Einzelnummer 10 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesfpiegel in Bild und Wort
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Nummer 341
Donnerstag, den 9. Oezember 1926. 189. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg. Aufruhr. Sireit uſw. erliſcht
jede Verpſichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konlus oder geiſchliſcher Beiteſbung fäll eder
Rabatt weg. Bankonto: Deutſche Banl und Darme
ſtädtei und Nationalbant.
Eine Rhein=Entente auf den Rheinpakt?
Genfer Kompromißverſuche.
Die Juriſien an der Arbeit.
Die Juriſten verhandeln: das iſt das Kennzeichen des
Mitt=
woch in Genf geweſen. Worüber ſie verhandeln, darüber gehen
die Meinungen auseinander. Tatſächlich greifen ja auch die drei
Fragen, die zur Debatte ſtehen, ohne auf der Tagesordnung ver= heute oder morgen beendet werden können, ſo wird es dann nur
zeichnet zu ſein, ſehr eng ineinander, ſo daß die eine ganz von
ſelbſt in die andere hinüberſpielt. Die Beſeitigung der
Militär=
kontrolle, das Inveſtigationsprotokoll und die Kontrolle der ent= Arbeiten durch telegraphiſche und telephoniſche Verſtändigung
militariſierten Zone gehören ſogar ganz eng zuſammen, während
die Räumung des Rheinlandes etwas mehr außerhalb liegt.
Wie=
weit ſie von Heirn Poincaré nur in die Debatte geworfen worden
iſt, um Deutſchland noch einen weiteren Köder vor Augen zu
halten, iſt ſchwer zu ſagen. Immerhin ſcheint Herr Briand hier
Möglichkeiten angedeutet zu haben, um über den toten Punkt
hinwegzukommen, der nach Thoiry entſtanden iſt, weil die
Mobi=
liſierung der Eiſenbahnobligationen ſich praktiſch noch kaum
reali=
ſieren läßt. Briand will da zwei Fliegen mit einer Klappe
ſchla=
gen und macht deshalb den Vorſchlag, eine neue Rheinentente
einſchließlich Deutſchlands zu bilden, die die Kontrolle über die
entmilitariſiert= Zone übernimmt, alſo gewiſſermaßen eine
Rhein=Entente auf den Rheinpakt. Auch das iſt
ratürlich nichts anderes als der Verſuch, über die in Locarno
gegebenen Sicherheiten hinaus noch weitere Sicherheiten zu
er=
halten, die Deutſchland aber nicht geben kann; jedenfalls nur
dann geben kann, wenn wir in jeder Beziehung als
gleichberech=
tigt behandelt werden und die Rechte der Kontrolle nicht nur für
die deutſchen Gebiete, ſondern ebenſo für belgiſches und
fran=
zöſiſches Gebiet gelten, wenn alſo Deutſchland als
gleichberech=
genau ſo zu kontrollieren, wie Frankreich die entmilitariſierte
Rheinzone. Aber dazu kann Herr Poincaré ſich nicht entſchließen.
Er wird deshalb auch die Frage der Beſatzungsrücknahme
wieder unter den Tiſch fallen laſſen, um dafür an der ſtändigen
Kontrolle auf deutſchem Gebiet feſtzuhalten, wobei er freilich
jedesmal wieder ein deutſches Nein hören wird. Leider munkelt
auch die deutſche Preſſe ſchon in ihren Berichten aus Genf von
einer neuen Nachgiebigkeit Dr. Streſemanns. Dafür liegt bisher
nicht der geringſte Anhaltspunkt vor. Daß wir unſere
Einwen=
dungen gegen das Inveſtigationsprotokoll ſachlich begründen und
in einer Beſprechung mit den Juriſten der Gegenſeite die
Diffe=
renzpunkte zu fixieren ſuchen, iſt eine ſelbſtverſtändliche Pflicht.
Es bleibt doch die geringe Wahrſcheinlichkeit, daß die Gegenſeite deſtigation zeichnet ſich heute nach Beendigung der
Juriſten=
ſich von dem Schwergewicht unſerer Beweisführung überzeugt
Ob das in Form einer neuen Revidierung des Völkerbundes oder
in Form eines Annexes erfolgt, iſt dabei von untergeordneter ſcheinlich zu Anfang oder Mitte Januar — nichts mehr im Wege
Bedeutung, wenn nur die Vorausſetzung erfüllt iſt, daß die
Kon=
trolle nur von Fall zu Fall unter deutſcher Zuſtimmung und ohne bundes wieder aufgenommen werden. Sollten ſich noch
irgend=
keiten darf jedenfalls kein Raum mehr ſein. Die Regierung kann
ſich dabei darauf berufen, daß ja auch England, als es das
In=
ſehen, und daß England auch deshalb die Ausführungsbeſtim= Negelung gefunden wird.
mungen von 1925, in denen die ſtändige Kontrolle verankert iſt,
nicht angenommen hat, ſondern ſeinen Proteſt dagegen zu
Pro=
hin zwiſchen der Abberufung der Kontrollkommiſſion und der
Kontrolle des Völkerbundes ablehnen, braucht kaum hinzugefügt
zu werden. Die deutſche Forderung geht nach wie vor dahin, daß
uns die Zurückziehung der Kontrollkommiſſion frei von allen gung morgen abend oder wahrſcheinlich übermorgen zuſtande=
Bindungen und Vorbehalten zugeſichert wird.
Untragbare Kompromiſſe.
Einſtwveilen wird die Formei geſucht, wie im
Inbeſtigations=
plan des Bölkerbundes den deutſchen Bedingungen Rechnung
getragen werden kann. Es handelt ſich einſtweilen
darum, den Inveſtigationsplan, gegen den
Deutſch=
land in der Hauptſache drei Einwendungen hatte, die in der Note
vom 12. Januar dargelegt waren, für die deutſche
Regie=
rung annehmbar zu machen. Denn das Problem, das
zukzeit hier die Stactsmänner beſchäftigt, beſteht zunächſt in der
öglichkeit des Austauſches der
interalliier=
ten Militärkontrolle, die Anfang Januar
auf=
hören ſoll, gegen den Inveſtigationsplan des
Völkerbundes, der beim Aufhören der interalliierten
Kon=
trolle ſofort in Kraft treten ſoll. Es würden alſo folgende
Kon=
zeſſionen gegeneinander ausgetauſcht werden: 1. Deutſchland ſoll
ſich mit der von Frankreich gemünſchten Kontinuität
zwiſchen interalliier er und
Völkerbundskon=
trolle einverſtanden erklären, ſo daß der Inveſtigationsplan
am gleichen Tage in Kraft tritt, an dem die interalliierte
Kontroll=
kommiſſion zurückgezogen wird. 2. Frankreich will ſich
da=
gegen damit einverſtanden erklären, daß der
In=
veſtigationsplan des Völkerbundes unter Be=
rückſichiigung der deutſchen Einwendungen
ab=
geändert hzw. kommentiert wird.
Die Juriſten hatten in ihrer geſtrigen Beſprechung in
Aus=
ſicht genommen, den ſehr ſorgfältig ausgebauten
Inveſti=
gationsplan nicht abzuändern, weil das eine
um=
fangreiche Arbeit bedingen würde, ſondern einfach in einem
Anhangdaxu oder in einer beſonderen Erklärung die deut= punkt des Erdöls?
ſchen Einwendungen gegen einzelne
Beſtim=
mungen als gültig feſtzulegen. Wenn dieſe Arbeiten
noch von den endgültigen Beſchlüſſen der Borſchafterkonferenz
ab=
hängen, wann die endgültige Einigung darüber formell vollzogen
werden kann. — Man hatte zwar eine Beſchleunigung der
mit, Paris vorgeſchlagen, und der Generalſekretär der
Botſchafter=
konferenz, Maſſigli, iſt infolgedeſſen nicht nach Paris gereiſt,
ſon=
dern in Genf geblieben.
Frühere Rheinlandräumung gegen eine Fünf=
Mächte=Kontrolle in der entmilitariſierten Zone
Nebenher gehen Beſprechungen über die frühere
Zurückziehung der Beſatzungstruppen aus dem
Rheinland, zu der Frankreich grundſätzlich
be=
reit ſei, für die es aber eine neue
Sicherheits=
garantie fordere, die möglicherweiſe in Form einer
Ergänzung zu den Locarno=Verträgen formuliert
werden ſoll. Wie erinnerlich, iſt die Frage einer früheren
Räu=
mung der Rheinlande in Locarno nur andeutungsweiſe und erſt
im letzten September in Genf bzw. Thoiry in beſtimmterer Form
in Ausſicht genommen worden. Im September war von einer
deutſchen Gegenleiſtung durch teilweiſe Mobiliſierung der
deut=
ſchen Eiſenbahnobligationen die Rede, die ſich inzwiſchen aber
als unmöglich hereusgeſtellt hat. Heute erklären nun die
fran=
zöſiſchen Delegierten, daß ſie die im Verſailler Vertrag
vor=
geſehene Bedingung für eine frühere Räumung, nämlich die
voll=
ſtändige Erfüllung der deutſchen Vertragsverpflichtungen,
einſt=
weilen nur auf wirtſchaftlichem Gebiet ausgeglichen anſehen
kön=
nen. Dagegen müſſe auf dem Gebiet der Sicherheit eine andere
tigter Teilhaber das Recht hätte, die franzöſiſchen Grenzzonen Gargutie hinzugefügt werden, die in Locarno noch nicht geplant
werden konnte, weil damals auch noch nicht von der Räumung
die Rede geweſen ſei. Dieſe Garantie ſoll nach
fran=
zöſiſcher Auffaſſung eventuell die Form einer
von den fünf Locarno=Mächten des
Rheinland=
paktes, Deutſchland, England, Frankreich,
Bel=
gien und Italien, gemeinſam organiſierten
Kontrolle im Rheinland annehmen. Die Einigung
darüber liegt, wie geſagt, in weitem Feld, und die ganze Frage
iſt heute noch keineswegs ſpruchreif. Immerhin iſt es nicht ganz
ausgeſchloſſen, daß bis Ende der Woche auch darüber eine
wenig=
ſtens grundſätzliche Einigung zuſtandekommt.
Optimismus in Genf.
geſprechungen etwas deutlicher ab. Sobald die
Botſchafterkonfe=
renz morgen die letzten Berichte über die Erfüllung der Entwaff=
und ſich bereit erklärt, unſeren Bedenken Rechnung zu tragen, nungsvorſchriſten angehört und den Beſchluß gefaßt haben wird,
daß dem Aufhören der Militärkontrolle in Deutſchland —
wahr=
ſteht, werden hier in Genf die Beratungen der fünf
Locarno=
mächte über die Zuſtände zum Inveſtigationsplan des Völker=
Eingriffe in die deutſchen Hoheitsrechte erfolgt. Für Zweideutig= wwelche Bedenken der Botſchafterkonferenz ergeben, ſo ſoll nach
franzöſiſcher Auffaſſung eine beſondere, ganz kleine
Liquidie=
rungskommiſſion in Funktion treten, die den Reſt der
Militär=
kontrolle möglichſt raſch aufzuarbeiten hätte. Es iſt aber auch
veſtigationsprotokoll uuterzeichnete, gleichzeitig hinzufügte, es möglich, daß für dieſen letzten Neſt der Militärkontrolle, falls die
wolle durchaus keine ſtändige Kontrolle darunter verſtanden Botſchafterkonferenz noch derartige Bedenken hat, eine andere
Hier nimmt man jedenfalls an, daß morgen abend ſpäteſtens
ein Beſchluß der Botſchafterkonferenz vorliegen wird, der die
Endberatungen über die grundſätzliche, in faſt allen Punkten
er=
tokoll gab. Daß wir von uns aus jeden Zuſammenhang weiter= zielte Einigung für den Inveſtigationsplan des Völkerbundes
ermöglicht. In den Zuſätzen, die zum Inveſtigationsplan des die Banque de lUnion Pariſienne mehr engliſch (Royal=Dutch=
Völkerbundes gemacht werden ſollen, wird den drei Bedenken der
deutſchen Regierung, die in der letzten Note Dr. Streſemanns „Temps” arbeitet franzöſiſches Petroleumkapital, der „Matin”
angeführt waren, Rechnung getragen werden. Wenn die
Eini=
kommt, ſo würde ſie von den Locarnomächten gemeinſam im
Völkerbundsrat vorausſichtlich am Samstag als Zuſatzerklärung
zu dem Inveſtigationsplan beantragt werden. Es iſt
anzu=
nehmen, daß der Rat die vollzogene Einigung begrüßen und ſie
unverändert annehmen wird.
Einigung über die Zurückziehung der franzö=
Bei den Beſprechungen, die zwiſchen dem deutſchen und
fran=
zöſiſchen juriſtiſchen Sachverſtändigen ſtattgefunden haben, iſt
auch die Frage der Zurückziehung der franzöſiſchen Truppen aus
dem Saargebiet beſprochen worden. Dabei ergab ſich eine
ziem=
zöſiſchen Regimenter, die noch an der Saar ſtehen, entfernt
wer=
den ſollen. Die beiden Juriſten haben auch ein Eyſtem
verein=
bart, wie der von Frankreich geforderte Bahnſchutz durch politiſchen Schachbreit Englands auf dem Balkan.
nicht im Saargebiet beheimatete, aber nicht militäriſche
Perſonen ausgeübt werden kann, die nur unter der Aufſicht
der Regierungskommiſſion ſtehen und nicht abhängig von
irgend=
einer alliierten Regierung ſind. Es iſt wahrſcheinlich, daß der
Völkerbundsrat dieſer Einigung ſeine. Zuſtimmung nicht
ver=
ſagen wird, umſomehr als er ſelbſt verſchiedentlich die Zurück= Sachalins
ziehung der franzöſiſchen Truppen aus dem Saargebiet
ge=
fordert hat.
Herrſcher Petroleum.
Eine weltpolitiſche Betrachtung.
Von
Dr. Heinrich Wenz.
(Schluß.)
V. Gegenwart und Zukunft.
Weſches iſt die gegenwärtige weltpolitiſche Lage vom Stand=
England und Amerika, die beiden angelſächſiſchen Mächte,
ſind die beiden herrſchenden Oelmächte; alle anderen Mächte
tre=
ten in den Hintergrund. Dieſe beiden Mächte ringen erbitterr,
um dieſen lebensnotwendigen Rohſtoff. Nichts trennt dieſe
beiden Mächte mehr voneinander als gerade das Erdöl. Ueberall
treten ſie einander entgegen, in Rußland, in Mexiko, in
Süd=
amerika und in Aſien. Amerika kontrolliert zwar heute nach
Krüger=Poſchardt noch ca. 70 Prozent der Weltproduktion,
er=
zeugt aber ſelbſt nur ca. 75 Prozent ſeines Bedarfs im
In=
lande. Außerdem ſind in der letzten Zeit Befürchtungen wegen
der Erſchöpfung der amerikaniſchen Felder laut geworden (ſiehe
Bericht des amerikaniſchen Berichterſtatters dieſer Zeitung vom
22. Oktober 1926): So muß Amerika ſich anderweitig
Erfatz ſuchen.
England hingegen iſt um keinen Preis gewillt, den
Vor=
ſprung, den es vor Amerika hat, freiwillig aufzugeben. Es hat
ſich wohl zu dem Waſhingtoner Flottenabkommen 1922
entſchloſ=
ſen; aber eine Unterordnung der Royal=Dutch=Shell unter die
Standard Oil Co. wäre die völlige Aufgabe der engliſchen
Welt=
herrſchaft über die Meere, wäre die Preisgabe eines mächtigen
Bindemittels zwiſchen Mutterland und Dominions. Welch großen
Wert man gerade dem modernen Verkehrsmittel (Flugzeug uſw.)
im britiſchen Weltreich beilegt, das zeigt die eben in London
tagende Reichskonferenz. Es iſt kein Zufall, wenn die all britiſche
Luftverkehrsſtraße England—Auſtralien gerade über Erdölgebiete
führt. England hat ferner in Aſien durch den Beſitz der
Djambi=
felder einen mächtigen Trumpf in der Hand in dem Ringen mit
Japan und Amerika. Auch Frankreich gegenüber beſitzt es im
Erdöl ein bedeutſames Druckmittel. Welches Ergebnis dieſes
anglo=amerikaniſche Ningen haben wird, iſt ungewiß. Bisher iſt
immer auf eine Periode des Kampfes ein gewiſſer
Waffenſtill=
ſtand gefolgt durch ein ſogenanntes Gentlemans=Agreement.
Man hat ſich von Fall zu Fall verſtändigt. So ſcheint es in
ge=
wiſſer Hinſicht auch in der Gegenwart zu ſein. So verſchieden
indeſſen hierbei ihre Gegenſätze ſind, gemeinſam iſt ihnen doch
das Beſtreben, ſelbſtändige Beſtrebungen Dritter zu erſticken.
Das gilt beſonders für Frankreich; da es vor dem Krieg
eine eigene Oelpolitik nicht betrieben hat, hat es im Krieg erleben
müſſen, was es heißt, in der Gewinnung des Petroleums von
anderen Mächten abhängig ſein zu müſſen. Es hat deshalb in
und nach dem Krieg eine ſtark ölhaltige Politik betrieben. Allein,
ein durchſchlagender Erfolg war ihm bis jetzt nicht beſchieden.
Auch hier hat ſich ſeine weltpolitiſche Lage dauernd verſchlechtert.
Zwar hat es durch das Verſailler Diktat die vormals deutſchen,
recht ergiebigen Pechelbronner Oelfelder (Elſaß) erhalten. In
Meſopotamien hat es ſich den ebenfalls ehemaligen deutſchen
25prozentigen Anteil an der Türk. Petr. Cie. geſichert. Ferner
Die Einigung in der Frage der Militärkontrolle und der In= hat die Beteiligung des franzöſiſchen Kapitals in Rumänien
und beſonders in Polen eine ſtarke Ausdehnung erfahren. Doch
was will das alles bedeuten, wenn man Frankreichs Eigenbedarf
ins Auge faßt! Eine Oelmacht iſt Frankreich trotz
eifrigſter Anſtrengung nicht geworden, trotzdem es
auch innerpolitiſch entſprechende Reformen durchgeſetzt hat. Durch
Geſetz vom 10. Januar 1925 iſt das ganze Petroleumregime
ge=
regelt worden. Die Aufgabe des neugeſchaffenen „Office
Natio=
nale” iſt es, die „Forſchungen nach Petroleum und die Arbeiten
zur Schaffung von Erſatzſtoffen zu fördern, ſowie nötigenfalls
ſelbſt dieſe Forſchungen zu leiten”. Männer wie Loucheur und
Herriot widmen dem Erdölproblem ihr ganzes Intereſſe. Der
Leiter der Office Nationale, Herr Pincau, hat es als die
Auf=
gabe Frankreichs bezeichnet, „ſchweigend, doch entſchloſſen”, ſeine
Oelpolitik aufzunehmen und fortzuſetzen. Doch der erhoffte
Er=
folg wird vorausſichtlich nicht eintreten. Dafür iſt die
Abhängig=
keit der franzöſiſchen Bankpolitik von der Standard=Oil, der
Anlo=Perſian und der Royal=Dutch=Shell zu groß. Außerdem
iſt das franzöſiſche Finanz=Kapital in ſich zerſplittert; die Banque
de Paris et des Pays Bas iſt mehr amerikaniſch (Standard Oil),
Shell) orientiert. Dieſes Bild zeigt ſich auch in der Preſſe. Im
und der „Figaro” dagegen werden von den internationalen
„Oelkönigen” bearbeitet. Schließlich durchkreuzen auch noch
ſpe=
kulierende Eingeweihte, Parlamentarier, Regierungsmänner
und einflußreiche Generäle die Maßnahmen und Abſichten der
Regierung. So wird Frankreich auch weiterhin im Schlepptau
der großen Oelmächte bleiben.
Dasfelbe gilt auch von Italien. Wohl iſt auch Muſſolini
feſt entſchloſſen, nationale Oelpolitik zu treiben. Er wäre nicht
ſo eifrig in der Geſellſchaft Chamberlains, wenn der Kampf um
das Petroleum nicht auch ihn reizen würde. In Albanien hat er
ſiſchen Truppen aus dem Saargebiet? ſich feſtgeſetzt, hauxtſächlich wegen ſeines Beſitzes an Oelfeldern.
Und in dem klaſſiſchen Oelland Rumänien ſchickt er ſich an, durch
ſeinen Freundſchaftsvertrag Nachfolger der lateiniſchen Schweſter
Frankreich zu werden. Dieſe Politik findet die eifrige
Unter=
ſtützung Englands, da dieſes die rumäniſchen Oelfelder lieber
lich vollſtändige Einigung darüber, daß die beiden reſtlichen fran= unter ſchwacher italieniſcher ſinanzieller Kontrolle ſieht als unter
der Gewaltherrſchaft des Comité des forges, der franzöſiſchen
Schwerinduſtrie. Muſſolini ift ſo ein mächtiger Turm auf dem
Und nun die aſiatiſche Großmacht Japan! Auch
deſſen Außenpolitik zeigt mannigfache
Oelſpu=
ren. Deutlich erkennbar war in der Nachkriegszeit ſein
Be=
reben, in ſeiner Oelherrſchaft unabhängig zu werden. Aus die=
2) Pgl. Nr. 328, 329,
[ ← ][ ][ → ]Seite 2
Donnerstag, den 9. Dezember 1926
Nummer 341
der geräumt. Dafür aber hat es das wertvolle Abkommen von
Peking vom 21. Januar 1925 mit Rußland eingetauſcht, in dem
ihm das Ausbeuterecht der dortigen Kohlen= und Oelgruben auf
die Dauer von 50 Jahren eingeräumt worden iſt. Auch an dem
Oelland Mexiko iſt Japan ſtark intereſſiert. Es arbeitet dort
nicht ungeſchickt. Es war hauptſächlich japaniſchen Einflüſſen
zu=
zuſchreiben, wenn Anfang 1920 für den ermordeten Carranza
nicht Dominguez, der Kandidat der amerikaniſchen Oelintereſſen,
ſondern Obregon, deſſen Geguer, gewählt worden iſt. Und
ſchließlich ſind, wie ſchon erwähnt, die letzten großen
amerika=
niſchen und japaniſchen Flottenmanöver im Stillen Ozean auf
der Grundlage eines Angriffes bzw. der Verteidigung der
ameri=
kaniſchen Oelfelder angelegt geweſen.
Rußland iſt in dieſem weltpolitiſchen Ringen um das
Erdöl der lachende Dritte. Sein geſchickter Außenminiſter
Tſchi=
tſcherin weiß nur zu gut, welch koſtbares Gut er in ſeinen bereits
erſchloſſenen und noch zu erſchließenden Oelfeldern beſitzt; die
Haltung der Mächte iſt ſtark durch ihre Erdölintereſſen beſtimmt.
Tſchitſcherin wird dafür ſorgen, daß allen Intereſſierten die
Bäume nicht in den Himmel wachſen.
VI. Und Deutſchland?
Deutſchland gehört zu den erdölarmen Ländern. Sein
Mineralölverbrauch beträgt nach Krüger=Poſchardt weit über
1 Million Tonnen jetzt im Jahr; dabei hatte es vor dem Kriege
eine Eigenproduktion von nur einem Zehntel; jetzt beträgt ſie
etwa ein Zwanzigſtel. Das fiel vor dem Krieg, wenn man von
dem politiſchen Moment abſieht, nicht weiter ins Gewicht, da
wir in unſerer Kohle eine ausreichende Energiequelle hatten.
Dazu haben ſich jetzi noch die Braunkohle und die Waſſerkräfte
ge=
ſellt. Dennoch iſt, wie Faber in ſeiner Schrift „Die neueſte
Ent=
wicklung der Welterdölwirtſchaft uſw.” mit Recht bemerkt,
Deutſchlands Verſorgung mit flüſſigen Heiz=
und Triebſtoffen eine drängende Tagesfrage,
Benzinund Trieböle ſind fürdie
Aufrechterhal=
tung und fortſchrittliche Entwicklung eines
neu=
zeitlichen Kraftfahr= und Flugweſens, zum
Motorenbetrieb der Binnen= und
Hochſeeſchif=
fahrt und fürdie Wettbewerbsfähigkeit unſerer
Induſtrie unentbehrlich. Wie ſehr wir hinter dem
Ausland zurückſtehen, zeigen folgende Zahlen: Es verbrauchten
pro Kopf der Bevölkerung in 1923 die Vereinigten
Staa=
ten 724 Kilogramm Mineralöl, Großbritannien
100 Kilogramm, Frankreich 39 Kilogramm und
Deutſchland nur — 9 Kilogramm (Faber,
Welterdöl=
wirtſchaft).
Weitſchauende Finanzleute haben deshalb ſchon vor dem
Kriege der Verſorgung Deutſchlands mit ausländiſchem
Petro=
leum ihr beſonderes Intereſſe zugewandt. So war es der
Deut=
ſchen Bank und der Diskontogeſellſchaft gelungen, in Rumänien
und Galizien eine eigene Produktionsdaſis, ſowie ausgedehnte
Handelsorganiſationen zu ſchaffen; das hier gewonnene Erdöl
reichte natürlich nicht aus. Man hielt Ausſchau nach weiteren
Erdölſeldern. Da wir aber auch hier (wie ſo oft in unſerer
Ent=
wicklung) zu ſpät kamen, ſo hatten wir eine geringe
Entfal=
tungsmöglichkeit. Wir mußten deshalb die Erwerbung eines
25prozentigen Anteils an den Moſſukfeldern als eine beſondere
Gunſt des Schickſals betrachten! Selbſtverſtändlich hatte dieſe
Erwerbung neben der weltwirtſchaftlichen auch eine weltpolitiſche
Seite. Sie hätte auch in dieſer Hinſicht ein wertvolles Aktivium
werden können, wäre unſere Vorkriegsdiplomatie der Größe ihrer
Aufgabe gewachſen geweſen. Sie war es nicht!
Und ſo hat uns der Weltkrieg und ſein Ausgang wieder alles
geraubt.
In der Nachkriegszeit war es beſonders Hugo Stinnes, der
eine großzügige Erdölwirtſchaft anſtrebte; ein Erfolg war ihm
nicht beſchieden. Mit dem Zerfall ſeines Werkes war auch das
Schickſal ſeiner Oelintereſſen beſiegelt. (Durch die Erwerbung
der Riebeck=Montan=Oelhandelsgeſellſchaft iſt die J. G.
Farben=
induſtrie A.=G. Erbe der Stinnes’ſchen Oelwirtſchaft geworden.)
So wäre Deutſchlands wirtſchaftliche Lage und ſeine
Aus=
ſichten höchſt unerfreulich, wenn nicht die Deutſche Wiſſenſchaft
die Retterin in der Not geweſen wäre. Was die deutſchen
Finanzleute nicht erreicht, was der
Großindu=
ſtrielle nicht fertig gebracht hat, das haben die
deutſchen Chemiker zuwege gebracht.
Seit Jahren werden in allen Ländern Verſuche angeſtellt,
um aus der Kohle Mineralöl zu gewinnen. Der deutſchen
Wiſ=
ſenſchaft war es beſchieden, die erſten wirklich bedeutſamen
Reſul=
tate zu erzielen. Mit Stolz und Genugtuung dürfen wir
feſt=
ſtellen, daß es deutſchen Forſchern und Unternehmern gelungen
iſt, das Problem der Veredelung der Kohle nach 12jähriger Arbeit
zu löſen in einer Vollkommenheit, die kaum mehr zu überbieten
iſt.
Von beſonderem Intereſſe iſt dabei die Tatſache, daß
Deutſch=
land über drei Verfahren zur Gewinnung von Betriebsſtoffen
verfügt, die ſich alle als Rohſtoffe der Kohle bedienen; der
Er=
finder eines dieſer Verfahren iſt Profeſſor Bergius, der andere
Erfinder iſt Profeſſor Franz Fiſcher vom Kaiſer=Wilhelm=In=
*Kinder und Kindermärchen.
Von Sepp Deutſch.
Das Kind iſt kein „Erwachſener en miniature” die
Kindes=
ſeele keine Erwachſenenſeele kleineren Formates — das muß ſich
jeder klar machen, der Kinder verſtehen will, der ſich in das
Er=
leben des Kindes einzuleben verſucht. Erwachſene — zumal
Eltern — haben davon meiſtens eine falſche Vorſtellung, indem
ſie ihr Erleben, ihre Wünſche und Anſprüche, ihre Ideale und
Urteile, ihr Denlen und ihre Phantaſien in zwar entſprechend
kleineren, kindlich=naiven, aber doch in weſensgleichen —
zumin=
deſt ſehr ähnlichen — Formen im Kinde vorausſetzen. In
Wirk=
lichkeit iſt das Kind in ſeinem Fühlen und Denken
grundper=
ſchieden vom Erwachſenen, der oft verblüfft, ja betroffen und
ver=
ärgert iſt über die ihm zum Teil völlig unverſtändlichen
Aeuße=
rungen der Kindesſeele.
Die gute Tante bringt z. B. den Kindern ein „entzückendes”
Geſchenk mit. Wenn nun Loltchen oder Paulchen darüber nicht
in ein Freudengeſchrei ausbrechen, ſondern mit höchſt
gleichgül=
tigen Mienen das „reizende” Spielzeug berrachten, ſo iſt die
Tante ſehr verletzt und ruft „Undank!” Wie oft ſchütteln
Eltern ärgerlich den Kopf, wenn Weihnachtsgeſchenke, mit denen
ſie den Kindern gerade eine beſondere Freude zu bereiten
ver=
meinten, von dieſen unbeachtet beiſeite geſchoben werden. Dieſe
Beiſpiele laſſen ſich beliebig vermehren; denn Kinder ſind eben
nicht „kleine Erwachſene”; ihr Wünſchen und Wollen, ihr Denken
und Träumen iſt völlig von dem der Großen verſchieden.
Trotzdem hat das Kind alle Gefühle, die auch der Erwächſene
in ſich trägt. Die Kindesſeele kann Freude und Schmerz, Liebe
und Haß, Treue und Falſchheit, Reue und Schuldgefühl uſw.
empfinden. Nur ſind dieſe Gefühle nicht Keime oder Anlagen zu
den gleichen der Erwachſenen, ſondern Aeußerungen einer dem
Kinde eigenen Gefühls= und Gedankenwelt. In dieſe Welt des,
Kindes muß der eindringen, der beim Kinde Wirkung und
Ein=
druck erzielen will. In dieſer Welt muß der erleben, der ein
Kindermärchen — wohlgemerkt nicht ein Märchen für Kinder
— zu ſchreiben verſucht. Ein ſolches Kindermärchen muß in
dieſer Erlebniswelt des Kindes ſpielen, darf nur Erlebniſſe,
Phantaſien und Konflikte bringen, die wirklich dem Kinde, ſeinem
Fühlen und Denken entſprechen. Iſt das der Fall, ſo wird ein
ſolches Märchen ebenſogut für die kleineren als auch für die
*) Der Verfaſſer iſt der Autor des Weihnachtsmärchens,
deſ=
ſen Uraufführung am 11. 12. im Landestheater Darmſtadt
ſtatt=
findet.
Vom Tage.
Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, iſt die von
italieni=
ſchen Blättern verbreitete Nachricht von einer
bevorſtehen=
den Zuſammenkunft des deutſchen Außenminiſters Dr.
Streſe=
mann mit dem italieniſchen Miniſterpräſidenten Muſſolini
voll=
kommen unbegründet.
Wie wir erfahren, haben in den letzten Tagen neue Beſuche
der Militärkontrollkommiſſion im Oſten
Deutſch=
lands ſtattgefunden, und zwar wurden die Feſtungen
Königs=
berg und Lötzen inſpiziert.
Der erſte Tag der Wahlen zur ungariſchen
National=
verſammlung brachte in etwa 50 Provinzbezirken die Wahl von
Kandidaten der Regierungsparteien und in zwei Bezirken oppoſitionelle
Kandidaten.
Das königliche Palais in Bukareſt ſteht ſeit
Mitter=
nacht in Flammen. Nähere Nachrichten fehlen noch.
Die Regierung Avereseu hat, ohne Angabe von Gründen,
den zum 6. Dezember einberufenen Kongreß der
ſozialdemo=
kratiſchen Parteien Rumäniens verboten.
Die lettländiſche Regierung, iſt zurückgetreten.
Der perſiſche Kriegsminiſter iſt nach Moskau gereiſt,
wo er angeblich über den Abſchluß eines ruſſiſch=perſiſchen
Handelsver=
trags, ſowie über die Aufhebung des von Rußland erlaſſenen
Einfuhr=
verbots für perſiſche Waren verhandeln wird.
Der italieniſche Botſchafter in Paris, Baron
Avez=
ana, und der Londoner Botſchafter, Marcheſe della Torretta,
weilen gegenwärtig zu Beratungen mit Muſſolini über die
außenpolitiſche Lage in Rom.
In Verona iſt eine weitvorzweigte Verſchwörung, die
mgeblich gegen den Staat gerichtet war, entdeckt worden. Es
wurden 40 Kommuniſten verhaftet.
Der Völkerbundsrat hat in geheimer Sitzung beſchloſſen,
daß die Internationale Wirtſchaftskonferenz am
4. Mai nächſten Jahres in Genf und nicht in Amſterdam
ſtattfin=
den ſoll.
Ramſey Maedonald ſtellte im engliſchen
Unter=
hauſe ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung
wegen deren Haltung während des Streiks der Bergarbeiter.
Der engliſche Schatzkanzler Winſton Churchill, dev
ſich eine Woche lang in Paris aufhielt, iſt nach London
zurück=
gekehrt.
ſtitut für Kohleforſchung in Mülheim=Ruhr. An dem Bergin=
Verfahren iſt hauptſächlich die J. G. Farben=A.=G. (ſiehe Fftr.
Ztg. Nr. 598 vom 13. Auguſt 1926, Handelsteil)
inter=
eſſiert, während die Patente von Profeſſor Fiſcher im Beſitz einer
Studiengeſellſchaft ſind, die durch das Kohlenſyndikat und Thyſſen
begründet iſt.
Die Berginpatente haben bereits eine internationale
Aus=
wertng gefunden; neben einer Deutſchen Bergin=A.=G. gibt es
eine Internationale Bergin=Co., in deren Aufſichtsrat neben
Profeſſor Bergius, neben Vertretern der J. G. Farben auch drei
Vertreter der Koninklyke=Shel=Gruppe ſitzen.
Die J. G. Farben hat roch ein weiteres Verfahren zur
künſtlichen Benzingewinnung; und dies iſt gegenwärtig ein
Ge=
genſtand der Verhandlungen mit den großen Oelkonzernen,
ins=
beſondere der Standard=Oil. Es ſchweben bereits ſeit Monaten
dieſe Verhandlungen. Ihre finanzielle Auswertung haben ſie
bereits durch die ja ſtets in ſolchen Dingen hellhörige Börſe, dem
Sekundenzeiger der Wirtſchaft, erfahren. Der Kurs der J. G.
Farben hat ſich ſeit Anfang dieſes Jahres verdreifacht (am
3. November 1926 352 Prozent). Gerade in dieſen Tagen werden
ſich Direktor Boſch, Geheimrat Duisberg ſowie andere leitende
Perſönlichkeiten der J. G. Farben=A.=G. nach Amerika begeben
(Profeſſor Bergius iſt bereits am 15. Oktober dort eingetroffen),
um die Verhandlungen zum Abſchluß zu bringen.
Was die Großtat der deutſchen Wiſſenſchaft für das deutſche
Volk bedeutet — gerade in der ernſten Gegenwart — bedarf
keiner weiteren Ausführung: Sie wird nicht nur unſere
Handels=
bilanz und damit auch unſere Zahlungsbilanz weſentlich
ver=
beſſern, ſondern ſie wird auch unſere weltpolitiſche Lage im
gün=
ſtigen Sinne beeinfluſſen. Wenn einmal die praktiſche
Auswer=
tung in vollem Umfange erfolgt ſein wird, werden wir nicht
lange mehr vom guten Willen der Erdölproduktionsländer
ab=
hängig ſein — ofr genug haben ſie dieſe Abhängigkeit zu
politi=
ſchem Druck mißbraucht — ſondern wir werden auf eigenen
Füßen ſtehen. Wir kommen zum Schluß! Am 21. November
1920 ſchrieb der „Daily Telegraph”, daß der „nächſte Krieg ſich
um die Mineralöle drehen würde‟. Mag dies auch eine
jour=
naliſtiſche Uebertreibung ſein; unzweifelhaft aber iſt, daß durch
die Weltpolitik der letzten Jahrzehnte ſich wie ein roter Faden
die Intereſſenkämpfe um die Erdölfelder ziehen.
So wird dies zunächſt auch weiterhin bleiben. Möge
Deutſchland hierbei ſeine Intereſſen nicht nur zu wahren,
ſon=
dern auch zu mehren wiſſen. Möge der deutſche Staatsmann,
der deutſche Politiker das vollenden, was der deutſche Gelehrte
und der deutſche Unternehmer begonnen haben: die Befreiung
Deutſchlands vom politiſchen und wirtſchaftlichen Joch der
Fremdherrſchaft!
größeren Kinder feſſelnd und eindrucksvoll ſein. Gewöhnlich
aber wird mit der Phantaſie des Erwachſenen ein Märchen für
die Kinder ausgedacht oder gar ein Märchen für Große — ſchön
ſür die Kleinen zurechtgemacht. Wenn dann bei der Aufführung
auch die Kinder klatſchen, ſo iſt man ſehr befriedigt, und glaubt,
die Kinder ſeien es ebenſo. Man ſetze ſich aber einmal mitten
unter die Kinder und lauſche unbemerkt, erſtens wieviel ſie
von den Vorgängen auf der Bühne verſtehen, zweitens was
davon wirilich Eindruck auf ſie macht und ihnen gefällt. Ich
meine abgeſehen von: Ausſtattung, die ja meiſt ausſchlaggebend
iſt; Freude, überhaupt im Theater ſein zu dürfen; Nachahmung
der Erwachſenen — weil Mammi immer in Entzücken ausbricht
und eindringlichſt fragt: „Nicht wahr, das iſt ſchön? Iſt das nicht
entzückend?” und dergl. Man würde ſtaunen, wieviel ſchöne
poeſievolle Gedanken, wieviel herrliche Phantaſien wirkungslos
an der Kindesſeele vorbeiziehen, während z. B. ein
unbeabſich=
tigtes Stolpern oder Hinfallen hellen Jubel auslöſt. Ja, das
rührende Werben des Märchenprinzen auf der Bühne findet
kei=
nen Widerhall im Kindesherzen — — und wenn dieſer nun gar
noch die geliebte, nach vielen Gefahren befreite Prinzeſſin
um=
armt, um mit ihr unter ſchönen Verſen und Muſik ins trauliche
Brautgemach zu ziehen, ſo kann es paſſieren, daß die Kinder dieſe
herrliche Szene nicht ebenſo entzückend und reizend finden wie
die anweſenden Großen, ſondern vielleicht ſogar durch höchſt
„unangebrachle” Zwiſchenrufe das liebliche Idyll ſtören. Was
ſoll man z. B. dazu ſagen, wenn in einem Kindermärchen der
Schneiderjunge Adalbert als höchſtes — er iſt im Traume Prinz
geworden — einen Kuß von der Prinzeſſin ſich wünſcht?
Glau=
ben Sie, Frau Müller, wenn plötzlich eine Fee ihrem Jungen
einen Wunſch zu erfüllen verſpräche, daß dieſer ſich es — ſelbſt
im Traume — einfallen ließe, einen Kuß zu wünſchen?
Viel=
leicht zehn Jahre ſpäter, und ſelbſt da wäre ihm — ich wette —
ein Motorrad lieber! Beim Kindermärchen — im Theater iſt es
faſt immer das Weihnachtsmärchen — gehört das Theater den
Kindern; ſie ſind die Hauptſache, ſind die Herren im Hauſe, nur
für ſie iſt das Slück, nur für ſie wird geſpielt. Gewiß, auch Ihr
Erwachſenen ſeid herzlichſt willkommen und eingeladen! — Ich
ſchreibe das nicht, um dem Theater ein volles Haus zu ſichern,
was ſchließlich auch kein Verbrechen wäre, ſondern auch im
Hin=
blick auf das Kind. Die Kinder haben ſoviel zu fragen, ſoviel
mitzuteilen, wollen noch ſolange Zeit zu Hauſe ſich über
Gehör=
tes und Geſehenes ausſprechen, daß Eltern eigentlich niemals
ihre Kinder allein ins Theater ſchicken ſollten. Nein, geht mit
Euren Kindern ins Theater, macht Eure Herzen auf, damit Ihr
das erſpartungsfrohe Stimmengewirr, die fieberhafte Aufregung
und Freude der Kinder wirklich ſpürt! Laßt ihren echten Jubel
Genfer Auswirkungen in Paris.
Hoffnung auf eine deutſch=franzöſiſche Ver=
Kändigung./Neuorientierung im Oſien?/ Die
Perſimmung gegen Italien hält an.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 8. Dezember.
Man betrachtet hier die Entwicklung der Dinge in Genf mit
einem ziemlichen Optimismus, wenn auch herauszufühlen iſt,
daß man bis zum letzten Augenblick auf plötzliche Schwierigkeiten
gefaßt ſein wird. Der Gang der Verhandlungen mit Deutſchland
ſoll nicht ohne alle Hoffnungen ſein, und man hat den Eindruck,
wenigſtens auf Grund der Zeitungsſtimmen, daß ſogar die
fran=
zöſiſche Rechte ſich mit der Notwendigkeit gewiſſer Konzeſſionen
abgefunden hat. Gleichzeitig kommen immer neue Nachrichten
über die Fortentwicklung der wirtſchaftlichen Verhandlungen mit
Deutſchland. Eine ganze Reihe von deutſch=franzöſiſchen
Kartel=
len ſoll in Bildung begriffen ſein, die, wenn ſie zuſtande kommen,
zu europäiſchen Kartellen erweitert werden ſollen.
Die Verhandlungen in Genf haben wenigſtens ſchon die eine
fühlbare Wirkung, daß die franzöſiſche Politik ſich immer weniger
mit den kleinen öſtlichen Verbündeten befaßt. Oder richtiger
aus=
gedrückt, das Interiſſe für Polen und die Tſchechoſlowakei ſcheint
abzuebben. Und es ſcheint wahrſcheinlich, daß nach einem
wirk=
lich poſitiven Ausgang der Verhandlungen die franzöſiſche
Außen=
politik ihre bevorzugte Stellung in Warſchau und vielleicht auch
in Prag aufgeben oder zugunſten anderer Mächte abtreten wird.
Gefühlspolitiſche Momente können daran nichts ändern.
Die Verſtimmung mit Italien ſcheint auch
wäh=
rend der Genfer Verhandlungen nicht aufzuhören. Es iſt
wahrſcheinlich, daß in Genf auch über die Mittelmeerpolitik — in
Frankreich will man das Wort gar nicht hören — die Ausſichten
ausgetauſcht werden, wenn auch bisher ſcheinbar die Zeit dazu
noch nicht reif iſt. Aber die Rolle Italiens in Genf ſcheint nur
von nebenſächlicher Bedeutng zu ſein, und es entſteht der
Ein=
druck, daß Muſſolini ſich grollend zurückzieht. Auch die
italie=
niſchen Preſſeſtimmen beſtärken dieſe Kombination.
Die Berliner Ausſprüche Tſchitſcherins fanden nur mäßiges
Intereſſe, vielleicht weil die Fülle der Ereigniſſe jetzt die
Auf=
merkſamkeit von ihnen ablenkt, vielleicht aber, weil ſie allzu kraß
waren. Dafür beunruhigt man ſich um ſo mehr wegen der
Zei=
chen einer Verſtimmung in Deutſchland. Die Kommentare der
deutſchen Preſſe zu Genf werden ſehr beachtet.
Etwas überraſchend wirkt es, daß gerade in dieſen
Augen=
blicken ſich das Intereſſe der franzöſiſchen Außenpolitik ſehr
leb=
haft nach den Dingen am Balkan gewandt hat, vielleicht eine
ſpäte Rückwirkung der Muſſoliniſchen Politik. Man erwartet ein
franzöſiſch=jugoſlawiſches Abkommen, und auch ſonſt arbeitet
die franzöſiſche Diplomatie in einer Richtung, welche
bei ihr weniger üblich iſt, nämlich an einer politiſchen
Annäherung zwiſchen Belgrad, Sofia und
Budapeſt.
Zwiſchen Frankreich und Italien.
EP. Rom, 8. Dezember.
In einem aufſehenerregenden Artikel vertritt der fascifſtiſche
„Tevere” die Anſicht, zwiſchen Italien und Frankreich
könne zurzeit keine Einigung erzielt werden. Dies
ſei erſt möglich, wenn Frankreich Italien in genügendem Maße
als Großmacht anerkenne. Das werde aber nicht geſchehen,
ſo=
lange die franzöſiſche Regierung aus Männern beſtehe, die den
Fascismus nicht verſtanden hätten und die ihn durch Komplotte
erledigen wollten. Wenn gewiſſe franzöſiſche Freunde ſich
dar=
über wunderten, daß man in Italien nicht mehr an die
Möglich=
keit einer Verſtändigung mit Frankreich glaube, ſo vergäßen ſie,
welche Männer die franzöſiſche Politik leiteten. Es ſeien dieſelben
Männer, die Italien mit einem Balkanſtaat gleichgeſtellt hätten
und gewagt hätten, von Paris aus jene Legionen in Bewegung
zu ſetzen, die das fasciſtiſche Regime hätten ſtürzen ſollen. Die
franzöſiſchen Zeitungen hätten ſelbſt die betreffenden Miniſter,
wie Briand, Painlevé und Herriot genannt und beſtimmte
Ver=
antwortungen feſtgeſtellt. Sie ſprachen von der Unterdrückung
von Unterſuchungen, ohne daß von oben ein Dementi gekommen
ſei oder hätte kommen können. Wie könnten ſolche Männer mit
Italien verhandeln, die vor weniger als einem Jahre das
fas=
eiſtiſche Regime mit franzöſiſchem Geld zu ſtürzen hofften.
und ihre laute Begeiſterung auf Euch wirken, dann wird das
Kindermärchen auch Euch wieder zu Kindern werden laſſen!
Ver=
geſſen iſt die Würde und Bürde des Tages; wahre
Weihnachts=
freude, echte Weihnachtsſtimmung werden wieder in Euch wach
und das Kindermärchen wird Euch — trotz Revue — ebenſolche
Freude machen, wie den in ihrer Art oft ſehr anſpruchsvollen
Kindern.
zModerner Kammermuſik=Abend.
E.N. Am Mittwoch, den 8. Dezember, gaben drei junge
Leip=
ziger Künſtler im Saale des Muſikvereins einen
Kammermuſik=
abend, der ganz neuer Muſik gewidmet war. Der eine von ihnen,
Auguſt Vogt (Violine), ein Darmſtädter, hat ſchon während
ſeiner Schulzeit hier durch ſeine vielverſprechenden Fähigkeiten
als Geiger, Klavierſpieler, Komponiſt und Orcheſterdirigent
Auf=
ſehen erregt, ſo daß ſein Wiederkommen nach Darmſtadt gerade
am Tage, an dem er ſein 22. Jahr vollendete, viele ſeiner
frühe=
ren Freunde und Bekanuten im Konzert verſammelte. Er zeigte
ſich als vorzüglicher Geiger, der auf ſeinem Inſtrument den
Schwierigkeiten neueſter Werke völlig gewachſen iſt, und deſſen
ſinnvolles, bei allem Temperament doch dem Kunſtwerk
gegen=
über objektives Spiel fand wohlverdienten Beifall. Er muſiziert
zuſammen mit dem gleichaltrigen Sigfrid Walther Müller=
(Klavier), der auf ſeinem Inſtrument ebenfalls eine erſtaunliche
Reife zeigte und wie Vogt auch mit einer eigenen Kompoſition
hervortrat, und mit dem wohl noch jüngeren Violoncelliſten
Nudolf Metzmacher, der in ſeinem überaus klaren Spiel
durch ein ganz ungewöhnlich ſchön klingendes Inſtrument
unter=
ſtützt wurde. Die drei jungen Künſtler erwieſen ſich als
vortreff=
lich eingeſpielt und vermochten bei allen wiedergegebenen Werken
deren geiſtigen Gehalt dem Hörer vorzüglich nahezubringen.
Die Vortragsfolge begann mit dem E=Moll=Trio Opus 102a
von Max Reger, einem Werke, in dem noch der ganze
Kontraſt=
reichtum, ich möchte faſt ſagen: die ganze Wildheit der Tonſprache
aus des Meiſters mittlerer Lebenszeit fühlbar iſt, während ſich
in ſpäteren Kompoſitionen eine Abklärung und Wendung zum
Einfacheren ausprägt. Zuweilen „brahmſt” es in dem Trio noch
fühlbar, im ganzen Verlauf der Sätze aber überwiegt bei
Feſt=
haltung der klaſſiſchen Kammermuſikform die Unruhe, die durch
den Ueberreichtum an harmoniſcher Kleinarbeit und durch die
Luſt am kontrapunktifchen Arbeiten verurſacht wird. Beſonders
charakteriſtiſch für den faſt eklektiſchen Reichtum der Regerſchen
Tonſprache iſt der Reichtum an ſtärkſten Gegenſätzen der
Empfin=
dung und Ausdrucksmitteln, der im zweiten Satz kecke, ſcherzo=
Nummer 341
Donnerstag, den 9. Dezember 1926
Seite 3
Fordexung auf Aenderung der
Reichsbahngeſetze.
Eine Eingabe des Einheitsverbandes der Eiſenbahner Deutſchlands,
die an die Regierungen und Parlamente des Deutſchen Reiches und der
deutſchen Länder gerichtet iſt, beſchäftigt ſich in ausführlicher Weiſe mit
den Reichts= und Dienſtverhältniſſen des Reichsbahnperſonals ſeit dem
Beſtehen der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft. Wie in dem Anſchreiben
zu dieſer Eingabe ausgeführt, ſoll dieſelbe vornehmlich dem Zwecke
die=
nen, geſetzgeberiſche Maßnahmen zu erreichen, die die Stellung der
Reichsregierung, des deutſchen Reichstages und des Reichsbahnperſonals
gegenüber der Reichsbahngeſellſchaft in einer Art regelt, die den
ſtaats=
politiſchen Notwendigkeiten und wirtſchaftspolitiſchen Erforderniſſen und
der ſozialen Gerechtigkeit Genüge leiſtet.
Die Eingabe geht aus von einer Entſchließung, die von den
Dele=
gierten des Einheitsverbandes aus dem geſamten Neichsgebiet am 21.
Anguſt d. J. einſtimmig gefaßt wurde. In dieſer Entſchließung wird
das diktatoriſche Vorgehen der Verwaltung und die willkürliche
Aus=
legung der Reichsbahngeſetze durch die Reichsbahngeſellſchaft einer
ſchar=
fen Kritik unterzogen. Die Entſchließung gipfelt in den Forderungen,
daß eine Aenderung der Reichsbahngeſetze unerläßlich ſei und 1.
der Deutſchen Reichsregierung auf die Leitung und Verwaltung der
Deutſchen Reiehsbahn und ebenſo dem Deutſchen Reichsrag eine
ent=
ſchnidende Aufſichr einzuräumen ſei und 2. künftig an die Sielle der für
das Perſonal geltenden, zum Teil unklaren Geſetzesbeſtimmungen, eine
geſetzliche Regelung erfolgen müſſe, die die Gewähr dafür gibt, daß das
Deutſche Beamien= und Arbeitsreihi nach dem Wortlaut der
Neichsge=
ſetze in vollem Umfange wirkiam ſein müſſe.
Die Eingabe geht in der Begründung dieſer Forderungen zunächſt
auf die Grundſätze ein, die die Gutachter für die Errichtung der
Deut=
ſchen Reichsbahngeſellſchaft aufgeſtellt haben, wonach
1. die Reichsbahngeſellſchaft ein deutſches Unternehmen bleiben und von
deutſchen Staatsangehörigen geleitet,
2. die deutſchen Geſetze und Verordnungen auf die
Reichsbahngeſell=
ſchaft Anwendung finden,
3. der Deutſchen Reichsregierung im Intereſſe der deutſchen
Wirt=
ſchaft ein notwendiges Aufſichtsrecht zuſteht,
4. die Betriebsführung durch Beamte öffentlich=rechtlichen Charakters
zuahrgenommen und
5. das Reichsbahnperſonal durch die Umgeſtaltung keine ſchlechtere
rechtliche Stellung als die übrigen Arbeitnehmer einnehmen ſoll.
Die Eingabe gibt dann die markanten Ausſprüche und Erklärungen
deutſcher Regierungsvertreter zu der Auslegung der Neichsbahngeſetze
noch einmal wieder; außerdem die Entſchließung, die der deutſche
Neichs=
tag bei Annahme der Reichsbahngeſetze einſtimmig angenommen hat.
Ausgehend von dieſer Grundlage ſtellt die Eingabe feſt, daß der in
dieſen Erklärungen und in der Entſchließung des Deutſchen Reichstages
dargelegte Wille des Geſetzgebers von der Reichsbahngeſellſchaft
voll=
kommen unbeachtet geblieben iſt.
Das Aufſichtsrecht des Reiches wird von der Reichsbahngeſellſchaft
beſtritten. Mehrfache ſcharfe Konflikte, die die geſamte Oeffentlichkeit
be=
unruhigten und die auch im Reichstag zu einer einmütigen Verurteilung
des Vorgehens der Reichsbahngeſellſchaft führten, werden hierfür als
Beweis vorgetragen.
Der Kampf gegen das Arbeits= und Beamtenrecht wird trotz der
ausdrücklich feſtgelegten Geltung deutſcher Reichsgeſetze durch die
Reichs=
bahngeſellſchaft dauernd weitergeführt.
Die Neichsbahnarbeiter ſind in eine beſonders benachteiligte
Stellung gegenüber den übrigen deutſchen Arbeitnehmern gekommen,
weil die Reichsbahngeſellſchaft für weſentliche Teile des deutſchen
Arbeits=
rechtes eine Sonderſtellung beanſprucht und ſogar, wie anläßlich
der Vorgänge beim ſogenannten Schiedsſpruchkonflikt klar erkenntlich
wurde, alle Anſtrengungen macht, um die Anwendung der deutſchen
arbeitsrechtlichen Geſetze überhaupt zu verneinen.
In beſonders eingehender Weiſe behandelt dann die Eingabe die
Stellung der Reichsbahnbeamten gegenüber den
Reichs=
beamten. Sie ſtellt zunächſt feſt, daß die Reichsbahnbeamten ohne
ge=
nügenden geſetzlichen Schutz einfach der Willkür des Verwaltungsrates
der Neichsbahngeſellſchaft preisgegeben ſind. Die für ihr
Dienſtver=
hältnis und ihre ſoziale Stellung maßgebenden Vorſchriften beruhen
nicht mehr auf Geſetzen, ſondern auf Grund einer von der Geſellſchaft
erlaſſenen Dienſtvorſchrift, die von ihr jederzeit einſeitig zu ungunſten
des Perſonals geändert werden können. Die Eingabe enthält hierfür
eine ſpezialiſierte Aufzählung, die ſich in beſonderen Kapiteln mit den
heutigen Formen der Beſoldung der Reichsbahnbeamten, der
Gewähr=
leiſtung der wohlevworbenen Rechte, der Regelung der unkündbaren
An=
ſtellung, der Rückverſetzung von Reichsbahnbeamten in den einſtweiligen
Nuheſtand, der Rückverſetzung auf einen Poſten von geringerer
Bewer=
tung und den Penſionsrechten der Reichsbahnbeamten beſchäftigt.
Ange=
führt wird auch der ſtarke Abbau der früher durch Länderverträge
garan=
tierten Beförderungsſtellen und die verſchlechterte Regelung der
Urlaubs=
bedingungen. Die Tendenz des Vorgehens der Neichsbahngeſellſchaft
führt notwendigerweiſe zur Beſeitigung des öffentlich=rechtlichen
Be=
amtencharakters und damit zu einer Ablöſung des Berufsbeamtentums
bei der Reichsbahn überhaupt.
Zur Begründung der vorſtehend ſkizzierten Forderungen wird dann
weiter eingegangen auf die beſondere Stellung, die die Deutſche
Reichs=
bahn im deutſchen Staats= und Wirtſchaftsleben einnimmt und ganz
be=
ſonders darauf hingewieſen, daß das Deutſche Reich ſchon deshalb einen
höheren Einfluß haben müſſe, weil es auf Grund der Reichsbahngeſetze
als Garant für die Reparationsverpflichtungen der Reichsbahn
auf=
treten kann.
Weiter wird in ausführlicher Form begründet, daß es notwendig
iſt, diejenigen Sonderbeſtimmungen, denen das Reichsbahnperſonal durch
die innerdeutſche Geſetzgebung unterſtellt iſt, zu beſeitigen, um eine volle
Anwendung der deutſchen Reichsgeſetze auch für das Neichsbahnperſona
zu erreichen. Eine notwendige Anpaſſung auch an die befonderen Be=
artige Gedanken modernſter Ausprägung neben einen faſt
roman=
tiſch ſentimentalen Zwiſchenſatz, im Largo kirchentonartliche
Myſtik neben orcheſtral gedachte Steigerungen ſetzt.
Von ſchon bekannten Werken kam die Sonate für Violoncello
und Klavier von Claude Debuſſy zu Gehör, die in der Zeit der
ntſtehung und ihrer Art eng mit dem am Montag gehörten
Orcheſterwerk verwandt iſt. Auch hier ſtand ſie zu dem ganz der
abſoluten Muſik anhängenden Reger als Werk des reinſten Im=
Preſſionismus in ſchärfſtem Gegenſatz. Heute aber wirkte Debuſſy
nin ſeiner ruhigen Flächenhaftigkeit ſelbſt in einem ſo geiſtreich
wpointierten Stück wie der Serenade gegenüber der Unruhe der
Regerſchen Tonſprache wie ein Ruhepunkt.
Eine Uraufführung war das Opus 2 von Auguſt Vogt, eine
Muſik für Violine und Klavier. Das Werk wandelt eigene Wege
mund iſt darum mit einem neutralen Titel verſehen, weil es in
onſprache und Form ſich weſentlich von den hergebrachten
Kam=
mnermuſikformen unterſcheidet. Unzweifelhaft ſpielt in dem
ein=
ſſätzigen Werk die Kontraſtformenſprache der alten Sonate eine
uveſentliche Rolle. Man empfindet große Entwicklungen nach Art
eines erſten Satzes, Erinnerungen an Scherzo=Epiſoden, ein
Thema, das einem langſamen Mittelſatz zu entſprechen ſcheint,
nvährend der Schluß ſtärker auf den Anfang zurückgreift und ſehr
raſch nach großer Steigerung abbricht. Die Tonalität iſt mit
ziem=
ſicher Energie aufgehoben, trotztem aber tragen die Melodien
ind Themen nicht den Stempel einer konſtruierten
Zwölfton=
nnelodik, ſondern ſie ſind Ausdruck ungekünſtelter Empfindung.
Buerſt führt die Violine bedeutungsvoll, das Klavier begleitet
un freien Gegenmelodien, allmählich gewinnt dann das Klavier
mmer größere Bedeutung, um dann an den Höhepunkten der
wveſentliche Träger des Ausdrucks zu ſein, dem die Geige mit
charakteriſtiſchen Gedanken entgegentritt. Bedeutſam iſt der
Reich=
uum an Farben, denn bald kontraſtieren beide Inſtrumente ſtark
ſeurch ſtark verſchiedene Tonlage und Spielart, bald verſchmelzen
ſſie beſußt zu einem Geſamtklang. Wenn man auch beim
erſt=
maligen Hören nur ſchwer ſich völlig, mit einer ſo neuartigen
Muſik auseinanderſetzen kann, ſo überzeugt der Ausdruckswille
ſebenſo wie die Beherrſchung des Techniſchen und der
Klang=
rnittel von der feſten Abſicht, die ſich hier künſtleriſch kund tut,
uind dem ernſten Streben, dem Eigenen Form und Ausdruck zu
geben.
Weniger radikal in der Neuartigkeit der Tonſprache war das
Trio Opus 12 in einem Satz von Sigfrib Walther Müller. In
Ihm trat aufs deutlichſte die Abſicht zutage, ohne Aufgabe der
Werte der herkömmlichen Form zu einer ſtarken Einheit der
Ge=
ſamtform zu g=langen. Dies geſchieht dadurch, daß das gleiche
triebsverhältniſſe der Reichsbahn dürfe auf keinen Fall fernerhin
ein=
ſeitig in das Belieben der Reichsbahn geſtellt werden, ſondern müſſe
un=
ter gleichberechtigter Mitwirkung der wirtſchaftlichen Vereinigungen
des Perſonals erfolgen.
Die Notwendigkeit geſetzlicher Reformen wird in einem beſonderen
Abſchnitt der Eingabe noch einmal eingehend dargelegt, wobei
insbe=
ſondere die Frage der Betriebsſicherheit behandelt wird. Ferner wird
hingewieſen auf den für unerträglich erklärten Zuſtand, daß heute don
Betriebsbcamren im äußeren Dienſt der Reichsbahn noch Dierſtſehiehten
von 14, 16 ja ſogar 18 Stunden am Tage verlangt werden.
Die Eingabe ſchließt mit dem Hinweis auf die Möglichkeit, derartige
Reformen für das Reichsbahnperſonal und nach den Wünſchen desſelben
einmal durch die innerdeutſche Geſetzgebung, zum anderen
durch diplomatiſche Schritte, die auf eine „Aenderunn der
Reichsbahngeſetze, ſoweit ſie dieſen Notwendigkeiten entgegenſtehen,
ab=
zielen.
Die vertagte Abrüſtungskonferenz.
Beſchleunigte Einberufung des Rats in Kriſenzeiten.
* Genf, 8. Dez. (Priv.=Tel.)
Der Völkerbundsrat hat heute nachmittag 4 Uhr eine
offi=
zielle Sitzung abgehalten, die faſt zwei Stunden in Anſpruch
nahm. Beneſch berichtete über: Schiedsgerichtsbarkeit, Sicherheit
und friedliche Regelung internationaler Streitigkeiten.
Weiter erſtattete Beneſch Bericht über die Vorarbeiten
zur Internationalen Abrüſtungskonferenz, die
vor der nächſten Völkerbundsverſammlung ſtattfinden ſollte.
Dies wird aber infolge des Standes der vorbereitenden Arbeiten
nicht mehr möglich ſein. Chamberlain verteidigte dieſen
Stand=
punkt mit der Begründung, daß es beſſer ſei, wenn die
Ab=
rüſtungskonferenz nach guter Vorberatung zu einem wirklich
praktiſchen Ergebnis führe, als daß ſie bereits in nächſter Zeit
ſtattfinde und gar keine oder nur mangelhafte Ergebniſſe zeitige
Der Rat ſchloß ſich dieſem Standpunkt an.
Ferner erſtattete Beneſch Bericht über die Arbeiten des
Natskomitees, das in letzter Woche in Genf über die
franzö=
ſiſchen, finniſchen und polniſchen Anträge
be=
raten hat. Die vom Ratskomitee beſchloſſenen Maßnahmen zur
Beſchleunigung der Einberufung des Rates
in Kriſenzeiten wurden vom Rate gebilligt.
Nach einer längeren Debatte, in der Scialoja und auch
Chamberlain davor gewarnt hatten, allzu genaue Beſtimmungen
ſowohl über die Anwendung des Art. 11 wie auch des Art. 16
zu erlaſſen, die als Interpretation des Paktes gedeutet werden
könnten, wurden die Reſolutionen, die Beneſch vorgelegt hatte,
mit der von van Karnebeeck beantragten Abänderung
angenom=
men. Die Reſolutionen betreffen die Beſchlüſſe des
Rats=
komitees über die in der vergangenen Woche berichtet wurde, und
ermächtigten das Ratskomitee zur Fortführung der von ihm in
Ausſicht genommenen Studien.
Pawels verhandelt mit der Botſchafterkonferenz
Der Generalſekretär der Botſchafterkonferenz Maſſigli iſt
am Dienstag abend aus Genf nach Paris abgefahren und wird
am Mittwoch vormittag in Paris eintreffen. Am gleichen
Nach=
mittag wird die Botſchafterkonferenz zuſammentreten, um ſich
mit der Frage der Entwaffnung zu beſchäftigen, nachdem General
Pawels ſeit Beginn der Woche wiederholt Beſprechungen ſowohl
mit dem Generalſekretär der Botſchafterkonferenz, als auch mit
dem Interalliierten Militärkomitee gehabt hat.
DieSozialdemokraten beim Kanzler.
Scholz bleibt bei ſeiner Königsberger Rede.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Mit dem Beginn der Reichstagsberatungen am Donnerstag
ſoll nuch die Klärung der innerpolitiſchen Lage beginnen, die von
den Sozialdemokraten wegen der Rede des volksparteilichen
Parteiführers Dr. Scholz verlangt worden iſt. Zur Vorbereitung
dieſer Ausſprache waren die Sozialdemokraten am
Mitt=
woch mittag beim Reichskanzler. Der eigentliche Zweck
der Unterredung war lediglich der, ſich noch einmal
Informatio=
nen über die Abſichten des Kanzlers zu holen, damit ſie den
Fraktionsvorſtand am Donnerstag ausreichend unterrichten
kön=
nen. Am Abend empfing der Kanzler den Deutſch=Volksparteiler
Dr. Scholz in Begleitung ſeiner Parteifreunde Brünninghaus
und Kempkes. Scholz erklärte dem Kanzler, was er bereits von
Königsberg aus verbreiten ließ, daß ſeine Rede zu Unrecht
auf=
gebauſcht worden ſei. Er halte ſie inhaltlich vollkommen aufrecht.
Es muß ſich nun zeigen, was die Sozialdemokraten daraufhin
tun. Sie finden eine gewiſſe Unterſtützung in der „Germania”,
die 48 Stunden zu dem ganzen Zwiſchenfall ſchwieg, aber nun
ziemlich unfreundlich gegen Dr. Scholz vorgeht. Auf der
ande=
ren Seite ſteht feſt, daß Herr Marr ſeinerzeit bei den
Verhand=
lungen mit den Sozialdemokraten nur beauftragt war, mit ihnen
über den einen Fall der Erwerbsloſenfürſorge zu ſprechen. Er
iſt in der Unterhaltung etwas weiter gegangen und hat ihnen
Zuſagen gemacht, daß er ſich von Fall zu Fall mit ihnen
ver=
ſtändigen wolle. Im Kabinett aber und bei den
Koalitionsbe=
ſprechungen iſt ſofort dieſe Zuſage mit Zuſtimmung des
Kanz=
lers dahin interpretiert worden, daß es ſich keineswegs um eine
einſeitige Bindung an die Sozialdemokratie handeln könne,
ſon=
dern, daß man ebenſo mit der anderen Seite verhandeln müſſe.
Trotz aller Aufregung bei den Sozialdemokraten ſpricht jedoch
mancherlei dafür, daß ſie doch ſehr vorſichtig ſein werden, ehe ſie
die von ihnen in der erſten Erregung betonten Konſequenzen
ziehen werden.
Eine neue Rede des Abg. Scholz.
Königsberg, 8. Dezember.
Dr. Scholz ſprach geſtern abend vor der wirtſchaftlichen
Ver=
einigung der Deutſchen Volkspartei über die Wirtſchaftsfragen.
Der Redner ging nochmals auf ſeine Ausführungen in
Inſter=
burg ein und wiederholte, daß jetzige Kabinett habe als neutrale.
Regierung der Mitte ſachliche Politik zu treiben, um ſich die
Mehrheit zu ſichern, wo ſie ſie findet. Eine Trübung hätten die
Verhältniſſe erfahren durch die Hinneigung des Zentrums und
der Demokraten zur Großen Koalition und durch das Verhalten
der Deutſchnationalen, die die Regierung der Mitte durch
Aus=
nützung aller parlamentariſchen Mittel ſtürzen wollten. Nach
ſeiner Anſicht ſei das Verhalten der Deutſchnationalen ſalſch. Sie
müßten ſich in einer Reihe von Fragen bewußt neben die
Re=
gierung ſtellen, um zu zeigen, daß man auch mit ihnen regieren
könne, ſo, wie ſie es bei dem Geſetz gegen Schund und Schmutz
getan hätten. Sollte das Regieren von Fall zu Fall nicht mehr
möglich ſein, ſo ſei objektiv mit beiden Seiten zu verhandeln.
Kein Einſpruch Preußens.
* Berlin, 8. Dezember, (Priv.=Tel.)
Wie wir bereits ankündigten, hat das preußiſche
Staats=
miniſterium am Mittwoch abend beſchloſſen, gegen das vom
Reichstag angenomene Jugendſchutzgeſetz im Reichsrat keinen
Einſpruch zu erheben. Begründet wird dieſer Beſchluß mit der
Ausſichtsloſigkeit eines ſolchen Einſpruchs. Immerhin iſt der
Biſehluß intereſſant deshalb, weil er unter aktiver Mitwirkung
der ſozialdemokratiſchen preußiſchen Miniſter gefaßt worden iſt,
die ſich dadurch in Gegenſatz zu ihrer Reichstagsfraktion ſetzen.
Die Hoffnungen der Sozialdemokraten und des linken Flügels
der Demokraten, auf dieſe Weiſe das Geſetz noch zu Fall zu
brin=
gen, ſind damit geſcheitert.
Deutſch=italieniſche Schiedsgerichtsverhandlungen.
* Genf, 8. Dez. (Priv.=Tel.)
Die Verhandlungen über den deutſch=italieniſchen
Schieds=
gerichtsvertrag ſind hier in verſchiedenen Unterhandlungen
zwi=
ſchen Scialoja und der deutſchen Delegarion ſoweit gefördert
worden, daß nur noch die Formulierung einiger Punkte
übrig=
bleibt. Dem Vernehmen nach ſtellt das Vertragswerk einen
rei=
nen Schiedsvertrag im Sinne des Locarnopaktes dar, und die
vielfach daran geknüpften Kombinationen ſind gänzlich hinfällig.
Der Vertrag wwird beim Völkerbund regiſtriert werden, ebenſo
wie die anderen von Deutſchland abgeſchloſſenen
Schiedsgerichts=
verträge. Es liegt keinerlei Grund vor, dahinter andere
Ab=
ſichten als die Vollendung des Werkes von Locarno zu vermuten.
Thema, im Ausdruck und Rhythmus weſentlich verändert, allen
Teilen des Werkes zugrunde liegt, und daß die Sätze wie in einer
freien Fantaſie miteinander verſchmelzen. Erregte Steigerungen,
großes Temperament charakteriſieren den erſten Teil, geſangvoll,
ruhig gleitend erſcheint dann der Hauptgedanke im langſamen
Satz, ein richtiges Scherzo unterbricht, das Thema ſyukopiſch
hin=
huſchend verwendend, wiederkehrt die lyriſche Ausprägung, nun
in der Begleitung geſteigert, und den Schluß bildet eine Fuge,
deren erſte Durchführung mit großem Höhepunkt das Klavier
allein beſtreitet, worauf die Streichinſtrumente ihrerſeits eine
neue Entwicklung bringen, die ſchließlich triumphierend das
Thema in der gleichen Form wie am Anfang und Schluß des
eiſten Teils als Bekrönung des Ganzen bringt. Auch hier ein
überaus beachtenswerter künſtleriſcher Wille, ausgeprägter
Klang=
ſinn und hervorragendes Können. Leider war man bei dem am
Schluß ſtehenden Werk nicht mehr ganz aufnahmefähig nach dem
vielen Gebotenen, ſo daß das Trio ungerechterwveiſe bedeutend
weniger Beifall fand als die vorangegangenen Werke. Auguſt
Vogt wurde lebhaft gefeiert und konnte für eine reiche
Lorbeer=
ſpende danken. Das Programm ſtellte an alle drei Ausführenden,
vor allem cber an den Pianiſten die allerhöchſten Anforderungen
und es ſei abſchließend die größte Hochachtung ausgeſprochen vor
der künſtleriſchen, geiſtigen und phyſiſchen Leiſtung, welche die
Wiedergabe von vier derartig ſchwierigen Kompoſitionen an die
jungen Künſtler ſtellte.
„Das Land Heſſen.
In der Bücherreihe „Deutſche Stadt — Deutſches Land”, die der
Berliner Schriftſteller Erich Köhrer ſeit einigen Jahren herausgibr
(in der Deutſchen Verlags=Aktiengeſellſchaft, Berlin V 9), iſt ſoeben als
Band XIII, ein Werk über „Das Land Heſſen — ſeine
Entwick=
lung und ſeine Zukunft” erſchienen. Dieſer Band hat umſo mehr
er=
höhte Bedeutung, als ein großer Teil des Landes Heſſen immer noch
vom Feinde beſetztes Gebiet iſt und ſeine kulturelle und wirtſchaftliche
Zugehörigkeit zum Deutſchen Reich gar nicht oft und energiſch genun
unterſtrichen werden kann. Das Buch, dem Staatspräſident Ulric
ein tief empfundenes Geleitzwort nuf den Weg mitgibt, legt dann auch in
einer Reihe von Aufſätzen und Bildern entſchieden Zeugnis für den
deutſchen Charakter des Landes Heſſen ab, der in mehreren Aufſätzen
zielbewußt und klar betont wird. Nicht minder deutlich tritt die
kul=
turelle und wirtſchaftliche Verbendenheit mit dem geſamten Deutſchtum
und dem Reich in Erſcheinung, und die Bedeutung, die die heſſiſche
Wirt=
ſchaft im Geſamtbild der deutſchen Wirtſchaft für ſich in Anſpruch
neh=
men darf. Dem Herausgeber iſt es wieder gelungen, wie bei den
früheren Werken ſeiner Bücherreihe, die kompetenteſten und
ſachkundig=
ſten Mitarbeiter auf allen Gebieten zu gewinnen. Von den allgemeinen
Aufſätzen find die Arbeiten üiber „Heſſenland — Deutſches Land” von
Direktor Dr. Dieterich, über „Kulturleben in Heſſen” von
Oberregierungsrat Henrich über „Heſſiſche
Bildungsanſtal=
ten” von Miniſterialrat Du. Löhlein, über „Heſſiſche Muſeen”
von Geheimrat Dr. Back, über „Die Kirchen in Heſſen” von
Ge=
heimrat Prof. Walbe über „Burgen und Schlöſſer” von Prof.
Bronner, umd über die eigenartigen MMundarten von Prof. Dr.
Hans Reis beſonders erwähnenswert. Einen breiten Raum nimmt
ſelbſtverſtändlich der Wein in dem Buche ein, und in die zurzeit im Gang
befindliche Propaganda für den deutſchen Wein fügen ſich wirkungsvoll
die illuſtrierten Aufſätze dieſes Buches über den Weinbau und
Wein=
handel in Heſſen ein. Daneben kommt die Induſtrie nicht zu kurz, die
in einer Reihe von ſachkundigen Artikeln behandelt wird, und der
Direk=
tor der Landwirtſchaftskammer, Dr. Hamann, ſchildert die Bedeutung
der Landwirtſchaft in Heſſen, Oberforſtrat Dr. Urſtadt führt
den Leſer in die heſfiſche Forſtwirtſchaft ein. In einer Reihe von
glän=
zend illuſtrierten Aufſätzen werden die größeren heſſiſchen Städte
be=
handelt, Darmſtadt von Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
dann Bingen, Gießen, Mainz, Nauheim, Offenbach und Worms, nach
allen Geſichtspunkten ſowohl nach ihrer kulturellen Bedeutung wie nach
ihrer geſchichtlichen Entwicklung, das Bild der Städte wie ihre
wirt=
ſchaftliche Arbeitsleiſtung. Einen beſonderen Reis gehen einige Aufſätze,
die die vielen markanten kleinen Städtchen des heſſiſchen Staatsgebietes
behandeln, Ernſt Jungkenn die rheinheſſiſchen, Karl Rühl die
oberheſſiſchen und Pxof. K. Henkelmann die Städtchen des
Star=
kenburger Gebietes. Mehr als 150 Abbildungen, teilweiſe ganzſeitig,
und einige Kunſtbeilagen geben allen dieſen Aufſätzen vertiefte Wirkung
und erhöhen das Intereſſe. Auh die „Einzelbilder aus dem
Wirtſchaftsleben”, die in Wort und Bild feſſelnde Vorſtellungen
von der Fülle induſtrieller und gewerblicher Arbeit im Lande Heſſen
geben, und die anſchließenden „Empfehlungen aus Handel und Induſtrie‟
ſüigen ſich harmoniſch in den Rahmen des ganzen Werkes ein, weil hier
ſichtlich Wert darauf gelegt iſt, der propagandiſtiſchen Abſicht ein hohes
Niveau zu wahren. Das in Ganzleinen gebundene, in den Farben des
Staates Heſſen weiß=rot gehaltene und mit dem Staatswappen
ge=
ſchmüickte Werk ſchließt ſich wüirdig an die bisher erſchienenen Bände der
Bücherreihe an, die ia im Gegenſatz zu manchen ähnlich ſcheinenden,
aber nur auf Propagandageſchäfte der Verleger ausgehenden
Publika=
tionen wirklich mit Beuußtſcin und Geſchmack der Propaganda für die
einzelnen Gebiete Deutſchlands im ganzem Reich und insbeſondere auch
im Ausland dient. Der Preis von 10 Mark für den ſchönen und
ſtatt=
lichen Ganzleinenband erſcheint außerordentlich billig und verbürgt
einen Abſatz, der wiederum den beteiligten Kreiſen wie dem Lande Heſſen
eine weitreichende propagandiſtiſche Wirkung ſichert.
* Ernſt von Wolzogen in Not!
Wir wir erfahren, befindet ſich Ernſt von Wolzogen in
bit=
jerſter Not. Mit Bangen ſieht er der Zukunft entgegen. Rudolf
Kelſon hat ſich jetzt in einem Aufruf an die Oeffentlichkeit
gewandt, um dieſem einſt fo gefeierten Dichter in ſeiner ſchwerſten
Stunde zu helfen.
Seite 4
Oonnerstag, den 9. Oezember 1926
Nummer 341
Die deutſch=engliſchen
Induſtrieverhandlungen.
Probleme der wirtſchaftlichen Zuſammenarbeit
Die deutſchen Induſtriellen ſind wieder vollzählig aus
Lon=
don in Berlin eingetroffen und haben dem R. d. D. J. über die
Londoner Verhandlungen Bericht erſtattet. Danach beſtand der
Zweck der Verhandlungen in der Fühlungnahme der beiden
Ver=
bände und der Prüfung der Frage, inwieweit die Verbände in
Zukunft zuſammenarbeiten können. Hierbei iſt darauf
hinzu=
weiſen, daß die Federation ein nicht ſo enger Zuſammenſchluß
wie der Reichsverband bedeutet. In Zollfragen nimmt die
Fe=
deration der britiſchen Induſtrie eine neutrale Haltung ein, doch
kann man wohl ſagen, daß die freihändleriſche Seite die Mehrheit
hat. Daneben exiſtiert in England noch eine National Union of
Manufaktury, die ſchutzzöllneriſchen Tendenzen folgt. Die
Auf=
nahme der Vertreter des Reichsverbandes in London war eine
außerordentlich herzliche und man kann heute ſchon ſagen, daß
durch ſie eine Atmoſphäre geſchaffen worden iſt, die die
Möglich=
keit gibt, in Zukunft auch Dinge zu beſprechen, in denen die beiden
Verbände nicht einheitlicher Meinung ſind. Es war vorher ein
Programm aufgeſtellt worden. An erſter Stelle ſtand darm die
Frage der Doppelbeſteuerung. Sowohl die Agenten
wie auch die Firmenvertreter unterliegen in beiden Staaten
viel=
fach einer Doppelbeſteuerung. Man wollte ſich nun bei den
Ver=
handlungen darüber klar werden, ob man und nach welchen
Grundſätzen den beiderſeitigen Regierungen Vorſchläge über
einen abzuſchließenden Doppelbeſteuerungsvertrag machen könne.
Dieſe Frage wird noch der Gegenſtand eines weiteren
Meinungs=
austauſches ſein. Es iſt anzunehmen, daß im Januar in Genf
die beiderſeitigen Regierungsvertreter über dieſe Frage ſich
unter=
halten werden. Weiter wurde behandelt die Frage der
Zuſam=
menarbeit bei der Behandlung der beiderſeitigen
In=
duſtrien in einem dritten Land. Dann verhandelte
man über Fragender allgemeinenHandelspolitik,
wobei man ausging von einem Memorandum der deutſchen
Wirtſchaft an den Völkerbund. Man machte die Engländer mit
den grundſätzlichen Ideen des Memorandums bebannt, in dem
zum Ausdruck kommt, daß die Meiſtbegünſtigunng allein bei
Han=
delsverträgen vielfach nicht genügt, ſondern darüber hinaus noch
Tarifbedingungen notwendig ſind. Auch die Vorſchläge von
Miniſter Neuhaus, Geſandter Riedel und ein Vorſchlag, der
von der Internationalen Handelskammer ausgeht,
waren Gegenſtände der Beſprechung. Nach Lage der
gegen=
wärtigen Verhältniſſe in England hielt man es aber nicht für
ppportun, auf Einzelfragen zurzeit einzugehen. Weiter wurde die
Vereinheitlichung der Unterlagen für
Zoll=
tarife und für die Statiſtik beſprochen. Dann beriet
man auch die Frage der Subſidien. Das Ergebnis war,
daß man Subſidien als ſolche für unerwünſcht hält, da ſie
nichts anderes als eine Art Dumping ſind. Im
ein=
gelnen muß aber noch feſtgeſtellt werden, was man unter
Sub=
ſidien verſteht. In der Frage der Koſten der
Krafter=
zeugung hat ſich Deutſchland bereit erklärt, Zahlen mit
Eng=
land auszutauſchen, wie dies England ſchon mit einer Reihe
anderer Länder tut. Weiter unterhielt man ſich über die Frage
Internationale Ausſtellungen, doch wurde dieſes
Thema mit Rückſicht auf Unſtimmigkeiten in einzelnen Ländern
einſtweilen zurückgeſtellt. Man ſprach dann noch über
Kredit=
friſten bei der Ausfuhr und erklärte ſich gegenſeitig bereit,
Ver=
handlungen der einzelnen Induſtriezweige miteinander zu
unter=
ſtützen und zu fördern.
Die britiſche Federation iſt bereits mit einer ganzen Reihe
von Spitzenverbänden in anderen Ländern in Fühlung getreten.
Es iſt zu erwarten, daß dies auch von deutſcher Seite nunmehr
geſchieht. Allerdings iſt zu berückſichtigen, daß die Federation
bereits ziemlich viele ausländiſche Vertreter hat, während dies
bei dem Reichsverband nicht der Fall iſt. An den verſchiedenen
angeſchnittenen Fragen wird man auf dem Wege des ſchriftlichen
Meinungsausdauſches zunächſt weiter arbeiten. In Ausſicht
ge=
nommen iſt, daß im nächſten Frühjahr eine neue
Sitzung der beiden Verbände in Berlin ſtattfindet.
Die Vorſtände der Spitzenorganiſationen der engliſchen und
deutſchen Induſtrie.
Geheimrat Dr. Dwisberg (1), Sir Muspratt, Präſident der
Federation of Britiſh Induſtries (2), Generaldirektor Abraham
Frowein (3), Staatsſekretär a. D. Simſon (4).
Ein deutſch=ungariſch=rumäniſcher Wirtſchaftsbund?
EP. Belgrad, 8. Dezember.
Die Belgrader „Prawda” beſpricht in einem Leitartikel die
angeblichen Bemühungen maßgebender Kreiſe, einen
deutſch=
ungariſch=rumäniſchen Wirtſchaftsbund als
Gegengewicht gegenüber der Kleinen Entente
abzuſchließen. Das Blatt verweiſt in dieſem Zuſammenhang auf
die angebliche Bereitwilligkeit Deutſchlands, Rumänien eine
An=
leihe von 500 Millionen Mark zu gewähren, ſowie auf die in
Er=
wägung gezogene Schaffung einer ungariſchen Freihafenzone in
Galatz.
Ein neuer franzöſiſch=italieniſcher
Zwiſchenfall in Ventimiglia.
Fasciſtiſche Miliz überfällt franzöſiſche Eiſenbahner.
EP. Paris, 8. Dezember.
Nach einer Meldung aus Nizza hat ſich in der vergangenen
Nacht ein neuer Zwiſchenfall im Bahnhof von Ventimiglia
er=
eignet. Ein Schlafſaal, in dem ſich franzöſiſche Eiſenbahner
be=
fanden, wurde von einer Gruppe fasciſtiſcher Miliz überfallen,
die den Schlafſaal eingehend durchſuchte. Inſolge dieſes
Zwiſchenfalles haben die franzöſiſchen Eiſenbahner erklärt, daß
ſie in Zurunft die Züge nicht mehr über die Grenze führen
würden.
Die Präfektur von Nizza dementiert die Blättermeldung,
daß ſich vergangene Nacht an der franzöſiſch=italieniſchen Grenze
ein neuer Zwiſchenfall ereignet hätte. Es ſei unrichtig, daß
franzöſiſche Eiſenbahner in ihrem Schlafſaal überfallen worden
ſeien, oder daß die fasciſtiſche Miliz franzöſiſche Eiſenbahner einer
Leibeviſitation hobe unterziehen laſſen. Die fasciſtiſche Miliz
habe lediglich einen in Mentone eintreffenden Güterzug
unter=
ſuchen laſſen.
Erklärungen des franzöſiſchen Kriegsminiſters zu den
Truppenverſchiebungen an der italieniſchen Grenze.
Vor Schluß der geſtrigen Kammerſitzung kam eine
Interpel=
lation des republikaniſch=ſozialiſtiſchen Abgeordneten Neynaud
zur Sprache, in der nach den Gründen der Truppenverſchiebungen
innerhalb des 15. Armeekorps gefrogt wurde. Kriegsminiſter
Painlevé erklärte die Gerüchte, daß dieſe Bewegungen auf die
Entſendung von Truppen nach China zurückzuführen ſeien, für
unbegründet. Vielmehr ſeien die Verſchiebungen durch die
Rück=
kehr von Truppen aus Marokko verurſacht worden. Es beſtehe
kein Grund zur Beunruhigung für Frankreich oder für das
Ausland.
Italieniſche Polizeioffiziere an der Grenze ermordet.
Längs der franzöſiſch=italieniſchen Rivieragrenze bei
Venti=
miglia ſind zwei italieniſche Polizeioffiziere ermordet aufgefunden
worden, die in der Nacht vorher Retognoſzierungsdienſt an der
Grenze hatten. Man nimmt an, daß ſie von Mitgliedern einer
durch die Mailänder Polizei geſuchten Verbrecherbande getötet
worden ſind. Das Grenzkommando von Ventimiglia mobiliſierte
ein Bataillon Infanterie, die geſamte Miliz und andere Kräfte
für den Wachtdienſt längs der Grenze, um den Mördern den Weg
über die Grenze zu verlegen.
Jialieniſche Oemarche in Prag.
EP. Prag, 8. Dezember.
Der italieniſche Geſandte unternahm nach der
ſo=
zialiſtiſchen „Reforma” eine diplomatiſche Intervention im
Mi=
niſterium des Auswärtigen und proteſtierte gegen neue
Ausfälle dertſchechiſchen Sozialdemokraten und
Nationalſozialiſten im Abgeordnetenhaus gegen Italien und
Muſſolini. Das Miniſterium teilte dem Präſidium des
Abge=
ordnetenhauſes den Inhalt der italieniſchen Demarche mit. Das
Präſidium wird ſich in den nächſten Tagen mit der Frage
be=
ſchäftigen „ob und auf welche Weiſe ähnliche parlamentariſche
Uebergriffe vermieden werden könnten. Im Sommer haben
eiige Reden, die von führenden Mitgliedern der Beneſchpartei
in einer Verſammlung gehalten wurden, zu einem ähnlichen
Zwiſchenfall geführt, der nur durch umfangreiche tſchechiſche
Or=
densverleihungen an italieniſche Politiker äußerlich beigelegt
werden konnte.
Todes=Anzeige.
Heute verſchied jäh und
uner=
wartet mein lieber, unvergeßlicher
Gatte, unſer lieber Vater, Bruder
und Schwager
Herr
Guſtad Otto Nees
im 33. Lebensjahre. ( 32288
Die trauernden Hinterbliebenen:
Enſanne Nees und Kinder
Familie H. Weber, Darmſtadt
Familie W. Nees, Darmſtadt
Familie H. Nees, Arheilgen.
Darmſtadt, den 8. Dezember 1926.
Heinheimerſtr. 13.
Die Beerdigung findet am 10.
De=
zember, vormittags 11½ Uhr, auf
dem Waldfried of ſtatt.
Todes=Anzeige.
Am 4. Dezember wurde unſer guter, treubeſorgter
Vater
Herr Apotheker
Georg Thum
im 87. Lebensjahre von ſeilnem langen Leiden durch
einen raſchen, ſantten Tod erlöſt.
Im Ramen der trauernden Hinterbliebenen:
Studienrat p. Viél
und Frau, geb. Thum.
Darmſtadt, den 8. Dezember 1926. (8e279
Die Einäſcherung hat in aller Stille ſfattgefunden.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
Statt Karten!
Todes=Anzeige
Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein innigſigeliebter
Gatte, der Vater unſeres Kindes, unſer lieber Sohn, Schwiegerſohn, Bruder,
Schwager und Onkel
Bnhei Mattel
Rechnungsrat
am 2. Dezember ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbllebenen:
Lina Müller, geb. Krenzer, und Kind Ernelieſe
Darmſtadt, Hägelſir. 63, Groß=Umſiadt, Frankfurt a. M. Röd., Köln.
Die Beerdigung ſindet am Freitag, den 10. Dezember 1926, nachmittags 2‟/, Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Die Beerdigung unſerer lieben
Verſtorbenen
Fräulein Anna Sommer
findet Donnerstag, den 9. Dezember,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale
des alten Friedhofs an der Nied.=
Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
(*323171
Rr
Mehr wie jemals wird dur hdie
Arbeits=
loſigkeit un er Haus von den arbeitſuchenden
Wanderern aufgeſuht, um hier Unterkunft
bei der rauhen Jahreszeit zu finden
Ihnen ſoll auch dieſes Jahr eine beſcheidene
Weihnachtsfeier veranſtaltet und jedem eine
kleine Weihnachtsfreude berette werden
Hierzu bitten wir wieder um Zuwendung
von Gaben an Geld, gebrauchten
Kleidungs=
ſtücken. Strümpfen, Stiefein. Wäſche,
Tabak, Zigarren u. dergl Für jede, noch
ſo kleine Gabe danken wir herzlich. Unſer
Hausvater, Herr S. Merdes, Gr. Ochſen
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berechtigt.
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Am 7. Dezember verſchied unerwartet unſer
innigſigeliebter, unvergeßlicher
Fritz Zuteur.
Darmſtadt, Kiesſtr. 90, Metz, den 8. Dez 1926.
Für die tieftrauernden Sinterbliebenen:
Gertrud Tuteur, geb. Faerber.
Die Beiſetzung ſindet in der Stille ſtatt.
Man bittet höflichſt, von Beileidsbeſuchen Abſkand zu
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Nummer 341
Donnerstag, den 9. Dezember 1926
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadi, 9. Dezember,
— In den Ruheſtand wurde verſetzt: Am 29. November 1926 der
Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Schotten Karl Robert Martin
Koch auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. April 1927. — Auf
Grund des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom
2. Juli / 19. Dezember 1923 / 8. Oktober 1925 (Reg.=Bl. S. 509, 511
von 1923 und 249 von 1925) tritt am 1. Februar 1927 in den Ruheſtand:
der Präſident des Oberlandesgerichts zu Darmſtadt, Dr. Ludwig Lang.
— Heſſiſches Landestheater. Heute beginnt der allgemeine
Vorver=
kauf zu den beiden erſten Aufführungen des Weihnachtsmärchens
„Brumm, der Bär” die am Samstag, den 11. Dez., nachmittags
5 Uhr. und Sonntag, den 12. Dez., nachmittags 2.30 Uhr, ſtattfinden.
Wohltuend berührt an dieſem von Sepp Deutſch verfaßten und von Dr.
Alf Neſtmann mit einer reizvollen Begleitmuſik verſehenen Märchenſpiel
die einfache und echte Innigkeit des Gefühls und die unbedingte Abkehr
von der hier faſt ſprichwörtlich gewordenen Schablone. Es iſt nicht die
immer wiederkehrende Geſchichnte vom Prinzenſohn mit der böſen
Stief=
mutter und dem Prinzen, deren Ende ſchließlich immer Hochzeit und
Weihnachtsbaum ſind; es iſt ein Märchen, das wirklich Neues bringt,
aus einer tiefen Gefühlswelt, die ſich der Pſyche des Kindes unmittelbar
verbunden weiß, heraus erſonnen wurde und das den Kleinen eine Fülle
von freudigen Erlebniſſen ſchaffen wird; ſie werden ſtaunen über die
Wunderwelt, die da droben auf der Bühne vor ihren Augen
vorgezau=
bert wird. Und eines iſt ſicher; jedes unter ihnen wünſcht ſich, dem
guten, knurrigen Brumm noch einmal zu begegnen.
In der ſüir Freitag, den 17. Dez., angeſetzten Aufführung von
Höl=
derlins „Tod des Empedokles”, deren Inſzenierung
General=
mtendant Legal leitet und zu der Paul Theſing das Bühnenbild
ent=
wirft, ſpielt Rudolf Wittgen den Empedokles.
Im Laufe des Dezember werden außer den Aufführungen des
Weih=
nachtsmänchens und der Hölderlinſchen Tragödie noch folgende Werke
in neuer Einſtudierung bzw. zum erſten Male im Spielplan des
Landes=
theaters erſcheinen: „Der Vetter aus Dingsda”, Operette von
Künnecke, „Hänſel und Gretel” Märchenoper von Humperdinck,
zuſammen mit der Pantomime „Die Puppenfee”, und zu Silveſter
die bekannde und außerordentlich beliebte alte Poſſe „Robert und
Bertram”.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Eine junge, aus Darmſtadt
ſtammende Künſtlerin, Fräulein Maria Engmann, errang in dem
Osnabrücker Stadttheater in einer wundervollen, von
Inten=
dant Dr. Liebſcher inſzenierten Aufführung von Mozarts „Hochzeit
des Figaro” einen ſtarken Erfolg, der ihr einen bedeutenden
weite=
ren künſtleriſchen Aufſtieg ſichert. Fräulein Engmann betrat in der
ver=
gangenen Spielzeit zum erſten Male, und zwar in Osnabrück, die Bühne,
war zunächſt in kleineren und mittleren Partien beſchäftigt, bis es ſich
hevausſtellte, daß ſie geſanglich und auch darſtelleriſch hohen Anſprüchen
genügte. Die jetzige Leiſtung als Suſanne ſtand im Mittelpunkt des
Ganzen und war von prachtvoller Ausgeglichenheit.
— Orpheum: Gaſtſpiel Leopoldine Konſtautin. Dieſe große
Dar=
ſtellerin moderner problcmatiſcher Frauengeſtalten iſt mit einem
erſtklaſſi=
gen Enſemble, das in ſtändiger künſtleriſcher Zuſammenarbeit mit ſeiner
Führerin das vollendetſte Zuſammenſpiel erreichte, auf einer
ausgedehn=
ten europäiſchen Tournée begriffen und wird nach ihren Triumphen, die
ſie zuletzt in Wien und Budapeſt erntete, vor allem in allen größeren
Städten Deutſchlands gaſtieren. Sie wird in eiuer ihrer berühmteſten
und erfolgreichſten Nollen auch am kommenden Samstag, 11., ſowie am
Sonntag, 12., und Dienstag, 14. Dezember, im Orpheum auftreten. Nach
Abſolvierung ihrer Verpflichtungen in Deutſchland ſind längere
Gaſt=
ſpiele in Holland, Schweiz und Skandinabien vorgeſehen und vereinbart.
Der Kartenverkauf bei de Waal (Rheinſtraße 14) und Verkehrsbureau
beginnt heute. (Siehe Anzeige.)
— Jugendwohlfahrtstagung in Darmſtadt. Am Freitag, den
10. Dezember, und Samstag, den 11. Dezember, veranſtaltet der
Darmſtädter Lehververein in Verbindung mit der Zentralſtelle für
Volks=
bildung und Jugendpflege und dem Pädagogiſchen Inſtitut bei der
Tech=
niſchen Hochſchule Darmſtadt eine Jugendwohlfahrtstagung. Es ſind
folgende Vorträge vorgeſehen: Univerſitätsprofeſſor Geheimrat
Dr. Mittermeier=Gießen: Die rechtlichen Grundlagen der
Jugend=
wohlfahrt; Univerſitätsprofeſſor Dr Stern=Gießen: Das Problem
der ſexuollen Erziehung; „Stadtmedizinalrat Dr. Fiſcher=Defoy=
Frankfurt M.: Jugendwohlfahrt und körperliche Geſundheit; F. Boch,
Aſſiſtent am Pſhchotchm. Inſtitut der Techniſchen Hochſchule:
Pſycho=
technik und Beruf (mit Lichtbildern); Univerſitätsprofeſſor v. Düring=
Frankfurt a. M.: Jugendliche Pſhchopathen in Schule und Haus. Für
dieſe Tagung ſind alle an Jugendwohlfahrtsfragen intereſſierten Kreiſe
herzlichſt eingeladen. Karten am Saaleingang. Siehe Anzeige.)
* Kriegerehrungen und Heimatſchutz war das Thema, über das vor
einigen Tagen Herr Regierungsbaurat Schneider=Gießen auf
Veranlaſ=
ſung des Mittelrheiniſchen Architekten= und Ingenieurvereins ſowie des
Heſſiſchen Bundes für Heimatſchutz in einem Hörſaal der Techniſchen
Hochſchule zu Darmſtadt ſprach. Der Vortragende, der in ſeiner
amt=
lichen Eigenſchaft Gelegenheit hatte, im Kreisamtsbezirk Gießen eine
größere Anzahl von Kriegerdenkmälern zu projektieren und
auszufüh=
ren, gab zunächſt einen Rückblick auf die nach 1870/71 errichteten
Krieger=
denkmäler, die künſtleriſch betrachtet, teilweiſe nur wenig befriedigen
konnten. Als daher während des Weltkrieges 1914—1918 die
Notwen=
digkeit, in größtem Umfange Kriegerehrungen errichten zu müſſen,
er=
kannt wurde, war es zuerſt der Heimatſchutz und Werkbund, der neue
Richtlinien hierfür aufſtellte. Beherzigenswerte Worte hat in dieſem
Sinne Hoſäus 1919/20 gefunden, die von dem Redner im Auszug bekannt
gegeben wurden. An vielen Beiſpielen, die durch vortreffliche Lichtbilder
dargeſtellt wurden, zeigte der Vortragende, welche Geſichtspunkte zu
be=
pbachten ſind, um dem Gedanken der Kriegerehrung den richtigen
Aus=
druck zu verleihen, die Grundanlage des Denkmals im Einzelnen, die
wichtige Heranzichung geeigneter Bildhauer für die plaſtiſche
Ausfüh=
rung, die Einpaſſung und Anlehnung der Anlage an die Umgebung und
Einfügung in das Dorfbild nach ſtäotebaulichen Geſichtspunkten.
Ver=
ſchiedenartige und reizvolle Ausdrucksmöglichkeiten wurden vorgeführt,
die den Hörer fühlen ließen, wie ernſt und verantwortungsvoll die
Auf=
gabe iſt, die hier den Architekten und Bildhauern geſtellt iſt und von
deren Wichtigkeit alle diefenigen durchdrungen ſein müßten, die hier
maßgeblich mitzuwirken haben. Beiſpiele ausgeführter Anlagen in
Holzheim, Grüningen, Muſchenheim, Nieder Beſſingen, Odenhauſen,
Londorf, Utphe, Albach, Langsdorf, Dorf=Güll, Eberſtadt, Garbenteich,
Ettingshauſen, Klein=Linden, u. a., verdeutlichen die künſtleriſchen
Ab=
ſichten eines mit großem Verſtändnis und Empfinden an die Aufgaben
herantretenden Fachmannes, der ſich dabei der ausgezeichneten Mitarbeit
von Bildhauern, wie Huber=Offenbach. Kötting und Arnold=Gießen,
er=
freuen durſte. Der Vortrag, der ſehr gut beſucht war, fand großen
Beifall, dem der Vorſitzende, Herr Miniſterialrat Wagner, auch in
aner=
kennenden Worten Ausdruck gab.
* Schwurgericht. Als letzte Sache der Tagung wurde gegen Lothar
Walter, Arbeiter, von Frankfurt a. M.=Niederrad, wegen
Mordverſuchs und Brandſtiftung verhandelt. Das urteil lautet
auf 4 Jahre Zuchthaus und zehnjährigen Ehrverluſt, unter
An=
rechnung von 5 Wochen Unterſuchungshaft. Der Staatsanwalt hatte
8 Jahre Zuchthaus beantragt.
* Der I. Vorſitzende der heſſ. Aerziekammer
Geheimer Sanitätsrat Dr. Karl Habicht
vollendete am 7. Dezember ſein 70. Lebensjahr. Neben vielen
porſönlich Gratulierenden waren erſchienen als Vertreter der Aerzte= Errichtung eines Krüppelheims mit Klinik und
heſſiſchen Aerzteſchaft auszuſprechen. Auf die längeren, äußerſt herzlich
gehaltenen Worte des Radners dankte der Angeredete und ſprach die
Hoffnung aus, des weiteren zum Wohle der Aerzteſchaft ſeine Pflichten
in der Kammer erfüllen zu können. Für den Landesverein ſprach San.=
Nat Dr. Grein=Offenbach und überreichte gleichzeitig eine große
photo=
graphiſche Reproduktion des füngſt in Eiſenach errichteten Denkmals für
die im Kriege gefallenen Aerzte (bei deſſen Einweihung Dr. H. zugegen
war). Für den Kreisverein Darmſtadt ſprach der Vorſitzende Dr. Vig
ſeinem Ehrenmitglied die Ghickwünſche aus. Für den Alten Herren=
Verband und das Gießener Korps Haſſia, deſſen Ehrenmitgli,d ſeit lan= Heims — als Ort kam nur die Univerſitätsſtadt Gießen in Frage —
gem der Jubilar iſt, überbrachte Dr. Büchner die Glückwünſche,
wäh=
rend für den Bezirksverband alter Korpsſtudenten Landesforſtmeiſter Form von Legaten zur Verfügung geſtellt, zum Teil waren Verſiche=
Geh. Nat Joſeph ſprach. Die Grüße und Glückwünſche der Colonia
Darmſtadt, des Ordens vom Rodenſtein, dem Dr. H. ſeit Gründung
angehört, übermittelte in herzlichſter Weiſe Exzellenz v. Willich unter
Ueberreichmg einer launigen Adreſſe. Von den ſehr zahlreichen
Glück=
wunſchſchreiben, die von öffentlicher und privater Seite zu dem Tage teſter Kreiſe der heſſiſchen Bevölkerung war es möglich, ein Kapital von
einliefen, den der nunmehrige ſ0er in voller geiſtiger und körperlicher
Friſche erlebte, bringen wir das Schreiben des Miniſters des Innern
und das des Alicefrauenvereins im Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Geheimer Sanitätsrat! Zur Vollendung Ihres
70. Lebensjahres ſende ich Ihnen, zugleich für die Miniſterialabteilung
ſir öffentliche Geſundheitspflege, meine herzlichſten Glückwünſche. Seit
Jahrzehnten haben Sie, durch das Vertrauen Ihrer Herren Kollegen
geehrt, ununterbrochen die führende Stellung in den ärztlichen
Standes=
vertretungen inne. Durch Ihre vorbildliche und unvarteiſche Tätigkeit
als erſter Vorſitzender des ärztlichen Kreisvereins Darmſtadt während
29 Jahren und als 1. Vorſitzender des ärztlichen Landesvereins waren
Sie der berufene Anwärter für die Stellung des 1. Vorſitzenden der
Heſſiſchen Aerztekammer geworden. In der Tat hat die Aerztekammer
ſofort, nachdem ſie im Jahre 1924 ins Leben vrat, Sie in ihrer erſten
Sitzung auf dieſen ehrenvollen und verantwortungsreichen Poſten
be=
rufen. Ihr Wirken in dieſer Körperſchaft war, wie nicht anders zu
erwarten ſtand, ein unparteiiſches und trotz aller Schwierigkeiten ein
erfolgreiches.
Nicht vergeſſen darf bleiben, daß Sie von feher Ihren Beruf in
idealer Weiſe auffaßten. Ihre Tätigkeit beim Roten Kreuz vor und
während des Krieges legt dafür beredtos Zeugnis ab.
Mögen Sie noch viele Jahre rüſtig und vorbildlich Ihres hohen
Amtes walten und als bewährter Führer an der Spitze Ihrer Kollegen
ſtehen. Die Dienſte, die Sie in der Heſſiſchen Aerztekammer in
Ver=
bindung mit der Regierung leiſten, ſind Dienſte zum Wohle der
Volks=
gemeinſchaft. Für dieſe Mitarbeit ſpreche ich Ihnen meinen Dank aus.
Mögen Sie noch viele Jahre der Regievung eine Sütze ſein!
(gez.): v. Brentano.”
Sehr verehrter Herr Geheimer Sanitätsrat! Ihr 70. Geburtstag,
den Sie, wie wir erfahren haben, morgen begehen werden, gibt uns
Ver=
anlaſſung, Ihnen die herzlichſten Glückwünſche auszuſprechen. Wir
ge=
denken dabei dankbar Ihrer langjährigen Zugehörigkeit zu uns als Arzt
des Alicehoſpitals und Mitglied des Hauptvorſtandes und Ihrer Ver= ſtadt, eG.mb.H., freundlichſt übernommen.
dienſte, die Sie ſich um den Alicefpauenverein, das Alicehoſpital und
unſere Schweſternſchaft erworben haben. Wir hoffen, Ihrer wertvollen
und hochgeſchätzten Mitarbeit uns noch recht lange erfreuen zu dürfen.
Mit beſonderer Hochachtung und Vevehrung: Der Hauptvorſtand
des Alicefrauenvereins: Die Vorſitzende (gez.) Eleonorg, der
Haupt=
geſchäftsführer: Dr. Kratz.”
— Volkshochſchule. Die Karten für das Konzerr der Städt.
Akademie am Donnerstag, den 9. Dezember, müſſen bis mittags
lungen: E' geplagda Familievadda” und „Der Raub der
Sabine=
rinnen” ſind ermäßigte Karten in unſerer Geſchäftsſtelle zu haben.
— Turngemeinde 1846. Weihnachtsſchauturnen. Am nächſten
Sonn=
tag, den 12. Dezember, findet im großen Saal unſeres Turnhauſes das
Weihnachtsſchauturnen der Schüler und Schülerinnen ſtatt. Es werden
beinahe 300 Knaben und Mädchen im Alter von 6—14 Jahren daran
teilnehmen. Die Reihenfolge iſt abwechſlungsreich geſtaltet, ſo daß jeder
mit Freuden den verſchiedenen Vorführungen folgen wird. Neben den
turneriſchen Darbietungen, die in der Hauptſache in Stab= und
Frei=
übungen Langſtabübungen, Pferd= und Barrenturnen,
Maſſenpyrami=
den von über hundert Knaben, Uebungen aus der Körperſchule für Kna= / Die Miemnter erſcheſnenden Nollzen ſnd ansſchließiſch als Hinwelſe auf Anzelgen zu betrachten,
ben und Mädchen, Turnen der Kleinen an der Sproſſenwand,
Geſell=
ſchaftsübungen, Spiele und Volkstänze beſtehen, wird auch wieder ein
Weihnachtstheaterſtück aufgeführt. Freunde und Gäſte ſind herzlich
ein=
geladen. Karten zu 50 Pfg. und 1 Mark ſind beim Hausmeiſter zu
haben. Die Plätze ſind alle nummeriert.
konzertiert das Städtiſche Orcheſter mter Herrn M. Webers Leitung führung des Films „Deutſches Heldentum” in der Turnhalle am
Woogs=
nach folgendem beſonders gewählten Programm: Werke von Beethoven
(Fidelio); Mendelsſohn (Ruy Blas); Grieg (Per Gynt); Gounod
(Fauſt). Seltener gehörte Werke ſind: „Zwiegeſpräch” für Klarinette
und Oboe (Herren Behrens und Suffrian); Donizetti=Lindler; „Air
final de Lucia” für Violoncello=Solo (Herr H. Kappes). Dann wird
unſeren lieben Kleinen Rechnung getragen mit dem populären
Ton=
gemälde „Fröhliche Weihnachten”. Als beſondere Ueberraſchung wird
der Nikolaus perſönlich erſcheinen und die Kinderchen gratis beſcheren.
Allen Eltern iſt ſomit Gelegenheit geboten, ihren lieben Kleinen eine
große Freude zu machen und wird der Beſuch beſonders empfohlen.
Zehnerkarten (Mark 3) haben Gültigkeit. Kinder in Begleitung von wieder entzündet werden können. Neugeiſt zeigt den Weg. (gl. Anzeige.)
Erwachſenen haben freien Eintritt. Nach dem Konzert (etwa 6½4 Uhr)
iſt der Weg zu den beiden Halteſtellen der elektriſchen Bahn beleuchtet.
* umſatzſteuervorauszahlungen und =Boranmeldungen im Dezember
und Januar. Mit Wirkung vom 1. Dez. ſind bckanntlich
Verzugszu=
her an ſich für November bis zum 10. Dezember und für Dezember bzw.
für das letzte Kalendervierteljahr 1926 bis zum 10. Januar 1927 zu
leiſten; zu den gleichen Zeitpunkten wären auch die Voranmeldungen
abzugeben. Behufs Vermeidung von Schwierigkeiten in der
Uebergangs=
zeit ſind die Finanzämter angewieſen worden, allgemein von der
Er=
hebung von Zuſchlägen nach 8 170 Abſ. 2 R.Abg.D. und von
Verzugs=
zinſen abzuſehen, wenn die bis zum 10. Dezember 1926 fällige
Umſatz=
ſteuervoranmeldung und Umſatzſteuervorauszahlung der Monatszahler
bis einſchließlich 15. Dezember 1926 und die bis zum
10 Januar 1927 fällige Voranmeldung und Vorauszahlumg der
Monats=
zahler und Vierteljahrszahler bis einſchließlich 15. Januar
1927 beim Finanzamt (Finanzkaſſe) eingehen. Nach dieſen Zeitpunkten
werden Verzugszinſen (10 Prozent) vom 10. Dezember bzw. 10. Januar
ab erhoben.
Baalbau-Restaurant
Bekannt für gute und preiswerte Küche (18084dgm
Säle und Geſellſchaftszimmer, bei beſier Reſſauration, ohne Miete.
Krüppelheimbau=Lotierie.
Der Heſſiſche Herr Miniſter des Innern hat dem Heſſiſchen
Für=
ſorgeverein für Kyippel in Darmſtadt E. V. die Genehmigung zur
Ver=
anſtaltungleiner Wohlfahrtslotterie zugunſten der
kammer der 2. Vorſitzende Dr. Fuld=Mainz, um die Glückwünſche der Forſchungsinſtitut am Sitze der Heſſiſchen Landes=
Univerſität erteilt. Verhandlungen des Vereins wegen Errichtung
einer derartigen Anſtalt begannen bereits vor dem Kriege. Schon
da=
mals hatte man erkannt, daß die für die Heilung von Körperbehinderten
aufgeivendeten Mittel wohl viel Segen bringen, daß aber auf der
an=
deren Seite die Ausbildung der jungen Aerzte in der Orthopädie die
nächſte und wichtigſte Art der Krüppelfürſorge darſtellt. Dieſe
Aus=
bildung ſoll die heranwachſenden Aerzte befähigen, überall draußen im
Lande rechtzeitig die Krüppelſchäden zu erkennen und rechtzeitig für deren
reſtloſe Beſeitigung zu ſorgen. Für die Schaffung eines derartigen
waren bereits Mittel vorhanden. Zum Teil waren ſie dem Verein in
rungsträger zur Hilfeleiſtung bereit. Der Kriegsausbruch und die
ſpä=
tere Entwertung aller Vermögen warf den Plan über den Haufen. Aber
ſofort nach Eintritt ſtabiler Geldverhältniſſe ſuchte der Verein, neue
Mittel für den alten Plan zu gewinnen. Durch tatkräftige Hilfe wei=
50 000 RM. im Lande zu ſammeln. Getragen von der wohlwollenden
Unterſtützung weiter Bevölkerungskreiſe, auf das wärmſte unterſtützt von
Reichs= und Landesbehörden, auf das lebhafteſte gefördert von der
Heſ=
ſiſchen Landesuniverſität, hofft der Verein, daß ihm die Durchführung
der Lotterie das fehlende Geld und die Möglichkeit zum raſcheſten
Bau=
beginn ſchafft. Niemand, der die überall hin verſandten Bildproſpekte
geſehen, wird ſich dem Rufe des Vereins als Träger der Heſſiſchen
Krüppelfürſorge verſchließen. Die Arbeit des Fürſorgevereins erſtreckt
ſich über ganz Heſſen. Jährlich werden durch den Verein und durch die
mit ihm verbundenen unentgeltlichen ärztlichen Fürſorge= und
Bera=
tungsſtellen etwa 400 Körperbehinderte einer Heilung zugeführt. Dabei
geht die ganze Tätigkeit lediglich von dem Geſichtspunkte aus,
unglück=
lichen Menſchen zu helfen. Die Arbeit iſt frei von jedem konfeſſionellen
oder ſonſtigem Einſchlag. Eine wertvolle Unterſtützung wurde dem
Lotterie=Unternehmen durnch die deutſche Induſtrie und von deutſchen
Firmen zuteil. Sie ſtellten bereitwilligſt Gewinngegenſtände im
Fabrik=
werte von etwa 35 000 Mk. zur Verfügung. Da der erſte Hauptgewinn
der Lotterie ein Einfamilienhaus im Werte von 30 000 RM. ſein foll,
und weil insgeſamt Gewinne im Werte von 120000 RM. ausgeſpielt
werden, ſo bleibt für weitere Spenden noch reichlich Raum. Hoffentlich
finden ſich noch Geber, die es dem Verein ermöglichen, die Ankaufsſumme
für Gaben weiter zu beſchränken. Für die Loſebezieher dürften nach
dem Gewinplan gute Ausſichten beſtehen. Sind es doch rund 10000
Gewinne, die zur Ausſpielung kommen. Jeder, der ein Los für die
Krippelheimbaulotzerie erwirbt, ſollte dieſer guten Ausſichten eingedenk
ſein und ferner daran denken, daß ſelbſt im ungünſtigſten Fall, nämlich
in dem des Nichtgewimnens, er einer guten Sache ein Opfer
darge=
bracht hat.
Auf ledem Weihnachtstiſch eings geſunden
Kin=
des ſollte kein Los für ſeine bedrängten Kameraden
fehlen.
Die Durchführug der Lotterie hat die Beamtenbank Darm=
Kunſinotizen.
Ueber Werte, Künffſier oder künſileriſche Verauſfaltungen, deren im Nachſtehenden Crwächnung
geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urtell vor.
— Palaſt=Lichtſpiele. „Die tolle Herzogin”, der
ſpannende Abenteurer= und Roman=Film voll ſpannender Situationen.
„Die tolle Herzogin”, der neue Ellen Richter=Film der Ufa, der nach
dem gleichnamigen, in dieſer Zeitung erſcheinenden Roman von Ernſt
1 Uhr abgeholt ſein. Der Preis beträgt 50 Pfg. — Für die Vorſtel= Klein, von Dr. Willy Wolff und Robert Liebmann geſchrieben und von
Erſterem inſzeniert iſt. Ellen Richter ſtellt die tolle Herzogin dar, eine
ſportliebende energiſche Dame, der es gelingt, den Namen ihrer Familie
von einer unauslöſchlichen Schande zu bewahren, die ihre leichtſinnige
Schweſter Grace Neville heraufbeſchworen hat. Sie wird darin von
James Wood, einem Chauffeur (Jack Trevor), unterſtützt, der aber kein
Geringerer iſt als der Markgraf von Solt=Rothenberg. Der an ſchönen
Naturaufnahmen aus Nord und Süd reiche Film verſetzt den Zuſchauer
in atemloſe Spannung.
Lokale Veranſtaltungen.
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritl.
— Der Marineverein Darmſtadt und Umgegend hält
am kommenden Sonntag, abends, im Mathildenhöhſaal, ſeine
Weih=
nachtsfeier gb. Ein reichhaltiges ſeemänniſches Programm ſteht zur
Verfügung, ſo daß den Kameraden und Beſuchern einige genußreiche
— Ludwigshöhe. Sonntag, den 12. Dezember, 4 Uhr nachmittags, Stunden geſichert ſind. Am Freitag= und Samstagobend findet die
Vor=
platz ſtatt. Da der ganze Weltkrieg, beſonders der Seekrieg,
verſchie=
dene Schlachten uſw. zu ſehen ſind, iſt die Vorführung den Kameraden
beſtens empfohlen.
* Wege zur Freude, wer wollte ſie in unſerer heutigen
ſchweren Zeit nicht gern aufſuchen? Im Neugeiſtkreis ſpricht am
Frei=
tag, abends 8 Uhr, im Logengebäude, Sandſtraße 10, Herr Wihelm
Kochendörfer, Baden=Baden, über das Thema: „Wege zur Freude ein
fröhlicher Abend für ſonnige Menſchen und ſolche die es werden wollen.”
Jedermann gehe ſelbſt hin und bringe ſeinen troſtloſen und verzagten
Freunde und Bekannten mit, damit die erloſchenen Lichter der Freude
Aus den Parteien.
— Deutſche Volkspartei. Ortsgruppe Darmſtadt. Wir
ſchläge und Schonfriſten aufgehoben. Die Vorauszahlungen wären da= verweiſen auf die heutige Anzeige unſerer Jugendgruppe, wonach die
Mitglieder und Freunde der Ortsgruppe für kommenden
Sams=
tag, abends um 8 Uhr, im „Heiligen Kreuz” zu einer
Weih=
nachtsfeier eingeladen werden, die einen recht ſchönen Verlauf
ver=
ſpricht.
Tageskalender für Donnerstag den 9. Dezember 1926.
Landestheater Großes Haus, nachm. 5 und abends 8 Uhr:
5. Konzert der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt. — Kleines
Haus, Zuſatzmiete III (4), Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr: Zehn
Tanzbilder — Perſiſches Ballett — Pulcinella. —
Kinovorſtel=
lungen: Union= Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele. —
Be=
rufskundliche Vorträge: Hörſaal 326 der Techniſchen
Hoch=
ſchule abends 7,30 Uhr. — Gartenbauverein;
Monatsver=
ſammlung, abends 8 Uhr im Fürſtenſaal. — Schloß=Café:
Kon=
zert. — Hotel Schmitz: Unterhaltungsmuſik. — Perkeo:
Kon=
zert. — Spaniſche Bodega: Konzert. — Café
Rhein=
gold: Konzert. — Veinhaus Weißer Turm: Konzert. —
Frankfurt a. M., Feſthalle, abends 7.30 Uhr: Sarraſanis
Zirkus=Feſtſpiele.
K
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Geroesen!
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vielen Torten anbieten, die Sie ohne große Mühe und sehr preiswert
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Geles-
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Auf den vorzüglich. Backappumt
„Küchenwunder”
mit dem wan auf kleiner
Gas-
kochertlamme bei einem
Gasver-
brauch von ea 3 Pfg. einen großen k
Kuchen backen kann, wird
emp-
fehlend bingewiesen. Der
Ap-
parat ist im neuen Rezeptbuch,
Ausgabe F abgebildet und
näher beuchrieben.
1427
[ ← ][ ][ → ]Seite 6
*Bezirksſchöffengericht.
Der ſeit 2. März 1926 in Unterſuchungshaft befindliche Kaufmamn
Hch. Ludwig Kreiſel in Darmſtadt ſteht unter der Anklage:
1. Als Bevollmächtigter des Sportvereins 1898 E. V. den Betrag von
12.500 Mark nicht abgeliefert, ſondern für ſich und nicht für Zwecke des
Vereins verwendet zu haben: 2. wird Kreiſel ein Betrugsverſuch und
weiter 3. die Unterſchlagung von Hausverwaltungsgeldern zur Laſt
ge=
legt. Kreiſel befindet ſich im Konturſe. Die Anklage legt ihm
ſchließ=
lich Gläubigerbegünſtigung zur Laſt, auch ſoll er in konkurſem Zuſtand
übermäßigen Aufwand getrieben, große Summen veibraucht und die
Handelsbücher unordentlich geführt haben.
Kreiſel, der Sohn eines Gaſtwirts, in Darmſtadt geboren, gibt
zu=
nächſt eine Schilderung ſeines Lebenslaufs. Er iſt mit dem
Einjährigen=
reifezeugnis nach Abſolvierung der Unterſekunda aus dem hieſigen
Real=
gymnaſium geſchieden, iſt dann in der Folge im Bankfach tätig geweſen.
Wie er angibt, war er auch Abteilungschef bei der Diskontogeſellſchaft.
Abgebaut daſelbſt, habe er ſich als Treuhänder betätigt,
Finanzierungs=
geſchäfte vermittelt, ſich mit Bücherreviſionen beſchäftigt. Kreiſel gibt
an, ſeit 1911 Mitglied des genannten Vereins zu ſein, für deſſen Zwecke
er immer eifrig eingetreten ſein will. Die Vermögensverhältniſſe des
Vereins ſeien derart geweſen, daß eine Ueberſchuldung von 10 000 Mark
feſtzuſtellen geweſen ſei. Er (Kreiſel) ſei Feuer und Flamme für den
Verein und ſeinen herrlichen Sportplatz am Böllenfalltor geweſen.
Es habe gegolten, den Platz vor Verwahrloſung zu ſchützen. Er (K.)
ſei auf den Gedanken gekommen, mittels einer Lotterie dem
Sport=
verein neue Mittel für das Stadion und deſſen Anbau zuzuführen. So
kam es zum Abſchluſſe eines Lotterievertrags zwiſchen Kreiſel und dem
Verein. In einem Nachtrage zum Vertrage vom 16. Oktober 1925 wurde
vereinbart, daß Kreiſel ein Konto bei einer hieſigen Bank ſich eröffnen
laſſen ſolle, worauf die eingehenden Gelder geſammelt werden ſollten.
Ueber dieſes Konto ſollte Kreiſel frei verfügen dürfen. Staatlicherſeits
war der Vertrieb von 60 000 Loſen genehmigt, doch war ſeitens des
Votterieunternehmers geplant, die Bahl auf 100 000 Loſe zu erhöhen.
Kreiſek ſchildert ſehr redegewandt; wie er ſich um Stiftung von
Ge=
winnen bei Geſchäftsleuten mit Erfolg bemüht und andererſeits
Gewinn=
pbiekte angekauft habe. Eine Kontrolle habe bis zu einem beſtimmten
Zeitpunkt nicht ſtattgefunden. Der Abſatz der Loſe ſei infolge der
wirt=
ſchaftlichen Verhältniſſe ſchlecht geweſen. Um Weihnachten 1925 ſei er
infolge von Geldſorgen zuſammengebrochen. Um ſich häuslicher
Ver=
hältniſſe halber zu zerſtreuen habe er ſich im „Orpheum” unterbalten.
Dort gab man damals die „Wiener Revue”. Kreiſel lernte dort die
Künſtlerin Lucie Tſcharkowa kennen, die im gewöhnlichen Leben den
Namen Pieper führte. Ihr verehrte er ein am Beſchertag für 26 Mk.
gekauftes Armband als Andenken, lud ſie auch zum Abendeſſen ein. Auf
Kreiſels Wunſch kam die Kümnſtlerin von Berlin nach Darmſtadt, reiſte
aber bald wieder ab. Kreiſels Frau reichte die Eheſcheidungsklage ein.
Kreiſel gab auf Befragen des Vereinsvorſitzenden an, er habe 6000
Mark auf dem Bankkonto. (Tatſächlich war kein Geld auf der Bank.)
Kreiſel ſagte zu dem genannten Vorſitzenden, er arbeite mit dem
Geld. (Buchmäßig habe er (K.) einen Verluſt von 3000 Mark gehabt.)
Die Löſung des Vertrags habe er erſtrebt, aber die Entbindung davon
habe ihm der genannte Vorſitzende verweigert.
Gerüchte nachteiliger Art ſeien in Darmſtadt über ihn umgegangen,
die Bank habe ihm den Wechſelkredit entzogen. Bei Verwandten in
Rheinheſſen habe er vergeblich finanzielle Hilfe nachgeſucht. 22000 Loſe
ſind verkauft worden, alſo Erlös nach Abzug der Kreiſel zuſtehenden
Proviſion von 10 Prozent 20 000 Mark. Hiervon wurde ein Teil zu
Lotteriezwechen (etwa 6000 Mark) verwendet. Kreiſel hat nach ſeiner
Angabe an den Verein den verbleibenden Reſt abgeführt.
Kreiſel war auch als Hausverwalter für zwei auswärts wohnende
Hausbeſitzer tätig. Das dem Hausverwalter zuſtehende Guthaben, das
er nicht zahlen konnte, ſicherte er durch einen
Mobiliarübereignungs=
vertrag. Am 3. März 1926 erfolgte die Konkurseröffnung, zum
Per=
walter wurde Rechtsanwalt Dr. Ranis, hier, beſtellt. Kreiſel hatte ein
Auto, das er bei Donges u. Wieſt im Juni 1925 gekauft hatte. Den
Kaufpreis will er durch Beſſion von Ausſtänden getilgt haben.
Kreiſel hatte infolge eines Sturzes 1917 einen
Nervenzuſammen=
bruch und wurde damals in dem als Vereinslazarett dienenden
Land=
graf Philipps=Hoſpital ärztlich behandelt.
Aus der Beweisaufnahme geht hervor, daß Kreiſel plötzlich ſeine
Geldkaſſette offen fand und der 2. Schlüſſel zu ihr fehlte. Ein früherer
Angeſtellter ſuchte in Kreiſels Auftrag die Künſtlerin, die oben genannt
wurde, eine elegante, junge und hübſche Dame, in Berlin auf und ſollte
ſie nach Darmſtadt bringen. Die Künſtlerin, der der Angeſtellte einen
Donnerstag, den 9. Dezember 1926
Brief Kreiſels überbrachte, teilte Kreiſel ihren Entſchluß, nach
Darm=
ſtadt zu kommen, ſofort telephoniſch mit. Der Angeſtellte ſollte ſie an
der Bahn hier abholen. Im Auto wurde die Künſtlerin nach Ankunft
ins Hotel gebracht. Der Angeſtellte hat ſein im Konkurſe
bevorrechtig=
tes Gehalt inzwiſchen erhalten.
Sachverſtändiger Amtsarzt Dr Vix hat beim Angeklagten eine
erb=
liche Belaſtung nicht feſtſtellen können. Anzeichen Baſedowſcher
Krank=
heit ſind vorhanden. Kreiſel erſcheint ſtrafrechtlich voll verantwortlich.
Auch der Vereinsvorſitzende ſtellt als Zeuge einen ſchlechten
Loſe=
abſatz feſt. Dieſem Zeugen gegenüber gab er an, auf dem Konto des
Vereins bei der Bank ſeien 6000 Mark. Nachgeprüft wurde dieſe
An=
gabe damals nicht. Kreiſel wurde als Vereinsmitglied vertraut. Später
wurde auf Nachprüfung des Kontos im Verein gedrängt und entdeckt,
daß kein Geld auf der Bank war. Kreiſel tat damals ſehr entrüſtet
und betonte, die Bank diskontiere ihm keine Wechſel mehr. Kreiſel ſollte
ſich über den Verbleib des Geldes verantworten. Er erklärte, er wolle
mit der Lotterie nichts mehr zu tun haben, und wurde gebeten, kurz
vor der Ziehung den Verein nicht ſitzen zu laſſen. Kreiſel äußerte, das
Geld ſei in Primaakzepten vorhanden. Die Wechſel ſollten einem
Bank=
ſachverſtändigen vorgelegt werden. Kreiſel erklärte dies aus
Diskre=
tionsgründen dann für unmöglich, man ſolle doch nicht die Lotterie
ſabotieren, die Wechſel ſeien auf Ende Februar Verfallzeit geſtellt.
Dann bekam der Vereinsvorſitzende einen Brief, wonach Kreiſel ſich mit
Selbſtmordgedanken trage. Kreiſel war aber wohl und munter in der
Stadt geſehen worden. Nun wurde ihm geſagt, er ſolle die Wechſel
vorlegen oder das Geld zahlen. Dem Verein wolle er auch Mobiliar
zur Sicherung übereignen, obwohl er dieſes Mobiliar ſchon einige Tage
vorher andereit verſchrieben hatte.
Der Verein muß Geld zuſchießen, um die Lotterie durchführen zu
können. Krciſel hoffte bei der Lotterie 18000 Mark für den Verein
herauszuſchlagen. Der Verein gab ſeinen Namen für das
Lotterie=
unternehmen her. Kreiſel ſollte dem Reiche gegenüber die Lotterieſteuer
tragen und zahlen, dies war im Vertrag zum Ausdruck gebracht. Das
Reich hält ſich bezüglich der Steuer natzürlich an den Verein, unter deſſen
Namen die Lotterie läuft. Die letzten Losgelder hat Kreiſel noch zu
eigenen Zwecken verwendet. Aus dem Zuſammenbruche Kreiſels hat
der Sportverein rund 4000 Mark gerettet.
Der Verein hat zum Konkurſe Kreiſels eine unbevorrechtigte
For=
derung von ctwa 14—15 000 Mark angemeld.t.
Ein Lotteriefachmann beſtätigt als Zeuge daß das Unternehmen
nur infolge mangelnder Erfahrung der leitenden Stellen ſo, wie
ge=
ſchehen, ungünſtig laufen mußte.
Die Wohnung, Karlsſtraße, wurde zum Friedensmietpreiſe von
fährlich 900 Mark vermietet, neu hergerichtet und mit Linoleum belegt.
Alle bezüglichen Aufwendungen übernahm der Mieter auf ſeine Koſten.
Der Konkursverwalter vertritt die Anſicht, daß man der Firma Kreiſel
durch die Aufmachung als Kommanditgeſellſchmft Kreiſel u. Cie, einen
größeren Anſtrich geben wollte. Das Unternehmen gab ſich als
Treu=
handinſtitut und beſchäftigte ſich auch mit Hausverwaltungen. Von
einer Finanzierung durch den Gerlingkonzern weiß der genannte Zeuge
nichts.
Im Konkurſe ſind angemelder Forderungen mit zuſammen 33 486
Mark, darunter der Sportverein mit 16805 Mak, von letzterer
For=
derung hat der Verwalter den Betrag von 10 000 Mark anerkannt. Die
Geſamtaktivmaſſe beträgt 9000 Mark, doch laſten hierauf
Ausſonderungs=
rechte der Ehefrau Kreiſel. Die Konkursgläubiger dürfen eine
Divi=
dende von 10—12 Prozent erhoffen, je nach dem Ausgang der
Verhand=
lungen mit dem Finanzamt. Die Buchſührung war kompliziert, die
Kaſſenbüicher waren nach Sportverein und Kommanditgeſellſchaft getrennt
geführt. Die Bücher fand der Verwalter ſeit November 1925 nicht mehr
nachgetragen. Bilanzen hat er nicht geſehen. Die Mobiliareinrichtung
des ſeit 1920 verheirateten Kreiſel war fabelhaft ſchön.
Am Nachmittag wurde in der Beweisaufnahme fortgefahren.
Eine Reihe von Zeugen wird darüber vernommen, ob Kreiſel über
ſeine Verhältniſſe gelebt habe. Ein Zeuge bekundet, daß er einmal mit
Kreiſel im „Schloßkaffee‟, „Maxim” und „Mascottchen” war; die Damen
aus „Maxim” kamen in das Lokal „Mascottchen” dann ging’s mit Auto
nach Trautheim, das in der Nacht bereits geſchloſſen war. Man fuhr
zurück, und die Damen wurden im Kaffee „Windſor” dann abgeladen.
Aus Beziehungen zur Firma Gerling bezog Kreiſel Einkünfte.
Bei der Polizei legte Kreiſel ein Geſtändnis ab, 11000 Mk.
unter=
ſchlagen zu haben.
Aus dem Gutachten des vernommenen Bücherreviſors geht hervor,
daß die Geſchäftsbücher ordentlich geführt ſind, einige Buchungen waren
allerdings nicht zu verſtehen. Aufgefallen iſt dem Sachverſtändigen, daß
das Stammkapital der Kommanbitiſien nicht verbucht war. Eine Bilanz
Nummer 341
pro 1924 liegt vor, die einen Reingewinn von 162 Mark ausweiſt. Den
Zeitpunkt der Zahlungseinſtellung auf Grund der Bücher feſtzuſt Uen,
erklärt der Sachverſtandige für ſehr ſchwierig. Der Staatsanwalt
er=
achtet, daß die Lebenshaltung des Angeklagten auf falſchem Fundament
aufgebaut war, die Kommanditgeſellſchaft ein Bluff und eine taube Nuß
geweſen iſt; das ausſchweifende Leben ſei erwieſen, ganz erhebliche
Summen ſeien aufgewendet worden; das Abenteuer mit der Tſcharkowa
habe eine Stange Gold gekoſtet. Ein grober Vertrauensbruch liege vor.
Der Staatsanwalt beantragt eine Geſamtſtrafe von zwei Jahren
und ſtellt, da eine ehrloſe Geſinnung zutage getreten ſei, eine
Aberken=
nung der bürgerlichen Ehrinreihte anheim.
Die Verteidigung geht auf das zivilrechtliche Verhältnis zum
Sport=
verein (Ausſpielvertrag nach B. G.B.) näher ein. Nach außen hin
habe der Verein als Veranſtalter der Lotterie, als Träger derfelben
erſcheinen ſollen. Kreiſel habe die geſamte Durchführung der Lotterie
übernommen; einen etwaigen Verluſt habe nach dem Vertrage der
An=
geklagte allein zu tragen. Angeklagter habe die Unternehmerſorgfalt zu
präſtieren gehabt; es liege ein Unternehmervertrag vor. Der
Verein habe ſich jeglicher Einwirkung auf die Geſchäftstätigkeit begeb.n
und ſich nur ein Aufſichtsrecht vorbehalten. Ein Werkvertrag im Sinne
des § 631 B.G.B. liege vor. Die Ausſpielgenehmigung habe der Verein
zu beſchaffen gehabt. Der Zweck ſei geweſen, Geld in die leeren Kaſſen
des Sportvereins zu bringen. Dieſer Teil der Anklage gehöre vor das
Zivilgericht. Kreiſel ſei nicht Bevollmächtigter im Sinne des § 266
St. G. B. geweſen.
Zum Strafmaß übergehend, hält der Verteidiger die boantragte
Strafe für exorbitant hoch; man hätte dem Angeklagten mehr auf die
Finger ſehen ſollen. Strafmilderungsgründe ſeien zu beuückſihtigen. Ein
Betrugsverſuch zum Nachteil des Vereins liege nicht vor, dagegen
Unter=
ſchlagung bezüiglich der beiden Hausverwalkungen. Eine ſtrafbare
Gläu=
bigerbegünſtigung und die Abſicht ſolcher liege nicht vor, da Kreiſel von
anderen Gläubigern nicht bedrängt geweſen ſei. Eine
Zahlungseinſtel=
lung vor der Konkurseröffnung ſei nicht nachgewieſen. Die Verteidigung
bittet ſchließlich um Anrcchnung der Unterſuchungshaft und Aufhebung
des Haftbefehls.
Das Ur teil erkennt unter Freiſprechung im übrigen auf ein
Jahr vier Monate Gefängnis und rechnet neun Monate der
erlittenen Unterſuchungshaft an. Der Angeklagte habe ſich der Untreue
in zwei Fällen ſchuldig gemacht. Vom Betrugsverſuche und der
un=
ordentlichen Buchführung erfolgt Freiſprechung, dagegen Verurteilung.
wegen Gläubigerbegümnſtigung und übermäßigen Aufwands. Eine große
Zahl von Losinhabern habe der Angeklagte hinters Licht geführt.
CWandergewerbeſcheine für das Jahr 1927. Nach 8 60 der
Gewerbe=
ovdnung ſind Wandergewerbeſcheine nur für die Dauer des
Kalender=
jahres gültig, für das ſie erteilt worden ſind. Wer daher den
Gewerbe=
betrieb im Umherziehen im nächſten Jahre fortſetzen oder beginnen
wvill und in Darmſtadt wohnt, muß Antrag auf Erteilung eines
Wander=
gewerbeſcheines für das Jahr 1927 alsbald bei dem für ſeine Wohnung
zuſtändigen Polizeibezirk ſtellen. Der Gewerbebetrieb im Umherziehen
darf nicht eher begonnen werden, als bis der Gewerbetreibende im Beſitz
des Wandergewerbeſcheines iſt. Zuwiderhandlungen werden nach § 148
Abſatz 1, Ziffer 7 der Gewerbeordnung mit Geldſtrafe bis zu 150 Mark
und im Unvermögensfalle mit Haft bis zu vier Wochen beſtraft.
Weihnachts= und Neujahrsverkehr. Die Deutſche Neichspoſt
richtet an die Bevölkerung die Bitte, mit der Verſendung der
Weih=
nachtspakete möglichſt frühzeitig zu beginnen, damit die Paketmaſſen
ſich nicht in den letzten Tagen vor dem Feſt zuſammendrängen. Durch
die Beachtung dieſes Hinweiſes und der nachſtehenden Ratſchläge können
die Paketverſender weſentlich dazu beitragen, daß der Weihnachtsverkehr
ſich glatt abwickelt und die Pakete ohne Verzögerung in die Hände der
Empfänger gelangen. Die Pakete ſind unter Verwendung guter
Ver=
packungsſtoffe recht dauerhaft herzuſtellen, die Aufſchrift iſt haltbar
an=
zubringen und der Name des Beſtimmungsortes unter näherer
Bezeich=
nung der Lage beſonders groß und kräftig niederzuſchreiben. Ferner
darf nicht unterlaſſen werden, auf dem Paket die vollſtändige Anſchrift
des Abſenders anzugeben und in das Paket obenauſ ein Doppel der
Aufſchrift zu legen. Auch der Verkehr am Jahreswechſel läßt ſich
flüſſiger geſtalten, wenn die Neujahrsbriefe mit vollſtändiger Anſchrift
des Empfängers (Straße und Hausnummer, mit Gebäudeteil und
Stockwerk, Poſtbezirk, Zuſtell=Poſtanſtalt) verſehen und möglichſt
früh=
zeitig aufgeliefert werden. Es wird auch dringend empfohlen, die
Frei=
marken für Neujahrsbriefe nicht erſt am 30. und 31. Dezember,
ſon=
dern ſchon früher einzukaufen, damit im Schalterverkehr keine Stockungen
eintreten.
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Darmſtädtetſtraße nunmehr beendigt ſind, iſt dieſe Straße für den ge= abgebrochen und nur noch der die Talſohſe bedeckende Wieſenteppich
ſamten Verkehr wieder freigegeben worden
*Griesheim, 8. Dez. Bei den zwiſchen der Gemeinde Griesheim weſen, Wohrungen fürſtlichen Perſonals erinnern an verſchwundenes
und der Heag wegen Erbauung der elektriſchen Straßenbahn ſtattge= Dorfioeben.
fundenen Verhandlungen, wurde die Vereinbarung getroffen, daß die
Gememde Griesheim, das zur Anlegung des Bahnhofs — der an den Wie die Bürgermeiſterei Michelſtadt in einer Bekanntmachung mit=
Iſtlicken Ortsausgang unmittelbar neben das Reinheimerſche Anweſen teilt, hat der Gemeindezuſchlag zuu Hundeſteuer für das Nechnungsjahr
zu ſtehen kommen ſoll — erforderliche Gelände der Heag zur Verfügung 1927 folgende Höhe: 1. Weun der Hund vor dem 1. Juli 1926
ange=
ſtellt, während das innerhalb der Gemeſnde gelegene alte
Bahnhofs=
gebäude in den Beſitz der Gemeinde übergeßen ſoll. Da der Gemeinde Hund beträgt der Zuſchlag im erſten Fall 25 Mk. und im zweiten Fall
Gigengelände in der betreffenden Gegend nicht zuu Verfügung ſteht iſt 15 Mk. Jeder dritte und weitere Hund koſtet im Fall 1 45 Mk. und
die Gemeinde in wiederholten Verhandlungen an die in Betracht kom= im Fall 2 25 Mk. Die Sätze werden jetzt ſchon mitgeteilt, um den
menden Grundbeſitzer zum Zwecke des Geländeerwerbs herangetreten, Hundebeſitzern, die die Steuer nicht mehr bezahlen können oder wollen,
Bei dieſen Verhandlungen erklärte ſich die Gemeinde auf Wunſch der Gelegenheit zu geben, ihre Hunde rechtzeitig abzuſchaffen. —
Steuer=
uötigten Geländes bereit, um dieſes übrige Gelände zuu Bebauung um= den 8. Dezember, bis einſchlicßlich Freitag, den 10. Dezeuber, ihre
zulegen. Während ſeiteus der Grundbeſitzer für das geſamte Gelände Steuerkarten auf dem Amtszimmer der Bürgermeiſierei abholen.
dreis von 3 Mk. dro Quadratmeter gefordert wird, will die Gemende, als Rechtäanwalt niedergelaſſen. Somit ſind jetzt an unſerem Ort
wie=
nur für das unmittelbar an die Neue Darmſtüdterſtraße anſtoßende und der, wie dies bis vor eiuiger Zeit auch noch der Fall war, zwei
Rechts=
für den Bahnhof in Anſpruch genommene Gelände dro Quadratmeter anwälte. Die Amtsräume des Herrn Dr. Süß befinden ſich in den
3 Mark zahlen, während ſie für das Hintergelände nur einen Preis von „Drei Haſen”. — Odenwaldklub. Am kommenden Sonniag, den
2 Mark pro Quadratmeter geboten hat. Da ſotvohl die Grundbeſitzer 12. Dezember, findet die 12. dießjährige Wanderung der hieſigen
Orts=
als auch die Gemeinde auf den beiderſeitigen Staudpunkten beharrteu, gruppe des Odenwaldklubs ſtatt. Dieſe letzte Wanderung im Jahre
ſind die Verhaudlungen endgültig geſcheitert. Die Gemeinde hat aus 1926 ſoll als Familienwanderung rund um Michelſtadt auszeführt
dieſem Grunde die Cinleitung des Enteignungsverfahreus gegen die werdent.
beteiligten Grunbbeſitzer begntrat. Der
4. J auf der Bürgermeiſterei offen, während der Termin zur Tagfahrt, ſchauten die Jungbauern die muſtergültige Ordnung der landwrtſchaft=
Lokalkommiſſion anberaumt iſt.
II. Eberſtadt, 7. Dez. Kiuchenkonzert. Am kommenden
Sonntag (3. Advent), abends 8 Uhr heginnend, findet in der ebaug, letzten Nacht löſten ſich infolge des Froſtes in dem Steinbruch des Bau=
Kfrche zu Eberſtadt ein Kirchenkonzert, veranſtaltet von der meiſters Hördt verſchiedene große Felsblöcke, die auf zwei zum Beladen
Ptadrigal=Vereinigung Darmſtadt unter der Leitung des
Privatdozen=
demie für Tonkunſt, ſtatt. Das äußerſt reichhaltige Programm bringt
in ſeinem erſten Teil Werke von Ludwvig Spohr, Jacob Praetorins,
Johonn Kuhnau (Orgel=Choralvorſpiel), ein Sopran=Solo von Joh.
rich Schütz: im zweiten Teil hören wir Joh. Gccard und Joh. Pachelbel,
Die Alt=Arie aus dem Bachſchen Weihnachtsoratorium, das alte
Weih=
nachtslied „Kindelſviegen” (Melodie von 1623) und Carl Loote; der
dritte Teil bringt dann die fünſſtimmige Motette „Hlodie. Clristus nati
gst” von Joh. Peter Swveglinck, die Weilnachtsſzene aus Händels
„Meſſias” und zum Schluſſe den Chor: „O. du fröhliche Weihnachtszeit”.
Einlaßkarten zu 50 Pf. und eine beſchränkte Anzahl zu 1 Mk. für bevor= lich= Dirigenten der hieſigen Geſangvereine teilnahmen, wurde
be=
zugte Plätze ſind im Vorverkauf im Pfaruhaus erhältlich. Am
Sonn=
tag abend gelangen am Gingang zur Kirche nur noch Karten 3 30 Pf.
zir Ausgabe.
* Eberſtadt, 8. Dez. Abendunterhaltung. Der
Geſaug=
verein „Germania” hielt am Sonntag abend vor beſetztem Hauſe eine
Akendunterhaltung ab, die zum großen Teil in der Geſtalt eines
Theaterabends vonſtatten ging. Neben kleiuoren Szenen dam der
ganzen gut beſetzt war und flott geſpielt wurde. Sämtliche heiteren
Darbietungen fanden den Beifall des Publikums. Die choriſtiſchen
Darbietungen zeigten von fleißiger Vereinsarbeit.
* Pfungſtadt, 8. Dez. Wandergewerbeſcheine. Anträge
von jetzt ab auf der hieſigen Bürgermeiſterti beſtellt werden. Die
jetzigen Karten laufen Ende dieſes Jahres ab. — Die Arbeiten zur
Errichtung von Wohnbauten für die Gemeinde Pfungſtadt wrden
dem=
nächſt vergeb.n. Angebote ſind bis zum 10. Dezember zu ſtellen.
* Pfungſtadt, 8. Dez. Schnakenvertilgung. Auf Grund
des 8 2 der Polizeiverordnung fordert die hiefige Bürgermeiſterei alle
Grundſtückseigentümer zum Ausräuchern der Keller zwecks B=kämpfung
der Schnakenplage auf. Auch ſind alle Gruben mit geeigneten Mitteln
zur Vernichtung der Schmakenbrut zu behandeln.
* Hahn bei Pfungſtadt, 8. Dez. Viehzählung. Die
Viehzäh=
lung hatte hier folgendes Ergebnis: 2198 Hühner, vier Enten, 160
Gänſe, 112 Pferde, 256 Stück Rindvieh, 688 Schweine und 418 Ziegen.
* Oher=Ramſtadt 7. Dez. Vor einigen Tagen hat die Odenwälder
Hartſtein=Induſtrie A.G. Darmſtadt in dem von der Gemeinde Ober=
Ramſtadt am Buchuald gepächteten Steimnbruch den Betrieb
aufge=
nommen. — Nach einer Bekanntmachung der Ortsbehörde iſt das
Be=
tugten der Holzhauerei im Gemeindewald Unbefugten ſtrengſtens
unter=
ſagt; ebenfalls verboten iſt das Mitnehmen von Werkzeugen in die
Wal=
dungen zum Zwecke der Leſeholzuutzung. Auch das Ausgraben von
Stöcken iſt im Gemeindewald nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der
zu=
ſtändigen Förſter geſtittet. Auf Zwiderhandlungen ruht Beſtrafung
nach dem Forſtſtrafgeſetz.
Groß=lkmſtadt, 8. Dez. Die zweite Vorführung der
Lehrfilm=
ſchau des Landwirtſchaftsamts uahm einen fehr beſeiedigenden Verlauf,
über den an dieſer Stelle ſchon berichtet wurde. Ler nächſte
Vorfüh=
rungstag iſt Sonntag, der 19. Dezember, nachmittags 3 Uhr. Hier durſte
ein ſehr ſtauker Beſuch erwartet werden, da deu neue Film des
Reichs=
verbands Deutſcher Ziegenzuchtvereinigungen ſeine Uraufführung in
hieſiger Gegend erleben wird. Der Ziegenzuchtverband des Kreiſes
Die=
burg wird ſeine angeſchloſſenen Vereine bazu einladen. Ferner kommen
noch folgende Filme zur Vorführung: Ländliche Reitervereine, der
künſt=
lihe Negen, ein Dorf in Feuersgefahr und zum Schluß ein kleiner
hüb=
ſcher Film „Winterszeit im Tiergarten zu Kopenhagen‟. Der Filmſchau
vorausgehen, bon 2—3 Uhr, wird der vom Landwirtſchaftsamt bei Herrn
Landwirt Elßer in Groß=Umſtadt eingerichtete Elektrohpf, mit allen
Ma=
ſchinen des landwirtſchaftlichen Kleinbetriebes, für jedermann
unent=
geſtlich. Nähere Erklärungen über Koſten, Stromverbrauch und
Lei=
ſtung werden an Ort und Stelle gegeben werden.
r. Babenhauſen, 7. Dez. Die Landwirtſchaftskammer für Heſſen
ver=
auſtaltet dieſen Donnerstag im Gaſthauſe „Deutſcher Hof”, einen
Wieſenbaukurſus. Nach teu Begrüßung, die um 9 Uhr vorm.
ſtattfindet, ſchließen ſich mehrere Vorträge an, deren Themata wie folgt
lauten: „Be= und Entwäſſerung der Wieſen”, „Pflege und Düngung
der Wieſen”, „Die guten und ſchlechten Wieſenpflanzen”, und zum
Schluſſe wird ein Grünlandfilm mit Erläuterungen vorgeführt. An
jeden Vortrag ſchließt ſich eine Ausſprache an, ebeniſo eine allgemeine
Ausſprache über alle Vorträge. Wegen der Bedeutung der zu
behan=
delnden Gegenſtände für die heimiſche Landwirtſchaft kann mit einer
zahlreichen Beteiligung an dieſer Veranſtaltung wohl gerechnet werden.
Beſichtigung und Uebung der Freiwilligen und Pflichtfeuerwehr ſtatt,
zu der alle Mannſchaften zu erſcheinen haben.
Lichtenberg, 8. Dez. Am Sonntaa, den 12. Dezember I. Js.,
abends 8 Uhr, feiert die Geſangsabteilung Eintracht der Ortsgruppe miniſter von Brentano und Miniſterialdirektor Spamer weilten dieſer
Lichtenbern des OBK. im Kaiſerſaale des Schloſſes Lichtenberg das
Theaterſtüchken und Gedichten in Odenwälder Mundart. Nach den
ge=
troffenen Vorbereitungen vevſpricht die Veranſtaltung eine ſehr genuß= trieben. Sie verſuchten Geld unter falſchem Namen zu erbetteln.
reiche zu werden.
traum” bearbeitet nach dem gleichnamigen Roman, durch den
Turn=
verein Brensbach im Vereinslokal zur Aufführung gebracht. Vor
Be=
ginn der Vorſtellung tonnte die Zuſchauermenge, durch einen von Herrn
Nach der Begrüßungsrede duich den erſten Vorſitzenden, Herrn Fritz weitere Anzahl Arbeiter wird demnächſt zur Entlaſſung kommen,
Trinkaus, begann die Vorſtellung. Jeder Spieler tat ſein äußerſtes, um
dem Spiel das richtige Gepräge zu geben. Vor allem iſt hier unſer
Tätigkeit das Spiel leitete und die größte und ſchwerſte Nolle als Wolf
von Wolfshzurg durchführte. Ferner ſind zu nennen: Herr Ludwia Götz
vergeſſen Birfen wir die Damen. Als vortrefflich gelungen dürfen wir
die Nolle von Fr. Kätchen Pohl als Mary Winters betrachten, ebenſo
die Nolle von Fr. Hofmann als Gabriele und von Fr. Vogel als Frau
Hamman und die beiden Dienſtmädchen. Hervorgehoben ſoll auch
wer=
den diel Steue im Stadtzark, deren großartige Dekoration wir unſrem
Maler Herrn Willy Hofferbert aus Darmſtadt zu verdanken haben.
* Välbrunn, 8. Dez. Hdenwaldklub. Die am Sonntag
er=
folgte Nanderung unſerer Ortsaruppe war wie die vorhergehende mit
heimätgeſchichtlichen Betrachtungen verbunden. Dieſe bezogen ſich 1.
auf die ſogenaunten Viehſtälle im Felgenwald, wohin das geſunde Vieh
bei einer früher hier kraſſierenden Viehſeuche verbradt wurde. Noch
ertennbare Reſte eines ehemaligon Wallgrabens kennzeichnen die ſe Stelle.
Dann die heſſiſchthatzeriſche Land sarenz”, die ſchon zuiſchen dem
4. Jahrhundert wo Godebald und Odelind dem Kloſter Amorbach, in ſchrift.
Donnerstag, den 9. Oezember 1926
Seite 7
Vielbrunen (Viebrunn) ein Vermächtnis machten. Da das Kloſter
Amorbach zum Bistum Mainz gehörte zeigen heute noch manche
Grunz=
ſteine das eingemeiſelte Mainzr Wappen mit Rad (Biſchof Willigis)
Zum Schluß das Ohrenbachertal, in welchem ehedem das langgeſtreckte
Dorf Ohrenbach mit Kirchlein und Schule, ſowie der Weiler
Wieſen=
tal lagen. Sämtliche Einwohner verkauften allmählich ihren Beſitz an
Griesheim, 8. Dez. Nachdem die Kleinpflaſterarbeiten der Neuen die Heurſchaft Leiningen. Das Feld wurde aufgeforſtet, die Gebäude
und einzelne, die Eintönigkeit hie und da angenehm unterbrochende An=
* Michelſtadt, 7. Dez. Zuſchlag zur Hundeſteuer.
ſchafft iſt: 8 Mk., nach dem 1. Juli 1826 nur 5 Mk. Für den zweiten
Grundbeſitzer auch zum Erwerb des für die Bahnhofsanlage nicht be= karten. Säutliche Steuerpflichtige können in der Zeit von Mittwuoch,
von der Neuen Darmſtädterſtraße bis zur Heinrichſtuaße ein Einheits= Neuer Nechtsanwalt. Hie hat ſich Herr Dr. jur. Heinz Süß
* Airlenbach, 3. Dez. Am Freitag, den 3. Dezembar, weilte Herr
er Dr. Keil aus Neichelsheim mit ſeinen Ackerbauſchillern hier. Mit Freude
auf Mittwoch, den V. Dezember d. J., nachmittags 3½z Uhr, vor der lichen Betriebe unſeres Ortes. Beſonders gefielen ihnen das ſchöne,
prächtige Vieh (Rot= und Fleckvich), ſowie Pferde, die ja auch der Stolz
unſerer Landwirte ſind.
* Aus dem Birkenauer Tal, 8. Dez. Felsahſturz. In der
vor=
bereitſtehende Wagen fielen und dieſe vollſtändig zertrümmertez. Ein
ten Dr. Friedrich Noack=Darmſtadt, Lehrer an der Städtiſthen Akg= groß=s Glück war es, daß dieſer Felsſturz nicht am Tage während der MOTORENFABRIK BEUIL AGC.
Arbeitszeit geſchah, wobei ſicherlich Menſchmleben zu beklagen gelweſen
wären.
Wimpfen, 8. Dez. Reiche Jagdbeute. Bei der kürzlich in
Seb. Bach und eine 8ſtimmige Motette mach dem 73. Pſalm von Heill= hieſiger Gemarkung abgehaltenen Treibjagd wurden uicht weniger als
400 Haſen zur Strecke gebracht.
Hirſchſorn, 8. Dez. Waſierſtand des Neckars. Anf f.
Dezember: 0 78 Meter; am 8. Dezember: 0,74 Meter.
* Von der Bergſtraße 8. Dez. Weihnachtsſinget. Ju
eiuer im Nathaus zu Weinheim abgehaltenen Konferenz, an deu
ſämt=
ſchloſſen, die Sitte des Weihnachtsſingens auich in dieſem Jahre
beizu=
behalten.
konnte in hieſiger Gemeinde in den letzten Jahren die Beobachtunn
uahen, daß die Grundeigentümer dem Obſtbau immer größeres
In=
tereſſe entgegenbringen. Die Pflanzung von Ohſtbäumen nimmt don Soldatenverein hat mit ſeiner in dieſen Tagen ſtattgefundenen
Jahr zu Jahr zu, und in dieſem Jahre ſind wohl 1000 Bäume friſch ge=
Schwank „Der keuſche Lebemann” zur Aufführung, der im großen und pflauzt worden. Erfreulicherweiſe kann man feſtſtellen, daß man in der
Sorteuauswuahl ziemlich einheitlich gewählt hat, was für den Oöſtnwatz
und die Frage der Olütverwertung zwingende Notwendigkeit iſt. Aber
neben der Förderung der Neuanlagen iſt auch der Umſtellung der
be=
reits tragfähigen Bäume große Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Auf träge Haſſia in der Gegenwark.
auf Wandergewverbeſcheine oder Legitimationskarten können bereits Bäuue müſſen ertragsreichere Sorten ungepfropft werden, um
auderer=
ſeits auch dadurch für unſere Gegend marktfähigere Wge zu erzielen.
Hierzu iſt es erſorderlich, daß der erfahrene Obſtbaumzüchter dem
An=
fänger und Unkundigen mit Rat zun Seite ſteht. Es betrachtet der
Obſt=
bauberein es daher als ſeine Pflicht, allen Intereſſeiten zu dienen, haß Wohnhaus mit Garten des Oberregierumgsrats Dr. Korm in den Beſitz
er zeitweiſe ſeine Mitglieder zu Beſprechungen einlädt, in denen in des Studienrats Aüdinger über.
zwangsloſer Weiſe die Erfahrungen nutzbar zum Austauſch gebracht
werden. Am kommenden Sonntag findet in der Weinwirtſchaft zum
Rebſtock (Ph. Peter Scherer) eine derartige Zuſammenkunft ſtatt.
* Heppenheim a. d. B., 6. Dez. Verein für das
Deutſch=
tum im Auslände. Der von dem Vekein für das Deutſchtunk im
auf. Der Borſitzende, Herr Oberſtudiendirektor Beiſinger, begrüßte
zu=
uächſt die Erſchienenen. An Hand von 200 Lichtbildern machte darauf
Herr Oberſtudiendirektor Dr. Binzel die Beſucher mit den wichtigſten deutſchen Volkswirtſchaftspolitik” und berührte in ſeinem Vortrage die
Städten in Nord= und Südſpanien, ſowie mit ſeiner landſchaftlichen und
troviſchen Schönheit bekannt. Weiter führte er aus, daß die Deutſchen
in Spanien ſowie ihre Kultur und Technik hohes Anſehen genießen. Der
Vortrag wurde beendet mit Bildern und Erläuterungen über ſpaniſche
Märkte und Stierkämpfe. Herr Oberſtudiendirektor Beiſinger ſchloß
dar=
auf mit dankenden Worten den Vortrag. — Konzert. Das Städtiſche Verluſt an Nationalvermögen, durch die großen Reparationsverpflich=
Orcheſter Darmſtadt veranſtaltet am kommenden Freitag im Hotel „Hal= tungen, durch die Hinterbliebenen= und Kriegsbeſchädigten=Fürſorge zu
Herrn W. Schmitt ein Konzert. Das Orcheſter (32 Mann) wird u. a.
Bach (Violinkonzert B=Dur), Martini, Dittersdorf und Brahms allein in der Lage wäre, unſere Stellung zu verbeſſern. Beide
Vor=
zum Vortrag bringen — Kriegerverein. Der Krieger= träge wurden mit großem Beifall aufgenommen, zum Schluſſe der Ver=
Vortragsabend mit Lichtbildern über „Die Winterſchlacht in den Ma= eine ſolche Tagung ſtattfinden möge. — Die von Herrn Hch. Heinrich
Darmſtadt, gehalten, welcher als ausgezeichneter Rodner und Kenner Hebung des künſtleriſchen Lebens in unſerer Stadt ſchon große Verdienſte
der Verhältniſſe bekannt iſt.
* Fehlheim, 8. Dez. Man ſchreibt uns: In unſeuem Orte ſind bisher
zwei Bäckergeſchäfte geweſn und hatte ſich dieſer Tage durch den
Preisaufſchlag von 80 auf 85 Pfg. ein hieſiger Mann Brot von aus= fanden allgemeinen Beifall und überragten weit das Maß des
Dilettan=
wärts kommen laſſen, das er zum Preiſe von 80 Pfg. weiter verkaufen tenhaften. Der Ertrag war für den Alicgfrauenverein zu wohltätigen
konnte. Nun haben die Bäcker den Preis von 85 auf 78 Pfg.
herab=
geſetzt; wie man hört ſoll es nochmals auf beiden Seiten billiger werden, teten Vortragsabend, in welchem Regierungsrat Dr. Gretſchmann über
was im Intereſſe der Allgemeinheit ſehr zu begrüßen iſt.
* Gernshein, 8. Dez. Der Geſangberein Sängerluſt hatte auch dies= voller Lichtbilder ſprach, fand ebenfalls regen Beſuch und lebhaſte
mal wieder, und zwar mit der Aufführung des Operetteuſpiels „Das Teilnahme.
Mädel vom Neckarſtrand” von Karl Siber. Muſik von Mas Vogel, einen
vollen Erfolg zu verzeichnen. Der Beſuch an den Theaterabenden war
äußerſt gut. Die Leiſtungen ſämtlicher Spielerinnen und Spieler waron Nauheim im Zeichen des 2. Kongreſſes für Pſychotherapie
glänzend. Die Bühnenausſtattung gefiel allgemein. Drei exakte ſtehen, der dem Weltbad wieder Gelegenheit gibt, ſeinen Nuf als Kongreß=
Männepchöre, und zwar „Mein Herz iſt fröhlich alle Zeit”, „Dem Rhein ort, insbeſondere als Plattſorm wiſſenichaflicher Arbeit, zu bewähren,
mein Lied” und „Andreas Hofer” wurden unter der bewährten Lei= Für die Durchſührung des Kongreſſes iſt eim Ausſchuß gebülbet worden,
tung des Dirigenten, berrn Lehrers Wilhelm Müller, als Begrüßung der mit den umfangreichen Vorarbeiten bereits begonnen hat.
vorgetragen. — Anläßlich des diesjährigen Titularfeſtes in
Verbin=
dung mit dem 25jährigen Fahnenjubiläum der Marianiſchen Jünglings= des Betriebes der großen Meguin=Werke hat unter der arbeitenden
ſodrlität findet am kommenden Sonntag neben einer kinchlichen Auf= Bevölkerung lebhafte Freude hervorgerufen. Nachdem in letzter Zeit
— Gemäß einer ſtädtiſchen Bekanntmachung findet dieſen Freitag eine 5aalbau Hags eine weltliche Feier ſtatt. Punkt 8 Uhr beginnt umter weitere Einſtellungen beabſichtigt. Vor zwei Jahren beſckäftigte das
Lipphauſen „Triumph des Glaubens” ſteht.
* Groß=Geran, 8. Dz. Miniſterbeſuch. Der heſſiſche Jnnen=
Tage hier und ſtatteten dem Kreisamt einen Beſuch ab. — Verhaftet. Mönnig die Kochſchule, an der 20 Mädchen aus Kleinlinden und 13 aus
Stiftungsfeſt. Liedervorträge wechſeln ab mit einigen humoriſtiſchen In Ginsheim konnten in dem dortigen Pfarrhaus ein Mann und eine Allendorf teilnebmen. Leiterin des Unterrichts iſt Fräulein Taubert
Frau aus Offenbach verhaftet werden, die miehrere Schwindelmanöver aus Gießen. — Die Maul= und Klauenſeuche iſt nun auch in Kleinlinden
— Brensbach, 8. Dez. Hier wurde das Drama. „Ein Frühlings= Handlungsgehilfe A. Lorenz aus Heidelberg, der zuletzt hier wohn= Büdingen zurück, die Einnahmen betrugen 9 340 000 Mk., der
Nein=
haft war, vermißt. Da bis jetzt noch jede Spur fehlt, haben die Eltern gewinn ergab 13 500 Mk. Von 816 Sparern wurden 520 000 Mk.
ein=
des Vermißten eine Belohnung von 150 Mark ausgeſetzt. — Die Rohr= gelegt: — In Butzbach fand unter dem Vorſitze des Bürgermeiſters
legungsarbeiten für die Gas= und Waſſerleitung in hieſiger Gemeinde Dr. Janſen eine Verkehrskonferenz der Vertreter von Butzbach und den
Lehrer Giegerich aus Nieder=Kainsbach aufgeſtellten Radioapparat mit gehen ihrem Ende entgegen und iſt bereits ein Teil der beſchäftigten Nachbarorten ſtatt. Es beſtoht die Abſicht, mehrere Pridat=Autolinien
Lautſprecher von verſchiedenen Plätzen gegebene Darbietungen hören. Arbeiter wieder der Erverbslofenfürſorge zugeführt worden. Eine einzurichten, welche Butzbach mit den benachbarten heſſiſchen und preu=
Tunfreund, Gerr Lehrer Göttmann, zu nennen, der in aufopfernder Nauheim. Im Mittelpunkt turneriſchen Lebens und Betätigung ſtanden Stücke, der Flieger fiel auf einen friſch gebflügten Acker und blieb
un=
von jeher die Tagungen der Vertreter der Turnerſchaft, die ſich auf Gau=, verletzt. Die Fliegergruppe plant den Bau eines Leichtmotorflugzeugs.
Kreis= und Deutſchen Turntagen zu gemeinſamer Veratung zuſammen= — Lich. Die verdienſtvollen Turner Ludwvig Scherf, Hermann Dietz,
als Bankditektor und bern Carl Mahr als Heru von Wolfsburg. Nicht fanden. Der 9. Gau im Mittelrheinkreis der D. T., der Main=Rhein= Wilhelu Fey und Wilhelm Wacker, welche ſchon 50 Jahre dem hieſigen
Gau, beruft ſeine bewährten Vortreter und Führer der ihm angeſchloſſe= Turnverein augehören, wurden von ſeiten des Gaues Heſſeu beſonders
nen 68 Gauvereine zu gemeinſamer Arbeit am kommenden Sonntag ausgezeichnet. Der 2. Vorſitzende des Gaues Geſſen, Nedakteur
Schnei=
nach Nauheim. Dem eigentlichen Turntage geht am Samstag eine der=Butzbach, überreichte den gengunten Turnern Gau=Chrenbriefe. —
Feierſtunde voraus die Verhandlungen ſtehen unter der Leitung des ius Ausland, durch ſein vorzügliches Ziegenmaterial rühmlichſt bekannte
langjährigen Gauvertreters, Oberreal= und Turnlehrers Roth=Daum= Kreisziegenzuchtverein Lauterbach feierte als einer der älteſten deutſchen
ſidt. Sie beginnen bei voller Oeffentlickkeit für die Mitglieder der Ziegenzuchtvereine ſein B5jähriges Beſtehen. Als Vertreter von Behör=
D. T. Samstags um 6 Uhr und Sonntags um 10 Uhr und finden im den nahmn daran teil: Kreisdirektor Dr. Michel, Bürgermeiſter Walz,
Saalbau ſtatt. Eine umfaſſende, reichhaltige Tagesordnung iſt dem und Oekonomierat Korell=Angenrod. Letzterer überreichte als Vertreter
Turntage zugrunde gelegt, und eine Reihe von Anträgen der Gauver= der Landwirtſchaſtskammer den verdionten Leitern des Vereins
Ober=
eine werden ihre Erledigung finden.
Ginshein, 7. Dez. Reichspräſident von Hindenburg hat der ebaug. Gedenkurünze. Auch die Ziegenzuchtdereins Alsfeld und Gießen waren
Erbachſchen und Kloſter Amorbach ſchen Beſitz die Greuze bildete im wertvolle Altarbibel geſtiftet uit eigenhändiger Widmung und Unter= Feſtrede. Er betonte, daß Oberheſſen auf dem Gebicte der Sagnem
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* Offſtein, 8.,Dez. Ehrung. Für 35jährige treue Tätigkeit wurde
ſeitens der heſſiſchn Induſtrie= uund Handelskammer Worms dem
Wenkmeiſt r Herum Joh. Wainz 5, hoh hier zine Ehrenurkunde
ver=
liehen, und der Schreiner. Herr Friedrich Antz, ſir 30jährigo pflicttreue
* Auerbach, 8. Dez. Förderung des Obſtbaues. Man Tätigkeit bei der Virma Keramiſche Werke, Ofſtein, auf dieſelbe Weiſe
geehrt.
M. Wackernheim (Rheinh.), 8. Dez. Der hieſige Krieger= und
Verſammlung ſeine Vereinstätigkeit, nach längerer durch die
unglün=
ſtigen Verhältniſſe bedingte Ruhebaufe wirder aufgenommen.
Gin=
ſtimmig wurde in dieſer Verſammlung beſchloſſen, ſich der
Kriegerkame=
radſchaft „Haſſia” anzuſchließen. Präſidialmitglied Bürg=rmeiſter
Kappeſſer=Bubemheim ſprach über die Ziele der Kriegervereine und der
M Alzeh, 8. Dez. Pom Immobilienmarkt. Elektromeiſter
Gg. Olf arwaxb das Eller ſche Wohnhaus auf dem Obermarkt zum
Kauf=
preis von 10 000 Mark. — Zu unhekannt gebliebenem Preiſe ging das
Oberheſſen.
Friedberg, 5. Dez. Die „Staatsbürgerliche Bildungstagung”, die
von der „Reichszentrale ſür Heimatdienſt, Landesabteilung Heſſtn” am
Auslaude veranſtaltete Lichtbildervorlrag wies einen ſehr guten Beſuch 4. Dezember im Hörſagl des Polyziel nikums abgehalten wurde, war gut
beſucht und erfreute ſich eines großen Beifalls. Der erſte Redner, Prof.
Dr. Fri drich Raab, ſprach über das Thema „Gegenwartsaufgaben der
wichtigſten Pzmkte der jetzigen Zeit, den Steuerduuck die Wohaungsnot
und die Arbeitsloſigkeit und machte intereſſante Vorſchläge zur
Be=
kämpfung dieſer Schäden. Der zweite Redner, Dr. E. Kleinſtück=
Frank=
furt a. M. ſprach über „Notwendigkeit und Grenzen der
Rationaiſie=
rung in Deutſchland‟. Gi. führte aus, wie wir dunch den ungeheueren
ber Mond” unter perſönlicher Leitung des ſtädtiſchen Muſikdirektors einer Rationaliſiorung auf allen Gebeieten gezwungen wären, um in
erſter Linie unſere Stellung auf dem Weltmarkte zu b.haupten, die
verein Heppenheim beranſtaltet am Donnerstag, den 9. Dezembr, einen ſammlung wurde dem Wunſche Ausdruck gegeben, daß bald wieder hier
ſuren 1915‟. Der Vortrag wird von Herrn Oberſtleutnant von Hagen, Bitſch gegründete litorariſche Vereinigung „Die Szene”, die ſich um die
erworben hat, führte an zwei Abenden in muſtergültiger Weiſe vor
aus=
verkauftem Hauſe das Luſtſpiel von Fulda „Des Eſels Schatt n” auf.
Sowohl die prachtvollen Bühnenbilder, wie die Kunſt der Dauſteller
Zwecken b.ſtimmt. — Ein von dem „Taunusklub Wetterau”
veranſtal=
ſeine Wanderungen im Gebiete der Berning mit Unterſtützung pracht=
Baö=Nauheim, 8. Dez. Vom P. bis 30. April 1927 wird Bad=
* Butzbach. 8. Dez. Die Nachricht von dem Wiederaufleben
nahmefoier der Aſpiranten im Nachmittagsgottesdienſt am Abend im wieder eine größere Anzahl Arbeiter eingeſtellt wurden, ſind für Januar
Mitwirkung des kath. Kirchenchors Cäeilia die öffentliche Feſtveranſtal= bedeutende Induſtrietuerk zeitweiſe bis zu 3000 Manu. Es bot alſo vielen
tung, in deren Mitelpunkt, das Schauſpicl in 5 Akten ton Chrſtian Arbeitern und Angeſtellten der ganzen Umgegend bis nach Gießen und
BadNauheim lohnende Beſchäftigung.
* Aus Oberhefſen, 8. Dez. In Kleinlinden eröffnete Nektor
ausgebrochen und wurde im Gehöft des Landwirts G. Schmidt
feſtge=
r Rüſſelsheim, 7. Dez. Scit ginigen Tagen wird der Bbjährige ſtellt. — Auf ein vorzügliches Geſchäftsjahr blickt die Bezirksſparkaſſe
ßiſchen Gemeinden verbinden ſoll. — Bei Schwalheim veranſtaltete
Nauheim, 8. Dez. Gauturntag des Main=Rhein= die Fliegergruppe vom Polhtechnikum Fuedbera ihr erſtes Schul=
Gaues Deutſcher Tunnerſchaft am 12. Dezember 193 in fliegen; dabei ſtürzte Schüler Abee ab. Die Maſchine ging in
Sitzung des geſamten Gau= und Turnausſchuſſes und Sonntags eine Lauterbach. Der weit über die Grenzen des Heſſenlandes, ja bis
iuſbektor Runz und Lehrer Meier, je eine Urkunde und die Dettweiler=
Gemeinde Giusheim anläßlich der Wiederherſtellung ihrer Kirche eine bei der Feier vertreten. Generalſekretär Du. Wt unsr=Gieſen hielt die
ziegenzucht in Zer ganzeu Welt fühnend gewrden J.
Donnerstag, den 9. Dezember 1926
Nummer 341
* Die Hafipflicht der Eiſenbahn für
verbrecheriſche Anſchläge.
Eine neue Entſcheidung des Reichsgerichts.
Von Dr. jur. Fritz Kvehne, Berlin.
Die in letzter Zeit ſtändig zunehmenden Eiſenbahnattentate
haben zu einer öffentlichen Erörterung der Frage geführt, ob die
betroffene Eiſenbahnunternehmung auf Grund des
Reichshaft=
pflichtgeſetzes für den durch das Attentat verurfachten
Perſonen=
ſchaden verantwortlich iſt. In den Streit der Meinungen hat
auch die Reichsbahnverwaltung eingegriffen, als feſtgeſtellt
wor=
den war, daß das Unglück von Leiferde auf einen verbrecheriſchen
Anſchlag zurückzuführen war; ſie hat hierbei die Anſicht vertreten,
daß ſie eine rechtliche Verpflichtung zur Entſchädigung der
un=
glücklichen Opfer nicht anerkennen könne, aber trotzdem in
weit=
gehendem Maße zur Erſatzleiſtung bereit ſei. Dieſer Standpunkt
der Reichsbahngeſellſchaft kann auf Grund einer jüngſt
veröffent=
lichten Entſcheidung des Reichsgerichts (Urteil vom 8. März 1926,
Jur. Wochenſchr. S. 2290) nicht als zutreffend anerkannt werden.
Wenn bei dem Betriebe einer Eiſenbahn ein Menſch getötet
oder verletzt wird, ſo haftet nach § 1 des Reichshaftpflichtgeſetzes
der Unternehmer für den dadurch entſtandenen Schaden, ſofern er
nicht beweiſt, daß der Unfall durch höhere Gewalt oder eigenes
Verſchulden des Getöteten oder Verletzten verurſacht iſt. In dem
erwähnten Urteil führt das Reichsgericht aus, daß in
verbreche=
riſchen Eingriffen eine höhere Gewalt nur dann geſehen werden
könne, wenn ſowohl bei der Ueberwachung des Bahnkörpers wie
bei der Abwendung unglücklicher Folgen eines trotz der
Ueber=
wachung erfolgten verbrecheriſchen Eingriffs das höchſte nur
denk=
bare Maß an Sorgfalt vom Unternehmer angewendet worden iſt.
In dem der Entſcheidung zugrundeliegenden Tatbeſtand war
der Unfall dadurch verurſacht worden, daß eine Weiche, die von
dem öffentlichen Verkehrsgleiſe der Kreisbahn auf ein
Privat=
anſchlußgleis führte, von einer unbekannten, nicht zum
Bahn=
perſonal gehörenden Perſon in verbrecheriſcher Abſicht umgeſtellt
worden war, um einen Zuſammenſtoß des Zuges mit den auf
dem Anſchlußgleis ſtehenden Wegen herbeizuführen. Den
Loko=
motivführer des Zuges traf an dem Zuſammenſtoß kein
Verſchul=
den, da feſtgeſtellt worden war, daß er ſofort, nachdem er die
falſche Stellung der Weiche bemerkt hatte, noch vor Einfahrt in
das Anſchlußgleis gebremſt hatte. Das Weichenſchloß war,
ins=
beſondere was die ſogenannte Schlüſſelabhängigkeit anbelangt, in
Ordnung, genügte auch den allgemeinen Anforderungen; der
Schlüſſel war auch nicht etwa von dem betreffenden
Bahnbeam=
ten verſehentlich im Weichenſchloß zurückgelaſſen worden. Die
Bedienung der Weiche war dem Zugperſonal überlaſſen. Der
Lokomotivführer hatte die falſche Weichenſtellung deshalb nicht
eher bemerkt, weil die im Schatten hoher Bäume liegende Weiche
nicht beleuchtet war.
Das Oberlandesgericht Naumburg war als Berufungsgericht
zur Klageabweiſung gelangt, weil der Unternehmer auf Grund
der getroffenen Feſtſtellungen den Beweis erbracht habe, daß der
Unſall durch höhere Gewalt verurſacht ſei. Das Reichsgericht
tritt hierin dem Berufungsgericht nicht bei. Der Unternehmer
habe den Beweis des Vorliegens höherer Gewalt ſolange nicht
geführt, als noch die Annahme zuläſſig erſcheine, daß der Unfall
durch irgend eine mögliche und dem Unternehmer
vernünftiger=
weiſe zuzumutende Vorſichtsmaßregel hätte abgewendet werden
können. Nach Anſicht des Reichsgerichts gehört die Gefährdung
von Bahntransporten durch Verbrechen an ſich zu den Ereigniſſen,
die vom Unternehmer in den Kreis ſeiner Sicherungsmaßnahmen
zu ziehen ſind. Er hat den Bahnkörper in geeigneter Weiſe zu
überwachen und Unbefugte von den Signal= und
Weichenſtell=
vorrichtungen abzuhalten. Eine ſtändige Bewachung der Weiche
iſt natürlich nicht durchführbar und kann nicht verlangt werden.
Aber in dem Berufungsurteil iſt nicht feſtgeſtellt worden, daß der
Beklagten nicht billigerweiſe zugemutet werden konnte, die Weiche
der Anſchlußgleiſe in geeigneter Weiſe zu beleuchten. Da der
Loko=
motivführer bei hellem Tage leicht auf eine Entfernung von mehr
als 100 Metern erkennen kann, ob die Weiche falſch oder richtig
geſtellt iſt, ſo liegt die Annahme nahe, daß er bei der Beleuchtung
der Weiche den Zug rechtzeitig zum Stehen gebracht hätte und
der Zuſammenſtoß vermieden wonden wäre.
Der Beklogte hätte alſo den Nachweis zu führen, daß das
Unglück trotz der Beleuchtung der Weiche geſchehen wäre. Er
kann nicht einwenden, daß die in verbrecheriſcher Abſicht
han=
delnde Perſon die zur Beleuchtung dienende Laterne ausgelöſcht
haben würde. Denn wäre die Einrichtung regelmäßiger
Beleuch=
tung getroffen geweſen, ſo hätte der Mangel der Beleuchtung als
Warnungszeichen gewirkt und den Lokomotivführer veranlaſſen
müſſen, die Weiche mit der zur Vermeidung eines
Zuſammen=
ſtoßes erforderlichen Lansſamkeit zu befahren oder ſie vorher zu
unterſuchen.
Das Reichsgericht gelangt zu einer Aufhebung des
Be=
rufungsurteils und Zurückverweiſung der Sache, da das
Vor=
liegen höherer Gewalt nicht rechtsbedenkenfrei feſtgeſtellt ſei. Bei
der erneuten Entſcheidung ſoll das Berufungsgericht prüfen, ob
die nur einmal täglich ſtattfindende Begehung der Strecke als
ausreichend angeſehen werden kann. Dieſe rein betriebstechniſche
Frage hat ſeit dem Attentat von Leiferde eine eingehende
Be=
handlung in der Preſſe gefunden. Nach dem Urteil des
Reichs=
gerichts kann für ihre Beantwortung nur ſoviel entnommen
wer=
den, daß bei Regelung der Begehung der Eiſenbahnſtrecke auch
die Erwägung maßgebend ſein muß, ob Betriebsſtörungen durch
verbrecheriſche Anſchläge auf der Strecke ſchon häufiger
vorgekom=
men und deshalb beſondere Ueberwachungsmaßregeln
erforder=
lich ſind.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 9. Dez. 12: von Caſſel: Ruſſiſche Muſik. Glinka:
Ouv. „Das Leben für den Zar” — Tſchaikowsky: Fant. „Eugen
Onegin”. — Tſchaikowsky: Herbſtlied. — Borodin: Steppenſkizze.
— Ipolitow=Jwanow: Suite Caucaſienne, O 3.30: Stunde der
Jugend. Märchengeſchichten. Die Serenade. — Das erſte
Früh=
ſtück. — Die Hochzeitsreiſe. — Die luſtige Landpartie. — Gib mir
ein Küßchen! — Das unſichtbare Krönlein (für Kinder vom 6 Jahre
ab). O 4.30: Hausorch. Waldteuſel=Walzer. O 5.45: Leſeſtunde:
Aus „Die Kultur der Renaiſance in Italien” von Jacob
Burck=
hardt. O 6.15: von Eaſſel: Dr. Paſſarge über Spaniſche Städte,
Sevilla‟. O 6.45: „Die Reformmethode im neuſprachlichen
Unterricht, an deutſchen Beiſpielen dargelegt”, von Geheimrat Walter.
O 7.15: Italieniſch. O 8.15: Vortragsabend Dr. Erich Foriner=
Wien: „Altwiener Miniaturen”, Anſchl.: 12.30: Tanzmuſik Kaffee
Sacher.
Stuttgart.
Donuerstag, 9. Dez. 3.50: Frauenſtunde von Hilde
Zimmer=
mann. O 4.15: Uebertr. von Karlsruhe. Konzert. Polizeikapelle
Karlsruhe (Leit.: Obermuſikm. Heiſig). Mitw.: Nelly Schlager.
Offenbach: Ouverture „Orpheus in der Unterwelt”. — Thomas:
Fant. „Mignon”. — Grieg: Hochzeitstag auf Troldhaugen. —
Geſangseinlage. — Bizet: Adagietto. — Strauß: Geſchichten aus
dem Wiener Wald. — Rubinſtein: Lichtertanz der Bräute von
Kachmir. — Geſangseinlage. — Lacombe: Frühlingsſtändchen. —
Sullivan: Aus „Der Mikado‟, O 5.30: von Karlsruhe: Intendant
Dr. Waag: Die kulturelle Bedeutung der gemeinnützigen Theater
für das Land. O 6.15: Dramat. Funkſtunde (Schauſpiel), O 6.45:
Aerztevortrag: Ueber Schminken und Pudern vom ärztlichen
Stand=
punkt. O 7.15: Prof. Verweyen: Die Bedeutung des Schweigens.
O 8: Aus der Liederhalle Konzert des Philharm. Orch. Guſtav
Mahler: Auferſtehungsſinfonie. Sol.: E Weishaar (Sopran).
An=
ſchließend: Schwähiſcher Dichterabend. Mirjam‟. Drama von Fritz
Nothardt. Anſchl.: von Berlin: Tanzkapelle Ette,
Berlin.
Donnerstag, 9. Dez. 12.30: Die Viertelſtunde für den
Land=
wirt. O 4: Dr. Leppmann: „Stefan Zweig”. O 4.30: Konzert=Orch.
Kermbach. O 7.05: Hans Dominik lieſt aus ſeinem neuen Roman:
Der Brand der Cheopspyramide. O 7.25: Spaniſch. O 7.55:
Reichsminiſter Dr. Scholz: Beamtenſchaft und Volksſtaat. O 8.30:
Konzert. Cornelius: Die Hirten. Die Könige (Frida Langendorf,
Alt). — Mayerhoff: Heilige Nacht. O 9.15: „Das Apoſtelſpiel”
von Max Mell. Einf.: C. M. Köhn. Perſ.: Der Großvater:
A. Braun; Magdalen: Edith Fritz; Johannes: L. Müthel; Petrus:
W. Franck. O 10.30: Tanzorch. Ette.
Königswuſterhauſen. Donnerstag, 9. Dez. 2.30: Hausbau und
Lichtenberger: Die Organiſation d. ſtädt. Michverſorgung in den
U. S. A. von der Kuh bis zu dem Konſumenten. O 6.30: Dr.
Michaelis: Dichterſtunde: Stifter. Vorrede zu den bunten Steinen.
O 7: G. v. Eyſeren u. C. M. Alfieri: Spaniſch für Anfänger.
O 7.30: Prof. Schubert: Beethovens Kammermuſik. Trios.
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Nummer 341
Donnerstag, den 9. Dezembei 1926
Geite 9
Deutſche Forſcherarbeit in Indien.
Indien=Expedition des Leipziger Forſchungsinſtituts für Völkerkunde.
Der größte Getreideſpeicher der Welt.
An Bord der „Fulda‟.
Von rechts nach links: Dr. Freiherr von Eickſtädt, der Leiter der Indien=Expedition, Kapitän
R. Arndt und Frau von Eickſtädt=da Coſta, eine Schülerin des bekannten Freibunger
Anthro=
pologen Profeſſor Eugen Fiſcher, die als Aſſiſtentin die Expedition begleitet.
Unſer Bild zeigt die Rieſenbehälter der Getreide=Speicher=Geſellſchaft in Forth Worth (Texas),
die 1 750 000 Scheffel Getreide faſſen. Das Größenverhältnis der auf dem Bilde ſichtbaren
Güterwagen zu den Getreidebehältern veranſchaulicht die rieſigen Ausmaße der letzteren. Fort
Worth iſt der größte Getreidemarkt im ſüdlichen Teil der Vereinigten Staaten.
Reich und Ausland.
* Frankfurter Chronik.
WSN. Karl Klimſch geſtorben. Der Seniorchef und
Be=
gründer der Firma Klimſch u. Co., in deren Verlag ſeit üüber 50 Jahren
das verbreitetſte graphiſche Fachblatt der Welt, der Allgemeine
An=
zeiger für Druckereien” erſcheint, iſt im Alter von 86 Jahren geſtorben.
— Der Tod auf den Schienen. Auf dem Bahnhof
Langen=
ſelbold (Strecke Hanau—Fulda) iſt am Dienstag nachmittag bei der
Ein=
fahrt des Perſonenzuges 933 um 3 Uhr nachmittags ein Reiſender aus
bisher noch nicht aufgeklärter Urſache lebensgefährlich verletzt worden.
Der Verletzte wurde im Landkrankenhaus Hanau eingeliefert und iſt
dort inzwiſchen geſtorben. Die eingeleitete Unterſuchung hat ergeben,
daß es ſich um den Privatier Adolf Heinrich Haſſelmann, wohnhaft in
Leſſel Kiefernheide (Kreis Achim in Hannover) handelt. Als der Zug
einfuhr, ſah das Zugperſonal den Mann plötzlich vor der Maſchine
ſiegen. Da ſonſtige Augenzeugen fehlen, konnte noch nichts Näheres über
den Vorfall feſtgeſtellt werden. — Der Autotod. Am Samstag
nachmittag wurde in der Bethmannſtraße der Privatier Friedrich
Theo=
bald von einem Perſonenkraftwagen angefahren und am Kopfe ſo ſchwer
verletzt, daß er nach dem Hoſpital verbracht wenden mußte, wo er
in=
zwiſchen verſtorben iſt. Der Verunglückte ſoll trotz abgegebener
War=
nungszeichen in das Auto hineingelaufen ſein. Die Schuldfrage iſt noch
nicht geklärt. — Von der Straßenbahn der Fuß
abge=
quetſcht. Am Montag vormittag gegen 9 Uhr ſprang im Stadtteil
Heddernheim der Arbeiter Georg Scholl auf einen fahrenden
Straßen=
bahnzug der Linie 23, wobei er zu Fall kam und ihm vom Anhänger der
linke Fuß abgefahren wurde. Er wurde ins Krankenhaus verbracht. —
Großer Gemäldediebſtahl. Am vergangenen Sonntag wunde
in einem hieſigen Gemäldeſalon eingebrochen und dabei zehn wertvolle
Gemälde bekannter moderner Meiſter, zum Teil mit Rahmen, geſtohlen,
Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die
hieſige Kriminalpolizei, Kommiſſariat 3. — Einfalſcher Prieſter.
Mit einem intereſſanten Kriminalfall beſchäftigen ſich gegenwärtig die
ſüddeutſchen Kriminalpolizeibehörden. Ende November ſtellte ſich beim
biſchöflichen Ordinariat ein Prieſter vor und bat um die Erlaubnis, in
der Diözeſe Augsburg Meſſen leſen zu dürfen. Dabei zeigte er eine
Beſcheinigung der Diözeſe München=Freiſing vor, die ihn zum
Meſſe=
leſen in dieſer Diözeſe berechtigte. Er erhielt dann auch in Augsburg
für zwei Wochen Zelebraterlaubnis, dagegen wurden ihm die epbetenen
Meſſeſtipendien verſagt. Der angebliche Prrieſter hat bei dem Ordinariat
Augsburg angegeben, daß er Andreas Varkas heiße und zeigte von
ver=
ſchiedenen Bistümern Oſterreichs und Belgiens Ausweiſe vor wonach
er dort Meſſen leſen durfte. Dieſe Ausweiſe ſind echt. In Augsburg
nannte ſich der angebliche Prieſter Andreas Vardas aus Syra und
näch=
tigte unter dieſem Namen in einem Augsburger Hotel. Wie ſich
er=
mitteln ließ, hat der Unbekannte bei den engliſchen Fräuleins und dem
Kapuzinerorden in Augsburg um Unterſtützungen nachgeſucht und auch
erhalten. Es beſteht nun der Verdacht, daß Bardas mit einem gewiſſen
Cambar Benjamin Varda identiſch iſt der das Haupt einer
Betrüger=
bande iſt, die von der Staatsanwaltſchaft Brüſſel geſucht wird und die
in Frankreich, Belgien und Holland auftrat und zwar unter den Titeln
von Prinzen Baronen, Profeſſoren, Prieſtern, Diakonen, die bei Zivil=
und Kirchenbehörden, ſowie Charitasverbänden für angebliche aſſyriſche
Flüchtlinge milde Gaben ſammelten. Varda wurde mit Teilen ſeiner
Bande nach Aburteilung aus Frankreich, Belgien und Holland
ausge=
wieſen und ſcheint nun in Deutſchland ſein Unweſen treiben zu wollen.
Schwerer Unfall beim Umbau einer Eiſenbahnbrücke.
München. Die Reichsbahndirektion teilt mit: Dienstag früh
1.30 Uhr fiel infolge Weglaufens des Gegengewichts der auf Gleis
Salzburg—Roſenheim ſtehende, zum Einfügen einer Brücke in der Nähe
von Salzburg beſtimmte 25 Tonnen=Kran beim Ausdrehen von der
Brücke in den Glanbach. Hierbei wurden zwei
Bahnunterhaltungsge=
hilfen getötet, vier ſchwer und ſieben leicht verletzt. — Zu dem Ungluck
an der Glanbrücke erfahren wir noch: In der Nacht zum Dienstag
ver=
anlaßte die Bahninſpektion der Deutſchen Reichsbahn die Einfügung
von ungefähr 45 Grad geſchwenkt. Gleich darauf zeigte ſich das
Gegengewicht als zu leicht und rollte ab. Im nächſten Augenblick
be=
gann der Kran nebſt Wagen in die Tiefe zu ſinken und fiel ſchließlich
ins Bachbett. Zwei Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, 11 verletzt.
Da die Kuppelung zwiſchen dem Kranwagen und der Lokomotive zerriß,
kam die letztere knapp vor dem Abgrund zum Stehen.
Schwere Bluttat.
Aachen. Der Arbeiter Heinrich Janſen, der wegen gefährlicher
Körperverletzung ſeines Bruders zu ſechs Monaten Gefängnis verurteilt
worden war, hatte am Nachmittag des Tages der Verurteilung mit
ſeinen Eltern, mit denen er wegen ſeiner Frau in Unfrieden lebte, eine
blutige Auseinanderſetzung. Er ſchlug ſeinem 76jährigen Vater mit
einer Flaſche auf den Kopf und ſchlug ſodann mit einem Stuhl auf den
Vater und ſeine 70jährige Mutter ſolange ein, bis beide regungslos
liegen blieben. Hierauf ſtellte er ſich der Polizei. Dieſe fanden die
Mutter tot auf und ſchafften den Vater, an deſſen Aufkommen
ge=
zweifelt wird, in ein Krankenhaus.
Neun Jahre Zuchthaus wegen Raubüberfall auf ein Poſtamt.
Braunſchweig. Das große Schöffengericht verhandelte am
Dienstag gegen Paul Göriſch, der im Januar d. J. mit einigen Genoſſen
den Ueberfall auf das Poſtamt in Jerxheim ausgeführt hat, wobei ihnen
Wertſachen im Betrage von etwa 30000 Mark in die Hände fielen,
außerdem wurden Goriſch einige andere Straftaten zur Laſt gelegt.
Das Urteil lautete wegen ſchwerer Diebſtähle und ſchweren Raubes auf
9 Jahre Zuchthaus.
Schiffszuſammenſtoß.
Hamburg. Zwiſchen den Feuerſchiffen Elbe 2 und Elbe 3 ſind
der von London kommende Hamburger Dampfer „Lorenz Ruß” und
der ſchwediſche Dampfer „Ella”, der von Rochefort kam,
zuſammenge=
ſtoßen. Beide Schiffe wurden ziemlich ſtark beſchädigt und mußten in
Hamburg auf Dock gelegt werden.
Zuſammenſtoß zwiſchen Eiſenbahn und Kraftwagen.
Dresden. Montag mirtag ſtieß auf der Schmalſpurlinie Schön=
Senſationspreiſe für Muſikerhandſchriften.
Hu Ou der iM.4 4
Eie Eeh erae e Der erifi in Setit in
anſcheinend richtiger Bremſung nicht aufgehalten werden.
In der Kunſthandlung Hinrici in Berlin gelangte ſoeben die
wertvolle Heyer=Muſikerautographenſammlung aus Köln zur
Verſteigerung. Die Auktion, an der 1700 Muſikſtücke und 22000
Muſikerbriefe ausgeboten waren, begegnete auch ſeitens
auslän=
diſcher Sammler ſtärkſtem Intereſſe, ſo daß zahlreiche
Koſtbar=
keiten allerdings zu ſenſationellen Preiſen nach dem Ausland
gingen. — Unſer Bild zeigt das Präldium der Fuge H=Moll für
Orgel von Bach, für das ein Florentiner Antiquar angeblich im
Auftrage eines amerikaniſchen Sammlers 14 600 Mark bezahlt hat.
Polniſche Matroſenmeuterei.
e. Berlin. Im polniſchen Hafen von Gdingen verübten 24
be=
trunkene polniſche Matroſen, die zur Landtruppe verſetzt wurden eine
Meuterei. Zwei dazwiſchen tretende Unteroffiziere wurden durch
Meſſer=
ſtiche verletzt. Ein hinzukommender Marinekapitän mußte vor den
einſtürmenden Matroſen von der Schußwaffe Gebrauch machen. Durch
Gendarmen konnte ſchließlich der größte Teil der aufſtändiſchen Matroſen
verhaftet werden.
Der große Stettiner Einbruch aufgeklärt.
Berlin. Wie ſeinerzeit gemeldet, wurde in der Nacht zum 3. d.
Mts. im Städtiſchen Arbeitsamt zu Stettin ein großer
Geldſchrank=
einbruch verübt. Geſtohlen wurden 54 000 Mark, die zur Auszahlung
an die Erwerbsloſen beſtimmt waren. Als Täter wurde nunmehr der
28 Jahre alte Händler Otto Schulz, ein gewerbsmäßiger
Geldſchrank=
einbrecher und entſprungener Zuchthausler, verhaftet. Nach anfänglichem
Leugnen gab Schulz den Einbruch in Stettin zu, den er allein ausgeführt
haben will. Ein Teil des Geldes wurde bei dem Verhafteten noch
ge=
funden.
Ehrenmal für die gefallenen Kadetten.
Für April 1927 iſt die Einweihung einer Gedenktafel in der Kirche
der ehemaligen H. R. A. nebſt Niederlegung eines „goldenen Buches”,
das die Namen der 3000 Gefallenen enthält, in Ausſicht genommen.
Alle ehemaligen Kadetten und Angehörigen der Gefallenen werden
ge=
beten, mindeſtens eine Mark auf Poſtſcheckkonto Verlin Nr. 39676 für
„Reichsbund ehemaliger Kadetten, Bundesleitung” — Denkmalsfonds —
einzuzahlen, damit die rechtzeitige Herſtellung geſichert iſt.
Schweres Brandunglück.
Rheine. In Delft erlitten drei in der Wohnung allein
ge=
laſſene Kinder, die beim Spielen den Herd umwarfen, ſchwere
Brand=
wunden. Das eine Kind iſt bereits den Verletzungen erlegen, während
die beiden anderen in Lebensgefahr ſchweben.
Ein Schiff für 6000 Franken. — Verſteigerung von Kriegsſchiffen
in Belgien.
TU. Amſterdam. Wie der „Nieuwe Rotterdamſche Courier”
aus Brüſſel berichtet, gelangten in Brügge 17 kleine Kriegsſchiffe der
belgiſchen Flotte zum öffentlichen Verkauf. Darunter befanden ſich
auch ſechs ehemalige deutſche Torvedoboote, die ſeit dem
Waffenſtill=
ſtand zur belgiſchen Flotte gehörten. Bei der geſamten Auktion
wur=
den nur 200 000 Franken erzielt. Die meiſten Preiſe lagen zwiſchen
15000 und 17 000 Franken" für zwei noch brauchbare Lorpedoboote
wurden 18 000 und 14 500 Franken bezahlt. Ein großes Schiff brachte
33 000 Franken. Der niedrigſte für ein Schiff auf dieſer Auktion
be=
zahlte Preis war 6000 Franken.
Tſchechiſche Schulen im deutſchen Sprachgebiet.
Ueberall im deutſchen Sprachgebiet der Tſchechoſlowakei ſind in den
letzten Jehren tſchechiſche „Minderheitenſchulen” gegründet worden, die
alle zu ganz erheblichem Prozentſatz von deutſchen Kindern, auf die man
einen Druck ausübt, beſucht werden. So iſt kürzlich auf Grund des
vorliegenden ſtatiſtiſchen Materials feſtgeſtellt worden, daß in den weſt=
und ſüdböhmiſchen Ortſchaften 35 tſchechiſche Schulklaſſen von 705
Kin=
dern beſucht werden, von denen nicht weniger als 439 deutſche
Umgangs=
ſprache haben. Es gibt einzelne „tſchechiſche” Schulen, die zum
über=
wiegenden Teil, ſogar ausſchließlich von deutſchen Kindern beſucht werden.
Das Lawinen=Unglück in der Schweiz.
EP. Mailand. Ueber das Lawinen=Unglück auf dem Großen
St. Bernhard werden folgende Einzelheiten gemeldet: Dreizehn Mönche
und Novizen hatten am Dienstag zur Uebung im Sbi=Fahren einen
Aus=
flug in der Richtung des Col de Fenetre an der italieniſch=ſchweizeriſchen
Grenze unternommen. Als ſie am Fuße des Paſſes angelangt waren,
ging gegen 10 Uhr eine ungeheure Lawine von der Paßhöhe nieder
er=
faßte fünf von ihnen und trug ſie auf die italieniſche Seite 500 Meter
ins Tal. Die Ueberlebenden machten ſich ſofort auf die Suche nach den
Verunglückten und konnten nach einer Stunde fieberhafter Anſtrengung
die fünf Verunglückten aus dem Schnee befreien. Zwei von ihnen waren
unverſehrt, die drei anderen ſchwer verletzt und halb erſtickt. Trotzdem
ſie auf dem ſchnellſten Wege zum Hoſpiz überführt wurden, gelang es
nicht, ſelbſt bei Anwendung künſtlicher Atmungsverſuche, ſie ins Leben
zurückzurufen.
Die Unwetterverheerungen in Ungarn.
EP. Budapeſt. Erſt heute laſſen ſich die Folgen des am Sonntag
und teilweiſe auch Montag über Transdanubien niedergegangenen
Schneeſturms überblichen. Im nordweſtlichen Teile Transdanubiens,
von Raab bis Brugg und Steinamanger iſt die ganze Gegend mit einer
teilweiſe 60—80 Zentimeter hohen Schneeſchicht bedeckt. Der
Eifenbahn=
verkehr mit Oeſterreich iſt vollſtändig lahmgelegt. Die am Montag nach
Wien und Budapeſt abgefahrenen Züge ſind zwiſchen Raab und Brugg
auf offener Strecke ſtecken geblieben. Der Abendſchnellzug, der Wien um
Mitternacht verließ und am Dienstag 6 Uhr in Budapeſt hätte
ein=
treffen ſollen, war um 6 Uhr abends noch nicht in Budapeſt. Die
Strecke Raab-Brugg iſt ſtellenweiſe mit einer 1½ Meter hohen
Schnee=
maſſe bedeckt, und die Bahnſtrecke kann vor 24 Stunden kaum fahrbereit
gemacht werden. Telephon= und Telegraphenleitungen ſind noch immer
vollſtändig unterbrochen. Trotzdem Militär und techniſche Truppen ſeit
Montag früh ununterbrochen an der Inſtandſetzung der Leitungen
ar=
beiten, iſt es nicht zu ermöglichen, daß vor zwei bis drei Tagen der
nor=
male Telephonverkehr wieder aufgenommen werden kann.
Erdbeben in Johannesburg.
Johannesburg. Hier wurde am Montag eine Reihe von
Erd=
ſtößen verſpürt. Im Wolhuter Goldbergwerk barſten in einer Tiefe von
2700 Fuß die Felſen, wodurch ein Europäer und drei eingeborene
Berg=
leute getötet und ſieben Eingeborene ſchwer verletzt wurden.
Buſchbrand in Auſtralien.
Sybneh. In Neu=Südwales ſind Buſchbrände ausgebrochen.
Drei Perſonen ſind in den Flammen umgekommen. Viele wurden
ſchwer verletzt.
TV.
Korpulente ſehen alt aus 14049
und, da auch der übermäßige Körperanſatz der Geſundheit unzuträglich
iſt, raten wir allen Leſern, die korpulent ſind oder Neigung zum
Stark=
werden beſitzen, eine Zehrkur mit Toluba=Kernen vorzunehmen.
Toluba=Kerne enthalten wirkſame, das Fett zerſetzende, dabei aber
unſchädliche Stoffe. Sie erhalten die echten Toluba=Kerne mit
ärztlichen Gutachten, hervorragenden Anerkennungen, genauer
Be=
ſchreibung über Wirkung, Anwendung und Zuſammenſetzung in Apotheken.
Geſchäftliches.
Schaufenſterbeleuchtung in der Weihnachtszeit.
Schon werden die Tage erheblich kürzer, zwiſchen vier und fünf Uhr
ſetzt bereits die Dämmerung ein. Der Winter naht und mit dem
Winter die Weihnachtszeit. Nur noch wenige Wochen trennen uns von
dieſem ſchönen Feſt. Allmählich wird man bereits daran denken, ſeine
Weihnachtseinkäufe zu beginnen. Die Geſchäftswelt wird ſich ebenfalls
in kurzer Zeit auf Weihnachten umſtellen und beſonders durch
ver=
lockend ausgeſtattete Schaufenſter den Käuferſtrom auf ſich ziehen.
Fa=
milien, in denen Kinder ſind, werden ja ſchon bald durch die begreifliche
Aufregung der Kleinen und ihre unbezähmbave Neugier veranlaßt
wer=
den, die Geſchäfte zu beſuchen oder jedenfalls die Auslagen zu betrachten.
Doch groß ſind die Kreiſe derjenigen, die im allgemeinen in den
aller=
letzten Tagen vor dem Feſt überhaupt erſt daran denken, daß
Weih=
nachten naht und dann in überſtürzter Haſt und Eile für ihre
Ange=
hörigen einige Geſchenke beſorgen. Es gilt daher auch in dieſen Kreiſen
ſchon von vornherein ein Weihnachtsgefühl zu erregen, und was könnte
hier mehr dazu dienen, als eine feſtliche, heitere Beleuchtung? Mit
be=
ſonderem Glück haben im vorigen Jahr die Dresdener Geſchäftsleute
dieſen Grundſatz befolgt und ſchon einige Wochen vor dem Feſt
be=
ſonders in der Prager Straße (der Hauptverkehrsſtraße Dresdens) durch
Ausſtattung der Schaufenſter mit illuminierten Weihnachtsbäumen das
Intereſſe der Käuferſchar auf ſich gezogen. Dieſes kleine Beiſpiel iſt ein
ſchönes Muſter und ſollte allen einſichtigen Kaufleuten als Vorbild
dienen. In den Abendſtunden müſſen von Anfang Dezember an die
Schaufenſter im ſtrahlenden Licht daliegen, um die Waren im wahrſten
Sinne des Wortes ins rechte Licht zu ſetzen. Beſonders an den dem
Feſt vorausgehenden Sonntagen, die erfahrungsgemäß eine große
An=
zahl von Kaufluſtigen auf die Straße bringen, ſollte dieſer Grundſatz
einer allgemeinen reichlichen Beleuchtung in den Schaufenſtern und
na=
türlich auch in den Verkaufsräumen befolgt werden. „Licht lockt Leute‟.
Dieſer alte Erfahrungsſatz wird gerade in der Weihnachtszeit ganz
be=
ſonders ſich bewahrheiten. Es wird im Publikum durch eine derartige
Feſtbeleuchtung in den Läden ſicherlich eine viel kauffreudigere Stimmung
erzeugt werden und jedem Geſchäftsmann wird ſich dieſe Beleuchtung
durch erhöhte Umſätze bezahlt machen. Darum ſollte der Grundſatz der
Kaufleute in den nächſten Wochen der ſein, die Schaufenſter ſchön zu
be=
leuchten. (Siehe auch Inſeratenteil.)
Die Konditorei und Café Baur, hier, Karlsſtraße 113,
hat, um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen, ihre Geſchäftsräume
der Neuzeit entſprechend umgearbeitet und neu eingerichtet. Es iſt nun
daraus ein ſchönes, jeden Anforderungen entſprechendes, gemütliches
Familien=Café mit Konditorei entſtanden. Die Eröffnung erfolgt
eute, Donnerstag, den 9. Dezember, vormittags 12 Uhr. Wir
ver=
weiſen auf die Anzeige in der heutigen Nummer. — Auf die
Ausgeſtal=
tung der Räume und des Umbaues kommen wir in einem ſpäteren
Bericht noch zurück.
uprchtinenang Nude / Maup=
Verantwortilich für Polltt und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleton, Reich und
ludiand und Heſſiſche Nadrichten Max Streeſe; ür Sport: Dr. Eugen Buhlmann;
für den Schlußdienſl. Andreas Bauer; für den Juſeratenteil: Willv Kuble;
ruch und Verlas, T. C. W.. ch. Imtlich in Darmſtadt.
Die üentige Nummer naf 16 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 341
Donnerstag, der 9. Dezember 1926
Seite 11
Sperh Spier und Tarnen.
Fußball im Odenwaldkreis.
V. f. R. Bürſtadt—Germania 08 Pfungſtadt 3:0 (1:0).
Olympia Lorſch—Sportvgg. 04 Arheilgen . . . 1:2 (0:1).
Union Darmſtadt—Sportverein Münſter . . . 2:2 (2:1).
Fußballverein Biblis—Olympia Lampertheim . 0:1 (0:0) abgebr.
Ein kritiſcher Sonntag in der Odenwaldkreisliga liegt hinter uns.
Die Ergebniſſe kommen dem Eingeweihten nicht unerwartet höchſtens
die Höhe des Bürſtädter Sieges über Pfungſtadt überraſcht. Gehen nun
die Ergebniſſe in Ordnung, ſo aber nicht die Begleitumſtände der
ein=
zelnen Spiele, und es iſt an der Zeit, auch hier einmal auf dieſe
Uebel=
ſtände hinzuweiſen, ſoll nicht die Sache noch mehr Schaden leiden.
Es iſt leider eine bedauerliche Erſcheinung, daß gerade in dieſem Jahre
der Kampf in der Odenwaldkreisliga Zuſtände zutage hat treten laſſen,
die geeignet ſind, dem Anſehen des Fußballſportes ſchwerſten Schaden
ßuzufügen. Einesteils liegt die Urſache darin begründet, daß in dieſem
Jahre nach dem Ausſcheiden der Spielvgg. Sandhofen das Gros der
Meiſterſchaftsbewerber ziemlich gleichſtark iſt und aus dieſem Grunde
heraus ein großer Teil der Vereine mit allen Mitteln verſucht, Punkte
und damit den Meiſtertitel zu erwerben. Daß bei dieſer Kampfesweiſe,
die noch die Unterſtützung aufgeputſchter fanatiſcher Anhänger findet, es
Mannſchaften weniger robuſter Spielweiſe ſchwer fällt, ſich durchzuſetzen,
liegt klar auf der Hand und erklärt auch wiederum manches ſcheinbar
überraſchend kommende Ergebnis. Ein weiterer Grund der bedauerlichen
Zwiſchenfälle iſt darin zu ſuchen, daß wir in dieſem Jahre leider
Mann=
ſchaften mit im Kampfe ſehen, die wohl ſpieleriſch den Anſprüchen einer
Kreisliga genügen, ſportmoraliſch aber auch noch viel, ſehr viel zu
wünſchen übrig laſſen. Daß in dieſer Beziehung einige Riedorte den
Vogel abſchießen, iſt bedauerlich, kann aber nicht in Abrede geſtellt
wer=
den. Auch ſogenannte „Eingeſandts” werden an dieſer Tatſache nichts
ändern können, da das vorliegende Material derart belaſtend iſt, daß ein
Abſchwächungsverſuch von vornherein zum Fiasko werden würde. So
bedauerlich dieſe Feftſtellung gerade hier an öffentlicher Stelle iſt, man
kommt aber darüber nicht hinweg, es ſei denn, man will die bewußte
Vogel Strauß=Politik betreiben. Es iſt jedenfalls höchſte Zeit, daß ſich
die zuſtändige Sportbehörde einmal ernſthaft mit den eingeriſſenen
Zu=
ſtänden befaßt und mit härteren Mitteln eine Beſſerung zu erzielen
ver=
ſucht. Gerade gegen eine Reihe Unverbeſſerlicher kann nur ſchärfſtes
Durchgreifen helfen.
Ueber die Treffen des 5. Dezember iſt folgendes kritiſch zu ſagen.
Die Niederlage der Pfungſtädter in Bürſtadt war an ſich anzunehmen,
liegt aber in der Höhe darin begründet, daß Bürſtadt auf „Sieg” ſpielte.
Die ſcharfe Spielweiſe und im Zuſammenhang damit vor Spielbeginn
gegenüber den Gäſten geäußerte Drohungen ließen vor allem den
Pfungſtädter Sturm derart reſerviert ſpielen, daß der Kampf eigentlich
ſich nur gegen die Pfungſtädter Verteidigung richtete, die ſich nach Lage
des Falles glänzend hielt. Ein völlig ungenügender Schiedsrichter machte
die Niederlage völlig. — Arheilgen brachte es auch ohne ſeinen
ver=
letzten vorzüglichen Mittelſtürmer fertig, in Lorſch knapp zu gewinnen,
hatte aber inſofern Glück, als Lorſch ſeinen ausgezeichneten Mittelläufer,
der im Spiel gegen Pfungſtadt eigens aus Köln beigeholt worden war,
nicht zur Stelle hatte. Auch hier hatten die Gäſte unter einem fanatiſch
eingeſtellten Publikum zu leiden; mehr iſt über dieſes Spiel nicht
be=
kannt geworden, doch laſſen Pridatinformationen auf wenig Erfreuliches
ſchließen. — In Darmſtadt gab es zwiſchen Union und Münſter den
erwarteten hartnäckigen Kampf, aus dem ſich die Gäſte mit einem
Achtungserfolg aus der Affäre zogen, zumal die Unioniſten auf eigenem
Platz bisher nur drei Punkte verloren haben, wovon eben einer den
Münſterern zufällt. Ganz ſo „ohne” ſcheint es allerdings auch nicht
zu=
gegangen zu ſein, da bei Münſter ein Manu als verletzt und einer als
„hinausgeſtellt” gemeldet wird. Immerhin vertrug man ſich
einiger=
maßen. — Dagegen war wiederum Biblis der Ort unerwünſchter
Vor=
kommniſſe. Nach beiderſeits ſehr hartem Spiel unter Leitung eines
ziemlich unfähigen Schiedsrichters kam es nach dem erſten Treffer der
Lampertheimer zu einer Auseinanderſetzung, in die ſich dann das
Publi=
kum tätlich einmiſchte, ſo daß der Schiedsrichter den Kampf abbrach.
Daß der Unparteiiſche dann ſelbſt unter den Leidtragenden ſich befand,
nimmt bei der bekannten Einſtellung des Bibliſer Anhangs kein Wunder.
Wie wir in letzter Minute erfahren, dürften die Vorkommniſſe ſogar ein
gerichtliches Nachſpiel haben. Wenn hier nicht mit ſchärfſten Mitteln
durchgegriffen wird, kann der S. F. V. noch blaue Wunder in dieſer
Ecke erleben.
Die Tabelle zeigt nach dieſem Sonntag folgendes Ausſehen:
Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte V. f. R. Bürſtadt 10 24:19 13 Sportvgg. Arheilgen 24:13 12 Sportverein Münſter 21:14 12 Germania Pfungſtadt 19:12 10 Olympia Lampertheim 20:16 10 Union Darmſtadt 29:23 10 Fußballverein Biblis. 13:21 Olympia Lorſch 17:34 Viktoria Griesheim . 8 0 11:26 Handkall.
Polizeiſportverein—Mainz=Kaſtel 1:1 (1:1).
Mit dieſem mageren Ergebnis mußte ſich die hieſige Polizeielf
zu=
frieden geben. Es war dies auch kein Wunder, da ſie aus dienſtlichen
Gründen auf drei ihrer beſten Stürmer verzichten mußte, während der
Gegner in ſtärkſter Aufſtellung erſchien.
Mit Freigabe des Balles entwickelte ſich ſofort ein flottes Spiel.
Kaſtel fand ſich gleich, während es im grünen Sturm überhaupt nicht
klappen wollte. Die Angriffe des Gegners konnten nur durch das
auf=
opfernde Zerſtörungsſpiel, der Läuferreihe und die ſichere Arbeit der
Verteidigung zunichte gemacht werden. Eine ſchöne Vorlage des Polizei=
Mittelläufers nahm der Mittelſtürmer auf und ſandte zum Führungstor
ein. Der Ausgleich ließ aber nicht lange auf ſich warten. Das zu weite
Aufrücken der Läuferreihe benützt der Halblinke Kaſtels und gleicht aus.
Mit dieſem Reſultat ging es in die Pauſe. Nach Wiederanpfiff ſetzten
ſich die Poliziſten ſofort in des Gegners Hälfte feſt. Aus dieſer
Um=
klammerung konnte ſich Kaſtel in den nächſten 30 Minuten nicht mehr
befreien. Nur der allzu zahlreichen Verteidigung und dem ungenauen
Schußvermögen hat es Kaſtel zu verdanken, daß keine Tore mehr fielen.
In der Spielweiſe der Rheinſtädter konnte man mit Befriedigung
feſtſtellen, daß ſie ihre frühere Unfairnis abgelegt haben; dagegen haben
ſie das dauernde Monieren des Schiedsrichters noch nicht verlernt.
Der Schiedsrichter, ein Herr aus Worms, konnte nicht beſonders
überzeugen. Den gezeigten Leiſtungen nach hätte die Polizei einen Sieg
mit 3: 1 verdient gehabt.
Schießſport.
Es hat den Anſchein, als ob etwas Leben in die heſſiſchen
Schützen=
vereine gekommen iſt. Zur Zeit finden ſonntäglich Freundſchaftskämpfe
zwiſchen den Vereinen ſtatt, an denen ſich nicht nur hi ſige, viel mehr
auch auswärtige Vereine beteiligen. Will man endlich die vorhandenen
Sportkräfte ſameln, ſie fördern, damit im kommenden Jahr unſer
Heſſenländchen würdig und ſportlich wird vertreten werden können, auch
außerhalb ſeiner Grenzen? Zu begrüßen iſt die Zuſammenfaſſung aller
heimatbewußten heſſiſchen Schießſportvereine, die ihren Sport rein
ſportlich ausüben. Wir wünſchen, daß in Zukunft ſchießſportliche
Orga=
niſationen anderer Länder ſich etwas weniger um unſer Heſſenland
küm=
mern und den Heſſen ihr Land zur friedlichen Entwicklung des
Schieß=
ſports überlaſſen; ebenſowenig, wie die heſſiſchen Vereine verſuchen,
ihre Tendenzen in andere Länder hineinzutragen, z. B. nach Baden,
Bayern oder Württemberg, ſollte es umgekehrt der Fall ſein. Die
heſſi=
ſchen Vereine wüinſchen, daß die großen Schießſportorganiſatoren neuerer
Zeit ſich hauptſächlich mit ihrer Heimat in Zukunft ſportlich beſchäftigen.
Daß den Worten auch Taten folgen, zeigt die Veranſtaltung vom
letzten Sonntag. „Weidmannsheil”=Darmſtadt hatte zu einem Match
eingeladen. Sehr zahlreich hatten ſich hierzu die Schießſportler
einge=
funden; eine ſehr erfreuliche Erſcheinung. Vor Eröffnung des Matches
konnten durch den Sportleiter zehn Vereine begrüßt werden, außerdem
waren einige Vereinsvertreter anweſend, deren Vereine infolge kurzer
Friſt nicht antreten konnten. Drei Preiſe hatte „Weidmannsheil” zur
Verfüigung geſtellt, darunter eine wertvolle Plakette.
Geſchoſſen wurde auf 50 Meter, 15 Schuß: je 5 Schuß liegend, kniend
oder ſitzend, ſtehend; offenes Viſier pro Schuß eine Minute Zeit. Zur
Verfügung hatten ſich 13 Mannſchaften geſtellt, wobei ſich ſehr gutes
Material befand. Beſonders zeigten ein ſehr gutes Reſultat zwei
kom=
binierte Mannſchaften, wobei die erſte (Ihria 126, Schmeider 119, Michel
117. Schnatz 116) mit 478 Ningen die Deutſche Meiſtermannſchaft von
1926 um acht Ringe überſchoſſen hat. Die zweite zählte 451 Ringe (
Ben=
der 114, Gehbauer 114, Rittſcher 113, Schmitt Sixtus 110. Die beiden
Mannſchaften ſchoſſen außer Konkurrenz.
Vereinsmannſchaftsreſultate:
443 Ringe,
1. „Wildſchüttz‟=Darmſtadt
2. Polizei=Sportverein, Schützenabteilg., Darmſtadt 441 Ringe,
3. Scküitzengeſellſchaft Nieder=Ramſtadt .
408 Ringe,
4. „Windmühle‟= Darmſtadt
401 Ringe,
5. „Weidmannsheil‟= Darmſtadt
.. „ 391 Ringe,
6. „Weidmannsheil”=Darmſtadt . ... . , 354 Ringe,
7. „Windmühle‟=Darmſtadt . . .. . . . . . 348 Ninge,
8. „Weidmannsheil”=Arheilgen . . . . . . . . 305 Ringe,
9. „Weidmannsluſt‟=Darmſtadt . . . . .. . 232 Ringe,
10. „Hubertus”=Alsbach
.. . . . . . . . 282 Ringe,
11. „Weidmannsheil‟=Darmſtadt . . . . . . . 240 Ringe.
Einzelreſultate: Ihrig 126, Schmeider 119 Michel 117,
Schnatz 116, Bender 114, Gehbauer 114 Rittſcher 113, Schmitt Sixtus
ſen. 110, Freidel 106, Heinktickmer 106, Dörr 104, Ludwig 102, Röth 101,
Herpel 100, Wagner 100, Weber 100, Hartmann 100 Ringe.
Eine größere Anzahl Schützen fteht nahe an 100 Ringen, was
im=
merhin bei weniger geübten Schützen als gut bezeichnet werden kann.
Drei Schützen: Emil Schweitzer=Arheilgen (mit 117 Ringen), Herpel=
Darmſtadt (mit 111 R.) und Schmitt Sixtus jun.=Darmſtadt (mit 112 R.)
erfchoſſen die kleine Nadel der deutſchen Sportbehörde bei 110 verlangten
Ningen.
Nur weiter auf dieſem Weg, ihr Heſſen=Schützen, damit im
kommen=
den Jahre der Sieg, die Deutſche Meiſterſchaft, euch zufällt. Weiter
ſprechen wir die Hoffnung aus, daß dieſe Veranſtaltungen dazu beitragen
mögen, alle unſere ſtammes= und heimatbewußten Vereine bald in
unſe=
ren Reihen begrüßen zu können. „Gur Schuß!” zu weiteren
Veran=
ſtaltungen.
Leichtathletik.
Neuordnung in der deutfchen Leichtathletik.
Der Techniſche Ausſchuß der Deutſchen Sportbehörde für
Leicht=
athletik hat, wie wir bereits meldeten, in ſeiner Münchener Sitzung beim
Deutſchen Leichtathletik=Programm durch Anlehnung an die
inter=
nationalen Beſtimmungen eine zum Teil völlige Neuordnung gegeben.
Grundlegend wurde beſtimmt, daß die vom Haager Kongreß des
inter=
nationalen Leichathletikverbandes neu beſchloſſenen internationalen
Wettkampfbeſtimmungen in ihrer Geſamtheit in die
Wettkampfbeſtim=
unungen der DSB. aufgenommen und weiterhin durch die auf der am
28. Dezember in Paris ſtattfindende Tagung des internationalen
Frauen=
ſportverbandes noch zu erweiternden Beſtimmungen ſür Frauen ergänzt
werden. Nachdem das Hammerwerfen im internationalen
Wettkampf=
betrieb zur Leichtathletik zählt und die Sportbehörde daher auch für
Olympiſche Spiele und andere internationale Wettbewerbe die
Hammer=
werfer auswählen und entſenden muß, wurde auch die Uebung in das
Meiſterſchaftsprogramm aufgenommen. Bei den Frauenmeiſterſchaften
wird in Anpaſſung an das Programm der Olympiſchen Spiele der
1000=Meter=Lauf in einen 800=Meter=Lauf umgeändert. Der Dreikampf
ſetzt ſich bei den Frauen=Meiſterſchaften 1927 zuſammen aus 1000 m=Lauf,
Hochſprung und Diskusworfen. — Die Deutſche Meiſterſchaft im 50=
Kilo=
meter=Gehen erhält künftig auch eine Mannſchaftswertung. Die
Deut=
ſche Vereinsmeiſterſchaft 1927 wird auf ſieben Uebungen erweitert,
näm=
lich Weitſprung, Kugelſtoßen, Hochſprung, Speerwerfen, ſowie Laufen
über 100, 800 und 3000 Meter. Das Amt des Starters kann in Zukunft
bei allen in Deutſchland ſtattfindenden nationalen und internationalen
Veranſtaltungen nur noch durch ſolche Perſonen ausgeübt werden, die im
Beſitz einer von der Deutſchen Sportbehörde ausgeſtellten Starterlinzenz
ſind. Alle Aktiven dürfen im Laufe eines Jahres nur noch an höchſrens
zwei Marathonläufen teilnehmen.
Schach.
Internationales Schach=Turnier in Meran.
Die zweite Runde der Schachkämpfe in Meran nahm einen glatten
Verlauf. Bisher hat ſich der Belgier Collé am beſten gehalten, der
als Fiihrer der ſchwarzen Steine einen ganz überlegenen Sieg gegen
Canal davontrug und bisher als Einziger zwei Gewinnpunkte verbuchen
konnte. Noſelli mußte dem nachzichenden Spielmann den Sieg
überlaſſen, und auch in Tartakower, der Grob bezwang, waren die
ſchwarzen Steine erfolgreich. In einer unregelmäßigen Partie ſiegte
Przepiorka gegen Calapſo. Die übrigen Partien ergaben Remis,
und zwar Grünfeld—Alimondo, Sacchoni-Patay und Koſtitſch-Yates.
Grünfeld hatte gegen Alimondo ſchon Gewinnſtellung erlangt, vermochte
dieſe aber nicht auszunutzen.
Kraftſport.
* Meiſter im Ringen der A=Klaſſe des Rhein=Neckar=Gaues
des Athleten=Sportverbandes 1891.
Im Kampf um die endgültige Meiſterſchaft der A=Klaſſe ſtanden ſich
am Samstag abend Stemm= und Ringklub Ludwigshafen
und Stemm= und Ringklub Lampertheim in Lampertheim
gegenüber. Der Vorkampf in Ludwigshafen am 28. November endete
mit 8:6 für Stemm= und Ringklub Ludwigshafen. Lampertheim wetzte
nun wieder die Scharte aus und wurde diesmal mit 10:4 Sieger; ſodaß
er im ganzen 16, der Gegner 12 Punkte verbuchen konnte. Die
Bewer=
tung durch die drei Kampfrichter ließ zu wümſchen übrig, ſonſt hätte es
auch nicht zu dem Fehlentſcheid kommen dürfen, Horrer=Ludwigshafen
als Sieger im Bantamgewicht zu erklären, wo di ſen bereits nach zirka
ſechs Minuten Hahl auf die Schultern gebracht hatte, was ſie aber nicht
merkten. Es war deshalb auch der von dem zahlreichen Publikum
ein=
gelegte Proteſt gegen den Fehlſpruch in dieſem Gang ſehr zu begreifen.
Da Stemm= und Ringklub Lampertheim ja auch ohne dieſen Sieg
Mei=
ſter, verzichtete der Verein nach Schluß der Ringen auf Einlegen des
berechtigten Proteſtes.
Fliegengewicht: „Winkes=Ludwigshafen-Moos=Lampettheim.
Moos ſiegt nach Punkten in 20 Minut . In jugendlicher Friſche liegen
beide dauernd in zähem, hartem Kampf. — Bantamgewicht:
Horrer=Ludwigshafen—Hahl=Lampertheim. Horrer wird nach 26 Min.
zum Punktſieger erklärt. (Fehlſpruch.) — Federgewicht:
Steuer=
nagel=Ludwigshafen—Jakob=Lampertheim. Nach 10 Minuten legt
Steuer=
nagel Jakob auf die Schultern. — Leichtgewicht: Fiſcher=
Ludwigs=
hafen-Hartmann=Lampertheim. Hartmann ſah man nach 20 Minuten
als weit überlegenen Punktſieger. — Leichtmittelgewicht:
Meix=
ner=Ludwigshafen — Gunkel=Lampertheim. Beide Ringer dürften als
ziemlich ebenbürtig bezeichnet werden. Gunkel wird nach 20 Minuten
knapper Punktſieger. — Schwermittelgewicht: Kämmerer=
Lud=
wigshafen—Steffen=Lampertheim. Steffen ſiegt über den bedeutend
größeren Kämmerer in ſechs Minuten durch Hammerlock. —
Schwer=
gewicht: Hanik=Ludwigshafen — Hilsheimer=Lampertheim. Bereits
nach 40 Sekunden legt Hilsheimer ſeinen Gegner durch Hüftſchwung auf
beide Schultern.
Aus dem II. Kreis D.A. S.V. 1891. — Die Kreisligakämpfe im Ringen.
Auch der vergangene Kampfſonntag brachte keine weſentlichen
Ueber=
raſchungen. Bis auf Frankfurt, das ſeinen freien Sonntag hatte,
ſtan=
den ſämtliche Mannſchaften im Kampfe. Mit Ausnahme von Hanau
ſiegten die Platzherren und Groß=Zimmern ſetzte ſich erneut an die Spitze
der Tabelle.
Groß=Zimmern hatte den Tabellenletzten Damm zum
Ring=
kampfe als Gaſt und ſiegte erwartungsgemäß 12:2. Bis auf das
Fliegen=
gewicht und einen ſchweren Kampf im Halbſchwergewicht waren alle
übrigen Kämpfe eine zahme Sache für Groß=Zimmern.
Sachſen=
hauſen war in Hanau und ſiegte dort 10:4. Eine Augenweide war
der Kampf Kovaz—Müller, den Erſterer nach 20 Minuten durch Punkte
für ſich entſchied. Das Gegenteil war der Kampf im Schwergewicht.
Zugegeben, daß Hauff in der Hitze des Gefechts den Uebevblick über
Erlaubt und Unerlaubt verloren hatte, ſo ſollte doch jeder Ringer die
Geſundheit des Gegners weit höher einſchätzen als den Sieg.
Die=
burg hatte Klein=Oſtheim als Gaſt und ſiegte 8:6, ein Reſultat, das
durchaus als verdient bezeichnet werden muß
Nächſten Sonntag fällt nun die Vorentſcheidung um die
Meiſten=
ſchaft, da die beiden Spitzenkandidaten Groß=Zimmern und Frankfurt
in Frankfurt zuſammentreffen. Den Vorkampf gewann Frankfurt knapp
8:6 und hoffentlich erleben wir einen ſportlich einwandfreien Kampf und
haben die beſſere Mannſchaft als Sieger. Dieburg muß nach
Sachſen=
hauſen zum Athletenklub, der den Vorkampf für ſich entſcheiden konnte.
Trotz der Verſtärkung durch Kovaz dürfte auch diesmal das Reſultar
nicht höher ausfallen. Klein=Oſtheim fährt nach Hanau und dürfte
eben=
falls dort knapp unterliegen.
Auch der 1. Bezirk hat nächſten Sonntag Großkampftag. Hier
inten=
eſſiert uns in erſter Linie die Begegnung Mainz—Kreuznach.
Nachſtehend die Tabelle des II. Bezirkes:
Vereine Kämpfe gew. verl. Siegverh. Punkte Groß=Zimmern 90:36 16 Frankfurt 9:44 16 Sachſenhauſen „ 72:60 14 Dieburg .. 66:60 10 Hanau .. 50:62 6 Klein=Oſtheim „.. 10 44:96 Damm . . . 10 44:96 z Kegeln. Sportkegeln auf der Sitte=Kegelbahn. Die Beſtleiſtungen am vierten Tag der Sportkegler=Woche auf der
neuerbauten Sitte=Kegelbahn waren auf der Ehrenbahn Herr Ringler
mit 61 Holz, auf der Werbebahn Herr Seibert mit 26 Holz= und auf
der Damenbahn Fräulein Bäumer mit 18 Holz. Die Ergebniſſe des
Klubriegenkegelns (5 Mann 4 20 Kugeln) waven: „Hohes C” (erſte
Mannſchaft 435 Holz. zweite Mannſchaft 417 Holz; „Wumta” 441 Holz
und „Konkordia” 426 Holz.
Sportliteratur.
Aelbergſchule, Lehrgang des Skilaufes von Prof. Ernſt Janner, Leiter
der Skikurſe für Lehrer und Hochſchüler des öſterr.
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Ein neues Skilehrbuch — diesmal aber wirklich neu in Inhalt und
Auffaſſung. Profeſſor Ernſt Janner, wohl der hervorragendſte
Ski=
pädagoge und erfolgreiche Leiter der bekannten Lehrerſkikurſe in St.
Chriſtof, hat ſeine Methode und Erfahrung in knapper,, klarer Form
niedergelegt und ſo feinen geweſenen und zukünftigen Se (ilern darüber
hinaus aber allen Freunden der „weißen Kunſt” einen Leitfaden an die
Hand gegehen, der ſich endlich einmal die bisher ſo leicht überſehene
Aufgabe ſtellt, den Schmeeneuling raſch in die Grundlinien der
Skilauf=
technik einzuführen.
R. E. Wilkemann, Das Syſtem zu Zweien. Mit 64 Abbildungen nach
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Strube. (Weſtermanns Sportbeich=rei Bd. 11). 152 Seiten. 8‟.
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Widerſtandsgymnaſtik liegend, hervorragend geeignet ſind, eine
gründ=
liche Ausbildung des Körpers zu gewährleiſten. Die auf muskel=
phyſio=
logiſcher Grundlage aufgebauten Uebungen ſchließen ſich ergänzend und
verbeſſeund den beſtehenden Uebungsarten an, und ſo wird dieſes
Büch=
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Die näheren Bedingungen werden vor
er Verſteigerung bekanntgegeben.
Heſſiſches Ortsgericht Seeheim.
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unterirdiſchen Telegraphenlinie am
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heimer Weg und einer oberirdiſchen
Tele=
graphenlinie an der Traubenſchneiſe liegt
hier auf die Dauer von 4 Wochen aus.
Darmſtadt, den 8. Dez. 1926. (18076
Telegraphenbauamt.
Am Freitag, den 10. Dezember
1926, vormittags 10 Uhr, verſteigere ich
in meinem Verſteigerungslokale
Bleich=
ſtraße 40 gepfändete Gegenſtände aller
Art zwangsweiſe gegen Barzahlung,
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bild) 1 Nähmaſchine, Möbel aller
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(18126
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Darmſtadt, den 8. Dez. 1926.
Die Lieferung
des Fleiſch= und Wurſtbedarfs der
Bereitſchaftspolizei Darmſtadt für die
Zeit vom 1. Januar 1927 bis 1. Juli
1927 ſoll vergeben werden.
Die Bedingungen liegen auf dem
Ge=
ſchäftszimmer der Bereitſchafispolizei,
Abteilung IVa, 2, Beſſungerſtraße 125
ſehem. 6ler Kaſerne), vom 13. bis 18
12. 26 ab, von 3—5 Uhr nachm., zur
Einſicht offen.
Eröffnungstermin: 20. Dezember
(18088
1926, 10 Uhr vorm.
Darmſtadt, den 8. Dez. 1926.
Bereitſchaftspolizei Darmſtadt.
Günter, Polizei=Hauptmann.
Am Samstag, den 11. De embei
1926, vorm 10 Uhr, werden in der
ehemal. 6ler Kaſerne, Beſſungerſtraße,
für den Dienſt ungeeig. Pferd
öffentlich meiſtbietend gegen Barzahlung
(18102
verſteigert.
Heſſiſches Polizeiamt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Am Montag, den 13. Dezember
ds. Js., vormittags 10 Uhr, werden
in der Faſelhofreite der Gemeinde
Ar=
heilgen 6 zur Zucht untaugliche (18077
Ziegenböcke
öffentlich an den Meiſtbietenden
ver=
ſteigert.
Aiheilgen, den 7. Dez. 1926.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Jung.
Maſchinenbau=Anſtalt und
Dampf=
keſſelfabrik, Aktiengeſellſchaft,
Darmſtadt, vormals Venuleth &
Ellenberger und Göhrig & Leuchs,
Darmſtadt.
Herr Jul. Sch mmelbuſch=Darmſtadt
ſt at.s dem Aufſichtsrat unſerer
Geſell=
chaft ausgeſchieden.
(18113
Darmſtadt, den 7. Dez. 1926.
Der Vorſtand: Preß.
Am Freitag, den 10. Dez. 1926,
nachm 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
Verſteigerungslokale Hügelſtr. 27
nach=
ſtehende Gegenſtände öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
(18120
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1 Küchenſchrank, 1 Büfett, 1 Klavier,
1 Diplomatſchreibtiſch, 1 Büfett, ein
Ausziehtiſch. 1 Diwan, 10 elektr.
Lam=
pen, 4 Bügeleiſen, 1
Kinderpuppen=
wagen, 1 Ladenkaſſe, 1 Jauchefaß mit
Wagen, 1 Veitiko, 1 Schreibtiſch, eine
vollſtändige Ladeneinri htung, 2
Diplo=
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Standuhr, 1 Sofa. 1 Vertiko, 1
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ſchrank. 1 Aktenſchrank. 2 Schreibtif e,
1 Schreibmaſchine (Adler), 1 vo
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Natio=
nal), 2 Karton Büffelhornkleiderknöpfe,
ca. 10 Meter Damenfutterſtoff.
Die Verſteigerung findet vorausſichtlich
beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 9. Dez. 1926.
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Gerichtsvollzieher.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Donnerstag, den 9. Dezember 1926
Nummer 341
Das ewige Wunder
Roman von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten)
40)
Unten auf dem grünen Raſen aber war gerade der klaſſiſche
„Preis des Sommerfavoriten” gelaufen und von dem Erklärten
des fiskaiſchen Stalles nach ſcharfem Kampf gegen Oppenheim
und Weil mit dem kürzeſten aller Köpfe gewonnen worden,
während Otto Schmidt auf dem Weinberg’ſchen „Artaxerxes”
um Längen geſchlagen blieb. Auf die blau=weiße Jacke des einſt
ſo populären Stalles mußten wieder mal Unſummen verloren
gegangen ſein, und die Buchmacher lachten ſich ins Fäuſtchen.
Unbekümmert um die wild brandende Erregung der Maſfen,
die bis zu den Tribünenlogen hinauf ihre Wogen ſchlug, kehrten
die Reiter langſam zur Wage zurück.
Der Fürſt aber legte ſeine weißbehandſchuhte Rechte ſchwer
auf die Holzbrüſtung und wandte ſich erregt zu dem Grafen
Rechow um, der halb links hinter ihm ſaß.
„Da ſehen Sie, wohin das führt, Exzellenz, wenn man
mit ſeinem Pfunde falſch wuchert!” ... verſetzte er zornig
unterdrückt. „Was iſt im Zeitraum eines einzigen Jahres aus
der Waldfrieder Zucht geworden?! Und wo ſind die Zeiten
hin, daß die Weinberg’ſchen Farben auf dem deutſchen Turf
un=
beſtritten dominierten? Heute rangieren ſie faſt ſchon in der
Reihe der kleineren Provinzſtälle. Mit dem Material und
dem Stalljockey! Ein Rückgang, wie ich ihn ſo jammervoll
ſelten erlebt habe."
Der Oberſtallmeiſter nickte beſtätigend.
„Und doch kein Wunder, ſondern eine ganz natürliche
Zwangsfolgerung, Durchlaucht. Man darf eben nicht ungeſtraft
ſeinen langjährigen bewährten Trainer entlaſſen und an deſſen
Stelle als Strohmann einen untalentierten Futtermeiſter ſetzen
— nur, damit der Herr Schwiegerſohn freie Hand bekommt
Die Folgen des falſchen Managements duich den Grafen
Spreti werden ſich noch lange bemerkbar machen — ſelbſt
wenn man im Hauſe Weinberg das klügſte täte, was man
nach ſolchem Fiasko tun könnte: nämlich ſich den Trainer
Föſten ſchleunigſt wieder zurück zu holen.”
„Vorausgeſetzt, daß er jetzt noch käme!”
zweifelte
der hohe Herr „Denn ich an ſeiner Stelle
Er beendete den Satz nicht.
Während er ſprach, hatte er einen flüchtigen Blick auf die
Menſchenmenge geworfen, die über den Sattelplatz flanierte
pder ſich um den Ring drängte, wo die zum nächſten Rennen
genannten Pferde langfam im Kreiſe herumgeführt wurden.
während ihre Reiter noch abgewogen wurden.
Da ſtutzte er; hob das Binocle an die Augen; ließ es ſchnell
wieder ſinken und legte ſeiner Verlobten leicht die Hand auf
den Arm.
„Hedda — da unten — die Braut des Herrn von Reeg!”
.. raunte er bedeutſam
So jäh fuhr ſie zuſammen, daß ihr das Programmheft vom
Schoß glitt.
„Wo?‟
„Unten — halb rechts.”
„Das Mädel in dem gräßlich gelben Fähnchen mit dem
gift=
grünen Filzhut?”
Er half durch unauffällig hindeutende Bewegung der
Rechten nach.
„Aber kein Gedanke! Siehſt du deun nicht — etwa
Rich=
tung unſerer Logentreppe — die elegante junge Dame in dem
ſchtvarz=wveißen Spitzenkleid, das wie ein Kaſat geſchnitten iſt?
Mit dem großen Hut und dem Sonnenſchirm über der linken
Schulter?"
„Ah ſo!”
„Neben der dieſer kleine Herr in grauem Cut und weißen
Gamaſchen herſcharwenzelt. Jetzt zeigt er nach der
Nummern=
tafel hinüber und rechnet ihr irgend etwas an den Fingern
vor. Siehſt du ſie nun?”
Ja — nun ſah Hedda Yellin ſie. Nun ſah ſie zum
erſten=
mal im Leben die vielbeſprochene Lonny Laus — die Frau,
die für ein paar haltlos glückſelig=ungkückſelige Tage ihre
heim=
liche Ridalin geweſen.
Re
R
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Oh — das alſo war Lonny Lars?!
Das alſo war die Frau, an der ihre eigene junge
auf=
keimende Liebe ſo elend ſcheitern mußte — war die Frau,
um die ſelbſt noch in wüſten Fiebernächten die ſehnſüchtigen
Gedanken eines Malte von Reeg brennende Roſenketten der
Liebe ranken?!
Hedda Yellin hielt ihr Lorgnon gegen die Augen gepreßt
und ſog ſich förmlich feſt an der formvollendeten hochgewachſenen
Schlankheit diefer vornehmen Erſcheinung da unten
Ja — die Fama hatte nicht zuviel verſprochen: Lonny
Lars war eine Schönheit erſten Ranges!
Hedda Yellin geſtand es ſich mit ſchmerzlicher Ehrlichkeit;
ohne klar zu empfinden, daß erſt in dieſer, erſt in dieſer Minute
ihre letzten verwehten Hoffnungen endgültig ſtarben. Denn
nun endlich begriff ſie den Legationsrat von Reeg. Und begriff
auch, daß ſie einem Phantom erlegen war, als ſie den Kampf
gegen eine Lonny Lars hätte aufnehmen wollen. Zwiſchen.
jener Ftau und ihr ſelbſt klafften Welten. Und an einem
Mann, der ſo mit Leib und Seele ſeiner Liebe verfallen war,
mußte jede andere Lockung ſcheitern.
Und als hätte der Fürſt ihre reſignierten Erkenntniſſe
nach=
gefühlt, verſetzte er, während ſie mutlos das Lorgnon ſinken ließ:
„Doch eine blendende Erſcheinung! Diſtinguiert. Raſſe.
Perſönlichkeit. Sie und der Reeg — das wird ein nicht
all=
tägliches Paar abgeben. Und wie ſie ihrer ganzen Erſcheinung
nach wirkt, ſo iſt ſie auch in ihrem Charakter. Ich habe ſie
zwar nur ein einziges Mal im Leben geſprochen, entſinne
mich aber heute noch, daß ihre Art damals unbedingt Eindruck
auf mich machte. Ein in ſich gefeſteter, abſolut reifer Menſch.
Umſo weniger begreife ich deswegen, daß ſie ſich öffentlich in
Geſellſchaft dieſes nicht ſonderlich impoſanten kleinen Herrn
zeigt, während ſie doch wiſſen muß, daß ihr Verlobter noch
immer an ſeinen Schußverletzungen laboriert und ſchließlich
auf Tod und Leben lag. Es würde mich tatſächlich intereſſieren.
was ſie zu ſolcher nicht ſehr geſchmackvollen Haltung veranlaßt
und wer der mausgraue kleine Gentleman eigentlich iſt. Denn
geſehen hab ich ihn bisher in meinem ganzen Leben noch nicht.”
„Aber ich.”
„Wie??”
Hedda Yellin verſetzte klar und mit leiſem Triumph in der
Stinime:
Aber ich habe ihn ſchon geſehen und bin ihm bei einer ſo
ungewöhnlichen Gelegenheit begegnet, daß in meinem
Gedächt=
nis ſogar noch ſein Name haftet: er iſt ein Doktor Trawonn.”
„Ein Doktor Trawonn?” .. wiederholte der alte Magnat.
Der Name ſagte ihm nichts.
(Fortſetzung folgt.)
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Donnerstag. 9. Dezember
Nachrichten
Die Neuentwicklung
in der Eigentumsfrage.
Coolidges Grundſätze. — Die Rückgabe=Bill.
Nachdem die Frage der Freigabe des deutſchen Eigentums in Amerika,
die bekanntlich bereits ſeit längerer Zeit in der amerikaniſchen Politik
eine wichtige Rolle ſpielte, in ſchier endloſen Parteidebatten und
Kom=
miſſionsarbeiten zu verſanden drohte, ſodaß mit einer Erledigung in der
gegenwärtigen Parlamentsſtſſion kaum mehr gerechnet werden konnte,
hat Präſident Coolidge nunmehr in ſeiner Jahresbotſchaft an den
Kon=
greß dieſem den Weg zu einer Löſung dieſer Streitfrage gewieſen.
Coo=
lidge hat zwei Grundſätze aufgeſtellt, nach denen er die Frage behandelt
wiſſen will. Erſtens wird grundſätzlich das Prinzip der Unantaſtbarkeit
und der Heiligkeit des Privateigentums aufrocht erhalten und „eine kluge
amerikaniſche Politik wird”, wie Coolidge ausführt, „der Verwendung
des Eigentums deutſcher Staatsangehöriger zur Begleichung der
Schul=
den der deutſchen Regierung ablehnend gegenüberſtehen.” Als zweiten
Grundſatz gibt dann Coolidge die einſchränkende Erklärung ab, daß die
Vereinigten Staaten zwar den deutſchen Reichkangehörigen gegenüber
Gerachtigkeit üben ſollten, aber nicht auf Grund von Ungerechtigkeiten
gegenüber den eigenen Staatsangehörigen. Innerhalb dieſer beiden
Grundſätze ſolle der Mittelweg der Löſung dieſer Frage liegen. Des
weitenen gibt der Präſident einen Ueberblick über die allgemeine
Ent=
wicklung des Problems, erkennt die moraliſche Verpflichtung zur
Rück=
gabe des Eigentums in allen Fällen an und empfiehlt dem Kongreß,
was ſthr bedeutungsvoll iſt, die Annahme eines Geſetzes, das einen
gerechten und umfaſſenden Plan zur Erledigung ſämtlicher Anſprüche
bietet. Das Ganze wird von Coolidge als ein Ausweg aus der
Sack=
maſſe bezeichnet, die aus der Verbindung zwiſchen Freigabefrage und
Daweszahlungen entſtanden iſt.
Nachdem Präſident Coolidge in den wechſelvollen Debatten und den
langwierigen Arbeiten der amerikaniſchen Parlamentskommiſſion in der
Freigabefrage bisher eigentlich ſtets Zurückhaltung geübt hat, legt er in
dieſer Botſchaft klar und präziſe die Grundſätze der amerikaniſchen
Poli=
tik in dieſer für die deutſch=amerikaniſchen Bezichungen überaus
wichti=
gen Frage feſt. Damit gibt er einen Anſtoß zur endlichen und
endgül=
tigen Behandlung des Problems im Parlament. Es iſt vom deutſchen
Standpunkt aus als erfreulich zu bezeichmen, daß der Präſident der
Ver=
einigten Staaten die Heiligkeit des deutſchen Eigentums in Amerika
an=
erkennt. Denn im Rahmen der Debatte über dieſe Frage iſt es in
Amerika zum Teil ſogar zu der Aufſtellung der Forderung auf
Enteig=
nung oder mindeſtens Zurückhaltung des deutſchen Eigentums bis zur
wſtloſen Befriedigung der amerikaniſchen Forderungen aus dem
Dawes=
plan gekommen. Dieſen radikalen Machpolitikern iſt Coolidge in ſeiner
Botſchaft unzweideutig entgegengetreten.
Es ſteht nunmehr foſt, daß die Vorlage über die Freigabe des
deut=
ſchen Eigentums in dem geſtern zuſammengetretenen Repräſentantenhaus
in nächſter Zeit zur Bevatung gelangen wird. Und zwar wird dies die
letzte Vorlage ſein, die vom Vorſitzenden der Kommiſſion Green
aus=
gearbeitet worden iſt. Dieſe Vorlage ſieht eine Rückgabe des in Aktien
und in bar vorhandenen deutſchen Eigentums von etwa 250 Millionen
Dollar in Höhe von 80 Prozent vor. Die deutſchen Eigentümer haben
ſich bereits mit dieſer Regelung einverſtanden erklärt. Obwohl die
Hal=
tung des Senats immer noch zweifelhaft bleibt, iſt der Fortſchritt doch
unverkennbar.
Amerikaniſcher Außenhandel. Im Oktober betrug der Wert der
Einfuhr aus Deutſchland Dollar 17 750 000 (im Vormonat 17 298 000)
und der Wert der Ausfuhr nach Dautſchland 4700300 (431 00) der Dei beutſche Aupengander in RoMe.
Wert der Einfuhr aus der Schweiz 3 944 000 (3 723 000) und der Wert
Während der Ruhrbeſetzung war naturgemäß die deutſche
Kohlen=
der Ausfuhr nach der Schweiz 822 000 (87000), der Wert der Einfuhr ausfuhr völlig unterbunden. Sie hat ſich erſt während des Jahres
aus Holland 8843 000 (12 142 000) und der Wert der Ausfuhr nach Hol= 1921 von kieinſten Anfängen (60 000 bis 100 000 Tonnen monatlich)
land 11 273 000 (12331 000), der Wert der Einfuhr nach Schweden
4 361 000 (3 279 000) und der Wert der Ausfuhr nach Schweden 4 779 000 wieder erholen können. Bis in das Frühjahr dieſes Jahres hinein hat
dann der Monatswert der Steinkohlen=Ausfuhr zwiſchen 1.0
(4 855 000) Dollar.
und 1,5 Mill. Tonnen gelegen; mit dem Beginn der Auswirkung des
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 8. Dezember.
Berliner Effektenbörſe.
eine freundliche Tendenz. Am Montanmarkt waren mehrere
Kursbe=
feſtigungen von 3—5 Prozent am Bankaktienmarkt von 2—3½ zu ver=
Die Anleiheverhandlungen der Viag. (Auflegung in Deutſchland
und Amerika.) Die Vereinigte Induſtrie=Unternehmungen AG. (Viag),
in der die wirtſchaftlichen Intereſſen des Reiches zuſgunmengefaßt
wer=
den, verhandelt über den Abſchluß einer neuen Anleihe. Die
Verhand=
lungen ſtehen unnnittelbar vor dem Abſchluß. Beabſichtigt iſt die
Aus=
gabe eines deutſchen und eines amerikaniſchen Teiles. Der deutſche
Teil im Betrage von 20 Millionen RM. wird von einem
Ban=
kenkonſortium übernommen, das aus den im Aufſichtsrat der Viag
ver=
tretenen Banken beſteht. Die ſprozentige deutſche Anleihe ſoll mit etwa
96 Prozent aufgelegt werden und 25 Jahre laufen, wobei eine vorzeitige
Kündigung nach 5 Jahren zu pari vorgeſehen iſt. Die amerikaniſche
Anleihe, die wieder von einem Konſortium unter Führung des
Bank=
hauſes Harris, Forbes. u. Co. in New York in Höhe von 6
Millio=
nen Dollar übernommen wird, iſt mit 6½ Prozent zu verzinſen
und ſoll 15 Jahre laufen. Der Ausgabekurs dürfte etwa 9½ Prozent
betragen. Der Erlös der Anleihe ſoll dazu dienen, für den inneren
Ausbau der Viag=Unternehmungen Mittel hereit zu
ſtel=
len und Beträge zurückzuerſtatten, die für den gleichen Zweck von den
unternehmungen kurzfriſtig aufgenommen ſind.
Die Maſchinenfabrik Lorenz A.G. in Ettlingen beantragt eine
Sanie=
rung. Die 800 000 RM. Stamm= und Vorzugsaktien ſollen unter
Zu=
zahlung von 60 Prozent des Nemwertes in neu= Vorzugsaktien
um=
gewandelt werden. Soweit die Zuzahlung nicht erfolgt, ſoll eine
Her=
abſetzung 8:5 eintreten.
Zum Konkurs der Firma Berlet u. Cie., Neuſtadt a. d. H. Dieſer
Tage fand in Neuſtadt eine Gläubigerverſammlung in der
Konkurs=
angelegenheit der Firma Berlet u. Cie, ſtatt. Der Konkursverwalter
teilte mit, daß nur auf die nicht bevorrechtigten Forderungen ebenfalls
13 Prozent entfielen. In einer Gläubigerverſammlung im Februar war
mit der Möglichkeit einer reſtloſen Befriedigung der Gläubiger gerochnet
worden.
Heid=lberger Aktienbrauerei vorm. Kleinlein. Der Bierverkauf
er=
reichte die Höhe des Vorjahres. Die Geſellſchaft erhöht ihre Dividende
auf 12 Prozent (i. V. 10) für eine Millionen RM. Attienkapital.
Frika Schuhfgbrik A. G., Mannheim. Der im Dezember
ſtattfinden=
den Generalverſammlung der Frika=Schuhfabrik A. G. wird vorgeſchlagen
werden, den im abgelaufenen Geſchäftsjahr 1925/26 erzielten Reingewinn
zur Verringerung des vorgetragenen Verluſtſaldos zu verwenden. Eine
Dividende kommt ſomit nicht zur Verteilung. Augenblicklich iſt die Firma
auf Monate hinaus mit Aufträgen verſehen, ſodaß zu hoffen iſt, daß
das laufende Geſchäftsjahr ebenfalls mit einem größeren Gewinn
ab=
ſchließen wird.
Joſeph Vögele A.=G.=Mannheim. Die dieſer Tage ſtattgehabte
Auf=
ſichtsratsſitzung der Joſeph Vögele A.=G. genehmigte den
Geſchäftsab=
ſchluß für den 30. Dezember 1926, wonach der am 17. Dezember
ſtatt=
findenden Generalverſammlung die Verteilung einer Dividende von
5 Prozent bei 281 510 RM. Abſchreibungen und Uebertrag des
ver=
bleibenden Reſtes von 12721 RM. auf das neue Geſchäftsjahr
vorge=
ſchlagen werden ſoll.
Bierbrauerei Durlacher Hof A.=G., Mannheim. Nach 72884 RM.
Abſchreibungen ſchließt die Blanz der Bierbrauerei Durlacher Hof A.=G.
vormals Hagen mit einem Reingewinn von 235 6B3 RM. ab.: Auf die
5000 RM. Vorzugsaktien ſoll eine Dividende von 8 Prozent, auf die
1.3 Millionen RM. Stammaklien eine ſolche von 10 Prozent (i. V. 8
Prozent) zur Verteilung kommen. 50 000 RM. werden auf Delkredere=
Konto und 20 000 RM. dem Unterſtützungsfonds überwieſen. Der Reſt
von 15 223 RM. ſoll dem Antrag der Verwaltung gemäß auf neue
Rech=
nung vorgetragen werden. Die Verwaltung rechnet für das laufende
Geſckäftsjahr mit höheren Preiſen für die Materialien, ſo daß auch,
zu=
mal demnächſt ein höherer Steuerſatz für Bier zur Anwendung kommt,
mit einer Bierpreiserhöhung gerechnet wird.
Peters Union A.G. in Frankfurt a. M. Ein Teil der neuen
3 Mill. Rm.=Aktien, über deren Ausgabe die jetzt einberufene
Hauptver=
ſammlung zu beſchließen hat, ſoll für ein Bezugsrocht der Aktionäre zur
Verfügung gehalten werden. Der Neſt dürfte an ein befreundetes
aus=
ländiſches Konſortium gegeben werden.
Die Städtiſche Bühnen=A.=G., Frankfurt a. M. Die Städtiſche
Bühnen=A.=G. beruft auf den 20. Dezember ihre G neralverſammlung
ein. Außer der Vorlage der Bilanz für das Jahr 1925/26 ſteht auf der
Tagesordnung noch die Erhöhung des Grundkapitals von 10 080 RM.
auf 100 0.0 RM. zur Kurſe von 100 Prozent. Außerdem ſollen Wahlen
zum Aufſichtsrat vorgenommen werden.
Der Baumwolleverbrauch in den Vereinigten Staaten. Dem
Mo=
natsbericht zufolge betrug der Baumwollekonſum in den inländiſchen
Fabriken im Oktober 569 000 Ballen gegen 571 000 Ballen im September
und 544 000 Ballen im Oktober 1925. Die Exporte für Oktober werden
mit 1 370 000 Ballen gegen 795 000 Ballen bzw. 1 421 000 Ballen
aus=
gewieſen. Die Lager im Beſitz der Fabrikanten ſtellen ſich auf 1 216000
Ballen gegen 937 000 bzw. 1 216 000 Ballen, und die im Beſitz der
Lager=
häuſer auf 5 470 000 (3 293 000 Ballen bzw. 4 494 000 Ballen). Im
gan=
zen waren im Oktober 32 593 000 (gegen 32 135 000 bzw. 32 425 000)
Spindeln in Tätigkeit.
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158.125 149.25 150 5 Hohenlohe Werk 3.— 23.6 99 5 99.5 Kahla Porzel 98.— 97.125 162. 162.— Lindes Eismaſck 169 — 159.— 114.875 110. Lingel Schuh. 80.5= 79.5 157. 154.75 Linke u. Hofn 79 25 79.,5 86.73 85.1 5 L. Loewe u. 215 216. 125.5 112.5 C. Lorenz 1165 113.5 10.25 10.125 Ndl. Kohle. 174.52 174.— 118.1.5 170. Nordd. Gumm Trenſtein. 134.1251134.125 113.375 119.-— Rathgeber Wag 72. 73. 125.125 126.—
153.— Rombacher Hütten.
Roſitzer Bucker. 14.—
87875 14.
87.875 147.75 46.25 Rütgerswerke 129.8‟ 28.25 311 75 312,8 Sachſenwerk 110.— 109.75 91.5 90.5 Säckſ. Gußſtahl .. 54.— 53.5 Siemens Glas. 165.— . 166.— 23. 21.- Ber. Lauſitzer Glas 125. 127.75 168,5 168.— Volkſtedter Porzell. S.25 6.* 160. 166.— Weſtf.E. Langendreer 66. 104.875 104 875 Wittener Gußſtahl. 55.5 60.75 249.— 250.— Wanderer=Werke.. .. 192.— 191.5
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2.062
0.496
3.03
7.397
5.302
2.066
0.498
3.04
777
2.1091 2.112
z5715
5.491 5.51
4.199/ 4.209
4 195/ 4.19s
Fraukfurter Produktenbericht vom 8. Dezember. Auch heute wieder
war die Tendenz am hieſigen Produktenmarkt ſtetig und unverändert.
Bei kleinerer Umſatztätigkeit konnte nur Noggenmeyl um 25. Pfg.
anziehen. Die Nachfrage nach Kleie hält an bei erneuter Befeſtigung.
Weizen 29,50—29,75, Noggen 24,75—25. Sommergerſte B,75—26,50,
Hafer inl. 19—19,50, Mais 19,50—19,73, Weizenmehl 41,25—41,75,
Rog=
genmehl 35,75—36,25, Weizenkleie 11,75—12, Roggenkleie 12—12,25.
Berliner Produktenbericht vom 8. Dezember. Die Tendenz im
Ber=
liner Getr idegeſchäft war heute auf der ganzen Linie im In= wie im
Auslande ſtill. Die Forderungen des Weltmarktes lagen für Plata eher
etwas feſter, von Nordamerika niedriger. Am hieſigen Platz liegt aus
dem Inland infolge des vegneriſchen Wetters wie auch wegen der ſtarken
Kaufluſt der Provinzmühlen nur kleines und in den Forderungen
vor=
ſichtig gehaltenes Angebot vor, andererſeits iſt auch die
Unternehmungs=
luſt zuuüickhaltend. Im Lief rungshandel war der Weizen unverändert.
Noggen für nahe Sicht bei einiger Deckungsfrage 1 Mk. höher, ſpätere
Monate leicht über letzter Notiz. Getſte in guten Sorten gefragt, aber
knapp, ſonſt wenig befriedigendes Geſchäft, desgleichen Hafer. Mehl
ruhig, da die Forderungen zu hoch ſind, um eine Belebung des Geſchäfts
berbeizuführen.
engliſchen Streikes iſt die Ausfuhr rieſig in die Höhe gegangen bis zu
einem Monatswert von faſt 4 Mill. Tonnen.
Die Stimmung an der Börſe war heute etwas freundlicher und
leb=
hafter. Der gute Fortgang der Verhandlungen in Genf gab eine gewiſſe
Anregung zu Rückdeckungen. Auch die Aeußerungen des Präſidenten
Coolidge in der Fweigabeangelegenheit machten einen guten Eindruck,
vermochten aber bezüglich der Schiffahrtswerte eine feſtere Stimmung
nicht aufkommen zu laſſen. Nur Berliner Handelsgeſellſchaft konnten
aus dieſen Erklärungen etwas Vorteil ſchöpfen. Einer weiteren
Aus=
dehnung der allgemeinen Erholung ſtand aber die geſpannte
innerpoli=
tiſche Lage gegenüber, die zu einigen Beſorgniſſen Anlaß gab. J.G.
Farbeninduſtrie, Rheinſtahl, A. E.G. und neben Berliner
Handelsgeſell=
ſchaft auch Danatbank woren die bevorzugten Papiere, die
Kursbeſſerun=
gen von 2—4 Prozent aufwieſen, Später waren auch noch Deutſche Erdöl
um 3 Prozent gebeſſert. Auf dem Anleihemarkt wurde die
Grundſtim=
mung zwar auch etwas beſſer, aber die Kursgewinne hielten ſich hier in
noch engeren Grenzen. Ausländiſch= Renten wieder vernachläſſigt. Im
weiteren Verlaufe ſtand die Börſe wieder im Zeichen kleinſter
Umſatz=
tätigkeit, ſodaß auch die anfänglichen Kursgewinne nicht vollkommen
be=
hauptet blieben. Die Börſe ſchloß wieder ſehr ſtill und ſtark
zunückhal=
tend, woran auch die Tatſache nichts änderte, daß die Großbanken
hin=
ſichtlich der Revortgelder Entgegenkommen gezeigt haben. Tägliches
Geld 5½ Prozent, London—Paris 126.
Die Abendbörſe war auf die ſchwache Haltung der Motorenwerte
verſtimmt und weiter nachgebend. Infolge der allgemeinen Luſtloſigkeit
kamen nur ganz wenige Geſchäfte zuſtande und im Zuſammenhange
da=
mit auch nur eine ganz geringe Anzahl von Notierungen.
5o.
Vf Dar deutsche Aussenhandelin Kohle Stelnkohle 2
Koks — Braunkohle — ane
Berlin, 8. Dezember.
Am offenen Geldmarkt trat eine Entſpannung der Notiz für
Tages=
geld auf 6—7 Prozent ein, die die Stimmung im Verein mit der
aus=
reichenden Prolongationsgewährung durch die übrigen Berliner
Groß=
banken (nur die Diskontogeſellſchaft wird eine Einſchränkung vornehmen)
günſtig beeinflußte. Die durch Tilgungen der Diskontogeſellſchaft
ent=
ſtandenen Lücken werden von anderer Seite ausgefüllt, ſo daß die
Be=
unruhigung über den Verlauf der Prolongation von der Börſe gewichen
iſt. Da gleichzeitig einige anregende Nachrichten vorlagen, von denen
insbeſondere die Ausführungen des amerikaniſchen Präſidenten über die
Frage der Rückerſtattung des beſchlagnahmten deutſchen
Privateigen=
tums die bevorſtehenden großen Aufträge der Reichsbahn an die
Wag=
goninduſtrie und die in Ausſicht geſtellte Diskontermäßigung, ſowie
ver=
ſchiedene Dividendenerklärungen Beachtung fanden, ſchritt die Spekulation
am Terminmarkt zu Deckungskäufen. Die erſten Kurſe zeigten daher
Die Steinkohlen=Einfuhr, die im Jahre 1924 noch ſehr
beträchtlich war, iſt ſeither ſtändig zurückgegangen, namentlich im letzten
halben Jahre ebenfalls als Folge des engliſchen Streiks.
Für Kors ſetzt eine gewiſſe Steigerung der Ausfuhr im
Früh=
jahr 1925 ein, als der Bedarf der deutſchen Hüttenwerke nachzulaſſen
beginnt und das Ruhrgebiet mit rieſigen Halden belaſtet wird; erſt der
allgemein infolge des engliſchen Ausfalls im Ausland anwachſende
Be=
darf hat im Laufe des Sommers einen völligen Abbau dieſer Halden
ermöglicht. Die Einfuhr an Koks iſt ſo gering, daß ſie in der
Kurven=
tafel nicht zum Ausdruck gebracht werden konnte (Mitte 1924 etwa
20 000 Tonnen, heute etwa 5000 Tonnen im Monat).
Braunkohle wird in Deutſchland in gewiſſem, ziemlich
gleich=
bleibenden Maße hauptſächlich aus der Tſchechoſlowalei im Austauſch
gegen Steinkohle eingeführt, die Ausfuhr iſt ganz unbedeutend (etwa
2000 bis 3000 Tonnen im Monat).
Viehmärkte.
zeichnen. J. G. Farbeninduſtrie ſetzten 4½ Prozent höher ein. Die
übrigen Märkte mußten ſich dagegen im allgemeinen mit 1—2prozentigen
Befeſtigungen begnügen. Schubert und Salzer erfuhren einen weiteven
Abſchlag auf die ſchlechten Mitteilungen der Verwaltung über ihren
Auftragsbeſtand. Die Umſatztätigkeit iſt trotz der freundlicheren
Auf=
faſſung der Lage in den allermeiſten Werten ſo gering, daß zahlreiche
Anfangskurſe überhaupt nicht notiert werden konnten. Am
Deviſen=
markt hatte der franzöſiſche Franc eine ſtärkere Abſchwächung auf 126¾
zu verzeichnen, die man auf Deckungskäufe in ausländiſchen Valuten an
der Pariſer Börſe zurückführte. London-Mailand 113½. Auch Oslo
zeigte einen Rückgang auf 19,23.
Im weiteren Verlauf der Börſe hatte der Verkehr die gleichen
Kenn=
zeichen wie ſie in neuerer Zeit für die Bewegung der Aktienkurſe
charak=
teriſiert iſt. Die Notierungen ſchwankten mehrmals, um ſchließlich
teil=
weiſe etwas ſchwächer, teilweiſe mäßig debeſſert zu ſein. Das
Geſamt=
bild war uneinheitlich. Infolge der Stagnation herrſchte aber wohl ein
vorwiegend ſchwächerer Grundton vor. Die Kursrückgänge gingen aber
über ½ bis 1 Prozent nur vereinzelt hinaus. Schubert und Salzer
mußten noch 3 Prozent einbüßen. — Privatdiskont kurze Sicht 45/g
Prozent, lange Sicht 4½ Prozent. An der Nachbörſe herrſchte eine
luſt=
loſe Stimmung. Kursveränderungen waren gegenüber den letzten
amt=
lichen Notierungen kaum feſtzuſtellen. Daimler, die zum Schluß der
Börſe einen 10prozentigen Kursſturz erlitten, erholten ſich wieder um
3 Prozent auf 89. Die Gerüchte über eine angebliche Sanierung der
Geſellſchaft werden von der maßgebenden Bankſeite dementiert. Die
An=
leihe gab auf 0,755 nach.
Berliner Viehmarkt vom 8. Dezember. Angetrieben waren 217
Ochſen, 354 Bullen, 714 Kühe und Färſen, 2100 Kälber 2250 Schafe,
11 169 Schweine und 2387 Auslandsſchweine. Preiſe: Ochſen b1) 53—56,
C) 46—49, d) 40—43. Bullen a) 54—55 b) 50—55,c) 46—47, d) 42—44.
Kühe a) 46—49, b) 35—40, c) 24—30, d) 18—22. Färſen a) 56—58, b)
47—52, c) 40—43. Freſſer 35—42. Kälber a) 75—87 c) 55—73, d) 43
bis 52. Schafe a2) 50—55, b) 42—49 C) 38—41, d) 35—36. Schweine
b) 76—77, C) 74—76, d) 72—73, e) 68—71. Sauen 66—68. Markrverlauf:
Bei Kälbern, Rindern und Schafen ruhig, bei Schweinen ziemlich glatt.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 8. Dezember. (Priv.=Tel.)
Weizen: Der Markt verkehrte heute i ſchwächener Haltung,
beſon=
ders für nahe Lieſerungsmonate. Die amerikaniſchen Mühlen
beobachte=
ten Kaufreſerve. Im Schlußverkehr verurſachte gebeſſerte
Exportnach=
frage eine Erholung. Die Tamine zeigen noch Rückgänge bis 1 C.
Mais: Zunächſt führten Abgaben einen ſchwachen Anfangsverkehr
herbei. Dann trat eine Befeſtigung ein auf ungünſtige
Witterungs=
berichte und kleinere Anbünfte.
Hafer: Der Markt nahm einen ſchwankenden Verlauf und ſchloß
ſich dem Aufnärtsgehen am Maismarkt an.
Baumwolle: Käufe der Kommiſſionsfirmen hatten eine weitere
Be=
feſtigung zur Folge, wozu noch das Bekanntwerden des hauſſegünſtig
lautenden Wochenwetterberichts beitrug. Auch zeigte ſich gebeſſerte
Nach=
frage für den Export.
Kaffee: Die Abſchwächung ſetzte ſich heute fort auf groß=s brafil.
Angebot und ſchwache Nachfrage für Lokoware.
Zucker: Auch auf dieſem Mauktgebiet trat heute eine größere
Re=
aktion ein, da aus dem Auslande ermäßigte Notierungen vorlagen und
Liquidationen von erheblichem Umfange vorgenommen wurden.
Kakau: Auf die letztägige, ziemlich ſtarke Steigerung erfolgte heute
eine erhebliche Neaktion, da die Liquidationen einen bedeutenden
Um=
fang annahmen und auch die Kommiſſionsfirmen Verkäufe vornahmen.
Kleine Wiriſchaftsnachrichten.
Im Reichswirtſchaftsminiſterium follen demnächſt ausführliche
Ver=
handlungen mit den Mitgliedern der verſchiedenſten Branchen der
Textil=
wirtſchaft über die beſte und zweckmäßigſte Neuregelung des zollfreien
Veredlungsverkehrs mit den ausländiſchen Nachbarſtaaten ſtattfinden.
In der außerordentlichen Sitzung der Berliner
Stadtverordneten=
verſammlung wurde ein Antrag einſtimmig angenommen, der dahin
geht, den Magiſtrat zu erſuchen, eine Anleihe von 150 Mill. RM.
auf=
zunehmen, um 13 500 Wohnungen herzuſtellen, ſowie andere
Arbeits=
möglichkeiten zu ſchaffen.
Der engliſche Bergbauminiſter Robert Lane Fox teilte im
Unter=
hauſe mit, daß die einſchränkenden Beſtimmungen für den Export von
Kohle mit Ausnahme von Anthrazit von geſtern um Mitternacht ab
gänzlich zunückgezogen wurden.
Die bekannte engliſche Automobilfirma Morris hat von einer
Han=
delsfirma in Melbourne in Auſtralien einen Auftrag erhalten auf
Lie=
ferung von 10 (00 Automobilen und Laſtkraftwagen im Werte von
un=
gefähr drei Millionen Pfund Sterling.
Die erſten engliſchen Kohlenſendungen ſind in Rotterdam
eingetrof=
fen. Nach Auffaſſung der Kohlengroßhändler handelt es ſich um
Pro=
pagandaſendungen.
Die ſchwediſchen Holzverkäufe werden für das laufende Jahr auf
850 000 Standards veranſchlagt.
Die von der polniſchen Regierung vor einiger Zeit angekündigte
Ueberwachung der polniſchen Banken durch das Bankeninſpektorat wird
jetzt auf breiteſter Grundlage vorbereitet. Anſtelle plötzlicher Reviſion
der einzelnen Banken wird in Zukunft eine ſtändige Ueberwachung durch
das Bankeninſpektorat treten.
Die „Ekonomitſcheskafa Shiſn” meldet, daß die Arbeitsloſenziffer
der Sowjetunion 1925 bis jetzt von 920 409 auf 1 023 700 geſtiegen iſt.
Die Schaffung des ſtaatlichen Schweizer Getreidemonopols, die am
Sonntag Gegenſtand einer allgemeinen Volksabſtimmung war, wurde
mit 6000 Stimmen Mehrheit abgelehnt.
Der Zentralverband der italieniſchen Induſtrie dementiert die
Reuter=
meldung, daß der Präſident des Verbandes, B.nni, eine Erhöhung des
Einfuhrzolls auf Artikel der Elektroinduſtrie in Ausſicht geſtellt habe.
Beim amerikaniſchen Stahltruſt rechnete man Ende November mit
einer Zunahme der unerledigten Aufträge von 100 000 Tonnen.
Die New Yorker Bankfirma Hallgarten and Co. hat 23 121 000 Doll.
7prozentiger Bonds der Provinz Buenos Aires übernommen. Der
Aus=
gab kurs iſt noch nicht bekannt.
Die Botſchaft des Präſidenten Coolidge angeſichts der Gröffnung
des Kongreſſes ſprach ſich unter anderem auch über die wirtſchaftlichen
Vorausſichten Amerikas in günſtiger Weiſe aus und kam auch an der
New Yorker Börſe als güinſtiger Faktor zum Ausdruck.
Preſſekabelmeldungen aus Nio de Janeiro zufolge ſoll im braſil.
Staat Mings Gerges eine Diamantmine entdeckt worden ſein, die ſich
über 20 Millionen Kubikmeter erſtreckt. Der Wert wird auf 5 Milliarden
Dollar angegeben.
Seite 14
Donnerstag, den 9. Dezember 1926
Nummer 341
Brantfärter Karsserict Bocr 0. Brzrmorr Teub
Staatspapiere
a) deutſche
6‟1.%Reichsp.=Sch.
v. 1. 10. 30 ..
7½ Baher. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
G.% 5. V.=Sch.
p. 1. 4. 29 .
6J-% Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
61,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30 .
79 Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7 23 ...."
7%0 Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7 30 ..
6‟,%Württ. F. Sch.
v. 1 129
Dt. Ablöſungs=Anl.
einſchließlich
Ausloſungsſcheinen
Vorkriegsanleihen
5% D Reichsan.. .
4% D. Reichsunl .
4% D. Schutzgb. v.
08 —11 u. 15..
4% D. Schutzg. v."
4% Preuß. Konſ.
4% Baden..
4%Bayern ..
4½ Heſſen
42 Württemberger
b1 Ausländiſche
5%Bos.E. B 1914
59 2.Inv. 1914
4½½ 1898
4½% 1902 ..
4½
6% Bulg. Tabal02
4½% Oſt. Staatsr.
4v. 1913, Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 14
Ri
18.25
96.5
„Oſt. Silberr. / 6.25
Goldr. 27.25
„einh. R. (kon)
3% Port.(Spz. 111 11.9
5% Rum.am. R.03.
1½% Gold. 13. 20.5
am.konv.. / 7.75
470
am. 05
*
4½Türk. (Adm.)0‟
4% Türk. Bagd. I
42
(Bagd.) II
4% „ 1911 Zoll.
97.5
96.5
37
319
0.766
15.85
7.25
4.75
24½e
4 ½%6 Ung. St. 1913
4½% „ St. 1914
Goldr.
St. 10
Kronr. . .
„ Eiſ. Tor. G.
Außereuro.
päiſche
5% Mex.am.inn.
5% äuß 99 ..
4% Gold 04,ſtf.
30 „ kon). inn. .
4½% „ Frrigat.
5% Tamaulivas I.
Sachweri=Schuld:
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10% Berl. H.=Bk. G.
3%
„
6% Berl. St.=Gold
8% Darmſt. St.-G.
8% D. Hyp.=Banl
Meining., Goldpf.
83% Frtf.=Hyp.-B.,
Goldpfdbr . .
%o Frlf. Pfbr.=Bf.
Goldpfdbr..
5% Frlf. Pfbr.=B
Goldpfdbr..
15
26
22.5
167
24.75
25.8
3.05
102.5
91.5
97
A
103
102
93
8% Komm. Ldb. D.,
Goldſchuldver
80 Heſf. Ldb. Gold.
102 Komm: Elektr
Mark (Hag.) Gold.
80 Mannh. St.=G.
82 Mainz St.=G
6 Naſſ. Ldo. Golt
8% Pfälzer H.
Goldpfandbr.
80 Pforzh. St.=G.
8% Pr.C.,B.=Cr.=B
Goldpfandbr.
8% Rh.Hyp. =B. G
71/.%Rh. St.-W. 2
10% Rh.=Weſtf. B.=
Cr.=Bk., Goldpf.
826
3½ Südb. B.=Cr.=B.
Goldpfandbr. . . .
Ohne Zins:
berechnung
5% Bdw. Kohl. 23
6%Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſſ. Brk.=Rog.
2:
5%„Noggen 23
5% Pr. Kaliw.
50 Pr. Roggenw.
5 % Südd. Feſt=B. G
Vorkriegs=Dyp..B
Pfandbriefe
Bay Vereinsb.
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp. u. Wechſ
Berliner Hyp Bk
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=B
Hamb. Hyp.=B..
Mecklb Hyp.=u. Wb.
Meining. Hyp. B?
Nordd Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=B1. ..
Preuß. Bod.-Cr.=B
Pr. Cent.=B. Cr.=B.
103
98‟1
103.5
101
97.5
102
1 2
134.5
13
11.95
15.85
15.4
12
7.9
13.98
14.15
6.875
8.75
2.32
20.8
22
18.75
15.10
15.9
11.9
12.0,
16
13.3
70
9
6.75
Preuß. Pfdbr.=Bi.
Rhein. Hyp.=B...
Rh.=Wſtf. B.=Cr.. B.
Südd. Bodenkr.
Württ. Hyp.-Bf.
Staatl. od. prov.
garantirt
Heſſ. L.=Hyp=B.
Landeskr. Caſſel
Naſſau. Ldsb.
Obligationen v.
Transportanſt.
4½Dux. Bdb Em.91
„ 93/
42 Eliſ.=Bahn ſtfr.
42 Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
4½ Kaſchau=Oderb.
49
abg.
5%0 Oſt. Niſtb. 74
5%0 Oſt. Südb. (L).
2,6% Alte
2,6% Neue.
5% Oſt.-Ung. 13/74
4%Oſt. Staatsb. 8‟
3%Oſt. „ 1.b.8.E.
3%Oſt. „ 9. E.
3%Oſt. . 1885
3%Oſt. „ Erg. Ne‟
3% Raab Oedbg. 83
91
A
97
425 Rud. Silber
4 Rud. Salzig.
4½% Anat. S.1
4½% Anat., S. 1I
4½% Anat., S. 1II
30 Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
4½%
Zank=Aktien
Allg. D.=Kredit:
Bad. Bk. . . . . . . . . 160
Bk. f. Brauind. . . . 169.5
15
33.5
25
10.8
Barmer Bankb.
Bay. Hyp.=Wchſ.
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=B!.
Deutſche Ban:
D. Eff.u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bf. Mein.
D. Vereins=Bk.
Dist.=Geſellſch.
Dresdener Bf.
Frankf. Bf.
Frkf. Hyp.=Bk.
Frrf. Pfdbr.=Bk. .. 150
Gotha. Grundkr. Bk.
Lur intern. Bank
Metallbank..
Mitteld. Creditb. /145
Pfälz. Hyp.=Bf.
Reichsbank=Aut. /158.5
Rhein. Creditbk. ...
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. Disc.-Geſ.
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwerkö=Akt.
Bochum.Bergb.
Buderus. . . . . . . . ."
Dt. Luxemburg ..
Eſchw. Bergw... ..
Gelſenkirch. Bgw.
Harp. Bergb......
Ilſe Bergb. St....
Genußſchein.
Kali=Aſchersleb.
Kali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln.
Klöcknerwerke ..
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder
Overbebarf .."
Otavi=Min.=Ant..
Phönix=Bergb.
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlwv.. .
A. Niebeck Montan
Rombach. Hütte
13
192
250
179
130
1 9.25
137
156.5
123.
255
13.5
171
136.5
161
157
5
5.55
108
16.
77
182
2.0
141
138
175
149
184.2.
1.30.5
107.5
39.75
125
193
76
14.6
Tellus Bgb.
102
Ver. Laurahüitte . . / 76.5
Ver Stahlwerfe. . 1139
Juduſtric=Akt.
Vrauereien
Euchbaum(Manny.
Henninger
Gercules. Hefſiſche
Löwenbr.=Münch.
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof(Bind.
Schwarz=Storchen
Tucher, Nürnberg
.
Ver ſe=
153
110
263
R
140
139
Arkum. Berlin
Noler & Oppenn.
Adlerwv. (v. Kieuer//104
BE. N. G. Vzg.A.
5 % A. E. (. Vz0. B.. 86
A. E. G. Stamm . .. 1. G.75
135
58
78
153.5
46
Anglo=Cont. Guano/ 4110
Aſchaff. Zellſtoff ../143
Zadenia (=Beinh.)/ 6.75
Bad. Maſh. Durl. 1111.5
Bad. Uhren, Furtw./ 32‟1,
Bamag=eguin . .! 53
Baſt Nürnberg
Bahr. Spiegel
Beck & Henkel
Bergmann El
Bing. Metall..
Brem.=Beſigh=Ol
Bürſtenfbr. Erlang./ 83.5
Eement=Heidelb. . /126.75
Cement, Karlſtadt 1140
Cement, Lothr.
Chem. Albert. . . . . 143
79.5
Chem. Brockh.
1100
CChem. Milch .
ſaimler=Benz A. G./ 96
Dt. Eiſenhandel. . . 84
Deutſche Erdöl .."
D. G. u. Silb. Scheib. /172.5
Dingler, Zweibrück.
Dresd. Schnellpr.
Dürrkopp..
Dürr. Ratingen
Duckerhoff & W.
Eiſenw. Kaiſersl.
El Licht= u. Kraft
El. Lieferung .. . . 143.5
Eli. Bad. Wolle
Email. 111 rich
Enzinger Werke ../ 92
Ezlinger. Maſch.
Ettlinger Spinn.
Faber Bleiſtift .. . 102.5
Faber & Schleicher
Fahr, Pirmaſens.
Farbenind. J. G.
Felten & Gnilleau.
Feinme h. (Jetter)
Feiſt, Sekt. Frkf.
Frankfurter Gas
Frangfurter Hof
Frkf.-M. Pok. u. W
ruch Waggon St.
Feiling & Cie. .."
Germania Linol. . .
Gelſenk. Gußſt. ..
Goldſchmidt, Th. ..
Gotha Waggon.
Gritzner, Maſch.. . . 120
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frift.
Hammerſen
Hunfw. Füſſen
Hanſa Lloyd
Hartm. & Braun . . 199
Henligenſtaedt.
Hilpert, Armatur.
Hindrick,3=Aufferm.
Hirſch, Kupfer
Hoch=Tief Eſſen ..
Holzmann".
Holzverk. Ind. ..
Hydrom. Breslau
Fnag ..
Fun zhan; St.. . . 103.8
Kammg. Aaiſersl.
Karisruher Mach.
124
82
4..5
74.5
59
153.5
53
205
95
45
312.25
86.75
60
81 25
76
0.50
194.5
135
139.-
125
11..2
108.
72.75
38.5
62
108
102
15—.5
70
50
68.75
145
42.25
130.2
Karſtadt, R..
Klein Sch. & Becker / 96
Knorr, Heilbronn 150
Konſerv. Braun ../ 55
Krauß, Lokom.
Lahmeher
Lech. Augsburg .. . 115
Lederw. Rothe ... 43
Spicharz. 25
Linger Schuhw...
Löhnberg. Mühle / 52.5
Ludwvigsh. Walzm. /407.5
Lüdenſcheiv Metal//416
Lux, Induſtrie ../ 37
Mainkraft Höchſt
Mars= V. Nürnberg/1.35
Metallgeſ. Frkf. 1173.5
Miag. Mühlenb. . . 124.5
Moenus, Stamm . / 53.5
Motoren). Deutz.
Motorenf. Oberurſ. 62
Münch. Lichtſpielk. / 70
Reckarſ. Fahrz. .. . /104
Neckarw. Eßlingen
Beters Union . . . . 1117.90
Pfälz. Näh Kayſer/ 62.5
Pyilipps. . . . . . . . . 45.70
Porzellan Weſſel
Brometh. Frkf. .
Rein. Gebb. & Schal/106.25
Rhein. Elektr.
146
Rhenania, Nachen 71
Rütgerswerſe .. . . 129.25
S hleußner .. . . . ..
Schneid. & Hanau ./ 62
Shnellpr. Frank. 82.5
Schramm Lackf.
Schrift, Stemp.. . . 116
Schuckert, Elektr. 1153
Shuhf. Weſſel ... 68
Schuhf. Herz ..
Schulz, Grünlack ./ 52
Seilind. 23olff.
69.75
Sieinens Glas ..
Sieinens & Halste
Südd. Immob. . 80
Ehürin :. Lief.-Geſ. 88
uhrenFurtwäng!
Veithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
Ver. d. Olfbr. Mann
Ver. Faßf. Caſſel.
Gummi. Blu.=Frlf.
Pinſel=Nürnberg.
Ultramarin .. ....
Zellſtoff Berl. ..
Vogtl. Maſch. ..
Voig: & Haeffner
Volthom Seil".
Wunß. E Freyia /
Wege lin Rußfbr.
Zeliſt. Waldhof .."
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Zuckerf. Heilbronn
Zucker . Offſtein
Zuckerf. Rheingau
Zuckerf. Stuttgar
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Dt Eiſenb.=Geſ.
El. Hochbahn=Ber!
Schantung E. B..
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Hapag ..........
Nordd Lloyd.. . ..
Frift. Allg. Ver).
Frankona Rückv
Darmſt. Berte
Bahnbebarf...."
Dampft. Rodberg
Helvet ia Fon)..
Gebr. Lutz .....
Motor ſ. Darmſt.
GHevr. Roeder ..
Venulety & Tilenb
825
1147,
86
116
137 75
104
127.75
102.5
12..25
165
127.7
03.5
15
168.5
163.5
110.75
36
15.25
39.5
55
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Jugendgruppe
Enladung
Weihnachts=Feier
am Samstag, den 11. Dezember 1926, abends 8 Uhr,
im „Heiligen Kreuz” (Dieburgerſtraße)
Muſik=, Gedicht= und Geſangs=Vorträge,
Theater=Aufführung, Tombola u. a. m.
Die Mitglieder und Freunde der Deutſchen Volkspartei
ſind zu dieſer Weihnachtsfeier herzlichſt eingeladen.
Eingeführte Gäſte willkommen!
Eintritt frei!
Jugendgruppe Darmſtadt der 2. V. P.: A Haury, 1. Borf
Nur kurze Zelt das sensationelle Doppelprogramm:
1000 dohernnts dar BontoVermsnen
Ein Stuart-Webbs-Abenteuer im Hochland, 6 Akte
Hauptdarsteller: Ernst Reicher
Verporgene Giuten
Sittenroman in 6 Akten
In den Hauptrollen: Imogen Robertson und Alfons Fryland
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Die neueste Wochenschau.
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Der Frödter von Amsterdam
Sitten-Roman in 6 Akten
Hauptdarsteller: Werner Krau s
Der Hochverrat von Panama
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Donnerstag, den 9. Dezember 1926
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5. Konzert der Städtiſchen
Akademie für Tonkunſt
Soliſtin: Paula Gräfin von Schwerin (Violine)
Preiſe der Plätze: 1.50 bis 5.— Mk.
Freitag, 10. Dezember. Keine Vorſtellung
Samstag, 11. Dezember. Außer Miete,
Uraufführung des Weihnachtsmärchens
„Brumm, der Bär”. Anfung 5 Uhr. Ende Tebaldo, Wirt
nach 7 Uhr. Preiſe 0.50, 1, 1.50, 2, 2 50Mr
Sonntag, 12. Dezember, nachm 2½ Uhr:
Brumm, der Bär. — Abends 7½ Uhr:
Tiefl. ind. Heute Beginn des Vorverkaufs
Kleines Haus
Donnerstag, den 9. Dezember 1926
abends 7½ Uhr
Zuſatzmiete III, 4
Zehn Tanzbilder
Eine Folge von 10 Tänzen von D. Milhaud
Muſikaliſher Leiter: Paul Gerhard Scholz
Bühnenleitung: Hans=Esdras Mutzenbecher
Choreographie: Manda von Kreibig
Koſtümentwürfe: Arthur Pohl.
Muſikaliſches Vorſpiel
1. Tanz in der Frühe (Lene Berdolt, Dora
Böhm, Irene Scheinpflug und alle
Damen des Balletts)
2. Exotiſches Mädchen (Manda v. Kreibig
3. a)Kollegium Lene Berdolt, DoraBöhm,
Annette Reiß, Milly Reiß, Dora
Sauer=
wein, Marta Schulz)
b)Oh! (Dora Böhm. Irene Scheinpflug)
4. Schelm (Manda von Kreibig)
5. Trauernde (Lene Berdolt, Dora Böhm,
Vera Korſchan Eliſabeth Lindner,
An=
nette Reiß, Erika Seibert)
6, Irene und die Anderen (Irene
Schein=
pflug, Reha Eckſtein, Grete Kumpf,
Anna Reiß, Dora Sauerwein, Marta
Schulz, Hanna AZalzer)
— Pauſe —
Muſikaliſches Zwiſchenſpiel
7. Auftakt (Dora Böhm, Lene Berdolt,
Irene Scheinpflug — Annette Reiß,
Milly Reiß)
8. Jahrmarkt (Leue Berdolt, Dora Böhm,
Irene Scheinpflug und alle Damen
des Balletts)
9. Empfindſamer Tauz (Manda v. Kreibig)
10. Gemeinſchaft im Licht (alle Damen des
Solo und alle Damen des Balletts)
Perſiſches Ballett
Handlung von Ellen Tels.
Muſik von Egon Wellesz
Muſikaliſcher Leiter: Paul Gerhard Scholz
Szeniſche Leitung: Oscar Fritz Schub
Choreographie: Manda von Kreibig
Perſonen:
Der Schah Zade . . . . Werner Scharff
Diamileh, ſeine Favoritin Manda v. Kreibig
Abbaſchan, ein junger Perſer. Lene Berdolt
Die alte Fatimeh . . . . Aenne Reiß
Erſte Dienerin".
.. Wera Korſchan
Zweite Dienerin".
Dora Sauerwein
Pulcinella
Balletpantomime von Jgor Strawinsky
(nach G. B Pergoleſe)
Muſikaliſcher Leiter: Paul Gerhard Scholz
Handlung und ſzeniſche Leitung:
Oscar Fritz S huh
Choreographie: Manda von Kreibig
Perſonen:
Puleinella . . . . . . . . J. Scheinpflug
Scaramuccio, ſein Diener Lene Berdolt
Dottore
. . Manda v Kreibig
Pimpinella, ſein Mündel. Dora Böhm
Grete Kumpf
Aenne Reiß
Milly Reiß
Anna Krafft
Gaſſenjungen
Dora Sauerwein
.. Recha Eckſein
.. . . Eliſab. Lindener
...
.. . . . . . . . Erifa Seibert
Diener). . ..
. . . Wera Korſchan
7... . . . . . Marta Schulz
Die imBallett vorkommenden altitalieniſchen
Lieder (Text überſetzt von L. Barc insky)
werden geſungen von Hedwig Werle,
Rudolf Strzeletz, Oscar Grauert
Bühnenbilder und Koſtüme nach Entwürfen
von Lothar Schenck von Trapp
Spielwart: Fritz Wilde
Pauſe nach beiden Werken
Preiſe der Plätze: 1 bis 6 Mk.
Anfang 7½ Uhr Ende 10 Uhr
Freitag, 10. Dezember. Zuſatzmiete IV 5.
Figaros Hochzeit. Anfang 7 Uhr Preiſe
1—6 Mk.
Samstag, 11. Dezember. Außer Miete.
Zum 1. Male wiederholt: E geplagder
Familjevadder. Anfang 8 Uhr. Preiſe
080—2 50 Mk.
Sonntag, 12. Dezember. Der Raub der
Sabinerinnen. Anfang 7½ Uhr.
Nummer 341
Donnerstag, den 9. Dezember 1926
Seite 15
Die lone Berzognn.
12)
Roman von E. Klein.
(achdruck verboten.)
vI.
Der Mann, der für England dieſen Kampf führte, war Lord
Ceeil Burnham, Peer der Vereinigten Königreiche und
Präſi=
dent der Imperial Anglo=dutch Oil=Company.
Zur ſelben Stunde, da James Wood ſeine Reiſe nach
Lon=
don antrat, ſaß dieſer große und bedeutende Mann mit
ſorgen=
ſchwerem Haupte in ſeinem Herrenzimmer auf Burnham Tower.
Er war weit über ſechs Fuß hoch, breit, maſſig und machte eher
den Eindruck eines behaglich lebenden engliſchen
Landedel=
mannes, als den eines der erſten Lords Großbritanniens und
Leiters eines der gewaltigſten Truſts, die der Welt ihre
Lebens=
bedingungen diktierten. Ein paar kluge, freundliche Augen
leuch=
teten mit unnverfälſcht inſulariſchem Blau unter den buſchigen
weißen Augenbrauen, und über der hohen Stirn legte ſich
ſorg=
fältig geſcheiteltes weißes Haar. Ein durchaus gütiges,
vorneh=
mes Geſicht, auf dem jetzt aber ſchwerer Ernſt lagerte. Lord
Burnham war im Smoking. Im Speiſeſaal, in demſelben, in
dem einſt ſeine Vorfahren König Heinrich VIII. und deſſen
Toch=
ter, die jungfräuliche Königin, bewirtet hatten, warteten ſeine
Gäſte, doch er dachte gegenwärtig an alles andere, denn an ein
frohes engliſches dinner. Ihm gegenüber ſaß ein ſchmal=
ſchmäch=
tiger Mann mit bleichem, ſcharf geſchnittenem Geſicht. Er
ver=
ſchwand faſt neben der gigantiſchen Geſtalt des Lords, ſah
un=
ſcheinbar, beinahe armſelig aus in ſeinem dunkelblauen
Serge=
rock und war doch in dieſer Unterredung von den beiden der
ſtärkere.
Sergei Karaſchin war es, der Kommiſſar, den die Moskauer
Regierung nach England geſchickt hatte, um mit Lord Burnham
über die Konzeſſionen zu verhandeln, die Rußland auf
Nord=
ſachalin und in Kaukaſien zu vergeben hatte. Mit kühlem,
über=
legenem Lächeln faß er da und drehte ſich zwiſchen den gelb
an=
gerauchten ſchmalen Fingern nachläſſig ſein Zigarettenröllchen.
Er wartete auf die Antwort, die ihm der Lord auf ſeine
Be=
dingungen zu geben hatte.
Er wartete mit der echt ſlawiſchen Geduld, lauernd, ſeiner
Sache ſicher.
Burnham erhob ſich und ſchritt, die Hände in den
Hoſen=
taſchen, in dem großen Zimmer langſam auf und ab. Endlich
blieb er vor dem Ruſſen ſtehen und ſah von der Höhe ſeiner
ſechs Fuß auf ihn herunter.
„Sie verlangen" viel, Herr Karaſchin”, ſagte er, „beinahe
zu viel.”
„Ich lege den Ton auf das Wort beinahe” erwiderte
Kara=
ſchin, „wer viel gibt, kann viel fordern. Zweiſeln Sie daran,
Mylord, daß die Compagnie universelle uns nicht ſofort die
ſämtlichen Bedingungen garantieren würdek”
„Das erlaube ich mir zu bezweifeln. In Paris knüpft man
an die Erfüllung dieſer Bedingungen ſelbſt ſolche, die Ihrer
Regierung abſolut nicht konvenieren würden. Man will ſich die
Anerkennung der Sowjetregierung dort mit Wucherzinſen
be=
zahlen laſſen.”
Karaſchin zuckte die Achſeln.
„Sie können ſich denken, Mykord”, erwiderte er, indem er
ſich ſeine Zigarette anzündete und die Doſe aus Tulaſilber
lang=
ſam in die Taſche ſteckte, „daß wir uns ſowohl in Paris wie in
Tokio ganz genau inſormiert haben, wie die Dinge ſtehen.
Unſere alten Freunde, die Japaner, ſind ſogar bereit, Sachalin
ganz zu räumen, wenn wir die Oelkonzeſſionen der Gruppe
geben, an der ſie intereſſiert ſind. Und daß das nicht Ihr Truſt
und die mit Ihnen verbündete Standard Oil iſt, wiſſen Mylord
ebenſo gut wie ich. Wir ſind nun einmal nicht in der Lage,
nach unſern Sympathien oder Antipathien zu gehen, ſondern
gezwungen, das, was wir zu verkaufen haben, an den zu
der=
kaufen, der uns am meiſten bietet. Wir wiſſen ſehr genau, was
die Oelfelder in Sachalin und in Kaukaſien wert ſind. England
kann ſich den ganzen Moſſulzank mit den Türken ſparen, wenn
es die Sachalin= und die kaukaſiſchen Konzeſſionen im Sack hat.
Es kann den Amerikanern ſogar diktieren, denn ſpeziell die
Vor=
kommen in Kaukaſien und am Kaſpiſchen Meere ſind nach
ober=
flächlicher Schäitzung mindeſtens eineinhalbmal ſo groß wie die
kaliforniſchen Oelfelder.”
„Ich weiß, ich weiß” murmelte Lord Burnham, „aber wie
ich die Regierung dazu bekommen ſoll, außer der Anerkennung
auch noch eine große Anleihe herzugeben — das weiß ich nicht.
Der Teufel ſoll mich holen, wenn ich es weiß. Selbſt wenn die
Regierung die Anleihe zuſagt, iſt das noch nicht gleichbedeutend
damit, daß Herr Mac Kenna oder Herr Brand ſchon das Geld
dafür hergeben. Das wiſſen wieder Sie ebenſo, gut wie ich,
Herr Karaſchin.”
„So, wie ich die Herren der City kenne”, ſagte der Ruſſe,
„kommt für ſie in erſter Linie die Frage in Betracht: iſt das
Ge=
ſchäft gut oder nicht ?. Sie haben den franzöſiſchen Franken
ge=
ſtützt — ausgerechnet in dem Moment, wo die engliſche
Regie=
rung ihn ganz umbringen wollte. Für die City iſt die Politik
das Geſchäft und das Geſchäft die Politik. Wenn wir gute
Garautien ſur die Anleihe bieten, wenn wir achteinhalb Prozent
bezahlen — wird ſich das Bourgeoisgewiſſen der City leicht
darüber beruhigen, daß die Bolſchewiki als ebenbürtige
Mit=
glieder in die vornehme Tafelrunde der europäiſchen Mächte
aufgenommen werden. Mylord, darf ich Ihnen einen Rat
geben? Wenn Sie nach London fahren, um unſere Angelegen=
heit mit Ihren Freunden zu bereden, ſprechen Sie zuerſt in der
City vor und dann gehen Sie nach Downingſtreet.”
„Ich will verſuchen, ich muß es ja. Wie lange geben Sie
mir Zeit, Herr Karaſchin?”
„Nun, ich denke, ein Engländer braucht nicht lange, um zu
erkennen, ob er ein Geſchäft machen will oder nicht. Sagen wir
acht Tage. Ich gehe inzwiſchen nach Berlin —
„Nach Berlin?” Und der Lord ſah den Ruſſen ſcharf an.
„Warum nicht? Glauben Sie nicht, daß man mit den
Deutſchen gleichfalls gute Geſchäfte machen kann? Ich halte
es ſogar für ſehr gut, wenn ſie in die Sache mit hineinſteigen.
Ich will euch Engländern nicht zu nahe treten, Mylord, aber
wenn eine Sache recht angepackt werden ſoll, muß man nur die
Deutſchen rufen.”
Lord Burnham war ein ſtockorthodoxer Die=hard. Sein
Evangelium war die „Morningpoſt”. Aber Geſchäft iſt Geſchäft.
„Keine ſchlechte Idee” meinte er, „vor allem können wir
hre Ingenieure und Geologen gut gebrauchen. Halten Sie mich
bitte über Ihre Verhandlungen in Berlin auf dem Laufenden —
es iſt möglich, daß ich mich ſelbſt mit einem von den Leuten da
drüben in Verbindung ſetze.”
Im ſelben Moment klopfte es an die Tür. Ehe Seine
Lord=
ſchaft noch die Erlaubnis zum Eintritt geben konnte, ſchlüpfte
eine elegante, junge, hübſche Frau ins Zimmer. Lady Grace
Lennoy, Burnhams jüngere Tochter.
„Wie lange noch ſollen wir auf dich warten, Papa?” rief ſie,
„Das iſt ein Benehmen, die ganze Geſellſchaft unten warten zu
laſſen! Simpſon hat bereits dreimal mit der Kündigung
ge=
droht, wenn du ihm das ganze Menü anbrennen laſſen willſti”
Mylord zeigte auf Karaſchin, der ſich beim Eintritt der
leb=
haften jungen Dame erhoben und ſie mit einer gemeſſenen
Ver=
beugung begrüßt hatte. Ein Vertreter der Sowjets verſinkt
nicht vor Ehrfurcht vor der perlenbehängten Tochter eines
eng=
liſchen Loros, ſelbſt wenn ſie ſo hübſch iſt wie Lady Grace.
„Du ſiehft, ich bin beſchäftigt, mein Kind”, ſagte ihr Vater.
„Aber die Unteredung iſt gerade zu Ende gegangen, und ich bin
frei. Wenn du ſo freundlich ſein würdeſt, für Herrn Karaſchin
ein Appartement im Fremdenflügel herrichten und ihm dort
ſer=
vieren zu laſſen, wäre ich dir ſehr dankbar.”
(Fortſetzung folgt.)
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meine verehrliche Kundſchaft, Freunde,
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Beſuche einlade.
Für das mir ſeither geſchenkte
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trauen u. Wohlwollen, danke ich allen
herzlichſt und bitte ich dieſes mir auch
in den neuen Räumen zuwenden
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zu wollen
Hochachtungsvoll:
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