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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 318
Samstag, den 15. November 1924.
187. Jahrgang
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ſede Verpflichtung auf Erfüllung der An=
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aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Be,
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Rabatt weg. Bantkento: Deutiche Bani und Darm,
ſtädter 8 Natlonalduni.
Die Verſchwendung
der Reparationszahlungen.
Um die Zuweiſung der erſten Dawesannuität.
London, 14. Nov. (Wolff.) Der diplomatiſche
Bericht=
erſtatter des „Daily Telegraph” ſchreibt, der Ausſchuß
ameri=
kaniſcher und alliierter Sachverſtändiger, der jetzt in Paris die
Zuweiſung der erſten Dawesannuität erörtere, mache keine
Fort=
ſchritte. Er habe ſich gezwungen geſehen, eine Anzahl ſchwieriger wirtſchaftliche und induſtrielle Mobiliſationen, chemiſche Kriegs=
Punkte an die verſchiedenen Regierung zu verweiſen. Aber die
Entdeckung habe etwas verbitternd gewirkt, daß von der Annuität
von 50 Millionen Pfund, die Deutſchland dieſes Jahr zu zahlen
abe, zwiſchen 22 und 18 Millionen Pfund durch andere
Kriegs=
laſten als die Reparationszahlungen verbraucht werden. Die
verbleibende Summe von etwa 30 Millionen ſei, wenn ſie unter
die Alliierten verteilt werde, beſonders mit Rückſicht auf die
bel=
giſche Priorität, nicht als groß zu betrachten. Der Ausſchuß nahme hängt von dem Abſchluß der gegenwärtigen Arbeiten der
werde die Arbeit ſchwerlich in weniger als 14 Tagen erledigen. Militärkontrollorgane, ihrem Bericht an die alliierten Regierun=
Es ſei unwahrſcheinlich, daß ein allgemeines Abkommen zwiſchen
den Sachverſtändigen erreicht werden könne in der Weiſe, daß
eine Zuſammenkunft der alliierten Finanzminiſter und des
ame=
rikaniſchen Vertreters unnötig würde.
TU. London, 14. Nov. Das Kabinett hat ſich in ſeiner
letzten Sitzung eingehend mit der Frage der
interalliier=
ten Schulden an Großbritannien befaßt. Der Schatzkanzler
Lord Churchill äußerte ſich dahin, daß England energiſch
an die Beitreibung ſeiner Außenſtände gehen müſſe.
England habe an die Vereinigten Staaten für Abdeckung ſeiner
Schulden jährlich 48 Millionen Pfund abzuführen, erhalte aber ſtändigen Militärkommiſſion betrifft, namentlich die Ernennung
dabei von ſeinen Schuldnern nicht einmal die rückſtändigen
Zin=
fen. Die Außenſtände Englands bei den verbündeten Staaten
ſind folgende: Frankreich 623 279 000, Rußland 722 546 000,
Ita=
lien 553 300 000, Jugoflawien 28 481 00 Rumänien 24 778000,
3 550 000, Polen 95 000 Pfund Sterling. Mit Ausnahme von
Belgiſch=Kongo habe keiner dieſer Schuldner Rückzahlungen
ge=
leiſtet oder Zinſen bezahlt. Dadurch werde der Stand der
briti=
ſchen Finanzen weſentlich beeinträchtigt. Der Schatzkanzler
beab=
ſichtigt, auf der im Laufe des nächſten Monats in Paris
ſtatt=
findenden Konferenz der verbündeten Finanzminiſter die Frage
der Rückzahlungen an England energiſch in Angriff zu nehmen.
Ein bedeutſamer Brief des Reparationsagenten an
den Reichsfinanzininiſter.
Berlin, 14. Nov. Wie wir erfahren, hat der
General=
agent für die Reparationszahlungen, Gilbert dem
Reichs=
finanzminiſter in einem Schreiben mitgeteilt, daß er der
deut=
ſchen Regierung für Rechnung der Jahresleiſtung nicht
irgend=
welche Summen gutſchreiben werde, die ſeitens der Regierung
um und nach dem 1. Dezember 1924 an die Exporteure als
Rück=
zahlung für die von ihren Fakturen gemachten Abzüge geleiſtet
werden. Auf Grund des Reparationsabkommens können
näm=
lich Summen, die für die vorgenanten Zwecke benötigt werden,
nur durch den Generalagenten bezahlt werden, und zwar in
einem vom Ueberweiſungskomitee genehmigten Umfang. Die
Ueberweiſungskommiſſion hat in ihrer Sitzung vom 31. Oktober
1924 den Generalagenten ermächtigt, Zahlungen auf Grund des
Reparationsabkommens bis zur weiteren Beſchlußfaſſung des
Komitees zu leiſten.
Die Militärkontrolſe.
Die Militärkommiſſion des Völkerbunds.
* In Genf iſt die ſtändige
Militäkontrollkommiſ=
ſion des Völkerbundes ſeit einigen Tagen damit
beſchäf=
tigt, einen Uebergang der militäriſchen Kontrolle
in Deutſchland, Oeſterreich, Ungarn und Bulgarien von den
alliierten Organen auf den Völkerbund ausfindig zu
machen. Eine weſentliche Rolle, in dieſen Beratungen ſpielen
natürlich die Beſchlüſſe des Völkerbundsrates über die dauernde
Ausübung der militäriſchen Kontrolle. Vorerſt iſt man dabei, die
Kategorien” und die Zahl der Sachverſtändigen feſtzuſtellen.
Was unter „Kategorien” zu verſtehen iſt, erläutern die aus Genf
einlaufenden Nachrichten, nämlich Nachforſchungen auf dem
Ge=
biete der Waffenfabrikation, des Schiffsbaues, der wirtſchaftlichen
und induſtriellen Mobiliſation. Mit anderen Worten bedeutet
das alſo Einführung einer vielleicht noch ausgedehnteren
wirt=
ſchaftlichen Spionage als ſie bisher in Deutſchland beſtand. Der
Rat hat ſeinerzeit beſtimmt, daß die Kontrolle durch
Sachverſtän=
dige ausgeführt werden müſſe, die eine beſondere Eignung haben,
und da Frankreich ſich bei den Beratungen damals reſtlos
durch=
geſetzt hat, darf man wohl damit rechnen, daß die Herrſchaften,
die wir heute los ſein wollen, morgen als Beauftragte des
Völ=
kerbundes zurückjehren werden. Da auch jetzt eine „ſtändige
Mili=
tärkontrollkommifſion” gebildet werden ſoll, wird die
Entente=
kontrolle durch den Völkerbund eine Verewigung erfahren, die
noch beſonders erniedrigend für uns wirkt, da außerdem auch
Polen und die Tſchechoſlowakei das Recht erhalten, an den
Kon=
trollen teilzunehmen. Es muß abgewartet werden, wann der
Völkerbund die Kontrollarbeit fortführen wird und ob die
Reichs=
regierung ſich in eine Verewigung dieſer Kontrolle fügen wird,
die gegen Artikel 213 des Verfailler Vertrages verſtößt, der eine
Unterſuchung von Fall zu Fall vorſieht.
Genf, 14. Nov. (Wolff.) Die ſtändige Militärkommiſſion
des Völkerbundes, die ſeit Mittwoch in Genf tagt, um die in
den Ratsbeſchlüſſen über die Militärinveſtigation vom 27.
Sep=
tember angeorbneten vorbereitenden Maßnahmen für die
Zu=
ſammenſtellung der Sachverſtändigenliſte zu treffen, aus denen
bei Ausübung des Militärinveſtigationsrechtes der
Völkerbunds=
rat die Inveſtigationskommiſſion zu bilden hat, iſt noch zu keinem
endgültigen Ergebnis gelangt. Die Debatten ſind ziemlich lang=
Rproblen.
wierig und dürften erſt am Samstag zum Abſchluß kommen. Es
iſt dabei nicht Sache der Kommiſſion, die Sachverſtändigen ſelbſt
zu ernennen, die auf die Liſte geſetzt werden ſollen, ſondern nur
die Kategorien und die Zahl der Sachverſtändigen feſtzuſtellen.
Die Kommiſſion hat alſo unter Berückſichtigung der für die
einzel=
nen Länder Deutſchland, Oeſterreich, Bulgarien und Ungarn in
Frage kommenden Kontrollobjekte Vorſchläge darüber
auszu=
arbeiten, für welche Arbeitsgebiete Sachverſtändige herangezogen
werden ſollen, d. h. zum Beiſpiel für die Inveſtigation auf dem
Gebiet der Fabrikation von weittragenden Geſchützen, der
Klein=
waffenfabrikation, des Schiffsbaus uſw., wie auch ſogenannte
mittel und ähnliches, als beſondere Kategorien gelten ſollen.
Wenn dieſe Kategorien aufgeſtellt und die Zahl der für jede
Kategorie in Frage kommenden Sachverſtändigen feſtgeſetzt iſt,
erfolgt dann ſpäter die Ernennung der einzelnen Perſönlichkeiten.
Aus der Tatſache dieſer gegenwärtigen vorbereitenden
Maßnah=
men ſind jedoch keine Schlüſſe auf den Zeitpunkt der Uebernahme
der Militärkontrolle durch den Völkerbund zu ziehen. Die
Ueber=
gen und der daraus erfolgenden etwaigen Aufforderung dieſer
Regierungen an den Völkerbundsrat ab, daß dieſer die in dem
Friedensvertrag vorgeſehenen Inveſtigationen auch übernehmen
muß. Erſt dann kann der Völkerbundsrat, deſſen
Militärinveſti=
gationsplan vom 27. September nur im Hinblick auf eine
der=
artige Aufforderung ausgearbeitet wurde, offiziell den Beſchluß
der Uebernahme faſſen, der natürlich, was den Völkerbundsrat
ſelbſt betrifft, angeſichts ſeiner Haltung auf der 30. Tagung nicht
mehr zweifelhaft iſt.
Was die zweite auf der Tagesordnung ſtehende Aufgabe der
von ſechs ihrer Mitglieder in die neu geſchaffene
Verbindungs=
kommiſſion, die die frühere gemiſchte zeitweilige
Abrüſtungskom=
miſſion aufgeſogen hat, ſo iſt damit zu rechnen, daß ebenſo wie
für die frühere gemiſchte zeitwveilige Kommiſſion die militäriſchen
Portugal 21 544 000, Griechenland 23 3-5 000, Belgiſch=Konge Sachverſtändigen der vier ſtändigen Natsmächte und eventuell
Spaniens und Braſiliens ernaunt werden.
Die ſtändige Militärkontrollkommiſſion des Völkerbundes
hat heute nachmittag ihre Arbeiten abgeſchloſſen. Eine
Mittei=
lung über das Ergebnis wurde noch nicht veröffentlicht.
Das Programm des Völkerbundrats.
Genf, 14. Nov. (Wolff.) Das Völkerbundsſekretariat hat
ſoeben den Ratsmitgliedern des Völkerbundes die
Tages=
ordnung für die kommende Tagung des Völkerbundsrates,
die am 8. Dezember in Rom ſtattfindet, zugeſtellt. Die
Tages=
ordnung enthält 24 Punkte, darunter eine Anzahl wichtiger, auch
Deutſchland intereſſierende Fragen, von denen in erſter Linie die
Beſchlüſſe zu erwähnen ſind, die der Rat in Vorbereitung der
etwaigen Uebernahme des militäriſchen Nachforſcherechtes zu
faſ=
ſen hat. So hat er die Arbeit der ſtändigen Militärkommiſſion
auf dieſem Gebiete zu prüfen und entſprechend dem Plan vom
27. September die Präſidenten der Unterkommiſſionen zu
er=
nennen. Ferner hat er auf Grund dieſes Planes für den Fall,
daß kein alliierter Nachbarſtaat des der Nachforſchung
unter=
liegenden Landes im Rate ſitzt, die Nachbarſtaaten zu bezeichnen,
die militäriſche Sachverſtändige für die Unterſuchungsliſte zu
ſtel=
len haben. Dieſer Fall trifft zum Beiſpiel für Bulgarien zu. Der
Berichterſtatter vor dem Rat für alle dieſe Fragen iſt Beneſch.
— Ferner ſteht auf der Tagesordnung eine Reihe von
Dan=
ziger Fragen, darunter vor allem die Ernennung des
Völ=
kerbundskommiſſars für Danzig. Berichterſtatter hierzu iſt das
ſpaniſche Ratsmitglied. — Was die Saarfrage betrifft, ſo
hat der Rat zu den von der Reichsregierung und der
Saarbevöl=
kerung erhobenen Proteſten gegen den franzöſiſchen
Schulunter=
richt im Saargebiet, deren Behandlung von der letzten
Rats=
ſitzung verſchoben wurde, Stellung zu nehmen. Der
Berichterſtat=
ter hierüber iſt das italieniſche Ratsmitglied. — Die
vorbereiten=
den Arbeiter, zur Abrüſtungskonferenz haben dadurch,
daß das in der September/Oktober=Tagung begründete
Rats=
komitee, das für den 17. November einberufen war und infolge
der engliſchen Wahlen abgeſagt werden mußte, mit ſeinen
Arbei=
ten nicht fertig wurde, eine ſtarke Verzögerung erlitten. Eine
große Beſchleunigung der vorbereitenden Maßnahmen wird
über=
haupt nicht mehr als notwendig befunden, ſeitdem man an der
Ratifikation des Protokolls in ſeiner gegenwärtigen Form
all=
gemein zweifelt und mit dem Stattfinden der Abrüſtungskonfe
renz im kommenden Sommer nicht mehr rechnet, ſondern
viel=
mehr allgemein an eine neue Prüfung des Protokolls durch die
letzte Verſammlung glaubt. Die von dem Völkerbundsſekretariat
in dieſer Frage bisher gemachten Vorarbeiten ſollen aber trotzdem
veröffentlicht werden.
Zu den deutſch=ſchweizeriſchen Wirtſchafts=
Verhandlungen.
Berlin, 14. Nov. Die ſeit Wochen ſchwebenden
Verhand=
lungen zwiſchen Deutſchland und der Schweiz, betr. den Abbau
der beiderſeitigen Einfuhrbeſchränkungen, ſtehen vor dem
Ab=
ſchluß, nachdem, unbeſchadet der Beſtimmungen des
deutſch=
ſchweizeriſchen Handelsvertrags, über die weſentlichen
Grund=
ſätze eine Einigung erzielt worden iſt. Der völlige Abbau iſt für
den 30. September 1925 vereinbart worden. Die Zahl, der
Waren, hinſichtlich deren ſich die Regierungen für die
Ueber=
gangszeit Einfuhrbeſchränken noch vorbehalten haben, hat eine
tveſentliche Verminderung erfahren. Um eine Beſchleunigung
des Abbaues ſchon während der Uebergangszeit zu ermöglichen,
haben ſich beide Teile bereit erklärt, jederzeit in Beſprechungen
über die Reviſion der Kontingentliſte einzutreten. Das
Abkom=
mien kann auf den 20. September 1925 gekündigt werden. Der
Abſchluß der Vereinbarung durch die Delagation hängt von der
Verſtändigung über die Kontingentliſte ab, über die zurzeit noch
verhandelt wird. Die Vereinbarungen ſollen 14 Tage nach ihrer
Genehmigung durch beide Regierungen in Kraft treten.
Das Zuſammenarbeiten
der Staatsmänner.
Von
Dr. Walther Croll, Berlin.
In dieſen Tagen iſt aus London gemeldet und aus Paris
beſtätigt worden, daß vorerſt ein perſönlicher Gedankenaustauſch
zwiſchen Baldwin, dem neuen britiſchen Miniſterpräſidenten, und
ſeinem franzöſiſchen Kollegen Herriot entbehrt werden könne.
Genau ſo wie damals Madonald dem ihm ſo weſensfremden
Poincaré briefliche Artigkeiten ſagte, ſo hat diesmal Baldwin
dem ihm faſt ebenſo weſensfremden Herriot freundliches Lob
ge=
ſpendet. Dies Lob hat die politiſchen Gegner des radikalen
fran=
zöſiſchen Staatsmannes unangenehm berührt. Poincaré,
Mille=
rand und Genoſſen empfinden, daß Baldwin mit ſeiner reichlich
frühen Verbeugung vor Herriot mehr getan habe, als die
inter=
nationale und ſelbſt die um einige Temperaturgrade wärmere
interalliierte Höflichkeit erfordert hätte. Wenn der konſervative
engliſche Regierungschef der nationaliſtiſchen Oppoſition in
Frank=
reich ſeine Sympathie hätte bezeugen wollen, ſo hätte er ſich
zu=
rückhalten können, bis das neue britiſche Kabinett ſich dem
Par=
lament vorgeſtellt und die Thronrede verleſen habe. Da man
von Baldwin nicht annehmen kann, daß er die Komplimente
gegenüber Herriot in der Guildhall=Rede improviſiert hat, ſo iſt
nur der Schluß möglich, daß Baldwin mit ſeinen Worten über
Herriot beſtimmte Abſichten verfolgte. Gerade die franzöſiſchen
Uebernationaliſten und Gewaltpolitiker ſollten doch Verſtändnis
für die Taktik haben, die Freunde durch Grobheit und oſtentative
Mißachtung ihrer Lieblingswünſche zur Beſcheidenheit zu erziehen
und ſozuſagen ſeeliſch abzuhärten. Poincaré war Meiſter in der
Kunſt, ſeine Freunde prophylaktiſch mit Fußtritten zu traktieren
und ſie dadurch in den Wahn zu verſetzen, daß ſpätere
Rippen=
ſtöße zarte Liebkoſungen ſeien.
Jedesmal, wenn in einem Lande ein neues Regime zur
Herrſchaft gelangt, werden die perſönlichen Beziehungen, die
zwi=
ſchen den Staatsmännern beſtanden haben, zerriſſen. Die
ſinn=
fällige Darſtellung der „perſönlichen Freundſchaft” zwiſchen den
leitenden Staatsmännern zweier Länder wirkt beim Publikum
überzeugender als ein wirkliches Zuſammenarbeiten.: So wurde
es „viel bemerkt”, daß Lloyd George ſeinerzeit als
Miniſterpräſi=
dent über dem Srieleifer beim Golf den Beſuch Briands vergaß
und dem fremden Staatsmann mit jovialem Lächeln im
zwang=
loſen Sportdreß entgegentrat. Auch die zuſammen auf einer
Wieſe in Chequers lagernden Kollegen Macdonald und Herriot
waren für das enge Zuſammenarbeiten Frankreichs und
Eng=
lands beweiskräftiger als die tatſächlichen Abmachungen, durch
welche die Lonkoner Reparationskonferenz vom Juli /Auguſt
1924 beinahe zur Erfolgloſigkeit gebracht worden wäre. Wie
wenig die perſönliche Bekanntſchaft der Staatsmänner ein
frucht=
bares Zuſammenarbeiten gewährleiſtet, zeigt der internationale
Finanz= und Wirtſchaftskongreß zu Genua im Frühjahr 1922. Die
Staatsmänner, die ſich damals „kennen und ſchätzen gelernt”
hatten, traten innerhalb weniger Monate vom Schauplatz der
Politik ab. Bereits im Herbſt desſelben Jahres bekamen, die
Miniſtereräſidenten Englands und Italiens in Bonar Law und
Muſſolini Nachfolger und im November desſelben Jahres wich
bei uns Dr. Wirth dem Dr. Cuno. Geblieben iſt über die
Jah=
reswende 1922/23 unter den Staatsmännern der Großmächte nur
Poincaré, — der einzige, der von der Gelegenheit des perſönlichen
Kennenlernens in Genua keinen Gebrauch machte, ſondern in
der Haudtſtadt ſeines Landes blieb.
Eine große Gelegenheit, die Kollegen aus den anderen
Län=
dern perſönlich kennen zu lernen und ſich auf ſie einzuſpielen.
bot ſich den Staatsmännern auf der jüngſten Londoner
Konfe=
renz. Von den größeren Ländern waren vier Regierungschefs
zugegen: Reichskanzler Marx, Macdonald, Herriot und Theunis.
Von dieſen iſt — nach knapp drei Monaten — einer (Macdonald)
bereits in der Verſenkung verſchwunden. Wahrſcheinlich wird der
zweite (Reichskanzler Marx) kurz vor Weihnachten folgen. Der
Verſchleiß an Stcatsmännern iſt in allen Ländern ſehr groß. —
Jetzt wird behauptet, führende Männer der Deutſchnationalen
hätten in London ſondiert, wie ſich Baldwin und ſeine
Kabinetts=
kollegen zu dieſem oder jenem deutſchen Rechtspolitiker ſtellen
würden, der nach den Wahlen vom 7. Dezember einen
Miniſter=
ſeſſel in der Berliner Wilhelmſtraße einnehmen würde.
Wahr=
ſcheinlich hat eine Fühlungnahme irgend eines deutſchen
Poli=
tikers der Rechten mit einem weltanſchauungsmäßig verbundenen
Engländer Anlaß zu der Meldung gegeben, die natürlich den
Zweck verfolgte, die deutſchnationalen Führer des „Paktierens
mit dem Feinde” zu bezichtigen. — Das Zuſammenarbeiten der
Staatsmänner auf perſönliche Beziehungen aufzubauen, iſt ſchon
wegen der ſtarken Fluktuation, die an dieſen exponierten Poſten
herrſcht, unmöglich. Aber auch ſachlich iſt es nicht einmal gut,
wenn ſich ein Staatsmann — wie man es Macdonald nachſagt —
in ſeiner politiſchen Haltung durch etwas anderes beſtimmen
läßt, als durch die nüchtern eingeſchätzten Iniereſſen des eigenen
Volkes. Aus Liebe zu einem ſo oder ſo gefärbten deutſchen
Poli=
tiker werden ſich die Träger der konſervativen Parteitradition in
England nicht von der Linie ihrer Politik abbringen laſſen. Es
iſt nicht nur eine Irreführung der öffentlichen
Meinung, ſondern auch ein Appell an
Unmänn=
lichk it und Liebedienerei, wenn in
Deutſch=
land verſucht wird, die Wähler von gewiſſen
Parteien wegzuführen, weil dieſe angeblich
„nicht das Vertrauen der ausländiſchen
Staats=
männer genießen”.
Seite 2.
Samstag, den 15. November 1924.
Im fernen Oſten.
Von unſerem Korreſpondenten.
(Durch Flugpoſt.)
C.N. P. London, 14. Nov.
Eigentlich iſt nur ſehr wenig klar auf dem „
Verratsſchau=
platz”, denn Kriegsſchauplatz kann man ihn doch nicht mehr
nennen. Es iſt übrigens auch der reinſte Hohn, wenn in den
Be=
richten von den Siegen Tſchang So lins die Rede iſt, denn er hat
gegenüber Wu immer nur ſchwere Schlappen erlitten, ſowohl auf
dem rechten wie auf dem linken Flügel, bevor der ſogenannte
„chriſtliche General” durch ſeinen höchſt unchriſtlichen Verrat die
Stellung vom Flügel bei Jehol her zuſammenbrechen machte.
„Tſchang wird niemals nach Peking kommen!” ſagte mir noch vor
kurzem ein hochgeſtellter Aſiat. Jetzt iſt er freilich dort und
lieb=
äugelt auch mit dem „Botſchafter der Sowjet”, Karrakan, dem er
erſt vor wenigen Wochen die chineſiſche Oſtbahn in ſeine treuen
Hände übergeben hat. Es fragt ſich, was aus dem armen
Kaiſer=
knaben werden ſoll, den Feng aus ſeinem Palaſt herausgeholt hat
und der nun ſeinen Gefangenen in ſtrengſter Iſolierung hält. Er
ſoll dies getan haben, weil er befürchtet hat, Tſchang könne mit
ihm das Kaiſerreich wiederaufrichten. Ausgerechnet Tſchang, der
Sowjetfreund, der unter ſeinen Truppen eine halbe Diviſion
Ruſſen hat. Was die Truppen anlangt, ſo ſtoßen wir hier auf
eine der wenigen klaren Tatfachen, daß ihr Heereszug nicht nach
europäiſchen Kriegszügen gemeſſen werden darf. Sie plündern
alle. Der chriſtliche General hatte von ſeinem Freund, dem
Tu=
chun von Schenſi, der nach ſeinem leuchtenden Beiſpiel ebenfalls
von Marſchall Wu abgefallen war, und ihm die Zuzugslinie
Han=
kong—Peking durch Brückenſprengung unterbrochen hatte, eine
ſchwache Diviſion Hilfstruppen erhalten. Sie haben in Tientſin
geplündert und alle möglichen Erzeſſe begangen. Die „chriſtlichen
Truppen” haben den abgeſetzten Präſidenten Tſao Kuns in
Tient=
ſin ausgeplündert. Tſchangs Truppen haben aus dem
Transport=
zuge in Tientſin einen Vorratswagen völlig ausgeraubt, der für
das Hauptquartier des vorausſichtlichen Präſidenten Tuan Tſchi
Jui nach deutlichen Aufſchriften an allen Wagen, beſtimmt war.
Dabei hatte gerade Tſchang ſeinen Truppen ſtrikteſte Weiſung
zu=
gehen laſſen, ſich aller Uebergriffe zu enthalten.
Wer ſind denn nun die Gewalthaben in China? Feng,
Tſchang, Sun Yat Sen — wenn der Fuchs aus ſeinem. Bau
geht —, Tuan Tſchi Jui und — im Hinterhalt alle Fäden in
der Hand haltend — Monſieur Karrakan. Nun hat er ſie
ſo=
tveit, nun kann er mit ihnen wie mit Puppen ſpielen und jedem
etwas vorgaukeln, bis alle ihm den Willen tun. Was will er in
China? — China!, Sowjetchina! Man zucke nicht die Achſeln;
man überlege ſich, was unter dem Sowjetſtern in Aſien alles
angegliedert worden iſt in lächerlich kurzer Zeit. Man braucht
nur zu denken an Soliman den Großen, der mit ſeinen Horden
gegen die Chriſten zu Felde zog. Wie plump das war, wenn auch
glanzend! Geiſtige Maulwurfsarbeit iſt viel ſicherer. Die
„Roten Scharen” kommen erſt, wenn die Tſcheka, zur
blutigſten Rückunterwerfung „ſehend” geworden, ihrer
be=
darf. Wer könnte Karrakan in den Weg treten? Die Mächte
etwa??? Der Sachalinvertrag mit Japan ſcheint nun doch zur
rechten Zeit geſchloſſen worden zu ſein. Aber liegt denn
eigent=
lich Karralan etwas an einer genauen Neuregelung des
chineſi=
ſchen Reiches? Höchſtens doch nur, wenn eine jede feſte
Zentral=
regierung unmöglich machende Selbſtändigkeit der Tuchuns dabei
herauskommt, d. h., wenn in Peking nur Schattenmänner ſitzen.
Nun iſt da aber noch ein großes Fragezeichen. Der
ausſichts=
reichſte Präſidentſchaftskandidat, Tuan Tſchi Jui, wie er wirllich
denkt und was er iſt, weiß man nicht. Er hat ſeinerzeit als einer
der prominenteſten militäriſchen Führer im Jahre 1911 die
Denk=
ſchrift mitunterzeichnet, in welcher der Kaiſer zur Abdankung
aufgefordert wurde. Im erſten republikaniſchen Kabinett wurde
er Kriegsminiſter, vom Mai 1916 bis zum Ende 1918 war er
Pre=
mierminiſter. Das ſagt eigentlich alles nichts; es beſagt nur, daß
er klüger war als jeder Tuchun, denn er hat ſich nicht durch eine
Statthalterſchaft von Peking fortſchicken laſſen, daß er richtige
Momente zu erfaſſen weiß. Aber er war mehr, weit mehr,
näm=
lich ein Vertrauter des größten Staatsmannes, den China
ge=
habt hat, ſeitdem überhaupt vom himmliſchen Reich in praktiſcher
Politik die Rede iſt, von Yuan Schi Kai.
Ja, wpas iſt denn nun aber aus dem verratenen Wu
geſvor=
den? Das läßt ſich nicht ſo leicht ſagen. Er iſt an Bord der
„Hwah Hah” im Hafen von Tſchifu angekommen, begleitet von
zwei Kriegsſchiffen, und ſoll von dort nach dem Süden abgereiſt
ſein. Man hat noch keine Meldung, daß ſeine vier Kreuzer von
ihm abgefallen ſind. Was Wu zu dieſer Reiſe bewogen hat und
was ihr eigentliches Ziel iſt, konnte nicht ermittelt werden. Iſt
es für den Europäer überhaupt möglich, den Oſtaſiaten zu
er=
kennen, wenn er nicht erkannt ſein will? Jetzt befinden ſich fünf
amerikaniſche Zerſtörer dort, „zur Beobachtung”.
Vom Tage.
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten für den 12.
No=
vember iſt gegenüber der Vorwoche um 0,5 Prozent auf 122,4 Prozent
zurückgegangen.
Die ſchon vor einiger Zeit eingeleiteten Lohnverhandlungen bei der
Reichspoſt ſind heute vormittag im Reichspoſtminiſterium wieder
aufge=
nommen worden.
Der Reichsverband der deutſchen Induſtrie und die Vereinigung der
deutſchen Arbeitgeberverbände haben nach eingehender Erörterung in
einer gemeinſamen Sitzung ihrer Hauptausſchüſſe die Forderung
aufge=
ſtellt, daß die Umſatzſteuer, die Luxusſteuer und ähnliche Steuerarten,
noch mehr ermäßigt werden müiſſen.
Die Reichsliſte der Deutſchen Demokratiſchen Partei enthält als
Spitzenkandidaten Frau Miniſterialrat Dr. Bäumer, Anton Erkelenz,
Dr. Hermann Fiſcher, Dr. Ludwig Haas.
Der Reichswahlvorſchlag der nationalſozialiſtiſchen Freiheitspartei
beginnt mit folgenden Namen: 1. Ludendorff, 2. v. Graefe, 3. Straſſer,
4. Graf Reventlow.
Die geſtrigen Lohnverhandlungen in Eſſen zwiſhen den
Zechen=
beſitzern und den Werkarbeitern ſind nach eingehenden Erörterungen
der beiderſeitigen Standrunkte geſcheitert.
Die auf Grund des Londoner Abkommens eingeſetzte gemiſchte
Kom=
miſſion für die Sachlieferungen hat ſich in ihrer geſtrigen
Nachmittags=
ſitzung dahin geeinigt, daß die im Abkommen vorgeſehene neutrale
Per=
ſönlichkeit zur Verhandlung hinzugezogen werden ſoll. Die Ernennung
des Neutralen wird in den nächſten Tagen erfolgen,
Der Schatzkanzler Lord Churchill hat mit dem Generalpoſtmeiſter
Tompſon die Frage der Wiedereinführung des 1=Penny=Poſttarifs
er=
örtert. In gut unterrichſteten Kreiſen glaubt man, daß dieſe Frage im
Sinne des Schatzkanzlers gelöſt werde.
Die italieniſche Regierung hat beſchloſſen, im Jahre 1925 in den in
Betracht kommenden Häfen Klein=Aſiens die ſtändigen italieniſchen
Druppenſtationen wieder einzurichten.
Die ſpaniſche Regierung hat das ſpaniſch=belgiſche Abkommen für den
10. Dezember gekündigt,
Die jugoſlawiſche Regierung hat die ſofortige Aufhebung der
Auto=
nomie Kroatiens und Slawoniens, die auf Wunſch der Kroaten von der
Regierung Davidowitſch derfügt worden war, aufgehoben.
Die Zahl der Opfer bei dem geſtern gemeldeten Erdbeben in
Wonoſobo beträgt 300 Tote, außerdem ſind zahlreiche Perſonen ſchwer
verletzt.
Die öfterreichiſche Kriſe.
Vor der Entſcheidung.
Wien, 14. Nov. (Europapreß.) Heute vormittag trat im
Bundeskanzleramt die Konferenz der öſterreichiſchen
Landes=
hauptleute und Landesfinanzreferenten zuſammen, die vom
zurückgetretenen Bundeskanzler Dr. Seipel telegraphiſch
einbe=
rufen wurden, um mit ihm über die Beilegung der
Regierungs=
kriſe zu beraten. Die Ausſichten der Konferenz werden in
poli=
tiſchen Kreiſen nicht allzu günſtig beurteilt. In den Kreiſen der
Landesvertreter herrſcht Mißſtimmung gegen die Regierung. Die
Länder fordern die unbedingte Anpaſſung der Verwaltung an
die Verfaſſung von 1920, was das Feſthalten an dem
föderali=
ſtiſchen Syſtem bedeutet. Die Landesvertreter lehnen entſchieden
die zentraliſtiſchen Tendenzen der Regierung Seipel,
insbeſon=
dere des Finanziiniſters, ab. Ebenſo ſtellen ſich die
Landes=
vertreter geſchloſſen gegen das von der Regierung angeſtrebte
Syſtem der Abgabenteilung zwiſchen dem Bunde und den
Län=
dern. Die Ablehnung der Politik des Finanzminiſters durch
die öſterreichiſchen Landeshauptleute iſt allgemein.
Mit dem Beginn der Konferenz der öſterreichiſchen
Landes=
vertreter iſt dieſe erſt geſtern mit vollem Erfolg ausgebrochene
Kriſe der Regierung Seipel in die Nähe der Entſcheidung
ge=
rückt Wenn der ſeit dem Zuſtandekommen der letzten Genfer
Vereinbarungen ſtändig latente Konflikt zwiſchen den Ländern
und der Regierung in den jetzigen Beſprechungen keine
Bei=
legung erfährt, wird das Kabinett Seipel ſchwerlich im Amte
bleiben können.
Ein Zwiſchenfall in Rom.
Rom, 14. Nov. (Europapreß.) Vor dem Miniſterium des
Aeußern ereignete ſich heute ein Zwiſchenfall, der auf der belebten
Straße großes Aufſehen erregte. Als der ruſſiſche Geſandte mit
ſeinem Auto in den Hof des Palazzo Chigi einfuhr, ſtürzte ſich ein
junger Faſziſt auf das Auto und verſuchte, die Sowjetflagge
herunterzureißen. Er wurde von Geheimpoliziſten verhaftet. Der
Zwiſchenfall führte zu einem Auflauf und hatte auch ein
diplo=
matiſches Nachſpiel. Als der Botſchafter im Empfangsſaal
er=
ſchien, entſchuldigte ſich der Kabinettchef des Außenminiſteriums
und nachher Muſſolini ſelbſt wegen des Vorfalles, der nur der
Unbedachtſamkeit eines faſziſtiſchen Heißſpornes zuzuſchreiben ſei
Dieſer hat ſich wegen Beleidigung des Vertreters einer
auslän=
diſchen Macht gerichtlich zu verantworten.
* Künſtler=Abend in der Traube.
Der „Bunte Abend” den die Solomitglieder des
Landes=
theaters geſtern in der „Traube” zum Beſten der Altpenſionäre
veranſtalteten, war nicht ſo zahlreich beſucht wie die
vorhergehen=
den, eine Folge ungenügender Vorbereitung in propagandiſtiſcher
Hinſicht. Was im Intereſſe derjenigen, denen der materielle
Er=
folg des Abends zugute kommen ſoll, zu bedauern iſt, brachte
Vorteile für die kleine Gemeinde der Beſucher, die nicht ſo in
„drangvoll fürchterlicher Enge” zu ſitzen brauchte. Es herrſchte
bald eine recht animierte Stimmung und die künſtleriſchen
Dar=
bietungen des Abends fanden die ungeteilte und uneingeſchränkte
Anerkenr ung, die die Qualität der Darbietungen rechtfertigt.
Als „Anſager” ſtellte ſich Herr Aldori dem Auditorium vor,
der dieſes Amtes ſehr dezent und anregend waltete und auch
mehrfach im Laufe des Abends ſoliſtiſch hervortrat, unter
ande=
rem auch als humorvoller „Dialekt=Witze=Erzähler‟ Der erſte
Teil des Abends brachte ausſchließlich künſtleriſche Gaben ſeriöſer
Art. Herr Vogt ſang Lieder von Wolff und Schumann, Herr
Dr. Leo Barczinski italieniſche Foxtrotts, Frau Callam
die Roſinenarie mit wundervoll ſauberen perlenden Koloraturen,
und Herr Biſchoff mit ſeiner Gattin zuſammen Duette aus
„Don Juan” uſw. Am Flügel wirkte leitend und illuſtrierend
Herr Kapellmeiſter Ephraim.
Rezitationen brachte in ganz eigener wirkſamer Auffaſſung
Herr Max Hochſtetter, und zwar Gedichte von Liliencron
(„Feſtnacht” und „Frühling”, „Mein Humor” uſw.). Eine
glän=
zende rhetoriſche Leiſtung war der Vortrag der Dichtung „Die
Glocken von Roſenberg” durch Herrn Heilinger, der durch
reſtloſe Erſchöpfung des muſikaliſch=dramatiſchen, wie
gedank=
lichen Gehalts der wundervollen Dichtung dieſe zu einem ſtarken
reinen Kunſtwerk geſtaltete.
Fräulein Rita Müller=Wiſchin ſang ſchlicht=innige und
ſchelmiſche Lieder in warm empfundenem Vortrag und
ſtimm=
licher Feinheit. Sie gab damit den Uebergang zum humoriſtiſchen
Teil des Abends, der durch Herrn Hagner mit einem Sektlied
nach Shakeſpeariſchem Vorbild eingeleitet wurde. Herr Aldori
ſang mi feinem Humor im Vortrag den „Rolandsbogen”
Volks=
lieder in eigener Bearbeitung uſw. Als temperamentvoller
Cou=
pletſänger produzierte ſich Herr Alfred Schüler. Dann
über=
nahm Herr Bobbi Klupp das Amt des Anſagers, das er ſofort
mit pikanten Humoriſtieis eigenen Vortrags antrat, in denen der
liebenswürdige Künſter — frei aus dem Gedächtnis — ſchier
unerſchöpflich war. Die beifallsfreudigen Zuhörer erpreßten
ſtän=
dig Zugaben, Herr Aldori demonſtrierte unter ſchallender
Heiterkeit, wie er ſich einſtens als Einjähriger den erſten Knopf
annähte und andere neckiſche Dinge. Damit war das Programm
erſchöpft, gegen Mitternacht ging man höchſt befriedigt
ausein=
ander.
* Darmſtädter Herbſtausſtellung
in der Kunſthalle am Rheintor.
veranſtaltet vom Ortsverein der Allgemeinen Kunſtgenoſſenſchaft.
II.
Mit der Zuſammenfaſſung der Künſtler, die in dem
repräſen=
tativen Oberlichtſaal vertreten ſind, die in dem erſten Aufſatz
behandelt wurden, iſt ſelbſtverſtändlich keinerlei kritiſche
Einſtel=
lung gegenüber den anderen Künftlern gegeben, ebenſowenig wie
eine derartige Einſtellung darin geſehen werden darf, daß das
eine oder andere Bild Anlaß zu eingehenden Ausführungen gab.
Auch die übrigen Räume der Kunſthalle fügen ſich dem geſamten
Niveau durchaus an. Wir heben noch hervor die Landſchaften
von Herrn Georg Altheim (Darmſtadt), wie immer peinlich
ſauber gemalt, zart und zurückhaltend koloriert. Der Künſtler
ſieht die Landſchaft mit dem Auge eines feinſinnigen,
empfind=
ſamen Menſchen, und wie er ſie ſieht, prägt ſie ſich in ſeinen
Bil=
dern aus. Man möchte ihm manchmal mehr Temperament, mehr
inneren Impuls wünſchen. Was hier ein Manko iſt, iſt bei
Roland Anheißer (Jugenheim) ein Plus. Hier führt das
Temperament oft zu ſchemenhafter Impreſſion, oder zu allerdings
ſehr lebendig flotten Farbenſkizzen. Die Radierungen Anheißers
ſind ebenfalls ſtark im Ausdruck unter Beſchränkung auf das
zeichneriſch=techniſche Notwendigſte. Auch Meta Cohn=Hendel
(Berlin) malt breit, locker, ihre Palette iſt reich an Nüancen, ihr
Ausdruck männlich kraftvoll. Auch Ludwig Dettmann (
Ber=
lin) darf in dieſer Reihe genannt werden. In ſeinem halb
humo=
riſtiſch gemeinten Bild „Hahn, Henne und Enten” intereſſiert
in erſter Linie der Erſtere, in dem ſich in Haltung, und
beſon=
ders im Kolorit, das ganz eitel=ſtolze, kämpferiſch Herrſchende
des Hühnerhofbeherrſchers ausprägt. Robert Eckert (
Darm=
ſtadt) iſt in ſeinen Aquarellen wohl farbiger, ſonniger geworden,
aber ſowohl in dieſen wie in den Bleiſtiftſtudien iſt das
not=
wendige künſtleriſche Temperament durch allzu ſtarke
Sachlich=
keit niedergehalten. Otto Heinrich Engel (Berlin), von dem
wir ſchon Größeres (an künſtleriſchem Wert gemeſſen) ſahen,
hat Radierungen, Temperagemälde, ausgeſtellt, die immer einen
Zug ins Monumentale tragen, der den Künſtler beherricht, den
ganz zur Löſung zu bringen, ihm allerdings noch nicht gelungen.
Albert Hartmanns (Darmſtadt) Aquarelle ſind, obwohl
immer noch nicht hart im Kolorit, von eigenartigem, ſtarkem
Reiz. Der Künſtler betont gerade in ſeinen Waſſerfarben eine
Eigenart, die wohl anfechtbar ſcheint, immerhin in der
konſequen=
ten Durchführung einen künſtleriſchen Wert behauptet. Weicher
und ſtärker ſcheinen uns die Linoleumſchnitte.
Unter den Radier= und Zeichenkünſtlern iſt unbedingt
herr=
ſchend Friedr. Wilh. Kleukens (Darmſtadt), deſſen neue
Jllu=
trationen zu „Fünfzehn Freuden der Ehe” außerordentlich fein
bewegt, mit geſundem, ſinnlichem Humor belebt, technifeh ſo ſein
Rummer 318.
England und Rußland.
* In London weht plötzlich ein ſcharfer Wind, der den
Herr=
ſchaften in Rußland alles andere als angenehm ſein dürfte. Der
Unterausſchuß des Kabinetts zur Unterſuchung des
Sinowjew=
briefes iſt voller Arbeitseifer und hat ſeine Nachforſchungem
auch auf die geſamte ſowjetruſſiſche Propaganda in England
ausgedehnt. Der Ausſchuß behauptet, es ſei ihm gelungen,
allerlei unterirdiſche Kanäle zwiſchen der Moskauer Zentrale
und der engliſchen Kommuniſtiſchen Partei aufzudecken. Wenn
man einem engliſchen Funkſpruch Glauben ſchenken darf, ſucht
die Regierung Baldwin nach einem einigermaßen
einleuchten=
den Grund, um ſich von Rußland wieder loszulöſen. Es ſieht
ſo aus, als ob man die kommuniſtiſche Propaganda zum Anlaß
nehmen und alle ſowjetruſſiſchen Agenten ausweiſen will,
ſelbſtverſtändlich auch jene, die im diplomatiſchen Dienſt tätig
ſind. Den weiteren Ergebniſſen der Ausſchußarbeit und den
daran anknüpfenden Beſchlüſſen des Kabinetts, die vielleicht zu
einem Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen zu Rußland
führen können, darf man mit einiger Spannung entgegenſehen,
Die Zuſammenſetzung des Unterſuchungsausſchuſſes.
Nach einer Reutermeldung ſetzt ſich der vom Kabinett
ein=
geſetzte Ausſchuß zur Unterſuchung der kürzlich in England
be=
triebenen bolſchewiſtiſchen Propaganda und des obengenannten
Sinowjewbriefes zuſammen aus Auſten Chamberlain als
Vor=
ſitzendem, ferner aus Lord Birkenhead, William Johnſon=Hicks
und dem Attorny=General Sir Douglas Hogg.
Eine Rede Auſten Chamberlains.
Auſten Chamberlain ſagte in ſeiner Rede in
Glas=
gow noch, die vorige Regierung habe die Angelegenheit
Sinow=
jew ihren Nachfolgern in einem ſehr eigentümlichen Zuſtande
hinterlaſſen. Die von dem Premierminiſter ſelbſt
entworfene und ſpäter noch energiſcher gefaßte Note ſei
dem Sowjetvertreter übergeben worden, in der
die Sowjetregierung des Bruches nicht nur alter, ſondern auch
neuerlicher Verpflichtungen beſchuldigt wurde. Es ſei ein ernſtes
Dokument geweſen. Nachdem ſie die Uebergabe und
Veröffent=
lichung der Note veranlaßte, ſei es die letzte Handlung der
vori=
gen Regierung geweſen, zu erklären, daß ſie nicht in der Lage
ſei, zu entſcheiden, ob der Premierminiſter irgendwelche
Grund=
lagen für die erhobenen Beſchuldigungen hatte. Er,
Chamber=
lan, wolle keine Anſicht über dieſen Punkt ausſprechen. Aber
er wolle lediglich ſagen, daß von dem neuen Kabinet unverzüglich
ein Ausſchuß eingeſetzt werde, um die Angelegenheit zu
unter=
ſuchen. Dieſem Ausſchuß werde die geſamte Information, die
dem vorigen Kabinett zur Verfügung ſtand, vorgelegt werden,
und noch weitere Informationen, die das vorige Kabinett nicht
mehr rechtzeitig zur Uebermittlung an ſein Komitee erreicht
habe. Auf Grund des Berichts dieſes Ausſchuſſes werde die
Regierung beſchließen, welche Aktion ſie für angemeſſen halte.
Die Unruhen in Spanien.
TU. Paris 14. Nov. Die Blätter melden neue
Verhaf=
tungen ſpaniſcher Anarchiſten. In einer Pariſer Vorſtadt iſt ein
Anarchiſt feſtgenommen worden, der einen Revolver bei ſich trug.
Spaniſche Revolutionäre, die von Paris über Lyon, Marſeille,
Boulogue und Orleans verſuchten, die ſpaniſche Grenze zu
errei=
chen, ſind vor deren Ueberſchreiten nach dem Innern Frankreichs
zurückgedrängt worden. Ueber die Vorgänge in Spanien erfährt
der Korreſpondent des „Daily Expreß” aus San Sebaſtian
fol=
gende Einzelheiten:
Trotz der überaus ſcharfen Zenſur beginnt man allmählich,
klar zu ſehen. Die Erklärung des Königs Alfons, in der er
be=
haupte,, daß er die Diktatur angenommen habe, um den
Bürger=
krteg zu vermeiden, findet keinen Glauben mehr. In Katalomien
und Navarra gärt es in einem großen Teil der Truppen, die im
Begriff ſind, die Front zu wechſeln. Die Befreiung des Generals
Berenger, der bekanntlich eine Feſtungsſtrafe verbüßt, ſteht
be=
vor. Trotz der Hinrichtungen, die in Barcelona erfolgten, ſcheint
die Aufſtandsbewegung nicht unterbunden zu ſein. Zahlreiche
Sozialiſten, Republikaner und Liberale ſind in Barcelona,
Sara=
goſſa und Madrid verhaftet worden. Am letzten Montag und
Dienstag wurden 152 Perſonen ins Gefängis geſetzt. Die
reak=
tionären Elemente behaupten, daß die Diktatur weiter beſtehen
müſſe, da ſonſt der Sturz der Monarchie unvermeidlich wäre.
Der „Matin” meldet, daß zwei Spanier, die im Beſitze
eines Granatenlagers geweſen ſeien, in Reims verhaftet worden
ſeien, und daß im ſpaniſchen Generalkonſulat in Paris ein
Dieb=
ſtahl begangen worden ſei. Die Diebe hätten nur Petſchafte und
Itempel für amtliche Schriftſtücke und Päſſe geſtohlen, ſich jedoch
gehütet, Wertpaplere und Geld anzurühren.
gearbeitete Holzſchnitte, daß ſie wie Radierungen wirken. Wie
kaum ein anderer Künſtler iſt er in der Lage, in feinſter
tech=
niſcher Ausführung zarteſter Strichführung ſo ſtarken Ausdruck
zu finden und, je nach dem Vorwurf, auch derbes, hin und wieder
das Groteske ſtreifend, zu ſehen. Altmeiſter Kröh (Darmſtadt)
iſt mit einem ſehr ſauberen, friſchen, farbig temperamentvollen
Landſchaſtsbild an der Mümling bei Neuſtadt gut vertreten.
Maria Mendelsſohn mit zwei flotten Radierungen, Elſe
Pfiſter=Kaufmann (Darmſtadt) iſt mit Bildnis,
Radie=
rungen und Lithographien vertreten, die ein gutes zeichneriſches
Können und gute Charakteriſierungskunſt verraten. Sehr flotte,
feine Charakterſtudien ſind die ſehr ſicher erfaßten und techniſch
ſtark gemeiſterten Typenſtudien von Eduard Thöny (
Mün=
chen). Hans Vielmetter (Darmſtadt) hat ein Knabenbildnis,
ſehr intereſſant, ſehr ernſt und ſtarkes impulſives Talent
ver=
ratend. ferner Stilleben, künſtleriſch reizvoll, und drei
Radie=
rungen ſizilianiſcher Landſchaften ausgeſtellt, die des jungen
Künſtlers ſehr ſtarkes, zukunftsreiches Talent überzeugend
offen=
baren.
* Der Affe als Einbrecher. Ein Affe namens Jocy, der
ſeinem Beſitzer entflohen iſt, hält ſeit einer Woche die Bewohner
eines Londnoner Straßenviertels in Aufregung. Er hat bereits
zahlloſe Einbrüche verübt und bisher allen Bemühungen der
Polizei und der Bürger getrotzt, ihn gefangen zu nehmen oder zu
erſchießen. Joey hat als Nachtquartier ſich Brunswick Park
aus=
gewählt und ſteht ſehr früh auf. Seine Spezialität ſind offene
Fenſter. Erblickt er ein ſolches, ſo klettert er an der Dachtraufe
entlang, guckt mit grimmigem Grinſen in den betreffenden Raum
und treibt damit die Anweſenden in die Flucht. Dann ſpringt er
hinein, ergreift irgend etwas, was ihm eßbar erſchient, und
ent=
flieht. Einmal hatte ſich bereits eine große Menſchenmenge
ver=
ſammelt, die eine wilde Jagd über die Dächer veranſtaltete, um
ſeiner habhaft zu werden, aber er entwiſchte noch glücklich. Ein
andermal ſah man ihn auf einem Baum ſitzen, augenſcheinlich
ſehr böſe über das ſchlechte Wetter, aber dem Aufgeben ſeiner
Freiheit widerſtrebte er. Dann glaubte man ihn ſchließlich ganz
ſicher zu haben. Eine Frau hatte die Geiſtesgegenwart beſeſſen,
das Fenſter zuzuriegeln, nachdem Joey hereingeſprungen war;
dann hatte ſie die Tür abgeſchloſſen und war zur Polizei gelaufen,
um den Einbrecher verhaften zu laſſen. Aber Joey hatte
unter=
deſſen ein Stück Seife ergriffen und es zu verſpeiſen begonnen.
Da die Seife ihm augenſcheinlich nicht ſchmeckte, ſo warf er ſie
entrüſtet durchs Fenſter, zertrümmerte eine Scheibe und folgte
der Seife auf dem Fuß. Als man kam, war das Neſt leer. Im
allgemeinen bevorzugt er bei ſeinen Einbrüchen Gemüſeläden, in
denen er Bananen, Aepfel, Weintrauben uſw. mitnimmt. Die
Polizei hat ſich in ihrer Verzweiflung einen Sachverſtändigen
nus dem Zoo verſchrieben, aber auch dieſer hat bisher den
vier=
füßigen Verbrecher noch nicht dingfeſt machen können.
Nummter 318.
Samstag, den 15. Noßember 1924.
Der Wahlaufruf
der Deutſchen Bolfspartei.
Berlin, 14. Nov. Der in Dortmund beſchloſſene
Wahl=
aufruf der Deutſchen Volkspartei hat folgenden Wortlaut:
Das Schickſal der Nation wird durch die Außenpolitik
be=
ſtimmt. In ihrem Zeichen ſteht der Wahlkampf. Mit der Parole
„Durch Arbeit und Opfer zur Freiheit!” ſind wir
in den letzten Wahlkampf gezogen. Wir haben unſer Wort
ein=
gelöſt. Die Uebernahme der Laſten des
Sachverſtändigengutach=
tens iſt nur erfolgt unter der Zuſicherung der Befreiung deutſchen
Landes, die eingeſetzt hat. Das Erreichte muß fortgeführt und
ausgebaut werden. Wir bekennen uns zu dem Gedanken
natio=
naler Realpolitik. Sie unterſcheidet ſich ebenſo von einer
Illuſionspolitik, die ſich eine nicht vorhandene Macht vortäuſcht,
wie von jener Illuſionspolitik, die von militäriſcher Abrüſtung
Deutſchlands Erfolge erträumt und nicht aus der Vergangenheit
gelernt hat. Befreiung des Vaterlandes von
mora=
liſchen und materiellen Feſſeln iſt unſer Ziel.
Wider=
ſtand gegen Rechtsbruch, Verſtändigung mit den Gegnern auf
dem Fuße der Gleichberechtigung, Uebernahme von Laſten nur
gegen Sicherung von Freiheit, Ehre und Leben als Kulturvolk,
Wiedereinführung Deutſchlands als Faktor in
Weltpolitik und Weltwirtſchaft ſind die Meilenſteine
unſeres Weges. Auf dieſem Wege werden wir auch unſeren
un=
verjährbaren Anſpruch auf koloniale Betätigung zu
erkämpfen wiſſen. Starkes nationales Wollen und klug
abwägen=
der Verſtand bleiben unſer Rüſtzeng. Die erſten Erfolge dieſer
Politit der Deutſchen Volkspartei und ihres Führers beginnen
jetzt zu reifen. Wer ſie ſichern und ausbauen will, der gehört in
unſere Reihen. Erfolgreiche Außenpolitik ſetzt im Innern
Wiederherſtellung des Rechtes und der
Staats=
autorität, ſowie Wiedergeſundung der
Wirt=
ſchaft voraus. Wir haben im Reich und in Preußen, wie auch
in den Ländern ſeit Jahr und Tag die Grundlagen dazu gelegt,
auf ihnen muß weitergebaut werden. Die Wunden, die Krieg,
Revolution und Inflation geſchlagen haben, werden ſich erſt
dann wieder ſchließen, wenn die unglücklichen Scharen der
Ent=
rechteten und Geſchädigten und die Kriegsbeſchädigten
unter Anſpannung der äußerſten Kräfte des ganzen Volkes
wie=
der aufgerichtet ſind. Für gerechte Aufwertung
werden wir wie bisher kämpfen. In der Sorge für die
Auslands= und Grenzdeutſchen, die Verdrängten
und Vertriebenen werden wir nicht nachlaſſen.
Wiedergeſun=
dung der Wirtſchaft iſt ohne Produktionsförderung,
ver=
nünftige Steuerreform und ſtaatlichen Schutz derjenigen Zweige
nicht denkbar, die trotz rationeller Arbeitsweiſe der
Auslands=
konkurrenz unterliegen würden. Auf der Grundlage notwendigen
Schutzes ſind die Handelsvertragsverhandlungen
gefördert worden, die uns den Wiedereintritt in die
Weltwirt=
ſchaft ſichern und unſerer Ausfuhrinduſtrie die notwendige
Ent=
faltung gewährleiſten. Blühende Produktion iſt zugleich
Konſu=
mentenintereſſe und Vorausſetzung für Erhaltung und Ausbau
ſozialer Einrichtungen. Nur mit ihrem Mittel können die
Kultur=
güter gepflegt werden, die wir von den Vorfahren übernommen
haben und die wir ſelbſt entwickeln wollen. Nur in geſunder
Wirtſchaft und geſicherten Rechtszuſtänden gedeihen die Kräfte
des Gemütes, welche Familie und Religionsgemeinſchaft in ſich
bergen und die ohne chriſtliche Erziehung in der Schule
verküm=
mern. Für die Durchführung dieſer Aufgaben, für den Glauben
an Deutſchlands Wiederaufſtieg brauchen wir die Hingabe an
politiſche Ideale. Die Deutſche Volkspartei
verei=
nigt in ſich das nationale, liberale und ſoziale
Empfinden. Wir müſſen feſt im nationalen Boden wurzeln,
Staat, Wirtſchaft und Erziehung mit liberalem Geiſt erfüllen
und in ſozialem Gefühl durch einen Ausgleich der Gegenſätze
eine deutſche Volksgemeinſchaft erſtreben. Die Grundlagen, die
wir gelegt haben, werden das zuſtande bringen. Das Ziel der
Befreiung rückt erneut in unerreichbare Ferne, wenn
Radikalis=
mus und Sozialismus zur Herrſchaft kommen. Der Linksblock
würde das Rad der Entwicklung noch einmal zurückdrehen und
das Volk von neuem in Klaſſenkampf ſtürzen. Die Deutſche
Volkspartei ſtellt ſich dieſem Treiben entſchloſſen in den Weg und
wird mit allen Mitteln für eine gradlinige Fortführung der
Auf=
bau= und Geſundungspolitik kämpfen. Unter falſcher Flagge,
mit irreführender Parole iſt der Wahlkampf eingeleitet worden.
Verfaſſungsfragen ſtehen nicht im Vordergrund. Die Grundlage
bes Staates bedroht nur, wer das Volk nicht zuſammenfaſſen,
ſondern in zwei Teile zerreißen will. Zur Schau getragenes
Republikanertum iſt keine Gewähr für Tüchtigkeit und
Charak=
ter. Bannerparaden lenken vom Weſentlichen ab und tragen die
Gefahr der Ueberhetzung und Verhetzung in ſich. Was uns not
tut, ſind nicht Schlagworte und Formen. NurArbeit,
Ver=
antwortungsbewußtſein und Opferſinn führen
* Dasz Aphagenhaus in Danzig.
Von Dr. E. Zeh.
Die Langgaſſe Danzigs, eine via triumphalis deutſcher
Städtebilder! Die Spätrenaiſſance hat in dieſer feſtlich
auf=
rauſchenden Parade nordiſch hanſeatiſcher Patrizierhäuſer das
Wort, aber eine Spätrenaiſſance eigenartigſter Prägung.
Ge=
meinſam iſt faſt allen Danziger Wohnhäuſern ein Idealtypus:
die der Straßenflucht zugekehrte Front iſt ſchmal, auf drei
Fenſterachſen beſchränkt, deſto mehr wachſen aber die mit reizvoll
ausgeſtalteten Giebeln bekrönten Bauten in die Höhe. Doch ſteht
dieſer durch die einſtigen Befeſtigungsbauten erzwungenen
Eng=
brüſtigkeit der Frontſeite eine von der Straße aus nicht zu
ahnende Tiefenausdehnung oft bis zu achzig Metern gegenüber.
Trotz dieſer Gleichförmigkeit im Grundriß und Aufbau der
einzelnen Wohnſtätten entſtand keineswegs ein langweiliges
ſche=
matiſches Straßenbild. Im Gegenteil! Ein ungemein maleriſches
Spiel von Lichtern und Schatten huſcht über den ſo
abwechflungs=
reichen architektoniſchen Zierat der Straßenfronten hinweg. Da
geſellt ſich zu einem Haus in reichſter italieniſcher
Spätrenaiſ=
ſance ein anderes in den jugendfriſchen, ſo phantaſievollen
Schmuckformen der nordiſch=niederländiſchen Renaiſſance. Die
Erklärung hierfür: Mißwachs in Norditalien in den Jahren
1588—90 brachten die Stadt Danzig, den damaligen
Hauptaus=
fuhrhafen der reichen polniſchen Getreideernten, mit italieniſcher
Kunſt und Kultur, beſonders Venedigs, in engſte Berührung;
z. Zt. der niederländiſchen Befreiungskriege ließen ſich zahlreiche
Niederländer in Danzig nieder. Dieſe Stilmiſchung, der aber auch
die einheimiſche, etwas phantaſtiſche künſtleriſche Paraphraſe nicht
fehlt — die im Winde zappelnde Schildkröte auf dem Giebel des
Geburtshauſes der Johanna Schopenhauer in der
Heiligengeiſt=
gaſſe mag als eine wenn auch nur beiläufig illuſtrierende
An=
deutung genügen, verleiht der Danziger Langgaſſe ihre
unver=
gleichliche maleriſch=feſtliche und ſo lebensfreudige
Geſamtſtim=
mung.
Eingereiht in dieſe Triumphſtraße deutſchen Hanſageiſtes iſt
auch das Uphagenhaus. Gemeſſen an den architektoniſchen
Parade=
ſtücken der Langgaſſe, dem „Löwenſchloß” dem Speymannſchen
Haus, von dem die Sage geht, die ganze Faſſade ſei zu Schiff
von Venedig aus eingeführt worden, der ſagenumwobenen
Pa=
trizierwohnſtätte „Adam und Eva” könnte man an dem äußerlich
weit beſcheideneren Uphagenhaus gar leicht vorbeiſehen. Iſt auch
erſt 1776 von dem Ratsherrn Uphagen, deſſen Geſchlecht in den 90er
Jahren des 16. Jahrhunderts aus Ypern einwanderte, er=
*) Siehe dazu die Abbildungen in der heutigen Nummer der
Gegenwart, die wir dem Entgegenkommen der Direktion der Städtiſchen
Sammlungen Danzigs verdanken. — Wir verweiſen noch auf den
illu=
ſtrierten Sonderdruck „Das Danziger Uphagenhaus von Dr. Secker”
aus der Kochſchen Zeitſchrift „Dekorative Kunſt”.
zur Freiheit. So kämpfen wir für nationale Realpolitik
einer ſtarken Regierung auf den Grundlagen des Rechtsſtaates
farben Schwarz=Weiß=Rot wollen wir ein neues
Deutſchland ſchaffen. Der Weg zu dieſem Aufſtieg führt nicht bei der öffentlichen Meinung, ſo war das ſicherlich nicht oppor=
Volkspartei!
Dr. Streſemann über die Politik der O.V.P.
partei in Dortmund ſprach Reichsaußenminiſter Dr.
Streſe=
mann über die politiſche Lage. Er ſagte unter anderem:
Unſer Wahlaufruf ſagt, daß das
deutſche Schickſal durch die Außenpolitik beſtimmt
iſt eine Außenpolitik, die ſich der Begrenztheit unſerer Machtmittel
bewußt iſt und die in bewußtem, zähen Ringen eine Verſtändi= liberal, hie gut deutſch allerwege!
gung als gegenſeitiges Entgegenkommen auffaßt. Wir nannten
dieſe Politik nationale Realpolitik. Man darf ſich doch nicht eine
Macht vortäuſchen, die nicht mehr vorhanden iſt. unſere Real= Der Jahrestag der Rentenmaf:
politik ſtellt ſich aber andererſeits bewußt darauf ein, daß wir
unſere Wirtſchaftskraft und das Intereſſe der Welt an der
Auf=
rechterhaltung der Ordnung in Deutſchland ausnutzen und daß
wir weiter auch als entwaffnetes Volk uns nicht zwingen laſſen,
etwas zu tun, was gegen unſere Begriffe von Ehre und Würde
Parteien der Rechten, ſo trennt ſie ſich auch mit Entſchiedenheit
von der Illuſiionspolitik der Linken. Die Linke glaubt, durch
Erfüllung zur Verſtändigung zu kommen. War es nicht auch
die=
gerechten Frieden erhoffte? Bewahrte uns dieſe Politik vor dem
Verluſte Oberſchleſiens? Die Behauptung der Linken, daß die
Deutſche Volkspartei die alte
Erfüllungspolitik
treibe, iſt vollkommen abwegig. Der Unterſchied zwiſchen der frü= nahmen befreit worden iſt, deren erſte am 15. November 1923
heren und jetzigen Außenpolitik liegt in der Verſchiedenheit der wirkſam wurde. Frage: Sie meinen alſo, Herr Miniſter, daß
um die Londoner Vereinbarungen handelte, war man auf der
einen Seite für bedingungsloſe Annahme, auf der anderen Seite tenmark kein Zaubermittel, das mit magiſcher Kraft die
Wirk=
für die Annahme unter der Bedingung, daß die Befreiung der
Ruhr ſichergeſtellt werde. Das Kabinett entſchied ſich für die
Po=
litik, nicht bedingungslos anzunehmen. Es iſt am erſten Tag in
mung der Ruhr verlangt wurde. Wir forderten weiter in
erbit=
tertem Ringen weſentliche Aenderungen des Dawesplanes. Wir
gelangten ſchließlich zu einem Kompromiß, das nicht erreicht
wor=
den wäre, wenn wir uns auf den Standpunkt der
bedingungs=
tritt auch bei unſerer
Stellung zum Völkerbund
zutage. Unſere Auffaſſung war, daß wir nämlich nur als
aner=
kannte Großmacht und weiter nur unter der Berückſichtigung der
beſonderen Stellung, die uns die Abrüſtung auferlegt, in den
ſen Weg nationaler Realpolitik gehen.
In der Innenpolitik hageln Vorwürfe auf die Deutſche
ſich nicht geändert, aber ihre Taktik muß mit den
parlamenta=
riſchen Möglichkeiten rechnen. In der Erklärung der Fraktion
vom 12. Januar 1923 ſteht das
grundſätzliche Bekenntnis zur Volksgemeinſchaft
im Mittelpunkt. Wir reichten der Sozialdemokratie die Hand.
Wir mußten es ſelbſtverſtändlich auch den Deutſchnationalen
ge=
genüber tun, nachdem ſie ſich auf den Boden unſerer Außenpolitik
geſtellt haben.
Unſere ganze Haltung war keine Verleugnung der Politik,
die wir in Preußen und Sachſen getrieben haben, oder die
Po=
litik der großen Koalition im vorigen Jahre. Man vergißt, daß
der Sturz dieſer Koalition nicht durch uns geſchehen iſt. Was
wir mit unſerer Politik erſtrebten, war nicht die Schaffung eines
Bürgerblocks gegen diejenigen, die nicht Bürger ſind. Gegen die
Politik, die den Rechtsblock gegen den Linksblock ausſpielen
möchte, habe ich mich ſtets gewandt. Die Sozialdemokratie
be=
geht den großen Fehler, das Dawesgutachten zu loben, aber
nicht die Konſequenzen zu ziehen, ſo daß wir nicht glauben
kön=
nen, die großen wirtſchaftlichen und finanzpolitiſchen Aufgaben
mit einer großen Koalition löſen zu können. Die
Deutſchnatio=
nale Volkspartei zeigt gegenwärtig noch keine einheitliche
Füh=
rung, aber hoffen wir, daß ſie den Weg von der Oppoſi ion zur
verantwortlichen Mitarbeit findet, und daß dadurch unſere
ſtaat=
lichen Verhältniſſe konſolidiert werden mögen.
Die gegen mich erhobenen perſönlichen Vorwürfe der
oppor=
tuniſtiſchen Politik ſcheitern an den Tatſachen. Meine Politik als
baut worden. Aber dieſes Haus erſchließt uns ſeine hohe
kul=
tur= und kunſtgeſchichtliche Bedeutung erſt im Innern; denn mit
Ausnahme der Schlaf= und Geſchäftsräume iſt ſeine ganze
Ein=
richtung bis zum reichen Tafelgeſchirr in aller Urſprünglichkeit
aus der Zeit ſeiner Erbauung erhalten geblieben. Es gibt kaum
noch eine Stätte, die uns einen ſo geſchloſſenen Einblick in die
Wohnkultur eines kunſtſinnigen deutſchen Patriziergeſchlechtes
des 18. Jahrhunderts zu gewähren vermöchte. Im Anblick dieſer
ſo ſicher in ſich ruhenden charaktervollen bürgerlichen Kultur
be=
ſchleicht uns wahrlich ein Gefühl von Trauer, wenn wir an den
Abſturz von dieſer Höhe in den Snobismus des 19. und 20.
Jahr=
hunderts denken. Grundriß= und Inneuraumdispoſition des
Uphagenhauſes zeigen wieder Typiſches. Im Erdgeſchoß, das
ſich ohne Unterbrechung in die Tiefe erſtreckt, die Diele mit
ein=
gebautem kleinerem Geſchäftsraum und darüber liegender ſogen.
Hangelſtube, der große Geſchäftsraum, Durchgangsräume zu
Hintergebäuden mit Küche, Stallungen und eingebauten Treppen
für die oberen Stockwerke; im erſten Stockwerk, der große, die
drei Fenſter der Front einnehmende Empfangsſaal, gegenüber
durch die obere Diele getrennt der große Speiſeſaal, daran
an=
ſchließend drei ſchmale entzückende Durchgangsräume, ein Rauch=,
Leſe= und Muſikzimmer, die zu dem größeren Familien=Wohn=
und Eßzimmer führen, hinter dem noch einige nicht näher
be=
ſtimmte Räumlichkeiten angeordnet ſind: das 2. Stockwerk mit
den Schlaf=, Gaſt= und Bedientenzimmern.
Die Diele eine geräumige Halle, rechts der Eingang in das
kleine Geſchäftszimmer. Breit ausladend empfängt die Treppe
den Beſucher und führt ihn in halber Höhe zunächſt in die wie
eine Schiffskofe anheimelnde zierliche Hangelſtube, in der man
zur Winterszeit den Tee einzunehmen pflegte. Mit welch feinem
archiiektoniſchem Taktgefühl iſt dieſer bauliche Sonderkörper,
um=
ſponnen von ätheriſch leichtem Rokokozierat, in den
Geſamt=
raum der Diele eingefügt, der den beiden kleinen Innenräumen
auch noch ſein gedämpftes Licht zuführt. Die Möbel dieſes
Stüb=
chens dürften ſchon der Zeit um 1800 angehören. Alle
Holz=
flächen der Baueinrichtung, Geländerpfoſten, Türfüllungen
und Sockel, die irgendwie der Malerei die Möglichkeit einer
Entfaltung bieten, ſind mit heiteren Rokokoſzenen und
Land=
ſchaften bemalt. Wir ſteigen die nun enger werdende Treppe
zum 1. Stockwerk empor und treten in den großen
Empfangs=
ſaal, in den das Licht durch die 3 hohen Frontfenſter hereinflutet.
Türen, Niſchen und Möbel weiß gehalten, zart mit Gold ſtaffiert,
die Wände mit Sioff beſpannt, die damaſtenen Möbelbezüge rot.
Ungemein reizvoll in dieſem Raum die ſo gütliche dialogartige
Auseinanderſetzung des noch vorherrſchenden Rokokos mit dem
bereits eindringenden Zopfſtil! Im gegenüberliegenden großen
Speiſeſaal mit ſeiner ausgeſprochenen Wohnlichkeit, iſt engliſcher
Geſchmack, etwas an frühes Biedermeier erinnernd, herrſchend.
Die Tür zu den Verbindungszimmern ſteht offen. Lockende Töne
aus dem entfernten Muſikzimmer klingen herüber. Wir ſchauen
Seite 3.
Parteiführer und als Miniſter war durchaus nicht auf populäre
Gegenwartsſtrömungen eingeſtellt. Wenn ich beiſpielsweiſe als
und geſunder Wirtſchaft. Unter dem Symbol der alten Reichs= Außenminiſter für die grundſätzliche Annahme des
Dawesgur=
achtens eintrat, ohne Befragung der Partei, ohne Rückendeckung
rechts und links, er führte gerade aus. Darum wählt Deutſche tuniſtiſche Politik Ich mußte gegen die öffentliche Meinung
an=
kämpfen. In dieſem Geiſte werde ich auch künftighin meinen
Weg gehen, unbelümmert um Lob oder Tadel.
In der Innenpolitik ſtehen wir, vor bedeutſamen
Fragen, die alsbald gelöſt werden müſſen. Es handelt ſich um
Berlin, 14. Nov. Auf dem Parteitag der Deutſchen Volks= Fragen der Steuerreform, der Aufwertung, der
Beſoldungsver=
hältniſſe des Beamtentums. Sie konnten erſt in die Hand
ge=
nommen werden, als die unendlich ſchwierigen Experimente der
Stabiliſierung unſerer Rentenmark geglückt waren. — Der
Mi=
niſter ſchloß: Wir ſind und bleiben eine Partei von liberalem
Grundcharakter. Wir wollen bewußt liberale Politik treiben und
wird. Seit Auguſt vorigen Jahres iſt die Deutſche Volkspartei, die alten liberalen Grundſätze der Gewiſſensfreiheit und
Tole=
führend für die Außenpolitik verantwortlich. Was wir brauchen, ranz niemals aufgeben. Mit gutem Gewiſſen ſehen wir der
Entſcheidung des Volkes bei den Wahlen entgegen. Hie gut
Dr. Luther über das erſte Jahr der Stabiliſierung.
TU. Berlin, 15. Nov. Anläßlich des erſten Jahrestages
der Einführung der Rentenmark am 15. November empfing
verſtößt. Trennt ſich unſere Auffaſſung der Außenpolitik von den Reichsfinanzminiſter Dr. Luther einen Vertreter der
Tele=
graphen=Union zu einer Unterredung, in der er einleitend daran
erinnerte, daß der Weg zum Entſchluß der Reichsregierung, das
neue Zahlungsmittel zu ſchaffen, bis zum Einführungstage mit
ſer Gedanke, der einſt von der Ablieferung deutſcher Waffen einen Schwierigkeiten, ja man könne ſagen, mit Schreckniſſen geradezu
gepflaſtert war. Trotzdem iſt die Rentenmark dann am 15.
No=
vember herausgekommen. Von dieſem Tage ſtammt der
Wieder=
aufbau der öffentlichen und wirtſchaftlichen Ordnung
Deutſch=
lands. Es iſt wohl auch nicht überflüſſig, daran zu erinnern,
aus welch entſetzlicher Not unſer ganzes Volk durch dieſe Maß=
Grundanſchauungen und Methoden. Als es ſich beiſpielsweiſe durch die Herausgabe der Rentenmark allein die Rettung nicht
vollzogen worden iſt? Antwort: Selbſtverſtändlich war die
Ren=
lichkeit verändert hätte. Sie war nur eine Vorausſetzung.
Voll=
zogen worden iſt die Rettung aus der Not durch die harten
Maßnahmen der Beſchränkung der Ausgaben des Reiches auf
London mit jener Begleitnote hervorgetreten, in der die Räu= das Aeußerſte und eine Steigerung der Einnahmen, die über
viele, in anderen Zeiten berechtigten Rückſichten hinweggehen
mußten. Man kann es auch ſo ausdrücken, daß, ſo ſchwer die
Schaffung der Rentenmark auch geweſen ſein mag, ihre
Erhal=
tung noch viel ſchwieriger war. In den öffentlichen
Erörterun=
loſen Erfüllungspolitik geſtellt hätten. — Der gleiche Gegenſatz gen der Gegenwart ſieht es jetzt manchmal ſo aus, als wenn
dieſe Grundlage unſerer Rettung überhaupt vergeſſen worden
ſei, ja, als ob man gar nicht mehr wüßte, wie furchtbar die Zeit
der Inflation war. Jetzt macht man vielfach für die Not, die
herrſcht, die Maßnahmen der Regierung verantwortlich, ſtatt die
Urſache da zu ſuchen, wo ſie iſt, nämlich bei dem Ausgang des
Weltkrieges und bei der entſetzlichen Inflation. Es iſt, als
Völkerbund eintreten könnten. Wir werden auch in Zukunft die= wenn man den Kapitän eines Schiffes bei ſtürmiſcher Fahrt für
die Seekrankheit verantwortlich machen wollte.
Frage: Durch die neuerlichen Regierungsmaßnahmen und
Volkspartei nieder. Die grundſätzliche Einſtellung der Partei hat auch die allgemeinen Kundgebungen ſind doch jetzt gewiſſe
Er=
leichterungen auf ſteuerlichem Gebiet und auf der
Belaſtungs=
ſeite zum Teil durchgeführt und zum Teil in Ausſicht geſtellt?
Antwort: Gewiß, aber daß dies möglich geworden iſt, beruht
wieder nur darauf, daß durch die Rentenmark und durch die
har=
ten Maßnahmen des vorigen Winters die Befreiung von der
Inflation erfolgt iſt. Hätten wir nicht auf dieſem Wege, der
überhaupt möglich war, die finanzielle Ordnung wieder
her=
geſtellt, ſo gäbe es ſicher heute keine Erörterungen über
Erleich=
terungen irgendwelcher Art für die ſchwer leidenden deutſchen
Volksgenoſſen, ſondern es gäbe nur ein Elend, das man ſich
überhaupt nicht vorzuſtellen vermag.
Um die Aufbeſſerung der Beamtengehälter.
Berlin, 14. Nov. Wie wir hören, iſt damit zu rechnen,
daß die Verhandlungen mit den Beamtenſpitzenorganiſationen
über die Aufbeſſerung der Gehälter Ende der kommenden Woche
ſtattfinden, nachdem am Dienstag Beſprechungen mit den
Ver=
tretern der Länder ſtattgefunden haben. Der Geſamtvorſtand
des Deutſchen Beamtenbundes hat eine Entſchließung gefaßt,
die ſich gegen die Abſicht wendet, eine Aufbeſſerung der Bezüge
im Sinne der Annäherung an die Nominalgehälter der
Frie=
denszeit zu gewähren. Dadurch werde der wirtſchaftlichen
Not=
lage der Beamtenſchaft, insbeſondere der unteren
Beſoldungs=
gruppen, nicht abgeholfen. Vielmehr müſſe eine Neuregelung
erfolgen, die allen Beamten ein angemeſſenes Realeinkommen
gewähre.
durch die Zimmerflucht hindurch: ein Raumtrio von
beſtricken=
dem maleriſchem Reiz entzückt das wandernde Auge. Uebermütige
Rokokoſchnörkel und exotiſche Vögel muſizieren um die Wette mit
den ſilbernen Klängen, die vom roſafarbenen Spinett aufperlen.
Noch eine Tür tut ſich auf. Wieder ein größerer Raum nimmt
uns auf: das Wohn= und Eßzimmer der Familie, eine köſtliche
Muſchelſchale kultivierteſter und doch ſo anheimelnder,
lebens=
bejahender Wohnlichkeit. In der Ecke der traute weiße Fayence=
Kachelofen. Ein Winterabend! Wie man ſchon in dieſer
Vor=
ſtellung ſeine umſchmeichelnde Wärme ſpürt, den milden
Kerzen=
glanz des ſtrahlenden Kriſtallleuchters, wie man das heitere
Ge=
plauder der Tiſchgeſellſchaft wieder zu hören vermeint! Da
wird es auf einmal ſo lebendig im ganzen Haus! Ein
necken=
des Kichern klingt aus den lauſchigen Winkeln, aus den Schatten
treten lautlos lächelnde Menſchen heraus, anmutige
Blumen=
mädchen in bunten Reifröcken mit flatternden Bändern und
Rüſchen, ſchlanke Kavaliere in goldbetreßten Galaröcken, und
unter den Klängen einer verſteckten Streichmuſik entſchwindet im
zierlichen Menuett=Schritt die liebliche Viſion. Immer leiſer
und leiſer werdend tönt es aus der Ferne der dämmerigen
Ge=
mächer noch zu unſeren verträumten Sinnen:
Du biſt, Wirtin, ſüße Freude!
Jeder von uns iſt dein Gaſt.”
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
* Der Frankfurter Verein für orientaliſche
Sprachen hat ſeine Wintertätigkeit wieder aufgenommen und
folgendes Programm aufgeſtellt: 18. November: Dr. L. H. Schütz,
Die Perle des Orients (Lichtbilder aus Konſtantinopel); 25.
No=
vomber: Dr. Friedrich Schmalz, An den Ufern des Nils: 2.
De=
zember: Dipl.=Ing. Finger, Türkiſche Eiſenbahnen; 9. Dezember:
Geheimrat D. Dr. Dechent, Die heißen Quellen von Paläſtina;
20. Januar: Dr. L. H. Schütz, Orientaliſche Dichtkunſt; 27. Jan.:
Dr.=Ing. Karl Klinghardt, Die türkiſche Frau; 3. Februar: Dr.
Lüring, Malgiiſche Magie; 10. Februar: Herr Auguſt Lang,
Chi=
neſiſche Trachten mit Veranſchaulichungen; 17. Februar:
General=
konſul F. G. Müller=Beeck, Japans eßbare Pflanzen und
japa=
niſche Speiſefolgen; 24. Februar: Herr Ibrahim Seifullah aus
Konſtantinopel, Türkiſche Kunſt; 3. März: Prof. Peliſſier,
Klein=
aſiatiſche Griechenſtädte. Außerdem wird zu noch zu beſtimmender
Zeit Herr Dr. Schütz eine Führung durch die Schriftgießerei
Stempel veranſtalten, um deren orientaliſche Schriften zu zeigen.
Sodann werden Lehrgänge für orientaliſche Sprachen angezeigt:
Engliſch: Lektüre von „Kin” mit Veranſchaulichungen,
General=
konſul Müller=Beeck: Neugriechiſch: Prof. Dr. Peliſſier; Ruſſiſch:
Dr. L. H. Schütz; Hindoſtani: Dr. Lüring; Arabiſch: Dr. L. H.
Scütz; Türkiſch:Dr. L. H. Schütz; Ungariſch: Dr. L. H. Schütz;
Malaſiſch: Dr. Lüring; Chineſiſch: Dr. Lüring; Tamil: Dr.
Lüring; Hauſſa: Regierungsrat Prof. Miſchlich.
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für die Reichstags= und
Die Wählerliſten, für, die am 7.
De=
zember 1924 ſtattfindenden Wahlen zum
Reichstag und Landtag liegen von
Sonn=
tag, den 16. bis einſchl. Sonntag,
den 23. November 1924, in der
Turn=
halle am Kapellplatz zur allgemeinen
Einſicht offen, und zwar:
am Sonntag, den 16. November, von
9—1 Uhr,
von Montag, den 17. bis Samstag,
den 22. November, von 8—4/, Uhr,
und Sonntag, den 23. November, von
9—1 Uhr.
Innerhalb dieſes Zeitraums können
Einwendungen gegen die Richtigkeit un
Vollſtändigkeit der Wählerliſten
ſchrift=
lich oder mündlich zu Protokoll erhoben
werden.
Berechtigt zur Erhebung von
Ein=
wendungen ſind alle Perſonen
männ=
lichen und weiblichen Geſchlechts, die am
Tage der Wahl (7. Dezember) das
zwan=
zigſte Lebensjahr zurückgelegt haben,
und zwar bezüglich aller Eintragungen
in die Wählerliſte.
Wer die Eintragung eines Wählers
verlangt, muß für dieſen die für die
Stimmberechtigung erforderlichen
Nach=
veiſe eibringen. W.rden dieſe
Nach=
weiſe bis z m Ablauf der
Einſpruchs=
riſt nicht oder nicht vollſtändig
vorge=
egt, ſo bleibt die Anmeldung
unberück=
ſichtigt.
(st15177
Darmſtadt, den 10. Nov. 1924.
Der Oberbürgermeiſter.
Laubverſteigerung.
Dienstag, den 18. Ifd Mts., wird
das Laub von Wegen und Schneiſen der
Förſterei Harras verſteigert in ungefähr
5 Loſen. Zuſammenkunft um 9 Uhr
um Forſthaus Harras. Auskunft durch
Herrn Förſter Ahlheim, Forſthaus
Harras.
(15307
Darmſtadt, den 14. Nov. 1924.
Heſſ. Forſtamt Darmſtadt.
J V.: Burk.
Bekanntmachung.
Die am 13. ds. Mts. abgehaltene
Holzverſteigerung Nr. 2 und
Streulaub=
verſteigerung Nr. 2 ſind genehmigt.
Die Abfuhrſcheine ſind vom 18. bis 27.
November ds. Js. bei den Kaſſenſtellen
einzulöſen.
(15295
Ueberweiſung des Holzes und erſter
Abfuhrtag Dienstag, den 18. ds. Mts.
Darmſtadt, den 14. Nov 1924.
Forſtamt Beſſungen.
Delv.
Gaskoks
Nußkoks
1,50 Mk. je Ztr.
Grob= und Gabelkoks 1.20
Bohnenkoks.
0.80 „ „„
Größere Abſchlüſſe nach beſonderer
Vereinbarung.
(st15231
Direktion der ſtädt. Betrie e.
Fiſcherei=Verpachtung.
Mittwoch, den 26. November ds.
Js., nachmittags 3” Uhr, wird im
„Hotel Büchner” in König i. Odenw. die
Fiſcherei in der Kimbach, Ortsbach und
Weilbach, Gemarkung König, auf weitere
13 Jahre neu verpachtet.
Die Fiſcherei wird auf Wunſch durch
Herrn Güterauſeher Helmſtädter in
König i. Odenw. vorgezeigt. (15273
Neuſtadt i. Odenw., d. 12 Nov. 1924.
Fürſtlich Erbach=Schönbergiſche
Oberförſterei.
Montag, den 17. Novemb. 1923,
nachmitiags 2 Uhr, wird im
Ruthaus=
ſaale da ſier die Rohrnutung der
gemein=
heitlichen Torfgrube ca. 150 Morgen
öffentlich verſteigert.
(1508m=
Pſungſtadt, den 10. Nov. 1924.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
J. V.: Weigel.
Bauarbeiten.
Die bei der Errichtung von
Wohn=
hausneubauten in der Kittlerſtraße
vor=
kommenden Erd=, Stampfbeton= und
Maurerarbeiten ſowie Betondecken
zwi=
ſchen eiſernen Trägern ſollen vergeben
werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtr. Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Mittwoch, den
19. November 1924, vorm. 10 Uhr,
reihen.
(st14693
Da iſtadt, den 5. Nov. 1924.
Städt. Hochbauamt.
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[ ← ][ ][ → ]Samstag, deu 15. Noveuber 1924.
Nummer 3 18.
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(*33700
Nummer 3 18.
Seite 7.
mus der Landeshauptſtavt.
Darmſtadt, 15. November.
Kampf gegen den Beitel.
Das Betteln bei Haushaltungen und Geſchäftsleuten iſt auch
für die, die gerne helfen, zur Plage geworden. Zwar ſind
Wohlfahrts=
amt und private Organiſarionen beſtrebt, der großen Not hilfsbedürftiger
Volksgenoſſen nach Kraften zu ſteuern. Manche, die Not leiden, haven
aber den Weg zu dieſen Stellen noch nicht gefunden. Auf der anderen
Seite gibt es auch Menſchen, die ohne innere Berechtigung dazu aus dem
Betteln Vorteile ziehen. Haushaltungen und Geſchäftsleute können
die Verhältniſſe der Vorſprechenden im Einzelnen nicht nachprüfen, Das
erleichtert den Mißbrauch. Niemand weiß, was mit den Gaben
ge=
ſchieht. Es iſt beſſer, die wirklich Notleidenden zu ermitteln und ihnen
nachhaltig zu helfen, als auen, die tagein, tagaus von Haus zu Haus
gehen, unbeſehen kleine Geſchenke vergbreichen, die — ſo zahlreich ſie
auch (im ganzen geſehen) ſein mögen — im einzelnen wenig wirkſam
find. Das Geben ohne Prüfung kann für einzelne Empfänger einen
Stoß mehr in den Abgrund bedeuten. Das ſchlimmſte aber iſt, bettelnden
Kindern Gaben zu verabreichen. Man vernichtet damit das Beſte
im werdenden Menſchen. Ein bettelndes Kind wird fpäter
wahrſchein=
lich nie die rechte Stellung zur Arbeit gewinnen, die allein
Menſchen=
würde verleiht. Daneben verführt das Betteln auch zur Lüge und
Heuchelei. Es verdirbt bei Erwachſenen und Kindern den Charakter. Um
dem Bettelunweſen zu ſteuern, ohne den wirklich Notleidenden Nachteile
zu bereiten, haben die Stadtverwaltung, die privaten
Wohlfahrtsorga=
niſationen und die intereſſierten Geſchäftskreiſe beſchloſſen,
Wohlfahrts=
ſcheine im Werte von 5, 10 und 20 Pfennig, gebunden zu je 20 Stück,
an jedermann gegen Entrichtung des Gegenwertes von 1, 2 oder von
4 Mk. abzugeben. Gebt künftig keinem Bettler mehr Geld oder
Sach=
werte, ſondern dieſe Wohlfahrtsſcheine. Den einzelnen Scheinen iſt für
die Empfänger die Empfehlung aufgedruckt, im Wohlfahrtsamt,
Land=
graf=Philipp=Anlage 11, 2. Obergeſchoß, Zimmer Nr. 71, vorzuſprechen,
demit dort alsbald ihre Notlage nachgeprüft und ihnen
erforderlichen=
falls durch dieſes Amt Hilfe gewährt werde. Den Spendern wird auf
ſchriftliche, mündliche oder telefoniſche Anfrage beim Wohlfahrtsamt
(Stadtamt Nr. 508) gerne Auskunft gegeben, ob im einzelnen Falle
Hilfe angebracht war und in welcher Weiſe ſie gewährt wurde.
Vor=
ausſetzung iſt aber, daß der Spender die Nummer des abgegebenen
Scheines mitteilt und die Auskünfte vertraulich behandelt. Bei der
furchtbaren Not muß jedem wirklich Bedürftigen Hilfe gewährt werden,
aber nicht ſchematiſch, wie es zurzeit üblich iſt, ſondern nach Prüfung
von Art und Maß der Notſtände und mit den Mitteln, wie ſie nach der
beſonderen Lage der Einzelfälle inbetracht kemmen. Ueber dieſe
Mög=
lichkeiten verfügt aber allein das Wohlfahrtsamt, in Verbindung mit
den Einrichtungen der priraten Wohlfahrtspflege. Die Hilfe wird ſich,
in jedem Falle nach den verfügbaren Mitteln und den vorhandenen
Möglichkeiten richten, ohne Rückſicht auf den Wert der vorgezeigten
Wohlfahrtsſcheine. Wenn im einzelnen Falle Hilfe nicht dringend
erforderlich iſt, wird ſie abgelehnt und der Gegenwert, der ſo nicht
ver=
güteten Wohlfahrtsſcheine kommt dann anderen wirklich Bedürftigen
zugute. Gewohnheitsbettlern kann ſo nach kurzer Zeit das Handwerk
gelegt werden, und wirkliche Bedürftige werden dahin geleitet, wo
ihnen nachhaltiger geholfen werden kann, als dies die jetzige Form des
Bettelunweſens ermöglicht. Stelle ſich jedermann willig in den Dienſt
dieſes Werkes der Nächſtenliebe. Die Wohlfahrtsſcheine ſind zunächſt
erhältlich beim Wohlfahrtsamt, Zimmer Nr. 71, und bei folgenden
Stellen: Arbeiterwohlfahrtsausſchuß (Herr Parteiſekretär Riegel,
Bis=
marckſtraße 19), Bäcker=Innung (Herr Obermeiſter Krämer,
Eliſabethen=
ſtraße 43). Caritas (Buchhandlung Wilh. Griesheimer,
Wilhelminen=
platz 2), Darmſtädter Einzelhandelverband (Marktplatz 10), Gaſtwirte=
Innung (Geſchäftsſtelle Alexanderſtraße 12), Innere Miſſion und Ev.
Wohlfahrtsdienſt (Geſchäftsſtelle Bismarckſtraße 58), Jüdiſche
Wohl=
fahrtspflege (Herr Max Meyer, Riedeſelſtraße 23). Metzger=Innung
(Geſchäftsſtelle im Schlachthof), Rotes Kreuz (Geſchäftsſtelle
Varade=
ſplatz 3), Verkehrsbüro am Ernſt=Ludwigsplatz. Weitere Stellen, die
fdieſe Wohlfahrtsſcheine abgeben, werden noch bekanntgemacht. Es iſt
daran gedacht, die Woblfahrtsſcheine auch in zahlreichen Läden.
Gaſt=
häuſern u. dal. zu verkaufen. Dieſe Abgabeſtellen werden noch durch
den Aushang entſprechender Plakate erkenntlich gemacht.
— Ernannt wurden: Am 4. November der Kreisamtmann bei dem
Kreisamt Friedbera Regierungsrat Hans Göbel zum Kreisamtmann
bei dem Kreisamt Offenbach a. M. unter Belaſſfung ſeiner
Amtsbezeich=
nung als Regierungsrat; der außerplanmäßige Regierungsrat Dr.
Ru=
dolph Walther zum Kreisamtmann unter Belaſſung ſeiner
Amts=
bezeichnung als Regierungsrat, und der Regierungsaſſeſſor Dr. Georg
Helmreich zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Groß=Gerau mit
der Am’sbezeichnung als Regierungsrat — ſämtliche mit Wirkung vom
15. November 1924 an; am 8. November 1924 der Lehrer Heinrich
Klein zu Reichelsheim, Kre’s Erbach, zum hauptamtlichen
Fortbil=
dungsſchullehrer an der Fortbildungsſchule zu Seligenſtadt, Kreis
Offen=
bach, mit Wirkung vom 1. November 1924 an: am 31. Oktober 1924 der
Kanz eiſekretär bei dem Landgericht in Darmſtadt Georg Himmler
zum Kanzleivorſteher bei dem gleichen Gericht; am 7. November 1924
der Oberjuſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Reichelsheim Karl Moxter
zum Oberjuſtizinſpeklor bei dem Amtsgericht Offenbach; der
geſchäfts=
leitende Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Ulrichſtein Konrad
Hein=
rich Koch zum geſchäftsleitenden Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht
Darmſtadt I.
— Der Betrieb des großen Lokomotivausbeſſerungswerkes
der Reichsbahn am Dornheimer Weg, das bekanntlich Anfang
März 1223 von den Franzoſen beſetzt wurde, geht bereits heute
Samstag, den 15. d. Mts., wiederum in die deutſche Verwaltung
über. — Unſere geſtrige Meldung iſt dementſprechend richtig zu
ſtellen.
Regelung im Güterverkehr bei Uebergabe der Regiebahnen.
Mit dem Tage der Aufnahme des Betriebes der Eiſenbahnen des beſetzten
Gebietes durch die Deutſche Reichsbahn=Geſellſchaft werden alle während
des Regiebetriebes eingeführten Maßnahmen und Vorſchriften der
Re=
gieverwaltung aufgehoben. Die Abfertigung des Güterverkehrs erfolgt
wieder nach den Beſtimmungen der Eiſenbehn=Verkehrs=Ordnung. Für
die Uebergangszeit gilt für die Frachtberechnung und Frachterhebung
folgendes: In Franken bereits erhobene Frankaturfrachten erfahren
keine Aenderung. Vor der Uebergabe in Franken berechnete
Ueber=
weiſungsfrachten werden von der deutſchen Empfangsabfertigung in
deut=
ſcher Währung, unter Umrechnung der Franken nach dem
bekanntgege=
benen Kurſe in Reichsmark erhoben. Alle Nebengebühren (Lager=,
Stand=, und Anſchlußgebühren uſw.) werden ohne Rückſichkt auf den
Zeit=
punkt, von dem dieſe Gebühren zu laufen begonnen haben, in
Reichs=
mark erhoben. Dabei werden die Gebühren bis zum Uebergabetage
nach den Regieſätzen berechnet, aber in Reichsmark umgerechnet, erhoben.
Nachnahmen, die noch auf Franken lauten, werden in Reichsmark
umge=
rechnet und an die Verſender ducch die Poſt gezahlt. Für die
Er=
ledigung aller Frachterſtattungsanträge und Anſprüche wegen
verſpäte=
ter Lieferung, wegen Verluſtes oder wegen Beſchädigung, die vor den
Uebergabetag von Regieſtationen abgefertigte Sendungen betreff en, iſt die
Regie zuſtändig.
— Lichtbildervortrag von Geheimrat Peter Jeſſen. Auf
Ver=
anlaſſung des Gewerbemuſeums ſpricht am Freitag, den 21. d.
Mts., der bekannte frühere Direktor und Begründer der
Biblio=
thek des Kunſtgewerbemuſeums in Berlin Geheimrat Peter
Jeſſen in dem Hörſaal 327 der Techniſchen Hochſchule über die
Meiſter der Schreibkunſt ſeit dem Mittelalter.
Um die Handſchrift, ihre Deutung und künſtleriſche Vertiefung
bemühen ſich heute Kenner und Künſtler. Wir haben von den
Monumentalſchriften des Altertums und den Buchſchriften des
Mittelalters die Grundſätze der Raumverteilung und die Reize
des Federzuges wieder gelernt. Noch aber ſind die anregenden
Schreibſchriſten der ſpäteren Jahrhunderte wenig genutzt, die
bielerlei Erfindungen der Schreibweiſe aus allen europäiſchen
Ländern, wie ſie uns beſonders in den Vorlagebichern jener
Zei=
ten erhalten ſind. Mit dieſen Werten will der Vortrag durch
Wort, Lichtbilder und Auslage alter Werke bekannt machen. Der
Vortrag beginnt abends 8½ Uhr. Der Eintritt iſt frei.
— Spielplanänderung im Heſſiſchen Landestheater. Infolge
plötzlicher Indispoſition von Herrn Schmieter wird heute
Samstag im Großen Haus an Stelle von „Tannhäuſer” der
„Fliegende Holländer” gegeben. Miete und Preiſe
blei=
ben. Anfang 6½ Uhr. Die gelöſten Karten behalten ihre
Gültig=
keit oder können bis eine Stunde vor Beginn der Vorſtellung an
der Tageskaſſe zurückgegeben werden.
— Das Schloßmuſeum iſt täglich geöffnet (außer Samstags).
Füh=
rungen finden um 11 Uhr und 11½ Uhr ſtatt.
— Der älteſte Sozialrentner Darmſtadts dürfte wohl Herr Heinrich,
Götz, Liebfrauenſtraße 35, ſein, der am kommenden Montag ſein
86. Lebensjahr vollendet und noch verhältnismäßig rüſtig iſt. Wenn
auch die Not der Zeit groß iſt, ſo wird ſich doch mancher Edeldenkende
ſeiner an dieſem Tage erinnern.
Samstag, den 15. Nobember 1924,
* Pfarrer Weidner über die Jugend
und die moderne Zeit.
Im Auftrag und auf Veranlaſſung der rührigen
Arbeitsge=
meinſchaft Darmſtädter Jugendverbände, der wir ſo
manchen, wertvollen Vortrag in der letzten Zeit verdanken, ſprach geſtern
abend im Feſtſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums Herr Pfarrer
Weidner aus Frankfurt über das Thema: „Die Jugend und die
moderne Zeit”. So füllte auch hauptſächlich Jugend die Bänke des kleinen
Saales in dichten Reihen aus. Ein gemeinſam geſungenes Lied, von
einigen Jugendlichen muſikaliſch begleitet, leitete den Abend ein. Herr
Pfarrer Weidner führte im Weſentlichen etwa folgende Gedanken
aus: „Ich will heute abend beide Seiten der Jugendbewegung
betrach=
ten, die kritiſierende, verneinende und die revolutionäre, wie auch die
bejahende, aufbauende. Die Einen preiſen den Reichtum des Volkes
und ſehen in ihm den Weg zum ſieghaften Vorwärtsſch=eiten, die
Ande=
ren ſehen nur die Armut. Die Einen bewundern die ſchimmernden
Pa=
läſte, die die Banken für ihr Geld und die Induſtrien für ihre Miſchinen
bauen, die Anderen denken nur an das Elend in den Quartieren der
Aermſten. Die Einen freuen ſich an den Klängen, unter denen die
Truppen ausmarſchieren, die Anderen erinnern ſich an das Jammern der
Verwundeten und rufen „Nie wieder Krieg‟. Dieſe Kette der
wider=
ſprechenden Urteile läßt ſich ausſpinnen bis ins Unendliche. Und doch iſt
es jetzt anders wie ehemals. Vor dem Kriege war die Jugend zu
Maſſenbewegungen — in der Nüchternheitsbewegung und anderen
wich=
tigen Fragen z. B. — ſchwer zu bringen, und jetzt drängt ſich die Jugend
überall, Wandervögel und Quickborn, Arbeiterjugend, die evangeliſchen
Verbände und die Freideutſchen, zu tätiger Arbeit. Die Jugend flieht
die Großſtadt und wendet ſich ab von der modernen Kultu=, die alten
Schätze deutſchen Volkstums werden herausgegraben, und überall will
die Jugend das Grundſätzliche erforſchen. Dieſe Erſcheinungen in der
Jugend ſind international. Und doch muß die Jugend hier die Ziele
nicht zu weit ſtecken, nicht ſich vollkommen aus dem modernen Leben
her=
ausſtellen, nicht alles in Staat, Kirche und Familien von Grund auf
erneuern wollen. Einen Wald, der krank geworden iſt, holzt man nicht
vollkommen ab, ſondern man ſetzt zwiſchendurch die neuen Pflanzungen
und im Schutz der alten Stämme wachſen die jungen heran. geſchüitzt
gegen Sonnenbrand und Sturm. Für die Jugend muß es heißen, hinein
in die alten Verbände, von innen heraus muß die Auflöſung, die
Um=
wandlung kommen. Wie abweiſend ſteht die Jugend überall den großen
politiſchen Verbänden gegenüber oder den religiöſen Gemeinſchaften, den
vielfachen Oraaniſationen, die die Not unſeres Volkstums lindern wollen.
Mit der Bildung neuer Parteien, Gruppen und Nichtungen iſt es nicht
getan. Hinein mit dem neuen Leben und dem neuen Geiſt. Hier hat
die Jugend leider oft verſagt. Die alten Formen ſind geſprengt, von
dem Herkömmlichen iſt die Jugend frei geworden, aber die religiöſe
Erſtarrung iſt noch nicht gewichen. Hier iſt die Jugend noch in den alten
Formen befangen, der Durchbruch, das Verhältnis zum perfönlichen
Gett, iſt noch nicht gefunden. Keine Erneuerungsbewegung iſt denkbar,
ohne das Bekenntnis jedes Einzelnen zum perſönlichen Gott. Das
Chriſtentum muß die gewaltigſte Jugendbewegung aller Zeiten genannt
werden. Die Apoſtel, die erſten Märtyrer, waren junge Menſchen.
die ſich ergreifen ließen von den Fluten der religiöſen
Erneuerungsbe=
wegung, des Chriſtentums, dus das Heraufdämmern einer neuen
Kul=
tur bedeutete. Und Chriſtus ſelbſt gelangte zur Reife in den Jahren
ſeiner Jugend. Gewiß will die wirklich bewegte Jugend nicht irreligiös
ſein und alle, ob Sozialiſten, Kommuniſten oder Chriſten, ſchwärmen
von den Urchriſten in Jeruſalem. Aber wir bleiben auf halbem Wege
ſtehen, wenn wir nur bewundern, wie dieſe erſten Chriften zu einander
ſtanden und einander halfen. Wir vergeſſen, das all dies nur aus einem
neuen Leben tiefſt erfaßter Religion hervorſprießen konnte, einer
Reli=
gion der Perſönlichkeit. Sagen wir nicht, wir ſeien religiös, ſondern
tun wir einen Schritt weiter und ſagen wir, daß wir gottesfürchtig ſind.
Wenn die Menſchen alle zu dem perſönlichen Gott, dem Vater aller
zurückgefunden haben, dann erſt kann die religiöſe Frage gelöft werden.
Hier ſehe ich die große Aufgabe der Jugend in unſerer modernen, gott=
H.W.W.
entfremdeten Zeit.”
— Ein „Balladen=Abend” von Hans Werner Langer verſammelte
eine ſehr große Zuhörerſchaft im Saale des „Bürgeryofs”. In einer
reichhaltigen Vortragsfolge brachte uns Herr Richard Heulborn in drei
Teilen einige durchveg gute Proben der Dichtkunſt Langers zu Gehör.
Der Vortragende verſtand es, durch ſeine ausdrucksvolle Rezitation bei
der Wiedergabe der Gedichte den Eindruck der Handlungen und die
Wirkungen der geſchilderten Begebniſſe noch zu erhöhen. Im erſten Teil
bracſte das Programm nach einem kurzen Vorſpruch zwei Balladen „Das
Halszeichen” und der „Droſt von Leyden”. Beide Gedichte von tiefem
Inhalt, Schilderungen von Menſchenſchickſalen ernſte Handlungen, die
durch oft graſſe Szenen ihre ergreifende Wirkung auf die atemlos
lau=
ſchenden Zuhörer nicht verfehlten. Im zweiten Teil wurden einige
kür=
zere Dichtungen vorgetragen. „Holm Braen, der verwachſene Knabe‟,
„Gottes Uhren”, „Im Park zu Lenninghaus” und „Das Kreuz von
Jever” hinterließen dank dem ausgezeichneten Vortrage des Künſtlers,
trotz einer kleinen unliebſamen Störung im Saale, einen ſichtlich tiefen
Eindruck bei allen Anweſenden. Nach einer kurzen Pauſe wurden die
nun allzuernſt geſtimmten Zuhörer durch einen kleinen Ausflug in
das Humoriſtiſche richtig aufgeheitert, die niedlichen Humoresken „
Groß=
mutting, das verſtehſt du nicht” und „Half Toern, der Verdächtige”
be=
weiſen, daß der Dichter auch auf dieſem Gebiete hübſche Leiſtungen
auf=
zuweiſen hat. Die ausgezeichnete Mimik des Vortragskünſtlers,
insbe=
ſundere bei der Gerichtsverhandlung des Hans Toern, erhöhte die
Wir=
kung dieſer Humoresken noch bedeutend und trug ſeinerſeits zu dem
durchſchlagenden Erfolg bei. Mit einer ernſten Ballade „Der Trommler
von Toddenmaere wurde nach halb 11 Uhr die Vortragsfolge beendet.
Reicher Beifall lohnte den ausgezeichneten Vortragskünſtler und
wieder=
holtes Hervorrufen zwangen den Dicſter, Herrn Hans Werner Langer,
auf dem Podium zu erſcheinen und den dankbaren Beifall der Beſucher
entgegenzunehmen. Wir haben durch den heutigen Abend eine reiche
Auswahl neuer, unbekannter Balladen gehört, die einen Beweis geben,
von dem dichteriſchen Talent des Verfaſſers und deren Vortrag den
C.HQ.
Zuhörern einen genußreichen Abend verſchafft haben.
— Dem Maſſenchor=Konzert der Vereinigung Darmſtädter
Männer=
geſangvereine darf man mit ſtarkem Intereſſe entgegenſehen. Es iſt
Tatſache, daß in Darmſtadt im Gegenſatz zu anderen Stadten ſeit jeher
der Männergeſang von den eigentlichen Muſikfreunden als eine
Kunſt=
gattung zweiten Ranges angeſehen wurde, und daß nur ganz wenige
Vereine durch beſondere hervorragende Leiſtungen dies Vyrurteil auf
die Dauer zu überwinden vermochten. Daran trugen viele der kleineren
Vereine ſelöſt die Schuld, i dem ſie bei ungenügendem Stimmenmaterial
weder klanglich noch inhaltlich Befriedigendes boten. Denn die Auswahl
der Chöre war oft ſehr mangelhaft, entweder nach der Seite des
artiſriſch=
ſportlichen Glänzenwollens getroffen, oder ſie machte zu große
Zuge=
ſtändniſſe an die Geſchmackerichtung weiter Volkskreiſe, die für kitſchige
Sentimentalität und die Rührſzenen von Hintertreppenromanen
ſchwärmt. Das angekündigte Konzert faßt zu allen Chorvorträgen
mehrere Vereine zuſammen= ſo daß der Stimmenausgleich und das
Klangvolumen bei 400—600 Sängern das übertreffen wird, was wir ſonſt
an Männerchören zu hören geſohnt ſind. Die Auswahl der Geſänge
wurde mit beſonderer Sorafalt getroffen, neben bedeutenden
Kunſtwer=
ken von M. Bruch und Friedel Fiſcher ſtehen Volkslieder, die Hegar
nach der berühmten Volksliederausgabe von Brahms bearbeitete.
Be=
deutende Soliſten wirken mit.
* Darmſtädter Radierungen. Im Erker der Firma W.
Blö=
cher in der Wilhelminenſtraße ſind zurzeit neue Darmſtädter
Anſichten von W. Gerling ſen. ausgeſtellt, die mit Recht viel
Beachtung verdienen. Es ſind ſechs
Originalradierun=
gen, von dem Künſtler ſelbſt in geringer Auflage gedruckt, alſo
von erheblichem Kunſtwert. Die Anſichten aus Darmſtadts
charuk=
teriſtiſchen Straßen und Plätzen ſind bildhaft gut und in
wirk=
ſamem Ausſchnitt geſehen und wiedergegeben. Die Zeichnung iſt
ernſt, ſachlich und ſowohl das Straßenbild wie auch die
Einzel=
gebäude charakteriſtiſch im Bilde feſtgehalten. Das Schloß mit
einem Teil des Grabens, Schloß Kranichſtein, die Stadtkirche,
Landesmuſeum und Theater, ſelbſtverſtändlich auch Darmſtadts
charakteriſtiſchſtes Wahrzeichen, das Monument, u. a. m. ſind in
der Sammlung enthalten. Die Mappe dürfte als Feſt= oder
Er=
innerungsgeſchenk manchem willkommen ſein.
— Anläßlich des Dekanatsmiſſionsfeſtes predigt am Sonntag, den
16. d. M., im Hauptgottesdienſte der Stadtkirche der Direktor der
Baſeler Miſſionsgeſellſchaft (Pfarrer Dipper aus Baſel). Abends
8 Uhr folgt eine Miſſionsverſammlung im Gemeindehaus,
Kies=
ſtraße 17, bei der außer Miſſionsdirektor Dipper auch Herr Prälat
D. Dr. Diehl ſprechen wird. Fräulein Weimar wird einige
geiſt=
liche Lieder ſingen. Die Freunde der Miſſion ſind herzlich eingeladen.
— Ludwigshöhe=Konzert. Die Sonntagsnachmittagskonzerte
er=
freuen ſich immer mehr der größten Beliebtheit. Wie am vergangenen
Sonntag, ſo ſteht auch das morgige Konzert unter Leitung und
Arrangement des Herrn Obermuſikmeiſters Mickley. Im erſten Teil /
des Programms ſind Opern vorgeſehen, im zweiten Teil „Bunter Teil”
unter Mitwirkung der Darmſtädter beliebteſten Humoriſten. Es werden
auch Tubus=Camponophon=Solis von einem jugendlichen Künſtler zum
Vortrag gelangen.
Die Gaſiwirte=Innung und die Siadt.
Vom Rechtsbeiſtand der Gaſtwirte=Innung erhalten wir folgende
Zuſchrift: Im Sommer dieſes Jahres hat ſich die Gaſtwirte=Jnnung
ber=
anlaßt geſehen, ſich gegen eine Reihe von Angriffen zu verteidigen, die
von der Stadtverwaltung aus Anlaß des Rathausprojekts und auch
bei Beſprechung der Aufhebung der Beherbergungsſteuer gegen das
Wirtsgewerbe gerichtet worden ſind. Die Ausführungen, die die
Stadt=
verwaltung damals in öffentlichen Sitzungen der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung und in den Tageszeitungen hat machen laſſen, konnten nur
dahin verſtanden werden, daß dem Gaſtwirtsgewerbe die Fähigkeit
ab=
geſprochen werden ſollte, ſeine Betriebe auf einem Niveau zu halten,
wie dies den Verhältniſſen einer Stadt wie Darmſtadt entſpricht.
Be=
ſonders wurde behauptet, die Verwaltung höre immer wieder innerhalb
und außerhalb Darmſtadts Klagen über das Wirtsgewerbe. Dieſem
Uebel müſſe durch Errichtung einer erſtklaſſigen Weinſtube abgeholfen
werden.
Herr Beigeordneter Ritzert hat insbeſondere bei Erörrerung der
Aufhebung der Beherbergungsſteuer unter anderem erklärt, daß die
mangelhafte Führung der Betriebe an dem ſchlechten Fremdenverkehr
die Schuld trage, und nicht allein die Beherbergungsſteuer.
Die Innung hat darauf durch ihren Rechtsbeiſtand die
Stadtver=
waltung aufgefordert, dieſe ſchweren und völlig unbegründeten Vorwürfe
zurückzunehmen und entſprechende Genugtuung zu geben. In ſeinem
Antwortſchreiben vom 7. Auguſt an den Rechtsbeiſtand der Innung hat
ſich der Herr Oberbürgermeiſter auf den Standpunkt geſtellt, die
Stadt=
verwaltung habe nicht behaupten wollen, daß es in Darmſtadt kein
erſt=
klaſſiges Weinlokal gebe. In einem Bericht des Volksfreunds vom
10. Juli 1924 ſei dies allerdings zum Ausdruck gekommen; indeſſen ſei
eine derartige Behauptung auch den Preſſevertretern gegenüber nicht
von der Stadtverwaltung aufgeſtellt worden, und es handele ſich um
eine perſönliche Bemerkung der Redaktion. Jede Beleidigung und jeder
Angriff auf die Berufsehre der Gaſtwirte habe der Stadtverwaltung
völlig fern gelegen.
Zrecks Erledigung des Streitfalls, der ſpeziell durch die
Ausfüh=
rungen des Herrn Beigeordneten Ritzert hervorgerufen worden iſt, hat
Herr Beigeordneter Ritzert ſich perſönlich in eine Vorſtandsſi(ung der
Innung begeben, um ſeinen Standpunkt klarzulegen. Er begann zwar
ſeine Ausführungen mit der Erklärung, er habe nichts zurückzunehmen;
in Wirklichkeit bedeuteten ſeine Ausführungen trotzdem eine
Zurück=
nahme der früheren Angriffe, da er anerkannte, daß gegen die Führung
der Betriebe nichts einzuwenden ſei. Auch er erklärte, es liege ihm
fern, irgendwie die Ehre des Gaſtwirteſtandes anzugreifen. Zu etwas
Weiterem hat ſich die Verwaltung nicht verſtanden, insbeſondere wollte
ſie nicht einer Veröffentlichung der ganzen Angelegenheit in der Preſſe
zuſtimmen. Wir finden die Abneigung der Verwaltung gegen eine
Ver=
öffentlichung ſehr begreiflich, da ja hierdurch jedermann erſehen kann,
daß die ganze Angelegenheit mit einem offenſichtlichen Rückzug der
Ver=
waltung geendet hat. Die Innung hält ſich jedoch verpflichtet, dieſe
Vor=
gänge der Oeffentlichkeit nicht vorzuenthalten. Sie nimmt davon
Kennt=
nis, daß die Stadtverwaltung nicht behaupten wollte, die Zuſtände im
Wirtsgewerbe würden zu Klagen Anlaß geben, und wir härten auch in
Darmſtadt kein erſtklafſiges Lokal. Soweit damals die Preſſe die
Aeuße=
rungen der Stadtverwaltung anders wiedergegeben hat, müſſen wir
es der Preſſe überlaſſen, ſich mit der Verwaltung auseinanderzuſetzen.
Wir verſtehen es zwar, daß die Verwaltung den Verſuch macht, ihren
Rückzug durch allerhand verklauſulierte Erklärungen zu verſchleiern. Das
kann uns aber nicht hindern, die Tatſache des Rückzuges feſtzuſtellen.
Bei der Stationskaſſe Darmſtadt Hbf. wird die Nachzahlung des
Wohnungsgeldzuſchuſſes für Penſionäre, Wartegeldempfänger und
Hin=
terbliebene ehemaliger Eiſenbahnbeamten am Montag, den 17. und
Dienstag, den 18. November, erfolgen.
— Goldene Hochzeit. Die Eheleute Heinrich Krug, wohnhaft
Weiterſtädterſtraße 1, Ecke Bismarckſtraße, begehen am 19. November
den Tag ihres Goldenen Ehejubiläums. — Goldene Hochzeit feiern auch
Karl Bundſchuh und Frau, Gervinusſtraße 34.
— Jubiläum. Herr Uhrmacher Konrad Stein, Ecke Bismarck=
und Grafenſtraße, beging geſtern ſein 25jähriges
Geſchäfts=
jubiläum.
— Orpheum — Varieté. Heute, Samstag, letzter Tag des erſten
Novemberſpielplanes. — Morgen, Sonntag, Programmwechſ=l.
— Die Vereinigung der aus Elſaß=Lothringen Vertriebenen (
Orts=
gruppe Darmſtadt des Hilfsbundes für die Elſaß=Lothringer im Reich)
hält am Donnerstag, 20. November, abends, im Kaiſerſaal,
Grafen=
ſtraße, ihre Monatsverſammlung ab, in der Herr Geheimrat Profeſſor
Dr. Wolfram an der Univerſität Frankfurt einen Vortrag halten wird
über das Thema: „Ein elſäſſiſcher Vorläufer des
Reichseinheitsgedan=
kens im 16. Jahrhundert”. Nach dem Vortrage geſchäftliche
Mitteilun=
gen und gemütliches Zufammenſein.
— Achtung Geſchäftsleute, Augen auf! Gegenwärtig treibt im
Martinsviertel eine Diebesgeſellſchaft wieder ihr Unweſen. Es ſcheint
auch ein Junge von ungefähr 11 Jahren mitbeteiligt zu ſein, der mit
einem Verfaſſungstaler bezahlen will. Deshalb helfe jeder mit, um
der Geſellſchaft habhaft zu werden.
Fahrplanverbefſerungen. Es ſei hier nochmals darauf
hinge=
wieſen, daß ſchon ab Sonntag, den 16. November 1924, zwiſchen
Darm=
ſtadt und Mainz folgende neuen Perſonenzüge (2.—4. Klaſſe).:
Darm=
ſtadt ab 7,50 vorm. MEZ., Mainz Hbf. an 7,37 nachm. WEZ., Mainz
Hbf. ab 2,16 nachm. WEZ., Darmſtadt an 4,04 nachm. MEZ., verkehren.
Dieſe Züge halten nur in Weiterſtadt, Groß=Gerau und Mainz=Süd.
Im übrigen bleibt der jetzige Fahrplan bis einſchl. 29. November d. J.
beſtehen.
Lokale Veranſtaltungen.
Die blerunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu befrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik
— Volkshochſchule. Am Sonntag, den 16. November,
veran=
ſtaltet Herr Dr. Schwan ſeine zweite Führung durch die zoologiſche
Ab=
teilung des Landesmuſeums. Sie bezieht ſich auf Dinge aus der
In=
ſektenwelt (Mimikry, das heißt Schutznachahmung, neue Niſtſtätten uſw.).
Die Teilnehmer treffen ſich um ½10 Uhr pünktlich am Turmeingang
des Muſeums. Dort werden auch noch Einzelkarren an weitere
Teil=
nehmer ausgegeben.
— Hiſtoriſcher Verein. Am nächſten Montag, den 17.
d. M., ſpricht Studienrat Dr. Schorn=Mainz über das Thema:
Aus der Geſchichte des Mainzer St. Peterſtifts.
Beginn nachmittags 6 Uhr pünktlich: Vortragsſaal des Realgymnaſiums,
Eingang Kirchſtraße.
— Heſſ. Bühnenvolksbund. Wir erinnern letztmals an
die Zahlung der Novemberrate bis zum Dienstag. Mittwoch und
Don=
nerstag ſind Opern im Großen Haus. Nur quittierte Karten berechtigen
zum Beſuch. Kontrolle erfolgt durch die Logenſchließer. Anmeldung
für die geplante Kindervorſtellung bis 25. I. M. bei Chr. Arnold für
alle Plätze. Die Eintrittspreiſe richten ſich nach der Zahl der
Beteili=
gung. Wir erwarten ein dolles Haus!
— Muſikverein. Der Muſiklehrer der Fuau
Rat Goethe. Wer den Meiſter Heinrich Valentin Beck in den
Chorproben des Muſikvereins bereits kennen lernte,
weiß, wie urſprünglich und friſch ſeine Schöpferkraft auch heute
noch zu wirken vermag. Es iſt keine verſtaubte und zopfige Muſik,
ſon=
dern dieſen Tönen entquillt Wärme und Leben. Daß Beck ein
gebürtiger Oberheſſe iſt, ſei noch beſonders erwähnt. Auch aus
lokalhiſtoriſchen Gefühlen heraus wird das hieſige Publikum
alſo dem zweiten Sonderkonzert des Muſikvereins ein
außergewöhn=
liches Intereſſe entgegenbringen. Die Darbietung beginnt Montag,
den 17. Nov., abends 8 Uhr, und findet im Kleinen Haus des
Landes=
theaters ſtatt. Abonnements bei A. Bergſträßer, Rheinſtraße.
Tages=
karten von 1—5 Mk. bei Arnold, Wilhelminenſtraße. Mitglieder des
Muſikvcreins, der Freien Liter. Geſellſchaft und des
Bühnenvolksbun=
des erhalten dort gegen Vorzeigen ihres Mitgliedsausweiſes entſpre=
unde Ermäßigung.
— Der Evang. Arbeiter= und Handwerkerverein ſeiert
n Sontag, den 16. November, in ſeinem Vercins aus „Feierabend”,
iftsſtraße 51. unter gütiger Mitwirkung der Mandolinen=
Gitarren=
rbindung (Chormeiſter Herr J. Fornoff) ſein 34. Stiftuigsfeſt. Die
rtragsfolge enthält Lieder für gemiſchten Chor, Mandolinen= und
itarre=Vorträge, Anſprachen, Kinder=Reigen und zwei Theater=
Auf=
rungen. (Siehe Anzeige in heutiger Nummer.)
— Train=Vereinigung 18. Zu der am 16. November
4, nachmittags, im Chauſſeehauſe, Heidelbergerſtraße 89,
ſtattfin=
den Familienfeier laden wir die Kameraden nebſt ihren
Familien=
gehörigen freundlichſt ein.
— Jungdeutſcher Orden e. V., Bruderſchaft Darmſtadt.
jie Ordensbrüder treffen ſich zur Fahrt nach Ladenburg (per Auto)
ntag, den 16. d. M., am Hauptbahnhof, pünktlich 6 Uhr vormittags.
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Seite 8.
Samstag, dei 15. Nobember 1924.
Nummer 318.
Aus Heſſen.
* Griesheim, 14. Nov. Gemeinderatsbericht. Dem
Wil=
helm Nothnagel 5. und Jakob Göbel 4. wurden Baukoſtenzuſchüſſe in
Höhe von 100 Mk. und 900 Mk. bewilligt. Die Gemeinde tritt dem
H.)). Fürſorgeverein mit einem jährlichen Beitrag von 20 Mk. als
Mit=
glied bei. Der Landwirtſchaftlichen Schule in Darmſtadt wird ein
ein=
maliger Beitrag von 25 Mk. bewilligt. Das Wartegeld der Hebammen
wurde auf Anr=gung des Kreisamts Groß=Gerau mit Wirkung vom
1. April ds. Js. ab auf je 100 Mk. pro Jahr feſtgeſetzt. Die Rechnung
der Freiwilligen Feuerwehr über 60 Mk. für Bogen für die
Signalhör=
ner wurde auf die Gemeindelaſſe übernommen. Dem Antrag des Peter
Merker 2. auf Erweiterung ſeiner Wirtſchaftskonzeſſion wurde
zuge=
ſtimmt. Ebenſo wurde demſelben bei Errichtung eines Anbaues an ſeinem
Wohnhauſe Befreiung von den Beſtimmungen des 8 70 Abſ. 1 der
Aus=
führungsverordnung zur Allg. Bauordnung bewilligt. Dem Heinrich
Nothnagel 9., der im vorigen Jahre ſein Grundſtück Flur II Nr. 1199
— 1994 Quadratmeter zur Errichtung eines Sportplatzes der Freien
Turnerſchaft gegen Tauſch eines gleichwertigen Grundſtücks zur
Ver=
fügung geſtellt hat, wird als Erſatz das Gemeindegrundſtück Flur II
Nr. 427 — 1041 Quadratmeter Acker beim Darmſtädter Weg in
Eigen=
tum abgetreten. Die Koſten der Uebertragung trägt die Gemeinde. Der
Gemeinderat erklärt erneut, daß für das abzutretende Gelände nördlich
der Hofmannſtraße der Preis von 1 Mk. pro Quadratmeter ein durchaus
angemeſſener iſt. Sollten ſich die Eigentümer des Geländes mit dieſem
Betrag nicht einverſtanden erklären, ſo ſoll gegen dieſelben das
Enteig=
nungsverfahren eingeleitet werden. Den Steigerern der Grasnutzung
von den Gemeindewieſen auf der Tuchbleiche und auf dem Landgraben
wird auf ihr Geſuch hin ein Nachlaß von 70 Prozent des Steigpreiſes
gewährt, da die Nutzung durch die eingetretene Ueberſchwemmung nur
teilweiſe erfolgen kann.
* Griesheim, 13. Nov. Die Wählerliſte für die am 7.
De=
zember ds. Js. ſtattfindende Reichs= und Landtagswahl enthält 4348
Wähler, hiervon entfallen auf den 1. Bezirk 2065 und auf den 2. Bezirk
2283 Wähler. Der älteſte hieſige Wähler iſt der am 19. Juni geborene
Privatier Auguſt Hoffmann und der jüngſte iſt der am 7. Dezember
1904 geborene Schreiner Georg König. Um eine ſchnellere Abwicklung
des Wahlgeſchäfts zu ermöglichen, hat die Bürgermeiſterei an alle in die
Wäherliſte eingetragenen Wähler Benachrichtigungen geſandt, aus denen
die Nummern, unter denen die einzelnen Wähler eingetragen ſind,
her=
vorgeht. Alle Perſonen, denen eine Benachrichtigung nicht zugeht, ſind
in der Wählerliſte nicht eingetragen, weshalb es ſich für dieſe empfiehlt,
die Eintragung ihres Namens während der Offenlage (16. bis 23.
No=
vember) zu veranlaſſen.
* Griesheim, 13. Nov. Am Samstag abend ſpricht im Saale des
„Darmſtädter Hofes” auf Veranlaſſung der hieſigen Gewerbe= und
Hand=
werkervereinigung Herr Syndikus Schüttler von der
Handwerks=
kammer in Darmſtadt über „Wirtſchaftsfragen in Handwerk und
Ge=
werbe‟.
H. Eberſtadt, 14. Nov. Gemeinderatsſitzung. Die geſtrige
Gemeinderatsſitzung, von Bürgermeiſter Schäfer geleitet, befaßte ſich
zu=
nächſt mit der Beratung der Ausſchußbeſchlüſſe. Für den Ausbau einer zum
Gemeindewohnhauſe Hochſtraße 8 gehörigen Halle zu einer Notwohnung
wird der erforderliche Kredit in Höhe von 800 Mk. bewilligt. Dem
Antrag der Deutſch=Amerikaniſchen Petroleumgeſellſchaft wegen
Geneh=
migung zur Aufſtellung einer Dapolin=Pumpe wird grundſätzlich
zu=
geſtimmt, während die näheren Bedingungen vorbehalten werden. Der
Antrag des Architekten Kugel, den Ankauf von Baugelände im
Villen=
viertel betrefſend, wird bis zur Vorlage der Baupläne über die
beab=
ſichtigten Vilienhauten zurückgeſtellt. Dem Baugeſuch des Gg. Heil 4.
für einen Wohnhausneubau in der Paliſadenſtraße wird nach dem
vor=
gelegten Bauzan zugeſtimmt. Im Anſchluß an die Pflaſterung der
Kirch= und Schu’ſtraße wird einem Antrag der Anwohner entſprechend
im nächſten Jahre auch die Sackgaſſe einer Neupflaſterung unterzogen
werden. Dem Jakob Schäfer 3., der im Gemeindeanweſen Pfungſtadter
Straße 15 ohne Genesmigung der Gemeinde einen Stall erbaute, foll
aufgefordert werden, dieſen innerhals 3 T. zu beſeitigen. Der
Be=
ſchaffung von zwvei Reklameſchildern, die auf dem Bahngelände aufgeſtellt
und zur Reklame für den Induſtrie=Siedlungsgedanken dienen ſollen,
wird zugeſtimmt. Zu der Beſtimmung des Abſ. 2 in § 1 des Entwurfs
einer Polizeiverordnung, die Regelung des Kraftfahrzeugverkehrs
be=
treffend, wird beſchloſſen, beim Kreisausſchuß zu beantragen: 1. Die
Villenkolonie vom Waldfrieden bis zum nördlichen Ausgange, 2. den Ort
Eberſtadt von der Oberförſterei bis zur „Stadt Heidelberg” als „
ge=
ſchloſſenen” Ortsteil zu erklären, und 3. innerhalb dieſer Grenzen die
Fahrtgeſchwindigkeit fir Kraftrahrzeuge auf 15 Km. zu beſchränken. Im
übrigen wird dem Entwurf zugeſtimmt. Dem Antrag des Lehrers
Wolf um Beſeitigung verſchiedener Mißſtände, in der Dienſtwohnung
Darmſtadter Straße 30 wird ſtattgegeben, und ſollen die erforderlichen
Arbeiten alsbald ausgeführt werden. Ueber die Prüfung der
Gemeinde=
rechnung 1923 erſtattet Gemeinderat Simon Bericht. Er ſtellte feſt, daß
ſich keinerlei Anſtände ergeben haben, und beantragt Entlaſtungserteilung.
Dem Antrag wurde zugeſtimmt. Eine längere Debatte entwickelte ſich
bei der Beratung der Anträge der Gas= und Elektrizitätswerke A.=G.,
Bremen. Um die wegen des Gaspreifes beſtehenden Differenzen mit der
Gemeinde zu beſeitigen, beantragen die genannten Werke auf Grund
der vertraglichen Beſtimmungen die Anrufung des vorgeſehenen
Schieds=
gerichts. Seitens der Gemeinde ſoll Oberingenieur Kalbfuß als
Schieds=
richter benannt werden. Den früher geſtellten Anträgen, die Verſorgung
der Gemeinde Pungſtadt mit Gas, ſowie die Verlängerung des
Gas=
werksvertrags mit der Gemeinde Eberſtadt betrefffend, ſoll erſt nach der
Fällung des Schiedsſeruchs nähergetreten werden. Der kath.
Schweſtern=
ſtation wird auf Antrag ein laufender jährlicher Unterhaltsbeitrag von
300 Mk. bewilligt. Eine Reihe Geſuche von Bauluſtigen um Gewährung
von Baudarlehen werden genehmigt. Für die am 7. Dezember
ſtatt=
findende Reichs= und Landtagswahl werden die Wahlvorſtände für die
einzelnen Abſtimmungsb=zirke gebildet und gewählt. Für den
Abſtim=
mungsbezirk I (Buchſtabe A—G): Beigeordneter Flick, Wahlvorſtand.
Gemeinderat Gärtner, Stellvertreter; für den Abſtimmungsbezirk II
(Buchſtabe H—M): Gemeinderat Meidinger, Wahlvorſtand,
Gemeinde=
rat Heißt, Stellvertreter; für den Abſtimmungsbezirk III (Buchſtabe
N—3): Bürgermeiſter Schäfer, Wahlvorſtand, Gemeinderat Schmitt,
Skellvertreter. Dem Geſuch der Hausmeiſter Weitzel und Wiemer um
Bewilligung einer Entſchädigung von je 25 Mk. für gelegentlich der
Hauptreinigung der Schulen geſtellte Reinigungshilfe wird ſtattgegeben.
Zu den in den letzten Tagen von den Steuerpflichtigen angeforderten
Gemeinde=, Kreis= und Provinzialumlagen beſchließt der Gemeinderat,
darauf hinzuwirken, daß die Zahlungstermine für das 1. und 2. Ziel
bis 31. Dezember 1924, für das 3. Ziel bis 25. Februar 1925 und für das
4. Ziel bis 25. März 1925 hinausgeſchoben werden. In geheimer
Sitzung: Stundungsgeſuche.
H. Eberſtadt, 14. Nov. Die diesjährige Jahreshauptverſammlung
der Ortsgruppe der Deutſchen Demokratiſchen Partei
findet am Samstag, den 15. November, im Gaſthaus „Zum Darmſtädter
Hof” (Laun) ſtatt. Die Tagesordnung befaßt ſich mit dem Jahresbericht
des Vorſitzenden, dem Kaſſenbericht, der Neuwahl des Vorſtandes und
der Stellungnahme zu den am 7. Dezember ſtattfindenden Reichs= und
Landtagswahlen. Am Samstag, den 22. November, findet die erſte
Wählerverſammlung der Ortsgruppe im Saale des obengenannten
Gaſt=
hauſes ſtatt, in der Herr Prof. Dr. Heidebroek ſprechen wird.
— Ober=Ramſtadt, 14. Nov. Die Wählerliſten für die am 7.
De=
zember ds. Js. ſtattfindende Reichs= und Landtagswahl liegen von
Sonntag, den 23. ds. Mts., auf dem Bürgermeiſtereibureau zur Einſicht
offen. Die Offenlage erfolgt an Werktagen von vorm. 8—12 und nachm.
von 2—6 Uhr, an den beiden Sonntagen nur von vorm. 8—12 Uhr. Man
wird gut tun, ſich während der Offenlegungsfriſt davon zu überzeugen,
ob man in der Wählerliſte aufgenommen iſt, da ſpätere Reklamationen,
insbeſondere ſolche am Wahltag, zwecklos ſind.
* Ober=Ramſtadt, 13. Nov. Die gegenwärtig in unſerer Kirche
ſtatt=
findenden Evangeliſationsvorträge des Herrn Pfarrers
Waldſchmidt=Mannheim erfreuen ſich aus allen Schichten der Bevölkerung
recht zahlreichen Beſuchs. Der Vortragende verſteht es, ſo recht offen,
klar und überzeugend zu ſeinen Zuhörern zu ſprechen, und dürfte für die
kommenden Tage noch mit ſtärkerem Beſuch der Vorträge zu rechnen
ſein. Es ſei an dieſer Stelle auch noch darauf hingewieſen, daß an dem
kommenden Sonntag außer am Abend auch nachmittags 3 Uhr ein
Vor=
trag ſtattfindet, zu dem jedermann herzlichft eingeladen iſt.
* Noßdorf 14. Nov. Der Familienabend, welchen der Edang.
Bund zur Feier von Luthas Geburtstag der Gemeinde veranſtalt te,
nahm einen glänzenden Verlauf. Der Beſuch war ſo ſtark, daß Saal
und Vorſaal im „Darmſtädter Hof” dicht gefüllt waren und viele wegen
Platzmangel wieder umkehren mußten. Im Mittelpunkt des Abends
ſtand der Vortrag von Pfarrer Eckel aus Lampertheim: „Was Luther
uns heute zu ſagen hat‟. Der Redner zeigte in klarer, volkstümlicher
Ausführung, wie Luther uns Heutigen in Religion, Kirche, Haus, Schule,
Staat, Arbeit und Leid ein Führer ſein und unſer Volk mit dem
rechten Geiſt wappnen kann. Die packende Rede hinterließ einen tiefen
Eindruck. Chöre 8es Kirchengeſangvereins, Gedichtvorträge des
Jung=
mädchenbundes, Weiſen des Poſaunenchors und allgemeine Geſänge gaben
den paſſenden Rahmen. Eine Sammlung für die hieſige
Kleinkinder=
ſchule und das Gemeinde= und Schweſternhaus zu Seckmauern ergab
einen ſchönen Betrag. So konnte Pfarrer Berck in ſeinem Gruß= und
Schlußwort dem Dank aller für die prächtige Feier Ausdruck verleihen:
ſie hat den Willen geſtärkt, recht lutheriſch, das heißt gutdeutſch und
treu=evangeliſch zu ſein.
* Groß=Umſtadt, 13. Nov. Am Sonntag, den 16. Nov., abends 8 Uhr,
wird der hieſige Zweigverein des Evangeliſchen Bundes ſeine diesjährige
Winterarbeit mit einem öffentlichen Gemeindeabend in der
Stadt=
kirche eröffnen. Im Mittelpunkte des Abends ſteht ein Vortrag des
Vor=
ſitzenden des Heſſiſchen Hauptvereins. Pfarrers D. Waitz=Darmſtadt, über
das Thema: „Luther und unſere Zeit‟. Der Vortrag wird von
muſika=
liſchen Darbietungen umrahmt ſein. Alle Evangeliſchen, auch ſolche aus
der Nachbarſchaft, ſind herzlich eingeladen.
Erbach i. O., 15. Nov. Herr Rentamtsdiener Wilhelm Müller
feiert heute ſein 40jähriges Dienſtjubiläum bei der Gräflich Erbach=
Er=
bachſchen Verwaltung. Auch wir gratulieren dem Jubilar, der ſich in
Erbach großer Beliebtheit erfreut, auf das herzlichſte
O
WollemStrumofe
in dauerhaften Oualitäten billigst bei
Hachenburger
Darmstadt
15270
Rheinstrasse 1
neben dem Jagdhaus
KRR
2 Aus dem Odenwald, 13. Nov. Die Beſtrebungen der Bergwacht
Odenwald zum Schutz der heimiſchen Wälder finden in immer weiteren
Kreiſen Anerkennung. In einer geſtern in Mannheim abgehaltenen
Konferenz erklärte der Vorſtand der Ortsgruppe Mannheim des
Oden=
waldklubs ſeine tätige Mithilfe an den B ſtrebungen der Bergwacht
Odenwald und überwies ſofort einen größeren Geldbetrag als
Unter=
ſtützung. — In Weinheim geriet geſtern eine Maus in die
Umformer=
ſtation des Elektrizitätswerkes. Es dauerte 6 Stunden, bis die tote
Maus im Leitungsnetz gefunden wurde. Den ganzen Nachmnittag und
Abend war die Licht= und Kraftverſorgung unterbrochen.
— Seeheim, 13. Nov. Gaseinrichtung. Die hieſige Gemeinde
ſoll nun auch Gas erhalten, und werden gegenwärtig Verhandlungen
mit dem Gruppengaswerk Bergſtraße, Sitz in Bensheim, die ihrem
Ab=
ſchluß nahe ſind, gepflogen. Mit dem Anſchluß Seeheims an das
Grup=
pengaswerk, ſind dann ſämtliche Gemeinden von Bensheim bis hierher
im Beſitze von Gas.
* Von der Bergſtraße, 13. Nov. Obſtvorräte. Große
Obſt=
vorräte befinden ſich noch in unſerer Gegend, beſonders in den Orten
des nahen Odenwaldes. Viele Landwirte beſitzen noch ihre ganze
Obſt=
ernte; kein Käufer läßt ſich ſehen und das Anbieten bei Händlern iſt
umfonſt, da ſie nichts kaufen. Gekeltert wurden ſehr viele Aepfel,
eben=
ſo Birnen, und mancher Landwirt hat alle ſeine Fäſſer mit Wein
ge=
füllt. Ein größe er Bauer des Ortes H. erklärte dem Schreiber dieſer
Zeilen, daß er ſeine Aepfel noch alle habe. Niemand fragt danach und
iſt ſomit von einem Preis keine Rede. Da auch die Fruchternte durch
die naſſe Witterung ſehr gelitten hat, hält es dem Landwirt jetzt ſchwer,
ſeinen geldlichen Verpflichtungen nachzukommen.
A Auerbach, 14. Nov. Neue Fabrikanlage. Die Firma
Graf u. Co. hat an zwei Firmen Teile ihrer Fabrikbauten an der
Ro=
dauer Straße vermietet. In einem Teil der vermieteten Räume wird
eine Knopffabrik, die von Bensheim hierher verlegt wird, eingerichtet,
während in den anderen vermieteten Räumen eine Blechwarenfabrikation
eröffnet werden ſoll. Den Arbeitern von hier und der Umgegend wird
in dieſen beiden neuen Geſchäftsbetrieben jedenfalls Gelegenheit geboten,
mancherlei Beſchäftigung zu finden.
z. Erzhauſen, 14. Nov. Gemeinderatsſitzung. Der
An=
trag des evangeliſchen Kirchenvorſtandes an das Landeskirchenamt,
be=
treffs Uebernahme der Steuern und Abgaben des Pfarrhauſes von der
Gemeinde, wurde abgelehnt. Antrag der Arbeiter=Samariterkolonne
zur Ueberweiſung eines B=trages für Verbandszeug und dergleichen.
Die Arbeiter=Samariterkolonne begründet ihren Antrag damit, daß ſie
im letzten Halbjahr in 84 Fällen Hilfe geleiſtet. Der Gemeinderat
be=
willigt 30 Mk. Ein weiterer Antrag des Radfahrerſportvereins um
Er=
laſſung der Billetſteuer für die zweite Arfführung des Theaterſtückes
„Zum weißen Rößl”, und ein Antrag des Arbeiterturnvereins in
glei=
chem Sinne wurden der Finanzkommiſſion überwieſen. Geſuch der
Freidenker um einen freireligiöfen Lehrer oder Schulverwalter, da
zur=
zeit 32 Schüler die Schule beſuchen. Das Geſuch wurde befürwortet und
ſoll an das Kreisſchulamt weitergegeben werden. Der Bürgermeiſter
legte vier Anträge um Abgabe von Bauplätzen aus Gemeindegelände
vor. H. Pohl, Fr. Deuſer, G. Wesp und P. H. Werner beabſichtigen,
an der Kreisſtraße Wohnhäuſer zu errichten. Denſelben wurden
Bau=
plätze zugeſprochen mit der Bedingung, daß dieſelben nach Genehmigung
baldigſt bebaut werden müſſen. Wohnungsfürſorge: An verſchiedenen
neuerbauten Häuſern an der Kreisſtraße ſind die obeven Wohnungen
noch nicht fertiggeſtellt; es wurde unlängſt ſeitens des Gemeinderats der
Beſchluß gefaßt, hierzu Mittel zu beſchaffen. Seitens der Kommunal=
Landesbank ſind hierzu kurzfriſtig 22000 Goldmark zur Verfügung
ge=
ſtellt. Im Anſchluß hieran wurden noch verſchiedene Wohnungsſachen
beraten. Bildung eines Wahlvorſtandes zur Reichs= und Landtagswahl.
Als Wahlvorſteher wurde Bürgermeiſter Lorenz, als Stellvertreter der
Beigeordnete beſtimmt, Gemeinderäte Lotz und Gaußmann als
Schrift=
führer, Schmitt, G. Becker, Leiſer, Deuſer und zwei Herren aus den
Wählern als Beiſitzer. Mitteilungen: Es werden an der Kreisſtraße
bei den neuen Häuſern zwei Ausſchellpoſten (Bekanntmachungen)
be=
ſtimmt. Das Kreisamt hat die Dienſtſicherheit des Gemeinderechners
mit 1200 Mk. anerkannt. Der Ernteſchaden wegen Steuererlaß wurde
finanzamtlich wie folgt feſtgeſetzt: Roggen 30 Prozent, Weizen 50
Pro=
zent, Gerſte und Hafer 60 Prozent, Hackfrüchte 5 Prozent. Geſuch der
Gemeinde an den Fiskus um Genehmigung von Waldſtreu wurde
vor=
läufig abgelehnt, was ſeitens des Gemeinderats ſehr bedauert wurde.
Die Bürgermeiſterei hat ſich um Abgabe von Waldſtreu an die Gemeinde
Nauheim gewendet, und hat dieſelbe mit Genehmigung der Forſtbehörde
Waldſtreu in Ausſicht geſtellt. Unter anderem wurde ſeitens des
Bür=
germeiſters der Wunſch zur Anſchaffung eines
Vervielfältigungsappa=
rates geäußert. Ein Antrag des Obſt= und Gartenbauvereins zur
Er=
richtung eines Kelterhauſes, Feſtſetzung der Hundeſteuer wurden der
be=
treffenden Kommiſſion zur Beratung überwieſen.
R. Biſchofsheim, 10. Nov. In der Gemeinderatsſitzung wurden die
Wahlvorſtände für die bevorſtehenden Wahlen aufgeſtellt. Das bezogene
Wachs und überſchüſſige Oel wurde von dem Gemeinderat als
minder=
wertige Ware zurückgewieſen. Ein Geſuch des Ambroſius Beck lag vor,
worin der Gemeinderat erſucht wird, ihm den zwiſchen der „Alten
Schmiede” und dem Wohnhaus Wolf liegenden Reul zur Errichtung
einer Gartenwirtſchaft zu verpachten. Im Anſchluß daran wurde über
die faſt lebensgefährliche Stelle am Rampen geſprochen, um eine event.
Beſeitigung der herrſchenden Mißſtände zu erwirken. Ein Geſuch von
zwei erwerbsloſen Maurern um Vergütung für abgenutztes Werkzeug
wurde mit je 10 Mark genehmigt.
Die älteſte Jagd.
Die ſchönen Herbſttage, die wir jetzt durchleben, erhöhen dem Jäger
die Freude an ſeinem Handwerk, dem er ſich in dieſer Jahreszeir mit
beſonderem Eifer hingeben darf. Die Liebe zur edlen Weidmannskunſt
iſt ja dem Menſchen tief eingeboren, denn die Jagd gehört zu den
Ur=
beſchaftigungen der Menſchheit, und ſcon in der urzeit widmete ſich der
Mcann dieſem abenteuerreichen und gefahrlichen Kampf um die Nagrung,
während er das friedliche Einſammeln von Früchten und Beeren der
Frau überließ. Wo wir in der Urgeſchichte auf die alteſten Spuren
menſchlichen Daſeins ſtotzen, da finden wir auch ſchon primitive Formen
der Jagd, und von dieſer Jagd des Altſteinzeitmenſchen giht Dr. Schüſter
in einem ſoeben bei Alexander Dunaer in Weimar erſchienenen Buche
„Die Alteinſteinzeit” ein anſchauliches Bild. Seine Darſtellung beruht
hauptſächlich auf den großartigen vorgeſchichtlichen Funden von
Sügen=
born, von Taubach und Ehringsdorf, die im Weimarer Muſeum
Auf=
ſtellung gefunden haben und gerade für dieſes Gebiet das wichtigſte
wiſ=
ſenſchaftliche Material liefern. Die Waffen, mit denen der älteſre Menſch,
der ſogen. Neandertaler, den Tieren nachſteute, waren die denkbar
pri=
mitivſten. Wir haben uns als Hauptjagdwaffen Holzſpeere vorzuſtellen,
die mit Feuerſteingeräten zugeſpitzt und im Feuer noch beſonders
ge=
härtet wurden. Daneben mag der Altſteinzeitmenſch dem Tier auch mit
der Keule zu Leibe gegangen ſein. In der jungeren Altſteinzeit findet
man dann Speere mit Geweih= und Knochenſpitzen, auch mit
außerordent=
lich fein und dünn gearbeiteten ſcharfen Feuerſteinſpitzen. Im Nahkampf
werden Knochendolche verwendet, und als indirekte Waffe diente der
Grabſtock, mit dem der biluviale Jäger die wichtigen Faugruben anlegte.
Bogen und Pfeile waren unbekannt; ſie ſind erſt eine viel ſpätere
Erfin=
dung. Als wirkſame Abwehrwaffe gegen die rieſigen Tiere, die ihn
bedrohten, benutzre der Urmenſch das Feuer, das es ihm allein
ermög=
lichte, ſich in dem furchtbaren Ringen ums Daſein zu behaupten. Die
Menſchheit, die damals in kleinen Horden auftrat und ein ruheloſes
Wanderleben führte, mußte ſich auch in hartem Kampfe ſeiner
Feinde=
erwehren. Sein Aufſtieg war kein Siegeszug, ſondern ein langſames,
mühevolles Sichemporarbeiten aus Gefahr und Not.
Unter den Tieren, die gejagt wurden, ſpielt das Kleinwild ein
ge=
ringe Rolle. Fiſcherei wurde überhaupt nicht getrieben; als Grund
für dieſe merkwürdige Erſcheinung möchte Schuſter eine dem Urmenſchen
anhaftende Waſſerſcheu annehmen, die ihm vielleicht von den
affenahn=
lichen Vorfahren vererbt wurde. Vogelknochen ſind auch ſo gut wie gar
nicht in der Hinterlaſſenſchaft des Neandertalers angetroffen worden.
Ihm fehlten die Waffen wie Wurfhölzer oder Schleudern, die gegen die
ſchnellen Flieger wirkſam geweſen wären. Dazu kommt als Grundgeſetz
der älteſten Jagd das der „Ntentabilität”; man ſuchte möglichſt viel
Fleiſch als Beute zu erhalten und bevorzugte daher das Großwild. Unter
den Kleinſäugern iſt allein der Biber von den Altſteinzeitmenſchen gejagt
worden, da er deſſen Lebensgewohnheiten genau kannte und mit einem
Speer oder Keule, ja mit geſchickten Steinwürfen, das ſchwerfällige Tiev
erlegen konnte. Unter dem mittleren Großwild iſt der Bär das beliebteſte
Jagdtier, nicht der rieſige Höhlenbär, dem man höchſtens durch
Ausräu=
chern ſeiner Wohnung beikommen konnte, ſondern der braune Bär, deſſen
Knochen zum Beiſpiel in dem Fundort von Taubach mit über 20 Prozent
vertreten ſind. Zum Kampf „Mann gegen Mann” war auch der braune
Bär der Urzeit wohl zu ſtark und wild, und ſo mag man ihm mit
Fang=
ruben ein Ende bereitet haben. Der Urſtier erſcheint ziemlich ſelten
als Jagdbeute, weil er für den kleinen Neandertaler ein zu bedrohlicher
Gegner war. In der jüngeren Altſteinzeit wird der Jäger öfters den
ahnungslos weidenden Biſon von hinten beſchlichen haben, wie wir aus
einer Knochenzeichnung der Zeit ſehen. Elch und Rieſenhirſch, die eine
große Wehrkraft beſaßen, ſind ebenfalls recht ſpärlich unter der
Jagd=
beute der Urzeit vertreten. Etwas häufiger das Wildſchwein, und in der
jüngeren Altſteinzeit ziemlich häufig das Wildpferd. Der Neandertaler
var wegen ſeiner Plumpheit und noch gering entwickelten Intelligenz
nicht zur Steppenjagd geeignet; aber die ſpäteren, geiſtig höher ſtehenden
und körperlich gewandteren Menſchenraſſen ſtellten dem Pferd eifrig
nach, das allmählich zur beliebteſten Jagdbeute wurde. So fand man
am Fuße des Felſens von Solutré die Reſte von etwa 10 000 Pferden.
In einer noch ſpäteren Epoche wird dann das Renntier am meiſten
ge=
jagt. Der älteſte Jäger aber ſtellte bauptſächlich den größten und
fleiſch=
reichſten Tieren nach, weil ihm dieſe am leichteſten die Nahrung boten.
Er erlegte in Fallgruben den Waldelefanten, deſſen Ueberreſte ſich ſehr
zahlreich finden, das Mammut und das Nashorn. Nur di ſe Tiere mit
ihrer gewaltigen Fleiſchmaſſe lohnten die mühſame Anlegung der großen
Hruben und den Einſatz des Lebens, der auch dann noch mit der
Er=
legung der Tiere verbunden war.
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift Ebernimmt die Redakilon keinerlei
Ver=
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des 5 21 Abſ. 2 des Preſſeseſetzes in vollem Amfange
der Einſender verantwortiſch.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, lönnen micht
zurückgefandt, die Ablebnung nicht boarünbet werden.
— Jugenheim (Bergſtraße). In der hieſigen Bevölkerung
herrſcht eine berechtigte Mißſtimmung gegen die Eiſenbahndirektion, die
eine derartige Einſchränkung des Verkehrs auf unſerer Nebenbahn
durch=
führt, daß dieſe Linie nächſtens für den praktiſchen Verkehr überhaupt
nicht mehr in Frage kommt. Ein Konzert, Vortrag oder Theater zu
beſuchen, iſt ſchon gar nicht mehr möglich, da man doch in guter Kleid ing
nicht nachts — zumal im Winter — von Bickenbach nach Jugenheim oder
Seeheim „pantſchen” kann! Die größte Vernachläſſigung aber liegt in
dem Ausfall des Früh=Arbeiterzugs, der dieſe Leute zwingt, morgens
um halb 4 Uhr von Ober=Beerbach bis — Bickenbach zu laufen! Dieſer
Zuſtand iſt der Reichsbahngeſellſchaft unwürdig, und verlangen die
Ge=
meinden dringendſte Abänderung des Fahrplans. Man kann die
Er=
bitterung der Bevölkerung umſomehr verſtehen, als dieſe
Außeracht=
laſſung der dringendſten Verkehrsbedürfniſſe unſerer Ortſchaften nun
ſchon ſeit Jahren ſyſtematiſch betrieben wird. Die Gemeindevo=ſtände
ſollen ſich bereits an die Eiſenbahndirektion gewendet haben, und werden
diesmal alle Mittel in Bewegung geſetzt werden, um den Uebelſtänden
abzuhelfen.
Landfriedensbruch oder Notwehr?
Gedern. Der hieſige Viehhändler Iſaak Frank hat Anfang Mai
d. J. dem Landwirt Chriſtian Niſpel von hier zwei Pferde gegen ein
Einzelpferd abgetauſcht mit der Auflage einer Zuzahlung von
zweihun=
dert Mark. Offenbar hat Frank die ihm bekannte geiſtige
Minderwertig=
keit und Urteilsſchwäche Niſpels, die von einer überſtandenen, ſchweren
Gehirngrippe herrührt, in ganz ſchnöder Weiſe ausgenutzt. Als der Sohn
Niſpels, Hermann Niſpel, von dieſem törichten Handel ſeines Vaters
er=
fuhr verſuchte er in gutem, den Handel bei Frank rückgängig zu machen,
allerdings ohne Erfolg. Nunmehr ſtellte es ſich heraus, daß das Pferd
nicht zugfeſt war. Daraufhin erſchien Niſpel im Hofe Franks und
ver=
langte die Zurückgabe des Tieres. Da Frank ſich ſtandhaft weigerte,
ſchlug Niſpel in ſeiner Erregung ihm über den Kopf, worauf Frank ſich
bemüßigt fühlte, ärztliche Hilfe in Anſpruch zu nehmen, deren Erfolg
innerhalb kürzeſter Zeit völlige Heilung und Wiederherſtellung war. Da
Niſpel nun befürchten mußte, daß ſeine Pferde von Frank verſchleppt
würden, tauſchte Niſpel mit Unterſtützung von vier befreundeten
Land=
wirten nach gewaltſamer Oeffnung des Frankſchen Stalles das für ihn
gänzlich unbrauchbare Pferd eigenmächtig gegen ſeine beiden Pferde
zurück. Frank ſtrengte infolgedeſſen Klage an. In der am Landgericht
Gießen ſtattgehabten Schöffengerichtsverhandlung wurden Hermann
Niſpel und ſeine vier Genoſſen wegen Landfriedensbruch zu der geſetzlichen
Mindeſtſtrafe von je 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Als
erwähnens=
wert dürfte Folgendes aus der Urteilsbegründung hervorgehoben werden:
„Erheblich ſtrafmildernd kam für alle Angeklagten in Betracht, daß ſie in
einer begreiflichen und berechtigten Erregung über das niederträchtige
Verhalten Franks gehandelt haben. Das Gericht hat daher den noch
un=
beſtraften Angeklagten mildernde Umſtände zugebilligt und hätte eine
Geldſtrafe von etwa 30 Mark als ausreichend erachtet, wenn dies geſetzlich
zuläſſig wäre.” Nachdem die Verurteilten ihrerſeits ein Gnadengeſuch an
den Staatspräſidenten gerichtet haben, erfolgte ein Gleiches, unterzeichnet
von faſt der Geſamtheit der hieſigen Bevölkerung, welche mit Recht über
das Geſchäftsgebahren Franks ſehr empört iſt. Die erkannte
Gefängnis=
ſtrafe iſt in eine Geldſtrafe von 100 Mark umgewandelt worden.
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Rummer 318.
Samstag, den 15. November 1924.
Seite 9.
Zum Uebergang der franzöſiſch=belgiſchen Regie
auf die deutſche Reichsbahn.
Bon Oberregierungsrat Grospietſch, Darmſtadt.
Am 16. November 1924 wird in der Verwaltung der
deut=
ſchen Reichseiſenbahnen ein Ereignis eintreten, für das der
Bureautrat vergeblich nach einem „Vorgang” ſuchen dürfte, das
an die praitiſche Beweglichkeit und die Umſicht des deutſchen
Perſonals die höchſten Anforderungen ſtellen wird: Die ſeit
Mitte des Jahres 1923 von der franzöſiſch=belgiſchen Regie
be=
triebenen Ciſenbahnen des beſetzten Gebietes gehen mit einem
Schlage, nachdem in den letzten Wochen an einzelnen Stellen
Teilübergänge ſtattgeſunden hatten, ſämtlich wieder auf die
deut=
ſche Verwaltung über. Belanntlich waren bei Beginn des
paſſi=
ven Widerſtandes, der Ende Januar bzw. Anſang Februar 1923
auf den deutſchen Neichseiſenbahnen des beſetzten Gebietes
ein=
ſetzte, dieſe Bahnen zunächſt eine längere Zeit faſt gänzlich
ſtill=
gelegt worden. Dann übernahm ſie im weiteren Verlaufe der
Ruhraktion die franzöſiſch=belgiſche Regie, die ſie bis zur
Auf=
gabe des paſſiven Widerſtandes im Herbſt 1923 gegen die deutſche
Verwaltung und das deutſche Perſonal weiter führte. Nach
Auſ=
gabe des paſſiven Widerſtandes wurde mit der Regie, ohne
grund=
ſätzliche Anerkennung ihrer Rechtmäßigkeit, von der deutſchen
Verwaltung ein prattiſcher Weg vereinbart, nach dem die Regie
unter tunlichſter Beteiligung des im beſetzten Gebiet verbliebenen
oder nach Aufhebung der Ausweiſung dorthin zurückkehrenden
deutſchen Perſonals den Betrieb weiter führte, um auf dieſe
Weiſe den Lebensnerv des beſetzten Gebietes zu erhalten. Auch
dieſe Zeit des ſogenannten Modus vivendi iſt am 16. November
beendet, und es wird wieder der vor der Ruhraktion vorhanden
geweſene Zuſtand: deutſche Bahn unter deutſcher Verwaltung
und deutſchem Prſonal hergeſtellt werden.
Hier ſollen nun nicht etwa alle Einzelheiten dieſer
verſchie=
denen Stadien während der Ruhraktion und ihrer Beendigung
beſprochen werden, es ſoll nur darauf hingewieſen werden, welche
großen Schwierigkeiten die bevorſtehende Verwaltungs= und
Be=
triebsumſtellung in ſich birgt.
Da iſt zunächſt der Betrieb ſelbſt, der Bahnhofsdienſt als
ſolcher, ſowie die Fahrt der Züge auf der Strecke, der
übernom=
men und geregelt werden muß. Zu dieſem Zwecke ſind die
deut=
ſchen für die einzelnen Dienſtſtellen in Ausſicht genommenen
Vor=
ſteher und ihr geſamtes Perſonal, das ja nur zum Teil ſchon
jetzt unter der Regie, bei der gerade die leitenden Stellen im
weſentlichen aus der franzöſiſch=belgiſchen Verwaltung ſtammen,
Dienſt tut, bereits mehrere Tage vor dem 16. November auf ihre
Poſten gewieſen worden. Sie dürfen dort natürlich noch keinen
Dienſt tun, dann würde ja die gerade in betrieblicher Hinſicht
un=
bedingt notwendige Verantwortlichkeit nur einer Stelle
gefähr=
det, ſie ſollen aber an Ort und Stelle ſich mit allen Einzelheiten
ihrer Dienſtverrichtungen vertraut machen, wobei natürlich ein
Zuſammenarbeiten mit dem in dieſer Hinſicht ebenfalls mit der
nötigen Anweiſung verſehenen Regieperſonal nötig iſt. Wer
je=
mals mit offenen Augen einen Bahnhof mit allen ſeinen Anlagen:
Gleiſen, Weichen, Signalen, Stellwerks= und Blockeinrichtungen
uſw. betrachtet hat, kann (allerdings nur) ungefähr die
Schwie=
rigkeit ermeſſen, die eine ſolche allgemeine Uebergabe mit ſich
bringt. Dabei iſt noch zu beachten, daß ſämtliche Anlagen auf
ihre techniſche Brauchbarkeit nachgeprüft werden müſſen. Hier
liegt ein wichtiges Feld der Tätigkeit unſerer deutſchen
Bahn=
meiſter, die außer für die Betriebsſicherheit der Bahnhofsanlagen
ſelbſt, noch für die Strecke, insbeſondere die ordnungsmäßige
Gleisunterhaltung verantwortlich ſind.
Zum Befahren dieſer Strecke mit einem Zuge gehört genaue
Strecenkenntnis. Jeder Lokomotivführer muß ganz genau
wiſ=
ſen, welche der verſchiedenſten beim Befahren eines Bahnhofes
oder der Strecke auf ihn einſtürmenden Signalbilder gerade für
ſeine Fahrt von Bedeutung ſind. Deshalb muß das neu
hinzu=
kommende Reichsbahnfahrperſonal, zu dem auch der im
Pack=
wagen mitfahrende Zugſührer gehört, auf den zu befahrenden
Strecken bereits vor Uebergabe des Betriebsdienſtes auf
Loko=
motiven und in Zügen der Regie mitgefahren ſein, um die nötige
Strecenkenntnis zu erlangen.
Sehr wichtig iſt auch die Uebernahme des deutſchen
Zug=
meldeverfahrens, der telegraphiſchen Vor= und Rückmeldung der
auf einer Strege verkehrenden Züge, das Unfälle durch
Auffah=
ren zweier auf demſelben Gleiſe verkehrenden Züge verhüten ſoll
(es ſei hier nur auf den bekannten Mainzer Tunnelunfall
ver=
wieſen). Zu dieſem Zwecke müſſen auf allen Stationen
recht=
zeitig vor dem 16. November ſämtliche Telegraphenanlagen
er=
gänzt und auf ihre Tauglichkeit eingehend durchgeprüft werden.
Mit dem Uebergabetage, alſo am 16. November, verrichtet
von vormittags 8 lihr (weſteuropäiſche Zeit) das franzöſiſch=
bel=
giſche Regieperſonal auf den Stationen keinen Dienſt mehr. Nur
auf der Fahrt befindliche Züge werden von dieſem Perſonal bis
zur nächſten Perſonalwechſelſtation weiter gefahren.
Die im Betriebsdienſt befindlichen Lokomotiven, Triebwagen
uſw. werden von dem Regieperſonal, ſoweit ſie ſich in Schuppen
beſinden, in der Zeit von 12 Uhr mitternachts des 16.
Novem=
ber bis 8 Uhr vormittags übergeben, die übrigen, alſo die auf
der Fahrt befindlichen, auf den nächſten planmäßigen
Lokomotiv=
wechſelſtationen. Ebenſo muß natürlich eine Uebergabe aller
maſchinellen und elektriſchen Anlagen erfolgen.
Was den Verkehrsdienſt, d. h. die Beförderung von
Perſonen, Gepäck und Frachtgütern anlangt, ſo erfolgt deren
Abfertigung vom Uebernahmetage ab nur noch auf Grund der
deutſchen Tarife und deutſchen Dienſtvorſchriften. Zu dieſem
Vor dem Schulgang
eine
Tablette
Schutz vor Anſteckung bei Erkältungsgefahr
(Grippe, Halsentzündungen, Heiſerkeit uſw.)
In allen Apotheken und Drogerien.
Zwecke muß das geſamte Perſonal ebenfalls ſchon mehrere Tage
vor der eigentlichen Uebergabe mit Fahrkarten, Tarifen und
allen weiteren Hilfsmitteln des geſamten Verkehrs, vor allem
auch mit den Büchern für eine kaſſenmäßig richtige Behandlung
ausgerüſtet ſein. Zahlreiche Einzelbeſtimmungen mußten gerade
in dieſer Hinſicht gegeben werden, um alle etwaigen
Fehler=
quellen tunlichſt ſofort zu verſtopfen. Die reiſenden Perſonen
helfen ſich hierbei natürlich ſoweit ſelbſt, daß ſie nach Löſung
einer deutſchen Fahrkarte am deutſchen Schalter mit deutſchem
Gelde (der Regieſchalter beiſpielsweiſe auf dem Darmſtädter
Hauptbahnhof hört um Mitternacht des 16. November auf, zu
be=
ſtehen, der Regiefranken gehört der Vergangenheit an) in den
bereitſtehenden deutſchen Zug einſteigen. Schwieriger iſt die
Be=
huandlung des auf dem Güterſchuppen gerade am Uebergabetage
lagernden Frachtgutes und der beerits verladenen Wagen. Dieſe
Güter werden am 16. November, wiederum vormittags 8 Uhr
(W. E. 3.), an die deutſche Verwaltung übergeben, die von dieſem
Zeitpunkt an die Verantwortung übernimmt.
Fahrkartenaus=
gaben ſowie Gepäckabfertigungen und Eilgut gehen dagegen
ſchon um Mitternacht vom 15. zum 16. November auf die deutſche
Verwaltung über.
Außer dem angedeuteten Eiſenbahndienſt im
eigent=
lichen Sinne geht mit dem 16. November auch die ganze
Ver=
waltung, das iſt alles das, was den Dienſt auf einer
Reichs=
bahndirektion und den ihr unterſtellten Aemtern ausmacht, auf
die Deutſche Reichsbahngeſellſchaft über. Auch da nur wenige
Andeutungen: Das geſamte Perſonal, Beamte und Arbeiter, die
nach beſtimmten Richtlinien von der Regie zu übernehmen ſind,
werden nunmehr von der deutſchen Verwaltung beſoldet und
betreut. Die Frage der nach den Londoner Abmachungen und
den ſpäteren Vereinbarungen von der deutſchen Verwaltung
unter beſtimmten Vorausſetzungen und in gewiſſer Anzahl zu
übernehmenden franzöſiſchen Bedienſteten, der ſogen. Auxiliares,
wird dabei noch eine beſondere Rolle ſpielen. So geht ferner
die ganze Vermögensverwaltung wieder in deutſche Hand über,
insbeſondere Grundſtücksverwaltung, Unterhaltung der
bahn=
eigenen Dienſt= und Wohngebäude uſw. Alle Einnahmen
hier=
aus, umgekehrt natürlich auch die Ausgaben, gehen auf
Rech=
nung der deutſchen Verwaltung, die ſelbſtverſtändlich auch die
Einnahmen aus dem Verkehrsdienſt zieht, wie ſie
umge=
kehrt auch die geldliche Verantwortung für hieraus entſtehenden
Schaden trägt. Auch die zahlreichen vor der Ruhraktion
vor=
handen geweſenen Verträge zwiſchen Eiſenbahn und
Pri=
vaten auf den verſchiedenſten Gebieten müſſen neu geregelt
wer=
den, da die Regie grundſätzlich alle von ihr zwiſchenzeitlich
ab=
geſchloſſenen Verträge zum 15. November gekündigt hat und die
Reichsbahn nicht etwa als Rechtsnachfolgerin der Regie zu
gel=
ten hat.
Für die Reichsbahndirektion Mainz, die bekanntlich
wäh=
rend der Ruhraktion in Darmſtadt behelfsmäßig untergebracht
worden iſt, bedeutet die Rückübernahme der beſetzten Strecken
ihres Bezirks auch wieder einen Umzug in ihr Mainzer
Ver=
waltungsgebäude. Auch da wird noch manche Unbequemlichkeit
und Schwierigkeit entſtehen, denn die Mainzer Gebäude ſind
von der Regie beſchlagnahmt, und werden von ihr, da ſie ihre
Verwaltung noch abwickeln muß, nicht auf einmal, ſondern
all=
mählich geräumt.
Endlich ſeien die durch die geradezu troſtloſen
Wohnungsver=
hältniſſe im beſetzten Gebiet bei Rückführung der ausgewieſenen
Eiſenbahner entſtehenden Schwierigkeiten hier nur angedeutet.
Es wird noch recht lange dauern, ehe alle Einzelſchäden und
Er=
ſchwerniſſe der Vertriebenen gänzlich beſeitigt ſein werden. Hoffen
wir, daß auch dieſe Uebergangszeit durch Entgegenkommen aller
Behörden und Privaten, insbeſondere auch der glücklichen, feſt
und ruhig in ihren Wohnungen ſitzenden Bürger des unbeſetzten
Gebiets, nach Möglichkeit erleichtert werden möge.
1 5.
Eli.
1 . Dio eidrr 1934.
Rummer F.S.
Reich und Ausland.
Die Große Deutſche Funk=Ausſtellung nicht verſchoben!
Die Preſſe=Abteilung des Berliner Meſſeamtes teilt mit: Aus
zahl=
reichen Anfragen geht hervor, daß in den Kreiſen des Publikums die
Mit=
teilung von der abermaligen Verſchiebung der Automobilausſtellung auf
die Funk=Ausſtellung bezogen worden iſt. Demgemaß ſei ausdrücklich
feſt=
geſtellt, daß die Grotze Deutſche Funkausſtellung wie
vor=
gefehen vom 4—14. Dezember d. J. im Haus der Funkinduſtrie
nuf dem Berliner Meſſegelände ſtattfindet. Da heute bereits viermal
fo biel Anmeltungen vörliegen wie auf der allbritiſchen Radioausſtellung
in Wembley vertreten waren, iſt mit einer außerordentlich reichhaltigen
und intereſſanten Beſchickung der Funkausſtellung zu rechnen.
Der Hypothekengläubiger= und Sparer=Schutzverband für das Deutſche
Reich in Berlin
chreibt uns, daß nachſtehende Beſchlüſſe für die Reichstagswahlen gefaßt
wurden:
1. Die Gründung einer eigenen Partei liegt zurzeit weder im
Inter=
iſſe des Vaterlands, noch in dem unſeres Verbandes. Die Durchfüyrung
der Organiſation des letzteren wird trotzdem mit allem Nachdruck weiter
betrieben werden.
2. Vorſtand und Beirat empfehlen die Unterſtützung folgender
Par=
teien: Deutſchnationale, Zentrum, Nationalſoz. Freiheitspartei, da dieſe
rei Parteien auf unſere Fragen ſachlich befriedigend antworteten und
üindig zugeſagt haben, führende Männer unſeres Verbandes an ſicherer
Stelle auf die Wählerliſten zu ſtellen. Derartig bindende Zuſagen ſind
von anderer Seite bisher nicht erfolgt. Es iſt deshalb in erſter Linie
die Partei zu unterſtützen, die im Wahlbezirk Mitglieder unſeres
Ver=
bandes an führender Stelle als Mandatsbewerber aufgeſtellt hat; in
zwveiter Reihe die Partei, deren ſichere Wahlkandidaten entſchiedene
Auf=
vvertungsfreunde ſind. — Im Anſchluß hieran dürfte eine Mitteilung von
Intereſſe ſein, die Reichspoſtminiſter Dr. Höfle im Auftrage des
eichskabinetts gemacht hat:
1. Für das Reichskabinett iſt durch die Annahme des Londoner Paktes
und durch die Unterbringung der Anleihe eine vollkommen neue
Situ=
ation geſchaffen, durch die die wirtſchaftliche Lage des Reichs und der
Länder maßgebend beeinflußt wird;
2. Das Reichskabinett iſt daher entſchloſſen, über die Vorſchläge des
Reichsfinanzminiſters im Aufwertungsausſchuſſe hinauszugehen;
3. Entwürfe des Arbeitsminiſteriums und des Reichsfinanzminiſteriums
ſind in Vorbereitung und werden dem Kabinett demnächſt vorgelegt,
über die der neue Reichstag zu beſchließen haben
wird.
Deutſche als letzte Beſucher der britiſchen Empire=Ausſtellung.
Unter den letzten 20 Beſuchern der großen Ausſtellung in Wembley
bei London war Prinz Ernſt Heinrich von Sachſen, der im Savoy=Hotel
abgeſtiegen iſt. Die große Ausſtellung, deren Beſucherzahl ſeit April
dieſes Jahres zwanzig Millionen betrug, iſt nun geſchloſſen, und die
größten Aufräumungsarbeiten der Welt haben bereits begonnen. Unter
den Käufern nehmen Deutſche eine hervorragende Stelle ein. Herr O.
Küper, Stahlfabrikant in Berlin und Hamburg, hat vier maſſive
elek=
triſche Maſchinen aus dem Palaſt für Maſchinenbau gekauft. Dieſe
wer=
den für den Transport nach Hamburg auzeinandergenommen.
Zer=
legung und Transport werden etwa drei Monate in Anſpruch nehmen.
Der Vergnügungspark der Ausſtellung — den Dr. Wirth, der frühere
deutſche Kanzler vor einigen Wochen ſo unterhaltend fand — wird im
nächſten Jahre wieder eröffnet.
Der Rekord Dr. Sthamers.
Dr. Friedrich Sthamer, der deutſche Geſandte am Court of St.
James, wird bald der Doyen des diplomatiſchen Korps in London ſein.
Verſchiedene Veränderungen ſind in den einzelnen Geſandtſchaften
ugenblicklich zu bemerken. So wird der franzöſiſche Geſandte nächſte
Woche durch M. Fleuriau erſetzt werden, und der chileniſche Botſchafter
rehrt nach 14jährigem Aufenthalt in England Ende dieſes Monats in
ſeine Heimat zurück. Die Veränderungen in der amerika tiſchen
Ge=
ſandtſchaft können ſchon längſt nicht mehr gezählt werden — auch ſoll ſich
in dieſer Richtung bald wieder etwas ereignen. Sollte der ſpaniſche
Ge=
ſchäftsträger in London aus irgend einem Grunde London verlaſſen, ſo
könnte Herr Dr. Sthamer den Titel des Doyen (Senior) unter ſeinen
diplomatiſchen Kollegen beanſpruchen.
Der Prozeß gegen den Mafſenmörder Haarmann.
Hannover. Der Prozeß gegen den Maſſenmörder Haarmann
und ſeinen Helfer Grans vor dem Hannoverſchen Schwurgericht wird
nach den neueſten Dispoſitionen Anfang Dezember ſeinen Anfang nehmen.
Vorſitzender wird Landgerichtsdirektor Dr. Brökkelmann; die
An=
klage vertritt Oberſtaatsanwalt Dr. Wilde. Zur Anklage ſelbſt, die
be=
kanntlich Haarmann Mord in 27 Fällen vorwirft, iſt zu bemerken, daß
ſein Mitangeklagter Grans nicht wegen Beihilfe zum Mord, ſondern
wegen Anſtiftuhng zum Merd in zwei Fällen angeklagt iſt. Es bandelt
ſich dabei um die Ermordung eines gewiſſen Adolf Hannappel aus
Düſſeldorf und eines Fritz Wittig aus Kaſſel. Haarmann ſoll nach
ſeinen eigenen Angaben zu dieſen beiden Morden von Grans angeſtiftet
worden ſein. Weiter iſt Grans der gewerbsmäßigen Hehlerei angeklagt,
weil er Sachen der Getöteten im Auftrage Haarmanns verkauft hat.
Tus der Anklage geht hervor, daß ſich der Verdacht homoſexueller
Be=
ziehungen zwiſchen beiden nicht beſtätigt hat. Nicht einwandfrei
erweis=
bar war ferner die Behaurtung, daß Haarmann die Fleiſchteile ſeiner
Opfer zu Genußzwecken verkauft hat, obgleich dieſer Verdacht aufgrund
der bisherigen Ermittelungen immer noch beſteht. Die Anklage rechnet
auch damit, daß Haarmann weit mehr Morde begangen hat, als ihm
bis=
her unwiderleglich nachgewieſen werden konnten. Der Maſſenmörder,
der der kommenden Verhandlung ziemlich gleichgültig entgegenſieht, gibt
im allgemeinen die 27 ihm zur Laſt gelegten Morde zu, nachdem man
ihm die inzwiſchen herbeigeſchafften Kleidungsſtücke dieſer Opfer
vor=
gehalten hat. Die 190 Zeugen, die bisher für dieſen Prozeß geladen ſind,
ſetzen ſich größtenteils aus den Eltern und Angehörigen der Opfer
Haar=
manns zuſammen. Auſer dieſen Zeugen ſind noch fünf mediziniſche
Sachverſtändige geladen, und zwar Geheimrat Schultze, Profeſſor Lockte
und Profeſſor Feiſt aus Göttingen, ſowie Gerichtsmedizinalrat Dr.
Schackwitz und Medizinalrat Dr. Brandt aus Hannover. Man rechnet
mit einer Verhandlungsdauer von 12—14 Tagen. Für Haarmann iſt als
Offizialverteidiger Juſtizrat Philipp Benfey=Hannover beſtellt
wor=
den, während die Verteidigung des Grans Rechtsanwalt Dr. Tänzer=
Hannover übernommen hat.
Ein Journaliſienprozeß.
München. Vor dem Münchener Amtsgericht begann am
Mitt=
woch ein Beleidigungsprozeß, der um deswillen von
beſon=
derer Bedeutung iſt, weil es ſich dabei um das zur Beratung ſtehende
Journaliſtengeſetz handelt. Von den Münchener
Berufsorgani=
ſationen der Preſſe war Ende Januar d. J. eine Entſchließung
angenom=
men worden, in der es u. a. hieß:
„Ein Geſetz zur Reglung der Rechtsverhältniſſe der Redakteure
und feſtangeſtellten Mitarbeiter der deutſchen Preſſe iſt eine dringende
Notwendigkeit geworden. Es iſt die Pflicht des Redakteurs, dem
Stande und der Allgemeinheit zu dienen. Nur an einer Preſſe, die in
dieſem Geiſte geleitet wird, haben Staat und Allgemeinheit ein
In=
tereſſe. Es iſt daher nicht nur ihre Pflicht, ſondern auch
wohlverſtan=
dene Wahrnehmung eigner Intereſſen, dafür zu ſorgen, daß den
gei=
ſtigen Schöpfern der Preſſe volle Freiheit für die Erfüllung ihrer
Pflicht geſetzlich verſichert wird.”
Die Münchner Neueſten Nachrichten tadelten an dieſer Entſchließung,
daß die Arbeit der Verleger als nicht vorhanden behandelt werde, und
gaben ihrer Anſicht dahin Ausdruck, daß eine Neglung des ganzen
Preſſe=
weſens nur in Uebereinſtimmung der beiden Beteiligten, alſo der
Ver=
leger und Redakteure, erfolgen könne. Die Einladung zu einem
veran=
ſtalteten Preſſeempfang wurde von der Verlegerſchaft höflich dankend
ab=
gelehnt. Der Hauptſchriftleiter der Münchner Neueſten Nachrichten Dr.
Gerlich, war am Tage vor dem Preſſeempfang beim bayriſchen
Juſtiz=
miniſter Gürtner geweſen, den er im Sinne ſeines Blattes
unterrich=
tete. Einer brieflichen Auseinanderſetzung zwiſchen Dr. Gerlich und dem
Landesverband der bayriſchen Preſſe folgte einerſeits der Austritt
Gerlichs aus dem Verband, anderſeits ſein Ausſchluß. Die
ſozialdemokratiſche Münchner Poſt und die deutſchnationale München=
Augsburger Abendzeitung veröffentlichten den Sachverhalt, und zwar
ohne die betreffenden Worte mit Gänſefüßchen zu verſehen: „
Standes=
unwürdiges Verhalten”, während die ebenfalls ſozialiſtiſche Nürnberg=
Fürther Morgenpreſſe die Ueberſchrift: „Ein Unwürdiger” wählte.
Hauptſchriftleiter Dr. Gerlich hatte gegen alle drei Zeitungen
Beleidi=
gungsklage geſtellt. Als Zeugen waren bei der Verhandlung die
Verlagsdirektoren Dr. Trefz und Leuphold, ſowie die Schriftleiter
Freund, Kunkel, Oſterhuber und Wohlfahrt, als Sachverſtändiger der
Redakteur der Dresdner Neueſten Nachrichten Dr. Schulze erſchienen.
Der vom Amtsgeheimnis nicht entbundene Juſtizminiſter war
fern=
geblieben.
Der beklagte Hauptſchriftleiter der Münchner Poſt Gruber
er=
klärte, daß die Abſicht einer übeln Nachrede durchaus ferngelegen habe.
Der Hauptſchriftleiter Winbauer des Nürnberger Blattes hielt den
Vorwurf des ſtandesunwürdigen Verhaltens aufrecht, und Dr.
Münd=
ler von der Augsburger Abendzeitung beklagte, daß das
Journaliſten=
geſetz zu einem Zankapfel zwiſchen Verlegern und Redakteuren gemacht
worden ſei. Der Zeuge Freund konnte auf ein Schreiben verweiſen,
wonach die Organiſation der Verleger mit dem Reichsverband der
Deut=
ſchen Preſſe übereingekommen ſei, gemeinſam das Journaliſtengeſetz zu
beraten. Verlagsdirektor Dr. Trefz von den Münchner Neueſten
Nachrichten ſagte aus: Die Verleger haben an den Miniſter geſchrieben,
wir ſeien der Meinung, daß, wenn die Preſſe einen Empfang
veranſtal=
tet, dies nur in paritätiſcher Weiſe geſchehen könne, denn wenn von der
Preſſe im allgemeinen geſprochen würde, ſeien darunter auch die
Ver=
eger mit einbegriffen. Verlagsdirektor Leuphold fügte hinzu: Ich
kann ſagen, daß Dr. Gerlich in einem Gutachten, das er für den Verlag
gefertigt hat, ganz beſonders für die ſoziale Stellung der Redakteure
ein=
getreten iſt. Er hat ſich beſonders die Penſionsfrage die
Altersverſor=
gung und die Forderungen, die der Reichsverband ſtellt, zu eigen gemacht.
Am Freitag vormittag wurde das Urtel gefällt. Gruber und
Winbauer wurden wegen je eines Vergehens der Beleidigung zu
500 Mark Geldſtrafe verurteilt. Mündler wurde von der Anklage der
Beleidigung freigeſprochen. In der ziemlich umfangreichen Begründung
wird zunächſt auf die Vorgeſchichte bzw. die tiefern Urſachen der
Beleidi=
gungsklage eingegangen und ſodann eingehend auf die angezogenen
Ar=
tikel, in denen der Ausſchluß Gerlichs aus dem Reichsverband der
deut=
ſchen Preſſe behandelt wurde, Bezug genommen. In den Ueberſchriften
der Artikel wird eine Beleidigung erblickt. Die Wahrung berechtigter
Intereſſen wird nicht anerkannt. Der Inhalt der Artikel der beiden
Verurteilten habe darauf abgezielt, den Privatkläger in ſeiner Ehre
herabzuſetzen.
Unreelle Heereslieferungen.
München 13. Nov. Der Holzgroßhändler Kommerzienrat
Abra=
ham Landauer in München wurde im September 1922 vom Landgerichr
München wegen Lieferung ſchlechter und teilweiſe verdorbener Bretter
an das deutſche Heer zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Auf
Revi=
ſion des Staatsanwaltes und Landauers wurde das landesgerichtliche
Urteil vom Reichsgericht aufgehoben und der Fall zur neuerlichen
Ver=
handlung an die Vorinſtanz zurückverwieſen. Dieſe Verhandlung fand
bei den veränderten Kompetenzverhältniſſen bei dem Schöffengericht
München nunmehr ſtatt. Die Qualiät des von L. gelieferten Holzes
wurde bereits im Jahre 1916 beanſtandet; im September 1917 wurden
drei Waggon Bretter, die Landauer von München aus an die Front
ge=
ſchickt hatte, in Ludiwgshafen genauer unterſucht, wobei ſich herausſtellte,
daß eine Anzahl von Brettern nicht die vorgeſchriebene Länge hatten,
außerdem teilweiſe auch unbrauchbar waren. Das Ergebnis der neuen
Verhandlung faßte der Staatsanwalt dahin zuſammen, daß dem
Ange=
klagten Landauer zwar ein vollendeter Betrug nicht nachgewieſen worden
iſt, wohl aber ein verſuchter Betrug. Das Verfahren Landauers war
nicht nur ſehr unreell, ſondern auch gewiſſenlos, denn er wußte, daß
durch Lieferung ſchlechter Bretter an das Feldheer auch das Leben der
Frontkämpfer gefährdet werden könnte. Er beantragte daher ein Jahr
Gefängnis und drei Jahre Ehrenrechtsverluſt. Die beiden Verteidiger
des Angeklagten beantragten deſſen Freiſprechung. Das Urteil lautete
wegen eines gemeingefährlichen Vergehens im rechtlichen
Zuſammen=
ſchluß mit einem Vergehen des Betrugsverſuchs zu acht Monaten
Gefängnis.
Bexem stiftet
die Frau durch Kaiser’s
Brust-Caramellen mit
den 3 Tannen. Sie
ver-
treibtdamitsich Husten
Heiserkeit, Versch
ei-
mung, Keucbhusten,
Brust- und
Rachenka-
tarrh und beugt Er-
Dosen80 Pfg, aber nieoffen. La
kältungen vor. Beweise:
7000 not beslaubigte
Z ugnisse von Aerzter u
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ss. Sie sich nichts anderes aufreden (V,12127
Briefkaſten.
A. K., hier. Das Geſetz vom 18. Dezember 1923, abgedrucht m
Nr. 1 des Reg.=Bkattes vom 3. Januar 194, betr. die
Hinterbliebenen=
verſorgung der Staatsbeamten, iſt rückwirkend am 1. April 1920 in Kraft
getreten. In Art. 8 iſt geſagt: „Keinen Anſpruch auf Witwengeld hat
die Witwe, wenn die Ehe mit dem verſtorbenen Beamten innerhalb drei
Monaten vor ſeinem Ableben geſchloſſen wurde und die Ehcſchlieſung
zu dem Zwecke erfolgt iſt, um der Witwe den Bezug des Witwengeldes
zu verſchaffen”, und in Abſ. 2 des Art. 8 ſteht zu leſen: „Keinen Anſpruch
auf Witwen= und Waiſengeld haben die Witwen und die hinterbliebenen
Kinder eines ausgeſchiedenen Beamten aus einer Ehe, die erſt nach
Verſetzung des Beamten in den Ruheſtand und nach
Verkündung dieſes Geſetzes geſchloſſen worden iſt.”
W. H. 3, M. Es handelt ſich bei Ibnen wohl um einen gegenſeitigen
Vertrag, auf den die 3. Steuernotverordnung keine Anwendung findet.
Es wird weſentlich auf die Frage ankommen, ob durch Ihre
Arbeitsleiſt=
ungen des bar dargeliehene Betrag getilgt werden ſollte. Es empfiehlt
ſich, es darauf ankommen zu laſſen, ob der andere Teil den Richter
an=
geht, da nach der am 1. Juni d. J. in Kraft getretenen Zivilprozeßreform
nicht ſofort eine Klage erhoben werden kann, ſondern zunächſt ein
ge=
richtlicher Güteverſuch ſtattfinden muß.
„Löſchungsbewilligung” Zweifellos ſtehen dem Gläubiger infolge
der Geldentwertung Anſprüche auf Aufwertung zu. Wir möchten
des=
halb raten, die ganze Sache vorerſt beruhen zu laſſen, da der
neu=
gewählte Reichstag berufen iſt, die Frage im Zuſammenhang und
ein=
heitlich durch ein Geſetz zu regeln.
„Müllkaſtenwühler”. Wir halten Ihre Anſicht für richtig. Für
Schaden verurſachende oder dazu geeignete Stoffe wird derjenige haftbav
gemacht werden können, der ſolche dem Müllkaſten zuführt. Wir
empfeh=
len übrigens, darüber die von der Stadt erlaſſene Verordnuag, betr.
Ab=
fuhr des Hauskehrichts (beim Städtiſchen Tiefbauamt erhältlich)
nach=
zuleſen.
Geſchäftliches.
Wahlkurioſum.
Früher, beim Wählen mit namentlichen Stimmzetteln, die der
Wähler mit dem Namen des gewünſchten Kandidaten ſelbſt ausſchreiben
durfte, ereignete es ſich häufiger daß Stimmen für irgendwelche
Außen=
ſeiter abgegeben wurden, die entweder gerade im Mittelpunkt des
allge=
meinen Intereſſes ſtanden oder ſich ſonſtwie der befonderen Gunſt eines
Wählers erfreuten. Ebenſo kam es vor, daß jemand in unerſchütterlichem
Glauben an die eigene politiſche Bedeutung ſich ſelbſt wählte oder auch
daß ein wohlerzogener Ehemann ſeine gewichtige Stimme für den
eigenen weiblichen Vorgeſetzten abgab uſw.
Unſer heutiges Liſtenwahlverfahren bietet zu derartigen „Scherzen”
keine rechte Möglichkeit mehr. Trotzdem verſuchen ſich lockere
Spaß=
vögel auch hieran gelegentlich. So wurde ein origineller Stimmzettel
bei der letzten Wahl in einem ſächſiſchen Gebirgsort vorgefunden; eine
reſolute Wählerin, die offenbar durch die weitgehenden
Wahlverſprechun=
gen ihres Kandidaten etwas mißtrauiſch geworden war, hatte darauf
vermerkt:
„Ich helfe Nr. 9 zum Ziel,
Weil mir der Mann ſoweit gefiel.
Das heißt — verſprach er uns zu viel
Waſch’ ich den Pelz ihm mit — Perſil!
Für den Pfeifenraucher! Das Pfeifenrauchen iſt bei uns ſehr vielen
zur lieben Gewohnheit geworden, nicht nur, weil das vorteilhafte
Pfeifen=
rauchen bei den heutigen wirtſchaftlichen Verhältniſſen ſehr in die
Wag=
ſchale fällt, ſondern, weil die allermeiſten ſich durch einen gründlichen
Verſuch überzeugt haben, daß es gar nichts Gemütlicheres gibt, als ſo
ein Pfeifchen, in das man nach Belieben ſeine eigene Tabakmiſchung
ſtopft.
Leider glauben immer noch viele, die Bruyérepfeifen ſeien engliſcher
oder franzöſiſcher Herkunft, während in Wirklichkeit ſchon vor 60 Jahren
die erſten Bruyérepfeifen in Nürnberg gemacht wurden und von da
aus ihren Weg durch die ganze Welt nahmen. —
Wie bei allen Artikeln, gibt es minderwertige und gute Qualitäteu,
ſowie ſorgfältig gearbeitete und maſſenproduktiv erzeugte Pfeifen, was
natürlich ganz in Ordnung iſt, denn es muß vielen Geſchmacksrich ungen
Rechnung getragen werden.
Als hervorragendſtes Fabrikat unter den Bruyérepfeifen
gelten die „Vauen”=Pfeifen, die in Nürnberg gemacht werden. —
Der Schwan und das blaue Band ſind die äußeren
Kenn=
zeichen der neuen Feinkoſt=Margarine „Schwan im Blauband”, die mit
Recht als Buttererſatz von unerreichter Güte empfohlen wird. Von
Holland, wo man auf dem Gebiete der Margarie=Erzeugung ſchon
längſt Triumphe feierte, hat ſie ihren Siegeszug nach Deutſchland
genom=
men und auch hier einen Erfolg auf den anderen gehäuft. Unerreicht in
Qualität und mäßig im Preis — dies ſind ihre beſonderen Merkmale!
Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 6½ Uhr, Ende 101 Uhr
(E 6): „Der fliegende Holländer”. — Kleines Haus, Anfang 3 Uhr,
Ende gegen 6 Uhr (Samstags Fremdenmiete I11): „Die Journaliſten”
— Orpheum, abends8 Uhr: Varieté. — Union=, Reſidenz=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen. — Film=Vorführung:
Martin Luther, für die Paulusgemeinde, abends 8 Uhr, im
Gemeinde=
haus der Pauluskirche. — Hanſa=Hof, Rheinſtr. 47, abends 8½
Uhr: Zuſammenkunft der Oberbayern. — Veloziped=Club
Darmſtadt 1899, abends 8 Uhr im Saalbau: Preisverteilung,
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Wetterbericht der Gießener Wetterwarte.
Weltervorherſage für Sonntag, den 16. Dezember.
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Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Veramwortl für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe
Veramwortlich ſür Feuill ion und Heſſiſche Nachr chten: Max Streeſ.
Verantwortlich für Srort: Dr. Eugen Buhlmann
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Nummer 3 18.
Samstag, den 15. Rovember 1924.
Seite 11.
Süddeutſchlands Fußballſport am Sonntag.
Die Bezirksliga.
Großkampftag in der Bezirksliga! Von 40 Vereinen dieſer Klaſſe
ſind 32 im Punktkampf tätig. Merkwürdigerweiſe iſt nicht eine Paarung
dabei, die über den Rahmen des betreffenden Bezirks hinaus
allgemei=
nes Intereſſe hat. Die Favoritenkämpfe fehlen diesmal, dafür ſind
aber doch eine Reihe Treffen dabei, die durch die Möglichkeit eines
über=
raſchenden Ausgangs für die Favoriten von Bedeutung ſein werden.
Und in dieſem Sinne iſt auch dieſer Sonntag wieder ſehr intereſſant.
Im Rezirk Bayern treffen ſich FC. Nürnberg—Schwaben
Ulm, Teutonia München—Spielvgg. Fürth und Wacker Munchen—
Fuß=
ballverein Nürnberg. Im Vorſpiel gewannen FC. Nürnberg und
Spielvgg. Fürth hoch, Wacker dagegen verlor knapp. Trotzdem ſollten
alle drei Genannten Sieger bleiben. Württemberg=Baden
hat angeſetzt: Sportklub Stuttgart—FC. Pforzheim, FC. Mühlburg—
VfB. Stuttgart, Sportklub Freiburg—VfR. Heilbronn. Die
Pforzhei=
mer dürften ſicherer Sieger bleiben, in den beiden anderen Spielen
unter=
läßt man beſſer das Tipen. — Der Rheinbezirk, zu dem
Darm=
ſtadt gehört, bringt einige intereſſante Zuſammenſtellungen.
Sportver=
ein Darmſtadt empfängt den vorausſichtlichen Meiſter, VfR.
Mann=
heim. Näheres über dieſes Treffen dürfte an anderer Stelle zu leſen
ſein, doch ſoll hier noch geſagt werden, daß die Mannheimer zu den
beſten deutſchen Mannſchaften gezählt werden dürfen. Der Zweite der
Tabelle, VfL. Neckarau, tritt gegen den T.= u. SV. Feudenheim an.
In Pirmaſens iſt Ludwigshafen beim dortigen FC. als Gaſt, und Pfalz
Ludwigshafen hat den Sportverein Waldhof als Gegner. Alle drei
letz=
ten Spiele laſſen einen knappen Ausgang erwarten. Für wen — das
iſt die Frage! — Auch im Mainbezirk gilt dieſe Frage für einige
Spiele. In der Hauptſache für die Treffen FC. 93 Hanau—Helvetia
Frankfurt und Kickers Offenbach— Eintracht Frankfurt.
Fußballſport=
verein Frankfurt dagegen ſollte gegen VſR. Frankfurt und Union
Nie=
derrad gegen Sportklub Bürgel in Front bleiben. — Heſſen=Saar
hat nur zwei Spiele, von denen die Begegnung Sportverein
Wies=
baden—Wormatia Worms die härteſte werden ſollte, da beide Vereine
noch für die Meiſterſchaft in Frage kommen. In Idar ſollte dagegen
der dortige Fußballklub den Fußballverein Saarbrücken meiſtern
kön=
nen. Im übrigen ſind bei ſämtlichen Tips Ueberraſchungsmöglichkeiten
vorbehalten, da man bekanntlich porher nichts Gewiſſes weiß.
Fußball im Odenwaldkreis.
Die einheimiſche Kreisliga iſt verhältnismäßig ſchwach
beſchäf=
tigt. VfR. Darmſtadt muß ans Arheilger Mühlchen zur Sportvgg. 04.
Der Ausgang erſcheint ſehr fraglich. Germania 03 Pfungſtadt hat in
Bürſtadt einen harten Kampf mit VfR. Bürſtadt zu beſtehen, über deſſen
Ausgang man vorher auch nichts ſagen kann. Ebenſo verhält es ſich
bei dem wichtigen Spiel Vgg. Amieitia Viernheim—Spielvgg.
Sand=
hofen. Beide Vereine haben Meiſterſchaftsausſichten, die aber für
Viern=
heim erlöſchen, ſofern es verliert. Es wird in Viernheim einen
hart=
näckigen Kampf geben.
Die Treffen der A=Klaſſe fangen an, intereſſant zu werden.
Einige Meiſterſchaftsanwärter haben am grünen Tiſch Punkte verloren,
ſo daß die Ausſichten für die Meiſterſchaft unbegrenzte ſind. Im Gau
Bergſtraße treffen ſich Union Darmſtadt—Fußballverein
Epperts=
hauſen, Sportverein Mürſter—Haſſia Dieburg, Vgg. Weiterſtadt=
Braunshardt—Cermania Eberſtadt, Sportverein Groß=Gerau—Eintracht
Darmſtadt. — Auch der Gau Nied iſt wieder mit dabei mit
folgen=
den Spielen: Fußballverein Hofheim-Konkordia Gernsheim, Alemannia
Groß=Rohrheim—Starkenburgia Heppenheim, FC. 07 Bensheim-VfL.
Lampertheim. B= und C=Klaſſe ſind diesmal ganz ſtiefmütterlich
vertreten. Nur die Meiſterſchaftsſpiele Sportverein Meſſel—Union
Darmſtadt 3. finden ſich auf der Terminliſte verzeichnet. Dagegen ſoll
am Sonntag das Entſcheidungsſpiel der beiden im Gau führenden
Ver=
eine um den Kreispokal ſtattfinden. Im Riedgau hat ſich Forkung
Heddesheim für den Kampf qualifiziert, der Bergſträßer Vertreter iſt
noch nicht bekannt und liegt zwiſchen Sportverein Münſter und dem
Akad. SC. Darmſtadt.
Der FC. Freiburg in Straßburg.
Am kommenden Sonntag tritt der Freiburger FC. in Straßburg
gegen die dortige ASS. zum Freundſchaftsſpiel an. Nachdem bereits
Tennis=Boruſſia Berlin in Paris und Fußballverein Saarbrücken in
Metz geſpielt haben und auch die Metzer ſchon in Deutſchland angetreten
ſind, käme dem Straßburgeu Spiel eigentlich nicht dieſe Bedeutung zu.
Aber die Bedeutung des Treffens liegt darin, daß es ſich um einen
ehe=
mals deutſchen Verein des einſt deutſchen Elſaß handelt. Das Spiel.
zweier Stammesgenoſſen unter verſchiedener politiſcher Herrſchaft! Das
Spiel ſelbſt löſt im Elſaß ungeheure Anteilnahme aus, daß ſogar
ſämt=
liche Vereine der Provinz ihre Spiele abſagen ließen, um die Freiburger
Mannſchaft begrüßen zu können.
Sportverein Darmffadt 1898 — V. f. R. Mannheim.
Am letzten Sonntag ſiegten in Mannheim die Vertreter
Süddeutſch=
lands in wundervollem Spiel um den Pokal des „Deutſchen Fußball=
Bundes” gegen Brandenburg. Die ſüddeutſche Mannſchaft beſtand mit
zwei Ausnahmen reſtlos aus Spielern des „Vereins für Raſenſpiele
Mannheim” denen es durch ihr glänzendes gegenſeitiges Verſtändnis,
ihre großartige Technik und ihr hervorragendes Schußvermögen gelang,
Berlin=Brandenburg mit 7:2 Toren zu ſchlagen.
Am kommenden Sonntag ſtehen ſich in den Verbandsſpielen des
Süddeutſchen Fußballverbandes”, die Ligamannſchaften des „V. f. R
Mannheim”, des ſiegreichen Vertreters Süddeutſchlands, und des
Sport=
vereins Darmſtadt um 2.30 Uhr auf dem Stadion am Böllenfalltor
gegenüber. Das überragende Können ſämtlicher Spieler des „V. f. R.
Mannheim” läßt einen prächtigen Kampf erwarten, da Sportverein
Darmſtadt alles daran ſetzen wird, gegen dieſen Gegner auf eigenem
Platze das günſtigſte Reſultat zu erzielen. Geſtützt auf die Erfahrungen
der letzten Spiele hat Sportverein Darmſtadt eine Umſtellung ſeiner
Mannſchaft vorgenommen, mit der er ſelbſt den Spielern vom Range
eines „V. f. R. Mannheim” den Sieg ſtreitig machen kann. Die
Mann=
ſchaften treten ſich gegenüber in der Aufſtellung:
V. f. R. Mannheim:
Hügel
Engelhard Freiländer
Bleß Deſchner Au
Höger Berk Herberger Fleiſchmann Meißner
Frick Bärenz Becker Müllmerſtadt Berger
Takaſe
Jakobi
Mahr
Stephan
Laumann
Ellenbeck
Sp. V. Darmſtadt:
Von den Mannheimer Spielern haben Herberger, Höger und Au
ſchon in internationalen Spielen als Vertreter Deutſchlands mit
glän=
zendem Erfolg geſpielt, alle übrigen Spieler waren ſchon mehrmals in
ſüddeutſchen Repräſentativ=Mannſchaften aufgeſtellt. Die Spielſtärke
des „V. f. R. Mannheim” wird wohl am beſten dokumentiert durch die
Kritik in der letzten Nummer des ſüddeutſchen Verbandsorgans, des
„Kicker”, in dem es heißt: „Süddeutſchland hat zur Zeit keinen Sturm,
der ſich mit dem der Mannheimer Raſendſpieler meſſen kann.” Ferner
ſchreibt er noch: „Der junge Berk entzückte die Zuſchauer durch ſein
auf=
opferndes und vollendetes Spiel — Höger war brillant — Herberger iſt
der geborene Ballverteiler, ſein raffiniertes Spiel muß zu Erfolgen
füh=
ren — Meißner beſitzt ein glänzendes Talent.”
In ihrer jetzigen Aufſtellung ſtellt die Mannſchaft des „V. f. R.
Mannheim” zur Zeit beſtimmt eine der ſtärkſten Mannſchaften ganz
Deutſchlands dar, ihr Sturm iſt in ſeinem durchſchlagskräftigen,
raffi=
nierten Spiel fowohl dem derzeitigen Sturm eines 1. F. C. Nürnberg,
als auch dem der Sp=V. Fürth überlegen.
Allen Fußballanhängern iſt durch Beſuch dieſes Wettſpieles
Gelegen=
heit gegeben, ein Fußballſpiel in ſeiner Vollendung zu ſehen.
Vor dem Spiel der Ligamannſchaft treffen ſich die „Alten Herren”
des V. f. R. Mannheim und des Sportvereins Darmſtadt auf dem
Stadion.
D.
F. C. Union, Jugendabteilung.
Am kommenden Sonntag hat die Jugendabteilung für ihre
Mann=
ſchaften wiederum einige gute Gegner verpflichtet und ſpielen auf der
Rennbahn:
12 Jugend gegen 1. Jugend F. C. 08 Mannheim=Lindenhof;
1b Jugend gegen 1b Jugend Sp.K. Viktoria Griesheim;
22 Jugend gegen 1. Jugend Sp.V. Roßdorf in Roßdorf;
2b Jugend gegen 2. Jugend Sp.V. Roßdorf;
12 Schüler gegen 1. Schüler Sp.V. Kickers 16, Frankfurt;
1b Schüler gegen 1b Schüler Sp.V. Chattia=Wolfskehlen.
Die 12 Jugendmannſchaft ſpielt vor dem Spiel der 1. Mannſchaft
gegen die 1. Jugend des Mannheimer FKl. 08 Lindenhof und tritt in
folgender Aufſtellung an: Gaubatz; Maul II, Beck I; Engel, Kaucher,
Geſſer; Schäfer I, Karl, Maul III., Kunze, Hüther.
F. C. Cintracht Darmſtadt.
Nach vierzehntägiger Pauſe nehmen die A=Klaſſe=Verbandsſpiele
Anſeres Gaues am morgigen Sonntag ihren Fortgang. Eintrachts Erſte
muß nach Groß=Gerau zum dortigen Sportverein. Die Gerauer ſind
Neuling in der A=Klaſſe und haben bis heute auf eigenem Platz noch
keinen Punkt verloren. Zuletzt wurde Münſter, das vor 14 Tagen die
Hieſigen mit 3:0 überraſchend und hoch ſchlug, in Groß=Gerau hinein=
Ar nen.
gelegt. Wenn die Eintrachtler aus ihrer vorſonntäglichen Niederlage
nichts gelernt haben und nicht in Allem auf dem Damm ſind, werden ſie
diesmal weitere Verluſtpunkte einſtecken müſſen, denn man rechnet
all=
gemein damit, daß gerade der Neuling in der A=Meiſterſchaft gewichtig
mitſprechen wird. Die Eintracht kann, wenn ſie will, viele ihrer
Reſul=
tate in den letzten Spielen beweiſen dies.
Die zweite Garnitur Eintrachts empfängt vormittags 11 Uhr auf
dem Platz am Finanzamt des hieſigen Sportvereins 98 IIa Mannſchaft
ebenfalls zum fälligen Verbandsſpiel. Beide Gegner pflegen einen ſehr
gefälligen und fairen Fußball; beſonders die Sportvereinler haben durch
gute Reſultate in letzter Zeit gezeigt daß ſie zu ſpielen verſtehen. Es
wird alſo auch dabei recht unterhaltſamer Sport zu ſehen ſein. H—I.
Sp.Vgg. 04 Arheilgen — Verein für Raſenſpiele, Darmſtadt.
In einem entſcheidungsvollen Kampf ſtehen ſich am kommenden
Sonntag die Ligamannſchaften der Sp.Vgg. 04 Arheilgen und des
V. f. R. Darmſtadt in Arheilgen gegenüber. Man darf Arheilgen bei
den mangelhaften Schußleiſtungen des V. f. R.=Sturms etwas mehr
Ausſichten geben. Beide Mannſchaften haben ſchon oft miteinander um
den Sieg gerungen und ſich ſtets ſpannende Kämpfe geliefcat, die meiſt
einen knappen Ausgang nahmen. Das Können beider Mannſchaften und
die Fairneß, der ſie ſich bei ihren Begegnungen ſtets befleißigten, laſſen
ein intereſſantes Spiel erwarten. Mitglieder und Freunde des V. f. R.,
die die Ligamannſchaft zum Spiel nach Arheilgen begleiten wollen,
tref=
fen ſich um 1 Uhr an der Hochſchule.
Die Liggerſatzmannſchaft des V. f. R. ſpielt auf dem V. f. R.=Platz
gegen Arheilgen und die 3. Mannſchaft des V. f. R. in Arheilgen. An
Jugendſpielen finden folgende Treffen ſtatt: Die 1a Jugend empfängt
die ſpielſtarke 1. Jugend des V. f. R. Frankfurt; die 1b Jugend begibt
ſich zum V. f. L. Neu=Iſenburg und die 2b Jugend zum Sp.V.
Weiter=
ſtadt—Braunshardt, während die 23 Jugend hier Union Wixhauſen
empfängt. Auf dem Exerzierplatz ſtehen ſich vorm. die 1.
Schülermann=
ſchaften des V. f. L. Neu=Iſenburg und des V. f. R. gegenüber. E. W.
B=Klaſſe des Odenwaldgaues,
(Verſpätet eingegangen.)
Am letzten Sonntag konnten die Mannſchaftskämpfe im
Ringen der nördlichen Abteilung, und zwar der B=Klaſſe des
Odenwaldgaues, ihren Abſchluß finden. Unter Leitung des
neu=
gegründeten Sportvereins Siegfried”=Pfungſtadt wickelten ſich
die Kämpfe in flotter Weiſe ab. Hat es doch der Verein
ver=
ſtanden, den Teilnehmern an dieſen Kämpfen einen recht
an=
genehmen Empfang zu bereiten. Ein kurzer Umzug mit
Muſik=
begleitung durch die Hauptſtraßen des Ortes leitete die Kämpfe
ein. Hieran war zu erſehen, daß der junge Verein ſich ſofort die
Sympathien der Einwohnerſchaft erwarb. Die Kämpfe nahmen
unter Leitung des Unparteiiſchen einen guten und ſchnellen
Ver=
lauf, mit Ausnahme kleinerer Auswüchſe, die ja bei derartigen
Kämpfen nicht zu vermeiden ſind, zumal Vereine der Anſicht ſind,
daß andere Vereine ſich nicht beſſer entwickeln können, als ſie
ſelbſt. — Wider Erwarten ſetzte ſich Arheilgen an die Spitze,
zumal Altheim zugunſten Arheilgens auf den noch
nachzutragen=
den Kampf verzichtet, wodurch Arheilgen allein durch die
Ver=
zichtleiſtung 21 Punkte zugeſprochen erhält. Arheilgen hält
jedoch auch ohne dieſe 21 Punkte die Spitze der Tabelle ein.
Ergebniſſe der nördlichen Abteilung:
Zereine
Arheilgen ..
Dieburg ."
Am Sonntag, den 16. d. M., finden zu Nieder=
Ram=
ſtadt die Schlußkämpfe der öſtlichen Abteilung
ſtatt. Auch hier dürften ſpannende Kämpfe zu erwarten ſein,
zu=
mal die drei führenden Vereine alles daran ſetzen werden, ſich
die erſte Stelle in der Tabelle zu ſichern. Der Beginn der Kämpfe
iſt auf 3 Uhr feſtgeſetzt und wollen die Teiknehmer ſpäteſtens
2,30 Uhr anweſend ſein.
Turnen.
9. Kreis (Mittelrhein) der D. T.
Turner, auf zum Streite — zum Kunſtwettſtreite! Mittelrheiner,
die D.T. will ſich ein Haus bauen, des Haus der Deutſchen Turnerſchaft,
Sechzehn verſchiedene Prſtkarten, liebe Turnerlieder darſtellend, werden
hierzu verkauft. Auch wir wollen alle helfen. Jeder Mittelrheiner,
Turner wie Turnerin, kaufe die 16 Poſtkarten für 1,60 Mk. und ſende
mir — jetzt kommt der Wettſtreit — die Karte, die ihm hinſichtlich der
Bildwirkung und der rechten Darſtellung des betr. Liedes am beſten
gefällt. Urteilt alle ſelbſtändig und verratet euer Urteil keinem,
der nochnicht eingeſandt hat. Auf der Karte teilt mir auch die
Reihen=
folge der anderen 15 Karten nach euerem Kunſtermeſſen mit. Das
Er=
gebnis des Wettſtreits teile ich ſpäter in unſerer Kreis=Turnzeitung mit.
Bezieht die Karten durch den Jugendwart der D.T. Ed. Neuendorff
in Mülheim a. d. Ruhr, Kaiſerſtraße 66. Dann helfen wir auch och die
Jugendburg der D.T. bauen. Handelt ſchnell als echte Mittelrheiner!
Vereine, beſtellt ſofort! Es wartet mit Sehnſucht euer Kreiswart für
Geiſtesturnen, Profeſſor Gg. Bender in Frankfurt a. M.,
Wolfgang=
ſtraße 84. Geiſtesturnwarte, Jugend= und Preſſewarte der Vereine des
Main=Rheingaues, helft mit durch eure bekannte Rührigkeit! H.M.
Durch Bergſtraße und Odenwald.
Zu dieſer am kommenden Sonntag, den 23. ds, Mts., zur
Durch=
führung gelangenden Zuverläfſigkeitsfahrt liegen nunmehr nähere
An=
gaben vor. Der Start; befindet ſich an der Rennbahn, Heidelberger
Straße. Die Strecke, welche zum Teil ſehr große Steigungen aufweiſt
führt über Eberſtadt durch das Mühltal über Nieder=Beerbach, den
See=
heimer Stieg hinunter nach Seeheim, weiter teils auf der alten, teils
auf der neuen Vergſtraße nach Bensheim. Von dort gehts in den
Oden=
wald, Richtung Lindenfels bis Gadernheim. Gadernheim iſt der vom
Ausgang abgelegenſte Punkt der Strecke. Daſelbſt iſt auch der
ſchwie=
rigſte Teil, insbeſondere die größten Steigungen, überwunden. Weiter
gehts bergab über Hoxhohl, Ernſthofen, Ober=Modau, Nieder=Modau
nach Ober=Ramſtadt über den „Roßdörfer Buckel”, nach Noßdorf. Dann
kommt die ſchöne flache Strecke Gundernhauſen—Dieburg, von hier aus
auf dem ſchnellſten Weg nach Haus, über den „Meenzev Buckel” zum
Ziel Oberwaldhaus. Die Strecke iſt alſo für eine Zuverläſſigkeitsfahrt
wie geſchaffen. Trotz der vorgeſchriebenen niedrigen Geſchwindigkeiten
zwiſchen 24—36 Kilometer wird ſie manchem Fahrer eine Nuß zu knachen
geben. Insbeſondere Fahrern von Fahrzeugen, deren Betriebsſicherheit
zu wünſchen übrig läßt, werden bei dieſer Gelegenheit erkennen können,
was eine Durchſchnittsgeſchwindigkeit von nur 30 Kilometer bedeutet.
Vielleicht findet ſich auch unter den bisher Unwiſſenden der eine oder
andere, dem ſeither die in Städten und Ortſchafden vorgeſchriebene
Ge=
ſchwindigkeit zu niedrig war, veranlaßt, dieſe Geſchwindigkeit in Zukunft
als vollſtändig ausreichend anzuerkennen. Die Fahrt wird ſicher auch in
dieſer Beziehung ihr Gutes zeitigen.
Bmmmmm
Darmstädter Sportfreunde!
November, ist das
Ab Mont=
AUS DEMR
Er
Darmstadt frühzeit
Aus der Montagsausgabe: V. f. R.
am Böllenfalltor
Erhältl. / A. Skurnik, Grafenstr. u. Bahnhofsbuchhandlg.
Sportliche Veranſitaltungen während der
Darmſiädter Wochen.
In der am 12. November in Gemeinſchaft mit den Turn= und
Sport=
treibenden Körperſchaften im Stadthaus abgehaltenen Sitzung über
Ab=
haltung von Wettkämpfen und ſportlichen Veranſtaltungen während der
in 1925 feſtgelegten Darmſtädter Wochen wurden folgende Beſchlüſſe
gefaßt:
Mitte Mai: Radrennen rund um die Ludwigshöhe, veranſtaltet
vom Velocipedclub Darmſtadt.
Ende Mai: Stadtſtaffellauf, veranſtaltet von ſämtlichen
Turn= und Sportvereinen Darmſtadts.
Anfang Juni: Tennisturniere, veranſtaltet vom Darmſtädter
Tennisklub.
Mitte Juni: Deutſches Bundesfechten, veranſtaltet vom
Darmſtädter Fechtklub.
Ende Juni: Deutſches Meiſterſchaftsſchießen,
veran=
ſtaltet vom Kartell der Schützenvereine.
Anfang Juli: Gemiſchte Staffel, veranſtaltet von ſämtlichen
Darmſtädter Vereinen; anſchließend Sommernachtsfeſt am Großen
Woog, vom Amt für Leibesübungen.
Mitte Juli: Schulvorführungen und Tagung der Turnlehrer
mit Vorträgen hervorragender Männer auf dem Gebiete der
Leibes=
übungen, veranſtaltet vom Heſſiſchen Lehrerturnverein.
Ende Juli: Internationale Schwimmwettkämpfe der
freien Waſſerſportvereine.
Anfang Auguſt: Jugend=Sportwettkämpfe, veranſtaltet
vom Sportverein 98.
Mitte Auguſt: Nationales Sportfeſt der Hochſchule,
veran=
ſtaltet vom Amt für Leibesübungen, Hochſchule,
Anfang September: Sternlauf der Turner des Main=Rhein=
Gaues Deutſcher Turner nach Darmſtadt.
Mitte September: Polizei=Sportfeſt verbunden mit
Reit=
kämpfen und Fahrturnieren, veranſtaltet vom Heſſiſchen Polizei=
Sportverein.
Ende September: Straßenrennen, veranſtaltet vom
Velociped=
club Darmſtadt.
Anfang Oktober: Städtewettkampf der Turnbereine
Frank=
furt-Mannheim—Darmſtadt; internationale
Schwimm=
wettkämpfe, veranſtaltet vom Schwimmklub Jungdeutſchland.
Für die Vorbereitung und Durchführung dieſer Veranſtaltungen
wurden Unterausſchüſſe gebildet, die in nächſter Zeit zuſammentreten.
Es wurden bezüglich der Darmſtädter Wochen noch folgende Anregungen
gegeben: Die Stadtverwaltung möge zu allen Veranſtaltungen eine
kunſt=
volle Einheitsplakette als Preiſe herausgeben; ferner, während der Zeit
eine Künſtlerpoſtkarte mit den Programmen in Verkehr bringen; des
weiteren einen offiziellen Briefpoſtſtempel bei der Poſtverwaltung
bean=
tragen. Seitens des Vertreters der Höchſchule wird noch angeregt,
Frei=
ballonfahrten hier ſtattfinden zu laſſen.
Berliner Reit= und Fahrturnier.
Der Wettkampf der ländlichen Reitervereine, der
den erſten Tagen des Turniers den Stempel aufdrückte, zeigte ſo
aus=
geglichenes Pferdematerial und ſo gute Veranlagung der jungen Reiter,
daß das Richterkollegium 7 von den 19 Vereinen nochmals zur Prüfung
antreten ließ. Schließlich errangen in der engeren Wahl der
Reiter=
verein Kehdingen (Hannover) den erſten, der Reiterverein der
Stadt Danzig den zweiten, der Reiterverein Segeberg (Schleswig=
Hol=
ſtein) den dritten und der Reiterderein Uthmöden (Brgunſchweig) den
vierten Preis. — Auch am Dienstag abend war in den acht
Jagd=
ſpringen nur das mäßigere Material unter ſich. Pferde, die noch
nicht geſiegt hatten. Verſchiedene Leiſtungen riſſen das Publikum zu
lautem Beifall hin, beſonders, wenn nach fehlerloſem Springen eine
gute Zeit herausgeholt wurde. Sehr ſcharf ging es in den beiden letzten
Konkurrenzen zu. In der 7. Abteilung legt: Lt. Momm auf Symphonie
die glänzende Zeit von 49 Sekunden vor, die jedoch von Hptm. Martins
auf Laufball noch um eine Sekunde gedrückt werden konnte. In der
8, Abteilung gelang es dann Prinz Kraft=Hohenlohe auf Johny mit 47,3
Sekunden, die beſte Zeit aller Teilnehmer herauszuholen.
Die Ergebniſſe: Jagdſpringen, Abteilung I: 1. Ritrm.
Neu=
manns Apache (Beſ.), 2. Lucullus (H. Kreißig), 3. Bahnfrei (
Ober=
wachtm. Freiſe), 4. Artur (v. Waldenfels), Tot. 125; Pl. 22, 54, 35, 27.
18 Teilnehmer. — Abteilung II: 1. Frhr. v. Lüdinghauſens Siegfried
(Hptm. Martins), 2. Walküre (Lt. Hamann), 3. Maikatze (Lt. Wimmer),
4. Sohns Rotbart (Staeck). Tot. 27; Pl. 13, 22, 13, 24. 17 Teilnehmer.
— Abteilung III: 1. Lt. v. Deutſchs Aſra (Beſ.), 2. Sportgeſell (Frhr.
von Lüttwitz), 3, Ikarus (H. Kreißig), 4. Meſta (Hartke). Tot. 22;
Pl. 21, 35, 28, 28. 13 Teilnehmer. — Abteilung IV: 1. Hptm.
Kam=
mannsAdmiral (Lt. Wimmer), 2. Prinz de Wet (Hartke), 3. Thetis
(Hptm. Martins), 4. Kobold (Voltz), Tot. 84; Pl. 36, 59, 23, 80. 14
Teilnehmer. — Abteilung. V: 1. Lt. Baldamus' Ulfilas II (Beſ.), 2.
Ulti=
mus II (Lt. v. Deutſch), 3. Page (Hartke), 4. Jacob (Hillenberg), Tot.
93; Pl. 24, 13, 19 19. 12 Teilnehmer. — Abteilung VI: 1. Graf Th.
Medems Jumbo (R. Treeck), 2. Orkan (Lt. Nolenkranz), 3. Saul (U.. Hartmann), 4. Othello (Prinz Hohenlohe). Tot. 31; Pl. 20, 51,
31, 57. 20 Teilnehmer. — Abteilung III: 1. Frhr. v. Lüidinghauſens
Laufball (Hptm. Martins), 2. Symphonie (Lt. Momm), 3. Harro (
Sh=
dow), 4. Annita (Lt. v. Griesheim). Tot. 48; Pl. 19, 17, 29, 54. 16
Teilnehmer. — Abteilung VIII: 1. Prinz Hobenlohes Johny (Beſitzer),
2. Donnerkeil (Rittm. Deßloch), 3. Blaubart (Oberlt. v. Hülſen), 4. Nache
(Wachtm. Hoppe). Tct. 64; Pl. 21, 44, 57, 57. 16 Teilnehmer.
Die Gewinnſummen unſerer Flachrennſtälle.
Das Inflationsjahr 1923 mit allen ſeinen Schreckniſſen hat einer Saiſon
Platz gemacht, die den Ställen wieder reelle Gewinnmöglichkeiten bot. Es
waren keine Zahlen von unermeßlichem Wert, die zur Auszahlung
ge=
langten, ſondern Preiſe, die Züchtern und Beſitzern ein Diſponieren für
die Zukunft erlaubten. Man kann getroſt behaupten, daß das diesjäürige
Nennjahr ſich an die Verhältniſſe vor zehn Jahren dicht anlehnte, wenn
auch die Rennpreiſe damals durchwegs höher im Werte ſtanden. Die
Herren A. und C. v. Weinberg haben die ſchon in den letzten vier
Jahren innegehabte führende Poſition auch diesmal ſehr nachdrücklich
Ee=
haupket, wenn ihnen auch in einigen der klaſſiſchen Prüfungen des
Jah=
res der Erfolg verſagt blieb. Augias, Ganelon und Oſtrea waren ihre
Hauptverdiener. Von den 27 Vertretern der blau=weißen Farben
wur=
den ebenſo wie im Vorjahre 56 Rennen gewonnen. Die Geſamtſumme
der Gewinne beträgt 509 485 Mk. und 6 Ehrenpreiſe. An zweiter Stelle
folgt das Geſtüt Weil mit 4 Ehrenpreiſen und 264 790 Mk., an
wel=
cher Summe 21 Pferde Anteil haben. In 47 Rennen leuchteten die
Far=
ben der württembergiſchen Zuchtſtätte in Front, die durch Hornbsri zu
den meiſten Erfolgen kam. Der Schlenderhaner Züchter Frhr. S. A.
v. Oppenheim hat in dieſem Jahre viel Pech gehabt, da der
Derby=
erack Monfalcone, dann auch Revolutionär und der kürzlich getötete
Damenweg den größten Teil der Saiſon pauſieren mußten. Immerhin
konnten die Oppenheimſchen Pferde 45 Nennen gewinnen. 5
Ehren=
preiſe und 250 405 Mk. waren die finanzielle Ausbeute des Jahres. An
vierter Stelle folgt das Geſtüt Starpel mit 3 Ehrenpreiſen und
186 950 Mk., das in dem ausrangierten Weiler Fundin ein Pferd guter
Mk. im Weſten des Reiches am erfolgreichſten. Freigeiſt gewann in
ihren Farben allein 12 Rennen. Die Vertreter des Stalles Halma,
die ſich faſt durchwegs aus ausrangierten Weinbergern zuſammenſetzen,
brachten ihrem paſſionierten Beſitzer 154 670 Mk, ein. Merklich in den
Hintergrund gerückt iſt der Stall L. u. W. Sklarek mit einer
Gewinn=
ſumme von 142 310 Mk. Auch der Stall Lewin hat ſeine gute
Po=
ſition aus den Vorjahren nicht behaupten können, da er kein Pferd
ex=
ceptionell guter Klaſſe im Stalle hatte, 21 Pferde haben dem Breslauer
Nennmann 133 110 Mk. eingebracht. Erſt an zehnter Stelle folgt das
Hauptgeſtüt Altefeld mit 4 Ehrenpreiſen und 126 900 Mk. Mit
dem guten zur Verfügung ſtehenden Material wird der neue Trainer
N. Utting im nächſten Jahre wahrſcheinlich mehr erreichen. Die Träger
der ſchwarz=weißen Streifen brachten 30 Rennen heim, aber ſaſt nur in
kleineren Kouknrrenzen. Am meiſten bemerkbar hat ſich Gralsritter
ge=
macht. Mit einer Gewinnſumme von 126 165 Mk. folgt der Stall H. v.
Opel, deſſen Inſaſſen ihren Hafer zumeiſt in der Provinz verdienten,
dicht auf. Durch das glänzende Abſchneiden von Barde hat es noch der
Nennmann O. Backe auf eine Summe von über 100 000 Mk., genau
101 750 Mk., gebracht. Bis zu 50 000 Mk. gewannen weiterhin folgende
17 Nennſtälle: W. Hemſeth 98 885 Mk., Edm. Schmidt 90 710 Mk., Geſtüt
Pünsdorf (Hampelmann) 90 225 Mk., S. Weinberg 88 680 Mk., Geſtüt
Mydlinghoven 86 025 Mk., F. Teſio 84700 Mk., A. v. Negelein (
Pik=
dame) 84 045 Mk., A. Stierheim (Anmarſch) 82900 Mk., E. Stratmann
82 245 Mk., Stall L. Kohls 71 560 Mk., L. Röller (Pan Nobert) 66 520
Mk., Collin 63985 Mk., Graf Seidlitz=Sandreczki 60 660 Mk., M.
Nuſſe=
now (Falfum) 59 995 Mk., M. Schö
56 535 Mf., Lt. M.
Gerteis 54 365 Mk., K.
eüſtein 73
Nummer 318.
Seite 12.
Samstag, den 15. November 1924.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
22. Sonntag nach Trinitatis, den 16. November 1924.
Stadtkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Dekanatsmiſ=
ſivnsfeſt. Pfarrer Dipper=Baſel, Direktor der Baſler
Miſſionsgeſell=
ſchaft. (Kollekte für die Miſſion.) — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Heß
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr
nachmittags zu ſ. iller Andacht geöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle: Vorm. 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer
Kleber=
ger. — Um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt Pfarraſſiſtent Müller. —
Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel. — Abends 5 Uhr:
Abendgpttesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Schloßkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarcer
Zimmer=
mann. — Um 11½ Uhr: Kindergottesoienſt. Pfarrer Zimmermann
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer
Zimmer=
mann.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17): Sonntag, den 16. Nov abends 8 Uhr:
Miſſonsverſammlung, mit Anſprachen von Prälat D. Dr. Diehl und
Miſſionsdirektor Dipper aus Baſel. — Montag, den 17. Nov., nachm.
3 Uhr: Frauenkonferenz des Heſſiſchen Landesverbandes evang.
kich=
licher Frauenvereine. Vortrag von Pfarrer Berck=Roßdorf über:
„Welche Aufgaben ſtellt das Vordringen des Katholizismus unſeren
Fruuen?” — Dienstag, den 18. Nov; abends 8½ Uhr:
Monatsver=
ſammlung des Frauenvereins der Kaplaneigemeinde — Mittwoch,
den 19. Nov., abends 6 Uhr: Bibel unde (Lied 478). Pfarrer Vogel
— Donnerstag, den 20. Nov., abends 8 Uhr: Frauenverein der
Refor=
mationsgemeinde. Familienabend. — Freitao, den 21. Nov; abends
8½ Uhr: Gemeindeverein der Markusgemeinde. Vortrag von Lehrer
Helmreich: „Chriſtusreligion und Religionsunterricht”.
Martinskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Jahresfeſt des
Chriſtl. Vereins Junger Männer „Wartvurg”. Landesjugendpfarrer
Zentgraf. — Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Oſtbezuk.
Pfarrer Beringer. — Abends 6 Uhr: Predigtgottesdienſt.
Pfarr=
aſſiſtent Reinhardt. — Mittwoch, den 19. Nov, abends 8 Uhr im
Martinsſtiſt: Bibelſtunde 65 Gebot). Pfarraſſiſtent Müller.
Johanneskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdieuſt Pfarrer
Wagner. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt — Nachm. 5 Uhr:
Lutherfilm in der Kirche für Kinder. Eintritt 25 Pfg. Abends 8 Uhr
für Erwachſene. Eintritt 55 Pfg. — Mittwoch, den 19. Nov., abends
8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer Marx.
Beſſunger Kirche (Betrusgemeinde): Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier. — Um 11½ Uhr:
Kundergottes=
dienſt. Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier. — Abends 6 Uhr:
Abend=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Clotz. — Montag, den 17. Nov., abends
8 Uhr im Gemeindehaus: Vorführung des Lu herfilms.
Pauluskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Wolf. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Wolf.
Häusliche Pflege von kranken Männern (Aushilfe am Tage und
Nachtwachen) übernehmen die Brüder (Diakonen) der „
annertranken=
pflege=Station im Evang. Männerheim, Forſtmeiſterſtr. 9.
Fern=
ſpreiher 2883.
Stiftskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel
— Um11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Evang. Sonntagsverein
Chriſtl. Verein junger Mäd ”en). Sonntag nachm. 4—7 Uhr:
Vereins=
ſtunden. — Donnerstag, den 20. Nov., abends 8 Uhr: Betſtunde.
Lntheriſcher Gottesdienſt. (Selbſtändige evang eluth. Kirche.)
Am 22. Sonntag nach Trinitatis, den 16. Nov., vorm. 10 Uhr, im „
Feier=
abend”, Stiftſtraße 51. Pfarrer Müller.
Stadtmiſſion Mühlſtraße 241: Sonntag. vorm 7 Uhr: Hofmiſſion.
— Um 9 Uhr: Gebetsſtunde. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt —
Nachm. 2½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Fünglinge. — Um 3½ Uhr:
Miſſionsvortrag (Miſſionsdirektor Dipper). — Um 4½ Uhr:
Bibel=
beſprechſtunde für Jungfrauen — Abends 8½, Uhr: Evangeliſation. —
Montag, abends 8½ Uhr: Bibelbeſpret ſtunde für Männer —
Diens=
tag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für Jünglinge und Gebetsſtunde
für Junafrauen. — Mittwoch, nachm. 4 Uhr: Kinderbund für Knaben
und Mädchen. — Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (Pfarrer
Schäfer). — Freitag, abends 8½ Uhr: Blaukreuz Bibelſtunde —
Abends 8½ Uhr: Bibelſtunde in der Stadtmädsbenſchule (
Beſſunger=
ſtraße). — Samstag, abends 8 Uhr: Voſ unenchor. —
Jugend=
bund für E. C., Mühlſtraße 24: Sonntag, vorm. 7 Uhr: Weiheſtunde
— Um 9 Uhr: Wei kreuzſtunde für Jünglinge — Nachm. 4½ Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für Jungfrauen. — Dienstag, abends 8½ Uhr:
Bibelſtunde. — Mttwoch, abends 8½ Uhr: Freundeskreis Bibeiſtunde.
— Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für Jünglinge. —
Sams=
tag, abends 8 Uhr: Orcheſter.
Ehriſtlicher Verein junger Männer Tarmſtadt, E. V.,
Alexander=
ſtraße 22 (Infanrerie Kaſerne, 1. Hof links): Sonntug, den 18. Nov.,
vorm. 8½ Uhr: We ßkreuzſtunde. — Teilnahme am Jahresfeſt des
C V.FM. Wartburg; um 10 Uhr: Feſtgottesd enſt in der Martinskirche
(Landesjugendpfarrer Zentgraf. — Abends 18 Uhr: Abendfeier
im Gemeindehaus der Martinskirche (Moller raße . — Dienstag, abends
8½ Uhr: Bibelſtunde der Haupt= und Jugendabteilung. —
Donners=
tag, abends ½½ Uhr: Bibelſtunde im Familienkreiſe. — Samstag,
abends 8½= Uhr: Wochenſchluß.
Bartburgverein Darmſtadt (C. B. J. M.). Vereinslokal:
Ge=
meindehaus der Martinsgemeinde, Liebfrauenſtr. 6 (Mollerſtr. 23).
Sonntag, vormittags 10 Uhr: Jahresfeſtgottesdienſt in der
Martins=
kirche. Feſtprediger: Landesjugendpfurrer Zentraf, Poſaunenchöre
wirken im Gottesdienſt mit. — Um 11½ Uhr: Platzmuſik der
Boſaunen=
chöre auf dem Riegerplatz — Abends 8½ Uhr: Nachfeier mit Anſprackſe
von Landesjugendpfarrer Zentgraf u a. — Im übrigen beteiligen
ſich die Wartburger an den Wochenveranſtaltungen des C. V. J. M.,
Alexanderſtr. (Inf.=Kaſerne).
Chriſtlicher Jugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtr. 26, I.):
Mon=
tag, abends 8½ Uhr: Gebetsgemeinſchaft. — Dienstag, abends 8½ Uhr:
Spielabend. — Mittwoch, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für Eltern und
Angehörige (Offenb Joh ). — Donnerstig, abends 8½ Uhr:
Bibel=
ſtunde für junge Männer. — Freitag, abends 7 Uhr: Turnen (
Müller=
ſchule). — Samstag, abends 8½ Uhr: Poſaunenſtunde.
Katholiſche Gemeinden.
Sonntag, den 16. November 1924.
St. Lndwigskirche: Samstag, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenhet.
Sonntag, vorm. ½6 Uhr: Beichtgelegenheit — Um 6 Uhr: Erſte
heil. Meſſe. — Um 7 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt. — Um 8 Uhr=
Singmeſſe mit Predigt — Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. —
Um 11 Uhr: Singmeſſe mit Predigt. — Nachm. ½3 Uhr: Chriſtenlehre
und ſakramentale Bruderſchaftsandacht.
Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Sonntag, vorm. „7 Uhr:
Heil. Meſſe. — Nachm. 18 Uhr: Verſammlung der Jugendabteilung
der Jungfrauen=Konzregation — Um 5 Uhr: Verſammlung des dritten
Ordens vom heil. Franziskus. — Um 6 Uhr: Roſenkranzandacht.
Kapelle in der Waldſtraße: Sonnrag, vorm. 7 Uhr: Heu. Meſſe.
Kapelle in Nieder=Ramſtadt: Sonntag, vorm. ½10 Uhr:
Hoch=
amt mit Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Samstag, nachm. um 9 Uhr und abends
8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenhett zur heil. Beichte. —
um ½7 Uhr: Frühmeſſe. — Um z Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt und
Generalkommunion der Jungfrauen. — Um 9½ Uhr Hochamt mit
Predigt. — Nachm. 2 Uhr: Andacht mit ſakramentaler Prozeſſion,
Vortrag der Jungfrauen=Sodalität.
St. Martinskapelle am Herdweg: Samstag, nachm von 5—7 Uhr
und abends von 8—t½ Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag: Feſt unſeres Kirchenpitrons, des heil Martinus. Vorm.
6½ Uhr: Beichte. — Um 7½4 Uhr: Heil. Meſſe. — Um 734 Uhr:
Pre=
digt. — Um 8½ Uhr: Heil Meſſe mit ſakramentaliſcher
Bruderſchafts=
andacht. — Um 9½ Uhr: Feſtamt und Predigt zu Ehren des
Kurchen=
patrous des heil Martinus. Unſer Kirchenchor wird dabei ſingen. —
Nachm. 2½ Uhr: Feierliche Veſper.
St. Fideligkirche: An allen Sonn= und Feiertagen morg. 8 Uhri
heil. Meſſe und Predigt in der Kapelle der Engliſchen Fräulein in der
Waldſtraße.
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, nachm. 5 Uhr, und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm. ¼6 Uhr: Beichtgelegenheit. — Um ½7 Uhr:
Früh=
meſſe — Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt — Nachm. 142 Uhr=
Chriſtenlehre. — Um 2 Uhr: Andacht.
Provinzial=Pflegeanſtalt bei Eberſtadt: Montag, morg. ½8 Uhr:
Heil. Meſſe und Predigt.
Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vorm. 7 Uhr:
Beichtgelegen=
heit. — Um 71a Uhr: Hochamt und Predigt.
Sonftige Gei einſchaften.
Ehriſtliche Verſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 18. Noo.;
vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 4½ Uhr:
Verkündi=
gung des Wortes Gottes. — Mittwoch, den 19. Nov., abends 8½ Uhr=
Gebetsſtunde. — Freitag, den 21. Nob., abends 8½ Uhr: Bibelſtunde.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag, den
18. Nov., nachm. 2 Uhr: Sonntagsſhule. — Abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
— Donnerstag, den 20. Nob., abends 8½ Uhr: Bibelſtunde. Prediger
Erhardt.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40): Sonntag;
den 18. Nov , vorm 1410 Uhr: Heiligungsſtunde — Abends 8 Uhr:
Evangeliſation. — Dienstag, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. — Freitag;
abends 8 Uhr: Gebetsſtunde.
Gemeinde der Siebententags=Adventiſten, Mauerſtr. 5, I.:
Frei=
tag, abends 8 Uhr und Samstags, vorm. 110 Uhr: Oeffentl.
Gottes=
dienſt. — Sonntag, abends 8 Uhr: Religiöſer Vortrag.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr 17.
Sonntag, den 16. Nov., vorm 10 Uhr: Bibelſtunde. — Um 11 Uhrt
Sonntagsſchule. — Nachm. 4 Uhr: Preoigt. — Donnerstag, den 20. Nov.,
abends 8½ Uhr: Gebeisſtunde. Jedermann iſt herzlich willkommen.
Kirche Jeſu Chriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtadt
Nieder=Ramſtädterſtr. 13); Sonntag, den 18. Nov., vorm. 10½ Uhri
Sonntagsſchule — Abends 71 Uhr: Gottesdienſt. — Mittwoch, den
19. Nov., abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann willkommen.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3: Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Heilt=
gungs=Verſammlung. — Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. — Abends
8 Uhr: Eine beſondere Verſammlung.
Methodiſtengemeinde (Frankfurterſtr. 3): Sonntag, den 16. Nov,
vorm. 10 Uhr: Predigt. — Um 11 Uhr: Sonntagsſchule.
Baean gagten die ſie ſo bei vee Pice?
Warum reiben Sie die Wäſche ſo und ſchädigen ſie dadurch? Warum kochen Sie die Wäſche ſo lange, womöglich gar zweimal, und verſchwenden dabei Arbeit, Zeit
und Feuerungsmaterial? Das alles haben Sie heute garnicht mehr nötig, wenn Sie das organiſche Wäſche Einweichmittel „Burnus” (D. R. p.) benutzen. Die
überraſchende Wirkung der bekannten kleinen Patrone Burnus beruht auf dem Gehalt an Enzymen der Pankreasdrüſe, welchhe die wundervolle Eigerſchaft haben, den
Schmutz von der Wäſche ſelbſitätig abzulöſen, ohne die Wäſchefaſer auch nur im geringſten anzugreifen, denn
irgendwelche ſchädlichen Stoffe, wie Chlor, Gouerſtoff, Waſſerglas uſw. enthält Burnus nicht. Sie haben gur nötig,
die Wäſche einige Stunden — am einfachſien über Nacht — in lauwarmem, evtl. kaltem Waſſer, dem Burnus
zugeſetzt iſt. einzuweichen, und der größte Teil des Schmutzes wird ſelbſitätig loegelöſt und geht in das Waſſer
über was an deſſen ſchmutziger Farbe deutlich zu erkennen iſt. Die Erfindung des Burnus bedeutet eine
pel=
ſtändige Amwälzung im Waſchverfahren, indem das Hauptgewicht auf das Einweichen gelegt wird, während das
eigentliche Waſchen nur noch eine Art kurzer Nachbehandlung darſiellt. Weitere Aufklärungen über Burnus und
ſeine Wirlung auf Wunſch durch die Fattinger Werke A.G., Berlin NW 7. Burnus iſt in einſchlägigen Geſchuſten
zu haben. Machen Sie ſofort einen Verſuch mit
*hre am Sonntag, 16. Nov.
J 1924, nachm. 3 Uhr, in der
Stadtkapelle ſtattfindende
Trau=
ung beehren ſich anzuzeigen
Eliſabeth Pabſt
Karl Beutel
Dieburgerſtraße 19.
(BRRRA
Richard Adler
Irma Adler
geb. Ehrlich
Vermählte
Darmſtadt
Mosbach
Viſtoriaſſr. 64
Trauung: Sonntag, 16. Nob., 12 Uhr
Heidelberg, Hotel „Goldenes Roß”.
GRäa0
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme bei dem uns ſo
ſchwer betroffenen Verluſte unſeres
unvergeßlichen ſo früh Entſchlafenen
ſagen wir innigſten Dank.
Be=
ſonders für die Blumenſpenden,
ſeinen Mitarbeitern vom Städt
Gas=
werk und Verband, ſowie Allen,
die ihm die letzte Ehre erwieſen.
Im Namen der
trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Meulemann Wwe.
geb Uhrig.
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15. November 1924
Aus dem Wirtſchaftsleben Sowjet=Rußlands.
B.R. In der wirtſchaftlichen Entwicklung Sowjetrußlands iſt
in den letzten Monaten ein empfindlicher Rückſchlag eingetreten,
der in erſter Linie darauf zurückzuführen iſt, daß infolge des
ge=
ringen Ernteerträgniſſes die Kaufkraft der Landwirtſchaft ſich
beträchtlich vermindert hat. Weiter wird die wirtſchaftliche
Kon=
ſolidierung, zu der zweifellos Anſätze vorhanden ſind, durch
Kapitalmangel und Kreditnot beeinträchtigt. Das Scheitern der
engliſch=ruſſiſchen Anleiheverhandlungen hat in den Kreiſen der
Privatwirtſchaft daher eine herbe Enttäuſchung hervorgerufen.
Die Sowjetpreſſe behauptet zwar, daß der ruſſiſchen Wirtſchaft
als Erſatz für die engliſche Anleihe in Kürze private engliſche und
amerikaniſche Kredite zufließen würden; dieſe
Kreditankündigun=
gen werden jedoch allgemein ſkeptiſch aufgenommen.
Die Textilinduſtrie arbeitet befriedigend. Die
Baumwoll=
fabrikation hat im letzten Wirtſchaftsjahr etwas zugenommen,
dagegen iſt die Wollwaren= und Leinenerzeugung wieder
zurück=
gegangen. Der ſtaaliche Wolltruſt hat in dieſem Jahr ungünſtig
abgeſchnitten, der Betriebsverluſt beziffert ſich auf 21,5 Millionen
Goldrubel. Die Flachsausfuhr hat ſich ausſichtsvoll entwickelt,
ſie wird für das am 31. Oktober abgelaufene Jahr auf rund
3 Millionen Pud geſchätzt.
Die Zuckererzeugung Sowjetrußlands in 1924/25 wird
amt=
lich auf 27 Millionen Pud gegen 21,4 Millionen Pud im
Vor=
jahr geſchätzt. Sie bleibt jedoch erheblich hinter dem für den
Kon=
ſum erforderlichen Bedarf zurück, ſo daß noch 3000 Waggons
Zucker aus dem Ausland eingeführt werden müſſen.
Aus den jetzt vorliegenden endgültigen Ziffern über die
Erd=
ölgewinnung Sowjetrußlands während des am 30. September
abgelaufenen Betriebsjahres ergibt ſich, daß ſich die
Produktions=
ſteigerung gegenüber dem Vorjahr auf 48 Millionen Pud
bezif=
fert. In Baku wurden 257,7, in Grosny 99,4 und in Emba 7,5
Millionen Pud Erdöl gewonnen.
Im abgelaufenen Fiskaljahr wurden die Ausgaben der
Eiſenbahnen durch die Einnahmen, die ſich auf 780 Millionen
Goldrubel beliefen, gedeckt, ſo daß die ruſſiſchen Bahnen jetzt
ohne Verluſt arbeiten.
Die auf Erweiterung der ſtaatlichen Handelsſchiffahrt
abzie=
lenden Beſtrebungen ſind zwar von ihrer Verwirklichung noch
weit entfernt, aber keineswegs aufgegeben. Gegenwärtig
ſchwe=
ben Verhandlungen mit der ſchwediſchen Goetax Company wegen
des Baus von vier Motorſchiffen von je 7000 bis 10 000 Brutto=
Regiſtertonnen.
Von der Wiederaufnahme der diplomatiſchen Beziehungen
zu Frankreich verſprechen ſich die Sowjetbehörden einen regen
Güteraustauſch zwiſchen den beiden Ländern. Die Moskauer
Regierung beabſichtigt, einer Handelsdelegation nach dem Muſter
der in Berlin eingerichteten Organiſation die Vertretung der
wirtſchaftlichen Intereſſen Rußlands in Frankreich zu übertragen.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
— Abbau der Deviſengeſetzgebung. Die Reichsbank
gibt bekannt, daß zugleich mit dem durch den Erlaß der neuen
Deviſen=
verordnung erfolgten Abbau der Deviſengeſetzgebung auch die
getrof=
fenen beſonderen Anordnungen, die der Deviſenhamſterei entgegenwirken
ſollten, d. h. die Beſtimmungen über die Meldepflicht, aufgehoben
wer=
den, nachdem die Bardeckungsvorſchriften bereits durch Fortfall der
Deviſenrepartierungen gegenſtandslos wurden.
Banken.
— Darmſtädter und Nationalbank.
Kommanditgeſell=
ſchaft auf Aktien. Der Aufſichtsrat genehmigte in ſeiner heutigen
Sitz=
ung die Vorſchläge der Geſchäftsinhaber für die Aufſtellung der
Gold=
mark=Eröffnungs=Bilanz für den 1. Januar 1924. Danach wird das
Aktienkapital der Bauk auf Goldmark 60 000 000 umgeſtellt und ein
or=
dentlicher Reſervefonds von Goldmark 40 000 000 gebildet, ſo daß
Aktienkapital und Reſerven der Bank Goldmark 100 000 000 betragen.
Außerdem wird dem wieder aufzubauenden Penſionsfonds ſür die
Be=
amten Goldmark 1000 000 zugeführt.
— Wochenüberſicht der Reichsbank vom 7. Nov.
Aktiva: 1. Noch nicht begebene Reichsbankanteile Reichsmark
210 000 000, unverändert; 2. Goldbeſtand (Barrengold) ſowie in= und
ausländiſche Goldmünzen, das Pfund fein zu 1392 Reichsmark
berech=
net 694 288 000, Zunahme 64000; und zwar: Goldkaſſenbeſtand Rm.
Ddelsdiet!
454 255 000, Zunahme 64 000; Golddepot (unbelaſtet) bei ausländiſchen weſen waren, haben bis zum heutigen Wochenſchluß angehalten und
Zentralnotenbauken Rm. 240 033 000, unverändert; 3. Beſtand an ſich teilweiſe verbreitert, ſo daß der ſeltene Zuſtand einer durchweg feſten
an deutſchen Scheidemünzen 55 444 000, Zunahme 7000; 6. Beſtand an Nolle beibehalten. An dem Geſchäft in Kriegsanleihe nimm: die ganze
1053 523 000, Zunahme 101 733 000. — Paſſiva: 1. Grundkapital 1025 nach. Die anderen Anleihen des Reiches, Preußens und der
übri=
erhöhung 210 000 000, unverändert; 2. Reſervefonds 900 000, unverändert; aufſchläge, wogegen in Stadtanleihen und Hypothekenpfandbriefen die
keiten aus weiterbegebenen, im Inland zahlbaren Wechſeln 257 900 000. Publikum nach alter Erfahrung ſich nue bei längerer Dauer der Auf=
Zunahme 2 199 000.
ein. Auch die Anlagen der Bank zeigten nach der Anſpannung während papiere erſtreckenden Anteilnahme. Das Hauptgeſchäft ſah wieder der
zuſammen wurden 128,7 Mill. Reichsmark vom Verkehr wieder abge= höhungen betrugen 1 bis 4 Bill.=Proz. Die anderen Märkte traten
da=
ſtoßen, und zwar verminderte ſich nach dem Bankausweis vom 7. d. M. gegen etwas in den Hintergrund, wenn auch das eine oder andere
Indu=
der Umlauf an Reichsbanknoten um 39,1 auf 1721,8 Mill. Reichs= ſtriepapier ebenfalls ſtieg. Der Bankenmarkt zeigte in Einwirkung der
mark, während die Beſtände der Bank an Nentenbankſcheinen infolge günſtig beurteilten Goldbilanzen Intereſſe bei gebeſſerten Kurſen für
der Rückflüſſe um 69,6 auf 430,2 Mill. Reichsmark anwuchſen. Der Um= Darmſtädter und Nationalbank, Dresdener Bank. Diskonto und Deutſche
lauf an Rentenbankſcheinen nahm damit auf etwa 1650 Mill. Reichsmarr Bank. Die Aktien der Südſeephosphat wurden mit 58 bis 55 ruhiger
den Gelder der Bank um 119,9 auf 828,6 Mill. Reichsmauk. — Die Ab= London und Holland fort. Der Geldmarkt zeigt unverändert große
nahme der Anlagen betrug in den Wechſelkrediten 12,3, in den Lombard= Flüſſigkeit.
forderungen 18 Mill. Reichsmark. Der Wechſelbeſtand ging
dem=
entſprechend auf 2327,3, das Lombardkonto auf 15,5 Mill.
Reichs=
mark zurück. Die Summe der außerhalb der Reichsbank rediskontierten
Wechſel ſtieg während der Berichtswoche gerinafügig um 2,2 auf 257,9
Mill. Reichsmark. — Die Deckungsbeſtände an Gold und Deviſen erfuh= Amſterdam=Rotterdam ..
ren keine nennenswerte Veränderung. Der Goldvorrat ſtellte ſich auf Brüſſel=Antwerpen ....
694,3 Mill., Reichsmark gegen 694,2 Ende der Vorwoche. Die deck= Chriſtiania. ........."
ungsfähigen Deviſen wurden unverändert mit 231,4 Mill.
Reichsmark ausgewieſen. Infolge Rückgangs des Notenumlaufs erhöhte Helſingsfors .........."
ſich die Deckung desſelben durch Gold allein auf 40,3 Prozent, durch Gold Italien ..:.:7:77.1..
und Deviſen auf 53,8 Prozent. — Die Scheidemünzen=Beſtinde änder= London ..............
ten ſich nicht.
Warenmärkte.
wb. Berliner Produktenmarkt. Nachdem geſtern nach= Wien (i. D,Oſterrabg.)..
mittag die Preiſe infolge höherer amerikaniſcher Notierungen weiter an= 2r00. .
gezogen hatten, war heute die Marktlage im Gegenſatz zum Auslande Buenos=Aires.. ........
ſchwächer weil der Mehlabſatz außordentlich ſchwierig bleibt und für „Bulgarien............
inländiſches Angebot in promptem Brotgetreide die Käufer nur ſehr Japan ............."
vorſichtig und verhältnismäßig niedrige Gebote abgeben. Für September Rio de Janeiro ........"
kalkulieren ſich daher bereits bedeutende Neports. Die zweite Hand diſſbon
offeriert Brotgetreide und Mehl weſentlich unter den ausländiſ hen For= Danzig
derungen. Das Angebot in Hafer war genügend und nur vereinzeit konn= Konſtantinopel ......."
ten beſſere Preiſe beim direkten Verkauf an die Verbraucher erzielt
wer=
den. Für Gerſte und Futterartikel waren die Preiſe bei geringen
Um=
ſätzen zumeiſt unverändert.
Börſen.
* Frankfurter Börſe vom 14. November 1924. (Eigener Berl.=Anhalt=Maſchinen
Bericht.) Die Börſe eröffnete heute auf allen Gebieten lebhaft und feſter. Berl.f.Elektr. W.vorzug.
Am Aktienmarkt hatten Montanwerte die Führung, auf Gerüchte über Bismarckhutte
günſtige Umſtellungsziffern. Beſonders feſt lagen Gelſenkirchener Berg= Bremer Zulkan „„
go=
werks=Aktien, Ilſe Bergbau und Buderus. Großes Geſchäft war ferner
in Großbank=Aktien, die in Erwartung der reſtlichen Goldlilanzen an= Chem. Heyden ....
geregt und feſt tendierten. Im Freiverkehr waren die Umſätze etwas
geringer und die Kurſe leicht nachgebend. Im weiteren Verlauf konn= Deutſch=Atlant. Tel.. .
ten ſich die Kurſe unter Schwankungen am Montanmarkte noch befeſtigen, Deutſche Maſchinen ...
auf den übrigen Gebieten war man im Allgemeinen gut behauptet. Am Deutſche Erdöl „ggga=
Einheitsmarkte wurden Aſchaffenburger Buntpapier=Aktien nach längerer Deutſche Petroleum.,
Zeit 31,9 wieder notiert. Bei Schriftgießerei Stempel wurde der Kurs / Dt. Kaliwerke .......
mangels Material geſtrichen. Feinmechanik Jetter und Scheerer wurden / Dt.Waffen u. Munition
bei kleinen Umſätzen mit 15 Prozent gehandelt. Der deutſche Renten= Donnersmarckhütte. .
markt eröffnete lebhaft und ſehr feſt. Die erſte amtliche Notiz für Dhnamit Nobel ......"
Kriegsanleihe war 1050 Md.=Proz., ſpäter gaben die Kurſe auf Reali= Eleſtr. Lieferung .=
a=
ſationen beträchtlich nach. Der Kaſſekurs für Kriegsanleihe wurde mit R. Friſter „inaaffrs
1005 notiert, 3½proz. Preußiſche Konſols 1,710—1,650. — Das Jutereſſe Gagegnau Vorz... ....
für ausländiſche Renten beſtand auch heute weiter. Die Umſätze waren / Geſſenk. Gußſtahl....
etwas geringer als geſtern. Im Freiverkehr waren Südſeephosphat wei= Geſ. f. eleſtr. Untern..
ter geſucht: 56—57 Proz., Ufa 11,75—117g feſter. Sehr lebhaftes Geſchäft Halle Maſchinen ..
entwickelte ſich in ruſſiſchen Werten: 1902er Ruſſen bis 44/s Geld genannt.
— Spät an der Nachbörſe hörte man Bad. Anilin 201/g, Höchſter
Farb=
werke 18½, Elberfelder Farbwerke 18/g, Kriegsanleihe waren an der
Nachbörſe bei ſchwächeren Umſätzen 1020—1005—995—1010 Md.=Proz.
wb. Berliner Börſe. Die Anſätze zu einer Befeſtigung und
Geſchäftsbelebung an der Börſe, die zu Beginn der Woche bemerkbar ge=
Nr. 318
deckungsfähigen Debiſen 231 429 000, Zunahme 22 000 000; 4. Beſtand Vörſenwoche bei ſich allmählich belebendem Geſchäft zu verzeichnen
ge=
an ſonſt. Wechſeln u. Schecks 2 327 353 000, Abnahme 12 309 000; 5. Beſtand tocſen iſt. Der heimiſche Rentenmarkt hat auch heute ſeine führensa
Noten anderer Banken 85 000, Zunahme 82 000; 7. Beſtand an Lombard= Börſe teil. Der Kurs erreichte nach vorbörslichem Gewinn mit 1070
forderungen 15 473 000, Abnahme 17 970 000; 8. Beſtand an Effekten im amtlichen Verkehr, mit 1050 ſeinen Höchſtſtand, gab dann, infolge von
77 400 000, Abnahme 299 000; 9. Beſtand an ſonſtigen Aktiven Realiſationen der Spekulation und der Mi=läufer zum Wochenſchluß bis
a) altes Grundkapital 90 000 000, unverändert; b) beſchloſſene Kapital= gen deutſchen Länder, verzeichmen gleichfalls zum Teil erhebliche Kurs=
3. Betrag der umlaufenden Noten 1 721 805 000, Abnahme 59 125 000; Umſätze beſcheidener waren. Das ſtark ſpekulative Intereſſe für alle
4. Sonſtige täglich fällige Verbindlichkeiten, 828 619 000, Zunahme ruſſiſchen Papiere erhielt ſich auch heute. — Auch der Aktienmarkt
19 891 000; 5. Darlehen bei der Rentenbank 800 000 000, unverändert; zieht in zunehmendem Maße von der ſich verbreiternden Hauſſeebewegung
6. Sonſtige Paſſiva 1 013 671 000, Zunahme 10 564 000; Verbindlich= Nutzen. Die Geſchäftsbewegung erfolgt hier aber nur allmählich, da das
wärtsbewegung ſtärker am Börſengeſchäft zu beteiligen pflegt. Im=
Nach Abwickelung des Ultimobedarfs ſetzten in der erſten Novem= merhin berichten alle Banken und größeren Baukfirmen von einer ſich
berwoche Rückflüſſe an Zahlungsmitteln in die Kaſſen der Reichsbanx vorſichtig und in der Hauptſache auf die Einheitskurſe für
Induſtrie=
der Vorwoche kleine Nückgänge. An Banknoten und Rentenbankſcheinen Montanmarkt unter Bevorzugung von Stinneswerten. Die
Kurser=
ab. Im Zuſammenhang mit dieſer Entwicklung erhöhten ſich die frem= gehandelt. — Am Deviſenmarkt ſetzte ſich die Steigerung von
Oeviſenmarkt.
Brief Mue Weefe Mae 178.37 168.18 169,02 V 20. 20— 20.30— 20.29— 20.39— voll 61.50 61.80 62,04 62.36 voll Kopenhagen .........." 73.77— 74.13— 73.96— 74.34— voll Stockholm ............" 112.27 112,88 112.27 112.88 voll 10.53— 10.59— 10.53— 10.59— voll 18.24— 18.34— 18.20— 18.30— voll 19.32— 19.12) 19.435 19.535 voll New=Norck ........... 419 4.21 4.19 4.21 voll Paris...... . . . . . . ..... 22.09— 22.21— 22.19— 22.31— voll Schweiz .............. 80.66— 81.06— 80.74— 81.14— voll Spanien .............." 50,61— 56.89— 56 91— 57.19— voll 5.905 5.9. 5.905 5 65— voll 12.475 12.535 12.485 12.545 voll Budapeſt.
...... 5.615 5.63, 5.63— 5.65— voll 1.565 1.575 1.57— 1.58— voll 3.05— 3.07— 3.05— 3.07— voll 1.615 1.625 1.615 1.625 voll 0.48— 0.49— 0.48— 0.49— voll Belgrad...
„.. 6.045 6.075 6.055 6 085 voll .... 16.96 17 04— 16 96— 17.04— voll 7681 77.19 77.06- 77.19 voll 232. 2.34— 2.33— 2.34— voll
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4% Württemberger alte
b) Ausländiſche.
5% Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
5% L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
4½% „ 1902
40.
.
5% Bulgar. Tabak 1902.
124% Griech. Monopol
4½% Oſt. Staatsrente v. 1913
ab 1918
4 ½% Oſt. Schatzanweiſ. ſtfr.
v. 1914
420 Oſt. Goldrente.
...
4%0 „ einheitl. Rente..
5% Rum. am. Rente v. 03
4½% „ Goldrente v. 13
4% „ am. Goldrente konv.
4% „ am. v. 05
420 Türk. (Admin.) v. 190.
4% Bagdad, Ser. 1.
II.
v. 1911, Zollanl. ..
4%0
4½%0 Ung. Staatsr. v. 14.
Goldrente .......
Staatir. . 10
49 Kronenrente ..
Außereuropäiſche.
5% Mexil. gmort. innere .
jonſ. äuß. v. 39
Golb v. 04, ſtfr.
konf. inner.
Frrigati nsanleihe.
5% Tamauilipas, Serie 1..
Sblig. v. Transportanſt.
4½ Eliſabethbahn
425 Gal. Carl Ludw.=Bahn.
52 Oſt. Südb. (Lomb.), ſtfr. ..
.. 8 41.% 0.685 0.69 16.25 M 16.8 Nach Sachwert verzinsl. 1.385 5 1.38 Schuldverſchreibungen. 9.75 1.6. 15
1.43. Badenw. Kohlenwrtanl. v. 23 0.6 2 Fſtr. Pfandbr.=Bk. Goldobl. 1.56 TEm. .. *2 1.75 5% Fftr. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
II. Em.. . . . . 62 62.5 1.725
6% Großkraftwer 1750 175 ) Kohlenwertanl. v. 23 6% Heſſ.Braunk.=Rogg. Anl. v. 23 5% Neckar A.=G. Stuttgart Gold 8.25 M 8.75 M
0.75 anl. v. 23 ....
5% Pfälzer, Hyp. Bank. Gold= 0.75 Pfdbr. v. 24 ... 1.5
1.49 5%0 Preuß. Kaliwert=Anleihe. 3.8 3.9. Roggenwert=Anl. 4.75 1.75 52 Rhein. Hypot.=Ba=
Pfdbr, v. 24.
5%o Rhein=Main=Dona nk Gold= 1.8 4i5
1.9 eSch Aian 5%o Südd. Feſtiwertbk. Goldobl. 1.55 19 Bank=Aktien. Allg. Deutſche Creditanſt.. . Bank für Brauinduſtrie.
Barmer Banlverein 1.66
1.2) 1.75
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7.5 1 Fronkfurter Bank 17 1.5 Frankfurter Hypotheken=Ban:. 4.4 N Metallbank. 139 13.9 10.1 Mitteldeutſche Creditbank. 1.6, 1.7 Oſterreichiſche Creditanſtalt. 0.342 0.342 1.7 1.52- Reichsbank=Aut. 53 25) 2.6 Rlein. Creditbank 2.25 2.5 Rhein: Hupothefenbomi 4.5 4.7 Süddeutiche Disconto=Geſellſch 8.5 Weſtbank. 0.14 0.13 *6 Viener Bankverein ... U.26: d.262 20 Bergwerks=Aktien. Berzelius” 5.75 5.5 Bochumer Bergb. ...........
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3.6 104 10.56 11.3 14.6 57.,6 2.5 2.5 13 2.55 2. 41= * 84 8.5 7.75 7.75 11.75 11.75 0.5 0.525 1.55 1.5251 2.3
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Rummer 318.
Samstag, den 15. Rovember 1324.
Seite 15.
Lebenswogen.
30)
Roman von Paul Lindenberg.
Nachdruck verboten.
Am folgenden Morgen verließ die „Weſer” Genua, und am
nächſten Nachmittag tauchte, on Wolten halb verdeat, der
Pe=
ſuv mit ſeiner Rauchſäule auf, und dann breitete ſich in weitem
Bogen Neapel aus, das erſehnte Ziel unſerer Reiſenden Noch
ehe die Aner ftelen, umſchwirrten das Schiff hunderte kleiner
Kähne, aus denen Geſang und Mandolinenbegleitung
herauf=
ſcholl und ein emſiger Handel mit Früchten, Korallen, Muſcheln,
Bildern, ſeidenen Tüchern und jonſtigen Dingen getrieben
wurde; gleichzeitig nahten die Nachen und kleinen Dampfboote
der Hotels und Penſionen mit den Portiers und
Fremdenfüh=
rern, um ſich der Ankommenden und ihres Gepäcks zu bemächtigen.
Herr Motta war einer der erſten, der an Bord ſtieg, ſeine
Frau innig in die Arme ſchließend. Mit Aſta fuhren ſie ſogleich
an Land und bald folgten Wolf und Klaus im Boot des „Hotel
Viktoria”, das unweit der Mottaſchen Penſion gelegen war.
Als die Freunde auf feſtem Boden ſtanden, ſchloſſen ſich von
ſelbſt ihre Hände in einander.
„Gut Glück allewege, Puz!”
„Allewege gut Glück, Muz!”
9. Kapitel.
Am Golf von Neapel.
„Puz, komm ſchnell her, ſieh’ dir all die Herrlichkeit an,” rief
Klaus, der in dem gemeinſam bewohnten Hotelzimmer die
grü=
nen Holzläden des Balkons aufgeſtoßen hatte und auf letzteren
hinausgetreten war.
Wolf, der gerade ſein Malgerät in Ordnung gebracht,
ge=
ſellte ſich zum Freunde: „Wie ſchön, wie herrlich ſchön!” rief auch
er hingeriſſen aus.
Die Morgenſonne lag mit hellglitzerndem Schein auf dem
von Fiſcherkähnen, deren Segeln in buntem Farbenreichtum
wetteiferten, belebten Meer, das von den grauen Gebäuden des
Kai Partenope nur wenige Meter entfernt war; leiſe lauſchten
die Wogen ihr melodienreiches Lied, mit übermütigen
Sprün=
gen an die Einfaſſungsmauern plätſchernd. Aus der flimmern=
den Flur ſtieg Capris gezacktes Felsgebild empor, von rechts
grüßten die herrlichen Palmen und blütenüberſäten
Olander=
gebüſche der Villa Nationale herüber und von linis das
alters=
gedunkelte, erinnerungsvolle Kaſtell del Opo. Unten auf dem
Kai Muſik, Lachen und Scherzen des heiteren, ſorgloſen
Neapo=
litaner Völlchens, und aus ſtarrer Einöde der Veſuv mit
ſei=
nem Rauchkegel ſtolz herabbligend auf das berücende,
wunder=
bare Bild.
„O mia bella Napoli, ſang unten ein zerlumpter
Straßen=
junge mit hübſcher Stimme zur Mandoline und hob lachend das
gebräunte Geſicht mit den glänzenden Augen und den
blitzen=
den Zähnen zu den beiden Deuſchen empor, die ihm gern einige
geſchickt aufgefangene Münzen hinunterwarfen.
„Mille grazie, Signori,” rief er und ſchwenkte dankend die
Hand, „molto fortung! Evviva Signorina!” Und luſtig
klim=
perte er das „Santa Lucia” als Zugabe.
„Viel Glück wünſcht uns der prächtige Schlingel,” meinte
Wolf, „möchte ſein Wunſch in Erfüllung gehen! Und unſerer
Signorina gedache er auch — wann werden wir die zweite
finden?”
„Nun, bald ſollen wir ja Näheres erfahren, — „die
Hoff=
nung nenn’ ich meine Göttin noch”, heißts in „Wallenſtein”,
und auf dieſe Göttin wollen wir bauen,” erwiderte Klaus.
„Na. na, mein lieber Muz,” meinte Wolf lächelnd, „ich
glaube, du bauſt noch auf eine andere Göttin?. Sollte dieſe nicht
mit einem großen A anfangen . . . etwa Aſtarte? Sieh an, mein
Sohn, wie du noch nett rot werden kannſt — oder iſts nur der
Widerſchein der Sonne?”
„Spötter!” rief Klaus, „hab ich dich deshalb auf dieſen Balkon,
der wirklich „Belevue” genannt werden darf, gelockt, daß du in
meinem gemartertem Herzen herumwühlſt, wie der Angler mit
ſeinem Haken in einem fetten Regenwurm?. Aber warum ſoll
ich’s dir nicht geſtehen, daß dieſes liebe, ſchöne Mädchen einen
tiefen, ſehr tiefen Eindruck auf mich gemacht hat, daß ſich ein
geheimes Sehnen und Verlangen in mir regt, wie ich es noch
uiemals empfunden, ein Glücksgefühl ſondergleichen — und
un=
ter dieſem Himmel und mit ſolchem Freunde,” und er drückte
Wolf innig die Hand.
„Wer könnte mehr daran teilnehmen, als ich, mein alter
Junge,” meinte Wolf, „und zu deiner Wahl, darf ich dich be=
glückwünſchen — Weidmannsheil, wie wir alten Jäger ſagen,
„wer Glug hat, führt die Braut heim!”
„Ach, Puz, daran wag’ ich nicht zu denken — wie könnte
ein ſo ſeliger Traum zur Wirklichkeit werden!”
„Die Liebe iſt des Argwohns Schmied”, ſagt ein
italieni=
ſches Sprichwort. Fort mit allem Zagen und Beden en — auch
dir ſoll das Halali geblaſen werden! Aber zuvor haben wir ja
noch allerlei zu tun — du weißt, um zehn Uhr erwartet uns
Graf Bruſſati.”
In einem offenen leichten Wägelchen rollten die beiden
Freunde der Villa des Grafen zu, die eine gute Stunde entfernt
von der Stadt, in der Richtung nach Poſilip, lag. Sie haten
kurz nach ihrer geſtrigen Ankunft einen Boten zu ihm geſandt,
wann er ſie empfangen wolle, und den erbetenen Beſche,d
er=
halten. Ihr Weg führte ſie an der unweit ihres Hotels gelegenen
Penſion Motta vorbei, die früher in deutſchem Beſitz geweſen,
und gerade als Klaus ſeine ſuchenden Blicke nach den Fenſtern
richtete, erſchien an einem derſelben Aſta und grüßte freudig
herab.
(Fortſetzung folgt.)
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Arikotagen
Untertaillen, gestrickt, m. lang. dermeln 1.95
Herren-Jacken, wollgem, Oual. 3.95, 2.95
Herren-Vormal-Hosen . . . . . 3.95, 2.95
Herren-Ensatzlemden . . 495, 3.95, 2.95
Damen-Normaljacken . . . . . 3.95, 2.95
Damen-Trikotbeinkleider
schmere Oualtät . . . . . . . 495, 3.95
Leib- u. Seel-Normalhosen . . . 2.95, 1.95
Flanell-Anstandsröcke . . . . . . . 3.95
Hemdhosen f. Damen, feingestrickt, 3.95, 2.95
Schürzen
Damen-Schürzen, Jumper-Blusen und
Wiener Formen . . . . . 3.95, 2.95, 1.95
Damen-Hausschürzen, aus besten
Siamosenstoften . . . . . 3.95, 2.95, 1.95
Weiße Damen-Trägerschürzen mit
breiten Stickereien . . . 395, 2.95, 1.95
Knabenschürzen mit Taschen . . 1.95, 95 9
Mädchenschürzen mit Bindebändern
aus guten Stotfken . . . . 295, 1.95, 95 9
Weise Mädehenschürzen mit guten
Stickereien . . . . . . . 3.95, 2.95, 1.95
Strümpfe
Handlschuhe
2 Paar Damen-Strümpfe . . . . . . 95 ₰
2 Paar Herren-Socken, grau .. . 95 8
1 Paar Damen-Handschune, warm gef. 95 8
1 Paar Herren-Trikothandschuhe, mit
narmem Putter ....
95 3
Paar Herren-Socken nnd 1 Paar
Sockenhalter . . . . . zusammen 95 8
1 Paar Stutzen mit Rand • 295, 1.95, 95 3
1 Paar reinmollene Damen-
Cuchemir=
strümpke . . . . . . . 3.95, 2.93, 1.95
1 Paar Damenstrümpke, 1X1gestrickt,
sehr haltbar . . .."
.. 95 8
1 Paar Damen-Handschuhe, Ia
Onali-
tät, warm getüttert . . . . . 295, 1.95
1 Paar Herren-Haudschuhe, Trikot
oder gestrickt . . . . . . 3.95, 2.95, 1.95
1 Paar Damenstrümpfe, Ia Seidendor,
schwarz oder farbig . . . . . . . . 1.95
Koltern
Gardlinen+ Linoleum
Bettkoltern, einfarbig und gemustert
.. . . . . . 8.95, 4.95, 3.95, 1.95
Tisch-Decken, gewebt und gestickt
.... . . . . . 4.95, 3.95, 2.95
Halb-Stores, Etamine . . . 5.95, 4.95, 3.95
Bri-es-Bises, Ltamine . . Stück 1.95, 95 8
Bettvorlagen, sehr haltbar . . . 3.95, 2.95
Linoleum-Vorlagen . . . . . . 2.95, 1.35
Linoleun-Länfer, 90 cm 3.95, 67 cm 2.95
Waclstuch-Wandschoner . . . Stück 95 9
Portierenstange, vermessingt, mit
1.95
komplettem Zubehör . . .
Handarbeiten
1 Wasserleitungsschoner und 1
Topf-
lappentasche . . . . . . zusammen 95 9
2 Tablettdecken mit Spitzen . . . . 95 9
1 Waschtischgarnitur, 4 teilig . .
95 9
4 Taschen ücher zum besticken ..
95 9
4 Kissenecken zum besticken . .
95 9
1 Serviettentasche u. 1
Tasclentuch-
behälter zum besticken, zusammen 95 8
2 Kissenstreifen zum besticken . . . 95 ₰
2 Korbdecken zum besticken . . .
459
2 Nachttischdecken mit Spitzen . . . 95 9
1 Mitteldecke mit Einsatz und Spitze 95 8
1 Mitteldecke, gestickt, mit Spitze 1.95
1 Kredenzdecke mit Einsatz u. Spitze 1.95
1 Läufer mit Einsats und Spitze . . . 1.95
1 Läufer, gest., mit Lochstick. u. Spitze 2.95
1 Tüchen- od. Zimmerhandtuch, best. 2.95
1 Wandschoner, bestickt . . . . . . 2.95
95 9
1 Kissenplatte, bedruckt . . . .
1 Kissenplatte, bestickt . . . . 295, 1.95
1 Bürstentasche, 1 Zeitungshalter und
1 Staubtuchhalter . . zusammen 95 9
Herren-Artikel
3 Sporikragen, weiß oder farbig . . 95 ₰
1 Eckenkragen in allen Weiten.
95 9
2 Stück Sttickbinder . . . .
95 3
1 seidener Selbstbinder . . 295, 1.95, 95 3
Dauerwäsche-Krag., versch. Form., St. 95 9
Gummi-Hosenträger Paar 2.95, 1.95, 95 9
Perkal-Oberhemden mit 1 Kragen, nur
Halsweite 41—44 . . . . .". Stück 3.95
Kunstseid. Herren-Schals, St. 3.95, 2.95, 1.95
Wollene Herren-Schals . . . . 3.95, 2.95
1 Perkal-0berhemd m. 2Kr., Ia Gual. 6.05
Kurzwaren
8 Gebind Strickwolle, gute Oualität,
schwarz, grau und brann . . . . . 95 ₰
Phantasie-Strumptbänder in vielen
Farben . . . . . . . . . . . Paar 95 9
1 Paar elegante Sockenhalter u. 1 Paar
dermelhalter . . . . . ansammen 95 3
6 Rollen Garn (200 Meter)u. 4 Sterne
Garn . . . . . . . . . ausammen 95 8
4 Dtzd. Wäscheknöpfe, 1 Rolle
Naht-
band, 1 Brief Stecknadeln, 2 Stern
Garn und 1 Fingerhut • zusammen 95 ₰
15 Meter gute Ronleauxkordel . . . 95 ₰
4 Rollen Stopfgarn, 2 Kärtchen Wolle
und 6 Paar Schuhriemen, zusammen 95 3
Loderwaren
Besuchstaschen in verschied. Formen
und Parben „ Stück 3.95, 295, 1.95, 95 8
Elegante Kindertaschen, Stück 1.95, 95 O
1 Damen-Handtasche, echt Leder . . 2.95
1 elegante Damen-Besuchstasche, echt.
Leder ... . .. . . . . . . . . 1.95
1 Berufstasche mit Griff ... . . . 1.95
1 Aktentasche mit Grift . . .
3.95
1 Büchermappe, gute Oualität
1.95
1 Koffertasche, echtes Leder .
4.95
1 Reisekarton mit Riemen .
95
1 Reisetasche aus Ia Segeltuch
5.95
1 Rucksack m. stark. Riem. 3.95, 2.-
1.95
1 Taschenlampe, komplett.
95 8
Haushaltwaren
1 Eimer, Emaille, 24 cm, grau .
. 95 9
1 Nudelpfanne, Emaille, 22 cm . . . 95 d
1 weiße, runde Schüssel, 24 cm . . . 95 ₰
2 weiße Schüsselu, 16 cm und 1
Leuch-
ter, Emaille . . . . . . zusammen 95 S
1 Konsole mit Becher, Emaille . . . 95 ₰
1 Topflappen- oder Zwiebelbehälter 95
1 Sand-Seife-Solagestell, Bmaille . . 1.95
1 Eimer, 28 cm, Emaille, dekoriert . 1.95
1 Fleischtopk mit Deckel, 24 cm . . 1.95
1 Löffelblech, weiß . . . . . . . . . 1.35
1 Aluminium-Schmor- oder
Fleisch-
topf, 16 cm . . . . . . . . . . . 95 ₰
1 Aluminium-Nudelpfanne, 18 cm . . 95
1 Aluminium-Essenträger, 11 cm . . 95 9
6 Alumininmlöſfel u. 6 Gabeln . . . 95 3
1 Horn-Salatbesteck . . . . . . . . 95 9
3 Porzellantassen mit Bildern . . . 95 d
2 große Porzellantassen mit Uutert. 95 ₰
1 Knchenteller, dekoriert . . . . . 95 9
1 Brotkorb, bemalt, Porzellan . . . 95 J
1 Satz Glasschüsseln, 3 Stück . . . 95
1 Steingut-Waschkanne oder
Wasch-
schüssel, groß . . . . . . . . . . 1.95
1 Kollenfüller, schwarz lackiert . . 1.95
1 Besteckkasten, zweiseitig . . . . . 95 ₰
1 Fleischklonfer, 1 Kartoffelstößer u.
2 Schneidebrettelten . . ansammen 95 8
1 Aermelbügelbrett . . .
95 8
1 Wellholzgarnitur, 10 teillig".
2.95
1 Wandkaffeemühle ...
3.95
1 Original Helios-Flasche
95 9
Schreibwaren
Märchenbücher und Erzählungen für
Kinder und die reitere Ingend,
ele-
gant gebunden, jed. Buch 2.95, 1.95, 95 9
Daridis Kochbuch, große 2.95, kleine 95 8
1 Briefordner mit Register . . . . . 95 9
8 Stück Schnellheſter . . . . . . . 95 9
1 Kassette lein. Brieſpapier, 50 Bog.
und 50 getütterte Umschläge . . . . 95 3
1 Briefblock mit 50 Umschlägen . . 95 ₰
1 Kassette Briefpapier, elegant . . . 1.95
10 Rollen Klosettpapier . . . . . . 95 9
250 Blatt feitdichtes Butterbrotpapier 95 9
150 Stück Frühstücksbentel . . . . 95 ₰
1 Schulranzen für Knaben u. Mädchen 2,95
1 Tafel, 1 Griffelkasten, 1 Schwamm-
Dose mit Schwamm . . . . . . zus. 95 ₰
2 Dtzd. gute Schulbleistifte . . . . 95 ₰
1 Postkarten- oder Poesiealbum . . 95 6
3 Stück gute Scheuertücher . . . . 95 ₰
1 Schrubber u. 1 Scheuerbürste zus. 95 ₰
3 Dosen Schuhereme Efax . . . . . 95 6
4 Stück gelbe Poliertücher . . . . 95 3
Parfümerie
1 Haarbürste u. 1 Frisierkamm zus. 95 ₰
1 Rasierspiegel, 1 Rasierschale und
1 Pinsel .. . . . . . . . . . zus. 95 9
1 Frisier-Taschen- u. Stanbkamm zus. 95 8
1 Handspiegel u. 1 Frisierkamm zus. 95 3
1 Rasierapparat, vernickelt, Ia
Quali-
tät . . . . . . . . . . . 2.95, 1.95, 95 8
1 großer Stellspiegel mit Metallrand 95 9
3 Stülek Pett-Haushaligeile, Stück
(a. 450 Cramm . . . . . . zus. 95 8
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
Nummer 9
5. Nocember 1924
Tiefseetauchen nach
einem neuen Verfahren
Von
Dr. A. Gradenwitz-Berlin.
Schon ſeit mehreren Jahrhunderten bemüht man ſich, den
Tauchern ihre ſchwere, gefahrvolle Tätigkeit durch glockenartige
Vorrichtungen oder geeignete Anzüge zu erleichtern, die für
Atemluft ſorgen und dem ſtarken Druck in der Meerestiefe
wider=
ſtehen. So weit reichen nämlich die erſten Verſuche zurück, dem
Meere ſeine Beute zu entreißen und die auf ſeinem Grunde
ver=
borgenen Schätze zu heben. Große Fortſchritte auf dieſem
Ge=
biete ſind jedoch erſt in den letzten Jahrzehnten, vor allem durch
die Einführung künſtlicher Sauerſtoffatmung, erzielt worden, und
von einem neuen derartigen Fortſchritt — einem Fortſchritt von
umwälzender Bedeutung — ſoll im folgenden die Rede ſein.
Es handelt ſich um einen äußerlich an eine Ritterrüſtung
er=
innernoen Taucheranzug, der das Arbeiten auf bisher
unzugäng=
lichen Tiefen ermöglicht. Während bisher eine Tiefe von
40 Metern nur ganz ausnahmsweiſe erreicht wurde, hat man mit
dem neuen Apparat unſchwer und für beliebig lange Zeit Tiefen
von 160 Metern erreichen können, ohne aber hiermit an die
äußer=
ſten Grenzen gelangt zu ſein. Der Apparat hält nämlich
er=
wieſenermaßen einem Druck ſtand, der 250 Metern Waſſertiefe
entſpricht, und auch derartige Tiefen dürften daher dem Taucher
zugänglich ſein. Das Wichtigſte aber an dem neuen
Taucher=
anzug iſt, daß der Waſſerdruck dem menſchlichen Körper
vollkom=
men abgenommen und auf den Apparat übertragen wird, ſo daß
der Taucher von den ſonſt unvermeidlichen ſtörenden und
even=
tuell gefährlichen Beſchwerden vollkommen frei wird und im
Tau=
chen gänzlich ungeübte, in anderen Arbeiten aber um ſo
erfahre=
nere und geſchicktere Leute ohne irgend welche Vorbereitung
un=
bedenklich mit ihm untertauchen können.
Der von Neufeldt & Kuhnke in Kiel konſtruierte Apparat iſt
das Ergebnis jahrelanger Verſuche. Der turmförmige Körper
ähnelt ſowohl äußerlich wie auch in ſeiner Inneneinrichtung dem
Kommandoturm eines U=Bootes; der ganze Apparat iſt
gewiſſer=
maßen ein U=Boot mit Armen und Beinen. Bei ſeiner
Konſtruk=
tion war die größte Schwierigkeit durch die Forderung bedingt,
Armen und Beinen die nötige Beweglichkeit zu geben und doch
für den waſſerdichten Abſchluß der Gelenke zu ſorgen, ein
Reſul=
tat, das ſich durch Verwendung beſonderer Kugelgelenke erzielen
ließ. Der Rumpfteil des Apparates iſt in Gürtelhöhe geteilt und
wird nach dem Einſteigen des Tauchers dort wieder
zuſammen=
geſchraubt; er iſt ſo geräumig, daß der Taucher jederzeit unſchwer
ſeine Arme aus den Armhöhlen herausziehen und frei hantieren
kann. Durch Verwendung von Siemens=Martin=Stahl wird
größte Feſtigkeit und Widerſtandsfähigkeit gegen mechaniſche und
chemiſche Einflüſſe bei geringſter Wandſtärke ermöglicht. Der
Oberteil des Rumpfes hat vorn, ſeitlich und oben Sehfenſter aus
ſtarkem Hartglas; in ihm ſind die Signalvorrichtungen und
Be=
triebsventile, die Meßapparate und Beleuchtungskörper
unter=
gebracht, und zwar überſichtlich im Geſichtskreis des Tauchers
auf einer Aluminiumtafel montiert. Auch die Atmungseinrichtung
iſt im Oberteil untergebracht.
Der Unterteil des Rumpfes bietet Raum für Ausgleich= und
Fallgewichte; ein Sattelpolſter in Form eines Fahrradſattels
ge=
ſtattet dem Taucher während der Arbeitspauſen bequeme
Sitz=
möglichkeit.
Die Arm= und Beinhüllen ſind, wie ſchon erwähnt, ſo
ange=
bracht, daß den Gliedmaßen größte Bewegungsfreiheit
gewähr=
leiſtet wird; all dieſe Teile beſtehen aus einer neuen zähen
Alu=
miniumlegierung.
Um dem Taucher bequemes Auf= und Untertauchen zu
er=
möglichen, iſt am oberen Rumpfteil ein ringförmiger Tauchtank
angebracht, der rechts und links durch je einen Seitentank im
Schwerpunkt des Tauchers unterſtützt wird. Will der Taucher in
eine beſtimmte Tiefe, oder wünſcht er ſeine Belaftung zu
er=
höhen, ſo braucht er nur in die entſprechenden Tauchtanks Waſſer
einzulaſſen. Umgekehrt wird durch Ausblaſen von Waſſer (
mit=
tels Preßluft oder Sauerſtoff) ein Entlaſtung erzielt oder der
Auftrieb zur Oberfläche herbeigeführt. Zu dieſem Zwecke iſt an
der Rückwand des Rumpfteils eine Batterie von 6
Stahlzylin=
dern angebracht, die zuſammen 12 Liter Preßluft zu 150
Atmo=
ſphären enthalten. Der Hochdruck dieſer Batterie kann durch
Oeffnen eines Ventils auf ungefähr 20 Atmoſphären
herab=
geſetzt werden.
Der Apparat braucht keinerlei Schlauchleitungen zur
Zufüh=
rung von Atemluft; der Sauerſtoff für die Luftergänzung wird
vielmehr einer beſonderen Sauerſtoffflaſche entnommen, deren
Inhalt für dreiſtündige Tauchzeit ausreicht, die jedoch ſtets
wie=
der aus der Hochdruckbatterie aufgefüllt werden kann. Zur
Luft=
reinigung dienen zwei bis vier Luftreinigungspatronen von je
zweiſtündiger Funktionsdauer.
Der Taucher ſteht in dreifacher Verbindung mit der
Ober=
welt, wodurch ganz hervorragende Sicherheit erzielt wird, und
zwar 1. durch Zugſignale an der Halteleine, 2. durch
Lautſprech=
telephon und 3. durch Morſezeichen (mittels Summers). Das
ſiebenadrige Telephonkabel liefert auch den Strom für die
Innen=
beleuchtung (zum Ableſen der Manometer, Thermometer uſw.).
Mit dieſem Apparat ſind im vergangenen Sommer im
Wal=
chenſee ſehr erfolgreiche Tauchverſuche ausgeführt worden, bei
denen mühelos die oben genannte Tiefe von 160 Metern erreicht
wurde. In dieſer Tiefe konnte der Taucher ſich frei bewegen und
jede erforderliche Arbeit ausführen. Auch bei ſtundenlangem
Ver=
bleiben empfand er nicht das mindeſte Unbehagen. Während der
Taucher auf etwa 112 Metern noch ungefähr 1,2 Meter weit ſehen
konnte, herrſchte auf 160 Metern Tiefe vollſtändige Dunkelheit.
Nachdem auf dieſe Weiſe der Beweis geliefert worden iſt,
daß der neue Tauchapparat auch auf ſo bedeutender Tiefe
unge=
ſtörtes und gefahrloſes Arbeiten geſtattet, wird der Apparat beim
Heben von verſunkenen Schiffen oder derem Inhalt umfaſſende
Gelegenheit zur Betätigung finden. Denn die
Schiffsbergetätig=
keit ſteht in unſerer Zeit mit ihrem allgemeinen Beſtreben,
ver=
lorene Werte nutzbar zu machen, mehr als je im Mittelpunkt des
Intereſſes.
Zeichenerklärung zu nebenſtehender Abbildung:
2) Telephonkabelanſchluß
b) Seilabwurf
() Signalklappe
() Entläftungsventil
e) Auftriebsring
1) Sauerſtofflaſchen
g) Abſperrventile (außen)
b) Reduzierventil
1) Abſperrventile (innen)
k) Doſierungsventil
1) Ausſtrömdüſe (für Atmung)
m) Atmungspatrone
u) Maske mit Schlauch
0) Manometer
D) Tiefenmanometer
0) Klingeltaſter
r) Telephon
s) Licht
t) Thermometer
u) Barometer
(Anmerkung. Einige Lichtbilder, die aus techniſchen
Gründen in der „Technik der Gegenwart” nicht zum Abdruck
kommen können, werden in der „Gegenwart” veröffentlicht.)
Leicht wie der Iris Sprung durch die Luff, wie der Pfeil von
Hüpfet der Brücke Joch über den brauſenden Strom. Ider Sehne,
Aber im ſtillen Gemach entwirft bedeutende Zirkel
Sinnend der Weiſe, beſchleicht forſchend den ſchaffenden Geiſi,
Prüft der Stoffe Gewalt, der Magneie Haſſen und Lieben,
Folgt durch die Lüfte dem Klang, folgt durch den Aether dem
Strahl,
Sucht das vertraute Geſetzin des Zufalls grauſenden Wundern,
Sucht den ruhenden Pol in der Erſcheinungen Flucht.
Körper und Stimme leiht die Schrift dem ſiummen Gedanken,
Durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt.
Da zerrinnt vor dem wundernden Blick der Nebel des Wahnes,
Und die Gebilde der Nacht weichen dem tagenden Licht.
Spaziergang, Schiller (1759—1805)
K
Von
Dr.=Ing. A. Troche, Techn. Hochsch. Darmstadt.
Zwei Bauſtoffe ſind es, die die neuzeitliche Entwicklung des
Bauingenieurweſens grundlegend beeinflußt, ja überhaupt erſt
ermöglicht haben: das Eiſen und der Eiſenbeton. Das heutige
Bauweſen wird faſt ausſchließlich von dieſen beiden Bauſtoffen
beherrſcht. Die Einführung des Eiſens als Bauſtoff für
Trag=
werke im Laufe des vorigen Jahrhunderts hat die damals
unge=
ahnte Entwicklung der modernen weitgeſpannten Brücken= und
Hallenbauten möglich gemacht. Eiſerne Brücken von 500 und
mehr Meter lichter Spannweite, d. h. Brücken, die mit einer
ein=
zigen Oeffnung ohne Zwiſchenſtützung die Entfernung z. B. vom
Hochzeitsturm bis zur Martinskirche überſpannen, ſind heute
be=
reits ausgeführt und erregen die berechtigte Bewunderung des
Beſchauers; ſie geben beredte Kunde von dem hohen Stande
un=
ſerer Bauingenieurkunſt.
Um die Jahrhundertwende iſt dem Eiſen ein ſcharfer
Kon=
kurrent im Eiſenbeton entſtanden. Die Eigentümlichkeit des
Eiſenbetons, der in ſeiner Art etwas völlig Neues in der
Ge=
ſchichte der Bauſtoffe bedeutet, liegt darin, daß er aus zwei
einan=
der gänzlich weſensfremden Einzelſtoffen, dem Eiſen und dem
Beton beſteht, die in eine ſolche Verbindung miteinander gebracht
werden, daß beide zu einer gemeinſamen ſtatiſchen Wirkung
ge=
langen. Jedes einzelne Tragglied aus Eiſenbeton iſt ſo
konſtru=
iert und berechnet, daß das Eiſen ſtets dort liegt, wo durch die
Belaſtung in dem Tragglied Zugkräfte auftreten, und es iſt
dort in genau ſolcher Menge vorhanden, daß das Eiſen bei der
Aufnahme dieſer Zugſpannungen gerade bis zu ſeiner durch
amt=
liche Beſtimmungen genau feſtgelegten Höchſtbelaſtung
bean=
ſprucht iſt. Die auch noch auftretenden Druckkräfte hingegen
werden dem Beton zugewieſen, da der Beton als Kunſtſtein
ebenſo wie die Naturſteine eine hohe Druckfeſtigkeit, aber ſo gut
wie keine Zugfeſtigkeit beſitzt.
Da die Zugeiſen in dem Beton völlig eingebettet liegen, ſo
haftet dem Eiſenbetonkörper nicht mehr der ſchwerwiegende
Nach=
teil der eiſernen Träger an, nämlich der leichten Zerſtörbarkeit
duch Feuer. Die wüſten Trümmerſtätten, die von eiſernen
Bau=
ten nach Bränden in der Regel übrig bleiben, ſind ebenſo bekannt
wie die geradezu vorbildliche Feuer= und Erdbebenſicherheit
mo=
derner Eiſenbetonbauten. Die furchtbare Erdbebenkataſtrophe in
Japan bat die vorzügliche Stand= und Feuerſicherheit der
Eiſen=
betonbauweiſe aufs Neue draſtiſch bewieſen. Der neuzeitliche
Geſchäftshausbau und insbeſondere der namentlich in Amerika
verbreitete und in hoher Vollendung ausgebildete Hochhausbau,
ſind durch die Erfindung des feuerſicheren Eiſenbetons erſt mög=
lich geworden. — Ein weiterer Vorzug des Eiſenbetons beſteht
darin, daß er nahezu gar keine Unterhaltungskoſten erfordert, im
Gegenſatz zum Eiſen, das immer wieder durch Anſtriche vor Roſt
gefchützt werden muß, um in ſeiner Tragfähigkeit keine Einbuße
zu erleiden.
Der Eiſenbeton hat im Vergleich zum Eiſen auch Nachteile
aufzuweiſen,, die erwähnt werden müſſen. Da iſt zunächſt ſein
hohes Eigengewicht zu erwähnen. Da die Druckfeſtigkeit des
Be=
tons gegenüber der ſehr hohen Zugfeſtigkeit des Eiſens
verhält=
nismäßig gering iſt, ſo iſt ein entſprechend größerer
Betonquer=
ſchnitt vonnöten, um alle auftretenden Druckſpannungen ſicher
aufnehmen zu können. Dadurch ergeben ſich dicke und ſomit
ſchwere Tragglieder. Würde es gelingen, einen Beton von
doppel=
ter oder dreifacher oder gar noch höherer Druckfeſtigkeit
herzu=
ſtellen, als man ihn bisher fabrizieren kann, ſo würde der
Eiſen=
beton in noch ſchärferen Wettbewerb gegen das Eiſen treten
fön=
nen. Das Beſtreben der Eiſenbetoninduſtrie geht daher dahin,
einen Beton von möglichſt hoher Druckfeſtigkeit zu erzeugen. Wie
kann das geſchehen?
Beton iſt eine Miſchung aus Zement, Sand, Waſſer und Kies
oder Schotter (Kleinſchlag). Die Güte des aus dieſen
Materia=
lien erzeugten Betons iſt ſomit abhängig
1. von dem Miſchungsverhältnis der einzelnen Stoſfe
zuein=
ander,
2. von der Güte jedes dieſer Stoffe im einzelnen.
Hinſichtlich des Miſchungsverhältniſſes iſt zu ſagen, daß
fet=
ter, d. h. zementreicher Beton hohe, und magerer, zementarmer
Beton niedrige Druckfeſtigkeiten ergibt; ferner iſt flüſſiger Beton
in der Regel nicht ſo druckfeſt wie erdfeuchter, alſo waſſerärmerer
Beton. Endlich iſt das Verhältnis zwiſchen Sand und Kies oder
Kleinſchlag von Einfluß: je dichter die Miſchung iſt, d. h. je beſſer
die Zwiſchenräume zwiſchen den großen Kies= oder
Schotten=
ſtücken durch gröberen und feineren Sand ausgefüllt ſind, um ſo
beſſer iſt der Beton. Das richtige Miſchungsverhältnis iſt leicht
durch einige Miſchproben feſtzuſtellen; es liegen ſomit keine
Schwierigkeiten vor, aus gegebenen Rohmaterialien die günſtigſte
Zuſammenſetzung für einen zu bereitenden Beton zu beſtimmen.
Was nun die einzelnen Stoffe ſelbſt anlangt, ſo unterſcheiden
ſie ſich in Naturprodukte (Kies, Sand, Waſſer) und den künſtlich
erzeugten Zement. Die erſteren, wie ſie ſich jeweils in der Nähe
des zu errichtenden Bauwerkes vorfinden, liegen in ihren
Güte=
eigenſchaften von vornherein feſt, an ihre künſtliche Verbeſſerung
iſt nicht zu denken, die Billigkeit des Eiſenbetons und damit ſeine
Konkurrenzfähigkeit beruht ja gerade darauf, daß er ſich zu ſeinem
größten Teile aus ſehr billigen Naturprodukten zuſammenſetzt,
die faſt immer in nächſter Nähe des Bauplatzes aufzutreiben ſind.
Somit bleibt nur der Zement als einziger Bauſtoff des Betons
übrig, deſſen Güteeigenſchaft einer willkürlichen Beeinfluſſung
zu=
gänglich ſind, ſei es, durch Aenderung ſeiner Zuſammenſetzung
oder ſeiner Herſtellungsweiſe. Will man alſo die Güte des
Eiſen=
betons veredeln, ſein Anwendungsgebiet vergrößern, ſeine
Kon=
kurrenzfähigkeit ſteigern, ſo muß man den Kebel am Zement
anſetzen! Eine immer weitergehende Vervollkommnung und
Ver=
edelung der Zemente iſt eine Lebensfrage für den Eiſenbetonbau,
die Erzeugung möglichſt hochwertiger Zemente iſt das Ziel aller
Zement= und Betoninduſtrien. Hierbei iſt unter Hochwertigkeit
vorläufig nur hohe Druckfeſtigkeit verſtanden.
Ein zweiter Nachteil des Eiſenbetons iſt die Eigenſchaft des
Betons, nur langſam zu erhärten. Die Herſtellung eines
Trag=
gliedes aus Eiſenbeton erfolgt üblicher Weiſe ſo, daß man
zu=
nächſt aus Brettern, Bohlen und Balken eine hölzerne Hohlform
des Tragwerkes herſtellt, die ſogenannte „Schalung” aufrichtet,
darin die Eiſen genau ſo verlegt, wie ſie ſich aus der ſtatiſchen
Berechnung ergeben haben, und ſchließlich das Betongemiſch nach
dem vorbeſtimmten Miſchungsverhältnis anmacht und in die
Schalung einſtampft oder eingießt. In dieſer Schalung
ver=
bleibt nun der Eiſenbeton etwa 3—4 Wochen, unter Umſtänden,
z. B.=bei Eintritt von Froſtwetter, noch erheblich länger, um die
genügende Feſtigkeit zu erhalten, bevor er ausgeſchalt werden
darf. Aber Zeit iſt Geld. Bauherr und Unternehmer haben
zumeiſt das lebhafteſte Intereſſe an möglichſter Abkürzung der
Schalungsfriſten, teils um den Bau endlich in Benutzung nehmen
zu können, teils um die Schalung früher ſchon für andere
Bau=
ten wiederverwenden zu können. Ich möchte an dieſer Stelle nur
an die umfangreichen Eiſenbetonbauten im Kriege erinnern, die
im Stellungskampfe zum Ausbau einer wohlgeſchützten Front
nötig waren. an die Mannſchafts= und Munitionsunterſtände, an
die Geſchütz= und Maſchinengewehrfundamente uſw. Jeder Tag,
den man an Schalungsfriſt ſparen kann, konnte dort von
unſchätz=
barem Vorteil ſein. Das Ziel der Zementinduſtrie wird daher
ſein, einen Zement zu erzeugen, der nicht nur hohe
Druckfeſtig=
keiten erreicht, ſondern der ſich außerdem durch eine beſonders
ſchnelle Erhärtung auszeichnet, der alſo dieſelben oder noch
höhere Feſtigkeiten, die gewöhnlicher Zement erſt nach 28 Tagen
erreicht, ſchon nach drei oder zwei Wochen oder gar nur einer
Woche hat, oder, wenn das denkbar wäre, dieſe Feſtigkeit wohl
gar ſchon nach 1—2 Tagen aufweiſt. In allen Gegenden der
Welt, wo Zement erzeugt wird, arbeitet man zur Zeit fieberhaft
daran, dieſes Ziel zu erreichen, und über kurz oder lang muß und
wird es erreicht werden. Denn den Franzoſen iſt es im Laufe
des Weltkrieges zu unſerem Schaden bereits gelungen, einen
ſol=
chen Zement zu erzeugen, deſſen Herſtellung ſie ſtreng geheim
halten.
Endlich iſt noch ein dritter Nachteil des Eiſenbetons zu
er=
wähnen, der ebenſo wie die beiden anderen durch die
Eigenſchaf=
ten des verwendeten Zementes bedingt iſt. Das iſt die Tatſache,
daß Beton durch Meer= und Moorwäſſer, wie auch durch eine
Reihe von Säuren und Oelen chemiſch angegriffen wird und mit
der Zeit zerſtört werden kann. Von ausſchlaggebender
Bedeu=
tung iſt dieſer Umſtand für alle Fundierungen in Beton und
Eiſenbeton, für die Röhren, Waſſer= und Abwäſſerleitungen aus
Eiſenbeton, für Kanalgerinne, Sammelbecken und alle
Flüſſig=
keitsbehälter, die ja heutzutage ganz überwiegend aus
Eiſenbe=
ton hergeſtellt werden. Man hat ſich gegen die chemiſchen Angriffe
der verſchiedenen Flüſſigkeiten und Abwäſſer teils mit gutem,
teils mit minderem Erfolge durch Schutzanſtriche zu helfen
geſucht. Ferner ſind eine Reihe von Zement zuſätzen bekannt
geworden, die, in den Beton mit hineingemiſcht dieſen gegen viele
Chemikalien widerſtandsfähiger machen. Aber letzten Endes ſind
das alles mehr oder weniger äußere Mittel, die gelegentlich
ver=
ſagen können. Endgültige und einwandfreie Abhilfe iſt nur durch
den Zement ſelbſt zu erhoffen, deſſen Zuſammenſetzung ſo
ge=
ſtaltet werden muß, daß er ſich ſchließlich gegen jeden chemiſchen
Angriff als unzerſtörbar erweiſt. Hier liegt für den
Zement=
chemiker noch ein weites und fruchtbares Feld zur Betätigung
offen. Uebrigens ſcheint auch nach dieſer Richtung hin der
fran=
zöſiſche „Ciment fondu” große Hoffnungen zu verwirklichen,
wird ihri doch völlige Säurebeſtändigkeit nachgerühmt.
Aus Vorſtehendem erhellt die ausſchlaggebende Bedeutung,
die Zement für die Herſtellung hochwertigen, ſchnell erhärtenden,
druck= und ſäurefeſten Eiſenbetons hat. In einem folgenden
Aufſatz ſollen die intereſſanteſten Eigentümlichkeiten des
franzö=
ziſchen „Schmelzzementes” näher beſchrieben werden, dem nach
Ueberwinden der allen Neuerungen zuerſt anhaftenden
Kinder=
krankheiten die größte Bedeutung für die Zukunft der
Eiſenbeton=
bauweiſe zukommt.
Nummer 9.
Meuzeitliche Entrostune
eiserner Bauwerke
Von
Ing. Fr. Scheuermann.
Die Sandſtrahlgebläſe ſind in der Induſtrie unerläßliche
Hilfsmittel geworden, auf deren neueſten Verwendungsgebiet
und Arbeitsweiſe im Folgenden näher eingegangen werden ſoll.
In jeder größeren, zeitgemäß eingerichteten Gießerei werden
die Gußſtücke ſchnell und ſauber mittels Sandſtrahles geputzt.
In den Verzintereien und Vernickelungsanſtalten reinigt man
die mit einem metalliſchen Ueberzug zu verſehenden Teile weit
ſchneller und ſauberer durch den Sandſtrahl, als es bisher in
dem ungeſunden und koſtſpieligen Säurebade möglich war.
Feilen werden mit dem Sandſtrahl gereinigt und geſchärft,
Zinkdruckplatten werden gekörnt, Ofenkacheln mit Verzierungen
verſehen und Bleche geputzt. Neuerdings reinigt man ſogar die
größten Eiſenkonſtrultionen, wie Eiſenbahnbrücken uſw., mit
Sandſtrahlgebläſen gründlich von der alten Farbe und vom
Schmutz in kürzeſter Zeit.
Bei all dieſen Anwendungsgebieten des Sandſtrahlgebläſes
wird der zu bearbeitende Gegenſtand, zu dieſem Zwecke dem
Strahl eines Sandgebläſes ausgeſetzt, das ſich durch große
Ein=
fachheit auszeichnet. Es iſt eine kennzeichnende Eigenſchaft des
Sandſtrahles, daß er gerade die härteſten Stoffe am kräftigſten
angreift. In wenigen Minuten werden Eiſen, Stahl und
an=
dere Metalle angegriffen und erhalten je nach der Beſchaffenheit
des Sandes eine feinere oder gröbere Körnung, ſodaß Oel und
Farben gut haften. Ganz allgemein kann man ſagen, daß die
Einwirkung des Sandſtrahles umſo kräftiger iſt, je härter das
Ma=
terial und je größer die Geſchwindigkeit iſt, mit welcher der
Sand auf das Arbeitsſtück auftritt. Bemerlenswert dabei iſt,
daß der Sand nicht unbedingt härter ſein muß, als der zu
bear=
beitende Gegenſtand, ſo wird gehärteter Stahl ohne weiteres
durch gewöhnlichen Quarzſand angegriffen.
Da die Bauſtellen oft weit auseinander liegen, ordnet man
häafig die ganze Anlage auch auf einem Laſtkraftwagen an,
Abb. 1. Sandstrahlgebläse auf einem Lastkraftwagen
(Abb. 1), auf dem außer dem Gehäuſe, zum Schutze der Maſchinen,
für den Wächter ein Unterkunftsraum vorgeſehen iſt, worin auch
Werkzeuge aufbewahrt werden können.
Als vorteilhafter Arbeitsdruck hat ſich eine Preſſung von
0,6—1,1 at erwieſen; es kommen deshalb als Druckerzeuger
hauptſächlich Kompreſſoren in Frage. Meiſtens verwendet man
als Drucklufterzeuger, wegen der günſtigen Raumausnutzung,
einen kleinen Demag=Rotationskompreſſor, der mittels
Riemen=
triebes von dem Fahrmotor des Laſtwagens angetrieben wird
(Syſtem Kreutz). In der Regel dient jedoch ein Benzin= oder
Abb 2. Antrieb des Rotations-Kompressors durch einen Benzinmotor
Teelinik der Gezerzwr.
gegen die umherfliegenden Sand= und Fofieile nur eine leichte
Tuchhaube mit Schutzbrille zu tragen braucht. Bis 290 qm laſſen
ſich in achtſtündiger Schicht reinigen gegen nur 16 qm bei
Hand=
arbeit. Der Wirkungsbereich der Anlage iſt ſo groß, daß bei den
Arbeiten an der Bahnhofshalle in Frankfurt a. M. noch in 20m
Höhe vom Flur mit einem Druck von 2,7 at gearbeitet werden
konnte.
Die Anlage eignet ſich beſonders für den Eiſenbahnbetrieb
und wurde u. a. zum Entroſten folgender Anlagen verwandt:
der Müngſtener Eiſenbahnbrücke, Bahnſteighallen des
Frankfur=
ter Hauptbahnhofs, Fernüberbrückung beim Lehrter Bahnhof in
Berlin, Eiſenbahnüberbrückung bei Höchſt a. M., Viktoria=
Stra=
ßenbrücke in Bonn (Abb. 3) und eine Reihe ſonſtiger Bauwerke.
Alle dieſe Arbeiten wurden in ſehr kurzer Zeit und mit
verhält=
nismäßig geringen Koſten durchgeführt.
Nach Entfernung des alten Oelanſtriches empfiehlt es ſich,
unmittelbar nach der Bearbeitung die friſche Farbe aufzutragen,
damit die gereinigten Flächen nicht feucht werden und Roſt an=
ſetzen. Um daher den neuen Anſtrich mit der erforderlichen
Schnelligkeit auftragen zu können, benutzt man auch hierzu die
einmal zur Verfügung ſtehende Druckluft. Sogar bei ſtarkem
Wind werden nur wenige Tropfen auf den Boden geſpritzt; auch
ſolche Teile der Eiſenkonſtruktion, die für den Pinſel ſchwer
zu=
gänglich ſind, werden durch eine Druckluftſpritze völlig mit Farbe
gedeckt.
Unzweifelhaft iſt in den letzten 30 Jahren, die verfloſſen
ſind, ſeitdem Tilghman die Wirkung des Sandſtrahles zum
erſten Male für die Technik nutzbar machte, außerordentlich viel
erreicht worden. Die dringenſte Aufgabe wird es ſein, den
ſchlimmſten Feind der Sandſtrahlgebläſe, den Staub, zu
bekämp=
fen, und auch hier ſind bereits bedeutende Erfolge erzielt worden.
Beltrag zur Entwicklung des eisernen
Brückenbaues
In dem Aufſatz von Profeſſor H. Kayſer über obiges Thema in
Nr. 7 der „Technik der Gegenwart” iſt bedauerlicherweiſe durch
Ver=
tauſchung zweier Abbildungen eine unliebſame Sinnſtörung des Textes
entſtanden. Wir ſind zwar überzeugt, daß die meiſten Leſer ſelbſt
ge=
funden haben, daß die Ablildungen 2 und 5 vertauſcht waren, möchten
jedoch jeden Irrtum ausſchließen und bringen daher nachfolgend noch
einmal die beiden maßgebenden Abbildungen mit den richtigen
Unter=
ſchriften.
Abb. 2. Eisenbahnbrücke über die Menaistrasse (England)
Einfache ruhige Formen
monumentale Wirkung durch mächtige Steinpfeiler.
Abb 5. Strassenbrücke über den Main bei Hassfurt (1867)
Unruhige Linien der Trägergurte, zu weitgehende Rücksicht auf statische
und konstruktive Bedingungen, unbefriedigende Gesamtwirkung.
Helium
in der Luftschiffahrt
Von
Dr. G. Bugge.
Man konnte in letzter Zeit wiederholt leſen, daß die
amerika=
niſchen Lenkluftſchiffe mit Heliumgas gefüllt werden, um
Un=
fälle zu vermeiden, wie ſie durch das bisher zur Füllung unſerer
Zeppeline verwendete, leicht brennbare und explodierbare
Waſſer=
ſtoffgas leicht herbeigeführt werden können. Damit gewinnt das
Helium, das zu den ſogenannten „ſeltenen Gaſen” gehört und
bisher nur rein wiſſenſchaftliches Intereſſe erregt hat, auch
tech=
niſche Bedeutung. Helium wurde bekanntlich zuerſt im Spektrum
der Sonne entdeckt, lange bevor man es auf der Erde auffand;
von dieſem kosmiſchen Vorkommen erhielt es auch ſeinen Namen
(Helios — Sonne). Nachdem man es 1895 in dem Mineral Cleveit
feſtgeſtellt und daraus iſoliert hatte, fand man es auch bald in
anderen Mineralien, in den Gaſen mancher Quellen, ja in der
gewöhnlichen Luft. Allerdings handelt es ſich hierbei ſtets um
ſehr geringe Mengen Helium; beiſpielsweiſe laſſen ſich in der
unteren Schicht der Atmoſphäre nur etwa 0,000056
Gewichts=
prozent Kelium nachweiſen. Sp2te: fiel eiwas mehr Licht auf
dies merkwürdige Gas, und zwar durch die Fortſchcitte, die man
inzwiſchen auf dem Gebiete der Radioaktivität gemacht hatte.
Man jand, daß Helium als Zerfallsproduit radioaktiver Elemente
überall dort auftritt, wo die ſogenannten Alpha=Strahlen
aus=
geſandt werden; die Alpha=Teilchen ſelber erwieſen ſich als
Heliumatome. Helium iſt wahrſcheinlich eines der Bauſteine, aus
denen ſich die Atome zuſammenſetzen, und es iſt zu hoffen, daß
weitere Erfolge auf dem Gebiete der Atomzertrümmerung uns
eines Tages einen neuen Weg zur Gewinnung von Helium
er=
ſchließen werden. Einſtweilen ſind wir allerdings noch darauf
angewieſen, Helium aus gewiſſen Erdgasquellen zu iſolieren, die
ſich hauptſächlich in den Vereinigten Staaten von Nordamerika
und in Kanada vorfinden. Hier kommt das Helium in etwas
günſtigerer Konzentration vor als in der atmoſphäriſchen Luft.
Samstag, 15. November r924
Man ſchätzt die Ergiebigkeit dieſer Quellen auf etwa 30 000
Kubik=
meter Nohhelium täglich, wovon rund ein Drittel in reiner
Form gewinnbar ſein dürfte. Jährlich würden alſo rund drei
Millionen Kubikmeter Helium für die Zwecke der Luftſchiffahrt
zur Verfügung ſtehen, eine Menge, die bei der jetzt herrſchenden
Tendenz zur Erhöhung des Luftſchiffvolumens bei Steigerung
des Luftſchiffbaues bald nicht mehr ausreichen dürfte, zumal
da ſtets mit nicht unbeträchtlichen Verkuſten nach der Einfüllung
zu rechnen iſt. Dieſe Verluſte haben verſchiedene Urſachen.
Ein=
mal läßt ſich nicht vermeiden, daß Gas durch die Hüllen der
Gas=
zellen nach außen diffundiert; weit beträchtlicher noch iſt der
Verluſt, der als Folge des Brennſtoffverbrauchs auftritt, da mit
abnehmendem Brennſtoffgewicht der Auftrieb ſtärker wird, zur
Aufrechterhaltung des ſtatiſtiſchen Gleichgewichts, alſo Gas aus
den Zellen abgegeben werden muß. Iſt das Füllgas Waſſerſtoff,
ſo ſpielt dieſer Verluſt keine Rolle. Iſt aber das Luftſchiff mit
dem koſtbaren Helium gefüllt, ſo wird der „Trimmverluſt” ſchon
bedenklicher. Man hat daher ſchon in Amerika den Verſuch
ge=
macht, während der Fahrt die Verbrennungsgaſe, ſoweit ſie aus
Waſſerdampf beſtehen, zu kondenſieren und ſo ihr Entweichen
nach Möglichkeit zu verhindern. Die Kondenſation erfolgt in
einem Syſtem von dünnwandigen Aluminiumröhren, die durch
Luft gekühlt werden. Es gelingt auf dieſe Weiſe, den ganzen
Brennſtoffgewichtsverluſt oder noch mehr durch
Waſſerkonden=
ſation wieder auszugleichen. Die hierzu erforderliche Apparatur
wiegt etwa drei Viertel Kilogramm pro 1 PS; dieſe
Mehr=
belaſtung kann durch entſprechende Verringerung des ſtets
mit=
genommenen Waſſerballaſtes wettgemacht werden. Die
Konden=
ſatoren, die probeweiſe in das amerikaniſche Luftſchiff
Shenan=
doah eingebaut wurden, haben ſich auf längere Fernfahrten (bis
zu 50 Stunden) ſehr gut bewährt.
KURZE MITTEILUNGEN
* Stahlfunkenanalyſe. Zwar hat man ſchon früher den Gedanken
gehabt, das Funkenſpiel des Stahls zur Erkennung ſeiner
Zuſammen=
ſetzung zu benutzen, zwar hat beſonders Hermann in Budapeſt dieſen
Gedanken näher verfolgt, aber bisher gab es kein Mittel, die
Funken=
garbe feſtzuhalten und geeignet zu analyſieren. Erſt kürzlich iſt es den
Bemühungen von Herrn Pitois gelungen, das Funkenbild
photo=
graphiſch ſeſtzuhalten und damit die für praktiſche Anwendungen
erfor=
derlichen Bedingungen zu ſchaffen. Die Funken werden hierbei durch
eine elektriſch angetriebene rotierende Schmirgelſcheibe erzeugt, die ſich
mit gleichbleibendem Druck an den Stahl anlegt. Bei der Kleinheit der
Funken muß man aber auf einer und derſelben photographiſchen Platte
nacheinander verſchiedene Momentaufnahmen machen, die ſich auf und
nebeneinander lagern und den gewünſchten Eindruck einer Funkengarbe,
eines wirklichen Feuernerks im Kleinen, erzeugen. Die
Originalpyoto=
graphien werden vergrößert und mit zeichneriſch feſtgelegten
Normal=
bildern der einzelnen Stahlſorten verglichen. Nur ſo laſſen ſich die
ver=
ſchiedenen Abſtufungen ſchnell, billig und dabei doch genau feſtlegen.
Will man aber das beim Schleifen entſtehende Funkenſpiel
unter=
ſuchen, ſo muß man ein Mittel haben, um die eigentlich mechaniſche
Wirkung des bloßen Losreißens von der Wärmewirkung zu unterſcheiden.
Wie notwendig dies iſt, ergibt ſchon ein Vergleich des Funkenſpiels an
der Luft mit dem in einer Kohlenſäureatmoſphäre, wo alſo eine
Ver=
brennung unmöglich iſt. Kohlenſtoffreiche Stahlſorten, die gewöhnlich
beſonders reiche und glänzende Funkenbündel ausſtrahlen, geben z. B. in
dieſem Falle nur noch vereinzelte rote Funkenſtrahlen.
Um dieſe Verhältniſſe geeignet variieren zu können, bringt Pitois
den rotierenden Schleifſtein im Innern eines Glaskaſtens mit Hahnen
für die Zu= und Ableitung von Gas an und erbeitet dann je nach Bedarf
in gewöhnlicher Luft, in Kehlenſäure oder auch ſchließlich in reinem
Sauerſtoff, d. h. unter Verhältniſſen, die das Miniaturfeuerwerk
beſon=
ders ſchön und augenfällig zur Ausbildung bringen.
Wie nun der Verſuch lehrt, kann man jede einzelne Stahlſorte — ob
hart, ſehr hart, halbhart, weich, ſehr weich, halbweich uſw. — an ihrem
charakteriſtiſchen Funkenbündel ohne weiteres erkennen. Das einemal
ſind es ein= oder mehrfache Sterne, dann wieder Gabeln,
Strahlen=
büiſchel, Aehren, oder aber ganze Blumen und Blumenbündel; in Betracht
kommt nur die Zuſammenſetzung des Stahls, d. h. ſein Kohlenſtoffgehalt.
während eine nachträgliche mechaniſche Behandlung, wie Anlaſſen,
Här=
ten, Hämmern, auf das Ausſehen des Funkenbildes keinerlei Einfluß hat.
Ebenſo geben auch die von der modernen Technik in immer größerem
Umfange angewandten Sonderſtähle ihre eigenen (und zwar beſonders
augenfälligen) Funkenbilder, und geſtatten, jeden Beſtandteil, namentlich
aber Nickel, Silizium, Wolfram, Chrom und Mangan, bequem zu
er=
kennen und auch quantitativ zu beurteilen.
Pitois hat auch eingehende Verſuche unternommen, um die Natur
des Funkenſpiels zu ergründen, und hierbei gefunden, daß die Erſcheinung
des Funkenſprühens nichts anderes iſt als die Exploſion eines Tröpfchens
unter dem Einfluß der durch die Verbrennung entſtehenden Gaſe. Das
Verfahren läßt ſich auch für die Unterſcheidung der einzelnen
Gußeiſen=
ſorten verwenden.
Dr. A. Gradenwitz.
* Eine Studiengeſellſchaft für Automobilſtraßenbau hat ſich am
21. Oktober in Berlin gebildet. Nicht Sportſtraßen will die
Geſell=
ſchaft pflegen, ſondern unſer Straßenſyſtem ſoll den der Wirtſchaft
dienenden Laſt= und Perſonenautomobilen angepaßt werden. In der
Geſellſchaft ſind neben den Behörden und Kommunen Wiſſenſchaft,
Wirt=
ſchaft und Benutzerkreiſe vertreten. Der vorbereitende Ausſchuß (Prof.
Dr. Brix=Berlin, Prof. Otſen=Hannover, Dr.=Ing. Riepert=Berlin)
wurde durch Zuwahl weiterer Mitglieder zum Vorſtand erweitert. Daß
unſere heutigen Landſtraßen den Anforderungen des Autoverkehrs
keines=
wegs genügen, iſt ja leider nur zu allgemein bekannt. Der
Studiengeſell=
ſchaft harrt ein dankbares Arbeitsfeld.
NEUE BÜCHER UND ZEITSCHRIETEN
Das Weltreich der Technik. Entwicklung und Gegenwart von Artur
Fürſt. 2. Band: Verkehr auf dem Lande. 510 Seiten mit 825
Ab=
bildungen u. 28 Tafeln. Ullſtein, Berlin. 1924. Preis geb. 30 Mk.
Sehr bald folgte dem erſten Band des groß angelegten Werkes ein
zweiter, der den Verkehr auf dem Lande behandelt. Nach einem kurzen
Abſchnitt über die Straße werden die Straßenfahrzeuge — Wagen,
Fahrrad und Kraftfahrzeug — in je einem beſonderen Abſchnitt
beſpro=
chen. Dieſen folgt der an Umfang größte Teil über die Ferneiſenbahnen.
Stadtſchnellbahnen und Straßenbahn, ebenfalls ſehr eingehend behandelt.
bilden den Schluß. Wie ſchon der Untertitel beſagt, ſtellt das Werk nicht
nur den derzeitigen Stand der Technik dar, ſondern es gibt auch in
Ab=
bildungen und Text Hinweiſe auf die hiſtoriſche Entwicklung der
be=
handelten Gegenſtände.
Mit der fortſchreitenden Technik können derartig umfangreiche
Geſamt=
darſtellungen nicht Schritt halten. Und doch haben ſie für die Technik
ſelbſt und für die Bildung eines Volkes eine große Bedeutung. Die
Technik wird aus derartigen Zuſammenfaſſungen am Abſchluß von großen
Entwicklungsperiode zum Rückblick auf das Geleiſtete veranlaßt und wird
außerdem in den Darſtellungen für ſpätere Generationen ein Schaubild
des jeweiligen Entwicklungsſtandes finden. Der Techniker ſelbſt iſt heute
mehr wie je Spezialiſt geworden und wird deswegen freudig nach
der=
artigen Geſamtdarſtellungen greifen, um ſich in ſeiner Erholungsſtunde
einmal bei dem Nachbar von der anderen Fakultät zu erkundigen, was
inzwiſchen dort alles geſchehen iſt.
Neben dem Techniker wird aber jeder Bildungshungrige — beſonders
auch die reifere Jugend — gerne das ſtattliche Buch in die Hand nehmen.
Es gehört heute zweifellos zur allgemeinen Bildung, auch von den
Grundlagen und den Anwendungsformen, der Technik ſo viel zu
ver=
ſtehen, daß die vielfachen Berührungen mit den Kindern der Technik ein
Erlebnis werden und nicht nur eine Begegnung. Fahrrad und Auto
ſind in ihrem Aufbau und Wirkungsweiſe durch die tägliche perſönliche
Berührung Tauſenden genau bekannt geworden. Bei der Straßenbahn
— die auch täglich von Tauſenden benutzt wird — mangelt das
Ver=
ſtändnis ſchon ſehr, um bei den Einrichſtungen der Fern= und
Schnell=
bahn auf einen ganz beſchränkten Perſonenkreis zurückzugehen. Hier
kann das „Weltreich der Technik” erfolgreich in die Lücke ſpringen. Das
Werk ſcheint uns wegen ſeiner vielen und meiſt leichtverſtändlichen
Ab=
bildungen wie kaum eines dazu angetan, derartige techniſche
Allgemein=
bildung zu verbreiten. Wo einmal die Abbildungen ſchwerer
verſtänd=
liche Gebilde darſtellen, ſorgen Unterſchrift und Begleittext für die
not=
wendige Aufklärung.
PERSONLICHES AUS DER TECHNIK
Am 15. Oktober ſtarb im 51. Lebensjahre Prof. Dr.=Ing. Robert
Weyrauch aus Stuttgart. Als Lehrer (Techn. Hochſchule Stuttgart),
Forſcher und wiſſenſchaftlicher Schriftſteller gleichbedeutend, verliert die
deutſche Technik in ihm einen ihrer beivährten Führer.
Am 20. Ottober ſtarb Dr. W. Boveri, Mitgründer der Broſtu
Boveri u. Co. A.=G. in Mannheim im Alter von 59 Jahren.
Rummer 318.
Sn.stag, den 15. Novemb r 1924.
Seite 19.
Der 1. Porten-Film der Serle 1924,25!
„Mutter und Kind
6 Akte nach einem Hebbelschen Motiv. In der Hauptrolle: HENNY PORTEN
— Am deutschen Rhein —
Inter. Naturanfnahmen
Als Einlage: Die Herrenhofsage, nord. Filmschauspiel in 5 Akten,
R
adem Sensationsschauspiel in 6 Akten
Das fliegende Auto
Mit den Zugvögeln nach Afrika
.Expeditionsfilm in 5 Akten
Palaste Lichtspiele
Täglich das grosse Filmwerk!
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die Geschichte eines außerordentlichen Schicksals nach dem Romane
der „Berliner Ullustrierten Zeitung” von Ludwig Wolff
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Weißer Ball
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Ehrenmitglieder und Freunde ſind
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Beginn 6 Uhr Der Vorſtand
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