Einzelnummer 10 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Freitag, den 31. Dezember 1926. 189. Jahrgang
Nummer 362
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aufträge und Leſſtung von Schadenerſatz. Bel
Konturs oder gerſchtiſcher Beltreibung fällt jeder
Rabat weg. Bankkonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbant.
Nachklänge zum
Folgen des Landauer Arteils.
Das Abſingen des Deutſchlandliedes im
beſetzten Gebiet.
* Mainz, 30. Dez. (Prib.=Tel.)
Mainz iſt der Sitz des Reviſionsgerichtshofes der
franzöſi=
ſchen Militärrechtsſprechung. Hier ſoll auch, wenn dem
Revi=
ſionsantrag der deutſchen Verteidigung im Ronzierprozeß
ſtatt=
gegeben wird, der Fall Rouzier nochmals zur Sprache tommen.
Allerdings ſei hier gleich vermerkt, daß nur das Urteil gegen die
deutſchen Angetlagten in Frage kommt. Der eigentliche Fall
Rouzier iſt juriſtiſch erledigt. Intereſſant iſt aber, über die
Stimmung in dieſem kleinen Appellationsgerichtshof zu hören,
daß dort anſcheinend das Landauer Urteil mit ſeinen
Folge=
erſcheinungen einen ſehr bemerkenswerten Umſchwung in der
Beurteilung deutſcher Belange im franzöſiſch beſetzten Gebiet
herbeigeführt hat. Vorgeſtern behandelte das Reviſionsgericht
berſchiedene Urteilsſprüche franzöſiſcher Militärgerichte, bei denen
deutſche Staatsangehörige beſtraft worden waren. So
behan=
delte man u. a. das Urteil gegen zehn junge Gymnaſiaſten des
Kuſeler Progymnaſiums. Dieſe Schüler hatten durch
Erkran=
kung des Geſanglehrers eine Freiſtunde erhalten, die ſie nach
Jungenart auf ihre Weiſe ausnutzten. Die böſen Buben hatten
zum Teil Zigaretten mitgebracht, und entfernten ſich deshalb auf
einige hundert Schritt vom Schulgebäude, um dem verbotenen
Genuß des Zigarettenrauchens zu frönen. Dabei hatten ſie außer
Acht gelaſſen, daß ſie ſich in ungefähr 150 Meter Entfernung von
der franzöſiſchen Gendarmerieſtation befanden. Die erzählten ſich
die üblichen Geſchichten und ſangen, ſangen dabei auch das
Deutſchlandlied. Die Frau eines franzöſiſchen Gendarmen hörte
das und alarmierte ihren Gemahl, der ſich ſofort in Poſitur
ſetzte und die „Uebeltäter” ſtellte. Die Folge war ein
Kriegs=
gerichtsurteil mit Celdſtrafen von 25 bis 200 Mark. Grund:
Gefährdung der Sicherheit der Beſatzungstruppen. Außerdem
hatte die Anklage „beleidigende Haltung” feſtgeſtellt. Die Jungen
hatten nämlich, als ſie den Gendarmen auf die Straße treten
fahen, geglaubt, er wolle „Kaninchenfutter” holen. Unmittelbar
darauf ſagte einer der Jungen: „Der kommt auf uns zu. Das
kann für uns teueres Kaninchenfutter werden.‟ Das war die
beleidigende Haltung. Der Vorſitzende des
Revi=
iionsgerichts ſtellte feſt, daß das Abſingen des
Deutſchlandliedes keine
Sicherheitsgefähr=
dung ſei, und beantragte ſelbſt Freiſpruch. Die Schüler
wurden freigeſprochen.
In einem weiteren Reviſionsfalle, handelte es ſich darum,
daß eine Witwe Gerſtle aus Landau zu 1000 Mark Geldſtrafe
berurteilt wurde, weil ſie ſich geweigert hatte, den Leutnant
Rouzier zwei Tage nach der Germersheimer Mordtat als
Zwangsmieter bei ſich aufzunehmen. Das heißt: ſie hatte
Be=
fehl vom Wohnungsamt, ein Zimmer mit einem Bett für einen
franzöſiſchen Ofſizier bereit zu halten. Tags darauf erhielt ſie
den Auftrag, zwei Betten ins Zimmer zu ſtellen. Dagegen
wider=
ſetzte ſich die Frau. In der Erregung ſoll ſie den franzöſiſchen
Wohnungsinſpekteuren gefſagt haben: Ihr wollt mich wohl ins
Eefängnis werfen. Das iſt Euch zuzutrauen. Dafür gab es
10 Tage Gefängnis. In zweiter Inſtanz wurde das Urteil in
30 Mark Geldſtrafe wegen Ungehorſam in Dienſtſachen und
20 Mark wegen Beleidigung umgewandelt. Zu vermerken wäre
noch, daß die Witwe von zuverläſſiger Quelle bei dem
Beſchlag=
nahmebefehl erfahren hatte, daß Rouzier und ſein Freund
Fil=
loux die beiden neuen Mieter ſein würden. Noch in der
Haupt=
verhandlung am geſtrigen Tage erllärte der Vorſitzende, die
be=
treffende Kommiſſion erkläre aufs allerbeſtimmteſte, daß nicht
Nouzier und Filloux, ſondern zwei andere Ofſiziere in die
be=
ſchlagnahmten Räume, gelegt werden ſollten. Der als Zeuge
vernommene franzöſiſche Quartiermacher Paillard ſtellte dann
under Eid feſt, daß doch Rouzier und ſein Freund die Anwärter
geweſen ſeien. Noch andere Reviſionsfälle wurden verhandelt,
ſo gegen einen Hotelbeſitzer, der in ſeinem Lokal eine geſchloſſene
Geſellſchaft das Deutſchlandlied hatte ſingen laſſen. Hier waren
es Kommuniſten, die auf der Straße dagegen demonſtrierten und
die Franzoſen benachrichtigten. Der Hotelbeſitzer erhielt damals
200 Mark Eeldſtrafe. In Mainz ſtellte der Gerichtshof
noch=
mals feſt, daß in dem Abſingen des
Deutſchland=
liedes keinerlei Provokation oder
Sicherheits=
gefährdung liege und ſprach den Hotelbeſitzer frei. In
einem weiteren Falle wurden 800 Mark Geldſtrafe in 100 Mark
Strafe verwandelt. Einen unangenehmen Geſchmack konnte man
auch bei den verbleibenden Strafen nicht unterdrücken. Aber es
war einwandfrei feſtzuſtellen, daß man in Mainz den ehrlichen
Verſuch machte, Richter und nicht Militärbeauftragter zu ſein.
Das Waffentragen von Befatzungsſoldaten.
Berlin, 30. Dezember.
Einige Blätter hatten gemeldet, daß der Reichskommiſſar
für die beſetzten Gebiete, Freiherr Langwerih von Simmern, im
Auftrag der Reichsregierung einen Schritt bei der
Rheinland=
kommiſſion unternommen habe bzw. unternehmen würde, um
gegen das Waffentragen von Befatzungsangehörigen außer
Dienſt unter beſonderem Hinweis auf den Fall Rouzier
Ein=
ſpruch zu erheben. In der Meldung war weiter geſagt, daß
nach den geltenden Beſtimmungen die Mitglieder der
Beſatzungs=
armeen, Soldaten und Offiziere, außer Dienſt keine Waffen
tra=
gen dürften. Schließlich war noch behauptet worden, daß in dem
Schritt in Koblenz die Aufmertſamkeit darauf gelenkt worden
ſei, daß gegen Rouzier, noch immer keine Anklage wegen
ver=
botenen Waffentragens erhoben worden ſei. — Wie wir hierzu
von zuſtändiger Seite erfahren, ſind dieſe Meldungen
vollkom=
men falſch. Der Reichsmuniſter hat weder einen Schritt in der
Frage des Waffentragens unternommen, noch iſt eine ſolche
De=
marche beabſichtigt. Die Darſtellung, als ob das Waffentragen
Rouzier=Prozeß.
den Angehörigen der Beſatzung außer Dienſt bisher verboten
geweſen ſei, wird gleichfalls als nicht zutreffend bezeichnet. Für
die deutſche Regierung beſtehe ſchon deshalb nicht die geringſte
Veranlaſſung, ſich in dieſe Frage einzumiſchen, weil es ſich hier
um eine rein interne Angelegenheit der Beſatzung handelt, mit
der ſich zu beſchäftigen die Reichsregierung überhaupt kein Recht
habe.
der bekannte rheiniſche Großinduſtrielle, hat an den Präſidenten
des deutſch=franzöſiſchen Verſtändigungskomitees Mayriſch einen
Brief gerichtet, in dem er ſeinen Austritt wegen des Landauer
Fehlurteils erklärt.
Ein neuer Beſatzungszwiſchenfall.
Koblenz, 30. Dezember.
Auf der neuen Brücke Koblenz=Güls, ereignete ſich geſtern
abend ein neuer Beſatzungszwiſchenfall. Franzöſiſche Offiziere,
die von der Jagd zurückkehrten, benutzten die neue Brücke, für
deren Benutzung Brückengeld erhoben wird. Die Offiziere, die
nicht die geringſten Anſtalten trafen, den geringen Brückenzoll zu
entrichten, wurden von dem Brückenwächter auf ihre
Zahlungs=
pflicht aufmerkſam gemacht. Statt zu zahlen, bedrohten und
ſchlugen ſie den Wächter, der gegen die Gewalttätigkeiten nichts
ausrichten konnte.
Das deutſch=franzöſiſche Liquidationsabkommen.
Paris, 30. Dezember.
Der „Matin” veröffentlicht heute einige Einzelheiten über
den Inhalt des deutſch=franzöſiſchen Liquidationsabkommens,
das am 23. Dezember vor dem deutſch=franzöſiſchen
Ausgleichs=
amt geſchloſſen wurde und das die Sequeſterfrage neu regelt.
Das Wichtigſte iſt, daß das unter Sequeſter geſtellte deutſche
Eigentum, deſſen Liquidation bis zum 30. Oktober noch nicht
ein=
geleitet war, freigegeben und ſeitens der franzöſiſchen Regierung
auf ihr Liquidationsrecht an demjenigen deutſchen Eigentum, das
bis zum gleichen Tage nicht unter Sequeſter geſtellt wurde,
end=
gültig verzichtet wird.
Beſonderes Intereſſe hat der Vertrag für Elſaß=Lothringen,
und dort wiederum für die Banken und
Verſicherungsgeſell=
ſchaften. Der Umrechnungsſatz zwiſchen Mark und Franken für
die Liquidierung des Sequeſter iſt neu feſtgeſetzt worden. Nach
dem Waffenſtillſtand betrug der Kurs 81.34 Franken für 100 Mk.,
dann war er vom gemiſchten Schiedsgericht auf 15 Cts. für eine
Mark feſtgeſetzt und jetzt, im neuen Vertrag, iſt er auf 50 Cts.
für eine Mark aufgewertet worden.
Der Antwerpener Schiedsſpruch.
* Berlin, 30. Dezember. (Priv.=Tel.)
Ein von der Stadt Antwerpen vor dem deutſch—belgiſchen
Schiedsgericht anhängig gemachter Prozeß iſt in dieſen Tagen zu
Ende gegangen. Es handelt ſich eigentlich mehr um die Anfechtung
eines Urteils, das während des Krieges von einem deutſchen
Sondergericht gefällt worden war. Dieſes Gericht befaßte ſich mit
den Schäden, die unmittelbar nach Ausbruch des Krieges an
deut=
ſchem und öſterreichiſchem Eigentum durch den Pöbel angerichtet
worden waren. Anch in Antwerpen waren bekanntlich 1914 dieſe
Ausſchreitungen vorgekommen, die mit großen Sachſchäden
en=
deten. Durch das Sondergericht war die Stadt Antwerpen
ſeiner=
zeit zum Schadenserſatz von 2,4 Millionen Franken verurteilt
wvorden. Dieſe ganze Angelegenheit iſt jetzt nochmals aufgerollt
ſuorden mit dem Ergebnis, daß ſich das Schiedsgericht auf den
Standpunkt ſtellte, die Einrichtung des Sondergerichts habe mit
den Beſtimmungen der Haager Landkriegsordnung nicht in
Ein=
klang geſtanden. Immerh’n wäre aber die Stadt Antwerpen
auch von einem belgiſchen Gericht zur Zahlung einer hohen
Ent=
ſchädigung verurteilt worden. Infolgedeſſen wurde in freier
Schätzung beſchloſſen, von den 2,4 Millionen Franken der Stadt
Antwerpen eine Million Franken zurückzuzahlen. Dieſe Summe
wird durch die belgiſche Regierung gezahlt, die ſie wiederum
ihrer Dawesrate zu entnehmen hat. Eine Entſchädigung
außer=
halb des Dawesplanes kommt jedenfalls nicht in Frage.
Die Zukunft der
deutſch=
chineſiſchen Beziehungen.
Von
Dr. F. X. Schwab, Berlin.
Es ſcheint, als ob in China eine entſcheidende Wendung im
Gange iſt. Allerdings muß in einem Lande wie China das Wort
Entſcheidung immer mit vielen Vorbehalten verſehen werden:
der Mangel an modernen Verkehrsmitteln, die Befangenheit
breiter chineſiſcher Volksmaſſen in uralt=überkommenen ſozialen
und geſchichtlichen — oder, von unſerem Standpunkt aus beſſer,
ungeſchichtlichen — Vorſtellungen, die traditionelle Abneigung
des Chineſen gegen raſche politiſche Entſchlüſſe aus
grundſätz=
lichen Erwägungen oder materiellen Intereſſen, alles das iſt
dem, was wir in Europa „Entſcheidung” nennen, wenig günſtig.
Dieſe Vorbehalte jedoch vorausgeſchickt, ſcheint in der Tat die
Wirrnis, die das politiſche Leben Chinas ſo lange, für
euro=
päiſche Augen undurchdringlich, beherrſchte, einer gewiſſen
Klä=
rung Platz zu machen.
Dieſe Auffaſſung ſtützt ſich nicht allein auf die Meldungen
über das raſche, erfolgreiche Vordringen der Truppen der
national=revolutionären Kantonregierung und über die
Ausdeh=
nung ihres Machtbereiches, auch nicht allein auf die Nachricht
über das Auftreten einer Delegation der Kantonregierung in
Cenf, die der Delegation der formell noch im Amt befindlichen
Pekingregierung das Recht abſprach, das chineſiſche Volk beim
Völkerbund zu vertreten. Sie wird vielmehr außerdem
bekräf=
tigt durch das Verhalten der zunächſt beteiligten Mächte, die
naturgemäß für die Regulierung ihres politiſchen Auftretens in
China über beſſere Informationsquellen verfügen als die — von
ihnen erſt zenſurierten — Agenturmeldungen, die uns erreichen,
das Verhalten Rußlands einerſeits, Englands andererſeits.
Was England anlangt, ſo deuten alle Anzeichen darauf him
daß dieſe Macht, die durch die Aktionen der Kantonregierung
aufs ſchwerſte wirtſchaftlich und doch wohl auch politiſch
geſchä=
digt wurde, mindeſtens für eine gewiſſe Zeit ſich genötigt fühlt,
mit den ſiegreich fortſchreitenden Kräften der nationalen
Revo=
lution ihren Frieden zu machen. Die Tatſache allein, daß die
Exponenten Englands in China begonnen haben, mit den
Kantonleuten Verhandlungen nicht nur anzuknüpfen, ſondern
dies auch offen mitzuteilen, läßt darauf ſchließen, daß England
die bisher betriebene Politik des ſtarren Feſthaltens an den
be=
ſonderen Rechten der Ausländer und des Gegeneinander=
Aus=
ſpielens der inneren Kräfte Chinas nicht mehr für die einzig
mögliche hält. So ſehr es, wenn nötig, die Politik des Zauderns
verſteht, ſo raſch hat es ſich nach den entſcheidenden Fortſchritten
der Kantontruppen — wenigſtens äußerlich — umgeſtellt und
be=
ſtrebt ſich, wie des alten Fritzen lieber Gott, bei den ſtärkeren
Bataillonen zu ſein.
Aus dieſer Tatſache kann man ohne weiteres rückwärts
ſchließen, daß die Gebietseroberungen der Kantontruppen
nord=
wärts von ihrem Ausgangspunkt keineswegs ſo unſicher ſind,
wie wegen der angeblichen „Ausdehnung ihrer rückwärtigen
Ver=
bindungslinien” hier zuerſt meiſt angenommen wurde. Der
chineſiſche Bürgerkrieg iſt eben kein Krieg zwiſchen zwei
euro=
päiſchen Ländern und kann nicht mit den Maßſtäben europäiſcher
Strategie gemeſſen werden.
Das Ziel Englands bei dieſer Schwenkung ſeiner Politik iſt
klar: wirtſchaftlich ſucht es die Sicherung ſeines Handels in den
jetzt von Kanton kontrollierten. Gebieten bei dem, der dieſe
Sicherheit allein gewähren kann; politiſch wird es alle
Anſtren=
gungen machen, um für den Preis ſeiner Freundſchaft von den
Kantonleuten den Verzicht auf die Freundſchaft Rußlands
ein=
zuhandeln, d. h. militärpolitiſch den Verzicht auf ein weiteres
Vordringen nach Norden und auf die Verbindung mit Tſchang=
Tſo=Lin: ohne dieſe Verbindung aber fehlt der chineſiſch=
ſowjet=
iſtiſchen Allianz die letzte Stoßkraft.
Juzwiſchen iſt der Gegenſpieler nicht müßig. Wenn die
Berichte über das Auftreten des ſowjetruſſiſchen
Bevollmächtig=
ten bei der Kantonregierung, Borodin — der zugleich der von
der Komintern entſandte politiſche Berater der Kuomintang, der
chineſiſchen nationalrevolutionären Partei iſt — in öffentlichem
Vollsverſammlungen neben chineſiſchen Intellektuellen und
Ar=
beitern richtig ſind, woran zu zweifeln kein Anlaß vorliegt, ſo
enthüllen ſie mit einem Schlage die bedrängte Lage, in die
Ruß=
land mit ſeiner Chinapolitik durch die engliſche Schwenkung
ge=
raten iſt. Eerade Borodin hatte bisher, wie dies nicht nur ſeiner
perſönlichen Reigung, ſondern gewiß auch den Moskauer
Inſtruk=
tionen entſprach, ſich außerordentlich zurückgehalten und ſeins
Tätigkeit ganz auf das Wirken im engeren Kreiſe der chineſiſchen
Parteileitung beſchränkt. Wenn er jetzt an die Oeffentlichkeit
hervortritt, ſo iſt damit bewieſen, daß die ruſſiſche Politik den
Zeitpunkt gekommen ſieht, wo ſie bei den breiten Maſſen der
chineſiſchen Bevölkerung — mindeſtens bei den politiſch
inter=
eſſierten Großſtädtern — mit allen Mitteln und Sympathien
werben und ſich als den Verbündeten der erfolgreichen
Revo=
lution in Erinnerung halten muß, um damit der
Kantonregie=
rung gegenüber ein Gegengewicht gegen die Einflüſſe des neuen
engliſchen Freundes in der Hand zu haben. Zugleich mag der
Wunſch mitſpielen, die Kantonregierung ſo raſch als möglich
und noch ſtärker, als es bisher durch diplomatiſche Noten geſchah,
als die Verbündete Sowjetrußlands vor England zu
kompromit=
tieren und ſo die Annäherung zu erſchweren.
Deutſchlands Stellung in dieſer Entwicklung iſt nicht ganz
einfach. In politiſcher Hinſicht allerdings iſt ſie erleichtert durch
die bekannte Geſchichte der deutſch=chineſiſchen Beziehungen ſeit
Kriegsende, und man wird beſtimmt ſagen können, daß die
Kantonbewegung in keiner Weiſe Anlaß hat, von ſich aus
Deutſchland politiſche Schwierigkeiten zu machen. Naturgemäß
hat Deutſchlands politiſche Haltung gegenüber den inneren
chine=
ſiſchen Auseinanderſetzungen immer nur die der äußerſten und
abſoluten Zurückhaltung ſein können, wobei für alle offiziellen
Akte nur die völkerrechtlich und ſtaatsrechtlich einwandfrei
feſt=
ſtehenden Fakten zur Richtſchnur dienen können. Das würde
Seite 2
auch dann gelten, wenn etwa die Frage, wem die rechtmäßige
Vertretung Chinas im Völkerbund zuſteht, akut werden ſollte.
Immerhin läßt dieſe — bisher trotz des Auftretens der
Kantondelegation in Genf noch akademiſche — Frage ſchon
er=
kennen, daß hier einmal der Zeitrunkt kommen könnte, wo
völker=
rechtliche Fakten durch die politiſche Entwicklung unwirkſam
wer=
den und wo wiederum neue politiſche Entſchlüſſe erſt gefaßt
wer=
den wüſſen, damit aus ihuen neue völkerrechtliche Tatſachen
ent=
ſtehen können. In dieſem Falle wird der deutſchen Politik nicht
viel anderes zu tun bleiben, als nach beſtem Vermögen
feſtzu=
ſtellen, welches die wahre Meinungsäußerung des chineſiſchen
Volkes über die Art, wie es regiert und alſo von wem es nach
außen vertreten werden will, feſtzuſtellen und dieſe Meinung
durch die deutſche Stimme — und mehr als eine Stimme hat
Deutſchland ja vorläufig nicht in die Wagſchale zu werfen — zu
unterſtützen. Daß dabei angeſichts der einander widerſtreitenden
Intereſſen Englands und Rußlands gewiſſe Schwierigkeiten für
die Haltung Deutſchlands nicht ausbleiben werden, mag
bedauer=
lich ſein, iſt aber nur ein Sonderfall der allgemeinen Lage
Deutſchlands in der Mitte Europas.
Sind die politiſchen Fragen noch verhältnismäßig einfach,
ſo iſt leider zu befürchten, daß auf dem Gebiet des deutſch=
chine=
ſiſchen Handelsverkehrs größere Schwierigkeiten auftauchen
wer=
den. Es mag dabei ruhig ausgeſprochen werden, daß nach
Mit=
teilungen führender, am Oſtaſienhandel intereſſierter
Bankinſti=
tute der deutſche Kaufmann in Kanton von dem Boykott
Shang=
hais profitiert hat; daß auf der anderen Seite die inneren Wirren
wie für jedes Geſchäft ſo auch für das des deutſchen Exporteurs
zahlreiche Störungen gebracht haben, inſofern beſtellte Waren
nicht transportiert und nicht geliefert werden konnten, Kunden
in den betroffenen Gebieten in Zahlungsſtockungen gerieten,
Güter verloren gingen, hohe Verſicherungsprämien zu zahlen
waren, iſt klar. Beides, Vorteile und Nachteile der Situation,
iſt nur natürlich. Wenn aber England wirklich zu einer Einigung
mit Kanton kommt — was an ſich im Intereſſe des inneren
Friedens und der ungehinderten wirtſchaftlichen Betätigung
ſo=
wie der Schaffung klarer Rechtsverhältniſſe vom Standpunkt
des Kaufmanns aus wohl zu wünſchen wäre —, ſo beſteht
natür=
lich die Gefahr, daß es ſich die Unterſtützung der neuen
Regie=
rung auch auf wirtſchaftlichem Gebiet bezahlen läßt. Dabei
braucht man nicht an die große Frage der chineſiſchen Zölle zu
denken, die nicht von heute auf morgen bereinigt werden wird.
Es genügt, ſich vor Augen zu halten, daß China ein Land iſt,
diſſen wirtſchaftliche Möglichkeiten zu ihrer Aufſchließung
drin=
gend ausländiſches Kapital brauchen. Schon während des
Bür=
gerkrieges hat z. B. die Elektrifizierung des Landes erſtaunliche
Fortſchritte gemacht, und außerdem hat auch hier der Krieg, wie
immer, neue wirtſchaftliche Anſätze geſchaffen (Motoriſierung,
Rüſtungsinduſtrie, Verkehrsbauten).
Sollte eine Beruhigung der inneren Verhältniſſe eintreten,
ſo hätte man mit einem raſchen wirtſchaftlichen Aufblühen zu
rechnen, das ſich vielfach unter Heranziehung fremden Kapitals
in der Form von Konzeſſionen, gemiſchten chineſiſch=ausländiſchen
Geſellſchaften, Staatsaufträgen mit Anleihefinanzierung
abſpie=
len wird. Dieſe wirtſchaftlichen Betätigungsformen aber ſind
mehr oder weniger eng mit dem politiſchen Einfluß, außerdem
natürlich mit der Leiſtungsfähigkeit des betreffenden
auslän=
diſchen Kapitalmarktes verbunden. Als Kapitalmarkt iſt London
ohnehin überlegen. Daß Deutſchland nicht auch noch durch
poli=
tiſche Einflüſſe aus dem Geſchäft verdrängt wird, muß Sorge
einer bei aller Vorſicht doch raſchen, anpaſſungsfähigen und
aktiven Leitung der deutſchen Politik ſein.
Die Landestrauer in Japan.
Londvn, 30. Dezember.
Amtlichen Telegrammen aus Japan zufolge iſt die Trauer
für den verſtorbenen Kaiſer auf ein Jahr feſtgeſetzt worden. Sie
zerſällt in drei Teile. Der erſte Teil von 50tägiger, der zweite
ebenfalls von 50tägiger und der dritte von 265tägiger Dauer.
Vom 23. Dezember bis zu dem für die Beerdigung feſtgeſetzten
Tage wehen die japaniſchen Flaggen auf den Botſchaften und
den Regierungsgebäuden auf Halbmaſt. Die Mitglieder der
jaraniſchen Kolonien in der ganzen Welt tragen am linken Arm
eine ſchwarze Binde. Das geſamte Hofleben ruht vom 26.
De=
zember auf fünf Tage und ebenſo am Beerdigungstage,
desglei=
chen die Arbeit in den Gefängniſſen, alle Hinrichtungen ſowie
Muſik= und Tanzvergnügungen.
* In des Jahres letzter Stunde.
Es iſt ein Merkwürdiges im Menſchenleben, in der Menſchen
Gewohnheiten. Eng beieinander ſitzen ihm Leid und Freude,
Ernſt und Scherz. Des Jahres letzte Stunde, die jeden
Men=
ſchen zu ernſtem Rück= und Ausblick ſtimmt, begeht er in
aus=
gelaſſener Freude.
Ernſt und feierlich klingen die Glocken von Dom zu Dom.
Raunen einander um die Stunde, da das alte Jahr Abſchied
nimmt und das neue frühem Morgenrot gleich hereinbricht,
ge=
heimnisvolle Grüße zu von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt,
von Land zu Land.
Es iſt wohl die Stunde, in der alle Menſchen, ſoweit die
Kulturwelt ſie zur Einheit umfaßt, in gleichem Gedenken, in
glei=
chem Fühlen ſich finden. Eine Stunde, eine Minute, in der Tod
und Leben, Vergehen und Erſtehen ſich die Hand reichen.
Unaufhörlich und durch kein noch ſo tiefes Weltgeſchehen
be=
irrt wendet Kronos ſein Glas, und unaufhaltſam rinnt Körnchen
um Körnchen. So viel auch Menſchengeiſt erfand und erſann, ſo
tief er in die Myſtik des Weltgeſchehens, in das All einzudringen
verſuchte, ſo groß die Erfolge ſind, die ihm beſchieden waren, im
Suchen nach der letzten Erkenntnis im Kosmos, eines hat er nicht
vollbracht, an einem immer und immer wieder muß er erkennen,
daß ſeinem Wiſſen und ſeinem Können Grenzen gezogen ſind:
die Zeit kann er nicht zum Stehen bringen. Auch nicht eine
Se=
kunde lang. Und ſo rückt über Glück und Unglück, über Freude
und Leid, über welterſchütterndes Geſchehen, wie über das kleine
und kleinlichſte Menſchenſchickſal unaufhaltſam die Zeit vorwärts.
Geht unbeirrt ihren Gang.
Heute um die Mitternachtsſtunde, wenn das letzte Körnchen
der Zeitenuhr gefallen und die Kugeln ſich drehen, anzeigend, daß
ein Altes zu Ende und ein Neues geboren, iſt die Stunde
gekom=
men, die uns zwingt, rückwärts zu ſchauen, bevor wir wieder
den Blick erheben in die Zukunft. Erkenntnis deſſen, was wir
verſäumt, und Genugtuung über das, was wir werkſchaffend vor
uns gebrecht, iſt die Frucht des Rückſchauens.
Ach, vieles wohl haben wir verſäumt, wenn wir unſer Tun
im Jahreslauf ehrlich überprüfen. Aber es ſoll uns nicht traurig
ſtimmen und nicht in Verzweiflung bringen, was wir verſäumt
haben. Das Erkennen der Tatſache, daß manche Minute, manche
Stunde ungenutzt verſtrichen, iſt uns ſchon Gewinn. Gibt uns
die Möglichkeit, zum mindeſten den Vorſatz zu faſſen, beſſer zu
macht, gut zu machen, denn wir haben des Jahres
Frühmorgen=
rot, wir haben gute Zeit von un. s.
Unverkennbar, nach dem furchtbaren Geſchehen des
Welt=
krieges und nach den noch furchtbareren Folgen, die er auswirkte,
es geht leiſe und langſam wieder den Berg hinauf. Wir ſpüren
es an allem. Wir ſpüren es vor allem an der wieder
beginnen=
den Lebenskraft und Lebensfreude. Nach Jahren des Irrens,
nach Jahren des Zweifelns, faſt der Verzweiflung, haben wir
Freitag, den 31. Dezember 1926
Vom Tage.
Der Rheiniſche Provinziallandtag nahm nach
län=
gerer Ausſprache die Vorlage über den Bau einer
Auto=
ſtraße Köln—Düſſeldorf an.
Das deutſch=belgiſche Schiedsgericht hat
Deutſch=
land zur Zahlung von einer Million Franken und
fünf Prozent Zinſen ſeit dem 1. Oktober 1915 verurteilt. Dies iſt
der Betrag, zu dem die Stadt Antwerpen im Kriege von oinem
Schiedsgericht verurteilt wurde, das den Beſtimmungen der Haager
Konvention nicht entſprach.
Von zuſtändiger Stelle erfahren wir, daß nach Mitteilung des
fran=
zöſiſchen Generals die beiden Mainzer Militärperſonen,
die an dem Zwiſchenfall beteiligt geweſen ſind, wegen der
Wider=
ſprüche in ihren Ausſagen feſtgenommen wurden.
Nach einer Mitteilung des ſozialdemokratiſchen
Partei=
vorſtandes iſt die Sitzung des Parteiausſchuſſes vom
Dienstag, den 11. Januar, auf Montag, den 10. Januar,
verlegt worden.
Am 4. Januar hält der polniſche Miniſter des
Aeußern, Zalewſki, ein Expoſé über die
Wirt=
ſchaftslage im Auswärtigen Ausſchuß des Seim.
Man nimmt an, daß er beſonders auch die Haltung der polniſchen
Re=
gierung zu den Vorgängen in Litauen präziſieren wind.
Das Mitglied des Allruſſiſchen Zentralvollzugskomitees
Marko=
witſch hat Selbſtmord verübt. Auf dem letzten Kongreß der
Gewerkſchaften in Moskau hat Markowitſch oppoſitionelle Anſichten
ver=
treten. Wegen der ihm deswegen gemachten Vorhaltungen iſt er in
den Tod gegangen.
Wie aus Bozen gemeldet wird, iſt das ſeit acht Wochen verboten
geweſene Blatt „Die Dolomiten” am Weihnachtsabend wieder
erſchienen. Auch „Der Volksbote” ſoll in nächſter Zeit wieder
er=
ſcheinen dürfen.
Durch einen Erlaß des griechiſchen Präſidenten iſt General
Pangalos degradiert worden. Er wird aus den Mili.
tärliſten geſtrichen werden.
Nach Mitteilungen der auſtraliſchen Regierung an ihren Vertreter,
den britiſchen Konſul in Köln, iſt ſoeben den deutſchen
Miſſio=
naren die Einreiſeerlaubnis nach den ehemals
deutſchen Kolonialgebieten in Neu=Guinea wieder
erteilt worden.
Vor ſechs Tagen wurde in Belgrad das, fünfte Kabinett
Uzunowitſch gebildet. Schon heute wird in politiſchen Kreiſen
mit ſeiner baldigen Demiſſion gerechnet.
Die Nachrichten über Unruhen in der Ukraine beſtätigen
ſich. Ueber Odeſſa, Cherſon und Charkow ſoll der Ausnahmezuſtand
verhängt worden ſein.
In der chileniſchen Kammer hat einer der bekannteſten
chileni=
ſchen Abgeordneten Edward Smatts, lebhaft gegen die
Landung amerikaniſcher Marinetruppen in
Nica=
ragua proteſtiert.
Eine neue Rede Coolidges zur Abrüſiungsfrage
Trenton (New Yerſey), 30. Dezember.
Bei der Feier des 150. Jahrestages der Schlacht von
Tren=
ton nud des berühmten Uebergungs Waſhingtons über den
Delauvare hielt Coolidge auf einem Feſteſſen eine Anſprache, in
der er ſagte: „Ich glaube wicht, daß wir durch die Rüakehr zum
Rüſtungswertſtreit die Friedenspolitik, fördern können.
Wäh=
rend ich für eine angemeſſene Armee und Marine eintrete, bin
ich gegen jeden Verſuch, das amerilaniſche Volk zu militariſieren.
Wenn die Militariſierung bis in ihre letzten logiſchen
Konſequen=
zen durchgeführt wird, ſo iſt das Ergebnis immer ein
voulſtän=
diger Mißerfolg. Wir können der Menſchheit keinen beſſeren
Dienſt erweiſen, als unſeren ganzen Einfluß aufzubieten, um
die Welt davor zu bewahren, wieder in die Gewalt dieſes
ver=
derblichen Eyſtems zu geraten.”
Coolidge erklärte weiter, zu ſehr beruhten die internationalen
Beziehunzen auf der Furcht. Die Völler rühmten ſich, daß ſie
den Mut haben, gegeneinander zu kämpfen. Wann wende die
Zeit kommen, wo ſie auch den Mut haben, einander zu vertrauen.
Seiner Anſicht nach ſei größeres gegenſeitiges Verſtehen und der
Geiſt gegenſeitiger Hilfsbereitſchaft in der Welt zurzeit im
Zu=
nehmen begriffen, und dieſe Entwicklung widerſpreche der
Unab=
hängigkeitstheorie nicht. Die Ameritaner, ſchloß Coolidge, haben,
während ſie auf ihrer Unabhängigkeit beſtanden, ſich niemals der
Anerkennung der Tatſache verſchloſſen, daß ſie einen Teil der
ziviliſierten Welt bilden, und daß ſie nicht nur ſich ſelbſt, ſondern
auch anderen in hohem Maße zu Dank verpflichtet ſind. Aber die
Amerikaner ſind heute, wie zu Waſhingtons Zeiten, entſchloſſen,
eigene Herren ihres Schickſals und ſelbſt Richter über ihr
Ver=
halten zu ſein. Amerika iſt ſtark genug und tapfer genug, um
ſich jedem Verſuche zu widerſetzen, den der Geiſt des
Militaris=
mus machen könnte, ſich der Welt zu bemächtigen.
Papſt Sylveſter I.
So bekannt und volkstümlich der Silveſtertag iſt, der in vielen
Ländern mit allerlei volkstümlichen Gebräuchen begangen wird,
ſo unbekannt iſt der Mann, nach welchem er benannt wurde.
Es iſt dies der erſte Papſt, Sylveſter I., der in den Jahren 314
bis 355 auf dem Papſtſtuhle ſaß.
uns wiedergefunden, haben wir erkannt, daß aus all den Tiefen
uns nur eins wieder den Weg zur Höhe, den Weg zur
leuchten=
den Sonne weiſen kann: die Arbeit!
Segen bringende, fruchtbare, befriedigende, köſtliche Arbeit!
Eines der ſchönſten Worte des größten Werkes der Literatur, der
Bibel, iſt: Und wenn es köſtlich geweſen, ſo iſt es Mühe und
Arbeit geweſen. Dieſes wundervolle Wort, hat es nicht die gleiche
Bedeutung, wenn wir ſagen: Es war Mühe und Arbeit, darum
war es köſtlich!
Gott und das gütige Geſchick meinen es gut mit uns, wenn
wir das köſtlich ſegenvolle Säen und Ernten, Fruchten und
Ge=
bären nach dem hehren Vorbild der Natur aus unſerer Arbeit
Nummer 362
Mandate — Kolonien — Dominions.
Der engliſche Kolonialminiſter Amern gegen
deutſche Kolonien.
* Berlin, 30. Dezember. (Priv.=Tel.)
Der „Lokalanzeiger” beginnt in ſeiner Donnerstag=
Morgen=
ausgabe mit einer Reihenfolge von Unterredungen, die der
Lon=
doner Korreſpondent des Blattes mit Mitgliedern des engliſchen
Kabinetts gehabt hat. Das Blatt beiont, daß es ſich vom
deut=
ſchen Standpunkt aus mit den Aeußerungen der engliſchen
Staatsmänner nicht in allen Punkten einverſtanden erklären
kann, ſieht aber in der Tatſache der Unterredungen einen
er=
freulichen Beweis für die Wiederannöherung zwiſchen beiden
Ländern.
Als erſter äußert ſich der engliſche Miniſter für Kolonien,
Amery, über Dominions, Kolonien und Mandate.
Insbeſon=
dere beſpricht er die gegenwärtige engliſche Kolonialpolitik und
ihre Rückwirkung auf Deutſchland. Er geht davon aus, daß das
engliſche Kolonialreich in zwei grundverſchiedene Abteilungen,
nämlich in Dominions und Kolonien, zerfällt, was in
Deutſch=
land ſehr oft überſehen wird. Es beſtehen ſogar zwei verſchiedene
Miniſterien; eines für Kolonien und ein anderes für
Domi=
nions, die in Zukunft ſogar von zwei verſchiedenen Miniſtern
geleitet werden ſollen. Im neuen britiſchen Reich iſt jeder
Einzel=
ſtaat an ſich ſouverän, und der König iſt für jeden einzelnen
Staat auch König dieſes Staates. Er iſt aber gleichzeitig auch
König des ganzen Reiches, und der Bürger von Südafrika iſt
gleichzeitig Bürger des britiſchen Reiches. Im Verlauf der
Unterredung erklärte der Miniſter, daß er an die Möglichkeit der
Vereinigten Staaten von Europa glaubt. Er meint, es müßte
ſich bei allſeitigem guten Willen ein Zuſammenarbeiten der
Völ=
ker ermöglichen laſſen, wie es jetzt innerhalb des britiſchen Reiches
geſchieht. Als die Kolonialfrage zur Sprache kam, widerſprach
der Miniſter der Auffaſſung der vom Korreſpondenten
geäußer=
ten Anſicht, daß Deutſchland Kolonien brauche. Vielmehr
ver=
trat er die Auffaſſung, daß ſowohl die Rohſtoffe, die
Deutſch=
land vor dem Krieg aus den Kolonien herausholte, als auch
das Abſatzgebiet, das Deutſchland in dieſen Kolonien fand, ſehr
unbedeutend geweſen ſeien. Des weiteren ſuchte der Miniſter zu
beweiſen, daß ein Kolonialgeſetz auch für die Größe oder das
Preſtige des Landes von keiner Bedeutung ſei. Dagegen
be=
ſtritt der Kolonialminiſter nicht, daß Deutſchland im induſtriellen
Sinne einen Anteil an den Kolonien haben müſſe. Er meinte,
daß dies aber nur durch Verſtändigung und Abmachungen
mög=
lich wäre, die ſich im Verlauf der Dinge von ſelbſt ergeben
wür=
den. Die britiſchen Kolonien ſtünden ſchon heute dem deutſchen
Handel und den deutſchen Anſiedlern offen, und es würde auch
der Zeitpunkt kommen, wo Deutſchland und Frankreich in den
franzöſiſchen Kolonien induſtriell gleichberechtigt handeln
wür=
den. Im übrigen ſtünde es Deutſchland frei, Kolonien zu
er=
werben, wo ſolche zu erwerben ſeien. Eine ſolche Transaktion
könne wohl dem Völkerbund vorgelegt werden. Zu der
Man=
datsfrage ſagte Amery, daß es ſich hierbei genau ſo verhalte wie
bei der Kolonialfrage. Eine Neueinteilung der beſtehenden
Man=
date durch den Völkerbund käme aber nicht in Frage, da dieſer
in keiner Weiſe dazu berechtigt ſei. Auf die Frage, ob es nicht
richtig wäre, Deutſchland ſeine Kolonien zurückzugeben, ſagte
der Miniſter: „Bei Kriegsſchluß verzichtete Deutſchland auf ſeine
Kolonien zugunſten der Alliierten. Belaſſen wir es dabei. (1)
Kommen wir auf dieſe Frage nicht mehr zurück. Fangen wir
damit an, ſo iſt nicht abzuſehen, wo wir enden. Denn mit
dem=
ſelben Recht könnte Deutſchland dann die Rückgabe von Elſaß=
Lothringen verlangen. Wir wollen nicht rückwärts gehen (!),
wir wollen als Ausgangspunkt das Ende des Krieges nehmen
und vorwärts gehen. Der Fortſchritt liegt in der Verſtändigung
unter den Nationen Europas.”
Einigungsbeſtrebungen der polniſchen Monarchiſten.
EP. Warſchau, 30. Dezember.
Die vom Fürſten Radziwill gegründete „Partei der
natiö=
nalen Nechte” hielt in Warſchau eine Verſammlung ab und beriet
über die Einigung der monarchiſtiſchen Bewegung. In Polen
ſind ſeit der Tagung von Nieſwiez ſechs verſchiedene
monar=
chiſtiſche Parteien entſtanden. Der Hochadel ſtrebt eine
Vereini=
gung an, die jedoch kaum gelingen dürfte. Radziwill erklärte,
daß ſeine Partei die Aenderung der Staatsform anſtrebe, ihr
Ziel jedoch nur in enger Zuſammenarbeit mit Pilſudſki erreichen
wolle.
ſchöpfen und erkennen. Wenn wir alles, was wir außer der
Arbeit genießen an materiellen und ideellen Dingen, als nichts
anderes betrachten, als was es Gott beſtimmt hat, als Stärkung,
als Kraftſpende zur Arbeit. Wenn uns weiter die Erkenntnis
kommt, daß aus dieſer Arbeit wie das ewige Kommen und Gehen
im Naturgeſchehen uns wiederum das Köſtliche erwächſt, das wir
brauchen zum Lebensgenuß, zur Lebensfreude.
Es gibt nichts Köſtlicheres, es gibt kein Ding, an dem mehr
Segen haftet, von dem ein hehrerer Strahlenglanz ausgeht, als
von dem Werk, das unſere Hände ſchaffen, das unſer Geiſt
er=
denkt. Die Arbeit iſt es, die uns adelt, ganz gleich auf welchem
Gebiete, mit welchem Werkzeug die Arbeit geſchieht. Auch in
dieſem einen ſollten wir uns innigſt zuſammenfinden, in dem
Erkennen, daß jeder berufen, jeder die heilige Pflicht hat, zu
ſeinem Teil an dem großen Werk mitzuſchaffen, das uns erhält,
das uns wieder emporbringen muß, in der Arbeit!
Die erſte Stufe iſt erklommen. Wenn wir heute in des
Jah=
res letzter Stunde Rückſchau halten und in freudiger Erkenntnis
ſagen können, die erſte Stufe iſt erklommen, dann werden die
weiteren Stufen genommen werden, mag der Weg auch noch ſo
ſteil ſein, auf ſeinem letzten Gipfel glüht leuchtend der neuen
Zeit morgendlich Rot!
Haben wir ſo unſerer Hände ſchaffend Werk vollendet, iſt der
Arbeit Segen über uns gefloſſen und hat uns die innere Ruhe,
das Glück der Zufriedenheit deſſen gebracht, der am Abend von
ſich ſagen darf: ich habe meinen Tag genutzt, der dann teilhaft
wird der Bibelverheißung, „dein Leben war köſtlich”, dann
wol=
len wir uns zuſammenfinden in innigem Dankgebet gegen den
Linker der Geſchicke, der es trotz der Prüfungen, trotz der
furcht=
baren Nöte, die er über uns verhängt, gut mit uns meint, weil
er uns wieder den Segen der Arbeit erſchloß.
Dann aber auch wollen wir uns freuen des Daſeins. Und
wenn nach altem Brauch um die Mitternachtsſtunde des letzten
Tages im Jahre die Gläſer mit dampfendem Punſch erhoben
werden und in ihr Zuſammenklingen die herzlichſten und beſten
Wünſche für das Neue und Kommende hineingewoben werden,
dann wollen wir freudvoll, gottesfürchtig und zuverſichtlich
die=
ſem neuen, dieſem jungen Jahr offen ins Auge blicken und
wol=
len ihm die vom Werkſchaffen breit gewölbte Bruſt
entgegen=
ſtrecken und das Haupt erheben und ihm zurufen: Komm! Komm
mit allem, was du für uns in den dunkeln und hellen Loſen des
Schickſals verborgen hältſt, komm mit Freude und Leben, komm
mit Leid und Sterben, du findeſt ein gerüſtet Volk, du findeſt
Menſchen, die das Schickſal durchgerüttelt und durchgeſchüttelt
hat, die ſich aus tiefſter Not emporgeſchwungen und die nun
wie=
der feſtſtehen mit beiden Beinen auf heimatlicher Scholle, die ihre
Hände und Arme regen, deren Geiſt nicht ſtill ſteht Tag und
Nacht, die gewillt ſind mit eiſerner Entſchloſſenheit, die Zeit, das
Scbickſal, die vor allem aber gewillt ſind, ſich ſelbſt zu meiſtern.
Deren heiligſtes Streben es ſein und bleiben ſoll, den köſtlichſten
und größten Sieg zu erringen: den über die eigene Nichtigkeit.
Nummer 362
Geite 3.
Jſolierung Englands in China?
Beunruhigung in Japan. — Zurückhaltung in
Amerika. — Schadenfreude in Frankreich.
* Paris, 30. Dezember. (Priv.=Tel.)
Das engliſche Chinamemorandum iſt nicht nur in Paris,
ſondern auch von den anderen beteiligten Regierungen recht
un=
günſtig aufgenommen worden. England hat ſich durch dieſen
Schritt in der Chinapolitik ſtark iſoliert, denn Frankreich und
Japan werden keineswegs mit England zuſammengehen und ſich
die Vorſchläge des engliſchen Memorandums, zu eigen machen.
Japan ſteht neuerdings in einem gewiſſen Gegenſatz zu England,
denn es glaubt, allein in China beſſere Geſchäfte machen zu
können, als bei einer Anlehnung an England. Die
Verhand=
lungen des neuen engliſchen Geſandten in China mit der
Kan=
tonregierung haben in Tokio gewiſſe Beunruhigungen
hervorgerufen, denn man erblickt in ihnen den erſten Schritt der
Anerkennung der Kantonregierung durch England. Japan hat
ſich der Kantonregierung gegenüber bisher ſtreng neutral
ge=
halten und immer wieder betont, daß es ſich nicht in die
inner=
politiſchen Verhältniſſe Chinas einmiſchen werde. Auch die
Ver=
bindungen Japans, zu Tſchang tſo lin ſind lockerer geworden,
nachdem dieſer ſeine völlige Unfähigkeit bewieſen hat, irgend
etwas gegen die Kantonregierung unternehmen zu können. Die
Hilfskräfte Tſchang tſo lins ſind außerordentlich erſchöpft, und
es beſteht keine Möglichkeit, die wirtſchaftlichen, militäriſchen und
politiſchen Kräfte Nordchinas ſo zu heben, daß die
Nordpro=
vinzen einen erfolgreichen Kampf gegen Kanton aufnehmen
können. Tſchang tſo lin kann Japan nichts mehr bieten, verlangt
vielmehr von Tokio weitgehende finanzielle und wirtſchaftliche
Unterſtützung, um ſich gegen Kanton halten zu können, was
natürlich in Japan die Freude an Tſchang tſo lin nicht beſonders
gehoben hat. Man will ſich in Tokio auch nicht zu
einſeitig auf Ttchang tſo lin und die
Nord=
provinzen feſtlegen, weil man es dadurch vielleicht für
immer ſehr gründlich mit der Kantonregierung verderben würde.
Japan rät daher Tſchang tſo lin, ſich auf ſeine Provinz im
Norden, die Mandſchurei, zu beſchränken, deren Gouverneur er
ſeit langer Zeit iſt und in der er ſich auch ohne japaniſche Hilfe
behaupten kann. An der Mandſchurei hat Japan das
überwie=
gende Intereſſe, da dort ſeine wichtigſten wirtſchaftlichen
Unter=
nehmungen liegen. Den Japanern würde es daher vollauf
ge=
nügen, wenn Tſchang tſo lin ihre Intereſſen in der Mandſchurei
ſchützt. Ebenſowenig wie ſich Japan in China in irgendeiner
Weiſe feſtlegen will, treibt auch Frankreich dieſe bei der völlig
unklaren Lage in China allein richtige Politik. Man will weder
auf die Kantonregierung, noch auf die Gouverneure der
Nord=
provinzen ſetzen, denn man weiß nicht, wie die Gewinnausſichten
der verſchiedenen Parteien ſind.
Auch Amerika bewahrt nach wie vor in allen
chine=
ſiſchen Dingen die größte Zurückhaltung und glaubt
auch, allein beſſere Geſchäfte zu machen, als wenn es mit England
zuſammengeht. Die engliſche Politik hat ſich mit ihrem
Memorandum zwiſchen zwei Stühle geſetzt, denn es wird
ſowohl von den an China intereſſierten Mächten, wie von den
ſtreitenden Parieien des chineſiſchen Volles ſelbſt abgelehnt. Es
hat weder die Kantonregierung noch die Gouverneure der
Nord=
provinzen und der völlig machtloſen Pekinger Zentralregierung
befriedigt. Die Kantonregierung iſt damit unzufrieden, daß ſich
England trotz der Verhandlungen ſeines Geſandten mit ihrem
Außenminiſter ſich nicht hat dazu entſchließen können, die
Kan=
tonregierung anzuerkennen. Die Machthaber der Nordprovinzen
wiederum ſind bereits über die engliſch=kantoneſiſchen
Verhand=
lungen entrüſtet und ſehen darin den erſten Schritt zur
Aner=
kennung Kantons. Der engliſche Vorſchlag, die erhöhten
Zoll=
ſätze in Zulunft nicht mehr der Zentralregierung, ſondern den
lokalen Behörden zur Verfügung zu ſtellen, wird ebenfalls von
beiden chineſiſchen Parteien abgelehnt, da hierdurch ſowohl den
Gouverneuren der Nordprovinzen wie auch der Kantonregierung
die finanzielle Möglichkeit zur Fortſetzung des Krieges gegeben
wird. Die Kantonregierung iſt mit dieſem Vorſchlag ſchon
des=
wegen nicht einverſtanden, weil die Hafenſtädte Schanghai und
Tientſin weit über die Hälfte aller Zolleinnahmen haben, ſo daß
dieſe Gelder den örtlichen Befehlshabern, oder der Regierung
der Nordprovinzen zufließen würden. Kanton iſt es bisher noch
nicht gelungen, dieſe beiden Städte zu beſetzen, da die
gegenwär=
tige Jahreszeit die Operationen der Kantonarmee ſtark
behin=
dert. Die Vormarſchbewegung der Südtruppen vollzieht ſich
da=
her nur ſehr langſam.
4Perlobungs= und
Hochzeitsprophe=
zeiungen zu Silveſter
Die ſchwimmende Nußſchale. — Der Hund am Zaun. — Das
Licht im Spiegel. — Der Zettel im Strumpf. — Der
Wachs=
tropfen im Waſſer. — Der Gang ums Haus.
gkk. Der Silveſterabend, welcher in jene Zeit fällt, die dem
Botte Fro (Freyr) beſonders heilig war, ſoll nach dem
Volks=
glauben vornehmlich für die Brautſchau äußerſt günſtig ſein. In
den verſchiedenen Gegenden Deutſchlands gibt es zahlloſe hierauf
ſich beziehende Bräuche, welche aber alle in dem Kultus des Fro,
als des Gottes der Ehe, ihre Quelle haben. Vor allem iſt es das
Schwimmenlaſſen von Nußſchalen, was an dieſem Abend von
Liebenden geübt wird. Jede der anweſenden Perſonen ſetzt ein
ſaus einer Nußſchale beſtehendes Schiffchen, in welchem ein
bren=
nendes Lichtchen befeſtigt iſt, in eine mit Waſſer gefüllte
Schüſ=
ſel; aus denjenigen Perſonen, deren Fahrzeuge ſich vereinigen,
hird nun im nächſten Jahre ein Paar. Aus welcher Gegend der
Bräutigam kommen wird, läßt ſich ſehr leicht ermitteln, wenn
Ddas Mädchen um die Mitternacht in Begleitung eines Hundes
n einen Zaun geht, dieſen ſchüttelt und dabei ſpricht: „Tuunke
nZäunchen), ich ſchekder di!‟ Der Hund fängt darauf zu bellen
an, und nach welcher Gegend er dabei ſieht, aus der kommt der
Bräutigam. Von welcher Geſtalt der Geliebte ſein wird, erfährt
Ddie Betreffende, ſobald ſie um Mitternacht ohne Licht in den
Holzſtall geht und einen Kloben Holz aus dem Holzſtoß zieht.
Nach der Form des herausgezogenen Klobens richtet ſich die
Ge=
ſſtalt des künftigen Liebſten; iſt ſie z. B. krumm, ſo wird er
ver=
hpachſen ſein. Im Samlande deckt das Mädchen am
Silveſter=
bend einen Tiſch in der Stube neben ihrem Schlafzimmer und
fſtellt ein Glas Wein, ein Glas Bier und ein Elas Waſſer darauf.
DDes Morgens ſieht ſie nach, aus welchem Glaſe getrunken iſt:
Fehlt Wein, ſo bekommt ſie einen reichen Mann, fehlt Waſſer,
einen armen Schlucker, fehlt Bier, ſo wird ihr Mann zwiſchen
beiden die Mitte halten. Wen ein Mädchen heiraten wird,
ent=
ſcheidet ſich in folgender Weiſe. Mit zwei brennenden Lichtern
rritt ſie vor einen Spiegel und ruft dreimal den Namen des
Ge=
liebten; ſieht ſie dann im Spiegel ſein Bild, ſo wird er ſie freien,
Fieht ſie einen anderen, ſo wird es dieſer tun. Ob ein Mädchen
Siberhaupt im kommenden Jahr heiraten werde, läßt ſich ſehr
leicht erfahren, wenn es um Mitternacht in den Schafſtall geht
rnd im Finſtern ein Tier greift. Iſt das ergriffene Tier ein
Mutterſchaf, ſo wird aus der Heirat nichts; ergriff es jedoch
einen Hammel oder gar einen Bock, ſo kommt die Heirat ſicher
zuſtande. Zieht man in der Mitternachtsſtunde eine Handvoll
Stroh aus dem Dache, ſo heiratet man im kommenden Jahr, wenn
Die Zahl der ergriffenen Halme eine gerade iſt; iſt ſie ungerade,
5o muß man ſterben. Auch kann man drei Namen auf ebenſoviele
Zettel ſchreiben, in einen Strumpf ſtecken und dieſen dann unter
Freitag, den 31. Dezember 1926
Die Iſolierung Englands in China wird von den anderen
beteiligten Mächten nicht ungern geſehen, und es macht ſich
be=
reits in Frankreich und in Japan eine gewiſſe Schadenfreude
be=
merkbar. Die engliſche Preſſe iſt darüber wenig erfreut und
be=
ſchuldigt bereits Frankreich, es habe verſchiedentlich verſucht, mit
Japan ein Bündnis abzuſchließen, das ſich im weſentlichen gegen
die engliſchen Invereſſen in China richten ſollte. Die von
Cham=
berlain mit großer Geſte vorgetragene Idee des „Locarnos des
Fernen Oſtens” hat ſich bisher nicht verwirklichen laſſen. Das
wird wohl auch in Zukunft nicht gelingen, denn die Intereſſen
der beteiligten Mächte gehen zu weit auseinander.
Die Kanton=Regierung verlangt vollſtändige
Zoll=
gutonomie und Abſchaffung einſeitiger Verträge.
EP. London, 30. Dezember.
Im Mittelpunkt des politiſchen Intereſſes ſteht immer noch
die Wirkung des engliſchen Memorandums an China auf die
übrigen Signatarmächte des Wafhingtoner Abkommens. Das
Hauptintereſſe aller Beſprechungen konzentriert ſich darauf, daß
ein Zuſammengehen zwiſchen Amerita und England auf der
Baſis des Memorandums der Kernpunkt für die weitere
Ent=
wicklung der Angelegenheit und der Haltung der übrigen Mächte
ſein müſſe. Man erwartet in London eine offizielle Erklärung
aus Waſhington und hofft, daß dieſe auf Japan und als Folge
hiervon auch auf Frankreich einen gewiſſen Einfluß ausüben
wird. Von Italien und Holland ſteht die Antwort noch aus. Im
übrigen bemüht ſich die engliſche Preſſe eifrig, den britiſchen
Standpunkt gegenüber den franzöſiſchen und anderweitigen
Auf=
faſſungen einander zu nähern. Irgendwelche Bemerkungen über
eine mögliche Rückwirkung der Verhandlungen auf die
euro=
päiſche Politik finden ſich jedoch noch nicht. — Aus Hankau
wird berichtet, daß die Kanton=Regierung es vorausſichtlich
ab=
lehnen wird, irgendwie an Verhandlungen auf der Baſis dieſes
engliſchen Memorandums teilzunehmen. Dieſe verlange
viel=
mehr vollſtändige Zollautonomie ſowie die Abſchaffung
ein=
ſeitiger Verträge als Mindeſtforderung.
Verſchärfte amerikaniſch=
mexikaniſche Spannung.
Vor der Abberufung des amerikaniſchen
Botſchafters aus Mexiko.
TU. New York, 30. Dezember.
Präſident Calles hat das Erſuchen der amerikaniſchen
Oel=
geſellſchaften, die Friſt zur Einreichung der Konzeſſionsgeſuche
zu verlängern, mit der Begründung abgelehnt, daß die
Souve=
ränität der mexikaniſchen Nation das Recht gebe, die Geſetze zu
erlaſſen, die ſie als richtig erachte. Den Geſellſchaften bleiben
ſomit nur noch 48 Stunden, um den Forderungen der
mexika=
niſchen Regierung nachzukommen. Die Antwort des Präſidenten
Calles iſt 18 Geſellſchaften zugegangen. Im amerikaniſchen
Staatsdepartement und in Waſhingtoner politiſchen Kreiſen
be=
trachtet man die Situation als kritiſch. Man rechnet mit einer
Abberufung des amerikaniſchen Botſchafters in Mexiko,
Chef=
field, falls den amerikaniſchen Geſellſchaften durch die
Maß=
nahmen der mexikaniſchen Regierung Schaden zugefügt werden
ſollte. Weitere diplomatiſche Schritte ſind von amerikaniſcher
Seite nicht mehr geplant. Die Meldungen, wonach ſich mehrere
amerikaniſche Oelgeſellſchaften dem neuen mexikaniſchen Geſetz
ge=
fügt hätten, haben bisher noch keine Beſtätigung gefunden.
Sieg der Aufſtändiſchen in Nicaragua.
Diaz geſchlagen.
Aus der Hauptſtadt Nicaraguas, Managua, wird gemeldet,
daß nach dem Sieg der Aufſtändiſchen in der dreitägigen Schlacht
an der Oſtküſte, die Truppen des Präſidenten Diaz, von den
Liberalen verfolgt, in das Innere des Landes geflohen ſind. Diaz
hat einen Aufruf erlaſſen, in dem er um Hilfe erſucht und
er=
klärt, er könne ſich allein nicht länger gegen die Aufſtändiſchen
halten, da ſie von Mexiko aus unterſtützt würden.
Bei dem geſtrigen Preſſeempfang erklärte Staatsſekretär
Kellogg, daß er nicht die Abſicht habe, die amerikaniſchen
Lan=
dungstruppen in Nicaragua abzuberufen. Irgendwelche Proteſte
von fremden Regierungen gegen die Landung lägen nicht vor.
das Kopfkiſſen legen. In der Nacht greift man in den Strumpf,
zieht einen Zettel und erfährt durch ihn den Namen des
beſtimm=
ten Bräutigams bzw. der Braut. Die geliebte Perſon erſcheint
im Traum, wenn man beim Schlafengehen Hafer und Leinſamen
unter das Kopfkiſſen ſtreut und dabei ſpricht: „Ich ſäe Hafer
und Lein! / Wer mein Geliebter (Geliebte) ſoll ſein, /
Komm=
im Traum und erſchein”: / Wie er geht, / Wie er ſteht, / Wie er
in die Kirche geht!“
Ebenſo wichtig iſt der Silveſterabend für die Entſcheidung
der Frage, ob ein Liebespärchen im Laufe des kommenden Jahres
Hochzeit machen weide. Man träufelt zu dieſem Zweck in eine
Schale mit Waſſer zwei Tropfen Talg oder Wachs, von denen
der eine den Bräutigam, der andere die Braut darſtellt. Kommen
ſie ſchwimmend zuſcmmen, ſo gibts im neuen Jahre Hochzeit.
Geht man um die Mitternachtsſtunde dreimal rückwärts ums
Haus und ſieht nach beendetem Gange aufs Dach, ſo wird man
im Laufe des neuen Jahres heiraten, wenn man einen Kranz
erblickt; nimmt man dagegen einen Sara wahr, ſo ſtirbt einer
der Liebenden; einen Storch, ſo gibts Kindtaufe; einen Hahn,
ſo brennt das Haus ab. Auch ligt die Braut beim Zubettgehen
ein Geſangbuch unter das Kopfkiſſen, kneift beim Erwachen ein
Ohr in ein Blatt und ſieht am Morgen nach, wo das Zeichen
ſteht; hat es ein Hochzeitslied getroffen, ſo gibt es unfehlbar
Hochzeit im Laufe des Jahres; traurig jedoch wäre es für die
Braut, wenn ſie ein Totenlied bezeichnet hätte, denn dann würde
ſi im Laufe des neuen Jahres ſterben. Andere gehen unter das
Fenſter einer Stube, in welcher eine laute Unterhaltung gepflogen
wird, und fragen: „Werde ich heiraten?” Erfolgt auf dieſe Frage
zufällig ein „Ja” als Antwort, ſo iſt die Hochzeit ſicher; hört
man dagegen ein „Nein”, ſo wird aus derſelben nichts,
4 Rainer Maria Rilke *
Aus Montreux kommt die Nachricht, daß Rainer Maria
Rilke, 51 Jahre alt, geſtorben iſt.
Von Chriſtian Morgenſtern geht die moderne deutſche
Lite=
raturgeſchichte zu Rainer Maria Rilke. Es iſt aber nur ein
loſes Geiſtesband, das dieſe beiden umſchlingt, die in ihrer
„Technik” ſo grundverſchieden ſind. Nur die Abkehr von den
Dingen, die ſind, haben beide gemein. Auch die leichtbeſchwingte
Phantaſie. Was dort aber witzig und ſatiriſch geſchieht, hat
hier tiefe, unendlich weiche Lyrik. Als Rilke ſeine „Erſten
Ge=
dichte” herausgab, machte er aufhorchen. Er wurde ſchnell
ge=
feiert und — fand viele, die ſeinen virtuos ausgeſchliffenen
Stil, ſeinen Satzbau, die Freiheit, in der er Verſe und Reime
band, nachahmten. Seine tiefe, weiche lyriſche Empfindung hat
einer erreicht. Mit Hoffmannsthal wurde er in Gemeinſchaft
mit noch Wenigen Träger einer neuen dichteriſchen Epoche. Die
Anderen aber irrten weiter ab. Was hier geſät ward in beſtem
Wollen, was innerſte Empfindung in die Form des neuen Aus=
Was geht in Polen vor?
Eine neue Umorientierung Pilſudſkis?
* Warſchau, 30. Dezember. (Priv.=Tel.)
In der polniſchen Politik war es in den letzten Wochen
merk=
würdig ſtill. Vielleicht iſt es dieſe Tatſache, die den günſtigen
Boden für mancherlei Gerüchte ſchafft, welche in den letzten Tagen
in Warſchau im Umlauf ſind. In der Preſſe wird heute vielfach
von einer baldigen Umbildung der Regierung des
Mar=
ſchalls Pilſudſki geſprochen, nachdem ſchon ſeit einigen Tagen
in politiſchen und parlamentariſchen Kreiſen über angeblich neue
bevorſtehende Ereigniſſe geraunt und geflüſtert wird. Nur gehen
die einzelnen Verſionen darüber, in welcher Richrung die
Um=
orientierung Pilſudſkis erfolgen ſoll, auseinander. Einzelne
Blätter vertraten noch kürzlich die Anſicht, daß die
Annähe=
rung an die Sozialiſten immer weitere Fortſchritte mache
und daß nach dem bekannten Beſchluß der Sozialiſtenpartei,
wo=
nach ſie keinen Sturz Pilfudſkis wünſche, mit einer baldigen
aktiven Teilnahme der Sozialiſten an der Regierung gerechnet
werden könne. Es wurde erzählt, daß die beiden monarchiſtiſchen
Miniſter für Landwirtſchaft und Juſtiz Nezabytowſki und
Meyſto=
witſch fallen gelaſſen und durch Fachminiſter erſetzt werden
ſollen. Dies ſollte der erſte Schritt auf dem Wege zu einer
Ver=
ſöhnung mit den Sozialiſten ſein, die immerhin wegen der
Affäre Moraczewſki noch erheblich verſchnupft ſeien. Die
Um=
ſetzung dieſer Pläne in die Tat wurde für die erſte Hälfte des
Januar vorausgeſagt. Nun bringen heute wieder Blätter die
Meldung, in der es heißt, daß tatſächlich eine Umbildung des
Kabinetts Pilſudſki bevorſteht, daß dieſe ſich aber zunächſt in
der Hereinnahme von zwei Generalen der
akti=
ven Armee äußern ſoll. Als erſter Kandidat wird der
ehe=
malige Kriegsminiſter im Kabinett Witos, General Soſnkowſki,
genannt. Ihm ſoll der Poſten des Vizepremierminiſters
ange=
boten werden, von dem Bartel zurücktreten ſoll.
Alle dieſe Pläne laſſen im Augenblick eine greifbare
Grund=
lage noch nicht erkennen. Offizielle Stellen ſchweigen ſich über
die kommende Regierungsumbildung völlig aus und geben
da=
mit den verſchiedenſten Kombinationen freien Spielraum.
Auf=
fallend iſt bei dieſer Preſſediskuſſion, daß die Kombination von
der Verbindung zwiſchen Pilſudſki und dem Fürſten
Radziwill, als Führer der neuen großen konſervativen
Partei, faſt gar nicht mehr die Rede iſt. Dies ſcheint mit
den Meinungsverſchiedenheiten zuſammenzuhängen, die noch
immer im polniſchen Rechtslager beſtehen und die es bewirken,
daß faſt täglich neue „nationale” Parteien wie die Pilze nach
dem Regen aus dem Boden ſchießen. Allerorts, ſowohl in
War=
ſchau, wie in Poſen und in Lemberg, ſplittern ſich von den
be=
ſtehenden größeren Rechtsparteien Teile und Teilchen ab, die ſich
dann jeweils entweder ganz ſelbſtändig oder mit Unterſtützung
anderer ähnlicher Gruppen als eigene Parteien auftun. Ueber
dieſem Parteiwirrwarr auf der Rechten ſcheint bisher nur noch
Dmowſki mit einem klar gezeichneten Ziel und einem präziſen
Programm dazuſtehen. Er hat kürzlich einen Aufruf erlaſſen,
in dem er zur Zuſammenfaſſung aller nationalen polniſchen
Kräfte in einem großpolniſchen Lager aufforderte. Dieſer
Auf=
ruf hat in allen Schichten der polniſchen Rechten lebhaften
Wider=
hall gefunden. Die neue Partei iſt aber noch in der Bildung
begriffen, und es ſteht noch dahin, wie das Verhältnis Pilſudſkis
zu ihr ſein und ob ſie für die kommende Regierungsumbildung
von Belang ſein wird. Dieſe Lage auf der Rechten ſowie die
noch immer ziemlich undurchſichtige Haltung der Sozialiſten
er=
möglicht noch keine genaue Ueberſicht. Klarheit werden vielleicht
ſchon die nächſten Tage bringen.
Polenflucht aus Frankreich.
EP. Warſchau, 30. Dezember.
Während die letzten drei Jahre im Zeichen einer
Wander=
beivegung von Polen nach Frankreich ſtanden, beginnt jetzt eine
Polenflucht aus Frankreich. In den letzten drei Jahren ſind aus
ganz Polen 160 000 Perſonen über Myslowitz nach Frankreich
ausgewandert, von denen 35 Prozent zurückgekehrt ſind und jetzt
in Polen die Arbeitsloſenunterſtützung beziehen. Aus Oſt=
Ober=
ſchleſien ſind 48.500 Arbeitsloſe, vielfach mit ihren Familien,
nach Frankreich ausgewandert. Seit Anfang November kehren
tuöchentlich 2500 ledige Arbeiter aus Frankreich zurück. Die
Re=
gierung hegt die Befürchtung, daß die Rückwanderer die
Wirt=
ſchaftslage erſchweren. Die franzöſiſche Auswandererſtelle in
Myslowitz, die ſeit 1923 arbeitet, wird Ende Dezember aufgelöſt.
drucks zwang, führte bei anderen zur Entartung, zur
Krank=
haftigkeit, zum Expreſſionismus, der der wahren Lyrik ſo
weſens=
fremd, daß er bald wieder erſtarb. — Rainer Maria Rilke blieb.
Er blieb, weil er ſich ſelbſt treu blieb, weil er eine feine
Dichternatur war, ein Künſtler, deſſen Wortſchatz ihm
Pa=
lette war und deſſen Satzbildung vollendete, duftende, ergreifende
Gemälde wurden. Er war Lyriker in Poeſie und Proſa. Seine
erſtaunliche Beherrſchung des Wortſchatzes unſerer Sprache ließ
ihn ſeine Empfindungen in eine Form kleiden, die auch
ſchlich=
teſtem Voxwurf künſtleriſchen Glanz, tiefes Leuchten gab. Leicht
und zart, auch tief und ſchwer vibrierte ſein Rhythmus, rauſchen
ſeine Bilder, die immer irgendwie Inneres geben, das keinem
fremo, das jeder erlebt und erlitten, das ihm aber hier in
ver=
tlärender Form neu erſteht.
„Die Weiſe von Liebe und Tod des Cornets Chriſtoph
Rilte” dieſes bewundernswerte Heldenſonett, iſt eine ſo feine
Lyrik in Proſa, wie ſie kaum ein anderer ſchrieb. Und kein
anderer hat nach Hoffmannsthals „Tor und Tod” das Erlöſtſein
durch den Tod ſo tiefen Troſtes voll geſchildert, als Rilke in
ſeiner Dichtung üiber Eurydike. — „Ich bin zu Hauſe zwiſchen
Tag und Traum” ſagt er einmal, und zum anderen: „Ich fürchte
mich ſo vor den Menſchen, ſie ſprechen alles ſo deutlich aus.”
Nichts charakteriſiert den verſtorbenen Dichter und ſeine Kunſt
treffender. Bei allem noli me tangere aber fand er doch freudige
Lebensbejahung:
Und wieder rauſcht mein tiefes Leben lauter,
als ob es jetzt in breitern Ufern ginge.
Immer verwandter werden mir die Dinge
und alle Bilder immer angeſchauter.
Dem Namenloſen fühle ich mich vertrauter:
Mit meinen Sinnen, wie mit Vögeln, reiche
ich in die windigen Himmel aus der Eiche,
uind in den abgebrochnen Tag der Teiche
ſinkt, wie auf Fiſchen ſtehend, mein Gefühl.
Nun iſt er dahingegangen, der weniger gab als andere und
M. St.
doch ſo unendlich mehr!
Aber nicht weiterſagen! Ein Märchenbuch von Anua Schieber. Mit 45
Bildern von Bruno Goldſchmitt. Bärenreiter Verlag, Augsburg 1926.
Leinen geb. 3 RM., karton. 2 RM.
Man muß es ſchon ſelbſt leſen, dieſes echte Märchenbüchlein,
denn: — man darfs ja „nicht weiterfagen!” Aber ſagen darf man, ja
muß man daß die in den Text eingeſtreuten Federzeichnungen Bruno
Goldſchmitts ſo ausgezeichnet ſind, ſo leicht hingeworfen bei aller
künſt=
leriſchen Qualität, ſo voll Humor, daß man ſFürt, jener Künſtler weiß
um den tiefſten Ernſt der menſchlichen Seele gleichermaßen, wie um die
goldenen Lichter reiner Kinderherzen.
Die Zeitſchrift für Geopolitik erweitert ſich vom 1. Januar 1927 ab
durch die Verbindung mit der Zeitſchrift Weltpolitik und Weltwirtſchaft.
Durch dieſe Verſchmelzung zuveier, bisher konkurrierender Zeitſchriften
erhält endlich auch Deutſchland ein großes und einflußreiches
weltpoli=
tiſches Organ, das den entſprechenden Zeitſchriften des Auslandes in
jeder Hinſicht an die Seite zu ſtellen iſt.
Familiennachrichten
Todes=Anzeige.
Am 29. Dezember, 7½ Uhr abends, entſchlief ſanft nach
langem, ſchwerem Leiden mein innigſtgeliebter Gatte, unſer
treuer Vater, Schwiegervater und Großvater
Bäckermeiſter
in faſt vollendetem 69. Lebensjahre.
(33973
In tiefer Trauer:
Frau Juliane Starck, geb. Zöller
Studienrat Ludwig Starck
Julie Starch
Georg Starck
Ida Starck, geb. Scheig
Eliſabeth Starck, geb. Hotz
und 2 Enkel.
Hahn b. Pfungſtadt, Worms, 30. Dezember 1926.
Die Beerdigung findet Samstag, den 1. Januar 1927, 2 Uhr
nachmittags ſtatt.
Seite 4
Freitag, den 31. Dezember 1926
Nummer 362
Lautz & Hofmanns Neujahrsbretzeln!
Nt
P Die glückliche Geburt
Sunſres Stammhalters zeigen
( 34050
hocherfreut an
Georg Klump u. Frau
Hertha, geb. Hinkel.
Darmſtadt, den 29. Dez. 1926.
Statt Karten.
Anna Starck
Peter Kohlmann
Verlobte r 33934
Hahn
Haupiſlr. 2
Darmſiadt
Neue Niederſtr. 18
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem ſchmerzlichen Verluſte unſerer
lieben Lisbeth, ſowie für die reichen Kranz= und
Blumenſpenden können wir nur auf dieſem Wege
allen unſeren innigſten Dank fagen.
Todes=Anzeige.
Am 29. Dezember verſchied
nach langem ſchweren Leiden
unſer lieber Vater und
Groß=
vater
Herr
Die trauernden
Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet am Freitag,
den 31. Dezember, vorm. 12 Uhr,
vom Portale des alten Friedhofs
an der Nied=Namſtädterſtraße aus
ſtatt.
34041
Am 1. Feiertag verſchied nach
ſchwerem Leiden mein lieber
Mann, mein guterVater,
Schwie=
gerpater, Großvater, Bruder,
Schwager und Onkel
Herr
Philiep Lehrhard
im 60. Lebensjahre.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Katharine Lehrhard, geb. Müller 4
nebſt Angehörlgen.
Darmſtadt, 29. Dezember 1926.
(233978
Luiſenſtr. 34.
Die Beerdigung fand in der Stille
ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Hinſcheiden
meiner lieben Frau und unſerer
guten Mutter ſagen wir Allen
in=
nigſten Dank. Insbeſondere danken
wir Herrn Pfarrer Schäfer für ſeine
troſtreichen Worte am Grabe.
Außer=
dem Dank für die vielen Blumen=
(B.19252
ſpenden.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Peter Nicolai, Werkmeiſter
und Famitie.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1926.
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Heute nacht verſchied nach kurzem ſchweren
Leiden im Alter von 34 Jahren meine liebe
Frau, unſere gute Mutter, Schweſter,
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gerin und Tante
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Greichen Müller
geb. Gräber.
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Heinrich Arnold
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Müller nebſt Kinder
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Die Beerdigung findet Samstag, den 1.
Ja=
nuar, nachmittags 3 Uhr, in Habitzheim ſtatt.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute
morgen, früh 3 Uhr, meine liebe Gattin, meine
herzensgute Mutter, unſere treuſorgende
Groß=
mntter und Schwiegermutter
Anna Maria Walter
geb. Gölz
nach einem Leben, das Liebe ohne Grenzen war,
nach kurzem, ſchweren, mit großer Geduld ertragenen
Leiden im 80. Lebensjahr in die Ewigkeit abzurufen.
In tiefem Schmerz:
Johannes Walter, Steueraufſeher i. R.
Peter Walter, Pfarrer, und Familie zu Trebur
Frau Pfarrer Jakob Walter Ww. und Kinder
zu Schornsheim
Mainz, den 29. Dezember 1926.
Die Beerdigung findet zu Trebur in aller Stille ſtatt.
ſ19270.
Nach mehrjähriger Spezialausbildung an der Universitäts-
Kinderklinik Prlansen Prol. Dr. Jamin), dem Ins titut
für vegetative Physiologte zu Frankkurt-Main /Prok
Dr. Embden), der UIniversitäts-Kinderklinik Jena /Prof.
Dr. 1brahim), der Universitäts-Kinderklinik Frankfurt-
Main (Prol. Dr. vor Mettenheim) (233988ls
habe ich mich hier als
Spesiglärztin für Sänglings- n-0 Fi, d rkrankbeiten
niedergelassen.
Dankſagung.
Ein arbeitsreiches Leben voll Liebe und Güte
hat nun geendet.
Am heiligen Abend ſtarb nach kurzem
ſchmerz=
lichen Leiden meine innigſtgeliebte Gattin, unſere liebe,
treubeſorgte Mutter und Schwiegermutter
Frau Margarethe Herbert
geb. Mager
im Alter von 54 Jahren
Die Beerdigung fand am 3. Weihnachtsfeiertag
ſtatt.
Beſonders herzlichen Dank Herrn Pfarrer Schimpf
fnr die liebevollen Worte am Grabe, ebenſo für die
überaus zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden und
Dank allen denen, die ſtie zur letzten Nuhe begleiteten
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Johannes Herbert XI.
Schloſſermeiſter.
Groß=Zimmern, den 28. Dezember 1926.
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Nummer 362
Freitag, den 31. Dezember 1926
Seite 5
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadt, 31. Dezember.
*Zum Jahreswechſel
unſeren Leſern die herzlichſten Wünſche zu entbieten, iſt uns
wiederum gern erfüllte Pflicht, iſt uns mehr als das: herzliches
Bedürfnis!
Wenn nach altem, durch Tradition heilig gewordenem Brauch
heute um die Stunde der Jahreswende die Glocken erklingen, die
Kerzen des Tannenbaums nochmals hell erſtrahlen, bis ſie mit
leiſem Kniſtern verlöſchen, ein gar köſtlich Symbol für das
Schei=
den des Jahres, wenn dann nach ebenſo heilig gewordenem
Brauch die Gläſer mit dampfendem Punſch oder auch — es ſoll
Menſchen geben, die’s können — mit perlendem Schaumwein
an=
einander klingen, dem neuen Jahre entgegenjubelnd; wenn in
dieſen Jubel von Mund zu Mund, von Herz zu Herz der Wünſche
unerſchöpfliche Zahl und Art Weg ſuchen und finden, dann bitte,
liebe Leſerin, lieber Leſer, ſeid überzeugt, daß in dieſe Wünſche
hinein unhörbar wohl, aber nicht weniger herzlich, auch die
unſe=
ren hineinklingen
Sind doch der Fäden ſo unendlich viele, die uns verbinden, die uns
feſt zu einer großen Familie zuſamenſchweißen. Eure Freuden ſind
unſere, und Euer Leid fühlen auch wir mit und ſind beſtrebt geweſen
und werden es immer ſein, es tragen zu helfen. Wenn das nicht
immer ſo gelingt, wie alle, in eiſter Linie wir ſelbſt es wünſchen
und möchten, dann bedenkt, daß alles Menſchenwerk
unzuläng=
lich und daß der geplagte Redakteur auch nur ein Menſch iſt.
Weil er das iſt, vergönnt auch ihm heute, wenn ſein Tagwerk
als letztes im Jahre vollbracht und mit dem Dämmern des neuen
Jahres ſein erſtes beginnt, ſein Glas Punſch, das er im Geiſte
mit dem Euren zuſammenklingen läßt und Euch zuruft:
Ein recht fröhliches, geſundes und zufriedenes
Neues Jahr!
— Ernannt wurde zum Steueramtmann der Oberſteuerinſpektor
Jakob Traub beim Finanzamt Worms=Stadt unter Verſetzung zum
Finanzamt Offenbach=Stadt.
— Grledigte Förſterei. Am 1. Februar 1927 kommt zur Erledigung
die Förſterei Böllenfalltor des Forſtamtes Darmſtadt. Schluß
des Meldetermins am 15. Januar 1927 beim Sekretariat des Heſſiſchen
Miniſteriums der Finanzen, Abteilung für Forſt= und
Kameralver=
waltung.
— Heſſiſches Landestheater. Generalintendant Ernſt Legal wurde
von Profeſſor Leopold Joßner eingeladen, am Berliner ſtaatlichen
Schauſpielhaus im Laufe des Monats Januar Hans Joſe Rehfiſchs
neueſtes Werk, „Razzia” zu inſzenieren, mußte dieſen Antrag aber
mit Rückſicht auf ſeine künſtleriſche Arbeit am Landestheateu, die eine
längere Unterbrechung gegenwärtig nicht zuläßt, ablehnen.
Die heutige Silveſtervorſtellung „Robert und Bertram”
be=
ginnt bereits um 6½ Uhr. Die Dekorationen der Aufführung ſind nicht
neu geſchaffen worden, ſondern wurden unter Leitung von Lokhar
Schenck von Trapp aus dem dekorativen Beſtand des Landestheaters
zuſammengeſtellt.
„Aus drei Jahrhunderten deutſcher Dichtung”, iſt
der Titel eines Vordragsabends, den Frau Maria Fein im Kleinen
Haus des Landestheaters am Mittwoch, den 5. Januar, abends 7½ Uhr.
halten wird. Der Vortrag gibt einen Ueberblick über das lyriſche
Schaf=
fen deutſcher Dichter von Chriſtian Eümther bis Bertolt Brecht. Die
Eintritlspreiſe ſind auf 1, 2 und 3 Mk. feſtgeſetzt. Der Vorverkauf
be=
ginnt am Samstag, den 1. Januar, an der Kaſſe des Kleinen Hauſes.
Zur Erinnerung an den hundertfährigen Todestag Beethoven3 bringt
das Drumm=Quartett im Kleinen Haus an fünf Abenden
ſämt=
liche Streichquartett des Meiſters zu Gehör. Die Miete für dieſe
Abende, die, den wirtſchaftlichen Verhältniſſen Rechnung tragend, auch
in Raten gezahlt werden kann, gelangt in den nächſten Tagen an der
Kaſſe des Kleinen Hauſes zur Ausgabe. Der erſte Abend iſt für
Sams=
tag, den 8. Januar, feſtgeſetzt.
Das Weihnachtsmärchen „Brumm, der Bär” wird am Sonntag,
den 2. Januar, nachmittags 2 Uhr, zum letzten Male wiederholt
werden.
Am Sonntag, den 2. Januar, iſt im Großen Haus, abends 7 Uhr,
die erſte Wiederholung der Neuinſzenierung von Humperdincks „
Hän=
ſel und Gretel” und der Pantomime „Die Puppenfee” in der
Beſetzung der Erſtaufführung. Die Aufführung iſt der Miete D als
9. Vorſtellung zugeteilt. Im Kleinen Haus wird als 8. Vorſtellung der
Zuſatzmiete VI und 2. Vorſtellung des Weihnachtszyklus klaſſiſcher Werke
der Goethe=Abend gegeben, der die beiden Schauſpiele „Die Geſchwiſter”
und „Die Mitſchuldigen” bringt.
Volkshochſchule. Am Samstag, den 1. Januar, wird im Kleinen
Hauſe des Heſſiſchen Landestheaters „E geplagter Familievadder”
ge=
geben, und am Sonntag, den 2. Januar, im Großen Haus, nachmittags
2 Uhr, „Brumm der Bär‟. Die Mitglieder der Volkshochſchule
er=
halten ermäßigte Karten auf der Geſchäftsſtelle, Mathildenplatz 17.
— Martinsgemeinde. Die Weihnachtsfeier der Männervereinigung
findet am Sonntag, den 2. Januar, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus,
Liebfrauenſtraße, ſtatt. Programme werden am Saaleingang abgegeben.
* Berufung eines Darmſtädters. Man ſchreibt uns: Dr. Otto
Kleinſchmidt, bisher a. o. Profeſſor der Chirurgie an
der Univerſität Leipzig, wurde als Direktor der
chirurgi=
ſchen Abteilung an das ſtädtiſchen Krankenhaus in Wiesbaden
berufen und hat den Ruf für 1. April 1927 angenommen.
* Jubiläum. Am 1. Januar 1927 feiert Herr Bankier Jakob
Guthmann ſein 25jähriges Jubiläum als Inhaber des Bankhauſes
Nauheim u. Co. Insgeſamt iſt Herr Guthmann 43 Jahre in ſeiner
1840 gegründeten Firma tätig. Unter ſeiner Leitung hat ſich das
Bank=
haus zu großer Bedeutung enwickelt, welche auch in der vor einigen
Jahren erfolgten Gründung einer Filiale in Frankfurt am Main ſeinen
Ausdruck fand. Herr Guthmann iſt der Berater und Bankier von
zahl=
reichen Privatperſonen und Firmen und erfreut ſich allgemeiner
Hoch=
ſchätzung. Er gehört u. A. dem Aufſichtsrat der Heſſiſchen Flugbetriebs
A.=G., Darmſtadt, ſowie der Union=Handelsgeſellſchaft A.=G.,
Darm=
ſtadt an. Bekannt iſt ſein Intereſſe für literariſche und künſtleriſche
Be=
ſtrebungen, er iſt Mitgründer der Freien litepariſch=künſtlcciſchen
Geſell=
ſchaft, deren Vorſtand er ſeit 25 Jahren angehört. In der öffentlichen
Wohlfahrt hat Herr Guthmann ſich beſonders verdient gemacht und
im=
mer eine offene Hand für die Armen und Notleidenden gezeigt. Wir
wünſchen dem Jubilar, daß er noch viele Jahre in Geſundheit und
Friſche ſeine Tätigkeit ausüben möge.
—In der hieſigen Roetherdruck=G. m. b. H., Bleichſtraße, begeht heute
der Schriftſetzer und Metteur Herr Jean Köth ſein 25jähriges Aubei
s=
fubiläum. Die Inhaber und Mitarbeiter gedachten bereits am Weihnach.
s=
heiligabend des Jubilars mit Glückwünſchen, Gaben und ehrenden
Wid=
mungen, unter denen ſich auch eine vortreffliche Zeichnung unſeres
Malers Hartmuth Pfeil befand.
* Hefſiſche Landwirtſchaftliche Woche und Vortragskurſus der
Land=
wirtſchaftskammer. Die Heſſiſche Landwirtſchaftliche Woche findet in
dieſem Winter vom 10. bis 14. Januar 1927 in Darmſtadt
ſtatt. Die Landwirtſchaftskammer veranſtaltet einen viertägigen
Vor=
tragskurſus für prak iſche Landwirte, und ſchließen ſich an denſelben
Verſammlungen und Tagungen der größeren landwirtſchaftlichen
Orga=
niſationen an. Der Landespferdezuchtverein für Heſſen,
der Landesverband der Obſt= und Gartenbauvereine,
der Landesverband Heſſiſcher Geflügelzüchtervereine
der Verband der Heſſ. Landw. Genoſſenſchaften und
die wirtſchaftspolitiſchen Opganiſationen der Heſſ. Bauernverein
und der Heſſ. Bauernbund werden Tagungen und
Verſammlun=
gen, verbunden mit Vorträgen und Anſprachen, halten. — Folgende
Vorträge nachſtehender Referenten ſind für den Vortragskurſus der
Landwirtſchaftskammer vorgeſehen: Geheimrat Prof. Dr. Lohmann
(Göttingen): „Fütterung der Zucht= und Maſtſchweine unter
Berückſich=
tigung der derzeitigen Betriebsv rhältniſſe in der Landwirtſchaft.”
Dr. Sagawo Vorſtand der Betriebsabteilung der deutſchen
Land=
wirtſchaftsgeſellſchaft Berlin: „Inwieweit iſt der Hackfruchtbau bei den
heutigen Löhnen und Getreidepreiſen noch lohnend?” Profeſſor Dr.
Knell Gießen: „Unfruchtbarkeit der Haustier.” — Landwirtſchaftsrat
Buß, Raſtatt: „Neuzeitliche Fragen auf dem Gebiete des Acker= und
Pflanzenbaues”. — Dr. Kurt Ritter, Berlin: „Wirtſchaftspolitik
und Lage der Landwirtſchaft” — Prof. Dr. Zorn, Breslau: „
Förde=
rungsmaßnahmen der Rindviehzucht unter beſonderer Berückſichtigung
der wirtſchaftlichen Verhältniſſe‟. — Rittergutspächter Dr. Hangen,
Wanfried, Bez. Kaſſ.l: „Fragen aus dem Gebiet der Kaltblutzucht unter
Berückſichtigung der bäuerlichen Verhältniſſe‟. — Das Eintrittsgeld für
den Vortragskurſus der Landwirtſchaftskammer beträgt ſiir jeden Tag
1 Mk. je Perſon, für den Vortragskurſus insgeſamt 3 Mk., und ſind
Karten an der Kaſſe zu erhalten.
Weihnachtsſpende des Gewerkſchaftsbundes
der Angeſiellten.
Ein ſchönes Bild der Zuſammengehörigkeit zeigten die Mitglieder
des GDA. auch in dieſem Jahre wieder. Dem Aufrufe des Vorſtandes
der Ortsgruppe Darmſtadt folgend, haben die Mitglieder einen großen
Betrag aufgebracht, damit den ſtellenloſen Angeſtellten, die dem Verbande
angehören, eine Weihnachtsfreude bereitet werden konnte. Namhafte
Beträge konnten den ſtellenloſen Mitgliedern ausgezahlt werden. Aus
zahlreichen Dankesbriefen der Empfänger ging hervor, welche Freude
der Bund dieſen Menſchen bereitet hatte, denn dieſe Spende wurde den
ſtellenloſen Mitgliedern neben ihrer laufenden Unterſtützung, die ſie
vom Verband ſowieſo erhalten, gezahlt. Der Verband legt hier
Zeug=
nis ab, daß er den Selbſthilfegedanben immer weiter ausbaut, denn
ſeine ſonſtigen Selbſthilfeemrichtungen, wie Altershilfe,
Hinterbliebenen=
geld, Stellenloſenkaſſe, Stellenvermittlung, Unterſtützungskaſſe,
Kranken=
verſicherung. Lebensverſicherung, Bau= und Siedlungs=A.=G., Heim
ſtätten, Rechtsſchutz, Alters= und Ledigenheim, Erholungsheime,
Buch=
verlag uſw., haben ja in dieſem Jahre ſowvieſo eine außerordentliche
Erweiterung erfahren.
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Erscheint am 1. 1. 1927
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Abteilung Buchverlag / Darmſtadt
19284 fso
Berufswahl!
In den nächſten Wochen und Monaten tritt wieder an viele Eltern
und Erzieher die Frage heran, welchen Beruf die aus der Schule zur
Entlaſſung kommenden Jungens und Mädels ergreifen ſollen. Wohl
keine Frage dürfte ſo ſchwer zu entſcheiden ſein, wie gerade dieſe, denn
die Lehrzeit ſoll die Grundlage für das weitere Fortkommen des
Men=
ſchen bilden. Schon die alten Angeſtellten=Verbände haben der
Be=
rufsausbildung die größte Aufmerkſamkeit gewidmet. Gerade der
An=
geſtelltenberuf ſtellt außerordentliche Anfordevungen an die Menſchen
und nur wirklich befähigte Menſchen ſollten dieſen Beruf ergreifen.
Wenn es vor dem Kriege möglich war, daß der deutſche Kaufmann
in der ganzen Welt einen beſonders guten Ruf beſaß, dann war es in
erſter Linie darauf zurüickzuführen, daß nur die beſten Kräfte
hinaus=
geſandt wurden. Hat uns auch der Krieg und die Nachfolgezeit eine
ſchwere Einbuße gebracht, ſo ſind doch jetzt wieder Anzeichen vorhanden,
daß es uns allmählich gelingt, den Weltmarkt zu erobern. Hierzu iſt
es aber auch notwendig, daß auch im Kleinſten ein jeder ſeine Pflicht
erfüllt. Getreu ſeiner Vergangenheit hat der Gewerkſchaftsbund der
Angeſtellten (G D.A.) dieſen Gedanken immer beſonders ſcharf
hervor=
gehoben. Er iſt auch gerne bereit, alle Eltern und Erzieher in der
Berufswahl zu unterſtützen. Der G.D.A. hat die Anforderungen, die
an einen jungen Menſchen geſtellt werden, der den Kaufmannsberuf
erlernen will, in 10 Bedingungen zuſammengefaßt. Ein jeder ſollte ſich
dioſe Bedingungen merken und ſollte prüfen, ob er ſie erfüllen kann.
Sie lauten wie folgt: Kaufmann ſoll werden, der dieſe 10
Bedingun=
gen erfüllt: 1. der eine ſchöne Handſchrift beſitzt, 2. der fehlerlos ſchreibt,
3. der ſicher rechnet, 4. der aufmerkſam iſt, 5. der ſchnell und ſicher
ant=
wortet, 6. der ein ſauberer Junge iſt, 7. der ein flinker, fixer Herl iſt,
8. der ehrlich iſt, 9. der ein anſtändiges, höfliches Weſen hat, 10. der mit
offenen Augen durch die Welt geht.
— Johannesgemeinde. Zur letzten Weihnachtsfeier der mancherlei
Gemeind vereine fand ſich am Dienstag der Männerverein im
dichtgefüllten Saal unter dem brennenden Chriſtbaum zuſammen. Nach
einem gemeinſamen Weihnachtslied begrüßte Pfarrer Marx die
Er=
ſchienenen und wies auf die Schönheit des Feſtes hin, das die Chriſten
zu trauter Gemeinſchaft immer wieder zuſamm nführt, und gab
zu=
gleich von hier aus einen Ueberblick über die mancherlei Beſtrebungen
und Betätigungen evangeliſchen Gemeindelebens. Beſonders dankte er
den Künſtlern, die dann im ſchönen Wechſel zur Unterhaltung
beitru=
gen: Herrn Schauſpieler Eduad Göbel, der ſchön ausgewählte ernſte
Gedichte, die trefflich zur Weſhnachtsſtimmung paßten, eindru ksvoll
vortrug, und dann mit köſtlichen Perlen des Humors in hochdeutſcher
und „annerer” Mundart Stürme fröhlichſten Beifalls hervorrief. Sehr
fein fügten ſich in den Abend auch die gemz vortrefflichen Muſikvorträge
der Herren Niebergall (Klavicr) und Wilk (Flöte) ein, die in
künſtleriſcher Vollendung eine Auswahl erleſener Werke alter und neuer
Meiſter brachten und viel dankbaren Beifall fanden. Zum Schluß wurde
auf die vom Januar an regelmäßig ſtattfindenden
Monatsverſammlun=
gen hingewieſen, für die auch zu allgemeiner Freude Herr Schauſpieler
Göb=l einen Vortragsabend über „Heſſiſche Dichter” in Ausſicht ſtellte.
Hoffentlich erkennen die Mitglieder des Männervereins die Bemühungen
des Vorſtandes durch zahlreichen Beſuch der monatlichen
Vortragsver=
ſammlungen an, die in der Regel an jedem dritten Donnerstag im
Monat ſtattfinden ſollen und zu denen im Gemeindeblatt eingeladen
werden wird.
— Orpheum. Heute, Silveſter, geſchloſſen. Morgen Samstag, den
fowie Sonntag, den 2. Januar, zwci Gaſtſpiele des Frankfurter
Theaters (Direktion Sander u. Gräf) mit dem urkomiſchen zeitgemäßen
Schwank in drei Akten „Das goldene Kalb” von E. Math rn und
O. Scharz. Genanntes Stück wurde hier bereits am 5. Dezember mit
größtem Beifall aufgenommen; insbeſondere erntete der Hauptdarſteller,
Franz Sauer, in ſeiner originellen draſtiſch=komiſchen Type als Florian
Flitt größten Lacherfolg. Der an Situationskomik reiche Schwank,
um=
rahmt von Darbietungen des Jazz=Orchiſters, verſpricht einen Abend
ausgelaſſenſter Fröhlichkeit. Die Eintrittspreiſe ſind niedrig gehalten,
und zwar von 80 Pf. bis 2,50 Mk. Der Kartenverkauf iſt im
Verkehrs=
büiro ſowie im Zeitungshäuschen Ernſt=Ludwigsplatz eröffnet. (Siehe
heutige Anzeige.)
WSN. Neue Fünfmarkſtücke. Mit dem Ablauf dieſes Jahres wird
bekanntlich eine Serie von Renten=Fiinfmarkſcheinen ungültig. Zum
Erſatz ſollen neue Fünfmarkſcheine herausg geben werden, jedoch iſt auch
die Prägung von Drei= und Fünfmarkſtücken geplant. Eine
Ausprä=
gung von Fünfmarkſtücken iſt bisher nur in der Form der ſogenannten
Rhein FünfmarkſEicke erfolgt. Die äußere Form der neuen Münzen
wird ſich noch dem Ergebnis des kürzlich veranſtalteten Wettb=werbes
geſtalten. Die Entſcheidung liegt beim Reichsfinanzminiſterium.
täglich Frisch gebrannt
anerkannt vorzüglicher Oualität
M. W. Prassel
Schulstr. 10 (14115a) Telephon 71.
* Vom Silbeſterpunſch und anderen Tafelfreuden.
Der Silveſterpunſch iſt bei allen Völkern Europas das offizielle
Getränk am Ausgang des Jahres. Es iſt ſo ſehr das übliche Getränk,
daß auch heute, wo der Wein und Sekt die übliche Rolle ſpielen, nach
dem Wein überall ein Glas h=ißer Punſch zu dem Pfannkuchen gereicht
wird, denn Punſch und Pfannkuchen gehören zuſammen und ſind die
Herrſcherinnen der Silveſtertafel. Daneben haben aber die verſchieden m
deutſchen Volksſtämme noch ihre beſonderen Leibgerichte, die zu
Sil=
veſter aufgetiſcht werden. In Thüringen fehlt in keinem Hauſe der
Heringsſalat, denn wer Heringsſalat ißt, hat im ganzen Jahre Geld.
Auch die Mohnſtriezeln und Mohnklöße ſind ein übliches Silveſtereſſen,
das in Sachſen, Bayern, und beſonders in Schleſien an Silv=ſter überall
zu finden iſt. Die Mohnklöße, die aus in Milch gew ichtem Weißbrot
und mit gemahlenem Mohn vermiſcht, hergeſtellt werden, ſind in allen
ſchleſiſchen Familien nicht nur während des Silscſters, ſoucern auch am
Neujahrstage zu haben, denn ſie werden in Rieſenſchziſſeln zubereitet,
und in ſolchen Mengen, daß die ganze Familie davon wäbrnd des
ganzen Tages eſſen kann. Nicht zu vergeſſen iſt in erſter Reihe der
Karpfen, der nicht nur am Weihnachtsabend, ſondern auch am
Silveſter=
abend gegeſſen wird, denn er iſt der Fiſch der Frau Holda, der Göttin
der Erde und des Waſſers, und hat als ſolcher für die Glücksg ſtaltng
des kommenden Jahres große Bedeutung, beſonders wenn man viel.
Rogen iſt und die Schuppen des Fiſches ins Poxtemonnaie tut Uralte
Vorſtellungen werden lebendig, wenn man auf den Urſprung des
Fiſch=
eſſens eingeht. Aebnlich v rhält es ſich mit dem berühmten
Schweine=
braten zu Silveſter und Neujahr. Der Eber war nämlich dem Gotte
Fro oder Freyr heilig und wurde am Julfeſte dem Gotte Fro zu Ehren
geſchlachtet. Darum hat man auch heute noch die Gewohnheit, das
Fleiſch eines Ebers oder, wo ein Eber nicht zu haben iſt, einen ſchönen.
Schweinebraten zu Silveſter zu eſſen. In der Steiermark gibt es zu
Silveſter Schweinebraten mit Mohnklößen. Auch auf dem Gebiet
wie=
derum hat Schleſien ſeine uralten Gewohnheiten, denn hier wird zu
Silveſter und Neujahr geräuchertes Schweinefleiſch in Verbidung mit
dem ſogenannten „ſchleſiſchen Himmelrcich” gegeſſen, eine beſonders
ſchmackhafte Zuſammenſtellung von Speiſen. Das „ſchleſiſche
Himmel=
reich” beſteht nämlich aus Brotklößchen mit ſüßem Backobſt. Zu dieſer
ſüßen Speiſe bildet das geräucherte und g. ſalzene Schweinefleiſch einen
reizvollen Gegenſatz, der dem Gaumen ſehr mundet, wenn man auch von
vornherein anzunehmen geneigt iſt, daß dieſe Speiſen ſich miteinander nicht
vertragen. Aber es handelt ſich um einen Jahrhunderte alten Brauch,
bei dem man immer vorausſetzen kann, daß er auch dem Gaumen und
dem Magen angenehm iſt, da er ſich ſonſt nicht ſo lange halten würde.
In Ermangelung von geräuchertem Schweinefleiſch kann man auch
ge=
wöhnlichen Schweinebraten zu dem „ſchleſiſchen Himmelreich” eſſen. In
der Mark Brandenburg bäckt man „Polze”, gewaltige Pfannkuchen, von
denen ein Einzelner für eine ganze Familie ausreicht, und in ganz
Deutſchland werden Krapfen aller Art gegeſſen, ſei es, daß ſie in Oel
oder Butter gebacken ſind, und eine Füllung von Marmelade haben, ſei
es, daß ſie mit Fleiſch gefüllt und in der Suppe gekocht werden; ein
Neujahrsgericht, das ebenſo ſchmackhaft wie leicht verdaulich iſt. Im
übrigen hat man zu Silveſter und Neujahr ähnliche Sitten und
Ge=
bräuche in bezug auf die Tafel wie zu Weihnachten, denn ſowohl
Weih=
nachten als auch Silveſter ſind die Ueberreſte des alten germaniſchen
Julfeſt s. Darum werden auch an den beiden Feiertagsabenden in ganz
Deutſchland ſeit alten Zeiten ähnliche Gebräuche wert und heilig
ge=
halten. — Höchſt ſpaßig ſind die Neujahrsgebräuche fremder Völker,
wie zum Beiſpiel der Chineſen. Am Neujahrstage fragt ein Chineſe
den anderen: wie ihm ſein roher Fiſch mit Zucker geſchmeckt habe? Roher
Fiſch mit Zucker gilt alſo als beſonders glückbringende Neujahrsſpeiſe.
Auch faule Eier werden nicht gering geſchätzt, ein Feſtgericht, das wir
uns auch mit dem beſten Willen nicht als beſonders ſchmackhaft vorſtellen
können.
gfk.
— Das Stadtmuſeum (Schloßgraben 9) iſt am Neujahrstag (
Sams=
tag, 1. Januar) und Sonntag, 2. Januar, von 11—1 und 2—4 Uhr
geöffnet. Der Eimtritt iſt frei. Die Räume ſind geheizt.
— Ludwigshöhe. Am 1. und 2. Januar, Samstag und Sonntag,
finden Konzerte des Städtiſchen Orcheſters ſtatt. Die Leitung am
Neu=
jahrstage hat Herr H. Hauske. Die Vortragsordnung iſt eine beſonders
gewählte und vornehme, der Feſttagsſtimnng angepaßte und enthält
u. a. Stück von Schubert, Herold, Puccini, Strauß, Delibes, ſowie
Soloſtücke für Violincello. (Siehe Anzeige.)
Kunſinotizen.
Ueber Werke, Künftler oder künſtleriſche V. ranſtaltungen, deren im Nachſtehenden Erwähnung
geſchieht, behäut ſich die Redaktion ihr Urtell vor.
— Palaſt=Lichtſpiele „Harold Lloyd, der
Sport=
ſtudent‟ Die Berliner Preſſe urteilt u. a.: „Neue Berliner 12=Uhr=
Zeitung”: „Harold Lloyd iſt hier auf dem Gipfel ſeines Könnens
an=
gelangt. Dieſer Paramountfilm iſt eine Groteske, in der das Leben
tollt, der Witz ſprüht, und der Humor alle Grenzen des Möglichen
überſchreitet. Es muß ſchon eine Anarchie der Heiterkeiten genannt
werden.” „Berliner Börſen=Zeitung”: „Eine köſtliche Parodie des
ameri=
kaniſchen Univerſitätslebens.” „Berliner Morgenpoſt”: „Im Gloria=
Palaſt wird dieſer neueſte Harold=Lloyd=Film gezeigt, der beſte
viel=
leicht, ſicher der tollſte und luſtigſte dieſes Gentleman=Clowns der
Lein=
wand.” „Germania”: „Man muß dieſe Häufung von Groteske und
Humor, von fr iwilliger und unfreiwilliger Komik, von luſtigen
Ein=
fällen geſehen haben, um die ſchmetternden Lachſalven des zu
Lach=
tränen gereizten Publikums zu verſtehen und — mitzumachen!“
— Union=Theater. „Madame wünſcht keine Kinder”, ein Roman
von Clément Vautel, war der größte Bucherfolg d—3 letzten Jahres.
Clément Vautel geißelt in dieſem Roman die Entartung der
hyper=
modernen Frau, die keinen Sinn mehr für Häuslichkeit hat und ſich in
der Jagd und Gier nach Acußerlichkeiten, nach Senſationen und Mode
verzehrt. Er ſtellt im Gegenſatz zu dieſem Frauentyp die Forderung auf
nach der geſunden weiblichen Frau mit der Sehnſucht nach dem Kinde.
Die Folgen der ſogenannten modernen Ehen, die jeden Kinderſegen
als Shoking empfinden, wirken ſich bei uns noch nicht ſo aus, wie in
Frankreich. Setzt dieſe ungeſunde Bewegung mit dem Schrei „nur keing
Kinder” ſich aber weiter durch, ſo wird es nur noch wenige Jahre dauern,
bis auch in Deutſchland das Problem unſere lebenswichtigſten Inter ſſen
berührt. Das intereſſante Buch iſt von Fox verfilmt worden. Dieſer
neue deutſche Fox=Film mit Maria Corda und Harry Liedtke in den
Hauptrollen läuft im Union=Theater.
Lokale Veranſkaltungen.
Die bierunter erſcheinenden Notizen ſind an ſchlieſilich a s Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachten.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
* Männerquartett „Loreley”. Mit Rüickſicht auf dem
großen nationalen Geſangswettſtreit, den der Verein im nächſten Jahre
abhalten will, und zu dem die Vorarbeiten erſt dieſe Woche zu Ende
gingen, mußte der Verein Abſtand nehmen, in dieſem Jahr eine größere
Weihnachtsfeier abzuhalten. Trotzdem hat der Vorſtand beſchloſſen, am
Freitag, 31. Dezember (Silveſter), in ſämtlichen Räumen des Städtiſchen
Saalbaus einen großen Silveſterball abzuhalten, zu dem Mitglieder und
Freunde herzl. eigeladen werd n. (Vgl. geſtrige Anzeige und Plakate.)
— Bayern=Verein Darmſtadt. Am Neujahrstage, dem
1. Januar, nachmittags 4 Uhr, begeht der Bayern=Verein im
Konkordia=
ſaale ſeine Weihnachtsfeier. Bei dieſer Feier ſteht wieder ein Programm
in Ausſicht, das durch bayeriſche Chorgeſänge, urwüchſige Original=
Schuhplattler, lebende Bilder und 2 heimatliche Theaterſtücke: „
Grenz=
hofbau rs Weihnachtsobend” und „O ſelige Weihnach’szeit” einen
ſtim=
mungsvollen Abend verſpricht. Der Eintrittspreis iſt mäßig gehalten,
ſodaß jedermann Gelegenheit geboten iſt, an der Feier teilzunehmen.
(Vgl. Anzeige.)
— Jahresſchlußfeier. Heute, Freitag, abends 10 Uhr, findet
im Heim des Chriſtlichen V reins junger Männer, Infanteriekaſerne,
Alexanderſtraße 22, eine ſchlichte Feierſtunde ſtatt, um gemeinſam in
rechter Weiſe über die Schwelle des alten Jahres hinüberzugeben. Alle
beſinnlichen Menſchen, jung und alt, beſonders Alleinſtehende, ſind zu
dieſer Veranſtaltung freundlichſt eingeladen.
— Im Hotel Prinz Heinrich am alten Bahnhof,
Bleich=
ſtraße, finden an Silveſter und an den beiden Feiertagen große
Kon=
zerte ſtatt. Der Beſuch wird ganz beſonders empfohlen. (Siehe Anzeige.)
Tageskalender für Freitag, den 31. Dezember 1926.
(Silveſter.)
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, E 9, Anf. 6½ Ende 9½
Uhr: „Robert und Bertram.” — Kleines Haus: Geſchloſſen. —
Kriegerverein, abends 7 Uhr, im Konkordiaſaal:
Weihnachts=
feſt. — Konzert — Silveſterfeier — Tanz: Schloß=Café,
Café Egenrieder, Orangeriehaus, Chauſſeehaus, Reichshof. Eintracht,
Reſt. Hottes, Haferkaſten, Perkeo, Reſt. Ehrhardt. Oberwaldhaus,
Taunusburg, Hotel Schmitz, Span. Bodega, Münchener Hofbräu,
Reſt. Bender, Café Rheingold, Weinhaus Weißer Turm, Bockshaut.
— Kinovorſtellungen: Uwon=, Reſidenz=Theater, Palaſt=
Lichtſpiele.
Seite 6
Freitag, den 31. Dezember 1926
Nummer 362
Aus Heſſen.
Das Januarprogramm des Landwirtſchafts=Funk.
Der Landwirtſchaftsfunk ſendet im Januar über
Königswuſter=
hauſen (Welle 1300) regelmäßig Montags und Donnerstags in der
Zeit von 6 bis 6,30 Uhr folgende Vortrage für den Landwirt:
Montag, den 3. Januar: Dr. Heuſer=Danzig, o. Prof.
an der Techniſchen Hochſchule, „Die Beziehung zwiſchen
Bodenbear=
beitung und Düngung”, Donnerstag, den 6. Januar:
Ober=Negierungsrat Dr. Moritz, R. E. M., „Was bringt das
Futter=
mittelgeſetz der Landwirtſchaft?” Montag den 10. Januar:
Nittergutsbeſitzer Dr. Deicke Peeſt B, „Was kann der deutſche
Landwirt aus der amerikaniſchen Tierzucht lernen?” Donnerstag,
den 13. Jan.: Dr. König, Landforſtmeiſter a. D., Berlin, „Unſere
Laubhölzer und ihre praktiſche Bedeutung für Forſt= und Holzwirtſchaft”.
Montag, den 17. Jan.: Dr. Nolte, Deutſche
Landwirtſchaftsgeſell=
ſchaft, Berlin, „Grundfragen der Mineraldüngung”, Donnerstag,
ben 20. Januar: Oek.=Rat Keiſer ſtellv. Direktor der Preuß.
Haupt=Landwirtſchaftsbank, „Die Marktverhältniſſe auf dem
Schlacht=
viehmarkt und ihre Einwirkungen auf die landwirtſchaftliche
Tier=
produktion” Montag, den 24. Januar: Freiherr von
Richthofen, Boguflawitz, „Einen Vortrag über Düngungsfragen”
Donnerstag, den 27. Januar: Oek.=Rat Nigal, Steinach
bei Straubing (Bayern), „Neuzeitliche Grünlandfragen”.
* Arb=ilgen, 30. Dezbr. Durch den Arbeiter=Wohlfahrtsausſchuß
konnte an Weihnachten 45 Notleidenden durch Geſchenke, hauptſächlich
Lebensmittel, eine Weihnachtsfreude bereitet werden.
H. Eberſtadt, 29. Dez. Der Geſangverein „Frohſinn” veranſtaltet
am Neufahrstage im Saale „Zum Bergſträßer Hof” (Fiſcher) einen
Theaterabend, an dem die Operette „Lindenwirtin, du junge” zur
Auf=
führung gelangt.
* Pfungſtadt, 30. Dez. Liederkranz=Konzert. Das
Kon=
zert des Geſangvereins „Liederkranz” ſtand auf einer hohen Stufe.
Sowohl die zur Darbietung gebrachten Männerchöre als auch die
Solo=
vorträge wurden klangſchön und exakt zu Gehör gebracht. Für
Pfung=
ſtadt etwas Neues war das Waldhorn=Quartett Darmſtädter Künſtler.
Fräulein Ellen Kiesling aus Darmſtadt zeigte ſich als talenwolle
Solo=
ſängerin. Ihre Lieder wieſen eine gute Intonation auf. Auch die
Klavierdarbietungen des Vereinsdirigenten, Lehrer Eidenmüller, fanden
großen Beifall. In Sonderheit wurden Werke von Schubert, Schumann,
Weber und Brahms zu Gehör gebracht. — Männerquartett. Das
Konzert des „Männerquartetts” nahm im allen Teilen einen guten
Ver=
lauf. Die Chöre waren inhaltlich auf die jevige Stimmung
zwiſchen den Jahren zugeſchnitten. Der Verein leiſtete unter der
Diri=
gentenführung von Peter Vetter Vortreffliches Auch das kleine
Or=
cheſter unter der Leitung Hillgärtners war ſehr anſprechend. Als Soliſten
traten Frl. Greta Stein (Sopran), Frl. Marie Weingärtner (Klavier),
Ludwig Herbert (Violine) und Kurt Eſſelborn (Piſton) auf. Der zweite
Teil des Programms war auf heitere Stimmung eingeſtellt. Auch die
Darbietungen dieſes Teiles fanden großen Anklang. — Es wird
wieder geſpart. Hier hat ſich wieder ein neurr
Weihnachtsſpar=
verein gegründet, der alle geſparten Gelder alljährlich an Weihnachten
zur Auszahlung bringen will.
a. Groß=Rohrheim, 28. Dez. Durch raſches Eingreifen der
Feuer=
wehr konnte ein Brand, der am Donnerstag abend in der Behauſung
des Herrn Jakob Schweikert in der Hintergaſſe ausgebrochen war und
bereits die Zimmer ergriffen hatte, noch rechtzeitig gelöſcht werden.
* Ober=Ramſtadt. 29. Dez. Unter großer Beteiligung von nah und
fern wurde am 2. Weihnachtefefertage der im 79. Lebensjahre verſtorbene
Gaſtwirt Georg Schneider zu Grabe getragen. Mehrere Vereine gaben
ihm das Ehrengeleite, darunter der Militär= und Kriegerverein, deſſen
langjähriger Präſident er war. Die Singmannſchaft des Turnvereins,
der Kirchengeſangverein und die „Eintracht” widmeten dem
Verſtor=
benen Grabgeſänge. Von dem Kirchenvorſtand, Turnverein, „Eintracht”
und Odenwaldklub wurden Kränze am Grabe niedergelegt und dem
Verſtorbenen ehrende Nachrufe gewidmet. Mit Herrn Schneider iſt
wieder ein Veteran von 1870/71 dahingegangen, der ſich weit über Ober=
Ramſtadts Grenzen hinaus beſonderer Achtung und Beliebtheit erfreute.
— Der für den 2. Weihnachtsfeiertag angeſagte Ball des Turnvereins
Ober=Ramſtadt konnte wegen Todesfall nicht ſtattfinden und wurde daher
auf Samstag, den 1. Januar 1927 verlegt. Der Ball findet im Saale
zum „Löwen” ſtatt. — Unfall. Hier ſtürzte ein Weißbinder beim
Aufſtellen eines Gerüſtes in eiwiger Höhe ab, auf den Kopf. Er mußte
in bewußtloſem Zuſtand in ſeine Wohnung verbracht werden.
* Groß=Bieberau, 30. Dez. Bezirksſparkaſſe Groß=
Vieberau. Aus dem Bericht für das Jahr 1925, welcher in der
kürzlich ſtattgehabten Mitgliederverſammlung erſtattet wurde, ergab ſich,
daß die Kaſſe Ende 1925 an das Gewerbe des Mittelſtandes 61
Dar=
lehen in Geſamtbetrag von 203 046 Mark und an die Landwirtſchaft in
248 Poſten B7 446 Mark gegeben hatte. Während in 1925 nur
kurz=
friſtige Darlehen gegeben werden konnten, iſt man in 1926 dazu
über=
gegangen, wieder langfriſtige Darlehen zu geben. Die Zins= und
Pro=
viſionsſätze ſind bedeutend ermäßigt und niedriger als diefenigen der
Banten und Genoſſenſchaften. Die Kaſſe hat ihren Betrieb den
neu=
zeitlichen Anforderungen entſprechend umgeſtellt. Sie pflegt den
Konto=
korrent=, Scheck= und Ueberweiſungsverkehr und beſorgt alle anderen
bankmäßigen Geſchäfte zu äußerſt billigen Bedingungen. Zur
Be=
hebung der Wohnungsnot und zur Förderung der Bautätigkeit hat die
Sparkaſſe Bauſparkonten eingeführt und können alle diefenigen, die in
der nächſten Zeit mit ſtaatlicher Hilfe bauen wollen, Bauſparverträge
abſchließen. Die näheren Bedingungen können bei der Sparkaſſe
er=
fragt werden.
* Groß=Bieberau, 30. Dez. Wir verweiſen auf die Anzeige der
Bezirks=
ſparkaſſe Groß=Bieberau in der heutigen Nummer, wonach an alte
be=
dürftige und in Not geratene Sparer auf ihren Antrag von ihrem
Aufwertungsguthaben Teilbeträge ausgezahlt werden.
* Reichelsheim i. O., 30. Dez. Das höchſt ſeltene Feſt der
Dia=
mantenen Hochzeit, feiert am 2. Januar 1927 der weit und breit
bekannte und beliebte Maurermeiſter Friedrich Volk 3. und ſeine
Ehe=
frau Anna Maria, geb. Kaffenberger. Beide Jubilare ſind körperlich
und geiſtig noch ſehr rüſtig. Möge es ihnen noch weiter ſo beſchieden ſein.
* Michelſtadt, 30. Dez. Wohnhausverkauf. Das alte, ſchon
lange baufällige Wohnhaus der Geſchwiſter Koch, neben den „Drei
Haſen”, ging zum Preiſe von 4000 Mark in den Beſitz der Gemeinde
über. — Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Bei der Jahresſchluß=
An=
dacht, die um 8 Uhr beginnt, wird der Poſaunenchor und der
Geſang=
verein „Sängerluſt” mitwirken Zum Hauptgottesdienſt an Neujahr
hat die Sängervereinigung Steinbach ihre Mitwirkung zugeſagt. —
Ball. Im Hotel Friedrich findet Samstag, den 1. Januar, ein
Neu=
jahrsball von 8 Uhr an ſtatt.
* Erbach, 30. Dez. Die Odenwald=Kraftwagenverkehrs A.=G. läßt
am Silveſterabend einen Sonderwagen nach Erbach zum Gottesdienſt
laufen. In Ebersberg geht der Wagen um 7.30 und in Schönnen um
7.40 abends ab. Die Rückfahrt erfolgt ſofort nach Schluß des
Gottes=
dienſtes. Am Neujahrstag wird die Fahrt zum Gottesdienſt wie üblich
durchgeführt. — Poſtinſpektor Becht vom Poſtamt Heppenheim wurde
unter Ernennung zum Poſtmeiſter mit Wirkung vom 1. Januar 1927
die Verwaltung des Poſtamtes Erbach übertragen. — Der
Jungland=
bund des Kreiſes Erbach veranſtaltet am Samstag, den 1. Januar 1927,
ab 4 Uhr nachmittags, im großen Saale „Zum Deutſchen Haus”, in
Stockheim einen Junglandbund=Ball für den Kreis Erbach.
* Würzberg, 30. Dez. Die Weihnachtsfeier, verbunden mit
Theater=
aufführung, der hieſigen Schule findet am 2. Januar in der Römerburg
ſtatt. Herr Lehrer Mayer wird alles aufbieten, um den Zuhörern einige
frohe Stunden zu bereiten. — Todesfall. — Vorgeſtern verſchied nach
langem, ſchweren Leiden Herr Ihs. Trmpfheller 9. Derſelbe hat den
Feldzug 1870/71 und den Weltkrieg 1914/18 als Freiilliger mitgemacht
* Birkenau, 30. Dez. Die Holzmacherei hat nun auch hier
eingefetzt, ſowohl im Gemeinde= als auch im fiskaliſchen Walde. Da
die Entlohnung nach dem ſtaatlich feſtgeſetzten Tarife geſchieht, beteiligen
ſich bis jetzt verhältnismäßig wenige Arbeiter an der Holzmacherei. —
Der frühere Poſtſchaffner J. A. F. von Birkenau öffnete unbefugt einen
Einſchreibebrief, nahm von deſſen Inhalt Kenntnis, verſchloß ihn dann
wieder und änderte das Datum des Ankunftsſtempels ab. Der
geſtän=
dige Angeklagte erhielt eine Gefängnisſtrafe von 3 Monaten und
3 Wochen.
* Lindenfels, 30. Dez. Vergangene Nacht war auf den
Odenwald=
ſtraßen derartiges Glatteis, daß ſelbſt die ſchweren Poſtautos nicht
fahren konnten. Im Laufe des Tages iſt nun ſtarkes Tauwetter
ein=
getreten, ſo daß der Autoverkehr wieder möglich iſt. Schnee iſt auf
den Höhen noch vorhanden, aber für Winterſport keine Möglichkeit.
Neuſchnee iſt bisher nicht zu verzeichnen.
* Ober=Abtſteinach, 30. Dez. Bürgermeiſterſtichwahl. Bei
der am Sonntag hier ſtattgefundenen Bürgermeiſterſtichwahl wurde Herr
Hintenlang gewählt. Er erhielt 170 Stimmen, während ſein
Gegen=
kandidat 134 Stimmen erhielt.
— Hirſchhorn, 30. Dez. Waſſerſtand des Neckars: am
29. Dezember 0,86 Meter, am 30. Dezember 0,93 Meter,
Wirtſchaftslage und kaufmänniſcher
Stellen=
markt im Monat Dezember.
Nach dem Berichtsmonat der Reichsſtellonvermittlung des
Gewerk=
ſchaftsbundes der Angeſtellten (G. D.A.), Geſchäftsſtelle Darmſtadt, iſt
die Entwicklung des Dezember=Stellenmarktes hinter derjenigen des
Novembers etwas zurückgeblieben. Wenn auch die Weihnachtsſaiſon
be=
lebend wirkte, ſo ſind doch größere Perſonaleinſtellungen nicht
feſt=
zuſtellen. Es ſcheint, als ob das Weihnachtsgeſchäft nicht alle Hoffnungen
erfüllte. Allerdings ſind auch durchweg keine größeven Entlaſſungen
vor=
gekommen. Der ſchleſiſche Stellenmarkt hat ſich erneut verſchlechtert,
zum Teil infolge des Aufhörens einiger Saiſonbetriebe in der Zucker=,
Ziegelei= und Baubranche. Die Erholung in der Metallverarbeitungs=
und Maſchineninduſtrie in Mannheim hat auch im Dezember angehalten,
ſo daß die Firma Lanz neben 300 Arbeitern verſchiedene Angeſtellte neu
eingeſtellt hat. Auch in der Leipziger Maſchineninduſtrie iſt ein kleiner
Aufſchwung zu verzeichnen und die ober= und niederſchleſiſche Induſtrie
weiſt gute Beſchäftigungsverhältniſſe auf. Auswirkungen auf dem
Stellenmarkt ſind aber kaum vorhanden. Sonſt wivd die Lage der
In=
duſtrie im allgemeinen verſchieden beurteilt. Neben der allgemeinen
Kleinhandelsbelebung iſt die Lage des Großhandels u. a. in Köln,
Magdeburg und Mſüinchen weniger ungünſtig geweſen. In Hamburg
bedeutete eine große Warenhausfuſion Kündigungen im Textil=
Groß=
handel, wie überhaupt einzelne Betriebszuſammenſchlüſſe zu
Kündigun=
gen führten. Von dem Bau des in Auftrag gegebenen Lloyddampfers
Bremen durch die dortige Weſerwerft wird eine Entlaſtung des
Arbeits=
bzw. Stellenmarktes erwartet. Im übrigen wird jede Vorausbeſtimmung
des Stellenmarktes durch die großen Verſchiedenheiten gehindert. Im
einzelnen ſar die Nachfrage nach Verkaufs= und Kontorperſonal
ver=
hältnismäßig gering. Geſucht wurde, wie faſt immer, Textil=
Verkaufs=
perſonal mit Dekorationskenntniſſen und eingeführte Proviſionsreiſende
Im Bremer Gebiet fehlten, junge fachkundige Verkäufer für Haushaltungs=
und Manufakturwaren in Landorten, i Leipzig jüngere Verkäufer in
verſchiedenen Branchen. An Kontorkräften fehlten junge perfekte
Steno=
typiſtinnen in Bremen, Thüringen, Köln, Leipzig und Mannh nm.
Not=
ſtandsarbeiten für Angeſtellte kamen in Frage in Bremen, Eſſen,
Ham=
burg und Kiel.
L. Auerbach, 29. Dez. Das am kommenden Samstag, den 1. Jan.
Neujahrstag) im Schweizerſaal des Ferienheims „Zur Krone”
ſtatt=
findende Turner= und Wanderer=Ehrungsfeſt des Turnvereins „Gut
Heil” wird ſich, den getroffenen Vorbereitungen nach zu urteilen, wieder
zu einer eindrucksvollen Ehrung bewährter Turner, ſowie der eifrigen
Wanderer geſtalten. Der Verein hat unter der Leitung ſeines rührigen
Wanderwarts im letzten Jahre 12 Wanderungen unternommen, die die
Turnerinnen und Turner in die herrlichſten Gegenden unſeres
Oden=
waldes geführt haben. Als Erinnerung an all die ſchönen
Wander=
ſtunden, die Körper und Scele geſtärkt haben, ſoll den treueſten
Wan=
derern ein Erinnerungszeichen überreicht werden. Der erſte Teil der
Fortragsfolge während der Feier umfaßt die Turner=Ehrung, die von
Muſterriegen am Barren, Frejübungen, plaſtiſchen Gruppen, ſowie
Ge=
ellſchaftsübungen der Turner und Turnerinnen umrahmt wird. Im
weiten Teil findet die Wandererehrung ſtatt, die im Anſchluß an das
Feſtſpiel „Unter der deutſchen Turnereiche” erfolgt. Auch wird das
Turner=Doppel=Quartett mitwirken. Eine Tombola wird don Abſchluß
des Abends bilden. Das Feſt iſt als Familienabend gedacht, doch ſind
alle Freunde des Turnens und Wanderns herzlich willkommen.
* Heppenheim a. d. B., 30. Dez. Nach Verfügung des Kreisamts
ſind die für das kommende Baujahr in Ausſicht ſtehenden Landesmittel
in erſter Linie zur Förderung der in dem neuen Baujahr begonnenen
Bauten zu verwenden.
* Lampertheim, 30. Dez. Bau einer elektriſchen Bahn
Mannheim— Lampertheim Im Jahre 1910 beſchäftigte ſich
der Bürgerausſchuß der Stadt Mannheim bei der Vorlage wegen
Grün=
dung der O. E. G. mit der Erbauung einer Kleinbahn Mannheim—
Sandhofen-Lampertheim. In den folgenden Jahren wurden auch mit
der Gemeinde Lampertheim Verhandlungen geführt, die aber wie das
ganze Projekt, durch den Krieg und den dieſem folgenden Niedergang
der Wirtſchaft zum Stillſtand kamen. Es war der Bau einer elektriſchen
Bahn, ähnlich der von Mannheim nach Weinheim, vorgeſehen und die
nötigen Vermeſſungen, der Einbqu von großen Tonrohren an Gräben
uſw., bereits vorgenommen. Nachdem nun in den Verhältniſſen eine
Beſſerung eingetreten, gedenkt die O. E. G. mit dem Ausbau anderer
Vorortbahnen auch den der hieſigen Linie vorzunehmen. Am 11.
Ja=
nuar 1927 wird ſich der neugewählte Bürgerausſchuß der Stadt
Mann=
heim in ſeiner erſten Sitzung mit dieſer Frage zu befaſſen haben. Ein
Teil der Linie iſt bereits bis Sandhofen in Betrieb. Für den
Weiter=
bau bis hierher berechnet die D. E. G. einen Koſtenaufwand von 2 076 000
Mark. Es iſt geplant, die Linie bis zum hieſigen Bahnhof der
Reichs=
bahn durchzuführen und dadurch hier gleich als Ortsnetzſtraßenbahn zu
benutzen. — Die Gemeinde kauft auch in dieſem Jahre das
Los=
holz, ſogenanntes Bürgerholz, von den Bezugsberechtigten zurück, und
zwar vergütet ſie für 2 Raummeter Kiefern=Scheitholz 22 Mark, für
1 Raummeter Kiefern=Knüppel 8 Mark.
WSN. Lampertheim, 30. Dez. Zum dritten Male
Zwil=
linge. Der hieſige Totengräber Valentin Moß wurde dieſer Tage
von ſeiner Frau zum dritten Male mit Zwillingen beſchert. Die
Fa=
milie dürfte mit 24 Kindern, von denen noch die meiſten leben, wohl
eine der kinderreichſten in ganz Deutſchland ſein.
* Erfelden am Rhein, 30. Dez. Am Altrhein in der Nähe der
Ueberfahrt bei Stockſtadt werden gegenwärtig große Neuanpflanzungen
vorgenommen.
* Erfelden, 30. Dez. Treibjagd. Bei einer in der hieſigen
Gemarkung ſtattgefundenen Treibjagd konnten 125 Haſen erlegt werden.
* Erzhaufen, 30. Dez. Gemeinderatsbericht. Als erſter
Punkt lag die Gemeinderechnung von 1925 vor. Die Rubriken
Einnah=
men und Ausgaben wurden verleſen und zahlenmäßig verglichen.
Punkt 3: Für Notſtandsarbeiten wurden 2000 Mark angefordert, welche
vom Gemeinderat bewilligt wurden. Punkt 3: Der Bauplan der neuen
Schule wurde vorgelegt. Schon ſeit Jahren drängt die obere
Schul=
behörde zur Erbauung einer neuen Schule; aus finanziellen Gründen
wurde der Plan immer wieder hinausgeſchoben. Schon längere Zeit
hat der Gemeinderat beſchloſſen, ein neues Schulhaus zu bauen und
heute liegt der Plan mit Koſtenvoranſchlag (31 000 Mark) vor. Das
neue Schulhaus ſoll in den Garten des Rektors Kadel zu ſtehen kommen.
Bad und Zentralheizung ſind u. a. vorgeſehen. Punkt 4, Mitteilungen:
Regelung des Gehalts des Friedhofsaufſehers. Letzteres wird in den
Voranſchlag 1927 aufgenommen. Zurzeit ſind hier 180 Erwerbsloſe.
Mit einigen kleinen Mitteilungen fand die Sitzung ihren Abſchluß.
* Mörfelden, 30. Dez. Arbeitsmarkt. In den letzten zehn
Tagen hat die Zahl der Erwerbsloſen um 150 zugenommen.
Insbe=
ſondere wurden in Frankfurt beſchäftigte Bauarbeiter envorbslos.
* Mörfelden, 30. Dez. Todesfall. Lehrer i. R. Georg Heberer
iſt im 71. Lebensjahr geſtorben. Lehrer Heberer wirkte 48 Jahre lang
in Mörfelden.
— Groß=Gerau, 29. Dez. Theater im Adler. Der 1.
Weih=
nachtsfeiertag beſcherte uns ein Gaſtſpiel der Rheiniſchen Volksbühne.
Zur Aufführung gelangte der dreiaktige Schwank „Meine — Deine
Zwillinge” von Hans Eduard Ausfelder und Theſſy Magor. Einen
beſſeren Griff konnte die Direktion gar nicht machen; denn kaum war
der Vorhang hoch, ſetzten auch ſchon die erſten Lacher ein, die ſich mit jeder
Minute zu wahren Lachſalven ſteigerten. Der Autor, Herr H. E.
Aus=
felder, der für die Regie zeichnete, außerdem noch die Rolle des Olaf
Torger ſpielte, hatte mit viel Geſchick alle Nuancen ſeines Werkes
herausgeholt, was ihm mit anhaltendem Beifall gedankt wurde. In
Theo Magor, dem rheiniſchen Komiker, lernten wir echten Humor
kennen. Ebenſo in Ernſt Federlin, als ſchüchterner Liebhaber. Ein
drolliger Schutzmann war A. Simmermacher. Die Damen durch die
Bank glänzende Leiſtung, an der Spitze Irene Senger, Theſſy Magor,
Elſe Volk und Käthe Weicker. Namentlich Th. Magor und E. Volk
brachten durch ihre Friſche viel Leben auf die Bühne. Alles in allem
eine glänzende Leiſtung.
* Groß=Gerau, 30. Dez. Der neue Bürgermeiſter Dr.
Lüdecke wird vorausſichtlich am 1. Februar ſein Amt als Bürgermeiſter
autzeten.
* Groß=Gerau, 28. Dez. In Rüſſelsheim treten die Maſern ſo
ſtark auf, daß die Klein=Kinderſchule geſchloſſen werden mußte. Auch in
Biſchofsheim ſind die Maſern ſtark verbreitete.
10 Misliannn Mank
billiges Baugeld zu nur 5% Zins
wurden von der Bauſparkaſſe der Gemeinſchaft der Freunde Luftkurort
Wüſtenrot in knapp 1½ Jahren an 600 Bauſparer zum Bau von
Eigen=
heimen und gemeinnützigen Bauten vergeben. Wer nach einem
Eigen=
heim ſtpebt, verlange alle Unterlagen. Sofortige Darlehen werden nicht
gegeben. Diesbezügliche Anfragen zwecklos. Die Gemeinſchaft der
Freunde iſt die erſte, älteſte, größte, erfolgreichſte, leiſtungsfähigſte und
ſicherſte Bauſparkaſſe Deutſchlands.
ISt 14988
Straßenbericht für Heſſen
für die Woche vom 2. bis 8. Januar 1927
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Starkenburg.
Kreisſtraße Babenhauſen—Aſchaffenburg. Wegen
Umbau=
arbeiten am Bahnhof Babenhauſen iſt ab Montag, den 8.
No=
vember, die in Schienenhöhe liegende Straßenüberführung im
Zuge der Straße Babenhauſen—Aſchaffenburg geſperrt. Bis zur
Fertigſtellung der Straßenunterführung geht der Verkehr über
die ſüdliche Straßenüberführung im Zuge der Straße Dieburg—
Babenhauſen.
Wegen Straßenbauarbeiten wird ab 1. Januar 1927 die
Kreisſtraße zwiſchen Wimpfen a. Berg und Wimpfen i. Tal
vor=
ausſichtlich bis 1. April 1927 geſperrt. Durchgangsverkehr
wäh=
rend dieſer Zeit über Biberach.
10. Kreisſtraße Offenbacher Straße in Neu=Iſenburg von der
Sprendlinger Kreisſtraße bis zur Wieſenſtraße wegen
Kanali=
ſationsarbeiten vom 20. Dezember ab bis auf weiteres geſperrt.
Warnungstafeln beachten.
Kaiſerſtraße in Groß=Umſtadt im Zuge der Kreisſtraße Groß=
Umſtadt-Höchſt wegen Kanaliſationsarbeiten vom 13. Dezember
bis 9. Januar 1927 geſperrt. Umleitung über Lengfeld.
War=
nungstafeln beachten.
Rheinheſſen.
Rheinſtraße im Gebiet der Gemarkung Worms. Wegen
Tieferlegung wird dieſe Straße (Mainzer Straße) vom
Lieb=
frauenring bis zur Lützowſtraße mit ſofortiger Wirkung auf die
Dauer von etwa 8 Wochen, und von der Lützowſtraße bis zum
Rheingewannfriedhof vom 3. Januar ab auf die Dauer von etwa
12 Wochen geſperrt. Umweg für ſchweres Fuhrwerk und
Kraft=
wagen Kreisſtraße Rhein=Dürkheimer Fahrt — Herrnsheim —
Neuhauſen, für leichtes Fuhrwerk die Straßen: Gerichtsſtraße
(an der Zuckerfabrik), Langer Rheingewann=Weg, Hafenſtraße.
Oberheſſen.
Ortsdurchfahrt Oſtheim bei Butzbach vom Bahnhof Oſtheim
bis 600 Meter oberhalb der Straßengabelung Hochweiſel—
Oſt=
heim und Fauerbach—Oſtheim in Richtung Fauerbach wegen
Kanaliſationsarbeiten vom 6. Dezember bis auf weiteres.
Ortsdurchfahrt Ober=Eſchbach von Kilometer 3,1 bis
Kilo=
meter 4,15 vom 10. Dezember ab bis auf weiteres.
Straße Ober=Eſchbach—Ober=Erlenbach von Kilometer 0,0
bis Kilometer 0,4 vom 10. Dezember bis auf weiteres. Umleitung
über Ober=Erlenbach-Nieder=Eſchbach.
Kreisſtraße Landenhauſen—Salzſchlirf in der Ortsdurchfahrt
Landenhauſen vom Gaſthaus Hörr bis zum Friedhof wegen
Waſſerleitungsarbeiten vom 13. Dezember bis auf weiteres.
Um=
leitung durch die benachbarten Ortsſtraßen.
Nichtheſſiſche Anſchlußſtraßen.
Staatsſtraße 148 Würzburg—Aſchaffenburg—Hanau. Wegen
Umbau wird die Hanauer Straße in Aſchaffenburg von der
Meß=
werkzeugfabrik Sautter & Meßner an auf zirka 700 Meter Länge
gegen Hanau für den Durchgangsverkehr Aſchaffenburg—Hanau
(vorausſichtlich auf 8 Wochen) geſperrt. Umleitung:
Durchgangs=
verkehr über linksmainiſche Straßen Aſchaffenburg—Stockſtadt—
Seligenſtadt (Heſſen)— Hanau. Oertlicher Verkehr einſpurig nach
den Weiſungen der Verkehrsordner, jedoch dürfen Kraftfahrzeuge
eine Stundengeſchwindigkeit von 8 Kilometern nicht überſchreiten.
* Offenbach, 30. Dez. Je mehr ſich der Tag naht, an dem die letzten
Unterführungen unter dem hochgelegten Bahnkörper dem Verkehr
über=
geben werden können, deſto mehr drängt die Frage zur Entſcheidung,
wie das Netz unſerer Straßenbahn nach Süden, alſo über die bisher
abſperrende Bebrger Bahn hinaus, ausgebaut werden ſoll. Es wird
zunächſt, was urſprünglich nicht geplant war, die Strecke Goetheſtraße—
Hauptbahnhof durch die Bismarckſtraße in öſtlicher Richtung bis zur
Waldſtraße durchgeführt. Die etwa 200 Meter betragende Strecke
erfor=
dert immerhin 22000 Mark. Durch die Unterführung an der
Luiſen=
ſtraße, unmittelbar weſtlich des Hauptbahnhofs gelegen, ſollte dieſelbe
Strecke nach dem Starkenburgring und dem Stadtkrankenhaus geführt
werden. Ob dieſe Verlängerung wirtſchaftlich einſchlägt, weiß man
natürlich nicht. Sie wird deshalb durch eine Kraftwagenlinie zunächſt
ausgeprobt. Drei Großkraftwagen, die 70000 Mark koſten und bis
Ende Februar zu liefern ſind, werden die Straßen probeweiſe vom
Hauptbahnhof durch die Luiſenunterführung bis zum Stadtkrankenhaus
und der Landesgrenze (Anſchluß an das Frankfurter Straßenbahnnetz)
befahren
* Offenbach, 29. Dez. Die Eiſenbahnkraftwagenlinie von hier nach
Neu=Iſenburg, die ſeit einem Vierteljahr noch als Reſt der
Kraſtwagen=
verbindung Offenbach=Langen betrieben wird, wird mit Jahresſchluß
ihren Betrieb einſtellen. Die Verbindung arbeitet trotz der hohen
Fahr=
preiſe nicht nur mit Unterſchuß, ſondern Iſenburg lehnt es auch ab,
weiterhin einen Zuſchuß zu gewähren. Von Langen wurde noch in den
letzten Wochen der Verſuch gemacht, die Verbindung wieder bis Langen
auszudehnen. Eine Umfrage hat dort jedoch ergeben, daß ſich nur 30
Fahrgäſte zur täglichen Benutzung verpflichten wollen, und das iſt
natürlich zu wenig. Die Verſuche, die großen Orte im Weſten unſeres
Kreiſes inniger mit der Kreisſtadt zu verbinden, wie das früher war,
ſind damit jedenfalls auf längere Zeit geſcheitert. Der ganze Verkehr
hat ſich ſo auf Frankfurt eingeſtellt, daß eine Verbindung Offenbach=
Langen, die ſich ſelbſt tragen ſoll, keine Ausſicht auf Beſtand hat. Daß
der Verſuch diesmal nicht gelungen iſt, wird beſonders von der hieſigen
Geſchäftswelt ſehr bedauert.
* Offenbach, 30. Dez. Im 84. Lebensjahr ſtarb hier ein Fräulein
Auguſte May, das 64 Jahre — gewiß eine Seltenheit — in der Familie
Wecker bedienſtet war und in dieſer langen Zeit mit dieſer Familie Freud
und Leid teilte. Die Familie Wecker gedenkt deshalb auch der
Ver=
blichenen in einem anerkennenden Nachrufe. Um die Verſtorbene trauert
noch eine im 78. Lebensjahre ſtehende Schweſter.
Königſtädten, 30. Dez. Tragiſcher Tod. Den Tod geſucht und
gefunden hat der 25jährige Georg Heſſemer von hier. Vorgeſtern
früh verlicß er ſchon bei Dunkelheit das Schlafzimmer, das er mit
ſei=
nem Bruder teilte ohne Angabe von Gründen. Am Nachmittag wurde
er dann als Leiche mit zerſchmetterter Hirnſchale unweit des dritten
Maſtes der Starkſtromleitung am Rüſſelsheimer Weg gefunden.
Vermut=
lich hat der junge Mann den Maſt ſchon am frühen Morgen in der
Ab=
ſicht, ſich zu töten, erſtiegen, iſt aber infolge der Kälte ſchon vorher
ab=
geſtürzt. Unzufriedenheit mit den Fawlienverhältniſſen dürfte der
Grund zu der Tat ſein.
* Rüffelsheim, 30. Dez. Unfall. Auf dem hieſigen Bahnhof
kam beim Rangieren ein Eiſenbahner aus Biſchofsheim in der
Dunkel=
heit auf dem Gleiſe zu Fall und zog ſich an Kopf und Armen
Ver=
letzungen zu.
2. Oppenheim, 30. Dez. Zur Führung der Amtsgeſchäfte des
Kreis=
ſchulrats bei dem Kreisſchulamte Oppenheim iſt Herr Kreisſchulrat
Köth von Mainz vom 1. Januar 1927 ab bis auf weiteres beauftragt. —
Die Eheleute Ludwig Bauer 1. und Frau Eliſabeth, geb. Knatz, feiern
heute das Feſt der Goldenen Hochzeit. — Bei Guntersblum kamen
bei dem geſtrigen Glatteis zwei Autos ins Rutſchen und fielen um.
Glücklicherweiſe kam dabei niemand zu größerem Schaden.
N. Nieder=Ingelheim, 30. Dez. Seit Monaten wurden aus der
hie=
ſigen Plotzmühle durch Diebe große Mengen Getreide, Mehl und
Futter=
mittel geſtohlen, ohne daß man überhaupt davon wußte. Durch einen
Zufall wurden jetzt die raffiviert ausgeführten Diebſtähle aufgedeckt,
ſoch iſt es noch nicht gelungen, die Täter zu ermitteln, — Es ſind
Beſtre=
bungen im Gange, bei dem Ingelheimer Fernſprechamt einen
durch=
gehenden Tag= und Nacht=Fernſprechdicnſt einzuführen.
M. Appenheim, 29. Dez. Der Landwirtſchaftliche
Kon=
ſumverein, e. G. m. u. H., Appenheim, erzielte im letzten
Ge=
chäftsjahre einen Reingewinn von 1024 Mark. Der Warenumſatz
betrug rund 56 000 Mark. Die Generalverſammlung wählte den
aus=
ſcheidenden Direktor, ferner die beiden Aufſichtsratsmitglieder
einſtim=
mig wieder und beſchloß, die Genoſſenſchaft in eine ſolche mit
beſchränk=
ter Haftung umzuwandeln. Die Mitgliederzahl beträgt 128
* Nidda, 30. Dez. Der Sängerbund „Mittleres
Nidda=
tal” beſchloß auf ſeiner Vertreterverſammlung, das Bundesfeſt für 1927
n Fauerbach abzuhalten. Der Geſangverein „Eintvacht” zu
Fauer=
bach will ſein 40. Jubiläum damit verbinden.
WSN. Mücke, 30. Dez Ein Metor im Vogelsberg. Ein
Meteor wurde in der Nacht zum Dienstag von den Orten Lich und
Nücke aus in nordweſtlicher Richtung beobachtet. Die Erſcheinung zeigte
weithin leuchtendes grünliches Licht und ſauſte in faſt ſenkrechter
Flug=
bahn mit einem dumpfen Ton vom Horizont herab, wobei ſie eine
ziemlich lange Flugbahn mit ſprühenden Funken hinter ſich ließ.
Nummer 362
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Geſtorbene: Am 21. 12.: Daab, Julie Mathilde Eliſabetha, ohne
Beruf, ledig, Stiftſtraße 9. Lorenz, Gertrud, Schülerin, 15 J.,
Schu=
knech ſtraße 63. Am 22. 12.: Herbſt, Heinrich, Lehrer, 61 J.,
Clemens=
ſtraße 14. Am 23. 12.: Amend, Wilhelmine, Privatin, ledig, 77 7
Nieder=Ramſtädterſtr. 30. Vogt. Johann Adam, Horndreher, 29 J.,
König, Kreis Erbach. Am 22. 12.: Karbowitz, Anna, geb. Bialck, 68 „J.,
Ghefrau des Kaufmanns, Schloßgaſſe 33. Am 23. 12.: Andres, Joh.,
Kaufmann, 72 J., Frankfurterſtr. 78. Am 24. 12.: Rechel, Georg, 39 J.,
Hähnlein, Kreis Bensheim, hier Eliſabethenſtft. Nicolgi Anna Maria,
geb. Jäger, 53 J., Ehefrau des Werkmeiſters, Eſchollbrückerſtraße 4½
Am 25. 12.: Lehrhard Philipp, Schneidergeſelle, 59 J., Luiſenſtr. 34.
Wipfler, Otto Friedrich, 5 Mon., Groß=Gerau, hier Heinheimerſtr. 21.
Seip, Johann Georg, Glaſermeiſter, 69 J., Soderſtraße 102. Brück
Auguſt, Schreiner, 17 J., Habitzheim, hier Eliſabethenſtift. Pilger, Karl,
Schreinermeiſtr, 46 J., Neuſtadt, Kr. Erbach, hier Eliſabethenſtift.
Am 26. 12: Göttmann, Wally, 34 Stunden, Barkhausſtraße 16. Am
25. 12.: Schulz. Eliſabeth, geb. Weithmann, 73 J., Witwe des Rektors
i. R. Frankfurterſtr. 38. Am 24. 12.: Klein, Guſtav Hermann, Hilfs=
Betriebsaſſiſtent, 47 J., Dornheimer Weg 32. Am 26. 12.: Niemann,
Eliſabeth, geb. Eſſer, 73 J., Witwe des Reſtaurateurs, Bahnhofsplatz 20.
Am 25. 12.: Seibert, Wilh=lm, Mechanikerlehrlig, 15 J.,
Arheilger=
ſtraße 53. Am 26. 12.: Voß, Margarete, geb. Gobhardt, 51 J., Ehefrau
des Maurers, Pfungſtadt, hier Stadtkrankenhaus. Am 25. 12.: Schneider,
Rolf, 21 Tage, hier Stadtkrankenhaus. Am 28. 12.: Strohmenger,
Nikolaus, Gaſtwirt, 75 J., Dieburgerſtr. 234. Ampletzer, Marie Thereſie,
geb. Beland, 73 J., Witwe des Gaſtwirts, Grafenſtr. 22½, 23. Juni
1916: Eller, Anauſt Louis, 22 J., Student, Leutnant d. R.,
Saalbau=
ſtraße 69. Am 28. 12.: Ripper, Philipp, Gaſtwirt. 59 J., Erbacherſtr. 69.
Löffler, Margarete, geb. Schmenger, 50 J., Ebefrau des Landwirts,
in Dornheim, hier Eliſabethenſtift. Am 29. 12.: Knorr, Otto, Monteur,
53 J., Mollerſtraße 38.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
Silveſter (31. Dezember).
Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Jahresſchlußgotvesdienſt mit Feier des
heiligen Abendmahls. Pfarrer Vogel.
Stadtkapelle. Abends 8 Uhr: Jahresſchlußgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Schloßkirche. Abends 9 Uhr: Jahresſchlußgottesdienſt. Pfarrer
Zimmermann.
Martinskirche, (Kollekte für die Armen= und Krankenpflege.) 6 Uhr
abends: Silveſtergottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Pfarr=
aſſiſtent Seriba. Anmeldung von 5½ Uhr an in der Sakriſtei. Abends
8 Uhr: Silveſtergottesdienſt unter Mitwirkung des Kirchenchors. Pfr.
Beringer.
Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Jahresſchlußfeier. Pfarrer Marx.
Wbends 10 Uhr: Jahresſchlußfeier der Jugendbünde. Pfarrer Goethe.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Abends
8 Uhr: Jahresſchlußfeier. Pfarraſſiſtent Georgi.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). Abends 6 Uhr:
Silveſtergottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Lic. zur Nieden. Abends 8 Uhr:
Silveſtergottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Lie zur Nieden. — Abends 11½ Uhr:
Jahres=
wende=Nachtfeier. Pfarrvikar Schäfer. (Kollekte für die Armen.)
Pauluskirche. Abends 6 Uhr: Silveſtergottesdienſt. Pfr. Rückert.
(Kollekte für die Pauluskirche.)
Stiftskirche. Abends 8 Uhr: Jahresſchlußfeier. Pfarrer Hickel.
Neujahrstag (1. Januar 1927).
Stadtkirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfr.
Lauten=
ſchläger. — Nachmittags 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfr. Kleberger.
Stadtkapelle. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Seriba.
Schloßkirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarver
Zimmermann. — Vormittags 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Zimmermann. (An Silveſter und Neujahrstag in Stadtkirche,
Stadt=
kapelle und Schloßkirche Kollekte ſür die Kranken und Armen.)
Martinskirche. (Kollekte für die Armen= und Krankenpflege.) Vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer D. Waitz. — Vorm. 11 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt für den Weſtbezirk. Pfarrer D. Waitz.
Altersheim. Vormittags 10 Uhr: Pfarrer Heß.
Johanneskirche, Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfr. Goethe.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vormittags 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarrpikar Schäfer. (Kollekte für die Armen.)
Pauluskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Dr. Wendel. (Kollekte für die Gemeindearmen.)
Stiftskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Beringer. — Der Kindergottesdienſt fällt aus.
Schloßkapelle Kranichſtein. Vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt. Pfr.
Grein.
Freitag, den 31. Dezember 1926
Sonntag nach Neujahr (2. Januar).
Stadtkirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfr. Wagner.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—3 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfr. Heß.
Schloßkirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Seriba.
Amtshandlung an Auswärtigen: Pfarrer Zimmermann.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde. — Montag, 3. Januar, abends 8 Uhr:
Jugend=
bund der Markusgemeinde; Männervereinigung der Lukasgemeinde,
Jahresverſammlung. — Dienstag, 4. Jm., abends 8 Uhr:
Kirchen=
chor der Stadtkirche; Jugendbund der Lukasgemeinde. — Mittwoch,
5. Januar, abends 6 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Heß. Abends 8 Uhr:
Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloßkivche; Jugendbund der
Markus=
gemeinde; Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde. —
Don=
nerstag, 6 Januar, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeinde; Frauenverein der Lukasgemeinde, Monatsverſammlung. —
Freitag, 7. Januar abends 8 Uhr: Mütterabend der Stadtgemeinde;
Jugendbund der Kaplaneigemeinde; Jugendbund der Lukasgemeinde:
Singkreis.
Lukasgemeinde. Pfarrhaus Kiesſtraße 61. Dienstag, 4. Januar,
abends 8 Uhr: Ausſchußſitzung für die Gemeindehilfe.
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation: Forſtmeiſterſtr. 9,
Fernſprecher 2883; 2. Nebenſtation: Mauerſtraße 5 (in der
Kleinhinder=
ſchule der Martinsgemeinde).
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Sprechſtunden
vormittags von 8—12 Uhr. Fernſprecher 2379.
Martinskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarraſſi=
ſtent Lein. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Oſtbezirk.
Pfarrer Beringer. — Mittwoch, 5. Januar, abends 8 Uhr im
Mar=
tinsſtift: Bihelſtunde über Moſes Kindheit. Pfarraſſiſtent Seriba.
Johanneskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarr=
afſiſtent Georgi.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx. Einführung von zwei
neuen Kirchenvorſtehern.
Beffunger Kirche (Petrusgemeinde). Vormittags 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Dr. Wendel. — Montag, nachmittags
3 Uhr: Vorſtandsſitzung des Frauenvereins. — Mittwoch abends
8 Uhr, im Gemeindehaus: Bibelſtunde (Bergpredigt). Pfarrvikar
Schä=
fer. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Generalverſammlung der
Männerveveinigung. — Mütterabend. — Abends 8½ Uhr:
Vorſtands=
ſitzung der Jugendvereinigung.
Pauluskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfr. Rückert.
Stiftskirche. Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfr. Waldeck.
— Der Kindergottesdienſt fällt aus. — Evgl. Sonntagsverein.
Nach=
mittags 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Die Betſtunde fällt aus.
Evang. Kirche zu Eberſtadt. Silveſterabend 8 Uhr:
Gottes=
dienſt, Pfarrer Paul. Geſang des Kirchengeſangvereins. Neujahr,
10 Uhr: Gottesdienſt, Pfarraſſ. Wolf. Einzelgeſang von Frl. Deuſter=
Villenkolonie Sonntag nach Neujahr: Gottesdienſt 10
Uhr, Pfarrer Paul. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Montag abends
8 Uhr: Kirchengeſangverein. Mittwoch 8 Uhr: Frauenbund und
Mädchenvereinigung. Donnerstag 8 Uhr: Wartburgverein.
In der Provinzial=Pflegeanſtalt. Neujahr. Gottesdienſt 10 Uhr,
Pfarrer Paul. Sonntag nach Neujahr: Gottesdienſt 10 Uhr,
Pfaraſſ. Wolf.
Evangeliſche Gemeinde zu Traiſa. Silveſter abends 8 Uhr:
Liturgiſche Andacht. Neujahr, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt;
vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. 2. Januar, vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Montag: E. J. G. Mädchenabend. Mittwoch:
Bibelſtunde. Donnerstag; E. J. G. Jungenabend.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Silveſterabend, 8 Uhr:
Gottes=
dienſt. — Neujahr, vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt. — Sonntag nach
Neujahr vormittags 10 Uhr: Gotteßdienſt.
Stadtmifſion (Mühlſtraße 24), Sonntag, vormittags 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. Nachmittags 3½ Uhr: Bibelſtunde. Prediger Semmel. —
Vom 2.—9. Januar: Allianzgebetswoche. Gebetsſtunde jeden Abend
8½ Uhr. — Alle anderen Verſammlungen fallen während dieſer Zeit
aus.
Jugendbund für E.C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachmittags 2½
Uhr: Jugendbundſtunde für Jünglinge. Nachwittags 43 Uhr:
Jugend=
bundſtunde für Jungfrauen. Abends 8½ Uhr: Weiheſtunde. — Alle
anderen Stunden fallen aus. Beteiligung an der Allianzgebetswoche.
Chriſtl. Verein junger Männer e. V. Darmſtadt, Alexanderſtr. 22.
Sonntag, 2. Jcn.: Winterſporttag. Treffen 7½ Uhr Oſtbahnhof.
Montag, 3. Jan., 8½ Uhr: Jung=C.=Bibelſtunde (Sekr. Gedat),
Mittwoch, 5. Jan., 3 Uhr: Handfertigkeitsarbeiten: ½5 Uhr:
Tur=
nen der Jungſchar; 8½ Uhr: Jungmännerkreis, Bibelbeſprechſtunde
(Phil. 3,15—Schluß. Dr. Avemarie), Donnerstag, 6. Jan., 8
Uhr: Heimabend. Freitag, 7. Jan., 8 Uhr: Turnen in der
Turn=
halle der Ludwigs=Oberrealſchule. Samstag, 8. Jan., 4 Uhr:
Jung=
ſcharſtunde.
Möttlinger Freundeskreis. Sonntag den 2. Jan., nachmittags
4½ Uhr im Feierabend (Stiftsſtr. 51): Neujahrsandacht.
Chriftlicher Jugendverein, jetzt Alexandraweg 8 (Künſtlerkolonie).
Sonntag, 2. Januar, vormittags 9 Uhr: Morgenwache. Abends 8½
Uhr: Mitgliederverſammlung (Ausſprache über Turnſache). —
Mon=
tag, 3. Jan., abends 8 Uhr: Turnen (Turnhalle Soderſtraße);
Mütter=
abend. — Dienstag, 4. Jan., abends 8½ Uhr: Gebetsſtunde.
Mittwoch, 5. Jan., abends 8½ Uhr: Familienbibelſtunde (Pfarrer
Waldeck). — Donnerstag, 6. Jan., ab nds 8½ Uhr:
Jungmänner=
bibelſtunde, — Freitag, 7. Jan., abends 8½ Uhr: Spielabend —
Samstag, 8. Jan., abends 8 Uhr: Poſaunenchor. — Jeden
Mitt=
woch, von 5—7 Uhr: Jungſcharſtunden.
Evangeliſche Kirche zu Nieder=Ramſtadt, Freitag, 31. Dezember
(Sülveſter), abends 8 Uhr: Schlußgottesdienſt für das alte Jahr.
Mit=
wirkung des Kirchenchores und des Poſaunenchores der evangeliſchen
Gemeinſchaft „Samstag, 1. Januar (Neujahr), vormittags 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Sonntag, 2. Januar (Sonntag nach Neujahr),
vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Montag: Jugendvereinigung.
Dienstag: Kirchenchor. Mittwoch: Jungmädchenverein.
Don=
nerstag: Frauenverein.
Die Chriſtengemeinſchaft. Am Neujahrstag findet kein Gottesdienſt
ſtatt. — Sonntag, den 2. Jan., vormittags 10½ Uhr: Menſchen=
Weihe=Handlung in der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethen=
ſtraße.
Gottesdienſt der katholiſchen Gemeinden St. Liebfrauen und St. Martin.
St. Liebfrauen (Klappach), Freitag, 31. Dez., nachmitags 5 Uhr:
Gelegenheit zur heil. Beichte. 8 Uhr Silveſterpredigt und Andacht. —
Samstag, 1. Jan..: Vormittags von 6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte; um 7 Uhr: Frihmeſſe mit Austeilung der hl. Kommunion vor
und der hl. Meſſe. Vorm. 9½ Uhr: Hochamt und Predigt. Nachm. 2½
Uhr: Andacht und Segen; nach der Andacht Gelegenheit zur heil Beichte.
Sonntag, 2. Jan., vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte;
Um 7 Uhr: Frühmeſſe mit Austeilung der hl. Kommunion vor und
in der hl. Meſſe; um ½10 Uhr: Hochamt und Predigt; nachmittags
um 2½ Uhr: Andacht. Werktags. Heilige Meſſe um 148 Uhr.
Donnerstag, 6. Jan.: Feſt der hl. 3 Könige; 7 Uhr Hochamt;
nachmittags 6—7 Uhr: Beichte. Freitag, 7. Jan., 7 Uhr: hl. Meſſe
mit Herz=Jeſu=Andacht.
St. Martinskapelle (Herdweg). An allen Sonn= und Feiertagen um
8 Uhr hl. Meſſe und Predigt. Vor und in der hl. Meſſe Austeilung
der hl. Kommunion.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtliche Verſammlung, Waldſtraße 18. Sonntag, 2. Ja.,
11½ Uhr vorm.: Sonntagsſchule; 4½ Uhr nachm.: Verkündigung des
Wortes Gottes. — Mittwoch, 5. Jan., 8½ Uhr abends: Gebetſtunde.
—Freitag, 7. Jan., 8½ Uhr abends: Bibelſtunde. Jedermann iſt
freundlichſt eingeladen.
Chriſtliche Gemeinſchaft, Darmſtabt, Mollerſtr. 40. Sonntag,
2. Januar, vorm. ½10 Uhr: Andacht; nachmittags ½4 Uhr:
Jugend=
bund; abends 8½ Uhr: Evangeliſation. Dienstag, 4. Jan., abends
8½ Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich willkommen.
Ev. Gemeinſchaft, Eliſabethenſtraße 44, Freitag, 31. Dez., abends
8 Uhr: Gottesdienſt; Neufahr, abends 8 Uhr: Gottesdienſt;
Sonn=
tag, 2. Jan., vorm 10 Uhr: Gottesdienſt; vorm. 11 Uhr:
Sonntags=
ſchule; abends 8 Uhr: Gottesdienſt. Von Montag, den 3.—7. Januar,
abends 8 Uhr: Allianzgebetſtunde.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Die Silveſterfeier 1926 fällt aus. Neujahrstag, nachmittags 5 Uhr:
Gottesdienſt. — Sonntag, 2. Jan., vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt;
11 Uhr: Sonntagsſchule; nachmittags 5 Uhr: Gottesdienſt — Von
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tag, den 3. bis einſchl. Samstag, den 8. Januar, jeden Abend 8½ Uhr:
Allianz=Gebetswoche. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Methodiſtengemeinde, Alexandraweg (Künſtlerkolonie). Sonntag,
2. Januar, 3½ Uhr: Gottesdienſt.
Heilsarmee, Schulzengafſe 3. Freitag, 31. Dez., abends 10 Uhr:
Gebetsſtunde. Samstag (Neujahrstag), abends 8 Uhr: gr.
Heils=
verſammlung. Sonntag, 2. Jan., vorm. 10 Uhr: Heiligungsſtunde;
11½ und 3 Uhr: Kindergottesdienſt; um 7½ Uhr: Freiv=rſammlung
und 8 Uhr: Heilsverſammlung; vom 4. bis 8. Jan. Allianz=
Gebets=
woche jeden Tag, abends 8½ Uhr Gebetsſtunde.
Gottesdienſt der iſraelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedri hſtraße).
Freitag, den 31. Dez Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 45 Min.
Samstag, den 1. Jan. Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. —
Sabbatausgang 5 Uhr 25 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr 30 Min, —
Abends 6 Uihr 00 Min.
Gebetszeiten in der Shnagoge der iſrgel. Religion3geſellſchaft.
Samstag, den 1. Jan. Vorabend 4 Uhr 10 Min. — Morgens
8 Uhr. — Nachm. 4 Uhr. — Sabbatausgang 5 Uhr 25 Min.
Dienstag, den 4. Jan.: Nauſch Chaudeſch Schewath.
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Die Wohnungsnot in Moskau.
Von H. v. Hafferberg.
Die Wohnungsnot im bolſchewiſtiſchen Moskau progreſſiert
unaufhaltſam. Der Grund hierzu iſt wohl darin zu ſuchen, daß
die meiſten „verantwörtlichen Kommumiſten” aus der Provinz,
trotz großer Hinderniſſe und trotz der Parteidiſziplin, die es
ihnen unterſagt, nach Moskau kommend, für ſich die beſten
Wohn=
räume mit Beſchlag zu belegen, dieſes dennoch tun uno ohne viel
Umſtände „parteiloſe” Bürger en masse auf die Straße ſetzen.
Zu hunderten, ja zu tauſenden überſchwemmen dieſe
Provinz=
tommuniſten Moskau in dem nicht ganz irrigen Glauben, daß es
immerhin noch vorteilhafter wäre, im roten Moskau der Letzte,
als in der dumpfen Provinz der Erſte zu ſein, und alle hoffen
ſie noch einmal eine „Rolle” im Kreml in der großen
Parteizen=
trale ſpielen zu können und die Welt von ſich hören zu machen. .."
Durch dieſe oft von Tauſenden veranſtalteten kommuniſtiſchen
Völkerwonderungen wird die Wohnungsnot nicht behoben und
die Verhältniſſe keinesfalls roſiger. Ja, für den „friedlichen
Bürger” ſind dieſe Provinzgenoſſen ſchlimmer als die Peſt, denn
an ihre uneingeſchränkte Selbſtherrſchaft in der Provinz
ge=
wöhnt, ſcheuen ſie weder erlaubte noch unerlaubte Mittel, um
Wohnungen, die ihnen gefallen, nötigenfalls gewaltſam zu „
ſäu=
bern”, und ſo mancher Mosiauer Bürger, muß es ſich gefallen
laſſen, ohne viel Umſtände, Hals über Kopf, innerhalb weniger
Stunden „ausgeſiedelt” zu werden. Dagegen helfen dann
natür=
lich keine Beſchwerden und keine an das kommuniſtiſche
Woh=
nungsamt gerichteten Geſuche. Der, dem ein derartiges
Miß=
geſchick paſſieren ſollte, muß ſich eben auf die Beine machen und
ſich für fabelhaftes Geld eine andere Wohnung ſuchen oder —
ſollte ihm dazu das nötige Kleingeld fehlen — mit Frau und
Kind eine Maſſenherberge aufſuchen. Den „hohen und
verdienſt=
vollen” Genoſſen iſt eben, ſo mancherlei erlaubt, was einem
par=
teiloſen Sowjetbürger — hätte er das gleiche zu tun gewagt —
wohl mehrere Jahre Zwangsarbeit eingebracht hätte..
Die Sowjetregierung „kämpft” allerdings dauernd gegen die
überhandnehmende Wohnungsnot. Aber ſie kämpft dauernd —
vergebens und, wie es ſcheint, hat ſie gar nicht den Willen,
ener=
giſch und im gebührenden Maße dagegen einzuſchreiten: im
Mos=
kauer Wohnungsamt iſt es noch immer üblich, große
Beſtechungs=
gelder für die Zuweiſung einer Wohnung zu nehmen und zu
geben. Dabei handelt es ſich wohlgemeint — nicht etwa um
frei=
ſtehende Wohnungen, die es in Moskau für den Privatmann
ſchon ſeit mehr als 10 Jahren nicht mehr gibt. Es wird ganz
anders gemacht: von einem Familienvater, der beiſpielsweiſe
mit ſeiner Familie eine 4=Zimmerwohnung inne hat, werden
einfach 3 Zimmer „requiriert” und zwangsweiſe vermietet, d. h.
nur an Kommuniſten oder diejenigen, welche einige tauſend
Rubel im „Wohnungsamt deponiert” hatten, angewieſen. Die
Mittelloſen aus der Bevölkerung Moskaus müſſen aber die
über=
füllten Nachtaſyle aufſuchen oder, falls die Jahreszeit es
ge=
ſtattet, im Freien kampieren.
Eine große Anzahl ehrbarer, einſt gutſituierter Moskauer
Bürger iſt ſchon ſeit langer Zeit wohnungslos. Doch nicht die
geringſte Ausſicht winkt ihnen, über kurz oder lang eine
menſch=
liche Behaufung angewieſen zu erhalten. Sie irren von Haus
zu Haus und übernachten jeden Tag wo anders. Mit jedem Tag
geſellen ſich zu ihnen immer neue Leidensgenoſſen, und das
Schickſal dieſer Umherirrenden gleicht den vielen Tauſenden, in
Moskau überall anzutreffenden „Vagabundenkinder”. Mit dieſen
Bettlerkindern brüderlich vereint, ſucht ſich nun der von
ingend=
einem „verantwortlichen Kommuniſten” aus ſeiner Wohnung
herausgeworfene Bürger ein Nachtquartier. In zerfallenen Häu=
Freitag, den 31. Dezember 1926
ſern, Nuinen, in Scheunen und Böden, in Warteſälen und
öffent=
lichen Anlagen, in jedem nur erdenilichen Schlupfwinkel ſihlägt
er ſein Lager auf und verſucht in wenigen Stunden ſeines
traum=
loſen Schlafes die Unbill ſeines Schickſals zu vergeſſen. . .
Selbſt in einem „kommuniſtiſchen Hotel”, d. h. in einem
Nachtaſyl Aufnahme zu finden, iſt nur ſchwer möglich und wird
ſtets als Glüasfall betrachtet. Denn außer dem großen Andrang
der Obdachloſen wird der Eintritt in dieſe Häuſer noch dadurch
erſchwert, daß ſelbſt die Zulaſſung zum Nachtaſyl nicht anders
als nur durch Beſtechung zu erlangen iſt. Ueberall und jeder muß
beſtochen werden. Für die Leiter der Nachtaſyle iſt eine beſtimmte
„Schmiergeld”=Taxe eingeführt worden, ohne die kaum jemand
einen Platz in dieſem „Hotel” erhalten kan. Intereſſant iſt
fer=
ner, daß bei einem „großen Trinkgeld” und einem Aufenthalt
von mehreren Tagen eine Ermäßigung des offiziell feſtgeſetzten
Preiſes um 20 Prozent erzielt werden kann.
Ganz beſonders traurig iſt in Moslau die Lage der aus der
Provinz zugereiſten Studenten. Man findet ſie überall zur
Nacht ihr Lager aufſchlagen und nicht ſelten kommt es vor, daß
bei einer nächtlichen Razzia Studenten als Vagabunden
ver=
haftet werden. Ein unlängſt in Moskau geweſener Landsmann
fragte einen ſolchen Studenten, wie er es unter derartig
miß=
lichen Umſtänden in Moskau aushalte, und weshalb er nicht
lieber nach ſeiner Heima ſtadt zurückkehre? Darauf antwortete
der Student wörtlich folgendes: „Wenn es ſein muß, hält man
im Leben manches aus. Mit großer Mühe und nach
Ueberwin=
dung vieler Hinderniſſe gelangte ich in die Moskauer Univerſität
und nun ſoll ich wieder kehrt machen . . .? Nie und nimmer!
Außerdem war es unſer Dorfſowjet, der mich hergeſandt und
mir ein Stipendium bewilligt hat; wenn ich nun plötzlich vor
der Zeit unverrichteter Dinge zurückkehre, wird man mich
mög=
licherweiſe einfach ins Loch werfen, wie es vor einiger Zeit im
Nachbardorfe einem Studiengenoſſen paſſiert war: „Dafür, daß
er das Vertrauen der Genoſſen mißbrauchte”, hatten ihm die
Bauern zugeruſen.”
Ein möbliertes Zimmer zu finden, verurſacht ebenfalls große
Schwierigkeiten. Man muß ſich an einen Vermittler wenden.
Die gewaltige Nachfrage nach möblierten Zimmern hatte zur
Folge, daß ſich eine regelrechte Zunft von „Zimmermaklern”
herausgebildet hat. Man findet unter ihnen auch Frauen, oſt
alte Damen der früheren Moskauer Geſellſchaft, die, zerlumpt
und heruntergekommen, ſich dem Moskauer Proletenleben
all=
mählich mit mehr oder weniger Reſignation angepaßt haben. In
alte und zerlumpte, einſt modern und koſtbar geweſene Hüte und
Kleider gehüllt, kann man ſie von den übrgen „Vermittlern” nur
ſchwer unterſcheiden. Man iſt aber dann auch um ſo mehr
er=
ſtaunt, von ihnen im beſten Franzöſiſch angeſprochen zu werden.
Der Beruf der „Zimmervermittler” ſcheint in Moslau
üb=
rigens ein ganz ſeltſamer Beruf zu ſein, der einer geſwiſſen Trogik
nicht entbehrt. Auf dieſem Arbeitsfeld, das keine Vorkenntniſſe
erfordert, finden ſich hauptſächlich alle vom Schickſal über
be=
handelten Exiſtenzen wieder; ihr bitteres Leben beſchließend,
verſuchen ſie auf dieſe Weiſe kümmerlich ihr letztes Stück Brot
zu verdienen. Kaum von jemandem beachtet, erſchien vor einiger
Zeit in der Sowjetpreſſe die kleine Notiz, welche den Mord an
der jungen Fürſtin Ob — — kaja mitteilte. In einer
verwahr=
loſten Moskquer Mietskaſerne friſtete ſte ihr Leben als
Zimmer=
vermittlerin und Proſtituierte. Das Leben mag ihr troſtlos
er=
ſchienen ſein, als ſie zu Anfang der Revolution 1918 als 15
jäh=
riges Kind, deren Eltern und Verwandte als Opfer der Tſcheia
fielen, ſchließlich auch von ihrer Gouvernante auf der Straße
ver=
laſſen, gänzlich ohne Geldmittel, das Nachtaſyl aufluchen mußte.
Dort machte ſie die Bekanntſchaft eines Arbeiters und wurde
ſeine Geliebte. Nach kurzer Zeit verließ ſie der Mann, nun nahm
die Straße ſie auf und machte ſie zur Dirne. Nebenbei vermit=
Nummer 362
telte ſie Zimmer — für eine beſtimmte Proviſion an ankommende
Auslander. Der Too hat ſie von dieſem Jammerdaſein erlöſt:
von einem Hausknecht, bei dem ſie logierte, wurde ſie eines Tages
im Streit erſchlagen. . .
Die Abſtandsſumme für ein möbliertes Zimmer ſchwankt
zwiſchen 600 und 2000 Rubel (1200 bis 4000 Mark) und zwiſchen
3000 bis 10000 Rubel für eine leere Wohnung. Miete zahlt
man durchſchnittlich den von der Regierung offiziell feſtgeſetzten.
Preis von 100 bis 150 Rubel im Monat für ein möbliertes
Zim=
mer und dementſprechend mehr für eine Wohnung. Dieſe Taxe
hat jedoch nur" für die „vorübergehend Zugereiſten” Geltung.
Der Mietpreis für die Mosiauer Bürger iſt je nach ihrer
ſozi=
len Stellung genau feſtgeſtellt. So z. B. zahlen die Arbeiter d
kleine Sowjet=Angeſtellte (von der erſten bis zur fünften
Gehalts=
ſtufe) nur 12 Kopeken für je einen Vorkriegs=Rubel des oben
ge=
nannten Mietpreiſes. Die gleiche Norm gilt für die vom Staate
unterhaltenen Studenten und für die Arbeitsloſen. Die 14. bis
17. Gehaltsſtuſe zahlt 37 Kopeten für jeden Rubel. Handwerker,
die keine Angeſtellten beſchäftigen, zahlen 1 Rubel 25 Kopetem
für jeden Rubel, diejenigen jedoch, die Angeſtellte beſchäſtigen,
zahlen 1 Rubel 85 Kopeken für jeden Rubel. Ebenſoviel zahlen
die ſogenannten „intelligenten Berufe‟. Am meiſten müſſen die
Händler und Kaufleute zahlen — je nach dem Einlommen, bis
zum Vierfachen des Grundpreiſes! Vorauseſtzung bei dieſer
Ab=
ſtufung iſt natürlich, daß wan überhaupt eine Wohnung reſp. ein
Zimmer beſitzt, was, wie eingangs geſchildert, eben die
Haupt=
ſchwierigkeit darſtellt. . .
Die Schwierigkeit, eine billige Wohnung zu finden,
veran=
laßt manchmal weniger Bemittelte, ſich in irgend einem
halbzer=
fallenen Schuppen oder einer Baracke noddürftig einzurichten.
Mit der kommuniſtiſchen Hausverwaltung wird in dieſem Falle
ein Kontrakt geſchloſſen, welcher den „Mietern” das Recht
ein=
räumt, ſich den Schuppen in eine Wohnung umzubauen. Doch
kaum iſt die primitive Scheune in einen einigermaßen wohnlichen
Zuſtand gebracht worden, ſo erſcheint irgendein Kommuniſt auf
dem Schauplatz und erklärt, daß die Wohnung zur Verſügung
des Wohnungsamtes ſtehe und von nun ab als beſchlagnahmt zu
gelten habe. Recht merlwürdige Erfahrungen machte die finniſche
Botſchaft in Moskauer Wohnungsfragen. Die Kanzlei der
Bot=
ſchaft befand ſich — — in einem ehemaligen Gemüſekeller und
beſtand nur aus zwei kleinen Zimmern, welche zuſammen nicht
mehr als 9 Quadratmeter groß waren. Hier hatten der
Bot=
ſchaftsrat und der Botſchaftsſekretär zu arbeiten und zu ſchlafen.
Außerdem war nur noch ein kleines Zimmer für 7 Angeſtellte
verfügbar, welches gleichzeitig als Empfangs= und Wohnz mmer
benutzt werden mußte. Der finniſche Botſchafter, der ganz
Mos=
kau durchſucht hatte, fand ſchließlich nur ein einziges Haus,
wel=
ches als Botſchafrsgebäude in Frage kommen könnte, aber die
Sowjetbehörden verlangten dafür nicht weniger als 600 000
fin=
niſche Mark jährlich Miete. ..
Wenn eine ausländiſche Vertretung ſich notdürftig in einer
feuchten Kellerwohnung einzurichten gezwungen iſt, ſo kann man
ſich leicht vorſtellen, mit welchen Behauſungen gewöhnliche
Sterb=
liche „Bourgeois” und „Parteiloſe” Vorlieb nehmen müſſen. Die
Wohnungsnot mancher europäiſcher Städte iſt gegen die in
Mos=
kau herrſchenden Zuſtände ein Kinderſpiel. . . .
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Nummer 362
Freitag, den 31. Dezember 1926
Seite 9
Das Weltenraumſchiff der Zukunft.
Das Modell des Weltenraumſchiffes.
furt fuhr. Oberhalb der Lachenbrücke innerhalb der Gemarkung Gries= Der belannte Münchener Flieger und Schriftſteller Max Valier hat ein
Welten=
raumſchiff konſtruiert, mit welchem er im Jahre 1927 die erſten Verſuche
unter=
nehmen will, den Weltenraum zu erforſchen. Der kühne Flieger, der dieſen
Ver=
ſuch unter Einſetzung ſeines Lebens machen will, iſt bereits mit führenden
Perſönlichkeiten der Flugzeuginduſtrie in Verbindung getreten.
Erdbebenkataſtrophe in Albanien.
Blick auf Durazzo mit Hafen.
Die Stadt Durazzo in Albanien iſt durch ein heftiges Erdbeben teilweiſe zerſtört
worden. Die Bewohner ſind auf der Flucht.
* Die furchtbaren Erfahrungen der
Mannſchaft des deutſchen
Fiſcherei=
fahrzeuges „Ssland.”
Am Tage vor dem Heiligen Abend ſind vier Mann
der geretteten Beſatzung des deutſchen
Fiſchereifahr=
zeuges „Island” an Bord des deutſchen
Fiſcherei=
dampfers „Kanut” in Aberdeen eingetroffen. Sie
be=
richten folgende Einzelheiten über ihre ſchrecklichen
Erfahrungen im arktiſchen Winter: Die „Jsland”
be=
fand ſich am 13. Dezember mit einem reichen Fang an
Bord auf der Heimfahrt, als ſie in der Nacht bei
Nebel auf ein Riff auflief. Der Felſen riß ein
gewal=
tiges Loch in den Schiffskörper, durch welches das
Waſſer in Maſſen einſtrömte. Es erreichte ſofort den
Maſchinenraum und die Kabinen. Das Schiff neigte
ſich zur Seite und begann in wenigen Minuten
zu=
ſinken. Die 13 Mann der Beſatzung kletterten mit
Mühe auf dem ſchiefen Deck in ein kleines Boot, das
ſie mit größter Schwierigkeit abbrachten. Nach einer
Stunde Ruderns erreichten ſie die Eisbildung an der
gefrorenen Oſtküſte des Weißen Meeres in arktiſcher
Nacht. Einige waren bis auf die Haut durchnäßt,
an=
dere befanden ſich nur in wenigen, in Eile
zuſammen=
gerafften Kleidungsſtücken, der Kapitän ohne Stiefel.
In intenſivſter Kälte wanderten ſie landeinwärts, um
Schutz zu ſuchen. Scharfe Steine zerriſſen ihre Füße.
Große Blöcke ließen ſie nur langſam vorwärts
kommen, bis ſie faſt alles Gefühl verloren hatten.
Dann ſtarrte ihnen plötzlich eine hohe Klippe mit
ver=
ſchneiten Spalten entgegen. Aber der brave Kapitän
kletterte mit ſeinen blutenden Füßen voran, und ſo
gewannen die ſchier deſperaten Leute die Höhe. Der
Erfolg ermutigte ſie, und wenn ſie auch in der weiten,
weiten Ebene in der Dunkelheit keine Spur einer
menſchlichen Behauſung entdecken konnten, ſtolperten
ſie doch weiter in ihren ſteif gewordenen
Bekleidungs=
ſtücken, oft bis zum Hals im Schnee verſinkend, bis ſie
nach drei Stunden übermenſchlicher Anſtrengung eine
verlaſſene Fiſcherhütte erreichten. Sie fanden keine
Lebensmittel, aber ſie vermochten ſich mit
losgeriſ=
ſenen Brettern ein Feuer zu ſchaffen, das ſie neu
be=
lebte. Nach einigen Stunden brachen ſie wieder auf
und kamen ſchließlich auf einen Hügel, von dem ſie
in der Ebene eine Gruppe menſchlicher Behauſungen
erblickten. Bald darauf kam ihnen ein Skiläufer
ent=
gegen, der die nur noch automatiſch ſich Bewegenden
in ein kleines Dorf leitete. Sie waren am Ende ihrer
Leiden. Die Bewohner nahmen ſie gaſtlich auf und
brachten ſie einige Tage ſpäter nach einem kleinen
Hafenort, von dem aus ſie auf verſchiedenen deutſchem
Fahrzeugen ihre Heimfahrt antraten. C.M. P.
Ein Schildbürgerſtreich.
* Wien. Nach einer Meldung aus Brüx in
Böhmen wurde bei einem Gaſtwirt in der Umgebung
kürzlich eingebrochen und eine Anzahl von
Gegenſtän=
den entwendet. Der Täter konnte ſchon kurz danach
verhaftet und dem Kreisgericht Brüx eingeliefert
wer=
den, während die bei ihm vorgefundenen geſtohlenen
Sachen beſchlagnahmt wurden. Der Dieb wurde
ver=
urteilt und verbüßte ſeine Strafe im Leitmeritzer
Gefängnis. Nach deſſen Entlaſſung verlangte der
ge=
ſchädigte Gaſtwirt die Herausgabe der geſtohlenen
Gegenſtände beim Kreisgericht in Brüx. Er wurde
mit ſeiner Forderung an das Leitmeritzer Kreisgericht
verwieſen und erhielt dort die überraſchende
Aus=
kunft, daß die geſtohlenen Gegenſtände — dem
Täter nach der Strafverbüßung ausgefolgt
worden ſeien.
Verhaftung eines ruſſiſchen Fürſten bei Moskau.
* Riga. Im Gouvernement Moskau iſt in einem
Eiſenbahnwagen von der politiſchen Polizei Fürſt
Paul Dolgorukoff feſtgenommen worden. Paul
Dol=
gorukoff flüchtete beim Ausbruch der bolſchewiſtiſchen
Revolution nach dem Auslande, verſuchte dann
be=
reits einmal, nach Rußland zurückzulehren, wurde
ver=
haftet und ſpäter wieder freigelaſſen.
Reich und Ausland.
* Frankfurter Chronik.
Auszeichnung von Jugendpflegern. Das
Jugend=
amt der Stadt, Frankfurt a. M. unterhält ſeit Jahrzehnten
Land=
pflegeſtationen, in denen verarmte Kinder zu Privatleuten in
Dauer=
pflege gegeben werden. Die Kinder ſtehen unter Aufſicht von
Ver=
trauensleuten, die gleichzeitig als Mittelsperſonen zwiſchen Jugendamt
und Pflegeeltern gelten. Seit W) bzw. 25 und mehr Jahren ſind die
Vertrauensleute Förſter Reuß und Frau in Bad Orb, Pfarrer Wagner
in Kleinheubach und Pfarrer Buttron in Sickenhofen in dieſer
ver=
antwortungsvollen Arbeit tätig. Das Jugendamt hat ihnen durch
Ueberreichung von Ehrenurkunden ſeine Anerkennung ausgeſprochen. —
Rettungsdienſt in der Neujahrsnacht. Die
Zentral=
vettungswache Münzgaſſe 9 hat für die Neujahrsnacht einen verſtärkten
Dienſt eingerichtet und eine größere Anzahl von Krankenkraftwagen
in Bereitſchaft geſtellt. Sie übernimmt die ſchnellſte Ausführung aller
Unfall= und Krankentransporte. Von den Frankfurter Sanitätsvereinen
werden zahlreiche fliegende Wachen errichtet. Die erſte Hilfe bei
Unglücksfällen wird außerdem noch geleiſtet von den ſtändigen
Ver=
bandsſtationen der Feuerwehren. — Die Lage am
Arbeits=
markt in der Woche vom 19. bis 25. Dezember. Die
Zahl der Arbeitsſuchenden iſt in der vergangenen Woche geringer
ge=
vorden. Zu Beginn der Woche waren B 606 Arbeitsſuchende
vor=
nden. Dazu haben ſich im Laufe der Woche 1117 Leute neu gemeldet,
ſo daß insgeſamt 94 723 Erwerbsloſe gemeldet waren. Am Ende der
Woche waren davon noch 23 312 Arbeitsloſe vorhanden. Die Zahl der
angebotenen offenen Dauerſtellen iſt in der vergangenen Woche wieder
zurückgegangen. Deshalb konnten nur 399 (673) Dauer= und 918 (794)
Aushilfsſtellen beſetzt werden. — Ein ſchwerer Unglücksfall
ereignete ſich in den Caſſella=Werken in Mainkur. Ein 5ljähriger
Hilfs=
arbeiter aus Fechenheim war mit Abbrucharbeiten beſchäftigt, als durch
einen unglücklichen Zufall eine Mauer zu früh einſtürzte und dem
Ar=
beiter ſchwere Verletzungen am Kopf und an der Bruſt beibrachte. Der
Unglückliche wurde in das Hanauer Landkrankenhaus überführt, wo er
kurz nach ſeiner Einlieferung ſeinen Verletzungen erlegen iſt. —
Gasvergiftung. In der Backſtube eines Konditors im Stadtteil
Bockenheim wurde abends gegen 6 Uhr der 18jährige Konditor Otto
Wittmann aus Idſtein durch Gas vergiftet tot aufgeſunden. Anſcheinend
liegt ein Unglücksfall vor, da die Feſtſtellungen ergeben haben, daß
aus einem geplatzten Gasrohr Gas ausgeſtrömt war, wodurch der
über=
müdete junge Mann den Erſtickungstod fand.
Folgen des Leichtſinns.
Höchſt a. M. Das Anhängen an Fuhrwerke hat wieder einmal
einen Unfall verurſacht, an den der Betroffene, ein 10 Jahre alter
Junge aus Nied, wohl ſein ganzes Leben lang denken wird. Der
Junge hatte ſich an ein Laſtfuhrwerk angehängt, das in Richtung
Frank=
heim ſprang der Junge von dem Wagen ab und wollte auf die andere
Seite der Straße. Hierbei lief er direkt vor ein Perſonenauto. Der
Knabe wurde zu Boden geſchleudert und überfahren. Er erlitt einen
Oberſchenkelbruch und mußte in das Krankenhaus verbracht werden. Es
war ein Glück, daß das Auto nur in mäßigem Tempo gefahren iſt.
Auffindung römiſcher Mauerreſte.
Heidelberg. An einem Neubau in der verlängerten Uferſtraße
wurden bei Ausgrabungsarbeiten größere Mauerreſte freigelegt die
jedenfalls mit dem Römerkaſtell zuſammenhängen. Es handelt ſich um
zwei parallel zueinander laufende Mauern, die quer dunch den ganzen
Ausſchachtungsraum des Neubaues laufen und aus
Bruchſteinmauer=
werk beſtehen. Die Mauern laufen in der Erde weiter und mußten
leider ſoweit ſie bloßgelegt waren, abgeriſſen werden. Auch Tuümmer
von Tongefäßen wurden gefunden, aber von den Arbeitern mit dem
Abraum fortgeſchafft. — Die Fundſtelle liegt wenige Schritte hinter der
Schlittſchuhbahn und vom Neckar entfernt und nur wenige Meter vom
alten Römerkaſtell und dem alten römiſchen Schwimmbad.
Folgenſchwerer Sturz.
Mannheim. Am Nachmittag des 9. Dezember iſt auf dem
Wald=
hof ein 68 Jahre alter Mann auf bis jetzt ungeklärte Weiſe auf der
Treppe geſtürzt und hat ſich hierbei vermutlich innere Verletzungen
zu=
gezogen. Der Verunglückte wurde zunächſt in das Städtiſche
Kranben=
haus verbracht, mußte aber ſpäter der Pſychiatriſchen Kinik in
Heidel=
berg überwieſen werden, woſelbſt er dieſer Tage verſtorben iſt.
Schießerei in der Neckarſtadt.
Mannheim. Ein 62 Jahre alter verheirateter früherer
Flaſchen=
bierhändler hat vorgeſtern vormittag gegen 10 Uhr in der Spelzenſtraße
auf ſeinen 21 Jahre alten Neffen, von dem er vergeblich Geld g.fordert
hatte, einen ſcharfen Schuß aus einem kleinen Walzenrevolver abgegeben,
ohne jedoch zu treffen. Als der Mann ſpäter durch die Kriminalpolizei
feſtgenommen werden ſollte, hat er mit der gleichen Waffe in ſeiner
verſchloſſenen Wohnung zwei Schüſſe auf ſich ſelbſt abgegeben und ſich
an der Stirn nicht unerheblich verletzt. Er wurde mit dem
Sanitäts=
wagen in das Allgemeine Krankenhaus eingeliefert.
Ein neuer Eiſenbahnhaltepunkt.
Ludwigshafen. Die Reichsbahndirektion Ludwigshafen teilt
mit: Am 1. Januar 1977 wird der Haltepunkt Kennelgarten zwiſchen
den Bahnhöfen Kaiſerslautern und Einſiedler Hof, eröffnet. Der
Halte=
punkt dient lediglich dem Perſonenverkehr. Es halten nuv die zwiſchen
Kaiſetslautern und Landſtuhl verkehrenden Triebwagen. Die zwiſchen einem Schalterbeamten des Kölner Hauptbahnhofs ſeit längerer Zeit
Kaiſerslautern und Landſtuhl verkehrenden Perſonenzüge halten an
dem neuen Haltepunkt nicht an. Der Fahrkartenverkauf am Haltepunkt betrieben. Der B.amte, der im Keller des Bahnhofes alte Druckplatten
Kennelgarten iſt dem in nächſter Nähe wohnenden Gaſtwirt Mauer
übertragen. Der Fahrplan der Triebwagen iſt aus dem Aushängefahr= karten an. Um die Falſifikate verausgaben zu können, fand er einen
plan zu erſehen.
Ein Auto im Rhein.
Karlsruhe. Vorgeſtern abend gegen 10 Uhr iſt ein von Knie= Mark geſchädigt, während die Bahnverwaltung die Höhe der
Schwinde=
brücke infolge der mangelhaften Beleuchtung in den Rhein gefahren, fälſchung und Diebſtahls erhielt der Hauptangeklagte zwei Jahre und
der an dieſer Stelle ſehr tief und reißend iſt. Dank des energiſchen Ein= drei Monate Gefängnis zudiktiert. Sein Komplize wurde zu 2 Jahren
wohner konntn die beiden Inſaſſen des Autos, ein Herr und eine Dame dazu, weitere unredliche Beamte zu entlarven, die echte Karten zur
Ab=
aus Durlach, gerettet werden. Das Auto ſelbſt konnte noch nicht gebor= ſtompelung angemeldet und das Geld dafür erhoben, wenn die Reiſenden
gen werden.
Schwerer Autvunfall.
Speher. Vorgeſtern abend fuhr in der Bahnhofſtraße das Auto andeter zu einer Woche Gefängnis verurteilt.
des praktiſchen Arztes Geh. Rat Dr. Orth=Speher, der auf der
Heim=
fahrt begriffen war, durch die Scheinwerfer eines ihm
entgegenkommen=
den Motorwagens geblendet, auf einen kleinen Handwagen auf, mit dem
Kinder vom Gaswerk einige Zentner Koks geholt hatte. Durch die fall. Als der Kölner D=Zua einen aus Berlin kommenden Vorortzug
Wucht des Anprals wurde eines der Kinder durch einen Oberſchenkel= paſſierte, wurden an einem Wagen des D=Zuges ſämtliche Fenſterſcheiben
bruch und Quctſchungen erheblich verletzt, während das andere Kind an der dem Vorortzug zugewandten Seite zertrümmert. Von dem
Vor=
geringnere Verletzungen davontrug. Der Handwagen wurde zertrüm= ortzug wurden das Trittbrett und eine Tür abgeriſſen und die
Fenſter=
mert und das Auto des Arztes rannte gegen einen Baum der Chauſſe, ſcheiben eines Wagens zerſchlagen. Ein Reiſender des D=Zuges und
wo es am anderen Morgen abgeſchleppt wurde.
Doppelmord und Selbſtmord in Stuttgart.
TV. Stuttgart. Ein ſeit einiger Zeit von ſeiner Ehefrau ge= aufzuklären. Nach dem „B. T.” ſoll es ſich um einen Anſchlag
trennt lebender Hilfsarbeiter hat geſtern nachmittag ſeine 20jährige handeln.
Tochter und ſeine Schwägerin erſchoſſen und ſeine Frau durch einen
Schuß in den Unterleib lebensgefährlich verletzt. Darauf richtte er die
Waffe gegen ſich ſelbſt und verletzte ſich ſo ſchwer, daß er auf dem Trans”
port ins Krankenhaus ſtarb.
Acht Gebäude niedergebrannt.
Bamberg. Im nahen Stegaurach brach Großfeuer aus. noch weitere Beträge aus den verſchiedenſten Teilen des Reichs einge=
Der Brand entſtand früh gegen 6 Uhr in einer Scheune und verbreitete, gangen, ſodaß die Sammlung bis jetzt 26 Millionen Mark ergibt.
Da=
ſich in wenigen Minuten über die ſämtlichen umliegenden Gebäulichkei= bei iſt zu berückſichtigen, daß einige große Bezirke, beſonders
Weſt=
ten. Niedergebrannt ſind zwei Wohnhäuſer und zwei Scheunen der deutſchland, noch nicht abgerechnet haben, und daß von dort aus der
Witwe Neukam, ſowie deren große Holzlege, ferner Wohnhaus und Eingang weiterer Beträge noch zu erwarten iſt. Dem Staatskommiſſar,
Scheune mit eingebauter Werkſtatt des Wagnermeiſters Koch, ſowie, der die Aufſicht über die Sammlung hat, iſt fortlaufend alle 14 Tage
Schlachthaus und Stallung des Bürgermeiſters Mackert. Aus den Ge= Bericht erſtattet worden.
bäuden konnte faſt nichts mehr gerettet werden. Die ſämtlichen
abge=
brannten Gebäude ſind Neubauten des früheren Schloßamtes in
Steg=
gurach.
Ein ſeltener Fall.
Neuwied. Im benachbarten Herſchbach auf dem Weſterwald, ſaſſen des Perſonenwagens, zwei Damen und drei Kinder, haben ſchwere
hat ſich der ſeltene Fall ereignet, daß die drei älteſten Einwohner des
geſamt 263 Jahre, und zwar 82, 90 und 91 Jahre.
Verhaftung eines Waldfrevlers.
Bad Ems. In den Tagen vor Weihnachten ſind in den Wäldern Schwärme von Seehunden zu bemerken, die aus dem nördlichen Teil
der Umgebung in der rückſichtsloſeſten Weiſe junge Tannenforſten von der Oſtſee, der zum größten Teil vereiſt iſt, heruntergekommen ſind.
Waldfrevlern ausgehauen worden. Es handelte ſich um eine Diebes= Für die Danziger Fiſcher ſind dieſe Seehunde ſehr unliebſame Gäſte,
bande, die mit ihrer Beute ſchwunghaften Chriſtbaumhandel trieb. Der namentlich wird viel darüber geklagt, daß ſie die Netze zerſtören und da=
Polizei iſt es jetzt gelungen, die Frebler, die 500 Chriſtbäume geſtohlen, durch beträchtlichen Schaden anrichten. An der Küſte von Hela zeigen
hatten, zu ermitteln und feſtzunehmen.
Großer Fahrkartenſchwindel.
Köln. Ein Fahrkartenſchwindel größeren Umfangs wurde von
fand, nahm dieſe mit nach Hauſe und fertigte in ſeinem Keller Fahr=
Mitarbeiter in dem Beamten, der die Erſtattungsliſte zu führen hatte,
während der Erlös geteilt wurde. Durch dieſes Manöver wurde die
Reichsbahn nach dem Geſtändnis des Hauptbeteiligten um etwa 14000
lmgen kommendes Perſonenauto mit zwei Inſaſſen bei der Rhein= leien auf das Doppelte ſchätzt. Wegen fortgeſetzter ſchwerer
Urkunden=
greifens des Sohnes des Bauinſpektors Eglin und einiger weiterer An= Gefängmis verurteilt. Die Aufdeckung der Schwindeleien führte zudem
in der Eile der Weiterfahrt hierauf kein Gewicht legten. Ein
Bureau=
beamter wurde wegen dieſes Deliktes zu einem Monat Gefängnis, ein
Eigenartiger Eiſenbahnunfall.
Berlin. Auf der Wannfeebahn ereignete ſich vorgeſtern
ein Schneidermeiſter zuſammen mit ſeinen beiden 7 und 10 Jahre alten abend bei dem Berliner Vorort Zehlendorf ein eigenartiger
unglücks=
zwei Inſaſſen des Vorortzuges erlitten leichte Verletzungen. Vertreter
der Reichsbahndirektion Berlin und der Berliner Kriminalpolizei haben
ſich ſofort an die Unfalſtelle begeben, um den eigenartigen Unglücksfall
Das bisherige Ergebnis der Zeppelin=Eckener=Spende.
Berlin. Wie aus Berlin berichtet wird, wird im Laufe des
Januar vorausſichtlich die Abſchlußſitzung des Kuratoriums der
Zeppe=
lin=Eckener=Spende abgehalten werden, in der das endgültige Ergebnis
der Sammlung feſtgelegt wird. Seit den letzten Veröffentlichungen ſind
Autozuſammenſtoß.
Berlin. Bei Adlershof ſtieß Donnerstag vormittag ein
Laſt=
kraftwagen und ein Privatauto zuſammen. Das Privatauto wurde
voll=
kommen zertrümmert. Der Laſtkraftwagen ſchwer beſchädigt. Die In=
Ortes innerhalb drei Tagen geſtorben ſind. Die drei Alten zählten ins= Verletzungen davongetragen. Der eine der Chauffeure erlitt einen
Armbruch.
Seehunde in der Danziger Bucht.
* Danzig. In der Danziger Bucht ſind in der letzten Zeit große
ſich ganze Schwärme von Seehunden.
80 000 Mark unterſchlagen.
Ibbenbüren. Wie ſich jetzt herausſtellt, belaufen ſich die
Unter=
ſchlagungen, die der Stationsvorſteher Brahmeier in den letzten Jahren
durch falſche Buchungen verübt hat, auf rund 80 000 Mk. Die
Reichs=
bahn kann ſich teilweiſe ſchadlos halten durch Beſchlagnahme des auf
etwa 36 000 Mark lautenden Brahmeierſchen Sparkaſſenbuchs und der
Grundſtücke, die der ungetreue Stationsvorſteher in den letzten Jahren
erworben hat.
Ein Automobil vom Schnellzug zermalmt.
TU Brüſſel. Am Bahnübergang von Caeskirke bei Dirmuiden
fuhr geſtern morgen ein mit vier Damen beſetztes Automobil im Nebel
auf einen Schnellzug, wobei das Auto völlig zerſtört und die vier
Fahr=
gäſte getötet wurden. Der Chauffeur erlitt lebensg fährliche Verletzungen.
Ein Meteor niedergegangen.
E.P Bern. Am Weihnachtstage, früh 7 Uhr, ging in Ulmiz
ein Metcor dicht vor einem Hauſe nieder. Man beobachtete zunächſt
ein ſtarkes Aufleuchten am Himmel, dem ein donnerähnliches Rollen
folgte. Zuletzt ſauſte eine feurige Kugel herab, die ſich in viele Stücke
zerſplitterte bis zur Größe einer Walnuß. Ein Sohn des betreffenden
Hausinhabers wäre beinahe erſchlagen worden. Die Lichterſcheinung
mit dem nachfolgenden Donner wurde auch von anderen Orten aus
wahrgenommen.
Verhafteter Juwelendieb.
E.P. Mailand. Im Hotel Eden von Nervi iſt von der Polizei
der deutſche Kaufmann Max Sander verhaftet worden. In ſeinem
Zimmer wurden Juwelen im Werte von einer halben Million Lire
beſchlagnahmt. Der Verhaftete erklärte, dieſe Juwelen gehörten ſeiner
Frau, die nach Frankreich verreiſt ſei. Indeſſen wird Sander von der
Polizei wegen zahlreicher Diebſtähle und Betrügereien geſucht, die er in
Oeſterreich, Deutſchland und Mailand begangen haben ſoll.
Geſunkener Dampfer.
London. Der Lloyd=Agent in Weymouth teilte telegraphiſch
mit, daß der Kapitän des engliſchen Dampfers „Burutu” der in
Port=
land eingelaufen iſt, den Marinebehörden des Hafens mitteilte, ſein
Schiff ſei im Laufe der Nacht mit dem franzöſiſchen Fahrzeug „Eugen
Schneider” aus Nantes etwa 20 Meilen ſüdweſtlich der Inſel Wight
zuſammengeſtoßen. Das franzöſiſche Schiff ſei in wenigen Minuten
geſunken. Er habe ſofort alle Rettungsboote ausgeſetzt, aber nur vier
Mann der Beſatzung auffinden können. Es iſt alſo zu befürchten, daß
die übrigen 24 Seeleute ertrunken ſind.
Schweres Erdbeben in Südamerika.
TU. New York. Ein heftiges Erdbeben hat mehrere
Städte an der Grenze zwiſchen Columbien und Eeuador zerſtört.
Die Bewohner ſind obdachlos. Rettungsexpeditionen ſind bereits
abge=
ſandt. Der Sachſchaden wird nach vorläuſigen Angaben auf 20
Mil=
lionen Dollar geſchätzt.
Eine Stadt in Ecuador niedergebrannt.
Guayaguil (Eeuador). Die an der Eiſenbahnſtrecke Guahaquil
—Quito gelegene Stadt Naraniito iſt durch eine Feuersbrunſt faſt
voll=
ſtändig eingeäſchert worden. Der Schaden wird auf mehr als
eine Viertelmillion Pfund geſchätzt. Den Einwohnern, die ſämtlich
obdachlos ſind, wurde Hilfe geſchickt.
Erdbeben in Ecuador.
Guayaguil (Ecuador). Nach Meldungen von der
columbia=
niſchen Grenze wurden die Städte Gauchucal und Aldana durch
ein Erdbeben zerſtört. Man nimmt an, daß das Beben mit einem
Ausbruch des Vulkans Cumbal in Zuſammenhang ſteht.
Seite 10
Freitag, den 31. Dezember 1926
Nummer 362
Spotn Spier und Tarnen.
Neujahrswünſche der OSB.
Von F. P. Lang
1. Vorſitzender der Deutſchen Sportbehörde für Leichtathletik.
Ziel erkannt
Kraft geſpannt
Fehde verbannt
Friede im Land!
Das Jahr 1926 gab uns Gelegenheit, da und dort Früchte
un=
ſerer Arbeit, Erfolge unſeres Willens zur Leiſtung zu ernten.
Wir=
wollen nicht vergeſſen, daß jede Ernte der Uebergang iſt zu
neuer Ausſaat, zu neuer Blüte, zu neuer Arbeit. —
Mehr denn je gilt es, Deutſchlands Kräfte in all ihren Daſeinsformen
zuſammenzufaſſen und vor aowegiger Zerſplitterung zu bewahren.
Freie Bahn allen denen, die zu leiſten gewillt und berufen ſind. — Nur
ſo wird es gelingen, unſer Mühen, unſer Können, den Zuſammenklang
natürlicher Kraft und iyſtematiſcher Arbeit in anſpruchsloſer und doch
eindrucksvoller Form der Welt darzutun. —
Das Jahr 1927 wird darum ein Jahr unentwegten Strebens,
zielbewußter Arbeit, ein Jahr geſpannter Erwartung ſein. — Gerade
für uns Leichtathleten iſt die Aufgabe eine beſonders vielfältige, aber
auch eine beſonders dankbare. Wir fühlen uns durch die Eigenart
un=
ſerer Uebungen in dem Boden natürlicher Volkskraft verwurzelt. Lauf
und Sprung, Wurf und Stoß ſind aller Völker Gemeingut und
Leiſtungsquelle. — Erdgewachſen und erdgebunden ſind ſie das Symbol
der Ueberwindung von Zeit und Raum und umfaſſen das Spiel des
Urſprünglichen und Unentbehrlichen menſchlicher Kraft und menſchlichen
Willens zu Leiſtung und Erfolg. — Unſer Streben in all den Jahren
war es, die Spitzenleiſtungen aus durchgeackertem
Boden natürlich und ohne künſtliche Treibhausluft
wach=
ſen zu laſſen. — Frei von anmaßender Geſte, beſcheiden und doch
ſelbſt=
bewußt wollen wir unſerer ehrlichen Arbeit es überlaſſen, uns in die
Leiſtungsreihe der Völker einzuſtufen.
Wettkampfl Gewiß iſt ohne ihn der Sport undenkbar, aber
wir dürfen ihn auch nicht zum allgebietenden Herrn über uns werden
laſſen. Seine Idee darf nicht den Kern unſerer tiefen Bewegung
über=
wuchern, ſondern muß ſich ihm einfügen. Nicht in
Aeußerlich=
keiten wollen wir uns erſchöpfen, ſondern im Streben nach
Ver=
innerlichung unſere beſte Kraft einſetzen. — Alle Idealiſten
rufen wir dazu auf den Plan: Alle in unſeren Reihen, daß ſie nicht
erlahmen und alle, die noch außerhalb unſerer Bewegung ſtehen,
daß ſie uns helfen. — Nur mit vereinten Kräften wird es uns
ge=
lingen, in all unſerm Tun und Laſſen die hohen Ziele, die uns leiten,
auch der Allgemeinheit erkennbar zu geſtalten. — Hier bietet ſich unſerer
Preſſe, der wir an dieſer Stelle für ihre treue Mitarbeit mit
be=
ſonderem Danke gedenken, ein weites Gebiet, tieferes Verſtändnis in der
Allgemeinheit für die ſchönen Aufgaben der deutſchen Leichtathletik zu
wecken. — Weiter hoffen wir, daß auch bald genügend
Sport=
plätze in Stadt und Land zur Verfügung ſtehen, damit wir die
be=
rechtigten Wünſche der Kirche nach Freihaltung des Sonntag
Vor=
mittag reſtlos erfüllen können.
Von ſtörenden Schlacken befreit, wollen wir unſere ganze Kraft in
den Dienſt unſerer hohen Idee ſtellen. Möglich wird uns dies aber nur
ſein, wenn unſere ganze deutſche Jugend ſich für die Idee der
Leibes=
übungen begeiſtert. Das wachſende Verſtändnis für die Bedeutung
einer harmoniſchen Ausbildung von Geiſt und Körper bei ſtaatlichen und
ſtädtiſchen Behörden ſowie bei den führenden Männern in Politik
und Wirtſchaft beginnt die erſten Früchte zu treiben. In allen
deut=
ſchen Schulen regt ſich ein ſtarker, geſunder Geiſt. Wo die Arbeit der
Schule aufhört, muß unſere Arbeit einſetzen: bei der ſchulentlaſſenen
Jugend. — Wir wiſſen, daß unſere Vereine und Verbände hier rührig
am Werk ſind, aber viel Arbeit liegt noch vor uns. In unermüdlicher
Selbſtloſigkeit haben ſich unſere Vereine und Verbände erfolgreich für
den Gedanken eingeſetzt. — Heute rufen wir unſere akademiſche
Jugend als Helfer auf: Gerade die geiſtig geſchulten Köpfe dürfen
in unſerer Bewegung nicht fehlen. Wir brauchen kräftigen Nachwuchs
an Führern. Wir brauchen Männer in allen Berufsklaſſen, die
aus eigener Erfahrung Wert und Weſen der Leibesübungen kennen
ge=
lernt haben und darum aus ehrlicher Begeiſterung für die Sache ihre
Zeit und ihre Fähigkeiten in den Dienſt der körperlichen Ertüchtigung
unſeres Volkes ſtellen.
Leichtathletik.
Olympia=Kurſus der D. S.B. für Verbands= und Vereinsſoprtlehrer.
An dem von der Deutſchen Sportbehörde für Leichtaihletik für die
Zeit vom 7. bis 16. Januar 1927 in die Rieſen=Winterhalle des
Frankfurter Stadions einberufenen Olympig=Kurſes für Verbands und
Vereinsſportlehrer nelmen neben dem Leiter des Kurſus,
Reichsſport=
lehrer der D.S.B. J. Waitzer, teil: die Verbandsſportlehrer:
Baaske=Königsberg (Baltenverband), Hoffmann=Leipzig (V M. B.V.),
König=Berlin (V.BA.V.), Hoke=Hamburg (N F.V.); die
Sportleh=
rer und Hilfsſportlehrer: Hauer=Düſſeldorf. Ploch Breslau,
Reim=Nürnberg, Reinau=Karlsruhe, Schmidl=München; die Lehrer
an der Deutſchen Hochchule für Leibesübungen:
Sche=
lenz= und Folkerts=Berlin, und weiter 20 Vereinsſportlehrer aus allen
Teilen des Reiches.
Der Leichtathletik=Ausſchuß der D.S.B. wird durch den Sportwart
des WS.V., Herrn Buſch=Köln, vertreten ſein.
Fußball.
RSpV. „Germania” Pfungſtadt—FC. „Union‟ Darmſtadt.
Am Sonntag, den 2. Januar, liefern ſich die obigen Vereine das
Verbandsrückſpiel in Pfungſtadt. Bekanntlich unterlag „Union” im
Vorſpiel trotz ſtarker Feldüberlegenheit infolge der Schußunfähigkeit des
Sturmes 1:3. „Union” wird diesmal alles verſuchen, ſeine Niederlage
im Vorſpiel wettzumachen und damit auch ſeinen ſchlechten Tabellenplatz
zu verbeſſern. Die Mannſchaft beſitzt in der Läuferreihe, die in ſtärkſter
Beſetzung wohl als die beſte der einheimiſchen Kreisliga angeſprochen
werden darf, ihre Hauptwaffe und wird „Germania” Pfungſtadt zur
Herausgabe ihres ganzen Könnens zwingen, ſo daß mit einem
ſpannen=
den Kampf zu rechnen iſt, der erſt mit dem Schlußpfiff entſchieden
ſein wird.
Sportverein Darmſtadt 98—Spielvereinigung Sandhofen.
In dem Treffen Sportverein Darmſtadt 98 gegen Sandhofen, das
dieſen Sonntag, nachmittags 2½ Uhr, auf dem Stadion am
Böllenfall=
tor ſtattfindet, ſtehen ſich zwei Mannſchaften gegenüber, die ſich ſchon
viele erbitterte Punktkämpfe geliefert haben. Es mag nur an die
ſen=
ſationellen Spiele im Jahre 1923 auf 1924 erinnert werden, in welchem
beide Vereine um die Kreisligameiſterſchaft des Odenwaldkreiſes
kämpf=
ten und erſt durch ein Entſcheidungsſpiel auf neutralem Platze die Frage
des Aufſtiegs in die Bezirksliga löſten. Damals waren die Darmſtädter
die Glücklicheren, während Sandhofen erſt in dieſem Jahre der Aufſtieg
gelang. Bis jetzt konnten die Mannheimer allerdings in der neuen
Klaſſe keine großen Lorbeeren ernten; mit 6 Punkten ſtehen ſie zurzeit
auf dem letzten Tabellenplatz. In den letzten Spielen war jedoch eine
deutliche Formverbeſſerung bei Sandhofen zu bemerken, die ſich
ins=
beſondere in der knappen Niederlage gegen Neckarau (2:3) und in dem
3:0=Sieg des letzten Sonntags gegen Speher ausdrückte. Da die
Po=
ſition der Sandhöfer, zumal dieſe mit noch zwei Spielen im Rückſtand
ſind, noch nicht hoffnungslos iſt, werden ſie in ihren noch ausſtehenden
Spielen mit Hölleneifer bedacht ſein, einen Punktverluſt zu vermeiden.
Nun werden allerdings die Darmſtädter auf eigenem Platze ebenfalls
be=
müht ſein, ihre letzten Niederlagen vergeſſen zu machen und durch
Ge=
winn der noch ausſtehenden Spiele auf eigenem Gelände bedacht ſein,
den Platz in der oberen Tabellenhälfte zu erhalten. Ein ſpannender
Punktkampf dürfte alſo gewährleiſtet ſein. — Von, den weiteren aktiven
Mannſchaften des Sportvereins ſpielt die 2. Mannſchaft in Griesheim
gegen die Liggerſatzmannſchaft von Viktoria Griesheim, während die
3. Mannſchaft auf dem Uebungsplatz gegen die 2. Mannſchaft von
Ein=
tracht, Darmſtadt antritt. — Der Sonntag abend verſammelt die geſamte
Fußball= und Damenabteilung im Reſtaurant „Perkeo” zu einer kleinen
Weihnachtsfeier.
Radfahren.
Darmſtädter Bichcle=Club 1883.
Seine diesjährige Generalverſammlung hielt der D.B.C. 83 am
Dienstag, den 28. Dezember d. J. im Klubheim „Perkeo”,
Alexander=
ſtraße, ab. — Die Berichte der einzelnen Vorſtandsmitglieder zeigten ein
erfreuliches Bild in bezug auf die Finanzlage des Klubs, ſportliche
Tä=
tigkeit und Mitgliederzahl. — Hervorzuheben iſt in erſter Linie die
ſaalſportliche Ausübung, die in dieſem Jahre 35 Preiſe einbrachte,
darunter 15 erſte Preiſe, 3 zweite Preiſe. 2 dritte Preiſe, 1 fünften
Preis, 3 Bannerſchleifen, 11 Ehrenpreiſe. — Auch die Beteiligung an
den Klubtouren war ſehr erfreulich. Die Neuwahl des Vorſtandes
er=
gab keine weſentliche Veränderung. — Wünſchen wir dem rührigen
Vorſtande und ſeinen Mitgliedern gute Erfolge für 1927. All Heil zu
neuen Taten im Intereſſe unſeres Sportes und des deutſchen
Vater=
landes.
Winterſport.
Deutſche Winterkampfſpiele in Triberg. — Die Fünferbob=Meiſterſchaft.
Nach der Austragung der Zweierbobkonkurvenz am Dienstag,
wur=
den die Deutſchen Winterkampfſpiele 1926 am Mittwoch mit der
Fünfer=
bobmeiſterſchaft fortgeſetzt und beendet. Das Rennen verlief ohne
Un=
fall programmäßig. Die Vereiſung der Bahn wurde durch neuen
Schneefall erheblich gemildert und trotz des Schnees konnten
ausgezeich=
nete Zeiten erzielt werden. Die kürzeſte Zeit erreichte Fahrer Griebel=
Frankfurt mit Bob BCO. Die 7 Teilnehmer lieferten ſich beſonders
in der Spitzengruppe ſehr harte Kämpfe, ſo daß bezeichnender Weiſe die
beiden Erſten nur um Zweifünftel Sekunden auseinander lagen. Das
Ergebnis:
1. Bob BCD.—BC. Oberhof (Fahrer Otto Griebel=Frankfurt,
Bremſer Ernſt Griebel=Berlin); 2 Läufe in 3:25,4 Min.; 2. Bob Ruck=
Zuck=BC. Sauerland (R. Kauert, Henſche) 3:25,8 Min.; 3. Bob
Blau=
weiß=BC. Aſchaffenburg (Dr. Aull=Aſchaffenburg, Bauer=Aſchaffenburg)
3:31,8 Min.
Schach.
Internationales Schachturnier in München. — Die 3. Runde.
Nach Erledigung der Hängepartie Bogolfuboff—Schmitt, die der
Ruſſe für ſich entſcheiden konnte, wurde am Dienstag abend die 3 Runde
i Angriff genommen. Von den drei Partien gelangte nur eine zur
Entſcheidung. Spielmann zeigte ſich dem Münchener Gebhard weit
überlegen und gewann ſchon bald. Die Partien Bogoljuboff—Sämiſch
und Przepiorka—Schmitt mußten abgebrochen werden. Die Führung
hat nach der 3. Runde Przepiorka 2 (++ 1 H.) vor Spielmann 2,
Bogol=
juboff 1½ (— 1 H.), Gebhardt 1, Sämiſch ½ (+ H.) und Schmitt 0
(+ 1.H.).
Briefkaſien.
Jeder Anfrage iſt die letzte Be ugsquittung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet.
H. L. 20. Es liegt wohl eine ſelbſtſchuldneriſche Bürgſchaft
der Gläubigerin gegenüber vor. In dieſem Falle kann ſich die
Glaubi=
gerin neben dem Hauptſchuldner an Sie halten. Erſuchen Sie die
Gläu=
bigerin in mündlicher Rückſprache, daß ſie mit ſchärfſten Mitteln gegen
den Hauptſchuldner vorgeht. Eine Kündigung der Bürgſchaft würde
wirkungslos ſein.
L. H. 1000. 1. Zum freiwilligen Eintritt in die
Inva=
lidenverſicherung (§ 1243 der Reichsverſicherungsordnung) ſind bis zum
vollendeten 40. Lebensjahre berechtigt: Gewerbetreibende und ander=
Betriebsuntern hmer, die in ihren Betrieben regelmäßig keine
höchſtens zwei Verſicherungspflichtige beſchäftigen. Die Selbſtverſicherung
iſt beſonders Kleinhandwerkern und Kleinlandwirten zu empfehlen. —
Nach § 1440 ſteht die Wahl der Lohnklaſſe völlig frei. Es kann auch zu
jeder Zeit ein Wechſ.I in der gewählten Lohnklaſſe vorgenommen
werden. Bei der Selbſtverſicherung und ihrer freiwilligen Fortſetzung
wliſſen zur Aufrechterhaltung der Anwartſchaft windeſtens 40
Bei=
träge entrichtet werden. Die Anwartſchaft erliſcht, wenn während
zweier Jahre nach dem Tage, an dem die Quittungskarte ausgeſtellt
wurde, weniger als 20 Wochenbeiträge auf Grund der Weiterverſicherung
entrichtet ſind. Die Beſtimmung, daß in dieſer Friſt mindeſtens 40
Bei=
träge entrichtet werden müſſen, gilt nicht, wenn auf Grund der
Ver=
ſicherungspflicht mehr als 60 Beiträge entrichtet wovden ſind. — 2. Dem
Verſicherungszwange unterliegt der Genannte als Hausgehilfe, da er
gegen Lohn tätig iſt. Der Verſicherte muß noch arbeitsfähig ſein. Eine
Alters=Mindeſtarenze und Höchſtgrenze für den Eintritt in die
Ver=
ſicherung beſteht nicht.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Freitag, 31. Dez. 12.30: Neue Schallplatten. O 3.30: Stunde
der Jugend. Berufslaufbahnen im Bank= und Verſicherungsgewerbe,
von Berufsberater Kleſper. Für Kinder vom 12. Jahre ab. O 4.30:
Hausorch. Silveſterball. O 5.45: Leſeſtunde. Aus den Briefen der
Karoline.” O 6.15: Stenographie. O. 6.45: Italieniſch. G 7.15:
Die Invalidenverſicherung” von G. Abrahamſohn. O 7.45:
Zwanzig Min. Umſchau über die Fortſchritte in Wiſſenſchaft und
Technik. O 8.05: Film=Wochenſchau. O 8.15 bis nach 12: Silveſter=
Feier. Bunter Teil. — „Der Bettelſtudent”, Operette v. Millöcker.
Stuttgart.
Freitag, 31. Dez. 3.50: Aus dem Reiche der Frau. O 4.15:
Konzert. Ertl: Deutſchmeiſtermarſch. — Millöcker: Traum=Walzer.
— Lortzing: Ouv. Der Wildſchütz. — Hägele: Liebeserklärung.
— Siede: Intermezzo. — Einl.: Otto Lillich. — Millöcker: Aus
„Der Bettelſtudent” — Stolz: Wien wird bei Nacht erſt ſchön.
— Millöcker: Aus Gaſparone. O 6.15: Julius Chriſt:
Rompilger=
fahrt des zweiten württemb. Rompilgerzuges. O 6.45: Erna von
5: Anna Blos:
Offenbach. Perſ.: Daphnis, Heros der Hirten: H. Moſtert; Chloe,
Beſitzerin einer Hammelherde: Maria Fiechtl; Pan, der Gott:
H. Conzelmann; die Nymphe Calliſto: Gerda Hanſi; die Nymphe
Xantippe: Maria Deimann. Ort: Vor der Pan=Statue in einem
bukoliſchen Haine auf Attika. — Anſchl.: Luſtiger Kehraus 1926.
Mitw.: Hilde Binder, Gerda Hanſi, Käte Mann, Kitty Rolfen,
Thea Struve, Maria Fiechtl, Maria Deimann, E. Baudiſtel,
H. Conzelmann, Th. Brandt, H. Hanus, C. Karner, G. Ott,
E. Stockinger, E. Thyſſen, F. Höger, C. Struve.
Berlin.
Freitag, 31. Dez. 3.30: Margarete Weinberg: Im Jahrhundert
des Kindes. O 4: Dr. J. Müller: Luſtiges aus dem Jägerleben.
O 4.30: Ette=Kammer=Orcheſter. O 7.05: Herdman Pender:
Chriſt=
mas and New Year in England (in engl. Sprache). O 7.30: Dr.
Lionnet: Weltanſchauungsfragen. Der Sinn des Daſeins. O 7.55:
Dr. Polaczek: Das Berliner Jahr. O 8.30: Otto Reutter ſingt!
O 10.30: Larifari 1926‟ Erhörtes und Unerhörtes aus
zwölf Monaten von Günther Bibo. Mit Beiträgen von Berth.
Brecht und Lion Feuchtwanger. Muſik von Friedrich Holländer,
Mitw.: Carola Neher, W. Bendow, A. Braun, H. Vallentin,
W. Zilzer u. a. — Anſchl.: Tanzmuſik bis 2 Uhr nachts (Kapelle
Kermbach.
Königswuſterhauſen. Freitag, 31. Dez. 12: B. K. Graef:
Sprechtechnik für Schüler. O 3: Prof. Dr. Amſel und Ober=ſchull.
Weſtermann: Einheitskurzſchrift f. Fortgeſchrittene. O 3.30: Reg.=
Rat Dr. Mallwitz: Sportarzt und Volfsgeſundheit. O 4:
Berufs=
berater Fri=drich: Die kaufmänniſche Berufsausbildung im
Indu=
ſtriebetrieb. O 4.30: Mitt. aus den mit dem Zentralinſtitut
ver=
bundenen Stellen. O 5: Unterhaltungskonzert. O. Ab 8.30:
Ueber=
tragung aus Berlin.
Wetterbericht
Wettervorherſage für Samstag, den 1. Januar 1927.
Nach der Wetterlage vom 30. Dezember 1826.
Zunächſt noch wolkig, verbunden mit zeitweiſem Aufklaren, Tempe=
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Nummer 362
Freitag, 31. Dezember
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Deutſch=franzöſiſches Kaliabkommen. Die Delegierten der deutſchen
und elſäſſiſchen Kaligruben haben ein Abkommen unterzeichnet, das die
Einzelheiten der praktiſchen Durchführung der im April dieſes Jahres in
Lugano erzielten Verſtändigung zwiſchen dem deutſchen Kaliſyndikat
und der Kali=Handelsgeſ Uſchaft des Elſaß feſtlegt. Die in der ganzen
Welt geſammelten Beſtellungen werden hiernach zu 70 Prozent dem
Kaliſyndikat und zu 30 Prozent der Kalihandelsgeſellſchaft des Elſaß
zugeteilt werden. Der Anteil der Handelsgeſellſchaft ſoll auf 50 Proz.
ſteigen, ſobald die Geſamtverkäufe 840000 Tonnen voines Kali
über=
ſteigen, auf alle Fälle ſpäteſtens in fünf Jahren. Andererſeits haben das
Kaliſyndikat und die Handelsgeſellſchaft ſich die ausſchließliche
Liefe=
rung von Kaliſalzen in Deutſchland einerſeits bzw. Frankreich, den
Kolonien, Prodektorat= und Mandatsländern andererſeits vorbehalten.
Der franzöſiſche Landwirtſchaftsminiſter hat die Vertreter der beiden
Induſtriegruppen empfangen und zu dem Abkommen beglückwünſcht.
* Vorbehalt der Rechte bei Aufwertung von
Hypothekenpfandbrie=
fen uſw. Die Hypothekenbanken planen auf 1. Januar 1927 eine
Teil=
ausſchüttung und huben zum Umtauſch der alten Pfandbriefe gegen
neue Goldmarkpfandbriefe aufgefordert. Die Württ.
Hypotheken=
ban: iſt bereit, einen Vorbehalt anſtandslos entgegenzunehmen. Es
empfichlt ſich für die Pfandbriefgläubiger, wenn ſie die Pfandbriefe
zum Umtauſch einreichen, ſich zugleich alle Rechte für den Fall einer
künftigen Aenderung der Geſetzgebung oder der Rechtſprechung
vorzu=
behalten. — Dieſen Nat möchten wir auch ſonſt den Sparern und
Gläu=
bigern geben, auch von den Städten in allen Fällen einſchließlich der
Aufwertung der Beträge bis zu 500 Mark zu verlangen, daß ſie unter
allen Umſtanden den Gläubigern und Sparern das Necht des
Vor=
behalts zugeſtehen. Der Vorbehalt iſt eine einſeitige
Willenserklärung und braucht nur ausgeſprochen, nicht auch
vom Schuldner angenommen zu werden.
Konku=snachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Vilbel: Karö Philipp in Groß=Karben. Af. 20. 1. Wt. 11. 1. Prft.
28. 1. Offenbach a. M.: Franz Albert Feth, Zuckerwaren en gros.
GAufſ. angeordnet. Worms: Fa. Lieſel Walther. GAufſ. beendet.
Friedberg in Heſſen: Fa. Primawerke A.=G. Af 20. 12. GlV. und Prft.
10. 1. Groß=Gerau: Kfm. Heinrich Heier in Rüſſelsheim. GlV. 10. 1.
Peters Union A.G., Frankfurt a. M. Die H.V., in der 22
Aktio=
näre wit insgeſamt 534 438 Stimmen vertreten waren, genehmigte den
beſprochenen Abſchluß per 30. September 1926, der bekanntlich mit
einem Neingewinn von 1025 527 RM. abſchlioßt, welcher zur
Ausſchüt=
tung einer Dividende von 8 Prozent auf die Stammaktien und von
7 Prozent auf die Vorzugsaktien verwandt wird. Genehmigt wurde
ferner die Erhöhung des A.K. um bis nom. 3 Mill. RMM. Das
geſetz=
liche Bezugsrecht der Akbionäre wird ausgeſchloſſen. Die neuen 2000
Stück Stammaktien zu je 1000 RM. und 10 000 Stück Stammaktien zu
je 100 RM. ſind ab 1. Oktober 1926 dividendenberechtigt und werden
von einem Konſortium unter Führung der Deutſchen Bank, dem auch
das Bankhaus Otto Hirſch u. Co., Frankfurt a. M., angehört, zu pari
plus 6 Prozent Unkoſten übernommen. Das Konſortium bietet den
alten Aktionären einen Teil der Emiſſion bei einem Bezugsrecht von
4:1 zu 104 Prozent zuzüglich 6 Prozent Unkoſten an. Die reſtlichen
1,5 Mill. RM. werden an ein Konſortium zu einem Kurs über pari
plus Speſen begeben. Die Kapitalserhöhung muß bis zum 1. April 1927
in das Handelsregiſter eingetragen ſein. Genehmigt wurde ferner die
Aufnahme der bekannten Obligationen=Anleihe in Holland, die im
No=
vember zum Abſchluß gelangt iſt. Xür das verſtorbene
Aufſichtsrats=
mitglied Dr. jur. Alfred von Heyden wurde Direktor Eduard
Noth=
ſchild von der Deutſchen Bank, und für den verſtorbenen Juſtizrat Dr.
Ludwig Joſeph Generaldirektor Paul Dumke von der Frankfurter
All=
gemeinen Verſicherungs=A. G. in den Aufſichtsrat gewählt. Zum
Vor=
ſitzenden des A.R. wurde Bankier Otto Hirſch, Frankfurt a. M.,
be=
ſtimmt. Ueber das laufende Geſchäftsjahr wurde von Verwaltungsſeite
mitgeteilt, daß die Umſätze des Unternehmens trotz reduzierter
Ver=
kaufspreiſe in dem ſoeben abgelaufenen erſten Vierteljahr höher geweſen
ſeien, als im gleichen Zeitraum des Berichtsjahres 1925/26. Auch für
das laufende Geſchäftsjahr ſeien die Ausſichten befriodigend.
Deutſche Handelsbank A.=G., Frankfurt a. M. Die G.=V. beſchloß
Kapitalserhöhung um 250 0.0 auf 500 000 RM. Die Schwarzwälder
Grundſtücks=A.=G. in Freiburg i. B. übernimmt die neuen Aktien zu
103 Prozent bei zunächſt 25prozentiger Einzahlung.
Konvertierung der 10prozentigen Landſchaftlichen Pfamdbriefe.
Zwiſchen der Reichsbank und den Landſchaften der Provinzen Oſtpreußen,
Sachſen und Schl=Zwig=Holſtein wurden unter Hinzuziehung der ihnen
naheſtehenden Banken die Verhandlungen über die Konvertierung heute
fortgeſttzt. Es wurde folgendes grundſätzliches Einvernehmen erzielt:
Die Landſchaftem werden, ſoweit dieſes noch nicht geſchehen iſt, ihren
Darlehnsnehmern nunmehr die Umwandlung ihrer 10prozentigen
Pfandbriefdarlehen in niedriger verzinsliche anbieten und in dem
Aus=
maße, in welchem die Darlehnsnehmer hiervon Gebrauch machen, die
gegen die Darlehen ausgegebenen 1Oprozentigen Landſchaftlichen
Pfand=
briefe nach vorhergehender Ausloſung hindigen und deren Inhabern
durch ein Konſortium entweder eine Konvertierung in — 7 Prozent —
verzinsliche Pfandbriefe unter Auszahlung ciner Konvertierungsprämie,
deren Höhe heute noch nicht feſtſteht, oder Rückzahlung zum Nennwert
anbieten.
Die neue engliſche Anleihe. Wie das Schatzamt mitteilt, wird die
neue 4prozentige Konvertierungsanleihe zu 85 Proz nt ausgegeben. Die
Beſitzer 5prozentiger Schatzbons erhalten für je 100 Pfund ihrer Bons
117 Pfund 15 Schilling der neuen Bons, für je 100 Pfund der 5
prozenti=
gen Nationalkriegsbons werden 124 Pfund 5 Schilling der neuen
An=
leihe angeboten. Es beſtätigt ſich alſo, daß die gegenwärtige Lage des
Geldmatktes keine Konvertierung geſtattet, bei der das Schatzamt hätte
an Zinſen ſpaven können. Der Hauptreiz der neuen Anleihe beſteht in
der Rückzahlbarkeit zu pari.
Der Auß nhandel Amerikas. Dem Wallſtreet=Journal zufolge weiſen
die vom Handelsminiſterium über den Außenhandel des Jahres 1926
veröffentlichten Ziffern cinen Rückgang des Ausfuhrüberſchuſſes um zwei
Drittel gegenüber dem Vorjahr auf. Im Jahre 1925 hatte der
Aus=
fuhrüberſchuß einen Wert von 684 Millionen Dollar, während er für das
kauf nde Jahr vorausſichtlich nur 284 Millionen Dollar betragen wird.
Da für 1926 der Wert der Ausfuhr 4729 Millionen Dollar gegenüber
4909 Millionen Dollar im Jahre 1925 betragen wird, iſt dieſer
Rück=
gang mehr auf eine Erhöhung der Ginfuhr zurückzuführen, die für 1926
mit 4445 Millionen Dollar gegenüber 4226 Millionen Dollar im Jahre
1925 angegeben wird.
Produktenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 30. Dezember. Weizen inl. 30,
ausl. 31—32,75, Roggen inl. 25—25,25, ausl. 25,75, Braugerſte 26,75
bis 29,75, Futtergerſte 21—22, Mais 19, Wieſenheu 8,90—9,60, Kleeheu
9,80—11, Preßſtroh 4,40—4,80, geb. Stroh 3,80—4,40, Weizenmehl 41,25
bis 41,50, Brotmehl 28,50—31,50, Roggenmehl 34,75—36,75, Weizenkleie
11,50 Mk.
Frankfurter Produktenbericht vom 30. Dezember. Die Tendenz am
hieſigen Markte konnte ſich beute etwas befeſtigen. Das Geſchäft war
jedoch ſo klein, daß keine Preisveränderungen eintraten. Weizen 29,25
bis 29,50, Roggen 24,50, Sommergerſte 25—26,50, Hafer inl. 19—19,50,
Mais 19,50 Weizenmehl 41—41,50, Roggenmehl 35—36, Weizenkleie
11,75—12, Roggenkleie 12.
B=rliner Produktenbericht vom 30. Dezember. Die Tendenz im
Ber=
liner Produktenhandel war heute bei allerkleinſten Umſätzen recht ſtetig.
Für Weizen boten die erhöhten Liverpooler Offerten eine kleine Stütze,
während die nordamerikaniſchen Dep ſchen keine Anregung brachten.
Im Lieferungshandel erfuhren die Notierungen durch vereinzelte
Dezemberdeckungen eine Erhöhung um 50 Pf. Auch Frühjahrsmonate
im Gegenſatz zum ſchwächeren Vormittagsverkehr in kleinem Maße
er=
höht. Im Roggenhandel waren etwas mehr Andienungen füür laufenden
Monat angemeldet, ſo daß eine Abſchwächung um 1 Mark nicht zu Amſterdam=R.
umgehen war. März und Mai dagegen eher eine Kleinigkeit f=ſter.
Ge ſte ruhig, und auch in Hafer zeigt ſich wenig Unternehmungsluſt. Bruſſel=Antw
Die Preiſe für Mehl ſind bei ſtillem Verkehr kaum verändert, ähnlich Tslo
liegt die Situation auf den übrigen Gebieten.
Viehmärkte.
Mannheimer Viehmarkt vom 30. Dezember. Dem heutigen Klein= Nen=York.
viehmarkt waren zugefahren: 267 Kälber, 84 Schweine und 621 Ferkel / Paris
und Läufer. Bezahlt wurde für Kälber 70—75, 66—70, 60—66, 52—60,
für Schweine 77—78, 78—79, 76—78, 75—76, 74—75 Mk. für je 50 Kilo
Lebengewicht, für Ferkel bis 4 Wochen 18—21, über 4 Wochen 23—30,
Läufer 31—39 Mk. pro Stück. Marktverlauf: Mit Kälbern ruhig,
Ueber=
ſtand, mit Schweinen ruhig, kleiner Ueberſtand, mit Ferkeln und Läufern
mittelmäßig.
Frankfurter (ffektenbörſe.
Frankfurt a. M., 30. Dezember.
Die Nähe des Jahresſchluſſes führte heute an der Börſe doch zu
einigen Entlaſtungsverkäufen, doch b=ſtand andererſeits auch weitere
Aufnahmeluſt, ſo daß die Kurſe im großen und ganzen behauptet
bleiben konnten. Elektro= und Schiffahrtswerte konnten anfangs noch
um Bruchteile eines Prozentes anziehen. Ausgeſprochen fiſt war die
Tendenz wieder auf dem Markte der Zuckerwerte, die, nachdem geſtern
abend alle geſtrichen. Geld notiert werden mußten, heute gegen die
letzten amtlichen Notierungen 5 bis 6 Prozent höher eröffneten. J.=G.
Farben eröffneten zum Höchſtkurſe und Rheinſtahl 1 Prozent höher. Im
Verlaufe verſtärkte ſich aber namentlich auf dem Montanmarkt das
An=
gebot etwas, ſo daß die anfänglichen Kurſe nicht behauptet werden
konn=
ten. Stärker nachgeben mußten beſonders Mannesmann, die ſchließlich
4 Prozent ſchwächer wurden. Danatbank und Deutſche Bank v. rloren
3½ bzw. 2 Prozent. Deutſche Anleihen blieben knapp behauptet,
aus=
ländiſche aber wurden ſchwächer. Anatolier verloren 1½ Prozent. Nach
der Feſtſetzung der erſten Kurſe, und nachdem der Handel per Medio
allge=
mein aufgenommen wurde, befeſtigte ſich der Markt erneut. Ihren Ausgang
nahm die Befeſtigung vom Schiffahrts= und Bankenmarkte. Hapag und
Lloyd gewannen weitere 2 Prozent, und die Banken konnton ihre
An=
fangsverluſte faſt wieder aufholen. Commerzbank, die ſchon etwas höher
eingeſetzt hatten, gewannen ſchließlich noch 5 Prozent. Von den
Montan=
werten konnten ſich dagagen nur Phönix etwas höher ſtellen. J.=G.
Farbeninduſtrie blieben im Gegenſatz zur allgemeinen Tendenz ſpäter
aber vernachläſſigt und etwas ſchwächer. Die Börſe hatte ſchließlich ihre
geſtrige Feſtigk it und Zuverſicht wieder zurückgewonnen. Tägliches Geld
5 Prozent. London=Paris 122½.
Die Abendbörſe verkehrte in Erwartung der Feiertage luſtlos,
im allgemeinen gut gehalten, verſchiedentlich feſter. Beſonders in
Elektrowerten war man auf ſchweizeriſche Käufe hin ſtark intereſſiert,
da man hier die Kurſe in Anbetracht der Auslandsaufträge und neuen
Bahnelektrifizierungsprojekten für ſehr billig hält. Siemens u. Halske
208¾ (pl. 134), Schuckert 169½4 (pl. ½4), A. E.G. 170 (pl. ½). Auch
Zell=
ſtoffaktien waren, beſonders von rheiniſcher Seite, ſtark gefragt.
Aſchaffen=
burger Zellſtoff 166 (pl. 4), Zellſtoff Waldhof 23834 (pl. 2). Am
Mon=
tanmarkt erzielten Buderus 119 (pl. ½), Gelſenkirchen 184¾ (pl. 2),
Mannesmann 2097/s (pl. 7/s), Phoenix 140½ (pl. 1½), Deutſche Erdöl
189½ (pl. ¾) Rütgerswerke 144 (pl. ½), Kali Weſtexegeln 167½
(pl. 1½). J. G. Farbeninduſtrie zogen in der Geſamthaltung wohl einen
beſcheidenen Nutzen bei 324¾ (pl. ½), Metallbank wioder 182½,
Metall=
geſellſchaft 187. Scheideanſtalt 200 (je pl. 1½). Unter Bankwerten
Danatbank 275½ (pl. 1), Diskontogeſellſchaft 1803/ Ipl. ¼). Deutſche
Bank 1912/s (pl. 7/g), Barmer Bankverein 158½ (pl. 1¾). Im Gegenſatz
hierzu mußten Commerzbank bei 227 wieder 1½ Prozent von ihrem
Mittagsgewinn abgeben. Heimiſche Renten lagen etwas feſter, vor
allem 5proz. Kriegsanleihe 0,791½ nach 0,785.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 30. Dezember.
Die Effektenbörſe ſtand im Zeichen des Jahresultimos. An den
Terminmärkten kam zur Abwicklung der Ultimoengagements teilweiſe
beträchtliches Material heraus, das am Bankaktienmarkt verſchiedentlich
zu Kursrückgängen bis 4½ führte. Die Tendenz war im übrigen nicht
einheitlich. Spczialwerte konnten nach Beendigung der Verkäufe jedoch
wieder recht kräftig anziehen. Schultheiß gewannen bald 5 Prozent,
Bauwerte wurden zu 3 bis 4 Prozent höheren Preiſen aufgenommen.
Sarotti zogen um 5 Prozent an. Maſchinenfabriken lagen mit alleiniger
Ausnahme der Schubert und Salzeraktien freundlich, die infolge der
Verwaltungserklärung zu den verſchiedenſten Preſſemoldungen, der letzten
Zeit zunächſt hier ein Viertelprozent einbüßen mußte. Auch für
Elektro=
werte jrat wieder eine freundliche Auffaſſung hervor, wobei anfänglich
Sachenbergakrien bevorzugt wurden. Chemiſche Werte belebt und
vor=
wiegend höher. Am Montanaktienmarkt traten Rheinſtahl beſonders
hervor pl. 2. Das Rheinland und Süddeutſchland betätigten ſich gegen
Beendkgung der erſten Börſenſtunde gleichfalls mit neuen Anſchaffungen,
während das übrige Publikum Kaſſawerte im anſehnlichen Umfang
kaufte. Der Marktbericht des Rh.=Weſtf. Kohlenſyndikats regte das
Geſchäft am Montanmarkt an. Am Geldmarkt zeigten die Sätze eher eine
Tendenz zum Anziehen, obwohl die Forderungen für Gelder über dem
Uitimo mit 8—9½ recht angeſpannt ſind. Der Bedarf war noch ſehr
bedutend, wurde aber im ganzen gedeckt. Prolongatonsgeld ſtellte
ſich wie bisher auf ca. 8 Prozent. Am Deviſenmarkt hörten die
Dollar=
verkäufe auf, ſo daß die Reichsmark gegen New York auf 4,2010 nachgab.
Der ſchweizeriſche Franken ging gegen London auf 25,12 zurück. Der
Pariſer Wechſelkurs hielt ſich ſtabil auf der Höhe von etwa 122,45 bis
122,55. London=Mailand leicht befeſtigt. 107½.
Im weiteren Verlauf der Börſe hielt die feſte Verfaſſung der
Ter=
minmärkte an. Der Bankaktienmarkt konnte ſich, ſoweit die Notierungen
zuerſt Rückgänge erlitten, kräftig erholen. Im Vordergrund: ſtanden
Commerzbank, die um 5 Prozent ſtiegen, ferner wurden
Schiffahrts=
werte mehr beachtet, nachdem dieſes Gebiet, im Vergleich zu den and ren
Terminwerten, einige Zeit im Rückſtand geblieben iſt. Nordd. Lloyd
ſtellten ſich in der zweiten Stunde 3½, Hanſa 6, Hapag 4½ und Kosmos
3 Prozent höher. Eine hauſſeartige Befeſügung ſetzten außerdem Linke=
Hoffmann=Aktien durch, die ſich um 6 Proz. erhöhen konnten.
Maſchinen=
fabriken verharrten in ihrer Aufwärtsbewegung, Orenſtein plus 2. Von
Textilwerten gingen Bemberg nach 227 mit 239 um, wurden danach
wieder mit 232 genannt. Sarotti gewannen 1 Prozent. Privatdiskont
kurze Sicht 5 Prozent, lange Sicht 47/. An der Nachbörſe konnten ſich
die höchſten Tageskurſe nicht mehr voll behaupten. Die Umſätze fanden
faſt ausſchließlich bereits per M=dio ſtatt. Die Haltung war dennoch
insgeſamt durchaus günſtig, wobei die ſchon erwähnten beſonderen
Papiere unverändert von der Spekulation bevorzugt wurden. Man
nannte gegen 2.30 Uhr u. a.: Mitteldeutſche Kreditbank 175 und Hapag
172 und 173, Lloyd 1681 Hanſa 2013 und Auſtralier 172.
Gelſen=
kirchen 182 und Phönix 139, Ver. Stahl 155, Harpener 126½, Rheinſtahl
294, Mannesmann 307½, Siemens 208, AEG. 169½, Farbeninduſtrie
323, Kriegsanleihe 0,782½.
Aſchaffb. Zel’ſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſch
Bamag=Meguin .."
Berl. E. W. Stamm.
Berlin. KarlsruheInd
Braunkohl.=Briketts.
Bremer Vulkan".
Bremer Wolle..
Teutſch.=Atlant. Tel.
Teutſche Maſchinen.
Teutſch.=Nied. Tel..
Teutſche Erdöl ...."
Deutſche Petroleum.
Ilt. Ka iwerke.
Tonnersmarckhüte
Tynamit Nobel. .
Rektr. L eferung.
. G. Farben ..
2. Friſter.
Taggenau Vorz
Eelſenk. Euß ſtahl
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen.
Han. Maſch. E
danſa Dampfſch
Deviſenmarkt.
29. 12Geld /Brief 30. 12.
Geld Brief
167.72 168.141168.01 168.4. Wien D.=Oſt. abg 29. 12
Geld Briet
59.17 59.3 Buenos=Aires. 1 731 1.731 1.735 1.73‟ Prag.
Budapeſt( Pengö 12.409 12.44 58. 3158.45 58. 73 58.5 5.86 5.88 106.04 106.3 106. 17 106.4: Japan. 2.050 2.05 Kopenhagen ur 7ott2.0 12.09 112.371 Rio de Janeiro. 0.499 0.50 Stockholm 112.10f112 38l1 12.21 12.19 Sofia 3.03. 3.042 Kelſingſors 10.545/10.58: 10.56 10.60 Zugoflavien .397 7.41 Italien". 18.78 18.8: 18.9 19.0 Knſtantinopel 2.10 2.11 London. 20.337/20.38 10.384 20.43 Liſſabon .. 21. 545 21.58. 4.189 4. 199 1.20 4.21 Danzig .." 81.40 8i.6 16 60 16.64 16.64 16.6 Athen .. 5.29 5.3 Schneis 81.085 81.285 81. 16 81.3/ Kanada.. 4.181 4. 19 Spanien 63 96/ 64.12 64.14 64.30 Uruguan. 4.25 4 26
30. 12
Geld /Brie
59.26 59.40
12.432/12.472
73.48/ 73.66
2.056/ 2.060
0.498/ 9.500
3.04 3.05
7.407 7.427
2.11 2.12
21.575/21.625
81.50 81.70
5. 291 5.31
4.193/ 4.203
1.25 1.26
Beſtand der deutſchen Dampf=
und Motor=Handelsſchiffe.
Nach der Beſtandsaufnahme vom 1. Januar 1926 umfaßt die deutſche
Kauffahrteiflotte 4151 Schiffe mit einem Bruttoraumgehalt von rund
3 209 000 Tons. Der Beſtand iſt gegenüber dem Vorfahre, in dem er ſich
auf 4270 Schiffe mit rund 3 169 000 B.=R.=T. ſtellte, der Zahl nach
zurück=
gegangen, dem Raumgebalt nach um ein geringes geſti gen.
* Aenderung der Wechſelordnung. Mit Wirkung vom 1. Januar
1927 erhält Artikel 87 der Wechſelordnung einen neuen Zuſatz: „Den
Poſtbeamten ſtehen ſolche Perſonen gleich, denen von der Poſtverwaltung
die Aufnahme von Proteſten übertragen iſt.”
DIE GRGSSENKLASSENDER
DEUTSCHEM SEESCHIFFE.
Mill
RRI.
14
17
Gangf-u. Katarschiffel
F 1. Januer 7874
— 1925
D c
Die Durchſchnittsgröße hat ſich gegenüber dem Vorjahre etwas
er=
höht, und zwar von 742 Br.=R.=T. auf 773 B.=R.=T. Sie erreicht damit
aber nur knapp drei Viertel der Vorkriegsdurchſchnittsgröße (1914: 1062
Br.=R.=T.). Der Größenaufbau der Kauffahrteiflotte zeigt im Vergleich
zu 1925 eine Verſchiebung zugunſten der höheren Größenklaſſen. Dem
Raumgehalt nach ſind, wie im Vorfahre, aber mit einer Steigerung,
die Schiffe von 5000 bis unter 10 000 und von 3000 bis unter 5000
Br.=R.=T. am ſtärkſten vertreten. Die Größenklaſſen für Schiffe unter
3000 Br.=R.=T, zeigen durchweg eine Verminderung des Raumgehaltes.
Dieſe Verminderung gegenüber 1914 entfällt auf alle Seeſchiffe. Nur
der auf die Größenklaſſen bis 1000 Br.=R.=T. entfallende Schiffsraum iſt
größer als 1914. Alle anderen Größenklaſſen weiſen dagegen noch einen
eiheblich geringeren Beſtand als in der Vorkriegszeit auf.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 30. Dez. (Priv.=Tel.)
Weizen: Heute trat eine Befeſtigung ein, da die Exportnachfrage
ſtärker war und die heimiſchen Mühlen als Käufer am Markte waren.
Trotzdem im Schlußverkehr eine Abſchwächung eintrat, zeigen die
Ter=
mine noch Aufbeſſerungen von 1—2 C.
Mais: Auch hier war anfänglich die Tendenz beſſer auf
Glattſtel=
lungen vor den Feiertagen und kleine Ankünfte. Dann trat eine
Ab=
ſchwächung ein auf Liquidationen, ſo daß die Termine ziemlich
unver=
ändert ſchließen.
Hafer: Auch dieſer Markt verkehrte in vorwiegend ſtetiger Haltung
mit geringen Kursaufbeſſerungen.
Baumwolle: Der Markt verlief in ziemlich feſter Haltung auf
beſſere Exporinachfrage und ungünſtiges Pflückwetter. Im
Schlußver=
kehr überwogen Glattſtellungen.
Kaffce: Der Markt verkehrte in ziemlich feſter Haltung auf
Deckungs=
käufe und höhere ausländiſche Notierungen, ebenſo ſtimulierte die
an=
ziehende braſilianiſche Deviſenrate.
Zucker: Zurückhaltende kubaniſche Offerten und größere europäiſche
Käufe führten eine Befeſtigung herbei. Im Schlußverkehr trat eine
Abſchwächung ein auf Glattſtellungen dor den Feiertagen. Die Termine
zeigen Gewinne bis 6 Pkt.
Kakao: Der Markt nahm einen übevwiegend feſten Verlauf auf
höhere ausländiſche Notierungen, feſten Verlauf des Lokomarktes und
Meldungen über kleine Verſchiffungen. Im Schlußverkehr wurden
Glattſtellungen vorgenommen, doch zeigen die Termine noch
Aufbeſſerun=
gen bis zu 50 Pkt.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Auf Grund der durch Beſchluß des Reichsrates vom 12. Juli 1923
erteilten Ermächtigung ſetzt der Reichsminiſter der Finanzen den
Brannt=
weinausfuhrpreis (§ 132 der Branntwein=Verwertungs=Ordnung) mit
Wirkung vom 1. Januar 1927 auf 38 RM. für 100 Liter Weingeiſt feſt.
In der ao. H.=V. der „Porta Union” — „Weſtfalia”, Vereinigte
Zement= und Kalkwerke A.=G. in Münſter i. W., wurde der
Ver=
ſchmelzungsvertrag mit der Wickingſchen Portland=Zement= und
Waſſer=
kalkwerke A.=G., Münſter, genehmigt.
In Hamburg verſtarb geſtern abend der Neſtor der deutſchen
Indu=
ſtriellen, Verbandsgeſchäftsführer Dr. e. h. Bäumer.
Zu den Gläubigern der in Schwierigkeiten befindlichen Apollo=Film=
Geſellſchaft in Wien gehört vor allem die Pollux=Bank, Amſterdam.
Verpflichtungen in Höhe von 606000 Schilling ſtehen Aktiva in Höhe
von 500 000 Schilling gegenüber. Wie gemeldet wird, iſt ein Vergleich
angeboten auf der Baſis von 35 Prozent, zahlbar in 12 Monaten.
Der Franken zeigt ſich weiterhin ziemlich widerſtandsfähig bei
ge=
ringen Schwankungen.
Der Londoner Goldpreis gemäß § 2 der Verordnung zur
Durch=
führung des Geſetzes über wertbeſtändige Hypotheken beträgt ab 29. 12.
1926 für eine Unze Feingold 84 sh 11½ d, für ein Gramm Feingold
demnach 32 7777 d.
Die engliſche Eiſen= und Stahlinduſtrie hat, wie gemeldet wird,
Zt. mehr Aufträge als je ſeit dem Jahre 1920. Die Stahlwerke in
Middlesborough, die drei Jahre geſchloſſen waren, haben ihre Arbeit
wieder aufgenommen, auch in andern Gegenden hat eine Belebung
ein=
geſetzt.
Am 1. Januar 1927 wird die bekannte Amſterdamer Bankfirma
Gebr. Teixeira de Mattos ihr 75jähriges Beſtehen feiern können. Die
heutigen Inhaber ſind die Herren G. Kreyenbroek und J. Schülein,
während die Herren B. J. L. de Leao Laguna und J. Mendes da Coſta
Prokura beſitzen.
Zwiſchen der italieniſchen und der franzöſiſchen Tabakregie iſt ein
Abkommen getroffen worden, wonach die beiderſeitigen Tabakprodukte,
ſowohl Zigatren wie Zigaretten, eingeführt werden können.
Erneut und mit größerer Beſtimmtheit auftretenden Gerüchten
zu=
folge ſoll die Fuſion der Guaranty Truſt Co. mit dem amerikaniſchen
Exchange Irving Truſt demnächſt bevorſtehen. Durch dieſe Aktion würde
das größte amerikaniſche Bankinſtitut geſchaffen werden.
Das Exportkupferſyndikat in New York hat die Notierung ffüür
Exportkupfer heute weiter auf 13,85 Cents eif per Pfund herabgeſetzt
gegen bisher 13,95 Cents.
Wie der „Temps” aus Angora meldet, haben die Verhandlungen
zwiſchen den Delegierten der anatoliſchen Eiſenbahn und dem
Arbeits=
miniſterium über den Rüickkauf der Eiſenbahnlinie durch die Regierung
zu einem Uebereinkommen über die finanziellen Grundlagen geführt.
Die Rückkaufsbedingungen werden ſtreng geheimgehalden.
Seite 12
Freitag, den 31. Dezember 1926
Nummer 362
4. Oransfatler Karsderichr vonr do. Srzemder Todd.
Staatspaptere
a) Deutſche
6 ½%Reichsp.=Sch
p. 1. 10. 30..
7½ Baher. Staats=
Sch. p. 1 4. 29
6‟/% H. V.= Sch.
p. 1. 4. 29
6‟=% Pr St.=Sch.
p. 1 3. 29
6‟,% Pr. St.=Sch.
p. 1. 10 30
7%0 Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7 29
2½% Sächl. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 30 .
6.%Württ. F. Sch.
p. 1 P 29
Dt. Ablöſungs=Anlk.
einſchließlich
Ausloſungsſcheinen
Vorkriegsanleihen
5% D Reichsanl.
4% D. Reichsanl.
4% D. Schutzgb. v.
08—11 u. 13.
4% D. Schutzg. v. 14
4½ Preuß. Konſ.
4% Baden. ...."
4½Bayern ...."
4½ Heſſen
49 Württemberger
b) Ausländiſche
5% Bos. E. B 1914
5%. L.Inv. 1914
4½% „ 1898
4½½ „1902..
97.25
98
97.5
96.5
0.785
15.30
15.30
0.775
39.5
37.2,
5.9
5% Bulg. Tabal02/ 34
49.% Oſt. Staarsr.
v. 1913, Kdb. 1918 4.8
4½%Oſt. Schaßz. 141
Oſt. Silberr../ 6
% Goldr
4% „einh. R. (kon)
5% Port./(Spz) UI
5% Rum.am. R.03.
4½% „Gold 13. 20
am. konv. 8.3
„ am 05. . . 8.5
1½Türk. (Adm./03/ 21.25
4% Türk. Bagd.
(Bagb.)I 21.5
1911 Zoll. 16
1%0
4½% Ung. St. 1913/ 25
4½%
48
St. 1914/ 25
Goldr. 26.4
St. 10
Kronr.
Eiſ. Tor. G. 25.4
Außereuro=
päiſche
5% Mex.am.inn.
5% äuß 99 ..
4% Gold 04,ſtf.
„ kon). inn. . .
4½% Irrigat.
5½ Tamaulipas I
34.5
23
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10% Berl. H.=Bk. G.
2o „
5% Berl. St.=Gold.
8% Darmſt. St. G.
80 D. Hyp.=Bank
Meining., Goldpf. /101.75
8% Frif.=Hyp.=B.,
Goldpfdbr. 100
3% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr.. . . 101
5%0 Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr. 91.75
„1102.5
8% Komm. 2db. D.
Goldſchuldver
8% Heſſ. Ldb. Gold.
10% Komm: Elektr.
Mark (Hag.) Gold.
Mannh St.=G
8% Mainz St.=G.
8% Naſſ. Lov. Golb.
3% Pfälzer H. B.
Goldpfandbr. . .
8% Pforzh. St.=G
8% Pr. C., B.=Cr.=B.
Goldpfandbr.
8% Rh.Hyp.=B. G
71/,%Rh. St.=W. 25
100 Rh.=Weſtf. B.=
Cr.=Bk. Goldpf.
880
82o Südd. B.-Cr.=B.
Goldpfandbr. . .
Ohne Zins:
berechnung
5% Bdw. Kohl. 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſt. Brk.=Rog.
23
5%„Roggen 23
5% Pr. Kaliw. ..
50 Pr. Roggenw.
5 % Südd. Feſt=B. G
Borkriegs-pyp.=B.
Pfandbriefe
Bay • Vereinsb.
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ
Berliner Hyp. Bk.
Frrf. Hyp.=Bf.
Frkf. Pfandbr.=B.
Hamb. Hyp.=Bl.
Mecklb Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp.Bf.
Nordd Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bt..
Preuß. Bod.-Cr.=B
Pr. Cent.=B. Cr.=B.
103.5
97.5
192
97.25
102
91.5
137
101.5
13.64
14.35
5.95
21.3
22
19.7
15.15
15 8
12.5
8.8
12.15
13.1
12.62
12.3
13. 2
Preuß. Bfdbr.=Bk.
Rhein. Hhp.=B....
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ Hhp.=Bk.
Staatl. od. prov.
garanti rt
Heſſ. L.=Hyp=B.
Landeskr. Caſſel".
Naſſau. Lbsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4%Dux. Bdb Em.91
„ 93
42 Eliſ.=Bahn ſtfr.
42 Galiz. Carl-
Lud.=B.
490
abg.
42 Kaſchau=Sderb.
42.
abg.
5% Oſt. Nwſtb. 74
5% Oſt. Süvb. (2).
2,6% Alte
2,6% Neue,
5% Oſt.-Ung. 13/74
4%Oſt. Staatsb. 83
3% Oſt. 1.b.8.E.
38 Oſt. „ 9. E.
3%Oſt. 1885
3%Oſt. „ Erg. Net
3% Raab Oedbg. 83
g10
97
42 Rud. Silber.
4 Rud. Salzlg.)
4½% Anat., S.1
4½%Anat., S. II
4 ½%0 Anat., S. III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec..
(½%0
15
12.1
11
8.05
7.02
9.15
10.4
13.25
13.25
14./
19.75
33
25.5
23.75
10.5
32
30=).
28.45
Bank=Aktien
Allg. D.=Kredit:. . 159.5
Bad. Bk. .. . . . . . . 164.5
Bk. f. Brauind. . ..
Barmer Bankv.
Bay. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ.
Comm.u. Privatb. 227
Darmſt. u. Nat.=B!
Deutſche Ban:
D. Eff.u. Wchſ.=B
D Hyp.=Bk. Meit
D. Vereins=Bk.
Dist.=Geſellſch.
Dresdener Bk.
Frankf. Bl.
Frrf. Hyp.=Bk.
Frif. Pfdbr.=Bk.
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. IIntern. Banl
Metallbank".
Mitteld. Crebitb.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Reichsbank=Ant. ..
Rhein. Creditbk. . . .
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. Disc.=Geſ.
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
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Bochum.Bergb. ..
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Dt. Luxemburg .. .
Eſchw. Bergw.. . . . 194
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb......"
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Genußſchein.
Kali=Aſchersleb.
Kali. Salzdetfurt. .
Kali. Weſterregln.
Klöcknerwerke".
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder .
Oberbedarf ...."
Otavi=Min.=Ant.. .
Phönir=Bergb. ...
Rhein. Braunk. . .
Rhein. Stahlw.. . .
A. Riebeck Montan
Rombach. Hütte
Ue
264
190½
136.55
152
115
178.5
174
137
180
162
12.5
180
170
184
168
142.5
163
8.2
5.6
182
118.5
181.5
1 2.75
198
59.75
159
1 8.5
192
166
160.
209.25
146.7.
124.
139.25
204.75
184.25
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Tellus Bgb.. .. . . 111
Ver. Laurahütte . . 84.5
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13
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Bad. Uhren, Furtw. / 33
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168
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50
88
164
164
61.5
57.5
93.5
210
107.5
101
44.5
325
90.25
2..5
140
22
88
0.55
95.2.
210
16
148
23
131
163
11..5
114
Ec
125
39
74
99
112.5
115.5
171
73.5
73.25
100.9
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100
158
120
65
1: 3.25
12
236
144
113
144
187
144
144
100
112
15.75
138
131.55
170.25
113.75
62
35.5
141
58
126
Ausden Amtsverkündigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Sonntagédienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der Woche vom
31. De; bis einſchließlich 2. Jan der
Nachtdienſt die Merck’ſche Apotheke
Rheinſtraße 9, und Beſſunger Apotheke,
Wittmannſtraße 1.
Schlacht=
Freibant hof.
heute v. 9—11 Uhr
u ab 4 Uhr nachmitt
(19246)
Bekanntmachung.
Bierhändler, Wirte, Konſumvereine
Kantinen, Kaſinos, Logen und ähnliche
Vereinigungen haben die am 1. Januar
1927 in ihrem Beſitze beſindlichen, auf
Grund des Geſetzes über Erhöhung der
Bier= und Tabakſteuer vom 10. Auguſt
1925, Artikel 1, II, nachſteuerpflichtigen
Vorräte an Bier und bierähnlichen
Ge=
tränken bis zum 6. Januar 1927 der
zu=
ſtändigen Zollſtelle ſchriftlich oder
ver=
handlungsmäßig anzumelden.
Vorräte an Bier uſw. unter 2 hl
be=
dürfen der Anmeldung nicht (19277
Darmſtadt, den 30. Dez. 1926.
Landesfinanzamt.
Sammelheizungsanlage.
Die für die Einrichtung einer
Nieder=
druck=Warmwäſſerheizungsanlage in dem
Rathaus vorkommenden Arbeiten, ſollen
vergeben werden. Die
Vergebungsunter=
lagen liegen in den üblichen
Dienſtſtun=
den auf unſerem Amte, Frantfurterſtr 69,
Zimmer 22, zur Einſicht offen. Die
An=
gebote ſind bis Samstag, den 8. Jan.
1927, vormittags 10 Uhr, hierher
ein=
zureichen.
(st19295
Darmſtadt, den 29. Dez. 1926.
Direktion der ſtädtiſchen Betriebe.
0
Freitag, den 7. Januar 1927,
vorm. 9 Uhr, wird in Darmſtadt
(Wirtſchaft Heiliges Kreuz) aus Diſtrike
VIII, Hengſtriedlache 9 und 10,
Rott=
wieſenſchlag 11 und Altes Jagen 13
nachſtehendes Brennholz verſteigert:
Scheiter, rm: 662 Buche, 6 Eiche, 1
Ulme, 1 Linde;
Knüppel, rm: 132 Buche, 2 Eiche, 1
Elsbeere, 1 Linde:
Reiſig=Wellen: 3275 Buche:
Stöcke, rm: 232 Buche, 4 Eiche.
Es wird gebeten, das Holz vor der
Verſteigerung einzuſehen. Auskuuft durch
die Herren Förſter Schmidt (
Forſt=
haus Faſanerie) bezüglich Abt. 13, und
Lohfink (Forſthaus Einſiedel) bezügl
Abt. 9—11.
(19250
Darmſtadt, den 29. Dez. 1926.
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.
Gemäßs7 der heſſiſchen
Verord=
nung zur Durchführung der Aufwe tung
von Spareinlagen können an alte
be=
düirftige und in Not geratene Sparer
auf ihren Antrag von ihrem
Aufwer=
tungsguthaben Teilbeträge ausgezahlt
werden. In er ter Linie ſoll die Zahlung
bei einem Lebensalter des Sparers von
mindeſtens 65 Jahren und an ſolche, die
infolge ihres körperlichenZuſtandes aller
Vorausſicht nach bei Einhaltung des
Termins vom 1 Januar 1932 nicht in
den Genuß der Auszahlung kommen,
erfolgen, unter der Vorausſetzung, daß
dieſe Sparkaſſengläubiger nicht zur
Vermögensſteuer herangezogen ſind.
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Nummer 362
Freitag, den 31. Dezember 1926
Seite 13
Die lone Berzogin.
Roman von E. Klein
30)
(Nachdruck verboten.)
XVI.
Glorig kam nach Hauſe, regendurchtränkt, zum Umſinken
müde.
„Bei allen Heiligen,” rief Mutter Anne, die Hausverwalterin,
die Gloria und Grace noch als kleine Kinder auf dem Arm
ge=
halten hatte, „Liebling, wie ſiehſt du aus! Schneu ins Bet:!”
Doch davon wollte Gloria nich,s hören! Jetzt ins Bett legen
— wvo all ihr Innerſtes in wildem Aufruhr war! Der Schrei
der wahnſinnigen Erregung ihr in die Kehle drängte!
Mutter Anne brachte ihre eigenen pelzgefütterten
Haus=
ſchuhe und dice, wollene Tücher. Bis an die Ohren wickelte ſie
die an allen Gliedern zitternde Frau ein, ſchob ihr den tiefen
Fauteuil an das wohlig Iniſternde Kaminfeuer und brachte ihr
heißen, dampſenden Tee mit viel Runt.
Gehorſam, apath’ſch ließ Gloria alles mit ſich geſchehen.
Trank den Tee. Aß die Biskuits.
„Liebling, mein Liebling!” jammerte die Alte mit Tränen
in den Augen. „Was iſt dir denn geſchehen? Sag’ es wir doch,
damit ich dir helſen und dich tröſten kann!“
Schluchzend nahm ſie die eistalten Finger Glorias in ihre
weichen, fettgepolſterten Hände. Rieb ſie und rieb ſie.
Gloria andwortete nicht. Ihre Augen ſtarrten ins Feuer,
müde, leere Augen. Ihr Geiſt war in jenem Haus in Berkeley
Square. Dort wo der Mann unter ihrem Schuß
zuſammen=
gebrochen war. Oh — dieſer grauenhafte fragende Blick in den
Augen, die der Tod aufriß!
Schauer um Schauer rann durch ihren gemarterten Leib.
Faſſungslos ſahs die Alte.
„Aber Kindchen — Kindchen!” wiederholte ſie in einemfort.
Mörderin! Mörderin! Dieſer letzte Blick — dieſes letzte
Zucken —
Und was jetzt? Harald — ja! Er hatte ſie gerettet. Aber
was war mit ihm geſchehen? Wer war es geweſen, der die
Treppe heraufkam? Ihn von hinten packte? Die Angſt um
Harald ſtürzte ſich nun auf ſie. Würgte ſie! Brach ſie vollſtändig
auseinander.
Wenn man ihn als den Mörder verhaftete!
Wild fuhr ſie auf — ſtieß die jammernde Mutter Anne von
ſich — die Teetaſſe fiel zu Boden, zerllirrte in hundert Scherben
War das nicht ſo wie ihr eigenes Leben? Vor einer Stunde
noch glücklich, ſorgenlos — jetzt Scherben — Scherben — — —
Ein Lalai trat ein.
„Lord Neville wünſcht Ihre Gnaden zu ſehen” meldete er.
Harald! Er war alſo entkommen! Wahnwitzige Hoffnung
hob ſich in ihr empor —
„Ich laſſe bitten — — Geh. Mutter Anne — geh nur
ruhig! Es wird ſchon alles in Ordnung kommen!“
Dann ſtand er an der Türe. Kalt, hager und unheimlich
lang in ſeinem dunkelgrauen Reiſemantel. Mit freudig ausge=
breiteten Händen eilte ſie ihm entgegen. Doch auf halbem Wege
blieb ſie ſtehen, ließ die erhobenen Arme ſinten, denn er machle
keine Miene, ihr entgegen zu eilen. Eine tühl abweiſende
Ver=
beugung war alles, womit er ſie in dieſer Minute begrüßte.
„Harald — —” rief ſie mit leiſer, klagender Stimme. Wund
und weh wurde es in ihr — mehr als früher.
„Frau Herzogin” ſprach er, und ſeine Stimme klang ihr noch
kälter, noch leidenſchaftsloſer als je zuvor. „Ich wollte mich
nur überzeugen, ob Sie gut nach Hauſe gekommen ſind und
nun —
Verzweifelt unterbrach ſie ihn.
„Harald, ich beſchwöre Sie, verurteilen Sie mich nicht! Ich
ſchwöre Ihnen —
Sie ſtockte. Der Gedanke an Grace legte ſich plötzlich auf
ihre Lippen. Machte ſie ſtumm. Konnte ſie denn dem Mann
ſagen, warum ſie zu dem Andern gegangen war, warum ſie ihn
getötet hatte? Allmächtiger Gott —! Konnte ſie ihm ſogen, daß
ſie ſich für ſeine Frau hatte opfern müſſen? Daß ſie ſich an
Graces ſtatt in die Gewalt des Schickſals hatte werfen müſſen?
Mit dumpfem Wehlaut rang ſich der Schmerz aus ihrer
Bruſt empor. Neville rührte ſich nicht. Steinern war ſein
ſchmales Geſicht, dünn preßten ſich die bleichen Lippen zuſammen.
„Ich habe kein Recht, irgendwelches Urteil auszuſprechen,
Frau Herzogin,” ſagte er. „Ich bin froh, daß ich zur rechten
Minute kam, um Ihnen dienlich ſein zu können —
„Aber — wie — — kamen Sie?”
Er zauderte einen Moment lang. Sollte er ihr verraten,
daß er ſie für Grace gehalten? Sie deshalb verfolgt hatte?"
„Als ich Ihren Brief in Paris erhielt, eilte ich hierher. Ich
kam gerade auf dem Waterloo=Platze an, als ich Sie aus der
Straße biegen ſah. Ich folgte Ihnen
„Sie hielten mich für Grace — — Glaubten, daß ſie zu
einem Rendez=vous ginge?"
„Ja, Frau Herzogin.”
Unendliche Bitterkeit überkam ſie. Mörderi war ſie
gewor=
den um der Schweſter willen. Nun mußte ſie auch noch deren
Schmach auf ſich nehmen. Mußte ſie das wirulich? Das ſchwerſte
Opfer bringen, das eine Frau bringen kann — ihre Ehre
hin=
werfen, um die einer anderen zu decken? All ihr Stolz, ihre
Frauenwürde ſchrien dagegen! Sie kämpfte mit ſich. Schwer —
verzweifelt.
Schon trat ſie näher an ihn heran, der noch immer ſteif und
abweiſend an der Türe ſtand. Da ſah ſie ſeinen Blick. —
Las in ihm ihr Urteil: die eine wie die andere —
Mit hilfloſer Reſignation ließ ſie die Arme ſinken. —
„Harald,” flüſterte ſie, „ich ſehe an Ihrem Geſichte, was Sie
von dem ganzen furchtbaren Ereigniſſe denken. Ich kann heute
nichts dawider ſagen. Aber ich ſchwöre Ihnen, was ich tat,
mußte ich tun, um die Ehre meines Hauſes” zu reiten. Der
Mann, den ich — ich niedergeſchoſſen habe, war ein Schurke. Noch
eins — Harald — — glauben Sie, daß man zu einem
Stelldich=
ein zu Fuß, mit einem Gummimantel geſchmückt, geht?”
Lord Harald Neville war engliſch bis in das Mark ſeiner
lawgen Knochen. Er glaubte nur ſeinen Augen. Die betrogen
ihn nicht. Gloria hatte er immer als eine ernſt wahrhafte Frau
geſchätzt. Hätte mehr als einmal gewünſcht, Grace wäre ſo wie
ſie — — — doch jetzt? Mitleid — das war das einzige, wozu
er ſich erwärmen konnte. Sonſt —? Die eine wie die andere —,
Sie ſtand und wartete auf eine Antwort aus ſeinem Munde.
Er fand keine. Wußte teine.
„Ich bedaure gewiß unendlich,” brachte er endlich heraus,
„daß Frau Herzogin zu ſolchen Mitteln greifen mußten, und ich
hoffe, man wird Ihre Spuren nicht finden.”
Jetzt kam ſie doch auf ihn zu.
„Wer war das, der Sie plötzlich überfiel?” fragte ſie, indem
ſie ihn am Arme faßte
„Ich glaube, ein Schutzmann. Wenigſtens meine ich das
nach ſeinen Fäuſten beurteilen zu können. Es gelang mir aber,
mich freizumachen und zu entlommen. Ich muß ihn wohl
emp=
findlich getroffen haben — wir rauften in der Dunkelheit wie
be=
trunkene Matroſen miteinander — — er ging plötzlich nieder und
ich konnte aus dem Fenſter ſpringen.”
„Hat er Sie erkannt?”
„Wie ſollte er das wohl?”
Sie hob mit befreiendem Seufzer den Kopf.
„Oh — das iſt gut! Ich fürchtete ſchon, Sie wären um
mei=
netwillen in Schwierigkeiten geraten." Ich danke Ihnen, Harald
— morgen werde ich mich der Polizei ſtellen.”
Jetzt zeigte er doch ſo etwas wie Erregung.
„Das werden Sie nicht tun,” rief er ſchneidend und
befeh=
lend, wie wenn er ſeinem Kammerdiener etwas zu verbieten
hätte. „Ich kenne nicht die Art der Beziehungen, in denen Sie
zu dem Manne ſtanden — ich kenne nicht einmal ſeinen Namen
— — ich will auch weder das eine noch das andere kennen —"
ſetzte er hinzu, als er ſah, daß ſie ſich anſchickte, ihm zu
antwor=
ten, und die Art, wie er dabei die Hand hob, machte ſie erſt recht
verſtummen. „Aber ich nehme an, daß er die Kugel verdiente,
die ihn hingeſtreckt hat —‟
„Bei Gott, das hat er — —,” murmelte ſie.
„Nun, ſehen Sie, Gloria —” unwillkürlich wurde er wärmer
bei dem Gedanken, den er auszuſprechen im Begriff war — „wie
könnten Sie es verantworten, den Namen Ihres Vaters in eine
ſolche Affäre zu verwickeln!“
„Aber ich habe doch getötet! Harald, ich habe einen
Menſchen erſchoſſen — ich kann doch nicht morgen nach
Burn=
ham Tower zurückkehren und ſo zu tun, als ob ich weiß Gott
was ſür einen vergnügten Abend verbracht hätte. So etwas
wird man doch nie wieder los — nie wieder!”
„Ihre Gefühle in allen Ehren, Frau Herzogin, aber Sie
haben auch noch höhere Rückſichten zu reſpektieren! Iſt dieſer
Mann dort auf dem Berkeley Square wert, daß Ihr
ehrwürdi=
ger Vater auch nur eine Minute der Unruhe und Sorge
ſeinet=
wegen zubringt?”
Sie dachte an den heutigen Morgen. Ja — ja, tauſendmal
ja — — — Harald hatte recht. Sie nickte — ſprechen konnte
ſie nicht in dieſem Moment.
„Ich bin froh,” fuhr er fort, „daß Sie ſich überzeugen
laſſen. Gehen Sie jetzt zu Bett und trachten Sie vor allem,
ſich zu beruhigen! Wir müſſen abwarten, was die Polizei
unter=
nimmt. Auf welche Spuren ſie kommt —
Spuren — Spuren?
Sie wurde noch bleicher, als ſie ſchon war.
(Fortſetzung folgt.)
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Sonntag, den 2. Januar, nachmitt punkt
4 Uhr, im Mathildenhöhſaal.
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„Mandolinen=Ge ellſchaft‟, Darmſtadt
Weihnachts=Feier
mit Theater, Tombola und Tanz=
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Weihnachtsgeſchenk” und „Der Paletot”,
Hierzu ſind unſere Mitglieder ſowie Freunde
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Muſikaliſcher Leiter: Berthold Sander
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
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Robert, Arreſtant . . . . Robert Klupp
Bertram, Arreſtant . . . Paul Maletzki
Strambach,
Gefängnis=
wärter, Invalide . . . Heinrich Kuhn
Michel, ſein Neffe.
Eugen Vogt
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Zweite Schildwache . . . Otto Wenke
Hans Debus
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2. Abteilung: Die Hochzeit
Robert Klupp
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Paul Maletzki
Bertram
Hans Epskamp
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Eugen Vogt
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3, Abteilung: Soiree und Maskenball
Robert . . . . . . . . . Robert Klupp
Bertram . . . . . . . . Paul Maletzki
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1. Kommis
Kommerzienrätin Forchheimer,
Iiſe Lahn
ſeine Kuſine . . .
Dr. Corduan, Hausfreund K. Weſtermann
Jack, Diener . . . . . . . Hans Ney
Masken, Gäſte, Diener, Ballett
Als Einlage: Spitzentanz, ausgeführt
von den Damen Manda von K reibig,
Irene Scheinpflug, Dorothea Böhm
4, Abteilung: Das Volksfeſt
Robert Klupp
Robert
Paul Maletzki
Bertram . .
Frau Miller, Witwe . . . Marg. Carlſen
Röſel, ihre Pflegetochter. M. Vincent
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Polizeidiener . . . . . . Ernſt Rottluff
Leierkaſtenmänner, Ausrufer, Bauern
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Borkommende Tänze, einſtudiert von der
Balleitmeiſterin Mand: v. Kreibig, weider
ausgeführt von den Damen des Balletts
Spielwart: Willi Krichbaum
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Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
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Sonntag, 2. Januar. Vl, 8. Weihnachts=
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