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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iAuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 93/94
Samstag, den 3. April 4926.
189. Jahrgang
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Gewali, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
jede Verpflichtung auf Erfüllung der
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ufträge und Leiſt ung von Schadenerjatz. Bei
Kenkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bank und Darme
ſtädter 8 Nationalbank.
Der Reichsfinanzminiſter über
die zukünftige Entwicklung der
deutſchen Wirtſchaft.
Schwindende Kriſe. — Tiefpunkt überſchritten.
Reinigungsprozeß im allgemeinen beendet.
Wiedererwachtes Vertrauen.
Berlin, 3. April.
Reichsfinanzminiſter Dr. Reinhold hat dem Chefredakteur
des Wolff=Büros eine Unterredung gewährt, die den ganzen,
durch die Steuermilderungsaktion der Reichsregierung
aufge=
worfenen Fragenkomplex in einer Anzahl von Fragen und
Ant=
worten behandelt.
1. Wie war es möglich, trotz der entgegenſtehenden
Schwie=
rigkeiten, das Steuermilderungsgeſetz noch vor dem
1. April zu verabſchieden?
Antwort: Der Zweck, den die Reichsregierung mit dem
Steuermilderungsgeſetz verfolgt, war, unſerer ſchwer kämpfenden
Wirtſchaft eine ſofortige Erleichterung zu gewähren, um dadurch
mitzuteilen, die Kriſis, die ihren äußeren Ausdruck ja in der
Zahl von zwei Millionen Arbeitsloſen findet, ſo ſchnell wie
mög=
lich zu überwinden. Der angeſtrebte Erfolg wäre verhindert
worden, wenn aus den Vorſchlägen der Regierung nur der eine
oder andere — etwa die Fuſionsſteuer — vorausgenommen und
die Erledigung des ganzen Geſetzes bis zum Sommer verſchoben
worden wäre. Die Regierung mußte deshalb darauf beſtehen,
daß das Geſetz als ganzes behandelt wurde und ſie iſt dem
Reichstag wie dem Reichsrat zu großem Dank verpflichtet, daß
er durch beſchleunigte Behandlung der ſchwierigen Materie die
rechtzeitige Verabſchiedung ermöglicht hat.
2. Halten Sie die Abweichung von dem in Ihrer
Etats=
rede angekündigten Programm für notwendig?
Antwort! Neinl Wenigſtens nicht in dem Sinne, daß
dadurch die Grundidee des Geſetzes, wirtſchaftliche
Erleichterun=
gen zu ſchaffen, irgendwie verändert worden iſt. Wäre das
ge=
ſchehen, ſo hätte die Reichsregierung, die ja lediglich aus
wirt=
ſchaftlichen Gründen die Steuerſenkungen vorgeſchlagen hatte,
eine ſolche Aenderung des urſprünglichen Vorſchlags, der den
an=
geſtrebten Erfolg in Frage geſtellt hätte, unter keinen Umſtänden
annehmen können. Die Veränderungen waren lediglich die
Kon=
ſequenz der von der Mehrheit des Reichstags zur Behebung
der Notlage des deutſchen Weinbaus beſchloſſenen
Aufhebung der Weinſteuer und der notwendigen Mehrausgaben
auf dem Gebiet der ausgeſteuerten Erwerbsloſen. Das bedingte,
daß die Senkung der Umſatzſteuer nicht um 0,4
Pro=
zent, ſondern nur um 0,25 Prozent vorgenommen werden konnte,
da das Maß der Steuerſenkung ſelbſtverſtändlich dadurch
be=
ſtimmt war, daß das Gleichgewicht des Staatshaushalts
keines=
falls in Gefahr kommen darf. Ich perſönlich halte für die
Wirt=
ſchaft wie für die breite Maſſe der konſumierenden Bevölkerung
eine weitere Senkung der Umſatzſteuer für
außerordentlich erwünſcht, aber ſolange ich nicht mit
voller Sicherheit ſtberſehen kann, ob die infolge der
Wirtſchafts=
kriſe ſelbſtverſtändlich ſtark zurückgegangenen Steuereinnahmen
ſich wieder in dem Maße heben, daß ſie zur Deckung der
notwen=
digen Ausgaben — insbeſondere für das ſchwere Jahr 1927 —
unbedingt ausreichen, muß das Ziel weiterer Steuerſenkungen
zurückgeſtellt werden.
3. Wie iſt es möglich, trotz des Ausfalls von zicka 500
Millionen den Etat für 1926 zu balauzieren?
Antwort: Zunächſt iſt zur Deckung einmrlig: Ausgaben
— es ſei hier nur an die Reſtabwicklung der Kciegs= und
Liqui=
dationsgeſchädigten erinnert — der in dem urſprünglichen
Etat=
entwurf richt eingeſetzte Münzgewinnn von zirka 133
Millionen als Einnahme eingeſetzt worden. Weiterhin iſt
durch Erſparnismaßnahmen eine Verbeſſerung von
zirka 100 Millionen eingetreten; ſchließlich ſind die
Aus=
gaben des Extraordinariums, ſoweit ſie für werbende
Zwecke beſtimmt ſind, auf Anleihe genommen worden.
Dieſer meiner Anſicht nach geſunde und von der ganzen
Oeffent=
lichkeit, ſowie allen Reichstagsparteien anerkannte
finanzpoli=
tiſche Grundfatz, einmalige Inveſtitionen nicht aus laufenden
Steuern und Abgaben, ſondern aus Anleihen zu decken, ſoll auch
in Zukunft durchgeführt werden. Vorausſetzung dafür iſt
ſelbſt=
verſtändlich, daß der Markt für Auflegung von Reichsanleihen
oder Schatzwechſel aufnahmefähig iſt. Es wird infolgedeſſen, da
das Sparkapital in Deutſchland, das für ſolche Zwecke zur
Ver=
fügung ſteht, ſich nur allmählich wieder bildet, auch bei den
außerordentlichen Ausgaben, die durch Anleihen zu
decken ſind, in den nächſten Jahren die größte
Zurückhal=
tung geübt werden müſſen.
4. Welche Erzeugniſſe der deutſchen Wirtſchaft werden
durch Ihre Aktion unmittelbar verbilligt?
Antwort: Bei der durch den Kampf um den Abſatz
und die ſcharfe Konkurrenz erzwungenen genauen
Kalkulation muß auf die Dauer jede
Umſatzſteuer=
ermäßigung auf alle Waren preisbilligend
wirken, wenn auch ſelbſtverſtändlich dieſe Auswirkung erſt
all=
mählich eintreten wird. Sofort billiger werden alle bisher von
der ſogenannten Luxusſteuer betroffenen Gegenſtände, wobei aber
ausdrücklich bemierkt ſei, daß von der bisherigen 7,5prozentigen
Luxusſteuer auch ſer viele Artikel des täglichen Bedarfs, die mit
Luxus nichts zu tun haben, wie — um nur einige zu nennen —
keramiſche Artikel, Beleuchtungskörper, manche Möbel uſw.
betrof=
ſen waren. Gerade dieſe Aufhebung der Luxusſteuer
wird unſerer deutſchen Qualitätsarbeit einen
beſonderen Impuls geben und hier hat die
Steuermil=
derung bereits — es ſei nur an die Autoinduſtrie erinnert —
einen unleugbaren Erfolg in einer erheblichen Geſchäftsbelebung
gezeitigt. Weiterhin werden durch die Aufhebung der
Konſum=
ſteuern das Salz etwa um ein Drittel, der Wein um etwa ein
Sechſtel billiger.
5. Wie beurteilen Sie die Wirkung der Herabſetzung der
Vermögensſteuer?
Antwort: Der Ausfall des
Zahlungster=
mins vom 15. Mai für alle Vermögen wird eine
fühlbare Erleichterung ſchaffen, da durch dieſe
Maß=
regel vermieden wird, daß die Zahlungstermine für die
Ver=
mögensſteuer ſich in dieſem Jahr beſonders häufen. Dazu kommt
als beſonders erfreuliche Maßregel, daß für alle kleinen Vermögen
— insbeſondere für unſere ſo ſchwergeprüften Kleinrentner,
für den gewerblichen Mittelſtand und die deutſche
Bauern=
ſchaft — eine dauernde Herabſetzung der
Ver=
mögensſteuer, zum Teil bis auf die Hälfte des bisherigen
Betrages, ſtattfindet, eine Maßregel, die mir ſowohl aus
ſozia=
len, wie aus wirtſchaftlichen Gründen ſehr berechtigt erſcheint.
6. Wie beurteilen Sie die zukünftige Entwicklung der
deut=
ſchen Wirtſchaft?
Antwort: Ich bin mir bewußt, daß die ſchwere
Kri=
ſis, die wir durchgemacht haben, erſt langſam ſchwinden
wird und daß wir — genau wie England — noch auf längere
Zeit hinaus mit einer leider ſehr hohen Ziffer von Erwerbsloſen
zu rechnen haben werden. Trotzdem ich alſo durchaus eryſt in
die Zukunft ſehe, glaube ich doch, daß wir den Tiefpunkt
be=
reits überſchritten haben und daß die bedenklichſte
Er=
ſcheinung, das allgemeine Mißtrauen, das durch die
Zah=
lungsſtockungen bedingt war, zu ſchwinden beginnt, zumal der
meiner Anſicht nach notwendige Reinigungsprozeß im
großen und ganzen beendet zu ſein ſcheint. Dazu
kommt, daß das reichlichere und billigere Geld das Geſchäftsleben
in demſelben Maße anregt, wie das kaum erhältliche und
außer=
ordentlich teure Geld im Herbſt und Winter das Geſchäftsleben
beengt hat.
Wenn auch viele Induſtriezweige noch ſchwer
darniederlie=
gen, zeigt ſich in anderen doch eine unverkennbare Belebung und
ich glaube, daß das wiedererwachte Vertrauen, zu dem
nach allgemeiner Ueberzeugung ja auch die von der
Reichsregie=
rung vorgenommenen Steuererleichterungen beigetragen haben,
den deutſchen Arbeitswillen, der auch in der ſchwerſten Zeit
unge=
brochen geblieben iſt, neu geſtärkt hat. Zuſammenfaſſend möchte
ich meiner Ueberzeugung dahin Ausdruck geben, daß wir, wenn
keine unerwarteten inner= oder außenpolitiſchen Störungen
da-
zwiſchen kommen, der Entwicklung der nächſten Monate mit
Zu=
verſicht entgegenſehen können.
Deutſche Oſtern.
Von
Reichskanzler Dr. Luther.
Faſt iſt es ſchwer, zu den in der Ordnung des Jahres ſtets
wiederkehrenden Feſten geeignete Worte für das deutſche
Staats=
volk zu ſinden. Denn unſer Wiederaufſtieg vollzieht ſich viel
langſamer, als unſer Wünſchen es erſehnt. Die daraus für
unſer Volk entſtehende ſeeliſche Bedrückung wird noch dadurch
geſteigert, daß ein nicht geringer Teil des deutſchen Volbes immer
wieder dazu neigt, die Fortſchritte, die auf ſo manchen Gebieten
gemacht ſind und werden, überhaupt nicht zu ſehen oder doch für
belanglos zu erachten angeſichts des Vielen, das noch immer
unerfüllt iſt.
Gerade das Oſterfeſt lädt hier immer wieder zu ruhiger
Be=
ſinnung. Als Wahrzeichen für den Anfang des Frühlings zeigt
es uns, daß das organiſche Geſchehen der Welt nach dem
ſchein=
baren Tode des Winters ſich immer wieder zu Blüte und Frucht
entfaltet. Auch das Menſchen= und Völkerleben iſt ein Teil
ſolchen organiſchen Wachstums; nur daß in ihm der bewußte
Wille der handelnden Menſchen einen großen Teil an der
Kraft=
entfaltung hat.
Dieſer Wille kam nun freilich keine Wunder wirken nach der
Art des Gauklers, der in wenigen Minuten eine Blume
empor=
wachſen läßt. Er kann nur dann Erſprießliches erreichen, wenn
er die Alltagsarbeit nicht verſchmäht und bei rüſtigem
Voran=
ſchreiten den Boden der Wirklichkeit nicht verläßt. Bei ſolch
müh=
ſeligem Wege, auf dem imer wieder Hinderniſſe und Untiefen
liegen, kann die Kraft nur erhalten bleiben durch feſten Glauben
an die innere Berufung des deutſchen Volkes.
Der Glaube allein tuts nicht im politiſchen Leben, aber auch
das Arbeiten allein nicht. Drum ſei uns das Oſterfeſt eine
Mahnung dafür, durch tapfere nimmermüdewerdende Tat das
deutſche Leben zu bejahen.
Wer ſo handelt und denkt — dies iſt meine feſte
Ueberzeu=
gung — darf trotz allem, das uns drückt und bedrängt, klaren
Auges in die Zukunft ſchauen. Wer ſo das Leid der
Vergangen=
heit und Gegenwart trägt, der hilft die Grundlagen ſchaffen für
die deutſche Auferſtehung in der Zukunft
Die Möglichkeit eines Aufſtieges.
Von
Rudolf Eucken.
Der moderne Menſch ſucht in trüben Tagen meiſt einen Haltz
in der Ueberzeugung, die böſe Zeit werde bald vorübergehen
und dem Unwetter werde Sonnenſchein folgen; eine ſolche
Hoff=
nung dünkt unentbehrlich, um den Mut feſtzuhalten und die
wan=
kenden Kräfte anzuſpornen. Kein Geringerer als Kant hat dieſer
Ueberzeugung in folgenden Worten Ausdruck gegeben: „Ohne
die Hoffnung beſſerer Zeiten hätte eine ernſtliche Begier, etwas
dem allgemeinen Wohl Erſpießliches zu tun, nie das menſchliche
Herz erwärmt.” In Wahrheit durchdringt dieſe Ueberzeugung
als eine lebendige Macht die ganze Neuzeit, der
Fortſchritts=
gedanke iſt ein Hauptſtück ihres geiſtigen Beſitzes. Früheren
Zei=
ten war dieſer Gedanke keineswegs ſelbſtverſtändlich, er hatte eine
beſondere Quelle, er ſtammte aus der myſtiſch=religiöſen
Denk=
weiſe des Mittelalters und der Renaiſſance. Dieſe verſtand die
Welt als die Offenbarung des unendlichen Lebens der Gottheit,
das dem Menſchen nur durch eine unabläſſige Steigerung zugeht.
Die Welt galt als eine zeitliche „Entwicklung” deſſen, was bei
Gott „eingewickelt” in ewige Wahrheit wirkt und uns Menſchen
in ſicherem Zuge emporhebt. Die ältere Aufklärung hat ſich
die=
ſer Denkweiſe angeſchloſſen, ihr eine größere Klarheit gegeben,
aus ihr eine freudige Zuverſicht geſchöpft. „Der Kreaturen und
auch unſere Vollkommenheit beſteht in einem ungehinderten
ſtar=
ken Forttrieb zu neuen und neuen Vollkommenheiten” (Leibniz),
Aber im Verlauf des 18. Jahrhunderts verblich immer mehr dieſe
Begründung des Fortſchrittgedankens auf das göttliche Leben,
und er fand nunmehr ſeine Hauptſtütze in der politiſchen und
wirtſchaftlichen Arbeit, dieſe fühlte ſich damals in einem ſicheren
Fortſchritt begriffen. So der Optimismus der Lebensſtimmung,
der ſich vom 18. Jahrhundert bis in das 19. Jahrhundert erſtreckt.
Aber je mehr in ſeinem Verlauf die Verwicklungen wuchſen, deſto
größer wurden die Zweifel an einem allgemeinen Fortſchritt, es
erſchienen immer mehr Hemmungen, auch die rapide
Beſchleuni=
gung des Lebenstempos und die raſche Verſchiebung der
Lebens=
ziele machten viel Mühe und Sorge. Gewiß tritt fortwährend
Neues bei uns ein, und es ſind Fortſchritte an den einzelnen
Punkten mit Händen zu greifen, aber es iſt ausgemacht, daß dieſe
Fortſchritte einen Gewinn im Ganzen des Lebens bedeuten, daß
der Verlauf der Zeit uns glücklicher, kräftiger, beſſer macht?
Er=
zeugt nicht der raſche Wechſel der Beſtrebungen, der uns heute
einnimmt, das Hängen am bloßen Augenblick ſchließlich eine ſtarke
Ermüdung und ſtumpfe Gleichgültigkeit, und verſpüren wir nicht
ſchon jetzt manche Zeichen geiſtigen Sinkens?
So wäre wohl ein feſterer Halt zu ſuchen, als ein
frei=
ſchwebender Fortſchrittsgedanke ihn ausübt; um einen ſolchen
Halt zu finden, müſſen wir uns aber auf die tiefſten Fragen des
Wertes des Lebens beſinnen, wie die Erfahrungen ſie uns
namentlich in den großen Weltreligionen vorhalten. Es bedarf
hier insbeſondere einer prinzipiellen Entſcheidung; können wir
das Leben, wie es uns unmittelbar umgibt, unbedingt bejahen,
oder tut eine gründliche Umwandlung not, und in welcher
Rich=
tung ſollen wir eine ſolche ſuchen? Es ſcheiden ſich dabei deutlich
eine öſtliche und eine weſtliche, die indiſche und die chriſtliche
Denkweiſe. Gemeinſam iſt beiden ein tiefer Ernſt und die
un=
umwundene Anerkennung ſchwerer Verwicklungen im Weltſtande;
aber verſchieden iſt die nähere Faſſung des Problems, und
ver=
ſchieden ſind auch die Hilfen, welche ſie dem Menſchen im
Lebens=
kampf gewähren. Die indiſche Denkweiſe findet den
Ausgangs=
punkt ihrer Ueberzeugung in der Flüchtigkeit und Nichtigkeit des
Daſeins, ſie ſieht einen gewaltigen Irrtum darin, an dieſe Welt
des Scheines das Streben zu hängen; nur die Wendung zu der
ewigen Einheit und Ruhe kann uns von dieſer Scheinwelt
be=
freien. Noch ſchärfer ſpitzt der Buddhismus das Lebensproblem
zu, indem er die Wurzel der Irrung in dem unbegrenzten
Lebens=
drange entdeckt, in dem „verächtlichen Durſt, der die Macht über
die Welt hat”. Nur eine radikale Brechung dieſes niedrigen
Lebensdurſtes verſpricht eine Befreiung von den Nöten, ſie
er=
zeugt eine völlige Ruhe und Stille, eine Gleichgültigkeit gegen
alles, was den Menſchen in Leid und Liebe aufregt; alsdann
fällt alles Leid vom Menſchen ab, wie die Tautropſen von der
Lotosblume, weltüberlegene Gelaſſenheit, ſtrenge Sammlung des
Weſens, voller Gleichmut auch gegen die ſchwerſten Erlebniſfe
gewähren ein echtes Glück.
Der Weſten ſtellt dieſer Ueberzeugung ein anderes
Lebens=
ideal gegenüber, wie namentlich das Chriſtentum es verkörpert.
Dieſes findet die Wurzel der Verwicklung nicht in dem Schein
und dem Irrtum, ſondern in der ethiſchen Verkehrung, in der
Macht des Böſen. Hier ſcheint ein ungeheuerer Zwieſpalt
vor=
zuliegen, der das Leben bei ſich ſelbſt zerreißt und das Streben
ſeinen wahren Zwecken entfremdet. Die Zerrüttung durch dieſen
Zwieſpalt ſcheint viel zu tief, als daß der Menſch ſie aus eigenem
Vermögen überwinden könnte; ſo kann nur der rettende und
umwälzende Wille der Gottheit eine Rettung bringen, er
voll=
zieht das durch das Schaffen eines neuen, von der Verwicklung
unberührten Lebens, durch eine geiſtige Wiedergeburt. Notwendig
iſt ein „Stirb und Werde!‟ Durch ſchwerſte Erſchütterung
hin=
durch kann Liebe und Glaube eine durchgreifende Wendung
voll=
ziehen, können urſprüngliche Kräfte aus dem Verhältnis zur
all=
umfaſſenden Einheit entſpringen, und läßt ſich auf dieſem
neu=
geſchaffenen Grunde ein mutiger Kampf gegen das Böſe im
Welt=
ſtande, in den menſchlichen Verhältniſſen, in der eigenen Seele
unternehmen; hier wird ein Heroismus der Geſinnung möglich,
der auch durch Leid und Schmerz hindurch innerlich wächſt. So
von einem überlegenen Weltwillen getragen, vermag der Menſch
einen frohen Lebensmut zu ſchöpfen, das Ganze des gehobenen
Lebens zu bejahen, zuverſichtlich einen Aufſtieg auch im
menſch=
lichen Bereich wagen. Das alles atmet einen anderen Geiſt, als
er den Buddhismus durchdringt. So gewiß dieſer eine
unbeſtreit=
bare Größe in der Ueberwindung des niederen Lebenstriebes
beſitzt, das Chriſtentum iſt größer, weil es durch das Nein
hin=
durch zum Auſbau eines Ja fortſchreitet und dabei friſche Kräfte
einſetzt. Das iſt die tiefſte Wurzel des Oſtergedankens mit ſeinem
Auferſtehungsgedanken, er durchdringt über alle konfeſſionelle
Faſ=
ſung hinaus als ein höherer Lebensglaube alles echte Streben
der Menſchheit. Und auf einen ſolchen weſenhaften Lebens= und
Erneuerungsglauben, auf eine ſolche geiſtige Erhöhung muß auch
Seite 2
Samstag, den 3. April 1926
Nummer 93 94
unſere ſchwankende Zeit ihr Vertrauen ſetzen und darin einen
feſten Halt ſuchen. Darüber aber kann kein Zweifel ſein, daß nur
eine innere Erneuerung des Menſchen vom Ganzen her den
Ver=
wicklungen dieſer zerriſſenen Zeit gewachſen iſt; nur das
Ver=
trauen auf das Walten eines überlegenen Weltwillens kann uns
einen freudigen Oſterglauben einflößen.
Ein ſolcher Auferſtehungsglaube findet auch in den
welt=
geſchichtlichen Erfahrungen unſeres deutſchen Volkes eine
will=
kommene Beſtätigung und Kräftigung. Das deutſche Leben hat
nach furchtbaren Erſchütterungen — denken wir nur an den
Dreißigjährigen Krieg — immer wieder den Mut und die Kraft
zu neuen Aufgaben gefunden, es hat ſie aber nur gefunden, weil
überlegene geiſtige Zuſammenhänge ihm die Kraft verliehen
haben, allen Widerſtänden zu trotzen und unbeirrt den Weg zur
Höhe zu verfolgen. An der Steigerungsfähigkeit des Lebens
hängt auch für das deutſche Volk alle Zukunft und alles Gelingen.
Aber dieſe Steigerungsfähigkeit läßt ſich nur begründen, wenn in
Erhebung über die gegenwärtigen Nöte die ganze Tiefe unſeres
Weſens aufgerüttelt und unſere Kräfte energiſch konzentriert
werden, und wenn eine Verbindung unſeres Strebens mit den
ſchaffenden Mächten des Weltalls in einem zuverſichtlichen
Auf=
erſtehungsglauben gewonnen wird.
Der deutſch=franzöſiſche
Handelsvertrag.
Das Zuſatzabkommen.
* Berlin, 3. April. (Priv.=Tel.)
In Paris iſt ein Zuſatzabkommen geſchloſſen worden zu dem
Ablommen vom 12. Februar über die Einfuhr von
fran=
zöſiſchem Frühgemüſe. Es war bisher nicht möglich,
an Berliner amtlicher Stelle über den Inhalt des Abkommens
irgend etwas zu erfahren, da Miniſterialdirektor Poſſe erſt am
Samstag vormittag in Berlin eingetroffen iſt. Man nimmt aber
an, daß das Kontingent für franzöſiſches Frühgemüſe und Obſt,
das im Februar mit 77000 Zeutnern feſtgeſetzt und ſchon nach
drei Tagen ausgeſchöpft war, erhöht worden iſt, um für
Deutſch=
land auf induſtriellem Gebiete weitere Zugeſtändniſſe zu erhalten,
da die Einfuhr der Deutſchland damals zugebilligten
Kompen=
ſationsartikel jetzt erſt zu laufen begonnen hat.
Die deutſche Wirtſchaftsdelegation gibt
folgen=
des mit der Gegenſeite vereinbartes Communigus bekannt:
Die Präſidenten der beiden Delegationen, die mit der
Fortfüh=
rung der Handelsvertragsverhandlungen zwiſchen Frankreich und
Deutſchland beauftragt ſind, haben ſich über den Text des
Ent=
wurfs eines Zuſatzabkommens zu dem Abkommen vom 12.
Fe=
bruar 1926 geeinigt und beſchloſſen, es beſchleunigt ihren
Regie=
rungen zur Annahme vorzulegen. Der Inhalt der Abmachungen
wird, wie das Communiqus zum Schluß ſagt, erſt nach Annahme
durch die beiden Regierungen bekannt gegeben werden; jedoch
iſt nach Meldungen franzöſiſcher Blätter, die in den letzten Tagen
wiederholt von Vorſtellungen ſüdfranzöſiſcher Intereſſenten im
Handelsminiſterium zu berichten wußten, anzunehmen, daß in
dem neuen Abkommen die Frage der franzöſiſchen
Gemüſeaus=
fuhr nach Deutſchland geregelt wird. — Bekanntlich war das in
dem Abkommen vom 12. Februar feſtgeſetzte Kontingent von
77 000 Doppelzentner bereits Ende des vergangenen Monats
er=
ſchöpft, und der Führer der franzöſiſchen Handelsdelegation,
Ser=
ruys, hatte die Aufnahme neuer Verhandlungen in dieſer Frage
angekündigt.
Die Moſſulfrage.
Vor einer Einigung?
EP. Konſtantinppel, 3. April.
Die der Regierung naheſtehende Zeitung „Millijé”
veröffent=
licht ein Telegramm aus London, wonach dort drei
Löſun=
gen für die Moſſulfrage geprüft würden. Die erſte
ſchlage eine Allianz zwiſchen dem Frak und der
Tür=
kei mit einer Garantie des ſtrittigen Gebiets durch England
vor, die zweite die Abtretung eines 50 bis 100
Kilo=
meter breiten Gebietsſtreifens nördlich von Moſſul
an die Türkei und die Gewährung gewiſſer
wirt=
ſchaftlicher Konzeſſionen im Irak, und die dritte
ſchließlich die Proklamation von Moſſul als
neu=
trale entmilitariſierte Zone, die weder der Türkei
noch dem Frak gehören würde. Der Abgeordnete Mahmud Bey Generalſekretär der Auswärtigen Angelegenheiten ernannt. Graf
veröffentlicht in derſelben Zeitung einen Artikel, worin er von
der Möglichkeit einer baldigen Einigung in der Moſſulfrage ſpricht.
* Michgel Georg Conrad.
Zum 80. Geburtstag am 5. April.
Von Dr. F. Ernſt.
Auf einer Schriftſtellertagung in Darmſtadt, die im Jahre
1883 ſtattfand, erhob ſich ein gewiſſer Michael Georg Conrad, der
bisher ſchon durch begeiſterte Aufſätze über Emile Zola im der
„Frankfurter Zeitung” unliebſames Aufſehen erregt hatte, und
machte durch einen Trinkſpruch ſich noch unliebſamer bemerkbar.
Der hochgewachſene Mann erklärte den verſammelten Größen
ohne Umſchweife den Krieg, er ſagte, daß außer ein paar guten
Romanen und Erzählungen von Keller, Meyer, Freytag, Fontane
und Raabe mit der ganzen deutſchen Literatur nichts los ſei,
Europa kümmere ſich nicht mehr darum, „wir haben uns von
Ruſſen, Skandinaviern und Franzmännern in eine Situation
drängen laſſen, die für ein Geiſtesvolk großen Stils einfach
er=
barmungswürdig iſt; prüde und pedantiſch, akademiſch und ledern
— ſeit wann iſt das gut deutſch und gut künſtleriſch?"
Damals gärte die Moderne, ein Jahr ſpäter erſchienen die
„modernen Dichtercharaktere” und am erſten Januar 1885 das
erſte Heft der Zeitſchrift, für welche die Darmſtädter Rede die
Faufare geweſen war: „Die Geſellſchaft, realiſtiſche Wochenſchrift
für Literatur, Kunſt und öffentliches Leben.” Michael Georg
Conrad war zunächſt Verleger, Herausgeber und teilweiſe auch
Verfaſſer in einer Perſon. „Unſere Geſellſchaft” bezweckt die
Emanzipation der periodiſchen, ſchöngeiſtigen Literatur und
Kritik von der Tyrannei der höheren Töchter und der alten
Weiber beiderlei Geſchlechtes; ſie will mit jener geiſt= und
freiheit=
mörderiſchen Verwechſlung von Familie und Kinderſtube
auf=
räumen, wie ſolche durch den journaliſtiſchen Induſtrialismus,
der nur auf Abonnentenfang ausgeht, zum größten Schaden
unſerer nationalen Literatur und Kunſt bei uns landläufig
ge=
wvorden. Wir wollen die von der ſpekulativen Rückſichtsnehmerei
auf den ſchöngeiſtigen Duſel, auf die gefühlvollen
Lieblingstor=
heiten und moraliſchen Vorurteile, der ſogenannten „Familie‟
(im weibiſchen Sinne) arg gefährdeten Mannhaftigkeit und
Tap=
ferkeit im Erkennen, Dichten und Kritiſieren wieder zu Ehren
bringen.” Und ſo ging es weiter in einer uns Heutigen
merk=
würdigen Miſchung von „Vaterland” und „Roter Fahne‟. In
der Folge aber zeigte ſich die Zeitſchrift beſſer als ihre
Ankün=
digung, Mitarbeiter waren Avenarius, Bierbaum, Conradi, von
Lilieneron, Falcke, Hartleben, Kröger, Halbe, Hauptmann, deſſen
„Bahnwärter Thiel” dort erſchien, Holz, Schlaf, Wolzogen,
Lien=
hardt, Bleibtreu, Makay, von Reber, Alberta von Puttkammer,
Walloth, Kirchbach und viele andere, welche die Welle der Zeit
teils gehoben, teils verſchlungen hat. Im Ganzen mehr Kritik,
Vom Tage.
Der Reichsarbeitsminiſter hat den Schiedsſpruch in der
Lohn=
frage für die Rhein=Reedereien für verbindlich erklärt,
Der „Vorwärts” veröffentlicht einen an die Arbeiterſchaft der
Welt gerichteten Aufruf des Internationalen Gewerkſchaftsbundes,
in dem die gefamte Arbeiterklaſſe aufgefordert wird, am 1. Mai zu
de=
monſtrieren für den Achtſtundentag, für das Mitbeſtimmungsrecht in der
Induſtrie und für einen dauernden Weltfrieden.
Der öſterreichiſche Bundespräſident Hainiſch hat dem
deutſchen Geſandten in Wien Pfeiffer das Großkreuz ſich dabei in erſter Linie darum, den Charakter der
Stu=
des öſterreichiſchen Ehrenzeichens verliehen.
Zwiſchen dem tſchechoſlowakiſchen Miniſterium für
natio=
einer nationalen Verteidigungsanleihe in Höhe von
8,8 Milliarden Kronen vereinbart. Es handelt ſich hierbei um einen
Rüſtungsinpeſtitionskredit.
Die franzöſiſche Kammer hat geſtern die Vorlage, die die
Re=
gierung ermächtigt, die Einfuhrzölle um höchſtens 30
Pro=
zent zu erhöhen, mit 311 gegen 30 Stimmen angenommen.
Die Vorſtände der franzöſiſchen Kammerfraktionen berieten
über das Arbeitsprogramm der Kammer und beſchloſſen, daß nach
Er=
ledigung der Steuergeſetze die Kammer ſich bis zum 8. April
vertagen ſoll, um zu dieſem Zeitpunkt die eigentliche Beratung
vor=
zunehmen, die gegen den 20. April beendet ſein ſoll.
Die engliſche Regierung hat eine beſondere Denkſchrift
zur Völkerbundfrage ausgearbeitet, in der ſie von der
Voraus=
ſetzung ausgeht, daß der Völkerbund eine zweite moraliſche Niederlage
nach Art der Märzvorgänge nicht überleben würde, und in der ſie
prak=
tiſche Vorſchläge für eine Löſung der Kriſe macht.
Der rumäniſche Miniſterpräſident Avareseu fordert
in einem Aufruf die ordnungsliebenden Elemente der Bevölkerung von
Numänien auf, ihn zu unterſtützen.
In der jugoflawiſchen Regierungskriſe lehnt es der
Miniſterpräſident nach wie vor ab, der Raditſch=Partei irgend welche
Konzeſſionen zu machen. Man rechnet mit dem ſicheren Rücktritt des
Kabinetts.
Der Gouverneur von Nom hat angeordnet, daß am
Kar=
ſamstag, wenn die Kirchenglocken zur Auferſtehung läuten, zum erſten
Male wieder die Glocken des Kapitols geläutet
werden.
Nach einer Meldung aus Peking ſoll Peking zu einer
neutra=
len Stadt erklärt werden. Die nationalen Truppen werden Peking
räumen und durch eine Militärpolizei uuter Zivilkommando erſetzt
werden.
Nach Berichten aus Tanger befinden ſich zur Zeit drei
Friedens=
unterhändler AbdelKrims auf dem Wege.
Nach in London vorliegenden Meldungen glaubt man, daß
Argen=
tinien die Einladung des Völkerbundes zur Entſendung
eines Delegierten in die Verfaſſungskommiſſion des Völkerbundes
an=
nehmen wird, da Präſident de Albear dies empfohlen habe.
Der neue itglieniſche
eralſekretär des Auswärtigen
Graf Bordonaro, der bisherige italieniſche Botſchafter in
Oeſterreich, wurde als Nachfolger des Senators Contarini zum
Bordonaros Ernennung wird als ein Zeichen für die Wandlung
der italieniſchen Außenpolitik aufgefaßt.
wie Kunſt, mehr Lyrik, wie Epik, am allerwenigſten Dramatik,
obwohl ſogar Hauptmanns „Vor Sonnenaufgang” dem Dichter
von der Redaktion zurückgeſchickt wurde.
Michael Georg Conrad, der heute ſeinen achtzigſten
Geburts=
tag feiern kann, war als junger Schriftſteller jahrelang in Paris
geweſen, und das wurde ihm von ſeinen Gegnern zum Vorwurf
gemacht, man ſagte, er wirke gegen Deutſchland für franzöſiſches
Weſen, franzöſiſche Dichtung, franzöſiſche Malerei. Heute ſehen
wir, wie unrichtig dies war. Das Verarbeiten, das
Nieder=
kämpfen des ſtarken franzöſiſchen Einfluſſes in der deutſchen
Seele iſt ſein eigentliches Problem geweſen, das Problem ſeiner
zahlreichen Kritiken, das Problem ſeiner erſten künſtleriſchen
Ar=
beiten. „Lutetias Töchter” hieß ſeine erſte Novellenſammlung,
die in wechſelnder Beleuchtung deutſche Männer franzöſiſche
Frauen erleben läßt. Als die Geſellſchaft blühte, kam Conrads
Roman „Was die Jſar rauſcht” ans Tageslicht, dem ſpäter als
zweiter und dritter Teil „Die klugen Jungfrauen und „Die
Beichte des Narren” folgten. Ein Münchener Roman, eigentlich
kein Roman, ſondern eine Fülle von Skizzen, dem Leben friſch
nachgebildet, eine ewige Melodie von Stimmungen, Erlebniſſen,
Szenen. Und doch, lebt nicht das München von 1890 darin,
leben nicht in den weit ausgeſpannten Leitartikeln über Moral,
Kunſt und politiſche Fragen unſere erregenden Streitabende im
„Kaffee Luitpold”? Sicher iſt Waſſermann klüger und
konſtruk=
tiver; deutſcher im Wollen, in verworrener Gefühlsſtärke und
dunkelem Aufſchwung war Michael Georg Conrad. „In
pur=
purner Finſternis”, ein Roman aus dem Jahr 3000 und „
Maje=
ſtät”, ein König=Ludwig=Roman, zeigen den Dichter geſchloſſener,
ausgeglichener, künſtleriſcher.
Gar nicht zu berechnen iſt Michael Georg Conrads Bedeutung
als Anreger. Alle jungen, aufſtrebenden Kunſtgeiſter flüchteten
ſich zu ihm, für alle hatte er das richtige Wort, bremſte, wenn er
kein Heil ſah, ermahnte, wo er Irrwege bemerkte, und wo er den
Funken glühen ſah, blies er in die Flamme. Da ſaß man in
ſeiner Stube, während nebenan ſeine Gattin, die geniale Frau
Conrad=Remlo dramatiſchen Unterricht erteilte und die
gewaltig=
ſten Verſe der Medea in dem beſchränkten Raum ſich verfingen,
und horchte auf ihn, wie auf einen wirklichen, echten Lehrer.
Und freute ſich zugleich an dieſer wie aus ſchwediſchem Granit
gehauenen Perſönlichkeit, die ſo muskulös mit allem umſprang,
was man zu verehren und hochzuhalten gewohnt war.
Und unvergeßlich ein anderes Bild, das ich zufällig ſah: wie
dieſer faſt zwei Meter hohe Recke, dieſer bajuvariſche Donnerer
gebückt und mit kleinen Schrittchen durch die Kaufungerſtraße
kam, gebückt, weil er mit einer kindlichen Gebärde ſorgſam und
vorſichtig an ſeinem Arme ein kleines Bauernfrauchen im
Kopf=
tuche geleitete — ſeine Mutter.
Die Genfer Studienkommiſſion.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Der Reichsaußenminiſter hat am Freitag, programmgemäß
ſeine Reiſe nach der Südſchweiz angetreten. Er rechnet damit,
daß er etwa 14 Tage wegbleiben wird, woraus man eigentlich
ſchließen kann, daß die diplomatiſche Fühlungnahme, die mit den
Ententeſtaaten eingeleitet iſt, ſolange dauern wird. Es handelt
dienkommiſſion feſtzulegen, die wahrſcheinlich rein
theoretiſch=ſtaatsrechtlicher Art ſein wird. Sie kann aber auch
nale Verteidigung und dem Finanzminiſterium wurde die Auflegung ausgeſprochen politiſche Natur haben. Vermutlich
wird das Letztere der Fall ſein, denn die Studienkommiſſion
wird ſich nicht darauf beſchränken, auf ein Gutachten
abzu=
kommen, worin grundſätzlich die Erweiterung des
Völkerbunds=
rates für nützlich erklärt wird. Sie wird vielmehr wahrſcheinlich
den Umfang der Erweiterung durch ſtändige und nichtſtändige
Mitglieder beſtimmen wollen und möglicherweiſe auch ſchon
be=
ſtimmte Vorſchläge, zum mindeſten der ſtändigen Mitglieder,
machen. Es könnte geſchehen, daß Deutſchland ſich hierbei einer
geſchloſſenen Mehrheit der Ratsmitglieder gegenüberſieht. Das
gilt es zu vermeiden.
Deswegen muß darüber hinaus auch die Stellung feſtgelegt
werden, die Deutſchland innerhalb der Kommiſſion einnimmt,
denn vorderhand beſteht immer noch als Richtlinie für unſere
Außenpolitik die Erklärung, die der Reichskanzler in Hamburg
abgegeben hat, daß wir zunächſt allein in den Völkerbund
auf=
genommen und dann nachher die übrigen Beſchlüſſe gefaßt
wer=
den. Durch das Verſchieben unſerer Aufnahme bis zum Herbſt
werden natürlich die Ereigniſſe ſtark zuſammengedrängt.
Immer=
hin, das Prinzip beſteht wohl auch noch weiterhin zu Recht,
wäh=
rend auf der Gegenfeite, ſcheinbar wenigſtens, die Neigung
her=
vortritt, uns mit Polen zuſammenzukoppeln. Sonſt wäre es auch
nicht recht verſtändlich, warum Polen in die
Aufnahmekommiſ=
ſion gewählt wurde, die außer den Ratsmitgliedern nur
Anwär=
ter umfaßt, während von den Staaten, die grundſätzlich der
Er=
weiterung des Rates widerſprechen, keiner in die Kommiſſion
gewählt wurde. In politiſchen Kreiſen nimmt man an, daß die
offizielle Sondierung über all dieſe Fragen erſt in der
kommen=
den Woche beginnt, daß infolgedeſſen auch einige Zeit vergehen
wird, Eis die Antwort vorliegt, die dann wieder die Grundlage
für die weitere Entſchließung des Reichskabinetts bilden ſoll.
Boiſchafter v. Hoeſch bei Briand.
EP. Paris, 3. April.
Der deutſche Botſchafter v. Hoeſch wurde geſtern
nachmit=
tag von Briand empfangen und beſprach mit ihm alle
gegenwärtig die beiden Länder gemeinſam intereſſierenden
Fra=
gen, tor allem auch den Stand der Luftfahrtverhandlungen.
Ueber die geſtrige Underredung des deutſchen Botſchafters von
Hoeſch mit Briand, der alsdann eine Unterredung des
franzöſi=
ſchen Miniſterpräſidenten wit dem engliſchen Botſchafter Crewe
ſolgte, glaubt der Matin berichten zu können, der deutſche
Bot=
ſchafter habe Briand muitgeteilt, Außenminiſter Dr. Streſemann
wünſche Aufklärung über die Zuſammenſetzung der Konumiſſion
zu erhalten, die in Genf ſich mit dem Plan der Ausdehnung des
Völkerbundsrats beſchäftigen ſoll. Die Wilhelmſtraße ſoll nach
dem Matin beſonders darauf halten, daß die Befugniſſe der
deut=
ſchen Delegierten, die an den Arbeiten der Kommiſſion in Genf
teilwehmen, klar umriſſen werden. Auch möchte die Wilhelmſtraße,
wenn möglich, über die Haltung unterrichtet ſein, die Frankreich
und Englang hinſichtlich der Kandidaturen von Spanien und
Braſilien im Völkerbundsrat einnehmen werden. Ueber die
gleichen Fragen habe dann Briand mit Crewe verhandelt. Die
damit eingeleiteten Verhandlungen würden nach den
Oſterferien=
auf gleichem diplomatiſchen Wege fortgeſetzt werden.
Ein Grenzzwiſchenfall im Jrak.
w. London, 3. April.
Britiſche Tanks traten geſtern vormittag an der Grenze
zwiſchen Syrien und dem Frakgebiet in Aktion, als große
ſyriſch=
arabiſche Stämme einen Stamm des Jrakgebietes angriffen, denr
die Verteidigung eines Grenzpoſtens oblag. Der Feind
über=
ſchritt mit 2000 Mann die Grenze des Frak. Die engliſchen
Verteidiger fügten dem eindringenden Feind ſchwere
Ver=
luſte zu. Als dann Flugzeuge erſchienen, ſloh der Feind
unter Zurücklaſſung von 45 Toten. Die Zahl ſeiner
Verwun=
deten iſt nicht bekannt. Vor dem Eingreifen der britiſchen
Streit=
kräfte hatte der britiſche Offizier Anweiſung gegeben, die
Frak=
ſtämme des Scheichs Habil von der Eröffnung von
Feindſelig=
keiten und der Verfolgung der Angreifer über die Grenze des
Frakgebietes hinaus zurückzuhalten.
Paſſionsaufführung in der Stadtkirche.
F. N. Die Karfreitagsaufführung des Kirchengeſangvereins
in der Stadtkirche erregte in dieſem Jahre ganz beſonderes
In=
tereſſe dadurch, daß Wilhelm Borngäſſer es zum erſten Male
verſucht hatte, und zwar mit größtem Erfolg, eine Paſſion von
Schütz ohne jedes begleitende Inſtrument aufzuführen. Mag
auch für manchen Hörer dieſer Umſtand vielleicht befremdend
gewirkt haben, weil wir es kaum gewohnt ſind, längere Zeit einer
unbegleiteten Soloſtimme zuzuhören, ſo tritt doch der ſchlichte
liturgiſch: Charakter der Schütz’ſchen Paſſion in dieſer ihrer
Ori=
ginalgeſtalt weit mehr in den Vordergrund, als in der
Bearbei=
tung mit Orgelbegleitung durch Arnold Mendelsſohn, durch die
überhaupt erſt wieder Schütz unſeren Vereinen zugänglich
ge=
macht wurde. Von allen Paſſionen des Meiſters iſt die nach dem
Evangeliſten Johannes die düſterſte, weil in ihr die alte
phry=
giſche Kirchentonart mit den charakteriſtiſchen Halbtonſchritten
über dem Grundton und der Quinte ſowohl für die Sologeſänge
als auch für die Chöre verwendet wird, Und gerade das Weſeit
dieſer Tonart widerſtrebt moderner Harmoniſierung am
aller=
ſtärkſten. Was bei der heutigen Aufführung beſonders
über=
raſchte, war, daß Schütz, dem Zug ſeiner Zeit folgend, ſich
un=
endlich ſtark von der Sprachmelodie beeinfluſſen läßt und darin
für ſeine Zeit und ihren Stil wahre Vollkommenheit erreicht,
Der ſchlicht erzählende Evangeliſt, der hier und da durch
melo=
diſchen Ausdruck beſondere Anteilnahme verrät, ſteht in ſtarkem
Gegenſatz zu Jeſus, deſſen Worte mit einer Würde vertont ſind,
die ihn ganz weltabgewandt erſcheinen laſſen und zu Pilatus,
der mit beſonderer Vorliebe und ſehr lebhaftem Ausdruck bedacht
iſt. Die dramatiſchen Chöre ſind von der Lebhaftigkeit und
Pla=
ſtik, die Schütz ſtets auszeichnet, und oft geradezu genial
dekla=
miert. Ein Wort noch über die eingefügten Choräle. Während
bei einer Aufführung mit Orgelbegleitung es nicht ſchwierig iſt,
für den Choral eine etwas andere Tonart zu intonieren, ſo
wirkt dies bei einer unbegleiteten Aufführung leicht ſtörend. Man
ſollte darum ſehr vorſichtig ſein, in welcher Tonart die Choräle
geſungen werden. Außerdem ſchienen uns gegenüber der faſt
beiſpielloſen Heibheit der Paſſion manche der Sätze
unverhält=
nismäßig weich in der Harmonie,
Die Wiedergabe des herrlichen Werkes gelang ausgezeichnet.
Borngäſſer hatte die Chöre aufs ſorgfältigſte einſtudiert und
wachte mit großem Erfolg darüber, daß bei längeren Soloſtellen
ſich die Intonation nicht veränderte. Ihn unterſtützte in
hervor=
ragender Weiſe Guſtav Deharde, der den Evangeliſten mit
ſchlichtem, zu Herzen gehendem Ausdruck ſang und ſich dabei trotz
dramatiſcher Deklamation doch einigermaßen an den Lektionston
Samstag, den 3. Nrril 924
Seite 3
RM Ruh des franzöfiſchen Franfen.
Briand: „Ich glaube, meine Herren, wir müßten doch einen deutſchen Spezialiſten konſultieren!“
Nummer 93/94
Gegenſätze zwiſchen England und Frankreich.
* Berlin, 3. April. (Priv.=Tel.)
Nachdem der Zuſammentritt der vorbereitenden Kommiſſion
für die Abrüſtungskonferenz vom Völkerbund auf den 18. Mai
feſtgeſetzt worden iſt, iſt die Frage der Abrüſtung
neuer=
dings in den Vordergrund des öffentlichen
In=
tereſſes gerückt. Nicht nur die zuſtändigen Stellen der an
dem Problem hauptbeteiligten Staaten haben eine intenſive
Tätigkeit entfaltet und zum Teil bereits beſondere Ausſchüſſe zur
Bearbeitung des geſamten vorliegenden Materials eingeſetzt, auch
in der geſamten Oeffentlichkeit wird die Frage um ſo lebhafter
erörtert, je näher der Konferenztermin heranrückt.
Von dem Standpunkt aus geſehen, daß Deutſchland, und
zwar von dem kleinen Oeſterreich abgeſehen, Deutſchland
allein das Problem in muſtergültiger Weiſe
ge=
löſt hat, daß es auf ſeiner Forderung nach der im Verſailler
Vertrag zugeſagten allgemeinen Abrüſtung beharrt und in
Er=
wartung der Erfüllung dieſer Zuſagen ſich Zurückziehung
auf=
erlegen kann, muß von den übrigen Mächten feſtgeſtellt werden,
daß ſie bisher über den Meinungsſtreit um die Methoden noch
nicht hinausgekommen ſind. Es handelt ſich bei den ehemaligen
alliierten Hauptmächten um zwei Parteien, deren eine von
Amerika und England und die andere von Frankreich angeführt
wird. Die angelſächſiſchen Mächte ſtehen auf dem Standpunkt,
daß die Seeabrüſtungsfrage bereits in Waſhington gelöſt ſei und
nun die Reihe an der Landabrüſtung ſei, während Frankreich
die Forderung nach einer Verbindung der beiden Teile des
Pro=
blems aufſtellt.
Darüber hinaus beſteht eine Menge anderer, zumeiſt
grund=
ſätzlicher Meinungsverſchiedenheiten, die insbeſondere bei
Frank=
reich den Verdacht rechtfertigen, daß es die Abrüſtung vorſätzlich
ſabotiert. Die Belege, die Frankreich für die Vertagung der
Anfang des Jahres in Ausſicht genommenen Konferenz
bei=
gebracht hat, waren ſo fadenſcheinig, daß die Abſicht und der
Wunſch deutlich hervorleuchteten. Gerade England beſteht
aber, wie die Debatte im Unterhaus erneut bewieſen hat,
da=
rauf, daß die Initiative für die Landabrüſtung
von Frankreich ausgeht. Ob dieſe Frage von Frankreich
aber überhaupt ernſtlich erwogen wird, kann bezweifelt werden.
An dieſem Gegenſatz zwiſchen England, das von Amerika
unter=
ſtützt wird, und dem Frankreich Fochs ſind bisher alle
Be=
mühungen auch nur um das Zuſtandekommen einer Konferenz
ergebnislos geblieben, und es hat allen Anſchein, daß die vom
Völkerbund angeſetzte Tagung der vorbereitenden Kommiſſion
auch nur einer neuen „Vertagung” anheim fallen wird.
England wartet auf Frankreichs Initiative.
Vor der Vertagung des engliſchen Unterhauſes am
Donners=
tag lenkte der ehemalige Außenminiſter im Kabinett Macdonald,
Ponſonby, die Debatte auf die Abrüſtungsfrage. Er forderte
die Regierung auf, den gegenwärtigen Stand dieſes Problems
darzulegen. Man ſpreche in England ſtets von der
Abrüſtung, dabei müſſe aber das engliſche Volk
jetzt 10 Prozent mehr für Rüſtungen ausgeben
als 1913. Es ſei wichtig, daß auch Rußland an der
Abrüſtungs=
konferenz teilnehme. Ein konſervativer Abgeordneter erklärte,
nach ſeiner Anſicht könne die Abrüſtung einen Krieg nicht
ver=
hindern, da jeder Staat innerhalb gewiſſer Grenzen bewaffnet
ſein müſſe, um den inneren Frieden aufrecht zu erhalten.
Chamberlain antwortete, daß Groß=Britannien
und die ganze Welt größten Wert auf die
Ab=
rüſtungsfrage legten, denn abgeſehen von humanitären
Erwägungen und dem Fortſchritt der Ziviliſation könnten
rie=
ſige Ausgaben vermieden werden, wenn die Welt ſich über eine
allgemeine nud vollſtändige Abrüſtung einigen würde.
Das werde aber nur gelingen, wenn der
interna=
tionale Argwohn, der gegenwärtig noch beſtehe, ein für
allemal geſchwunden ſei und wenn alle Nationen der Welt
bewieſen hatten, daß ſie bereit ſeien, mit gutem Beiſpiel voran
z ugehen. Die britiſche Regierung ſei von den beſten Abſichten
in dieſer Frage beſeelt und bedauere unendlich, daß Rußland ſich
auf der bevorſtehenden Konferenz nicht vertreten laſſen wolle.
Lord Cecil werde nach Genf gehen um dort die Notwendigkeit
zur Ausarbeitung eines allgemeinen und genau umriſſenen
Planes für die Abrüſtung zu betonen. Es wäre aber vielleicht
beſſer, wenn eine Militärmacht — gemeint iſt damit
Frankreich — in der Abrüſtungsfrage die
Initia=
tive übernähme. England werde bei allen internationalen
Bemühungen zur Erziehung der Abrüſtung nicht zurückbleiben.
Er — Chamberlain — erwarte, daß auf der Genfer
vorbereiten=
den Abrüſtungskonferenz, die einen weiteren Schritt auf dem
langen und ſchwierigen Wege zum allgemeinen Frieden darſtelle,
etwas Weſentliches herauskommen werde.
Die belgiſche Frankenkriſe.
Erklärungen des belgiſchen Finanzminiſters.
w. Brüſſel, 3. April.
Vor ſeiner Abreiſe nach London empfing der Finanzminiſter
Vertreter der Preſſe und erklärte ihnen folgendes: Die
alarmie=
renden Gerüchte über den Umlauf von Papiergeld und
Schatz=
ſcheinen entbehren jeder Grundlage. Seit einem Jahr hat der
Vorſchuß der Nationalbank an den Staat keine Erhöhung
er=
fahren. Der Gegenwert in belgiſchen Franken des betreffenden
Teiles des Valutakredits befindet ſich noch intakt in der
Natio=
nalbank unter einem beſonderen Konto. Er iſt niemals
Gegen=
ſtand eines Ausgleichs zugunſten der Staatsſchatzes geweſen. Die
Regierung hat ſich niemals der Inflation bedient.
Der Miniſter zeigte anhand der betreffenden Zahlen, daß das
große Publikum den kleinen Schatzſcheinabſchnitten nach wie vor
vertraue, und fügte hinzu: Seit dem 30. Juni 1925 hat die
gegen=
wärtige Regierung keine neue Anleihe aufgenommen. Sie
be=
gnügt ſich damit, die fälligen Schatzſcheine zu erneuern und
zurückzuzahlen. Sie hat vermocht, alle Ausgaben mit den
ordent=
lichen Haushaltseinnahmen zu beſtreiten. Das Schatzamt war
gezwungen, einen bedeutenden Betrag von den großen
Schatz=
ſcheinabſchnitten zurückzuzahlen, die ſich in den Händen der
Kreditinſtitute befanden. Dieſe hatten infolge der Geldknappheit,
die ſich ſchon am Anfang der Baiſſeperiode des franzöſiſchen
Fran=
ken zeigte, die Rückzahlung dieſer Schatzſcheine verlangt, um
ihrer=
ſeits bedeutende Zahlungen leiſten zu können. Die Regierung
hat vom Ausland die Hälfte der dazu nötigen Kapitalien
erhal=
ten. Ich habe die Staatskaſſe hauptſächlich durch Zuſatzſteuern
im Gleichgewicht gehalten. Die Regierung muß die
Währung ſtabiliſieren, um das Gleichgewicht des
Haus=
halts ſicherzuſtellen. Es hat ſich nichts Weſentliches ereignet, das
die Aufnahme einer ausländiſchen Anleihe in Frage ſtellen
könnte. Die Regierung hat den Gang des Deviſenhandels nicht
beeinflußt.
Nur wenn die Auslandsanleihe
unterge=
bracht ſein wird, wird die Regierung die Valuta
ſtabiliſieren können, und zwar ſo nahe wie möglich
dem von uns gewünſchten Kurs von 107. Die gegenwärtigen
Kurſe ſind übertrieben. Ich fahre nach London, um dort
die Verhandlungen weiter zu führen und um gewiſſe andere
finanzielle Operationen wie die
Konſolidie=
rung der Schuld Belgiens und des Kongoſtaates
an England durchzuführen. Man darf ſich jedoch keinen
Illuſionen hingeben, denn ich ſage nicht, daß ich mit einem
unter=
zeichneten Abkommen zurückkommen werde. Ich werde den
Kon=
takt aufrechterhalten und verſuchen, die Standpunkte einander
näher zu bringen. Wir Belgier müſſen dem Auslande zeigen,
daß wir einig ſind, denn der Peſſimismus hat keinen Zweck.
Die engliſche Kohlenkriſe.
Die Vorſchläge der engliſchen Grubenbeſitzer.
EP. London, 3. April.
Die Delegierten der Grubenarbeiter und der Grubenbeſitzer
hielten am Donnerstag eine gemeinſame Verſammlung ab, die
vier Stunden dauerte. Es wird mitgeteilt, daß die
Gruben=
beſitzer den Arbeitern neue Vorſchläge
unter=
breitet haben. Eine neue Vollſitzung der Delegierten wird in
der nächſien Woche ſtattfinden. Wie verlautet, haben die
Arbeit=
geber im allgemeinen den Bericht, der Kohlen=
Kom=
miſſion nicht gutgeheißen. Sie fordern insbeſondere
eine Erhöhung der Arbeitsſtunden. Die Arbeiterdelegierten
ſol=
len erklärt haben, daß ſie auf dieſe Forderung nicht eingehen
könnten und daß dieſe Forderung norwendigerweiſe zu einem
Generalſtreik führen müſſe.
Die Grubenbeſitzer haben die am Samstag den Delegierten
der Kohlenarbeiter unterbreiteten Vorſchläge veröffentlicht. Sie
erklären, daß ſie allen geſetzgeberiſchen Maßnahmen zuzuſtimmen
bereit ſeien, wodurch die Lage der Kohlenarbeiter und die
Pro=
duktivität der Gruben verbeſſert werden könnten, ſoweit dieſe
Maßnahmen mit ihren berechtigten Intereſſen in Einklang
ge=
bracht werden können, insbeſondere der Ausarbeitung eines
neuen Statuts über die Verteilung, der Gewinne und
die Beteiligung der Arbeiter an denſelben. Die
Grubenbeſitzer wollen auch das Prinzip der
Familien=
unterſtützung anerkennen, fordern aber eine Erhöhung
der Arbeitsſtundenzahl als unerläßlich, um die
Kohleninduſtrie konkurrenzfähig zu erhalten.
Sofern die Arbeiter aber dieſer Forderung nicht zuſtimmen
wür=
den, ſo ſeien die Grubenbeſitzer bereit, neue Vorſchläge zu
prü=
fen, wonach die Arbeitsſtunden nicht pro Tag, ſondern pro Woche
geregelt werden ſollten. Alle dieſe Abmachungen könnten aber
nach ihrer Anſicht nur regional getroffen werden und nicht
allge=
mein verbindlich für alle Gruben Englands.
Die Gewerkſchaften gegen die Vermehrung der
Arbeitszeit und die Verminderung der Löhne.
Der Fortgang der Verhandlungen zwiſchen den engliſchen
Bergwerksbeſitzern und Bergleuten ſtößt auf ernſte
Schwierigkei=
ten, da das Memorandum der Bergwerksbeſitzer nicht den Beifall
der Gewerkſchaften findet. Der Arbeiterführer Cook bezeichnete
geſtern in einer Rede in Pontefract die jetzige Kriſe als ſehr
ernſt, da die Vorſchläge der Bergwerksbeſitzer ſchlechter als die
vom letzten Juli ſeien. Man müſſe ſich darüber klar ſein, daß
eine Verlängerung der Arbeitszeit oder eine Verringerung der
Löhne nicht in Frage kommen könne.
der alten Kirche hielt. Johannes Biſchoff verlieh der
Jeſus=
partie die Würde ſeiner überlegenen Kunſt, Dr. L.
Metter=
nich und einige Chormitglieder fügten ſich in den kleineren
Par=
tien aufs beſte ein. Auf mich machte das Werk, das ich zum
erſten Male in ſeiner Urgeſtalt hörte, ſolchen Eindruck, daß ich
der Hoffnung Ausdruck geben möchte, daß uns Borngäſſer in den
nächſten Jahren auch einmal die Matthäuspaſſion von Schütz in
derſelben Weiſe ſchenkt.
*Gegenwarts=Stil.
„Farbige Wohnräume der Neuzeit” von Alexander Koch.
Aus dem Prachtband „Farbige Wohnräume der Neuzeit”,
den Alexander Koch (mit vielen farbigen und ſchwarzen
Abbil=
dungen, 140 an der Zahl) herausgegeben hat, ſtrömt uns mit
überzeugender Kraft die Welle eines „neuen Stils” ins
Bewußt=
ſein und wir erkennen mit einem mal, daß er gefunden iſt,
daß kein Zweifel über ſeinen Rhythmus, über ſeine Form
be=
ſteht und daß die Menſchen, in denen wir die heute herrſchende
Weltanſchauung verkörpert ſehen, mit ihren Kleidern, ihren
Be=
wegungen, ihren ſchlanken Körpern, ihren Gedanken und
Ge=
fühlen abſolut in die Räume paſſen, die in dieſem Bilderbuch
vor unſeren Augen vorüberziehen. Sie ſprechen von der „neuen
Sachlichkeit” der Form und einem Farbenrhythmus, der kühn
und bunt in manche Leere tanzt. Man kann ſich keinen größeren
Gegenſatz denken, als zwiſchen dieſem Stil und dem Makartſtil,
der vor einem Menſchenalter Mode war. In dieſem Gegenſatz
liegt die politiſche Geſchichte, die Geſchichte der Kunſt und der
Erſindungen, das Weſen zweier Zeiten, die ſich nichts, aber auch
garnichts zu ſagen haben. Vom Tiſchbein bis zum lyriſchen
Gedicht läßt ſich dieſer Gegenſatz in Bezug auf alle Einzelheiten
durchführen, bei Räumen, Sachen und Menſchen ſelbſt.
Ein neues Raumgefühl ſcheidet die Belaſtung mit unnötigen
Dingen vollkommen aus, ein bezeichnender Satz in der
Ein=
leitung des Buches ſagt: „Der neue Raumhat den
Cha=
rakter der Freiheit” d. h. die Menſchen, die ihn
be=
wohnen, wollen ſich darin frei und unbeſchwert ausleben. Sie
verlangen Platz in einer Zeit, wo gerade Platz der höchſte Luxus
iſt. Darin ſpricht ſich eine gewiſſe Auflehung aus, die dem
modernen Stilgedanken eigen iſt. Dieſe Auflehnung gegen das
Vorhandene zeigen die rein ſachlichen Formen der Möbel, ihre
auf das Notwendigſte beſchränkte Anzahl in jedem Zimmer und
eine bewußt betonte Nüchternheit, die in der Harmonie
leuchten=
der Farben ihren Ausgleich findet. Und in ſtarken Akzenten
da=
durch die künſtleriſche Note erhält.
Bezeichnend iſt, daß viele der Entwürfe als Raumbilder für
Landhäuſer gedacht ſind. Sonne und Luſt kommen als natür=
liche Grundlagen des neuen Stils in Betracht, ſie müſſen überall
eindringen können. Aus der Naturſehnſucht iſt die Beziehung
zur Natur geworden und hat ſich in einer Vereinfachung des
Geräts künſtleriſch ausgewirkt, die noch in keiner Zeit dermaßen
erſtrebt und erreicht wurde. Faſt kommt der Wohnraum, ſolcher
Sachlichkeit entſprechend, dem äſthetiſch ſchönen Fabrikraum nahe,
und die Möbel erſcheinen konſtruiert nach dem Syſtem der
ſchönen Maſchine. Denn auch hier haben die Elemente des
Notwendigen zu einem modernen Kanon der Schönheit geführt.
Einfachheit aber nicht Armut, reiner Stilgedanke aber
durch=
dachter Komfort, außer Achtlaſſen des zierlich Sentimentalen
aber Stimmung in jedem Raum, ſind die charakteriſtiſchen
Merk=
male moderner Wohnlichkeit. Es iſt ein großes Verdienſt des
arbeitsfreudigen Verlags von Alexander Koch, in
abwechſlungs=
reicher Reihe die Entwürfe von Architekten der Gegenwart
zu=
ſammenzufaſſen und damit ein Werk zu ſchaffen, das einen feſten
Platz in der modernen Aeſthetik einnehmen und behaupten wird.
Es liegt mir fern, einzelne Entwürfe beſonders hervorzuheben,
ſie wirken in ihrer Geſamtheit, und wer nach einem ſolchen ſich
einrichten will, wird doch nur nach perſönlichem Geſchmack und
beſonderen Vorbedingungen wählen können. Die „Rationali= ſende Ellis Silas ſchildert in ſeinem ſoeben erſchienenen Buch
ſierung” der Möbelherſtellung kommt bei Allen zur Geltung, ſie
bringt die wirtſchaftliche Seite der neuen Bewegung ans Licht
und wird damit den Zeitumſtänden gerecht. Der Kunſthand= unter denen er mehrere Jahre verbracht hat. Dieſe Inſulaner
werken, der Möbelfabrikant, der Inndekorateur und der
Ar=
chitekt erhalten reiche Anregung, das Publikum findet Beiſpiele
neuen Stil einzuſtellen.
in ſolche neuartige Räume; Renaiſſance und Rokoko bilden ſchreibt er, „geraten die Eingeborenen mit Seeungeheuern
zu=
mit ihr keine Harmonie, aber das Haus iſt der „Tempel
der Frau” und ihre Erſcheinung muß mit den Dingen in
Ein=
klang ſtehen. Alexander v. Gleichen=Rußwurm. ſten iſt ein ungeheures Muſcheltier, das 8 zu 4 Fuß groß iſt und
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Hans Joachim Moſer: Die evangeliſche Kirchenmuſik
in volkstümlichem Ueberblick. Stuttgart, Engelhorn. 1926.
Was Hans Joachim Moſer, der Verfaſſer der vielgenannten
Deutſchen Muſikgeſchichte, arbeitet, trägt immer den Stempel
ſeiner reichen und lebendigen Perſönlichkeit. Wiſſenſchaftlichkeit
und künſtleriſche Darſtellung reichen ſich die Hand. So auch in
dem volkstümlichen Ueberblick über die evangeliſche Kirchenmuſik,
der geradezu novelliſtiſch eingekleidet iſt. In fünf Szenen
ſchil=
dert der Verfaſſer einen Hauptgottesdienſt Luthers in der
Witten=
berger Kiiche, eine Weihnachtsmotette in Berlin bei Paul
Ger=
hardt und Simon Dachs Begräbnis, die Uraufführung von
Bachs Matthäuspaſſion, einen Gottesdienſt in der ratinaliſtiſchen
Zeit und das Feſtkonzert eines Kirchenmuſikkongreſſes unſerer
Tage. Mit reicher Phantaſie ſind die Situationen ausgeſtaltet,
alles aber, was in den Geſprächen der angeführten Perſonen
vorkommt, beruht auf hiſtoriſchen Tatſachen und ſchildert die
muſikaliſche Umwelt der betreffenden Zeit und die
kirchenmuſi=
kaliſchen Verhältniſſe und Anſchauungen derart treffend, daß ein
umfaſſendes Bild entſteht. So ſtehen wir vor einem Werklein,
deſſen Volkstümlichkeit nicht auf Koſten des Inhalts erreicht iſt,
ſondern daß auf dem Umfang von 184 Seiten mit zahlreichen
Muſikbeiſpielen ſoviel beſondere Fachkenntniſſe übermittelt, wie
es nur ein Meiſter der Darſtellungskunſt fertig bringt. Wer ſich
mit Gelehrſamkeit für ein Examen anfüllen will, der muß
ſelbſt=
verſtändlich zu anderen Werken greifen, wem es aber darauf
an=
kommt, ein anſchauliches plaſtiſches Bild von den verſchiedenen
Perioden der evangeliſchen Kirchenmuſik zu erhalten, der ſtudiere
Moſers Volksbüchlein durch, das die Widmung trägt: „D. Arnold
Mendelsſohn zum 70. Geburtstag.”
Noack.
C.K. Die Ungeheuer der Korallenriffe. Der engliſche Rei=
„Ein primitives Arkadien” ſeine Erlebniſſe unter den
Mela=
neſiern der Trobriand=Inſeln im Nordweſten von Neuguiena,
leben auf den Korallenriffen und nähren ſich von den Fiſchen,
die ſie hier fangen, und dem Tauchen nach Perlen=Auſtern. Bei
in großer Zahl, ſeinen Geſchmack und ſeine Bedürfniſſe auf den dieſen Tauchereien, in denen ſie eine große Geſchicklichkeit
entfal=
ten, ſtoßen ſie mit furchtbaren Ungeheuern zuſammen, die in der
Eine modern angezogene und modern denkende Frau paßt Tiefe der Riffe leben. „Beim Tauchen nach den großen Auſtern,”
ſammen, von denen der Hai noch der am wenigſten gefährliche
iſt. Viel furchtbarer iſt der rieſige Felskabeljau, und am
ſchlimm=
wanchmal eine halbe Tonne wiegt. Die Schalen dieſes
unge=
heuren Muſchelfiſches ſind ſo ſcharf wie Raſiermeſſer, und die
Tiere liegen ganz unſichtbar zwiſchen den Korallen; „nur eine
leichte ſchwarze Linie zeichnet ſich ab; das iſt das Maul des
Fiſches, das bereit iſt, alle mögliche Nahrung einzufangen, die
herumſchwimmt. Iſt ein Glied des Menſchen in dieſe ſcheußliche
Falle geraten, dann bleibt nur die einzige Möglichkeit, es ſelbſt
abzuhacken, um zu entkommen. Der Blutgeruch bringt dann
aber Hunderte von Haifiſchen herbei, die eine Rettung unmöglich
machen.” Silas erzählt von einem Eingeborenen, der ſich vor
einem Hai in eine Korallenhöhle unter Waſſer verbarg. Hier
hätte er umkommen müſſen, wenn er nicht die bereits gemachte
Fiſchbeute freigelaſſen hätte, an der ſich der Hai nun gütlich tat.
So konnte der Eingeborene die Höhle verlaſſen und ſein Boot
gewinnen.
Seite 4
Polens Völkerbundspolitik
und ſeine Nachbarn.
Von
Rolf Wingendorf, Danzig.
Seit dem Beſtehen des polniſchen Staates iſt deſſen ſtaatliche
Exiſtenz in außerordentlich weitgehendem Maße mit der
gleich=
zeitigen Gründung des Verſailler Vertrages, dem Völkerbund,
verbunden. Im Völkerbund ſelbſt wurde lange Zeit von Polen
ſcherzhaft als dem „beſten Klienten des Völkerbundes” geſprochen.
Und zwar waren es faſt dauernd Streitigkeiten Polens mit
ſei=
nen Nachbarn, die den Völkerbundsrat beſchäftigten. Einmal
oberſchleſiſche Schiedsgerichtsfrage, ein andermal ein Streit mit
Litauen und faſt jedesmal Streitigkeiten mit Danzig.
Zwar hat ſich Polen niemals über mangelndes „
Entgegen=
kommen” des Völkerbundsrates beklagen können, der im
Gegen=
teil den Bruch des Vertrages von Suwalki durch die Beſetzung
des Wilna=Gebietes nachträglich ſanktionierte, der alle Proteſte
der Ukrainer, Weißruſſen und anderer Minderheiten in Polen
nicht hörte. Doch war das Streben Polens von Anfang an
dar=
auf gerichtet, ſelbſt einen maßgebenden Einfluß im Rate des
Völkerbundes zu bekommen, ſelbſt einen Ratsſitz zu erhalten.
Schon im Jahre 1923 erſchien die Lage einmal für Polen
günſtig. Auf der damaligen Völkerbundsverſammlung im
Sep=
tember 1923 wurden die Oſtgrenzen Polens anerkannt. Trotzdem
aber erhielt Polen damals noch keine Stimmenmehrheit.
Seit dieſer Zeit hat das Beſtreben Polens, alles für eme
Wahl in den Völkerbundsrat vorzubereiten, nicht aufgehört.
Polen entſandte eine ſtändige diplomatiſche Vertretung nach
Genf, die dauernd Fühlung mit den Ratsmitgliedern halten
ſollte, es ſuchte mit den jetzigen nichtſtändigen Mitgliedern des
Völkerbundsrates, vor allen Dingen mit Belgien und der
Tſchechoſlowakei, zu verhandeln, und ließ nichts unverſucht, um
möglichſt noch vor einem Eintritt Deutſchlands in den
Völker=
bund Stimme im Rat des Bundes zu erhalten. Doch nur die
Unterſtützung eines Staates war Polen unbedingt ſicher:
Frank=
reich hatte ein Intereſſe daran, ſich an der Weichſel einen
zuver=
läſſigen Gefolgsmann heranzubilden, der kritiklos die
ein=
geſchlagene Richtung weiter verfolgen ſollte. Die anderen Mächte
hatten mehr oder weniger ſtarke Bedenken gegen Polens
Teil=
nahme, und zwar in erſter Linie deshalb, weil von ihnen als
Hauptziel ſtets die „Demokratie” öffentlich verkündet wurde,
während Polen bis vor kurzem Regierungen hatte, die nicht
ein=
mal dem Namen nach „demokratiſch” eingeſtellt waren.
Gleich=
zeitig wurden auch die Mitgliedsſtaaten des Völkerbundes von
den nationalen Minderheiten Polens mit Proteſten überſchüttet
gegen die Unterdrückung und den Terror in Polen, ja ſogar in
linksgerichteten franzöſiſchen Zeitungen erſchien ein von Herriot
und Painlevé unterzeichnetes Manifeſt der franzöſiſchen
Intel=
lektuellen gegen den weißen Terror in Polen.
Nach vielen ungeſchickten Verteidigungsverſuchen ergriff dann
endlich die polniſche Regierung mit einem gewiſſen Erfolg die
Gegenoffenſive. Nach London und Paris wurde eine Delegation
von radikalen und ſozialiſtiſchen Seimabgeordneten geſchickt, die
mit großen Worten über die bevorſtehende Aenderung des
gegen=
wärtigen Syſtems nicht kargten. Um das Ausland zu täuſchen,
wurden vom Seim die bekannten Sprachengeſetze angenommen,
mit welchen nun eine gewaltige internationale Reklame gemacht
wurde. Der „demokratiſche” polniſche Außenminiſter Skrzynſti
ſtellte ſich in Genf in allgemeinen Fragen auf die Seite von
Macdonald und Herriot und hielt Lobreden auf die „neue
libe=
rale polniſche Politik gegenüber den nationalen Minderheiten”
ſich auf die neuen Sprachengeſetze und auf die bevorſtehende
Gründung einer ukrainiſchen Univerſität berufend. Gleichzeitig
ließ die Propaganda der Minderheiten im Auslande nach. Zum
Teil war das zurückzuführen auf den Mangel an Geldmitteln,
zum Teil auch war es als ein Erfolg der gewaltſamen polniſchen
Unterdrückung anzuſehen.
Ganz allmählich war es Polen ſo gelungen, den Boden für
einen Eintritt in den Völkerbundsrat zu bereiten. Die Staaten
des Völkerbundes, die von Polen zum großen Teil nicht viel
mehr kennen als den Namen, ließen ſich durch ſchöne Worte und
durch die „demokratiſche‟ Geſte des ſehr geſchickten Diplomaten
alter öſterreichiſcher Schule Skrzynſki täuſchen. Zu dieſer Zeit
trat ein bisher nicht in Betracht gezogener Faktor in die
Rech=
nung Polens: die Weſtmächte ſchloſſen mit Deutſchland die
Locarnoverträge und Deutſchlands Eintritt in den Völkerbund
ſtand bevor. Dieſe Tatſache zwang die polniſche Regierung zu
erhöhter Aktivität, und Skrzynſki hat es verſtanden, in geheimen
Verhandlungen, ohne der Oeffentlichkeit gegenüber etwas ver=
Samstag, den 3. April 1926
Regierungskriſe in Belgrad.
Der jugoſlawiſche Miniſterpräſident Paſitſch beabſichtigt, einer
Belgrader Meldung zufolge, ſeinen Rücktritt zu erklären.
lauten zu laſſen, Briand ſowohl wie Chamberlain das
Ver=
ſprechen abzunehmen, daß Polen nur gleichzeitig mit
Deutſch=
land in den Völkerbundsrat aufgenommen werden muß.
Die Vorgänge in Genf ſind zu bekannt, als daß noch näher
darauf eingegangen werden muß. Skrzynſki hat vor der
Seim=
kommiſſion in Warſchau nachträglich ſeine Politik verteidigen
müſſen und erklärt:
„Polens Forderung war, gleichzeitig mit Deutſchland in
den Rat einzutreten, nicht aus Preſtigegründen, ſondern
des=
halb, weil Polen nicht glaubt, ohne gleichzeitigen Sitz mit
Deutſchland am Tiſch des Völkerbundsrates den Frieden
ſichern und die moraliſche Abrüſtung vorbereiten zu können.”
Der Ausgang der Genfer Tagung war dank vieler
Zufalls=
umſtände ein Sieg für den polniſchen Außenminiſter Skrzynſki
geworden, und wenn auch nicht ein voller Erfolg, ſo doch
wenig=
ſtens eine Stütze für das Kabinett Skrzynſki. Gleichzeitig aber
ſetzt in Polen eine verſtärkte Propaganda gegen Skrzynſkis
Völ=
kerbundspolitik ein. Bezeichnenderweiſe ſind es die ganz
rechts=
gerichteten ſlaworhilen Kreiſe, die ſowohl die Locarnopolitik wie
auch jede Verſtändigungsmöglichkeit mit Deutſchland ablehnen.
Dieſe Kreiſe ſind es, die einen ſtändigen Ratsſitz Polens im
Völkerbund verlangen und ſonſt ſogar mit dem Austritt Polens
aus dem Bunde drohen. Ihr hervorragendſter Vertreter iſt wohl
der Herausgeber der Zeitung „Warſzawianka”, Stronſki, der in
Genf ſelbſt bei den anderen Mächten gegen den eigenen
Außen=
miniſter Stimmung machte. Sein hartnäckig vertretener Plan iſt
der der ſogenannten „realen Bündnispolitik”. Inoffiziell waren
bereits Verhandlungen der Tſchechoſlowakei mit Rumänien und
Jugoſlawien und Italien angeknüpft worden. Bei einer
Nieder=
lage Polens im Völkerbund wäre die Regierung Skrzynſkis von
ſelbſt zuſammengebrochen und die nationaliſtiſchen Kreiſe hätten
wieder einmal die Führung übernommen. Ihre erſte Tat ſollte
eine Fortſetzung der inoffiziellen Verhandlungen auf offizieller
Grundlage ſein. Es iſt wider Erwarten faſt der geſamten
pol=
niſchen Oeffentlichkeit anders gekommen.
Man muß ſich aber im Auslande ganz klar darüber ſein, daß
die Völkerbundspolitik Skrzynſkis in Polen nicht populär iſt.
Trotz Völkerbund, trotz Locarno, trotz des finanziellen
Zuſam=
menbruchs hält die überwiegende Mehrheit Polens an dem
ſlawiſch=romaniſchen Bündnisgedanken feſt. Ja, im
Hinter=
grunde ſteht ſogar heute noch die Hoffnung auf eine Annäherung
an Rußland. Wenn Skrzynſki etwa Chamberlain
Zugeſtänd=
niſſe hinſichtlich einer ruſſenfeindlichen Politik gemacht haben
ſollte, ſo gelten dieſe Zugeſtändniſſe nur für ein bolſchewiſtiſches
Rußland. Man erwartet in Polen nichts ſehnſüchtiger als die
Nummer 93194
Aenderung des Regierungsſyſtems in Rußland, von dem man
dann die Verwirklichung des großen ſlawiſchen Blocks, der
ſla=
wiſchen Weltmacht erhofft.
Die Zukunft erſt kann lehren, was gefährlicher für Polens
kleine und kleinſte Nachbarſtaaten iſt, der Einfluß Polens im
Völkerbund, der ausgeglichen werden kann durch ausreichende
Einflüſſe anderer Mächte oder eine oſteuropäiſche Bündnispolitik,
die von Italien unterſtützt wird. Vorläufig ſind beide Gefahren
nicht akut, denn zunächſt muß Polen die innere Wirtſchaftskrife
überwinden, die Kriſe, die ſo weit geht, daß ein namhaftes
ſchwe=
diſches Blatt wie „Göteborgs Handels och Sjofartstidning”
Po=
len zu den „halbbankerotten Staaten” rechnet,
* Der polniſch=rumäniſche
Bündnisvertrag.
Die unveränderte antiruſſiſche Tendenz des
neuen Abkommens.
Der im März abgelaufene polniſch=rumäniſche
Bündnisvertrag iſt durch einen am 26. März in Bukareſt
abgeſchloſſenen Garantievertrag erſetzt worden. Der
Umſtand, daß ein, wenn auch nur kurzes Vakuum zwiſchen dem
Ablauf des alten und dem Abſchluß des neuen Vertrages
ent=
ſtand, zeigt deutlich, daß die Verhandlungen erhebliche
Schwierig=
keiten boten. Dieſe Schwierigkeiten ergaben ſich daraus, daß
Polen ein dringendes Intereſſe daran hatte, die ausgeſprochene
antiruſſiſche Spitze des alten Vertrages in das neue Abkommen
nicht zu übernehmen.
Die offiziöſen Berichte über den Inhalt des neuen Vertrages
haben inzwiſchen über die wichtigſten Punkte Klarheit geſchaffen.
In den wichtigſten Artikeln I und II des neuen Vertrages
wer=
den zwar die Oſtgrenzen nicht mehr erwähnt und deren
Formu=
lierung hat man in Uebereinſtimmung mit den
Völkerbunds=
ſatzungen zu bringen geſucht, die die Verpflichtung der
gegen=
ſeitigen Hilfeleiſtung enthalten, wenn das Vermittlungsverfahren
des Völkerbundes ergebnislos bleibt. Der Völkerbund kann aber
bekanntlich auch dann vermitteln, wenn ein Konflikt mit einem
Nichtmitglied des Völkerbundes vorliegt. Das trifft aber gerade
auf Rußland zu. Unter neuer Formulierung iſt alſo der
Haupt=
gedanke des alten Vertrages wieder aufgenommen worden.
So=
gar die Militärkonvention iſt erneuert, nur hat man
ſie ſchamhaft als techniſches Spezialabkommen bezeichnet.
Daß das neue polniſch=rumäniſche Bündnis in ſeinen Zielen
dem alten durchaus entſpricht, geht weiter daraus hervor, daß die
übrigen Artikel nahezu unverändert geblieben ſind. Beide
Staa=
ten verpflichten ſich weiterhin, ihre Außenpolitik im gegenſeitigen
Einverſtändnis weiter zu führen, keinen Separatfrieden zu
ſchlie=
ßen, ſich Bündniſſe mit dritten Mächten gegenſeitig mitzuteilen
u. a. Um nun die unveränderte antiruſſiſche
Ten=
denz des neuen Abkommens zu verſchleiern, betont
Polen, es handele ſich bei dem Abkommen um einen
Garantie=
vertrag im Sinne des Locarnopaktes. Polen verfolgt dabei den
Nebenzweck, nach außen den Anſchein zu erwecken, als ob ihm
Rumänien auch ſeine Weſtgrenze, alſo die deutſch=polniſche
Grenze garantiert habe. Das polniſche Fiasko in
Lo=
carno ſoll alſo auf dem Umweg über Rumänien wieder gut
gemacht werden. Die polniſchen Beſtrebungen, das neue
Ab=
kommen bei den Weſtmächten in einem möglichſt guten Licht
er=
ſcheinen zu laſſen und gleichzeitig Rußland zu beruhigen, ſind
nach der Richtung bereits mißglückt. Die ruſſiſche
Re=
gierung hat in voller Erkentnis der Lage in Warſchau
gegen den Vertrag proteſtiert, im Weſten wird man
durch Auslegungskunſtſtückchen Niemanden täuſchen können.
Die ſüdſſawiſche Regierungskriſe.
EP. Belgrad, 2. April.
Geſtern nachmittag fand die mit großer Spannung enwartete
Sitzung des radikalen Abgeordnetenklubs ſtatt, welche die
Ent=
ſcheidung in der durch den Konflickt zwiſchen Paſitſch und Raditſch
hevaufbeſchworenen Regierungskriſe bringen ſollte. Dieſe
Ent=
ſcheidung iſt aber wiederum nicht gefallen. Sofort nach
Eröff=
nung der Sitzung wurde der Antrag geſtellt, die Radikale
Partei möge dem Miniſterpräſidenten Paſitſch freie Hand für
ſeine weitere Stellungnahme laſſen. Dieſer Antrag wurde ohne
Debatte mit allen gegen fünf Stimmen angenommen. Durch
dieſen Beſchluß der Radibalen Partei iſt die Lage in keiner
Weiſe geklärt. Ueber die weitere Enticklung der Lage
herrſcht Ungewißheit, doch hält wan es allgemein für
wahrſchein=
lich, daß der Miniſterpräſident Paſitſch demiſſionieren wird.
34692 Urkeile
von Volkserziehern
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Kaffnn „Smchlhn widt ndmant en
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Nummer 93/94
Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 3. April.
— Ernannt wurden durch Entſchließung des Geſamtminiſteriums
bom 24. März 1826: Amtsgerichtsrat Gros in Darmſtadt zum
ordent=
lichen Mitglied des Diſziplinarſenats bei dem Oberlandesgericht
Darm=
ſtadt, Landgerichtsrat Dr. Hetzel in Mainz zum ſtellvertretenden
Mitglied des Diſziplinarſenats bei dem Oberlandesgericht in Darmſtadt,
Oberamtsrichter Schreiber, in Vilbel zum ordentlichen Mitglied der
Diſziplinarkammer bei dem Landgericht der Provinz Oberheſſen,
Ober=
amtsrichter Muhl in Fürth i. Odw. wurde von dem Amt eines
ordent=
lichen Mitglieds der Diſziplinarkammer bei dem Landgericht der
Pro=
vinz Oberheſſen entbunden; — ernannt wurden ferner: am N. März
der Lehrer Ludwig Gathmann zu Ginsheim (Kreis Groß=Gerau)
zum Rektor an der Volksſchule daſelbſt mit Wirkung vom 16. April
1926 abz am 29. März der Privatdozent Dr. Theodor Steinbüchel
aus Bonn mit Wirkung vom 1. April 1926 an zum planmäßigen
außer=
ovdentlichen Profeſſor für Philoſophie auf katholiſcher Grundlage an der
Landesuniverſität zu Gießen; der Gerichtsvollzieher Karl Steul zu
Vilbel zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Friedberg mit
Wir=
kung vom Tage ſeines Dienſtantritts; der Bademeiſter bei der Bad= und
Kurverwaltung Bad=Nauheim Geog Karn zum Oberbademeiſter;
am 30. März: der Studienrat an der Oberrealſchule am Friedrichsplatz
in Offenbach Hans Liſtmann zum Studienrat an der Oberrealſchule
in Mainz mit Wirkung vom 1. April 1926 ab; der Studienrat an der
Oberrealſchule in Mainz Heinr. Faller zum Studienrat an der
Ober=
realſchule am Friedrichsplatz in Offenbach mit Wirkung vom 1. April
1926 ab.
— In den Ruheſtand verſetzt wurden: am 25. März der Lehrer an
der Volksſchule zu Dienheim (Kreis Oppenheim) Heinrich Göttmann
auf ſein Nachſuchen vom 1. April 1926 ab, am M. März der Rektor an
der Volksſchule zu Ginsheim (Kreis Groß=Gerau) Adam Plößer auf
ſein Nachſuchen vom 16. April 1926 ab, am N. März die Lehrerin an
der Studienanſtalt und Frauenſchule zu Mainz Johanna Béro auf
ihr Nachſuchen vom 1. April 1926 ab, am 30. März der Oberſtudienrat
an dem Realgymnaſium zu Darmſtadt Dr. Julius Fink auf ſein
Nach=
ſuchen vom 1. April 1926 ab. — In den dauernden Ruheſtand verſetzt
wurde am 25. März die Lehrerin im einſtweiligen Ruheſtand Eliſabeth
Melcher zu Mainz auf ihr Nachſuchen vom 1. April d. J. ab. Ferner
tritt auf Grund des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten
am 1. April 1926 der Gerichtsvollzieher Johann Hefner in Mainz
in den Ruheſtand.
L.U. Von der Landesuniverſität Gießen. Der außerplanmäßige
außerordentliche Profeſſor an unſerer Landes=Univerſität Dr. Wilhelm
Schauder hat einen Ruf als planmäßiger außerordentlicher Profeſſor für
Veterinär=Hiſtologie und =Embryologie an die Univerſität Leipzig
er=
halten.
— Heſſiſches Rotes Kreuz (Heſſiſcher Landesverein vom Roten Kreuz
und Alice=Frauenverein). Für die am 15. April beginnende Kur für
Kinder des Mittelſtandes in unſerem Kindererholungsheim
Bingenheim werden auch noch nicht ſchulpflichtige Knaben und
Mädchen aufgenommen werden. Die Kurdauer beträgt ſechs Wochen. Zu
den Koſten von etwa 120 Mk. können bis zu 60 Mk. vom Heſſiſchen Noten
Kreuz übernommen werden. Meldungen beim Alice=Frauen=Verein,
Dieburger Straße 21.
* Verordnung über den üblichen Zinsfuß. Ueblicher Zinsfuß im
Sinne des 8 7 Aufwertungsgeſetz und Art. 11 der
Durchführungsverord=
nug iſt bis auf weiteres ein Zinsfuß von 10 Prozent. 8 7 beſtimmt:
Der Eigentümer iſt befugt, im Range nach dem an erſter Stelle
einge=
tragenen aufgewerteten Recht und vor den dieſem nachſtehenden Rechten
eine Hypothek oder Grundſchuld in Höhe von 25 Prozent des
Goldmark=
betrags des aufgewerteten Rechts mit dem üblichen Zinsfuß
eintragen zu laſſen.
— Der kaufmänniſche Stellenmarkt im Monat März. Leichtere
Beſſerung im Groß= und Kleinhandel. Auf dem
kauf=
männiſchen Stellenmarkt war die Vermittelungstätigkeit im verfloſſenen
Monat nicht ſehr rege. Immerhin ſind bei der Nachfrage nach
Kauf=
mannsgehilfen gewiſſe Veränderungen eingetreten, die Beachtung
ver=
dienen. Von 100 offenen Stellen entfielen im Monat März 24 auf die
Induſtrie, 36 auf den Großhandel, 15 auf den Kleinhandel und 25 auf
andere Geſchäftszweige. Es ergibt ſich aus dieſer ſtatiſtiſchen Ueberſicht,
die us die Stellenvermittelung des Deutſchmationalen
Handlungsgehil=
fenverbandes zur Verfügung ſtellt, daß die Nachfrage im Großhandel
und im Kleinhandel zunimmt. Auffällig war unter anderem die ſtarke
Nachfrage nach Fachkräften aus dem Lebensmittelkleinhandel, die
beſon=
ders in Berlin zu ſpüren war. Der Nachfrage im Groß= und
Kleinhan=
del entſpricht der geringere Zugang an Bewerbern aus beiden
Geſchäfts=
zweigen. Dieſe Bewerberzugänge werden durch einen ſtarken
Bewerber=
andrang aus der Induſtrie überflügelt, woran die ſüddeutſche Induſtrie
beſonders beteiligt iſt. Folgende Verhältniszahlen geben einen
wert=
vollen Ueberblick über die Gliederung des Bewerberandrangs im Monat
März: von 100 Bewerbern entfielen 50 auf die Induſtrie, 26 auf den
Großhandel, 12 auf den Kleinhandel und der Reſt auf verſchiedene
an=
dere Geſchäftszweige. In den letzten Tagen ſind Meldungen aus
eini=
gen Induſtriegebieten eingegangen, die auf das Zurücknehmen
ausge=
ſprochener Kündigung ſchließen laſſen. Ein einwandfreies Bild über
die während des Monats März eingetretenen weiteren Belaſtungen des
kaufmänniſchen Stellenmarkts läßt ſich erſt im Laufe des Monats April
gewinnen, ſobald die Meldungen der in gekündigtem
Anſtellungsverhält=
nis befindlichen Bewerber für die etwaige Weiterbeſchäftigung oder die
eingetvretene Stellenloſigkeit vorliegen.
* Die neuen Ausſchlagsſätze der Sondergebäubeſtener. Die
Auswir=
kungen des neuen Finanzausgleichsgeſetzes des Reichs werfen ihre
Schat=
ten bereits voraus. In der durch ihre Uhreninduſtrie bekannten Stadt
Schwenningen (20000 Einwohner) wurde eine Berechnung dem
Gemeinderat vorgelegt, die ihn zur einſtimmigen Feſtſtellung nötigte,
daß die geplante Mehrbelaſtung für die betroffenen
Steuerpflichtigen untragbar iſt. Der Gemeinderat hat
beſchloſ=
ſen, beim Finanzminiſterium, Landtag und Städtetag ſchärfſten
Einſpruch gegen den neuen Geſetzentwurf zu erheben.
Dabei wurde nicht überſehen, daß das Land auf Grund reichsrechtlicher
Beſtimmungen verpflichtet iſt, eine Erhöhung der in Württemberg
Ge=
bäudeentſchuldungsſteuer genannten Sonderſteuer zu erheben. Der
Gemeinderat ſpricht die Erwartung aus, daß der
Entwurf vom Landtag in der vorliegenden Form abgelehnt,
mit Rückſicht auf die heutige Wirtſchaftslage eine Erhöhung der
Gebäude=
entſchuldungsſteuer hinausgeſchoben und bei einer ſpäteren Erhöhung
eine gerechtere Verteilung zwiſchen Staat und
Ge=
meinden vorgenommen werde. — Weiter hat in
Stutt=
gart eine Sitzung der Gauvorſtände der Gewerbevereine des Landes
ſtattgefuden, an der auch die Vertreter der vier württembergiſchen
Hand=
werkskammern und Abgeordnete aus dem Handwerk uſw. teilgenommen
haben. Es kam auch hier zum Ausdruck, daß die Höhe der im Entwurf
vorgeſehenen Steuern für viele Gewerbetreibende, die größtenteils
Hausbeſitzer ſind, untragbar ſei. Regierung und Landtag müßten darum
angegangen werden, dem beabſichtigten Geſetzentwurf die
Zuſtim=
mung nicht zuerteilen. Die ſeitherigen Forderungen des
Hand=
werks und des gewerblichen Mittelſtandes auf dem Gebiete der
Gebäude=
entſchuldungsſteuer waren: 1. eine Ermäßigung dieſer Steuer, 2. die
Befreiung der gewerblichen Näume von der Steuer, 3. den
Geſamt=
ertrag der Steuer für Wohnungsbauzwecke zu verwenden. An dieſen
Forderungen ſoll feſtgehalten und Regierung und Landtag gebeten
wer=
den, eine alsbaldige Aenderung des
Finanzaus=
gleichsgeſetzes herbeizuführen. Wir haben bereits ausgeführt,
und wir wiederholen es, daß man in Heſſen nur zum dritten Male
die Sondergebäudeſteuer auf dem Verordnungswege einführt,
eine Verordnung erläßt, der keine amtliche Begründung der Steuerſätze
beigegeben iſt. Auch in Heſſen wird es deshalb dringend notwendig
ſein, daß ſich die zuſtändigen Organe des Handwerks und der
Intereſſen=
ten regen und auf eine, die Zuſtimmung des Landtags erfordernde den
wirtſchaftlichen Verhältniſſen Rechnung tragende Regelung hinwirken.
Samstag, den 3. April 1926
Kirchenchor St. Ludwig.
Der 1922 verſtorbene Schweizer Dr. Hans Huber, als Komponiſt auf
faſt allen Gebieten ſchöpferiſch tätig, hat in ſeinen letzten Jahren ſich auch
dem Meſſeſchaffen zugewandt und vier größere Meſſen geſchrieben, unter
welchen die Uissa in honorem, S. Urſi, Opus 137, für vierſtimmigen
ge=
miſchten Chor, Soloquartett und Orgel eine hervorragende Stellung
ein=
nimmt. Dr. W. Kurthen ſagt von dieſer Meſſe: „Es iſt nun erquicklich
zu ſehen, wie friſch und unbefangen Huber hier die Sprache der
Gegen=
wart redet, und wie die moderne Haltung ſeines Stils gleichwohl weder Folge von intereſſanten Mineralien und Geſteinen aus Afrika,
ins=
der liturgiſchen Würde noch der Verſtändlichkeit des Werkes den
gering=
ſten Eintrag tut. Freilich ſind ſeine Themen aus diatoniſchem Urgeſtei
gebrochen. Und ein Hauch von geſunder Kraſt wie die Luft in den nach dort verheirateten Darmſtädterin, Frl. Payne, in den Beſitz des
Schweizer Bergen weht durch die ganze Partitur. Der Chorſatz iſt meiſt
recht kompakt gehalten, aber es ſteckt doch mehr kontrapunktiſche Kunſt in
ihm, als man auf den erſten Blick annehmen möchte. Die Geſamtwirkung
muß jedenfalls bei guter Aufführung eine glänzende ſein. Dieſe Meſſe
hat ſich der Kinchenchor von St. Ludwig für den Feſtgottesdienſt am
erſten Oſterfeiertage ausgewählt und alles getan, um dem ſchönen Werke
eine würdige Aufführung zu ſichern. An der Orgel waltet Herr
Muſik=
direktor Klaſſert. Außendem ſingt der Chor ein Tantum ergo von
Bruck=
ner und ein Terra tremnid von Haller.
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—Der Richarb Wagner=Verband deutſcher Frauen veranſtaltet am
Sonntag, den 11. April, nachmittags 5 Uhr, im Hauſe der Frau von
Selzam zum Beſten der N. Wagner=Stipendienſtiftung eine
muſi=
kaliſche Unterhaltung, bei der in liebenswürdigſter Weiſe die
bekannte und hier ſehr beliebte Violinvirtuoſin Fräulein Arla Nenz,
eine Petſchnikoff=Schülerin, die beiden Romanzen von Beethoven, Frl.
Hilde Groß, eine junge Darmſtädter Sängerin, und Herr Sandro
Menges, der frühere Helſdentenor der Stadttheater Elberfeld=
Bar=
men, Lieder von Reger, R. Strauß, Liſzt, Beethoven, R. Wagner ſowie
das Gebet aus „Rienzi” vortragen werden. Fräulein Hilde Menges
hat gütigſt die Klavierbegleitung übernommen. Karten für Mitglieder
zu 1 Mk., für Nichtmitglieder zu 2 Mk. bei H. Arnold,
Wilhelminen=
ſtraße 9, und Frau v. Selzam, Neckarſtr. 19. (Siehe Anzeige.)
— Orpheum. Der Oſter=Spielplan ab 2. Feiertag mit dem
perſönlichen Auftreten des weltbekannten Filmdarſtellers Bruno Kaſtner
iſt aus heutiger Anzeige erſichtlich.
*Aendgrungen in der Reichsverſicherungsordnung. Ab 1. d8. Mt.s iſt
durch Geſetz angeordnet: Nach 318 b konnte der Kaſſenvorſtand beſtimmen,
daß, ſoweit der Grundlohn nach dem wirklichen Arbeitsverdienſt
be=
rechnet wird, die Arbeitgeber Liſten über den den Verſicherten gezahlten
Entgelt an den Zahltagen einzureichen und ihre Bücher und Belege
für den Kaſſenvorſtand zur Nachprüfung dieſer Liſten offenzuhalten
haben. Dieſe und die ſich anſchließende Vorſchrfft in 8 318e über die
Folgen der Nichterſtattung der erforderlichen Meldung ſind aufgehoben.
Nach 8 393a kann der Kaſſenvorſtand beſtimmen, daß die Arbeitgeber oder
beſtimmte Gruppen von ihnen die Beiträge ſtatt an den in der Satzung
feſtgeſetzten Zahltagen ſchon am Tage der jedesmaligen Lohnzahlung
einzuzahlen haben. Dieſe Beſtimmung iſt gleichfalls aufgehoben.
* Mitführung eines Pgſſes bei Auslandsreiſen. Deutſche
Reichsange=
hörige bedürfen zum Betreten und Verlaſſen des Reichsgebietes
grund=
ſätzlich eines Reiſepaſſes. Dieſe Beſtimmung iſt durch die
inzwi=
ſchen erfolgte Aufhebung des Sichtvermerkszwanges im Verkehr mit
Danzig, Kuba, Haiti, Panama, der Dominikaniſchen Republik,
Oeſter=
reich, der Schweiz, den Niederlanden, Japan und Island nicht
auf=
gehoben worden. Deutſche Reiſende, die ohne Reiſepaß an der
deut=
ſchen Grenze eintreffen, müſſen gewärtigen, am Grenzübergang gehindert
zu werden.
* Vorzugsrente. Der Reichsfinanzminiſter hat verfügt: „Iſt die
Gewährung einer Vorzugsrente vor 1. Januar 192 beantragt oder wird
ſie nach 31. März 1226 beantragt, ſo iſt die Vorzugspente, falls ſie
zuer=
kannt wird, ſo zu behandeln, als wenn ſie bereits in dem auf die
An=
tragſtellung folgenden Monat zuerkannt worden wäre. Wurde die
Ge=
währung einer Vorzugsvente in der Zeit vom 1. Januar 1926 bis 31.
März 1926 beantragt, ſo iſt ſie, falls ſie zuerkannt wird, ſo zu
behan=
deln, als wenn ſie im Januar 1926 zuerkannt worden wäre.
Welche Vorteile bietet das „Altraphon
gegenüber den bisher bekannten Sprechmaſchinen?
1. Eine weitgehende Annäherung an den Originalton und eine dadurch
bedingte Tonfülle und Klangſchönheit bei deutlicher Wiedergabe
aller muſikaliſchen Feinheiten.
2. Einen durch richtige Klangbildung tragfähigen Ton, der kleine wie
große Räume gleichmäßig füllt und einen reſtloſen künſtleriſchen
Genuß vermittelt.
3. Eine orcheſterähnliche Wirkung beim Spielen von Tanzmuſik, die
das Tanzen vieler Paare wie bei einem tatſächlich vorhandenen
Or=
cheſter möglich macht.
4. Eine durch die Tonfülle verurſachte Verminderung der
Nebenge=
räuſche.
5. Eine Regulierungsmöglichkeit der Tonſtärke während des Spielens
ohne Nadelwechſel vom feinſten Piano bis zum Forte. (5178
Großes Plattenlager prominenter Künſilerinnen
und Tanzkapellen
General=Vertreter: Heinrich Arnold
Wilbelminenſtraße 9, Telephon 2560.
— Denkmals=Einweihung der 168er in Offenbach. Am 1.
Pfingſt=
feiertag findet in Offenbach die Denkmalsweihe des Regiments ſtatt,
wo=
rauf die früheren Angehörigen der heſſiſchen Diviſion und der aus dem
Regiment hervorgegangenen Kriegsformationen — Regimenter 186, 221,
254, 365 und Ergänzungsbataillon 49 — hingewieſen werden. Nähere
Einzelheiten über die Feier werden in dieſem Blatt durch Anzeige
be=
kanntgegeben.
E Mee
deshalb immer friſche Ware. Parfimerie Mäller,
Rhein=
ſtraße 6, und Filiale „Seifenhaus am Schillerplatz”, (4828a
Neues aus der Geologiſch=
Mineralo=
giſchen Abteilung des Landesmuſeums
In der geologiſch=mineralogiſchen Abteilung des Landesmuſeums
iſt in dem Flachpultſchrank Nr. 6 der Formationsſammlung eine reiche
beſondere aus unſerer ehemaligen Kolonie Deutſch=Südweſtafrika, neu
ausgeſtellt, die zum Deil durch Kauf, zum Teil durch Schenkung einer
Muſeums gelangt iſt. In dem erſten Pult (a) befinden ſich Belegſtücke
zur Veranſchaulichung der Wirkungen der Atmoſthäre auf die Geſteine
in den Tropengegenden, ſog. Tropenverwitterung. Das
trockene, regenarme Klima begünſtigt die Entſtehung von Steppen und
Wüſten, in denen der Wind ſich frei entfalten und mit feinen
Sandkör=
nern, dem Verwitterungsprodukt der anſtehenden Geſteine, beladen
kann. Solche Sandwinde, die ſich oft zu heftigen Stürmen ſteigern,
pflegen dort eine faſt alltägliche Erſcheinung zu ſein und rufen an allen
hervorragenden Gegenſtänden des Erdbodens, beſonders den Geſteinen,
die ſog. Windſchliffe hervor, von denen eine ganze Neihe verſchiedener
Formen ausgeſtellt ſind. (Man vergleiche die Windſchliffe aus der
Um=
gebung Darmſtadts und anderer Gegenden Deutſchlands in Schrank
Nr. 8 d, die während eines Teiles der diluvialen Eiszeit ſich bilden
konn=
ten, da infolge des Klimas ausgedehnte Steppen den Boden
Deutſch=
lands bedeckten.) Solche vom Sandwind bearbeiteten Geſteine zeichnen
ſich durch charakteriſtiſchen Glanz aus, wodurch ſie wie poliert oder mit
Firniß überzogen ausſehen. Beſtehen die Geſteine aus verſchieden harten
Lagen, ſo werden die weicheren ſtärker ausgeſchliffen und treten zurück,
während die härteren, widerſtandsfähigeren als Rippen und Höcker
hervortreten. So werden auch Verſteinerungen, die härter ſind als das
Geſtein, in dem ſie eingebettet, herausgearbeitet und ſitzen dann auf
dünnen Stielchen. Auch die ſog. Pilzfelſen, die wir in Wüſtengebieten
nicht ſelten beobachten können, verdanken ihre Entſtehung der gleichen
Wirkung der Sandwinde. Zu den mit Glanz verſehenen Geſteinen
gehören auch die Windkanter, die, je nach Aenderung ihrer Lage zur
vorherrſchenden Windrichtung, zu Zwei=, Drei=, Vier= und Mehrkantern
geſchliffen wurden. Chemiſche Aetzerſcheinungen rufen die ſog.
Rillen=
ſteine hervor. Eine eigentümliche Bildung an Geſteinen der Wüſte ſtellt
die ſog. Schutzrinde oder der Wüſtenlack dar, der Felſen, Blöcke und
Gerölle mit einer kaum ½ mm ſtarken Rinde überzieht, die aus
waſſer=
armem Eiſenoxyydhydrat (Roſt), manchmal auch Manganoxyden, beſteht
und aus dem Geſtein ſelbſt ſtammt, aus dem es durch wechſelnde
Be=
feuchtung und Austrocknung nach Ueberführung in eine lösliche
Verbin=
dung (Hydrokarbonat) an die Oberfläche gezogen wurde. Hiermit werden
uns eine Menge von Erſcheinungen vor Augen geführt, die wir heute
in unſerem milden, regenreichen Klima nicht beobachten können. Die
Belegſtücke ſtammen zum Teil aus der Lybiſchen Wüſte in Aegypten,
zum Teil aus dem Diamantgebiet von Pomona, unfern der Lüderitzbucht
in Südweſtafrika.
Wenden wir jetzt unſere Aufmerkſamkeit dem zweiten (mittleren)
Pult zu, in dem von den Bodenſchätzen unſerer ehemaligen Kolonig
Deutſch=Südweſtafrika vorzügliche Proben ausgeſtellt ſind. Ihr
Reich=
tum an wichtigen Erzen und Diamanten iſt ihr zum Verhängnis
gewor=
den und ſo iſt denn dies Gebiet nach dem Schandfrieden von Verſailles
alsbald liebevoll von der Südafrikaniſchen Republik in ihren Beſtand
aufgenommen worden. Unter allen Umſtänden ſollten wir darauf
drin=
gen, in den Beſitz unſerer Kolonien wieder zu gelangen. Die
minerali=
ſchen Schätze beſtehen zunächſt in ausgedehnten Erzlagern. Es handelt
ſich hierbei beſonders um die Kupfererzlagerſtätten im Norden der
Kolo=
nie in der Umgebung von Tſumeb, die in Kalken und Dolomiten
ein=
gelagert ſind. Schon im Jahre 1905 wurde der Abbau in Angriff
ge=
nommen, aber erſt kurz vor und während des Krieges gewann er
welt=
wirtſchaftliche Bedeutung. Es ſind drei Gruben in Betrieb, von denem
die bekannteſte bei dem Orte Tſumeb liegt. Die Erze beſtehen
vorwie=
gend aus Kupfer=, Blei= und Zinkkarbonaten, die, ſolange der Abbau
noch nahe der Oberfläche im ſog. Hut vor ſich ging, als Malachit, Azurit,
Weißbleierz und Zinkſpat vorkamen, aber auch Arſeniate, wie Mimeteſit,
Olivenit und Bahldonit, fehlen nicht. Heute gehen die Baue ſchon
weſentlich tiefer, ſodaß man die Primärerze gewinnt, hauptſächlich
Kupferkies. Von beſonderer Wichtigkeit ſind ferner die Vanadiumerze —
Mottramit, Descloizit und Cuprodeselvizit —, von denen Lagenſtätten
an mehreren Stellen bei Otavi auſtreten. Vanadium beſitzt die
Eigen=
ſchaft, dem Stahl eine größere Härte zu geben, weshalb die
Vanadium=
erze als Zuſchlag bei der Stahlbereitung benutzt werden. Einen
der=
artigen Stahl nennt man Vanidinſtahl. Er iſt ein hochwertiger
Werk=
ſtahl, mit dem man Gußſtähle bohren und fräſen kann. Da
Vanadium=
erze verhältnismäßig wenig vorkommen, ſo ſind ſie ſehr begehrt und
ſtehen hoch im Preiſe. Die Kriſtallſtufen aller dieſer Mineralien ſind oft
von hervorragender Schönheit in Farbe und Glanz, wie die
ausgeſtell=
ten Stücke dartun, zugleich beſitzen auch die prächtigen Stufen der
Vana=
diumerze hohen Wert, da ſie ſelten in den Handel gelangen.
Einen zweiten Schatz beſitzt Südweſt=Afrika in den reichen
Diamant=
vorkommen im Süden der Kolonie. Die Diamantfelder ſind beſchränkt
auf einen etwa 20 Kilometer breiten Streifen Landes, der ſich von der
Lüderitzbucht aus längs der Küſte bis zum Orange River, dem
Grenz=
fluß gegen die Kapkolonie, hinzieht und einen Teil der Küſtenwüſte
(Namib) bildet. Hier finden ſich die Diamanten in loſen Sanden, die
wahrſcheinlich aus der Verwitterung dort anſtehender lockerer
Kreide=
ſandſteine hervorgegangen ſind. In dieſen Sandſteinen ſind aber die
Diawanten nicht entſtanden. Als eigentliches Muttergeſtein hat ein
Diabas=Mandelſtein zu gelten, wie aus den zahlreichen Chalcedon,
Jaspis und AchatMandeln zu ſchließen iſt, die bei der Diamantwäſche
zurückbleiben (ſiehe die ausgeſtellten Proben); denn in Südweſt=Afrika
befinden ſich die Diamanten, wie der Geologe ſagt, ausnahmslos auf
ſekundärer Lagerſtätte, ſind alſo umgelagert und werden durch waſchen
aus derſelben gewonnen. Zeichnen ſich die ſüdweſtafrikaniſchen Steine
auch nicht durch beſondere Größe aus, ſo entſ hädigen ſie dafür durch
hohe Reinheit und Häufigkeit, ſodaß ſie einen wichtigen Gegenſtand des
Diamantmarktes bilden, betrug doch die Produktion an Diamanten in
den Jahren 1908—1913: 4,5 Millionen Karat im Werte von 140
Millio=
nen Goldmark. Die ausgeſtellten Proben geben nicht nur eine gute
Ueberſicht über die verſchiedenen Farbenvarietäten, ſondern auch über
die mannigfachen Kriſtallformen, deren häufigſte das Oktaeder und
Hexakisoktgeder (48=Flächner), ſowie die Kombination beider ſind.
Anders liegen die Verhältniſſe in Südafrika, wo viel ältere und
zahlreichere Diamantvorkommen ſind. Diamantſeifen treten dort ganz
in den Hintergrund; kennt man doch hier das Muttergeſtein des
Dia=
manten. Es iſt eine vulkaniſche Reibungsbreſche, die Exploſionsröhren
und =ſchlote in der permiſchen Karrooformatien ausfüllt und als Blue
Ground (Blaugrund) bezeichnet wird. Dieſer enthält neben rotem
Gra=
nat (Pyrop oder Caprubin), grünem Diopſid und kugeligem
Biolitglim=
mer (ſog. Vaalit), die Diamanten und ſteht im Zuſammenhang mit
einem Eruptivgeſtein aus der Gruppe der Olivin=Diabaſe, das nach der
Hauptgrube bei der Stadt Kimberley Kimberlit benannt iſt. Die
Dia=
manten werden aus dieſen Geſteinen dadunch gewonnen, daß man
letz=
teres zertrümmert und das Produkt mittels Waſſer und verſchieden
großlöcheriger Siebe auswäſcht. Alle aufgeführten Mineralien und
Geſteine ſowie Waſchrückſtände ſind durch typiſche Belegſtücke vertreten.
Das rechte Pult (e) enthält eine Reihe von Mineralien und Geſteine,
die Herr Oberleutnant Kuhn in der Umgebung von Otjmbingwe am
Swakop, ſüdlich von Karibib (mittleres Südweſt=Afrika), wo er
ſtatio=
niert war, ſelbſt geſammelt und im Jahre 1906 dem Muſeum zum
Ge=
ſchenk gemacht hat. Die Belegſtücke geben ein anſchauliches Bild von der
Verſchiedenartigkeit der Bodenzuſammenſetzung in jener Gegend und
all den Ausſichten, die ſich für Bergbau und Steininduſtrie ergeben.
Sogar Gold findet ſich dort in der Potmine und an anderen Orten,
allerdings in verſchwindend kleiner Menge. Sein Vorkommen iſt an
Quarzgänge gebunden wie auch in Südafrika, dem Kapland, das ja ſo
ungemein reich an dieſem Edelmetall iſt. Hier jedoch findet es ſich auch
in einem Sedimentgeſtein, einem Quarzkonglomerat der algonkiſchen
Witwatersrand=Schichten, in die es ſich ſchon beim Abſatz aus
minera=
liſchen Löſungen niedergeſchlagen hat. Es kommt alſo nur im der
Füll=
maſſe zwiſchen den Quarzgeröllen vor. Das Gold wird, wie der Dig=
Nehmen Sie Biomalz
wenn Sie Ihre Geſundheit und ein gutes, blühendes Ausſehen erhalten
wollen. Ihre Nerven erholen ſich. Ihre Arbeitskraft hebt ſich. Sie leiſten
mehr in Ihrem Beruf. Biomalz kräftigt und erfriſcht den ganzen Körper
ungemein. Schlaffe, welke Züge verſchwinden,
die Geſichtsfarbe wird friſcher
und roſiger, der Teint reiner. Bei mageren, in der Ernährung
herunter=
gekommenen Perſonen macht ſich eine Hebung des Appetits, des Gewichts
und infolgedeſſen eine mäßige Rundung der Formen bemerkbar, ohne daß
überflüſſiger und läſtiger Fettanſatz die Schönheit der Formen beeinträchtigt.
Biomalz iſt allen durch Uebexarbeitung, Krankheit
Nerpoſität geſchwächten Perſonen zu empfehlen. Von
Pro=
feſaren ud Aerzien Aänend begutachte.
Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. Preis einer Doſe 1,90 Mk.,
mit Eiſen (zur Stärkung für Blutarme und Bleichſüchtige) 2,20 Mk., mit
Kalk extra (zur Stärkung für Lungenleidende) 2,50 Mk., mit Lebertran
2,50 Mk., mit Lecithin 5,00 Mk. Man verlange nur das echte Biomalz,
nichts anderes, angeblich „Ebenſogutes” Achte genau auf das Etikett.
Druckſchriften verſenden wir auf Wunſch umſonſt und poſtfrei.
Biomalz=Schokolade, je 100=Gramm=Tafel 60 Pf. und Biomalz=
Bonbons, beſtes Linderungsmittel bei Huſten und Heiſerkeit, vorzüglicher
Geſchmack, je Beutel 30 Pf., Doſe 50 Pf.
Gebr. Patermann, Teltow=Berlin 110.
1V,2720)
Seite 6
Nummer 93/94
Samstag, den 3. Aprtl 1926
mant, auf gleiche Weiſe durch Auswaſchen der zertrümmerten Geſteine
gewonnen. Zahlreiche Proben des Muttergeſteins, der Waſchrückſtände
und des Goldes ſelbſt dienen als Belegſtücke des Geſagten. Sie ſind zum
Teil durch den verſtorbenen Herrn Fritz v. Heſſert im Jahre 1885,
größ=
tenteils durch Herrn M. Gotthard in Johannesburg im Jahre 1909 dem
Muſeum als Geſchenk überwieſen worden.
So dürfte denn dieſe kleine, aber ausgewählt ſchöne Belegſtücke
ent=
haltende Sammlung wohl berufen ſein, die Aufmerkſamkeit der
Muſeumsbeſucher wieder auf unſere, uns widerrechtlich entriſſenen
Kolo=
nien zu lenken und den Sinn für ähnliche Zuwendungen anzuregen, auf
die unſer Muſeum bei der jetzigen Geldknappheit mehr denn je
an=
gewieſen iſt.
O. Haupt.
— Nächſte Damferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie. Nach
NewYork: D. Hamburg ab Hamburg am 8. 4., ab Cuxhaven am 9. 4.,
D. Weſtphalia ab Hamburg am 14. 4. D. Albert Ballin ab Hamburg am
22. 4., ab Cuxhaven am 23. 4., D. Thuringia ab Hamburg am 28 4.,
D. Reliance ab Hamburg am 3. 5., ab Cuxhaven 4. 5., D. Deutſchland ab
Hamburg am 6. 5., ab Cuxhaven am 7. 5., D. Cleveland ab Hamhng
am 13. 5., ab Cuxhaven am 14. 5., D. Hamburg ab Hamburg am 20. 5.,
ab Cuxhaven am 21. 5. Nach Boſton: D. Weſtphalia am 14. 4., D.
Thuringia am 28. 4. Nach Philadelphia, Baltimore
Nor=
folk: D. Montpelier am 10. 4., D. Altmark am 7. 5. Nach der
Weſtküſte Nordamerika: D. Witram am 10. 4., D. Juſtin am
24. 4., D. Oſiris am 8. 5. D. Sachſen am 22. 5. Nachder Oſtküſte
Südamerika: D. Württemberg am 10. 4., D. Wasgenwald am 17. 4.,
D. Schwarzwald am 24. 4., D. Steigerwald am 8. 5., D. Baden am
12. 5., D. Emden am 22. 5. Nachder Weſtküſte Südamerika:
D. Ansgir am 3. 4., D. Braſilia am 9. 4., D. Uarda am 14. 4., D. Alrich
am 23. 4., D. Itauri am 24. 4., D. Murla am 5. 5. NachMexiko:
D. Schleswig=Holſtein am 10. 4., M. S. Rio Bravo am 20. 4., D.
Weſter=
wald am 30 4., D. Holſatia am 11. 5., D. Nord=Schleswig am 21. 5., M.
S. Nio Bravo am 1. 6. Nach Cuba: D. Antiochia am 6. 4.,
D. Kyphiſſia am 5. 5.. D. Adalia am 5. 6. Nach Weſtindien:
D. Riol am 10. 4., D. Rugia am 24. 4., D. Denderah am 8. 5., D.
Teu=
tonia am 22. 5., D. Eupatoria am 5. 6. NachOſtaſien: D. Coblenz
am 3. 4., D. Agapenor am 10. 4., D. Pfalz am 14. 4., D. Preußen am
17. 4., D. Bloemfontein am 24. 4., D. Franken am 1. 5., M. S.
Fries=
land am 5. 5. NachAfrika: D. Livadia am 7. 4., D. Njaſſa am 8. 5.,
Hamburg=Rhein=Linie: Wöchentlich ein Dampfer. Mitgeteilt
von dem Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
— Geſellſchaftsreiſen zur Frankfurter Frühjahrsmefſe. Die
bekann=
ten Vertreter der Frankfurter Meſſe organiſieren anläßlich der
bevor=
ſtehenden Frühjahrsmeſſe bei genügender Beteiligung von jedem Orte
aus Geſellſchaftsreiſen, die eine Fahrpreisermäßigung von 25 Prozent
ermöglichen, und zwar in allen Wagenklaſſen, ſowohl für Schnellzüge als
auch ſür Perſonenzüge und beſchleunigte Perſonenzüge.
— Eine Wanduhr aus Strohhalmen wird ab heute nachmittag im
Bürgerhof gezeigt. Dieſes Lebenswerk eines Schuhmachermeiſters, das
ſchätzungsweiſe einen Wert von 150 000 Dollars repräſentiert, wurde
bereits in den verſchiedenſten deutſchen Städten gezeigt und fand überall
reſtloſe Bewunderung und Anerkennung. (Vgl. Anzeige.)
Tageskalender für Oſter=Sonntag, den 4. April 1926.
Landestheater Großes Haus, Anfang 5 Uhr, Ende 10
Uhr, C 13: „Parſifal”. — Kleines Haus, Anfang 4½ Uhr, zum
erſten Male: „Heidideldei” oder „Wie die Haſen dazu kamen, Eier
zu legen; abends 7½ Uhr, Ende 10 Uhr, Zuſatzmiete X (9): „
Sa=
kuntala‟.
Tageskalender für Oſter=Montag, den 5. April 1926
Landestheater Großes Haus Anfang 7 Uhr, Ende 10
Uhr (Darmſtädter Volksbühne): „Der Kreidekreis”, — Kleines
Haus, Anfang 6½ Uhr, Ende gegen 10 Uhr, Zuſatzmiete IX (9):
„Figaros Hochzeit” — Orpheum, 8 Uhr: Gaſtſpiel Bruno Kaſtner.
Lokale Veranſtaltungen.
— Alt=Darmſtadt, Vereinigung für Ortsgeſchichte
und Heimatkunde, Hotel Prinz Karl, Alt=Darmſtadt=Zimmer.
Donnerstag abend Vortrag von Herrn H. Stieſi über: Schloß
Brauns=
hard und ſeine Geſchichte.
G
Kernſeife Pfd. 45 H. Seifenflocken Pfd. 50 D. Schmierſeife
Pfd. 50 H, 12½ Pfd.=Eimer 6.— ℳ, Eimer gratis, gibt es
nur im „Seifenhaus am Schillerplatz”.
(4829a
Ein eigentümlicher Vorfall. Bei der Probevorführung des neuen
Larry Semon Luſtſpiels „Auf nach Illuſtrien” im Reſidenz=Theater
bekam ein Angeſtellter des Reſidenz=Theaters durch zu vieles Lachen
eine Zwerchfellerſchütterung.
(5180
Kunſinotizen.
Ueber Werte, Künffller und künftleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtehenden Grwähnuns
geſchiebt. Behält ſich die Redaktion ibr Artell vor.
— Union=Theater. Goldrauſch. Em Film verfaßt
und inſzeniert von Charlie Chaplin. Dem Apparat, dem Zuſchauer
ent=
gegen marſchiert eine endloſe Kette von Männern, einer hinter dem
an=
dern, jeder ſchwer bepackt, bergauf, keuchend unter der Laſt des
Pro=
viantes, getrieben von Abenteurerluſt und dem Hunger nach Geld. Ihr
Weg führt durch die Schmeewüſten Alaskas über Gebirge und Gletſcher.
Einer unter dieſen Goldfuchern erſcheint: Chaplin. Er geht ſeine
eige=
nen Wege. Mit dem ſpeifen Hut, dem Cutavay, dem Spazierſtöckchen
und einem Sack um die Schultern, weil es ſo kalt iſt, wandert er voran,
auf ſchwindelnder Höhe, an Abgründen vorbei und Tiefen, gleichmütig,
jeden Augenblick in Lebensgefahr, geſolgt von einem dicken braunen
Bären, dem ſolche Menſchen ſympathiſch ſind. Links drohen die Felſen,
hart und ſpitz wie ein Kontorſtuhl, ſcharf, glatt und hoch wie ein
Geſchäftshaus, rechts gähnt die Tiefe, unermeßlich wie eine Großſtadt,
der Himmel ſteht darüber, lockend wie Lichtreklame, aber verdüſtert von
Schneetreiben wie der Himmel. So beginnt dieſer Film; großartig und
grotest. Seine Handlung iſt der Weg des Menſchen: die Reiſe zum
Reichtum. Chaplin wandert und ſeine Bewegungen ſind die eines
Pfahl=
bürgers, der ein Auto heſteigt oder eines Großſtädters in einem
Dorf=
wirtshaus. Dieſer Film iſt Chaplins Leben. Chaplin aber, der
Schau=
ſpieler, iſt der ehrliche Menſch, der Angſt hat, wenn man ihn ſchlägt,
der traurig iſt, wenn er liebt, der immer Pech hat, weil alles ihm ſo
gerät, wie es geraten ſpll, und nicht wie er es gerade wünſcht. Die
Handlung, ſo durchkomponiert, daß dem Zuſchauer auf jede Frage eine
Antwort wird, ſetzt glenhmäßig, auf breiter Baſis der Geſchehniſſe die
Szenen an und ab. Das Geſetz des Dramas, das nur die weſentlichen
Ereigniſſe auf dem ſteilen Bogen der Handlung aneinanderreiht, iſt
wunderbar erfüllt. Die Schönheit vieler Szenen iſt faſt unbeſchreiblich.
Chaplin als Schauſpielen iſt in dieſem Film größer geworden als man
ihn je ſah. Die Zuſchauer lachen, daß das Haus dröhnt. Dieſer Film
iſt auch der komiſchſte, den man bisher geſehen hat. Er iſt unerhört
wirklich, und alle merke auf einmal, wie komiſch es iſt, ein Stück
be=
druktes Papier Geld zu nennen und anzubeten. Wiederholt wird, aber
das iſt abgekartetes Spkel, die größte Szene des Filmes.
— Palaſt=Lichtſpiele: „Förſterchriſtl”. Es iſt Friedr.
Zelniks Verdienſt, daß er die ſtarken, publikumfeſſelnden Möglichkeiten
des Librettos erkannte und es von Fanny Carlſen und Alfred Halm zu
einem Manuſkript ausBauen ließ, das famos gelungen iſt. Der Stoff
iſt in der harmoniſchen Verquickung von Heiterkeit, Wehmut und
ſchmerz=
haftem Entſagenmüſſen von durchſchlagendſter, abſoluteſter Wirkung,
feſſelt von der erſten Mnute an, wird nie matt, ereignisleer und wahrt
ſtets das Niveau, ohne jemals ins Verflachende zu geraten. Die
Ge=
ſchichte von Chriſtl, deur Förſtermädl, das den Kaiſer Joſef von
Oeſter=
reich, den es anfangs für einen ſimplen Hofbeamten hält, liebt und
ſchließlich, da ſich die Wirklichkeit grauſam enthüllt, auf ein flüchtig
geträumtes Glück verzichſen muß, hat ſchon auf der Bühne
außerordent=
lich gefallen. Nun hat der Film — möglichkeitsreicher und bildnisſtärker
— das Theater übertrumpft und glänzend geſchlagen.
Die Chriſtl Lange iſt Lya Mara! Selten ſah man ſie gelöſter,
rol=
lenverwurzelter, mögliohkeitsreicher als hier. Von bezaubernder Anmut,
erfriſchender Natürlichk eit, humorvoll=liebenswürdiger Drolerie und
un=
gehüinſtelter Naivität iſt; dieſe Frau, die die Bombenrolle ſiegreich durch
die Akte trägt, ſtets Neues aus ſich ſchöpft, nie „mimt”, ſondern ſtets das
warmherzige, liebenswesste, goldige Mädel bleibt. Mit ihrer „Chriſtl”
hat ſich Mya Mara aufs neue in die Herzen des Publikum hereingeſpielt.
— Der Kaiſer Joſef iſt Harry Liedtke, kein Monarch, ſondern ein lieber
Kerl, von einer Geſtaltmgsfriſche und Lebendigkeit des Ausdrucks, die
ſofort für ihn einwehmen. Ein forſcher, ſtattlicher Burſche iſt der
Kor=
poral Wilhelm Dieterleg, ein gewitzter, aalglatter Diplomat Heinr. Peer.
Sehr komiſch Kark HatDacher als vertrottelter Friſeur, gut Eduard von
Winterſtein als Förſter, vorzüiglich Marg. Kupfer. Der Kaiſerin Maria
Thereſia verleiht Bertha Scheven=Trutz Vornehmheit und Würde,
wäh=
rend Hermann Böttchae mit wenigen Strichen eine vergnügliche
Hof=
ſchranze zeichnete, Frederik Fuglſangs Photographie iſt recht befriedigend.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
Dir e Dacfentüichungen wrier dieſer Uleberſchrift übernimmt die Redaltion leinertel Der
Derlung; für ſie bleibt euf Grund des 5 21 Abſ. 2 des Preſfegeſetzes in vollem Umfange
dar Snder verantwortſich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, können nicht
mrückgsſandt, die Abiebnung nidt beasändet werden.
Knabenchöre.
Die Parſifalaufführung des Landestheaters läßt aufs neue eine Lücke
in dem muſikaliſchen Rüſtzeug der Stadt Darmſtadt empfinden. Wir
haben Frauenchöre, Männerchöre, gemiſchte Chöre, Orcheſter und
Streich=
quartette mannigfacher Art, auch gute Vokal= und Inſtrumentalſoliſten
ſind da, und es wird alſo kaum eine Partitur geben, die wir aus Mangel.
an ſolchen Kräften nicht ausführen könnten. Sowie aber ein
Knaben=
chor gebraucht wird, iſt man in einiger Verlegenheit. Anderswo iſt das
nicht ſo: Augsburg und München haben ihre ausgezeichneten ſtädtiſchen.
Singſchulen; Frankfurt, Würzburg, Mrnberg, Berlin (und ſicher noch
viele andere Städte) beſitzen trefflich geſchulte und auf breitem Grunde
ausgewählte Knabenchöre, die jederzeit zu Aufführungen großer Werke
verwendet werden können — Darmſtadt hat derartiges nicht. Oder meint
jemand, die ſogenannten Chorſchulen der evangeliſchen Kirchen
böten uns die gleichen Möglichkeiten? Das wäre ein Irrtum.
Denn die Chorſchulen ſind mit einer einzigen Ausnahme gemiſchte
Schülerchöre, alſo keine Knabenchöre, und der Knabenchor der
Stadtkirche hat ſeit Jahren mit den größten Schwierigkeiten zu
kämpfen, ſich zu behaupten: Der Sport am Sonntag morgen, die
Vor=
liebe des am Werktag angebundenen Arbeiters für frühe Sonntags=
Familienausflüge, der Rückgang der Scüilerzahl, die Beſchränkung des
Erſatzes auf die Ballonſchule und die Abneigung mancher Leute gegen
die Schule — das ſind tatſächlich nur einige wenige der Umſtände,
die dem Knabenchor der Stadtkirche das Leben ſchwer machen, und der
deshalb zumeiſt weder über das Stimmen=Material noch über die
tech=
niſche Schulung verfügt, die ihn befähigte, größere und ſchwierige
Auf=
gaben zu löſen — man hat ja genug zu tun, den gottesbienſtlichen
An=
ſprüchen rein quantitativ zu genügen. Trotzdem muß dieſer Chor, ſo
oft die Aufführung eines Werkes mit Knabenchor am Himmel ſteht, den
Kern eines Chors bilden, der dann in aller Eile einige Wochen vorher
zuſammengerafft wird. Und nicht ſehr wähleriſch darf man dabei ſein:
unter Juden, Heiden, Chriſten gibt es wenig Sopraniſten—, und ſehr viel.
Nückſicht muß man auf Bubenlaunen nehmen, ſoll es nicht alsbald zu
Ver=
fallserſcheinungen kommen . . Nach einer kurzen Weile nicht ſehr
kurzweiliger Proben muß aber dies Zufallsgebilde den Mut
aufbringen, einem großen und ſchönen Werke gerade an den
Stel=
len zu dienen, die Gipfelpunkte von Empfindlichkeit
ſind, man beziehe nun das Wort auf das Werk ſelber oder auf den Hörer.
Wie peinlich, wenn im Parſifal der vierſtimmige a Capella=Chor die
un=
bedingt nötige Tonreinheit vermiſſen läßt, oder wenn ein krönender
C=Dur=Dreiklang in der Quintlage nicht ohne Tadel erklingt! Wenn die
berufene Kritik in liebenswürdigem Verſtändnis für geahnte, wenn auch
wohl kaum erkannte Schwierigkeiten nicht eben die ſpitzeſte Feder ſchreibt,
ſobald es ſich um Kinderchöre handelt, ſo ſei uns ſelber verſtattet, aus
Achtung vor dem Kunſtwerk Kritik zu üben. Für diesmal aber nicht an
en Kindern, ſondern an der Stadt Darmſtadt: warum zaudert dieſe
Kunſtſtadt bis heute, einen Knabenchor planvoll ausbilden zu laſſen, der
höheren und höchſten Anſprüchen genügen könnte?
Hubert Samper.
Pgſtillen zur Desinſektion von Mund= und
Rachenhöhle. Fachärztlich empfohlen bei
Hals=
entzündung und Erkältung, ſowie zum Schußz
Crpäulich in
Apoche-
den und Drogerien.
kosammssdctzung:
B
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das mit dem Antiklopf=Zusatz
der I. G. Farbenindustrie A.-G.
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Soda-Fabrik)klopftrei gemachte
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betriebsstoff.
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DOBI.
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Heidelbergerstraße 26
Wenden Sie sich
an die
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Nummer 93/94
Samstag, den 3. April 1926
Seite 7
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Griesheim, 3. April. Die elektriſche Beleuchtung hätte
auf die Oſterfeiertage in Betrieb geſetzt werden können, wenn die
Strom=
abnehmer dafür geſorgt hätten, daß die grünen Karten, wie
vorgeſchrie=
ben, ausgefüllt an das Gaswerk abgeliefert worden wären. Von weit
über 400 Stromabnehmern haben bis heute nur 194 ihre Karten
abge=
liefert. Der Anſchluß an das Kabel iſt erfolgt, wann wir aber Licht
be=
kommen, läßt ſich bei ſolcher Saumſeligkeit nicht mit Beſtimmtheit
vorausſagen.
* Griesheim, 3. April. Mit dem 1. April iſt der über die Grenzen
unſeres Ortes in der ganzen Umgebung weit hinaus bekannte
Nacht=
ſchutzmann Peter Mann nach 3ſüähriger Dienſtzeit in den
wohlver=
dienten Ruheſtand getreten. Seine Dienſtzeit begann noch in der Zeit,
wo die Nachtwächter noch mit Pfeifen ausgerüſtet wanen und dem guten
Bürger die nächtlichen Stunden, aber auch Dieben und ſonſtigem
Ge=
lichter ihr Kommen verkündigten. Unſer guter Nachtſchutzmann Peter
Mann war immer ein gewiſſenhafter, pflichteifriger und pflichtbewußter
Beamter, der es im Dienſt ſehr genau nahm, ſeine Mitbürger treulich
behütete und der Schrecken aller, nächtlichen Schwärmer und Lärmmacher
beiderlei Geſchlechts war und darum gönnt ihm jetzt auch jeder den
wohl=
verdienten Ruheſtand.
* Weiterſtadt, 1. April. Straßenſperre nach Darmſtadt.
Die Kreisſtraße Weiterſtadt—Darmſtadt iſt vom 6. April ab auf die
Dauer von vier Wochen für jeden Fuhrverkehr geſperrt. Die Sperre
geht vom Bahnhof Weiterſtadt ab. Auf der Straße werden Walzarbeiten
vorgenommen.
* Eberſtadt, 2. April. Errichtung von Holzhäuſern. In
dem der Gemeinde gehörigen Schulgarten hinter der Kleinkinderſchule
(zwiſchen Darmſtädter Straße und Griesheimer Weg) ſollen demnächſt
zwei Holzhäuſer errichtet werden. Zu den neuen Häuſern ſoll von dem
Griesheimer Weg aus ein Zugang geſchaffen werden. Der Pächter des
betreffenden Teiles des Schulgartens iſt bereits zum Räumen des ſeither
von ihm benutzten Gartenlandes aufgefordert worden. Dadurch erfährt
auch der Pflanzgarten der Volksſchule eine Verkleinerung.
Gberſtadt 2. April. Die Auslaat in Feld und Garten hat
begonnen. — Der „Raſenſportverein 1936” iſt nach längeren
Verhand=
lungen in den Ortzausſchuß für Leibesübungen aufgenommen worden
und hat nunmehr Anteil an dem Gemeinde=Sportplatz.
* Eberſtadt, 2. April. Holzverſteigerung. Bei der letzten
Holzverſteigerung im Prömſter, bei der Buchen= und Tannenholz zum
Ausgebot kam, waren die Preiſe, die erzielt wurden, ſehr hoch, aber auch
ſehr unterſchiedlich.
* Pfungſtadt, 2. April. Stammholzverſteigerung. Bei
der letzten Stammholzverſteigerung wurden für 243 Feſtmeter Nutz=
Kie=
fernholz über 10 000 Mark erzielt. Im Durchſchnitt kam alſo ein Fm.
auf 42 Rmk. Die Stammbolzverſteigerung iſt bereits genehmigt, ſodaß
die Abfuhrſcheine auf der Bürgermeiſterei in Empfang genommen
wer=
den können. Die letzte Stammholzverſteigerung findet am 7. April ſtatt,
Traiſa, 2. April. Herr Lehrer Wolf feiert am 1.
Oſterfeier=
tag, den 4. d. M., ſeinen 70. Geburtstag. Nahezu 40 Jahre war
Herr Lehrer W. in hieſiger Gemeinde als Erzieher tätig und verdankt
ein großer Teil der Einwohnerſchaft ihm ihr Wiſſen. Nachdem er nun
ſeit einigen Jahren in den Ruheſtand getreten iſt, wäre es ihm zu
wün=
ſchen, daß ihm noch recht viele Jahre der wohlverdienten Ruhe vergönnt
ſein würden.
Ober=Ramſtadt, 2. April. Gemeinderatsbericht.
In
Poſt
der
gewährende Baudarlehen an Poſtbeamte die Uebernahme der Bürgſhaft
ſeitens der Gemeinde beſchloſſen. In der Frage der Wiederbelebung
der Bauwirtſchaft durch ſteuerliche Begünſtigungen beſchließt der
Ge=
meinderat, die im Jahre 1926 begonnenen Wohnungsbauten für fünf
Jahre auf Antrag von der Gemeindegrundſteuer zu befreien. Die
Be=
ſtenerung des Hofreitegrundes wird dadurch nicht berührt. Ein
Wohn=
haus gilt im vorſtehenden Sinne als begonnen, wenn mit der
Ausfüh=
rung des Mauerwerkes begonnen wurde. Zur Zeppelin=Eckener=Spende
wurde ein Beitrag von 20 Mark aus der Gemeindekaſſe bewilligt. Ein
Antrag des Turnvereins Ober=Ramſtadt auf käufliche Ueberlaſſung
eines Teiles des an die Turnhalle in der Wehrſtraße angrenzenden
Ge=
meindegrundſtücks wird nach ausgiebiger Debatte an die zuſtändige
Kom=
mifſion zur Vorberatung überwieſen. Die Baugenoſſenſchaft „
Selbſt=
hilfe” Ober=Ramſtadt beantragt für 8 neu zu errichtende Wohnhäuſer
Baudarlehen. Von den 1925er Bauenden haben aber 10 bis heute ein
Landesdarlehen noch nicht erhalten. Dieſe ſollen daher bei der
Vertei=
lung der 1928er Mittel vorweg berückſichtigt werden. Alsdann foll die
Baugenoſſenſchaft vor anderen Intereſſenten für 8 Häuſer Darlehen
er=
erhalten. Sollten weitere Darlehensanträge in 1926 geſtellt werden,
werden dieſe dann hinter der Baugenoſſenſchaft eingereiht. Es wurde
deshalb zunächſt auch die Uebernahme weiterer Bürgſchaften, ſowie die
Abgabe von Baugelände durch die Gemeinde abgelehnt. Hiernach wurde
die Wohnungskommiſſion neu gebildet und zu Mitgliedern gewählt die
Gemeinderatsmitglieder Burger und Keller, ſowie auf Vorſchlag des
Mietervereins Georg Hofmann 8., Georg Krug und als Erſatzmitglied
Georg Netſcher 2. Die Jahresarbeiten für 1936 Rj. wurden wie folgt
vergeben: 1. die Schloſſerarbeiten an Wilhelm Emich 6., 2. die
Schreiner=
arbeiten an Konrad Fiſcher 11., 3. die Spenglerarbeiten an Karl Suppes,
4. die elektriſchen Inſtallationsarbeiten an Johann Kögel. Die am
29. März öffentlich verſteigerten Gemeindefuhren für 1926 werden mit
150 Mark pro Stunde für einen Einſpänner, mit 1,70 Mark für einen
Zweiſpänner, das Anfahren der Grenzſteine innerhalb der Gemarkung
mit 0.38 Mark pro Stück, das Fahren des Bahnſchlittens mit 2,49 Mark
pro Stunde, das Fahren des Leichenwagens mit 3 Mark für den
ein=
zelnen Fall, das Fahren der Feuerſpritze bei auswärtigen Bränden mit
8 Mark pro Stunde, des Beiwagens hierzu mit 15 Mark pro Stunde,
ſowie die Anfertigung der Armenſärge nach dem Verſteigerungsergebnis
genehmigt, unter der Bedingung, daß die Vergütung für das
Leichen=
wagenfahren künftig wieder durch die Gemeindekaſſe verrechnet wird.
Gleichzeitig wird die Verſteigerung der Jauche aus den Schulaborten,
ſowie das Anfahren von Sand zum Pflaſtern der Bauſtraße und das
Wegfahren der dabei anfallenden alten Steine genehmigt. Die mit der
Aushebung von Wieſengräben noch rückſtändigen Beſitzer ſollen
letzt=
mals entſprechend aufgefordert und bei fruchtloſem Verlauf die
Ar=
beiten durch die Gemeinde auf Koſten der Säumigen vorgenommen
werden.
* Fränkiſch=Crumbach, 2. April. Hier hat der frühere
Toten=
gräber, der ſeit Jahren erblindete 79jährige Johann. Pfeiker,
ſeinem Leben durch Erhängen i ſeinem Schlafzimmer ein Ende
gemacht.
* Michelſtadt, 3. April. Kein Geburtenrückgang.
Wäh=
rend ſich in ganz Heſſen die Zahl der an Oſtern zur Schule kommenden
Kinder weſentlich verringert hat, iſt hier in Michelſtadt gerade das
Gegenteil zu verzeichnen. Noch niemals kamen ſo viele Kinder zur
An=
meldung wie in dieſem Jahre. 36 Knaben und Mädchen verlaſſen die
Stadtſchule und 101 Kinder treten neu hinzu. Im nächſten Jahre
kom=
men 99 Kinder zur Aufnahme. Die Raumbedürfniſſe der Volksſchule,
die ſeither ſchon notweiſe zu Wirtslokalen übergehen mußte, werden
immer dringender.
j. Beerfelden, 2. April. Der Ortsgewerbeverein hält ſeine
Geſel=
lenprüfung am 25. d. M. ab. An derſelben beteiligen ſich
Prüf=
linge, deren Meiſter keiner Innung angehören, da die Innungen ihre
Lehrlinge ſelbſt prüfen; doch beſchränken ſich einzelne Innungen auf die
Abnahme der praktiſchen Prüfung und prüfen theoretiſch mit den
ande=
ren Prüflingen. Für die hieſige Prüfung wurden nun die
Prüfungs=
meiſter beſtimmt, die teils von hier, teils von den umliegenden
Ortſchaf=
ten ſind.
*Aus dem Odenwald.
Der Fahrplan der Kraftpoſten Main— Mämling erfährt
mit Wirkung vom 1. April an, wie uns der Odenwald=Verkehrs
bund mitteilt, einige wichtige Erweiterungen. Die durchgehende
Nachmittagsfahrt von Michelſtadt und Erbach nach Miltenberg
und zurück nach König wird nunmehr auch außer am Freitag und an
Sonn= und Feiertagen am Mittwoch ausgeführt. Man kann alſo
nunmehr an drei Tagen von Tal zu Tal und zurück gelangen. Die
Mittagsfahrt Michelſtadt—Erbach-Vielbrunn und zurück findet außer an
Sonn= und Feiertagen auch am Mittwoch, dem Amtstag der heſſiſchen
Behörden in Erbach und Michelſtadt, ſtatt. Die Abendfahrt von
Vielbrunn nach König und zurück wird täglich ausgeführt. Die
Ver=
hindungen der Kraftpoſtlinien Main—Müümling ſind nach der Lage der
Dinge ſo günſtig gelegt, wie es nur möglich iſt. Eine Erweiterung des
Fahrplans, die an und für ſich wünſchenswert wäre, kann
ſelbſtwverſtänd=
lich nur dann ſtattfinden, wenn die Benützung der beſtehenden Fahrten
ausreichend iſt. Es iſt nicht damit getan, eine Verkehrsverbindung ins
Leben zu rufen, vielmehr iſt es dringend erforderlich, daß die
Intereſſen=
ten und namentlich die Anlieger an den Linien die Verbindung auch
ausreichend benützen, um ſie lebensfähig zu erhalten. Gerade die
bevor=
ſtehenden Feiertage bieten erwünſchte Gelegenhett, auch die
Kraftpoſt=
linien Main—Mümling zu Ausflugsfahrten recht rege zu benützen.
* Aus dem Kreiſe Erbach, 2. April. Die Gemüter im Kreiſe Erbach
Michelſtädter, ſondern um eine Angelegenheit, die den ganzen Kreis
angeht. Wird doch die Schule nur zu einem Viertel von Michelſtädtern
und zu drei Vierteln von Kindern aus anderen Orten des Kreiſes
be=
ſucht. Bei der diesjährigen Reifeprüfung war ſogar nur ein einziger
Michelſtädter unter den Abiturienten. Daher iſt es begreiflich, daß alle
Bewohner des ganzen Kreiſes Erbach ein berechtigtes Intereſſe daran
haben, zu fordern, daß uns die Oberrealſchule in Michelſtadt erhalten
bleibt. Iſt doch dieſe Schule die einzige höhere Bildungsanſtalt, die wir
überhaupt im Odenwald haben, während zum Beiſpiel in Oberheſſen
an der Bahnſtrecke Gießen—Friedberg, die man mit dem Perſonenzuge
in einer und einem Schnellzuge in einer halben Stunde durcheilt, allein
ſechs höhere Schulen liegen. Das iſt eine ungerechte Verteilung. Nicht
mit Unrecht wird daher behauptet, daß wir hier im hinteren Odenwald
als Staatsbürger zweiter Klaſſe behandelt werden. Schrieb doch ſogar
das Unterrichtsminiſterium an die Stadtverwaltung von Michelſtadt,
daß es kein Intereſſe an der Erhaltung der dortigen Oberrealſchule
hätte. Deſto mehr aber wir. Die Oberrealſchule in Michelſtadt iſt eine
der wenigen höheren Lehranſtalten, bei der ſich die Schüler aus allen
Bevölkerungsſchichten zuſammenſetzen. Sie iſt im wahrſten Sinne des
Wortes eine Volksbildungsanſtalt. Was früher — als nur die
Real=
ſchule hier beſtand — nur wenigen Söhnen ſehr reicher Eltern möglich
war, nämlich das Abiturientenexamen zu machen, das iſt jetzt auch dem
Landwirts=, Beamtene oder Handwerkersſohn möglich, kann er doch
Unter= und Oberprima von Hauſe aus beſuchen und iſt nicht
gezwun=
gen, für die beiden letzten Jahre in der Stadt eine teure Penſion zu
zahlen, was heute nur die allerwenigſten Eltern vermögen. Dabei iſt
nämlich das Leben auf dem Lande im Grunde genommen viel teurer
wie in der Stadt, beſonders in den kleinen Landſtädtchen. Wir haben
auf dem Lande keine große Auswahl von Geſchäften, keine großen
Warenhäuſer, und es iſt meiſt alles teurer wie in der Stadt. Das
wiſſen aber die meiſten Städter nicht. Wir müſſen alle möglichen
Bil=
dungsmöglichkeiten, wie Thegter, Vorträge, Konzerte. Kurſe uſw. hier
entbehren, werden aber mit als Steuerzahler zu den Koſten des
Landes=
theaters und indirekt durch das Schulgeſetz auch zu denen der höheren
Lehranſtalten herangezogen. Warum ſoll uns daher hier im hinteren
Odenwald die einzigſte Bildungsmöglichkeit, die wir haben, genommen
werden?. Warum ſollen unſere Kinder darauf verzichten müſſen, je das
Abiturientenexamen zu machen?. Die Beamten, die aus der Stadt in
den Odenwald verſetzt werden, ſei es an die Bahn, Poſt oder ſonſtige
Behörden, geben ſchon genug auf in der Einſamkeit hier. Soll denn
die Verſetzung ganz zur Strafverſetzung werden, und daurch nicht nur
die Eltern, ſondern auch die Kider geſchädigt werden?. Der Beamte
und der Mittelſtand haben keinen Hof oder Werkſtatt, Fabrik oder
Be=
trieb, die ſie ihren Kindern hinterlaſſen können. Sie können ihnen nur
eine höhere Schulbildung geben. Anſcheinend bald nur mit Ausnahme
der zur Strafe in den Odewwald verſetzten. Gegen die Aufhebung der
für den ganzen Kreis Erbach ſo wichtigen Oberrealſchule in Michelſtadt
proteſtierte einmütig eine von über 300 Eltern beſuchte Verſammlung
in Michelſtadt. Es wurde von allen vertretenen Parteien auf Antrag
des Herrn Otto Mülhäuſer=Steinbach und der Herren Bürgermeiſter
Ritzel=Michelſtadt und Dengler=Erbach einſtimmig ein Entſchluß gefaßt,
an den Kreistag heranzutreten und dieſen aufzufordern, die Erhaltung
der einzigſten höheren Bildungsanſtalt in unſerem Kreiſe zu
gewähr=
leiſten. Sehr richtig wurde von den Herren Antragſtellern
hervor=
ſchule, ſondern um die höhere Volksbildungsanſtalt im Odenwald
han=
dele. Der Kreistag wird nun zuſammentreten, um zu beraten. Möge
es ihm gelingen, uns unſere Oberrealſchule zu erhalten!
s. Vom ſüblichen Odenwald 2. April. Die anfangs der Woche in
Hirſchhorn ſtattgehabte große Lohrindenverſteigerung aus Penſionäre untergebracht. In dem gegenüberliegenden Pavillon iſt das
ſtaatlichen, ſtandesherrlichen und gemeindlichen Waldungen zeigte beſſere
Abſatzmöglichkeiten als die Verſteigerung im letzten Jahre. Die Preiſe
pro Zentner, frei Bahn geliefert, bewegten ſich zwiſchen 4,50—5,10 Mk.
Dies bedeutet eine kleine Beſſerung gegen voriges Jahr. Die Abnehmer
beſtreben ſich, die Lieferung frei Waggon zu erhalten, darauf laſſen ſich
jedoch die Verkäufer nicht ein. Wenn die geringe Nachfrage der letzten
Jahre ſo weiter bleibt, und dies ſcheint nach Lage der Verhältniſſe ſicher
zu ſein, dann werden die Eichenſchälſchläge noch mehr verſchwinden. Vor
20—30 Jahren ſetzte dieſe Bewegung der Umforſtung ein, während der
Kriegszeit, als die ausländiſchen Gerbhölzer nicht zu haben waren, hatten
die Ninden wieder gute Preiſe, und mancher beklagte e3, ſeinen
Schäl=
wald abgetrieben zu haben. Heute ſetzt ſich die durch den Krieg unter= kommt auch dieſe Heilſtätte in die Nähe der Kliniken.
brochene Entwicklung fort — der Schälwald verſchwindet allmählich.
Hirſchhorn, 2. April. Waſſerſtand des Neckars am 31. März
— 120 Meter, am 1. April — 1.16 Meter.
* Von der Bergſtraße, 1. April. Außer Aprikoſen und Pfirſichen
haben auch die Kirſchen, Reineklauden, Mirabellen, Zwetſchen und
Birnen ihr Blütenkleid angelegt. Die Bergſtraße wird daher bereits
zu Oſtern in ihrem Blütenflor ſtehen. Im Odenwalde dagegen iſt die realſchule, die unterbringung der Landw. Winterſchule in das ange=
Entwicklung der Obſtbaumblüte noch ziemlich im Rüchſtande.
* Gernsheim, 2. April. Waſſerſtand desRheins am 1. 4.:
42 Zentimeter.
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R. Nackenheim, 2. April. Infolge der warmen Witterung fangen
die Knoſpen des Weinſtockes an zu ſchwellen und wollig zu werden.
An feuchten Tagen nimmt man deshalb ſchleunigſt das Anbinden (
Ger=
ten) der Reben vor, nachdem die Bepfählung des Weinbergs
ſtattgefun=
den hat. Die Düngung mit Stallmiſt, Lali und Ammoniak wird
fort=
geſetzt und der Boden tiefgründig bearbeitet. Geſchäftlich iſt es
inſo=
fern etwas lebhafter, als wenigſtens Proben entnommen werden. Für
einige Stücke älterer Weine wurden 850 Mk. bezahlt. Die Gaſtwirtg
wollen, um mit den Straußwirten konkurrieren zu können, eine
Preiß=
ermäßigung eintreten laſſen.
* Nierſtein, 3. April. Langſam aber ſtetig entwickeln ſich am
hie=
ſigen Platze die Induſtrieanlagen, denn zu den beſtehenden iſt
jetzt wieder ein Geſchäft für gärungsloſe Früchteverwertung mit Namen
„Baldur” hinzugekommen, das ſeinen Betrieb ſchon teilweiſe
aufgenom=
men und mehrere Arbeiter und Arbeiterinnen bereits beſchäftigt.
Sei=
tens der Gemeinde ſucht man die induſtriellen Betriebe ſoweit möglich
zu fördern und zu unterſtützen, da es mit unſerem Weinbau zurzeit doch
ſehr trübe ausſieht, und hierdurch der hieſigen Bevölkerung
Arbeitsmög=
lichkeiten verſchafft wird. Hoffentlich iſt dies Unternehmen nicht das
letzte derartige und geſellen ſich zu den bereits beſtehenden noch recht
viele andere hinzu.
Oberbeſſen.
* Vilbel, 2. April. Der hieſige ev. Kirchenchor führte unter
Leitung des Herrn Lehrer Ohl ein Oratorium. Die Auferweckung des
Lazarus” von Dr. Karl Löwe auf. Das Geſamtwerk wurde
wirkungs=
voll zu Gehör gebracht. Dem Oratorium gingen einige wohlgelungens
Chöre und Solt voraus. Es waren auch einige auswärtige Kräſte
ge=
wonnen worden. Das Konzert hinterließ einen vorzüglichen Eindruck.
* Friedberg, 2. April. Städtiſche Baupläne für 1926.
In der letzten Stadtverorduetenſitzung wurnde der Umbau der
eingegan=
genen Seminarſchule für Wohnungszwecke beſchloſſen. Ferner iſt die
Errichtung von vier Wohnungen für Reichsbeamte und 13 Zwei= und
Dreizimmerwohnungen geplant. Die bereits im Jahre 1925 genehmigten
10 Wohnungen für die Beamten und Arbeiter der Techniſchen Werke
ſollen ebenfalls baldigſt in Angriff genommen werden. Mit einer
Privatbautätigkeit iſt wegen der ſchwierigen Geldbeſchaffung im
laufen=
den Jahre kaum zu rechnen.
Gießen, 2. April. Von der Landesuniverſität. Der
bekannte Tierzuchtprofeſſor und Leiter des hieſigen Tierzuchtinſtituts,
Profeſſor Dr. K. Krämer, wurde heute vor 25 Jahren zum
Ordi=
narius für Tierzucht ernannt. Er wirkte zuerſt an der Univerſität Bern,
gehoben, daß es ſich in dem vorliegenden Falle nicht um eine Standes= ſeit 1908 in Berlin und Hohenheim: 1921 wurde er nach Gießen berufen=
* Gießen, 2. April. An der Provinzialpflegeanſtalt (Siechenhaus)
wurde ein Rentner= und Altersheim und ein Kinderheim
eingerichtet. Die frühere Männerbaracke wurde, einem allgemeinen
Be=
dürfnis entſprechend, als Rentnerheim eingerichtet, darin ſind etwa 20
Kinderheim für 40 Säuglinge und Kinder unter 6 Jahre eingerichtet.
Die Provinz leiſtet dazu einen Zuſchuß von rund 16 000 Mk.: für
erſt=
malige Einrichtung wurden 11 430 Mk. aufgewendet. Im erſten Jachs
erzielte das Kinderheim eine Einnahme von 110 608 Mk., die Ausgaben
betrugen 210 088 Mk. — Als neueſoziale Einrichtung ſteht jetzt
die Erbauung eines grüppelheims ſeitens des Landesverbands
ſür Krüppelfürſorge bevor. Die Stadt Gießen hat bereits in der Nähe
der Lupusheilſtätte und der Schönen Ausſicht einen Bauplatz im Werte
von 40 000 Mk. bereitgeſtellt. Auch iſt die Erbauung einer Heilſtättg
für tuberruloſe Kinder in Ausſicht genommen. Die Provinz
Oberheſſen ſtiftete dazu vorläufig 5000 Mk. Gutem Vernehmen nach
* Rockenberg, 2. April. Die von der Firma Förſter in Lich
reno=
vierte alte Orgel der früheren Kloſterkirche wurde in der
Ay=
ſtaltskirche des Landeszuchthauſes Marienſchloß — ehemaliges Kloſter —
eingeweiht.
* Grünberg, 2. April. Die neu ins Leben gerufene
Mittel=
ſtandsvereinigung zählt 156 Mitglieder. Sie hat bei ihre=
Hauptverſammlung die Vorſtandswahl vorgenommen und wichtige ſtädt.
Angelegenheiten beſprochen, u. a. die bauliche Erweiterung der
Oben=
kaufte Junkerſche Beſitztum, die Hebung und Erweiterung des
Gallus=
marktes durch Pferdemarkt Zuchttierſchau, Verloſung u. a. m. Nochmals
wurde betont, daß dieſe Vereinigung nur der Förderung des
Gemein=
wohles dient und ſich nicht etwa gegen andere Oraaniſationen richtet
* Bab=Salzhauſen, 2. April. Sein diesjähriges Bundesfeſt und
Wertungsſingen hält der Sängerbund „Mittleres Niddatal” am
16. Mai hier ab. Ein Geſangskonzert im Kurhaus iſt damit verbunden.
Aus dem Lahntal, 2. April. Die Städte an der Lahn von der
Mündung bis nach Gießen haben einen Lahnverkehrsverbans
gegründet. An der Spitze ſteht Landrat Scheunon=Diez
Oxtant
gegen
Schnupfen.
Wirkung frappant!
Die dier Salohlelistellet des landes
1. Der Zahnstein
ist ein Absatz des Speichels ähnlich wie der Kesselstein des
Wassers. Er hat eine graugrüne, braune bis schwarze
Fär-
bung und ist zunächst ein Schönheitsfehler, der den Zähnen
„ein häßliches, ungepflegtes Aussehen gibt und einen üblen,
fauligen Geruch aus dem Munde verursacht. Er ist aber
auch ein höchst gefährlicher Feind des Gebisses, weil er
Zahnkleisch- und Kieferschwund sowie
Zahnfleischentzün-
dungen und Eiterungen verursacht. Er ist äußerst festsitzend
und hart; oft umkleidet er in harter Kruste den ganzen
Zahnhals, entblößt die Wurzel und verursacht ein
Locker-
werden der Zähne.
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2. Mißfarbener Zahnbelag
hervorgerufen durch starkes Rauchen von Zigarren und
Ziga-
retten, ist weniger schädlich, aber ein um s0 aufkallenderer
Schönheitsfehler des Gebisses. Wie entfernt man Zahnstein
und Zahnbelag? Weder mit Mundwasser noch mit sogenannten
Lösungsmitteln; in dieser Beziehung ähnelt der Zahnstein
auch dem Kesselstein, gegen den allerlei Lösungsmittel sich als
wirkungslos erwiesen haben und die rein mechanische
Beseitigung sich am besten bewährt. Millionen, die heute
Chlorodont täglich im Gebrauch haben und ihre schönen weißen
Zähne dieser Zahnpflege verdanken, haben es selbst
aus=
probiert, daß Mundwasser die mechanische Reinigungskraft
der mikroskopisch feinen reinen Kreide im Chlorodont nicht
ersetzen kann.
13
3. Ubler Mundgeruch
als Folge mangelhafter Zahnpflege macht sich weniger
dem davon Betroffenen, als seiner näheren Umgebung
bemerkbar. Neutrale Salze im Chlorodont, die eine vermehrte
Speichelbildung und dadurch eine natürliche Mundreinigung
bewirken, in Verbindung mit dem herrlich erfrischenden
Pfefferminzgeschmack beseitigen diesen markanten
Schönheits-
tehler unmittelbar. Jeder Tube Chlorodont ist eine genaue
Gebrauchsanweisung beigefügt. Chlorodont-Zahnpaste und
die dafür geeignete Chlorodont-Zahnbürste mit gezahntem
Borstenschnitt sind die besten Hilfsmittel gegen den
gefürchteten Zahnstein, mißfarbenen Zahnbelag und den ofl
Lamit verbundenen üblen Mundgeruch.
UDrH
Seite 8
Samstag, den 3. April 1926
Nummer 93 94
Familiennachrichten
Gretel öllert
Ludwig Jung-Diefenbach
Verlobte
Oſtern 1926 (8937
Liebfrauenſtr. 52
Seſtersweg 10
Grünerweg 36
Ihre Verlobung beehren ſich
anzuzeigen
Helene Hattemer
Wilhelm Ritz
Lehrer
Darmſtadt
Oſiern 1926
(e8931)
Gretel Baldauf
Dr. phil. Karl Obmann
Studienaſſeſſor
Verlobte
Darmſtadt
Oſtern 1926
Mainz
(28822
Ihre Verlobung am
Osterfeiertag zeigen an:
Fanpy Aupperty
Otto Winkelmann
Darmstadt
Mieder-Ramstädterstr. 51
(*8956)
Als Verlobte grüßen
Anna Hehr
Karl Reinhardt
Darmſiadt / Oſtern 1926.
(5084)
Statt Karten.
Anny Brauburger
Georg Arnold
Verlobte (8919
Rhönring 29
Ruchsſtraße 21
Darmſtadt, Oſtern 1926.
Tilly Schmidt
Walter Leciaks
ERLOBTE
Ostern 1926 (ss2s
Darmstadt Frankfurt a. M.
Eliſabeth Kumpf
Karl Wittersheim
Verlobte
Darmſtadt / Oſtern 1926
(B.5137)
Eliſe Geißler
Auguſt Höfer
grüßen als Verlobte
Saarlouis
*9009)
Darmſtadt
Gardiſtenſtr. 20
Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen
Gretel Ruhl
Carl Chriſt
Oſtern 1926
Hoffmannſtr. 10 Eſchollbrückerſtr. 44
(28898
Luiſe Barnewald
Peter Ripper
Verlobte
Oſtern 1926 (8994
EUSENE KAISER
EUGEN PFEFFER
VERLOBTE
OSTERN 1926
Waldstr. 24 Schuchardstr. 10
(*9064)
Käte Reeg
Emil Strauß
Verlobte
Oſtern 1926
Darmſtadt
Mollerſtr 40
Bc 3
Hanna Peters
Heinz Georg Eckert
Verlobte
Rhegdt
Darmſiadt
z. Zt. Darmſtadt Frankfurterſtr. 7
Oſterſonntag 1926
Biße *
Marie Griesbach
Adalbert Eppler
Verlobte
Darmſtadt
Arheilgen
(Hammelstrift)
Oſtern 1926 (s001
Berta Fleiſchmann
Heinrich Lauer
Verlobte
Oſtern 1926
Weinbergſtr. 45 Mathlldenplatz 3
(*9006)
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Fritz Metz
Eva Metz
geb. Frank (28944
Vermählte
Darmstadt
Mollerstr. 44
Kirchliche Trauung: 1. Osterfelertag.
1,3 Uhr nachm., in der Martinskirche.
Ihre Vermählung beehren ſich
anzuzeigen
Herbert Moll
Elſe Moll
geb. Biedenkopf
Trauung am Oſter=Sonntag, nachm.
7/,3 Uhr in der Stadikapelle
Darmſtadt, den 27. 3. 1926
A
F Eid Rch
Hans Keim
Emilie Keim
geb. Rudolph
Vermählte
Darmſtadt,Oſtern 1926,Weinbergſtr. 3
Die kirchliche Trauung findet am 2.
Oſfertage, nachmitt. 2‟, Uhr in der
Pauluskirche ſtatt.
Add
Ihre Vermählung beehren
ſich anzuzeigen
Hans Lutz und Frau
Gretel, geb. Munker
Kirchliche Trauung: 1. Oſierfeiertag,
nachm. 2 Uhr, in der Stadtkapelle
Bce1
Theodor Günther
Pauline Günther
geb. Walter
Vermählte
Oſtern 1926
Arheilgerſtr. 27, I Neue Niederſtr. 10, I
Wßß
Für die
vielen Blumenſpenden, ſowie Geſchenke
und Glückwünſche, die uns anläßlich unſerer
Silbernen Hochzeit
zuteilwurden, ſagen wir Alen auf dieſem Wege
herzlichſten Dank. (GBsei
Darmſtadt, den 1. April 1926.
Wilhelm Herrmann und Frau
Wirtſchaft zum „Brauſtübl”= am Hauptbahnhof.
Allen, die uns bei dem Heimgang unſeres lieben
Entſchlafenen
Statt Karten.
Herrn Leonhard Jöſt
in ſo reichem Maße Beweiſe herzlicher und
aufrich=
tiger Anteilnahme zukommen ließen, insbeſondere
den Barmh. Schweſtern von St. Eliſabeth für die
liebevolle Pflege während ſeiner Krankheit ſagen wir
hiermit auf dieſem Wege unſeren herzlichen Dank.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Chriſtine Jöſt, geb. Nikolag.
Darmſtadt, den 2. April 1926.
(*9046
Todes=Anzeige.
Heute entſchlief nach kurzem
Leiden meine liebe Frau, unſere
herzensgute Mntter,
Schwieger=
muiter, Großmutter und
Urgroß=
mutter
Frau
geb. Scholderer
im Alter von 78 Jahren.
In tiefer Trauer:
Familie Aug. Hochſtätter
nebſt Kinder.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme beim Heimgange unſeres lieben
Entſchlafenen ſage ich auf dieſem Wege
herzlichen Dank.
(*9059
Für die Hinterbliebenen:
Fritz Groſch.
Darmſtadt, 1. April 1926.
(Bleichſtraße 13.)
Die Beerdigung findet Dienstag,
den 6. April. nachm. ½4 Uhr auf
dem Waldfriedhofe ſtatt. 5124
Todes=Anzeige,
Heute morgen 5 Uhr verſtarb
nach kurzem aber ſchwerem Leiden
meine liebe, unvergeßliche Frau
Verwandten, Freunden und
Bekannten, die traurige Nachricht,
daß unſer geliebter Vater,
Groß=
vater und Onkel
Herr
Agnes Gerbig
geb. Steinmann.
Theodor Heutel
nachlängeremLeiden im 60.
Lebens=
jahre, ſanft entſchlafen iſt.
In tiefer Trauer:
Th. Beutel, Pankratiusſtr. 69
Frau Ph. Sabel, geb. Beutel
nebſt Kinder.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Leonh. Gerbig.
Darmſtadt, Lindenfels, 2. April 1926.
Lauteſchlägerſtr. 13.
Die Beerdigung, findet Dienstag,
den 6. April, nachm. ½3 Uhr, auf
dem Waldfriedhof ſtatt. (*9000
Darmſtadt, Frankfurt a. Main,
den 2. Aprik 1926.
Die Beerdigung findet Dienstag,
den 6. April, nachm. 4 Uhr, auf
dem alten Friedhof, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße ſtatt. (5121
Statt Karten.
Am 1. April, um 9½ Uhr abends
entſchlief nach ſchwerem Leiden im
81. Lebensjahr unſer lieber Bruder,
Schwager und Onkel
Todes=Anzeige.
AodellLabe
Verwandten, Freunden und
Be=
kannten die traurige Mitteilung,
daß mein innigſtgeliebter Mann,
unſer guter Vater, Bruder,
Schwie=
gervater, Schwager, Großvater
und Onkel
Pfarrer a. D.
Im Namen der trauernden Familie:
Herr
Adam Polz
Prof. B. Lade, Darmſtadt
Apotheker L. Lade,
Frelburg i. Br.
Käthchen Schäfer. s028
in kaum vollendetem 47.
Lebens=
jahre nach kurzer ſchwerer
Krank=
heit ſanft entſchlafen iſt.
Die Beerdigung findet Dienstag,
den 6. April, nachmittags 3 Uhr,
auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt.
Darmſtadt, den 3. April 1926.
Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen:
Frau Marie Volz Wwe.
Johannes Volz, Sohn
Familie Johannes Volz
Familie Emil Landzettel.
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sehr preiswert
Die Beerdigung findet am 6. April,
nachmittags 3 Uhr, auf dem
Wald=
friedhof ſtatt. (5163
Frau Dohmen
Ludwigstraße 10, 1. Stock
im Hause Nietschmann
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Nach kurzem Krankſein verſchied heute mein lieber
Mann, unſer Vater, Großvater und Schwiegervater
Sohannes Dauder
Schulrat i. R.
in faſt vollendetem 70. Lebensjahr
In tiefer Trauer: Charlotte Bauder, geb. Barih
Ludwig Bauder, Studienrat
Eliſabeth Neuroth, geb. Bauder
Fritz Neuroth, Amtsgerichtsrat
Berta Bauder, geb. Roſelieb
und zwei Enkel.
Bensheim, den 2. April 1926.
Die Einſegnung ſindet im Familienkreiſe, die Einäſcherung in Darmſtadt
in aller Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abſehen zu wollen.
Re
Sttttttt
Dr. Schefers
Facharzt für
Kinder=
krankheiten,
vom 3. bis 11. April
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wert gebunden
Horn,
Alexander=
ſtraße 4, I 813a
Dankfagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter
Anteilnahme beimHinſcheiden unſeres
lieben Entſchlafenen
ſagen wir allen unſeren tiefgefühlten
Dank.
Ganz beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Heß für die troſtreichen Worte
am Grabe,den Aerzten und Schweſtern
für die liebevolle und aufopfernde
Pflese, owie dem Inhaber, der
Ge=
ſhäftsleitng, den Ange tellten und
Arbeitern der Firma Gebrüder Trier
für die am Grabe ausgeſprochenen
ehrenden Worte und niedergelegten
Kranzſpenden.
(5162
Darmſtadt, den 31. März 1928.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Pfeffer.
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zu der am Mittwoch, den 7. April, abends 8 Uhr, im
Saale des „Perkeo””, Alexanderſtraße, ſtattfindenden
ordentlichen Mitglieder=Berſammlung
Tagesordnung:
1. Bericht des 1. Vorſitzenden über das abgelaufene
Vereinsjahr.
2. Kaſſenbericht.
3. Bericht der Rechnungsprüfer.
4. Entlaſtung des Vorſtandes.
5. Wahl des Vorſtandes und der Rechnungsprüfer.
6. Voranſchlag für das Vereinsjahr 1926.
7.
Vortrag
des Herrn Rechtsanwalts Dr. Oppenheimer über ein
zeitgemäßes Thema.
Hierauf findet Ausſprache ſtatt.
Die Mitglieder werden um pünktliches und zahlreiches
Der 1. Vorſitzende:
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4. 9. 1925. lch weiß Ihre Methode sehr wohl zu
schätzen und halte sie für das Non plus ultra aller
existierenden Sprachmethoden Ich bin 12 Jahre
Profeesor der modernen Sprachen im Missions-Seminar
zu Techny bei Chicago vewesen. Viele Methoden
Prof,G Langenscheidt habe ich probiert und studiert, aber ich kehre immer
wieder zu meinem Freunde zurück und das ist die
Methode Toussaint-Langenscheidt. Rev. R G., Chicago, IIlinois.
Solclie und ähnlichs Urteile über unsere
Methode Toussaint-Langenscheidt gehen uns täglich zu.
Denken Sie einmal darüber Sie von großem Vorteil? —
Un-
nachr Wäre die Erlernung einer zählige Tausende haben bereits nach
fremden Sprache nicht auch für unserer glänzend bewänrtenMethode
Toussaint-Langenscheidt
gelernt und sich durch ihre Kennt- anzuhören. Teilen Sie uns auf
nisse bedeutend verbessern kön- untenstehendem Abschnitt mit.
nen. Viele haben sich durch die für welche Sprache Sie Inter-
Erwerbung von Sprachkenntnis- esse haben Wir senden Ihnen
sen die Möglichkeit geschaffen, dann sofort eine
Probelels-
zu einem Berute überzugehen, tion zu, portotrei,
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der ihnen höheres Einkommen los u. ohne jede Verbind-
und bedeutend größere Aus- lichkeit für Sie
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Versäumen Sie auf alle Fälle lange, schreiben Sie
nicht, sich unseren Unterricht heute noch. (5151
Ich
ersu-
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che um
G. Langenscheidt) Berlin-Schöneberg
Zusendung
Auf nebenstehendem Abschnitt nur
der im
die gewunschte Sprache und Adresse genau
„Darmstädter
ungeben und in oflenem Briefumschlag frankiert
Tagblatt”
ange-
als „Drucksache‟ (5 Pfg./ einsenden. Wenn
botenen Probe-
Zusätze gemacht werden, nur als verschlos-
157) lektion der
sener Brief zulässig, Ist der Abschnitt
be-
reits abgetrennt, so genügt es auch, wenn
Sprache,kostenlos, porto-
Sie uns unter Bezugnahme auf diese
frei u. unverbindlich
Zeitung sofort eine Postkarte schreiben
Namer.
Beruf: .
Ort u, Str./.
Samstag, den 3. April 1626
Seite 10
Berlin rüſtet für die neue Luftverkehr=Saiſon.
Panorama der Anlagen des Berliner Zentral=Flughafens Tempelhofer Feld. Links die alten Flugzeughallen, in der Mitte die
Signal= und Wetterſtation mit den beiden Fuaktürmen, rechts die im Bau begriffene neue Halle.
* Oſterſtimmung in Paris.
Die Saiſon nähert ſich ihrem Höhepunkt, aber bisher haben
wir wenig Außergewöhnliches geſehen. Wie der warme Hauch
des Frühlings ſo verſpätet kommt, verzögert ſich auch jene große
Senſation, die einer jeden Saiſon eigen iſt. Das gilt überall,
weder das Theater noch die Literatur können etwas wirklich
Neues aufbringen. Man lebt von der Erbſchaft der Alten. Es
werden längſt vergeſſene Stücke aufgefriſcht und auch verfilmt.
Wir haben aber trotzdem manches Schöne geſehen, es iſt
ſchließ=
lich notwendig, daß die geiſtige Einheit mit den vergangenen
Zeiten bewahrt wird. Die Zeit darf nicht über die vergangene
Kultur erbarmungslos dahinſchreiten . . . Das Alte in neuer
Form wird aber manchmal doch unerträglich. Das ſchrecklichſte
aller Schrecken hat in dieſer Beziehung unbedingt Gloria
Swan=
ſon geleiſtet, in einem Film als Madame Sans=Gene.
Wohin man auch ſieht, überall dasſelbe. Es kann nichts
Neues aufkommen. Gegen das Alte und Ueberlieferte iſt man
überall machtlos. Das „Lavieren” iſt eben charakteriſtiſch für
unſere Zeit. Und wenn es hie und da doch etwas
Ueberraſchen=
des gibt, ein „Shock”, ein überraſchender, plötzlicher Stoß, Genf
oder eine große Baiſſe, ein Kunſtſtück oder Spekulation, ſo weiß
man wirklich keinen Dank dafür. In einem Pariſer Wahlbezirk,
der die vornehmſten Hotels, Paläſte, Miniſterien und elegante
Geſchäfte umfaßt, werden kommuniſtiſche Abgeordnete gewählt.
Ein Student bleibt bei der Wahldemonſtration auf dem
Kampf=
platz liegen — ein Wink für alle „diſtinguierten Bürger”, von
den Wahlen fern zu bleiben. Damit noch mehr Kommuniſten
in die Kammer gelangen.
Das meiſte Intereſſe kann in unſerem ſo bunten und
zu=
gleich grauen Zeitalter der Sport erwecken. Boxchampions und
Tennisköniginnen ſind die gefeierteſten Größen der Zeit. Um ſie
dreht ſich alles: Plakat, Kinos, Zeitungen, Bewunderung, vor
alle maber Geld, der Alleinherrſcher Dollar, und die tüchtigſten
Managers. Was ein Manager iſt, das braucht man vielleicht
ſelbſt den Naiven und Weltfremden nicht mehr zu erklären. Ich
wurde auf dieſes allzu übliche Wort in einer Geſellſchaft
beſon=
ders aufmerkſam. Die Rede floß von einem amerikaniſchen Herrn,
mit einem ſympathiſch klingenden europäiſchen Namen, von dem
großen Manager. „Was managt aber der Herr?” fragte ich
be=
ſcheiden. „Den Meſſias” lautete die ſachliche und dennocs ſo
ungeheure Antwort. Manager und Meſſias. Wie kommen dieſe
zwei ſo grundverſchiedenen Worte nebeneinander? Aber heute iſt
alles möglich. Und eben darum gibt es keine Senſation mehr.
Der Meſſias iſt der Hindu Kriſnamurti, der Meſſias einer
theo=
ſophiſchen Strömung. Der Manager iſt wie jeder Manager: ein
Geſchäftsführer und Reklame=Agent; ein Impreſario. Der
Meſ=
ſias wird in Paris erwartet — der Manager wird aber eher da
ſein. Buſineß is buſineß, und heutzutage iſt alles buſineß. Ohne
Manager kann man weder Boxchampion noch Meſſias werden.
Doch um zu dem Weſentlichen zurückzukehren: nichts
beſchäf=
tigt ſo viel die Phantaſien wie der Sport. Der Match zwiſchen
Suzanne Lenglen, „der Retterin der Nationalehre und der
fran=
zöſiſchen Ziviliſation” — wie „Le Temps” ewwas ſpöttiſch
be=
merkt hat — und der Amerikanerin Helen Wils bleibt zweifellos
das größte Ereignis des Jahres. Doch der Ort der großen
Sportsereigniſſe iſt nicht Paris, ſondern die wunderſchöne Cote
d’Azure, die mit allem, was Naturſchönheit und Luxus bieten
können, ausgeſtattet iſt. Die größeren Orte der Azurküſte haben
alle ihre großen Sportſpezialitäten: der Golf in Nizza, die
Re=
gatten in Monaco, das Polo in Cannes, das Tennis in Mentone
ſind weltberühmt. Das Tennis beſonders iſt durch einen
könig=
lichen Champion, Guſtav den Fünften von Schweden, in die
hochſten Regionen gehoben.
Die Riviera zieht außer den Sportmerkwürdigkeiten auch
vieles von dem künſtleriſchen Leben an ſich. Der Mittelpunkt des
Theaterlebens bleibt aber ſtets Paris. Die Kritik konſtatiert aber
reſigniert, daß es wohl genügend „gute” Stücke gibt, die man
ſogar ſehr oft aufführen kann, die ſchönen Erfolg und volle
Häu=
ſer haben, die aber nichts Neues enthalten und unbemerkt,
ſpur=
los, auf immer verſchwinden. Statt ihrer tauchen wieder neue
und ähnliche auf, wahrheitstreu, einfach, tief menſchlich — und
banal . ..
Das am meiſten beſprochene neue Bühnenwerk iſt das Drama
Jean=Jacques Bernards „UAme en peine” (die Seele in Not).
Es hat viel Bewunderung, aber noch mehr Entrüſtung
hervor=
gerufen. Denn es unterſcheidet ſich vollkommen von den üblichen
Geſellſchafts= und Salonſtücken, obwohl es eigentlich zu jenen
ge=
hört. Seinen Grundgedanken bildet ein Mythos Platons, daß
jede Seele aus zwei Scelen beſteht, Seelen, die, in Mann und
Frau wohnend, einander auf dem Wege der Liebe ſuchen.
Man hätte kein ganzes Bild von Paris, wenn man
unter=
ließe, von den berühmten Prozeſſen zu ſprechen, die ſeit lange
einen intereſſanten Teil Pariſer, Denkens und Geiſtes bilden.
Paris war von jeher die Stadt der großen Anwälte, die durch
ihre Feuerreden die zyniſchſten Geſchworenen zu Tränen rührten.
An Senſationsprozeſſen mangelt es diesmal auch nicht, die
be=
rühmteſten ſind der Lancelprozeß und derjenige des rumäniſchen
Exkronprinzen mit ſeiner Ehegattin, der Schauſpielerin
Lam=
brino. Die Lancel=Affäre iſt eine echte, uralte Pariſer Geſchichte:
ein Ehemann, der den Liebhaber ſeiner Frau getötet hat. In
beiden Prozeſſen wirkt Paul Boncour, im Lancel=Prozeß
ver=
teidigt er den reichen Ehegatten, und in dem ſenſationellen
Ali=
mentenprozeß der Frau Lambrino vertritt er den Kronprinzen
Carol.
Reich und Ausland.
* Frankfurter Chronik.
WSN. Zum 60. Geburtstag Dr. Kotzenbergs. Der
60. Geburtstag Dr. Karl Kotzenbergs gab den oberen ſtädtiſchen
Behör=
den Gelegenheit, der Verdienſte des Gefeierten um das Wohl und den
Fortſchritt der Stadt Frankfurt a. M. zu gedenken. Oberbürgermeiſter
Dr. Landmann überbrachte in dem Heim Dr. Kotzenbergs die
Glück=
wünſche des Magiſtrats. Er feierte Dr. Kotzenberg als einen Bürger,
der für alles Neue und Schöne auf den Gebieten der Wiſſenſchaft und
Kunſt ſowie der Technik und des Sports ſtets ein offenes Auge und für
alle Forderungsbedürftigen immer hilfreiche Unterſtützung gehabt habe.
Der Oberbürgermeiſter überreichte dabei eine künſtleriſch ausgeführte
Adreſſe und teilte Dr. Kotzenberg mit, daß der Magiſtrat beſchloſſen
habe, eine Büſte Dr. Kotzenbergs von Künſtlerhand ſchaffen und im
Städel aufſtellen zu laſſen. Stadwverordnetenvorſteher Heißwolf ſchloß
ſich den Glückwünſchen des Magiſtrats namens der Bürgerſchaft an. —
Eine Oſterbeihilfe für Hilfsbedürftige. Der Magiſtrat
hat dem Wohlfahrtsamt bis zu 300 000 Mark zur Verfügung geſtellt, um
Hilfsbedürftigen eine einmalige Oſterbeihilfe zu gewähren.
Spielmann — Sieger im Schachturnier
am Semmering.
Das große internationale Schachturnier im Semmering endete
mit einem Siege des Großmeiſters Spielmann, der mit einem
½ Zähler Vorſprung Aljechin auf den zewiten Platz verwies.
Die Entſcheidung über den erſten und zweiten Preis brachte erſt
die letzte Runde. Spielmann iſt Tſchechoſlowake, lebt aber ſchon
ſeit vielen Jahren in München.
Frühlingsfeſtſpiele Baden=Baden.
Schon vor Monaten gingen Notizen durch alle bedeutenden Blätter
Europas und der Vereinigten Staaten, daß es der Baden=Badener
Kur=
verwaltung gelungen ſei, ein Enſemble der berühmten Metropolitan
Opera New York für Feſtſpiele im Frühling 1926 zu gewinnen. Artur
Bodanzky, der große Könner und Dirigent der Metropolitan
Opera wird perſönlich die Leitung der Feſworſtellungen übernehmen.
Dieſen Feſtſpielen wird, wie aus Vorbeſprechungen und auch aus den
zahlreichen Anfragen, die bei der Baden=Badener Kurverwaltung
ein=
gingen, erſichtlich iſt, ein außerordentliches Intereſſe von allen
kunſt=
liebenden Zeitgenoſſen entgegengebracht, um ſo mehr, als gerade von
Bodanzky in letzter Zeit wegen ſeines außerordentlichen Erfolges der von
ihm geleiteten Triſtan Aufführung der Metropolitan Opera ſehr viel
geſprochen worden iſt.
Großſeuer.
Mannheim. Am Morgen des 1. April, gegen 5 Uhr, geriet
das Anweſen des Kartoffelhändlers Kunz auf dem Lindenhof in
der Nähe des Kalkbuckels in Brand. Ehe die Berufsfeuerwehr
an=
gerückt war, ſtand das Anweſen ſchon in hellen Flammen, ſo daß nicht
mehr viel gerettet werden konnte. In kurzer Zeit war die Scheune,
in der noch große Vorräte an Heu und Stroh lagerten, bis auf die
Umfaſſungsmauern niedergebrannt. Das Vieh konnte zum größten Teil
gerettet werden. Nur einige Hühner verbrannten. Der verurſachte
Schaden iſt beträchtlich. Man vermutet, daß der Brand durch
Selbſt=
entzündung entſtanden iſt.
Flammeris,
NOrZenB für Luddings
das Kraftmehl und gebäck
Nummer 93/94
Gedächtnisfeier für D. Dr. Lepſius.
Am 6. April findet in der Neuen Kirche zu Berlin eine
Gedächtnis=
feier ſtatt für D. Dr. Johannes Lepſius, den in der ganzen
Welt bekannt gewordenen Verteidiger und Beſchützer der unterdrückten
chriſtlichen Völker des Orients. Als überzeugter Chriſt und warmer
Menſchenfreund klagte er vor der europäiſchen Oeffentlichkeit die
chriſt=
lichen Mächte an, als ſie an der Not des armeniſchen Volkes
vorüber=
gehen wollten, und rief ſie auf zum Schutze der Armenier gegen die
grauſame Ausrottungspolitik Abdul Hamids. Mit flammenden
Pro=
teſten und herzbewegenden Aufrufen weckte er das Gewiſſen der
Chriſten=
heit. Er ſchuf, ein Rettungswerk, das unwündigen Kindern und
hilf=
loſen Witwen Zuflucht und Heimat gab. Außer den Waiſenhäuſern in
Meſopotamien, Perſien und Bulgarien gründete er ärztliche
Hilfsſtatio=
nen, Krankenhäuſer, Induſtriewerke, die der Not und dem Elend der
Chriſten des Orients wehrten. Dieſe Anſtalten wurden inmitten der
mohammedaniſchen Welt ein Zeugnis evangeliſchen Glaubensmutes und
chriſtlicher Nächſtenliebe, die auch von Mohammedanern anerkannt ward.
Der berühmte Aegyptologe Richard Lepſius hat durch ſeine
Aus=
grabungen und Hieroglyphen=Entzifferungen zur Erforſchung der
Ge=
ſchichte dieſes alten, längſt vergangenen Volkes beigetragen, der Sohn
aber, Johs. Lepſius, hat dem zum ode verurteilten Volk der Armenier
neue Lebenshoffnungen erweckt. Auch Rußland hat durch den Namen
Lepſius den Einfluß deutſcher evangeliſcher Liebesarbeit kennen gelernt.
Er gab den Ruſſen — lange vor dem Kriege — das erſte evangeliſche
Lehrer= und Predigerſeminar in Aſtrachanka.
Die evangeliſche Kirche Deutſchlands darf ſtolz ſein auf Johannes
Lepſius. Er hat ihr die Wege in die mohammedaniſche Welt gewieſen, die
erſten Zeugen des Evangeliums aus den Mohammedanern dem
Abend=
land perſönlich bekannt gemacht und jetzt ein Erbe hinterlaſſen, das
zu=
nächſt in einer Schar von unverſorgten Waiſenkindern beſteht. Ueber
den Trümmern der durch den Krieg zerſtörten Stationen der Lepſiusſchen
Arbeit ſteht die ſehnſuchtsvolle Frage des nahen Orients, die geiſtige
Nor=
der Türken, Araber und Kurden, der Ruf der verzagten chriſtlichen
Völ=
ker, der religiöſe Hunger Rußlands.
Man hat in Deutſchland Lepſius nicht immer verſtanden. Seine
Ar=
beit für die Armenier hat man als unnötig, wenn nicht als national.
ſchädlich angeſehen. Und doch iſt Lepſius derjenige, der das Welturteil,
die deutſche Armee ſei an der Ausrottung der chriſtlichen Völker im
Orient beteiligt geweſen, korrigiert hat, indem er bewies, daß der
deut=
ſche Ehrenſchild rein geblieben iſt. Lepſius” unerſchrockene Arbeit im
Kampf gegen Lüge und Ungerechtigkeit zwang ihn auch, in der Frage der
Schuldlige mit anderen Berufenen zuſammen durch eingehende
jahre=
lange Aktenarbeit zu beweiſen, daß der Vorwurf, Deutſchland ſei am
Kriege ſchuld, unwahr iſt. Johannes Lepſius hat von ſeinem bewußten
Glaubensſtandpunkt aus als treuer deutſcher Chriſt national und
inter=
national gewirkt. Er war einer von den Männern, die in den Völkern
das Gute wecken und ſie alle zum Guten einigen. Kraft und Liebe, jowie
ſeine unerſchrockene Arbeitsfreudigkeit ſchöpfte er aus dem Evangelium
Jeſu, ſeines Herrn und Meiſters.
Wenn bei der Gedächtnisfeier in Berlin das Haupt der Armeniſchen
Kirche, Seine Heiligkeit der Katholikos aller Armenier, wenn Vertreter
der verſtreuten armeniſchen Kolonien, wenn die preußiſche Landeskirche,
die preußiſchen Staatsbehörden, die Univerſität der Bund der
Auslands=
deutſchen, die Deutſch=Armeniſche Geſellſchaft ſich vereinigen, um der
Per=
ſönlichkeit und dem Werke von Johannes Lepſius Anerkennung zu zollen,
ſo darf auch das deutſche Volk erinnert werden, daß einer von ihm
ge=
gangen iſt, den es zu ſeinen Größten zählen muß. Sein Werk, die Orient=
Miſſion in Potsdam, die ſeinen Namen trägt, zu erhalten und weiter
auszubauen, iſt die Aufgabe und Ehrenpflicht der evangeliſchen Kirche
und Gemeinden.
Ein Waldbrand in ſtaatlichen Forſten.
Berlin. In der Nähe des Bahnhofs Schulzendorf
ent=
ſtand geſtern nachmittag, wahrſcheinlich infolge leichtfertigen
Fortwer=
fens von Zigarrenreſten, in einer Kiefernſchonung ein Brand, der
ſich auf etwa 15 000 Quadratmeter Fläche ausdehnte. Es
ge=
lang den vereinigten Wehren der umliegenden Ortſchaften, den Brand
nach etwa einer Stunde zu löſchen.
Waldbrand im Gemeindewald Feilbingert.
Feilbingert. Vermutlich durch Spaziergänger entſtand letzter
Tage im hieſigen Gemeindewald, Schlag Zimmerplacken, am Lemberg
ein großer Waldbrand, ſo daß die Feuerwehr Feilbingert glarmiert
werden mußte. Etwa 80 00 Quadratmeter vierjähriger Beſtand,
teils Eichen= und Buchenholz, fielen dem verheerenden Feuer in knapp
zwei Stunden zum Opfer, ſo daß der Gemeinde Feilbingert ein
be=
trächtlicher Schaden entſtand.
* Ein Unfall an der Schwanheimer Mainbrücke.
Ein Schlepper der beklagten Schiffahrtsgeſellſchaft fuhr im Januar
1918 auf dem Main den Kahn des Klägers von Frankfurt a. M. aus zu
Tal. Bei der Durchfahrt durch oben genannte Mainbrücke ſtieß der
Schleppkahn mit der Backbondſeite an den Brückenpfeiler und wurde
be=
ſchädigt. Hierfür nimmt Kläger die Beklagte und den Führer des
Schleppers auf Schadenerſatz in Anſpruch. Das Oberlandesgericht
Darmſtadt erkannte auf Klageabweiſung, Kläger ſelbſt ſei an dem
Schaden ſchuld, weil er den geſchleppten Kahn nicht ſorgfältig genug
ge=
ſteuert habe. Das Reichsgericht hat das Urteil aufgehoben: „Nicht bloß
den Kahnſchiffer, ſondern auch den Schleppführer treffe ein Verſchulden,
weil er trotz Nebels mit dem Schleppzug weitergefahren ſei.
Infolge=
deſſen ſei der Schaden zu teilen. Der Schleppvertrag ſtelle
ſich als gewöhnlicher Werwertrag dar, bei dem der geſchleppte
Kahn in der Obhut ſeines Schiffers verbleibt, ſo daß
der Kahnführer in erſter Linie berufen iſt, für die Sicherheit des Kahns
zu ſorgen. Dagegen hat der Schleppführer außer der aus der Führung
des Schleppzuges entſpringenden Obhutspflicht, keine beſondere
Obhuts=
pflicht über den Anhang. ,Hieran wird auch nichts durch die Verbindung
zwiſchen Schlepper und Kahn durch die Schlepptroſſe geändert. Dadurch
wird nicht erreicht, daß der geſchleppte Kahn dem Schlepper unbedingt
folgen muß. Vielmehr liegt es in der Hand des
Kahnſchif=
fers und gehört auch zu ſeinen Obliegenheiten, nicht nur das
Hinterteil, ſondern auch das Vorderteil des Kahnes durch ſorgfältiges
Steuern im Kurſe des Schleppers zu halten. Die nautiſche Führung des
Schleppzuges lag auf ſeiten der Leitung des Schleppers und es ergibt
ſich eine Vermutung dafür, daß der Unfall auf ein Verſchulden des
leitenden Schleppers zurückzuführen iſt. Die Pflichten des
Schlepp=
führers erſchöpfen ſich in dieſen Fällen nicht darin, daß er die
Polizei=
verordnungen innehält. Insbeſondere berechtigt die Vorſchrift den
Schleppführer nicht, unter allen Umſtänden ſo lange zu fahren, bis der
Nebel den dort vorgeſehenen Grad der Dichtigkeit erreicht hat. Vielmehr
muß der Schleppführer bei Nebel die Fahrt ſchon dann einſtellen,
wenn eine Gefährdung des Schleppers zu erkennen iſt. Dieſes
Verſchul=
den des Schleppführers iſt gegen das Verſchulden des Kahnführers
ge=
mäß 8 254 BGB. abzuwägen.”
Das Flettner=Rotor=Schiff „Baden=Baden”.
Kiel. Geſtern vormittag erfolgte auf der Kruppſchen Germania=
Werft in Anweſenheit geladener Gäſte, darunter des Oberdürgermelmers
der Stadt Baden=Baden, Dr. Fieſer, die Umtaufe des Flettnerſchen
Rotorſchiffes „Buckau‟. Direktor Flettner gab einen Ueberblick über den
bisherigen Verlauf der Erprobungen mit dieſem neuartigen Schiffstyp
und teilte mit, daß gegenwärtig ein weit größeres Schiff dieſer Art von
ca. 3000 Bruttoregiſtertonnen bei der A. G. Weſer ſeiner Vollendung
entgegenſehe. Danach wünſchte der Oberbürgermeiſter Dr. Fieſer dem
im neuen Gewande prangenden Schiff Glück und Erfolg für ſeine
bevor=
ſtehende Fahrt über den Atlantiſchen Ozean zur Ehre und zum Ruhme
deutſchen Wiſſens und Könnens. — Frau Direktor Flettner taufte hierauf
das Schiff auf den Namen Vaden=Baden‟. Die „Baden=Baden” geht
nach Hamburg, von wo im Laufe des morgigen Tages die auf Erſuchen
amerikaniſcher Intereſſenten geplante Fahrt nach Nordamerika
ange=
treten wird.
Ein ſchwerer Autounfall.
TU. Stralſund. Mittwoch abend fuhr ein mit zwei Perſonen
beſetztes Auto in voller Fahrt in eine Gruppe von Menſchen hinein,
die gerade aus dem Staddtheater kamen. Insgeſamt wurden fünf
Per=
ſonen ſehr ſchwer verletzt, einer iſt bereits geſtorben. Der Chauffeur
foll ſich in angeheitertem Zuſtand befunden haben.
Nummer 93/94
Samstag, den 3. April 1926
Seite 11
Zum Bürgerkrieg in China. Leiden der Bevölkerung in der Nähe des Kriegsſchauplatzes.
Flüchtlinge berlaſſen unter dem Schutz des Roten Kreuzes das von den kriegeriſchen Maßnahmen bedrohte Gebiet.
Römiſche Oſtergebräuche.
Rom, 1. April.
Mit dem Palmſonntag beginnt in Rom eigentlich ſchon
Oſtern. Denn von dieſem Tage an bis zum Oſterſonntag hat
jeder Tag der Woche eine beſondere Funktion im Geſamtbilo des
Oſterfeſtes. Am Palmſonntag werden in allen Kirchen Roms die
Palmzweige geweiht, an deren Stelle allerdings in der
Haupt=
ſache Zweige des Oelbaumes getreten ſind, der ja hier in Italien
zu den verbreitetſten Kulturpflanzen gehört. Von den Römern
werden dieſe Oelbaumzweige zu Oſtern übrigens Palmen
ge=
nannt. Bis 1870 pflegte der Papſt ſelbſt die Palmenweihe in
St. Peter vorzunehmen, wobei nach einem alten Vorrecht ſeit
Sixtus, V. die Familie Bresca aus Bordighera die Palmzweige
liefern durfte. Dieſe Zeremonie wurde mit großem Pomp
vor=
genommen und der Papſt wie bei allen höchſten vatikaniſchen
Feiern auf der „Sedia geſtatoria” in prunkvollem Zuge durch die
Peterskirche getragen. Seit dem Zuſammenbruch des
Kirchen=
ſtaates unternimmt der Papſt ſelbſt dieſe Palmenweihe nicht
mehr perſönlich, ſondern läßt ſich von einem Kardinal vertreten.
Der Montag, Dienstag und Mittwoch nach Palmſonntag dienen
einer Reihe von religiöſen Zeremonien, unter denen beſonders
am Mittwoch der „Mattutino delle Tenebre” in den großen
Baſi=
liken und den größeren Kirchen Roms bekannt iſt. Am „Grünen
Donnerstag”, der hier der „Heilige Donnerstag” heißt, iſt die
Fußwaſchung der zwölf Greiſe, die in allen Kirchen Roms
ſtatt=
findet, die Hauptzeremonie des Tages. Bis zum Jahre 1870
nahm der Papſt im Vatikan dieſe Fußwaſchung bei zwölf alten
Prieſtern perſönlich vor, um dann von der äußeren Loggia des
Vatikans ganz Rom und die nach zehntauſenden zählende
Volks=
menge auf dem Petersplatz zu ſegnen, die dort in Andacht knieend
die Oſterweihe des Papſtes erwartete. An dieſem Tage findet
auch die ſogenannte „Viſita dei ſepolcri” ſtatt, wobei der fromme
Römer fünf oder ſieben auseinanderliegende Kirchen beſuchen
muß. In den patriarchalen Baſiliken und auch in allen kleinen
Kirchen brennen zahlloſe Kerzen, und ein herrlicher Ueberfluß
von Blumen ſchmückt die Altäre. In St. Peter findet am Abend
die Altarwaſchung ſtatt, wobei der päpſtliche Altar mit Waſſer
und aromatiſchem Wein gewaſchen wird. Während der Klerus
dann in feierlichem Zuge durch die Kirche wandert, werden die
122 Lampen der Konfeſſion ausgelöſcht, ſo daß die rieſige Kirche
in tiefem, myſtiſchem Dunkel liegt. Der Karfreitag, der „Venerdi
Santo”, iſt der Tag des Schweigens, bei dem auch nur die Meſſe
in eingeſchränkter Form geleſen wird. Keine Glocke läutet, und
nur Chorgeſang a Capella ohne Orgelbegleitung iſt an dieſem
Tage der Trauer geduldet. In verſchiedenen Kirchen Roms hat
der Karfreitag noch ganz eigentümliche Formen der religiöfen
Feier bewahrt, ſo zum Beiſpiel in der alten Jeſuitenkirche von
„Geſü” oder in „Santa Praſſede” und in „Santa Maria in
Tra=
ſtevere”, die ſehr populäre Betfeier der „tre ore d’agonia” Vor
allem aber wird am Karfreitag die „Scala Santa”, die Heilige
Treppe bei „St. Giovanni in Laterano” von den Gläubigen
be=
ſucht, wo an dieſem Tage Hunderte und Aberhunderte von
from=
men Menſchen die hölzernen Stufen der Treppe aus dem Haus
des Pilatus auf den Knien hinaufrutſchen. Der Samstag vor
Oſtern bringt nach der Trauer des Freitags den erſten frohen
Auftakt. An ihm findet die Feuerweihe ſtatt, die beſonders
feier=
lich in „St. Giovanni in Laterano” vor ſich geht. Zugleich
wer=
den auch das Heilige Waſſer und das Heilige Oel geweiht.
Außer=
dem iſt es üblich, daß an dieſem Tage viele Prieſter die Weihen
empfangen. Der Fremde aber, der am Oſterſamstag ſich in
Rom aufhält, ſollte nicht verſäumen, zwiſchen 10 und 11 Uhr
vormittags auf den Gianicolo zu gehen, um einen
überwältigen=
den Genuß zu haben. Denn mit einem Schlage fangen alle
Glocken Roms, die ſeit dem Dienstag geſchwiegen haben, zu
läu=
ten an, und man ſteht dann auf der Höhe des Gignicolo wie über
einem Meere von brauſenden Tönen. In dem Augenblick, in
dem die Glocken zu läuten beginnen, verlaſſen überall Prieſter
ihre Kirchen, um mit Weihwaſſer und Wedel verſehen, alle
Woh=
nungen der Häuſer in ihrem Pfarrbezirk zu beſuchen und dort die
Oſterweihe vorzunehmen. Dann pflegt die römiſche Hausfrau
auf den Tiſch im Eßzimmer alle jene Speiſen zu legen, die am
Oſterſonntag genoſſen werden ſollen, damit ſie für den
Feſt=
ſchmaus geweiht werden. Denn der Oſterſonntag iſt in erſter
Linie wie alle großen Feſttage in Rom dem Schmauſe geweiht.
Der Oſtferfeſttag aber noch viel mehr wie Weihnachten oder
Pfingſten, weil er nach vierzigtägigem Faſten endlich wieder den
Römern den Genuß ihrer langerſehnten Salami geſtattet.
Des=
halb ſind auch Salami und Eier ein Hauptbeſtandteil der
Oſter=
mahlzeit, bei der neben dem grünen Salat das obligatoriſche
Oſterlamm als Braten auf keiner Tafel fehlen darf. An ſich
bie=
tet der Oſterſonntag, ſeitdem der Papſt nicht mehr ſelbſt in St.
Peter die Meſſe zelebriert, keine aus dem Rahmen der üblichen
Feiern heraustretende Zeremonie. Es finden die feſttäglichen
Gottesdienſte mit der Ausſtellung der Reliquien in den Kirchen
ſtatt, wobei beſonders in St. Peter die Bruchſtücke des Kreuzes
Chriſti, die Lanze und das Schweißtuch der heiligen Veronica
gezeigt werden. In dieſem Jahre ſcheint Oſtern ſeinem Namen
als Frühlingsfeſt Ehre machen zu wollen, denn überall blühen
ſchon die Glyzinien, und die Bäume ſind mit jungem Grün
be=
deckt. Sogar ſchon die erſten Roſen, vor allem die gelben und
weißen Roſen an Hausmauern und Gartenzäunen haben ſich
un=
ter dem Einfluß des warmen März frühzeitig hervorgewagt.
Rom kann alſo in dieſem Jahre das Feſt ungefähr ſo feiern,
wie man ſich daheim „Oſtern in Rom” vorſtellt, als ein Oſtern in
Glyzinien und Roſen.
Die Dubliner Brand= und Mordaffäre.
DD. London. Die Unterſuchung über das geheimnisvolle Feuer
in Dublin, wobei ſechs Menſchen ihren Tod fanden, die anſcheinend
ſchon vor Ausbruch des Feuers ermordet worden waren,
wächſt ſich zu einer Nieſenſenſation aus. Der Leichenbeſchauer in
Dublin ſagte, er glaube, daß, wenn die Tatſachen, die jetzt noch
ver=
ſchwiegen werden müſſen, erſt der Oeffentlichkeit bekannt ſein werden,
man vor einer Tragödie ſtünde, wie ſie ſeit Menſchengedenken in
Eng=
land nicht bekannt geworden ſei. Er ſelbſt kenne keinen annähernd ſo
grauſigen Fall. Andeutungen werden viel gemacht, doch offiziell wird
nichts geſagt, weil man fürchtet, den Gang der Unterſuchung zu ſtören.
Es ſcheint faſt, als ob Gift neben der Brandſtiftung eine große Rolle
geſpielt hatte. Die Frauen ſcheinen lebendig verbrannt, ein Mann
ver=
giftet und zwei erſchlagen worden zu ſein. Die ganze Angelegenheit
wird noch geheimnisvoller dadurch, daß die ſechs Opfer in ihrer Heimat
ſehr beliebt waren und anſcheinend keinen Feind hatten.
Brandftiftung in Neukölln.
Berlin. In Neukölln iſt in der Nacht von Mittwoch zum
Don=
nerstag in dem Hauſe Hermannſtraße 58 ein größerer Dachſtuhlbrand
ausgebrochen, deſſen Löſchung mehrere Stunden beanſpruchte. Es liegt
vorſätzliche Brandſtiſtung vor. Der Täter, der geſehen wurde, iſt
entkommen.
Eine Windhoſe in Sachſen.
Aus Leipzig wird gemeldet: In der Umgebung des Städtchens
Roßwein hat eine Windhofe, die bei heftigem Frühlingsgewitter in
Erſcheinung trat, in durei Minuten dauerndem Wüten außerordentlich
ſchweren Schaden angerichtet. Beſonders arg wurde die Ortſchaft
Vöh=
ringen heimgeſucht. Von der ſogenannten Alten Schmiede wurde das
über 50 Quadratmeter große Dach abgehoben, geknickt und etwa 150
Meter gegen den Eiſenbahndamm geſchleudert. In dem aus Birken
beſtehenden Bahnhofswäldchen wurden 40 Stämme, darunter einige
von 15 Meter Höhe und mehr als 1 Meter Umfang entwurzelt.
Men=
ſchenleben ſind nicht zu beklagen.
Zur Mordaffäre Roſen.
TU. Breslau. Die Unterſuchungsbehörde hat jetzt die ſeit
Jahresfriſt in Unterſuchungshaft befindliche Hausdame Neumann auf
freien Fuß geſetzt, da die Beweismomente für die Täterſchaft bei der
Ermordung des Profeſſors v. Roſen nicht ausreichten. Ebenſo werden
der Briefträger Stock und ſeine Ehefrau noch heute aus der
Unter=
ſuchungshaft entlaſſen. Das Unterſuchungsverfahren iſt auf dem toten
Punkt angelangt. Nur noch zwei Zuchthäusler, die ſich gegenſeitig der
Mittäterſchaft beſchuldigen, bereiten der Unterſuchungsbehörde
Schwierig=
keiten.
Aufſehen erregender Selbſtmord.
TU. Frankfurt a. O. Der ſeit zwei Tagen in
Unterſuchungs=
haft befindliche Reichsbahnrat Fölſing ſprang am Donnerstag auf dem
Transport zum Unterſuchungsrichter in die Oder und wurde vom Strom
fortgeriſſen. Seine Verhaftung erfolgte auf Grund des ſeit dem vorigen
Sommer ſchwebenden Ermittelungsverfahren gegen Unregelmäßigkeiten
bei Bahnbauten der Reichsbahndirektion Oſten.
Teufelsanbeter in Kalifornien?
EP. Die Polizei von Ooakland (Kalifornien) entdeckte kürzlich
in einer Felſenhöhle der Bucht von San Francisco die Leiche eines alten
Einſiedlers, Marcario Timon, mit durchſchnittener Kehle. Die
Unter=
ſuchung des Mordes führte zu der Entdeckung, daß Timon offenbar das
Opfer von Teufelsanbetern geworden iſt. Der Einſiedler erhielt häufig
Beſuche von Weißen und Schwarzen, ſo daß die Behörden ihn längere
Zeit in Verdacht hatten, daß er eine Schwarzbrennerei betreibe. Aus
der Hinterlaſſenſchaft des Einſiedlers geht hervor, daß er auf der Suche
nach dem „Steine Satans” war, der ſeinem Eigentümer unermeßlichen
Reichtum und Macht über ſeine Feinde verleihen ſollte. Offenbar
waren die zahlreichen Beſucher gleichfalls Teufelsanbeter, und die
Poli=
zei vermutet, daß einer der Gäſte den Alten ermordet hat, um ihn
ent=
weder dem Teufel zu opfern oder aber, um ſich des Talismans zu
be=
mächtigen. Die Polizei entdeckte auch eine mit eigenem Blut geſchriebene
Urkunde an Lueifer und eine ſymboliſche Darſtellung „Seiner
Sata=
niſchen Majeſtät”, umgeben von ſieben tanzenden Teufeln. Sie iſt
nun=
mehr bemüht, den übrigen Teufelsverehrern und damit vermutlich auch
dem Mörder des alten Einſiedlers auf die Spur zu kommen.
Geſchäftliches.
Paul Simmel und Maizena
Kunſt und Induſtrie
haben ſich vereint. In einem allerliebſten Bilderbuch. Die Maizena=
Onkels” wird in launigen Zeichnungen und Verſen die Reiſe von Piet
und Jochen nach Amerika geſchildert, wo ſie, von Indianern gefangen,
die Verarbeitung des Maiskerns für Nahrungsmittel erlernen und dieſe
Kenntniſſe ſpäter in Deutſchland verwerten.
Ueber das ſeit Generationen bekannte „Maizena” viel zu ſagen,
er=
übrigt ſich, denn dieſes Kraftmehl iſt zu einem feſten Küchenbegriff
ge=
worden. Es ſollen heute nur beſonders die jungen Mütter darauf
hin=
gewieſen werden, daß ſie im Kraftmehl „Maizena” auch ein
ausgezeich=
netes Mittel zur Ernährung ihrer Kinder ſchon im zarteſten Kindesalter
— als Zuſatz zur Flaſchenmilch —, ſowie im Alter von einigen Monaten
zur Herſtellung der erſten Kinderbreie, beſitzen. Keine andere Nahrung
wird ſo leicht und ſo ſchnell verdaut, als Maizena. Das Kochbuch, das
zuſammen mit dem Simmelbuch gern gmatis von der Deutſchen Maizena=
Geſellſchaft A.=G., Hamburg 15, verſandt wird, gibt auch über die
Kin=
derernährung Auskunft.
Pfarrer Heumanns
Heilmittel
stets auch vorrätig im Alleindepod.
Läwen-Apotheke (Apothek. Hans Roeder)
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Gottesdienſtliche Nachricht.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17.
Oſterſonntag, den 4. April, vorm. 10 Uhr: Prediger Conrad: „Die
Kraft Seiner Auferſtehung”. — Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. —
Nachm. 5 Uhr: Pred. Conrad: „Iſt die Auferſtehung Chriſtt ſo
be=
zeugt, daß wir ſie glauben können?‟ — Abends 6½ Uhr:
Jugend=
vereinsſtunde. — Am Oſtermontag keinerlei Gottesdienſt. —
Donners=
tag, den 8. April, abends 8½ Uhr: Bißelheſprechung über Römer 14.
Jedermann iſt herzlich willkommen.
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Sonntag, 4. April. 8: Morgenfeier. Mitw.: Frl. Korf, Frl.
Keiver, Sopran und Alt; Kirchenchor der Lukaskirche. H. Sonntag,
Harmonium. 8 1: Uebertragung der Eröffnungsfeierlichkeiten der
Mainzer Funkausſtellung. O 12: Uebertragung von Caſſel:
Aufer=
ſtehungsſpiel. O 3: E. Kutzer und A. Holſt: Fridolin, der Oſterhaſe.
Puttchen Roſenkamms Abenteuer von Gertrud Lieder. Der Bär
im Oſterhaſenwald, Dramatiſierung von der Märchentante (für
Kin=
der vom 4. Jahre ab). O 5: Uebertragung aus dem Frankfurter
Opernhaus: „Parſifal”. Bühnenſpiel von Wagner.
Montag, 5. April. 8: Morgenfeier. 11.30: Große Erzieher:
Aus den Schriften des Epiktet (Oberreg. Hilpert.) 0 12:
Sonder=
konzert für die Mainzer Funkausſtellung: Die Oper der Woche.
1. Weber: „Freiſchütz”, Ouv. 2. Bizet: „Carmen”. a) Vorſpiel
zum 4. Akt; b) Lied des Escamillo, 3. Puccini: „Die Boheme‟.
Fant. 4. Wagner: „Parſifal” Glocken= und Gralsſzene. 5. Gounod:
Margarete”, a) Gebet des Valentin; b) Walzer. Mitw.: Adolf
Permann vom Frankf. Opernhaus, Bariton. Frühlings= und
Oſter=
lieder, Frau Wartenberg=Röhrig) O 4: Uebertr. vom Platz des
Sportklubs 1880: 1. Rückſpiel der Rugbymannſchaft des
Sport=
klubs 1880 gegen die Mannſchaft der Oxforder Gryhounds. O 6:
Stunde des Rhein=Main. Verb. für Volksbildung. O. 7: Uebertr.
aus der Mainzer Funkausſtellung. O 8.30: Sinfonie=Konzert.
1. Schubert: „Unvollendete Sinfonie” in H=moll. 2. Mahler: „Das
Lied von der Erde”, eine Sinfonie für eine Tenor= und eine
Alt=
ſtimme
Frl. Magda Spiegel, Alt; John Gläſer, Tenor. — Opern=Orch.
Stuttgart.
Sonntag, 4. April. 11.30: Religiöſe Morgenfeier. Oſtern.
Stadtpf, Kopp. Mitw.: Frau E. Teſter, Dr. Keller, (Harm).
O 3: Alfred Auerbach lieſt aus eigenen Werken. O. 4: Oſterfeier.
1. Gluck: Ouv. Iphigenie in Aulis”, 2. Händel: Largo, 3. Das
Spiel von den 10 Jungfrauen (1322). 4. Bizet: Kleine Suite für
Orch, 5. Kinderlieder, 6. Schumann: Aus „Kinderſcenen”. 7.
Kin=
derlieder. 8. Siede: Schlaraffenland „Suite. O 6.30: Vortrag Dr.
Elwenſpoek: a) Die freie Schulgemeinde Wickersdorf, 2. Teil. O 7:
Vortrag Martin Lang: Heinrich von Kleiſt (1777—1811). O 7.30:
Vortrag Endres: Fahrten in Griechenland I. Eleuſis und Delphi.
( 8: Aus älteren Operetten. Mitw.: Maria Thereſia Deimann,
Gerda Hanſi, Adolf Harlacher, Hans Werder, Max Heye,
Rund=
funkorch. 23 Programmnummern, u. a.: „Die ſchöne Helena”, „
Wald=
meiſter”. „Das Spitzentuch der Königin”, „Bruder Straubinger”
„Die Puppe”, „Landſtreicher” „1001 Nacht, „Feldprediger”, „
Vogel=
händler”. „Don Ceſar”, „Zigeunerbaron”, „Der arme Jonathan”,
„Geiſha”, „Orpheus in der Unterwelt”, „Oberſteiger”, „Das
Pen=
ſionat”.
Montag, 5. April. 11.30; Oſter=Morgenfeier d. Philh. Orch. Sol.
Martha Körner, Sopran; Conzelmann, Baß; „Benning, Oboe;
Hutſchinſon, Flöte; Haagen, Klav. O 2: Schallplattenkonzert. O 3:
Dichterſtunde. Einf. von K. Walter: Die Are=Bewegung im Elſaß.
Henr: Solveen: Lyrik. Jean Sebas: Gedichte aus „Dr. Burne‟
im Straßb. Dialekt (geſp. von Frida Grupp). Claus Reinboldt:
„Nachtwandler”, einakt. Scheuſp. Raymond Buchert: aus „Die
ſingende Flamme” und. Der Hausflur der göttl. Kämpfer” S. 4:
unkorch. Mitw.: Marn Bernhardsgrütter, Zürich, Sopran; E. Frey,
Zürich, Bariton. O 6.15: Kunſtgeſchichte durch Rundfunk: Karl
Spitzweg ſgeſpr. von Böhringer). S 6.45: Fr. C. Endres: Fahrten
in Griechenland. Mykene und Epidaurus. O 7.15: Dr. Elwenſpoek,
Dramaturg a. d. Württ. Landesth.: Neue Wege der Erziehung
a) Die freie Schulgemeinde Wickersdorf, 2. Teil. O 8.30: Uebertr.
aus Berlin: „Die ſchöne Galathee”, Operette von Suppe. Perſ.:
Pygmalion, junger Bildhauer: Bernh. Bötel: Ganymed, ſein Diener:
Elſe Knepel; Mydas, Kunſtenthuſiaſt: Fr. Groß; Galathee, Statue:
Vera Schwarz. Handlung: Inſel Cypern, in Pygmalions Haus.
Berlin.
8. Nachr=Abt. Potsdam), 1. Harmens: Feſtfanfare, 2. Wagner=
Ouv. „Rienzi”, 3. Leuſchner: Verſchneit, verweht. 4. Strauß:
Künſtlerleben. 5. a) Radetzkymarſch; b) Lübbert: Helenenmarſch.
6 Oertel: Bravour Galopp (Eylofon), 7. Branſen: Loblied auf
Berlin. 8. Schmeling: Der alte Berner. 9. Strauß: Potp. „
Fleder=
maus”, 10. Evert: Telefunkenmarſch. O 1.10: Stunde der
Leben=
den (Arno Nadeli, 1. Einl. Worte (H, Kaſack). 2. Aus Aruo
Nadels Werken, Rez. O 3.30: „Im Vogelland” von Hans
Boden=
ſtedt. Erzählt vom Funkheinzelmann. O 4.30: Violin=Vorträge,
1. Händel: Sonate D=dur. 2. Friedrich der Große: Grave in C=moll.
3. Handn: Adcgio aus dem G=dur=Konzert (Helene Fürſt, Violine;
R. Schmidt, Flügel). ( 5: Funkkapelle. 1. Lindſay:
Gratulations=
marſch. 2. Strauſ: Duv. „Wiener Blut”,. 3. Morena:
Eichen=
blätter, Potp. 4. Strauß: Frühlingsſtimmen. 5. Cox: Hi. und Ho,
chineſ. Ballade. 6. Ganne: Extaſe, 7. Pfeuffer: Meine kleine
Diern”, 1. 9 Selet ſefaufgen. d Peälunge, duartäarsſich
G=
wachen, C) Henriog; Kreuzritterfanfare (Fanfaren=Bläſerkorps). 2. a)
Doſtal: Fliegermarſch aus „Der fliegende Rittmeiſter”. b) Zerkowitz:
Fliederlied, e) Lehar: Lied und Cſardas, aus „Zigeunerliebe”,
d) Kalman: Mein lieber Schatz, Lied aus „Mariza” (Angela Sax,
Sopran). 3. a) Strauß: Auftrittslied des Barinkay aus „
Zigeu=
nerbaron”, b) Lehar: Hab” ein blaues Himnelbett, aus „Frasauita(,
Strauß: Walzer aus „Ein Walzertraum”, d) Brüll: Sechſe,
jeben oder acht (Karl Jöken, Tenor). 4 Grünſtein: Rieſe und
Oſterhaſe (Hermann Boettcher), 5. a) Lehar: Mädel klein. aus
Graf von Luxemburg”, b) Strauß: O du lieber, aus
Walzer=
traum” (Angela Sax und K. Jöken). 6. Heiteres Allerlei (
Boett=
cher), b) Henrion: Armeemarſch Nr. 10, ) Henrion: Unterm
Spar=
renſchild (Fanfaren=Bläſerchor).
Montag, 5 April. 9: Morgenfeier. Soliſtenquartett: Dir.
Dr. Böhme, Marg, Böhme=Heideneich, Ilſe Mohr Gina Götz,
Anni Ritter, Max Dienel, Fritz Schwuchow, Hannes Aulert, Guſtau
Polzin. Margarethe Schlicht, Alt: Dr. Böhme, Harm: Erich Lax,
Klavier. O 11.30: Kapelle Gebrüder Steiner. 1. Sinding:
Früh=
lingsrauſchen. 2. Saint=Saens: Intermezzo aus Samſon und
Da=
lila”, 3. Rubinſtein: Toreador et Andalouſe. 4 du Bois: Quartett
aus „La Farandole‟, 5. Heuberger: Chambre ſeparee. 6. Carenna:
Fallende Blätter, 7. Brahms: Walzer. 8, Scherzinger: Marchetta.
9. Leonberger: „Juſt on More Kyß O. 12.20: Max und
Paul (Mar Hanſen und Paul Morgan). Ein Opti= und
ein Peſſimiſt. O 2.45: Uebertr. der Eröffnungsrennen Sennbahn
Karlshorſt. O 7.15: Polizerrat v. Chappius: „In den „ äldern”
Pommerns”, O 7.50: Dr. Leppmann: Dautes Göttliche Komödie.
O 8.30: Sende=Spiele. „Die ſchöne Galathee‟, Oper von Suppe.
Pygmalion, junger Bildhauer: Bernhard Bötel; Ganymed ſein
Diener: Elſe Knepel=Oſſyra; Mydas, Kunſienthuſiaſt: Frenz Groß:
Galathee, eine Statue: Emmy Bettendorf; O 10.30: Tanz=Muſik
(Kapelle Kermbach!
Königswuſterhauſen. 3: 1. Dr. Lebede: Einl. Worte
über Oſterſitten und Oſterſpiele in alter Zeit, 2. Das Redentiner
Oſterſpiel vom Jahre 1464, 3. Uebergangsworte.
Oſterſpazier=
gangsſzene aus Fauſt.
Wetterbericht.
Wettervorherſage für Sonntag, den 4. April 1926.
(Nach dem Stand vom 2. April 1926.)
Unſer Bezirk ſteht unter dem Einfluß eines kräftigen
Hochdruck=
rückens, in deſſen Bereich faſt überall heiteres und trockenes Wetter
herrſcht. Die weſtlich von England liegenden Störungen ſcheinen ihre
Negengebiete zunächſt nicht weiter öſtlich zu verlagern, ſo daß die
Ausſichten auf die Fortdauer der herrſchenden Witterung günſtig ſind.
Da die Winde mehr ſüdliche Richtung annehmen dürften, ſo iſt mit
kräftigem Temperaturanſtieg tagsüber zu rechnen, während die
Nacht=
temperaturen wie bisher verhältnismäßig tief liegen.
Heſſiſche Oeffentl. Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft : Rudolf Mauve
Berantwortlich für Feutilleton und Heſſiſche Nachrichten: Mar Streeſe
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann.
Verantwortlich für Schlußdient: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: 2. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die heutige Nummer hat 24 Geiſten.
[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Samstag, den 3. April 1926
Nummer 9394
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Feſtliche Glocken klingen
Ueber die Täler weit.
Alles iſt ſubelndes Singen,
Lachende Heiterkeit.
Alles iſt Wachſen und Werden,
Keimen und Blühn und Gedeihn,
Denn der Frühling iſt wieder auf Erden
Meiſter und Herr allein.
Sonnige Strahlen weben
Glauben und Zuverſicht.
Junges, zeugendes Leben
Drängt ſich empor zum Licht.
Reißt alle Feſſeln nieder,
Die uns das Dunkel wand,
Denn Frühling, Frühling iſt’s wieder,
Frühling im deutſchen Land.
Im Wechſel des Zeitgeſchehens
Lichtete ſich die Nacht,
Blüht uns des Auferſtehens
Wunder in reiner Pracht.
Wir aber grüßen’s, und ſchneller
Pocht unſrer Herzen Schlag. . ."
Willkommen, willkommen, du heller,
Strahlender Oſtertag!
Hans Ludw. Linkenbach.
Nummer 14
Auferſtehung
Von Dr. Chriſtian Schreiber, Biſchof von Meißen.
Eine dreifache Auferftehung kennen wir Chriſten: die
Auf=
erſtehung Chriſti am Oſterfeſte, die Auferſtehung alles Fleiſches
am jüngſten Tage und die Auferſtehung zur Sittlichkeit und immer
höherer Sittlichkeit, die uns Tag für Tag obliegt.
Die erſte Auferſtehung iſt eine geſchichtliche Tatſache, die
zweite iſt eine zuverſichtliche Hoffnung, die dritte iſt eine
dring=
liche Pflicht.
Die Auferſtehung Chriſt ſteht geſchichtlich feſt. Sie iſt bezeugt
in einer Reihe von Urbunden. Es ſind die drei erſten Evangelien,
die Apoſtelgeſchichte und mehrere Apoſtelbriefe. Dieſe Urkunden
ſind ſämtlich noch vor der Zerſtörung Jerufalems, vor dem
Jahre 70 n. Chr., alſo kurz nach der Auferſtehung Chriſti, von
Augen= und Ohrenzeugen des Auferſtandenen, bzw. von
Bericht=
erſtattern, die ſich direkt auf Augen= und Ohrenzeugen ſtützen,
ver=
faßt worden. Dieſe Urkunden ſind zudem der Niederſchlag der
Auferſtehungspredigt der Apoſtel und Jünger Chriſti, die gleich
nach dem Auferſtehungsereignis eingeſetzt hat.
Weiterhin iſt die Auferſtehung Chriſti erhärtet durch das
Zeugnis von Tauſenden und Tauſenden, die an der
Aufer=
ſtehungsſtätte ſelber, in Jeruſalem, die Auferſtehung Chriſti vor
Freund und Feind bekannt haben und von dieſem Bekenntnis
nicht abließen, obwohl man ſie darob verfolgte, aus den Familien
ausſtieß, ihrer Güter beraubte, ja, vielfach zum Tode ſchleppte.
Eine Reihe von jüdiſchen Prieſtern und Führern des Volkes,
von gebildeten und angeſehenen Juden und Heiden in Jeruſalem
traten gleich nach dem Auferſtehungsereignis zum Chriſtentum
und damit zur Ueberzeugung an die Wahrheit der Auferſtehung
Chriſti über. Auch auf ſie wirkte die Wahrheit des
Auferſtehungs=
ereigniſſes mit ſolcher Wucht ein, daß ſie ihrer Ueberzeugung
un=
ter den ſchwerſten Opfern treu blieben und vielfach ſelbſt ihr
Leben für dieſe Wahrheit dahingaben.
Es kommt hinzu, daß die Ueberzeugung von der Auferſtehung
Chriſti auf die Predigt der Apoſtel und Jünger Chriſti hin auch
in anderen Weltgegenden ſofort felſenfeſte Annahme fand: in
Griechenland und Rom, in Kleinaſien und überall dort, wohin
die chriſtlichen Glaubensboten ſchon im erſten Jahrhundert vorge
drungen ſind.
Noch mehr: die Ueberzeugung von der Auferſtehung Chriſti
iſt ſehr bald eine Weltüberzeugung geworden und bis auf den
heutigen Tag eine Weltüberzeugung geblieben, die Ueberzeugung
von dreihundert Millionen Katholiken und von gläubigen
Chri=
ſten auf dem Erdkreis, deren Zahl mehrere hundert Millionen
beträgt!
Man wende nicht ein, daß die größere Zahl der lebenden
Menſchen nicht an die Auferſtehung Chriſti glaube. Das iſt nicht
richtig, denn weitaus die meiſten ſetzen der Auferſtehung Chriſti
nicht Unglauben, ſondern Unkentnis entgegen; ſie wiſſen
ent=
weder gar nichts von ihr oder ſie kennen nicht die Gründe für ſie.
Das gilt nicht bloß von den Heiden, Mohamedanern, Buddhiſten
uſw., ſondern auch von vielen Freidenkern und Ungläubigen, die
ſich jenen gegenüber einer höheren Bildung rühmen.
Im übrigen koſtet es nicht viel, eine Wahrheit zu leugnen.
Deshalb hat die Leugnung niemals den gleichen Wert wie das
feſte Fürwahrhalten, zumal dann nicht, wenn das feſte
Fürwahr=
halten mit der Ueberwindung mancherlei Schwierigkeiten und mit
der Zuſtimmung zu vielen Opfern zuſammenfällt, wie dies der
Fall iſt hinſichtlich des feſten Fürwahrhaldens der Auferſtehung
Chriſti, denn mit dieſem feſten Fürwahrhalten iſt die
Unter=
werfung unter das ſtrenge Geſetz Chriſti verbunden. Daß ein
großer Teil der Menſchen — und zwar ein Großteil der geiſtig
und ſittlich hochſtehenden Menſchen — immer wieder an der
Tat=
ſache der Auferſtehung Chriſt feſthält, trotz der nicht leichten
Opfer, die mit dieſer Ueberzeugung übernommen werden müſſen,
iſt einer der gewichtigſten Beweiſe für die Tatſächlichkeit den
Auferſtehung Chriſti von den Toten.
Chriſtus hat ſeine Auferſtehung von den Toden wiederholt
als Beweis für ſeine Gottheit hingeſtellt. Dieſer Beweis iſt
Tat=
ſache geworden, und damit gehört auch die Gottheit Chriſti zu
den unerſchütterlichen Tatſachen.
Hierin liegt die ſichere Gewähr auch für unſere dereinſtige
Auferſtehung dem Leibe nach und für das ewige Fortleben von
Leib und Seele des Menſchen bei Gott im Jenſeits. Denn
Chriſtus, der Sohn Gottes, hat dieſe Auferſtehung und die ewige
Dauer des Auferſtehungslebens wiederholt als eine ſichere
Tat=
ſache der Zukunft bezeugt: „Es kommt die Stunde, in der alle,
die in den Gräbern find, die Stimme des Sohnes Gottes hören
werden. Und ſie werden hervorgehen, die das Gute getan haben,
zur Auferſtehung des Lebens, die aber das Böſe getan haben,
zur Auferſtehung des Gerichtes.” (Joh. 5, 28, 23.)
Man hat geſpöttelt über dieſe Zukunftsgewißheit. Man iſt
in der Selbſtbeſcheidung ſoweit gegangen, daß man für den Geiſt
und das Herz des Menſchen dieſe armſelige und
unbefriedi=
gende Welt als den alleinigen Schauplatz des Lebens und
Stre=
bens, des Hoffens und Harrens, des Kommens und Gehens
an=
ſieht. Wir denken ganz anders von der Spannweite des
menſch=
lichen Geiſtes, vom Höherſtreben des menſchlichen Willens, von
dem Liebesbedürfnis des menſchlichen Herzens. Wir können
auf Grund dieſer Beſchaffenheit der menſchlichen Seele nicht
an=
nehmen, daß der Menſch auf das irdiſche Labyrinth von Rätſeln
und auf die irdiſche Niederung von ſittlicher Ohymacht und
ſitt=
licher Schwäche, auf die irdiſche Kurzfriſtigkeit der Freundes=,
Kindes= und Gattenliebe eingeengt ſei. Vor allem aber trauen
wir unerſchütterlich dem Worte des Gottesſohnes Jeſus Chriſtus,
der da geſagt hat: „Ich bin die Auferſtehung und das Leben;
wer an mich glaubt wird leben, ſelbſt wenn er geſtorben iſt; und
jeder, der an mich glaubt, wird nicht ſterben in Ewigkeit.”
(Joh. 11, 25, 26.)
Die leibliche Auferſtehung von den Toten und die jemſeitige
Beſeligung des Menſchen haben zur Vorausſetzung die ſittliche
Auferſtehung von der Sünde. Denn die Auferſtehung von den
Toten iſt nach Gottes Plan und Willen. Lohn für ſittliches
Tugendſtreben auf Erden. Einmal Lohn für die Verdienſte, die
Jeſus Chriſtus durch ſein Tugendleben und ſein verdienendes
Leiden und Sterben uns erworben hat, ſodann Lohn für das
ſittliche Tun und Tugendſtreben der Menſchen, das in Kraft der
Verdienſte Chriſti mit der Gnade Gottes vollzogen wird.
Des=
halb ſind Auferſtehung von den Toten und zuvorige ſittliche
Auf=
erſtehung von der Sünde unzertrennliche Korrelate, unlösbare
Zuſammenhänge. Und ſo mahnt uns das Oſterfeſt als
Gedenk=
tag der Auferſtehung Chriſti und als Hoffnungsfeſt unſerer
Auf=
erſtehung von den Toten auch zur Erfüllung fener
Lebensauf=
gabe, die da iſt: ſittliche Auferſtehung.
Niemals hat uns dieſe ſittliche Auferſtehung mehr not getan,
als heute. Denn der reſigiöſe und ſittliche Niedergang unſeres
far Feau und Heime.
3. April 1926
Volkes und auch der übrigen Völker hat einen Umfang und eine
Tiefe angenommen, die in der Weltgeſchichte nicht ſo leicht
ihres=
gleichen hat.
Die Gottes= und Jenſeitsleugnung, der Anſturm gegen die
Grundlagen nicht bloß des Chriſtentums, ſondern jeder Religion
iſt nicht mehr eine Einzelerſcheinung, ſondern bereits ein
Maſſen=
phänomen geworden. Noch mehr: Dieſer Geiſt iſt Syſtem
ge=
worden; machtige Intereſſengruppen haben dieſen Geiſt geradezu
zu einer Programmſache gemacht.
Ebenſo iſt die Lockerung aller ſittlichen Bande keine
Einzel=
erſcheinung mehr, ſondern eine Volkskrankheit. Niemals waren
die Eheſcheidungen häufiger, niemals die Attentate auf das
kei=
mende Leben rückſichtsloſer, niemals wurde die öffentliche
Ehr=
barkeit in Theater= und Kinovorſtellungen, in Luſtbarkeiten und
Vergnügen mehr verletzt, niemals iſt der ſittliche Zerfall auch auf
die Jugend in ſo großem Umfange übergegangen, als heute. Und
was das Betrübendſte iſt: auch dieſer ſittliche Niedergang iſt
Syſtem geworden, iſt Programmſache mächtiger Intereſſengruppen
und Organiſationen. Wer könnte da überhaupt noch die Frage
ſtellen, ob ſittliche Auferſtehung unſerem Volk not tue!
Wichtiger iſt die Frage, wie wir dieſe ſo notwendige ſittliche
Auferſtehung unſeres Volkes bewerkſtelligen ſollen und können
Angeſichts der Tiefe und Ausbreitung des Uebels möchten
manche an der Möglichkeit einer Auferſtehung bereits verzweifeln.
Es ſind die Peſſimiſten, die nichſt ſehen, welch hoffnungsvolle
Auf=
ſtiegserſcheinungen in unſerem Volke in der letzten Zeit trotz
allen Niedergangs bereits vorhanden ſind. Ich denbe da an den
idealen ſittlichen Zug, der z. B. durch unſere katholiſchen
Jüng=
lingsvereine, durch unſere Quickborn= und Neudeutſche Jugend
geht; ich denke auch an das tiefſte religiöſe Sehnen, von dem
immer weitere Kreiſe unſeres Volkes erfaßt werden.
Es gilt, dieſen religiöſen und ſittlichen Teil=Aufſtiegen bzw.
Anſätzen weitere Ausdehnung, Höhe und Tiefe zu geben. Solches
geſchieht aber nicht mit Klagen über die verrotteten Zuſtände,
noch mit bewegten Aufrufen an die Maſſen. Vielmehr heißt
das Gebot der Stunde: Fange jeder bei ſich ſelber an mit der
ſittlichen Auferſtehung. Wir müſſen allerdings zu: einer
Maſſen=
erhebung kommen, aber der Weg hierzu führt nur über die
Einzelerhebung hinweg. Jeder Einzelne muß Einkehr halten
und den Aufwärtsſtieg beginnen. In dem Maße, als jeder
hier=
bei die rechten Mittel der Heilung und Kräftigung ergreift, wird
er vorwärts ſchreiten. Soll man es immer wieder ſagen müiſſen,
daß nach dem Ausweis der Geſchichte nur im Gottes= und
Jen=
ſeitsglauben, nur in der lebensvollen Erfaſſung des
Chriſten=
tums, nur im Leben nach den zehn Geboten und den chriſtlichen
Geſetzen die wahre und dauerhafte ſittliche Auferſtehung erlangt
werden kann?
Das, was der Allgemeinheit, dem Staat und den
Gemein=
den, der Induſtrie und dem Unternehmertum, den ſozialen und
wirtſchaftlichen Organiſationen obliegt, iſt dieſes: zielbewußte,
zu allen Opfern bereite Beſſerſtellung der wirtſchaftlichen und
ſozialen Verhältniſſe des Volkes in einer gerechten und
ausrei=
chenden Lohnfeſtſetzung, in der Behebung der Wohnungsnot, in
der wahrhaft ſozialen Verkettung der Arbeiterſchaft mit dem
Unternehmertum, und des Unternehmertums mit der
Arbeiter=
ſchaft uſw. Die Geltendmachung des Machtſtandpunktes, wie
er von der Arbeiterſchaft ſowohl wie vom Unternehmertum
ab=
wechſelnd gehandhabt wird, iſt eine der verhängnisvollſten
Hem=
mungen unſeres religiöſen und ſittlichen Aufſtiegs. Denn er
hindert die wirtſchaftliche und ſoziale Geſundung. Dieſe aber
iſt eine wichtige Vorbedingung für eine organiſche und allſeitige
religiöſe und ſittliche Beſſerung.
So iſt unſer ſittlicher Aufſtieg an erſter Stelle eine
Einzel=
aufgabe für jeden von uns. Er iſt eng damit zuſammenhängend
aber auch eine Maſſenaufgabe der Verbände, der Klaſſen, der
Gemeinden und des Staates.
Ueber beide hinaus iſt er eine Aufgabe der Religion, des
Chriſtentums und der Kirche. Denn nur in dem Maße, als die
Einzelnen und die Gruppen und die Maſſen ſich vom Geiſte der
Religion, des Chriſtentums und der Kirche auf allen Gebieten
durchdringen und praktiſch leiten laſſen, kann dieſe Einzel= und
Maſſenaufgabe gelöſt werden. Möchten auch die Regierungen
und Staaten ſich der Tatſache bewußt ſein, daß es eine
Sanie=
rung der wirtſchaftlichen, ſozialen und kulturellen Verhältniſſe
auf die Dauer nicht geben kann ohne die Sanierung der Seelen.
Mögen ſie ihre Augen nicht verſchließen vor der weiteren
Tat=
ſache, daß im Gottesglauben und im Chriſtentum die wirkſamſten
Kräfte für dieſe Sanierung der Seelen vorhanden ſind. Mögen
ſie umgekehrt endlich zur Erbenntnis kommen, daß der Geiſt des
ungezügelten Machtſtrebens einzelner Staaten und überhaupt der
Weg ſittlicher Hemumngsloſigkeit in der Geltendmachung der
eigenen Intereſſen nicht zur Höhe führt, ſondern Europa und
die Welt mit Sicherheit in den Abgrund ſtürzt. Auferſtehung
der Völker kann nur kommen vom Geiſte der Wahrheit und
Wahrhaftigkeit, der Gerechtigbeit und der Menſchenliebe. Dieſes
Geiſtes reinſte Quelle und ſtärkſte Stützen finden ſich in der
Reli=
gion des Auferſtandenen, der von ſich ſagen konnte: „Ich bin
der Weg, die Wahrheit und das Leben.”
Die höchſte Wirklichkeit
Von Reinhold Braun.
Wir beweiſen unſere deutſche Weltanſchauung
im ach ſo oft grauſam mißverſtandenen
Han=
deln für die hohe, in uns lebendige, höchſte
Wirk=
lichkeit „Gottes”, die einzige Wirklichkeit, die wir
auf Erden anerkennen. Walter v. Molo.
Oſtern iſt Bekenntnis zu der höchſten Wirklichkeit, die wir
Gott nennen, der ſich in der brauſenden Lebenskraft, im
öſter=
lichen Lebensdurchbruch ebenſo offenbart, wie in der heldiſchen,
unerſchöpflichen Kraft eines Menſchenherzens, nur daß dieſes
zweite die höhere Wirklichkeit, die höchſte iſt.
Viele Menſchen kommen nicht zu der großen, bezwingenden
Oſterfreude, weil ſie das Neuwerden der Mutter Erde nur als
mechaniſchen Ablauf der Lebensgeſetze nehmen, nicht aber in der
letzten Erkenntnis, im Geiſtigen, Göttlichen landen, daß ſie nicht
erkennen, daß alles nur der „Schleier” des Geiſtes iſt, daß hinter
allem Gott wirkt. An die höchſte Wirklichkeit in uns denken ſie
überhaupt nicht, und ſo bleibt ihre Oſterfreude eigentlich im
Stofflichen haften und beſteht im Anſchauen der knoſpenden und
grünenden Natur, im Genießen reiner Aeußerlichkeiten.
Wer Oſtern feiern will, muß ewas fühlen von der höchſten
Wirklichkeit Gottes in uns, muß neuer, mächtiger öſterlich
ſehn=
ſüchtiger Auf= und Durchbruch zu ihm ſein. Wer dieſe
Durch=
bruchskraft nicht mehr in ſich aufbringen kann, vermag auch nicht
Oſtern im vollen Sinne des Wortes zu feiern. In unſerem
Oſter=Erlebnis wird uns ſelbſt offenbar, wieviel lebendige Tiefe
noch in uns iſt, wieviel Quellenmächtigkeit, wieviel
Gottes=
gehalt.
Es iſt ſo viel krampfhaftes Oſterfeiern in vielen, weil ſie
ab=
geſtorben ſind bis ins Tiefſte, weil ſie Gott aus ſich taten und
ſich mit den Dingen des Alltags füllten, mit Zahlen und dem
Wuſte des Zweckes. Sie gleichen einem bis unters Dach
voll=
gepropften Hauſe mit verſchloſſenen Fenſterläden. Alles drinnen
ſtockt und dumpft.
Die „höchſte Wirklichkeit” bleibt ihnen Zahl und Zweck.
O, daß wir doch lernten, mehr auf den zu ſchauen, in dem
die höchſte Wirklichkeit, „Gott”, am allerhöchſten wirkſam war,
der ſchließlich weiter nichts mehr war als die menſchenlebendige
Gotteswirklichkeit ſelber, der lauter Licht und Liebe, lauter
Weis=
heit und Herzensmacht, lauter Opfertum war und in allem nur
dieſe einzige „von uns auf Erden anerkannte Wirklichkeit”
ſon=
nenhaft darſtellte und ſo vielen Zeitgenoſſen und allen, die ihm
zugetan ſind, als der Größte, Wunderbarſte erſcheinen mußte und
muß. Die Macht ſeiner Perſönlichkeit iſt Strom dieſer höchſten
Wirklichkeit, hinſegnend, unaufhörlich durch alle Zeiten, die noch
kommen. Es iſt der ſiegmächtige Jaſager, der herrlich
Folge=
richtige, Schlußſichere, bis zu der großen Liebes= und Lebenstat
am Kreuze.
Alles Sichtbarkeit, heilig unmittelbare, urlebendige
Wirkſam=
keit aus dem Höchſten, aus Gott. Er wußte zu leben, er wußte
zu ſterben. Er war ſich über den Sinn ſeines Lebens und
Ster=
bens klar. Aus der höchſten Wirklichkeit zu
wir=
ken, war ihm der Sinn des Lebens.
So war es denn ſelbſtverſtändlich, daß ſſein Leben mit
uner=
hörter Liebes= und Weisheitsmacht, fortſegnen mußte über Kreuz
und Grab hinaus, daß er auferſtand! Solch ein Leben ſprengt
Feſſeln, überſteigt Zeit und Raum. —
Nur einen Funken von der gewaltigen Inbrunſt Jeſu in
unſeren Seelen! O, wie würden die Binden von unſeren Augen
fallen, wie würden wir mächtig zu dem Aufſchwung in die höchſte
Wirklichkeit „Gott”, wie würden wir aus ihr unſer Leben
mei=
ſtern und auf die innere Höhe führen, wie würden wir gleich ihm
unſeres Lebens Sinn erfaſſen! Wie würden wir auferſtehen
aus der Gotteswirklichkeit zu unſerem reinen Menſchentume,
deſſen Krone die Liebe bleibt!
Der Glanz der Herzensoſtern würde uns wundbar erfüllen,
würde uns ſegnen, daß wir in tauſend Gnaden ſtehn!
O, komme, du großes Oſter=Erlebnis!
Nummer 14
3. April 1926
Der unſterbliche Baum
Von Hermann George Scheffauer.
In dieſem verarmten, kranken, zerriſſenen Europa ſpäht jeder
nach dunklen Horizonten aus und ſucht den lichten Strahl der
Hoffnung. Of: iſt es nur der fahle Glanz des Schwertes, das
über ein ganzes Volk gezückt wird, oft nur der blendende Riß
eines Blitzes, der den düſteren Schleier wie ein Auge
durch=
leuchtet. Wenn Oſtern kommt, dann ſucht ſich jeder ſeine
Sym=
bole der Wiedergeburt und der Auferſtehung heraus — ſei es
das Wiederaufblühen der Natur, ſei es das geheimnisvoll ſich
auf=
ſchließende Ei, ſei es nur ein beliebtes, ſchablonenhaftes Zitat wie
„neues Leben blüht aus den Ruinen‟. Denn der Oſtergedanke
folgt nur dem Naturgeſetz — und auf dieſem Rhythmus von
Ver=
gehen und Wiedergeburt hat ſich die Myſtik und die Religion ihre
ſchönſten und bezwingendſten Bilder und Arguments aufgebaut.
Auch die Dichtung — wie in dem herrlichen Sonett, das allein
genügte, dem engliſchen Dichter Blanco White Unſterblichkeit zu
verſchaffen, das Lied vom erſten Erdenſohn, der zum erſten Male
entſetzt die Sonne untergehen ſah — bis der Himmel mit ſeinen
Sternen verheißungsvoll über ihm ſtand: Und das Sonett ſchließt
mit folgenden Zeilen, aus denen heute noch Millionen Engländer
Troſt ſchöpfen:
„Why do we then shun Death with anzious strife?
If light ean-thus deceius, wherefore not Life!"
Warum umgehen wir den Tod mit ſchwerem Beben —
Täuſcht uns das Licht — warum auch nicht das Leben?"
Der Oſtergeiſt und der Oſtertrieb ſind für uns ſchon ein
zeit=
läufiges Wunder, eine ganz geheimnisvolle Parallelität und
Re=
lativität. Denn jedes Jahr in dem Anmarſch unſeres Alters, oder
in unſerem Sturmritt auf die Ewigkeit zu, werden wir von der
Erſcheinung des Frühlings ergriffen, ſelbſt im Greiſenalter erlebt
der Menſch immer wieder eine Nebenjugend — eine Art
Neuge=
burt —, denn er kann ſich nicht aus dem Banne der Sonne und
aus dem ihr zugehörigen Planeten, ſeiner Erde, befreien — oder
nur, wenn er dem Matſch des ewigen Winters durch die Welt
folgen würde.
Aber jedesmal, wenn die deutſchen Oſtern herannahen, und
nicht nur dann, denke ich an ein Symbol der Auferſtehung, des
neuen Lebens — wie es kein zweites auf der Welt gibt. Ich
denke zurück an meine Jugendtage im reichſten Lande der Welt —
Amerika — und im ſchönſten, reichſten Teil dieſes Landes —
Kali=
fornien! Und an mächtige, einſame, feierliche Wälder, wo die
größten Bäume der Welt, die Rotholzbäume, die nur in
Kalifor=
uien wie Ueberbleibſel einer Urwelt der Pflanzen, wachſen, gegen
den Himmel turmhaft ſtrebend. Da fand ich einſtmals an den
Oſterfeiertagen das großartigſte Symbol des Oſter=Myſteriums,
das die lebendige Natur aus ſich hervorzaubern kann. Unſere
Rieſenbäume ſind die älteſten lebenden Weſen der Welt. Sie
ſtanden und grünten, als die Pyramiden noch nicht erbaut waren,
ſie werden vielleicht die letzten lebenden Weſen der Welt bei ihrem
Untergang ſein. Durch die Zahl der Ringe hat man bewieſen, daß
ſie ſchon 3000 bis 4000 Jahre alt ſind.
Einmal in den Oſterferien war ich in einem verwüſteten
Rot=
holzwald in den Bergen Kaliforniens. Es waren nicht die Bäume
von der Sequoia Gigantea, die einen Durchmeſſer von 10 bis 12
Metern und eine Höhe von 150 erreichten, die hier einſt wuchſen,
ſondern die Art der kleineren Sequoia Sempervirens, die aber
noch wie Kirchtürme in die Luſt ragen, ſchlanke Pyramiden, mit
mächtig ausladenden geballten Wurzein. Aber hier lag alles
ver=
wüſtet durch jenen Vandalismus des amerikaniſchen
Abholzungs=
weſens. Es ragten nur noch die gewaltigen abgehauenen,
durch=
geſägten Stämme aus der Erde. Kreuz und quer lagen die
ſchwarzen Leichen des Geäſts, lagen rieſenhafte Trümmer dieſer
edelſten Patriarchen des Waldes, verkohlt ſchwarz, ein furchtbarer ſamstag und den beiden Oſterfeiertagen, iſt von der Kirche in
Anblick der Verwüſtung, erſt durch die Menſchen, dann durch das
Feuer. Es war das verſluchte Land — eine Wüſte im Tartarus.
Ich bemerkte nur, daß die toloſſalen Stämme immer wieder die
Form eines Kreiſes bildeten — eines Kreiſes, der mich an die
alten Druiden „Runden” in dem Moorland von Dattmoor in
„Süd=England erinnerte.
Nach etlichen Jahren kam ich wieder durch dieſe Berge und
durch dieſen Wald. und ſiehe dal Es war überall eine Zauber= Shriſtentums. Dazu kommt die tieſſinnige Doppelverknüpfung
welt aus zarter rötlicher Borke und aus einem Grün, das nicht
vergeht. Aus der Außenwand der großen durchſägten
Stamni=
flächen ſchoſſen neue ſchlanke Sprößlinge des unſterblichen
Baumes empor — ſtrebten himmelwärts wie mafeſtätiſche Ker= andererſeits mit der altgermaniſchen Feier jenes allgemeinen
zen auf einem runden Opferſtein. Vier, fünf, ſechs wuchſen oft aus
einem Stamm. Zwillinge, Drillinge, Sechslinge ſproßten aus dieſer
Mutterwurzel, aus dieſer unerſchöpflichen Kraftquelle. Nur ein
oder zwei Sprößlinge würden vielleicht die volle Höhe erreichen,
aber es würden wieder Rieſen werden, wenn auch nicht von der
Höhe und dem Umfang des gefällten Baumes. Verſchwunden
war jede Spur des Feuers. Im kleinen Kreiſe wuchſen die aufrichtung bis zu den Auferſtehungsſeierlichſeiten, bei denen
Neulinge aus der breiten Runde des Stammes, aber dann ſah
ich wieder, daß dieſe Gruppen auch in noch größerem Kreiſe
wuchſen — und daß ihre gefällten Vorgänger auch einmal aus
dem noch unendlich größeren Umriß des Großvaterbaumes ebenſo
entſproſſen ſind — und auch die Großväter vielleicht — es fügte hunderte, ja bis in Antike und Orient zurückreicht. Fremd und
ſich Kreis an Kreis bis in die Unendlichkeit, bis ins Undenkbare!
pflanzung dieſes Surrogates der Unſterblichkeit auch nur De=
Ein Ahnen vom Glück
Oſtererzählung von Fritz Kaiſer=Ilmenau.
Herta war am Oſtermorgen ganz in der Frühe aufgeſtiegen,
hatte ſich aus dem Hauſe ihrer Vevwandten, bei denen ſie zu
Beſuch weilte, hinausgeſchlichen und ſtand nun mitten in der
berauſchenden Schönheit des jungen Lenzes. Die kleine Stadt
lag hinter ihr. Köſtlich weitete ſich die Flur vor ihren Augen.
Ueberall war Sprießen Vogelſang und Sonnenſchein, neues
Werden, freudvolles Auferſtehen! Es glänzte der Tau auf den
Gräſern, in den Kelchen zarter Anenomen, die in holder
Keuſch=
heit bei den knoſpenden Hecken blühten am einſamen Feldweg.
In tiefer Ergriffenheit und namenloſer Beglückung ſtand die
Welt im Zauber ihrer großen Oſterſtunde. Stand ſo bräutlich
jung und ſchön, die Myrte des erſten Grüns um ihre Stirn
ge=
wunden, daß das junge Mädchen jäh ein Ahnen befiel von der
Glückſeligkeit ſolcher heiligen Vorſtunde, wo ſich junge Liebe und
Sehnſucht rüſtete mit freudevollem Ernſt und geheimer Ehrfurcht
zu Gottes Traualtar. Zum erſtenmal in ihrem Leben war ſie
beſchlichen von ſolchem Gefühl, und ein feiner, wonneſamer
Schauer lief durch ihre reine Seele, durch ihren vollſchlanken
Körperwuchs, der ſo viel Stolz und Schönheit verriet, ſo viel
Kraft und zarte Anmut zugleich. Die großen, ſchönen,
ausdrucks=
vollen Augen nahmen einen verſonnenen Glanz an, wurden tief
und dunkel, der Blick ging nach innen, und eine Erinnerung
wuchs auf in ihrem Herzen, während der Fuß verträumt einem
Wieſenrain entlang ſchritt, zur ſacht anſteigenden Höhe, wo ernſt
und gedankenvoll einchunkler Waldſtreifen ins beſonnte
Land=
ſchaftsbild hineinlief.
Im Vorjahr war es geweſen zur ſchönen Sommerszeit, daß
ſie ihn kennen gelernt hatte, den jungen, erfolgreich ſchaffenden
Maler. In ihrer geheimen Begeiſterung für ſeine ſtille Kunſt,
die mit einer ſeltenen Herzlichteit den alten Gäßchen und
Win=
beln galt, ſamt den wunderlichen, im Innern ſo trefflichen
Men=
ſchen von geſtern, hatte ſie ſich bewegen laſſen, aus ihrer bis dahin
ſtets geübten Zurückgezogenheit herauszutreten und mit ihm
einen kleinen Spaziergang durch den einſamen Wald zu machen,
Er hatte ihr erzählt von ſo viel Schönem und Intereſſantem
dabei, von ſeinem ſtarken, ſonnigen Lebensglauben, erzählt von
ſo viel Stolz und Beglücktſein, von ſeinen ſiegreich geführten
Kämpfen im ſchönen Beruf, erzählt auch von manchem, das das
Verborgenſte ſeines Weſens betraf. Sie war in tiefem Lauſchen
Gegenwartsfragen für Frau und Heim
generation — waren dieſe Zwerge, die man immer noch Nieſen
nennen konnte, nur die Epigonen von Titanen? Nun ſie zählten
ihre Jahre nach Jahrtauſenden, vielleicht hatten ſie ihr
prädeſti=
niertes Maß endgültig erreicht. Sie werden noch junge Bäume
ſein, wenn die Völker von heute nicht mehr ſind. Aber auch aus
dieſen wächſt eine neue Generation empor.
Der Deutſche mag ſich als Symbol ſeines Landes die Eiche
mit dem einzelnen grünen Zweig zu eigen machen, die
abge=
brochene deutſche Eiche, die jetzt kahl und gekröpft daſteht und ſ:=h
im Sturmwind krümmt und im vergifteten Boden. Auch das iſt
ein Oſterſymbol, ein Zeichen der Hoffnung, der Wiedergeburt und
des Aufſtiegs. Aber wenn ich an die unſterbliche Kraft, die trotz
mancher ſelbſtmörderiſchen Eigenſchaften der Deutſchen, noch
im=
mer in dieſem Volke ſteckt, dann denke ich nicht an die deutſche
Eiche, denn auch die Engländer beanſpruchen ſie als Symbol ihres
Landes, ſondern an die unſterblichen Bäume meines
Heimats=
ſtaates — an die Sequoia — die nicht ausgerottet, nicht
ausge=
brannt werden kann — ſondern immer zum neuen Leben und zur
Höhe ſtrebt.
Oſterfeuer
Von Karl Rätiger.
Die Feuer brennen nun im Kreiſe
Hell in die dunkle Frühlingsnacht ..."
Und ſacht
Bläßt Frühlingswind hinein; ſie ſingen leiſe,
Sſe ſingen Kraft; es kniſtert in den Gluten,
Wie ſich die Kratt verzehrt, lehrt ſolch ein Brand,
Es ſoll ein Leuchten durch das Dunkel fiuten
And durch das ſtille, frühlingsjunge Land.
Wir fühlen Glanz aus alten fernen Tagen
In ſolchen Feuern, wenn ſie hoch und rot
Aufſchlagen!
In Nacht aufjagen. Flammendes Gebot
Des Höchſten glüht in ihnen: durch die Nächte
Soll Flamme glühn und ſirahlen, ſoll das Brenner.
Des Deutſchen Glaube an die heilgen Mächte
Des Geiſſes und des Ideals bekennen.
Sinken die Flammen dann zuletzt zu grunde,
Wird blaſſer ſchon der rote Feuerſchein,
Schläft mählich in der weiten, nächtgen Runde
Ein Feuer nach dem andern ein:
Bleibt uns das Bild. Bleibt das Symbol, das loht
In frommen Herzen weiter, daß ſie wiſſen:
Die Flamme tragen iſt ein heiliges Gebot,
Iſt deutſcher Glaube, deutſches Wollen, Müſſen.
Oſtermuſik
Von Hans Brandenburg=München.
Die Feier der Oſterwoche mit all ihren bedeutungsvollen
Etoppen, dem Palmſonntag, Gründonnerstag, Karfreitag,
Kar=
ganz beſonders reicher und gewaltiger Weiſe liturgiſch
ausge=
ſtaltet worden. Umſpannt dieſe Zeit doch auch vom
abſchied=
umdunkelten Jubel des Einzugs in Jerufalem über Schmacß,
Tod und Trauar bis zur ſieghaften Aüferſtehung die eigentliche
Sendung und Geſchichte des Heilandes, ſein Opfer, ſeine
Er=
löfertat und ſeie Todüberwindung, alſo den letzten Inhalt des
dieſer heiligen Zeit einerſeits mit dem jüdiſchem Paſſahfeſt, mit
dem Jeſu Leiden und Sterben zuſammenfiel und zu deſſen
ur=
alter Opferidee, es in innerſter und erfüllender Beziehung ſteht,
Auferſtehungswunders, das unſere Väter von jeher in der Natur
und ihrem beginnenden Frühling erlebten.
Wieber finden jetzt in allen Kirchen der katholiſchen
Chriſten=
heit die vielen Zeremonien ſtatt, von der Palmenweihe über die
düſteren Klagemeſſen mit verhüllten Altären und der
Kreuzes=
zum erſten Male die Glocken wieder läuten und die Orgel
er=
tönt. Alle dieſe Symbol= und Weihehondlungen ſind begleitet
von den einſtimmigen Geſängen des gregorianiſchen Chorals,
dieſer uralten Muſik, die bis in die früheſten chriſtlichen
Jahr=
monoton erſcheinen dem heutigen Ohr ihre doch ſo überreich
Wurden Ur=Rieſen allmählich zu Zwergen, war die Fort= gegliederten Weiſen, endlos und gleichförmig ihre doch ewig
wech=
ſelnden Modulationen. Wir müſſen bedenken, daß dieſe Muſik
neben ihm hergeſchritten. Die ungewohnte Vertraulichkeit dieſer
Worte bei ſeiner perſönlich gearteten, ernſten Natur hatte ſie
ſelt=
ſamerweiſe nicht überraſcht. Mit feinem Verſtändnis war ſie
allen Zügen ſeiner Rede gefolgt. In einem natürlichen
Verbun=
denſein, im inſtinktiven Gefühl der Weſensverwandtſchaft. Nur
eins hatte ſie fremd berührt, auf das der junge Maler glaubte
ein Recht zu haben, nachdem ſo viel Harmonie in der kurzen Zeit
ſich zwiſchen ihnen gezeigt. In einer temperamentvollen
Anwand=
lung hatte er ſeine Arme um ihren Hals geſchlungen und ſie
ein paarmal auf den vollen, runden Mund geküßt. So ſtark war
die Ueberraſchung bei ihr geweſen, daß ſie ſich dieſer Leidenſchaft
nicht zu widerſetzen vermocht. Auch war es die aufrichtige
Ver=
ehrung und Achtung zu ihm, die ſie jeden Schein der Beleidigung
vermeiden ließ. Es war das zum erſtenmal, daß ein Mann ſie
geküßt, trotz ihrer fortgeſchrittenen zweiundzwanzig Lenze. Der
ſtille, feine Menſch in ihr war in Aufuhr gekommen, und ſie
wußte ſich auf einmal ſelbſt nicht mehr zu erkennen. Darum
hatte ſie ſeine weiteren Einladungen zur Zweiſamkeit abſchlagen
wüſſen, nicht ohne ihn in leiſe Traurigbeit zu verſetzen. Sie
war kein leichtfertiges Mädchen und wünſchte in ihren Gefühlen
klar zu ſehen, ehe ſie entſchied. Durch lange Monate hindurch
waren die Briefe hin= und hergeflogen, ohne daß ſie zum
Ver=
ſtändnis der einen Stunde geführt. Dann waren die Boten
ſei=
ner ſtillen Hoffnung ausgeblieben, nie mehr gekommen. Einen
Freund meinte ſie verloren zu haben.
Wehmütig ſpielte ein Lächeln um den Mund des ſchönen
Mädchens. Ein feines Säuſeln ſtrich übers ſchwarzgekräuſelte
Haar. Tröſtend empfand’s die Einſame als zarte Liebe ihrer
bräutlichen Schweſter Natur. Jäh war ihr die innere
Verlaſſen=
heit bewußt geworden, wo ihr das Auge aufgegangen für das
hochzeitliche Bereiten ringsum im keimenden Land. Herb fühlte
ſie, daß es der Liebſte geweſen, den ſie einmal als Freund
ver=
loren gewähnt. Die Küſſe des Vorjahres waren aufgegangen
in ihr wie Saatkörner in feſter Scholle, in einem Acker, der noch
nie gepflügt, vergeſſen vom Leben war, weil es in Hülle und
Fülle Boden gab, der gefügiger war, dafür aber Unkraut zwiſchen
der Edelfrucht. Köſtlicher und reiner, aber auch ſtärker nicht
gab’s eine Sehnſucht, wie ſie jetzt aufblühte in dem ſtolzen
Mädchenherz, ſchöner und kräftiger ſproß und trieb, als alles
ringsum im Land. Das war ein Oſtermorgen, wie ihn keine
Menſchenbruſt noch einmal barg. Und doch einſam wie ein
un=
gefundenes Eiland, das ein Paradies zu geben dem Glücklichen,
der es erlöſte aus ſeiner ergreifenden Verlaſſenheit.
mit einer Stimme, und noch dazu der menſchlichen,
auszu=
drücken, in ihr zuſammenfaſſen unternimmt, wozu die neuere
den ganzen Bau der Harmonik und alle Farben eines Orcheſters
aus vielen Inſtrumenten braucht, und daß das, was wir in der
neueren Muſik den Takt nennen, faſt ſchon etwas Mechaniſches,
nämlich der Ordnungsfaktor eines ſolchen Zuſammenſpiels iſt.
Vielleicht aber iſt jene alte Muſik nur ſcheinbar einſtimmig. Ihre
Sklangform hat nichts mit der Akuſtik unſerer Opernhäuſer und
Konzertſäle zu tun, fondern iſt von derjenigen der alten
roma=
niſchen Dome univennbar, von Pfeiler, Rundbogen und
Ge=
wölbebau und von deren beſonderen Schwingungsverhältniſſen.
Dieſe laſſen alle Unter= und Obersöne mitſchwingen und halten
die Melodie in der Schwvebe, die darum auch leine „Schlüſſe‟
in unſerem Sinne bennt, ſondern nur ein Austönen.
Doch das mögen Laiengedanken ſein, und ich will mir auch
keineswegs eine der ſwierigſten muſikgeſchichtlichen
Unterſuchun=
gen anmaßen. Ich möchte nur den Zugang in die Gefühlswelt
jener liturgiſchen Oſtermuſik erleichtern, aus Dankbarkeit dafür,
daß er mir ſelbſt—röffnet wurde durch den Abt Schachleiter in
München, und durch die Helfer, mit mit denen er ſeine
Einfüh=
rungsabende veranſtaltet. Proteſtanten halten die katholiſche
Liturgie gern für ein äußerliches Gepränge, während zahlloſe
Katholiken wohl an ſie gewöhnt, aber eben durch Gewohnheit
ab=
geſtumpft ſind. Und es iſt ja auch nicht zu leugnen, daß die Art,
wie der Kultus oft ausgeſührt wird, beides mitverſchulden mag.
Wie ſollen alle Prieſter und ihre Diener das tiefere Verſtändnis
für ihn haben, und gar den hohen muſikaliſchen Sinn und die
Singſtimme, die beide für eine ſo ſchwierige Kirchenmuſik, welche
dazu ganz auf der Schönheit der Kantilene beruht, notwendig
ſind? Da bedarf es wahrlich eines berufenen Führers, der, wie
der Abt Schachſeiver, von der Kraft und dem Wiſſen einer
Sen=
dung erfüllt iſt, und einer frommen Vortragskunſt, wie ſie in
Deutſchland vielleicht nur er ſelber, die Münchener Schols
Gre=
goriana und der Muckeymannſche Frauenchor in Münſter beſitzen.
Man kann in der Geſchichte der Menſchheit, der Muſik und
aller Künſte wohl Entwickelungen feſtſtellen, aber nicht ohne
wei=
teres eine Linie der Aufwärtsbewegung. Immer gibt es
Voll=
kommenes, Unübertreffbares, auch in den „prinnitivſten” Zeiten;
das ſpätere Vollkommene ſteht nicht darüber, ſondern daneben,
und Vergleiche können keine Grad=, ſondern nur Artunterſchiede
enthüllen. Sie können beſtenfalls Brücken ſchlagen zwiſchen
ge=
trennten Welten, die kein feſter Weg verbindet. Und wahrhaft
weltenweit iſt in der Tat die gregorianiſche Muſik des frühen
Mittelalters von der jüngſten Blüte der geiſtlichen Muſik im
Barock, etwa von der Bachſchen Paſſion, getrennt.
Die Bachſche Paſſion iſt ein oratoriſches Drama. Sie ſetzt
hiſtoriſche Ferne von ihrem inhaltlichen Gegenſtand, ja beinahe
ſchon Unglauben voraus. Wenigſtens will ſie den Glauben,
wenn nicht erſt erwechen, ſo doch ſteigern und ſtärken. Sie
ſchil=
dert und erzählt, ſie malt Vorgänge aus und umgibt ſie mit
anteilnehmenden, hinweiſenden, vermittelnden Geſtalten, ſie
nimmt perſönlich leidenſchaſtliche Stellung zu den Geſchehniſſen,
ſie wendet alle Mittel an, um auf den Hörer zu wirken, um zu
rühren und zu erſchüttern, um die an ſich einmalige und längſt
vergangene Opfertat wenigſtens wieder zu vergegewwärtigen und
ihr Erlöſungswerk durch den Glauben und in den Herzen zu
erneuern.
Ganz anders der gregorianiſche Choral. Er iſt nicht
Orato=
rium, ſondern Myſterium. In ihm lebt noch das Wunder ſelbſt
als ewige Gegenwart, es braucht keinen Glauben, denn es iſt
Wirklichkeit, und die Muſik mimt keinen Anteil, ſondern hat
teil. Sie iſt nicht ergreifende Menſchenſtiwme, oder wenigſtens
nur äußerlich und ſcheinbar, ſondern ergriffene Engelſtimme.
Sie will darum auch keine Wirkung ausüben, ſondern in ſich
ſelber ruhen und ſchweben, das gibt ihr ihre unſagbare
Keuſch=
heit und ihre asketiſche und, doch ſchmerzlich luſtvolle Klage. Sie
iſt ganz ſchwer von dem Geheimnis, aber zugleich voller Schen,
es anzutaſten und zu enthüllen. Darum iſt ſie nicht einmal
Aus=
druck, ſondern höchſtens Verlündigung, und wo wir lauten Jubel
erwarten, da iſt ſie das ſilberne Flüſtern des Oſtermorgens.
Dieſe Muſik iſt Teil eines Gottesdienſtes, der nicht
Schaut=
ſtellung iſt, ſondern Darſtellung, nicht Erbauung einer Gemeinde,
worauf die lutheriſche Paſſion mit ihrer perſönlichen
Gottes=
auffaſſung hinaus will, ſondern Zelebrierung und Symbolik.
Symbole aber ſind keine Begriffseinlleidungen, ſie ſollen nicht
etwas „bedeuten”, ſondern ſie ſind die ſichtbare Seite des
Unſicht=
baren, die Erſcheinung des Geiſtes in den Dingen. So will auch
die Liturgie nicht durch Einwirkung auf die Sinne zu unſerem
Innern ſprechen, ſondern ſie iſt das Eins von Innen und Außen,
die Auswirkung und Ausſtrahlung der Geiſteswwellt ins Leibliche,
in die rituelle Funktion der Sinnenwelt. Wie wir uns zu den
kirchlichen Gebräuchen der Oſterwoche ſtellen und verhalten, was
wir davon verſtehen und wie wir es verſtehen — das iſt unſere
Sache, und gewiß eine Sache von Ernſt und Wichtigkeit. Aber
ſie ſind um ihrer ſelbſt oder um Gottes willen, oder Gott iſt, als
Funktion, in ihnen da, und wir haben ſo weit an dem liturgiſchen
Myſterium teil, als wir ſelber zelebrierende Glieder dieſes
Gottesdienſtes werden und nicht Zuſchauer und Zuhörer bleiben.
* Oſtern auf hoher See
Ein Erlebnis von Hans Chriſtoph Kaergel,
Draußen klopft die Nacht an die Plauken des Schiffes. Es
iſt wie ein unheimliches Uhrwerk, das dumpf in die Wände
ſchlägt. Das Meer und der Himmel ſind in eim ungeheures
Nichts verſunken. Nur die Lichter zerſchmelzen zuweilen in der
unendlichen Finſternis. Wir fahren auf Oſtern zu, die
Men=
ſchen aber um mich her wollen die heimliche Unruhe überſchreien.
Sie tanzen. Ich ſitze im Rauchſalon und höre den Rhythmus
der fernen Muſik. Dann wird es um mich her auch lebendig
Aus einer verſunkenen Ecke her klingt eine lockende Geige. Die
Geige, die ihre eigentliche Stimme verloren hat, ſingt über alls
hinweg. Eine leiſe berührende, eiskalte Hand taſtet durch den
Raum. An allen Menſchen taſtet ſie vorüber. Wenn die Türen
aufgehen, gellt das gleißende Licht herein. Neu tanztrunkene
Ge=
ſtalten taummeln näher. Es gleißt das Nackte in den Raum Die
Augen der jungen Herren leuchten auf. Unſichtbare Hände
ſchei=
nen irgendwo den Sekt hereingetragen zu haben. In die lockende
Muſik knallen wie bei einem Schnellfeuer die Sekukorken. Nun
ſcheint drüben im feſtlichen Saale der Tanz zu Ende zu kommen.
Alles ſtrömt der lockenden Geige zu. Sie ſingt noch irgendwo.
Aber ihr traumhafter Geſang iſt jetzt ſo fern, daß ich glaube er
kommt von draußen her. Ueber den Waſſern, die an die
Plan=
ken des Schiffes pochen, klingt die Melodie. Dafür klatſcht jetzt
das Gelächter durch den Raum. Die Leiber drücken ſich im
Rhythmus des Trunkes aneinander.
In allen Augen giert die Nacht. Zuletzt ſcheint das Klopfen
des Blutes ſtärker zu ſein als das regelmäßigte Taktſchlagen der
Wellen, die mit dem Schiff durch die Nacht kämpſen. Gibt es
noch ein Geſicht, das nicht gläſern, trunken nach neuen Freuden
dürſtet? Die Kocken tanzen zur Decke. Der Seltſchaum ziſcht zu
Boden. Da höre ich eine Stimme. Aus irgend einer Ecke klingt
ſie auf. Ganz dunkel tönt ſie. Aber ſie zwingt. Hier wendet
ſich einer von der Tänzerin ab, dort wieder ein anderer. Ja es
ſcheint, als ob das aufbrüllende Lachen gebrochen wäre. Ich
ſtehe auf, ich will ſehen, woher die Stimme komnmt. Die
trun=
kenſten Geſtalten wende ſich um. Mit einem Male weicht alles
auseſinander. Die Tänzerinnen ſinken in die Seſſel. Genau ſo
duckt ſich auch die Muſik. Nur die Geige ohne Leben verſucht noch
ein, zwei Töne allein. Dann iſt auch ſie ſtill. Hier lacht noch
raſch ein Menſch. Er fühlt aber, daß er allein lacht. Nun iſt
Nummer 14
Gegenwartsfraeen für Frau und Hei
m
* Oſtern als Erwecker des deutſchen
Naturgefühls
C.K. Oſtern, das Feſt der Wiederaufſtehung Chriſti und
zu=
gleich des Wiedererwachens der Natur, hat die chriſtliche
Emp=
findungswelt in tiefgehender Weiſe beeinflußt. Ja, man kann
ſogar ſagen, daß unſer ganzes Naturgefühl ſich zunächſt an dem
Oſtererlebnis entwickelt und verfeinert hat, und daß für uns
die=
ſes Feſt aufs engſte mit dem beglückenden Gefühl für die
Schön=
heit der Umelt verbunden iſt. Dieſe bisher wenig beachtete
geſchichtliche Erſcheinung tritt neben vielen anderen
über=
raſchenden Erkenntniſſen aus dem ſoeben bei Quelle u.
Meyer in Leipzig erſchienenen Werk „Das Naturgefühl
im Wandel der Zeiten” von Alfred Bieſe hervor. Der
be=
kannte Verfaſſer, der ſich dieſen Studien durch ein langes
Leben hin immer wieder gewidmet hat, behandelt hier in
lichtvoller Darſtellung das ganze gewaltige Gebiet und
verweilt beſonders liebevoll bei dem Keimen und
Erblü=
hen der deutſchen Landſchaftsfreude. Dem Menſchen des
Nordens erſchloß ſich ja die Natur nicht ſo leicht und
ſelbſtverſtändlich wie dem Menſchen des Südens, dem
mehr Sonne und üppige Fruchtbarkeit das Wunder der
Schöpfung nachdrücklicher einprägen. Aber gerade auf der
kargeren Erde und unter trüberem Himmel iſt allmählich
ein Naturgefühl entſtanden, das vertiefter und innerlicher
wurde als das des Südländers. Die alten Germanen
be=
ſaßen jene den Ariern gemeinſame Naturphantaſie, die
auf Bergesgipfeln, in Flüſſen, im dunklen Hain und im
Rauſchen der Baumkronen die Nähe göttlicher. Weſen
ahnte. Solche Naturverehrung hat ſich Jahrhunderte
hin=
durch unter Sachſen und Frieſen erhalten. Aber der
ſpröde Charakter der Landſchaft verlockte nicht viel zu
Schilderungen, und ſo finden wir die Natur in der älteſten
germaniſchen Dichtung nur ſelten erwähnt. Im
angel=
ſächſiſchen „Beowulf”, dieſem finſteren Geſang von Moor
und Winter, von Meer und Nebel, leuchtet nur dann ein
ſchwacher Lichtſtrahl auf, wenn die Wonne des Frühlings
erwähnt wird. Erſt das Chriſtentum mit ſeinem
erwär=
menden und verfeinerten Hauch öffnete dem deutſchen
Menſchen allmählich den Sinn für die Schönheit der
Na=
tur. Beſonders zu Oſtern war das Gemüt der Frommen
feierlich geſtimmt, freudig bewegt von dem großen
Heils=
wunder und daher aufgeſchloſſen mit Herz und Sinnen
für die Eindrücke der Umwelt. Während es in der antiken
Dichtung die Schönheit der Geliebten iſt, die zum
Ver=
gleich mit den Reizen der Natur auffordert, bringt den
geiſtlichen Sänger die Liebe zu Chriſtus und die
Ueber=
windung des Todes durch den Auferſtandenen zu
Ver=
gleichen mit der Landſchaft. Das Erwachen neuen Lebens
in der Natur offenbart ſich als Widerhall der Oſterbotſchaft.
So ſingt der große Lehrer der alten Deutſchen, Notker
Balbulus, der Stammler, in ſeiner Oſterſequenz zum erſten Male
in der deutſchen Dichtung auch von der Herrlichkeit der
Schöp=
fung: „Dem aus Grabesnacht auferſtandenen Heiland huldigt
die Natur. Blum und Saatgefild ſind erwacht zu neuem Leben;
der Vögel Chor nach des Winters Rauhreif ſingt ein Jubellied.
Heller erſtrahlen nun Mond und Sonne, die des Heilands Tod
verſtört, und im friſchen Grün preiſt die Erde den Erſtandenen,
die, als er ſtarb, dumpf bebend ihrem Einſturz nahe ſchien.”
Run erwacht mit der Oſterfreude ganz langſom auch die
Lebensluſt und das Gefallen am Diesſeits, die ſo lange durch den
Blick ins Jenſeits in den Bann geſchlagen waren. Der Menſch
bringt ſein eigenes Gefühlsleben mit dem Leben der Natur in
Beziehung, und ergreifend iſt in dieſer Entwickelung das in einer
Cambridger Handſchrift gefundene lateiniſche Liebeslied einer
jungen Nonne, in dem das ſprießende Naturleben des Frühlings
gemalt wird, und im Gegenſatz dazu die verdorrende Innenwelt.
In einem Zwiegeſpräch zwiſchen „Kleriber und Nonne”, das man
das älteſte deuöſche Liebeslied genannt hat, klingt uns das Lob
des Frühlings als der Zeit der Liebe entgegen, und nun pocht
die erwachende Frühlingsluſt durch die halb lateiniſchen und
halb deutſchen Volkslieder, durch die Geſänge der fahvenden
Schüler, bis in des „Minneſangs Frühling” ein unendlicher
Preis des Lenzes losbricht. Es iſt bezeichnend für dieſe
Ver=
ſchmelzung chriſtlicher Oſterfreude und heidniſcher
Naturver=
ehrung, daß auch im Minneſang Oſtern häufig zur Bezeichnung
höchſter Frühlingswonne verwendet wird. Der ſchöne
Maien=
tag mit ſeiwem klaren Sonnenſchein und dem ligblichen
Blumen=
prangen wird von Heinrich von Morungen „ein
öſter=
licher Tag” genannt, und die Geliebte bezeichnet er koſend als
„meines Herzens Oſterſpiel”. Wie bei dieſem erſten
leidenſchaft=
lichen Schilderer der Natur Gottesminne und Lebensfreude
ſich innig vereinen, ſo iſt es auch ſpäter das Mitklingen der
Oſter=
freude, das das Naturgefühl durchleuchtet. Einen lachenden
Oſtertag ſchaut der Sänger in den Augen der geliebten Frau,
und bei dem größten Lyriker dieſer Zeit, bei Walther von der
Vogelweide, verbindet ſich mit der Oſterhoffnung die
Frühlings=
ſehnſucht zu einer wundervollen Beſeelung der Natur.
Nun=
mehr iſt das Leben des Deutſchen eng mit dem Naturleben
ver=
woben, und er ahnt auch die weihevollen und geheimnisvollen
Stimmungen, die ſich in der Neugeburt der Natur vollziehen.
In Wolfram von Eſchenbachs „Parzival”, dieſer größ=
3. April 1926
ten Oſterdichtung unſeres Schrifttums, offenbart ſich das
feier=
liche Wunder des Todes und der Auferſtehung, wie es ſich in
der Natur ſpiegelt. Seitdem ſind im deutſchen Dichten Oſtern
und Frühling immer wieder in innigen Berrachtungen verknüpft
worden, bis dann ſchließlich in Goethes fauſtiſcher Oſterbotſchaft
der ganze Jubel über die Schönheit der Natur durchbricht in
den jauchzenden Verſen: „Vom Eiſe befreit ſind Strom und
Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick.” Mit
all=
durchdringender Liebe umfaßt der Dichter die ganze Schöpfung
und dankt dem Erdgeiſt dafür, daß er ihm gab „alles, worum ich
bat. . . Gabſt mir die herrliche Natur zum Königreich, Kraft, ſie
zu fühlen, zu genießen".
Die Kreuzigung Chriſti
Nach einem Gemälde von Albert v. Keller.
Oſtern
Das war der Erde ſchattenſchwerſte Stunde,
als zwiſchen Gott und Volk der Vorhang riß.
Die Lichter ſtarben. Nur des Menſchen Wunde
ſiand wie ein Glühen in der Finſternis.
Und da die Nacht am tiefſten ſchlug die Qualen,
ſprang auf das Glühen, drang durch Zeit u Raum,
und aus der Wunde ward ein ſehrend Strahlen.
Das fiammte hoch und wuchs zum Simmelsſaum
und brannte auf das Tor der Ewigkeiten,
durch das erlöſt die neuen Menſchen ſchreiten.
Ernſt Bergfeld.
Oſtern
Hinter dem Berge, der das Grab umſchließt, geht ſchon die
Sonne auf, ſteigt ſchon das Licht, und aus der Erde Nacht iſt ER
ſchon aufgewacht, der lichte Sieger über Tod und Dunkelheiten,
der Eine, den Maria ſuchte, als er ſchon vor ihr ſtand . . . am
Morgen, als des Frühlings Vögel in den Zweigen ſangen, als
in dem neuen Tag die Bäume blühten, dem Licht, das aus der
Nacht hervorgequollen nun die Welt umhüllte und durchtränkte
des ewgen Gottes Weſen, das ewig iſt und ewig ſich erneut.
Es iſt (wie ſie die Alten malten) aller Bilder Sinn: Das
Grab gebiert. Wirklich iſt der Geiſt, die Seele. Meiſter
Matthias, der es ſich ſelber zur Erlöſung malte: Sein Berg des
Leids der eignen Seele tat ſich auf dem Glauben, unendlicher
Sehnſucht in das Licht, das letzte Wahre, Eigentliche: Da liegen
die Hüter rings wie Ackerſchallen, ſo barſt die Nacht, ſo brach es
klar hervor: Die Schönheit, das Verklärte reiner, edelſter
Ge=
ſtalt. Und das iſt Licht, zarteſte Vibration des reinen Weſens,
Thematik des Geiſtigen in Rembrandts Jüngerbild. . . Iſt es
das Licht, iſt es Muſik? Es iſt das Gleiche, hier wie in Johann
Sebaſtians Kantaten, in Bruckners Gottesſinfonien, in
Hölder=
lins Sprachgeſängen . . . das Gleiche, was auch der Dichter
un=
ſerer Tage ſpricht:
„Wir werden eine neue Sonne ſteigen ſehen!“
Uralte deutſche Sehnſucht heiliger Inbrunſt, tiefſter Glaube:
Oeſterlich=tröſtlich wird die Sonne ſcheinen, unſerer Seele Sonne:
Licht der Innenſehnſucht, leuchtend über alle Welt.
Oſtern, Symbol des Werdens! Du fühlſt es, Seele, wie
ein leis Bewegen in der Stille iſt, ein erſtes Klingen in
der ſonſt noch grauen Luft. Ein Farbenregen in den
Blumenbeeten, in deiner Seele fühlſt du, wie es Frühling
wird. Der Seele Frühling: daß auch in dir die Wolken
ſich zerteilen, ſchon wird es blau und blauer, bis dir zur
großen Freude aus Firmamenten hoch kriſtallne Glocken
läuten, die Kosmosglocken brauſen dir im Sinn: O,
wache auf, du biſt ſchon ganz erwacht! O, ſinge, ſinge in
den neuen Tagen; denn es iſt Oſtern, ſieh, das Alte iſt
vergangen, o, es iſt alles, alles neu geworden!
Es klingt und ſingt an allen deinen Wegen, verlaſſ’nes
Volk, wenn du nur leiſe biſt und fromm, zu horchen den
verborg’nen Stimmen der Seelen, die dir wirklich ſind.
Es iſt ein groß Erneuern in der Stille (wie alles Große in
der Stille ward) . . . und wird doch lauter ſchon und ift
ſchon Auferſtehung, wenn du nur glaubſt, wenn du nur
willſt, iſt ſchon deutſchen Volkes frühlingdurchklungene
neue Oſterzeit.
Und von den Bergen, in jenes Abends Feierſtunde,
wenn ſchon das letzte Grüßen über Wäldern winkt,
flam=
men die Oſterfeuer auf, indes die Droſſeln wieder lieblich
ſingen. Lerchen tirilieren in den Morgen, Kriſtallgirlanden
kränzen ſie ins Licht, indes die Ackerfelder leuchten in
hel=
lem Hoffnungsgrün, indes die Kinder ſpielen mit den
kunten Oſtereiern, dem Symbol des neuen Werdens,
ewigen Erneuerns. Die gelben Blumen aber in den
Wie=
ſen blühen, die Himmelsſchlüſſel, die des Frühlings
Him=
melreich erſchließen . . ., wenn um die alten,
neuergrün=
ten Weidenſtümpfe wieder helle Quellen ihre Lieder
ſingen. Es bleibt nicht Eis und Schnee und bleibt nicht
Dunkelheit . . . Und wenn auch Hagelwetter einmal noch
den Himmel verfinſtern und die Wieſen kalken . . .: es
drängt aus allen Tiefen, und die Erde ſelbſt iſt eine
Knoſpe, öffnend ſich mit tauſend Blütenaugen ..
Und auch du biſt eine Knoſpe unterm neuen Schein.
Du Menſch, du Volk! Tue dich ganz auf und werde Licht.
Werde du klar in dir und ſtark zu aller Tat. Das Leben
ſiegt, der Geiſt, das ewge Licht. Es iſt Oſtern, es iſt
Auf=
erſtehen! O, ſinge, meine liebe Seele, ſinge, denn es iſt
alles, alles neu geworden, wenn du nur glaubſt und willſt! —
Und bald wird Pfingſten, aller Schönheit weißes Blühen ſein!
Erich Bockemühl.
Wie man ſich Oſtereier ſchenkt
gkk. Für unſere Anſprüche genügen gewöhnlich die
Oſter=
eier, die wir, in den mannigfaltigſten Formen zwar, aber
meiſtens doch in der gleichen Ausführung von Schokolade und
Marzipan, von unſeren Lieben, die uns damit eine Freude
be=
reiten wollen, erhalten. Nun gibt es narürlich Oſtereier, die in
der Form den unſrigen ähnlich ſind, ſich aber ſonſt ganz
bedeu=
tend von ihnen unterſcheiden. In Amerika iſt die Sitte der
Oſter=
eier von den dort lebenden Deutſchen hingekommen, und dort iſt
man es gewöhnt, in den Kreiſen der „Upper Ten” ſich mit
Oſter=
eiern zu beſchenken, die an Koſtbarkeit nichts zu wünſchen übrig
laſſen. So erhielt z. B. Frau Alice Longworth im vorigen
Jahre von ihrem Gemahl ein Oſterei, das ſo groß war, wie etwa
ein Sperlingsei. Das Oſterei beſtand aus Gold und trug auf
der Rückſeite in Platin gefaßte Brillanten. Oben und unten
war das Ei von einer ſchwarzen Perle abgeſchloſſen und im
In=
nern barg es ein Gehäuſe. Das Oſterei war nämlich eine
Uhr und hatte den reſpektablen Wert von 15 000 Mark. Daß
daran noch eine recht koſtbare Kette hing, verſteht ſich von ſelbſt.
Die amerikaniſchen Damen der Hochfinanz haben es eingeführt,
in ihren Kreiſen ſich von den Herren der Geſellſchaft mit
Oſter=
eiern beſchenken zu laſſen. Es gilt dabei natürlich, hierbei ſo
originell wie möglich zu ſein und eine gewiſſe Koſtbarkeit mit
einem immerhin beſcheidenen Anſehen zu verbinden, damit die
Dame, wenn ſie das Geſchenk annimmt, nicht in Verlegenheit
dadurch gerät. Den originellſten Gedanken bei der Auswahl eines
Oſtereies hatte Mr. Brookly, ein junger Mann, der in der Wahl
ſeiner Eltern recht vorſichtig geweſen iſt. Er beſtellte bei einem
Juwelier für die Dame ſeines Herzens ein ganz beſcheidenes,
ziemlich kleines Oſterei, das nur aus Silber gefertigt war.
Oeff=
nete man die obere Hälfte, da ſtrahlte aus dem Innern des Eies
ein kleiner Blumenſtrauß dem Beſchauer entgegen. Roſen,
Veil=
chen und ſmaragdgrüne Blätter ſchaukelten auf Stielen von
Platin. In den Blumen war jedes Staubgefäß und ſogar der
Stempel zu erkennen und alle die feinen Details waren aus
be=
ſonderem Edelſtein verfertigt.
es ganz ſtill. Nur die Stimme lebt. Sie komt näher und
näher. Nun kann ich ſie ſehen. Mitden im Saale ſitzt ſie nun.
Ihr Kindergeſicht iſt ganz knabenhaft. Den Lederriemen der
Mütze underm Kinn, ein Paar goldblonde Locken mitten in die
Stirn geſtrichen, ſo ſcheint ſie ganz Kind geblieben zu ſein. Das
Licht fällt ihr mitten ins Geſicht. Sie weiß es nicht. Sie weiß
nicht, daß alle um ſie herſtehen, das kein Glas mehr klingt, kein
Stuhl mehr knarrt, daß alles ſteht und lauſcht. Sie hebt nicht
einmal die Augen. Sie ſieht nur unverwandt auf ihre Laute,
die ſie wie ein Kind in ihrem Arme wiegt — und ſingt. Es iſt
eine Stimme, die ich nie zuvor im Leben hörte. Tief, wie das
Zittern einer Glocke, hebt ſie an. Schwingt ſie ſich dann höher,
ſo iſt es, als ob eine Lerche aus regenſattem, waſſen Boden in
den ſonnendurchſichtigen Himmel ſich hebt. Alles wird leichter.
befreiender. Und doch verſteht niemand ihre Sprache. Es ſind
ſchwediſche Volkslieder. Aber ſie zwingen. Das Wunder
ge=
ſchieht. Die fremde Frau mit dem knabenhaften Geſicht
wan=
delt alle Süchte in Sehnſucht. Ich ſehe, wie die Trunkenheit von
den Geſichtern fällt. Das wahre, nackte Geſicht dringt hervor.
Niemand ſchämt ſich darum. Nur mancher fährt, als fühle er
dieſes Entblößen, einmal traumhaft über das Geſicht. Dann
ver=
fällt auch er wieder in den Bann der geheimnisvollen Stimme.
Ich ſehe alle Menſchen vor mir entblößt, und ſehe das grauſe
Geſicht, das in jedes Antlitz geſchrieben iſt.
Jetzt höre ich meine Heimat rufen. Die himmliſche Stimme
läßt in die trunkene Nacht im Meere das Brünnlein rauſchen.
Das Heckenröslein ſteht an der Hecke. Im kühlen Grunde rauſcht
das Mühlenrad. Die Sichel ſurrt im Felde. Die deutſche
Hei=
wat blüht dem fremden Menſchen auf. Eine Schrredin ſingt
ihnen das Zauberland Deutſchland ins Herz. Und Engländer,
Ameribaner, Holländer, Italiener und Völker des Oſtens ſind
ſtill und ſtumm geworden. Es ging Ewiges an ihnen vorüber.
Da verſtummt das Lied. Es fällt in die Ewigteit. Die
Schwe=
din richtet ſich auf. Sie fährt ſich erſchrocken durch das Haar:
„Ich habe wohl geträumt!“ Dann geht ſie hinaus. Die Tür
bleibt offen. Sie gehen alle in die Nacht. Der Sdeward löſcht
die letzten Lichter. Er ſchüttelt den Kopf. Ich ſtehe in der Nacht
in klingender Kälte an der Reeling und ſehe, wie im Oſten in
den dunklen Himnel ſich ein traumhaft fernes Land hebt, meine
Heimat!
In meinen Traum hinein klang ein Lied. Ich weiß nicht
mehr, wann ich erwachte. Mir war es, als ſei alle Laſt des
Lebens vor uns genommen. Wir fuhren über einen grünen,
ſpiegelnden, unendlichen See. Der Himelsdem war mit dem
Meere eins geworden. Die weißen Wolkenkämme lagen wie
Oſterblumen auf dem grünen Teppich des Meeres. Tauſend
Lämmerwolken trieben am Himel. Das Oſterlamm ſprang.
Da=
heim fielen die Oſterglochen ein. Wir aber hörten ſie aus dem
Meeresgrunde aufklingen. An der Reeling ſtand die fvemde
Frau. Ihre Augen waren unergründlich wie das Meer. Wir
grüßen ſie ſcheu. Wir gingen von Stund an nicht mehr an uns
vorüber. Wir fuhren über den Ozean als Menſchen, die aus
einer Nacht auferſtanden waren und nun erſt den Tag ſahen.
Wir waren zu einer Familie geworden.
* Wie Königin Wilhelmine ein Oſierei zerbrach.
gkk. Eine amüſante Szene, die ſich vor einigen Jahren mit
der Königin Wilhelmine von Holland eignete, wurde viel belacht.
— Der Direktor eines Waiſenhauſes erhielt alljährlich von einer
Gönnerin einige Tage vor Oſtern eine größere Anzahl von
Oſter=
eiern für ſeine Zöglinge. Auch in dem betreffenden Jahr kam die
Sendung wieder an und wurde von einem ungeheuren Oſterei
gekrönt, das für den Direktor ſelbſt beſtimmt war. Der
Waiſen=
hausdirektor war eben dabei, die Oſtereier für die einzelnen
Zög=
linge zu beſtimmen und das für ihn beſtimmte Oſterei mit dem
geheimnisvollem Inhalt mit zärtlichen Augen zu betrachten. Eine
Frage machte ihm Sorgen, was wohl in dem Ei enthalten ſei, da
das Ei ziemlich ſchwer war. Als er grade den Inhalt prüfen
wollte, wurde ihm plötzlich die Ankunft der Königin Wilhelmine
gemeldet, die den Zöglingen kurz vor Oſtern noch einen Beſuch
abſtatten wollte. Kaum hatte der Diener die Nachricht überbracht
als auch ſchon die Königin mit Gefolge erſchien. Der Direktor war
ratlos, wohin er mit dem Oſterei ſollte. In ſeiner Aufregung
glaubte er, es hinten in der Taſche ſeines Gehrockes am beſten
aufbewahren zu können. So ging er der Königin entgegen, die
ſich mit ihm angeregt über den Geſundheitszuſtand der
Waiſen=
hauszöglinge unterhielt. Im Geſpräch nahm die Königin Platz
und forderte den Direktor auf, ſich gleichfalls hinzuſetzen. Der
Direktor, der ſein Oſterei in der Rocktaſche nicht vergeſſen hatte
verſuchte weiter ſtehen zu bleiben. Die Köngin glaubte natürlich,
daß er es nur aus Ehrfurcht vor ihr nicht wage, ſich zu ſetzen. und
ſie wiederholte mit größter Liebenswürdigkeit noch einmal die
Aufforderung, um ihm die Befangenheit zu nehmen. Nun konnte
er nicht anders, er mußte ſich hinſetzen. Behutſam hob er ſeinen
Rock und ſetzte ſich ſo, daß er, wie die Anweſenden erzählten, ſtei
wie ein Stock daſaß. Plötzlich ertönte ganz leiſe ein Krach, als ob
irgend ein feſter Gegenſtand zerbrochen wäre. Der Direktor
at=
mete auf und ſetzte ſich bequemer hin. Im ſelben Augenblick
ſah er aber, wie die Königin ſtarr auf ſeinen Stuhl ſah und wie
alle Anweſenden in eine unbändige Heiterkeit ausbrachen.
Zu=
gleich fühlte er, daß irgend eine Flüſſigkeit ſich in ſeiner Rocktaſche
befindet, die langſam zur Erde niedertropft. Er tat das Beſte,
was er tun konnte, und ſtimmte in die allgemeine Heiterkeit mit
ein, während er gleichzeitig der Königin ſein Mißgeſchick mit dem
Oſterei erzählte und die Scherben des zerbrochenen Eies aus
ſeiner Rocktaſche holte. Es war mit einem guten Cognac
ange=
füllt geweſen, der nun völlig auf die Erde herunterfloß.
*Das koſtbarſte Oſtergeſchenk der Welt.
gfk. Das koſtbarſte Oſtergeſchenk, das wohl jemals gegeben
wurde, dürfte wohl ein Geſchenk des Königs Holulankorn von
Siam ſein, das dieſer vor 15 Jahren dem Zaren überſandte. Der
Zar hatte dem König von Siam kurz vorher eine große
Aufmerk=
ſamkeit mit der Ueberſendung einiger Maſchinen erwieſen, und
der ſiameſiſche Herrſcher, der unermeßlich reich iſt, nahm
Ge=
legenheit, ſich am Oſterfeſte dankbar zu erweiſen. In Rußland
herrſcht bekanntlich die Sitte, ſich am Oſterfeſt gegenſeitig zu
be=
ſchenken, ähnlich wie bei uns am Weihnachtsfeſt. Dadurch
be=
kommt das Oſterfeſt in Rußland eine Bedeutung, die es bei uns
nicht hat. Das Geſchenk des ſiameſiſchen Königs beſtand in einer
ſiameſiſchen Bettſtelle, die völlig aus Gold hergeſtellt, bzw. mit
Goldplatten belegt iſt. Auf der vorderen Seite befindet ſich ein
Gemälde im Stile von Watteau, das aber nicht in Farben
her=
geſtellt iſt oder in Emaille angefertigt wurde, ſondern das
voll=
ſtändig aus eingelegten Edelſteinen beſteht. Die Arbeit iſt dabei
ſo kunſtvoll, daß vollkommen der Eindruck eines Gemäldes
hervor=
gerufen wird. Das Bett, das eine Arbeit Pariſer Künſtler
dar=
ſtellt, iſt ſ. Zt. noch in einem zweiten Exemplar im Auftrage des
Königs Holulankorn hergeſtellt worden. Dieſes befindet ſich im
Beſitze des Königs von Siam ſelbſt, der es zu ſeinem täglichen
Gebrauch benutzt. Den ſchönſten Eindruck macht auf dem Bilde
die Wieſe, auf der ſich eine Geſellſchaft lagert, da ſie ganz aus
leuchtenden Smaragden hergeſtellt iſt. Die beiden Betten, die,
wie ſchon geſagt, faſt vollſtändig aus den edelſten Metallen, wie
Gold und Silber, hergeſtellt ſind und den Namen des Königs von
Siam in Brillanten aufweiſen, haben zuſammen rund 4
Mil=
lionen Franes gekoſtet.
Aubbagkormſtäogag
Pafbltiae
So, in de Haubtſach wärd er’s widder mol „hinner” ſich
hawwe, 8 Eierleeche, unſer liewer Oſterhas. Er aweid halt
immer noch promder, als wie die neu mol geſcheide Herrn
Babb=
lamendarier un ſo Art Leit, die wo jetzt ſchun wochenlang an
dem bißche Edad erumdrickſe, un die wo maane, wann ſe net Dag
for Dag ärchendwo un ärchendwie mit=ere zimfdiche Redd
nieder=
kumme dhete, dann gingt’s net. — Noja, beim Oſterhas is däß
aach was annerſter, wie bei dem Ooſebabblamendarismuß, dann
beim Oſterhas kimmt’s uff de Termien a', un do haaßt’s „
ge=
leecht”, un net lang geredd, un uff die Art kimmt doch
wenich=
ſtens noch was Geſcheides „eraus”. — Was mer im allgemeine
vun dem viele babblamendariſche „Gegacker” und „Gedricks” net
grad behaubte kann.
Nadierlich, jetzt ſäh ich ſchun widder e paar unglaiwiche
Ge=
ſichter, die wo ſage: „Geh haam, alt Spinatwachdel, mit deim
ſchläächte Geſchwätz vun wääche Oſterhas, ſowas gibt’s gornet
in de Nadurgeſchicht.”
Noja, wann=der ſo afangt, dann kann ich’s gleich uffſtecke.
Wann ich aach zugäwwe muß, daß merin zu meiner Zeit in de
Schul aach net gehatt hawwe, den richdiche Oſterhas, der wo
haddgeſoddene Eier leeche dhut, in alle meechliche Farwe, ſogar
vun Schoggelad un Mazzebaa. Dodefor hawwe ſe uns ſeiner Zeit
mit allerhand annerm Gedier bekannt gemacht, wie zum Beiſpiel
mit Mondkälwer, Oxe, Kamehle, Rinnozeroſſe un ſunſtige
Rinds=
viecher. Was nadierlich aach widder ſei Vordaal hatt, indem mer
ſunſt im Gebrauchsfall gor net gewißt hett, was ſich aaner
do=
drunner vorſtelle ſoll, wann merin ſo haaßt. — Awwer e Dafel
mit=eme richdiche Oſterhas druff, die hott’s meines Wiſſens
do=
mols net gäwwe.
Un es ſcheint aach heit noch net de Fall zu ſei, obgleich die
Kinner heit in de Schul allerhand lerne, was mir Alde uns erſt
im Läwe langſam un ſauer hawwe gleigne miſſe. Ja, ich hab
ſogar ſo des Gefiehl, als wann heidichen Dags unſer arme Kinner
mitunner viel mehr lerne mißte, als ihre zukimfdiche Laafbahn
zudräglich is, un es kimmt mer beinoh ſo vor, als wann die Schul
wääche de Lehrer do weer un net wääche de Schieler. Ich bin
allerdings bloß e ald, verſchrowe Weibsbild, un ich verſteh vun
dene ganze Schuldebadde un vum Aus= odder Abbau net viel
mehr, als ſunſt e Gevadder Schneider, Schuſter odder
Handſchuh=
macher, der wo gemaant hott, er mißt äwwefalls ſein Sembft
dezu gäwwe. Ich hab aach weder s Aa jehriche noch 8
Abbi=
madurium, ſundern ich behelf mich im Notfall mit meim
verhält=
nismäßiſch geſunde Menſcheverſtandz der reicht for de
Hausge=
brauch un aach noch e bische driwwer naus. Mit aam Wort, ich
leech halt bloß en Wert druff, ob aaner im brackdiſche Läwe
ſein Mann ſtelle dhut, un halt’s for=en iwwerfliſſiſche Ballaſt,
wann aaner, ſtatt dem, genau waaß, wie groß Honnolulu is,
wo Heiwaddie leiht, wann de Nebbegaddnetzar geborn is und was
es for Diern uff de Inſel Balie gibt. Awwer lad dhun ſe
mer=
die arme Wärmercher, die wo dorch den iwwerrickſe „
Bildungs=
dinkel” un den iwwerdriwwene „Berechdichungsfimmel”, es
ſcheenſte vun ihre Jugend genumme krieje, un die wo mit zwelf
Johr ſchun ſo geſcheid ſin, daß ſe ganz vergäſſe hawwe, uff
wel=
chen Dag Weihnachte fellt. — Dene kann mer’s allerdings net
ver=
denke, wann ſe aach net mehr an de Oſterhaas glaawe.
Un doch gibt’s aan. Ich hab=en neilich perſeenlich geſähe,
hin=
nerm „Hicklerbuggel”, ob=der mer’s glaawe wollt odder net. Un
un ich muß ſage, er ſieht neierdings recht abgeraggert aus, der
arm Deiwel. Nadierlich hab ich aach e klag Schwätzje mit=em
gehalte, iwwer däß un ſäll, un diß un jenes, iwwer die Zeit un
die Umſtend — no korzum, was mer halt ſo ſchwäzzt, wann mer
ſich ſchun ewich net mehr geſähe hott. — No un was ſoll ich ſage
— er is nadierlich aach net zufridde mit ſeim Loos! — 8 war
mer däßhalb ungeheier indräſſant, zu erfahrn, was nu eichentlich
der auszuſetze hott am Läwe. Un ſo hab ich=en geſtreichelt un
hab zu=em geſagt, was em fehle dhet, er braicht doch net aach
noch zu kräckſe, dann er hett doch ſo zimmlich aan vun de
dank=
barſte Berufe verwiſcht, die wo’s gibt, indem er doch bloß uff
de Wält wer, um de klagne un de große Kinner an Oſtern en
Spaß zu mache. —
Ja, ſeecht=er un hott geſeifzt, wann Se’s nor wißte! — Aach
wvas, hab ich zu=em geſagt, e Mann, wie ſie, Herr Oſterhas,
be=
liebt in alle Kreiſe, kann’s ganer ſchenner hawwe! — Däß bißche
Eier leeche, däß kann doch die Wält net ſei, loſſe ſe ſich nor dichdich
uff de Schwanz klobbe, 1s wärd ſchun geh, s is jo noch immer
gange; Kobb hoch un net verzagt. — Er hott dodruff bloß geſeifzt,
awwer ich hab gedenkt, du mußt em Mut mache un hab zu=em
geſagt, ſähe Se mol, Herr Oſterhas, hab ich geſagt, wer wärd
dann gleich die Flint in’s Korn wärfe, du liewer Gott, was wollt
dann do erſt unſer Finanzminiſter mache? Wann aach vun dem
net grad verlangt wärd, daß=er hartgeſoddene Eier leeche ſoll,
ſo nimmt doch aach jeder o, er weer bloß uff de Wäld, de Menſche
mit ſeim große Portmannee hie un do als emol en Spaß zu
mache. No un? Die beſte Späß gelinge im vabei, ſowohl bei de
Nechtſe, wvie bei de Linkſe. Jawoll, liewer Spitz, hab ich zu meim
laadmiediche Oſterhas geſagt, unſer Finanzminiſter, der dhet gärn
mit Ihne dauſche, wann=er Eier leeche kennt, was em awwer
leider net liggt, un was, allem Wſchei nooch, aach ſei neier
Kol=
leech in Berlin net hiebringt, dem ſe zugeſchriwwe hawwe, er kennt
ſogar golderne Eier leeche. s gaggern kann=er, awwer 8
Eier leeche, Herr Oſterhas, do loſſe ſich emol kaa graue Haarn
waxe, däß macht ihne ſobald kaaner nooch, am wenichſte aaner
vun unſere deitſche Finanzminiſter.
Do hott mei Oſterhas e kotzjämmerlich Geſicht hiegedrickt un
hott geſagt, ſo e Finanzminiſter, der ſollt nor ganz ruhich ſei, der
hett’s noch goldern gääche ihn, un wann’s valleicht aach haaße
dhet „Viele Hunde ſind der Haſen Dod”, ſoweer doch in de
Heſſe=
räbubblick noch kaaner als Finanzminiſter geſtorwe, ſundern ganz
im Gäächedaal, wann däß „Reſſeltreiwe”, däß wo mer im
Balla=
mendarismuß errdiemlich „Edadsberadung” haaße dhet, wann
däß als widder mol erum weer, do dhet ſich’s doch widder ganz
ſchee läwe loſſe als Finanzminiſter, wohärngääche ihm ſein Be=
ruf als Oſterhas mehr un mehr vergällt dhet wärrn, dann mitm
bloße Eierleeche wer’s heidchen Dags lengſt net mehr gedha,
ſun=
dern es dhet immer mehr vun=em verlangt weirn, er wißt
net=
mehr, wo m de Kobb ſtind, dann 8 aane wollt e Fahrrad, 1s
anner en Räächeſchärm, s dritte e Fahrbilljädd mit Mittageſſe
for’m Vekehrsverein ſei Oſterfahrt, 8 anner wollt e Audomobill,
18 anner en Buwikobb un Gott waaß wos noch for Sache dhete
ſe vun=em verlange, mit aam Wort, es weer e unvernimfdich,
habgierich, ungeneiich Menſchheit, mit Eier alaa werr’s net mehr
gedha, ſundern jeder aanzlinge hett noch en Prifadſonderwunſch,
unnner dem dhet=er’s net, un der aane mecht’s gebacke, der anner
geſodde un der anner ſogar garniert, un unner dene Umſtend
weer=er ſchun liewer Finanzminiſter — mehr wie ſchief kennt’s
dann net geh; awwer Oſterhas mecht vun ihm aus ſei wer wollt,
er dhet net mehr mitmache, er weers dick un ſo kennt’s net mehr
weider geh, ſundern es mißt ganz erheblich „annerſter” wärrn . . ."
Jetzt heern Se mer awwer uff, hob ich zu=em geſogt, jetzt
heern Se mer bloß uff, Herr Oſterhas, mit dene Sprich kenne ſe
mer net kumme, vun wääche „8 muß annerſt” wärrn. Däß
Liedche kenne mer zur Genieche. Dann jeder, der wo ſich in
ſeine Verzweiflung net mehr zu helfe waaß, der ſeecht eifach, es
muß „annerſter” wärrn. „Annerſter” is es uns nu grad lang
gnug worrn, leider wärd’s dodevo bloß net beſſer. Un grad
dodruff ſetze mer unſer ganz Hoffnung. Beſſer wärds awwer nor
dann, wann net mehr ſoviel geſchwätzt, ſundern viel gedha
wärd. Deßhalb, Herr Oſterhas, loſſe Se de Kobb net henke, un
wärfe Se net mit ſo wichdichdueriſche Sprich um ſich, wo nis
rares dehinner ſtickt, ſundern dhun Se, was Ihres Amtes is.
Nemme Se ſich e Beiſpiel am Friehling, der wo
vernimfdicher=
weis noch net uff die Schlagwörder vun unſerm ſchwätzſichdiche
Zeitalder eneigefalle is, ſundern der wo, unbekimmert um all die
reakzionar=demogradiſch=räffelutzionäre Geſchäftspradicke,
ge=
mietsruhich noch ſeim alde un erprobte Reſchiem weiderworſchtelt
un doch was zu Wähk bringt. — Auf, in die Hend geſpuckt un
an die Aweid, hab ich zu=em geſagt, damit all unſer liewe un
brave Heinermädcher un Heinerbiebcher morje frieh net
ver=
gäwens zu ſuche brauche. Leeche Se Eier, wann Ihne ’8
Auto=
mobill=leeche zu a’ſtrengend un beſchwerlich is, un was mei
Per=
ſon bedrifft, ſo brauche Se ſich mir zu lieb net die Mieh zu mache,
ich leech mer meine ſällwert, wie ichs gewehnt bin, ſorje Se mer
nor defor, daß for mei klaane Freundinne un Freunde was
do js —
No, däß wollt=er dann aach dhu, hott=er geſagt, ſeechtser, un
is losgehobbelt.
Ob=er allerſeits Wort gehalte hott, däß wärd ſich dann morje
frieh, beim Suche, finne.
In dem Sinn: Vergniechte Feierdääch!
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: For’s Niewergall=Denkmal: Vum
J. N. 3 Mackh, vum Paul 1 Mack, vum Gibskobb 2 Mack, vum
Nachber K. St. 2 Mack, vum Juſtel 3 Mack, vum J. Gädd 3 Mack,
vum Grienrock 1 Mack, vum E. Sch. 20 Mack, vum Ka.Ka. 5 Mack,
vum Arthur 3 Mack, vum Wilhelm S. 1 Mack, un vun de
Kadd=
klobber 10 Mack. — Danke ſchee, allerſeits. Un wie geſagt . . .
Die Obiche.
Was Frauen in der Theatergarderobe
vergeſſen
gfk. Der „Sturm auf die Garderobe”, der ſich allabendlich
nach Schluß der Vorſtellung in allen Theatern der Welt abſpielt,
hat Folgen, die der Vergeßlichkeit und Zerſtreutheit des
Theater=
publikums ein glänzendes Zeugwis ausſtellen. Es iſt faſt
un=
glaublich, was alles im Theater vergeſſen wird. Umter den
Gegenſtänden, die in dem Verzeichnis der Theaterfunde
auf=
geführt ſind. befinden ſich alle Kleidungsſtücke, hauptſächlich der
Damen, die in der Vergeßlichkeit alle Rekords brechen. Mit den
Gegenſtänden, die im Theater vergeſſen werden, könnte man
eine Dame, die im Evaskoſtüm ankäme, vollkommen bekleiden.
Es ſind da Abendmäntel in reichſter Ausſtattung, zum Teil mit
Pelz und Brillanten, Theaterſchuhe, Strümpfe, ja ſogar Hemden
und Korſetts, Bluſen und Röcke ſind zu finden. Man kann vur
annehmen, daß dieſe Gegenſtände als Packet in der Garderobe
abgegeben worden waren, da ſich keine Dame dieſer intimen
Klei=
dungsſtücke entledigen kann. In einem ruſſiſchen Theater iſt ein
ungewöhnlicher Vorrat von falſchen Friſuren und . . . falſchen
Gebiſſen vergeſſen worden. Selbſtverſtändlich ſind auf der Liſte
der vergeſſenen Dinge alle Arten von Schmuck, wie koſtbare
Brillanden, Goldgegenſtände aller Art, goldene Operngläſer uſw.
zu finden. Es ſoll ſelten oder faſt nie vorkowmen, daß eine
Dame eine falſche Friſur oder ein künſtliches Gebiß zurückfordert.
Der eigenartigſte Vorgang ereignete ſich aber vor einigen Tagen
in einem Chicagoer Theater. Unter den im Theater vergeſſenen
„Gegenſtänden” wurde nämlich bei der Polizei ein kleiner
Säug=
ling im Steckkiſſen” abgeliefert. Das war bisher noch niemals
vorgekommen. Als die Polizei darüber noch beratſchlagte, wie
ſie die Mutter des Kindes ausfindig machen könnte, erſchien
eben eine junge Frau, die unter Freudentränen den vergeſſenen
„Gegenſtand” in Empfang nahm. Sie hatte das Theater mit
dem Kinde beſuchen wollen, da ſie das Kind nirgends laſſen
konnte. Es wurde ihr aber nicht geſtattet, das Kind in den
Zu=
ſchauerraum mitzunehmen, da eine Störung der Vorſtellung
be=
fürchtet wurde. Die Garderobiere ließ ſich dazu gegen ein
Trink=
geld herbei, das Kind bis zum Schluß der Vorſtellung in
Ver=
wahrung zu nehmen. Da aber die Frau das Kind vergaß, wurde
die Liſte der im Theater vergeſſenen Gegenſtände um ein
inter=
eſſantes Objekt bereichert. Endlich ſei noch eine andere Art von
intereſſanten Gegenſtänden erwähnt, die in der Theatergarderobe
vergeſſen wurden. In der Oper einer ſächſiſchen Stadt wurde
nämlich vor nicht langer Zeit ein umfangreiches, mit allen
tech=
niſchen Künſten hergeſtelltes Einbrecherwerkzeug vergeſſen. Der
muſikliebende Einbrecher ſcheint durch die Vorſtellung ſo gebeſſert
worden zu ſein, daß er auf die weitere Ausübung ſeines
Gewer=
bes verzichtete.
Praktiſche Winke
Rauh gewordene und zerſchrammte oder
ver=
blaßte Lederſitze ſtellt man wieder wie neu her, wenn man ſie
zunächſt gründlich mit gereinigtem Terpentin abreibt, dann dünn
und gleichmäßig mit Wilbra überpinſelt und am nächſten Tage
mit wollenem Tuch glänzend reibt. Hochglanz erzielt man durch
Ueberreiben mit farbloſer Lederereme und nachfolgendem
Po=
lieren. Man kann auf dieſe Weiſe auch das Leder andersfarbig
auffriſchen und dunkles Leder hellfärben.
E.
Gelbgewordene weiße Marmorplatten an
Waſchtiſchen zu reinigen. Man bereite eine Löſung von
1 Liter lauem Waſſer und 1 Teelöffel Salmiakgeiſt, waſche die
Platte mit ihr und einer wollenen Socke ab, entferne
Schmutz=
flecke und dunkle Stellen mit aufgeſtreutem Ata, das man darauf
verreibt, ſpüle mit reichlich klarem Waſſer und weichem
Leinen=
tuch nach und waſche die Platte nach gründlichem Trocknen mit
farbloſem Bohnerwachs. Am nächſten Tage nachpoliert, erhält
ſie bei reinweißem Grund wieder ſchönen Halbglanz wie eine
nieue Platte.
V.
Exprobte Rezepte
Pikanter Kalbsbraten. 6 Perſonen. 3 Stunden.
Ein Stück aus der Keule wird gut geklopft, abgehäutet
und mit ſauber vorbereiteten Sardellen= und Speckſtreifchen
ge=
ſpickt. Nun wird das Fleiſch in kochende Butter gelegt und unter
häufigem Begießen langſam gargebraten. Dann nimmt man das
Fleiſch heraus, kocht die Soße vom Boden los, bindet ſie, wenn
nötig, mit etwas verquirltem Weizenmehl, ſchmeckt mit
Zitronen=
ſaft pikant ab und vollendet mit 10 Tropfen Maggi’s Würze.
Schinken=Reis. 6 Perſonen. 2 Stunden. 500 g Reis
werden abgeſchwemmt, gebrüht, abgegoſſen und dann in Waſſer
nebſt einem Eßlöffel Butter und etwas Salz langſam
weich=
gedämpft, aber ſo, daß er körnig bleibt. Inzwiſchen hackt man
½—3 Pfund gekochten mageren Schinken recht fein. Den weichen
Reis vermiſcht man mit 1 Teelöffel Maggi’s Würze, ſtreicht eine
feuerfeſte Tonſchüſſel mit Butter aus, ſtreicht eine Lage Reis
hinein, ſtreut Schinken darauf, gibt wieder eine Lage Reis
darüber, wieder Schinken, bis die Form ¼ voll iſt. Die oberſte
Reisſchicht wird mit Butterflöckchen belegt. Dann läßt man das
Gericht ½ Stunde im Ofen zu goldgelber Farbe backen und gibt
es in der Form zu Tiſch.
Aal in Sardellenſoße. 6 Perſonen. 1 Stunde.
1½kg mittelſtarke Aale werden ausgenommen, gehäutet,
ge=
waſchen, in Stücke zerſchnitten und dieſe in leichtgeſalzenes,
ſiedendes Waſſer gelegt, dem man etwas Eſſig, ein oder zwei
Zwiebeln, ein Stückchen Lorbeerblatt und ein Kräuterſträußchen
beigefügt. Die in dieſem Sud gargekochten Aalſtücke trägt man in
folgender Soße auf. Man läßt etwas friſche Butter in einer
Kaſſerolle zergehen, gibt zwei Löffel Mehl hinein, läßt es
an=
dünſten, fügt einige gewäſſerte, entgrätete und feingehackte
Sar=
dellen hinzu, rührt mit halb Fleiſchbrühe, die man raſch und
billig aus Maggi’s Fleiſchbrühwürfeln zubereitet hat, halb
Weiß=
wein eine glatte Soße, läßt 15 Minuten kochen, würzt mit dem
Saft einer halben Zitrone und zieht die Soße zuletzt mit 2
zerquirlten Eidottern ab,
Wohlſchmeckende, ſättigende Erbsſuppe. Für
3—4 Perſonen. 1 Würfel Maggi’s Erbs= oder Erbs=mit=Speck=
Suppe, / kg Kartoffeln, geſchält, gewaſchen und in dünne
Schei=
ben geſchnitten, 1½ Liter Waſſer, etwas Salz.
Man bringt die Kartoffelſcheiben in 1 Liter Waſſer aufs
Feuer. Dann zerdrückt man den Maggi=Suppenwürfel, rührt
ihn mit ½ Liter Waſſer glatt und gießt den Brei zu den
Kar=
toffeln, ſchmeckt darauf nach Salz ab und läßt auf kleinem Feuer
unter zeitweiligem Umrühren 25 bis 30 Minuten garkochen.
Fügt man dieſer Suppe noch etwas feingeſchnittenes Fleiſch
oder Wurſt zu, ſo kann man ſie als vollſtändige Mahlzeit geben.
Der zeitgemäße Haushalt
Süße Oſtereier, ein leckerer Nachtiſch. An den
Oſtertagen bringt die Hausfrau gern Ueberraſchungen auf den
Familientiſch. Süße Oſtereier als Nachtiſch, aus den
ver=
ſchiedenſten Cremes und Gelees, ſehr einfach zu bereiten, ſeien ihr
dazu beſonders empfohlen.
Als gefällige Form kann man die täglich verwendeten Eier
be=
nutzen, deren Schalen man nur an beiden Enden aufſticht, um den
Inhalt auslaufen zu laſſen. Dann klebt man jedes Ei an einem
Ende mit Markenſtreifen oder Heftpflaſter zu und füllt die
ver=
ſchiedenen Cremes und Gelees, die man je nach Art und Geſchmack
entſprechend mit giftfreien Speiſefarben verſchönt, hinein. Nach
dem Erſtarren löſt man die Schalen ab und ordnet die Eier recht
bunt auf flacher Schüſſel, umgeben von einem Kranze
Schlag=
ſahne, mit Waffeln beſteckt.
Zu den verſchiedenen Cremes, wie Zitronen=,
Apfel=
ſtnen=, Schokoladen=, Wein=, Vanille=, Mokkaereme u. a. m. die
teils gekocht teils auf „kaltem Wege” hergeſtellt werden, verrührt
man die jeweiligen Fruchtſäfte und gekochten Extrakte, wie
Kaffee, Schokolade uſw. mit 1—2 Eiern (je nach der Menge), und
den dazu paſſenden Gewürzen, wie Mandeln, Vanille uſw. und
aufgelöſter Gelatine zum Steifen (auf ½ Liter 8—10 Blatt).
Zum Süßen verwendet man etweder Zucker oder aus
Sparſam=
keit aufgelöſten Süßſtoff nach Geſchmack, miſcht alles miteinander,
zieht den ſteiſen Eiſchnee darunter und füllt ihn in die Eiſchalen.
Beim Gelee bleiben die Eier weg, man verrührt dann die
Extrakte und Fruchtſäfte mit der aufgelöſten oben angegebenen
Gelatine, ſüßt wie oben beſchrieben und füllt, ebenfalls
verſchieden=
farbig „geſchönt”, in die ausgeblaſenen Eierſchalen.
Oſterfladen. Von 1 Pfd. Weizenmehl, ¼ Liter Milch,
50 Gramm Hefe, 2 Eßlöffel Zucker und 2 Eiern bereitet man einen
geſchmeidigen Hefeteig, den man nach dem „Gehen” in kleine,
taſſengroße Kuchen ausmangelt, die man mit folgender Füllung
beſtreicht:
½ Pfd. in Milch ausgequollenen Reis miſcht man mit ½
Tee=
löffel Salz, 2 geriebenen bitteren Mandeln, 2 Tropfen
Vanille=
oder Rumeſſenz und 2 Eßlöffel Zucker, dem Abgeriebenen 1
Zi=
trone, 1 Eßlöffel zerlaſſener Butter und 2 Eiern. Auf je einen
Fladen rechnet man einen gehäuften Eßlöffel, beſtreicht mit
zer=
quirltert Eigelb und bäckt die Oſterfladen auf gefettetem Blech
nebe einander geſtellt, bei guter Oberhitze 7—1 Stunde. Noch
warm mit Puderzucker überſtäuben.
Speiſe=Zettel.
Sonntag (1. Oſterfeiertag): Kerbelſuppe mit Semmelbröckchen,
Huhnfrikaſſee im Reisrand, Apfelſinencreme mit Mandelſoße.
Montag (2. Oſterfeiertag): Ochſenſchwanzſuppe mit Eierſtich,
Kalbsſchnitzel mit buntem Miſchgemüſe, Bananen=Nachſpeiſe.
Dienstag: Gefüllter Weißkohl mit Zwiebelſoße.
Mittwoch: Linſen mit Backpflaumen und gekochtem
Rauch=
fleiſch.
Donnerstag: Selleriekartoffeln mit Bratwurſt.
Freitag: Fiſchgemüſe mit Bratkartoffeln.
Samstag: Weiße Bohnen mit Möhren und Hammelfleiſch.
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III. (Schluß.)
Die farbige Faſſung der mittelalterlichen Holzplaſtik
unter=
ſtand dem höheren Geſetz der farbigen Harmonie der
Ge=
ſamtausſtattung der Kirchenräume. In ſolchen, bis auf den
letzten Quadratzoll der Chorfenſter auf eine köſtliche
Farben=
pracht eingeſtimmten Innenräumen hätte eine nur
natur=
farbene Holzplaſtik wie ein Fremdkörper gewirkt, wie uns ja
auch z. B. die nicht farbig gefaßten Seitenaltäre in der
Rothen=
burger Jakobskirche trotz ihrer hohen künſtleriſchen Qualität
im=
mer wieder enttäuſchen, wenn man von dem herrlichen farben=
glühenden Hochaltar herkommend, vor ſie tritt. Und das iſt ja
das Weſendliche und Hochkünſtleriſche an den in der Technik der
Tafelmalerei bemalten Holzfiguren des Mittelalters, daß der
Schnitzer beſtändig Rückſicht nahm auf die zukünftige farbige
Faſ=
ſung und Blattvergoldung. So gingen die Schnitzer beſonders
bei den feineren Formen mit ihren ausgezeichneten Inſtrumenten
tiefer ins Holz hinein, damit der die Schnitzerei bedeckende, die
Malerei und Vergoldung tragende Kreidegrund dieſe Stellen
noch deutlich hervortreten ließ. Aus dem gleichen Grund
ſchnitz=
ten ſie überhaupt von Anfang an alle Formen ſchärfer, kantiger.
Und es iſt erſtaunlich, wie ſehr ſich Maler und Schnitzer
gegen=
ſeitig in die Hände arbeiteten. Wer vor dem rieſigen Hochaltar
in Blaubeuren mit ſeinen grdßartigen Holzfiguren ſteht, wird
wohl niemals auf den Gedanken kommen können, daß ſich unter
der köſtlichen Faſſung irgendein anderes Material als Holz
verber=
gen könne. Die farbige Faſſung der mittelalterlichen Holzplaſtik war
die Regel, auch noch im 16. Jahrhundert, während die nicht
ge=
faßten Altäre als Ausnahme an den Fingern auſzuzählen ſind.
Und was hier von der mittelalterlichen Holzplaſtik geſagt wurde,
gilt guch für die herrliche alte Goldlackplaſtik der oſtaſiatiſchen
Kunſt. Dieſer kurze Hinweis auf die Technik der mittelalterlichen
Holzplaſtik ſchien mir deswegen geboten, weil es ſich um das
ur=
eigenſte Gebiet unſerer deutſchen Kunſt handelt, in deſſen
tech=
niſche Geheimniſſe wir erſt in den letzten Jahren eingedrungen
ſind. Die Beiſpiele abey, die Hüllweck aus dem Kreis der
Ar=
beiten ſeiner Schüler zur Erläuterung der Grundgeſetze des
Materialſtils gibt, ſind ſo einleuchtend, ſo klar, daß es gar keine
beſſere Einführung in dieſes der allgemeinen Kunſtbetrochtung
noch viel zu wenig erſchloſſene Gebiet handwerklichen Schaffens
gibt. Und wir erhennem auch die von Hüllweck beſonders
empfoh=
lene Behandlung unſerer modernen Holzplaſtik mit ſarbigen
Oel=
beizen, die unter ihrer dünmen wr laſierenden Schicht noch die
Struktur des Holzes erkennen laſſen, ohne weiteres an, da die
höchſt ſchwierige und zeitraubende Faſſung in der Art der
mittel=
alterlichen Holzplaſtik, die ja von dem farbigen Dämmerlicht der
kirchlichen Inenräume gefordert wurde, kaum mehr in Frage
kommt.
Meiſterhaft nun, wie Hüllweck in ſeinem Buche immer
unter Hinweis auf abgebildete Beiſpiele von Schülerarbeiten den
Verlauf ſeiner Kunſtlehre darſtellt, wie ſich unter ſeiner
zielbe=
wußten Leitung letzten Endes werktätige Arbeit und geiſtiges
Schauen zu einer künſtleriſch=handwerklichen Einheit verbinden.
Darin liegt der große Vorzug dieſes Werkunterrichts, daß
Hüll=
weck nicht in techniſcher Mache ſtecken bleibende Virwoſen,
ſon=
dem ſchöpferiſche Handwerker erziehen will.
Einige leitende Grundſätze ſeien aus dieſem von den
Senti=
mentalitäten früherer Kunſtpädagogik gereinigten Lehrgang
her=
ausgegrifſen:
„Die für die Aufnahme der Motwe vorbereitende Schulung
legt ausſchlaggebende Bedeutung auf das Erfaſſen der
Geſamt=
erſcheinung der dem einzelnen Aufgaben zur Anregung dienenden
Vorbilder”. Hüllweck ſchließt alſo keineswegs, wie es kurzſichtige
und wohl ſelbſt nicht ſattelfeſte Fanatiker tun, die Schöpfungen
der Vergangenheit für ſeine Kunſtlehre aus. Aber als freie
Geſtalter ſollen ſich ſeine Zöglinge der Mittel bewußt werden, die
über das bloße Naturvorbild hinaus ein Werk der Menſchenhand
erſt zum Kunſterk wit eigener Geſetzlichkeit erheben: „Das
Verſtehenlernen der Geſichtspunkte, aus denen heraus die
ver=
ſchiedenen ſtilgeſchichtlichen Epochen ihren Vorbildern
gegenüber=
traten, ſie handwerklich darzuſtellen wußten und dabei dem
tek=
toniſchen Sinn der Werkform gerecht wurden, das ſind
Mo=
wente, die auch heute noch erzieheriſche Bedeutung haben”.
Dieſe hohe Achtung vor der künſtleriſchen Tradition und dem
Ewigkeitswert aller echtem Kunſt teilt mit Hüllweck auch Poelzig:
„Die Tradition gibt nicht nur Vergleichsmomente, ſondern ſie
gibt wahre Erkenntnis und unvergleichliche Kraft. Die ihm
weſensverwandten Harmowien findet der Künſtler ſelten bei
ſeinen Zeitgenoſſen, ſondern ſie kommen ihm aus längſt
vergan=
genen Zeiten entgegen, ſchwingen bei ihm nach und eniſtehen von
neutem in gewandelter Form. Wer allerdings die Tradition nur
formaliſtiſch beftehlen Eiü, dem biendet und beherrſcht ſie.‟ Die
Anregungen, welche die beſonderen künſtleriſchen Löſungen
pla=
ſtiſcher Geftaltungen durch die Jahrhunderte hindurch zu gebem
vermögen, dienen in der Kunzülehre Hüllwecks ſozuſagen nur als
Training, auf das erſt die entſcheidende Schlußleiſtung folgen
wß. Denn es gilt, „die angeregten Holzſchnitzer unter die
Ge=
ſetze der Werkſorm zu beugen, die Darſtellungsideen müſſen
ein=
gehen in die Werkform.” „Es gilt, die ſichtbaren und
wirkungs=
vollen Beſtandteile einer Erſcheinung erfaſſen zu lernen und ſie
auf ihren klarſten und einfachſten Ausdruck zu bringen.” „So lehrt
ſolche Awweiſung den Schüler, daß die Naturabſchrift wohl
Mittel zum Zweck, aber nicht Endzweck aller künſtleriſchen und
handwerklichen Betätgung ſein kann.” Sind alle vorbereitenden
Surdien und Skizzierübungen nach lebenden Modellen und nach
verwandten Löſungen, wie ſie Kunſtſchöpfungen der
Vergangen=
heit bieten, abgeſchloſſen, dann werden die Studienblätter
weg=
gelegt. Nun muß die ſo geweckte und geläuterte eigene
Vorſtel=
lungskraft allein mit dem Handwerkszeug den richtigen Weg zur
Form im gegebenen Werkſtück (aufrecht geſtellter oder wagrecht
gelagerter Block, Zylinder) finden. Und wir brauchen bloß die
abgebildete Holzplaſtik eines nawraliſtiſch dargeſtellten Stieres
mit der Löſung des gleichen Vorbildes durch einen Schüler
Hüll=
wecks zu vergleichen, um die entſcheidende B=freiung ſolcher
Werklehre aus den Banden eines unkünſtleriſchen und in
tech=
niſcher Virtuoſität ſtecken gebliebenen Natralismus mit einem
Gefühl des Aufatmens zu erleben: Dort ein nichtsſagender,
aus=
drucksloſer Tierkörper in einer Ueinlichen Mache, hier ein zum
Anſturm bereiter Rieſenkörper in zuſammengeballter, wit
awi=
maliſcher Kraft geladener Maſſe.
Hüllweck überträgt nun ganz zwanglos weil in onganiſcher
handwerklicher Diſziplin endwickelt, die Geſtaltungsprinzipiem
ſeiner Kunſtlehre auch auf die ſogenannte angewandte Kunſt.
Auch hier läßt er Form und Ornament ganz von ſelbſt aus dem
handwerklichen Geſtaltungsprozeß geboren werden: „In der
ur=
ſprünglichen Werkform bleibend, alſo nicht als aufgeleimte neue
Werkform hinzutretend, iſt ſchon ein aus der ſelbſwerſtändlichem
Anwendung der Arbeitsbehelſe ſich ergebender Schmuck geeignet,
einem einfachen Handwerksſtück feſtlichen Ausdruck zu verleihen.”
Hüllwvecks Buch vermag in der Tat jedem angehenden
Hand=
werker ein zuverläſſiger Führer zu ſein und ihn von vornherein
zu bewahren bor der tödlichen Inſektion unſerer immer noch
üppig wuchernden ſcheinkunſtgewerblichen Mache, die weder Kunft
noch Handwer), ſondern Schandwerk iſt.
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papiere mitbringen.
Nummer 93/94
Samstag, den 3. April 1926
Seite 19
Ausden Amtsverkändigungen des Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Sonntagsdienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdienſt und in der Woche vom
3. April bis einſchließlich 10. April den
Nachtdienſt die Löwen=Apotheke,
Ballon=
platz 11, die Adlerapotheke,
Wilhelminen=
platz 17, die Hirſch=Apotheke, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße 21.
Arbeitszentrale für
Er=
werbsbeſchränkte
Abteilung: Fliegende Kolonne
erledigt
Gelegenheitsarbeiten und =
Beſor=
gungen
jeder Art für alle Wirtſchaftszweige,
Be=
hörden und Haushaltungen
durch zuverläſſige Kräfte,
gegen äußerſte Vergütung,
bei Stellung von Arbeitsbehelfen
nach Wunſch.
Ihre Inanſpruchnahme begründet
keinen Arbeitsvertrag,
keine Pflichten aus der
Sozial=
verſicherung. (st5053
D Fernruf: —Stadtamt.
Wirtſchafts=
Verpachtung.
Zum 1. Juli ſind die
Wirtſchafts=
räume der Turngemeinde Beſſungen
1865 e. V. Darmſtadt an tüchtige
Fach=
leute neu zu vergeben.
Bedingungen liegen auf der
Geſchäfts=
ſtelle, Sandbergſtraße 22, offen.
Ange=
bote ſind verſchloſſen bis zum 1. Mai
ebendaſelbſt einzuſenden. (8923
Der Wirtſchaftsausſchuß.
Mittwoch, den 7. und
Donners=
tag, den 8. ds. Mts., jedesmal
morgens 10 Uhr anfangend,
wer=
den im Spachbrücker Gemeindewald,
Diſtrikt Mark, verſteigert:
Zufammenkunft bei Gaſtwirt
Hebe=
rer, Station Meſſel.
(5102s1
Spachbrücken, den 1. April 1926.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Spachbrücken.
Mayer.
Hamstag, den 10. April ds. Js.,
vormittags 9 Uhr, kommt in Groß=
Gerau „Gaſthaus zum Adler” aus
Ober=
wald Abteilung 13, 22, 32, 35, 36, 39, 42;
Niederwald Abteilung 1, 4, 12, 16, 17 zur
Verſteigerung. Stämme: Eichen: 23,
III.-V. Kl. — 23,11 fw, 32 Buchen, I-TV.
Kl. — 44,14 fm, 6 Hainbuchen, III.-VI. Kl.
— 2,71 fm, 26 Eſchen, I.-VI. Kl. — 28,43 fm,
13 Erlen, IV.-Vl. Kl. — 3.87 fm, 108 Birken,
IV.-VI. Kl. — 31,14 fw, 4 Linden, IV. Kl.
— 1,90fm, 53 Kiefern, 1-III. Kl. — 50,68fm,
10 Fichten, V. Kl. — 1,88 fm, Derbſtangen:
30 Birken — 1,84 tm, 128 Fichten — 5,70fm,
Reißſtangen: 91 Fichten — 1,26 fm.
Das Holz iſt vorher anzuſehen.
Num=
merverzeichniſſe können gegen Einſendung
von 1.— R.=M. von uns bezogen werden.
Auskunft erteilen die Herren Förſter Luley
zu Forſthaus Nikolauspforte und Förſter
Scholtz zu Groß=Gerauer Faltorhaus
Groß=Gerau, 1. April 1926. (5148
Heſſ. Forſtamt Groß=Gerau.
Montag, den 12. April ds. Js.,
nachmittags 1 Uhr, ſollen im
Rathaus=
ſaal in Sandbach i. Odw.
15 fm Kiefern=Stammholz II. Klaſſe
177
III.
122,
IV.
30
V.
356 rm „ =Röller
aus dem Diſtrikt Gemarkung Zentwald
(5 Minuten von Duſenbach bei Höchſt
entfernt)
ſowie
27 im Eichen=Stammholz IV., V. und
VI. Klaſſe
aus dem Diſtrikt Gemeindehöhe (in der
Nähe der Ernſt=Ludwig=Heilſtätte) auf
dem Submiſſionswege vergeben werden.
Vertragsbedingungen können auf der
Bürgermeiſterei eingeſehen werden.
Die Bieter erkennen durch Abgabe
ihrer Angebote die
Verkaufsbedingun=
gen an.
Der Zuſchlag kann bei günſtigem An=
(5142
gebot ſofort erteilt werden.
Sandbach i. Odw., den 1. April 1926.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Karg.
BEllHOHIEI OAIA
der Hrise ist Überschritten. Vas ist die Ansicht
maßgeh-
licher Führer des deutschen Rirtschaffslehen,
Unter diesem Geslchtspankt hat
BIE HESSE DES DEUTSCHEA SÜDEAS UAD
fär ſeues Unternehmen AUSSERORDETHICHER BEH.
HESTENS
DenVerhältnissen ist diesmal darch weltere Verbilleigeng
der Spesen Rechnang getragen. Es verkehren Sonder-
Züge zu ermädigten Fahrpreisen. Die Geschäftsstellen
und ekrenamtlichen Vertretungen des Helamts
erganl-
sleren Aberdles Gesellschaffsrelsen, dle die Fahrprelse
der jahrplanmäligen Züge um ein Vertel verbiiligen.
Die Kosten für den Aufenthalt in der Hasse-Stadt sind
gleichfalls äuderst niedrig. Eine Sanders chan
MosEhne TEimskrörnine
bletetledem Kaufmann, auch aederhalb desBerpilichen,
eine Fülie des interessanten. Verlangen Sle, bitte, rom
Medamt oder seinen Vertretungen Anmeidenapiere zem
Besuch der
Maſnromen Ramämsmrssr
VoM 11. BIS 14. APRIL 1926
TV. 5054
Verſteigerung.
Am Dienstag, den 6. April 1926,
vormittags 9 Uhr, werden im
Wagen=
daus Nr. 1 des Artillerie=Depots.
Fſchollbrückerſtraße 18, öffentlich
meiſt=
bietend gegen ſofortige Barzahlung
ver=
ſteigert:
Büromöbel, 2 Schreibmaſchinen,
2 Polierböcke, 1 Scheuerfaß,
1 Lochſtanze, Altetſen und dergl
Finanzamt Darmſtadt
Liegenſchaftsverwaltung
Wilhelminenſtr. 15.
5152)
XVII.
Am Dienstag, 6. April d. Js.,
werden im Saale des Schützenhof in
Erbach, nachmittags 2 Uhr, öffentlich,
meiſtbietend verſteigert:
I. Aus Revier Eulbach:
Forſtorte: Kutſchenwege 17,
Müh=
grund 6, 11, Hüttenſchläge 14, Heumatte
13, 14, 26. Stutz 1, Alter Saufang 2,
Sumpf 3, Langetal 3, Salzlackenberg 4,6,
Schachert 8, 10, Dickrück, Mies 3, 5,
Würzberger Güter 2, 5, 9, Seilersbuch 8,
Ernsbacher Parzellen 4, Tappboden 3,
Krämersberg 7, Lohberg 2 und Engl.
Garten
etwa 180 Rm. Buchen=Scheit u. Prügel
Eichen= u. Birken=Scheit
250
und Prügel
Buchen=Kohlholz
80
50 „ Eichen=u. Birken=Kohlholz
200 „ Nadelholz=Kohlholz
50 „ Nadelholz=Stockabſchnitte
II. Aus Revier Erbach:
Forſtorte: Kömpelsgrund 6, 10,
Tränkfeld 3, 4, Kohlwald 1, 2, Holzfeld 1,
Alexanderſchlag 2, Lindenrain
etwa 10 Rm. Buchen=Scheit u. Prügel
„ 30 „ Eichen= und Birkenſcheit
und Prügel
„ 25 „ Nadelholz=Scheit u. Prügel
„ 40 „ Buchen=Kohlholz
„ 20 „ Eichen=u. Birken=Kohlholz
70 „ Sonſt. Laubholz=Kohlholz
100 „ Nadelholz=Kohlholz
„ 2000 Stck. Buchen=Stammwellen.
Das mit A bezeichnete Holz kommt
nicht zum Ausgebot. Letzte Brennholz=
Verſteigerung aus den Revieren Erbach
(5008ds
und Eulbach.
Erbach, den 31. März 1926.
Gräfliches Forſtamt Erbach
Jagd=Verpachtung
Dienstag, den 6. Aprik 1926,
nach=
mittags 1 Uhr, wird auf dem Rathauſe
zu Eſchollbrücken die Gemeindejagd
öffent=
lich auf die Dauer von 6 Jahren verpachtet
Die Gemarkung umfaßt ca. 360 ha
Der Gemeindewald in der Gemarkung
Pfnngſtadt ca. 85 ha, an die Gemarkung
Eſchollbrücken angrenzend.
Eſchollbrücken, den 23. März 1926.
Heiſiſche (sms 461
Bürgermeiſterei Eſchollbrücken
auch zur Saat geeignet
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am 2., 3. und 4. Mai 1926
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mit Prämiierung und Preisverteilung
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Ausstellung landwirtsch. Haschinen
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Freitag, den 9. April 1926,
vor=
mittags 10 Uhr, ſollen aus dem
Eber=
ſtädter Gemeindewald, Diſtrikt
Klings=
ackertanne, Abteilung 58b (Keſſelbergen,
Abtrieb), Abtlg. 66 und 67 die
nachver=
zeichneten Holzſortimente öffentlich
meiſt=
dietend an Ort und Stelle verſteigert
werden:
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„ III. „ — 69,56
74 „
„ IV. „ — 33,65 „
Es wird bemerkt, daß ſich
hier=
unter ſehr ſchönes Schnittholz
be=
ſindet. Gegen ſichere Bürgſchaft wird
Zahlungsfriſt bis 1. Sept. 1926 gewährt,
bei Barzahlung innerhalb acht Tagen
nach Genehmigung der Verſteigerung
er=
halten die Steigerer einen Rabatt von
5?= Die Zuſammenkunft der Steigerer
erfolgt auf dem Bäckerweg am Eingang
des Waldes. Nähere Auskunft erteilt
Herr Güter=Aufſeher Knörnſchild, hier,
Odenwaldſtraße 7‟/,o=
(5153si
Eberſtadt, den 1. April 1926.
Heſſ. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Letzte Stammholz=Verſteigerung.
Mittwoch, den 7. April 1926,
vormittags 9 Uhr anfangend, werden
aus dem Pfungſtädter Gemeindewald,
Diſtrikt Klingsackertanne, Abteilung 17,
32 und 46, dem Mahlhieb für die
Hoch=
ſpannungsleitung
2 Kiefern=Stämme I. Kl. — 3,56 Fm.
an Ort und Stelle verſteigert.
Zuſammenkunft an der
Griesheimer=
brücke.
Sämtliches Holz iſt altes, ſchönes
Schnittholz, ein großer Teil davon ſind
Teberhälter.
Es iſt gut abzufahren nach den
Chauſſeen Eſchollbrücken— Darmſtadt und
Pfungſtadt — Griesheim. Beſichtigung
über die Oſter=Feiertage dürfte ſich
empfehlen.
Gegen Bürgſchaft wird Zahlungsfriſt
bis 1. November 1926, bei Barzahlung
werden 5‟, Skonto gewährt.
Nähere Auskunft erteilen Förſter
Wiemer, Eberſtadt, Schloßſtraße 17 und
Güter=Verwalter Hoch, Pfungſtadt,
(5066fs
Zieglerſtraße 13.
Pfungſtadt, den 30. März 1926.
Heſſ. Bürgermeiſterei.
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ſchen Sportgemeinde ſtets ein außerordentlich reichhaltiges Programm,
aber ſelten war es ſo feſtlich aufgemacht, wie in dieſem Jahre. Die
Fußballer, die Hockehſpieler, die Radfahrer und Ragbyleute,
Tennis=
ſpieler und Boxer, alle Spprtarten wetteifern miteinander, um ihrer
Anhängerſchar die ſchönſten Oſtereier zu beſcheren. Beſonders auffällig
iſt an dieſem Oſterprogramm die ſtarke internationale Note. Faſt noch der 34. Verbandstag des Deutſchen
Schwimmverban=
nie weilten ſo viele fremde Mannſchaften auf deutſchem Boden, aber
auch nur ſelten gigen deutſche Sportsleute in ſo ſtarker Anzahl über Organiſation hat der Kreis 1 übernommen. Auf der Tagesordnung
die Grenzen. So wird Oſtern, das Feſt des Frühlings und des
Wieder=
belebens in der Natur, auch ein Feſt der Wiederbelebung für
freund=
ſchaftliche Beziehungen zwiſchen den Sporttreibenden aller Nationen.
Schon am Karfreitag war der Sportbetrieb in allen Teilen des Reiches
umfangreich, die Hochflut der ſportlichen Ereigniſſe aber ſetzt am erſten
Feſtag ein, hält über den Montag weg an und verebbt erſt am
Diens=
tag langſam.
Fußball.
In Süddeutſchland zwingt Terminnot dazu, ſelbſt die
Feſt=
tage zur Förderung der Verbandsmeiſterſchaft zu benützen.
Am erſten Feſttage ſteigt eine volle Meiſterſchaftsrunde, d. h. alle ſechs
Titelanwärter ſpielen, und zwar:
In Fürth: Sp.Vg. Fürth gegen V.f.R. Mannheim.
In Karlsruhe: Karlsruher F.V. gegen F. S.V. Frankfurt.
In Saarbrücken: FV. Saarbrücken gegen Bayern München.
Eine Antwort auf die Frage nach dem ſüddeutſchen Meiſter iſt von
dieſen Spielen allerdings noch nicht zu erwarten. Die Favoriten Bayern
München und Sp.Vg. Fürth, die ja noch immer mit gleicher
Punkt=
zahl führen, dürften ihre Spiele glatt gewinnen und damit auch die
Tabelle unverändert laſſen. Intereſſanter iſt ſchon das Spiel in
Karls=
ruhe; einmal, weil dort die zuſammentreffenden Mannſchaften ſich
ziem=
lich gleichwertig ſein dürften, zum andern, weil es ſich in der badiſchen
Reſidenz entſcheiden wird, ob der FS.V. Frankfurt noch Anwärter auf
die ſo wichtige dritte Tabellenſtelle bleiben kann. Privatſpiele gibt
es an Oſtern in Süddeutſchland zwar nur verhältnismäßig wenige zu
ſehen, dafür ſind die wenigen aber auch um ſo wertvoller. Die Zahl
iſt heute etwas beſchränkt, weil erſtens die Meiſter alle im Punktekampf
ſtehen, und zweitens, weil eine ſtattliche Anzahl ſüddeutſcher
Mann=
ſchaften einen Oſterſpaziergang macht. So fahren 1. F.C. Nürnherg,
Wacker München und Eintracht Frankfurt nach Weſtdeutſchland,
Mün=
chen 1860, Stuttgarter S.C. und Boruſſia=Viktoria Neunkirchen (
kom=
hiniert) beſuchen befreundete Ve=eine in Verlin, Mitteldeutſchland und
Oſten, V.f.R. Fürih, A. S. P. 9ürnberg und Saar 65 Saarbrücken endlich
gehen ins Ausland. V.f.R. Fürth und Nürnberg haben Einladungen
nach Portugal bzzu. Spanien erhalten und dort inzwiſchen bereits die
erſten Spiele abſolviert. Saar G5 ſpielt am erſten Feſtage gegen Red
Star Paris und am Oſtermontag gegen den ſtarken A.C. Le Hapre.
In Süddeutſchland ſelbſt finden an den beiden Oſtertagen die folgenden
Spiele ſtatt:
1. Feſttag: Stuttgarter Kickers gegen Leytonſtone London.
Germania 94 Franffurt gegen E. A.C. Budapeſt,
Wützburger Kickers gegen Sportfreunde Leipzig,
SV. Mannheim=Waldhof gegen Gallia Club Paris.
2. Feſttag: Karlsruher F.V. gegen Lehtonſtone London,
SV. Mannheim=Waldhof gegen F.C. Zürich,
FS.V. Frankfurt gegen 1. F.C. Freiburg.
1. F.C. Schweinfurt gegen Sportfreunde Leipzig.
Damit dürſte die Anzuhl der Freundſchaftsſtiele noch nicht erſchöpft
ſein, aber die wichtigſten Treffen ſind doch genannt. Ueber den
Aus=
gang der einzelnen Treffen läßt ſich im voraus nichts Beſtimmtes ſagen,
da man vor allem über die Spielſtärke der ausländiſchen Mannſchaften,
der engliſchen Amateure und der Franzoſen nicht recht im Bilde iſt.
Den Züricher F.C. kennt man im Süden ja beſſer, und ſo läßt ſich auch
fagen, daß die Waldhöfer mit einem recht harten Widerſtand zu rechnen
haben.
Auch Weſtdeutſchland ſieht am erſten Oſtertag drei Endſpiele,
von denen zwei ſtärkſte Bedeutung haben. Im Spiel V.f.R. Köln gegen
BV. Alteneſſen iſt die Entſcheidung in der weſtdeutſchen Meiſterſchaft
zu erwarten. Beide Mannſchaften haben in ihrem dann noch
ausſtehen=
den Spiele ſchwächere Gegner: gewinnt am Sonntag Köln, ſo iſt es
weſtdeutſcher Meiſter, dagegen benötigt der B.V. Alteneſſen nur ein
Un=
entſchieden, um Inhaber des grün=weißen Bandes zu werden. —
Aehn=
lich iſt die Situation bei den weſtdeutſchen Zweiten‟. Schwarz=Weiß
Eſſen benötigt aus dem Spiele gegen den Rheydter Spielverein nur
einen Punkt, um Meiſter der Zweiten zu werden, da er mit einem
Mehr=
punkt vor Rheydt führt. Das dritte Endſpiel bringt in Mülheim (uhr)
zwei Bezirkszweite, Fortung Düſſeldorf und FV. 08 Duisburg,
zuſam=
men; hier handelt es ſich um einen Poſitionskampf ohne Bedeutung.
Von den Freundſchaftsſpielen iſt das Treffen zwiſchen der Turu
Düſſel=
dorf und den Londoner Amateuren Middleſex Wanderers, der Kampf
und Köln=Sülz 07 (2. Feſttag) und die Begegnung zwiſchen dem Kölner
SC. 99 und dem Ilford A.C. zu erwähnen. Wacker München ſoll in
Oberhauſen und Dortmund gaſtieren. Guts Muts Dresden ſpielt bei
Union Herford.
In Berlin weilen tſchechiſche Amateure: Union Ziskow Prag
Boruſſia. Der Berliner Meiſter Hertha=B.S.C. trifft am 1. Oſtertag
auf eine zumindeſt ebenbürtige Elf: München 1860.
Mitteldeutſchland empfängt einige Beſuche aus
Weſtdeutſch=
land und Süddeutſchland (Kurheſſen Kaſſel. Stuttgarter S.C. und
Bo=
ruſſia=Viktoria Neunkinchen komb.) Die Mehrzahl der Treffen kommt
aber nur zwiſchen einheimiſchen Mannſchaften zum Austrag.
Hockey.
Von den Hockeyveranſtaltungen der Feſttage ſind zwei beſonders
nationale Oſterturnier des Uhlenhorſter H. C. in Hamburg und das
Turnier des TV. Frankfurt 1860. Nebenher finden noch kleinere
Turniere ſtatt, ſo das Damenturnier des Düfſeldorfer S.C. 99
und das Turnier von Jahn Minden. Die beiden erſtgenannten Tur=
Heidelberger und Münchener Mannſchaften fahren nach Hamburg, wo
ſie mit der Elite des deutſchen Hockeyſports, ferner aber auch mit
erſt=
klaſſigen Mannſchaften aus England, Dänemark und der Schweiz
zu=
ſammentreffen. Die engliſchen Vereine ſpielen hier erſtmalig nach dem
iſt ferner auch das Erſcheinen einer engliſchen Damen=
Repräſentativ=
mannſchaft, die auf eine norddeutſche Damenelf trifft, von größter Be=
Lehrer=Sportvereininung Wien, 1. FC. Zürich/Young Fellows Zürich
komb. Servette Genf, Wacker München, Kölner S.C. 99, Phönix Lübeck,
Nürnberger H.T.C. und Wacker Leipzig teil. Alſo gleichfalls eine ganz
erſtklaſſige Beſetzung.
Von ſüddeutſchen Mannſchaften reiſen ferner noch zu Einzelgaſt= z
deutſchland.
Im Programm des Auslandes findet man ein Länderſpiel in
Falkeſtone zwiſchen England und Frankreich.
Leichtathletik.
Der S.V. Siegfried Bonn bringt Oſtern ein Straßengehen zur
Durchführung, das in der Hauptſache weſtdeutſche Geher am Start ſieht.
Schon in den vergangenen Jahren brachte das Oſterfeſt der deut= Damit iſt aber auch die leichtathletiſche Ausbeute der Oſtertage erſchöpft.
Die Hallenveranſtaltungen ſind beendet und für die offene Bahn iſt es
noch ein wenig zu früh.
Schwimmen.
Hier ſind noch keine größeren Veranſtaltungen geplant. Dennoch
bringt Oſtern auch dem Schwimmſport ein Ereignis: imn Stettin findet
des ſtatt, der am 2. April beginnt und am 5. April zu Ende geht. Die
ſtehen neben wichtigen Sitzungen des Vorſtandes und der verſchiedenen
Ausſchüſſe eine ganze Reihe von Anträgen, die für die Entwicklung
des deutſchen Schwimmſports von weitgehender Bedeutung ſind. —
3 Am Oſterdienstag, den 6. dieſes Monats, beginnen in Chikago die
amerikaniſchen Meiſterſchaften, an denen vorausſichtlich auch die beiden
deutſchen Meiſterſchwimmer Rademacher und Fröhlich teilnehmen. Hier
wird, wenn die Deutſchen Starterlaubnis erhalten, wohl auch der von
der ganzen Schwimmerwelt mit Spannung erwarttte Kampf zwiſchen
Rademacher und den Amerikanern Skelton und Spencer zum Austrag
kommen.
Radſport.
Der Oſterſonntag bringt in Köln=Müngersdorf auf der
pracht=
vollen Stadionbahn einen Nad=Städtekampf zwiſchen den beſten Ber= auf demſelben hohen Nibeau, wie ſeit Jahren.
liner und Kölner Amateuren. Die Berufsfahrer tueffen ſich in Berlin=
Treptow, Düſſeldorf, Magdeburg, Leipzia (Lewanow, Rommel, Wittig,
Dickentmann), Hannover (Bauer, Krupkat, Leiour=Belgien, Möller,
Wegmann=Schweiz) und Forſt in faſt ausſchließlich international
be=
ſetzten Dauerrennen. — Auf der Frankfurter Stadionbahn wird das
Auguſt=Lehr=Denkmal feierlich eigeweiht: anläßlich dieſer
Veranſtal=
tung finden in Frankfurt auch große Amateurrennen ſtatt. — Der
zweite Oſtertag bringt gleichfalls Dauerrennen der Berufsfahrer
in Chemnitz und auf der Berliner Olympiabahn, während der B.D.R.
im Kölner Stadion im „Preis der Befreiung” ein Drei=
StundenMann=
ſchaftsrennen zum Austrag bringt, an dem 16 Paare aus Breslau,
Ber=
lin, Leipzig, Dortmund und Köln teilnehmen. Als
Straßenveranſtal=
tung iſt der große rheiniſche Frühjahrspreis über 145 Kilometer der
zum zwölften Male auf der Strecke Neuß—Aachen—Neuß vom B. D. R.
ausgefahren wird, zu nennen.
Tennis.
In der älteſten deutſchen Tennishalle, der des Bremer T.V. von
1896, finden an den Oſtertagen die deutſchen Hallen=Tennis=
Meiſterſchaf=
ten ſtatt, die in dieſem Jahre eine hervorragende Beſetzung
aufzuwei=
ſen haben. Hier iſt faſt die geſamte deutſche Turnierklaſſe von Rang
verſammelt, ſo daß über den Ausgang ſchlecht etwas vorherzuſagen iſt, det, mit Handball. Fußball und Leichtathletik auf.
Bei den Herren=Senioren gilt wieder der Titelverteidiger Spieß=Bremen
als Favorit.
Handball.
Die bemerkenswerteſten Ereigniſſe ſind das Endſpiel um die
ſüd=
deutſche Meiſterſchaft zwiſchen dem SV. 98 Darmſtadt und der Sp.Vg.
Fürth und die Gaſtſipielreiſe des deutſchen Meiſters, Pol.SV. Berlin,
nach Weſtdeutſchland.
Schwerathletik.
In Frankfurt a. M. ging bereits am Karſamstag die ſportechniſche
Tagung des Deutſchen Athletik=Sportverbandes von 1891, die am
Kar=
freitag begann, zu Ende. Der zweite Tag brachte in der Hauptſache
praktiſche Vorführungen im Boxen und einen Vortrag des
Stadion=
lehrers Brechenmacher und Lauf= und Sprungtraining.
Fußball
Germania 94 Frankfurt — Sportverein Darmſtadt 98 2:2.
Das im Volksſtaat Heſſen beſonders ſtreng durchgeführte Verbot
gegen die Durchſührung von ſportlichen, nur der körperlichen Ertüch= ſtellung wie am Vortage an.
tigung dienenden Veranſtaltungen am Palmſonntag und Karfreitag,
zwang auch den Sportverein Darmſtadt, ſich für ein Karfreitagswettſpiel ginnende Fußbal=Ligaſpiel gegen den Fußballklub „Phönis Mannheim
ſeiner Ligamannſchaft einen Gegner im Nachbarſtaat Preußen zu ſuchen, auslöſen wird.
Der Gegner war der alte Frankfurter Fußballklub Germania 94. Da
dieſer Verein, der lange Jahre einen Beſtandteil des Frankfurter
Tum=
vereins von 1860 bildete, zurzeit über keinen eigenen Platz verfügt,
mußte das Spiel auf dem Platze des Fußballſportvereins ausgetragen
werden. Dieſer Platz beſitzt keine Grasnarbe und war dunch die trochkene
Witterung vollkommen hart. Kein Wunder, daß hierdurch und durch die
abnorme warme Witterung das Spiel litt. Beide Mannſchaften konnten
ihr eigentliches Können nicht entfalten und das unentſchiedene Ergebnis fals einen vollen Erſolg wünſchen.
von 22 muß als durchaus regulär angeſprochen werden. Bei
Sport=
verein Darmſtadt, war, die Läuferreihe der beſte Mannſchaftsteil. Die
Hintermannſchaft und die Stürmerreihe ließen viel zu wünſchen übrig.
Bei den Frankfurtern brillierte die Verteidigung und die linke Läufer=
und Sturmſeite.
Bis zur Pauſe war das Spiel gleichmäßig verteilt. Beiderſeitig hochdotierte Stuten=Prüfungspreis und das korreſpondierende Rennen
wurden teilweiſe hübſche Angriff= und Abwehraktionen gezeigt. Aber für die Hengſte. Beide Prüfungen bringen die beſte inländiſche Klaſſe
des deutſchen Altmeiſters 1. F.C. Nürnberg gegen die ſpielſtarke Sp.Vg. das Tempo des Spiels ließ bei beiden Mannſchaften zu wünſchen übrig, an den Start. Auch in Gelſenkirchen und Hamburg=Farmſen finden
Köln=Sülz, die Gaſtſpiele der Eintracht Frankfurt bei V.f.B. Aachen Torlos wurden die Seiten gewechſelt. In der zweiten Halbzeit domi= am erſten Feiertage Trabrennen ſtatt. Die Eröffnung der deutſchen
nierten zunächſt die Gaſtgeber und erzielten auch durch energiſches gutes Flachrennſaiſon geht zu gleicher Zeit in Dresden vor ſich. In den
Zuſammenſpiel und grobe Fehler der Darmſtädter Hintermannſchaſt ſieben Rennen iſt mit ganz ausgezeichnetem Sport zu rechnen, da die
zu bunt; Bärenz, der bis dahin Mittelläufer geſpielt hatte, ging nun in eſſe beanſprucht der Ehrenpreis=Ausgleich über 1600 Meter. In Neuß
den Sturm, Kratz auf den Mittelläuferpoſten, und ſiehe da, es klappte wechſeln Flach= und Hindernisrennen m bunter Folge. — Die Premiere
ſpielt am 1. Tag gegen NordenNordweſt, am Montag gegen Tennis= beſſer. Bärenz vermochte auch dunch 2 Tore unter hervorragender Un=
Ausgleich zu erzielen. Kurz vor Schluß winkte noch der Sieg; aber es g
ſollte nicht ſein, und ſo trennten ſich die beiden Gegner nach einem an= 3400 Meter der Jagdbahn führenden Ausgleich für die beſte Klaſſe. Mit
Frankfurt dunchgeführten Spiel mit dem unentſchiedenen Reſultgt. Z. Colberg (Wurſt). Palamon (Willi Heuer), Panchemin (Dyhr). Herzog
Sportverein Darmſtadt 1898 e. V.
Das Oſterprogramm der Fußhaller des Sportvereins
Darm=
ſtadt ſteht gegen dasjenige der Handballer nicht zurück. Am 1. Feier= folgt in München die Eröffnung der ſüddeutſchen Rennzeit.
Trab=
tage hat ſich die zweite Mannſchaft des Sportvereins die gleiche des rennen kommen am Oſtermontag wieder in Gelſenkirchen und
Hamburg=
hervorzuheben, und zwar das mit 4 Mannſchaften beſetzte große inter= Fußballvereins Union=Wishauſen zu einem Freundſchaftsſpiel nach Darm= 7
ſtadt verpflichtet. — Am zweiten Feiertag tritt die Ligamannſchaft
des Sportvereins nach einer längeren Unterbrechung mit ihren Spielen a
auf einheimiſchem Boden, gegen die Ligamannſchaft des
Fußball=
klubs Phönig aus Mannheim an. Die Wahl dieſes Gegners
niere werden von ſüddeutſchen Mannſchaften ſtark beſucht. Frankfurter, für ein Oſterſpiel in Darmſtadt muß als eine glückliche bezeichnet
wer=
den. Die Phöni=Mannſchaft iſt den Darmſtädtern ein alter Bekannter.
Immer noch unter Führung der für die Mannheimer Fußbelſache ſo In Frankfurt ſind die bekannten Oxforder Grehhounds beim S.C. 1880
verdienten Brüder Schönig hat auch in den letzten Verbandsſpielen dieſe zu Gaſt. Die Orforder „Windhunde” haben bekanntlich im vergangenen
Mannſchaft wieder Außerordentliches geleiſtet. Mit großem Vorſprung Herbſt die Frankfurter auf engliſhem Boden hoch geſchlagen. Auf deut=
Krieg auf deutſchem Boden. Dir unſere internationalen Beziehungen errang ſie überlegen die Kreismeiſterſchaft und rückt damit wieder zur ſchem Boden werden ſie vielleicht nicht ganz ſo leicht zu Siegeslorbeer
Süddeutſchen Bezirksliga aufe. Der Mannſchaft geht beſonders in dieſem kommen; ſie waren ja auchſt ſchon im Vorjahr einmal in Süddeutſchland
deutung. — Am Frankfurter Turnier nehmen u. a. die öſterreichiſche Jahre eine ſpielſtarker Ruf voraus. Ob es der Liga des Sportvereins und mußten ſich damals mit knappen Ergebniſſen beſcheiden. — Bei
Anziehungskraft auf das ſportliebende Publikum nicht verfehlen. — Die dem Hapre Ahtletic=Club ein Freundſchaftsſpiel vereinbart, das das erſte
Liggerſatzmannſchaft des Sportvereins ſpielt gegen den Sportklub Klein= Zuſammentreffen von deutſchen und franzöſiſchen Rugbymannſchaften auf
Heubach. — An Jugendſpielen hat die Leitung des Sportvereins, deutſchem Boden nach dem Kriege hätte werden ſollen. Das Spiel iſt aber
über die Feiertage abgeſchloſſen: 12 Schüler gegen die gleiche des F.C. vom Deutſchen Ruderverband (nicht Rugbyverband) verboten worden.
ſpielen: Nürnberger H.C. und Frankfurt=Sachſenhauſen 1857 nach Weſt= Viktoria=Aſchaffenburg, 1b Jugend gegen die 1 Jugend des F.C. Chattia Dieſe Tatſache hat in Heidelberg eine nicht geringe Erregung hervor=
Wolfskehlen. 1a Jugend gegen die 1 Jugend des Sportklubs Haſſia gerufen. Man hat jedenfalls noch den Verſuch gemacht, das Spiel zu
Dieburg und die II2 Jugend gegen die 1 Jugend des F.C. Lickers aus, retten, indem man den F.C. Neuenheim=Heidelberg bat, für die Ruder=
Frankfurt g. M.
Handball.
Um die ſüddeuiſche Meiſierſchaft.
Selten hat wohl ein ſportliches Ereignis das Intereſſe der geſamten
Bevölkerung Darmſtadts ſo in Anſpruch genommen, als das am 1.
Oſter=
feiertag, nachmittags 3 Uhr, auf dem Stadion ſtattfindende
Entſchei=
dungsſpiel um die Süddeutſche Meiſterſchaft zwiſchen der
Spielvereini=
gung Fürth und dem Sportverein Darmſtadt.
Zwei Größen auf dem Gebiete des Handballſports kämpfen um den
Meiſtertitel.
Darmſtadt, letztjähriger Süddeutſcher Meiſter, genießt in ganz
Deutſchland den Ruf allerbeſter Klaſſe.
Die Erfolge in den diesjährigen Meiſterſchaftskämpfen haben
ein=
drucksvoll bewieſen, daß dieſer Ruf vollauf gerechtfertigt iſt.
Ungeſchlagen ſteht die Darmſtadter Mannſchaft da, eine Leiſtung,
die ihrem Können das beſte Zeugnis ausſtellt.
Die Fürther Mannſchaft hat eine ähnliche ſportliche Entwicklung
erlebt. Zweimal hintereinander war ſie Süddeutſcher Meiſter; einmal
winkte ihr die Deutſche Meiſterſchaft. Im Schlußſpiel um die Deutſche
Meiſterſchaft unterlag ſie damals dem Polizeiſportverein Berlin nach
zweimaliger Verlängerung mit 2:1 Toven.
Die Spielſtärke der Fürther Mannſchaſt bewegt ſich auch heute noch
Die Darmſtädter Mannſchaft wird einem ſolchen ſchweren Gegner
gegenüber gezwungen ſein, von Anbeginn des Spieles alle Regiſter ihres
Könnens zu ziehen; denn das eine ſteht feſt, die Fürther Mannſchaft
wird ſich ſo leicht nicht zum zweiten Male im Endkampf ſchlagen laſſen.
Fürth tritt in folgender Aufſtellung an:
Eckert,
Gußner Roſen,
Hatlein. Gebhardt,
Gellinger,
Rotter. Jäckle, Knoll, Hauſchild. Heider.
Kleidung: Grüne Hoſe, weißes Trikot mit Kleeblatt.
Die Darmſtädter Mannſchaft ſpielt in folgender Aufſtellung:
Trautwein,
Meier. Kadel,
Halboth. Götz. Allwvohn,
Fiedler. Werner. Jans. Reuter. Hennemann.
Für den noch nicht ſpielfähigen Galm mußte alſo Erſatz eingeſtellt
werden. Das Spiel wird bis zur endgültigen Entſcheidung geſpielt.
Am 2. Oſterfeiertag wartet der Sportverein, wie ſchon kurz gemel=
Der größte Rivale der Fürther Mannſchaft, nämlich die
Ligahand=
ballelf des 1. Fußballklubs Nürnberg, weilt zu Gaſt. Nur vier Punkte
ſteht ſie hinter dem Spitzenführer Spielvereinigung Fürth.
Gegen den ſüdbaheriſchen Meiſter D.S.V. München gewann ſie 2:0
und einmal ſpielte ſie unentſchieden 1:1.
Die Hauptſtärke der Mannſchaft liegt in ihrem ſyſtemvollen
Kom=
binationsſpiel.
Nürnberg tritt in folgender Aufſtellung an:
Lorenz*
Möller, Gieſemann,*
Bernhardt. Seibold, Nöſſing,
Schmidt, Kraft, Eidenſchink. Amtmam. Bauer.”
Die mit Sternen verſehenen Spieler haben bereits repräſentativ
geſpielt.
Der Linksaußen Bauer ſpielte des öfteren mit großen Erfolg auf
dem gleichen Poſten der Nürnberger Meiſterfußballelf.
Auch dieſes Spiel beginnt um 3 Uhr.
Die Darmſtädter Mannſchaſt tritt wahrſcheinlich in derſelben Auf=
Nicht minder wird die Anziehungskraft ſein, die das um 4 Uhr be=
Die Darmſtädter Mannſchaft bewegt ſich in ihrem Können auf
auf=
ſteigender Linie, was aus den Siegen gegen hervorragende Vereine in
letzter Zeit hervorgeht.
Man darf wohl auf einen Sieg der hieſigen Mannſchaft tippen.
Ein ½=Stundenpaarlaufen und mehrere Rundenſtaffeln ergänzen
noch das reichhaltige Sportprogramm am Oſtermontag, dem wir eben=
Pferdeſport.
Am Oſterſonntag ladet traditionsgemäß der Trabrennverein
Mariendorf zu Gaſte. Im Mittelpunkt der Ereigniſſe ſteht der
durch Halblinks und Linksaußen 2 Tore. Dies war den Heinern doch Beteiligung der Ställe nichts zu wünſchen übrig läßt. Das
Hauptinter=
der Karlshorſter Bahn iſt wie alljährlich auf den zweiten
terſtützung durch Takaes und den Linksaußen Köhler den wohlverdienten Feiertag feſtgeſetzt. Das ausgezeichneten Sport verſprechende
Pro=
gramm gipfelt in dem Oſterpreis, einem mit 12000 Mark dotierten, über
ſtändigen, unter guter Leitung des Herrn Poike vom Fußballſportverein ſehr guten Ausſichten gehen Magnolie (Edler), Gusnole (Bismarch,
(Oertel) und Mamlaß (Wolff) ms Rennen. Während der Neußer
Reiterverein abermals mit einem gemiſchten Programm aufwartet, er=
Farmſen zur Abhaltung. Der zweite Renntag in Dresden geht am
Dienstag vor ſich. Hier treten im allgemeinen die gleichen Pferde wie
am Oſterſonntag in Konkurrenz.
Rugby.
Drei große internationale Begegnungen ſtehen auf dem Programm.
gelingt, ihren Gegner zu beſiegen, kann im voraus gerade nicht behauptet Hannover 78 weilen die Old Boys Alleynians London, gleichfalls eine
werden. Auf alle Fälle aber ſollte der Gegner und damit das Spiel ſeine ſtarke engliſche Mannſchaft. — Die Nudergeſellſchaft Heidelberg hatte mit
geſellſchaft einzuſpringen.
Samstag, 3. April
Nummer 93/94
Die Export=Legende.
Von Robert Friedländer.
Prügelknabe Export / Ein falſcher Vergleich / Die
ver=
geſſenen Sachleiſtungen / Der Friedensexport überholt
Günftige Vorzeichen.
Unſere öffentliche Meinung wird durchaus von Legenden beherrſcht.
Das mag hinſichtlich politiſcher Dinge unvermeidlich ſein, denn der
Zei=
tungsleſer und Verſammlungsbeſucher iſt im allgemeinen nicht in der
Lage, die Richtigkeit deſſen nachzupmifen, was ihm als dreiheilige
Wahr=
heit reſerviert wird. Erſtaunlicher iſt ſchon, daß ſich auch in den
Wirt=
ſchafts=Erörterungen die Legendenbildung ganz frech und ſchamlos
breit=
macht, wo doch jedermann in der Lage iſt, ſich ſelbſt von Richtigkeit und
Unrichtigkeit des Vorgebrachten zu überzeugen. Eine ſolche Legende iſt
die Export=Legende.
Es findet kaum ein Wirtſchaftsgeſpräch ſtatt, in dem nicht der
unzu=
reichende Export Deutſchlands für jegliches Uebel verantwortlich gemacht
wird. An der Arbeitsloſigkeit, am Kapitalmangel, an den hohen Zinſen,
an der Pleite von Onkel Philipp; an allem iſt der zu geringe Export
ſchuld. Und die Urſachen dieſer Export=Impotenz liegen angeblich klar
auf der Hand: die ſchlechte Valuta Frankreichs, Grenzabſperrung ſeitens
der Feindbundländer, zu hohe Löhne der Arbeiter, überſchwengliche
Steuerlaſt, Dawes=Tribut.
Wie ſieht aber die Exportlage in Wirklichkeit aus?
Der Geſamt=Export in 1925 betrug rund 8,800 Millionen. Zum
Ver=
gleich mit den Friedenszahlen müſſen aber alle Heutzahlen auf
Friedens=
werte umgerechnet werden. Dies iſt freilich nicht abſolut genau, aber ein
ungefähr richtiges Vergleichsbild gibt ſolche Umrechnung ſchon. Die
Rückrechnung über die Indexzahlen ergibt (nach den Angaben des
ſtatiſti=
ſchen Reichsamtes) einen Betrag von rund 6600 Millionen.
Demgegen=
üüber wird auf die Exportzahl von 1913 mit rund 10 000 Mill.
hingewie=
ſen. Der Vergleich erſchüttert jegliches Gemüt.
Die Exportzahl von 1913 iſt aber aus zwei Gründen nicht geeignet,
als Vergleichsmarke zu dienen. Zunächſt: dieſes Jahr war ein
Spitzen=
jahr, ein Hochkonjunkturjahr. Man kann nicht die Leiſtung eines Volkes
auf dem Gipfel ſeiner Entwicklung vergleichen mit der Leiſtng eines
Volkes, das kaum von ſchwerſtem Siechenlager ſich erhoben hat. Dann
aber iſt die Exportleiſtung eines Volkes von 67 Millionen nicht mit der
eines Volkes von 62,5 Millionen vergleichbar.
Demgegenüber iſt die für 1925 ausgewiefene Zahl an ſich zu niedrig;
ſie enthält nämlich nicht die Sachleiſtungen auf Reparationskonto. Dieſe
betrugen rund 500 Millionen. Ferner wird mit guten Grinden
be=
hauptet, daß die angegebenen Zahlen, die ja zu gutem Teil auf
Schätzun=
gen beruhen, aus objektiven und ſubjektiven Urfachen zu niedrig ſind (wie
andererſeits die Import=Angaben zu hoch.) Und ſchließlich ſind ſüir
unſere Wirtſchaft, die erſt zu Jahresbeginn 1924 aus dem Chaos
auf=
tauchte, Jahresdurchſchnitte zu große Maßſtäbe.
Trotzdem ſei vorerſt das ganze Jahr 1925 mit zwei Friedensperioden
verglichen, und zwar mit der Normalperiode 1907—1910, in der die
Außenhandelszahlen ein ziemlich gleichgewichtiges Normalbild ergaben;
und mit der Hochkonfunkturperiode 1911—1913, in der der Außenhandel
der ganzen Welt emporſchnellte, gleichſam, als hätten die Völker die
be=
vorſtehende Kataſtrophe geahnt und getrachtet, ſich noch möglichſt raſch
möglichſt ausgiebig zu bevorrätigen. Neben den abſoluten Zahlen ſeien
aber — als allein für Vergleiche brauchbar —, die relativen Zahlen auf
den Kopf der Bevölkerung vermerkt.
Durchſchnittliche
Bevölkerung
1911—1913 66,2 Mill.
1907—1910 63,3 Mill.
1925
62,5 Mill.
Import
Mill. p. Kopf
10,400 156
8,500 134
9,000 142
Export
Mill. p. Kopf
3.300 136
6,800 108
7.000 112.
Aus dieſen Zahlen ergibt ſich demnach, daß das Jahr 1925 im Export die
Gleichgewichtsperiode von 1907—1910 bereits überſchritten hat.
Aber es gibt ein falſches Bild, wenn man für die Heutwirtſchaft
Jahresdurchſchnitte nimmt. Von Quartal zu Quartal haben ſich die
Exporte (auf Vorkriegswerte umgerechnet, ohne Reparation) der letzten
beiden Jahre wie folgt geſtellt:
1924:
1925:
1. Quartal . 1131 Mill.
1550 Mill.
2. Quartal . . 1146 Mill.
1568 Mill.
3. Quartal .
1331 Mill.
1690 Mill.
4. Quartal .
1543 Mill.
1828 Mill.
Eine ſteil anſteigende Kurve! Bleibt der Export auch nur auf dem Stand
vom vierten Quartal, ſo wird in 1926 der Normal=Friedens=
Export nicht unweſentlich überholt ſein!
Daneben bleibt natürlich beſtehen, daß wir mehr Export
brau=
chen; zur Beſchäftigung unſerer Mehr=Arbeitskräfte, zur Erfüllung
unſerer Reparations=Verpflichtungen, zur allmählichen Tilgung unſerer
Auslandsſchulden. Aber ein anderes iſt es, Erlangung von
Wüinſchens=
wertem anzuſtreben — ein anderes, ſich über nicht vorhandene
Uebel=
ſtände zu beklagen. Dies tut die Export=Legende. Und kommt damit der
neudeutſchen Wehleidigkeit und Altweiberſcheltſucht entgegen, die
unab=
läſſig nach einem Sündenbock ſucht, anſtatt den Dingen kalt, gefaßt ins
Auge zu ſehen.
Der weiteven Entwicklung des deutſchen Außenhandels darf man
eine günſtige Prognoſe ſtellen.
Da der Import pro Kopf den Friedens=Import nur wenig
über=
ſchritt, iſt tatſächlich — trotz gelegentlicher Konſumexzeſſe — nicht
unweſentlicher Minderverbrauch des Volkes eingetveten; denn im
ver=
gangenen Jahre diente ein Teil der Importe noch der Lagerauffüllung,
als einem zuſätzlichen, nicht wiederkehrenden Zweck. Und die günſtige
Ernte des Vorjahres wird für das laufende Jahr die Importbilanz
fühl=
bar entlaſten.
Der Export hingegen wird weiter ſteigen. Die Gefundung des
deut=
ſchen Wirtſchaftsprozeſſes, die in den beiden Jahren ſeit der
Stabiliſie=
rung erſtaunlich raſch und erſtaunlich ſicher vor ſich gegangen iſt, wird
weitere Fortſchritte machen. Das Großreinemachen iſt ziemlich beendet;
nun geht es an die Feinarbeit. Und wer ſehen will, der ſieht allüberall
die Kräfte am Werk, den verlorenen induſtriellen Vorſprung wieder
ein=
zuholen.
Bedenkt man, daß in unſerer Exportbilanz allein drei wichtige
Ex=
portpoſitionen der Friedenszeit enormen Ausfall zeigen:
Kohle mit zirka 500 Millionen,
Zucker mit zirka 150 Millionen,
Mehl und Roggen mit zirka 200 Millionen,
ſo ſind die ſchon bisher erreichten Exportzahlen hoch
befrie=
digend und laſſen der Hoffnung zu weiterer Uebung vollen Raum.
Wir geben dieſen Ausführungen eines bekannten
Wirtſchaftsſachver=
ſtändigen gerne Raum, da ſie auf den Kern der ganzen traurigen
Wirt=
ſchaftslage hinweiſen. Tatſächlich iſt nicht die Hebung des Exports allein
für die Geſundung der deutſchen Wirtſchaftmaßgebend, ſondern es
ſpie=
len hierbei noch ganz andere Faktoren eine wichtige Rolle. Hauptſächlich
iſt an den ſchweren Zuſammenbruch des Marktes im Innern zu denken.
Dieſe innere Kriſe, die nur durch die Belebung des Innenmarktes durch
Hebung der Kaufkraft und durch allmähliche Verminderung der
Arbeits=
loſenzahl befeitigt werden kann, muß klar erkannt werden, und es muß
verſucht werden, durch geeignete Maßnahmen dieſe letzten Ziete zu
er=
reichen. Wenn man von dieſem Geſichtspunkte aus die Lage beurteilt
und erkannt hat, daß hier die Urſachen. der derzeitigen Depreſſion des
deutſchen Wirtſchaftslebens liegt, wird von ſelbſt die „Exportlegende‟
verſchwinden, die heute den unzureichenden Export Deutſchlands für alle
Uebel verantwortlich macht. (D. Red.)
Die engliſche Kohlenkriſe.
Die Kriſe im engliſchen Kohlenbergbau nähert ſich ihrem Höhepunkt.
Die Grubenbeſitzer zberreichten geſtern dem Vollzugsausſchuß der
Berg=
arbeiter ihre ſchriftlich niedergelegten Vorſchläge, über welche die
Dele=
giertenverſammlung der Bergarbeiter am nächſten Freitag Beſchluß
faſſen wird. In unterrichteten Kreiſen wurde heute vielfach ſchon von
einer ernſten Kriſe geſprochen. Man bezweifelt, daß die Bergarbeiter
die Vorſchläge der Grubenbeſitzer als Verhandlungsbaſis annehmen
wer=
den. Die Vorſchläge ſind jetzt verteilt worden. Sie umfaſſen folgende
Hauptgeſichtspunkte: Jeder Grubenbezirk ſoll ſeine eigenen
Minimal=
prozentſätze nach Maßgabe der jeweiligen Zahlungsfähigkeit feſtlegen.
Der Bergbau müſſe auf ſeinen eigenen Füßen ſtehen können, aus
wel=
chem Grunde eine Fortzahlung der Subventionszahlungen verurteilt
werden müſſe. Ein ſehr weſentlicher Faktor iſt aber nach Meinung der
Grubenbeſitzer eine Verlängerung der Arbeitszeit, ohne die ſich eine
Sa=
nierung der Induſtrie nicht herbeiführen laſſen werde. Die ganze Kriſe
im engliſchen Bergbau kriſtalliſiere ſich immer mehr zu einem reinen
Lohnproblem, während alle übrigen im Berichte der Kohlenkommiſſion
enthaltenen Vorſchläge zunächſt mehr oder weniger Kuliſſe ſind.
Entwicklung der öffentlichen Elektrizitätswerke
Deutſchlands 1913—1924.
Offentliche Elektrizitätswerke
in Deutschland in den Jhren 193-1924
Die Nutzbarmachung der Energiequellen zur Erzeugung elektriſcher
Kraft, die Elektrifizierung der Wirtſchaft iſt in Deutſchland im letzten
Jahrzehnt um einen bedeutenden Schritt vorwärts gekommen. Dieſe
Entwicklung dürfte auch in Zukunft anhalten, zumal die Koſten für die
Fernübertragung von eſektriſcher Kraft im allgemeinen geringer ſind als
für die Verfrachtung der Kohle zu den Verbrauchsbezirken. Vor allem
wurden im letzten Jahrzehnt die auf der Braunkohle liegenden
Kraft=
werke ausgebaut. Während beiſpielsweiſe noch im Jahre 1913 im
rhei=
niſch=weſtfäliſchen Induſtriegebiet faſt der geſamte Strom der öffentlichen
Werke aus Steinkohle erzeugt wurde, kamen 1922 ſchon 40 v.H. des
Stroms aus den bei Köln gelegenen Braunkohlen=Kraftwerken. Auch die
Waſſerkraft ſpielt eine ſtändig wachſende Rolle in der Elektrowirtſchaft,
Zum Siurz des belgiſchen Franken.
Brüſſel. Der Finanzminiſter Janſſen empfing geſtern die
Preſſe=
vertreter und erklärte, daß die öffentliche Meinung ſich zu Unrecht üüber
den gegenwärtigen Sturz des belgiſchen Franken beunruhige. Es könne
ſich nur um eine vorübergehende Erſcheinung handeln, da die Finanzlage
des Staates geſund ſei. Der Banknotenumlauf habe ſich ſeit einem Jahre
nicht verändert und auch die ſchwebende Schuld ſei die gleiche geblieben.
Die Regierung werde auf alle Fälle nicht zur Inflation Zuflucht nehmen,
und ſie halte an ihrem Stabiliſierungsprojekt feſt. Er, Janſſen werde
dieſer Tage nach England gehen, um die unterbrochenen Verhandlungen
wieder aufzunehmen. Er könne immerhin nicht verſprechen, aus London
mit einem günſtigen Abkommen in der Taſche zurückzukehren, da auch
noch mit der Haltung Amerikas gerechnet werden müſſe.
Geſellſchaft für elektriſche Hoch= und Untergrundbahn (
Hochbahngeſell=
ſchaft) Berlin. Die Berliner Straßenbahn=Betriebs=G. m. b. H. hat auf
ihren Namen lautende Reichsbankdepotſcheine über 6 172000 M. bei der
Geſellſchaftskaſſe hinterlegt und zur H. V. angemeldet mit der Weiſung,
eine Stimmkarte über 172000 M. für Bankier Otto Carſch und eine
Stimmkarte über 6 000 000 M. auf das Bankhaus Carſch u. Co.
auszu=
ſtellen, welches folgenden Antrag ſtellt: Die H. V. wolle beſchließen:
„Vorſtand und Aufſichtsrat werden beauftragt, mit der Stadtgemeinde
über den Verkauf des Unternehmens als Ganzes zu dem aus dem
Ange=
bot der Stadt Berlin, betreffend Umtauſch von Aktien in Anleihe der
Stadt Berlin, ſich ergebenden Geſamtpreis zuzüglich dem vertragsmäßigen
ſeinerzeit geltenden Rückerwerbspreiſe der 50 000 Stück Aktien über 1 M.
und Uebernahme der Verbindlichkeiten in Verhandlung zu treten.
Vor=
ſtand und Aufſichtsrat werden zum Abſchluß zu dieſem Preiſe ermächtigt,
ſind auch befugt, in der Form der Gewährung der Anleihe als
Gegenlei=
ſtung Aenderungen vorzunehmen, welche jedoch die ſelbſtſchuldneriſche
Verpflichtung der Stadtgemeinde Berlin für den Gegenwert und Zinſen,
der auf jede Aktie entfällt, nicht betreffen dürfen.”
Kreditgewährung in Preußen. Das preußiſche Staatsminiſterium
hat beſchloſſen, daß Kredite der Preußiſchen Staatsbank nur ſolchen
Un=
ternehmungen gewährt werden, deren Verpflichtungen vom Freiſtaat
Preußen oder vom Deutſchen Reich garantiert ſind. Ferner müſſen
Preußen oder das Deutſche Reich an den Unternehmungen, denen Kredit
gewährt wird, mit Kapital beteiligt ſein und zwar ſollen entweder
Preußen oder das Reich den maßgebenden Einfluß auf das betreffende
Unternehmen ausüben. Vorübergehend dürfen Kaſſenbeſtände bei erſten
Banken angelegt werden.
Zum Börſenterminhandel zugelaſſen ſind von Dienstag, den 6. April
ab die Aktien der Aktiengeſellſchaft für Zellſtoff= und Papierfabrikation
Aſchaffenburg. Als Mindeſtbetrag iſt 3000.— R.=Mk. und das mehrfache
hiervon feſtgeſetzt. Die Notierung zu veränderlichen Kurſen wird vom
gleichen Tage ab eingeſtellt.
Die Firmen Heinrich Lanz A.=G., Mannheim, und R. Wolf A.=G.,,
Magdeburg=Buckau, die ſeit 1924 durch eine Intereſſengemeinſchaft
ver=
bunden ſind, haben die Aufteilung ihrer Fabrikationsprogramme
vor=
genommen. Die Heinrich Lanz A.=G. übernimmt den geſamten
Dreſch=
maſchinen= und Traktorenbau, die Firma R. Wolf A.=G., Magdeburg=
Buckau, dagegen den geſamten Lokomobilen= und ſtationären
Motoren=
bau. Die bisherige Erzeugung gleichartiger Maſchinen an getrennten
Produktionsſtätten iſt dadurch vermieden und damit ein weitgehender
Fortſchritt in der Rationaliſierung beider Werke getan worden.
Amerikaniſcher Winterweizenſtand. Der Getreideexperte Snow
be=
ziffert den Stand des Winterweizens auf 85,4 Prozent und die
voraus=
ſichtliche Winterweizenernte auf 563 Millionen Buſhels. Zur gleichen
Zeit des Vorjahres wurde der Witerweizenſtand mit 68,7 Prozent
ange=
geben und der vorausſichtliche Ernteertrag mit 474 Millionen Buſhels.
Der definitive Ernteausfall beträgt bekanntlich im Vorjahre 417 Mil=
lionen Buſhels.
Pom ſüddeutſchen Holzmarkt.
(Von unſerem Sonderberichterſtatter.)
Das Bild am ſüddeutſchen Nadelſtammholzmarkt hat ſich
in der erſten Hälfte der letzten Monatsdekade kaum weſentlich verandert.
Man blieb insbeſondere in Baden und Württemberg auf dem erreichten
Mittel von etwa 120 Prozent der Landestaxen. Im normalen
Verhält=
nis hierzu verhalten ſich immer noch die Verkäufe, ſei es auf dem Wege
der Verſteigerung oder des freihändigen Verkaufs, die zu 110—120
Pro=
zent getätigt werden. Man berichtet zwar allenthalben ſchon wieder
häufiger von Erlöſen in Höhe von etwa 130 Prozent, wie etwa bei
kürz=
lichen Verſteigerungen einiger württembergiſcher Gemeinden oder des
badiſchen Forſtamts Bonndorf und der Gemeinde Oppenau. Sie blieben
aber, ſo unerfreulich ſie von dem hart kämpfenden Stande der
Säge=
werksbeſitzer auch kommentiert werden, bis jetzt doch noch mehr oder
minder die Ausnahme. In Bayern iſt man entſchieden weit
zurückhal=
tender, als dies in den beiden Nachbarforſten der Fall iſt. Das Gros
der für den Waldbeſitz erzielbaren Preiſe lag hier doch noch zwiſchen
100—115 Prozent der Landestaxen, und nur in ganz vereinzelten Fällen
wurde dieſe obere Preisgrenze noch um weitere 10—11 Prozent
über=
ſchritten.
Am ſüddeutſchen Brettermarkt iſt das Geſchäft nach wie vor
flau. Man ſcheint ſich in Sägerkreiſen doch zu früh übertriebenen
Hoff=
nungen auf das Frühjahrsgeſchäft hingegeben zu haben. An Anfragen
ſeitens des Großhandels fehlt es ja nicht, es handelt ſich hier aber doch
meiſt um reine Orientierungsfühler. Die Schnittwarenbeſitzer haben
im allgemeinen ihren Verſuch, die Preiſe in die Höhe zu ſchrauben und
ſie mit dem im Rundholz inveſtierten Kapital, mehr in Einklang zu
bringen, wieder aufgegeben, ſind aber nur in den ſeltenſten Fällen, und
dann nur gegen ſofortige Barzahlung, zu Preiszugeſtändniſſen geſonnen,
Schleuderpreiſe werden meiſt nur noch im Rheinland und Weſtfalen
angetroffen, wo der Platzyandel oft unter allen Umſtänden verkaufen
will oder der geringe Bedarf aus den häufigen Konkursmaſſen befriedigt
werden kann. Auch in Süddeutſchland leidet das Geſchäft unter der
Aufnahmeunfähigkeit des Marktes. 16 1” 5‟—12” unſortierte
ſäge=
fallende Bretter, faul= und bruchfrei, offerierte man bahnfrei bayeriſcher
Verladeplätze zu 43—47 Mk. je Kbm. Gleiche Ware ſtellte ſich ab
Schwarz=
wald auf durchſchnittlich 50 Mk. und darüber, doch wurden einige
Wag=
gons auch etwas darunter abgegeben. Auch nach hobelfähigen Brettern
will ſich immer noch keine vermehrte Nachfrage einſtellen. Ab Bayern
kaufte man den Kubikmeter zwiſchen 50—57 Mark, während von
Schwarz=
wälder Werken bis 60 Mark aufwärts gefordert wurde. Nur gerings
Poſten ſortierter Bretter brachte der Karlsruher=Mannheimer
Holz=
handel in Verkehr; 18‟ 1” Ausſchußbretter waren zu etwa 53 Mark,
F=Bretter 43—49 Mk., „gute” Bretter 85—89 Mk., reine und halbreine
Bretter von 110 Mk. an je Kubikmeter angeboten. Auch auf dem
Hobel=
brettermarkt ſtellt ſich die erwartete Belebung noch nicht ein. 21/22 mm
ſtarke ſüddeutſche Fichten= und Tannenhobelbretter notierten jüngſt in
unſortierter Ware zu etwa 1,98—2,05 Mk., Ia Ware etwa 2,15—2,20 Mk.,
IIa Ware zu etva 1,68—1,74 Mk. und Rauhſpundbretter zu etwa 1,45 bis
1,50 Mk. ſe Kubikmeter frei Karlsruhe=Mannheim. Bahnfrei Karlsruhe=
Mannheim verlangte man für mit üblicher Waldkante geſchnittenes
Tannen= und Fichtenbauholz von 55 Mk. und für Vorratsholz von 45
Mark an je Kubikmeter.
Liquidationskurſe per Ultimo März.
Die Liquidationskurſe wurden diesmal ſchon ſehr früh feſtgefetzt, da
die Unterbrechung des Börſenverkehrs vom Karfreitag ab über Oſtern
hierzu zwang. Gegenüber den letzten Liquidationskurſen ſind vielfach
be=
deutende Steigerungen zu verzeichnen, die ſich vor allem auf
Schiffahrts=
aktien, Bankwerte, Maſchinenfabriken, Elektrizitätswerte und verſchiedene
Spezialpapiere erſtrecken. Im einzelnen ſtellen ſich die Ultimo=
Liqui=
dationskurſe wie folgt: Allgemeine Deutſche Eiſenbahn 63 (letzter
Liqui=
dationskurs 54), Berliner Handelsgeſellſchaft 158 (152), Commerz= und
Privatbank 115 (112), Darmſtädter und Nationalbank 135 (130), Deutſche
Bank 136 (128), Disconto=Geſellſchaft 131 (124), Dresdner Bank 120 (117),
Mitteldeutſche Kredit 101 (104), Schultheiß 154 (148), Deutſch Auſtralier
127 (120), Hamburg Amerika 155 (146), Hamburg Süd 111 (106), Hanſa
Dampf 158 (144), Kosmos 125 (116), Norddeutſcher Lloyd 155 (137),
All=
gemeine Elektrizitäts=Geſellſchaft 103 (94), Bergmann 95 (86), Bi. M.
Schwarzkopff 76 (69), Bochum Guß 93 (84), Buderus 61 (46),
Charlot=
tenburger Waſſer 76 (69), Cont. Cauotch. 123 (124), Daimler 54 (50),
Deſſauer Gas 93 (84), Deutſch=Luxemburg 98 (88), Deutſche Erdöl 95 (91),
Deutſche Maſch. 58 (54), Dynamit Nobel 86 (80), Elektr. Licht 115 (105),
Farbeninduſtrie 139 (129), Gelſenkirchen 98 (89), Geſ. f. elektr. Unt. 141.
(134), Harpener 108 (103), Hoeſch 94 (86), Ilſe 111 (106), Kahlbaum 94
(95), Kali Aſchersl. 133 (120), Klöckner 77 (73), Köln=Neueſſen 96 (88),
Köln=Rottweil 88 (80), Linke Hofmann 46 (43), Loewe 153 (139),
Man=
nesmann 92 (89), Nationale Auto 70 (70), Mansfeld 90 (82), Oberſchl.
Eisbedarf 47 (42), Oberſchl. Eiſ.= Ind. 46 (42), Oberſchl. Koks 75 (68),
Orenſtein 81 (76), Oſtwerke 136 (132), Phönix 82 (79), Rhein. Braunk.
137 (130), Rhein. Stahl 84 (81), Riebeck Montan 92 (86), Rombacher 32
(33), Rütgerswerke 79 (76) Salzdefurth 164 (148), Schuckert 92 (85),
Siemens u. Halske 116 (109), Tietz 84 (82), Weſteregeln 136 (128), Otavi
Shares 20 (30).
Vereinigte Stahlwerke A.=G. Eſſen.
Eſſen. In den Verhandlungen der Vereinigten
Stahl=
werke A.=G., die ſich bis in die ſpäten Abendſtunden hinzogen, kam es
zu einer Klärung in den Hauptfragen, doch ſind einige Punkte noch
zu erledigen, ſo daß das Inkrafttreten der neuen Geſellſchaft, das für den
1. April beabſichtigt war, noch nicht ausgeſprochen werden konnte. Die
Verhandlungen werden demgemäß fortgeführt. Mit ihrem endgültigen
Abſchluß iſt in den nächſten Tagen zu rechnen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Reichsarbeitsminiſter hat den Schiedsſpruch in der
Lohn=
rage für die Rheinreedereien für verbindlich erklärt.
Der Vorſtand des Deutſchen Induſtrie= und Handelstages
beſchloſſen, daß die diesjährige Vollverſammlung des Deutſchen
In=
ſtrie= und Handelstages am Mittwoch, den 28. April ds. Js., in Berlin
attfinden foll. Am 27. April wird eine Vorſtands= und
Hauptausſchuß=
zung vorausgehen.
Kürzlich wurde in Hamburg eine Reederei unter der Firma „
Han=
eatiſche Reederei A.=G.” neugegründet. Das Grundkapital der
uen Geſellſchaft beträgt 500 000 R.=Mk.
Die diesjährige Hauptverſammlung der deutſchen Pflaſterſtein= und
chotterinduſtrie findet am 11. Mai 1926 in Breslau ſtatt.
Die angekündigte Inlandsanleihe des Württembergiſchen
parkaſſen= und Giroverbandes über 15 Mill. Reichsmark iſt jetzt auf
cei Jahre mit 7 Prozent verzinslich abgeſchloſſen worden. Der
Aus=
hlungskurs beträgt 95 Prozent. Die Anleihe ſoll zu etwa 98 Prozent
Inlande aufgelegt werden.
Das Rheiniſche Braunkohlenſyndikat hat mit
Rück=
ht auf die am 1. April in Kraft tretende Ermäßigung der
Umſatz=
uer beſchloſſen, den Grundpreis für Hausbrandbriketts mit dem
glei=
m Tage von 13,93 R.=Mk. auf 13.90 R.=Mk. die Tonne ab Werk mit
racht=Baſis Liblar zu ermäßigen.
Ueber das Vermögen der Diefenbronner A.=G. in
Frank=
rt a. Main iſt die Geſchäftsaufſicht angeordnet worden.
Die gute Nachfrage nach Stickſtoffdünger hielt auch im März
Die eingehenden Aufträge wurden prompt erledigt. Die Preiſe
fuhren keine Aenderung. Im Ausland war der Abſatz befriedigend.
Wie aus Paris gemeldet wird, haben die zwiſchen der deutſ hen und
anzöſiſchen Wirtſchaftsdelegation jetzt wieder aufgenommenen
Ver=
ndlungen dazu geführt, daß das am 12. Februar ds. Js
unter=
chnete wirtſchaftliche Abkommen um drei Monate verlängert wird.
Am 1. April wurde ein Sitz an der New Yorker
Effekten=
rſe für 135 000 Dollar transferiert gegen 145 000 Dollar zuletzt.
Eine New Yorker Bankgruppe unter Führung von Blair u. Co.
ittiert Dollar 10 600 000 7prozentiger Bonds der Provinz
Buenes=
res mit 25jähriger Laufzeit zu 96½ Prozent und Dollar 4 200 00)
des=
eichen mit zehnjähriger Laufzeit zu 97 Prozent.
Im März wurden Dollar 373,5 Millionen Bonds in Amerika zun
A 2
sgabe gebracht.
Geite 22
Samstag, den 3. April 1926
Nummer 93/94
Palast-Lichtspiele
Das glänzende Osterkestprogramm!
Die bekannte Operette im Film:
Unkeof
I. Felertag, 4. Aprll: geschlossen.
Torlelanit.
5. April
HI. Oster-Feiertag
und folgende Tage:
Nurkurze Zeit!
Persönliches Gastspiel
des gefeierten Filmschauspielers
Bran Hisfner
und
B Akte 8
Die Liebesgeschichte eines Kaisers und
eines Mädchens aus dem Volke, die
ganz Europa rührte u. hinriß!
In den Hauptrollen:
Lva Hara Harry Liedtke
als Kaiser Joseph
als Försterchristl
W Jugendliche haben Zutritt! w
Neueste Wochensch au
Letzte Abendvorstellung 8 Uhr.
(5049
Residenz-Theatert
dohin gehen wir
um für einige Stunden die Sorgen zu vergessen
AulsT Persen
von der komischen Oper Berlin
sowie
der Darmstädter Lieblinge
Hurga Peter- Gust. Bertram
Ber
Mitternachtsgast‟
Sketsch von Ludwig Renner.
„Verschlafen‟
Ein Liebesspiel in 1 Aufzug von Eugen Rex.
wo Larry Semon, der Meister der
Beweglich-
keit und der Groteske in seinem neuesten
Lust-
spiel in 7 Akten die schlechteste Laune durch
seine Spässe vertreibt.
Peitſchengamaſchen
in Stoff und Leder,
Marke eingeſtempelt,
(I. Bin 881)
Grammophone
werden elektriſch
um=
gearbeitet 4252a
Muſikgeſch. Bund
Schuchardſtraße 9.
Miet-
Pianos
frei. (3504a
Arnold & Sohn
Eliſabethenſtr. 28.
Betrogene Betrüger
Musikal. Lustspiel von Gust. Bertram.
In den Hauptrollen:
Bruno Kastner, Lnisl Tiersch, Marga Peter,
Gustav Bertram.
Neue Solo-Schlager
aus dem Reportoire: Marga Peter, Gust. Bertram
Licht-Visionen
in der
Silbergrotte
L a Perl=
„Ein Traum v. Licht und Schönheit‟
Allegro-Famllle, Großer Mnsik-Akt.
Käte und Nickl In ihren Tänzen.
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Nummer 93/94
Samstag, den 3. April 1926
Seite 23
Alexandra Zwanowna.
Der Roman einer ruſſiſchen Emtgrantin.
Von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten)
29)
Peter Mirkowicz tanzten die Nerven auf der Stirn. Welch
ein Eſel war er geweſen, welch ein großer Eſel! Anſtatt ſeine
Beute heimlich wie ein Fuchs an ſeinen Bau zu tragen, hatte
er ſeine ganze Herrſchaft auf die Beine gebracht, Zivio ſchreien,
Böller ſchießen und abends ein großartiges Feuerwerk
abbren=
nen laſſen! Dreißig Meilen in der Runde war es in
vierund=
zwanzig Stunden bekannt geworden, was für ein ſeltener Vogel
in ſeinem Schlag ſaß. Und den Mund hatte man voll genommen,
es war nicht zu ſagen! Aus der Tochter des Knäs war eine
ruſſiſche Großfürſtin geworden, die ihre Abſtammung nicht
ver=
raten wolle, weil ſonſt die Bolſchewiben gleich hinter ihr her ſein
würden.
Jung und alt ließ die Viererzüge anſpannen, das ſchönſte,
wit Siüber reich beſchlagene Geſchirr wurde den Pferden
auſ=
gelegt, große Koffer mitgenommen. Man wunderte ſich nicht.
Peter Mirkowicz war immer ein Teufelskerl geweſen. Hatte er
nicht vor dem Kriege am Zarenhofe verkehrt, wie man das tat
in dem ſchönen Weinreſtaurant am Agramer Markt? Und
wahr=
ſcheinlich hatte er ſein vieles bares Geld dieſen Herrſchaften zur
Verfügung geſtellt, deshalb ſaß er jetzt ein wenig in der Klemme.
O, der wußte, was er tat! Wenn ein weißer Zar wieder über
Rußland gebot, würde man Peter Mirkowicz mit Ehren und
Macht überhäufen. War es da nicht das klügſte, man ſtellte ſich
recht gut mit ihm und zeigte der Großfürſtin ſeine Ergebenheit?
Tat natürlich, als wiſſe man nicht, daß die edle Frau von ſo
hoher Herkunft war. .
Peter Mirkowcz ſchimpfte in ſich hinein wie ein Rohrſpatz.
Aber, was half das denn? Er kam bei Alexandra Iſanowna
nicht von der Stelle. Gleich am erſten Abend hätte er auf’s
Ganze gehen müiſſen! „Da war ſie hingeriſſen geweſen von dem
Empfang, hatte über das ſchöne Feuetwerk in die Hände
ge=
klatſcht — und war, als die letzte Rakete verpufſte, verſchwunden
geweſen. Hatte bis zum nächſten Mittag geſchlafen und ſich
ent=
ſchurldigt. Ganz plötzlich habe ſie die Müdigkeit überannt, ſie
habe ſich überhaupt nicht mehr auf den Beinen halten können.
Nach dem Eſſen waren ſie ausgefahren, er hatte ihr einen großen
Teil ſeiner Herrſchaft gezeigt, und als ſie am Abend
zurückgekom=
men waren, hatte Alexandra Jwanowna geweint. Sie hatte es
ſo gut und der arme Nicolai Anaſtaſiowitſch ſo ſchlecht. Gott und
die lieben Heiligen wüßten, ob er überhaupt noch am Leben ſei,
ſein Täubchen aber, das ihm vor dem Altar Treue gelobt habe
bis zum Tode, wiſſe es nicht. O, wie ſchrecklich ſei das! Hier
endlich habe ſie in einer rechtgläubigen Kirche Gelegenheit, für
ihn zu beten. Gleich nach dem Abendeſſen werde ſie das tun.
Sie abzuhalten, wäre töricht geweſen, aber auch dieſer Tag
war verloren. Während ſie in der Kapelle war ſchärfte er den
beiden Dienſtmädchen ein, der edlen Gebieterin nicht Tinte, Feder
und Papier zu bringen, und wenn ſie dieſe Dinge bei ſich habe,
ihm ſofort Mitteilung zu machen.
„Sonſt ſchlag ich Euch den Rücken blutig,” hatte er gedroht.
Nun ja, man kannte den Gebieter. Man war abhängig von
ihm. Die Väter hatten ein Stücken Land von ihm gepachtet, von
dem ſie lebten. Gehorchte man nicht, wurde ihnen das bißchen
Land abgenommen und die lieben Eltern kamen in Not. . .
Als Alexandra Iwanowna aus der Kapelle wieder
zurück=
gekommen war, hatte ſie gerötete Augen gehabt, war mit ihm
vor dem Echloſſe auf= und abgegangen. Ueber Nicolai
Anaſta=
ſiowirſch hatte ſie mit ihm geredet und auch über Herrlins..
Er hatte große Mühe gehabt, ſie zu tröſten. Geſagt:
„Gedulb, Alexandra Iwanowna! Vor vier Wochen werden
wir ſcerlich etwas über Nicolai Anaſtaſiowitſch erfahren. Und
ihre Freunde in Walduffeln wiſſen nun ja, daß Sie ihn ſuchen!
Sie werden jetzt gar keinen Brief mehr von Ihnen erwarten,
können ſich vorſtellen, wie vorſichtig Sie ſein wüſſen. Aber ſpäter
fahren Sie natürlich mit Nicolai Anaſtaſiowitſch zu Herrlins. Wie
werden die ſich freuen!“
Da war ſie beruhigt. Das war immerhin ein Erfolg
ge=
weſen. Aber nun hieß es Nicolai Anaſtcſiowitſch ſchlecht machen.
Der war nicht zufällig in München herumgelaufen. Hatte
ſicher den Aufenthaltsort ſeiner Frau erfahren und ſaß nun
voller Ungeduld in Walduffeln. Da hieß es ſehr vorſichtig ſein...
Jgnaz Boidl mußte ſehr bald einen Brief ſchreiben, in dem
ſtand, daß Nicolai Anaſtaſiowitſch gar nicht mehr an ſein
Täub=
chen dachte. Er habe ſich in Rußland mit einer anderen getröſtet.
Nichts regte die Frauen mehr auf, als ſolche Kunde! Gleich
mor=
gen früh wollte er dem Jgnaz Boidl mitteilen, was er ſchreiben
Ihre Augen täuschen Sie nicht,
das,Aufhusseln” der Wäsche ist das erste
Zeichen der beginnenden Zerstörung.
Nicht durch den Gebrauch wird die
Wäsche vorzeitig vernichtet, sondern
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ſolle. Dann fing natürlich das Täubchen jämmerlich an zu
wei=
nen. Man tröſtete es, ſchloß es gerührt in ſeine Arme, küßte es
voller Teilnahme, dann ein wewig hitziger. Der Verſtand
ver=
wirrte ſich — man war entrüſtet über den ungetreuen Ehemann,
der ſolch eine Perle nicht zu ſchätzen wiſſe. Nichts verdiene er,
als bodenloſe Verachtung. Ja, was tat dann dieſe
temperament=
volle Frau? Sie ſuchte von allein Vergeſſen in ſeinen Armen. . .
Am nächſten Morgen ratterten die Viererzüge vor. Die
Gospodins kamen mit ihren großen Koffern und ihrer ganzen
Familie. Man habe gehört. . . Man wolle ſeine Ehrerbietung
bezeugen. . . O, kein Wort ſei nötig! Man wiſſe Beſcheid. Ganz
ſtreng werde man das Inkognito wahren!
Er hatte dageſtanden wie ein dummer Junge. Aber
ſchließ=
lich war einem jungen Fant doch der Mund übergelaufen. Peter
Mirkowicz war nicht auf den Kopf gefallen. Ein Wink von
Alexandra Iwanowna, der „Großfürſtin”, und ſie verſchwanden
wieder gehorſam. Er hatte nicht ja und nicht nein geſagt,
ſon=
dern nur ärgerlich erwidert, man ſolle ſolche Redensarten laſſen,
Aufſehen ſei auf jeden Fall zu vermeiden!
Aber dieſes Mal hatte ſeine Rechnung ganz und gar nicht
geſtimmt. Alexandra Iwanowna fühlte ſich äußerſt glücklich in
dieſem Trubel. War ſelig über die tiefen Knickſe der Damen,
über die krummen Rücken der Herren. . . O, hier war noch
Herrentum! Hier kam die Tochter des Knäs Tatjaloff zu ihrem
Rechte! Mit Juchhe ging es in den Viererzügen über Land.
Mit=
tags und abends wurde getafelt. Feuerwerk, Piſtolenmallen
in jeder Nacht. . . Demütig fragten die Gospodins an, ob man
ihnen die Ehre erweiſen würde und die edle Gebietevin ein paar
Tage bei ſich beherbergen zu dürfen. Mit tauſend Freuden ſagte
ſie zu — für ſpäter! Jetzt war es hier ſo ſchön!.
Peter Mirkowicz ſtrahlendes Geſicht legte ſich in Falten,
wenn er allein war. Zankte ſeinen Güterdirektor aus.
„Geld muß beſchafft werden — ſchleunigſt Geld! Schulden
muß ich doch haben, es iſt nicht zu ſagen! Die Bande ſäuft mir
den Reſt meines Weinkellers aus!”
Es iſt wahrhaftig nicht mehr viel da,” beſtätigte der
Güter=
direktor. „Und Schulden ſind auch in recht beträchtlichem
Um=
fange vorhanden! Ich ſtoße bereits bei den Lieferanten auf
aller=
lei Ausreden! Aber wie ſoll ich zur Abwickelung von Geſchäften
kommen, wenn meine Dienſte jetzt hier in Anſpruch genommen
werden? Immer muß ich hinter den Leuten her ſein, ſonſt
ſchnei=
den wir nicht würdig ab!"
Peter Mirkowicz konnte ſeine zahlreichen Gäſte doch nicht
davonjagen! Es kamen ſogar immer mehr. Alle Fremdenzimmer
waren belegt, und Alexandra Iwanowa dachte nicht daran, dem
Treiben Einhalt zu gebieten. So glücklich war ich lange nicht,
ſagte ſie immer wieder . . . Ja, was hatte er davon? . . . Sein
gutes Geld wurde er, los — deshalb hatte er dieſes Täubchen
nicht hierher verſchleppt! Raus mußte die ganze Geſellſchaft —
raus! In ſpäteſtens zwei Tagen würde der Brief von Jgnaz
Boidl hier ſein ..".
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König Duſchmanta
JoachimBüttner
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Paul Maletzki
Durwaſas, ein jähzorniger
Heiliger ...
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Der Kämmerer
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Der Prieſter
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Frau Tſchang, ihre Mutter Kärhe Meißner
Tſchang=Ling, ihr Bruder. Hans Schultze
Tong, ein Kuppler . . .. HansBaumeiſter
Pao, ein Prinz . . . . . Joachim Büttner
Ma, ein Mandarin . . . Max Nemetz
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Ranges
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Walter Bluhm
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Jacob Sattler
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Vierter Soldat . ..
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Hugo Keßler
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Ein Dichter . . . . . . . W. Mayenknecht
Ein Zeremonienmeiſter , Frdr. Jachtmann
Ein Blumenmädchen . . Annelies Roerig
Gerichtsperſonen, ein Kind,
„Figaros Hochzeit”
Perſonen:
Graf Almaviva . . . . . Leo Barezinski
DieGräfin, ſeineGemahlin Hedwig Werle
Cherubin,Page desGrafen Margar. Albrecht
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Grafen . . . . . . . . Heinrich Hblzlin
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chen der Gräfin
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Bartolo, Arzt . . . . . Heinrich Kuhn
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