Kinzelnummer 10 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit — verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 343 Samstag, den 11. Dezember 1926.
189. Jahrgang
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ſtädter und Nationalbank.
Streſemann, Nobel=
Die Verteilung
des Nobel=Friedens=Preiſes.
Auch Briand, Chamberlain und Dawes
wurden bedacht.
EP. Oslo, 10. Dezember.
Das Nobel=Preis=Komitee hat beſchloſſen, den Nobel=
Frie=
dens=Preis von 1925 und 1926 an Dr. Streſemann, Briand,
Chamberlain und Dawes zu verteilen.
Dem feierlichen Akte wohnten u. a. der König, der
Kron=
prinz ſowie zahlreiche Vertreter der Regierung, des
diplomati=
ſchen Korps, des Parlaments uſw. bei.
Profeſſor Dr. Fridtjof Nanſen hielt die Feſtanſprache, in der
er u. a. ausführte: In den Jahren nach dem Weltkriege herrſchte
in Europa eine unheimliche Stimmung. Das erſte Anbrechen
einer neuen Zeit war die Annahme des Dawesplanes. Amerika
leiſtete hilfereichend Beiſtand, und entſprechend dem vom
da=
maligen amerikaniſchen Staatsſekretär Hughes gemachten
Vor=
ſchlag trat es dafür ein, Deutſchlands Fähigkeiten zur Leiſtung
der Entſchädigungen durch Sachverſtändige unterſuchen zu laſſen,
um eine ſachliche und wiſſenſchaftliche Grundlage für die künftige
Erledigung zu ſchaffen. Der Gedanke fand auch in Frankreich
Anklang. Die Annahme des Dawesplanes trug dazu bei, daß die
Räumung des Ruhrgebietes beſchloſſen wurde und daß die
dauernden Konflikte wegen der Schadenerſatzleiſtung durch
Deutſchland ein vorläufiges Ende fanden. Der Dawesplan
iſt nicht nur für die Vereinigten Staaten von größter Bedeutung
geweſen. Er bildet ferner die wichtigſte Vorausſetzung
für die Friedenspolitik, die zu dem
Locarnover=
trag geführt hat, der auf die Initiative von Dr.
Luther, und Dr Streſemann zurückzuführen iſt.
Von dem in Locarno abgeſchloſſenen Rheinpakt hat man
ge=
ſagt, daß zum erſtenmal ſeit Ludwig XIV. der Rhein als
Streit=
urſache in der europäiſchen Politik durch ihn ausgeſchaltet wurde,
er bildet den Abſchluß eines Kapitels in der Geſchichte und
be=
deutet eine vollſtändige Wandlung in der ganzen
enropäiſchen Politik. Man war zu der Erkenntnis
ge=
kommen, daß die einzige Möglichkeit der Schaffung einer
erträglichen Zukunft in dem Willen, zu gemeinſamer
Ar=
beit zuſammenzuſtehen, beſteht. Die Loſung muß ſein: Kein
Kriegmehr, kein Kriegirgendwelcher Art! Unſere
Ziviliſation hat im letzten Krieg eine Lebenswunde erlitten, die
bei weitem noch nicht geheilt iſt. Wenn ſich die Völker Europas
der Scheußlichkeit des Krieges ſtets bewußt wären, ſo würden
ſie dafür ſorgen, daß ein Krieg nie wiederkommt. Wenn der
nächſte Krieg dem letzten auch nur entfernt
ähnelt, wird er die Ziviliſation Europas
zer=
ſtören. Er wird aber ſelbſtverſtändlich noch viel ſchlimmer ſein.
Der Krieg iſt aber keine unabwendbare Naturkataſtrophe,
ſondern ein Akt menſchlichen Willens, und es ſteht
daher in unſerer Macht, die Gefahr abzuwenden.
Die Regierungen Europas ſollten ſich zu eigen machen, was ich
der Kürze halber Politik des Völkerbundes nennen will, der heute
keine abſtrakte Idee mehr, ſondern ein lebender Organismus iſt.
Wenn die Völker dies tun, dann wird das Ungeheuer des Krieges
beſeitigt werden, und unſere Zukunft geſichert ſein.‟ Die Rede
Nanſens wurde mit herzlichem Beiſall aufgenommen. Im
An=
ſchluß daran nahmen der britiſche, franzöſiſche, amerikaniſche und
der deutſche Gefandte die Diplome und Medaillen entgegen. Mit
Muſikvorträgen fand der feierliche Akt ſein Ende.
Danktelegramme der Nobeſpreisträger.
Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann erſuchte den deutſchen
Geſandten, telegraphiſch dem Nobelpreiskomitee des Stortiugs
den Ausdruck ſeines Dankes zu übermitteln. Streſemann
betrachtet die Entſcheidung des Nobelpreisausſchufſes als
ehren=
volle Anerkennung ſeiner Bemühungen um die Förderung des
Weltfriedens und des allgemeinen Wiederaufbaues.
Chamberlain ſandte ein Telegramm, in dem er ſeinen
Dank für die ihm zuteil gewordene große Ehre zum Ausdruck
bringt und die Mitarbeit der übrigen Staatsmänner hervorhebt.
Auch Briand erklärt in ſeinem Telegramm, er meſſe der
ihm zuteil gewordenen Ehrung einen um ſo höheren Wert bei,
weil ſie die Anerkennung der wertvollſten Beſtrebungen ſeiner
öffentlichen Laufbahn bedeute.
Der amerikaniſche Geſandte erhielt ein Telegramm des
Vize=
präſidenten Dawes, in dem dieſer erklärt, die ihm zuteil
ge=
wordene Auszeichnung ſei ein Zeichen des Wertes, den man dem
von den Mitgliedern des erſten Sachverſtändigenkomitees in
ge=
meinſamer Anſtrengung geſchafffenen Werk beilege.
Streſemann über die Verleihung des Nobel=
Friedenspreiſes.
Dr. Streſemann, von allen Seiten bedrängt, auch ſeine
Mei=
nung über den Sinn der Verleihung des Nobelpreiſes
bekannt=
zugeben, ließ heute abend folgende Erklärung veröffentlichen:
„Die Verleihung des Nobel=Friedens=Preiſes iſt mir eine
auf=
richtige Freude und Genugtuung. Ich, ſehe in dieſem Ereignis
weniger eine perſönliche Ehrung für die Außeminiſter Englands,
Frankreichs und für mich; vielmehr betrachte ich die Entſcheidung
als Symbol der Anerkennung, die die Welt der Politik zollt, deren
Anfang durch die Namen London, Locarno, Genf und Thoiry
ge=
kennzeichnet wird. Das Ziel dieſer Politik iſt der dauerhafte
Friede und das Wohlergehen der Völker. Wird dieſes Ziel
er=
reicht werden? Ich vertraue darauf, ſolange Männer wie Briand
und Chamberlain die Geſchicke ihrer Länder leiten, zwei Männer,
die aufrichtig und unter Einſetzung ihrer ganzen Perſönlichkeit
eine wirkliche Verſtändigung anſtreben und deren große Verdienſte
für den Frieden der Welt bereits geſchichtliche Tatſachen ſind.”
Chamberlain über den Robelpreis.
* Genf, 10. Dez. (Priv.=Tel.)
Der engliſche Außenminiſter Chamberlain hat anläßlich der
Verleihung des Nobel=Preiſes an die drei hier weilenden
Außen=
miniſter Englands, Frankreichs und Deutſchlands heute abend
der Preſſe eine Erklärung abgegeben, in der es heißt: „Ich fühle
mich durch die Verleihung des Nobelpreiſes außerordentlich
ge=
ehrt, denn ich erblicke darin den Ausdruck der internationalen
Zuſtimmung zu dem Friedenswerk, das in Locarno vollendet
wurde. Die Vertreter von 7 Staaten haben dazu beigetragen,
das Ergebnis, das dort erzielt wurde, zu erreichen. Aber der
größte Anteil an dem Verdienſt kommt den Herren Briand und
Streſemann zu, und es iſt eine doppelte Freude für mich, daß
beide Friedenspreiſe meinen Namen mit den ihren verknüpfen.”
— Der Eindruck der Nachricht von der Nobelpreis=Verleihung
an die Außenminiſter und General Dawes war in den
Völker=
bundskreiſen der einer außerordentlichen Befriedigung.
Einladung nach Oslo.
Der Prüſident des Nobelpreiskomitees hat an General
Dawes, an Chamberlain, Briand und Streſemann ein
gleich=
lautendes Telegramm gerichtet, in dem er anfragt, ob es den
Friedenspreisträgern miöglich ſei, Mitte Januar nächſten Jahres
in Oslo entſprechend dem Statut der Nobelpreisſtiftung einen
Vortrag zu halten. Es heißt, daß Dr. Streſemann die Abſicht
hat, dieſem Erſuchen nachzukomien.
„Foriſchritte” — aber kein Ergebnis. — Die
Differenzpunkte noch umſtritten.
* Genf, 10. Dezember. (Priv.=Tel.)
Die Konferenz der Miniſter der fünf Rheinlandpakt=Mächte
hat heute vormittag kurz nach 11 Uhr im Hotel Beaurivage
be=
gonnen. Die Beratungen dauerten bis gegen 1½ Uhr. Nach
Schluß der Beratung wurde ein Communigué ausgegeben, das
folgendes beſagt: „Die Delegierten der an der
Botſchafterkonfe=
renz vertretenen Mächte haben ſich heute mit den Delegierten
Deutſchlands verſcmmelt. Sie haben ihre Beſprechungen
fort=
geführt und einen Fortſchritt in der Behandlung der
Fra=
gen feſtgeſtellt. Sie erwarten eine weitere
Mittei=
lung der Botſchafterkonferenz nach deren
Zuſam=
mentritt von heute nachmittag und werden ſich morgen vormittag
um 11 Uhr wiederum verſammeln.”
Beim Verlaſſen des Hotels ſagte Briand, auf verſchiedene
Fragen, die von den Journaliſten an ihn gerichtet wurden, daß
es durchaus möglich ſei, duß nach der morgigen
Vormittags=
beratung die Fragen endgültig geregelt ſein würden, ſo daß der
Völkerbundsrat in der Lage wäre, ſeine Beratungen am Abend
abzuſchließen. Indeſſen gibt es dafür noch keine Gewißheit.
Das von der deutſchen Delegation ausgegebene und in
ähn=
lichen Worten gehaltene Communiqué ſtellt einen befriedigenden
Fortſchritt der Geſamtlage feſt.
Die heutige Fünfer=Konferenz hatte nicht nur der
Botſchafter=
konferenz Vorſchläge zu machen über das Datum der
Zu=
rückziehung der Militärkontrollkommiſſion
aus Berlin, die ja in keinem Falle mehr aufrecht erhalten
werden ſoll, ſondern auch über die Erledigung der
Ueber=
gangsmaßnahmen, die umfangreicher ausfallen dürften,
als man noch vor einigen Tagen annahm. Da gibt es zwiſchen
der franzöſiſchen und der deutſchen Auffaſſung
aber noch einen nicht unbeträchtlichen Unterſchied.
Wie wir ſchon vorgeſtern meldeten, ſollten nach deutſcher Abſicht
die Differenzpunkte, die nach der Aufhebung der
Mili=
tärkontrolle noch verbleiben, am beſten einem Schiedsgericht
über=
geben werden. Dagegen hat Briand vorgeſchlagen und hält
die=
ſen Antrag aufrecht, daß die Erledigung dieſer Punkte der neuen
Indcſtigationskommiſſion des Völkerbundes übertragen werden
ſoll. Davon will man indeſſen bei der deutſchen Delegation unter
keinen Umſtänden etwas wiſſen, weil man dort jede Beziehung
zwiſchen der interalliierten Militärkontrolle und der neuen
Völkerbundsinveſtigation ganz entſchieden ablehnt.
Ob die eine der beiden Auffaſſungen triumphierte oder ob
man ſich auf einen Mittelweg einigte, wie zum Beiſpiel den, eine
kleine Liquidationskommiſſion ſür die Erledigung dieſer Fragen
einzüſetzen, darüber verlautet zur Stunde noch nichts.
Ein neuer Bericht der Botſchafterkonferenz
an die Genfer Oelegierten.
EP. Paris, 10. Dezember.
Das Interalliierte Militärkomitee unter dem Vorſitz des
Marſchalls Foch hörte heute vormittag den deutſchen General
von Pawels über die beiden Punkte an, die von der
Botſchafter=
konferenz als noch nicht genügend erfüllt bezeichnet wurden,
näm=
lich die Frage der deutſchen Oſtbefeſtigungen und der Ausfuhr
von Metallerzeugniſſen, die unter Umſtänden zu Kriegsmaterial
umgearbeitet werden könnten. Das Komitee ſtellte auf Grund
der Erklärungen des Generals Pawels einen Bericht zuſammen,
der von Marſchall Foch am Nachmittag der Botſchafterkonferenz
zur Prüfung vorgelegt worden iſt.
Die Botſchafterkonferenz hat nach einer vierſtündigen Sitzung
eine Mitteilung herausgegeben, in der geſagt wird, daß ſie ſich
mit den Ergebniſſen der zwiſchen den militäriſchen
Sachverſtän=
digen und dem deutſchen Sachverſtändigen, General von Pawels
geführten Beſprechungen beſchäftigt habe. Ein neuer Bericht
hierüber werde an die in Genf verſammelten Miniſter übermittelt
werden.
Paris und Genf.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 8. Dezember.
Die jetzige Geufer Tagung hat ein weſentlich anderes Bild
von der Lage der europäiſchen Politik ergeben, als die letzten
Tagungen. Man ſollte davon nicht überraſcht werden, da Genf
nur einen Querſchnitt der diplomatiſchen Arbeit darſtellt, welche
vor und außerhalb der Tagungen ſich abzuwickeln pflegt, aber da
die Methoden der Geheimdiplomatie logiſcherweiſe immer mehr
vorherrſchen, kann die Oeffentlichkeit bei jeder Völkerbundstagung
auf größere oder kleinere Ueberraſchungen vorbereitet ſein.
Die Rolle Englands und Italiens iſt ſeit Thoiry eine andere
geworden. Vielleicht nicht in dem Sinne, wie es erwartet wurde,
für manche ſogar überraſchend. Man begreift im erſten
Augen=
blick nicht die Bedeutung der Vermittlertätigkeit Chamberlains.
Daß England in Genf eine große Rolle ſpielen mußte, war
evident; daß es aber faſt eine größere Rolle für ſich beanſprucht
als die beiden Verhandlungspartner — Deutſchland und
Frank=
reich —, darauf war man nicht überall gefaßt. Die Haltung
Muſſolinis — überraſchen kann ſie ja nicht mehr — war ebenſo
ſonderbar. Um die Lage ganz zu begreifen, muß man in Betracht
ziehen, inwieweit ſich die italieniſche und engliſche Politik in
Genf einander ergänzen.
Die franzöſiſche Preſſe war ſelten ſo einmütig in der
Unter=
ſtützung Briands, wie bei dem Beginn, der Völkerbundstagung.
Eleichzeitig bemerkte man auch einen Optimismus, welcher ſich
mit ungewohnter Stärke geäußert hat. Und doch, gerade in dem
Augenblick, in dem Briand in Frankreich den ungeteilteſten
Bei=
fall fand, kann man den Eindruck nicht unterdrücken, daß er der
engliſchen Initiative einen allzu breiten Raum überließ.
Mit Befremden hat man in Paris die Haltung
Italiens=
verfolgt, beſonders auch die Lancierung der Gerüchte über einen
angeblichen italieniſch=deutſchen Geheimvertrag, denen übrigens
auch die engliſche Preſſe willig Gehör ſchenkte. Man nimmt zwar
die Haltung Italiens wieder weniger tragiſch, aber man ſtellt
feſt — mit Recht oder mit Unrecht — daß die italieniſche Politik
gänzlich gegen die herrſchenden politiſchen Auffaſſungen gewendet
iſt und — von einer gewiſſen engliſchen Unterſtützung
ab=
geſehen — völlig iſoliert daſteht. Darin iſt auch die Auffaſſung
enthalten, und man betont ſie beſonders ſtark, daß alles, was
über beſondere deutſch=italieniſche Abmachungen verlautet, aus
der Luft gegriffen ſei.
„Briand verkauft billig, aber es iſt beſſer, billig als
über=
haupt nichts zu verkaufen.‟ Das „Echo de Paris” war es, welches
dieſen charakteriſtiſchen Satz niederſchrieb. Eine ſolche Konzeption
iſt veraltet, und es wurde ja ſchon durch die zuſtändigen Stellen
darauf hingewieſen, daß die deutſch=franzöſiſche
Annäherungs=
politik nicht auf ein einfaches Tauſchgeſchäft reduziert werden
könne. Doch berührt es etwas ſonderbar, wenn man dies gerade
im „Echo de Paris” lieſt, und man möchte meinen, daß vielleicht
vor einigen Monaten dieſen Sätzen eine wirkliche politiſche
Be=
deutung zugekommen wäre. Für die Verſchiebung der Einflüſſe
kann charakteriſtiſch ſein, daß, wie man hier erzählt, in Genf
Bel=
gien der Form nach bei den erſten Beratungen eine bedeutend
größere Rolle geſpielt hat als Italien.
Der Hintergrund der deutſch=franzöſiſchen Verhandlungen
wird beſonders dadurch charakteriſiert, daß bisher, von aller
Poli=
tik abgeſ=hen, die wirtſchaftlichen Verhandlungen
viel mehr ſichtbare Erfolge gezeitigt haben als die
poli=
tiſchen. Man erwartet ſogar in naher Zukunft wichtige
deutſch=
franzöſiſche Abmachungen wirtſchaftlicher Art.
Die franzöſiſche Innenpolitik, welche ein paarmal zu den
großen politiſchen Konferenzen einen ſo bewegten Hintergrund
geliefert hat, ſcheint jetzt vollk mmen ruhig zu ſein. Das iſt zwar
nur ein Schein, aber die inneren Sorgen Frankreichs ſind
dies=
mal weſentlich anders geartet, als früher. Poincaré iſt es mit
einer bemerkenswerten Schnelle und Leichtigkeit gelungen, den
Ausgabeteil des Budgets zu erledigen, und auch andere kleine
Anzeichen laſſen darauf ſchließen, daß in dieſer Beziehung der
Optimismus der Regierungskreiſe gerechtfertigt erſcheint. Aber
die rapide Revaloriſierung, das andauernde Steigen des
Franken hat eine unmögliche wirtſchaftliche Lage mit ſich
ge=
bracht. In einigen Monaten hat ſich der Wert des franzöſiſchen
Franken verdoppelt: die Konſequenzen konnten nicht ausbleiben.
Man ſoll ſich bei der Beurteilung der Lage zwar nicht auf die
übertriebenen Klagen der — in dieſer Hinſicht ſehr einſeitig
ein=
geſtellten — franzöſiſchen Preſſe verlaſſen, aber es muß doch
feſt=
geſtellt werden, daß gewiſſe Induſtriezweige und der Handel
ſchon die verheerende Wirkung der Frankenhauſſe zu fühlen
be=
kommen haben. Inſolvenzen, Börſenkrach, Arbeitsloſigkeit, das
waren alles Dinge, von denen jedermann wußte, daß ſie bei einer
Beendigung der Frankenbaiſſe unbedingt kommen müſſen. Nach
dem Urteil des größeren Teils der öffentlichen Meinung iſt nicht
die Revaloriſierung — die Frankenhauſſe — verfehlt, nur das
fieberhafte Tempo, in dem ſie durchgeführt wurde. Welches waren
die Motive, die Poincaré dazu beſtimmen mußten? Nicht zuletzt
vielleicht innenpolitiſche Rückſichten. Das beſagen viele objektiv
Urteilende ſogar ohne jeden Vorwurf.
Die Lage Poincarés im Kabinett iſt eigentümlich. Es iſt
be=
kannt, daß die Rechte ſich nur in der Theorie für Poincaré
be=
geiſtert, und darauf führt man auch die paradoxe Lage zurück, daß
Poincaré den Radikalen ſo weitgehende Konzeſſionen gewährt.
Ebenſo wie bei den Wählermaſſen der Radikalen, die aus
Klein=
bürgern und Rentnern beſtehen, die Poincaréſche
Nevalori=
ſierungspolitik volkstümlich iſt, ſcheint Poincarés politiſche
Per=
ſönlichkeit bei einigen radikalen Politikern mehr Verſtändnis zu
ſinden, als — bei ſeinen eigenen Anhängern . . . Man ſoll dabei
nicht einmal ausſchließlich an Herriot denken. Aber die bange
wirtſchaftliche Lage vermag nicht das Intereſſe für die
Außen=
politik zu verdrängen. Vielmiehr, man nimmt an, daß die
end=
gültige Sanierung doch auf das engſte mit der Entwicklung der
Außenpolitik zuſammenhängt.
Seite 2
Gamstag, den 11. Dezember 1926
Nummer 343
Der Saarkonflikt.
Die Franzofen machen Schwierigkeiten wegen
der Zurückziehung der Truppen. — Bedenken
der deutſchen Saardelegation gegen die
Ein=
richtung des Zivilbahnſchußes.
* Genf, 10. Dezember. (Priv.=Tel.)
Die Saarfrage iſt auf die Tagesordnung der heutigen
Rats=
ſitzung deshalb nicht geſtellt worden, weil ſich der von den
Juriſten Fromageot und Dr. Gauß vereinbarten Regelung
für die Zurückziehung der franzöſiſchen
Trup=
pen aus dem Saargebiet neue Schwierigkeiten
entgegengeſtellt haben. Wie wir bereits gemeldet haben,
iſt die hier unter Führung des Kommerzienrats Röchling
an=
weſende Saardelegation mit der Einrichtung des
Zivilbahnſchutzes nicht ganz einverſtanden. Sie
erklärt, im Intereſſe der Saarbevölkerung ſich nur unter
folgen=
den drei Bedingungen damit einverſtanden erklären zu können:
1. daß die Zahl der Mannſchaften des Bahnſchutzes 200 nicht
überſteigt, 2. daß dieſe Zivilmannſchaften kaſerniert werden,
da=
mit ſie nicht über das ganze Saargebiet verteilt unter der
Be=
völlerung zu wohnen brauchen, 3. daß die ganze Einrichtung als
ein „beſonderer Fall” nach internationalem Recht angeſehen wird,
damit dadurch kein Präzedenzfall für etwaige ſpätere Fälle
ge=
ſchaffen wird, die ähnlich liegen. — Mit dieſen Bedingungen ſind
aber die Franzoſen nicht einverſtanden. Sie erklären, die
Be=
dingungen ſeien, wenn der Bahnſchutz wirkſam ſein ſolle,
uner=
füllbar. — So wird alſo über dieſe Frage noch weiter verhandelt
und man hofft allerdings, bis morgen ein Einvernehmen darüber
zu erzielen.
Abberufung der J. M. K. am 1. Februar. — Regelung
der reſtlichen Streitfragen auf diplomatiſchem Wege?
Die Stimmungin Genf iſt im Laufe des ſpäten Abends
wieder umgeſchlagen infolge von ausführlicheren
Nach=
richten, die bei den Delegationen über den Bericht der
Botſchafter=
konferenz eingegangen ſind. Es ſcheint, daß die
Botſchafter=
konferenz vorſchlägt, die Regelung der
Reſt=
fragennachder Aufhebungder Militärkontrolle
auf diplomatiſchem Wege vorzunehmen. Da die
franzöſiſche Delegation auf die Ueberweiſung
dernochausſtehenden beiden Kontrollprobleme
an die Inveſtigationskommiſſion des
Völker=
bundes verzichtet hat und da auch die engliſche Regierung
in der Frage der Ausfuhr von Kriegsmaterialien einer
diplo=
matiſchen Regelung bis jetzt geneigt iſt, ſo hält man es für
wahr=
ſcheinlich, daß die Verhandlungen noch morgen ihr Ende finden
werden. In der deutſchen Delegation rechnet man ebenfalls”
damit, am Sonntag die Rückreiſe antreten zu können
Von anderer Seite erfahren wir noch: Wie verlautet, wird
in dem Bericht der Botſchafterkonferenz empfohlen, die
Ent=
waffnung Deutſchlands als erfolgt anzuſehen, und
infolgedeſſen vorgeſchlagen, die Interalliierte
Militär=
kontrollkommiſſion am 1. Februar 1927
abzube=
rufen. Die beiden Streitpunkte ſollen entweder durch
diplp=
matiſche Verhandlungen oder durch Ueberweiſung an
ein Schiedsgericht geregelt werden. — Die Regelung
der Nheinlandkontrolle wird, wie jetzt allgemein
ange=
nommen wird, weiteren Verhandlungen der
Rhein=
landmächte vorbehalten bleiben, die bis zur Märztagung
des Rates eine Klärung bringen ſollen.
Verzögerung des Danziger Sanierungswerkes
Danzig, 10. Dezember.
Die Eutſcheidung des Völkerbundsrates bzw. des
Finanz=
komitees in der Danziger Anleihefrage iſt zwar nicht
eine volle Enttäuſchung, doch ſieht man in ihr auch nur ein
hal=
bes Entgegenkommen des Völkeibundes. Als beſonders
be=
dauerlich muß min ſeine Beſtimmung bezeichnen, daß die
Dan=
ziger Anleihe nur als internationale Anleihe aufgenommen
wer=
den kann. Dadurch werden erneute Anleiheverhandlungen
not=
wendig gemacht, nachdem ſich bereits eine deutſche Finanzgruppe
zur Abgabe eines Anleiheangebotes bereit erklärt hatte. Die Hilfe
*Zu Gottſcheds Ehren.
Zu ſeinem 160. Todestage (12. Dezember).
Von
Profeſſor Dr. plil. h. e. Karl Berger.
Vor 160 Jahren, am 12. Dezember 1766, ſtarb zu Leipzig
Hohann Chriſtoph Gottſched, ein Mann, der jahrzehntelang das
deutſche Geiſtesleben beherrſcht hatte, dann ſchon zu Lebzeiten
von einem jünigeren Geſchlecht zu den Toten geworfen worden
war und hinſort als eine Art Schreckgeſpenſt durch die
Toten=
hallen der Literaturgeſchichte wandeln ſollte. Seitdem Leſſing
durch ſeinen Spoit dem bereits erſchütterten Anſehen des
Litera=
turgewaltigen, deſſen Erbe er war, den letzten Reſt gegeben;
ſeit=
dem (oethe mit der Erzähluug ſeines Beſuches im Hauſe des
„anſehnlichen Altvaters” den Karikierten der Lächerlichkeit
preis=
gegeben; ſeitdem endlich die Leuchten des „klaſſiſchen Zeitalters”,
4 ſſen Bahnbrecher Gottſched vollſtändig in Schatten geſtellt und
die Nomantiker erft reiht über die ihnen unverſtändliche Geſtalt
des „nüchternen Pedauten” zur Tagesordnung übergegangen
daren, ward die verächtliche Behandlung des Leipziger
Profeſ=
ſors eine von Geſchleiht zu Geſchlecht weitergegebene
literar=
hiſtoriſche Unſitt Gewiß, ein paar Verdienſte konnte man dem
Lielgeſchäſtigen Aufklärer nicht abſtrechen, aber ſtärker als das
bißchen miagere Anerkennung war die Freude, dem Anmaßlichen
den Stauh aus der „alten Perücke” zu klopfen, den „ſteifen
Her=
kules im literariſchen Auginsſtall”, den „literariſchen Feldwebel”,
den „laugwveiligen Schulmeiſter” und „vierſchrötigen
Geſchmacks=
diktator” vor der lächeluden Geringſchätzung überlegen ſich
dün=
tender Zeitgeneſſen an den Pranger zu ſtellen. Trotz mancher
Verſuche, die Wirkſamkeit des Verketzerten aus ſeiner Zeit heraus
zu verſtehen und die ſubjektiven Urteile ſeiner zeitgenöſſiſchen
Gagner auf ihren wahren, nichts weniger als allgemein und ewig
gültigen Wert zurückzuſühren, — es blieb im weſentlichen bei
tem bereits feſt und ſtarr gewordenen Dogma von der
Trocken=
heit und Nüchternheit, der Geiſt= und Witzloſigkeit, der Grobheit
uind Zelbſtüberhebung des „großen Duns” des eingebildeten
Ge=
lehrten. Was man mit der einen Hand allenfalls als
Anerken=
nuug einiger negatiper Verdienſte gab, das nahm man mit der
anderen reichlich, indem man ihn als im ganzen geiſtloſen und
och dazu unſittlichen Patron hinſtellte.
Wie iſt kas gekommen? Jeder Kenner unſerer
Literatur=
ſchichte weiß, daß dem Leinziger Allge valtigen die erſte
Gegner=
ſchaft auf rein äſthetiſchem Gebiet erſoachſen war. Um
Eegenſtände und Mittel der künſtleriſchen Darſtellung handelte es
Vom Tage.
Dr. Streſemann wird nach ſeiner Rückkehr aus Genf nur kurze
Zeit in Berlin bleiben und dann über Weihnachten eine
mehr=
wöchige Euholungsreiſe nach dem Süden unternehmen.
Nach dem geſtrigen dritten Wahltag zur Ungariſchen
Nationalverſammlung, iſt das Ergebnis folgendes: In 194
Wahlbezirken mit offener Abſtimmung wurden gewählt: 185
Regie=
rungsparteiler, 3 Legitimiſten, 2 Raſſeſchitzler und kein
Oppoſitioneller.
Profeſſor Preſutti, Ordinarius des Verwaltungsrechs an der
Univerſität Neapel, iſt aus politiſchen Gründen ſeines
Amtes enthoben worden.
Der Sowjetbotſchafter Kergentzow hat dem italieniſchen
König ſein Abberufungsſchreiben überreicht.
Die franzöſiſche Kammer bat das Budget für 1927
nach kurzer Rachtſitzung mit 410 gegen 135 Stimmten angenommen.
Anfang Januar werden ſich Kammer und Senat in Anbetrgeht der
Senatswahlen bis etwa zum 20. Januar vertagen.
Nach Meldungen aus Waſhington geht aus dem Jahresbericht des
Schatzſekretärs Mellon hervor, daß amerikaniſche offizielle
Kreiſe nicht geneigt ſind, neue Verhandlungen in der
Schuldenregulierungsfrage aufzunehmen.
Nach einer Meldung der Agentur „Indo=Pacifique” hat Geueral
Tſchangtſolin ſein Hauptquartier nach Peking verlegt und die
Leitung der proviſoriſchen Regierung übernommen.
für Danzig wird dadurch wiederum hinausgeſchoben. Auch die
Frage des Tabakmonopols, das als Sicherheit für die Anleihe
dienen ſoll, muß erneut durchberaten werden, da auch hier ein
internationales Konſortium verlangt wird, wobei es außerdem
ganz beſonders auf die Verhandlungen zwiſchen Danzig und
Polen ankommt, das natürlich die zollfreie Einfuhr von Rohtabak
zugeſtehen muß. Beſonders aber vermißt man in der Erklärung
des Finanzkomitees eine Mahnung an Polen, ſich Danzig
gegen=
über entgegenkommender zu verhalten. Es wäre Sache des
Finanzausſchuſſes geweſen, eine ſolche Mahnung auszuſprechen,
durch die beſtimmt die Verhandlungen mit Polen bedeutend
er=
leichtert worden wären. Polen ſteht jetzt auf dem Standpunkt,
daß es von ſeinem guten Willen abhängt, ob Danzig ſaniert oder
nicht. Dieſe Anſicht kommt auch bereits in polniſchen Blättern
zum Ausdruck. Als einzige Zeitung nimmt bis jetzt „Przeglord
Wieczorny” zur Entſcheidnng des Finanzkomitees in der
Anleihe=
frage Stellung. Das Blatt nennt die Entſcheidung für Polen
äußerſt günſtig. Das Kapital komme jetzt von Polen, und eine
deutſche Anleihe ſei ausgeſchloſſen.
Die Mandatsfrage vor dem Rat.
* Genf, 10. Dez. (Priv.=Tel.)
Die heutige Ratsſitzung, in der Beneſch durch ſeinen
Rechts=
berater Profeſſor Kremarc vertreten war, behandelte nur einige
wenige Punkte von allgemeinem Intereſſe, u. a. die
Mandats=
frage, von denen aber auch zwei auf die nächſte Tagung im März
verſchoben wurden, nämlich die Tätigkeit der Mandatskommiſſion
und das Recht der Kommiſſion zur Anhörung der Petitionäre.
Die Erweiterung des Fragebogens, der für die Jahresberichte
der Mandatsmächte maßgebend iſt, wurde der
Mandatskommiſ=
ſion zur nochmaligen Erwägung anheinigeſtellt, was die
Man=
datslommiſſion wohl nach den Andworten der Mandatarſtanten
richtig ſo verſtehen wird, daß ſie den Fragebogen weſentlich
ver=
küirzen möchte.
Zur Gründung des Internationalen Hilfsverbandes für
die=
jenigen Völker, die von plötzlichen Kataſtrophen heimgeſucht
wer=
den, ſoll nach einem Bericht von Scialoja, der vom Rat
ange=
nommen wurde, am 4. Juli 1927 in Genf eine Konferenz
zu=
ſammentreten, die eine entſprechende internationale Konvention
beſchließen ſoll. Zu dieſer Konferenz werden außer den
Völker=
bundsſtaaten namens des Völkerbundsrates die folgenden
Staa=
ten, teils wegen ihrer politiſchen und wirtſchaftlichen Bedeutung,
teils wegen ihrer beſonderen Intereſſen, eingeladen werden:
Afghaniſtan, Aegypten, Ecuador, Vereinigte Staaten, Hedſchas,
Island, Liechtenſtein, Mexiko, Monaco, Rußland, San Marino
und die Türkei. Bei der Erwähnung Rußlands machte der
deutſche Außenminiſter Dr. Streſemann darauf aufmerlſam, daß
die Moskauer Regierung ihren Staat nicht als Rußland,
ſon=
dern als Union der Sozialiſtiſchen Sowfet=Republiken
bezeich=
net zu ſehen wünſche, was übrigens wenigſtens in den
Völker=
bunds=Dokumenten immer durchgeführt worden ſei.
Deutſchland Mitglied des Internationalen Gerichtshoſes
* Genf, 10. Dezember. (Priv.=Tel.)
Der deutſche Außenminiſter Dr. Streſemann hat heute
im Völkerbundsſekretariat das Protokoll über das Statut des
Internationalen Gerichtshofes namens der deutſchen Regierung
unterzeichnet. Damit iſt Deutſehland gleichberechtigtes Mitglied
des höchſten Weltgerichtshofes geworden.
ſich bei dem berühmten Streite Gottſcheds mit den Züricher
Ge=
lehrten Bodmer und Breitinger; um Dinge der Bühne ging es
beim Kampfe der Neuberin gegen ihren ehemaligen, die
Fran=
zoſen bevorzugenden Gönner ebenſo wie bei Leſſings ſtreitbarem,
den Kampf entſcheidenden Vorgehen gegen ben einſt Allmächtigen:
Gottſched unterlag, über ſeine Aeſthetik, ſeine Kunſtlehre ſchritt
die Entwicklung hinweg. Die Literatur, deren Wachstum er ſelbſt
durch ſein Wirken erſt ermöglicht hatte, entwickelte ſich in
ſchrof=
fem Gegenſatz zu des „Geſchmacksdiktators” Vorſchriften, und ſo
vergaßen die Träger der literariſchen Entwicklung, wem ſie
eigenitlich die allgemeinen Grundlagen ihres Schaffens
verdank=
ten: der Prophet und Bahnbrecher einer neuen Zeit ward nur
als Toteſgräber der alten Zeit angeſehen. Die folgenden
Gene=
rationen übernahmen einfach die unter äſthetiſchen
Geſichts=
punkten im Zeitalter der Aeſthetik gebildeten Urteile, ohne je aus
unmittelbarer Kenntnis des Lebens und Wirkens Gottſcheds
(rund und Anlaß zu einer Berichtigung zu nehmen. Die
Neuße=
rungen der ſubjektiv befangenen zeitgenöſſiſchen Gegner des
Mannes gewannen im Munde der Epigonen den Anſchein
ob=
jektiver Urteile und einen ſolchen Grad von Selbſtverſtändlichkeit,
daß eine gerechte Würdigung Gottſcheds auch dann nicht
aufkom=
ien konnte, als die Schäden einer einſeitig äſthetiſchen
Kul=
tur längſt erkannt waren. So blieb das Bild Gottſchebs von
einer Wolke don Irrtümern und Vorurteilen umſchattet, wurde
der Wert ſeiner Lebensarbeit nach dem rein äſthetiſch=
künſtle=
riſchen Ertrag bemaſſen, ſolange als unſer Geiſtesleben unter der
Vorherrſchaft äſthetiſch=literariſcher Ideale ſtand. Erſt als die
Erkenntnis ſich durchſetzte, daß in der Kultur eines Volkes auch
andere Kräfte als die äſthetiſchen zur Geltung kommen müßten,
konnte eine Neuprüfung der geſamten Lebensarbeit des
viel=
ſeitigen Mannes ſtattfinden, eine Muſterung, die an Stelle der
herkömmlichen Schlagworte eine neue, wohlbegründete
Anſchau=
ung über die Stellung Gottſcheds im deutſchen Geiſtesleben und
ſeine Bedeutung für unſere Geſamtkultur ſetzen mußte. Der erſte,
der eine eigene, lebendige Einſicht in die Beweggründe des
Schaf=
fens und Handelus Gotrſcheds gewann, war der Leſſingbiogrgph
Theodor Wilhelm Dangel mit ſeinem Buche „Gottſched und ſeine
Zeit” (1850), ohne freilich ſich ſelbſt, geſchweige denn andere von
dem ſchleichenden Gifte der Gottſched=Verachtung heilen zu
kön=
nen. Auch das gründlich gelehrte Werk des Oeſterreichers Guſtad
Wanieck vom Jahre 1897 bedeutete noch keine Umkehr von Grund
aus: die Literaturgeſchichte ſchien die Geiſter, die ſie gerufen, nicht
wieder los werden zu ſollen. Da erſchien dem Vielverkannten
und Vielgeſchmäßten etiva um 1900 in ſeinem oſtpreußiſchen
Landsmann Eugen Reichel der Retter! Mochte der nen=
Vorkämpfer ſeinen Helden auch überſchätzen, ſeiner raſtloſen
Die Jagd nach den Carabinieri=
Mördern.
Aufregende Szenen im Grenzbahnhof von Pentimiglia.
EP. Mailand, 10. Dezember.
Die von Truppen und Miliz durchgeführte fieberhafte Jagd
auf die Mörder der zwei Carabinieri in der Nöhe von
Venti=
miglia hat im Grenzgebiet geſtern zu drei dramatiſchen
Zuſam=
menſtößen mit den geſuchten Banditen geführt, ohne daß dieſe
jedoch verhaftet werden konnten. Schon in früher Morgenſtunde
ſtellte eine Patrouille Carabinieri einen verdächtig ausſehenden
Mann, der in der Stadt Lebensmittel gebuft hatte, und wollte
ihn identifizieren. Dieſer gab jedoch unverhofft drei
Revolver=
ſchüſſe auf die Polizei ab und entkam. — Eine andere Patrouille
verfolgte auf der Anhöhe oberhalb der Stadt vergeblich einen
anderen Verbrecher und gab zahlreiche Schüſſe auf ihn ab, von
denen er getroffen worden zu ſein ſcheint, da er Blutſpuren
hinter=
ließ. Trotzdem konnte auch er entkommen. Zu einem ſtürmiſchen
Auftritt kam es geſtern abend 7 Uhr im Grenzbahnhof von
Ven=
timiglia. Als der Zug nach Frankreich ſich in Bewegung ſetzte,
ſprang plötzlich ein dem geſuchten Verbrecher ähnlich ſehender
Unbekannter auf den Zug. Ein Cavabinieri lief ihm nach und
faßte ihn am Arm, doch wurde der Poliziſt durch einen
Re=
volverſchuß des Unbekannten ſchwer verletzt, ſo daß er von ihm
ablaſſen mußte, während der Zug davonrollte und infolge ſeines
Lärms durch die Rufe der Miliz nicht angehalten werden konnte.
Sofort wurde der erſte franzöſiſche Grenzbahnhof Menton
be=
nachrichtigt und dem Zuge eine Lokomotive mit einem italieniſchen
und einem franzöſiſchen Polizei=Kommiſſar ſowie 18 Carabinieri
nachgeſchickt, während zugleich zwei Automobile mit Offizieren
nach der Grenze fuhren. Der Zug konnte jedoch in Menton nicht
mehr erreicht werben.
Die Verbrecherjagd bei Ventimiglia.
Nach dem blutigen Vorfall auf dem Bahnhof von
Venti=
miglia, wo bei Abfahrt des Zuges nach Frankreich ein
auf=
ſpringender Unbekannter einen Karabinieri tödlich verletzte, hat
das franzöſiſche Bahnperſonal geſehen, wie zwei Unbekannte vor
der erſten Halteſtelle des Zuges in Mentone vom Zuge
ab=
ſprangen und in der Dunkelheit verſchwanden, ſo daß die
fran=
zöſiſche Grenzpolizei von ihnen auf dem Zuge ſelbſt keine Spur
mehr vorfand. — Man iſt allgemein der Anſicht, daß ſich in der
Nähe von Ventimiglia noch mehrere Genoſſen des entflohenen
Banditen aufhalten, in dem man den berüchtigten Verbrecher
Pollaſtri vermutet, der ſchon in Mailand zwei Karabinieri
er=
ſchoß und nun fünf Morde auf dem Gewiſſen haben dürfte. In
Ventimiglia kam es geſtern noch wiederholt zu mehr oder weniger
berechtigten Aufregungen, denn die außerordentlich gereizte
Phan=
taſie des Volkes wittert überall Verbrecher und gibt die wildeſten
Gerüchte über neue Bluttaten weiter. Die Regierung hat eine
Belohnung von 10 000 Lire für die Ermittlung der Mörder
aus=
geſetzt. — Im Bahnhof von Ventimiglia ſelbſt verhaftete die
Polizei geſtern abend einen Unbekannten und einen Braſilianer,
die offenbar ohne Päſſe nach Frankreich flüchten wollten.
Italieniſche Carabinieri auf franzöſiſchem Boden.
EP. Paris, 10. Dezember.
Nach der Darſtellung der franzöſiſchen Blätter über die
ſen=
ſationelle Verbrecherjagd an der franzöſiſch=italieniſchen Grenze
zwiſchen Ventimiglia und Mentone ſind die italieniſchen
Carabinieri bei der Verfolgung des Eiſenbahnzuges, in
dem ſich der geſuchte italieniſche Verbrecher befinden ſollte, auf
franzöſiſches Gebiet, nämlich nach dem Bahnhof
Men=
tone gelangt. Ihre Unterſuchung dort blieb jedoch erfolglos,
da der Verbrecher anſcheinend auf der Fahrt aus dem Zuge
ge=
ſprungen war. Zur Rechtfertigung ihres Grenzübertritts
er=
klärten die italieniſchen Carabinieri, daß ihnen wegen der
Ge=
fährlichkeit des Verbrechers und der Dringlichkeit des Falles
nichts anderes übriggeblieben ſei.
Eine neue Konferenz zur Herabſetzung der
Geerüſtung?
EP. London, 10. Dezember.
Die Nachricht, daß der amerikaniſche Präſident Coolidge dem
Kongreß gegenüber für eine weitere Herabſetzung der Ausgaben
für Marinezwecke eingetreten ſei, hat in engliſchen Marinekreiſen
lebhafte Beachtung gefunden. Der Marine=Sachverſtändige der
„Daily News” hält dieſe Bekanntgabe des Präſidenten für den
Vorläufer einer neuen Konferenz in Waſhington über die weitere
Herabſetzung der Rüſtungen zur See.
Arbeit, die mit einem monumentalen „Goltſched=Denkmal”
ein=
ſetzte und in einer umfaſſenden Gottſched=Biographie (1908 und
1912) gipfelte, gelang es, gegenüber einer Fülle von
Gleichgültig=
keit und ſtarren Unbeweglichkeit eine grundſtürzende Wandlung
in der Wertſchätzung Gottſcheds herbeizuführen. Reichel, der die
letzten anderthalb Jahrzehnte ſeines leid= und notvollen Lebens
an dieſes Rettungswerk ſetzte, hat damit dem Meiſter, aber auch
dem deutſchen Volke einen unſchätzbaren Dienſt geleiſtet.
Nun können wir Gottſched die ihm gebührende Ehre geben!
Er hat das Höchſte gewollt, Gewaltiges getan. Nach
Jahr=
hunderten völkiſcher Not und Zerriſſenheit auf allen
Lebens=
gebieten, in einer Zeit haltloſer Weltbürgerei hat er als erſter
den kühnen Gedanken gefaßt, das völkiſche Siechtum durch die
Begründung einer einheitlichen national=politiſchen
Geiſtes=
kultur zu heilen. Wenn er ſelber der erlöſende Heiland ſeines
Volkes noch nicht werden konnte, ſo war er doch deſſen Vorbote
und Wegbereiter. Als Gottſched ſeine Arbeit begann, fand er
üiberall int deutſchen Leben unendlichen Wirrwarr: das Reich ein
Spott und ein Schatten, die einzelnen Staaten und Stämme
zer=
klüftet, die Mutterſprache verachtet, dem „gemeinen Volk”
über=
laſſen oder durch Fremdtümelei verhunzt, in der Literatur die
ſchrofſſten landſchaftlichen Gegenſätze in Verbindung mit der
Herrſchaft fremder Götzen, die Schaubühne verwahrloſt, entweder
in Schmutz und Gemeinheit eine Dirne des Pöbels oder in
Pracht und Prunk eine Sklavin höfiſcher Sinnenluſt, in beiden
Fällen verachtet von den Gelehrten; dieſe Gelehrten ſelbſt
hoch=
mütig von dem Leben des Volkes abgeſchloſſen, dem Latein
fröhnend und gleichgültig gegen den Niedergang des Volkstums.
In dieſes Chaos griff Gottſched ein, ordnend und beſſernd,
begründend und bahnweiſend, belehrend und aufbauend, indeun
er immer mehr ſein Wirken auf das ganze Kulturleben des
ge=
ſamten deutſchen Volkes richtete. Seiner Zeit weit vorauseilend,
ſchaute er als letztes Ziel ſchon die politiſche Einigung; der
politiſchen Zuſammenfaſſung aber, das erkannte er, mußte die
geiſtige vorangehen. Deshalb ſollte auf kulturellem Gebiet, vor
allem auf dem der Sprache als der Trägerin nationaler
Bil=
dung, ein Einheitsbewußtſein geſchaffen werden. Dabei ſah er,
der mit univerſalem Wiſſen die geiſtige Ueberlegenheit des
ge=
borenen Organiſators und eine rieſige Arbeitskraft verband, ſtets
alle Lebensäußerungen des Volkes in ihrer Wechſelwirkung. In
ſeinen Zeitſchriften, die er ganz mit ſeinem „Witze” ſpeiſte,
be=
reitete er das Werk des Aufbaues und der Erneuerung vor: er
ſchildert und beurteilt die Sitten ſeiner Zeit, beſchäftigt ſich mit
den Fragen der Kindererziehung, der Frauenbildung, der
Volks=
aufklärung, alles mit Rückſicht auf die Zwecke des Staates.
Frei=
mütig kämpft er gegen Unzutdſamkeit und Aberglauben, für un=
Nummer 343
Samstag, den 11. Dezember 1926
Um den Heeresetat herum.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Herr Geßler, ſo nahm man allgemein an, würde am Freitag
im Reichstag einen ſchweren Gang tun, weil die Sozialdemokraten
ihn bei der Beratung des Heeresetats mit gröbſtem Geſchütz
be=
ſchießen würden. Es iſt anders gekommen. Zuerſt gab es einen
längeren Aufenthalt, der für aufgeregte Gemüter beruhigend
wir=
ken konnte. Das kommuniſtiſche Mißtrauensvotum gegen Herrn
Dr. Külz erwies ſich als eine verpuffte Senſation, da die
So=
zialdemokraten und Deutſchnationalen ſich der Stimme enthielten
und lediglich Kommuniſten und Völkiſche für den Antrag
ſtimm=
ten. In Bauſch und Bogen wurde dann gleichzeitig eine ganze
Reihe von Entſchließungen angenommen, die eine Novelle zum
Lichtſpielgeſetz, ſowie ein Reichsbühnengeſetz und ein
Reichs=
theatergeſetz verlangen. Dann marſchierte Herr Bell als Miniſter
für die beſetzten Gebiete auf, um das Beſatzungsleiſtungsgeſetz
ſelbſt einzubringen, das eine ſchnellere Unterrichtung über die
Vergütung bei Beſatzungsleiſtungen und eine zweckmäßige
Er=
füllung berechtigter Entſchädigungsanſprüche bringt, aber auch
eine weſentliche Verbeſſerung der Geſchädigten vorſieht. Die
Vorlage wurde ohne weitere Ausſprache dem Ausſchuß für die
beſetzten Gebiete überwieſen, der die Einzelheiten grundſätzlich
bearbeiten wird. Nachdem gewiſſermaßen als Abſchlagszahlung
auf das Reichsmilchgeſetz ein Geſetz zur Regelung des Verkehrs
mit Milch angenommen wurde, wonach die Gemeindebehörden
anordnen können, daß der Handel mit Milch von einer beſonderen
Erlaubnis abhängig iſt, kam man zur Beratung des Heeresetats.
Auf den dicht beſetzten Tribünen wurde man aufmerkſam.
Herr Loebe ſtellte indeſſen gleich zu Beginn feſt, daß die große
Debatte erſt bei der dritten Leſung des Nachtragsetats in der
kommenden Woche erfolgen ſolle. So ging dieſe Senſation
wir=
kungslos vorüber. Der Sozialdemokrat Stücklen, der
Berichter=
ſtatter für den Etat, bemängelte als Abgeordneter in ruhiger, aber
fachlich ſcharfer Form einige Unklarheiten in der Etatgeſtaltung
des Wehrminiſteriums, auf die ihm keine ſehr ſchlagfertige
Ant=
wort zuteil wurde. Herr Geßler ſelbſt ſchwieg ſich aus, überließ ganz
den Kommuniſten das Feld, die in wenigen Minuten auf dem
Umweg über den Heeresetat ihrem Haß gegen die
Sozialdemo=
kraten die Zügel ſchießen ließen. Die anderen Parteien hatten
ſich überhaupt nicht zum Worte gemeldet. So hatte Herr Geßler,
ehe er es ſich verſah, ſeinen Etat unter Dach und Fach, allerdings
mit dem mageren Troſt, ſeine Sache in der nächſten Woche in
ſcharfem Kampf ausfechten zu müſſen.
Am Samstag iſt die Beratung des Arbeitsgerichtsgeſetzes
eingeſchaltet worden, das im Ausſchuß eine gründliche
Umarbei=
tung erfahren hat, aber auch im Plenum umſtritten ſein dürfte.
Es wird der Verſuch gemacht werden, die Arbeitsgerichte doch
noch an das Syſtem der allgemeinen Gerichtsbarkeit anzubauen;
ein Verſuch, der allerdings bei der Stimmung der
Sozialdemo=
kraten und des Zentrums kaum Ausſicht auf Annahme hat.
Im=
merhin wird er dazu beitragen, die ſozialdemokratiſchen Ziele zu
widerlegen, die in dem Arbeitsgerichtsgeſetz einen Grundſtock für
eine lokale Sozialbehörde gelegt ſehen möchten. Dagegen ſcheint
es, daß bei den Fragen der Anwaltsvertretung vor dem
Arbeits=
gerichtsgeſetz wenigſtens für die Berufungsſumme von 300 Mark
und auf die Sonderſtellung des Handwerkes durch eigene
Hand=
werkskammern noch Verſchiedenes zu erreichen ſein wird.
Die Beratung dieſes Geſetzes wird der Regierung und den
Parteien erwünſchte Gelegenheit geben, hinter den Kuliſſen ihre
Kräfte für die kommende Woche zu ſammeln und zu meſſen. Herr
Marx hat bisher keine Einladung an die Parteiführer ergehen
laſſen. Dagegen ſpricht man davon, daß er ſich mit der Abſicht
trage, bei Beginn der dritten Leſung durch eine große Rede die
Kriſe aus der Welt zu ſchaffen — ein Gedanke, der auch im
Zen=
trum ſehr lebhafte Bedenken ausgelöſt hat. Immerhin wird es
von allen Seiten für ratſam gehalten, daß zunächſt Genf
ab=
gewartet wird, ehe das Programm der inneren
Koalition in Angriff genommen wird. Es wird
alſo vor nächſter Woche kaum etwas geſchehen.
Inzwiſchen droht aber bereits ein neuer
Kon=
flikt. Sozialdemokraten und Deutſchnationale haben ſich
ge=
ſtritten bei dem Antrag, daß eine Weihnachtsentſchädigung auch
den im Reichsdienſt ſtehenden Arbeitern zugebilligt werden ſolle.
Die Reichsregierung wehrt ſich dagegen, weil derartige
Entſchlie=
ßungen nicht vor den Reichstag gehören, da dies Angelegenheiten
ſind, die zwiſchen der Regierung und den Arbeitern ausgehandelt
werden müſſen, jede Einmiſchung könne eine Präjudiz bedeuten,
gegen die amtlicherſeits Einſpruch zu erheben ſei. Indes iſt kaum
anzunehmen, daß aus einer ſolchen Frage untergeordneter
Be=
deutung eine Verſchärfung der allgemeinen Lage entſteht, weil
offenſichtlich auf allen Seiten der Wunſch beſteht, vor Mitte
näch=
ſter Woche nichts mehr zu unternehmen.
abhängige Forſchung und Kritik; vor allem kommt auch der
Freund der Natur zu Worte, der zur Naturbetrachtung anregt
und eine volkstümliche Naturwiſſenſchaft begründet. So, an das
ganze bildungsbedürftige Volk in klarer, verſtändlicher Sprache
ſich wendend, jeden der Belehrung Zugänglichen zur Teilnahme
an allen literariſchen, wiſſenſchaftlichen und geſellſchaftlichen, und,
ſoweit dies damals möglich war, politiſchen Fragen aufrufend,
wird er zum Erzieher und Reformator des deutſchen
Bürger=
ſtandes. Im Schmerz über die aus Armut und Unbildung
fließende Ohnmacht ſeines Volkes weiſt er nicht nur auf die
Not=
wendigkeit einer geiſtigen und ſittlichen Hebung hin, ſondern
auch auf die Unerläßlichkeit materieller Errungenſchaften: deshalb
preiſt er den Handel mit bewegten Worten als Kulturbringer
und Machtförderer.
Als echter Realpolitiker immer das Mögliche und
Erreich=
bare im Auge behaltend, nähert er ſich ſeinem hehren Ziele
ſchrittweiſe und in vielſeitiger, von Stufe zu Stufe ſich
er=
weiternder Betätigung. Im Anfang erſcheint ſein Deutſchtum
in Form eines ausgeprägten Stammesbewußtſeins. Mit ſeinen
Zwecken und Aufgaben wächſt auch ſein nationales Bewußtſein:
der Preuße wird zum Deutſchen. Eine deutſche Geſamtliteratur,
eine deutſche Bühne, eine deutſche Reichsſprache, ein
deut=
ſches Geſamtvolk — dieſes Ideal ſteigt allmählich, aber klar und
feſtumriſſen zuerſt und allein aus Gottſcheds Bewußtſein empor.
Ihren Höhepunkt erreicht ſeine Nationalarbeit in ſeiner
volk=
erzieheriſchen Tätigkeit als Sprachpolitiker. Da vollendete er,
was durch Luther angebahnt, aber durch die Ungunſt des
Schick=
ſals gehemmt worden iſt. Unter anderen Schriften iſt da vor
allem ſeine „Deutſche Sprachkunſt” zu nennen, ein Werk,
deſſen Einfluß auch Goethe rühmte und deſſen Geſetze im
weſent=
lichen heute noch gelten. Ganz Deutſchland bildete ſich hm
Gott=
ſched=Deutſch: Klopſtock, Leſſing, Wieland, Herder, Goethe,
Schiller, Kant und Kleiſt, kurz alle unſere Großen ſind dem
viel=
verkannten Sprachmeiſter zu Dank verpflichtet. Die „Sprachkunſt”
erlebte nicht nur in der Heimat Auflage auf Auflage, ſie wurde
auch ins Engliſche, Franzöſiſche, Holländiſche, Lateiniſche,
Ruſſi=
ſche, Ungariſche, wahrſcheinlich auch ins Polniſche und
Schwedi=
ſche überſetzt.
Hätte Gottſched nur dieſes eine Verdienſt, es müßte ſeinem
Namen einen dauernden Platz in der Ruhmeshalle des
Deutſch=
tums ſichern. Aber auch ſeine übrige Rieſenarbeit, von deren
einzelnen, jedesmal ſchier eine ganze Lebenskraft erfordernden
Teilen hier nicht einmal andeutungsweiſe die Rede ſein kann.
weiſt die Eigentümlichkeit auf, daß ſie irgendwie im Dienſte des
Vaterlandsgedankens ſteht, des deutſchen Volkes Ehre, Größe
Zukunft fördern will. In dieſem Sinne erhob er die verwahr=
Die Tagesordnung des Reichstags bis Weihnachten.
Berlin, 10. Dezember.
Die Geſchäftsdispoſitionen für die Plenarverhandlungen des
Reichstages bis zur Weihnachtspauſe wurden heute vom
Aeltc=
ſtenrat getroffen. Am Samstag und Montag wird neben
kleine=
ren Geſetzen das Arbeitsgerichtsgeſetz erledigt werden. Am
Dienstag und Mittwoch wird die zweite Beratung des
Nach=
tragsetats mit den noch ausſtehenden Einzeletats beendet
wer=
den. Für Donnerstag und Freitag iſt im Rahmen der dritten
Leſung des Nachtragsetats eine große innen= und außenpolitiſche
Ausſprache vorgeſehen. Darauf werden die Weihnachtsferien
beginnen. Ueber den Wiederzuſammentritt des Reichstages im
Januar wird der Aelteſtenrat in der nächſten Woche beſchließen.
Gerüchte um Curtius.
* Berlin, 10. Dezember. (Priv.=Tel.)
Im Reichstag war das Gerücht verbreitet, daß der
Reichs=
wirtſchaftsminiſter Dr. Curtius an den Reichsaußenminiſter
in Genf ein Telegramm gerichtet habe, worin er angeblich damit
droht, er würde das Amt zur Verfügung ſtellen, falls Herr Dr.
Streſemann die engliſchen Forderungen wegen des
Kriegsgeräte=
geſetzes annimmt. — Wie wir dazu feſtſtellen können, iſt das nicht
richtig. Herr Dr. Curtius hat lediglich dem Auswärtigen Amt
gegenüber ſehr entſchieden ſeinen Standpunkt zur Geltung
ge=
bracht, der dahin geht, daß man die engliſchen
Forderun=
gen unbedingt ablehnen müſſe.
Die jugoſlawiſche Regierungskriſe.
Nintſchitſch
Paſitſch +
Der jugoflawiſche Außenminiſter Nintſchitſch iſt vor einigen
Tagen infolge Abſchluſſes des italieniſch=albaniſchen Vertrages.
in dem er eine italieniſche Spitze gegen ſeine auf eine
Verſtändi=
gung mit Italien gerichtete Politik ſah, zurückgetreten. Aus
ſei=
nem Rücktritt hatte das Kabinett Uzunowitſch die Konſequenzen
gezogen und gleichfalls demiſſioniert. Uzunowitſch, der
neuer=
dings mit der Neubildung der Regierung betraut wurde, hat
ſeinen Auftrag, da er ihn nicht ausführen konnte, in die Hände
des Königs zurückgelegt. Als neuer Kandidat für den Poſten des
Miniſterpräſidenten wurde mit Beſtimmtheit der greiſe Paſitſch
genannt, deſſen Einſluß ſich in den letzten Tagen wieder ſtärker
geltend gemacht hatte. Der radikale Block hatte Paſitſch nach
er=
regter Debatte einſtimmig das Vertrauen ausgeſprochen. Damit
hatte Paſitſch die Führung der Partei und die Löſung der
Ka=
binettskriſe vollſtändig in ſeine Hand bekommen. Nun kommt die
Meldung von dem Hinſcheiden des greiſen Paſitſch. Vorgeſtern
Nacht hat er einen Herzkrampf erlitten, an dem er Freitag früch
geſtorben iſt.
Nikola Paſitſch, 1846 geboren, wurde 1878 in die ſerbiſche
Skupſchtina gewählt, gründete 1881 die Radikale Partei Serbiens,
mußte 1883 ins Ausland flüchten, da er wegen Aufſtandes gegen
König Milan zum Tode verurteilt worden war, und kehrte 1889
auf Grund einer Amneſtie nach Serbien zurück. 1891 wurde er
mit der Bildung des Kabinetts betraut, mußte jedoch nach einigen
Monaten zurücktreten. 1893/94 war er Geſandter in Petersburg.
Nachdem Paſitſch eine Zeitlang als Führer der Radikalen Partei
eine Rolle geſpielt hatte, kam er nach der Ermordung Alexanders
1903 erneut ans Ruder, war zuerſt Miniſter des Aeußern und
ſeit 1906 Miniſterpräſident, desgleichen auch 1909 und 1914, bis
er 1919 zurücktrat, da er mit dem Frieden von St. Germain nicht
einverſtanden war. Dann war er nochmals 1925 bis 1926
Mi=
niſterpräſident.
loſte Schaubühne zu einem Kulturfaktor, erzog er Schauſpieler
und Publikum zu einer höheren Auffaſſung der dramatiſchen
Kunſt. Der deutſchen Oper wies er Wege, die weit ſpäter erſt
Richard Wagner betrat. In ſeiner „Kritiſchen Dichtkunſt” ſtellte
er zum erſten Male in der Welt ſyſtematiſch die Geſetze der
Poeſie feſt: mag man über ſeine Aeſthetik noch ſo abfällig
ur=
teilen, jedenfalls bedeutet ſeine „tyranniſche Regel” gegenüber
der damals herrſchenden Anarchie die Ordnung und einen feſten
Halt. Er beſchenkte Deutſchland durch Ueberſetzung franzöſiſcher
Werke mit einer Fülle von Wiſſen, nahm aber zugleich die
Ge=
legenheit wahr, in den Anmerkungen den Stolz auf die deutſche
Sprache wachzurufen, das deutſche Volk über den franzöſiſchen
„Erbfeind” und deſſen üble politiſchen Abſichten aufzuklären
und gegen die deutſchen „Affen der Franzoſen” loszuziehen. In
ſeinem großangelegten „Deutſchen Wörterbuch”, in ſeiner
ge=
planten Geſchichte der deutſchen Sprache, in ſeiner Forderung,
daß dieſe in den Mittelpunkt alles Unterrichts gehöre, in ſeinen
den altdeutſchen Literaturſchätzen gewidmeten Studien,
Samm=
lungen, Ausgaben (z. B. des „Reineke Fuchs”) hat er Arbeiten
und Anregungen gegeben, denen erſt eine weit ſpätere Zeit
ge=
recht geworden iſt oder noch gerecht werden muß. In einer
un=
politiſchen Zeit zeigte er klare Einſicht in das, was einem wieder
aufſtrebenden Volke vor allem not tut: Nationalbewußtſein und
ſtaatliche Macht. Die Staatskunſt galt ihm als „der höchſte
Gipfel der praktiſchen Philoſophie‟. Sein wiederholter Ruf nach
einem „deutſchen Richelieu” und nach „deutſchen Feldherren”; ſein
energiſches Verlangen, von dem übermütigen „Gallier” das Elſaß
mit ſeinem Volk, das deutſch von Ankunft iſt” zurückzunehmen;
ſeine alldeutſch klingende Forderung: „Nimm alle die zurück, die
deutſche Luft gebar”, — alle dieſe Mahnungen zeugen von der
großen vaterländiſchen Geſinnung und dem politiſchen Weitblick
des Mannes. Aber er wußte auch, daß ſeine Zeit für dieſe Dinge
noch nicht reif war. Ihre Reife und Erfüllung vorzubereiten,
war der bewußte Zweck ſeiner Lebensarbeit. Kein Wunder, daß
Friedrich der Große gerade dieſem deutſchen Schriftſteller allein
ſeine Bewunderung zeigte.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
„Das Pantheon.” Im Verlag der „Deutſchen Buch=
Gemeinſchaft” Berlin SW. 61, Teltowerſtr. 29, der neuerdings
ſo viel diskutierten Organiſation von Buchabonnenten, iſt
kürz=
lich in Form eines umfangreichen, vornehmen Halblederbandes
eine Anthologie dieſes Titels erſchienen: „Das Pantheon. Ein
Hausbuch deutſcher Dichtung und Kunſt der Gegenwart.”
Heraus=
geber iſt Hanns Martin Elſter. Man hört den Ton der großen.
Seite 3
Genf-kleines LocarnoinPermanenz.
Revue über den vierzehnköpfigen Völkerbundsrat.
Von unſerem L=Korreſpondenten.
Genf, den 10. Dezember 1926.
Die Zuſammenkünfte des Völkerbundrates, finden viermal
im Jahre ſtatt, daher werden von nun ab die Vertreter
Deutſch=
lands alljährlich viermal mit Vertretern der europäiſchen Mächte
zuſammenkommen und über die Friedensprobleme verhandeln.
Das, was vor Jahresfriſt in Locarno als beſondere Senſation
begrüßt wurde, wird ſich in Zukunft quaſi in Permanenz
ab=
ſpielen, und Genf wird für die nächſten Jahre, d. h. ſolange das
deutſch=europäiſche Verhältnis nicht gänzlich normaliſiert iſt,
einige Zeitlang etwas wie ein vermanentes „Klein=Locarno” ſein.
Genf erhält ſo eine Bedeutung, die ihm bei der Gründung des
Völkerbundes urſprünglich gar nicht zugedacht war. Hier, in der
„Stadt des Völkerbundes” beginnt man mit Vorliebe Fragen zu
erörtern und zu entſcheiden, die im Grunde mit dem Völkerbunde
nichts gemein haben. Wäre beiſpielsweiſe Streſemann nach
Paris geahren oder Briand nach Berlin gekommen — ſo hätte
dieſe Reiſe unvermeidlich einen Senſations=Charakter erhalten,
der den Verhandlungen kaum förderlich geweſen wäre, Anders
in Genf: es iſt hier neutraler Boden, und außerdem geben die
laufenden Arbeiten des Völkerbundes einen wundervollen „
poli=
tiſchen Paravent” ab, hinter dem das in Locarno begonnene Werk
ſich vortrefflich und ungeſtört weiterſpinnen läßt. Nicht zuletzt
da=
her dürfte es ſich verlohnen, über den Völkerbundrat, wie er ſich
heute in ſeiner vergrößerten Form präſentiert, noch einige Worte
zu verlieren und die einzelnen Männer näher zu betrachten.
Dieſer Saal, in dem nun ſeit faſt ſieben Jahren die
Rats=
tagungen ſtattfinden, iſt uns Genfern und durch Preſſe und Kino
ſo gut wie in der ganzen Welt vertraut und wird immer
hiſto=
riſcher und hiſtoriſcher. Faſt ſcheint es, daß bereits eine
ehrwür=
dige Patina ihm anzuhaften beginnt .. . Die ſchönen
Seiten=
kandelaber, die Marmorpfeiler an den Wänden und die weichen
Teppiche auf dem Boden — alles iſt ſolide, gediegen und
ge=
ſchmackvoll, wie die Einrichtung eines engliſchen Edelſitzes. Der
Saal iſt in zwei Hälften geteilt, welche voneinander durch eine
Holzbarriere getrennt ſind. Die kleinere Hälfte iſt etwas erhöht,
und hier ſteht der große längliche Ratstiſch, der bereits ebenſo oft
wie die ihn benutzenden Staatsmänner interviewt worden iſt.
Die größere Hälfte des Saales iſt wie in einem Theater mit
Stuhlreihen für die ſehr notwendigen Journaliſten und das
gänzlich überflüſſige, ſehr ſtörende, doch leider ſehr zahlreiche
Publikum ausgefüllt. Der Saal iſt noch faſt leer, aber ich ſitze
bereits auf meinem, mir vom weiblichen Zerberus des
Völker=
bundes, Miß Ward, angewieſenen Platze und harre der Dinge,
die da kommen werden ...
Und es tritt zuerſt aus einem Nebengemach ein kleiner, dicker,
pausbäckiger Herr mit Spitzbärtchen und Spitzbäuchlein hervor,
geht auf den Tiſch zu, ergreift kurz entſchloſſen die Klingel und
bimmelt damit (etwas à la Zirkus) nach Leibeskräften in der
Luft herum. „Aha”, ſagt das allwiſſende Publikum, „das iſt der
Präſident des Völkerbundrates, der belgiſche Außenminiſter
Vandervelde.” Und — obgleich das Publikum ſonſt immer
unrecht hat — diesmal ſtimmt es: es iſt tatſächlich Monſieur
Vandervelde, der außer den genannten Würden noch als
Vor=
ſitzender der Zweiten Internationale und weltberühmter
Fein=
ſchmecker bekannt iſt, und wenn er in den Akten, die vor ihm
liegen, ſtändig etwas ſchmatzend herumgräbt, ſo haben manche
ſtets das unwillkürliche Gefühl, der Mann da präſidiert gar nicht,
ſondern tranchiert eher einen kunſtvoll gefüllten Truthahn oder
bereitet eine märchenhafte Mayonaiſen=Sauce zu ...
Nachdem nun der vielſeitige Herr Präſident ſolcherart die
Sitzung eröffnet hat, beginnen die Herren Konferenzteilnehmer
einer nach dem anderen langſam in den Saal zu fluten und um
den Tiſch herum Platz zu nehmen. Es kommt zuerſt langſamen,
bedächtigen Schrittes und in gebeugter Haltung Monſieur
Ari=
ſtide Briand herein. Er ſieht ſehr müde und abgeſpannt aus,
aber ſoviel Güte und Menſchlichkeit liegt in ſeinem Ausdruck, daß
man ihn faſt den St. Nikolaus des Völkerbundes” taufen möchte
und ſich fragt, welche Ueberraſchungen für die unartigen
euro=
päiſchen Völkerkinder er in ſeiner umfangreichen, altmodiſchen
Mappe wohl mitgebracht haben mag? Außerdem nicht zu
ver=
geſſen — den jugendlichen Funken, den berühmten Briandſchen
Funken des Friedenskünders, der aus ſeinen Augen ſprüht und
jeden entzückt, den er trifft. Briand ſagt leiſe zu Vandervelde
einige belangloſe Worte, doch — obgleich im Saale ein
allgemei=
nes Lärmen herrſcht — hört man dieſe einzigartige, wundervolle
Stimme aus hunderten wie gedämpftes, reinſtes Glockenläuten
heraus ..
Schnellen, elaſtiſchen, etwas ſegelnden Schrittes tritt dann
ein ſehr ſchlanker, ſehr gut angezogener, ſehr jovialer Herr herein,
der etwas wie das weiße Rößl beim Schachſpiel ausſieht und
ein Monokel trägt, — es iſt Sir Auſten Chamberlain,
Diskuſſionen, wie ſie das abgelaufene Jahr erfüllten und dem
einzelnen Autor die Feder in die Hand zwangen, aus dieſer
Leſe edelſter Feuilletons. Eines der ſchönſten unter ihnen
ſtammt von Stefan Zweig, der über „Die Monotonieſierung der
Welt” Klage und Troſt ausſpricht; von vollendeter Tiefe des
Ge=
dankens und des Wortes iſt des Lyrikers Anton Schnack „Trauer
nach einer Reiſe”, in welcher der Kelch des Grams über die
heim=
liche Vergeblichkeit alles Genießens ausgegoſſen iſt. Zwiſchen
zahlreichen Novellen und weiteren Beiträgen aller Art aber liegt
das Gerippe dieſes harmoniſchen und organiſchen Buchweſens;
eine Reihe von Eſſays über die Städte des deutſchen
Sprach=
gebiets, Johannes Schlaf ſchreibt über Weimar, Sarnetzki über
Köln, Paquet über Frankfurt, Weigand über München, Eloeſſer
geiſtvoll wie immer über Berlin. Den Abſchluß bilden
verdienſt=
volle Rückblicke auf die literariſchen, künſtleriſchen, muſikaliſchen
und theatraliſchen Ereigniſſe des Jahres 1925 in Deutſchland.
Mehr über dieſen anregenden Band zu berichten, will ich mir
verſagen, da das Schätzenswerte an ſolch einer (faſt) geſchenkten
Bonbonniere ja die Freuden des überraſchenden Findens ſind.
Sie liegen in dem gehaltvollen Buche reichlich aufgeſpeichert. Die
Mitglieder der Deutſchen Buch=Gemeinſchaft ſtehen nunmehr vor
einer Auswahl von 175 Büchern. Auf holzfreiem Papier gedruckt,
in ſoliden Halblederband gebunden, iſt dieſe Bücherei eine
Freude für jeden Buchliebhaber. Der geringe vierteljährliche
Mitgliedsbeitrag (für ein Werk und ſechs illuſtrierte
Zeitſchrif=
ten) beträgt 3,90 Mark. Faſt 400 000 Mitglieder haben ſich in
noch nicht drei Jahren der Gemeinſchaft angeſchloſſen! Eine
wei=
tere Empfehlung bietet die ausführliche Werbeſchrift, welche durch
die Deutſche Buch=Gemeinſchaft koſtenfrei überſandt wird. Roe.
Das Heſſiſche Sparkaffengeſetz und die Muſterſatzung für Sparkaſſen.
Heſſ. Staatsverlag Darmſtadt. 4.25 Mark.
Heinrich Freeſe: Nationale Bodenreform. Verlag A. Weichert, Berlin 43,
5 Mark.
Köln in Wort und Bild. Verkehrsamt der Stadt Köln
Jahrbuch 1925, Norddeutſcher Lloyd Bremen. 10 Mark.
Fronemann: Hindenburg, der deutſchen Jugend und dem deutſchen
Volk. Joſeph Scholz, Mainz, Bilder von A. Jank. 2,50 Mark.
Ernſt von Wolzogen: Das Schlachtfeld der Heilande Fundsberg=Verlag
G. m. b. H., Magdeburg. 5,50 und 6,80 Mark.
Leo Matthias: Die Schriften F. H. Jacobis. Die Schmiede, Verlag,
Berlin.
Rheiniſch Schickfalsfragen, Schrift 13/14 Verlag Rheiniſche-
Beobach=
ter. Berlin SW. 48.
Dr. Kropeit: Werbearbeit. Erka=Verlag, G. m. b. H., Rhens a. Rh.
7,50 Mark.
Seite 4
Samstag, den 11. Dezember 1926
Nummer 343
Seiner Britiſchen Majeſtät Staatsſekretär für Auswärtige
An=
gelegenheiten. Ein friſches, glattraſiertes, rotes Geſicht mit
blon=
den Wimpern, blonden Augenbrauen und blondem Haupthaar,
mit einem ſchmalen, ſchöngeformten Langſchädel und ehrlichen,
klaren, blaugrauen Augen, die förmlich die Theſe von der „
heuch=
leriſchen engliſchen Politik” ohne Worte zu widerlegen ſcheinen
und deren intelligenter Blick gleichzeitig verrät, daß es in der
ganz großen Politik doch noch eine viel feinere Kunſt als die der
Heuchelei, des Machiavellismus und der falſchen Karten gibt,
nämlich die — ehrlich zu ſein und dennoch ſo klug zu ſpielen, daß
man zum Schluß immerhin als guter Gewinner den Platz
be=
haupten mag ..."
Sir Auſten Chamberlain, kaum im Konferenzſaale, ſchüttelt
kräftig auf echt engliſch die Hand einem unterſetzten,
wohlbeleib=
ten Manne mit glattraſiertem Schädel und ehrlich=energiſchem
Draufgängerblick. Er erfreut das Auge des Beſchauers durch die
Friſche ſeines Aeußeren, durch die gemeſſene Ruhe ſeiner
Bewe=
gungen und iſt die eigentliche „Senſation de Genéve” nämlich
— Herr Dr. Guſtav Streſemann, Deutſchlands
Reichs=
außenminiſter. Er ſitzt zwiſchen ſeinem Leibdolmetſcher Dr.
Schmidt und dem Vertreter Chiles Signor Villegas, konzentriert
auf ſich die Blicke des ſämtlichen anweſenden Publikums und
raucht — durch dieſe Blicke wenig geſtört — mit viel Behagen
und Bedacht ſeine berühmte Zigarre, die am Völkerbundtiſch ſich
allmählich eine ähnliche Popularität wie das Chamberlainſche
Monokel zu erringen beginnt
Unſer Blick gleitet nochmals von einem zum anderen und
zum dritten der drei Völkerbundtrümpfe — Briand, Chamberlain,
Streſemann . Wenn man Völkerkunde ſtudieren will, ſo gehe
man nach Genf. Die gegenwärtig hier Anweſenden erleichtern
einem zudem das Studium beträchtlich. Eine nicht
fortzuleug=
nende Tatſache iſt es, daß die drei Außenminiſter der wichtigſten
europäiſchen Mächte alle drei beſonders typiſche und ſympathiſche
Vertreter ihrer Nationen ſind. Der Romane, der Angelſachſe und
der Germane — jeder bedeutet eine Welt für ſich, jeder zeigt im
Aeußeren, im Sprechen und im Gebaren ſeine nationale
Eigen=
art und doch — — verbindet alle etwas, was ihnen allen eigen
zu ſein ſcheint und was ſelbſt dem unbeteiligten Beobachter ſofort
auffällt .. . Erklärt ſich nicht die Tatſache, daß es in den letzten
zwei Jahren in Europa mit dem Frieden trotz alledem merklich
vorwärts ging, zum nicht geringen Teil einfach dadurch, daß dieſe
drei maßgebenden Männer nicht nur alle drei faſt gleichbegabte
und willensſichere, ſondern auch in hohem Maße gleich ideal
ge=
ſinnte und menſchliche Menſchen ſind? Hier ſehen wir ſie nun
zum dritten, ſeit Locarno zum vierten Male beiſammen, und der
Eindruck, der ſich bei uns immer mehr und mehr feſtigt, iſt doch
die Ueberzeugung, daß es dieſen Menſchen mit dem Vollenden
des Friedenswerkes, an dem ſie alle arbeiten, bitter ernſt iſt, und
daß ſie es ſicher zu Ende führen wollen und hoffentlich werden ..."
Wenn man den Völkerbundtiſch mit dem Blick von der Front
packt, ſo ſieht man ſie in folgender Reihenfolge ſitzen: in der Mitte
der Präſident Vandervelde und der Generalſekretär Sir Eric
Drummond, rechts von der Mitte — Chamberlain und
Vicomte Iſhii, links von der Mitte — Briand, Scialoja
und Streſemann — alle in einer Reihe mit dem Geſicht zum
Publikum; die fünf Großmächte, ſozuſagen die fünf tragenden
Säulen des Völkerbundgebäudes! Und nun die beiden
flan=
kierenden Seiten des Tiſches: an der rechten Seite — die drei
Vertreter der Kleinen Entente, d. h. der Tſchechoſlowakei,
Rumä=
niens und des dazugehörigen Polens, an der linken Seite — die
drei Vertreter Südemerikas, d. h. Chiles, Columbiens und San
Salvadors. Und zu guterletzt; der „kleinſtaatliche” Aſiate, der
Vertreter Chinas und der einzige wirklich Neutrale, der Vertreter
Hollands van Karnebeck. So hat dieſer Rat, der bekanntlich all
ſeine Beſchlüſſe einſtimmig faſſen muß, heute ſchreibe und ſprich
vierzehn Mitglieder, ſtatt der urſprünglichen neun. Die Zukunft
wird es zeigen, ob hier nicht doch etwas zu viel des Guten getan
worden iſt ..
Ueber dieſe in zweiter Reihe genannten „kleineren” Herren
noch einige erläuternde Worte: der Vertreter Hollands,
Myn=
heer van Karnebeck, iſt ein Gelehrtentyp; halb liegend ſitzt
er in ſeinem Seſſel, ſpricht mit einer hohen, dozierenden
Profeſ=
ſorenſtimme, unterſtreicht ſeine ſcharfpointierten juriſtiſchen
Aus=
einanderſetzungen mit der maniſchen Sprache allzu ſpitzer, allzu
ſpinnenhafter Hände und erfreut ſich ſonſt in allen
ſtaatspoliti=
ſchen Fragen einer nicht anzuzweifelnden, himmelhohen
Autori=
tät. Herr Tſchao=Hſin=Tſchu, Vertreter einer
wahrſchein=
lich ihm ſelbſt nicht ganz ſicher bekannten chineſiſchen Regierung,
trotzdem aber — ein fehr luſtiger Herr, der mit Vorliebe einige
imertinente, gegen England gerichtete Deklarationen „im Namen
des ganzen chineſiſchen Volkes” losläßt, was Chamberlain
ge=
wöhnlich mit verächtlich kaltem Monokel und unberührt höflichem
Licheln geduldig anzuhören pflegt. Dann Herr Dr. Eduard
Beneſch — mit 34 Jahren bereits Mitbegründer der
Tſchecho=
ſlowakei und heute große Völkerbundkapazität; ein immer ſehr
beweglicher, fröhlicher und geſchäftiger Mann, der die Geſchicke
Europas ſtets irgendwo und irgendwie von hinten herum zu
be=
einflußen liebt. Ferner Pan Zaleſki der Vertreter Polens,
ſehr ſchweigſam und ſehr höflich, aber viel erfolgreicher als
man=
cher andere polniſche Außenminiſter vor ihm, die oft in Genf
etwas zu laut und patent auftraten, was man in dieſer Stadt der
prinzipiellen Leiſetreterei eben nicht zu ſchätzen pflegt. Dann
noch Herr Titulesco aus Rumänien — ein Mann mit einem
typiſchen Zwerggeſicht auf einem ſehr großen Körper (ein „
rieſen=
hafter Zwerg” alſo .. .), doch, trotz ſeiner 37 Jahre, mit einer
Greiſenweisheit und Gnomengeſchicklichkeit ausgeſtattet, ſo daß
Numänien viele Erfolge, die es im Auslande in letzter Zeit
er=
reicht hat, nicht zuletzt dieſem „rieſenhaften Zwerge” aus den
Sieben=Bergen zu verdanken hat .. . Und ſchließlich die drei
Ver=
treter Südamerikas, die Caballeros Villegas, Urrutia und
Guerrero; ſie ſehen alle drei wie Drillinge aus, das heißt
alle drei — mit braungelben Geſichtern, blauſchwarzen Haaren
und ſchneeweißen Schnauzbärten, und fallen alle drei dadurch
angenehm auf, daß ſie bei Erörterung der zahlreichen nur Europa
angehenden Fragen ſtets ein deutliches und kräftiges „adopte‟
von ſich zu geben pflegen
So ſieht alſo der neue Völkerbundrat aus! Wie bereits
er=
wähnt, finden manche, daß er etwas zu vielköpfig wäre. Aber
ſeine Zuſammenſetzung iſt dennoch ſo vortrefflich ausgeklügelt,
daß, wenn gelegentlich ſieben von den vierzehn Mitgliedern ſich
in ingend einem der Nebenſäle des Völkerbundpalais ober in
irgend einem Boudoir eines Genfer Luxushotes zuſammenfinden
und dieſe ſieben Herren zufällig die Vertreter von England,
Frankreich, Deutſchland, Italien, Belgien, Polen und der
Tſchecho=
ſlowakei ſind, — in dieſem Falle automatiſch ein Zuſtand
ein=
tritt, den man hier bereits mit dem Ausdruck „kleines Locarno in
Permanenz” bedacht hat. Und da alle Anzeichen dafür ſprechen,
daß dieſe „Zuſtände” ſich in der nächſten Zukunft recht oft
wieder=
holen werden — ſo glauben wir, daß die Welt nun alle Urſache
hätte, mit mehr Erwartungen in Richtung „Genf” zu ſchauen, als
ſie es leider bisher im allgemeinen getan hat ..."
Die „Times” über Kriegsſchuldlüge und
deutſche Propaganda.
Uns wird geſchrieben:
Anläßlich der Herausgabe des erſten Bandes der offiziellen
Samm=
lung britiſcher Dokumente über den Urſprung des Krieges, veröffentlicht
die engliſche Preſſe Auszüge und Kommentare. U. a. kommt die „Times”
zu dem Schluß, daß die Dokumente nichts an den bisherigen Urteilen
über den Ausbruch des Krieges ändern. Am Ende dieſer Kommentare
brachte die „Times” in ihrem Bericht vom 1. Dezember 1926 unter dem
Titel. Deutſche Propaganda in England” eine Mitteilung, die ſich mit
dem Fichte=Bund in Hamburg befaßt. Sie bemerkt dazu, daß ſie durch
Juſchriften aus dem Leſerkreis auf die deutſche Propaganda aufmerkſam
gemacht worden ſei und in dieſen heftiger Unwille zum Ausdruck
ge=
bracht wäre. Wörtlich überſetzt lautet der Bericht der „Times”:
„Ein Bündel von Flugblättern zirkulierte kürzlich vom deutſchen
Fichte=Bund, Hamburg. Es enthielt einen Engliſchen Aufruf an die
Gewiſſen”, der letztes Jahr mit den Unterſchriften von hervorragenden
Engländern, wie den Biſchöfen von Mancheſter und Birmingham,
Pro=
feſſor Gilbert Murray, Profeſſor A. F. Pollard, Mr. Bernard Shaw
und Mr. H. G. Wells, veröffentlicht wurde.”
Der Londoner Korreſpondent der „Frankfurter Zeitung”
veröffent=
lichte am 2. Dezember 1926 in dem genannten Blatt folgende Entſtellung
dieſes Berichtes: „Wie die „Times” mitteilt, richtet der Hamburger
Fichte=Bund durch Verſendung wenig taktvoller und übertreibender
Pro=
pagandaſchriften bezüglich der Kriegsſchuld in England erneut Schaden
an. Adreſſaten, wie verſchiedene Biſchöfe, Univerſitätsprofeſſoren und
Schriftſteller wie Shaw und Wells, die ſolche Zuſendungen erhielten,
ſollen ſich teilweiſe höchſt ärgerlich geäußert haben, was ſicherlich dem
Propagandazweck nicht entſpricht.”
Der deutſche Fichte=Bund, Hamburg, erſucht uns mitzuteilen, daß der
betreffende Aufruf gegen die Kriegsſchuldlüge, den der Fichte=Bund in
ſechs Sprachen herausbrachte, von den hervorragenden Engländern, die
nach der „Frankfurter Zeitung”, im Gegenſatz zur „Times”, gegen die
Zuſendung der Flugblätter proteſtiert haben ſollen, unterzeichnet
worden iſt. Es handelt ſich um etwa ſiebzig hervorragende engliſche
Ge=
lehrte und Geiſtliche. In dieſem Aufruf ſtellen die Herren feſt, daß die
Kriegsſchuldartikel des Verſailler Vertrages offenbar ungerecht ſind und
ein ernſtes Hindernis für internationale Verſtändigung bilden. Der
Berichterſtatter hat alſo den weſentlichen Inhalt des Berichtes der
„Times” in ſein direktes Gegenteil verwandelt.
Auf Grund des „Times”=Artikel ſind beim Fichte=Bund diele Briefe
von Engländern eingegangen, in welchen um Zuſendung der
Flug=
blätter erſucht wird.
Wer Intereſſe hat, den engliſchen Proteſt kennen zu lernen, erhält
ihn, wie die übrigen deutſch= und fremdſprachigen Flugblätter, koſtenlos
vom deutſchen Fichte=Bund, Hamburg 36.
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[ ← ][ ][ → ]Rummer 343
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 11. Dezember.
Das Jubiläum desOberbürgermeiſters
Dr. Gläfſing,
das heute durch einen akademiſchen Feſtakt im Städtiſchen
Saal=
bau begangen wird — aus welchem Anlaß die ſtädtiſchen Bureaus
geſchloſſen ſind —, wurde geſtern abend durch einen impoſanten
Fackelzug eingeleitet, der ſich in ſo muſterhafter Ordnung
durch die Straßen der Stadt bewegte, daß auch dieſer freudige
Anlaß ein Beweis von der ſtraffen Diſziplin unſerer
Feuer=
wehr ablegte. Etwa 100 Mann der Darmſtädter Berufs=
und Freiwilligen Feuerwehr brachten dem
Ober=
bürgermeiſter dieſe ebenſo ſchöne wie eindrucksvolle Ovation.
Unter Vorantritt einer Muſikkapelle bewegte ſich der
Fackel=
zug ausgehend von der Feuerwache in der Kirchſtraße durch die
Kirchſtraße, Karlſtraße nach der Steinſtraße zu der Wohnung des
Oberbürgermeiſters. Hier wurde Halt gemacht und eine
Depu=
tation der beiden Feuerwehren unter Führung des Herrn
Brand=
direktors Winter begab ſich in die Wohnung des Herrn
Ober=
bürgermeiſters, um im Namen der beiden Wehren die herzlichſten
Glückwünſche zu ſeinem Amtsjubiläum auszuſprechen. Der
Fackelzug marſchierte dann durch die Heinrichſtraße,
Wilhelm=
ſtraße, Rheinſtraße über den Marktplatz nach der Kirchſtraße zur
Feuerwache zurück, wo auf dem Platz vor der Feuerwache die
Fackeln zuſammengeworfen wurden.
Trotzdem dieſe Ovation vorher nicht bekannt gegeben war,
hatte ſich eine große Menge Schauluſtiger eingefunden, die den
Zug begleitete oder an ſich vorbeiziehen ließ.
Am morgigen Sonntag, ab 11 Uhr vormittags wird das
Städtiſche Orcheſter vor dem Hauſe des
Oberbürger=
meiſters konzertieren.
Die neue Amtskette des Darmſtädter Oberbürgermeiſters
Die heutige Jubiläumsfeier für Dr. Gläſſing wird der
Stadt=
verſvaltung und den Stadtverordneten auch Gelegenheit geben zu
einem Feſtakt von hiſtoriſcher Bedeutung. Hiſtoriſch und
bedeu=
tend natürlich nur im Rahmen unſerer Stadtgeſchichte,
be=
deutend aber auch für das Künſthandwerk. Darmſtadt war
bisher die einzige Stadt in Heſſen, deren Oberhaupt noch keine
Amtskette beſaß. Heute wird dieſem Mangel abgeholfen, und
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing wird der erſte Darmſtädter
Ober=
bürgermeiſter ſein, der die goldene Amtskette tragen darf,
die ihm heute im Auftrag der Verwaltung und der
Stadtverord=
netenverſammlung überreicht werden ſoll.
Die neue Amtskette für den Oberbürgermeiſter der Stadt
Darmſtadt iſt von dem als Goldſchmiedekünſtler weit berühmten
Profeſſor Ernſt Riegel entworfen und angefertigt, der
be=
kanntlich längere Jahre hindurch auch an der Darmſtädter
Künſt=
lerkolonie wirkte. Die Kette iſt aus 18karätigem Gold gefertigt,
Wappen und Reliefs ſind Silber, die Wappen in den
heral=
diſchen Farben plaſtiſch emailliert. Als Anhänger und als großes
Wappen trägt die Kette das Wappen der Stadt Darmſtadt von
Steinen umrahmt. Dieſe Steine um das Darmſtädter Wappen
und in den Zwickeln ſind braſilianiſche rote Achate. Die Krone
über dem Wappen beſteht aus echten Rubinen und Perlen in
Silberfaſſung.
Beſonders ſchwierig bei der Herſtellung der Kette, die ein
Kunſtwerk ganz beſonderer Art darſtellt, war die harmoniſche
Zuſammenſtellung der durch die Wappen gegebenen Farben, in
techniſcher Hinſicht auch das Emaillieren der plaſtiſchen
Wappen=
bilder. Der harmoniſche Zuſammenklang der Farben wurde
durch die Einfügung des kräftigen Rotes der braſilianiſchen
Achate unter Zufügung des kalten Eilbertones der Reliefs (
Land=
wirtſchaft und Induſtrie, Wiſſenſchaft und Kunſt) erzielt.
Eigen=
artig iſt die Löſung der ſchwalbenſchwanzartigen Teile der Kette,
die auf die herkömmlichen Kettenmotive vollkommen verzichtet.
Zu beiden Seiten der Kette geteilt und durch drei quadratiſch
geſchliffene Achate verbunden, laufen dieſe Schwalbenſchwanz=
Kettenglieder ineinander nach unten und nach oben. Sie werden
oben durch ein kleineres rückwärts geſtelltes Darmſtädter Wappen
zuſammengehalten. Der Anhänger mit dem großen Darmſtädter
Wappen hängt zu beiden Seiten in den unteren Schildſpitzen des
heſſiſchen (links) und des Reichswappens (rechts). Daran reihen
ſich zu beiden Seiten, jeweils etwas kleiner werdend, die Reliefs
Landwirtſchaft und Induſtrie und an dieſe ebenfalls zu beiden
Seiten Kunſt und Wiſſenſchaft.
Die ſechs größeren unteren und die zwölf kleineren oberen
Schwalbenſchwanz=Kettenglieder ſind in der Oberfläche einmal
gekantet und die beiderſeitigen Kettenflächen fein ziſeliert bzw.
ornamentiert. Dem Werte wie der wundervollen künſtleriſchen
Arbeit nach entſprechend iſt dieſe Amtskette ein würdiges äußeres
Symbol der hertſchenden Stellung der Landeshauptſtadt im
II. St.
Kranz der heſſiſchen Städte.
— Ernannt wurden: am 22. November die Gendarmeriewachtmeiſter
Adolf Stöckler, zu Kirtorf und Phil. Aug Röder zu Nieder=
Ohmen zu Gendarmerieoberwachtmeiſtern mit Wirkung vom 1.
Dezem=
ber 1926; am 30. November der Lehrer Jakob Wolf zu Drais (Kreis
Mainz) zum Lehrer an der Volksſchule zu Heſſelbach (Kreis Erbach).
— In den Ruheſtand tritt am 1. Januar 1937 der
Kommunalforſt=
wart Förſter Philipp Müller II. zu Alten=Buſeck auf Grund des 81
des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzw.
19. Dezember 1933 in Verbindung mit Artikel 2 des Geſetzes über
Ein=
ſtellung des Perſonglahbaues in Heſſen und Aenderung des Heſſiſchen
Perſonalabbau=Geſetzes vom 8. Oktober 1925.
— Muſitverein. Es ſei noch beſonders darauf hingewieſen, daß die
öffentliche Hauptprobe zum Mozart=Konzert nicht Montag
vormittag, ſondern Montag, abends 8 Uhr, im Großen Haus
ſtattfindet.
— Im Schloßmuſeum finden täglich Führungen nur vormittags
11 und 11½ Uhr ſtatt, Samstags geſchloſſen.
Samstag, den 11. Dezenſber 1926
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters
Großes Haus.
Sonntag, 12. Dezember. Außer Miete. Anfang 2½ Uhr, Ende
nach 4½ Uhr: Zum erſten Male wiederholt: „Brumm,
der Bär”, Märchen von Sepp Deutſch, Muſik von Dr.
Neſt=
mann. Preiſe 0.50, 1, 1.50, 2, 2.50 Mk.
— Abends 7½ Uhr, Ende gegen 10 Uhr: B 8: „Tiefland”,
Oper von d’Albert. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Montag, 13. Dezember. Abends 8 Uhr: Oeffentl.
Haupt=
probe zum Konzert des Muſikvereins.
Dienstag, 14. Dezember. Abds. 8 Uhr: Konzert des
Muſik=
vereins. Chorwerke und Konzertarien von Mozart.
So=
liſtin: Margarete Bäumer, Stuttgart.
Mittwoch, 15. Dezember. Außer Miete. Nachm. 3 Uhr, Ende nach
5 Uhr: „Brumm, der Bär”, Pr. 0.50, 1, 1.50, 2, 2.50 Mk.
— Abends 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: T. 7: Schülermiete rot 4:
„Iphigenie”, Schauſpiel von Goethe. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Donnerstag, 16. Dezember. C 8. Anfang 7 Uhr, Ende nach 10 Uhr:
„Die Gezeichneten”, Oper von Franz Schreker. Preiſe
1 bis 10 Mk.
Freitag, 17. Dezember. D 8. Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr:
Ur=
aufführung: „Der Tod des Empedokles”
Tra=
gödie von Hölderlin in der Bearbeitung von Wilh. Michel.
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Samstag, 18. Dezember. Außer Miete. Nachm. 2 Uhr, Ende nach
4 Uhr: „Brumm, der Bär”. Pr. 0.50, 1, 1.50, 2, 2.50 Mk.
— Abends 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: H 5 (Bühnenvolksbund);
Schülermiete gelb 4: „Wilhelm Tell”, Schauſpiel von
Schiller. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Sonntag, 19. Dezember. Vorm. 11 Uhr, Ende 1 Uhr: „Brumm,
der Bär”. Preiſe 0.50, 1, 1.50, 2, 2.50 Mk.
— Abends 7 Uhr, Ende 10 Uhr: K 4 (Bühnenvolksbund):
„Don Giovanni”, Oper von Mozart. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, 12. Dezember. Vorm. 11 Uhr: Gymnaſtik und
Tanz. Vorführungen des Müllerſchen Mädchenchors,
Lan=
gen. Leitung: Lehrer Müller=Gebhardi.
Abends 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: Außer Miete.
Volksvorſtel=
lung zu Einheitspreiſen: „Der Raubder
Sabinerin=
nen” Luſtſpiel von Schönthan. Preiſe 1, 2, 3 Mk.
Montag, 13. Dezember. Keine Vorſtellung.
Dienstag, 14. Dezember. Zuſatzmiete V (6). Anfang 7½ Uhr,
Ende 10 Uhr: „Ein undankbarer Menſch”,
Schau=
ſpiel von E. Bittlinger. Preiſe 1 bis 6 Mk.
Mittwoch, 15. Dezember. Zuſatzmiete II (6). Anfang 7½ Uhr,
Ende 10 Uhr: Zum erſten Male: „Der Vetter aus
Dingsda”, Operette v. Künnecke. Preiſe 1.20 bis 7.20 Mk.
Donnerstag, 16., und Freitag, 17. Dezember. Keine
Vor=
ſtellungen.
Samstag, 18. Dezember. Zuſatzmiete VI (7). Anfang 71½ Uhr,
Ende 10 Uhr: „Der Vetter aus Dingsda”, Operette
von Künnecke. Preiſe 1.20 bis 7.20 Mk.
Sonntag, 19. Dezember. Vorm. 11½ Uhr, Ende gegen 1 Uhr:
Zweite Morgenfeier.
— Abends 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: Zuſatzmiete I (6): „Der
tolle Hund”, Lokalpoſſe von Niebergall. Preiſe 1 bis 6 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Heute nachmittag 5 Uhr iſt die
Urauf=
führung des diesjährigen Weihnachtsmärchens „Brumm der Bär”
In dieſem Märchenſpiel, das ein tiefes Gefühl für das Seelenleben des
Kindes verrät und in Sprache und Inhalt ganz ſeinem Verſtändnis
ent=
gegenkommt und deſſen didaktiſche Idee (Triumph der Freundſchaft)
dupchaus lobenswert iſt, behandelt den Gegenſatz zwiſchen der
aufdäm=
merden jugendlichen Skepſis an den Dingen, die wir einer Wunderwelt
zuſchreiben, und der Phantaſie, die beide das Kind in ſeiner
Entwick=
lung tief bewegen. Wie der eine der beiden Knaben wegen ſeines
Un=
glaubens von Knecht Ruprecht in den Märchenwald geholt wird, wie der
andere, von dem zum Leben erwachten Spielbären Brumm geführt,
aus=
zieht, um ſeinen kleimen Freund zu ſuchen, was er bei den drei Alten
und im Sumpfſee der Waſſerhexe dunchmacht, wie er dabei den
erſehn=
ten Schlüſſel zum Märchentor erringt und ſo der „wahren
Kinder=
freude” das Tor wieder öffnet und ſeinen Freund zurückholt, das alles
iſt von dem jungen Dichter ebenſo gut für die Kleinen wie die Großen
in ſpannender und poetiſcher Weiſe erlebt werden. Die nächſten
Wieder=
holungen des Märchens ſind ſür morgen Sonntag, nachmittags 2.30 Uhr,
Mittwoch, den 15. Dez., nachm. 3 Uhr, Samstag, den 18. Dez., nachm.
2 Uhr, und Sonntag, den 19. Dez., vorm. 11 Uhr, angeſetzt.
— Die Aufführung des Müllerſchen Mädchenchors aus Langen
un=
ter Mitwirkung Darmſtädter Gymnaſtikſchülerinnen am Sonntag den
12. Dezember, vormittags 11 Uhr, im Kleinen Haus des Heſſiſchen
Landestheaters ſoll von einem zweifachen Geſichtspunkt aus gewürdigt
werden. Zunächſt iſt es die Körpererziehung, die im Sinne der
Aus=
drucksghmnaſtik Dr. Bodes behandelt wird, und dann ſind es
volks=
künſtleriſche Fragen, die aus der reichen Fülle der Darbietungen
be=
antwortet werden ſollen. Die beiden größeren Tanzchorwerke „Drei
Tanz=
lieder” nach Dichtungen von Neithart von Reuenthal, bearbeitet für
dreiſtimmigen Frauenchor mit Kladierbegleitung von Auguſt Richard
und „Deutſche Tänze” von Franz Schubert (Opus 33) ſollen einen
Ver=
ſuch darſtellen, die Bewegungskunſt im Sinne der volkskünſtleriſchen
Erziehung zu pflegen.
Gewerbemuſeum. Am Sonntag, den 12. Dez., um 11 Uhr vorm.,
findet im Gewerbemuſeum eine Führung ſtatt, die außer den
Arbei=
ten des Ledermuſeums beſonders die Abteilung moderner
derkäuflicher Aubeiten behandeln wird. Da dieſe kleine
Aus=
wahl guter kunſtgewerblicher Erzeugniſſe faſt ausſchließlich Arbeiten von
maßigem Geldwert enthält, darf ſie mit Rückſicht auf den
Weihnachts=
markt eines beſonderen Intereſſes ſicher fein.
— Turugemeinde Darmſtadt 1846. Die am vergangenen Samstag
wegen des Werbeabends im Landestheater verſchobene
Monatsver=
ſamnlung findet heute abend, pünktlich um 9 Uhr im
Kneip=
ſaale ſtatt. Für dieſelbe iſt uns ein beſonders feſſelnder Vortrag
zu=
geſagt, weshalb der Beſuch den Turnern und Turnerinnen
angelegent=
lich eimnpfohlen wird.
— Beſitzwechſel. Das Schloß Braunshardt bei Weiterſtadt,
Herrn Prof. Dr. Eduard v. Bamberg gehörend, wurde, wie man uns
berichtete, durch die Vermittelung der Immobilienfirma Alb.
Mittel=
ſtädt in Darmſtadt an den Caritasverband in Mainz verkauft. Schloß
Braunshardt ſoll nunmehr ein Heim für gefallene Mädchen werden.
Seite 5
* 30jähriges Beſiehen des
Geflügelzucht=
vereins Darmſiadt.
Große Geflügelausſtellung im Orangeriehauſe.
Geſtern nachmittag wurde vor einem Kreis geladener Gäſte die vom
Geflügelzuchtverein Darmſtadt aus Anlaß ſeines
fünfzig=
jährigen Beſtehens veranſtaltete Geflügelſchau im Orangeriehaus
eröffnet. Mit dieſer Ausſtellung iſt gleichzeitig die 4. Allgemeiue
Mittel=Süddeutſche Geflügelſchau verbunden. Es iſt
dies die zweite Ausſtellung dieſer Art, die im Orangeri haus abgehalten
wird; gegen die des Vorjahres hat ſie erheblich an Umfang zugenommen.
Herr Oberverwaltungsinſpektor Hein, der Vorſitzende des
Geflü=
gelzuchtvereins Darmſtadt, b=grüßte die Erſchienenen, mußte aber leid.
foſtſtellen, daß keine der geladenen Behörden einen Vertreter entſandt
hatte, was in Anbetracht der volkswirtſchaftlichen Bedeutung der
Geflü=
gelzucht ſehr zu beklagen ſei. Der Redner wies auf das Jubiläum des
Vereins hin und führte ſodann etwa aus: Wenn wir bei dieſer Gelegen
heit einen Rückblick tun auf die Geflügelzucht vor 50 Jahren, ſo müſſen
wir ſagen, daß nicht allein die Zahl der Ausſtellungen — zum Teil nicht
im Intereſſe der Sache gelegen — ſondern daß auch die Raſſen an Zahl
gewaltig zugenommen haben. Früher waren es vereinzelte Raſſen,
zum Teil Seltenheiten, Importen, die auf Ausſtellungen gezeigt
wun=
den. Selbſt einzelne Züchter, wie der alte Marten haben zu jener Zeit
in eigenen Ausſtellungen ihre, namentlich von England eing führten
Tiere gezeigt und zum Verkauf angeboten. Lange waven wir ir unſerer
deutſchen Geflügelzucht vom Auslande abhängig. Franzöſiſche, ſpäter
engliſche und in den letzten Vorkriegsjahren amerikaniſche Züchtungen
gaben die Richtſchnur ab und hatten die höchſten Preiſe. Die Urſachen
hierfür waren hauptſächlich darauf zurückzuführen, daß dieſe Länder den
Wert der Gefligelzucht erkannten und durch behördliche und
wiſſenſchaft=
liche Unterſtützungen frühzeitig in der Lage waren, Großes zu ſchaffen.
Sie waren deshalb in Stand geſetzt, von ihren Zuchtergebniſſen zu
be=
deutenden Preiſen an das Ausland zu verkaufen. Mit der dem Deutſchen
angebovenen Gründlichkeit, durch die Kriegsjahre auf ſich ſelbſt geſtellt,
hat er aus dem geringen Material Werte geſchaffen, die ohne Bedenken
mit den Produkten des Auslandes konkurrienen können. Und wenn wir
heute eine Ausſtellung betrachten, wenn wir uns die Feinheiten
an=
ſehen, müſſen wir ſagen, daß viel Mühe, Ausdauer und Intereſſe dazu
gehören, die mannigfaltigen Exemplare ſo zu ziehen, wie ſie auch in
dieſer Schau gezeigt werden. Aber roch etwas wollen wir durch unſere
Ausſtellungen vor Augen führen, nämlich, daß ſolche Arbeit auch einen
volkswirtſchaftlichen Wert darſtellt, daß die Hebung der Gefügelzucht
notwendig iſt mit Rückſicht auf die Millionen Gelder, die zur Zeit noch
für Eier und Geflügel ins Ausland gehen. Auch der erzieheriſche Wert,
der mit der Geflügelzucht verbunden iſt, ſoll nicht vergeſſen werden,
und wo die Möglichkeit beſteht, ſoll die Geflügelzucht auch unter dieſem
Geſichtspunkt betrieben werden. Im Anſchluß an dieſe Darlegungen
wurde dann die Ausſtellung für eröffnet erklärt.
Herr Gewerbelehrer Brohm übermittelte Glückwünſche und Grüße
des Landesverbandes Heſſiſcher Geflügelzüchder, des Stankenburger
Pro=
vinzialverbandes, des Vorſitzenden des Bund=s Heſſiſcher Geflügelzüchter
Herrn Schachzabel, ſowie einer Reihe weiterer Geflügelzuchtvereine. Im
Namen des Landesverbandes überreichte er dem Vorſitzenden des
Geflü=
gelzuchtvereins Darmſtadt ein Ehrendiplom zum 50jährigen Jubiläum.
Herr Brohm betonte in ſeiner Anſprache, daß der Darmſtädter Verein
innerhalb des Provinzialverbandes die Führung habe, und ſchloß mit
einem herzlichen Glückwunſch für das Weiterbeſtehen des Vereins.
Herr Lehrer Ackarmann ſprach als Vertreter des
Landwirt=
ſchaftskammerausſchuſſes für Starkenburg deſſen Glückwünſche zu dem
Jubliäum aus. Auch er hob hervor, daß der Darmſtädter Verein
füh=
rend ſei, und zwar nicht allein in Heſſen, ſondern auch über die engeren
Grenzen unſeres Vaterlandes hinaus. Redner ſchloß mit dem Wunſch,
daß der Vevein das erreichen möge, was er ſich als ideales Ziel geſetzt
habe.
Im Anſchluß an den Gröffnungsakt fand ein Rundgang ſtatt Es
ſind, wie ſchon geſagt, über 800 Tiere ausgeſtellt; ſie ſind in geräumigen
und ſauberen Drahtkäfigen utergebracht. Außer den üblichen Nutzraſſen
ſieht man auch viele Vertreter ſeltener Raſſen, insbeſondere gilt dies
von Hühnern und Tauben. Ferner ſind ausgeſtellt: Enten, Gänfe,
Trut=
hühnor und Faſanen. Staat, Stadt und viele Firmen haben wertvolle
Preiſe für die Verloſung geſtiftet. Mit der Geflügelſchau, die Samstag
und Sonntag zu ſehen iſt, werden auch Geräte und ſonſtige
Bedarfs=
artikel für Züchter gezeigt.
* Orpheum. Gaſtſpiel Leopoldine Konſtantin. Es
iſt nicht zu viel geſagt, wenn man dieſe Künſtlerin zu den bedeutendſten
Erſcheinungen der deutſchen Bühne zählt. Ihr Aufſtieg zum ganz großen
Erfolg uud Ruhm war ebenſo plötzlich wie verdient. In allerkürzeſtet
Zeit hat ſich die eigentümlich ſchillernde, mit Halbtönen und =Tönungen
operierende Kunſt dieſer intereſſanten Frau ſtark in der Gunſt des
Publi=
kums verankert. Viele bewundern ihre Technik, ihre virtuoſe
geſchmei=
dige Beherſchung aller ſchauſpieleriſchen Mittel. Aber nicht dieſe
Aeußerlichkeiten ſind das Bezwingende an ihrer Erſcheinung, ſondern
die faſzinierende Anziehungskraft der Konſtantin ſtammt aus ihrem alle
Grenzen des Herkömmlichen ſprengenden Temperament, aus der mit
Jutenſität geladenen Verwegenheit, mit der ſie ſich jede Figur, jeden
problematiſchen Charakter einverleibt. Selbſt das unbedeutendſte Stück
gewinnt Format, wenn es die Konſtantin mit dem eigentümlichen
Flui=
dum ihrer Perſönlichkeit durchſſetzt. Alles in ihrer Umgebung gewinnt
Leuchtkraft und Klang. Die zünftige Kritik, die ſonſt gern mal dem
Anerkannteſten einen kleinen Hieb verſetzt, hat für die Konſtantin nur
Bewunderung ud Lob. Das Erſtaunlichſte an dieſer Künſtlerin iſt die
Spannweite ihrer Begabung: vom Mädel aus den unterſten Schichten
des Volkes bis zur vollendetſten Salondame vermag ſie alle Figuren
des Lebens, alle Abſtufungen weiblicher Seelenregungen darzuſtellen.
Das Atmoſphäre ſchaffende ihrer klingenden Stimme und das
Bezau=
bernde ihrer Sprechkunſt erhöhen die Wirkung. — Dieſe bedeutende
Künſtlerin iſt zurzeit mit einem eigenen Enſemble, das aus erſtklaſſigen
Kräften beſteht, und in ſtandiger Zuſammenarbeit mit Leopoldine
Kon=
ſtantin das vollendetſte künſtleriſche Zuſammenſpiel erreicht hat, unter
Leitung des bekaunten Negiſſeurs vom Wiener, Volkstheater Willy
Schmieder auf einer Gaſtſpielreiſe, die ſie durch Deutſchland, Holland,
Schiveiz, Skandinavien führt. Einer beſonderen Einladung folgend,
wird ſie und ihre Geſellſchaft auch längere Zeit in Paris ſpielen. Sie
tritt in ihren berühmteſten Rollen, die ihren Namen weit über Europa
hinaus bekannt machten, auf und wird ihre reife Kunſt vorerſt in allen
größeren Städten Deutſchlands zeigen. Das Gaſtſpiel der Leopoldine
Konſtantin=Theatergeſellſchaft verſpricht ein künſtleriſches Ereignis zu
werden. — Der Kartenverkauf findet bei de Waal (Rheinſtraße) und
im Verkehrsbureau ſtatt.
— Kirchenmuſikaliſche Abendfeier in der Martinskirche. Hiermit
ſei nochmals an die am 3. Advent, abends 6 Uhr, ſtattfindende Feier
erinnert, bei der Herr Konzertſänger Peter Schäfer (Baß) gütigſt
mit=
wirkt. Die Vortragsfolge, im Advents= und Weihnachtscharakter, bringt
Lieder und Arien von Bach, Händel und Sckritz, umrahmt von
Orgel=
vorträgen. Unſere Chorſchule ſingt Chöre von Heinrich Müller und
Arnold Mendelsſohn. Der Eintritt iſt frei; jedoch ſind freiwillig=
Gaben zur Deckung der Unkoſten willkommen.
angenehmſier Art ſind die niedrigſien Weihnachtspreiſe unſerer ſoliden hervorragend erſiklaſſiger Herren= und Knabenkleidung.
ſel und Anzuge 90.—, 85.—, 80.—, 15.—, 70.—, 65.—, 60.—, 55.—, 50.—, 45.—, 40.—, 35.—, 30.—, 22.— bis
Alle Abteilungen dementſprechend preiswert.
Einheitlich — überſichtlich — größtes — hellſtes Verkaufslokal der Herren= und Knabenkonfektion Süddeutſchlands
Jede Reiſe macht ſich mehrfach bezahlt.
Berufskleider für jeden Stand.
18215
Seite 6
Samstag, den 11. Dezember 1926
Nummer 343
„Was ſcheike ich meiner Frau oder heranwachſenden Tochter zu
Weihnachten?‟ Die Verkaufsſtelle des ſtädtiſchen Gaswerks kann dieſe
frage in zweckmäßiger und zugleich ſchöner Weiſe beantworten: Sie
finden dort eine reichhaltige Auswahl aller Gasverbrauchsapparate, die
ich vorzüglich zu Geſchentzwecken für Weihnachten eignen und die
täg=
ich dem Benutzer Freude und Annehmlichkeiten bereiten werden. In
teiner Küche darf ein Gasherd fehlen. Er iſt in hohem Maße geeignet,
ie Hausfrau zu entlaſten und ihr eine raſche, ſaubere und billige
Her=
ſtellung bes Eſſens zu ermöglichen. Auch zum Heizen, Waſchen und
Bügeln und zur Badbereitung finden Sie alle Apparate — kein läſtiger
Schmutz, keine Mehrarbeit wird Ihnen bei der Verwendung ſolcher
Gasapparate zur Laſt fallen. Beſuchen Sie deshalb im eigenen
Inter=
ſſe unſere Ausſtellung. Rat und Auskunft wird koſtenlos und
unver=
dindlich erteilt.
Poliz=ibericht. Warnung vor einem Betrüger. Seit
längerer Zeit tribt ein Betrüger mit dem Namen Albert Dilger
in einer großen Anzahl von Städten ſein Unweſen. Unter dem
Vor=
wande, für die Süddeutſchen Verlagsanſtalten in Stuttgort zu reiſen,
ſucht er Beſtellungen auf das Buch „Die Hausärztin” und läßt ſich
Anzahlungen geben, ohne jemals die Beſtellungen auszuführen. Das
Buch bietet er für 10 Mk. an und läßt ſich einige Mark als Anzahlung
geben. Dilger iſt am B. Mai 1896 zu Ebingen geboren und wird von
einer Reihe Behörden geſucht. Er iſt 170—1.72 Meter groß, ſchlank,
hat hageres blaſſes Geſicht mit kleinem Schnurrbart. — Auf dem
Fahr=
weg der Kranickſteiner Straße zwiſchen Stadtausgang und Parkmauer
wurden die nachfolgend aufgeführten Kleidungsſtücke
aufge=
funden 1 brauner Damenmantel, 1 graugeſtreifter Damenmantel,
Windjacke, 1 braune Damenbluſe, 1 ſchwanze Damenjacke, 1 ſchwarzer
Damenrock, 1 hellbraune Strickjacke, 1 ſchwarzer Damenſtrumpf, 1 graue
Herrenhoſe. Perſonen, die Eigentumsrechte geltend machen zu können
glauben, werden erſucht, auf Zimmer 13 der Kriminalpolizei
vorzuſpre=
chen. — Aus einem Hausflur in der Kaſinoſtraße wurde ein
Herren=
fahrrad, Marke Gritzner, mit der Fabriknummer 449 106, entwendet.
Das Rad hat ſchwarzen Nahmenbau, gelbe Felgen, nach unten gebogene
Lenkſtange mit roten Gummigriffen.
Kunſinotizen.
leber Werke, Künſier oder jünſieriſche Vranſialtungen, deren im Nachſſehenden Erwchnung
geſchieht, behält ſch die Redaktion ihr Urtell vor.
— Reſidenz=Theater (am Weißen Turm): „Im weißen
Röß‟‟. Die Verfilmung dieſes bekannten Luſtſpiels aus unſerer Väter
Tagen mag manchem als ein Wagnis erſcheinen, da der witzige Diglog
des Blumenthal=Kadelburgiſchen Werkes ſchlechthin unüberbietbar iſt.
Trotzdem iſt es dem Film gelungen, ſich zu behaupten. Die Kinobeſucher
und die Theaterbeſucher können intereſſante Vergleiche anſtellen, wie mit
den Mitteln des Films der famoſe Luſtſpielſtoff vor den echten
Hinter=
gumden der Natur bearbeitet worden — keineswegs zu ſeinem Schaden.
Die muſikaliſche Illuſtration des Films iſt teilweiſe mit reizendem
Zither=
vortrag beſetzt.
— Union=Theater: Die Ratte von Paris”. Ein
ſehr unterhaltender Film, der alles das bringt, was das Publikum im
Kino gerne ſieht. Paris mit ſeinen Apachenkellern, Originglaufnahmen
aus dem Folies Bergeres, geſchmackvolle Bilder einer Revue, all das im
Nahmen einer ſpannenden Handlung . . . Jvor Novello gibt den
Apa=
chen als leichtſinnnigen, heißblütigen, aber nicht ſchlechten Menſchen; die
amerikaniſche Diva Mae Marſh entzückt durch ihre ſtille, leiſe Art in
ihren Händen allein liegt mehr Kunſt, als im ganzen Körper einer
Kol=
legin. Iſabel Jeans iſt eine ſchöne raſſige Demimonde, Robert Scholz
ein arronganter zyniſcher Lebenmann mit angegrauten Schläfen. Der
Film wird bei all denen, die im Kino Unterhaltung und Zerſtreuung
ſuchen, großen Anklong finden.
— Nieſen=Zirkus Gleich. Wie ſchon erwähnt, findet am morgigen
Sonntag von 10—5 Uhr eine große Tierſchau, verbunden mit
Ponh= Kamel= und Elefantenreiten für Kinder, ſtatt. Der Zirkus, den
ſein Winterquartier in der ehemaligen Dragoner=Kaſerne 24 in der
Holz=
hofallee bezogen hat, ehielt in den letzten Wochen bedeutenden Zuwachs
an Tieren aller Art, ſo beſonders Polarbären, Tiger, Gepard, Wölfe
uſw. Bemerkt ſei, daß der morgige Sonntag die einzige Gelegenheit
iſt, eine Beſichtigung des wirklich intereſſanten und lehrreichen
Tier=
beſtandes vorzunehmen. Da auch durch das Pony=, Kamel= und
Elefan=
tenreiten für die Beluſtigung der Jugend geſogt iſt, kann ein Beſuch
der Veranſtaltung empfohlen werden.
Aus den Parteien.
* Frauengruppe der Deutſchen Volkspartei. Bei
der heutigen Zuſammenkunft der Frauen unſerer Gruppe um 4 Uhr
nachmittags im „Heiligen Kreuz” werden muſikaliſche
Darbie=
tungen uſere Mütglieder erfreuen. Mit recht zahlreicher
Beteili=
gung wird gerechnet.
Tageskalender für Samstag, den 11. Dezember 1926.
Landestheater, Großes Haus, Außer Miete, nachm. 5 Uhr,
Ende nach 7 Uhr: „Brumm, der Bär” — Kleines Haus, außer
Miete, abends 8 Uhr, Ende nach 10 Uhr: „E geblagader
Familie=
vadder” — Kinovorſtellungen: Union, Reſidenz=Lheater,
Palaſt=Lichtſpiele — Orpheum abends 8 Uhr: „Die Schule der
Kokotten” — Jugendwohlfahrtstagung: vorm. 9—1 Uhr,
Aula der Landesbaugewerkſchule. — Jugendaruppe d. Dtſch.
Volkspartei; Weihnachtsfeier, abends 8 Uhr im Hl. Kreuz. —
Berufskdl Vorträge: Techn. Hochſchule, Hörſagl 396, abends
7.30 Uhr. — Reichsbund der Zivildienſtberechtigten,
Bürgerhof, abends 8 Uhr: Werbeverſammlung. —
Orangerie=
haus, von vorm. 8 bis nach. 6 Uhr: IV. Allg. mittel=ſüdd.
Ge=
flügelſchau. — Schloß=Café: Konzert. — Theaterfaal
Perkeo: Singſpielkonzerte. — Span. Bodega: Konzert. —
Haferkaſten; „Konzert — Café Rheingold: Konzert. —
Veinhaus Weißer Turm: Konzert. — Hotel Schmitz:
Unterhaltungsmuſik. — Frankf. Hof: Konzert. — Alte Poſt;
Konzert — Café Egenrieder: Konzert. — Café Hafſia:
Konzert. — Beſſunger Turnhalle: Konzert. —
Frank=
furt a. M., Feſthalle, nachm. 3 und 7 Uhr: Sarraſani’s Birkus=
Feſtſpiele.
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Kunſtſteinarbeiten.
Die Kunſtſteinarbeiten bei der
Er=
richtung eines Wohngebäudes am Woog
follen vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtr. Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Donnerstag, den
16. Dezember 1926, vorm. 10 Uhr,
einzureichen.
(st18062
Darmſtadt, den 7. Dez. 1926.
Städt. Hochbauamt.
Holzverſteigerung.
Am Montag, den 13. Dezembei
1926, von vorm. 9 Uhr ab, verſteigert
das unterzeichnete Amt auf dem
Grund=
ſtück Riedeſelſtraße 60 und anſchließend
auf dem Lazarettgrundſtück
Eſcholl=
brückerſtraße 27, mehrere Bäume auf
dem Stamm (Nutz= und Brennholz)
ge=
gen ſofortige Barzahlung an den
Meiſt=
bietenden. Die Bäume können vorher an
Ort und Stelle beſichtigt werden. (18226
Finanzamt Darmſtadt
(Liegenſchaftsverwaltung)
Aufwertung von
Spar=
guſcben.
Die Aufwertung der Sparguthaben
er=
folgt ohne weiteres, alſo ohne daß es eines
Antrages des Gläubigers (Einlegers)
bedarf.
Dagegen iſt der Anſpruch auf
Aufwer=
tung binnen einer am 31. Januar 1927
ablaufenden Ausſchlußfriſt anzumelden:
1. wenn die Aufwertung bereits
ausge=
zahlter Guthaben deshalb verlangt
wird, weil ſich der Gläubiger bei der
Annahme der Teiſtung (Zahlung) ſeine
Rechte vorbehalten hat, oder
2. wenn ein Guthaben von einer
Spar=
kaſſe auf eine andere Cparkaſſe
über=
wieſen worden iſt und der Gläubiger
dſeBherückſichtigungmit
demGoldmark=
betrag zur Zeit des Erwerbs der
For=
derung gegen die erſie Sparkaſſe
ver=
langt.
Die Friſt iſt eine Ausſchlußfriſi, ſodaß
bei ihrer Verſäumung der Anſpruch au
Aufwertung erloſchen iſt.
Die Anmeldung hat bei der Sparkaſſe
zu erfolgen, bei der das Guthaben jetzt
ge=
führt wird oder zuletzt geführt wurde.
Wir jordern unſere Einleger, falls ſie
einen der unter 1 und 2 erwähnten
An=
ſprüche geltend machen wollen, hiermit auf,
dieſe Anſprüche bis ſpäteſiens 31. Januar
1927 bei uns anzumelden.
Nähere Auskunft wird bei unſerer
Aut=
wertungsſielle (1. Stock) während der
üb=
lichen Kaſſenſtunden vorm. von 8” „—1 Uhr
und nachmittags von 3—4), Uhr bereit=
(St1727
willigſt erteilt.
Darmſtadt den 25. Nov. 1926.
Städliſche Sparkaſfe Darmſtadt.
Mit Sparen Taf! fängt der Wohlſtan
Darum:
Jede entbehrliche D un.
watk zur Sparkaſſe SPARER= 163
Am 1. Januar 1924 Perſonen 9810
„ 1. Januar 1925 „ 1. Januar 1626
14484 „ 1. Oezember 1926 —
18155 SPAREINHAGEN: 6900
Am 1. Januar 1924 Mark 1 2anar 1925
1600000 „ 1.Januar 1926 — 4630000 „ 1. Oezember 1926 — T680000
Städt. Sparkafſe Har (St.18262
mſtadt
Ansden Amrsverrändigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Pollzeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 araues Beſuchstäſchchen
mit 15 Mk. 1 Zwicker mit ſchwarz, Kordel.
1 Brille mit Futteral. 1 dunkle Hornbrille
mit goldenem Balken und runden Gläſern.
2 weiße Kinderpelzmützen. 1 gelbnollener
Schal. 1 Paar graue Damenhandſchuhe.
1 ſchwarze Schildmütze, 1 Zehnmarkſchein.
1 rote: Ledertäſchche mit 32 Mk. — Im
Landestheater, in den Monaten
Septem=
ber, Oktober und Nove ber
liegenge=
blieben: 2 Damenſchirme, 1 weiß,
Spitzen=
tuch. 1 Bürſtchen, 1 Haarſpange. 1
Leder=
beutelchen 1 grüner Beutel. 2 I.
Kämm=
chen, 2 kl Portemonnaies. 3
Operuglas=
futterale 7 Taſchentücher. 8 Paar
and=
ſchube. 1 Aufſteckkumm. 1 Portemonnaie.
Krabattennadel. 1 Kamnt mit
Sitber=
faſſung. 1 Bwicker in Futteral. 2 Gürtel,
3 Taſchentücher. 1 Paar Handſchuhe —
ugelaufen: 1 grauer Wolfshund Baſtard).
1 ſilbe grauer Schäferhund (oreſſiert)
NB. Tonnerstag, den 16. ds. Mts.,
vorm. 10 Uhr, findet auf Zimmer Nr. 16
im Polizeiamtsgebäude, Hügelſtr 31/3, die
Verſteigerung von überfälligen
Fundgegen=
ſtä den ſtatt U a. 1 große Partie Schlüſſel,
1 zweiräoriger Handwagen.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der Woche vom
11. Dez bis einſchließlich 18. Dez den
Nachtdienſt die Löwen=Apotheke,
Ballon=
platz 11, die Adlerapotheke,
Wilhelminen=
platz 17, die Hirſch=Apotheke, Nieder=
Nam=
ſtädterſtraße 21.
In unſer Handelsregiſter 4. wurde
heute eingetragen: a) bezügl, der Firma
Georg Staudt in Klein=Umſtadt: Die
Firma iſt erloſchen: b) das Geſchäft
unter der Firma Martin Hax III. in
Groß=Umſtadt iſt auf Georg Heinrich
Mar=
tin Hax I. daſelbſt mit ſämtlichen Aktiven
und Paſſiven übergegangen, dem Martin
Hax IIl. daſelbſt iſt Prokura erteilt.
Geſchäftszweig: Müllerei und Handel
mit Getreide und Müllereierzeugniſſen;
e) neueingetragen wurde: die Firma
Heinrich Wörner III. in Kleſtadt.
Dem Johannes Wörner III. ſowie deſſen
Ehefrau Joſefine, geb Kempel in
Klee=
ſtadt, iſt Prokura erteilt. (18223
Groß=Umſtadt, den 8. Dez. 1926.
Heſſ. Amtsgericht.
Faſel=Verſteigerung.
Dienstag, den 14. Dezember
1926, vorm. 10”, Uhr, wird in dem
Faſelſtall zu Meſſel ein gut genährter
Faſel an den Meiſtbietenden verſteigert.
Meſſel, den 8. Dez. 1926.
Heſſ. Bürgermeiſterei Meſſel.
Heberer. (18222
Perfauf on Ziegenhicken.
Mittwoch, den 15. Dezember ds.
Js., nachm. 3, Uhr, werden in der
Faſelhofreite der Gemeinde Eberſtadt
Schloßſtraße) 4 zur Zucht untangliche
Ziegenböcke
öffentlich an den Meiſtbietenden
ver=
ſteigert.
(18225
Eberſtadt, den 9. Dez. 1926.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Eleganter Pullover,
durchgemustert .....
Untertaille m Band
träger und Spitze.
Damen-Ta kemd
mit reicher Stickerei 1.90
Wäschestoffe
Hemdentuch, ca 80 cm breit, solide
Oualitäten
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Renforcé und Cretonne, ca 80 cm
breit, fein- u starktädg, Utr. 0.95, 0.75, 0.09
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gebleicht . . . . . . Meter 1.25, 0.95, 0.00
B-tt-Damast. 80 cm breit, mit
schönen Blumenmnstern Meter 1.15, 0.39
Bett-Damast, 130 cm breit, Blumen
und Streiten . . . . Ueter 1.95, 1.65, 1.10
Kaffoadecken
Mitteldecke
kariert oder
Blu-
menmnster 1.25 0.00
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Decken, kar.,
in verschiedenen
Größen, 2.25,1.75
Häaffee-
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Frans., 4.75, 3,75
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Decken, be
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Handtächerusw.
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18216
Nummer 343
Samstag, den 11. Dezember 1926
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Samstag, den 11. Dezember 1926
Nummer 343
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Griesheim, 9. Dez. Bei der am 1. Dezember ſtattgefundenen
Viebzählung wurden hier gezählt: 352 Pferde gegen 348 am 1.
Dezem=
ber 1925, 317 Stück Nindvieh (348); Schafe 4 (1); Schweine 1020 (945);
Ziegen 1396 (1570); Federvieh 9675 (8874). Einen bedeutenden Zuwachs
hat der Beſtand an Federvieh zu verzeichnen; er hat um 828 Stück
zu=
genommen, was wohl auf die lebhafte Tätigkeit des Kleintierzuchtvereins
zurückzuführen iſt.
H. Eberſtadt, 10. Dez. Gemeinderatsfitzung. In der
geſtrigen Gemeinderatsſitzung wurde vor Eitritt in die Tagesordnung
der an Stelle des verſtorbenen Gemeinderats Hermann Kramer
nachge=
rückte Kandidat Julius Fölſing vom Bürgermeiſter eingeführt und
durch Handſchlag an Eidesſtart verpflichtet. Der Beſchluß des
Finanz=
ausſchuſſes, an Hilfsbedürftige der Gemeinde eine Winterbeihilfe
zu gewähren, wird einſtimmig genehmigt. Für die Gewährung der
Bei=
hilfe kommen nach Maßgabe der Bedürfdigkeit und unter Berückſichtigung
der Kopfzahl der Familie in erſter Linie alle
Hauptunterſtützungs=
empfänger aus der Erwerbsloſenfürſorge in Betracht, die am Stichtag
(11. Dezember) mindeſtens zwei Wochen erwerbslos ſind. In die
Win=
terhilfsmaßnahme werden diesmal auch die Klein= und Sozialrentner,
für die im Vorjahre eine beſondere Hilfsakvion vorgeſehen war, ſowie
Ortsarme und ſonſtige Hilfsbedürftige einbezogen. Vorgeſehen ſind
fol=
gende Beihilfen: a) an Ehepaare 6 Mk., d) an einzelne Perſonen 5 Mk.,
c) für jedes unterſtützungsberechtigte Kind 1 Mk., jedoch nicht mehr wie
10 Mark pro Rate. Die erſte Rate ſoll noch vor Weihnachten, die zweite
im Januar, die dritte im Februar und die vierte im März 1927, und
zwar in Gutſcheinform, zur Auszahlung kommen. Die Koſten der
Win=
terbeihilfen werden mit einem Viertel durch den Bezirksfürſorgeverband
mit einem Viertel durch die Gemeinde und mit der Hälfte durch ein vom
Staat (Landesfürſorgeverband) gewährtes zinsloſes Darlehen gedeckt.
Für Eberſtadt kommen für die Gewährung der Beihilfe in Betracht:
383 Erwerbsloſe, 78 Sozialrentner 45 Kleinrentner und 17 ſonſtige
Hilfsbedürftige. Die durch die Hilfsaktion entſtehenden Aufwendungen
der Gemeinde belaufen ſich auf insgeſamt rund 3500 Mark. Der
Ge=
meinderat ſtimmt der Vorlage der Verwaltung zu, in Fällen, in denen
der Staat bei der Sonderſteuer einen Nachlaß gewährt, weil die
Frie=
densmiete nicht 5 Prozent des Friedenswerdes erreicht, auch bei der
Gemeindeſonderſteuer einen entſprechenden Nachlaß zu bewilligen. Die
Anlieferung von 150 Zentner Nußkohlen 2 wird dem Guſtav Weihe als
Wenigſtnehmenden übertragen. Dem Antrag der Gemeindebeamten auf
Gewährung einer Weihnachtsbeihilfe ſtimmt der Gemeinderat im
Prinzip zu. Für die Bemeſſung der Höhe ſollen die Grundſätze, wie
ſolche für die Reichsbeamten beſchloſſen werden, in Anwendung kommen.
Der Finanzausſchuß wird ermächtigt, endgültig und ſo zeitig das Weitere
feſtzulegen, daß die Auszahlung der Beihilfe noch vor Weihnachten
er=
folgen kann. Zu den bereits in letzter Sitzung vorgelegten
Berufungs=
anträgen gegen das Urteil des Kreisausſchuſſes vom 18. Oktober 1926,
betr. Klage des Karl Göhringer und Konſorten gegen den
Gemeinderats=
beſchluß vom 16. Auguſt 1926, betreffend die Anſtellung eines
beſoldeten Bürgermeiſters in der Gemeinde Eberſtadt,
be=
antragte Gemeinderat Dächert, die Anträge zu befürworten.
MMit Stimmengleichheit verfiel der Antrag der Ablehnung.
Ge=
meinderat Gärtner gab die Erklärung ab, die im Gemeinderat
vorhan=
dene Mehrheit für den beſoldeten Bürgermeiſter werde zu den
Beru=
fungsanträgen in den nächſten Tagen Stellung mehmen. Dies ſei bis zur
heutigen Sitzung wegen der Kürze der Zeit nicht möglich geweſen. Dem
Dr. Weide wird auf ſeinen Antrag ein Bauplatz in der Willenkolonie
unter den üblichen Bedingungen käuflich überlaſſen. In geheimer
Sitzung: Wohnungs= und Wohlfahrtsangelegenheiten und Steuer=
Stun=
dungsgeſuche. — Beerdigung. Am Donnerstag nachmittag
wurde unter großem Geleite der im beſten Alter verſtorbene Jean
Schäfer zu Grabe getragen. Dem Trauerzuge gingen ſeine
Klaſſen=
kameraden, der Geſangverein „Germania” und die Turngeſellſchaft E. V.
mit ihrem Tambourkorps voran. Die Grabrede hielt Pfarrer Paul.
Die Turnerſingmannſchaft der Turngeſellſchaft und der Geſangverei
„Germania” ſangen Grablieder. Es wurde eine Reihe von Kränzen
niedergelegt, darunter von der Firma Grünewald in Darmſtadt und
von den genanten Vereinen, wobei beſonders der Vorſitzende Roth der
Turngeſellſchaft die vielſeitige Wirkſcmkeit des Verſtorbenen hervorhob.
* Eberſtadt, 10. Dez. Samstagsveranſtaltungen. Am
Samstag abend treten der Muſikverein „Edelweiß” und der Zither= und
Mandolinenklub „Zitherkranz” Eberſtadt auf den Plan. Während
letz=
terer an dieſem Tage ſeinen di=sjährigen Familjenabend im Gaſthaus
„Zur Eiſenbahn” abhält, hält der erſtere im Saale „Zum Bergſträßer
Hof”, ein großes öffentliches Konzert bei vollbeſetztem Orcheſter
(30 Mam) ab — Wertzuwachsſteuer. Die vom hieſigen
Ge=
meinderat beſchloſſene Ortsſatzung über die Erhebung einer
Wertzuwachsſteuer, die vom heſſiſchen Innenminiſterium genehmigt
wor=
den iſt, liegt bis zum kommenden Montag auf der hieſigen
Bürger=
meiſterei zur Einſichtnahme auf.
* Pfungſtadt, 10. Dez. Genoſſenſchaftsgründung. Wie
verlautet, ſind hier Beſtrebungen im Gange, eine
Bauhandwerkergenoſſen=
ſchaft Pfnngſtadt ins Leben zu rufen. — Der Verkaufstag im
Ge=
meindeh us zugunſten wohltätiger Zwecke hat einen guten Verlauf
ge=
nommen.
* Ober=Ramſtadt, 10. Dez. Wie bekannt wird, hält der Turnverein
Ober=Namſtadt (D. T.) ſeinen diesjährigen Jahresball am 2.
Weihnachts=
ſeiertag im Saale „Zum Löwen” (Schneider) ab. Alsdann iſt für den
23. Januar im Saalbau Suppes ein Maskenball und für Sonntag, den
27. Februar 1927, im gleichen Lokal ein Kappenabend geplant. Auf dieſe
Veranſtaltungen ſei jetzt ſchon hingewieſen, damit die anderen hieſigen
Vereine bei Ausarbeitung ihrer Winterprogramme hierauf: Rückſicht
uehmen können. — In Ausführung der Wieſenpolizeiordnung für den
Kreis Darmſtadt fordert die Bürgermeiſterei in einer Bekanntmachung
alle Wieſenbeſitzer auf, die Grenzgräben ihrer Wieſen auszuheben,
Erd=
aushub, Hecken, Sträucher und ſonſtigen Unrat von den Wieſen bis
längſtens 15. März 1927 zu entfernen, andernfalls dieſe Arbeiten auf
Koſten der Sänmigen ausgeführt werden.
* Roßdorf, 10. Dez. Am kommenden Sonntag iſt hier ordentliche
Kirchenviſtation durch Herrn Dekan Weißgerber=Meſſel. Die vorige fand
vor ſechs Jahren durch den Superintendenten ſtatt. Nach dem
Vormit=
tagsgottesdienſt, in dem Kirchengeſangverein und Poſaunenchor
mit=
wirken wollen, iſt die Sitzung mit der Gemeindevertretung und den
Vor=
ſtänden der kirchlichen Vereine, nach dem Nachmittagegottesdienſt
(Jugendgottesdienſt mit Chriſtenlehre) die Sitzung mit dem
Kirchen=
vorſtand. — Im Gehöfte des Georg Peter Gunkel,
Schul=
gaſſe, iſt die Maul= und Klauenſeuche feſtgeſtellt worden. Die
erforder=
lichen Sperrmaßnahmen wurden angeordnet. — Am Sonntag, den
12. Dezember, abends 7¾ Uhr, findet im Gaſthaus „Zur Sonne” ein
Luſtipiel unter Leitung von Hans Ausfelder vom Heſſiſchen
Landes=
theater ſtatt. U. a. iſt der berühmte rheiniſche Komiker Theo Mager
vertreten. — Die Viehzählung am 1. Dezember hatte folgendes Ergebnis:
138 Pferde, 556 Stück Rindvieh, 890 Schweine, 704 Ziegen, 133 Gänſe,
58 Enten und 4142 Hühner.
Werſan i. O., 10. Dez. Sonntag, den 12. Dezember, nachmittags
4 Uhr und abends 8 Uhr, finden im Gaſthaus bei Lohnes
Kinovor=
führungen ſtatt, ausgeführt von der Heſſiſchen Kinobühne. Zur
Vor=
führung gelangen das ſpannende Liebesdrama „Verfehltes Leben”, in
ſechs intereſſanten Akten, für jung und alt ſehenswert. Außerdem ein
Luſtſpiel in höchſter Vollendung; Lachen ohne Ende.
— Pfaffenbeerfurth i. O., 10. Dez. Sonntag, den 12. Dezember,
abends 8 Uhr anfangend, veranſtaltet das Harmonie=Orcheſter
Darm=
ſtodt (Leitung: Kammervirtuoſe Louis Kümmel) im Saalbau Hönig ein
Konzert, welches Freunden und Gönnern guter Muſik ſehr zu
empfehlen iſt.
* Lindenfels i. O., 7. Dez. Bei der geſtern hier ſtattgefundenen
Treibfagd wurden von 35 Jägern nicht weniger als 22 Haſen zur
Strecke gebracht. Gewiß ein ſchönes Reſultat in einem Hegering, bei
einem Komplex von ungefähr 1200 Morgen.
Hirſchhorn a. N., 10. Dez. Waſſerſtand des Nechars am 9. Dez.:
0,75 Meter, am 10 Dez.: 0,76 Meter.
* Von der Bergſtraße, 9. Dez. Guter Tropfen. Nach den
bis jetzt gemachten Erfahrungen entwickelt ſich der diesjährige Wein,
be=
ſonders was den Edelwvein betrifft, zu einer ausgezeichneten
Qualität, die den 1921er ſogar noch übertrifft. Der Akoholgehalt
erreicht zivar nicht die Höhe des 1921er, aber die Zuſammenſetzung der
einzelnen Stoffe des „Neuen” muß hinſichtlich ihres Verhältniſſes
zu=
einander ſowie auch namentlich hinſichtlich des Aromas und Buketts
als geradezu ideal bezeichnet werden. Der „Bergſträßer” hat alſo auch
dieſes Jahr wieder ſeinen alten Ruf behauptet.
* Zwingenberg, 9. Dez. Der Gemeinderat hat in ſeiner letzten
Sitzung die Wieſenpacht für die drei nächſten Jahre um 20 Prozent
herabgeſetzt. Dieſe Preisermäßigung erfolgte auf Grund der
geſunke=
nen Heupreiſe und der weniger günſtigen wirtſchaftlichen Lage der
Land=
wirte. — Das Konzeſſionsgeſuch des Ph. May zum Betriebe einer
Wirt=
ſchaft wurde von dem Gemeinderat abgelehnt, indem die
Bedürfnis=
frage verneint wurde. 19 Wirtſchaften ſind nach Anſicht eines Teiles
des Geminderats für Zwingenberg genug.
* Heppenheim a. b. B., 9. Dez. Errichtung eines
Ehren=
denkmals für die Gefallenen des Weltkriegs.
Anläß=
lich des Volkstrauertages hatte Herr Bürgermeiſter Schiffers die
Be=
hörden und Vertreter der Vereine zu einer Beſprechung zwecks Errichtung
eines Ehrenmales für die Gefallenen eingeladen. Der Einladung wurde
zahlreich gefolgt. In ſeiner Begrüßungsrede kam Herr Bürgermeiſter
Schiffers darauf zu ſprechen, daß auch die Stadt Heppenheim ſo bald wie
möglich ihren gefallenen Helden ein dauerndes Gedenken durch
Errich=
tung eines Ehrendenkmals ſichern müßte, denn nicht nur Trauerfeiern
ſollen die Helden ehren, ſondern die innere Geſinnung verlange auch ein
außeres Zeichen. Zum Schluß bat er alle Vereine, doch dafür mit zu
ſorgen, daß das geſetzte Ziel recht bald erveicht werden könnte. Darauf
dankten Herr Kreisdirektor Pfeiffer und Herr Kautzmann dem Herrn
Bürgermeiſter, daß er die Frage wieder aufgegriffen hat und forderten
ebenfalls von den Vereinen Hilfe. Darauf wurde ein engerer Ausſchuß
gewahlt. Neben dem Vorſitzenden, Herrn Bürgermeiſter Schiffers,
wur=
den noch folgende Herren gewählt: die Stadtverordneten Arnold, Hinkel
und Giegrich, letzterer gleichzeitig als Vertreter der Sportvereine. Ferner
Herr Landwirtſchaftsrat Dr. Schül als Vertreter des Kriegervereins, Herr
Oberlandmeſſer Kautzmann als Vertreter des Reichsbundes der K.=B. und
K.=H., Herr Philipp Maier als Vertreter der Geſangvereine und Herr
W. Vollrath als Vertreter der Arbeitnehmerverbände. Daruf wurde
die Verſammlung geſchloſſen. An den Vorſitzenden des
Arbeitsaus=
ſchuſſes wurden durch den Männergeſangverein 1843 ſchon 38 Mark
über=
wieſen, welche bei einer Veranſtaltung des Vereins durch Tellerſammlung
eingingen. — Wochenmarkt. Die Dienstags und Freitags in jeder
Woche in Heppenheim ſtattfindenden Wochenmärkte beginnen während
der Wintermonate ab Freitag, den 10. Dezember, um 8.30 Uhr vorm.
— Kreisausſchußſitzung. Auf der am kommenden Dienstag im
hieſigen Kreisamtsgebäude ſtattfindenen öffentlichen Kreisausſchußſitzung
werden bei der Tagesordnung folgende Punkte behandelt: 1. Geſuch um
Errichtung eines Kaffewirtſchaftsbetriebs mit Ausſchank von Wein von
Michael Dangelmeyer=Mörlenbach; (2. Klage der Viernheimer
Orts=
bürgervereinigung der Allmendierten gegen den Beſchluß des
Viern=
heimer Gemeinderats vom 19. Februar 1926. — Am Montag erſchoß
ſich der in gutem Anſehen ſtehende Telegraphenleitungsbauführer M.
in einem Anfall von Schwermut.
* Aus dem Kreiſe Heppenheim, 9. Dez. Hundeſteuer. Das
Kreisamt weiſt die Bürgermeiſtereien des Kreiſes darauf hin, daß die
für das Jahr 1926 gültigen Beſtimmrngen über die Erhebung der
Hunde=
ſteuer auch für das Jahr 1927 unverändert zur Anwendung kommen.
Die Bürgermeiſtereien werden zugleich beauftragt, die Hundeſteuerſätze
für 1927 durch Gemeinderatsbeſchluß alsbald feſtzuſetzen und dem
Kreis=
amte ſpäteſtens bis zum 1. Januar 1927 mitzuteilen.
a Lorſch, 9. Dez. Bau= und Siedlungsgeſellſchaft.
In einer Mitgliederverſammlung der Bau= und Siedlungsgeſellſchaft
wurden 15 neue Intereſſenten aufgenommen, ſo daß die hieſige
Orts=
gruppe jetzt 50 Mitglieder zählt. Auch haben die in der Verſammlung
anweſenden Bauhandwerker ihren Beitritt erklärt.
* Lampertheim, 10. Dez. Demnächſt werden wieder einige Straßen
mit Enwäſſerungskanälen verſehen. Die Bürgermeiſterei hat deshalb
die Lieferung von ca. 1070 Ifd. Meter Stampf= und ca. 230 lfd. Meter
Eiſenbetonröhren ausgeſchrieben. Angebote ſind bis zum 15. ds. Mts.,
vormittags 11 Uhr, einzureichen und können Angebotsformulare durch
die Bürgermeiſterei bezogen werden. — Weil er eine Strafe wegen
Liebelei zu erwarten hatte, iſt letzten Sonntag ein Schüler aus Berlin
entlaufen und mit dem Schnellzug bis Mannheim gefahren. Zuvor hatte
er ſich 50 Mark elterliches Geld angeeigner. Von Mannheim gelangte
er Montag abend hierher und wurde mittellos durch die Polizei
auf=
gegriffen. Dieſe nahm ihn in Schutzhaft, und er gab zunächſt an,
Kauf=
mannslehrling zu ſein. Durch ſeine Eltern iſt nun der Liebende
wieder abgeholt worden.
Groß=Gerau, 10. Dez. Die Hundertjahrfeier der
Be=
zirksſparkaſſe Groß=Gerau wird am 11. Dezember gefeiert
werden. Zu der Feier wird auch das heſſiſche Minäſterium einen
Ver=
treter entſenden. Die Sparkaſſe hat aus Anlaß ihres Jubiläums
be=
ſchloſſen, bedürftigen vermögensloſen Perſonen mit geringem oder
kei=
nem Einkommen über 65 Jahre, und ſolchen, deren körperlicher Zuſtand
dem Verfall entgegengeht, auf Antrag den Aufwertungsbetrag ihrer
Einlagen in Monatsraten von nicht über 100 RM. anſtatt im Jahre
1932 ſchon jetzt zu zahlen, ohne daß ein Abzug von Zwiſchenzinſen
ſtatt=
findet. Ferner hat die Kaſſe in den Schulen der 29
Garantiegemein=
den den Schülern ein Aufſatzthema über den Wert des Sparens geſtellt.
Die beiden beſten Arbeiten in jeder Schulklaſſe werden von der
Spar=
kaſſe mit einem Sparbuch über 3 Mark ausgezeichnet. —
Kandi=
datenrede. Dieſer Tage ſtellte ſich in einer öffentlichen
Verſamm=
lung der zweite Bürgermeiſterkandidat, Dr. Koch aus Jena, der
hieſi=
gen Einwohnerſchaft in einer längeren Rede vor. Der Kandidat legte
in einer zweiſtündigen Rede ſeine kommunalpolitiſchen Ziele dar und
machte viele bemerkenswerte Ausführungen. — Unglücklicher
Schuß. Bei einer Jagd in der Gemarkung Wallerſtädten traf ein
Jäger ein Pferd auf dem Felde ins Naſenbein.
Groß=Gerau, 10. Dez. Das Jahresfeſt und
Kreisverbands=
feſt der evangeliſchen Mädchenvereine im Kreiſe Groß=Gerau findet am
kommenden Sonntag ſtatt. Feſtprediger iſt Landesjugenpfarrer v. d. Au.
r. Rüſſelsheim, 9. Dezember. Infolge des ſchlechten
Geſchäfts=
ganges hat ein hieſiger Geſchäftsmann ſeinem Leben durch Erhängen
ein Ende gemacht. Er hinterläßt Frau und drei minderjährige Kinder.
* Weiterſtadt, 10. Dez. Einbruch. Ein junger Mann verübte
in einer der letzten Nächte einen Einbruchsdiebſtahl in einer hieſigen
Gaſtwirtſchaft und Metzgerei. Er wurde in Groß=Gerau feſtgenomen.
Die Unterſuching ergab, daß es ſich um einen jungen Mann aus
Rhein=
heſſen handelt.
* Langen, 10. Deg. Autounfall. Das Auto einer hier
gaſtie=
renden Theatergeſellſchaft geriet zwiſchen Langen und Sprendlingen
in=
folge Verſagens der Steuerung in den Straßengraben und ſchlug um.
Drei Inſaſſen wurden verletzt.
* Offenbach, 10. Dez. Der älteſte hieſige Geſangverein, der
Sänger=
verein, kann in dieſem Jahre auf ein 100jähriges Beſtehen
zu=
rückblicken. Er wurde im Jahre 1926 gelegentlich einer Wanderung auf
den Feldberg (Taunus) von 15 wander= und ſangesfrohen Offenbachern
gegründet und hat im Laufe eines Jahrhunderts Glieder aus faſt allen
und erſten Familien unſerer Stadt zu ſeinen Mitgliedern gezählt.
Un=
ter ſeinen Gründern waren allein fünf Männer der bekannten
Muſiker=
familie André, die noch heute Inhaber eines Muſikverlags in der hieſigen
Domſtraße iſt. Der Gründer dieſes Verlags, Johann André, vertonte
bekanntlich das Rheinweinlied „Bekränzt mit Laub den liebevollen
Becher.‟ Sein Großvater war als Hugenotte aus Südfrankreich
einge=
wandert. Die Jubelfeier des Vereins wurde am 1. Dezember mit einem
Feſtkonzert im Saalbau zu Frankfurt eingeleitet, da hier kein geeigneter
Saal für einen ſolchen Zweck zur Verfügung fteht. Am vergangenen
Samstag fand hier die akademiſche Feier ſtatt, und den Abſchluß des
Feſtes machte eine Ausſtellung, veranſtaltet vom Muſiverlag André. Sie
iſt bis nächſten Sonntag einſchließlich zugänglich und enthält viele
Erin=
nerungen aus Offenbachs klaſſiſcher Zeit, die Urkunden des
Jubel=
vereins, ſoweit ſie noch vorhanden ſind, ſeine älteſte Fahne, Urſchriften von
Tondichtungen Bachs, Haydns und Mozarts, Bildniſſe der Familie
André, die mit dem Verein ſo innig verwachſen iſt, eine franzöſiſche
Bibel, die der erſte André als einziges Gut aus ſeiner alten Heimat
mitbrachte, einen Flügel aus dem Jahre 1820 uſw. Gar manches
Müt=
terchen wird wieder jung, wenn es in den Vortragsordnungen früherer
Konzerte blättert, in denen es als junges Mädchen einſt im Chor
mit=
ſang. Der Verlag André ſelbſt verlegt ſeine Geſchäftsräume am Schluß
dieſes Jahres aus der ziemlich geſchäftsſtill gewordenen Domſtraße in
die Frankfurter Straße, zwwiſchen Markt und Kaiſerſtraße, die heute ſo
recht mitten im Geſchäftsviertel liegt.
Rheinheſſen.
* Worms, 10. Dez. Bunter Abend des Arbeitsamtes.
Die neueſte Errungenſchaft auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege iſt ein
Bunter Abend geweſen, den das ſtädt. Arbeitsamt im Mozartſaal des
Feſthauſes beranſtaltete. Der ſozialdemokratiſche 2. Bürgermeiſter, Herr
Schulte, iſt vermutlich der Vater des Gedankens. Die Beſucher des
Abends ſetzten ſich außer einigen Ehrengäſten, zum größten Teil aus
den eingeladenen Erwerbsloſen und Schülern der Fortbildungsſchulen
zuſammen. Einige der Anweſenden faßten das Ganze mehr als Ulk
auf, dazu war aber der erſte Teil des Programms doch zu wertvoll. Das
Wormſer Konzertorcheſter ſpielte, Frau May=Walter, eine Wormſer
neuen, aufklärenden Stoff zu bieten. Dadurch war dem an und für ſich
nüht ſchlechten, weil erzieheviſchen Grundgedanken nicht recht gedient und
es dürfte in dieſer Beziehung für die beabſichtigten weiteren derartigen
Abende eine, ſorgfältigere Sichtung des Materials am Platze ſein. —
Der Kaufm. Verein brachte vorgeſtern einen
Lichtbildervor=
trag „Von Meer zu Meer” des Herrn Prof. S. Lus=Prag, der in
feſſeln=
der Weiſe in zweiſtündigen Ausführungen über eine Reiſe durch die
Vereinigten Staaten von Amerika berichtete. Der Saal des
Cornelia=
nurms war gur beſucht und reicher Beifall dankte dem Redner. — Der
Treppenſtreit in Bechtheim bei Wovms, der auf der Tagung
des Kreisausſchuſſes verhandelt wurde, iſt wiederum nicht entſchieden
worden, ſondern es ſoll an Ort und Stelle nochmals eine friedliche
Einigung verſucht werden. Der Streit, de= mit derſelben Erbitterung
geführt wird, wie der frühere Glockenſtreit in Bechtheim, der über zehn
Jahre währte, iſt entſtanden um einige Treppenſtufen, die in die 4 Meter
breite Sackgaſſe, die zur dortigen katholiſchen Kirche führt, hineinragen.
Die Kirchenbehörde verlangt deren Beſeitigung, was die Gemeinde
ab=
ehnt. Auf Anregung des Bechtheimer Bürgermeiſters wird nochmals
die ſtrittige Stelle beſichtigt, wobei mau hofft, zu einer Einigung zu
kommen. — Waſſerwerk. Die Stadt Worms hat wit der
reihts=
rheiniſchen Gemeinde Lampertheim einen Vertrag abgeſchloſſen, wonach
das Wormſer Waſſerwerk für die Folge Lampertheim mit Waſſer
ver=
ſorgt. Der dordige Bedarf von etwa 250 000 Kubikmeter wird durch
Worms billiger geliefert, als wenn Lampertheim ſich ein eigenes Werk
baut.
g. Oppenheim, 10. Dez. Am 14. Dezember 1926 findet in der
Heb=
ammehlehranſtalt i Mainz eine Verſammlung des Hebammenvereins
für den Kreis Oppenheim ſtatt.
M. Bingen, 10. Dez. Vorgeſtern fand in Bingen eine Naturwein=
Ver=
ſteigerung des Vereins der Naturwein=Verſteigerer in Heſſen (Verband
Deutſcher Natuvwein=Verſteigerer) ſtatt, und zwar handelte es ſich um
64 Nummern 1925er und 1921er Faß= und Flaſchenweine aus dem
Wein=
gute des Binger Winzervereins. Das ganze Angebot, das aus Weinen
aus Lagen der Gemarbungen Bingen, Dromersheim, Kempten und
Büdesheim ſich zuſammenſetzte, fand reſtlos zu zufriedenſtellenden Preiſen
Nehmer. Dabei geſtaltete ſich der Geſchäftsgang lebhaft und flott. Für
die Naturreimheit der Weine (mit Meßweinbeſtätigung) wurde
ausdrück=
lich Gewähr geleiſtet. Es koſteten 60 Halbſtück 1925er Binger
Roſen=
garten Klaret 720, 720, Schloßberg=Schwätzerchen Klaret 720,
Dromers=
ſeimer Berg Geig 630, 630, Binger Rochusberg 660, 560, 710 710, 690,
390, Roſengarten 740, 710, 710, 710, 700, 700, 690, 760, Schloßberg=
Schwätzerchen 760, 740, 740, 760, 750, 740, 740, 720, 720, 840, 730, 760,
50, Desgl. Spätleſe 900, Rupertsberger Mühe 820, 820, 780,
Ruperts=
ſerger Eliſenberg 770, Obere Eiſel 760, 760, Rochusweg St. Joſef 780,
Desgl. Riesling 810, Mittelpfad 850, Desgl. Riesling 860, Mainzerweg
970, 920, Desgl. Riesling 960, 920, Desgl. Riesling Spätleſe 930, 960,
Untere Eiſel, feine Spätleſe 1340, Kempter Treffelsheim 740, 740,
Rhein=
berg 1000, Desgl. Spätleſe 1170, Büdesheimer Oſterberg 840, 810, Desgl.
tiesling 910, Ackere 810, Oſterberg=Mauspfad 800, 870, zuſammen 47 450
Mark, durchſchnittlich das Halbſtück 791 Mark. Für 800 Flaſchen 1921er
Binger Schloßberg=Schwätzerchen wurden je Flaſche 3,10, zuſammen
2480 Mark, für 400 Flaſchen Büdesheimer Oſterberg=Mauspfad je Flaſche
3,40 Mark, und 400 Flaſchen Desgl. je Flaſche 3,60 Mark, zuſammen
2800 MMark, insgeſamt für 1600 Flaſchen 5280 Mark, durchſchnittlich die
Flaſche 3.30 Mark, erlöſt. Geſamterlös 52 730 Mauk ohne Fäſſer und
wit den Flaſchen.
Oberheſſen.
* Bab=Nauheim, 10. Dez. Die Stadtverordnetenſitzung lehnte die
Errichtung eines Elternbeirats für die Volksſchule ab,
nachdem ſich Schulleitung und Schulvorſtand gegen die Notwendigkeit
eines Elternbeirats ausgeſprochen hatten.
WSN. Gießen, 10. Dez. Das Problem der
oberheſſi=
ſchen Gasfernverſorgung. Geſtern nachmittag fand hier
un=
ter dem Vorſitze des Provinzialdirektors Graef und in Anweſenheit von
Vertretern des heſſiſchen Innen= und Finanzminiſteriums eine Beratung
über das Problem der Gasfernverſorgung ſtatt. Die an dieſer Frage
intereſſierten Städte und Landgemeinden wohnten der Sitzung
gleich=
falls bei, ebenſo je ein Vertreter des heſſiſchen Städtetages und des
heſſiſchen Landgemeindetages. Nach einem Referat des Provinzialrats
Wolf und einer gründlichen Ausſprache ſchloſſen ſich die oberheſſiſchen
Kommunalverwaltungen zum Zwecke der nachdrücklichſten und
gemein=
ſamen Wahrung ihrer Intereſſen zuſammen und beſtellten eine
Kommiſ=
ſion, die mit den beiden anderen heſſiſchen Provinzen Fühlung halten
und die vorbereitenden Arbeiten aufnehmen ſoll.
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mir während meiner früheren
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bitte ich auch meinem neuen
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 343
Samstag, den 11. Dezember 1926
Geite 9
* Aus Oberheffen, 10. Dez. In Wallernhauſen wurde ein
Holzhauer durch einen umſ
ichwer verletzt. — Bei dem
egleichen Orte überfiel ein Stromer, der ſich hinter einer Hecke verſteckt
egehalten hatte, eine Bauersfrau, die mit ihrem Kinde daherkam. Das
Kind lief ſchreiend davon, und bald kamen Leute zu Hilfe, worauf der
*Wegelagerer die Flucht ergriff. — Die Stadt Hungen faßte den
eſchluß, ein Gefallenen=Ehrenmal zu errichten. Das Denkmal ſoll ſeinen
SPlatz gegenüber der neuen Schule erhalten und nach einem Entwurf des
Srchitekten Schmidt, einem Sohn Hungens, ausgeführt werden. — Der
Geſangverein zu Nonnenroth feiert im nächſten Mai ſein golde=
Enes Jubiläum, verbunden mit dem Bundesfeſt des Sängerbundes
„Chattia”. — Dem Vogelsbergſtädtchen Gedern hat das heſſiſche
SMiniſterium ein neues Wappen verliehen, welches zwei rotfarbige Fiſche
rim ſilbernen Felde darſtellt. — In Großen=Linden wurde die
ſo=
enenannte Univerſitätsmühle, die einen Wert von 80 000 Mark
präſen=
ttiert, zwangsweiſe für 30000 Mark verkauft. Käuferin blieb die
Be=
zirksſparkaſſe „Mathildenſtift” Butzbach. — Die Gemeinde Ober=
*Ohmen will eine eigene Badeanſtalt errichten, an welche auch
Nup=
twertenrod und Groß=Eichen angeſchloſſen werden können. — Der
Real=
lehrer Levy zu Gießen, der über 50 Jahre im heſſiſchen Schuldienſt
Fſtand, feierte ſeinen 80. Geburtstag. — In Rudingshain
wurde mit umfangreichen Meliorationsarbeiten in der Gemarkung
be=
gonnen. — In Ober=Schmitten kann die Weihnachtsſparkaſſe an
ihre Mitglieder 10 200 Mark Spareinlagen auszahlen.
* Laubenbach, 7. Dez. An der badiſch=heſſiſchen Grenze liegt ein
Ge=
biet, das infolge der Niederung ſtark unter Verſumpfung zu leiden
hatte. Dieſes Gebiet zu entwäſſern, iſt ei Projekt, das bereits über
200 Jahre ſchwebt und nun, dank dem Zuſammenſchluß der Gemeinden
Weinheim, Hemsbah, Sulzbach und Laudenbach zu einer
Entwäſſerungs=
genoſſenſchaft, verwirklicht wurde. Geſtern fand in Gegenwart des
Herrn Landrats Dr. Pfaff aus Weinheim, des Herrn Oberbürgermeiſters
und einigen Vertretern der Sradt Weinheim, den Herren Bürgeymeiſtern
der beteiligten und benachbarten Gemeinden, ſowie des Herrn
Bau=
rats Honikel vom Kulturbauamt Heidelberg und vielen Intereſſenten
in ſchlichter Feier die Uebergabe der Entwäſſerungsanlage an die
Ge=
noſſenſchaft ſtatt. Aus den Worten des Herrn Baurats Howikel war
zu entnelmen, daß durch dieſe Anlage ein Gebiet von etwa 1200 Hektar
entwäſſert und ſomit ertragreicher gemacht wird. In vielen
kilometer=
langen, über das ganze Gebiet verzweigten Gräben wird das Waſſer
nach dem Hauptſammelgraben zu dem Schöpfwerk geleitet und von dieſem
nach der Weſchnitz gepumpt. Das Pumpwerk, von der Firma Eſcher,
Wyß u. Co. in Ravensburg geliefert, iſt mit zwei vertikalachſigen,
lang=
ſam laufenden Zentrifugalpumpen mit direkt zuſammengebautem
verti=
kalen Antriebsmotoren von den Siemens=Schuckert=Werken, Bureau
Mannheim, ausgeſtattet und in der Lage, zuſammen etwa 860
Sekunden=
liter Waſſer nach der Weſchnitz zu heben, ſo daß wohl für alle Zeiten
eine Ueberflutungsgefahr des Weſchnitz=Nord=Gebiets beſeitigt ſein
dürfte. Die Anlage iſt auf das modernſte ausgeſtattet und hat
vollkom=
men automatiſchen Betrieb. Die Antriebsmotoren werden durch
Selbſt=
anlaſſer mit Schwimierbetätigung bei einer gewiſſen Waſſerſpiegelhöhe,
die beliebig eingeſtellt werden kann, an= und abgeſtellt. Das
Pumpen=
haus mit ſeinen verhältnismäßig kleinen Abmeſſungen machte auf alle
Teilnehmer den beſten Eindruck, und man hörte darüber auch nur Worte
des Lobes für die Erbauer. Infolge der verhältnismäßig geringen
Tourenzahl der Pumpen bietet die Anlage die beſte Gewähr für
abſo=
lute Betriebsſicherheit. In der daran anſchließenden kleinen Feier in
Laudenbach wurde von allen Rednern die große Freude über das gute
Gelingen dieſes Kulturwerkes zum Ausdruck gebracht und denen herzlichſt
gedankt, die ſich beſonders verdient gemacht haben. Die Mittel für den
Bau des Werkes wurden teilwoiſe durch Staatszuſchüiſſe, durch Zuſchuüſſe
aus der Erwerbsloſenfürſorge und aus bölligen Darlehen aufgebracht
und die weitaus größten Arbeiten durch Erwerbsloſe ausgeführt.
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Seite 10
Gamstag, den 11. Dezember 1926
Nummer 343
Statt besonderer Anzeige.
Hm8. Dezember entschlief sanft nach schwerem
Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und
Grossvater
Prroatten von Haunter
Generalmajor a. D.
In tiefer Trauer:
Jula von Wachter, geb. Reinhart
Elisabeth Wittich, geb. von Wachter
Fritz von Wachter
Georg von Wachter
Jula von Wachter
W. R. Wittich
4 Enkelkinder.
Die Beisetzung fand auf Wunsch des Entschlafenen in der
Stille statt.
(18272
Todes= anzeige.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute entſchlief unſer lieber Vater
Atfter Preufcen
Geheimer Forſtrat i. R.
ſanft dem Herrn.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Alfred Preuſchen.
Groß=Umſtadt, den 9. Dezember 1926.
(*32474
Die Einſegnung findet im Sterbehaus zu Groß=Umſtadt (
Wam=
bolt’ſches Schloß) Sonntag 12‟/, Uhr und die Beiſetzung in Lengfeld
um ½2 Uhr ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen wolle man gütigſt abſehen.
Statt Karten.
Todes=Anzeige.
Am 9. Dezember verſchied uach kurzem, ſchweren
Krankenlager unſere liebe, treubeſorgte Mutter,
Groß=
mutter und Tante
Frau Julie Lahr
geb. Krauſe
Witwe des Amtsgerichtsdirektors Geheimrat Dr. Lahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
A. Hermann Lahr
Dr. Hellmuth Lahr.
Darmſtadt, den 9. Dezember 1926,
(18214
Riedeſelſtr 70 I.
Die Beiſetzung findet in aller Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
Heute früh entſchlief ſanft nach lungem, ſchweren
Leiden mein geliebter Mann, der ebev ille Vater unſeres
Kindes, unſer lieber, guter Ec wi=gerſohn, Bruder,
Schwager und Onkel
Herr Hans Hoffmann
Buchdruckereibeſitzer
im 58. Lebensjahre.
(18250
Im Namen der Hinterbliebenen:
Charlotte Hoffmann, geb. Springer.
Frankfurt a. M.=Preungesheim, 8. Dezember 1926.
Niemandsſeld 10.
Die Beerdigung findet ſtatt: Samstag, 11. Dezember
1926, nachm. 1 Uhr, auf dem Preungesheimer Friedhof.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
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Dankſagung.
Statt Karten.
Allen, die uns beim Heimgang
unſeres lieben Entſchlafenen ihre
treue Teilnahme gezeigt haben,
herz=
lichen Dank.
Für die
trauernden Hinterbliebenen:
Anna Schorlemmer Bwe.
geb. Waldvogel.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1926
Keirck
3247
Dankſagung.
Für die vielen Bewe ſe aufrichtiger
Teilnahme beim Hinſcheiden meines
lieben Mannes ſage ich iermit
her=
lichſten Dank. Ganz beſonders danke
ich für die überaus zahlreichen Kranz=
und Blumenſpenden, ferner Herrn
Dekan Knodt für d etroßireichen Worte
am Grabe, dem Lehrerkollegium, der
Gemeinde Groß=Zimmern und den
Gemeindebeamten, für die ehrenden
Worte und die Kranzni derlegungen
Frau Gertrude Palmy Bwe.
Groß=Zimmern, 11. Dez 1926.. (18258
Am 8. Dezember verſchied nach
ſchwerem, mit ſeltener Energie
getragenem Leiden
der Generalmajor a. 9.
driy v. Sachter.
Er hat dem alten, gelben
Re=
giment ſeit ſeinem Dienſtantritt
angehört und war mit demſelben
durch Familientradition
ver=
wachſen.
Wir werden dem alten, lieben
Kameraden ein treues Andenken
bewahren. Er wird unter uns
unvergeſſen bleiben. (18176
Für die Offizier=Vereinigung
des ehem. Inf.=Regts. Prinz Karl
Nr. 118
Krauſe
General=Leutnant a. D.
Darmſtadt, den 9 Dezember 1926.
Todes=Anzeige.
Heute mittag entſchlief ſanft
nach langem ſhweren, mit großer
Gedu d ertiagenem Leiden meine
ließe Frau, unſere gute Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
geb. Gebhardt
im 54. Lebensjahr.
Darmſtadt, 10. Dezember 1926.
Mauerſtraße 32.
Im Namen d. trauernd. Hinterbliebenen:
Gottlieb Rügner nebſt Kinder
Die Beerdigung findet Montag,
den 13. Dezember, nachm. 3½, Uh"
von der Kapelle des Waldfried=
(18278
hofes aus ſtatt
Todes=Anzeige.
Heute Nacht entſchlief ſanft
nach langem ſchweren Leiden
unſere gute Mutter,
Schwieger=
mutter, Großmutter und Tante
Frau
Anna Katharine
Dreieicher
geb. Fiſcher
im Alter von 72 Jahren. ( 324 5
In tiefer Trauer:
Konrad Dreieicher IV.
Auguſt Dreieicher und Familie
Georg Dreieicher und Kinder
Heinrich Dreieicher und Familie.
Roßdorf, den 9. Dez. 1926.
Die Beerdigung findet Sonntag,
den 12 Dezember, nachmittags
2½ Uhr, vom Trauerhauſe in der
Ober=Rimſtädterſtr. 36 aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzl.
Teil=
nahme bei dem Hinſcheiden unſerer
lieben Entſchlafenen, ſowie für die ſo
überaus zahlrei hen Kranz= und
Blu=
men penden ſprechen wir unſeren
innigſten Dank aus. Beſonders danken
wir Herrn Kaplan Enſinger für die
Spendung der Sakramente und
troſt=
reichen Worte, den ehrw katholiſchen
Schweſtern für die liebevolle Pflege,
den Kameraden des II Pol=Bezirks
für die Kranzſpende, ſowieden
Sanges=
brüdern für die Kranzniederlegung.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Gottfr. Lebherz
Pol.=Wachtmeiſter
und Kind Hermann.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1926
Karlsſtraße 34.
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Für die zahlreichen Glückwünſche und
Geſchenke die uns anläßlich unſerer
ſilbernen Hochzeit und Verlobung
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teil wurden, ſprechen wir auf dieſem
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Seite 12
Samstag, den 11. Dezember 1926
Nummer 343
Der Schalk im Spiegel der
Odenwälder Volkspoeſie.
Von Hans Otto Becker.
Richts ſpiegelt wohl den Volkscharakter beſſer wider als die
Poeſie des Volks, ſei es jetzt das Volkslied oder Kinderreime und
Sprüche oder was ſonſt unſer Volk in ſeiner frohen Laune ſchafft.
Auch unſer heimatlicher Odenwald bietet uns in dieſer Hinſicht
wieder manche ſchöne Probe ſchalkhaften Volkstums.
Die liebe Jugend hat ihre Freudentage an Neujahr, Faſtnacht
und Oſtern. Da ſind alte Reime im Brauche, die von den
Kin=
dern angeſagt werden in der Erwartung einer nahrhaften Spende.
So wird im Neujahrstage geſagt:
„Ich wünſch euch ein glückſeliges neues Johr
E Bretzel wie en Scheuertor,
Ein Lebkuche wie ein Tiſch,
Daß ihr auch wißt, daß Neujohr iſch.”
Faſtnacht wird geſungen:
„Heut iſt die liebe Faſtenacht,
Da hab’ ich mir recht wohl bedacht,
Da habe’ ich mir e Keez gemacht,
Da gebt mir auch e Kreppel ’nei,
Es braucht nit grad’ e gel” zu ſei,
Die ſchwarze wolle aach geſſe ſei.”
m bayeriſchen Odenwald ſingen die Kinder:
„Ei du liebe Faſſelnacht,
Ei du liebe Zeit,
Mei Mutter kocht Kartoffelſchnitz,
Mer magnt, ſie wär' nit geſcheit.”
Die Dieburger Jugend ſingt ein langes Faſtnachtslied, dem
Originalität nicht abzuſprechen iſt:
„Wenn’s Faſtnacht is, wenn’s Faſtnacht is,
Dann ſchlacht mein Vadder en Bock,
Und wenn mei Mutter tanze geht,
Dann bambelt ihr der Rock,
So hat ſie noch kein Rock gehabt,
Der ſo gebambelt hat.”
Dann folgt ein ſinnloſes Aneinanderreihen von allerlei Dingen,
wie die Lichtputzſcheer’, dem Storch ſein Schnawwel, das
Wagen=
rad mit entſprechenden ſinnloſen Reimen, bis am Ende das
„Preislied” kommt: „O du ſchöne, wunderſchöne Faſtnachtszeit”.
Auf die Faſtnachtszeit folgt das Oſterfeſt mit ſeinen Freuden.
In den letzten Tagen vor dim Feſte ſingt die Odenwälder
„ugend:
„Summer, Summer, Majer,
Die Hinkel laije die Ajer,
De Gickel frißt de Speck,
Gebt mer e Aik odder e Stück Speck,
So geh’ ich gleich für eirer Haustür eweg.”
Daß der fromme Glaube an den Oſterhaſen auch bei der
Oden=
wälder Jugend im Schwinden begriffen iſt, lehrt der Vers:
„Ich waaß, was ich waaß,
E Hinkel is der Has,
Die Mutter färbt die Ajer,
Die Dochter läigt ſe ins Gras,
Des iſt alles, was ich waaß.”
Damit ſei der lieben Jugend genug getan. In engſter
Be=
ziehung zum Vrlksleben ſteht das Volkslied, das oft reizende,
ſchalkhafte Züge aufweiſt. Nur ein Beiſpiel aus unſerem
Heimat=
gebirge:
„Und alleweil rappelts am Scheuertor,
Und alleweil rappelts am Haus,
Und alleweil iſt ja mein Schätzel draus,
Und alleweil muß ich mal naus.
UInd biſt du mir nit mein Schätzel mehr,
UInd biſt du gar nit mehr mein?
UInd ich hab’ dich ja immer ſo treu geliebt,
Kann es denn nimmermehr ſein?
Und ſie hat ja ſo zwei ſchöne Aeugelein,
Die leuchten ſo weit in die Fern”,
Grad wie en Karfunkel im Ofenloch,
Und wie ein Licht in der Latern.
Und ſie ſoll ja gar ſo reich ſein,
Wie ſie mir ſchon geſagt hat,
lind ich muß einmal zu ihrem Vater geh’n
Und muß einmal ſehen, was ſie hat.
Und ſie hat nichts wie ein einſtöckig Häuschen,
Und hinten ein Gärtchen dabei,
Und die Brenneſſeln wachſen zum Fenſter inein,
Weil ja keine Scheiben dran ſein.”
Charakteriſtiſch ſind die Schnörkel, die im ſüdlichen und im
bayeriſchen Odenwald in Formt von Wechſelgeſängen geſungen
werden — nichts anderes, als die oberbayeriſchen
Schnader=
hüpferl. Sie ſind immer heiteren Inhalts, oft auch ſatiriſch. Eine
Probe:
„Ich kann nit mäihr ſinge,
Es krazt mich im Hals,
Ich muß amol trinke,
2 beſſert ſich als.”
Oder wir finden auch Drohliedchen, von denen das bekanuteſte:
„Gäih mir nit über mei Aeckerche,
Gäih mir nit über mei Wies!
Gäih mir nur nit zu meim Bärwelche,
Gäih mir nit zu meiner Lies.”
Oder mit dem Schluß:
„Krieg ich dem Bauer ſei Bärwel nit,
Krieg ich dem Müller ſei Lies.”
Zum Schluß ein etwas kräftiges — für das wir im Voraus um
Nachſicht bitten — aber es iſt ja Volksdichtung:
„Mei Schätzel will protze, die nazzelig Krott,
Die maant, ich tät greine, bewahre mich Gott,
Die maant, ich tät greine, und traure ſo ſehr,
Ei geh doch, du biſt ja mei Schätzche nit mehr.
Zu dir bin ich gange bei Rege und Tau,
Zu dir geh ich nit mehr, du dreckige Sau.”
Endlich gehören hierher noch die neckiſchen Kinderreime, wie
Abzählſprüche, Baſtſprüfchlein beim Abklopfen der Rinde von den
Weidenpfeifchen, aber es würde zu weit führen, auch hiervon
Proben zu bringen. Was wir vor allem mit unſeren
Ausfüh=
rungen wollten, das war, die Odenwaldfreunde in der Stadt
dazu anzuregen, draußen in unſeren Bergen ſelbſt auf dieſe
Aeußerungen des Volkslebens zu achten.
Briefkaſien.
Sch. in O. Es handelt ſich bei der von Ihnen noch beanſpruchten
Roſtſumme um einen Anſpruch aus einem gegenſeitigen Vertrage, der
nach § 63 Abſ. 3 des Aufwertungsgeſetz,s nicht als Vermögensanlage
erſcheint und freier Aufwertung unterliegt. Bei der Aufwertung, über
deren Höhe das ordentliche Gericht im Prozeßwege zu entſcheiden hat,
wird hinſichtlich der Bewvertung von dem Tage auszugehen ſein, an
welchem der Reſtkaufpreis, der nun ſtreitig gemacht wird, fällig war,
Sie werden einen Anwalt zuziehen müſſen.
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deutſchen Liederkranz. — Liedervorträge Frankfurter Schulen:
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Drei Stücke a. „Fauſts Verdammung‟. — Ouv. Beatrice und
Benedict”. — Drei Lieder. — Ouv. „König Lear” —
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marſch zur letzten Szene des „Hamlet”.
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Karneval”. O 5.45: Leſeſtunde (für die reifere Jugend): Das
Wirtshaus im Speſſart”, von Hauff. O 6.15: Briefkaten. O 6.45:
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„Rationaliſierung und Kaufmannsgehilfen” von Auerbach. O 7.45:
„Stilwandlungen in der Sprechkunſt der Bühne” von Auerbach,
O 8.15: Don Carlos”, Trauerſviel von Schiller. Ausf.: Mitgl.
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Melodramen. Dr. Sames: Prolog „Das Kinderland” — Mayer:
„Die Glocke von Jennisfär”. — Ausf.: Theſſa Klinkhammer (Rez.);
Flügel: Dr. Merten.
Stuttgart.
Samstag, 11. Dez. 2: Konzert. O 3: sGretle von
Strümpfel=
bach erzählt. O 4: Konzert. Leit.: C. Struve. Mitw.: M. Th.
Deimann. Maria Fiechtl, Gerda Hanſi, Käte Mann, Funkorch.
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„Die Puppenfee‟. — Silcher: Im Mai. — Kromer: Mer ſitzet
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Sonnabend, 11. Dez. 12.30: Die Viertelſtunde für den
Landwirt. O 4: Mediziniſch=hyg. Plauderei (San.=Rat Frank).
O 4.30: Funk=Kapelle. O 7: Dr. Hörth: Einf. zu der Uebertr. aus
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[ ← ][ ][ → ]Börſe und Geldmarkt.
Das laufende Kalenderjahr geht ſeinem Ende entgegen und mit ihm
anſcheinend das nach monatelanger Hauſſe ſo ſcharf heraufgeſetzte Niveau
der Terminaktienkurſe. Wenn ſich die Situation an der Börſe weiter
ſo entwickelt, wie dies in den letzten Tagen der Fall war, dann dürfte
lediglich die Baiſſepartei eine Weihnachtsfreude haben. Der Kreis der
Unternehmen, deren Aktien bisher durchaus nicht zu den unbeachteten
Papieren gehörten und die in neuerer Zeit mit Sanierungsbedürfniſſen
hervortreten, hat ſich erheblich erweiterk und damit eine unverkennbare
Verſtimmung hervorgerufen. Mit einem ganzen Strauß von
Kapital=
zuſammenlegungen beglückte allein die Maſchinen= und
Waggonbau=
induſtrie die Aktienbeſitzer. Bei weiteren Geſellſchaften ſcheint die
Ent=
wicklung gleichfalls hierauf hinzuſteuern. Die verſchiedenen Kursſtürze
der Berichtswoche dürften dieſe Vermutung rechtfertigen. So hat der
Kurs der Ufa, deren Aktien im Freiverkehr der Berliner Börſe eine
be=
deutende Rolle ſpielen, einen Stand von etwa 37 Prozent erreicht.
Wenn man ſich den Zukunftshoffnungen der Verwaltung nicht anſchließt,
wird man eine außerordentlich ſchwierige Lage der Ufa durch die zu ſehr
angewachſenen Produktionskoſten feſtſtellen müſſen. Eine durchgreifende
Reorganiſation iſt jetzt nicht mehr zu umgehen. Wenig günſtig lauten
auch die über Daimler bekannt gewordenen Nachrichten. Sofern es
zu=
trifft, daß die Daimler=Benz A. G. einen Schuldenſaldo von 26 Mill.
RM. hat, dann werden die Hinweiſe auf den günſtigen Auftragsbeſtand
kaum eine Beruhigung auslöſen können. Die Geſamtſchulden ſollen bei
Daimler 40 Mill. RM. betragen, denen Debitoren in Höhe von 14 Mill.
RM. gegenüberſtehen. Es iſt nun bezeichnend für die geſpannte
Stim=
mung in der Burgſtraße, daß die Erörterungen über den Status von
Daimler einen Kurseinbruch in den Aktien der Geſellſchaften
herbeiführ=
ten, der die geſamte Börſe zeitweiſe recht ungünſtig beeinflußte. Ein
weiterer Kursſturz war einige Tage vorher in Canada Shares
feſtzu=
ſtellen, der ebenfalls die Allgemeintendenz nachhaltig beeinträchtigte.
Dieſe beiden Bewegungen ſtanden bei den mehrfachen Baiſſevorſtößen,
die diesmal von Erfolg begleitet waren, an der Spitze. Die eingangs
hervorgehobenen verſchiedenen Einzelerſcheinungen trugen weſentlich
da=
zu bei, daß die Kontermine Morgenluft witterte. Durch die
Blanko=
abgaben und nachfolgende Deckungskäufe ſchaukelte die Tendenz der
Terminkurſe des Aktienmarktes ſtändig hin und her, wobei das
Beach=
tenswerteſte iſt, daß ſich das Publikum faſt reſtlos abwartend verhält,
alſo auch keine Verkäufe tätigt. Nur die Spekulation nahm einige
Ope=
rationen vor, die zum Teil allerdings nicht immer freiwillg geweſen ſein
dürften. So bewirkte die Kürzung der Reportkredite durch die
Dis=
konto=Geſellſchaft das Auftauchen des Geſpenſtes einer allgemeinen
Ne=
portgeldkontingentierung, das vorübergehend umfangreiche
Poſitions=
abgaben auslöſte. Durch das Einſpringen eines Privatbankhauſes iſt die
Lüicke in den Reportgeldern zwar aufgefüllt worden, eine ſichtliche
Span=
nung aber zurückgeblieben. Dieſe Spannung iſt durch die Entwicklung
der Geldmarktverhältniſſe nach dem November=Ultimo noch verſchärft
worden. Die Sätze für Tagesgeld, die in den letzten Monaten immer
ſehr raſch nach dem Ultimo wieder heruntergingen, befinden ſich jetzt
noch auf der Höhe von 6 Prozent bis 7,5 Prozent. Die Prolongation,
die bevorſteht, wird 8 bis 8,5 Prozent p. a. koſten, ein Satz, der ſeit
langer Zeit nicht angelegt werden mußte. In dieſem Zuſammenhang
dürfte übrigens intereſſieren, daß die bedeutende Unterbewertung des
Bezugsrechtes der Hanſa Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft auf Angebote von
Bezugsrechten zurückzuführen ſein ſoll, die an lombardierten
Wertpapie=
ven hängen. Die jetzt feſtzuſtellende Anſpannung des offenen Geldmarkts
dürfte wohl nicht nur auf den größeren Jahresendbedarf, ſondern auch
auf die Solawechſel=Submiſſion der Golddiskontbank zurückzuführen ſein,
die zuſammen Angebote von 72,6 Mill. RM. angenommen hat.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Darmſtadt: Fa. S. Hartoch Nachf., Konkursverfahren aufgehoben
Bensheim: Fa. Ludwvig Guthorn, Konkursverfahren aufgehoben; Kfm.
Bernhard Schumacher, Konkursverfahren aufgehohen. — Worms: Fa.
Unionwerk, H. Keſten, Geſchäftsaufſicht angeordnet. — Bingen: Kfm.
Ludwig Graber, Schlußtermin 30. Dez. — Büdingen: Fa J. H. Kratz,
Konkursverfahren aufgehoben. — Ortenberg: Kfm. Willy Stern in
Ortenberg, Schlußtermin 14. Dezember.
Die Darmſtädter Volksbank e.G.m.b.H. hat in dem zu Ende
gehen=
den Geſchäftsjahr weiterhin in ihrer Wiederaufbautätigkeit gute
Fort=
ſchritte erzielt. Der monatliche Durchſchnittsumſatz im Jahre 1926
iſt auf 9,76 Millionen RM. gegen 5,2 Millionen RM. in 1913 und 6,4
Mill. RM. im Jahre 1925 geſtiegen. Die Zahl der geführten laufenden
Nechnungen hat ſich von 1401 auf über 1900 vermehrt. Die
Geſchäfts=
anteilguthaben betrugen am 30. November 1926 rund 517 000 RM. gegen
291 000 RM. am 31. Dezember 1925. Die Depoſiten= und Spareinlagen
ſind von 993 000 auf 1767 000 RM. angewachſen. Die
Geſamtbilanz=
ſumme beträgt rund 5 Millionen RM. gegen 3,126 Millionen RM. Ende
1925. Das Gewinnerträgnis wird wohl wiederum, wie im letzten Jahr,
die Ausſchüittung einer 10prozentigen Dividende geſtarten.
Deutſche Handelsbank A. G., Frankfurt a. M. Das Inſtitut, das
erſt kürzlich ſeinen Sitz wieder von Freiburg i. Br. nach Frankfurt a. M.
zurückverlegt hat, plant eine Erhöhung des zur Zeit 250 000 Reichsmark
betragenden Aktienkapitals. Das Ausmaß der Kapitalserhöhung iſt noch
nicht bekanntgegeben.
Fuſion der Frank u. Baer A. G., Frankfurt a. M., mit der Berliner
Lindemann u. Co. A.G., Berlin. Die Fraak u. Bger A.G., eines der
bedeutendſten Wäſche= und Manufakturwarengeſchäfte Frankfurts, hat
ſich der Lindemann u. Co. A.G.=Berlin angeſchloſſen, einem
Textilkon=
zern, der über 14 große Waren= und Kaufhäuſer in verſchiedenen Städten
verfiigt.
Fuſion der Gothaer Lebensverſicherungsbank a. G. (Alten Gothaer)
und der Neuen Gothaer Lebensverſicherungsbank a. G. Die von den
ſatzungsmäßigen Organen beſchloſſene Vereinigung der weltbekannten
Gothaer Lebensverſicherungsbank a. G. und der mit ihr in Perſonalunion
ſtehenden Neuen Gothaer Lebensverſicherungsbank a. G., die ſeit der
Währungsſtabiliſierung einen glänzenden Aufſtieg zu verzeichnen hat, iſt
von dem Reichsaufſichtsamt ſüir Privatverſicherung genehmigt worden.
Die vereinigte Bank führt den Namen „Gothaer
Lebensver=
ſicherungsbank auf Gegenſeitigkeit”. Nach dem
Fu=
ſionsvertrag werden die Vermögensbeſtände der beiden Banken bis auf
weiteres noch getrennt verwältet werden. Das Vermögen der
vereinig=
ten Bank, die bekanntlich im nächſten Jahre ihr 100jähriges Jubiläum
begehen wird, beläuft ſich nach dem Stande vom 30. November d. Js.
auf über 80 Millionen Reichsmark, womit ſie eine achtunggebietende
Kapitalmacht im Verſicherungsweſen darſtellt.
Hamburg=ſüdamerikaniſche Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft. In der
Auf=
ſichtsratsſitzung der Hamburg=ſüdamerikaniſchen
Dampfſchiffahrtsgeſell=
ſchaft wurde beſchloſſen, zur Finanzierung des erweiterten
Baupro=
gramms der auf den 10. Dezember einberufenen außerordentlichen
Gene=
ralverſammlung eine Erhöhung des Aktienkaditals um 5 Millionen
RM. Stammaktien vorzuſchlagen. Die neuen Aktien ſollen den
Aktio=
nären im Verhältnis von 5:1 zum Kurs von 150 Prozent angeboten
werbei.
Mannesmannröhrenwerke. Der Rohgewinn der
Mannesmann=
röhrenwerke für das Jahr 1925/26 beträgt 27 058 347 RM., der
Rein=
ge inn 8804987 RM. Als Dividende ſind 5 Prozent vorgeſchlagen.
Die Nückzahlung der Kontokorrentvorſchüſſe über Dollar 5 Millionen
an amerikaniſche Geldgeber iſt erfolgt. Die o. G.=V. iſt auf den 16.
Dezember nach Berlin einberufen worden. Es wurde berichtet, daß der
Auftragseingang in Röhren und Blechen zurzeit befriedigend iſt. Die
Förderung der Kohlenzechen findet glatten Abſatz. Die Vorräte an
Koks ſind verkauft und werden in den nächſten Monaten geräumt.
Vom Metallbankkonzern. In den geſtrigen Bilanzſitzungen der
Auf=
ſichtsräte der Metallgeſellſchaft, Metallbank und Deutſchen Gold= und
Silberſcheideanſtalt wurde beſchloſſen, die Dividenden für das
Geſchäfts=
jahr 1925/26 mit 10 Prozent für die Metallgeſellſchaft und je 8 Prozent
für die Sckeideanſtalt und die Metallbank vorzuſchlagen. Die
General=
derſammlungen werden am 7. Januar ſtattfinden. Die
Generalver=
ſammlung der Metallbank wird auch über eine Erhöhung des
Stamm=
aktienkapitals von 25 300 000 Mark auf 36 Millionen Mark zu beſchließen
haben. Von den neuen Stammaktien ſollen 8533000 Mark den alten
Stammaktionären im Verhältnis 1:3 zum Kurſe von 132 Prozent durch
ein Bankkonſortium zum Bezug angeboten werden. Die neuen
Stamm=
aktien ſind für das laufende Geſchäftsjahr dividendenberechtigt. Von
den reſtlichen neuien Aktien werden rund 600 000 Mk. nom. zur
Erfül=
lun der bei der Fuſion mit der Spiddeutſchen Metallinduſtrie
übernom=
menen Verpflichtungen benötigt. Dieſe Aktien ſind bisher von
befreun=
deter Seite vorgelegt worden. Die alsdann noch verbleihenden Aktien
wverden von der Metallgeſellſchaft übernommen und im Einvernehmen
mit der Metallbank verwertet werden.
Aufhebung der Effektengeſchäftskontrolle in der Tſchechoſlowakef.
Das tſchechiſche Finanzminiſterium hat, wie aus Prag gemeldet wird,
den Banken einen Erlaß übermittelt, demzufolge es von der weiteren
Vorlage der Ausweiſe im Sinne ſeines Erlaſſes vom 11. Juni abſieht.
Im Erlaß vom 11. Juni wurden bekanntlich die Banken aufgefordert,
am 1. und 15. jeden Monats Gattung und Anzahl der Effekten
aus=
zuweiſen, die ſie für eigene oder für Rechnung der Kommittenten
ver=
kauft haben, ohne daß die Papiere im Noſtrobeſtand der Banken bzw.
im Depot der Kommittenten waren oder von dieſen effektiv vorgelegt
twurden.
Warnung vor der holländiſchen Firma Credit Hollandais. Die
In=
buſtrie= und Handelskammer zu Köln hat Veranlaſſung, erneut vor dem
Eingehen einer Geſchäftsverbindung mit dem Amſterdamer
Unterneh=
men Credit Hollandais zu warnen. Dieſes Unternehmen verſendet, wie
der Kammer mitgeteilt wird, wiederum Einladungen an deutſche
Fir=
men, ſich an dem Syſtem Cooperation Multiple zu beteiligen und ſtellt
einen Gewinn von 2000 hfl. bei Vertrieb ſeiner Teilnehmerkarten in
Ausſicht. Die Kammer hat ſchon vor längerer Zeit feſtſtellen müſſen,
daß das holländiſche Unternehmen nach dem Schneeballſyſtem arbeitet,
das nach den deutſchen Beſtimmungen bekanntlich unzuläfſig iſt, weil bei
ihm die Ausſichten äußerſt gering ſind. Das Auswärtige Amt hat
be=
reits im Februar 1925 eine Warnung vor dem Unternehmen erlaſſen.
Ford Motors Co. Die Produktion der Ford Motors Co. wird für
1926 auf 1625 000 Lurns= und Laſtwagen gegen 1 775 245 im Vorjahre
und 1790 278 in 1924 geſchätzt.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 10. Dezember.
Schon die heutige Vorbörſe war ſehr verſtimmt über die allgemein
überraſchende Nachricht, daß der Rhein—Elbe=Union=Konzern ſeine
Be=
ſtände an Bochumer Gußſtahlaktien ſchon ſeit langer Zeit abgeſtoßen
habe, ohne daß bei den vorhergehenden Verhandlungen und in den
Nrſſekommentaren gerade über die wertvollen Beſtände an Bochumer
Gußſtahlaktien davon eine Mitteilung gemacht worden wäre. Die
Ver=
ſtimmung über dieſe Angelegenheit wirkte um ſo nachhaltiger, da die
neuerlichen Enthüllungen über die Kreditoren der Daimler Geſellſchaft
trotz aller Beſchönigungsverſuche noch obendrein einen ſehr ungünſtigen
Eindruck machten. Wenn nicht die Bergwerkszeitung entgegen den
Mit=
teilungen aus Amerika über die Gaſolin=Erzeugung ermutigende
Hin=
weiſe gemacht hätte und gleichzeitig eine größere Interventionstätigkeit
auf dem chemiſchen Markte von intereſſierter Seite zu beobachten
ge=
weſen wäre, ſo wäre die Tendenz der heutigen Börſe noch weſentlich
ſchwächer geworden. Speziell zu Beginn der Börſe wurden größere
Glattſtellungen für das Provinz=Publikum vorgenommen, auch ſcheinen
wegen des recht teuren Geldſatzes für die Medioliquidation weiterhin
große Abwicklungen ſtattgefunden zu haben. Erſt in der zweiten
Börſen=
ſtunde, als die erheblichen Beträge ihr Placement gefunden hatten und
ſich die Käufe in chemiſchen Aktien fortſetzten, konnte ſich die Börſe auf
der ganzen Linie etwas befeſtigen. Einen ſehr ungünſtigen Eindruck
machte an der heutigen Börſe auch der ſehr ſtarke Rückgang der fremden
Renten, von denen namentlich die Türken und Serben in flauer Haltung
verkehrten. Auch Mexikaner ſind erheblich niedriger gewovden. Später
zeigten ſich auch hier einige Meinungskäufe, doch blieb die Stimmung
weiter ſchwach, wenn auch gegenüber den niedrigſten Kurſen eine kleine
Beſſerung eintrat. Auch die deutſchen Vorkriegsanleihen waren erheblich
abgeſchwächt, nur Schutzgebietsanleihen konnten ſich nach einem ſcharfen
Rückgang wieder etwas befeſtigen. Die Geldſätze für den bevorſtehenden
Medio ſcheinen ſich weſentlich zu verteuern, zumal man heute ſchon von
Abſchlüſſen bei 8½ Prozent hörte. Tägliches Geld 5¾ Prozent, London=
Paris 123½.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 10. Dezember.
Die Börfe hatte heute einen Baiſſetag. Die erſten amtlichen Kurſe
zeigten eine flaue Tendenz. Die im Vordergrunde ſtehenden
Terwin=
werte ſetzten mit 3—5prozentigen Verluſten ein. Am
Schiffahrtsaktien=
markte, wo das Hanſabezugsrecht beſonders enttäuſchte, verloren
Kos=
mos 10 Prozent. Das Publikum verhielt ſich abwartend, ſo daß ſich die
Umſätze vorwiegend innerhalb der Börſe ſelbſt vollzogen. Von der
matten Haltung der Börſe wurden auch die Rentenmärkte in
Mitleiden=
ſchaft gezogen. Unter den Auslandsventen wurden Anatolier I um 3
auf 28½ Prozent und Anatolier II um 2½ auf 28 Prozent herabgeſetzt.
Ferner Bagdad erniedrigt. Während der erſten Stunden ſchwächten ſich
an dem Aktienmarkte die Kurſe neuerlich um 1—2 Prozent ab. Erſt
ſpä=
ter trat eine gewiſſe Beruhigung ein, nachdem von Bankſeite
Interven=
tionen einſetzten. Die leichte Entſpannung am Geldmarkte bleibt ohne
Einfluß auf den Verkehr. Monatsgeld 6,25—7,25 erhältlich. Am
Devi=
ſenmarkt hielten die Schwankungen der franzöſiſchen Währung an.
London—Mailand feſt 111½, London—Oslo leicht nachgebend. Die
übri=
gen Valuten notierten unverändert. Im weiteren Verlauf der Berliner
Börſe kam das Geſchäft auf der ſtark herabgeſetzten Kursbaſis zum
Er=
liegen. Vereinzelt ſtellten ſich kleine Erholungen ein, ſo Farbeninduſtrie=
und Rheinſtahlaktien, ferner in der Anleihe, die ſich auf 0,712—0,713 nach
0,707 ſtellte, doch betrugen die Tagesverluſte der meiſten Terminwerte
ohne eine Beſſerung bei Schluß 6—7 Prozenk. Daimler wurden in der
zweiten Börſenſtunde mit 77—78 und Hanſa, deren Bezugsrecht mit
40 Prozent zur Notiz ſtand, mit 230 nach 233½ genannt. Die
Schätzun=
gen, die man über die Höhe des Reportſatzes hörte, lauteten auf 77½ bis
8½, teilweiſe bis 8½. Dieſe hohen Koſten der Prolongation trugen zu
den Poſitions= und Blanko=Verkäufen wohl mit bei, während die
Haupt=
verſtimmung aus den verſchiedenen Sanierungen der letzten Zeit und
den noch zu erſvartenden Reorganiſationen mehrerer Geſellſchaften,
fer=
ter in= und außenpolitiſchen Sorgen, herrührte. Privatdiskont kurze
Sicht 42½= Prozent, lange Sicht 4½ Prozent. Die Nachbörſe geſtaltete
ſich auf Deckungskäufe der Spekulation freundlicher. Die Großpapiere
des Terminmarktes erholten ſich teilweiſe um einige Prozent, nachdem
ſchon die Schlußkurſe faſt allgemein über den tiefſten Tagesnotierungen
lagen. Nachfrage trat nach Oberkoks hervor, die mit 13434 ſchloſſen und
nachbörslich mit 136½ gefragt waren. J.G. Farben=Aktien ſtellten ſich
gegen 2.30 Uhr auf 309½—310 Geld. Under Bankaktien konnten
Com=
merzbank auf 190 anziehen. Im übrigen naunte man Lloyd 159, Hapag
163. Hanſa 230½, Danakbank 246? Deutſche Bank 176½, Daimler 891
Lanada 84, Harpener 178, Rheinſtahl 188, Gelſenkirchen 165½, A. E. G.
153½, Siemens 185½, Kriegsanleihe 0,718¾, Schutzgebietsanleihe 147/8.
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Augsb.=Nürnb. Maſch)
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Berl. E. W. Stam
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Braunkohl.=Briketts.
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Deutſch.=Nieb. Tel.. .
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208.— 10 12 142.,5 40.— Hemoor Zemer 200.— 126.— 119.— Hirſch Kupfer 106.— 100 — 53.25 51.— Höſch Eiſen... 159.— 154.75 145 25 Hohenlohe Werke 23.75 23.25 95.— 83.5 Kahla Porzellan 96.5 94.5 163.5 158.5 Lindes Eismaſch. 157.— 154.5 111.— 109.— Lingel Schuh. . 79.— 156.— 157.— Linke u. Hofmann 79 5 77.75 85.125 84.*5 L. Loewe u. Co.. 214. 212.— 110.5 107.25 C. Lorenz 713,25 109.— 10.5 10.5 Nbl. Kohle. 174.— 169.— 170.25 163.625 Norbd. Gummi.. 75. Orenſtein. .. 133.— 128.— 18.12* 115.25 Rathgeber Waggon
Rombacher Hürten 73.— 70.— 123. 120. 13.625 12.625 152.75 149.25 Roſitzer Zucker.. 85.— 83.— 148.— 144.— Rütgerswerke. 128.— 124.75 12.5 305.— Sachſenwerk. 109.75 108.— 92.— 89.— Sächſ. Gußſtahl". 155.— 155.— 51.5 50.25 Siemens Glas.. 165.— 164.— 20. 20.— Ver. Lauſitzer Glas, 124.— 122.5 172.— 166 75 Volkſtedter Porzell.. 5%.25 0.5 180.5 60.5 Weſtf. E. Langendreer 67.5 65.75 103.25 102.— Wittener Gußſtahl.. 61.25 59.5 244.— 230.— Wanderer=Werke. . . . 190.— 183.5
Deviſenmarkt.
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Buenos=Aires
Brüſſel=Antw
Cslo
Kopenhagen
Stockholm ..
Helſingfors ..
Italien ...
London".
Nei=Yurk...
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Echreis
Spanien ...
10. 12
Geld Brief
12.43312.472 112.43112.471
2.061 2.065
Nach einem Bericht über das Ergebnis der 1926er Weinernte in
der Pfalz war, von vereinzelten Ausnahmen abgeſeben, das
Mengen=
ergebnis in der Ober= und Mittelhardt durchweg ſchlecht. Sehr wenig
befriedigte die Leſe in der Bergzaberner Gegend und im Alſenztal. Das
durchſchnittliche Moſtgewicht betrug bei den Rotmoſten für Oberhardt
63,7 Grad, Mittelhardt 68,3, Unterhardt 62,1, Alſenz=, Eis= und
Glan=
tal 60 Ebene 83 Grad. Der durchſchnittliche Säuregehalt beträgt 10,4
bzw. 9,0 bzw. 10,3 bzw. 17,2 bzw. 22,9 Gramm im Liter Moſt. Bei
den Weißmoſten beträgt das durchſchnittliche Moſtgewickt für die
Ober=
hardt 67,2 Grad, Mittelhardt 87,2, Unterhardt 76,7 Alſenz=, Eis= und
Glantal 73,1, Ebene 61 Grad. Der durchſchmnittliche Säuregehalt beträgt
14,0 bzw. 8,7 bztv. 11,7 bzw. 11,1 bzw. 13,1 Gramm im Liter Moſt.
Auch in dieſen Unterſuchungen kommt die Reife des Jahrganges deutlich
zum Ausdruck, und es iſt namentlich der niedrige Säuregehalt der 26er
Gewächſe bemerkenswert.
Produktenberichte.
Mainzer Probuktenbericht vom 10. Dezember. Weizen 29,25 Roggen
24,50—24,75, Braugerſte 24,25—2, Futtergerſte 19—21, Hafer 19,50
bis 20,50; Weizenmehl 42; Roggenmehl 35,50—36,75; Weizenkleie fein
11,50—12, grob 13,50—14, Roggenkleie 12,50—13,50, Malzkeime 16—17,
Biertreber nicht notiert, Kleeheu 10,50—11, Wieſenheu 8,50—9,
Ma=
ſchinenſtroh 3,50, Drahtpreßſtroh, 4,50—5, Weiße Bohnen 26—3,50,
Haferflocken 40—39, Graupen 35—35,50. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Prodnktenbericht vom 10. Dezember. Zum Wochenſchluß
war die Haltung am hieſigen Markt unverändert und ſtetig. Man
no=
tierte: Weizen 29,50—29,75, Roggen 24,75—25, Sommergerſte 23,75
bis 26,50, Hafer il. 19—19,50, Mais 19,50—19,75, Weizenmehl 41,25
bis 41,75, Roggenmehl 35,75—36,25, Weizenkleie 11,75—13, Roggenkleie
12—12,25.
Berliner Produktenbericht vom 10. Dezember. Die Geſchäftslage im
Berliner Getreidegeſchäft war heute derartig luſtlos, daß ſelbſt das
Zu=
ſtandekommen der erſten Kurſe während der amtlichen Kursfeſtſetzung
ſehr ſchwierig wurde. Jegliche Anregung zur größeren
Unternehmungs=
luſt fehlte und ſelbſt zu ermäßigten Forderungen beſtand keine
Kauf=
neigung. Das Ausland meldete eher ſchwächere Notierungen, übte aber
mit ſeinen ſonſtigen Börſenverhältniſſen keinen Einfluß aus. Auch aus
dem Inland kam keine Anregung. Die erſten Kurſe wurden für
De=
zember=Weizen 0,5 Mark niedriger, für Frühjahrsmonate behauptet.
Auch Roggen durchweg 0,5 Mark ſchwächer, da die Deckungsfrage geſtern
große Poſten ab Oſtpreußen übernommen hatte und ſich deshalb heute
mittag etwas zurückzog. Gerſte behält trotz großer Frage noch ruhige
Tendenz. Auch Hafer ſtill. Mehl vernachläſſigt, da die unnachgiebigen
Forderungen immer noch Abſatzmöglichkeiten unterbinden. Im Verkehr
mit Hilfsfutterſtoffen iſt eine merkliche Aenderung in der
Preisgeſtal=
tung, gegenüber dem Vortag nicht zu beobachten.
Ludwigshafener Häute= und Fellauktion. Für das pfälziſche Gefälle
wurden folgende Preiſe erzielt (ſtets ohne bzw. mit Kopf): Kuhhäute
von 30—49 Pfund 60,50—68,75 Mk., von 50—59 Pfund 77—80 Mk., von
60—79 Pfd. 78,25—84,50 Mk. bzw 70,50—75,75 Mk.; Ochſenhäute bis
29 Pfd. 88,75 Mk., von 30—49 Pfd. 69,75 Mk., von 50—59 Pfd. 75,25
is 76 bzw. 71,25 Mk., von 60—79 Pfd 86,50—93 bzw. 76,50—80 Mk.,
von 80—100 Pfd. 83—89,50 bzw. 81,2 Mk., von 100 Pfd. und mehr —
ohne Kopf — 80 Mk. Rinderhäute bis 29 Pfd. 88,75 Mk., von 30—49
Pfd. 83,75 bzw. 73,50 Mk., von 50—59 Pfd. 81,50—85,25 bzw. 72,75 bis
73,25 Mk., von 60—79 Pfd. 87—97,75 bzw. 80,75—84,25 Mk., von 80 bis
100 Pfd. 91 bzw. 84 Mk. Bullenhäute bis 29 Pfd. 88,75 Mk., von 30
bis 49 Pfd. 68,75—69,50 bzw. 64,75 Mk., von 50—59 Pfd. 62,25—64,75
bzw. 60—61,25 Mk., von 60—79 Pfd. 60,25—67,50 Mk., von 80—100 Pfd.
88,25—88,75 Mk. von 100 Pfund und mehr 55,25—57.25 bzw. 51,75 Mk.
Kalbfelle bis 9 Pfd. 155, über 9 Pfd. 128, norddeutſche 116,75,
Schuß=
kalbfelle 85,50, Freſſerfelle 96,25, Schaffelle, vollwollig, fein, 60,50—64,
halblang fein 60.50, Schuß 35, trockene Schaffelle 82,50. Norddeutſche
Ninder bis 49 Pfd. 66.50 bzw. 60,75, norddeutſche Bullenhäute 55 bzw.
50, norddeutſche Kuhhäute bis 49 Pfd. 60 bziv. 56,75, über 50 Pfd. 62,50
zw. 56,75 Mk. Tendenz behmptet.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
5.8751 5.895
2.1121 2.122
21.525/21.575 le1.525/21.575
81.50/ 81.70
4. 196/ 4.206
4.205 4.215,
* New York, 10. Dezember. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt nahm heute einen ſchwächeren Verlauf auf
niedrigere ausländiſche Notierungen, erhöhte Schätzungen des
argentini=
ſchen Exportüberſchuſſes und güinſtige Witterungsberichte. Die Termine
mußten bis 1,5 C. nachgeben.
Mais: Der Markt verlief in ſchwvächerer Haltung in Sympathie mit
Weizen, ferner auf eine größere Farmbewegung und ſchleppende
heimi=
ſche Lokonachfrage. Die Termine verloren bis 0,5 C.
Hafer: Der Markt begann in ſchwächerer Haltung, konnte ſich aber
ſpäter befeſtigen. Die Termine zeigen unwefentliche Veränderungen.
Baumwolle: Die Abſchwächung ſetzte ſich heute fort, da niedrigere
Kabel vorlagen und die Pflanzer mit Verkäufen hervortraten. Später
konnte eine Erholung eintreten auf Deckungskäufe der Baiſſiers und
gebeſſerte Exportnachfrage.
Kaffee: Anfangs lag der Markt ſchwächer auf europäiſche Verkäufe.
Dann trat eine Erholung ein auf Deckungskäufe in entfernteren
Ter=
minen.
Zucker: Der Maukt zeigte anfangs ein ſchwächeres Ausſehen,
be=
ſonders für ſpätere Termine, auf Kaufreſerve der Raffinerien und
Li=
quidationen. Der Kurs war ſtetig bei Kursgewinnen bis 6 Pkt.
Kakao: Der Markt zeigte heute wieder ein feſteres Ausſehen auf
höhere ausländiſche Notierungen und Käufe der Kommiſſionsfirmen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Generaldirektor der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft Dr.
Dorp=
miller traf am Donnerstag vormittag im oberſchleſiſchen Induſtrierevier
ein, um dort in perſönlicher Fühlungnahme mit den maßgebenden
Per=
ſönlichkeiten und Organiſationen der oberſchleſiſchen Wirtſchaft über die
aktmelllen Probleme der Frachttarifpolitik für Oberſchleſien zu ſprechen.
Mit Wirkung vom 8. Dezember ab ſind bei der Reichshauptbank und
den Reichsbankanſtalten in Groß=Berlin die Schalterſtunden für den
Verkehr mit dem Publikum ſtatt von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr
nach=
mittags von Montag bis einſchließlich Freitag auf die Zeit von 8.30 Uhr
vormittags bis 2 Uhr nachmittags, Samstags von 8.30 Uhr vormittags
bis 1 Uhr nachmittags feſtgeſetzt.
Die Nachfrage nach der 10 Millionen RM. betragenden 7prozentigen
Anleihe der Wüirttembergifchen Wohnungskreditanſtalt war ſchon am
erſten Tage ſo ſtark, daß ſie den Betrag weit überſtieg, ſodaß der
Ver=
kauf ſofort geſchloſſen werden konnte.
In Paris fand die erſte Sitzung der Juternationalen
Rohſtahl=
gemeinſchaft ſtatt, an der etwa 40 Vertveter der beteiligtem Induſtrien
teilnahmen.
Die gemiſchte belgiſch=luxemburgiſche Kommiſſion, die über die
Eiſen=
bahntarife für Metallfabrikate zu entſcheiden hat, hat ihre Vorarbeiten
beendet und die notwendigen Unterlagen geſammelt. Eine Entſcheidung
iſt für den April 1927 zu erwarten.
Der Streik im Antwerpener Diamantenkonflikt hat am Mittwoch
bereits eine Entſpannung erfahren. Zwiſchen der Juweliervereinigung
und den Diamantenarbeitern ſind Vorverhandlungen angebahnt worden.
Der polniſche Finanzminiſter hat eine Regierungsverordnung
er=
laſſen, wonach der Zinsfuß bei Banken bei Kredittransaktionen von 16
auf 15 Prozent jährlich herabgeſetzt wird.
Die Direktoren und der Aufſichtsrat der International Mercantile
Marine Co. traten geſtern in New York zu einer Konferenz zuſammen,
in der der aus London heimgekehrte Präſident Franklin über ſeine
Ver=
handlungen zum Verkauf der Layland=Line und der Redſtar=Line an die
Noyal=Mail berichtete. Ueber die Höhe des abgegebenen Angebots war
eine Auskunft nicht zu erhalten.
In Wallſtreetkreiſen verlautet, wie der Korreſpondent des D.H.D.
0.455 0.45; kabelt, daß die Schroeder=Bank beabſichtige, baldigſt die Unterhandlun=
3.03 3.o4 gen über die Unterbringung des Reſtbetrags der Anleihe des Kaliſyndi=
7.397 7.417 kates in New York aufzunehmen, die ſeinerzeit infolge des Widerſtandes
Hoovers aufgegeben wurde.
Am Freitag wurde durch Vermittelung der Neſv Yorker Bankfirmen
5.44/ 5.46 Hallgarten u. Co. und Kiſſel, Kinnient u. Co. die 7proz.
Konſolidations=
anleihe der Provinz Buenos Aires in Höhe von 24 Millionen Dollar
zur Zeichnung aufgelegt.
Seite 14
Samstag, den 11. Dezember 1926
Nummer 343
t vom 10. Dezember 1986.
Breuß. Vfdbr.=B* Barmer Banw. J Salzwerk Heilbr. Rhein. Hyp.=B... 131s Bay. Hyp.=Wchſ.. Tellus Bgb.. .. . . . 100 Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B. 11.95 Berl. Handelsgeſ. 252 Ver. Laurahätte.. 72 Südbd. Bodenkr. 15.65 Comm. u. Privatb.. 186.5 Ver. Stahlwerke. 136 103 Württ. Hyp.=Bk. 15.325 Darmſt. u. Nat.=Bk. 982/g Deutſche Ban: 175 Induſtrie=Akt. Staatl. od. prov. D. Eff. u. Wchſ.=Bk. 130 Brauereien 100.5 garantiert D. Hyp.=Bk. Mein 138 Heſſ. L.=Hyp.=B... 11.75 D. Vereins=Bk. 107 Eichbaum(Mannh.) 101 Landeskr. Caſſel. 10.5 Disk.=Geſellſch. 16b.25 Henninger ......" 160 Naſſau. Ldsb. .. 7.9 Dresdener Bk. 154 Hercules. Heſſiſch 110 Frankf. Bk.. 121.5 Löwenbr.=Münch. 258 102 Obligationen v. Frkf. Hyp.=Bk.. .. 154 Mainz. Aktienbr. . 177 101.5 Transportanſt. Frrf. Pfdbr.=Br. .. 147 Schöfferhof(Bind.) 71 132 4½Dux. Bdb Em.91 Gotha. Grundkr. Bk. Schwarz=Storchen 142 „ 93
4% Lux. Intern. Bank 11.5 Tucher, Nürnberg 4% Eliſ.=Bahn ſtfr. 7 Metallbank. . . . . ." 165 Verger ......... 139 4% Galiz. Carl= Mitteld. Creditb. 141.5 Lud.=B. Pfälz. Hyp.=Bk. 163.5 Akkum. Berlin. . 101 48
abg. Reichsbank=Ant. . 156 Adler & Oppenh... — 4½ Kaſchau=Oderb. Rhein. Creditbk. . . . 133.5 Adlerw. (v. Kleher 95.25 4½
abg. Rhein=Hyp.=Bk. .. 164 6%E. A. G. Vzg. A. 91 5% Oſt. Nwſtb. 74 Südd. Disc.=Geſ. 155 5% A. E. G. Vzg. B., 86 13.95 5% Oſt. Südb. (L). — Oſterr. Creditanſt. 7.45 A. E. G. Stamm . . . 193.75 2,6% Alte „ Wiener Bankverein 5.55 Anglo=Cont. Guano 14.30 2,6% Neue. „ Aſchaff. Zellſtoff .. 141 5% Oſt.-Ung. 13/74 Bergwerké=Akt. Badenia (Weinh.) 6.40 7.30 4%Oſt. Staatsb. 83 Bochum.Bergb. .. — Bad. Maſch. Durl. 111 8.75 8%Oſt. „ 1.b.8.E. Buderus... .... .. 101.5 Bad. Uhren, Furtw. 32.5 5.7 3%Oſt. „ 9. E. .. Dt. Luxemburg .. 164 Bamag=Meguin .. 50 3%Oſt. „. 1885 Eſchw. Bergw... .. 180.5 Baſt Nürnberg ...! 35 2.32 3%Oſt. „ Erg. Net= Gelſenkirch. Bgw. . 163.5 Bayr. Spiegel ... 3% Raab Oedbg. 83 327 Harp. Bergb.... .. Beck & Henkel .... „ 91 Flſe Bergb. St... Bergmann E.. . . . . 149 97 24 „ Genußſchein. 139 Bing. Metall.. . . . 45½ 21 4½ Rud. Silber .. 9.8 Kali=Aſchersleb. 1351, Brem.=Beſigh=Ol. 70 22 4 Rub. Salzkg.) Kali. Salzdetfurt.. 175 Bürſtenfbr. Erlang. 86.75 18.6 4½% Anat., S.1 29.25 Kali. Weſterregln. 143 Sement=Heidelb.. 122.75 4½% Anat., S. II 28.5 Klöcknerwerke ..." Cement, Karlſtadt 139 15 4½% Anat., S. III — Mannesm.=Röhr. 181.25 Cement, Lothr.. . 30 16 3% Salon. Monaſt. — Mansfelder ....." 128 Chem. Albert. . . . . 140.5 12.05 5% Tehuantepec.. — Oberbedarf ... .." Chem. Brockh. ... 1 8.3 4½% 25.75 Otavi=Min.=Ant.. . 37.25 Chem. Milch .....! 100 12.5 Bank=Aktien Phönix=Bergb. .. 120 Daimler=Benz A. G 76 Rhein. Braunk. . . .!" 230 Dt. Eiſenhandel. .. 15.8 Allg. D.=Kredit:.. 141 Rhein. Stahlw.. . . — Deutſche Erdöl ... 12.5 Bad. Bk. .... . . .. A. Riebeck Montan 170.25 D. 3. u. Silb. Scheid.), 168.75 Bk. f. Brauind. . . . Nombach. Hütte 13.1 Dingler, Zweibrück.
Staatspapiere
a) Deutſche
G.%Reichsp.=Sch.
p. 1. 10. 30.
7% Bayer. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
6‟=% H- V.=Sch
v. 1. 4. 29
61.% Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
61.% Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30
7% Sächſ. Fr.=Sch.
. 7. 29 ..."
7% Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 30 ..
6‟,%Württ. F. Sch.
v. 1. 3. 29 .
Dt. Ablöſungs=Anl.
einſchließlich
Ausloſungsſcheinen
Vorkriegsanleihen
5% D Reichsanl..
4% D. Reichsanl
4% D. Schutzgb. v.
08—11 u. 13..
4% D. Schutzg. v. 14
4% Preuß. Konſ.
4P Baden. .. . . ..
4XBayern ......"
4½ Heſſen......."
4% Württemberger
b) Ausländiſch
5% Bos. E. B. 1914
5X., L.Inv. 1914
4½8 1898 ...
4½% 1902 ...
4%
..
5% Bulg. Tabak0
4½% Oſt. Staatsr.
av. 1913, Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 14
Ri
18
98.5
N
6.25
97
324
0.71c
14.50
14.5
6.3
7.5
32
A
24
½%Oſt. Silberr..
* Goldr.
4½ „einh. R. (kon)
3% Port. (Spz. III
5% Rum.am. R. 03.
½%Gold. 13..
4½ „ am.konv..
4% „ am. 05...
4¾Türk. (Adm.)03
4% Türk. Bagd. I
(Bagd.) II
4% „ 1911 Boll.
4½% Ung. St. 1913
4½% St. 1914
4% „ Goldr..
4% „ St. 10 ..
4% „ Kronr. ..
3% „ Eiſ. Tor. G.
Außereuro:
päiſche
5% Mex.am. inn.
5% äuß 99 ...
4% „ Gold 04,ſtf.
3% konſ. inn. . .
4½% „Frrigat.
5%Tamaulipas I
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10% Berl. H.-Bk. 6.
3% „ „ „ „
6% Berl. St.=Gold.
8% Darmſt. St.-G.
8% D. Hyp.=Bank
Meining., Goldpf
8% Frtf.=Hyp.=B.=
Goldpfdbr. . . .
8% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr.. . . . .
5% Frrf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr. . . . . .
6.25
2.0251
11.5
19.75
15
241
26.25
23
3
23
102.5
91.5
98
101
100
101
90
8% Komm. Ldb. D.
Goldſchuldver
8% Heſſ. Ldb. Gold.
10% Komm=Elektr.
Mark (Hag.) Gold
8% Mannh. St.=G
82 Mainz St.=G.
8% Naſſ. Ldb. Gold
3% Pfälzer H. B.
Goldpfandbr. . ..
8% Pforzh. St.=G.
8½ Pr. C..B.-Cr.=B
Goldpfandbr.. .
8% Rb. Hyp.=B. G.
71/=%Rh. St.=W. 25
10% Rh.=Weſtf. B.=
Cr.=Bk., Goldpf.
8%
8%Südb. B.=Cr.=B.
Goldpfandbr. . .
Ohne
Bins=
berechnung
6% Bdw. Kohl. 2‟
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſſ. Brk.=Rog.
23
5% „Roggen .. 23
6% Pr. Kaliw. ..
5% Pr. Roggenw.
5 % Südd. Feſt=B.G
Borkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bay. Vereinsb. . .
Bayr. Handelsb.. .
Bayr. Hyp. u. Wech
Berliner Hyp.=Bk.
Frkf. Hyp.=Bk. ....
Frkf. Pfandbr.=B),
Hamb. Hyp.=Bl.
Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp. Br.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bk..
Preuß. Bod.=Cr.=B.
Pr. Cent.=B. Cr.=B./ 13.5
Wee H
Dürrkopp.. . . . . . .
Dürr. Ratingen ..
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Hanſa= Lloyv, Br.
Hartm. & Braun..
Heyligenſtaedt. ..
Hilpert, Armatur.
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Holzverk. Ind... ..
Hydrom. Breslau".
— Inag ...........
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125
45.5
72.6
58
149
50
90
70
206
93.5
95
43
396.25
84.75
60
129
81.25
71
0.51
95
191
132.9
21
12
137
125
106.25
68
1.8
38
60
92
102
104.5
153.:
68,
50
66
150
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„ Spi harz.
Lingel Schuhw.. . .
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S hleußner ... . . ..
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95
148
55
127.5
42
29
53
107.5
119
33
112
133
166.5
120
49
61
117
61.75
45.5
109
125
60
80.5
73
116
53
67
52
69.75
185.25
18
86.75
Kee
Veithwerke
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67.5
72.4
72.5
70
99
114.75
14
137.75
103.25
95.75
125
100.5
123.5
159
125
124.25
88
103.25
13.75
134
162.75
158
07.5
125
35.25
15.25
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bei Husten Heiserkeit Asonchiolkastar
Nummer 343
Die tolle Herzogin.
Roman von E. Klein
14
(Nachdruck verboten.)
Er tanzte wirklich wundervoll. Leicht und doch feſt hielt er
ſie. Nicht zu ſteif, ſo korrekt auf Meterlänge von ſich entfernt
wie es die gute Sitte des engliſchen Ballaales erfordert. Er
zog ſie an ſich. Hob ſie mit jedem Schritt. Langſam, ganz
lang=
ſam drehte er ſie. Ihre Sinne drehten ſich mit. Halb und halb
ſchloſſen ſich ihre Augen —
„Sie ſchönes, begehrenswertes Weib — —!” flüſterte er ihr
ins Ohr — — — „Ich bete Sie an!”
Sie antwortete nicht. Ihre Lider öffneten ſich, ihr Blick
küßte ihn — —Er nahm ihr die Zigarette aus dem Munde und
preßte ſeine Lippen auf die ihrigen —
„Ah. —
Die Muſik brach ab. Stimmen wurden hinter dem Vorhange
laut, Lachen, Händeklatſchen
Sie ſchreckte auf. Riß ſich los —
„Sind Sie mir böſe, Grace?” flehte er.
Sie fuhr ſich über die Augen. Erwachte vollends.
„Fragen Sie nicht!” ſtammelte ſie.
Dann trat ſie vor den kleinen venetianiſchen Spiegel über
dem Kamin, ordnete ſich ihr Haar, puderte ſich. Das war ihr
erſtes. Ueber die Schulter wandte ſie ſich zu ihm zurück —
„Ich bin nicht böſe!” ſagte ſie. „Aber bedenken Sie, wenn
man uns überraſcht hätte! Mein Ruf iſt ohnedies das
Lieb=
lingsthema aller alten Jungfern beiderlei Geſchlechts!”
„Die Leidenſchaft, Grace, riß mich ſort!” murmelte er.
Er ſtreckte die Hände aus, als wolle er ſie von neuem
um=
faſſen —
„Nicht — nicht! Ich beſchwöre Sie! Man kommt! Man
darf uns hier nicht jehen! Kommen Sie!”
Sie zog ihn nach ſich. Führte ihn eilends durch ein, zwei
unbeleuchtete Räume und trat ſchließlich, harmlos plaudernd,
mit ihm in die Bibliothek, wo ihr Papa an ſeinem Tiſche gerade
fünf Sans=Atout anſagte.
Als er die Partie ſiegreich zu Ende geführt hatte, beugte
ſie ſich zu ihm herab und gab ihm einen Kuß auf die Stirne.
„Fabelhaft haſt du geſpielt, Papa! Eine Partie, ganz
unſe=
ren hohen Ahnen würdig!”
Dann nickte ſie den anderen Spielern zu und wandte ſich
zu ihrem Kavalier.
„So, Herr Graf, jetzt habe ich meiner Kinderpflicht genügt
und mich überzeugt, daß Papa gut aufgelegt iſt — nun dürfen
Sie mich wieder zum Tanzen zurückführen!“
Samstag, den 11. Dezember 1926
„Hm!” ſagte Las Valdas, als er vor ihr. die
Bibliothels=
türe öffnete, „als ich ankam, ſchien Mhlord uicht ſo gut
aufge=
legt —
Grace ſchaute ihn beſtürzt an.
„Sie glauben Ihretwegen? Oh, er ſchätzt Sie ſehr hoch —
Sie schreckte auf.
„Meinetwegen —? Nein, Mylady. Dieſen Eindruck hatte
ich Gott ſei Dank nicht. Ich glaube, der ihm die ſchlechte Laune
bereitete, war nicht der Gaſt, der kam, ſondern der Gaſt, der
ging.”
„Ach — Sie meinen den Ruſſen, dieſen entſetzlichen
Men=
ſchen, deſſen Stiefel ſo knarren und der ſeine Hände nicht
mani=
kürt?”
„Ah ein Ruſſe war das?. Er ſah ſo aus.”
„Karaſchin oder Graſchin oder ſo ähnlich — ich weiß nicht.
Er will Papa Oelquellen verkaufen, die dort irgendwo am
Eis=
meer oder im Monde liegen. Mit einem Wort — ein Bolſchewik!”
Geite 45
„Der Herr ſei uns gnädig! Wir wollen raſch von etvas
anderm reden!”
„Wir wollen tanzen, Graf — aber nicht wieder ä deur!“
VIII.
Auf Burnham Tower gehörte der Vormittag den Gäſten.
Es gab keine gemeinſame Frühſtückstafel, und jeder konnie mit
ſeiner Zeit bis zum Lunch anfangen, was ihm beliebte. Die
Langſchläfer lagen bis zehn, elf in ihren Betten und ließen ſich
ihre Schokolade aufs Zimmer bringen. Wenn ſie dann mit der
Toilette fertig waren, ertönte gerade der Gong zum Lunch. Das
nannten ſie dann ländliche Pünktlichkeit. Lady Ethel Somer,
die Gattin Sir Walter Somers, des letzten konſervativen
Premiers, kam allerdings nicht einmal bis dahin zurecht. Grace,
die ebenſo boshaft wie hübſch war, behauptete, dieſe Zierd= der
Geſellſchaft könnte ſich nicht vor drei Uhr der Welt zeigen, weil
vorher nicht die Emaillemalerei trocken wäre, mit der Lady Ethel
Somer den bereits ſtark im Verbleichen befindlichen
Jugend=
farben nachzuhelfen bemüßigt wäre.
Das jüngere Volk ſammelte ſich im Großen und Ganzen
ziemlich pünktlich zwiſchen neun und zehn am großen
Frühſtücks=
tiſch. Ging dann auf Rebhühner. Oder engagierte ſich zu Golf=
und Tennismatches. Bei ſchlechtem Wetter amüſierte man ſich
korporativ in der Schießbahn oder veranſtaltete Pfänderſpiele
in der Halle. Doch ob ſchön, ob Regen — der Flirt blühte. Die
Paare fanden ſich gleich am erſten Tage zuſammen — alte Flirts,
die während der Saiſon in London begonnen hatten, wurden
fortgeſetzt; neue knüpften ſich an. Die Freibeuterei der Liebe
war in vollem Gange.
Lady Graces Herz war juſt vakant. Kurz vor Torſchluß
hatte es in London mit dem jungen Rutherwall noch den
hüb=
ſchen, kleinen Skandal gegeben, der Lord Harald Neville
veran=
laßt hatte, gegen ſeine allzu tolerante Gemahlin die Scheidung
einzureichen und bis zur Erledigung des Prozeſſes an Bord
ſeiner Yacht zu gehen. Ganz London freute ſich diebiſch auf die
Verhandlung, die von den gewiegteſten Anwälten auf beiden
Seiten vorbereitet wurde. Lady Grace hielt es für geraten, ſich
vorläufig in die ruhigere Atmoſphäre von Burnham Tower
zu=
rückzuziehen, wo ſie ihrem guten alten Vater das Blaue vom
Himmel und das Grüne von ſeinen Wieſen herunterflunkerte,
ſich als das Opfer der grundloſen Eiferſucht ihres Mannes
hin=
ſtellte und die Erlaubnis erbettelte, zur Erheiterung ihres
um=
düſterten Gemütes das Haus voll Gäſte laden zu dürfen. Lord
Neville kreuzte im Mittelmeer, ließ ſich auf den Baſaren von
Algier und Tunis urechte, uralte in Sachſen gemachte
Gebet=
teppiche andrehen und hing abends, wenn er allein auf Deck
ſeiner Yacht ſaß und eine einſame Zigarette rauchte,
melan=
choliſchen Gedanken nach.
(Fortſetzung folgt.)
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2.9
Nummer 13
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
11. Dezember 1926
4100 Jahre Anilin.
Von
Dr.-Ing. O. Fuchs-Wollmatingen.
Daß auf die vor Jahresfriſt beſprochene Hunderjahrſeier der
Auffindung des Benzols nunmehr diejenige des Anilins ſolgt,
iſt ein merkwürdiger Zufall. Trotz der nahen Beziehungen
zwiſchen den beiden Stoffen, auf die bei jenem Anlaß ſchon
hin=
gewieſen werden mußte, handelt es ſich dabei um ganz
vonein=
ander unabhängige Zufallsentdeckungen, Ergebniſſe der
Ver=
arbeitung gänzlich verſchiedener Ausgangsſtoffe. Erſt 1842 ſtellte
der ruſſiſche Chemiker Zinin durch Einwirkung von
Schwefel=
ammonium auf Nitrobenzol, das Nitrierungsprodukt des
Ben=
zols, Anilin her, und erſt weitere Arbeiten von J. Fritzſche und
A. W. Hofmann machten es gewiß, daß hier zum 3. Male
der=
ſelbe Körper erhalten worden war, den als Erſter 1826
Unver=
dorben bei der ſog, trockenen Deſtillation des bekannten blauen
Farbſtoffes Indigo aufgefunden und beſchrieben hatte. Damit
war die Brücke des chemiſchen Zuſammenhangs zwiſchen beiden
Stoffen geſchlagen, die bald gleich wichtig für die Entwicklung
der Syſtematik der organiſchen Verbindungen wie für die Technik
werden ſollte. Der von Zinin aufgefundene Weg zur Darſtellung
iſt weiterhin, und auch als ſchließlich jährlich Tauſende von
Tonnen Benzol auf Anilin verarbeitet wurden, im weſentlichen
derſelbe geblieben, nur daß man an Stelle des
Schwefelammo=
niums andere Mittel zur Reduktion des Nitrobenzols verwendete,
zuerſt Zinn und Salzſäure, dann Eiſen und Eſſigſäure, und
endlich Eiſen zuſammen mit ganz geringen Mengen Salzſäure.
Der Entdecker des Anilins, Otto Unverdorben, wurde 1806
in Dahme in Brandenburg geboren. Er war zunächſt Schüler
des Chemikers Trommsdorf in Erfurt und beſuchte anſchließend,
von 1824 bis 1826, die Univerſität Berlin. Seine weſentlichen
Arbeiten hat er indes in einem eigenen Laboratorium in Dahme
ausgeführt, mehr als Autodidakt als im Anſchluß an die gelehrte
Forſchung an den Inſtituten der Univerſität. Sein Arbeitsgebiet
war, verglichen mit der emſigen Kleinarbeit von heutzutage auf
dem Feld der organiſchen Chemie, außerordentlich umfaſſend;
die Abhandlung, in der er unter einer Menge neuer
Beobach=
tungen auch die Entdeckung des Anilins mitteilt, führt den Titel:
„Ueber das Verhalten der organiſchen Körper in höheren
Tem=
peraturen‟. Er hat den neuen Körper zweifellos nicht ganz rein
in Händen gehabt und auch ſeine Eigenſchaften nicht ſehr
voll=
ſtändig beſchrieben — Anilin iſt ein charakteriſtiſch riechendes,
bei 184 Grad ſiedendes in Waſſer kaum lösliches Oel, ſtark
licht=
brechend und friſch deſtilliert ganz farblos. Doch hat er die
weſentlichſten erkannt, insbeſondere die baſiſche Natur und damit
das Vermögen, mit Säuren Salze zu bilden. Das gute
Kriſtal=
liſationsvermögen dieſer Salze gab ihm Anlaß, den neuen
Kör=
per Cryſtallin zu nennen. Nachprüfung ſeiner Verſuche durch
A. W. Hofmann 1843 ſtellte völlig ſicher, daß Anilin tatſächlich
bei der trockenen Deſtillation des Indigos auftritt; der Umſtand,
daß die Ausbeute auf dieſem Wege ſehr mäßig iſt, beweiſt
über=
dies, daß Unverdorben ſorgfältig gearbeitet und gut beobachtet
haben muß. Seine wiſſenſchaftliche Tätigkeit fand leider mit dem
Jahre 1830, als er das väterliche Materialiengeſchäft übernahm,
ein frühes Ende. Das erſte Jahrzehnt der Entwicklung der
Anilinfarbſtoffe, das eine ſo glänzende Epoche der
organiſch=
chemiſchen Induſtrie anbahnte, fällt ungefähr mit ſeinem letzten
Lebensjahrzehnt zuſammen; er ſtarb 1873.
Daß das Anilin nach dieſem erſten Erfolg wiederholt
neu=
entdeckt wurde, iſt ſchon angedeutet worden. 1834 iſolierte F. F.
Runge es in mühſeliger Arbeit aus dem Steinkohlenteer; er
be=
obachtete zum erſten Mal die prächtige veilchenblaue Farbe, die
das Anilin mit Chlorkalklöſung liefert und nannte den
vermeint=
lich neuen Stoff deshalb Kyanol, „Blauöl”. J. Fritzſche
ſchließ=
lich erhielt 1840 das Anilin wieder aus demſelben Ausgangsſtoff
wie Unverdorben, jedoch in weſentlich beſſerer Ausbeute, indem
er den Indigo mit Kali zuſammen erhitzte. Er gab den Namen
Anilin, auf Grund des botaniſchen Namens der Indigopflanze,
Indigofera anil, der auf die perſiſche und arabiſche Bezeichnung
für den Indigo, anil bzw. al=nil, „der Blaue”, zurückgeht. Zinin
endlich nannte den von ihm aus Nitrobenzol erhaltenen Körper
Benzidam. Nachdem die Identität der auf ſo verſchiedene Weiſe
hergeſtellten Produkte erwieſen worden war, gab für den
end=
gültigen Namen Berzelius, der einflußreichſte Chemiker der
da=
maligen Zeit, den Ausſchlag, indem er in ſeinen Jahresberichten
den Namen Anilin gebrauchte.
Der mit Ende der 60er Jahre einſetzenden Entwicklung der
unüberſehbaren Mannigfaltigkeit der Anilinfarbſtoffe iſt ſchon
Erwähnung getan worden. Aber ſo ſehr ſich auch die Zahl
glänzender und prachtvoller, ſchließlich auch befriedigend echter
Farbſtoffe häufte, ſo gelang doch fürs erſte nicht der Schritt
zu=
rück zum Indigo, dem hiſtoriſchen Ausgangsſtoff für das Anilin,
der als Farbſtoff ſeiner Echtheit wegen außerordentlich geſchätzt
wird. Hier erwies ſich die gründliche wiſſenſchaftliche Erforſchung
des Gebietes, der die erfolgreichen Erfinder zunächſt weit
vor=
ausgeeilt waren, zum Erfolge unentbehrlich. Man verdankt ſie,
und damit auch die erſten verwickelten, zur techniſchen
Ausfüh=
rung wenig geeigneten Syntheſen, in der Hauptſache A. v.
Bayer und ſeinen Schülern. 1890 fand dann Heumann die heute
noch, nach zahlreichen techniſchen Verbeſſerungen der einzelnen
Schritte, in allergrößtem Maßſtab ausgeführte Syntheſe, die in
der Tat vom Anilin ihren Ausgang nimmt.
Freitragende
armierte Wände
(System Vogel D. R. P. ang.)
Von
Ministerialrat Prof. W. Knapp, Darmstadt.
Es iſt eine bekannte Tatſache, daß viele Außen= und auch
Innenmauern unſerer Gebäude, inſofern ſie nicht
ungewöhn=
liche Abmeſſungen aufweiſen, bei weitem zu ſtark dimenſioniert
ſind, weil eben für die Stärke dieſer Wände nicht nur ſtatiſche,
ſondern vielmehr konſtruktive und hygieniſche Geſichtspunkte
maßgebend ſind. Hieraus ergibt ſich, daß ſolche Mauern in
wirtſchaftlicher Hinſicht bedeutende Nachteile mit ſich bringen
müſſen, d. h. daß ſie alſo viel zu teuer ſind. Das Syſtem
Vogel verſucht, dieſe wirtſchaftlichen Nachteile auszuſchalten,
indem es eine Wandkonſtruktion ſchafft, die nur ſo ſtark zu ſein
braucht, als es durch die jeweiligen Belaſtungen und
Feſtigkeits=
verhältniſſe bedingt iſt. Dies wird erreicht, indem die Wände
als ſogenannte Steineiſenwände ausgebildet werden, in denen
das Steinmaterial mit den Eiſeneinlagen gemeinſam zür
ſtatiſchen Wirkung gelangt. Beide Bauſtoffe, Steine und Eiſen,
werden genau nach den Belaſtungsverhältniſſen in ihren
Ab=
meſſungen berechnet. Die Wände ſind daher freitragend und
können nicht nur ihr Eigengewicht, ſondern auch ſonſt noch auf
ihnen ruhende Laſten (Deckenkonſtruktion und dergleichen)
auf=
nehmen und dieſe auf die angrenzenden Mauerpfeiler und
der=
gleichen übertragen. Zur Verwendung können alle beliebigen
Steinarten gelangen (alſo Backſteine, Kunſtſteine,
Schwemm=
ſteine und ſelbſtverſtändlich auch Beton). Als Eiſeneinlagen
ge=
langen vorzugsweile Rundeiſen zur Verwendung, und zwar
ſowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung; die
Ver=
bindung dieſer ſich kreuzenden Rundeiſen geſchieht duich
be=
ſonders ſinnreich konſtruierte und patentierte, übergeſchobene
Armaturſtücke, durch die es möglich iſt, an den
Verbindungs=
ſtellen feſte Knotenpunkte zu ſchaffen. Je nach der Stärke der
Wand werden die Ariierungen ein=, zwei= oder mehrfach
an=
gebracht. Die übergeſchobenen Verbindungsplättchen erhalten
dementſprechend ein, zwei oder mehrere Lochungen, durch die
die Rundeiſen geſteckt werden. Auf dieſe Art entſteht eine
Kon=
ſtruktion, die als Gitterträger aufzufaſſen iſt; deſſen
Abmeſſun=
gen nach allgemein bekannten Regeln der Verbundkonſtruktion
uinſchwer zu berechnen ſind. Daß bei einer ſolchen
eiſenbewehr=
ten Wand außer den Laften in vertikaler Richtung auch noch
ſolche in horizontaler Richtung (z. B. Winddruck, Erddruck und
dergleichen) aufgenommen und in der Berechnung genau
berück=
ſichtigt werden können, erſcheint als ein weiterer Vorzug dieſer
neuen Wandkonſtruktion.
Mit beſonderem wirtſchaftlichem, Vorteil können die Wände
nach Syſtem Vogel bei der großen Anzahl aller derjenigen
Ge=
bäude verwendet werden, bei denen die Hauptlaſten durch ein
beſonderes Syſtem von Pfeilern oder Pfoſten aufgenommen
werden, während die dazwiſchen liegenden Wände im
allgemei=
nen nur zaumabſchließenden Zwecken dienen. In allen ſolchen
Fällen werden ſolche Wände in denkbar günſtigſter Weiſe
zwi=
ſchen die Haupttragpfeiler, geſpannt, ohne daß es notwendig
wäre, ihnen ein beſonderes Fundament zu geben, da ſie ja
ver=
möge ihrer Konſtruktion ihr Eigengewicht und auch die etwa
weiter auf ihnen ruhenden Nutzlaſten auf die angrenzenden
Pfeiler übertragen. Solche Fälle werden beſonders häufig bei
Lagerſchuppen, Scheunen, kleineren Fabrikgebäuden und
der=
gleichen vorkommen.
Aber auch bei Wohngebäuden, Stallanlagen uſw., bei denen
es insbeſondere auf die hygieniſchen Eigenſchaften der Mauern
ankommt, kann das Syſtem Vogel in der Art verwendet
wer=
den, daß die Außenmauern als Doppelwände mit Hohlräumen
zwiſchen den tragenden maſſiven Pfeilern angeordnet werden,
wobei dann die inneren Wände zweckmäßig aus
Schwemm=
ſteinen hergeſtellt wverden, damit ſie auch nagelbar ſind.
Die äußerſt ſparſame Dimenſionierung aller Wände wird
ſich naturgemätz in einer weſentlichen Erſparnis gegenüber der
maſſiven Bauweiſe auswirken, wobei weiter noch zu beachten
iſt, daß infolge des geringen Eigengewichts derartiger
Konſtruk=
tionen ſchwächere Kellermauern und damit auch kleinere
Fun=
damente ſich erzielen laſſen, was ſich als weitere Erſparnis im
ganzen Bau ausnirken wird.
Die neue Wand nach dem Syſtem Vogel, wird ſich alſo
zweifellos bei allen Bauten der vorgenannten Art mit
beſon=
derem Vorteil verwenden laſſen.
Durch die Armierung wird der Mauerkörper derart
ver=
ſtärkt, daß es ſtatiſch zuläſſig iſt, Gebäude=Außenwände, die als
30 Zentimeter ſtarkes Hohlmauerwerk konſtruiert ſind,
unbedenk=
lich durch 3 Stockwerke hindurchzuführen.
Die Wände ſparen Material und Raum, ſie ſind ſtandfeſt
und wärmehaltend, daher in hohem Maße wirtſchaftlich,
Neues vom Flettnerruder
Von
Ing. B. Ludwig, Hamburg.
Es bedarf keiner großen Ueberlegung, um einzuſehen, daß
ſehr bedeutende Kräfte erforderlich ſind, um das Ruder eines
großen Schiffes während der Fahrt in die ſeitlich gedrehte Lage
zu bringen und es in dieſer zu halten; denn da die Fläche des
Ruders eine genügende Größe beſitzen muß, um wirkſom zu
ſein, ſo iſt der auf dieſelbe entfallende Strömungsdruck,
beſon=
ders bei größeren Schifſsgeſchwindigkeiten, ſehr groß; bei einem
modernen Ozeanfrachtdampfer mittlerer Größe (etwa 5000 R.=
To.) beträgt der Ruderdruck im Mittel etwa 15 000 Kg. —
Da=
her ergibt ſich auch die Notwendigkeit, alle mit dem Ruder
zu=
ſammenhängenden Konſtruktionsteile außerordentlich ſtark zu
bemeſſen, und ein bedeutendes Gewicht derſelben iſt die Folge.
Bei einem Dampfer der genannten Größe beträgt der
Durch=
meſſer des Ruderſchaftes (der Drehachſe des Ruders) annähernd
300 Millimeter: das Gewicht des kompletten Ruders beläuft ſich
auf mehr als 20 000 Kilogramm; bei größeren Schiffen und
be=
ſonders ſolchen mit großer Geſchwindigkeit, erhöhen ſich dieſe
Zahlen auf ein Mehrſaches.
Dieſer große und ſchwere Apparat kann nur in ſehr
primi=
tiver Weiſe gelagert werden, da die Lagerſtellen, mit Ausnahme
der oberen Führungen, ſich im Waſſer befinden und weder
ge=
ſchmiert noch ſonſt während der Fahrt bedient werden können.
Dadurch wird der Kraftauſwand, der erforderlich iſt, um den
Rudedruck zu überwinden, noch bedeutend erhöht. Es bedarf
außerordentlich kräftiger Apparate, um das Ruder zu drehen und
es in der gedrehten Lage zu halten. Für dieſen Zweck kamen bis
vor kurzem faſt ausſchließlich Dampfmaſchinen, ſogenannte
Dampffteuerapparate, in Frage. Solche Apparate haben ſich bis
vor Kurzem auf ſämtlichen ſeegehenden Damfern befunden; auch
auf größeren Segelſchiffen und Flußdampfern konnten ſie nicht
entbehrt werden, da der Kraftbedarf zu groß iſt, um das Ruder
mit Handſteuerapparaten zu drehen und zu halten. Nur bei
kleineren und mittleren Seglern und bei kleineren Flußdampfern
kamen Handſteuerapparate zur Anwendung, die durch Ketten
oder direkte Uieberſetzung auf den Ruderſchaft wirken.
Infolge der, durch die Sonderheit ihrer Aufgabe bedingten,
eigenartigen Wirkungsweiſe der Dampfſteuerapparate, auf
welche hier nicht näher eingegangen werden kanm, ſind dieſelben,
als Dampfmaſchinen betrachtet, ſehr unvollkommene Maſchinen,
und ihr Dampfverbrauch iſt außerordentlich groß. Da nun ein
auf See fahrendes Schiff unausgeſetzt das Beſtreben hat, zu
„Zieren”, d. h. ſeine Fahrtrichtung zu ändern, — die Gründe
hierfür können hier nicht erörtert werden, — ſo kann ein
ge=
gebener Kurs nur gehalten werden, wenn der Steuerappaat faſt
andauend in Tätigkeit gehalten wird, und ſo kommt es, daß die
Dampfſteuerapparate einen großen Aufwand an Dampf
erfor=
dern; man darf es als Regel anſehen, daß das Steuer 5 bis 6
Prozent des geſamten Dampfverbrauchs eines Dampfers in
An=
ſpruch nimmt; es kommen aber auch noch weſentlich höhere
Zah=
len vor. Unter dieſen Umſtänden mußte die Erfindung
Flett=
ners das größte Aufſehen in Fachkreiſen erregen, da durch
die=
ſelbe die für die Bewegung des Ruders erforderliche Kraft auf
ein ſehr geringes Maß herabgefetzt wird.
Das Weſen der Erfindung können;wir nach deu vielen
Ver=
öffentlichungen, die hierüber erfolgt ſind, als bekannt
voraus=
ſetzen. (Vergleiche T. d. S. vom 12. Dez. 1925. Schriftlg.) Das
Hauptruder iſt frei in ſeinen Lagern drehbar und wird durch
keinerlei Ketten oder ſonſtige Vorrichtungen in ingend einer Lage
feſtgehalten. Das kleine Hilfsruder, welihes ſich um eine
verti=
kale, im Hquptruder gelagerte Achſe drehen läßt, wird mittels
einer dünnen Welle, die ſich im Innern des hohl gehaltenen
Ruderſchaftes befindet, und mittels eines Kegelrädergetriebes
bewegt. Sobald der Seteuerapparat zu wirken aufhört, geht
das Ruder infolge des Strömungsdruckes in ſeine Mittellage
zurück, während ſich auch das Hilfsruder in ſeine Mittellage,
d. h. in die Ebene des Hauptruders einſtellt; die Drehung des
Schiffes hört auf. Natürlich hat ſich die praktiſche Ausführung
dieſes neuen Prinzips nicht ſo einfach geſtaltet, wie man
ur=
ſprünglich annahm; allein die konſtruktiven Schwierigkeiten, die
dabei auftauchten, dürfen als vollſtändig überwunden gelten.
Vom mechaniſchen Standpunkte aus betrachtet, haben die in
ver=
ſchiedene große Seedampfer und Flußſchiffe eingebauten
Flett=
ner=Ruder tadellos gearbeitet.
* Der geringe Kraftverbrauch des Flettner=Ruders iſt darin
begründet, daß der Steuerapparat nur das kleine Hilfsruder zu
betätigen hat, während das Hauptruder ja ſelbſttätig ſeine Lage
ändert. Der Waſſerdruck, der auf das Hilfsruder wirkt, iſt
natürlich im Verhältnis der Flächen geringer, als der auf das
Hauptruder wirkende, und die zum Drehen des Ruders
erfor=
derliche Kraft ſteht im Verhältnis zum Waſſerdruck. Die
Er=
fahrung hat denn auch gezeigt, daß ſelbſt bei den größten
Schif=
fen ein Handſteuerapparat vollſtändig hinreicht, um das Schiff
zu ſteuern.
Dieſem großen Vorteil des Flettner=Ruders ſtehen nun
allerdings einige Nachteile gegenüber. Einer der
wichtig=
ſten derſelben iſt folgender. Wenn an einem fahrenden Schiff
ein anderes, wenn auch kleineres Schiff vorbeifährt, üben die
von letzterem erzeugten Wellen einen Druck oder einen „Sog‟
auf das Ruder des erſteren aus, dem ein gewöhnliches Ruder
nicht nachgibt, weil es durch die Steuerketten in ſeiner Lage
ge=
halten wird. Das Flettner=Ruder, bei dem das Hauptruder frei
beweglich iſt, gibt aber dieſem Impuls nach. Wenn dieſer Fall
eintritt, ſo zeigt der im Steuerhauſe angebrachte
Ruderſtands=
anzeiger dies an, und der Mann am Steuer, der die Urſache der
Ruderbewegung nicht erkennen kann, muß annehmen, daß das
Schiff aus irgend welchem Grunde ſeinen Kurs geändert hat,
und ſtellt infolgedeſſen das Steuer auf die entgegengeſetzte
Ruderdrehung ein; dadurch veranlaßt er, daß nun tatſächlich das
Schiff aus ſeinem Kurs gebracht wird. Da der genannte
Vor=
gang hauptſächlich in engen Fahrwäſſern vorkomna, kann er
leicht verhängnisvoll wvirken, und ſowohl im Zuez= als im
Panama=Kanal hat es ſich ereignet, daß Schiſfe mit Flettner=
Rudern aus dieſem Grunde in die Böſchung gefahren ſind, und
zu ernſten Störungen des Betriebes Anlaß gegeben haben. Beide
Kanalverwaltungen haben infolgedeſſen die Benutzung des
Flettner=Ruders in ihren Revieren verboten; zweifellos würden
auch andere Reviere dieſem Beiſpiel folgen, wenn die Benutzung
des Flettner=Ruders eine allgemeine werden würde. Die Schiffe,
die mit ſolchen ausgeſtattet ſind, würden ſich alſo entveder in
den betreffenden Revieren ſchleppen laſſen müſſen oder neben
dem Flettner=Apparat auch noch eine zweite Steuervorrichtung
mit Dampfſteuerappavat anzuordnen haben, was einen ſehr
komplizierten Betrieb ergeben würde. In beiden Fällen würden
die Erſparniſſe, die durch das Flettner=Ruder erzielt werden,
t dies der Grund, warum
rſche
wieder verlaren gehen.
de fand, keine
allge=
die Erfindnr
meine Anwendung gefunden hat.
Samstag, 11. Dezember 1926.
Technik der Gegenuart
Nummer 13.
Indeſſen haben ſich in den letzten Jahren die Verhältniſſe
im Schiffbau auch ſo verſchoben, daß der Vorteil, den das
Flettner=Ruder bietet, für große Seeſchiffe nicht mehr in Frage
kommt. Man geht nämlich immer mehr dazu über, bei großen
Schiffen die Dampfſteuerapparate durch elettriſche
Steuerappa=
rate zu erſetzen, welche ſich, nachdem die Kinderkrankheiten
über=
wunden ſind, vorzüglich bewähren und außerordentlich wenig
Kraft brauchen. Elektriſche Energie iſt aber auf allen
Seeſchif=
fen vorhanden. Man erreicht alſo auf einfachere Art das, was
Flettner mit ſeiner Erfindung erreichen wollte.
Auf Flußſchiffen dagegen mag das Flettner=Ruder vielleicht
eine Zukunft haben; bei ihnen fällt der beſchriebene Nachteil
fort, weil der Mann am Steuer die Vorgänge in der Nähe des
Schiffes in der Regel gut überſehen kann. Auch ſoll ſich die
Er=
findung dort, wo ſie bisher auf Flußſchiffen angewandt wurde,
gut bewährt haben, wenn auch von Theoretikern verſchiedene
Bedenken erhoben werden, wie z. B. die Gefahr, daß der
Appa=
rat bei plötzlich eintretendem ſtarken Froſt leicht einfrieren, oder
bei ſtarkem Eisgang durch Eisſchollen ungangbar gemacht
wer=
den könnte.
Die Wartung von
Zentralheizungskesseln.
Von
Ing. H. zur Linden, Barmen.
Die gegenwärtige Heizperiode ſtellt wiederum viele Beſitzer
von Zentralheizungsanlagen vor manch ſchwierige Aufgabe.
Ver=
ſchlangen vielleicht die voraufgegangenen Heizperioden bald durch
dieſe, bald durch jene Reparatur eine Menge Geld, ſo beſtärkt
außerdem der von Winter zu Winter größer werdende
Koksver=
brauch manchen in ſeiner Abſicht, wieder zur alten Ofenheizung
zurückzukehren. Zweifellos haben einige Klagen ihre Berechtigung,
andererſeits dürfte in den weitaus meiſten Fällen eine
vernach=
läſſigte Wartung der Heizungsanlagen, insbeſondere des
Heiz=
keſſels, Urſache dieſer vielen Mißſtände ſein.
Zunächſt muß gefordert werden, daß der Heizkeller wirklich
als Bedienungsraum des Heizkeſſels dient und nicht etwa als
Abſtellraum für überflüſſigen Hausrat herhalten muß. Der
Heiz=
keller iſt ſtets im aufgeräumten Zuſtand zu halten; die
Bedie=
nungswerkzeuge für den Keſſel ſind in erreichbarer Nähe des
Heizkeſſels an der Wand aufzuhängen. Nur ſo ſoll ein Heizkeller
anzutreffen ſein.
Das Keſſelſpeiſewaſſer ſoll möglichſt weich ſein, da hartes
Waſſer im Heizkeſſel Keſſelſtein abſetzt, der den guten
Wärme=
übergang von der Keſſelwandung ins Waſſer proportional der
Dicke des Keſſelſteins im ſteigenden Maße verhindert. Keſſelſtein
leitet Wärmemengen unter denſelben Vorausſetzungen 28 mal
ſchlechter als Eiſen. Nach „Klug” bedingt eine 2 mm ſtarke
Keſſel=
ſteinſchicht einen Mehraufwand von Brennſtoff von ca. 10 Proz.
Außerdem treten infolge der ſchlechten Wärmeleitfähigkeit und der
ungleichmäßigen Dicke des Keſſelſteins örtliche Wärmeſtauungen
auf, die innerhalb der Keſſelwandung erhebliche
Temperatur=
unterſchiede bedingen. Unbedingte Folgen dieſer
Temperatur=
unterſchiede ſind zuſätzliche Spannungen, gegen die Gußeiſen
außerordentlich empfindlich iſt und die unbedingt zu Rißbildung
führen. Damit wird ein Auswechſeln einzelner Keſſelglieder
erforderlich.
Um dem Keſſelſtein wirkſam zu Leibe zu gehen, gibt uns die
Technik drei Mittel an die Hand.
1. Speiſent des Heizkeſſels mit ſteinfreiem Waſſer (Regenwaſſer).
2. Ausfällen der Keſſelſteinbildner im Heizkeſſel.
3. Enthärten des Speiſewaſſers außerhalb des Keſſels.
Verfahren 1 kommt nur für kleinere Anlagen in Betracht, die
Regenwaſſer zum Speiſen und Nachfüllen bequem und in
ge=
nügenden Mengen auffangen können. Für mittlere und größere
Heizungsanlagen würden dieſe Auffangvorrichtungen derart
um=
fangreich und teuer, daß man billiger Leitungswaſſer nach
Ver=
fahren 2 oder 3 reinigt.
Nach Verfahren 2 werden die Keſſelſteinbildner im Heizkeſſel
ſelbſt durch Chemikalien als Schlamm ausgeflockt. Die Einführung
der zuzuführenden chemiſchen Reagenzien erfolgt unmittelbar in
den Keſſel. Bei Gebrauch dieſer ſog. Keſſelſteinverhütungsmittel,
deren es unzählige gibt, iſt zu beachten, daß nur wenige wirklich
brauchbare Reſultate liefern. Bei den meiſten dieſer Mittel iſt der
Hauptbeſtandteil Soda, das weſentlich billiger direkt als erſt in
Form eines teuren Keſſelſteinverhütungsmittel in den Keſſel
ein=
geführt werden kann.
Bei dieſer Reinigungsart iſt jedoch ein öfteres Auswaſchen
des Keſſels erforderlich, da ſonſt die ausgeflockten
Keſſelſtein=
bildner an den Keſſelwänden feſtbrennen.
Verfahren 3 reinigt das Keſſelſpeiſewaſſer außerhalb des
Keſſels in beſonderen Apparaten. Hier verweiſe ich auf die
Kata=
loge der einſchlägigen Firmen. Auch wird die
Heizkeſſelliefer=
ſirma gerne bereit ſein, derartige Firmen in Vorſchlag zu bringen.
Wenn eine einwandfreie Beſchaffenheit der waſſerberührten
Keſſelteile eine gute Ausnutzung der Wärme gewährleiſtet, ſo
verlangt eine wirtſchaftliche Ausnutzung des Brennſtoffes neben
glanzruß= und aſchenfreien Heizflächen eine die Heizgaſe
voll=
kommen ausnutzende Feuerführung.
Einen guten Zuſtand des Kamins als ſelbſtverſtändlich
vor=
ausgeſetzt, möchte ich folgendes kurz voranſchicken, ohne an dieſer
Stelle lange theoretiſche Erörterungen zu pflegen. Jeder
Brenn=
ſtoff braucht zu ſeiner vollkommenen Verbrennung eine beſtimmte
Luftmenge. Wird der Feuerung mehr Luft zugeführt, ſo entweicht
dieſe überſchüſſige Luft mit den Abgaſen in den Schornſtein,
be=
dingt inſofern einen gewiſſen Verluſt, als die Wärmemenge, die
dieſe überſchüſſige Luft von Kellertemperatur auf die Temperatur
der Abgaſe anwärmt, dem eigentlichen Zweck, nämlich der
Erwär=
mung des Waſſers im Heizkeſſel, entzogen wird. Dieſer
Wärme=
verluſt iſt immerhin noch tragbar und bei weitem nicht ſo
bedeu=
tend als jener Verluſt, der durch Luftmangel entſteht. Bei
Luft=
mangel verbrennt der Koks zu Kohlenoxyd (CO), wobei nur zirka
2800 V. E. entwickelt werden, während normaler Weiſe der Koks
zu Kohlendioxyd (C O=) verbrannt werden ſoll, wobei zirka
8000 W. B. frei werden. Dieſe beiden Zahlen dürften wohl den
Verluſt bei Luftmangel zur Genüge kennzeichnen. Und in der
Tat wieſen die Abgaſe von zirka 90 Prozent aller unterſuchten
Heizkeſſel einen derart hohen Gehalt an unvollkommen
ver=
brannten Gaſen auf, daß ſofortige Abhilfe geboten war, wollten
nicht große Mengen Brennſtoff unausgenutzt zum Schornſtein
hinaus verfeuert werden. Automatiſche Zugregler können dieſe
Verluſte nur bedingt zum Teil verhindern. Die beſte und
voll=
kommenſte Abhilfe ſchaffen nur diejenigen Apparate, die erwärmte
Sekundärluft oberhalb der Glutſchicht in den Feuerraum führen.
Durch eine innige Vermiſchung von erwärmter Friſchluft mit den
Heizgaſen wird eine reſtloſe Ausnutzung des Brennſtoffes
ge=
währleiſtet.
Zuſammenhängend ſei zum Schluß nochmals geſagt:
Ein ſteinfreier Keſſel,
ruß= und aſchefreie Heizflächen,
reſtloſe Ausnutzung des Brennſtoffes
laſſen erſt die Vorzüge einer Zentralheizungsanlage zur vollen
Auswirkung kommen. Und erfordert eine gute Wartung auch
etwas mehr Arbeit, einige Ausgaben, ſo wird ſich der Gewinn in
jedem Falle in Form von Brennſtofferſparnis und Erſparniſſen
an Reparaturkoſten zeigen.
Zechenkoks oder
Gaskoks?
Von
Ing. B. Vater, Darmstadt.
Mit der kälteren Jahreszeit wendet ſich das allgemeine
In=
tereſſe wieder den Heizungsfragen zu. Ganz beſonders dürften
von dieſer Frage die Beſitzer von Zentralheizungsanlagen
be=
rührt werden, denn ſie befinden ſich bezüglich der Wahl des
Brennſtoffes in einem erklärlichen Zwieſpalt. Wie wenig
empfehlenswert die Verfeuerung von geringwertigem Material
iſt, z. B. von Brauntohle, Torf und Holz, das zeigen deutlich
die auftretenden nachteiligen Erſcheinungen, wie Verſchmutzen
der Keſſelzüge und des Schornſteins uſw „Abgeſehen davon
werden die weitaus meiſten jetzt in Betrieb befindlichen
Sammel=
heizungen für Häuſer ſpeziell für Koksbrand gebaut ſein. Im
Hinblick darauf beſchränken wir uns im folgenden mit der
Be=
handlung eines heute ſehr intereſſanten Themas; kurz gefaßt:
„Gas= oder Zechenkoks‟. Auf Grund von Unterlagen namlich,
die eine Autorität auf dem Gebiete der Heizungsfragen, Herr
Prof. Chr. Eberle an der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt
gibt*), ſei in Erwägung gezogen, ob es wirtſchaftlich
vorteil=
hafter iſt, mit dem billigeren Gaskoks oder mit dem teueren,
da=
für aber wertvolleren Zechenkoks zu heizen.
Zum allgemeinen Verſtändnis muß vorausgeſchickt werden,
daß man zwei Hauptarten von Keſſeln unterſcheidet, ſolche mit
oberem und ſolche mit unterem Abbrand. In den erſteren
durchziehen die Rauchgaſe die Brennſtoffſchicht in ganzer Höhe
und treten im oberen Teil des Feuerraums in die ſeitlichen zum
Schornſtein führenden Rauchzüge ein. Da die ganze aufgegebene
Brennſtoffmenge allmählich in Brand gerät, ſind Oberbrandkeſſel
zu raſcher Wärmeentwicklung beſonders geeignet. Sie befinden
ſich meiſt in Gebrauch. Bei Keſſeln mit unterem Abbrand werden
die Feuergaſe unmittelbar über dem Roſt ſeitlich abgeſogen, nach
oben geleitet und ſchließlich in daneben liegenden Zügen wieder
nach unten durch den Fuchs zum Schornſtein geführt. Zwei kleine
Skizzen des Bildes 1 mögen das Geſagte erläutern. Erwähnt
ſei, daß bei Keſſeln der zuletzt beſprochenen Art zwar eine
gün=
ſtige Verbrennung ſtattfindet, jedoch wegen der längeren
Zug=
führung ein kräftiger Schornſteinzug Bedingung iſt.
Die nachſtehenden Ausführungen folgen der Veröffentlichung
Eberles. Es ſind in den letzten Jahren zahlreiche vergleichende
Verſuche durchgeführt worden, um die Leiſtung und
Wärmeaus=
nutzung der beiden Koksarten feſtzuſtellen. Dabei ergab ſich
zu=
nächſt kein einheitliches Bild, da man zu ſehr verſchiedenen
Er=
gebniſſen gelangte, ſelbſt wenn die chemiſche Zuſammenſetzung
nahezu die gleiche war. Es mußten alſo noch andere Dinge
mit=
ſprechen, und tatſächlich ſtellte ſich heraus, daß die phyſitaliſchen
Eigenſchaften der Kokſe und die Heizungseinrichtung das
Er=
gebnis weſentlich beeinfluſſen.
Von Verſuchen ſind ſolche zu nennen, wie ſie vom Bayeriſchen
Reviſionsverein, an der Heizungsanlage der Univerſitätsklinik
in Gießen und im heiztechniſchen Inſtitut der Techniſchen
Hoch=
ſchule vorgenommen worden ſind. Bei den zuerſt genannten
Verſuchen ſtand ein gußeiſerner Gliederkeſſel mit oberem
Ab=
brand (I) und ein ſchmiedeeiſerner Keſſel mit Flammrohr und
Füllſchacht mit unterem Abbrand (II) zur Verfügung. Die
chemiſche Zuſammenſetzung des verwendeten Zechenkokſes und
Münchener Gaskokſes wies nur ganz geringe Unterſchiede auf.
Das Ergebnis zeigte folgende Zahlen:
Wärme . . . . . . v. H. 68,8
70,0 72,6
74,8 85,0
84,1
76,9 86,1
86,1
76,4
In Worten ausgedrückt heißt das: die Ausnützung bei
Heiz=
körper I iſt für Gaskoks gegen den Zechenkoks nur um 4 Prozent
ſchlechter; verurſacht wird dieſer Unterſchied hauptſächlich durch
unverbrannte Gaſe und Herdrückſtände. Der Wirlungsgrad von
Heizkörper II iſt für beide Kokſe weſentlich beſſer, wie überhaupt
Keſſel mit unterem Abbrand eine vollkommene Verbrennung
er=
geben.
In Gießen wurden Verſuche gemacht mit Ruhrzechenkoks und
Gießener Gaskoks. (Ausgangsmaterial: gewaſchene
Fettfein=
kohle.) Um hierauf vielleicht etwas näher einzugehen, ſeien die
tabellariſchen Werte der chemiſchen Zuſammenſetzung und der
Ergebniſſe untereinandergeſtellt:
koks Kohlenſtoff v. H. 80,72 86,61 Waſſerſtoff 0,67 0,33 Korn= Schwefel 1,02 1,04 größe Sauerſtoff und Stickſtoff 1,25 0,60 50—70 Aſche 10,97 7,25 mim Waſſer 537 4,17 Unterer Heizwert **) Kcal 6659 7082 Gaskoks Zechenkoks Wärmeleiſtung auf 1m" Heizfläche u. Stunde Keal 10900 10670 10460 10530 Nutzbar gemachte Wärme v. H. 70,1 71,8 69,8 71,2 Berluſte: a) freie Wärme 20,7 19,5 20,1 19,8 b) unverbrannt. Gaſe 0,8 0,6 1,6 1,2 c) Herdrückſtände 3,0 3,0 1,3 1,3 d) Strahlung 5,4 5,1 72 6,5
Der Keſſel war ein Niederdruckdampfkeſſel mit
unterem Abbrand und 16m‟ Heizfläche. Die erwähnten Verſuche
wurden unter normalen Betriebsverhältniſſen bei allerdings
wie erſichtlich hoher Belaſtung (über 10 000 Kcal) durchgeführt.
Zieht man bei dieſer nicht rein experimentellen Unterſuchung auch
einige Ungenauigkeiten in der Meſſung in Betracht, ſo wird
doch augenſcheinlich, daß der Gaskoks trotz ſeiner zahlenmäßig
ſtets größeren Herdrückſtände hinſichtlich der Wärmeausnützung
es mit dem Zechenkoks aufnehmen kann. Hinzugefügt ſei, daß
die Schlackenentfernung beim Gaskoks keine Schwierigkeiten
machte.
Zeitſchrift: „Das Gas= und Waſſerfach” vom 11. 9. 1926.
*) Die von 1 kg eines Brennſtoffes bei der Verbr nnung erhaltene
Warmemenge nennt man Heizwert (in Kalorien gemeſſen).
Un=
terer Heizwert iſt der durch unvermeidbaren Verluſt
verklei=
nerte Betrag.
Sehr eingehende Verſuche über Wärmeausnützungen
ver=
ſchiedener Kolsar,en wurden im Inſtitut der Techniſchen
Hoch=
ſchule gemacht, wobei es ſich allerdings nicht nur um prinzipielle
Löſung der Frage: Zechen= oder Gaskoks handelte. Die ganzen
Verſuchsanordnungen klammerten ſich an die Tatſache, daß
Stückgröße und Feuerungseinrichtung zwei
maß=
gebende Faktoren für den Verbrennungsvorgang ſind. Aus
Raummangel müſſen wir uns verſagen, einige der recht
inter=
eſſanten graphiſchen Darſtellungen zu bringen und zu beſprechen.
(Intereſſenten ſeien auf die angegebene Quelle verwieſen.)
So=
viel ſei geſagt: Man muß verſuchen, den Verluſt durch
unver=
brannte Gaſe möglichſt klein zu machen. Die Gaſe beſtehen
haupt=
fächlich aus Kohlenoxyd. Eine beſtimmte Verſuchsanordnung
Bild 1. Schematischer Schnitt durch Zentralheizungskessel mit oberem
und unterem Abbrand.
beſtand nun aus einem Keſſel mit oberem Abbrand, dem man
eine Belaſtung von 9000 Kcal für 1m: Heizfläche und Stunde
zukommen ließ. Es fanden 3 Beſchickungen ſtatt mit Zechen= und
Gaskokſen verſchiedener Korngrößen. Mit einer zunehmenden
Verſchladung des Roſtes ſowie erhöhter Kohlenoxydbildung für
jede folgende Beſchickung war zu rechnen; außerordentlich
an=
ſchaulich aber ſind die vom Verfaſſer jeweils für Zechenkoks und
Gaskoks nebeneinandergeſtellten Kohlenoxyddiagramme der
3 Stückgrößengruppen. Es ſtellt ſich heraus, daß das Ergebnis
für die erſte Korngröße 60/80 des Gaskokſes ein recht gutes iſt,
ja ſogar mit einer geringen, gleichwohl nicht bedeutungsloſen
Ueberlegenheit gegenüber dem Zechenkoks der Stückgröße 40/60.
Bei den Verſuchen mit unterem Abbrand ergab ſich ein großer
Einfluß der Brennſchichthöhe, die ſich ganz nach der Stückgroße
richtet.
Zuſammenfaſſend iſt zu ſagen: Die mittlere
Wärmeaus=
nützung für Zentralheizungskeſſel iſt für günſtige Verhältniſſe
zu 70 bis 80 v. H. ermittelt worden. Um dieſen Werten
nahe=
zukommen, iſt für eine Feuerung mit oberem Abbrand die
Stück=
größe maßgebend, da man hier nicht wie beim unteren Abbrand
mit wenig Aufwand je nach Material die Schichthöhe regulieren
kann. Die Vorausſetzung für beſtimmte Stückgrößenlieferung iſt
eine gewiſſe mechaniſche Feſtigkeit des Kokſes gegen Transport
und Lagerung; dieſe für Füllfeuerung außerordentlich wichtige
Eigenſchaft iſt und wird in den Gaswerken angeſtrebt. Sieht
man von kleinen Einzelheiten ab, ſo läßt ſich ſchließlich behaupten,
daß kein Grund beſteht, den Zechenkoks einem den genannten
Vorausſetzungen entſprechenden Gaskoks vorzuziehen.
NEUE BüCHER UND ZEITSCHRIETEN
Naturforſcher und Erfinder. Biographiſche Miniaturen von Prof.
Dr. Ludwig Darmſtgedter. Mit 16 Tafeln und 22 Textabbildungen.
1926. Verlag von Velhagen u. Klaſing, Bielefeld und Leipzig. Preis
geb. 10 Mk.
Von 50 auserwählten Forſchern aus fünf Jahrhunderten erzählt
uns der bekannte Hiſtoriker der Naturwiſſenſchaften und der Technik in
feſſelnder, Sprache ſkizzenhaft, aber immer außerordentlich packend.
Neben der Glorie unſterblichen Ruhmes begegnen wir der Schwäche des
irrenden Eeiſtes, tragiſches Geſchick wechſelt mit dem vollen Gelingen
mühevoller Arbeit. Dem 80jährigen Verfaſſer wird die Gegenwart Dank
zollem müſſen, daß er in ernſter wiſſenſchaftlicher Forſchung Licht in
manches Dunkel gebracht hat, und wird die Nachwelt einſt ihren Beifall
nicht verſagen können, daß er den reichen Schatz ſeines Wiſſens in dem
vorliegenden erſten Band niedergelegt hat. Hoffen wir, daß weitere bald
folgen mögen.
Dem Verlag können wwir unſere Anerkennung für die gediegene und
geſchmackvolle Ausgeſtaltung des Buches nicht vorenthalten.
Unſere Technik. Von Siegfried Hartmann. 193 Abbildungen, 456
Seiten. Verlag des Volksverbandes der Büicherfreunde, G. m. b. H.
Berlin 1926.
So etwas wie einen Weihnachtsbüchermarkt, gibt es auch in der
Technik. Gerade richtig zum Feſt hat uns der ſeit langem rühmlichſt
be=
kannte Siegfried Hartmann ein Werk beſchert, das für den
Weihnachts=
tiſch, insbeſondere der reiferen männlichen Jugend, wie geſchaffen iſt.
Launig und anregend wie die Einleitung, ſo führt uns der
Ver=
faſſer in flüſſig geſchriebenen neunzehn Abſchnitten durch alle Zweige der
Technik und der angewandten Naturwiſſenſchaften. Ein Anhang von
35 Tabellen mit vielfach gebrauchten Zahlenangaben und Statiſtiken hilft
teils zum Verſtändnis der Aufſätze, teils veranlaßt er uns, das Buch
als Nachſchlagewerk öfters zur Hand zu nehmen. Die vielen prächtigen
Abbildungen nach Photos oder Zeichnung von Künſtlerhand geben dem
Werk zuſammen mit einem ſoliden Leinenumſchlag auch äußerlich ein
ſehr ſtattliches Gepräge.
Vor etwa 20 Jahren hat der Verfaſſer ein ganz ähnliches Werk
— Naturwiſſenſchaftlich=Techniſche Plaudereien — erſcheinen laſſen. So
wie in dieſer Zeit die Technik ſelbſt ſich entwickelte und ihre Vertreter
ſich durch raſtloſes Streben Geltung verſchafften, ſo zeigt auch das neue
Buch eine Entwicklung, die dem heutigen techniſchen Schrifttum zur
höchſten Ehre gereicht.
* „Induſtrie=Bibliothek Deutſchlands Großbetriebe.‟ Die illuſtrierte
Zeit=
ſchrift der deutſchen Wirtſchaft. Einzelband 5 Mk.; 10 Bände
Abon=
nement 25 Mk. Verlag M. Schröder, Berlin=Halenſce.
Der 7. Band iſt der deurſchen Ofeninduſtrie gewidmet. Die Werke
der F. Küpperbuſch & Söhne, A.=G., Gelſenkirchen, werden eingehend
behandelt, was zweifellos bei den Hausfrauen willkommen iſt, wird doch
in vielen trefflichen Abbildungen gezeigt, wie Herde der verſchiedenſten
Art unter der Hand des Arbeiters hervorgehen. Unter den einleitenden
Aufſätzen des Bandes ſei beſonders der über unſere Handelsbeziehungen
zu Norwegen hervorgehoben.
Der 8. Band ſchildert an dem Beiſpiel der Hochbahn=A.=G.,
Ham=
burg, den Verkehr einer deutſchen Großſtadt. Der Polizeipräſident Dr.
Campe, Hamburg, gibt in einem der verſchiedenen einleitenden
Auf=
ſätze Anvegungen und Winke ſür die Zukunft. Bau= und
verkehrstech=
niſch bietet das Heft außerordentlich viel Intereſſantes, beſonders auch
durch die vorzüglichen Abbildungen.
Im 9. Band findet die Induſtrie=Bibliothek den Weg in unſere
unmittelbare Nachbarſchaft, zu den Adlerwerken nach Frankfurt a. M.
Der einleitende Teil mit Aufſätzen von Fachmännern behandelt ebenfalls
in der Hauptſache autotechniſche Fragen, die auch für den Laien
leſens=
wert ſind. Die Erzeugniſſe der Adlerwerke — Auto — Fahrrad und
Schreibmaſchine — werden in dem vorliegenden Band durch Bild und
Schrift geſchildert, nicht nur in ihrem jetzigen Zuſtand, ſondern auch in
ihrer techniſchen Entwicklung. Auch die Männer, die dem „Adler” auf
vielen Wettfahrten zum Sieg verholfen haben, ſind nicht vergeſſen.
Zuſammenfaſſend kann geſagt werden, daß die J=B. es in den drei
vorliegenden Heften wieder verſtanden hat, Einzelzweige der deutſchen
Technik zu behandeln.
PERBONLICHES AUS DER TECHNIK
Geheimer Rat Walter Ritter von Dyck. Prof. an der Techniſchen
Hochſchule in München, feierte ſeinen 70. Geburtstag, von Dyck iſt
be=
ſonders durch ſeine Verdienſte um das deutſche Muſeum bekannt
ge=
worden..
Nummer 343
Samstag, der 11. Dezember 1926
Geite 19
Reich und Ausland.
Der Rieſenbetrug beim Reichsmonopolamt.
Die Rolle der Brüder Schwarz. — Monppolamt und Proviſionen.
* Berlin. Die Aufdeckung der merkwürdigen Vorgänge, die ſich
bei der Errichtung der Spritreinigungsanſtalt des Reichsmonopolamtes
in Monheim abgeſpielt haben, erſcheinen bei näherer Betrachtung der
Dinge immer eigenartiger. Im Mittelpunkt dieſer Angelegenheit ſtehen
die fünf Brüder Schwarz, die hinter den Kuliſſen einen weſentlichen
Einfluß auf maßgebende Perſönlichkeiten in der Monopolverwaltung
ausgeübt haben und es verſtanden hatten, Verträge mit dem
Monopol=
amt, alſo indirekt mit dem Deutſchen Reich, abzuſchließen, von denen
man wohl ſagen kann, daß ſie dem zweiten Vertragskontrahenten
näm=
lich dem Reich, beſtimmt nicht zum Nutzen geweſen ſind. Die Brüder
Schwarz ſpielten ſchon vor dem Kriege im internationalen Sprithandel
eine führende Nolle und haben während der Kriegszeit die
Heeresver=
waltung mit Alkoholmengen beliefert, die in die Millionen gingen.
Dieſe Tätigkeit machte die Brüder Schwarz zu außerordentlich
wohl=
habenden Leuten. Trotz der Rieſengewinne, die ihnen ihre Geſchäfte
abwarfen, haben ſich die Brüder Schwarz auf andere Unternehmungen
eingelaſſen, die ſie ſchließlich mit dem Geſetz in Konflikt brachten und
dazu führten, daß Heinrich Schwarz 1919 wegen unerlaubter
Spritge=
ſchäfte zu einer Viertelmillion Mark Geldſtrafe verurteilt wurde. Ein
anderer der Brüder in der Schweiz wurde zu einer noch höheren Strafe
von einer halben Million Franken verurteilt, weil er Alkohol unverzollt
in die Schweiz eingeführt hatte. Später gründeten die Brüder Schwarz
in Köln eine Filiale der belgiſchen Firma J. A. Schenk=Brüſſel und
unter dieſem Deckmantel dehnten ſich ihre Beziehungen nach allen Seiten
aus. Im Dezember 1919 wurden im Gebäude der Firma Schwarz die
Rheiniſchen Spritwerke gegründet, deren Hauptgeſellſchafter der
Kriegs=
ausſchuß für Erſatzfutter G. m. b. H. war. Im April 1921 wurden die
Rheiniſchen Preßhefe= und Spritwerke gegründet. Im Vorſtand der
Preßhefe A.=G. ſaß u. a. Geh. Nat Müller vom Kriegsausſchuß für
Erſatzfutter, der auch bei, gewiſſen Verhandlungen zwiſchen den Brüdern
Schwarz und dem Reich tätig war. Die Brüder Schwarz hatten ſich
damals mit der Reichsmonopolverwaltung in Verbindung geſetzt und ihr
zugeſagt, aus Belgien drei Millionen Liter Sprit zu liefern, da kurz
nach dem Kriege der Bedarf an Alkohol ſehr groß war und die
Mono=
polverwaltung aus dem Auslande Sprit einführen mußte. Peter und
Heinrich Schwarz ſchlugen vor, ſich an das belgiſche Handelsminiſterium
zu wenden, und erklärten auch, einen Vertrag zwiſchen dieſem und der
Reichsmonopolverwaltung bezgl. Ausfuhr und Lieferung der genannten
Menge Sprit beſchaffen zu können. Dieſer Vertrag kam tatſächlich
zu=
ſtande, obwohl darin ſtand, daß der Liter Sprit zehn belgiſche Franken
koſte, ein Preis, der etwa 100 Prozent über den damals auf dem
inter=
nationalen Markt gezahlten Preiſen ſtand. Später hat man aus dieſem
Grunde den Verdacht geſchöpft, daß Schwarz den belgiſchen Vertrag
ab=
geändert und Zahlen eingeſetzt habe, die ihm einen ungeheuren Gewinn
zuſicherten. Die Fachleute im Reichsmonopolamt haben gleichfalls die
unglaublich hohen Lieferungsbedingungen akzeptiert und der Sppit
wurde geliefert. Später gelang es, einen Briefwechſel zu
beſchlag=
nahmen, aus dem hervorging, daß Schenk den größten Teil des nach
Deutſchland gelieferten Alkohols beſchafft und Schwarz dafür Preiſe von
1,85 bis 2,80 belgiſche Franken angerechnet hat. Ob der ungeheure
Zwiſchengewinn aus dem wirklich gezahlten und vom Reichsmonopolamt
erlangten Preiſen allein an Schwarz gefallen iſt, oder ob auch Schenk
an dieſem Geſchäft partizipiert hat, läßt ſich vor der Hand nicht
klar=
ſtellen. Im Jahre 1922 wurde dann die Spritreinigungsanſtalt der
Monopolverwaltung in Monheim gegründet und im Zuſammenhang
damit haben ſich Dinge ereignet, die zunächſt faſt unglaublich klingen, und
deren Nachprüfung den ordentlichen Gerichten überlaſſen bleiben muß.
Die Rheiniſchen Preßhefe= und Spritwerke hatten bei der
Reichsmonopol=
verwaltung den Antrag geſtellt, in Monheim die Reinigungsanſtalt zu
errichten, um die Betriebe der Spritwerke gründlich ausnutzen zu können.
Aus politiſchen Gründen ſtimmte man im Reichsfinanzminiſterium zu,
und ſo begann der Bau. Eigenartig berührt nun, daß zunächſt einmal
die Verhandlungen für die Rheiniſchen Spritwerke größtenteils durch
den Prokuriſten der Firma Schenk, Burghardt, geführt worden ſind,
dann aber zahlreiche Verhandlungen zwiſchen den Spritwerken und
maß=
gebenden Perſönlichkeiten im Monopolamt nicht auf dem offiziellen
Wege über die Dienſtſtellen geführt wurden, ſondern man ſchrieb mit
Vorliebe Briefe in die Privatwohnung der im Frage kommenden Herven,
vder verabredete Beſprechungen außerhalb der Dienſtſtelle. So iſt es
auffällig, daß der Prokuriſt Burghardt Anträge, die Vorteile für die
Spritwerke erſtrebten, nicht an das Monopolamt gehen ließ, ſondern ſie
an die Privatadreſſe des Direktors Steller ſchickte, und in einem Briefe
beſonders deutlich auf die großen Vorteile hinweiſt, die ſich aus der
Er=
richtung einer Reinigungsanſtalt für die Monopolverwaltung gerade in
Monheim ergeben müßten. Im Juni 1922 wurde Direktor Steller um
eine Zuſammenkunft mit Staatsſekretär Buſch und dem Direktor
Hor=
witz von der Monopolverwaltung gebeten, als es ſich darum handelte,
die Bauaufträge an eine Kölner Firma zu vergeben. Auch diesmal ging
das vom Monopolamt für den Bau in Monheim benötigte Material
nicht, über das Monopolamt, ſondern über den Prokuriſten Burghardt.
Ebenſo merkwürdig iſt ein Brief der Firma Schenk an ihren
Rechts=
anwalt in Berlin, in dem dieſer erſucht wird, dem Regierungsrat Benecke
vertraulich Ort und Zeit anzugeben, wo eine Rückſprache wegen der
Ver=
träge bezüglich der Reinigungsanſtalt ſtattſinden könnte, obwohl als
Verhandlungsort eigentlich nur das Monopolamt in Frage gekommen
wäre. Am gleichen Tage erhält der Schwiegervater Beneckes eine
in=
terne Sondervergütung als Aktionär der Rheiniſchen Spritwerke. Peter
Schwarz war ſtets bemüht, alle möglichen Perſönlichkeiten für ſich zu
ge=
winnen, doch iſt es ſicherlich weit übertrieben, wenn Schwarz bzw.
Burg=
hardt in einem Brief an ihren Berliner Rechtsanwalt erklärten, man automaten die Strafbeſtimmungen wegen verbotenen Glücksſpiels
An=
werde, um zum Ziele zu gelangen, ſich der „größten Kanonen”, wie des wendung zu finden haben, ſoll jetzt an einem Einzelfalle durch alle In=
Berlin. Im weiteren Verlaufe der Unterſuchung der Vorgänge
bei der Errichtung der Spritreinigungsanſtalt des Reichsmonopolamtes
in Monheim hat ſich ergeben, daß ſich auch die Parlamente mit um eine einſchneidende Frage für viele Gaſtwirtsbetriebe und für die
dieſer Angelegenheit noch eingehend werden beſchäftigen wüſſen, da es Schauſtellenunternehmer, denn die Bajazzo=Automaten ſind in ganz
den Brüdern Schwarz durch Beeinfluſſung maßgebender Perſönlich= Deutſchland ſtark verbreitet, in Berlin beträgt ihre Zahl etwa 4000.
Monopolamt, alſo indirekt mit dem Deutſchen Reiche abzuſchließen.
Flugzeugunfall bei Fulda.
WSN. Fulda. Am Mittwoch nachmittag kurz nach 2 Uhr ſtürzte
infolge Motordefektes zwiſchen Keutzelbuch und Rückers (Kreis Fulda)
ein Doppeldecker ab. Das Flugzeug befand ſich auf einer Uebungsfahrt
von Staaben nach Mannheim. Die Maſchine wunde zertrümmert,
wäh=
rend der Führer, Hans Nowak aus Weimar unverletzt blieb. — Am
Donnerstag nachmittag mußte hier ein Reklameflugzeug der Firma
Clorodont, das auf der Fahrt von Erfurt nach Frankfurt war, eine
Not=
landung vornehmen. Der Maſchine, die im Nebel über der Rhön die
Orientierung verloren hatte, war der Betriebsſtoff ausgegangen. Nach
kurzem Aufenthalt ſetzte das Flugzeug ſeine Reiſe nach Frankfurt fort.
Für 20 000 Mark Pelzwaren geſtohlen.
Berlin. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag gegen
3 Uhr haben Einbrecher in der Friedrichsſtraße aus einem
Pelzkonfek=
tionsgeſchäft für 20 000 Mark Waren geraubt.
Raub im Schalterraum.
Hannover. Im Schalterraum der hieſigen Reichsbankhauptſtelle
wurden einem Lehrling, der 5000 Mark einzahlen ſollte, von einem
Fremden, der ihn um Auskunft erſuchte, 3000 Mark von dem bereits auf
dem Schaltertiſch liegenden Gelde geraubt. Der Täter iſt entkommen.
Wegen Verſtoßes gegen die Arbeitszeitbeſtimmungen verurteilt.
Berlin. Nach einer Meldung aus Hamburg verurteilte das
Schöffengericht Elmshorn einen Bankdirektor und einen Prokuriſten
wegen Verſtöße gegen die Arbeitszeitbeſtimmungen zu je 1000 Mark
Geldſtrafe. Der Bankdirektor hatte verfügt, daß ſeine Angeſtellten auch
am Sonntag zu arbeiten haben und daß ſie wochentags über die
geſetz=
lich und tariflich zugelaſſene Arbeitszeit hinaus arbeiten, während er
gleichzeitig Entlaſſungen vorgenommen hatte.
Ein vorgetäuſchtes Verbrechen.
Bei dem Raubüberfall auf die Poſtkutſche Seyda=Zahna handelt es
ſich, wie der „Berl. Lokal=Anzeiger” berichtet um ein fingiertes
Ver=
brechen. Der 16 Jahre alte Sohn des Poſthalters Schröder aus Zahna
täuſchte, um ſich intereſſant zu machen, einen Naubüberfall vor und
ließ die Wittenberger Schutzpolizei alarmieren, die mit einem
Ueberfall=
kommando von 68 Beamten anrückte. Es ſtellte ſich ſpäter heraus, daß
die Sache Schwindel war. Schröder wurde in Haft genommen.
Unfall in den Bergen.
Rom. Das „Giornale d’Italia” berichtet aus Sondrio, daß bei
einem Aufſtieg auf den Cebedale eine Lawine zwei Mitglieder des
Alpinelubs am Rande eines Abgrundes überraſchte. Der eine, ein
Deutſcher namens Otto Betz, konnte in Sicherheit gebracht werden,
während der zweite, ein Italiener, abſtürzte. Sein Leichnam konnte
noch nicht aufgefunden werden.
Zum 125. Geburtstag Chriſtian Dietrich Grabbes.
Des Dichters Geburtshaus in Detmold.
Im Oval: Bild Chriſtian Dietrich Grabbes.
Am 11. Dezember ſind es 125 Jahre her, daß der geniale
Drama=
tiker Chriſtian Dietrich Grabbe in Detmold geboren wurde.
Der „König der Lebensretter.”
M. Dorus Rijkers,
ein nunmehr 80jähriger Holländer, der ſich rühmen darf, 511
Menſchen das Leben gerettet und 42 Schiffe aus Seenot befreit
zu haben .Er beſitzt holländiſche, engliſche, belgiſche und
italie=
niſche Lebensrettungsmedaillen und iſt Eigentümer einer
golde=
nen Krawattennadel mit Brillanten, die ihm Kaiſer Wilhelm II.
geſchenkt hat. Rijkers iſt, wie eine Landesabſtimmung ſoeben
ein=
wandfrei feſtgeſtellt hat, die populärſte Perſönlichkeit in Holland.
Fallen Spielautomaten unter das Glücksſpielgeſetz?
DD. Berlin. Die ſeit Jahren umſtrittene Frage, ob auf Spiel=
Staatsſekretärs Buſch und des Reichsfinanzminiſters Hermes bedienen, ſtanzen bis zur höchſten Entſcheidung durchgeführt werden. Dieſer Tage
hatte an erſter Stelle das Schöffengericht Mitte ſich damit zu befaſſen,
ob die Baiazzo=Spielautomaten unerlaubt ſeien. Es handelt ſich hierbei
keiten der Monopolverwaltung gelungen iſt, dieſe Verträge mit dem Bei einem Ball der Bankbeamten in der Philharmonie war in der von
einem Unterpächter betriebenen Tunnelwirtſchaft ein Bajazzo=Apparat
aufgeſtellt worden. Der Inhaber der Philharmonie und der
Spielunter=
nehmer waren nun wegen verbotenen Glücksſpiels angeklagt. Zu der
Verhandlung waren vier Sachverſtändige geladen. Profeſſor Kockel=
Leip=
zig und Kriminalinſpektor v. Manteuffel waren der Meinung, daß es
ſich lediglich um ein Zufallsſpiel handele, während Profeſſor Moede von
der Techniſchen Hochſchule, der eine große Zahl von Verſuchen an dem
Automaten angeſtellt hatte, und Ingenieur Grempe der Anſicht waren,
daß die Geſchicklichkeit bei den Erfolgen eine weſentliche Rolle ſpiele.
Im Gerichtsſaal wurde an mehreren Apparaten das Spiel vorgeführt.
Auch im Beratungszimmer wurden dieſe Verſuche fortgeſetzt. Nach einer
ſehr langen Beratung verkündete Landgerichtsdirektor Roeßler folgendes
Urteil: Die Frage, ob Bajazzo=Apparate ganz allgemein als
Glücksſpiel=
unternehmen anzuſprechen ſeien, könne das Gericht nicht entſcheiden.
Das Gericht habe ſelbſt eingehende Verſuche angeſtellt, und es habe ſich
im Beratungszimmer ergeben, daß manche Herren teilweiſe Gewinne
er=
zielt haben, andere überhaupt nicht. Bei einem Herrn, der den Apparat
gar nicht kannte, ergab ſich das Ueberraſchende, daß er faſt immer
ge=
wann. Das Gericht nimmt zwar an, daß der Zufall eine Rolle ſpielt,
daß es aber auch auf die Geſchicklichkeit und Beobachtungsgabe ankomme,
nämlich, den Lauf der Kugel zu verfolgen und dann die Kugel
abzu=
fangen. Aus dieſen Erwägungen kam das Gericht zu dem Schluß, daß
der Erfolg nicht ausſchließlich vom Zufall abhängt. Abgeſehen von
die=
ſen Gründen kam das Gericht aber auch aus perfönlichen Gründen bei
den beiden Angeklagten zu einer Freiſprechung. Für die Aufſtellung in
der Philharmonie war der Unterpächter verantwortlich, und der
Spiel=
unternehmer konnte glaubhaft nachweiſen, daß ihm beim Kauf des
Apparates verſichert worden ſei, es handele ſich um ein
Geſchicklichkeits=
ſpiel. Er hat auch Steuern gezahlt und konnte nicht annehmen, daß ihm
für etwas Verbotenes Steuern abgenommen werden.
Die tſchechiſchen Skandale.
EP. Prag. Die neueſte Korruptionsaffäre der Tſchechoſlowakei
betrifft die Zuckerfabriken in der Slowaksi. Nach der Bodenreform
ſoll=
ten die ungariſchen Zuckerfabriken ohne Entſchädigung enteignet werden.
Nach dem „Lidove Noviny” wurden von den Fabriken an die Kanzlei
des Preßburger Advokaten Fabry 30 Millionen Kronen gezahlt, die
dieſer zu Beſtechungen verwendet haben ſoll. Darauf wurde zwiſchen
den Fabriken und den Exponenten der Prager Regierung eine Vertrag
geſchloſſen, wonach nur die Rübenflächen der Naffinerien enteignet, aber
für die Dauer von 30 Jahren den Fahriken wieder zur Pacht überlaſſen
wurden. Dr. Fabry war ehemals Geſpan von Kaſchau beſitzt heute
die größte „Intenventionskanzlei” und wird von der „Bohemia” als der
eigentliche Herr der Bodenreform in der Slowakei bezeichnet. Es
handelt ſich um die vierte Korruvtionsaffäre, die im Laufe der letzten
zwei Monate in der tſchechiſchen Bodenreform aufgedeckt wurde.
* Steuer für Junggeſellen in Italien.
Von Neujahr an iſt die Einführung einer progreſſiven Steuer für
alle Junageſellen vom 25.—65. Altersjahre beſchloſſen, deren Ertrag für
das ſtaatliche Inſtitut für Mutterſchaft und Waiſenſchutz beſtimmt iſt,
das jährlich von 20000 Müttern und 29 000 Waiſen beanſprucht wird.
Hauptausſchußſitzung der Deutſchen Studentenſchaft.
In Berlin fand die erſte Hauptausſchußſitzung der Deutſchen
Stu=
dentenſchaft nach dem Bonner Studententag ſtatt. Sie beſchäftigte ſich
eingehend mit der Lage, die durch die Beſchlüſſe im Preußiſchen Landtag
zur Aenderung des preußiſchen Studentenrechtes geſchaffen iſt.
Ein=
ſtimmig ſtellte der Hauptausſchuß feſt, daß die Beſchlüſſe für die Deutſche
Studentenſchaft nicht annehmbar ſeien und einen ſchweren Eingriff in
die ſtudentiſche Selbſtverwaltung und Selbſtbeſtimmung darſtellen, die um
ſo verwerflicher ſeien, als die Studentenſchaft ſelbſt das beſtehende
Preu=
ßiſche Studentenrecht für durchaus ausreichend hält. Beſondere
Be=
denken erweckt es, daß durch die Durchführung dieſes Beſchluſſes die
Verbindung mit den Schudentenſchaften in Oeſterreich gefährdet werde,
da dieſer Antrag ſich direkt gegen die öſterreichiſchen Hochſchumverhältniſſe
richtet. Es wurde ſogar angeregt, auf die ſtaatliche Anerkennung zu
verzichten und eine Studentenſchaft, die ſich als privater Zuſammenſchluß
aller Studierenden, zu mindeſt aller korporativ Erfaßbaren darſtelle, zu
ſchaffen. Dieſe Anregung wurde aber zurückgeſtellt. Doch wurde dem
Vorſtand einſtimmig Vollmacht erteilt, mit allen Mitteln, evtl. mit der
Berufung eines außerordentlichen Studententages gegen die unzuläſſigen
Einmiſchungen in die ſtudentiſchen Verhältniſſe vorzugehen. Im Falle
der Durchführung der Studententagsbeſchlüſſe wird der Hauptausſchuß
der Deutſchen Studentenſchaft auf drahtliche Einberufung unverzüglich
zuſammentreten und alle weiteren Schritte veranlaſſen. In der
Ge=
bührenfrage wurde die Haltung des Vorſtandes gebilligt. Der
Studen=
tentagsbeſchluß bezüglich der Höhe des Kopfbeitrages von 75 Pfg. wird
für die Studentenſchaften als bindend erklärt. Die Verhandlungen über
den Vermögensbeirat mit dem Preußiſchen Miniſterium für Wiſſenſchaft,
Kunſt und Volksbildung gelten wegen formaler Schwierigkeiten zunächſt
als beendet. — Was die Regelung der Hochſchulgebühren anbelangt, ſo
beſchloß der Hauptausſchuß mit der Dozentenſchaft in Verhandlungen
zu treten, um zu verhindern, daß der Gebührenerlaß, wie dies in dieſem
Semeſter in Preußen erfolgt iſt, auf die Hochſchulorgane abgewälzt wird.
Eingehend behandelte man die Vereinheitlichung des ſtudentiſchen
Krankenkaſſenweſens, um die recht ſchlechten Verhältniſſe an den
Fach=
hochſchulen durch Uebermittlung der Erfahrungen von den Univerſitäten
in Form einer allgemeinen einheitlichen ſtudentiſchen Krankenkaſſe zu
verbeſſern. Die diesbezüglichen Vorarbeiten werden von der
Wirtſchafts=
hilfe ausgeführt. Das Nachrichtenamt wurde bevollmächtigt, die
Vorbe=
reitung für die Internationale Preſſeausſtellung in Köln 1928 für dem
ſtudentiſchen Teil zu treffen und auch für die Abhaltung eines
Lehr=
kurſus für die ſtudentiſchen Nachrichtenämter Sorge zu tragen. Was die
Leibesübungen anbelangt, ſo wurde der Bericht über die Durchführung
des akademiſchen Olympia 1927 in Königsberg entgegengenommen. Es
wurde beſchloſſen, die Einrichtungen von Sonderkurſen für beſtimmte
Gebiete weiter auszubauen, wie ſie bereits erfolgreich durchgeführt
wer=
den in der Segelſchule in Neuſtadt an der Lübecker Bucht, der
Flieger=
ſchule in der Rhön und einer Gebirgsſportſchule in Kitzbühel. Ferner
wurde beſchloſſen, die Vorbereitung für die Entſendung einer
Studien=
kommiſſion auf Einladung der amerikaniſchen Studentenſchaft zum
Studium der Leibesübungen an den amerikaniſchen Hochſchulen zu treffen.
Das Amt für politiſche Bildung wird Anfang Januar eine groß
ange=
legte Kolonialſchulungswoche der Studentenſchaft in Bremen
veran=
ſtalten. In Auslandsangelegenheiten wurde von den
Annäherungs=
ſchritten der Arbeitsgemeinſchaft ſtudentiſcher Nationalverbände (C. J. E.)
an die deutſche Studentenſchaft Kenntnis genommen. Die Einladung
der amerikaniſchen Studentenſchaften zu ihrem 1. Studententag in
Chicago iſt durch Entſendung deutſcher Studenten, die in den
Ver=
einigten Staaten ſtudieren, Folge geleiſtet worden. Die Verbindungen
zu dem neu ſich konſtituierenden Verband der großen amerikaniſchen
Studentenſchaften ſind die beſten. Der Vorſitzende dieſes Verbandes
war im Herbſt d. J. beim Vorſtand der Deutſchen Studentenſchaft zu
Beſuch, um die Einrichtungen der Deutſchen Studentenſchaft kennen zu
lernen, er ſprach ſich begeiſtert über die deutſche Organiſation aus. —
Die Gefallenen=Gedenkſtiftung ſoll ſo ſchleunigſt wie möglich
kon=
ſtituiert werden. Man hofft, daß die Verhandlungen der
Hochſchul=
ſänder darüber endlich bald zum Abſchluß kommen.
Beſuch des Linienſchiffs „Hannover” in Amſterdam.
Amſterdam. Der Kommandant des Linienſchiffes „Hannover”,
Korvettenkapitän Tilleſſen, hat am Donnerstag vormittag in
Beglei=
tung des deutſchen Generalkonſuls und eines ihm beigegebenen
hol=
ländiſchen Verbindungsoffiziers den Bürgermeiſter von Amſterdam
be=
fucht. Der letztere ſtattete ſpäter in Begleitung des hieſigen
hollän=
diſchen Marinekommandanten Kapitän zur See Schenck de Jong einen
Gegenbeſuch an Bord der „Hannover” ab. Am Nachmittag beſuchten,
50 Offiziere, Deckoffiziere und Unteroffiziere der „Hannover” im Auto
den Amſterdamer Flughafen, wo in vier Flughäfen der Deutſchen
Luft=
hanſa Rundflüge unternommen wurden. Am Abend werden die Offiziere
des deutſchen Kriegsſchiffes Gäſte des Amſterdamer Magiſtrats ſein,
während die Deckoffiziersmeſſe von der deutſchen Kolonie zu einem
Abendeſſen eingeladen wurde.
Die Unglücksfälle der engliſchen Luftflotte.
London. Am Donnerstag iſt in der Nähe von Haekinge emeut
ein Heeresflugzeug verunglückt. Seit 1. Januar 1926 ſind damit im
ganzen 51. Unfälle vorgekommen, wobei insgeſamt 83 Perſonen getötet
wurden. Der Unfall iſt der fünſte innerhalb eines Zeitraums von
7 Tagen. Auf einen Hinweis über die große Beunruhigung darüber
in England, erklärte Baldwin im Unterhaus, daß alle
Vorſichtsmaß=
nahmen getroffen ſind, um das Leben der Heeresflieger zu ſchützen.
Ein „ſchwerer” Diebſtahl.
EP. Die Londoner Polizei entdeckte vor einigen Tagen einen
außer=
gevöhnlichen Diebſtahl. Es handelt ſich nämlich um 60 000
Ziegel=
ſteine, die ſpurlos aus dem Hofe an der Waddon Eiſenbahnſtation
ver=
ſchwunden ſind. Die Ziegel gehörten einer Baufirma und hatten einen
Wert von über 16 000 Mark.
Exploſion in einem Kohlenbergwerk.
EP. New York. Durch eine Exploſion in einem Kohlenbergwerk
bei Princeton (Indiana) wurden 65 Bergarbeiter verſchüttet; 40 davon
konnten durch Rettungsmannſchaften an die Erdoberfläche gebracht
wer=
den. Von den Geretteten ſtarben jedoch ſieben faſt ſofort, 15 andere ſind
ſchwer verletzt und mußten in ein Krankenhaus überführt werden.
Geſchäftliches.
Seide und Kultur.
Der Zug zu freudiger Lebensbejahung, der unſere geſamte Kultur
erfüllt, findet einen ſtarken Ausdruck in der Sport= und
Körperkultur=
bewegung und nicht zuletzt in der Mode. Bubikopf kurzer Rock,
Ver=
männlichung der Damenmode ſind kulturelle Erſcheinungen, die den
Zeitgeiſt widerſpiegeln.
Wenn bis heute noch nicht in weiten Kreiſen das Bedürfnis nach
einer praktiſchen und billigen Eleganz befriedigt werden kann, ſo iſt
das auch eine bedauerliche Auswirkung des Krieges und der Inflation,
die zu beſeitigen die Aufgabe der deutſchen Induſtrie ſein muß. Dieſes
Problem iſt allerdings, wie viele nicht zu wiſſen ſcheinen, hinſichtlich
der Seide längſt gelöſt.
Die einzige deutſche Kunſtſeidenfabrik, welche nach beſonderem
Ver=
fahren die ſogenannte Kupferſeide herſtellt, die J. P. Bemberg A.=G.
in Barmen, fabriziert eine Kunſtſeide, die ſelbſt der Fachmann von
Naturſeide kaum unterſcheiden kann. Die Bembergſeide koſtet aber nur
einen Bruchteil der Naturſeide.
Was Bembergſeide heute und in Zukunft immer mehr für das
ge=
ſamte Kulturleben bedeutet, zeigt eine neue kleine Broſchüre mit
hoch=
künſtleriſchen Zeichnungen und in hervorragender Ausſtattung.
Be=
kannte Modeſchriftſteller plaudern über den Seidenſtrumpf als
Kultur=
faktor, über die Wäſche des Herrn, über das große Geheimnis u. a. Die
Broſchüre, welche eine Zierde jedes Leſezimmers iſt, wird von der J. P.
Bemberg A.=G. in Barmen=R. an ſolche Leſer, welche ſich für „Seide
und Kultur” intereſſieren, gerne unentgeltlich abgegeben. (18155
Frankfurts größtes Damenkonfektionshaus, F. W. Fuhrländer Nachf.
und Frankfurts größtes Schuhhaus, die Fimma Louis Spier, Frankfurt
a. M., legen der heutigen Ausgabe unſerer Zeitung einen Proſpekt bei,
worauf wir unſere Leſer aufmerkſam machen.
Der Film als Neklame. Zurzeit läuft täglich und Sonntags von 5—7
Uhr abends im Schaufenſter des Hauſes Philipp Heß G. m. b H.,
Schiller=
platz 5, ein ſehr intereſſanter Film, welcher die Herſtellung der modernen
Herrenbkleidung in eigener Kleiderfabrik zeigt. Außerdem werden im
Film die neueſten Pelzmoden und Herrenmoden gezeigt, ſowvie einige
Trickfilme, die allgemeine Heiterkeit hervorrufen. Wir wünſchen dieſer
inzigartigen Werbeveranſtaltung, an der ſich Jung und Alt erfreut,
recht guten Erfolg!
Wetterbericht.
Wettervorausſage für Sonntag, den 12. Dezember 1926,
nach der Wetterlage vom 10. Dezember 1926.
Wolkig, zeitweiſe Aufheiterung, weiterer Temperaturrückgang, durch=
Die Heſſiſche Wetterdienſtſtelle.
weg trocken.
Seite 20
Samstag, den 11. Dezember 1926
Nummer 343
Sport, Spiel und Zurnen.
Der Sport des Sonntags.
Das bedeutſamſte Ereignis des kommenden Sonntags iſt ohne
Zweifel das
Fußball=Länderſpiel Deutſchland—Schweiz
das im neuen Stadion des SV. 1860 München ſtattfindet. Die
Länder=
ſpiele mit der befreundeten Schweiz nehmen in der Geſchichte der
Länder=
kämpfe des Deutſchen Fußball=Bundes einen beſonderen Platz ein. Mit
der Schweiz trugen wir die meiſten Ländertreffen aus, und zwar elf
an der Zahl. Das erſte ſtieg am 4. April 1908 in Baſel und wurde von
Deutſchland mit 5:2 Treffern gewonnen. Nichnt immer waren wir ſo
guicklich; ſpäter gingen drei Spiele verloren, zwei konnten nur
unent=
ſchieden geſtaltet werden. Immerhin wurden aber von den 11 Kämpfen
insgeſamt 6 gewonnen, und das iſt im Verhältnis zur übrigen DFB.=
Länderſpiel=Statiſtik noch ein ſehr guter Prozentſatz. Im letzten Spiel,
das wieder in Baſel ſtattfand, trug die deutſche Elf einen damals viel
beachteten 4:0=Sieg. Dieſer Sieg, der nur mit einer Glanzleiſtung
der deutſchen über eine geſchwächte ſchweizeriſche Elf errungen wurde,
darf uns nicht verleiten, dem kommenden Minchener Spiel allzu
opti=
miſtiſch entgegenzuſehen. Die Schweiz gab immer ſchon einen ſehr
ernſt=
haften Gegner ab und galt zeitweiſe, vor allem zur Zeit der Pariſer
Olympiade, bei der ſie ja ins Endſpiel mit dem Weltmeiſter Uruguay
kam, als beſte Länderelf des Kontinents. Nach verſchiedenen Schlappen
der letzten Zeit hat man diesmal bei den ſchweizeriſchen Freunden der
Mannſchaftsaufſtellug wieder erhöhte Aufmerkſamkeit gewidmet, und
wie man aus der untenſtehenden Aufſtellung erſehen kann, iſt es den
Eidgenoſſen auch gelungen, eine recht gute Elf mobil zu machen. Auch
die deutſche Mannſchaft ſteht ſchon ſeit 14 Tagen feſt. Verſchiedene
Mannſchaftspoſten waren diesmal ſchwer zu beſetzen, und darum hat
der DFB.=Ausſchuß auch wieder viel von ſeiner „unglücklichen Hand”
hören müſſen. Doch vorerſt ſeien einmal die Mannſchaften genannt.
Deutſchland ſtellt:
Ertl
(Wacker München)
Kutterer
Beier
(Bahern München) (Hamburger SV.)
Geiger
Köhler
Schmidt
(ASV. Nürnberg) (Dresd. SC.) (1. FC. Mürnberg)
Scherm Hochgeſang. Harder Wolpers Hofmann
=V. Nürnberg) (1. FC. Nürnb.) (Hamburger SV.) (Bayern München)
Fink Aldo Poretti Brand WeilerI Tſchirren
Neuenſchwander von Ars. Geſer
de Weck Ramſeyer
Ritee
Die Schweiz entſendet:
Bei der Aufſtellung der deutſchen Elf waren folgende Umſtände
zu berückſichtigen: Kalb (Mürnberg), zurzeit Deutſchlands beſter
Mittel=
läufer iſt noch bis Ende des Jahres disqualifiziert; die Leute der Sp.=
Vgg. Fürth, die u. a. den Verteidiger Müller und Hagen als Läufer
hätte ſtellen können, weilt augenblicklich im Spanien und Pöttiger
(München) iſt noch immer krank. Gerade dieſe Leute fehlen. Neben den
vorzüglichen Ertl und Kutterer hätte man ſtatt Beier lieber den Fürthar
Mäiller im Abwehrtrio geſehen und Kalb als Mittelläufer wäre man mit
größerer Zuverſicht begegnet, als dem Dresdener Köhler, der noch am
letzten Sonntag im Repräſentativſpiel Mittel= gegen Südoſtdeutſchland
enttäuſchte. Ueberhaupt wird es u. E. vom Mittelläufer Köhler
ab=
hängen, ob wir am Sonntag die Schweiz ſchlagen oder nicht. Die beiden
Außenläufer ſind ohne Zweifel gut. Vielleicht hätte man ſogar beſſer
Geiger im die Mitte geommen und als Außenläufer Nagelſchmitz
(Bahern München) geſtellt. Von den Stürmern iſt zurzeit jeder in beſter
Verfaſſung. Aber man muß Sorge haben, daß dieſe fünf Leute zwar
fünf recht gute Einzelſpieler abgeben werden, ohne ein feſtes Gefüge zu
ſein. Es wird viel auf den guten Willen der einzelnen Leute ankommen.
Gehen ſie mit dem nötigen Ernſt und dem Vorſatz, nicht Individuum,
ſondern Mannſchaftsteil zu ſein, an das Werk, dann kann der Sieg
ge=
lingen. — Auch die Schweiz hat einige Sorgen gehabt, ehe ſie ihre
Mannſchaft zuſammen hatte. Infolge der Abſagen von Sturzenegger und
der Gebr. Abegglen mußte das Imnentrio neu beſetzt werden, aber man
kann ruhig ſagen, daß ſich die Elf dadurch kaum verſchlechtert hat. Ganz
erſtklaſſig iſt die Abwehr mit dem gewandten Pulver, dem ſchnellen de
Weck und dem wuchtigen Ramſetzer. Die Läuferveihe hat in von Arx
eine zuverläſſige Sthitze, an die ſich die hoffnungsvollen Geſer und
Neuenſchwander ebenbürtig anlehnen. Im Sturm ſtehen fünf Leute, die
nicht nur gute Einzelſpieler, ſondern auch auf das gleiche Syſtem
ein=
geſpielt ſind. Kurz, die deutſche Nationalmannſchaft ſteht vor keiner
leichten Aufgabe, zumal die Gidgenoſſen mit dem Vorſatz ſpielen werden,
die letzte Baſeler Niederlage vergeſſen zu machen. — Mutters=Holland
ſoll das Spiel leiten. Man kann dem Holländer vertrauen.
Vertrauens=
würdig iſt auch der Rahmen, den der DFB. und der vorbereitende
Münchener Ausſchuß dem Spiel gab.
Die Meiſterſchaftsſpiele in Süddeutſchland.
werden durch das Münchener Spiel kaum bewührt. Lediglich im Bezirk
Bayern gibt es einige Ausfälle; nur zwei Spiele ſteigen: FC. Fürth
gegen Schwaben Augsburg und 1. FC. Bayreuth gegen VfR. Fürth.
Beide Spiele haben für die Frage nach dem Meiſter keine Bedeutung,
ſind doch die Akteure durchweg Mannſchaften dev underen
Tabellen=
hälfte. In beiden Spielen halten wir übrigens die Platzbeſitzev für
ausſichtsreicher. Die übrigen Bezirke haben ein volles Programm. Im
Bezirk Vürttemberg=Paden iſt das Spiel VfB. Stuttgart
gegen VfR. Heilbronn an erſter Stelle zu nennen. Heilbronns gute
Mannſchaft darf nicht unterſchätzt werden; ſie hat das Zeug in ſich, auch
den führenden VfB. einmal ſtolpern zu laſſen. Der andere
Tabellen=
führer, der Karlsruher FV. hat Union Böckingen zu Gaſt und darf der
beiden Punkte ſicher ſein. Gleichzeitig findet in der badiſchen Reſidenz
noch ein zweites Spiel ſtatt: Phönig Karlsruhe — Stuttgarter Kickers.
Die Kickers ſtellen unbedingt die beſſere Mannſchaft, aber gegen Phönig
können ſie auch nur dann gewinnen, wenn ſie mit dem nötigen Ernſt bei
der Sache ſind. In Freiburg dürfte der FC. die Sportfreunde Stuttgart
knapp, aber ſicher ſchlagen können, zumal er auf eigenem Platze fpielt.
Auch im Treffen Stuttgarter S. C. gegen Freiburger S. C. hat der
Platzinhaber, alſo Stuttgart, die beſſeren Chancen. — Im
Rhein=
bezirk ändert ſich am Sonntag die Führung beſtimmt nicht, denn
V. f. L. Neckarau wird Ludwigshafen 03 ſchlagen. Von Bedeutung für
die Beſetzung des zweiten Tabellenplatzes iſt die Begegnung zwiſchen
S. V. Mannheim=Waldhof-V.f.R. Mannheim. Deu alte Bezirksmeiſten
V.f.R. wird es nicht leicht haben, den Löwen in ſeiner Höhle zu ſchlagen.
Waldhof iſt in ſeinen letzten Spielen wieder recht gut. Ein anderer
Anwärter auf den zweiten Platz, Phönix Ludwigshafen, hat in Sp. Vg.
Sandhofen einen kaum ebenbüirtigen Gegner. Fraglich in ihrem
Aus=
gang ſind die Spiele S. V. Darmſtadt gegen Phönix Mannheim und
F. C. Pirmaſens gegen F. C. Speher — Der Mainbezick hat
eigentlich kein überragendes Spiel auf dem Programm. Der führende
geben. Eintracht Frankfurt muß in Niederrad bei Union auf den Hut aus läßt ſich erſehen, daß die Mannheimer mit der Göttin Fortung
ſein, hat aber immerhin Gewinnerchaneen. Einen ſchweren Gang haben
groß, dafür ſpielen ſie aber bei der Begleitmuſik des undiſziplinierten
Aſchaffenburger Publikums umſo härter. Das haben mehr oder weniger
noch alle auswärtigen Mannſchaften erfahren müſſen. Schwer zu
be=
ſtimmen iſt auch der Ausgang in den Spielen Germania Frankfurt gegen Spitzengruppe nicht zu verlieren. Noch braucht es zu höheren Ehren
Hanau 93 und Viktoria 94 Hanau gegen V.f.L. Neu=Iſenburg. — Im
Bezirk Rheinheſſen=Saar wird ſich der gegenwärtige
Tabellen=
führer, Wormatia Worms, halten können, denn auf eigenem Gelände
muß er Saar 65 Saarbrücken ſchlagen können. Tritt der umgekehrte
Fall ein, ſo iſt er unbedingt als Ueberraſchung zu werten. Aber im
Beziuk Rheinheſſen=Saar iſt ja bekanntlich kein Ding unmöglich. In
Saarbrücken ſoll es ſich entſcheiden, ob F.V. Saarbrücken oder Mainz 05
als Mitbewerber um den Meiſterſchaftstitel ausſcheiden. Die
unter=
liegende Mannſchaft hat jedenfalls nur noch geringe Chaucen, u. E.
nach müßten die Saarländer auf eigenem Platz zu einem Siege kommen
und das umſo eher, als Mainz in letzten Zeit bedenkliche
Form=
ſchwankungen durchmachte. Eintracht Trier hat ſich diesmal der Boruſſia
Neunkirchen zu erwehren. Ob mit Erfolg, iſt noch ſehr fraglich.
Da=
gegen iſt es recht gut möglich, daß Haſſia Bingen den F. C. Jdar ſchlägt,
obwohl Idav noch am letzten Sonntag über die ſtarken Mainzer
triumphierte. — Vom übrigen Fußballprogramm des Sonntags iſt noch
das Spiel zu erwähnen, das der aus Spanien zunickkehrende deutſche
Meiſter Sp. Vg. Fürth in Genf gegen den ſchweizeriſchen Meiſter, Servette
Genf. austrägt.
Leichtathletik.
Das 15. Berliner Hallenſportfeſt des Verb. Brandenb.
Athletikvereine, das am Sonntag in den Hallen am Kaiſerdamm
abge=
wickelt wird, hat eine ſowohl quantitativ wie auch qualitativ glänzende
Beſetzung gefunden. 1700 Teilnehmer iſt jedenfalls eine ſtattliche Zahl.
Für die Qualität der Wettkämpfe ſprechen Namen wie Körnig=Breslau, Spiel beginnt um 1030 Uhr vormittags.
Dr. Peltzer=Stettin, Walpert=Kaſſel, Troßbach=Berlin, Krauſe=Breslau
uſw. In den verſchiedenen Staffeln ſtarten neben den großen Berliner
Vereinen u. a. Hamburger SV., V.f.B. Breslau und Preußen=Stettin.
— Auch die nicht leichtathletiſchen Wettbewerbe des Feſtes ſind recht gut
beſetzt.
4 Fußball im Odenwaldkreis.
Der morgige Sonntag bringt in der Odenwald=Kreisliga
bis auf eine Begegnung ziemlich zahme Sachen, ſtoßen doch in allen
anderen drei Spielen bereits im Vorſpiel auswärts ſiegreich geweſene
Vereine auf ihren Plätzen mit den ſeinerzeit daheim Unterlegenen zu= erſcheinungen der diesjährigen Spiele.
ſammen. Die Paarungen des 12. Dezember lauten:
Sportvgg. 04 Arheilgen—V.f. R. Bürſtadt.
Sportverein Münſter—Olympia Lorſch.
Germanig 03 Pfungſtadt—Fußballverein Biblis.
Olympia Lampertheim-Viktoria Griesheim.
Einzig das Treffen in Arheilgen iſt von beſonderer Bebeutung,
ſtoßen doch hier die beiden zurzeit am günſtigſten in der Tabelle ſtehen= ſportverein das angeſetzte Pokalſpiel zum Austrag zu bringen. Auch
Diesmal müßte es nach alten Erfahrungen umgekehrt ausgehen, doch iſt
dabei zu berückſichtigen, ob die Arheilger ihren verletzten guten
Mittel=
ſtürmer wieder zur Verfügung haben. Iſt das der Fall, ſo darf man
ziemlich ſicher mit einem Erfolg der Einheimiſchen rechnen; wenn nicht,
ſo wird der Ausgang des Spieles ſchon fraglicher, wenn auch Arheilgen
die beſſeren Gewinnchaneen hat. In den drei anderen Spielen darf man gegen die 3. Schülermannſchaft.
wohl ſämtlich die Platzvereine als Sieger annehmen. Münſter gewann
ſeinerzeit mit 2:0, Pfungſtadt ebenfalls mit 2:0 und Lampertheim blieb
mit 3:2 erfolgreich. Seitdem haben ſich die Verhältniſſe kaum geändert,
ſo daß mit einer Wiederholung dieſer Ergebniſſe zu rechnen iſt.
In der 4=Kkaſſe herrſcht ebenfalls reger Betrieb. Im Gau
Bergſtraße, wo der Polizeiſportverein Darmſtadt durch ſeinen 2:0.Sieg
über den V.f.R. Darmſtadt die alleinige Führung übernommen bat,
kommen am Sonntag folgende Treffen zum Austrag:
Fußballverein Michelſtadt—Sportverein Groß=Gerau.
Haſſia Dieburg—Polizei=Sportverein Darmſtadt.
Sportverein Darmſtadt Reſerve—V.f.R. Darmſtadt.
Eintracht Darmſtadt—Spielvgg. Pfungſtadt.
Sämtliche Treffen erſcheinen ziemlich offen im Ausgang, denn auch
die Darmſtädter Ordnungshüter werden in Dieburg eine harte Nuß zu
knacken haben— Der Riedgau ſieht terminmäßig folgende Begeg= die verſchiedenen Gauveranſtaltungen 1927; ſowie Wahl des
Gaupor=
nungen vor:
FC. 07. Bensheim—Fußballverein Hofheim.
Konkordia Gernsheim—V.f.L. Lampertheim.
Fußballberein Hemsbach—Starkenburgia Heppenheim.
Hier kann man die Spiele in Bensheim und Hemsbach als ziemlich
offen anſprechen, während in Gernsheim ſich die Gäſte durchſetzen müßten.
B= und C=Klaſſe warten noch immer neuer Termine und
müſ=
ſen ſich einſtweilen mit Privatſpielabſchlüſſen begnügen, die ſicher von
den einzelnen Vereinen an dieſer Stelle angezeigt werden.
Zum Schluß wird noch eine Entſcheidung innerhalb der Kreisliga
tag ſoll die Entſcheidung über das ſeinerzeit abgebrochene Spiel
Pfung=
ſtadt—Münſter fallen und möglicherweiſe erfährt man an dieſem Tage
auch etwas näheres über das Schickſal des noch vier Wochen früher
ab=
gebrochenen Treffens Gviesheim—Arheilgen. Gerade für letzteres wäre
es an der Zeit, endlich der Oeffentlichkeit klaren Wein einzuſchenken, was
daraus wird. Zweifellos werden aber beide Entſcheidungen wieder etwas
mehr Klarheit in die Lage innerhalb der Kreisliga bringen.
FC. Union 1913 e. V., Darmſtadt.
der Heidelbergerſtraße die gleiche Elf des SpV. Münſter zum
Ver=
bandsrückſpiel. Ein Beſuch dieſes Treffens dürfte ſich lohnen, da die
zeigte, einen ſpannenden und abwechſlungsreichen Kampf erwarten läßt, außerordentlich lebhaften Beteiligung.
Sportverein Darmſtadt 98—Phönix Mannbeim.
Nach Abſolvierung mehrerer Spiele auf fremdem Platze tritt die
Ligamannſchaft des Sportvereins 98 nächſten Sonntag wieder einmal
in Darmſtadt auf den Plan. Gegner im fälligen Verbandsſpiel iſt
Phönix Mannheim, eine Mannſchaft, die ſich erſt in dieſem Jahre
wie=
der die Zugehörigkeit zur Bezirksliga erkämpft hat. Bekanntlich haben
die Phönixleute bis jetzt mit erſt ſehr glücklichem Erfolg die
Verbands=
ſpiele ausgetragen, ſo daß ſie mit nur 6 Gewinnpunkten zurzeit den
zwveitletzten Tabellenplatz zieren müſſen. Hieraus jedoch auf eine im
Verhältnis zu den andeven Vereinen der gleichen Klaſſe mindere
Spiel=
ſtärke zu ſchließen, wäre verfehlt, und zwar um deswillen, weil Phönix
FSV Frankfurt dütrfta auch der guten Rot=Weiß=Elf das Nachſehen die meiſten Niederlagen mit nur 1 Tor Unterſchied einſtechen mußte.
Dar=
gerade nicht auf ſehr gutem Fuße zu ſtehen ſcheinen; nur bei der
Be=
die Offenbacher Kickers vor ſich, die in Aſchaffenburg gegen Viktovia ſiegung ihres großen Ortsrivalen V.f.R. mit 3:2 ſcheint dies etwas
ſpielen müſſen. Das Können der Viktoria=Leute iſt zwar nicht ſehr, anders geweſen zu ſein. Vor allen Dingen dürfen die Darmſtädter die
bei dem Vorſpiel nur ein Unentſchieden erzielen konnten, das Spiel
nicht leicht nehmen. Nach den vorangegangenen Niederlagen gilt es
in dieſem Spiel das ganze Können herzugeben, um den Anſchluß an die
nicht unbedingt zu ſpät zu ſein. Das Darmſtädter Sportpublikum wird
am nächſten Sonntag aber zu beweiſen haben, daß es dem würdigſten
Vertreter des Darmſtädter Fußballſports auch in der Zeit, in der nicht
Sieg auf Sieg erfochten wird, die Treue hält. — Vor dem Spiel treffen
ſich ebenenfalls auf dem Hauptplatz, die erſte Mannſchaft des V.f.R.
Darmſtadt und die Liggerſatzmannſchaft des Platzvereins zum fälligen
Verbandsſpiel, in welchem der V.f.R. zu beweiſen haben wird, ob
tat=
ſächlich ein Wiederaufleben ſeiner alten Spielſtärke bevorſteht.
Weiter=
hin ſpielt um 1 Uhr auf dem Uebungsplatz die zweite Mannſchaft des
Sportvereins gegen die Liggerſatzmannſchaft von Arheilgen; hier geht
es um die Tabellenführung.
FC. Eintracht—Teutonia Pfungſtadt.
Obige Gegner treffen ſich am kommenden Sonntag auf dem Platze
am Finanzamt. Im vorigen Spieljahr hatte Eintracht im
Entſchei=
dungsſpiel gegen Pfungſtadt einen harten Kampf zu beſtehen, der die
Darmſtädter mit 6:2 ſiegreich ſah. Auch die anderen Treffen endeten
zugunſten Eintrachts. Ob dies in dieſem Jahre wieder eintrifft, iſt nicht
leicht zu ſagen. Pfungſtadt ſcheint nicht gewillt zu ſein, ſich auch dieſes
Jahr mit Abſtiegsſorgen zu befaſſen. Aber auch Eintracht hat das größte
Intereſſe daran, ſich möglichſt weit vom Tabellenende zu halten. Das
Spiel am Sonntag wird beweiſen, welcher von beiden Gegnern der
ſtär=
kere iſt. Da Eintracht den Vorteil des eigenen Platzes genießt, ſollte
man annehmen, daß die beiden Punkte in Darmſtadt bleiben. — Das
Sportvereinigung 04 Arheilgen—V.f.R. Bürſtadt.
Morgen, Sonntag, den 12. Dezember, treffen ſich am Arheilger
Mühlchen die beiden Spitzenreiter und Meiſterſchafts=Favoriten der
Odenwaldkreis=Liga zum fälligen Verbandsrückſpiel. Bürſtadt konnte
damals das Vorſpiel mit viel Glück 2:1 gewinnen. Die Chancen für
das morgige Spiel ſind für beide Gegner gleich. Zurzeit führt
Bür=
ſtadt mit einem Punkt Vorſprung vor Arheilgen, dem allerdings das
in Griesheim mit 3:1 gewonnene, aber abgebrochene Spiel, bis jetzt
noch nicht gewertet wurde. Wir wollen hoffen, daß dieſer Kampf frei
bleibt, von den jetzt geradezu zur Gewohnheit gewordenen üblen Neben=
Handball.
Sportverein Darmſtadt 1898
Die Ligamannſchaft des Sportvereins begibt ſich am morgigen
Sonntag abermals nach Wiesbaden, um gegen den dortigen
Polizei=
die zweite Handballmannſchaft ſpielt, um die Verbandsmeiſterſchaft in
den Vereine aufeinander. Büuſtadt gewann im Vorſpiel knapp mit 2:1, der Klaſſe 4 in Wiesbaden gegen den dortigen Sportverein Hakoch.
Auf dem Heſſenplatz an der Rheinſtraße ſpielt die 2. Jugendmannſchaft
gegen die Jugend vom V.f.L. „Not=Weiß 22‟. Die 4. Jugend ſpielt
gegen die 1. Jugend des FC. Union auf deſſen Platz. Weiter ſpielt die
3. Jugend gegen die 1. Schülermannſchaft und die 2. Schülermannſchaft
Turnen.
Herbſt=Gauturntag des Main=Rhein=Turngaues der D. T.
Die alljährliche Herbſttagung des Main=Rheinturngaues wird nach
alter Gepflogenheit erſtmalig wieder außerhalb der Mauern Darmſtadts,
dem Zentrum des Gaues, abgehalten, und zwar werden ſich am
Sonn=
tag die einzelnen Vertreter der Gauvereine in Nauheim bei Groß=
Gerau zuſammenfinden. 68 dem Gau angehörende Vereine werden
ins=
geſamt 108 Vertreter zu den Beratungen, die vormittags 10 Uhr
begin=
nen, zu entſenden haben.
Die Tagesordnung umfaßt: Begrüßung der Vertreter,
Gedächtnis=
feier zu Ehren des verſtorbenen Kreisvertreters E. Schmuck,
Mitteilun=
gen, Voanſchlag für 1927 und Steuerfeſtſetzung: Wahl der Feſtorte für
ſtandes und der Gauwarte.
Zur Tagung ſind eine Reihe von Anträgen eingegangen, die ihrer
Erlebigung harren. U. a. ſtehen Anträge des Gauvorſtandes ſowie
Gaugeſchäftsführers und Gaugeldwartes auf der Tagesordnung.
Erneut ſtellt der Turnverein Nieder=Beerbach den Antrag, das
Ehrenmal für die Gefallenen des Gaues auf dem Frankenſtein zu
er=
richten und nicht wie geplant, in Darmſtadt zur Aufſtellung zu bringen.
Ein weiterer Antrag von ſeiten des Turnvereins Nieder=Namſtadt wird
vorliegen, der für eine Vereinheitlichung des Uebungsſtoffes innerhalb
der D. T. eintritt.
Möge die bevorſtehende Tagung zum Segen der geſamten
Turner=
intereſſieren, die am „grünen Tiſch” erledigt werden wird. Am Sonn= ſchaft und ein Lichtblick der großen, zielbewußten Arbeit, die durch die
Turnvereine des Main=Rhein=Gaues zum Wohle unſeres Volkes
gelei=
ſtet wird, ſein.
Kegeln.
Sportkegeln auf der Sitte=Kegelbahn.
Die weiter am geſtrigen Tage auf der Sitte=Kegelbahn anläßlich
der Darmſtädter Keglerſportwoche erzielten Beſtleiſtungen waren auf der
Ehrenbahn Herr Harres mit 54 Holz; auf der Werbebahn Herr Braun
Der Spielplan des FC. Union iſt am morgigen Sonntag ſehr klein, mit 31 Holz; auf der Damenbahn Frau Seibert mit 19 Holz. Die
da außer der Liggerſatzmannſchaft ſämtliche Maunſchaften ſpielfrei ſind. Vereinsmannſchaftskämpfe hatten folgende Ergebniſſe. Kegelklub
Die Erſatz=Elf empfängt nachmittags um 2.30 Uhr auf dem Platze an Chattia 448 Holz. Kegelklub der Gaſtwirteinnung (1. Mannſchaft) 455
Holz; Sportkeglerklub 528 Holz; Keglerklub Kranz (2. Mannſchaft) 449
Holz; Keglerluſt 533 Holz (bis jetzt Höchſtleiſtung); Darmſtädter Kegler=
Gleichwertigkeit beider Mannſchaften, welche ſich ſchon im Vorſpiel klub „19110 531 Holz. — Die Klubriegenkämpfe erfreuen ſich einer
Auto=
Garagen
und Lagerhallen in Wellblechkonſtruktion,
eiſerne Fahrradſtänder
(F. 12739
Holf Hetter & Jacobi, Frankkurt a. Main
Nach dem erfolgten Umbau meines
Hauſes, Karlſtraße 113, wird meine
Konditorei, verbunden mit Café, in
den neu hergericht. Geſchäftsräumen,
am Donnerstag, den 9. Dezember 1926,
vormittags 12 Uhr eröffnet, wozu ich
meine verehrliche Kundſchaft, Freunde,
Nachbarſchaft uſw., freundlichſt zum
Beſuche einlade.
Für das mir ſeither geſchenkte
Ver=
trauen u. Wohlwollen, danke ich allen
herzlichſt und bitte ich dieſes mir auch
in den neuen Räumen zuwenden
(su17ds
zu wollen.
Hochachtungsvoll:
KARL BAUR
Konditormelster
Praktiſche
Weihnach’s-
deschenke
ſind Uhren aller Art
Armband=Uhren
Taſchen=Uhren
Regulateure u. mod.
Zimmer=Uhren.
Küchen=Uhren und
Wecher in großer
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in Darmſtadt. Die Beſitzer der Total=
Apparate werden gebeten, ihre Adreſſen
anzugeben Herrn Schnell, Darmſiadt,
Große Bachgaſſe 23 (Inſel). 18227
Nummer 343
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
3. Adventsſonntag, den 12. Dezember 1926.
Stadtkirche: Samstag, den 11 Dez., abends 8½ Uhr: Andacht. —
Sonntag, den 12. Dez., vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Lautenſchläger. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt Pfarrer Heß.
— Nachm. 5 Uhr: Abendmahlsgottesdienſt mit Einzelkelch. Pfarrer
Vogel.
Die Stadtkirche iſt wohentags von 9 bis 4 Uhr zu ſtiller Andacht
egeöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle: Vorm 8½ Uhr. Morgenandacht. Pfarrer Vogel
— Um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. — Um 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche: Vorm. 10 Uhr: Haupt ottesdienſt. Pfarraſſiſt. Lein.
Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt Pfarrer Zimmermann.
Amtshandlungen an Auswartigen: Pfarrer Vogel.
Geieindehaus (Kiesſtr 17): Sonntag, den 12. Dez, abends 8 Uhr:
2Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. — Montag, den 14. Dez
abends 8 Uhr: Spielabend der Lukasgemeinde: „Gawan”, ein
Mh=
ſterienſpiel zweite Aufführung). — ugendbund der Markusgemeinde.
— Dienstag, den 14. Dez, abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkirche.
— Jugendbund der Lukasgemeinde. — Abends 8½ Uhr: Frauenverein
der Kaplaneigemeinde — Mittwoch, den 15. Dez., abends 6 Uhr:
Bibelſtunde. Pfarrer Heß. („Unſres Glaubens Ziel”.) — Abends
* 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloßgemeinde —
Mädchen=
vereinigung der Reformationsgemeinde. — Donnerstag, den 16. Dex.,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. —
Deutſch=
chri liche Studentenvereinigung: Weihnachtsfeier. — Freitag, den
17. Dez, abends 8 Uhr: Mütterabend der Stadtgemeinde —
Jugend=
bund der Kaplaneigemeinde. — Jugendbund der Lukasgemeinde:
Singkreis.
Krankenpflege durch Diakonen: 1. Hauptſtation: Forſtmeiſterſtr. 9,
Fernſprecher 2883; 2. Nebenſtation: Mauerſtraße 5 (in der
Kinder=
ſchule der Martinsgemeinde).
Das Büro des Epang. Wohlfahrtsdienſtes befindet ſich von jetzt
ab im Gemeindehauſe, Kiesſtr 17, Saal 3. Sprechſtunden täglich
vor=
mittags von 8—12 Uhr Fernſprecher 2379.
Martinskirche: Vorm 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer D.
Waitz — Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Weſtbezirk Pfarre=
D Wattz. — Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienſt für den Oſtbezirk
Pfarrer Beringer. — Abends 6 Uhr: Kir henmuſikaliſche
Abend=
feier — Mittwoch, den 15. Dez., abends 8 Uhr im Martinsſtift:
Bibelſtunde über „Joſephs Leidensſchule” Pfarrer D. Waitz.
Ailtersheim: Vorm. 10 Uhr: Pfarraſſiſtent Seriba
Johanneskirche: Vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Goethe. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nichm. 5 Uhr:
Gottesdienſt mit Feier des heil. Abendmahls und Voxbereitung. Pfarrer
Marx — Mittwoh, den 15 Dez., abends 8 Uhr: Bibelſtunde im
Gemeindehaus Pfarrer Goethe
Die Johanneskirche iſt Wochentags von 7½—5 Uhr zu ſtiller
An=
dacht geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie): Vorm.
110 Uhr: Hauptgottesdienſt Pfarraſſiſtent Zur Nieden. — Um
11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Dienstag,
den 14. Dez, abends 8 Uhr: Bibelſtunde.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarrvikar Schäfer. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrvikar Schäfer. — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt mit Feier
des heil Abendmaſls. Anmeldung eine halbe Stunde vorher in der
Sakriſtei. Pfarraſſiſtent Liec Zur Nieden. — Abends 8½ Uhr:
Vereinsabend der Jugendvereinigung. — Montag abends 8 Uhr:
Generalverſammlung der Mädchenvereinigung und Aufnahmefeier. —
Dienstag und Freitag, abends 81 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag,
abends 8 Uhr: Mütterabend (Weihnachtsfeier) — Freitag, nachm.
3 Uihr im Gemeindehau:: Beſcherung der Kleinkinderſchule von
Beſſungen.
Paulnskirche: (Kollekte für Zufluchtsheime für gefährdete und
ge=
f fallene Frauen und Mädchen) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Samstag, den 11. Dezember 1926
Pfarraſſiſtent Dr. Wendel. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarraſſiſtent Dr. Wendel. — Abends 8 Uhr: Vereinsabend der
Jugendvereinigung. — Montag, abends 8 Uhr: Vereinsabend des
Jugendbundes. — Dienstag und Freitag, abends 8½ Uhr: Kirchenchor
— Donnerstag, abends 8 Uhr: Mütterabend. — Samstag, abends
8 Uhr: Orcheſter der Jugendvereinigung.
Stiftskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel,
— Um 11½ Uhr: Kindergot;esdienſt. — Donnerstag, den 16. Dez,
abends 8 Uhr: Betſtunde.
Evangel. Kirche zu Eberſtadt: Vormittags 10 Uhr: Gottesdienſt
Pfarrer Paul. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt — Abends
8 Uhr: Kirchenkonzert der Madri alvereinigung des Herrn Dr. Noack.
— Montag, den 13. Dez, abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein —
Mitt=
woch, den 15. De., abends 8 Uhr: Frauenverein und
Mädchenvereini=
gung. — Donnerstag, den 16. Dez. abends 8 Uhr: Wartburgverein
In der Provinzial=Pflegeanſtalt: Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Pfarraſſiſtent Wolf.
Evang. Gemeinde Traiſa: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. —
Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt der Großen. — Nachm. ½1 Uhr:
Kin=
dergottes dienſt der Kleinen. — Die angekündigte liturgiſche Feier
mnuß ausfallen! — Dienstag: E. J. G. Mädchenabend — Mittwoch
Bibelſtunde.
Kirche zu Nieder=Ramſtadt: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt
— Abends 8 Uhr: Adventsandacht. — Montag: Jugendvereinigung
— Dienstag: Kirchenchor. — Mitttvoch: Jungmädchenverein (
Weih=
nach’sfeier.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf: Kirchenviſitation. Vorm. 10 Uhr:
Hauvtgottesdienſt unter Mitwvirkung des Kirchengeſangvereins. — Um
11 Uhr: Sitzung mit der Gemeindever retung und den Vorſtänden der
tirchlichen Vereine. — Nachnr. ½2 Uhr: Jugendgottesdienſt unter
Mit=
wirk ng des Jungfrauen hors. — Montag, abends 3 Uhr:
Frauenver=
ein. — Donnerstag, abends 8 Uihr: Jungmädchenverein. — Freitag,
abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein.
Evang. Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24): Sonntag, vori. 9 Uhr:
Gebetsſtunde. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3½ Uhr:
Bibelſtunde (Pred. Temmel). — Abends 8 Uhr: „Jeſus und unſere
Zeit” Lichtbildervortrag — Dienstag, nachm. 4 Uhr:
Frauenbibel=
ſtunde — Abends 8½ Uhr: Kriegerdankbund. — Mittwoch, nachm.
4 Uhr: Kinderbund für Knaben und Mädchen — Donnerstag, abends
8½ Uhr: Bibelſtunde (Pred. Semmel) — Freitag, abends 8½ Uhr:
Blaukreuz=Bibelſtunde und Bibelſtunde in der Stadtmädchenſchule
Beſſungen (Pred. Semmel). — Sam3tag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Fugendbund für E. C. (Müh ſtr. 24). Sonntag, nachm 2½ Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für Jünglinge. — Um 4¾ Uhr:
Bbelbeſprech=
ſtunde für Jungfrauen. (Weißkreuzſtunde.! — Dienstag, abends
8½ Uhr: Miſſionsgebetsſtunde (Schweſter Minna Karrer). —
Mitt=
woch, abends 8½ Uhr: Freundeskreis für Jünglinge. — Freitag,
abends 8 Uhr: Mädchenkreis
Ehriſtlicher Zerein Funger Männer Darmſtadt, e. V.,
Alexanver=
ſtraße 22 (Infanterie=Kaſ., Hof links): Sonntag den 12. Dez, vorm.
9 Uhr: Weißkreuzſtunde. — Abends 8 Uhr: „Ford und Deutſchland‟
eine Auseinander etzung mit den Problemen modernen Lebens (Sekr
Gedat). — Montag, den 13. Dez, abends 8½ Uhr: Jung=C.
Bibel=
ſtunde (Sektr. Geoat). — Mittwoch, den 15. Dez., nahm. 2 Uhr:
Baſtelſtunde der Jungſchar; ½5—6 Uhr: Jungſchar=Turnſtunde; abends
8½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde im Jungmännerkreis (Phil, 3, 7—11, Dr.
Avemarie). — Donnerstag, den 16. Dez, abends 8 Uhr:
Heim=
ſtunden. — Freitag, den 17. Dez., abends 8 Uhr: Turnen in der
Turn=
halle der Ludwigs=Oberrealſchule (Junginännerfreis und Jung=C.) —
Samstag, den 18. Dez, nachmittags 4 bis 6 Uhr, Jungſcharſtunden.
— Das Heim iſt mit Ausnahme der Samstage täglich von 8—10 Uhr
abends, Samstags von 3—6 Uhr geöffnet
Möttlinger Freunde=Kreis: Montag, den 13. Dez., abends 8½ Uhr,
im Feierabend, Stiftſtraße 51: Bibelſtunde (Pfarrer Matthäus=
Offenbach
Ehriſtlicher Jugendverein Darmſtadt, jetzt Alexandraweg 8
(Künſtlerkolonie), Sonntag, den 12. Dez., vorm. 9 Uhr: Morgenwache
— Ab nds 8½ Uhr: Unterhaltungsabend — Montag, den 13. Dez.,
Seife 21
abends 8 Uhr, ſpricht Gauwart Müller=Rüſſelsheim; Mütterabend.
— Dienstag, den 14. Dez, abends 8½ Uhr: Gebetsſtunde —
Mitt=
woch, den 15. Dez., abends 8½ Uhr, ſpricht Herr Kautſchmann. —
Donnerstag, den 16. Dez., abends 8½ Uhr: Jungmännerbibelſtunde.
— Freitag, den 17. Dez., abends 8½ Uhr: Unterhaltun/sabend. —
Samstag, den 18 Dez., abends 8 Uhr: Poſaunenchor. — Jeden
Mitt=
woch von 5—7 Uhr: Jungſcharſtunden
Feierabend (Stiftſtraße 51): Evangeliſcher Arbeiter= und
Hand=
werker=Verein. Sonntag, den 12 Dez, nachm. 4 Uhr: Advent=feier
mit Lichtbildervortrag. Ferner geſangliche und muſikaliſche
Darbietun=
gen und Kaffeebewirtung.
Die Ehriſtengemeinſchaft. Sonntag, den 12. Dez., vorm. 10½ Uhr:
Menſchen=Weihe=Handlung in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſa=
bethenſtraße 36. — Nachm und abends im Feſtſaal des Gymnaſiums
(Karlſtr: Mittelalterl Weihnachtsſpiele 4 Uhr: Das Paradeis und
Verkündigungs piel”; 8 Uhr: „Das Hirten= und Dreiköni sſpiel” Vor
den Spielen einleitende Worte durch Martha Heimeran, Karten 1 Mk.
(nachm oder ab nds, 1,70 Mr (beides). Kinder, Schüler, Studenten
0 50 M‟, bezw. 0,80 Mk. Unbemittelte nach Selbſteinſchätzung oder
Freikarten löſen,
Katholiſcher Gottesdienſt.
Sonntag, den 12. Dezember 1926.
St. Liebfruen (Klappacherſtraße). Vor Sonn= und Feiertagen:
Nachin von 5 Uhr und abends 8 Uhr: Beichtgelegenheit.
An Sonn= und Feiertagen: Vorm. 6 Uhr: Beichtgelegenheit. —
Um 7 Uhr: Heil. Meſſe. — Vor und in der heil Meſſe Austeilung
der heil. Kommunion — Um ½10 Uhr: Sochamt und Predigt. —
Nach=
mittags 2 Uhr: Chriſtenlehre. — Um ½3 Uhr: Andacht. — Werktags
heil. Meſſe 2/. Stunden voe Beginn der Schule
St. Martinskapelle (Herdweg). Vorm. 8 Uhr: Heil, Meſſe.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Ehriſtliche Zerſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 12. Dez.;
Vorm 11½ Uhr: Sonnt igsſchule. — Nachmi. 4½ Uhr: Betrachtung des
Wortes Hottes. — Mittwoch, den 15. Dez., abends 8½ Uhr:
Gebets=
ſtunde. — Freitag, den 17. Dez, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde.
Jeder=
mann, iſt freundlichſt eingeladen.
Ehriſil. Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40): Sonntag,
vorm. ½10 Uhr: undacht. — Nachm. ½4 Uhr: Jugendbund. — Abends
8½ Uhr: Evan geliſation. — Dienstag, abends 8¼ hr: Bibelſtunde,
Spangeliſche Bemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag, den
12. Dez., vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt — Um 11 Uhr: Sonntagsſchule.
— Abends 8 Uhr: Advent=Feier im Mozartſaal, Schulſtr. 8. —
Don=
nerstag, den 16 Dez', abends 8½ Uhr: Bibelſtunde. Prediger Sauer,
Kirche Feſu Ehriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtadt,
Nieder=Ramſtädterſtr. 13): Sonntag, den 12 Dez, vorm. 10½ Uhr:
Sonntagsſchule. — Abends 7½ Uhr: Gottesdienſt. — Mittwoch, den
15. Dez., abends 7½ Uhr: Fortbildungsverein. Jedermann
will=
kommen.
Gemeinde gläubig getaufter Ehriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17:
Sonntag, den 12. Dez., vorm. 10 Uhr: Pred. Conrad — Um 11 Uhr:
Sonntagsſchule. — Nachm. 5 Uhr: Tauffeſt. — Donnerstag, den
16. Dez, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde. Jedermann iſt herzlich
ein=
geladen.
Methodiſtengemeinde (Alexandrawe 8, Künſtlerkolonie): Sonntag,
den 12 Dez, nachmittags 3½ Uhr: Gottesdienſt. Pred. Kunde.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3: Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Heili=
gungsſtunde. — Um 11½ und 3 Uhr: Kindergottesdienſt. — Abends
7½ Uhr: Freiverſammlung. — Um 8½ Uhr: Gro e Extra=
Verſamm=
lung mit Soldaten=Einreihung. — Mittwoch, abends 8½ Uhr: Oeffentl.
Verſammlung und Freitag, abends 8½ Uhr: Willkommen
Verſamm=
lung des neuen Jugend=Sekretärs Adjutant Böhme aus Heidelberg.
Es ladet freundlich ein Kapitän M. Engel
Die Heilsarmee Pfungſtadt, Pfarrgaſſe 19: Sonntag, morgens
10 Uhr: Heiligungsſtunde. — Abends 8½ Uhr: Oeffentl.
Heilsver=
ſammlung. — Mittwoch, abends 8½ Uhr: Oeffentl. Heilsverſammlung
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Seite 22
Samstag, den 11. Dezember 1926
Nummer 343
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Muſikaliſcher Leiter: Erich Niede
Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp
1. Bild: Daheim.
Ziſe Wohlgemuth . . . . Käthe Meißner
Fritz, ihr Sohn.
Heini, ihr Neffe,
Knecht Ruprecht.
Brumm, der Bär.
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Kaete Foerder
HansBaumeiſter
Hans Neh
2. Bild: Vor dem Märchentor
Heini . . . . . . . . . . Kaete Foerder
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3. Bild: Im Sumpfſee der Waſſerhese.
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Hans Neh
Graf von und zu Sglamander,
Hofmarſchall. . . . . . Hans Epskamp
Baronin von Krötenbach,
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F. Guttmann
M. Fleiſchmann
Martha John.
G. Weißmann
Hofmeiſterin .
Berle..
Koralle, Töchter Hilde Schwara
Teeroſe,
der
Alge,
Qualle, Waſſerhere Alice Treif
Schlamm,
Hofſtaat der Waſſerhexe, Fröſche,
Fiſche, Seeigel, Krebſe, Waſſernixen,
die verzauberten Knaben
4, Bild: Bei Knecht Ruprecht
im Märchenwald.
Heini.
.. Kaete Foerder
Knecht Ruprecht . . . . HansBaumeiſter
Das Waldmännlein . . . Beſſie Hoffart
Fritz ...
.. . . Walter Bluhm
Der geſtiefelte Kater . . Käthe Gothe
Ein Knabe .... . . . Heini Krichbaum
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chen. Aſchenbrödel. Schneewittchen und
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im Glück: Der lleine Däumling. Der
Rieſe,Menſchenfreſſer. Frau Holle
Gold=
marie und Pechmarie. Die Gänſemagd.
Das tapfere Schneiderlein. Die ſieben
Schwaben. Zwerge. Gnomen. Elfen Pilze,
Leuchtkäfer, Tiere. Die erlöſten Knaben.
5. Bild: Wieder Daheim.
Der Weihnachtsmann . . Robert Klupp
Forſtmeiſter Wohlgemuth Hans Ausfelder
Ilſe, ſeine Frau . . . . . Käthe Meißner
Fritz ... . . . . . . . Walter Bluhm
Heini .. . . . . . . . . Kaete Foerder
Tänze einſtudiert von Manda von Kreibig;
ausgeführt von den Damen Frene
Schein=
pflug, Dora Böhm. Lene Berdolt und
ſämtlichen Damen des Balletts, ſowie
den Kindern der Ballettſchule.
Spielwart: Willi Krichbaum
Preiſe der Plätze: 0.50, 1.-, 1.50 2.-, 2.50 Mk.
Pauſe nach dem 3. Bild
Anfang 5 Uhr Ende nach 7 Uhr
Sonntag, 12. Dezember, nachm 2½ Uhr:
Erſte Wiederholung von Brunint, derBär,
Preiſe 0 50, 1. 1 50, 2, 2.50 Mk. Abends
7½ Uhr. B8. Tiefl ind. Preiſe 1—10 Mk.
Montag, 13 Dezember. Konzeriprobe des
Muſikvereins, Anfang 8 Uhr.
Kleines Haus
Samstag, den 11. Dezember 1926
abends 8 Uhr
Außer Miete
E geplagder Fmiljevadder
Darmſtädter Lokalpoſſe in 4 Bildern
von Dr. Georg Büchner
In Szene geſetzt von Eduard Göbel
Bühnenbild: Georg Pfeiffer
Spielwart: Ernſt Langsdorf
Aufgeführt durch die Heſſiſche Spielgemeinſchaft
Perſonen:
Knotterich, Rentner . . . Julius Harres
Karoline, ſeine Frau . . Elſe Arnold
Marie, deren Tochter . . Elſe Schopp
Eduard,ihr Sohn (Sekundaner Hans Wolff
Faß, Bierbrauer . . . . . Gg Rodenhäuſer
Heinrich, ſein Sohn . . . Ernſt Ld. Stah
Edmund Roſenrorh, Primaner, H. Harres
Dr Spiehrer, Gymnaſial=
. . . . Eruſt 2d. Göbel
lehrer.
Katrine Magd beignotterich. Auguſte Alt
Heim, Schützmann.
. . Georg Delp.
Kohlmann, Schreiner . Willy Hermes
Fakob, Schloſſer.. . .. . Auguſt (roß
Kaufmann, Schyeider . Ernſt Stößel
Emerantia Wunderhold. . Elie Lauchardt
Lenchen Bimbelbach . . . Aenne Dörſam
Kätchen Kleinſchmidt. .. Erna Alt.
. . Aenne Dörſam
Minna, Kellnerin.
Zeit der Handlung; 1890
Preiſe der Plätze: 0.80 bis 2.50 Mk.
Pauſe nach dem 2. Bild
Anfang 8 uhr Ende nach 10 Uhr
Sonntag, 12. Dezember, vormittags 11 Uhr.
Gymnaſtik und Tanz. Vorführungen des
Müllerſchen Mädchenchors, Lungen.
Lei=
tung: LehrerMüller=Gebhardi. — Abends
7½ Uhr. Volksvorſtellung zu
Einheits=
preiſen. Der Naub der Sabinerinnen,
Preiſe 1, 2, 3 Mk.
Meutag, 13. Dezember. Keine Porſtellung.
Nummer 343
Samstag, den 11. Dezember 1926
Seite 23
Das ewige Wunder
Roman von Guido Kreutzer.
R2I
(Nachdruck verboten)
Während er vorſichtig Wort an Wort reihte, hielt Hedda
Sellin den Kopf geſenkt und ſtocherte mit der Spitze ihres
ge=
ſichloſſenen Sonnenknickers nervös im Kies herum. Auch ſeit er
ſſchwieg, ſetzte ſie das noch fort.
Sie begriff ja die Berechtigung ſolcher Forderung. Und doch
Fämpfte ſie noch mit ſich. Es gab letzte Widerſtände zu überwin=
Sen, die ihren Urſprung in einer gewiſſen eiferſüchtigen Herbheit
wer Seele und ihres ſtarken Frauen mpfindens hatten. Vielleicht
vürde ſie jetzt noch geſchwiegen haben, hätte ſie nicht vorhin —
sum erſten Male im Leben — Lonny Lars von Angeſicht geſehen
ind erſt damit endgültig reſigniert. So empfand ſie es wohl als
EBefreiung vor ſich ſelbſt, endlich zu dem einzigen Menſchen
prechen zu können, bei dem ſie unbedingten Verſtändniſſes ſicher
ein durfte.
Eutſchloſſen hob ſie den Kopf. Tarfer begegnete ihr Blick
wen gütigen klugen Augen von drüben.
Und mit einmal kamen die Worte von ſelbſt. Zuerſt zögernd,
uchend, taſtend. Allgemach aber ſprach ſie ſich frei; weil ſie erlöſt
Empfand, wie ſie auch innerlich von Minute zu Minute freier
Spurde.
Drüben vom Oval der Rennbahn her drang dumpfes
Huf=
geſtampf finiſhender Pferde, drang verworrenes Stimmengebraus
FTportbegeiſterter Menſchenmaſſen. Hier aber auf der ſchattig=
Einſamen Terraſſe ſaß ein weltkluger alter Globetrotter in ſeinen
Storbſeſſel zurückgelehnt, trank bedächtig ſeinen Whiſky=Soda,
auchte ſeine Importe, ließ ſein goldgerändertes Einglas zwiſchen
Sen Fingern an ſchwarzem Seidenfaden in blitzenden Kreiſen
wotieren und nahm etwas entgegen, das letzten Endes eine Beichte
par. Von jener abenteuerlichen Szene im Lunapark hörte er, von
Der exzentriſchen Fiebernacht in der kleinen Cottage an der
Heer=
traße, von der überſtürzten Fahrt nach Küſtrin, von dem abend=
Tichen Wilddiebsdrama auf totverſchwiegener Waldwieſe, von den
Ftillen Samaritertagen im alten Herrenhauſe zu Adlig=Zarchlin.
Er unterbrach mit keinem Wort. Und ergaben ſich in der
Schilde=
nung hier und da Lücken, ſo beſaß er Geſchmack genug, ſchweigend
warüber hinwezugehen. —
Hedda Yellin war am Ende,
Minutenlang blieb es ſtill zwiſchen ihr und dem Fürſten.
Dann nickte er ihr leiſe zu.
„Ich danke dir. Nicht, daß ich je Mißtrauen gehabt hätte;
wenn ich bewertete dich von jeher dahin, daß du die gegebenen
Grenzen ohne weiteres reſpektierteſt. Trotzdem beantworte mir
bitte noch ein abſchließende Frage: Neulich im „Briſtol”
erwähn=
teſt du einen Brief, den du auf dem Schreibtiſch des Herrn von
Reeg gefunden und an dich genommen habeſt, damit er nicht in
falſche Hände geriete.”
„Ja — und?"
„Was iſt aus dieſem Brief geworden?”
„Ich ſchrieb ein paar konventionelle Begleitzeilen, ſteckte ſie
zuſammen mit dem Brief in einen Umſchlag und ſandte ihn durch
meine Zofe an Fräulein Lars. Zwei Stunden ſpäter kam das
Mädchen unverrichteter Dinge zurück. Annahme verweigert.”
„Donnerwetter — fabelhaft!“
In den beilchenblauen Augen funkelte ein jäher Blitz auf.
„Ich wüßte nicht, was an ſolcher herausfordernden Haltung
fabelhaft ſein körnte.”
„Du vergißt, daß auch Fräulein Lars ſicherlich jene
Zeitungs=
notiz mit der Ueberſchrift „Hedda Yellin, als Lebensretterin”
ſeinerzeit geleſen hat und daran naturgemäß die gewagteſten
Ver=
mutungen knüpfen mußte; wie das ſchließlich alle Welt tat.”
„Trotzdem!”
„Ja — trotzdem fühlſt du dich verletzt. Nun — du ſollſt
deine Genugtuung haben. Wo befindet ſich der ominöſe Brief
übrigens jetzt?"
„Zuhauſe, verſchloſſen in meinem Schreibtiſch.”
„So darf ich dich bitten, ihn mir noch heute abend
auszu=
liefern, damit ich ihn perſönlich in die Hände von Fräulein Lars
legen kann.”
Hedda Yellin machte eine jähe Bewegung.
„Wann wollteſt du das tun?”
„Morgen mittag, wenn ich meine Karte bei ihr abgebe.”
„Du häteſt die Abſicht . . .", begehrte ſie auf.
Langſam und mit einer Gebärde, die keinen Widerſpruch
duldete, neigte er den Kopf.
„Ich habe nicht nur die Abſicht, ſondern meiner Ueberzeugung
nach ſogar die Pflicht, jetzt einzugreifen. Bis zur Stunde wiſſen
ja wir beide noch nichts Genaueres. Wir tappen im Dunkel und
wären beſtenfalls auf vage Vermutungen angewieſen. Doch ich
kenne ſchließlich den Malte von Reeg wie auch ſeine Verlobte und
weiß, daß dieſe beiden Menſchen ſeeliſch aufeinander eingeſtellt
waren mit einer Unbedingtheit, die ſchon an Fanatismus ſtreifte.
Aber wenn er jetzt auf ſie einen Mordverſuch unternahm, und ſie
kompromittiert ſich in voller Oeffentlichkeit mit einem
internatio=
nalen Hochſtapler — dann bedarf es der ſtarken Hand eines
Drit=
ten, um dieſen gordiſchen Knoten zu löſen und zwei wertvolle
Menſchen vor einem Verhängnis zu bewahren, das ihnen
offen=
bar dicht auf den Ferſen ſitzt.”
Er grübelte infichverſponnen:
„Schließlich iſt man ſelbſt mit fünfundſechzig Jahren noch
nicht zu alt, um ſich des draufgängeriſchen Enthuſiasmus ſeiner
Jugend nicht zu erinnern, ſobald es ſich um Fragen und
For=
derungen der Ethik in höherem Sinne handelt. Von dir aber
halte ich genug, um überzeugt zu ſein, daß du mein Vorhaben
und meine Anſchauungen aus innerſtem Herzen billigſt — nicht,
weil du die Braut des Fürſten Schark zu Taureggen biſt, ſondern
weil du Hedda Yellin heißt.”
Da wehrte ſie ſich nicht länger.
Da ſchloß ſie ſtill den Schrein, der ihre ſeligſten Erinnerungen
flüchtig verwehter Träume barg.
Tief neigte ſie die Stirn.
„So hilf ihnen denn, Edward Egon, daß ſie wieder
zuein=
ander finden!“ ſagte ſie mit einem wehen Lächeln, hinter
dem Tränen blinkten.
XHI.
„Morgen vormittag muß ich dich zu einer wichtigen
Be=
ſprechung in deiner Villa aufſuchen” .. hatte der Dr. James
Trawonn nebenſächlich hingeworfen, als er geſtern abend neben
Lonny Lars in deren Hiſpano=Suiza von der Grunewald=
Renn=
bahn zur Stadt zurückfuhr . . . „Willſt du mich alſo gegen elf
Uhr empfangen und dafür ſorgen, daß wir nicht geſtört werden?”
Stumm und angſtzerquält hatte ſie nur genickt.
Aber ſchlaflos die Nacht, in der ihr verſtörtes Hirn
ver=
gebens grübelte, was er vielleicht abermals im Schilde führe.
Nun wußte ſie es. Denn erſt vor wenigen Minuten hatte er
das Haus wieder verlaſſen.
Sein Beſuch mochte kaum eine halbe Stunde gedauert haben.
Doch in dieſer kurzen Zeitſpanne war ihr — vielleicht zum erſten
Male während all der Wochen — mit letzter brutaler Klarheit zur
Erkenntnis gekommen, daß ſie ja überhaupt keinen eigenen
Wil=
len mehr beſaß. Ein Verbrecher beherrſchte ihr Leben, ihr Tun
und Handeln. Und ſie war wehrlos gegen ihn wie eine rechtloſe
Sklavin oder eine unterwürfige Haremsodaliske. Bis zum letzten
Atemzuge mußte ſie doch Malte von Reeg ſchützen. Bis zum
leß=
ten Atemzuge und bis der letzte Pfennig ihres Beſitzes unter den
raubgierigen Händen eines geſellſchaftlichen Wegelagerers
dahin=
geſchwunden war.
Nur eine Frage der Zeit noch konnte es ſein, wann dieſer
Tag des Zufammenbruchs kam. Vielleicht lag er noch Monate,
vielleicht nur noch Wochen fern. Denn hundertfünfzigtauſend
Mark ihres Vermögens waren dem Dr. Trawonn während der
letzten anderthalb Monate beim Poker und Bac à deux cotés
be=
reits unter den Fingern zerronnen.
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Seite 24
Samstag, den 11. Dezember 1926
Nummer 343
ei=
Mer Sacr.
*
Uin ſonderdnles Atelt!
In Nr. 287 vom 8. Oezember 1926, Beilage zum „Heſſiſchen Volksfreund”, iſt u. a. zu leſen:
Ein ſonderbares Urteil."
Die Stillegung der Pianoforte=Fabrik Karl Arnold und Sohn
hat der Generalmajor von Crüger durch Gerichtsbeſchluß bewirkt,
damit er ruhig wohnen kann. Das klingt in dieſer lapidaren Form
grotesk, iſt aber Tatſache. Der Herr General wohnt im 2. Stock
des Hauſes Mühlſtraße 12, in deſſen Erdgeſchoß und erſten Stock
ſich der Arnoldſche Fabrikationsbetrieb befindet. Daß es in dieſem
nicht immer geräuſchlos zugeht, liegt auf der Hand und zu den
Annehmlichkeiten des Lebens gehört es ſicherlich nicht, in einem
ſolchen Hauſe zu wohnen. Der Herr General zog nun nicht die
Konſequenz, auszuziehen, ſondern er ſtellte kurzerhand beim
Landgericht den Antrag, die Fabrik ſtillzulegen. Seine Nerven —
die Nerven des ehemaligen Artilleriegenerals — litten zudem auch
unter dem Bewußtſein, daß das Haus infolge des Lagern größerer
Mengen von trockenem Holz, Lacken uſw. erhöhter Feuergefahr
ausgeſetzt ſei.
Das Landgericht Darmſtadt gab dem Antrag des Generals
ſtatt und verbot der Firma Arnold bei Vermeidung erheblicher
Geldſtrafen, ihre Maſchinen fernerhin in Betrieb zu ſetzen und
in dem Hauſe Rohſtoffe für die Fabrikation zu lagern. Das Gericht
erkannte zwar an, daß durch die Einſtellung des Gewerbebetriebs
öffentliche Intereſſen berührt würden, ſah aber darin keinen
Hinderungsgrund für das Urteil. Was das Gericht aber überhaupt
nicht in Erwägung zog, iſt die Tatſache, daß durch ſeinen Spruch
35 Arbeiter ihrer Stellung verluſtig gehen. Und doch
wäre gerade dies doch eigentlich der ſpringende Punkt, von dem
aus ſich das Vorgehen des Herrn von Crüger richtet. In dem hier
dem Gericht vorliegenden Fall dagegen handelt es ſich um den
unvermeidlichen Tageslärm der Arbeit, der bereits um 4 Uhr
am Nachmittag ein Ende findet. Aber da nimmt das Gericht ſchon
Rückſicht auf die pure Möglichkeit, daß einmal ein Mitglied der
Generalsfamilie erkranken könnte und gezwungen wäre, ſich
tags=
über im „Schlafzimmer aufzuhalten. Es ſchließt die Fabrik und
ſetzt 35 Arbeiter auf die Straße.
Unſeren Geſchäftsfreunden, den Einwohnern Darmſtadt’s zur
Auftiatang!
Das ſonderbare Urteil iſt tatſächlich ergangen, man will uns aus unſerem eigenen Hauſe vertreiben
wir haben ſofort Berufung eingelegt;
Abck, wir laſſen unſere langjährig bei uns tätigen Mitarbeiter nicht im Stich.
Unſer Betrieb iſt nicht geſchloſſen!
Unſer Betrieb geht weiter!
Seit 96 Jahren beſteht unſere Firma.
Seit 45 Jahren bauen wir in Darmſtadt Klaviere.
Seit 27 Jahren bauen wir an derſelben Stätte Klaviere.
Wir haben die Pflicht, 40 Familien vor der größten Not zu ſchützen.
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