhr=
Preiſe 1.50—6 2
Mitt voch, 4. Mai. H 17 (Bühnen=Volls”
bund). Hau3 Ferzenstod. Aufang 7 19*
Nummer 18
D0 Bic
Wie die Alten den Cod gebildet, das hat Leſſing in ſeiner
verühmten Streifſchrift aufgezeigt. Für die griechiſche
Auf=
faſſung der klaſſiſchen und nachklaſſiſchen Seit iſt der Cod
der Swillingsbruder des Schlafes und wird auf Grabvaſen
und Sargplatten als ein Jüngling mit abwärts gekehrter
Fackel, als junger Genius von gelaſſener Haltung dargeſtellt.
Die antike Kunſt demonſtriert nicht das Sterben in ſeiner
Qual, ſie zeigt nicht die erloſchenen Überreſte, ſie gibt am
Aus dem Holbeinſchen Cokenkanz.
allerwenigſten der Erſcheinung des Lebens irgendwelche Süge
erſchauernder Codesahnung. In der ſinnbildlichen Geſtaltung
des ſtillen Knaben veranſchaulicht ſie die hehre
Selbſtver=
ſtändlichkeit des Abſchluſſes. Zu unmittelbar iſt der
grie=
hiſche Menſch dem währenden Daſein verbunden, um ſich
von Codesbangen oder Codesſehnen die formende Hand
ühren zu laſſen. Leſſing hat insbeſondere die Vermutung
abgewieſen, daß die in der antiken Kunſt allerdings zuweilen
vorkommenden ,Darſtellungen von Gerippen Bilder des
Coten ſeien.
Für den Beſchauer, der die chriſtliche Kunſt vor Augen
hat, liegt dieſe Vermutung nahe genug. Man iſt in der
letzten Seit vielleicht zu weit darin gegangen, die Kulturen
auf allgemeinſte Weſensformeln zu bringen. Doch jede
Vor=
ſicht in dieſem Punkte wird als Grundtatſache des
Chriſten-
tums anerkennen müſſen, daß es dem Daſein einen
Schwer=
punkt im Jenſeits verleiht, alſo eine immer rege Beziehung
auf den Cod als Seelenpforte zur Ewigkeit und als Suſtand
der Cranszendenz. Der Cod iſt für die zutiefſt erzentriſche
Lebensauffaſſung des Chriſtentums nicht Abſchluß eines in
ſich zentrierten Lebens, ſondern eine Art Maßnahme des
höchſten Gerichts, das den Menſchen am Core der
Unend=
lichkeit ins Examen zieht. Im Bereiche der chriſtlichen
Kunſt verkörpert ſich daher der Cod als Skelett mit der
Hippe — Ausdruck der Vergänglichkeit alles Irdiſchen und
eine Art grauſamer Büttel des Jenſeits. Das
Knochen=
geſpenſt tritt mahnend, drohend auf. Wilde Reigen des
Codes rotten ſich zu ganzen Bachanalien ſolcher
Schreck-
geſtalten zuſammen, Angſtviſionen laſſen religiöſen Schauder
in gellenden Synismus umſchlagen. Das Mittelalter
über=
bietet ſich geradezu in derartigen Darſtellungen des
Coten=
tanzes, und auch jenes gewaltige Sresko des Campoſanto zu
Diſa muß hier erwähnt werden, das den Criumph des Codes
in grandioſer Entwicklung des Kontraſtes zwiſchen
heiter=
geſelligem Leben und plötzlich aus den Lüften
niederſtoßen-
dem Verhängnis ſchildert. Der Cod erſcheint da als eine
Art Surie mit Fledermausſchwingen, weit holt die
furcht-
bare Sichel aus, das frohgemute Creiben dahinzumähen.
Gruppen von Krüppeln und Elenden, die um Erlöſung flehen,
von Jägern, die ins Grab reiten, und darüber der Kampf
guter und böſer Geiſter um die Seelen der Hingerafften.
Das 15. Jahrhundert bringt dann in Holzſchnitten und
Wandgemälden zahlreiche Verſionen, des Cotentanzthemas;
päter herrſcht wieder die konzentrierte Darſtellung des
Codes als Einzelperſonifikation vor, die ihn etwa ans
Schachbrett ſetzt als Partner eines Königs, oder ihn zeigt,
da er ein blühendes Weib gierig umſchlingt oder grinſend
dahinreitet, wie es Dürer gezeichnet hat, und auf ſeinem
unheimlichen Blatt vom König Cod. Bekannter noch von
Dürer die Stiche, die ein promenierendes Liebespaar
darſtellen, dem der Cod hinter einem Baume hervor, hämiſch
nachwinkt, und jenes Ritters, der ſich von Cod und Ceufel
nicht beirren läßt. Kaum einer der großen deutſchen Maler
dieſer Seit hat an den Ideen des „Memento” und der
„Vanitas” vorübergehen können. Bei Urs Graf etwa,
bei Baldung Grien, bei Burgkmaier begegnet
das auflauernde Gerippe. Und Burgkmaier hat ſogar ſich
ſelber mit ſeiner Frau gemalt, wie ihnen ſtatt des eigenen
Geſichts aus dem Spiegel zwei Cotenſchädel
entgegen=
fletſchen. In Holbeins Cotentanzfolge, dieſen von eiſigem
Hohn erfüllten, wunderbar ausgeführten kleinen Stichen,
gipfelt gewiſſermaßen die Cradition: wie der Knochenmann
ſich Papſt und Nichter, Kaufmann und Soldaten holt, das
ſpitzt ſich dem Künſtler zu lauter ſatiriſchen Epigrammen über
die Vergänglichkeit von Macht, Stolz, Reichtum und Würde.
Auch fernerhin läuft dieſe ſchaurige Perſonifikation des
Codes immer wieder über den Weg der europäiſchen, zumal
der deutſchen Kunſt, um von den romantiſchen, dem
Mittel=
alter wieder zugewandten Strömungen des vorigen
Jahr=
ſunderts neuerlich in den Vordergrund gerückt zu werden.
Der Name Alfred Nethels taucht auf, und ſein unter
em Eindruck der Berliner Märzrevolution entſtandener
Holzſchnitt=Suklus „Auch ein Cotentanz”, den nur noch die
beiden außerordentlichen Einzelblätter, welche den Cod als
Würger und den Cod als Freund gegenüberſtellen — die
ſchrille Grauſamkeit und den milden Frieden ſeines
Ein=
tretens — an Ausdruckswucht übertreffen. Schon
Chodo=
wiecki hatte eine Cotenfolge geſtochen, Schwindt z. B.
nimmt gelegentlich das Chema auf, ſchließlich verdienen es
die wenig bekannten, höchſt eigenen „Bilder des Codes” von
C. Merkel (1850), in dieſem Zuſammenhange
hervorge=
hoben zu werden.
Landskuecht und Cod.
Fliegendes Blatt des Wolfgang Strauch aus dem
16. Jahrhundert.
Später haben ſich dann u. a. Böcklin, Nops und
Choma damit auseinandergeſetzt, und auch in der
Gegen=
wartskunſt noch iſt man vor dem Senſenmann nicht ſicher
Aber mit dem Vordringen des Realismus iſt es zu
grund=
ſätzlich anderen, nämlich nicht ſymboliſierenden Methoden
gekommen, den Cod zu bilden. Man ſchildert Sterbeſtunde
und Begräbnis, gibt die häßliche Nacktheit des Leichnams
wieder, geſtaltet vor allem die heimliche Anweſenheit des
Codes mitten im Bilde des Lebens, den hippokratiſchen Sug
welkenden Daſeins. Auch bereits die religiöſe Kunſt kennt
ſolche unſumboliſche Darſtellung des Codes, etwa unter den
ſtändigen Chemen der Kreuzigung, Kreuzabnahme und
Grab=
legung Chriſti, des Codes Mariä und der verſchiedenen
Märtyrerlegenden. Das Barock kann ſich in kraſſen
Kadaverſtudien und Gruftſenſationen gar nicht genug tun,
ohne ſich durch den religiöſen Bildinhalt in ſeiner
Über=
deutlichkeit irgend beirren zu laſſen; damals ſind auch die
Franz Sebald Beham:
Der Cod und die Frau.
Anatomien in der niederländiſchen Malerei aufgekommen.
Man hat gerade im Codesdämmer, das Nembrandts
Menſchen umſchwebt, die tiefſte Ciefe ſeiner Kunſt erkannt,
und ſogar die Landſchaft wird Bild des Codes, mehr noch
als durch Nuinen und andere Indizien des Geweſenen durch
die trauernde Farbenſtimmung und düſtere Anordnung. So
ſchon bei dem Holländer Seghers, in den verſchneiten
Wäldern und Friedhöfen C. D. Friedrichs, in
Böck=
lins „Coteninſel” — um nur wenige auffälligſte Beiſpiele
herauszugreifen. Nichtet ſich der Blick endlich auf die
füngſte Seit, ſo bietet, um abermals drei hervorragende
Geſtaltungen ins Auge zu faſſen, jenes ſeltſame Bild
Marc Chagalls noch Anklänge an eine
ſymboliſie=
rende Nomantik, das inmitten der von düſterfarbigen
Stür=
men überlohten Dorfſtraße einen mit Kerzen feierlich
um=
ſtellten Leichnam aufgebahrt zeigt, dem die melancholiſche
Geſtalt eines Geigers vom Dache eines Hauſes her
Ab=
ſchiedstöne nachklagt. Die beklommene Atmoſphäre des
Sterbezimmers hat wohl kein anderer ſo ergreifend
veran=
ſchaulicht, wie in mehreren Behandlungen des Chemas der
große norwegiſche Maler Edvard Munch. Für die
Art, wie eine letzte erbitterte realiſtiſche Nichtung den Cod
bildet, die Schmach elenden Krepierens und die troſtloſe
Nüchternheit der Begräbniszeremonie, ſind viele Arbeiten
von Otto Dix dokumentariſch.
Es wäre noch von jenen Bildern des Codes zu ſprechen.
die er mit eigener Hand formt und die der Menſch dann in
Cotenmasken abgießt. Grabkunſt ferner und Architektur
wiſſen dem Codesernſt abſtrakten Ausdruck zu verleihen,
und alle Kunſt überhaupt wird, inſofern ſie Verewigung iſt,
mehr oder weniger zum Mal des Hingangs. Dennoch liegt
der ſachlichen Auffaſſung einer neuen Seit und ihrem
Ge=
talten das exiſtenzielle Leben weitaus näher, und wird ſie
wieder ein Symbol des Codes finden, ſo ſollte es keines der
ſchaudernden und tragiſchen Jenſeitsvorſtellungen, ſondern
wiederum des ſelbſtverſtändlichen Abſchluſſes ſein.
Dr. Willi Wolfradt.
HAHAHEHEHAIA
[ ← ][ ][ → ] Der Ningkampf.
Von Heliodor
(um 400 p. Chr.)
Als König Hydaspes mit dem Griechen Cheagenes zu reden
begann, erhob das Volk ſeine Stimme — teils aus Wohlgefallen
an dem Jüngling, für den es beim erſten Anblick eingenommen
war, teils aus Erſtaunen über ſeine (bei der Stierjagd bewieſene)
Körperkraft, hauptſächlich aber aus Eiferſucht gegen den
Athiopier, den Athleten des Meroibos — und rief einſtimmig:
„Er ſoll mit dem Mann des Meroibos ringen. Der den
Elefanten bekam, meſſe ſich mit dem, der den Stier fing!”
Als die Menge darauf beſtand, willigte der König ein.
So=
fort wurde der Athiopier vorgeführt. Stolz muſterte er die
Um=
gebung mit trotzigen Blicken, kreuzte die Arme recht
ſelbſt=
gefällig und ſchritt mit geſpreiztem Gang über den Platz. Als
er vor der hohen Verſammlung ſtand, warf Hydaspes einen
Blick auf Cheagenes und ſprach zu ihm auf Griechiſch:
„Fremdling, das Volk verlangt, daß du mit dieſem Mann
kämpfen ſollſt.”
„Sein Wille geſchehe”, antwortete Cheagenes. „Welche
Kampfesart ſoll es denn ſein?”
„Ningkampf” ſagte der König.
„Warum nicht lieber Schwertkampf, damit ich entweder
durch rühmlichen Sieg oder durch meinen Cod Charikleia
befrie-
dige, die bis jetzt noch von mir ſchweigen konnte oder mich, wie
mir ſcheint, ſchon laufen ließ?”
„Was die Perſon bedeutet, die du Charikleia nennſt und
hier im Munde führſt, weiß niemand außer dir. Allein, du ſollſt
ringen, nicht mit dem Schwert kämpfen; denn der heilige Brauch
geſtattet nucht, daß vor dem Opfer Blut vergoſſen werde.
Cheagenes, der die Furcht des Königs erkannte, ſein Opfer
möchte ihm entzogen werden, erwiderte:
„Du tuſt recht, daß du mich den Göttern aufbewahrſt, die
auch für mein Schickſal ſorgen werden.”
Sugleich nahm er eine Handvoll Staub, ſtreute ihn auf
Schultern und Arme, die noch vom Schweiß der Stierjagd feucht
waren, ſchüttelte ſo viel, wie nicht an ſeinem Körper feſtklebte,
wieder ab und ſtreckte dem Gegner die Arme entgegen. Mit den
Füßen ſtand er feſt auf einem Fleck, bog die Kniekehlen, krümmte
die Schultern und den Nücken, beugte den Hals ein wenig vor
und wartete ſchließlich, den ganzen Körper eingezogen, auf die
Eröffnung des Ningkampfes.
Der Athiopier blickte ihn an, lachte über ſeine kriegeriſche
Haltung und verſpottete ihn durch höhniſche Gebärden. Plötzlich
nachte er einen Ausfall und ſchlug Cheagenes mit dem Ellbogen
wie mit einer Namme vors Genick. Da das einen gewaltigen
Schall gab, lachte er wieder höhniſch und ſelbſtzufrieden.
Chea=
genes aber, der ſeit ſeiner erſten Jugend auf den Ringplätzen ſich
geübt und den Körper gepflegt hatte, ſo daß er die Kunſt des
Hermes vollkommen beherrſchte, entſchloß ſich, anfangs
nachzu=
geben, die Kräfte des Gegners auf die Probe zu ſtellen, einen ſo
wilden, ungeſtümen Angriff nicht zu erwidern, ſondern rohe Kraft
durch Kunſt zu überliſten.
Er richtete ſich wieder ein wenig empor, ſtellte ſich, als ob
der Schlag ihn weit mehr ſchmerzte, als es in Wirklichkeit der
Fall war, und bot dem Segner die andere Seite ſeines Nackens.
Als der Athiopier zum zweitenmal traf, krümmte er ſich unter
dem Schlag und tat ſo, als fiele er aufs Geſicht. Als jener in
ſelbſtgefälliger Verachtung zum drittenmal vorſtürzte und mit
dem Ellbogen ausholte, da bückte ſich Cheagenes plötzlich, wich
dem Streich aus, ſchlug mit ſeinem rechten Ellbogen den linken
Arm des Segners, umklammerte und riß ihn, da er ſchon vom
Schwung des vergeblichen Schlages nach vorn gezogen wurde, zur
Erde. Dann ſprang er ihm unter die Achſel, warf ſich ihm in
den Nücken und hielt ihm mit Mühe den dicken Leib umſpannt.
Unaufhörlich ſchlug er ihm mit den Ferſen, ſo heftig er konnte,
gegen die Knöchel der Füße und zwang ihn dadurch, in die Knie
zu ſinken. Dann umſchlang er ihn mit den Beinen, drückte
ihm die Lenden ein, ſtieß ihm Hände und Füße weg, auf die der
Gegner ſich ſtützte, um die Bruſt emporzuheben, zog ihm die
Ellbogen, die um ſeine Schläfen lagen, auf Schultern und Nücken
herab und erreichte endlich, daß der Athjopier vor ihm
ausge=
ſtreckt auf dem Bauch lag.
Übertragen von Eduard Saenger
Der Spaziergang.
Von Jan Walch (Holland).
I.
Er war geſtürzt. Erſchrick nicht, empfindlicher Leſer! Er
war geſtürzt, aber ohne körperlichen Schaden zu nehmen. Er
war geſtürzt als Miniſter.
Das war auf dem gefährlichen Cerrain des Etats paſſiert;
in einer ſpäten November=Abendſitzung. Man hatte es
vor=
ausgeſehen. Es handelte ſich um eine prinzipielle Frage, in der
er, wie ſich ſchon bei der Aufſtellung des Voranſchlags gezeigt
hatte, weder die Mehrheit des Kabinetts, noch die der Kammer
hinter ſich hatte. Mithin ſtand ſein Schickſal feſt.
Dennoch war es begreiflicherweiſe eine aufregende Sitzung
geweſen, in dem Parlamentsgebäude, einem grünen Kaſten mit
grünen Abteilen von Beamten und Ciſchen, ein ruhiger
einfar=
biger Naum, in dem ſich unter den vielen gelben Birnen die
ſchwarzen Puppen ernſthaft gebärdeten und gewichtig bewegten;
in dem Boten Briefe holten und brachten, Unterlagen von dem
Miniſterialrat der fatalen Abteilung — der ſeriös mit den
Augen zwinkernd, viele Papiere vor ſich, in ſeiner Loge
zu=
hörte —, dort ſtand er hinter dem großen Ciſch der Negierung,
auf dem ſprechenden, klugen Geſicht ein Gemiſch von Ernſt und
Oronie. Ernſt um der Sache, der Überzeugung willen, die er
uicht preisgeben konnte, Ironie wegen eines Wortſtreits, der
nach allen Negeln eines Curniers durch gekämpft wurde, bei dem
von ſeder Partei das durch ſpezielle Fachkenntnis und das durch
ſeine Sührerpoſition angewieſene Mitglied eine Lanze einlegte
— und von dem jeder das Ende wußte.
Die Atmoſphäre war drückend. Er fühlte ſich abgeſpannt,
die Lichter tanzten ihm zeitweiſe vor den Augen. Aber er nahm
alle Kraft zuſammen; es handelte ſich nur noch um eine
Viertel=
ſtunde. Sein Schlußwort — das die Stenographen vor ihm und
die Journaliſten auf der Cribüne mit geſpannter
Aufmerkſam=
keit mitſchrieben. . . . Dann die Endſzene, die Abſtimmung.
Hierauf die feierlichen Worte des Miniſterpräſidenten:
„Das Kabinett ſieht ſich genötigt, die Maßnahmen zu erwägen.
die infolge dieſes Abſtimmungsreſultates zu ergreifen ſind. . .
— 1ind bereits eine Viertelſtunde ſpäter konnten die
Journa=
liſten als offizielle Neuigkeit ihren Nedaktionen telegraphieren,
was ſchon zu Beginn des Abends offiziös feſtſtand: Der
Mi=
gilter wird der Konigin ſein Entlaſſungsgeſuch einreichen.
Wie man
anno dazumal Sport trieb.
Von Kurt Sjöſtröm.
Winterfreuden in Alt=Holland. — Waſſerſchuhe von 1736.
Eine Regatta im 18. Jahrhundert. — Engliſches Boxen.
Knockout des Marſchalls von Srankreich. — Bierfäſſer
als Boxkoſtüme.
Sport: Ein Begriff, den erſt unſere Seit geprägt hat.
Das antike Ideal von dem geſunden Geiſt in einem geſunden
Körper war lange vergeſſen, bis ſchließlich mit der
Differenzie=
rung des modernen Berufslebens auch jener Begriff
körper=
licher Uebung und Ausarbeitung aus der angelſächſiſchen Welt
übernommen wurde, den man nur in völliger Verkennung ſeines
Weſens mit dem gleichzeitig aus den angelſächſiſchen Ländern
importierten Nekord=Spleen verkoppelt hat.
Die Ausübung iſt älter als der Name. Sechten, Reiten,
Jagen wurden ja im frühen Mittelalter nach unſeren Begriffen
„ſportlich” betrieben. Das Schlittſchuhlaufen war in Holland in
alter Seit ganz allgemein geübt, wie uns die lebendigen
Winter=
bilder der holländiſchen Meiſter des 16. und 17. Jahrhunderts,
eines Hans de Vries, eines Hendrik van Haverkamp oder eines
Eſſaias von der Velde zeigen. Sogar Segelſchlitten wurden in
Alt=Holland konſtruiert. Im Jahre 1687 wird aus dem Haag
von einer ſolchen Erfindung berichtet. Der „Lenker des
Schlit=
tens”, ſo hieß es damals, „verminderte und vermehrte die Segel
ebenſo, als man auf der See zu tun pflegt, und konnte ſich nach
ſeinem Gefallen auf alle Seiten wenden und viel leichter als ein
Kutſcher ſeine Kutſche oder Chaiſe wenden kann. Man hält
dafür, daß man in einer Stunde 8 Meilen damit fahren könne.
Das Schlittſchuhlaufen, von Klopſtock begeiſtert beſungen und
von Goethe in ſeiner Jugend betrieben, wurde erſt nach 1840
geſellſchaftsfähig in Berlin. In Frankreich kam es erſt nach
1860 durch die Kaiſerin Eugenie in Aufnahme. Hof= und
geſell=
ſchaftsfähig war dagegen zu allen Seiten das Schlittenfahren.
Es kam nicht nur in Wien vor, daß der Schnee zu ſolchen
Schlittenfahrten erſt in die Stadt geſchafft werden mußte. So
wurde ein ſolches herrſchaftliches Schlittenvergnügen auf 30 000
bis 70 000 Gulden veranſchlagt.
Die Konſtruktion von Waſſerſchuhen hat nicht nur
die Erfinder unſerer Seit beſchäftigt. Schon 1736 wurde dem
König von Frankreich ein Lothringer vorgeſtellt, der den
kurio=
ſen Sport des Spazierengehens auf dem Waſſer vorführte: „Der
obere Ceil der Waſſerſchuhe war mit einer Floßfeder und der
untere Ceil mit bleiernen Sohlen verſehen, die dieſen Menſchen
in einem richtigen Gleichgewichte mit der Hälfte des Leibes über
dem Waſſer hielten, dabei er zur Erhaltung einer gleichen
Be=
wegung in jeder Hand eine kleine Schaufel hatte, und in 6
Mi=
nuten über den Fluß ging, in 4 aber den Nückweg vollbrachte.”
Wie im 18. Jahrhundert eine Negatta vor ſich ging, erfahren
wir ganz anſchaulich durch einen Bericht der Augsburgiſchen
II.
Am nächſten Morgen, nach kurzem Schlaf, war in ſeinem
Erwachen etwas Seltſam=Angenehmes. Er fühlte ſich
wunder=
bar klar und heiter; in ſeinem warmen Kopf ſprühte neue
Lebensluſt; die friſche Winterkälte, die durch die offenen Bal=
Kontüren in das leicht erwärmte Simmer eindrang, atmete er
mit Genuß ein. Er empfand einen ſtarken Drang, ſich zu
be=
wegen; tüchtig zu laufen. Leiſe, um ſeine Frau nicht zu wecken
— welche die Aufregung über das Geſchehene Stunden ihres
Schlafes gekoſtet — erhob er ſich, ging in das angrenzende
Badezimmer und kam eine Viertelſtunde ſpäter herunter, wo
das Hausmädchen, das ihn bereits gehört hatte, eilig das
Früh=
ſtück fertiggemacht hatte.
Es war ſieben Uhr. Das Morgenblatt lag neben ſeinem
Celler. Mit einem Anflug von Selbſtironie — der eine
Auf=
wallung törichter Scham erſtickte — ſchob er die Seitung
fort=
aß ein Brötchen, trank eine große Caſſe Cee, erhob ſich, um
auszugehen. Und während ihm der Diener in ſeinen Pelzmantel
half, dachte er, immer noch mit der wunderlichen Klarheit in
ſeinem Kopfe: Es iſt komiſch — aber ich bin geradezu
feſt=
lich geſtimmt.”
Doch die Außenwelt mäßigte dieſe Empfindung. Die
ſtill=
kalten, im Morgendämmer liegenden Straßen zeigten ſtarre,
ab=
lehnende Gleichgültigkeit; und der Gedanke, daß hier in den
langen, ſich nach allen Seiten hinziehenden Häuſerreihen
Men=
ſchen wohnten, die bald, alle, mit gierigem Intereſſe, mit Spott
und Mitleid, ſeinen Namen nennen würden, führte ihm die
Sen=
ſation läſtigen Auffallens vor Augen. Er verlangte ſehr danach,
aus der Stadt zu kommen; doch unter dem Swang von
Men=
ſchen, die gewöhnt ſind, bemerkt zu werden, ſchritt er mit einer
Eile, die in der Morgenkälte natürliche Urſache haben konnte,
durch die lange Straße, welche, ſich anfangs verengend, plötzlich
nahe der Stadtumgebung ſich erweiterte. Er überſchritt den
breiten Boulevard, der hier die Stadt abſchloß, und ging über
die anſteigende Brücke. Jetzt war er draußen. An dieſem Wege
nach dem Walde ſtanden zwar auf der einen Seite noch
Stadt=
häuſer, aber an der anderen Seite lief ein Graben, jenſeits davon
lagen Wieſen, und drei Reihen Bäume gaben dem Ganzen ſchon
den Charakter eines Landweges.
Die Häuſer rechts hörten ſetzt auch auf; die Stadt lag
hinter ihm. Da, auf einmal, fühlte er, was ihm bisher kaum
bewußt geworden war: wie er ſeine Haltung und das Cempo
ſeines Ganges andauernd kontrollierte. Er bemerkte dies, in=
Ordinari=Poſtzeftung von 1782 aus Venedig: „Eine Regatta
iſt eigentlich ein Wettrennen im großen Kanal. Der Anfang
ge=
ſchieht gleich nachmittags. Sämtliche Schifferleute, die beim
Nennen anſtehen wollten, wozu nur aber die ſtärkſten und beſten
Nuderer zugelaſſen werden, mußten ſich um dieſe Seit ganz
ober=
halb der Stadt, gegen die Stadt oder den ſogenannten Lido
hinaus, in ihren ſchönen neuen Uniformen verſammeln und ſich
hinter ein angezogenes Seil in die angewieſene Ordnung ſtellen.
Auf das Seichen eines Kanonenſchuſſes wird das Seil
nieder=
gelaſſen, und ſämtliche Kähne fahren auf einmal ab. Die erſte
Ordnung ſind Kähne mit einem Nuder .. . Suletzt folgen noch
Kähne, die bloß von Weibern gerudert werden. Unterhalb, nicht
weit von Ponte Nialto, iſt das Siel, ein dazu aufgerichtetes
und prächtig ausgeziertes Gerüſt von zwei Stockwerken. Im
oberen iſt herrliche Inſtrumentalmuſik, im unteren Stockwerk iſt
der Adel verſammelt, zuunterſt aber werden die Jähnlein
auf=
gepflanzt, die nachher die Preiſe beſtimmen.”
Das Boxen wurde in England in der zweiten Hälfte des
18. Jahrhunderts zu einer wahren Manie. Der 1704 geborene
Broughton hatte in London eine Boxhochſchule
eingerich=
tet, und galt als der beſte Boxer ſeiner Seit. Die vornehme
Welt ſtrömte ihm zu. Als er nach unzähligen Siegen endlich
knock out geſchlagen wurde, kränkte ihn das ſo, daß er niemals
wieder in den Ning trat, ſondern ſich als königlicher Bedienter
annehmen ließ. Als er um die Seit des Siebenjährigen Krieges
mit dem Herzog von Cumberland nach Berlin kam, zeigte er ſich
bereit, es mit einem preußiſchen Garderegiment im Boxen
auf=
zunehmen, wenn man ihm nach jedem Match einen ordentlichen
Imbiß gewährte.
Der Marſchall von Sachſen, Sohn der Maria Aurora von
Königsmarck, in Goslar geboren, wurde in den Straßen von
London von einem Karrenſchieber angerempelt und nach
damali=
ger engliſcher Sitte kurzerhand zum Boxkampf herausgefordert.
Der Karrenſchieber war aber diesmal an den Unrechten
gekom=
men, denn der Marſchall war wegen ſeiner Körperkraft
be=
rühmt und berüchtigt. Er ſchlug derart auf den Karrenſchieber
ein, daß dieſer gar nicht mehr an Gegenwehr dachte. Der
Mar=
ſchall wurde dadurch in England ungeheuer populär.
1789 ſchreibt die Haude Spenerſche Seitung: „Zur Schande
der Polizei haben zu Banbury zwei Kerle, Johnſon und Perry,
eine öffentliche Jauſtſchlägerei gehalten. Die Menge der
Su=
ſchauer von vornehmem und geringem Pöbel war unglaublich,
und über 50 000 Pfund Sterling ſind dabei verwettet worden.
Wollte man auch dieſe Narrheit verzeihen, ſo wird doch niemand
das Betragen des daſigen Stadtmajors, eines Holzhändlers,
billigen, der, anſtatt die beiden Fauſtſchläger im Haft zu nehmen,
die Unverſchämtheit gehabt hat, ihnen eine große Bühne daz
aufzubauen und ſich dafür eine anſehnliche Summe bezahlen zu
laſſen.”
Für Fuhrleute, Kutſcher und ähnliche Leute wurde es eine
beliebte Mode, Offiziere und andere Perſonen vom Stande
an=
zurempeln und zu fordern. Solcher Anrempelei konnte ſich kein
Gentleman entziehen, ohne der öffentlichen Verachtung
anheim=
zufallen. So wurde ein Gardeoffizier von ſeinem Kutſcher mitten
auf der Straße herausgefordert und bei der ſofortigen
Aus=
tragung unter dem Gejohle des Pöbels niedergeboxt.
Verdien=
termaßen ſchlecht erging es dagegen einem Gemüſeverkäufer, der
mit ſeinem beladenen Eſel umherzog und Eſel und Ware als
Preis dem zu überlaſſen verſprach, der ihn zu Boden ſchlagen
würde. Schließlich geriet er an den Falſchen und wurde ſeinen
Kram los, der zum Beſten der Armen an Ort und Stelle
ver=
ſteigert wurde. Selbſt der engliſche Nomantiker Byron, dn
übrigens auch das Kricketſpiel in ſeinen Gedichten beſungen hat,
ſchwärmte für das Boxen ſo ſehr, daß ihn ein freundſchaftlicher
Briefwechſel mit einem der berühmteſten Box-Champions
ver=
band. 1845 ſtellte ein engliſcher Schriftſteller mit Genugtuung
feſt, daß die barbariſche Nationalbeluſtigung des Boxens mehr
und mehr in England verſchwunden ſei. Selbſt die Sitte der
Londoner Brauerknechte, mit nackten Oberkörpern in Fäſſer
zu ſteigen und dann bis zur Bewußtloſigkeit aufeinander
los=
zudreſchen, war allmählich verſchwunden.
In Deutſchland hatte Gerhard Vieth zwar ſeine „
Enzuklo=
pädie der Leibesübungen” erſcheinen laſſen, jedoch galt trotz Jahns
und anderer Bemühungen noch nach 1860 — wohl infolge der
Unterdrückung durch die Aera der Neaktion — das Curnen für
ſo unpaſſend, daß Bismarck es für ausgeſchloſſen hielt, ſeine
Söhne am Curnunterricht der Schule teilnehmen zu laſſen. Als
einzig „kaſhionable” galt im Grunde nur das Pferderennen.
dem er das Bedürfnis fühlte, etwas langſamer und leichter
weiterzugehen, und entdeckte, daß ſich dem jetzt nichts
wider=
ſetzte.
„Mein Gott,” ſagte er halblaut, „was für ein Komödiant
bin ich gworden.” Und einen Augenblick ſtillſtehend, ſah er nach
der kahlen Hecke, die jetzt auf der linken Seite ſeinen Weg
ab=
ſchloß; und auf ſeinem Geſicht, die Augen halb geſchloſſen, zeigte
ſich die angeſtrengte nachſinnende Aufmerkſamkeit, die das
Par=
lament von ihm kannte, wenn er, auf Erklärungen der
Oppo=
ſition lauſchend. Quinteſſenz und Angriffspunkt ſuchte. Da
lächelte er, und es ſprach etwas wie Genugtuung aus der Ark,
mit der er im Weitergehen mit ſeinem Stock durch das Gras
ſchlug.
„Wo laufe ich eigentlich hin am frühen Morgen?” dachte
er. Ach, ſchließlich war es gleichgültig. Es kamen nun einige
halb ausgefüllte Cage; allerlei Negelungen in ſeinem Amt, das
er ſo ſchnell wie möglich ſeinem — er wußte es: bereits
ange=
wieſenen — Nachfolger übergeben mußte; eine Audienz bei der
Königin. — Dann war er vorläufig „amtfreier Bürger”. O, die
Nuhe würde nicht lange dauern. Man würde ihm ſicher bald
wieder irgendwelche Aufſichtsratspoſten anbieten, wie er ſo viele
vor ſeiner Ernennung zum Miniſter gehabt hatte. Die Sreunde
in ſeiner Partei würden ihn auf einen Poſten ſtellen, den er ſich
durch ſeine Fähigkeiten und ſeine bewieſene Selbſtloſigkeit
ver=
dient hatte; — es gab noch genug Arbeit für ihn!
Jetzt jedoch, jetzt lief er umher mit einem Gefühl, ſehr
merkwürdig . . . einem Gefühl, als ob er ein Examen hinter ſich
hätte. „Aber, ich bin durchgefallen”, bedachte er lächelnd.
„Umſo ſchlimmer!” Ja — das war doch wirklich kein
Grund, ſo zufrieden zu ſein. — Schon möglich, aber er fühlte ſich
zufrieden!
Mehr ſogar als das. Im Weitergehen ſchien es ihm, als
ob er eine Art Verfüngung erlebte. Als ob er einen Blick auf
die Welt zurückgewann, den er in der Zeit verloren hatte, in
der er ein kleines Stück der Welt amtlich verwaltete. O, er
hatte auch in dieſen Jahren viele Spaziergänge gemacht; aber er
hatte dabei nicht den Genuß dieſer Nuance gehabt. . . . Der
Vergleich mit dem Examen ſchoß ihm wieder durch den Kopl=
und er dachte daran, wie er auch, das Examen vor ſich, nur
mit voller Aufmerkſamkeit aufgenommen hatte, was dafür von
Autzen ſein konnte — der Neſt der Welt kam ſpäter. . . .
Plötzlich wurde etwas anders; verſteifte ſich etwas in
ihm=
als ob es die leicht ſchwebenden Gedanken zuſammenzog; wie
Kleine Lebensreiſe.
Von Nobert Muſil.
Das Leben iſt voll Wunder.
Bloß ſind ſie bezahlt und gehören immer ſchon irgendwem.
Aber in Simmering, da hat ein Steirerwagerl auf der Straße
gil ſtanden, mit einem Pony davor, ſo ein kleines Wagerl mit
erem noch kleineren Pferd. Wenn ich ein Pony ſeh, glaub ich
A-bſt immer, es gehört mir: ſo bös freundlich ſchaun die Augen
nus dem Soktelbehang; ſo klein iſt das Ganze, daß man es unter
dee Hand nehmen kann; und der Schweif iſt ſo prächtig.
Wes=
d4elb hätten die Sultane ſieben Noßſchweife, wenn nicht etwas
dirran wäre?! Und dabei bin ich doch ſchon ein recht erwachſener
AAann. Die Buben aber, die in Simmering plötzlich das
Steirer=
rrgerl mit dem kleinen Pferd geſehen haben, waren neun oder
uhn Jahre alt und kamen doch dazu gerade aus der Schule. Da
bg gann das Wunder; es war nämlich niemand bei dem Wagen,
darm er gehören konnte.
Die Buben ſind aufgeſtiegen, haben die Zügel gelupft, und
rhchtig fing das Pony an zu gehn; auch zu laufen, wenn man
ſtonalzte, und alles vollzog ſich ſo prächtig wie im Märchen.
Kuunde mußten ausweichen, Sußgänger zur Seite ſpringen, ſogar
dner Schutzmann an der Straßenkreuzung mußte Seichen geben
mnäe einem richtigen Wagenbeſitzer. Sie ſind auf den Laaerberg
gfefahren, dann zur Oſtbahn, über den Nennweg in die
Nobel=
ſtadt hinein, und wie ſie ſchließlich wieder zur Wieſe hinter der
Siimmeringer Waggonfabrik gekommen ſind, haben ſie das Pferd
auusgeſpannt, und es mußte graſen. Hughl Wenn gar nichts
anderes geſchehen wäre, als daß das Pferd graſen mußte, ſo
nüißte man ſchon, daß dieſe kleinen Diebskerle Märchenbuben
qus einem Indianerwigwam waren.
Iſt es ihnen langweilig geworden? Sie ſind weitergefahren.
uind in der — Brehmgaſſe heißt ſie, gab’s den unvermeidlichen
Sttreit. Der eine wollte links fahren, und der andere rechts.
Geanach wollte der eine das Pferd verkaufen, und der andere
mollte es mit nach Hauſe nehmen. Damit war das Wunder aus.
ATatürlich kommt alles Uebel in der Welt nur davon, daß es
luriks und rechts gibt. Denn entweder wollen alle das gleiche,
drann kann es nicht jeder haben, oder der eine will links und der
cridere rechts, dann iſt nur einer der Stärkere. Und ſchon war
quuch ein Schutzmann da, der durchſchaute, wie es ſeine Pflicht iſt,
Ales, und heute gehört das Wunder mit dem Pony wieder dem,
der es bezahlt hat, und die beiden Buben wurden ihren Eltern
und dem Auge der Jugendfürſorge empfohlen.
Die hat es nicht leicht; was ſoll ſie ihnen ſagen? Dieſe
bei=
den Buben ſind von einem Ende des Lebens zum andern gefahren.
Geoll ſie ihnen ſagen: Der Starke greift zu? Dem Mutigen gehört
due Welt? Der Menſch muß aus ganzer Seele handeln? Oder
oll ſie ihnen ſagen: Wenn Ihr morgens ein Ding mit ganzer
Geeele nehmt, wißt Ihr mittags nicht mehr, was Ihr damit
an=
ſnangen ſollt; wenn Ihr aber das Ding morgens ohne Seele zu
minem Geſchäft braucht, wie der Menſch, dem Ihr es geſtohlen
tabt, werdet Ihr es auch nachmittags dazu brauchen können? —
Seie wird Ihnen wahrſcheinlich das Dümmſte antworten, was
vaan antworten kann, ſie wird gütig lächeln und ſagen: Ihr habt
gene Dummheit gemacht.
Opirtttsmu S.
Von Sigismund v. Nadecki.
In dieſer Nacht erſchien mir die
derſtorbene Baroneſſe von W. Sie
war ganz in Weiß gekleidet und
ſagte zu mir: „Guten Cag, Herr
Wirklicher Geheimrat!”
Swedenborg.
Kein Sweiſel, ſie erſcheinen. Aber ihre gute Seit iſt dahin.
4-inſt wurden ſie von Cheophraſtus Bombaſtus lateiniſch
herbei=
ztiert: das war eine Ehre. Der Beſchwörer handelte mit eigener
Werantwortung; er tat etwas Verbotenes, etwas Entſetzliches
uund hatte ſich ſeine Kühnheit mit dem Schauder verdient. Oder
ſe erſchienen dem Herrn Nicolai, wenn er ſich gerade die Perücke
mudern ließ: das war ſicher gin Bergnügen. Aber dann wurden
ſue von der Nomankik entdeckt und literariſchen Swecken
nutz=
ſar gemacht, und das war der Anfang vom Ende. Heute jedoch,
haß Sott erbarm, heute werden ſie phänomenologiſch von
Pri=
watdozenten beſchrieben, man redet über ſie wie von Slammrohr=
keſſeln oder Monteſſoriſchalen und denkt ſich weiter nichts
Schlimmes dabei.
Indeſſen, es gibt zwei Sorten von Geſpenſtern. Die einen
erſcheinen unaufgefordert. Sie ſtehen plötzlich in der Dämmerung
da, kramen nachts phosphorgrün am Schreibtiſch herum, oder
halten dem Schlafenden die kalte Hand auf die Stirn, ſo daß
er ſchreiend aufwacht. Von dieſer wollen wir hier nicht reden.
Die anderen jedoch werden zitiert, ſie erſcheinen auf
Ver=
langen, und damit fängt eben leider die Miſere an. Denn man
hat noch nie davon gehört, daß heutzutage ein einzelner Menſch
einen Geiſt zitiert hätte; nein, die Herrſchaften tun ſich zu einem
Sirkel zuſammen; man iſt auf Geſpenſter ſubabonniert und hat
ein ſpannendes Geſellſchaftsſpiel gefunden. So ſind nun die armen
Geſpenſter in die öde Kategorie des Intereſſanten
herab=
geſunken; ach — ſie ſind eben auch nicht mehr das, was ſie
früher waren! Die Neugier hat ſie vors Opernglas geuommen,
die Neugier der Wiſſenſchaft und auch die Neugier der
Lang=
weile — denn os iſt ſo furchtbar intereſſant, zu wiſſen, was nach
dem Code kommt. Das bißchen huſteriſche Kreiſchen, das wohl
mitunterläuft, kann an der Catſache nichts ändern, daß
Ge=
ſpenſter heute mitleidslos photographiert, in Paraffin abgegoſſen
und auf der Dezimalwage gewogen werden. Alſo auch hier
wie=
der der Verſuch, die Imponderabilien nach Kilogramm zu
be=
rechnen.
Man rede mir nichts von Schwindel. Selbſtverſtändlich
läuft der auch mit, wie auf jedem Felde menſchlicher Betätigung,
und es leuchtet ein, daß deſſen Dunkelheit ihn ſchon reizen mag
Allein bereits die ſimple Überlegung ſagt einem, daß der
Intelli=
genzaufwand eines von zehn Profeſſoren firierten
Schwindel=
mediums den eines mittleren Hoteldiebes weit überſteigen muß,
unan einen fröhlich wehenden Mantel ſteifer um die Glieder
/hlägt. Die Urſache war jedoch recht geringfügig. Auf der
ennen Seite des Weges ſchlenderte ein PPoliziſt, der, Se. Exzellenz
nkennend, ſtillſtand und ſtramm ſalutierte. Er lüftet den Hut
und als er an dem Manne vorbei war, fühlte er, daß er
unbe=
neußt auch ſeinen Schritt verſachlicht hatte. Fühlte er,
gleich=
zeitig, daß er einen Moment lang gedacht hatte: ob er es ſchon
noeiß? Und ſich geantwortet hatte: wahrſcheinlich nicht — er
ſ eht vermutlich ſchon eine Stunde auf ſeinem Poſten und lieſt
mein Morgenblatt; aber vielleicht hat er es geh .. ." Himmel!
APas kann mich das intereſſieren.
Ein Sonnenſtrahl, der plötzlich hervorbrach und Hecke, Weg
und Bäume mit ſanftem Licht überflutete, beſchämte ihn faſt.
Soein Geiſt verdräugte dieſe Gedanken, und bald hatte er ſie
hiinter ſich. Nun prüfte er ſie objektiv und wunderte ſich nur
moch. Denn er fühlte ſich doch in Wahrheit erhaben über alle
Joweifel; er wußte, daß ſein Sturz ihm, ſogar in den Augen ſeiner
(Gegner, durchaus zur Ehre gereichte; und daß er vor jedom
Arteil von einigem Wert der Mann blieb, der er geweſen war;
ſa, daß dieſe Gelegenheit, parteiloſe Charakterſtärke zu zeigen,
giän Glück bedeutete, um das er im Stillen ſicherlich noch von dem
und jenem Politiker beneidet wurde. Nur von der grauen
ANaſſe, die ohne Urteil urteilte, hatte er einen Stoß nach unten
bgekommen. Aber wie konnte er ſich das zu Herzen nehmen! Ach
ſa, in der Politik gewöhnt man ſich daran, mit der Maſſe zu
rochnen. Aber zum Ceufel, ſetzt war er frei; ein freier Menſch.
Der Weg bog rechts ab; vor ihm war nur ein ſandiger
Reitweg und ein kleiner ſeitlicher Sußweg. Er nahm den
Fuß=
noeg. Hier war man erſt völlig draußen. Felder ringsum mit
wereinzelten maleriſchen Bauernhöfen; rechts in der Ferne der
A=Vc’d; ein weißblinkender Bach ſchlängelt ſich durch das blaſſe
(6rün des Graſes. Wo der Weg eine Biegung machte, ſtand
afine morſche Bank. Er ſetzte ſich, um auszuruhen.
Er fühlte die Briſe, die den weiten, ſchüchtern=hellen
oimmel klar fegte, ſanft an ſeinem Kopf entlangſtreichen. Und
woieder hatte er die ſtarke, frohe Empfindung, ſich am Morgen
mrach einem Examen und Studentenfeſt draußen zu befinden und
üie Natur mit allen Poren ſeines Körpers zu genießen.
Er ſah nun den vorigen Abend als ſchwüle Erinnerung,
ſtrhon weit zurückgewichen. Er ſah es mehr — eine Neihe von
Wildmomenten —, als daß er es dachte. Einen Vertreter
derOppo=
ſtition, mit einer Emphaſe ſprechend, die nur komiſch wirkte
was mit dem Kinn in die Hand geſtützte Haupt des Premier=
während doch ſein Honorar ſich mit deſſen Juwelenbeute auch
nicht annähernd vergleichen kann. Nein, Spiritismus iſt für
den Schwindler ein dorniges Arbeitsgebiet, kein vernünftige?
Gauner wird ſich damit einlaſſen. Bliebe alſo die nicht
unbe=
greifliche Neigung, gerade Profeſſoren hineinzulegen — aber dis
kaun wohl ſchwerlich ſo maſſenhaft auftreten, wie heutzutage die
Geſpenſter.
Und ſo bleibt denn die betrübliche Catſache beſtehen: daß die
alten ehrlichen Geſpenſter von Anno Aberglauben beute
hoff=
nungslos banaliſiert ſind. Sie ſcheinen es auch ſchon ſelber
ein=
geſehen zu haben und blödeln auf Befragung in einem Cone
daher, der ſelbſt Leichenwürmern den Magen umdrehen müßte.
So gute Sachen, wie: „Du gleichſt dem Geiſt, den du begreifſt,
nicht mir!”, geben ſie ſchon längſt nicht mehr von ſich, allein ſie
halten ſich faſt unheimlich an die darin ausgeſprochene
Wahr=
heit: mit Swickau reden ſie auf zwickauiſch und mit Kanſas-City
(ſprich: K. C.) in einem pſychoanalytiſch-theoſophiſchen Klang,
der wahrhaft geſpenſtiſch wirkt. Dabei wird vorzugsweiſe Schiller
zitiert, was beinah ſo ſchauderhaft iſt, wie wenn man es mit
ſeinen Werken tut. Das geht ſehr bequem: Stubenmädchen
ein=
mal, Simmerkellner zweimal, Schiller dreimal. Man ſtelle ſich
das nur por: Swickau ſaugt an der Sphärel
Und wenn man dazu überlegt, daß der Erdball ſtändig durch
eine Schattennacht rotiert, und daß mithin von den
betreffen=
den Sirkeln in Puntas Arenas, Stettin und Singapore
unauf=
hörlich Geiſter zitiert werden, ſo dräugt ſich einem unabweisbar
die Vorſtellung eines klingelraſſelnden Hotelveſtibüls auf, in
welchem die Unſterblichen, wie Liftbous aufgereiht, Dienſt machen
und mürriſch auf den nächſtfälligen Anruf warten. Es möchte
kein Hund ſo länger tot ſein.
Kurioſe Sammlungen.
Von Marie Appuhn.
Nicht von den Dingen, die beim Erwerb bereits oder als
Spekulationsobjekt in abſehbarer Seit Wert haben, ſoll in
folgendem die Rede ſein, ſondern von perſönlichen
Gebrauchs=
gegenſtänden, deren ſich der Beſitzer aus irgend einer
Anhäng=
lichkeit nicht hat entledigen können.
Sch bezweifele zwar, daß die Kiſten voll leerer
Streichholz=
ſchächtelchen und alter Gummiſchuhe, welche ich einſtmals im
Nachlaß einer hochbetagt verſtorbenen Cante fand, jemals das
Intereſſe eines Sammlers erregt hätten, ebenſowenig glaube ich
es von den dort aufgetürmten Meſſingſpucknäpfen. Weniger
alltäglich war bereits ein dickes Album voller Kleidermuſter,
welches vom Mulltaufkleidchen bis zum letzten Krachſeidenen
der Achtzigjährigen eine gedrängte Überſicht über ihren äußeren
Menſchen gab. Als ich dann noch eine Ecke voller Schirme
ent=
deckte und einen Schrank, deſſen Regale dicht bei dicht auf
kleinen Ständern Cantens Hüte aus mindeſtens ſechs Jahrzehnteu
bargen, konnte ich mir die ehrwürdige alte Dame nahezu in
allen Lebensaltern vorſtellen.
Vielleicht iſt jetzt mancher Leſer geneigt anzunehmen, daß
vorzugsweiſe Damen zur Anhäufung von gebrauchten Sachen
neigen. Ich erinnere mich indeſſen aus meiner Kinderzeit, daß
wir mit Vorliebe mit den alten Geldbörſen meines Großvaters
ſpielten. Dieſer war in jüngeren Jahren ein ſehr lebensluſtiger
Mann, dem das Geld leicht durch die Finger lief. An die Hüllen,
in denen er es geborgen hatte, beſaß er indeſſen große
Anhäng=
lichkeit und nahm uns die verſchiedenen gehäkelten Börſen und
Lederungetüme ſtets nach einiger Seit wieder ab, um ſie
ſorg=
fältig in einer Schublade ſeines Sekretärs zu verwahren.
Mein Vater, der übrigens eine Schwäche für Hirſchhornknöpfe
und roſtige Nägel beſaß — die Knöpfe hatten einſtmals eine
Jagdjoppe geziert, und die Nägel las er überall auf und
ver=
wahrte ſie ſtreng getrennt vom Haushaltungsvorrat — pflegte
eine niedliche Epiſode aus ſeiner Schulzeit zu erzählen.
Er war eines Morgens um ſechs Uhr zu ſeinem alten
Mathematikprofeſſor zum Arreſt beſtellt. Kurzerhand führte ihn
die Wirtſchafterin au das Bett des noch ſchlafenden
Jung=
geſellen und überließ den überraſchken Buben dort ſeinem
Schickſal. Da der alte Herr durch den Beſuch nicht im
min=
deſten in ſeiner Ruhe geſtört worden war, hatte mein Vater
hinlänglich Seit zur Umſchau. An der Wand über dem Bett
hingen zwei Paar rieſige Reiterſtiefel, und rundherum im ganzen
Simmer war dieſelbe Dekoration — Stiefel aller Formate.
Be=
luſtigt hatte ſich mein Vater umgedreht und zu zählen begonnen,
als der alte Profeſſor plötzlich freundlich ſagte: „Guten Morgen,
mein Sohn, es ſind dreiundfünfzig Paare!”
miniſters am Negierungstiſch; ein paar ſich um die Ereigniſſe
nicht kümmernde Abgeordnete vom Lande, die beiſeite ein
Ge=
ſpräch führten und ihre Worte mit bäueriſchem Kopfnicken
be=
gleiteten.
In der Serne ſchlug eine Uhr. Halb neun. In einer halben
Stunde begann die Arbeit in ſeinem Miniſterium. Er ſah in dem
weiten Zimmerkomplex bereits die intereſſiert zuſammengeſteckten
Köpfe; den Miniſterialdirektor, reſerviert und voll Würde, den
alles beherrſchenden, bleibenden Amtsleiter — ein peinlich
kor=
rekter Vorſteher, dem vom vielen ſorgenvollen Dreinſchauen
die Nunzeln in dem vor der Seit ältlichen Geſicht ſtehengeblieben
waren; und den Stab der in den Simmern Zuſammenſitzenden,
von denen die zahlreichen Gehilfen und Schreiber die
unterge-
ordneten Beamten bildeten, elegante junge Leute, für die er
geſtern — ja, heute noch! — war: der gefürchtete Chef; morgen
irgendein Herr aus dem politiſchen Leben; bald vielleicht ein
Parlamentarier, dem gegenüber der Miniſterialbeamte eine
Hal=
tung hochmütigſter Geringſchätzung anzunehmen ſich verpflichtet
fühlt. .
Er lächelte. Die winterlichen Bäume ringumher bildeten ein
Sweiggerank vor zart=perlmutternem Himmelsglanz.
Er hatte den großen Weg durch den Wald erreicht und
näherte ſich wieder der Stadt, der Neſidenz, die durch
ge=
dämpftes Geräuſch hörbar wurde, aus dem heller und dumpfer
Klang von Crambahnklingeln und Wagengedröhn ſich abhob.
Er war an einer abgelegenen Gemeindeſchule vorübergekommen,
deren Aufſchrift „Volksunterricht” ihn einen Moment laug
ſelt=
ſam berührt hatte, wie der Citel eier miniſteriellen Abteilung
— und was für einer Abteilung von Kampf und Sorge! — eine
Aufſchrift, die hier jedoch von alten Bäumen und
blumen=
geſchmückten Fenſterrahmen umgeben war, aus denen die zarten,
hellen Cone von Kinderſtimmen aufſtiegen; ſo daß es eine durch
das Naturmilieu freundlich geduldete Amtlichkeit wurde. — Er
hatte auf dem Wege — einem ſtaatlichen Wege — Arbeiter
getroffen — ſtaatliche Arbeiter —, die Pflaſterarbeiten
ver=
richteten; und auf dieſes ſtarre, flache Werk von Menſchenhand,
auf dieſen nichts als nützlichen Weg ſchien eine behördliche
Be=
zeichnung beſſer zu paſſen.: Auch empfand er zu ſeiner
Über=
raſchung — peinlich genau beobachtete er ſich ſelbſt an dieſem
ungewöhnlichen Morgen! — die Wiederberührung mit dem
Reglement des Daſeins nicht unangenehm. Im Gegenteil; es
gab ihm das Gefühl, als ob er wieder in eine Umgebung eintrat,
die, wenn auch weniger ſchön, eine wohltuende Vertraulichkeit der
Gewohnheit ausſtrahlte, nach der er — nach eineinhalb Stunden,
geſtand er ſich ſpöttiſch — wieder heimlich zurückverlangte. Und
in der Cat, je mehr er ſich der Stadt näherte, deſto ſtärker fühlte
er, wie er wieder den Schritt annahm, den ruhig=kräftigen
Schritt, der geſehen werden durfte; und es machte ihm
Ver=
gnügen, dies zu konſtatieren, als ſetzte er ſich zu einem Spiel, das
zwar nicht erhaben, aber doch unterhaltſam war.
Und doch, dachte er wieder, um ſich ganz zu beruhigen, boch
bin ich ein tüchtiger Menſch, von großem Verſtand und von
Charakter, was man mr will. Er dachte dies, ohne eitel zu ſein.
Über eine ſehr alte, kleine Brücke war er zum
Nordboule-
pard der Stadt gelangt. Es war ein Viertel nach neun. An
der Cramhalteſtelle ſah er einen eleganten jungen Mann warken.
Der junge Mann fiel auf durch allzunervöſe Verſuche,
unge=
ſehen zu bleiben. Der Miniſter, obſchon kein eigentlicher
Miniſter mehr, begriff es: der junge Mann war einer der
Ange=
ſtellten ſeines Departements, einer ſeiner beſten Gehilfen, der ſich
jedoch viel mit Spiritismus beſchäftigte und infolge nächtlichen
Ciſchrückens gelegentlich zu ſpät in den Dienſt kam. So auch
heute. Doch der junge Mann hatte ſich bereits gefaßt; er wußte
ſich ſchon entdeckt und grüßte mit ehrerbietigem Hutſchwenken.
Und während der Miniſter kurz korrekt zurückgrüßte, bemerkte
er in dem Geſicht ſeines Beamten eine Nuance, o, eine ſehr
feine Nuance! — aus der hervorging, daß er bereits von der
Veränderung des Verhältniſſes zwiſchen Seiner Exzellenz und
ihm unterrichtet war.
Dann ging der Miniſter, würdig und ſehr ſelbſtverſtändlich,
über die glatten Flieſen des rechten Bezuidenhout=Crottoirs in
die Stadt; einige auffallend höfliche Grüße beautwortend, wieder:
würdig und ſehr ſelbſtverſtändlich. Nur einmal erfolgte ſolch ein
Gruß in einem etwas kritiſchen Moment. Das war beim
Staats=
bahnhof, wo die Seitungsjungen ſchreiend hin= und herliefen.
Einer von ihnen ſtürzte auf ihn zu und hielt ihm eine Seitung
hin mit den etwas gefühlloſen, jedoch als Anlockung gedachten
Worten: „Letzte Nachricht! Sturz des Miniſters!”
Da blickte die Exzellenz dem luſtigen Bengel in die frechen
Augen und ſagte, indem er ihn ſacht beiſeite ſchob:
„Danke — ich habe ſchon davon gehört.” Und im ſelben
Nugenblick lüftete er den Hut vor dem Führer der Oppolition,
mit oſtentativer Höflichkeit grüßend, auf der auderen
te vorübereilte.
echtigte übertragung aus dem
on Willy Blocher
Crotz der Sortſchritte zoologiſcher und biologiſcher
Sorſchungen nimmt unter den Menſchen die Benutzung
von Ciernamen als Schimpfwort nicht ab. Die
Unter=
zeichneten ſehen ſich infolgedeſſen veranlaßt, gegen die
Menſchheit eine Beleidigungsklage zu erheben und haben
eine Anzahl wahrer Cierkenner zu Anwälten beſtellt.
Sollte auch dieſe Maßnahme keine Beſſerung
herbei=
führen, müßte die Einführung des Schimpfwortes
„Menſch” im Cierreich erwogen werden.
gez. Kamel, Hund, Schwein.
Oſt das Kamel ein „Kamel‟?
Von Otto Seltin
„Du olles Kamel!” iſt eines der beliebteſten und
verächt-
lichſten Schimpfworte im deutſchen Volksmunde, um einen
be=
ſonders dummen, trottelhaften Menſchen zu bezeichnen. Und
wie von ſo mancher althergebrachten vorgefaßten Meinung, die
durch gedankenloſes Nachplappern im Laufe der Jahre entſtand.
iſt der Durchſchnittsbürger auch nicht davon abzubringen, daß
das Kamel das blödeſte und dümmſte Haustier der Schöpfung
ſei; und unter „Kamel” pflegt man ſich bei uns einen Ausbund
aller Blödheit und Beſchränktheit vorzuſtellen .. . Wie ſteht
es nun in Wirklichkeit mit dieſem bei uns ſo verachteten
Ge=
ſchöpfe? Geſtatten Sie mir als altem Kenner und Verehrer der
Klugheiten des Kamels einige Worte zu ſeiner
Ehren=
rettung! . . . Sahara . . . Maſſig und drohend, todbringende
Gluten ausatmend, tückiſch und voll ironiſcher, berechnender
Feindſeligkeit dehnen ſich endlos um einige verlorene
Kamel=
reiter die gelben Landdünen der Wüſte aus. Wie ungeheuere,
träge, böſe Sabeltiere aus grauer Vorzeit, indolent und
ſchläf=
rig, belauern die Dünen des großen „erg” von allen Seiten die
wegloſen Wanderer. Flimmernd ſteigt vom Boden die heiße
Backofenglut auf, tiefblau ohne Wolken gleich einer ſtählernen
Kuppel dehnt ſich der Himmel, unbarmherzig brennt die ſenkrecht
ſtehende Sonne . . . Und das Waſſer geht auf die Neige ...
Noch eine „Gerba” (Siegenlederſchlauch) faden, warmen, jauchigen
Waſſers bleibt den Verwegenen. Weg und Nichtung ging
ver=
loren, irgendwo weit da draußen gibt es eine Welt mit
Men=
ſchen, mit Leben, mit Waſſer. Aber wir ſind jenſeits der
Grenzen der Welt. Hier iſt kein Land der Menſchen mehr, hier
iſt das Land des Codes — „Can — es — ruft” nennen es die
Araber der Wüſte — „Land des Durſtes”. . . „Sidi — manar
fu trek el haſſi” (Wir wiſſen den Weg zum Brunnen nicht, Herr)
murmelt der Führer . .. Wir ſind am Ende . Nur Allah kann
uns retten, und „el beir” (das Kamel) . . . „El beir” iſt das
Kind der Wüſte . . . Ihn liebt Sidi Abdelkader bei Dſchilläli,
der Schutzpatron der Schwachen, der Verirrten der Wüſte.. ..
„El beir” weiß, was wir nicht wiſſen. Er wird uns retten!
Allahs Schutz iſt mit der geplagten Kreaturl . . . O el beir —
imſchu, imſchull (O Kamel — marſchiere, marſchiere!)...
Und in gleichmäßigem federnden Crabe, mit weitausholenden
Schritten ihrer zerbrechlichen Beine ſchlürfen lautlos die Kamele
dahin. Hin und her wiegt ſchwankend und ſuchend ihr langer
Hals mit dem lächerlich kleinen Eidechſenkopf, taktmäßig mit
lautem Knallen klappern die haſenſchartigen Oberlippen auf
und nieder, ſchnaubend wittern dann und wang die geblähten
Nüſtern nach allen Seiten. Längſt haben die wegmüden
Wan=
derer die ledernen Naſenriemen als gänzlich nutzlos gleiten laſſen
und den Kamelen um den Hals gewickelt. Führerlos, ohne
Störung durch von der Kultur verdorbene und der
geheimnis-
vollen Urinſtinkte baren Lebeweſen, eilen die Kamelo mit
ge=
ſpitzten Ohren und aufmerkſamen Augen dahin. Wie Waſſer
rieſeln unter ihren breiten Sohlen Ströme feinen gelb=weißen
Sandes, lautlos und ſchweigend. Unirdiſch, tot, ohne jegliches
Seichen irdiſchen Lebens, von unſichtbaren, unnennbaren
Phan=
tomen bevölkert iſt die ungeheure Einöde . . . Stunden
ver=
gehen . . . Im Halbſchlafe, in Sieberträumen des Durſtes und
der Verzweiflung hängen die Reiter in den hohen „rala” (
Kamel=
lättel), die Hände mechaniſch um das hohe Kreuz geklammert . . .
Unerbittlich und unentrinnbar verfolgt das glühende,
todbrin=
gende Geſtirn am Himmel ſeine ewigen Bahnen . . . Eine
ge=
heimnisvolle Unruhe ergreift ſeit einiger Seit die Kamele.
Schnuppernd und witternd ziehen ſie mit hochgeworfenen Lippen,
gebleckten gelben Hähnen und weitoffenen Nüſtern ſchnarchend
die Luft ein. Schneller, in unerklärlicher, aber deutlich fühlbarer
Erregung, wie neu belebt, ſtürmen ſie dahin. Plötzlich ein Halt:
In einem engen Cale zwiſchen zwei hohen Dünen ſinkt plötzlich
das vorder’te Kamel in die Knie und wühlt in einer ſchwach
er=
kennbaren Vertiefung im Boden mit dem Kopfe den Sand auf.
Die Araber ſpringen aus den Sätteln und graben fieberhaft mit
bloßen Händen und kleinen Spaten. Immer feuchter und kühler
wird der Sand. Da — ein Triumphgeſchrei, ein tief gutturaler
Laut aus rauhen Kehlen: „Schöf, Sidil . .. El maa — el
maa!!” (Schau Herrl Waſſer! Waſſer!) Die erſten
Crop=
fen des lebenſpendenden Waſſers werden mit zinnernen
Crink=
bechern ausgeſchöpft Die Wanderer ſind gerettet von faſt
ſicherem Code Das „dumme Kamel” hat ſie gerettet! . .".
Ein und alles, größter Schatz und größter Reichtum iſt dem
Bewohner der Wüſte das Kamel. Ohne Kamele wäre die Wüſte
völlig unbewohnbar und unpaſſierbar, dies genügſame, fleißige,
ausdauernde und intelligente Cier liefert dem Wüſtenbewohner
einfach alles; es iſt ſein Neit= und Laſttier, es iſt ſein
Waffenkamerad, es iſt ſein Pfadfinder, es gibt ihm Wolle zur
Bekleidung, Milch zum Trinken, Fleiſch zum Eſſen . . . Still
und geduldig, folgſam und anhänglich durchqueren die großen
weißen „mehara” (Neitkamel) unter ihren Neitern die unendliche
Wüſte, bis ſie eines Cages, ohne jegliche Warnung, ohne
vor=
heriges Krankſein, plötzlich zuſammenbrechen und verenden —
irgendwo in der waſſerloſen, glutdurchſengten Weite der Wüſte,
in der ſchon weiß die Knochen von Millionen ihrer
Leidens=
gefährten im Sonnenlicht bleichen Wahrlich — es iſt keine
angenehme, leichte Beſchäftigung, Kamel zu ſein! Und mit nichts
tut man dieſen ſtillen, geplagten, bis zum Code getreuen und
willigen Kreaturen mehr Unrecht, als wenn man jeden blöden,
dummen Crottel mit ihrem Namen, mit der ehrenden
Be=
zeichnung „Kamel” belegt! . . . Denn Kamel zu ſein iſt eine
Ehre — keine Schande!
Des Hundes Ehre.
Von Hans Hyan.
Nichts iſt dauerhafter als das Vorurteil. Beſonders dann,
wenn man nicht einmal weiß, worauf es ſich gründet.
Wes=
wegen wird ein Menſch, dem jemand ſeine äußerſte Verachtung
ausdrücken möchte, ausgerechnet mit dem Namen desjenigen
Cieres belegt, daß auf der anderen Gefühlsſeite als der beſte
Kamerad des Aenſchen, als ſein treueſter Helfer gilt? — Ja,
man ſetzt noch einen Fluch darauf oder bringt, wenn es ganz
arg klingen ſoll, den Hund mit dem Schwein in Connex, um ihn
dem verachteten Gegner an den Kopf zu ſchleudern.
Dahingegen belegten aber ſchon die Alemanniſchen Geſetze
um 700 nach Chriſti Geburt den mit hoher Buße, der einen
Hirtenhund tötete. Und auch die Anſichten über Neinheit und
Unreinheit des Hundes ſind nicht überall die gleichen geweſen.
Die alten Incas züchteten einen teckelähnlichen Hund, den ſie
„Cekal” nannten, auch „Itzokuinte pototzli”, der als Leckerbiſſen
galt. Die Battakneger eſſen ihre Hunde heute noch, ebenſo wie
die Chineſen den „Chow=Chow” eine Spitzform, die übrigens
auf der letzten Berliner Ausſtellung am Kaiſerdamm zum erſten
Male ausgeſtellt war. . . Und es iſt leider nicht zu leugnen.
daß während des Krieges auch in Deutſchland viele Hunde
ge=
geſſen wurden. Aber es geht dem Hunde, wie ſo vielen anderen
Cieren, die einfach durch zoologiſche Unkemntnis mit geiſtigen
Merkmalen bedacht werden, die ſie abſolut nicht zu haben
brauchen. Natürlich ſind auch die einzelnen Individuen
inner-
halb der Naſſe ſehr verſchieden geartet. Es gibt Ciere, die —
nur wenige Wochen alt — ſchon die Wohnung reſpektieren, und
andere, die niemals ſtubenrein werden. Weiße Pudel legen ſich
beiſpielsweiſe nicht auf ihr Lager, wenn der Leinenbezug nicht
mehr ganz weiß iſt. Neben außerordentlich intelligenten,
lern=
eifrigen Hunden finden ſich ſolche, die nichts lernen wollen, auch
wohl gar nichts begreifen können. Auch Minderwertige und
geiſtig Abnorme, wie bei uns Menſchen — zu ihnen gehören die
Streumer und Vagabunden, die immer wieder auskneifen. Auch
die Mörder, die alles, was ſie ſchaffen, abwürgen. — Und vor
allen Dingen: Hunde mit abſolut entwickeltem Feingefühl ſind
gar nicht ſelten, die ſich z. B. bei einer leiſen Abwehrbewegung
zurückziehen und nicht eher wieder dem Herrn nahekommen, bis
er ſie ruft. Hier, wie bei allen Geſchöpfen, die geiſtige
Ent=
wicklungsmöglichkeiten beſitzen, kommt alles auf eine richtige,
planmäßige Erziehung an. Und dieſe muß, wie beim Kinde, in
früheſter Jugend einſetzen. Sie muß gütig, gerecht, aber doch
von größter Konſequenz, ohne Weichlichkeit und Verzärtelung
ſein. So ſchafft man ſich ein Cier, deſſen Freundſchaft wertvoller
als die mancher Menſchen iſt. Leider ſind Erzieher von ſolcher
Qualität bei Menſch und Cier ſelten. Sonſt würden ſo häßliche
Unſitten, wie das ſich gegenſeitige Beſchimpfen, nicht ſo häufig
vorkommen. Im übrigen: Menſchen, die die Ciere und ihre
Eigenſchaften kennen, beſchimpfen ſich gegenſeitig nicht, am
wenigſten mit den Namen ihrer „ſprachloſen” Freunde.
Anklagerede des Schweins.
Von Hans Neimann.
Wir Schweine ſind nur deshalb Schweine, weil uns die
Menſchen zu Schweinen gemacht haben. Von Haus aus ſind wir
roſige Geſchöpfe von meiſt unbefleckter Neinheit. Wäre der
Menſch weniger verbohrt und vorurteilsvoll, ſo ſteckte er uns
nicht in einen engen Pferch, in Unrat und Miſt, ſondern gäbe
uns helle, freundliche, von neuer Sachlichkeit ſtrotzende Näume.
Das Pferd wird geſtriegelt und wie ein Baby behandelt.
Löwen=
kinderchen und Bärenjunge werden mit der Milchflaſche und
mit Lebertran großgezogen. Unſere Nachkommen erblicken das
finſtere Licht ihres Kobens als Schweine, die ſaumäßig behandelt
werden. Man drücke uns Kamm und Schwamm in die geſpaltene
Klaue; man reiche uns einen Raſierpinſel für die Borſten und
etliche Cuben Naſiercreme. Im Gegenſatz zu den verhätſchelten
Schoßhündchen gönne man endlich uns ſogenannten Schweinen
Samtſiſſen und nette Körbchen, und man wird anerkennend
feſt=
ſtellen, daß wir mit unvergleichlicher Grazie unſere ornamentalen
Ringelſchwänzchen zu drapieren wiſſen. Denn wir ſind keim
Schweine. Was bedeutet das bißchen Schmutz, das wir
fabri=
zieren und das wir durchwühlen, gemeſſen am innerlichen Drech,
der beiſpielsweiſe den unverhältnismäßig viel Abfall
erzeugen=
den Vögeln am Stecken haftet. Schaut euch die Cauben von
San Marco an! Man richte den Blick auf die gänzlich
ver=
ſchweinigelte Cheatinerkirche zu München! Man betrachte die
in üblem Geruche ſtehenden Guano=Inſeln! Wenn wir Schweine
Slügel hätten, würden wir den Bodenſatz unſerer Behauſungen
jubilierend unter uns laſſen. Schließlich bedeutet äußerer Unrat
nichts. Der innere gibt den Ausſchlag, ob jemand ein Schwein
iſt oder nicht. Wir Schweine ſind brave Väter, aufopfernde
Mütter, gewiſſenhafte und folgſame Kinder. Wir bewegen
uns nicht in Cochonnerien, ſondern grunzen uns
Liebenswür=
digkeiten zu. Nicht unſeren Hirnen entſprang die ſchimpfliche
Kreuzung: „Schweinehund‟. Wir halten unſere Naſſe rein —
Moſes mochte uns wenig leiden. Ob aus chikanöſen oder
trichi=
nöſen Gründen, ſei dahigeſtellt. A propos: Crichinen. Wir
beherbergen dieſe Cierchen aus purer Gaſtfreundſchaft und in
blindem Vertrauen auf den Scharfblick des Fleiſchbeſchauers.
Die Nachtigall, das Schwein, ſitzt voller Milben; der Schwan
wimmelt von Waſſerflöhen; Kaninchen haben gemeinhin die
Neblaus; Ciger und Leoparden können ſich kaum vor Läuſen
retten. Wir Schweine ſind friedliebend, ehrbar und gemütvoll.
Unſere ethiſche Weſte glänzt weiß. Wir ſind Guttempler und
Vegetarianer, und unſere jüngſte Generation hält ſich ſtreng an
die Mazdaznan=Lehre. Wir ſind ſauber wie jener ſagenhafte
Sindling Caſpar Hauſer, der ſo lange von böſen Menſchen und
wilden Bieſtern verſchont blieb, als er ſich des Fleiſchgenuſſes
entſchlug. Und außerdem ſind wir heraldiſche Vorbilder, nach
denen Städtenamen, Sunftgenoſſenſchaften und Wappenſchilder
geſchaffen wurden. Auch ſind wir die Boten Fortungs und
tragen zu dieſem Behufe ein vierblätteriges Kleeblatt im
marzi=
panenen Schnäuzchen. Wer uns liebt, hat Schwein. An ihren
Ferkeln ſollt ihr ſie erkennen!
Schach
A
Nummer 205.
Partie 37.
Geſpielt in der 12. Runde des New Yorker Turniers 1927.
Spaniſche Partie.
Beiß: Capablanca Schwarz: Dr. Widmar Weiß: Capablanca Schwarz: Dr. Widmar
e7—e5
Sb8—c6
17. 102—b3
27—a6
1. 62—e4
2. Sg1—f3
3. Lt1—b5
4. Lb5—e4
5. 0—0
6. Tf1-e1
7. La4—b3
8. o2—o3
9. Lb3—o2
10. d2—d4
11. Sb1—d2
12. h2—h3
13. d4—d5
14. 22—24
Soweit die Partie Bogoliubow— Rubi
ſtein vom Berliner Turnier 1926.
b5—b4
14.
Rubinſtein zog beſſer Ab8.
a6—a5
15. 8d2—o4
Schwarz will 16. 25 nicht zulaſſen,
über=
ſieht aber den folgenden Zug, der mit
SF d7 zu verhindern war.
Sk3xe 5!
Mit ſcharfem Blick gibt der Weltmeiſter
ſeinem Spiel eine günſtige Wendung.
Sg8—f6
Lf8—e7
b7—b5
d7—d6
Sc6—a5
C7—c5
Dd8—e7
0—0
Ga5—o
Soß—d 8
Lo8—a6
d6xe5
Der übrige Teil der Partie ſpielt ſich
mit gewohnter Präziſion ab.
18. d5—d6
19. Ddlxd8
20. Sc4xd6
21. Sd6xb7
22. o3Xb4
23. k2—f3
24. Lo1-e3
25. Te1—d1
26. Ta1-c1
27. Kg1—f2
28. Tolxd1
29. g2—g4
30. Le3—b6
31. Lb3xa6
32. Td1—d8*
33. Lb6xd8
34. Ld8xa5
35. b2—b3
36. La5xb4
37. a 4—a5
Leikdg
De7xd6
Sdg—b7
La6xb7
c5xb4
Tf8—d8
h7—h6
Lb7—e6
Loß-e8
Td8xdu
Tag—c8
Le8—d7
Ld7—e6
F7xe6
Toßxag
Sfé—d7
Sd7—c5
Sc5xb3
Sb3—d4
aufgegebe
(Aus den Deutſchen Schachblätter
Rätſel
Streichholzrätſel.
Durch Umlegung von acht und Hinzufügung von einem neuen
Hölz=
chen entſteht eine Naturerſcheinung.
Carl Deubel.
Verſteckrätſel.
Aus nachſtehenden Wörtern ſind je 3 zuſammenhängende
Buch=
ſtaben zu entnehmen, ſo daß ſie im Zuſammenhang geleſen ein Zitat
von Shakeſpeare ergeben:
Wanderſtab, Anarchismus, Sommerabend, Lacheſis, Nachtwache,
Niederwald Hundertſchaft, Ardennen, Liegeſtuhl, Gefühlloſigkeit,
Wahltag
Kaſtenrätſel.
Die Buchſtaben ſind ſo zu ordnen, daß die Senkrechten von links
nach reihts folgende Bedeutung haben: 1. Steinfrucht, 2. Früchte, 3.
Raub=
tier, 4. Deutſcher Fluß, 5 Ungeziefer, 6. Teil der Vogelfeder, 7.
Dichte=
riſcher Gleichklang, 8. Italieniſche Inſel, 9. Aſiatiſches Hochland. 10
Ver=
wandter. Die 1. Wagerechte bezeichnet dann eine Stiftung eines
berühm=
ten Erfinders, die letzte Wagerechte den Deutſchen, der ſie erhielt.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 17.
Zahlenrätſel.
Magiſches Leiſtenrätſel.
Uhrmacher, 2. Andreas, 3. Weinsberg.
Streichholz=Rätſel.
Elſo ich hab neilich mol widder geflickt bei’s Herr .... .."
zu. den Name ſag ich net, ’s mecht dem Mann peinlich ſei, dann
s e hochgeſtellt Perſeenlichkeit un der hott die beſte Beziehunge
no owwe, wann net gar nooch ganz owwe, was mer jo aach
ſtn, an ſeim mordslange Tiddel — Dinnſtbezeichnung wollt ich
ſe — ſieht. Nemlich im Verdraue, er is
Owweramtsgehilfe=
umſubberumenar. Awwer kaa bische ei gebild, ſehr liſcheer
ältmgang mit unſeraam. No un der kennt ſich aus am
Worſcht=
bei, un was der ſeecht, gilt, do kann mer ſich feſt druff
ver=
be, die wichdichſte Sache gehn dem als dorch die Hand, ſei Fraa
ℳti mer’s ſällwer geſagt.
Mo alſo, korz un gut, bei dene hab ich neilich widder mol
Aikkt. Un nooch’m Kaffeedrinke, wie ſei Fraa ’s Kaffeegeſchärr
i raumt hott — wärklich gor net e bische ſtolz ſin ſe, s Herr
hweramtsgehilfeunnerſubberumenars, ich därf ſogar bei=en am
ſta= Kaffee drinke — alſo do ſeecht der ſo beilaifich: „Wiſſe ſe,
ſſh— er, „wiſſe ſe, Bienche, ich glaab es wärd annerſt, un es
uran in de nechſte Zeit viele Winſch in Erfillung geh,” ſeecht er,
iürmanche Hoffnunge wärrn iwwer alle Maße herrlich
befrie=
ſn wärrn, erſter Klaß, zweider Klaß, wann net gar mit=eme
9—lche.” — Un dodebei hott er mer jowijahl ſei
Schnubb=
ocksduhs hiegehalte, un hott ſich ſelbſt e Ladens in die Amſchel
gubrwärkt, un hott dodebei ſo a deidungsweis geſchmunzelt,
awie wann=er ſage wollt: „Ja, ja, mir vun de Rechierung, mir
uſ viel, was die Leit erfreie dhet, wanns mer’s vorher
ver=
ne dhete.
Madierlich hott der ſich eigebild, ich dhet jetzt kniefellich drum
imediern, daß=er mer däß Geheimniß doch verrote mecht.
Aw=
ur wann ich aach innerlich faſt verblatzt bin for Neigierde, ich
htri ums verrecke net gefrogt, worum ſich’s hannelt. — Gott, ich
ſan, doch mei Pappenheimer, die muß mer bloß zawwele loſſe,
uym mer was aus en eraus bringe will, un mer därf’s um’s
uuze net märke loſſe, daß mer neiſchierich is. — Däßwääche hab
ſetzt, uff die Bries hie, erſt e dutzendmol ausgiewich un
um=
ſſtr” lich genießt, hab mer äwe ſo ausgiewich wie umſtendlich die
18 gebutzt un hab ſo ganz leichthie geſagt: „Alſo wärklich, Herr
ſvweramtsgehilfeunnerſubberumenar, wärklich, en
ausge=
zchzente Schnubbdewack hawwe ſe do, däß is ſcheints echter
Pa=
ſr?“
DDodruff hott der mich ganz verdutzt a geguckt, hott wichdich
Weſt glatt gezoge un nerfees mit de Hand uffm Diſch
ge=
ſurmelt, un hott dann widder agefange: „Ja, ja, mir vun de
lcrierung — —‟ Awwer ich hab ſeeleruhich en neie Faddem
affädelt un hab ganz leichthie geſagt: „Ja, ja, Leit vun Ihrm
ung miſſe ſchweije kenne‟. — Dodruffhie hott=er mich iwwer
Brill, ewäck ageguckt, wie e Kuh e nei Scheierdor, hott dann
fitreme gewichdiche Ruck noch emol e Bries eneigeſchowe
ine mir aazubiede — is dann uffgeſtieje un an’s Fenſter gange,
miooch ere Weil hott er ſich geraiſchbert un ſeecht: „Ja, ja, mir
iſze viel, mir vun de Rechierung, un wir dhete aach gärn als
mrnd ins Verdraue ziehe, awwer ihr Weibsleit kennt jo des
autl net halte, wann mer eich was ſeecht” —
No ich hab dodruff recht pickiert erwiedert, un hab zum
ge=
ſagt, er ſollt bidde net im Puralibuß ſchwätze, dann mei
Ver=
ſchwiegenheit weer im ganze Lendche bekannt, un ich weer aach
net neiſchierich, vun mir aus kennt=er ſei Wiſſenſchaft ruhich for
ſich behalte, ich wollt nix aus em erauslubbern, ich weer net
ſchaff druff, dann was Gudes weer’s doch net, un es Schlechte
kreecht mer noch frieh genug ſärwiert.
„Awwer bidde,” ſeecht er, „wer redd dann vun was Schlechtem,
er hett doch ausdricklich geſagt,” ſeecht er, „daß=es was
Hechſt=
erfreiliches weer, wo er wißt, er derft mer’s bloß net ſage.”
„Soſo,” ſagt ich, „vun was Erfreilichem war die Redd? —
No do kenne ſe ſähe, daß ich net neiſchierich bin, dann ich hab
ſchun widder ganz vergäſſe, was ſe voort geſagt hawwe."
Däß hott=en ſcheints gefuxt, dann er hott was in de Bart
ge=
brummelt un hot geſagt, ob ich net wißt, wer er weer, un wann
er aam in e Unnerhaldung ziehe dhet, do weer däß net ſo, wie
bei=eme ixbeliewiche Geſpräch, ſundern do ſollt mer gefellichſt die
Ohrn ſpitze. — Un dann hott er noch emol e Bries genumme, un
hott a gefange un hott geſagt: „Alſo weil’s Sie ſin, Bienche, do
will ich’s noch emol verzehle; nemmlich ich hab geſagt”, ſeecht=er
„es wärrn nechſtens viele Winſch in Erfillung geh, un manch
Hoffnung wärd befriedicht wärrn, baſſe Se gut uff,
befrie=
dicht hab ich geſagt, vielleicht ſogar mit=eme Vögelche
„Soſo, ſagt ich, am End gor mit=ere Ent, odder mit=eme
Gickel. No, ſagt ich, däß is awwer mol recht, un däß freit mich,
daß endlich emol die Rechierung e Ei’ſähe hott un ennerſchich
hinnevorfahrn will, un will endlich emol defor ſorje, daß
Sunn=
dags jeder Staatsbärjer ſei Hinkel im Dibbe hott, damit
unſer=
aaner doch aach widder mol ſieht, wie däß Fäddervieh im
ge=
brotene Zuſtand ausſieht."
Awwer dodruffhie hott mich mei
Owweramtsgehilfeunner=
ſubberumenar ganz vergeiſtert ageguckt un hott ganz verdaddert
geſagt: „Awwer um Goddes Wille, weer ſchwätzt dann vum
Ge=
fliechel un ſo, dodrum hannelt ſich’s jo gornet, ſundern ganz im
Gäächedaal — die Orden wolle ſe widder eiffiehrn!“
„Soſo,” ſacht=ich — „Orden eiffiehrn? — E‟ Wichdichkeit —
un hab mei Neehzeich ei geppackt. Awwer er hott geſagt, ich ſollt
däß net ſo leicht nenme, un es weer=em jetzt grad ſo eraus
ge=
fahrn, un ich ſollt=em uff Ehr un Seelichkeit verſpräche, daß ich
nix verrote wollt.
No ich hab=em däß ſelbſtverſtendlich verſproche. — Un de
Awend hab ich’s meine Zwangsmiedern, unnerm Siechel der
Verſchwiechenheit, briehwarm weider geſagt, damit die
wenich=
ſtens aach waaß, mit was vor hochgeſtellte Perſeenlichkeide mer
verkehrt, un daß mer ſich zu de Eigeweide zehle kennt. Un ich
hab=er gleich a geditte, daß ſe ſich net zu wunnern braicht, wann
ſe eines Dags in de Zeidung läſe dhet, daß ich de Profäſſertiddel
krickt hett, un weer in de erbliche Kommerzienratſtand erhowe
worrn, un hett=en ſaumeßich hoche Orden verliehe krickt.
Awwer däß mißginſtiche Geſteck hott mich ausgelacht un hott
geſagt, ob ich dann vun Gott und alle gude Geiſter verloſſe weer,
un ich ſollt mer in meim Greeßewahn nor kag Schwachheide
ei bilde, ſeecht ſe, un außerdem, hott ſe geſagt, for was ich dann
en Orden hawwe wollt, ob valleicht for mei fräches Maulwärk?
— Un ich ſollt nor ganz ruhich un beſcheide ſei, un ſollt froh ſei,
wann ſe mich net eiſſpärrn dhete, wo ich mei Raffel immer ſo
laafe loſſe dhet, un dhet zu allem mein Semft dezu gäwwe, un
mit=ere ſolchene Unverſchemtheit, daß es aam bloß wunnern mißt,
daß die, die wo’s agingt, de Langmut noch net verlorn hette;
ſie dhet’s noch erläwe, ſeecht ſe, daß ſe mich eines Dags im griene
Wäächelche abhole dhete, zu=ere Summerfriſch uff=em Rockeberg,
un ſo. Awwer ich ſollt dann net ſage, daß ſe mich net
rechtzei=
dich gewarnt hett; un im iwwriche, ſeecht ſe, ihr kennts aans ſei,
un ich dhets jo ſchun ſähe, wo ich hie kemt mit meim Hochmut
un mit meine Frächheit.
So, do hatt ich mein Dabbe. Awwer no, ſo is ſe, mei
Zwangsmiedern, un die macht mer net mehr annerſt, die muß
mer ſchun ſo verbrauche wie ſe is. — Awwer geärchert hab ich
mich doch iwwer däre ihr deſchbäckdierlich Geſchwätz, un iwwer
die Behaubdung, ich hett e fräch Maulwärk, wo ich doch vun=eme
Samftmut beſeelt bin, der wo ſeinesgleichen ſucht. — Odder
will däß valleicht jemand beſtreite? — Ich hoff net, dann ſunſt
mißt ich=em uff’s Dach ſteije un mißt=em was verzehle, daß=em
Heern un Sähe vergeh dhet. Kreizdeiwel nochemol!"
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Ich muß noch emol uffm
Niewer=
gall ſei nei Grabdenkmal zurickkumme. Nemlich es wärd
allge=
mein a genumme, däß hett en Witz ſei ſolle — als wann ich
aach Witz mache kennt. Naa, däß war mein bludicher Ernſt, un
heechſtens en Witz vum Herr Friedhofsdezärnend, awwer en
ſchlechte. Ich mecht däßhalb allen Ernſtes noch emol druff
hieweiſe, uffgebaßt: uffm alte Friedhof, Haubtwähk, rechts des
erſte Erbbegräbnis, do is zu ſähe em Niewergall ſei „nei”
Grab=
denkmal uff=eme „alte‟ Grabſtaa. Uff de Rickſeit kann mer noch
läſe, däß der Grabſtaa urſpringlich em Herr Hofapotheker
Eber=
hardt geheert hot".
Alſo die Gunn hawwe ſe dem Niewergall doch agedha,
wann’s aach en „gedragene” Grabſtaa is, ſie hawwe wenichſtens
aan vun=eme Hofabbedheker genumme, däß is wenichſtens
äwenfalls en ſtudierter Mann gewäſe; ſie hette ſchließlich grad
ſo gut aan vun=eme Stadtdaglehner nemme kenne. Jedenfalls
hatpwe ſe agenumme, daß dodorch die
Geſchmackloſich=
keit, aam en gebrauchte Grabſtaa als Denkmal zu ſetze, e bißche
gemildert wärd. —
Drotzdem, wann die Welt vun dem neie Schennieſtraach
er=
fehrt, daß mer, um des Adenke vun=eme dode Dichter zu „ehrn”,
en gedragene Grabſtaa vun=eme Hofabbedheker dezu nimmt,
däß wärd unſerm Ruf als Kunſtſtadt e glenzendes Zeichnis
ausſtelle. Un der, der wo däß ausgeheckt hott, der kann ſich
jederzeit de Dockterdiddel verleihe loſſe, die Unniferſidhät
Schilda gibt=ſem, mit Auszeichnung! — Heilicher
Baffanutzius! —
Iwwrichens, wie ich die Woch in dem neie Darmſtädter
Witz=
blatt den Ardickel vum Auguſt geläſe hab, do wunnert mich
iwwerhaubt nix mehr. Heechſtens, daß mer uns noch den
Luxus vun=eme achtunvärrzichkebbiche Stadtparlament erlaawe.
Nooch dem Addickel hawwe die doch nix zu ſage. — Un bloß
zu Räbräſſendatzionszwecke, bei Eiweihungsfeierlichkeite un ſo,
do dhete’s aach e paar Arweitsloſe. Die alte Achtunvärrzicher ſin
jedenfalls iwwerfliſſig.
No un wann däß Schule macht, daß die „Prominente” in
de Witzblätter ihr „Programm” endwickele, do wärrn mer’s jo
bald erlääwe, daß beiſpielsmeeßich kimfdich de Streeſemann däß,
was er zu ſage hott, im „Kladderadatſch” veröffentlicht, de Marx
nimmt ſei Zuflucht zum „Simmbel” un unſer Landesvadder
aißert ſich im „Lachen Links”; odder äwenfalls im „Datterich”.
Zeide ſin däß, Zeide — — — —?! — Un do brauch mer
ſich iwwer des Wädder zu verwunnern, iwwer däß verrickte . . .
Der zeitgemäße Haushalt.
Wie verhüte ich das Rotkochen des
Blumen=
bhls? Beim Bereiten von Blumenkohlgemüſe hat wohl ſchon
de Hausfrau die unerwünſchte Entdeckung gemacht, daß der
lumenkohl einen rötlichen oder bräunlichen Schimmer gegen
ine urſprüngliche Weiße eintauſchte.
Dieſes Verfärben kann z. B. eintreten, wenn zum Kochen
ſicht der richtige Topf gewährt wurde, doch kommt es auch in
men Fällen vor, wo zum Kochen Emailletöpfe mit ſchadhafter
Ia ſur Verwendung fanden. Am beſten wähle man zum Kochen
ſorzellan=, Steingut= oder Aluminiumtöpfe.
Ferner füge man dem Kochwaſſer einige Tropfen
Zitronen=
oder Eſſig und das Salz zuletzt bei, dann erzielt man
humen, ſchneeweißen Blumenkohl.
Bayriſche Käſeſpatzen 1 Pfund Weizenmehl
ver=
ihrt man mit 1 Teelöffel Salz, 1 Eßlöffel zerlaſſener Butter,
ſts geriebener Muskatnuß, 1 gehäuften Teelöffel Appels
Hüh=
eiwollei und Waſſer zu einem feſten Teig, den man mit einem
öffel ſolange ſchlägt, bis er Blaſen wirft, worauf man ihn bis
um nächſten Tage köhl ſtehen läßt.
Nochmals geſchlagen, ſchabt man mit einem Meſſer von dem
uf feuchtem Brett liegenden Teig kleine, ſchmale, bleiſtiftſtarke
ſteifen (Spatzen) in kochendes Salzwaſſer ab, läßt ſie 10
Minu=
in kochen, worauf ſie mit dem Schaumlöffel herausgehoben, mit
dichlich brauner Butter übergoſſen und mit geriebenem
Par=
teſ an= oder Schweizerkäſe beſtreut werden. Man reicht ſie mit
nier würzigen Tomatenſoße und grünem Salat, oder
Gurken=
mde Blattſalat gemiſcht, zu Tiſch.
Iſtdas Kartoffelmehl zum Sämigmachen von
ßen Suppen und Gemüſen „ausgegangen”
amn leiſtet eine feingeriebene rohe Kartoffel die gleichguten
dienſte, vorausgeſetzt, daß es ſich nicht um ſüße Speiſen und
Ferichte handelt.
Reis=Eierkuchen (Reſteverwendung).
Uebriggebliebe=
er. Reis verrührt man mit 2—3 Eiern, ½ Teelöffel Salz, 1
Eß=
öffel Süßſtofſlöſung, 1 Eßlöffel Mehl und ſoviel Milch, daß ein
ſich fließender Teig entſteht, unter den man zuletzt den ſteifen
ichinee der 3 Eiweiße zieh:. Von dieſer Maſſe bäckt man in
hei=
er. Pfanne mit reichlich Butter, Margarine oder Kokosfett nicht
u dünne Eierkuchen, die man, mit Zimtzucker beſtreut, zu
ge=
mortem Rhabarber, Apfelmus, eingemachten Preißel= oder
deedelbeeren zu Tiſch gibt. Sie ſind auch ein bekömmliches
Kin=
er abendbrot.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Feine Rhabarberſuppe. Rehkeule mit
gemiſch=
en Gemüſe. Apfelſinenkreme. — Montag: Spinatgemüſe
nc Bratkartoffeln und halbierten Eiern. — Dienstag;
Reiſchgefüllte Eierkuchen mit grünem Salat. — Mittwoch:
Serſuppe. Makkaroniauflauf mit Tomatenſoße. —
Don=
terstag: Bayriſche Küſepatzen mit gemiſchtem Salat. —
Eeitag: Nudelſuppe. Gekochter Seelachs mit Dillſoße und
Hartoffelkroketten. — Samstag: Geſchmorte Backpflaumen
uirt gekochtem Schwarzfleiſch und Grießklößchen.
Panoptikum der Welt.
Die ikalieniſchen Bettler.
Der italieniſchen Polizei iſt der Auftrag erteilt worden,
unter den Betklern gehörig aufzuräumen. Ihre Offenſive gegen
Lazzaroni und Nichtstuer wird in deutſchen Kreiſen Verſtändnis
finden. Die Samilien und die Hochzeitsreiſenden, die jetzt in das
klaſſiſche Land des blauen Himmels fahren, brauchen alſo nur
noch halb ſoviel Kleingeld einzuſtecken. Die italieniſchen
Schutz=
leute werden es verhindern, daß, wer am Markusplatz den
heiligen Cauben Erbſen hinwirft, nicht ebenſoviele Bettler mit
Kupfergeld zu füttern hat.
Wie römiſche Blätter melden, hat die Polizeioffenſive ſchon
merkwürdige Dinge ans Licht gebracht. Man wollte, wie es ſich
gehört, den Bettlern Arbeit verſchaffen. Aber da ſtellte es ſich
heraus, daß die meiſten nicht nötig haben, zu arbeiten. Sie ſind
ganz vermögende Leute und betteln bloß zum Seitvertreib. In
einer ſizilianiſchen Stadt beiſpielsweiſe entdeckte man einen
Greis, der ein Guthaben von achtzigtauſend Mark bei der
römi=
ſchen Siliale einer engliſchen Bank liegen hat. Vor drei Jahren
ſind es ſogar zweihunderttauſend Mark geweſen. Die
hundert=
zwanzigtauſend Mark hat er inzwiſchen ſeinen beiden Cöchtern
als Mitgift gegeben.
Dann iſt da ein Bettler mit Namen Caputo, der in Catania
ſo erbärmlich herumlief, daß alle Reiſenden in die Caſche griffen.
Sie haben das ihre getan, damit er ſich nach und nach fünfzehn
Häuſer kaufen konnte. Caputo bettelte grundſätzlich nur bis
fünf Uhr nachmittags. Um ſechs verließ er eines ſeiner
fünf=
zehn Häuſer wie ein vollendeter Gentleman, begab ſich in eine
Vorſtadt, wohin ihn die Pflicht als Kinobeſitzer rief. Die
beiden Bettlerfürſten, von denen hier die Nede iſt, ſind jetzt
ver=
haftet worden. Sie ſind ganz außer ſich darüber, weil ſie
näm=
lich die behördliche Erlaubnis zum Betteln haben. Einer hat ſich
den hervorragendſten Advokaten von ganz Nom zur
Vertei=
digung in dem zu erwartenden Prozeß gemietet. Wer ſetzt in
das klaſſiſche Land des blauen Himmels reiſt, dürfte gerade
zu=
recht kormen, wenn dieſer Bettler ſeinen Prozeß gewinnt.
Die philippiniſchen Swillinge.
Ein Paar zwar nicht ſiameſiſcher, aber doch
aneinander=
gewächſener Swillinge iſt dieſer Cage von den Philippinen in
New York eingetroffen. Sie wiſſen noch nicht, daß ſie gemachte
Männer ſind. Sie ſind ſo unvernünftig, eine Handelsſchule zu
beſuchen, um doppelte Buchführung und einen dem Merkur
wohlgefälligen Brieſſtil zu erlernen. Obwohl ſie wie geſchaffen
ſind, auf den Varietébühnen beider Erdhälften Bombenapplaus
und dito Gagen einzukaſſieren, ſitzen ſie recht deplaziert in der
Schulbank, Nücken an Nücken, ſo wie ſie gewachſen ſind. Immer
nur der eine kann den Lehrer von Angeſicht ſehen. Jede halbe
Stunde drehen ſie ſich um, damit der andere nicht zu kurz kommt.
Auf der Straße muß jeweils einer rückwärts laufen, aber ſie
halten ausgezeichnet Schritt, als ſei ihre Vierbeinigkeit die
logiſchſte Sache von der Welt. Simlicio, der größere, geht
regel=
mäßig vorwärts. Denn Luccio hat ſchlechte Augen und muß
eine Brille tragen. Wenn ſie vernünftig wären, könnten ſie in
einem Monat ein Auto beſitzen, eine Villa und wer weiß, was
alles noch. Nur jeden Abend einmal brauchten ſie, wie ſie da
ſind, über die Bühne zu marſchieren. Da ſie es aber nicht tun,
ſind ſie gar nicht wert, dieſe Göttesgabe der Abnormität zu
be=
ſitzen. Sie wollen Kaufleute werden, ſich alſo einem Beruf
widmen, der ungeheuer überlaufen iſt. Dabei beſitzen ſie nicht das
geringſte kaufmänniſche Calent. Beſäßen ſie nämlich welches,
würden ſie nicht Kaufmann werden, ſondern die größte
Varieté=
nummer der Welt.
In einer ſtürmiſchen, regneriſchen Nacht wird der Arzt aus dem Bett
geholt. Er eilt zu der erkrankten Dame, unterſucht ſie und ſagt mit
feierlicher Stimme: „Gnädige Frau, falls Sie noch Anordnungen treffen
möchten, ſo laſſen Sie ſofort Ihre Familie und den Notar holen!” „Um
Himmels willen, ſteht es denn ſo ſchlecht mit mir?” „Das nicht, aber
ich will nicht der einzige Narr ſein, der umſonch geweckt worden iſt.”
„Darf ich Ihnen dieſen neuen Füllfederhalter empfehlen? Ich
garantiere Ihnen, daß er ewig hält.
„Ich kaufte mir ja erſt vor drei Monaten einen gleichen!”
„Wirklich? Nun dann iſt es an der Zeit, daß Sie ſich wieder
einen neuen kaufen.”
(Paſſing Show.)
Abgeblitzt. Herr (im Café): „Ich will nicht hoffen, daß dies das
Stammeafé Ihres Mannes iſt.‟ Dame: „Das iſt völlig
gleich=
gültig! Es würde mir niemals einfallen, mit jemand hierher zu kommEhe
(Bulletin.)
auf den er eiferſüchtig ſein könnte!“
dliſſee=Moden für warme Cage.
Nichts iſt ſo anmutig, ſo ungezwungen und ſo
zeitlos, das heißt nie aus der Mode kommend, wie
die Pliſſés; darum gibt es wohl keine Jahreszeit
die ſich dieſer Effekte in der Mode nicht bedienen
würde und noch niemals waren die kleidſamen,
kleinen Faltenwirkungen gänzlich ausgeſchaltet.
Gegenwärtig finden die Pliſſés ihre beſondere
Berechtigung vor allen Dingen darin, daß ſie ſehr
jugendlich ausſehen und das Augenmerk der Mode
jetzt ja hauptſächlich auf jugendliche Wirkung der
neuen Schaffungen gerichtet iſt.
Die gerade Linie bricht ſich immer mehr und
mehr Bahn und auch ſie wird durch die Pliſſé=
Effekte ſehr gefördert.
Außerdem haben ſie den Vorteil (infolge der
durch ſie erzielten Längsteilung der Figur),
unbe=
dingt ſchlank zu machen, kommen, alſo nicht wie
viele andere Modeneuheiten nur für Idealfiguren,
ſondern auch für kleine oder unterſetzte Geſtalten
in Frage.
Das Pliſſé läzt ſich in jedwedem Materiale
her=
ſtellen, vorausgeſetzt, daß es nicht zu dick ſei und
demzufolge die Fältelung nicht exakt aufzunehmen
vermag.
Man ſieht Pliſſés heuer ebenſo häufig auf
halb=
ſportlichen und Gebrauchsſtücken, wie auf
elegan=
ten, nachmittäglichen Modellen und kann ſomit
wollenen und ſeidenen Pliſſé=Schaffungen ſehr
häufig begegnen.
Die Art der Pliſſes unterſcheidet man
voneinan=
der weniger in ihrer Geſamtwirkung, als
viel=
mehr in ihrem Detail, hier aber ſind tatſächlich
voneinander durchaus verſchiedene Effekte
feſtzu=
ſtellen.
Am gebräuchlichſten iſt wohl das ſchlichte
„Kriſtall=Pliſſé”, eine enge, ununterbrochene
Fälte=
lung des betreffenden Materials, wofür Bild 1 als
Beiſpiel dienen kann. Dieſer Art ſehr ähnlich iſt
das „Hohlfaltenpliſſé” das aber nicht gleichmäßige
Fältelung, ſondern kleine, aneinandergereihte
Hohl=
falten bringt (Bild 3). — Als eine davon leicht zu
unterſcheidende Variante ſind die „abgeſetzten
Pliſſes” zu bezeichnen, das ſind jene, bei denen der
Stoff oder die Seide nicht ganz durchpliſſiert wird,
ſondern eben „abgeſetzt” erſcheint, ſo zwar, daß das Material nur
partienweiſe Pliſſés bringt und dazwiſchen glatt bleibt (als
Muſter dieſer Art wäre das zweite Bild unſerer Gruppe zu
nen=
nen). Sehr eigenartig wirken die ſogenannten „Phantaſiepliſſés”
die nicht nur in einer Richtung, ſondern oft auch kreuz und
quer gefältelt ſind, ſodaß ſich beiſpielsweiſe aparte Karoeffekte
ergeben, wie man außerdem auch in letzter Zeit ſchöne Phantaſien
mit Fiſchſchuppen=Pliſſes zu erreichen vermochte. Dieſe Phantaſie=
Pliſſés, die allerdings die am wenigſten gebräuchlichen ſind,
fin=
den in der Hauptſache für elegante ſommerliche Nachmittags= und
Abendkleider Verwendung.
Unſere Gruppe weiſt auf die neueſten Pliſſé=Schaffungen hin:
Auf einem leichten Stoffkleide, das man in einer hellen,
ſom=
merlichen Schattierung ausführen wird, kommen die kleinen,
gleichmäßigen Fälichen immer vorzüglich zur Geltung, was auch
aus unſerem letzten Bilde zu entnehmen iſt. Dieſes Modell hat
mantelartigen Chazakter und benötigt darum entweder ein
Un=
terkleid oder aber zum mindeſten ein durchlaufendes Plaſtron, da
es ja nicht vollkommen ſchließt. Der gegenwärtigen Gürtelmode
entſprechend, iſt es mit einem ſchmalen Wildlederriemchen in der
Farbe des Kleides zuſammengehalten. Der Schnitt dieſes
diſtin=
quierten Promenademodells iſt ſehr apart: der Herrenfaſſonkragen
paßt ſich dem Charakter des eingeſetzten Sattels ſehr gut an.
Vom Sattel an beginnen beiderſeies pliſſierte Bahnen, die unten
in Dreieckform (genau wie beim Sattel in der
oberen Partie) abſchließen. Hier ſetzt dann wieder
eine glatte Partie mit beiderſeits eingelegten
Hohl=
falten an, die dieſem Kleide die entſprechende
Weite geben und beim Ausſchreiten ſehr gut
wirken.
Einfach im Schnitte und gerade darum
unge=
mein elegant und kleidſam iſt das erſte Modell,
ein feiner Sommermantel, den man ſowohl in
Stoff als auch in Seide herzuſtellen vermag. —
(Bei dieſer Gelegenheit ſei darauf verwieſen, daß
vornehmlich graue Umhüllen ſehr beliebt ſein
werden, da ſie nicht ſtaubempfindlich ſind und zu
faſt allen ſommerlichen Kleiderfarben ſehr gut
paſſen.) Die Machart dieſes Mantels iſt nicht
ſchwer wiederzugeben. Er hat die gerade
Paletot=
form und einen eingeſetzten, abgeſchrägten Sattel,
aus dem eine große Pliſſé=Partie hervorkommt,
die bis zum unteren Rande reicht. Von einem
Gürtel aus gleichem Materiale werden die
Fält=
chen niedergehalten. Seitliche Knopfbahnen
neh=
men ſich ſehr gut aus, ebenſo eingeſetzte Pliſſé=
Partien in den Aermeln. Vorne iſt der Mantel
glatt und gerade und — wie alle modernen Stücke
— knopflos.
Ein ſchönes Gebrauchskoſtüm zeigen wir im
dritten Bilde. Die Pliſſes ſind hier auf der Jacke
in ähnlicher Art verwertet, wie auf dem in der
letzt n Skizze feſtgehaltenen Kleide. Sie beginnen
nämlich in Dreiecksform unterhalb der Schulter
und werden durch die aufgeſetzten Taſchen
abge=
ſchloſſen. Gewiſſermaßen als Verlängerung dieſer
Bahnen erſcheinen die Pliſſés am Rocke in zwei
ſeitlichen Partien.
Ein elegantes, nachmittägliches Kleid, das —
wenn es in einer hellen Schattierung gearbeitet
wird — auch für kleine, ſommerabendliche
Gelegen=
heiten heranzuziehen wäre, zeigen wir als zweite
Figur unſeres Bildes. Die gerade Hängerfaſſon
dieſes Modells bringt die ſchon früher erwähnten
„abgeſetzten Kriſtall=Pliſſés”, die durch drei, in
der Mitte mit einer Schnalle verſehene ſchmale
Gürtel in der gleichen Farbe in aparter 9
unterbrochen werden und die Figur zweckmäßl
und richtig teilen. Der auf Zackenwirkung aufgebaute, gebunden
Schalkragen wird, ebenſo wie die ſchmalen Manſchetten der
etwas bauſchigen Aermiel in einer abſtechenden, allenfalls aber
hellen Farbe gehalten, wobei an eine lachsfarbene Garnitur zu
einem ſandfarbenen Kleide, an flieder oder roſa getönte Kragen
und Manſchetten zu einem grauen Modelle und an eine
beige=
farbene Garnitur zu einem ſchwarzen oder blauen Kleide
ge=
dacht ſei. Das eben beſchriebene Modell wird man natürlich in
Seide wiedergeben.
Die zarten, leichten Phantaſie=Strohhüte ſind die modernſte
Kopfbedeckung für Kleider dieſer Art.
Eine ärmelloſe Lederweſte
wird man im Frühjahre und im
Som=
mer für Ausflüge, Sommeraufenthalt,
2* Urlaubsreiſen und ſogar bisweilen am
Vormittag in der Stadt ſehr gut
ver=
wenden können.
Man trägt ſie im allgemeinen zu
* einem ſehr einfach gehaltenen
Stoff=
kleide (wie wir es in unſerer Stizze
zeigen), bisweilen auch zu „Rock=und=
Bluſe”, was dann allerdings einen
durchaus ſportlichen Charakter ergibt.
Einen ſehr ſchönen Akzent vermag
man einer ſolchen Lederweſte zu geben,
wenn man ſie andersfärbig oder zum
mindeſten Ton=in=Ton abſchattiert an
allen Kanten, wie auch an den
Arm=
löchern randet. (Skizze.)
Die vielen Farben von
Sämiſch=
leder, die gegenwärtig in den Handel
gebracht werden, ermöglichen es, zu
faſt jedem ſportlichen Kleide eine
ent=
ſprechende Lederweſte herzuſtellen, die
— da es ſich hier ja um geringe
Leder=
mengen handelt — nicht allzu teuer ſein kann. Sehr apart ſieht
es aus, wenn man den Hut in der Farbe der Weſte garniert.
Das Strickkleto
ſieht für Ausflüge und für die
Reiſe immer ganz ausgezeichnet
aus, hat den Vorteil großer
Bil=
ligkeit und wirkt — da es niemals
zerknüllt ſein kann — immer
be=
ſonders nett.
Außerdem arbeitet man jetzt
be=
kanntlich die Strickkleider in
außer=
ordentlich anziehenden Farben und
Muſtern, die hinter jenen der
letz=
ten Modeſtoffe nicht nur nicht
zu=
rückſtehen, ſondern ſie ſicherlich noch
weitaus übertreffen.
Die Formen der neuen
Woll=
kleider ſind natürlich von einander
grundverſchieden. Sehr gangbar
ſind, die jumperartigen Faſſons, &
ganz n=uarti. und nicht weniger
beliebt aber jene
kombinier=
ten Modelle, die man aus
einem geraden, etwa in Karos
ge=
muſterten Rocke und einem „
Lum=
berjack” (der ſchon wiederholt be=
ſprochenen und jetzt ganz beſonders bevorzugten, mit einer
patentgeſtrickten Paſſe und mit aufgeſetzten Taſchen verſehenen
Mode=Wollbluſe) zuſammenzuſtellen pflegt.
In dieſem Falle kann natürlich auch die Kombination
ver=
kehrt erfolgen, ſo zwar, daß der Rock einfarbig iſt, während der
„Lumberjack” ein entſprechend zu dem Rocke abſchattiertes Muſter
bringt.
Die modernen Reiß=Derſchluſſe
ſieht man nicht nur an Jumperkleidern, an den neuen Gummi=
Ueberſchuhen und an den verſchiedenen Handtaſchen, ſondern in
letzter Zeit auch an ſportlichen Lederhandſchuhen. Dieſer
Ver=
ſchluß hat gerade in dieſem Falle den Vorteil abſoluter Undurch=
läſſigkeit, ſo daß die Hand wirklich geſchützt erſcheint. Der
„Schuber” dieſes Verſchluſſes iſt auch hier mit einer originellen
Lederquaſte geziert, die — wenn der Handſchuh verſchloſſen iſt —
eine ſehr aparte Wirkung ſichert. — Zu den neuen Koſtümen
und Frühjahrsmänteln wie auch ſpäterhin für die Reiſegarderobe
werden ſich dieſe Handſchuhe gut ausnehmen und haben trotz
ihrer Neuheit und beſonderen Originalität den Vorteil,
keines=
wegs koſtſpieliger zu ſein, als die mit Knöpfen oder Drückern
verſehenen Modelle.
W. U.
Der geflochtene Hut
deutet unfehlbar darauf hin, daß man mit dem einfachen
Filz=
hut nun doch endlich Schluß machen will und nach größerer Aus=
A.5
arbeitung der Kopfbedeckungen ſucht. Sicherlich iſt auch der
ge=
flochtene Hut eine nicht von der Hand zu weiſende Neuheit, da
er ebenſo kleidſam wie eigenartig und auch der Farbe des bett,
Kleides leicht anzupaſſen
iſt. In der Regel verfertigt
man den Hutkopf aus
ge=
flochtenen Bändern oder
Borten (die durch die
Querſtellung einen
origi=
nellen Lichtkontraſt
er=
geben),während der Rand
aus glattem
Seidenmate=
riale oder aus Stroh
ge=
arbeitet iſt.
Bekanntlich ſehen dieſe
geflochtenen Formen
vor=
nehmlich in den neuen,
hellen Mode=Tönen, wie
beige, grau oder
matt=
lavendel, ſehr elegant aus.
Ein glattes Band als
Garnierung des Hutes iſt
ſehr beliebt.
Beige=ſchwarz
vird auf den erſten Blick ſicherlich als allzu kraſſer Farbkontraſ.
rſcheinen, wirkt aber in Wirklichkeit ebenſo vornehm als
eigen=
tig. Insbeſondere für die neuen Bluſen, die man ſowohl zu
en pliſſierten Röcken wie auch zu den letztmodernen kleinen
Koſtümen arbeitet, eignet ſich
eine ſolche Farbſtellung ganz
ausgezeichnet, um ſo mehr, als
Beige neben Dunkelblau und
Schwarz zweifellos als domie
nierende Farbe des Frühjahrs
anzuſehen iſt. Das in unſerel
Skizze veranſchaulichte Modell
iſt ſehr einfach. Es kann aus
beigefarbener Seide aller Art
hergeſtellt ſein, fällt reich und
verfügt über einen Kragen und
eine Manſchettengarnitur, deren
mit ſchwarzem Faden
angjou=
rierten Ränder aus ſchwarzer
Seide gedacht ſind. — Den gleie
chen Farbeffekt bringt auch der
Rand der zu einer Maſche
vei=
knoteten Seidenbinde, die den
Bubenkragen zuſammenhält.