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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 41 Donnerstag, den 10. Februar 1927. 190. Jahrgang
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Konſurs oder gerſchtiſcher Beitreibung jäül ſede
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ſtädter und Nationalbant.
dus Keicsrasmerr Boe
Die deutſch=polniſche
Verhandlungskriſe.
Was wird aus dem deutſch=franzöſiſchen
Handelsvertrag?
Das Reichskabinett wird vorausſichtlich am Freitag zu einer
etzung zuſammentreten, um ſich mit der deutſch=
pol=
nſchen Verhandlungskriſe zu beſchäftigen. So, wie
vie Dinge liegen, rechnet man damit, daß ſich die Regierung
zu Frage vorlegen wird, ob es überhaupt noch zweckmäßig
er=
cteint, an weitere Verhandlungen zu denken. In linksgerichteten
urlamentariſchen Kreiſen Berlins befürchtet man, die
Regie=
ung werde einen Beſchluß faſſen, der zu dem Wiederaufflammen
ſei= deutſch=polniſchen Handelskrieges führen werde. Sollte es
uächlich zu dem Beſchluß kommen, daß Deutſchland auf weitere
Biehandlungen mit Polen verzichtet, dann trifft die Schuld ein=
ᛋ und allein die Warſchauer Regierung, die in den nun ſchon
11 zwei Jahren anhaltenden Verhandlungen niemals ernſt
nichte, uns Vorſchläge zu unterbreiten, die annehmbar
er=
henen. Anfänglich wollte ſie die deutſche Grenze für eine
hem=
fuigsloſe polniſche Kohleneinfuhr geöffnet wiſſen. Dann wie=
2trum ſchwenkte ſie plötzlich um und erklärte, ſie hätte ein größeres
mereſſe daran, landwirtſchaftliche Produkte in Deutſchland
ab=
etzen. Sie geſtand auch etliche Zollabſchläge zu, die ſich aber
ü näherem Zuſehen als zu geringfügig erwieſen, um der
deut=
hen Ware den polniſchen Markt zu öffnen. Daneben liefen noch
Niederlaſſungsverhandlungen, die Polen
ſit der Ausweiſung von Reichsdeutſchen
durch=
fuzte, ein Beweis dafür, daß die Warſchouer Regierung
rricht daran dachte, uns auf dieſem Gebiet die Zugeſtändniſſe
machen, die nun einmal notwendig ſind, um die gegenſeitigen
zwelsbeziehungen in geordnete Bahnen zu lenken.
Eine andere, nicht minder wichtige Frage iſt der
deutſch=
zm zöſiſche Handelsvertrag. Mit dem 21. Februar
hi die vorgeſehene Friſt des zwiſchen der Berliner und der
tiffer Regierung abgeſchloſſenen Proviſoriums zu Ende. Es
uwe ſeinerzeit vereinbart, in vier Wochen nach der
Ueber=
hung des franzöſiſchen Zolltarifes Verhandlungen mit dem
e! des Abſchluſſes des endgültigen Handelsvertrages
aufzu=
ymen. Auf deutſcher Seite war man außerdem bereit, für
ſen Fall das Proviſorium ſtillſchwe gend um einige Wochen
v rlängern. Bis zum Ablauf des vorläufigen Vertrages ſtehen
nur noch rund 10 Tage zur Verfügung, während der
fran=
ſche Zolltarif eben erſt der Kammer zugegangen iſt, die ſich
unsſichtlich mehrere Wochen mit ihm beſchäftigen wird, bis er
Beſetz das Parlament verläßt. Es fragt ſich nun, was in
Bwiſchenzeit werden ſoll. Vermutlich hat die franzöſiſche
gierung ein neues Angebot gemacht und dem deutſchen
Bot=
tſer in Paris überreicht. Herr von Hoeſch, der einige Tage in
eim weilte, hat ſich, wie verlautet, in der Reichshauptſtadt
4plſächlich mit den bevorſtehenden endgültigen Handelsver=
Awerhandlungen beſchäftigt und eine Reihe von Inſtruktionen
ymommen, die zurzeit natürlich noch ſtreng vertraulich be=
Vollt werden. In den nächſten Tagen dürfte ſich aber wohl
mr zeigen, welche Vorbereitungen von den beiderſeitigen
hirungen getroffen worden ſind, um die Verhandlungen zu
/ —7 Ausſicht genommenen Termin wieder aufzunehmen.
Hoeſch bei Briand.
2er deutſche Botſchafter von Hoeſch, der am Dienstag
nach=
my wieder nach Paris zurückgekehrt iſt, hatte Mittwoch abend
(Henſtündige Unterredung mit dem franzöſiſchen
Außenmini=
ſxriand. Auf Grund der Unterredung, die der Botſchafter
TYdrm Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann hatte, beſprach er
NBriand die verſchiedenen Fragen, die Deutſchland und Frank=
1Mkeſchäftigen. Dabei wurde u. a. der Abſchluß der Verhand=
IIwen über die Entwaffnung Deutſchlands und die weitere
Ge=
ſus der deutſch=franzöſiſchen Handelsbeziehungen berührt.
Der Fall Keudell.
* Berlin, 9. Febr. (Priv.=Tel.)
ſtächskanzler Dr. Marx hat am Mittwoch dem Aelteſtenrat
41biſckehen gegeben, daß er vorausſichtlich am Freitag in der
2IAſän werde, dem Reichstag über den Fall Keudell Rede und
Der Arbeitsplan des Reichstags.
Berlin, 9. Februar.
Aelteſtenrat des Reichstags beſchloß in ſeiner heutigen
9 die Kommuniſtiſche Interpellation über die Angelegen=
Reichsminiſters des Innern Dr. von Keudell und das
konRuäſtiſche Mißtrauenspotum gegen dieſen Miniſter auf die
odnung der Freitagſitzung zu ſetzen unter der Voraus=
Ddaß der Reichskanzler dann in der Lage ſein wird, die
llation zu beantworten. Am morgigen Tonuerstag ſoll,
Died sluch an dieſem Wochentage, nur eine kurze Sitzung von
zwil enunden abgehalten werden, um den Reſt der Tages=
Nroſchen von heute, die vorausſichtlich nicht ganz erledigt
wer=
den ino, weiter zu beraten und außerdem den kommuniſtiſchen
Anc üüber die Amneſtiefrage zu beraten. Von Samstag ab
blexsl eis bei der vorgeſehenen kurzen Pauſe in den Plenar=
Kicen bis zum nächſten Mittwoch. Dann wird die erſte Leſung
desd echshaushaltsplanes mit dem Finanzausgleich beginnen.
Dic eſGandlung wird eingeleitet durch die Etatsrede des neuen
Rekcy anzminiſters Dr. Köhler.
Zum amtlichen thüringiſchen Wahlergebnis.
Anrufung des Staatsgerichishofes?
Weimar, 9. Februar.
der gewählten Abgeordneten mit 56 feſt und verteilte
die Mandate aus den Reſtſtimmen. Der Landtagswahlausſchuß
vertrat die Anſicht, daß mit Rückſicht auf einige Unklarheiten, die Rom und Berlin ihren Schiedsvertrag abgeſchloſſen haben —
ſich bei der Auslegung des Landtagswahlgeſetzes ergeben, in ab= vor wenigen Tagen aber kochte und brodelte es in Innsbruck
ſehbarer Zeit eine höhere Inſtanz (der Staatsgerichtshof)
ange=
rufen werden müſſe und daß ſchließlich eine Aenderung der
um=
ſtrittenen Beſtimmungen ſowohl im Landtagswahlgeſetz als auch
in der thüringiſchen Verfaſſung erfolgen müſſe.
Bevorſtehender Rücktritt des preußiſchen Zuſfizminiſters.
Dr. Am Zehnhoff,
der ſeit 1919 den Poſten des preußiſchen Juſtizminiſters bekleidet,
wird, wie bereits gemeldet, aus Geſundheitsrückſichten demnächſt
von ſeinem Amt zurücktreten. Am Zehnhoff gehört der
Zentrums=
partei an.
Aus dem Reichstag.
Keine Aufhebung der Borſchulen. — Die erhöhte
Bier=
ſteuer bleibt. — Zur Wohnungszwangswirtſchaft.
* Berlin, 9. Februar. (Eig. Ber.)
Der Reichstag nuhm heute die dritte Leſung der gegen die
Auf=
hebung der Privatvorſchulen gerichteten deutſchnationalen und
Zen=
trumsanträge vor. Vor Eintritt in die Debatte wurde ein
ſozialdemo=
kratiſcher Antrag, den Innenminiſter herbeizuruf.n, gegen die Stimmen
der Sozialdemokraten, Kommuniſten und Demokraten abgelehnt.
Hier=
auf nahm der Sozialdemokrat Dr. Löwenſtein das Wort, um ſich gegen
die vorliegenden Anträge auszuſprechen. Beſonders energiſch wandte er
ſich gegen den inzwiſchen eingegangenen Antrag der Regierungsparteien,
der die Aufhebung der Vorſchulen auch dann verhindern will,
wenn die Entſcheidung hierüber landesgeſetzlich geregelt iſt. Nach dieſ.m
Antrag ſoll die reichsgeſetzliche Regelung der
Entſchädigungs=
frage die Vorausſetzung für die Aufhebung ſein. Auch der Kommuniſt
Roſenbaum lehnte die Anträge ab. Er bezeichnete die heutige
Be=
ratung als ein Vorpoſtengefecht für die kommende Auseinanderſetzung
über das Reichsſchulgeſetz. Da von den übrigen Parteien niemand das
Wort ergriff, wurde die allgemeine Ausſprache geſchloſſen. In der
Ab=
ſtimmung wurde der Antrag der Regierungsparteien auf reichsgeſetzliche
Regelung der Entſchädigungsfrage gegen die Stimmen der
Sozial=
demokraten, Demokraten und Kommuniſten angenommen. Die
Schluß=
abſtimmung wird jedoch ausgeſetzt, bis die Vorlage mit den jetzt
be=
ſchloſſenen Abänderungen gedruckt vorliegt.
Das Haus beſchäftigte ſich ſodann mit den Anträgen, die ſich gegen
die Erhöhung der Bierſteuer und gegen die Aufrechterhaltung der
Tabakſteuer richten. Es liegt ein Ausſchußantrag vor, wonach die
Bierſteuererhöhung erſt am 1. April 1927 in Kraft treten fſoll.
Im Verlauf der Debatte wandte ſich Staatsſekretär Dr. Popitz
vom Neichsfinanzminiſterium gegen die Anträge auf Senkung der
Bier=
ſteuer. Nachdem die Bierſteuererhöhung bereits in Kraft getreten ſei,
könne ſie nun nicht wieder geſenkt werden. Das ganze Beſtreben auf
Senkung der Bierſteuer müſſe angeſichts der Finanzlage des Reiches
überhaupt ein frommer Wunſch bleiben, da ſonſt ein Ausfall von
über 100 Millionen Mark an Steuern eintreten würde. Der
Aus=
ſchußantrag wurde darauf gegen die Stimmen der Kommuniſten
und der Wirtſchaftlichen Vereinigung abgelehnt.
Es folgte die zweite Leſung der Anträge der Deutſchnationalen,
Deutſchen Volksvartei und Wirtſchaftlichen Vereinigung auf weiteren
Abbau der Wohnungszwangswirtfchaft. Hierzu hatte
die Wirtſchaftliche Vereinigung noch einen weiteren Antrag eingebracht,
in dem u. a. verlangt wurde, daß alle größeren Wohnungen
über eine beſtimmte Zimmerzahl hinaus vollſtändig aus der
Zwangs=
wirtſchaft herausgenommen, werden ſollen. In der Debatte
lehnte Abg. Silberſchmidt (Soz.) den Antrag der Wirtſchaftlichen
Ver=
einigung ab. Abg. Tremmel ſprach ſich gleichfalls in ablehnendem
Sinne aus, während der Aba Beythien (D. Vp.) gegen eine
Ver=
ewigung der Wohnungszwangswirtſchaft ſtarke Bedenken vorbrachte.
Das Haus nahm hierauf die zurückgeſtellte Schlußabſtimmung über
den Entwurf des Grundſchulgeſetzes vor. Da die
Sozialdemo=
kraten den Ausſchußantrag als verfaſſungsändernd
bezeich=
neten, ließ der Präſident zunächſt feſtſtellen, ob die qualifizierte
Mehr=
heit erreicht würde. Die Abſtimmung ergab die Annahme mit 207
gegen 131 Stimmen, alſo mit einfacher, aber nicht mit der
verfaſſungsän=
dernden Zweidrittelmehrheit. Der Präſident bemerkte, daß das Geſetz nicht
als angenommen gelten würde, falls durch richterlichen
Ent=
ſcheid ſein verfaſſungsändernder Charakter feſtgeſtellt werden, ſollte.
Gegen 6½ Uhr vertagte ſich das Haus auf Donnerstag, 2 Uhr.
Süd=Tiroler Ereigniſſe.
Guter Wille in Rom und Berlin. — Doch in Trient? —
Das widerſpenſtige Schulamt.
Von unſerem Berichterſtatter.
Jr., Innsbruck, Anfang Februar 1927.
„Deutſchland und Italien können einander verſtehen; Berlin
und Rom können ſich verſtändigen — — aber Innsbruck haßt
Italien!‟ Dieſe Worte gebrauchte Muſſolini in einem Interview,
Der Landtagswahlausſchuß ſtellte heute amtlich die Zahl das vor wenigen Tagen in einem führenden Wiener Blatt
en=
ſchienen iſt. Die Ereigniſſe ſcheinen dieſe Feſtſtellung
Muſſo=
linis zu beſtätigen. Erſt wenige Wochen ſind vergangen, ſeit
im Rahmen einer Demonſtration, die nur mit Aufgebot der
Staatsgewalt von Weiterungen vor dem italieniſchen Konſulat
abgehalten wurde. Der Schein gibt ſonach Muſſolini Recht —
und doch handelt es ſich um einen Trugſchluß, bei dem Urſache
und Wirkung verwechſelt wird.
Daß die Tiroler nicht über den Friedensvertrag von Saint
Germain entzückt ſind, der ihre tauſendjährige Einheit zerriß —
wer wollte es in Abrede ſtellen? Daß Nordtirol aber den
Tat=
ſachen Rechnung trägt, iſt zweifellos. Gerade ein ſo national
fühlender Mann wie Muſſolini müßte dieſen Umſtand mindeſtens
zu verſtehen ſuchen. Gewiß: das Stehen am Boden der
Tat=
ſachen heißt noch nicht, ſich gemütlos mit den Tatſachen abfinden;
aber was Innsbruck verlangt, läßt ſich nicht in das Wort „
Irre=
denta” hineinpferchen, die für Trento e Trieſte ebenſo
Gemein=
gut aller Italiener war, wie ſie heute als pſychologiſches
Gemein=
gut bezüglich Savoyen und Nizza, Korſika und Tunis gerade
vom Fascio gepredigt wird. Was Innsbruck verlangt, iſt
Schonung des deutſchen Landesteiles ſüdlich des Brenners,
Schonung vor Entrechtung und Verſchonung vor aufregenden
Zwiſchenfällen. Mit dieſem Verlangen Innsbrucks identifiziert
ſich das ganze deutſche Volk, ohne Italien zu haſſen, ſondern
gerade weil es ſich mit Italien verſtändigen
will.
Und damit beginnt der eireulus ritiosus, die
Verwechſe=
lung Muſſolinis von Urſache und Wirkung. Ein
Aufziſchen Innsbrucks iſt nicht das primäre, ſondern nur das
ſekundäre Element, das die Verſtändigung zwiſchen Rom und
Berlin immer wieder zu beeinträchtigen geeignet iſt.
Sehen wir einmal nach den jüngſt vergangenen Tatſachen!
Knapp vor dem deutſch=italieniſchen Schiedsvertrag ſchuf
Muſſo=
lini die Provinz Bozen. Es gab kaum ein auch nur
an=
nähernd bedeutenderes Blatt im Reich und in Deutſch=
Oeſter=
reich, das dieſe Maßnahme nicht begrüßte, wobei alle
Aeuße=
rungen es vermieden, „ſich in die inneren Verhältniſſe Italiens
einzumengen” man begrüßte die Schaffung der Provinz Bozen,
weil man wußte, wie ſehr Bozen von Trient bedrängt wurde,
weil man wußte, daß nicht Rom, ſondern Trient der
Sitz des Uebels ſei. Faſt alle Blätter verwieſen aber
dar=
auf, daß die Schaffung der Provinz Bozen an zwei
Geburtsfehlern litt: der eine war die Zuſchlagung des
deutſchen Unterlandes ſüdlich Bozens bis Salurn zur Provinz
Trient, der andere, daß die Schulaufſichtsbehörde nicht in Bozen
neu konſtituiert, ſondern — wenigſtens vorläufig — ihren Sitz in
Trient unter Wahrung der alten Einflußrechte und
Zuſammen=
ſetzung beibehielt.
Dieſe Geburtsfehler wirkten ſich aus. In der Provinz Bozen
ſetzte der „neue Kurs” ein. Sowohl der neue Präfekt als der
neue Unterpräfekt der Provinz Bozen proklamierten
Gerechtig=
keit und Sympathie; einzelnen deutſchen Blättern wurde wieder
das Erſcheinen geſtattet, ſelbſt der Fascio Bozens wurde
umge=
modelt und erklärte „aufrichtige Zuſammenarbeit”. Nicht nur im
Reich und in Deutſch=Oeſterreich, ſondern auch in Innsbruck
be=
gann eine beruhigende Atmoſphäre Platz zu greifen, die von
Haß wohl grundverſchieden war. Nicht nur in Innsbruck,
ſon=
dern auch in den übrigen deutſchen Gauen hoffte und erwartete
man, daß den vielverſprechenden Anfängen ein Ausbau der „
auf=
richtigen Zuſammenarbeit” folgen werde — denn der Ausbau
der Zuſammenarbeit im Sinne kulturellen Nationalſchutzes in
Südtirol iſt nicht nur die beſte, ſondern auch die einzige
Platt=
form, auf der eine Verſtändigung zwiſchen Berlin und Rom
Früchte tragen kann, ohne das Andauern dieſer Beruhigung und
ohne Verſtändigung zwiſchen Rom und Bozen
bleibt die Verſtändigung zwiſchen Rom und
Berlin doch nur ein Torſo, eine Regierungsmaßnahme,
der das Volksgefühl kühl und fremd gegenüberſteht. Die
Ver=
ſtändigung zwiſchen Rom und Bozen im Sinne nationalen
Minderheitsſchutzes — das iſt der Weg, der zum Herzen des
deutſchen Volkes führt, der bekunde, daß Rom gewillt iſt, die
politiſche Kluft des Friedensvertrages von Saint Germain
pſychologiſch völkerverſöhnend zu überbrücken. Und dieſe Brücke
würde nicht nur Berlin gerne betreten, ſondern auch München
und Wien, ja ſelbſt Innsbruck!
Was geſchah aber während dieſer Zeit in Trient?
Mit Beginn, des Schuljahres 1926/27 ſollte der deutſche
Religionsunterricht in Südtirol durch italieniſchen erſetzt werden.
Das Verſtändigungsprogramm ließ die römiſche Regierung dieſen
Plan zurückſtellen; aber Trient ruhte nicht; am 31. Dezember —
alfo wenige Tage ncch Abſchluß des Schiedsvertrages — erhielten
alle Schulleiter die Verordnung, künftig die täglichen
Schul=
gebete in allen Klaſſen nur mehr italieniſch zu geſtatten! Das
in Trient verbliebene Schulamt hat ſonach die
entgegenkommenden kulturpolitiſchen
Inten=
tionen Roms zu durchkreuzen verſtanden! Aber
nach dem Geſetz der Serie blieb es nicht dahei: in dem bereits
erwähnten Interview ſprach Muſſolini über die Frage des
deut=
ſchen Schulunterrichts wie folgt: „Das Volk von Südtirol iſt
italieniſcher Untertan; ſeine Pflicht iſt es daher, italieriſch zu
lernen; deutſch kann es in Privatſchulen lernen;
ſpäter kann vielleicht wiederum das Deutſche in den
Volksſchulen eingeführt werden; das aber iſt erſt
mög=
lich, nachdem ſich die jetzige Unruhe gelegt hat.” So viel Worte,
ſo viel Klugheit, ſo viel Hoffnungen, ſo viel enttäuſchende
Durchkreuzungen Trients! In Salurn wurde Rechtsanwalt Dr.
Seite 2
Donnerstag, den 10 Februar 1927
Nummer 41
Noldin verhaftet und zwangsdeportiert, weil er deutſchen
Privatunterricht erteilt hat! Die Folge davon iſt die Erregung
in Bozen, die einen Widerhall in Junsbruck fand, der wiederum
im deutſchen Volk zu kreiſen beginnt und das ſtört, worüber
Rom und Berlin ſich verſtändigen. Und der Grund Trients:
die Furcht, die Erregung und Unruhe, von der Muſſolini ſprach,
könnte ſich legen, es könnte daraufhin der deutſche
Schulunter=
richt nicht nur privat, ſondern ſogar volksſchulmäßig geſtattet
werden; das will Trient verhindern und erreichte tatſächlich
durch eine einzige Verhaftung die Verhinderung der
Voraus=
ſetzungen für dieſen Plan. Und die große Folge davon iſt, daß
man im deutſchen Volk zwiſchen dem guten Wil=
Rom und Berlin ſich verſtändigten. Und der Grund Trients:
nicht zu unterſcheiden vermag, daß man glaubt, daß
Rom verſpricht und gleichzeitig Trient ermutigt, das Verſprechen
zu ſabotieren, weil man ſich einfach nicht denken
kann, daß die allmächtige Regierung
Muſſo=
linis nicht Herr wäre über das Trienter
Schulamt.
Betrachtet man daher dieſes Moſaik der Ereigniſſe ohne
Vor=
eingenommenheit, ſo findet man, daß nicht der „Haß
Inns=
brucks”, ſondern der „Haß Trients” die beſten Abſichten Roms
nicht nur zu durchkreuzen imſtande ſind, ſondern ſie auch zu
durch=
kreuzen verſteht, wobei man unwillkürlich auf die zwei
Geburts=
fehler der Provinz Bozen zurückkommt, die da ſind: Abtrennung
des Unterlandes und Belaſſung des Schulamtes in Trient.
Zum 10. Februar.
Der Abſtimmungstag der erften ſchleswigſchen Zone.
Der 10. Februar, der Abſtimmungstag der erſten
ſchleswig=
ſchen Zone, darf nicht vorübergehen, ohne daß derer gedacht wird,
die trotz ihres deutſchen Bekenntniſſes dem däniſchen
Staats=
verband einverleibt worden ſind. Daß die Abſtimmung, die am
10. Februar 1920 auf Geheiß der Siegerſtaaten vor ſich ging,
nicht geeignet war, ein objektives Bild der Volksabſtimmung,
losgelöſt von den damaligen Machtkonſtellationen, geben konnte,
iſt ſchon oft ausgeführt worden, muß aber immer wieder
wieder=
hot werden, weil noch der größte Teil der däniſchen
Oeffentlich=
keit die Unrechtmäßigkeit dieſer Abſtimmung nicht zugeben will.
Wenn die Kommiſſion, die damals das Abſtimmungsergebnis
auswerten ſollte, nur die erforderliche Rückſicht auf die
Ergeb=
niſſe genommen hätte, dann hätte niemals dieſe Grenze zuſtande
kommen können. Nun iſt alles im Fluß, und gerade das letzte
Jahr hat gezeigt, daß ſich Entwicklungen anbahnen, die für die
Zukunft des Landes entſcheidend werden können. Während
einerſeits das nordſchleswigſche Deutſchtum bei dem letzten
Wahl=
gang ſeine Lebensfähigkeit und ſeine wachſende Stärke bewieſen
hat, kehren ſich immer mehr Nordſchleswiger von der Hoffnung
der Befriedigung aller ihrer Wünſche durch die Vereinigung mit
Reichsdänemark ab. Das nordſchleswigſche Sonderbewußtſein,
das ſowohl den deutſchen als auch vielen däniſchen
Nordſchles=
wigern eigen iſt, hat in nicht mißzuverſtehender Weiſe Front
ge=
macht gegen die Woge reichsdäniſcher Egaliſierungswethoden, die
ein Volk ſchaffen möchten von Skagen bis zum Scheidebach. Und
die ſtarke Unpopularität, die dem früher von allen Dänen
gleich=
mäßig geachteten Führer H. P. Hanſſen jetzt beſchieden iſt, iſt
zum größten Teil darauf zurückzuführen, daß er ſich dieſer
reichs=
däniſchen Welle nicht entgegengeſtemmt, ſondern ſogar dieſe
Politik unterſtützt hat. P. H. Hanſſen wird jetzt durch die Macht
der Verhältniſſe davon überzeugt werden, daß man
vielhundert=
jährige geſchichtliche Zuſammenhänge nicht in ein paar Jahren
auslöſchen kann und daß es unmöglich iſt, einen Volksteil, der
den Willen hat, ſich ſelber treu zu bleiben, innerhalb einiger
Jahre aufzuſaugen.
Zu dieſen politiſchen Schwierigkeiten der däniſchen Leitung
in Nordſchleswig treten die wirtſchaftlichen. Die
nordſchleswig=
ſche Wirtſchaft iſt unrentabel geworden, und an dieſer
Unrentabi=
lität leiden Bürger und Arbeiter gemeinſam mit den Bauern.
Das offizielle Dänemark will offenbar den Weg noch nicht
be=
ſchreiten, den ſchon das deutſche Wahlprogramm klar zeigt. Das
einzige, was helfen kann, iſt der wirtſchaftliche Anſchluß an
Deutſchland als das gegebene Abſatzgebiet für den gefährdeten
däniſchen Markt.
Die franzöſiſche Abordnung für die Genfer
Wirtſchaftskonferenz.
Die franzöſiſche Abordnung für die vom 4. bis 24. Mai in
Genf tagende Wiriſchaſtskonferenz wird beſtehen aus den
Abge=
ordneten Loucheur, dem Generalſekretär des Allgemeinen
Arbeiter=
verbandes, Jouhaux, dem Direktor im Handelsminiſterium,
Ser=
ruys, dem Vorſitzenden des Bergwerkskomitees, Peyreninhof,
und dem Vorſitzenden der Vereinigung der Landwirtſchaft,
Gautier.
Vom Tage.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann iſt am
Diens=
tag abend in Mailand eingetroffen. Nach einer Autofahrt durch die
Stadt in Begleitung des deutſchen Konſuls reiſte er nach San Remo
weiter.
Der bayeriſche Handelsminiſter Dr. v. Meinel,
der ſeit Dezember vorigen Jahres in Krankheitsurlaub weilt, iſt von
ſeinem Amte zurückgetreten.
Graf Reventlow iſt aus der völkiſchen
Freiheits=
bewegung ausgeſchieden und hat ſich der
Nationalſozialiſti=
ſchen Arbeiterbewegung angeſchloſſen.
Der Reichsrat beſchloß, die Annahme des Geſetzentwurfes zur
Be=
kämpfung der Geſchlechtskrankheiten durch den Reichstag ohne
Einſpruch zur Kenntnis zu nohmen.
Die Gattin des zum Zwangsaufenthalt verurteilten Dr.
Nol=
din aus Salurn erhielt die Erlaubnis, ihren Mann in den
Ver=
bannungsort auf den lipariſchen Inſeln zu begleiten.
Der Kaiſer von Japan ſchenkte dem deutſchen
Bot=
ſchafter Dr. Solf bei ſeinem Eintreffen am Tage vor dem
Begräb=
nis des verſtorbenen Kaiſers zwei koſtbare Silbercloiſonnee=
Vaſen mit dem kaiſerlichen Wappen.
Der ungariſche Miniſterpräſident Graf Bethlen
wird ſeine viel erörterte Romreiſe erſt Anfang März, knapp
vor dem Zuſammentritt des Völkerbundsrates in Genf, antreten.
Laut offizieller Mitteilung des italieniſchen Finanzminiſters Volpt
hat die ſoeben abgeſchloſſene Anleihe, genannt „Preſtitio del Littorio”,
einen Betrag von 3 150 000 000 Lire erreicht. Es ſtehen noch aus die
Beiträge der italieniſchen Bevölkerung in Amerika. Die Zahl der
Subſkribenten beträgt 3 000 000, was darauf ſchließen läßt, daß der
größte Teil der Anleihe von kleinen Sparern gezeichnet wurde.
Der ruſſiſche Volkskommiſſar des Auswärtigen hat
am 3. Februar die Einladung des Generalſekretariats des
Völkerbundes zur Konferenz für die Begründung eines
internationalen Hilfsverbandes abgelehnt.
Infolge provokatoriſcher Behandlung der deutſchen
Regierungs=
parteien durch den tſchechoſlowakiſchen Kriegsminiſter droht
eine Regierungskriſe.
Lloyd George iſt zum Führer der liberalen
Frak=
tion des Unterhauſes für die Dauer der neuen Sitzungsperiode
wiedergewählt worden.
Zwiſchen Nord= und Südchina ſind
Friedensver=
handlungen im Gange, die durch ein Komitee geführt werden.
In Santiago de Chile iſt eine revolutionäre
Be=
wegung gegen die Regierung ausgebrochen, die von der
Demokrati=
ſchen Partei unterſtützt wird.
Amerika als Gläubiger der Siegerſiaaten.
AMERlkAS
KRIEGSFORDERUNGEN.
STANDAN TS.NOVEMBER 1S2
Die Stellung der Vereinigten Staaten von Amerika als
Gläu=
biger Europas ſtammt aus der Kriegszeit, als der amerikaniſche
Schatzſekretär ermächtigt wurde, den verbündeten Mächten
Kre=
dite einzuräumen. Der Betrag dieſer Anleihen betrug
urſprüng=
lich etwas über 10 Milliarden Dollars; durch die Nichtzahlung
der Zinſen, die dem Kapital zugeſchlagen werden mußten, haben
ſich aber die Forderungen der Vereinigten Staaten allmählich
über den urſprünglichen Betrag der gewährten Vorſchüſſe erhöht,
ſo daß die buchmäßigen Forderungen zeitweilig den Betrag von
12 Milliarden Oollars überſchritten. Erſt die
Fundierungs=
abkommen haben den Nominalbetrag der Guthaben auf 11,8
Mil=
liarden Dollars ermäßigt.
Thomas Alva Ediſon
zu ſeinem 80. Geburtstag am 11. Februar.
Der Napoleon der Technik, der König der Erfinder, feiert
in voller geiſtiger und körperlicher Rüſtigkeit ſeinen 80.
Geburts=
tag. Ungewöhnlich wie ſein Alter iſt der Menſch, ſein Leben
und ſein Werk. Vom Vater hat er einen Körper von
unbeug=
ſamer Arbeitsfähigkeit geerbt, der es ihm ermöglicht, ohne
kör=
perliche Schrauken das zu vollbringen, was ſein Geiſt fordert.
Einhundertzwanzig Stunden Arbeit ohne Pauſe — knapp von
kurzen, ſchnell eingenommenen Mahlzeiten unterbrochen —
monatelanges Arbeiten mit nur ganz kurz bemeſſenen
Schlaf=
pauſen, ſind Leiſtungen, die bei Ediſon nicht ſelten vorkamen,
und doch ſeine Geſundheit nicht gefährdeten, wie ſein heute
er=
reichtes Alter beweiſt.
Mit vielen anderen Größen der Menſchheit teilt er den
Ruhm, ein Schultaugenichts geweſen zu ſein. A. von
Hum=
boldt, Darwin, der „mißliebige” Liebig und der „geiſtig
minder=
wertige‟ Ediſon haben ihre Lehrer Lügen geſtraft. Die Mutter
hat ihrem jungen „Al” im entſcheidenden Augenblick den
rich=
tigen Weg gewieſen, was er ihr nie vergaß. Fürſorglich hat ſie
ſich ſelbſt — Lehrerin von Beruf — ſeiner angenommen und
dem Verkannten den Unterricht erteilt, der ſeinem Weſen
an=
gepaßt und förderlich war.
Bald ſehon zwang den Jungen die mißliche Geſchäft
des Vaters, ſich nach einem Erwerb umzuſehen. Als Zeit
boh im fahrenden Zuge der Bahn von Port Huron nach D
begann er ſeine geſchäftliche, und zugleich in einer Ecke
Packwagens ſeine Forſcherlaufbahn. Der geſchäftstuchtige
tungsjunge genügte ſich bald nicht mehr nur mit dem Ve
Ein eigenes Blatt, im fahrenden Zuge redigiert, geſeg
gedruckt, hatte es bis zu 500 Abonnenten gebracht, als ein
die chemiſchen Verſuche verurſachter Brand des Packwage
bodens den Redakteur ſamt, Druckpreſſe und Chemikalien
die rauhe Hand des Schaffners auf der nächſten Station a
Luft befördern ließ.
Wenige Jahre darnach zum Telegraphiſten aufgerückt,
er wegen eines verſchlafenen Telegrammes ſchuldig gewo
früchtig gehen und wander: rühelos und immer weiter ſtudi
in vielen Städten Amerikas umher. Immer wieder werde=
Mißgeſhicke beim Erperimentieren zum Unheil, oft kom
felbſt mit genauer Not davon. Immer aber auch arbeite
reger Geiſt an den Apparaten, die er bedient, verbeſſernr
ausgeſtaltend. Die Iuflation, die dem amerikaniſchen Bi
krieg im Jahre 1869 folgt, läßt auch Ediſon hochkommen.
Telegradh, der den Goldſtandard an vielen Stellen New Yorks
anzeigt, gerät mitten im Hochbetrieb in Unordnung. Ediſon
ſeringt bei und hat bald den Fehler behoben. Erfolg: Anſtellung
mit 300 Dollar monatlich. Seine Erfindungen und
Konſtruk=
tionen werden ihm bald darauf von der Telegraphengeſellſchaft,
Th. A. Ediſon.
bei der er tätig ift, für 40 000 Dollar abgekauft. Damit iſt die
erſte Sproſſe erreicht: In Newark, New Jerſey, errichtet er die
erſte Werkſtatt, Fabrik und Erfinderheim zugleich. Sieben Jahre
arbeitet er hier, dann iſt das Haus zu klein geworden. In Menlo
Park richtet er ſich ein neues weitläufiges Erfinderheim ein. Hier
werden ſeine beſten und bekannteſten Erfindungen gemacht, die
ihm den volkstümlichen Namen des „Zauberers von Menlo Park”
eintragen. Nach abermals zehn Jahren iſt auch dieſe Werkſtatt
des Geiſtes zu klein geworden. In Llevellyn Park, dem ſchönſten
Italien in Albanien.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 9. Februar.
Es war ein böſer Tag für Jugoſlawien und andere, als O
Vertrag zwiſchen Albanien und Italien veröffentlicht wur)
Die Gegner ſchrien über Vergewaltigung und Protektorat.
aber wem gehört denn eigentlich Albanien? — Den Albaneſe=
— Kaum. — Den Italienern? — Wenn man unter Beſitz” das
ſelbe verſteht wie im Kriege, nämlich, daß man alle das
La=
beherrſchenden Puukte feſt in der Hand hat, ganz gewiß. Seb
wir einmal den italieniſchen Beſitz Punkt für Punkt durch.
nächſt iſt die Italieniſch=Albaniſche Bank zu nennen. Das Kapr
ſtamat zum größten Teil aus Italien. Zu gleicher Zeit mit
Bank wurde eine italieniſche Geſellſchaft zur wirtſchaftlichen E=,
wickelung des Landes gegründet. Kapital: 50 Millionen God
Franes, das für öffentliche Arbeiten ausgegeben werden ſ.
Von dicſen „öffentlichen Arbeiten” ſind für ein Land wie Al.ſa
nien bei ſeiner natürlichen Geſtaltung und geographiſchen Lic
Hafenbauten die Hauptſache. Es kommen an der albaniſckhe
Küſte von Jugoſlawien bis Griechenland nur vier Plätze in Je
tracht: San Giovanni di Medua, Durazzo, Valona und Ea
hat ge
Quaranta. Der Hafen von Durazzo wird für Schiffe mit ein.
ung me
Tiefgang von bis zu 21 Fuß vertieft, und ſie können hart an wu
Ae
Kais entlang liegen und bei jedem Wetter in völliger SicherSi
ein= oder ausladen. Man erwartet, daß nach dem HafenausEyyWV0.”
gehende
der Schiffsverkehr von Durazzo auf 250 000 Tonnen ſteigen wiid
Auch für die ſanitären Verhältniſſe wird dadurch geſorgt, Hu / Mc Hetz
man die als Malaria=Brutſtätten berüchtigten, den Platz u /WAwſche
zut im Vigo.
gebenden Sümpfe draniert oder in Lagunen umgewandelt.
Nach dem Ausbau und den Verbeſſerungsarbeiten von Ku/ / / Howden L
mmen ſei
razzo ſollen die anderen drei genannten Häfen in Angriff 4
nommen werden. Der Haupthafen ſoll mit der Hauptſtadt 79 Laltene Kan
Landes, Ticana, durch eine 25 engliſche Meilen lange Bahn wul / / Mm. Die
bunden, Tirana ſelber in eine moderne Stadt mit Regierunn9 / pung in M.
und öffentlichen Gebäuden, Hoſpitälern, Hotels uſw. gewandd // M gegen
werden. Zu den öffenilichen Arbeiten gehört natürlich auch M 14Mnchevöller
Straßenbau. Rund 1000 Meilen moderner Straßen ſollen in R/ 110 Hhl der
nächſten Jahren in dem kleinen Lande geſchaffen werden. u Toentlich hoch
lieniſche Ingenieure, welche die Leitung des Straßenbaues übe) mu m den
nehmen ſollen, haben bereits ſämtliche Pläne für ihn fern., lundem wü
geſtellt. Eine große Schwierigkeit bot die Arbeiterfrage, a—un Ma denen die
der Präſident Ahmed Zogu hat ſie in eigenartiger, aber geniau
Weiſe gelöſt. Seit vielen Generationen haben ſeine Landsle= ſſwn bombar
keine Steuern gezahlt, und es wären auch jetzt keine Steu=m /† Bie der „.
herauszudrücken geweſen. Zogu hat bereitwillig die Steuein Jmieſich=ſpe
erlaſſen, aber nur für diejenigen, welche dem Staate jährlich zeit / lnchtet wird,
Tage ihre Arbeitskraft ſchenken. Als eine ſehr gute Kapit 0 Uſſche elephon
anlage wird ſich die Verwendung von 400 000 Pfund Sterl 10 Han
auf die Umwandlung von Malaria=Oedland im Norden von Al!0
u
nien, ſüdlich von Skutari, in eine umfangreiche, nach italieniſchein 1ahn gegent
Syſtem kultivierte Ackerbau=Zone erweiſen. Dort entſteht e
große Chance für auswandernde italieniſche Bauern. Aber weuc !o nm Konflikt
nun von jugoſlawiſchen Hetzern dies Einwandern italieniſcu) ᛋ.hnden und
Bauern als eine Beraubung dargeſtellt wird, ſo iſt darauf hu w fu Der Sü
zuweiſen, daß die Meliorationskoſten aus den Kaſſen der lta nd nung treu
niſchen Entwickelungsgeſellſchaft bezahlt werden und daß ℳcdr Norden
Jugoſlawen nicht einmal im eigenen Lande derartige Verbe/ cyſch der
rev=
rungsarbeiten ausführen oder ausführen können. Mit ita. u I—wung angeſch
niſchem Kapital hat eine neue Epoche der Ausbeutung m MM und die De
Mineralſchätze des Landes nach neuzeitlichem Syſtem eingeſoſt) ict nbeiteten m
ſo daß ſich die Staatsrevenü aus dieſer Quelle, die jetzt 800/0 ſchyn Militärs
Pfund Sterling jährlich beträgt, bedeutend erhöhen muß. Le/ ſc Eſenbahner
feſtgeſetzte Pacht für Petroleumländereien beträgt pro Hektar 119 /0 euaat die
Goldfrank. Die Anglo=Perſian Oel=Geſellſchaft hat auf 50
Hektaren die Ausbeutung begonnen, alſo vor dem Abſchluß da!
Vertrages. Eine Konzeſſion für 75 000 Hektar hat die Italieniſſt
Petroleum=Geſellſchaft übernommen. Bei Petroleum=Konz/
ſionen iſt nun aber auch außer der Pacht eine Abgabe von i0
Prozent des Betrages der Ausbeute an den Staat zu zahll
Schließlich fällt nach dem Ablauf der Konzeſſionsfriſt der geſamg
Beſitz an Oelquellen, Maſchinen, Baulichkeiten uſw. an den Stalt) l ſin den
Außer in Oelkonzeſſionen iſt italieniſches Kapital auch i 1ü0 der Gorniſt
Konzeſſionen für die Gewinnung von Kupfer und Kohlen ſol?
ym. Es wa
in Holzſchlägen und Fiſchereien angelegt. Einen ſchlagenlg o Lorden
hung veröf
Beweis für das überwiegende gegenſeitige wir.
ſchaftliche Intereſſe zwiſchen beiden Länden
bieten die ſtatiſtiſchen Angaben der Handelsbilanz für das nW
gangene Jahr. Von der Geſamteinfuhr Albaniens im We/
von 860 000 Pfund Sterling betrug der Anteil Italiens 640"0
Pfund Sterling. Von der Geſamtausfuhr Albaniens im Wo/4
von 680 000 Pfund Sterling gingen Waren und Produkte
Werte von 400 000 Pfund Sterling nach Italien. Es iſt le30
Frage, daß für Albanien die wirtſchaftliche Verbindung mit X,
lien gegenüber der mit allen anderen Ländern von geradezu
drückendem Uebergewicht iſt.
u Liſſabon
chen, einen
zu können.
19 Mundo”,
Neie Zeitung
Der frü
Fleckchen von New Jerſey, werden fünf große Laboratoriuſin
gebäude errichtet, von einem hohen Gitter umgeben und 1*
ſeinen Dienern ſo bewacht, daß ihm einmal ſelbſt — er hat ſelln,
Ausweis vergeſſen — der Zutritt verwehrt wird.
Zweimal war Ediſon verheiratet. Die Geſchichte ſeiner 9
iſt ungewöhnlich wie er ſelber. Unvermittelt bleibt er hinter e!!
ſeiner jungen Arbeitrinnen ſtehen. Sie wird deſſen gewahr "
durch das lange Veiweilen ſeines Blickes beunruhigt. „Hobe?
Sie erſchreckt?” iſt ſeine gütige Frage. Kopfſchütteln und ein
Bb=
aus großen Augen iſt die Antwort. „Wollen Sie meine 9:0
werden?” fragt Ediſon weiter, und kurze Zeit darauf wird. W At.
kleine Arbeiterin Mary E. Stillwell ſeine Gattin, ganz ihm Ab
ſeiner Arbeit lebend. Zwei Knaben, „Punkt” und „Strich” 4
dem Morſealphabet gerufen, und eine Tochter, Marion, erblude.
ihm in ſiebenjähriger Ehe, dann ſtirbt ihm die Lebensgefahl.”
Trotz der nüchternen Art ſeiner Werbung hat er ſie ſehr ge!
Das erſte Wort, das er ſeinem Phonographen einſpricht Nſch
erſte Wort, das je künſtlich wiedergegeben wurde, iſt „Mal!
Name. Fünf Jahre ſpäter heiratet er zum zweitenmal, die 212
ter eines anderen Eifinders, Lina Miller, ſeine jetzige Gaitlla
Ediſon arbeitet jede Erfindung ſelbſt bis ins Kleinſte Me
Seine Verſuche zum Ausbau des erſten Gedankens gehen.."
Tauſende für jede neue Aufgabe. Alle erreichbaren Materiſtih
werden durchgeprobt, oft fallen dabei nebenher kleine Liſ
dungen und Entdeckungen mit ab. In über 1000 Bänden Ve.*
„Tagebücher” hat er mit ſeinen Mitarbeitern ſeine Ergehſ
aufgezeichnet. Erfinden iſt nach ſeiner Anſicht nur zu
Zehntel Inſpiration, der Reſt muß von der Arbeit geleiſte!."
den. Und doch iſt er ſelbſt der ſchlagendſte Beweis ful
Gegenteil. Wo ſeine Ingenieure, die er „Boys” nennt, für.
neue Maſchine nur drei Möglichkeiten ſehen, findet er leice
zwei Tagen 48 verſchiedene Konſtruktionen. Bei dieſer Gun=
Gedanken geht naturgemäß auch manches unbeachtet velichlt
So vergaß er 1875 die drahtlofe Telegraphie zu erfindei, 9a
durch eine Welt voll Ideen abgelenkt wurde und ſeine. 4 a
gerade einem anderen Ziele nachſtrebte. 13 Jahre, ſpal”
Hertz durch ſeine Ergebniſſe die Ideen Ediſons beſtätigi=
Die Erfindungen Ediſons ſind bekannt. Kohlemikroßo
Glühlampe, Phonograph, der Nickel=Eifen=Arrumulator üe.
les andere, darunter auch der Vorläufer des Kinos, ſind eſlte.
durch ihn geſchaffen oder grundlegend ausgebant und I."
heutige Form gebracht worden. Ueber 1500 Patente hei C.ſ
in den Vereinigten Staaten von Amerika genommell. BSlec
bekannt iſt, daß im Weltkrieg „der alte Mann” wie m.‟
heute in Amerika nennt, ein unerſetzlicher Helfer unſerer Lee
Rummer 41
Donnerstag, den 10. Februar 1927
Seite 3
Wachſender Aufruhr in Portugal.
Erbitterte Kämpfe in Oporto.
Generalſtreik der portugieſiſchen Eiſenbahner.
EP. Paris, 9. Februar.
Die „Daily Mail” meldet aus Madrid, daß die
portugie=
ſiſchen Eiſenbahner den Generalſtreik proklamiert haben.
Immer=
hin ſei noch nicht gewiß, ob die Streikorder befolgt werde. Mit
Gewißheit ſtreikten die Angeſtellten der Südbahn und der
Nord=
weſtbahn. Die Regierung habe die Eiſenbahner mobiliſiert und
verſuche, Truppen nach Oporto
zu ſenden. Die Republikaniſche
Garde in Faro iſt zu den
Auf=
ſtändiſchen übergegangen. Die
Mannſchaft des Kriegsſchiffes
„Bengo”, das in dieſem Hafen
Tiegt, hat gemeutert. Die
Re=
gierung macht ſich auf den
Generalſtreik aller
Gewerkſchaf=
ben gefaßt und trifft jetzt ſchon
Hahingehende Maßnahmen. Die
gleiche Zeitung veröffentlicht
eine Depeſche ihres
Korreſpon=
dent in Vigo. Danach habe ein
Engländer, der aus Oporto
an=
gekommen ſei, erklärt, daß dort
erbitterte Kämpfe ſtattgefunden
bätten. Die Kavallerie der
Re=
gierung ſei mit großer
Bruta=
ſität gegen die aufſtändiſche
Bivilbevölkerung vorgegangen.
Die Zahl der Toten ſei
außer=
urdentlich hoch und die Leichen
Eägen in den Straßen herum.
Außerdem würden die Stellen,
ann denen die Aufſtändiſchen ſich
ſonzentriert haben, von
Flug=
zeugen bombardiert.
Wie der „Times” von der
portugieſiſch=ſpaniſchen Grenze
berichtet wird, iſt die
telegra=
phiſche, telephoniſche und
Eiſen=
hehnverbindung mit Portugal
vollkommen unterbrochen. Bei
dim gegenwärtigen Aufſtand in
Portugal ſcheine es ſich um
ſierung treu geblieben. Aber, die ihren Ausgangspunkt in der Hafenſtadt Porto hatte, griff auf die Hauptſtadt Liſſabon über.
vegung angeſchloſſen. Die
Radi=
ale und die Demokratiſche
Par=
ei arbeiteten mit den
Aufſtän=
e: Staat die Eiſenbahnen an Private verkauft habe.
Pam Ausbruch der revolutionären Bewegung / Räumung der amerikaniſchen Geſandtſchaft
in Portugal.
Die Havasagentur berichtet über die Vorgänge in Portugal
nier dem heutigen Datum: Die revolutionäre Bewegung von
af in Liſſabon Maßnahmen getroffen worden ſind, um allen ſchiffe nach den portugieſiſchen Gewäſſern zu entſenden.
ſefſuchen, einen revolutionären Streik ins Leben zu rufen,
be=
anen zu können. In Liſſabon hat die Regierung die
Zeitun=
eil dieſe Zeitungen die Vorſchriften der Zenſur nicht beobachtet
ſben. Der frühere Abgeordnete der demokratiſchen Partei
Aimte Morais, früherer Generalgouverneur von
Portugieſiſch=
ndien und ehemaliger Marineoffizier, hat das erſte Ultimatum / 80 000 Menſchen teilnahmen. Es wurden Bilder von Sunjatſen,
die Regierung unterzeichnet, in dem dieſe aufgefordert wird, Karl Marx, Lenin und anderen Sozialiſtenführern
herumgetra=
it ilt, in dem ſie ankündigen, daß die republikaniſche Armee gegen Tſchang Tſo=lin und den britiſchen Imperialismus richten.
hr. Die Lieferungen von Karbolſäure, Anilinöl, Benzol und
Aler anderer Chemikalien aus Deutſchland blieben aus. Ediſon
ſtngt auch hier wieder ein, erfindet neue Verfahren und ſtellt
drei Jahren elf große Werke zur Beſchaffung von Rohſtoffen
M Zwiſchenprodukten. Eine ganze Liſte von Wünſchen legt ihm
M Marineminiſterium zur Bekämpfung der U=Boote vor. Auch
Mn greift er helfend ein, erfindet akuſtiſche Apparate, die das
Hannahen der U=Boote und insbeſondere ihrer gefürchteten
Ap=dos anzeigen. Er gibt einen „Seeanker” an, der das
Herum=
hfen von ſchwerbeladenen Schiffen auf kurze Entfernungen im
mtem Winkel ermöglicht und ſo dem Torpedo das Opfer ent= Nolle. Denn mehr als andere beſitzt der Sänger die ſchwarze
94. Der Friede führt auch ihm ein neues friedliches Arbeits=
Mit. Die Erzeugung von elektriſcher Kraft aus Kohle iſt bis
nir auf dem Umweg über der Verbrennung und der Dampf=
Iſlung möglich. Könnte man aus Kohle oder Wärme unmittel= vielmehr von je die ſchwerere Aufgabe, ruhig ſtehend aus ſich
Welektriſche Energie erzeugen, ſo wäre der Menſchheit ein
Ge=
chi von unſchätzbarem Wert gemacht. Hieran arbeitet der gung, der Geſtik und Mimik als verdeutlichende Stütze zu haben.
UNe Erfinder. „Das letzte wäre das höchſt Errungene.” Wird Deshalb iſt z. B. auch König Marke eine der gefürchtetſten Par=
Uhri gelingen?
brk.
Hochſchulnachrichten.
. Beſuchder Univerſität Gießen. Die Heſſiſche Lud=
AFflmiverſität zu Gießen weiſt im laufenden Winterſemeſter 1326
Uit ikulierte Studierende, hierunter 69 Studentinnen, auf. Auf die
Ehlten Fakultäten verteilen ſie ſich wie folgt: theologiſche Fakultät
4 u iſtiſche Fakultät 293, mediziniſche Fakultät 163 veterinärmedi=
Mk. Fakultät 111, und philoſophiſche Fakultät 718. In letzterer
2 hütat ſtudieren: Philologie 185, Mathematik 59, Naturwiſſenſchaften Luſtſpiel nach Seribe und Legouvé von O. Stockhauſen.
7 hrmie 76 Pharmazie 18 Forſtwiſſenſchaft 70. Landwirtſchaft 97
U exaatswiſſenſchaft 137. Der Staatsangehörigkeit nach ſind 1252
9 Mrutſche, hierunter 743 Heſſen, 110 Preußen, 34 Bahrn. 21
Bſlur und 14 Sachſen, ferner 74 Ausländer, hierunter 21 Rumänen
u Settländer. Zu den 1326 immatrikulierten Studierenden kommen ſchloß, das Geſellſchaftsſtück des 18. Jahrhunderts wieder zu er=
* Amatrikulierte Hörer, 2 Hoſpitantinnen, und 114 Gaſthörer und wecken. Es entſtanden ſeine ausgezeichneten Bearbeitungen von:
71ayſchör rinnen. Hiermit beträgt der Geſamtbeſuch 1544.
1 Heidelberg. Der Hiſtoriker. Naturwiſſenſchaftler und Philo= der Königin von Navarra”.
10 Maußerordertliche Prof ſſor für ſemitiſche Philologie an der
Uni=
wEit Heidelberg, Dr. Julius Ruſka, begeht am 9. Fbruar ſeinen
Da Amfitu’s für Geſchichte der Naturwiſſenſchaften (Portheim=Stiftung), 18. Jahrhunderts war blutmäßig bedingt, deshalb ſo außer=
Du R m Heidelberg und erhielt dort ſpäter die Ernennung zum Extra=
D Mraus Prof. Ruſka war Herausgeber des Pädagogiſchen Archivs,
bd DAB bis zum Eingehen der Zeitſchrift im Januar 1915; zuletzt mit Publikum dafür ungeeigneter erſcheiut, als je. So ſind die
BATürr. Sein Sondergebiet iſt Geſchichte der Naturwiſſenſchaften Seribeſchen Stücke heute, uns fern gerückt, hiſtoriſche Luſtſpiele
zm amiſchen Kulturkreis.
unter Mitwirkung der Bevölkerung die Republik wieder
herge=
ſtellt hat, und daß ſie die Regierung folgenden Perſonen
über=
tragen hat: Alvaro de Caſtro (Führer der republilaniſchen
Aktion); Pina de Morais (Infanzeriehauptmann); „Norton de
Mattos (General, früherer Kriegsminiſter, früherer
Oberkommiſ=
ſar von Angola und früherer Botſchafter in London); Jaime
Morais (früherer Generalgouverneur von Portugieſiſch=Indien);
Alſonſo Coſta (früherer Führer der demokratiſchen Partei und
ehemaliger Vorſitzender der portugieſiſchen Delegation beim
Völ=
kerbund, jetzt in Paris wohnhaft); Matos Cid (Arzt); Jaime
Cortean (Militärarzt) und Direktor der Nationalbibliothek;
Die Militärrevolte in Portugal.
ſinen Konflikt zwiſchen dem Blick auf Porto mit der gewaltigen Hängebrücke, die über den Duro hinweg Porto mit der
ſorden und dem Süden zu han= Vorſtadt Gai verbindet. Um den Beſitz dieſer Brücke fand zwiſchen den Auſſtändiſchen und
veln. Der Süden ſei der Re= den Regierungstruppen ein heftiger Kampf ſtatt. — Die revolutionäre Bewegung in Portugal,
uch der Norden habe ſich nicht In Porto dauert der Geſchützkampf weiter an. Der Bevölkerung der Stadt hat ſich eine große
ſänzlich der revolutionären Be= Panik bemächtigt, da eine Anzahl von Zivilperſonen getötet und mehrere Häuſer vollſtändig
zerſtört worden ſind.
iſchen Militärs Hand in Hand. Die Generalſtreikproklamation Tamafuini Barboſa (Führer der nationaliſtiſchen Partei und
ei Eiſenbahner ſoll auf das Gerücht zurückzuführen ſein, daß / Pioniermajor); Calbo Socrato (Marineoffizier); Suſa. Diaz
(General).
in Liſſabon.
Waſhington, 9. Februar.
Einem beim Staatsdepartement eingegangenen Bericht aus
ſorto iſt in den erſten Morgenſtunden des 3. Februar ausge= Liſſabon zufolge, iſt das Gebäude der amerikaniſchen
Geſandt=
fochen. Es waren eine große Anzahl Zivilperſonen und ein ſchaft wiederholt von Gewehr= und Maſchinengewehrkugeln
ge=
eil der Garniſon von Porto beteiligt. Truppenverſtärkungen, troffen worden und mußte infolgedeſſen geräumt werden. In
e vom Norden kommen, marſchieren heute gegen Porto. Die dem Bericht an das Staatsdepartement wird die Lage als ſehr
ierung veröffentlicht eine offiziöſe Note, in der ſie erklärt, ernſt bezeichnet. Die Regierung beabſichtigt jedoch nicht,
Kriegs=
n „O Mundo”, „A Informacao” und „O Rebate” ſuspendiert, Chineſiſche Maſſendemonſiration gegen den
britiſchen Imperialismus.
In Hankau fand eine Maſſendemonſtration ſtatt, an der
Fückzutreten. Die Revolutionäre haben in Porto ein Manifeſt gen und eine Reihe von Forderungen erhoben, die ſich teilweiſe
* Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Mittwoch, den 9. Februar.
Die Zauberflöte.
Oper von E. Schikaneder, Muſik von W. A. Mozart.
Heute abend konnte Alfred Karen nun endlich den Saraſtro
ſingen. Der Charakter ſeiner Stimme bevorzugt ihn für dieſe
Farbe, das Seriöſe, Füllige des Organs als Haupterforderniſſe
der dankbaren, obwohl nicht leichten Partie. Man irrt, wenn
man Rollen, die wenig Spiel verlangen, für leicht hält. Es iſt
heraus geſtalten zu müſſen, ohne die Mithilfe der
Körperbewe=
tien. Dieſe Geſtaltung aus dem Inneren heraus war es denn
auch heute, in der Alfred Karen noch Wünſche unerfüllt ließ,
während die geſangliche Leiſtung auf ſo hoher Stufe ſtand, daß
ſie als ſeine bisher beſte angeſprochen werden darf. Wir
beglück=
wünſchen den vielſeitigen Sänger zu dieſem ſchönen Erfolg. v. H.
Kleines Haus. — Mittwoch, den 9. Februar.
Die Geſchichten der Königin von Navarra.
Nraufführung:
Otto Stockhauſen hatte einen feinen Inſtinkt, als er ſich ent=
„Das Glas Waſſer”, „Herr von Pourceauguac‟, „Die Erzählungen
Wir haben kein Geſellſchaftsſtück mehr, weil wir keine Geſell=
D2churtstag. Der Gelehrte iſt 2. Vorſitzender der Deutſchen Gefl= ſchaft haben. Scribe ließ ſeine Stücke derſelben Geſellſchaft vor=
Aar Geſchichte der Medizin und Naturwiſſenſchaften und Leiter ſpielen, die auf der Bühne dargeſtellt war. Die Geſellſchaft des
Anu Bühl in Baden gebürtige Gelehrte war früher viele Jahre im ordentlich einheitlich und infolgedeſſen einflußreich. Heute iſt die
mn Schuldienſt tätig. 1912 erwirkte er ſeine Zulaſſung als Privat= Geſellſchaft als Kulturfaktor verſchwunden. Eine unbeſtimmte
Sehnſucht danach beſteht aber nach wie vor, wenn auch das jetzige
geworden, die uns völlig kühl laſſen, jedoch durch ihre intereſſan=
Die neue Tangerkonferenz.
Eröffnung in Paris. — Frankreich und
England gegen Spanien.
* Paris, 9. Februar. (Priv.=Tel.)
Am Mittwoch beginnen in Paris die franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhandlungen über das Tanger=Problem, die im
Außenmini=
ſterium am Quai d’Orſay ſtatifinden werden. Die ſpaniſche
Delegation wird durch den ſpaniſchen Botſchafter in Paris,
Qui=
nones de Leon, geführt, dem der Direktor der ſpaniſchen
Abtei=
lung für marotlaniſche Angelegenheiten Carcer und der ſpaniſche
Konſul in Tanger, Eſpinos, zugeteilt ſind. Frantreich wird durch
den politiſchen Direktor im Außenminiſterium, Beaumarchais,
dem Direktor für afrikaniſche Angelegenheiten, Saint de Quentin,
und den franzöſiſchen Konſul in Tanger, Marillon, vertreten ſein.
Der Zweck der Konferenz iſt, einen Meinungsaustauſch
zwi=
ſchen Frankreich und Spanien herbeizuführen, um auf dieſem
Wege den ſeit langer Zeit geäußerten ſpaniſchen Wünſchen
ent=
gegen zu kommen. Das Tangerſtatut, das im Jahre 1923 von
den intereſſierten Staaten nach langen Verhandlungen auf eine
Dauer von 12 Jahren erneuert worden iſt, behält ſeine Geltung
bis 1935 und ſieht eine internationale Kommunalverwaltung der
Stadt Tanger vor, der ein franzöſiſcher Verwaltungsbeamter,
dem ein Engländer und ein Spanier zugeteilt ſind, vorſteht.
Die Oberherrſchaft des marokkaniſchen Sultans iſt nur als eine
Formalität zu betrachten, da die Beſchlüſſe der örtlichen
Inſtitu=
tion der Billigung der auswärtigen Mächte bedürfen. Spanien
iſt ſeit langer Zeit mit der Verwaltung Tangers unzufrieden
und ſtrebt die völlige Einverleibung der Stadt und der
umlie=
genden Gebiete in die ſpaniſche Marokkozone an. Auf
franzöſi=
ſcher und auch auf engliſcher Seite iſt man der Anſchauung, daß
die Erfüllung derartiger ſpaniſcher Wünſche völlig ausgeſchloſſen
ſei, da ſie weder dem Buchſtaben noch dem Geiſte des
Tanger=
ſtatutes entſprechen. In Paris wird die Anſchauung vertreten,
daß die gegenwärtige Verwaltung des Tangergebietes der
kom=
plizierten internationalen Lage der Stadt gerecht werde und den
Intereſſen aller beteiligten Nationen Rechnung trage. Da, wie
bereits erwähnt, das Tangerſtatut noch acht Jahre Geltung hat,
ſo hätten Frankreich und England keinerlei Veranlaſſung, von
dem gegenwärtigen Statut zurückzutreten. Wenn die franzöſiſche
Regierung ſich auch bereit ertlärt habe, mit Spanien über gewiſſe
Abänderungen des Statutes zu verhandeln, ſo wird in Paris
darauf hingewieſen, daß hierin ein beſonders freundſchaftlicher
Akt Spanien gegenüber zu erblicken ſei.
In London ſcheint man dagegen auch von oberflächlichen
Ab=
änderungen des Statutes nichts wiſſen zu wollen.
Spaniens Tangerforderungen.
Die Tangerpreſſe veröffentlicht die Forderungen Spaniens
hinſichtlich ſeiner Stellung in Tanger für den Fall, daß die
Ein=
verleibung Tangers in die Spaniſche Zone abgelehnt werde. Dieſe
Veröffentlichung habe bei den Europäern, insbeſondere bei den
Franzoſen, der „Times” zufolge, erhebliche Ueberraſchung und
Aufregung verurſacht. Die Forderungen ſind im einzelnen die
folgenden: 1. Aufhören des Kontrollkomitees; 2. der Mendub
ſoll vom Kalifen der ſpaniſchen Zone für die Dauer von zehn
Jahren ernannt werden; 3. der Poſten des internationalen
Verwalters ſoll abgeſchafft werden und an ſeine Stelle ein
ſpa=
niſcher Kontrolleur treten; 4. Einſetzung von ſpaniſchen
Gerichts=
höfen an Stelle der internationalen, jedoch unter Beteiligung von
Richtern anderer Mächte; 5. Beſchränkung der internationalen
Zone auf das Weichbild der Stadt Tanger ſelbſt; 6.
Verſchmel=
zung der Gendarmerie mit dem zurzeit ſchon beſtehenden
ſpo=
niſchen Regiment militäriſcher Polizei; 7. Vollſtändige Reviſion
des Zoll= und Steuerweſens. — Als Gegenleiſtung würde ſich
Spanien verpflichten, die Sorge für Ruhe und Ordnung,
Auf=
rechterhaltung der internationalen Prinzipien, für freie
Neli=
lionsausübung und Unterhaltung des Leuchtfeuerweſens und
die Aufſicht über die Finanzen zu übernehmen.
Der franzöſiſche Standpunkt in der Tanger=
Angelegenheit
läßt ſich wie folgt charakteriſieren: Man iſt bereit, Spaniens
Wünſchen angeſichts der Unzufriedenheit über das augenblickliche
Tangerſyſtem Folge zu geben, iſt aber feſt entſchloſſen, jeden
Vorſchlag abzulehnen, durch den der Vertrag von 1923, der das
internationale jetzt in Kraft befindliche Statut für Tanger
feſt=
legt, und in noch weiterem Maße, das internationale Statut von
Algeciras abändern lönnte. Die Frage wird alſo
franzöſiſcher=
ſeits wie folgt geſtellt: In welchem Maße kann Spanien
entgegen=
gekommen werden, wenn das Staut der internationalen Stadt
im weſentlichen in Frage geſtellt wird?
ten Stoffe, den fabelhaft gekonnten dramatiſchen Aufbau und die
geſchliffene Sprache ihren ſtarken Reiz ausüben. Die Bearbeitung
Otto Stockhauſens iſt ſehr geſchickt. Starke Striche und
Zu=
ſammenziehungen rücken die Haupthandlung wirkungsvoll in den
Vordergrund und laſſen dasſelegante Stück in zwei Stunden von
Spannung zu Spannung treiben.
Es wurde vorzüglich geſpielt. Die flotte Regie Edgar
litſchs brachte Nerv und Tempo. Die Bühnenbilder
Schencks von Trapp wirkten zuſammen mit den Möbeln
der Firma Trier und den prachtvollen Koſtümen delikat. Die
Nargarete iſt eine ſogenannte Bombenrolle. Alle unſere größten
Schauſpielerinnen gaben ſie gern auf Gaſtſpielen. Ich ſah hier
loch Klara Ziegler in ihr. Maria Fein ließ ſich nichts
ent=
ſehen, die Rolle, die ganz auf Technik angelegt iſt, mit dem
blanz ihrer ſtarken Perſönlichkeit und ihres überlegenen Könnens
18zuſtatten. Es war eine hinreißende Leiſtung. Beſſie
Hof=
art, deren Gebiet die Moderne iſt, ſteht dem hiſtoriſchen
drama fern, in dem ihre vorzüglichen Eigenſchaften in der Rolle
der Infantin Iſabella nicht zur Geltung kommen können.
Aehn=
ch ſtand es mit Rudolf Wittgens Graf d’Albert, dem ſeiner
ganzen Begabung nach das Salonſtück nicht liegen kann. Und
ſoachim Büttuer, in ſeiner ſchönen Leidenſchaft, war alles
indere als ein König Franz. Eleonore und vor allem die Figur
es Kaiſers Karl hatten in Ilſe Lahn und Robert Klupp
eſſelnde Darſteller gefunden, und Hans Baumeiſter lieh
m Guattinara ſeine ſtärkſte Kunſt. — Das feine, meiſterhaft
efügte Stück hatte den verdienten großen Erfolg.
— Der „Roſenkavalier” in der Großen Oper
von Paris. Die Große Oper in Paris hat Dienstag abend
den „Roſenkavalier” von Richard Strauß als erſtes Werk eines
lebenden deutſchen Komponiſten in ihr Repertoire aufgenommen.
In der Generalprobe, die Montag vor geladenem Publikum
ſtatt=
fand, fand die außerordentlich ſorgfältig vorbereitete Darſtellung
einen ſich von Akt zu Akt ſteigernden Beifall, an dem ſtarken
Anteil das unter der Leitung von Philippe Gaubert ſtehende
Orcheſter hatte. Die Inſzenierung der Oper hat die Wiener
Künſtlerin Frau Gutheil=Schoder geleitet, wodurch eine
ſtil=
gerechte, den Intentionen des Textdichters Hugo von
Hoffmanns=
thal und des Komponiſten entſprechende Wiedergabe geſichert
wurde. Von den Darſtellern ſind beſonders zu nennen: die
Marſchallin der Frau Campredon, der Roſenkapalier der Frau
Germaine Lubin, die Sophie von Frl. Jeanne Laval und auch
der Ochs von Lerchenau des ausgezeichneten Baſſiſten Huberty.
Seite 4
Für die uns anläßlich unſerer
Vermählung übermittelten
Glück=
wünſche und Geſchenke danken
(3612
herzlich
Hans Rein und Frau
Anny, geb. Denecke.
Nachruf.
Wir erfüllen hiermit die
trau=
rige Pflicht, unſere Mitglieder von
dem Ableben unſeres lieben
Kame=
jaden und langjährigen Mitglieds
Herrn Adolf Dörr
in Kenntnis zu ſetzen.
Wir verlleren in dem
Dahin=
geſchiedenen einen guten und
twirk=
lich treuen Kameraden, deſſen
An=
denken wir ſtets in Ehren halten.
Die Beerdigung finvet Freitaa,
den 11. Februar, um ½3 Uhr, von
der Kapelle des Waltftiebyofes
ſtat. Wr bitten um zallreiche
(2594
Beteiligung.
Reichsbund d. 8’billblenſtberechtigten
Zweigvereln Darmſtadt.
Der Vorſtand.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute vormittag entſchlief ſanft
nach längerem Leiden unſer lieber
Bruder, Schwager und Onkel
Herr
Berſ. Oberinſpektor.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Gerichtsaſſeffor i. R. Karl Schneider.
Darmſtadt, 9. Febr. 1827. (esi0
Die Beiſetzung findet Samstag,
den 12. b. Mts., vormittags 11½Uhr,
auf dem alten Frieohof an der
Nieder=Namſtädterſtraße ſtatt.
Dankſagung.
Für die Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme bei dem Ableben
unſerer geliebten Mutter
ſagen herzlichen Dank (z6g
Die Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 9. Februar 1927,
Dankſagung.
Für die vielen=Beweiſe
herzlicher Tellnahme bei dem
Heimgange meines lieben,
ſieis treuſorgenden Vaters
ſage ich hiermit meinen
tief=
gefühlten Dank. (3693
Albert Eichner.
Darmſtadt, den 8. Febr. 1927.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgang
unſe=
res lieben
ſagen wir hiermit Allen unſeren
innigſten Dank.
Familie Wilkelm Knobloch.
Darmſtadt, den 9. Februar 1927.
Am Nordbahuhof 27.
(*9613
Donnerstag, den 10 Februar 1927
Nummer 41
Todes=Anzeige.
Am Dienstag, den 8. Februar, vormittags
12½ Uhr, entſchlief fanft nach lurzer
Krank=
heit unſere liebe, treue Mutter; Schweſter,
Schwiegermutter, Großmutter und Tante
Pauline Oörr
geb. Groh
((3592
im 71. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
Baurat Fritz Dörr und Frau Marie,
geb. Becker
Stadtbaurat Karl Seipel und Frau Marg,
geb. Dörr
Regierungsbaumeiſter Karl Dörr und Frau
Friedel, geb. Buſch
Margarethe Groh.
Darmſtadt, Hamburg, Staßfurt, den 9. Februar 1927.
Die Beerdigung findet am Freitag, den 11. Februar,
vormittags 11 Uhr, von der Kapelle des Friedhofes an
der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Nachruf.
Durch einen raſchen Tod, unſerer
Arbeits=
gemeinſchaft nach zwanzigjähriger Tätigkeit
entriſſen wurde
Fräulein
Dora Reichelt.
Mit ſeltenem Pflichtgefühl ausgeſtattet,
war ſie ein Vorbild für Alle.
Ehre ihrem Andenken.
Hch. Wedel
2545)
Fleiſchereimaſchinenfabrik.
Dankſagung.
Für all die bei dem Hinſcheiden meiner lieben
Frau, unſerer guten Mutter bewieſene herzliche
Teil=
nahme ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
tiefgefühl=
teſten Dank. Im beſonderen danken wir Herrn
Pfarrer Goethe für die troſtreichen Worte und den
Barmherzigen Schweſtern für ihre liebevolle Pflege.
Von der Veröffentlichung einer Todesanzeige
wurde auf ausdrücklichen Wunſch der Verſtorbenen
abgeſehen.
Heinrich Flamm
Schreinerme ſier
3400)
Grafenſtr. 4.
Dankſagung.
Allen, die unſerem unvergeßlichen Vater
bei ſeinem Heimgange ſo viel Liebe und
Ver=
ehrung bewieſen und uns ſo herzliche
Teil=
nahme bekundeten, bitten wir unſeren innigſien
Dank entgegennehmen zu wollen.
Famille Ch. Debus, Nd.=Ramſtädterſtr. 57a
Familie Hirt, Bratislava
Familie Hammer, Kaiſerslautern.
Darmſtadt, Februar 1927.
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Waldstraße 17
Bickerle
tatt Karten.
Todes=Anzeige.
Nach einem Teben voll treueſter Pflichterfüllung verſtarb am 8. Februar
mein inniggeliebter Mann, unſer gütiger Vater und Schwiegervater, mein
lieber Großvater
Herr Ludwig Jacobt.
In tiefem Schmerz
Margarethe Jacob9, geb. Harniſchſeger Karl Wittmer
Eiſabeth Wittmer, geb. Jacoby
Aennh DelP, geb. Zacoby
Darmſiadt, den s. Februar 1927.
Die Beerdigung ſindet Freitag, 11. Februar 1922, nachm. 2 Uhr, auf dem Beſſunger Friedhof ſiatt.
Bitte von Beileibsbeſuchen abzu ehen.
Georg Oelp
Günther Wittier.
36
Heute früh verſchied nach langem, ſchwerem Leiden
unſer Beamter
Oberinſpektor
Heinrich Schneider.
EEin Mann von lauterſter Geſinnung und trefflichen
Charaktereigenſchaften, erfüllt von Liebe zu dem etwählten
Berufe, ein Vorbild von Pfiichttreue und Zuverlätſigkeit,
hat er in über 40 jähriger, unermüdlicher Tätigkeit
Her=
vorragendes in unſeren Dienſten geleiſiet.
Sein Andenken wird von uns in hohen Ehren für
alle Zeiten bewahrt werden.
Billig u. Gut!
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Latwerg gfo 60 3
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Darmſiadt, den 9. Februar 1927
J. G. Kahlert und Söhne.
Johannesbeer=
Gelee Pfb 753
10 Pfb 7.30
Aprikoſen-
Confit=
türe Pfund 858
10 Pfv 8.30
Ausnahme-
Preis:
Kirſch=Apfel.
Johannesbeer „
2 Pfo.=
Einer OB‟
Dankſagung.
(Statt Karien.)
Für die überaus herzliche Teilnahme bei dem uns ſo ſchwer betroffenen
Verluſte ſagen wir auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank. Beſonderen
Dank Herrn Dr. Gaßner und den evang. Schweſtern für die aufopfernde
Be=
handlung und liebevolle Pfiege während des ſchweren Krankenlagers, ſowſe
Herrn Pfarrer Paul für die troſtreichen Worte am Grabe. Auch dem
Turn=
verein Eberſtadt 1876, der mit ganz be'onderer Hingabe ſeinen entſchlafenen
Vorſitzenden ehrte, die Vereinsbank Eberſtadt, die Angeſtellten und
Arbeiter=
ſchaft, die Turngemeinde Darmſtadt 1846, die Gauvertretung des Main=
Rheingaues der Deutſchen Turnerſchaft, die Maurermeiſier=Vereinigung
Darmſtadt, die Deutſche Bau= und Sledlungsgemeinſchatt, die Ge angvereine
Frohſinn, Germania, Sängerluſt, Männerquartett Harmonie und
Liederkranz=
die Deutſche Demokrat ſche Partei, die Vereinigung ehemaliger Leibgardiſten,
die Soldaten=Kameradſchaft, den Odenwaldklub und die Bergwacht bitten
wir unſeren tiefgefühlten Dank für bie ehrenvollen Kranzniederlegungen und
erhebenden Chöre am Grabe entgegenzuneymen. Ferner gebührt unſer
innigſter Dank den ſo zahlreichen Kranz= und Bumenſpendern und allen
denſenigen, die unſerem teueren Entſchla enen die letzte Ehre erwſeſen.
Kirſch=Apfel,
Zohannesbeer „
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(eſchäftstt 7
Arnoib
El ſabethenſtr 28
Nummer 41
Donnerstag, den 10. Februar 1927
Seite 5
2f0 40
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 10. Frbruar.
— Ernannt wurden: am 29. Januar 1927: der Juſtizinſpektor bei
Sem Amtsgericht Offenbach Nikolaus Degen zum Juſtizinſpektor bei
Dem Amtsgericht Alsfeld, der Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Als=
Feld Karl Wagner, zum Juſtizinſpektor beim Amtsgericht Off.nbach.
Am 2. Februar 1927: der Schulamtsanwärter Ernſt Müller aus
„Solzheim (Kreis Gießen) zum Lehrer an der Volksſchule zu Reinhards=
Hain (Kreis Gießen), die Schulamtsanwärterin Elſe Horn aus Darm=
„tadt zur Lehrerin an der Volksſchule zu Vilbel (Kreis Friedberg).
— In den Ruh ſtand verſetzt, wurde am 28. Januar 1927 der Ge=
„ichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Worms Friedrich Feiling auf
Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Februar d. Js; am 1. März 1927 tritt
auf ſein Nachſuchen der Förſter Theodor Kummel zu Maulbach in
den Ruhcſtand; ferner tritt am 1. April 1927 in den Ruheſtand der
Laſſenoberinſpektor beim Salinenventamt Bad=Nauheim, Rechnungsrat
Seorg Philipp Klein zu Bad=Nauheim.
— Hefſiſches Landestheater. Heute abend wird Millöckers Operette
Gaſparone” nach längerer Pauſe wieder in das Repertoire
auf=
enommen. Die Aufführung iſt der Miete K des Bfühnenvolksbundes
ſigeteilt.
Morgen, Freitag, gelangt Schillers „Tell” als Schüler= und
Volks=
twrſtellung zu ermäßigten Preiſen (50 Pf. bis 2 Mk.) zur Aufführung.
Ein Teil der Plätze iſt bereits durch auswärtige Schulen belegt, doch
tehen noch gute Plätze aller Platzarten zum Verkauf zur Verfügung.
Wie bereits mitgeteilt, wird im Landestheater als nächſte Neuheit
ir der Oper Paul Hindemiths „Cardillac” vorbereitet. Zur
Ein=
tährung in das außerordentlich ſchwierige und komplizierte Werk, in
dem Hindemith den Weg zu einem neuen Opernſtil zu geben verſucht,
hat die Gen raldirektion des Landestheaters Herrn Franz Willms
ars dem bekannten Muſikverlag B. Schotts Söhne in Mainz, einen
/enauen Kenner Hindemiths, zu einem Vortrag mit muſikaliſchen Er=
Euterungen am Flügel verpflichtet, der am Dienstag, den 15. Februar,
ur Kleinen Haus ſtattfinden wird.
Heute, abends 8 Uhr, findet im Kleinen Haus der 2.
Kammer=
nuſikabend des Schnurrbuſch=Quartetts ſtatt, der als
Teuhcit die Violinſonate Opus 12 von Paul Kletzki bringt, eines der
psägnanteſten Kammermuſikw rke der Gegenwart. Mozarts herrliches
Tavierquartett in G=Moll bildet den Auftakt und Dvoraks
ſchwung=
wlles, üppigſte Mekodik enthaltendes Klavierquintett in A=Dur den
Abſchluß dieſes überaus anregendes Programms.
— Aeſchylost Prometheus. Der Rezitationsabend Kurt
Weſter=
yann in der Vereinigung der Freunde des
humaniſti=
ſchen Gymnaſiums findet heute Donnerstag, abends 8 Uhr
pienktlich, im Feſtſaal des Gymnaſiums (Karlſtraße 2) ſtatt. Der Eintritt
iſ frei. Zur B.ſtreitung der hohen ſachlichen Koſten des Abends
wer=
di am Saaleingang freiwillige Spenden entgegengenommen.
— Konzert. Auf das heute, Donnerstag, den 10. Februar, abends
8 Uhr, im Muſikvereinsſaal Steinſtraße 24, ſtattfindende Konzert Hilde
Rohloff, Sopran, unter Mitwirkung von Frau A. Spalwingk,
Sopran, und Herrn Kapellweiſter G. Spalwingk, ſei hiermit
noch=
mals beſonders hingewieſen. Karten bei Konzert Arnold,
Wilhelminen=
ſttaße 9 (Telephon 2560) und an der Abendkaſſe.
— Verein für das Deutſchtum im Ausland. Die Schulgruppe der
Eleonorenſchute des Vereins für das Deutſchtum im Ausland
veranſtal=
ſete in der großen Turnhalle der Eleonorenſchule einen „Deutſchen
Abend” zum Beſten des Vereins für das Deutſchtum im Ausland. Die
Läterin des Abends, Fräulein Naumann, begrüßte in herzlichen
Vorten die ſehr zahlreich Erſchienenen und wies auf den Zweck des
Abends hin, immer wieder das Intereſſe wachzuhalten, für unſere im
emen Ausland wohnenden, für die Erhaltung des Deutſchtums
ämpfenden Brzüder zu ſorgen. Gerade dieſe ganze Veranſtaltung war
ſeiz hervorragend dazu geeignet, im Sinne des Vereins tätig zu ſein
ub auch das Intereſſe von Fernſtehenden für die Aufgaben und Ziele
ſesſelben zu wecken. Eingeleitet wurde der Abend durch einige
ertſche Volkslieder, die von den Schülerinnen der 1. und 2. Klaſſe unter
Zegleitung mehrer Lauten vorgetragen wurden. Man hatte von
vorn=
erein den Eindruck, daß ſich jeder Einzelne gern und freudig der Sache
in gegeben hatte und verſuchte, ſein Beſtes in den Dienſt der
Allgemein=
eik zu ſtellen. Auch der äußerſt intereſſante Vortrag des Studienrats
dr. Heldmann über unſere Mundarten gab Aufſchluß über die
Ent=
ihungs= und Weſensarten der verſchiedenen deutſchen Wörter und
3rachgebräuche. Der Vortragende ſelbſt eröffnete den Reigen der
Ge=
ichtvorträge und brachte zuerſt 2 kleinere Gedichte aus unſerer engeren
dei mat in Odenwälder Mundart. Dann folgten in bunter Reihenfolge
ſoichte in mitteldeutſcher, oberdeutſcher und niederdeutſcher Mundart.
luch eine Sächſin erzählte uns vom Bliemchenkaffee, und reichen Beifall
mtete auch die kleine Bayerin. Selbſt die alemanniſche Mundart, die
*Baſel geſprochen wird, und daneben das Plattdeutſch, die ebenfalls im
erer Weiſe zum Vortrag gelangten, erweckten lebhaftes Intereſſe und
ſe Vortragenden ernteten reichen Beifall. Ganz beſonders angenehm
el es auf, daß die jüngſten Schülerinnen ihre Gedichtvorträge
aus=
ſerdig brachten. Auch bewährte Lehrkräfte der Schule, und insbeſondere
e; in ſolchen Fällen jederzeit ſich in die vordere Linie ſtellende Direktor
ei Anſtalt beteiligten ſich an dem Vortrag. Frau Nick brachte ein
Ge=
ſiat in ſchwäbiſcher Mundart, während Herr Oberſtudiendirektor
inger aus den ihm beſonders vertrauten Werken Fritz Reuters eine
ſwbe zum Vortrag brachte. Zum Schluß wurde nun von den
Schüile=
imen der Anſtalt ein Luſtſpiel in Darmſtädter Mundart von unſerem
ſeirnatſchriftſteller Nerking, „Der Kaktusfreund” zur Aufführung
ge=
racht, das von den Schülerinnen vorzüglich zur Darſtellung gelangte.
ſeſonderes Lob einzelnen Darſtellern zu ſpenden, dürfte nicht am Platze
ſin. Jede einzelne gab ihr Beſtes her, und ſo konnte auch hier reicher
ſeißall nicht ausbleiben. Eine Rolle, die im letzten Moment noch durch
hit „Erſatzmann” durchgeführt wurde, gelang ebenfalls ſehr gut, ſo
iß man auch an dieſem kleinen Luſtſpiel ſeine helle Freude haben
mrte. Den reichen Beifall durfte deshalb auch Fräulein Ethel,
ehe=
ulrges Mitglied des Heſſiſchen Landestheaters, die ſich um die Ein=
4 erung des Luſtſpiels beſonders verdient gemacht hatte,
entgegen=
hmien, und wurde ihr in danbbarer Verehrung eine Blumenſpende
Ftreicht. Den Schluß des Abends bildeten wiederum Geſangsvorträge
m deutſchen Volksliedern der Schülerinnen der oberen Klaſſen. Möge
ganze Veranſtaltung, die in opferwilliger Weiſe beſonders von der
ſiterin der Schulgruppe, Frl. Naumann, geleitet und auch vorbereitet
uOe, auch entſprechend dem guten Zwick der ganzen Sache einen
Gren Reingewinn zum Beſten des Vereins erbringen. Wie wir
er=
hren, ſoll die Veranſtaltung nochmals am heutigen Donnerstag. 8 Uhr
ends, wiederum in der Turnhalle der Eleonorenſchule zur Aufführung
lagen, und hoffen wir, daß auch hier wieder ein gefüllter Saal all.
* Mühe lohnt, die für dieſen guten Zweck aufgewandt wurde. Auch
N Der Eleonorenſchule fernſtehenden Eltern, ſowie den Schülern und
ƗUerinnen der übrigen Lehranſtalten Darmſtadts ſei der Beſuch dieſes
heutſchen Abends” ganz beſonders empfohlen.
— Klavierabend Willy Renner. Am Freitag, den 11. Februar,
EnOS 8 Uhr, veranſtaltet der in Darmſtadt bekannte Pianiſt und
Pä=
heas Willy Renner durch Schilerinnen und Schüler ſeiner
Ansbil=
mesklaſſe einen Klavierabend im Saale der Loge, Sandſtraße 10, zu
m ſich ein großes Intereſſe unter ſeinen vielen hieſigen Anhängern
9 Bewunderern gezeigt hat. Die Vortragsfolge, die im erſten Teil
4re von Chopin und Beethoven und im zweiten Teil Werke von Liſzt
Gllt, bietet den Zuhörern einen erleſenen Genuß und laſſen den
uragenden reichlich Gelegenheit, ihre Fähigkeiten und großes
Kön=
ru entfalten. Karten ſind noch bei Schutter, Eliſabethenſtr. 12, und
der Abendkaſſe erhältlich.
— Hohes Alter. Frau Dorothea Schneider geb. Mees,
Ehee des Formers Georg Schneider, Bleichſtraße 32 wohnhaft, begeht
1O. Februar in geiſtiger Friſche ihren 85. Geburtstag.
— Städtiſche Akademie für Tonkunſt. Wie bereits bekanntgegeben,
beabſichtigt die Leitung der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt neben
den Akademie=Konzerten her noch Abende für neue Muſik zu
veran=
ſtalten. Sie erfüllt damit einen Wunſch weiter Kreiſe der muſikliebenden
Bevölkerung, dem ſie um ſo lieber nachkommt, als ſie damit auch den
Ausbildungsſchülern der Akademie die Möglichkeit gibt, ſich mit den
Problemen der neuen Muſik auseinander zu ſetzen. Der erſte Abend
findet am Montag, den 14. d. Mts. abends 8 Uhr, im Saal der Städt.
Akademie ſtatt. Für dieſen Abend iſt es der Leitung der Akademie
ge=
lungen, Herrn Guſtav Beck zu einem Klavier=Abend zu gewinnen,
der außer einer Suite von Debuſſy, Werke von Scriabine, Slavenſki,
Ravell, Manuel de Falla bei dieſer Gelegenheit erſtmalig in Darmſtadt
zu Gehör bringen wird. Außer dieſem Abend ſind noch ein Wilhelm
Peterſen=Abend, unter Mitwirkung von Göſta Andreaſſon (Violine),
Fräulein Grete Nies und Herrn Hermann (Geſang), unter Aſſiſtierung
des Komponiſten, und ein Orcheſter=Abend mit Werken neuer Muſik
geplant. Die Eintrittspreiſe zu dieſen Abenden ſind ſo geſtaltet, daß ſie
auch den weniger Bemittelten den Beſuch ermöglichen. Karten ſind im
Sekretariat der Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße 36, erhältlich.
Außerdem wird noch ein Abonnement für die drei Abende aufgelegt.
UNA7 22121
Mitte März rgey erscheint
Das Adressbuch
der
Hessischen Krafttahrzeugbesitzer
Im Auftrag des Ministeriums herausgegeben
von dem Hessischen Verkehrs-Verband.
Im Verlag der L. C. Wittich’schen Hofbuchdruckerei
zu Darmstadt.
Zu der Herausgabe dieses Werkes wurde der Hessische
Verkehrs Verband veranlaßt durch das erfolgreiche Beispiel
anderer Staaten (Baden. Bayern, Württemberg). Es wird damit
einem wirklichen Bedürfnis entsprochen. Die Besitzer von
Kratt-
wagen und Krafträdern in Hessen sind in einer nach Provinz
und Kreisen geordneten Nummern-Uebersicht und einem
Nan enverzeichnis aut Grund des amtlichen Materials nach
dem Stand vom Januar 1927 sorgtältig zusammengestellt. Bei
jedem Wagen und Rad ist Type und PS angegeben. Außer
Ver-
kehrsvorschriſten enthält das Adreßbuch ein Verzeichnis der
Reparaturwerkstätten und Garagen im Freistaat Hessen.
Wichtig und unentbehrlich
tür Staats-, Städtische und Gemeindebehörden, Kraftfahrer,
Industrie, Handel und Handwerk, Hotels, Gastwirte und
Verkehrs-Verbände.
Man verlange Anzeigenpreise durch den Verlag oder die
Annoncen-Expedition Menger & Co., Darmstadt, Ecshardstr. 13.
Das Werk im Umfang von über 300 Seiten handlichen
For-
mats (in 8‟) erscheint in einer Autlage von 5000 Exemplaren
zum Preise von RM. 4.50 für das gebundene Exemplar. Dieser
Vorzugspreis gilt nur für Vorbestellungen, die bis zum
15. Februar 1927 eingehen.
Nach dem 15. Februar 1927 gilt der Ladenpreis von RM. 6.—
Bestellungen richte man entweder an den
Hessischen Verkehrs-Verband, Darmstadt,
Elisabethenstraße I4,
jede gute Buchhandlung, und
L. C. WITTICHSCHE HOFBUCHDRUCKEREI
ABTEILUNG BUCHVERLAG, DARMSTADT
— Oberſtaatsanwalt Wünzer, der ſich in weiteſten Kreiſen großer
Beliebtheit erfreut, wurden anläßlich ſeiner ſilbernen Hochzeit zahlreiche
Ehrungen zuteil. Welcher Beliebtheit ſich der Jubilar und ſeine
Ge=
mahlin erfreuen, bewieſen neben den ungezählten Blumenſpenden, den
von allen Seiten eintreffenden Telegrammen und Briefen die
herz=
lichen Worte, die der Freunde Schar aus warmem Herzen widmete.
Einer folgte unabläſſig dem anderen, eine Deputation löſte die andere
ab. Den Vorabend verſchönte die Geſangsabteilung des Odenwaldklubs
durch ein Ständchen. Am Vormittag des Feſttages kündigte Robert
Klump eine willkommene Gabe an, ein Klein=Auto, und überreichte in
einer geſchmackvollen Mappe die Namen der ſpendenden Freunde, die
ihrem alten Weggefährten auf dieſe Weiſe die erſehnten Ausflüge in den
Odenwald möglich machen wollen. Der Hauptausſchuß des
Odenwald=
klubs, geführt von Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, brachte mit
herzlichen Glückwünſchen ein Oelgemälde der Malerin Kaufmann=
Pfiſter, die den Gefeierten am Arbeitstiſch meiſterhaft dargeſtellt hat.
Bürgermeiſter Mueller reihte die Glückwünſche der Ortsgruppe
Darmſtadt des Odenwaldklubs an. Die Deutſche Volkspartei, vertreten
durch die Stadtverordneten Dr. Nöllner und Haury und den
Generalſekretär Kollbach, ehrte ihren alten ritterlichen Kämpen. Für
die Sektion Starkenburg des Alpenvereins, deren Ehrenmitglied Wünzer
iſt, ſprach Miniſterialrat Guntrum und überreichte ein Prachtwerk
über die Alpenwelt. Der Großherzog überſandte neben einer
Blumen= und Weinſpende ſein Bildnis mit Widmung. Die gleiche
Spende ſchickte der Präſident des Landtages, Adelung. Aus den
be=
wegten Dankesworten Wrmzers klang die helle Freude darüber, daß echte
Freundſchaft über die Bürde des Lebens hinweghilft.
Auszahlung von engliſchen Guthaben
an deutſche Kriegsgefangene.
Die engliſche Regierung hat die erſte Rate zur
Aus=
zählung der von ihr bisher anerkannten „Guthaben” an die
ehemaligen deutſchen Kriegs= und Zivilgefangenen (
einſchließ=
lich Sanitätsperſonal) überwieſen.
Alle ehemaligen Heimkehrer, welche ſich in engliſcher
Gefangenſchaft auf britiſchem oder franzöſiſchem Boden befunden
haben, bezw. deren Erben, auch wenn ſie bereits ihr
Gut=
haben ganz oder teilweiſe in Papiermark erhalten haben, werden
aufgefordert, auf Poſtkarte mit deutlicher Handſchrift der
Reſt=
verwaltung für Reichsaufgaben, Berlin W. 9,
Königgrätzer=
ſtraße 122, folgende Angaben zu machen: „Betr. engliſches
Guthaben, Vor= und Zunahme, genaue jetzige Adreſſe,
Ge=
burtstag, letzter deutſcher Truppenteil zur Zeit der
Gefangen=
nahme, Nummer der engliſchen Gefangenen=Kompagnie bzw.
Depot oder Lagerbezeichnung Erben verſtorbener
Heim=
kehrer haben außerdem eine amtliche Beſcheinigung über ihre
Erbberechtigung beizubringen. Jeder weitere Zuſatz iſt zwecklos
und verzögert die Bearbeitung.
Militärpäſſe, Entlaſſungsſcheine, ſonſtige Perſonalpapiere
oder Rückporto ſind nicht beizufügen.
Die Auszahlung der Guthaben erfolgt nach der Reihenfolge
des Eingangs der Anträge und nur durch die Poſt. Ein
perſön=
liches Abheben der Beträge durch die Heimkehrer kommt nicht in
Frage. Wer kein Guthaben hat, erhält einen ablehnenden
Be=
ſcheid, gegen den Einſprüche zwecklos ſind.
Heimkehrer, welche der Reſtverwaltung für Reichsaufgaben
nach dem 1. Juli 1926 die geforderten Angaben bereits
einge=
ſandt haben, brauchen ihre Anträge nicht zu erneuern, da dieſe
vorgemerkt ſind.
Da über 200 000 Einzelguthaben in Frage kommen und die
engliſche Regierung zunächſt nur den vierten Teil des
Geſamt=
betrages überwieſen hat, wird die Auszahlung geraume Zeit
dauern; Erinnerungsſchreiben ſind zwecklos und werden nicht
beantwortet.
Die übrigen Heimkehrer aus den anderen ehemaligen
Feind=
ſtaaten werden gebeten, ſolange von Eingaben abzuſehen, bis
über die Regelung dieſer Guthabenanſprüche weitere öffentliche
Bekanntmachungen erfolgen.
Die Krieger=Kameradſchaft Haſſia hat ſich bereit erklärt, den
ehemaligen Kriegsgefangenen in dieſer Angelegenheit mit Rat
und Tat zur Seite zu ſtehen. Sie übernimmt die Bearbeitung
der Anträge koſtenlos. Es dürfte ſich empfehlen, ſich an ihre
Geſchäftsſtelle, Ahaſtraße 5, zu wenden.:
* Vertveterverſammlung des Heſſiſchen Landeslehrervereins. Die
diesjährige ordentliche Vertreterverſammlung des Heſſiſchen
Landes=
lehrervereins findet acht Tage vor Oſtern, und zwar am Montag, den
4. April, in der Turnhalle in Offenbach ſtatt. Die umfangreiche
Tagesordnung wird mit einer Peſtalozzifeier eingeleitet.
* Archäologiſcher Vortrag. In ihrem zweiten Vortrag im
Gewerbe=
muſeum behandelte Fräulein Margarete Gütſchow die neueſten
Aus=
grabungen in Oſtia. Dieſe Stadt war als Hafen und Wachtturm am
Meer für Rom eine Lebensnotwendigkeit; in der ſpätrömiſchen Zeit
dien=
ten Stadt und Hafen vorwiegend der Lebensmittelverſorgung der
Haupt=
ſtadt, denn dort landeten große Getreideflotten. Inmitten der
Stadt=
anlage erhob ſich ein Cerestempel, von dem noch die Ruinen einer
Säulenhalle vorhanden ſind; hinter dieſer wurden 63 Räume aufgedeckt,
die, wie die Moſaiken und Inſchriften beſagen, dem Handel gehörten.
Lage und Anordnung dieſer Räume wurden genauer beſchrieben,
ins=
beſondere Moſaiken über den Portalen, unter denen
Schiffsdarſtellun=
gen bemerkenswert ſind. Eines der Bilder weiſt auf Afrika hin, das
ſeit den puniſchen Kriegen römiſche Provinz geworden war. Elfenbein,
wilde Tiere, Pelze und andere Gegenſtände werden als verkäuflich
an=
gezeigt. Der Handel erſtreckte ſich bis nach Biſerta im Weſten des
Mittel=
meeres und nach Alexandrien im Oſten; ſelbſt über die genannten Orte
reichen die Handelsverbindungen hinaus. Aus Arabien und Indien,
ſo=
gar aus China, kamen über Oſtia Waren nach Rom. Die erwähnte
An=
lage läßt einen tiefen Blick in die Handelsgeographie tun; ſie zeigt,
daß das Gebäude etwa als eine Börſe angeſehen werden kann. Der
Handel wurde faſt ausſchließlich von größeren und kleineren
Korpo=
rationen, nicht von Privaten, betrieben. Beſonders wichtig war zur
Kaiſerzeit Oſtia für die Getreideverſorgung der Großſtadt Rom. Die
Lebensmittelverſorgung, die Anona, war eine eigene Behörde, an dereu
Spitze ein der Ritterſchaft angehörender Beamter ſtand. Sie war eines
der wichtigſten Aemter; Spuren ihres Wirkens (ein Gebäude) ſind
vor kurzem in Oſtia aufgefunden worden. Das Gebäude war in ſeiner
Eigenart ſo errichtet, daß es als Getreideſpeicher diente; es war dari
für Lüftung geſorgt, auch lag es am Tiberfluß, damit Schiffe leicht
anlegen konnten. An Hand eines Lageplanes und von Lichtbildern
wurden die Anlagen beſprochen. Dicht bei dem G=treideſpeicher liegt
eine größere Mühle und eine Bäckerei, deren Erzeugniſſe unter dem
Namen Oſtiabrot berühmt waren. In einer eingehenden Schilderung
legte die Rednerin das Mahlverfahren und die Herſtellung von Brotz
im Altertum dar, und bemerkte, daß auch die Müllerei und Bäckerei
in Oſtia durch Korporationen betrieben wurden. Die Ausgrabungen
nach der in Pompeji befolgten Methode durch Abtragung einzelner
Schichten hatten überraſchende Ergebniſſe, namentlich brachten ſie
Auf=
klärung über die Ziegelbauten und die Art der Anlage der oberen
Stockwerke; von dieſen Ausgrabungen wurde ein größeres
Handels=
haus in Lichtbildern gezeigt, das durch einen Arkadenhof charakteriſtiſch
iſt. Neu iſt die Feſtſtellung, daß derartige Anlagen, insbeſondere die
Arkadenhöfe, die im Mittelalter ſo beliebt waren, bereits im Altertum
nachweisbar ſind; das Gebäude in Oſtia läßt erkennen, daß es drei
Stockwerke mit Arkaden hatte. In ihren weiteren Ausführungen
be=
handelte die Vortragende die oberen Stockwerke der Gebäude (Mezzanin,
Balkonanlage uſw.); eine im Lichtbilde gezeigte Rekonſtruktion zeigte
die Bauart eines mehrſtöckigen (4ſtöckigen) Großſtadtbaues; ſie führt
auch das Wohnungselend des Altertums vor Augen. Zum Schluß des
Vortvages ſpendeten die Zuhörer der Rednerin lebhaften Beifall.
— Evangeliſch=ſoziale Arbeitsgemeinſchaft Am heutigen
Donners=
tag, den 10. Februar, findet abends um 8 Uhr im Gelben Saal der
Reſtauration Sitte, Karlſtraße, ein Vortrags= und Beſprechungsabend
ſtatt, zu dem die Mitglieder und Freunde evang.=ſozialer Arbeit
ein=
geladen ſind. Profeſſor Dr. Ernſt Cahn aus Frankfurt wird das
ein=
leitende Referat über „Die Eigengeſetzlichkeit des Wirtſchaftslebens”
halten.
Eine hochintereffante Sonderausſtellung von Teinacher Orient=
Teppichen wird zurzeit im Möbelhaus Joſeph Trier, Wilhelminenſtraße,
gezeigt. Wir kommen auf die Ausſtellung noch zurück.
— Das Feilhalten und den Verkauf von Weidenkätzchen betr teilt
das Polizeiamt mit: „Nach der Polizeiverordnung für den Kreis
Darm=
ſtadt vom 4. März 1918 iſt das Feilhalten und der Verkauf von
Weiden=
kätzchen verboten. Zur Förderung der Bienenzucht iſt es überaus
wich=
tig, daß die Blütenſtaub ſpendenden Sträucher, wie Weide, Haſel uſw.,
geſchont werden. Gegen Zuwiderhandelnde wird deshalb unnachſichtlich
mit Strafanzeige vorgegangen.”
ciner Mahlzeit ist eine Nachspeise aus Dr. Oetker’s Puddingpulver.
Tartes Aroma und feiner Wohlgeschmack zeichnen alle Sorten vom einfachen bis zum Oetker-Feinkost-Pudding aus.
Die einfache und schnelle Zubereitungsweise ist jedem Originalpäckchen aufgedruckt. — Achten Sie bitte beim
Einkauf auf die Schutzmarke „Oeiker’s Hellkopf”” und weisen Sie Nachahmungen zurück.
Gute Rezepte für Süß- und Geleespeisen sind in dem neuen farbig illustrierten Oetker-Rezcptbuch,
Husgabe F enthalten. Sie lesen darin auch Näheres über den vorzüglichen Backapparat „ Küchenwi
er‟, mit
dem Sie auf kleiner Gaskocherflamme backen, braten und kochen können. Das
neue Buch ist für 15 Pfg. bei Ihrem Kaufmann zu haben, wenn vergriffen, geg.
Einsendung von Marken von
Dr. A. Octker, Bielefeld
Ladenverkaufspreise: Backpulver Backin” 1 Stck. 10 Pfr 3 Stck. 25 Pfg
Puddingpulver Vanille-Mandel 8 Pfg., Vanillin=Zucker 5 Pfg., Vanille-
Soßen-
pulver 5 Pfg., Cala-Schokoladen-Puddingpulver 15 Pfg., Schokoladenspeise
mit gehackten Manc
EMtafs
E
Seite 6
Donnerstag, den 10. Februar 1927
Nummer 41
—MozartVerrinMaskenball. Das fabelhafte feine „Feſche Feſt
fideler Farben verlürzt Fefefifa findet feurig Verlangen,
Vier Feſtkapellen fiedeln und flöten fix und fädeln famoſe Fälle
ver=
wegener Foxtrotts zu fröhlichen Faſchingsweiſen. Feenhafte Fülle der
Farben des Feſtſaals fegt Falten fader Verdrießlichkeit. Fragt nach
Feinheiten und Formalitäten bei O. Titze, Eliſabethenſtraße 4.
— Belohnung von 200 Mark. In letzter Zeit ſind, wie ſchon vor
einigen Jahren, wiederholt in unſerer Stadt Hunde infolge Aufnahme
ausgelegter Giftbrocken qualvoll verendet. Leider iſt es bisher nicht
gelungen, den Schandbuben das Handwerk zu legen. Der Verein der
Hundefreunde von Darmſtadt und Umgegend (e. V.) und der Heſſiſche
Jagdklub, als berufene Vertreter praktiſchen Tierſchutzes, ſetzen deshalb
eine Belohnung von 20 Reichsmark für diefenigen aus, die ihnen zur
Ermittelung der Täter führende, ſachdienliche Mitteilungen machen.
Wir verweiſen auf die Bekanntmachung in der heutigen Nummer.
— Vom Alten Friedhof. Wir machen unſere Leſer auf die heutige
Bekamntmachung des Oberbürgermeiſters aufmerkſam. Sie iſt für
Per=
ſonen, die Angehörige oder Anverwandte auf dem Alten Friedhof an
der Nieder=Ramſtädter Straße beſtattet haben, von Intereſſe.
Kunſknotizen.
Ueber Wate, Känfiier oder fünſtleriſche Veranftaltungen, deren im Nachſtehenden Crwchnung
geſchieht, behäit ſich die Redaktſon ihr Arteil vor
— Palaſt=Lichtſpiele. „Die Waiſe von Lowood‟. Die Preſſe
ſchreibt: . . . . recht wirkſam und ſpannend . . . eine Fülle guter und
glücklicher Einfälle. Evelyn Holt, eine zarte, ſchöne und ſehr reizvolle
Begabung, Olaf Fönß außerordentlich feſſelnd und echt, Roſa Valettis
große Kunſt Fritz Raſp eine ſehr ſtarke, eine hinreißende Leiſtung,
ſehr ſympathiſch Harry Neſtor, Jenny Marba, Sybil Morel . .. das
herrliche Zweigeſpann Adele Sandrock und Wilhelm Diegelmann. Ein
ſehr wirkungsvoller Film. Zum Schluß lebhafter Beifall. Es war ein
Abend der packenden Unterhaltung; durchweg gut beſetzt. Dazu das
große Beiprogramm: „Zigeuner im Frack”, ſieben ſpannende Akte.
Alles in allem ein ſehenswertes reichhaltiges Programm.
— Reſidenz=Theater. „Der Hauptmann von Köpenick”
wird in bewährter Weiſe von Hermann Picha dargeſtellt, der als ein
aus dem Gefängnis entlaſſener Schuſter nirgends mehr ſeßhaft werden
kann, da ihn die hochwohllöbliche Polizei überall immer wieder
auf=
ſtöbert und ausweiſt. Trotz aller Drangſale verliert der gute Schuſter
Voigt keineswegs ſeinen Humor und Lebensmut und beweiſt immer
wieder, daß er im Grunde genommen gar kein ſchlechter Kerl iſt,
fondern nur mit ſehr viel Witz und Humor die Schwächen ſeiner
Mit=
welt erkennt. Der arme Voigt muß immer weiter wandern und kommt
auf den genialen Einfall, ſich den Autoritätsglauben eines Syſtems
zunutze zu machen. Dieſer Einfall, über den die ganze Welt lachte, wird
hier im Bild ſehr luſtig wiedergegeben, ſo daß auch das Publikum in
ein herzhaftes Lachen ausbricht. Als zweiter Film wird zur Ergänzung
des abwechſlungsreichen Programms Stuart Webbsl „Das Geheimnis
einer Stunde” mit Ernſt Reicher in der Hauptrolle gegeben. Auch dieſer
Film iſt ſehr unterhaltend und mit ſehr viel ſpannenden Momenten
aus=
geſtattet.
Aus den Parteien.
— Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei. Der
zweite Vortrag von Direktor Dr. Haupt über: „Die
Textil=
arbeiten der Ausſtellung Schrift und Handwerk”
findet Freitag, den 11. Februar, nachmittags 6 Uhr, im Gewerbemuſeum
ſtatt. Wir bitten unſere Mitglieder um zahlreiches und pinktliches
Erſcheinen. Gäſte können eingeführt werden.
ſtützen Sie Ihren Inſtallateur, der Ihnen auch die Leitungsanlagen
inſtalliert und im gegebenen Fall vorkommende Reparaturen ſachgemäß
ausführt. Sie haben auch die Gewähr, daß ſie nur erſtklaſſige Arbeiten
und erſtklaſſige Apparate erhalten.
Intereſſante techniſche Neuerungen in der
Zigaretteninduſtrie. Im Laufe der Jahre iſt der Raucher
anſpruchsvoller geworden. Er verlangt, daß ihm ſeine Zigarette in einer
auch äußerlich angenehmen Aufmachung dargeboten werde. Und in der
Tat, der Wohlgeſchmack einer Zigarette wird nicht nur durch Gaumen
und Geruchsſinn, ſondern faſt in gleichem Maße durch das Auge
be=
die gängigen Zigaretten=
Geſchäftliches.
Anſchaffung von elektriſchen Apparaten. Der
ver=
ehrlichen Einwohnerſchaft von Darmſtadt und Umgebung wird von
Gg. Keil. Darmſtadt, Eliſabethenſtraße 36, Vorſitzender des
Ver=
bandes deutſcher Eiektro=Inſtallationsfirmen, e. V., Ortsgruppe
Darm=
ſtadt, folgendes mitgeteilt: Zwiſchen der Heſſiſchen Eiſenbahn=A.=G.
(H.E. A. G.) und dem Verband deutſcher Elektro=Inſtallationsfirmen
wurde vor einigen Tagen ein Vertrag abgeſchloſſen, nach welchem jeder
Konſument der Heag elektriſche Apparate, wie Staubſauger Bügeleifen.
Kochtöpfe, Winterſonnen uſw. in Ratenzahlungen anſchaffen kann, in
der Art, daß die Apparate durch den Inſtallateur bezogen und die
einzelnen Raten jeweils mit den Stromrechnungen alle Monate
einge=
zogen werden. Der Kunde kann in jeder, dem Verband angehörigen
Firma — dieſe ſind durch Aushängeſchilder näher bezeichnet — ſeine
Einkäufe decken oder, falls dieſe Firma den gewünſchten Apparat nicht
im Lager haben ſollte, im Ausſtellungsraum der H. E.A. G. den Apparat
ausſuchen und durch ſeinen Inſtallateur beziehen; die Verrechnung
ge=
ſchieht, wie oben erwähnt, in monatlichen Abſchlagszahlungen= durch die
H.E.A. G. Das gleiche gilt auch für Hausinſtallationen und Motoren
bis 3 PS. Es wird jedem Mieter und Hausherrn Gelegenheit geboten,
ſich elektriſches Licht legen zu laſſen und den Betrag hierfür monatlich
gefunden durch Benutzung eines Verfahrens bei der Herſtellung von
Kartonnagen, das in der Metallinduſtrie bereits ſeit Jahren erprobt iſt.
Die neuen Ziehautomaten liefern ſauber gearbeitete, ſtabile und ſtattlich
ausſehende Kappenſchachteln bei niedrigſten Unkoſten. Eckſtein —
Deutſchlands älteſte ſelbſtändige Zigarettenfabrik mit 80jähriger
Tra=
dition und Erfahrung — hat mit Hilfe ſolcher techniſcher Neuerungen
ſoeben eine neue Zigarette auf den Markt gebracht, die den altbekannten
Namen Eckſtein Gold führt. Die Ziggrette hat den billigen Preis
von 4 Pfennigen, übertrifft aber, dank ihrer modernen Ausſtattung
und beſonders, hochwertigen Onglität, alles bisher Gebotene und
be=
friedigt daher auch den verwöhnten Raucher.
mit den Stromrechnungen abzuzahlen. Durch dieſes Abzahlungsgeſchäft
iſt der verehrlichen Einwohnerſchaft von Darmſtadt und Umgebung
Gelegenheit geboten, ſich in den Beſitz von häuslichen
Gebrauchsgegen=
ſtänden zu ſetzen, ohne merkliche Unkoſten ſich aufzuladen. Auch iſt jeder
Abnehmer gegen Ueberpreiſe geſichert, denn die Preisſtellung wird
ge=
meinſam mit der H.E.A.G. äußerſt kalkuliert. Jetzt gilt die Parole:
Kaufen Sie am Platze. Unterſtützen Sie die hieſigen Geſchäfte. Unter=
Tageskalender für Donnerstag, den 10. Februar 1927.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, K 8, abends 7½ Uhr,
Ende nach 101 Uhr: „Gaſparone”, — Kleines Haus, abends 8 Uhr;
Kammermuſikabend Schnurrbuſch=Quartett. — Orpheum, abends
8 Uhr: „Die Tugendprinzeſſin.” — Gartenbauverein, 8 Uhr
abends, im Fürſtenſaal:; Hauptverſcmmlung. — Konzert Hilde
Rohloff, abends 8 Uhr, im Mufikvereins=Saal. — Konzerte
uſw.: Schloßkaffee, Perkeo, Maxim, Reichshof. Café Egenrieder,
Café Rheingold. Weißer Turm, Taunusburg, Hotel Schmitz. —
Kinovorſtellungen: Union=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſp.
Verſteigerungskalender für Freitag, den 11. Februar 1927.
Heſſ. Forſtamt Groß=Gerau vorm. 9 Uhr, „Zum weißen
Roß” in Groß=Gerau: Nutzholz=Verſteigerung. — Heſſ.
Bürger=
meiſterei Nieder=Modau, vorm. 10 Uhr, Himmelsberg:
Nutzholzverſteigerung.
Verſteigerungskalender für Donnerstag, den 10. Februar 1927.
Städt. Güterverwaltung, vorm. ½10 Uhr, Woogsplatz=
Turn=
halle: Nutzholzverſteigerung Nr. 7. — Heſſ. Forſtamt Meſſel,
vorm. 9½ Uhr, Pflanzung beim Braunſchen Steinbruch;
Holzver=
ſteigerung.
Einebnung von Reihengräbern
auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße.
Arbeitsvergebung.
(I.1718
Die Reihengräber in dem Bezirk I A,
in welchem in der Zeit vom 17. Auguſt
1905 bis 31. Dezember 1906
Beerdigun=
gen von Erwachſenen ſowie in dem
Be=
zirk III P, in welchem in der Zeit vom
31. Juli 1905 bis 2. Juli 1911
Beerdi=
gungen von Kindern ſtattfanden, ſollen
eingeebnet und zu Wahlgräbern
aufge=
teilt werden.
Nach § 19 der Friedhofsordnung
können die erſteren Gräber gegen eine
Gebühr von 20 RMk. auf weitere 20
Jahre und die letzteren Gräber gegen
eine ſolche von 15 RMk. auf weitere 15
Jahre erhalten bleiben. Bedingung iſt
dabei, daß die Gräber während dieſer
Zeit orduungsmäßig unterhalten werden.
Anträge auf Erhaltung von Gräbern
ſind bis ſpäteſtens 1. April ds. Js.
bei dem Friedhofsamt, Hügelſtraße 26,
zu ſtellen.
Bis zu dieſem Zeitpunkte ſind auch
etwaige Anträge über die anderweite
Verwendung der Grabſteine der nicht
an=
gekauften Gräber zu ſtellen, anderen
Falls dieſelben in das Eigentum der
Stadt übergehen.
(st2596
Darmſtadt, den 8. Febr. 1927.
Der Oberbürgermeiſter.
Montag, den 14. Februar 1327,
vormittags 9 Uhr, werden in der
Breideri’ſchen Gaſtwirtſchaft „Zur=
Poſte in Nieder=Ramſtadt aus den
Diſtrikten Pfingſtweide 1d und f,
Wein=
wegteile 3b, Bordenberg 12c und 15
ſo=
wie Kohlberg 6b und 8b. der Förſtere
Nieder=Ramſtadt verſteigert:
Nutzholz: Derbſtangen: Douglas
20 St. I. Kl. — 1,37 fm, 47 St. II. K.
— 1,49 fm: Reisſtangen: Douglas
15 St. I. Kl. — 0,09 fm, 14 St. II. Kl.
— 0,04 fm.
Brennholz: Scheiter, rm: 142 Buche
3 Eiche, 20 Kiefer: Knüppel, rm:
143 Buche, 29 Eiche, 77 Akazie, 256
Kiefer; Knüppelreiſig, rm: 2 Buche
42 Akazie, 33 Kiefer; Aftreiſig, 100
Wellen: 31,7 Buche; Stöcke, rm: 6
Buche, 2 Eiche.
Unterſtrichene Nummern kommen nicht
zum Ausgebot.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzu ſehen. Irgendwelche ſpätere
Ein=
wendungen wegen der Güte des Holzes
werden nicht entgegengengenommen.
Nähere Auskunft durch das
unter=
zeichnete Forſtamt und Herrn Förſter
Harniſch zu Forſthaus
Emmelinen=
hütte.
(2575
Ober=Ramftadt, den 7. Febr. 1927.
Heſſ. Forſtamt Ober=Ramſtadt.
Die Feldbereinigungsgeſellſchaft
Reinheim hat die Herſtellung von
4500 qm Chauſſierung der Feldwege,
einſchl. Materiallieferung, ſowie kleinere
Erd= und Planierungsarbeiten in 2 Loſen
zu vergeben. Angebotsvordrucke gibt die
Bürgermeiſterei Reinheim zum Preiſe
von 1.— Mk./Los ab; daſelbſt ſind auch
die Bedingungen einzuſehen. Die
An=
gebote ſind bis zum Eröffnungstermin
am Montag, den 14. Februar vorm.
11 Uhr der Bürgermeiſterei Reinheim
in verſchloſſenem Umſchlag mit der
Auf=
ſchrift „Angebot auf Chauſſierungs= uſw.
Arbeiten” einzureichen.
(2615
Darmſtadt, den 8. Februar 1927.
Heiſiſches Kulturbauamt.
ür
Süumigen
ſnennen de
dn Tage in
lend. Der
Hault net un
t.—Prt
ſier von 1,3.
Nider Be
ung ber
„Mr Vollsitück
„w Am 13. d.
—n0 ab, wahrer
Dner „Preet
—Lher=Ram
uße karnet
M Concordig
Hinthad. Auße
Ei, wird es n
ſtich dieſer
Sef niedrig
in der Landgraf=Georgſtraße, gegenüber
dem Gaſthaus „Zur Krone”, iſt alsbald
anderweit zu vermieten.
(st2593
Angebote mit Angabe des Mietpreiſes
und der Artikel, die zum Verkauf
ge=
langen ſollen, ſind bis 20. ds. Mts. in
Zimmer 65 des Stadthauſes abzugeben.
(Brennholz.)
Montag, den 14. ds. Mts., von
vorm. 9 Uhr ab, werden in der
Turn=
halle am Woogsplatz, hier, aus der
ſtädt. Förſterei Beſſunger Laubwald
(Dieterſchlag 20, Franzoſenberg 12,
Borderwieſenſchlag 26 und vord.
Steinberg) verſteigert:
Scheiter, rm: 188 Buche, 112 Eiche, 15
Kiefer, 7 verſchKd. Sorten:
Knüppel, rm: 258 Buche, 78 Eiche, 20
Kiefer, 18 verſchied. Sorten;
Stöcke, rm: 32 Buche, 11 Eiche, 7
ver=
ſchiedene Sorten;
Wellen: 1940 Buche.
Darmſtadt, den 9. Febr. 1927. (st2580
Städt. Güterverwaltung.
bei gleicher Güte und gleichem Gewicht
wie bisher! — Eine frohe Nachricht für
Sie, die Ihnen einen billigeren Waschtag
verschafft.
Durch ihre unübertroffene Schaum-
und Waschkraft, ihre vollkommene
Reinheit und Unschädlichkeit steht
Sunlicht Seife seit 40 Jahren an der
Spitze aller Hausseifen, Ihre ständige
Verwendung bedeutet für Sie große Er-
Sparnis an Hrbeitszeit und Geld.
rültet der hie
4n einen Fat
ſichzen über den
SÜNLICHT SEIEE
schont die Wäsche.
Bekanntmachung.
Die Holzverſteigerung vom 7.
Fe=
bruar 1927 iſt genehmigt.
Ueberwei=
ſungs= und erſter Fahrtag Mittwoch,
den 16. Februar 1927 mit
Zuſammen=
kunft vormittags 9 Uhr am Forſthaus
Schlichter. Ablauf der dreiwöchigen
Zahl=
friſt am 1. März 1927.
(2618
Mörfelden, den 7. Febr. 1927.
Heſſiſches Forſtamt Mörfelden.
Ferkeln. Läuferſchweine
FeU
ſiehen ab heute zum Verkauf (*3379
Heinrich Lengfelder
Inh. Bernhard Lengfelder
Bieh=Handlung und Bieh=Igentur
Darmstadt, Frankfurterstr. 90, Tel. 1153
Nähe Darmſtadt, 240 Preuß. Morgen, darunt.
100 Morgen Wald, mod neue (ſebäulichkeiten!
und Maſchinen, Kraft= und Lichtanlage,
guter Viehbeſtand, iſt unter ſehr günſtigen
Bedingungen zu verkaufen durch
Albett Mittelſtädt
Darmſtadt
Riedeſelſtr. 21
Am Freitag, den 11. Febr. 1927,
nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
Verſteigerungslokale Hügelſtr: 27
nach=
ſtehende Gegenſtände öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
(2607
1 Fahrrad „Corona” 1 Klavier, eine
Standuhr, 1 Büfett, 1 Motorrad „
Vik=
toria” 1 Sofa, 1 Ladentheke mit
Glas=
aufſatz, 1 S 4reibtiſch, 1 Ladenkaſſe,
1 einfacher Schreibtiſch, 1 Kommode,
1 Schneidernähmaſchine, 1 Herren=
Gcchanel Rocner H.-d., Bärmstädt.
zimmerteppich, 3 Kücheneinrichtungen,
1 Küchenanrichte, 1 Klubſofa, 1 groß.
Kaſſenſchrank, 1 Photgraphenapparat,
1 Klubſofa, 2 Klubſeſſel, 3000 Zigarren.
1 Glasaufſatz, 1 Wellblechgarage, ein
Klavier, 1 Chaiſelongue, 65 Kiſtchen
Zigarren, 1 Vertiko, 1 Tauchlötofen
für Oelfeuerung, 1 große Bandſäge,
1 Kreisſäge, 1 Drehbank, 1
Waren=
ſchrank, 1 Ladenkaſſe.
Beſtimmt verſteigert wird:
1 Fahrrad „Alemania; 1
Elektro=
grammophon, 1 Schreibtiſch, 503
Pa=
ketchen Tabak. 1450 Zigaretten, 58
Flaſchen verſchiedene alkoholiſche
Ge=
tränke, 1 Warenregal.
Darmſtadt, den 10. Febr. 1927.
Gemäß § 15 Ab. 1 und 2 unserer Satzung beehren
wir uns, die Aktionäre unserer Gesellschaft zu der am
Montag, den 7. Bärz 1927
vormittags 11 Uhr
im Sitzungssaal der Gesellschatt in Darmstadt
stattfndenden
IIII. erdenkichen Generalversammlang
einzuladen.
Tagesordnung
1. Vorlegung der Bilanz nebst Gewinn- und
Ver-
lustrechnung sowie des Geschaftsberichtes des
Vorstandes mit den Bemerkungen des
Auf-
sichtsrats für das Geschaftsjahr 1926.
Geneh-
migung der Bilanz.
2. Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrats.
3. Verwendung des Reingewinns.
4. Aenderung des § 16 der Satzung (
Hinter-
legung der Aktien).
5. Autsichtsratswahlen.
Portner
Gerichtsvollzieher.
Zur Teilnahme an der Generalversammlung ist
jeder Aktionär berechtigt, der seine Aktien — ohne
Gewinnanteil — und Erneuerungsscheine spätestens
am dritten Werktage vor dem Tage der
General-
versammlung bei der Gesellschaft, der Deutschen
Bank Filiale Darmstadt, der Deutschen Bank Filiale
Frankfurt, der Frankfürter Bank in Frankſurt a. Main
oder bei einem deutschen Notar hinterlegt hat und
den Nachweis der rechtzeitigen und noch an-
Hauernden Hinterlegung spätestens bei Beginn der
Generalversammlung beibringt.
Darmstadt, den 10. Februar 1927.
Für den Aufsichtsraß:
Schenck
2578)
Kl. Villa
Bensheim a. d. Bgſtr.
ſofort beziehbar, für
17 000 Mk. verkäuflich.
Anz. nach Uebereink.
Ang. erb. u O. 159
an die Geſchſt. (*3591
runde Freude
Groß=Zimt
Nauheimer Obertvald.
Montag, den 21. Februar 1927,
vorm. 10 Uhr, werden bei Gaſtwirt
Coban in Mörfelden aus dem
Nau=
heimer Oberwald folgende Stämme
ver=
ſteigert:
9a 13,09 1,71 TI. 0,25 2 Buchen II. 1,47 III. * 11,78 Iy.
18 10,27 „ V. 2,44 7 Kiefern II. 10,39 III.
62 53,06 IV. 4,95 39 Fichten=Stämme 6,92 16 „ Derbſt. 0.94 „
Es wird gebeten, das Holz vor der
Verſteigerung einzuſehen. Auskunft und
gedruckte Nummernverzeichniſſe bei
För=
ſter Schulmayer, Nauheimer
Forſt=
haus bei Mörfelden und uns (2577
Nauheim (Kr Gr.=Gerau), 8. Febr. 1927
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Kaul.
Haus mit Laden
nebſt freiwerdender
1—2 Zimm.=Wohn
auch auf dem Lande,
in guter Lage, ſofort
zu kauf od. zu mieten
geſucht Angeb. mit
Preis und ſonſtigen
Angaben erbeten u.
G. 179 an die
Ge=
ſchäftsftelle ( 3649
Bauplatz
—500 qm. Nähe
Alf ed Wie ſel=Weg—
Diedurgerſtr., z. kauf.
geſucht. Angebote m.
Pre Sangabe unter
O 163 Geſchſt (3597
Hypothehen
Betriebskspital=
Zwiſchenkre it.
vorſchnßfreie
Durch=
führung v:u (2570a
Darleßen.
5. Ebert, Darmſt
Süg.=Str 75. Tel 1117
Am Freitag, den 11. Februar 1927,
vormittags 10 Uhr, verſteigere ich iſ. 1
meinem VecſteigerungslokalBleichſtr. 40
gepfändete Gegenſtände aller Art zwangs”."
weiſe gegen Barzahlung, insbeſondere:
1 Teigknet= und Miſchmaſchine
mit Motor, 1 großer Tiſch, 6 Stühle,
1 Gewehrſchrank, 1 Jagdgewer?
(Drilling), 1. Wurſtkeſſel, 1 Herrens
fahrrad, 1 Ausziehtiſch, 1 Chaiſelongue,
1 Schreibtiſch, 1 Schreibſeſſel, 1 Bilde
3 Stühle mit Leder, 1 Bauerntiſchchel.
1 Notenſtänder, Möbel aller Ara
eine Lieferwagenkaroſſerie, 1 Motdr 2
6,5KW.,2 Schreibmaſchinen, 7 Klaſſiters
(2625 6
werke u. a. m.
Darmſtadt, den 9. Februar 1921.
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmſtadl=
1000 Mk.
zu leihen geſ. gegen
gute Zinſen. Neues,
ſchuldenfr. Haus al”
Deckung. Angeb unt
O. 149 Gſchi. (3570
Töchterheim
an der Bergſtr. ſucht 1
feingebildete Dame
mit etw. Kapital aus
Teilhaberin.
Zuſchr. u. 0. 100 on
die Geſchſt. (250bidl 1
NN8
[ ← ][ ][ → ]Rummer 41
Aus
Ck. Wixhauſen, 9. Febr. Theaterabend. Einen
Theater=
abend veranſtaltete am Sonntag der hieſige Turnverein im Saale des
Gaſthauſes „Zur Krone”. Aufgeführt wurde ein Schwank, „Der keuſche
Lebemann”. Für die anerkennenswerten Darbietungen ſpendete ein
zahlreich erſchienenes Publikum reichen Beifall.
Griesheim, 9. Febr. Die Friedrich=Ebert=Straße und die
Lud=
wigſtraße ſind aus Anlaß der Waſſerleitungsarbeiten für jeglichen
Ver=
kehr geſpert. — Die neue Gemeindewage am Gaſthaus „Zum Riedhof
iſt fertiggeſtellt und zur Benutzung freigegeben worden.
Griesheim 9. Febr. Die zu Beginn des neuen Schuljahres
auf=
zunehmenden Kinder ſind Donnerstag, den 10. Febr., in der Friedrich=
Ebert=Schule vorzuſtellen und zwar die vor dem 1. Mai 1921 geborenen
Kinder von 1½ bis 2½ Uhr, die übrigen von 2½ bis 3½ Uhr. —
Auf=
genommen werden Kinder, die bis zum 1. Mai das 6. Lebensjahr
voll=
enden. Auf Wunſch der Eltern oder deren Stellvertreter dürfen ſolche
geiſtig und leiblich nicht unreife Kinder aufgenommen werden, die bis
Zum 30. September d. J., das 6. Lebensjahr vollenden. — Impfſcheine
ſind mitzubringen, ebenſo die Geburtsſcheine der auswärts geborenen
„Kinder.
* Pfungſtadt, 9. Febr. Nähgbend. Der Arbeitsausſchuß der
Dieſigen Arbeiterwohlfahrt und Jugendpflege hält von jetzt ab jeden
SMittwvoch abend einen Näh= und Strickabend ab.
* Eberſtadt, 9. Febr. Vertilgung der Obſtbaumſchäd=
Tinge. Die Bürgermeiſterei weiſt zur Vertilgung der Obſtbaum=
Fchädlinge auf folgende Anordnung hin: Durch Polizeireglement vom
M. Februar 1882 ſind alle Baumbeſitzer verpflichtet, binnen vier
Wochen nach Aufforderung durch die Ortspolizei, dürre Bäume und
Aeſte aus Feld und Garten zu entfernen. Eine weitere
Polizeiver=
ordnung vom 14. Februar 1905 verpflichtet die Baumbeſitzer, bis
ſpä=
reſtens 15. März jedes Jahres die Bäume, Sträucher und Hecken
von Raupenneſtern und Miſteln zu ſäubern. Bei Zuwiderhandlungen
wird nicht nur auf Geldſtrafe erkannt, ſondern es kann auch
Entfer=
rung der dürren Bäume und Aeſte und der mit Raupenneſtern
behaf=
teten Zweige und Aeſte ſowie das Ausſchneiden der Miſteln auf Koſten
der Säumigen durch die Ortspolizei vorgenommen werden. —
Aus=
brennen der Kamine. Mit dem Ausbrennen der Kamine iſt
dieſer Tage in der hieſigen Gemarkung begonnen worden. — Bunter
Abend. Der Geſangverein „Frohſinn 1842” hält unter dem Motto
„MMault net un kummt” am Sonntag abend im „Bergſträßer Hof” einen
roßen karnevaliſtiſchen Abend ab. Für Witz und Humor iſt beſtens
geſorgt. — Preisabbau. Der Preis für das Pfund Schweinefleiſch
ſ4t hier von 1,30 Mark auf 1.2 Mk. heruntergegangen.
* Nieder=Beerbach, 9. Febr. Die hieſigen Vereine ſtehen z. Zt.
ur Zeichen ihrer Winterveranſtaltungen. Dieſer Tage hielt die
Frei=
nillige Feuerwehr einen gut beſuchten Ball ab; die Arbeiter=Sport=
Vereinigung veranſtaltete einen Theaterabend. Es gelangte das
Oden=
nälder Volksſtück „Knäächt Valdin” zur Aufführung, die flott vonſtatten
gng. Am 13. ds. Mts. hält der Evangel. Kirchenchor ſeinen
Familien=
abend ab, während der Turnverein 1894 e. V. am 19. und 20. d8. Mts.
die Oper „Precioſa” zur Anfführung bringt.
— Ober=Ramſtadt, 8, Febr. Ein Ereignis des Karnevals 1927 wird
die große karnevaliſtiſche Damen= und Herrenſitzung des Doppel=
Quar=
terts Concordia am nächſten Sonntag, den 13. Februar, im Saalbau=
Eiſenbad. Außer zindenden Vorkrägen, welche die Elfer vom Stapel
lafſen, wird es noch allerlei Ueberraſchungen geben. Um jedermann den
Beſuch dieſer Veranſtaltung zu ermöglichen, iſt der Eintrittspreis
äu ßerſt niedrig geſetzt.
* Groß=Bieberau, 9. Febr. Am nächſten Sonntag, um 8 Uhr,
ver=
inſtaltet der hieſige evangeliſche Kirchengeſangverein im Saal von L.
Lartz einen Familienabend. Herr Pfarrer Meiſinger=Neinheim wird
prechen über den „Rodenſteiner in Geſchichte, Sage und Dichtung‟ Der
Eirchenchor hofft, mit mehreren Liedern ſeinen vielen Freunden in der
Mmeinde Freude zu bereiten.
Groß=Zimmern, 8. Febr. Der am 10. 9. 1926 wieder ins Leben
erufene alte Männergeſangverein hielt am vergangenen Sonntag im
Saale von Aug. Pullmann ſeinen diesjährigen Maskenball ab. Der
ihxaus große Beſuch üübertraf alle Erwartungen. Es iſt dies wiederum
in Zeichen, daß der Name „Männergeſangverein” in den Herzen der
hoß=Zimmerner Bevölkerung noch lebt und deſſen Ruf noch erhalten
t. Kurz vor 8 Uhr eröffnete die in guter Form ſtehende Kapelle Reitzel
en Ball. Die füngere Generation des Männergeſangvereins 1863
ver=
erlichte dieſen durch eine großzügig ausgearbeitete Zigeunerhochzeit.
henſo bot die Aufſtellung einer Rutſchbahn den Anweſenden abwechſelnd
fergnügen, ſowie den Zuſchauern reiche Unterhaltung. So ſoll auch
rrerhin der Männergefangverein unter der vortrefflichen Leitung ſeines
ewährten Dirigenten, Herrn Chormeiſter Wilh. Etzold aus Darmſtadt,
merſtützung finden, damit deſſen Ruf in Zukunft wie in früheren
ahren geſichert bleibt.
* Groß=Umſtadt, 9. Febr. Sport in Groß=Umſtadt. Der
loſſene Sonntag ſtand im Zeichen der Fuß= und Handball=
Wett=
inbſe. Obwohl ſich infolge des Schneefalls der Sportplatz in einem
ſchrs weniger als ſportmäßigem Zuſtand befand, trat doch die
Offen=
icher Mannſchaft zum Fußballwettkampf gegen die hieſige an. Auf
ſiſen Seiten war das Zuſammenſpiel ein gutes, doch infolge des
auf=
eneichten Bodens von allerlei Zufälligkeiten beeinflußt. Offenbac,
igie mit 2:1. — In den darauffolgenden Handballwettkämpfen ſtand
eerſte und zweite Mannſchaft der Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875
n entſprechenden Mannſchaften des hieſigen Turmvereins gegenüber.
ſe Kämpfe endeten mit einem Sieg der beiden Darmſtädter Mann
hſten, und zwar ſiegte die erſte Mannſchaft mit 2:0 und die
ſeike mit 4:1.
* Klein=Umſtadt, 9. Febr. Bei der letzten Darlehensvergebung der
lu ſchen Bau= und Siedlungsgenoſſenſchaft (Darmſtadt) wurden die
ſitlieder Peter Kalbfleiſch und ſein Sohn Wilhelm mit einem Bau=
Elihen bedacht. Somit kann der Neubau baldigſt begonnen werden.
f. Babenhauſen, 9. Febr. Die hieſige Ortsgruppe der deutſchen
und Siedlungsgemeinſchaft hielt am Sonntag nachmittag ihre
e Generalverſammlung im Vereinslokal „Michelsbräu” ab, die von
Italliedern ſehr gut beſucht war. Zur Tagesordnung war vorgeſehen:
1Arotokollverleſung, 2. Rechnungsbericht des Kaſſierers über das ab=
Aauffene Jahr, 3. Geſchäftsbericht des Vorſitzenden, 4. Neuwahl des
Eſiendes und der Erſatzmänner, 5. Wahl einer Baukommiſſion und
ſVerſchiedenes. Der Vorſitzende eröffnete die Verſammlung und gab
Ger Freude über den guten Beſuch Ausdruck. Es wurde ſodann zur
Aeordnung übergegangen. Eine Beanſtandung zu Punkt 1—3 fand
It ſtatt und ſomit wurde den geſamten Vorſtandsmitgliedern
Ent=
lungg erteilt. Zum Zeichen des Dankes für die vom Vorſtand ge=
Eie Arbeit erhoben ſich alle Anweſenden von ihren Plätzen. Zu
t 4 (Neuwahl des Vorſtandes und der Erſatzmänner) wurden
fol=
e Genoſſen gewählt: 1. Vorſitzender Heinrich Perſchbacher, Stell=
Nriker Fr. Mohr 1., Kaſſierer Jak. Bock, Stellvertrgter K. H. Walter,
Schriftführer H. Grote, Stellvertreter K. Reinha)dt, als Reviſoren
3Wäll und M. Kolb. Die Wahl einer Baukommiſſion wurde vor=
Lig abgelehnt und zurückgeſtellt. Zu Punkt 6 (Verſchiedenes) wurden
Ehedene Anträge vorgebracht, die ſofort beſprochen und erlodigt
der konnten.
— Dieburg, 9. Febr. S. C. Haſſia, Dieburg. Am 13. ds. Mts.
Eſſaltet der Klub wieder, wie alljährlich, einen ſeiner bekannten
Ahribälle. Ein Kirchweihrummel vor hundert Jahren — ſoll dem
En) ſein Gepräge verleihen. Aus der guten, alten Zeit — müßte es
AuEch heißen; oder: wie der Großvater die Großmutter nahm. Ur=
Rtäch und urfidel, wie auf jedem Haſſia=Maskenball.
Habitzheim, 9. Febr. Dieſer Tage hielt der hieſige Männey e=
We ein ſein diesjähriges Konzert ab. Zurückblickend auf ein 63,Ry=
Beſtehen, hat der Verein, der in den letzten Jahren unter der
Aux des Herrn Troll ſteht, geſanglich und theatraliſch Leiſtungen
irt, die ihm die Sympathien aller Kreiſe ſicherten. Nach dem ein=
Kden Liede „Grüiß wir die Reben, Vater Rhein” von Sonnet be=
Ae der erſte Vorſitzende. Herr Maus, die Anweſenden in einer
Ehen Anſprache, die in dem Motto ausklang: Wo man ſingt, da
Ain ruhig nieder. Daran reihte ſich der Vortrag mehrere Chöre.
iem zweiten Liede überraſchte uns Fräulein Keſſel mit einem
19An Prologe. Den Hauptpunkt des Abends bildete das vieraktige
2Wafſtüick „Knächt Valdin. Mit Erſtaunen konnte man feſtſtellen,
Nchatliche Mitſpielenden in der ausgezeichneteſten Weiſe ſich in das
* u ihrer Rollen eingelebt hatten, was der nach jedem Akt ein=
50e, nicht enden wollende Applaus des Publikums zeigte. Nicht
* Sünnt dürfen die Leiſtungen des Herrn Müller bleiben, der durch
Ahmrlichen Violinvorträge die Zwiſchenpauſen in der angenehmſten
BA gmusfüllte.
Mkichelſtadt, 9. Febr. Brennholz=Verſteigerung. Die
Wlhe Oberförſterei Nehbach (Poſt Michelſtadt) verſteigert am Frei=
D Nen 11. Febr., 1.30 Uhr, bei Gaſtwirt Uhrig in Rehbach folgendes
S teinig 5a, 5b, 5e Buchen Nm. Scheit 1. Kl. 11. 2. Klaſſe 357,9,
e 1,8 Knüppelreiſig 125,5, Stöcke 47,7 Aſtwellen 6115 Srück;
2Xm. Scheit 12,5, Knüppel 7,3, Knüppelreiſig 1; Linde Nm.
Rund=
cW. Scheit 3, Knüvel 7,3, Kwippelreiſig 1. Finkenberg 1 (bei Zell)
OARm. Scheit 19, Kwippel 9, Knippelreiſig 7, Stöcke 3, Aſtwellen
BANREE.
Donnerstag, den 10. Februar 1927
Seite 7
* Höchſt i. Odw., 9. Febr. Gemeinderatsſitzung. Bei der
geſtern ſtartgefundenen Gemeinderatsſitzung wunden folgende Beſchlüſſe
gefaßt: Einem Nacktrag zur Ortsbauſatzung der Gemeinde Höchſt wird
zugeſtimmt. — Ueber ein Angebot der K.L.,Bank betr. langfriſtige
Dar=
lehen ſoll nähere Auskunft eingeholt, Zinsfuß und Ausgabekurs
feſtge=
ſtellt werden. Ein Antrag zur Anlegung eines Weges in der „
Ruſſe=
mich” hat ſich erledigt. Dem Ankauf des Waldgrundſtiickz des Leonhard
Helmſtädter im Obrunn wird nach Schätzung durch die Forſtbehörde
zu=
geſtimmt. Der Einſpruch des Friedrich König gegen die Waſſerſtauung
am Graben der Sportplatzwieſe wird zunickgewieſen. Auch der Antrag
des Wilhelm Fröhlich um Preisnachlaß für einen Baum wird abgelehnt.
Einer Aufforderung des Ziegenzuchtverbandes zwecks Mitgliedſchaft der
Gemeinde wird ſtattgegeben. Den Bauluſtigen Leonhard Riedel, Georg
Heuſel und Adam Eckert werden auf Antrag zu den üblichen
Bedingun=
gen Bauholz abgegeben. Dem Geſuch der Heſſiſchen Lichtbildbühne für
Schule und Volksbildung um Gewährung eines Zuſchuſſes ſoll nach
befriedigender Auskunft nähergetreten werden. Dem vorgelegten
Vau=
plan des Adam Eckert wird zugeſtimmt. Den Schluß bildete die
Be=
ſtimmung der Mitglieder der Wahlkommiſſion für die
Bürgermeiſter=
wahl. Anſchließend geheime Sitzung. — Vergnügungen. Auch
unſer Ort ſteht im Zeichen des Karnevals. An den nächſſten drei
Sams=
tagen veranſtalten hieſige Vereine abwehſelnd Maskenbälle,
* Erbach, 8. Febr. Am Donnerstag, den 10. Februar 1997,
nach=
mittags 2 Uhr, findet eine praktiſche Vorführung der neuen Gemeinde=
Saatreinigung, 9öbers=Petkus, im Hofe der Gräflich Keramiſchen
Werk=
ſtätten (Viehhof) durch die Landwirtſchaftliche Zentralgenoſſenſchaft
Darmſtadt ſtatt. Anſchließend hieran wird ein Filmvortrag gehalten:
„Ein neuer WBeg zur Geſundung der kleinbäuerlichen Wirtſchaft durch
Gemeinde=Saatreinigung Syſtem Röber’s Petkus.‟ Die Herſtellung eines
Edelſaatgutes von 93 Proz. Reinheit und Keimenergie für Sparſaat und
Höchſterträge wird praktiſch vorgeführt. Alle Landwirte von Erbach und
Umgebung werden hierzu eingeladen.
Erbach i. O., 8. Febr. Am Samstag abend feierte die
Orts=
gruppe Erbach des Odenwaldklubs ihr Wanderer=Ehrungsfeſt verbunden
mit Schau deutſcher Volkstrachten im Hotel „Zum Schützenhof” dahier.
Um es gleich vorweg zu ſagen, der Beſuch ließ nichts zu wünſchen
üb=
rig, dagegen wurde der Vorſtand, hinſichtlich der erſchienenen
Volks=
trachten, der Zahl nach, ſcherzlich getäuſcht. Unſeren Damen iſt
an=
ſcheinend die Mühe, die ſie mit der Beſchaffung der alten ſchönen
Oden=
wälder Trachten haben, zu groß, auch wenn noch ſo verlockende
Erinne=
rungsgaben winken. Kurz nach halb 9 Uhr begrüßte der Vorſitzende
der Ortsgruppe Erbach die Erſchienenen Wanderfreundinnen und
Wanderfreunde und hieß namentlich das 80jährige Gründungs= und
Ehrenmitglied des Odenwaldklubs, Herrn Scior, herzlich willkommen;
begrüßte mit warmen Worten Herrn Apotheker Seriba, Reinheim.
der als Vertreter des Hauptausſchuſſes erſchienen war und noch einige
Reinheimer Wanderfreunde mitbrachte. Sein „Friſch auf!” galt dem
Odenwaldklub und unſerem ſchönen deutſchen Vaterlande. Nach einem
Reigen, vorgeführt von der Jugendgruppe der Ortsgruppe Erbach,
dankte Herr Seriba für die herzlichen BegrüßungZworte. Sein „Friſch
auf!” am Schluß ſeiner herzlichen Ausführungen galt der Ortsgruppe
Erbach des Odenwaldklubs. Hierauf wurde das Luſtſpiel „Das
Lies=
chen” von Hans Otto Becker aufgeführt, das von allen Mitgliedern
mit größter Liebe und Verſtändnis zur Wiedergabe gelangte und
ern=
teten die Darſteller ohne Ausnahme ſtürmiſchen und wohlverdienten
Beifall. Hierauf ging in ſtimmungsvoller Weiſe die Wanderer=Ehrung
durch Auszeichnung mit dem „Goldenen” vor ſich. Die Muſik,
größten=
teils von Mitgliedern des Odenwaldklubs geſtellt, wurde ihrer Aufgabe
in vorzüglicher Weiſe und mit größter Liebe gerecht und ſpielte nach
dem offiziellen Teil bis in die frühen Morgenſtunden unermüdlich zum
Tanze auf. Nur zu ſchnell waren die Stunden verflogen. Die zweite
diesjährige Wanderung, die am nächſten Tage ſtattfand, führte die
Wanderer nach Dorf Erbach, von da aus hinauf auf die Höhen, mit
dem herrlichen Ueberblick auf das Mümlingtal und die beiden
Städt=
chen Erbach und Michelſtadt. Nach etwa dreiſtündiger Wanderung wurde
in Michelſtadt im Altbeutſchen Hof (Knuſt) Halt gemacht. Auch
Michel=
ſtädter Wanderfreundinnen und Wanderfreunde hatten ſich in recht
zahlreicher Weiſe eingefunden und bald war wieder Odenwälder
Stim=
mung in dem Saale. Dafür ſorgte auch hier wieder die Muſik, die
ſich in dankenswerter Weiſe an dieſem Nachmittag in den Dienſt der
Sache geſtellt hatte. Nach gegenſeitigen Begrüßungen durch
Vorſtands=
mitglieder der beiden Ortsgruppen wurde das Tanzbein kräftig
ge=
ſchwungen.
p. Schönnen i. D., 8. Febr. Die hieſige Gemeindejagd wird am 15.
Februar d8. Js., nachmittags 2 Uhr, bei Wirt Hering auf 6 Jahre
ver=
pachtet, ſie umfaßt 2200 Morgen, davon 2½ Wald und 1/, Feld und
Wieſen; das Jagdgebiet iſt von der Station Erbach aus in ½ Stunde
zu erreichen. — An demſelben Tage, nachmittags 4 Uhr, verſtoigert die
Gemeinde Ehersberg bei Wirt Olt daſelbſt ihre etwa 1600 Morgen
um=
faſſende Jagd, 2= Wald, ½½= Feld und Wieſen. Das Jagdgebiet iſt in
10 Minuten vom Bahnhof Hetzbach aus zu erreichen. Beide Jagden
haben einen guten Rehbeſtand, Auerwild und Wechyelhochwild.
Gaimühle, 9. Febr. Fünf Minuten vom Bahuhof Gaimühle
ent=
fernt, an der Wegabbiegung Antonsluſt—Waldkatzenbach iſt dieſe Woche
mit dem Neubau einer Erholungsſtätte begonnen worden. Erbauerin
iſt die Witwe des verſtorbenen Förſters Mechler, der lange Jahre im
Forſthaus Antonsluſt gewirkt hatte. Für unſere landſchaftlich ſo ſchöne
Gegend iſt damit einem lange gehegten Bedürfnis Rechnung getragen.
Aus dem hinteren Odenwald, 9. Febr. Die im Kreiſe Erbach
liegenden Gemeinden Schöllenbach Kailbach und
Heſſel=
bach werden in den nächſten Tagen zwecks Belieferung von elektriſchem
Licht an die Ueberlandzentrale „Heag” angeſchloſſen. Dieſe drei
Ge=
meinden, nebſt der Gemeinde Bullau ſind bis jetzt die einzigen
Gemeinden des Kreiſes, die die moderne Beleuchtung bis heute noch
entbehren.
Hirſchhorn, 9. Febr. Waſſerſtand des Neckars. Am 8.
Februar: 1,10 Meter: am 9. Februar: 1,06 Meter.
* Bensheim, 8. Febr. Der Verband der Obſt= und
Gartenbauber=
eine des Kreiſes Bensheim hält am kommenden Sonntag nachmittag
im „Deutſchen Haus” in Bensheim ſeine diesjährige
Jahreshauptver=
ſammlung ab. Obſtbauinſpektor Behne von der
Landwirtſchafts=
kammer referiert über die Aufgaben der Obſtbauvereine.
muß das an sich wenig
erkeu-
liche Schuhpunzen scin. Tragen
Sie die Creme hauchdünn auf,
Iaesen Sie die Schuhe einen
Augenblick neben, bürsten Sie
dann mit reiner Bürsce blank
und polieren Sie mit weichem
Lappen nach. Aber nicht
irgendeine Creine dürfen Sie
nehmen, sondern nur die
hoch-
wertigste Lederpasta
TVaa70
* Benshrim, 9. Febr. Die Straßenſperre die am 8. Januar
über die Kreisſtraße von Lampertheim nach Bütrſtadt verhängt worden
war, iſt wieder aufgehoben worden.
* Heppenheim, 9. Fehr. Maskenball des Karnevalvereins
Hebpenheim. Der diesjährige erſte Maskenball des Karnevalvereins
hatte zahlreiche Gäſte aus der näheren und weiteren Umgebung in die
karnevaliſtiſch geſchmückten Räume des Hotels „Halber Mond” gelockt.
— Konzert in der Heil= und Pflegeanſtalt. Am Sonntag
ver=
anſtaltete der Mandolinen=Klub Heppenheim auf Anregung des Herrn
Profeſſors Dr. Dannemann in der Heil= und Pflogeanſtalt ein Konzert.
Das Konzert brachte verſchiedene Werke unſerer größten Komponiſten,
ſo z. B. „Ave Maria” von Bach, Violinkonzert von Seitz, Fandaſie aus
Troubadour uſw. zu Gehör. Außerdem wurden noch verſchiedene Tänz=
und Serenaden geſpielt. Auch einige Volkslieder wurden von Herrn
Weiß und Gemahlin zum Vortrage gebracht.
A. Von der Bergſtraße 8. Febr. Am Sonntag machte die
Theater=
gemeinde Weinheim mit 190 Mitgliedern eine gemeinſame Ausfahrt nach
Darmſtadt, um die Aufführung der „Walküre” im beſſiſchen
Landes=
theater zu beſuchen. Reich an Eindrücken über die herrliche Aufführung
und voll Dankes gegen die Generalintendanz für ihr erneutes
liebens=
wüirdiges Entgegenkommen gegenüber der Theatergemeinde Weinheim
fuhren die Weinheimer wieder heimwärts. Mit dem Heldentenor
Gott=
helf Piſtor, dem gefeierten Wagnerſänger, der als Siegmund das
voll=
beſetzte Haus begeiſterte, ſteht die Theatergemeinde Weinheim in
Unter=
handlung, um den Künſtler zu einem Abſchiedskonzert in Weinheim zu
bewegen. — Im Auftrage des Hauptausſchuſſes des Odenwaldklubs in
Darmſtadt überreichte am Sonntag eine Abordnung der Ortsgrupps
Leutershauſen des Odenwaldklubs dem Altbürgermeiſter und
Altbezirks=
rat Adam Förſter in Leutershauſen anläßlich ſeines 70.
Geburts=
tages eine künſtleriſch ausgeſtattete Ehrenurkunde mit der gleichzeitigen
Ernennung zum Ehrenmitglied in Anerkennung ſeiner 20jähr, treuen
Mitgliedſchaft. — Der Ehrenbürger der Stadt Weinheim, Landwirt Carl
Friedrich Vogler beging in voller Friſche ſeinen 80. Geburtstag.
* Gernsheim, 7. Febr. In der Gemeinderatsſitzung wurde
der vom Kreisamt Groß=Gerau abgeänderte Entwurf der
Friedhofsord=
nung vom Gemeinderat angenommen. Die weitere Rate
Winterbei=
hilfe für die Erwerbsloſen, Klein= und Sozialrentner wurde im
Nah=
men des von der Fürſorgekommiſſion gemachten Vorſchlags genehmigt.
Einem Geſuch um Gewährung eine3 Vaudarlebens wurde ſtattgegeben.
Der Erbauung eines Vierfamilienhauſes in der Waſſerſcheide ſtimmte die
Gemeindevertretung zu. Die erforderlichen Arbeiten werden ſofort
aus=
geſchrieben, da die Errichtung der Häuſer in anbetracht der Verhältnifſe
dringend iſt. Ein hieſiger Einwohner beabſichtigt in der Nähe des
Wal=
des, und zwar an der Chauſſee nach Zwingenberg, ein Wohnhaus mit
Gaſtwirtſchaftsbetrieb zu erbauen. Aus dieſem Grunde genehmigte der
Gemeinberat den Tauſch des gemeindlichen Grundſtücks Flur XI Nr. 8
Wagenburg, mit demfenigen des Geſuchſtellers in Flur XX Nr. 279.
Dieſes Bauprojekt, dem noch eine Autogarage angegliedert wird, und
als Halteſtelle der von der Firma Auto Fiſcher=Darmſtadt geplanten
Autobuslinie vom Rhein nach der Bergſtraße dienen ſoll, iſt ſehr zu
be=
grüßen, um ſo mehr dadurch einem lang gehegten Wunſche Rechnung
getragen wird. Ein weiteres Geſuch um Abgabe von Gemeindegelände
für Bauzwecke und einige kleinere Angelegenheiten bildeten den Schluß
der Sitzung. — Der von der Zentralkommiſſion für die Rheinſchiffahrt
herausgegebene Jahresbericht gibt über den Schiffsverkehr im bieſigen
Hafen einen ganz intereſſanten Ueberblick. Angekommen ſind im Jahre
1924: 473 Schiffe, darunter 41 Dampfſchiffe, im Jahre 1925: 711 Schiffe,
darunter 186 Dampfſchiffe. Abgefahren ſind im Jahre 1924: 470 Schiffe,
darunter 43 Dampfſchiffe; im Jahre 1925: 699 Schiffe, darunter 190
Dampfſchiffe. Im Vergleich zum Jahre 1924 hat ſich im Jahre 1925 an
Hand der genannten Zahlen der Verkehr im hieſigen Hafenbereich
er=
heblich gebeſſert. — Wie verlautet, ſteht die Arbeiterſchaft der hieſigen
Chemiſchen Fabrik Th. Goldſchmidt A.=G. Mannheim=Rheinqu. Werk
Gernsheim, mit ihrer Arbeitgeberin in Lohnverhandlungen. Ein
Ne=
ſultat des Schlichtungsausſchuſſes in Berlin, dem die Angelegenheit
un=
terbreitet wurde, liegt noch nicht vor. — Plötzlich und unerwartet
ver=
ſchied infolge eines Herzſchlages während des Vormittagsgottesdienſtes
in der evangeliſchen Kirche der im Ruheſtand lebende Profeſſor Dörr.
Der Verſtorbene, der ſich ſeines leutſeligen Weſens wegen allgemeiner
Beliebtheit erfreute, wirkte jahrelang an der hieſigen Realſchule. Der
ſchwer betroffenen Familie bringt man allgemeine Teilnahme entgegen.
Gernsheim, 9. Febr. Waſſerſtand des Rheins. Am 9.
Februar: — 57 Zentimeter.
* Mörfelden, 8. Febr. Schwimmbadbau. Entgegen den
ſeitherigen Abſichten haben die zuſtändigen Stellen beſchloſſen, das
Schwimmbad am Mühlbach in einem Waldwinkel zu errichten. Die
Erdarbeiten dürften bereits in einigen Wochen aufgenommen werden.
Die Koſten für das Bad belaufen ſich auf über 32000 Mark.
r Wallerſtädten, 9. Fibr. In der Sonntag nacht wurde auf der
Chauſſee nach Groß=Gerau ein junger Mann von einem Wegelagerer
überfallen. Zunächſt gab der Nachtſchwärmer einen Schreckſchuß ab,
während er mit einem weiteren Schuß den Ueberfallenen am Arm traf.
Zufällig kamen auf der Landſtraße in dem Augenblick einige Radfahrer,
worauf der Angreifer die Flucht ergriff. Man verbrachte den
Ueber=
fallenen H. Bernhardt zu einem Arzt, wo er verbunden wurde. Die
von der Gendarmerie am Sonntag früh vorgenommenen
Unter=
ſuchungen waren bis jetzt noch ohne Erfolg
r. Kelſterbach, 9. Febr. Von einem Maskenball heimkehrend, geriet
ei Ehepaar in Streit, der ſo ausartete,, daß man ſich mit totſchlagen
drohte. Der Mann wurde unter dieſen Umſtänden von der Polizei in
Gewahrſam genommen.
Rheinheſſen.
WSN. Worms, 9. Febr. In Gundheim bei Pfeddersheim erlitt der
72 Jahre alte Winzer Stephan Leidemer, als er Frucht zum Dreſchen
vom Scheunengerüſt holen wollte, einen Schlaganfall und ſtürzte auf
die Tenne hinunter. Ohne das Bewußtſein wieder erlangt zu haben,
ſerſtarb er.
* Armsheim, 9. Febr. Hier fand unter Leitung von Frau Pfarrer
Durſt, ausgeführt vom hieſigen Kirchenchor, eine wohlgelungene
Auf=
führung von „Precioſa” ſtatt. Alle Mitglieder leiſteten ihr Beſtes,
be=
ſonderes Lob aber gebührt Frau Pfarrer Durſt, die mit ſeltenem
Muſik=
verſtändnis und bewundernswerter Energie die ganze Aufführung
eitete. Sehr anſprechend waren die ebenfalls von Frau Pfarrer
diri=
gierten Maſſenchöre. Reicher Beifall wurde geſpendet.
M. Bingerbrück, 9. Febr. Feſtnahme zweier Wilddiebe.
Hier wurden zwei Wilddiebe feſtgenommen, die einen Hirſch in einer
Schlinge gefangen hatten. Beide haben ihre Tat eingeſtanden. In der
Behauſung des einen Wilddiebes wurde das bereits zerlegte Fleiſch
und die Decke gefunden
MI. Sprenblingen (Rheinhefſ.), 8. Febr. Der Gewerbeverein
Sprend=
ingen ernannte den Mitbegründer des im Jahre 1913 gegrſindeten
Ver=
ins, Zimmermeiſter Johann Boos 2., unter Ueberreichung einer
Ehren=
urkunde zu ſeinem Ehrenmitglied. In der jetzt abgehaltenen
Jahres=
erſammlung hielt Gewerbeſyndikus Dr. Goll (Alzey) einen lehrreichen
Vortrag über das Steuerweſen. Die im Anſchluß vorgenommene
Neu=
wahl des Vorſtandes ergab die Wiederwahl der ſeitherigen Inhabeu
hrer Aemter: Bürgermeiſter Beck als Vorſitzender, Gewerbelehrer Jahn
I8 Schriftführer und Schreinermeiſter Arthur Hofmann als Rechner.
Oberheſſen.
Großen Buſeck, 9. Febr. Hier wurde geſtern in Begleitung des
riegervereins der Altveteran von 1870/71, Bäckermeiſter Daniel Nühl,
Alter von 78 Jahren beerdigt.
* Grünberg, 8. Febr. Unter ſtarker Beteiligung aus Nah und Fern
elt der hieſige V.H.C. einen Fanrilienabend mit Ueberreichung von
inderabzeichen ab. In großartiger Weiſe wurde das reichhaltige
Pro=
imm unter Mitwirkung der eigenen Kapelle geſpielt. Im ganzen
rden 15 Auszeichnungen verteilt, an der Spitze ſtand Lehrer Bender
einer zehnmaligen und Direktor Angelberger mit einer neunmaligen
szeichnung. Anläßlich des Bezirks=Gerätewetturnens
Laufe dieſes Jahres in Heuchelheim fand von ungefähr 75 Turnern
s allen Vereinen des zweiten Gaubezirks Heſſen eine Vorturnſtunde
r ſtatt. Nach dieſer Turnſtunde fand durch die Leiter des 2. Bezirks
ſtadt ſtatt.
* Aus Oberheſſen, 9. Febr. Der Kriegerverein zu Maar bei
Lauter=
bach feierte ſein 50jähriges Jubiläum im Beiſein von Kreisrat Michel=
Lauterbach, Präſidialmitglied der Haſſia Schade=Alsfeld und
Bezirksvor=
ſteher Habermehl=Schlitz. Die Kriegerkameradſchaft Haſſia überſandte
einen goldenen Fahnennnagel und verlieh an den Vorſitzenden Benſel,
dem Rechner W. Euler, und an die drei noch lebenden Gründer: Hch.
Eidmann, Chriſtian Ritter und Konrad Etling, das Haſſia=Ehrenzeichen.
Der evangeliſche Kirchengeſangverein Lauterbach beging ſein
25jähriges Stiftungsfeſt in Anweſenheit der vier Brudervereine aus
Stockhauſen, Schlitz, Engelrod und Krainfeld. Die Feſtpredigt hielt der
Gründer des Vereins. Pfarrer Müller in Gießen. Die Glückwünſche der
Kirchenbehörde überbrachte Oberkirchenat Wagner aus Gießen.
Uellershauſen. Hier feierten die Eheleute Valentin Schäfer 2
das Feſt der Goldenen Hochzeit.
Heddesheim, 9. Febr. Goldene Hochzeit. Die Eheleute
Lorenz Müller in Heddesheim begingen geſtern das Feſt der goldene
Hochzeit.
Seite 8
Donnerstag, den 10. Februar 1927
Nummer 41
Londoner Brief.
A. B. London, Anfang Februar.
1. Zwei Tote.
Der „Vater der Garde‟ General Sir George
Higgin=
ſon, wurde am 1. d. M. zur großen Armee abberufen. Am
21. Juni hatte er, geiſtig und körperlich ungebrochen, ſeinen 100.
Geburtstag gefeiert. Im November hatte er, zwiſchen dem
Her=
zog von Connaught und dem Prinzen von Wales ſtehend, den
für ihn bereitgeſtellten Stuhl entſchieden ablehnend, dem
Vorbei=
marſch der Garderegimenter anläßlich der Enthüllung des
Garde=
denkmals in der Mall beigewohnt. Ein ſympathiſcher Soldat,
tapfer und beſcheiden, iſt mit dem Hundertjährigen
dahingegan=
gen. Das im Buckingham=Palaſt hängende berühmte Bild der
Lady Butler: „Der Appell nach der Schlacht”, zeigt General
Hig=
ginſon, wie er die Reſte der Garde nach der Schlacht von
Inkjer=
wan (Krimkrieg) muſtert.
Eine Soldatennatur war auch der vor einigen Tagen verſchiedene
ehemalige Chefredakteur des „Globe‟, Sir William Madge.
Er lag beſtändig im Kampf mit dem Geſchick, heute unterliegend,
morgen ſiegend. Madge begann ſeine Laufbahn in der Provinz,
als Lehrling und ſpäter Buchhalter bei einem
Zeitungsunter=
nehmen in Plymouth. Vor 60 Jahren kam er nach London und
erhielt hier eine Anſtellung in der Expedition des „Globe‟. Aber
der junge Bürobeamte entpuppte ſich bald als glänzender Stiliſt
und Polemiker. Er erhielt einen Redaktionspoſten und leitete
ſofort eine Kampagne gegen den Premierminiſter Disraeli ein.
Disraeli trat zurück und wurde 1874 erneut Premier. Im Jahre
1878 ſchloß er mit Rußland den Geheimvertrag ab, unter dem
die Inſel Cyprus an England fiel. Der volle Text dieſes
Ge=
heimvertrages ſtand im Mai 1878 im „Globe‟. Disraeli war
wütend und zitierte Madge vor die Schranke des Unterhauſes.
Madge verweigerte jede Auskunft über den Urſprung ſeiner
Information. Erſt ſpäter ſtellte das Außenminiſterium feſt, daß
ein Subalternbeamter, Charles Marvin, der eine Abſchrift des
Vertrages anzufertigen hatte, den Text auswendig gelernt und
an Madge weitergegeben hatte. Er hatte damit techniſch keine
unerlaubte Handlung begangen, denn nach den Beſtimmungen
war nur der Diebſtahl von Dokumenten ſtrafbar. Marvin ging
frei aus; der Vorfall gab aber Anlaß zur Einbringung des
Ge=
ſetzes über die Schweigepflicht der Beamten. Als Madge vom
„Globe” zurücktrat, war das Blatt ohne Halt. Es wechſelte
mehr=
mals die Farbe und ging 1923 ein.
2. Zwei Lebende.
Sir Thomas Lipton iſt von ſeinem Poſten als
Leiter der Firma Lipton Limited zurückgetreten. Er hat dieſes
Weltunternehmen, über dem, den Reklamen des Konzerns gemäß,
„die Sonne nicht untergeht”, aus beſcheidenſten Anfängen
empor=
geführt, bis es in den letzten Jahren mehr und mehr zurückging.
Es ſoll jetzt von Grund auf reorganiſiert werden, und dazu
be=
darf es einer jüngeren Kraft. Auch für Sir Thomas Lipton gilt
das Wort: De mortuis nil nisi bena Sein Begräbnis
voll=
zieht ſich unter äußerlichen Ehren. Er verzichtet auf künftige
aktive Betätigung, hat aber „zugeſagt” dem Unternehmen von
Fall zu Fall beratend zur Seite zu ſtehen.
Sir Thomas Lipton begann als Laufburſche in Glasgow,
wanderte nach Amerika aus, wurde dort Pferdebahnkutſcher und
kam nach einigen Jahren mit hundert Pfund nach Schottland
zurück. Er eröffnete eine kleine Spezereihandlung, die das
Fun=
danient des gewaltigen Unternehmens bildete, das ſich aus ihm
enrwickelte. Lipton verlegte ſich auf den Teehandel. Das
Ge=
ſchäft gedieh und wurde der größte Teekonzern der Welt, mit
Pflanzungen in Ceylon und Intereſſen in Amerika und England.
Lipton ſelbſt wurde mehrfacher Millionär, hat aber in den letzten
Jahren einen Teil ſeines Privatvermögens in die zur
Aktien=
geſellſchaft umgewandelte Firma hineingeſteckt, um ſie zu ſtützen.
Alfred Sutros kürzlich im Comedy=Theater
auf=
geführtes neues Schauſpiel „Die verzweifelten Verliebten” war
ein Fiasko. Es wurde, eine große Seltenheit in London,
aus=
gepfiffen und dürfte in den nächſten Tagen zurückgezogen werden.
Das Stück ſcheint den Niedergang dieſes einſt gefeierten Autors
zu beſiegeln. Schon ſein vorletztes Drama „Die Wahl” hatte es
nur auf einen ſchwachen Achtungserfolg bringen können. Sutros
drei große Erfolge waren: „Die Mauern von Jericho” (1904),
eine glänzende Satire auf die moderne Geſellſchaft, „Die
Schranke” (1907) und „Der Brückenbauer” (1909). Die ſpäteren
Werke des Dichters bewegen ſich in ſteil abfallender Linie, und
„Die verzweifelten Verliebten” werden in Preſſe und Publikum
als ganz unmöglich abgelehnt. Sutro iſt 64 Jahre alt. Wird er
ſeine Auferſtehung feiern können, oder bedeutet ſein letztes
Schau=
ſpiel endgültig ſeinen Tod als Dramatiker?
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 10. Februar. 1.30: von Kaſſel: Kaſſeler
Haus=
kapelle. Lortzing: Feſtouverture. — Rubinſtein: Lichtertanz der
Bräute a. „Feramors” — Rubinſtein=Moſaik. — Leoncavallo:
Venez. Barcarole. O Puccini: Fant. „Madame Butterfly”. —
Strauß: Kaiſerwalzer. O 3.30: Stunde der Jugend. Fr. Voigt:
„Bachida, die Löwin”, ägypt. Tiergeſchichte (für Kinder vom 12.
Jahre ab) O 4.30: Ambroiſe Thomas. Luſtſpiel=Ouvertüre. —
Fant. „Le Caid”. — Ouv. „Raymond”. — Aus „Hamlet”
Aus „Mignon”, Mitw.: Maximilian Troitzſch (Bariton). O. 5.45:
Leſeſtunde. Aus „Die Kultur der Renaiſſance in Italien” von
Jacob Burckhardt. O 6.15: Kaſſel: Dr. Ernſt Dippel: „Ein
Blick zu der goldenen Sterne Chor” O 6.45: „Der Reichskurs für
wirtſchaftliche Verwaltung”. O 7.30: Staatstheater Kaſſel: „Der
ſchwarze Domino” Komiſche Oper von Auber. — Anſchl.: bis
12.30: aus Kaffee Sacher: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Eine 13 iährige Bildhauerin
Donnerstag, 10. Febr. 3.50: Hilde Zimmermam: Warenkunde,
O 4.15: Konzert. O 6.15: Univ.=Prof. Verweyen: Redlichkeit,
O 6.45: Aerztevortrag: Ueber Reizkörper=Therapie. O 7.15: Einf.
Vortrag von Prof. Nagel zu: O 8: Uebertr. aus München: „Laurins
Roſengarten” romantiſche Oper von Wilh. Mauke. Haupt=Perſ.:
Emerich, Burgvogt auf Salvan: H. Th. Ducrue: Eva, ſeine Tochter:
Maria Kiefl: Offiziere der Beſatzung des Kaſtells Salvan; die
Köni=
gin der Berge: Hermine Schnaudt; ein alter Zwerg: Fr. Pflüger;
zwei Mädchen: Eliſabeth Hallſtein und Inge Tauſer. — Anſchl.:
„Die Frage an das Schickſal” ein Akt von Artur Schnitzler. Perſ.;
Anatol: M. Hene: Max: C. Struve; Cora: Erna Faßbinder. —
Epiſode‟. Von A. Schnitzler. Perſ.: Anatol: M. Heye; Max: C.
Struve; Bianca: Erna Faßbinder.
Berlin.
Donnerstag. 10. Febr. 12.30: Viertelſtunde für den Landwirt.
O 4: Hartenau=Thiel: Si=Ben Yogiromo, der Zauberer. O 4.30:
Kapelle Gebr. Steiner. Ganne: Lothringer Marſch. — Gomes: Ouv.
Salvator Roſa. — Moſzkowsky: Konzert=Walzer E=dur. — Fetras:)
Nachruf an Mendelsſohn Fant. — Rachmaninow: Prelude.
Gounod: Serenade. — Liſzt: Rhapſodie Nr. 14. — Schmalſtich:
Reigen aus Peterchens Mondfahrt. — Ganne: Gavotte tendre. —
Strauß: Potp. Fledermaus. O 6.15: Dipl=Ing. Höniſch: Moderne
Schweißtechnik. O 6.40: Otto Zarek: Die Hauptſtrömungen im
jüngſten Drama. O 7.05: Spaniſch. O 7.30: Miniſter Hirtſiefer:
Die Lockerung der Wohnungszwangswirtſchaft in Preußen. O 7.55:
Prof. Dr. Marcuſe: Weſen und Bedeutung der Freimaurerei,
O 8.15: Dr. Schmidt ſpricht über Beethoven. O 8.30: 250 Jahre
Orcheſtermuſik. Dem Gedenken Beethovens. Ouv. Die Rumen von
Athen. Klavierkonzert Nr. 2. B=dur, op. 19. Sinfonie Nr. 6,
F=dur. O 10.30: Tanzmuſik (Kapelle Kermbach).
Königswuſterhauſen. Donnerstag, 10. Februar. 2.30: „Die
Axt im Haus”. O 3.30: Lehrer H. Bogen: Vom Weg d.
Jugend=
lichen z. Beruf. O 4: Prof. Dr. Gins: Förderungen d. öffentlichen
Geſundheitspflege u. d. Schule. O 4.30: Dr. Delefat: Peſtalozzi
Claudie Korthals,
die 13jährige Tochter eines in Paris lebenden holländiſchen
Kari=
katuriſten, deren außergewöhnliche bildhaueriſche Begabung in
Pariſer Künſtlerkreiſen Aufſehen erregt. Sie ſtellte auf der ſoeben
eröffneten Ausſtellung der Pariſer Juryfreien zwei
bemerkens=
werte Tierplaſtiken aus, die von großem Verſtändnis für die
Seele des Tieres zeugen.
mann: Brotverſorgung des deutſchen Volkes. O 6.30: G. v. Enſeren,
C. M. Alfieri: Spaniſch für Fortgeſchrittene. O 6.55: Dichterſtunde:
Rainer Maria Rilke. Gedächtnisfeier. Einf.: Fr. von Noſtitz.
Vorl.: Maria von Faber du Faur.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Freitag, den 11. Februar 1927.
(Nach der Wetterlage vom 9. Februar 1927.)
Wolkig, in den Temperaturen noch keine weſentliche Aenderung,
vor=
wiegend trocken.
Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
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Verantwortſich für Politt und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuillevon, Reick mst
Ausland und Heſſiſche Nachrichten Mar Streeſe; für Sport: Dr. Eugen
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für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienft. Andreas Bauer. für derr
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Donnerstag, den 10. Februar 1927
Reich und Ausland. Erweiterungsbauten der
Das Vermögen der Stadtbevölkerung
Wiesbadens.
Wiesbaden. Die von der Handelskammer
rAich aufgeworfene Frage, ob die Sonderlage
Wies=
drns als Kur= und Fremdenſtadt auf der einen und
Stadt der Rentner und Pneſionäre auf der andern
üne auch ſeitens des Staates eine ſteuerliche Sonder=
„Tung rechtfertige, beſchäftigt heute alle Kreiſe und
ande der Stadt. Das Vorkriegsvermögen der
Be=
üerung wird ſtatiſtiſch mit 1,7 Milliarden
ange=
gra; heute iſt es auf etwa 386 Millionen
zurück=
urigen, alſo auf 22 Prozent des Vorkriegswertes
unken. Das Vermögen der Einwohner der jetzt
usmeindeten Vororte Biebrich, Schierſtein und
urrienberg iſt darin nicht enthalten. Die Grundſtücke
o kataſtrophal entwertet. Bei Verkäufen werden
ue mäßig nur 25 bis 30 Prozent des Friedenswertes
1Füückt. Nicht weniger als 117 Hausbeſitzer ſind im
hxe 1924 vom Städtiſchen Wohlfahrtsamt
unter=
s worden. Etwa 50 Prozent der geſamten
Haus=
siteuerbeträge müſſen in Wiesbaden geſtundet, bzw.
dergeſchlagen werden! Dem Preußiſchen
Mini=
einm des Innern wird demnächſt (oder dies iſt be=
=4 inzwiſchen ſchon geſchehen) von der Induſtrie=
Handelskammer Material zugehen, um eine
Son=
ſrngelung für Wiesbaden herbeizuführen, da man
/e ne Beſſerung der Lage in abſehbarer Zeit nicht
wt.
Lebensmüde.
Mannheim. In der Nacht zum Dienstag hat
mi der Neckarſtadt ein 24 Jahre alter lediger
erFtſetzer in der elterlichen Wohnung einen Schuß
idr rechte Schläfe beigebracht. Auf dem
Trans=
n sum Städtiſchen Krankenhaus iſt er geſtorben.
Tat iſt vermutlich auf einen krankhaften Zuſtand
Fzuführen.
Zuſammenſtoß.
Kannheim. Am 7. Februar, um 10 Uhr
mutags, ſtieß auf der Kunſtſtraße, an der Ecke
and 07, ei Motorradfahrer gegen das linke
drrrad eines Perſonenkraftwagens und ſtürzte zu
den . Er wurde zunächſt zu einem in der Nähe
uuden Arzt, der ihm einen Notverband anlegte,
ſann mit dem Sanitätsauto in das allgemeine
cilenhaus verbracht. Dort ſtellte man eine
Ge=
beiſſchütterung und leichte Verletzung der Schädel=
W eſt.
ſandwirtſchaftliche Woche in Frankenthal.
Frankenthal. Die vom Landwirtſchaftlichen
drisverein Frankenthal—Grümſtadt veranſtaltete
komirtſchaftliche Woche hat am Montag bei gutem
Hic ihren Anfang genommen. Nach den
Be=
grun gsanſprachen von Oberregierungsrat Schöpper
mAndesökonomierat Frentzel, ſprachen Profeſſor
19 von der Landwirtſchaftlichen
Kreisverſuchs=
en B
Bauer
ich v dnd
un Speher über Bodenuterſuchung und
Dün=
nslragen und Landwirtſchaftsrat Schmitt von der
ky rtſchaftsſtelle Frankenthal über Geflügelhal=
Eie rege Ausſprache ſchloß ſich an beide Vor=
. Die Veranſtaltung fand am Mittwoch ihr
R
Eine Hundertjährige geſtorben.
NEN. Speyer. Die älteſte Einwohnerin von
Spi, die Witwe Eliſabeth Krieg, geb Berthold,
ſei infolge Altersſchwäche geſtorben. Sie war
Beu am 11. Februar 1828, wäre alſo am 11. Febr.
Ar 100. Lebensjahr getreten. Sie war bis an
Lebensabend noch verhältnismäßig rüſtig und
I
Einz berühmter Glockengießier geſtorben.
in Villingen iſt der Inhaber der Glockengießerei
9bnin Grüninger im Alter von 54 Jahren
d Aie: Schlaganfall geſtorben. Die Glockengießerei
0 uner befindet ſich bereits ſeit 1625 im Beſitz der
7 ſalle. Im ganzen hat die Firma weit über 5000
en für das In= und Ausland geſchaffen. Aus
ſa d des letzten Inhabers, der auch Vorſitzender
9Wabandes deutſcher Glockengießereien war, ſind
N20 Glocken hervorgegangen.
Rückkehr der Faßroller.
ſomberg (Niederrhein). Vor zwei Jahren
wc die beiden Gebrüder Feldgen von hier auf
GHfäner Wette mit einem 13 Zentner ſchweren
F9 Buch die verſchiedenſten Gegenden Deutſchlands
geI %n. Am letzten Sonntag nun erfolgte die
glück=
lich Pinnunft der ſonderbaren Geſellen wiederum in
GyMö-imatorte. Die geſamte zurückgelegte Strecke
bevM tund 7600 Kilometer. Der Empfang geſtaltete
ſch enem wahren Triumphzuge in Anweſenheit
EiwRiniberſehbaren Menſchenmenge. Sogar eine
EAwfirte hatten die Freunde der beiden Faßroller
erpit.
(n 120facher Lebensreiter.
Claus Hinrich Ringhoff,
der MIaſare lang Vormann auf dem Rettungsboot
des ſerſchiffs „Elbe II” und langjähriger
Leucht=
turmWta: war, wurde dieſer Tage in Cuxhaven
80 XMat. Ringhoff hat während ſeiner Dienſtzeit
120 hſaven das Leben gerettet und iſt Inhaber
M Folſgenen und ſilbernen Rettungsmedaille.
Entwurf zu den Neu= und Erweiterungsbauten.
Die Techniſche Hochſchule in Braunſchweig ſoll großzügige Erweiterungsbauten erhalten, die nach
den Entwürfen von Architekt Profeſſor K. Mühlenpfordt, dem derzeitigen Rektor der Hochſchule,
ausgeführt werden. Das von uns im Entwurf gezeigte Gebäude wird u. a. das Hochſpannungs=
Inſtitut, das Technologiſche Inſtitut und das Inſtitut für Schweißtechnik enthalten.
Zum 90. Todestag
Börnes.
Ludwig Börne,
der bekannte Schriftſteller des jungen Deutſchland
ſtarb vor 90 Jahren, am 12. Februar 1837 in Paris.
Menſchenfreundliche Tat.
WSN. Pfaffendorf b. Koblenz. Vor einigen
Tagen ging hier ein alleinſtehendes Mädchen, das
keine Arbeit finden konnte und vollſtändig mittellos
war, in den Rhein. Ein Spaziergänger errettete es
vom Tode des Ertrinkens und ſorgte für ſeine
Auf=
nahme im Krankenhaus. Dieſe Meldung las ein
älteres kinderloſes Ehepaar aus Andernach und machte
ſich auf, um das Mädchen im Krankenhaus
aufzu=
ſuchen. Das Mädchen wurde an Kindesſtaat von den
beiden angenommen und erfreut ſich nunmehr einer
Heimat. So wurde im vollen Sinne das Wort
wahr: „Wo die Not am größten, hilft Gott am
nächſten.”
Raubüberfall in einem Kino.
Aachen. Ein ſchwerer Raubüberfall ereignete
ſich in einem Aachener Kino. Zwei maskierte Räuber
drangen mit vorgehaltenem Revolber in das Büro
des Theaters und verlangten die Herausgabe des
Geldes. Der allein im Büro anweſende Sohn des
Direktors rief um Hilfe, worauf die Räuber die
Flucht ergriffen. Ein ſich den Verbrechern
entgegen=
ſtellender Ingenieur erhielt einen Bauchſchuß und
mußte in ſchwerverletztem Zuſtand ins Krankenhaus
gebracht werden. Trotz weiterer Verfolgung der
Ban=
diten durch das Perſonal des Theaters, gelang es
den Räubern zu entkommen.
Die Büſte eines deutſchen Lebensretters
im Weißen Haus.
Berlin. Im Weißen Haus in Waſhington
wurde eine Büſte des Deutſchen Fritz Steger,
des Sohnes eines Taglöhners in Sonnenberg bei
Wiesbaden, aufgeſtellt. Steger hatte von dem in
See=
not geratenen britiſchen Dampfer „Antinoe” im
Januar vorigen Jahres allein ſiebzehn
Per=
ſonen gerettet, hatte aber dabei ſelbſt den
Tod in den Wellen gefunden. Das
amerika=
niſche Konſulat in Frankfurt a. M. hat jetzt den
Eltern die Gedenkmünze der Mannſchaft des „
Prä=
ſidenten Rooſevelt” überreicht, auf dem Steger
da=
mals Matroſe war und der damals zur Rettung
herbeigeeilt war.
Liebestragödie in einem Hotel.
Berlin. In einem Hotel in der
Kurfürſten=
ſtraße ſchoß ein 25jähriger Kaufmann aus Meißen
einem 20jährigen Mädchen, ebenfalls aus Meißen,
eine Kugel in die linke Schläfe. Er ſtellte ſich ſelbſt
der Polizei und gab an, die Tat im Einvernehmen
mit dem Mädchen begangen zu haben, da eine
ehe=
liche Verbindung unmöglich war. Als er ſich ſelbſt
erſchießen wollte, habe die Piſtole verſagt. Das
junge Mädchen wurde lebensgefährlich verletzt ins
Krankenhaus eingeliefert.
Tödlicher Unfall eines Berufs=Eisläufers.
Einen plötzlichen Tod fand der bekannte Berufs=
Eisläufer L. Larſen. Er wirkte in Pontreſina bei
Vorführungen auf dem Eiſe als Darſteller eines
Anfängers im Eislaufen mit, wobei er mehrmals
hinzufallen hatte. Dabei hat ſich Larſen ſcheinbar
innere Verletzungen zugezogen, demn er blieb nach
einem Sturz liegen und der herbeigerufene Arzt
konnte nur noch den Tod feſtſtellen.
Lenins Manuſkripte.
EP. Nach einer Nachricht aus Moskau werden
die Manuſkripte Lenins in einer großen, beſonders
dazu eingerichteten Stahlkammer aufbewahrt. Die
Stahlwände ſind ein Meter dick. In dem Raum
be=
finden ſich dreißig feuerſichere Geldſchränke, in denen
die koſtbaren Manuſkripte verwahrt werden. Die
Temperatur wird immer auf der gleichen, und zwar
ziemlich erheblichen Höhe gehalten, um einer evtl.
Beſchädigung der Papiere durch Feuchtigkeit
vorzu=
beugen.
Rauſchgiftſchmuggel in Genua.
Rom. In Genua wurden nach einer Meldung
der „Tribuna” ſechs ſchwere Kiſten beſchlagnahmt, die
von einer Schweizer Firma ſtammten und dort
lagerten, um nach New York verladen zu werden.
Da auf den Frachtdokumenten der Inhalt der Kiſten
einerſeits als elektrotechniſches Material und
anderer=
ſeits als Aluminium bezeichnet war, wurden die
Zollbehörden ſtutzig, öffneten die Kiſten und ſtellten
feſt, daß dieſelben Kokain und Morphium im Werte
von zwei Millionen Lire enthielten. Die
ſchweize=
riſche Urſprungsfirma, ein Mailänder Spediteur,
ſowie der Genueſer Spediteur wurden zu insgeſamt
1 600 000 Lire Geldſtrafe verurteilt.
Polartaufe.
In Anlehnung an die bekannte Aequatortaufe
ſchuf man ſeinerzeit vor dem Kriege, als die Hapag
die Touriſtenfahrten zum erſten Male ausführte, die
ſogenannte Polartaufe. Nach altem Seemannslatein
gewährt Triton, der „Beherrſcher der Fluten” der
Polarregion, keinem Menſchen Eintritt in ſein
Hoheitsgebiet, wenn dieſer nicht zuvor freiwillig alle
Bedingungen zur Erlangung des Bürgerrechts dieſes
„eiſigen Staatsweſens” erfüllt hat. Auch auf den
bei=
den Luxusſchiffen „Reſolute” und „Reliance”, welche
die Hapag im Juli /Auguſt zu je einer Fjord= und
Polarfahrt verwendet, wird bei Erreichung des
nörd=
lichen Eismeeres eine feierliche Polartaufe zur
allge=
meinen Beluſtigung der Paſſagiere veranſtaltet. Ein
Böllerſchuß kündet den Eintritt in die Pokarregion
an Triton mit langem Flachsbart und
dreizackbe=
wehrter Rechten, im Kreiſe ſeiner Untertanen, heißt
alle Neulinge willkommen. Unter Muſik und reichlich
melodiöſen Geſängen durchſchreitet die koſtümierte
Mannſchaft in langer Polonaiſe alle Räume des
Schiffes. Es folgt eine luſtige Predigt und ſchließlich
der eigentliche Taufakt. Der Arzt gibt ſeinen
Ge=
ſundheitsbefund ab, Barbiere „ſalben” den Täufling
und arbeiten mit rieſigen Holzkämmen und =meſſern.
Urplötzlich wird er in ein mit Waſſer gefülltes Becken
geſtürzt, wo maskierte Matroſen auf ihn warten,
ihn wieder gründlich zu reinigen. Wieder
herausge=
hoben, erhält er zur Auffriſchung noch einen kalten
Waſſerſtrahl und entſchwindet dann eilig durch den
Windſack. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß an den
Tou=
riſten nur auf eigenes Verlangen dieſer Taufakt
voll=
zogen wird. So ſeltſam es auch erſcheinen mag,
im=
mer wieder finden ſich zahlreiche Nordlandfahrer zu
der erheiternden Zeremonie bereit. Man ſieht, der
Durſt nach Wiſſen und Erfahrung kennt zuweilen
wirklich keine Grenzen.
Eine Neger=Rache.
inf. In Cape Coaſt Caſtle, an der Weſtküſte
Afrikas, ereignete ſich vor einiger Zeit eine
Neger=
tragödie, die weit über die Grenzen des Landes
Auf=
ſehen erregte. Dort lebte eine junge Negerin mit
Namen Adſchuah Amiſſah, die von außergewöhnlicher
Schönheit geweſen ſein ſoll. Europäer, die ſie geſehen
haben, erklärten, daß man bei ihrem Anblick ihre
dunkle Hautfarbe ganz vergeſſe, ſo wenig erinnere
ſie an einen Negertyp. Ihre Figur ſoll über jeden
Tadel erhaben geweſen ſein, ihre Augen waren klug
und innig, ihre Naſe fein und adlerhaft. Sie wurde
naturgemäß ſehr viel umſchwärmt. Beſonders aber
wurde ſie der Gegenſtand, derzehrender Leidenſchaft
eines fungen Mannes aus Cape Coaſt Caſtle, der ſich
um ihre Gegenliebe bewarb und die Einwilligung der
Angehörigen zur ehelichen Verbindung nachſuchte.
Allein die geizigen Eltern waren der Meinung, daß
die merkwürdige Schönheit ihrer Tochter ſie berechtige,
eine für ſie einträgliche Verbindung zu erwarten, und
ſie weigerten, ſich deshalb, ſeinen Bewerbungen
Ge=
hör zu ſchenken. Dieſe Abweiſung verletzte den in
ſeinen ſüßen Hoffnungen ſo bitter getäuſchten
Lieben=
den auf tiefſte. An Stelle der verſchmähten Liebe
ent=
wickelte ſich der unverſöhnliche Groll in ſeinem
Her=
zen, und das Leben wurde ihm zu einer ſo
unerträg=
lichen Laſt, daß er den Entſchluß faßte, ſich ſelbſt
ſeiner Leidenſchaft zum Opfer zu bringen. Zugleich
aber wollte er die Familie der Adſchuah Amiſſah ſeine
Zurückweiſung bitter bereuen laſſen und, erfüllt von
dieſen Rachegedanken, ergriff er die Muskete und
erſchoß ſich, nachdem er zuvor ſeinen Tod ſeiner
un=
erwiderten Liebe zugeſchrieben und die Seinigen
auf=
gefordert hatte, an ſeiner Mörderin dafür
Vergel=
tung zu üben. Es iſt nämlich ein Grundgeſetz der
Fanti=Neger, dem Urheber eines Unglücks mit
dem=
ſelben Unglück zu vergelten, und wenn ſich jemand
tötet „beim Haupte eines andern”, ſo wird es
not=
wendig, daß dieſer andere das nämliche Schickſal
er=
leide. Das Anerbieten einer großen Geldſumme von
der Familie des jungen Mädchens vermochte nicht,
die Rache abzuwenden. Die einzige Gnade, die der
Unglücklichen gewährt wurde, war, daß man ihr einige
Tage vergönnte, um mit ihren Freundinnen ihr
früh=
zeitiges Ende zu beklagen. Sie verwendete auch die
ihr gegebene Friſt dazu, mit ihren liebſten
Freun=
dinnen ihr Abſchieds= und Sterbelied zu ſingen und
erfüllte dann das grauſame Opfer, indem ſie ſich
erſchoß.
Seite 9
Die Präſidentin
Oeutſcher Hausfrauenvereine.
Frau Maria Jaecker,
die bekannte Aachener Frauenführerin, iſt zur Präſb
dentin des Reichsverbands deutſcher Hausfrauenvereine
gewählt worden.
Ankunft des Schulſchiffes „Hamburg”
im Piräug.
Athen. Das deutſche Schulſchiff „
Ham=
burg” iſt, nachdem es einen ſchweren Sturm m
beſtehen hatte, von Argoſtolien kommend, Dienstag
vor=
mittag im Piräus eingetroffen. Der griechiſche
Kapi=
tän Pezopulos ging an Bord, um die „Hamburg”
im Namen des Präſidenten der Republik zu begrüßen.
Der Kommandant der „Hamburg‟, Groos, begab ſich
nach Athen und ſtattete dem deutſchen Geſandten
einen Beſuch ab. Mittags wurde er vom
Präfi=
denten der Republik empfangen. Im Anſchluß daran
ſuchte er den Marineminiſter und andere Behörden
auf. Der deutſche Gefandte und die griechiſchen
Be=
hörden erwiderten am Nachmittag die Beſuche an
Bord der „Hamburg”. Am Abend gab der deutſche
Geſandte in den Räumen der Geſandtſchaft em Eſſen,
an dem der Miniſter des Aeußern, der Marinechef,
Admiral Tabes, Komandant Groos und vier weitero
Offiziere der „Hamburg” ſowie eine Neihe
ange=
ſehener politiſcher Perſönlichkeiten teilnahmen. Zu
dem ſich anſchließenden großen Empfang waren die
Spitzen der Athener Geſellſchaft und die deutſche
Kolonie eingeladen.
Die Macht der Einbildungskraft.
EP. Ein Profeſſor an dem New Yorker Kolleg
für Homöopathie fragte vor kurzem im Kolleg, ob
einige unter ſeinen Hörern es unternehmen wollten,
die Wirkungen eines neuen Giftes, das er, in
geringen Mengen in Kapſeln verteilt, mitgebracht
hatte, an ſich zu probieren. Es fanden ſich zehn
Tapfere, die im Dienſte der Wiſſenſchaft bereit waren
und wie ein Mann die harmlos ausſchauenden, mit
einer trüben, blau=weißen Flüſſigkeit gefüllten
Gela=
tinekapſeln ſchluckten. Ihr Lehrer beurlaubte ſie für
zwei Tage vom Kolleg mit der Verpflichtung, dieſe
Zeit zu Hauſe zuzubringen und ſo genau, als es ihr
Zuſtand zulaſſen würde, darüber Buch zu führen. Am
dritten Morgen erſchienen ſie pünktlich und
über=
reichten dem Profeſſor ihre Protokolle, die zum Teil
in einer höchſt zittrigen Handſchrift geſchrieben waren,
und worin ſie ohne Ausnahme Symptome beſchrieben,
die eine Diagnoſe für beinahe alle Krankheiten, von
den Pocken bis zum Rheumatismus, zuließen. Der
Profeſſor ſchüttelte ihnen die Hand und dankte ihnen
für ihre ernſten Bemühungen im Dienſte der
Wiſ=
ſenſchaft. Wie groß war aber ihr Erſtaunen, als er
ihnen lächelnd mitteilte, daß in den Kapſeln ſich nichts
weiter als etwas ſteriliſierte Milch befunden habe, die
er ſelber zu einem Experiment präpariert hatte. „Ich
hoffe”, ſo ſchloß der bemerkenswerte Pſychologe, „daß
Sie ſich alle an dieſe kleine Lektion über die Macht der
Einbildungskraft auf den menſchlichen Körper
er=
innern werden, wenn Sie Ihre Examina beſtanden
und i die Praxis eingetreten ſein werden.”
Von der Mönchsrepublik auf dem Berge Athos.
EP. Angeſichts der bevorſtehenden geſetzlichen
Neuregelung der Verfaſſung der Mönchsrepublik auf
dem Berge Athos dürften folgende Einzelheiten von
allgemeinem Intereſſe ſein: Die Halbinſel Athos,
unter der das Gebiet des Megali Vigla zu verſtehen iſt,
umfaßt das Gebiet des „Heiligen Berges” Athos und
bildet ein ſelbſtändiges Verwaltungszentrum des
griechiſchen Staates, deſſen Souveränität ſich
unter=
ſchiedslos auf die ganze Halbinſel erſtreckt. Nur der
„Heilige Berg” iſt der ideellen Oberhoheit des
Decu=
meniſchen Patriarchates unterſtellt. Alle diejenigen
Perſonen, die ſich auf den Athos zurückziehen, um
ihr Gelübde zu erfüllen, erwerben ohne jede weitere
Formalität die griechiſche Staatsbürgerſchaft,
gleich=
gültig, ob ſie als Mönche oder als Novizen dienen.
Die Selbſtverwaltung des Heiligen Verges wird
ge=
mäß ſeines Statutes von den zwanzig Klöſtern
aus=
geübt, die in ihrer Gebietsfläche den „Heiligen Berg”
darſtellen und deren Boden unveräußerlich iſt. Die
adminiſtrative Geſchäftsführung wird von den auf
fünf Jahre gewählten Vertretern dieſer Klöſter
ge=
mäß den Vorſchriften der Heiligen Kommune
durch=
geführt. Die direkte Aufſicht über die gewiſſenhafte
Erfüllung der Vorſchriften liegt in der Hand des
Oekumeniſchen Patriarchats, jedoch ausſchließlich in
ideeller Hinſicht; in adminiſtrativer Hinſicht übt
aus=
nahmslos der griechiſche Staat die Oberaufſicht aus,
der auch gleichzeitig die öffentliche Ordnung und die
Sicherheit garantiert und dafür Vorſorge trifft. Die
Staatsgewalt wird durch die Perſon eines
Gouver=
neurs ausgeübt, deſſen Rechte und Pflichten durch ein
beſonderes Geſetz feſtgelegt werden, ebenſo die
Aus=
führung des Rechts und der Finanzgebahrung. Alle
Einkünfte des „Heiligen Berges” und jede
Ueber=
tragung von Vermögensteilen der Kloſterinſaſſen ſinb
von ſtaatlichen Abgaben befreit. Dieſe Befreiung
be=
zieht ſich auch auf die Handwerker, die für den „
Hei=
ligen Berg” arbeiten, nicht jedoch für ſolche, die auf
dem Territorium der Mönchsrepublik Handel treiben,
auch wenn ſie dort ihren ſtändigen Wohnſitz haben.
Es iſt verboten, durch neuerliche Geſetze die
Ver=
fügungen des gegenwärtigen Dekrets abzuändern,
wenn dadurch gegen die internationalen
Gepflogen=
heiten ein Verſtoß zu erblicken iſt.
Seite 10
Donnerstag, den 10. Februar 1927
Rummer 41
Sport, Spiel und Turnen.
Handball.
Süddeutſchland — Brandenburg.
Zur Illuſtrierung der Tatſache, daß der Verband Brandenburgiſcher
Athletikvereine ſowohl nach ſeinem Spielbetriebe, als auch nach der
Spielſtärke, als der erfolgreichſte Landesverband bezeichnet werden muß,
bedarf noch der Umſtand Erwähnung, daß dieſer Verband im
ver=
floſſenen Jahre ein Meldeergebnis von 204 Mannſchaften zu ſeinen
Ver=
bandsſpielen aufzuweiſen hatte, eine Zahl, die angeſichts der
verhältnis=
mäßig jungen Entwicklung des Handballſportes, als außerordentlich
günſtig gewertet und als Maßſtab dafür angeſehen werden kann, wie
beliebt dieſe Sportart heute ſchon in Berlin iſt. Daß es bei einem
ſolchen Intereſſe auch nicht an äußeren Erfolgen fehlen kann, iſt
ſelbſt=
verſtändlich: die fünfmalige Erringung der Würde eines deutſchen
Mei=
ſters durch den Polizeiſportverein Berlin und die dauernden überlegenen
Siege in den Repräſentativkämpfen der Hauptſtadt ſprechen für ſich
ſelbſt. Wenn hier die Ergebniſſe der letzten Städtekämpfe von Berlin
wiedergegeben werden und dabei beachtet wird, daß dieſe Berliner Siege
gerade gegen mitteldeutſche Mannſchaften errungen wurden, die als
äußerſt ſpieltüchtig bekannt ſind, ſo ergibt ſich hieraus ohne weiteres die
überlegene Spielſtarke. So ſchlug Berlin die Städtemannſchaft von
Dresden mit 9:5. Halle mit 6:3, während Magdeburg ſogar mit 11:1 das
Nachſehen hatte.
Es ſpricht für den feſten Willen des Süddeutſchen Verbandes, mit
der Vorherrſchaft von Berlin — im Handballſport — ein Ende zu
machen, daß die ſüddeutſche Mannſchaft am Samstag nachmittag
um 4 Uhr noch ein Probeſpiel abſolvieren muß, damit denjenigen
Spielern, die als fremde Elemente in der Mannſchaft bezeichnet werden
können, Gelegenheit gegeben wird, ſich mit ihren Mitſpielern
einzu=
ſpielen und deren Shſtem kennen zu lernen. Gegner in dieſem
Probe=
ſpiel wird eine Darmſtädter Städtemannſchaft ſein, die ſich, da die
mei=
ſten Ligaſpieler des Sporwereins ja in der ſüddeutſchen Mannſchaft
mitwirken, zum größten Teil aus Spielern des ASC., des FC. Union
und des Polizeiſportvereins zuſammenſetzt. Es iſt möglich, daß die
Erfahrungen dieſes Probeſpieles Veranlaſſung dazu geben werden, eine
geringe Umänderung in der Mannſchaftsaufſtellung vorzunehmen.
Da die Berliner Mannſchaft erſt am Samstag in ſpäter
Abend=
ſtunde in Darmſtadt eintreffen wird, kann das Vorhaben des
Sportver=
eins 98, ſeine Gäſte am Samstag abend durch eine Veranſtaltung im
engeren Kreiſe zu begrüßen, nicht verwirklicht werden. Es iſt aber zu
erhoffen, daß das Publikum am nächſten Sonntag nachmittag den Gäſten
einen ſolch freudigen Empfang bereiten wird, der ſie für eine offizielle
Begrüßung entſchädigt. Wir machen noch darauf aufmerkſam, daß des
zu erwartenden großen Beſuches wegen Vorverkaufsſtellen im Pelzhaus
Schmidtmann, Ernſt=Ludwigſtraße bei Sporthaus Adelmann,
Rhein=
ſtraße, und in der Sportbuchhandlung Skurnik, Grafenſtraße,
eingerich=
tet worden ſind.
Univerſität Marburg — Techniſche Hochſchule Darmſtadt 7:9 (8:3).
Obige Mannſchaften trafen ſich am Mittwoch, den 9. Februar
nach=
mittags 2½ Uhr, auf dem Hochſchulſportplatz, zum fälligen
Meiſter=
ſchaftsſpiel. Marburg trat an in ſchwarzer Hoſe und weißem Trikot,
Darmſtadt grüne Hoſe, grüner Trikot. Die Hieſigen ſpielten in
folgen=
der Aufſtellung: Irion; Koch, Bußmann; Helff. Medieus, Schleef;
Fiedler, Leber Allwohn, Leonhard, Haußer. Die Aufſtellung der
Mar=
burger Mannſchaft iſt uns leider nicht bekannt. Um es von vorneherein
zu ſagen, die Hieſigen haben verdient gewonnen. Sie hatten die
zahl=
reicheren Topchancen, und nur ein Tor wurde auf Grund eines 16,50
Meterwurfes erzielt, während die Gäſte auf dieſe Weiſe fünfmal
er=
folgreich ſein konnten.
Zum Spielverlauf: Marburg hat Anwurf, doch wird der Ball
von der Läuferreihe des Gegners abgefangen, geht auf Rechtsaußen und
Fiedler verwandelt unhaltbar zum erſten Tor. Nach Anſtoß findet ſich
Marburg raſch zuſammen, und zieht in ſchöner Kombination vor das
Tor der Einheimiſchen, kann jedoch vorerſt nicht zu einem Erfolge
kom=
men. Ein 16,50 Meterwurf bringt den Ausgleich. Kurz darauf berührt
der eine Verteidiger den Ball, der in den Schußkreis fliegt. 16,50 Meter
für Marburg. Auch er wird wie der erſte ſicher und für Frion
unhalt=
bar verwandelt. 2:1 für Marburg. Nach verteiltem Feldſpiel, bei dem
die grünen Stürmer manche ſchöne Chance nicht ausnutzten, fiel dann
ein drittes Tor für die Gäſte, und zwar war es dieſesmal der Halbrechte,
der das Leder placiert ins Dreieck lenkte. Nun konnten die Gäſte vor=
läufig nicht zu weiteren Erfolgen kommen, da die Läuferreihe ihre
ſchönſten Abſichten zu Schanden machte. Langſam fangen die Hieſigen
an, zu drängen und erzielen bis Halbzeit noch zwei ſchöne Tore. Nach
Halbzeit hatten die Hieſigen gegen die Sonne zu ſpielen. Die
Mar=
burger gingen mit neuem Eifer an die Aufgabe, und es gelang ihnen,
bald wieder in Führung zu gehen. 4:3 für Marburg. Das Spiel wird
immer raſcher und ſchärfer. Die Weißen beſonders erlaubten ſich einige
Unſportlichkeiten, doch griff der Unparteiiſche ſofort energiſch ein und
wies den Miſſetäter vom Platz, dem zuerſt ein Darmſtädter und gegen
Schluß des Spieles noch ein Marburger Spieler folgte. Die Grünen
erzielen wieder den Ausgleich, doch bald macht ein verwandelter 16,50
Meter der Herrlichkeit ein Ende. Ein weiterer derartiger Wurf ſtellt
das Ergebnis auf 6:4 für Marburg. Die Hieſigen, die ſich des Ernſtes
der Lage ſehr wohl bewußt waren, nahmen nun alle Kraft zuſammen,
ſo daß ſie bei Schluß der regulären Spielzeit durch einen Strafwurf,
den der linke Verteidiger ſchoß, und durch einen weiteren placierten
Wurf den Ausgleich erzwungen hatten. Da das Spiel bis zur
Ent=
ſcheidung durchgeführt werden mußte, war eine Verlängerung von
zweimal 10 Minuten nötig. Faſt ſchien es nun, als ob die Darmſtädter
das Spiel doch noch verlieren ſollten, denn einer der verhängnisvollen
D. T.—16 50 Meter=Würfe ſtellte das Reſultat bei Seitenwechſel auf 7:6
für Marburg. Jetzt rafften ſich die Hieſigen zu einem tüchtigen
End=
ſpurt auf, der ſie zu einer erſtklaſſigen Kampfmannſchaft ſtempelt. In
kürzeſter Zeit ſtellten ſie das Reſultat mit Bombenwürfen auf 7:7, 8:7
und 9:7. Die Gäſte verſuchten nun mit Macht, den Ausgleich noch
herbei zu führen, doch der Schlußpfiff des Unparteiiſchen machte dem
nicht immer ſchönen, doch mit äußerſter Energie durchgeführten Kampf
ein Ende.
Die Tore für Darmſtadt fielen durch Fiedler (1), Leber (2), Allwohn
(2), Leonhard (2), Hauſſer (1), Bußmann (1). Im großen und ganzen
iſt zu ſagen, daß die Marburger das ſchönere Kombinationsſpiel zeigten.
Der Grund hierfür iſt wohl in ihrer gleichmäßig durchgebildeten
Srürmerreihe zu ſuchen, während bei den Darmſtädtern die einzelnen
Spieler zwar ſehr gut ſind, doch ſich nicht in genügendem Maße
ver=
ſtehen. Vor allem muß das zum Teil ſehr eigenſinnige Spiel einiger
Stürmer gerügt werden, durch das die Mannſchaft um einige ſichere
Erfolge kam. Das Spiel wurde durch den beſſeren Wurf und den
beſ=
ſeren Tormann entſchieden, denn ſchließlich iſt doch Kombination nur
Mittel zum Zweck. Der Schiedsrichter, der in der erſten Halbzeit
ener=
giſcher hätte eingreiſen müſſen, war ſehr unſicher und fiel durch manche
Fehlentſcheidungen unangenehm auf.
Alle weſtdeutſchen Handballmeiſter ermittelt.
In den am letzten Sonntag ausgetragenen Spielen wurden in
Weſt=
deutſchland die ſämtlichen Gruppen=Handballmeiſter ermittelt. Die am
Sonntag beginnenden Endkämpfe um die Verbandsmeiſterſchaft werden
alſo folgende Bezirksmeiſter beſtreiten: „Ruhrbezirk: Polizei=S.=V. 05
Hagen; „Berg=Märk. Bezirk: Polizei=S.=V. Remſcheid; „Rheinbezirk:
Polizei=S.=V. Köln; Niederrheinbezirk: Sp.=Vgg. Oberhauſen; Bezirk
HeſſenHannover: Kurheſſen/Polizei=S.=V. Kaſſel.
Segelflugſport.
Rhön=Segelflugwettbewerb 1927.
Der Rhön=Segelflugwettbewerb. der auch dieſes Jahr geſichert iſt,
findet in den Tagen vom 31. Juli bis 14. Auguſt ſtatt. Der
Veranſtal=
ter, die Rhön=Roſitten=Geſellſchaft, bringt dieſen Wettbewerb nach dem
im Herbſt vorigen Jahres wieder erfolgten Anſchluß an den
internatio=
nalen Verband auf internationaler Grudlage zur Durchführung. Das
Programm gliedert ſich in drei Teile, einen Schulungswettbewerb für
Gleitflieger, einen Uebungswettbewerb und einen Leiſtungswettbewerb
für Segelflieger. An Preiſen ſtchen insgeſamt 19 000 Mk. zur
Ver=
fügung. Die gemeldeten Flugzeuge müſſen vor ihrer Zulaſſung
Probe=
flüge erledigen, und zwar wird die Teilnahme am Schulungswettbewerb
einen Flug mit glatter Landung von mindeſtens 30 Sekunden Dauer,
vor Zulaſſug zum Uebungswettbewerb einen Flug von mindeſtens
60 Sekunden erforderlich machen. Für die Konkurrenz im
Leiſtungs=
wettbewerb ſelbſt, der die ſchwierigſte Konkurvenz darſtellt, wird zur
Er=
langung des Fernſegelflugpreiſes von 3000 Mk. ein Flug von mindeſtens
25 Kilometer Strecke, gemeſſen im Grundriß der Luftlinie zwiſchen
Ab=
flug= und Landeſtelle, gefordert. Inerhalb der Leiſtungswettbewerbe
ſtehen noch 3000 Mark für einen Flug von der Waſſerkuppe nach dem
Heidelſtein und zurüick, ſowie 4500 Mark an Sonderpreiſen zur Ver=
fügung.
Voxen.
Kampfabend des Sportvereins Darmſtabt 98 e. B.
Der Kampfabend des Sportvereins Darmſtadt 98 e. V. war i ienz
Hinſicht ein voller Erfolg. Der Saalbau war bis auf den letzten Ao
gefüllt und die erſchienenen Zuſchauer, etwa 800 Perſonen, dürften.
und ganz auf ihre Rechnung gekommen ſein. Die einzeluen Känp
ſtanden zum Teil auf ſportlich hoher Strfe, die Organiſation klappte zu
ſodaß das Programm voll und ganz den Erwartungen entſprach. Du
die Verpflichtung von Nöder und Bleul GBox= und Gymnaſtik=C.
Sparta Frankfurt) ſowie ZimmermannManteuffel und Stetter (Tuy
gemeinde 1878 Heidelberg) hatte der veranſtaltende Verein einen g:
Griff getan, kamen doch hierdurch zwei Kämpfe zum Austrag, wie ſie
Darmſtadt bis jetzt wohl kaum gezeigt wurden. Was die Spartallo
an Techmit und Ringerfahrung voraus hatten, glichen die Heidelbei
durch ihre Schlagkraft und ihr Kämpferherz voll und ganz aus. So Euu
Nöder oft ſeine liebe Not, ſich den äußerſt gefährlichen Hakenſerien en
Stetters zu erwehren. Das Siegesurteil für Nöder dürfte für din
ſehr ſchmeichelhaft ſein. Ein Unentſchieden widerſpiegelt den Kamzi
verlauf eher. Auch die anderen Kämpfe brachten guren Sport und z
ten vor allem, daß die Mannſchaft des Sportvereins ſeit ihrem leit
Start in Darmſtadt ſich doch weſentlich verbeſſert hat. Wenn auch
guter Kämpfer wie Heß an dieſem Abend nicht gewinnen konnte, ſo
dies weniger an der Ueberlegenheit des Heidelbergers, als der falſ
Taktik des Darmſtädters, der ſich den Kampfſtil des Gegners aufdräu
ließ und ſomit den Kürzeren zog. Weimer ſcheint ſich wieder gefund
zu haben und bot die von ihm gewohnte Leiſtung. Einen hauten Ka
hatte Hermani zu beſtehen, der alle Regiſter ſeines Könnens aufzih
mußte, um zu gewinnen. Kurtz mußte ſich leider geſchlagen bekern
infolge einer Beinverletzung konnte er nicht zur vollen Form auflauf
Ganßert ſchien befangen, ſonſt hätte er auf Grund ſeiner letzten Leity
gen weit überzeugender gewinnen müſſen. Der Shwergewichtskon
ging über die volle Rundenzahl, Wagener Sparta Frankfurt
Trumpfheller Sp.V. D. Letzterer war der Beſſere und gewann
Punkten. Es war ihm nicht vergönnt, ſeinen ſchweren Rechten klar
Hauſe zu bringen. Elwert zeigte in ſeinem erſten Kampf Veranlagu
muß aber trotzdem noch mancherlei hinzulernen. Einen techniſch e
Trainingskampf lieferten ſich ferner Hechler Sp.V. D. und Müller St
Frankfurt. H. berechtigt zu den beſten Hoffnungen. Nachfolgend
Ergebnis der einzelnen Kämpfe: Elwert Sp.V.D.-Krieger S=
Frankfurt unentſchieden. Ganßert Sp.V.D.—Bennecker Heres Fran/
Sieger Ganßert. Weimer Sp.V.D.—Laukhardt Heros Frankfurt S
Weimer. Kurtz Sp V. D.—Holzhauſen Heros Frankfurt Sieger Holsl
ſen. Hechler Sp.V.D—Müller Heros Frankfurt Trainingskaupf.
Wertung. Bleul Sparta Ffm.—Zimmermann T. G. Heidelberg St
Bleul. Hermani Sp.V.D.—Willand Sparta Frankfurt Sieger Herr=
Heß Sp.V.D.—Schwartz T.G. Heidelberg Sieger Schwartz. M
Sparta Ffm.—Stetter T.G. Heidelberg Sieger Nöder. TrumpfE
Sp. V. D.—Wagener Sparta Ffm. Sieger Trumpfheller.
Kegeln.
Darmſtädter Keglerverband.
Der Sportausſchuß hat als demnächſtige Veranſtaltung Kärp
um die Verbandsmeiſterſchaft ausgeſchrieben. Dieſich
ſetzen ſich aus Vor= und Rückkampf zuſammen. Jeder Klz)
teilnahmeberechtigt und hat eine Niege von ſieben Mann zu ſtellen.
Kegelzahl iſt für Vor= und Rückkampf auf je viermal 50 pro Ky
feſtgeſetzt. Sieger iſt derienige Klub, der mit ſeiner Mannſchaf
beiden Kämpfern die höchſte Holzzahl erreicht. Es werden voraust
lich die vier vorhandenen bundesvorſchriftsmäßigen Bahnen be
Den Kegelbrüdern bietet ſich hier die beſte Gelegenheit, die uu
Bahnen zu erproben. Als Meldetermin iſt der 20. Februar beſtü=
Meldungen ſind an Kegelbruder Reichert, Gutenbergſtraße 39, zu ri.
Die Veranſtaltungen des Verbandes auf geſelligem Gebiete ſirn
abgelaufenen Jahre etwas in den Hintergrund gedrängt worden.
der Erkenntnis, daß es notwendig iſt, durch Veranſtaltungen dieſen
die Mitglieder zuſammenzuführen und miteinander bekannt zu much
hat der Vorſtand dem Vergnügungsausſchuß die Veranſtaltung
Unterhaltungsabends übertragen. Als Tag hierfür iſt der 6. Märsf
geſetzt und als Lokal der Fürſtenſaal im Kaiſerſaal in Ausſichr
genommen. Recht rege iſt der Vergnügungsausſchuß bei der Arbeind
hat dafür Sorge getragen, daß Darbietungen im abwechſlungsr.
Folge den Beſuchern genußreiche Stunden bieten. Ein leiſtungsfän
Geſangverein hat ſeine Mitwirkung durch Vortragung geeigneter Eul
zugeſagt. Muſikaliſche und humoriſtiſche Darbietungen werden
Programm vervollſtändigen. Die Veranſtaltung findet bei freiem
tritt ſtatt und ſteht zu erwarten, daß der Beſuch ein guter wird.
Kegelbruder darf mit ſeinen Angehörigen fehlen.
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Die Dawesleiſiungen an Amerika.
Nach Mitteilung des Staatsdepartements iſt zwiſchen den
Vereinigten Staaten und Deutſchland ein Abkommen über die
Bezahlung des 2½ Prozent betragenden amerilaniſchen
Dawes=
anteiles in Dollarwährung getroffen worden. Danach werden
peutſche Firmen durch Vermittlung der Reichsbank allmonatlich
Sei der Federal R=ſervebank die bei ihnen für Lieferungen nach
elmerika einlaufenden Dollarbeträge hinterlegen, wogegen die
eutſche Regierung die betreffenden Beträge in Reichsmark
zu=
ückzahlt. Die den Vereinigten Staaten zugehenden
Daweszah=
ngen betragen für das am 31. Auguſt abgelaufene Jahr 5,8
uRillionen Dollar und für die ſpäteren Jahre ungefähr 10,7
Mil=
ſonen Dollar. Die Zahlungen für die erſten beiden Jahre bis
Huguſt 1926 ſind bereits geleiſtet. Die 13 Millionen Dollar
be=
ragenden deutſchen Zahlungen für die Beſatzungsarmeen
wer=
den von dem Abkommen nicht betroffen. Das neue Abkommen
ann alljährlich am 1. Juni auf den 1. September, früheſtens alſo
auf den 1. September 1927 gekündigt werden.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Spareinlagen des Deutſchen Reiches im Monat Dezember.
Tach den Angaben des Statiſtiſchen Reich,öaurtes haben die Spareinlagen
1—f den Sparkaſſen des Deutſchen Reiches im Monat Dezemher 1926 die
2reimilliarden Grenze nnnmehr überſhritten. Ende
Dezen=
far ſtelte ſich der Stareiulagenbeſtand auf 3 043 515 000 RM. (
Ein=
zrhlungen im Dezember: 392 379 000 RM., Auszahlungen: 259 117000
f 7-M.) gegen 2 957 259 000 RM. am End= des Vormonats und gegen
1639 138 000 RM. Eude Dezember 1925. Im Giro= Scheck= und Konto=
1 rrentverkehr wurden im Dezember 1926 2588 130 0,0 RM. Ein=
4 hlungen und 2 576 439 000 RM. Auszahlungen getättgt. Der Gut=
)-benbeſtand am Monatsende belief ſich auf 1119 130 000 RM. (im
d—rmonat: 1 1B3 002 060 RM.), der Sthuildenſtand auf 1 463 777 00) RM.
1 482 347 000 RM.).
Von der Deutſchen Rrichsbahu=Gefellſchaft. In der Woche vom
25 Januar bis 29. Januar 1927 (f chs Arbeitstage) ſind bei der
Deut=
ſsen Reichsbahngef=lſchaft (die Angaben in 1011 Stück) 793,4
Güter=
nagen geſt=llt worden gegen 667,0 in der entſprech=enden Woche des
Jrhres 1926 (ſcch.3 Arbritstage) und 790,3 in der Vorwoche des Jahr:s
ü27. Für den Arbeitstag im Durchſtnitt berechmet lauten die ent=
Eechendent Ziffern, auf 132,2, 111,2 bzu, 181,7.
Kommunale Laudesbank fü= Heſſen. In der Zuſammenfetzung des
Verſtandes der kommunalen Landesbauk für Heſſen tritt eine
Aende=
eirig ein „Der ſeit ettwa einem Jahr im Ruheſtand lebende
Bürger=
geiſter Daum, Darmſtadt, hat ſein Amt niedergelegt. An ſeine Stelle
1t Oherbürgermeiſter Dr. Gläfſing, Darmſtadt, dazu tritt ferner
Aärgermeiſter Angermeher, Bensheim.
Keramiſche Werke Offſiein und Worms A.=G. Worms. Wie wir
ſoſet gut unterrichteter Seite erfahren, iſt der Geſchäftsgang des
Unter=
zu einem Rekordjahr ſprechen zu können. Die in nächſter Zeit
ſtatt=
iSende Aufſichtsratsſitzung ſoll darüber Beſchluß zu faſſen haben, der
uisjährigen G.=V. die Ausſchuittuug einer Dididende von 8 Prozent
V. 5 Prozent) vorzufchlagen.
Frankfurter Frühjahremeſſe. Die vergangene Frankfurter
Herbſt=
ſe iſt bekanntlich die einzige aller deutſchen Meſſen geweſen, die ihren
Uisſtellerbeſtand gegen das Frühjahr des gleichen Jahres
aufrechterhal=
konnte. Trotzdem wir heute noch 6—7 Wochen von der
Frühjahrs=
ife entfernt ſind, läßt ſich ſchon heute mit Beſtimmtheit ſagen, daß die
e malige Meſſe in faſt allen Abteilungen mit einer ſtärkeren Beſchickung
ub rechnen können. Für die breite Maſſe wird angeſichts der immer
os brennenden Wohnungsfrage eine Sonderausſtellung unter dem
tumen „Die neue Wohnung und ihr Innenausbau”, von beſonderem
ſt ereſſe ſein. Sie foll zeigen, welche Fortſchritte in der hinter uns
eſenden Zeit in der Herſtellung billiger Wohnungen gemacht worden
und wie ſich die Beſtrebungen nach Vereinfachung und Verbeſſerung
Baukoſten und Baumethoden his heute ausgewirkt haben. Auf dem
u ſtellungsgelände werden Wohnhäuſer und Wohnräume entſtehen,
Senen vorzugsweiſe die Verwendung genormter Bauteile im
ein=
klnuten Zuſtand gezeigt werden. Daneben läuft noch eine Ausſtellung
Frankfurter Hausfrauenvereins „Rationelle Haushaltsführug”,
Zuſtrom ſtarker Menſchenmaſſen nach Frankfurt gerechnet werden
ur, die für die reinen Meſſeverauſtaltungen weniger in Frage kommen.
Metallgeſellſchaft, Frankfurt g. M. Dieſe Geſellſchaft erzielte aus
verfloſſenen G.ſchäftsjahr 5,81 Mill. RM. Rohertrag (5,30 i. V.),
W7H94 G0 RM. (i. Vorj. 163 000 RM.) Vorjahrsvortrag. Hiervon
er=
nterten Unkoſten und Steuern 3,6 Mill. (3,38 Mill.) RM., ſodaß gin
irgewinn von 2,4 Mill. (2,08 Mill.) RM. verbleibt, der zur
Aus=
üEung einer Dividende von 10 Prozent auf die Stammaktien (i. V.
Protz) und einer ſolchen von 5 Proz, auf die Vorzugsaktien
ver=
elm. Zum Vortrag auf neue Rechnung gelangen 151 Gw (70 000) Mk.
vem Bericht wuird darauf hingewieſen, daß trotz günſtiger
Voraus=
durgen das Geſchäft in der metallverarbeitenden Induſtrie, aus deren
ſeſlen ſich im weſentlichen die Abnehmer der MetallgeſUſchaft in
u chland zuſammenſetzen, eine Belebung nicht erfuhr; insbeſondere
b der Export trotz Preiskonzeſſionen bis kaum auf die Selbſtkoſten
Fabrikanten, infolge der Konkurrenz der valutaſchwachen Länder,
ollſchrauk n im Auslande und der hohen Sreuern im Inlande viel
hünſchen übrig gelaſſen. Inwieweit die ſeit einigen Monaten
an=
tal nten Rationaliſierungsbeſtrebungen nach dem Muſter der
Stahl=
luferie für die anderen Metalle verarbeitenden Unternehmungen von
ſols begleitet ſein werden, bleibe abzuwarten. Die Merallg=ſellſchaft
keil im Winderaufbau ihres Handels von Auslanh zu Ausland einige,
an auch langſame, Fortſchritte erzielt und wichntige
Auslandsverbin=
dam wieder anknüpfen können. Das Erzgeſchäft habe eine
entſchie=
de B lebung gezeigt.
(rozentige Anleihe der Stadt Pforzheim. Die 6prozentige Stadt=
Eſe der Stadt Pforzheim im Betrage von 6 Millionen RM. hat ein Bemberg 379, Deutſche Bank 207, Danatbank 296,5, Ghöchſter Tageskurs
(ſtrtium unter Führung der Preußiſchen Staatsbank zugeſchlagen
umen. Laut F. 3. hatte ein Konſortium unter Führung der Deut=
N Effekten= und Wechſelbank und desjenigen der Pforzheimer
Banken=
ſilEgung ein etwas niedrigeres Angebot gegeben.
5 SMillionen Dollar=Anleihe für das Saargebiet. Die
Regierungs=
anſſion d:s Saargebietes erteilte geſtern der Hypothekenbank Saar=
Fei. A. G, die erforderliche Genehmigung zum endgültigen Abſchluß
— mit den Bankhäuſern Amos, Emerich u. Co., Chicago—New Yokk, Tremer Zulkan
Strupp u. Co., New York, vereinbarten Golddollaranleihe bis Dremer Wolle.
E=ſamtbetrag von 5 Millionen Dollar. Das amerikaniſche Kon= Teutſch.=Atlant. 7
um übernimmt einſtweilen eine Millionen 6½sproz, auf 20 Jahre
Unge Pfandbriefe, die demnächſt in Neiu York zur Ausgabe gelangen. Teutſch.=Nied. Tel.
Dreckung dieſer Pfandbriefe werden nur folche Hypotheken in ein
Verregiſter eingetragen, für die die Stadtgemeinde Saarbrücken oder
Varrländiſcher Landkreis die Ausfallbürgſchaft übernommen hat.
ſiternationaler Giroverkehr. Außer mit den Notenbanken Oeſter=
Engarus, der Tſchechoflowakti, der Schweiz und der Freien Stadt
i hat die Reichsbank auch mit der Niederländiſchen Bank Amſter= T. Friſſer.
mit der Norgesbank und mit der Sveriges=Riksbank, Stockholm, Taggenau Borz.
Aumen getroffen, durch die der Auslandsgtroverkehr Deutſchland Keſſen: ausſtahl.
Huelland. Norwegen und Schweden ausgedehnt wird. Der genaue
Buukt ſür die Aufnahme des Verkehrs nach Holland, Norwegen und
en wird noch bekanntgegeben.
Iyerikaniſche Kapitalien in der italieniſchen Induſtrie. Aus New
härd gemeldet, daß verſchniedene Anleihen auf dem amerikaniſchen
2 Ite für die italieniſche Induſtrie aufgenommen werden ſollen.
Be=
sben die Verhandlungen über eine Emiſſion von 10 Millionen
r ffür die Soeieta Italiana Sorbizzi Martini zu einem günſtigen
ues gsſührt. Die norditalieniſcke Telephongeſellſchaft ſteht eben= Auenos=Aires,
f4 Ain Unterhandlungen über eine Anleihe von 10 Millionen Dollar / Trüſſel=Antw
92 iſt ferner die Rede von einer großen Operation zugunſten der Celo
1 Arühen Schiffohrtsgeſellſchaften.
Automobilausfuhr Italiens. Die Tubung” veröffentlicht eine Straholm
wonach Italten in den erſten Monaten des laufenden Ge= Telingſors
Wres 17 861 Automobile im Werte von 476 249 425 Lire nach Ptolien
Aa Slande ausgeführt hit. Als monatliche Durchſchmittsausfuhr Zen=Zorl=
S Blatt 2973 Automobile an. Nach demſelben Blatt kommt in Uoris
alo auf je 176 Einwohner, in Rom auf je 204 und in Turin auf fe Eanei=
BEimt wohner ein Auto.
Zur amerikaniſchen Wirtſchaftslage. In ihrer heute
veröffentlich=
ten Wirtſchaftsüberſicht hebt die National City Bank hervor, daß die
Geſchäftstätigkeit ſich bisher im neuen Jahre zufriedenſtellend entwickelt
habe. Zwar ſei von einem größeren Aufſchwung nach der Stille um
die Jahreswende nicht zu reden, doch habe die Wiederbelebung eine
gün=
ſtige Entwicklung genommen. Indeſſen müſſe zugegeben werden, daß
Zeit weſentlich verſchieden ſei. Die ſolange anhaltende lebhafte
Bau=
tätigkeit weiſe Anzeichen auf, die darauf ſchließen laſſen, daß der
Zeit=
punkt herannahe, wo mit einer, wenn auch zunächſt noch mäßigen
Ab=
nahme gerechnet werden müſſe. Ebenfalls könne man ſich kaum
vor=
ſtellen, daß die Rekorderzeugung in der Automobilinduſtrie anhalten
werde. Wahrſcheinlich ſei es, daß hier mit zeitweiſen Unterbrechungen
der übermäßigen Produktion zu rechnen ſei. Andererſeits ſei jedoch
nicht zu verkennen, daß die Geldlage noch ſtets außerordentlich flüſſig
ſei. In den ſteigenden Preiſen am Bondsmarkt könne kaum ein
Vor=
läufer einer etwaigen ſtärkeren Depreſſion erblickt werden, wie man ſie
ſonſt zu konſtatieren gewohnt ſei.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 9. Februar.
Die Börſe iſt jetzt in Stadium äußerſter Zurückhaltung eingetreten.
Auch heute fehlte es faſt auf allen Gebieten an Unternehmungsluſt und
an Kaufaufträgen, doch muß betont werden, daß auch kaum
Verkaufs=
orders eingelaufen waren. Nur für Banken intereſſierte man ſich, weil
für dieſe der Bericht der Commerz= und Privatbank anregte. Zum
erſten Kurs konnten Commerzbank 3½, Prozeut, Danatbank 5 Prozent,
Deutſche Bank 4 Prozent und Diskontogeſellſchaft 3 Prozent gewinnen.
Die Montanaktien verkehrten im allgemeinen ſehr ſtill, nur Harpener
mit plus 3½ Prozent traten etwas hervor. Chemie= und
Zellſtoff=
aklien gaben etwas nach, J.G. Farben ea, 11 Prozent, während die
Elektrowerte faſt unveränd rt blieben. Schiffahrtsaktien ſch vach und
ohne Intereſſe. Deutſche Anleihen eröffneten etwas höher, mußten aber
im Verlaufe den größten Teil der Kurgbeſſerungen wieder aufgeben.
Von ausländiſchen Renten blieben Türken weiter feſt. Später ging die
Umſatztätigkeit noch weiter zuück, ſo daß ſich auf den meiſten Gebieten
weitere Kursabbröckelungen einſtellten. Banken konnten jedoch ihre
er=
zielten Kursbeſſerungen voll behaupten. J.=G. Farben verloren noch
über 1 Prozent, und beſonders Chem. Albert gaben ſtark nach.
Täg=
liches Geld 3½ Prozent.
Die Abendbörſe verkehrte ungefähr auf der Baſis der der
nach=
börslichen Kurſe, doch machte im weiteren Verlaufe der
Kursabbröcke=
lungsprozeß weitere Fortſchritte. Bei vollſtändigem Fehlen von
Kundenorders ſchreitet die Spekulation zur Sicherung der Gewinne. Nur
Bauken einigermaßen gehalten. Alle Montane ſchwächer, beſonders
Rheinſtahl und Harpener. Auch Farbeu= und Elektrowerte nachgebend,
das gleiche gilt für die übrigen Gebiete. Anleihen umſatzlos. Die Börſe
ſchloß in ſchwacher Haltung Reichsanleihe 0,895, Schutzgebiete 15,6),
Zolltürken 18, Bahr. Hyp.Bank 20, Danatbank 299, Deutſthe Bank
205.5, Diskonto 194,5, Dresdener 190, Metallbank 175, Reichsbank 191,
Buderus 133,5, Deutſch Lux. 190,5, Gelſenkirchen 192, Harpener 238,
Ilſe 320, Kali Aſchersleben 206, Weſteregeln 20,5 Klöckner 190,25,
nomens im bergangenen Jahre ſehr gut geweſer, ſo daß man glaubt, Mannesmann 231, Mansfeld 134,73. Phönix 139, Rhein, Braunkohlen
311, Rheinſtahl 222,5 Adler 134, J.=G. Farben 321. Daimler 105,B,
Deutſche Erdöl 208. Scheideanſtalt 257, Felten 177, Frankfurter Maſch.
115, Holzmann 187,5, Holzverkohlung 80, Metallgeſellſchaft 205, Schuckert
182, Siemens u. Halske 219, Voigt u. Häffner 156, Nordd, Llohzd 153,25,
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 9. Februar.
Bei im allgemeinen ruhigen Geſchäft zeigte die Tendenz eine
Be=
feſtigung, da der von der Baiſſeſpekulation erwartete Verkaufsandrang
der Bankenkundſchaft ausblieb und im Gegenteil zu ben ermäßigten
Preiſen faſt durchweg Kaufneigung hervortrat. Für einzelne
Spezial=
werte zeigte ſich bei Kursſteigerungen von 3—9 Prozent ſtarkes Intereſſe,
ſo für den geſamten Bankaktienmarkt unter Führung der Danakbank,
der Deutſchen Bank und der Commerzbank, ſür Autowerte und einige die ſchleppende heimiſche Lokonachfrage und Zwangsverkäufe ſchwacher
andere Maſchinenfabriken, für Zellſtoffaktien Oſtwerke, Schultheiß=Aktien,
Deutſche Erdöl, Deſſaucr Gas, Stettiner Vulkan, von Montanaktien
für Harpener, Rheiniſche Braunkohlen, Höſch, Köln=Neueſſen und
Eſſener Steinkohlen, ferner für Vereinigte Glanzſtoff und Bemberg
ſowie einzelne Elekttowerte. Sonſt erfuhren die erſten Kurſe
Beſſerun=
upeleitet wird die Meſſe durch einen Werbeſonntag mit Schaufenſter= gen von 1—2 Prozent. Die Baiſſepartei ſah ſich dazu zum Rückkauf ihrer
bewerb und mehrere geſellſchaftlichen Veranſtaltungen, ſo daß mit Abgaben veranlaßt und trug nicht unweſentlich zu der feſten
Geſamt=
tendenz bei. Am Geldmarkt ſtellten ſich die Sätze wieberum etwas
niedriger. Tagesgeld wurde bereits mit 4—5½ Prozent angeboten. Für
Monatsgeld nannte man einen unveränderden Satz von 5½—6½ Proz, käufe von Valoriſationsintereſſenten,
ſür Warenwechſel von 4½—4 Proz. Am Devifenmarkt lag die
gegen Madrid mit 22,16 um. London gegen Oslo 18,67. Die ubrien
europäiſchen Valuten erkffneten auf der bisherigen Kursbaſis.
In der weiteren Börfenſtunde waren die Umſätze zunächſt
außer=
ordentlich klein. Erſt ſpäter trat in den Aktien der Vereinigten Glanz= Kaufluſt der Fabriken und Deckungskäufe.
küot wird. Dar Verſorgungskaſſe werben auch hier 75 005 MM. über= ſtoffabriken und der Bemberg=A.=G. eine neue ſcharfe Befeſtigung auf
570 bzw. 395 Prozent ein, durch die auch auf anderen Gebieten
vor=
übergehend Nachfrage hervorgerufen wurde. Nach dieſer an ſich
be=
ſchränkten Kaufwelle unternahm die Baiſſeſpekulation wieder einen
Vor=
ſtoß, der bei dem geringen Geſchäft Erfolg hatte und gegen Schluß der
Börſe zu einer allgemeinen Abſchwächung der Kurſe führte. Die kurz
vor Börfenſchluß gengunten Terminkurſe bewegten, ſich teilweiſe bis
3 Prozent unter den Anfangsnotierungen. Privatdiskont kurze Sicht
4½), lange Sicht 4. Die Kursyückgänge ſetzten ſich ſchließlich auf Ab= Ruſſiſchen Saatbau=A.=G. in Berlin ſoll die Genehmigung zur
Auf=
gaben einer rheiniſchen Bankfirma und eines Berliner Privatbankhauſes
ſo ſtark fort, daß Montanwerte 6—ſprozentige Tagesverluſte erlitten und
auch alle übrigen Märkte in matter Haltung ſchloſſen. Die Nachbörſe
war luſtlos und ohne Erholung. Man nannte gegen 2.30 Uhr u. a.:
Harpener 20, Rheinſtahl 224 5, Vereinigte Stahlwerke 1525,
Gelſen=
kirchen 192,5, Phönix 139, Deutſch=Luxemburg 191,5, Mannesmann 232,
Höſch 212, Rheiniſche Braunkohlen 312—313, Flſe 333, AEG 173,5,
Siemens 22,25. J.=G. Farbeninduſtrie 322,5. Oſtwerke 316, Schultheiß
252, Nordd. Lloyd 155, Hapag 168,5, Vereinigte Glanzſtoff 556—560,
304), Kriegsanleihe 0,887,5.
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Kon. Maſch.Egeſt.,
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Deviſenmarkt.
Amſſerbam=R.
Kopenhagen
Lonoon.
Esonien
243.3
124—
215.—
31.
140.25
203.25
91.5
97.—
320.—
153.5
228.—
149.5
1 9.-
13.25
120 875
145.5
38.875
172.25
190.—
161.5
70.—
56.—
60.5
259.—
3. 2.
Geld Brie
59.33/ 59.39
12.773/ 2.518
73.67 73.85
2.056 2.060
0.4971 2.u99
3.0471 3.057
f.337 f.417
2.137 2.147
21.505 21.555
g1.11 81.31
z.49 5.81
4.307/ 4.217
4225/ 1.235
Vom Holzmarkt.
Die regneriſche Witterung der letzten Tage beeinflußt die Lage am
Holzmarkt nach der Nichtung hin ungünſtig, daß infolge
Ausfuhr=
ſchwierigkeiten aus den polniſchen Forſt.n die inländiſchen Nohholzpreiſe,
die Situation in dieſem Jahre von der des Vorjahres um die gleiche die Neigung zu leichter Abſchwächung zeigten, wieder etwas angezogen
haben. Die Sägewerksinduſtriellen, die jſetzt zur Beſchäftigung ihrer
Ctabliſſements Rohſtoff kaufen müſſen, ſind in einer unangenehmen
Lage, da die Schnittholzpreiſe, wenn die Werke auf ihre Rechnung
kommen wollten, weiter anziehen müßten. Mit einer ſolchen Möglichkeit
rechmet man indeſſen in Fabrikkreiſen nicht, da die Verbraucher ſchon
jetzt angeſichts der am Holzmarkt eingetretenen Preisſteigerungen die
größte Mühe haben, ſich mit ihren Angeboten zu b=haupten. Vielfach wird
behauptet, daß die Preiserhöhungen am Holzmarkt den Baumarkt ſehr
ungünſtig beeinfluſſen werden, und daß vielfach in Ausſicht genommene
Projekte nicht ausgeführt werden können. Am Schwellenmarkt ſieht es
für Inlandsware inſofern günſtig aus, als der Bedarf doch größer ſ.in
dürfte, als bisher angenommen wurde. Allerdings iſt auf der anderen
Seite der Einkauf von Schwellenholz in den Forſten ſehr ſchwierig
ge=
worden, da größere Mengen von Schwellenholz für Bauholzzwecke
ver=
wendet werden. Auslandsſchwellen ſind w nig gefragt. Aus Danzig
wird berichtet, daß die Nachfrage nach engliſchem Schmittmaterial
nach=
gelaſſen hat. Allerdings beſteht in den Kreiſen der polniſchen
Säge=
werksbeſitzer nur wenig Bereitwilligkeit, bei den geduückten Geboten der
engliſchen Importeure für dieſe Bohlen und Bretter einzuſchneiden.
Aſtreine Seiten ſind in letzter Zeit etwas ſtärker geſucht. Die
Möbel=
fabriken in Mitteldeutſchland ſind etwas beſſer beſchäftigt. Auch au
Erlenmarkt bemerkt man verſtärkte Nachfrage. Mehrere Partien jetzt
zum Einſchnitt gelangender Runderlen wurden nach Weſt= und
Mittel=
deutſchland zu Preiſen von 95 bis 98 Mark je Kubikmeter frei Waggon
Gegend Schneidemühl verkauft. In Bayern iſt feſte Stimmung am
Schnittholzmarkt hemerkbar, die Sägemüller klagen aber über das
Miß=
verhältnis zwiſthen Rohholz= und Schnittholzpreiſen, das trotz leichter
Preiserhöhungen nicht ausgeglichen werden konnte.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 9. Februar. Der hieſige
Pro=
duktenmarkk verkehrte heute in feſter und fraundlicher Tendenz. Weizen
konnte um 25 Pf. anziehen. Die Nachfrage nach den Futtermitteln
und beſonders nach Kleie kann immer noch nicht befriedigt werden, ſo
daß der Preis für Kleie um 25 bis 50 Pf. erhöht werden konnte. Es
notierten: Weizen 29,50—29,75, Roggen V—V,25, Sommergerſte 26
bis V 50, Hafer inl. 21,50—22,25, Mais 18,50—18,75, Weizenmehl 40,25
bis 40,75, Noggenmehl 38,25—38,75, Weizenkleie 13,50—13,75,
Roggen=
kleie 13,75—14.
Berliner Produktenbericht vom 9. Februar. Im Gegenſatz zum
ver=
hältnismäßig ruhigen Vormittagsverkehr zeigte ſich an der amtlichen
Mittagsbörſe ein merkliches Anziehen der letzten Preisnolierungen.
Schon im Hinblick auf das feſtere Ausland und höhere Cifforderungen
hatten die inl Eigner ihre Angebote erneut zurückgezogen. Im
Liefe=
rungshandel führte Deckungsfrage per März eine Steigerung um drei
Mark herbei, während fonſt die Unternehmungsluſt ſtockte. Roggen
hatte heute gegenüber der letztägigen Ruhe eine bräftige Preiseuholung
zu verzeichnen. Die Mühlen kamen mit teilweiſe dringender
Bedarf=
frage heraus und zahlten mit 3 Mark höhere Preiſe. Gerſte und Hafer
wurden nicht billiger angeboten, doch ſind die Forderungen keinesfalls
durchzuſetzen. Für Mehl bleibt die Frage ſtill bei recht vorſichtiger
Kaufluſt.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 9. Februar. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der heutige Markt nahm einen ſehr ſchwachen Verlauf
auf niedrigere ausländiſche Notierungen und günſtige
Witterungs=
meldungen. Die Vorgänge an der Effektenbörſe ricfen ſpekutative
Ab=
gaben hervor. Die Termine verloren 1½ C.
Mais: Der Markt nahm einen vorwiegend ſchwachen Verlauf auf
Poſitionen. Im Schlußverkehr trat eine Erholung ein auf
Deckungs=
käufe. Die Termine ſchließen bis 1 C. niedriger,
Hafer: In Uebereinſtimmung mit Weizen und Mais war der
Markt=
verlauf ſchwach bei Kursrückgängen bis 1 C.
Baumwolle: Der Markt zeigte einen ziemlich feſten Verlauf auf
höhere ausländiſche Notterungen, den hauſſegünſtigen Wochenwetten
bericht und ſchlechtere Pflückwettermeldungen.
Kaffee: Nach ſchwächevem Beginn auf niedrigere ausländiſche Kabel
trat eine Befeſtigung ein auf große europäiſche Käufe und Stützungs=
Zucker: Der Markt nahm einen feſten Verlauf auf große europäiſche
ſpaniſche Währung erneut ſchwächer. Im Uſancenhandel ging London Käufe, höhere ausländiſche Notierungen und zurückhaltendes
Kuba=
angebot.
Kakao: Niedrigere ausländiſche Notierungen hatten zunächſt eine
Abſchwächung zur Folge. Dann trat eine Befeſtigung ein auf gebeſſerte
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Sämtliche Limite auf die alte 5prozentige Reichsanleihe ſind am
14. F.bruar erloſchen, da bekanntlich ab 15. Februar nur noch eine
Notierung von Anleiheablöſungsſchuld erfolgt.
In der auf den 25 Februar einberufenen v. H.=V. der
Deutſch=
nahme eimer ſtillen Beteiligung erteilt werden. Wie wir erfahren, ſind
die Verhandlungen der Geſellſchaft mit der Sowjetregierung ſoweit
ge=
diehen, daß für den März ds Js. der Abſchluß eines neuen
Kon=
zeſſionsvertrages zu erwarten iſt.
Anläßlich des am 2. Februar ablaufenden Saar==Zollabkommens
und des deutſch=franzöſiſchen Handelsabkommens hat die ſaarländiſche
Wirtſchaft einen Notruf an die deutſche und franzöſiſche Regierung
ſowie an die Regierungskommiſſion des Saargebietes gerichtet.
Die belgiſche Nationalbank hat den Diskont von 6½ auf 6 Prozent
und den Satz ſüir Vorſchüiſſe auf öffentliche Bons von 8 auf 7½ Prozent
herabgeſetzt.
Die Elektrifizierung der holländiſchen Eiſenbahnen wird in dieſem
Jahre bereits auf der Hauptſtrecke Amſterdam-Notterdam vollendet
werden. Schon am 15. Mai ſollen vier bis fünf elektriſche Züge täglich
von Leyden bis Rotterdam verkehren, während man am 2. Oktober mit
der Einführung des Winterfahrplanes die Linie Amſterdam=
Rotter=
dam eröffnen will.
Das ruſſiſche geologiſche Komitee gibt fetzt auf Grund der in den
letzten drei Jahren unternommenen Schätzungen ber Kohlenvorkommen
bekannt, daß die Kohlenvorräte, die noch ausgebeutet werden könn.n,
etwa 474 Milliarden Tonnen betragen. Nach der Menge der
Kohlen=
vorkommen nimmt Rußland in der Welt den vierten Platz ein.
Am 24. Februar wird die Plenarſitzung des Zuckerkartells im Prag
ſtattfinden. Dabei wird auch das Kartellübereinkommen endgültig
unter=
zeichnet werden.
Wie aus Belgrad gemeldet wird, ſind im Bezirk Zlatibor des Uzicer
gereiſes größere Mangan= und Chromvorkommn neben anderen Erzen
feſtgeſtellt worden. Die Manganvorkommen ſollen 53 Prozent enthalten.
Die Ausfuhr der Tſchechoflowakei hat gegen dem gleichen Monat
des Vorjahres im Januar 1927 um 100 Mill. Kronen zugenommen,
da=
gegen die Einfuhr um 229 Mill. abgenommen.
Der ſchwveizeriſche Bundesrat hat beſchloſſen, die in der Schweiz noch
kurſierenden fremden Goldmünzen, d. h. franzöſiſche, belgiſche, italieniſche
und griechiſche, deren Kurſierung in der Schweiz durch die lateiniſche
Münzunion geſtattet war, vom 1. April zurückzuziehen.
Die italieniſche Staatsbank, Banca d’Italia, hat im Jahre 1926
einen Reingewinn von rund 86 Mill. Lire erzielt. Wie der Secolo
meldet, wird eine Dividende von 60 Lire, das ſind 10 Prozent, auf das
eingezahlte A.=K. vergiitet.
Die Notierung für Stahldraht wurde um 2 Dollar per Tonne
er=
mäßigt.
Der auſtraliſche Import ſtellte ſich für Dezember 1926 auf 13 Mill.
Lſtr. gegen 14 Mill. Lſtr. im Dez mber 1925. Für die zweite Hälfte des
Vorjalzes betrug die Einfuhr 83 Mill. Lſtr. (76 Mill. Lſtr.). Die
Aus=
fuhr ſtellte ſich ebenfalls auf 13 Mill. Lſtr. gegen 14 Mill. Lſtr. im
dezember 1925.
Seit e 12
Donnenstag, den 10. Februar 1927
Nummer 41
1. drandfatter Kürsbetihs von e. broraft kest.
Glaatspaptere
) Deutiche
8 ½½Reichsp.=Sch. / 29.8
p. 1. 10. 30.
2½ Bayer. Staats= 101
Sch. p. 1. 4. 291
8‟ .% H. V.: Sch./1C0.5
p. 1. 4 29
G ,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1 3 29 1101
8‟,% Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30 1101
7% Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1 7 23 -l10z
7% Säch). Fr.=Sch.
7 30 101
6.%Württ. F. Sch.
29 100.35
Ot. Ablöſungs=Anl.
einſchließlich
Ausloſungsſcheinen
Vorkriegsanleihen
5% D Reichsant
4% D Reichsanl
4% D. Schutzgb. v.
08—11 u. 13..
4% D. Schutzg. v. 14
4% Preuß. Konſ.
4% Baden......"
4½Bayern ......
4½ Heſſen....
4% Württemberger
b) Ausländ iſche
6% Bos. E. B 1914
5% 2.Inv. 1914
4½% 1898
4½½ „ 1902 ..
9 „.
5% Bulg Tabal0
4½% Oſt. Staarsr.
v. 1913, Kob. 1918
4½% Sſt. Schatz. 141
356
0.90
44.2!
41.5
5.6
35.5
Met H
Goldr
4% „einh. R. (kon)
3% Port.(Spz.) III
5 %0 Rum.am. R.03.
4½ Gold. 13.
40 „ am.konv.
4% „ am. 05
4%Türk. (Adm.103
40 Türk. Bagd. I
4% (Bagb.)III
4% „ 1911 8oll.
4 ½% Ung. St. 19131
4½% St. 1914
4% „ Goldr.
St. 10
Kronr.
„ Eiſ. Tor.G.
Außereuro.
päiſche
5% Mex.am. inn.
5% äuß 99 .
4% Gold 04,ſtf.
3% kon). inn.
4½% Irrigat.”
5% Tamaulipas I.
Sachwert=
Echuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10% Berl. H.=Bk. G.
2o
„„!
5% Berl. St.=Gold.
8% Darmſt St.:G.
8% D. Hyp.=Bank
Meining., Goldpf.
2 Frif.=Hyp.=B.=
Goldpſdbr. . .
3% Frkſ. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr.. . . . .
5% Frit. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr. . . ...
6.05
11.5
23
9.75
10.1
24
18.25
28.05
241,
3
108
103.5
8% Komm. 2db 2.,
Goldſchuldver
8%6 Heſſ Ldb. Gold.
10% Komm Elektr.
Mark (Hag., Gold.
88 Mannh St.=G.
8% Mainz St.=G.
8½ Nafſ. Lbb. Gold
320 Pfälzer H. B.
Goldpfandbr.
820 Pforzh. St.=G.
8% Pr. C., B.=Cr.=B
Goſdpfandbr.
3% Rh. Hyp.=B. G.
71,%Rh. St.=W. 25
10% Rh.=Weſtf. B.,
Cr.=Bk. Goldpf
8%
32 Südb. B.Cr.=B.
Goldpfandbr. . /104
Ohne Zins:
berechnung
5% Bdw. Kohl 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23/
6% Heſt Brk.=Rog.
23
5% „Roggen 23
5% Pr. Kaliw. ..
5% Pr. Roggenw.
5 % Südd. Feſt=B. G
Jorkriegs-Hyp..-B.
Pfandbriefe
Bay Vereinsb.
Bayr Handelsb...
Bayr. Hyp. u. Wechſl
Berliner Hyp Bk.
Frrf. Hyp.=Bk.
Frrf Pfandbr.=B
Hamb. Hyp.=B..
Mecklb Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp.Bi.
Nordd. Gr.=Fr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=B1. ...
Preuß. Bod.=Cr.=B
Pr. Cent.=B. =Cr.=B.
13.5
103
10s
106
uos
103
105
100.5
152
107
104
14.5
K3
14.15
17.75
17.4
16.65
0.30
Breuß. Pſdbr.=Bi.
Rhein. Hyp.=B.
Rh.. Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ Hyp.=Bk.
Staatl. ob. prov.
garantiert
Heft. 8.=Hyp=B.
Landeskr. Caſſel
Naſſau Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4½Dux. Bdb Em.91
„ 93
490o
42 Elif.=Bahn ſtfr.
142 Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
1420
428 Laſchau=Sderb.
Rn
4½
5% Oſt. Nwſtb. 74
5% Oſt. Südb. (L).
2,6% Alte .
2,6% Neue
5% Oſt.=Ung. 13/74
4% Oſt. Staatsb. 83
13%Oſt. „ 1.b.8.E.
3½%Oſt. „ 9. E.
3%Oſt. . 1885
3%Oſt. „ Erg. Netz
3% Raab Oedbg. 83
91
3½ „
97
4½ Rud. Silber.
4 Rud. Salztg.)
4 ½% Anat., S.1
4½% Anat., S. II
(½% Anat., S. 1II
8% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec. . 1
4½2
Bank=Altien
Allg. D.=Kredit:. . 182
190
Bab. Bk. ..
Bk. f. Brauind. . . /260
13.5
15.5
15.5
13‟,,
34.75
28.5
26.5
10.1
n
30.75
Barmer Bantbo. 197 25
Bay. Hyp.=Wch)
Berl. Handelsgeſ
Comm. u. Privatb
Darmſt. u. Nat.=B1
Deutſche Ban
D. Eff.u. Bchſ.=Bk.
D Hyp.=B1. Mein.
D. Bereins=Bk.
Dist.=Geſellſch. .. 1.
Dresdener Bk. .. /193.7
Frankf. Bi.
Frkf. Hyp.=Bk.. . . 220
Frif. Pfdbr.=Bk...!
Gotha. Grundkr. Bk.
Lur. Intern Bank
Metallbank.
Mitteld. Creditb 197
Pfälz. Hyp.=Bk. *
Reichsbanf=Ant.
Rhein. Creditbk. ..
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. Disc.=Geſ.
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Zergwerk”=Akt.
Bochum.Bergb. . .
Buderus...... . .
Dt. Luxemburg . . . 1. 3.5
Eſchw. Bergw...
Gelſenkirch. Bgw. /197.2-
Harp. Bergb. . . . . . 233.5
Ilſe Bergb. St...
Genußſchein. .!
Kalt=Aſchersleb. .
Kali. Salzdetfurt.. . 1265
Fali. Weſterregln.
glöcknerwerke ..
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder ......!
Oberbedarf .. . ...
Stavi=Min.=Ant.. .
Phönir=Bergb. .. .
Rhein. Braunk. . . .
Rhein. Stahlw.. . .
A. Riebeck Montan/189
Rombach. Hütte „/73.1
350
226 5
302.9
209.75
178
182
138
156
212
12.75
175
2n8
191.25
163
230
182
9.65
7.10
134
190.5
206.75
213.75
194.5
Salzwerk Heilbr
Tellus Bgb.
Ver. Laurahütte
Ver Stahlwerke.
Induſtrie=Akt.
Brauereien
Eichbaum(Mannh.
Henninger
Hereules. Heſſiſche
Löwenbr.=Münch
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof(Bind.
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg
Verger ..."
60
140.75
321
232
Akrum. Berlin.
Adler & Oppenh...
Adlerw. (v. Kleyer//136
6%E. A. G. Bzg. A. 1101.5
5% A. E. G. Vzg. B. 94.5
A. E. G. Stamm . . 11757,
Anglo=Cont. Guano
Aſ haff. Zellſtoff
Hadenia (Weinh.)
Bav. Maſch. Durl. /140
Bad. Uhren, Furtw. 38
Bamag=Meguin
3.5
Baſt Nürnberg .. . 1205
Bunr. Spiegel ...! 82
Beck & Henfel ... . 102
Bergmann G... . ..
Bing. Metall.. . . . . 54.75
Brem.=Beſigh=Ol.. 86.5
Bürtenfbr. Erlang./ 89
Zement=Heidelb. . . /176
Cement, Farlſtadt 1190
Sement, Lothr.. . .
Shem. Albert . . . . . 173.5
Chem. Brockh. . . . 1118
Ehem. Milch ..
9.3
Daimler=Benz A. G. 106.25
Dt. Eiſenhandel. . . 114.5
Deutſche Erdöl .. . 1211
D. G. u. Silb. Scheid. /2.g
Dinaler, Zweibrück.
122
104.4
4.2.
220
171
343
358
188.5
89
Mit Kece
Dürrkopp...
Dürr. Ratingen
Lyckerhoff & B.
Eiſenw. Kaiſersl.
El Licht= u. Kraft
El. Lieferung
Eli. Bad. Wolle
Email. U. rich ..
Enzinger Werke
Eßlinger. Maſch. .
Ettlinger Svinn.
Faber Bleiſtift...
Faber & Schleicher
Fahr. Virmaſens.
Farbenind. J. G
Felten & Guilleau.
Feinme h. (Jetter)
Feiſt. Sekt. Frkf.
Frankfurter Gas
Frankfurter Hof ..
Frkf.-M. Pok. u. W.
Fuh. Waggon St.
Zeiling & Cie.
Germania Linol.
Geiſenk. Gußſt. .
Goldſchmidt, Th. . .
Botha Waggon.
Gritzner, Maſch.. . .
Grün & Bilfinger
Dafenmühle Frkft
Hammerſen . . . . .
Hanfw. Füſſen.
Hanſa Lloyo, Br.
Hartm. & Braun..
Heyligenſtaedt.. ..
Hilpert, Armatur.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch, Kupfer ....
Hoch=Tief Eſſen
Holzmann.
Holzverk. Ind. . . .
Hydrom. Breslau
Fnag .. . . ......
Fun han: St...
Kammg. Naiſersl.
Kurlsruher Nah.
153
8
49.75
64
6).25
196
192.5
69:1
99
90.75
22)
142.5
112
48
325
123 5
0.6J
100
293
18
16 I.8
123.25
151.5
192.75
9)
52
80.25
1.9.5
130.5
56.75
Karſtadt, R.
Klein Sch. & Becker
Knorr, Heilbronn
gonſerv. Braun .
Krauß. Lokom.
Lahmeyer ..
Lech Augsburg...
Lederw Rothe ...
Spi harz..
Lingel Schuhw..
Löhnberg. Mühle
Ludwigsh Walzm.
Lüdenſcheiv Metal!
Lux. Induſtrie
Rainkraft Höchſt
Nars= 3 Nürnberg
Metallgeſ. Frkf.
Miag. Mühlenb.
Moenus. Stamm
Motoren! Deutz
Motorenf. Oberurſ.
Munh. Lichtſpieik.
Reckar). Fahrz.
Neckarw. Eßlingen
Beters Union
Pfälz. Näh nayſer
Pyilipps.
Borzellan Weſſel
Prometh. Frkf. . .
Rein. Gebb. & Schal/1.38
Rhein. Elektr. .
Ryenania, Aachen
Rütgerswerke".
hleußner .. . . . .
Schneid. &* Hanau.
Shnellpr Frank. 121.5
Schrumm Lackf. 1109.75
Schrift, Stemp..
Schuckert, Elektr. 188
Schuhf. WBeſſell
Schuhf. Herz
Schulk Grünlack
Seilind. 2301ff
Siemens Glas
Siemens & Halste
Sudd. Immob.
Thürin: Lief.=Geſ.
180
128
195
25
60
36
136.5
67
64.5
79.5
145
75
145
71.25
26.1
65.5
92
Uhren Furtwäng!
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Ver i. Chem. Ind.
Ber. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſe!.
Gummi. Bin.=Frif
Piniel=Nürnberg
Ultramarin .."
Zellſtoff Berl. ....
Vogtl. Maſch.
Boig !& Haeffner
Volthom Seil
Bunß. & Frey a
Wege lin Rußfbr.
Zellſt. Waldhof ...""
ZuckerI. Waghäuſel
Zuckerf, Franfenth.
Zuckerf, Heilbronn
Zucker Ofiſtein
Zuckerf. Rheingau
Zuckerf. Stu ttgar;
ransport und
Zerlicherungs-Akt.
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Ei Hochbahn=Ber
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Hapag ..........!"
Nordd Lloyd. . . . . 7
Frkſt. Allg. Ver .
Frankona Rückv.
Darmſt. Werie
Bahnbedarf
Dampft Rodberg
Helvet 0 Konſ...
Gebr. Lutz ....."
Totor „ Darmſt.
Heor. Roeder ..
Venulet. & Ellenn
110
129.7
11.1
172.75
171
1.6.5
174
220
60
11.5
70
63
Palast-Lichtspiele
Rur noch heute!
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WAlSE UON
SSNusr
ergreifende
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Zigeuner im Frack
Die Liebe von Zigeunern stammt
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Die letzte Charleston-Tanzstunde
(3674
Letzte Abendvorstellung 8 Uhr.
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URPHAonn
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Donnerstag, den 10. Tebruar 1927
abends 7½ Uhr
K 8 (Bühnen=Volksbund)
Gasparone
Operette in 3 Akten von F Zell und
R. Genée. — Muſik von C. Millöcker
Muſikaliſcher Leiter: Berthold ander
In Szene geſetzt von Heinrich Kuhn
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapt
Perſonen:
Carlotta, verwitwete Gräfin
von Santa Croce .. Paula Kapper
Baboleno Naſoni, Podeſta
von Shrakus . . . . . Heinrich Kuhn
Sindulfo, ſein Soin . . . Hans Evskimp
Conte Erminio . . . . Guſtav Deharde
Luigi, deſſen Freund . Karl Ebert
Eugen Vogt
Benozzo, Wirt
Sora, ſein Weib . . . Sitta Müller=Aiſch=
Zenobia, Duenna der Gräfin , KätheGotk)
Marietta, Kammerzofe „ Frieda Herbau
Maſſaccio, Schmuggler,
Benozzos Onkel . . . Hans Ney
Ruperto Corticelli, Oberſt Adolf Klotz
Herren und Damen von Shrakus,
Karabinieri, Zollwächter, Schmuggler;;
Schiffer, Bauern und Bäuerinnen
Die Handlung ſpielt in und nächſt
Shrakus auf Sizilien im Jahre 1820
Tänze, einſtudiert von Manda von Kreib6
Preiſe der Plätze: 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerrau v
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſ/“
Nach dem 1. und 2. Akte findet
je eine längere Pauſe ſtati
Anfang 7½ Uhr Ende nach 10½ uc
Freitag, 11. Februar. Schüler= und Volk*
vorſtellung zu ermäßigten Preiſen. Win
helm Tell. Anfang 7½ Uhr. Preiſe 0.06
1 —. 1.50, 2 — Mk.
Sainstag, 12. Februar Volksvorſtellung &t
ermäß Preiſen Dee Zetter aus Dingsde‟
Anfang /½ Uhr Preiſe 1, 2. 3, 4 .h
Sonntag, 13. Febiuar. 13 Triſtan une
Fſolde. Anfung 5 Uhr. reiſe 1 20-120.-
Kleines Haus
Donnerstag, den 10. Februar 1927
abends 8 Uhr
2. Kammermuſig=Abend
des Schnurrbuſch=Quartetts
Konzertmeiſter P. Schnurrbuſch — Kamme.*
muſiker K Jiger — W. Horn — K. Klamm.?
Mitwirkender: Hans Beitz, Leipzig (Klauie*
Vortragsfolge:
1. W. A. Mozart: Klav;erquartett gemolt
2. Kletzki: Sonate i D=dur, für Klavle-
und Violine op. 12
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Nummer 41
Donnerstag, den 10. Februar 1927
Seite 13
Oer Ritt in die Sonne.
Roman von Paul Roſenhayn.
11)
(Nachdruck verboten.)
Drittes Kapitel.
Die beiden ſchlenderten über den Boulevard Saint Michel.
Das hundertfach ſchillernde Leben des abendlichen Paris
umtoſte ſie: jenes ſeltſame, noch nicht völlig romaniſche und
dennoch keineswegs nordiſche Getriebe, das in der ganzen Welt
nicht zum zweiten Male anzutreffen iſt, und das den
unbeſchreib=
lichen Reiz der Stadt Paris bildet. Die Menſchen, die Pärchen,
die eleganten Leute, die Kleinbürger links und rechts von den
beiden hatten ſich untergefaßt, ſcherzten, plauderten, lachten,
lächelten dem Vorübergehenden zu, hatten ihn eine Sekunde
ſpä=
ter völlig vergeſſen, — aber über dieſem leichten und harmloſen
Tun der Rhythmus einer ſicheren und liebenswürdigen Kultur.
Trotz ihrer Naivität umglänzte dieſe Frauen, dieſe Männer der
Scharm einer leichten und heiteren Würde; weder die
kleinbür=
gerliche Zutunlichkeit des Italieners, die im Grunde weniger
ſcharmiert als beitelt — noch die unfreundliche Eckigkeit des
Mitteleuropäers hatten hier einen Platz. Hier bildete jeder
einen willigen Teil des Ganzen, jeder ordnete ſich unter, darum
war jeder Herr.
Sie ſetzten ſich zu einem Kaffee nieder: bei Sonfflet, dem
berühmten Soufflet. Ein Täfelchen hing hinter ihrem Tiſchchen:
„Hier dichtete Paul Verlaine.”
„Woher kannſt du eigentlich Franzöſiſch?” fragte Jonny
Reimers.
Fritz lachte: „Ich kann gar kein Franzöſiſch. Bloß ſo ein
paar Brocken, wie ſie jeder kann. Du haſt doch auch Franzöſiſch
in der Schule gehabt.”
„Das ſchon. Aber ich habe beinahe alles wieder vergeſſen.”
„In Paris kommt man mit Engliſch durch. Das habe ich
in dieſen paar Stunden ſchon gemerkt. lind wenn ſie einen
wirk=
lich nicht verſtehen: das verſtehen ſie alle.‟ Damit deutete Fritz
auf eine Brieftaſche. „Was ſchauſt du übrigens immer in die
Ecke hinüber? Da ſitzt doch niemand.”
Jonny fuhr zuſammen. „Da hängen Zeitungen. Londoner
Zeitungen."
„Na, und?‟
Ein wenig verlegen blickte Reimers zu Boden. „Ich mein”
immer, es müßte was von uns drin ſtehen. Ein Schwindler
hat in London ſein Unweſen getrieben. Er iſt unter dem Namen
Cornelius Vandergult aufgetreten und hat und hat . . .
„Na, was hat er denn? Red' nur ruhig weiter.”
„Er hat . . . na ja, alſo jedenfalls du haſt doch" .
„Na, was zum Teufel habe ich denn eigentlich? Denk’ doch
mal nach, Jonny. Habe ich irgend jemanden geſchädigt?”
„Du haſt dich als Vandergult ausgegeben.”
„Nicht einmal das iſt richtig. Man hat mich für Vandergult
gehalten."
„Du haſt es dir gefallen laſſen.”
„Jonny . . ." Fritz ſprach mit leiſer, ſchonender Stimme,
ſo, als ob er einem Kinde eine Angelegenheit auseinanderſetze,
die über deſſen beſcheidenen Horizont ging. „Jonny, habe ich
mir denn, wie ſagt man, einen rechtswidrigen
Vermögensvor=
teil dadurch verſchafft? Es iſt wahr, ich habe Wachteln auf
Sockel gegeſſen und Hummer à la Newburg, und ich habe dem
Prinzen William die Hand geſchüttelt und der Prinzeſſin Maud;
und der Herzogin von Weſtminſter habe ich auf den Fuß getreten.
Glaubſt du im Ernſt, daß mich das glücklich gemacht hat? Daß
ich einen Vermögensborteil darin ſehe? Uebrigens iſt es auch
rein juriſtiſch kein Vermögensvorteil. In Wirklichkeit haben alle
dieſe Herrſchaften ſich gefreut, den reichſten Mann der Welt unter
ſich ſehen zu dürfen. Alle haben ſich geſchmeichelt gefühlt, daß
Vandergult an ihrem Tiſch geſeſſen hat.”
Eine junge Brünette ging vorüber: ſchlank, von fener
charak=
teriſtiſchen, raſſigen Linie, die die Pariſerin mit ſo geringem
Auſwand zu erzielen weiß.
„Alle Wetter! Iſt die ſüß!” ſagte Reimers.
Fritz nickte. „Das iſt eine Dactylo.”
„Was iſt das: eine Dactylo?”
„Eine Stenotypiſtin.”
„Woher weißt du denn das ſchon wieder?”
Fritz deutete auf den „Petit Pariſien”, der auf dem Stuhl
lag. „Vacances”, das können nur Vakanzen ſein, und „Dactylo
avce machine propre”, da gehört nicht viel dazu, das zu
über=
ſetzen: „Tippfräulein mit eigener Maſchine.”
„Du biſt ein Teufelskerl.
Fritz lachte und ſchüttelte den Kopf. „Ich habe bloß die
Augen und die Ohren offen, mein Junge. Mach’s auch ſo.
Glaub' mir: es rentiert ſich!"
„Schade”, ſagte Jonny nachdenklich, „daß ein Mann mit
deinen Anlagen hoch ... hoch ... nun ja ... hoch ..."
„Willſt du einen Toaſt auf mich ausbringen, Jonny?”
„:.. hochſtapeln muß Ich finde kein anderes Wort.”
„Er läßt nicht locker!” Fritz blickte gramvoll zum Himmel,
„Ich habe dir von dieſem Higgins erzählt. Weißt du noch?”
„Das war der Mann, der dir 75 000 Pfund gezahlt hat?”
„Ja. Alſo Jonny, nun denk’ mal ganz unvoreingenommen
nach: hat dieſer Mann etwas anderes gemacht, als ich? Und
dabei iſt er ein untadeliger Ehrenmann, dem keiner einen
Vor=
wurf zu machen wagt. Auch du nicht, der dn über mich am
liebſten den Stab brechen möchteſt.”
„Nein, Fritz. Ich will nicht über dich den Stab brechen.
Aber die Geſchichte mit dieſem Herrn Higgins liegt denn doch
weſentlich anders, mein Junge. Higgins hat dich in der Tat
für Vandergult gehalten.”
„Als ob es darauf ankäme.”
„Aber gewiß kommt s darauf an. Du willſt doch darauf
hinaus, daß er die Eiſenbahngeſellſchaft getäuſcht hat. Das iſt
aber ein Irrtum von dir. Er hat ſie nicht getäuſcht. Denn er
hielt dich doch für Vandergult.”
„Du mußt ein bißchen gründlicher denken lernen, Jonny!
Daß Higgins mich für Vandergult gehalten hat, iſt ſchon richtig.
Du vergißt aber ganz, daß ich ihm ausdrücklich erklärt hatte: ich
reflektiere nicht auf ſein Gelände. Im Gegenteil, ich lehne den
Ankauf ab."
„Du biſt aber doch gar nicht Vandergult und kannſt gar nicht
ablehnen."
(Fortſetzung folgt.)
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Der Artikel „Reglung des Kraftdroſchkenverkehrs” in Nr. 19 des
Heſſ. Volksfreundes vom Montag, den 24. Januar 1927, darf nicht
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widerſprochen bleiben, da er geeignet iſt, ein unklares Bild zu geben.
Der Forderung des Heſſ. Verkehrsverbandes nach Verbilligung und Abbau
in ſämtlichen Gewerben wurde mit einem zweimaligen Abbau des
Droſchken=
tarifs in Darmſtadt innerhalb eines halben Jahres entſprochen Sodann
wurden Kleinwagen eingeführt, wobei wieder der Beſitzer der Leidtragende
iſt. Wenn dann zum Ueberfluß der Artikelſchreiber den Tarif als
un=
angemeſſen hoch bezeichnet, ſo iſt die Befürchtung berechtigt, daß der
Einſender des beanſtandeten Zeitungsartikels den Droſchkentarif noch gar
nicht kennt. Ich möchte nur darauf hinweiſen, daß der Tarif den Stand
wie vor dem Kriege erreicht hat, aber Steuer (vor dem Kriege überhaupt
keine Steuer), Reparaturen, Gummi, Lebensmittel, was wohl jeder weiß,
um 60%—70% höher ſind als in Friedenszeiten.
Ein Beiſpiel. Man fährt heute mit 1—2 Perſonen (Kleinwagen)
vom Luiſenplatz bis zum Bahnhof für Mk. 1.30, mit 3—4 Perſonen
(Großdroſchke) für Mk. 1.80 wo für dieſelbe Strecke ein Dienftmann, der
keinen Wagen beſitzt, welcher 6—10000 Mf. koſtet, denſelben Preis erhält
wie für eine Droſchke, ſo kann keine Rede mehr ſein von einem Abbau
des Tariſs, da heute die Einnahmen manche Tage den Lohn des Chauffeurs
nicht überſchreiten. Ich bitte deshalb an den Stellen abzubauen, wo es
nötig iſt und der Grund zur Teuerung herrührt.
Im Februar v. J8. wurde von der Automobil=Droſchkenbeſitzer=
Vereinigung e. V., Darmſtadt, die Genehmigung einer Tankſtelle, welche
zur Verbilligung der Unkoſten führen ſollte, eingereicht. Die Vereinigung
glaubte bis 15. Juni v. Js. die Genehmigung zu erhalten und ſetzte am
15. Juli v. Js. den Tarif auf den heutigen Stand herab. Leider iſt bis
heute die Genehmigung noch nicht erteilt. Wir möchten den Einſender des
Artikels Nr. 19 vom 24. 1. 27 darauf aufmerlſam machen, daß es beſſer
ware, wenn er hinſichtlic) der Genehmigung ein Wort einlegen würde.
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