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Nummer 139
Donnerstag, den 20. Mai 1926.
189. Jahrgang
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Darm=
ſtädter 8 Nationalbank.
Marx vor dem Reichstag.
Die Regierungserklärung.
Feſthalten am bisherigen Kurs.
* Berlin, 19. Mai. (Eigener Bericht.)
Präſident Loebe eröffnet die Sitzung um 12¾ Uhr. Auf der
Tagesordnung ſteht die zweite Beratung des Nachtragsetats.
Abg. Schmidt=Stettin (Deutſchnatl.) berichtet über die
Aus=
ſchußverhandlängen. Der Nachtragsetat enthält u. a. auch die
For=
derung von 1½ Millionen als Anteil des Reiches an den Koſten der
Durchführung des Eintragungsverfahrens bei dem Volksbegehren auf
Enteignung der Fürſtenvermögen. Der Nachtragsetat für 1925 wird
dann in zweiter und dritter Leſung angenommen.
Angenommen wird eine Entſchließung, die die Reichsregierung
erſucht, im Nachtragsetat für 1926 zugunſten der Frankenlohnempfänger,
die im Saargebiet arbeiten und in den deutſchen Grenzgebieten wohnen,
1,5 Millionen Mark einzuſetzen und bereits jetzt vorſchußweiſe
auszu=
zahlen.
Das Haus vertagt ſich.
Der Präſident beruft ſofort eine neue Sitzung ein, die dreiviertel
Stunden ſpäter beginnt. Auf der Tagesordnung ſteht die
Entgegen=
mahme einer Erklärung der Reichsregierung.
Bei Beginn der neuen Sitzung findet ſich Reichskanzler Dr. Marx
mit den übrigen Mitgliedern des Kabinetts auf den Regierungsplätzen
ein. Die Regierungsparteien haben dazu einen Antrag
eingebracht, der beſagt: der Reichstag nimmt von der
Er=
klärung der Reichsregierung Kenntnis und geht
über alle Anträge zur Tagesordnung über. Das
Wort erhält ſofort
Reichskanzler Dr. Marx:
Die Reichsregierung, die am heutigen Tage der deutſchen
Volksvertretung vorgeſtellt iſt, ſetzt ſich mit Ausnahme des
Kanzlers aus denſelben Männern zuſammen, wie das Kabinett
Luther. Reichskanzler Dr. Luther iſt aus unſerer Mitte
ge=
ſchieden. Ueber drei Jahre hat er ſeine ganz außergewöhnliche
Kraft in den Dienſt des Reiches und des Volkes geſtellt.
Zu=
nächſt als Ernährungsminiſter, dann als Finanzminiſter und
ſeit Januar 1925 als Reichskanzler hat er bei außerordentlich
bedeutungsvollen Ereigniſſen auf die äußere und innere
Geſtal=
tung Deutſchlands entſcheidend eingewirkt. Seine Kanzlerſchaft
wird ihren Wert in der Entwicklung der Geſchichte behalten.
Markſteine ſeiner erfolgreichen Tätigkeit ſind London und
Locarno, wo unter ſeiner Anteilnahme Verhandlungen
ſtatt=
fanden, die zur Sicherung des Völkerfriedens, zur politiſchen
und wirtſchaftlichen Förderung Deutſchlands ein gutes Stück
Weg weitergeführt haben.
Es iſt mir ein Herzensbedürfnis, auch an dieſer Stelle
wärmſte Anerkennung der aufopfernden, ſelbſtloſen und
unermüdlichen Tätigkeit des Reichskanzlers Dr. Luther
zum Ausdruck zu bringen. Ich glaube mit der Meinung
weiter Kreiſe dieſeP hohen Hauſes übereinzuſtimmen,
wenn ich annehmeldaß bei der Zuſammenſetzung des
neuen Kabinetts eit eingehende und umfaſſende
Regie=
rungserklärung nicht erforderlich erſcheint. Deshalb will
ich mich auf wenige Worte beſchränken. Das Kabinett wird
die bewährte Außenpolitik des Reiches weiterführen.
Dieſe Politik, die mit der Regelung der Reparationsfrage in
London begann, ſollte ihren Abſchluß in den Verträgen von
Locarno finden. Wir hoffen, daß die Verhandlungen der
Studienkommiſſion in Genf dazu führen werden, die
Locarno=
verträge bald endgültig in Kraft zu ſetzen und Deutſchland die
Möglichkeit zu geben, als ſtändiges Mitglied des
Völkerbunds=
rats an deſſen großen Aufgaben mitzuarbeiten. Der zwiſchen
Deutſchland und der Sowjetregierung geſchloſſene Vertrag fügt
ſich durchaus in dieſe Politik ein. Er iſt ein Ausdruck der
freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen Deutſchland und ſeinem
großen öſtlichen Nachbarvolke und ein weiteres Glied in der
Reihe der Verträge, die dem Frieden und der Feſtigung
Europas dienen können.
Schwere wirtſchaftliche Not, die ſich insbeſondere in der
lang andauernden und außergewöhnlich umfangreichen
Erwerbsloſigkeit bemerkbar macht, laſtet auf uns. Hier
Abhilfe zu ſchaffen, wird auch von der gegenwärtigen
Regierung als vornehmſte Pflicht betrachtet.
Wenn ich nicht auf die Bedürfniſſe und Wünſche der einzelnen
Wirtſchafts= und Berufskreiſe eingehe, ſo ſoll das nicht eine
Geringſchätzung darſtellen. Wir werden ihnen bis an die
Grenze des Möglichen entgegenzukommen ſtets beſtrebt ſein.
Zwei Fragen allerdings erfordern nach meiner Meinung eine
beſondere Erwähnung. Der Grund liegt in den Ereigniſſen der
letzten Wochen. Ich weiſe zunächſt auf den von der Mehrheit
des Reichstags gefaßten Beſchluß hin, der das Schreiben des
Herrn Reichspräſidenten zur
Flaggenfrage
begrüßt und im Einklang mit dieſem Schreiben den Wunſch nach
Herbeiführung einer Einigung zu lebendigem Ausdruck bringt.
Die Reichsregierung wird mit ganzer Kraft darangehen, die
Wege, die das Schreiben des Herrn Reichspräſidenten andeuten,
einzuſchlagen, um das durch jenes Schreiben geſteckte Ziel zu
erreichen. Selbſtredend wird hierdurch Beſtand und
Durchfüh=
rung der Verordnung des Herrn Reichspräſidenten vom 5. Mai
dieſes Jahres, deren Rechtsgültigkeit nicht bezweifelt werden
kann, in keiner Weiſe berührt. Ferner möchte ich die Frage der
Auseinanderſetzung zwiſchen den Ländern und den vormals
regierenden Fürſtenhäuſern nicht unerwähnt laſſen. Der
Ter=
min zum
Volksentſcheid
iſt auf den 20. Juni anberaumt worden. Die grundſätzliche
Ein=
ſtellung der Reichsregierung zu dem, dem Volksentſcheid
unter=
breiteten Geſetzentwurf über die entſchädigungsloſe Enteignung
der Fürſten erleidet durch die Umbildung des Kabinetts keine
Aenderung. Die Reichsregierung wird deshalb auch den
Ge=
ſetzentwurf, den die frühere Regierung, gemäß einem
Kompro=
mißantrag der Regierungsparteien dem Reichsrat unterbreitet
und den dieſer in der vorigen Woche mit der verfaſſungsmäßigen etwas heikle Angelegenheit. Die Fäden zwiſchen den Regierungs=
Mehrheit angenommen hat, dem Reichstag zur Weiterberatung
zuleiten. Die Reichsregierung müſſe den Reichstag um ſeine
Unterſtützung in ihrem Beſtreben, auf der Grundlage der
repu=
blikaniſchen Weimarer Verfaſſung das Wohlergehen des
deut=
ſchen Volkes in allen ſeinen Teilen zu fördern und die Einheit
des Reiches unter gleichzeitiger Achtung der Länder zu ſchützen,
erſuchen. Nur in engſter, verſtändnisvoller Zuſammenarbeit
zwiſchen Regierung und Volksvertretung iſt das erſtrebte Ziel
zu erreichen.
Die Regierungserklärung wurde im allgemeinen ruhig aufge=
Dr. Luther kam aus den Reihen der Deutſchen Volkspartei lebhafter
Beifall. Mit lauten Hörthört=Rufen der Kommuniſten wurde die
Erklärung aufgenommen, daß die Flaggenverordnung unverändert
be=
ſtehen bleibe. Am Schluſſe der Erklärung kamen Beifallswufe aus den
Reihen der Regierungsparteien.
Nach dem Kanzler ſprach als erſter Parteiredner der Sozialdemokrat
Hermann Müller, der Reichskanzler Dr. Luthers ſtarke Perſönlichkeit nach Hauſe zu erreichen, trugen gleichfalls dazu bei, jedes
un=
anerkannte, ihm aber zum Vorwurf machte, daß er die notwendige
Füh=
lung mit den Parteien nicht aufrecht erhalten habe. Das ſollte für alle
folgenden Regierungen eine Lehre ſein. Den außenpolitiſchen Teil der
Regierungserklärung billigte er reſtlos. Was die Flaggenfrage betreffe,
ſo könne ſich die Sozialdemokratie aber nicht mit der Ankündigung des
Ausſchuſſes begnügen, der eine Einheitsflagge ſchaffen ſolle. Er ſicherte
ſchließlich der Regierung Unterſtützung zu, ſolange ſie eine Politik
ver=
folge, die mit dem Geiſte der Völkerverſtändigung und dem allgemeinen
Wohle vereinbar ſei.
Es folgte der Deutſchnationale Graf Weſtarp, der Weſtarp. Auch er war immerhin recht vorſichtig und gab zu
Minderheitskabinetts trage und dem Anſchein nach den Uebergang bilden
ſoll zu einer Regierung der Großen Koalition. Die Deutſchnationalen
könnten eine Regierungspolitik, die auf die Hilfe der Sozialdemokraten
angewieſen ſei, nicht unterſtützen. Die Mittelxarteien, beſonders das ſchränkten ſich auf kurze, zum Teil gewundene Erklärungen, worin
Zentrum, müßten endlich einſehen, daß nur ohne und gegen die
Sozial=
demokratie, nicht aber gegen die Deutſchnationalen in Deutſchland
re=
giert werden könne.
Hierauf verlas Abg. Guérard für das Zentrum eine
Er=
klärung, in der die Fraktion dem Vertrauen Ausdruck gibt, daß das lich die Aufrechterhaltung der Flaggenverordnung ausſpricht.
neue Kabinett unter Führung ſeines Kanzlers ſeine ſchwierigen
Auf=
gaben in der Innen= und Außenpolitik erfüllen werde. Die neue
Reichs=
regierung dürfe auf die Mitarbeit und Unterſtützung der Zentrums= Herr von Graefe nur einige boshafte Worte anfügte. Ganz hübſch
fraktion rechnen. (Beifall im Zentrum.)
Auch der Wortführer der Deutſchen Volkspartei,
Dr. Scholz, gab für ſeine Fraktion eine formulierte Erklärung ab,
in der es zum Schluß heißt: „Wie wir dem vergangenen Kabinett
Luther unſer Vertrauen nicht verſagt haben, werden wir auch dem
gegenwärtigen Kabinett nach ſeiner unveränderten
Perſonenzuſammen=
ſetzung und unveränderten Einſtellung zu den Fragen der Innen= und
Außenpolitik unſer Vertrauen nicht verſagen.”
Es folgte der Kommuniſt Schneller, der dem neuen Kabinett den
gleichen Kampf anſagte, den die Kommuniſten gegen das bisherige
Ka=
binett Luther geführt hätten.
Hierauf gab der Demokrat Haas ebenfalls eine formulierte
Erklä=
rung ab, worin es heißt: Die Fraktion der Deutſchen Demokratiſchen
Partei betrachtet die Erklärung des Herrn Reichskanzlers als eine
ge=
eignete Grundlage zur Förtführung der Geſchäſte. Sie ſpricht deshalb
der Regierung ihr Vertrauen aus. Wir begrüßen den feſten Willen der
Regierung. Nach wie vor ſind wir überzeugt, daß der Erlaß der
Flaggenverordnung, den wir mißbilligt haben, das Anſehen des Reiches
ſchädigt und den Streitſtoff im Volke vermehrt. Von der Reichsregierung
erwarten wir aber eine Politik, die von der Erkenntnis geleitet iſt,
daß man auch innenpolitiſch die Parteien zuſammenführen muß, die
die Außenpolitik der Regierung tragen. Solange das geſchieht, ſteht die
deutſche Demokratie hinter der Regierung.
Dann ſprach der Bayeriſche Volksparteiler Leicht, der, da die neue
Regierung bei ihrer Zuſammenſetzung und ihrem Programm als die
Fortſetzung der vergangenen Regierung erſcheine, die Unterſtützung der
Bayeriſchen Volkspartei bei allen Arbeiten für das Vaterland in
Aus=
ſicht ſtellt.
Nachdem noch der Völkiſhe Gräfe einen Mißtrauensantrag
begrün=
der hatte, wurde die Ausſprache geſchloſſen und die Abſtimmung
vor=
genommen. Ein Antrag der Regierungsparteien, der verlangt, daß
über den gegen das Kabinett Marx eingebrachten völkiſchen
Mißtrauens=
antrag zur Tagesordnung übergegangen und von den Erklärungen der
Reichsregierung Kenntnis genommen werden ſolle, wurde mit großer
Mehrheit angenommen. Für den Antrag ſtimmten mit den
Regierungs=
parteien die Wirtſchaftliche Vereinigung und die Sozialdemokraten,
da=
gegen die Völkiſchen und die Kommuniſten. Die Deutſchnationalen
ent=
hielten ſich der Stimme. Der völkiſche Mißtrauensantrag iſt damit
erledigt.
Dann vertagte ſich das Haus auf Montag, den 7. Juni, 3 Uhr.
Bauer wieder Mitglied der Sozialdemokratiſchen Partei
* Berlin, 19. Mai. (Priv.=Tel.)
Die Bloßſtellung des Abg. Bauer durch die Enthüllungen
im Barmat=Skandal hatten die Sozialdemokratiſche Partei im
Februar des vorigen Jahres veranlaßt, Bauer aus der
Sozial=
demokratiſchen Partei auszuſchließen, der daraufhin ſein
Reichs=
tagsmandat niederlegte. Bauer hat aber Einſpruch erhoben,
worauf ein Schiedsgericht den Ausſchlußbeſchluß aufhob,
wo=
gegen wiederum der Bezirksverein Berlin Einſpruch erhob und
verlangte, der ſozialdemokratiſche Parteitag möge Bauer eine
Rüge erteilen. Dem entſprach der Heidelberger Parleitag,
be=
ſchloß jedoch gleichzeitig, die Entſcheidung des Schiedsgerichts
durch ein neu einzuſetzendes Schiedsgericht nachprüfen zu laſſen.
Dieſes war am 14. Mai unter dem Vorſitz des heſſiſchen
Land=
tagspräſidenten Adelung zuſammengetreten und hat folgenden
Beſchluß gefaßt: „Gegen Bauer ſind keine Vorwürfe zu erheben,
die eine Rüge rechtfertigen.‟ Daraufhin wurde der Ausſchluß
Bauers aufgehoben, der alſo jetzt wieder Mitglied der
Sozial=
demokratiſchen Partei iſt.
Das ſchwache Kabinett mit
der ſtarken Mehrheit.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die Vorſtellung des neuen Kabinetts im Reichstag war eine
parteien ſind ſo dünn, daß ſie bei der geringſten Kleinigkeit
reißen können. Eine kleine Entgleiſung genügt alſo unter
Um=
ſtänden ſchon, um das ganze Kabinett über Bord zu werfen,
ganz abgeſehen davon, daß die komplizierten Mehr= oder
Min=
derheitsverhältniſſe ihm in jedem Augenblick den Hals zu brechen
geeignet ſind. Das Kabinett Luther war darauf aufgebaut, daß
es zwiſchen links und rechts balanzieren konnte. Das Syſtem
Marx kann dieſe Methode nicht mitmachen, weil Herr Marx nach
ſeiner ganzen Einſtellung der Mann der Großen Koalition iſt.
Er hat alſo die Deutſchnationalen nicht für ſich und gerade im
nommen. Bei den Dankesworten an den bisherigen Reichskanzler Augenblick aus den aktuellen Fragen die Sozialdemokraten ſehr
leicht gegen ſich. Ueberraſchungen waren deshalb am Mittwoch
nicht ausgeſchloſſen, und ein Stoßſeufzer der Erleichterung mag
aus mancher regierungsfreundlichen Bruſt zum Himmel geſtiegen
ſein, als alles ſehr programmäßig verlaufen iſt. Die Angſt vor
dem, was kommen ſollte, und der Wunſch, noch die Abendzüge
überlegte Wort auszuſchalten, zumal da die Regierungserklärung
ja auch keinen Anlaß dazu bot.
Der ſozialdemokratiſche Führer Müller=
Franken hatte wenig Gelegenheit zum Einhaken. Er ſprach mehr
um die Dinge herum, hielt an dem ſchärfſten Kampf gegen die
Flaggenverordnung feſt, kam aber trotzdem zu einer
wohlwollen=
den Einſtellung dem neuen Kabinett gegenüber und kündigte an,
daß die Sozialdemokratie alle gegen das Kabinett gerichteten
Angriffe abzulehnen bereit ſei. Weſentlich reſervierter war Herr
darauf hinwies, daß das Kabinett alle Kennzeichen eines proviſoriſchen erkennen, daß ſeine Partei die Taten des Kabinetts abwarten
würde, daß ſie ſich aber nicht als Lückenbüßer bei
Mehr=
heitsbildungen mißbrauchen ließe, falls etwa die
Sozialdemo=
kraten einmal verſagten. Die Regierungsparteien
be=
ſie ihr Vertrauen ausſprochen. Die Demokraten brachten
das Kunſtſtück fertig, damit ſogar eine Rechtfertigung ihrer
Hal=
tung gegenüber der Flaggenverordnung zu begründen, was
viel=
leicht notwendig war, weil ja die Regierungserklärung ausdrück=
Die Kommuniſten rein negativ wie immer. Ueberraſchend
be=
quügten ſich auch die Völkiſchen mit einer kurzen Erklärung, der
war die Spitze, daß das neue Kabinett ſehr viel weniger
luthe=
riſch, aber dafür ſehr viel mehr marxiſtiſch gefärbt ſei.
Und ſo war man ſchon drei Stunden früher fertig, als man
im Reichstag angenommen hatte, und zur Abſtimmung bereit.
Die Völkiſchen hedten einen Mißtrauensantrag eingebracht, der
aber von den Regierungspartéien mit dem Uebergang zur
Tages=
ordnung beantwortet wurde. Die Sozialdemokraten ſtimmten
mit den Regierungsparteien, die Deutſchnationalen enthielten
ſich. Eine namentliche Abſtimmung war nicht erforderlich und
die Abſtimmung ſelbſt ging ſo raſch vor ſich, daß erſt nach der
Abſtimmung die unerwartet große Mehrheit für das Kabinett
feſtgeſtellt wurde, das nur die Kommuniſten und Völkiſchen gegen
ſich hatte. Der Eindruck dieſer Antrittsvorſtellung muß alſo der
ſein, daß die Regierung Marr eine ſtarke Stellung habe. Davon
kann natürlich nicht die Rede ſein. Sie hat den Erfolg, daß ihr
ein guter Start gelang und daß ſie jetzt wenigſtens über die
Pfingſtferien, wahrſcheinlich ſogar über den Volksentſcheid
hin=
auskommt. Weiter wagt im Augenblick niemand zu denken. Der
Kanzler ſelbſt hofft darauf, daß nach dem 20. Juni der Weg zur
Großen Koalition frei ſteht, eine Auffaſſung, die aber von der
Deutſchen Volkspartei jetzt weniger als je geteilt wird.
Auswärtiger Ausſchuß und Genf.
Billigung der Taktik der deutſchen Oelegation.
Der deutſche Führer auf der Studienkommiſſion des
Völ=
kerbundes, Botſchafter v. Hoeſch, iſt am Dienstag in
Ber=
lin eingetroffen. Am Mittwoch vormittag beſchäftigte ſich der
Auswärtige Ausſchuß des Reichstags mit dem
Er=
gebnis der Genfer Beratungen. Er nahm einen
Bericht des Reichsaußenminiſters Dr. Streſemann und der
deut=
ſchen Delegierten entgegen. Sachlich iſt zu dem Genfer
Ergeb=
nis neues nicht zu ſagen, das ja durch die Oeffentlichkeit der
Verhandlungen bekannt iſt. Als Reſultat iſt feſtzuſtellen, daß
im Herbſt die Dinge vermutlich ſo laufen werden, daß Braſilien
ſeinen Widerſpruch gegen den Eintritt Deutſchlands in den Rat
zurückzieht und Deutſchland als einziges ſtändiges Mitglied in
den Rat aufgenommen wird, während gleichzeitig die Zahl der
nichtſtändigen Mitglieder von 6 auf 9 erhöht werden ſoll.
Ir=
gendwelche Bindungen über die Staaten, die zu dieſer Wahl
in Frage kommen, liegen nicht vor. Deutſchland hat alſo das
Recht, gegen Polen zu ſtimmen, wenn ſeine Kandidatur nach den
Ereigniſſen der letzten Woche überhaupt noch akut werden ſollte.
Sollte Braſilien ſeinen Widerſpruch gegen Deutſchlands
Auf=
nahme in den Rat aufrecht erhalten, dann wird zunächſt die
Wahl der nichtſtändigen Mitglieder vorgenommen, die ihre
Aem=
ter nicht mehr wie bisher am 1. Januar, ſondern ſofort
antre=
ten. Braſilien würde dann aus dem Rat herausgewählt und
der Eintritt für Deutſchland würde am folgenden Tage
offen=
ſtehen. Die Taktik der deutſchen Delegation in Genf wurde von
allen Parteien im Ausſchuß, mit Ausnahme der Kommuniſten
und Völkiſchen, gebilligt.
Seite 2
Donnerstag, den 20. Mai 1926
Nummer 139
Paris und derpolniſche Putſch.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 19. Mai.
Mit großer Unruhe und ſehr gemiſchten Gefühlen hat man
in Paris die Nachrichten über den Staatsſtreich Pilſudſkis
ver=
nommen, und wenn man auch in den erſten Tagen in Paris
gänzlich ohne zuverläſſige Informationen über die polniſchen
Ereigniſſe daſtand, die Preſſe hat gleich die grundſätzliche Frage
des Verhältniſſes zu Polen aufgeworfen. Pilſudſki iſt nunmehr
Herr der Lage und damit beſchäftigt, ſeine Herrſchaft zu
organi=
ſieren, aber die außenpolitiſchen Konſequenzen des polniſchen
Staatsſtreiches ſieht man noch immer nicht klar.
Die große Aufregung, welche die poldiſchen Ereigniſſe in
Paris auslöſten, iſt nicht nur auf das außenpolitiſche Intereſſe
an Polen zurückzuführen. Frankreich iſt finanziell und
wirt=
ſchaftlich ſtark in Polen engagiert. Abgeſehen von den ſtaatlichen
Anleihen, iſt auch die franzöſiſche Privatwirtſchaft ſehr ſtark an
Polen intereſſiert. Trotz allem kennt man aber in Frankreich die
polniſche Innenpolitik verhältnismäßig oberflächlich. Man kennt
in Frankreich wohl die Verhältniſſe der polniſchen Armee, nicht
oder nur ungenügend aber die innenpolitiſche Struktur dieſes
Landes. So iſt es zu erklären, daß Pilſudſkis Putſch für
Frank=
reich völlig überraſchend kam. Viele haben es erſt jetzt
vernom=
men, daß Polen von inneren Gefahren bedroht wird.
Der Sieg Pilſudſkis hat in Paris keine Begeiſterung
aus=
gelöſt. Man hofft kaum, daß die franzöſiſch=polniſchen
Bezie=
hungen dadurch beſſer werden. Pilſudſki beeilte ſich zwar, zu
verkünden, daß die polniſche Außenpolitik keine Aenderung
er=
fahren wird. Doch man behauptet von ihm, daß er mehr die
Verſtändigung mit Deutſchland und Rußland ſuchen werde, als
ſeine Vorgänger es getan haben. Auch die Anhänger der Witos=
Regierung haben während der Zeit, als die Lage noch
unent=
ſchieden war, ſtarke Propaganda gegen Pilſudſki gemacht. Die
Haltung der Witos=Regierung hat die Franzoſen enttäuſcht oder
ihnen wenigſtens recht viel Kopfzerbrechen gemacht. Man
ver=
mag es hier nicht zu begreifen, wie es möglich war, daß die
Witos=Regierung nach ſo hochfahrenden Ankündigungen über die
Unterdrückung der Pilſudſkiſchen Militärrevolte den Kampf ſo
ohne Sang und Klang aufgab.
Wenn die außenpolitiſche Richtung Pilſudſkis — obzwar
darüber nur Vermutungen exiſtieren — für Frankreich nicht als
beſonders günſtig gehalten wird, ſo gilt dies für den
innenpoli=
tiſchen Kurs, den er in Polen ganz gewiß einſchlagen wird, in
noch ſtärkerem Maße. Pilſudſkis Sieg bedeutet einen Vorſtoß
der Sozialiſten, die dem ausländiſchen, Kapitalismus feindlich
gegenüberſtehen. Die polniſche Induſtrie wird aber völlig von
dem ausländiſchen — und nicht zuletzt franzöſiſchen — Kapital
beherrſcht. Die polniſchen Sozialiſten ſind alſo ziemlich
ausland=
feindlich. Die Witos=Regierung, welche in erſter Linie die
Inter=
eſſen der Agrarbevölkerung vor Augen hielt, hat die polniſche
Induſtrie ſehr ſtark den ausländiſchen Kapitaliſten ausgeliefert
und ausländiſchen Einflüſſen einen ziemlich breiten Raum
ge=
währt. All das kann unter Pilſudſki anders werden.
Schon ſeit langem ſind in Frankreich Zweifel über den Wert
des Bündniſſes mit Polen aufgetaucht. Die maſſenweiſe
Ein=
wanderung aus Polen hat der Sympathie viel geſchadet. Man
hat ſehr ſchlimme Erfahrungen mit den polniſchen Einwanderern
gemacht. Die franzöſiſche Außenpolitik mußte ſtets große Opfer
für Polen bringen, Opfer, deren Wert man in Frankreich genau
kennt. Als die franzöſiſch=ruſſiſchen Verhandlungen begannen
ſind manche Gedanken über eine etwaige Umgeſtaltung des
Ver=
hältniſſes zu Rußland aufgetaucht, und wenn auch ſeitdem
ver=
ſchiedene Ereigniſſe dieſe Gedanken aus dem Geſichtskreis
dräng=
ten, es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß ſie unter der Einwirkung einer
neuen polniſchen Außenpolitik wieder aufleben könnten.
Die Lage in Polen.
EP. Warſchau, 19. Mai.
Die politiſche Lage wird gegenwärtig vom Gegenſatz
zwiſchen Poſen und Warſchau beherrſcht. Die
Rechts=
parteien, die ſich in Poſen verſammelt haben, fordern den Seim=
Marſchall auf, die Nationalverſammlung nicht nach Warſchau,
ſondern nach Poſen einzuberufen, und Korfanty verlangt eine
Einberufung an einem Ort, an dem ſich keine Garniſon befindet.
Hingegen fordert die Linke von Pilſudſki die Uebernahme der
Präſidentſchaft ohne Wahl, die Einſetzung einer Regierung von
Arbeitern und Bauern und die Ausſchreibung von Neuwahlen.
Da die Nechte nicht nach Warſchau und die Linke nicht nach
Poſen kommen will, ſoll die Nationalverſammlung nach Krakau
einberufen werden. In Poſen hat ſich ein Direktorium der
Generäle Dowbor, Haller und Raſzewſki gebildet, das den
mili=
täriſchen Vormarſch gegen Warſchau fordert. Ueber die
mili=
täriſche Lage der beiden Parteien iſt hier nichts bekannt.
*Ausſtellung der Freien Vereinigung
Darmſtädter Künſtler.
II.
Wie wir ſchon ausführten, iſt es ein Vorzug der Freien
Vereinigung Darmſtädter Künſtler, daß ſie ſich nicht in den
Dienſt einer beſtimmten Kunſtrichtung ſtellt und nicht eine
Kampf=
organiſation iſt. In den letzten Jahren hatte ſich hier der Streit
der Richtungen allzu ſtark bei den Ausſtellungen in den
Vorder=
grund gedrängt, aber die Freie Vereinigung hat ſich den oftmals
fruchtloſen Kämpfen ferngehalten. Die Gegenwart beweiſt es,
daß der Standpunkt richtig war, denn die Kämpfe haben jetzt
viel von ihrer Schärfe verloren und die ehedem ſo feindlichen
Richtungen in der Malerei haben ſich auch in Darmſtadt wieder
genähert, d. h. die Kunſtanſchauung, die unter dem Schlagwort
der „neuen Sachlichkeit” auftritt, fügt ſich mehr und mehr einer
ruhigeren, auf die Wiedergabe der Natur gerichteten
Entwick=
lung der Malerei ein und wendet ſich vom Phantaſtiſchen ab.
Stärker noch als im vergangenen Jahre ſind diesmal die
Pro=
grammforderungen der Freien Vereinigung erfüllt: „
Sammel=
punkt eines beſonnenen, gewiſſenhaften Schaffens zu ſein, dem
Fortſchritt geneigt, doch ohne ein beſtimmtes richtungsmäßiges
Programm die Fühlung mit dem Vergangenen nicht aufzugeben,
weder den Anſchluß an Vorheriges noch an Kommendes zu
ver=
ſäumen.” Träger dieſer Ideen ſind außer einer Reihe der
be=
reits genannten Künſtler Adolf Beyer und Julius Kaufmann.
Beide ſind auf der Ausſtellung in der Kunſthalle am Rheintor
nur mit je einem Werk vertreten; indeſſen, wer einen rechten
Einblick in die vielſeitige Kunſt Adolf Beyers gewinnen will,
der beſuche die umfangreiche Sammlung von Arbeiten des
Künſt=
lers aus den letzten Jahren, die gegenwärtig in den oberen
Räumen der Firma Trier zu ſehen iſt. Der „Herbſtwald” in
der Kunſthalle zeigt eine wohltuende Geſchloſſenheit des
Bild=
eindrucks; den ſtarken koloriſtiſchen Neigungen des Künſtlers
kommt gerade die im Herbſte an Farbtönen ſo reiche Natur
ent=
gegen. Julius Kaufmann hatte hier im Januar d. J. eine
größere Atelierausſtellung veranſtaltet, deren Werke die
Ergeb=
niſſe einer Italienreiſe waren. Wir hoben damals hervor, daß
das Spezialgebiet des Künſtlers Seeſtücke und Bilder ſeien, in
denen Landſchaft und Waſſer zuſammenwirken, daß er die
ſüd=
liche Landſchaft mit dem Auge des farbenfreudigen und
farben=
ſicheren Malers geſehen hat und daß er Stimmungen in ſich
ver=
arbeitet, ſie lyriſch erfaßt und in wirkſamer Technik dem Be=
Vom Tage.
In diplomatiſchen Kreiſen verlautet, daß zum italieniſchen
Geſandten in Wien der Generaldirektor für kleinaſiatiſche
An=
gelegnheiten im italieniſchen Außenminiſterium, Arlotta, ernannt
werde.
Im Frankenfälſcher=Prozeß wurde geſtern die
Beweis=
aufnahme geſchloſſen. Nach den ſenſationellen Enthüllungen der letzten
Tage waren geſtern die Tribünen faſt leer.
Man rechnet in Warſchau mit einer Einberufung der
Nationalverſammlung für den 29. Mai, da ſowohl die
Regierung Bartel wie der ſtellvertretende Präſident Rataf für die baldige
Einberufung eintreten. Wie verlautet, ſoll die Nationalverſammlung
aber nicht in Warſchau, ſondern in Krakau zuſammentreten, wovon man
ſich eine Beruhigung der Rechtsparteien verſpricht.
General Deſticker der Vorſitzende des interalliierken
Militärkomitees in Verſailles, iſt aus Geſundheitsrückſichten
zurückgetreten. An ſeine Stelle tritt General Baratier, der
Kommandeur der Artillerie des 8. Armeekorps.
In Damaskus iſt es zu neuen Straßenkämpfen ſowie
zu einer großen Feuersbrunſt gekommen.
Nach einer Meldung aus Peking ſind alle Verſuche einer
Negierungsbildung geſcheitert.
Die fasciſtiſche Bewegung in
der Tſchechoſlowakei.
Die Fasciſien wollen Oberwaſſer gewinnen.
Von unſerem Korreſpondenten.
B. Prag, 19. Mai.
Die tſchechiſche Nationaldemokratiſche Partei macht
gegen=
wärtig eine ſchwere Kriſe durch. Die Prager „Tribuna” teilt mit,
daß es auf dem Kongreß der Partei zu Skandalen kam und daß
es beſonders die fasciſtiſche Gruppe war, welche bemüht iſt, in
der Partei entſcheidende Macht zu erlangen. Auch gegen den
bisherigen Generalſekretär Hlavacek iſt eine Oppoſition
entſtan=
den, weil er ſich offen in die Dienſte des Fascismus ſtellt. Die
Gegenſätze gehen ſo weit, daß es nicht ausgeſchloſſen iſt, daß in
den nächſten Tagen Austritte aus der Partei erfolgen.
Das ſozialdemokratiſche „Pravo lidu” veröffentlicht Fragen
an die Regierung, mit welchen es beſtätigt haben will, ob es
wahr iſt, daß Mitglieder der fasciſtiſchen Vereine Staatsbeamte
ſind, daß die Fasciſten Angriffskompagnien zuſammenſtellen und
einen Schwur gegen die Verfaſſung leiſteten, daß Turnvereine
mit Gummiknütteln ausgerüſtet werden und daß unter den
Offi=
zieren Propaganda gegen die Verfaſſung getrieben wird.
Wie ich erfahre, haben die Fasciſten eine
Studentenorgani=
ſation gegründet, und an zahlreiche Schulen wurden die
Anmelde=
formulare, zu dieſer Organiſation durch die Profeſſoren
berteilt.
„Die Demokratie gehört der Vergangenheit an.”
EP. Rom, 19. Mai.
Muſſolini hat an die Fasciſten ganz Italiens folgendes
Manifeſt gerichtet: „Mit der Genehmigung des ſtaatlichen
Regle=
ments für die Anwendung des Geſetzes über die
Gewerkſchaften iſt die korporative Ordnung des Staates
eine vollzogene Tatſache. Der mißachtete und feige
demokratiſch=liberale Staat gehört der
Ver=
gangenheit an. Zum erſten Male in der Weltgeſchichte
verwirklicht eine aufbauende Revolution wie die unſrige
fried=
lich auf dem Gebiete der Produktion und Arbeit die Einreihung
aller wirtſchaftlichen und geiſtigen Kräfte der Nation, um ſie zu
einem gemeinſamen Ziel zu keiten. Zum erſten Male wird ein
mächtiges Syſtem von 15 großen Vereinigungen geſchaffen, die
alle vom ſouveränen Staat gleichgeſtellt, allgemein anerkannt
und in ihren rechtmäßigen Intereſſen geſichert ſind. Erſt jetzt
erhebt ſich das arbeitende Volk in ſeinen mannigfachen
Betäti=
gungen und Schichten im fasciſtiſchen Staat zum ſelbſtbewußten
und tätigen Subjekt. Der Verſuch iſt entſcheidend, und feſt iſt
unſer Vertrauen. Wir ſind ſicher, daß dieſes Syſtem die harte
Probe der Wirklichkeit aushalten wird. Erhaltet euren Geiſt in
ſtrenger Diſziplin. Die Nation wird aufrecht um das Symbol
des Lektorenbündels marſchieren, einen untrennbaren Block
poli=
tiſcher, wirtſchaftlicher und moraliſcher Kräfte bilden.
Schwarz=
hemden! Hoch die Fahne, feiert das heutige Datum mit einer
kräftigen und treuen Tat. Es gehört zu den glänzendſten unſerer
Revolution. Muſſolini.”
Als Erſter Unterſtaatsſekretär des neuen Miniſteriums der
Korporationen wird Suardo genannt, der gleichzeitig
Unter=
ſtaatsſekretär im Miniſterpräſidium bleibt. Die neue
Gewerk=
ſchaftsordnung wird ſomit in jeder Hinſicht von Muſſolini ſelbſt
geleitet werden.
ſchauer zu übermitteln weiß. Auch ſein jetzt ausgeſtelltes Bild
„Im Hafen von Livorno” iſt eine künſtleriſch reife Frucht der
italieniſchen Studienreiſe, ein lebenerfüllter Naturausſchnitt in
einer kraftvollen, geſunden und unmittelbar feſſelnden Malerei
feſtgehalten. In dem Darmſtädter Richard Walter begegnen
wir noch einmal einem Künſtler auf italieniſchem Boden; er
bietet farbenreiche Anſichten von Rom. Ganz auf heimatlichem
Boden bewegt ſich jedoch Leo Kayſer=Darmſtadt (Blick auf die
Johanneskirche): nach Oberheſſen führen Rud. A. Bünnings=
Gießen (Landſchaften) und Karl Fries=Ortenberg (An der
Nidder, Aus dem Lahntal), nach Rheinheſſen Anton Heydt=
Mainz (Rheinheſſiſches Dorf), Karl Müller=Tenckhoff in
Mainz (Platanen) und Bertha Strauß=Worms (Frühling
bei Worms). Andere deutſche Landſchaften ſind ebenfalls
ver=
treten, wie die Pfalz durch Willibald Hamburger=Kreuznach
(Offenbach am Glan), die Gegend des Bodenſees durch Mathilde
Stegmayer=Darmſtadt (Ueberlinger See) und Gerhard
Pfaff=Goldentraum (Schleſiſche Landſchaft). Man wird allen
dieſen Landſchaften viele charakteriſtiſche Eigenarten für die
Objekte der Darſtellung wie für die ſeeliſche Stimmung und die
Technik der Künſtler zuſprechen können. Unperſönlicher,
gleich=
ſam mit objektiver Stimmung gemalt iſt die „Mondnacht” von
Johann E. Hammann=München, der früher in Bensheim
wirkte und in Darmſtadt öfters ausgeſtellt hat. Seine an
japa=
niſche Landſchaften erinnernden Bilder ſind von eigentümlichem
Reiz. Auffallend iſt es, wie diesmal in der Kunſtausſtellung das
Porträt der Zahl nach gegenüber den Landſchaften zurücktritt,
überhaupt die figürliche Darſtellung kaum hervortritt. Außer auf
bereits erwähnten Schöpfungen dieſes Gebietes der Kunſt ſei
noch die Aufmerkſamkeit auf Heinrich H. Walther=Gießen
gelenkt mit ſeinen dem Genrebild ſich nähernden Gemälden
„Mutter und Kind”, „Der Maler” und „Witwe‟
Von der Kunſt in der Vorkriegszeit hat man vielfach
be=
hauptet, daß ſie hauptſächlich nur der Befriedigung eines
Luxus=
bedürfniſſes gedient habe, in der kommenden Entwicklung
un=
ſerer Kultur werde ſie einer ſtärkeren Verbundenheit von Kunſt
und Leben Platz machen müſſen. Die in dieſem Satz enthaltene
Behauptung iſt nicht richtig, die Forderung aber berechtigt. Einen
gewiſſen Luxuscharakter werden Kunſtwerke ſtets behalten, ſie
ſind jetzt, unter der Ungunſt der Zeitverhältniſſe, eher noch als
Luxusgegenſtände zu bezeichnen als ehedem. Die Impreſſioniſten
der Vorkriegszeit, die wieder die Führung in der Malerei
über=
nehmen, ſtanden dem Leben weit näher als die Expreſſioniſten.
Dieſe bewegten ſich vorwiegend im Artiſtiſchen, waren weltfremd
Pérets Fehlſchlag in London.
Rückkehr nach Paris.
EP. Paris, 19. Mai.
Finanzniniſter Péret iſt heute vormittag 9 Uhr von London
abgereiſt und kurz nach 4 Uhr nachmittags in Paris eingetroffen.
Er erklärte, er habe mehrere Sachverſtändige in London
zurück=
gelaſſen, die während ſeiner Abweſenheit die Verhandlungen
mit dem britiſchen Schatzamt fortſetzen würden. Der
Finanz=
miniſter begab ſich ſofort vom Bahnhof aus ins
Außenminiſte=
rium und darauf ins Elyſée.
In unterrichteten engliſchen Kreiſen nimt man an, daß
der franzöſiſche Finanzminiſter, der wegen des neuen Sturzes
des franzöſiſchen Franken ſo plötzlich abreiſen mußte,
wahrſchein=
lich ſchon wieder Ende nächſter Woche nach London kommen
wird, da es auch der dringende Wunſch Churchills ſei, möglichſt
bald zu einer Einigung zu kommen. Wie der diplowatiſche
Be=
richterſtatter des „Daily Telegraph” meint, habe Péret die
Nei=
gung gezeigt, eine allgemeine Forel ähnlich der in dem
Abkom=
men mit Amerika anzunehmen und nicht mehr auf eine
Sicher=
heitsklauſel in bezug auf die deutſchen Reparationszahlungen
ge=
drungen. Allgemein befriedigen könne der franzöſiſche
Stand=
punkt in der Frage der fünf nächſten Jahreszahlungen. Der
„Morning Poſt” zufolge habe der franzöſiſche Finanzminiſter
ſeine Zuſtimmung zu einer „Großannuität” von 12½ Millionen
Pfund Sterling zu 62 Jahren gegeben.
Die Pariſer Preſſe iſt im allgemeinen recht
unbefrie=
digt über das Ergebnis der Londoner Reiſe Pérets. Namentlich
wird der Finanzminiſter von dem rechtsſtehenden „Figaro”
hef=
tig angegriffen, der ihm Untätigkeit und Erfolgloſigkeit vorwirft.
Vom Finanzminiſterium iſt geſtern abend eine
Entlaſtungs=
offenſive unternommen worden. In einer Erblärung der Preſſe
gegenüber wird die geſtrige ſenſationelle Debiſenhauſſe auf eine
Panik der Börſe zurückgeführt. Die Hauſſe ſei durchaus
unlo=
giſch und widerſpreche der inneren Finanzlage. Der Anſtoß zur
Baiſſe ſei einzig und allein von Paris ausgegangen.
Eine ſenſationelle Verhaftung im
Franken=
fälſcher=Prozeß.
w. Budapeſt, 19. Mai.
In den Wandelgängen des Parlaments erklärte vor
Jour=
naliſten der Advokat Dr. Buliſſa, der Verteidiger des zurzeit
in Konſtantinopel weilenden Profeſſors Meſzaros, der in die
Frankenaffäre verwickelt iſt, daß er mit Rückſicht auf die letzten
Ereigniſſe des Frankenprozeſſes mit ſeinem in
Kon=
ſtantinopel weilenden Klienten in Berührung treten wollte.
Des=
halb habe er ſeinen Bruder namens Rudolf, der in ſeinem
Advokatenbüro angeſtellt ſei, heute früh nach dem Matyas=
Foelder=Flugplatz entſandt, damit er ſich mittels eines
Flug=
zeuges nach Konſtantinopel begebe. Als er jedoch morgens
ſtar=
ten wollte, ſei er von Polizeibeamten aufgehalten worden, die
ihn aufforderten, die bei ihm befindlichen Schriftſtücke zu
über=
geben. Da er dies verweigerte, nahmen ihm die Detektive alle
Schriftſtücke ab und verhinderten ſeine Abreiſe. Dr. Buliſſa
beſaß mehrere von hieſigen Perſönlichkeiten an Profeſſor
Meſza=
ros gerichtete Briefe darunter nach Mitteilungen aus
poli=
tiſchen Kreiſen auch einen Brief des Prinzen
Windiſch=
grätz, worin Meſzaros aufgefordert wird, alles, was
er über die Fälſcherangelegenheit wiſſe, mitzuteilen und den
Freibrief Bethlens, der ſich in ſeinem Beſitz befinde,
dem Dr. Buliſſa auszuhändigen.
Englands Haltung gegenüber Pilſudſki.
London, 19. Mai.
Der in der Preſſe gegenüber Pilſudſki angeſchlagene Ton iſt
durchaus freundlich. In unterrichteten politiſchen Kreiſen nimmt
man an, daß Marſchall Pilſudſki in ſeiner Außenpolitik von dem
friedlichen Wege von Locarno nicht abweichen werde. Man
hält es ſogar für möglich, daß er die Wahl des Grafen
Skrzynſki zum Präſidenten der Polniſchen Republik begünſtigen
werde. Wie die „Times” in einem Leitartikel zu der polniſchen
Revolte bemerkt, habe Pilfudſki wegen ſeiner ſcharfen Kritik an
einer übertriebenen Freundlichkeit gegenüber Rußland in
Eng=
land große Sympathien. Das Begrüßenswerteſte, das
Pil=
ſudſki zunächſt unternehmen müſſe, ſei die Wiederherſtellung
einer geſunden Finanzlage.
und hatten mit der Bevölkerung aller Stände und
Berufsſchich=
ten wenig Fühlung, weil ſie kaum geiſtige Berührungspunkte
mit ihrer Umwelt hatten. Auf dem Gebiete der Malerei trat
dieſer Widerſpruch zwiſchen der nach dem Kriege propagierten
Kunſtrichtung des Expreſſionismus und der Forderung nach
einer ſtärkeren Offenbarung der wirklichen Zeitſtimmung durch
die Kunſt ſchärfer hervor als in der Graphik. Hier hat man ſich
von dem Zeitgeiſt nie ſo weit entfernt, daher reden auch heute
die Blätter auf der Ausſtellung, die Erzeugniſſe der Griffelkunſt,
eine ruhige, von Problemen nicht allzu ſehr beſchwerte Sprache.
Sie ſpiegeln die Seele des Gegenwartsmenſchen, der die
auf=
regende Kriegszeit vergeſſen will, der ſich von dem Streit der
Kunſtrichtungen abwendet und ſich mehr der Naturbetrachtung
zuwendet, viel getreuer wieder, als dies noch bis in die jüngſte
Zeit hinein geſchah. Das Schlagwort „Zurück zur Natur!”,
einſtmals eine Loſung, von Rouſſeau ausgegeben, iſt als
An=
ſchauung vielleicht auch für unſer Geſchlecht zeitgemäß und
ge=
eignet, ihr wieder das ſeeliſche Gleichgewicht zu geben. Sie
kün=
digt ſich auf dieſer Ausſtellung vermutlich ſchon an, in dem
ſtar=
ken Ueberwiegen von Landſchaftsdarſtellungen unter den
Ge=
mälden, jedoch auch die Graphik iſt von dieſem Eindruck
be=
herrſcht, denn die Naturanſchquung ſteht hier ebenfalls im
Vor=
dergrund. Ausſteller ſind: Georg Altheim, Ernſt Eimer,
Johann E. Hammann, Julius Kaufmann, Hermann
Kätelhöhn, Leo Kayſer, Ali Lichtenſtein Freiherr
E. A. von Mandelsloh, Gerhard Pfaff, Karl Schmoll
von Eiſenwerth. Rudolf Schott, Heinrich H. Walther
und Jakob Weinheimer. Nicht alle Künſtler ſtehen dem
Naturempfinden nahe, wohl aber die Mehrzahl. Wo ſich auf
den Blättern das Phantaſtiſche auf Koſten des Gegenſtändlichen
breit macht, iſt es durch die geſtellte Aufgabe, z. B.
Buchilluſtra=
tionen, bedingt; ſelten jedoch begegnet man jenen
expreſſio=
niſtiſchen, phantaſtiſchen und formloſen Gebilden, die wie
Aus=
geburten eines krankhaften Seelenlebens wirkten.
Die Plaſtiken fallen wegen ihrer geringen Zahl im Rahmen
ber Ausſtellung nicht beſonders ins Gewicht, doch ſind es
durch=
weg vortreffliche Arbeiten, die hier Richard Daenzer=
Darm=
ſtadt, Ludwig Habich=Stuttgart (Betender Mann), Karl
Hüber=Offenbach (Beethoven), Paul Japtok=Lindenfels
und Ali Lichtenſtein=Darmſtadt (Graf Hardenberg)
aus=
geſtellt haben. Eigenartig wirken die Textilarbeiten von
Wil=
helm Rupprecht=Reinhart in Neuburg am Jun, religiöſe
Darbietungen; ſie ſind auf Fernſicht berechnet und erwecken in
dem engen Raum des Treppenhauſes der Kunſtausſtellung wohl
einen primitiveren Eindruck als in einer großen Kirche. ***
Nummer 139
Donnerstag, den 20. Mai 1926
Geite 3
Die alſchen Feſiſiellungen der Mitſchuldigen Dittmann.
Berlin, 19. Mai.
Im Rechtsausſchuß zur Erforſchung der Urſachen des
Zuſammen=
bruchs ſetzte heute der Abg. Brüninghaus (Otſch. Vpt.) ſein
Refe=
rat über die Marinemeuterei fort. Brüninghaus ging zunächſt auf die
freiwillige Ausſage des Oberheizers Sachſe über eine Verſammlung
der Beſatzung des „Prinzregenten” ein, in der die Bildung einer
Organiſation beſchloſſen wurde, die unter anderem die Erzwingung
eines baldigen annektionsloſen und entſchädigungsloſen Friedens durch
gewaltſame Durchführung des Programms der U. S.P. bezwveckte. Dieſe
Ausſagen des Sachſe habe Dittmann, ſo erklärte der Referent, als von
Dr. Dobring tendenziös konſtruiertes Programm der U. S.P. dargeſtellt.
Ueber die Erzwingung eines baldigen annektionsloſen Friedens habe
Sachſe u. a. noch ausgeſagt: Was den letzten Punkt angeht, ſo beſtand
in der Flotte zwar der feſte Wille zu einer entſprechenden
Gewalt=
anwendung. Eine Erklärung über das Wie war indeſſen noch nicht
ge=
ſchaffen. Dieſe ſollte erreicht werden durch Verbindung mit der U. S.P.,
die Reichpietſch perſönlich durch Fühlungnahme mit dem
Reichs=
tagsabgeordneten Dittmann herſtellte. Auf die Ausſagen Sachſes
hin habe Reichtietſch ein Geſtändnis abgelegt und erklärt, die politiſche
Bewegung für die U. S.P. ſpiele ſeit Anfang des Jahres 1917. Sie hatte
urſprünglich nur den Zweck, Mitglieder für die U. S.P. zu werben. Ihr
letzter Zweck war, durch
Arbeitsniederlegung, Gehorſamsverweigerung,
bzw. Streik das Programm der Stockholmer Konferenz, ſchleunigſten
Frieden zu erzwingen, durchzuführen. Recht in Fluß gekommen iſt dieſe
Bewegung durch die Menagekommiſſion und die
Ernährungsſchwierig=
keiten auf den einzelnen Schiffen. Indeſſen haben vorher ſchon
Ver=
einbarungen zum Zwecke des Beitritts zur U. S.P. beſtanden, und ich
perſönlich habe mündlich und ſchriftlich durch Herantreten an den
Ab=
geordneten Dittmann und die in Dittmanns Bureau beſchäftige Frau
Zietz die Bewegung gefördert. Den letzten Anlaß hierzu gab ein von
Admiral Bachmann unterzeichneter Geheimbefehl, durch welchen
das Halten von ſozialiſtiſchen Schriften, Broſchüren und Zeitungen
ver=
boten wurde. Mit einer Abſchrift dieſes Befehls bin ich nach
Ber=
lin gefahren und habe den Abgeordneten Dittmann aufgeſucht.
Er gewährte mir in Gegenwart der Frau Zietz eine Unterredung, in
der er mir ſagte, daß der Befehl unberechtigt ſei, und daß ſich
Mit=
glieder der U. S.P. in der Marine auf Grund unſerer Organiſationen
ſammeln ſollten. Parteilektüre zur Verteilung auf die Schiffe
wurde mir unentgeltlich zur Verfügung geſtellt. Ich
gebe zu, daß ich und die anderen Beteiligten zur zwangsweiſen
Durch=
führung der Stockholmer Beſchlüſſe entſchloſſen waren. In welcher
Weiſe das aber gemacht werden ſollte, darüber waren wir uns im
ein=
zelnen noch nicht ſchlüſſig. Wir warteten die Anweiſung
der Partei ab. Bei einer Gegenüberſtellung des Reichpietſch mit
Sachſe habe letzterer erklärt, bis Ende Juni oder Anfang Juli 1917
beſtand eine eigentliche Organiſation mit flottenfeindlichen Zielen nicht.
Die Organiſationen nach außen mit dem letzten Ziel des Flottenſtreiks
kamen erſt in Fluß, als der Matroſe Reichpietſch vom Urlaub nach
Ber=
lin zurückkam und von da aus vom Abgeordneten Dittmann die
Sammel=
liſte zum Beitritt in die U. S.P. mitbrachte. Sachſe habe ſeine
Aus=
ſagen am 13. Auguſt 1917 folgendermaßen ergänzt: lieber ſeine
Zu=
ſammenkunft mit den Mitgliedern der Partei hat mir Reichpietſch
fol=
gendes erklärt:
Er iſt nicht allein bei Dittmann geweſen, ſondern es hatte
eine Parteikonferenz ſtattgefunden, an der teilgenommen
haben Dittmann, Vogtherr, Haaſe und Frau
Zietz. Reichpietſch hat den Plan und die bisherigen
Er=
folge der Organifation den Verſammelten mitgeteilt, die
nach ſeiner Mitteilung von ihm begeiſtert geweſen ſeien.
Nach Beſprechung der Einzelheiten der Organiſation haben die
Abge=
ordneten ſich Reichpietſch gegenüber dahin ausgeſprochen, was an ihnen
läge, ſo würden ſie ſeine Agitation in jeder Weiſe unterſtützen.
Bei einer abermaligen Gegenüberſtellung mit Sachſe habe
Reich=
pietſch, ſo führte Brüninghaus weiter aus, zugegeben, nicht nur mit
dem Abgeordneten in deſſen Bureau, ſondern auch im Fraktionszimmer
der U. S.P.D. im Reichstag mit den Abgeordneten Haas, Vogtherr,
Dittmann zuſammengekommen zu ſein. Wenn man, ſo fuhr
Brüning=
haus fort, die ganze Art und Weiſe der Vernehmungen, wie er ſie zum
Vortrag gebracht habe, unvoreingenommen und ſachlich prüfe, ſo werde
man zunächſt zu der Ueberzeugung gelangen müſſen, daß allen
Ange=
klagten in weitgehendſtem Maße ſtets Zeit und Ueberlegung gelaſſen
wurde, daß man den tatſächlichen Verhältniſſen direkt Gewalt
an=
tun müſſe, um aus dieſen Vernehmungen Erpreſſung und
Terror der Unterſuchungsführer herauszukonſtruieren.
Daß das Bureau der U. S.P. in Berlin über die Vorgänge in der Flotte
orientiert geſveſen ſei, ſcheint nach Brüninghaus auch trotz
gegenteili=
ger Ausſagen Dittmanns aus der folgenden Feſtſtellung zweifelsfrei
her=
vorzugehen: Am 30. Juni 1917 hätten Reichpietſch und Sachſe folgende
Anſichtskarte an Frau Zietz geſchrieben: „Abſender Matroſe Fritz
Mül=
ler, z. Zt. auf Urlaub. Werte Genoſſen! Bitte bis auf weiteres
ſämt=
liche Korreſpondenz zu unterlaſſen, da nicht mehr ſicher.‟ Der als
Abſen=
der bezeichnete Fritz Müller ſei, ſo fügte Brüninghaus hinzu,
nach den Akten die Deckadreſſe des Reichpietſch geweſen.
Schließlich habe am 10. September 1917 der Oberheizer Götz von der
„Naſſau” an Frau Zietz einen Brief geſchrieben, in dem er mitteilte,
daß er mit ſeinen Kameraden vor zehn Tagen unter dem Verdacht der
Agitation für die 11. S. P. D.
verhaftet und des Kriegsverrates beſchuldigt worden ſei. Fener bat
Götz Frau Zietz, den Fall an die Fraktion weiterzugeben, damit er an
die Oeffentlichkeit käme.
Es falle einem ſchwer, ſo meinte Brüninghaus, auf Grund all
dieſer Umſtände und der wiederholten Beſprechungen dem
Hauptan=
geſchuldigten und den Mitgliedern der Bexiiner Zentrale der U. S. P.D.
den Glauben aufrecht zu erhalten, daß dieſen von den Vorgängen in
der Flotte bis zur Reichstagsſitzung vom 9. Oktober 1917 ſo gut wie
nichts bekannt geweſen ſei.
Brüninghaus gab daraufhin noch zwei Vernehmungen wieder, die
am 17. und 20. November 1917 ſtattgefunden hätten. Bei der einen
Vernehmung habe Sachſe unter anderem erklärt, das ausgeſprochene
Ziel des Reichvietſch. war Erzwingung des Friedens durch Anwendung
von Gewalt oder Generalſtreik der Flotte. Wenn ich mich dagegen
ausſprach, ſo berief ſich Reichpietſch beſtändig darauf, daß er dieſes Ziel
unter völliger Billigung der Berliner Abgeordneten aufſtelle, denen
dieſe Ziele bekannt ſeien. Reichpietſch antwortete in ſolchen Fällen, die
Gewaltanwendung iſt zuläſſig! Die U. S. P. D. billigt das!
Ich habe das ausdrücklich bei meiner Zuſammenkunft in Berlin gehört.
Brüninghaus aing darauf zu dem Kapitel Todesurteile ohne
Rechtsgrundlage über. Die Beweisführung des Gutachtens, daß für
die Todesurteile keine rechtliche Grundlage vorhanden geweſen ſei,
be=
ruhe darauf, daß
Dittmann das Rechtsgutachten des Oberkriegsgerichtsrats
Debary zum Teil für die von ihm aufgeſtellte
Behaup=
tung in Anſpruch nahm, damit aber bewußt
über=
ſah, daß gerade dieſes Gutachten in einem durchaus
entſcheidenden Satz die Rechtsauffaſſung des
Spruchge=
richtes als vertretbar bezeichnete. In der
Wieder=
gabe Dittmanns fehle eine Auslaſſung, die
gerade den Standpunkt des Rechtsgutachtens klar
be=
leuchte, der allerdings der Anſicht des Berichterſtatters
über die ganze Bewegung und über die Tatbeſtände
zuwiderlaufe.
Zuſammenfaſſend erklärte darauf der Abg. Brüninghaus:
Mangel=
hafte Verpflegung und angebliche ſchlechte Behandlung durch Offiziere
auf einzelnen Schiffen ſei nicht, wie Dittmann behauvte, der Grund
zu den Meutereien geweſen. Schwierigkeiten in der Verpflegung und
ähnliches ſeien von den Führern der Bewegung in geradezu
raffinierter Weiſe ausgenutzt worden, um innerhalb der
Schiffsbeſatzungen eine rein politiſche Bewegung, zu ſchaf
fen, deren Endziel die Erzwingung des Friedens, nötigenfalls mit
Ge=
walt, geweſen ſei. Einen ſtarken Impuls habe dieſe Bewegung
erhal=
ten, nachdem zwei der Hauptbeſchuldigten, Reichpietſch und Sachſe, bei
der Zentralleitung der U S.P.D. in Berlin geweſen ſeien. Die von
Dittmann vertretene Anſicht daß überhaupt politiſche
Motive bei der Bewegung keine Rolle geſpielt hätten, müſſe an Hand
des vorliegenden Aktenmaterials als vollkommen haltlos
be=
zeichnet werden. Die ſchweren, durch die Geſetze bedingten Strafen
ſeien notwendig, weil die Angeſchuldigten ihre Forderungen mit Ge
walt hätten durchſetzen wollen und dabei vor Meuterei und
Landes=
verrat nicht zurückgeſchreckt ſeien. Unerhört ſei der Ausſpruch
Dittmanns in ſeiner Broſchüre: „Das Gros der Offiziere ſah in
den Mannſchaften keine denkenden und fühlenden Menſchen, ſondern
nur ſtumme Sklaven, die nur zu gehorchen und zu dulden
hat=
ten.” Auch für dieſe Behauptung Dittmanns ergebe ſich
aus den Akten nicht das Geringſte.. Im Gegenteil, aus
weit über hundert Städten und Gemeinden lagen Kundgebungen vor,
die feſtſtellten, daß das Verhältnis zwiſchen Marineoffizieren und
Mannſchaften ein durchweg gutes geſeſen ſei, und daß die
Dittmann=
ſchen Behauptungen, aus den inneren Verhältniſſen der Marine her
aus wären die Meutereien entſtanden, vollkommen haltlos ſeien.
Es ſei einem deutſchen Reichstagsabgeordneten
vorbe=
halten geblieben, die durch nichts gerechtfertigte
Behaup=
tung in die Welt zu ſchleudern, die Wehrmacht zur See
wäre an der inneren Fäulnis zugrunde gegangen.
Bei vorſichtiger Einſchätzung der beiderſeitigen Kräfte, ſo erklärte
Brü=
ninghaus weiter, hätte man durchaus mit der Möglichkeit rechnen
können, daß bei einem Zuſammentreffen der beiden Flotten im Oktober
1918 die Waffen zum mindeſten gut und gleich geweſen wären. Von
einer Todesfahrt ſei bei den ſorgfältig durchdachten und bis ins Kleinſte
ausgearbeiteten Vorſtößen in den Kanal keine Rede geweſen. Die
See=
kriegsleitung ſei, wenn auch ſchweren Herzens, der Forderung der
poli=
tiſchen Leitung nachgekommen, den Unterſeehandelskrieg einzuſtellen.
Von einer Auflehnung gegen die rechtsmäßige Staatsgewalt könne man
mithin nicht ſprechen, noch viel weniger von einer Verſchwörung, wie
das Dittmann tue. Dieſe angebliche Verſchwörung gründe ſich auf die
vollkommen irrtümliche Anſicht Dittmanns, daß die Seekriegsführung
der politiſchen Leitung des Reiches unterſtellt worden wäre. Dittmann
ſpiele damit auf die Verordnung an, in der feſtgeſetzt worden ſei, daß
die Militärgewalt der Zivilgewalt untergeordnet würde. Wenn
Ditt=
mann ſich die Mühe gemacht hätte, die Verordnung durchzuleſen, ſo
wüirde er gefunden haben, daß es ſich in dieſer für die Marine nur
darum handelt, daß in Zukunft die perſönlichen Angelegenheiten der
Offiziere und Beamten nicht mehr allein vom Kaiſer unterzeichnet
werden dürften, ſondern die Gegenzeichnung des Reichskanzlers nötig
hätten.
Alle die Schlußfolgerungen, die das Gutachten
Dittmanns auf Grund ſeiner Unkenntnis der
Verord=
nung ziehe, ſeien mithin falſch. Der Dolchſtoß der
Seekriegsleitung in den Rücken der
parlamenta=
riſchen Regierung des Prinzen Max von Baden ſei ein
Märchen.
Die operativen Anweiſungen und Bindungen, an die ſich die
Kriegs=
leitung habe halten müſſen, ſeien folgende geweſen:
1. Der Unterſeebootkrieg iſt einzuſtellen;
2. Der Kampf mit der zahlenmäßig überlegenen engliſchen Flotte
ſoll nur unter günſtigen Bedingungen ſtattfinden;
3. Vorſtöße in den Kanal ſollen nur mit Luſtaufklärung
unternom=
men werden.
Admiral Scheer habe, wie Brüninghaus weiter erklärte, dem
Prinzen Max von Baden gegenüber feſtgeſtellt, daß nach Aufhören des
Unterſeehandelskrieges die Flotte ihre operative Handelsfreiheit wieder
erlangt habe. Wenn der Reichskanzler weitere Beſchränkungen in der
Verwendung der Flotte für angebracht gehalten hätte, ſo hätte er ſie
beim Chef der Seekriegsleitung direkt oder, falls dieſer ſich ſeiner
An=
ſicht nicht glaubte fügen zu können, beim Kaiſer beantragen müſſen.
Beides ſei nicht geſchehen. Der beabſichtigte Flottenvorſtoß wäre in
dem guten Glauben vorgenommen worden, daß er die Billigung der
politiſchen Leitung habe. Wenn Prinz Max von Baden heute der
Anſicht ſei, daß der Vorſtoß beſſer nicht unternommen worden wäre,
ſo müſſe er demgegenüber betonen, daß der Prinz ſeinerzeit
nicht ein Wort des Vorwufs für die Aktion gefunden oder
auch nur nachträglich irgendwelche Bedenken geäußert habe.
Brüninghaus erklärte zum Schluß, er ſei heute mehr denn je der
Ueberzeugung, daß der
Zuſammenbruch der Marine durch die Politiſierung dieſes
Kampfinſtruments hervorgerufen
worden ſei. Die Tragödie der Marine finde aber einen verſöhnlichen
Abſchluß dadurch, daß an der Sommerſonnenwende des Jahres 1919
die deutſche Flotte mit wehender Flagge, vom Feinde unbeſiegt, ins
Meer begraben wurde, und damit die deutſche Seemannsehre wieder
hergeſtellt habe.
Heftige Anklagen Senator Borahs gegen die
amerikaniſche Korruptionswirtſchaft.
Waſhington, 19. Mai.
Senator Borah leitete geſtern die Beſprechung der
Eigen=
tumsvorlage im Senat mit einer aufſehenerregenden Rede ein.
Es ſei die Pflicht des Kongreſſes, das deutſche Eigentum
ent=
weder unerzüglich zurückzugeben, oder endgültig zu
beſchlag=
nahmen. Wenn es beſchlagnahmt werden ſolle, würde dies am
beſten gleich in dieſer Seſſion geſchehen, da nit es nicht endgültig
weggeſtohlen werden könne. Nichts ſei ſo beſchämend für
Ame=
rika, wie die Verwaltung des deutſchen Eigentums. Die
An=
klage gegen Daugherty berühre nur die Oberfläche einer
beſchä=
menden Korruptionswirtſchaft. Weil hohe Beamte befürchteten,
daß eine wahre Korruptionsorgie aufgedeckt würde, hätten ſie
Angſt vor der Auslieferung des deutſchen Eigentums.
Die Rede Borahs iſt ganz offenſichtlich aus innenpolitiſchen
Beweggründen entſtanden, dürfte freilich auch nichts daran
ändern, daß die Rückgabe des deutſchen Eigentums mindeſtens
bis zum nächſten Jahre verſchleppt wird. Trotz der ſcharfen
Rede Borahs iſt keine Veranlaſſung zu optimiſtiſchen
Erwartun=
gen gegeben. Es muß ſogar direkt davor gewarnt werden, dieſen
Vorſtoß Borahs als entſcheidenden Schritt auf dem Wege zu einer
Regelung zu betrachten, ganz abgeſehen davon, daß ja Borah in
geſiſſeen Sine ſelbſt zur Oppoſition gehört, inſofern er als „
Pro=
greſſiver” nicht in geſchloſſener Front mit den
Regierungsrepu=
blikanern marſchiert. Daher hat ſeine Rede auch keinen direkten
Einſluß auf die Beſchlüſſe des Repräſentantenhauſes, wo die
republikaniſchen „Regulären” unter Führung von Longworth die
Zügel feſt in Händen halten.
Wie intenſiv die Demokraten in ihrer durchaus ablehnenden
Haltung verharren, hat zur Genüge die Rede des Demokraten
Swanſon bewieſen, der im Anſchluß an Borah ſprach.
Swan=
ſon trat Borah mit großer Entſchiedenheit entgegen und
ſchlach=
tete dabei insbeſondere das alte Argument aus, daß
Deutſch=
land ja ſelbſt im Verſailler Vertrag der Konfiskation ſeines
Eigentums zugeſtimmt habe, um ſeine Kriegsgläubiger zu
befrie=
digen. Amerika könne ſich hierauf berufen und brauche keine
Bedenken zu tragen, den Wortlaut des Vertrages einzuhalten.
Swanſon forderte rückſichtsloſe Anwendung der Beſtimmungen
des Friedensvertrages.
Senator Borah hat ſich durch die Angriffe des Demokraten
Swanſon nicht abſchrecken laſſen, heute noch einen Schritt
wei=
ter zu tun, um vielleicht doch noch vor Ende dieſer Seſſion eine
Beſchlußfaſſung des Kongreſſes in der Eigentumsfrage
herbei=
zuführen. Ueberraſchend für faſt alle Bereiligten hat er im
Senat eine Bill eingebracht, die ſachlich durchweg mit derjenigen
übereinſtimmt, die vom Abgeordneten Newton im
Repräſen=
tantenhaus vorgelegt wurde.
Dieſe ſeit kurzem gegründete V. D. S. — ſo nannte ſie ihr
Schöpfer und Leiter, Herr Bernd Zeh in ſeinen
Einführungs=
worten, eine Abkürzung, die uns für geſchäftliche Gründungen
paſſender dünkt, als für künſtleriſche — gab geſtern abend in der
Aula der Baugewerkſchule ein Konzert, in dem mehrſtimmige
Geſänge für a capella=Frauenchor erklangen, nachdem Herr Zeh
zuvor in kurzen Worten den beſten Willen der Vereinigung
be=
kundete, in zielbewußtem künſtleriſchen Arbeiten dem lange
ver=
nachläſſigten Frauenchorgeſang zu erneuter Blüte zu verhelfen;
echter, wahrer Kunſt zu dienen und ſie ins Volk zu tragen, ſei
notwendig in einem Zeitälter des Kino, Grammophons und
des Radio. Man hörte ihm gerne zu; denn was er ſagte, und
wie er’s ſagte, war gut; aber noch viel beſſer war, was Arnold
Mendelsſohn nachher ſagte, der in ſeiner prachtvoll
männ=
lichen Tonſprache, wie ſie eben nur ein Meiſter ſpricht — in
Ernſt und Scherz —, mehr, als Worte es können, zeigte, was
echte und wahre Kunſt iſt. In den ſieben Frauenchören, die
von ihm vertont, geſtern zum Vortrag kamen, ſteckt eine Fülle
edelſter Melodie („Das iſt die wunderbare Stunde‟), geiſtiges
Erfaſſen, Durchdringen und Vertiefen des poetiſchen Vorwurfs
(„Einmal möcht’ ich wonnetrunken” und „Woher mir das
ge=
kommen”) — vielleicht das tiefſte von allen Liedern! — und dann
wieder jugendfrohes, glückſeliges Lachen; und Alles und Jedes
ſo knapp in der Form. im Ausdruck ſo vornehm und gewählt
und doch ſo einfach und natürlich. Das iſt wahrlich Kunſt! Das
letzte Lied „Immer, wenn der Märzwind weht”, ein Tanz= und
Ballſpiellied voll erquicllichſter Freude und hinreißendem
Rhyth=
mus, müßte populär ſein oder werden, wenn es nicht ſo
ver=
teufelt ſchwer zu ſingen wäre; ſo dürfen ſich nur Leute daran
wagen, die was können; und wenn wir berichten, daß das Lied
geſtern ſtürmiſch zur Wiederholung verlangt wurde, ſo ehrt das
nicht nur Arnold Mendelsſohn, ſondern auch die Ausführenden.
Da ſind ſchöne Frauenſtimmen beiſammen; dunkle, ſchwere
Alt=
ſtimmen und hellklare Soprane (an ihrer Spitze die leuchtende
Stimme Frau Horns); dieſe Zuſammenſtellung gibt oft ganz
eigen= und fremdartig aumutende Klangfarben, wie ſie dem
ge=
miſchten Chore ganz fremd ſind. Die Damen folgten ihrem
erſichtlich feinnervigen Leiter mit erfreulicher Hingabe und ſangen
ſich mit Brahmſchen Chören (beſonders gut gelang von ihnen
das wehmütig=traurige Lied „Und gehſt du über den Kirchhof”)
und ſolchen von Jenſen und Berneker ſo gut ein und zuſammen.
daß ſich Wert ihres Wollens und Könnens bei Mendelsſohn voll
eutfalten konnten. — A eapella=Singen iſt ganz beſonders ſchwer,
und noch viel ſchwerer iſt die Reinheit der Intonation; das iſt
eine „launiſche Dame”; „wenn ſie nicht will, kommt ſie nicht her”.
Sie war auch geſtern abend nicht immer da; wir ſind aber
ge=
wiß, daß gemeinſame Arbeit dieſe Trübungen reſtlos beſeitigen
wird. Man konnte ſich ſchon geſtern des Erreichten freuen, und
die recht zahlreich Erſchienenen taten dies in anerkennendſter und
aufmunterndſter Weiſe, die den Veranſtaltern vvohl bewies, daß
ihr Wirken willkommen iſt und daß man noch viel Schönes von
O.
ihnen erwartet.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Der Entdecker des Nordpols Commander Byrd,
der am 9. Mai im Fokker=Flugzeug den Pol überflogen hat, zeigt
uns auf dem Titelblatt der „Münchener Illuſtrierten Preſſe‟
(Nummer 21) ſein ſympathiſch männliches Geſicht. — Auch ſonſt
iſt die Nummer wieder ganz auf der Höhe der Weltaktualitäten.
Techniſches wechſelt darin mit Mode, Belehrendes mit
Feuilleto=
niſtiſchem: Streikbilder aus London, der Königstag in Venedig,
Verkehrsregelung der Großſtadt, eine Seite mit hübſchen Theater=
und Tanzſchülerinnen, luſtige Momentbilder vom Frühling am
Jſarſtrand und dazu die regelmäßige Humor= und Rätſelecke
und der fortlaufende ſpannende Roman vom „Falſchen Arthur”
— das ergibt eine Fülle an Bildern und Texten, die auch dieſe
neueſte Nummer der beliebten Münchener Zeitſchrift zu einer
der beſten und reichhaltigſten Erſcheinungen dieſer Woche ſtempelt.
— 1000 Worte Spaniſch in der Kaſſette. (Preis
5.— Mk.) Verlag Ullſtein, Berlin. Die luſtige und bequeme
Sprachlehrmethode der „1000 Worte”, von der Engliſch und
Fran=
zöſiſch ſchon erſchienen ſind, iſt jetzt durch „1000 Worte Spaniſch”
erweitert. Die „1000 Worte” ſind ſo ſtark verbreitet und daher ſo
allgemein bekannt, daß es ſich erübrigt, noch einmal eingehend
das Weſen dieſes einzigartigen Lehrganges zu behandeln. Der
Hauptvorteil der „1000 Worte” liegt darin, daß ſie das Lernen
wirklich zum Vergnügen machen. Sie unterhalten den Leſer durch
Wort und Schrift und führen ihn ſpielend in die fremde Sprache
ein. Dabei wird geſchickt aller unnötige Ballaſt vermieden und
dem Lernenden das beigebracht, was der Menſch unſerer Zeit
im alltäglichen Leben wirklich braucht. Die „1000 Worte‟
ermöglichen ihm, in jeder Lebenslage das zu ſagen, was
not=
wendig und richtig iſt. Jetzt iſt auch Spaniſch in dieſer
ange=
nehmen und leichten Art zu erlernen. Neben Engliſch und
Deutſch iſt Spaniſch die am meiſten angewandte Verkehrsſprache
der Welt. Bei den lebhaften Beziehungen, die gerade jetzt
wie=
der mit Südamerika angeknüpft werden, iſt für Kaufleute, Tech=
niker und überhaupt für alle, die mit dem Ausland arbeiten,
Spaniſch unerläßlich. Jeder, der im Leben voran kommen will,
muß Spaniſch lernen. Dazu dienen ihm die „1000 Worte in der
Kaſſette” als beſte und billigſte Möglichkeit.
C. K. Geſchäfte ohne Verkäufer. Während des Andrangs
bei den Inventur=Ausverkäufen kommen jetzt wieder zahlloſe
Ladendiebſtähle vor, und man führt dieſe Erſcheinung nicht nur
auf das Gedränge der Kaufenden, ſondern auch auf die Maſſen
der ausgelegten Waren zurück, die auf Tiſchen aufgehäuft ſind
und durch ihre leichte Zugänglichkeit willensſchwache Menſchen
zum Diebſtahl verlocken. Die Amerikaner, die ja große
Opti=
miſten ſind, haben aber ſogar eine Verkaufsart durchgeführt, bei
der die Waren völlig unbeaufſichtigt daliegen und von den
Käu=
fern ſelbſt aus den Fächern herausgenommen werden. Man geht
dabei von der Anſicht aus, daß der Menſch, dem man genug
Ver=
trauen entgegenbringt, ſich auch dieſes Vertrauens würdig
er=
weiſt. Es ſind das die ſogenannte „Piggly Wiggly=Läden” die
in Chicago hauptſächlich für Kolonialwaren eingerichtet worden
ſind. Beim Betreten eines ſolchen Geſchäftes, deſſen Eigenart
bereits außen durch lebhafte blaue und gelbe Farben angekündigt
iſt, kommt der Käufer zunächſt durch einen ſchmalen Gang; rechts
davon befindet ſich ein Raum, in dem eine große Anzahl von
Marktkörben ſteht. Man nimmt einen ſolchen Korb an den Arm
und ſchreitet dann durch eine lange Reihe von Gängen, an deren
Seiten die Waren, entweder bereits verpackt oder zu großen
Haufen geſchichtet, liegen. Man nimmt Tee, Kaffee oder
Kon=
ſerven aus den Fächern und legt ſie in ſeinen Korb. Bei
Din=
gen, die abgewogen werden müſſen, ſtehen Wagen bereit, auf
denen ſich der Käufer die Mengen ſelbſt einwiegt, die er erſtehen
will. So verſorgt er ſich nicht nur mit Seife und Kerzen, mit
Schukreme und Zahnpaſta, ſondern auch mit Butter und Käſe,
Zucker, Reis uſw.; von den großen aufgeſtellten Schinken
ſchnei=
det er ſich mit einer Maſchine die Scheiben ab, die er mitnehmen
will, und wenn er alles hat, was er einkaufen wollte, ſchreitet
er mit dem gefüllten Korbe zur Kaſſe, wo die Abrechnung
er=
folgt. Neben der Kaſſe iſt ein Tiſch, an dem in kleinen
Geſchäf=
ten ein Mann, in großen mehrere die Waren aus dem Korbe
herausnehmen und verpacken. Wenn man bezahlt hat, bekommt
man ſeine Pakete und verläßt den „Pigaly Wiggly=Laden‟. Da
bei dieſen Geſchäften, die ohne jedes Verkäufer=Perſonal und in
dieſen einfachſten Formen arbeiten, ſehr viel geſpart wird,
kön=
nen die Waren ſo billig abgegeben werden wie ſonſt nirgends,
und ſie erfreuen ſich daher großen Zuſpruchs. Diebſtähle ſollen
nach Angaben der Inhaber kaum je vorkommen.
Seite 4
Nummer 139
Donnerstag, den 20. Mai 1926
Die Abt üſtungs=Vorkonferenz
Von unſerem Sonderberichterſtatter.
T. N. Genf. 18. Mai.
Am 18. Mai iſt die Abrüſtungs=Vorkonferenz in Genf
er=
öffnet.
In dem Lärm, den der Pilſudſki=Aufſtand verurſachte, in
den Aufregungen der Regierungskriſe in Deutſchland haben alle
dieſe Vorkonferenz vergeſſen. Und doch bildet ſie nach dem
Miß=
erfolg des Genfer Protokolls den erſten ernſten Verſuch, um
min=
deſtens den Standpunkt der einzelnen Staaten über die
Ab=
rüſtungsfrage zu klären, wenn nicht ſogar darüber eine Einigung
zu erzielen.
Man hört in Genf die Anſicht, daß, nachdem Sowjetrußland
es abgelehnt hat, ſeine Vertreter nach Genf zu ſenden, es kaum
möglich ſein wird, die Frage der europäiſchen Abrüſtung zu
löſen; wie auch der militäriſche Wert der Sowjetarmee ſei, könne
die Tatſache, daß in Sowjetrußland 600 000 Mann unter Waffen
ſtehen, auf das Verhältnis der Nachbarſtaaten Sowjetrußlands
und demnach auch Frankreichs zur Abrüſtungsfrage nicht ohne
entſcheidenden Einfluß bleiben. Ungeachtet der Schwierigkeiten,
die von dieſer Seite gemacht werden, iſt die Konferenz vom 18.
Mai von Intereſſe, da auf ihr die Standpunkte der einzelnen
Länder klargelegt werden; vielleicht wird auch die
Unmöglich=
keit der Abrüſtung unter herrſchenden Umſtänden zutage treten.
Um mit Frankreich und mit den heftigen Widerſprüchen, die in
dieſer Frage zwiſchen Frankreich und England herrſchen,
anzu=
fangen:
Die Stellung Frankreichs zur Abrüſtung hat den Vorzug,
klar zu ſein, wenn ſie auch bei weitem nicht einwandfrei iſt. Im
Jahre 1924 ſtellte Frankreich bei der Erörterung des Genfer
Pro=
tokolls folgende drei Grundſätze auf: séeurité, arbitrage,
désarmement. Das will fagen, daß einer Abrüſtung der Abſchluß
eines geſamteuropäiſchen Garantiepaktes und obligatoriſchen
Schiedsgerichtsvertrages vorher gehen müſſe. Ebenſo ſtellt
Frank=
reich jetzt drei Grundſätze auf: See=, Land=, Luftabrüſtung, was
heißen ſoll, daß es keine Abrüſtung auf dem Lande und in der
Luft ohne eine gleichzeitige Abrüſtung zur See geben kann.
Indem England und die Vereinigten Staaten die Frage der
Abrüſtung auf dem Lande von der auf der See unterſcheiden, iſt
es eine Unmöglichkeit, eine Mittellinie zwiſchen dem
anglo=
amerikaniſchen und dem franzöſiſchen Standpunkt zu finden. Die
franzöſiſche Delegation, wie deren Führer Paul Boncour es mehr
als einmal erklärte, wird ihr prinzipielles Einverſtändnis mit
der Abrüſtung zu Lande nur unter der Bedingung des
Einver=
ſtändniſſes Englands und der Vereinigten Staaten mit der
Ab=
rüſtung zur See geben.
Ferner ſteht Frankreich auf dem Standpunkt, daß für es wie
auch für alle Siegerſtaaten die Abrüſtungsfrage ganz anders wie
für Deutſchland beſchaffen iſt. Frankreich, Italien, Polen u. a.
haben die Möglichkeit, im Einverſtändnis mit England zur
Ab=
rüſtung zu ſchreiten, können ihre Streitkräfte bis zu einem
ge=
wiſſen Grade vermindern, ſie können jedoch auch jegliche
Ab=
rüſtung ablehnen: die Friedensverträge haben den Siegerſtaaten
keinerlei Abrüſtungsverpflichtungen auferlegt. Indeſſen ſind
Deutſchland und ſeine früheren Bundesgenoſſen vertragsgemäß
zur Abrüſtung verpflichtet. Folglich iſt es nach dem Standpunkt
der franzöſiſchen Delegation (und Paul Boncour teilt dieſen
Standpunkt) unberechtigt und zwecklos, die Abrüſtung
Frank=
reichs damit zu argumentieren, daß Deutſchland abgerüſtet hat.
Dieſe Argumentation wäre nach dem Standpunkt Frankreichs
nur dann ſtichhaltig, wenn Deutſchland freiwillig abgerüſtet
hätte.
So iſt Frankreich bereit, die Frage ſeiner Abrüſtung lediglich
von dem Standpunkt ſeiner Sicherheit (wie es dieſe Sicherheit
verſteht) zu erörtern. Hier tritt in den Vordergrund die Theorie
des „potentiel de guerre‟. Die franzöſiſche Regierung wird
unter dem Einfluß ihrer Heeresleitung zu beweiſen verſuchen,
daß die Streitkräfte eines Staates nicht ſo nach dem Beſtande
der Armee, nach der Zahl der Säbel, Bajonette uſw., nicht ſo ſehr
nach der Höhe des Waffenbeſtandes, d. h. der Geſchütze, der
Tanks, der Flugzeuge uſw., wie nach der
Mobilmachungsfähig=
fähigkeit und nach der Bewaffnungsfähigkeit eines Staates, d. h.
nach deſſen Bevölkerungszahl, dem Stande ſeiner Technik und
ſeiner Induſtrie zu beurteilen ſind. Und von dieſem
Stand=
punkte ausgehend, wird die franzöſiſche Delegation zu beweiſen
verſuchen, daß Deutſchland noch heutzutage ſtärker als
Frank=
reich ſei, da Deutſchland eine größere Bevölkerungszahl hat und
über eine viel ſtärkere Induſtrie verfügt. Auf dieſe Weiſe müſſe
Frankreich, um die militäriſchen Möglichkeiten Deutſchlands mit
den ſeinigen in Einklang zu bringen, auch in Friedenszeiten
über größere Streitkräfte und größere Waffenbeſtände verfügen.
Auf dieſe ſehr ſtrittige Theorie einzugehen, würde zu weit
führen. Es iſt aber notwendig, mit dieſer Theorie wie mit einer
beſtehenden Tatſache zu rechnen. Und als Tatſache erſchwert ſie
die Abrüſtung ungemein.
Dies iſt die Stellung Frankreichs. Was Italien anbelangt,
ſo will Muſſolini von einer Abrüſtung nichts hören und hält
alle Beſprechungen darüber für leeres Gerede.
Es beſteht noch eine große Schwierigkeit: die Forderung
Eng=
lands, die allgemeine Wehrpflicht abzuſchaffen
eine Forderung, auf die die kontinentalen Staaten und nicht bloß
Frankreich nicht eingehen wollen.
Natürlich hängt vieles von der Stellung und von dem
Ein=
fluß der Vereinigten Staaten ab. Doch wie ſtark dieſer Einfluß
auch ſein mag, er wird Frankreich, Italien, Jugoſlawien, Polen
nicht von ihren grundſätzlichen Stellungen abbringen können und
wird nicht imſtande ſein, an der Tatſache etwas zu ändern, daß
die Mehrzahl der europäiſchen Kontinentalſtaaten augenblicklich
eine Abrüſtung fürchtet und darum ablehnt.
Deshalb kann man kaum poſitive Ergebniſſe von der
am 18. Mai eröffneten Abrüſtungs=Vorkonferenz erwarten.
Die Arbeit der Abrüſiungskommiſſion.
Die heutige Vormittagsſitzung der Abrüſtungskommiſſion
ſtellte zunächſt eine Fortſetzung der geſtern begonnenen
Aus=
einanderſetzung zwiſchen Lord Robert Cecil und
Paul=Boncour dar. Der argentiniſche Delegierte Perez
empfahl angeſichts dieſer Diskuſſion, an der die übrigen
Kom=
miſſionsmitglieder bisher nur wenig teilgenommen hatten, daß
der Fragebogen einer Redaktionskommiſſion
vorge=
legt werden ſollte, um die Fragen beſſer zu formulieren.
Schließlich nahmen auch der ſpaniſche Delegierte Cobian, der
rumäniſche Delegierte Coment und der amerikaniſche Delegierte
Gibſon das Wort.
In die Diskuſſion wurde heute die dritte Frage des
Frage=
bogens: „Welche Regeln gibt es für Vergleichung der Rüſtungen
verſchiedener Länder miteinander?” bereits einbezogen.
Die Kommiſſion beſchloß dann ein Verfahren, wonach am
Ende der Beratung des Fragebogens durch die Kommiſſion
ein Redaktionskomitee die Fragen militäriſcher und
wirtſchaftlicher Art von den politiſchen Fragen trennen ſoll. Die
erſteren werden dann den Unterkommiſſionen zugeteilt und die
letzteren verbleiben der Kommiſſion ſelbſt. Dem
Redaktions=
komitee gehören die Delegierten Frankreichs, Englands, Italiens,
Japans, Argentiniens, der Vereinigten Staaten,
Deutſch=
lands, Belgiens und Polens an.
Die Kommiſſion hat ferner beſchloſſen, da die Amerikaner
an keiner Völkerbundskommiſſion teilnehmen wollen, an Stelle
der gemiſchten Wirtſchaftskommiſſion eine zweite
Unter=
kommiſſion für die nichtmilitäriſchen Fragen
einzuſetzen, die ihrerſeits alle Sachverſtändigen heranziehen und
beſonders auch die gemiſchte Wirtſchaftskommiſſion als
Hilfs=
organiſation benutzen wird.
Ueber die vierte Frage nach der Methode zur
Unter=
ſcheidung von Offenſiv= und Defenſivwaffen
gab es heute nachmittag in der Abrüſtungskonferenz eine ſehr
eingehende Debatte, die zur Feſtſtellung führte, daß eine ſolche
Unterſcheidung ſehr ſchwierig, wenn nicht unmöglich ſei. Der
Argentinier Perez ſchilderte die Schweiz als zweifellos gut
be=
waffnetes Land, in dem dennoch, wie er ſich gegen Paul=
Bon=
cour ausdrückte, das „Potential des Friedens” am ſtärkſten ſei.
Die Frage wurde der Militärkommiſſion überwieſen, wie auch
die ſechſte Frage nach der Unterſcheidung zwiſchen
Militär= und Zivilflugzeugen und den
militä=
riſchen Wert der Handelsflotte. Zu den Fragen 5
und 7, in denen die Grundprobleme der Abrüſtung und
Sicher=
heit behandelt werden, kam es nochmals zu einer Art
General=
debatte. Der Belgier de Bruckere ſtellte feſt, nicht mit
mathe=
matiſchen Formeln, ſondern nur durch gegenſeitige
Ab=
kommen über die Veröffentlichung der Gasfabrikation, der
Flugzeuginduſtrie uſw. könne man zum Ziele kommen, wie man
auch Peſt und Cholera nur durch Veröffentlichungen und
inter=
nationale Konventionen vertilge.
Löſung der belgiſchen Kabinettskriſe.
EP. Brüſſel, 19. Mai.
Der frühere Außenminiſter Jaſpar hat die Bildung des
neuen Kabinetts angenommen. Es verlautet, daß in dem neuen
Kabinett Jaſpar Vandervelde das Außenminiſterium beibehalten
wird, während Finanzminiſter vorausſichtlich der Katholik
Hou=
tard werden wird. Franqui wird Miniſter ohne Portefeuille ſein.
Die wahrſcheinliche Miniſterliſte iſt folgende:
Miniſterprä=
ſident (ohne Portefeuille): Jaſper (Kath.); Juſtizminiſter:
Hymans (Liberaler); Außenminiſter und Kolonien:
Van=
dervelde (Soz.); Finanzen: Houtard (Kath.); Inneres,
Landwirtſchaft und öffentliche Arbeiten: van Dieroet
(Chriſtl.=Dem.); Nationale Verteidigung: de
Broque=
ville (Kath.); Wiſſenſchaft und Künſte: Huysmans
(Soz.); Eiſenbahnen: Anſeele (Soz.); Induſtrie und
Ar=
beit: Wauters (Sozialift); Miniſter ohne Portefeuille:
Francqui.
Wir geben hierdurch
die Verlobung unſerer Kinder
Mali und Joſef
bekannt
Apotheker Kaufmann
Carl Löw Clemens Huefnagels
und Frau Annh und Frau Alida
geb. Lemm
geb. Jacobs
Darmſtadt Emmerich a. Rh.
Mali Löw
Joſef Huefnagels
Diplom=Ingenieur
Verlobte
20. Mai 1926
Darmſtadt Leipzig=Großzſchocher
Gervinusſtraße 61 Noſfiz=Wallwitzſtraße 4
(*13365)
Das Feſt der Silbernen Hochzeit
feiern am 1.Pfingſtfeiertag Verwaltungs=
Oberinſpektor Wilhelm Bläſing und
Frau Ella, geb. Gerlach, Heidenreich=
1213374
ſtraße 17.
Gott dem Allmächtigen hat
es gefallen, meine innigſtgeliebte
Frau, unſere heißgeliebte Tochter,
Schwiegertochter, Schweſter und
Schwägerin
Berta Gſt
geb. Jänemann
zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Dietrauernden Hinterbliebenen.
Traiſa, den 19. Mai 1926. (13391
Die Beerdigung findet Freitag,
den 21. Mai, nachmittags 4 Uhr
ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme und die zahlreichen
Kranz=
ſpenden bei dem Heimgange unſerer
lieben Entſchlafenen
Frau
Friederike Vatter Wtw.
ſagen wir hierdurch allen Beteiligten,
insbeſondere Herrn Pfarrer D. Waitz
für die troſtreichen Worte, unſeren
innigſten Dank.
68
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Wehrum U. Frau, geb. Datter.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und
Be=
kannten die traurige Mitteilung,
daß unſer lieber Vater, Großvater,
Sikwiegervater, Bruder und Onkel
Herr Ludwig Speier
Schuhmachermeiſter
von ſeinem langen ſchweren Leiden
geſtern nacht erlöſt wurde.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Familie Ludwig Speier.
Darmſtadt, den 20. Mai 1926.
7685
Liebfrauenſtr. 98.
Die Beerdigung findet Freitag, den
21. Mai 1926, nachmittags 3 Uhr,
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Statt Karten.
Dankfagung.
Für die Beweiſe herzlicher
Teilnahme und die vielen
Blu=
menſpenden bei dem Heimgange
unſeres unvergeßlichen Sohnes
ſagen wir aufrichtigen Dank
Im Namen der
trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Braun
Maurermeiſter (7630
Sauulei
Artikel: Spring=,
Auflauf=, Pudding=,
Kranzformen, Tüllen
Spritzſäcke,
Garnier=
ſpritzen, Mandelreib=
Maſchinen ſehr bill.
E. Crämer
Ludwigſtr. 7. (6818a
Hut= und
Wäſchebeutel
liefert billigſt (7625
Jakob Skurnik
Darmſtadt,
Wendelſtadt=
ſtraße 28 Tel 1791
Maurerarbeiten
frund= u.
Abbruch=
arbeiten werden
fach=
männiſch u. bei reeller
Bedienung
ausge=
führt H. Herbert,
rbacherſtr. 15, (7 13376
Woog, 19 Mai 1926.
Waſſerhöhe 3,89 m
Luftwärme 90 C.
Waſſerwärme vorm
7 Uhr 120 C.
Woogs=Polizei=Wache!
Preis 2.— und 3.50, ½ Ltr. 5.50, 1 Ltr. 10.—
TV. 7090
Dankſagung.
Für die liebevolle Anteilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres
lieben Entſchlafenen ſagen wir
Allen auf dieſem Wege unſeren
tiefgefühlten Dank
(7682
Erneſtine Nittershofer
und Kinder.
Nachruf.
Am 17. Mai ſtarb nach längerem Leiden
unſer langjähriger Mitarbeiter, der
Krankenkaſſe=Angeſtellte
Bnhennn kapvel.
Wir verlieren in ihm einen
gewiſſen=
haften, pflichteifrigen Angeſtellten, ſowie einen
liebenswürdigen und ſiets hilfsbereiten
Kol=
legen. Wir werden ſein Andenken ſiets in
Ehren halten.
(7659
Der Vorſtand
der Allg. Ortskrankenkaſſe Darmſtadt (Stadt)
Die Angeſtellten
der Allg. Ortskrankenkaſſe Darmſtadt (Stadt).
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Fritz Arnold
Schuchardſtraße 14.
Betr. Anſtandhaltung von
Reihengräbern.
Auf dem Alten und Beſſunger
Fried=
hofe ſind eine Anzahl Reihengräber der
Wiederbelegung durch Zahlung einer
Ge=
bühr entzogen worden.
Ein großer Teil derſelben wird jedoch
nicht mehr anſtändig unterhalten,
wes=
halb ich genötigt bin, gemäß § 18 der
Friedhofsordnung dieſe Gräber einebnen
und anderweit verwenden zu laſſen,
ſo=
fern dieſelben nicht binnen einer Woche
inſtand geſetzt werden, (st7651
Darmſtadt, den 18. Mai 1926.
Der Oberbürgermeiſter.
Faltboofe-Zelte
Waſſerſport=Bekleidung
Sporthaus L. Adelmann
65552
Rheinſtraße 12½
Was hab uch da TEin Hür
FMMas sofl ich ſun, deß
Jan meinem FußAgroß w:
1les verschnunde
Ninm T.EBEMG.
iasterbinde!
Gemeint ist natürlich das berc
von vielen Aerzten
emp-
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Drogerie HI. Schaub, Karlstr. 23, Chr Schwinn Inh V Reich,
Drogerie, Rheinstr 8, Drogerie K. Steinhäuser, Nieder-
Ram-
städterstr., Gebr. Vierheller, Drogerie, Schustergasse 14; in
Groß-Umstadt: Adler-Drogerie.
(II.Dr.181
Nummer 139
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 20. Mai.
*Das Wandern — die Bleibe!
Was du willſt, das andere dir tun ſollen,
das tue ihnen auch!
Wenn die kommenden Pfingſtferientage unzählig viele Naturfreunde
und Wanderer in die ſchöne Natur unſerer deutſchen Heimat locken, wenn
ſie — viele Buben und Mädels — in der Jugendherberge Raſt und
Ein=
kehr halten, dann möge ſich jedes Einzelne von ihnen obenanſtehendes
Wort tief einprägen und erfüllen. Dank der Ausbreitung des
Jugend=
herbergwerkes iſt es heute manchem möglich, ein Stückchen ſeiner Heimat
zu durchwandern. Darum auch allen Führern und Füihrerinnen das Gebot:
Pflege und Ordnung in der Bleibe! — Für diejenigen, die mit ganzer
Liebe an dem Erwandern der Natur hängen, gibt es ſelbſtverſtändlich
keine andere Bedingung: denn Reinlichkeit und Verantwortung für die
Jugendherberge! Sie wiſſen es genau, daß es ihnen nur möglich iſt
zu wandern und die Ferienzeit ganz auszukoſten, wenn man billig
über=
nachten kann. Jene aber, die oft in Scharen ſogenannter wilder
Wander=
vögel durch auffälliges Benehmen Land und Leute unſicher machen,
ſollten, da ſie meiſtens in der Bleibe keine Ordnung halten, dieſelben
verſchloſſen finden, oder aber ſtrenge bewacht und erzogen werden. Es
iſt nötig, daß unſere Jugend auch hier umlernt und ſich auch beim
Wan=
dern in ſtrenger Zucht und Sitte übt. Ich habe auf mancher Fahrt in
der Mark, in Thüringen, Heſſen und hinunter bis gen Heidelberg ſchöne
Bleiben gefunden, und wenn man dann mit ſeiner Gruppe unerwartet in
der Jugendherberge eine Schar friſcher Menſchen traf, dann war man
bald vertraut, befreundet, und man kam ſich vor wie in einer großen
Familie. Ich habe oft junge Führer und Führerinnen bewundert, die in
ſtrenger Zucht von ihren Gruppen peinlichſte Erfüllung der
Herbergs=
ordnung verlangten. So ſollte es niberall ſein, nur fehlt es heute oft an
tüchtigen Führern für eine ſolche Fahrt; ſolche, die es verſtehen, im
Wan=
dern die Liebe zur deutſchen Heimat zu wecken und zu pflegen und ſomit
auch Verſtändnis für die Jugendherberge. Viele finden ſich allein
zu=
recht! Es ſind diejenigen, die in den Bergen und Wäldern ihrer Heimat
Ruhe und Erholung ſuchen und finden, um dann geſtärkt ins
Alltags=
leben zurückzukehren. Denen winkt die Jugendherberge dann am
Abend einladend, froh ſchüittelt man den Staub von den Füßen und
freut ſich, daheim zu ſein.
Mögen alle Diejenigen, die gerne ſparſam wandern, eine ſaubere
Bleibe finden, dann hat der ſeine Pflicht erſiillt, der vorher hier
ge=
raſtet hatte.
K. G.
— Heſſiſches Landestheater. Am Freitag, den 21. Mai wird
Hein=
rich Rühtleins Darmſtädter Schwank „Der Glasſchrank” als
Volks=
vorſtellung zu Einheitspreiſen von der Heſſiſchen Spielgemeinſchaft
auf=
geführt. Es wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß die
Auf=
führungen dieſes Stückes nicht in die Mieten gegeben werden können.
Mozarts „Coſi fan tutte” wird nach längerer Pauſe am
Samstag, den 23. Mai, unter der muſikaliſchen Leitung von
General=
muſikdirektor Joſeph Roſenſtock wieder in den Spielplan aufgenommen.
in der Aufführung ſingen die Damen: Callam, Albrecht, Kapper, und
die Herren: Schumacher, Dr. Barczinſki, Kuhn.
Der heute abend 8 Uhr im Kleinen Haus ſtattfindende
Kammer=
muſikabend des Schnurrbuſch=Quartetts bringt in ſeinem
Programm vor allem die ſehr bedeutſame Uraufführung eines Quartetts
von Klaas. Von beſonderem Intereſſe iſt auch das für kleines
Kammer=
orcheſter komponierte Nonett von Spohr, ein Werk, das in Darmſtadt
erſt ganz wenige Aufführungen erlebt hat.
— Der heitere Abend, den die Soliſten des Landestheaters
Donnerstag, den 20. Mai, in der Vereinigten Geſellſchaft
ab=
halten wollten, iſt auf den 31. Mai verſchoben worden
und wird am Abend dieſes Tages im Kleinen Haus des
Landes=
theaters ſtattfinden. Die bisher gelöſten Karten behalten ihre
Gültigkeit.
— Volkshochſchule. Für den am Donnerstag, den 20. Mai (heute),
8 Uhr, im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters ſtattfindenden
Kammermuſi kabend des Schnurrbuſch=Quartetts und für die
morgen Freitag, den 21. Mai, ſtattfindende Vorſtellung „Der
Glas=
ſchrank” erhalten unſere Mitglieder Karten zu ermäßigtem
Preiſe in der Geſchäftsſtelle.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Ueber ein Gaſtſpiel Gotthelf
Piſtors ſchreibt ein Frankfurter Blatt u. a.: In Frankfurt, wo die Frage
bisher nicht ſo brennend war als in anderen Kunſtſtädten erſten Ranges,
ird nach einer füngeren Kraft geſucht und als ſolche ſtellte ſich den
Sonntagsbeſuchern Gotthelf Piſtor aus Darmſtadt als
Tann=
häuſer auf Anſtellung vor. Sein Aeußeres iſt ſehr vorteilhaft: eine
ſchlanke ſchöngewachſene Erſcheinung mit charakteriſtiſchem Kopf. Die
ſchaufpieleriſche Begabung bedarf noch der Entwicklung, ſie behilft ſich
noch ohne höheren Perſönlichkeitsausdruck mit den herkömmlichen
Be=
wegungen, wie bei der unzureichenden Szene am Schluß des zweiten
Aktes, hatte aber auch vertrauenerweckende Anſätze zu edlerer Geſtaltung,
beſonders im letzten Akt. Wichtiger iſt die geſangliche Leiſtung, die
an=
genehm üiberraſchte. Die Stimme iſt von beſtem Timbr= und klingt im
weſentlichen auch ausgeglichen, ſie iſt von großer Wärme und
vornehm=
lich bei allen lyriſchen Stellen von verinnerlichendem Schmelz. So wurde
der ganze erſte Teil der Rom=Erzählung bis zur Kataſtrophe rein lyriſch
geſungen, auch da, wo man mehr Verbiſſenheit wünſchen ſollte, doch hat
auch dieſe rückſchauende Auffaſſung ihre Berechtigung. Die Erzählung
des Fluchs hatte um ſo ſtärkere dramatiſche Wirkung. Wo großer
Kraft=
aufwand verlangt wird, klang das Organ ja gelegentlich etwas
an=
geſtrengt, aber bei haushälteriſcher Behandlung hat es erfreulich
durch=
gehalten.
* Im Akademiſchen Bauingenieur=Verein hielt am Dienstag abend
Regierungsbaumeiſter Spamer einen Filmportrag über das Thema
Derelektriſche Zugbetrieb beider Deutſchen
Reichs=
bahngeſellſchaft‟ Der Vortrag, der in einem großen Hörſaal
der Techniſchen Hochſchule ſtattfand, war außerordentlich ſtark beſucht,
namentlich auch von Studierenden, die eine nach Hunderten zählende
Hörerſchaft bildeten. Der Vortragende führte das ſtarke Intereſſe auf
den Umſtand zurück, daß ſein Thema verſchiedene Grenzgebiete der
Tech=
nik berühre, und darum für den Bauingenieur und den Maſchinenbauer
von Bedeutung ſei. Zunächſt ſchilderte der Redner Stand, Weſen und
Eigenheiten des elektriſchen Zugbetriebes. Es ſind Fernbahnen und
Nah=
bahnen zu unterſcheiden; dieſe werden mit Gleichſtrom betrieben und jene
mit Wechſelſtrom. Am 1. Januar 1925 waren 648 Kilometer in Betrieb,
am 1. Januar 1926 aber ſchon 940 Klm. Im Jahre 1922 waren 112
Ma=
ſchinen vorhanden, 1925 156 und 1926 ſind es bereits 246 und noch 82
befinden ſich im Bau. Wie der Fernverkehr, ſo weiſt auch der
Nahver=
kehr eine ſtarke Zunahme auf. Nur 1,9 Prozent der Geſamtbahnſtrecken
ſind oder werden jetzt für elektriſchen Betrieb ausgebaut, da die
Finanz=
not einen Mehrausbau nicht zuläßt. Die wirtſchaftlichen Vorteile
be=
ſtehen in einer Perſonalerſparnis und in einer billigeren Unterhaltung;
danebenher geht eine Erhöhung der Leiſtungsfähigkeit. Für die
Vorort=
bahnen ergibt, ſich noch das Problem, durch Verdichtung der Zugzahl
ſowie durch Steigerung der Geſchwindigkeit und des Faſſungsvermögens
der Wagen die Einnahmen zu ſteigern. In Schleſien hat ſich eine
Ueber=
legenheit des elektriſchen Bahnbetriebs gegenüber dem Dampfbetrieb in
klimatiſch ſchwierigen Verhältniſſen gezeigt. Die Vorteile der elektriſchen
Bahnen ſind die Vermeidung der Rauchplage, namentlich in Tunnels,
ein geringes totes Gewicht und eine Herabſetzung der
Unterhaltungs=
koſten für den Bahnkörßer, ferner geringere Reinigungskoſten und eine
ſchnellere Bereitſchaft. Dieſen Vorteilen ſtehen aber als Nachteile
gegen=
über: Hohe Anlagekoſten, die Abhängigkeit der Betriebsſicherheit von der
Leitungsanlage und von dem Hauptkraftwerk. Durch ein Verſagen der
komplizierten Zuleitung des Stromes kann, gleich der ganze Betrieb
lahmgelegt werden. Der Redner ſprach dann noch von den
Vereinheit=
lichungsbeſtrebungen im elektriſchen Zugverkehr, namentlich um einen
einheitlichen Typ der Lokomotiven zu ſchaffen; ferner wies er auf die
Wechſelwirkungen der verſchiedenen Arten der Technik hin, wie ſie beim
Bau der elektriſchen Bahnen hervortreten und forderte unter dem
leb=
haften Beifall der Anweſenden ein Zuſammenarbeiten der Vertreter der
verſchiedenen Zweige der Technik. — Die nun folgenden Filme führten
zu den Quellen der Kraft, zu den Stätten der Gewinnung von
Stein=
kohle und Braunkohle. Für die Erzeugung von elektriſchem Strom können
auch minderwertige Brennſtoffe verwendet werden, während jetzt 10
Pro=
zent der Kohlenförderung noch ſür Dampflokomotiven verbraucht
wer=
den. Dadurch ſind die Bahnſtrecken mit Transportmitteln für die Kohle
ſtark belaſtet; eine Tonne Kohlen für den Bahnbedarf wird bis zu 400
Kilometer weit befördert. Für die elektriſchen Bahnen werden
insbeſon=
dere Braunkohlenwerke und Waſſerkraftanlagen nutzbar gemacht. Die
Filme zeigten durch Braunkohlen betriebene Elektrizitätswerke, und von
Waſſerkraftanlagen vor allem das Walchenſeewerk in Betrieb;
außer=
dem Fernleitungsfyſteme und die Umſchaltvorrichtungen, in denen der
Wechſelſtrom des Werkes von 110 000 Volt auf 15 000 Volt für den
Fahr=
draht herabgemindert wird. Es folgten Filmaufnahmen von elektriſchen
Lokomotiven, von den Hamburger und den Berliner Vorortbahnen ſowie
von den elektriſchen Fernbahnen in Sachſen. Schleſien (Nieſengebirge)
und Oberbayern., Dabei hatte man Gelegenheit, prachtvolle
Landſchafts=
bilder, namentlich Hochgebirgslandſchaften, an ſich vorüberziehen zu ſehen.
Dieſe Vorführungen wurden, wie der Vortrag, ſehr beifällig aufgenommen.
Donnerstag, den 20. Mai 1926
Volksbegehren für Auflöſung des Landtags.
Zeichnet Euch ein in das Volksbegehren für Auflöſung des
Landtags!
Die Einzeichnungsliſten des Heſſiſchen Wirtſchafts=
und Ordnungsblocks für die Auflöſung des Landtags liegen auf:
Bürgermeiſterei der Stadt Darmſtadt (Stadthaus, Zimmer 17,
geöffnet von 7 bis 12½ Uhr und von 2½ bis 5½ Uhr;
Samstags von 7 bis 12 Uhr)
und in den Geſchäftsſtellen:
Deutſche Volkspartei, Rheinſtraße 22, II. (geöffnet von 9 bis
1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr; Samstag nachmittag auch
geöffnet),
Deutſchnationale Volkspartei, Bismarckſtraße 82, II. (geöffnet
von 9 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr; Samstag
nachmit=
tag geſchloſſen),
Heſſſicher Landbund, Rheinſtraße 1, I. (geöffnet von 8 bis 12½
Uhr und von 3 bis 6½ Uhr; Samstags von 8 bis 1 Uhr),
Hausbeſitzer=Verein Darmſtadt, Rheinſtraße 1, I. (geöffnet
von 8½ bis 12½ Uhr und von 3 bis 5 Uhr; Samstags von
8½ bis 1 Uhr).
Heſſiſcher Wirtſchafts= und Ordnungsblock.
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Cupwicsfaassr ,3
— Turngemeinde Woogsplatz. Unſeren verehrlichen Gäſten, die ſich
für unſere Rhein=Dampferfahrt in die Liſten eingetragen
haben, zur gefl. Kenntnis, daß die Eiſenbahn=Fahrkarten am
Freitag, den 21. ds. Mts., von abends 8 Uhr ab in der
Tageswirt=
ſchaft nur gegen Vorzeigung der Dampferkarten
aus=
gegeben werden. Hierbei wird auch Auskunft über den Verlauf der
Fahrt gegeben. Wir bitten höfl., am Freitag abend unter allen
Um=
ſtänden die Karten abzuholen, da wir uns am 2. Feiertag mit der
Aus=
gabe der Karten nicht befaſſen können. Unſere Mitglieder verweiſen wir
auf die Bekanntmachung in unſerer Monatsſchrift, die ja heute in den
Beſitz jedes Einzelnen gekommen ſein muß.
— Im Da=mſtädter Schachklub 1875 hat während des Winters ein
Vorgabeturnier ſtattgefunden, aus dem die Teilnehmer der 1. Klaſſe als
Sieger hervorgingen, und zwar 1. Sixt mit 10½ Punkten auf zwölf
Partien, 2. Meidinger mit 9½ Punkten, 3. E. Seeh mit 9 Punkten,
4. Beneff und 5. W. Seeh mit je 8½ Punkten. Es begann nunmehr
am 19. Mai ein Turnier um die Klubmeiſterſchaft für 1926. Außer den
obigen vier erſtgenannten Siegern beteiligen ſich die Herren Orth, Peter
und Flander. Ferner wird ein Klaſſifikationsturnier ausgetragen.
Ge=
ſpielt wird Mittwochs von 8 Uhr abends an im Klublokal, Reſtaurant
„Kaiſerſaal”, Grafenſtraße 18. Gäſte ſind willkommen. Der Eintritt
iſt frei.
— Wandgemälde. Der Darmſtädter Maler Julius Kaufmann
hat für das Privatkontor der Buchhandlung H. Schroth, Rheinſtraße 15,
die augenblicklich erweitert und neu ausgebaut wird, ein Wandgemälde
in Friesform geſchaffen, das die Entwicklung des Buches von
vorchriſt=
licher Zeit bis auf heute zeigt.
— Neuer Verkehrsautobus. Die Firma Auto=Fiſcher hat ſeit geſtern
einen großen Autobus für Geſellſchaftsfahrten in Dienſt geſtellt. Es iſt
ein ſehr ſchöner Benzwagen neueſten Typs der 30 Perſonen faßt. Die
ſchöne ſchnittige Karoſſerie iſt von der Waggonfabrik Gaſtell gebaut.
Der Wagen ſteht zu Geſellſchaftsfahrten auf jeder beliebigen Strecke
zur Verfügung.
— Die hieſigen Geſchäfts= und Handelsfirmen werden darauf
aufmerk=
ſam gemacht, daß Abdrücke der neuen Betriebs=Ordnung nebſt
Gebühren=
tarif für die Benutzung des ſtädtiſchen Lagerhauſes am Dornheimerweg
bei dem Lagerhausverwalter daſelbſt zum Preiſe von 1 Mk. für das Stück
an Interſſenten abgegeben werden.
Reihengräber. Wir machen unſere Leſer auf die heutige
Bekaunt=
machung des Oberbürgermeiſters noch beſonders aufmerkſam, wonach
Reihengräber, die der Wiederbelegung entzogen, jederzeit anſtändig zu
unterhalten ſind. Nach fruchtloſem Ablauf dieſer Aufforderung werden
dieſelben eingeebnet und anderweit ve
oder eine Reiſe unternehmen
ſo kaufen Sie ſich
das
* Gaurp.
Preis 60 Pfennig
Die ſoeben erſchienene Sommer=
Ausgabe iſt bedeutend erweitert und
bietet leichte und beſie Orientierung
Zu haben in der Geſchäftsſielle des
Darmſtädter Tagblattes. / In den
Buchhandlungen /
Bahnhofsbuch=
handlungen / Im Verkehrsbüro
und bei den Zeitungsverkäufern
(7657dr
Preſſe und Kirche.
Bei einer Preſſetagung hatten ſich am Montag auf Einladung des
Evangeliſchen Nachrichtenverbandes für Heſſen
(Vorſitzender: Rat Herm. Sonng=Darmſtadt) nahezu 40 in der
evan=
geliſchen Preſſearbeit ſtehende Pfarrer aus ganz Heſſen
zuſammiengefun=
den. Der Vortrag des Prälaten D. Dr. Diehl=Darmſtadt über ſeine
Eindrücke bei der vorjährigen Koburger Berufsarbeiterkonferenz der
vangeliſchen Preſſeverbände ſowie die Ausführungen des Herausgebers
der Ev. Preſſekorreſpondenz für Heſſen, Pfarrer Berger=König,
ent=
varfen ein Bild hoffnungsvollen Neuaufbaues der Arbeit und ſtellten die
wichtigſten Aufgaben in den Vordergrund, vor die ſich der evangeliſche
Oeffentlichkeitsdienft in der Gegenwart geſtellt ſieht. Einer eingehenden
Beſprechung wurden auch die Arbeitsbeziehungen und das Verhältnis zu
den Tageszeitungen unterzogen. Bei der grundſätzlichen Behandlung
der Frage „Kirche und Oeffentlichkeit” wurde es allgemein als die
Auf=
gabe der evangeliſchen Preſſeverbände bezeichnet, bei aller
ſelbſtverſtänd=
lichen Achtung gegenteiliger Anſichten die evangeliſchen Belange
nachr=
drücklich in der Oeffentlichkeit zu wahren. Begrüßt wurde die in der
Aus=
ſprache mehrfach hervorgetretene Anvegung zur Schaffung von
Ge=
meindeblättern, die Liebe zur Heimat und Heimatkirche wecken und
fördern ſollen.
Die Verordnung zur Duchführung eines Volksentſcheides.
Das Reichsminiſterium des Innern veröffentlichte am 18. Mai. die
Ver=
ordnung der Durchführung eines Volksentſcheides. Die Verordnung hat
folgenden Wortlaut: „Auf Grund des § 4 des Geſetzes über den
Volks=
entſcheid vom 27. Juni 1921 und des § 18 der Reichsverordnung vom
14. März 1924 wird hiermit auf Beſchluß der Reichsregierung verordnet:
§ 1. Nachdem der Reichstag in ſeiner Sitzung vom 6. Mai 1926 den im
Volksbegehren verlangten, aus der Anlage erſichtlichen Entwurf eines
Geſetzes über Enteignung der Fürſtenvermögen abgelehnt hat, wird
die=
ſer Geſetzentwurf zum Volksentſcheid geſtellt. Gegenſtand des
Volksent=
ſcheides iſt die Frage, ob der im Volksbegehren verlangte, vom Reichstag
abgelehnte Entwurf eines Geſetzes über Enteignung der Fürſtenvarmögen
ausgeſetzt werden ſoll. — 8 2. Die Abſtimmung findet am Sonntag, den
20 Juni 1926, ſtatt. — 8 3. Der Stimmzettel erhält folgenden Aufdruck:
(Es folgt die Abildung des Stimmzettels an deſſen Kopf die Frage ſteht:
Soll der im Volksbegehren verlangte Entwurf eines Geſetzs üüber
Ent=
eignung der Fürſtenvermögen Geſetz werden? Links ein Feld für Ja,
rechts ein ſolches für Nein. In beiden Feldern ſind Kreiſe eingezeichnet,
die entſprechend anzukreuzen ſind.) Die Stimmabgabe erfolgt in der
Weiſe, daß der Stimmberechtigte, der die zur Abſtimmung geſtellte Frage
bejahen will, das mit Ja, der Stimmberechtigte, der ſie verneinen will,
das mit Nein bezeichnete Viereck durchtrenzt. — § 4. Die Stimmliſten
und Stimmkarten ſind vom 6. Juni 1926 bis einſchließlich 13. Juni 1926
aufzulegen. Die Gemeindebehörde kann die Auflegung auch früher
be=
ginnen laſſen.
Flugweſen. Auf Wunſch der Heſſen=Flieger wird die engliſche
Wochenſchrift „The Aeroplane” von jetzt an im Leſezimmer des
Gewerbemuſeums ausgelegt. Die Bibliothek des Gewerbemuſeums hält
jetzt die nachſtehenden Zeitſchriften aus dem Gebiete des Flugweſeus:
„Der Flugſport” „Zeitſchrift für Flugtechnik und Motorluftſchiffahrt”
„Der Heſſenflieger” „L’aeronautique” und „The Aeroplane‟
Wiſſen=
ſchaftliche Literatur über Flugweſen iſt gleichfalls durch die wichtigſten
neueren Werke in der Büch=rei des Muſeums vertreten. Einſchlägige
Wünſche von Fachleuten werden nach Möglichkeit berückſichtigt.
— Die Denkmalsweihe für die im Weltkrieg gefallenen Kameraden
des Inf.=R=gts. 168 wird ſich zu einem großen Wiederſehensfeſt faſt aller
Kameraden des Regiments und der aus dieſem hervorgegangenen
For=
mationen geſtalten. Da auch alle anderen Regimentsvereine in Heſſen
Abordnungen zu der Feier nach Offenbach ſtellen, verſpricht dieſes
während der Pfingſtfeiertage ſtattfindende Feſt eine imponierende
Ver=
anſtaltung kameradſchaftlichen Geiſtes zu werden. Die Geſchäftsſtelle des
Denkmalsausſchuſſes befindet ſich am 22. und 23. Mai im Hauptbahnhof
Offenbach a. M.
* Bezirksſchöffengericht. 1. Der in Walldorf geborene in
Gins=
beim wohnhafte verwitwete Schreiner Gg. F. ſchildert in beweglichen
Worten ſein Familienunglück und die dadurch bedingte Notlage. Im
Dezember 1925 iſt ihm die an Lungentuberkuloſe erkankte Frau geſtorben,
6 Kinder ſind der Ehe entſproſſen. Die Anklage legt ihm Diebſtähle in
den Jahren 1924 und 1926 zur Laſt, das eine Mal hat er neben
wert=
loſen Papiermark, Silbergeld, ein Goldſtück, Uhren und
Lederporte=
monaie entwendet, das andere Mal zur Nachtzeit Wäſcheſtücke geſtohlen.
Fr. will ſich auf nichts mehr erinnern; er erklärt, er leide ſtark an
Kopf=
ſchmerzen, es ſei ihm einmal ein Baumſtamm auf den Kopf gefallen. Bei
den Diebſtählen des Jahres 1926 ſchützt Fr. Trunkenheit vor, wa3 auch
durch die Beweisaufnahme beſtätigt wird. Das ärztliche Gutachten
würdigt F. als erblich belaſtet und mit nervöſen Beſchwerden behaftet.
Das Urteil erkennt auf 5 Monate Gefängnis, 2 Monate
2 Wochen der Unterſuchungshaft werden angerechnet. Der
Haft=
befehl wird aufgehoben. 2. Wegen Verbrechens und
Ver=
gehens im Amt ſteht der Poſtagent K. E. in W. vor Gericht. Er iſt
geſtändig und erklärt, er ſei in Rüickgang gekommen und habe einen
Wechſel nicht bezahlen können. E. hat einen Einbruch in plumper
Weiſe fingiert und einen Selbſtmordverſuch gemacht. Die Anklage legt
ihm Unterſchlagungen von Geld und eines Dollarſchecks zur Laſt. Nach
Geſtändmis datieren die Unterſchlagungen des Geldes ſchon ſeit Januar
1926, E. hat die halbmonatlichen Abrechnungen, um die ſtrafbaren
Hand=
lungen zu verdecken, entſprechend friſiert. Der Strafantrag des
Staats=
anwalts geht auf 9 Monate Gefängnis. E. bezog einen Monatsgehalt
von 48 Mk. Das Urteil erkennt auf 9 Monate Gefängnis
ab=
züglich 2 Monate Unterſuchungshaft. Der Haftbefehl iſt
auf=
gehoben, da E. nicht mehr fluchtverdächtig iſt. 3. Unter der Anklage
eines ſchweren Diebſtahls ſtehen der in Algier geborene Schloſſer
André Mohammed und der Schiffsjunge Nik. Joh. Schmitt
in Gernsheim. Es handelt ſich insbeſondere um die Entwendung
einer Kaſſette, die am nächſten Morgen im Hofe des Landwirts Grüll
gefunden wurde. Das Urteil erkennt gegen André Mohammed
auf 6 Monate Gefängnis, gegen Schmitt auf 3 Monate
Gefängnis, der Vollzug der Strafe des letzteren wird mit Rückſicht
auf ſeine Jugendlichkeit für 5 Jahre (Probezeit) ausgeſetzt.
Lokale Veranſtaltungen.
—Liederzweig=Rheinfahrt. Am Sonntag, 13. Juni,
unter=
nimmt der Ljederzweig Darmſtadt einen Familienausflug an den Rhein mit
Endziel St. Goar. Abfahrt vom Hauptbahnhof 7.23 Uhr mit
Sonntags=
karte nach Mainz, von da per Schiff nach St. Goar. Rückfahrt mit der
Bahn von St. Goar 5.51 Uhr. Ankunft in Darmſtadt 9 Uhr.
Einzeich=
nungsliſte liegt bei Herrn Wilh. Bauer, Zigarrengeſchäft, Kaulſtraße 3,
bis zum 5. Juni auf. Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins ſind
herzlich eingeladen, näheres ſiehe Inſerat am Sonntag.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſiler und künſileriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſſehenden Erwähnung
geſchlebt, behält ſich die Redaktion ibr Arteil vor.
Das abendfüllende, große groteske Luſtſpiel „Mädchenſchen” wurde
geſtern im Union=Theater mit großem Beifall aufgenommen. Die Komik
Harold Lloyds, der ſeine Brille hat, wie Chaplin ſeine Plattfüße und
Stöckchen, tobt ſich wieder drollig, liebenswürdig, atemberaubend in einer
Füille aus der Phantaſie des Alltäglichen glücklich geborener Einfälle aus.
Das Spiel dieſes Mannes, der mit unſcheinbarſten Mitteln eine der
beſten Masken feſthält. Dies iſt einer ſeiner Hauptreize. Lloyds
Realis=
mus der Situationskomik und der Mimik, die ſie bis zum letzten
aus=
ſchöpft, iſt kaum noch Spielerei, ſie iſt auf Flaſchen gezogenes Leben.
Zudem iſt er ein Mittel, das man drüben mit höchſter Zielbewußtheit
ausgebaut hat — Artiſt, Atrobat, Reiter, Turner. Boxer, Sportsmann
ſchlechthin; denn ſoviel auch Trick ſein mag, es bleibt der halsbrecheriſchen
Leiſtungen genug übrig, z. B. wenn er in „Mädchenſchen” das oft gezeigte
Wettſtürzen zum Traualtar der Geliebten mit allen Verkehrsmitteln
vom Auto bis zur führerloſen Straßenbahn und zum Laſtwagengaul
in einem unerhörten Tempo durchfährt. Heiterkeitsftürme während des
Filmes und befriedigte Geſichter beim Verlaſſen des Theaters konnte man
ſehen.
— Reſidenz=Theater. Die National=Filmgeſellſchaft, deren
Filme „Eiſerne Braut” „Menſchen untereinander” und „Wiskottens”
in Darmſtadt einen großen Erfolg erzielten, bringt als neueſten
Groß=
film den Rudolf Schildkraut=Film „Seine Söhne” („Die ſich ihrer Eltern
ſchämen”). Das Reſidenz=Theater hat ſich auch dieſen Film geſichert und
bringt ihn ab heute in Uraufführung für Süddeutſchland. Wie oft ſchon
iſt das Gebot der Kindesliebe, Segen und Fluch der Eltern bis ins dritte
und vierte Glied im Film behandelt worden. Und doch bringt dieſer
Bildſtreifen uns ganz neue Erlebniſſe, feſſelt er uns vom erſten bis zum
letzten Augenblick. Kinderprügelei, Boxkampf, Szenen aus dem Ghetto
New Yorks, eine ſentimentale Liebesgeſchichte — all dies zuſammen
er=
gibt ein Manuſkript von hohem Niveau und großer Zugkraft.
Tageskalender für Donnerstag, den 20. Mai 1926.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr,
C 21: „Herakles.” — Kleines Haus, abends 8 Uhr:
Kammer=
muſikabend des Schnurrbuſch=Quartetts. — Opheum: Keine
Vor=
ſtellung. — Gartenbauverein, Darmſtadt, abends 8½ Uhr,
im Fürſtenſaal: Monatsverſammlung. —
Kinovorſtellun=
gen; Unſon=, Reſidenz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele
Seite 6
Donnerstag, den 20. Mai 1926
Nummer 139
Aus Heſſen.
Starkenburg.
Griesheim, 18. Mai. Verkehrsſtatiſtik. Um den Verkehr
mit Autos, Motor= und Fahrrädern durch unſere Hauptverkehrsſtraßen,
Neue Darmſtädterſtraße, Hintergaſſe und Schulgaſſe feſtzuſtellen, wurde
am Himmelfahrtstag von nachmittags 3 Uhr bis Freitag nachmittags
3 Uhr, von unſerer Ortspolizei eine Zählung vorgenommen, die ſich
aber nur auf fremde und nicht auf einheimiſche Beſitzer der erwähnten
Verkehrsmittel erſtreckte. Gezählt wurden vom Himmelfahrtstag von
3 Uhr nachmittags bis 9 Uhr abends, 96 Autos, 45 Motorräder und 917
Fahrräder, von Donnerstag abends 9 Uhr bis Freitag früh 5 Uhr, 13
Autos, 3 Motorräder und 24 Fahrräder und von 5 Uhr früh bis
nach=
mittags 3 Uhr, 87 Autos, 33 Motorräder und 248 Fahrräder; zuſammen
alſo 196 Autos, 81 Motorräder und 1189 Fahrräder innerhalb 24
Stun=
den. Dabei war der Automobilverkehr am Himmelfahrtstag gar nicht
einmal ſtark, denn die vielen Geſchäfts= und Militärautos fielen ganz
aus. Nichts beweiſt beſſer, welche Staubmaſſen die vielgeplagten
Chauſſeebewohner durch den ſtarken Auto= und Motorräderverkehr bei
trockenem Wetter zu ſchlucken bekommen, als dieſe Statiſtik, aber auch,
daß dieſem Zuſtand abgeholfen werden muß, weil er für die Bewohner
nicht mehr erträglich iſt. Wie beſtimmt verlautet, ſoll den
Chauſſee=
bewohnern durch eine in naher Ausſicht ſtehende Pflaſterung der
Chauſ=
ſee Erleichterung geſchaffen werden.
* Grieheim, 19. Mai. Bei einer Schlägerei, die ſich am Samstag abend
vor einem Hauſe in der Bahnhofſtraße abſpielte, wurde einer der
Betei=
ligten ſo ſchwer verletzt, daß er nach Darmſtadt ins Krankenhaus
ver=
bracht werden mußte.
ck. Wixhauſen, 19. Mai. Der Landwirtſchaftliche Konſumverein
Wix=
hauſen ſetzt demienigen 100 Reichsmark Belohnung aus, der die oder
den Täter ſo namhaft macht, welche in der Nacht auf
Himmel=
fahrtstage die Fundamentanlagen des in Angriff genomm nen neuen
Dreſchhallenbaues zerſtört haben, ſodaß gerichtlich gegen ſie vorgegangen
werden kann.
* Eberſtadt, 18. Mai. Die Nachtfröſte, die vor einigen Tagen
auftraten, haben ſowohl an den Frühkulturen als auch an den Bäumen
in Wald und Feld mehr Schaden angerichtet, als man urſprünglich
an=
nahm. — Sonntagskarten. Auf der hieſigen Station der Main=
Neckarbahn liegen jetzt Sonntagskarten nach Bensheim (16 Km.), Erbach
i. O. (61 Km.), Frankfurt (35 Km.), Heidelberg, Reinheim und
Wein=
heim auf. — Odenwaldklub. Die hieſige Ortsgrupe des
Oden=
waldklubs konnte 27 Mitglieder mit dem großen goldenen Abzeichen und
elf Mitglieder der Jugendgruppe mit dem kleinen gildenen Abzeichen
auszeichnen. Beſondere Anerkennungen erhielten die Herren Klebe und
Gebhardt — Das Schülerkonzert des Muſiklehrers Seeh, das im
Schwa=
nenſaal ſtattfand, erfreute ſich eines guten Beſuches. Die Darbietungen
der Schüler und Schülerinnen zeigten, daß dieſe unter der Anleitung
ihres Lehrers gute Fortſchritte gemacht haben. — Die
Losholz=
zettel für Ortsbürger ſind bis ſpäteſtens 2. Mai einzulöſen.
* Groß=Zimmern, 18. Mai. Dem hieſigen Turnverein 1863 wurde
beim diesjährigen Frühjahrsgautag die Abhaltung des 42. Gauturnfeſtes
des Odenwaldgaues der Deutſchen Turnerſchaft übertragen, das am 10.,
11. und 12. Juli d. J. ſtattfindet. Die Einladungen nebſt Feſtprogramm
ſind an ſämtliche Gauvereine abgeſandt und zahlreiche Meldungen
be=
reits eingetroffen. Die für die Abhaltung eines ſo großen Feſtes
er=
forderlichen Ausſchüſſe ſind gebildet und in Tätigkeit getreten. Als
Feſt=
platz dient unſer ſchön gelegener Turnplatz mit angrenzender Wieſe an
der Gundernhäuſer Landſtraße. Für die drei Feſttage ſieht das
Pro=
gramm vor: Samstag, den 10. Juli, nachmittags, Empfang des
Gau=
vorſtandes, der Kampfrichter und Wetturner mit darauffolgender
Be=
ſprechung des Vorſtandes und der Kampfrichter. Am Abend Fackelzug
ſämtlicher hieſiger Vereine durch die Ortsſtraßen nach dem Feſtplatz.
Da=
ſelbſt Gedenkfeier für die gefallenen Turnbrüder, Feſtkommers, Ehrung
der Turner für Bjährige Mitgliedſchaft, Schauturnen, Geſangsvorträge
der ankommenden Turnvereine. Am nachmittag um 2 Uhr großer
Feſt=
zug nach dem Feſtplatze, Begrüßung, Feſtrede, Maſſenfreiübungen,
Schauturnen und geſangliche Darbietungen. Für die ſchönſten Gruppen
und gute Haltung beim Feſtzuge hat der Verein 5 Feſtzugspreiſe
ausge=
ſetzt. Punkt 6 Uhr iſt Siegerverkündigung, und wird unſer Verein alles
daranſetzen, daß auch jeder Sieger mit ſeinem Diplom und ſchlichten
Eichenkranz nach Hauſe ziehen kann. Am Abend fidet Tanzmuſik in der
Turnhalle und Feſtball im „Kaiſerſaal” ſtatt. Der dritte Feſttag iſt
dem Verein und der Einwohnerſchaft beſonders gewidmet. Am Morgen
iſt Frühſchoppen mit Konzert. Um 2 Uhr ziehen ſämtliche hieſigen
Ver=
eine im geſchloſſenen Zuge nach dem Feſtplatze, woſelbſt Konzert. Tanz
und Volksbeluſtigungen ſtattfinden.
r. Babenhauſen, 19. Mai. Der Gemeinderat beſchäftigte ſich
in ſeiner geſtrigen Sitzung mit den Gemeindeſteuerausſchlagſätzen. Durch Der Arbeitsvergebung wird die Bedingung auferlegt, den Neubau bis
einſtimmigen Beſchluß wurden die Sätze wie folgt feſtgeſetzt: für
Grund=
ſteuer von Gebäuden und Bauplätzen 5 Pf., für forſt= und landwirtſchaft=
Sonderſteuer vom bebauten Grundbeſitz, die als außergewöhnliche Härte
empfunden wird, wurde von 50 Pf. (vorjähriger Satz) auf 40 Pf.
herab=
geſetzt. Punkt 2 der Tagesordnung betraf die Wahl der Schulvorſtände.
Es ſind nach Artikel 51 der Schulvorſtandsbeſtimmungen 6 Mitglieder
durch die Gemeinde auf vier Jahre zu wählen. Die Hälfte davon muß
dem Gemeinderat angehören. Es wurden von der Gemeindevertretung
gewählt: Gg. Krapp, Graeff und Franke, und für den
Fortbildungsſchul=
vorſtand: Krapp, Mohr 1. und Melk. Als weitere
Schulvorſtandsmit=
glieder, die nicht dem Gemeinderat angehören, wurden gewählt:
Jauchzy 3. Knöpp und Gg. H. Kolb, für die Fortbildungsſchule: Jackel,
Winzenhöhler und Kolb. Die Eltern ſind in beiden Schulvorſtänden
vertreten. Das Kreisbauamt hat für den Umbau der Volksſchulaborte
einen Voranſchlag aufgeſtellt, der ſich auf 2000 Mark beläuft. Der
Ge=
meinderat ſtimmt der Baukommiſſion zu, die die Koſten als zu hoch
Reparaturarbeiten die Mängel und Schäden ausgemerzt werden, ſollen.
In der nichtöffentlichen Sitzung werden Wohnungsſachen erledigt.
— Groß=Umſtadt, 19. Mai. Am 26. und 27. Jnni 1926 findet in
Aſchaffenburg a. M. das Bundestreffen des Mitteldeutſchen
Jugendwanderrings (Politiſch und religiös neutrale Vereinigung von
Jugendwandervereinen), Sitz Groß=Umſtadt (Heſſen), ſtatt. Die
Aus=
geſtaltung des Treffens wurde dem Bundesverein. Wandergruppe
Heide=
roſe Aſchaffenburg” (Gau Franken) übertragen. Samstags abends wird
eine Sonnenwendfeier abgehalten, während Sonntags Wettkämpfe,
Weti=
ſpiele und Volksfeſt auf der Kippenburg ſtattfinden. Es wird mit einer
zahlreichen Beteiligung unſerer wanderfrohen Jugend gerechnet. Die
Gruppe Groß=Umſtadt des M. J.W.R. (Jugendwvanderring) unternimmt
an Pfingſten eine größere Rheinwanderung. Es werden beſucht:
Mainz, Bingen, Niederwalddenkmal und Bacharach.
* Fränkiſch=Crumbach, 19. Mai. Die Madrigalvereinigung
Darmſtadt (Leiter: Dr. Fr. Noach) gab hier ein Konzert. Die
Vortragsfolge wies in drei Teilen alte Madrigalkunſt, ernſte Lieder,
Volks= und Scherzlieder auf. Die künſtleriſch überragenden Leiſtungen
der Vereinigung ſind allzu bekannt und ſo allgemein anerkannt, daß ſich
jedes Wort darüber erübrigt. Schon die beiden erſten hier geſungenen
Lieder, „Innsbruck, ich muß dich laſſen” und das ſo unſagbar feine „Jch Am Nachmittag ſetzte ſich ein ſchöner Feſtzug in Bewegung, der die
Teil=
liebe dich und ſteh bei dir” machten den allertiefſten Cindruck.
Hervor=
gehoben mögen noch ſein: „Liebeskrieg”. „Ein Fichtenbaum ſteht
ein=
ſam”, „Der Jäger aus Kurpfalz”. Aber es war jedes Lied, das wir
hörten, etwas Köſtliches. Die leider nicht ſehr zahlreich erſchienenen
Zu=
hörer waren in wachſendem Maße begeiſtert, hingeriſſen, berauſcht.
* Erbach i. D., 18. Mai. Der Verkehrsverein Erbach i. D. Ehrenzeichen mit den beſten Glückwünſchen überreicht.
wird am Donnerstag, den 2. ds. Mts., abends 8½ Uhr, im Gaſthaus
zur „Stadt Erbach” in Erbach ſeine 3. ordentliche Generalverſammlung
abhalten. Auf der Tagesordnung ſtehen: Der Geſchäfts= und
Kaſſen=
bericht. Entlaſtung des Vorſtandes, Vorſtandswahl, Veranſtaltungen 19. Mai 95 Zentimeter.
1926, Beiträge für korvorative Mitglieder Beitrag zum ſtädtiſchen
Ver=
kehrsbureau Erbach und Wahl eines Beiſitzers für dasſelbe, ſowie
An=
träge und Verſchiedenes. Die Anträge müſſen mindeſtens eine Stunde
vor Beginn der Verſammlung dem Vorſitzenden, ſchriftlich eingereicht
werden. Es iſt zu hoffen, daß diesmal die Mitglieder wegen der
Wich=
tigkeit der Tagesordnung vollzählig erſcheinen.
* Mich=lſtadt, 19. Mai. Lichtfeſt. Es ſteht nunmehr endgültig
feſt, daß das ſeit einigen Jahren eingeſührte, und jedesmal von
Tauſen=
den von Fremden beſuchte Lichtfeſt auch dieſes Jahr an Pfingſten wieder
ſtattfinden wird. Die Vorbereitungen zur Beleuchtung des alt=
ehrwür=
digen Rathauſes, des älteſten Fachwerkbaues in Heſſen, werden bereits
getroffen. Auch werden, einer alten Sitte gemäß, die verſchiedenen
hiſto=
riſchen Brunnen an Pfingſten wieder mit Birken= und Tannengrün
ge=
ſchmückt werden. Ein Pfingſtausflug nach Michelſtadt wird ſich unter
allen Umſtänden lohnen.
* Michelſtadt, 19. Mai. Wer am verfloſſenen Sonntag dem
evan=
geliſchen Gottesdienſt in der Stadttirche beiwohnte, deſſen Auge wurde
unwillkürlich auf die zahlreichen bunten Wimpel, die ſich um den Altar
gruppierten, gelenkt, und die beſonders ſtark vertretene Jugend ließ
ihn ſich entſinnen, daß er etwas von dem an dieſem Tage in Michelſtadt
ſtattfindenden Treffen der evang. Jugendvereinigungen des
Mimling=
tales gehört oder geleſen hatte. Die Predigt hielt Herr
Landesjugend=
pfarrer von der Au=Darmſtadt, welcher derſelben die ſchöne Worte
„Unſer Glaube iſt der Sieg, der die Welt überwunden hat” zu Grunde
legte. — Der geräumige Marktplatz unweit der Kirche diente den
Ver=
einigungen zu einer öffentlichen Kundgebung, in der ebenfalls der
Lan=
desjugendpfarrer zu den Verſammelten ſprach und die Jugend aufforderte,
einzutreten in die Reihen der evangeliſchen Jugendvereine. Am
Nach=
mittag ſammelte ſich die junge Schar, um unter den Klängen zweier
Mu=
ſikkapellen nach dem heprlich gelegenen Platz der Deckelquelle zu ziehen.
Es war ein ſchöner Anblick, dieſe munteren Jugendgruppen mit ihren
im Winde flatternden Wimpel und dem Singen fröhlicher Lieder an
ſich vorüberziehen zu ſehen. Leider war die Zeit ſehr kurz bemeſſen, die
ihnen zum Tummeln an der Deckelquelle zur Verfügung ſtand.
* Gernsheim, 19. Mai. Am zweiten Pfingſtfeiertag findet in
Gerns=
heims Mauern ſeitens des hieſigen Fußballklubs „Concordia” ein
Fuß=
ball= und Sportwerbetag ſtatt. Wie man hört, ſind namhafte
Fußballmannſchaften gewonnen, darunter eine Fußballmannſchaft der in
Gießen ſtationierten Reichswehrtruppen. Am Nachmittag ſind große
ſportliche Darbietungen getroffen, darunter ein Stafettenlauf „Quer
durch Gernsheim”, an dem ſich die ganze ſporttreibende Jugend von
Gernsheim beteiligen wird. — Für die von der Bürgermeiſterei
aus=
geſchriebene Bademeiſterſtelle haben ſich nahezu 40 Bewerber gemeldet. —
Am erſten und zweiten Pfingſtfeiertag verkehrt auf der Strecke
Aßmauns=
hauſen—Mannheim ein Perſonendampfer zu ermäßigten Preiſen. Die
Abfahrt des Dampfers erfolgt ab Gernsheim vormittags um 9.40 Uhr;
die Rückfahrt ab Aßmannshauſen erfolgt nachmittags um 2.40 Uhr, ſo
daß die Ankunft des Dampfers abends um 8.05 Uhr in Gernsheim
er=
folgt. Die Zugverbindung ab Gernsheim iſt ebenfalls ſehr günſtig.
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rs. Fürth, 18. Mai. Gemeinderatsbericht. Der
Gemeinde=
rat tagte geſtern abend bis in die ſpäten Nachtſtunden, um das
vielbe=
ſprochene und auch umſtrittene Bauprojekt an der Kröckelbacher Straße
zu löſen. Die hier herrſchende Wohnungsnot dürfte ſchon zur Genüge
in der Preſſe beſprochen worden ſein. Der ſtattliche Neubau an der
Kröckelbacher Straße entſpricht trotz ſeinen, gewiß nicht klein
genomme=
nen Ausmaßen nicht mehr den, ſeit ſeiner Entwerfung täglich
gewachſenen und gerade in den letzten Tagen noch geſteigert
herange=
tretenen Bedürfniſſen. Wie man weiß, waren urſprünglich für 12
Woh=
nungen drei einzelne Häuſer geplant, deren Errichtung an der
Ver=
ſagung der der Gemeinde zugeſprochenen Mittel ſcheiterte. Infolgedeſſen
konnte nur ein Haus erbaut werden. Bei der Genehmigung ſeines
und Feuerwerk. Am Sonntag iſt morgens Wetturnen und Empfang Bauplans ging man von dem Grundgedanken aus, es für einzelne
Fami=
lien einzurichten, was auch geſchah. Höhere Baubeamte haben bei der
Beſichtigung des Hauſes ſich über die Idee des Baues und ſeiner
Ein=
richtungen ſehr lobend ausgeſprochen. Jedoch durch die inzwiſchen
ein=
getretene erhöhte Wohnungsbedürfnisfrage mußte ſich der Gemeinderat
die Frage vorlegen, ob es nicht im Intereſſe der Wohnungsſuchenden
ſeiner Gemeinde läge, nach Möglichkeit eine Verwertung des Neubaues
vorzunehmen und einen anderen mit kleineren und billigeren
Wohnun=
gen zu erſtellen, ſich alſo auf das neueſte Bedürfnis umzuſtellen. Nach
längerer Debatte wurde ſich der Gemeinderat dahin einig, daß ſofort ein
Neubau mit ſechs dieſen jetzigen Bedürfniſſen entſprechenden Wohnungen
in Angriff genommen und das erſtellte Haus dem Reiche zur Verfügung
geſtellt werden ſoll. Der Neubau wird aus den Mitteln der Abtretung
finanziert. Die Neubauleitung wird der Kreisbauleitung übertragen.
zum 15. Oktober fertig zu ſtellen. Damit dürfte den unbedingt
unterzu=
bringenden Wohnungsbedürftigen der Gemeinde beſſer gedient ſein als
liche Nutzſtücke 10 Pf., für gewerbliche Anlagen und Betriebe 40 Pf. Die mit Wohnungen, die ihren Verhältniſſen nicht entſprechen würden und
auch den einheimiſchen Handwerkern mit neuer Arbeit. —
Feuer=
wehrbeſichtigung. Am Sonntag nachmittag beſichtigte. Herr
Kreis=Feuerwehr=Inſpektor Knaup unſere Feuerwehr. Die zurzeit unter
dem Kommando des Herrn Bürgermeiſters Zeiß ſtehende, aus etwa
90 unifomierten freiwilligen und 80 pflichtigen Wehrmännern beſtehende
Mannſchaft führte zuerſt auf der Bahnhofſtraße Cinzelgeräte=Uebungen
vor und ging dann zum Sturm auf das Brandobiekt, die Scheuer der
Starkenburg über. Die Kritik des Herrn Beſichtigers war äußerſt
anerkennend.
— Bürſtadt, 18. Mai. Elfter Kreisfeuerwehrtag des
Kreiſes Bensheim. Die offiziellen Verhanblungen konnten um
½10 Uhr im „Darmſtädter Hof” durch den ſtellvertretenden Vertreter
des Kreisamts Bensheim, Herrn Regierungsrat Dr. Fuchs, eröffnet
werden. Regierungsrat Dr. Fucks begrüßte die Vertreter der
voll=
erachtet, lehnt den Voranſchlag ab und beſchließt, daß durch geeignete zählig erſchienenen Wehren, ſowie die Herren Bürgermeiſter und ſonſtige
anweſende Herren und überbrachte die beſten Wünſche des infolge
Krank=
heit verhinderten Herrn Kreisdirektors Reinhart. Den
Begrüßungs=
worten ſchloſſen ſich die Herren Kreisfeuerwehrinſpektor Bräunig und
Bürgermeiſter Siegler, letzterer namens der Gemeinde Bürſtadt, an.
Es wurde hierauf zur Erledigung der Tagesordnung geſchritten. Herr
Kreisfenerwehrinſpektor Bräunig erſtattete eingehenden Bericht über den
Stand des Löſchweſens im Kreiſe Bensheim und gab über geſtellte
Fra=
gen Ratſchläge und Aufſchluß. Herr Rechnungsrat Zeunges gab den
Herren Bürgermeiſtern und Feuerwehrkommandanten ausdrücklich
be=
kannt, daß ſeitens des Kreisamts den Feuerwehrangelegenheiten
weit=
gehendſt Rechnung getragen würde. Die Berichterſtattung der
Kom=
mandanten der Feuerwehren über den Stand des Löſchweſens in den
Gemeinden gab im allgemeinen ein gutes Zeichen. Bei der folgenden
Wahl des Ortes des nächſten Delegiertentages (1927) wurde Zell
be=
ſtimmt. Für den im Jahre 1929 ſtattfindenden 12. Kreisfeuerwehrtag
wurde Lindenfels, die Perle des Odenwaldes, beſtimmt. Die
Rech=
nungsablage des Kreisverbandes der Freiwilligen Feuerwehren erfolgte
ohne Anſtand. Dem abgebenden Rechner, Herrn Delp=Zwingenberg,
wurde Entlaſtung erteilt. Die anſchließende Uebung der Feuerwehr zu
Bürſtadt zeigte, daß die Wehr ſchlagfertig iſt und auf der Höhe ſteht.
nehmer durch die Mauern Bürſtadts führte und auf dem ſchön gelegenen
Feſtblatze endete. Hier ſtand im Mittelpunkt die Ueberreichung des
Feuerwehrehrenzeichens für Bjährige treue Dienſte. Den Jubilaren
Philipp Brenner, Arnold Heiſer, Philipp Koch 8., Konrad März und
Joſef Diehl wurde dann durch Herrn Regierungsrat Dr. Fuchs das
— Hirſchhorn, 19. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
18. Mai 106 Meter, am 19. Mai 1,04 Meter.
—Gernsheim, 19. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
M. Wörrſtadt (Rheinh.). 18. Mai. Selbſtmordverſuch
eines Mörders. Der Arbeiter Joh Göttel, der, wie bekannt, am
vorigen Sonntag den A.jährigen Wilh. Bucher auf offener Straße
er=
ſtochen hat, verſuchte in ſeiner Zelle ſich durch Erhängen ſein Leben zu
nehmen.
M. Bingen, 18. Mai. Eine fränkiſche Hofanlage in
Sponsheim entdeckt. Herr Profeſſor Como=Bingen hat im
benach=
barten Sponsheim eine fränkiſche Hofanlage entdeckt, die der Kern= und
Mittelpunkt des ſpäteren Dorfes nach ſeiner Annahme geweſen ſein muß.
Das Anweſen liegt am Abhang der Naheteraſſe und umfaßt die Kirche
nebſt allen darunter liegenden Hofreiten bis zur Brunnengaſſe hin. Das
heute aufgeteilte Anweſen b.fand ſich vor einem Menſchenalter noch in
einer Hand. Feſt ſteht, daß ſich am gleichen Platz zuvor ein römiſches
Landgut befunden hat; noch heute fließt der Röhrenbrunnen, der auch
die ehemalige Römerſiedlung mit gutem Quellwaſſer verſorgte. In
letzter Zeit wurden in Sponsheim durch Lehrer Bungert gut erhaltene
römiſche Gefäße gefunden.
s. Alzey, 18. Mai. In dem benachbarten Ilbesheim wurde
anläß=
lich eines Sängerfeſtes ein böſer Streich geſpielt, indem von Bubenhand
die Straße mit alten roſtigen Schuhnägeln beſät wurde, ſo daß eine
große Anzahl Nadfahrer Reparaturen an ihren Fahrrädern vornehmen
mußten.
Oberheſſen.
* Bad=Nauheim, 17. Mai. Frühjahrsvertretertag des
116er Verbandes. In unſerem Weltbad verſammelten ſich
vor=
geſtern und geſtern zahlreiche Vertreter der Regimentsvereine ehemaliger
11öer und ſeiner Kriegsformationen zu der diesjährigen Frühjahrstagung.
Die Tagung ſtand unter dem Zeichen des verfloſſenen großen 116er Tags
und der Denkmalsweihe für die gefallenen Regimentskameraden des 116er
Negiments; beides fand vom 5.—7. Scptember 1925 in Gießen ſtatt. Die
wichtigſten Fragen konnten nach längerer, oft recht lebhafter Ausſprache
ſchließlich zur allgemeinen Zufriedenheit gelöſt werden. Eröffnet wurde
die Tagung durch einen Begrüßungsabend, den die Bad=
Nau=
heimer 116er zu Ehren der Kameraden im Teichhaus veranſtalteten. Zu
der Feier hatten ſich als Vertreter der Stadt Büpgermeiſter Dr. Kahſer,
die Beigeordneten Notar Stahl und Kiſſel und einige Stadtverordnete
eingefunden. Der Beſuch war über Erwarten groß. Dr. Knieriem
be=
quſiſte in herzlichen Worten uamens des hieſigen 116er Vereins die
Ka=
meraden, namens der hieſ. Militärvereine entbot Oberamtsgerichtsdirektor
Fuhr Willkommengruß. Der Verbandsvorſitzende Kurt Mohr (Gießen)
dankte und toaſtete auf den Verein ehemaliger 116er; dem ſtolzen
ehe=
maligen Regiment 116, deſſen Ueberlieferung wachzuhalten Pflicht des
Vereins ſei, widmete er begeiſterte Worte. Sein Hoch galt dem
Vater=
land. Der Begrüßungsabend der Bad=Nauheimer hatte eine auserleſene
Feſtordnung. Ein Feſtgedicht trug Fräulein Kötſchau vor die Muſik
ſtellte die Kapelle des Ausbildungsbataillons Nr. 15 aus Marburg, zwei
Theaterſtückchen wurden in ausgezeichneter Weiſe zur Aufführung
ge=
bracht. Die Teichbeleuchtung mußte leider wegen des Regenwetters
aus=
fallen. — Die Verhandlungen begannen Sonntag vormittag 10 Uhr im
Teichhaus; es nahmen daran u. a. teil die 116er Vereine aus Darmſtadt,
Neu=Iſenburg (neu aufgenommen), Offenbach, Frankfurt, Friedberg,
Butzbach, Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Marburg, Wetzlar, Neheim in
Weſtfalen. Da der bisherige erſte Vorſitzende Lindenau ſein Amt
nieder=
gelegt hatte, ſo wurde Kurt Mohr=Gießen zum erſten Vorſitzenden, Dr.
Knieriem=Bad=Nauheim zum 2. Vorſitzenden gewählt; die übrigen
Vor=
ſtandsmitglieder wurden wiedergewählt. Der Jahresbericht kam auf den
116er Tag, die Denkmalsweihe und den Blumentag zu ſprechen. Die
Nechnungsablage über das Denkmal ergab eine Schuldenlaſt von 10063
Mank; bei dem 116er Tag wurden die Einnahmen in Höhe von 39156
Mark um 7585 Mark von den Ausgaben überſchritten. Die Geſamtſchuld
des Verbandes ſür 116er Tag und Denkmal beläuft ſich auf rund 17 783
Mark. Ob die Ausſtände in Höhe von 2672 Mark eingehen werden, iſt
zweifelhaft. Es entſpinnt ſich eine lebhafte Ausſprache, an der ſich
Boden=
ſclatz=Offenbach, Silberbach=Darmſtadt, Knieriem=Bad=Nauheim, Neuroth=
Gießen u. a. ſich beteiligen. Dem Rechner und dem Vorſtand wurde
als=
dann Entlaſtung erteilt. — Ueber die beabſichtigte Herausgabe des
Ver=
bandsllattes, wie z. B. die Leibgardiſten es haben, refexierte Dr. Katz=
Gießen. Das Blatt würde monatlich 20 Pfg. koſten. Es wird
beſchloſ=
ſen, daß der Vorſtand der Angelegenheit bis zur nächſten Tagung weiter
nachgehen ſoll. Die Vereine werden den Plan nochmals beraten. Der
Verein Gießen beantragte, von jedem Mitglied 7 Mk. Sonderbeitrag zu
erheben, um die Schulden zu decken. Er wurde dahin angenommen, daß
vorläufig nur 2 Mk. erhoben werden ſollen. Ein Antrag Darmſtadt auf
Aenderung des 8 1 der Satzung wird abgelehnt. Dem Antrag Gießen
auf Errichtung einer Beratungsſtelle für Kriegsbeſchädigte wird
ſtattge=
geben. Der Antrag Bad=Nauheim auf Errichtung einer
Verbandsſterbe=
kaſſe findet wenig Anklang und wird zurückgezogen. Dagegen wird der
Antrag Bad=Nauheim, wonach der Verband ſich mit anderen Verbänden
in Verbindung ſetzen ſoll, damit das Reich eine Kriegsdenkmünze
heraus=
gebe, angenommen. Vorſitzender Mohr teilt mit, daß die Stadt Gießen
in Kürze eine Grünanlage um das 116er Denkmal herſtellen will. Die
Teilnahme an der Denkmalweihe der 168er in Offenbach und an der
Fahnenweihe der 116er in Neheim (Weſtfalen) wird beſchloſſen. In den
Landſtädtchen ſollen 116er Vereine gegwindet werden. An die heute in
Lützelbach im Odenwald tagende Verſammlung des 1. Bataillons
Landwehr 116 wird ein Begrüßungstelegramm geſandt. Der
Herbſtver=
bandstag findet im November in Alsfeld ſtatt.
* Gießen, 18. Mai. Eine Ehrung für einen bedeutenden Gelehrten
unſerer Univerſität wurde auf dem Neuen Friedhof durch die
Einweih=
ung eines Denkmals für den verſtorbenen Geheimrat Prof. Dr. Adolf
Hanſen vorgenommen. Der Univerſitätsrektor Profeſſor Dr.
Bür=
cker, widmete dem Verſtorbenen einen warmen Nachruf und legte namens
der Ludovieiang einen Lorbeerkranz nieder. Profeſſor Funk, ehemaliger
Schüler und Gehilfe Hanſens, ſchilderte deſſen Verdienſte und ſeine
Wirkſamkeit. Profeſſor Dr. Hanſen wirkte von 1891 bis 1920 als
Pro=
feſſor der Botanik und Direktor des Botaniſchen Gartens der
Landes=
univerſität. Das künſtleriſche Grabdenkmal iſt von Profeſſor Wardere=
München entworfen und von Gg. Schleicher=Berlin ausgeführt worden.
* Schotten, 18. Mai. Die Bürgermeiſter des Vogelsberges hielten
unter Leitung des Kreisdirektors Böckmann in Gedern eine
Verſamm=
lung ab. Regierungsrat Weber referierte über. Das Verſicherungsgeſetz
für die Gemeindebeamten”. Ferner beſchäftigte ſich die Tagung mit dem
neuen Kataſtergeſetz der Gebäudeſteuer, mehreren
Gemeindeangelegen=
heiten und der Beſchäftigung der Erwerbsloſen. Es wurde ferner ein
Ausflug an den Rhein in Anregung gebracht. Laubach wurde als nächſter
Verſammlungsort für Auguſt beſtimmt.
* Grünberg, 18. Mai. Fünſzehn Lehrlinge aus verſchiedenen
Be=
rufen hatten ſich der Geſellenprüfung unterworfen. Hiervon wanen drei
aus Grünberg und die zwölf anderen aus den umliegenden Ortſchaften.
Die ſchriftliche Prüfung hatte am 25. April, die praktiſche zu
verſchiede=
nen Zeiten ſtattgefunden. Alle haben beſtanden, die Geſellenbriefe
wur=
den ihnen vorgeſtern mit einer Anſprache durch Lehrer Wenzel überreicht.
Dio die Hausfrauen übev Do.OelkessBachpulvee,Backineluvkeilen:
.. Durch itre Rerentangaben in der Zeilung verleilel gildt es fein
Di m Rien Sonang loderhauen die rintich diln dadei demonogend
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daß me Mulachmaschend und. — Und von Nnem Annedaf Gebrauch mwochend
„odin 0 Müchu m Leedhun eues Neuendster Mu-
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Donnerstag, den 20. Mai 1926
Reich und Ausland.
Das Schloß in Mannheim
war über ein Jahr von den Franzoſen beſetzt. Bald darauf,
nachdem die Franzoſen abgerückt waren (Oktober 1924),
began=
nen die Wiederherſtellungsarbeiten im Innern des ausgedehnten
Gebäudes, das bekanntlich eines der größten Barockſchlöſſer
über=
haupt iſt. Das ehemalige Reſidenzſchloß der prachtliebenden
Kur=
fürſten von der Pfalz dient jetzt in ſeinen Haupträumen zur
Unterbringung der großen kulturgeſchichtlichen und
kunſtgewerb=
lichen Sammlungen, welche die Stadt in ihre Verwaltung
ge=
nommen hat. Die feierliche Eröffnung dieſes in über 50
Räu=
men eingerichteten Muſeums (archäologiſche Abteilung Profeſſor
Dr. Gropengießer; neuere Abteilung Prof. Dr. Walter) fand am
15. Mai im Ritterſaale des Schloſſes in Anweſenheit der
badi=
ſchen Regierung und des badiſchen Landtages ſtatt. Es war
zu=
gleich die Feier der Uebernahme des Schloſſes durch die Stadt,
der die badiſche Regierung einen weſentlichen Teil dieſes
Ge=
bäudes für Muſeums= und kulturelle Zwecke überlaſſen hat. In
den Hauptſälen wird durch Möbel, Koſtüme, Bilder und eine
Fülle von wertvollen Porzellanen und Fayencen — die großen
Sammlungen Carl Baer und Hans Hermannsdörfer ſind ja in
den Beſitz der Stadt übergegangen — der Glanz der Blütezeit
des Schloſſes in der Barock= und Rokokozeit wieder lebendig, als
Mannheim nicht nur die Hauptſtadt der Pfalz, ſondern auch eine
der wichtigſten europäiſchen Kunſtſtätten war.
Frankfurter Chronik.
WSN. Gasvergiftung. Eine 62jährige Frau aus der
Neu=
hofſtraße hat in ihrer Wohnung Selbſtmord durch Gasvergiftung
be=
gangen. — Aus dem Frankfurter Polizeibericht. In
letzter Zeit mehren ſich die Gartenhütteneinbrüche im Stadtteil
Sachſen=
hauſen. Geſtohlen wurden insbeſondere Kleidungsſtücke und Feldgeräte.
— In der Nacht zum 15. Mai wurde in einer Bauhütte in der
Sonne=
mannſtraße eingebrochen und drei Schweißbrenner, ein Schneidebrenner
und 10 Meter Schlauch geſtohlen. — Am Montag vormittag fuhr ein
Poſtauto vor der Hauptpoſt in eine Weichengrube des
Straßenbahn=
gleiſes, wodurch eine kurze Verkehrsſtörung entſtand. — Am Nachmittag
des gleichen Tages erfolgte auf der Bockenheimer Landſtraße, Ecke
Viktoria=Allee, ein Zuſammenſtoß mit einem Laſtkraftwagen aus
Fried=
berg und einem Straßenbahnzug der Linie 4. Der Kühler des
Laſt=
kraftwagens wurde ſchwer beſchädigt, während durch den
Zuſammen=
ſtoß der Anhänger des Straßenbahnzuges aus dem Gleis gehoben
wurde. — Tobſuchtsanfall eines betrunkenen
Mo=
torradfahrers. Am Montag nachmittag fuhr in der Fahrgaſſe
ein Mann in ſtark angetrunkenem Zuſtande mit einem Motorrad umher.
Zur Verhütung weiterer ſtrafbarer Handlungen ſowie zum Schutze
ſei=
ner Perſon wurde er in Schutzhaft genommen. Auf der Revierwache
bekam er einen Tobſuchtsanfall und wurde durch die Rettungswache
nach der Städt. Heilanſtalt verbracht.
* Eröffnung des Kommunallandtags des Regierungsbezirks
Wiesbaden.
Am Montag, den 17. Mai, nachmittags 6 Uhr, wurde der 61.
Kom=
munallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden im hieſigen
Landes=
haus von dem ſtellvertretenden Staatskommiſſar, Reg.=Präſident
Ehrler, eröffnet. Der Regierungspräſident wies in ſeiner
Eröff=
nungsrede auf das umfangreiche Programm für die diesmalige Tagung
hin, aus dem er drei Punkte als ganz beſonders wichtig herausgriff.
Es ſind dies: 1. die Lahnregulierung, deren Projekt ſeiner Löſung
entgegengeht und das weiter zu fördern Aufgabe des 61.
Kommunal=
landtags ſei, ferner 2. der Umbau der hauptſächlich durch den
Auto=
verkehr ſtark mitgenommenen Wege und Bezirksſtraßen, wofür ſich eine
Kommunalanleihe als notwendig erweiſe, und 3. die Verlängerung der
Bürgſchaftsübernahme für die Saatgutkredite der Landwirtſchaft, denn
auf die ſchwere Lage, in welcher ſich gerade die kleinbäuerlichen
Be=
triebe in Naſſau befinden, brauche man nicht beſonders hinzuweiſen.
„Es genügt vielleicht, wenn ich feſtſtelle”, ſo ſagte der
Regierungsprä=
ſident wörtlich, „daß geradezu die Exiſtenz einer großen Anzahl der
Einwohner unſeres Bezirks von dieſer Beſchlußfaſſung abhängig iſt.”
Die ſich nur mit rein wirtſchaftlichen Fragen befaſſende Rede des
Regierungspräſidenten wurde von den Abgeordneten ſtehend angehört.
Warum? Vielleicht als Anerkennung der jüngſten Taten des Herrn
Innenminiſters Severing. — Nachdem hiermit der 61.
Kommunalland=
tag eröffnet war, ſchritt man zur Wahl des 1. und 2. Vorſitzenden.
Ge=
wählt wurden Geſchäftsführer Heinrich Hopf (Soz), Frankfurt a. M.
und Studienrat Dr. Ernſt (Zentr), Höchſt a. M. Die Wahl mußte auf
beſonderen Antrag der Rechten mit Stimmzetteln vorgenommen
wer=
den, da dieſe in dem Verhalten des Aelteſtenausſchuſſes, der die ſich zu
einer Heſſen=Naſſauiſchen Arbeitsgemeinſchaft Stadt und Land
zuſam=
mengeſchloſſenen Abgeordneten der D.N.V.P., der D.V.P und der
Wirtſchaftspartei, entgegen dem Wortlaut des keinen Zweifel
zulaſſen=
den § 5 der Geſchäftsordnung, nicht als Partei anerkannte, einen
Rechts=
bruch ſondergleichen erblicken mußte. Der Rechtsbruch wurde durch die
zweideutige Haltung des 1. Vorſitzenden zur Rechtsbeugung. Man hat
ſich ja in den Tagen der Republik ſchon an vieles gewöhnen müſſen,
was früher nicht als anſtändig galt, darum wollen wir auch dieſe
Großtat zu den anderen legen und uns mit der Feſtſtellung begnügen,
daß der Sitz des 2. Vorſitzenden vom Zentrum, entgegen jeder
parla=
mentariſchen Gewohnheit, uſurpiert wurde. — Nach dieſem
unerquick=
lichen Intermezzo erhielt Landeshauptmann Dr. Wöll das Wort zu
ſeiner beinahe einſtündigen Etatrede. Der Etat bilanziert in Einnahme
und Ausgabe mit 7 325 000 Mark. Zuſchüſſe erfordern der
Landesfür=
ſorgeverband 1,66 Millionen, der Wegebau 1,57 Millionen Mark, die
Fürſorgeerziehung 537 200 Mark, die allgemeine Verwaltung 560 000
Mark, das Landeswohlfahrtsamt, d. i. Kriegsbeſchädigten= und
Kriegs=
hinterbliebenenfürſorge ſowie Geſundheitsfürſorge, 412500 Mark, die
Förderung volkswirtſchaftlicher Beſtrebungen 150 450 Mark. Die
Aus=
gaben von 7,3 Mill. Mark werden wie folgt gedeckt:
Reichsſteuerüber=
weiſungen und Dotationsanteile 3,2 Mill. Mark, Ueberſchußbetrag der
Naſſauiſchen Landesbank 100 000 Mark. Eigene Einnahmen 1,21 Mill.
Mark. Die Bezirksabgabe ſoll von 7,5 auf 8 Prozent erhöht werden
und ergibt ſo 2,8 Millionen Mark. Der Außerordentliche Haushalt
macht Anleihen im Betrage von 7,56 Mill. Mark erforderlich, die für
die Elektrizitätswirtſchaft, die Ausführung des
Lahnkanaliſierungs=
plans, die Regulierung der Nidda, den Wegebau und das
Meliorations=
weſen Verwendung finden ſoll.
Deutſche Sänger im Teſſin.
Lugano, den 16. Mai 1926.
Der Berliner Sängerverein (Cäcilia Melodia), einer der
angeſehen=
ſten und älteſten Chorvereinigungen Berlins, iſt auf einer Reiſe durch
die Schweiz in dieſen Tagen in Lugano geweſen und hat durch ein
Wohl=
tätigkeitskonzert großen Erolg eingeheimſt. Dieſe Schweizer=Reiſe der
Sänger iſt mit ihrer Häufung von Konzerten, die immer in ihrem
vollem Ertrage wohltätigen Zwecken gewidmet ſind, mit ihren
Feſtlich=
keiten und Reiſeeindrücken kein ganz reines Vergnügen. Es gehören
ſchon eiſerne Nerven und eine feſte Geſundheit dazu, um an einem Abend
ſo gut und rein zu ſingen, wie es den Sängern in Lugano gelang,
nach=
dem ſie am frühen Morgen von St. Moritz abgereiſt waren, den
Ber=
ninapaß mit ſeinen mehr wie 2300 Metern überwunden hatten, über den
Comer=See zur Villa Carlotta mit ihrem herrlichen Blütenflor gefahren
waren und ſchließlich nach umſtändlichem Wechſel zwiſchen Schiff und
faſt entgleiſender italieniſcher Rumpelbahn am ſpäten Abend in Lugano
landeten. Kaum hatten ſie Zeit, ſich feierlich von der Stadtmuſik und
dem deutſchen Chor in Lugano begrüßen zu laſſen, und ſich in aller Haſt
umzukleiden, ſo mußten ſie ſchon auf der Bühne des übervollen Theaters
trotz aller Müdigkeit nach dem ſonnendurchfluteten Tage Rede und
Ant=
wort — nein Geſang und Klang ſtehen. Daß dieſes große Reiſeprogramm
rechtzeitig durchgeführt werden konnte, das war nicht zuletzt dem
Luga=
neſer Reiſebureau Schweiz=Italien zu danken, das als Mitglied der
deutſchen „Deſchita” (Deutſchland=Schweiz=Italien) ſeinen Direktor Iſella
nach der italieniſchen Grenze bei Tirano entgegengeſchickt hatte. Sonſt
wäre der Extrazug der Sänger auf halbem Wege in Italien am Comer
See liegen geblieben, da der heilige Bureaukratismus heut in Italien
viel mehr regiert wie daheim bei uns, und die gaſtliche Direktion des
Verkehrsvereins von Lugano hätte vergeblich mit ihrem Sonderdampfer
ſamt Speiſe und Trank der Gäſte geharrt.
Die Sänger aber haben nicht nur mit ihrem Geſang kranken
Men=
ſchen in verſchiedenen Schweizer Heilſtätten eine weitere Pflege
ermög=
licht, ſondern auch den geſunden Menſchen und dem italieniſchen Teil
der Schweiz ein edles Stück deutſcher Kultur und Kunſt gezeigt. Nach den
Zeiten unmittelbar nach der Inflation war man im Teſſin nicht gerade
verwöhnt in bezug auf das, was ſich deutſcher Kulturträger nannte.
Dieſe Herrſchaften brachten zwar Geld ins Land, aber nötigten gar oft
nicht gerade zur Hochachtung. Um ſo mehr war es zu begrüßen, daß
man hier an der Grenze Italiens und ſchon im italieniſchen Sprach= und
Kulturkreis einmal wirkliche gute deutſche Art und Kunſt zu hören
be=
kam. Dieſe Berliner Sänger haben ſich dadurch ſehr verdient um das
Anſehen des Deutſchtums diesſeits des Alpenwalls gemacht, und es wäre
ſehr zu wünſchen, wenn an maßgebender Stelle, derartige Kunſtreiſen
mit charitativem und kulturellem Ziel ermutigt würden.
Die Sänger mit ihrem prachtvollen Muſikdirektor Eſchke, dem der
Begriff Ermüdung offenbar ebenſo unbekannt war wie der reizenden und
ſtimmlich ſo anziehenden Soliſtin Marie Toll, haben aber nicht nur für
Deutſchlands gewirkt, ſondern zugleich auch gelernt, nämlich Schweizer Art
begreifen und verſtehen. Auch dadurch haben ſie indixekt dem deutſchen
Vaterlande einen Dienſt erwieſen. Nicht zum geringſten verdanken
ſi=
das der aufklärenden und warmen Rede des deutſchen Konſuls Franken,
der ſeit dreißig Jahren das Deutſche Reich in Lugano vertritt. Er hat
beim fröhlichen Abendtrunk im Café Huguenin, den die Stadt Lugano
am Tage nach dem Konzert den Gäſten entbot, nicht nur die italieniſch
gehaltenen Anſprachen der Teſſiner und Luganeſer Behörden überſetzt,
ſondern in ſeiner Rede auch einen kurzen Abriß deſſen gegeben, was die
Schweiz eigentlich bedeutet. Seine Worte ſollte man auch im weiteren
Deutſchland würdigen und damit der Schweiz näher kommen. Der
Kon=
ſul führte nämlich unter anderem folgendes (gekürzt) aus:
. „Ich meine jene geiſtigen Werte und heiligſten Beſitztümer, welche
die Eidgenoſſenſchaft der 22 Kantone ſeit über 600 Jahren erarbeitet,
er=
kämpft, hohen Sinnes gepflegt und verteidigt hat: die Freiheit des
ein=
zelnen Bürgers und die Freiheit des engeren und weiteren Vaterlandes.
Als Menſch frei zu ſein neben freien Menſchen, das will viel heißen.
das will heißen, ein unſchätzbares Kleinod zu beſitzen, deſſen Wert alle
materiellen Werte himmelhoch überragt. Helvetias hohe Kunſt hat dazu
geführt, daß die vielen unvermeidlichen Gegenſätze zwiſchen den Bürgern
ein und desſelben Landes auf dem Boden des erkämpften Volksrechtes
friedlich ohne Gewalt ausgeglichen werden können. Und an großen
Ge=
genſätzen fehlt es in der Schweiz unter den Menſchen nicht. Es ſind da
proteſtantiſche Kantone und katholiſche Kantone, große Kantone und
ganz kleine Kantone, ſolche, in denen die Landwirtſchaft vorwiegt und
ſolche, denen Induſtrie und Handel die Exiſtenzmittel liefern müſſen.
Jeder dieſer Kantone iſt eine für ſich freie und in Kantonſachen
unab=
hängige Republik, deren Bürger ſelbſt ihre Behörden und Richter
wäh=
len, und die auf die beſonderen Rechte ihrer Eigenart ſtolz ſind, und
die ſie in der Eidgenoſſenſchaft ſtarkwillig verteidigen.
Die Helvetia hat es ſogar im Laufe der Jahrhunderte fertig
ge=
bracht, durch Ueberwindung harter innerere und äußerer Kämpfe ihre
Kinder dreier verſchiedener Sprachen in ein Bundesbruderverhältnis zu
bringen und darin zu erhalten. Dem deutſchſprachigen Bürger von
Ro=
manshorn am Bodenſee iſt der Genfer mit ſeiner franzöſiſchen
Sinnes=
art ebenſo wie der Luganeſe italieniſcher Sprache und lateiniſchen
Stam=
mes politiſcher Bruder eines geeinigten Volkes mit gleichen
grundſätz=
lichen politiſchen Idealen. Es heißt da trotz all fener Gegenſätze und
trotz aller politiſchen Kämpfe immer „Einer für Alle, Alle für Einen!"
unter dem eidgenöſſiſchen Banner, dem weißen Kreuz im roten Felde.”
So konnten die Berliner Sänger in wenigen Minuten einen Begriff
von der wirklichen Schweiz erhalten, ſie empfingen Belehrung wie ſie
Kunſt und Genuß geſchenkt hatten. Wenn ihnen nach Tagen ſchönſten
Wetters ein unfreundlicher Regengott trotz des ſüdlichen Mais dichten
Regen zum Abſchied ſchenkte, ſo mögen ſie ſich damit tröſten, daß ſie mit
ihrem Geſang vielen Menſchen eine frohe Stunde vor den grauen
Wol=
ken bereitet haben.
Wachſendes Auslandsintereſſe an der Großen Polizei=Ausſtellung
Berlin 1926.
Auch Holland, Jugoſlawien und Perſien beteiligen ſich.
bmk. Berlin. Nach einer Mitteilung der Regierung des
König=
reichs der Niederlande, wird ſich die holländiſche Polizei der Städte
Amſterdam, Rotterdam, Haag und Utrecht, ſowie der Bewachungsdienſt
der großen Ströme an der Polizei=Ausſtellung beteiligen. Die
Poli=
zeipräſidenten der genannten Städte werden an der Polizeikonferenz
teilnehmen. Ebenſo wird ſich vorausſichtlich die jugoſlawiſche
Ragie=
rung an der Polizeikonferenz und der Polizei=Ausſtellung Berlin 1926
beteiligen. Herr Reg.=Rat Michael Bakovitſch von der Jugoſlawiſchen
Geſandtſchaft in Wien wird auf der Polizeikonferenz einen Vortrag
übernehmen. Weiterhin wird nach einer Mitteilung des Sektionschefs
A. Bahrami, vom Perſiſchen Unterrichts=Miniſterium in Teheran, der
lange Zeit im Polizeidienſt tätig war, die perſiſche Regierung ſich
ebenfalls an der Polizei=Ausſtellung und Polizeikonferenz beteiligen.
Herr A. Bahrami hat die Leitung der Vorarbeiten übernommen.
Seite 9
* Die Zahl der Kriegsbeſchädigten in Deutſchland.
Eine furchtbare Statiſtik.
Die Zeitſchtrift „Wirtſchaft und Statiſtik” gibt eine Ueberſicht
des Statiſtiſchen Reichsamts wieder, nach der es gegenwärtig in
Deutſch=
land 679 410 Kriegsbeſchädigte gibt, die in ihrer Erwerbstätigkeit um
25 Prozent beſchränkt ſind. Die Zahl der weiblichen Kriegsbeſchädigten
beträgt. 1151. Blind ſind 2734, an Lungentuberkuloſe leiden 39 580, an
Geiſteskrankheiten 4990; ein Bein haben verloren 44 109, einen Arm
29 640, beide Beine 1250, beide Arme 131, ſonſt erkrankt ſind 566 078.
Ein Knabe von einem Bären zerfleiſcht.
Bern. Am Dienstag abend fuhr ein junger Mann der die
Herrſchaft über ſein Fahrrad verloren hatte, gegen die Mauer des
Bärengrabens und ſtürzte in den Graben hinunter. Faſt gleichzeitig
ſtürzte ein zehnjähriger Knabe in den Graben. Während dem
erſteren, den die Bären unbehelligt ließen, ein Seil zugeworfen werden
konnte, an dem er aus dem Graben kletterte, ſtürzten ſich die
Bären auf den Knaben, der eine blutende Wunde erhalten
hatte. Die Tiere riſſen dem Knaben eine Schulter weg und den Bauch
auf, ſo daß die Eingeweide bloß lagen. Dem Bärenwärter gelang es
unter Lebensgefahr ſchließlich den Knaben zu befreien, der in
hoff=
nungsloſem Zuſtande ins Spital gebracht wurde.
Das Wickelkind im Flugzeug.
Die Deutſche Lufthanſa konnte dieſer Tage einen neuartigen
Rekord buchen. Auf dem Frankfurter Flughafen traf nämlich im
Flugzeug, von Mannheim kommend, eine dreiköpfige Familie, Mama,
Papa und Baby, ein. Das knapp drei Monate alte Wickelkind, dem die
Fahrt übrigens ausgezeichnet bekam und das ſofort einſchlief, nachdem
die Maſchine zur Ruhe gekommen, war der jüngſte Flugpaſſagier, den
die Lufthanſa bisher befördert hatte. Nach dreiſtündiger Pauſe ſetzte
die Familie dann im Flugzeug die Reihe nach Hannoper fort. Genau
vor Wochenfriſt landete in Frankfurt auch einer der älteſten Paſſagiere,
ein 76jähriger Herr, dem die Luftreiſe ebenfalls ſehr zugeſagt haben
ſoll. Jedenfalls beweiſen beide Fälle das Vertrauen, das heute ſchon
allgemein in den Luftverkehr geſetzt wird.
Niederlage des Europameiſters Erminio Spalla.
EP. Mailand. Der Europameiſter im Schwergewicht, der
Italiener Erminio Spalla, iſt in Barcelona von dem Spanier
Paolino in zwölf Runden nach Punkten beſiegt worden und
verlor damit die Europameiſterſchaft, die er ſeit mehreren Jahren inne
hatte. Die Niederlage Spallas ruft in Italien ſchmerzliche
Enttäu=
ſchung hervor, da man in den Boxmeiſter große Hoffnungen geſetzt
hatte. Muſſolini hatte ſogar am Vortage an den italieniſchen Konſul
von Barcelona ein Telegramm folgenden Inhalts geſandt: „Sagt dem
Kameraden Spalla, daß ich einen ſchönen, klaren Sieg verlange."
Der Match wurde in der Stierkampf=Arena in Barcelona vor über
32 000 Zuſchauern ausgetragen, die ihren Landsmann Paolino
leiden=
ſchaftlich, wie bei den Stierkämpfen, mit dem Rufe anfeuerten: „
Ma=
talo!” (Töte ihn!)
Eine notwendige Maßnahme.
Vor kurzem verunghückte ein Schüler tödlich durch Wechſeln der Plätze
in einem Mietsboot 2 Meter vom Ufer entfernt, weil die drei Inſaſſen
des Bootes nicht ſchwimmen konnten. Dieſer Vorfall gab der
Deut=
ſchen Lebensrettungsgeſellſchaft Veranlaſſung, erneut
beim Preußiſchen Miniſterium wegen einer Verfügung vorſtellig zu
wer=
den, die das Vermieten von Booten an Jugendliche von
der Vorlegung eines Schwimmzeugniſſes abhängig macht. Dieſe
Maß=
nahme iſt ſehr zu begrüßen, da ſie einesteils ſehr leicht durchzuführen iſt,
da Schulen, Vereine und Badeanſtalten derartige Zeugniſſe ausſtellen,
andernteils aber auch die Forderung nach einem pflichtgemäßen
Schul=
ſchwimmunterricht unterſtützt. Die D. L. R. G. iſt gleichfalls mit dem
Reichs=
tagsausſchuß zur Förderung der Leibesübungen in dieſer Angelegenheit
in Verbindung getreten. Wer einen Schwimmunkundigen in einem Boot
mitnimmt, handelt fahrläſſig mit dem Leben ſeiner Mitmenſchen.
Geſchäftliches.
Deutſches Nordſeebad Büſum (Holſtein).-Büſum
iſt zum Empfang ſeiner Sommergäſte bereit. Der Ort hat wieder ſein
ſommerlich Gewand angezogen und macht mit ſeinen wirklich niedlichen
Häuſern und ſauberen Straßen einen freundlichen und einladenden
Eindruck. Die Einrichtungen am Strande ſind fertiggeſtellt und dem
Badeverkehr übergeben An Verbeſſerungen hat es auch in dieſem
Jahre nicht gefehlt. Außer Verbeſſerungen am Strande, wie
Pro=
menade uſw. wird ein neuer En-Tout=Cas=Tennisplatz angelegt. Der
Tennisplatz befindet ſich unmittelbar am Strande.
Dr. Möllers Sanatorium in Dresden=Loſchwitz,
Die in dieſer Anſtalt angewandten ſyſtematiſchen Ernährungskuren,
in Verbindung mit allen ſonſtigen bewährten biologiſchen Heilmethoden,
ſind in hervorragendem Maße imſtande, eine Blutreinigung und
Blut=
erneuerung, kurz eine völlige Regeneration des kranken Organismus
herbeizuführen. Hierbei ſpielt eine Hauptrolle die berühmte
Trocken=
kur nach Schroth, ſei es in ſtrenger, ſei es in milder Form. Dieſelbe
iſt hier wiſſenſchaftlich ausgebaut und verbeſſert und iſt hinſichtlich ihrer
Wirkung auf hartnäckige Krankheitsprozeſſe einzig in ihrer Art, da ſie
häufig bedeutende Beſſerung der Geſundheit auch noch in ſolchen
Krankheitsfällen zu bringen vermag, wo andere Methoden verſagt
haben. Die Nähe der Kunſtſtadt Dresden, welche in dieſem Jahre
durch die Gartenbauausſtellung einen beſonderen Reiz ausübt, die
be=
vorzugte Lage des Sanatoriums in ſtets reiner und geſunder
Höhen=
luft ſeine großen Parkanlagen und modernen Einrichtungen, tragen
in Verbindung mit den hervorragenden Erfolgen dazu bei, um jedes
Jahr eine große Zahl von Heilungſuchenden der Anſtalt zuzuführen.
Ueber alle Einzelheiten geben die Werbeſchriften ausführlich Auskunft.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Freitag, den 21. Mai 1926.
(Nach der Wetterlage vom 19. Mai 1926.)
Nach dem örtlichen Verlagern eines im Nordſeegebiet liegenden
Teilwirbels, kommt unſer Bezirk auf die Vorderſeite eines neuen
langgeſtreckten atlantiſchen Wirbels. Damit iſt das Einſtrömen der
nördlichen kühlen Luft vorläufig beendet, bei ſüdlichen Winden ſteigen
die Temperaturen, verſtärkt durch ſchwache Bewölkung, zunächſt an;
lokale Gewitterneigung tritt auf. Da der Wirbel im Kanalgebiet ſchon
bräftigen Druckfall bewirkt, beſteht die Ausſicht, daß wir ſchon bald in
Heſſ. Oeffentl. Wetterdienſtſtelle.
ſein Regengebiet gelangen.
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Fussballspielers. Verlangen Sie die neue Zigarctte bei Ihrem
Zigarrenhändler.
Seite 10
Donnerstag, den 20. Mai 1926
Nummer 139
Japaniſche Vendetta.
Mitfords „tales of old Tapan” nacherzählt von A. Dannemann.
Der Brauch der Blutrache iſt bekannt. Nicht nur bei
unkulti=
vierten Völkern, ſondern auch bei hochgebildeten begegnen wir
ihm als dem Ausdruck höchſter Ehrenpflicht. Verachtung wird
dem zu Teil, der tötliche Gewalttat an einem Angehörigen nicht
mit gleicher Münze heimzahlt unter Nichtachtung geſetzlichen
Verbotes. In romaniſchen Ländern feiert der Brauch noch heute
hie und da ſeine traurigen Triumphe und führt zur Dezimierung
oder gar Ausrottung ganzer Familien. Mancher grauſige Stoff
dieſer Art iſt von Sage und Dichtung aufgegriffen worden. Der
Satz „Auge um Auge, Zahn um Zahn” behält eben dauernd ſeine
Geltung bei leidenſchaftlich veranlagten Volksſtämmen. Iſt nicht
ſogar unſer Nationalepos, das Nibelungenlied, in ſeinem
Aus=
klang ein Hymnus auf die Blutrache, die ein Weib am Mörder
ihres Gatten und an ſeinen Mitſchuldigen vollzog?
Von einer rächenden Tat, die, wie Kriemhildens Rache, jedem
Deutſchen, einem anderen großen Volke als leuchtendes Beiſpiel
ritterlicher Geſinnung und getreuer Pflichterfüllung gilt, weiß
uns auch die Geſchichte Japans zu berichten. Nicht in
ſagen=
hafter, grauer Vorzeit geſchah, was wir hier erzählen wollen.
Erſt zwei Jahrhunderte ſind vergangen, ſeit dem Vorgange.
Kei=
ner der kleinen gelben Männer lebt wohl, der ihn nicht kennt und
in ihm nicht das Ideal der Vaſallentreue anerkennt.
Ehrfurchts=
voll bringt das Volk noch heute unter den Kryptomerien von
Sengakuji, einem Tempel im ſüdlichen Teile Tokios, an den
Gräbern der 47 Ronins, der Knappen Aſanos von Ako, Opfer
und Gebere dar und preiſt das Andenken an die im Kreiſe um
ihren Herrn dort ruhenden Tapferen.
Zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts der chriſtlichen
Zeitrechnung wars, da lebte auf ſeinem Schloſſe zu Ako in der
Provinz Harima an dem wunderlieblichen Inlandſee halbwegs
zwiſchen Kobe und Okayama, Herr Aſano, ein Daimio von
gutem Namen, dem faſt ein halbes Hundert wackere Kämpen
oder Samurais dienten. — Fern vom Hofe des Mikado, des
Schattenkaiſers, der in Kioto in tatenloſer Beſchaulichkeit ſeine
Tage verbrachte, fern dem Sitze des Shoguns, des wirklichen
Gebieters in Lande der aufgehenden Sonne, dem volkreichen
Yedo, der Lagunenſtadt, die der große Teyaſu ein Jahrhundert
zuvor zur Kapitale erhoben hatte, lebte Herr Aſano dahin, ein
beſcheidener Landedelmann, wenig vertraut mit dem höfiſchen
Zeremoniell. Da ward er unerwartet eines Tages noch Yedo
befohlen, zog auf dem Tokaido, der großen Heerſtraße
Zentral=
japans, angeſichts des gewaltigen Fuſiyama, dahin und gedachte
zagend der Dinge, die da kommen ſollten. — Große Sorge
er=
füllte ſein Herz, er könne in der Hauptſtadt irgendwie gegen die
herrſchenden Bräuche verſtoßen. Und wenn ihm auch noch ein
Neiſegefährte im Ritter Kamei Sama beigegeben war, ſo kamen
ihm doch oft auf der Reiſe Bedenken, er möchte auffallen in der
großen Stadt durch ſein ländliches Gebahren. Wie froh atmete
er auf, als ihm in Yedo als Führer und Inſtrukteur ein edler
Daimio, Herr Kira, zugeteilt wurde. Vertrauensvoll hörte er
gleich ſeinem Begleiter deſſen Weiſungen an und bereitete ſich
auf die ſeiner wartende Audienz vor, ohne daran zu denken, ihn,
den Standesgenoſſen, noch durch beſondere Gaben für ſich zu
ge=
winnen. War er doch ſelbſt gewöhnt, nach echter Edelmannsart,
Dienſte zu erweiſen, ohne ſich dafür entlohnen zu laſſen!
Doch der nach Geſchenken lüſterne Höfling ließ den
beſchei=
denen Standesgenoſſen ſehr bald ſeine Zurückhaltung entgelten
und tat an ihm nicht die ſchuldige Pflicht. Bald meriten ſeine
beiden Schutzbefohlenen ſogar, daß die Befolgung ſeiner Lehren
ſie zum Geſpött anderer Edler werden ließ.
Eine Weile ertrug dies Aſano in Geduld. Doch Kamei
Sama, entſchloſſener wie ſein Freund, rief alsbald ſeine Leute
zufammen, klärte ſie über das, was ihm widerfahren, auf und
ſchwor Kira den Tod zu. Nur weil er wiſſe, daß eine raſche Tat
ihn ſelbſt und die Seinen das Leben koſten könne, habe er ſich
noch gezügelt. Doch für das, was er am kommenden Tage im
Zorn begehen könne, vermöge er nicht einzuſtehen.
Klugheit aber rettete ihm und ſeinem Clan Leben und Gut.
Sein Sekretär, wie ſo oft ein beſſerer Menſchenkenner wie der
Herr, wußte nachts reichliche Summen Geldes aufzubringen und
brachte ſie mit erfundenen Empfehlungen ſeines Herrn dem
glat=
ten Höfling Kira, warb um deſſen Gunſt und fand geneigtes Ohr.
Und als am anderen Tage Kamei Sama wieder zu Hofe ging,
da wußte der heimlich Beſchenkte ſich nicht genug zu tun in
Höf=
lichkeiten und war ein anderer, wie zuvor, ſo daß Kameis Zorn
ſich wandelte in eitel Dank und Anerkennung.
Anders aber erging es ſeinem Begleiter Aſano, der nicht
daran gedacht hatte, in ſo unlauterer Weiſe Kira zu gewinnen.
Zornerfüllt müßte er wieder des giedrig denkenden Mannes
ſpitz=
findige Reden anhören und ſah mit wachſender Wut, wie er die
Zielſcheibe des Spottes anderer mit ihm im Palaſte des
Shu=
guns weilender Herren auf Kiras Veranlaſſung abgeben mußte.
Da beſchloß er, der Fopperei ein Ende zu machen. Schon wagte
Kira das Aeußerſte und verlangte von dem Erzürnten, ihm die
Bänder ſeiner Sandalen, die ſich gelöſt hatten, neu zu knüpfen,
nannte ihn, als er nicht ſchnell genug den Auftrag erfüllt ſah,
einen bäuerlichen Tölpel ohne Schliff und Bildungsfähigkeit und
lachte ſeiner. Da wars mit Aſanos Geduld zu Ende. Er zog
das Schwert und drang auf jenen ein, ereilte den Flüchtling und
hätte ihm wohl das Haupt geſpalten, wäre man ihm nicht in den
Arm gefallen und hätte Kira ſo der verdienten Züchtigung
ent=
zogen.
Burgfriedensbruch, begangen im Palaſte des Herrſchers!
Jeder Edle wußte, wie ſolche Tat zu ſühnen war! Dem, der ſie
beging, blieb nur der Tod durch Harakiri übrig. Einziehung
ſei=
ner Güter traf überdies die Seinen. Nichts anderes blieb Herrn
Afano, wie der Abſchied vom Leben durch eigene Hand! Doch
würdig, ohne Klage, wußte er zu ſterben. Im weißen Gewande
nahm er gefaßt das Urteil entgegen, ſtieß den Dolch ſich in den
Leib, reckte ſein Haupt im Niederſinken und empfing den
Schwertſtreich des Zeugen, der ſein Haupt zu Boden rollen ließ.
So hatte Bosheit und niedriger Sinn vorerſt den Sieg
davon=
getragen über ehrliches Rittertum.
Zum Tempel von Sengakuji trugen die Seinen den
Leich=
nam des Herrn hinab, wuſchen ihn am Quell, der noch am
heili=
gen Orte aus dem Boden ſprudelt, und betteten ihn zur Ruhe.
Sich trennen hieß es nun, nach anderen Herren galt es zu ſuchen,
und gar mancher mußte harter Frohn ſich unterziehen, um nur
das nackte Leben friſten zu können. Doch ehe ſie ſich trennten,
reichten ſie noch einmal ſich die Hände und ſchwuren dem, der im
Leben Aſano am nächſten geſtanden und ihm Schild und Lanze
getragen im Streite, Oiſhi hieß er, und war ein hochgeſinnter
Mann, wie nur je einer geweſen im alten Japan der Feudalzeit!
Daß ſie nicht ruhen noch raſten wollten, ſchwuren ſie, ehe nicht
Kira mit ſeinem Blute die Miſſetat geſühnt habe. Ach, ſie wären
am liebſten ſogleich zu ihm gegangen, um ſie zu fordern. Doch
Kira war ein großer Herr, umringt von vielen Samurais, und
ließ ſich doppelt vorſichtig auf ſeinen Gängen geleiten, wiſſend,
daß die Getreuen Aſanos nichts eifriger erſtrebten, wie ihren
Herrn zu rächen.
Bald ſchon mußten ſie wahrnehmen, daß ſeine Späher ihren
Schritten folgten, ſich an die Ferſen derer beſonders hefteten, die
im Verdachte ſtanden, daß ſie wohl geneigt ſein könnten, die
Führung ihrer Kameraden zu übernehmen. So blieb denn ihnen
nichts übrig, wie ihre Rache auf eine ſpätere Zeit zu verſchieben
und ſich vorerſt zu zerſtreuen und den Feind in Sicherheit
einzu=
lullen. Wellenleute, Ronins, wurden ſie, die ſich von den Wogen
des Geſchickes hierhin und dorthin tragen laſſen. Bei Kaufleuten
und Bauern ſuchten ſie Unterkunft, verdingten ſich als
Schiffs=
knechte und Laſträger und taten, wie wenn ſie ihres
dahingegan=
genen Herrn vergeſſen hätten.
Ein paar Jahre vergingen, und Kira ſchien endlich weitere
Vorſicht unnötig zu ſein. Nur einer galt ihm noch lange
ver=
dächtig, er möchte doch noch an Rache denken, das war Oiſhi.
Doch was der um ſein Leben ängſtlich Sorgende von ſeinen
Spähern über ihn erfuhr, ließ ihn endlich auch dieſen Gegner
nicht mehr fürchten. Berauſcht ſei Oiſhi, ſo hinterbrachte man
Kira, Tag und Nacht. Oft finde man ihn im Straßenkot von
Kioto, wo er Wohnung gefunden. Sein tugendhaftes Weib, ſeine
Kinder ſeien ihm gleichgültig, er laſſe ſie darben und ſei ein
ſtändiger Gaſt des Yoſhiwara, um ſich mit feilen Dirnen zu
verluſtieren. Vor ſolchem Menſchen ſich noch fürchten? Nein,
keiner der Gefolgſchaft Aſanos gedenke noch ſeiner Pflicht. Und
Kira könne ruhig ſchlafen.
Gern vernahm der feige Daimio ſolche Rede und vergaß,
daß im Tempelhain von Sengakui das Opfer ſeiner Niedertracht
ungerächt ruhte. Am Ende erſchien es ihm ſogar unnötig, nachts
noch Wachen aufzuſtellen und Oiſhi weiter nachzuſpüren. So
ſah denn dieſer den Tag der Sühne herannahen, wagte es, die
Freunde insgeheim zu erinnern, daß es nun bald ſoweit ſei, zur
Tat zu ſchreiten. Heimlich verließ er Kioto und pilgerte durch
winterlichen Schnee zum fernen Yedo hinüber und ſammelte die
Samurais Aſanos. Verſchneit lag die Hauptſtadt, als man in
tiefer Nacht ſich traf zum Rachewerke. In zwei Züge teilte Oiſhi
die Seinen, des einen Führung übernahm er ſelbſt und wies ihn
an, in aller Stille durch das Haupttor einzudringen. Seinem
17jährigen Knaben aber, Oiſhi Chikara, Klein=Oiſhi, teilte er die
andere Hälfte der Kameraden zu und hieß ihn von der Rückſeite
ſich einen Weg in das weite Gehöft bahnen. Eine Glocke follte
dann das Zeichen zum Angriff geben. Wurde Kira betroffen,
ſo ſollte durch ſchrille Pfeifentöne es allen angezeigt werden und
das weitere behielt ſich Oiſhi vor. Nachdem er noch die Parole
gegeben, daß ſich niemand an Greiſen und Frauen und Kindern
vergreifen dürfe, gab er um Mitternacht Befehl zum Angriff.
Eifrige Jünglinge überſtiegen die Pforte, drangen in das
Gemach des Pförtners ein und ſchlugen ihn in Bande. Da er
nicht um das Verſteck der Torſchlüſſel wiſſen wollte, ſo ranute
man die Pforte ein. Schon hatte auch Oifhi Chikara den Weg
gefunden. Doch nun galt es Vorſicht, damit nicht Kiras Leute
Hilfe holen konnten. Ihm lebte noch ein Schwiegervater, der
bereit ſein würde, dem Eidam beizuſpringen, wenn er von ſeiner
Not erfuhr. Auch beſtand Gefahr, daß Nachbarn ſich einmengen
könnten, in der Vermutung, daß Räuber in Kiras Haus
einge=
drungen ſeien. Zu ihnen ſandte Diſhi einige von den Seinen,
um ſie zu bitten, ſich nicht einzumiſchen. Schon gab Oiſhi das
Glockenzeichen und man betrat das Haus, um Kira zu ſuchen.
Seine Knappen erwachten, zehn von ihnen warfen ſich den
Ein=
gedrungenen entgegen. Ein blutiger Kampf hub an, doch bald
waren ſie gefällt und der Weg frei zu ihrem Herrn. Doch wo
war dieſer geblieben? Noch waren die Kiſſen ſeines Lagers
warm. Weit konnte er nicht ſein. Und endlich, nach längerem
Suchen fand man ein geheimes Verſteck, aus dem man einen
weißgewandeten älteren Mann hervorzerrte. Er ſuchte ſich ſeiner
Gegner mit einem Dolche zu erwehren. Aber blutübergoſſen
ward er am Ende des ungleichen Kampfes ergriffen und ans
Licht gezerrt. Man rief ihn an mit Namen doch er ſchwieg und
ſchüttelte den Kopf, als man ihn Kira nannte.
Doch zur Verräterin ward ihm die Narbe, die geblieben
war von der Wunde, die ihm einſt Aſano ſchlug. Man
um=
ringte ihn, man drohte mit ſchmachvollem Tod, wenn er ſich nicht
offenbare. Da endlich hob er das Auge, das am Boden gehaftet
hatte, und gab das Leugnen auf. Und knieend, wie es ritterlicher
Anſtand gebot, redete Oiſhi ihn an:
Herr, die in Euer Haus wir eingedrungen,
nicht lüſtet es nach Euren Schätzen uns.
Den Herrn zu rächen zogen wir heran,
wie es die Pflicht getreuer Diener iſt,
die einſt Herrn Aſano von Ako folgten.
Vergaßet Ihr, daß Eure Schuld ihn zwang,
den bitteren Tod vorzeitig zu erleiden?
In Sengakujis heiligem Tempelhain,
am klaren Bronnen wuſchen wir das Haupt,
das blut ge, betteten ihn ſanft zur Ruhe,
der uns ein Vorbild aller Tugend war.
Vertrauend zog er her und bat Euch einſt,
was Brauch am Fürſtenhofe, ihn zu lehren.
Nun iſt der Tag gekommen, daß Ihr ſühnt.
Mit dieſem Dolch erfüllte das Gebot
des Herrſchers unſer Herr, als er zum Tode
verdammt ward, weil er nach Euch ſchlug.
Die Narbe Eurer Stirn ward zum Verräter
an Euch. Ihr ſeids, den wir geſucht! Wohlan!
Zum Todesbringer ſoll die Waffe werden.
auch Euch eh’ noch der neue Morgen graut.
Ha, zittert Kira?. Ward er feig geboren.
und weiß nicht, was die Stunde von ihm heiſcht?
Noch einmal, nehmt den Dolch! Er zögert, Freunde!
So tut ihm denn, wie mau dem Räuber zut,
dem Ehre fremd und ritterlicher Sinn —
Da, nimm dies, Kira!
Unter den Dolchen der Ronins brach Kira zuſammen, und
Oiſhi trennte ihm das Haupt vom Rumpfe als Opfergabe für
ſeinen Herrn. Der Morgen dämmerte, als man auſbrach gen
Takanawa, der Vorſtadt Yedos in welcher der Tempel von
Sen=
galufi ſteht. umgeben vom Volke, dem ſchon die Kunde
zuge=
tragen war von den Dingen, die ſich in dieſer Nacht ereigneten,
blutbeſprengt und die entblößten Waffen vor ſich hertragend,
gewärtig, daß des Getöteten Schwiegervater mit ſeinem Clan
über ſie kommen könne, um das Haupt des Eidams an ſich zu
nehmen, ſo ſchritten ſie wie im Triumphzug dahin. Laut pries
ſie Alt und Jung. Doch der Fürſt von Matſudaira, der von dem
Nachewerk gehört hatte und ihm die Billigung nicht verſagen
mochte, rief die Seinen zu den Waffen, um im Notfalle ihnen
beizuſtehen. Ungehindert kamen ſie zum Palaſt des Fürſten von
Sendai, eines der in Yedo reſidierenden großen Daimios. Der
lud ſie ein und labte die Müden mit Speiſe und Trank. Nach
einer kurzen Weile der Raſt ward die letzte traurige Wallfahrt
zum Tempel Sengakuji angetreten. Hier trat ihnen der Abt
ent=
gegen und führte ſie zum Grabe ihres Herrn. Im Quell wuſchen
ſie das blutige Haupt Kirgs und legten es am Grabſtein nieder
und riefen die Prieſter her zum Gebet während ſie opferten.
Ihrem Abt gab Oifhi alles, was ſie an Geld bei ſich hatten und
bat, dafür Meſſen für ihr Seelenheil leſen zu laſſen. Wußte er
doch, was ihm und den Seinen bevorſtand. Kurze Zeit, und das
inzwiſchen zuſammengetretene oberſte Gericht hatte ſeinen
Spruch gefällt, der alle Ronins zum Harakiri verurteilte. In
vier Gruppen wurden ſie verſchiedenen Großen übergeben und
endeten mannhaft unter den üblichen Zeremonien ihr Leben,
Zur Seite ihres Herrn fanden ſie ihre Ruheſtätte, die zum
Na=
tionalheiligtum geworden iſt. Tauſende beſuchen es an
Feſt=
tagen und gedenken der Getreuen Aſanos von Ako.
Einer wird beſonders gefeiert, der trotz ſeiner blühenden
Ju=
gend wie ein Held in den ſchmerzhaften Tod ging: Jung Oiſhi,
Oiſhi Chikara. Der Zufall trennte ihn noch in des Lebens letzter
Stunde von ſeinem Vater der mit 16 anderen im Pglaſte des
Fürſten von Higo endete. Zu Jung=Oiſhi trat der greiſe Fürſt
von Matſudaira und erbot ſich, gerührt durch die Knabengeſtalt,
Aufträge an ſeine Mutter zu überbringen. Doch lächelnd
ſchüt=
telte Oiſhi Chikara das Haupt: „Wohl denke ich ihrer, die im
fernen Kioto wohl meiner weinend gedenkt. Aber ſegnend ruhte
ihre Hand auf meinem Scheitel, als ich ſie verließ. Sie billigt,
was wir taten, weiß ſie doch, daß wir nur unſere Pflicht getan.
Wir nahmen Abſchied von einander auf lange Zeit. So bedarf
es keiner Botſchaft mehr.”
Aber noch ein weiteres Opfer ruht in Sengakuji auf dem
gleichen kleinen Friedhof, ein Mann aus Satſuma, der Oiſhi dem
Aelteren abzubitten hatte. Vor Jahren, als es noch galt, Kiras
Wachſamkeit einzuſchläfern, und Oiſhi ſich darum gebärdete, als
wenn er ganz entartet und nimmer eine Gefahr für Kiras Leben
zu gewärtigen ſei, begegnete jener Mann dem Samurai, der
ſcheinbar trunken ſich im Staub der Straße wälzte. Da ſpie er
ihn an voll Verachtung und nannte ihn einen pflichtvergeſſenen
Schurken. Nun aber hörte er von Oiſhis Tat und bereute bitter,
was er getan. So tief war er ergriffen, daß er die Laſt der
Selbſtvorwürfe nicht länger glaubte tragen zu können, und
frei=
willig folgte er dem Geſchmähten in den Tod.
Seltſames, hochgebildetes Volk, das den verachtete, der
Tot=
ſchlag nicht durch Totſchlag fühnte und doch dem, der dem
Tot=
ſchläger durch Totſchlag vergalt, das Leben abſprach!
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrchten: Mar Streel=
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann.
Verantwortlich für Schlußdienſt: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druch und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die heutige Nummer hat 46 Geiten.
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Es wird gebeten sich mit genügendem Personalausweis zu versehen, auch bestmöglichst die Vormittagsstunden
zwecks Kauf zu verwenden, da an den Nachmittagen vor dem Feste ohnehin bei uns starker Kaufandrang herrscht.
Unsere Geschäftslokalitäten sind von 8 Uhr früh bis 6½½, Uhr abends ununterbrochen geöffnet. —
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Nummer 139
Donnerstag, den 20. Mai 1926
Seite 11
Sport, Spiel und Turnen.
Tennis.
Landmann erringt den Silberſchild.
Mit reichlicher Verzögerung ging am Mittwoch endlich das
inter=
nationale Tennis=Turnier des Berliner Schlittſchuhklubs zu Ende. Im
Schlußſpiel um die Silberſchleife des Veranſtalters trug Frau von
Ree=
zuicek über Frl. Kallmeyer, die ſich ſehr verbeſſert hat, einen 7:5, 7:9,
7:5 Sieg davon. — Gegen ein ſo ſtarkes Paar wie Froitzheim—
Landmann konnten ſich Demaſius-Fiſher trotz
aufopfe=
rungsvollen Spieles nicht behaupten. Froitzheim-Landmann ſiegten nach
ſchönem Spiel 6:2, 2:6, 6:4. Das Schlußſpiel im gemiſchten Doppel
gewannen Frau Reeznicek—Demaſius gegen das Ehepaar Uhl 7:5, 6:3.
Ohne Satzverluſt ſetzte ſich Landmann wieder in den Beſitz des
Silberſchildes. In einem prachtvollen Spiele von nur 55 Min.
Dauer fertigte Landmann Demaſius 6:4, 6:1, 6:3 ab. —
Beachtens=
wert iſt es, daß in dieſem Turnier keiner der teilnehmenden Ausländer
bis zur Schlußrunde vordringen konnte. — Das Intereſſe der ganzen
deutſchen Sportgemeinde konzentriert ſich nun auf das große
inter=
nationale Pfingſtturnier des Berliner Lawn=Tennis=Klubs Rot=Weiß,
das ſchon am Donnerstag ſeinen Anfang nimmt und an dem neben der
beſten deutſchen Klaſſe eine Reihe ſehr guter Ausländer teilnehmen.
Berliner Pfingſt=Tennisturnier.
Eine ganz hervorragende Beſetzung hat das Pfingſt=Tennisturnier
des Berliner Lawn=Tennis=Turnier=Klubs (Rot=weiß) gefunden, das am
Donnerstag, 20. Mai, auf den herrlichen Plätzen am Hundekehlenſee
beginnt und ſich bis zum Dienstag, den 25. Mai, erſtrecken ſoll. Im
Herreneinzelſpiel um die Meiſterſchaft von Berlin iſt das Ausland durch
den Ungarn von Kehrling, den Oeſterreicher Graf Salm, die Holländer
Timmer, Bryan, Stroink, die Tſchechen, Rohrer, Soyka, Rodzianko, den
Rumänen Miſhu und den Engländer Fiſher vertreten. Dieſen
hervor=
ragenden Spielern treten natürlich die beſten deutſchen Kräfte gegenüber.
Aus Berliner Klubs ſind Froitzheim, Dr. H. Kleinſchroth, Dr.
Land=
mann, Moldenhauer, Dr. Kupſch, Uhl, Prenn, Zander, Tomilin, Dr.
Knorr, Demaſius, Bratanoff und Gumpel zu nennen, aus
Süddeutſch=
land kommen: Dr. B. Fuchs, Dr. Buß, Ofan, die Intereſſen der
ſächſi=
ſchen Klubs vertreten: Dr. W. Schomburgk, H. Schomburgk, Dr. Gaſt,
E. v. Haugk, C. Bergmann und Roland, aus Köln hat Lüdke und aus
Hamburg Frenz ſein Erſcheinen zugeſagt. Nicht minder intereſſant iſt die
Beſetzung des Damen=Einzelſpiels um die Meiſterſchaft von
Berlin. Die Nennungsliſte umfaßt u. a. folgende Namen, Neppach,
Friedleben, Kaeber, Uhl, Schomburgk, Kallmeyer, Warſchauer, Holzapfel,
Baronin v. Reznicek, Ledig, Stephanus (Hannover), Fritzſch (Dresden),
Cilly Außem (Köln, Weihe (Freiburg), v. Petery=Varady (Budapeſt),
Boumann, Stroink (Holland), Amende (Prag), v. Janotta (Troppa).
Die vorſtehend aufgeführten Spieler und Spielerinnen bieten die Gewähr
für ausgezeichneten Sport auf den Plätzen des Rot=Weiß=Klubs im
Grunewald in der Zeit vom 20, bis 25. Mai.
Fußball.
Komet 08 Hamburg — Union Darmſtadt auf dem Stadion.
Aus dem Norden unſeres Vaterlandes kommt diesmal ein Verein
mit gutem Namen nach Darmſtadt: Der FC. Komet 08 Hamburg iſt auf
Pfingſten bei Union zu Gaſt und wird am Pfingſtmontag auf dem vom
Sp.=V. 98 freundlichſt zur Verfügung geſtellten Stadion ein Spiel
gegen die Unionliga austragen. Vertreter des Hamburger Fußballs
kom=
men zu uns nach Darmſtadt! Das iſt an ſich ſchon eine erfreuliche
Tat=
ſache und iſt nicht hoch genug einzuſchätzen. Hamburg, die Stadt des
Fuß=
balls, die Wirkungsſtätte eines Harder, eines Blunk, eines Ziegenſpeck
und anderer Größen, iſt wie keine andere norddeutſche Stadt berufen,
eben dieſen bekannten norddeutſchen Fußball in allen ſeinen Eigenarten
vorzuführen. Komet 08 hat in einem wahren Siegeszug die Meiſterſchaft
errungen und ſteht als ſpielſtärkſter Verein der Liga des Kreiſes Groß=
Hamburg in hohem Anſehen. Rieſendimenſionen von Spielermaterial
machen dieſes Anſehen begreiflich. Komet 08 hat 28 Mannſchaften
ſpielen jawohl: achtundzwanzig, eine Zahl, die uns ungeheuerlich
er=
ſcheint. Da herrſcht ein Betrieb.der den Spielbetrieb unſerer Gegend
in den Schatten ſtellt. Bei dieſem Reſervematerial muß die
Vereins=
leitung jederzeit in der Lage ſein, den kleinſten Schwächepunkt
abzu=
ſtellen, d. h., gleichwertigen Erſatz bereit haben. — Die Hamburger Gäſte
treten in Darmſtadt in ihrer ſtärkſten Aufſtellung, die noch bekannt
ge=
geben wird, an, und werden das Pfingſtſportereignis für Darmſtadt ſein.
Der Kraftſport und die deutſchen Kampfſpiele.
Das Volksfeſt der Deutſchen, der Ausdruck deutſcher Einheit und
Kraft, ſo nennt der Reichsausſchuß die Deutſchen Kampfſpiele, welche in
den erſten Julitagen in Köln zum zweiten Male abgehalten werden.
Auch der deutſche Kraftſport will nicht fehlen, wo es gilt, deutſches
Können zu zeigen, denn die Kampfſpiele ſind ein wertvoller Gradmeſſer
unſerer Leibesübungen dem Ausland gegenüber. Auch die
Schwerathle=
ten wollen im Wettbewerb im deutſchen Sport mit an führender Stelle
ſein. Allerorts wird fieberhaft gerüſtet, denn jeder möchte gerne mit
da=
bei ſein, jeder möchte das Volksfeſt mitfeiern. Der A. S. V. 1891
iſt in erſter Linie mit Ringen und Gewichtheben beteiligt. Ferner ſührt
er in Gemeinſchaft mit dem Amateur=Boxverband den Fauſtkampf durch.
Rundgewichtsriegen und Tauziehen vervollſtändigen das Programm des
Kraftſports. Beſonders auf die Rundgewichtsriegen, welche als
Maſſen=
übung die Stärke der Kraftſportler dokumentieren ſollen, wird von ſeiten
der Verbandsvereine großes Intereſſe gezeigt. Leider mußte auch unſer
Verband, auf mehrere Uebungen, die unſer Wettkampfprogramm umfaßt,
verzichten. Wenn es auch nur ein kleiner Troſt iſt, daß anderen
Verbän=
den auch mehrere Diſziplinen geſtrichen wurden, ſo müſſen wir doch ſehr
lebhaft bedauern, daß gerade unſere Wurf= und Stoßübungen ausfallen
mußten. Dies gilt beſonders für das Hammer und Gewichtwerfen.
Bei=
den Diſziplinen muß in Zukunft unbedingt mehr Intereſſe
entgegenge=
bracht werden, denn in beiden Uebungen ſind wir noch ſo ziemlich am
weiteſten vom Weltrekord entfernt. Der Verband konnte auch nicht auf
Koſten der beiden Mannſchaftswettbewerbe, Rundgetichtsriegen und
Tau=
ziehen, die zwei Uebungen dem Kampfſpielprogramm einverleiben. Sie
werden nunmehr in Gemeinſchaft mit dem Steinſtoßen, Stemmen und
Ringen der Altersklaſſen als deutſche Meiſterſchaften in Frankfurt
aus=
getragen. Unſer kraftſportliches Kampfſpielprogramm umfaßt folgende
Diſziplinen: 1. Gewichtheben in ſieben Gewichtsklaſſen; 2. Ringen in
ſieben Gewichtsklaſſen; 3. Muſterriegen (Rundgewicht) in drei Stufen
und einer Altersklaſſe; 4. Tauziehen der Leicht=, Mittel= und
Schwer=
gewichtsklaſſe; 5. Boxen in neun Gewichtsklaſſen. Die Kämpfe werden
nach den Regeln des Deutſchen Athletik=Sportverbandes von 1891
aus=
getragen, mit Ausnahme des Fauſtkampfes, für den die Beſtimmungen
der Arbeitsgemeinſchaft des deutſchen Boxſports, beſtehend aus Deutſchem
Athletik=Sportverband 1891 und Deutſchem Reichsverband für
Amateur=
boxen, Geltung haben. Sämtliche Wettbewerbe finden im Kölner Stadion
ſtatt. Dieſer Satz hat für uns Kraftſportler eine ganz beſondere
Bedeu=
tung, nachdem man uns in Berlin bei den Kampfſpielen gerade in dieſer
Beziehung ziemlich ſtiefmitterlich behandelt hat. Auch die Teilnahme der
Aktiven iſt durch beſondere Beſtimmungen geregelt, ſo daß die Gewähr
gegeben iſt, nur erſtklaſſige Kämpfe zu ſehen. Möge nun die
Kampfſpiel=
idee weiteſte Verbreitung im Volke finden und möge deutſche Kraft und
Tüchtigkeit im Monat Juli Triumphe feiern, zum Wohle der deutſchen
Jugend und nicht zuletzt des deutſchen Kraftſportes.
Kraftſport.
24. Kreisfeſt des 2. Kreiſes (D.A. S.V. 1891) in Groß=Zimmern.
In allen Kreiſen des deutſchen Athletik=Sportverbandes 1891 findet
an den Pfingſtfeiertagen das Kreisfeſt ſtatt. Es geſchieht dies aus
Zweck=
mäßigkeitsgründen, denn das Programm eines ſchwerathletiſchen
Kreis=
feſtes kann unmöglich an einem Tage abgewickelt werden. Bei dem
diesjährigen Kreistag in Oberſtein a. d. N. wurde mit großer Mehrheit
beſchloſſen, das Kreisfeſt dem Athleten=Verein „Vorwärts” Groß=
Zim=
mern zu übertragen. Der Kreisdelegiertentag hat damit keinen ſchlechten
Griff getan, denn nach allem, was bis jetzt bekannt iſt, an Meldungen,
Preiſen, Freiquartieren uſw., verſpricht das diesjährige Kreisfeſt
erſt=
klaſſig zu werden. Es braucht wohl nicht betont zu werden, daß die
Einwohnerſchaft von Groß=Zimmern wetteifert, den Pfingſtaufenthalt
der Kraftſportler ſo angenehm wie möglich zu machen. Auch die Preiſe,
die verausgabt werden, übertreffen alle Erwartungen. Beſondere
Er=
wähnung verdient die Stiftung von ſieben verſilberten Taſchenuhren
für die Sieger der aktiven Ringerklaſſen. Was die Meldungen
an=
betrifft, ſo kann mit 500 Konkurrenten gerechnet werden. Auch der
Fauſtkampf mit über 50 Nennungen verſpricht guten Sport. Ringen,
Gewichtheben und Leichtgewicht bilden neben Rundgewichtsriegen und
Tauziehen das Hauptprogramm. Deutſche Meiſter und Kreismeiſter
werden ſich in den einzelnen Diſziplinen erbitterte Kämpfe liefern und
dem Sportfreund dürfte, was Hochwertigkeit der Kämpfe anbelangt, das
Vollendetſte geboten werden, was Amateurſport zu bieten vermag. Hier
an dieſer Stelle eine Vorſchau zu geben, wäre unnützes Beginnen, denn
außer einigen ſicheren Sachen im Ringen, dürfte in ſämtlichen
Konkur=
renzen eine Vorausſage ziemlich unmöglich ſein. Möge der Wettergott
ein Einſehen haben, dann werden die Pfingſtfeiertage in Groß=Zimmern
ein Markſtein in der Geſchichte des 2. Kreiſes ſowie des Kraftſportes
bleiben.
„Vorwärts”=Groß=Zimmern.
Am letzten Samstag und Sonntag wurden in Neunkirchen (
Saar=
gebiet) die Rheinlandmeiſterſchaften im Ringen und Stemmen
aus=
getragen. Der Athletenverein „Vorwärts” Groß=Zimmern entſandte
dorthin ſeinen zweiten deutſchen Meiſter Ohl, der ſich im
Bantam=
gewicht unter ſtärkſter Konkurrenz den erſten Preis mit dem Titel „
Rhein=
landmeiſter” erringen konnte.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 20. Mai. 4.30: Hausorch. Franz von Suppe.
Ouv. „Fatinitza”. — Potp. Die ſchöne Galathee‟ — „Die Beichte‟,
Lied. — Ouv. „Das Modell”. — Reporterlied „Fatinitza‟. — Potp.
„Boccaccio‟. — Teufelsmarſch. Mitw.: Rich. Riedel, Tenor.
O. 5.45: Leſeſtunde. O 6.15: Uebertr. aus Caſſel. O 6.45: Das
Haus der Jugend. Vortrag von Dr. Franke. O 7.15: Italieniſch.
O 8.15: Uebertr. aus Mannheim., Beethoven. Sonate für Violine
und Klavier G=dur. — Lieder. — Streichquartett G=dur. Ausf=
Aenne Geyer, Sopran vom Nationaltheater, Keral=Quartett. O 9.15:
Muſik der deutſchen Romantik. Schumann: Carneval. — Wolf:
Bilder. — Brahms: Trio. Ausf. Frl. Wiegand, Alt; Dr. Merten,
Flügel; Englert, Klarinette; Lange, Cello. Anſchl.: Uebertr. von
Berlin: Tanzmuſik.
Stuttgart.
Donnerstag, 20. Mai. 4.15: Nachmittagskonzert.
Rundfunk=
orcheſter. Alte und neue Kinderlieder zur Laute. Geſ. von Herm.
Munk, Mannover. Knümann: In dulce jubilo, Marſch. — Lanner:
Die erſten Gedanken, Walzer. — 5 Lieder zur Laute, geſ. von H.
Munk. — Kahnt: Romanze. — 5 Lieder zur Laute, geſ. von H.
Munk. — Lortzing: Ballett=Suite aus „Undine‟ O 6.15: Vortrag
Kuſtos Fiſcher: Wald und Feld im Frühlingskleid. O 6.45: Aerzte=
Vortrag: Zuſammenhänge zwiſchen körperlichen und nervöſen
Erkran=
kungen. O 7.15: Schach. O 8: Ernſte und heitere Lautenlieder aus
vier Jahrhunderten, zur Laute geſ. von Munk. Rundfunkorcheſter.
Beethoven: Türkiſcher Marſch (Orch.). — Grünet die Hoffnung. Ich
hab' die Nacht geträumet. Zu Straßburg auf der langen Brück.
(Munk.) — Joh. Strauß: Bei uns z Haus, Walzer (Orch.). —
Die Linde im Tal.: Nimm ſie bei der ſchneeweißen Hand. So grün
iſt die Heiden. „Ich habe mein Feinsliebchen (Munk). — Bernhards:
Skandinaviſche Volksmuſik, Potp. (Orch.). — Eſterl: Paraphraſe
über „Ach wie iſt’s möglich dann” (Orch.). — Ich weiß ein
Maid=
lein. Ein Poſtknecht iſt ein armer Wicht. Schneider, den mag i net
(Munk). — Fetras: Ein Imortellenkranz auf Lortzings Grab (Orch.).
— Jetzt danzt Hannemann. Vögel’n im Tannenwald. Ei was bin
i für a luſtiger Bua. Kle Männel un gruß Weibel (Munk). —
Eilenberg: In der Waldſchmiede, Intermezzo (Orch.). O 9.30: Klaſſ.
Humor der Weltliteratur. 3. A.: Ruſſiſcher Humor. Mitw.: Fritz
Wiſten (vom Würrtt, Landesth.), Paul Enderling, Artur Haagen
(am Flügel). Muſſorgski: Klavierſtücke. — Aus den Werken Gogols.
Berlin.
Donnerstag, 20. Mai. 4: Prof. Dr. Ludwigs: „Verfärbungen
und Fleckenbildungen unſerer Gartenpflanzen‟ O 5: Konzert.
Men=
delsſohn: Auf Flügeln des Geſanges. — Schubert: An die
Nachti=
gall. — Liſzt: Es muß ein Wunderbares ſein. — Dienzl: Die
Be=
kehrte. (Edith Dioſy v. d. Berl. Staatsoper, Sopran.) — Korngold:
Lied das Pierrot aus „Die tote Stadt” — Herrmann: Salomo.
— Weber: Ein Mädchen verloren, aus „Die drei Pintos”, (Herm.
Schey, Bariton.) — N. W. Gade: Trio op. 42. (Korbanek=Trio:
Lotte Tuch, Klavier; Max Korbanek, Violine; Paul Wohlgezogen,
Cello.) — Blech: Ein kleines Lied. Tintenheiz und Plätſcherlottchen.
— Grieg: Solveigs Lied. (Edith Dioſy.) — Löwe: Der ſeltene
Beter. Kleiner Haushalt. Prinz Eugen. (Herm. Schey.) O 7:
Oberbaurat Löſchmann: Bau und Haltbarkeit ſtädtiſcher Straßen.”
O 7.25: Dr. Potonie: „Die Geſchichte der Urwelt (Das Mittelalter
der Erde)” O 8: Aufhäuſer: „Die Bedeutung ausreichender Freizeit
für die Geſundheit eines Volkes”. O 8.20: Fritz Engel: Einführung
zu dem Sende=Spiel „Minna von Barnhelm”. O 8.30: Minna von
Barnhelm. Luſtſpiel von Leſſing. Perſ.: Major von Tellheim:
Karl Ebert. Minna von Barnhelm: Elſe Heims. Graf von
Bruch=
ſall, ihr Oheim: Heinz Bernecker. Franziska, ihr Mädchen: Luice
Mannheim. Werner, Wachtmeiſter: Albert Patry. Wirt: Karl
Elzer. Dame in Trauer: Ellen Neuſtädter. Feldjäger: Albert
Krä=
mer. Riccaut de la Marliniere: Robert Aßmann. O 10.30: Tanz=
Muſik (Kapelle Kermbach).
Königswuſterhauſen. Donnerstag, 20. Mai. 3: Prof. Dr.
Amſer u. Oberſchullehrer Weſtermann: Einheitskurzſchrift. O 3.30:
Amtsgerichtsrat Francke: Umfang und Urſachen der Straffälligkeit
der Jugend. O 4: Obermagiſtratsrat Knaut: Was iſt
Fürſorge=
erziehung? O 4.30: Mitteilungen des Zentralinſtitutes. O 5: Dr.
Heinrich Michaelis: Die Mundhöhle im Geſamtorganismus.
„Ein angenehmeres Fahren als mit dem
Buick-Wagen kann ich mir nichf denken!"
„Der Buick=Wagen ist wirklich ein Wunderwerk der Technik.
Welche Geschmeidigkeit und Elastizität des Motors! Wir
be=
nutzen den Wagen ausschließlich auf schr großen Fahrten
durch Deutschland. Bis zum heutigen Tage ist auch nicht
die geringste Reparatur nötig gewesen, obgleich der Wagen
manchmal 2000 km hintereinander gelaufen ist. Die vorzügliche
Federung, Bequemlichkeit der Sitze machen das Fahren im
Buick zu einer wahren Freude.‟
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(IV. 7550
Nummer 139
Bautt
Donnerstag, 20. Mai
Die Fuſion der J. 6. Farbeninduſtrie.
Für die 1. ordentliche Generalverſammlung der J.G. Farbeninduſtrie
A.=G., die am Donnerstag, 10. Juni, vormittags 11 Uhr, im Hotel
Frankfurter Hof, Frankfurt am Main, ſtattfindet, liegt jetzt der Bericht
des Vorſtandes vor, der ſich im weſentlichen mit der Geſchichte der Fuſion
befaßt. Ueber die Entwicklung der Werke wird dann u. a. berichtet:
Mit der Fuſion wird eine Vereinfachung der Organiſation und eine
beſſere Ausnutzung der Betriebe durch rationelle Zuſammenlegung der
Verkaufs= und Fabrikationsabteilungen erſtrebt. Die erhofften Vorteile
können ſich naturgemäß erſt nach und nach auswirken. Das
Farbſtoff=
geſchäft hat ſich im ganzen befriedigend geſtaltet. Trotz aller
Anſtreng=
ungen der neuentſtandenen ausländiſchen Konkurrenz haben wir, danr
der in der ganzen Welt anerkannten vorzüglichen Beſchaffenheit unſerer
Fabrikate und der Gleichmäßigkeit unſerer Lieferungen, unſere Stellung
im Farbſtoffmarkt behaupten und insbeſondere auf dem Gebiet der
Eeclt=
farben Fortſchritte erzielen können. Die Zuſammenfaſſung der Betriebe
und der Verkaufsorganiſationen innerhalb der J.G. wird uns weiter
ſtärken und es uns ermöglichen, auch fernerhin der Konkurrenz
erfolg=
reich zu begegnen. Die ſchlechte Wirtſchaftslage der Landwirtſchaft wirkte
ſich auch im Abſatz der Stickſtoffdüngemittel aus. Wir beteiligen uns
an den Hilfsmaßnahmen, die von der Regierung zur Beſſerung des
land=
wirtſchaftlichen Notſtandes eingeleitet wurden. Die erhoffte Wirkung im
Stickſtoffabſatz iſt bereits eingetreten, ſo daß wir im Düngejahr 1925/26
doch noch mit annähernd den gleichen Abſatzmengen wie im vergangenen
Jahre rechnen können. Es bleibt unſer Beſtreben, durch entſprechende
Preisgeſtaltung die Anwendungsmöglichkeiten des Stickſtoffdüngers in
der Landwirtſchaft zu ſteigern. Der Auslandsabſatz hat ſich erfreulich
gehoben. Der Umſatz der anorganiſchen Produkte und der organiſchen
Zwiſchenprodukte in Deutſchland blieb gegenüber dem des Vorjahres
nahezu unverändert. Dagegen konnte der Export nicht unweſentlich
ge=
ſteigert werden, obwohl die hohen Zollſchranken des Auslandes nach wie
vor außerordentlich hemmend auf die Ausfuhr wirken. Der bei einer
Neihe von Produkten eingetretene Rückgang der Verkaufspreiſe konnte Von Elektrizitätswerten gewannen A.E.G. 3 Prozent, Bergmann 7 und
mazeutiſche Geſchäft hat ſich gut entwickelt. Der Abſatz im
photogra=
phiſchem Geſchäft iſt weſentlich geſtiegen. Auf dem Gebiet der Kupfer=
Ammoniakſeide haben wir uns mit der J.F. Bambera A. G. verſtändigt;
eine Fabrik zur Herſtellung der Seide iſt im Bau. Mit den Vereinigten
Glanzſtoffabriken A.=G. errichten wir eine gemeinſchaftliche Fabrik zur
Herſtellung von Acetatſeide. Unſere Viskoſe=Fabrik war befriedigend
be=
ſchäftigt. Im Januar dieſes Jahres haben wir das Motalin, einen
klopffreien Betriebsſtoff für Automobilmotoren, herausgebracht. Das
Produkt beginnt ſich gut einzuführen. Roherträgnis im Jahre 1925:
168 564 844 75 Rm., Generalunkoſten: 45 196 736,32 Rm. Abſchreibungen:
55 770 205,94 Rm., Gewinnvortrag von 1924: 446 509 Rm Reingewinn Abſchwächungen von 1—2 Prozent. Rentenwerte ſind wenig verändert.
vom Jahre 1925: 67 597 902,/49 Rm. Hieraus wurden gekürzt: 3½
Pro=
zent Dividende aus 4 400 000 Rm. Vorzugsaktien, 4 Proz. erſte Div.
aus 641 600 000 Rm. Stammaktien und 6 Proz. Div. aus 641 600 000
Rm. Stammaktien, im ganzen alſo eine Dividende von 10 Prozent, ſo
daß ein Reingewinn von 1 359 102,49 Rm. verbleibt, der mit dem
Ge=
winnvortrag aus 1924 mit 446 502 Rm., zuſammen 1 805 604,49 Rm. auf
neue Rechnung vorgetragen wird.
Die Deutſche Reichsbahn im April 1926. Nach der monatlichen
Ueber=
ſicht der Deutſchen Reichsbahngeſellſchaft iſt der Eiſenbahngütervekrhr
im April leicht geſtiegen. Dabei muß bevückſichtigt werden, daß die
Binnenwaſſerſtraßen den ganzen Monat über voll leiſtungsfähig waren,
ſodaß jedenfalls eine Verſchlechterung der Wirtſchaftslage nicht zu
be=
obachten iſt. Die Lage des Kohlenmarktes im Ruhrgebiet zeigte von
etwa Mitte April ab eine leichte Beſſerung. Infolge Beendigung der
Frühjahrsdüngezeit ging der Verſand von künſtlichen Düngemitteln wie
alljährlich erheblich zurück. Die Bautätigkeit hat bei weitem nicht in dem
erhofften Umfange eingeſetzt. — In den Lohntarifvertägen treten am
1. Juni bemerkenswerte Aenderungen ein, die eine wirtſchaftlichere
Ge=
ſtaltung des Güiterverkehrdienſtes zur Folge haben werden. Die
Verkehrs=
einnahmen ſind im März gegenüber dem Januar und Februar geſtiegen.
und zwar im Perſonenverkehr auf 95 204 000 Rm., im Güterverkehr auf
212 935 000 Rmk. Sonſtige Einnahmen betrugen 28 719 000 Rmk; die
Geſamteinahmen demnach 336 858 000 Rmk. Die Ausgaben erforderten
insgeſamt 357 205 000 Rmk., worunter der Dienſt der
Reparationsſchuld=
verſchreibungen mit 49 977 000 Rmk., Rückſtellungen für die geſetzliche
Ausgleichsrücklage mit 6 737 000 Rmk. und Rückſtellungen ſür die
Vor=
zugsdividende mit 2 498 000 Rmk. enthalten ſind. Immerhin bleiben die
Ergebniſſe nicht unerheblich gegenüber den Erwartungen des
Voranſchla=
ges zurück.
Eleltrizitäts=Aktiengeſellſchaft (Emag), Frankfurt a. M. In der
ſechſten ordentlichen Generalverſammlung der Emag waren 8 Aktionäre
mit 921 060 Rm. Aktienkapital und 46 053 Stimmen erſchienen. Dem
Vorſtand und Aufſichtsrat wurde Entlaſtung erteilt und die
ausſcheiden=
den Aufſichtsratsmitgliedern wiedergewählt. Ferner wurde die
Zuſam=
menlegung des Aktienkapitals in dem bekannten Verhältnis 50:1 und
die Verteilung des Reingewinns in Höhe von 53 698,38 Rm. durch
Aus=
ſchüttung von 5 Prozent Dividende und Vortragung des Reſtes von
2 298,38 Mk. auf neue Rechnung genehmigt. Gegenüber dem Vorjahr
war die Tätigkeit und Beſchäftigung eine weſentlich erhöhte.
Lndwigshafener Walzmühle in Ludwigshafen a. Rh. Die
General=
verſammlung ſetzte die Dividende auf 4 Prozent feſt. In Ergänzung
des Geſchäftsberichtes wies Geheimrat Ludowici darauf hin, daß man
ſich ſeinerzeit bei Zuſammenlegung des Aktienkapitals im Verhältnis
2:1 von der Abſicht habe leiten laſſen, den Aktionären die Aktienſubſtanz
zu erhalten. Dies habe naturgemäß nur durch Verzicht auf ſtille Reſerven
geſchehen können, die ſomit auch nicht für die Ausſchüttung einer höheren
Dividende herangezogen werden konnten. Es bleibe aber doch die
Tat=
ſache der Subſtanzerhaltung beſtehen, die bei Wiedereintritt beſſerer
Wirtſchaftsverhältniſſe den Aktionären in der Form von entſprechenden
Gewinnanteilen zugute kommen wird.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 19. Mai.
Die außerordentlich feſte Haltung der Börſe übertrug ſich auch auf
den heutigen Verkehr, ſo daß die Börſe trotz des iſraelitiſchen Feiertages
in feſter Haltung bei lebhafter Umſatztätigkeit verkehren konnte. Die
Aktien der J.G. der Farbeninduſtrie eröffneten zwar 1 Prozent unter
der geſtrigen Abendbörſennotiz, konnten aber bis zur erſten amtlichen
Notierung dieſen wieder erreichen und überſchritten bald darauf den
Kurs von 170. Lebhafter ging es aber heute auf dem Elektro= und
be=
ſonders auf dem Montanmarkt zu. Erſtere gewannen durchweg 1—2
Prozent, letztere 2—3 Prozent, wobei verſchiedene bekannte Werte den
Parikurs überſchreiten konnten. Im Mittelpunkt des Intereſſes ſtanden
A.E. G., Felten u. Guillegume, Harpener, Phönix und Rheinſtahl. Ganz
unerwartet trat heute auch abermals ein Umſchwung in der Tendenz für
Schiffahrtswerte ein, die nach ihrer letzten außerordentlichen
Kursab=
ſchwächung ſich bis um 3 Prozent (Nordd. Lloyd) erholen konnten. Auch
die Motorenwerte folgten heute etwas intenſiver der Aufwärtsbewegung.
Deutſche Renten und ausländiſche Werte vermochten dagegen ihre
geſt=
rigen Kurſe nicht zu behaupten. Nur die Mexikaner waren weiter feſt
aus den bekannten Gründen. Im Freiverkehr war es ſtill. Die Börſe
ſchloß ſchließlich ſehr zuverſichtlich und feſt in der Hoffnung, daß bald
eine weitere Senkung des Reichsbankdiskonts eintreten werde. Tägliches
Geld 5 Prozent.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 19. Mai.
Infolge der regeren Beteiligung des Publikums und des Einganges
von ausländiſchen Kaufaufträgen vermochte ſich die Aufwärtsbewegung
an der heutigen Börſe fortzuſetzen. Wiederum hatten die führende Nolle:
Farbeninduſtrie, elektriſche und Montanwerte. Farbeninduſtrieaktien
ſtiegen um 3 Prozent, die Nebenwerte dieſes Gebietes um 1—2 Prozent,
mit Ausnahme von Goldſchmidt, die ſich 2 Prozent niedriger ſtellten.
durch Senkung der Geſtehungspreiſe ausgeglichen werden. Das phar= Schuckert 2 Prozent. Von Montanwerten ſtiegen Rheinſtahl nahezu
4 Prozent, Gelſenkirchener 3 Prozent, die übrigen Papiere 1—2 Prozent.
Schleſiſch Zink und Bergbau fielen um 5 Prozent. Für
Schiffahrts=
aktien ſetzte eine Erholung für Lloyd um 4 Prozent, Kosmos um 2½
Prozent, für die ſonſtigen Werte um 1 Prozent ein, ohne indes dieſe
Beſſerungen ſpäter voll behaupten zu können. Von Bankaktien ſtiegen
Handelsgeſellſchaft über 1½ Prozent, für die anderen Werte hielten ſich
die Beſſerungen weſentlich unter 1 Prozent. Auf den übrigen
Markt=
gebieten war die Kursgeſtaltung nicht ganz einheitlich, zumeiſt
vermoch=
ten ſich Beſſerungen durchzuſetzen, für einige Papiere hingegen überwogen
Die Geldverhältniſſe ſind bei unveränderten Sätzen leicht.
An der Nachbörſe fanden wiederum Gewinnmitnahmen ſtatt. Die
höchſten Tageskurſe behaupteten ſich daher nicht. Immerhin hielt die
feſtere Grundſtimmung, deren Stütze der Elektro= und Farbenmarkt
waren, an.
19. E.
19. 5.
Aſchaffb. Bellſtof
88.75 89.— Ißemoor Zement
158.— 159.—
Augsb.=Nürnb. Maſch. f 50.—
30.— öirſch Kupfer .
88.— 87.25
Bamag=Meguin.
39.5 39.5 5öſch Eiſen
99.— 1oi.—
Berl. E. W. Vorzug.
Hohenlohe Werke
17.— 17.2
Berlin,KarlsruheInd. 61.875/ 61.5 Kahla Vorzellan
70.— 69.—
Praunkohlen=Briketts 108.— 108.— Lindes Eismaſch.
1122.— 1129.75
Bremer Vulkan.
54.5 54.5 Lingel Schuhe.
33. —
34.—
Bremer Wolle
107.— 169.— lLinke & Hofmann
52.5 53.75
Teutſch.=Atlant. Tel. 65.75
2. Loewe & Co..
147.— 1147.—
Teutſcke Maſchinen 1 55.75 55.7: . Loren;
106.— 1106.5
Teutſch. Nied. Tel
14.— 14.— Ndl. Kohle.
f10s.— 1107.75
Teutſcke Erobl ..
96.— 91.— Nordd Gummi.
Teutſche Petroleum / 62—— 69.— Orenſtein.
75.85 74.25
Tt. Kalimerke.
113.— 110.5 Nathgeber Waggo=
40.*5 40.5
Tonnersmarckhütte.
74.— 75.— Rombacher Hütten
25.— 25.75
Tynamit Nobel.
73.75 79.75 Roſitzer Aucker.
62.5
Elektr. Lieferung. 1114.5 116.25 Rütgerswerke
—
77.5
Farben=Ind. A.=G. 1165.— 171.— Sachſenwert .
76.62 75.5
G. Friſter
52.— 49.5
Sächſ. Gußſtaht.
53.55 67.5
Caggenau Vorz.. .
a6.— 46.— Siem n Glas
117.— 1u16.5
Gelſenk. Eußſtahl.
25.625/ 23.5 Ver. Lauſitzer Gla
10s.— 106.—
Geſ. f. elettr. Untern 1142.875/143.— Bolkſtedter Porzell. 33.2,
39.25
Salle Maſchinen.
1135.25 136.25 Weſtf. E. Langendreer / 42.7551 42.—
Kon.Maſck.Cgeſt.
79.75 61.—
Wittener Gußſtahl .
44.— 40.25
Kania Dampfſch.. .. 1132.— 1131.5 Eanderer=Werke. . .. 1120.25 1120.—
Deviſenmarkt.
Amſterdam=R.
Buenos=Aires
Brüſſel=Antw.
Oslo ......"
Kopenhagen
Stockholm...
Helſingfors..
Italien ......!
London. ...
New=York. .
Paris........ !
Schweiz ....."
Spanien ...."
18. 5.
Geld. Brief
168.89 169 31
1665 7 669
7n81 1185
135 31.58
10 34 110 62
112.26 112.56
10.532 10.552
15.,6 15.32
120 714 20.365
7 195 4.705
12.ü4 1218
81. 18/ 81 3
60. Z1 60 54
19. 5
Geld /Brtef
625
170 Zilt50.48
f. 659/
25 12.23
763 91.3.
112 26h 12.541
15 191
47331
198
B1.74
10.552i0.532.
76.7
20 u6le).15‟
1.355=
2.62
Gi.34
60.74 63. 541
163. 74/189. 15/WienD..Oſt. abg
Prag.........
Budapeſt. . . ..
Japan .......!
Rio de Janeiro
Bulgarien.
Belgrad.
Konſtantinopel.
Liſſabon ..
Danzig ...
Athen ...
Kanada ....
Uruguah .....
18. 5.
Geld
5s 21
12.47
5.055 5
1.578
0616
3045
7.00
2.21
2r 425
30 92
5.59
T137
1353
Brie
5159.26:
275
875
1.562
dSi9
3055
7.72
2.33
2i. 775
81.13
5.6i
4.267
7.3i5
19. 5.
Geld / Brief
59 25 59 39
12. Z15 12,455
5.L8 5.*8
1.973 1.977
0.622 0 624
303 303
7.397 7.717
2 235 2.215
1.475 27.465
85.30 81.10
5.59 56ü
4.197 T207
1.725 1.305
Zunahme der Geſchäftsaufſichten in der zweiten Maiwoche — aber
Konkursrückgang. In der zweiten Maiwoche iſt bei einer ziemlich
er=
heblichen Abnahme der Konkurſe ein in engen Grenzen bleibendes
An=
ziehen der Geſchäftsaufſichtszahl zu verzeichnen. Da die Berichtswoche
infolge des Feiertags nur 5 Tage umfaßt, bietet ein Vergleich mit den
Zahlen der letzten Aprilwoche einen beſſeren Maßſtab für die Entwicklung.
Die Zahl der Konkurſe betrug in der zweiten Maiwoche 247 gegen 290
in der letzten Aprilwoche, die Zahl der Geſchäftsaufſichten 195 gegen 177.
Schwediſcher Wirtſchaftsbrief
Unbedeutendes Geſchäft auf dem Holzmarkt. — Zelluloſe= und
Papiermarkt unverändert. — Erhöhte Schwierigkeiten in der
Eifeninduſtrie. — Die Lage und Bedeutung der ſchwediſchen
Glas= und Porzellaninduſtrie. — Die finanzielle Kriſis in
Nuß=
land und Schweden. — Jahresbilanzen der Streichholz= und
Kugellagerinduſtrie.
Stockholm, im Mai 1926.
In der allgemeinen wirtſchaftlichen Lage ſind einſchneidende
Aende=
rungen nicht zu verzeichnen. Nach nunmehr vorliegenden Angaben wies
bereits 1925 gegenüber 1924 eine erhöhte Ausfuhr von ca. 100 Millionen
Kronen auf. Der Geſamtwert der ausgeführten Waren wird mit
1 359 861 000 Kronen angegeben wovon 79,04 Proz. auf Europa entfallen.
Hauptabnehmer ſchwediſcher Erzeugniſſe war England, an zweiter und
dritter Stelle folgen Deutſchland und Frankreich.
Auf dem Holzmarkt herrſcht nur geringe Tätigkeit. Die Preiſe
konnten ſich zwar halten und in wenigen Fällen ſogar eine kleine
Beſſe=
rung erfahren. Daß trotz der ſchwachen Lage eine Herabſetzung der
Preiſe nicht eintrat, dürfte zu einem größeren Teil auf ſtark gedrückte,
niedrige Preiſe zurückzuführen ſein. Die engliſchen Käufer treten ſehr
vorſichtig auf. Die ruſſiſchen Liſten verzeichnen auffallend geringe
Mengen, da der einheimiſche Verbrauch ſehr groß ſein ſoll. Dieſer
Um=
ſtand wird in England mit Mißtrauen bewachtet und fürchtet man,
ſpäter große ruſſiſche Partien, die die Preiſe drücken werden, unerwartet
auf dem Markt erſcheinen zu ſehen. Ob der Kohlenſtreik durch die große.
freiwerdende Tonnage ein lebhafteres Geſchäft veranlaſſen wird, muß
dahingeſtellt bleiben. Frankreich kauft nur den unmittelbaren Bedarf,
was in den Valutaverhältniſſen urſächlich ſein dürfte. Die Stellung der
belgiſchen Käufer ſcheint ſehr geſchwächt zu ſein. Abſchlüſſe nach Spanien
wurden zu unveränderten Preiſen getätigt. Deutſchland und Holland
intereſſierten ſich in den letzten Wochen geringeren Umfangs. Die
Ge=
ſamtverkäufe werden mit ca. 400 000 ſtds. angegeben. Finnland hat die
vorjährigen Preiſe gut gehalten, jedoch bereits einen Umſatz von 500 000
ſtds. erzielt.
Die Papiermaſſeinduſtrie hatte auch während der verfloſſenen Wochen
ein lebhaftes Geſchäft zu verzeichnen. Der Umſatz betrug ca. 18—20 000
Tonnen per Woche, zum größten Teil für Lieferung 1927. Sulfit, ſtark,
wurde beſonders gefragt und wieſen auch die Preiſe eine ſteigende
Tendenz auf. Sulfit, leichtgebleicht, bedingte bei Verkäufen nach
Amerika 3.45 Dollar teilweiſe einen etwas höheren Preis. Nach
Eng=
land wurden Abſchlüſſe auf Baſis von 14—15 Pfd. Sterl. per Tonne eif
getätigt. Bei den Verkäufen nach Amerika machte ſich beſonders die
deutſche Konkurnenz bemerkbar. Der Sulfatmarkt war lebhafter. Einige
bedeutende Abſchlüſſe wurden nach transatlantiſchen Ländern getätigt.
Aus Auſtralien kam ein Abſchluß über a. 12000 Tonnen, Lieferung 1927.
In Finnland wird die ſchwediſche Induſtrie einen unangenehmen
Kon=
kurrenten erhalten. Es ſind dort mehrere Neugründungen vorgenommen
worden, die eine umfangreiche Herſtellung von Holz= und Papiermaſſe
vorſehen.
Der Papiermarkt iſt in den weſentlichen Punkten unverändert. In
Umſchlagpapier erfuhr das Geſchäft eine größere Lebhaftigkeit bei feſten
Preiſen. Zeitungspapier fand in den letzten Wochen nur geringes
In=
tereſſe. Der Markt war unſicher und fanden Abſchlüſſe zu herabgeſetzten
Preiſen ſtatt. In Pappe war das Geſchäft normal, die Preiſe feſt. Die
Zollſchutzbeſtrebungen in Italien, Frankreich und England rufen
natur=
gemäß einige Beunruhigung hervor. Aus England gehen zwar
opti=
miſtiſche Mitteilungen ein, daß die ſchwediſche Ware auch zu einem
höheren Preis Abſatz finden würde. Im erſten Quartal dieſes Jahres
wurden nach England 8275 Tonnen Schreibpapier und 22 323 Tonnen
Umſchlagpapier geliefert, wie die ſchwediſche Papierinduſtrie überyaupt
ein Hauptteilnehmer an der Papiereinfuhr Englands iſt. In Kraftpapier
können ſich die engliſchen Fabrikanten nicht mit den ſchwediſchen
Er=
zeugniſſen meſſen, ſo daß eine Verdrängung der ſchwediſchen Waren
vom Markte unwahrſcheinlich erſcheint.
Die an eine Fuſion der geſamten Eiſenwerke geknüpften Hoffnungen
ſind enttäuſcht worden. Es war nicht möglich, bisher eine Einigung der
intereſſierten Kreiſe herbeizuführen. Die Ausſichten, die Verhandlungen
noch zu einem glücklichen Ende zu ſühren, ſind gering. Inzwiſchen iſt die
Lage dieſes Induſtriezweiges ſchlechter geworden die Ausſichten auf
Beſſerung ſind geringer denn je. Von den Roheiſenlägern wurden
große Mengen verkauft, jedoch zu Preiſen, die als Realiſationspreiſe
bezeichnet werden müſſen. Die Qualitätsſtahl erzeugenden Werke haben
gleichfalls mit großen Abſatzſchwierigkeiten zu kämpfen. Frankreichs
Ein=
käufe haben auf Grund der dort herrſchenden Verhältniſſe ſehr
nach=
gelaſſen. Auch in Amerika ſcheinen die Verkaufsſchwierigkeiten gewachſen
zu ſein. Der einheimiſche Maukt hat nach wie vor ſtark unter der
aus=
ländiſchen Konkurrenz zu leiden, ſo daß die Verkäufe nur geringen
Um=
fang haben. Die ſchlechte Lage fand neuerdings in herabgeſetzten
Notie=
rungen einen weiteren Ausdruck, ebenſo in von der Eiſenwerk=
Vereini=
gung herausgegebenen Mitteilungen. Die Ausfuhr iſt im verfloſſenen
Quartal mit 22 Prozent geſunken, die Einfuhr überſteigt die Ausfuhr
mit über 40 Prozent, verglichen mit den Ziffern des gleichen Zeitpunktes
im Vorjahr.
Die ſchwediſche Kleinglasinduſtrie hat mit Abſatzſchwierigkeiten zu
kämpfen gehabt. Die Preiſe waren ſtark gedrückt, herbeigeführt durch
ſtarke einheimiſche und ausländiſche Konkurrenz. Es ſind große
Anſtren=
gungen gemacht worden, durch Hebung der Ausfuhr eine Beſſerung
her=
vorzurufen, ohne daß jedoch ein Erfolg zu verzeichnen geweſen wäre. Die
Arbeitslöhne ſind ſehr hoch, beſonders im Verhältnis zu denen der
valutaſchwachen Länder. Die Ausſichten werden nicht günſtig beurteilt.
Die Porzellaninduſtrie war einem längeren Arbeitskonflikt ausgeſetzt,
der jedoch beigelegt wurde. Während des Streiks konnte die Expedition
fortgeſetzt werden, da die Fabriken ſtets große Lager zu halten pflegen.
Später ſetzte dann eine erhöhte Erzeugung ein, die jedoch zu
herabgeſetz=
ten Preiſen verkauft werden mußte, da die ausländiſche Konkurrenz
außerordentlich ſtark auftrat. Den Hauptanteil an der Einfuhr haben
Deutſchland und die Teſchechoflowakei. Bei den letzthin ſtattgefundenen
Arbeitslohn=Verhandlungen wurde eine Herabſetzung der Löhne an=
Darmſtädter 1.
Frankfurter Kursbericht vom 19. Mai 1926
Staatspapiere
)Deutſche
5% Reichsanleihe
427 Reichsanleihe
3½% „
365
Dollar=Schatzanw.
L.=Schatzanw. 23
K.=Schatzanw. 24
4½%INundV R.=
Schatz
4½%VI.-IK. .
47 D. Schutzgb. .
Sparprämienanl. 0.2491
49 Preuß. Konſ..
3½% „
3% „
42 Baden alt ...
3½%
„ 1896
42 Bahern.
8½% „..."
3%
.
3½% „..."
33
4% Württ, alte
b) Sonſtige,
europäiſche
47 „L.Inp. 1914
4½% 1898
4½% — 1902
5 % Bulg. Takak
4½% Oſt. Staatsr.
„ St. 10. Kronr. 0.43 Eiſ. Tor. — Außereuro= päiſche 5% Mex am. inn. 23.5 18.5 5% r äuß. 99 0.37 47 „ Gold. 04 31.71 konſ inn 4½%0n Frigat. —.
5% Tamaulivas
Sachwert= Schuld=
verſchreibungen 0.34 Mit Zinsberech= nung 2.25 6% Doll. Gold. 1932 2193 3.15 6% Gold 1935/ 94.25 820 Frl.=Ghyp.=B.=/ 98
Goldpfdbr. R.1. 820 Frkf. Hyp.=Bk.= Reihe 2 99.5 5%Frf. Pfandbr. B. Gold Reihe 2 78 o9
500 Neck. AG. Gld23.
82Pfälz.=Hhp.Bk.)
24
8% Rh.-Ghp. 6d.24
5% Rhein=Main=
Donau. Gold 23
Ohne
Zins=
berechnung
6% Bd.=Bd..6z. 23
5% Bdw. Kohl. 23
5% Fr. Pf. Bk. G.
62 Großkr. Mannh.
Kohl. 28
6% Heid. Holzw. 23
6% Heſſ. Brk.=Rog.
28
Roggan 23
6% Mannh. Stadt=
Kohl .......23
Offenb. Holz
5% Pfälziſche=Hpp.
Br. Gld .... 24
2 Pr. Kaliw.,
5% Pr. Noggenw.
5% Nh. H. B. Gd. 24
5%0 Sächſ. Brk. 23.
„ Roggenw.23
52 Südd Feſt.=B.6
Vorkriegs=Hyp.=B.
Pfandbriefe
Bahr. Vereinsb.
Bahr. Handelsb.
Bahr. Hyp.u. Wechſ
Frkf. Hyp.=Bk.
Frkf. Pfandbr.=Bk.
Hamb. Hyp.Bk.
Meining. Hyp.=Bk.
Pfälz, Hhp.=Bk.
Preuß. Pfbr.=Bk.
Rhein. Hyp.=B.
Südd. Bodenkr. .
t. Hyp =B.
11.9
Staatl. od. prob.)
garantiert
99.5 Heſſ. L.,Hyp.=B...
97.25 Landeskr. Caſſel.
Naſſau. Ldsb. . ..
Obligationen v.
Transportanſt.
4% Eliſ.=Bahn..
4% Galiz. Carl=
Lud.=B.
2.04 5% Oſt. Südb. (9.)
2,6% Ate ..
13.1 12,6%5 Neue".
42gOſt. Staatsb. 83
3%Oſt. „ 1.b.8.E.
3%Oſt. 9. E.
3%Oſt. 1885..
3%Oſt. „ Erg. Netzl
13.17 4% Rud. Silber.
18.95 4% Rud. Salzkg.)
4½%Anat., S.1
2.25 4½% Anat., S. II
4½% Anat. S.IfI/
3% Salon. Monaſt.)
5% Tehuantepee.
2.48 14½%
Bank=Aktien
Allg. D.-Credit. ..
Bad. Bk.
Biſ.Brauind. . ..
Barmer Banw.
16.10 Bay. Hyp.=,Wch).
Berl.Handelsgeſ. 1
11.37 Comm.u. Privatb.
12.82 Darmſt.u. Nat.=Bk
9.45 Deutſche Bank
9.10 D. Efſt.u Wchſ=Bk.
2 Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk.
10.35 Disk.=Geſellſch. ... 1
11.05 Dresdener Bk... ..
11.
6.5
2.3
13.25
13.25
6.5
17.5
z—
1:-17
21
26.6
95
139
85
107
53.5
105
127.7
124.5
93.5
109.75
88.*
122.25
119‟
Miee
Frſ. Pfdbr.=Bl.
Gotha Grundkr.Bk.
Metallbank.
Mitteld. Creditb.
Oſterr. Creditanſt.
Pfälz. Hhp.=Bk... .
Reichsbank=Ant.
Rhein Eredithk. . .
Rhein=Hyp.=Bk.
Südd. Disc.=Gef.
Wiener Bankverein
Bergwerks=Akt.
Berzelius.."
Bochum. Bergb.
Buderus. ......
Dt. Luxemburg...
Sſchw. Bergw.. .
Gelſenkirch.Bow..
Harp Bergb.
Fiſe Bergb. .
„ Genußſchein.
Kali=Aſchersleb.
Kalil. Salzdetfurt.
Kall. Weſterregln
Klöcknerwerke.
Mannesm.=Röhr.
Mansfelder
Oberbebarf
Obſchleſ. Eiſ.Caro)
Otavi=Ant.
Phönix=Bergb. ..ſ.
Rhein Braunk. ..
Rhein. Stahlw..
Rombach. Hütte
A. Riebeck Montan
Tellus Bgb.
Ver Laurahütte
94.9
107
94.5
6.95
C6.5
139.75
98
103
97.5
6.57*
35.5
9..75
61.25
138.5
103.75
1185,
108
121.25
147
124
93.5
82
50
51.2
29.74
79.2
144.2
1101.2
97.4
59
33
Induſtrie=Akt.
Eichbaum(Mannh.) 65
Henninger .....:/121.25
löwenbr.=Münchenl201
Mainz. Aktienbr.
Schöfferhof (Bind.)
Schwarz=Storchen
Berger
...
Akkum. Berlin. ..
Adler & Oppenh.
Adlerw. (v. Kleher)
A. E. G. Stamm.
6%A. E. G. Vig.4.
5% A. E. G. Vzg. B..
Amme Gieſecke...
Aſchaff. Zeliſtoff.
Badenia. (Weinh.
Bad. Maſch. Durl.
Bad. Uhren, Furtw.
Bamag=Meguin .
Bayr. Spiegel ...
Beck & Henkel ....
Bergmann El.. ..
Bing Metall.
Brem.=Beſigh=Ol.
Eement Heibelb.
Cement Karſtadt
Cement. Lothr.
Chem Albert. ..
Chem Brockh.
Chem. Milch ..
Daimler Motoren.
Dt Eiſenhandel.
Deutſche Erdöl .!.
D. G.u. Silb. Scheid
Dingler Maſch.
Dresd. Schnellpr.
Dürkopp.
Dürr. Ratingen
Dyckerhoff EV.
Eiſenw. Kaiſerst..
Eiſenw. L. Meger
El. Lieferung.
G. Licht= u. Kraft
Elſ. Bad Wolle...
Emag. ....aaaa!
Email. Ulrich .... 34
Enzinger Werke..
185
192
102
63.25
11-.7*
8o"
70
84.2-
88.5
92.75
32.5
37.5
53
117
51
4
98
106.7-
1o0
47.5
53.5
64.75
49
92.2-
112
7.25
95
48
24.2
115
1215
0.267
82
Eßlinger Maſch:.
Ettlinger Spinn. . .
Faber Bleiſtift
Faber & Schleicher
Fahr, Birmaſens.
Farbenind. F. G.
Felten & Guilleau
Feinmech. Fetter
Feiſt, Sekt.
Frankfurter Gas.
Frankfurter Hof.
Frrf.=M. Pok u. W.
Fuchs Waggon
Ganz, Ludw. ..
Geiling & Cie.
Germania Linol..
Geiſent. Gußſt.
Goldſchmidt, Th.
Gotha Waggon..
Greffenius
Gritzner. Maſch....I.
Grün & Bilfinger.
dafenmühle Frkf.
Hammerſen
Hanfw. Füſſen .
Hartm & Braun:
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Hoch=Tiefbau
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Karſtadt N.
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Krauß Lokom. ...
Lahmeher .......".
Lech. Augsburg...!:
1i8
60
39
170¾
133.5
66
33
89
83
39
a1
150.75
25
103
95
72
33
2..75
27.23
29
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65.5
31
61
31
6.63
36.25
55
85.5
40.5
8o‟
102.25
100.5
M Mute
Spicharz
Lingel Schuhw. .
Söhnberg. Mühle
Lndwigsh. Walzm.
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Luther, Mühlenb.
Lux Induſtrie.
Mainkraft Höchſt. .
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Motorenf. Oberurſ.
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Neckarw. Eßlingen.
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Prometh. Frif.
Rein Gebb. ESchall
Rhein. Eletr.
Rhein. Metall=Vz.=
Rückforth..
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Schneid. & Hanau=
Schnellpr Frank.,
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Schuhf. Herz
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33.5
32.5
5t
5
101
17
110
32.5
43.25
87.5
102
74.5
a6
29
64
98
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78.2
21.5
6:
67.5
109
33.75
35.5
42
45
1uo
C2.25
80.90
Beithwerke .
VerfiChem.Ind..
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Benuleth & Elenb.
60.25
a8.25
53
109.5
62.75
a5.5
92
33
106
114
121.75
*9
49.75
60.25
74
78.75
61
7
3.50
133.5
130.75
94.75
[ ← ][ ][ → ]Nummer 139
Donnersfag, den 20. Mai 1926
geſtrebt, ohne daß jedoch ein Erfolg erzielt wurde. Die
Fenſterglas=
induſtrie ſcheint nicht lebensfähig zu ſein. Der Abſatz erfuhr 1925 einen
bedeutenden Rückgang. Eine Konkurrenz mit der deutſchen
Fenſterglas=
induſtrie iſt nicht möglich, an eine Ausfuhr infolgedeſſen überhaupt nicht
zu denken
Ein Umſtand, der den intereſſierten Kreiſen viel Sorgen bereitet,
iſt die finanzielle Kriſis in Rußland. Verſchiedene Induſtriezweige
haben ſich auf Grund größerer Abſchlüſſe auf Lieferungen nach
Ruß=
land eingeſtellt, deren Ausführung im Augenblick ſehr zweifelhaft
er=
ſcheinen muß. Beſonders iſt die landwirtſchaftliche und Meierei=
Maſchinen=Induſtrie betroffen. Wie mitgeteilt wird, ſind von den
erteilten Einfuhrlizenzen 60 Prozent zurückgezogen worden. Ob die
Holzausfuhr Rußland in dem erforderlichen Maße Kapital zuführen
wird, iſt ſehr zweifelhaft. Man iſt jedoch der Auffaſſung, daß die
ruſ=
ſiſche Kriſis als ſehr ernſt zu betrachten und eine baldige Beſſerung nicht
zu erwarten iſt. Das ſchwediſche Ausfuhrgeſchäft erleidet dadurch
einen empfindlichen Schlag.
Zwei der bedeutendſten ſchwediſchen Unternehmungen, die Svenska
Tändſticks Aktiebolag (Schwediſche Zündholz=Aktiengeſellſchaft) und die
Aktiebolaget Spenska Kullagerfabriken (A.=G. Schwediſche
Kugellager=
fabriken) veröffentlichen ihre Jahresberichte, die ein ſehr erfreuliches
Bild geben. Die Zündhol==A.=G. arbeitete im verfloſſenen Jahre mit
einem Kapital von 180 Millionen Kronen, womit die Geſellſchaft an
erſter Stelle ſteht. Das Unternehmen erfuhr, wie auch in den
ver=
floſſenen Jahren, eine umfangreiche Ausdehnung. Der Wert der
aus=
ländiſchen Anlagen erhöhte ſich um 50 Millionen Kronen; der
Geſamt=
wert dieſer Anlagen wird mit 86,39 Millionen Kronen angegeben. Der
Nettogewinn beträgt 28,/43 Millionen Kronen, gegen 19,13 Millionen
Kronen im Vorjahr, d. h. 1924. Es wurde eine weitere Austeilung
von 8 Prozent beſchloſſen, ſo daß die Geſamtdividende 12 Prozent
be=
trägt nachdem bereits eine Vorſchußdividende von 4 Prozent gezahlt
wurde. Von dem rentierenden Gewinn wurde die Auszahlung einer
Vorſchußdividende von 5 Prozent für 1926 in Vorſchlag gebracht. Die
Lieferungen von ſchwediſchen Werken nach dem Ausland erfuhren eine
Steigerung von 10 Prozent, gegenüber 1924. Die ſchwediſchen Werke
ſind voll beſchäftigt. Die Anlagen in Indien erfuhren eine bedeutende
Erweiterung. Das Geſchäft dort hat ſich jedoch ſo günſtig entwickelt,
daß auch Lieferungen von ſchwediſchen Werken nach dort vorgenommen
werden konnten. Die Tätigkeit in Japan und China wies
zufrieden=
ſtellende Neſultate auf. Weiter ſind die Erwerbungen der
Streichholz=
monopole in Polen und Peru zuſammen mit der Tochtergeſellſchaft, der
International Match Corporation, als bedeutender Fortſchritt zu
buchen.
Auch für die ſchwediſchen Kugellagerfabriken brachte 1925 beedutende
Erweiterungen. In Deutſchland und Frankreich wurden umfangreiche
Neuanlagen vorgenommen, die Anlagen in Schweden wurden
ver=
größert. Neue Verkaufsfilialen wurden in Spanien, Aegypten und
Bulgarien eröffnet. Der Umſatz konnte gegenüber 1924 um zehn
Millionen Kronen erhöht werden. Hauptabnehmer war die
Automobil=
induſtrie. Zu dem erhöhten Umſatz trugen nicht unweſentlich ruſſiſche
Geſchäfte bei. Nach größeren Abſchreibungen verbleibt ein
Netto=
gewinn von 9,06 Millionen Kronen. Die Dibidende wurde mit 8 Proz.
feſtgeſetzt. Auch die Zweigunternehmungen in England und Amerika
haben erfolgreich gearbeitet. Die Entwicklung des Unternehmens wird
auch für die Zukunft ſehr günſtig beurteilt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Vom Holzmarkt ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Seit kurzem
wird aus den Kreiſen der Holzverbraucher berichtet, daß die Aufträge,
die im April etwas reichlicher eingingen, wieder ſpärlicher fließen.
Ins=
beſondere berichten die Möbelfabriken, daß hier und dort ſchüchterne
Verſuche in den weſt= und mitteldeutſchen Abſatzgebieten auftauchen, die
einmal gegebenen Aufträge zu reduzieren. Es iſt vielfach die Anſchauung
verbreitet, daß ein weiterer Preisabbau ſtattfinden werde, weil es an
Abſatzmöglichkeiten fehle und die Ausſichten für die zweite Hälfte des
Jahres 1926 ungünſtig ſeien. Es ſoll nicht verkannt werden, daß die
Möbelpreiſe in letzter Zeit ſehr gedrückt waren und den
Möbelher=
ſtellern keinen Nutzen laſſen. Bedenklich iſt hierbei, daß häufig von den
Lieferanten der Möbeltiſchler, auch von den Holzlieferanten, an
Zah=
lungsſtatt oder zur Abdeckung uneingelöſter Wechſel fertige, teilweiſe auch
halbfertige Möbel angenommen werden mußten, die nun zu billigen
Preiſen angeboten werden. Am beſten geht es noch den allerkleinſten
Betrieben, die wenig Verbindlichkeiten haben. Oſt genug kommt es bei
mittleren Betrieben vor, daß die Holzhandlungen neben den Brettern,
die ſie liefern, obendrein noch wöchentlich gewiſſe Barbeträge für die
Löhne zur Verſügung ſtellen müſſen. Am Bauholzmarkt ſieht es ruhig
aus, die Aufträge fehlen, die Gelder, die man verheißen hatte, um das
Baugeſchäft zu beleben, fehlen. Dazu kommt, daß zwar eine empfindliche
Wohnungsnot beſteht, daß es aber bei der ungünſtigen
Geſamtwirtſchafts=
lage an Mietern fehlt, die die geforderten Baukoſtenzuſchüſſe leiſten
können. Am Schwellen= und Grubenholzmarkt haben ſich die Verhältniſſe
noch nicht gebeſſert. Mit 3 Mark frei Grenze deutſcherſeits unverzollt
werden aus Polen Preußenſchwellen 1. Klaſſe angeboten, ohne daß ſich
Käufer dafür finden. Mit ſächſiſchen Schwellen iſt es ebenſo.
Die deutſche Maſchineminduſtrie im April 1928. Vom Verein
deut=
ſcher Maſchinenbauanſtalten, dem Spitzenverband der deutſchen
Ma=
ſchineninduſtrie, wird uns geſchrieben: „Die Lage der deutſchen
Ma=
ſchineninduſtrie hat ſich im Monat April nicht weſentlich anders geſtaltet
als im Vormonat. Der Beſchäftigungsgrad beträgt nur etwa 65 v. H.
der Normalbeſchäftigung. Der Eingang von Anfragen ließ keine
Zu=
nahme des Intereſſes der In= und Auslandskundſchaft erkennen.
Nach=
dem ſie ſich über die Ausführungsmöglichkeiten für ihre wichtigſten Pläne
— nicht ſelten unter übermäßiger Inanſpruchnahme der
Projcktabtei=
lungen der Werke — hinreichend unterrichtet hat, wird die Ausführung
der Projekte wegen der Schwierigkeiten in der Beſchaffung der
erfor=
derlichen Mittel ſehr häufig auf ſpätere Zeit verſchoben. Immer
häu=
figer und bitterer werden von den Firmen die Bankſätze und
Kredit=
koſten in Deutſchland mit denen anderer Wettbewerbsländer in Vergleich
gezogen, wie z. B. von Holland, Schweden, der Schweiz, den
Vereinig=
ten Staaten, England uſw. Als beſonders drückend werden nach wie
vor die hohen Frachtſätze für Maſchinen empfunden, die den Verluſt
mancher früherer Abſatzgebiete zur Folge hatten. Ueber zu hohe Preiſe
für Walzeiſen wird lebhaft geklagt,
Wirtſchaftliche Vereinigung deutſcher Gaswerke,
Gaskoksſyn=
dikat A.G., Köln. Die Geſamteinnahmen für 1925 betragen 1 134 101
(i. V. 259 254) Rm., die Geſamtunkoſten 980 434 (i. V. 412 920) Rm. Der
Verluſtvortrag des vergangenen Jahres beträgt 153 666 Rm., ſo daß ein
nicht nennenswerter Reingewinn verbleibt. Die Qualität des Gaskokſes
konnte im abgelaufenen Geſchäftsjahr erheblich verbeſſert werden.
Hier=
aus folgte eine ſtarke Steigerung des Gaskoksabſatzes, während der
Koks=
abſatz der Zechen zurückgegangen iſt. Die Anzahl der Geſellſchaftswerke
betrug 1925 832, die Jahreserzeugung 2823 148 474 Kubikmeter Gas,
der Gaskoksabſatz betrug 954 925 To. gegen 658 G1 To. im Vorjahre.
An Nebenprodukten wurden 38 200 To. abgeſetzt, an Ammoniakerzeugniſſen
71804 To. Der Geſamtjahresumſatz betrug 1234 856 To. im Werte von
40 721 657 Rm. gegen 1 149 21 To. i. W. von 40 007 778 Rm. In der Bilanz
ſind u. a. ausgewieſen:Buchſchulden mit 5 960 690 (iV. 3 219 107)Rm.,
Buch=
forderungen mit 5 699 398 (3 469 881) Rm., Beteiligungen mit 165 589
(59 633) Rm. Immobilien mit 244 530 (244 500) Rm. Das Aktienkapital
beträgt 220 000 Rm.
Die Export=Kreditverſicherung. Der Hamburger Plan einer Export=
Kreditverſicherung wird, wie die „J. u. H.” erfährt, zunächſt unter den
hanſeatiſchen Exporteuren gemeinſam mit den Vertretern der Großbanken
und den Hamburger intereſſierten Banken beraten, und zwar ohne
Be=
teiligung der Reichsregierung. Unter der Vorausſetzung, daß es gelingt.
die noch vorhandenen Schwierigkeiten dieſes Planes zu beſeitigen, foll
dann ein entſprechendes neues Projekt der Reichsregierung vorgelegt
werden. Der Ausſchuß der Export=Kreditverſicherung nach dem
Reichs=
blan hat in dieſer Woch= getagt, jedoch ſich nur mit Fragen der
Organi=
ſation und gewiſſer Formalitäten beſchäftigt.
Vorläufig noch keine Erledigung der Freigabefrage. Wie aus New
York gekabelt wird, iſt die neue Kompromißvorlage, betr. die Freigabe
des beſchlagnahmten deutſchen Eigentums dem Repräfentantenhaus
zu=
gegangen. Bereits jetzt wevde aber in politiſchen Kreiſen erklärt, daß
die Bill im Hinblick auf die bevorſtehenden Wahlen keine Ausſicht auf
Verabſchiedung noch in dieſer Seſſion habe. Die Kompromißvorlage
geht davon aus, daß 26 Mill. Dollar Zinſen aus beſchlagnahmtem
Eigentum und 8 Mill. Dollar, die auf Grund des Dawesplanes von
Deutſchland zu zahlen ſind, zur Verfügung ſtehen. Hieraus ſollen die
Schadenerſatzanſprüche abgegolten werden. Außerdem wären noch
156 Mill. Dollar zu decken. Die Aufbringung dieſes Betrages ſoll in
der Form geſchehen, daß denjenigen, die entſprechende Anſprüche
gel=
tend machen können, nicht verzinsliche Zertifikate übergeben werden
ſollen, deren Einlöſung in Gemäßheit der Daweszahlungen erfolgen ſoll.
Produktenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 19. Mai. Mit Rückſicht auf den
heutigen üdiſchen Feiertag war der Beſuch, der Produktenbörſe recht
ſchwach. Die Umſatztätigkeit war infolgedeſſen gering und die Preiſe
wurden unverändert feſtgeſetzt. Weizen 2,50—29,75, Roggen 19—1925.
Sommergerſte 22—24. Hafer inl. 22—B3,50, Mais 17,75. Weizenmehl
41,75—42,25, Roggenmehl 28— 28,25, Weizenkleie 9,50, Roggenkleie 11 Mk.
Berliner Produktenbericht vom 19. Mai. Trotz der ermäßigten
For=
derungen des Auslandes für Weizen verkehrte der hieſige Markt in leicht
befeſtigter Haltung, ohne daß es jedoch zu größeren Umſätzen kam. Das
Angebot vom Inlande fehlt weiter. Den Hauptgrund für die
Befeſti=
gung bildete die Veröffentlichung der Einzelheiten des deutſch=
ſchwedi=
ſchen Handelsvertrags, da in dieſem ein Weizenzoll von 6,50 Mark und
ein Roggenzoll von 6 Mark pro Doppelzentner vorgeſehen iſt.
Septem=
berweizen war daraufhin um 2,50 Mark höher. Auch heute iſt wieder
gemiſchter Auslandsweizen zur Andienung gelangt, und als kontraktlich
erklärt worden. Für den Roggenmarkt waren die gleichen Motive
maß=
gebend, Lieferung Mai=Roggen war aber unverändert, da das
Inlands=
angebot noch reichlicher geworden iſt und zu geſtrigen Preiſen Aufnahme
fand. Die Preiſe für Weizen= und Roggenmehl erfuhren bei ſtillem
Ge=
ſchäft keine Veränderung. Hafer und Gerſte waren wenig angeboten,
aber auch wenig gefragt.
Seite 13
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
New York, 19. Mai.
Weizen: Der heutige Markt eröffnete in feſter Haltung auf
un=
günſtige Witterungsberichte und Deckungskäufe der Baiſſe. Später trat
jedoch ein Umſchwung ein, da das Ausland nur mit kleiner Nachfrage im
Markte war und auch günſtige Berichte eingetroffen waren. Die Termine
ſchließen etwa 1 C. unter geſtern, mit Ausnahme des Maitermins, der
1½. C. höher ſchließt.
Mais: Auf kleinere Ankünfte und Baiſſedeckungen zeigte der Markt
zunächſt eine Befeſtigung, ſchloß ſich jedoch ſpäter der Abwärtsbewegung
für Weizen an. Die Termine ſchließen etwas unter geſtern.
Hafer: Der Markt verkehrte ebenfalls in abgeſchwächter Haltung.
Baumwolle: Auf das Bekanntwerden der wöchentlichen
Witterungs=
ſtatiſtik konnte ſich die Tendenz befeſtigen. Ungünſtige
Witverungs=
meldungen aus dem Südweſten trugen ebenfalls zur Aufwärtsbewegung
bei. Die Termine gewannen 8—10 Pkt.
Kaffee: Schwächere europäiſche Kabelmeldungen und nur mäßige
Nachfrage des amerikaniſchen Konſums führten zunächſt eine Abſchwächung
herbei. Später trat jedoch eine beſſere Nachfrage des Handels ein, die mit
nunmehr erhöhten braſilianiſchen Forderungen eine Erholung bewirkten.
Die Termine zeigen jedoch noch Einbußen von 5—15 Pkt.
Zucker: Größere Käufe der Raffinerien und feſte Lokopreiſe hatten
einen anſteigenden Verlauf des Marktes zur Folge, beſonders für ſpätere
Termine.
Kakao: Die Feſtigkeit des Lokomarktes gab auch dem heutigen Markt
das Gepräge und führte eine ſteigende Tendenz herbei.
Kleine Wiriſchaftsnachrichten.
Die große Heurenkonfektionsfirma Fritz Vogel A.=G.
in Frankfurt a. M. hat ſich genötigt geſehen, Konkurs zu
be=
antragen.
In der Zeit vom 15. bis 19. Anguſt findet in Königsberg der 6 3.
Deutſche Genoſſenſchaftstag ſtatt.
Die deutſch=ſchweizeriſchen
Handelsvertrags=
verhandlungen werden am Dienstag, den B5. Mai, wieder
aufgenommen werden und zwar in Bern, wohin ſich die deutſche
Delegation mit den Vertretern der Einzelſtaaten begeben wird.
Im ſächſiſchen Steinkohlenbergbau blieb die
För=
derung im April mit 290 049 To. gegenüber der Förderung des
Vormonats um etwa 75 000 To. zurück. Die arbeitstägliche Leiſtung
ſank, wie dem „Induſtrie=Kurier”, berichtet wird, von 13 529 To. im
Vormonat auf 12085 To. im Berichtsmonat.
Die Verhandlungen über die Umſtellung der bayeriſchen
ſtaatlichen Werke (Berg=, Hütten= und Walzwerke) in
Aktien=
geſellſchaften ſind nunmehr zum Abſchluß gekommen. Dem
Land=
tag wird in den nächſten Tagen eine entſprechende Vorlage der
baheri=
ſchen Regierung unterbreitet werden.
Der Roheiſenverband in Eſſen=Ruhr hat den
Ver=
kauf für den Monat Juni zu unveränderten Preiſen
aufgenommen. Auch die Zahlungsbedingungen haben keine
Aende=
rung erfahren.
Ein unter Führung der Girozentrale, Kommunalbank für Provinz
Sachſen, Thüringen und Anhalt in Magdeburg ſtehendes Konſortium,
dem in Berlin die Firmen Gebr. Arnhold und J. Dreyfus u. Co.
ange=
hören, übernahm 1500 000 Rm. 8proz. Goldanleihe der Stadt
Weimar von 1926.
Der öſterreichiſche Oberrechnungshof veröffentlichte den
Bun=
desrechnungsabſchluß für das verfloſſene
Kalender=
fahr, der mit einem Ueberſchuß von 56,45 Millionen
Schilling abſchließt. Die Einnahmen waren um rund 26 Prozent, die
Ausgaben um 7,o Prozent höher als urſprünglich im Budget
aufge=
ſtellt war.
Der ſchweizeriſche Arbeitsmarkt, konnte im Monat
April eine weitere Beſſerung verzeichnen. Die Zahl der
Stellungsſuchenden ging von 14 307 Ende März auf 11 320 zurück. Die
Beſſerung liegt hauptſächlich in der Zunahme der Saiſonſtellen.
Wie aus Brüſſel gemeldet wird, hat der Miniſter für Induſtrie
und Handel, um eine Preisſteigerung für Fleiſch zu verhindern, die
Ausfuhr von lebendem Vieh aus Belgien verboten.
Zahlreiche Sendungen von Vieh nach Holland und Deutſchland ſind
an=
gehalten worden. Die Oeffentlichkeit verlangt ein ähnliches Verbot auch
für die Gemüſeausfuhr.
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Seite 14
Donnerstag, den 20. Mai 1926
Nummer 139
Residenz-TheaterI
Rudolf Schildkraut
einer der markantesten Schauspielerköpfe der
Gegenwart, in dem neuen Großfilm
in 7 Akten
(„Die sich ihrer Eltern schämen‟)
Rudolt Schildkraut, —
der „alte‟ Schildkraut, ist der deutschen
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New Tork mit seinen großen Bühnen bot
ihm neue Entfaltungsmöglichkeiten. Jetzt
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im Film wieder nach Deutschland.
Busterkeaton’sNacht
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der Vereinigten Geſellichaft, Rheinſir. 36, zu Darmſiadt ſtattfindenden
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Donnerstag, den 20. Maf 1926
Seite 15
O
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31)
(Nachdruck verboten)
Sie ſtiegen einige Stufen empor und ſtanden in einer
rie=
ſigen Diele, die mächtige Bilder ſchmückten und deren koſtbäre,
geſchmackvolle Einrichtung von des Beſitzers feinſinnigem Geiſt
und tiefgründigem Geldbeutel zeugten.
„Bitte, nehmen Sie Platz, meine Herren. Die gnädige Frau
wird gleich erſcheinen."
Während der Diener davoneilte, verſanken beide in den
tiefen Seſſeln und ſchauten erſt den Raum und dann ſich an.
„Unerhört nobel, die Einrichtung, Klaus.”
„Ja. Förmlich bedrückt kam es heraus.
„Nanu, mein Lieber, das paßt dir wohl gar nicht?”
Klaus nickte.
„Ich kann mir Hanna in dieſer Umgebung gar nicht
vor=
ſtellen.”
„Richtig, Bruderherz. Aber abwarten.”
Der Vorhang bewegte ſich und wurde zurückgeſchoben. Eine
hochgewachſene, weißhaarige alte Dame mit ungemein gütigen
Zügen trat ein.
Die Brüder erhoben und verbeugten ſich.
„Herzlich willkommen, meine Herren,” grüßte die Dame und
reichte ihnen die Hand. „Ich freue mich, Sie kennen zu lernen.
Meine Nichte hat mir ſchon ſehr viel von Ihnen erzählt. Ich
bin Frau Anni Eſchler=Hochheim. Hanna wird Ihnen kaum von
meiner Exiſtenz erzählt haben."
„Nichts Näheres, gnädige Frau,” ſagte Werner herzlich.
„Aber wir freuen uns, das Vergnügen heute zu haben, Sie und
hoffentlich auch Ihren Herrn Gemahl kennen zu lernen.”
Der offene, herzliche Ton ſchlug ſofort eine Brücke, und als
ſie zu dritt nach dem Salon ſchritten, war ihnen, als ob ſie ſchon
immer einander gekannt hätten und ſtets gute Freunde geweſen
wären.
Verſtohlen muſterte Frau Eſchler=Hochheim die beiden
präch=
tigen Geſtalten, und ſie hätte keine Frau ſein müſſen, wenn die
Schönheit der beiden nicht ſtark auf ſie gewirkt hätte.
Im Salon nahmen ſie Platz und ſahen ſich voll Erſtaunen in
dem prächtigen, lichten Raume um.
Wände und Decken waren getäfelt, und herrliche Gemälde
ilter Meiſter ſchmückten ſie. Breite Fenſter ließen das Sonnen=
licht voll in das große Zimmer fluten. Alle Möbel waren
gedie=
gene, ſchwere Stucke im altengliſchen Stil gehalten.
Und trotz der wuchtigen Linie wirkte das Zimmer ſelten licht
und heiter. Vielleicht war die Freundlichkeit und ſtille Heiterkeit,
die von der Frau im Silberhaau, Frau Eſchler=Hochheim,
aus=
ging, mit der Grund dazu.
„Hanna wird gleich erſcheinen. Sie hat ſchon von zwei Uhr
keine Ruhe mehr gehabt und Sie erwartet. Sie iſt ein wenig
müde geworden und im Lehnſtuhl auf dem Balkon eingeſchlafen.”
„Laſſen Sie Hanna ruhen, gnädige Frau.”
Die ſchüttelte lächelnd den Kopf. „O nein, ich will mir nicht
die Uingnade meiner lieben Hanna zuziehen.. Ich werde ſie
wecken. Oder wollen Sie mir die kleine Mühe abnehmen.”
„Gnädige Frau, ich weiß nicht, ob —” ſagte Klaus verlegen.
O, Sie dürſen es, gewiß,” ſagte Frau Eſchler=Hochheim
munter. „Ich erlaube es gern, und Hanna iſt mir nicht böſe.”
Da erhob ſich Klaus. „Würden Sie mich zu unſerem
Dorn=
röschen führen?”
„Bitte, mein Prinz”,
Sie ging voran mit leichten Schritten, wie ein junges
Mädchen.
Als Klaus auf den Balkon trat, wandte er den Blick zurück
und ſah eben noch, wie Frau Eſchler=Hochheim mit frendlichem
Nicken das an den Balkon angrenzende Speiſezimmer verließ.
Hanna lag im Lehnſtuhl und ſchlief.
Ganz leiſe trat er näher und betrachtete das ſüße Geſicht.
Roſig angehaucht waren die Wangen, und um die leichtgeöffneten
Lippen lag ein glückſeliger Zug, als wenn eine Hand liebkoſend
ihr Antlitz ſtreichelte. Ruhig und regelmäßig hob ſich die junge
Bruſt.
Er ſetzte ſich ſtill an ihre Seite nieder und lauſchte ihren
Atem=
zügen.
Seine Augen ſaugten ſich an dem lieblichen Bilde feſt, und
Glückſeligkeit erfüllte ihn bei dem Gedanken: das holde Mädchen
hat dich lieb.
Auf einmal wurde ſie unruhig und bewegte die Lippen. Er
beugte ſich vor und lauſchte.
„Du kommſt bald wieder, Liebſter. „Ich ſeh’n mich ſo nach dir.
Ich möchte arm ſein, ärmer als du. Du Liebſter, ich laſſe dich
nicht.”
Er hielt den Atem an. Sprach ſie im Schlafe?
Goldener erſchien ihm die Sonne und göttliche Freude
er=
füllte ihn.
Sie wollte weiter ſprechen. Da beugte ſich Klaus vor und
küßte ſie wach, denn er wollte ſie nicht im Schlaf belauſchen.
Sie ſchlug die Augen auf, und ihr erſter Blick traf den
Ge=
liebten. Innige Freude ſtrahlte aus den reinen Mädchenaugen.
„Du, Liebſter,” ſprach ſie und ſchmiegte ihren Kopf in ſeine
Hand.
Dann ſtand ſie raſch auf und ſtrich das Braunhaar zurück.
„Ich bin ein ſchlimmes Mädchen, Klaus. Verſchlafe die
köftliche Zeit.”
„Haſt ſicher gut geträumt?” fragte Klaus herzlich.
„Ja, Liebſter!” Tief atmeie ſie auf und ſah ihn offen und
ſtrahlend an. „Von dir, Klaus! Immer denk ich an dich und
ſehn” mich danach, daß ich für immer dein ſein darf, vor Gott und
den Menſchen. Ich habe dich ſo ſehr lieb, Klaus. Sage mir, daß
du bald wieder bei mir biſt.”
Innig drückte er ihre beiden Hände.
„Ich will nur dich, Liebſte, nie werde ich nach einer anderen
verlangen. Nur habe Geduld mit mir. Wenn ich dir ein Heim
bieten kann, und ſeis noch ſo klein, dann hole ich dich heim. Wenn
du meine Armut mit mir teilen willſt.”
Du machſt mich ſo reich, Liebſter.”
Und ſie umfing ihn und küßte ihn innig. Dann gingen ſie
in den Salon.
Bald ſaßen ſie zu viert fröhlich plaudernd beifammen, und
nicht nur Hannas Augen wurden immer glücklicher, ſondern auch
aus den Augen der älteren Frau ſprach eine herzliche Zuneigung
zu den beiden, Brüdern.
Sie fühlte, daß Hanna Klaus liebte mit allen Faſern ihres
ſtarken, aufrechten Herzens.
Die Eſchlers waren eine ruhige, freundliche Raſſe, die gute,
ſtille Frauen kannte, wenn aber einmal eine Eſchler den Mann
fand, dem ſie ſich wahlverwandt fühlte, dann war ſie eine
heiß=
liebende Frau, die gegen Himmel und Hölle für den geliebten
Mann kämpfte.
Auch Werner vergaß ſein Leid an dieſem Abend.
Als die Dämmerſtunde kam, ſangen ſie Lieder. Klaus
ver=
fügte über eine prächtige Baritonſtimme, die ſich Hannas dunklem
Sopran gut anpaßte.
Frau Eſchler=Hochheim ſpielte Klavier.
Alte Volkslieder ſangen ſie.
Als ſie das ſchöne Lied „Morgen muß ich fort von hier”
ſangen, brach Hannas Stimme jäh ab.
Die alte Frau unterbrach das Spiel. „Was haſt du Kind?”
„Nichts, nichts, Tante. Spiel ruhig weiter.”
Sie ſangen das Lied zu Ende. Dann trat der Diener ein
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hauſen—Gräfenhauſen liegt bei dem
Poſt=
amt in Darmſtadt 2 auf die Dauer von
(7677
4 Wochen aus.
Darmſtadt, den 19. Mai 1926.
Telegraphenbauamt.
Faſelviehverkauf.
Die Gemeinde Groß=Zimmern bringt
am Dienstag, den 25. ds. Mts.,
nachmittags 3 Uhr, im hieſigen
Rat=
hausſaal einen zur Zucht untauglichen,
in gutem Ernährungszuſtande befindlichen
Faſelochſen
im Wege der öffentlichen Submiſſion
zum Verkauf. Die Gebote müſſen auf
das Pfund Lebendgewicht lauten
und ſind bis zum genannten Termin bei
der unterzeichneten Stelle einzureichen,
woſelbſt auch die Verkaufsbedingungen
eingeſehen werden können. (7637
Groß=Zimmern, den 18. Mai 1926.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Groß=8immern.
Brücher.
Am Freitag, den 21. Mai 1926,
nachm. 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
Verſteigerungslokale Hügelſtr. 27
nach=
ſtehende Gegenſtände öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
(7684
1 Büfett, 1 Spiegel mit Goldrahmen,
2 Etageren, 1 Marmoruhr, 2
Lampen=
tiſchchen, 6 Lederſtühle, 1
Damen=
ſchreibtiſch, 1 Vertiko, 5. Hobelbänke,
6 Fournierbänke, 7 Feſtmeter Holz, 2
Schreibmaſchinen (Adler), 5
Schreib=
tiſche, 1 Schreibtiſchſeſſel, 1 Automobil
(„Steyr”), 1 Tauchlötofen für
Oelfeue=
rung, 6—700 Meter Stahlrohr, 1
Mo=
torrad („Zürtz=Rekord:), 2
Schreib=
maſchinen (Ideal und Odoma), ein
Büfett, 1 Warenſchrank, 17 ſeid. Schals,
1 großer Spiegel mit Konſol, 1
Vi=
trine, 1 Motorrad („Flottweg?), ein
Pferd (Rotſchimmel, Stute), 1
Glas=
theken=Aufſatz, 2 große Ladentheken,
1 Chaiſelongue, 2 Schreibmaſchinen,
1Warentheke, 1 Bücherſchrank. 1 Büfet,
1 Diplomatſchreibtiſch, 1 Klavier, eine
Schreibmaſchine („Mignon”), 2 Kiſtchen
Dörrobſt, 1 Sofa, 1 Warenſchrank, ein
Ausziehtiſch, 4 Stühle, 60
Spazier=
ſtöcke, 60 Schirme, 1 Singer=
Näh=
maſchine, 1 Sofa, 2 elektr. Lampen,
10 Gaszuglampen.
Darmſtadt, den 19. Mai 1926.
Portner, Gerichtsvollzieher.
Verſteigerungs=Anzeige.
Am Freitag, den 21. Mai 1926,
nach=
mittags 3 Uhr, verſteigere ich im Zimmer
Nr. 9. der früheren Infanterie=Kaſerne,
Alexanderſtraße 22, part,, zwangsweiſe
(e13364
gegen Barzahlung:
1 Schreibmaſchine (Adler), 1
Krawatten=
nadel mit Japanperle, 2 Paar
Damen=
halbſchuhe, 1 Gasherd (4flamm.), ein
Grudeherd, 2 Stühle mit Rohrſitz, ein
Schreibtiſch mit Seſſel uud eine Partie
Beinwaren.
Ziegler, Steuerſekretär.
Am Freitag, 21. Mai, vorm. 10
Uhr, ſollen in meinem
Verſteigerungs=
lokale, Bleichſtraße 40, gepfändete
Ge=
genſtände aller Art zwaugsweiſe gegen
Barzahlung, verſteigert werden:
Verſch. Stand= u. Wanduhren, 72
Alu=
miniumtöpfe, 2 Motore, 1 Doppelflinte,
1 Kredenz, 2 Nähmaſchinen, 2
Herren=
u. 2 Damenräder, 1 Schreibmaſchine,
1 Grammophon mit 17 Platten ſowie
Möbel aller Art.
(7689
Ferner im Anſchluß
10 neue Fahrräder
auf freiwill. Anſtehen des Eigentümers.
Darmſtadt, den 20. Mai 1926.
Bender
Stellvertr. des Gerichts=Vollziehers
Jungermann in Darmſtadt.
Wasch=Hnzüce
Verſteigerung
Freitag, den 21. Mai,
vormit=
tags 9½, Uhr, verſteigere ich
Karlſtraße 20, 2. St.,
die nachverzeichneten, zur Konkursmaſſe
der Kommandit=Geſ. Kreiſel e co.
gehörigen Gegenſtände im Auftrage des
Konkursverwalters meiſtbietend gegen
Barzahlung:
(7673
1 Bücherſchrank, 2 Dipl.=
Schreib=
tiſche, 1 Schreibmſch.=Tiſch, eine
Partie Büroutenſilien, 1
Chaiſe=
lonque, 1 Deckenbeleuchtung, 2
große elektr. Lüſter, 1
Salonſteh=
lampe, 1 Zimmerteppich, verſch.
Gemälde u. and. Bilder,
Aufſtell=
ſachen, Vorhänge u. a. m.
Anzuſehen ½/, Stunde vorher.
Kapp, Verſteigerer,
Gerichtsvollzieher i. R., Mauerſtraße 11.
Am Freitag, den 21. Mai,
nach=
mittags 21, Uhr, verſteigere ich
Eliſa=
bethenſtraße 53, im Hofe, zwangsweiſe
meiſtbietend gegen Barzahlung: (7666
einen großen Poſten Schreibwaren
aller Art, Geſchäftsbücher und alle
Bürobedarfsartikel, 1 Büfett, 1
Bade=
ofen, 1 Badewanne, 1 Nähmaſchine
und 2 Kleiderſchränke.
Darmſtadt, den 19. Mai 1926.
Weinheimer,
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
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