Einzelnummer 1.5 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 51
Sonntag, den 20. Februar 1927.
190. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr. Sireil uſw erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſſung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerichtlicher Beltreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bank und Darme
ſtädtei und Nationalbant.
Der Kampf um Schanghai.
Tſchens Operationen.
Diat leurteilung der chineſiſchen Situation in London.
Son unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 19. Februar.
Jpolitiſchen Kreiſen Londons wird die geſchickt angelegte
Opsmori der Südarmee, die mit dem erfolgreichen konzentriſchen
Voyſi gegen die vorausſichtlich letzten Stellungen des
Mar=
ſchau8 un ſüdlich Schanghai endete, als die Aufklärung über
dasu iſthafte Verhalten Tſchens angeſehen, das man ſich nicht
KSlzu uoen wußte. All’ das Hin und Her, die ſich abwechſelnden
„/Meuchlzen über die unmittelbar bevorſtehende Unterzeichnung
desſ Fammens mit O’Malley und über den ſchon vollzogenen
ſodeufſopenden Abbruch der Verhandlungen ſind einfach dadurch
zu uſiten, daß die Oberſte Heeresleitung und Tſchen
vollkom=
menu Auc in Hand arbeiteten. Erſtere war ihrer Sache durchaus
ſicheit 2ie erſte Angriffsbewegung, die von Süden und Weſt=
Sütſtſt — von letzterer Nichtung aus durch das lange und
„chwtiege Gebirgsdefilee — angeſetzt war, mißglückte völlig.
Ein=
al yſand man nicht, die Bewegungen beider Heeresgruppen
m Aſllang zu bringen, ſo wurden ſie einzeln nacheinander zu=
Fückginorfen; ſodann ſtand der General Pei=Bao=ſan mit einer
BAktarhm Armeeabteilung direkt in der linken Flanke der
angreifen=
den yſiyconeſen=Armee. Das iſt bisher allemal die Situation
ür ieie Verratskataſtrophe geweſen. So auch hier. Das Tra=
19iſche ſi Sun war, daß er es ganz genau wußte, und wenn er
sni gewußt hätte, von den Spatzen auf den Dächern lernen
ſonnnte daß der General ſchon ſeit 10 bis 14 Tagen von
kanto=
teſiſichr Agenten ins Schwanken gebracht worden war. Dazu
am,af der General Tſchang=Tſung=tſchang, der Gouverneur
von „chirntung, dem Sun monatlich eine Subſidie von 75 000
immuPfuuetterling gezahlt hat, ſich mit ſeinen ſtarken Kräften aus
Naray micht gerührt hat. Verfolgt er den Plan, den Marſchall,
er Iich nor 18 Monaten aus Schanghai hinausgeworfen hat, jetzt
ſelbei!t Suppe auseſſen zu laſſen? Will er abwarten, was da
übenhafrt in Schanghai wird, um ſich dann ſelber mit dem
4Meſißletenden zu einigen? Das wäre eine Taktik nach altem
Schſin. Jedenfalls hat die Strategie der Kantoneſen vorerſt
wielweimimal einen glänzenden Sieg erfochten. Man meint nun,
daß hr der Schlüſſel für Tſchens Haltung liegt, und daß er auf
dieſ onjunktur gewartet hat, um ſeine Forderungen erneut zu
verr mtimdigen.
* Südregierung weiß, daß eine de jure=Anerkennung nur
ein) hemen iſt, und daß ſie ſich eine de facto=Herrſchaft nicht
erſt” enken zu laſſen braucht. Tſchen könnte das Unterlaſſen
weiſſtr Truppenlandungen fordern, weil er ſelber das
Settle=
meſwa: Schanghai vor Beſetzung und Gewalttat zu ſchützen
beuſſſcken würde. Aber kann er das? Will er das? O’Malley
wilät idringend, daß den Forderungen Tſchens endlich eine
beſſſine Grenze gezogen wird.
intgpo von den Kanioneſen genommen.
Hangtſchau in Flammen.
* London, 19. Febr. (Priv.=Tel.)
* Kampf um Schanghai hat begonnen. Nach ſeiner vorgeſtrigen
Niluor war Sun=Tſchuan=fung geſtern gezwungen, die Stadt
Hang=
tſcheMuszugeben und ſich in Ueberſtürzung nach Kaſching. 60 Meilen
voml hunghai entfernt, zurückzuziehen. Die 800 000 Einwohner
zäh=
lenüle twt Hangtſchau ſoll in Flammen ſtehen. Die Berichte ſtimmen
dart/7hsein, daß die Truppen Suns vor der Räumung die Läden der
Stoſhel lündert und alles, was nicht niet= und nagelfeſt war,
mitge=
nomſn mnd die Stadt dann angezündet haben. Wie weiter gemeldet
wirdſ, l: Ningpo inzwiſchen in die Hände der Kantoneſen gefallen ſ in.
eahanghai iſt die Atmoſphäre äußerſt geſpannt, da die Stunde
desll icheidenden Kampfes um den Beſitz der Stadt herangerückt iſt.
miſelndiſchen Kreiſen vertritt man die Auffaſſung, daß der Fall
Schllass mit der gleichen Geſchwindigkeit eintreten wird, wie es die
Fedßler chineſiſchen Militärpolitik charakt riſiert. Der Eiſenbahndienſt
wie? Manking und Schanahai iſt vollkommen desorganiſiert. Der
miegungskommiſſar von Schanghai, General Lee, hat in Peking
dripcd uim Verſtärkungen gebeten. Reuter zufolge befinden ſich die
2riſ Suns nunmehr auf dem allgemeinen Rückzug.
Gſlzen alſireik in Schanghai. — Die Chineſen
folllrm die Räumung der Stadt durch die
britiſchen Truppen.
Schanghai, 19. Februar.
r Allgemeine Gewerkſchaftsbund hat heute den General=
REMAausgerufen, um ſeiner Forderung nach Räumung Schang=
9a. Wuckh die Truppen Sun=Tſchuan=fangs und durch die
briti=
ademippen Nachdruck zu verleihen. Heute vormittag legten
Auds gf ſtellten der Poſt, der Straßenbahnen und der
Omnibus=
unNein, der franzöſiſchen Konzeſſion die Arbeit nieder. Die
Salcer Streikenden beträgt 40 000. Auch die Matroſen ſind in
Eel) näk eingetreten. Die Stillegung des Waſſerwerkes in der
Taigiſchen Konzeſſion hat in einigen Stadtteilen Waſſermangel
RI0zrufen. Alle britiſchen Truppen werden in ihren Quar=
Vei ſirr etwaige Zwiſchenfälle bereitgehalten. Das Schang=
Naic freiwilligenkorps iſt mobiliſiert worden. Der Poſtbetrieb
iſt Iön
Berſchärfung der Lage in Schanghai.
Korreſpondent des „Exchange Telegraph” in Schanghai
men ſoaß die Lage in der Stadt infolge des General=
Rral a2s ſehr ernſt betrachtet werde, daß alle ausländiſchen
Frſſhllygen mobiliſiert wurden und Abteilungen engliſcher Trup=
BerA tilllungen an der Stadrgrenze bezogen haben. Die Zahl
VerAn/Generalſtreik beteiligten Arbeiter ſei mittlerweile auf
DeANanrgewachſen. Der Streik betreffe alle weſentlichen Dienſt=
zweige einſchließlich Poſt, Verkehrsgeſellſchaften, Elektrizitäts=
und Waſſerwerke. Bisher ſei die franzöſiſche Konzeſſion ſtärker
betroffen als die internationale Niederlaſſung. Die letzten
Nach=
richten von der Front beſagen, daß die Schanghaitruppen ſich
weiterhin zurückziehen und heute früh die 80 Kilometer
ſüdweſt=
lich von Schanghai gelegene Stadt Kaſching geräumt haben. Alle
in Schanghai liegenden engliſchen Truppen haben Befehl
erhal=
ten, ſich marſchberei= zu halten. 300 japaniſche Soldaten ſind
ge=
landet worden. Eine große Zahl chineſiſcher Flüchtlinge aus der
Gegend von Hangtſchau traf heute in Schanghai ein. Nach einer
Meldung aus Itſchang hat eine Gruppe chineſiſcher Soldaten
einen engliſchen Dampfer beſchlagnahmt. Ein engliſches
Kanonen=
boot wurde ausgeſandt, um die Mannſchaft des Dampfers zu
ſchützen. Bei dem entſtandenen Handgemenge wurde ein
eng=
liſcher Offizier leicht verletzt.
Weiter wird gemeldet, daß ſeit dem vergangenen Sonntag
der amerikaniſche Marineleutnant Wrigth von der „Vindictive‟
verſchwunden iſt. Man befürchtet, daß er das Opfer eines
An=
griffes chineſiſcher Extremiſten geworden iſt.
Sir Arthur Balfour in Berlin.
Sir Arthur Balfour,
Präſident der engliſchen Landesgruppe der Internationalen
Handelskammer, ſprach erſt in der Mitgliederverſammlung und
dann auf dem Feſtbankett der deutſchen Landesgruppe der
Inter=
nationalen Handelskammer über die deutſch=engliſchen
Wirt=
ſchaftsbeziehungen. Er betonte, daß er den Eindruck gewonnen
habe, Deutſchland ſei auf dem richtigen Wege, um ſeine alte
Stellung in der Weltwirtſchaft wiederzugewinnen.
Das franzöſiſche Schuldenproblem.
Die Verſtimmung zwiſchen Paris und Waſhington.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 19. Februar.
Gleichzeitig mit dem Abrüſtungsvorſchlag Coolidges kam die
Nachricht, daß die Schuldenkommiſſion des amerikaniſchen
Kon=
greſſes aufgelöſt wurde. Die Frage der franzöſiſchen Schulden an
Amerika läßt ſich alſo nunmehr nur noch direkt verhandeln. Mit
der Kommiſſion gelang es in der letzten Zeit, ein erträgliches
Verhältnis zur franzöſiſchen Diplomatie herzuſtellen; nach ihrer
Auflöſung ſteht man aber vor einer neuen Lage.
Die Ablehnung der Coolidgeſchen Vorſchläge durch
Frank=
reich hat in Waſhington einen äußerſt ſchlechten Eindruck
ge=
macht, beſonders bei dem Präſidenten ſelbſt. Man hält es nun
für mehr als wahrſcheinlich, daß dieſe neuerliche Verſtimmung
zwiſchen Paris und Waſhington auf die Schuldenpolitik nicht
ohne Folgen bleiben wird. Die Tatſache, daß Frankreich in
die=
ſem Jahre 6 Millionen Pfund für ſeine engliſchen Schulden
zah=
len wird, bleibt in Amerika nicht ohne Wirkung. Man glaubt
— da von der Ratifizierung, wie in den Kammerkreiſen verlautet,
keine Rede ſein kann —, daß eine ſolche proviſoriſche
Raten=
zahlung auch an Amerika wahrſcheinlich iſt. Nach der jetzt
herr=
ſchenden Stimmung zu urteilen, wäre aber jede Vereinbarung
zwiſchen Frankreich und Amerika beinahe unmöglich. Nach
eng=
liſchen Meldungen würde Coolidge wahrſcheinlich jedes
franzö=
ſiſche Angebot in der Schuldenfrage ablehnen. Bis jetzt hat
Poin=
caré die Frage der interalliierten Schulden möglichſt mit
Still=
ſchweigen übergangen; es fragt ſich nur, ob ſich dieſe Politik auch
weiter fortſetzen läßt. Jedenfalls iſt aber von der franzöſiſchen
Regierung kaum eine überſtürzte Initiative zu erwarten.
Die Kammer iſt zwar verhältnismäßig ruhig, aber jede
Er=
wähnung der Frage der interalliierten Schulden ruft ſofort eine
Erregung hervor. Das iſt aber auch für andere Fragen zu
erwar=
ten. Es geſchieht nämlich nicht ohne Abſicht, wenn die Regierung
die Behandlung aller grundlegenden Punkte des vorgeſehenen
Programms der Kmmer möglichſt hinausſchiebt. Es wurden
bisher in der Kammer weder die Wahlreform noch die
Militär=
reform verhandelt, und auch in der Finanzpolitik hat man es
vermieden, die Kammer vor ſehr ſchwerwiegende Entſcheidungen
zu ſtellen. Die Rückſicht auf den Frankenkurs erfordert dies,
ebenſo wie die Rückſicht auf die „Union nationale‟. Es fragt ſich
nun, ob eine Aenderung in der Schuldenpolitik Amerikas dieſes
peinlich ausgewogene innenpolitiſche Gleichgewicht nicht
um=
ſtürzen kann. Jedenfalls wird die Regierung alle ihre
diplo=
matiſchen Künſte anwenden müſſen, um dieſer Gefahr aus dem
Wege zu gehen.
Die Woche.
Nachdem unſere innerpolitiſchen Verhältniſſe nunmehr eine
gewiſſe Klärung erfahren haben, nachdem eine Regierung
zu=
ſtandegekommen iſt, die, ſolange die gegenwärtige
Parteigruppie=
rung beſtehen bleibt, über eine feſte Mehrheit im Reichstag
ver=
fügt, iſt es an der Zeit, nunmehr mit erhöhter Aufmerkſamkeit
die außenpolitiſche Entwicklung zu verfolgen. Dabei iſt zunächſt
ein außerordentlich wichtiges Ergebnis der Liquidierung
unſe=
rer innerpolitiſchen Kriſis zu verzeichnen. Nachdem es um
Locarno zu erneutem Bruch mit den Deutſchnationalen
gekom=
men war, und nachdem noch in der ganzen Folgezeit der Kurs
unſerer Außenpolitik Gegenſtand heftigſter deutſchnationaler
Angriffe geweſen war, hat ſich die Deutſchnationale Volkspartei
nunmehr grundſätzlich auf die Politik Dr. Streſemanns
feſt=
gelegt, und ſomit ſteht mit Ausnahme der Kommuniſten und der
Deutſchvölkiſchen, alſo einer verſchwindenden Minderheit, der
geſamte Deutſche Reichstag grundſätzlich hinter diefer Politik,
wobei es naturgemäß ein müßiges Unterfangen iſt, an der
For=
mulierung jener bekannten „Richtlinien” herumzudeuten. Auch
in dieſem Fall kommt es mehr auf den Inhalt, als auf die Form
an. Auf der anderen Seite darf natürlich nicht verkannt werden,
daß gerade wegen der Vergangenheit die Form für die
Deutſch=
nationalen beſonders ſchwierig zu finden war, trotzdem die
große Mehrheit der maßgebenden Perſönlichkeiten, wie wir ſchon
immer betont hatten, offenbar ſchon längſt eingeſehen hatte, daß
man ſeinerzeit mit der Ablehnung der Locarno=Politik einen
außerordentlich ſchweren Fehler gemacht hatte. So geſehen ſtellt
die letzte Entwicklung einen ſtarken perſönlichen Erfolg Dr.
Streſemanns dar, der inſofern beſonders erfreulich iſt, als die
Tatſache, daß nunmehr faſt das geſamte deutſche Volk hinter ihm
ſteht, ſeiner Politik auch im Ausland naturgemäß eine beſondere
Stoßkraft verleiht. Man mag nur daran denken, daß bekanntlich
die franzöſiſche Rechte in ihren Bemühungen, einen deutſch=
fran=
zöſiſchen Ausgleich zu hintertreiben, ſtets mit dem Hinweis
be=
ſonders gute Geſchefte gemacht hat, daß hinter der auf einen
Aus=
gleich abzielenden Politik in Deutſchland nur eine geringe
Mehrheit, vielleicht ſogar nur eine Minderheit ſtehe, und daß
jeder Kurswechſel die grundſätzliche Einſtellung der deutſchen
Außenpolitik umſtoßen könne. Dieſem Gerede iſt jetzt
end=
gültig der Boden entzogen, und man wird ſich weder in
Fraukreich noch in dem übrigen Ausland der Tatſache
ver=
ſchließen, daß hinter der deutſcherſeits inaugurierten Politik
eines wirklichen deutſch=franzöſiſchen Ausgleichs und damit einer
Befriedung Europas das geſamte deutſche Volk einmütig ſteht.
Auf der anderen Seite aber wird man ſich weder in Frankreich,
noch in den übrigen Ländern dem verſchließen können, daß
eben=
falls für das geſamte deutſche Volk Vorausſetzung für dieſe
Politik iſt, daß man auch den Intereſſen des deutſchen Volkes
Rechnung zu tragen gewillt iſt.
Die wenn auch unter ſchweren deutſchen Opfern erfolgte
endgültige Bereinigung der leidigen Entwaffnungsfrage
bedeu=
tet zweifellos einen Schritt vorwärts. Auch der Marſchall Foch,
die höchſte militäriſche Autorität Frankreichs, hat nunmehr
er=
klären müſſen, daß die deutſche Entwaffnung „perfekt” ſei. Die
Reparationsfragen ſind durch Dawes=Abkommen und Londoner
Vertrag der politiſchen Erörterung entzogen worden, die deutſche
Entwaffnung, die das Verſailler Diktat vorgeſehen, iſt „perfekt”
und durch den Vertrag von Locarno und den Eintritt des
Deut=
ſchen Reichs in den Völkerbund iſt dem franzöſiſchen „
Sicher=
heits bedürfnis weitgehendſt Rechnung getragen worden. Ohne
weiteres leuchtet ein, daß damit jede, aber auch jede Begründung
für eine weitere Beſetzung deutſchen Gebiets durch fremde
Trup=
pen in Wegfall gekommen iſt und daß nunmehr logiſcherweiſe die
Franzoſen durch eine alsbaldige Räumung der beſetzten Gebiete
den Nachweis zu führen haben, daß es auch ihnen ernſt iſt mit
einer Politik des Ausgleichs auf der Grundlage der
Gleich=
berechtigung.
Daß Rom nicht an einem Tage erbaut iſt, daß eine Politik
auf weiteſte Sicht nicht von heute auf morgen reſtlos durchgeführt
werden kann, liegt auf der Hand. Auf der anderen Seite aber iſt
die Entwicklung der Dinge nicht nur in Europa ganz dazu
an=
getan, um das Vorwärtstreiben einer Politik der europäiſchen
Verſtändigung auch den Franzoſen ratſam erſcheinen zu laſſen.
Man hat es früher oft als einen Vorzug der engliſchen Politik
gerühmt, daß ſie in „Kontinenten” denke. Wenn ſich die
führen=
den Staatsmänner des kontinentalen Europa nicht bald auch
dazu durchringen, die europäiſchen Dinge im Rahmen der großen
Weltpolitik zu ſehen, wird Europa und ſeine Bevölkerung nicht
nur niemals wieder die Bedeutung gewinnen können, die es vor
dem Kriege hatte, ſondern die Staaten Europas werden in
ab=
ſehbarer Zeit in völlige Abhängigkeit von den großen beſtehenden
Weltreichen geraten.
Während die engliſche Politik ſtark in Anſpruch genommen
iſt durch ihre oſtaſiatiſchen Sorgen, während man in Paris unter
Ausſchluß der Oeffentlichkeit um die Regelung der Tangerfrage
ringt, haben die Dinge in Oſteuropa von neuem eine höchſt
un=
erfreuliche Wendung genommen. Darüber, daß das Vorgehen
der deutſchen Reichsregierung Polen gegenüber — das praktiſch
einem Abbruch der Handelsvertragsverhandlungen gleichkommt —
mehr wie gerechtfertigt iſt, iſt ſchon genug geſagt worden.
Ein=
nal mußte man aber in Berlin zu der Erkenntnis kommen, daß
mit allzu großer Langmut unſerem öſtlichen Nachbarn gegenüber
nicht allzu weit zu kommen iſt. Gerade das Vorgehen der Polen,
welche trotz größten Eigenintereſſes die nun ſchon über ein Jahr
dauernden Handelsvertragsverhandlungen mit dem Deutſchen
Reich immer wieder ſabotierten, zeigt deutlich das Oſtproblem in
ſeinem ganzen Ernſt. Nicht umſonſt hat man in früheren
Jahr=
hunderten Polen als einen ſtändig glimmenden Unruheherd
an=
geſehen, und es war zum guten Teile auch ein Akt der Notwehr,
daß ſchließlich die Nachbarſtaaten das Land unter ſich aufteilten.
Die Polen haben ihre Eigenart in jeder Beziehung gewahrt, und
das wiedererſtandene polniſche Staatsweſen bemüht ſich mit
Er=
folg, den Beweis dafür tagtäglich von neuem zu erbringen.
Da=
durch aber werden die uns aufgezwungenen Unmöglichkeiten des
Verſailler Diktats, wird der Raub eines Teils von Oberſchleſien
entgegen dem klaren Abſtimmungsergebnis für uns immer
un=
erträglicher, und es iſt bedauerlich, daß wir hier im Weſten, zeit=
weilig vollſtändig in Anſpruch genommen durch die Leiden der
beſetzten rheiniſchen Gebiete unter franzöſiſchem Druck, vielleicht
nicht immer das notwendige Verſtändnis aufgebracht haben für
das ſchwere Ringen unſerer Brüder und Schweſtern im Oſten
um die Erhaltung ihres Volkstums. Politiſche und wirtſchaftliche
Unmöglichkeiten mancher Art müſſen dort alsbald beſeitigt
wer=
den, wenn nicht außerordentlich ernſte Gefahren entſtehen ſollen.
Trotzdem muß leider feſtgeſtellt werden, daß man am Quai
d’Or=
fay anſcheinend zum Teil noch immer in den Ideengängen jener
nach Kriegsende gepflegten „Barrierenpolitik” lebt, die darauf
ausging, durch einen Zuſammenſchluß der neu entſtandenen
Oſt=
ſtaaten unter franzöſiſcher Führung und mit franzöſiſchem Gelde
das Deutſche Reich auch von Oſten her zu umklammern. Man
wird in Paris einſehen müſſen, daß ein deutſch=franzöſiſcher
Aus=
gleich den endgültigen Bruch mit dieſer Politik zur
Voraus=
ſetzung hat. Gefördert aber wird dieſe Einſicht vielleicht durch die
Trübungen, welche das italieniſch=franzöſiſche Verhältnis in
letz=
ter Zeit erfahren hat, und die ſich wiederum recht lebhaft auch
am Balkan auswirken. Am politiſchen Horizont Oſtaſiens
zeich=
net ſich bereits eine neue Gruppierung der Mächte in vagen
Umriſſen ab. Eine Neugruppierung auch der europäiſchen Mächte
wird mit allem Nachdruck angebahnt und verfolgt werden müſſen,
wenn man davon ausgeht, daß die Fortdauer des gegenwärtigen
Mißtrauens und der gegenwärtigen Rivalität letzten Endes den
politiſchen und wirtſchaftlichen Ruin unſeres Erdteils im Gefolge
häben muß. Es iſt eine gewaltige Aufgabe, die damit geſtellt
wir, eine Aufgabe, deren Erfüllung Jahre, vielleicht Jahrzehnte
erſordern wird, womit natürlich nicht geſagt ſein ſoll, daß man
ſich nicht allzu ſehr zu beeilen brauche, um dieſe Aufgabe in
Angriff zu nehmen. Es iſt unendlich ſchwer, gegen
Gedanken=
gänge anzukämpfen, die aus einer langen Geſchichte erwachſen
ſind. Nur ein ſchlechter Staatsmann unterſchätzt die Bedeutung
ſoſcher zur Tradition gewordenen Einſtellung ganzer Völker.
Wirkliche Führung aber wird unbeirrt durch alle
Schwierig=
keiten und Hemmungen mit entſchloſſener Zähigkeit dem einmal
erkannten Ziel näher zu kommen ſuchen.
M.
Diedeutſch polniſchen Verhandlungen.
Polen lehnt alle deutſchen Vorſchläge ab.
EP. Warſchau, 19. Februar.
Nachdem die polniſche Regierung den erſten deutſchen
Vor=
ſchlag zur Beilegung des wegen der Ausweiſung höherer
deut=
ſcher Beamter aus Oberſchleſien entſtandenen Konfliktes im Wege
diplomatiſcher Beſprechungen abgelehnt hatte, unterbreitete der
deutſche Geſandte Ulrich Rauſcher dem Miniſterpräſidenten
Pil=
ſudſki einen zweiten Vorſchlag. Danach ſollten die
Ver=
handlungen zum Handelsvertrag unter der Bedingung wieder
aufgenommen werden, daß über die Frage der Niederlaſſung
und die Rechte der deutſchen Staatsbürger gleichzeitig, aber
ge=
trennt, verhandelt würde. Es wurde zum Beweis des deutſchen
Willens zur Verſtändigung ſomit jener Standpunkt vertreten,
den Polen ſelbſt noch vor acht Tagen eingenommen hat.
Pil=
ſudſki lehnte auch dieſen Vorſchlag mit der
Begrün=
dung ab, daß alle Fragen eine Einheit bilden und alle
Be=
ſprechungen auf ſtreng wirtſchaftliche Themen beſchränkt bleiben
müßten. — Die Regierungspreſſe erklärt übereinſtimmend, daß
jede neue Initiative von Deutſchland ausgehen ſolle und Polen
von ſeiner Seite keinenlei neuen Anträge ſtellen könne.
Die deutſch=tſchechiſchen Beziehungen.
Vom Tage.
Der deutſche Untergeneralſekretär des
Völker=
bundes Dufour begibt ſich nach Berlin, um mit der
Reichsregierung über die bevorſtehende Tagung des Völkerbundsrates
zu ſprechen.
Als möglicher Nachfolger des zurückgetretenen
Prä=
ſidenten der Saarregierungskommiſſion wird bereits
das ſaarländiſche Mitglied der Regierungskommiſſion Koßmann
genannt.
Nach Genfer Meldungen hat die Kontrollkommiſſion des Völker
bundes entſchieden, daß die Koſten des Danziger
Völker=
bundskommiſſars auch in Zukunft von Danzig und
Polen getragen werden müſſen.
Aus Anlaß des ſiebzigjährigen Beſtehens des
Norddeutſchen Lloyd hat der Reichspräſident an die
Verwaltung des Norddeutſchen Lloyd ein Glückwunſchſchreiben
geſandt.
Georg Brandes, der bekannte däniſche Literaturhiſtoriker, iſt
geſtern geſtorben.
Am 22. Februar wird der Gründer der Pfadfinder, Sir
Nobert Baden=Powell, 70 Jahrealt. An dieſem Tage wird
ihm von 1500 holländiſchen Pfadfindern ein Ehrengeſchenk überreicht
werden.
Der polniſche Vertreter beim Völkerbund hat dem
General=
ſekretär des Völkerbundes ein Memorandum überreicht, in dem
zu dem Proteſt des deutſchen Volksbundes in
Ober=
ſchleſien Stellung genommen wird.
In Warſchau verlautet, daß die polniſche Regierung die
Abſicht habe, bei einer künftigen Wiederaufnahme
der Wirtſchaftsverhandlungen mit Deutſchland dem
polniſchen Generalkommiſſar in Danzig, Miniſter Straßburger,
die Leitung der polniſchen Delegation zu
über=
tragen.
Der bulgariſche Finanzminiſter Moloff wird am
27. Februar nach Genf reiſen, um Bulgarien bei der
kom=
menden Völkerbundsratstagung zu vertreten.
Der im Jahre 1892 zwiſchen Frankreich und Paraguay
abgeſchloſſene Handelsvertrag iſt für einen Zeitraum von ſechs
Moaten verlängert worden.
Präſident Coolidge nahm das
Beglaubigungs=
ſchreiben des erſten kanadiſchen Geſandten in
Waſhington Vinzenz Maſſey entgegen.
Wie aus Schanghai gemeldet wird, haben die Poſt=,
Stra=
ßenbahn und Omnibusangeſtellten in der franzöſiſchen
Niederlaſſung die Arbeit niedergelegt. Damit hat ſich die
Zahl der Streikenden binnen 24 Stunden auf 40 000 erhöht.
Saar=Pertreter in Berlin.
Forderung nach Näckkehr des Saargebietes zu
Deutſchland.—Bildung eines Saarausſchuſſes.
In Berlin finden zurzeit Beſprechungen zwiſchen
kretern des Saargebietes, unter denen ſich auch Mitglieder
Gewerkſchaftsgruppen beſinden, mit den zuſtändigen Reichsf.,
ſtatt, die ſich um die Notlage der ſaarländiſchen.
völkerung und Wirtſchaft und die politiſche Zukunſti
Saargebietes drehen. In eingehenden Beſprechungen, die
preußiſchen Landtagsgebäude ſtattfanden, wurde die ſoforr
Rückkehr des Saargebietes zu Deutſchland
langt und in Ausſicht genommen, im Saargebiet aus
tretern aller Parteiorganiſationen und Gruppen einen Aus.;
zu bilden, der bei allen Verhandlungen politiſcher und
ſchaftlicher Art in Berlin in Tätigkeit treten ſoll. Im
Ann=
an dieſe Beſprechungen fand ein Empfang beim Reichskoi
Dr. Marx in ſeiner Eigenſchaft als Miniſter der beſetztenn/
biete ſtatt. Die Saarvertreter ſetzten ihn von dem Ergebniss/m4
Beſprechungen in Kenntnis, worauf Dr. Marx in ſeiner:
führlichen Erwiderung die erfreuliche Tatſache feſtſtellte, dag
Verhalten der treudeutſchen Saarbevölkerung dem ganzen
ſchen Volk ein Vorbild ſein ſollte. Aus dieſem einheit.,
Zuſammenhalten ergebe ſich für die Reichsregierung dies
Hilfe für ihre Schritte, die ſie für das Saargebiet untermn
Die Anregung zur Bildung eines Saarausſchuu
für etwaige Verhandlungen mit den Reichs= und Staatsbehdu
wurde von Dr. Marx lebhaft begrüßt. Eine ſolche Zentrad
ſei eine dringend erforderliche Einrichtung, um alle Saarfi;
in einheitlicher Weiſe zu behandeln.
Rücktritt des Präſidenten
Der Schiedsſpruch
für die chemiſche Induſtrie.
EP. Prag, 19. Februar.
Die vom Amtsblatt veröffentlichte Ernennung
Chval=
kovſkys zum tſchechoſlowakiſchen Geſandten in
Berlin hat die Beziehungen der Tſchechoſlowakei zu
Deutſch=
land in den Mittelpunkt der diplomatiſchen Erörterungen
ge=
rückt. Während die Politik Beneſchs dahin ging, den Wechſel
aller Konjunktur derart auszunutzen, daß er auch den „
freund=
ſchaftlichen Anſchluß” an Deutſchland im letzten Augenblick nicht
verſäume, ſtehen die tſchechiſchen bürgerlichen Parteien heute
grundſätzlich auf dem Standpunkt, daß die Tſchechoſlowakei ohne
Rückſicht auf die jeweilige Zuſammenſetzung der Regierung
freundſchaftliche Beziehungen zu Deutſchland unbedingt benötige.
Da vielfach angenommen wird, daß Beneſch zu dieſer Aufgabe
aus perſönlichen Gründen ungeeignet iſt, übertrug
Miniſterpräſi=
dent Svehla dieſe Miſſion ſeinem Vertrauensmann
Chval=
kovſky. Diplomatiſche Kreiſe ſind dahon überzeugt, daß ſich Prag
in der nächſten Zeit von allen Kombinationen fernhalten werde,
die neuerdings im Oſten von verſchhiedenen Seiten mit einer
deutlichen Spitze gegen Deutſchland propagiert werden,
Anderer=
ſeits dürfte Chvalkovſky nicht lange in Berlin bleiben, da wegen
der zweifellos vorübergehenden Feſtigung der Poſition Beneſchs
das gegenwärtige Regime im Miniſterium des Auswärtigen nur
proviſoriſchen Charakter beſitzt.
Berlin, 19. Februar.
In dem Lohnſtreit der chemiſchen Induſtrie der Provinzen
Heſſen=Naſſau und im Freiſtaat Heſſen berief heute vormittag der
vom Reichsarbeitsminiſter zum Sonderſchlichter beſtellte Ober=
Regierungsrat Dr. Wende nach mißlungenem Einigungsverſuch
eine Schlichterkammer. Nach 10ſtündiger Beratung wurde in den
Abendſtunden ein mit den Stimmen der Arbeitnehmer
zuſtande=
gekommener Schiedsſpruch verkündet. Darnach erhöht ſich
der Ecklohn des Betriebsarbeiters von 68 auf 75 Pfg. bzw. von
70 auf 77 Pfg. Die übrigen Löhne errechnen ſich prozentual.
Durch dieſe Lohnerhöhung iſt jede Mietzinserhöhung, die
wäh=
rend der Vertragsdauer in Kraft tritt, bis zum Umfang von
einer Steigerung von 20 Prozent voll abgegolten. Der Vertrag
kann erſtmals zum 31. Januar 1928 gekündigt werden. Den
Par=
teien iſt eine Erklärungsfriſt bis zun 25. Februar geſtellt.
der Saar=Regierungskommifſion.
Saarbrücken, 19. Febrruc
Die Nachricht von dem bevorſtehenden Rücktritt des
diſchen Präſidenten der Regierungskommiſſion wird im u
gebiet mit lebhaſtem Bedauern aufgenommen, wenn ſie aucku
völlig überraſchend kommt. Der Schritt des Herrn Stephen/
ſcheint durchaus verſtändlich, wenn man in Betracht ziehtn
er in ſeiner Eigenſchaft als Präſident und ausführendes Qy
der Saarkommiſſion gezwungen war, mit ſeinem Namennit
Politik zu decken, der er häufig nicht zuſtimmen konnte. Da
alle Entſcheidungen der fünfköpfigen Kommiſſion mit einno
Mehrheit getroffen werden und ſich dieſe Mehrheit immer
Zuſammentritt der deutſch=polniſchen
Schlichtungskommiſſion.
Berlin, 19. Februar.
Am geſtrigen Tage hat die deutſch=polniſche Schlichtungskommiſſion
in Berlin ihre Sitzungen aufgenommen. Die Verhandlungen betreffen
Streitfälle aus dem deutſch=polniſchen Abkommen vom 30. Oktober 1924,
dem ſogenannten Wiener Abkommen, das die Staatsangehörigkeit und
Optionsfragen regelt. Trotz dieſer Regelungen ſind mehrere hundert
Fälle von Streitigkeiten entſtanden. So beſteht z. B. die Möglichkeit,
daß Perſonen, die nicht im Beſitz der polniſchen Staatsangehörigkeit ſind,
nicht nur ausgewieſen werden können, ſondern daß auch ihr Beſitz
liqui=
diert werden kann. In der Zeit bis zum 18. April ds. Js. können
Per=
ſonen auf Grund des Abkommens Streitfälle noch anhängig machen, die
dann von der Kommiſſion behandelt werden, nach dieſer Zeit nicht mehr.
Die Kommiſſion iſt paritätiſch zuſammengeſetzt. Den deutſchen Vorſchlag
auf Einſetzung eines neutralen Obmanns hat Polen abgelehnt.
Stephens und das ſaarländiſche Mitglied Koßmann zuſarmu,
fand, wenn eine Entſcheidung über die Frage „Wahrun=)
Neutralität oder Begünſtigung franzöſiſcher Intereſſen” getrſt.
werden mußte, ſo kam Stephens in eine unhaltbare Lage.=Fu.
ſonders augenſcheinlich wurde dieſer Konflikt in der Saartruy/
frage, wo Stephens in Uebereinſtimmung mit dem ſaarländdc.
Mitglied Koßmann den unanfechtbaren Rechtsſtandpunkt voſt
daß der Verſailler Vertrag die dauernde Anweſenheit franzä, ch
Truppen nicht geſtatte, welcher Auffaſſung die Regierung t.
miſſion in ihrer Mehrheit, beſtehend aus einem Franzoſen,; aiv
Belgier und einem Tſchechoſlowaken, in einer beſonderen HA
ſchrift an den Rat widerſprach. Anſtatt eine klare, in Anhsaß,
der Rechtslage nicht zweifelhafte Entſcheidung zu trefſen,
tagte der Rat zweimal die heikle Frage, was zu einer Miü=
Minderung des Völkerbundspreſtiges im Saargebiet führn)
Stephens unzweifelhaft diejenige Auffaſſung vertrat, deind
Rat als neutraler Treuhänder des Saargebiets beizuſtig
verpflichtet war. Man geht daher nicht fehl, wenn marn
Rücktritt des Präſidenten Stephens als eine ſtarke Geſte
die Unentſchloſſenheit des Völkerbundsrates, eine neutral
gierungsführung im Saargebiet zu unterſtützen, deutet.
Beiſpiel des kanadiſchen Präſidenten ſteht übrigens nicht!
einzelt da, da auch das erſte ſaarländiſche Mitglied der S
rungskommiſſion von Boch und der Vorgänger des
Stephens, der Kanadier Waugh, aus denſelben Motiven ih 74
niederlegten.
Labie verläßt das Saargebiet.
Wie wir erfahren, wird am 1. April der Leiter der wirtſchufn
Abteilung der Negierungskommiſſion, Direktor Labie, von ſeinenn?
zurück reten. Im Gegenſatz zu dem derzeitigen Präſidenten der
regierung Stephens ſieht man Herrn Labie nicht ungern ſcheiden..
ſeine einflußreiche Stellung ausſchließlich dazu benutzte, die franzu
Intereſſen im Saargebiet zu begünſtigen, obwohl er als Beama
Völkerbundes zur Neutralität verpflichtet geweſen wäre.
Spinoza
Kum 250. Todestage am 21. Februar.
Das Wort Schellings, der als einer der Wenigen die
meta=
phyſiſche Tiefe der Philoſophie Spinozas erfuhr, gilt auch heute
noch: „Der Spinozismus iſt, den vielen Angriffen auf ihn und
den vielen angeblichen Widerlegungen ohngeachtet, nie zu einer
wahren Vergangenheit, nie bisher wirklich überwunden worden,
und es kaun wohl keiner hoffen, zum Wahren und Vollendeten
in der Philoſophie fortzugehen, der nicht einmal wenigſtens in
ſeinem Leben ſich in den Abgrund des Spinozismus geſtürzt
hat.” Gerade weil Spinoza im Ganzen der europäiſchen
Geiſtes=
geſchichte nicht auf der Seite des ſtarren Rationalismus ſteht,
ſondern im tiefſten Grunde ſeiner Seele lebensgläubig iſt und ſo
der Romantik und der modernen Lebensphiloſophie naherückt,
hat die feierliche Begehung ſeines 250. Todestages mehr als bloß
onventionelle Bedeutung. Wenn nun am 21. Februar über
Spinozas Grab hinter der Nieuw Kerk im Haag in Gegeſwart
namhafter Spinozaforſcher und Philoſophen ein Denkſtein
ent=
hüllt wird, ſo iſt das nicht bloß ein Akt der Pietät, der einmal
wieder den hiſtoriſchen Sinn unſeres Zeitalters dokumentiert.
Nein, Spinoza iſt gegenwärtig. Trotz aller zeitlichen Bindung
iſt ſeine Philoſophie über die Zeit hinausgewachſen in den
Kos=
mos ewiger Geltung, in den Bereich dauernder Wirkung. Was
wir verloren und was wir ſuchen und wiedergewinnen müſſen,
das beſaß Spinoza: die Einheit von Menſch und
Wiſ=
ſen. Der Einſiedler von Riinsburg iſt nicht nur, wie Leibnitz
der Kant, Schöpfer ſeiner Philoſophie, ſondern wie Platon durch
Haltung und Leben leibhaftiges Sinnbild ſeines Syſtems, ſein
Schöpfer und Träger zugleich.
In Spinozas Syſtem miſchen ſich mancherlei Elemente aus
der jüdiſchen Religionsphiloſophie, aus der Neuſcholaſtik, aus
Descartes, Bacon, Hobbes, aus der Stoa. Aber Spinoza iſt nicht
nur ein kombinatoriſcher Geiſt, ſeine Syntheſe, das Ganze ſeiner
philoſophiſchen Leiſtung iſt neu, urſprünglich, aus den Teilen
nicht zuſammenzuſetzen oder zu erklären. Mit vollendeter
logi=
ſcher Kunſt fügte er den Bau ſeines Syſtems zuſammen. 259
Lehrſätze beweiſt er mittels Definitionen, Axiomen uſw. und
ge=
ſtaltet daraus ein einheitliches Ganzes. Ein ganzes Leben lang
hatte er daran zu bauen. In der kriſtallenen Klarheit ſtrengſter
Logik iſt Spinozas „Ethik” ein formvollendetes Meiſterwerk. Es
offenbart ſich hier eine erſtaunliche Kraft ſynthetiſchen Denkens
Aber durch die ſtreng geometriſche Beweisführung dringt dann
doch an wenigen Stellen eine feierliche, ja ekſtatiſche Sprache
durch: wir glauben durch den ſtarren Panzer der Logik die in
der Begeiſterung gelöſte Sprache eines Dichters zu hören. Das
geſtaltete Zentrum der ſpinoziſtiſchen Philoſophie wird offenbar.
Es liegt jenſeits der rationaliſtiſchen Formeln, deren er ſich
be=
dient: es ruht in dem Menſchen ſelbſt. Die in der ſyſtematiſchen
Darſtellung ſeiner Lehre rationaliſtiſch, mit mathematiſchen
Schemen überbauten Grundgedanken ſind der Ausdruck eines
ganzen Menſchen: fühlend, ringend, erobernd, waches Sinns
ſteht er im unverrückbar gegebenen Raum. Alles innere Leben,
alles Weſen offenbart ſich ihm in den Erſcheinungen. Die
Wirk=
lichkeit, die Fülle ihrer Geſtalten ſucht er in ihrer Einheit zu
er=
faſſen; ſo wie er Leib und Seele als Ausdruck eines Weſens,
des Menſchen, begreift, ſo ſieht er auch die Formen der Natur
als Erſcheinungsweiſen ein und desſelben Weſens, Gottes. In
dem liebend reinen Anſchauen dieſer Einheit, die ſich ihm in den
Geſetzen des Alls offenbart, in der freiſchwebenden Kontemplation
des amor intellectualis Dei fand Spinoza die erſtrebte
Glück=
ſeligkeit. Der Grundform ſeines Erlebens, das goethiſch
ge=
ſprochen dem reinen Menſchenſinn entſpringt, entſpricht ſeine
metaphyſiſche Konzeption; der einheitliche Menſch im
einheitlichen Kosmos
Kraft und Wirkſamkeit des werdenden Gottes, Gott=Natur
in ihrem ſichtbaren, fühlbaren, formhaften Geſtalten
auszu=
drücken, blieb ihm verſagt. Er war in den mathematiſchen
Denk=
formen der zeitgenöſſiſchen Philoſophie zu befangen, um die
göttliche Allbeſeelung anders als im berechenbaren Geſetz zu
ver=
deutlichen. Der Glaube an eine rational=mathematiſche
Erfaſ=
ſung intuitiver Erkenntniſſe war noch zu ſtark in ihm, als daß er
mit Goethe hätte ſagen können: „Willſt du ins Unendliche
ſchreiten, geh nur im Endlichen nach allen Seiten” Mathematik
iſt ihm die Offenbarungsart Gottes — hierin iſt er ganz der
Philoſoph des Barock.
Erſt hundert Jahre nach ſeinem Tode brach der Bann des
Schweigens und der Verdammnis, in den Mit= und Nachwelt
Spinoza getan hatte. Leſſings Bekenntnis zu Spinoza, das
er kurz vor ſeinem Tode im Geſpräche mit Friedrich Heinrich
Jacobi ablegte und das durch dieſen bekannt wurde, entfeſſelte
noch einen lebhaften Streit. Denn Spinozismus war damals
noch gleichbedeutend mit Atheismus — und ſo konnte allen, die
in dem Dichter des „Nathan” den Vertreter des landläufigen
Teismus ehrten, Leſſings Credo nicht gleichgültig ſein.
Men=
delsſohn verſuchte zu beweiſen, daß Jacobi das Geſpräch
entſtellt wiedergegeben habe, und es ging ſogar die Legende, an
Jacobis unglücklicher Entdeckung von Leſſings geheimer
ſpino=
ziſtiſcher Sinnesart habe ſich Mendelsſohn den Tod geholt. Aller=
dings hatte ſie für Mendelsſohn Schlimmeres zur Folge al.
phyſiſchen Tod, ſie bedeutete ſeinen geiſtigen Tod. Dem
Streit um Leſſings Bekenntnis führte ein hochbedeutſames
ſtesgeſchichtliches Ereignis herauf: die Wiederentdeckung E
zas, von dem man nur noch wie von einem toten Hunde geſpen
hatte. Sie iſt die glücklichſte Wirkung jener Schrift Jaca
die allgemein als das „Spinoza=Büchlein” bekannt iſt.
Jacobi, der ſelbſt noch ſtrikt daran feſthielt, „Spinozisme
Atheismus”, aber den Kampf erſtmals mit der vollen Mun
vor dem Gegner führte, iſt der Spinozismus neben dem Kmn
mus Kants die ſtärlſte philoſophiſche Macht in Deutſo/
Goethe findet für ſeinen Glauben, daß man durch Eiſh
in die Welt ſelig werde, bei Spinoza, dem religiöſen !
ſophen der Immanenz, die philoſophiſche Formulierung. J4
Tenion „Wenn im Unendlichen dasſelbe ſich wiederholenm:
fließt . . ." hat Goethe den Allgott Spinozas in Kraft und
ſamkeit umgeſetzt, wie Gundolf, der dies Goethes religio!n
ſtung nennt, bei Analyſe des Gedichtes gezeigt hat. Philoian
iſt der Spinozismus am fruchtbarſten geworden in
E=
lings Philoſophie, wie die Romantik überhaupt den we2
H. Eckſte=
Raum für die Wirkung Spinozas ſchuf.
keu
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Börries, Freiherrn von Münchhauſen.
den auf ſeiner Vortragsreiſe durch den Balkan von den dan
Deutſchen beſonders herzliche Ehrungen zuteil. Der Dichtel
von den begeiſterten Zuhörern überall lebhaft gefeiert. Iſ.
ſtantinopel ſprach Münchhauſen einmal öffentlich und einälc
etwa 300 Gäſten in der deutſchen Botſchaft, bei Exz. Nan.
In Sofia konnte der Vortrag im großen Saal des Kaſinoss
finden. Die einheimiſche Preſſe zeigte ſich überaus beſt“
und der Dichter mußte manche Einladung ablehnen, da die
zum Beſuch der vielen Städte, die ihn bei ſich ſehen m‟
nicht ausreichte.
Dr. Friebrich Raab: Wege zur Steuerermäßigung. Verlaa ſü.*
ſchaft und Verwaltung G.m.b.H., Berlin W.
Vorſchläge zur wirtſchaftlichen Geſtaltung der öffentlichen Vſre
in Deutſchland. Verlag für Wirtſchaft und Verwaltung H
Berlin.
Juld: Kunſtſchuitzgeſetz. Verlag Walter de Gruyter u. Co., Beriſt."
Auerbachs Deutſcher Kalender 1927. Auerbachs Verlag, Leipzil ”
Die Milch, eine Quelle der Volkskraft. Verlag der Süddeutchk.”
kerei=Zeitung, Kempten im Algäu. 20 Pfg.
ſermmer 51
Sonntag, den 20. Februar 1927
derGefechtswertder britiſchen
Flotte im Jahre 1922.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, 19. Februar.
ſt ein Prinzip der britiſchen Regierung, alles zu unterſtützen,
fidie Stärkung des Friedens hinwirken kann. Von dieſem
Geſichts=
ſwans hat man zweifelsohne den Vorſchlägen des Präſidenten
ſmi. im Prinzip viel Sympathie entgegengebracht. Man iſt
durch=
zugrät, in dieſer Nichtung vorzugehen. Im übrigen wird es darauf
gaon, wie der Gedanke ſich ſeither entwickelt. — Zunächſt ſind jetzt
hauptſächlich beteiligten Departements, das Auswärtige Amt,
m iralität und das Dominien=Amt, letzteres ſeinerſeits mit den
mgen der Dominions, in Tätigkeit getreten. Wenn dieſe vor=
Prüfungen abgeſchloſſen ſind, wird das Ganze unter Beifügung
elnen Sektionsberichte an das Reichsverteidigungskowitee gehen
gur endlich an das Kabinett. — Daß ſich gewaltige Schwierigkeiten
nſtellen, verſteht ſich von ſelbſt. Und es verſteht ſich vor allem
„14, daß die ſachverſtändigen Berater der Admiralität auf den im
is zu den weiten Handelsrouten und für die Ueberſeeintereſſen=
und =Sphären ganz ungenügenden Kreuzerſtand hinweiſen
t.Den gerade die jetzige Chinakriſis in ein grelles Licht ſetzt.
Verteilung der Kreuzer iſt zur Zeit folgende: 8 Kreuzer
be=
chin den chineſiſchen Gewäſſern, ie 4 im Mittelmeer und bei der
en Flotte, einer auf der auſtraliſchen Station, je einer deckt
Eſchen Ozean zwiſchen Aden und Singapore und die afrikaniſche
iſchen Angola und Madagaskar. Einer iſt zur Teilnahme an
üchtnisfeierlichkeiten für die Aktion bei den Falklands=Inſeln
iert. Das iſt die ganze Herrlichkeit an großen Kreuzern. —
den ſich allerdings noch zwei auf der Heimfahrt, aber ſie ſind
Hrott=Tode verurteilt. — Und wie ſteht es nun mit den
— Dem neu zuſammengetretenen Hauſe wird demnächſt das
Budget für 1927/28 zugehen. Die Grundlinien desſelben wurden
g— als ein Bau=Programm für die Jahre 25/26—29/30 zur
An=
islangte. Nach dieſem Plane müſſen die Arbeiten an 12 Kreu=
Unterſeebooten, 1 Unterſeeboot=Depotſchiff, 1 Neparaturſchiff und
dtenboten feſtgeſetzt werden. — Außerdem ſchlägt die Regierung
ſtleegung von folgenden Fahrzeugen vor: 1 Kreuzer von 10000
—nd etwa 52 Knoten Geſchwindigkeit, deſſen Kampfarmierung
20.5 Ztm.=Geſchützen beſtehen ſoll, 2 Kreuzern neueſten Typs
000 Tonnen, die wahrſcheinlich auch mit 20,5 Ztm.=Geſchützen
pverden ſollen, 9 Zerſtörern, der erſten Rate von 27 während
hnen drei Jahre zu erbauenden. — Eine ſehr große Zahl älterer
— in den letzten Monaten allein 15 — ſind hereits verkauft
ugsweiſe verſhrottet werden, um Reparatur= und
Unterhaltungs=
ſparen. Sechs Unterſeeboote des „O‟=Typs vervollſtändigen
ogramm. Dieſe großen Kampfſchiffe, die an der Oberfläche 1345,
ucht 7750 Tonnen verdrängen, ſind gewiſſermaßen eine
Ant=
die Unterſee=Armierung anderer Flotten. Dieſe Klaſſe, von
im vorigen Baujahre ſechs begonnen wurden, ſoll insgeſamt
awindzw.nzig Unterſeebooten beſtehen. — Da eine Anzahl von
11 befindlichen Schiffen im Verlauf der folgenden 12 Mongte
be=
herden, wird die Fortſetzung des Fünf=Jahre=Bauprogramms
ntertere Belaſtung des neuen Budgets bilden. Aber der Erſte Lord
4näralität wird wahrſcheinlich erklären, daß der Streik wie in den
ſo in den königlichen Werften unerwartete Verzögerungen zur
gchabt hat, ſo daß einige, wenn auch nicht zu erheblichen
Bau=
lanf das neue Finanzjahr übertragen werden müſſen.
jetzigen Jahre wurden für Bauten und Armierungen, Anlage
jäude uſw. über 27 Millionen Pfund ausgegeben, für die Ad=
1 220 000, was von vielen Kritikern im Verhältnis zur
Flotten=
fisieren und Mannſchaften, die ärztliche, erzieheriſche Fürſorge
ſo=
t wiſſenſchaftlichen Dienſtzweige koſten zuſammen rund 21 Millio=
Sn der Kopfſtärke, die ſich auf 103 125 gegenüber 127 180 im
1R1221 beläuft, kann ſicher nichts geſpart werden. Die Admiralität
tzufr, dadurch überknapp gewirtſchaftet, daß ſie die normalen Daten
fürüäßlekhrottungen zurückgelegt hat, um die Leute für die Bemannung
derüſlt, auten frei zu bekommen. — Schließlich trägt ſie durch die Sorge
51 Deiſtungsfähigkeit der „Erſten Verteidigungslinie der britiſchen
ven ungen in der ganzen Welt” eine ungeheure Verantwortung. —
Wäshn”, des Jahres 1920 betrugen die Ausgaben der Flotte 92 505 280
Pfüült et terling, in 1921 76 Millionen, in dieſem Jahre 58,1 Millionen
ün Gefahrenpunkt weiter gehen.
ſrt da noch ein gewaltiges Item, bei deſſen Vernachläſſigung die
Augturkg, Munition und Oel. Hieran müſſen in lanjähriger,
a4f ger, gewaltiger Arbeit in der ganzen Welt Depots aufgebaut
Ats ergänzt werden. Wenn die britiſche Admiralität gegenüber
13 Millionen des Jahres 1920 in dieſem Jahre nur 58 Millionen
10t hat, ſo iſt dies nur dadurch möglich geweſen, wie der bekannte
RieBriftſteller, Archibald Hurd erklärt, daß die Flottenbehörden
mt wverden müſſen.
g; nutzen die beſten Kreuzer und ihre größte Zahl, wenn ſie nicht
Ooel und Munition aus nahen Depots ergänzen können? —
eidan Schauplatz. Nicht nur für China, ſondern auch für anderswo
Welt. — Groß=Britannien beſitzt eine Kette von
Ergänzungs=
ſtihrer um die Erde herum. Aber für heutige internationale
Verhält=
nlſient dieſe Lücken. Und was für eine frühere Aktion eine Menge
ayß unition war, iſt heute mur für den Anfang einer ſolchen gut, für
eilkdchſührung eines Entſcheidungskampfes oder gar eine zweite
a0fmnr ureichend.
mſt. Muß nicht auch eine Kette oder ein Netz von Reparaturbaſen
vomadin ſein?. Iſt das der Fall. Angenommen, es fände eine Aktion
* Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Samstag, den 19. Februar.
Cardillac.
Aper von F. Lion, Muſik von P. Hindemith.
ie geniale Oper des jungen Tonmeiſters fand bei uns eine
Bhyung, die von einer bewundernswerten Hingabe aller
ſause und Mitwirkenden an das eigenartige und über die
Aſrfſchwierige Werk zeugte. Ernſt Legal ſelbſt hatte ſich
ewährtem feinſtem Verſtändnis der Regie angenommen.
oh Roſenſtock ſtand mit überlegener Sicherheit über
EKin veräſtelten Partitur. Unſer vortreffliches Orcheſter
uſäg nur konzertante Soloſtimmen aller Klangfarben —
härtuos und mit glänzendem Schwung. Schenck von
S Bühnenbilder und Koſtüme ergriffen ſuggeſtiv. Kunſt=
Meithtwirkungen zeigten das techniſche Perſonal auf
er: Höhe.
ie zweifellos große Wirkung der Oper iſt eine Folge des
w ſcnläich packenden Stoffes, ferner der geſchickten dramatiſchen
ANR T5. Lions, die den Titelhelden in die überragend herr=
GRe VStellung rückt, und einer Muſik, die mit zupackender
Iyſ4dganz aus ſich ſelbſt heraus Stoff und Drama geſtaltet.
rel lich kommen nun die anderen Rollen, als reine Typen,
G, ja werden faſt gleichgültig. Einzig vielleicht die ſym=
Paghe Tochter und der kraftbewußte, klare Offizierscharakter
nſieren. Das abſichtliche Nebeneinander der Bühnenvor=
und der Orcheſtermuſik erſchwert das Verſtändnis
erheb=
it hat der Zuhörer den Eindruck einer Pantomime hier
un Anes Konzertes dort, und muß ſeine Aufmerkſamkeit teilen.
wird am deutlichſten in der Liebesſzene, 1. Akt, die ſich an
Luc ſeantomimiſch illuſtrierten Konzert für zwei Flöten
ge=
nug ſäßt, das aber nicht ein lyriſch weiches Stück geworden iſt,
onan, ein kalt, logiſch durchgeführter Fugenſatz. Hier klaffen
Di0ra: Wege himmelweit auseinander. Ohne Einheit oben
unſſümten kein Theater.
wwillge iſt die Figur, wie gemacht zum tragenden Mittel=
Dimenner Oper. Wer konnte dafür ein ſtärkerer Vertreter ſein
anß Ahannes Biſchoff? Die unheimliche Geſtalt des
De Dhangenen Künſtlers, der bewußt und ohne Neue zum
Zhemer wird, war es, die er mit grauſiger Dämonie zum
übllügenden Ausdruck brachte. Sein Gegenpart, der Offizier,
Dec ſitach erſt im 3. Akt zum ſiegenden Prinzip empor und hatte
inA dou thelf Piſtor den rechten Darſteller und Sänger ge=
WwIöder dieſe heldiſche ſchöne Rolle mit großem Erfolg durch=
eine ſolche Möglichkeit Singapore wie Hongkong kaum ernſtzuehmende
Chancen bieten. — Und wenn noch fo viele Friedensſicherungen
imter=
national verbrieft werden, es kommt doch zum Kriege. Die Nationen
müßten nicht aus Menſchen gebildet ſein. — Und wenn auch Nationen
in Europa vor dem furchtbaren Wagnis eines Landkrieges
zurückſchrek=
ken; es gibt noch anderswo Friktionsmöglichkeiten zwiſchen den Meeren
angrenzenden Nationen. Dann werden die Entſcheidungen auf den
Waſſern liegen, und keine Flottenabrüſtungskonferenz kann das
ver=
kiiten, zumal niemand wiſſen kann, was für Waffen und Schwimm= oder
Flugkörper in dem Seekrieg der Zukunft die Entſcheidung bringen
werden.
Der Sieger von Portugal.
General Carmona,
der Präſident von Portugal, der die revolutionäre Bewegung in
Liſſabon niedergeſchlagen hat. Der Kampf auf den Barrikaden
dauerte drei Tage lang. Den Ausſchlag gaben die Flugzeuge des
Generals Carmona, die auf die Aufſtändiſchen Bomben
nieder=
warfen und eine Panik hervorriefen.
* Der deutſch=rumäniſche
Lei=Noten=Konfiikt.
Eine deutſche 200 Millionen Anleihe an
Rumänien?
In der letzten Zeit ſind wiederholt durch die in= und
aus=
zu hoch gehalten wird. Die Bezahlung, Verpflegung, Bekleidung ländiſche Preſſe Meldungen gegangen — auch wir haben
ſeiner=
zeit darüber geſprochen —, wonach Verhandlungen mit
Rumä=
nien in Gang ſeien zur Beilegung des Leinotenkonfliktes.
Be=
kanntlich ſordert die rumäniſche Regierung volle Entſchädigung
für die von Deutſchland während der Beſetzung ausgegebenen
1,2 Milliarden Leinoten. Deutſchland iſt von der
Reparations=
kommiſſion, die von Rumänien in dieſem Konflikt ebenfalls
an=
gerufen wurde, beſtätigt worden, daß es zu Zahlungen an
Rumänien über die Daweszahlungen hinaus nicht verpflichtet
iſt. Da Rumänien in dringenden finanziellen Nöten iſt, war die
PfuME terling. — Dieſe Sparſucht kann nicht auf Koſten der Stärke bis Reichsregierung im Intereſſe des deutſch=rumäniſchen
Handels=
verkehrs nicht abgeneigt, Rumänien irgendwie unter die Arme
zu greiſen. Jetzt wird aus Bukareſt gemeldet, daß es nach
ſigfähigkeit der beſten Flotte in der Richtung auf Null ſinken muß: längeren Verhandlungen mit einem deutſchen Bankenkonſortium
gelungen ſein ſoll, ein Abkommen über die Gewährung
einer deutſchen 200=Millionen=Anleihe an
Rumänien abzuſchließen. 40 Millionen ſollen in bar zur
Stabiliſierung des Lei dienen, während 160 Millionen für
Sach=
lieferungen vorbehalten bleiben ſollen. Da die Zinsregelung
Unarr zu Jahr Ausgaben aufgeſchoben haben, die eines Tages nach dieſer Bukareſter Meldung ſehr günſtig iſt, ſo daß die
Ru=
mänen erhebliche Zinsgewinne einſtecken, iſt anzunehmen, daß
dieſe Gewinne irgendwie mit den Leinoten in Verbindung
ge=
bracht werden können, während die übrige Summe das
Geld=
bedürfnis der Rumänen befriedigt. Eine Beſtätigung der
Mel=
dung war bisher noch nicht zu erhalten. Vor allem weiß man
auch noch nicht, ob die Sachlieferungen, von der die Bukareſter
Meldung ſpricht, auf Reparationskonto zu verrechnen ſind. Die
Höhe der dafür in Betracht kommenden Summe läßt dieſe
Mög=
a) da kommt noch eine dritte indiskvete Frage, die man richten lichkeit kaum zu, da Rumänien nur einen verſchwindend geringen
Betrag von dem Reparationsagenten jährlich erhält und wir
uns mit 160 Millionen auf Jahre hinaus verpflichteten, was
imſ riſtichen Pacific ſtatt. Die Admiralität iſt ſich völlig klar, daß für dann von den andern Gläubigern gegen uns ausgenutzt würde.
führte. Die lyriſchen Figuren der Dame und des Kavaliers
fan=
den durch Paula Kapper und Joſeph Poerner ſehr
ſympathiſche Darſtellung. Margarete Albrecht iſt nach
Er=
ſcheinung, Weſen und Stimme wie geſchaffen für die Tochter, der
ſie alle ihre Vorzüge zu geben wußte. Heinrich Hölzlin und
Leo Barczinſki, in den undankbaren Rollen des
Gold=
händlers und Führers der Schutzwache, fügten ſich gut ein. Der
Chor, dem im 1. und 3. Alt wichtige Aufgaben zufallen, hielt
ſich trefflich und war von packender dramatiſcher Eindruckskraft.
Das Publikum, das zu Anfang ſchwungvoll mitgeriſſen
wurde, konnte begreiflicherweiſe nicht gleichmäßig folgen und
kam beim erſten Hören des ſchwer zugänglichen Werkes nicht recht
zum Genuß. Schließlich ging jedoch ein Jeder mit dem Eindruck
einer großen Sache und einer noch größeren Leiſtung nach Hauſe.
v. H.
Unruhs „Bonaparte” im Spiegel
der Kritik.
Die „Kreuzzeitung” ſchreibt: Der „Bonaparte”, iſt
künſtleriſch und perſönlich für Unruh ein Debacle. Die
Napo=
leon angedichtete Impotenz fällt auf den Dichter zurück. Was er
künſtleriſch und menſchlich geboten hat, iſt nicht Geſtaltung,
ſon=
dern ſind Worte, nichts als Worte, wenn auch von edlem Pathos,
das von innerer Leidenſchaft für ſeine Idee zeugen ſoll, getragen.
Fechter in der „Deutſchen Allgemeinen
Zei=
tung”: Es iſt ein hiſtoriſches Drama — mit ſehr
unhiſto=
riſchen, ſehr aktuellen Nutzanwendungen, ein Schauſpiel gegen
ſeinen eigenen Helden, kein geſchichtliches, ſondern ein
zeit=
gemäßes und zugleich ein Tendenzſtück Herr v. Unruh läßt
denn auch alle ſeine Figuren leitartikeln und predigen, daß es
nur ſo kracht. Er kann es um ſo leichter, als keine der Geſtalten
wirklich Geſtalt, Menſch, Lebeweſen iſt.
Kurt Aram in der „Tägl. Rundſchau”: Was ſoll
man auch mit einem Bonaparte anfangen, den der Autor um
einer ihn ganz erfüllenden Tendenz willen alles Dämoniſche,
Genialiſche, Gewaltige nach Kräften aus dem Charakter ſtreicht
und ihn beſtenfalls noch darüber zuweilen mit allen Anzeichen
von hyſteriſch=epileptiſchen Zuſtänden reden läßt, was Kraus
dankenswerterweiſe umging? Ein Abend, der jeden, auch einen
fanatiſchen Pazifiſten, künſtleriſch in jeder Hinſicht ſehr
enttäu=
ſchen mußte.
Herbert Ihering im „Berliner Börſen=
Cou=
rier”: Pathetiſcher Bombaſt, größenwahnwitzige Phraſeologie,
Seite 3
Der Reichstag billigt das
deutſch=
franzöſiſche Handelsproviſorium.
Finanzminiſter Köhler und ſeine Kritiker.
* Verlin, 19. Februar. (Eig. Bericht.)
Der Reichstag begann heute, wie immer an Samstagen, bereits
um 12 Uhr ſeine Beratungen. Er erledigte zunächſt einen von der
völkiſchen Fraktion eingebrachten Entwwrf zur Abänderung des
Auf=
wertungsgeſetzes durch Ueberweiſung an den Ausſchuß. Auch der
Punkt 2 der Tagesordnung, die Verordnung zur Verlängerung des
deutſche=franzöſiſchen Handelsproviſoriums, nahm nicht längere Zeit in
Anſpruch. Lediglich der Volksparteiler Dr. Schnee ergriff das Wort,
um der Vereinbarung zuzuſtimmen, aber gleichzeitig darauf hinzuweiſen,
daß nach Deutſchlands Eintritt in den Völkerbund die Lage geändert
ſei. Heute müſſe Deutſchland verlangen, daß die Deutſchen in den
franzöſiſchen Kolonien und Mandatsgebieten gleichberechtigt mit den
anderen Nationen behandelt werden. Die Verordnung wurde hierauf
genehmigt, ebenſo in zweiter und dritter Leſung die Verlängerung des
Saarabkommens. Debattelos angenommen wurden der
deutſchenieder=
ländiſche und der deutſch=däniſche Schiedsgerichts= und Vergleichsvertrag.
Darauf ſetzte das Haus die geſtern abgebrochene Debatte über den
Etat für 1927 fort.
Der Demokrat Dr. Fiſcher verteidigte entſchieden die
Finanz=
politik des früheren Reichsfinanzminiſters Dr. Reinhold, deſſen geſchickter
Verhandlung mit dem Neparationsagenten es überhaupt zu verdanken
ſei, wenn man jetzt von einer Sanierung der Verbrauchsſteuern reden
könne. Die Wirkung der Reinholdſchen Steuerſenkung auf die
Wirt=
ſchaft wäre freilich günſtiger geweſen, wenn die Reichstagsmehrheit das
Senkungsprogramm des Miniſters Reinhold nicht in weſentlichen
Punkten geändert hätte.
Hierauf äußerte ſich Reichsfinanzminiſter Dr. Köhler eingehend zu
den Kritiken, die ſeine Etatsrede gefunden hatte. Einleitend ſetzte er
ſich mit den Anſichten ſeines Vorgängers Dr. Reinhold auseinander,
der dem neuen Miniſter außer dem Vermächtnis des Etats in einem
Zeitungsartikel auch noch Richtlinien mit auf den Weg gegeben habe.
Er, Dr. Köhler, ſei ganz damit einverſtanden, daß nach der
Steuer=
ſenkung jetzt der ſchwierigere 2. Teil gelöſt werden müſſe, nämlich auf
der Baſis der geſenkten Einnahmen die geſamten Steuerausgaben auf
ein tragbares Maß herabzuſetzen. Aber dieſe Aufgabe könne er nicht
mit demſelben großen Beifall von ſeiten der Betroffenen löſen. Den
Abbau einiger Miniſterialräte könne man wirklich nicht als den
Be=
ginn einer Verwaltungsreform bezeichnen. Erfreulich ſei die ihm aus
dem Hauſe gemachte Mitteilung, daß nach Auffaſſung der Parteien im
Ctat noch 150 Millionen geſpart werden könnten. Bis jetzt habe er
aber von Anträgen, die eine ſolche Erſparnis im Gefolge hätten, nichts
gemerkt und immer nur Forderungen auf Ausgabeerhöhungen gehört.
Er, der Miniſter, ſtimme allen Senkungsvorſchlägen direkter und
in=
direkter Steuern zu, wenn die finanzielle Lage des Etats und der
Kaſſe es erlaube. Für die unterſtützende Erwe=bsloſenfürſorge ab
1. April 1927 ſei wirklich kein einziger Pfennig da. In Baden habe er
feſtgeſtellt, daß der Betrieb bei den Landesfinanzämtern nicht überall in
Ordnung ſei, und nach ſeinem Amtsantritt habe er beſtätigt gefunden,
daß faſt im ganzen Reiche dieſelben Zuſtände herrſchten. Er wolle aber
den Betrieb wieder in Ordnung bringen. Der Kaſſenbeſtand am
31. Dezember 1926 habe, wenn die fremden Gelder der Poſt mit 100
Millionen zugerechnet werden, 7 Millionen betragen. Ohne dieſe
frem=
den Gelder beſtand aber ein Minus von 93 Millionen. Reſerven
be=
ſonderer Art beſtünden bei uns nicht. Der Miniſter gab die bindende
Zuſage, da alles geſchehen ſolle, um die reichsgeſetzliche
Rahmen=
regelung der Realſteuern in den nächſten Monaten durchzuführen. Sie
ſei für ihn der Weg zum endgültigen Finanzausgleich. Die Gerüchte
über eine beabſichtigte Betriebsſtoffſteuer für die geſamte Wirtſchaft
ſeien eine Ente.
Nachdem noch einige Abgeordnete zum Wort gekommen waren,
wurde der kommuniſtiſche Antrag auf Streichung der Mittel für die
Reichsvertretung gegen die Antragſteller abgelehnt. Der Etat wurde
genehmigt, ebenſo der des Reichswirtſchaftsrates. Das Haus vertagte
ſich dann auf Montag 3 Uhr: Juſtizetat, Arbeitsminiſterium. Schluß
gegen 4 Uhr.
Polniſche Rüſtungen im Korridor.
Berlin, 19. Februar.
Aus Königsberg werden nähere Einzelheiten berichtet über
die Organiſation der polniſchen Grenzwehr in
Pom=
merellen zu einer ſogenannten zivilen Grenzwehr unter
Führung des Weſtmarkenvereins. Den Stamm bilden die
Ju=
gend= und Militärvereine, und auch die Vereine der
Aufſtän=
diſchen und die Sokol ſind beigetreten. Hinter der Organiſation
ſteht die polniſche Regierung, die bei den Bezirkskommandos
Stammrollen anlegt, Waffen liefert und Offiziere und
Unter=
offiziere der Armee als Inſtrukteure für die militäriſche
Aus=
bildung zur Verfügung ſtellt. Ein polniſcher Hauptmann, der
herumreiſt und in den landwirtſchaftlichen Schulen Vorträge
über die Notwendigkeit der militäriſchen Ausbildung hält, teilte
mit, daß im inneren Polen bereits an ſämtlichen höheren
Schu=
len durch Militärinſtrukteure praktiſcher und theoretiſcher
Unter=
richt erteilt wird. Auch in den polniſchen Schulen Pommerellens
hat man damit begonnen.
gipſerne Starre, — die Siegesallee in der Sprache, die Republik
in der Geſinnung . . . Den „Bonaparte” dramaturgiſch zu
zer=
legen, iſt ſinnlos. Wenn das Stück hundertmal beſſer wäre, es
bedeutete nichts. Denn das Weſen iſt abzulehnen. Dieſe Miſchung
von Demut und Selbſtbeſpiegelung, von Sendung und Eitelkeit,
von geiſtiger Subalternität und materiellem Prunk. Dieſes
Weſen von 1900. Das Gipsweſen, die Stuckfaſſade . Werner
Kraus verſuchte den echten Napoleon zu ſpielen. Den Bonaparte
Unruhs ſpielte der Regiſſeur Guſtav Hartung, als er ſich
ver=
beugte.
Die „Germania”: . . . im ganzen iſt Unruh ein Dichter
von Rang, wurzelnd in einem rein ſchwingenden Ethos,
ſprach=
ſtark bis zur Neubelebung des Pathos, hochſinnig und lauter im
Geiſtigen und beſonders begabt mit dem ſicheren dramatiſchen
Geſtaltungstrieb, aus dem heraus nun auch wieder ſein „
Bona=
parte” ein großer, gelungener Wurf geworden iſt. Mit dem
Drama iſt Unruh aus der mythiſchen Symbolwelt ſeines „
Ge=
ſchlecht” und „Platz” zurückgekehrt auf den Boden der Geſchichte,
allerdings reifer geworden gegenüber ſeinem früheren „Louis
Ferdinand” und befähigt, nunmehr auch die Geſchichte bei aller
Lebenswahrheit doch noch ſymboliſch zu erhöhen.
Fritz Engel im „Berliner Tageblatt”: Unruhs
„Bonaparte” im ganzen ein Geſchenk an die Bühne und an die
dramatiſche Literatur. Hier ſind große, ſtürmiſch bewegte
Vor=
gänge geformt. Hier iſt die Form wieder durch den Inhalt
ſelbſt=
verſtändlich und zum Gefäß einer tiefen Schau in menſchliche
Erſcheinungen gemacht . . . Es iſt ein großes hiſtoriſches Drama,
wenn wir darunter mehr verſtehen als Aneinanderfügung
ge=
ſchichtlicher Tatſachen und dialogiſche Erhärtung beglaubigter
Daten . . . Dabei hat Unruh kein Tendenzdrama geſchrieben.
Bernhard Diebold in der „Frankfurter
Zei=
tung”: Erhabenes und Banales bilden Berge, Täler und
Flach=
land auf dem dramatiſchen Schauplatz. Groß gedachte Viſionen
und kritzelige Miniaturen erſcheinen im magiſchen Rahmen".
Das Hiſtoriſche verrauſcht bald ins Mythiſche; das Heroiſche ſinkt
bald ins real Banale; die überwundene Nomantik Enghiens
wird zur pathetiſchen Karikatur; die ſteinerne Mutter ſteigt in
die Idee empor. Ein Auf und Ab der Stilſchwankungen; ein
Schwirren und Dichten zwiſchen Oben und Unten.
Der „Vorwärts”: Und dieſe Ueberfüllung mit Bildern
und Viſionen iſt auch ſchuld daran, daß das Bonaparte=Drama
kalt läßt. Es gewittert in dieſem Dichter ein unfruchtbarer
En=
thuſiasmus. Die reifere Jugend gehört ihm vielleicht, die reifere
Männlichkeit verſagt ſich ihm. Spektakel allein genügt nicht, auch
wenn das Herz aus tauſend Wunden blutet . . .
Seite 4
Sonntag, den 20 Februar 1927
Nummer 31
Statt Karten.
Sf Pe. Mdti Sdnuinn Saite
Johanna Ricarda
beehren wir uns anzuzeigen.
Diplom=Ing. Dr. Jng. Willy Seck
u. Fran Marie, geb. Hebermehl.
den 16. Februar 1927.
(*4659
Walter Klefenz
Erna Klefenz
geb. Reich
Vermählte
Darm ſtadi, den 19. Februar 1927
Heinrichſfraße 157
(*4751
Heute verſchied nach ſchwerem,
mit großer Geduld ertragenem
Leiden meine liebe Schwägerin
Zipora Oppenheimer
im Alter von nahezu 72 Jahren.
Die Beerdigung hat bereits
am Freitag, den 18. d. Mts.
ſtatt=
gefunden.
In tiefer Trauer:
Frau Lehrer M. Oppenhelmer Bwe.
Grafenſtr. 13. (*4529
Darmſtadt, 18. Februar 1927.
Dankſagung.
Für die uns bewieſene
Teil=
nahme beim Heimgang unſerer
lieben Entſchlafenen ſagen wir
herzlichen Dank.
Darmſtadt, den 18. Febr. 1927.
Im Namen d. trauernd. Hinterbliebenen:
Familie Wilh. Nicolai
4uus) Familie S. B Kling
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Nachruf.
Tief erschüttert von dem schmerzlichen Verlust, der uns so schwer
getroffen hat, erfüllen wir die traurige Pflicht, den Tod des so unerwartet
plötzlich von uns gegangenen Senjor-Chefs des Hauses Opel, des
Herrn Kommerzienrat
Karl v. Ope
anzuzeigen.
Ein leuchtendes Vorbild gewissenhafter Pflichterfüllung, hat er es im
Lauf seines arbeitsreichen Lebens verstanden, die Liebe, die Verehrung und
das Vertrauen aller seiner Mitarbeiter zu gewinnen und zu erhalten.
Sein Andenken wird uns unvergesslich sein.
Die Prokurislen, OberIngenienre und Ableilungsleiter
des Hauses Hdam Opel.
Rüsselsheim a. M., den I8. Februar 1927.
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Geſtern abend entſchlief ſanft nach kurzem ſchweren Leiden mein
lieber Mann, unſer treuſorgender Vater, Großvater, Bruder und Onkel
Carl Keutzer
im Alter von 64 Jahren.
Rechnungsdirektor
(3312
In tiefſter Trauer:
Eliſobeth Keutzer, geb. Dietz
Helene Kruſe, geb. Keutzer
Carl Kruſe nebſt Enkelkinder.
Darmſtadt, den 19. Februar 1927.
Gutenbergſtraße 60.
Die Beerdigung ſindet am Dſenstag, den 22. d8. Mis., nachmittags 2 Uhr, auf dem
Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
Heute entſchlief nach längerem Leiden
unſere liebe, herzensgute Mutter, Großmutter,
Schwägerin und Tante
Frau
Johanna Meher Wwe.
geb. Herz
(3235
im 81. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Fran Helene Stern Bwe., geb. Meher.
Darmſtadt, den 19. Februar 1927.
Saalbauſtraße 7.
Die Beerdigung ſindet am Montag, den 21. Februar
1927, nachm. 4 Uhr, vom Portal der iſrael.
Neliglons=
gemeinde aus ſiatt.
Blumenſpenden und Kondolenzbeſuche dankend verbeten
Statt Karten.
Mein lieber Mann, unſer guter Vater, Schwiegervater,
Groß=
vater, Bruder und Onkel
Herr Eduard Becker
iſt in den Frühſtunden des 15. Februar ohne Todeskampf von uns
gegangen.
Dem letzten Willen uuſeres teueren Entſchlafenen folgen wir,
wenn wir dies erſt nach der heute in aller Stille erfolgten
Einäſche=
rung bekannt geben.
Elſe Bechker, geb. Schneider
Dipl.=Ing. Eduard Bechker und Familie
Dipl.=Ing. Carl Becher und Frau
Familie Georg W. Becker.
Darmſtadt, Mauerſtraße 13, den 18. Februar 1927.
(*4579
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abſehen zu wollen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Anteilnahme bei dem unerwarieten
Hinſcheiden unſerer lieben Mutter, ſagen wir auf bieſem Wege herzlichen
Dank. Insbeſondere danken wir Herrn Pfarrer Zimmermann für ſeine
troſt=
reichen und erhebenden Worte und Herrn Oberſiudiendirektor Kiſſinger für
die Uebermittelung der letzten Grüße eines Kreiſes von Freunden unſerer
teueren Entſchlafenen.
Im Auftrag der trauernden Hinterbliebenen:
Albert Michel.
Darmſtadt, den 20. Februar 1927.
Mathildenplatz 4.
(3177
Dankſagung.
Für all die große Liebe und Teilnahme
während der Krankheit und nach dem Heimgang
unſeres heißgeliebten
Hans=Jürgen
danken wir namens aller Hinterbliebenen
ganzem Herzen.
Darmſtadt, den 20 Februar 1927.
4722) Albert und Alma Heuß=Bannicke.
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Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die überaus zahlreichen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme.
ſowie für die vielen Blumenſpenden bei dem Heimganges
unſeres lieben Entſchlafenen ſagen wir auf dieſem Weges
unſeren innigſten Dank. Ganz beſonders danken wir Herrm
Pfarrer zur Nieden und Herrn Pol.=Oberſiitn. Schröder für
die ergreifenden Worte bei der Einſegnung, desgl. Herrm
Pol.=Oberln. Götzinger und Herrn Zugwachtmſtr. Mahef.
ſowie allen benſenigen, die dem Verſtorbenen die letzte Ehrea
erwieſen; ferner Herrn Pol.=Hauptm. Jans und Zugwachtmſtr.*
Lutz (v. Verband der Pol.=Beamten Heſſens) für den Nachruf ann
Grabe und all denen, die ihre Teilnahme brieflich bekundeten.1
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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Marie Schneider.
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Nummer 51
Sonntag, den 20. Februar 1927
Seite 3
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſiadi, 20. Februar.
— Heſſiſches Landestheater. „Bonaparte” das neueſte, jetzt
beſprochene Werk Fritz von Unruhs, das faſt alle deutſchen Bühnen
Aufführung ervvorben haben, kommt als nächſte Schauſpielneuheit
ſzDandestheaters im Laufe des Monats März heraus. Inſzenierung:
n—regiſſtur Edgar Klitſch. Bonaparte: Rudolf Wittgen.
In dem morgen Montag, abends 8 Uhr, ſtattſindenden zweiten
ſor kskonzert, das wiederum von Generalmuſikdirektor Joſeph
M—mſtock dirigiert wird, kommt u. a. die Beethoven=Sinfonie Nr. 1
ſzurr zur Aufführung, die hier lange Zeit nicht geſpielt wurde. Der
t. Teil des Programms iſt ausſchließlich Mozart gewidmet und
ſusgt neben der Ls=DurSerenade für Blasinſtrumente und einem
ent=
g nden Divertimento zwei Arien („Per queſta bella mano” und „Un
ſexo di mano”), die von Heinrich Hölzlin geſungen werden. Ein=
1Bpreiſe: 50 Pfg. bis 2 Mk.
Für Donnerstag, den 24. Februar, wird im Kleinen Haus in neuer
usenierung die beliebte Spieloper „König für einen Tag‟
5 étais roi) von Adam, die ſeit mehr als zehn Jahren nicht mehr
Spielplan erſchien, vorbereitet. Die muſikaliſche Leitung hat
Kapell=
iicer Max Hüsgen. Inſzenierung: Oskar Fritz Schuh.
E Orpheum. Heute Sonntag zwei Vorſtellungen.
tirmittags 3.30 Uhr, zum letzten Male „Rotkäppchen und der
F.” Preiſe von 40 Pfg an. Jede erwachſene Perſon kann ein
ie frei mitbringen. Abends 8 Uhr (ebenfalls zum letzten Male):
ampagnergirl”. — Es ſei nochmals darauf hingewieſen, daß
heute noch die bedeutende Ernäßigung (von 50 Prozent) auf die
ileungsausſchnitte gewährt wird. Der Sonntagskartenverkauf findet
- für die Nachmittags=Vorſtellung nur im Verkehrsbureau; für die
tendvorſtellung im Verkehrsbüro bis 12 Uhr Zeitungskiosk bis 6 Uhr
ſutrnittags, ſowie Kaſſe des Orpheums ab 2.30 Uhr munterbrochen.
zu gen Montag und folgende Tage geſchloſſen. (Siehe Anzeige.)
DDer Roſenmontagsball der Bühnenkünſtler im Saalbau verſpricht
geſellſchaftliches Ereignis zu werden. Der Vorverkauf zu dieſem
erd, welcher nur dem Tanz und der Geſelligkeit gewidmet iſt,
be=
att am Dienstag, den 22. Februar, an der Kaſſe des Kleinen Haufes,
Konzert=Arnold in der Wilhelminenſtraße, im Friſeurgeſchäft von
tle Hermes in der Luiſenſtraße, Muſikalienhandlung Schutter,
Eliſa=
ienſit aße. Der Eintrittspreis beträgt einſchließlich Steuer 5 Mark.
there Beiträge, z. B. für Tanzſchleifen, Maskenzeichen uſw., werden
ſyt erhoben. Der Wirtſchaftsbetrieb liegt, wie bei anderen
Feſtlich=
ſtier, in den Händen des Saalbaupächters Herrn Schmitz. Die
Ver=
ſtelter geben der Hoffnung Ausdruck, daß die Gäſte möglichſt zahlreich
Masken= und Phantaſiekoſtümen (jedoch ohne Viſier) erſcheinen. Fir
4brigen Teilnehmer iſt Geſellſchaftsanzug Bedingung.
— Eduard=Göbel=Abenö. Es war ein feiner, ſtimmungsvoller Abend,
Eduard Gößel ſeinen zahlreichen Freunden aus der
Johannes=
pr inde bereitet hat. Schon der Gedanke verdient Anerkennung, daß
En Stück Heimatkunſt vortrug und zeigte, was heſſiſche Dichter
ge=
hiFen haben. Zu bewundern war weiter die vortreffliche Auswahl und
emmenſtellung der vorgetragenen Werke, die uns durch die
verſchie=
ſaien Stimmungen von tiefſter Erſchütterung bis zur ausgelaſſenen
iſerkeit emportrugen. Und nicht zuletzt fand die ausgezeichnete
Vor=
ſtgskunſt Anerkennung, durch die die Dichtungen mit höchſter
Anſchau=
cht it vor den Hörern erſtanden. Im ernſten Teil war es nament=
Wilhelm Holzamers „Lump” und Helene Chriſtallers „Rizpa”,
ſteſſte Ergriffenheit auslöſten. Das Schickſal des aus der menſchlichen
Mſialſchaft ausgeſtoßenen Landſtreichers, der ſchließlich zur letzten
Ver=
gefklungstat — zum Strick greift, und die Muttertreue der
altteſta=
nt lichen Frau, die um ihre toten Söhne kämpft wider Aasgeier und
ckale, ließen Herzen und Gewiſſen erbeben. Aber auch die freudige
— des Daſeins, kam zu ihrem Necht. Die preisgekrönte Novelle
Auftoph Ruths: „Das Feſteſſen” und Robert Schneiders „Unzug”
bier Herrn Gübel ſo recht Gelegenheit, ſeine Meiſterſchaft in der
Ver=
g köſtlichen Humors zu beweiſen. Lebhafter, herzlichſter Beifall
em geſchätzten Künſtler. Auch der Vorſitzende des Männervereins
m Namen der Anweſenden den Dank für den genußreichen Abend
ie nächſte Monatsverſammlung des Männervereins findet aus=
„isweiſe nicht an einem Donnerstag, ſondern Samstag, den 5. März,
Bei ihr wird wieder ein kirchliches Thema verhandelt werden.
Pfarrer Beringer wird ſprechen über: „Der Chriſt und moderne
ilrrngen” und ſich namentlich mit dem Möttlinger Kreis und den
ſendbetern vom Schlag der „Chriſtlichen Wiſſenſchaft” auseinander=
— Darmſtädter Spielſchar. Nach einer außerordentlich glücklich
ver=
inen Spielfahrt nach Schwetzingen (Baden) ſetzt die „Darmſtädter
ickſchar”, am Dienstag, den 22., und Mittwoch, den
AFebruar Ifd. J8., ihre hieſigen Aufführungen fort, und zwar
en wir, vielfachen Wünſchen entſprechend, nochmals: „Der Narr”
hMMargarethe Cordes und hierauf: „Hanns Frei” von Otto Ludwig.
nuß dringend empfohlen werden, ſich Einlaßkarten im Vorverkauf
frhern, da keine Gewähr übernommen werden kann, ob an den
Spiel=
eicden noch Karten am Saaleingang zur Verfügung ſtehen. Die Karten
19 im Vorverkauf in unſerer Geſchäftsſtelle, „Muſikhaus Chriſt. Arnold,
Ludwigſtraße”, zu haben. Eine nochmalige Wiederholung iſt wegen
weiter geplanten Veranſtaltungen unwahrſcheinlich. Die Spielſchar
Lufitet z. Zt. das „Gundrun=Spiel” von Julius Heiß vor und wird zu
ſirrn vorausſichtlich noch das Kain= und Abelſpiel”, von Walter
ltbetta (ein Myſterienſpiel nach Reſten eines mittelalterlichen Spiels
/Stadt Laufen) zur Aufführung bringen.
Stadtkirche Die nächſte (40.) kirchenmuſikaliſche
Abend=
euer findet nächſten Mittwoch, 23. Februar, abends 8 Uhr in der
tStkirche ſtatt. Es wirken dabei mit: Frau M. Pfuhl=Flöring
öieline), Fräulein Hilda Groß (Sopran) und Herr Studienrat
Worngäſſer (Orgel). Der Eintritt iſt frei.
* Vortrag im Gewerbemuſeum. Am Freitag abend hielt Herr Direk=
PProf Dr. Haupt auf Voranlaſſung der Frauenortsgruppe der
Deut=
zr Volkspartei im Gewerbemuſeum einen Vortrag über die Entſtehung
eredeutſchen Kaiſerkrone, die jetzt in einem Muſeum in Wien
aufbe=
alxt wird. Sie iſt, wie der Redner ausführte, eines der großartigſten
axmäler deutſcher Goldſchmiedekunſt des Mittelalters. Die Krone
fiüht aus einem Reif, einem Kreuz und einem Bigel. Der Reif ſetzt
huaus acht Platten zuſammen, vier davon ſind mir Emailleſchildern
ſesmückt und die anderen mit einem außergewöhnlich reichen Schmuck
n Edelſteinen verſehen. Die vordere Platte trug urſprünglich einen
ſamnders koſtbaren Stein den Waiſen”, den auch Walter von der
agelweide in einem Gedicht erwähnt, der aber bei der Krönung Karls
A. verloven ging und durch einen anderen Stein erſetzt wurde. Die
lasmeine Anſicht geht dahin, daß die Krone eine Schöpfung aus dem
uieng des elften Jahrhunderts und Konrad II. ihr Beſteller iſt;
letz=
ſus kann aber unmöglich der Fall ſein. Der Redner erklärte, unter
uälfenahme von Lichtbildern, zur Begründung dieſer Anſicht die
ein=
hen Darſtellungen und Inſchriften der Krone, die als eine
Bilder=
one zu bezeichnen iſt, wie ſie in Byzanz üblich war. In den Bildern
ynen die theokratiſchen Ideen des Papſttums ſehr ſtark zum Aus=
; es iſt aber ganz unwahrſcheinlich, daß Konrad II., der tatkräftig
ns Anſprüche gegen die Kirche verfocht, ſolche Gedanken vertrat. Die
Ferte ſtammt höchſtwahrſcheinlich von kiuchlicher Seite und iſt vermutlich
Geſchenk des Papſtes Bonifaeius UIII. an Kaiſer Heinrich II.
amauf deutet insbefondere eine bildliche Darſtellung auf der Krone hin
einnig Hiskia und der Prophet Jeſaias), die anſcheinend auf eine
vere Erkrankung des Kaiſers in Montecaſſino Bezug nimmt. Da
auch Heinrich II. auf die Wahrung ſeiner kaiſerlichen Rechte be=
4 war, ſo liegt der Gedanke nahe, wie der Redner weiter ausführte,
die Widmung in einer Weiſe erfolgte, die nicht als ein politiſcher
anzuſehen war. Als Heinrich II. ſtarb, war die Krone noch nicht
ru ggeſtellt und ſie kam dann als Erbſchaft an Konrad II. auf den
wohl die eigenartige Anovdnung der Bilder zurückzuführen iſt,
un die bedeutenderen, die auch die theokratiſche Idee vertreten, ſind
der Rückſeite. Im Anſchluß an die Krone wurde auch der (
unzu=
end ſo bezeichnete) „Krönungsmantel” Heinrich II., der in Bamberg
gewahrt wird, ebenfalls im Lichtbilde gezeigt, ſeine Herkunft, ſowie
Bilder und die Inſchniften erläutert. Die Kaiſerkrone, ſo ſchloß
Redner ſeinen mit ſtarkem Beifall aufgenommenen Vortrag, iſt eines
herrlichſten Denkmäler deutſcher Geſchichte und ein erſchütternd
ſchliches Zeugnis des Kampfes zwiſchen Kaiſertum und Papſttum im
Riüt tekalter.
*Der Film der Menſchlichkeit.
Süddeutſche Uraufführung: „Menſch unter Menſchen”.
In den PalaſtLichtſpielen läuft zur Zeit als Uraufführung für
Süddeutſchland der Film „Menſch unter Manſchen‟. Dieſer
Film, nach Victor Hugos Roman „Les miſerables” unter der ganz
mei=
ſterhaften Regie von Henry Feseourt und unter der künſtleriſchen
Leitung von Louis Nalpas in der deutſchen Bearbeitung von Ar= mit der vom ſtädtiſchen Orcheſter unter Leitung des Herrn Muſikdirektors
mand Scanto gedreht, wird nicht zu Unrecht als einer der beſten
europäiſchen und auch der Welt=Filmproduktion bezeichnct. Auf jeden
Fall ſtellt er eine Romanv=rfilmung dar, wvie ſie bisher mit gleich
tief=
gehender Wirkug, bei allem Feſthalten am Stoff des Romans, zu einem
ſelbſtändigen Kunſtwerk von beſter Qualität herausgearbeitet, noch nicht
erreicht wurde. Mit außerordentlichem Geſchick und ſicherem Blick für
das Bildwirkſome, das ſich von der Lekire eines Romans weſentlich
unterſcheidet, iſt hier von der Filmregie alles, was etwa dem Noman
anhaftet an heute nicht mehr genießbaremt Pathos, rührſeliger
Senti=
mentalität, falſch wirkender Romautik, breit ausgeſponnener
Milieuſchil=
derung, ausgemerzt, und nur die an ſich wundervolle große Idee, das
Nein=Menſchliche, das Sittlich=Ethiſche, das auch im Verbrecher
ſchlum=
mert, der Glaube an das Gute, auch in dem Menſchen, der gegen Rechſt
und Geſetz ſchwer geſündigt, feſtgehalten und, wohl ſtark realiſtiſch, aber
doch durchaus künſtleriſch, ohne jemals gekünſtelt zu wirken
heraus=
gearbeitet. So erſcheint „Menſch unter Menſchen” in dieſem Film nicht
zehr als Romanilluſtration, auf die ſich viele Filme ſonſt
beſchränken, ſondern als eine durchaus ſelbſtändige, wohl im letzten
Grunde ſeeliſche Handlung, die in ihrer darſtelleriſchen
Durchfüh=
rung aber ſo ſtiark gemeiſtert iſt, daß faſt jedes Bild, auch da, wo allein
das Seele verratende Auge Mimik und Geſte ſprechen, eine ſzeniſche
Handlung von ſtärkſter Wirkung darſtellt.
Wos dieſen Film ſo ungemein tief empfinden läßt, und was ihn
berechtigt, den beſten Erzeugniſſen der Filminduſtrie zugezählt zu
wer=
den, iſt wohl in erſter Linie die Darſtellung, die auf einige wenige,
aber ganz ausgezeichnete Künſtler beſchränkt iſt. Ohne dieſe Darſtellung
wäre auch die große und ſchöne Menſchheitsidee, die ſie verkörpert, die
aber an ſich durchaus nichts Neues offenbart, nicht von einer ſo
un=
mittelbaren, packenden, alle inneren Tiefen aufwühlenden Wirkung.
Der Inhalt der Handlung darf als bekannt vorausgeſetzt werden.
Sie zeigt in erſchütternden Bildern, was zur Zeit der Entſtehung des
Romans mehr wie heute lebte, was aber auch heute, im Zeitalter der
Humanität, wohl nicht aus der Welt verſchwunden: Der aus dem
Zucht=
aus Entlaſſene, ein Menſch, den die drückende Not, der Hunger ſeiner
Familie zum Dieb wenden ließ, und den das Bewußtſein, Unrecht nicht
getan zu haben, gepaart mit unſtillbarem Drang zur Freiheit,
wiedeu=
holt zu Fluchtverſuchen zwaug — endlich der Freiheit durch das
Rocht=
wiedergegeben, von der herzloſen Mitwelt aber immer wieder von der
Schwelle geſtoßen, wo er auch anklopft, wird urſtet durch die Welt
ge=
hetzt, ohne Rückſicht darauf, daß er ſeine Straſtat durch unzählige Taten
reinſter Menſchenliebe und =güte um das Vielfache geſühnt. Die
Schick=
ſale diefes Sträflings ſind es, die den erſten Teil ausfüllen. Seine
Mit=
ſpieler ſind ein armes gefallenes Mädchen, das, um ſein Kind zu
ei=
nähren, von Stufe zu Stufe ſinkt, weil es gleich dem Sträfling immer
und immer wieder auf das Pflaſter geworfen wird; deren Kind, die
kleine Coſette, deſſen ſich der Sträfling in aufopfernder Liebe annimmt,
und ſein Gegenſpieler iſt der ſtarre Pflichtmenſch, der Polizeiinſpektor,
der den unſtet Flüchtigen immer wieder aufſpirt, um ihn zur Stuecke
zu bringen. Als leuchtendes Symbol menſchlicher Güiſte ſchwebt über
dieſen der greiſe Erzbiſchof von Digne.
An die Darſteller verlangt der Film größte Anforderungen, weil er
die Vielſeitigkeit der Darſtellungskunſt zur vollſten Entfaltung zu
brin=
gen zwingt. Sowohl der Träger der Hauptrolle Valiean wie auch
Fantine und die kleine Coſekte wüſſen die Kunſt ihrer Darſtellung in
der Nepräſentation verſchiedenſter Geſellſchaftsſchichten beweiſen.
Ein=
heitlich ſtarr und ubeugſam bleibt nur der Vertreter falſch
verſtan=
dener Gerechtigkeitsauffaſſung, der Polizeiinfpektor.
Gabriel Gabrio ſpielt den entlaſſenen Sträfling Jean
Val=
kean, eine der wundervollſten Figuven, die Victor Hugo in ſeinen
Nu=
manen gezeichnet hat. Von dieſem Künſtler hat man bisher wenig
geleſen. Nach ſeiner Darſtellung in dieſem Film darf er heute ſchon
den Filmgrößen der Welt zugerechnet werden. Ein wundervolles Auge,
das ebenſo in glühendem Haß leidenſchaftlich aufflammen, wie in
außer=
ordentlicher Liebe und Güte Mitleid aufwühlend blicken kann, in dem
robuſt ſtarken Geſicht, das über eine umfangreiche Skala von
beſeelen=
dem Ausdrucksvermögen verfügt, verläßt dieſer Künſtler in keiner Phaſe
ſeiner ungemein vielſeitigen Aufgabe das rein Künſtleriſche, das ſich
hier durch kaum zu übertreffenden Naturalismus ausprägt. Er iſt darin
dem beſten deutſchen Filmcharakterſpieler Jannings mindeſtens gleich. —
Eine Senſation bietet die 7jährige Andree Rolane als kleine
Coſette. Was dieſes Kind an beſeeltem Mienenſpiel, an ſcheinbar ganz
ſich ganz in das Seelenleben eines anderen hineinleben kann, müßte das
hier der Fall ſein. So kann es nur auf zufällige Begabung oder
viel=
leicht auf Selbſterlebtes zurückzuführen ſein. In dieſem Geſichtchen mit
den unheimlich großen ſ." enden Augen iſt nicht8 ſüßlich oder kindiſ”
ſchön, aber es verkörpert eine leiderfahrene Kindlichkeit, die wie Leben
gewordene Seele ſpricht. Den Polizeiinſpektor Javert, den Mann der
ſtrengen Gerechtigkeit, d r eiſern=unveränderlich kalten Miene ſtellt Jean
Durchführung ſeiner Rolle dar. Seine ebenfo wie die Aufgabe der hörern entſtehen. Eine tiefe Tragik durchzog das Leben dieſer gott=
Sandra Milowanoff als erwachſene Coſette erſtehen in der
und Spiel im einer Abgeklärtheit, der bei aller Menſchlichkeit faſt nichts
Menſchliches mehr anhaftet, iſt der Erzbiſchof Paul Jorges.
Daß bei einem ſo ausgezeichneten Film auch die Tecmik alle Mittel
reſtlos erſchöpft bedarf kaum der Erwähnung. Die Bilder die hier
vor dem Auge des Beſchauers abrollen, durchwveg an hiſtoriſcher Stätte
lung, der ſie den Rahmen geben, feſſeln.
Am 26. Februar iſt Victor Hugos 1B5. Geburtstag. Der große
franzö=
ſiſche Nomanzier iſt auch in Deutſchland — ſeine Werke gehören der
Weltliteratur an — ſo bekannt, und hat ſo viele Anhänger, daß dieſes
Tages ſicher allgemein gedacht wird. Die Schöpfug dieſes Films ſtellt
das beſte Gedenken dar, das man dem Dichter bereiten konnte. Man
hat ſeinem bedeutendſten Werk, das bei ſeinem Erſcheinen Revolution
hervorrief, und das zum mindeſten mit den Ausgangspunkt zu einer
großen ſozialen Bewegung bildete, die bis in die heutige Zeit
hin=
ein ihre Spuren zieht, zu einer Verlebendigung verholfen, die geeignet
iſt, eine große und ſchöne Memſchheitsidee plaſtiſch der breiten Maſſe in
greifbarer Handlung vor Augen zu führen. Dieſer Film iſt erträglich liſchen Eltern den Schweſtern für ihre tätige religiöſe Mithilfe in
ſüir den Höchſtgebildeten wie für den einfachſten Menſchen, weil er ein
Menſchheitsfilm iſt.
Max Streeſe.
ſtraße 22, Heim des C.V.J.M., ſtatt. Jedermann hat Zutritt.
möglich, den Betrieb der Stadtbücherei in vollem Umfange wieder auſ= rein und klangvoll zu Gehör gebracht wurden. Am Flügel ſaß Frau Dr.
zunehmen, da die Erbrankungen leider noch andauern. Doch hoffen Schefeus die mit großem Verſtändnis muſikaliſch führte oder ſich an Chor
halle iſt unvermindert geöffnet, ebenſo finden die Leſeabende ſtatt.
— Wochenmarkt zu Darmſtadt. Kleinhandels=Tages= Zukunft reicher Segen aus dem Wirken des Inſtituts erblühen.
preiſe vom 19. Februar (pro Pfd. bzw. Stück in Pfg.): Erdkohlraben
Handkäſe 4—15, Eier, friſche 13—15, Hühner 140—180 Tauben 80—100, gramm vorgeſehen ſind, dürfte die Veranſtaltung allen Förderern
natur=
fleiſch 124—140, Dörrfleiſch 160, Schinken 220, Wurſt 80—140, Schmalz. Alle, die ſich für dieſe Fragen, intereſſieren, ſind zu dieſem Vortrag
ausgelaſſen 126.
*Peſialozzifeier des Darmſtädter Lehrervereins
* Der Darmſtädter Lehrerverein veranſtaltete geſtern abend im
Kleinen Hauſe des Landestheaters eine öffentliche Peſtalozzi Feier, der
der Staatspräfident, Vertreter ſämtlicher Miniſterien, des
Stadtſchul=
amtes und des Kreisſchulamtes, der Techniſchen Hochſchule, der Stadt
und ein zahlreiches Publikum beiwohnten. Eröffnet wurde die Feier
W. Schmidt geſpielten Prometheus=Ouwverture von Beethoven,
wor=
auf der erſte Vorſitzende des Lehrervereins, Herr Lehrer Horn in einer
Anſprache im Namen des Lehrervereins den Staatspräſidenten, die
Ver=
treter der Behörden und anweſenden Eltern begrüßte, der
Stadtverwal=
tung und den Stadtverordneten für ihre tatkräftige Unterſtützung bei
der Vorbereitung der Feier Dank ausſprach und, der einzigartigen Größe
Peſtalozzis gedenkend, auf den Zweck der heutigen Feier hinwies, und
dabei dem Bedauern Ausdruck gab, daß es nicht möglich geweſen ſei,
allen Nachfragen nach Karten zu entſprechen. Nachdem der Knabenchor
der Ballonſchule unter Leitung des Herrn Lehrers Hubert Samper
den Chor aus der „Zauberflöte” „Bald prangt, den Morgen zu
verkün=
den” vorgetragen, hielt Herr Profeſſor Dr. Luchtenberg von hier
die Gedenkrede. In der mehr als einſtündigen, formvollendeten und
wiſſenſchaftlich=gediegenen Rede, auf die hier näher einzugehen nicht
möglich iſt, feierte er Peſtalozzi als den für uns zum Symbol
Gewor=
denen, das, dem Streit der Meinungen entrückt, uns ſammelt und
ver=
bindet. Die deutſche Lehrerſchaft feiert dieſen Tag als einen ſolchen
froher Einheit, trotz ſonſtiger Meinungsverſchiedenheiten. Peſtalozzi
teilte das Schickſal jedes Symbols, daß er von jedem als Anwalt
bean=
ſprucht worden iſt, der ſeine Erziehung in Haus und Schule rechtfertigen
möchte; daher die verſchiedenen Auslegungen ſeiner Weſensart, und an
Mißdeutungen, ja Verſpottungen hat es nicht gefehlt. Ihm war das
Perſönliche nichts, das Gemeinſame alles. „Alles für andere, für ſich
nichts”, war das Leitmotiv ſeines ganzen Lebens und Wirkens.
Er=
zieheriſche Liebe iſt der innerſte Weſenskern des Peſtalozziſchen Symbols.
Er wurde der Künder eines Humanismus der Volksſchule, ſein Ziel war,
das Menſchliche im Kinde in vollem Umfange zu entwickeln. Seine
Liebe galt den Aermſten und Elendſten, und trotz aller Mißerfolge und
Kümmerniſſe ließ er ſich von ſeinem Ziele, die Quelle des Elends zu
verſtopfen, nicht abbringen. Nachdem Redner auf das Lebenswerk und
die Schriften Peſtalozzis noch des näheren eingegangen, kam er auf das
zurück, was uns Peſtalonzi zum Symbol macht: Quelle für alles
For=
ſchen und Handeln war ihm die Liebe. Die Liebe, die zum Wiſſen
führt. Mit einer Mahnung, das Erbe Peſtalozzis hochzuhalten und
ſeinen Geiſt in deutſchen Seelen lebendig zu machen, ſchloß die
gehalt=
volle Nede, die rauſchenden Beifall erntete.
Nach der Rede trug Frl. Ellen Kiesling von der ſtädtiſchen
Akademie Schuberts herrliches Lied „Der du von dem Himmel biſt”
und der Knabenchor das Volkslied „Ein getreues Herze wiſſen” vor,
die beide tiefen Eindruck machten.
Der zweite Teil der Feier wurde mit der vom ſtädtiſchen Orcheſter
geſpielten Bwiſchenaktsmuſik aus „Roſamunde” von Schubert eingeleitet,
worauf das Feſtſpiel „Lienhard und Gertrud”, vier Bilder
nach dem Roman von Peſtalozzi, bearbeitet von Ernſt Luckow und
dar=
geſtellt von der Heſſiſchen Spielgemeinſchaft, zur Aufführung gelangte.
Das dem Charakter der Feier verſtändnisvoll angepaßte Stück hat den
Stoff ſehr geſchickt zu einem trotz ſeiner Kürze ſpannenden Einakter
bearbeitet, in dem auch die Grundideen Peſtalozzis zum Ausdruck
ge=
langen. Die Hauptrollen wurden geſpielt von Heinrich Wick (Lienhard),
Marie Lagemann (Gertrud), Richard Hinz (Hummel), Jul. Harres
(Arner), Franz Harres (Wunderli); Spielleiter war Eduard Göbel,
Spielwart Ernſt Langsdorf. Das Bühnenbild ſchuf Georg Pfeiffer. Die
Aufführung zeugte von einer ſorgfältigen und liebevollen Einſtudierung,
ſämtliche Mitwirkenden widmeten ſich ihrer ſchönen Aufgabe mit ganzer
Hingebung und allſeitigem Erfolge, der in dem nach Schluß der in allen
Einzelheiten wohlgelungenen Aufführung geſpendeten reichen Beifall des
Publikums Anerkennung und wohlverdienten Dank fand. Der
Darm=
ſtädter Lehrerverein iſt mit dieſer ſchönen und erhebenden Feier dem
Andenken des großen Menſchenfreundes und Jugenderziehers in
wür=
digſter Weiſe gerecht geworden.
— Feſtfeier des Juſtitutes St Marige der Engliſchen Fräulein. Zu
der Dreihundertjahrfeier des Inſtitutes wird uns geſchrieben: Das
hie=
ſige Inſtitut St. Marige hatte im Städtiſchen Saalbau zu ſeiner
außer=
kirchlichen Feſtveranſtaltung aus Anlaß der 300jährigen Wirkſamkeit des
Inſtitutes der Engliſchen Fräulein eingeladen. Welches Anſehen und
welche Wertſchätzung das hieſige Inſtitut genießt, bewies, daß der
Saal=
unberechnetem nahürlichen Spiel in der Haltung des ganzen Körperchens beu mit den Trihüinen bis auf den letzten Platz mit Eltern, Freunden
zeigt, grenzt ans Wunderbare. Wenn es möglich wäre, daß ein Kind und Gönnern beſetzt war. In ſeiner Begrüßung konnte Hochwürden
Herr Dekan Kaſtell im Namen der Schweſtern den Vertreter des
Landesamtes, Herrn Miniſterialrat Glückert, den Vertreter des Herrn
Oberbürgermeiſters und des Stadtſchulamtes, Herrn Stadtſchulrat Bach,
den Herm Oberſtudiendirektor Dreſcher von der Viktoriaſchhule, die
Schwe=
ſtern der Eliſabethenſchule und die Vertreter der anderen höheren
An=
ſtalten willkommen heißen. Herr Direktor Dr. Meller hatte die
Feſtrede übernommen. In beredten Worten ließ er das Lebensbild der
Toulout in wirkſamer Maske und konſequenter darſtelleriſcher Stifterin des Juſtituts, Maria Ward, vor den geſpannt lauſchenden
Zu=
begeiſterten Frau, die Schloß und Heimat verließ, um ihrer inneren
Hauptſache wohl euſt im zweiten Teile. Ganz hervorragend in Maske Stimme zu folgen, ihre ganze Kraſt und ihr Leben der Erziehung der
weiblichen Jugend zu opfern. Von ihren eigenen Glaubensgenoſſen
ver=
leumdet, wurde ihr jung erſtandenes Werk, das ſie in Rom, München,
Wien und Preßburg in vielbeſuchten Anſtalten erbhühen ſah, von der
höchſten kirchlichen Autorität, dem Papſte, verboten. Aber ihr
Gott=
vertrauen konnte trotz Krankheit und Kerkerhaft nicht gebrochen werden.
aufgenommen, ſind ſo wundervoll, daß viele an ſich ſchon ohne die Hand= Auf Befehl des Papſtes freigelaſſen, eilte ſie nach Rom und zerſtörte bei
dem hl. Vater alle Bedenken gegen ihr Werk. Und bald entſtanden in
Bayein und am Rhein zahlreiche Anſtalten, die zum Segen der
katholi=
ſchen weiblichen Jugend wirkten. Im Laufe von 3 Jahrhunderten hat
ſich das Inſtitut in allen 5 Erdteilen ausgebreitet. In Deutſchland allein
beſtehen heute 121 Niederlaſſungen der Engliſchen Fräulein mit 3500
Mitgliedern. In allen dieſen Anſtalten, die von vielen Tauſenden von
Schilerinnen beſucht werden, ſind noch heute tiefe Religioſität und der
Mariengeiſt der Reinheit, Demut und gewiſſenhafteſter Pflichterfüllung
die Grundſätze, die als Vermächtnis Maria Wards bewahrt und
gepflegt werden. Gerade in unſerer heutigen Zeit, in der durch
eine vorgetäuſchte Vermännlichung der weiblichen Jugend der
Liebreiz des eigentlich Weiblichen zerſtört wird, ſind die
katho=
der Erziehung beſonders dankbar. Mit dieſem Danke im Namen der
Eltern ſchloß der Redner ſeine überzeugenden aktuellen Gedanken.
Der Geiſt der Stifterin Maria Ward, ihr ſeeliſcher Kampf und ihr
* Der Lichtbildervortrag über den Nomantiker Carl Spitzweg, Tugendſtreben ſprachen aus dem Feſtſpiel, das von ehemaligen und
jetzi=
von Dr. Avrmarie gehalten, findet heute abend 8 Uhr Alexander, gen Schüilerinnen mit viel Hingabe zur Darſtellung kam. Die Reigen
der Kleinen waren allerliebſt. Beſonderes Lob verdienen das Duett
von Frl. Cl. Herber und Frl. V. Müller, ſowie die Chöre, die unter der
— Stadtbücherei. Leider iſt es auch Anfang dieſer Woche noch nicht ſtraffen und bewährten Hand des Herrn Geſangslehrers Blumöhr
ton=
wir, in einigen Tagen wieder Bücher ausgeben zu können. Rückgabe und Solo anſchmiegte. Der Beifall wollte kein Ende nehmen, als zum
der Bücher iſt auch in Tagen möglich, ja ſogar erwünſcht. Die Leſe= Schluß die Wirsſamkeit des Inſtituts im lebenden Bild gezeigt wurde.
Die Bühnenausſtattung beſorgte die Firma H Bender. Möge auch im
— Experimentalvortrag über Mikroprojektion. Auf Einladung
8—10, Gelberüben 10, Roterüben 10—12, Weißerüben 8—10, Schwarz= der Zentralſtelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in
wurzeln 30—40, Spinat 30—35, Rotkraut 15, Weißkraut 15, Wirſing 15, Heſſen wird am Mittwoch, den 23. Februar, abends 8 Uhr, im Saale der
Grünkohl 15, Roſenkohl 30—35, Zwiebeln 12—15, Knoblauch 20 Tomaten Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, Elifabethenſtraße 36, der durch
(ausländ.) 130, Feldſalat, Lattig 120. Endivienſalat (ausländ.) 120, ſeine Beſtrebungen zur Förderung mikrobiologiſcher Erkenntniſſe in
Gärter=Kopfſalat 30—35, Blumenkohl (ausländ.) 50—130, Rettich 5 bis Bildung und Unterricht in Pädagogenkreiſen des In= und Auslandes
10, Sellerie 5—40, Lauch 3—10, Meerrettich 60—70 Spätkartoffeln 6—7, bekannte Biologe Dr. Römmert=München einen Experimental=
Tafeläpfel 25—35, Wirtſchaftsäpfel 2—25, Tafelbirnen 15—3. Wirt= vortrag über Mikroprojektion im Unterricht halten. Da
ſchaftsbirnen 8—15, Mandarinen 45—50, Apfelſinen 5—15, Zitronen eine Reihe von Verſuchen aus dem ſonſt ſchwer zu demonſtrierenden
4—10, Süßrahmbutter 210, Landbutter 170—190. Weichkäfe 30—35, Gebiete der Mikrobiologie mit vorwiegend lebendem Material im Pro=
Nindfleiſch, friſch 80—110, Kalbfleiſch 120, Hammelfleiſch 80, Schweine= wiſſenſchaftlicher Bildung eine Fülle fruchtbarſter Anregungen bieten.
koſtenlos eingeladen.
Oonr Glilhns braft g Cadann
Tanrd Caaudsaln Mit ails Kann!
Um Bahnhof + Fernruf 24-8
Seite 6
— Alt=Darmſtadt. Vereinigung für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Der 4, Vortragsabend für 1927 fand am 17. Februar ſtatt. Herr Prof.
Adolf Beyer, der im vergangenen Jahr über den bekannten Maler
Paul Weber ſprach, führte diesmal die Hörer in das Reich von Philipp
Nöth ein. Der Vortrag war gewiſſermaßen eine Fortſetzung der Paul
Weber=Biographie, dadurch, daß Ph. Röth Webers Schwiegerſohn wurde,
iſt das Leben der beiden Künſtler eng verknüpft. Röth, der aus dem
Darmſtadt der vergangenen Tage ſtammt, wurde am 10. März 1841
in der ehemaligen Viehhofsgaſſe geboren, er war der jüngſte Sohn
von 12 Kindern des Schreinermeiſters Jakob Röth. Schon in der
früheſten Jugend entwickelte ſich bei dem Jungen der Kunſttrieb, die
erſten Zeichnungen waren Gegenſtände täglichen Gebrauchs, von da kam
er bald zu größeren Dingen, die er mit vortrefflicher Beobachtungsgabe
abzeichnete, bald war es ein Winkel, ein Gebäude, ein alter Hof, eine
Treppe, ein Echſtein uſw. Mit 15 Jahren kam er wie alle Darmſtädter
Kunſtbefliſſenen ſeiner Generation zu Meiſter „Auguſt Lukas in die
Lehre, hier war Röth in ſeinem Element umd bald war nichts mehr in
der engeren und weiteren Umgebung ſeiner Vaterſtadt, was ihm nicht
als Motiv gedient hätte. Seine weitere Ausbildung erhielt Röth in
der dem damaligen Muſeum angegliederten Kunſtſchule, bei
Galerie=
direktor Seeger, hier war ſein Mitſchüler, der nachmalige
be=
kannte Landſchafter Eugen Bracht; beide jungen Künſtler
ſchloſſen ſich eng aneinander an und entfalteten ein jugendfrohes
Schaffen. Die maleriſch gelegene Ziegelhütte, die Bäume des
Kranich=
ſteiner Parkes und die ſonſtigen ſchönen Punkte zogen beide Kunſtjünger
an. 1858 unternahmen beide eine Reiſe nach Heidelberg und beim
Skizzieren und Arbeiten wurde der Direktor der Karlsruher Kunſtſchule,
Profeſſor Schirmer, auf beide aufmerkſam und Röths weitere Laufbahn
ſollte ſich hier entſcheiden; durch Schirmers Vermittlung bekam der
funge Röth von ſeinem Vater die Erlaubnis, die Kunſtſchule in
Karls=
ruhe zu beziehen. Zu ſeinen Karlsruher Studienfreunden gehörte neben
Eugen Bracht, Theodor Kottner, der ſpäter das Haupt der Müinchener
Schule wurde, und vor allem Hans Thoma mit dem ihn eine innige
Freundſchaft durch das ganze Leben verband. Dann kam ſeine Lehre
bei Paul Weber, der einen nachhaltigen Einfluß auf ihn ausübte, und
von 1862 an ſeine Düſſeldorfer Zeit, wo er im Hauſe Otto Rethels eine
ausgezeichnete Aufnahme fand. Hier im Malkaſten fand ſich ein
auser=
leſener Künſtlerkreis zuſammen. Am 15. Juli 1871 konnte dann der
Künſtler ſeine geliebte Braut, die Tochter des Meiſters Paul Weber, die
Pauline Weber heimführen. Dann ging ſein Weg nach München, wo er
die beſte Zeit ſeines Lebens verbrachte und wo er auch ſeine beſten
Werke ſchuf. 1894 baute er ſich draußen in Gern bei Nymphenburg ſein
trautes Küünſtlerheim. Als der echte deutſche Maler im beſten Sinne
des Wortes, blieb er ſich, ſeiner Kunſt, ſeiner Heimat und ſeinem Kreis
trou, und die vielen von ihm geſchaffenen Werke zeugen von der
Schaffensfreude dieſes Meiſters. Hochgeehrt und gefeiert verlebte der
Meiſter ſeinen 80. Geburtstag. Vier Jahre nach ſeinem Schwiegervater
Paul Weber, der 1917 94jährig ſtarb, ging Philipp Röth am 29. Mai
1921 heim. Im Herzen ſeiner Freunde, ſeiner Familie und des
deut=
ſchen Volkes lebt der Meiſter als deutſcher Maler fort. Die Münchener
Freunde haben ihm ein freundliches Gedenken gewidmet. Die
pracht=
volle alte Nederlinger Linde, die von dem Künſtler auf vielen Bildern
verewigt iſt, wurde als Philipp Röth=Linde geweiht und erhält das
Gedächtnis an den Meiſter der deutſchen Landſchaft lebendig. Der
Vortrag, der ein feines Bild von dem Schaffen des Meiſters gab,
wurde von den zahlreichen Zuhörern mit reichem Beifall aufgenommen.
Zur Erläuterung und zur Veranſchaulichung der Kunſt Ph. Röths
zeigte Herr Prof. Behev eine Reihe guter Bilder dieſes Meiſters. Im
Anſchluß an den Vortrag gab Herr Profeſſor Hermann Müller noch
einige miterlebte Epiſoden aus der Jugendzeit Röths zum beſten. Mit
Dankesworten des Vorſitzenden ſchloß der gut verlaufene
Vortrags=
abend. Nächſter Vortrag am 3. März. Es ſpricht Herr Philipp
Brüch=
mann über: „Darmſtädter Perſönlichkeiten in den Stürmen der
deut=
ſchen Einheitsbewegung 1848/49.”
— Den 10. und letzten Vortrag im Realgymnaſium hält am
Mitt=
woch, den 24. Februar, abends 8 Uhr, im Feſtſaale der Anſtalt Herr
Studienrat Dr. W. Götz. Er ſpricht über „Pompei (mit
Lichtbil=
dern). Karten zu 1 Mk. am Saaleingang.
— Lie. Robert Goebel=Marburg, Pfarrer in der
Chriſtengemein=
ſchaft, ſpricht Montag, 21. Fcbruar, abends 81 Uhr, in der Städtiſchen
Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße, über: „Die Vierfalt der
Edangelien”. Frl. Martha Heimeran und Dr. Heidenreich ſtellten in
fünf vorangehenden Vorträgen die beſondere Eigenart zweier
Evan=
gelien, Lukas und Matthäus, dar. Nun ſoll der Kreis der Evangelien
als Ganzes betrachtet werden. Die moderne theologiſche Bibel=Kritik
hat bielfach dazu geführt, die Unterſchiede der Evangelien als „
Wider=
ſprüche” zu kennzeichnen, während die 4 Evangelien in Wirklichkeit 4
ver=
ſchiedene Seiten des Chriſtus=Wirkens darſtellen, die alle erkannt werden
müſſen, um dem Chriſtentum gegenüber von Einſeitigkeit frei zu bleiben.
(Vergl. die heutige Anzeige.)
Sonntag, den 20. Februar 1927
— Jugendchor der Arbeitsgemeinſchaft Darmſtädter Jugendverbände.
Es wird hiermit darauf hingewieſen, daß die Uebungsſtunden auch
fer=
nerhin im Haus der Jugend, Stiftſtraße 45, ſtattfinden. Der nächſte
Abend iſt am Mittwoch, den 23. Februar, von 7—8 Uhr für
Inſtrumen=
taliſten und von 8—10 Uhr für den Chor.
— Samstags=Verbindung Mainz-Darmſtadt—Aſchaffenburg—
Mil=
tenberg. Perſonenzug 640, Mainz 12,14 — Darmſtadt Hbf. 1.26 —
Aſchaffenburg Hbf. 2,40, erhält vom 5. März an Samstags eine
an=
ſchließende Verbindung Aſchaffenburg 3,04 — Miltenberg 4,13. Die
Nachmittagsverbindung nach Miltenberg iſt dadurch wenigſtens für die
Samstage weſentlich verbeſſert.
* Provinzialausſchuß.
1. Antrag des Kreisamts Darmſtadt auf Entziehung der dem Joh.
Brüſtle ſür das Haus Schloßgaſſe 12 zu Darmſtadt erteilten
Erlaub=
nis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft. B. beſitzt ſeit 1914 die
Kon=
zeſſion. Bald wunden Klagen über die Wirtſchaftsführung laut, die
eine beſondere Ueberwachung durch die Polizei nötig machten. Die
Kla=
gen betrafen Unſittlichkeiten und Animieren. In der Folge war auch
einmal (in der Kriegszeit) ein Kuppeleiverfahren anhängig. Längere
Zeit war die Polizeiſtunde auf 10 Uhr feſtgeſetzt. Die Beſchäftigung
von Kellnerinnen iſt B. unterſagt. Schließlich iſt er im vorigen Jahre
wegen Hehlerei zu Geldſtrafe verurteilt worden. — Das Urteil ſpricht
die Konzeſſionsentziehung aus.
2. Antrag des Kreisamts Darmſtadt auf Entziehung der der Marie
Störger Witwe für das Haus Ludwigsplatz 8 erteilten
Schank=
erlaubnis. Durch Urteil der Strafkammer Darmſtadt vom 20. Juli
1926 hat die Witwe Störger wegen Hehlerei anſtelle einer an ſich
ver=
wirkten Gefängnisſtrafe von 2 Monaten eine Geldſtrafe von 20 Mark
und deren Tochter anſtelle einer an ſich verwirkten Gefängnisſtrafe von
1 Monat eine Geldſtrafe von 100 Mk. erhalten. Die Polizei beanſtandet
weiter daß in einem durch einen Vorhang verdeckten, als ſeparatem
Weinzimmer eingerichteten Raum einmal Unregelmäßigkeiten in
An=
weſenheit einer Kellnerin und eines Gaſtes feſtgeſtellt wurden. — Die
Witwe Srörger erläutert, daß ein ihr unbekannter Mann eines Tages
(zur Zeit der Reichspräſidentenwahl) eine Kiſte, in der ſich Bücher
be=
fanden, abgeſtellt habe. — Aus der Beweisaufnahme geht hervor, daß
hinſichtlich der Wirtſchaftsführung der Polizei Nachteiliges nicht bekannt
geworden iſt. Die Wirtſchaft wird von der Familie Störger ſeit 26
Jahren geführt. Der Anwalt der Witwe Störger führt aus, daß dieſe
in der Verhandlung wegen der Hehlerei nur durch die geſtändigen Diebe
belaſtet worden ſei. Die Frage wegen Konzeſſionsentziehung möge
ver=
neint werden. — Das Urteil lehnt den Antrag des
Kreis=
amts auf Konzeſſionsentziehung ab. Die Koſten
ein=
ſchließlich derfenigen der anwaltlichen Vertvetung trägt die Staatskaſſe.
Lokale Veranſtaltungen.
Die hermnter erſcheinenden Notlzen ſind ansſchlieälich als Hinweiſe auf Anzeigen zu befrachten,
in keinem Faſie irgendwie als Beſvrechung oder Kritik.
— Im Hotel Prinz Heinrich, Bleichſtraße findet
heute Sonntag abend fideles Kappen=Konzert mit Tanz
ſtatt. Dem Beſucher ſtehen einige karnevaliſtiſch=fidele Stunden bevor.
(Siehe Anzeige.)
—: Der Bürgerverein Darmſtadt wird am 26. Februar
in den Räumlichkeiten der Vereinigten Geſellſchaft (Ecke Rhein= und
Neckarſtraße) ſeinen diesjährigen Maskenball abhalten, der ſich
würdig den glanzvoll verlaufenen Maskenbällen der vergangenen Jahre
anreiht. Wer dieſe beſucht hat, weiß, daß er dort ein paar gemutliche
und genußreiche Stunden verleben kann. Die Vergnügungskommiſſion
wird das ſüdliche der Gemächer als Himmel, das weſtliche als Hölle
aus=
ſtatten. Möge dieſer Hinweis zu einer paſſenden Koſtümierung der
Beſucher etwas beitragen. Die Einführung von Gäſten findet, wie
üblich, durch Mitglieder ſtatt. (Siehe heutige Anzeige.)
— Die Ortsgruppe und der Frauenausſchuß der
Deutſchnationalen Volkspartei erinnern ihre Mitglieder
und Freunde an den morgen Montag, abends 8.15 Uhr, im „
Fürſten=
ſaal” (Grafenſtraße) ſtattfindenden Vortrag über „Die Bahn auf die
Zugſpitze‟. Wie bereits in der Donnerstagnummer dieſer Zeitung
be=
kannt gegeben, iſt Herr Profeſſor Dr.=Ing. Koehler als Redner ge=
Nummer 51
— Die Verlagsanſtalt des Leipziger Meßamtes hat der
Bücher=
ſtube Alfred Bodenheimer die Austieferung des amtlichen
Meßadreßbuches für die Frühjahrsmeſſe 1927 übertragen. Das Adreß,
buch umfaßt dvei Bände: Allgemeine Muſtermeſſe, Techniſche mit
Bau=
meſſe und Textilmeſſe. Auslieferung bzw. Vorbeſtellung erfolgt aß
21. Februar. (Siehe a. heutige Anzeige.)
Tageskalender für Sonntag, den 20. Februar 1927.
Landestheater, Großes Haus, nachm. 3 Uhr, Ende gegen
5½ Uhr: „Wilhelm Tell”; abends 7½ Uhr, Ende 10 Uhr, 7. Vom
ſtellung der Sonntags=Fremdenmiete: „Tiefland”. — Kleinez;
Haus, Zuſatzmi
Wanderklub „Falke”: 2. Wanderung vorm. 8 Uhr. — Krien,
gerkameradſchaft Germania, nachm. 4,11 Uhr Zentral,
hotel: Kappenkränzchen. — Konzerte uſw.: Schloß=Café:
Ludwigshöhe; Perkeo; Taunusburg; Café Rheingold; Weinhquz
Weißer Turm; Bockshaut; Zur Stadt Coburg; Haferkaſten; Hotal:
Prinz Karl; Zur Reichskrone; Frankfurter Hof; Hanuar Hof: Zum=
Heſſiſchen Haus; Café Egenrieder; Zum Roten Löwen; Maxim=;
Span. Bodega.
Verſteigerungskalender für Montag, den 21. Februar 1927.
Mörfelden, vorm. 9 Uhr im Saalbau Mörſelden:
Brennholz=
verſteigerung. — Heſſ. Bürgermeiſterei Ober=Modan
vorm. 9 Uhr Leichenweg im Birkenbuſch: Holzverſteigerung. — Joh
Ph. Katzenmeier Billings, vormittags 10 Uhr Wirtſchafii
P. Plößer Schm.=Beerbach: Brennholzverſteigerung. — Heſſ. Bürm
germeiſterei Spachbrücken, Wirtſchaft Göckel, vorm. 9
Uhr: Nutzholzverſteigerung. — Heſſ. Bürgermeiſteren
Pfungſtadt, vormittags 10 Uhr, Bahnwärterhaus Malcherwegr=
2. Stammholzverſteigerung. — Heſſ. Bürgermeiſterei
Nau-
heim b. Gr.=Gerau, vorm. 10 Uhr bei Gaſtwirt Coban Mörfeldenr=
Stammholzverſteigerung. — Heſſ. Bürgermeiſterei Ebero
ſtadt, vorm. 10 und 11 Uhr (Frankenberger Mühle Zuſammenkunft)tx
Nutz= und Brennholzverſteigerung.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, 2. Febr., vormittags 10.31
Uhr: Menſchenweihehandlung mit Predigt. — Montag, 21. Febr.,,
abends 8.15 Uhr: Oeffentlicher Vortrag „Die Vierfalt der Evangelien”
Lic. Nobert Goebel=Marburg, Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft. —
Freitag, 25. Febr., abends 8.15 Uhr: Oeffentlicher Vortrag: „
Den=
religiöſe Urſprung der Faſtnachtsſitten”: Martha Heimeran=Frankfurtz
(Main), Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft. Die Veranſtaltungen
ſind=
in der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
9. Tag 5. Klaſſe 28. Preußiſch=Süddentſcher (254. Preuß.) Klaſſenlotterie.
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Seite 8
Sonntag, den 20. Februar 1927
Nummer 51
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Meffſel, 17. Febr. Vereinsjubiläum. Der hieſige
Turn=
verein e. V., gegründet 1877, der dem Allgemeinen Deutſchen
Turner=
bund angehört, kann in dieſem Jahre auf ein 50jähriges Beſtehen
zurück=
blicken. Er beabſichtigt, im Juni eine kleine Jubiliumsfeier abzuhalten.
* Arheilgen, 18. Febr. Bunter Abend. Der vom Arbeiter=
Nadfahrer=Verein im Saale des Gaſthauſes „Zum goldenen Löwen”
ver=
anſtaltete Bunte Abend war für den Verein wiederum ein Erfolg. Wie
vorauszuſehen war, gab es ein überfülltes Haus. Dies war beſonders
der Gratis=Verloſung zuzuſchreiben; denn jeder Beſucher hatte mit der
Nummer ſeiner Eintrittskarte das Recht, an derſelben teilzunehmen.
Ge=
winner war diesmal ein hieſiger Einwohner. — Nächſten Dienstag,
abends 8 Uhr, läßt die Badiſche Anilin= und Sodafabrik im Gaſthaus
„Zum weißen Schwanen” ſeinen Wanderfilm „Wachſen, Blühen und
Ge=
deihen” vorführen.
* Eberſtadt, 19. Febr. Gutſcheine als Zahlungsmittel.
Durch die Bürgermeiſterei gelangen dieſer Tage an Erwerbsloſe, Sozial=
und Kleinrentner, ſowie an Wohlfahrtsunterſtützungsempfänger
beſon=
dere Gutſcheine für den Bezug von Waren (Lebensmittel und
Brenn=
material) zur Ausgabe. Gegen Abgabe der Gutſcheine ſind die
In=
haber berechtigt, für den Wert des Scheines einſchlägige Waren
ein=
zukaufen. Die Scheine werden vom 2. Fehruar bis 10. März auf der
Bürgermeiſterei eingelöſt. — Geſellenprüfung. Die diesjährige
Frühjahrs=Geſellenprüfung findet im Monat März ſtatt. Alle jungen
Handwerker, die bis längſtens 1. Mai ds. Js. ihre Lehrzeit beendet
halen und ſich der Prüfung unterziehen wollen, haben ſich unter
Vor=
lage eines ſelbſtgeſchriebenen Lebenslaufs und des Lehrvertrags bei dem
Prüfungsvorſitzenden, Glaſermeiſter Gg. Roth 2., Weingartenſtr. 39, am
19. Februar, nachmittags von 3—6 Uhr, zu melden. Die Prüfungsgebühr
beträgt 5 Mk. und muß bei der Anmeldung entrichtet werden. — Das
bekannte Gaſthaus Zur Traube”, das vorübergehend geſchloſſen war,
iſt von dem neuen Pächter, Karl Baumgärtner, wieder eröffnet worden.
* Pfungſtadt, 19. Fehr. Vortrag. Herr Pfarrer Bonin=
Wor=
felden hielt dieſer Tage im hieſigen Gbangeliſchen Männerverein einen
Vortrag über den „Proteſtantismus in Frankreich”.
* Pfungſtadt, 19. Febr. Stammholzverſteigerung. Die
zweite Stammholzverſteigerung aus dem Gemeindewald findet am
kom=
menden Montag ſtatt. Das Holz ſtammt aus dem Diſtrikt „Malcher
Tanne‟. Größtenteils handelt es ſich um Kiefernſtämme.
* Nieder=Ramſtadt, 18. Febr. Allem Anſchein nach hebt ſich die
Bautätigkeit in hieſiger Gemeinde ganz beſonders. Eine ganze Anzahl
Bohnhausneubauten ſind in Ausſicht genommen, einige ſogar ſchon
be=
gonnen. Einen größeren Bau führt die Anſtalt für Epileptiſche aus.
In der Hauptſache ſoll dieſer der Errichtung einer Handwerkerwerkſtätte
dienen, in denen noch arbeitsfähige Pfleglinge der Anſtalt auch
beruf=
lich ausgebildet werden können. — Die Grippeepidemie iſt im Abnehmen
begriffen. Es waren ſehr viele Krankheitsfälle zu verzeichnen, darunter
auch einige recht ſchwere; leider auch zwei Todesfälle.
* Nieder=Ramſtadt, 18. Febr. Trotz der mit aller Energie geführten
Verhandlungen der hieſigen G=meindeverwaltung mit der
Reichsbahn=
direktion Mainz über die Wiedereinlegung des ſ. Zt. ausgefallenen
Triebwagens im den Abendſtunden, kann ſich die Reichsbahn nicht dazu
entſchließen, dem dringenden Bedürfnis abzuhelfen. Es wird eine
Garantie dafür verlangt, daß der Triebwagen eine beſtimmte Einnahme
bringt, und zwar für mindeſtens 60 Fahrkarten 4. Klaſſe des allgemeinen
Verkehrs, nicht Zeitkarten, je für Hin= und Rückfahrt. Dieſe Maßnahme
wird beſonders damit begründet, daß der geſamte Perſonenverkehr im
Bezirk der Direktion Mainz ein Zuſchußverkehr ſei. Darmter falle auch
die Odenwaldſtrecke.
* Ob.r=Ramſtadt, 18. Febr. Förderung des Obſtbaues durch
Schäd=
lingungsbekämpfung. Auf Grund des Polizeireglements vom 27. 2. 82
ſind alle Obſthaumbeſitzer verpflichtet, binnen vier Wochen nach
Auf=
fordrung durch die Ortspolizei, dürre Bäume und Aeſte aus Feld und
Garten zu entfernen. Dieſe Aufforderung iſt durch die Bürgermeiſterei
ergangen, die vierwöchige Friſt läuft ſomit Mitte März 1937 ab. Bis
15. März ſind gleichzeitig Bäume, Sträucher und Hecken von
Raupen=
neſtern und Miſteln zu ſäubern. Nichtbefolgung dieſer Anordnungen
zieht Beſtrafung nach ſich. Auch kann die Durchführung der Maßnahmen
auf Koſten der Säumigen vorgenommen werden.
* Roßdorf, 19. Febr. Für den Geſangverein „Liederkranz”, hier, iſt
das Jahr 1927 ein Jubeljahr. Durch Treue, Einigkeit und
Zuſammen=
halt der aktiven wie inaktiven Mitglieder iſt es möglich, in dieſem Jahre
das 25jährige Stiftungsfeſt zu begehen. Seit vorigem Jahre ſteht der
Verein unter der Leitung des hier allgemein verehrten und beliebten
Herrn Iſterling aus Darmſtadt. Möge das Zuſammengehörigkeitsgefühl
noch lange wach bleiben und möge es dem Verein vergönnt ſein, ſich auf
der zurzeit ſtehenden Höhe der geſanglichen Leiſtungen zu erhalten.
Hieran mitzuarbeiten iſt Pflicht jedes einzelnen Mitglieds.
* Höchſt i. O., 19. Febr. Die Bürgermeiſterwahl findet
am kommenden Sonntag ſtatt. Dem Vernehmen nach ſtehen ſich drei
Kandidaten gegenüber, darunter der ſeitherige Bürgermeiſter Wolf.
* Michelſtadt, 19. Febr. Peſtalozzifeier. Wie alle Schulfeiern
zu den Höhepunkten des Schullebens gehören, ſo geſtaltete ſich auch die
Peſtalozzifeier der Oberrealſchule zu einem wohlgelungenen und für die
Jugend außerordentlich einprägſamen Feſt. Der Chor und ein kleines
Schülerorcheſter hatten ihre Darbietungen ganz auf die feierlich ernſte,
weihevolle Stunde des Gedenkens an den großen Menſchenfreund und
Dulder abgeſtimmt. Die Vorträge älterer und jüngerer Schüler
brach=
ten auch mit den Mitteln der Wortkunſt das Liebeswerk Peſtalozzis zu
eindringlicher Darſtellung und umrahmten ſo den in Leben und
Lei=
ſtung des Gefeierten einführenden Vortrag des Direktors der Anſtalt,
Herrn Dr. Weiner. So kam dem Schüler zum Bewußtſein, was auch
die höhere Schule dem Künder und Vorbild der Menſchenliebe verdankt.
Die Erziehung, die chriſtlich=humane Bildung, die Fundamente alles
Unterrichts, nämlich Anſchauung und Selbſttätigkeit des Schülers, das
Belebende und die Sachfreudigkeit des modernen Schulbetriebs wurden
ſo aus den Gedanken Peſtalozzis entwickelt und als ſein bleibendes Erbe
herausgeſtellt. Dies geſchah bei aller Betonung der Schwächen und
Mängel, die dem Meiſter unterliefen. Durch die Darſtellung der
Schul=
verhältniſſe vor dem Wirken und in der Nachfolge des Meiſters erhielt
das Werk erſt die richtige Beleuchtung. Und durch die Würdigung des
im 19. Jahrhundert und heute noch Lebendigen wurde die
Unvergäng=
lichkeit der Leiſtung dargetan. Die bekannte Grabinſchrift war das
Leit=
motiv der ganzen Feier.
* Erbach, 19. Febr. Die Stadtſchule Erbach hatte die Eltern der
Schulkinder und Freunde der Anſtalt, zu einer Peſtalozzi=
Ge=
denkfeier eingeladen. Da zwiſchen Elternhaus und Schule hier ein
enges Vertrauensverhältnis beſteht und ſich die Lehrerſchaft durch ihr
ſegensreiches Wirken viele Freunde hier erworben hat, war es nicht zu
verwundern, daß der große Saal im „Schützenhof”, dicht beſetzt war.
Die Feier wurde mit dem Largo von Händel eröffnet, dem ſich ein
vor=
züglich vorgetragener Prolog (Fräulein Schettler) anſchloß. Nach einem
Geſang der Schulkinder „Der Sämann von Birr” ergriff Herr Rektor
Weber das Wort zu einem längeren hochintereſſanten Vortrag über das
Leben, Wirken und die Bedeutung Heinrich Peſtalozzis. In gtemloſer
Stille lauſchten die Zuhörer den gehalwollen Ausführungen des
Red=
ners. Leider geſtattet der Raum hier nicht, dieſen Vortrag
wiederzu=
geben. Am Schluß des 1. und 2. Teiles des Vortrages erfolgte je ein
Geſangsvortrag der Schulkinder — zuerſt „Der Held von Stans” und
dann „Aufſtieg” —, dem ſich ein Epilog, geſprochen von Herrn Lehrer
Pfeiffer, anſchloß. Mit Geſangs= und Muſikvorträgen ſchloß die
vorzüg=
lich gelungene Feier. Die Stadtſchule kann wieder mit Stolz auf dieſen
Abend zurückblichen. Beſonders anerkennenswert und hervorzuheben iſt,
daß dieſe Feier pünktlich um 8½4 Uhr anfing — was man ja leider nicht
in Erbach ſonſt gewöhnt iſt —, daß das Programm ohne Pauſe in raſcher
Folge abgewickelt wurde und nur im ganzen 1½ Stunden in Anſpruch
nahm. Die Anweſenden wurden von Anfang bis zu Ende durch das
Dargebotene gefeſſelt. Das mit viel Verſtändnis zuſammengeſetzte
Pro=
gramm war ein geſchloſſenes Ganze, in das die gute Muſik vorzüglich
hineinpaßte. Möge dieſe glänzend gelungene Veranſtaltung andern hier
im Erbach zum Muſter dienen.
* Stierbach, Kr. Erbach, 19. Febr. Am 2. Februar feiert
Frau Margarete Bickehaupt, geb. Weber, Witwe des verſtorbenen Pet.
Bickelhaupt, ihren 81. Gedurtstag. Frau Bickelhaum begeht, dieſen Tag
in voller geiſtiger Rüſtigkeit.
G
* Waldmichelbach, 19. Febr. Begräbnis. Dieſer Tage wurde
der älteſte Bürger Waldmichelbachs und vielleicht auch der ganzen
Um=
gegend im nahezu vollendeten 90. Lebensjahre zu Grabe getragen,
näm=
lich der Metzgermeiſter Joh. Peter Röth. Der ungemein große
Lei=
chenzug gab Zeugnis von der Beliebtheit und Wertſchätzung, deren ſich
der Verſtorbene in allen Kreiſen der Bevölkerung erfreute.
* Von der Bergſtraße, 19 Febr. Frühlingsboten. Die erſten
Stare haben ſich nun als Frühlingsboten an verſchiedenen Orten der
oberen Bergſtraße eingeſtellt. — Zur Bekämpfung der Mäuſe
hat die Stadt Weinheim „Horaaparate” angeſchafft. Dieſe werden auch
auf Verlangen an Private gegen Erſtattung der Selbſtkoſten mietweiſe
zur Verfügung geſtellt. — Der diesjährige Weinheimer
Jubi=
läums=Sommertagszug, der am Sonntag Laetare, am 27.
März, ſtattfindet, ſoll zu einem großen Verkehrsfeſt erweitert werden.
Dieſer Tage wurden deshalb im Rathausſaale die erſten vorbereitenden
Beſprechungen abgehalten.
E. Auerbach, 18. Febr. Die Freiw. Feuerwehr Auerbach
veranſtaltet am Sonntag, den 27. Februar, abends 8 Uhr, im großen
Sagle des Hotel Weigold einen Familienabend mit
Theateraufführun=
gen, Geſangsvorträgen, Tombolg und Tanz. Da die Wehr weder Mühe herige, die Sängervereinigung leitende, rühmlichſt bekannte Chormeiſtern
noch Koſten ſcheute, um etwas Schönes und Reichhaltiges zu bieten, ſo
dürfte den Beſuchern ein recht genußreicher Abend in Ausſicht ſtehen.
E. Auerbach, 18. Febr. Der Peterstag am 22. Februar, wurde
in der Vorkriegszeit hierſelbſt ſtets feierlich begangen. In der
bekann=
ten Weinreſtauration „Zum Rebſtock” von Peter Scherer, genannt der
Schererküfer, fanden ſich an dieſem Tage ſämtliche Auerbacher Peter und
auch ſonſtige Gäſte aus der näheren und weiteren Umgebung ein, um
bei frohem Becherklang, Geſang und Vorträgen einige recht gemütliche
Stunden zu verleben. Man beabſichtigt nun, dieſen ſchönen, alten
Brauch wieder aufleben zu laſſen.
* Bensheim, 19. Febr. Weinverſteigerung. Die Stadt
Bensheim verſteigert Freitag, den 25. Februar, nachmittags 2 Uhr
be=
ginnend, im Bahnhofshotel 10 000 Liter 1925er flaſchenreifen Wein aus
den beſten Lagen hieſiger Gemarkung wie Kirchberg, Pfaffenſtein,
Hoh=
berg und Hemsberg, in verſchiedenen Loſen. Die Weine ſind von ganz
hervorragender Güte und iſt für Weinkenner Gelegenheit geboten, ein
gutes Stöffchen zu erwerben. Proben ſtehen bei der Verſteigerung zur
Verfügung. Die Verſteigerung findet vorausſichtlich, wie alljährlich,
ſtarken Beſuch.
* Heppenheim a. d. B., 18. Febr.: Arbeitsmarktlage. Mitte
Februar waren im Kreiſe Heppenheim 1142
Erwerbsloſenunterſtützungs=
empfänger, und zwar 1063 männliche und 49 weibliche zu verzeichen.
Außerdem waren im Kreiſe 463 Notſtandsarbeiter, wovon auf die Stadt
Hepepnheim 137 fallen, und zwar 82 männliche und 55 weibliche. Die
Zunahme der Erwerbsloſen iſt in der kalten Witterung der letzten
Nächte begründet, da durch ſie die umfangreichen Erd= und
Maurerar=
beiten eingeſtellt werden mußten. — Turnverein
Heppen=
heim 1891e. V. Am kommenden Sonntag unternimmt die
Wander=
abteilung des Turnvereins ihre erſte diesjährige Wanderung unter
Führung von Herrn Rettig und Herrn Knopp. — Fußballklub
Starkenburgia. Am kommenden Samstag veranſtaltete der
Fußballklub Starkenburgia im Gaſthof „Zum goldenen Anker” einen
Maskenball unter dem Motto: „Wir freuen uns auch”.
Hirſchhorn, 19. Febr. Waſſerſtand des Neckars. Am 18.
Februar: 0,97 Meter; am 19. Februar: 1,20 Meter.
* Neckarſteinach, 19. Febr. Der Odenwaldklub Neckarſteinach
unternahm ſeine erſte diesjährige Wanderung unter großer Beteiligung
über das Wormſer Erholungsheim nach Grein und über Darsberg.
* Lampertheim, 19. Febr. Baumfrevel. Auf einem
Gtund=
ſtück des Gaſtwirts uend Maurers Baum wurden 10 Stück ſeit 2 Jahren
geſetzte Obſtbäume mit einer Säge total abgeſchnitten und 7 Stück ältere
Bäume bis zur Mitte des Stammes durchſägt. Es kann nur ein
Rache=
akt vorliegen. Hoffentlich gelingt es den Bemühungen der eifrig tätigen
Kriminalpolizei, den ruchloſen Täter ausfindig zu machen und der
ge=
bührenden exemplariſchen Strafe zuzuführen — Auch im vergangenen
Monat hat die „Süddeutſche Bewachungsgeſellſchaſt” hier wieder ſehr
erfolgreich gewirkt. Wie aus ihrem Bericht hervorgeht, fand ſie folgende
Anſtände vor: 38 offene Hoftore, 9 brennende Zimmerlampen, 5
bren=
nende Hoflampen, 3 brennende Kellerlichter, 37 offene Fenſterläden,
13 offene Haustüren, 3 offene Küchen, 1 offener Arbeits=aum, 1 offenes
Schaufenſter, 1 offenes Lager und an einem Haus Fenſter und Läden
offenſtehend. — Vorgeſtern Abend hielt im Obſt= und Gartenbauberein
Herr Profeſſor Dr. Speilger=Bensheim einen ſehr intereſſanten Vor= öffentliche Peſtalozzifeier, die ſehr gut beſucht war. Herr Rel/
trag über „Bekämpfung der Obſtbaumſchädlinge”. An guten
Licht=
bildern lernten die zahlreichen Beſucher die einzelnen Schädlinge
ken=
nen. Als wirkſamſtes Mittel zur Vertilgung derſelben empfahl der
Referent das Beſpritzen der Bäume vor und nach der Blüte mit Arſen.
Er verfehlte aber nicht, dabei auch zu erwähnen, welche Nachteile für
Menſchen und Tiere entſtehen können, wenn nicht vorſichtig mit dem
Gift umgegangen würde. In ſeiner Darlegung hob er anerkennend
her=
vor, daß bei der Schädlingsbekämpfung die hieſige Gemeinde den anderen
Gemeinden des Kreiſes Bensheim bis jetzt weit überlegen, da hier ſeit
längerer Zeit ein Ortsſtatut über die Schädlingsbekämpfung beſtehe und
das Beſpritzen der Bäume alljährlich auf Gemeindekoſten vorgenommen
Während der Verſammlung gelangten 40 Obſtbäume gratis zur
Ver=
loſung.
Gernsheim, 19. Febr. Waſſerſtand des Rheins,
vormit=
tags 6 Uhr: — 0,87 Meter.
Groß=Gerau, 19. Febr. Neue Autobuslinie. Am
kom=
menden Montag wird eine neue Autoshuslinie zwiſchen Groß=Gerau
und Büttelborn errichtet werden. Der Betrieb der Linie iſt einer
nächſt in erſter Linie auf den Arbeiterverkehr eingeſtellt.
2. Rüffelsheim, 18. Febr. Dem Erſuchen der hieſigen
Gemeinde=
verwaltung um Einführung des ununterbrochenen Fernſprechverkehrs
nach dem Vorbilde von Groß=Gerau will die Oberpoſtdirektion
Darm=
ſtadt willfahren, wenn wenigſtens zwei Drittel der
Hauptangeſchloſſe=
nen erklären, 7 Mark als beſondere Vergütung pro Quartal mehr zu
bezahlen.
* Offenbach, 18. Febr. Am hieſigen Elektrizitätswerk ſind zur Zeit
zwei Gebührenſätze eingeführt. Der allgemeine Gebührenſatz ſieht eine
Grundgebüihr von 1,50 Mark und einen Strompreis von 20 Pfg. für
gebühr von einer Mark vor und berechnet die Kilowattſtunde mit 2
Pfg. Es iſt leicht zu berechnen, daß man bei einem Verbrauch uuter
7 Kilowattſtunden im Monat nach dem zweiten Gebührenſatz billiger
wegkommt. Wer mehr als 7 Stromſtunden verbraucht, bezahlt nach bedürftigen Altverteranen und Kriegshinterbliebenen geplant.
dem erſten Gebührenſatz mit 1,50 Grundgebühr. Damit der Verbraucher
nicht im Sommer den einen, im Winter den anderen, jeweils für ihn Sitzung den Pachtpreis für die Fohlenweide feſt und genehmigte nach
vorteilhafteren Gebührenſatz wählen kann, wie dies bisher der Fall
war, iſt nun beſtimmt worden, daß der Uebergang von dem einen zum
Anderen Gebührenſatz nur zu Beginn eines neuen Rechnungsjahres
(1. April) erfolgen kann. Für die Uleinen Verbraucher iſt die neue
Regelung kein Vorteil.
r. Walldorf, 18. Febr. Wegen ſtarker Belaſtung der Gemeindekaſſe
geſtellt werden muß und beim Ableben des Rentenempfängers von den
leitung, die als Notſtandsarbeit ausgeführt werden ſoll, ſollen in
erſter Linie Verheiratete berückſichtigt werden. Der Staat unterſtützt
Reſt der Bauſumme durch die Gemeinde zu beſchaffen iſt.
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Nauheim, 16. Febr. Der Geſangverein „Germanig”,
hatz=
dieſer Tage im Gaſthaus „Zur Waldluſt”, ſeine Mitglieder zm
Jahresverſammlung einberufen. Ein beſonderes Gepräge gab der
Ver=
ſammlung die Anwefenheit einer großen Anzahi ehemaliger Mitglieder:
der „Eintracht” und der beſtandenen Säugervereinigung. Bekanntlich
hatten die Eiatracht und Germania am Mitwoch, den 2. Februar, über
den endgültigen Zuſammenſchluß des Vereins zu beſchließen.
Während=
die Germania einſtimmig für den Zuſammenſchluß war, lehnte die Em
tracht, da die erforderliche Mehrheit fehlte, die Vereinigung ab. Eine=
Anzahl Eintracht=Sänger, die den Zuſammenſchluß eifrigſt fördern, hat
darauf hin Anſchluß bei der Germania geſucht. Dieſen Sängern kann
man nun auch in der Generalverſammlung inſofern beſonders entn
gegen, als man, immer wieder den Einigungsgedanken im Auge, be=, dem Verein nunmehr den Namen „Sängervereinigungg
Germania Nauheim” beizulegen. Die Ausſprache über des
Namensänderung ging in voller Einmütigkeit von ſtatten, ein Beweiss
für das Streben in den Reihen, einig und feſt zuſammenzuſtehen. Auchn
die nunmehr folgende Vorſtandswahl machte keine Schwierigkeiten mehr.
Unter dem Vorſitz des ſeitherigen Vorſitzenden Mersheimer vereimigenn
ſich im Vorſtand alte und neue Mitglieder. Als Dirigent wird der ſeit=
Herr Grimm beibehalten.
Rheinheſſen.
* Worms, 18. Febr. Ehrung. In den Heylſchen Ledevwerkeny
Liebenau vorm. Cornelius Hehl fand die alljährliche Ehrung der Juh= des Werkes ſtatt, die im abgelaufenen Jahre auf ein Arbeitsjubis
läum zuruckblicken konnten. Es waren diesmal ein Werksangehöriger.,
der auf eine 40jährige Tätigkeit zurückblicken konnte, und 16 Arbeitern
mit einer 25jährigen Arbeitszeit. Nach einem Muſikvortrag der
Leuchle=
kapelle und einem Geſang des Werkgeſangvereins hielt Frhr. Ludwim
von Hehl die Feſtrede, in der er darauf hmwies, daß man als Tag dern
Feier den Geburtstag ſeines verſtorbenen Vaters, Exz. von Hehl, gest
wählt habe. Die Rede betonte die augenblickliche günſtige Lage des
Werkes im Gegenſatz zu den Schwierigkeiten des Jahres 1924 und ſchloßf
nach einem Ausblick in die Zutunft mit einem Hoch auf die
Jubilar=
das ſtürmiſchen Anklang fand. Dann ergriff Herr Dr. Illert, Direlu
tor der Stadtbibliothek, das Wort zu einem Vortrag mit Lichtbildern
„Spaziergang im alten Worms”, der viele intereſſante Neuigkeiten, Bill
der von Ausgrabungen uſw. brachte. Muſik= und Geſangsvorträge
ſchloſſen die offizielle Feier, der noch ein gemütlicher Teil folgte. —
Verkehrsunfall. Der „übliche” Zuſammenſtoß fand Ecke
Kriem=
hildenſtraße und Bisnarckanlage (am Lutherdenkmal) ſtatt, und zwau
waren es ein Perſonenauto und ein Laſtauto. Bei erſterem wurde
das=
linke Vorderrad abgeriſſen und der Kühler ſchwer beſchädigt. Perſonem
ſind nicht zu Schaden gekommen. — Zuſammenſtoß. Der Laſt)
kraftwagen einer hieſigen Lebensmittelgroßhandlung iſt dieſer Tagon
abends gegen 6 Uhr in Frieſenheim bei Ludwigshafen an einer Straßenr
kreuzung mit dem von Oppau kommenden Eiſenbahnzug Frankenthal—
Ludwigshafen zuſammengeſtoßen. Das Auto hatte gerade die Schienem
paſſiert, als der Zuy kam, und deshalb wurde nur noch der
Anhänger=
erfaßt und ſtark beſchädigt. Auch die Lokomotive iſt leicht beſchädſau
Perſonen ſind dabei nicht zu Schaden gekommen, doch erlitt der
Führer=
des Autos einen Nervenſchock und mußte deshalb ins Krankenhaus ver.
bracht werden. — Der Meteor, der in der vorigen Woche über=
Darmſtadt geſehen wurde, iſt, wie ſich jetzt herausſtellt, auch hier beobacht igteilretung geſu
tet worden, doch iſt er nach den Angaben des betreffenden Beobachters
wohl erſt an der Bergſtraße in der Gegend Zwingenberg-Auerbach
niedergeflogen.
* Alsheim, 18. Febr. Beim Ausweichen vor einem Laſtauto ham
ei Radfahrer auf der glatten Landſtraße zu Fall und zog ſich
dabe=
ſchwere Verletzungen am Kopfe zu. Auch das Rad iſt ſtark beſchädigt.
Gimbsheim, 18. Febr. Ein 5jähriges Kind, das ſchwerhörig iſtü
ſtand auf den Schienen, als ein Zug heranbrauſte. Durch das beherziot
und entſchloſſene Eingreifen eines mutigen Jungen, der das Kind inu
letzten Augenblick hinwegriß, konnte ein ſchweres Unglück vermiedem
werden.
Oberheſſen.
b. Friedberg, 19. Febr. Die Friedberger Volksſchullehrerſchaft
ver=
anſtaltete vorgeſtern Abend im großen Saale des Hotel Trapp eing
tor Meher ſprach Begrüßungsworte. Muſikaliſche und deklamawriſch=
Darbietungen, von denen vor allem die Geſänge des Blindenchors udd
das Einleitungsgedicht von Otto Ernſt, das von Fräulein Junak vollge 4
det vorgetragen wurde, Erwähnung verdienen, gaben dem Abendw
würdiges Gepräge. Die Feſtrede hielt Herr Rektor Koch, in der er I
führte, daß erſt uns heute die Bedeutung Peſtalozzis ganz klar ſei, u0
in der er in packender Weiſe von dem hingebungsvollen Leben des großg 1
Pädagogen erzählte.
* Gießen, 18. Febr. Eine erhebende Peſtalozzi=Feiern
fand aus Anlaß der Wiederkehr des 100. Todestages Peſtalozzis in derr
Neuen Aula des Univerſitätsgebäud,s bei ſehr ſtarker Beteiligung demr
würde. An die Ausführungen ſchloß ſich eine ſehr rege Ausſprache an. Lehrer des Kreiſes Gießen, der Lehrkräfte der höheren Schulen und dea 1Mhuslteur
Profeſſoren der Landesuniverſität ſtatt. Unter den Ehrengäſten befad
den ſich der Vertreter der Provinzialbehörde, Oberregierungsrat Dra
Heß, Oberbürgermeiſter Keller und UniverſitätsRektor Prof. Ara
Zwick. Ein Orgelſpiel des Lehrers Stein aus Lich und ein Vorſpruckt
„Dem Gedächtnis Peſtalozzis” von Fräulein Speckhardt=Gießen, ſowich
der Geſang des Liedes Er weidet ſeine Herde” aus „Meſſias” vorges
tragen von Frau Dr. Müller=Bangert aus Gießen eröffneten die en3
Büttelborner Geſellſchaft übertragen worden. Die Autolinie iſt zue drucksvolle Feier. Im Namen der Lehrerſchaft des Kreiſes Gießen hiel.
der Vorſitzende des Gießener Lehrervereins, Herr Kneipp, die Begnüü
ßungsanſprache, in der er zugleich auf die hohe Bedeutung der heutigen
Kundgebung hinwies. Die Gedächtnispede hielt Univerſitätsprofeſor Dru
A. Meſſer. Er verſtand es meiſterhaft, das Weſen und Wirken Peſia
lozzis, ſeine hohen Ideale und ſein edles Streben zu beleuchten, ſeing
raſtloſe Arbeit im Dienſte unbegrenzter Menſchenliebe zu ſchildern mit
die Bedeutung des edlen Menſch nfreundes in der pädagogiſchen Vell
zu würdigen. Unter Leitung von Lehrer Lindenſtruth ſang der Gießene=
Frauenchor „Der Du von dem Himmel biſt‟. Ein Konzertſtück mehreres
die Kilowattſtunde vor. Der zweite Gebührenſatz ſchreibt eine Grund= Lehner und ein OrgelNachſpiel gaben der erhebenden Feier
emer=
würdigen Abſchluß.
* Gießen, 17. Febr. Ein großes Konzert mit Theater iſt am 12.
März im neu hergerichteten Theaterſaal der Walltorſtraße zugunſten des
* Grünberg, 17. Febr. Der Gemeinderat ſetzte in ſeiner letztes
träglich die Vergebung der Schafweide für 1500 Mark. — Das Eichern
ſtammholz aus dem Jahre 1926 wurde Schäfer=Hungen zugeſprochen urn
ter der Bedingung, daß 1200 Mark ſofort und der Reſt verzinslich bi”
1. Auguſt zu zahlen. iſt. — Die beantragte Chauſſierung des Weges voo
der neuen Chauſſee bis zum alten Steinweg wurde zurückgeſtellt. — Ir
Laufe der Jahre ſind auf dem Gut Warthof, der Landwirtſchaftskammo
beſchloß der Gemeiunderat, daß künſtighin der von der Gemeinde zu gehörig, 38 Gewanne= bzw. Grenzſteine abhanden gekommen. Sie ſolles
zahlende Anteil für jeden Kleinrentner der Gemeinde gegenüber ſicher= durch die Stadt beſchafft und geſetzt werden. Bis zur weiteren
Klärung=
wer die Steine entfernt und ob die Stadt haftbar gemacht werden kanrt
Angehörigen zurückzuzahlen iſt. — Bei dem Bau der Waſſer= wird dieſer Punkt zurückgeſtellt. — In geheimer Sitzung wurde beſchlos
ſen, daß für die geſtundeten Beträge für Baugelände von 1. 1. N ab
Zinſen zu zahlen ſind; daß die bei der Girozentrale gemachte Anleichl
die Arbeiten mit einem Betrag von etwa 25000 Mark, während der nicht langfriſtig werden darf, und daß das diesjährige Holzgeld zud
Hälfte bis 1. 8. N und die andere Hälfte bis Martini, letzteres bers
zinslich, zu zahlen iſt, und bei Beträgen unter 100 Mk. ein. und bei Bes
trägen über 100 Mark zwei Bürgen zu ſtellen ſind. Außerdem beſchäftigt
ſich der Stadtrat mit Steuerſtundung und =einziehung, ſowie mit det
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Nummer 3
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
ebraai
Hotorbetriebsstoffe
aus Wasserdas.
Von
Dr.=Ing. O. Fuchs, Wollmatingen.
gantlich iſt es möglich, Kohle, beſonders in Form von
goksl er Halbkoks, in Generatoren reſtlos zu vergaſen. Man
Serhäugbei, je nach der Arbeitsweiſe, ein brennbares Gas mit
wechſch den Anteilen an Waſſerſtoff und Kohlenoxyd zuſammen
„mit /Ala ſtgaſen, Kohlendioxyd und Stickſtoff. Waſſerſtoffarme
ſZemüſe beſtehend aus vorwiegend Kohlenoxyd und Stickſtoff,
bildeans ſogenannte Generatorgas. Anderecſeits iſt es mög=
Lich, Ifu feinen Waſſerſtoff zu erhalten, dadurch, daß man in dem
Mahourcky inwirkung von Waſſerdampf auf heißgeblaſene Kohle
er=
ſieltelnßemenge von Waſſerſtoff, Kohlenoxyd und Kohlendioxyd,
2Wem reientlichen Waſſergas, das Kohlenoxyd mit überſchüſſigem
20Waſſierampf weitgehend zu Waſſerſtoff und Kohlendioxyd
um=
etzt ſiw dieſes, z. B. durch Auswaſchen mit Waſſer unter Druck,
MAentfelirn
10a den zwiſchen Kohlenoxyd und Waſſerſtoff möglichen
GReahſtinem iſt am längſten bekannt die Bildung von Methan
Erdye), die mit überſchüſſigem Waſſerſtoff bei Gegenwart von
Seinrneriltem metalliſchem Nickel als Katalyſator (
Reaktions=
deſchtdenlger) leicht und ziemlich vollſtändig erfolgt. Vom
nmetlug aus hoffte man zu weiteren wertvollen Stoffen, z. B.
„„Metliol (Methylalkohol) und Formaldehyd, zu gelangen. Auch
Und awar a) Möglichkeit ins Auge gefaßt worden, durch Anwendung
„.dieſea m ſetzung auf das Leuchtgas dieſes frei von Kohlenoxyd,
Malſo wiftig, bei gleichzeitig geſteigertem Heizwert zu erhalten.
Fc Aneuen Ergebniſſen führte die Anwendung hoher Drucke
—und taegriet zuſammengeſetzter Katalyſatoren bei der Umſetzung
des 1Aſſerſtoff=Kohlenoxyd=Gemiſches, die zuerſt durch die
NüBaditſa Anilin= und Sodafabrik erfolgte. Ihre erſten Arbeiten
hauf 1ſiem Gebiet fallen in die letzten Jahre vor dem Krieg und
eigtinn daß man auf dieſe Weiſe ein Gemiſch zahlreicher, meiſt
ellüſſüſge Stoffe erhalten kann, und zwar ſowohl ſauerſtoffreie,
V2 Wogerante Kohlenwaſſerſtoffe, alſo als Motorbetriebsſtoffe zu
A Mverwmeneride Produkte, als auch ſauerſtoffhaltige, Alkohole,
WraſeAldc hme, Säuren, Ketone uſw., End= oder Zwiſchenprodukte
bergechver oran iſch=chemiſchen Induſtrien. Als Katalyſatoren ſind in
ren Aicriten die verſchiedenartigſten Stoffe, insbeſondere
Ge=
niſche nchrerer Metalloxyde, genannt. Die weitere Arbeit ging
„Mahirtflie genauere Wirkung der Unzahl von möglichen Kataly=
Wlatormnu id Katalyſatorkombinationen zu ergründen Sie führte
egoleeu delln hänlänglich bekannten ſchönen Erfolg der Methanolſyn=
Wheſem Stelle des bunten Durcheinanders von Stoffen wurde
gin f9iteines, einheitliches Produkt erhalten. Als
Motor=
mi etrimbſtoff kommt das Methanol infolge ſeines
verhältnis=
gennnäßiäg tiederen Heizwertes nicht in Betracht; um ſo wichtiger
ogt esülin: Herſtellung niedrigſiedender Löſungsmittel und als
riz lusesagsſtoff für Formaldehyd. Die neueſten
Patentanmeldun=
nderafken F. G. zeigen, daß man nun vom Meihylalkohol aus=
Anrehenudräederum durch Einwirkung von Waſſerſtoff bzw.
Koh=
ausnenoyy bzw. einem Gemiſch beider unter hohen Drucken, bis
x m100 AChoſ phären und mehr, die ſchon oben erwähnten Alkohole
und gEucen erhalten kann, und zwar jetzt in einfacher zuſam=
Jan menmitzt en Gemiſchen, die weiterhin die Abtrennung einzelner
ane gewirnhier Stoffe geſtatten. Von der Herſtellung flüſſiger
Koh=
aglenmuir toffe auf dem Wege der Druckſyntheſe hat, man von
„ dieſanz ſerte zunächſt nichts mehr gehört; der Hauptwert ſcheint
Sauf 10i Bewinnung chemiſch weiterzuverarbeitender Stoffe
ge=
ialegt rimerden.
ſefähr gleichzeitig mit der Methanolſyntheſe der Badi=
U ſchem lullin= und Sodafabrik waren Arbeiten pon Franz Fiſcher,
demaü eieer des Kaiſer=Wilhelm=Inſtituts für Kohlenſorſchung
in Ih im a. d. Ruhr, bekannt geworden, der, gleichfalls durch
Anſcpdung hoher Drucke und zuſammengeſetzter Katalyſatoren
aufA Aſergasgemiſche, zu ähnlich verwickelt zuſammengeſetzten
Gencten organiſcher Stoffe gelangt war, die ohne weitere
chemyſe Verarbeitung, als ſog. Synthol, als Motorbetriebsſtoff
Verdung finden ſollten. Von der gleichen Stelle kommt
nun/! Nachricht, daß es, wieder mit Hilfe geeignet
ausgewähl=
ter /Anſayſatoren, gelungen iſt, ein beſonders für motoriſche
Zwuxt geeignetes Gemiſch von Kohlenwaſſerſtoffen zu
erhal=
ten, Aid zwar bemerkenswerterweiſe ohne Anwendung von
Druyanp bei mäßig hohen Temperaturen, etwa 270 Grad. Der
Hauy)eſrandteil der Katalyſatoren iſt metälliſches Kobalt, ein
dem ſael nahe verwandtes Metall (dieſes würde vorwiegend
Meihx iefern!); die benutzten Zuſätze, von anderen Oxyden.
wieß kennoxyd, Zinkoxyd, ſeltenen Erden uſw., haben z. T. den
Zwustein Zuſammenſintern und damit Unwirkſamwerden des
ſeiniſtellten Kobaltmetalles zu verhindern, z. T. haben ſie auch
Einiſ euf die Zuſammenſetzung des Produkts. Sehr
bemer=
kenglrtäſt, daß faſt ausſchließlich Kohlenwaſſerſtoffe der
Paraf=
finree erhalten werden, wie ſie uns insbeſondere im
ameri=
kanükſth EErdöl vorliegen, und zwar kann der Prozeß ſo geleitet
werMe ) aß vorwiegend die niedrigſiedenden benzinartigen
An=
teiloß hclten werden. Ferner iſt der hohe Grad der Reinheit
undA hin Beſtändigkeit der Produkte hervorzuheben, derart, daß
ur he Frall der Verwendung als Motorbetriebsſtoff eine weitere
Behchuilung kaum erforderlich ſein wird im Gegenſatz zu den
berlygteichen Krack= und Raffinationsprozeſſen bei der
Verar=
beitzu von rohem Erdöl auf Benzin. Allerdings erfordert
Daftas Waſſergas, bevor es in Reaktion tritt, hier wie bei
alenh itulytiſchen Prozeſſen dieſer Art, eine recht ſorgfältige
Reinbrungg, bei der vor allem die reſtloſe Entfernung aller
Schtzylh erbindungen weſentlich iſt.
ſer Verwirklichung dieſer neuen Syntheſe in größerem
Maß ſiſo würften noch einige Fragen zu klären ſein, die die bisher
mitgRlen Ergebniſſe noch nicht zu beantworten geſtatten. Da
M 3Müaft die Frage nach der Ausnutzung des Waſſergaſes. Im
Heinhe hat man bis zu 100 Gramm Oel aus einem Kubikmeter
Wan as erhalten, und das auch erſt nach mehrmaligem
Ueber=
leitocbar den Katalyſator. Das iſt aber nicht viel mehr als die
Dalnſ iheis theoretiſch Möglichen, ſo daß erſt das im großen und
konnhierlich, unter fortwährendem Erſatz des in Reaktion
ge=
rretcn SBasanteils durchgeführte Verfahren entſcheiden muß,
ob i Elusbeute einen nicht mehr verbeſſerungsfähigen
Grenz=
werm uftellt, was für die wirtſchaftliche Seite nicht
unbedenk=
lich Abre. Da ſich nur ein kleiner Teil der gebildeten
Kohlen=
waſMe aſfe aus dem Reaktionsgas flüſſig abſcheidet, ſo ſind fer=
Ner9! beeſonderen Umſtände bei der Gewinnung der
Benzin=
dämm aus dem überſchüſſigen Gas in Betracht zu ziehen: auch
bei A4h ckter Anwendung wärmeaustauſchender Maßnahmen
wen Kühlung, Auswaſchprozeß und Wiederanwärmung des
Gafß tniacht unbeträchtliche Energien erfordern. Schließlich iſt
nichch iner Acht zu laſſen, daß die Ausführung in großem Maße,
werſhse triebsſtoffmengen von einigem Belang geliefert werden
10uAJgerade infolge des Verzichts' auf Anwendung höherer
Drislaußerordentlich weitläufige Anlagen ſowohl für die
Re=
arlichlammern wie für Kühler, Wärmeaustauſchvorrichtungen
unai gſehtürme erfordern wird. Nachdem man heute die
Tech=
nik A /Grasreaktionen bei hohen Drucken beherrſchen gelernt hat,
Pflicht, geübt mit feſiem Herzen,
Bleibt allein auch ewig treu;
Sie allein heilt alle Schmerzen,
Sie allein macht Menſchen frei.
Ernſt Freiherr von Feuchtersleben. (1806—1849.)
könnte man füglich in der Arbeitsweiſe bei gewöhnlichem Druck
ſogar einen gewiſſen Nachteil des Verfahrens erblicken, zumal
das Arbeiten mit komprimierten Gaſen, die Abſcheidung der
Benzindämpfe ſehr erleichtern würde. Es gehört indes die
An=
wendung nur atmoſphäriſchen Druckes zu den
Eigentümlich=
keiten des neuen Prozeſſes: bei höheren Drucken würde man zu
ſauerſtoffhaltigen Verbindungen von geringerem Heizwert nach
Art des Synthols gelangen.
Die Ergebniſſe von Franz Fiſcher ſind inzwiſchen bereits
von engliſchen Chemikern beſtätigt worden. Sie machen auch
Angaben über die erzielte Umſetzungsgeſchwindigkeit, aus denen
ſich der zu einer Tagesproduktion von 10 Tonnen Benzin
erfor=
derliche Katalyſatorraum auf etwa 700 Kubikmeter berechnen
würde. Indeſſen beſteht auf Grund der Arbeiten im
Kohlenfor=
ſchungsinſtitut wohl Ausſicht, die Wirkſamkeit der Katalyſatoren
noch zu verbeſſern. Man iſt bereits daran gegangen, mit Hilfe
einer zu dem Zweck gegründeten Studiengeſellſchaft das neue
Verfahren aufs eingehendſte weiter zu verfolgen und Verſuche
in größerem Ausmaß durchzuführen.
Dornier-Superwal.
Von
Dipl.-Ing. Kreh, Mainz.
Die deutſche Flugzeuginduſtrie, die jahrelang unter den
Banden feindlicher „Begriffsbeſtimmungen” gefeſſelt am Boden
lag, beginnt wieder ihre Flügel auszubreiten und ſtolzen Fluges
immer größeren Leiſtungen zuzuſtreben. Es gilt, der deutſchen
In=
duſtrie einen langen Abſtand wieder aufzuholen, den die
Wirt=
ſchaft und Technik des Auslandes uns vorausgewonnen hat.
Bild 1. Stirnansicht und Aufsicht des Superwal.
Wenn auch das Bauen großer Einheiten nicht möglich war, ſo iſt
doch in der Zwiſchenzeit theoretiſch und konſtruktiv in
Deutſch=
land ſehr viel gearbeitet worden, ſo daß heute wenigſtens auf
dieſem Gebiet alles ſtartbereit iſt.
Einer der neueſten Typen, den die deutſche Flugzeuginduſtrie
geſchaffen hat, iſt das Dornier=Superwal=Großflugboot. Es iſt
das größte für den Verkehr beſtimmte Ganzmetall=Flugzeug,
er=
baut von der Dornier Metallbauten=G. m. b. H., Friedrichshafen,
HUDT
TA243
Bild 2. Seitenansicht und Langenschnitte des Superwal.
Werk Manzell am Bodenſee. Seine Probefahrten hat das
Flug=
zeug im vergangenen Herbſt auf dem Bodenſee erfolgreich
be=
ſtanden und dabei über 50 Menſchen auf einmal befördert. Wie
alle Dornier=Flugboote hat der Superwal einen Rumpf, der als
Stufenboot von 3,5 Meter Breite ausgebildet, gleichzeitig Laſten
und Leitwerk aufnimmt und dem ganzen Vogel das Gerippe
gibt. Wegen der Stabilität ſind ſeitlich Floſſen angeſetzt, die mit
gerodynamiſch günſtig ausgebildetem Querſchnitt, zugleich als
Tragfläche und Stützpunkt für die Flügel von mehrfacher
Be=
deutung ſind. Schwimmend wäre das Flugboot ohne dieſe
Flächen ſehr unſtabil, da die hohe Lage der Flügel und des noch
darüber angeordneten Triebwerks den Schwerpunkt ſehr weit nach
oben verlegen. Die Seitenſtreben der Flügel ſind windſchnittig
ausgebildet und ergeben, gemeinſam mit den Flügeln betrachtet,
einen kleineren Luftwiderſtand und Gewicht, als ein vollſtändig
freitragend ausgebildeter Flügel, der am Rumpfe hätte
ent=
ſprechend ſtärker ausgebildet werden müſſen. Ueber dem
durch=
laufenden Tragdeck von 5,25 Meter Breite und 28,5 Meter Länge
ſind in einem beſonderen Rumpf zwei hintereinander liegende
Motore mit je einer Schraube angeordnet, von denen die vordere
als Zug=, die hintere als Druckſchraube wirkt. Jede andere
An=
ordnung der Motore in einem oder mehreren Rümpfen über dem
Flügel iſt möglich, wenn nur die Geſamtleiſtung zwiſchen 1400
und 2000 PS liegt. Je nach dem Wunſche des Beſtellers kann jeder
Bild 3. Superwal auf dem Wasser schwimmend.
bewährte Motor eingebaut werden. Mit ſteigender Leiſtung des
Motors wird zwar auch das Gewicht vermehrt aber mehr noch
die Leiſtungsfähigkeit des Flugbootes gehoben, da die
Ueber=
ſchußleiſtung das Abfliegen aus dem Waſſer mit zunehmendem
Gewicht noch ermöglicht. Eine Teilung in mehrere Einheiten
wird ſich immer empfehlen, damit beim Ausfallen eines
einzel=
nen Motors immer nur ein Bruchteil der Geſamtleiſtung
weg=
fällt und das Flugzeug ſeine Schwebefähigkeit behält. Damit
durch ein Abnehmen des Betriebsſtoffes während des Fluges die
Gleichgewichtslage nicht geſtört wird, hat man den Benzinraum
— 3 von Bild 2 — möglichſt in den Schwerpunkt gelegt. Normal
werden 4 Fäſſer von je 600 Liter auf den Boden des Tankraumes
gelegt und weitere 4 Fäſſer von je 285 Liter an der Decke
aufge=
hängt. Der Geſamtvorrat von 3540 Liter im Gewicht von 2700
Kilogramm reicht für eine Strecke von 2000—2200 Kilometer
aus, wenn dieſe im Sparfluge zurückgelegt wird. Dies iſt
gleich=
bedeutend mit einem Weg von Berlin bis zum Nordkap oder bis
nach Madrid. Durch eine vom Fahrtwind angetriebene Pumpe
wird der Brennſtoff einem Falltank zugepumpt, von wo er dem
Vergaſer mit natürlichem Gefälle zufließt. Der Brennſtoffraum
iſt mit dem Motorrumpf durch einen Steigſchacht verbunden,
Bild 4. Superwal im Fluge.
ſodaß während der Fahrt kleine Reparaturen vorgenommen
werden können. In der Vorderwand dieſes Schachtes iſt ein
Stirnkühler eingebaut. Die Rückſeite des Schachtes iſt offen. um
der erwärmten Luft einen leichten Abfluß zu gewähren. Bei
kaltem Wetter kann die Rückwand geſchloſſen werden, um die
Kühlwirkung zu verringern und die warme Luft zum Anwärmen
der Fahrgaſträume zu benutzen. Der Führeriaum — 4 des
Bildes 2 — hat zwei Sitze und Doppelſteuerung. Außerdem
ent=
hält er alle zur Navigation und Ueberwachung der Motore und
der Betriebsſtoffvorräte notwendigen Einrichtungen. Zwei
Gaſt=
räume gewähren vorne 13, hinten 8 Fluggäſten bequeme
Sitzge=
legenheit (1 und 5 des Bildes 2). Ein Gepäck= und Poſtraum (2),
ein Raum für den Funker (8) und eine Toilette (6)
vervollſtän=
digen die Einrichtung des Superwal. Ein ſchmaler GanF
zwiſchen den beiden Tankräumen ermöglicht einen Verkehr von
der vorderen zur hinteren Kajüte. Bei voller Ausnutzung der
Tragfähigkeit iſt das Flugzeug wie oben erwähnt imſtande, über
50 Perſonen zu befördern. Wenn das Flugboot auch in erſter
Linie als Verkehrsflugzeug gebaut iſt, ſo kann es doch je nach
der Stärke der eingebauten Motore Geſchwindigkeiten von 190
bis 210 Kilometer pro Stunde erreichen.
Fünf-Elektrodenröhren
und ihre rundfunktechnische Verwertbarkeit beim
Empfang.
Von
Ernst Kahn, Darmstadt.
Der deutſche Radioröhrenbau hat in der kurzen Zeit ſeiner
Entwicklung den Vorſprung des Auslandes, das nicht über ſo
verzwickte Patentverhältniſſe und gleich ſtarke anfängliche
Be=
denken der zuſtändigen Behörden klagen konnte wie Deutſchland,
eingeholt und es ſcheint, als ob in manchen Punkten eine
un=
zweifelhafte Ueberlegenheit an die Stelle des alten Zuſtandes
treten ſolle. Eine der Verbeſſerungen, deren Wert mit der
Ver=
vollkommnung der Empfangsapparaturen gleichzeitig anſteigt, iſt
die der Doppel= oder Fünf=Elektrodenröhren, die auch oft nach
ihrer Fabriktypenbezeichnung „Pentatron‟. Duotron” oder
ähn=
lich benannt werden. Ihre Vorzüge laſſen ſich zunächſt nach
techniſchen Geſichtspunkten gliedern in zwei Verbeſſerungen:
1. Vollkommene Gleichheit zweier, zuſammen zu verwendender
Röhren;
2. Raum=, Gewichts= und Koſtenerſparnis bei allen
Schal=
tungen.
Zu 1. iſt ausführend darauf hinzuweiſen, daß beſonders in
drei Fällen dieſe Neuerung von bemerkenswertem Nutzen iſt, den
Sonntag, 20. Februar 1927.
OtA
Bild 1. Fünfelektrodenröhre in Push-Pull-Schaltung.
(H-Heizbatterie, A-Anodenbatterie, E-Empfänger, T-Telephon.)
Röhren viel gearbeitet hat, weiß die Erfüllung dieſer Forderung
als einen glücklichen Zufall hoch zu ſchätzen. Im allgemeinen
redoch iſt dies ſelbſt bei Röhren gleicher Type durchaus nicht der
Fall. Es folgt alſo aus der Verſchiedenheit der Steilheiten eine
verſchiedene Verſtärkung bei jeder der Röhren, und nach der
Uddition der jetzt in der Amplitude verſchiedenen Ströme eine
Verzerrung des Tones. Wird nun nochmals weiter verſtärkt,
womöglich dabei nochmals verzerrt, ſo machen ſich dieſe „Sünden
der Väter bis ins folgende Glied” bemerkbar, und zwar in
ver=
größerter Deutlichkeit. Es würden ſich alſo die Mühen und die
Koſten der Gegentaktſchaltung nur wenig bezahlt machen, wenn
man nicht nach längerem Suchen zwei gleichartige Röhren
aus=
findig machen könnte. Da iſt es bedeutend zweckmäßiger, gleich zu
H4t8
Bild 2. Auf die Antenne rückgekoppeltes Audion mit einer Stufe
Niederfrequenzverstärkung. (V-Vorspannbatterie.)
einer Doppelröhre zu greifen, die konſtruktiv ſo geſtaltet iſt, daß
beide Syſteme ganz genau die gleichen Wirkungen haben. Dies
iſt weiter nicht verwunderlich, da beide Syſteme den gleichen
Heiz=
faden beſitzen und der wichtigſte Faktor der Emiſſion, die
Tem=
peratur, alſo keinen Differenzen unterliegt.
Dieſer Vorteil macht ſich in gleich hohem Maße bemerkbar bei
den Sendeſchaltungen mit zwei parallel arbeitenden Röhren
(zwecks Erhöhung der Energie), wo oft das Abſtimmen auf einen
annehmbaren Wert der Uebereinſtimmung, bzw. auf Interferenz=
und Oberſchwingungsfreiheit, ſehr langwierig oder ganz
zweifel=
haft wird, wenn beide Röhren nicht genau übereinſtimmende
elekt=
riſche Daten aufweiſen können. Drittens gilt das Gleiche für
parallel=
geſchaltete (End=)Verſtärkerröhren für Niederfrequenz, die nicht
TN.O
Bild 3. Auf den Sperrkreis der Hochfrequenzverstärker-
Vor=
röhre rückgekoppeltes Audion.
nach der push=pull=Methode geſchaltet ſind. Auch hier ſichert
gleiche Charakteriſtik die beſte Verſtärkungsqualität.
Zu 2 iſt zunächſt zu ſagen, daß der angegebene Vorteil ein
ganz trivial erklärbarer zu ſein ſcheint und irgendwelche weitere
Verbeſſerungen, außer einer „geringen Raum= und
Koſtener=
ſparnis” nicht erzielbar ſeien. Wenn auch für gewiſſe ſubjektive
Einſtellungen dieſe geringſchätzige Beurteilung möglich oder
er=
klärlich ſcheint, ſo muß man demgegenüber erwidern, daß es doch
durch Kombination mit bisher ſchon bekannten Vorſchlägen
mög=
lich iſt, ſehr wertvolle Neuerungen zu ſchaffen. Bei einer
ge=
ſchickten Wahl von Heizſpannung und Heizſtrom iſt es nicht
ſchwierig, einen Reiſeapparat zu bauen, der von Trockenelementen
beizbar iſt und bei Verwendung nur einer Röhre dennoch dieſelbe
Lautſtärke bzw. Reichweite erzielt, wie ein Zwei=Röhren=Gerät,
ſei es nur ein Audion Niederfrequenz= oder ein Hochfrequen;
— Audion=Röhrengerät. Bild 2 zeigt die Anordnung des erſten
Vorſchlags: Audion mit Rückkoppelung auf die Antenne und
eine transformator gekoppelte Niederfrequenzſtufe. Bild 3
da=
gegen zeigt das Gerät, das durch Zuſammenſchaltung einer
Hoch=
frequenzverſtärkerröhre mit einem auf den Sperrkreis der Vor=
Technik der Gegenwart
man It nicht hoch genug bewerten kann. Zunächſt ſei der
Ver=
wendung der Doppelröhren in der „push and pull” oder „
Gegen=
taktſchaltung” gedacht, die Bild 1 bringt. Er arbeiten hier zwei
Röhren gleichzeitig auf einen in der Mitte angezapften
Trans=
formator, mit dem bekannten Erfolge, daß alle Störgeräuſche
der Batterien in dieſem Transformator vernichtet, die
tonfre=
quenten Ströme dagegen, die in der Röhrenkombination
ver=
ſtärkt wurden, transformiert, ohne Verzerrrungen dem Telephon
oder der nächſten Stufe zugeleitet werden können. Dies Prinzip
hat zweifellos große Vorteile, was die Tonreinheit angeht, wenn
auch die Verſtärkung mit zwei in Gegentaktſchaltung arbeitenden
Röhren nicht weſentlich größer iſt, als die mit nur einer Röhre
in der ſonſt üblichen Transformatorſchaltung. Hierbei wird aber
(meiſt ſtillſchweigend!) die Vorausſetzung gemacht, daß die beiden
verwendeten Röhren elektriſch genau gleich ſind. Jeder, der mit
röhre rückgrkoppelten Audion enſteht. Beide Schaltungen können
auch die Antenne ins Schwingen bringen, da die erſte die
Meißner=Telefunken=Senderſchaltung, die zweite die Huth=Kuhnſche
Schaltung (bezüglich der erſten Röhre!) darſtellt. Jedoch läßt ſich,
wie bekannt, durch vorſichtige Handhabung der Rückkoppelung
dieſer für die Nachbarn, wie den Beſitzer des Apparates wenig
angenehm bemerkbare Fehler vermieden werden. Uebrigens iſt
bei den hier vorgeſchlagenen Schaltungen die
Schaltungsmöglich=
keit der Fünfelektrodenröhre durchaus nicht erſchöpft. Der
Radio=
baſtler kann ſie nach ſeinem Belieben weiter modifizieren nach
den bisher bekannten Methoden, unter Berückſichtigung der
Eig=
nung der Röhren. Auch als erſte und zweite Niederfrequenzſtufe
läßt ſich die Röhre ſchalten, ſo daß die für Lautſprecherbetrieb
in Senderſtädten beliebte Anordnung. Detektor plus 2
trans=
formator gekoppelte Niederfrequenzverſtärkerſtufen” konſtruktiv
vereinfacht wird (Bild 4).
Bild 4. Normale Zweifach-Niederfrequenzverstärker-Schalter.
Den Hauptreiz für den erfahrenen Funbbaſtler aber bildet der
Bau eines Zweiröhrenreflexgerätes, in dem er der einen Röhre
alle drei Funktionen zuordnet und mit einem kleinen Käſtchen
ſehr nahe an die Leiſtungen eines Dreiröhrengerätes heranreicht.
Einen Schaltungs vorſchlag hierzu bringt Bild 5. Das Bauen
einer ſolchen Anordnung verlangt allerdings eine gewiſſe
Kennt=
nis im Anordnen der Schaltelemente innerhalb des Gehäuſes, um
ungewünſchte Rückwirkungen zu vermeiden, die zu Verzerrungen
Anlaß geben könnten. Andererſeits machen ſich die Mühen
reich=
lich belohnt, da z. B. ein Reiſeapparat mit dieſer Röhre im
Ge=
birge oder an der See wohl alle größeren Sender Europas an
einer gut inſtallierten Behelfsantenne mit ausreichender
Laut=
ſtärke in den Hörer bringt. Dabei entheben 2 Trockenelemente
den Beſitzer des Apparates von den Nachteilen, die bei ſolchen
Gelegenheiten die Abhängigkeit von einer
Akkumulatorenlade=
ſtation mit ſich bringt.
Ein ſehr geübter Baſtler wird ſogar noch eine weitere
Mög=
lichkeit des Ausbaues zur Reflexſchaltung erkennen, die die
höchſt=
mögliche Ausnützung der Röhre bedeutet, nämlich die
Ver=
wendung erſt als Zweifachhochfrequenz=Verſtärkung, anſchließend
Gleichrichtung mit Detektor und reflektiert nochmals Zwe
fach=
niederfrequenz=Verſtärkung. Dieſe Schaltung iſt hinſichtlich der
Bild 5. Reflexempfänger.
Entkopplung noch ſchwieriger zu behandeln, hat aber den Vorzug
ſtrahlungsfrei zu ſein und außerdem noch eine verzerrungsfreie
Gleichrichtung durch den Detektor zu gewährleiſten. Somit wäre
eine Apparatur gewonnen, die an Lautſtärke einem
Vierröhren=
apparat nahekommt. Die Nachteile der Detektor=Reflexgeräte —
das öfters notwendige, umſtändliche Einſtellen des
Kontaktgleich=
richters — läßt ſich nach neueren Ergebniſſen durch die
Ver=
wendung ſynthetiſcher, überſchwefelter Bleiglanzkriſtalle
ver=
meiden, ſo daß die Konſtruktion des Vierfachreflexempfängers
mit einer Sparröhre ein intereſſantes Ziel für den in
Höchſt=
ökonomieſchaltungen bewanderten Amateur bildet.
Es ſoll nicht unerwähnt bleiben, daß dieſe Möglichkeiten nicht
nur von Amateuren, ſondern auch von den Laboratorien der
Radioinduſtrie aufgegriffen worden ſind und bereits praktiſche
Ergebniſſe gezeigt haben. So zeigt die Berliner und die
Frank=
furter Funkausſtellung einen ½ Röhrenempfänger der Aeriola
mit einer Ultra Duotron Röhre und während der Rundfunk=
Kol=
legs in der Techniſchen Hochſchule Berlin wurde ein Petation=
Gerät erläutert und zur allſeitigen Zufriedenheit im Betriebe
vorgeführt.
KURZE MITTEILUNGEN
* Das Großkraftwerk Rummelsburg hat im Dezember vergangenen
Jahres mit der erſten Maſchine den Betrieb begonnen und wind bereits
Ende dieſes Monats den vollen Betri. b aufnehmen. Das Werk iſt in
außergewöhnlich kurzer Bauzeit erſtellt worden. Die geſamte Ausführung
liegt in den Händen der AES., deren inzwiſchen verſtorbener Direktor,
Dr. Ing. e. h. Klingenberg, den Plan zu dem größten deutſchen
Elek=
trizitätswerk geſchaffen hat. Der Strombedarf Berlins wächſt ſo enorm
— jährlich um 40 000 KW. — daß bereits im Jahre 1928/29 ein weiterer
Ausbau des Werkes notwendig ſein wird.
* Automobilſtraße Berlin—München. Noch nehmen zwar die
Auto=
mobile nur 50 Prozent des Geſamtverkehrs auf unſeren Landſtraßen auf,
noch ſinkt der Verkehr in einer Entfernung von 20 Kilometer von der
Großſtadt ſehr ſtark, und doch plant man heute ſchon Fernverkehrsſtraßen.
Neben dem Entwurf einer Autoſtraße Hamburg—Frankfurt-Baſel,
taucht nun auch der Plan einer Verbindung Berlin — Leipzig —
Nürnberg—München auf. An Berlin ſoll Hamburg und Stettin an
Miinchen ſoll eine Verbindung nach Innsbruck-Brenner-Verona—Rom
angeſchloſſen werden. Die Strecke Berlin—München wird mit einer
Ent=
fernung von 658 Kilometer auf 264 Millionen RM. veranſchlagt. Da
dieſe Koſten aber zunächſt nicht aufzubringen ſein werden, will man
beſtehende Durchgangsſtraßen benutzen und nur Umgehungsſtraßen,
Uleber= und Unterführungen bauen, wodurch man die Koſten auf 220
Millionen RM. herabzumindern hofft. Zunächſt wird ein
Arbeits=
ausſchuß einen genauen Streckenplan ausarbeiten und die Bau= und
Finanzicrungsmegli
Nummer
* Amerikaniſcher Automobilbau. Die gewaltige Entwicklunn
Automobilbaues in den Vereinigten Staaten von Amerike findet
beſten Ausdruck in den Herſtellungszahlen der Ford’ſchen Werke
10 Dezember 1915 hatte Ford das 1000 000. Auto ſeit dem Begirn
heutigen Wagentyps am 1. Oktob.r 1908 hergeſtellt. Der 4.
Jun=
brachte den 10 000 000 Wagen, alſo in neun Jahren das zehufache=
ſiebenjährigen Fabrikation. Der 14 000 000. Wagen wurde am 2
1926 hergeſtellt, ſo daß der 15 000 000, in den kommenden Monar
erwarten wäre. Von der Geſamterzeugung Amerikas im vorigen
dO
VatR,/Rz
(3,9 Mil:. Stück) wurde rund eine halbe Million ausgeführt, me
nur 630 Srück eingeführt wurden. Praktiſcher Patriotismus! 0e
wärtig laufen in den U. S.A. 22,3 Millionen Autos, die im vergam
Jahr 735 Miüionen Dollar Steuer zahlten.
* Geſchwindigkeitsrekorde. In England iſt birzlich ein
Aun=
fertiggeſtellt worden, das die Geſchwindigkeit von 385 Kilometer
St.iide erreichen ſoll. Der Wagen ſoll von dem bekan n.en Nenm
Mafor Seagrave gefahren werden. Es ſind zwei gel.pelte 5
Motore, zuſammen alſo 1000 PS eingebaut worden, die in der S
über 1000 Liter Benzin verbrauchen. Im erſten Gang wurde
kheo=
die Geſchwindigkeit zu 147 Kilometer, im zweiten zu 250 Kilomete
im dritten zu 385 Kilometer in der Stunde berechnet.
Der New York—Chikago=Expreß durchraſt die U. S.A. mit einn
ſchwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde. Im deutſchen Intä
Zentrum pkant man jetzt eine elektriſche Schmellbahn, die die e
Köln=Duisburg—Dortmund mit einer Geſchwindigkeit von 130/
meter in der Stunde durchfahren ſoll. Die normale Verkehrszo
Schnellzüge auf dieſer Strecke von 155 Minuten ſoll dadurch an
halbe Fahrzeit gekürzt werden.
* Ausrüſtung eines Rettungsbootes. Wohl manche Reiſende
unſeven Häfen die großen Ueberſeedampfer beſichtigen, wevden
erfahren, was alles zur Ausrüſtung eines Rettungsbootes gehört,
gehen gleichgültig an den Booten vorüber, andere ſehen in ihnenn
gewöhnliche Ruderboote. Im folgenden wird geſchildert, was alll
Ausrüſtung eines Rettungsbootes auf Grund der Unfallverkzüän
vorſchriften der Seeberufsgenoſſenſchaft für Dampfer und Motoo/
gehört. In jedem Boot müſſen, um ein Sinken zu verhinderrn
haltbarem Metall hergeſtellte Luftkäſten vorhanden ſein, ferner füü
Ruderbank mind ſtens ein Riemen, mehrere Erſatzriemen und doc
reichlichem Maße Dollen und Rudergabeln, außerdem ein Steun
Pinne ein Boothaken, eine Fangleine und ein Schöpfeimer. u:h
dem Boot auch ſegeln zu können, muß ein Maſt mit Segel gebrm
fertig im Boot liegen. Zur vorgeſchriebenen Ausrüſtung gehören R!
Kompaß, Treibanker, Oel, Signalfeuer und Eiſerner Proviant. A.9.
großen Paſſagierdampfern befinden ſich unter der vorgeſchriebenenn)
der Rettungsboote, die übrigens ſoviel Platz bieten miſſen, daß ſäri
Paſſagiere und die geſamte Beſatzung in ihnen untergebracht 1d
können, noch zwei Motorboote, die die übrigen im Notfalle zu
pen haben. Selbſtverſtändlich ſind dieſe Motorboote, den
Anforder=
der Neuzeit entſprechend, mit drahtloſer Telegraphie und
Scheinnn=
aus
ausgerüſtet. Der Hapagdampfer „New York”, der kürzlich vom 710
aur Zeit
ef, wird beiſpielsweiſe 24 Rettungsboote erhalten, die nahezund
Perſonen zu faſſen vermögen.
* Die größte Flugzeughalle der Welt beſitzt Berlin, der Knoterm-ſtryt
des europäiſchen Flugverkehrsnetzes. Auf dem Tempelhofer Feld ner Kltte, e
im vorigen Jahre eine Halle errichtet, die 30 Meter Tiefe und A6 i9 g1 beiffern ſich
Länge hat. Sie iſt imſtande, Flugzeuge von 40 Meter Spanm
durch die geöffneten Falt=Tore aufzunehmen. Die lichte Höhg/
Tore beträgt 8 Meter. Mit einer nutzbaren Fläche von 12000 Qru
meter ſind zurzeit die auf dem Tempelhofer Feld errichteten
Halla=
zuſammen in der Lage, 60 vom Hundert der geſamten deutſchennd
flotte während der Wintermonate aufzunehmen. Geplant iſt einx/
größere Halle von 80 Meter lichte Weite und etwa 12 bis 15 11h
lichte Höhe der Einfahrtstore. Damit dürfte allerdings die wirtrasmmelOl
liche Grenze erreichſt ſein. Größere Flugzeuge wird man wohl im 7 99 mb
aufheben, und für dieſe nur Plätze mit Krananlagen zum Aufuchuen =
Abheben der Flügel und deren Transport in die Schuppen ſch./
Schon bei der geplanten Halle für Flugzeuge bis zu 100 Meter
Sc-
weite wird man dazu übergehen, die Flugzeuge von der Seite 749
Hilfswagen in die Halle zu fahren.
* Die elektriſche Küche. Unter Führung Oskar von Mille
deſſen Ingenieurbüro die Frage geprüft, wie weit die Elektriziält
Wärmequelle im Haushalt heute wirtſchaftlich vrwendbar iſt. Ir
gehender Prüfung haben eine Reihe von elektriſchen
Heizapparan=
geſtellten Anſprüchen genügt. Mit derartig geprüften elektriſchn
herden und Warmwaſſerbereitern ausgerüſtete Wohnungen hah m
Ausſchaltung aller anderen Heizquellen alle zum Kochen, Acſe
Spülen uſw. notwendige Wärme erzeugt. Das zum Baden nowil.
Waſſer iſt alſo nicht in die Unterſuchung einbezogen worden. Gme
von einer 4köpfigen Familie im Monat durchſchnittlich 100 KW.Siſk.
braucht, die bei dem heute möglichen und vielfach für di ſe Zwiotr;
eingeführten Tarifpreis von 10—12 Pf. pro KW.=Std. (Wohnungsiar9
Heag!) im Monat eine Ausgabe von etwa 12 Mk. verurſachen
allgemeinere Einführung des elektriſchen Heizverfahrens dürſte 19
bald zu erwarten ſein.
* Hochdruckdampfanlagen. Die Erkenntnis der Wirtſchaftlichkal!
Hochdruckdampfanlagen von etwa 50 Atm. Ucberdruck und 40
Ueberhitzung beſonders bei 24 Stunden durchgehendem Betrieb,
ſich immer mehr Bahn. Durch die ſehr hohen Anlagekoſten der 79
druckanlagen iſt allerdings eine Grenze durch die Verzinſung umnn!
ſchreibung gegenüber den Betriebskoſten gegeb.n. Je nach deud
triebsverhältniſſen und der Art der Mafchine — ob Kondenſations))
Anzapfmaſchinen — liegt die Wirtſchaftlichkeitsgrenze etwa bei
Atm. Die Ergebniſſe beſtehender Anlagen ſind bis jetzt auch hinfich
der Betricbsſicherheit und Reparaturen durchaus ermutigend.
raſchend iſt, daß heute ſchon ſechs Anlagen in ſtändigem Betriel?0
Eine Verſuchsanlage bei Schmidt in Kaſſel für 60 Atm., bei Bo=
Berlin=Tegel für 100 Atm., bei der Hanomag in Hannover für 11009
eine Benſonanlage bei den Siemens=Werken, eine Anlage in 2 und neuevdings eine zweikeſſelige Anlage in Müühlhauſes!
bis jetzt bekannt geworden.
NEUE BüCHER UND ZEITSCHRIET
Gefefſelte Flammen. Von Dr. Karl Maurer. 80 Seitel
38 Abbildungen und mehrfarbigem Umſchlagbild von Kumm
W. Plank. Verlag Dieck u. Co., Stuttgart.
Das Feuer iſt die Grundlage unſever ganzen Kultur geweſe
beherrſcht auch heute noch jeden techniſchen Fortſchritt. Wer wine
dieſer Erkenntwis nicht gerne eine von einem Sachverſtändigen zuſche
gefaßte Schilderung der Phyſik und der Chemie, der Flamme Mch”
Nebenerſcheinungen nach unſerer heutigen Kenntnis leſen? Zch
einfachſten Vorgängen, beiſpielsweiſe in der Kerzenflamme durche."
wir mit dem Verfaſſer, die ganze weite Welt der Wärmetechmi
den neueſten Erzeugniſſen, beiſpielsweiſe dem Hochdruckdampf ud
Elektrotrennſäge. Der Humor, der dem Verfaſſer vielfach in die9
gelaufen iſt, läßt uns gerne über einen Mangel hinwegſehen, da *e
lich eine Bindung zwiſchen den ſonſt vortrefflichen Bildern mc
Text fehlt.
Ediſon, ſein Leben und Erfinden. Erzählt von Ernſt 10
172 Seiten. 17 Abbildungen. Verlag Ernſt Angel, Berlin 1420
Halloh! Dieſen internationalen Ruf am Telephon, dieſes Eil
der Technik hat der Erfinder des Telephons ſeiner Schöpfung mut s
Wieviele wiſſen das? Wer kennt die vielen intereſſanten Eiſh?
aus Ediſons Leben? Ernſt Angel hat ſich zweifellos ein großes V
erworben, als er die erſte deutſche Biographie des bedeutenoſte!
lebenden Erfinder ſchuf und in dem Buche eine Fülle von Aic
und Tatſachen aus Ediſons Leben zuſammentrug. Biograpy'h,
immer ein anregender Leſeſtoff, weil hinter den toten Worten 90
‟=
dige Bild des Menſchen erſcheint. Doppelt anregend muß E."
graphie ſein, wenn ein ſo ſeltener und eigenartiger Menſch Mie.
den Stoff bildet. Einzelheiten aus dem Inhalt zu rezenſierei
dieſen Tagen keinen Wert, denn alle die vielen Tatſachen, de te
des 80. Geburtstages über Ediſon in den Zeitungen gebracht..
findet der Leſer in dem vorliegenden Buche.
PERBöNLICHES AUS DER TECHN
Miniſterial= und Oberbaudirektor, Wirkl. Geheime Na 2
e h. K. Hinckeldeyn, Exzellenz, langjähriger Präſident bei
Akademie des Bauweſens feierte feinen 80. Geburtstag=
Dr. Ing. W. Bauersfeld. Jena. Direktor bei den
Zeiſt=
iſt zum Profeſſor an der Univerſität Jena ernannt worden.
Eude Januar verſtarb Oberbaurat G. Laubenhein.
ſchöpfer des deutſchen Großgüterwagenverkehrs.
In Offenbach a. M. iſt der Leiter der Jahns=Reguſaiole.
ſchaft, Ing. K. W. Jahns, geſtorben.
70 Jahre Norddeutſcher Llond Bremen.
uf ein 70jähriges Beſtehen blickt am 20. Februar 1927
beg inddeutſche Lloyd in Bremen zurück. Die Geſellſchaft wurde
im i re 1857 von Konſul H. H. Meier begründet. Aus
verhältnis=
mzür=leinen Anfüngen hervorgegangen, nahm ſie im Laufe der
Jahrzehnte ſo erfreulichen
Keeers
Hoyd zur Zeit der Gründung
Aufſchwung, daß ſie ſchon
ge=
gen Ende des vor.
Jahrhun=
derts zu den größten
Reede=
reien der Welt zählte. Dabei
war zu beachten, daß der
Nordd. Lloyd gegenüber den
mit ihm im Wettbewerb
ſte=
henden ausländiſchen
Geſell=
ſchaften, die ſich auf
bedeu=
tende ſtaatliche
Subventio=
nen ſtützen konnten, von
ſei=
ner Begründung an ganz
auf ſich ſelbſt
ge=
ſtellt war. Im
Paſ=
ſagievgeſchäft ſtand
der Nordd. Lloyd
vor dem Kriege an
der Spitze aller
Schiffahrts=
Unter=
nehmungen der
Er=
de, betrug doch
bei=
ſpielsweiſe die Zahl
der im Jahre 1913
mit ſeinen Schiffen
beförderten
Paſſa=
giere rund 700 000.
Kurz vor Ausbruch
des großen
Völker=
ringens ſtellte ſich
der
Geſamtſchiffs=
raum des Nordd.
Lloyd auf 982952
Br.=Regiſter=Tons.
Nach dem
Frie=
densſchluß ſah ſich
die Geſellſchaft
na=
hezu auf den Stand
nehmen nur noch rund 57000 Br.=Reg.=Tons kleiner und
klein=
ſter Fahrzeuge verblieben. Gegen Ende des Jahres 1925 war
aber, einſchließlich aller Neubauten, der Schiffsraum, über
den der Norddeutſche Lloyd wieder verfügen konnte, bereits
wieder auf 613 056 Br.=Reg.=Tons geſtiegen. Im
Jahre 1925 war das nach dem Kriege aufgeſtellte Bauprogramm
zur Ausführung gelangt, aber ſchon im folgenden Jahre ging
die Lloydverwaltung mit erneuter Kraft an den weiteren
Aus=
bau der Flotte heran. Noch vor Ende des Jahres 1926 wurde
das Aktienkapital der Geſellſchaft wieder auf den Stand des
Kapitals von 1914 gebracht, und bald darauf überraſchte der
Norddeutſche Lloyd die Oeffentlichkeit mit der Beſtellung zweier
großer moderner Paſſagierdampfer für den Nordamerikadienſt,
Schiffe, die jedes 46 000 Br.=Reg.=Tons groß werden und die eine
Geſchwindigkeit erhalten ſollen, die es ihnen geſtattet, den Weg
von Bremen nach Newyork innerhalb von 6 Tagen zurückzulegen.
lin, it de
ihreß ründungsjahres zurückgeworfen. Die Verluſte des Nord
Das jetzige Hauptverwaltungsgebäude des
Norddeutschen Lloyd in Bremen
eiluyen: Lloyd durch den Krieg und infolge der Auslieferung
mſttte, entſprechend den Beſtimmungen des Verſailler Dik=
esiffern ſich auf 925 280 Br.=Reg.=Tons, ſo daß dem Unter=
Dieſe Tatſachen laſſen erkennen, daß der Norddeutſche Lloyd
den Weg zu ſeiner Wiedergeſundung mit Erfolg beſchritten hat.
Mögen ihm und dem deutſchen Wirtſchaftsleben in ſeiner
Ge=
ſamtheit eine kräftige Weiterentwicklung beſchieden ſein.
Geſchäftliches.
Aegyptiſche Marken — Seltenheit!
ur Objekten. Anläßlich der Einweihung des neuen Hafens Port
diic die ägyptiſche Poſt zur Erinnerung an die Eröffnung Brief=
Meraus, für welche ſchon von Anfang an eine rege Nachfrage aus
wieen Welt einſetzte. Die ägyptiſche Poſtverwaltung hat dann auch
ſvekuliert, denn vor dem Poſtamt waren 50 Mann der
Hafen=
raicht imſtande, die markenheiſchende Menge in Ordnung zu
halucf and es gab bei dieſer Briefmarkenſchlacht fünf Tote und
zahl=
reiuß cwer Verletzte. Was dieſe Marken für Sammler beſonders
be=
ſhmswert macht, iſt die Tatſache, daß dieſelben nur am Tage der
Hyüh huung des Hafens und nur in einer einmaligen Ausgabe von
ſai tck in Verkehr kamen. Zweifellos werden dieſe Port=Fuadmarken
älir ſehr geſucht ſein, denn ſchon am Tage der Einweihung wurden
inilnielne Stücke bis zu 1000 Mark pro Stück geboten.
E: weltbekannten Zigarettenfabrik Neſtor Gianaclis in Kairo iſt
4arh einen Zufall gelungen, einige wenige dieſer koſtbaren Marken
unig ten und dieſelbe ſtellt dieſe kleine Auswahl durch Vermittlung
der mZ-veigfabrik in Frankfurt a. M. den deutſchen Queen=Rauchern,
beth ſerfällig Markenſammler ſind, koſtenlos zur Verfügung. Queen=
Fatienraucher, welche ſich als ſolche zu legitimieren wünſchen,
kön=
naief durch Einſendung eines jeder Queenſchachtel beiliegenden Kon=
Mrls tun. Naturgemäß iſt der Vorrat in dieſen Marken ſehr
il9 mrd es wird nicht möglich ſein, allen Wünſchen der Anfragenden
zu entſprechen. Wir müſſen es uns daher auch verſagen, jedem
ein=
zelnen der Anfragenden nach Berteilung dieſer Marken zu antworten,
da eine weitere Beſchaffung nach den Angaben unſeres Stammhauſes in
Kairo gänzlich unmöglich iſt. Sollten mehr Anfragen einlaufen, als wie
Marken vorhanden ſind, entſcheidet das Los.
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iff die letzte Bezugsquittung beizufügen Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beaniwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
J. K. Wir nennen unverbindlich die Kranken= und Sterbekaſſe hier,
Wendelſtadtſtraße 38.
Volksſchullehrer, Baden. Wir wüßten nicht, was da im Wege ſtünde.
Wegen der Bedingungen müßten Sie ſich wohl an das Badiſche
Kultus=
miniſterium wenden.
G. 10. Die uns geſtellten Fragen können erſchöpfend im Rahmen
des Briefkaſtens nicht beantwortet werden. Wir verweiſen auf das vom
Reichsfinanzminiſter erlaſſene Merkblatt ab 1. Januar 1926, das beim
Finanzamt unentgeltlich erhältlich iſt.
„Abonnent”. Nach Art. 10 der Verordnung betr, die
Sonder=
gebäudeſteuer ſind hilfsbedürftige Perſonen, die dauernd oder
vorüber=
gehend eine Mieterhöhung, ſoweit ſie durch die Sondergebäudeſteuer
bedingt iſt, nicht tragen können und eine entſprechende
Wohnungs=
änderung vorzunehmen nicht in der Lage ſind, durch die
Fürſorge=
verbände entſprechend zu unterſtützen.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 20. Februar. 8.30: Morgenfeier. O 11.30:
Eltern=
ſtunde. Dr. Bappert: „Ueber die Beruſsreife und berufl.
Unter=
bringung der geiſtig zurückgebliebenen Kinder”. O 12: Uebertr. von
Kaſſel. Kahſeſcher Mädchenchor. An die Freude, Volksweiſe. —
Eintracht und Liebe. — Silcher: Loreley. — Herzlich tut mich
er=
freun. — Mir iſt ein rot Goldringelein. — Verſchütt. Volksweiſen,
bearb. von W. Rein. — Kahſe: Püppchens Schlaflied. — Auf der
Lüneburger Heide. — Aus dem grünen Walde. — Abmarſch, Hamb.
Volksweiſe — In Mütterls Stübeli, Süddeutſche Volksweiſe. —
Aug. Müller: Fenſterpromenade. O 3: Hausorch.: Ital. Opern.
Boito: Aus „Mephiſtopheles”. — Geſang. — Giordano: Fant.
„Fedora‟. — Geſang. — Puccini: Aus „Turandot”. — Mitw.:
Anita Franz (Sopran). O 4.30: Märchentante: Das Märchen vom
Maulwurf. — Schneeſternchen und Blütenſternchen. — Das
Keller=
männchen. — Für Kinder vom 4. Jahre ab. Anſchl.: Uebertr. aus
der Stadthalle zu Mainz: Fremdenſitzung des Mainzer
Karneval=
vereins. Darauf bis 12.30: Uebertr. von Berlin: Tanzmuſik,
Kapelle Kermbach.
Siuttgart.
Sonntag, 20. Febr. 11.15: Uebertr. aus dem Stadttheater
in Freiburg. Guſtav Mahler: „Das Lied von der Erde”, Mitw.:
Luiſe Strauß (Alt), Sigm. Matuszewska (Tenor), Fr. Neumeyer
(Bariton) ſtädt. Orcheſter. O. 2: Konzert. S. 3: Otto
Lauten=
ſchlager lieſt aus eig. Werken. O 3 30: Funkheinzelmann von der
Funiſtunde Berlin. — Anſchl.: Konzert. Mitw.: Maria Fiechtl,
A. Harlacher, Funkorch. O 6.15: Paul Gloning: Zum 250.
Todes=
tage Spinozas. O 6.45: Uebertr. aus Freiburg: Auguſt Ganther
lieſt aus ſeinen alemanniſchen Dichtungen. O (.15: Lilly Hungar
lieſt aus den Werken des Freiburger Dichters Max Bittrich,
O 8: Bunter Abend. Aſcher: Junggeſellen=Marſch. — Suppe: Luv.
Die ſchöne Galathee. — „Die drei Punkte”, Luſtſwiel in 3 Akten
von Max Heye. Hauptperſ.: Rechtsanwalt Wolſersberg: M. Heye;
Nelly, ſeine Frau: Thea Struve; Natalie, deren Mutter: Erna
Faßbinder; Elſe, Hans Wolfersbergs Schweſter: Irmgard. Weber;
Lothar, Buſſe, Schri tſteller: E. Srockinger; Kommerzienrat, Fürſt,
Inh. der Flugzeugfabrik Avis”: Th. Brandt; Hedda, ſeine Frau
zweiter Ehe: Elſa Pfeiffer; Fredy, ſein Sohn erſter Ehe: K.
Köſtlin; Frau Landgerichtsrat Steinmann, Heddas ältere Schweſter:
Hilde Gerber u. a.
Berlin.
Sonntag, 20. Febr. 9: Morgenfeier. O 11.30: Platzmuſik
(3. Nachr.=Abt.). Urbach: Per aſpera ad aſtra. — Keler=Bela:
Rakoczy=Ouv. — Mews: Du ſchönes Tirol. — Doppelquariett:
Zwei Volkslieder. — Bizet: Fant. Carmen. — Blon: Heil Europa.
— Nowowieski: Unter der Friedensflagge. — Kockert: Aus der
Biedermeierzeit. — Eilenberg: Petersburger Schlittenjahrt. O 1.10:
Stunde der Lebenden. Carl Zuckmoyer — Karl Theodor Bluth.
Einl.: Dr. Kerr. S 2.30: Major a. D. von Rudolphi: Länder=
und Völkerkunde auf Briefmarken. O 3: Dipl.=Landw. Bauer: Die
Erſchließung des Oedlandes. O. 3.30: Funkheinzelmann. O 4: L.
Kapeller: Die Eiſenbahn im Glaskaſten. O 4.30: Kapelle Gebr.
Steiner. Soedermann: Schwed. Hochzeitsmarſch. — Roſſini: Oup.
Semiramis. — Strauß: Du und du. — Offenbach: Barcarole
aus Hoffmanns Erzählungen. — Mozart: Menuett aus dem
Divertiſſement D=dur. — Brahms: Ung. Tanz Nr. 3. — Roſſini:
Fant. Barbier von Sevilla. — Tarenghii: Serenade. — Blaauw:
Die Spieluhr. — Will Meiſel: Ilona. O 7: Dr. Everling:
Lebens=
fragen der geiſtigen Arbeiter. O 7.30: Sendeſpiel „Rheingold” von
Wagner. Dir.: Prof. Dr. von Schillings. O 10.30: Tanzmuſik
(Kapelle Gaden).
Stettin. 9: Morgenfeier. Mitw.: Paſtor Maſch. Margarete
Kayſer (Mezzoſopran). Elli Dreſcher (Pez.). Frau Paſtor Braun
(Violine). Am Fügal und Harmonium: Kurt Schulz.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Montag, den 21. Februar 1927
(nach der Wetterlage vom 19. Februar 1927).
Wolkig, in den Temperaturen wenig Aenderung, trocken.
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Veranwortlich für Polltil und Wirtſchaft; Rudolf Maupe; für Feuilleion Reich und
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für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdlenſt. Andreas Bauer, für den
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[ ← ][ ][ → ]Seite 14
Reich und Ausland.
Der Imdes=Schwindel vor Gericht.
Das Urteil.
Frankfurt a. M. Die Vernehmung der
Ehe=
frau Rock wurde geſtern zurückgeſtellt und in die
Beweisaufnahme eingetreten, die mit der Verleſung
der Ausſagen einer Reihe auswärts vernommener
Zeugen begann. Daraus ergibt ſich, daß die
Inter=
ſſenten in Haagen bei Lörrach insgeſamt 55 000 Mk.
Baugelder gezahlt haben und daß die
Hauptleid=
tragenden nicht nur Perſonen des Mittelſtandes,
ſon=
dern auch Arbeiter waren. In badiſchen Blättern
annoncierte man, um Arbeiter für die „Betriebe” in
Hanau, in der Eifel und in Homburg zu finden.
Es wurde Dauerſtellung, den Männern 1 Mark
Stundenlohn, den Frauen 80 Pfg., nach dreijähriger
Tätigkeit Altersverſorgung verſprochen. Es wurde
als poſitiv hingeſtellt, daß die Betriebe im Gange
ſeien und Frau R. ſagte einem Zeugen ſogar, daß
man über 20000 Arbeiter beſchäftigt und ſchon eine
ganze Stadt gebaut habe. Als der Zeuge in
Frank=
furt Bauten der Imdes=Organiſation beſichtigen
wollte, da hieß es, daß man hier nicht bauen konnte,
weil die Grundſtückspreiſe zu teuer ſeien. Als ein
Herr vom Mieterſchutzverein in Neuß kam, gab ihm
die Angeklagte an, daß die Ayuda 20000 Arbeiter
habe, daß man für dieſe aber keine Steuer zu
be=
zahlen brauche, weil das ganze Unternehmen auf
ſozialen Füßen ſtehe. Man habe dadurch wöchentlich
alleim ſchon 20 000 Mark Einnahme, nämlich durch die
erſparte Steuer.
Es folgt die Vernehmung der Zeugen, die ihre
Betriebe Rock überliefert hatten. Rock hatte
be=
hauptet, daß ihm poſitive Zuſicherungen über
Ge=
winn und zu erzielenden Umſatz gemacht worden
ſeien, aber die Zeugen haben alle ſich ſehr unbeſtimmt
über das, was erreicht werden konnte, ausgedrückt.
Der Bücherſachverſtändige Einwächter prüfte die
vorhandenen Bücher und ſtellte daraus u. a. feſt, daß
der Heimſtättenbank für Anteile und Eintrittsgelder
2370 Mark gezahlt wurden, daß an Baugelder 1924
46 000 Mark und 1925 21000 Mark gezahlt
ein=
gingen, daß in einem Falle eie Rückzahlung von
1800 Mark erfolgte und ſich ſomit der
Geſamt=
eingang der Baugelder auf 65 000 Mark
reduzierte. Der Staatsanwalt bemerkt, daß die
Angeklagten alſo für etwa 1½ Millionen Mark hätten
bauen müſſen. Der Sachverſtändige führt dann
weiter aus, daß insgeſamt 45 600 Mark angelegt
wurden und zwar bei der Grube Helvetia 2000 Mark,
dem Eifelbergwerk 10 000 Mark, und auf der
Spar=
kaſſe 10 000 Mk. Geſchäftsunkoſten und Gehälter
be=
trugen rund 20000 Mark. Das Ehepaar Rock hat
innerhalb 13 Monaten 5200 Mark aus den
Ein=
gängen für ſich verwandt, es iſt aber zu
berückſich=
tigen, daß noch von 300 Leuten Einſchreibegebühren
für die Imdes eingingen, daß man aus dem
Ver=
trieb des Neuen Menſchen und der Satzungen etwa
7000 Mark vereinnahmte.
Durch die Ausſage eines bei der Imdes
beſchäftig=
ken Zeichners erfährt man, daß Rock auch in der
Kaiſerſtraße eine „chemiſche Fabrik” betrieb.
Sie beſtand aus einem Keller, in dem Shampoon
hergeſtellt wurde. Im Keller liefen Hühner herum
und Rock ſagte, daß deren Eier zur
Shampoon=
fabrikation gebraucht würden. Die Hühner ſollen
Nock aber nicht gehört haben.
Die Verhandlung wendet ſich dann der Tätigkeit
ber Ehefrau Rock zu. Dieſe erledigte hauptſächlich
die Korreſpondenz. Die Frau hat die höhere
Töchter=
ſchule beſucht, das Präparandenexamen gemacht und
dann war ſie bei Banken,
Verſicherungsunternehmun=
gen uſw. tätig, bis ſie den von ſeiner erſten Frau
geſchiedenen Rock heiratete. Die Angeklagte redete in
ihren Betrieben recht dicke Töne und wußte in
Fällen, wo Zweifel über das Unternehmen
auf=
tauchten, geſchickt zu parieren. Da war ein Zeuge in
Wittſtock an der Doſſe, der zahlte, um eine Villa
gebaut zu erhalten, 1400 Mark, und als er nichts
mehr hörte noch ſah und reklamierte, antwortete
Frau Rock, daß der Herr Präſident derzeit verreiſt
ſei, ſich aber dahin ausgeſprochen habe, dieſe Sache
perſönlich zu bearbeiten. Inzwiſchen waren die
ſtar=
ken Gebäude der Firma Rock durch eine plötzlich
ein=
ſetzende Preſſekampagne wackelig geworden und es
galt, ſich gegen die Preſſeangriffe zu verteidigen.
Da ſchrieb die federgewandte Dame nach
Witt=
ſtock: „Wo gute Sachen zum Ausdruck kommen ſollen,
da iſt der Satan gleich dabei . . . Es dauert einige
Monate, bis wir der Welt zeigen können, daß wir
das Gute gewollt.”
Das Gericht verurteilte wegen fortgeſetzten
ge=
meinſchaftlichen Betruges den Ehemann Rock zu
1 Jahr vier Monaten, ſeine Frau zu 12 Monaten,
Hallmann zu 6 Monaten Gefängnis. Rock wurde
in Haft genommen.
Karl v. Opel geſtorben.
Karl v. Opel,
der Seniorchef der bekannten Fahrrad= und
Auto=
mobilwerke Adam Opel, iſt am Donnerstag nach
kurzer Erkrankung unerwartet im Alter von
57 Jahren verſtorben.
Sonntag, den 20 Februat 1927
450 Jahrfeier der Univerſität Tübingen.
Das heutige Univerſitätsgebäude.
Die alte Univerſität Tübingen.
Die Univerſität Tübingen, eine der älteſten und berühmteſten deutſchen Hochſchulen, begeht in
dieſem Jahre die Feier ihres 450jährigen Beſtehens. Aus Anlaß dieſes Jubiläums findet in
Tübingen eine würdige Erinnerungsfeier ſtatt.
Senſationelle Erfindung eines deutſchen Ingenieurs.
NeueWegeimSchiffsbau. Perdoppelung der Fahrtgeſchwindigkeit.
Das Probeſchiff „Forelle.
Eine Erfindung von umwälzender Bedeutung iſt von dem deutſchen Ingenieur A. Boerner auf
dem Gebiete des Schiffsbaues gemacht worden. Das Ziel, das ſich Boerner geſetzt hat, war die
Steigerung der Geſchwindigkeit der Schiffe, und er hat dieſe Aufgabe
glänzend gelöſt. Sein Verfahren, deſſen Grundidee aus der Beobachtung ſchnellſchwimmender
Fiſche entſtanden iſt, erhöht die Geſchwindigkeit der Schiffe bei gleicher Kraftanlage um 100
Pro=
zent, bzw. läßt eine Energieerſparnis von 70 bis 80 Prozent erzielen. Der Erfinder, der als
Pio=
nier des Motorkompreſſorverfahrens weiten Kreiſen bekannt iſt, führt ſeine Verſuche mit dem
Probeſchiff „Forelle” auf der Elbe in der Nähe von Dresden=Loſchwitz aus, Charakteriſtiſch für
das Schiff iſt, daß die Schraube ſich nicht am Heck, ſondern im vorderen Teil des Bugs befindet,
der unterhalb der Waſſerlinie eine trichterförmige Oeffnung hat. Links und rechts befinden ſich
Oeffnungen, die an die Kiemenſpalten des Fiſches erinnern. Die Tragweite der Neuerung läßt ſich
noch nicht überſehen, zumal das Prinzip, deſſen Wirkung nach dem Erfinder „Boerner=Effekt”
genannt wird, ſich auf alle Fluß= und Seeſchiffe ſowie Flugmaſchinen übertragen läßt.
* Frankfurter Chronik.
Bei einer Kontrolle, die am Freitag abend nach
10 Uhr in den Räumen des Mannheimer
Haupt=
bahnhofs durch die dortige Fahndungspolizei
vor=
genommen wurde, wurden drei Perſonen (zwei
junge Männer und eine Frauensperſon) angetroffen,
die über ihr Reiſeziel und ihre Erwerbsverhältniſſe
widerſprechende Angaben machten. Das Drio wurde
vorläufig feſtgenommen. Bei einer Leibesviſitation
wurden bei einem Unterſuchten verſchiedene Notizen
und drei Automagnetſtücke gefunden. Der Notiz war
zu entnehmen, daß die Feſtgenommenen aus
Frank=
furt a. M. ſtammen. Die dortige Polizei ſetzte ſich
daraufhin mit der Frankfurter Kriminalpolizei in
Berbindung, wodurch feſtgeſtellt wurde, daß die
beiden Männer, ein 19 Jahre alter
Kraftwagen=
führer und ein 21 Jahre alter Schloſſer, ſeit einiger
Zeit wegen verſchiedener Autodiebſtähle geſucht
wer=
den. Die Feſtgenommenen haben auch bereits ein
Teilgeſtändnis abgelegt und zugegeben, daß ſie am
Paulsplatz, in der Elbeſtraße und auf der Zeil in
einem unbewachten Augenblick drei Autos geſtohlen
haben. Die Wagen haben ſie dann in verſchiedenen
Städten bei Geſchäftsleuten untergeſtellt und ſich
darauf größere Beträge erſchwindelt. Das
Diebes=
gut konnte inzwiſchen den rechtmäßigen Beſitzern
wieder zugeſtellt werden. — Unter der Anklage der
Amtsunterſchlagung und Urkundenfälſchung hatte ſich
am Freitag vor dem Erweiterten Schöffengericht
der 41jährige verheiratete Oberſtadtſekretär Robert
Marx, der ſeit Auguſt des Vorjahres in Haft iſt, zu
verantworten. Bei einer Kontrolle ergab ſich, daß
Marx in ſeiner Gigenſchaft als Wohlfahrtspfleger
des Bezirks Bornheim=Oſt Gelder in der
Geſamt=
höhe von 20 400 Mark unterſchlagen hatte. Das
Ge=
richt verurteilte den Angeklagten wegen erſchwerter
Amtsunterſchlagung zu einem Jahr ſechs Monaten
Gefängnis und erkannte ihm die Fähigkeit, ein
öf=
fentliches Amt zu bekleiden, auf die Dauer von fünf
Jahren ab. Sechs Monate Unterſuchungshaft
wurden angerechnet. — Am Freitag morgen um
11 Uhr fand im Hauſe Werkbund die offizielle
Er=
öffnung der hieſigen Hygieneausſtellung ſtatt. Nach
kurzen Worten der Begrüßung, von denen beſonders
hervorzuheben iſt, daß man in den veranſtaltenden
Kreiſen die ärztliche Wiſſenſchaft nicht als ein
Myſterium betrachtet, das man ängſtlich hüten müſſe,
ſondern daß man durch Aufklärung den breiteſten
Maſſen die Möglichkeit zu Vorbeugungsmaßnahmen
geben wolle, hielt Stadtmedizinalrat Dr. Fiſcher=
Defoy eine Anſprache. Die Ausſtellung ſei das
Pro=
dukt 25jähriger Arbeit.
WSN. Kirchhain. Ein jugendlicher
berſuchte auf der Straße von Schweinsbe
Kirchhain eine Bauersfrau zu berauben. Als
Ueberfallene zur Wehr ſetzte und um Hilfer
griff der Räuber die Flucht und verſchwand in
tung Amöneburg. Er konnte bisher noch ni
mittelt werden.
Tödliche Brandwunden.
Mannheim. Am Dienstag hat ein zwei
Jahre altes Kind — Mädchen — während kurzer
Abweſenheit der Mutter in der Wohnung der
Schwetzingerſtadt vermutlich mit einem
Celluloid=
amm geſpielt und iſt mit dieſem dem Herdfeuer zu
nahe gekommen. Offenbar hat der Kamm Feuer
gefangen, das ſich auf die Kleider des Kindes
über=
tragen hat. Dadurch hat das Kind an verſchiedenen
Körperteilen ſo ſchwere Brandwunden erlitten, daß
es am nächſten Tage im ſtädtiſchen Krankenhaus
ge=
ſtorben iſt.
Meſſerſtecherei mit Todeserfolg.
Mannheim. In der Nacht zum Samstag
gegen 12½ Uhr wurde ein 42 Jahre alter Taglöhner
vor einer Wirtſchaft nach voraufgegangenem Streit
durch Meſſerſtiche ſchwer verletzt. Er wollte ſich noch
nach Hauſe ſchleppen, brach aber unterwegs
zuſam=
men und wurde von einer Polizeiſtreife aufgefunden.
Bei ſeiner Ueberführung ins Krankenhaus verſtarb
er. Als Täter wurde ein verheirateter 26 Jahre
alter Taglöhner ermittelt und feſtgenommen.
Im Heu erſtickt.
Wattweiler (Pfalz). Hier iſt ein noch nicht
ſchulpflichtiges Kind, das ſich beim Spielen in einer
Scheune im Heu verſteckt hatte, erſtickt. Nach langem
Suchen fand man die Leiche des Kindes, das ſich aus
dem Heu nicht hatte befreien können.
Zwei Werber zur Fremdenlegion feſtgenommen.
Marburg. Von der hieſigen Polizei wurden
zwei junge Leute feſtgenommen, die angeblich für die
Fremdenlegion werben wollten.
Zu den Brandſtiftungen in Caſtrop=Rauxel.
Dortmund. Auch in dieſer Woche ſind wieder
vier Brandſtiftungen in Caſtrop=Rauxel zu
verzeich=
nen geweſen. Die Zahl der Brände in den letzten
Wochen erhöht ſich damit auf fünfzehn. Da die
Be=
gleitumſtände immer dieſelben ſind, ſcheinen die
Täter immer die gleichen zu ſein. Den bisher
feſt=
genommenen Perſonen konnte bisher nichts
nach=
jewieſen werden.
Schiffszuſammenſtoß im Nebel.
Berlin. In der Weſermündung ſtieß, wie das
„Tageblatt”, meldet, der Geeſtemünder
Fiſcher=
dampfer „Grethe” mit dem engliſchen Dampfer
„City of Cardiff” zuſammen und beſchädigte den
Engländer ſchwer.
Unfall eines Rennfahrers.
Biedenkopf. Der bekannte Rennfahrer Horts,
der am letzten Marburger Bergrennen teilnahm, fuhr
mit ſeinem Motorrad, auf deſſen Soziusſitz ein
ehrer, aus dem Kreiſe Biedenkopf ſaß, bei
Gladen=
bach einen Berg hinunter. Dabei ſtieß er mit einem
zweiten Motorradfahrer zuſammen. Während Horts
unter das Rad zu liegen kam, wurde der Lehrer im
hohen Bogen auf die Straße geſchleudert. Die
Ver=
letzungen des Lehrers waren ernſter Natur, während
die beiden Fahrer nur leicht verletzt wurden.
Eiferſuchtsdrama.
Deſſau. Bei der Heimkehr von einer Famuiß
feier erſchoß ein 22jähriger Telegraphenſchloſſer
19jährige Braut und tötete ſich darauf ſelbſt dun
eine Anzahl Kopfſchüſſe.
Ein Kind ſchwer verunglückt.
WSN. Biſchoffen (Dillkreis). Schlver verr
glückt iſt am Donnerstag das ſiebenjährige Söhnce
des Vorarbeiters Wetz von hier. Es ſpielte mit ſeini.
Schulkameraden an der vom Dorfe abgelegen=
Mühle und ſetzte ſich hierbei auf eine Welle, 9:
ſetzte ſich plötzlich in Bewegung und ſchleuderte
enaben mehrmals herum, vobei er heftig mit 48,
und Beinen auf die Erde aufſchlug. Zum G6.
gelang es dem 10jährigen Müllersſohn, die Mün
abzuſtellen und das Aeußerſte zu verhüten.
herbeigerufene Arzt ſtellte mehrere Arm= und B.;,
brüche feſt. Der Verunglückte fand Aufnahme
Herborner Krankenhaus.
Vor einer neuen arktiſchen Expedition.
Kopenhagen. Wie wir erfahren, iſt eine nn
große Expedition in das arktiſche Gebiet geplaut,
der ſich die Vereinigten Staaten, Kanada und Däm
mark beteiligen werden. Der bekannte däniſche
Grr=
landforſcher Knud Rasmuſſen erklärt, hierzu, 7
es ſich bei der bevorſtehenden Expedition, um e
ditionen mit dem gleichen archäologiſchen Ziel 1
Augen abgeſandt werden. Die Aufgabe iſt, Licht 1.
das Einwanderungsproblem der erſten Menſchen 1
die arktiſchen Gegenden zu bringen und dadurch
Urgeſchichte der Eskimos und ihrem Verhältnis
anderen primitiven Völkern auf den Inſeln
Stillen Ozeans, in Amerika und Aſien, auf
Grund zu kommen. Die neue Expedition wind /
1½ Jahren ſtarten.
Dru ime
Erdbeben in Nordfrankreich.
EP. Paris. An der franzöſiſchen Küſte va
Aermelkanal bis zur äußerſten Spitze der Bretagt
wurde am Donnerstag gegen Mitternacht ein E7
beben verſpürt. Es war ſtellenweiſe von unteras
ſchem Donner begleitet, was die Bevölkerung ſf 9.
erſchreckte. Außerdem ſoll gleichzeitig der Himm
nach Ausſagen von zahlreichen Perſonen von
einm=
roſigen Schein überzogen geweſen ſein. Durch
Oie
Erſchütterungen wurden Möbel fortbewegt, Bilin
fielen von den Wänden und zahlreiches Geſchä: IWie zu erl
wurde zerbrochen. Immerhin bewahrte die Bewt kuwen ein ſeh
kerung die Ruhe. Das Beben wurde auch ziemau / Kodſchulen zeid
weit im Innern des Landes verſpürt, u. a.
Nennes. — Aus London wird ferner gemeldet, 61
offenbar dieſelbe Erderſchütterung auch auf der Jum
Jerſey und in Wymouth verſpürt wurde. Auf Jerl7 Kollenbo
war die Erſchütterung ſo heftig, daß die Bevöllu kie zu en
rung erſchreckt ins Freie flüchtete und dort die Nar4
zubrachte.
Großer Poſtdiebſtahl.
19
Mailand. Ein großer Poſtdiebſtahl iſt a
Donnerstag morgen bei der Ankunft des enn F
Schnellzuges aus Turin im Bahnhof von Mailmx
entdeckt worden. In einem dem Zuge angehäner
Güterwagen mit der nach dem Orient beſtinne=
Tranſitpoſt aus Frankreich, England und Suminm
waren 27 Poſtſäche der Länge nach aufgeſchnittm men
ihres Wertinhaltes beraubt worden. Der genmm
Wert des geraubten Inhalts konnte noch nicht
ſeſ=
geſtellt werden, weil eine Liſte der Wertſendum=,
fehlte. Die Poſtbehörde befürchtet aber, daß ſich 10
Wert der geſtohlenen Sendungen auf Millionen I.
laufen wird. Der Wagen enthielt im ganzen etch
100 internationale Poſtſäcke. Ein Geldſack mit Dollol
noten, die von einer Londoner Bank nach dem Orie;
beſtimmt waren, wurde unverſehrt vorgefunden. T
Wagen muß in der letzten Nacht vor der Abfahrt
Bahnhofe von Turin ausgeraubt worden ſein u
nicht unterwegs, da er ſorgfältig wieder abgeſchloſl
worden iſt. Die Diebe müſſen einen Helfershel!
unter dem Poſtperſonal beſitzen.
Die Denkmalsſchändung in Meran.
EP. Mailand. Allgemeine Entrüſtung hat
ſüdtiroler Kurort Meran die vandaliſche Enthaun
tung des Marmorſtandbildes der Kaiſerin Eliſahck
im Park der Winterpromenade hervorgerufen. Die2
Denkmal war ſchon im Jahre 1925 von Rohlingen
ſchädigt worden. Jetzt wurde der Kopf des NeA
mals im Bache längs der Anlagen gefunden. T.
Präfekt von Bozen bedauert die rohe Tat und
teilte ſtrenge Verfügungen zur Verhaftung der Schee
digen ohne Rückſicht auf ihren Stand.
Außerda=
fordert er die Bevölkerung auf, ihn bei der Ermm
lung des ruchloſen Täters zu unterſtützen. Er IA
die Wiederherſtellung des Denkmals angeordnet.
Amtsjubiläum des Landeshauf
manns der Rheinprovinz.
Dr. Horion,
Landeshauptmann der Rheinprovinz, ber nunwe
ſeit 25 Jahren der Rheiniſchen Provinzialverwali..
angehört. Er iſt über die Grenzen des Rheinlan..
hinaus in politiſchen und Verwaltungskreiſen
vekannte Perſönlichkeit und beſitzt als Sachverſioe
diger auf dem Gebiete der Probinzialverwalm.
einen guten Ruf. Dr. Horion gehört der Zentrühle.
Sonntag, den 20. Februat 1927
Sädweſtdeutſche Sochſchulmeit
Behnfamtzf und Einzelkämpfe
im Turnen.
Am Samstag nachmittag begannen in der Otto Berndt=Halle die
i cheidungskämpfe der Sidweſtdeutſchen Hochſchulmeiſterſchaften. Die
ucereitungen zu dieſer Veranſtaltung waren vom Amt für
Leibes=
iungen der Studentenſchaft der Techniſchen Hochſchule unter
dankens=
rer Mitarbeit der Herren Diplom=Turn= und Sportlehre:
Söl=
t ger und Ullrich, in letzter Stunde übernommen worden,
nach=
ſa die Meiſterſchaften in Heidelberg abgeſagt werden mußten.
Trotz=
u ſcheinen alle Vorbereitungen aufs beſte getroffen zu ſein, ſodaß die
rähr für einen guten Verlauf der Veranſtaltungen gegeben iſt.
DDie Kämpfe begannen mit den Einzelkämpfen, Zehnkampf im
Ge=
ſte urnen. Dieſer Zehnkampf umfaßt je eine Gewandtheits=, Kraft=,
ttäbung am Neck, Barren, Pferd quer, Pferd lang, ſowie eine
Frei=
ſirrg. Dabei wurden recht gute Leiſrungen zur Schau gebracht.
Be=
ſtiere Erwähnug verdient der Verſuch mancher Teilnehmer, bei den
ſtibungen auch die Gedanken der modernen Gymnaſtik artgerecht
zrgliedern. Aus dieſen Kämpfen gingen folgende Studierende als
ii er hervor:
Zehnkampf.
Ebel Frankfurt 192 Punkte 2. Neininger=Darmſtadt 191 Punkte,
Schieferdecker=Darmſtadt 178 P. 4. Schellhaaſe=Marburg 175 P.,
Schmitz=Frankfurt 174 P. 6 Gutſchank=Freiburg 16 P., 7.
Lang=
ßutgart 165 P., 8. W. Schmidt Frankfurt 164 P.
Einzelkämpfe.
Barren.
. Schellhaaſe=Marburg 60 Pukte, 2. Ebel=Frankfurt,
Neininger=
grinſtadt, Schieferdecker=Darmſtadt 59 Punkte, 3 Gutſchank=Freiburg,
Aarig=Darmſtadt 56 Punkte, 4. W. Engel=Frankfurt, W.
Schmidt=
burfurt, Schmitz=Frankfurt 55 Punkte.
Reck.
1.— Neininger=Darmſtadt, Ebel=Frankfurt 58 Punkte, 2. Schellhaaſe=
Uuöurg 56 Punkte, 3 SchieferdeckenDarmſtadt, Bock=Stuttgart 53 P.,
8chmitz=Frankfurt, Gutſchank=Freiburg 52 P., 5. Heinle=Tübingen
MAumkte.
Pferd.
1. Neininger=Darmſtadt Ebel=Frankfurt 66 Punkte, 2. Irion=Stutt=
Nuhl=Frankfurt Schieferdecker=Darmſtadt, Schmitz=Frankfurt 51 P.,
Schmidt=Frankfurt 49 P., 4. Lang=Stuttgart 48 P.
Die Schwimmwettkämpfe.
Wie zu erwarten, wurde auch am Abend bei den Schwimm=Wett=
Ecen ein ſehr guter Sport geboten. Die Beteiligung der einzelnen
bh=hulen zeigte deutlich, welche Beachtung und Pflege das
Schwim=
m ännerhalb der Studentenſchaft findet. Die zahlreichen Zuſchauer
Bürgerſchaft und Studentenſchaft trugen ſicherlich dazu bei, die
huu fesfreude der Wettkämpfer zu erhöhen. Die guten Zeiten waren
cmch und durch die Vollkommenheit der techniſchen Einrichtungen des
öllbades bedingt. In den meiſten Konkurrenzen blieb Darmſtadt,
ſur erwarten, ſiegreich.
Freiſtilſtaffel 4X50 Meter: 1 Darmſtadt (Gils, Schmuck,
Kloſter=
mt- Göth) 2:08,6; 2. Freiburg 2:10,0; 3. Frankfurt 2:25,5.
½rückenſchwimmen 190 Peter: 1. Koch=Frankfurt 1:98,8; 2.
Riebel=
hur urg 1:29,/4; 3. Stütz=Gießen 1:35,5.
Fußball.
V. f. R. Darmſtadt — „Germania” Eberſtadt.
Trach dem guten Abſchneiden des V. f. R. Darmſtadt am vergange= 3,00 Uhr: Sp. V. 98 — V. f. R. Kaiſerslautern (Stadion).
Sonntag iſt jeder Fußballanhänger geſpannt auf das Abſchneiden / 3,00 Uhr: Tgde. Beſſ. 1865 — T. u. Sp. V. Eintracht Wiesbaden.
. f. R. Darmſtadt im Verbandsſpiel gegen Eberſtadt. Dieſes
Iffn, das bis jetzt immer zu den ſchwerſten Spielen der A=Klaſſe
aues Bergſtraße zählte, wird hofſentlich großen Zuſpruch von den
M4rigern des Fußball heben, zumal da ſonſt keine größeren
Eele ſtattfinden. Die V. f. R.=Mannſchaft tritt in einer kleinen
ſtung an, die bedingt iſt, durch Verletzung zweier bewährter
texr.
Breuer, Ad.
Müller, Joſ. Baumann, Franz
Tiedemann, Willy Trumpfheller, H. Dillmann, Paul
Pl Ant. Vogelmann, H. Klein, Emil Möſer, Wilh. Günther, H.
Lrie zweite Mannſchaft trägt ihr Verbandsſpiel in Eberſtadt aus Taunus: Feldberg: Nebel, 0, 0, 30 Zentimeter; Pahpſchnee, Ski und
ſt, wenn ſie das Spiel für ſich entſcheidet, führend in der Klaſſe A II.
Drie dritte Mannſchaft ſpielt um 1 Uhr auf dem Stadion gegen
brrvereins 3. Mannſchaft.
Drie Juniorenmannſchaft V. f. R. tritt der 2. Mannſchaft des
hrlvereins 98 um 1 Uhr auf dem Exerzierplatz gegenüber.
Polizeiſportverein — Sportverein 1916 Groß=Gerau.
beute, nachmittags 2.30 Uhr, hat der Polizeiſportverein den Sport= Thüringer Wald: Inſelsberg: Nebel, —5, —5 65 Zentimeter,
tin, Groß=Gerau im Kampf um die Punkte als Gaſt. Groß=Gerau
tnr einen guten Platz in der Mittelgruppe der Klaſſe 4 ein und iſt
ar gewillt, denſelben heute zu feſtigen. Andererſeits kann ſich der
Ai=iſportverein nicht den Luxus leiſten, auch nur einen einzigen
ſehr gut.
til. zu verlieren, ohne ſeine Ausſichten auf die Meiſterſchaft ganz
hiich zu trüben. Die Vorausſetzungen für einen intereſſanten Kampf Schwarzwald: Titiſee: Bewölkt, —2, 1, 60 Zentimeter, gekörnt;
Aſo gegeben, umſomehr als Groß=Gerau als Kampfmannſchaft be=
At iſt, und der Beſuch des Spieles dürfte von niemand bereut werden.
F. C. Union 1913 e. V., Darmſtadt.
Nachdem Union am vergangenen Sonntag mit einer hohen Nieder= Nodel gut.
7:l) in Lorſch die Verbandsſpiele abſchloß, tritt die Mannſchaft Alpen: Oberſtdorf: Regen, 1, 2. 61 Zentimeter, ſtark verharfcht;
ſe in die Pokalſpiele ein. Die Beſſunger müſſen in Lampertheim
n Olympia antreten. Wenn man das Vor= und Rüchſpiel der meter, gekörnt; Ski und Rodel mäßig. — Berchtesgaden: Regen,
en Verbandsrunde als Maßſtab nehmen will, ſo dürfte die Mann= 0. 1. 55 Zentimeter, gekörnt; Ski und Nodel mäßig.
41ynit Hoffnung nach dorten fahren, vorausgeſetzt, daß Bopp ſeinen
Um ſtellt. Lampertheim darf man keineswegs unterſchätzen, ſtellt es Harz: Altenau: Bewölkt, —3, —5, 20 Zentimeter, etwas verharſcht;
fine flinke und körperlich ſtarke Mannſchaft ins Feld, wozu noch
urnz gutes Einſpielen kommt, ſodaß ſie einen ernſten Gegner ab=
Ws iſt nur zu wünſchen, daß beide Mannſchaften ſich zur Pflicht
hr, die Vorkommniſſe des letzten dortigen Verbandsſpieles nicht Die Temperaturen werden im Gebirge wieder allgemein unter den
” eintreten zu laſſen. Möge es auch die Kreisbehörde als Ehren= Gefrierpunkt zurückgehen, auch iſt mit dem Auftreten leichter Schneefälle
betrachten, dieſem Spiele einen Beſuch abzuſtatten.
Amtlicher Winterſport=Weiterbericht
der Wetterdienſtſtelle Frankfurt am Main
am 18. Februar, 8 Uhr morgen3:
(Die Ziffern bedeuten: Tiefſte Temperatur bziv. Temperatur um 8 Uhr
morgens und Geſamt=Schnneehöhe Gzw. Neuſchnee):
Rodel mäßig. — Falkenſtein: Keine Sportmöglichkeiten.
Weſterwald: Keine Sportmöglichkeiten.
Rhön: Waſſerkuppe: Nebel, —4, —2, 50 Zentineter, etwas verweht;
Ski und Rodel gut. — Gersfeld: An den Nordabhängen ab 600
Meter Höhe Schneedecke geſchloſſen.
Vogelsberg: Herchenhainer Höhe: bewvöltt, —2, —0, 12
Zenti=
meter, ſtark verharſcht; Ski und Rodel gut. — Hoherodskopf:
be=
wölkt, —3, —1, 40 Zentimeter (2), ſtark verharſcht; Ski, Rodel gut.
ſtark verharſcht; Ski und Rodel aut. — Oberhof: Bewvölkt, —4, —4,
60 Zentimeter, ſtark verharſcht; Ski u. Rodel ſehr gut — Schmücke:
Bewölkt, —4, —8, 49 Zentimeter, ſtark verharſcht; Ski und Rodel
Ski und Nodel möglich. — Hornisgrinde: Heiter, —3, —3, 115
Zenti=
meter (8), gekörnt: Ski und Nodel möglich. — Bühler Höhe: Nebel,
—3. —1, 30 Zentimeter, Pappſchnee; Ski und Rodel möglich. —
Ruheſtein: Bewölkt, —1, —1, 105 Zentimeter (4), vereiſt:; Ski und
Ski und Rodel mäßig. — Partenkirchen: Bedeckt, 1, 1, 32 Zenti=
Sti und Rodel möglich. — Braunlage: Bewölkt, —5, —4, 25
Zenti=
meter, ſtark verharſcht; Ski und Rodel gut — Schierle: Schneefall.
—5. —5, 20 Zentmiter, ſtark verharſcht; Ski und Nodel gut.
zu rechnen.
Seite 415
Freiſtilſchwimmen, 12 Bahnen, ausgefallen.
Springen: 1. Herbert=Darmſtadt 25 Punkte, 2. Hagen=Frankfurt
23½4 Punkte, 3. Ackermamn, 12½ Punkte.
Bruſtſtaffel 4X50 Meter. Erſter Lauf: Darmſtadt (Cordes,
Orlemann, Ober, Gils) 2:37; Frankfurt, diſtanziert, Frühſrart, 2:49;
Freiburg 2:38. — Zweiter Lauf: Gießen 2:57,6; Stutgart 2:48;
Tübingen 2:40,8. — Endlauf: 1. Darmſtadt (Cordes, Orlemann,
Ober, Gils) 2:37,6; 2. Freiburg 2:38; 3. Tübingen 2:40,8.
Seiteſchwinrmen 100 Meter. Erſter Lauf: Petry=Darmſtadt
1:24; Schmuck=Darmſtadt 1:23; Riebel=Marburg 1:33,6. —
Zwei=
ter Lauf: Löwenſtein=Tübingen 1:98,8; Pontot Frankfurt 1:30,7.—
Endlauf: Löwenſtein=Tübingen 1:22,8, 2. Schmuck=Darmſtadt 1:28;
3. Petry=Darmſtadt 1:24.
Freiſtilſchwimmen 100 Meter: 1. Birlinger=Freiburg 1:11, 2. Hagen=
Frankfurt (für Mehrkampf) 1:31.
Bruſtſchwimmen 100 Beter: Erſter Lauf: Mayer=Frankfurt
1:28,8; Orlemann=Darmſtadt 1:31,8; Eywüller=Frankfurt 1:31,8;
Laiber Freiburg 1:26,2 — Zweiter Lauf: Gieſe=Freiburg 1:35;
Gumpel=Stuttgart 1:41; Outmann=Tübingen 1:98. — Endlauf:
1. Ortmam Tübingen 1:9; 2. Mcher=Frankfurt 1:B,8; 3. Orlemann=
Darmſtadt, Eymüller= Frankfurt 1:31,8.
Streckentauchen: 1. Appfel=Daruſtaht 50 Meter in 43 Sekunden;
2. Kindler=Darmſtadt 50 Meter in 49 Sekunden.
Lagenſtaffel 4X50 Meter: Erſter Lauf: Darmſtadt (Ober,
Schmuck, Gils, Cordes) 2:29,6; Frankfurt 2:38; Freiburg 2:38,7. —
Zweiter Lauf: Gießen 2:40,8; Stuttgart 2:42,5: Tiibingen
2:36,6. — Endlauf: 1. Darmſtadt (Ober, Schmuck, Gils, Cordes)
2:29,6; 2. Tübingen 2:36,6; 3. Frankfurt 2:38,7.
Mehrkampf, beſtehend aus: 4 Vahnen Freiſtil, 2 Bahnen
Strecken=
tauchen, Springen: 1. Hagen Fraukfurt: Schwimmen 1:31, Tauchen
20 Meter in 20 Sek., Springen B½4 Punkte.
Waſſerball.
Das Enbſpiel um die Südweſtdeutſche Hochſchulmeiſterſchaft
gewann die Techniſche Hochſchule Darmſtadt mit 15:0
Toren. Das Spiel ſtand bei Halbzeit 5:0 für Darmſtadt. Die
Mann=
ſchaften ſtanden
Darmſtadt:
Göth
Gils Orlemann
Kloſtermann Cordes.
Pontot Weidinger
Koch Bartelt
Frankfurt:
D Nat
Die Kämpfe am Sonntag.
Waldlauf, Kleinkaliberſchießen, Boxen, Feihten, Mannſchafts=
Niegenturnen.
Der heutige Sonntag bringt die Entſcheidungskämpfe im
Waldlauf (9.30 Uhr Hochſchulſportplatz) und
Kleinkaliber=
ſchießen (11 Uhr Schießanlage am Karlshof). Ganz beſondere
Be=
achtung verdienen die Austragungen um die Meiſterſchaft im
Boxen und Fechten, ſowie der Kampf um den von der
Heſſi=
ſchen Regierung geſtifteten Wanderpreis für
Mann=
ſchaftsriegenturnen, welche am Sonntag in der Otto Berndt=
Halle ſtattfinden. Es wird für die Freunde des Turnens, Boxens und
Fechtens eine beſondere Freude ſein, an dieſen Veranſtaltungen
teilzu=
nehmen und die beſten Kämpfer der füdweſtdeutſchen Studentenſchaften
vereinigt zu ſehen. Es iſt die Gewähr gegeben, daß die
Veranſtaltun=
gen jeden Beſucher befriedigt entlaſſen werden.
Darmſtädter Sporikalender.
Handball.
Fußball.
2,30 Uhr: Polizeiſportverein — Sp. V. 1916 Groß=Gerau.
4,00 Uhr: V. f. R. Darmſtadt — Germania Eberſtadt.
AONC. Fünfländer=Zourenfahrt 1927.
Bon München über italieniſches, ſüdſlawiſches und unggriſches Gebiel
nach Wien.
Gemäß der Ankindigungen des Sportpräſidenten Ewald Kroth
und der Beſchlüſſe der Haupt=Sport=Verſammlung ſcheukt auch der
ADAC als Geſamt=Club der touriſtiſchen Seite des Sportes,
den Geſellſichaftsfahrten, im Jahre 1927 erhöhte Aufmerkſamkeit.
Die erſte Strahlenfahrt führt die Teilnehmer nicht nur
in das herrliche Eifelgebiet, ſondern auch zu einem hiſtoriſchen
Tauf=
akt, zur Eröffnung des „Nürburgringes”, die durch
zahl=
reiche Behörden und Verbände feierlichſt vorgenommen werden wird.
Gleichzeitig ſchreibt der ADAC das erſte Nennen auf dieſer
neuen Rennſtrecke aus, das „Eröffnungsrennen für
Näder und Wagen”.
Die zweite Strahlenfahrt, die jedenfalls wieder nach dem
Norden (Danzig oder Hamburg) führen wird, bietet ebenſo eine Menge
von Sehenswürdigkeiten und Anregungen, ſo daß auch 1927 eine ſtarke
Beteiligung erwartet werden darf.
Neben dieſen Strahlenfahrten greift aber der ADAC. auch die
Tourenfahrten wieder auf, deren letzte die Sizilienfahrt 1925 war.
Dankbar wird begrüßt werden, daß dieſes Mal der ADAC. ſeine
Mitglieder nicht nur ins Ausland und zu befreundeten
Stammesge=
noſſen führen, ſondern daß er damit auch den Genuß der Schönheiten
der eigenen Heimat verbinden will. Eine Fahrt durch den Harz,
an die Lahn, an Rhein, Moſel, Nahe durch die Pfalz
und durch den Schwarzwald wird zeigen, daß auch Deutſchland
über landſchaftliche Schönheiten und über Sehenswürdigkeiten
ver=
fügt, die eine Reiſe ins Ausland überflüſſig machen.
Um aber denon, die Zeit und nicht zuletzt auch etwas mehr Mammon
beſitzen, etwas Beſonderes zu bieten, wurde für 1937 auch eine kleine
Auslandsfahrt beſchloſſen, die einmal etwas abſeits von den
ge=
wöhnlichen Reiſetouren geht.
Am 22. April ſoll die Fahrt beginnen und in 14 Tagen über 2000
Kilometer führen, ſo daß alſo bei geruhiger Fahrt immer noch Muße
genug übrigbleibt, um die landſchaftlichen Reize zu genießen und an
Sehenswürdigkeiten in Augenſchein zu nehmen, was auf dev Strecke
ge=
boten wird.
Als Sammelpunkt iſt München gedacht, über das wir wohl kein Wort
zu verlieren brauchen. Von da geht es auf der bekannten Route übe=
Innsbruck—Brenner nach dem altehrwürdigen beliebten Bozen, wo
die Frembenkommiſſion ſchon alle Borbereitungen trifft, um die deutſchen
Gäſte würdig zu empfangen. Von Bozen führt die Strecke über Trient
Rufreit (Rovereto) zu den geſchichtlich bedeutſamen Städten
Verona—Vicenza— Padua mit ihren zahlreichen
Sehens=
würdigkeiten. In Meſtre verlaſſen wir das Kraftfahrzeug und fahren
nach der einzig ſchönen Lagunenſtadt Venedig, zur „Ia bella Veneria”,
der Meereskönigin an der blauen Adria. Zwei Tage Aufenthalt dort
ſollen uns mit allen Herrlichkeiten der Lagunenſtadt vertraut machen.
Dann bringt uns wieder das Kraftfahrzeug zum Teil über
Schlacht=
felder aus dem Weltkriege nach Görz—Monfalcone zur
See=
ſtadt Trieſt und von da eine gemütliche Fahrt über den Karſt nach
Abbazia
Wir erholen uns in dem bekannten Weltbade von den Strapazen
und wenden uns dann von dem warmen Süden wieder dem Norden
zu. Im Vorübergehen beſichtigen wir die Adelsberger Grotten
und fahren weiter durch ſchöne Landſchaften nach Laibach. Von da
mitten durch Südſlawien über Cilli—Marburg nach dem
öſter=
reichiſchen Graz. Von Graz aus geht die Fahrt zu unſeren
öſter=
reichiſchen Stammesbrüdern und zu ihrer weltberühmten, vielbeſungenen
und vielgeliebten Hauptſtadt Wien.
In Wien, dieſer herrlichen Stadt der Lieder, werden noch einmal
Schlußfeierlichkeiten alle Teilnehmer der Fahrt im gemütlichen
Zu=
ſammenſein vereinen, dann heißt es „Abſchiednehmen”; denn von Wien
aus werden die Teilnehmer je nach ihrem Wohnorte dem Süden, Weſten
oder Norden zuſtreben.
Für alle jene aber, die noch Luiſt, Zeit und Geld haben, findet eine
gemeinfame Dampferfahrt nach Vudapeſt ſtatt, um auch
der ungariſchen Hauptſtadt einen Beſuch abzuſtatten.
Von München bis Wien wird der ADAC ſein Möglichſtes tun, um
die Fahrt ſo angenehm als möglich zu machen; Tourenkarten, Skizzen.
Markierung ſollen das Fahren erleichtern, ein Tourenbüchlein wird alles
Wiſſenswerte enthalten, ortskundige Führer werden zur Verfügung
ſtehen, für Betriebsſtoffe uſwv, wird vorgeſorgt ſein und mit den Hotels
uſw. ſollen Abmachungen getroffen werden, die auch einem beſcheidenen
Geldbeutel die Teilnahme ermöglichen.
Auch bei dieſer Auslandstourenfahrt ſollen die Teilnehmer mit
Be=
friedigung auf die Fahrt zurückblicken und ſich freuen auf die Fahrt
1928, die uns vielleicht etwas ſüdweſtlicher führen wird, nach — doch
darüber ſoll noch nichts verraten werden.
Darum: ADAC=Mitglieder, rüſtet zur erſten ADAC=Auslands=
Tourenfahrt 1977.
Handball.
Turn= n. Sport. Eintracht Wiesbaden — Tgde. Beſſungen 1865 E. V.
Bezugnehmend auf den geſtrigen Artikel ſind wir heute weiter in
der Lage dem Darmſtädter Sportpublikum die
Mannſchaftsaufſtel=
lungen mitzuteilen. Es ſpielt „Eintracht” Wiesbaden (* ſpielten
reptä=
ſentativ für den Kreis):
Schmidt*
Bender?. Augſten
Lauße. Nelles? Bauer
Ries Dom? Friedrich? Zammert
Scheere: II. Böth Hofmann. Heuß 9
Müiller Scheerer 1. Heck
Odenwald Becker
Schmahl
Tgde. Beſſungen:
Wie daraus erſichtlich, haben beide Vereine ihre ſtärhſte Vertretung
zur Stelle und iſt mit einem ſicherlich äußerſt intereſſanten Kampf zu
rechnen. Ueber „Eintracht” Wiesbaden noch näheres mitzuteilen, dürſte
ſich erübrigen, da die Elf zur Genüge bekannt iſt. Beſſungen wird vor
eine harte Probe geſtellt und wollen wir hoffen, daß die Mannſchaft
das hält, was ihre Anhänger von ihr erwarten; nämlich ein ſchönes
Spiel mit dem unbedingt nötigen Willen zum Sieg. Das Spiel beginnt
um 3 Uhr.
Die 2. und Jgd. Mannſchaft (letztere fraglich) ſpielen gegen die
gleichen der Tgde. Egelsbach und hoffen wir, unſere Anfänger ebenfalls
in beſter Verfaſſung anzutreffen. Spielbeginn 12,30 und 1,45 Uhr.
Sportliteratzr.
Das Winterturnen des Sportlers von Victor Krauſe, Berlin=
Wilmers=
dorf (dem Herausgeber des überall bekannten Buches: „Freiübungen
in neuer Form”), iſt ſoeben im Wilhelm Limpert=Verlag, Dresden=A 1,
erſchienen. Etwa 100 Seiten Umfang, 168 Zeichnungen von B. Nißle,
kart. 2,50 Mark.
Das Büchlein ſtellt bewußt auch für den Sportler das deutſche
Geräteturnen in den Vordergrund, zeigt die Uebungen, die jeder
Sport=
ler erlernen müßte und gibt Vorſchläge, wie das Geräteturnen für
Sportler überhaupt geſtaltet werden könnte. Das Buch ſetzt ſich zum
Ziel, allen denfenigen, welche an den Winterabenden einen Erſatz für
ihre ſommerlichen Freiluftübungen ſuchen, den Gebrauch der Turnhalle
nahezubringen, unbeſchadet ihrer Zugehörigkeit zu dieſem oder jenem
Verbande.
Eheoldsk !
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DRUCKSACHEN
BGEBURTS-
VERLOBUNGS.
VERMAHLUNGS.
AUNO
TODES-ANZEIGER
LIEFERT IN
KURZESTER ZEIT
L. C. WITTICH’SCHE.
HOFBUCEDRUCKEREI
DARNASTADT /RHEINSTR. 23
Nummer 31
Sonntag, den 20. Februar
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Februar iſt eine weitere
Entlaſtung der Bank eingetreten. Die geſamte Kapitalanlage in
Wech=
ſeln und Schecks. Lombards und Effekten hat um 1423 Mill. auf 1372,8
Mill. RM. abgenommen. Im einzelnen ſind die Beſtände an Wechſeln
und Schecks um 110,6 Mill. auf 1267,8 Mill. RM. zurückgegangen und
die an Lombards um 31,7 Mill. auf 16,1 Mill. RM. Die Anlage in
Effekten blieb mit 88,9 Mill. RM. unverändert.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen ſind insgeſamt 248,8
Mill. RM. aus dem Verkehr zurückgefloſſen, und zwar hat ſich der
Um=
lauf an Reichsbanknoten um 224,3 Mill. auf 3049,4 Mill. RM. verringert
und der an Rentenbankſcheinen um 24,5 Mill. auf 1040,4 Mill. RM.
Die Beſtände der Reichsbank an ſolchen Scheinen haben ſich
dementſpre=
chend auf 104,8 Mill. RM. erhöht. Die fremden Gelder zeigen nur
ge=
ringfügige Veränderungen; ſie ſind um 9,9 Mill. auf 553,3 Mill. RM.
angewachſen.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen zuſammen
haben um 92,6 Mill. auf 2035,4 Mill. RM. abgenommen, und zwar die
Beſtände an Gold um 0,3 Mill. auf 1834,3 Mill. RM., die an
deckungs=
fähigen Deviſen um 92,3 Mill. auf 201,1 Mill. RM.
Die Deckung der Noten durch Gold allein beſſerte ſich von 56 Proz.
in der Vorwoche auf 60,2 Prozent, die durch Gold und deckungsfähige
Deviſen von 65 Prozent auf 66,7 Prozent.
Pom ſüddeutſchen Produktenmarkt.
Da am 1. Auguſt vorigen Jahres bis 1. ds. Mts. nach Europa
40 (in der gleichen Vorjahrszeit 30) Millionen ars Weizen und
Weizen=
mehl verſchifft worden ſind, die letztwöchentlichen Verſchiffungen mit
2 716 000 ars eine neue Höchſtzahl erreichten, hinter der die
dieswöchent=
lichen Verladungen nur um 200 000 ars zurückblieben, iſt klar erſichtlich,
daß die Käufer ſich vorgeſorgt haben. Der Getreidemarkt lag infolgedeſſen
während der ganzen Woche ſehr ruhig und erfuhr auch keine Anregung
durch die Meldung über die Annahme der amerikaniſchen Geſetzesvorlage
zur Unterſtützung der Farmer, die erſt noch durch das
Repräſentanten=
haus zu gehen hat. Statt der urſprünglichen 200 ſieht ſie 250 Millionen
Dollars zur Valoriſierung von Getreide, Baumwolle und Reis vor,
der Weltmarkt ſoll den Farmern jedoch freibleiben. Da hiernach nur
im Inland höhere Preiſe zu zahlen wären, glaubt man in Fachkreiſen
nicht an eine beſondere Rückwirkung auf den Weltmarktpreis.
Badiſch=
württembergiſche Weizen blieben mit RM. 29,75 bis 30 die 100 Kg.,
waggonfrei Mannheim, angeboten. Im Cif=Geſchäft koſtete ſchwimmender
Manitoba I 16,20, II 1570, III 15.00, III, tough, 14,50, Kanſas II 15,25,
argentiniſcher Roſa Fé, 79 Kg., ſchwimmend, 13,95, Baruſſo, 79 Kg.,
Fe=
bruar/März 13,70, fälliger Auſtralweizen 15,30 und ruſſiſcher Weizen
75/76 Kg., 14,50 bis 14,62 Gulden die 100 Kg. cif Notterdam. Roggen
hatte wieder feſten Markt, iſt jedoch für ſpätere Lieferungen 0,75 Gulden
billiger als nahe Ware zu haben. Für Januar /Februar Abladung
wur=
den für amerikaniſchen Weſtern=, Plata= und Ruß=Roggen Fl. 12,90 eif
Rotterdam verlangt. Inlandroggen ſtieg von vorwöchentlichen 27,25 bis
27,50 RM. auf 27,50 bis 27.75 RM. Gerſte lag etwas ſchwächer und iſt
in mittleren Sorten reichlicher angeboten: nordbadiſche, Frompt, 25,50
bis 26,50 RM., rheiniſche Braugerſte 26 bis 27,50 ud pfälziſche
Sommer=
gerſte, je nach Qnalität, 26 bis 31 RM., Parität Mannheim. Mais leicht
abgeſchwächt; inländiſcher Hafer, etwas mehr angeboten und unverändert.
Mehl ohne Anregung zu bisherigen Preiſen genannt. Von Futtermitteln
Mühlenfabrikate weiter gefragt; Kleie 13,75 RM., Weizenfuttermehl,
Mai Juni 15 bis 16 RM., Maisſchrot 20,25 bis 20,50 RM., Gerſtenſchrot
23,50 bis 23,75 RM., Weizennachmehl, Mai/Juni, 21,50 bis 22 RM.,
bie 100 Kg. Uebrige Kraftfuttermittel, Futterkuchen und Rauhfutter
un=
verändert.
Am ſüddeutſchen Tabakmarkt hat ſich die feſte Grundſtimmung
be=
hauptet. In Kürzell bei Offenburg wurden rund 1300 Zentner Tabak=
Obergut von badiſchen Fabrikanten zu 61 bis 62 RM. je Ztr. erworben.
Für fermentierte 1926er Tabake hört man Preisforderungen von 120 bis
140, denen gegenüber ſich die Zigarrenfabrikation ablehnend verhält mit
dem Hinweis, daß ſie ausländiſchen Tabak einſchließlich Einfuhrzoll zum
gleichen Preis haben kann, wobei ſich ein etwa 10 Prozent günſtigeres
Rippen=Verhältnis ergibt. Die hohen Preiſe für den 1926er Tabak laſſen
in der ſüddeutſchen Landwirtſchaft vielfach die Abſicht aufkommen, den
Tabaksbau zu vergrößern.
Fiankfurter Effeltenbörſe.
Frankfurt a. M., 19. Februar.
Das Geſchäft an der heutigen Samstagsbörſe war ſehr blein. Die
Stimmung blieb zunächſt ziemlich luſtlos und zurückhaltend, da keinerlei
Kaufaufträge vorlagen. Andererſeits fanden aber keine größeren
Ab=
gaben ſtatt, ſo daß beträchtlichere Kurseinbußen verhütet werden
konn=
ten. Für einige Werte beſtand zwar etwas Intereſſe, doch konnte dies
die allgemeine Tendenz nicht weſentlich beeinfluſſen. So waren
Mannes=
mann begehrt und zum erſten Kurs 4 Prozent feſter, die übrigen
Mon=
tanwerte aber überwiegend ſchwächer. Der Chemiemarkt blieb ziemlich
vernachläſſigt, ebenſo waren Banken ſehr ſtill, aber gut behauptet.
Elek=
tro=Werte gleichfalls wenig verändert, nur Siemens u. Halske konnten
bei einiger Nachfrage 3 Prozent anziehen. Schiffahrtswerre ganz ohne
Geſchäft und Oelaktien etwas ſchwächer. Kaliwerte und Motorenaktien
waren dagegen gut behauptet. Auf dem Rentenmarkt konnte ſich zum
Wochenſchluß kein Geſchäft mehr entwickeln, doch war die Tendenz gut
Gehauptet. Auch im weiteren Verlaufe konnte ſich die Stimmung nicht
beleben und die Kurſe bröckelten weiter ab. Nur Mitteldeutſche
Credit=
bank waren gegen den geſtrigen Abendbörſenkurs 8 Prozent feſter. Die
Börſe ſchloß luſtlos. Tägliches Geld 4 Prozent.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 19. Februar.
Die Samstagbörſe eröffnete ruhig und uneinheitlich, um ſofort nach
Feſtſetzung der erſten Kurſe in eine Aufwärtsbewegung einzutreten. Die
Spekulation, intereſſierte ſich gegen Ende der erſten Stunde außerordentlich
lebhaft für den Elektromarkt. Die Elektroaktien, namentlich die
Tarif=
werte, gewannen etwa 2 Prozent auf Gerüchte über gute
Dividenden=
ausſchüttungen und Berichte von der günſtigen Entwicklung der
Ge=
ſchäfte. Stärkere Bewegungen traten ferner in Mannesmann=Röhren
hervor (plus 5 Prozent), da eine ſehr flüſſige Bilanz erwartet wird,
außerdem in Schultheiß und Oſtwerke=Aktien, in Hapag und Lloydaktien,
ſowie einigen Bankwerten. Die Geſamttendenz wurde durch die
Aus=
wirkung dieſer Sonderbefeſtigungen ſpäter feſt. Auch Farbenaktien
fan=
den ſtärkere Beachtung In dieſem Papier ſollen ausländiſche
Kauf=
orders anhalten. Man hörte außerdem, daß auf einer kürzlichen
Auf=
ſichtsratsſitzung günſtige Berichte über die Entwicklung der Umſätze
ge=
macht wurden. Die Befürchtungen, daß die Geldflüſſigkeit doch in
ab=
ſehbarer Zeit aufhören könnte, worauf auch die Erhöhung der
Privat=
diskontnotizen hindeuten, traten bei der feſten Stimmung mehr in den
Hintergrund. Vorläufig hält das Angebot an kurzfriſtigen Geldern an
Tagesgeld zirka 3,5—5 Prozent, Monatsgeld 5,25 bis 6,5, Warenwechſel
mit Großbankgiro zirka 42/8. Am Deviſenmarkt fanden die Hauptumſätze
in italieniſcher Währung ſtatt. Die übrigen fremden Valuten zeigten nur
unweſentliche Schwankungen.
Im weiteren Verlauf der Börſe erreichten verſchiedene Spezialwerte
neue Höchſtkurſe bei ſehr angeregtem Verkehr. Das Hauptgeſchäft
wik=
kelte ſich in Textilwerten, Spritwerten uſw. ab. Oſtwerke 368;
Schult=
heiß 382; Mitteld. Kredit 240; Mannesmann 239; Rheiniſch.=Weſtf.
Elektrowerke 209 In der zweiten Stunde konnten ſich aber die
Ge=
winne nicht ganz behaupten, da die Spekulation ihre Verdienſte
reali=
ſierte. Es waren daher ſchließlich wieder Rückgänge von 2—3 Prozent
gegenüber dem höchſten Stand zu verzeichnen. — Privatdiskont kurze
Sicht 42/s, lange Sicht 4,25. An der Nachbörſe war die Tendenz
ver=
ſtimmt. Man beſchäftigte ſich im Hinblick auf die heute wiederum erfolgte
Privatdiskonterhöhung lebhaft mit der Möglichkeit einer
Geldverknap=
pung. Das Geſchäft war an Aktien= und Rentenmärkten zum Schluß
der Börſe und nachbörslich bei abbröckelnden Kurſen luſtlos. Man
nannte nach Beendigung des amtlichen Verkehrs u. a.: Deſſauer Gas
214; Ilſe Bergbau 343; Rheiniſche Braunkohlen 309; Oberbedarf 130;
Oberkoks 142: AEG. 170; Siemens 2375; J.G. Farbeninduſtrie 327;
Hapag 169; Nordd. Lloyd 155; Oſtwerke 361; Schultheiß 377:
Danat=
bank 294: Deutſche Bank 202,5; Mitteldeutſche 245: Diskonto 192:
Ab=
löſungsanleihe Neubeſitz 31,70.
Aſchaffb. Zellſtoff.
Augsb.=Nürnb. Maſch
Bamag=Mequin
Berl. E. W. Stamm.
Berlin. KarlsruheInd
Braunkohl.=Briketts
Bremer Vulkan
Bremer Wolle.
Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen
Deutſch.=Nied. Tel..
Deutſche Erdöl
Deutſche Petroleum.
Dt. Ka iwerke.
Donnersmarckhüt
Dynamit Nobel..
Elektr. L eferung.
J. G. Farben ..
R. Friſter.
Gaggenau Vorz.
Gelſenk Eußſtah
E. f. eletrr. Untern.
Halle Maſchinen.
Han. Maſch. Egeſt.
Hanſa Tampfſchf.
39.— Volkſtedter Porzell. 162.25 163.— 239.75 68. 69. — 211.75 210.— Weſtf. E. Langendreer 56.25 59.5 173.— 13.6 Wittener Gußſtahl. 59.— 58.75 238. — 235.5 Wander er=Werke. .. 264.— 264.—
Deviſenmarkt.
18. 2. Eeld Prief Gelt Brief Zuenos-Aires. / 1.7611 1.7651 1.758/ 1.7621 Prag.. 10s.31/108.59/108.34 108.621 Japan. . . . . .. Taris .. . . .1 16.51/ 16.55/16 505/16.5451 Athen ....." Eckneiz .. . 181.045 81.245) 81.04/ 8:.241 Kanada. . . . . 70.78/ 70.961 70.21/ 71.09/ Uruguan. . . . Amſterdam=R. 1/68.64/169.06/168. 84 169.061 Wien D.=Oſt.abg/ 59.32/ 59.46) 59.31/ 59.45
12.477/12.517 1 12.476 12.516
Brüſſel=Antw / 58.60 58.70 58.59/ 58.731 Budapeſt/ Bengöl 73.67 73.85 73.69/ 73.87
Cslo
2.059 2.063 2.059/ 2.063
Aopenhagen Hi12.ziſt72.59li12 31/1 12.591 Rio de Janeiro / 0.5001 J.5021 0.497/ 0.499
Stodholm
112.4a1112.72/112.45/1 12.731 Sofia ....... . . / 3.045/ 3.055 3.055/ 3.055
Kelſingſors
10.60/ 10.64/10.60 10.64 Jugoſlavien... / 7.20 7.421 1.40/ .42
Italien ..
18-26/ 18.30/ 18.50/ 18.541 Konſtantinopel / 2.148 2.158 2.148/ 2.158
London . . . . 120.438 20.490/20.436 20.4881 Liſſabon . . . . . . ſe1 55521.605 1 21.545/21.595
Nen=York. . . / 4.214/ 4.220/4.2135 4.2235) Danzig .. . . . . . . / 81.24/ 81.44 1 81.411 81.61
5.44/ 5.46) 5.49/ 5.51
4207 4.2171 4-207 4.217
Spanien .
4-255/ 4.2651 4.2551 4-265
Die Reparationsfachlieferungen im Januar. Die Anzahl der für
Frankreich im Januar genehmigten Verträge (ohne Kohlen= und
Farb=
ſtofflieferungen) beträgt 200 einſchließlich von 22 Nachträgen zu
frühe=
ren Abſchlüſſen. Ihr Geſamtwert beläuft ſich auf 14,9 Millionen
Neichs=
mark. Am 31. Januar 1927 ſtellte ſich damit der Wert ſämtlicher ſeit
dem Inkrafttreten des Dawesplanes genehmigten franzöſiſchen Verträge
auf 387,2 Millionen Reichsmark. Unter den Verträgen befinden ſich 164
Verträge über 4,7 Millionen Reichsmark, die mit Kriegsgeſchädigten
ab=
geſchloſſen ſind. Für Belgien ſind im Monat Januar 113 Verträge
(einſchließlich von 6 Zuſatzverträgen im Werte von 7,5 Millionen
Reichs=
mark genehmigt worden. Der Geſamtbetrag der ſeit Inkrafttreten des
Dawesplanes genehmigten belgiſchen Verträge erhöht ſich damit auf 88,7
Millionen Reichsmark.
Franzöſiſcher Wirtſchaftsbrief.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 18. Februar.
Die Wirtſchaftslage in Frankreich iſt zurzeit ruhig. Während m
den Staatsfinanzen die Konſolidierung immer größere Fortſchritte
macht und jetzt ſogar zu einem Ruhepunkt zu gelangen ſcheint, erhoſt
ſich die Privatwirtſchaft langſam von jenen größeren oder kleineren
Erſchütterungen, die durch die Stabiliſierung des Geldes verurſacht
wurden. Die jetzige, proviſoriſche Form der Stabiliſierung wird —
wenigſtens nach den offiziellen Erklärungen — noch lange anhalten. Die
Wirtſchaft hat ſich ihr bereits größtenteils angepaßt. Die
Exportmöglich=
keiten ſind zwar etwas geringer geworden, aber anderſeits von realerem
Werte. Was viel wichtiger iſt — denn für Frankreich war der inere
Marktverkehr mit den eigenen Kolonien ſtets von größerer Bedeutung
als der Export — der anfangs ſo beunruhigende Abſatzmangel, der
infolge des mit elementarer Kraft ſich zeigenden Käuferſtreiks in den
Kolonien einſetzte, hat bedeutend nachgelaſſen. Man klagt zwar noch
über zu große Vorräte, aber die Grundſtimmung iſt etwas optimiſtiſcher.
Der Preis der Kohle iſt kürzlich, je nach der Sorte, um drei bis
zehn Franken per Tonne zurckgegangen. Dieſe Preisreduzierungen er.
folgten größtenteils infolge der ausländiſchen Konkurrenz; ſie werden
ſicherlich noch weiter anhalten, da die Induſtrie bald mit Vorräten
ein=
gedeckt ſein wird. Der Aufſchwung des franzöſiſchen Kohlenbergbaues
während des engliſchen Streikes war ſehr groß. Die franzöſiſchen
Kohlenwerte ſind demgemäß ſtark geſucht. Man behauptet auch, daß,
da die franzöſiſche Kohle nur zwei Drittel des inländiſchen Verbrauches
deckt, ein eventueller Abſatzmangel alſo keineswegs zu befürchten ſei.
Die franzöſiſche Stahlproduktion bezifferte ſich für das Jahr 198
auf 8386000 Tonnen. Eine über alle Erwartungen hohe Rekordzahl
gegenüber 7 450 000 Tonnen im Vorjahre und 4 700 000 Tonnen vor dem
Kriege. Die Eiſenproduktion hat ähnliche Fortſchritte gemacht, mit einer
monatlichen Durchſchnittsproduktion von nahezu 800 000 Tonnen. Es
ſcheint aber, daß dieſes Jahr für die franzöſiſche Schwerinduſtrie weniger
günſtig ſein wird als das vergangene. Beſonders in einigen großen
Be=
trieben klagt man jetzt ſchon viel über den lauen Geſchäftsgang und noch
mehr über die immer gefährlicher werdende ausländiſche Konkurrenz,
Die Gerüchte, wonach die deutſchen Produzenten ſich von dem
Stahl=
kartell zurückziehen ſollen, haben erhebliche Verſtimmung ausgelöſt. Es iſ
aber ſicher, daß das Kartell ſich im Gegenteil befeſtigt. Die
Schwen=
induſtriewerte waren auf der Effektenbörſe ziemlich ſchwach, da die
dies=
jährigen Dividendenausſchüttungen im allgemeinen als niedrig bezeichnet
werden. Die Lage der Eiſen verarb itenden Induſtrie iſt ſehr günſtig.
Insbeſondere die Schienen= und Drahtinduſtrie iſt gut beſchäftigt.
Der Metallmarkt lag ſehr ſchwach. Die Preiſe ſind ſtark
zurück=
gegangen, insbeſondere die des Kupfers. Der Kupferverbrauch war m
vorigen Jahr weſentlich größer als füüher, man hat deshalb die
Pro=
duktion ſo ſtark geſteigert, daß man am Ende des Jahres einer
gefähr=
lichen Ueberproduktion gegenüberſtand. Die Vorräte ſind groß und die
vielerwarteten engliſchen Käufe ſind nicht erfolgt. Man plant daher
auch in Amerika die Stillegung mehrerer Kupferminen, von der man die
Geſundung des Marktes erwartet. Es wird behauptet, daß der Tiefſtand
des Kupferpreiſes bereits erreicht iſt. Der Preis des Zinns erfuhr in
der letzten Zeit ganz ſenſationelle Schwankungen. Amerika und Ruß
land ſollen beſonders große Mengen gekauft haben. Die Preiſe werden
aller Wahrſcheinlichkeit nach noch in die Höhe gehen, da die Vorrt
ziemlich gering ſind.
Der Preis des Blei hat den niedrigſten Stand ſeit fünf Jahnn
erreicht, was auf den zeitweiligen Stillſtand der Kabelinduſtrie zurückzu
führen iſt. Eine gleichfalls ſtarke Baiſſe hat auch der Preis des Zin/
erfahren. Es gab nämlich große Liquidierungsverkäufe; die
Grün=
für dieſe Erſcheinung ſind noch unbekannt. Die Preiſe werden voratz
ſichtlich demnächſt wieder anziehen, da nach der Meinung der Fach
leute die Produktion zurzeit nicht weiter geſteigert werden kann. Ma
bedauert, daß das Zinkkartell noch nicht zuſtandegekommen iſt, denn die
Lage des Marktes iſt unſicher geworden. Die Lage auf dem
Petroleum=
markt beſchäftigt die Wirtſchaftskreiſe außerordentlich lebhaft, da mm
ſtür 1927 mit einer erheblichen Steigerung des Verbrauches rechnet. Die
mexikaniſche Produktion iſt im letzten Jahre auf die Hälfte der früher
produzierten Mengen zurückgegangen. Sie wird hauptſächlich durch das
venezuelaniſche Petroleum erſetzt. Die Lage der mexikaniſchen
Geſel=
ſchaften beurteilt man noch immer als ſehr ſchwierig, obwohl die dortige
Regierung etwas nachgiebiger geworden iſt. Einen großen Teil der
Bohrungen hat man infolge der neuen Geſetze einſtellen müſſen. Ueber
das ruſſiſche Petroleum gingen in der letzten Zeit die verſchiedenſten
Gerüchte um. Die dortige Produktion ſoll ſich ſtark erhöht haben, und
es ſollen Konzeſſionen an engliſche und amerikaniſche Geſellſchaften
ver=
geben werden. Andererſeits ſind Gerüchte verbreitet, nach denen eim
Entſchädigung der früheren Eigentüimer bevorſtehen ſoll.
Die Lage des nordamerikaniſchen Petroleummarktes iſt günſtig, do
Gleichgewicht zwiſchen Produktion und Verbrauch wurde vollkommen
hergeſtellt. Die Petroleumwerte lagen im allgemeinen feſt, beſonders
auch die rumäniſchen; die finanzielle Lage der rumäniſchen Geſellſchaften
ſoll in der letzten Zeit erheblich beſſer geworden ſein. Der Preis des
Kautſchuks iſt zurzeit mit 1 Schilling 7 Pence ſehr niedrig. So lange
der Preis von mindeſtens 1 Schilling 9 Pence nicht erreicht wird,
werden die zum Export beſtimmten Mengen automatiſch reduziert. Mah
rechnet damit, daß Amerika dieſes Jahre weit größere Mengen kaufen
wird. Die Kautſchukwerte waren ziemlich feſt.
„Grantfärter Kürsbericr vom Le. Beoraur Lont
1n.
irt u.
ims der Veifawe
Suſtat Colsho
in rit Aufſichtsre
ſieteren A. R. Mi
wir iſchweig, ferne
furt a
Staatspapiere
a) Deutſche
8.% Reichsp. Sch.
p. 1. 10. 30
7½ Bayer. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
6½,% H. V. Sch.
p. 1. 4. 29
611,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
6‟/,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30.
72 Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 29
726 Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 30
6½%Württ. F. Sch.
p. 1. 3. 29 .
Dt. Ablöſungs=Anl.
einſchließlich
Ausloſungsſcheinen!
Vorkriegsanleihen
5% D. Reichsanleihe
4½ D. Reichsanl.
4½ D. Schutzg. v
08—11 n. 13
4½ D. Schutzg. 0. 14
4% Preuß. Konſ.
4½ Baden.
4%Bayern
4½ Heſſen..
48 Württemberger
b) Ausländiſche
5% Bos. E. B 1914
5% 2.Inv. 191=
4½% „ 1898
4½% 1902
5% Bulg. Tabak0s
15.1
4½% Oſt. Silberr.
„ Goldr. ..
4% „einh. R. (kon)
3% Port. (Spz.) III
5% Rum.am. R. 03.
4½½ Gold. 13 ..
4½ „ am.konv.
4½ „ am. 05...
42Türk. Adm.)03
„ (Bagd.)
„ (Bagd.) II
4% „ 1911 Zoll.
4½% Ung. St. 1913
4½% „St. 1914
„ Goldr. . .
„ St. 10
„ Kronr. ..
3% „ Eiſ. Tor.,
Außereuro=
päiſche
5% Mex am. inn.
5% „ äuß. 99 .
4½ „ Gold 04 ſtf.
„ konſ. inn. . .
4½% „ Irrigat.
2a Tamaulipas I.
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10%Berl. H.=Bk. G.
6
6” Berl. St.=Gold
8½ Darmſt. St.-G.
„ D. Hyp.=Bank
Meining., Goldpf
8% Frk.-Hyp.=B.=
Goldpfdbr.
82 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr.
5% Frkf. Pfdbr.=Bk.
Goldpfdbr.
5.5
23.5
18
Rré
17.5
27.75
28.5
Komm. 2db. D.)
Goldſchuldver.
80 Heſſ. Ldb. Gold
10½ Komm. Elektr.
Mark (Hag.)Gold
Mannh. St.=G.
% Mainz St.=G.
8½ Naſſ. Ldb. Goldl.
8% Pfälz. Hyp.=Bk.
Goldpfdbr.
80 Pforzh. St.-G.
82 Pr. C.=B.=Cr.=B)
Goldpfdbr.
8% Rh. Hyp.=B. G.
½% Rh. St.-W. 2:
10% Rh.=Weſtf.=B.
Cr.=Bk., Goldpf.
P.
8% Südb. B. Cr.=V.
Goldpfdbr. . . .
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſſ. Brk.=Rog.
23
5% „Roggen .. 23
50 Pr. Kaliw. ..
50 Pr. Roggenw.
5% Südd. Feſt=B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr Vereinsb.
Bahr. Handelsb.
Bayr. Hyp. u. Wechſ
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk
Hamb. Hyp.=Bk
Mecklb. Hyp. u. Wb.
Meining. Hyv. Bk.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk
Pfälz. Hyp.=Bk.
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B.=Fr.=B.
105
105.5
105
100.5
152
14.9
6.30
2.41
16.75
17.20
1405
17.05
17.65
14.25
15.1
Preuß. Pfdbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B... . 15.30
Rh. Wſtf.=B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr. .
Württ. Hyp.=Bk...
Staatl. od. prob.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B.. . 12.5
Landeskr. Caſſel
Naſſau. Lbsb. . . . 9.15
Obligationen v.
Transportanſt.
4% Dux. Bdb. Em91
42 Eliſ.=Bahn ſtfr.
42 Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
4½ Kaſchau=Oderb.
„ abg.
Oſt. Nwſtb. 74
5% Oſt. Südb. (L.)
2,6% Alte „.
2,60 Neue,
5%6 Oſt.=Ung. 73/74
4½Oſt. Staatsb. 83 14
Oſt. „ 1.b.8.E.
3%Oſt. „ 9. E..
3%Oſt. . 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz
3% Raab Oedbg. 83/ 33.25
„ 91/ 29
971 27.75
Rud. Silber
Rud. Salzkg.
% Anat., S.T 31.5
4½% Anat. S. II 29.5
4½% Anat. S. IIII 25.5
3% Salon. Monaſt. 28
5% Tehuantepec.
1½9
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit.. . . 178
Bad. Bk. ... ..
Bk. f. Brauind. . . . 1258
Barmer Banko. ..
Bay. Hyp.=Wchſ...
Berl. Handelsgeſ. .
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank
D. Eff.u. Wchſ.=Bk.
d. Hhp.=Bk. Mein
D. Vereins=Bk. ..
Disk.=Geſellſch.
Dresdener Bk. ..."
Frankf. Bk.
Frkf. Hyp.=B
Frkf. Pfdb
Gotha. Grundk=
Lux. Intern
Metallbank.
Mitteld. Credi
Pfälz. Hyp.=Bk.
Reichsbank=A=
Rhein. Credi
Rhein=H
Südd. D
Oſterr. Creditanſ
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt
Bochum. Bergb.
Buderus..
Dt. Luxemburg
Eſchw. Bergw...
Gelienkirch. Bgw.
Harp. Bergb.
Flſe Bergb. St.
Genußſchein. .
Kali=Aſchersleb.
Kali. Salzdetfurt.. .
Kali. Weſterregln.
Klöcknerwerke
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder
Oberbedarf
Otavi=Min.=Ant
Phönix=Bergb. ...
Rhein. Braunk. . . .
Rhein. Stahlw.. . .
A. Riebeck Montan
Rombach. Hütte .
196.75
249.75
293
30
288.9
201.75
170
188
130
192
189.25
152
737
210
12.75
169
A
300
189.25
164.5
25(
185
188
129.5
186
189
223
348
178
221
186.25
236
1 3
132
36.5
311
229.5
13.10
Salzwerk Heilbr..
Tellus Bgb.. . . . . . 148
Ver. Laurahütte.
Ver. Stahlwerke . . 1148.77
Indnſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum (Mannh.) 201
Henninger.
(217.5
Hercules Heſſiſche
Löwenbr.=München 346
Mainz. Aktienbr.
Schöfſerhof(Bind,) 393
Schwarz Storchen= 195
Tucher, Nürnberg /190
1185.25
Werger
Akkum. Berlin.
Adler & Oppenh..
Adlerw. (v. Kleyer)/132.35
6%A. E. G. Vzg. A. 1100.25
5% A. E. G. Vzg. B.. 94.5
A. E. G. Stamm . . . 171.25
Anglo=Cont. Guano
Aſchaff. Zellſtoff
Badenia (Weinh.)
Bad. Maſch. Durl. /136
Bad. Uhren, Furtw. /138
Bamag=Meguin .. / 79
Baſt Nürnberg".
Bahr. Spiegel
83
Beck & Henkel.
Bergmann El. . . . . 190
Bing. Metall.
Au
Brem.=Beſigh=Ol.
Bürſtenfbr. Erlang
Cement=Heidelb.
Cement. Karlſtadt 187
Cement, Lothr.
180
Chem. Albert.
Chem. Brockh.
1114
Chem. Milch
89
Daimler=Benz A. G. /125
Dt. Eiſenhandel. . . 112
Deutſche Erdöl .. . 1205
D. G u. Silb. Scheid. /255.5 Kammg. Kaiſersl.
Dingler, Bweibruck.) —
Drebs. Schnellpr.
Dürkopp
Dürr. Rattingen
Dyckerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl.
El. Licht= u. Kraft
El. Lieferung
Elſ. Bad. Wolle
Email. Ulrich
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn. 1220
Faber Bleiſtift
Faber & Schleiche=
Fahr, Pirmaſens
Farbenind. J. G.
Felten & Guilleau
Feinmech. (Jetter)
Feiſt, Sekt
Frankfurter Gas
Frankfurter He
Frkf.=M. Pok
Fuchs Wage
Geiling & Cie
Germania Linol..
Gelſenk Gußſ
Goldſchmidt, Th. ..
Gotha Waggon
Gritzner, Maſch.. ..
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle, Frkft.
Hammerſen
94.25 Hanfw. Füſſen
Hanſa=Lloyd, Br.
Hartm. & Braun.
Heyligenſtaedt..
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer
Hoch=Tief Eſſen
Holzmann
Holzverk. Ind.. ...
Hydrom Breslau".
Inag
Junghans St..
Karlsruher Maſch.
148
8t
65.5
5‟
199
202
4r
97
1.36.25
108
327
119.75
175
119.75
112.5
172
231
157
132
178.75
73
36.25
86
120
147
183
96‟,
85
200
63
Karſtadt, R....
Klein Sch. & Becker
Knorr, Heilbronn".
Konſerv. Braun.
Krauß Lokom. .. ."
Lahmeyer ......."
Lech, Augsburg . .
Lederw. Rothe.
„. Spicharz..
Lingel Schuhw..
Löhnberg. Mühle".
Ludwigsh. Walzm
Lüdenſcheid Metall
Lux Induſtrie
Mainkraft Höchſt.
Mars=W. Nürnberg
Metallgef. Frrf.
Miag. Mühlenb.
Moenus, Stamm
Motorenf Deutz
Motorenf. Oberurſ.
Münch. Lichtſpielk.
Neckarſ. Fahrz. ..
Neckarw. Eßlingen
Peters Union
..
Pfälz. Näh Kayſer
Philipps.
Porzellan Weſſel
Prometh. Frkf.
Rein Gebb.& Schal
Rhein. Elektr.
Rhenania, Aachen
Rütgerswerke .. ."
Schleußner.
Schneid. & Hanau.
Schnellpr. Frank
Schramm Lackf.
Schrift. Stemp.. . . 147
Schucker, Elektr. ..
Schuhf. Weſſel
Schuhf Herz
Schultz. Grünlack
Seilind Wolff
Siemens Glas
Siemens & Halske /238
Südd. Immob. . / 98.21
Thür. elektr. Lief. .
132
196.75
Kf
176
38.9
30
132
139
147
206
170
RR
137
133
68
75.,
126
183
138.25
180 uhren Furtwängl.
Beithwerke
m. Ind.
Ver. d. Olfbr. Man
er. F
Caſſel
Gummi. Bln.=Frkf.
Pinſel=Nürnberg..
(Ultramarin
Zellſtoff Berl. ....
Vogtl. Maſch.
Voigt & Haeffner
Volthom. Seil .
Wanß, & Freytag
Wegelin Rußfbr.
Zellſt. Waldhof
Zuckerf. Waghäuſel
Zuckerf, Frankenth.
Zuckerf. Heilbronn.
Zuckerf. Offſtein".
Zuckerf. Rheingau".
Zuckerf. Stuttgart
Trandport= md
Verſicherungs=Alt.
A. Dt. Eiſenbahn
Dt. Eiſenb.=Geſ.
El. Hochbahn=Berl.
Schantung E. B.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Hapag
Nordd. Llotzd.
168
181
79.25
136
124.1
Frkſt. Allg. Verſ.
Frankona Rückv.
Darmſt. Berte
Bahnbedarf
Dampfk. Rodberg
Helvetia Konſ..
Gebr. Lutz
Motorf. Darmſt.
Hebr. Roeder ....!
Venuleth & Ellenb.
85
138
103
162
305
278
109
171.5
156.75
169
G.*
12.6
160
Gonntag, den 20. Februar 1927
Geite 17
ſſüummer 51
Wiriſchaftliche Rundſchau.
sre amtliche Großhandelsindexziffer vom 16. Februar 1927. Die auf
Aeichtag des 16. Februar berechnete Großhandelsindexziffer des
Etiſchen Reichsamts beträgt 135,5 und iſt gegenüber der Vorwoche
uod2 v. H. geſunken. Die Indexziffer der Agrarſtoffe hat ſich bei
nuueHenden Viehpreiſen um 0,6 v. H. auf 139,0 geſenkt. Dagegen hat
windexziffer der induſtriellen Rohſtoffe und Halbwaren weiter leicht
u119,3 angezogen, während die Indexziffer der induſtriellen
Fertig=
go keine Veränderung auſweiſt.
de Frage der Danziger Anleihe. Die ſeit den letzten Tagen des
zrbundsrates ununterbrochen mit der diplomatiſchen Vertretung der
gwbik Polen in Danzig geführten Verhandlungen über den Teil der
wiger Anleihebedingungen, an dem Polen intereſſiert iſt, haben nach
gpeeilung des Senats trotz des von Danzig in allen Fragen bewieſenen
9Yms zur Verſtändigung zu einem Ergebnis nicht geführt. Der Senat
v=1unmehr die Verhandlungen über die reſtlichen, vom Finanzkomitee
Völkerbunds geſtellten Anleihebedingungen, bei denen die Republik
gen nicht beteiligt iſt, aufnehmen und mit dem Botſchafterrat und der
ſrtionskommiſſion ſich in Verbindung ſetzen. Es iſt zu erwarten,
uſich das Finanzkomitee des Völkerbundes in ſeiner Anfang März
h nenden Tagung mit der neuen Sachlage beſchäftigen wird.
frankfurter Bankverein A.=G., Frankfurt a. M. Im
Geſchäfts=
heut wird mitgeteilt, daß das Inſtitut mit Rückſicht auf den Stand
dispareinlagen dazu übergegangen ſei, erſtſtellige Hypotheken auszu=
10w. Der gegen das Vorjahr erhöhte Geſamtumſatz betrug 194,88
gu RM. Nach Abzug von 470 349 (499 698) RM. Unkoſten, 643 211
( m44O) vergüteter Zinſen und 20 000 (0) RM. Abſchreibungen verbleibt
eig keingewinn von 81 127 (72756) RM., aus dem 10 Prozent
Divi=
diw auf 0,60 Mill. RM. St.=A. und 7 Prozent (7 Proznet) auf die
Bal verteilt werden ſollen. Die Bilanz verzeichnet eine erhebliche
urhme der Kreditoren auf 7,57 (5,13) Mill. RM., worunter ſich 4.35
al RM. Spareinlagen befinden, denen 3.80 Mill. RM. ſofort
greif=
bäuMittel gegenüberſtehen. Die eigenen Wertpapiere haben ſich mit
0,50,33) Mill RM. verdoppelt. Neu erſcheinen 0,34 (0) Mill. RM.
Sthekenforderungen. Bei Debitoren ſtanden 3,10 (2,28) Mill. RM.
am vovon 0,33 (0,18) Mill. RM. ungedeckt ſind. Der R.=F. enthält
un=
vnudert 0,20 Mill. RM. Die am 16. März ſtattfindende G.=V. ſoll
üön eine Erhöhung des Aktienkapitals um 0,40 auf 1 Mill. RM.
Be=
ſchl Faſſen, die mit der Ausdehnung des Geſchäftes begründet wird.
ſartmann u. Braun A.=G., Frankfurt a. M. Nachdem die Siemens=
Mieunger Veifa=Werke ihren Fabrikationsbetrieb für elektromediziniſche
Aürrate in Frankfurt a. M. ſtillgelegt und in Erlangen mit der
Rei=
nwr Gebbert u. Schall ſich vereinigt hat, wurden die
Fabrikations=
rihme der Veifawerke von der Hartmann u. Braun A. G. übernommen.
huſtav Colshorn A.=G., Frankfurt a. M. In der G.=V., welche ſich
nmnt Aufſichtsratswahlen zu befaſſen hatte, wurde anſtelle der
ausge=
ſclnzeenen A.=R. Mitglieder neu gewählt, das frühere Vorſtandsmitglied
Brunſchweig, ferner Frau Stefanie Stelter und W. Pütz, ſämtlich in
ſrakfurt am Main.
Frankfurter Mühlenwerke Gebr. Wolff, Handels=A.=G., Frankfurt
m Main. Die Geſellſchaft erzielte 1925/26 einſchließlich des
Gewinn=
vortrages von 12671 RM. einen Reingewinn von 239 547 RM., woraus,
wie der TII.=PPD. erfährt, wiederum 10 Prozent Dividende auf die
1 Mill. RM.=A.=K. verteilt werden. Die Geſellſchaft pflegt bekanntlich
freundſchaftliche Beziehungen zum Miag=Konzern, ohne jedoch mit ihm
organiſch verbunden zu ſein.
Biſchoff u. Henſel A.=G., Manuheim. Aus dem nach reichlichen
Ab=
ſchreibungen verbleibenden Neingewinn von 22 446 RM. ſoll der am 22.
März ſtattfindenden Generalverſammlung der Biſchoff u. Henſel,
Elek=
trotechniſche Fabrik, in Mannheim, vorgeſchlagen werden, auf die
Stamm= und Vorzugsaktien eine Dividende von 8 Prozent zu verteilen.
Produktenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 19. Februar. Die Berliner
Getreide=
börſe kann auch bei Wochenſchluß den unveränderten Weltmarktpreiſen
keine Anzegung entnehmen, ſo daß die Umſatztätigkeit für Weizen und
auch Roggen recht klein bleibt. Loco und Lieferung wurden 0,5 bis 1
Mark niedriger, Roggen durchweg 1 Mk. unter geſtern. Hier hat der
unbefriedigende Mehlumſatz etwas mehr Offerten herausgebracht. Gerſte,
Hafer und Kleie recht ruhig und ſchwächer. Auch ſonſtige Artikel haben
keine größere Bewegung.
Viehmärkte.
Weinheimer Viehmarkt vom 19. Februar. Zugeführt waren: 407
Schweine, davon wurden 239 Stück verkauft. Milchſchweine wurden
ver=
kauft das Stück von 15 bis 27 Mark, Läufer das Stück von 30 bis 42 Mk.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 19. Febr. (Priv.=Tel.)
Weizen: Anfangs zeigte der Markt eine Abſchwächung auf
Meldun=
gen von günſtigem Wetter in den Winterweizengebieten und ſchleppende
Exportnachfrage. Dann trat eine ſtetige Tendenz ein auf
Glattſtellun=
gen zum Wochenende und kleine Ankünfte. Die Termine ſchließen etwas
unter geſtern.
Mais: Der Markt verkehrte vorwiegend in ſtetiger Haltung auf
Deckungen der Baiſſe und kleine Ankünfte. Der Schluß war ſchwächer
auf die ſchleppende heimiſche Lokonachfrage.
Hafer: Der Markt nahm bei ruhigem Geſchäft einen ſtetigen
Verlauf.
Baumwolle: Nach der letzttägigen Aufwärtsbewegung drat heute
eine Abſchwächung ein in Erwartung großer Liefernotizen gegen
Ter=
min und auf Abgaben der Wallſtreetſpekulation.
Kaffee: Der Markt nahm einen ſtetigen Verlauf auf höhere
auslän=
diſche Kabel. Deckungskäufe und europäiſche Kaufaufträge.
Zucker: Der Markt zeigte anfangs eine abgeſchwächte Tendenz auf
Liquidationen und Kaufreſevve der Fabriken. Dann konnte ſich eine
Erholung durchſetzen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Privatdiskont für kurzfriſtige Wechſel wurde wiederum um
’s Prozent auf 42/, Prozent erhöht, der Privatdiskont für langfriſtige
Wechſel blieb unverändert 4,25 Prozent.
Das Preußiſche Staatsminiſterium hat dem Staatsrat einen
Geſetz=
entwurf für die Bereitſtellung von Staatsmitteln zur verſtärkten
Förde=
rung der Bautätigkeit auf dem Gebiete des Wohnungsweſens überſandt.
der Finanzminiſter wird ermächtigt, die Mittel in Höhe von 80 Mill.
RM. im Wege des Kredites zu beſchaffen.
Geſtern hat in Berlin die erſte Sitzung der deutſch=polniſchen
Schlichtungskommiſſion ſtattgefunden, deren Aufgabe es iſt, die
Streit=
fälle zu klären, welche aus dem deutſch=polniſchen Abkommen von 1924,
dem ſogenannten Wiener Abkommen entſtanden ſind.
Das ſächſiſche Arbeitsminiſterium hat die Arbeitgeber und
Arbeit=
nehmer der Metallinduſtrie erneut zu Verhandlungen über die
Arbeits=
zeitfrage auf Montag, den 21. Februar, nach Dresden eingeladen, um
ſchwere Erſchütterungen des Wirtſchaftslebens in Sachſen zu vermeiden.
Die Elektra A.=G. Dresden ſchlägt der am 24. März ſtattfindenden
Generalverſammlung vor, 12 Prozent Dividende gegen 10 Prozent im
Vorjahre zu verteilen.
Der ſämtliche Getreidebörſen und Märkte Süddeutſchlands
umfaſ=
ſende Verband wird ſich auf ſeiner am 15. März in Mannheim
ſtattſin=
denden Vertreterverſammlung hauptſächlich mit den neuen
Einheits=
bedingungen und Handelsgebräuchen zu befaſſen haben.
Die öſterreichiſche Regierung hat im Nationalrat einen
Geſetzent=
wurf eingebracht, wonach die alten Silberſchillinge vom Jahre 1924
wie=
der zum vollen Nennwert von den öffentlichen Kaſſen eingelöſt werden.
Die Londoner Rauchwarenverſteigerungen bei der Firma C. M.
Lampſon u. Co. nahmen bei lebhafter Käuferkonkurrenz ihren Fortgang.
Der Kontinent, hauptſächlich Deutſchland, trat als ſtarker Käufer für
gute Sorten von Biſam, Fuchs und Bär auf.
Einer Meldung aus Moskau zufolge ſollen in dieſem Jahre
land=
wirtſchaftliche Maſchinen im Werte von 150 Millionen Rubel zur
Ver=
teilung an die Bauern der Räteunion gelangen.
Die ruſſiſche Handelsvertretung in Rom hat Verhandlungen mit
italieniſchen Schiffsbauwerſten über die Beſtellung von 14 Schiffen für
die ruſſiſche Handelsflotte aufgenommen. Es verlautet, daß den Nuſſen
dreijährige Kredite eingeräumt werden.
Das eidgenöſſiſche Finanzdepartement ſchlägt dem Bundesrat vor,
zum Präſidenten des Bankrates der Schweizeriſchen Nationalbank an
Stelle des kürzlich verſtorbenen Dr. Ueheri den jetzigen Vizepräſidenten
Dr. Alfred Saraſin, Privatbankier in Baſel zu wählen.
In Mailand wird vom 9. bis 12. Mai ein europäiſcher
Seidenkon=
greß abgehalten.
Das amerikaniſche Zinkinſtitut gibt die Weltvorräte an Zink per
1. Februar mit 50 800 Tonnen an gegen 43 600 Tonnen per 1. Januar,
Zwangsverſteigerung.
Aus nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
brugung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des
UItmmanns Julius Cohn, 2. deſſen Ehefrau Caro=
RCohn, geb. Katz, im Grundbuch eingetragen war, ſoll
dienstag, den 29. März 1927, nachm. 31, Uhr,
Acdas unterzeichnete Gericht an Gerichtsſtelle, Zimmer 219
WRigert werden.
De Verſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvoll=
t Mu g.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 6. März 1926 in das
Uh)Such eingetragen worden.
m ſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteige=
HAZuermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren,
WAſſt ſpäteſtens im Verſteigerungstermin vor der Auffor=
Aing zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten
Eh' anzumelden und, wenn der Gläubiger widerſpricht,
Aſchheaft zu machen, widrigenfalls ſie bei der Feſtſtellung
eringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der Ver=
Eng des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Eläu=
93 und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Onejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehen=
A Aſiecht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des
Hurgs die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des
Eihrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der
Feigerungserlös an die Stelle des verſteigerten
Gegen=
fſthels tritt.
(1673a
darmſtadt, den 15. Januar 1927.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtüchks:
mdSuch für Darmſtadt, Bezirk I, Band II, Blatt 111.
Betrag der
ſFlur Nr. Kulturart u. Gewann am Schätzung
I 156 Hofreite Nr. 1 Kleine
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traggeber iſt
er=
laubt, der
Reini=
nung perſönlich
bei=
zuwohnen (348a
Am Mittwoch, den 23. Februar
ds. Js., beginnend vorm. 9½ Uhr,
werden auf Bahnhof Kranichſtein
450 Stück für Bahnzwecke unbrauchbare
Holzſchwellen losweiſe, öffentlich
meiſt=
bietend gegen ſofortige Barzahlung ver=
(3205
ſteigert.
Die Bedingungen werden vor Beginn
der Verſteigerung bekanntgegeben.
Bahnmeiſterel 56.
Nutz= u. Brennholz=
Verſteigerung.
Montag, den 28. Februar 1927,
von vormittags 9 Uhr beginnend,
werden zu Mörfelden im Gaſthaus zum
Saalbau bei Georg Avemary,
Bahn=
hofſtraße 5, 7 im Fichtenſtämme II. und
V. Klaſſe und 2 tm Derb= und
Reisſtan=
gen aus den Förſtereien Wieſental und
Sensfelder Tanne ſowie das Brennholz
der Förſterei Sensfelder Tanne,
Abtei=
lung 1, 2 und 3, Nr. 1097—1368,
ver=
ſteigert, und zwar:
Scheiter, rm: Buche 33, Hainbuche 1,
Eiche 1, Linde 9, davon 3 rund, Kiefer
54, davon 28 rund:
Knüppel, rm: Buche 28, Hainbuche 4,
Eiche 11, Birke 4, Erle 10, Linde 21,
Kiefer 66:
Reiſig, 100 Wellen: Buche 5,3, Eiche
14,0, Linde 4,7, Kiefer 14,6;
Stöcke, rm: Buche 3, Kiefer 47.
Die Verſteigerung des Holzes erfolgt
in der Weiſe, wie es hiermit
ausge=
ſchrieben iſt.
Blau unterſtrichene Nummern
kom=
men nicht zum Ausgebot.
Auskunft erteilen die Herren
Staats=
förſter Köhres zu Forſthaus
Apfel=
hachbrücke und Sommerlad zu
Forſt=
haus Wieſental.
Mörfelden, den 18. Febr. 1927.
Heſſiſches Forſtamt Mörfelden.
Bekanntmachung.
Die am 16. Februar 1927
abgehal=
tene Holzverſteigerung im Asbacher
Gemeindewald iſt genehmigt.
Mon=
tag, den 21. Februar 1927 iſt erſter
Ab=
fuhrtag.
(3190
Asbach, am 18. Februar 1927.
Heſſ. Bürgermeiſterei Asbach,
Röder.
Donnerstag, den 3. März ds.
Js., vormittags 10 Uhr beginnend,
wird in Griesheim (bei Darmſtadt
Gaſthaus zum Kaiſerſaal”, das
nach=
ſtehende Nutzholz aus den
Domanial=
walddiſtrikten „Harras” und „Trieſch”
verſteigert:
(3185gm
Stämme: Eichen: 1 I. — 1,06 fm
1 II. — 1.02 im, 14 III. — 11,90 fm.
54 IN. — 31,90 fm. 831. — 37,17 fm, 89
VI. — 27,50 im; Linden: 1IV. — 0,79
im; Kiefern: 3 II. — 3,75 fm, 70
III. — 59,19 fm, 150 IV. — 89,71 fm,
113 V. — 48,17 im; Fichten: 7 IV.
und V. — 2,43 im; Weißtannen: 2
V. — 0,24 fm; Derbſtangen: 10
Fichten — 0,23 im; Reisſtangen:
157 Fichten — 1,73 fm.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
zu beſichtigen.
Auskunft erteilt Herr Förſter
Ahl=
heim zu Forſthaus Harras.
Nummernverzeichniſſe können von uns
und Herrn Förſter Ahlheim gegen
Einſendung von 1,50 Mk. bezogen werden.
Groß=Gerau, den 18. Febr. 1927.
Heſſ, Forſtamt Groß=Gerqu.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Aufwertung von Sparguthaben.
Unier Bezugnahme auf unſere Bekanntmachung vom 17. Dezember 1926
werden hiermit die alten Sparkaſſenbücher zum Zwecke der Eintragung der
Aufwertungsbeträge aufgerufen.
Zunächſt we den aufgerufen
mobdarkässenbacher M.rms Sose
Dieſe Bücher können von Montag, den 21. Februar Ifd. Js. ab bei unſerer
Aufwertungsſielle im 1. Stock während der üblichen Kaſſenſtunden zur
Beiſchrei=
bung vorgelegt werden. Es iſt in Ausſicht genommen, von Woche zu Woche
weitere Nummern aufzurufen und in den Tageszeitungen bekannt zu geben.
Um eine raſche Abfertigung an den Schaltern zu gewährleiſten, bitten
wir unſere Einleger dringend, ſich an die veröffentlichte Neihenfolge zu halten
und nur ſolche Bücher vorzulegen, deren Nummern aufgerufen ſind. Ferner bitten
wir unſere Einleger, auch die frühen Kaſſenſtunden zu benutzen, um ein zu langes
Anſtehen zu vermeiden.
Die Aufwertungsbeträge werden vom 1. Januar 1927 ab mit jährlich
3‟, verzinſt und ſind vor dem 1. Januar 1932 nicht kündbar. (Eine vorzeitige
Auszahlung kann ſedoch — wie ſeither bereits geſchehen — erſolgen und zwar
in erſter Linie an alte, bedürftige und in Not geratene Sparer, wobei auf den
Abzug der geſetzlichen Zwiſchenzinſen verzichtet werden kann. Eeſuche um
vor=
zeitige Auszahlung ohne Abzug von Zwiſchenzinten ſind ſchriftlich unter
Schitde=
rung der Verhältniſſe uſw. einzureichen. Dieſe Geſuche werden bevorzugt
behandelt.
In allen übrigen Fällen kann eine vorzeitige Auszahlung im Rahmen
der verfügbaren Mittel nur gegen Abzug des geſetzlichen Zwiſchenzinſes
er=
folgen. Wird die Uebertragung der Aufwertungsbeträge in bereits beſtehende
neue Sparkaſſenbücher gewünſcht, dann ſind auch die neuen Bücher gleichzeitig
vorzulegen.
Kaſſenſtunden: Vorm. von 8½, bis 1 Uhr, nachm. von 3 bis 4½, Uhr
Samstags dis 12:/, Uhr, nachmittags geſchloſſen.
Darmſtadt, den 18. Februar 1927.
St.3158)
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
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Seite 18
Sonntag, den 20. Februar 1927
Nummer 51
Der Ritt in die Sonne.
Roman von Paul Roſenhayn.
20)
(Nachdruck verbetm.)
Die Gäſte erhoben ſich, Sektgläſer in der Hand. Alles lachte,
plauderte, gruppierte ſich durcheinander. „Denke dir,” ſagte
Jonny, „Fräulein Pincon kann ſogar Spaniſch.”
„Meine Mutter war eine Spanierin,” erklärte die junge
Sekretärin; die heitere Grandezza ihrer Bewegungen
beſtä=
tigte es.
Die Tür ging auf. Der Diener trat eilig ein.
Fritz blickte ihm entgegen. Seine Augen irrten hinüber zum
Freunde, der ebenfalls betroffen aufſah.
Der Diener ging geradewegs auf Fritz zu. „Der Herr
Marquis läßt Herrn Vandergult für einen Augenblick bitten.”
Fritz erhob ſich. Er zuckte die Achſeln, während er Jonnys
forſchenden Blick erwiderte, und ging mit dem Diener hinaus.
„Hier, wenn ich bitten darf.‟ Der Diener ſtieß die Tür auf
und ließ Fritz eintreten.
Der Marquis ſaß am Schreibtiſch und ſah dem Ankömmling
mit unbeweglichem Geſicht entgegen. Neben ihm, mit dem Profil
zur Tür, ſtand der Beſucher. Fritz ſah ihn an und trat einen
halben Schritt zurück.
EswarHieronimy.
„Herr Vandergult,” ſagte der Marquis mit eiſiger Stimme,
„dieſer Herr hat mir die Mitteilung gemacht, die ſo
ungeheuer=
lich iſt, daß ich ſie nicht glauben kann. Immerhin muß ich
hinzu=
fügen, daß er ſeine Angaben durch überzeugende Beweiſe
unter=
ſtützt hat. Beantworten Sie mir bitte einige Fragen, Herr
Vandergult. Kennen Sie dieſen Herrn?”
„Ja,” ſagte Fritz, „es iſt Herr Hieronimy.”
„Iſt es war, daß Sie ſich in Berlin im Tiergarten
kennen=
gelernt haben?"
„Es iſt wahr.”
„Sie, Herr Hieronimy und Ihr Freund Reimers ſaßen
zu=
ſammen auf einer Bank. Mit zeriſſenen Schuhen — drei
Vaga=
bunden, die ins Waſſer gehen wollten?”
„Ja. Herr Marquis.”
Dann hat Herr Hieronimy alſo die Wahrheit geſagt und Sie
ſind ein Schwindler?”
Fritz ſchwieg.
Der Marquis ſtand auf. „Ich würde Sie jetzt verhaften
laſſen. Aber die Rückſicht auf meinen alten ruhmvollen Namen
und auf den Ruf meiner Tochter macht es mir zu meinem
Be=
dauern unmöglich. Gleichwohl werde ich es tun, wenn Sie nicht
in zwei Minuten dieſes Haus verlaſſen haben. Sie und Ihr
Freund Reimers.”
„Jawohl, Herr Marquis,” ſagte Fritz.
„Gehen Sie. Worauf warten Sie noch?”
„Jawohl, Herr Marquis.”
*
„Na ja,” ſagte Jonny.
Fritz löſte ſeine Augen von der nächtlichen Seine, in deren
grauem Waſfer ſich die Lichter unabſehbarer Brückenbogen
ſpie=
gelten. Ein feiner Regen ging nieder; er ſchien von jenen
ſanf=
ten, dunklen Hügeln zu kommen, die dort drüben den Horizont
formten, jenen Höhenzügen, von denen ein zärtliches, von
rau=
nenden Lockungen erfülltes Leben auf die Stadt niederzuſtrömen
ſchien.
„Ja,” ſagte er. „Ich habe dich gewarnt, Fritz. Ich habe es
dir gleich geſagt. Es konnte nicht gut gehen. Sieh’ mal Fritz;
man ſoll das Schickſal nicht herausfordern. Du haſt einmal Glück
gehabt, unſagbares Glück. Es hat dich empor gehoben und dich
eine Zeitlang getragen. Nun glaubſt du in allem Ernſt, das
muß ein Leben lang ſo bleiben. So iſt es eben, wenn der Menſch
verliebt iſt. Dann iſt es aus. Dann ſucht er förmlich etwas
darin, Dummheiten zu machen. Je blöder, deſto heldenhafter
kommt er ſich vor.”
„Ja, ja,” ſagte Fritz.
„Dieſe ganze Geſchichte war doch auf Sand gebaut. Wie
konuteſt du da glauben, das Gebäude würde ſtehen? Man muß
ſich doch klar daüber ſein: entweder man hat eine anſtändige
reelle Sache — dann kann man ſich getroſt. wie ſoll ich ſagen
dann kann man ſich mit ruhigem Gewiſſen".
„.. begraben laſſen.”
„Oder man hat es mit einem Dreh gemacht, und hinten und
vorn und oben und unten iſt alles Luft; dann ſchöpft man die
Situation aus und geht ſeiner Wege. Du aber
„Ich weiß, ich bin ein Idiot.”
„Idiot iſt ein bißchen zuviel geſagt,”, meinte Jonny, indem
er den Mund in nachdenklichem Abwägen zuſammenkniff „Idiot
möchte ich nicht gerade ſagen. Sieh’ mal, ein Idiot iſt doch
ſchließlich einer, der
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„Willſt du mir einen Vortrag darüber halten, was ein
Idiot iſt? Das iſt ein reizender Abend heute!”
„Du biſt eben ein junger Mann ..
„Du merkſt doch alles!”
„..ein junger Mann, dem ſein Glück zu Kopf geſtiegen iſ.”
„Am beſten wäre es, man ginge in die Seine,” ſagte Fritz ;
dumpf. „Ja, Jonny, das wäre das beſte. Sieh’ mal, Jonny, jen
ſehe ich es ganz deutlich: die Galgenfriſt iſt abgelaufen. So wor
es doch: entweder man ſchafft es mit gepumpten Anzügen oder r
man ſchafft es nicht. Das Abkommen war ganz klipp und Ular
Schaff ich’s nicht, ſo hol ich eben das nach, was an jenem Abend
im Tiergarten auf meinen Rat verſäumt worden iſt. Alſo komm
Jonny, wir gehen ins Waſſer.”
Damit ſetzte Fritz ein Bein über das Geländer.
Erſchrocken hielt Jonny das andere feſt. „Du biſt wohl
gan=
von Gott verlaſſen, dummer Bengel! Du ſiehſt alles ſchief heuter
abend. Wie kannſt du ſagen, daß es dir nicht geglückt iſt! Dun
verſündigſt dich, wenn du ſo was behaupteſt! Nie iſt eiuemn
Menſchen ein Sprung großartiger geglückt als dir. Der Fehlern
liegt ganz wo anders. Du glaubſt nun, du kannſt ſo
weiter=
ſpringen, und jeder neue Sprung muß dich auf einen neuen
Gipfel tragen. Du hälſt dich für einen Gott und vergißt, daßs
dein Körpergewicht dich immer wieder auf die Erde zurückreißt:”
„Nun habe ich’s gemerkt.”
„Und haſt wieder ein bodenloſes Glück dabei gehabt. Jedern
andere wäre hopps gegangen. Was meinſt du, wie die
Krimia=
nalpolizei ſich gefreut hätte: ein deutſcher Hochſtapler abgefaßt
Jedem anderen wäre es ſo ergangen, darauf kannſt du Gift
nehmen. Und du? Der Marquis erklärt dir in aller Höflichkeitt
die Rückſicht auf ſeinen altangeſehenen Namen verbiete es ihmm
.... haſt du geſehen wie er auf das Band der Ehrenlegion
ge=
ſchielt hat?"
„Ich habe, es geſehen,” ſagte Fritz dumpf. Aber der Teufell
ſoll mich holen, wenn ich verſtehe, wieſo du es geſehen haſt. Duu
warſt doch gar nicht dabei.”
„Als ich ſah, daß dich der Diener holte, da wußte ich, wast
die Glocke geſchlagen hatte. Nein, ich wußte es eigentlich ſchonn
die ganze Zeit über. Jetzt kann ich es dir ja ſagen: ich habe letzte
Nacht von Hieronimy geträumt. Da bin ich alſo ums Haus”
herumgegangen und habe mich hinter einen Baum geſtellt.
Dorn=
drüben war das Fenſter zum Arbeitszimmer, da konnte ich euchſt
alle ganz deutlich ſehen: dich und den Marquis und Herrnn
Hieronimy aus Beuthen in Oberſchleſien. Und da ein Flügell
offen ſtand, konnte ich auch verſchiedenes hören. Nicht alles. Aber,
das Wenige genügte.”
„Was Dina wohl geſagt hat, Jonny.”
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Darmstadt E. V.
Mabhen Bal
Unser diesjähriger Maskenball findet
wieder wie üblich am Fastnacht-Samstag,
den 26. Februar, in den Räumen der
Vereinigten Gesellschaft, Rheinstraße,
abends 8.17 Uhr statt. (3218
Eintrittskarten für Mitglieder (Damen und
Herren) Mk. 2.50 im Vorveikauf nur bei J. Rühl,
Saalbaustr. 24. Für eingef. Fremde (Herren und
Damen) Mk. 4.— Studierende Mk. 3.— im
Vor-
verkauf bei: C. Bley, Wilhelminenstraße, Martin
Coenen, Elisabetnenstr. 36, H. Schmidt, Ernst-
Ludwigsplatz 1, E. Thomasius, Wittmannstr. 2.
An der Abendkasse alle Karten Mk. 5.—
Walther Fürſt
Wilhelm Tell
Kuoni, der Hirt
Werni, der Jäger
Ruodi, der Fiſcher — Edgar Kliſch
ArnoldvomMelchthal) 2s Joachim Büttner
Konrad Baumgarten
Struth v Winſelriedl 2s. Otto Wenke
Meier von Sarnen
Klaus von der Flühe
Burkhard am Bühel)KS Richard Jürgas
Seppi, Hirtenknabe . . . Walter Bluhm
Jenni, Fiſcherknabe . . . W. Mahenkuecht
Gertrud, Stauffachers
Gattin
.. . . . . G. Weißmann
bedwig, Telis Gattin,
Käthe Meißner
Fürſts Tochter
Bertha von Bruneck, eine
KurtBeſtermamn
Nudolf Wittgen
Hugo Keßler
Otio Wenke
s bans Epskamp
5 Paul Maletzkh
* Werner Scharff
M. Vineent
Beſſie Koffart
Marg. Carlſen
Bäuerinnen Martha John
Häthe Gothe
reiche Erbin. .
Armgard,
Mechthild,
Elsbeth.
Huldegard,
Kä. he Foerder
Walther,
ilhelai, / Tells Knaben Emil Geis
Ernſt Rottluff
Frieshardt,
Söldner
Hans Neth
Leutholo,
Ruvolf der Harras,
Geßlers Stallmeiſter . . Otto Wenke
Stüßi, der Flurſchütz . . . Hugo Keßler
Huns Ausfelder
Fronvogt ..."
.. Eduard. Göbel
Werner Schaff
Kurt Schüppel
Meiſter Steinmetz
Ein Geſelle
Ein alter Mann
Landenvergiſcher Reiter G. Baumgarin
Geßleiiche und Landenbergiſche Reite,
Landleute, Männer und Weiber, aus den
Waldſtätten.
Sptelwart: Adolf Schmidt
Preiſe der Plätze: 0.50, 1.00, 1.50, 2.00 M.
Pauſe nach dem 9. Bild (Apfelſchuß)
Anfany 3 Uhr
Ende 5½ Uhr
Liederzweig
Maskenbaß
Samstag, den 26. Februar, abends
8 Uhr 71 (Faſinachtjamstag), in
ſämti. Räumen der Turnhalle am
Woogsplatz
2 Musikkapellen 2
Sekt= u. Liför=Grotten=
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Karten für Mitglieder bei Fritz Klingler,
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Zigarrengeſchäft Wihelm Bauer, Karlſtr. 3. Damen
2 Mk., Herren 3 Mk., an der Abendlaſſe 1 Mk.
Auf=
ſchlag. — Fremde, die ſich als Mitg ied eintragen,
er=
halten ebenfalls Karten zu 1 Mk. bei K. Koch,
Zigarren=
geſchäft, Malltplatz 3.
(3174
DutnerMastenbat
Samstag, 26. Februar, 811 Uhr in ſämtl. Räumen unſeres Turnhanſes
Mathildenhöhſaal . Dieburgerſtraße 26
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ginellſien Herrenmaske.
Eintritt für Fremde: Herren 3 Mf., Damen 2 Mk.
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den 27. Februar, abends 1941 Uhr
in den oberen Räumen der
Vereinigten Gesellschaft”
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Asr. 48, Wilhelm Heckmann Mühl-
Mstr. 72, Thsodor lever, Mathildenpl
Preise: Mk. 1 — für Uüitslieder,
Mk. 2.— für Gäste.
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Heute Sonntag:
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Eintritt frei! Kein Bieraufſchlag!
Gut beſetzes Orcheſter. Anfang 7 Uhr 11.
Weinstaube n. Speisehaus, Stolzenfels,
Inh. L. Doerr
Soderstraße 6½
Soderstraße 6½
Heute Sonntag Abend
20 Februar 1927
Harveialisliocbe Unterhaltung
Ia Offene Weine im Ausschank
Auswahlreiche Abendkarte
Mittagessen von Mk. 1.— an.
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Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus
Außer Miete.
Außer Miete.
Sonntag, den 20. Tebruar 1927
nachmittags 3 Uhr
Volksvoritellung zu ermäßigten Preiſen
W lhelm Tell
Schauſpiel in 5 Akten von Friedrich Sch ller;
In zene geſetzt von Edgar Klitſch
Bühnenbild: Arihur Pohl
Verſonen:
Hermann Geßler. Rei hsvo t
in Schwyz und Ur‟ Robert Klupp
Werner, Freiherr von
At=
tinghau en, Bannerherr Hans Baumeiſter
Ulrich von Rudenz, ſein
Neffe.
Otto Panmng
ern. Stauffacher
S Mix Nemetz
Konrad Hunn.
Eduard Göbel
Itel Redig
2S Hugo Keßler
Hans aufd. Mauer /§ O Werner Scharff
Sonntags=Fremdenmiete (7. Vorſtellung
Sonntag, den 20. Februar 1927
abends 7½ Uhr
Tiefland
Muſikdrama in einem Vorſpiel u 2Aufzügen
Text nach A. Guimera von Rudolf Lothar
Muſik von Eugen d’Albert
Muſikaliſcher Leiter: Berthold Sander
Per onen:
Sebaſtiano, ein reicher
.. Alfred Otto, a.0
Grundbeſitzer
Tommnaſo, der Aelteſt der
Gemeinoe, 9.jährig. Alfred Karen
Moruceio, Mühlrnecht. Hans Ney
Charl. Maſſenburg
Marta
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Antonia ..
Roſalia".
Nurt
Pedro, Hirte
Nando,Hirte
Paula Kapper
Grete Penſe
Martha Lebel
S. Müller=Aiſchin
Golthelf Piſtor
Eugen Togt
Bauern, Bäuerinnen, Hirten
Die Oper ſpielt teils auf einer Hoch albe
der Pprenäen, teils im paniſchen Tiefland
von Ca alonien, am Fuße der Pyrenäen
Preiſe der Plätze: 1 bis 10 Mt.
Eintritt der „ieter in den Zuſchauerraum:
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig 1
Pauſe na* dem 1. Aufzug
Ende 10 Uhr
Anfang 7½ Uhr
Kleines aus
Zuſatzmiete V, 11
Sonntag, den 20. Februar 1927
abends 8 Uhr
Des Burſchen Heimkehr
oder: Der tolle Hund
Luſtſpiel in 4 Aufzügen von E. E. Niebergall!
In Szene geſetzt von Cduard Göbel
Dargeſtellt durh die Heſſ. Spielgemeinſchen.1
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Spielwart: Ernſt Langsvorl
Preiſe der Plätze: 1 bis 6 Mk.
Eintritt der Miete in den Zuſchauerraun.
nur geg. Vorzeinung der Mretkarte zulällse?
Pauſe nach dem 2. Aufzug
Ende 10 uh
Anfang 8 Uhr
Man kör
aſotiſcher 5
München un
entiernt.
Der Faſch
heit erhöhen
Haufe, der Pe
ſichierglanzun
der der gräf
Meireiung vor
„Wiene
Städte.
—ind dennodh
äliſchen Glu
Ahrheit naht
Gegenwi
Erinneru
M Gefichles.
Mi gekrönt.
al der 2
2o. Februar 1927
Nummer 8
„Wiener Saſching
„Münchener Gauklerfeſt”
— und „Kölner Karneval!”
Man könnte genan ſo ſchreiben „amerikaniſch-
afrikaniſch-
gäatiſcher Saſtnachtsrummel” — denn weltenweit ſind Wien,
München und Köln voneinander in ihrem Jaſchingstreiben
eitfernt.
Der Jaſching iſt die Seit, in der wir die Lüge zur
Wahr=
hrit erhöhen und umgekehrt. Das Alltagskleid bleibt zu
Hauſe, der Pantoffelheld ſeiner engen vier Mauern erſcheint
lichterglanzumfloſſen im großen Saale als „Egmont”
oder der gräßliche Haustyrann ſpielt den demütigen Dierrot.
Befreiung vom eigenen — beſſeren — oder ſchlechteren „Ich”
— „Wunſchland”, für kurze Stunden dem grellen
wahrheits=
liebenden Alltag abgetrotzt.
„Wiener Faſching” — wohl der zeremoniellſte der
drei Städte. Saſt Überbleibſel höfiſcher Nokokomaskeraden
— und dennoch die geflüſterten Liebesworte von einer
ſüd=
ländiſchen Glut durchloht — daß ſie faſt der Slamme der
Wahrheit nahekommt. Darum um ſo gefährlicher, weil in
ſhrer Gegenwirkung unberechendar. — In der Verklärung
der Erinnerung manchmal kaum erträglich in ihrer Echtheit
des Gefühles. Süße Lüge, mit der Dornenkrone der
Wahr=
heit gekrönt. Nach Jahren Zufluchtsſtätte des Herzens im
Wirrſal der Liebloſigkeit des Verſtandes, der den
obwal=
tunden Catſachen RNechnung tragen muß. —
Liebesſchwüre, die die Hausmeiſterstochter zur
Prin=
ſin adeln, dem armſeligen Manſardenſtudenten Hoffnung
geben, der unvergeßliche Held erſten Liebesrauſches eines
„Wiener Komteſſerls” zu ſein.
Von ſchrankenniederreißender Gewalt ſüdländiſchen
Aemperaments durchbrauſte Sinfonie göttlich-innigen,
hin-
gsebungsvollen Leichtſinns!
Cragiſch in ihrem aus Ubermut und Verliebtheit
ge=
worenen Ernſte der Solgen.
Von Dr. AmadeusGrobmann.
„Münchener Gauklerfeſt”, Entladung bajuvariſcher
Ur=
kräfte zum Crotze weſtlicher Siviliſationsverſuche, welche
all-
jährlich im Oktoberwieſenfeſte aufs neue ertränkt werden,
um eigenſte Urſprünglichkeit trotzig zu bewahren. —
Hoch=
trabendes im Keime Ertötendes.
Eine Spaniolin von einer Naſſereinheit ,die geraden
Weges nach Schwabing führt, tanzt mit mir. Arme — die
den milden Glanz des Alabaſters bei weitem in den Schatten
ſtellen! Ein kleiner, runder, blauer Sleck iſt ſtumm
ankla-
gender Zeuge bajuvariſcher Särtlichkeit. — Ich flüſtere ihr
ins Ohr: „O. du Prieſterin Amors! Von deinem Gott
Gezeichnete!” Sie antwortet mit einem Baſſe, volltönend,
als käme er aus einem Hofbräufaſſe: „Ja, a ſo a gſcherter
Nammel — packt mi an wiar an Holzklotz.” Und die
Spa-
niolin grüßt mich noch ganz ferne auf der goldenen Mondes=
Skine eines Koſtümreitens von dem Darmſtädter Maler Karl Scheld,
der zurzeit in der Kunſthalle=Darmſtadt mit einer eindrucksvollen
Auswahl ſeiner Blätter, unter denen ſich beſonders die
Pferde=
bilder durch Lebendigkeit und farbige Sriſche auszeichnen,
an die Offentlichkeit tritt
ſichel thronend, und in meinem Arme laſtet eine „Münchner
Kellnerin” — mit einem blauen Sleck am Arme — der
viel-
leicht von einem Maßkrug herrührt. — Desilluſioniert ſitze
ich wieder auf dem „Bierfaß”boden der Phantaſie
erdolchen-
den Catſachen.
„Maſchkeral!” — „Maſchkera!” —
Verkleidung zum Swecke der zangloſeſten Enthüllung
ureigenſten- urfidelſten „Ichs”
Holzſchnitte — aus einem Cotentanz. Dürergeſtalten, ſich
ſelbſt unentrinnbar.
Maſchkeral — Maſchkeral
„Kölner Karneval.” —
„Narren und Närrinnen!” — ſo lautet ab elften, elften,
elf Uhr — und elf Minuten nachts der Citel der Kölner und
Kölnerinnen.
Sarkaſtiſche Selbſterkenntnis menſchlichen Wahnes wird
hier zum erhebenden geiſtigen Erlebnis. Jeder wirklich
fröhliche Menſch iſt vielleicht nur darum ſo, weil er ſich
ein gut Stück ſeiner Kindlichkeit bewahrt hat. Unbedingte:
Gehorſam — dem „Prinzen Karneval” lautet die Deviſe.
„Ja — man muß ihn geſehen haben, dieſen echteſten
der Prinzenl — Kein Slittertand belaſtet ihn, ſondern in
weißer Neinheit, in reiner weißer Seide zieht er, von ſeinen
„Funken” begleitet, ſieghaft lächelnd in den Saall Und wenn
dir es dann nicht warm ums Herz wird, dann laß dich ſofort
begraben, denn dann biſt du ſchon als Säugling ein Greis
geweſen — der ſchon zu lange gelebt. Das Gefolge des
Prinzen Karneval, die „Funken” begleiten ihn mit ernſter
Würde. — Auf den ſpitzen Helmen die Attribute ihrer
Würde gekreuzt — ein Siſch und eine Cabakspfeife,
dar=
unter eine flammende Petarde. Die „Petarde” des
ſprühen=
den Witzes. Das iſt das Werkmal des Kölner Karnevals
— dort triumphiert das Wort — ein Lied — beherrſcht
die Karnevalszeit — dieſes Jahr heißt es:
Kuderop! — Kuderopl —
Komm herauf! — Komm herauf! —
Man begrüßt einander auf der Straße mit „Kuderop”
Hier iſt der wahre „Mummenſchanz” zuhauſe — hier
kehrt jeder den Schalksnarren heraus, um ſeinen
Mit=
menſchen und ſich zu erfreuen. —
Eine Maſſenpſychoſe der Sreude beherrſcht das
Nhein=
land. —
Mit wallendem weißen Bart ſchreitet in persona „Vater
Rhein” einher — und ſelbſtvergeſſen=ſelig folgen ihm die
„Narren”
die Kinder vom Rhein!
Kuderopl Kuderopl
Haaaanagangangnng
HARREBHAS
Saſtnachtsbräuche im hinteren
Odenwald.
Von Max Walter, Amorbach.
Je weiter wir in der Entwicklungsgeſchichte unſeres Volkes
zurückgehen, umſo inniger finden wir das tägliche Leben
ver=
bunden mit dem Geſchehen in der Natur, letzten Endes eins mit
ihm werdend und in ihm aufgehend. Die Natur ſpendet alle
Lebensnotdurft, ihre Erſcheinungen, unberechenbar in Geben und
Nehmen, mußten neben Cod und Craum die Gedanken hinführen
zu einer Welt des Überſinnlichen. Nur von ſich aus aber konnte
der Menſch auf die ihm verborgenen Kräfte ſchließen. Was ihn
leben, wirken, denken und fühlen machte, mußte ähnlich hinter
allem Geſchehen um ihn herum ebenfalls als treibende Kraft
ſtecken. Leben und Sterben ſah der Menſch nicht nur an ſich,
tauſendfältig ſpielte ſich der gleiche Vorgang ab, wohin er ſäh.
So aber, wie die eigene Seele nicht körpergebunden war (
Craum=
leben u. a.), ebenſo waren beweglich und flüchtig die Geiſter,
deren Werk der Menſch im Walten der Natur erblickte. Das
Wachstum in Wald und Seld war das Werk beſonderer Weſen,
der Vegetationsdämonen. Sie hauſten in Baum und Buſch,
waren die Cräger der Fruchtbarkeit. Den Menſchen hold
ge=
ſinnt, zählten ſie zu den guten Geiſtern. Ihnen gegenüber ſtanden
die Spukdämonen von mannigfaltiger Art. Sie waren die
Ver=
körperung des Schreckhaften in der Natur, der Kräfte, die dem
Wachstum feindlich geſinnt, es auf jede Weiſe zu unterbinden
und zu vernichten verſuchten. Ihr Weſen reiht ſie unter die
böſen Geiſter. Eine frühe Zeit menſchlicher Glaubensübung
er=
ſteht damit vor uns, deren allgemeine Geltung wohl lange durch
die Entwicklung unſeres Volkes überholt worden iſt, deren Neſte
abet noch in zahlreichen Bräuchen und Anſchauungen bis auf den
heutigen Cag ſich zu uns herüber gerettet haben und unter uns
leben.
Neich an alten Bräuchen und Überlieferungen iſt der hintere
Odenwald. In den abgeſchiedenen Waldbergen fließt geruhig das
Leben, die Einſamkeit und eine ſtarke Innerlichkeit laſſen den
hinteren Odenwälder treu an Uberkommenem feſthalten und es
pflegen. Aus dem vielgeſtaltigen und bunten Reigen von
Bräuchen, mit denen er den Kreislauf des Jahres ſchmückt, ſeien
die Saſtnachtsbräuche herausgegriffen. —
Winterzeit, tote Seit! Die Geiſter der Unfruchtbarkeit
regieren unumſchränkt, hauſen in allem, was den Keim des
Lebens in ſich trägt. Der Februar bringt die erſten warmen
Cage; fing ſchon an Jabian und Sebaſtian „der Baum zu ſaften
an”, nun erwachen überall die Wachstumsgeiſter zu neuer
Cätig=
keit. Die Seit iſt gekommen, in der der Menſch den Kampf
auf=
nimmt gegen ihre nun beſonders geſchäftigen, weil um ihre Macht
beſorgten Widerſacher, die Unholden, deren Weſen er als den
böſen menſchlichen Crieben verwandt anſieht. Die meiſten
Früh=
lingsbräuche gelten dieſem Kampfe wider die Geiſter der
Un=
fruchtbarkeit; wie andernorts haben ſie ſich auch im hinteren
Odenwald beſonders verdichtet auf die Faſtnacht. Der Begriff
Faſtnacht umſchloß früher mehrere Wochen, umfaßt alſo den
Beginn des neuen Wachstumsjahres. Mit der Seſtlegung auf
einen beſtimmten Cag zogen ſich auch die in dem Zeitabſchnitt
Die undankbare Inſel.
Von Frédéric Boutet.
Autoriſierte Uberſetzung von Gutti Alſen.
(Nachdruck verboten.)
Es geſchah in den ſüdlichen Meeren, um den 52. Grad
ſüd=
licher Breite und den 47. weſtlicher Länge herum, daß der
berühmte Soziologe, Hugieniker, Statiſtiker Herr Pluvinage, der
außerdem noch Mitglied aller gelehrten Geſellſchaften und vor
allem ein berühmter Nedner war, Schiffbruch erlitt.
Niemand verſtand es beſſer als er, den guten Willen ſeiner
Seitgenoſſen zu entmutigen, indem er ſie von Sachen, die ſie gar
nicht zu wiſſen wünſchten, „um ihre ſittliche Größe zu heben”.
unterrichtete. Niemand verſtand es beſſer als er, Statiſtiken und
Cabellen aufzuſtellen, die ganz unnützerweiſe das Gegenteil von
allem, was man wollte, bewieſen. Auf dieſe Weiſe war ſein
Nuhm allumfaſſend geworden.
Segen ſein vierzigſtes Lebensjahr war er, von
Ehrenbezeu=
gungen erſtickt und vor propagandiſtiſchem Eifer glühend, zu einer
großen Unterrichts- und Studienfahrt rund um die Welt herum
abgereiſt. Er hatte Vorträge in den verſchiedenen Sprachen,
die ſchu dbeladene Eltern ihn lernen ließen, gehalten und hatte
überall ſtatiſtiſche Aufſtellungen geſammelt: in Aſien, in Afrika,
in Amerika. Und alle dieſe drei Erdteile begünſtigten ihn
gleich-
mäßig, doch Auſtralien ließ ihn im Stich. Mit andauernder
Wildheit fiel das Wetter über das Schiff her, das ihn trug,
warf es aus der Bahn und ſchließlich auf feindſelige
Korallen-
riffe, ſo daß Herr PPluvinage ſich eines ſchönen Morgens, nach
verſchiedenen heftigen Erregungen und nur mit einem
roſa-
geſtreiften Untergewand und geſtickten Pantoffeln bekleidet, am
außerſten Ende einer Segelſtange befand, die von einem wenig
friedlichen Ozean heftig umhergeworſen wurde.
Her Pluvinage hatte ſeinen mit Platten verſehenen
photo=
graphiſchen Apparat und ſeine drei große Hefte füllenden
Stati=
ſtiktabellen gerettet. Er beſaß ſonſt noch eine Schachtel voller
gelldten Bräuche auf ihn zuſammen. Auch im Wirtſchaftsleden
trat die Jaſtnacht im bageriſchen Odenwald als Zinstag hervor
Jahrhunderte hindurch mußten die Bauern an dieſem Cage einen
Ceil ihres Hofſtättenzinſes an den Grundherrn, das Kloſter in
Amorbach u. a., in Form des „Saſtnachtshuhnes” abgeben. Dieſer
Sins war der erſte im neuen Ertragsjahre.
Die „Faſlnacht” iſt der Cag der Umzüge. Collſte
Ausgelaſ=
ſenheit iſt ihr Merkmal. Die Burſchen maskieren ſich mit
„Faſlg’ſichtern” oder „Schlaraffeg’ſichtern” oder bemalen das
Geſicht; ein Expreſſioniſt könnte ſeine helle Freude daran haben.
Die greulichſten Muſikinſtrumente, daneben Gießkannen,
Koch=
töpfe, Kindertrompeten und Saublaſen werden gemartert. Lärm
muß ſein, je mehr um ſo beſſer. Gern „agiert” man dabei Leute
aus dem Dorfe, die im Laufe des verfloſſenen Jahres einmal
Gegenſtand allgemeinen Gelächters geweſen ſind. Man ahmt
Geſtalt und Geſte des Betreifenden nach und wiederholt im Spiel
den zum Vorwurf dienenden Vorfall. So hatte ſich einmal ein
Bauer in der Betrunkenheit von einem Händler im Hundekarren
beimfahren laſſen. Man flocht aus Stroh eine Puppe, klebte ihr
einen gewaltigen roten Schnurrbart, den Stolz des Dargeſtellten,
an und fuhr mit ihr durchs Dorf bis an den Hof des
Betreffen=
den, wo man die Puppe vorſichtig auf dem Miſte niederlegte.
„An Saſlnacht haben alle Menſchen Namenstag, wer keinen hat,
iſt ein apartier Narr”, ſagt man in Kirchzell. Auch die Kinder
vermummen ſich und ziehen ſchreiend von Haus zu Haus, Gaben
heiſchend, die ihnen in Geſtalt von Kuchen, Obſt, Hutzeln oder
Pfennigen gegeben werden.
An Neimen, die wohl früher einen Beſtandteil dieſes
Kin=
dertreibens gebildet haben, hat ſich faſt nichts mehr erhalten.
In Ottorfszell necken die Kinder ledige Burſchen und Mädchen
vorgerückten Alters mit dem Spruch:
Ei du liewe Saſlnacht,
Biſt du ſchon widder dol
Vor’gs Jahr biſte übrig bliewe,
Dies Jahr get der’ſch widder ſol
Nicht immer waren die Umzüge zu bloßer Narretei
herab=
geſunken. In Amorbach zogen bis vor einigen Jahrzehnten die
unbeſcholtenen Burſchen und Mädchen unter Muſikbegleitung
mit dem ſogenannten Saſchel=Nädle durch die Stadt. Es beſtand
aus drei an einem Geſtell wagrecht übereinander angebrachten
Nädern von verſchiedener Größe und war geſchmückt mit bunten
Bändern und Cüchern und behangen mit Apfeln, Leckereien,
Würſten, Bretzeln, Flachs und Cabak. Vor dem Nathaus machte
der Sug halt. Der Bürgermeiſter wurde begrüßt. Er ließ dem
Anführer des Suges einen Schoppen Wein überbringen, worauf
die Paare dreimal um das Saſchelrädle tanzten und dann weiter- den, deſto beſſer geriet in dieſem Jahre der Flachs.
zogen. Vor dem Palais, dem Amtsgericht, dem Pfarrhaus und Aber auch in Haus und Hof vertreibt man an Faſtnacht 1124
auf den freien Plätzen der Stadt wiederholte ſich das Schauſpiel.
Die Anhängſel des „Saſchelrädles” wurden zum Schluſſe unter
die Kinder verteilt. Der übliche Saſtnachtstanz füllte den Abend.
Im allgemeinen ſind dieſe Saſtnachtsumzüge in hieſiger
Gegend ſtark verwaſchen und tragen alle Merkmale der
Ent=
artung in der Sorm und auch in dem ihnen zugrunde liegenden
Gedanken an ſich. Swei Eigenheiten laſſen ſich aber noch leicht
aus ihnen herausſchälen: die Maske und der Lärm. Beide ſind
uralte und weit verbreitete Abwehrmittel wider böſe Geiſter.
Saſt mit jedem Beginn eines neuen Seitabſchnittes ſind ſie ver=
bunden nach dem Glauben: ein guter Anfang ſichert einen
eben-
ſolchen Sortgang. Erinnert ſei kurz an das Verkleiden und
Schießen bei Hochzeiten, an den Lärm in der Neujahrsnacht und
am Peterstag. Die Umzüge in der Saſtnachtszeit galten urſprüng-
Süßholz. Ein Chineſe nahm das andere Ende der Stange ein.
Alles Ubrige war untergegangen.
„Wiſſen Sie, ob ſich in einiger Entfernung Land befindet?”
fragte Herr Pluvinage den Chineſen, ſobald er ſprechen konnte.
„Sechzig Meter weit von hier”, ſagte der Chineſe.
„Und in welcher Nichtung?” fragte Herr Pluvinage
ziem-
lich zufriedengeſtellt.
„In Ciefenrichtung,” erwiderte der Chineſe, „ich habe vor
dem Niff Unterſuchungen angeſtellt.”
Herr von Pluvinage war von dieſer mäßigen Poſſe wenig
erdaut.
Zwei entſetzliche Cage verbrachte er ſo, in der Surcht vor
Haifiſchen und vor dem Krampf, vor Durſt verſchmachtend und
von ſeinem ekelerregenden Süßholz ungenügend genährt. Im
Laufe dieſer Seit ſagte der Chineſe, daß er die Sache ſatt habe
und ließ ſich in die Ciefe fallen. Herr Pluvinage klammerte ſich
um ſo feſter an ſeine Segelſtange und an das Leben.
Erſt am anderen Morgen trieb die Stange mit Herrn
Plu=
vinage auf eine Küſte mit ſchwarzem Sand, auf der einige
mit=
fühlende menſchliche Weſen den erſchöpften, vor Hunger,
Er=
mattung und Froſt ſterbenden Schiffbrüchigen aufnahmen und
aufs beſte pflegten.
Fünf Cage lang blieb Herr Pluvinage einzig und allein
damit beſchäftigt, wie eine Nieſenſchlange zu eſſen und nach dem
Eſſen zu ſchlafen. Im Verlauf dieſer Seit hatte er ſeine Kräfte
und ſeine Hellſichtigkeit wieder erlangt und konnte ſeine Augen
nutzbringend umherſchweifen laſſen.
Es war eine kleine, ziemlich wüſte Inſel, die von der übrigen
Welt ganz abgeſondert lag. Es gab darauf Pinguine, wilde
Siegen, eingeführte Schweine, Kohl, Kartoffeln und Swiebeln
im Uberfluß, nicht viele Bäume, einen kleinen Bach und im
ganzen vierzehn Einwohner: neun Männer, von denen drei
Far=
bige waren (zum größten Ceil entwichene Sträflinge oder
zweifel-
hafte Abenteurer, die ſetzt weder Namen, noch Herkunft, noch
Religion beſaßen), und drei aus Cahiti oder der dortigen
Um=
gegend gekommene Frauen mit zwei Kindern. Sie ſtanden in
ſſch dem Vertrelben der Unholden, der die Fruchfdarkeſt
drohenden böſen Geiſter in Feld und Slur. Auch die Bezeichnn)g
„Jaſlbouz” (bözen — fürchten machen, ſchrecken) für die mlnznu
mummten Geſtalten erinnert noch an den einſtigen Sweck Iend
Verkleidung.
Das Jaſchelrädle, in gewandelter Sorm in verſchiedg
Gegenden Deutſchlands wiederkehrend, iſt ein naher Verwani
des Maibaums, des Symbols der Fruchtbarkeit, des ſieghan
Srühlings. Gern ſchlagen die Ceilnehmer der Umzüge mit Rug
und Stöcken Vorübergehende. Auch dieſe Ubung, heute
rohen Spaß verflacht, war ehemals eine kultiſche Handird
Weithin bekannt iſt das „Sitzeln” oder „Pfeifern”, der Schtu/
mit der ſogenannten Lebensrute. Im hinteren Odenwald iſt düllycP
Brauch ſcheinbar nirgends bekannt geweſen, das Schlagen 9Kü0
Masken war urſprünglich der gleiche. Das lebende Neis vern/n4!
Fruchtbarkeit, Gedeihen, Geſundheit. Im nahen badiſchen FFiz
tingen wuſchen an Faſtnacht die Frauen ihr geſponnenes Gy””
im Freien; je mehr ſie dabei von den Masken „geböutſcht” m.bert
im langen Winter ſeßhaft gewordenen Unholden. Alles, was rzünen. Oie
an Vorräten hat, muß umgewendet werden (Ottorfszell u. ſwMt, das „60/
Die Getreidevorräte, beſonders die „Samfrucht”, die Kartoffiüdung macht
die Wurzeln werden gewendet, die eingemachten Bohnen und g klaeit ſchenker
Sauerkraut werden gewaſchen, damit „ſie ſich gut halten‟. 1
Bienen werden gehoben und gereinigt, wenn möglich unn)
ſchrien. Das Nütteln, Heben und Klopfen iſt ebenfalls ein 24heK00
wehrmittel. So klopft man auch den Bienen und rückt ſie un
Platze, wenn der Bienenvater geſtorben iſt, damit die Seele ,
Coten nicht bei ihnen Suflucht finden kann. —
Ioa
Noch Ende der neunziger Jahre wurde in Kirchtell /1/ü
„Jaſlnacht” verbrannt. Abends gegen 10 Uhr wurde von 4 ut h hei
Burſchen eine aus Stroh geſlochtene Puppe auf einem Sitanl Flrm ledt
befeſtigt und vor’s Dorf getragen. Dort wurde ſie unter Hüdle „Hge, Blick,
und Klagen auf dem Selde verbrannt. Die Strohpuppe vefiül zu ss Konte
perte die Unfruchtbarkeit; das Verbrennen war Analogiezalklt M rdngs
Was dem Abbild geſchah, widerfuhr dem Urbild. Ahnliche 21 Müchig
ſichten mochten urſprünglich dem Ausgraben und Verſchanzü
der Saſtnacht, wie ſie noch in Schneeberg geübt werden
grunde liegen Bei Morgengrauen ziehen die Burſchen Aikinl
Schiebkarren, Pickel und Schaufel vors Dorf. Mit dem Jar:1.
rohr, erſetzt durch ein Ofenrohr, wird der Platz geſucht, wont /ᛋ.
Saſtnacht liegt. Damit die Beleuchtung nicht fehlt, baumelt4
einer Miſtgabel eine Laterne. Mit viel Geſchrei geſchieht
Ausgraben. (Die Faſtnacht wird nicht verkörpert.) Am 2004
wird ein mit einem Cuch bedeckter Karren, auf dem man ſichtl
Saſtnacht liegend denkt, zum Dorf hinausgefahren und draud
wieder mit viel Lärm der Cag begraben.
Die Surcht vor den an Saſtnacht umherſchwärmenden 1oh
Geiſtern macht den Cag ſogar zu einem Unglückstag. (Brelid
bach.) An ihm darf man das Vieh nicht aus dem Stalle fühl4
Man ſoll nicht in den Wald gehen, der Ceufel geht darinnen 14
Sahlreiche Sagen laſſen ihre an beſtimmte Orte gebundenen /
ſpenſter alljährlich an Saſtnacht erſcheinen.
Eine Neihe von weiteren Bräuchen knüpft ſich an den 4
ginn des neuen Wachstumsabſchnittes. Ihre Beobachtung29 ü
Sülle und Segen verbürgen.
keinerlei Beziehungen zu der übrigen Welt und erſehnten ſe
nicht. Alle zwei bis drei Jahre warf ein Schiff, gelegentlich 20
Siſchfanges, in ihrer Nähe Anker, übermittelte ihnen ungeſf?
Nachrichten von Kriegen, Nevolutionen, über die ſie ſich 1A
machten, und tauſchte mit ihnen gegen Nobbenfelle und Oele?l
Gegenſtände zum notwendigſten Gebrauch ein, beſonders 4
einige Connen Num, dank derer dieſe kleinen Leute ſich 10
Sonntag ein kleines, gemütliches Feſt leiſteten. In der u0l n
Seit beſtellten ſie ihre Kartoffeln und Zwiebeln, mäſteten
Schweine und angelten Kabljau. Die Frauen aber nähten 4
dungsſtücke aus Sellen.
Seit ſehr langer Seit lebten ſie ſo glücklich, geſund."
heiter, in Cugend und Unſchuld, und hatten Leidenſchaftenr.
Geld vergeſſen.
Da kam Pluvinage zu ihnen, voll der beſten modernen 444
ſätze, voll Gedanken, die ſich auf jeden Gegenſtand feſtletziel-- Statiſtik und gedrängter Neden. Er war im W0 C2
von großer Dankbarkeit für dieſe Leute, die ihm das Lebeſna
rettet hatten, erfüllt und wünſchte aus voller Seele, ihnen E
zu tun.
Seine erſte und harmloleſte Cat war es, die kleine Role
die zu dieſem Swecke ihre beſten Fellkleider anzog und Na.
einer Gruppe am Strand aufſtellte, zu photographieren. Ce
ein Vergnügen, dieſe zwölf braven Leute und die beiden Ki
Kinder ſo voller Geſundheit, Kraft und Lebensfreudigſe2
ſehen. Sie waren entzückt darüber, photographiert zu De2
aber es war eine platoniſche Freude, denn Herr Pluvinage ?e
ſeinen Apparat und ſeine aufgenommenen Platten für Nied
ſagte er ihnen, daß es ihm ein großes Vergnügen bereiten i.
ſeine Pflicht zu erfüllen, indem er ihr Glück begründel”. Stunde an beſchäftigte er ſich mit dieſem.
Er begann damit, ihnen vermittels eines Notizblcht.
offenbaren, Laß ſie nicht mehr die genauen Daten wüß” 2)
daß der Cag, den ſie für den Sonntag hielten und Oltc
und Num feierten, tatſächlich Mittwoch war. Das. N*
Schein der Belangloligkeit, aber es verſtimmte ſie i.P4
Iu
[ ← ][ ][ → ] r allem wurde an Faſtnacht im Eſſen geſchwelgt. „An dem
uß man ſich zum Krüppel freſſen” heißt es mehr derb als
ſchnu Am gelben Montag, dem Cag vor Saſtnacht, gibt es
min; Pfannkuchen und Kartoffelſchnitz. (Daher auch der
Nco Schnitzmontag.) In welcher Menge, verrät ein
Kinder=
reilmallgemein):
Ei du liewe Faſlnacht,
Ei du liewe Seit!
Mei Mutter kocht Kartoffelſchnitz,
Mer määnt, ſie wär net gſcheid!
ie Kartoffelſchnitz werden an einem großen Stück
Dörr=
gekocht, das am Saſtnachtsmorgen zum „Schmuz”
ver=
wird. Dieſer beſteht aus einem gewaltigen Eierkuchen
EMſgekochter Speck, in Milch eingeweichte Wecke) und bildet
dahzhſtück. Mittags gibt es Kraut und Speck (Saſtnacht zählt
„Kraut- und „Sleiſchtagen”), vielfach auch Bratwürſte,
ab ” aber Saſlküche mit Hutzeln oder Schnitzen und einer
„Auſtt”- oder Weinſuppe. Das Geſchirr darf abends nicht
gelyy wverden, die Engel kommen und putzen es. (Kirchzell.) Die
Ubuete bſel vom Schmuz oder einige Saſlküchle bekommen die
Hühhr (Watterbach).
1 Saſtnacht ſoll man Geld einnehmen, mindeſtens aber den
Geßſti tel ſchütteln. Man muß Butter ſtoßen, die Wieſen
wärſſet Neiſer zum Veredeln der Obſtbäume ſchneiden. Das
Geiſarr wird hergerichtet, vor allem alles Lederzeug geſchmiert.
Dileſtälle werden ausgemiſtet, das Vieh geputzt, damit es das
Mgaum cahr hindurch ſchön bleibt. Die Hühner ſoll man beim
MSüjttent möglichſt zuſammenhalten und dabei mit der Hand drei
Kriel am ſie ſchlagen, damit ſie im kommenden Jahr der Weih
nickyiſtlt. Das Säubern des Hühnerſtalls an dieſem Cage
ver=
treni das Ungeziefer für die künftigen Monate (Kirchzell u. a.).
ſime Anzahl von Arbeiten ſind an Saſtnacht ſtreng verboten.
DelsSpinnrad muß zugebunden und in das dunkelſte Gelaß
ge=
ſtehlülverden. Wer an Saſtnacht ſpinnt, begegnet im kommenden
Jaſhy wwohin er tritt, vielen „Krotten” und Schlangen. Aus dem
gleſian Grunde darf man nicht waſchen. Kröten und Schlangen
zähüle fuu den Seelentieren. Ihre Verbindung mit den Verboten
anpkſtacht kennzeichnet abermals den Cag als einen, an dem
dazt ſeiſterreich an beſonderer Wirkſamkeit ſteht. Ferner darf
mcrm Saſtnacht nicht nähen, ſonſt nimmt man den Hühnern die
Eihr 2luch Backen und Holzhacken zählen zu den verbotenen
Ardhteri. —
Lirht zweifelsfrei feſt ſteht die Bedeutung des Wortes
Jaſt=
nauh Man neigt neuerdings zu der Erklärung, Saſtnacht ſei
onnn dieſ lacht vor der Saſtenzeit. Vielleicht — ich unterſtreiche das
Wſſor — läßt ſich der Name erklären aus dem Sprachgebrauch
hs deen denwälders. „Faſ’lnacht”, „Jaſch’lnacht” nennt er den Cag.
6t MMyſcſ’ln”, „faſch’in” bezeichnet er gedeihen, üppig wachſen,
Aes zurnehen. Die Bräuche an Saſtnacht aber enden alle in dem
Omſel, das „Saſ’ln” im kommenden Jahr hervorzurufen, ihre
die Arlsbung macht die Nacht zu einer „Faſ’lnacht”, einer
Frucht-
muu bamht ſchenkenden Nacht.
kdoten zu Peter Altenberg.
Von Leo Neiſſinger, Wien.
ihn mancher Leſer nicht kannte, ſoll er porträtiert wer=
USrigens: Wer eine Reiſe nach Wien nicht ſcheut, kann
urd aurahhr ute noch Peter Altenbergs Bekanntſchaft machen; in
Ailebt ſein Bruder Georg Engländer. Stimme, Confall, Ge=
und
-Blick, Haartracht dieſes Mannes geben ein ziemlich ge=
Ronterfei Peter Altenbergs (alias Nichard Engländers).
ings verdünnt! Peter war voluminöſer als ſein Bruder.
thriger. Tiefer. Verſchmitzter in ſeiner Herzlichkeit. Küh=
einer Demut, ängſtlicher, zitternder in ſeinem Mut.
org Engländer verſorgte eine Bank mit ſeinem
admini-
ſtülrſſ chen Genie. Peter Altenberg ſpielte va bangue mit ſich,
milnlern, mit allem! Er log die Wahrheit und man mußte ihm
g9Rtet.. Und er ſagte die Wahrheit im Confall der Lüge und
mſtdachte ſich ſechs Nufzeichen hinter ſeiner Nede und lachte
ülbüe göttliche Wahrheit. Deswegen ging Peter Altenberg
Krhrade, Georg Engländer ein wenig gebeugt. Und wenn
dimmiteinander ſprachen, konnte Peter ſtolz=gerade vor ſeinem
Amter ſtehen und weinen, aber ſein Bruder beugte ſich noch
vml ters Schmerz! Ich wette: Innen, wo die Peripherie des
Alta en keinen Naum hat, haben ſich auch die Lacher um Peter
Altberg gebeugt! Aber das konnte nur ſehen, wer ſcharfe
Alan hatte.
Min ſein Porträt: Können Sie ſich einen allerklügſten, her=
19 Nunigen Seehund vorſtellen, dem eine See menſchliche
Glied=
mſſ verliehen hat? So ſah Peter Altenberg aus, und er
Iu720 einen Körper als ein wunderbares Inſtrument, als ein
Aſdar der Schöpfung. Menſchen, die ſich auf alle Fälle als
SMl= und ſie ändert ihre ganze Lebensweiſe, im beſten
Be=
ſtIen, einem ſo unverzeihlichen Irrtum abzuhelfen.
Ain ſchritt Herr Pluvinage energiſch auf dem Wege des
Oi und der Neden fort. In wenigen Tagen gewann er einen
unſheuiren Einfluß auf ſie, indem er ihnen eine Menge
allge=
mier Kenntniſſe beibrachte und ſie daran gewöhnte, ohne
einzu=
jaAen, zuzuhören. Er hielt ihnen Vorträge über Geſundheits=
PINe Ein Kleidung und Wohnung), zweckmäßige Ernährung.
UAnneeinheit, Turnübungen für jedes Organ, Kindererziehung,
A wearbeitung, chemiſche Düngung, Guano, Einteilung der
Sfllr in Schläge, künſtliche Siſchzucht, Süchtung der Haustiere,
Oſtemefinnen, Crichinoſe und Bauchfellentzündung. Er bewies
AM mit unumſtößlicher Sicherheit, daß ſie in einem elenden,
alu miodernen Fortſchritten hohnſprechenden Zuſtande lebten.
CHdste ihnen Ekel vor ſich ſelbſt und vor allem, was ſie um=
91Mem, indem er ſie unaufhörlich auf alles, was ihnen fehlte,
9/ſ1e-. Er demütigte ſie, indem er ſie mit den ſo machtvoll
DAaſiierten Völkern Europas verglich, das ganze von Sitaten,
9/ Muer Catſachen, unwiderlegbaren Zahlen und niederſchmet=
10Ten, ſtatiſtiſchen Ausführungen begleitet.
U-e Unſeligen, die von dem Gedanken beherrſcht waren, daß
Eyym in allen Dingen überlegen ſei, und davon überzeugt, daß
eFAilees wüßte (was unglücklicherweiſe nur zu wahr war),
AMcieen ihm vollſtes Gehör und ſetzten alles daran, ſeine Lehren
iſtehen und zu befolgen. Sie wagten es nicht, ſich gegen die
ition aufzulehnen, und Pluvinage wurde ihr Wohltäter
Führer.
Das entfeſſelte Herrn Pluvinage. Er ließ die Hütten
nie=
ſaen und ſie nach ſeinen ſchrecklichen hygieniſchen Anſichten
eiier Krankenabteilung „für die mit anſteckenden Leiden
1ſu=eten” (niemals waren ſolche dageweſen) wiederaufbauen.
Außz einen Deich, einen Fahrdamm und einen Leuchtturm
* Tten, alles unſagbar überflüſſige Dinge. Jeden Morgen ver=
2Aie er ſeine Opfer am Strande und zwang ſie zu einer ver=
* 40nmmneten ſchwediſchen Gymnaſtik voll gräßlicher Glieder=
*Rukungen. Er verdammte ſie dazu, ihr Waſſer vor dem
Wunder der Schöpfung betrachten, haben den Schlüſſel zum Weſen
Peter Altenbergs, zu ſeinem Charakter. (Dieſes Wort im
myſtiſchen Sinne verſtanden!)
Udrigens, Neſpekt!! Altenberg war eine Perſönlichkeit. Das
iſt leicht klar zu machen: Er hatte ein Löwenherz! Begeiſterung
über ein paar wundervolle Frauenaugen, vor denen ihn ein
him-
melblauer Enzian zu einer nichtsſagenden Apotheſen-Atrappe
werden konnte, raubten ihm den Schlaf und ließen ihn zu einer
unmöglichen Nachtſtunde einen ſeiner rauſchenden Briefe
ein=
fallen, den er der Eignerin ſolcher katalyſierenden Augen für
eine ſeine Verhältniſſe weit überſteigende Summe ſofort und
dringend telegraphierte!
Dieſer Hüne an Liebesfähigkeit lebt in den Frauenherzen
weiter, aber auch im Arger der Männer! Denn eine Srau, die
von Peter Altenberg geliebt wurde, wenn auch nur eine Stunde
lang, iſt reichſich befähigt, vernichtende Vergleiche anzuſtellen..
II.
Ich ſaß im Jahre 1916 mit Peter Altenberg im Wiener
Graben-Café Kiosk. Wir ſprachen ſo lebhaft, wie das nur
mög=
lich iſt, zwiſchen einem Meiſter und einem, der ihn aufrichtigſt
verehrt. Plötzlich unvermittelt ſchwieg Altenberg, ſein Blick
bekam etwas unſäglich Crauriges, Weltſchmerzlichesl Saſt weinte
Peter Altenberg, als er mich auf eine ältere Dame aufmerkſam
machte: „Dieſe Frau, ſehen Sie, hatte die ſchönſten Hände, die ich
vor zwanzig Jahren küſſen durfte! Ja, überhaupt die ſchönſten
Hände, die ich je bewunderungsvoll, überſchwenglichſt, begeiſtert
geküßt habe!! — O begreifen Sie, wie Vergänglichkeit iſt!
Ver=
ſtehen Sie doch, wie ich ſie ſehe!! Ein Dichter muß, muß, muß
unſterblich ſein!!“ — Solcher Hände wegen, zum Beiſpiel, ſolcher
Hände wegen, die man nur äußerſt (!1!) ſelten, wenn überhaupt,
und nur wie durch eine göttliche Sügung erleben kann!! Und
wer ſoll das hohe Lied ſolcher Hände ſingen?! Wer, wenn nicht
der Dichter! Die anderen Männer, dieſe Kanaillen, dieſe dummen
Buben, können doch ſoche Wunder gar nicht ſehen! gemäß ihrer
angeborenen Schlechtraſſigkeit!! — Als ich dieſe Hände zum erſten
Mal erblickte, wußte ich mit jähem Schrecken, daß ſie einmal alt
ſein werden! Ich habe dieſe Hände photographiert!! Und ich
habe dieſe Hände geſtreichelt! Aber was vermag ein Dichter!? —
Was nützt es, Dichter zu ſein, wenn man dieſe Wunder von
Händen nicht in ewiger Jugend zu erhalten vermag!? — Man
kann nur weinen über die eigene Unzulänglichkeit auf jeden Salll
Auf jeden Sall!!”
III.
Ein anderes kleines Erlebnis iſt geeignet, zu beweiſen, wie
zwingend, aufrichtig und einfach Altenberg wirkte.
Ich ſaß im Café ſeines Hotels und wartete auf Peter
Alten=
berg.
Da kam Karl Kraus, ſetzte ſich in die Loge neben meiner
und ließ Peter Altenberg herunterbitten.
Nach einiger Seit kam der Kellner und berichtete, daß Herr
Altenberg ſchlafe.
Karl Kraus lächelte und ließ Altenberg ſagen, daß er ihm
die feinſten holländiſchen Sigaretten mit Strohmundſtück
mit-
gebracht habe.
Als der Kellner diesmal wiederkam, hatte er einen roten
Kopf: „Herr Altenberg läßt — um die Sigaretten bitten!” ſagte
er
Crinken abkochen zu laſſen, denn er hatte im Bache Bakterien
gefunden. Er entzog ihnen, da er Begetarier war, faſt gänzlich
das Sleiſch und ſtopfte ſie mit unſchmackhaften Mehlen, die ſehr
ſchwer herzuſtellen waren. Er ſchrieb ihnen die Stunden des
Auf=
ſtehens und Schlafengehens vor und eine Arbeitseinteilung, die
ſie tief verſtimmte, und nötigte ſie, alles, was ſie früher getan
hatten, aufzugeben, und nur noch das zu tun, was er, Pluvinage,
für ſie gut erachtete und was tatſächlich in der Cheorie auch im
höchſten Grade vorteilhaft war — aber keineswegs in der
Praxis. Die Schweine, die den wiſſenſchaftlichen
Süchtungs=
methoden unterworfen wurden, ſtarben, faſt alle. Die von der
neuen Art des Angelns erſchreckten Kabeljaue flohen ins weite
Meer und die Nobben wanderten aus. Kohl und Kartoffeln
hörten zu gedeihen auf, ebenſo die Swiebeln.
Was die vierzehn Einwohner anbetraf, ſo waren ſie einfach
im Sterben begriffen. Vierzehn neuraſtheniſche, von Arbeit und
mangelnder Nahrung erſchöpfte, von der Surcht vor Krankheit
und Cod gemarterte, von Ehrgeiz, Neid und gegenſeitigem Haß
verzehrte Skelette (Herr Pluvinage hatte ihnen die
Notwendig=
keit einer politiſchen Organiſation zwecks Herſtellung ihrer
Würde in den Augen der Völker offenbart) erſetzten die einſt
ſo fröhlichen, kraftſtrotzenden Menſchen.
So weit hatte Herr Pluvinage die kleine Kolonie in weniger
als einem Jahr gebracht. Aber er ſah ſeine Verheerungen nicht,
er war mit ſich und den anderen zufrieden und ſetzte Fett an.
—
—
Am Jahrestag ſeiner Ankunft veranſtaltete Herr Pluvinage
öffentliche Vergnügungen, die er „Mäßigkeitsfeſt” benannte,
denn dieſer Menſchenfreund war feſt entſchloſſen, ſein Werk zu
krönen.
Er vereinigte ſie im Morgen und photographierte ſie, wie
er es bei ſeiner Ankunft getan hatte. Dann hielt er ihnen einen
eindringlichen Vortrag über den Alkoholismus und ſeine
Ver=
wüſtungen und kündigte ihnen an, daß er, um dieſen ſchönen Cag
zu feiern und um ihren letzten Seind zu unterjochen, es auf ſich
genommen habe, dem Säßchen Num, daß ihnen noch verblieben
TF.
Eines Cages ſtoße ich faſt mit Peter Altenberg auf der
Straße zuſammen, ſeine Augen blitzten wütend hinter dem Swicker
mit dem ſchwarzen Band, ſein Knotenſtock war in lebhafter
Be=
wegung und in der anderen Hand trug er einen rieſigen
Blumen=
ſtrauß.
„Wohin, Peter?”
„Ich ſuche eine Frau! Und zwar mo—men—tan!! — ſofort!!!
Eine Frau mit irgend einer Einmaligkeit, mit irgend einer
Eigen-
ſchaftl ich ſuche, kurz, ich ſuche eine andere Frau, eine beſſere
Srau, eine Frau, die kein elendes Miſtvieh, keine verruchte
Ka=
naille iſt, eine Frau, an der ein Dichter zu ſich ſelbſt kommt!
Eine Frau, vor der man ſich auf der Straße niederknien kann,
eine Frau, die fähig iſt, aus liebendem Verſtändnis, aus
erleſen=
lem Zartgefühl auf einen Dichter zu warten, wenn er ſich
ver=
pätet hatl!”
„Für dieſe Frau alſo wäre dieſer rieſige Blumenſtrauß, der
ſicher ein Vermögen gekoſtet hat?”
„Ein Vermogen!! — ein Vermögen!! — Mehr als das!
Ich werde heute nicht eſſen, nicht ſchlafen können! Wie ich dieſe
Nacht nicht geſchlafen habe!! — Ich habe jede einzelne Blume
vorausbeſtimmt! Dieſer Strauß iſt auch ein Strauß, den meine
berauſchte Begeiſterung mit der Materie ausgefochten hatl Sür
jede Nüance, für jedes Gefühl, für den Klang der Stimme, die
Sartheit der Hände — für alles eine beſtimmte analoge Blumel
Ich habe Naubbau an meinen botaniſchen Kenntniſſen getrieben!”
„Und alles wegen einer Frau, die noch nicht exiſtiert?”
„Du dummer Bub, für eine Frau, die aufgehört hat m
exiſtieren, für eine Frau, die ich für eine — mindeſtens für eine
PPrinzeſſin hielt, mindeſtens für eine edle Frau, die ſich aber dann
als eine nichtswürdige Gans entpuppt hat, für eine Srau waren
dieſe Blumen beſtimmt, die mein ganzes momentanes Vermögen
reſtlos aufgezehrt haben! Ich hatte dieſer Frau meinen Beſuch
angeſagt, für vier Uhr, ſie hatte zugeſagt! Ich war aber um
vier Uhr noch im tiefſten, heiligſten, Kräfte regenerierenden
Schlaf und kam erſt um ſechs Uhr zu ihrl Und dieſe Elende,
Nichtswürdige, die keinen Neſpekt vor den Nerven eines
Dich=
ters hat, dieſe Schlechtraſſige mit dem Geſicht einer Heiligen
war nicht mehr zu Hauſe! — Aber — dort kommt ſie!! Himmel,
das iſt die göttlichſte Jügung, die ich erleben durftel!”
Sprachs, und lief ein paar Schritte vor und überreichte
einer gertenhaft ſchlanken Dame den Strauß.
„Edelſte, beſte, wunderbarſte Frau, ich habe Ihretwegen
die Nacht durchwacht, Ihnen dieſen Strauß zuſammenzuſtellen!
— Ich habe mich für Sie ruiniert, nehmen Sie dieſe Blumen als
das heiligſte Opfer eines Dichters vor dem Altar göttlicher
Schönheit!
Das Opfer wurde huldvollſt angenommen. Kaum aber hatte
die Dame den Strauß in den Händen, rief Altenberg wütend:
„Sie verſtehen die Größe des Opfers nicht! Sie ſind die
nichts=
würdigſte, elendſte Perſon, ein Unikum an Schlechtraſſigkeit,
wenn Sie wären, wer Sie ſcheinen, hätten Sie unbedingt und
unter dem furchtbarſten Herzklopfen auf meine Ankunft
ge=
wartet!!!“
Während die Dame vor Erſtaunen nichts zu antworten
wußte, hatte ihr P. A. den Strauß wieder fortgenommen und
war mit großen zornigen Schritten davongegangen; ich hatte alle
Mühe ihn einzuholen.
„Aber Peter, was haben Sie da angerichtet!?“
„Ich bin ein Erzieher der Menſchheit! Ich fahre jetzt mit
dieſen Blumen zum Grabe Beethovens!! Denn auf
einen Beſuch hätte ich gewartet, und wenn ich vor
Auf=
regung, daß er vielleicht doch nicht kommen werde, geſtorben
warel!!”
Auf den Spuren des Saſching.
Von Friedrich Natteroth.
Eine Original-Masken-Nevue.
In dieſer Welt, in der ſich ein Weiſer erſt zurechtfinden ſoll,
haben allein die Maskenverleiher das Rezept zum Glücklichſein
erfunden. Wenigſtens für ihren Ceil, ſolange die Saiſon
an=
dauert, die immer zirka zwei Monate währt. Sie ernten nun,
was ſie die übrige Seit des Jahres genäht, geflickt; gepappt,
ge=
leiſtert und im ſchweren Nachdenken erfunden haben. Denn ſie
haben ſich darauf kapriziert, für die Zeit des Saſchings das
„Gaudeamus” noch lauter, das Lachen noch luſtiger, die Liebe
noch lockender zu machen, kurzum, der losgelaſſenen Narrheit die
Schellen umzuhangen.
Wenig oder viel, jedenfalls iſt alles, was man über das
ſonderbare Gewerbe berichtet, amüſant. Schon der Gedanke —
und ich bitte freundlichſt, mir zu folgen! —, daß da weniger
be=
nittelte Kollegen in dieſem Gewerbe bei Beginn des Saſchings
war, den Boden auszuſchlagen und den Inhalt bis zum letzten
Cropfen ins Meer zu entleeren.
Die Menſchen, die alles ertragen hatten, ertrugen dies
nicht mehr. Ohne jede Verabredung gingen ſie auf Pluvinage
los, ſchlugen ihn zu Boden und feſſelten ihn. Dann trugen ſie ihn
auf ihr kleines Schiff und ruderten hin nach einer ganz wüſten
Inſel, die ſich achthundert Meter von der ihren befand. Dort
bauten ſie ihm eine kleine Hütte, verſahen ihn mit Lebensmitteln
und ergriffen, nachdem ſie ihn von ſeinen Seſſeln befreit hatten,
die Flucht.
„In einigen Monaten wird vermutlich ein Walfiſchfahrer
kommen”, ſagte einer von ihnen, während ſie ihn verließen. „Bis
dahin wird man Ihnen Nahrung herbringen, aber ſehen will man
Sie nicht mehr. Man würde Sie töten. Die Abſonderung iſt
auch eine heilſame Methode.”
Herr Pluvinage begriff niemals, was ihm geſchehen war.
Vier Monate ſpäter erſchien der Walfiſchfahrer. Er ſchiffte ſich
auf ihm ein, nachdem er von fern einen letzten Blick auf ſeine
Opfer geworfen hatte, die, von ihm befreit, ihre Qualen
ver=
gaßen und ſich nach und nach dem Leben wieder zuwandten.
Die Nückkehr des Herrn Pluvinage nach Europa war ein
ungeheurer Criumph. Man ſtritt ſich um dieſen Helden, und ſeine
Vorträge erzielten Nieſenpreiſe. Er erzählte in denſelben ſein
ſtaunenerregendes Abenteuer, aber zweifellos in gutem Glauben
und im Seuer ſeiner Überzeugung verwirrte er die trüben
Erleb=
niſſe und ſprach nur von dem großmütigen und nützlichen Werke,
das er in zwölf Monaten ſo zum Guten zu leiten gewußt hatte.
Die Vorführung zweier photographiſcher Gruppen
erläu=
terte ſeine Nede. Auf einer Seite frohe, herkuliſche, von
Geſund=
heit ſtrotzende Geſtalten, auf der anderen einige abgezehrte,
kläg=
liche Skelette.
„Vor meiner Ankunft!” ſagte Herr Pluvinage, indem er
auf die Skelette wies, „im Augenblick meiner Abreiſe!” ſchloß
er, indem er die Herkulesmenſchen zeigte.
Und die Begeiſterung war unbeſchreiblich.
En de.
mit einem Hundewagen auf den Dörfern herumfahren, der ihren
Sundus, zirka 50 Masken, birgt, klingt ſo lachhaft wie
unglaub=
lich. Sind ſie nicht Zauberer, die ſolch ein Dorf für eine Nacht
aus dumpfer Crägheit erlöſen, es von Grund aus umwandeln
und Glück und Unheil ſtiften, je nachdem, wie das Fluidum ihrer
Masken ſich auswirkt. Und anderen Cags liegt alle Luſt und
Entſetzen wieder im Hundewagen verpackt und die Reiſe geht
weiter zum nächſten Dorf, wo ſich das Gleiche wiederholt.
Leider führte mich mein Weg nicht auf dieſen dankbaren
Spuren dramatiſchen Geſchehens; es war ein mittleres Masken=
Garderobengeſchäft, das ſpeziell im alten Weſten der Stadt ſeine
Kundſchaft beſitzt. Gut bürgerlich, faſt den Wahn abweiſend,
mit dem ein Phantaſt ſich ihm nähert. Die Frau eine geſchickte
Näherin, die manches an den Garderoben ſelbſt herſtellen mag,
der Mann mit viel Wind um den Ohren, ein geweſener
Sport=
photograph. Man ſteigt drei Creppen im Hinterhaus hinauf;
der Mann meint: eigentlich gehöre die erſte Etage im
Vorder=
haus zu ſolchem Geſchäft, aber die Seiten wären dem Gewerbe
nicht günſtig geweſen. Erſt der Krieg, dann die Unruhen. Jedes
Jahr hätte eine unliebſame Überraſchung gebracht: der Kapp=
Puiſch, Streiks uſw. Der Mann hatte ſchon ſelbſt etwas zu
Papier gebracht, was ich hier als Mitteilung aus der Branche
verwenden will. Er ſchreibt: „Der Karneval iſt ein weſentlicher
Saktor zur Bejahung einer optimiſtiſchen Lebensauffaſſung
Sahlreiche Induſtrien und Gewerbe finden durch ihn
wirtſchaft=
liche Belebung. Die Wünſche des Publikums ſind ſtark der
Mode unterworfen. Der Koſtümverleiher muß ſich dem
an=
paſſen und beſonders auf die Eigenart der beſſer geſtellten
Geſellſchaftsſchichten eingehen. Hier kommen ausſchließlich wenig
verliehene, und noch mehr, gänzlich neue Koſtüme in Frage. Die
Leihgebühr bleibt in ſolchen Sällen noch immer unter der Häffte
des wirklichen Wertes des Koſtüms. Dem Durchſchnittskunden
kommt es meiſt mehr auf die Billigkeit des Koſtüms an. Doch
verlangt er für fünf bis ſechs Mark immerhin eine ſaubere
Maske” uſw.
Der Seſchmack von 1927 bevorzugt hiſtoriſche Masken, die
Damen das Rokoko, die Herren die Biedermeiertracht.
Anſpie=
lungen auf den Krieg oder auf politiſche Dinge zeigen ſich faſt
nicht; nur daß vielleicht ein junger Burſche in einer alten
Mili=
täruniform die Anziehungskraft des „zweierlei Cuchs” auf junge
Mädchen nochmals erproben will. Völkertrachten ſind ſeit jeher
beliebt, insbeſondere die bunten maleriſchen des fernen Oſtens.
Hierbei ein nich; mißzuverſtehender Wink vom Geſchäftsinhaber:
bei ſelbſtgeſchneiderter Maskengarderobe geraten die Damen oft
in die peinlichſte Verlegenheit bei dem Komplettieren des
Koſtüms, ſo z. B. wenn der ruſſiſchen Bauerndirne dann die ſo
unumgänglichen roten Stulpenſtiefelchen fehlen. Bei mancher
Maske blickte da das große Fragezeichen heraus: Ich weiß nicht,
was ſoll es bedeuten? — Die Nevuen ſteuern viel Anregungen zu
Phantaſiekoſtümen bei, ſo die „Cillergirls”, die eigentlich die
billigſte Maske abgeben. Es wäre ſchwierig für den Verleiher,
dieſes Koſtüm ſo zu reduzieren, daß ihm nichts fehlt. Auch
wer=
den von jungen Damen und ſolchen, die es noch ſein wollen, gern
Hoſentrachten verlangt, weil ſich in ihnen der beliebte Charleston
beſſer tanzen läßt. Pierrot und Pierrette üben ihre alte
An=
ziehungsweiſe aus, auch der Domino; dafür wird der Clown ganz
beiſeite geſtellt und der „dumme Auguſt” mehr verlangt. Man
ſieht daraus, das Publikum weiß zu nuancieren. Kreuzworträtſel
und Schachkoſtüme jehlen bei keinem Ball; ihre Löſungen ſollen
jedoch nicht ſo ſchwierig ſein, wie oft das Löſen des Koſtüms der
Jungfrau von Orleans. Alle Koſtüme, die als immer vertretene
Cypen jedes Jahr wiederkehren, der Croubadour, der Apache,
der Cowboy, die Spanierin, Sigeunerin u. a. haben ſich einem
gründlichen Wandel der Mode unterziehen müſſen, beſſer geſagt,
dem praktiſchen Zeitſinn des Maskenverleihers. Die vielen
Gehänge von Franſen und Wolltüchern ſind gefallen. Ein
mög=
lichſt glatter Stoff aus Seide oder Satin in bunten Farben, der
ſich leicht reinigen läßt, der Behang nur angedeutet, das erſetzt
das ſtaubige und unhygieniſche Koſtüm, wie es noch vor zehn
Jahren getragen wurde. Daneben finden hübſche
Phantaſie=
koſtüme noch immer bei Damen von Diſtinktion vielen Anklang.
Ein allerliebſtes blau und weiß gemuſtertes, ſeidenes Koſtüm
wurde mir gezeigt, wie es eben friſch von der Schneiderin kam=
„Meißner Porzellan‟. Es war ſo duftig und ſchön, daß mich
ein leiſes Bedauern beſchlich, nicht die kleine lebende
Menuett=
figur in dieſer vornehmen Maske ſehen zu können. Sedern und
viel Perlenſchmuck ſind diesährig ein notwendiges Nequiſit.
Von der Induſtrie wurde eine reizende Allonge=Perücke von
ſeidigem Glashaar herausgebracht; Preis 6 Mark.
Sch ach
a)
Nummer 195.
Vöſungen der Weihnachts=Aufgaben.
Aufgabe 287.
T. R. Dawſon.
Urdrnd. (Kh3 Dh2 Tg3 h4 Lg1 Shl h8 Ba5b4 45 fZKxZT4 XhT
Dg8 Lf2 h5 Sf5 h6 Ba8 7 d6 T f7 g6 g7.
Welche Partie zieht und hilft der anderen in zwei Zügen mattſeten?)
Aus der Stellung läßt ſich nachweiſen, daß nur Weiß am Zuge
fein kann, und das zweizügige Hilfsmatt muß erfolgen durch
1. ShxxB17! St6xStT. 2 Bt4-—h5 Zt7-göf1
Eine ſehr feine Verführung liegt darin, daß ſich auch mit Schwarz
um Zuge ein entzückendes Mattſpiel herbeiführen läßt:
1. Dg8xh8 loder b, Sd4, e3,xg3, Bo5, o6. 16) Bg4xLA5! 4 a) Th6
—g8 loder b) Boh uſw./ BhöxBeß+++!!
Der Beweis, daß bei der Diagrammſtellung zuletzt Schwarz gezogen
haben muß und Weiß nun am Zuge iſt, wird durch die rückläufige
Unterſuchung erbracht.
Auf dem Diagramm fehlen bei Weiß 1I und 1B, und bei Schwarz
2 T und 1 B. Die weißen Bauern auf 13 und g4 klären 2 Schlagfälle
auf, der weiße Springer auf b8 einen dritten, da dieſer 8 über g6
ſeinen Weg nehmen mußte und den auf b8 fehlenden Turm ſchlug.
Th8 konnte niemals die 8. Reihe verlaſſen, ihm war der Ausweg
ver=
ſperrt 1. durch den Bh7 2. durch den auf ſeinem Urſprungsfeld
ge=
bannten LfK. Es fehlt ferner von Schwarz T a8 und der bB, der
nicht als B nach f3 gelangt ſein kann, ſich vielmehr nach Schlagen des
w. eB auf el hat verwandeln müſſen. Außer dem w. eB fehlt noch
der Lf1, der auf g6 geſchlagen wurde und zwar erſt dann, als der
w. 8 bereits auf b8 ſtand. Der w. Lk1 konnte erſt nach dem Zug
2 X †3 ſeinen Weg nach g6 nehmen.
Folglich iſt aus dem Diagramm zu erſehen, daß von den weißen
Steinen nur die Bauern a5, b4, d5 rückläufig beweglich ſind; die
nen vorerſt nur 7 Züge zurück und nicht 8 Züge, denn der Bug
Bb2 — b3 bzw. Bd2 — d3 zurück wird erſt möglich, wenn der L. von
s1 nach ſeinem Urſprungsfeld e 1 gelangt iſt.
Geht man davon aus, daß Schwarz am Zuge wäre, ſo würde die
Ksb. d6. 3. 594—d5. Dh1.g8. 6.693—ot. 1h6—hf. 7. B /9—d3. Bh7s l.a6
zurück. Weiß kann 8. keinen partiemöglichen Zug zurücknehmen und damit
iſt erwieſen, daß Weiß in der Diagrammſtellung nicht zuletzt gezogen
hat. Daß die Diagrammſtellung, mit Weiß am Zuge, partiemöglich
iſt, zeigt die folgende kürzeſte Beweispartie von 40 Zügen (Forbach):
„ Soß, 09 2. Be4 b4 3 8ß3, b3 1. St3 ba 5. b3 d6. 6.
Der Berliner gefällt ſich gern, auch wenn er dem „Milljöh”
nicht entſtammt, in Straßentypen=Koſtümierungen: Hausdiener.
Poſt= und Sahrperſonal, Schuhputzer u. a. Die Damen zeigen
gern die Milchrechnung auf als Bollemädchen, Spreewälderinnen,
Aſchinger=Büfett=Damen und was ſonſt nach ihrer Meinung
als Straßentyp auf Männer Effekt macht. Neu hinzugekommen
ſind die Figuren des Meiſters Sille, der „Wurſtmaxe", die „die
Blumenfrau”, Portiers u. a. Der Provinzler dagegen ſieht ſich
gern in Cierfiguren, als Affe oder Bär oder Löwe; man ſieht,
während der Seit des Karnevals iſt die Welt auf den Kopf
ge=
ſtellt. Groteskmasken, wie das „Weinfaß” oder die „wandelnde
Litfaßſäule” werden immer weniger zur Schau geſtellt, weil ſie
das Vergnügen meiſt nur einen Abend aushalten und dem
Ver=
leiher zerbrochen zurückgebracht werden.
Viel Fleiß, viel Sinn und vielfach hohe Werte ſind in ſolchen
Maskenverleihgeſchäften inveſtiert. Wie dieſe „Hüllen der
Narr=
heit” aufgereiht in ſtummer Eintracht dort an den Wänden
hängen und von den Negalen die Larven grinſend herabblicken,
ſcheint mir die „Bejahung einer optimiſtiſchen Lebensauffaſſung”
mehr als gegeben. Man ſteigt mit etwas verwirrtem Gefühl
wieder die Creppe herab zu den Kläranlagen des Peſſimismus.
Barbaroſſa.
Humoreske von L. Bretſchneider.
Eine Laune des Schickſals hatte dem Onkel das verwaiſte
Kleeblatt dreier Vichten ins ſtille Witwerheim geweht. Er er=
trug es mit Saſſung, obgleich er ſich ſeine ſpäten Jahre eigentlich
anders, d. h. ruhiger ausgeialt hatte. Reſigniert fand er ſich
ſogar darein, die geſellſchaftsfähig gewordenen Nichten zu
Innungsbällen, Stiftungsfeſten uſw. begleiten zu müſſen. Und das
war, da er ſeine vormundliche Verantwortung ſehr ernſt nahm,
kein leichtes Amt. Die Nichten freilich, die keineswegs
ver=
botene Pfade zu wandeln trachteten, fanden die Kontrolle in der
Form, in der ſie der Onkel ausübte, übertrieben. Warum ließ
er ſich nicht, wie andere Erzieher, an den für die älteren
Herr=
ſchaften reſervierten Ciſchen nieder und trank ſelbſtzufrieden ſein
Bier? Statt deſſen war er jedesmal faſt den ganzen Abend in
Bewegung. Und wo er, mühſam auf dem glatten Parkett durch
die tanzenden Paare ſich durchwindend, eine der Nichten
er=
wiſchte, da hatte er einen Nat, eine Frage, eine Mahnung, eine
Aufforderung, ſich doch wieder mal zu ſetzen, nicht zuviel zu
tanzen, nicht zu raſch, nicht linksrum, überhaupt nicht zu modern,
nicht zu nahe an der großen Pauke vorbei uſw. uſw.
Lange hatten die drei beratſchlagt, wie ſie ſich für das
dies-
winterliche Koſtümfeſt der ſeelensgut gemeinten, aber doch auf
die jüngere Herrenwelt mehr oder weniger komiſch wirkenden
Onkelbeſorgtheit entziehen könnten. Bis die Jüngſte eines Cages
ſchmeichelnd ſagte:
„Weißt du, Onkel, du könnteſt zu dem Koſtümfeſt viel mehr
Spaß haben, wenn du dich auch koſtümieren würdeſt.”
Unermüdlichen Zuredens bedurfte es, ehe der alte Herr auch
nur dazu überging, von einem Vorſchlag und nicht mehr von
einer Zumutung zu reden. Die drei aber waren nicht auf den
Aufgabe 288.
T. R. Dawſon. Urdruck.
(Ke5 Bbbc7; Ka4 Lb8 d7 Ba3 a5 bt e6. Schachzwang. Weiß zieht und
erzwingt Selbſtmatt in zwei Zügen.) Zugwechſel: Wäre Schwarz am Zuge, müßte
er mit 1. L.a7+, Ko4, 2. Lb5 mattſetzen. Weiß hat anſcheinend keinen Wartezug.
1. Bo8 bel.2 Ld6-: 1. Kd42 Beö+! Aber eine rückläufige Betrachtung der
Diagrammſtel ung deckt eine en passant-Schlagmöglichkeit auf. Schwarz kann zuletzt
nicht Kat. Ld7. Be6 ſowie Ba6—a5 gezogen haben, denn er hätte ſtatt eines
dieſer Züge mit dem Läufer auf a7 Schach bieten müſſen. Ein Schach auf a4 von
Weiß iſt im vorhergehenden Zug unmöglich. Alſo kann Schwarz nur Ba7—a6
ge=
zogen haben. Dadurch wird die Löſung möglich:
1. Bb5X BaG en nassenty!
Lb8—7+ (Schachzwang
4 Koß-s4 Ld7—b54
Weihnachts=Löſungspreidausſchreiben.
Die ſehr ſchwierige Aufgabe B7 hat den Bewerdern eine harte
Nuß zu knacken gegeben, und ſo erklärt es ſich, daß nur drei richtige
Löſungen eingelaufen ſind. Ueber die Reihenfolge der Preisträger
ent=
ſchied die Güte der Bearbeitungen.
Die Preisträger ſind:
1. Preis: Dipl.=Ing. Max Forbach m Berlm=Steglitz.
2 Preis: Profeſſor Dr. A. von Schütz in Darmſtadt.
3. Preis: Gebrüder Seeh in Eberſtadt.
Zwei Troſtpreiſe in Geſtalt fe eines Abonnements auf das „Darm=
Ndter Tagblatt” für den Monat März wurden zuerkannt: Franz
Buchty in Mainz und Friedrich Münch in Eberſtadt.
Kätſel
ID
Johann Strauß=Rätſel.
Männername,
Chemiſches Elewent,
Deutſcher Dichter,
Vogel.
Legierung.
Wintervergnügen,
Tiername in der Fabel,
Fiſch.
Muſikinſtrument,
Baum.
Mund gefallen. Durch Herbeibringung immer neuer und imme
triftigerer Gründe, durch Hinweiſe, nach welchen noch viel ältt,
Herren voriges und vorvoriges Jahr ebenfalls koſtümiert
weſen ſeien „gelang es ihnen ſchließlich doch, ihr Siel zu erreichk;
Auf die Frage des Onkels, welche Sigur des Films.
Oper, des Märchens oder der Sage denn wohl für ihn in B.
tracht komme, antworteten ſie, wie vereinbart, einſtimmig: „9
alte Barbaroſſa!‟. Der Onkel fand dieſen Gedanken gar un
übel und ſtimmte zu. —
Als er aber am Abend des großen Ereigniſſes ſich
ſeinem Stuhle erheben wollte, um den erſten Nundgang dind
den Saal anzutreten — er hatte zwei ſeiner Nichten ſeit nru,0
deſtens drei Minuten nicht mehr zu Geſicht bekommen, da ſadnr!
irgend etwas ſeiner löblichen Abſicht ernſtlichen Widerſtand guiſt
gegen. Außerdem drückte die dritte, wohl nur zu dieſem Sm6u
noch bei ihm Gebliebene, ihn ſanft wieder nieder und ſar
„Weißt du denn nicht, daß der alte Barbaroſſe mit dem T)
am Ciſche feſtgewachſen iſt?” verſchwand und ward für die
Abend nur noch ab und zu am Arme eines Chaplin, Nordml
fahrers oder Pierrot im Crubel der anderen Canzpaare geſelſn”
Genau wie ihre Schweſtern.
Suerſt wollte der Onkel lieber den heimlich und vorſorg!”
an das Ciſchbein angebundenen Kaiſerbart abreißen, als die .
verdiente Freiheitsberaubung ertragen. Dann aber fand er
doch mit ſeiner Lage ab. Nette Ciſchnachbarn und nachbarinnn
wie er ſelbſt vom alten Schlag, die ſich überdies in beruhigenden
Weiſe über ſeine drei Nichten ausſprachen, erleichterten es inn
die Nolle des ſteinernen Barbaroſſa im Kuffhäuſer ſtilecht dum
zuführen.
Gäſte.
Gäſte haben, das hieß vor zwanzig Jahren: mokante Laut
„unſerer Kreiſe” bei ſich zu ſehen, zu denen man liebenswünn
ſein mußte, vor denen es galt, Mängel zu verſtecken — z.
Loch im Ceppich. Gäſte, die man glauben machen mußte,
man über viel mehr Mittel verfügte, als man wirklich beſ!
denen man durch Lohndiener auf gepumptem Silber Auſtan
muß däß
Kaviar und Saſanen ſervieren ließ, und für die man nacszn,, Vorſemaaf
einen Monat lang trocken Brot und Salz aß — notabene Ion at. auwe
rührender Selbſtverſtändlichkeit.
Vor zehn Jahren bedeutete es: ſeinen wirklichen Freun AAletdings,
eine wochenlange Freude machen — ihnen ein Göttermahl ab ſch nor ſo
eiten — wenn man die in einer Jabrikkantine durch Vermiit, g alt einzelſte
ung eines Nachtwächters erbeuteten Heringe und den dazuu hi ſich am Ei
hörigen Speck beſagten Freunden als Heringe mit Pellkartoff. 10 4 dolt, M.
und Speck- und Swiebeltunke, vorſetzte. Der Krieg hatte /Lchndoc Me
Hpt ſage ten
inem Schlage die ſogenannten Kommißpekkos und Spitzendirr
ſchee
hinweg gefegt, in denen kein geſcheites Wort fiel — das war/ K,ſſ. ſch in er.
Wir hatten faſt verlernt, einen Menſchen nach etwas ande Ho, die brauch
u beurteilen, als nach der Politur und Länge ſeiner Nägel, In zu maane,
nach der Neihe ſeiner Ahnen oder der Menge ſeines Geldess=r rich eil ſor
wohlverſtanden, ſeines ererbten Geldes — Selfmademen —dm ilingspaar”
Naa, ohue
donel
Und heute? Was machen „unſere Kreiſe” heute? Ein Flethn
ſchmollt bei Kaffee und Streuſelkuchen mit Gleichgeſinnten iäürM!
Sortungs Untreue. Einige Wenige — beſonders Begabte güſt uffig 9.
ſchlemmen wie ehedem, wobei es noch ein beſonderer ſadiſtiax A üichrot
Gaumenkitzel iſt, die eigentlich vom volkswirtſchaftlichen StatE,fnznerwäldler
punkt aus verpönten ausländiſchen Leckereien doch zu genießl en” zielſicher
Ind das Gros? Das Gros hat ſich ſehr ordentlich umgeſel ze idhet mer
Sein überflüſſiges Silber ruht im Safe oder im Leihhaus — mtt aach nor
dieſem Falle dasſelbe — und es gibt Brötchen aus der kalien!/ alueicht ſpeeder
main, dazu Cee und ein Schnäpschen, einen Punſch oder uin 20 / Eähteer,
Bowle. Man ſieht heute zu gleicher Seit Leute bei ſich, die m /4 Mſtemiert mä
früher an verſchiedenen Cagen oder überhaupt nicht empfangt V Wie geM
mie fm Radhau
hätte. Es iſt nicht mehr die Hauptſache, ob einer tadelloſe Law.,
mehr
ſtiefel anhat, ſondern ob er ſich durchſetzt im Lebenskampf.
1 iu eie
Nur eins iſt das Gleiche geblieben in all den Jahren TPH:ſete
wird es auch vermutlich ewig bleiben — ich weiß, ich mache / & Liſt un unſer
die meiſten Frauen, die mir bis hierher gefolgt ſind, zu Seinn4 44 zung net
— die inſtinktive Luſt der Frau, die Geſellſchaft in eine Konkw, 141 ſott, u
renz umzuwandeln. Crotz der auf ganz anderer Baſis beruhenns FM geht
Geſelligkeit, trotz Eton=Schnitt und ſonſtiger Vermännlichan,
iſt auch heute noch ein kleiner Flirt ein beliebtes Geſellſchaftslat
ſt Geſellſchaftsklatſch ein amüſanter Zeitvertreib und
Skandälchen, ſofern es uns nicht ſelbſt betrifft, die Würze
Daſeins.
MarieHorſt1
Die Wörter ſind aus folgenden Silben zu bilden: an, bahn, I8
che, di, dros, ei, eis, grim, helm, i, les, mel, mes, mon, ne, re,
Carl Deubel
ſe, ſel, ſing, ſing, ti, trom, wil.
Magiſches Quadrat.
1. 2. 3. 4.
1/4 4 4
2./B B B K), amerikaniſche Inſel.
bibliſcher Nama
Mineral.
Nach richtiger Ordnung der Buchſtaben enthalten die wagerm
und ſenkrechten Rieihen gleichlautende Wörter von nebenſtehender
Carl
Deube=
deutung.
Anflöſungen der Rätſel ans Kr. 7:
Zahlenrätſel.
Röſſelſprung.
Zwiſchen Eilen und Verweklen
Alles ſchicklich einzuteilen,
Iſt ein Spruch, den ich gelernt;
Doch im Leb.n wie im Dichten
Ganz danach mich einzurichten,
Davon bin ich noch entfernt.
Streichholzrätſel.
Eir macht’s ganz ſo de Eidruck, als wie wann der Emil
Kſeinnn bei däre Wettimbauerei ins Hinnerdräffe gerade dhet,
umes Auguſt Buxbaum dhein ſchlage, um e gut Naſeleng, drotz
Aöctb. Ich waaß allerdings nei, was der Emil Hofmann noch
alo hott, mit ſeim Schloß, un wie weit er die Umbauerei noch
Auo- will. Awwer ſoviel is die Worſcht im Keſſel, er muß
ſiwhnglich uff die Labbe ſetze, wann=er ſeim Kolleech vun de
Sßut noch noochkumme will.
Aſo naa, der Auguſt, däß is=der awwer aach e
Deiwelsſackra=
vwir! Dem kimmt ſo leicht kaaner bei. Am Sunndag, bei de
gmſalla=Sitzung, do muß=er jo widder mol glenzend gewäſe ſei,
vumer ſo heert. Mer wärd ſich in Zukunft de Kannewall in
ghaftadt ohne unſern Auguſt kaum noch denke kenne; er hott
uwſalls ſemrliche Na’nn hinner ſich. Un wie däß goldig Oos
Qſſſaulhuwwel blooſe kann, hab ich mer ſage loſſe, diräckt ent=
urch
d
Pellte
nes
zſſted muß däß gewäſe ſei. Ja, do kenne doch die Meenzer mit
ilmBorjemaaſter dehaam bleiwe. Dene ihr Külb is zwar aach
ghu gut, awwer do kann=er doch net mit, däß muß=er ſällwer
Alerdings, mit däre Kannewallſitzung am Sunndag, däß
hlthich nor ſo vum Heerenſage, dann warum, ich war net ei gelade,
uun rl8 einzelſtehend Dam mocht ich ſo allaa net hiegeh, däß
ſoſhit ſich am End net, dacht ich. Mei Zwangsmiedern war
aller=
ditns dort, mit ihrm. Un die hott mer verzehlt, er heit aach
gſeynooh mer gefrogt, mein Auguſt. — No, er hett awwer aach
eſbit ſage kenne, do weer ich mit’m hiegemacht, dann mir zwaa
ſiſnſh e ſchee Geſpann, mir kenne uns ſchun mitnanner ſähe
laliſſ ſch un er. Un ſei lieb Fraa hett ſicher aach nix degääche
ge=
hſu die brauch wääche mir alt Semeſter net eiferſichdich zu ſei
umu maane, ich dhet=ern abſpenſtich mache. No vielleicht led
em nch eil for uff de Masgeball; mir gingte dann als „ſyameſiſch
Aulngspaar”
Naa, ohne Stuß, uff Ehr un Seelichkeit un alle Uname; ich
bſtzden vun Dag zu Dag mehr, unſern Auguſt Buxbaum, es is
d4nch de Dragſehichſte vun unſerm Borjemaaſterhwindätt,
mmuh tie uns kaan beſſern winſche kenne, er baßt in die Zeit, wie e
Gätruff’s Aag. Beſſer jedenſalls wie ich mit meine altfrenkiſche,
b ſih owene A’ſichte. Un ich bin bloß froh, daß=er ſich an mei
hiſſie wäldleriſche Eilend net kehrt, ſundern daß=er ſtramm
uuch i lſicher drufflos geht un ſetzt dorch, was=er im Kobb hott.
Hwlet mer wah haſdich ewich Vorwerf mache, wann=er ſich dorch
wml nach nor im geringſte vun was abhalte loſſe ließ, ſodaß
bhiligt ſpeeder die Leit mit Finger uff mich deite dhete un dhete
ſelg Säht=er, däß is die, die wo dro ſchuld is, daß Darmſtodt
nigifemiert wärd.
4N ie geſagt, ich bin däßhalb bloß froh, daß endlich aach mit
u ſeri Radhaus die Hack en Stiel krickt, un daß mer ſich
kimf=
dſtſet mehr zu ſcheeme brauch, wann aam ſein Beſuch freecht,
onu eichentlich unſer Stadtvädder ihr denkwirdiche Beſchliß
1Mhete.
Yo un unſer Stadträt, die wärrn am Mondag nooch däre
Kanne=
mſisung net ſchlecht geguckt hawwe, wie er ſe drinn erumge=
Riſe hott, un hott=en gezeicht, was nu eichentlich im Radhaus
Imſch geht. Dann es weer am End immerhie net ganz
aus=
kühſſe, daß der aane odder annere vun dene gornix vun dem
Maur gewißt hott — Gott, e Stadtrat kann ſchließlich aach net
AGehalte, ſor wos=er als des Geld bewillicht. Un daß ſich
my äxdra zu dem Zweck e Brifadbuchfiehrung alleeche dhut,
Dökann mer ſchließlich net verlange.
Ledenfalls hawwe ſe awwer mol geſähe, unſer Stadtvädder,
bHde Gelder beim Radhausumbau nutzbringend a gelecht ſin.
2Lin wie de Borjemaaſter Burbaum verſichert hott, ſin die
16d, die Decke un die Fußböddem jetzt ſo feſt gebaut, verſprießt
Uſerzemmendiert, daß ſe in dauſend Jahr noch ſo feſt halte
AMheit. No unſer Bux mag ſich do vielleicht widder mol um
ſla: Null verzehlt hawwe, ’8 kimmt’m in däre Beziehung uff
e ſndvoll net a”; annererſeiz wärd em aach ſchwerlich aaner 18
Uſhedaal noochweiſe kenne. Awwer nixdäſtotrotz, ich dhet doch
bſh age, mer dhut aan vun dene morſche un verbogene Balke
Ub: Glas un Rahme als abſchreckendes Beiſpiel im Sitzungs=
HMgbringe, 8 kennt nix ſchadde.
Wie baufellich däß altehrwirdiche Radsbahſes gewäſe is,
däß hott de Bux an=eme Beiſpiel erlaidernd bewieſe. Nemlich
bei dem UImbau hott eines ſcheenes Dags en Maurer ſein
Speiß=
kiwwel hiegeſtellt, un wie er ſich widder rumgedreht hott, ſor um
e Kell Speiß zu ſchebbe, do war bereits ſein Kiwwel dorch e paar
Stockwerk dorch in die Diefe verſunke . . . Alſo do iwwerleeft
aam noochdräglich noch e Genshaut! Ei, unſer Stadwvädder
wußte jo gornet, in was for=ne Läwensgefahr ſe dauernd
ge=
ſchwäbt hawwe! Dodebei ſoll gornet unnerſucht werrn, wie lang
heit en Maurer brauch, bis er ſich erum gedreht hott. — Un es
is nor aa Glick, daß die Schreiwer uffm Radhaus frieher kaa
Speißkiwwel als Dindefäſſer hatte. Wann ich mer vorſtell, daß
bis ſich do emol aaner erumgedreht hott un dann war ſei
Speiß=
kiwwel — naa, ſei Dindefaß fort; ei die hette de ganze Dag nix
zu dhu dehatt, als nor dauernd ihre Dindekiwwel noochzurenne.
No alſo die jammerbare Zuſtend ſin nu endlich behowe. Un
unſer Stadträt brauche jetzt aach ihr Dodehemder net mehr a
zu=
ziehe, wann ſe drinn ,dage‟ Naa, ich bin ſogar deſor, daß ſe
kimfdich in dem vornehme Sitzungsſaal in de Frackhemder
er=
ſcheine miſſe (die Dämlichkeite nadierlich mit entſprechendem
„Owwerlicht”!). Däß kenne mer verlange, wann ſchun emol der
Ufſwand gemacht is, un daß do net widder Jeder un Jedie ſo
geloffe kimmt wie ſe gehn un ſtehn. Die Sach muß doch e bische
zuenanner baſſe. — Iwwrichens hab ich mer ſage loſſe, der
Sitzungsſaal hett e ganz hervorragend Auguſtick, mer hett
browe=
weis unſern Owwerowwer aach an de entfernſte Stell piſchbern
heern; un ſogar es „Nicke” weer kimfdich weithie vernehmbar.
Aach for die „Kommunalſtudende” is ausreichend Sorche
ge=
drage: ſächzig Sitz= un hunnert Stehplätz ungefehr! Es gehn alſo
kimfdichhie ganz erheblich mehr enei, wie ineigeh. — No,
valleicht is aach e klaa Biehn vorgeſähe, owwe wo die
Verwal=
dungsfrackzion ſitzt, for um Schattebilder uffzufiehrn, odder=e
Marjonnäddetheater un ſo.
Halt un do fellt mer grad noch was ei”, was mer abringe
kennt, indem’s jetzt noch net zu ſpeed is. Nemlich es hannelt ſich
um die Uhr uffm Dach. Wie weers, wann mer anſtatts ſo=eme
langweiliche Ziffernblatt ſo e paar bewegliche Bobbe abringe
dhet, a la wie in Minchen, die wo bei Halwer odder Ganz
aller=
hand luſtiche Hoguß=Boguß vollfiehrn dhete. Ich wißt do ſchun
Verſchiedenes — awwer ich drau net ſo recht. — — No, mer kann
jo den Vorſchlag vorerſt emol in wohlwollende Erwägunge ziehe,
ich binn jo dann immer noch do, wann’s an de neediche Eiffäll
habern ſollt. Awwer um nor aans zu erwehne, nemlich mer hott
hier emol vun=eme humoriſtiſche Datterich=Denkmal gefaßelt; wie
weer’s, wann mer owwe, wo die Uhr hieſoll, den Datterich
abringe dhet, un bei Halwer odder Ganz mißt der Datterich
aus=eme Feierwehrſchlauch die Leit uffm Macplatz naßſpritze.
Däß weer doch ungeheier ullgiſch, un die Fremde dhete ſich
jeden=
falls de Bauch halte vor Lache, wann ſe uff aamol nichtsahnend
ſo en kalte Waſſerſtrahl uff die Kebb kreechte
Iwwrichens, es ſoll aach e bildmeeßich Fiſchur auße am
Rad=
haus a gebracht werrn. No, wann ſe do mich net im Schild
hawwe, ſo quaſi als „Stadtgluck”, dann kann ſich’s bloß noch um
de Mackmaaſter drehe, als „Stodtgoggel”, der mißt als dreimol
krehe, wann de Mack aus weer. Ich wißt net, wer außer uns zwaa
ſunſt noch in Betracht kemt.
Jetzt, was die Haubtſach abedrifft, die unnere
Räumlich=
keite, die ſolle nemlich jetzt uff aamol widder kaan Radskeller
gäwwe. De Bux is ſtrickte degääche. Warum, wiſſe die Gedder.
Valleicht daß er ſich domals iwwer die Abſtimmung geärchert hott.
No, Himmel noch emol, er wärd doch noch en Spaß verſteh —
däß war doch alles nor ſo gedha, un gornet unſer Ernſt. So gut
mer die Räumlichkeite jetzt for „rebräſendendadiefe Zwecke” benitze
will, un bloß, damit die Stadt Gott un die Welt zum Friehſtick
eilleide kann, ſo gut kenne mir uns aach eneiplanze. Maan ich.
— Un wann unſer Auguſt jetzt annerer Aſicht is, ſo bin ich
jetzt aach annerer A’ſicht. Jedenfalls, en gutgefiehrte Radskeller,
wo mer en zimfdiche Halwe drinn krickt for fimfunzwanzich, un
e Ribbche mit Kraut vor fuffzich, odder=e Dreckſchibb voll Gereeſte
for fuffzeh; Himmel noch emol, däß mißt zum Deiwel ſei, wann
däß net gingt. In dem Fall peif ich’n uff ihrn ganze —
Milch=
hof!
Iwwrichens, Milchhof?! — Däß is aach widder ſoe Kabiddel,
waaß der Guggug, weer den Rudolf Mueller do widder
druff=
gebracht hott. — Die kumme=derr awwer aach 8 ganz Johr uff
Sache, ich waaß net, do kemt ich im ganze Läwe net druff. —
Milchhof?! — Seit mir’s denkt, hab ich aſtandslos mei Milch
krickt, ohne daß ſich die Stadt drumm bekimmert hott, außer wo
mer ſich ſe uffm Schleichwähk beſorche mußt; un do is aach
kaaner vun de Stadt fort un hott for mich ſei Läwe rißgiert. Heit,
wo aam die Milchleit s Haus eillafe, heit kumme die mit eme
Milchhof —
No, ich will mich net ärchern, dann 8 hott heit vorne ſo ſchee
gemietlich agefange, un do mecht ich aach hinnenooch kaan
Miß=
ton mehr eneibringe. Jedenfalls — ich wills zwar net laut ſage,
dann däß ſieht ſo aus, als wann ich mich a’ſchmuhſe wollt, awwer
ich rächen ſtack druff, daß ich zu däre Radhaus=Eilweihung
e Eilladung krick, vun unſerm Auguſt, ich maan, die Gunn
kennt=
er mer a’dhu.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. — Iwwrichens, un was Recht is,
muß Recht bleiwe. Nemlich unſer Bux denkt net blos dra, wie
er ſeine Stadträt es Läwe ſchee un a genehm mache kann, nag,
er dreecht aach unſere Gefiehle und A’ſprich Rächnung.
Beiſpielsmeeßich däß Härrngadde=Kaffee, däß gibt e fei Sach,
do ſtaunſte, heer. — Lauſchiſche Ecke un Niſche zum Plaudern
un Draame gibt’s do. Un wann mer dann Summers Awends
drinn ſitzt, un guckt ſo nooch em Deich eniwwer un denkt an alte
Jugendzeite . . . Lang, lang iſt’s her, wie beiſpielsmeeßich de
Gerichts=Aſſäſſer von Goeihe, un all die, wo nooch ihm dodrinn
luſtgewandelt hawwe: — Bflicket die Ro=hoſe, eh ſie verblieht
un ſo .
Jedenfalls hott mer ſich däßhalb gedacht, daß die Benk in de
Seifzer=Allee, die wo vorichs Johr gradſo direkt wiſſawie
ge=
ſtanne hawwe, was vielleicht „Manche” recht ſchenierlich war, daß
alſo däß doch net die richdich Aordnung is. Mer hott alſo den
Fehler ei geſehe un hott iwwer’n Winder die ganz Wix widder
rausgeriſſe un umgemodelt un hott die Benk mehr
zickzack=
meßich uffgeſtellt, ſo daß mer ſich alſo ſchreech wiſſawie
gächeniwwerſitzt un kaa direckt „Wiſſawie” mehr hott . . . Um
do ſag aaner, mer dhet net an alles denke! — Allerdings, mer hett
däß gleich wiſſe kenne, daß mer in=ere „Seifzer=Allee” die Benk
net gäächeniwwer ſtellt, es muß awwer alles erſt drei=,
vier=
mol verkehrt gemacht werrn, däß nennt mer dann — „
bro=
duckdiefe” Erwerbsloſe=Zürſorg.
For die Sparbix: Vun 1875—1876icher Schul=Johrgang:
15 Mack; vun=ere gude Darmſtädtern aus Saalfeld: 5 Mack.
Danke ſchee!
Der zeitgemäße Haushalt.
Oie Hausfrau als Fleckendoktor! Hat man
Alſſeeflecke im Tiſchtuch erhalten, ſo beſeitige man dieſe
LMfſoſortiges Auswaſchen der betreffenden Stelle in warmem
Oſer unter Zuhilfenahme von Seife und Glyzerin. Wenn
2bin flecke verurſacht worden, ſo beſtreue man ſie ſofort mit
mlch Salz, da dieſes den im Wein enthaltenen natürlichen oder
Mlnhen Farbſtoff ſofort aufſaugt. Ein Behandeln der Flecke
d0h.„Ueberbrühen” mit kochendem Waſſer, bei ſtraffgeſpanntem
Täu beſeitigt dieſe in „friſchem” Zuſtande. Handelt es ſich
Nſh um veraltete Weinflecke, ſo weichen dieſe einer Behandlung
echwefeldämpfen, wozu man die befeuchtete fleckige
Elle über angezündete Schwefelfäden hält, damit die Dämpfe
uh’das Gewebe dringen können, die ein Bleichen der Flecken
heiſken.
Obſtflecke können aus Tiſchwäſche ebenfalls durch Schwe=
9 zaum Schwinden gebracht werden, ein Verfahren, das die
Nach übliche Behandlung mit ſcharfen Salzen und Säuren,
91ral= und Sch=vefelſäure, Bitterkleeſalz uſw. hinfällig macht,
Mo leicht das Gewebe in mehr oder minder ſtarker Weiſe an=
Aem. Fettflecke (von Soßen, Butter uſw.) verſchwinden
Dfalls durch Brühen mit heißem Waſſer. Wird die Tiſch=
Iu nach dem Trocknen ſofort wieder in Brüche gebügelt, ſo
ſtie noch die gewünſchten Dienſte tun, ſtatt mit den Flecken
Tiſch ein vernachläſſigtes Ausſehen zu verleihen. V.. . a.
albsnieren mit Sahne und Paprika. 6 Per=
2 Stunden. Die Kalbsnieren werden in leichter
Fleiſch=
weichgekocht und, erkaltet, in recht feine Scheiben geſchnit=
Sann zerläßt man einen Löffel Butter in 75 Gramm
würf=
geſſchnittenen Speck in der Kaſſerolle, fügt eine Meſſerſpitze
Nckka und 2 feingehackte Zwiebeln dazu, läßt letztere ge blich
Tenz, gibt die Nieren hinein, läßt ſie 8 bis 10 Minuten darin
Meuuſten, fügt 2 Löffel Sahne, evtl. auch nur Milch, dazu,
kocht noch einmal auf, ſchmeckt ab, verfeinert mit 6 Tropfen
Maggi=Würze und richtet an.
Spinatſuppe. ¼ Pfund verleſenen, ſauber
abgewaſche=
nen Spinat ſetzt man mit knapp Waſſer zum „Abwellen” auf,
worauf man ihn feingewiegt zu dem Kochwaſſer zurückgibt, um
dann die Suppe mit einer Einbrenne von 50 Gramm Fett oder
Margarine, in der man 1 kleine, feingeſchnittene Zwiebel gelblich
röſten ließ und 2 Eßlöffel Mehl bereitet, langſam ½ Stunde
weiterkochen zu laſſen. Mit 1 Teelöffel Appels Hühnervollei in
½ Taſſe Milch verquirlt, legiert, ſchmeckt man die Suppe mit
Salz, wenig Pfeffer, nach Belieben auch mit wenig geriebener
Muskatnuß und ½ Teelöffel friſcher Butter ab. Man reicht ſie
mit geröſteten Semmelbröckchen.
L.
Feines Milchgelee von Sahne= und
Milch=
reſten. Bleiben von der täglichen „Kaffeeſahne” oder =milch
Reſte übrig, die bereits einen „Stich” haben, alſo in Säuerung
übergegangen ſind, ſo kann man dieſe, wenn man ſie anderweitig
nicht verwenden kann, zu einem wohlſchweckenden
Milch=
gelee verwenden. Dazu verquirlt man ſie mit ſoviel Zucker
oder Süßſtofflöſung, als zum Süßen notwendig iſt, fügt als
Ge=
ſchmackszutat entweder feingeriebene friſche Zitronen=,
Apfelſinen=
ſchale, Vanille=, Rum= oder Arrakeſſenz bei und quirlt unter die
Sahne oder Milch in 1 Taſſe heißem Waſſer aufgelöſte weiße oder
rote Gelatine bei, und zwar rechnet man auf je ½ Liter 6 Blatt
davon. Erkaltet geſtürzt, reicht man das Gelee entweder mit oder
ohne Vanilleſoße.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Porreeſuppe. Sauerbraten mit Thüringer Klößen.
Milchgelee.
Montag: Porreegemüſe mit Hammelfleiſch.
Dienstag: Kartoffelpuffer mit Apfelmus.
Mittwoch: Rindskaldaunen mit Roſinenſoße.
Donnerstag: Sauerkraut mit Erbsbrei.
Freitag: Kartoffelſalat mit Brunnenkreſſe und gebackene
Scholle.
Samstag: Reis mit Blumenkohl und gekochter Rinderbruſt.
Humor
Flettner=Rotore zu Lande.
Kindermund. „Ich will dir nur ſagen, Vater, wenn ich mich
ei=
mal verheirate, dann kommſt du nicht zu meiner Hochzeit!" „Aber
warum denn, mein Junge?” — „Nein, denn du haſt mich auch nicht auf
deine eingeladen!“
(Péle Méle.)
Im Warenhaus. „Ich möchte mir gern ein Korſett kaufen!“
„Da müſſen Sie eine Etage höher gehen in die Antiquitätenabteilung!“
(Indge.)
In der Schule, Lehrer: „Kannſt du mir ſagen, Karlchen, was
die Juden taten, als ſie aus dem roten Meer kamen?” — Karlchen:
(Politiken.)
„Sie trockneten ſich ab, Herr Lehrer!”
„Du biſt ja mit dem Flieger auf du und du, Jeanne!” — „Ja, du
weißt doch, daß das Fliegen alle Entfernungen aufhebt!” (Pele Mele.)
Säumchen, die ſchönſte Garnierung der Fruhjahrsmodelle.
Man wird die ſchlichten Säumcheneffekte, die wir für die
Frühjahrsmode zu erwarten haben, ſicherlich mit Freude
will=
kommen heißen, denn ſie paſſen ſich dem gegenwärtigen Geſchmack,
der Schlichtheit der Linie und der dezenten Eigenart der Mode
ausgezeichnet an und ſtellen geradezu den Inbegriff deſſen dar,
was von der kommenden Mode erwartet
wird. Ein mit Säumchen geputztes Modell
wird niemals unangebracht ſein. Denn
—wird es für den Vormittag getragen —
erſcheint es keineswegs zu auffallend,
findet es aber für Beſuchszwecke und
ähn=
liche Gelegenheiten Verwendung, wird es
ſicherlich genügend elegant ſein, um ſeinen
Dienſt vollauf zu erfüllen. Das
Weſent=
liche an der Säumchenmode iſt vor allen
Dingen der Umſtand, daß ſie ſich auf alle
Arten von Kleidungsſtücken erſtreckt. Man
verwendet dieſen Aufputz nämlich ſowohl
für Kleider, wie auch für Koſtüme und
Mäntel.
Auch vom Material vermag ſich dieſe
neue Mode vollkommen unabhängig zu
machen, denn ſie läßt ſich in Seide ſehr
gut wiedergeben, ſieht aber auch in Stoff
ganz ausgezeichnet aus. Natürlich muß
allenfalls auf die Stärke des Materials
Rückſicht genommen werden, da allzu dicke
Gewebe ſich eben für die Säumchenarbeit
nicht eignen und dadurch jene Steifheit
erhalten, die immer ſehr unvorteilhaft
wirkt. Dünne frühjahrsmäßige Wollſtoffe
aber ſind durch Säumchen in der
Wir=
kung nur zu fördern, wie auch
Seiden=
gewebe infolge dieſer Verarbeitung „
Kör=
ver” erhalten und einen viel eleganteren
Fall haben, als wenn man ſie ganz glatt
verarbeiten würde.
Säumchen haben immer das Gepräge
großer Einfachheit an ſich, ſodaß man
die=
ſen Effekt natürlich nur für die
Tages=
kleidung, niemals aber für abendliche
Ge=
ſellſchaftskleider verwenden wird.
Aus der großen Anzahl von Modellen,
die mit Säumchen geziert werden, haben
wir einige herausgegriffen, um eine
mög=
lichſt genaue Aberſicht über die kommende
Mode zu geben, die zweifellos noch ſehr 8B=G
von ſich reden machen dürfte.
nämlich jene Bahnen, die oben
mit Säumchen geziert ſind, frei
bleiben, dagegen aber die
Fort=
ſetzung der oben glatten
Strei=
fen hier in Säumchen genäht iſt.
Wie man einem an ſich ſehr ſchlichten Mantel durch reiche
Säumchengarnierung eine wirklich ganz außerordentliche Note
geben kann, zeigt die dritte Figur unſeres Bildes vor der Litfaß=
Säule). — Der Vorderteil dieſes Mantels bringt nur eine
Säum=
chenmittelbahn, während die Rückenpartie beſonders reiche
Säum=
cheneffekte zeigt, deren Anordnung ſehr bemerkenswert iſt: zu
beiden Seiten des Rückenblattes ſind nämlich Säumchen
verwen=
det, die ſich aber in der unteren Partie nicht fortſetzen, da hier
Die Windjacke mit dem Tigerfelle
iſt die neueſte Errungenſchaft ſportlicher Mode. In ihrer flotten
ungezwungenheit nimmt ſich eine ſolche Sportjacke auch wirklich
vortrefflich aus. Man verfertigt ſie entweder aus imprägniertem
Covercoat oder einem waſſerdichten Zeltblatt=Leinen und
gar=
niert den Kragen mit Tigerfell oder einer widerſtandsfähigen
Imitation (wie etwa mit getigertem Gazellenpelz). Sehe flott iſt
Se
und wird in ſeiner Linie
da=
durch noch verkürzt, daß
ober=
halb der Taille eine
Querſäum=
chen=Partie vorgeſehen iſt, die
ſich ſehr eigenartig ausnimmt
und — gemeinſam mit den
ſäumchengarnierten Armeln —
dieſem Mantel einen unbedingt neuartigen
Cha=
ratter gibt.
In erfolgreicher Weiſe verwendet auch das im
der vierten Skizze veranſchaulichte Koſtüm (
Ko=
ſtüme verſprechen für das Frühjahr ganz groß=
Mode zu werden) ſeine Oberſäumchen=Partierz 4
die um die Mitte laufen und durch den ſchmalen
Ledergürtel, der jeden Knopfverſchluß dieſe=
Modells erläßlich macht, unterbrochen ſind. Säum
cheneffekte bringt ferner noch der ſchalartig
Kragen, und auch die Manſchetten ſind in ähm
licher Weiſe geputzt. (Als Hutgarnierung nimm
ſich in dieſem Falle ein in Säumchen
ge=
nähtes Seidenband ſehr vorteilhaft aus.
Auch das „Koſtüm=Complet
(Kleid und Koſtümjacke), das die im Vow
jahre ſo beliebt geweſenen Mantel
Complets zu erſetzen haben wird, be
dient ſich mit Vorliebe der Säumchem
wirkungen, und zwar, daß Jacke und Rot
im Bezuge auf die Anbringung des
Säumchen in Abereinſtimmung gebrach
werden. Man ſieht an unſerem erſte!
Bilde, daß die Säumchen=Partien de=
Jacke beiderſeits in ſenkrechter Richtung laufer
und oberhalb des Schluſſes ſeitlich abbiegen.
E=
folgt dann ein ſchmater Wildledergürtel, an deſſe Mtert
unteren Rand (mit nur kleinem Zwiſchenraume
eine neuerliche Säumchen=Partie anſchließt, di5. M 6o
ſozuſagen als Spiegelbild der oberen zu denke
iſt. Ihre Längsbahnen ſetzen ſich auf der
Scho=
fort, die mit einer einfachen Seidenbluſe in de
gleichen Farbe ein ſehr originelles und feine
Promenadekleid ergibt (Skizze 2).
An Stelle der Säumchen werden gerne auch d5!
„Hohlſäume” verwendet und zwar, niemals aut
Gebrauchskleidern, ſondern nur auf nachmittäg
lichen, eleganten Modellen, um ſo mehr, als ſiot
dieſe Technik vornehmlich in Seidenmaterial gu!
ausnimmt und in Stoff bisweilen ſogar zu ſchwe
wirt.
Das in unſerem Bilde gezeigte Nachmittagt
leid wird insbeſondere in ſchwarz oder in marns
blau gut zur Geltung kommen. Ein in der Mitrt
zuſammengezogener Gürtel aus dem Seiderr
materiale des Kleides ſchließt den bluſigen
Obe=
teil ab, der mit immer breiter werdenden Hoh/
ſäumen garniert iſt. Dieſer Aufputz korreſponde.
mit jenem der Rockpartie, die in der Mitte 41
teilt iſt und ſich über einem Unterkleide öffne
um einen graziöſeren, leichteren Eindruck 2
machen. Auch die erweiterten Armel bringen Säumchen, die ſich gegen de
Ellenbogen zu verjüngen.
Zu einem ſolchen Nachmittagskleide ſieht ein barettartiger Hut vornehn
aus, deſſen ſteifer Rand auch Säumchenwirkungen bringen kann.
Willy Ungar=
Rif
HRUNNER
und unbedingt kleidſam. — Man hält dei dunkelblauen und
ſchwarzen Modellen das Band immer in der gleichen Farbe, bei
hellen Kleidern huingegen wird man eine gewiſſe Abſchattierung
vorziehen. So wird man zu kräfigem mittelblau ein zartes roſa,
zu intenſivem grün ein abſchwächendes beige oder grau, zu braun
auch ein feines beige wählen. Flott iſt die Wirkung auch, wenn
das Band mit der Hutbandfarbe übereinſtimmt. R H.
Das Bolero=Jäckchen aus Fell
iſt deshalb erwähnenswert, weil es eine wirklich aparte Mode
darſtellt und eigentlich ohne bedeutende materielle Opfer
angeſer=
tigt werden kann. — Man braucht dazu (da es ſich ja hier
keines=
wegs um eine komplette Felljacke ſondern um ein kleines
Phan=
taſie=Bolero, das unter der Umhülle getragen wird, handelt) nur
wenig Fell und pflegt zu dieſem Zwecke auch nicht Edelpelze,
es, auch die Ränder der ſportlichen Handſchuhſtulpen mit einem
ſchmalen Streifen desſelben Pelzwerkes zu beſetzen. Noch
eigen=
artiger nimmt ſich natürlich eine ſolche Sportjacke aus, wenn ſie
durchaus mit Tigerfell gefüttert iſt, das dann (wie bei unſerer
Skizze) an den Nändern etwas hervorſieht; man kann ſie
natür=
lich anſtatt mit Fell auch mit Kamelhaar oder feinem „Angora=
Trikot” oder auch mit Lupetine einfüttern, die ſehr warm halten
und auch gut ausſehen. Der Gürtel wird für ſportliche Zwecke
ganz in der Taille getragen und wirkt in derber Aufmachung
immer am allerbeſten. Neueſtens verfertigt man die ſportlichen
Gürtel aus Hanfſchnüren (man kann dieſe Flechtarbeit auch ſelbſt
herſtellen) und verſchließt ſie mit einer ſchlichten, vornehmlich
monogrammierten Schnalle.
Aufgeſetzte Taſchen unterſtreichen die ſportliche Note einer
ſolchen Sportjacke.
Ein ſchmales Band
das an einer Seite zu einer Maſche geknetet wird, bildet eine ſehr
beliebte Garnierung der kommienden einfachen Stoff= und
Seiden=
kleider für das Frühjahr. — Sicherlich hat dieſer ſchlichte und
den=
noch flotte Aufputz als Erſatz der ſchon allzu herkömmlichen
Knopf=
lochblume viel Ausſicht auf Erfolg, denn er iſt leicht erſchwinglich
Das Franſentuch
wird heuer mit Vorliebe derart abgeände-.
daß man an Stelle des feſten Materials (Vtl
es nun Lams, Georgette oder eine ande
Seide, die man früher für dieſen Zweck ge 2
gebrauchte) Spitzenſtoff verwendet, der F9
in dieſer Verarbeitung vortrefflich
au=
nimmt. Man findet ja häufig ein alti)l
Spitzenkleid, das ſich auf dieſe Weiſe ſeeil
gut gebrauchen läßt, um ſo mehr, als m a
ſelbſt kleinere Stücke von Spitze bei ſowel
fältiger Arbeit derart zuſammenzuſetzen v.4
mag, daß die Nähte ganz verſchwinden. Zol
beſten iſt es, die Skizze zu einem viereckigs=
Tuche zuſammenzuſetzen, das an einer Seeil
einen angearbeiteten Streifen zeigt, der
wenn der Schal umgenommen wird — all
langer Kragen umgelegt erſcheint (SlizBt
Die dieſem Streiſen gegenüberliegen
Längsſeite des Spitzentuches wird mit Frarl
ſen in dem betreffenden Materiale garnietll
ſo daß man zu Seidenſpitzen gleichſarb
Seidenfranſen, zu Metallſpitzen natürr.
Metall=Franſen der gleichen Meiall
Art verwendet. — Ein ſolcher Umhang weil
mag für großze Theaterveranſtaltungen und Bälle ausgezeichnutl
Dienſte zu leiſten und ſtellt eine Renaiſſance des Schultertuck
E
dar.
ſondern Imitationsfelle heranzuziehen, die nicht koſtſpielig und
dennoch wirkungsvoll ſind. — Das Bolero wird mit einem
Bubenkragen aus Fell garniert und mit einem Seidenbande unter
dem Kragen zuſammengehalten. In der Regel gibt man dieſem
Pelzbolero die Farbe des Kleides bzw. des betreffenden Mantels,
um möglichſt eine Complet=Wirkung zu ſichern. — In unſerer
Skizze zeigen wir das neuartige Jäclchen in praktiſcher
Verwen=
dung. Mit Hilfe eines derartigen Boleros kann man einer meiſt
unelegant wirkenden Weſte, aber auch dem koſtſpieligen
Pelz=
mantel und einer allzu ſtark gefütterten Umhülle, die immer
un=
graziös wirken muß, aus dem Wege gehen.
R. H.
Die Celler=Mütze
ſieht für das Kind zwiſchen zwei und
ſechs Jahren immer reizend aus, weil
gerade die große, faſt
überdimenſio=
nale Form ungemein anmutig wirkt.
Eine ſolche Kopfbedeckung, die ganz
weich gearbeitet iſt, kann man
natür=
lich unſchwer ſelbſt herſtellen, ſei es
aus Tuch, Filzſtoff, Kaſha, Velours
oder ähnlichem Gewebe. Der Rand
wird entweder etwas verſteift oder
ſtark durchgeſteppt, wodurch er eine
ge=
wiſſe Härte erhält. Den oberſten Teil
einer ſolchen Kappe pflegt man oft
mit bunter Wolle in Schachbrettform
zu beſticken und mit einer Wollquaſte
in den verwendeten Farben zu
garnieren.
R H.
Ei.