Darmstädter Tagblatt 1924


15. November 1924

[  ][ ]

Einzelnummer 1 5 Goldpſennig e

Bezugspreis:
Bel wöchentlich 2 maligem Erſcheinen vom 1. November
bis 30. November 2.18 Goldmark und 22 Pfennig
Abtragegebühr abgeholt 2.25 Goldmark durch die
Agentren 2.40 Goldmark irer Haus. Poſibezugspreis
m November ohne Beſtellgeld monatlich 2.75 Goldmari.
Verantwortichkeit für Aufnahme von Anzeigen an
beſtimmten Tagen wird nicht übernommen. Nicht=
erſcheinen
einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
berechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fernruf ohne Verbindlichkeit für uns. Poſiſcheckonto.
Franffurt a. M. 1301.

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X ver ehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſtattet.
Nummer 318
Samstag, den 15. November 1924.
187. Jahrgang

Anzeigenpreis:

27 mm brelte Zeile im Kreiſe Darmſtadi 20 Goldpf.
Finanz=Anzeigen 30 Goldpfg., Reklamezelle (92 Inm
breit/ 1 Goldmark. Anzeigen von auswärts 30 Goldpfg.
Finanz=Anzeigen 45 Goldpfg., 92 mm breite Reklame=
zelle
1.50 Goldmark. Alle preiſe in Goldmart
(1 Dollar 4.20 Markl. Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr. Streit uſw., erſiſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der An= eigen=
aufträge
und Leiſtung von Schadenerſatz. Be,
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bantkento: Deutiche Bani und Darm,
ſtädter 8 Natlonalduni.



Die Verſchwendung
der Reparationszahlungen.
Um die Zuweiſung der erſten Dawesannuität.
London, 14. Nov. (Wolff.) Der diplomatiſche Bericht=
erſtatter
des Daily Telegraph ſchreibt, der Ausſchuß ameri=
kaniſcher
und alliierter Sachverſtändiger, der jetzt in Paris die
Zuweiſung der erſten Dawesannuität erörtere, mache keine Fort=
ſchritte
. Er habe ſich gezwungen geſehen, eine Anzahl ſchwieriger wirtſchaftliche und induſtrielle Mobiliſationen, chemiſche Kriegs=
Punkte an die verſchiedenen Regierung zu verweiſen. Aber die
Entdeckung habe etwas verbitternd gewirkt, daß von der Annuität
von 50 Millionen Pfund, die Deutſchland dieſes Jahr zu zahlen
abe, zwiſchen 22 und 18 Millionen Pfund durch andere Kriegs=
laſten
als die Reparationszahlungen verbraucht werden. Die
verbleibende Summe von etwa 30 Millionen ſei, wenn ſie unter
die Alliierten verteilt werde, beſonders mit Rückſicht auf die bel=
giſche
Priorität, nicht als groß zu betrachten. Der Ausſchuß nahme hängt von dem Abſchluß der gegenwärtigen Arbeiten der
werde die Arbeit ſchwerlich in weniger als 14 Tagen erledigen. Militärkontrollorgane, ihrem Bericht an die alliierten Regierun=
Es ſei unwahrſcheinlich, daß ein allgemeines Abkommen zwiſchen
den Sachverſtändigen erreicht werden könne in der Weiſe, daß
eine Zuſammenkunft der alliierten Finanzminiſter und des ame=
rikaniſchen
Vertreters unnötig würde.
TU. London, 14. Nov. Das Kabinett hat ſich in ſeiner
letzten Sitzung eingehend mit der Frage der interalliier=
ten
Schulden an Großbritannien befaßt. Der Schatzkanzler
Lord Churchill äußerte ſich dahin, daß England energiſch
an die Beitreibung ſeiner Außenſtände gehen müſſe.
England habe an die Vereinigten Staaten für Abdeckung ſeiner
Schulden jährlich 48 Millionen Pfund abzuführen, erhalte aber ſtändigen Militärkommiſſion betrifft, namentlich die Ernennung
dabei von ſeinen Schuldnern nicht einmal die rückſtändigen Zin=
fen
. Die Außenſtände Englands bei den verbündeten Staaten
ſind folgende: Frankreich 623 279 000, Rußland 722 546 000, Ita=
lien
553 300 000, Jugoflawien 28 481 00 Rumänien 24 778000,
3 550 000, Polen 95 000 Pfund Sterling. Mit Ausnahme von
Belgiſch=Kongo habe keiner dieſer Schuldner Rückzahlungen ge=
leiſtet
oder Zinſen bezahlt. Dadurch werde der Stand der briti=
ſchen
Finanzen weſentlich beeinträchtigt. Der Schatzkanzler beab=
ſichtigt
, auf der im Laufe des nächſten Monats in Paris ſtatt=
findenden
Konferenz der verbündeten Finanzminiſter die Frage
der Rückzahlungen an England energiſch in Angriff zu nehmen.
Ein bedeutſamer Brief des Reparationsagenten an
den Reichsfinanzininiſter.
Berlin, 14. Nov. Wie wir erfahren, hat der General=
agent
für die Reparationszahlungen, Gilbert dem Reichs=
finanzminiſter
in einem Schreiben mitgeteilt, daß er der deut=
ſchen
Regierung für Rechnung der Jahresleiſtung nicht irgend=
welche
Summen gutſchreiben werde, die ſeitens der Regierung
um und nach dem 1. Dezember 1924 an die Exporteure als Rück=
zahlung
für die von ihren Fakturen gemachten Abzüge geleiſtet
werden. Auf Grund des Reparationsabkommens können näm=
lich
Summen, die für die vorgenanten Zwecke benötigt werden,
nur durch den Generalagenten bezahlt werden, und zwar in
einem vom Ueberweiſungskomitee genehmigten Umfang. Die
Ueberweiſungskommiſſion hat in ihrer Sitzung vom 31. Oktober
1924 den Generalagenten ermächtigt, Zahlungen auf Grund des
Reparationsabkommens bis zur weiteren Beſchlußfaſſung des
Komitees zu leiſten.
Die Militärkontrolſe.
Die Militärkommiſſion des Völkerbunds.
* In Genf iſt die ſtändige Militäkontrollkommiſ=
ſion
des Völkerbundes ſeit einigen Tagen damit beſchäf=
tigt
, einen Uebergang der militäriſchen Kontrolle
in Deutſchland, Oeſterreich, Ungarn und Bulgarien von den
alliierten Organen auf den Völkerbund ausfindig zu
machen. Eine weſentliche Rolle, in dieſen Beratungen ſpielen
natürlich die Beſchlüſſe des Völkerbundsrates über die dauernde
Ausübung der militäriſchen Kontrolle. Vorerſt iſt man dabei, die
Kategorien und die Zahl der Sachverſtändigen feſtzuſtellen.
Was unter Kategorien zu verſtehen iſt, erläutern die aus Genf
einlaufenden Nachrichten, nämlich Nachforſchungen auf dem Ge=
biete
der Waffenfabrikation, des Schiffsbaues, der wirtſchaftlichen
und induſtriellen Mobiliſation. Mit anderen Worten bedeutet
das alſo Einführung einer vielleicht noch ausgedehnteren wirt=
ſchaftlichen
Spionage als ſie bisher in Deutſchland beſtand. Der
Rat hat ſeinerzeit beſtimmt, daß die Kontrolle durch Sachverſtän=
dige
ausgeführt werden müſſe, die eine beſondere Eignung haben,
und da Frankreich ſich bei den Beratungen damals reſtlos durch=
geſetzt
hat, darf man wohl damit rechnen, daß die Herrſchaften,
die wir heute los ſein wollen, morgen als Beauftragte des Völ=
kerbundes
zurückjehren werden. Da auch jetzt eine ſtändige Mili=
tärkontrollkommifſion
gebildet werden ſoll, wird die Entente=
kontrolle
durch den Völkerbund eine Verewigung erfahren, die
noch beſonders erniedrigend für uns wirkt, da außerdem auch
Polen und die Tſchechoſlowakei das Recht erhalten, an den Kon=
trollen
teilzunehmen. Es muß abgewartet werden, wann der
Völkerbund die Kontrollarbeit fortführen wird und ob die Reichs=
regierung
ſich in eine Verewigung dieſer Kontrolle fügen wird,
die gegen Artikel 213 des Verfailler Vertrages verſtößt, der eine
Unterſuchung von Fall zu Fall vorſieht.
Genf, 14. Nov. (Wolff.) Die ſtändige Militärkommiſſion
des Völkerbundes, die ſeit Mittwoch in Genf tagt, um die in
den Ratsbeſchlüſſen über die Militärinveſtigation vom 27. Sep=
tember
angeorbneten vorbereitenden Maßnahmen für die Zu=
ſammenſtellung
der Sachverſtändigenliſte zu treffen, aus denen
bei Ausübung des Militärinveſtigationsrechtes der Völkerbunds=
rat
die Inveſtigationskommiſſion zu bilden hat, iſt noch zu keinem
endgültigen Ergebnis gelangt. Die Debatten ſind ziemlich lang=

Rproblen.

wierig und dürften erſt am Samstag zum Abſchluß kommen. Es
iſt dabei nicht Sache der Kommiſſion, die Sachverſtändigen ſelbſt
zu ernennen, die auf die Liſte geſetzt werden ſollen, ſondern nur
die Kategorien und die Zahl der Sachverſtändigen feſtzuſtellen.
Die Kommiſſion hat alſo unter Berückſichtigung der für die einzel=
nen
Länder Deutſchland, Oeſterreich, Bulgarien und Ungarn in
Frage kommenden Kontrollobjekte Vorſchläge darüber auszu=
arbeiten
, für welche Arbeitsgebiete Sachverſtändige herangezogen
werden ſollen, d. h. zum Beiſpiel für die Inveſtigation auf dem
Gebiet der Fabrikation von weittragenden Geſchützen, der Klein=
waffenfabrikation
, des Schiffsbaus uſw., wie auch ſogenannte
mittel und ähnliches, als beſondere Kategorien gelten ſollen.
Wenn dieſe Kategorien aufgeſtellt und die Zahl der für jede
Kategorie in Frage kommenden Sachverſtändigen feſtgeſetzt iſt,
erfolgt dann ſpäter die Ernennung der einzelnen Perſönlichkeiten.
Aus der Tatſache dieſer gegenwärtigen vorbereitenden Maßnah=
men
ſind jedoch keine Schlüſſe auf den Zeitpunkt der Uebernahme
der Militärkontrolle durch den Völkerbund zu ziehen. Die Ueber=
gen
und der daraus erfolgenden etwaigen Aufforderung dieſer
Regierungen an den Völkerbundsrat ab, daß dieſer die in dem
Friedensvertrag vorgeſehenen Inveſtigationen auch übernehmen
muß. Erſt dann kann der Völkerbundsrat, deſſen Militärinveſti=
gationsplan
vom 27. September nur im Hinblick auf eine der=
artige
Aufforderung ausgearbeitet wurde, offiziell den Beſchluß
der Uebernahme faſſen, der natürlich, was den Völkerbundsrat
ſelbſt betrifft, angeſichts ſeiner Haltung auf der 30. Tagung nicht
mehr zweifelhaft iſt.
Was die zweite auf der Tagesordnung ſtehende Aufgabe der
von ſechs ihrer Mitglieder in die neu geſchaffene Verbindungs=
kommiſſion
, die die frühere gemiſchte zeitweilige Abrüſtungskom=
miſſion
aufgeſogen hat, ſo iſt damit zu rechnen, daß ebenſo wie
für die frühere gemiſchte zeitwveilige Kommiſſion die militäriſchen
Portugal 21 544 000, Griechenland 23 3-5 000, Belgiſch=Konge Sachverſtändigen der vier ſtändigen Natsmächte und eventuell
Spaniens und Braſiliens ernaunt werden.
Die ſtändige Militärkontrollkommiſſion des Völkerbundes
hat heute nachmittag ihre Arbeiten abgeſchloſſen. Eine Mittei=
lung
über das Ergebnis wurde noch nicht veröffentlicht.
Das Programm des Völkerbundrats.

Genf, 14. Nov. (Wolff.) Das Völkerbundsſekretariat hat
ſoeben den Ratsmitgliedern des Völkerbundes die Tages=
ordnung
für die kommende Tagung des Völkerbundsrates,
die am 8. Dezember in Rom ſtattfindet, zugeſtellt. Die Tages=
ordnung
enthält 24 Punkte, darunter eine Anzahl wichtiger, auch
Deutſchland intereſſierende Fragen, von denen in erſter Linie die
Beſchlüſſe zu erwähnen ſind, die der Rat in Vorbereitung der
etwaigen Uebernahme des militäriſchen Nachforſcherechtes zu faſ=
ſen
hat. So hat er die Arbeit der ſtändigen Militärkommiſſion
auf dieſem Gebiete zu prüfen und entſprechend dem Plan vom
27. September die Präſidenten der Unterkommiſſionen zu er=
nennen
. Ferner hat er auf Grund dieſes Planes für den Fall,
daß kein alliierter Nachbarſtaat des der Nachforſchung unter=
liegenden
Landes im Rate ſitzt, die Nachbarſtaaten zu bezeichnen,
die militäriſche Sachverſtändige für die Unterſuchungsliſte zu ſtel=
len
haben. Dieſer Fall trifft zum Beiſpiel für Bulgarien zu. Der
Berichterſtatter vor dem Rat für alle dieſe Fragen iſt Beneſch.
Ferner ſteht auf der Tagesordnung eine Reihe von Dan=
ziger
Fragen, darunter vor allem die Ernennung des Völ=
kerbundskommiſſars
für Danzig. Berichterſtatter hierzu iſt das
ſpaniſche Ratsmitglied. Was die Saarfrage betrifft, ſo
hat der Rat zu den von der Reichsregierung und der Saarbevöl=
kerung
erhobenen Proteſten gegen den franzöſiſchen Schulunter=
richt
im Saargebiet, deren Behandlung von der letzten Rats=
ſitzung
verſchoben wurde, Stellung zu nehmen. Der Berichterſtat=
ter
hierüber iſt das italieniſche Ratsmitglied. Die vorbereiten=
den
Arbeiter, zur Abrüſtungskonferenz haben dadurch,
daß das in der September/Oktober=Tagung begründete Rats=
komitee
, das für den 17. November einberufen war und infolge
der engliſchen Wahlen abgeſagt werden mußte, mit ſeinen Arbei=
ten
nicht fertig wurde, eine ſtarke Verzögerung erlitten. Eine
große Beſchleunigung der vorbereitenden Maßnahmen wird über=
haupt
nicht mehr als notwendig befunden, ſeitdem man an der
Ratifikation des Protokolls in ſeiner gegenwärtigen Form all=
gemein
zweifelt und mit dem Stattfinden der Abrüſtungskonfe
renz im kommenden Sommer nicht mehr rechnet, ſondern viel=
mehr
allgemein an eine neue Prüfung des Protokolls durch die
letzte Verſammlung glaubt. Die von dem Völkerbundsſekretariat
in dieſer Frage bisher gemachten Vorarbeiten ſollen aber trotzdem
veröffentlicht werden.
Zu den deutſch=ſchweizeriſchen Wirtſchafts=
Verhandlungen.
Berlin, 14. Nov. Die ſeit Wochen ſchwebenden Verhand=
lungen
zwiſchen Deutſchland und der Schweiz, betr. den Abbau
der beiderſeitigen Einfuhrbeſchränkungen, ſtehen vor dem Ab=
ſchluß
, nachdem, unbeſchadet der Beſtimmungen des deutſch=
ſchweizeriſchen
Handelsvertrags, über die weſentlichen Grund=
ſätze
eine Einigung erzielt worden iſt. Der völlige Abbau iſt für
den 30. September 1925 vereinbart worden. Die Zahl, der
Waren, hinſichtlich deren ſich die Regierungen für die Ueber=
gangszeit
Einfuhrbeſchränken noch vorbehalten haben, hat eine
tveſentliche Verminderung erfahren. Um eine Beſchleunigung
des Abbaues ſchon während der Uebergangszeit zu ermöglichen,
haben ſich beide Teile bereit erklärt, jederzeit in Beſprechungen
über die Reviſion der Kontingentliſte einzutreten. Das Abkom=
mien
kann auf den 20. September 1925 gekündigt werden. Der
Abſchluß der Vereinbarung durch die Delagation hängt von der
Verſtändigung über die Kontingentliſte ab, über die zurzeit noch
verhandelt wird. Die Vereinbarungen ſollen 14 Tage nach ihrer
Genehmigung durch beide Regierungen in Kraft treten.

Das Zuſammenarbeiten
der Staatsmänner.
Von
Dr. Walther Croll, Berlin.
In dieſen Tagen iſt aus London gemeldet und aus Paris
beſtätigt worden, daß vorerſt ein perſönlicher Gedankenaustauſch
zwiſchen Baldwin, dem neuen britiſchen Miniſterpräſidenten, und
ſeinem franzöſiſchen Kollegen Herriot entbehrt werden könne.
Genau ſo wie damals Madonald dem ihm ſo weſensfremden
Poincaré briefliche Artigkeiten ſagte, ſo hat diesmal Baldwin
dem ihm faſt ebenſo weſensfremden Herriot freundliches Lob ge=
ſpendet
. Dies Lob hat die politiſchen Gegner des radikalen fran=
zöſiſchen
Staatsmannes unangenehm berührt. Poincaré, Mille=
rand
und Genoſſen empfinden, daß Baldwin mit ſeiner reichlich
frühen Verbeugung vor Herriot mehr getan habe, als die inter=
nationale
und ſelbſt die um einige Temperaturgrade wärmere
interalliierte Höflichkeit erfordert hätte. Wenn der konſervative
engliſche Regierungschef der nationaliſtiſchen Oppoſition in Frank=
reich
ſeine Sympathie hätte bezeugen wollen, ſo hätte er ſich zu=
rückhalten
können, bis das neue britiſche Kabinett ſich dem Par=
lament
vorgeſtellt und die Thronrede verleſen habe. Da man
von Baldwin nicht annehmen kann, daß er die Komplimente
gegenüber Herriot in der Guildhall=Rede improviſiert hat, ſo iſt
nur der Schluß möglich, daß Baldwin mit ſeinen Worten über
Herriot beſtimmte Abſichten verfolgte. Gerade die franzöſiſchen
Uebernationaliſten und Gewaltpolitiker ſollten doch Verſtändnis
für die Taktik haben, die Freunde durch Grobheit und oſtentative
Mißachtung ihrer Lieblingswünſche zur Beſcheidenheit zu erziehen
und ſozuſagen ſeeliſch abzuhärten. Poincaré war Meiſter in der
Kunſt, ſeine Freunde prophylaktiſch mit Fußtritten zu traktieren
und ſie dadurch in den Wahn zu verſetzen, daß ſpätere Rippen=
ſtöße
zarte Liebkoſungen ſeien.
Jedesmal, wenn in einem Lande ein neues Regime zur
Herrſchaft gelangt, werden die perſönlichen Beziehungen, die zwi=
ſchen
den Staatsmännern beſtanden haben, zerriſſen. Die ſinn=
fällige
Darſtellung der perſönlichen Freundſchaft zwiſchen den
leitenden Staatsmännern zweier Länder wirkt beim Publikum
überzeugender als ein wirkliches Zuſammenarbeiten.: So wurde
es viel bemerkt, daß Lloyd George ſeinerzeit als Miniſterpräſi=
dent
über dem Srieleifer beim Golf den Beſuch Briands vergaß
und dem fremden Staatsmann mit jovialem Lächeln im zwang=
loſen
Sportdreß entgegentrat. Auch die zuſammen auf einer
Wieſe in Chequers lagernden Kollegen Macdonald und Herriot
waren für das enge Zuſammenarbeiten Frankreichs und Eng=
lands
beweiskräftiger als die tatſächlichen Abmachungen, durch
welche die Lonkoner Reparationskonferenz vom Juli /Auguſt
1924 beinahe zur Erfolgloſigkeit gebracht worden wäre. Wie
wenig die perſönliche Bekanntſchaft der Staatsmänner ein frucht=
bares
Zuſammenarbeiten gewährleiſtet, zeigt der internationale
Finanz= und Wirtſchaftskongreß zu Genua im Frühjahr 1922. Die
Staatsmänner, die ſich damals kennen und ſchätzen gelernt
hatten, traten innerhalb weniger Monate vom Schauplatz der
Politik ab. Bereits im Herbſt desſelben Jahres bekamen, die
Miniſtereräſidenten Englands und Italiens in Bonar Law und
Muſſolini Nachfolger und im November desſelben Jahres wich
bei uns Dr. Wirth dem Dr. Cuno. Geblieben iſt über die Jah=
reswende
1922/23 unter den Staatsmännern der Großmächte nur
Poincaré, der einzige, der von der Gelegenheit des perſönlichen
Kennenlernens in Genua keinen Gebrauch machte, ſondern in
der Haudtſtadt ſeines Landes blieb.
Eine große Gelegenheit, die Kollegen aus den anderen Län=
dern
perſönlich kennen zu lernen und ſich auf ſie einzuſpielen.
bot ſich den Staatsmännern auf der jüngſten Londoner Konfe=
renz
. Von den größeren Ländern waren vier Regierungschefs
zugegen: Reichskanzler Marx, Macdonald, Herriot und Theunis.
Von dieſen iſt nach knapp drei Monaten einer (Macdonald)
bereits in der Verſenkung verſchwunden. Wahrſcheinlich wird der
zweite (Reichskanzler Marx) kurz vor Weihnachten folgen. Der
Verſchleiß an Stcatsmännern iſt in allen Ländern ſehr groß.
Jetzt wird behauptet, führende Männer der Deutſchnationalen
hätten in London ſondiert, wie ſich Baldwin und ſeine Kabinetts=
kollegen
zu dieſem oder jenem deutſchen Rechtspolitiker ſtellen
würden, der nach den Wahlen vom 7. Dezember einen Miniſter=
ſeſſel
in der Berliner Wilhelmſtraße einnehmen würde. Wahr=
ſcheinlich
hat eine Fühlungnahme irgend eines deutſchen Poli=
tikers
der Rechten mit einem weltanſchauungsmäßig verbundenen
Engländer Anlaß zu der Meldung gegeben, die natürlich den
Zweck verfolgte, die deutſchnationalen Führer des Paktierens
mit dem Feinde zu bezichtigen. Das Zuſammenarbeiten der
Staatsmänner auf perſönliche Beziehungen aufzubauen, iſt ſchon
wegen der ſtarken Fluktuation, die an dieſen exponierten Poſten
herrſcht, unmöglich. Aber auch ſachlich iſt es nicht einmal gut,
wenn ſich ein Staatsmann wie man es Macdonald nachſagt
in ſeiner politiſchen Haltung durch etwas anderes beſtimmen
läßt, als durch die nüchtern eingeſchätzten Iniereſſen des eigenen
Volkes. Aus Liebe zu einem ſo oder ſo gefärbten deutſchen Poli=
tiker
werden ſich die Träger der konſervativen Parteitradition in
England nicht von der Linie ihrer Politik abbringen laſſen. Es
iſt nicht nur eine Irreführung der öffentlichen
Meinung, ſondern auch ein Appell an Unmänn=
lichk
it und Liebedienerei, wenn in Deutſch=
land
verſucht wird, die Wähler von gewiſſen
Parteien wegzuführen, weil dieſe angeblich
nicht das Vertrauen der ausländiſchen Staats=
männer
genießen.

[ ][  ][ ]

Seite 2.
Samstag, den 15. November 1924.

Im fernen Oſten.
Von unſerem Korreſpondenten.
(Durch Flugpoſt.)
C.N. P. London, 14. Nov.
Eigentlich iſt nur ſehr wenig klar auf dem Verratsſchau=
platz
, denn Kriegsſchauplatz kann man ihn doch nicht mehr
nennen. Es iſt übrigens auch der reinſte Hohn, wenn in den Be=
richten
von den Siegen Tſchang So lins die Rede iſt, denn er hat
gegenüber Wu immer nur ſchwere Schlappen erlitten, ſowohl auf
dem rechten wie auf dem linken Flügel, bevor der ſogenannte
chriſtliche General durch ſeinen höchſt unchriſtlichen Verrat die
Stellung vom Flügel bei Jehol her zuſammenbrechen machte.
Tſchang wird niemals nach Peking kommen! ſagte mir noch vor
kurzem ein hochgeſtellter Aſiat. Jetzt iſt er freilich dort und lieb=
äugelt
auch mit dem Botſchafter der Sowjet, Karrakan, dem er
erſt vor wenigen Wochen die chineſiſche Oſtbahn in ſeine treuen
Hände übergeben hat. Es fragt ſich, was aus dem armen Kaiſer=
knaben
werden ſoll, den Feng aus ſeinem Palaſt herausgeholt hat
und der nun ſeinen Gefangenen in ſtrengſter Iſolierung hält. Er
ſoll dies getan haben, weil er befürchtet hat, Tſchang könne mit
ihm das Kaiſerreich wiederaufrichten. Ausgerechnet Tſchang, der
Sowjetfreund, der unter ſeinen Truppen eine halbe Diviſion
Ruſſen hat. Was die Truppen anlangt, ſo ſtoßen wir hier auf
eine der wenigen klaren Tatfachen, daß ihr Heereszug nicht nach
europäiſchen Kriegszügen gemeſſen werden darf. Sie plündern
alle. Der chriſtliche General hatte von ſeinem Freund, dem Tu=
chun
von Schenſi, der nach ſeinem leuchtenden Beiſpiel ebenfalls
von Marſchall Wu abgefallen war, und ihm die Zuzugslinie Han=
kong
Peking durch Brückenſprengung unterbrochen hatte, eine
ſchwache Diviſion Hilfstruppen erhalten. Sie haben in Tientſin
geplündert und alle möglichen Erzeſſe begangen. Die chriſtlichen
Truppen haben den abgeſetzten Präſidenten Tſao Kuns in Tient=
ſin
ausgeplündert. Tſchangs Truppen haben aus dem Transport=
zuge
in Tientſin einen Vorratswagen völlig ausgeraubt, der für
das Hauptquartier des vorausſichtlichen Präſidenten Tuan Tſchi
Jui nach deutlichen Aufſchriften an allen Wagen, beſtimmt war.
Dabei hatte gerade Tſchang ſeinen Truppen ſtrikteſte Weiſung zu=
gehen
laſſen, ſich aller Uebergriffe zu enthalten.
Wer ſind denn nun die Gewalthaben in China? Feng,
Tſchang, Sun Yat Sen wenn der Fuchs aus ſeinem. Bau
geht , Tuan Tſchi Jui und im Hinterhalt alle Fäden in
der Hand haltend Monſieur Karrakan. Nun hat er ſie ſo=
tveit
, nun kann er mit ihnen wie mit Puppen ſpielen und jedem
etwas vorgaukeln, bis alle ihm den Willen tun. Was will er in
China? China!, Sowjetchina! Man zucke nicht die Achſeln;
man überlege ſich, was unter dem Sowjetſtern in Aſien alles
angegliedert worden iſt in lächerlich kurzer Zeit. Man braucht
nur zu denken an Soliman den Großen, der mit ſeinen Horden
gegen die Chriſten zu Felde zog. Wie plump das war, wenn auch
glanzend! Geiſtige Maulwurfsarbeit iſt viel ſicherer. Die
Roten Scharen kommen erſt, wenn die Tſcheka, zur
blutigſten Rückunterwerfung ſehend geworden, ihrer be=
darf
. Wer könnte Karrakan in den Weg treten? Die Mächte
etwa??? Der Sachalinvertrag mit Japan ſcheint nun doch zur
rechten Zeit geſchloſſen worden zu ſein. Aber liegt denn eigent=
lich
Karralan etwas an einer genauen Neuregelung des chineſi=
ſchen
Reiches? Höchſtens doch nur, wenn eine jede feſte Zentral=
regierung
unmöglich machende Selbſtändigkeit der Tuchuns dabei
herauskommt, d. h., wenn in Peking nur Schattenmänner ſitzen.
Nun iſt da aber noch ein großes Fragezeichen. Der ausſichts=
reichſte
Präſidentſchaftskandidat, Tuan Tſchi Jui, wie er wirllich
denkt und was er iſt, weiß man nicht. Er hat ſeinerzeit als einer
der prominenteſten militäriſchen Führer im Jahre 1911 die Denk=
ſchrift
mitunterzeichnet, in welcher der Kaiſer zur Abdankung
aufgefordert wurde. Im erſten republikaniſchen Kabinett wurde
er Kriegsminiſter, vom Mai 1916 bis zum Ende 1918 war er Pre=
mierminiſter
. Das ſagt eigentlich alles nichts; es beſagt nur, daß
er klüger war als jeder Tuchun, denn er hat ſich nicht durch eine
Statthalterſchaft von Peking fortſchicken laſſen, daß er richtige
Momente zu erfaſſen weiß. Aber er war mehr, weit mehr, näm=
lich
ein Vertrauter des größten Staatsmannes, den China ge=
habt
hat, ſeitdem überhaupt vom himmliſchen Reich in praktiſcher
Politik die Rede iſt, von Yuan Schi Kai.
Ja, wpas iſt denn nun aber aus dem verratenen Wu geſvor=
den
? Das läßt ſich nicht ſo leicht ſagen. Er iſt an Bord der
Hwah Hah im Hafen von Tſchifu angekommen, begleitet von
zwei Kriegsſchiffen, und ſoll von dort nach dem Süden abgereiſt
ſein. Man hat noch keine Meldung, daß ſeine vier Kreuzer von
ihm abgefallen ſind. Was Wu zu dieſer Reiſe bewogen hat und
was ihr eigentliches Ziel iſt, konnte nicht ermittelt werden. Iſt
es für den Europäer überhaupt möglich, den Oſtaſiaten zu er=
kennen
, wenn er nicht erkannt ſein will? Jetzt befinden ſich fünf
amerikaniſche Zerſtörer dort, zur Beobachtung.

Vom Tage.
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskoſten für den 12. No=
vember
iſt gegenüber der Vorwoche um 0,5 Prozent auf 122,4 Prozent
zurückgegangen.
Die ſchon vor einiger Zeit eingeleiteten Lohnverhandlungen bei der
Reichspoſt ſind heute vormittag im Reichspoſtminiſterium wieder aufge=
nommen
worden.
Der Reichsverband der deutſchen Induſtrie und die Vereinigung der
deutſchen Arbeitgeberverbände haben nach eingehender Erörterung in
einer gemeinſamen Sitzung ihrer Hauptausſchüſſe die Forderung aufge=
ſtellt
, daß die Umſatzſteuer, die Luxusſteuer und ähnliche Steuerarten,
noch mehr ermäßigt werden müiſſen.
Die Reichsliſte der Deutſchen Demokratiſchen Partei enthält als
Spitzenkandidaten Frau Miniſterialrat Dr. Bäumer, Anton Erkelenz,
Dr. Hermann Fiſcher, Dr. Ludwig Haas.
Der Reichswahlvorſchlag der nationalſozialiſtiſchen Freiheitspartei
beginnt mit folgenden Namen: 1. Ludendorff, 2. v. Graefe, 3. Straſſer,
4. Graf Reventlow.
Die geſtrigen Lohnverhandlungen in Eſſen zwiſhen den Zechen=
beſitzern
und den Werkarbeitern ſind nach eingehenden Erörterungen
der beiderſeitigen Standrunkte geſcheitert.
Die auf Grund des Londoner Abkommens eingeſetzte gemiſchte Kom=
miſſion
für die Sachlieferungen hat ſich in ihrer geſtrigen Nachmittags=
ſitzung
dahin geeinigt, daß die im Abkommen vorgeſehene neutrale Per=
ſönlichkeit
zur Verhandlung hinzugezogen werden ſoll. Die Ernennung
des Neutralen wird in den nächſten Tagen erfolgen,
Der Schatzkanzler Lord Churchill hat mit dem Generalpoſtmeiſter
Tompſon die Frage der Wiedereinführung des 1=Penny=Poſttarifs er=
örtert
. In gut unterrichſteten Kreiſen glaubt man, daß dieſe Frage im
Sinne des Schatzkanzlers gelöſt werde.
Die italieniſche Regierung hat beſchloſſen, im Jahre 1925 in den in
Betracht kommenden Häfen Klein=Aſiens die ſtändigen italieniſchen
Druppenſtationen wieder einzurichten.
Die ſpaniſche Regierung hat das ſpaniſch=belgiſche Abkommen für den
10. Dezember gekündigt,
Die jugoſlawiſche Regierung hat die ſofortige Aufhebung der Auto=
nomie
Kroatiens und Slawoniens, die auf Wunſch der Kroaten von der
Regierung Davidowitſch derfügt worden war, aufgehoben.
Die Zahl der Opfer bei dem geſtern gemeldeten Erdbeben in
Wonoſobo beträgt 300 Tote, außerdem ſind zahlreiche Perſonen ſchwer
verletzt.

Die öfterreichiſche Kriſe.
Vor der Entſcheidung.
Wien, 14. Nov. (Europapreß.) Heute vormittag trat im
Bundeskanzleramt die Konferenz der öſterreichiſchen Landes=
hauptleute
und Landesfinanzreferenten zuſammen, die vom
zurückgetretenen Bundeskanzler Dr. Seipel telegraphiſch einbe=
rufen
wurden, um mit ihm über die Beilegung der Regierungs=
kriſe
zu beraten. Die Ausſichten der Konferenz werden in poli=
tiſchen
Kreiſen nicht allzu günſtig beurteilt. In den Kreiſen der
Landesvertreter herrſcht Mißſtimmung gegen die Regierung. Die
Länder fordern die unbedingte Anpaſſung der Verwaltung an
die Verfaſſung von 1920, was das Feſthalten an dem föderali=
ſtiſchen
Syſtem bedeutet. Die Landesvertreter lehnen entſchieden
die zentraliſtiſchen Tendenzen der Regierung Seipel, insbeſon=
dere
des Finanziiniſters, ab. Ebenſo ſtellen ſich die Landes=
vertreter
geſchloſſen gegen das von der Regierung angeſtrebte
Syſtem der Abgabenteilung zwiſchen dem Bunde und den Län=
dern
. Die Ablehnung der Politik des Finanzminiſters durch
die öſterreichiſchen Landeshauptleute iſt allgemein.
Mit dem Beginn der Konferenz der öſterreichiſchen Landes=
vertreter
iſt dieſe erſt geſtern mit vollem Erfolg ausgebrochene
Kriſe der Regierung Seipel in die Nähe der Entſcheidung ge=
rückt
Wenn der ſeit dem Zuſtandekommen der letzten Genfer
Vereinbarungen ſtändig latente Konflikt zwiſchen den Ländern
und der Regierung in den jetzigen Beſprechungen keine Bei=
legung
erfährt, wird das Kabinett Seipel ſchwerlich im Amte
bleiben können.
Ein Zwiſchenfall in Rom.
Rom, 14. Nov. (Europapreß.) Vor dem Miniſterium des
Aeußern ereignete ſich heute ein Zwiſchenfall, der auf der belebten
Straße großes Aufſehen erregte. Als der ruſſiſche Geſandte mit
ſeinem Auto in den Hof des Palazzo Chigi einfuhr, ſtürzte ſich ein
junger Faſziſt auf das Auto und verſuchte, die Sowjetflagge
herunterzureißen. Er wurde von Geheimpoliziſten verhaftet. Der
Zwiſchenfall führte zu einem Auflauf und hatte auch ein diplo=
matiſches
Nachſpiel. Als der Botſchafter im Empfangsſaal er=
ſchien
, entſchuldigte ſich der Kabinettchef des Außenminiſteriums
und nachher Muſſolini ſelbſt wegen des Vorfalles, der nur der
Unbedachtſamkeit eines faſziſtiſchen Heißſpornes zuzuſchreiben ſei
Dieſer hat ſich wegen Beleidigung des Vertreters einer auslän=
diſchen
Macht gerichtlich zu verantworten.

* Künſtler=Abend in der Traube.
Der Bunte Abend den die Solomitglieder des Landes=
theaters
geſtern in der Traube zum Beſten der Altpenſionäre
veranſtalteten, war nicht ſo zahlreich beſucht wie die vorhergehen=
den
, eine Folge ungenügender Vorbereitung in propagandiſtiſcher
Hinſicht. Was im Intereſſe derjenigen, denen der materielle Er=
folg
des Abends zugute kommen ſoll, zu bedauern iſt, brachte
Vorteile für die kleine Gemeinde der Beſucher, die nicht ſo in
drangvoll fürchterlicher Enge zu ſitzen brauchte. Es herrſchte
bald eine recht animierte Stimmung und die künſtleriſchen Dar=
bietungen
des Abends fanden die ungeteilte und uneingeſchränkte
Anerkenr ung, die die Qualität der Darbietungen rechtfertigt.
Als Anſager ſtellte ſich Herr Aldori dem Auditorium vor,
der dieſes Amtes ſehr dezent und anregend waltete und auch
mehrfach im Laufe des Abends ſoliſtiſch hervortrat, unter ande=
rem
auch als humorvoller Dialekt=Witze=Erzähler‟ Der erſte
Teil des Abends brachte ausſchließlich künſtleriſche Gaben ſeriöſer
Art. Herr Vogt ſang Lieder von Wolff und Schumann, Herr
Dr. Leo Barczinski italieniſche Foxtrotts, Frau Callam
die Roſinenarie mit wundervoll ſauberen perlenden Koloraturen,
und Herr Biſchoff mit ſeiner Gattin zuſammen Duette aus
Don Juan uſw. Am Flügel wirkte leitend und illuſtrierend
Herr Kapellmeiſter Ephraim.
Rezitationen brachte in ganz eigener wirkſamer Auffaſſung
Herr Max Hochſtetter, und zwar Gedichte von Liliencron
(Feſtnacht und Frühling, Mein Humor uſw.). Eine glän=
zende
rhetoriſche Leiſtung war der Vortrag der Dichtung Die
Glocken von Roſenberg durch Herrn Heilinger, der durch
reſtloſe Erſchöpfung des muſikaliſch=dramatiſchen, wie gedank=
lichen
Gehalts der wundervollen Dichtung dieſe zu einem ſtarken
reinen Kunſtwerk geſtaltete.
Fräulein Rita Müller=Wiſchin ſang ſchlicht=innige und
ſchelmiſche Lieder in warm empfundenem Vortrag und ſtimm=
licher
Feinheit. Sie gab damit den Uebergang zum humoriſtiſchen
Teil des Abends, der durch Herrn Hagner mit einem Sektlied
nach Shakeſpeariſchem Vorbild eingeleitet wurde. Herr Aldori
ſang mi feinem Humor im Vortrag den Rolandsbogen Volks=
lieder
in eigener Bearbeitung uſw. Als temperamentvoller Cou=
pletſänger
produzierte ſich Herr Alfred Schüler. Dann über=
nahm
Herr Bobbi Klupp das Amt des Anſagers, das er ſofort
mit pikanten Humoriſtieis eigenen Vortrags antrat, in denen der
liebenswürdige Künſter frei aus dem Gedächtnis ſchier
unerſchöpflich war. Die beifallsfreudigen Zuhörer erpreßten ſtän=
dig
Zugaben, Herr Aldori demonſtrierte unter ſchallender
Heiterkeit, wie er ſich einſtens als Einjähriger den erſten Knopf
annähte und andere neckiſche Dinge. Damit war das Programm
erſchöpft, gegen Mitternacht ging man höchſt befriedigt ausein=
ander
.

* Darmſtädter Herbſtausſtellung
in der Kunſthalle am Rheintor.
veranſtaltet vom Ortsverein der Allgemeinen Kunſtgenoſſenſchaft.
II.
Mit der Zuſammenfaſſung der Künſtler, die in dem repräſen=
tativen
Oberlichtſaal vertreten ſind, die in dem erſten Aufſatz
behandelt wurden, iſt ſelbſtverſtändlich keinerlei kritiſche Einſtel=
lung
gegenüber den anderen Künftlern gegeben, ebenſowenig wie
eine derartige Einſtellung darin geſehen werden darf, daß das
eine oder andere Bild Anlaß zu eingehenden Ausführungen gab.
Auch die übrigen Räume der Kunſthalle fügen ſich dem geſamten
Niveau durchaus an. Wir heben noch hervor die Landſchaften
von Herrn Georg Altheim (Darmſtadt), wie immer peinlich
ſauber gemalt, zart und zurückhaltend koloriert. Der Künſtler
ſieht die Landſchaft mit dem Auge eines feinſinnigen, empfind=
ſamen
Menſchen, und wie er ſie ſieht, prägt ſie ſich in ſeinen Bil=
dern
aus. Man möchte ihm manchmal mehr Temperament, mehr
inneren Impuls wünſchen. Was hier ein Manko iſt, iſt bei
Roland Anheißer (Jugenheim) ein Plus. Hier führt das
Temperament oft zu ſchemenhafter Impreſſion, oder zu allerdings
ſehr lebendig flotten Farbenſkizzen. Die Radierungen Anheißers
ſind ebenfalls ſtark im Ausdruck unter Beſchränkung auf das
zeichneriſch=techniſche Notwendigſte. Auch Meta Cohn=Hendel
(Berlin) malt breit, locker, ihre Palette iſt reich an Nüancen, ihr
Ausdruck männlich kraftvoll. Auch Ludwig Dettmann ( Ber=
lin
) darf in dieſer Reihe genannt werden. In ſeinem halb humo=
riſtiſch
gemeinten Bild Hahn, Henne und Enten intereſſiert
in erſter Linie der Erſtere, in dem ſich in Haltung, und beſon=
ders
im Kolorit, das ganz eitel=ſtolze, kämpferiſch Herrſchende
des Hühnerhofbeherrſchers ausprägt. Robert Eckert ( Darm=
ſtadt
) iſt in ſeinen Aquarellen wohl farbiger, ſonniger geworden,
aber ſowohl in dieſen wie in den Bleiſtiftſtudien iſt das not=
wendige
künſtleriſche Temperament durch allzu ſtarke Sachlich=
keit
niedergehalten. Otto Heinrich Engel (Berlin), von dem
wir ſchon Größeres (an künſtleriſchem Wert gemeſſen) ſahen,
hat Radierungen, Temperagemälde, ausgeſtellt, die immer einen
Zug ins Monumentale tragen, der den Künſtler beherricht, den
ganz zur Löſung zu bringen, ihm allerdings noch nicht gelungen.
Albert Hartmanns (Darmſtadt) Aquarelle ſind, obwohl
immer noch nicht hart im Kolorit, von eigenartigem, ſtarkem
Reiz. Der Künſtler betont gerade in ſeinen Waſſerfarben eine
Eigenart, die wohl anfechtbar ſcheint, immerhin in der konſequen=
ten
Durchführung einen künſtleriſchen Wert behauptet. Weicher
und ſtärker ſcheinen uns die Linoleumſchnitte.
Unter den Radier= und Zeichenkünſtlern iſt unbedingt herr=
ſchend
Friedr. Wilh. Kleukens (Darmſtadt), deſſen neue Jllu=
trationen
zu Fünfzehn Freuden der Ehe außerordentlich fein
bewegt, mit geſundem, ſinnlichem Humor belebt, technifeh ſo ſein

Rummer 318.

England und Rußland.
* In London weht plötzlich ein ſcharfer Wind, der den Herr=
ſchaften
in Rußland alles andere als angenehm ſein dürfte. Der
Unterausſchuß des Kabinetts zur Unterſuchung des Sinowjew=
briefes
iſt voller Arbeitseifer und hat ſeine Nachforſchungem
auch auf die geſamte ſowjetruſſiſche Propaganda in England
ausgedehnt. Der Ausſchuß behauptet, es ſei ihm gelungen,
allerlei unterirdiſche Kanäle zwiſchen der Moskauer Zentrale
und der engliſchen Kommuniſtiſchen Partei aufzudecken. Wenn
man einem engliſchen Funkſpruch Glauben ſchenken darf, ſucht
die Regierung Baldwin nach einem einigermaßen einleuchten=
den
Grund, um ſich von Rußland wieder loszulöſen. Es ſieht
ſo aus, als ob man die kommuniſtiſche Propaganda zum Anlaß
nehmen und alle ſowjetruſſiſchen Agenten ausweiſen will,
ſelbſtverſtändlich auch jene, die im diplomatiſchen Dienſt tätig
ſind. Den weiteren Ergebniſſen der Ausſchußarbeit und den
daran anknüpfenden Beſchlüſſen des Kabinetts, die vielleicht zu
einem Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen zu Rußland
führen können, darf man mit einiger Spannung entgegenſehen,
Die Zuſammenſetzung des Unterſuchungsausſchuſſes.
Nach einer Reutermeldung ſetzt ſich der vom Kabinett ein=
geſetzte
Ausſchuß zur Unterſuchung der kürzlich in England be=
triebenen
bolſchewiſtiſchen Propaganda und des obengenannten
Sinowjewbriefes zuſammen aus Auſten Chamberlain als Vor=
ſitzendem
, ferner aus Lord Birkenhead, William Johnſon=Hicks
und dem Attorny=General Sir Douglas Hogg.
Eine Rede Auſten Chamberlains.
Auſten Chamberlain ſagte in ſeiner Rede in Glas=
gow
noch, die vorige Regierung habe die Angelegenheit Sinow=
jew
ihren Nachfolgern in einem ſehr eigentümlichen Zuſtande
hinterlaſſen. Die von dem Premierminiſter ſelbſt
entworfene und ſpäter noch energiſcher gefaßte Note ſei
dem Sowjetvertreter übergeben worden, in der
die Sowjetregierung des Bruches nicht nur alter, ſondern auch
neuerlicher Verpflichtungen beſchuldigt wurde. Es ſei ein ernſtes
Dokument geweſen. Nachdem ſie die Uebergabe und Veröffent=
lichung
der Note veranlaßte, ſei es die letzte Handlung der vori=
gen
Regierung geweſen, zu erklären, daß ſie nicht in der Lage
ſei, zu entſcheiden, ob der Premierminiſter irgendwelche Grund=
lagen
für die erhobenen Beſchuldigungen hatte. Er, Chamber=
lan
, wolle keine Anſicht über dieſen Punkt ausſprechen. Aber
er wolle lediglich ſagen, daß von dem neuen Kabinet unverzüglich
ein Ausſchuß eingeſetzt werde, um die Angelegenheit zu unter=
ſuchen
. Dieſem Ausſchuß werde die geſamte Information, die
dem vorigen Kabinett zur Verfügung ſtand, vorgelegt werden,
und noch weitere Informationen, die das vorige Kabinett nicht
mehr rechtzeitig zur Uebermittlung an ſein Komitee erreicht
habe. Auf Grund des Berichts dieſes Ausſchuſſes werde die
Regierung beſchließen, welche Aktion ſie für angemeſſen halte.
Die Unruhen in Spanien.
TU. Paris 14. Nov. Die Blätter melden neue Verhaf=
tungen
ſpaniſcher Anarchiſten. In einer Pariſer Vorſtadt iſt ein
Anarchiſt feſtgenommen worden, der einen Revolver bei ſich trug.
Spaniſche Revolutionäre, die von Paris über Lyon, Marſeille,
Boulogue und Orleans verſuchten, die ſpaniſche Grenze zu errei=
chen
, ſind vor deren Ueberſchreiten nach dem Innern Frankreichs
zurückgedrängt worden. Ueber die Vorgänge in Spanien erfährt
der Korreſpondent des Daily Expreß aus San Sebaſtian fol=
gende
Einzelheiten:
Trotz der überaus ſcharfen Zenſur beginnt man allmählich,
klar zu ſehen. Die Erklärung des Königs Alfons, in der er be=
haupte
,, daß er die Diktatur angenommen habe, um den Bürger=
krteg
zu vermeiden, findet keinen Glauben mehr. In Katalomien
und Navarra gärt es in einem großen Teil der Truppen, die im
Begriff ſind, die Front zu wechſeln. Die Befreiung des Generals
Berenger, der bekanntlich eine Feſtungsſtrafe verbüßt, ſteht be=
vor
. Trotz der Hinrichtungen, die in Barcelona erfolgten, ſcheint
die Aufſtandsbewegung nicht unterbunden zu ſein. Zahlreiche
Sozialiſten, Republikaner und Liberale ſind in Barcelona, Sara=
goſſa
und Madrid verhaftet worden. Am letzten Montag und
Dienstag wurden 152 Perſonen ins Gefängis geſetzt. Die reak=
tionären
Elemente behaupten, daß die Diktatur weiter beſtehen
müſſe, da ſonſt der Sturz der Monarchie unvermeidlich wäre.
Der Matin meldet, daß zwei Spanier, die im Beſitze
eines Granatenlagers geweſen ſeien, in Reims verhaftet worden
ſeien, und daß im ſpaniſchen Generalkonſulat in Paris ein Dieb=
ſtahl
begangen worden ſei. Die Diebe hätten nur Petſchafte und
Itempel für amtliche Schriftſtücke und Päſſe geſtohlen, ſich jedoch
gehütet, Wertpaplere und Geld anzurühren.

gearbeitete Holzſchnitte, daß ſie wie Radierungen wirken. Wie
kaum ein anderer Künſtler iſt er in der Lage, in feinſter tech=
niſcher
Ausführung zarteſter Strichführung ſo ſtarken Ausdruck
zu finden und, je nach dem Vorwurf, auch derbes, hin und wieder
das Groteske ſtreifend, zu ſehen. Altmeiſter Kröh (Darmſtadt)
iſt mit einem ſehr ſauberen, friſchen, farbig temperamentvollen
Landſchaſtsbild an der Mümling bei Neuſtadt gut vertreten.
Maria Mendelsſohn mit zwei flotten Radierungen, Elſe
Pfiſter=Kaufmann (Darmſtadt) iſt mit Bildnis, Radie=
rungen
und Lithographien vertreten, die ein gutes zeichneriſches
Können und gute Charakteriſierungskunſt verraten. Sehr flotte,
feine Charakterſtudien ſind die ſehr ſicher erfaßten und techniſch
ſtark gemeiſterten Typenſtudien von Eduard Thöny ( Mün=
chen
). Hans Vielmetter (Darmſtadt) hat ein Knabenbildnis,
ſehr intereſſant, ſehr ernſt und ſtarkes impulſives Talent ver=
ratend
. ferner Stilleben, künſtleriſch reizvoll, und drei Radie=
rungen
ſizilianiſcher Landſchaften ausgeſtellt, die des jungen
Künſtlers ſehr ſtarkes, zukunftsreiches Talent überzeugend offen=
baren
.

* Der Affe als Einbrecher. Ein Affe namens Jocy, der
ſeinem Beſitzer entflohen iſt, hält ſeit einer Woche die Bewohner
eines Londnoner Straßenviertels in Aufregung. Er hat bereits
zahlloſe Einbrüche verübt und bisher allen Bemühungen der
Polizei und der Bürger getrotzt, ihn gefangen zu nehmen oder zu
erſchießen. Joey hat als Nachtquartier ſich Brunswick Park aus=
gewählt
und ſteht ſehr früh auf. Seine Spezialität ſind offene
Fenſter. Erblickt er ein ſolches, ſo klettert er an der Dachtraufe
entlang, guckt mit grimmigem Grinſen in den betreffenden Raum
und treibt damit die Anweſenden in die Flucht. Dann ſpringt er
hinein, ergreift irgend etwas, was ihm eßbar erſchient, und ent=
flieht
. Einmal hatte ſich bereits eine große Menſchenmenge ver=
ſammelt
, die eine wilde Jagd über die Dächer veranſtaltete, um
ſeiner habhaft zu werden, aber er entwiſchte noch glücklich. Ein
andermal ſah man ihn auf einem Baum ſitzen, augenſcheinlich
ſehr böſe über das ſchlechte Wetter, aber dem Aufgeben ſeiner
Freiheit widerſtrebte er. Dann glaubte man ihn ſchließlich ganz
ſicher zu haben. Eine Frau hatte die Geiſtesgegenwart beſeſſen,
das Fenſter zuzuriegeln, nachdem Joey hereingeſprungen war;
dann hatte ſie die Tür abgeſchloſſen und war zur Polizei gelaufen,
um den Einbrecher verhaften zu laſſen. Aber Joey hatte unter=
deſſen
ein Stück Seife ergriffen und es zu verſpeiſen begonnen.
Da die Seife ihm augenſcheinlich nicht ſchmeckte, ſo warf er ſie
entrüſtet durchs Fenſter, zertrümmerte eine Scheibe und folgte
der Seife auf dem Fuß. Als man kam, war das Neſt leer. Im
allgemeinen bevorzugt er bei ſeinen Einbrüchen Gemüſeläden, in
denen er Bananen, Aepfel, Weintrauben uſw. mitnimmt. Die
Polizei hat ſich in ihrer Verzweiflung einen Sachverſtändigen
nus dem Zoo verſchrieben, aber auch dieſer hat bisher den vier=
füßigen
Verbrecher noch nicht dingfeſt machen können.

[ ][  ][ ]

Nummter 318.

Samstag, den 15. Noßember 1924.

Der Wahlaufruf
der Deutſchen Bolfspartei.
Berlin, 14. Nov. Der in Dortmund beſchloſſene Wahl=
aufruf
der Deutſchen Volkspartei hat folgenden Wortlaut:
Das Schickſal der Nation wird durch die Außenpolitik be=
ſtimmt
. In ihrem Zeichen ſteht der Wahlkampf. Mit der Parole
Durch Arbeit und Opfer zur Freiheit! ſind wir
in den letzten Wahlkampf gezogen. Wir haben unſer Wort ein=
gelöſt
. Die Uebernahme der Laſten des Sachverſtändigengutach=
tens
iſt nur erfolgt unter der Zuſicherung der Befreiung deutſchen
Landes, die eingeſetzt hat. Das Erreichte muß fortgeführt und
ausgebaut werden. Wir bekennen uns zu dem Gedanken natio=
naler
Realpolitik. Sie unterſcheidet ſich ebenſo von einer
Illuſionspolitik, die ſich eine nicht vorhandene Macht vortäuſcht,
wie von jener Illuſionspolitik, die von militäriſcher Abrüſtung
Deutſchlands Erfolge erträumt und nicht aus der Vergangenheit
gelernt hat. Befreiung des Vaterlandes von mora=
liſchen
und materiellen Feſſeln iſt unſer Ziel. Wider=
ſtand
gegen Rechtsbruch, Verſtändigung mit den Gegnern auf
dem Fuße der Gleichberechtigung, Uebernahme von Laſten nur
gegen Sicherung von Freiheit, Ehre und Leben als Kulturvolk,
Wiedereinführung Deutſchlands als Faktor in
Weltpolitik und Weltwirtſchaft ſind die Meilenſteine
unſeres Weges. Auf dieſem Wege werden wir auch unſeren un=
verjährbaren
Anſpruch auf koloniale Betätigung zu
erkämpfen wiſſen. Starkes nationales Wollen und klug abwägen=
der
Verſtand bleiben unſer Rüſtzeng. Die erſten Erfolge dieſer
Politit der Deutſchen Volkspartei und ihres Führers beginnen
jetzt zu reifen. Wer ſie ſichern und ausbauen will, der gehört in
unſere Reihen. Erfolgreiche Außenpolitik ſetzt im Innern
Wiederherſtellung des Rechtes und der Staats=
autorität
, ſowie Wiedergeſundung der Wirt=
ſchaft
voraus. Wir haben im Reich und in Preußen, wie auch
in den Ländern ſeit Jahr und Tag die Grundlagen dazu gelegt,
auf ihnen muß weitergebaut werden. Die Wunden, die Krieg,
Revolution und Inflation geſchlagen haben, werden ſich erſt
dann wieder ſchließen, wenn die unglücklichen Scharen der Ent=
rechteten
und Geſchädigten und die Kriegsbeſchädigten
unter Anſpannung der äußerſten Kräfte des ganzen Volkes wie=
der
aufgerichtet ſind. Für gerechte Aufwertung
werden wir wie bisher kämpfen. In der Sorge für die
Auslands= und Grenzdeutſchen, die Verdrängten
und Vertriebenen werden wir nicht nachlaſſen. Wiedergeſun=
dung
der Wirtſchaft iſt ohne Produktionsförderung, ver=
nünftige
Steuerreform und ſtaatlichen Schutz derjenigen Zweige
nicht denkbar, die trotz rationeller Arbeitsweiſe der Auslands=
konkurrenz
unterliegen würden. Auf der Grundlage notwendigen
Schutzes ſind die Handelsvertragsverhandlungen
gefördert worden, die uns den Wiedereintritt in die Weltwirt=
ſchaft
ſichern und unſerer Ausfuhrinduſtrie die notwendige Ent=
faltung
gewährleiſten. Blühende Produktion iſt zugleich Konſu=
mentenintereſſe
und Vorausſetzung für Erhaltung und Ausbau
ſozialer Einrichtungen. Nur mit ihrem Mittel können die Kultur=
güter
gepflegt werden, die wir von den Vorfahren übernommen
haben und die wir ſelbſt entwickeln wollen. Nur in geſunder
Wirtſchaft und geſicherten Rechtszuſtänden gedeihen die Kräfte
des Gemütes, welche Familie und Religionsgemeinſchaft in ſich
bergen und die ohne chriſtliche Erziehung in der Schule verküm=
mern
. Für die Durchführung dieſer Aufgaben, für den Glauben
an Deutſchlands Wiederaufſtieg brauchen wir die Hingabe an
politiſche Ideale. Die Deutſche Volkspartei verei=
nigt
in ſich das nationale, liberale und ſoziale
Empfinden. Wir müſſen feſt im nationalen Boden wurzeln,
Staat, Wirtſchaft und Erziehung mit liberalem Geiſt erfüllen
und in ſozialem Gefühl durch einen Ausgleich der Gegenſätze
eine deutſche Volksgemeinſchaft erſtreben. Die Grundlagen, die
wir gelegt haben, werden das zuſtande bringen. Das Ziel der
Befreiung rückt erneut in unerreichbare Ferne, wenn Radikalis=
mus
und Sozialismus zur Herrſchaft kommen. Der Linksblock
würde das Rad der Entwicklung noch einmal zurückdrehen und
das Volk von neuem in Klaſſenkampf ſtürzen. Die Deutſche
Volkspartei ſtellt ſich dieſem Treiben entſchloſſen in den Weg und
wird mit allen Mitteln für eine gradlinige Fortführung der Auf=
bau
= und Geſundungspolitik kämpfen. Unter falſcher Flagge,
mit irreführender Parole iſt der Wahlkampf eingeleitet worden.
Verfaſſungsfragen ſtehen nicht im Vordergrund. Die Grundlage
bes Staates bedroht nur, wer das Volk nicht zuſammenfaſſen,
ſondern in zwei Teile zerreißen will. Zur Schau getragenes
Republikanertum iſt keine Gewähr für Tüchtigkeit und Charak=
ter
. Bannerparaden lenken vom Weſentlichen ab und tragen die
Gefahr der Ueberhetzung und Verhetzung in ſich. Was uns not
tut, ſind nicht Schlagworte und Formen. NurArbeit, Ver=
antwortungsbewußtſein
und Opferſinn führen

* Dasz Aphagenhaus in Danzig.
Von Dr. E. Zeh.
Die Langgaſſe Danzigs, eine via triumphalis deutſcher
Städtebilder! Die Spätrenaiſſance hat in dieſer feſtlich auf=
rauſchenden
Parade nordiſch hanſeatiſcher Patrizierhäuſer das
Wort, aber eine Spätrenaiſſance eigenartigſter Prägung. Ge=
meinſam
iſt faſt allen Danziger Wohnhäuſern ein Idealtypus:
die der Straßenflucht zugekehrte Front iſt ſchmal, auf drei
Fenſterachſen beſchränkt, deſto mehr wachſen aber die mit reizvoll
ausgeſtalteten Giebeln bekrönten Bauten in die Höhe. Doch ſteht
dieſer durch die einſtigen Befeſtigungsbauten erzwungenen Eng=
brüſtigkeit
der Frontſeite eine von der Straße aus nicht zu
ahnende Tiefenausdehnung oft bis zu achzig Metern gegenüber.
Trotz dieſer Gleichförmigkeit im Grundriß und Aufbau der
einzelnen Wohnſtätten entſtand keineswegs ein langweiliges ſche=
matiſches
Straßenbild. Im Gegenteil! Ein ungemein maleriſches
Spiel von Lichtern und Schatten huſcht über den ſo abwechflungs=
reichen
architektoniſchen Zierat der Straßenfronten hinweg. Da
geſellt ſich zu einem Haus in reichſter italieniſcher Spätrenaiſ=
ſance
ein anderes in den jugendfriſchen, ſo phantaſievollen
Schmuckformen der nordiſch=niederländiſchen Renaiſſance. Die
Erklärung hierfür: Mißwachs in Norditalien in den Jahren
158890 brachten die Stadt Danzig, den damaligen Hauptaus=
fuhrhafen
der reichen polniſchen Getreideernten, mit italieniſcher
Kunſt und Kultur, beſonders Venedigs, in engſte Berührung;
z. Zt. der niederländiſchen Befreiungskriege ließen ſich zahlreiche
Niederländer in Danzig nieder. Dieſe Stilmiſchung, der aber auch
die einheimiſche, etwas phantaſtiſche künſtleriſche Paraphraſe nicht
fehlt die im Winde zappelnde Schildkröte auf dem Giebel des
Geburtshauſes der Johanna Schopenhauer in der Heiligengeiſt=
gaſſe
mag als eine wenn auch nur beiläufig illuſtrierende An=
deutung
genügen, verleiht der Danziger Langgaſſe ihre unver=
gleichliche
maleriſch=feſtliche und ſo lebensfreudige Geſamtſtim=
mung
.
Eingereiht in dieſe Triumphſtraße deutſchen Hanſageiſtes iſt
auch das Uphagenhaus. Gemeſſen an den architektoniſchen Parade=
ſtücken
der Langgaſſe, dem Löwenſchloß dem Speymannſchen
Haus, von dem die Sage geht, die ganze Faſſade ſei zu Schiff
von Venedig aus eingeführt worden, der ſagenumwobenen Pa=
trizierwohnſtätte
Adam und Eva könnte man an dem äußerlich
weit beſcheideneren Uphagenhaus gar leicht vorbeiſehen. Iſt auch
erſt 1776 von dem Ratsherrn Uphagen, deſſen Geſchlecht in den 90er
Jahren des 16. Jahrhunderts aus Ypern einwanderte, er=
*) Siehe dazu die Abbildungen in der heutigen Nummer der
Gegenwart, die wir dem Entgegenkommen der Direktion der Städtiſchen
Sammlungen Danzigs verdanken. Wir verweiſen noch auf den illu=
ſtrierten
Sonderdruck Das Danziger Uphagenhaus von Dr. Secker
aus der Kochſchen Zeitſchrift Dekorative Kunſt.

zur Freiheit. So kämpfen wir für nationale Realpolitik
einer ſtarken Regierung auf den Grundlagen des Rechtsſtaates
farben Schwarz=Weiß=Rot wollen wir ein neues
Deutſchland ſchaffen. Der Weg zu dieſem Aufſtieg führt nicht bei der öffentlichen Meinung, ſo war das ſicherlich nicht oppor=
Volkspartei!
Dr. Streſemann über die Politik der O.V.P.
partei in Dortmund ſprach Reichsaußenminiſter Dr. Streſe=
mann
über die politiſche Lage. Er ſagte unter anderem:
Unſer Wahlaufruf ſagt, daß das
deutſche Schickſal durch die Außenpolitik beſtimmt
iſt eine Außenpolitik, die ſich der Begrenztheit unſerer Machtmittel
bewußt iſt und die in bewußtem, zähen Ringen eine Verſtändi= liberal, hie gut deutſch allerwege!
gung als gegenſeitiges Entgegenkommen auffaßt. Wir nannten
dieſe Politik nationale Realpolitik. Man darf ſich doch nicht eine
Macht vortäuſchen, die nicht mehr vorhanden iſt. unſere Real= Der Jahrestag der Rentenmaf:
politik ſtellt ſich aber andererſeits bewußt darauf ein, daß wir
unſere Wirtſchaftskraft und das Intereſſe der Welt an der Auf=
rechterhaltung
der Ordnung in Deutſchland ausnutzen und daß
wir weiter auch als entwaffnetes Volk uns nicht zwingen laſſen,
etwas zu tun, was gegen unſere Begriffe von Ehre und Würde
Parteien der Rechten, ſo trennt ſie ſich auch mit Entſchiedenheit
von der Illuſiionspolitik der Linken. Die Linke glaubt, durch
Erfüllung zur Verſtändigung zu kommen. War es nicht auch die=
gerechten
Frieden erhoffte? Bewahrte uns dieſe Politik vor dem
Verluſte Oberſchleſiens? Die Behauptung der Linken, daß die
Deutſche Volkspartei die alte
Erfüllungspolitik
treibe, iſt vollkommen abwegig. Der Unterſchied zwiſchen der frü= nahmen befreit worden iſt, deren erſte am 15. November 1923
heren und jetzigen Außenpolitik liegt in der Verſchiedenheit der wirkſam wurde. Frage: Sie meinen alſo, Herr Miniſter, daß
um die Londoner Vereinbarungen handelte, war man auf der
einen Seite für bedingungsloſe Annahme, auf der anderen Seite tenmark kein Zaubermittel, das mit magiſcher Kraft die Wirk=
für
die Annahme unter der Bedingung, daß die Befreiung der
Ruhr ſichergeſtellt werde. Das Kabinett entſchied ſich für die Po=
litik
, nicht bedingungslos anzunehmen. Es iſt am erſten Tag in
mung der Ruhr verlangt wurde. Wir forderten weiter in erbit=
tertem
Ringen weſentliche Aenderungen des Dawesplanes. Wir
gelangten ſchließlich zu einem Kompromiß, das nicht erreicht wor=
den
wäre, wenn wir uns auf den Standpunkt der bedingungs=
tritt
auch bei unſerer
Stellung zum Völkerbund
zutage. Unſere Auffaſſung war, daß wir nämlich nur als aner=
kannte
Großmacht und weiter nur unter der Berückſichtigung der
beſonderen Stellung, die uns die Abrüſtung auferlegt, in den
ſen Weg nationaler Realpolitik gehen.
In der Innenpolitik hageln Vorwürfe auf die Deutſche
ſich nicht geändert, aber ihre Taktik muß mit den parlamenta=
riſchen
Möglichkeiten rechnen. In der Erklärung der Fraktion
vom 12. Januar 1923 ſteht das
grundſätzliche Bekenntnis zur Volksgemeinſchaft
im Mittelpunkt. Wir reichten der Sozialdemokratie die Hand.
Wir mußten es ſelbſtverſtändlich auch den Deutſchnationalen ge=
genüber
tun, nachdem ſie ſich auf den Boden unſerer Außenpolitik
geſtellt haben.
Unſere ganze Haltung war keine Verleugnung der Politik,
die wir in Preußen und Sachſen getrieben haben, oder die Po=
litik
der großen Koalition im vorigen Jahre. Man vergißt, daß
der Sturz dieſer Koalition nicht durch uns geſchehen iſt. Was
wir mit unſerer Politik erſtrebten, war nicht die Schaffung eines
Bürgerblocks gegen diejenigen, die nicht Bürger ſind. Gegen die
Politik, die den Rechtsblock gegen den Linksblock ausſpielen
möchte, habe ich mich ſtets gewandt. Die Sozialdemokratie be=
geht
den großen Fehler, das Dawesgutachten zu loben, aber
nicht die Konſequenzen zu ziehen, ſo daß wir nicht glauben kön=
nen
, die großen wirtſchaftlichen und finanzpolitiſchen Aufgaben
mit einer großen Koalition löſen zu können. Die Deutſchnatio=
nale
Volkspartei zeigt gegenwärtig noch keine einheitliche Füh=
rung
, aber hoffen wir, daß ſie den Weg von der Oppoſi ion zur
verantwortlichen Mitarbeit findet, und daß dadurch unſere ſtaat=
lichen
Verhältniſſe konſolidiert werden mögen.
Die gegen mich erhobenen perſönlichen Vorwürfe der oppor=
tuniſtiſchen
Politik ſcheitern an den Tatſachen. Meine Politik als
baut worden. Aber dieſes Haus erſchließt uns ſeine hohe kul=
tur
= und kunſtgeſchichtliche Bedeutung erſt im Innern; denn mit
Ausnahme der Schlaf= und Geſchäftsräume iſt ſeine ganze Ein=
richtung
bis zum reichen Tafelgeſchirr in aller Urſprünglichkeit
aus der Zeit ſeiner Erbauung erhalten geblieben. Es gibt kaum
noch eine Stätte, die uns einen ſo geſchloſſenen Einblick in die
Wohnkultur eines kunſtſinnigen deutſchen Patriziergeſchlechtes
des 18. Jahrhunderts zu gewähren vermöchte. Im Anblick dieſer
ſo ſicher in ſich ruhenden charaktervollen bürgerlichen Kultur be=
ſchleicht
uns wahrlich ein Gefühl von Trauer, wenn wir an den
Abſturz von dieſer Höhe in den Snobismus des 19. und 20. Jahr=
hunderts
denken. Grundriß= und Inneuraumdispoſition des
Uphagenhauſes zeigen wieder Typiſches. Im Erdgeſchoß, das
ſich ohne Unterbrechung in die Tiefe erſtreckt, die Diele mit ein=
gebautem
kleinerem Geſchäftsraum und darüber liegender ſogen.
Hangelſtube, der große Geſchäftsraum, Durchgangsräume zu
Hintergebäuden mit Küche, Stallungen und eingebauten Treppen
für die oberen Stockwerke; im erſten Stockwerk, der große, die
drei Fenſter der Front einnehmende Empfangsſaal, gegenüber
durch die obere Diele getrennt der große Speiſeſaal, daran an=
ſchließend
drei ſchmale entzückende Durchgangsräume, ein Rauch=,
Leſe= und Muſikzimmer, die zu dem größeren Familien=Wohn=
und Eßzimmer führen, hinter dem noch einige nicht näher be=
ſtimmte
Räumlichkeiten angeordnet ſind: das 2. Stockwerk mit
den Schlaf=, Gaſt= und Bedientenzimmern.
Die Diele eine geräumige Halle, rechts der Eingang in das
kleine Geſchäftszimmer. Breit ausladend empfängt die Treppe
den Beſucher und führt ihn in halber Höhe zunächſt in die wie
eine Schiffskofe anheimelnde zierliche Hangelſtube, in der man
zur Winterszeit den Tee einzunehmen pflegte. Mit welch feinem
archiiektoniſchem Taktgefühl iſt dieſer bauliche Sonderkörper, um=
ſponnen
von ätheriſch leichtem Rokokozierat, in den Geſamt=
raum
der Diele eingefügt, der den beiden kleinen Innenräumen
auch noch ſein gedämpftes Licht zuführt. Die Möbel dieſes Stüb=
chens
dürften ſchon der Zeit um 1800 angehören. Alle Holz=
flächen
der Baueinrichtung, Geländerpfoſten, Türfüllungen
und Sockel, die irgendwie der Malerei die Möglichkeit einer
Entfaltung bieten, ſind mit heiteren Rokokoſzenen und Land=
ſchaften
bemalt. Wir ſteigen die nun enger werdende Treppe
zum 1. Stockwerk empor und treten in den großen Empfangs=
ſaal
, in den das Licht durch die 3 hohen Frontfenſter hereinflutet.
Türen, Niſchen und Möbel weiß gehalten, zart mit Gold ſtaffiert,
die Wände mit Sioff beſpannt, die damaſtenen Möbelbezüge rot.
Ungemein reizvoll in dieſem Raum die ſo gütliche dialogartige
Auseinanderſetzung des noch vorherrſchenden Rokokos mit dem
bereits eindringenden Zopfſtil! Im gegenüberliegenden großen
Speiſeſaal mit ſeiner ausgeſprochenen Wohnlichkeit, iſt engliſcher
Geſchmack, etwas an frühes Biedermeier erinnernd, herrſchend.
Die Tür zu den Verbindungszimmern ſteht offen. Lockende Töne
aus dem entfernten Muſikzimmer klingen herüber. Wir ſchauen

Seite 3.

Parteiführer und als Miniſter war durchaus nicht auf populäre
Gegenwartsſtrömungen eingeſtellt. Wenn ich beiſpielsweiſe als
und geſunder Wirtſchaft. Unter dem Symbol der alten Reichs= Außenminiſter für die grundſätzliche Annahme des Dawesgur=
achtens
eintrat, ohne Befragung der Partei, ohne Rückendeckung
rechts und links, er führte gerade aus. Darum wählt Deutſche tuniſtiſche Politik Ich mußte gegen die öffentliche Meinung an=
kämpfen
. In dieſem Geiſte werde ich auch künftighin meinen
Weg gehen, unbelümmert um Lob oder Tadel.
In der Innenpolitik ſtehen wir, vor bedeutſamen
Fragen, die alsbald gelöſt werden müſſen. Es handelt ſich um
Berlin, 14. Nov. Auf dem Parteitag der Deutſchen Volks= Fragen der Steuerreform, der Aufwertung, der Beſoldungsver=
hältniſſe
des Beamtentums. Sie konnten erſt in die Hand ge=
nommen
werden, als die unendlich ſchwierigen Experimente der
Stabiliſierung unſerer Rentenmark geglückt waren. Der Mi=
niſter
ſchloß: Wir ſind und bleiben eine Partei von liberalem
Grundcharakter. Wir wollen bewußt liberale Politik treiben und
wird. Seit Auguſt vorigen Jahres iſt die Deutſche Volkspartei, die alten liberalen Grundſätze der Gewiſſensfreiheit und Tole=
führend
für die Außenpolitik verantwortlich. Was wir brauchen, ranz niemals aufgeben. Mit gutem Gewiſſen ſehen wir der
Entſcheidung des Volkes bei den Wahlen entgegen. Hie gut
Dr. Luther über das erſte Jahr der Stabiliſierung.
TU. Berlin, 15. Nov. Anläßlich des erſten Jahrestages
der Einführung der Rentenmark am 15. November empfing
verſtößt. Trennt ſich unſere Auffaſſung der Außenpolitik von den Reichsfinanzminiſter Dr. Luther einen Vertreter der Tele=
graphen
=Union zu einer Unterredung, in der er einleitend daran
erinnerte, daß der Weg zum Entſchluß der Reichsregierung, das
neue Zahlungsmittel zu ſchaffen, bis zum Einführungstage mit
ſer Gedanke, der einſt von der Ablieferung deutſcher Waffen einen Schwierigkeiten, ja man könne ſagen, mit Schreckniſſen geradezu
gepflaſtert war. Trotzdem iſt die Rentenmark dann am 15. No=
vember
herausgekommen. Von dieſem Tage ſtammt der Wieder=
aufbau
der öffentlichen und wirtſchaftlichen Ordnung Deutſch=
lands
. Es iſt wohl auch nicht überflüſſig, daran zu erinnern,
aus welch entſetzlicher Not unſer ganzes Volk durch dieſe Maß=
Grundanſchauungen und Methoden. Als es ſich beiſpielsweiſe durch die Herausgabe der Rentenmark allein die Rettung nicht
vollzogen worden iſt? Antwort: Selbſtverſtändlich war die Ren=
lichkeit
verändert hätte. Sie war nur eine Vorausſetzung. Voll=
zogen
worden iſt die Rettung aus der Not durch die harten
Maßnahmen der Beſchränkung der Ausgaben des Reiches auf
London mit jener Begleitnote hervorgetreten, in der die Räu= das Aeußerſte und eine Steigerung der Einnahmen, die über
viele, in anderen Zeiten berechtigten Rückſichten hinweggehen
mußten. Man kann es auch ſo ausdrücken, daß, ſo ſchwer die
Schaffung der Rentenmark auch geweſen ſein mag, ihre Erhal=
tung
noch viel ſchwieriger war. In den öffentlichen Erörterun=
loſen
Erfüllungspolitik geſtellt hätten. Der gleiche Gegenſatz gen der Gegenwart ſieht es jetzt manchmal ſo aus, als wenn
dieſe Grundlage unſerer Rettung überhaupt vergeſſen worden
ſei, ja, als ob man gar nicht mehr wüßte, wie furchtbar die Zeit
der Inflation war. Jetzt macht man vielfach für die Not, die
herrſcht, die Maßnahmen der Regierung verantwortlich, ſtatt die
Urſache da zu ſuchen, wo ſie iſt, nämlich bei dem Ausgang des
Weltkrieges und bei der entſetzlichen Inflation. Es iſt, als
Völkerbund eintreten könnten. Wir werden auch in Zukunft die= wenn man den Kapitän eines Schiffes bei ſtürmiſcher Fahrt für
die Seekrankheit verantwortlich machen wollte.
Frage: Durch die neuerlichen Regierungsmaßnahmen und
Volkspartei nieder. Die grundſätzliche Einſtellung der Partei hat auch die allgemeinen Kundgebungen ſind doch jetzt gewiſſe Er=
leichterungen
auf ſteuerlichem Gebiet und auf der Belaſtungs=
ſeite
zum Teil durchgeführt und zum Teil in Ausſicht geſtellt?
Antwort: Gewiß, aber daß dies möglich geworden iſt, beruht
wieder nur darauf, daß durch die Rentenmark und durch die har=
ten
Maßnahmen des vorigen Winters die Befreiung von der
Inflation erfolgt iſt. Hätten wir nicht auf dieſem Wege, der
überhaupt möglich war, die finanzielle Ordnung wieder her=
geſtellt
, ſo gäbe es ſicher heute keine Erörterungen über Erleich=
terungen
irgendwelcher Art für die ſchwer leidenden deutſchen
Volksgenoſſen, ſondern es gäbe nur ein Elend, das man ſich
überhaupt nicht vorzuſtellen vermag.
Um die Aufbeſſerung der Beamtengehälter.
Berlin, 14. Nov. Wie wir hören, iſt damit zu rechnen,
daß die Verhandlungen mit den Beamtenſpitzenorganiſationen
über die Aufbeſſerung der Gehälter Ende der kommenden Woche
ſtattfinden, nachdem am Dienstag Beſprechungen mit den Ver=
tretern
der Länder ſtattgefunden haben. Der Geſamtvorſtand
des Deutſchen Beamtenbundes hat eine Entſchließung gefaßt,
die ſich gegen die Abſicht wendet, eine Aufbeſſerung der Bezüge
im Sinne der Annäherung an die Nominalgehälter der Frie=
denszeit
zu gewähren. Dadurch werde der wirtſchaftlichen Not=
lage
der Beamtenſchaft, insbeſondere der unteren Beſoldungs=
gruppen
, nicht abgeholfen. Vielmehr müſſe eine Neuregelung
erfolgen, die allen Beamten ein angemeſſenes Realeinkommen
gewähre.

durch die Zimmerflucht hindurch: ein Raumtrio von beſtricken=
dem
maleriſchem Reiz entzückt das wandernde Auge. Uebermütige
Rokokoſchnörkel und exotiſche Vögel muſizieren um die Wette mit
den ſilbernen Klängen, die vom roſafarbenen Spinett aufperlen.
Noch eine Tür tut ſich auf. Wieder ein größerer Raum nimmt
uns auf: das Wohn= und Eßzimmer der Familie, eine köſtliche
Muſchelſchale kultivierteſter und doch ſo anheimelnder, lebens=
bejahender
Wohnlichkeit. In der Ecke der traute weiße Fayence=
Kachelofen. Ein Winterabend! Wie man ſchon in dieſer Vor=
ſtellung
ſeine umſchmeichelnde Wärme ſpürt, den milden Kerzen=
glanz
des ſtrahlenden Kriſtallleuchters, wie man das heitere Ge=
plauder
der Tiſchgeſellſchaft wieder zu hören vermeint! Da
wird es auf einmal ſo lebendig im ganzen Haus! Ein necken=
des
Kichern klingt aus den lauſchigen Winkeln, aus den Schatten
treten lautlos lächelnde Menſchen heraus, anmutige Blumen=
mädchen
in bunten Reifröcken mit flatternden Bändern und
Rüſchen, ſchlanke Kavaliere in goldbetreßten Galaröcken, und
unter den Klängen einer verſteckten Streichmuſik entſchwindet im
zierlichen Menuett=Schritt die liebliche Viſion. Immer leiſer
und leiſer werdend tönt es aus der Ferne der dämmerigen Ge=
mächer
noch zu unſeren verträumten Sinnen:
Du biſt, Wirtin, ſüße Freude!
Jeder von uns iſt dein Gaſt.

Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
* Der Frankfurter Verein für orientaliſche
Sprachen hat ſeine Wintertätigkeit wieder aufgenommen und
folgendes Programm aufgeſtellt: 18. November: Dr. L. H. Schütz,
Die Perle des Orients (Lichtbilder aus Konſtantinopel); 25. No=
vomber
: Dr. Friedrich Schmalz, An den Ufern des Nils: 2. De=
zember
: Dipl.=Ing. Finger, Türkiſche Eiſenbahnen; 9. Dezember:
Geheimrat D. Dr. Dechent, Die heißen Quellen von Paläſtina;
20. Januar: Dr. L. H. Schütz, Orientaliſche Dichtkunſt; 27. Jan.:
Dr.=Ing. Karl Klinghardt, Die türkiſche Frau; 3. Februar: Dr.
Lüring, Malgiiſche Magie; 10. Februar: Herr Auguſt Lang, Chi=
neſiſche
Trachten mit Veranſchaulichungen; 17. Februar: General=
konſul
F. G. Müller=Beeck, Japans eßbare Pflanzen und japa=
niſche
Speiſefolgen; 24. Februar: Herr Ibrahim Seifullah aus
Konſtantinopel, Türkiſche Kunſt; 3. März: Prof. Peliſſier, Klein=
aſiatiſche
Griechenſtädte. Außerdem wird zu noch zu beſtimmender
Zeit Herr Dr. Schütz eine Führung durch die Schriftgießerei
Stempel veranſtalten, um deren orientaliſche Schriften zu zeigen.
Sodann werden Lehrgänge für orientaliſche Sprachen angezeigt:
Engliſch: Lektüre von Kin mit Veranſchaulichungen, General=
konſul
Müller=Beeck: Neugriechiſch: Prof. Dr. Peliſſier; Ruſſiſch:
Dr. L. H. Schütz; Hindoſtani: Dr. Lüring; Arabiſch: Dr. L. H.
Scütz; Türkiſch:Dr. L. H. Schütz; Ungariſch: Dr. L. H. Schütz;
Malaſiſch: Dr. Lüring; Chineſiſch: Dr. Lüring; Tamil: Dr.
Lüring; Hauſſa: Regierungsrat Prof. Miſchlich.

[ ][  ][ ]

OaMMAA

FlügeltPianos

FRANKFURHM-WB
Zeipziger 3tr. 59/61
A

Weihnachtsschlager!

Spielwaren

Durch eigene Schwerkraft ſchaukelnde Figuren
Muſier gegen Nachnahme von 1.50
Proſpelt koſtenlos!

Neuroth &beusser
Abt. Spielwarenfabrikation
Zentrale: Frankfurt a M., Beethovenſir

Vertreier und Exporieure geſucht
1 5331sg

Kein Gelegenheitskauf
ſondern Sie kaufen ſtändig bei mir

Best ein

erichtete fachmännisch

geleitete Reparaturwerkstätte
für Lact- und Personenwagen aller Fabrikate

große Modelle von 80 pfennig an
bis zu den feinſten
Hauen-Pfeifen
Dieſe deutſche Marke bürgt für
Gualität!
Deshalb beachten Sie vor Einkauf meine Schaufenſter!
Aelteſtes Pfeifen=Geſchäft Darmſtadts
H. Margutk
Nur noch Marktſtraße 3 (am Marktplatz)

BENZ-GAGGENAU
GEWERBE-WAGEN
Grosses Lager in
Automobilreifen aller Grössen
Vollreifenpresse, Automobil-
zubehör
jeder Art
Reparatur un d
Einbauen von
Lichtanlagen

Einzelunterstellräume
für 20 Wagen und 40 Motor-
räder
mit Waschgelegenheit
Ubernahme von kommissions-
welsem
Verkauf von Fah zeugen ohne
Kosten für die Auftraggeber Benzol- und
13557a) Benzintankstelle Dapolinstatlon Autoöle
Freund & Go., Darmstadt
Frankfurterstrasse 26 - Telephon 3217

jiederholte irrtüm=
W liche Anfrag, =
tigen
mich hiermit zu
der Berichtigung, daß ich
weder Vertreter der
Kraft= Auto=Verſ.
A.=G. bin, noch ge=
werbl
. Photographie
(* 33656
ausübe.
Ludwig Emil Häuſer
Darmſtadt
Mathildenſtr. 17, II.

Privat=Mittagstiſch,
gut zubereit, 12 Uhr,
Darmſt. Wilhelminen
ſtr. 17½ II. (*33323ds
Einige Damen und
Herren finden guten
bür erl. Mittags= u.
Abendtiſch. Wo?ſagt
Geſchäftſt. Auch wird
daſelbſt Heimarbeit
jeder Art angenom=
men
, ſowie Herren=
hemden
u. Damen=
wäſche
nach Maß an=
gefertigt
zu d. bill.

Aus den Amtsverründigungen deg Kreisamts
Darmſtadt und den Bekanntmachungen des
Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 dunkelfarbige Stofftaſche
mit Ringen. 1 kleines braunes Porte=
monnate
mit 50 Pfg. 1 ſchwarze Wachs=
tuchtaſche
. 1 gebrauchter Pinſel. 1 ver=
goldete
Broſche mit Herrenphotographie,
1 braunes Geldmäppchen mit 9 Pfg. Eine
kleine Radluftpumpe. 1 gelbwollene Kin=
derzipfelmütze
. 1 kleines braunes Porte=
monnaie
mit 35 Pfg. 1 brauner Damen=
pelz
. 1 graubrauner Mante gürtel. Ein
Taſchentuch, gez. T. D. 1 farbiger Kinder=
paltin
. 1 goldene Vorſtecknadel (grüner
Käfer). 1 Herrenregenſchirm. Zuge=
laufen
: 1 junger grauer Schäferhund. Ein
kleiner Hund. 1 graublaue Dogge. 1 Fox
(Baſtard.
Sonntagédienſt und Nachtdienſt in
den Apotheken Darmſtadts: Es verſehen
den Sonntagsdien t und in der Woche vom
15. Nov. bis einſchließlich 22. Nov. den
Nachtdienſt die Apotheke am Juſtizpalaſt,
Bismarckſtraße 9, die Einhorn=Apotheke,
Kirchſtraße 1

Echtes hand=
et

garbeitetes (b
Läuſer, Einſätze und Spitzen
zum Anfertigen eleganter Stores zu
ſtaunend billigen Preiſen. Verkauf im
Putzgeſchäft
Anna Berſch, Darmſtadt,

Sohl-leder
in Hälften und Oroupons
Chromsohlleder
unübertroffene Haltbarkelt
wasserdicht und gleitfrei
im Ausschnitt

Alle Schuhbedarfe
Fensterleder
Autoleder Schwämme
Katzenfelle
für Heilzweckt
gut und blllſg!
BIeIIEN
Lederhandiung
Darmstadt
4 Große Ochsengasse 4

Aufforderung.
Diejeni e Frau, die
Donnerstag nachm
gegen 4 Uhr wohl
irrtümlich einen alten
100=Millionenſchein
für einen 100= Billio=
nenſchein
in Bahlung
gab, iſt von Mit=
anweſenden
erkannt.
Sie wird auf efor=
dert
, den Schein geg.
Rück abe des Wechſel=
geldes
bis heute nach=
mittag
12 Uhr ab=
zuholen
, andernf. An=
zeige
erſtatt t wird
Fritz Dröll, Darm
Bägermeiſer 453596
Mtgriae.
NThmaſchinen
beſtes deutſch Fabrik
unübertroff an Güte,
bequeme Teilzahlg
Alleinvertreter
B. Drio, Darmſtadt
Karlſtr. 14.
151/4a
Ich empfehle mich in
Bilanz und
teuerweſen
J. P. Blum. Bücher
reviſor und Steuer=
berater
(Mz 15315
Mainz, Auguſtiner=
ſtr
. 32, Fernruf 4 105,
Empfehle nich im An
fertigen on Kind=
kleidung
und äſch
lexaf

HAGBBHAAT

Bedeutende, alteingeführte, angesehene
Morgenzeltung Nordwestdeutschlands
Allbeliebtes, parteiloses Familienblatt
mit stärkster Verbreitung
in Stadt und rrouinz Hannover und
angrenzenden Gebietsteilen (14414a)
Kaufkräftige Leserschaft in Gewerbe
Handel, Industrie und Landwirtschaft
Für jede großzügige Kundenwerbung
in Nordwestdeutschland unentbehrlich

Dickwur;, gelbe
Erdkohlraben u.
Gelbrüben
33657s
zu verk.
PeterSchecker III.
Griesheim b. D.
Frankfurterweg

Frau Spenglermſtr.
Schwarz, Darmſtadt.
Kiesſtraße 43 erteilt
keine Auskunft
über Waſch= u= Putz=
W
(:3307e

Schreibmaſchinen=
Arbeiten
eder Art werden an
gefertigt (14555=
Eliſabethenſtr. 57, pt

Schuchardſtraße 13

für die Reichstags= und

Die Wählerliſten, für, die am 7. De=
zember
1924 ſtattfindenden Wahlen zum
Reichstag und Landtag liegen von Sonn=
tag
, den 16. bis einſchl. Sonntag,
den 23. November 1924, in der Turn=
halle
am Kapellplatz zur allgemeinen
Einſicht offen, und zwar:
am Sonntag, den 16. November, von
91 Uhr,
von Montag, den 17. bis Samstag,
den 22. November, von 84/, Uhr,
und Sonntag, den 23. November, von
91 Uhr.
Innerhalb dieſes Zeitraums können
Einwendungen gegen die Richtigkeit un
Vollſtändigkeit der Wählerliſten ſchrift=
lich
oder mündlich zu Protokoll erhoben
werden.
Berechtigt zur Erhebung von Ein=
wendungen
ſind alle Perſonen männ=
lichen
und weiblichen Geſchlechts, die am
Tage der Wahl (7. Dezember) das zwan=
zigſte
Lebensjahr zurückgelegt haben,
und zwar bezüglich aller Eintragungen
in die Wählerliſte.
Wer die Eintragung eines Wählers
verlangt, muß für dieſen die für die
Stimmberechtigung erforderlichen Nach=
veiſe
eibringen. W.rden dieſe Nach=
weiſe
bis z m Ablauf der Einſpruchs=
riſt
nicht oder nicht vollſtändig vorge=
egt
, ſo bleibt die Anmeldung unberück=
ſichtigt
.
(st15177
Darmſtadt, den 10. Nov. 1924.
Der Oberbürgermeiſter.

Laubverſteigerung.
Dienstag, den 18. Ifd Mts., wird
das Laub von Wegen und Schneiſen der
Förſterei Harras verſteigert in ungefähr
5 Loſen. Zuſammenkunft um 9 Uhr
um Forſthaus Harras. Auskunft durch
Herrn Förſter Ahlheim, Forſthaus
Harras.
(15307
Darmſtadt, den 14. Nov. 1924.
Heſſ. Forſtamt Darmſtadt.
J V.: Burk.

Bekanntmachung.
Die am 13. ds. Mts. abgehaltene
Holzverſteigerung Nr. 2 und Streulaub=
verſteigerung
Nr. 2 ſind genehmigt.
Die Abfuhrſcheine ſind vom 18. bis 27.
November ds. Js. bei den Kaſſenſtellen
einzulöſen.
(15295
Ueberweiſung des Holzes und erſter
Abfuhrtag Dienstag, den 18. ds. Mts.
Darmſtadt, den 14. Nov 1924.
Forſtamt Beſſungen.
Delv.

Gaskoks
Nußkoks
1,50 Mk. je Ztr.
Grob= und Gabelkoks 1.20
Bohnenkoks.
0.80
Größere Abſchlüſſe nach beſonderer
Vereinbarung.
(st15231
Direktion der ſtädt. Betrie e.

Fiſcherei=Verpachtung.
Mittwoch, den 26. November ds.
Js., nachmittags 3 Uhr, wird im
Hotel Büchner in König i. Odenw. die
Fiſcherei in der Kimbach, Ortsbach und
Weilbach, Gemarkung König, auf weitere
13 Jahre neu verpachtet.
Die Fiſcherei wird auf Wunſch durch
Herrn Güterauſeher Helmſtädter in
König i. Odenw. vorgezeigt. (15273
Neuſtadt i. Odenw., d. 12 Nov. 1924.
Fürſtlich Erbach=Schönbergiſche
Oberförſterei.

Montag, den 17. Novemb. 1923,
nachmitiags 2 Uhr, wird im Ruthaus=
ſaale
da ſier die Rohrnutung der gemein=
heitlichen
Torfgrube ca. 150 Morgen
öffentlich verſteigert.
(1508m=
Pſungſtadt, den 10. Nov. 1924.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
J. V.: Weigel.

Bauarbeiten.
Die bei der Errichtung von Wohn=
hausneubauten
in der Kittlerſtraße vor=
kommenden
Erd=, Stampfbeton= und
Maurerarbeiten ſowie Betondecken zwi=
ſchen
eiſernen Trägern ſollen vergeben
werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtr. Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Mittwoch, den
19. November 1924, vorm. 10 Uhr,
reihen.
(st14693
Da iſtadt, den 5. Nov. 1924.
Städt. Hochbauamt.

Seite 4.

Samstag, den 15. Nobember 1924,

Rummer 318.

dei der Mtt
beſte Qualitäten zu billigſten Preiſen:

entzückende
Neuheiten
von M. 2.25 an

Hoſenträger Herren= Herr. Unterwäſche Handſchuhe ſiarke, erprobte Oberhenden
beſtes
Bielefelder Fabrikat Socken, Strümpfe in denkbar Qualität in nur guten Qualitäten reichſter Auswahl von M. 1.25 an von M. 8.00 an zu billigſten Preiſen und allen Preislagen

Beachten Sie meine Schaufenſter!

Ri4
Sauptnnann

Darmſtadt
Rheinſtr. 19.

15305

[ ][  ][ ]

Rnmmer 3 18.

Saista-, d.i

Seite 5.

bringt das

DOINIIA

Ue

Koltern. Bettücher

farbig
Ein
Posten Schlafdecken mit Ran 1.50 1.75
Bettuch veiß oder farbig, volle Größe . . . 4,75
Bettuch neiß, ohne oder mit Rand, 150/200 5.90
Bettuch 150/220 cm, schnere, solide Gual.. 6.90
volle Gr., in
Jacquardkolternrnen. Des 6.50 7.50
Wollkolter volle Kröße, eintarbig, mit Rand 9,75
sol. Oual.
Jacquardwollkolter neu Unst. 16.50 24.50
150 cm br., sol.
Bettuchbiber krät. N. Ut. 2.45 3,25

Darmstadt, Marktplatz

15296

warme Winterware zu ausserordentlich billigen Preisen.

Trikotagen
Rormalhemd, wollgem.,
mit Doppelbrust, vorzüg-
liche
Gualität
1.95
Normalhose, solide,
schnere Qualität ... 1.30
Normaljacke, wollgem.,
solide Onalität .
19
Leib- und Seclhose, wollg.
vorzügl Ware, in allen
Größen, Größe 60 anfgd. 1.99
Normal-Einsatzliemden
in großer Ausnahl .. 9.90
Damenschlupfhose, ge-
ranlt
; vorzüigl. Gual. 4.49
Damenreformhosen
schwer gerauht . .
4.35
Kinderspringliose, ge-
rauht
.
antsd. 4.00

Strümpfe Bwoll. Damenstrümpfe,
II. Wahl, in all. Farben 394 Hnceostrümpfe inschw. u.
farb., Doppels. u. Hochf. 9g Haccostrümnfe, laMacco,
i. sol. Fb., Marke Alma‟ 1.95 Cachmir-Strümpfe, schw.
reine Wolle, Doppelsohle
und Hochferse Paar 3.25 Reinw. Herrensocken,
mod. Farben . . . Paar 1.95 Reinw. Kinderstrümpfe,
Ia Onaltät, schwarz u.
braun, Größe 1 anfgd. 1.40 Haferlsöckchen, reine
Wolle" 1.65

Handschuhe Damen-Handschuhe mit
warmem Futter, solide
Onalität, oder Leder-
Imit. mit Riegel, Paar 9g Herren-H. ndschuhe, ge-
füttert
, Trikot, solide
Onalität . . . . . Paar 135 Gestrickte Damen- Hand-
schuhe
, reine Wolle, in
allen Größen . Paar 1.35 Gestrickte Herren- Hand-
schuhe
mit gerauhten
Stulpen . . . . . Paar 1.30 Kinder-Handschuhe in
Auswahl. großer

Weißnachtstisch

bieten Ihnen meine bis
abends 9 Uhr beleuchteten
Schaufenſter große Aus=
wahl
in praktiſchen Ge=
ſchenken
und geben Ihnen
Gelegenheit, ſich von der
Preiswürdigkeit meiner
Artikel zu überzeugen.

Hago NeurohR

Darmstadt, Telephon 2950
Spezialgeſchäft für Haus= und Küchengeräte
Wenckſtraße 2. Ecke Pankratiusſtraße und

Pelz=Modehaus

Darmſtadt

Gegründet 1850

Nur Eſchollbrückerffr. 3

Belzwafen

Neuanfertigungen, Reparaturen
ſowie Umarbeitungen werden in eigner Kürſchneref
33697)
hergeſtellt

Anfertigung
von Lampenſchirmen, Kiſſen,
Garnituren und Hohlſaum=
arbeiten
(732821sms
Sachgemäße Ausführung.
Geſchwiſter Richter
Biktoriaſtraße 67, part. Telephon 3200

Darmſtadt
Kirchſtraße 1
Fernſpr. 137

Feinſte ſüddeutſche
Weizen=Mehle
Spezial0
Pfd 229
Feinſt. Auszugsmehl Pfe. 24 2
auch in Original=Särchen
5 und 10 Pfd.
Neues Citronat
und Orangeat
Mandeln, Haſelnußkerne
geraſp. Kokosnuß
Ceylon=Zimmt, beleſenes Anis

Amonium und Pottaſche
Neue gelbe Zitronen
Sultaninen, Cor’nthen, Roſinen
Friſche Puder=u. Grieß=Raffinade
Kriſtallzucker
Bunter Streuzucker
Vanille und Banille=Zucker
Nürnberger Leblnchen
Keks, Schokolade, Kakao
Tee, Liköre, Kaffee
alles billigſt in beſten Qualitäten
frei Haus. (15195

eeceeteeeet
Muſik=Gerbig
Darmſtadt
Neckarſtr 24, Stb., I.,
Zupf= u. Streich=
Inſtrumente
in beſter Qualität zu
reellen Preiſen.
Teilzahlung. (153089
224ssstsssse

M0. Or= u. Fahr=
rad
=Beleuchtung
empfiehlt konkurrenz=
los
billig (135182
Fahrradhaus
Gg. Hahn & Co.
Große Schſenzaſſe 12

Kozlen
Bolz
Briketts
liefert in Fulren u
Zentner (96759
Ph. Heleine
Darmſtadt, Wiener=
Traße 65. Tel. 1234

Reines Buchen-
Brennholz
geſchnitten
per Ztr. 1,70 Marl
ofenfertig
ver Ztr 1,80 Marl
frei aus. Heinrich
Kämmerer I V. W8we.
Pfungſtadt. Eber=
ſtädterſtr
. 46, (13681a

Fahrräder
u. Nähmaſchinen, nur
beſte Marken, kaufen
Sie auf bequeme Ra=
tenzahlung
zu kon=
kurrenzlos
billigen
Preiſen im Fahrrad=
haus
B. Drio, Darm=
ſtadt
. Karl raße 14.
(15163a)

Große, guterhaltene
Laden=
einrichtung

(Kolonialwaren)
nebſt 2tür. (großem)
Eisſchrank
billigſt zu verkaufen.
Meyer, Bensheim,
Schuhg iſſe 4. (33563

Friſeuſe
die gut ondul , em=
pfiehlt
ſich. Einzel=
Friſur 1 Mk. im
Abonnement wöchtl
3 Mk. Angebote nt.
L. 51 Gſchſt. (233668

Damen= und
Herren=Garderoben
nach Maß, werden mit und ohne Stoff
zugabe angefertigt bei
A. Lagrange
Ludwigstr. 16
Speierschuhhaus
Garantie für tadelloſen Sitz und Ver=
arbeitung
, bei billigſt geſtellten Preiſen.
Reichhaltiges Stofflager. (13995

Rhein-
str
. 31

Arnold & Sohn, Darmstadt.

Fahrräder
Nähmaſchinen
Kinderwagen
Fahr- u. Motor=
radbeleuchtung

äußerſt preisw. (14671a
Zahlungserleichterung!
H. Pullmann
Fahrradhdlg, Darmſt
27 Saalbauſtr. 27.

Liebhaber=
Photo=
Arbeiten
fertigt gut, billig
und ſchnell (11333a

Neichlefe Na 3.
Telephon 1912.

Alubgarnituren, Polſtermöbel.
Matratzen
in jeder Ausführung, nen und Aufarbeitung,
Tapezieven und Einrichten von Wohnungen
Erſte Arbeit, billigſte Berechnung. (*33578
Joſ. Otto, Darmſtadt
Tapezier=,Polſter=u Dekorationswerkſtätte
Nieder=Ramſtädter Straße 51, Tel 411.

hotographische Handlung
Otto Oartharius
udwigsplatz 6 Darmstadt Telephon 1703

Photo-Apparate Bedarfsartikel
Kino- und Projektions-Apparate
Aufnahme u. Wiedergabe-Maschinen
speziell für Theater, Schule u. Heim.
Für Interessenten kostenlose Vorführung.
Uebernahme sämtl. Filmautnahmen.
Alle photographische Arbeiten
(14601a

kann heutigen Tags ſich die not=
wendigen
Möbel gegen bar kaufen,
Um dennoch Jedermann den Er=
werb
des notwendigen Hausrates
zu ermöglichen, wurde von Städten
und Gemeinden Heſſens und Heſſen=
Naſſaus die Hausrat Gemein=
nützige
Möbelverſorgung für das
Rhein=, Main= und Lahngebiet ge=
gründet
, die Möbel in ſolider Aus=
führung
bei geringer Anzahlung auf
langfriſtige Tei zahlung verkauft,
Hieſige Geſchäftsſtelle Heidelbe ger=
ſtraße
129
(92712

Oer Beweis meiner Billigkeit
aus meinem bedeutend vergrößerten Tager in
Lederwaren

Bügel=Damentaſche
aus Leder
Mk. 4.80

Koffer=Taſche=
Ia Leder
Mk. 5.50

Einkaufsbeutel von .. . Mk. 3.50

Aktenmappen. 5.50

Büchermappen 5.80

Brieſtaſchen Scheintaſchen
*Portemonnaies r=
jehr
billig!
ſehr billig!

Wilhelm Behrbach

(15289

[ ][  ][ ]

Samstag, deu 15. Noveuber 1924.

Nummer 3 18.

Seite 6.

Am Samstag, den 29. Novbr.
vormittag3, wiro auf dem Gelände
des Herrn Karl Adler 2, Gerns=
heim
a. Rh. auf Veran aſſung des
Heſſiſchen Landwirſchaftsamts Gr.=
Gerau durch die Dresdener Dyna=
mitfabr
k(Dre den=A. Bürgerwieſe
I) eine praktiſche Vorführung ihre
Ser nakuliur Verfahrens mittels
des Sicherheits Sprenyſtolfes Rom=
perit
C ve anſtaltet, zu der alle
Landwirte, Girtner und Garten=
beſitzer
höfli hſt ein eladen werden
Treffpunkt der Juſchauer 8,15 Uhr
vorm. am Bahnhof Gernsyeim.
Zur Vorführung, gelangt vertikale
Untergrundkultur durch fruchtbare
Tieflockerung und Lüfrung harter
Bodenſchichten; Herſtellung von
Gräben, fruchtbaren Baumpflanz=
gruben
, Verjüngung ater Obſt=
bäume
durch Tieflocker ng, Zer=
trüinmerung
von Granitfindlingen
ohne Anbohren, Ortſteinſchichten
uſw Koſtenloſe Ausbildung als
(13277
Sprengkulturieiſter.

9. Neyr

Darmſtadt
* Viktoriaſtr. 67. Tel 3200.
An einem Akademiſchen Kurſus für
Tänze können noch einige
moßerne. Damen aus entſprechenden
Kreiſen teilnehmen.
(*33592

Louise Rehr

frühere I. Solotänzerin am
Landestheater.

Heſſiſchen

Eihabethenſtraße 42, I.

H.=B.
S.

erhalten Sie

Damen=,
Zertenfe une
Kineermamel
unter erleichterten
Zahlungsbedingungen.
Ein Verſuch ſehr lohnend
Es ladet höflichſt ein. (*33675
Wilh. Didzuhn

Brändige Laftdatbfähtren
nach allen Richtungen
ſowie Be= u. Entladen
v. Waggons, auch kleine
Fuhren werden an=
genommen

Prompte Bedienung
Friedrich Löchel
(14600a
Darmſtadt
Arheilgerſtr. 63 * : Telephon 270

Dann hilft nur

Dr. med. Brändau‟s

en

Faspiere (gesetzl. gesch.)

Casate
Schuh=
ud
.,L-3g-Harn-Verfieb:

Darmstadt
Rheinstrasse 12½2

Wunderbare Na ur=Küchen
Schrank, Anrichte, 1Tiſch, 2Stühle,
von 230 Mk. an.
Speiſezimmer, dunkel eiche
Büfett, Kredenz. Ausziehliſch, 4 Polſterſtühle,
von 390 Mk. an.
Schlafzimmer
hell, eiche, gemaſert, von 290 Mk. an.
Heinrich Kunz, Arheilgen
Möbelſchreinerei und Lager.
Telephon 2481, (15061ms

Wäſche auf Teilzahlung
Bielefelder Wäſhefabrik liefert Herren=
Damen= ſowie Beitwäſche, auch komplette Aus=
ſteuer
auf bequeme Teilzahlung. Strengſte
Dis retion. Auf Wunſch erfolgt Vertreter=
Beſuch ohne Kaufzwang. Angebote unter
F.T. 5645an Ala-Haasenstein & Vogler,
(11.15317
Frankfurt a. M.

Wir empfehlen unſere
la Rhein- und Südweine
zu den billigſten Preiſen
Weinhandlung
Darmſtädter Weinverſand
Rügner & C9
Darmſtadt (1 329) Diebureerſtr. 5

Letzte Neuheit!
Abt=Dananen
feinſter Tafel=Likör, beſter Geſbenkartikel,
die Zierde eines jeden Büfett
nur zu haben bei
Alfred Hammer. Darmſiadt, Eliſabethenſtr. 48
3367
vorm. Lud Heyl Sohn.

Sinterrätteffen
prima trockene Kellerware,
überrheiniſche gelbe, geſunde
Zentner 3.90 Mk, ins Haus 4.20 Mk.
zogge) Riedeſelſtraße 72.

Neue Abendkurſe

Klavieruntericht
gewiſſenhaft,
auf Grundlage mo=/(einf, dop elt und
dernſter Technik, er= amerik.) n. gebräuchl
teilt konſ. geb. Dame
Darmſtadt, Viktoria=
traße
42 II. *33446fsg! Gabelsb.

Grdl. Klavierunter=
richt
(Einzelunterricht)
für Anf. u vorgeſchr
Schüler (bei mäßigem
Hon ) erteilt (15101a
L. Indorf, Darmſt.
Schwanenſtr. 72, III

gelbfleiſchig, geſund u. großfallend
ab Gr ße Kaplaneigaſſe 34 per Ztr. Mk. 4.00

frei Keller . . . .. ver Ztr. Mk. 4 30
Die Ware kann vor Kauf beſichtigt werden
Beſtellungen nimmt entgegen
Ludwig Frank
Darmſtadt
33609) Große Kaplaneigaſſe 34.

CIZ-VerKaUf
auf
Teilzahlung. (ss680
Kiesstraße 34, 1. Stock, rechts
Elisabethenstr. 42, I. (Atelier).

Kohlen
Kofs
Holz
Briketts
la Qualitäten
mäßige Preiſe
Heinrich Funk
Darmſiadt
Wilhelmſtraße 40.
Telephon 446. (B15129

Sportweſten- Striakleidung
Kinder= und Winter=Garnituren
laufen Sie am billigfien in der
Maſch.=Strickerei Braunwartt
i. Hauſe d. Heilsarmee h. d. Schwimmbat
(1533-)

an Güte, Eleganz und Preiswürdigkeit
sind die in unserer Fabrik gefertigten

I
Herhst- ind Wintermante
rur Kalft

Herren-Loden und -Flausch-
Schlüpfer und Ulster
Mk. 45.00
Herren-Flausch u.-Diagonalcheviot-
Schlüpfer und Ulster
mit angewebtem Futter . . . . . . . . . Mk. 95.00
Winter-Covercoat und Gabardine-
Schlüpfer und Ulster
mit angewebtem Futter . . . . . . . . Mk. 125.0c

Art und prakt. Dar=
ſtellg
., Kursgeld 154
Stenographie
einzig leiſtungsfähice
Kurzſchrift) für An=
fänger
und Fortge=
ſchrittene
. Anfänger=
kurſus
8 . Anmel=
dungen
erbeten bis
26. November 1924.
Maſchinen=
Schreiben
Fremdſprachen
Deutſche Sprachlehre
Ueberſetzungen
Hans Schlöſſer
Darmſtadt
Schwanenſtr. 30, I.
Daſelbſt v. 14 30.
. : Ausſtellung der
Werke des Volksver=
bandes
der Bücher=
freunde
zur freien
Beſichtigung f jeder=
33603
mann.

Naumann=Nähmaſchinen
Phönis=Nähmaſchinen
Corona=Fa xrräder
Leo Lammertz=Nadeln
Seit Jahrzehnten bewährt!
Auguſt Zürtz
Darmſtadt as
Fernſpr. 2952 Schuchardtſtr. 1

Bereifung, Erſatz=u. Zubehörteile
Fachmänniſche Reparaturen

Natürliche
Mineralwäfſer
aller gebräuchlichen Quellen
Brückenau=Dürkheim (Maxquelle)
Ems = Fachingen Friedrichshall
Homburg Kiſſingen Lauchſtädt
Mergentheim =Neuenahr = Salz=
ſchlirf
Wildungen Karlsbad
*Ofener (Bitterwaſſer) u. a. 4
Martin Jahn• Darmſtadt
Pallaswieſenſtr. 30 (15284a) Telephon 305

Oikia=
Anterricht
z Selbſtanf. von Damen= u. Kinderkl. uſw.
erteilt Dame in ſelbſtzub ld. Zirkel. Ange=
bote
u. K 9 an die Geſchäftsſt. (*331 Bms

Z. menges,

1

Immobilien
Eichbergſtraße 27 (*33585) Telephon 1331
An= und Verhauf
von Immobilien.

am 17., 18 , 19. Nov in
Engl., Franz., Span.,
Ital, nach der weit=
bekannt
., ſünellför=
dernden
Berlitz Me=
thode
, nur in der
Berlitz=Schule
Darmſtadt
Wilhelminenſtr. 19
Untericht auch in allen
and. Sprachen (15111a
Ue erſetzungen.

Darmstadt

Kommandit-Gesellschaft
(15288/

am Markt

Villen, Etagen= Land=
u
. Geſchäftehäuſer im
Zentrum der Stadt
unter gnnſtigen Be=
dingungen
bei kleiner
Anzahlung (146903
Hermann Hahn,
Immobilien
Darmſt, Karlſtr 11.
Telephon 3079.
Stadt=
objekt
.
Ein= od. Bweifa=
milienhaus
, e ent
Bigarrengeſchäft
in zentraler Lage
ſofort (egen bar zu
kaufen geſucht.
Angebvte unter
L 7and Geſchäfts=
ſtelle
d. Bl (15237ks

aublätz
an der Heidenreich
Gabelsberger=, Wil=
helm
=Jäger= u. Hein=
richſtraße
abzugeben.
Ingenieur
F. R. Kratz
Würzburg. (14249a

Mk. 15 000.
als Kredit für kurze
oder lange Zeit geg.
hohe Verzinſung geſ.
Sicherheit Grund=
ſchuld
auf Fabrik=
grundſtück
. Angebote
. L 5 an die Ge=
ſchäftsſtelle
. (15227fs

Zu kaufen
geſucht
Kurhaus od. Sana=
torium
im Oden=
wald
, Bergſtraße o.
Taunusgegend mit
5060 Zimmern
ſofort zu kaufen
geſucht.
Angebote unter
L6and Geſchäfts=
ſtelle
d Bl. (15238fs

Geſchäftshaus
i. g. Laufgegend u.
in beſtem Zuſtand,
mit gr. Geſch.=Ausſt=
Räumen, Garage,
1000 qm Garten,
preiswert zu verkauf.
Gänswein A.=G.
Darmſtadt, Riedeſel=
ſtraße
21, (15304
Telephon 2340.

H=

haus
in der Ludwig=
ſtraße
od. Markt=
platz
, zu kaufen
geſucht. Größere
Anzahlung kann
geleiſtet wverden.
Gefl. Angebote
u. L. 24 an die
Geſchſt. (*33576

FRe
Landhaus
an der Bergſtraße!
5 Zimmer, Küche, Bad
jebſt Zubehör, zirka
1800 qm Obſt= und
Gemüſegarten. Preis
17000 Gm. (l1. 15318
Wolff, Moos & Comp.
Immobilien
Bensheim a. d B.

Eigenheim
Durch Angeb. billigſt.
G ländes in prächt.,
ſüdl., freier Höhen=
lage
Darmſtadts, 2
Min. v. d. el. Bahn,
bietet ſich d. Gelegen=
heit
zur Erbauung
einiger Einfamilien=
häusch
. Es werd. weit.
Intereſſ. m. entſpr.
Kapital geb., ſich zu
melden unt. J 78 ar
. Geſchſt. (14911gms
AGeldverkehrg
000 M.
ge, bohe Zinſen geſ.
Angebote u. L. 32
Geſchäftsſt. (15278

Hypothek
1. 15 000.

auf Fabrikunterneh=
men
geg. hohe Ver=
zinjung
ſof. geſucht.
Angeb. u I. 4 an
ie Geſchſt. (152261s

Teilhaber.
m. Einlage o. unbe=
laſt
. Grundbeſitz von
Fabr.=Exp.=Geſchäft
ſof. geſ. Angeb. unt.
Diskretion u. L 23 a.
d. Geſchäftsſt. (*33575
Ar

Legehühner.
am Legen, abzugeb.
Darmſtadt
Kiesſtraße 15 (*33643

Verkaufe: 1 Hahn u.
7 Landhühner, diesj.,
dald legereif. Desgl.
f. Zücht 1 Hahn u. 12
Hennen, gelbe Ital.
23. Brut ebenf. vorm
legen, ſowie 2 Puten.
Darmſtadt Eſcholl=
brügerſtr
. 28. (*33565

8,1 ſieben Woch. alte
Schäferhunde
mit prima Stamm=
aum
zu verkauf bei
Konrad Gerbig,
Worfelden bei Gr.=
Gerau ( 33262ms

Hundeamme
geſucht. Haag,
Darmſtadt, Kranich=
ſteinerſtr
. 79. (*33632
Wegen Aufgabe der
Zucht junge deutſche
geſtrohmte
Boxerhündin
u. 4 Junge zu verk.
Pfungſtadt, Main=
ſtraße
3. (15302

Dobermannrüde
1½ Jahr alt, guter
Begleiter, wachſam,
bildſchön, für 25 .
zu verkaufen. Angeb.
unt. L. 83 an die Ge=
ſchäftsſt
. (*33591sg

Zwerg=Rehpinſcher,
Rex und Rigo vom
Rheinblick, ſchwarz=
rot
, I. a. Blutfüh=
rung
, erſtklaſ. Tier=
chen
, mit Sfü zu verk.,
eſter Preis 75 Mk.,
Darmſt, Karlſtr. 71,
darterre. (:33703

Airedale=Terrier
1 J alt, la Stb ſch.
Tier, ſ. wachſ, zu vk.
Wilhelminenſtr 50,III
(*33700

[ ][  ][ ]

Nummer 3 18.

Seite 7.

mus der Landeshauptſtavt.
Darmſtadt, 15. November.
Kampf gegen den Beitel.
Das Betteln bei Haushaltungen und Geſchäftsleuten iſt auch
für die, die gerne helfen, zur Plage geworden. Zwar ſind Wohlfahrts=
amt
und private Organiſarionen beſtrebt, der großen Not hilfsbedürftiger
Volksgenoſſen nach Kraften zu ſteuern. Manche, die Not leiden, haven
aber den Weg zu dieſen Stellen noch nicht gefunden. Auf der anderen
Seite gibt es auch Menſchen, die ohne innere Berechtigung dazu aus dem
Betteln Vorteile ziehen. Haushaltungen und Geſchäftsleute können
die Verhältniſſe der Vorſprechenden im Einzelnen nicht nachprüfen, Das
erleichtert den Mißbrauch. Niemand weiß, was mit den Gaben ge=
ſchieht
. Es iſt beſſer, die wirklich Notleidenden zu ermitteln und ihnen
nachhaltig zu helfen, als auen, die tagein, tagaus von Haus zu Haus
gehen, unbeſehen kleine Geſchenke vergbreichen, die ſo zahlreich ſie
auch (im ganzen geſehen) ſein mögen im einzelnen wenig wirkſam
find. Das Geben ohne Prüfung kann für einzelne Empfänger einen
Stoß mehr in den Abgrund bedeuten. Das ſchlimmſte aber iſt, bettelnden
Kindern Gaben zu verabreichen. Man vernichtet damit das Beſte
im werdenden Menſchen. Ein bettelndes Kind wird fpäter wahrſchein=
lich
nie die rechte Stellung zur Arbeit gewinnen, die allein Menſchen=
würde
verleiht. Daneben verführt das Betteln auch zur Lüge und
Heuchelei. Es verdirbt bei Erwachſenen und Kindern den Charakter. Um
dem Bettelunweſen zu ſteuern, ohne den wirklich Notleidenden Nachteile
zu bereiten, haben die Stadtverwaltung, die privaten Wohlfahrtsorga=
niſationen
und die intereſſierten Geſchäftskreiſe beſchloſſen, Wohlfahrts=
ſcheine
im Werte von 5, 10 und 20 Pfennig, gebunden zu je 20 Stück,
an jedermann gegen Entrichtung des Gegenwertes von 1, 2 oder von
4 Mk. abzugeben. Gebt künftig keinem Bettler mehr Geld oder Sach=
werte
, ſondern dieſe Wohlfahrtsſcheine. Den einzelnen Scheinen iſt für
die Empfänger die Empfehlung aufgedruckt, im Wohlfahrtsamt, Land=
graf
=Philipp=Anlage 11, 2. Obergeſchoß, Zimmer Nr. 71, vorzuſprechen,
demit dort alsbald ihre Notlage nachgeprüft und ihnen erforderlichen=
falls
durch dieſes Amt Hilfe gewährt werde. Den Spendern wird auf
ſchriftliche, mündliche oder telefoniſche Anfrage beim Wohlfahrtsamt
(Stadtamt Nr. 508) gerne Auskunft gegeben, ob im einzelnen Falle
Hilfe angebracht war und in welcher Weiſe ſie gewährt wurde. Vor=
ausſetzung
iſt aber, daß der Spender die Nummer des abgegebenen
Scheines mitteilt und die Auskünfte vertraulich behandelt. Bei der
furchtbaren Not muß jedem wirklich Bedürftigen Hilfe gewährt werden,
aber nicht ſchematiſch, wie es zurzeit üblich iſt, ſondern nach Prüfung
von Art und Maß der Notſtände und mit den Mitteln, wie ſie nach der
beſonderen Lage der Einzelfälle inbetracht kemmen. Ueber dieſe Mög=
lichkeiten
verfügt aber allein das Wohlfahrtsamt, in Verbindung mit
den Einrichtungen der priraten Wohlfahrtspflege. Die Hilfe wird ſich,
in jedem Falle nach den verfügbaren Mitteln und den vorhandenen
Möglichkeiten richten, ohne Rückſicht auf den Wert der vorgezeigten
Wohlfahrtsſcheine. Wenn im einzelnen Falle Hilfe nicht dringend
erforderlich iſt, wird ſie abgelehnt und der Gegenwert, der ſo nicht ver=
güteten
Wohlfahrtsſcheine kommt dann anderen wirklich Bedürftigen
zugute. Gewohnheitsbettlern kann ſo nach kurzer Zeit das Handwerk
gelegt werden, und wirkliche Bedürftige werden dahin geleitet, wo
ihnen nachhaltiger geholfen werden kann, als dies die jetzige Form des
Bettelunweſens ermöglicht. Stelle ſich jedermann willig in den Dienſt
dieſes Werkes der Nächſtenliebe. Die Wohlfahrtsſcheine ſind zunächſt
erhältlich beim Wohlfahrtsamt, Zimmer Nr. 71, und bei folgenden
Stellen: Arbeiterwohlfahrtsausſchuß (Herr Parteiſekretär Riegel, Bis=
marckſtraße
19), Bäcker=Innung (Herr Obermeiſter Krämer, Eliſabethen=
ſtraße
43). Caritas (Buchhandlung Wilh. Griesheimer, Wilhelminen=
platz
2), Darmſtädter Einzelhandelverband (Marktplatz 10), Gaſtwirte=
Innung (Geſchäftsſtelle Alexanderſtraße 12), Innere Miſſion und Ev.
Wohlfahrtsdienſt (Geſchäftsſtelle Bismarckſtraße 58), Jüdiſche Wohl=
fahrtspflege
(Herr Max Meyer, Riedeſelſtraße 23). Metzger=Innung
(Geſchäftsſtelle im Schlachthof), Rotes Kreuz (Geſchäftsſtelle Varade=
ſplatz
3), Verkehrsbüro am Ernſt=Ludwigsplatz. Weitere Stellen, die
fdieſe Wohlfahrtsſcheine abgeben, werden noch bekanntgemacht. Es iſt
daran gedacht, die Woblfahrtsſcheine auch in zahlreichen Läden. Gaſt=
häuſern
u. dal. zu verkaufen. Dieſe Abgabeſtellen werden noch durch
den Aushang entſprechender Plakate erkenntlich gemacht.

Ernannt wurden: Am 4. November der Kreisamtmann bei dem
Kreisamt Friedbera Regierungsrat Hans Göbel zum Kreisamtmann
bei dem Kreisamt Offenbach a. M. unter Belaſſfung ſeiner Amtsbezeich=
nung
als Regierungsrat; der außerplanmäßige Regierungsrat Dr. Ru=
dolph
Walther zum Kreisamtmann unter Belaſſung ſeiner Amts=
bezeichnung
als Regierungsrat, und der Regierungsaſſeſſor Dr. Georg
Helmreich zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Groß=Gerau mit
der Am’sbezeichnung als Regierungsrat ſämtliche mit Wirkung vom
15. November 1924 an; am 8. November 1924 der Lehrer Heinrich
Klein zu Reichelsheim, Kre’s Erbach, zum hauptamtlichen Fortbil=
dungsſchullehrer
an der Fortbildungsſchule zu Seligenſtadt, Kreis Offen=
bach
, mit Wirkung vom 1. November 1924 an: am 31. Oktober 1924 der
Kanz eiſekretär bei dem Landgericht in Darmſtadt Georg Himmler
zum Kanzleivorſteher bei dem gleichen Gericht; am 7. November 1924
der Oberjuſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Reichelsheim Karl Moxter
zum Oberjuſtizinſpeklor bei dem Amtsgericht Offenbach; der geſchäfts=
leitende
Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Ulrichſtein Konrad Hein=
rich
Koch zum geſchäftsleitenden Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht
Darmſtadt I.
Der Betrieb des großen Lokomotivausbeſſerungswerkes
der Reichsbahn am Dornheimer Weg, das bekanntlich Anfang
März 1223 von den Franzoſen beſetzt wurde, geht bereits heute
Samstag, den 15. d. Mts., wiederum in die deutſche Verwaltung
über. Unſere geſtrige Meldung iſt dementſprechend richtig zu
ſtellen.
Regelung im Güterverkehr bei Uebergabe der Regiebahnen.
Mit dem Tage der Aufnahme des Betriebes der Eiſenbahnen des beſetzten
Gebietes durch die Deutſche Reichsbahn=Geſellſchaft werden alle während
des Regiebetriebes eingeführten Maßnahmen und Vorſchriften der Re=
gieverwaltung
aufgehoben. Die Abfertigung des Güterverkehrs erfolgt
wieder nach den Beſtimmungen der Eiſenbehn=Verkehrs=Ordnung. Für
die Uebergangszeit gilt für die Frachtberechnung und Frachterhebung
folgendes: In Franken bereits erhobene Frankaturfrachten erfahren
keine Aenderung. Vor der Uebergabe in Franken berechnete Ueber=
weiſungsfrachten
werden von der deutſchen Empfangsabfertigung in deut=
ſcher
Währung, unter Umrechnung der Franken nach dem bekanntgege=
benen
Kurſe in Reichsmark erhoben. Alle Nebengebühren (Lager=,
Stand=, und Anſchlußgebühren uſw.) werden ohne Rückſichkt auf den Zeit=
punkt
, von dem dieſe Gebühren zu laufen begonnen haben, in Reichs=
mark
erhoben. Dabei werden die Gebühren bis zum Uebergabetage
nach den Regieſätzen berechnet, aber in Reichsmark umgerechnet, erhoben.
Nachnahmen, die noch auf Franken lauten, werden in Reichsmark umge=
rechnet
und an die Verſender ducch die Poſt gezahlt. Für die Er=
ledigung
aller Frachterſtattungsanträge und Anſprüche wegen verſpäte=
ter
Lieferung, wegen Verluſtes oder wegen Beſchädigung, die vor den
Uebergabetag von Regieſtationen abgefertigte Sendungen betreff en, iſt die
Regie zuſtändig.
Lichtbildervortrag von Geheimrat Peter Jeſſen. Auf Ver=
anlaſſung
des Gewerbemuſeums ſpricht am Freitag, den 21. d.
Mts., der bekannte frühere Direktor und Begründer der Biblio=
thek
des Kunſtgewerbemuſeums in Berlin Geheimrat Peter
Jeſſen in dem Hörſaal 327 der Techniſchen Hochſchule über die
Meiſter der Schreibkunſt ſeit dem Mittelalter.
Um die Handſchrift, ihre Deutung und künſtleriſche Vertiefung
bemühen ſich heute Kenner und Künſtler. Wir haben von den
Monumentalſchriften des Altertums und den Buchſchriften des
Mittelalters die Grundſätze der Raumverteilung und die Reize
des Federzuges wieder gelernt. Noch aber ſind die anregenden
Schreibſchriſten der ſpäteren Jahrhunderte wenig genutzt, die
bielerlei Erfindungen der Schreibweiſe aus allen europäiſchen
Ländern, wie ſie uns beſonders in den Vorlagebichern jener Zei=
ten
erhalten ſind. Mit dieſen Werten will der Vortrag durch
Wort, Lichtbilder und Auslage alter Werke bekannt machen. Der
Vortrag beginnt abends 8½ Uhr. Der Eintritt iſt frei.
Spielplanänderung im Heſſiſchen Landestheater. Infolge
plötzlicher Indispoſition von Herrn Schmieter wird heute
Samstag im Großen Haus an Stelle von Tannhäuſer der
Fliegende Holländer gegeben. Miete und Preiſe blei=
ben
. Anfang 6½ Uhr. Die gelöſten Karten behalten ihre Gültig=
keit
oder können bis eine Stunde vor Beginn der Vorſtellung an
der Tageskaſſe zurückgegeben werden.
Das Schloßmuſeum iſt täglich geöffnet (außer Samstags). Füh=
rungen
finden um 11 Uhr und 11½ Uhr ſtatt.
Der älteſte Sozialrentner Darmſtadts dürfte wohl Herr Heinrich,
Götz, Liebfrauenſtraße 35, ſein, der am kommenden Montag ſein
86. Lebensjahr vollendet und noch verhältnismäßig rüſtig iſt. Wenn
auch die Not der Zeit groß iſt, ſo wird ſich doch mancher Edeldenkende

ſeiner an dieſem Tage erinnern.

Samstag, den 15. Nobember 1924,
* Pfarrer Weidner über die Jugend
und die moderne Zeit.
Im Auftrag und auf Veranlaſſung der rührigen Arbeitsge=
meinſchaft
Darmſtädter Jugendverbände, der wir ſo
manchen, wertvollen Vortrag in der letzten Zeit verdanken, ſprach geſtern
abend im Feſtſaal des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums Herr Pfarrer
Weidner aus Frankfurt über das Thema: Die Jugend und die
moderne Zeit. So füllte auch hauptſächlich Jugend die Bänke des kleinen
Saales in dichten Reihen aus. Ein gemeinſam geſungenes Lied, von
einigen Jugendlichen muſikaliſch begleitet, leitete den Abend ein. Herr
Pfarrer Weidner führte im Weſentlichen etwa folgende Gedanken
aus: Ich will heute abend beide Seiten der Jugendbewegung betrach=
ten
, die kritiſierende, verneinende und die revolutionäre, wie auch die
bejahende, aufbauende. Die Einen preiſen den Reichtum des Volkes
und ſehen in ihm den Weg zum ſieghaften Vorwärtsſch=eiten, die Ande=
ren
ſehen nur die Armut. Die Einen bewundern die ſchimmernden Pa=
läſte
, die die Banken für ihr Geld und die Induſtrien für ihre Miſchinen
bauen, die Anderen denken nur an das Elend in den Quartieren der
Aermſten. Die Einen freuen ſich an den Klängen, unter denen die
Truppen ausmarſchieren, die Anderen erinnern ſich an das Jammern der
Verwundeten und rufen Nie wieder Krieg‟. Dieſe Kette der wider=
ſprechenden
Urteile läßt ſich ausſpinnen bis ins Unendliche. Und doch iſt
es jetzt anders wie ehemals. Vor dem Kriege war die Jugend zu
Maſſenbewegungen in der Nüchternheitsbewegung und anderen wich=
tigen
Fragen z. B. ſchwer zu bringen, und jetzt drängt ſich die Jugend
überall, Wandervögel und Quickborn, Arbeiterjugend, die evangeliſchen
Verbände und die Freideutſchen, zu tätiger Arbeit. Die Jugend flieht
die Großſtadt und wendet ſich ab von der modernen Kultu=, die alten
Schätze deutſchen Volkstums werden herausgegraben, und überall will
die Jugend das Grundſätzliche erforſchen. Dieſe Erſcheinungen in der
Jugend ſind international. Und doch muß die Jugend hier die Ziele
nicht zu weit ſtecken, nicht ſich vollkommen aus dem modernen Leben her=
ausſtellen
, nicht alles in Staat, Kirche und Familien von Grund auf
erneuern wollen. Einen Wald, der krank geworden iſt, holzt man nicht
vollkommen ab, ſondern man ſetzt zwiſchendurch die neuen Pflanzungen
und im Schutz der alten Stämme wachſen die jungen heran. geſchüitzt
gegen Sonnenbrand und Sturm. Für die Jugend muß es heißen, hinein
in die alten Verbände, von innen heraus muß die Auflöſung, die Um=
wandlung
kommen. Wie abweiſend ſteht die Jugend überall den großen
politiſchen Verbänden gegenüber oder den religiöſen Gemeinſchaften, den
vielfachen Oraaniſationen, die die Not unſeres Volkstums lindern wollen.
Mit der Bildung neuer Parteien, Gruppen und Nichtungen iſt es nicht
getan. Hinein mit dem neuen Leben und dem neuen Geiſt. Hier hat
die Jugend leider oft verſagt. Die alten Formen ſind geſprengt, von
dem Herkömmlichen iſt die Jugend frei geworden, aber die religiöſe
Erſtarrung iſt noch nicht gewichen. Hier iſt die Jugend noch in den alten
Formen befangen, der Durchbruch, das Verhältnis zum perfönlichen
Gett, iſt noch nicht gefunden. Keine Erneuerungsbewegung iſt denkbar,
ohne das Bekenntnis jedes Einzelnen zum perſönlichen Gott. Das
Chriſtentum muß die gewaltigſte Jugendbewegung aller Zeiten genannt
werden. Die Apoſtel, die erſten Märtyrer, waren junge Menſchen.
die ſich ergreifen ließen von den Fluten der religiöſen Erneuerungsbe=
wegung
, des Chriſtentums, dus das Heraufdämmern einer neuen Kul=
tur
bedeutete. Und Chriſtus ſelbſt gelangte zur Reife in den Jahren
ſeiner Jugend. Gewiß will die wirklich bewegte Jugend nicht irreligiös
ſein und alle, ob Sozialiſten, Kommuniſten oder Chriſten, ſchwärmen
von den Urchriſten in Jeruſalem. Aber wir bleiben auf halbem Wege
ſtehen, wenn wir nur bewundern, wie dieſe erſten Chriften zu einander
ſtanden und einander halfen. Wir vergeſſen, das all dies nur aus einem
neuen Leben tiefſt erfaßter Religion hervorſprießen konnte, einer Reli=
gion
der Perſönlichkeit. Sagen wir nicht, wir ſeien religiös, ſondern
tun wir einen Schritt weiter und ſagen wir, daß wir gottesfürchtig ſind.
Wenn die Menſchen alle zu dem perſönlichen Gott, dem Vater aller
zurückgefunden haben, dann erſt kann die religiöſe Frage gelöft werden.
Hier ſehe ich die große Aufgabe der Jugend in unſerer modernen, gott=
H.W.W.
entfremdeten Zeit.

Ein Balladen=Abend von Hans Werner Langer verſammelte
eine ſehr große Zuhörerſchaft im Saale des Bürgeryofs. In einer
reichhaltigen Vortragsfolge brachte uns Herr Richard Heulborn in drei
Teilen einige durchveg gute Proben der Dichtkunſt Langers zu Gehör.
Der Vortragende verſtand es, durch ſeine ausdrucksvolle Rezitation bei
der Wiedergabe der Gedichte den Eindruck der Handlungen und die
Wirkungen der geſchilderten Begebniſſe noch zu erhöhen. Im erſten Teil
bracſte das Programm nach einem kurzen Vorſpruch zwei Balladen Das
Halszeichen und der Droſt von Leyden. Beide Gedichte von tiefem
Inhalt, Schilderungen von Menſchenſchickſalen ernſte Handlungen, die
durch oft graſſe Szenen ihre ergreifende Wirkung auf die atemlos lau=
ſchenden
Zuhörer nicht verfehlten. Im zweiten Teil wurden einige kür=
zere
Dichtungen vorgetragen. Holm Braen, der verwachſene Knabe‟,
Gottes Uhren, Im Park zu Lenninghaus und Das Kreuz von
Jever hinterließen dank dem ausgezeichneten Vortrage des Künſtlers,
trotz einer kleinen unliebſamen Störung im Saale, einen ſichtlich tiefen
Eindruck bei allen Anweſenden. Nach einer kurzen Pauſe wurden die
nun allzuernſt geſtimmten Zuhörer durch einen kleinen Ausflug in
das Humoriſtiſche richtig aufgeheitert, die niedlichen Humoresken Groß=
mutting
, das verſtehſt du nicht und Half Toern, der Verdächtige be=
weiſen
, daß der Dichter auch auf dieſem Gebiete hübſche Leiſtungen auf=
zuweiſen
hat. Die ausgezeichnete Mimik des Vortragskünſtlers, insbe=
ſundere
bei der Gerichtsverhandlung des Hans Toern, erhöhte die Wir=
kung
dieſer Humoresken noch bedeutend und trug ſeinerſeits zu dem
durchſchlagenden Erfolg bei. Mit einer ernſten Ballade Der Trommler
von Toddenmaere wurde nach halb 11 Uhr die Vortragsfolge beendet.
Reicher Beifall lohnte den ausgezeichneten Vortragskünſtler und wieder=
holtes
Hervorrufen zwangen den Dicſter, Herrn Hans Werner Langer,
auf dem Podium zu erſcheinen und den dankbaren Beifall der Beſucher
entgegenzunehmen. Wir haben durch den heutigen Abend eine reiche
Auswahl neuer, unbekannter Balladen gehört, die einen Beweis geben,
von dem dichteriſchen Talent des Verfaſſers und deren Vortrag den
C.HQ.
Zuhörern einen genußreichen Abend verſchafft haben.
Dem Maſſenchor=Konzert der Vereinigung Darmſtädter Männer=
geſangvereine
darf man mit ſtarkem Intereſſe entgegenſehen. Es iſt
Tatſache, daß in Darmſtadt im Gegenſatz zu anderen Stadten ſeit jeher
der Männergeſang von den eigentlichen Muſikfreunden als eine Kunſt=
gattung
zweiten Ranges angeſehen wurde, und daß nur ganz wenige
Vereine durch beſondere hervorragende Leiſtungen dies Vyrurteil auf
die Dauer zu überwinden vermochten. Daran trugen viele der kleineren
Vereine ſelöſt die Schuld, i dem ſie bei ungenügendem Stimmenmaterial
weder klanglich noch inhaltlich Befriedigendes boten. Denn die Auswahl
der Chöre war oft ſehr mangelhaft, entweder nach der Seite des artiſriſch=
ſportlichen
Glänzenwollens getroffen, oder ſie machte zu große Zuge=
ſtändniſſe
an die Geſchmackerichtung weiter Volkskreiſe, die für kitſchige
Sentimentalität und die Rührſzenen von Hintertreppenromanen
ſchwärmt. Das angekündigte Konzert faßt zu allen Chorvorträgen
mehrere Vereine zuſammen= ſo daß der Stimmenausgleich und das
Klangvolumen bei 400600 Sängern das übertreffen wird, was wir ſonſt
an Männerchören zu hören geſohnt ſind. Die Auswahl der Geſänge
wurde mit beſonderer Sorafalt getroffen, neben bedeutenden Kunſtwer=
ken
von M. Bruch und Friedel Fiſcher ſtehen Volkslieder, die Hegar
nach der berühmten Volksliederausgabe von Brahms bearbeitete. Be=
deutende
Soliſten wirken mit.
* Darmſtädter Radierungen. Im Erker der Firma W. Blö=
cher
in der Wilhelminenſtraße ſind zurzeit neue Darmſtädter
Anſichten von W. Gerling ſen. ausgeſtellt, die mit Recht viel
Beachtung verdienen. Es ſind ſechs Originalradierun=
gen
, von dem Künſtler ſelbſt in geringer Auflage gedruckt, alſo
von erheblichem Kunſtwert. Die Anſichten aus Darmſtadts charuk=
teriſtiſchen
Straßen und Plätzen ſind bildhaft gut und in wirk=
ſamem
Ausſchnitt geſehen und wiedergegeben. Die Zeichnung iſt
ernſt, ſachlich und ſowohl das Straßenbild wie auch die Einzel=
gebäude
charakteriſtiſch im Bilde feſtgehalten. Das Schloß mit
einem Teil des Grabens, Schloß Kranichſtein, die Stadtkirche,
Landesmuſeum und Theater, ſelbſtverſtändlich auch Darmſtadts
charakteriſtiſchſtes Wahrzeichen, das Monument, u. a. m. ſind in
der Sammlung enthalten. Die Mappe dürfte als Feſt= oder Er=
innerungsgeſchenk
manchem willkommen ſein.

Anläßlich des Dekanatsmiſſionsfeſtes predigt am Sonntag, den
16. d. M., im Hauptgottesdienſte der Stadtkirche der Direktor der
Baſeler Miſſionsgeſellſchaft (Pfarrer Dipper aus Baſel). Abends
8 Uhr folgt eine Miſſionsverſammlung im Gemeindehaus, Kies=
ſtraße
17, bei der außer Miſſionsdirektor Dipper auch Herr Prälat
D. Dr. Diehl ſprechen wird. Fräulein Weimar wird einige geiſt=
liche
Lieder ſingen. Die Freunde der Miſſion ſind herzlich eingeladen.
Ludwigshöhe=Konzert. Die Sonntagsnachmittagskonzerte er=
freuen
ſich immer mehr der größten Beliebtheit. Wie am vergangenen
Sonntag, ſo ſteht auch das morgige Konzert unter Leitung und
Arrangement des Herrn Obermuſikmeiſters Mickley. Im erſten Teil /
des Programms ſind Opern vorgeſehen, im zweiten Teil Bunter Teil
unter Mitwirkung der Darmſtädter beliebteſten Humoriſten. Es werden
auch Tubus=Camponophon=Solis von einem jugendlichen Künſtler zum
Vortrag gelangen.

Die Gaſiwirte=Innung und die Siadt.
Vom Rechtsbeiſtand der Gaſtwirte=Innung erhalten wir folgende
Zuſchrift: Im Sommer dieſes Jahres hat ſich die Gaſtwirte=Jnnung ber=
anlaßt
geſehen, ſich gegen eine Reihe von Angriffen zu verteidigen, die
von der Stadtverwaltung aus Anlaß des Rathausprojekts und auch
bei Beſprechung der Aufhebung der Beherbergungsſteuer gegen das
Wirtsgewerbe gerichtet worden ſind. Die Ausführungen, die die Stadt=
verwaltung
damals in öffentlichen Sitzungen der Stadtverordneten= Ver=
ſammlung
und in den Tageszeitungen hat machen laſſen, konnten nur
dahin verſtanden werden, daß dem Gaſtwirtsgewerbe die Fähigkeit ab=
geſprochen
werden ſollte, ſeine Betriebe auf einem Niveau zu halten,
wie dies den Verhältniſſen einer Stadt wie Darmſtadt entſpricht. Be=
ſonders
wurde behauptet, die Verwaltung höre immer wieder innerhalb
und außerhalb Darmſtadts Klagen über das Wirtsgewerbe. Dieſem
Uebel müſſe durch Errichtung einer erſtklaſſigen Weinſtube abgeholfen
werden.
Herr Beigeordneter Ritzert hat insbeſondere bei Erörrerung der
Aufhebung der Beherbergungsſteuer unter anderem erklärt, daß die
mangelhafte Führung der Betriebe an dem ſchlechten Fremdenverkehr
die Schuld trage, und nicht allein die Beherbergungsſteuer.
Die Innung hat darauf durch ihren Rechtsbeiſtand die Stadtver=
waltung
aufgefordert, dieſe ſchweren und völlig unbegründeten Vorwürfe
zurückzunehmen und entſprechende Genugtuung zu geben. In ſeinem
Antwortſchreiben vom 7. Auguſt an den Rechtsbeiſtand der Innung hat
ſich der Herr Oberbürgermeiſter auf den Standpunkt geſtellt, die Stadt=
verwaltung
habe nicht behaupten wollen, daß es in Darmſtadt kein erſt=
klaſſiges
Weinlokal gebe. In einem Bericht des Volksfreunds vom
10. Juli 1924 ſei dies allerdings zum Ausdruck gekommen; indeſſen ſei
eine derartige Behauptung auch den Preſſevertretern gegenüber nicht
von der Stadtverwaltung aufgeſtellt worden, und es handele ſich um
eine perſönliche Bemerkung der Redaktion. Jede Beleidigung und jeder
Angriff auf die Berufsehre der Gaſtwirte habe der Stadtverwaltung
völlig fern gelegen.
Zrecks Erledigung des Streitfalls, der ſpeziell durch die Ausfüh=
rungen
des Herrn Beigeordneten Ritzert hervorgerufen worden iſt, hat
Herr Beigeordneter Ritzert ſich perſönlich in eine Vorſtandsſi(ung der
Innung begeben, um ſeinen Standpunkt klarzulegen. Er begann zwar
ſeine Ausführungen mit der Erklärung, er habe nichts zurückzunehmen;
in Wirklichkeit bedeuteten ſeine Ausführungen trotzdem eine Zurück=
nahme
der früheren Angriffe, da er anerkannte, daß gegen die Führung
der Betriebe nichts einzuwenden ſei. Auch er erklärte, es liege ihm
fern, irgendwie die Ehre des Gaſtwirteſtandes anzugreifen. Zu etwas
Weiterem hat ſich die Verwaltung nicht verſtanden, insbeſondere wollte
ſie nicht einer Veröffentlichung der ganzen Angelegenheit in der Preſſe
zuſtimmen. Wir finden die Abneigung der Verwaltung gegen eine Ver=
öffentlichung
ſehr begreiflich, da ja hierdurch jedermann erſehen kann,
daß die ganze Angelegenheit mit einem offenſichtlichen Rückzug der Ver=
waltung
geendet hat. Die Innung hält ſich jedoch verpflichtet, dieſe Vor=
gänge
der Oeffentlichkeit nicht vorzuenthalten. Sie nimmt davon Kennt=
nis
, daß die Stadtverwaltung nicht behaupten wollte, die Zuſtände im
Wirtsgewerbe würden zu Klagen Anlaß geben, und wir härten auch in
Darmſtadt kein erſtklafſiges Lokal. Soweit damals die Preſſe die Aeuße=
rungen
der Stadtverwaltung anders wiedergegeben hat, müſſen wir
es der Preſſe überlaſſen, ſich mit der Verwaltung auseinanderzuſetzen.
Wir verſtehen es zwar, daß die Verwaltung den Verſuch macht, ihren
Rückzug durch allerhand verklauſulierte Erklärungen zu verſchleiern. Das
kann uns aber nicht hindern, die Tatſache des Rückzuges feſtzuſtellen.

Bei der Stationskaſſe Darmſtadt Hbf. wird die Nachzahlung des
Wohnungsgeldzuſchuſſes für Penſionäre, Wartegeldempfänger und Hin=
terbliebene
ehemaliger Eiſenbahnbeamten am Montag, den 17. und
Dienstag, den 18. November, erfolgen.
Goldene Hochzeit. Die Eheleute Heinrich Krug, wohnhaft
Weiterſtädterſtraße 1, Ecke Bismarckſtraße, begehen am 19. November
den Tag ihres Goldenen Ehejubiläums. Goldene Hochzeit feiern auch
Karl Bundſchuh und Frau, Gervinusſtraße 34.
Jubiläum. Herr Uhrmacher Konrad Stein, Ecke Bismarck=
und Grafenſtraße, beging geſtern ſein 25jähriges Geſchäfts=
jubiläum
.
Orpheum Varieté. Heute, Samstag, letzter Tag des erſten
Novemberſpielplanes. Morgen, Sonntag, Programmwechſ=l.
Die Vereinigung der aus Elſaß=Lothringen Vertriebenen ( Orts=
gruppe
Darmſtadt des Hilfsbundes für die Elſaß=Lothringer im Reich)
hält am Donnerstag, 20. November, abends, im Kaiſerſaal, Grafen=
ſtraße
, ihre Monatsverſammlung ab, in der Herr Geheimrat Profeſſor
Dr. Wolfram an der Univerſität Frankfurt einen Vortrag halten wird
über das Thema: Ein elſäſſiſcher Vorläufer des Reichseinheitsgedan=
kens
im 16. Jahrhundert. Nach dem Vortrage geſchäftliche Mitteilun=
gen
und gemütliches Zufammenſein.
Achtung Geſchäftsleute, Augen auf! Gegenwärtig treibt im
Martinsviertel eine Diebesgeſellſchaft wieder ihr Unweſen. Es ſcheint
auch ein Junge von ungefähr 11 Jahren mitbeteiligt zu ſein, der mit
einem Verfaſſungstaler bezahlen will. Deshalb helfe jeder mit, um
der Geſellſchaft habhaft zu werden.
Fahrplanverbefſerungen. Es ſei hier nochmals darauf hinge=
wieſen
, daß ſchon ab Sonntag, den 16. November 1924, zwiſchen Darm=
ſtadt
und Mainz folgende neuen Perſonenzüge (2.4. Klaſſe).: Darm=
ſtadt
ab 7,50 vorm. MEZ., Mainz Hbf. an 7,37 nachm. WEZ., Mainz
Hbf. ab 2,16 nachm. WEZ., Darmſtadt an 4,04 nachm. MEZ., verkehren.
Dieſe Züge halten nur in Weiterſtadt, Groß=Gerau und Mainz=Süd.
Im übrigen bleibt der jetzige Fahrplan bis einſchl. 29. November d. J.
beſtehen.
Lokale Veranſtaltungen.
Die blerunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu befrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik

Volkshochſchule. Am Sonntag, den 16. November, veran=
ſtaltet
Herr Dr. Schwan ſeine zweite Führung durch die zoologiſche Ab=
teilung
des Landesmuſeums. Sie bezieht ſich auf Dinge aus der In=
ſektenwelt
(Mimikry, das heißt Schutznachahmung, neue Niſtſtätten uſw.).
Die Teilnehmer treffen ſich um ½10 Uhr pünktlich am Turmeingang
des Muſeums. Dort werden auch noch Einzelkarren an weitere Teil=
nehmer
ausgegeben.
Hiſtoriſcher Verein. Am nächſten Montag, den 17.
d. M., ſpricht Studienrat Dr. Schorn=Mainz über das Thema:
Aus der Geſchichte des Mainzer St. Peterſtifts.
Beginn nachmittags 6 Uhr pünktlich: Vortragsſaal des Realgymnaſiums,
Eingang Kirchſtraße.
Heſſ. Bühnenvolksbund. Wir erinnern letztmals an
die Zahlung der Novemberrate bis zum Dienstag. Mittwoch und Don=
nerstag
ſind Opern im Großen Haus. Nur quittierte Karten berechtigen
zum Beſuch. Kontrolle erfolgt durch die Logenſchließer. Anmeldung
für die geplante Kindervorſtellung bis 25. I. M. bei Chr. Arnold für
alle Plätze. Die Eintrittspreiſe richten ſich nach der Zahl der Beteili=
gung
. Wir erwarten ein dolles Haus!
Muſikverein. Der Muſiklehrer der Fuau
Rat Goethe. Wer den Meiſter Heinrich Valentin Beck in den
Chorproben des Muſikvereins bereits kennen lernte,
weiß, wie urſprünglich und friſch ſeine Schöpferkraft auch heute
noch zu wirken vermag. Es iſt keine verſtaubte und zopfige Muſik, ſon=
dern
dieſen Tönen entquillt Wärme und Leben. Daß Beck ein
gebürtiger Oberheſſe iſt, ſei noch beſonders erwähnt. Auch aus
lokalhiſtoriſchen Gefühlen heraus wird das hieſige Publikum
alſo dem zweiten Sonderkonzert des Muſikvereins ein außergewöhn=
liches
Intereſſe entgegenbringen. Die Darbietung beginnt Montag,
den 17. Nov., abends 8 Uhr, und findet im Kleinen Haus des Landes=
theaters
ſtatt. Abonnements bei A. Bergſträßer, Rheinſtraße. Tages=
karten
von 15 Mk. bei Arnold, Wilhelminenſtraße. Mitglieder des
Muſikvcreins, der Freien Liter. Geſellſchaft und des Bühnenvolksbun=
des
erhalten dort gegen Vorzeigen ihres Mitgliedsausweiſes entſpre=

unde Ermäßigung.
Der Evang. Arbeiter= und Handwerkerverein ſeiert
n Sontag, den 16. November, in ſeinem Vercins aus Feierabend,
iftsſtraße 51. unter gütiger Mitwirkung der Mandolinen= Gitarren=
rbindung
(Chormeiſter Herr J. Fornoff) ſein 34. Stiftuigsfeſt. Die
rtragsfolge enthält Lieder für gemiſchten Chor, Mandolinen= und
itarre=Vorträge, Anſprachen, Kinder=Reigen und zwei Theater= Auf=
rungen
. (Siehe Anzeige in heutiger Nummer.)
Train=Vereinigung 18. Zu der am 16. November
4, nachmittags, im Chauſſeehauſe, Heidelbergerſtraße 89, ſtattfin=
den
Familienfeier laden wir die Kameraden nebſt ihren Familien=
gehörigen
freundlichſt ein.
Jungdeutſcher Orden e. V., Bruderſchaft Darmſtadt.
jie Ordensbrüder treffen ſich zur Fahrt nach Ladenburg (per Auto)
ntag, den 16. d. M., am Hauptbahnhof, pünktlich 6 Uhr vormittags.

AMldd unn oie kauf
S5

beſeitigt
Dieſes bewährte Haut=
ſoſort LeONTem plegemittel erhalten Siel
Eberall, wo Sie die bekannte Chlorodont=Zahnpaſte kaufen.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Samstag, dei 15. Nobember 1924.

Nummer 318.

Aus Heſſen.

* Griesheim, 14. Nov. Gemeinderatsbericht. Dem Wil=
helm
Nothnagel 5. und Jakob Göbel 4. wurden Baukoſtenzuſchüſſe in
Höhe von 100 Mk. und 900 Mk. bewilligt. Die Gemeinde tritt dem
H.)). Fürſorgeverein mit einem jährlichen Beitrag von 20 Mk. als Mit=
glied
bei. Der Landwirtſchaftlichen Schule in Darmſtadt wird ein ein=
maliger
Beitrag von 25 Mk. bewilligt. Das Wartegeld der Hebammen
wurde auf Anr=gung des Kreisamts Groß=Gerau mit Wirkung vom
1. April ds. Js. ab auf je 100 Mk. pro Jahr feſtgeſetzt. Die Rechnung
der Freiwilligen Feuerwehr über 60 Mk. für Bogen für die Signalhör=
ner
wurde auf die Gemeindelaſſe übernommen. Dem Antrag des Peter
Merker 2. auf Erweiterung ſeiner Wirtſchaftskonzeſſion wurde zuge=
ſtimmt
. Ebenſo wurde demſelben bei Errichtung eines Anbaues an ſeinem
Wohnhauſe Befreiung von den Beſtimmungen des 8 70 Abſ. 1 der Aus=
führungsverordnung
zur Allg. Bauordnung bewilligt. Dem Heinrich
Nothnagel 9., der im vorigen Jahre ſein Grundſtück Flur II Nr. 1199
1994 Quadratmeter zur Errichtung eines Sportplatzes der Freien
Turnerſchaft gegen Tauſch eines gleichwertigen Grundſtücks zur Ver=
fügung
geſtellt hat, wird als Erſatz das Gemeindegrundſtück Flur II
Nr. 427 1041 Quadratmeter Acker beim Darmſtädter Weg in Eigen=
tum
abgetreten. Die Koſten der Uebertragung trägt die Gemeinde. Der
Gemeinderat erklärt erneut, daß für das abzutretende Gelände nördlich
der Hofmannſtraße der Preis von 1 Mk. pro Quadratmeter ein durchaus
angemeſſener iſt. Sollten ſich die Eigentümer des Geländes mit dieſem
Betrag nicht einverſtanden erklären, ſo ſoll gegen dieſelben das Enteig=
nungsverfahren
eingeleitet werden. Den Steigerern der Grasnutzung
von den Gemeindewieſen auf der Tuchbleiche und auf dem Landgraben
wird auf ihr Geſuch hin ein Nachlaß von 70 Prozent des Steigpreiſes
gewährt, da die Nutzung durch die eingetretene Ueberſchwemmung nur
teilweiſe erfolgen kann.
* Griesheim, 13. Nov. Die Wählerliſte für die am 7. De=
zember
ds. Js. ſtattfindende Reichs= und Landtagswahl enthält 4348
Wähler, hiervon entfallen auf den 1. Bezirk 2065 und auf den 2. Bezirk
2283 Wähler. Der älteſte hieſige Wähler iſt der am 19. Juni geborene
Privatier Auguſt Hoffmann und der jüngſte iſt der am 7. Dezember
1904 geborene Schreiner Georg König. Um eine ſchnellere Abwicklung
des Wahlgeſchäfts zu ermöglichen, hat die Bürgermeiſterei an alle in die
Wäherliſte eingetragenen Wähler Benachrichtigungen geſandt, aus denen
die Nummern, unter denen die einzelnen Wähler eingetragen ſind, her=
vorgeht
. Alle Perſonen, denen eine Benachrichtigung nicht zugeht, ſind
in der Wählerliſte nicht eingetragen, weshalb es ſich für dieſe empfiehlt,
die Eintragung ihres Namens während der Offenlage (16. bis 23. No=
vember
) zu veranlaſſen.
* Griesheim, 13. Nov. Am Samstag abend ſpricht im Saale des
Darmſtädter Hofes auf Veranlaſſung der hieſigen Gewerbe= und Hand=
werkervereinigung
Herr Syndikus Schüttler von der Handwerks=
kammer
in Darmſtadt über Wirtſchaftsfragen in Handwerk und Ge=
werbe‟
.
H. Eberſtadt, 14. Nov. Gemeinderatsſitzung. Die geſtrige
Gemeinderatsſitzung, von Bürgermeiſter Schäfer geleitet, befaßte ſich zu=
nächſt
mit der Beratung der Ausſchußbeſchlüſſe. Für den Ausbau einer zum
Gemeindewohnhauſe Hochſtraße 8 gehörigen Halle zu einer Notwohnung
wird der erforderliche Kredit in Höhe von 800 Mk. bewilligt. Dem
Antrag der Deutſch=Amerikaniſchen Petroleumgeſellſchaft wegen Geneh=
migung
zur Aufſtellung einer Dapolin=Pumpe wird grundſätzlich zu=
geſtimmt
, während die näheren Bedingungen vorbehalten werden. Der
Antrag des Architekten Kugel, den Ankauf von Baugelände im Villen=
viertel
betrefſend, wird bis zur Vorlage der Baupläne über die beab=
ſichtigten
Vilienhauten zurückgeſtellt. Dem Baugeſuch des Gg. Heil 4.
für einen Wohnhausneubau in der Paliſadenſtraße wird nach dem vor=
gelegten
Bauzan zugeſtimmt. Im Anſchluß an die Pflaſterung der
Kirch= und Schu’ſtraße wird einem Antrag der Anwohner entſprechend
im nächſten Jahre auch die Sackgaſſe einer Neupflaſterung unterzogen
werden. Dem Jakob Schäfer 3., der im Gemeindeanweſen Pfungſtadter
Straße 15 ohne Genesmigung der Gemeinde einen Stall erbaute, foll
aufgefordert werden, dieſen innerhals 3 T. zu beſeitigen. Der Be=
ſchaffung
von zwvei Reklameſchildern, die auf dem Bahngelände aufgeſtellt
und zur Reklame für den Induſtrie=Siedlungsgedanken dienen ſollen,
wird zugeſtimmt. Zu der Beſtimmung des Abſ. 2 in § 1 des Entwurfs
einer Polizeiverordnung, die Regelung des Kraftfahrzeugverkehrs be=
treffend
, wird beſchloſſen, beim Kreisausſchuß zu beantragen: 1. Die
Villenkolonie vom Waldfrieden bis zum nördlichen Ausgange, 2. den Ort
Eberſtadt von der Oberförſterei bis zur Stadt Heidelberg als ge=
ſchloſſenen
Ortsteil zu erklären, und 3. innerhalb dieſer Grenzen die
Fahrtgeſchwindigkeit fir Kraftrahrzeuge auf 15 Km. zu beſchränken. Im
übrigen wird dem Entwurf zugeſtimmt. Dem Antrag des Lehrers
Wolf um Beſeitigung verſchiedener Mißſtände, in der Dienſtwohnung
Darmſtadter Straße 30 wird ſtattgegeben, und ſollen die erforderlichen
Arbeiten alsbald ausgeführt werden. Ueber die Prüfung der Gemeinde=
rechnung
1923 erſtattet Gemeinderat Simon Bericht. Er ſtellte feſt, daß
ſich keinerlei Anſtände ergeben haben, und beantragt Entlaſtungserteilung.
Dem Antrag wurde zugeſtimmt. Eine längere Debatte entwickelte ſich
bei der Beratung der Anträge der Gas= und Elektrizitätswerke A.=G.,
Bremen. Um die wegen des Gaspreifes beſtehenden Differenzen mit der
Gemeinde zu beſeitigen, beantragen die genannten Werke auf Grund
der vertraglichen Beſtimmungen die Anrufung des vorgeſehenen Schieds=
gerichts
. Seitens der Gemeinde ſoll Oberingenieur Kalbfuß als Schieds=
richter
benannt werden. Den früher geſtellten Anträgen, die Verſorgung
der Gemeinde Pungſtadt mit Gas, ſowie die Verlängerung des Gas=
werksvertrags
mit der Gemeinde Eberſtadt betrefffend, ſoll erſt nach der
Fällung des Schiedsſeruchs nähergetreten werden. Der kath. Schweſtern=
ſtation
wird auf Antrag ein laufender jährlicher Unterhaltsbeitrag von
300 Mk. bewilligt. Eine Reihe Geſuche von Bauluſtigen um Gewährung
von Baudarlehen werden genehmigt. Für die am 7. Dezember ſtatt=
findende
Reichs= und Landtagswahl werden die Wahlvorſtände für die
einzelnen Abſtimmungsb=zirke gebildet und gewählt. Für den Abſtim=
mungsbezirk
I (Buchſtabe AG): Beigeordneter Flick, Wahlvorſtand.
Gemeinderat Gärtner, Stellvertreter; für den Abſtimmungsbezirk II
(Buchſtabe HM): Gemeinderat Meidinger, Wahlvorſtand, Gemeinde=
rat
Heißt, Stellvertreter; für den Abſtimmungsbezirk III (Buchſtabe
N3): Bürgermeiſter Schäfer, Wahlvorſtand, Gemeinderat Schmitt,
Skellvertreter. Dem Geſuch der Hausmeiſter Weitzel und Wiemer um
Bewilligung einer Entſchädigung von je 25 Mk. für gelegentlich der
Hauptreinigung der Schulen geſtellte Reinigungshilfe wird ſtattgegeben.
Zu den in den letzten Tagen von den Steuerpflichtigen angeforderten
Gemeinde=, Kreis= und Provinzialumlagen beſchließt der Gemeinderat,
darauf hinzuwirken, daß die Zahlungstermine für das 1. und 2. Ziel
bis 31. Dezember 1924, für das 3. Ziel bis 25. Februar 1925 und für das
4. Ziel bis 25. März 1925 hinausgeſchoben werden. In geheimer
Sitzung: Stundungsgeſuche.
H. Eberſtadt, 14. Nov. Die diesjährige Jahreshauptverſammlung
der Ortsgruppe der Deutſchen Demokratiſchen Partei
findet am Samstag, den 15. November, im Gaſthaus Zum Darmſtädter
Hof (Laun) ſtatt. Die Tagesordnung befaßt ſich mit dem Jahresbericht
des Vorſitzenden, dem Kaſſenbericht, der Neuwahl des Vorſtandes und
der Stellungnahme zu den am 7. Dezember ſtattfindenden Reichs= und
Landtagswahlen. Am Samstag, den 22. November, findet die erſte
Wählerverſammlung der Ortsgruppe im Saale des obengenannten Gaſt=
hauſes
ſtatt, in der Herr Prof. Dr. Heidebroek ſprechen wird.
Ober=Ramſtadt, 14. Nov. Die Wählerliſten für die am 7. De=
zember
ds. Js. ſtattfindende Reichs= und Landtagswahl liegen von
Sonntag, den 23. ds. Mts., auf dem Bürgermeiſtereibureau zur Einſicht
offen. Die Offenlage erfolgt an Werktagen von vorm. 812 und nachm.
von 26 Uhr, an den beiden Sonntagen nur von vorm. 812 Uhr. Man
wird gut tun, ſich während der Offenlegungsfriſt davon zu überzeugen,
ob man in der Wählerliſte aufgenommen iſt, da ſpätere Reklamationen,
insbeſondere ſolche am Wahltag, zwecklos ſind.
* Ober=Ramſtadt, 13. Nov. Die gegenwärtig in unſerer Kirche ſtatt=
findenden
Evangeliſationsvorträge des Herrn Pfarrers
Waldſchmidt=Mannheim erfreuen ſich aus allen Schichten der Bevölkerung
recht zahlreichen Beſuchs. Der Vortragende verſteht es, ſo recht offen,
klar und überzeugend zu ſeinen Zuhörern zu ſprechen, und dürfte für die
kommenden Tage noch mit ſtärkerem Beſuch der Vorträge zu rechnen
ſein. Es ſei an dieſer Stelle auch noch darauf hingewieſen, daß an dem
kommenden Sonntag außer am Abend auch nachmittags 3 Uhr ein Vor=
trag
ſtattfindet, zu dem jedermann herzlichft eingeladen iſt.

* Noßdorf 14. Nov. Der Familienabend, welchen der Edang.
Bund zur Feier von Luthas Geburtstag der Gemeinde veranſtalt te,
nahm einen glänzenden Verlauf. Der Beſuch war ſo ſtark, daß Saal
und Vorſaal im Darmſtädter Hof dicht gefüllt waren und viele wegen
Platzmangel wieder umkehren mußten. Im Mittelpunkt des Abends
ſtand der Vortrag von Pfarrer Eckel aus Lampertheim: Was Luther
uns heute zu ſagen hat‟. Der Redner zeigte in klarer, volkstümlicher
Ausführung, wie Luther uns Heutigen in Religion, Kirche, Haus, Schule,
Staat, Arbeit und Leid ein Führer ſein und unſer Volk mit dem
rechten Geiſt wappnen kann. Die packende Rede hinterließ einen tiefen
Eindruck. Chöre 8es Kirchengeſangvereins, Gedichtvorträge des Jung=
mädchenbundes
, Weiſen des Poſaunenchors und allgemeine Geſänge gaben
den paſſenden Rahmen. Eine Sammlung für die hieſige Kleinkinder=
ſchule
und das Gemeinde= und Schweſternhaus zu Seckmauern ergab
einen ſchönen Betrag. So konnte Pfarrer Berck in ſeinem Gruß= und
Schlußwort dem Dank aller für die prächtige Feier Ausdruck verleihen:
ſie hat den Willen geſtärkt, recht lutheriſch, das heißt gutdeutſch und
treu=evangeliſch zu ſein.
* Groß=Umſtadt, 13. Nov. Am Sonntag, den 16. Nov., abends 8 Uhr,
wird der hieſige Zweigverein des Evangeliſchen Bundes ſeine diesjährige
Winterarbeit mit einem öffentlichen Gemeindeabend in der Stadt=
kirche
eröffnen. Im Mittelpunkte des Abends ſteht ein Vortrag des Vor=
ſitzenden
des Heſſiſchen Hauptvereins. Pfarrers D. Waitz=Darmſtadt, über
das Thema: Luther und unſere Zeit‟. Der Vortrag wird von muſika=
liſchen
Darbietungen umrahmt ſein. Alle Evangeliſchen, auch ſolche aus
der Nachbarſchaft, ſind herzlich eingeladen.
Erbach i. O., 15. Nov. Herr Rentamtsdiener Wilhelm Müller
feiert heute ſein 40jähriges Dienſtjubiläum bei der Gräflich Erbach= Er=
bachſchen
Verwaltung. Auch wir gratulieren dem Jubilar, der ſich in
Erbach großer Beliebtheit erfreut, auf das herzlichſte
O

WollemStrumofe
in dauerhaften Oualitäten billigst bei
Hachenburger

Darmstadt

15270

Rheinstrasse 1
neben dem Jagdhaus

KRR
2 Aus dem Odenwald, 13. Nov. Die Beſtrebungen der Bergwacht
Odenwald zum Schutz der heimiſchen Wälder finden in immer weiteren
Kreiſen Anerkennung. In einer geſtern in Mannheim abgehaltenen
Konferenz erklärte der Vorſtand der Ortsgruppe Mannheim des Oden=
waldklubs
ſeine tätige Mithilfe an den B ſtrebungen der Bergwacht
Odenwald und überwies ſofort einen größeren Geldbetrag als Unter=
ſtützung
. In Weinheim geriet geſtern eine Maus in die Umformer=
ſtation
des Elektrizitätswerkes. Es dauerte 6 Stunden, bis die tote
Maus im Leitungsnetz gefunden wurde. Den ganzen Nachmnittag und
Abend war die Licht= und Kraftverſorgung unterbrochen.
Seeheim, 13. Nov. Gaseinrichtung. Die hieſige Gemeinde
ſoll nun auch Gas erhalten, und werden gegenwärtig Verhandlungen
mit dem Gruppengaswerk Bergſtraße, Sitz in Bensheim, die ihrem Ab=
ſchluß
nahe ſind, gepflogen. Mit dem Anſchluß Seeheims an das Grup=
pengaswerk
, ſind dann ſämtliche Gemeinden von Bensheim bis hierher
im Beſitze von Gas.
* Von der Bergſtraße, 13. Nov. Obſtvorräte. Große Obſt=
vorräte
befinden ſich noch in unſerer Gegend, beſonders in den Orten
des nahen Odenwaldes. Viele Landwirte beſitzen noch ihre ganze Obſt=
ernte
; kein Käufer läßt ſich ſehen und das Anbieten bei Händlern iſt
umfonſt, da ſie nichts kaufen. Gekeltert wurden ſehr viele Aepfel, eben=
ſo
Birnen, und mancher Landwirt hat alle ſeine Fäſſer mit Wein ge=
füllt
. Ein größe er Bauer des Ortes H. erklärte dem Schreiber dieſer
Zeilen, daß er ſeine Aepfel noch alle habe. Niemand fragt danach und
iſt ſomit von einem Preis keine Rede. Da auch die Fruchternte durch
die naſſe Witterung ſehr gelitten hat, hält es dem Landwirt jetzt ſchwer,
ſeinen geldlichen Verpflichtungen nachzukommen.
A Auerbach, 14. Nov. Neue Fabrikanlage. Die Firma
Graf u. Co. hat an zwei Firmen Teile ihrer Fabrikbauten an der Ro=
dauer
Straße vermietet. In einem Teil der vermieteten Räume wird
eine Knopffabrik, die von Bensheim hierher verlegt wird, eingerichtet,
während in den anderen vermieteten Räumen eine Blechwarenfabrikation
eröffnet werden ſoll. Den Arbeitern von hier und der Umgegend wird
in dieſen beiden neuen Geſchäftsbetrieben jedenfalls Gelegenheit geboten,
mancherlei Beſchäftigung zu finden.
z. Erzhauſen, 14. Nov. Gemeinderatsſitzung. Der An=
trag
des evangeliſchen Kirchenvorſtandes an das Landeskirchenamt, be=
treffs
Uebernahme der Steuern und Abgaben des Pfarrhauſes von der
Gemeinde, wurde abgelehnt. Antrag der Arbeiter=Samariterkolonne
zur Ueberweiſung eines B=trages für Verbandszeug und dergleichen.
Die Arbeiter=Samariterkolonne begründet ihren Antrag damit, daß ſie
im letzten Halbjahr in 84 Fällen Hilfe geleiſtet. Der Gemeinderat be=
willigt
30 Mk. Ein weiterer Antrag des Radfahrerſportvereins um Er=
laſſung
der Billetſteuer für die zweite Arfführung des Theaterſtückes
Zum weißen Rößl, und ein Antrag des Arbeiterturnvereins in glei=
chem
Sinne wurden der Finanzkommiſſion überwieſen. Geſuch der
Freidenker um einen freireligiöfen Lehrer oder Schulverwalter, da zur=
zeit
32 Schüler die Schule beſuchen. Das Geſuch wurde befürwortet und
ſoll an das Kreisſchulamt weitergegeben werden. Der Bürgermeiſter
legte vier Anträge um Abgabe von Bauplätzen aus Gemeindegelände
vor. H. Pohl, Fr. Deuſer, G. Wesp und P. H. Werner beabſichtigen,
an der Kreisſtraße Wohnhäuſer zu errichten. Denſelben wurden Bau=
plätze
zugeſprochen mit der Bedingung, daß dieſelben nach Genehmigung
baldigſt bebaut werden müſſen. Wohnungsfürſorge: An verſchiedenen
neuerbauten Häuſern an der Kreisſtraße ſind die obeven Wohnungen
noch nicht fertiggeſtellt; es wurde unlängſt ſeitens des Gemeinderats der
Beſchluß gefaßt, hierzu Mittel zu beſchaffen. Seitens der Kommunal=
Landesbank ſind hierzu kurzfriſtig 22000 Goldmark zur Verfügung ge=
ſtellt
. Im Anſchluß hieran wurden noch verſchiedene Wohnungsſachen
beraten. Bildung eines Wahlvorſtandes zur Reichs= und Landtagswahl.
Als Wahlvorſteher wurde Bürgermeiſter Lorenz, als Stellvertreter der
Beigeordnete beſtimmt, Gemeinderäte Lotz und Gaußmann als Schrift=
führer
, Schmitt, G. Becker, Leiſer, Deuſer und zwei Herren aus den
Wählern als Beiſitzer. Mitteilungen: Es werden an der Kreisſtraße
bei den neuen Häuſern zwei Ausſchellpoſten (Bekanntmachungen) be=
ſtimmt
. Das Kreisamt hat die Dienſtſicherheit des Gemeinderechners
mit 1200 Mk. anerkannt. Der Ernteſchaden wegen Steuererlaß wurde
finanzamtlich wie folgt feſtgeſetzt: Roggen 30 Prozent, Weizen 50 Pro=
zent
, Gerſte und Hafer 60 Prozent, Hackfrüchte 5 Prozent. Geſuch der
Gemeinde an den Fiskus um Genehmigung von Waldſtreu wurde vor=
läufig
abgelehnt, was ſeitens des Gemeinderats ſehr bedauert wurde.
Die Bürgermeiſterei hat ſich um Abgabe von Waldſtreu an die Gemeinde
Nauheim gewendet, und hat dieſelbe mit Genehmigung der Forſtbehörde
Waldſtreu in Ausſicht geſtellt. Unter anderem wurde ſeitens des Bür=
germeiſters
der Wunſch zur Anſchaffung eines Vervielfältigungsappa=
rates
geäußert. Ein Antrag des Obſt= und Gartenbauvereins zur Er=
richtung
eines Kelterhauſes, Feſtſetzung der Hundeſteuer wurden der be=
treffenden
Kommiſſion zur Beratung überwieſen.
R. Biſchofsheim, 10. Nov. In der Gemeinderatsſitzung wurden die
Wahlvorſtände für die bevorſtehenden Wahlen aufgeſtellt. Das bezogene
Wachs und überſchüſſige Oel wurde von dem Gemeinderat als minder=
wertige
Ware zurückgewieſen. Ein Geſuch des Ambroſius Beck lag vor,
worin der Gemeinderat erſucht wird, ihm den zwiſchen der Alten
Schmiede und dem Wohnhaus Wolf liegenden Reul zur Errichtung
einer Gartenwirtſchaft zu verpachten. Im Anſchluß daran wurde über
die faſt lebensgefährliche Stelle am Rampen geſprochen, um eine event.
Beſeitigung der herrſchenden Mißſtände zu erwirken. Ein Geſuch von
zwei erwerbsloſen Maurern um Vergütung für abgenutztes Werkzeug
wurde mit je 10 Mark genehmigt.

Die älteſte Jagd.
Die ſchönen Herbſttage, die wir jetzt durchleben, erhöhen dem Jäger
die Freude an ſeinem Handwerk, dem er ſich in dieſer Jahreszeir mit
beſonderem Eifer hingeben darf. Die Liebe zur edlen Weidmannskunſt
iſt ja dem Menſchen tief eingeboren, denn die Jagd gehört zu den Ur=
beſchaftigungen
der Menſchheit, und ſcon in der urzeit widmete ſich der
Mcann dieſem abenteuerreichen und gefahrlichen Kampf um die Nagrung,
während er das friedliche Einſammeln von Früchten und Beeren der
Frau überließ. Wo wir in der Urgeſchichte auf die alteſten Spuren
menſchlichen Daſeins ſtotzen, da finden wir auch ſchon primitive Formen
der Jagd, und von dieſer Jagd des Altſteinzeitmenſchen giht Dr. Schüſter
in einem ſoeben bei Alexander Dunaer in Weimar erſchienenen Buche
Die Alteinſteinzeit ein anſchauliches Bild. Seine Darſtellung beruht
hauptſächlich auf den großartigen vorgeſchichtlichen Funden von Sügen=
born
, von Taubach und Ehringsdorf, die im Weimarer Muſeum Auf=
ſtellung
gefunden haben und gerade für dieſes Gebiet das wichtigſte wiſ=
ſenſchaftliche
Material liefern. Die Waffen, mit denen der älteſre Menſch,
der ſogen. Neandertaler, den Tieren nachſteute, waren die denkbar pri=
mitivſten
. Wir haben uns als Hauptjagdwaffen Holzſpeere vorzuſtellen,
die mit Feuerſteingeräten zugeſpitzt und im Feuer noch beſonders ge=
härtet
wurden. Daneben mag der Altſteinzeitmenſch dem Tier auch mit
der Keule zu Leibe gegangen ſein. In der jungeren Altſteinzeit findet
man dann Speere mit Geweih= und Knochenſpitzen, auch mit außerordent=
lich
fein und dünn gearbeiteten ſcharfen Feuerſteinſpitzen. Im Nahkampf
werden Knochendolche verwendet, und als indirekte Waffe diente der
Grabſtock, mit dem der biluviale Jäger die wichtigen Faugruben anlegte.
Bogen und Pfeile waren unbekannt; ſie ſind erſt eine viel ſpätere Erfin=
dung
. Als wirkſame Abwehrwaffe gegen die rieſigen Tiere, die ihn
bedrohten, benutzre der Urmenſch das Feuer, das es ihm allein ermög=
lichte
, ſich in dem furchtbaren Ringen ums Daſein zu behaupten. Die
Menſchheit, die damals in kleinen Horden auftrat und ein ruheloſes
Wanderleben führte, mußte ſich auch in hartem Kampfe ſeiner Feinde=
erwehren
. Sein Aufſtieg war kein Siegeszug, ſondern ein langſames,
mühevolles Sichemporarbeiten aus Gefahr und Not.
Unter den Tieren, die gejagt wurden, ſpielt das Kleinwild ein ge=
ringe
Rolle. Fiſcherei wurde überhaupt nicht getrieben; als Grund
für dieſe merkwürdige Erſcheinung möchte Schuſter eine dem Urmenſchen
anhaftende Waſſerſcheu annehmen, die ihm vielleicht von den affenahn=
lichen
Vorfahren vererbt wurde. Vogelknochen ſind auch ſo gut wie gar
nicht in der Hinterlaſſenſchaft des Neandertalers angetroffen worden.
Ihm fehlten die Waffen wie Wurfhölzer oder Schleudern, die gegen die
ſchnellen Flieger wirkſam geweſen wären. Dazu kommt als Grundgeſetz
der älteſten Jagd das der Ntentabilität; man ſuchte möglichſt viel
Fleiſch als Beute zu erhalten und bevorzugte daher das Großwild. Unter
den Kleinſäugern iſt allein der Biber von den Altſteinzeitmenſchen gejagt
worden, da er deſſen Lebensgewohnheiten genau kannte und mit einem
Speer oder Keule, ja mit geſchickten Steinwürfen, das ſchwerfällige Tiev
erlegen konnte. Unter dem mittleren Großwild iſt der Bär das beliebteſte
Jagdtier, nicht der rieſige Höhlenbär, dem man höchſtens durch Ausräu=
chern
ſeiner Wohnung beikommen konnte, ſondern der braune Bär, deſſen
Knochen zum Beiſpiel in dem Fundort von Taubach mit über 20 Prozent
vertreten ſind. Zum Kampf Mann gegen Mann war auch der braune
Bär der Urzeit wohl zu ſtark und wild, und ſo mag man ihm mit Fang=
ruben
ein Ende bereitet haben. Der Urſtier erſcheint ziemlich ſelten
als Jagdbeute, weil er für den kleinen Neandertaler ein zu bedrohlicher
Gegner war. In der jüngeren Altſteinzeit wird der Jäger öfters den
ahnungslos weidenden Biſon von hinten beſchlichen haben, wie wir aus
einer Knochenzeichnung der Zeit ſehen. Elch und Rieſenhirſch, die eine
große Wehrkraft beſaßen, ſind ebenfalls recht ſpärlich unter der Jagd=
beute
der Urzeit vertreten. Etwas häufiger das Wildſchwein, und in der
jüngeren Altſteinzeit ziemlich häufig das Wildpferd. Der Neandertaler
var wegen ſeiner Plumpheit und noch gering entwickelten Intelligenz
nicht zur Steppenjagd geeignet; aber die ſpäteren, geiſtig höher ſtehenden
und körperlich gewandteren Menſchenraſſen ſtellten dem Pferd eifrig
nach, das allmählich zur beliebteſten Jagdbeute wurde. So fand man
am Fuße des Felſens von Solutré die Reſte von etwa 10 000 Pferden.
In einer noch ſpäteren Epoche wird dann das Renntier am meiſten ge=
jagt
. Der älteſte Jäger aber ſtellte bauptſächlich den größten und fleiſch=
reichſten
Tieren nach, weil ihm dieſe am leichteſten die Nahrung boten.
Er erlegte in Fallgruben den Waldelefanten, deſſen Ueberreſte ſich ſehr
zahlreich finden, das Mammut und das Nashorn. Nur di ſe Tiere mit
ihrer gewaltigen Fleiſchmaſſe lohnten die mühſame Anlegung der großen
Hruben und den Einſatz des Lebens, der auch dann noch mit der Er=
legung
der Tiere verbunden war.

Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift Ebernimmt die Redakilon keinerlei Ver=
antwortung
; für ſie bleibt auf Grund des 5 21 Abſ. 2 des Preſſeseſetzes in vollem Amfange
der Einſender verantwortiſch.) Einſendungen, die nicht verwendet werden, lönnen micht
zurückgefandt, die Ablebnung nicht boarünbet werden.
Jugenheim (Bergſtraße). In der hieſigen Bevölkerung
herrſcht eine berechtigte Mißſtimmung gegen die Eiſenbahndirektion, die
eine derartige Einſchränkung des Verkehrs auf unſerer Nebenbahn durch=
führt
, daß dieſe Linie nächſtens für den praktiſchen Verkehr überhaupt
nicht mehr in Frage kommt. Ein Konzert, Vortrag oder Theater zu
beſuchen, iſt ſchon gar nicht mehr möglich, da man doch in guter Kleid ing
nicht nachts zumal im Winter von Bickenbach nach Jugenheim oder
Seeheim pantſchen kann! Die größte Vernachläſſigung aber liegt in
dem Ausfall des Früh=Arbeiterzugs, der dieſe Leute zwingt, morgens
um halb 4 Uhr von Ober=Beerbach bis Bickenbach zu laufen! Dieſer
Zuſtand iſt der Reichsbahngeſellſchaft unwürdig, und verlangen die Ge=
meinden
dringendſte Abänderung des Fahrplans. Man kann die Er=
bitterung
der Bevölkerung umſomehr verſtehen, als dieſe Außeracht=
laſſung
der dringendſten Verkehrsbedürfniſſe unſerer Ortſchaften nun
ſchon ſeit Jahren ſyſtematiſch betrieben wird. Die Gemeindevo=ſtände
ſollen ſich bereits an die Eiſenbahndirektion gewendet haben, und werden
diesmal alle Mittel in Bewegung geſetzt werden, um den Uebelſtänden
abzuhelfen.
Landfriedensbruch oder Notwehr?
Gedern. Der hieſige Viehhändler Iſaak Frank hat Anfang Mai
d. J. dem Landwirt Chriſtian Niſpel von hier zwei Pferde gegen ein
Einzelpferd abgetauſcht mit der Auflage einer Zuzahlung von zweihun=
dert
Mark. Offenbar hat Frank die ihm bekannte geiſtige Minderwertig=
keit
und Urteilsſchwäche Niſpels, die von einer überſtandenen, ſchweren
Gehirngrippe herrührt, in ganz ſchnöder Weiſe ausgenutzt. Als der Sohn
Niſpels, Hermann Niſpel, von dieſem törichten Handel ſeines Vaters er=
fuhr
verſuchte er in gutem, den Handel bei Frank rückgängig zu machen,
allerdings ohne Erfolg. Nunmehr ſtellte es ſich heraus, daß das Pferd
nicht zugfeſt war. Daraufhin erſchien Niſpel im Hofe Franks und ver=
langte
die Zurückgabe des Tieres. Da Frank ſich ſtandhaft weigerte,
ſchlug Niſpel in ſeiner Erregung ihm über den Kopf, worauf Frank ſich
bemüßigt fühlte, ärztliche Hilfe in Anſpruch zu nehmen, deren Erfolg
innerhalb kürzeſter Zeit völlige Heilung und Wiederherſtellung war. Da
Niſpel nun befürchten mußte, daß ſeine Pferde von Frank verſchleppt
würden, tauſchte Niſpel mit Unterſtützung von vier befreundeten Land=
wirten
nach gewaltſamer Oeffnung des Frankſchen Stalles das für ihn
gänzlich unbrauchbare Pferd eigenmächtig gegen ſeine beiden Pferde
zurück. Frank ſtrengte infolgedeſſen Klage an. In der am Landgericht
Gießen ſtattgehabten Schöffengerichtsverhandlung wurden Hermann
Niſpel und ſeine vier Genoſſen wegen Landfriedensbruch zu der geſetzlichen
Mindeſtſtrafe von je 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Als erwähnens=
wert
dürfte Folgendes aus der Urteilsbegründung hervorgehoben werden:
Erheblich ſtrafmildernd kam für alle Angeklagten in Betracht, daß ſie in
einer begreiflichen und berechtigten Erregung über das niederträchtige
Verhalten Franks gehandelt haben. Das Gericht hat daher den noch un=
beſtraften
Angeklagten mildernde Umſtände zugebilligt und hätte eine
Geldſtrafe von etwa 30 Mark als ausreichend erachtet, wenn dies geſetzlich
zuläſſig wäre. Nachdem die Verurteilten ihrerſeits ein Gnadengeſuch an
den Staatspräſidenten gerichtet haben, erfolgte ein Gleiches, unterzeichnet
von faſt der Geſamtheit der hieſigen Bevölkerung, welche mit Recht über
das Geſchäftsgebahren Franks ſehr empört iſt. Die erkannte Gefängnis=
ſtrafe
iſt in eine Geldſtrafe von 100 Mark umgewandelt worden.

Hochfeiner Damen-
Halbschuh in Opiginak.
Gooduear-Uen

Warn,e Schuhe,
eaut Kamelhaar oder
Filzstoft, in Riesen-
auswahl

Eleganter Herren-
Schnürstiefel, echtes
Rindbox

Friedens-Einheitsbreist.
Damen- u. Herren-Stiete
Orig. -Goodyear-Uel.

ECio Ard
Benz
45

Verkaufsstelle
ConradTackACie.
G. m. b. H.
Darmttkat
Ludwigstr. 17

[ ][  ][ ]

Es fält Inen nicht schwer

bei unserer Riesenauswahl fertiger Bekleidung ein
Ihrem Geschmack entsprechendes Stück zu finden

Unsere Hauptpreislagen

Uister und Schlüpfer
Mk. 135. 110. 80.
Winter-Paletots
Mk. 120. 95. 75.
Loden-Mäntel
Mk. 70. 60. 48.
Saooor und Sport-Anzüge

Darmstadt

Größtes u. leistungsfähigstes Spezialhaus für Herren- u. Knabenbekleidung am Platze

Rummer 318.

Samstag, den 15. November 1924.

Seite 9.

Zum Uebergang der franzöſiſch=belgiſchen Regie
auf die deutſche Reichsbahn.

Bon Oberregierungsrat Grospietſch, Darmſtadt.

Am 16. November 1924 wird in der Verwaltung der deut=
ſchen
Reichseiſenbahnen ein Ereignis eintreten, für das der
Bureautrat vergeblich nach einem Vorgang ſuchen dürfte, das
an die praitiſche Beweglichkeit und die Umſicht des deutſchen
Perſonals die höchſten Anforderungen ſtellen wird: Die ſeit
Mitte des Jahres 1923 von der franzöſiſch=belgiſchen Regie be=
triebenen
Ciſenbahnen des beſetzten Gebietes gehen mit einem
Schlage, nachdem in den letzten Wochen an einzelnen Stellen
Teilübergänge ſtattgeſunden hatten, ſämtlich wieder auf die deut=
ſche
Verwaltung über. Belanntlich waren bei Beginn des paſſi=
ven
Widerſtandes, der Ende Januar bzw. Anſang Februar 1923
auf den deutſchen Neichseiſenbahnen des beſetzten Gebietes ein=
ſetzte
, dieſe Bahnen zunächſt eine längere Zeit faſt gänzlich ſtill=
gelegt
worden. Dann übernahm ſie im weiteren Verlaufe der
Ruhraktion die franzöſiſch=belgiſche Regie, die ſie bis zur Auf=
gabe
des paſſiven Widerſtandes im Herbſt 1923 gegen die deutſche
Verwaltung und das deutſche Perſonal weiter führte. Nach Auſ=
gabe
des paſſiven Widerſtandes wurde mit der Regie, ohne grund=
ſätzliche
Anerkennung ihrer Rechtmäßigkeit, von der deutſchen
Verwaltung ein prattiſcher Weg vereinbart, nach dem die Regie
unter tunlichſter Beteiligung des im beſetzten Gebiet verbliebenen
oder nach Aufhebung der Ausweiſung dorthin zurückkehrenden
deutſchen Perſonals den Betrieb weiter führte, um auf dieſe
Weiſe den Lebensnerv des beſetzten Gebietes zu erhalten. Auch
dieſe Zeit des ſogenannten Modus vivendi iſt am 16. November
beendet, und es wird wieder der vor der Ruhraktion vorhanden
geweſene Zuſtand: deutſche Bahn unter deutſcher Verwaltung
und deutſchem Prſonal hergeſtellt werden.
Hier ſollen nun nicht etwa alle Einzelheiten dieſer verſchie=
denen
Stadien während der Ruhraktion und ihrer Beendigung
beſprochen werden, es ſoll nur darauf hingewieſen werden, welche
großen Schwierigkeiten die bevorſtehende Verwaltungs= und Be=
triebsumſtellung
in ſich birgt.
Da iſt zunächſt der Betrieb ſelbſt, der Bahnhofsdienſt als
ſolcher, ſowie die Fahrt der Züge auf der Strecke, der übernom=
men
und geregelt werden muß. Zu dieſem Zwecke ſind die deut=
ſchen
für die einzelnen Dienſtſtellen in Ausſicht genommenen Vor=
ſteher
und ihr geſamtes Perſonal, das ja nur zum Teil ſchon
jetzt unter der Regie, bei der gerade die leitenden Stellen im
weſentlichen aus der franzöſiſch=belgiſchen Verwaltung ſtammen,
Dienſt tut, bereits mehrere Tage vor dem 16. November auf ihre
Poſten gewieſen worden. Sie dürfen dort natürlich noch keinen
Dienſt tun, dann würde ja die gerade in betrieblicher Hinſicht un=
bedingt
notwendige Verantwortlichkeit nur einer Stelle gefähr=
det
, ſie ſollen aber an Ort und Stelle ſich mit allen Einzelheiten
ihrer Dienſtverrichtungen vertraut machen, wobei natürlich ein
Zuſammenarbeiten mit dem in dieſer Hinſicht ebenfalls mit der
nötigen Anweiſung verſehenen Regieperſonal nötig iſt. Wer je=
mals
mit offenen Augen einen Bahnhof mit allen ſeinen Anlagen:
Gleiſen, Weichen, Signalen, Stellwerks= und Blockeinrichtungen
uſw. betrachtet hat, kann (allerdings nur) ungefähr die Schwie=
rigkeit
ermeſſen, die eine ſolche allgemeine Uebergabe mit ſich
bringt. Dabei iſt noch zu beachten, daß ſämtliche Anlagen auf
ihre techniſche Brauchbarkeit nachgeprüft werden müſſen. Hier
liegt ein wichtiges Feld der Tätigkeit unſerer deutſchen Bahn=
meiſter
, die außer für die Betriebsſicherheit der Bahnhofsanlagen
ſelbſt, noch für die Strecke, insbeſondere die ordnungsmäßige
Gleisunterhaltung verantwortlich ſind.

Zum Befahren dieſer Strecke mit einem Zuge gehört genaue
Strecenkenntnis. Jeder Lokomotivführer muß ganz genau wiſ=
ſen
, welche der verſchiedenſten beim Befahren eines Bahnhofes
oder der Strecke auf ihn einſtürmenden Signalbilder gerade für
ſeine Fahrt von Bedeutung ſind. Deshalb muß das neu hinzu=
kommende
Reichsbahnfahrperſonal, zu dem auch der im Pack=
wagen
mitfahrende Zugſührer gehört, auf den zu befahrenden
Strecken bereits vor Uebergabe des Betriebsdienſtes auf Loko=
motiven
und in Zügen der Regie mitgefahren ſein, um die nötige
Strecenkenntnis zu erlangen.
Sehr wichtig iſt auch die Uebernahme des deutſchen Zug=
meldeverfahrens
, der telegraphiſchen Vor= und Rückmeldung der
auf einer Strege verkehrenden Züge, das Unfälle durch Auffah=
ren
zweier auf demſelben Gleiſe verkehrenden Züge verhüten ſoll
(es ſei hier nur auf den bekannten Mainzer Tunnelunfall ver=
wieſen
). Zu dieſem Zwecke müſſen auf allen Stationen recht=
zeitig
vor dem 16. November ſämtliche Telegraphenanlagen er=
gänzt
und auf ihre Tauglichkeit eingehend durchgeprüft werden.
Mit dem Uebergabetage, alſo am 16. November, verrichtet
von vormittags 8 lihr (weſteuropäiſche Zeit) das franzöſiſch= bel=
giſche
Regieperſonal auf den Stationen keinen Dienſt mehr. Nur
auf der Fahrt befindliche Züge werden von dieſem Perſonal bis
zur nächſten Perſonalwechſelſtation weiter gefahren.
Die im Betriebsdienſt befindlichen Lokomotiven, Triebwagen
uſw. werden von dem Regieperſonal, ſoweit ſie ſich in Schuppen
beſinden, in der Zeit von 12 Uhr mitternachts des 16. Novem=
ber
bis 8 Uhr vormittags übergeben, die übrigen, alſo die auf
der Fahrt befindlichen, auf den nächſten planmäßigen Lokomotiv=
wechſelſtationen
. Ebenſo muß natürlich eine Uebergabe aller
maſchinellen und elektriſchen Anlagen erfolgen.
Was den Verkehrsdienſt, d. h. die Beförderung von
Perſonen, Gepäck und Frachtgütern anlangt, ſo erfolgt deren
Abfertigung vom Uebernahmetage ab nur noch auf Grund der
deutſchen Tarife und deutſchen Dienſtvorſchriften. Zu dieſem

Vor dem Schulgang

eine

Tablette
Schutz vor Anſteckung bei Erkältungsgefahr
(Grippe, Halsentzündungen, Heiſerkeit uſw.)
In allen Apotheken und Drogerien.

Zwecke muß das geſamte Perſonal ebenfalls ſchon mehrere Tage
vor der eigentlichen Uebergabe mit Fahrkarten, Tarifen und
allen weiteren Hilfsmitteln des geſamten Verkehrs, vor allem
auch mit den Büchern für eine kaſſenmäßig richtige Behandlung
ausgerüſtet ſein. Zahlreiche Einzelbeſtimmungen mußten gerade
in dieſer Hinſicht gegeben werden, um alle etwaigen Fehler=
quellen
tunlichſt ſofort zu verſtopfen. Die reiſenden Perſonen
helfen ſich hierbei natürlich ſoweit ſelbſt, daß ſie nach Löſung
einer deutſchen Fahrkarte am deutſchen Schalter mit deutſchem
Gelde (der Regieſchalter beiſpielsweiſe auf dem Darmſtädter
Hauptbahnhof hört um Mitternacht des 16. November auf, zu be=
ſtehen
, der Regiefranken gehört der Vergangenheit an) in den
bereitſtehenden deutſchen Zug einſteigen. Schwieriger iſt die Be=
huandlung
des auf dem Güterſchuppen gerade am Uebergabetage
lagernden Frachtgutes und der beerits verladenen Wagen. Dieſe
Güter werden am 16. November, wiederum vormittags 8 Uhr
(W. E. 3.), an die deutſche Verwaltung übergeben, die von dieſem
Zeitpunkt an die Verantwortung übernimmt. Fahrkartenaus=
gaben
ſowie Gepäckabfertigungen und Eilgut gehen dagegen
ſchon um Mitternacht vom 15. zum 16. November auf die deutſche
Verwaltung über.
Außer dem angedeuteten Eiſenbahndienſt im eigent=
lichen
Sinne geht mit dem 16. November auch die ganze Ver=
waltung
, das iſt alles das, was den Dienſt auf einer Reichs=
bahndirektion
und den ihr unterſtellten Aemtern ausmacht, auf
die Deutſche Reichsbahngeſellſchaft über. Auch da nur wenige
Andeutungen: Das geſamte Perſonal, Beamte und Arbeiter, die
nach beſtimmten Richtlinien von der Regie zu übernehmen ſind,
werden nunmehr von der deutſchen Verwaltung beſoldet und
betreut. Die Frage der nach den Londoner Abmachungen und
den ſpäteren Vereinbarungen von der deutſchen Verwaltung
unter beſtimmten Vorausſetzungen und in gewiſſer Anzahl zu
übernehmenden franzöſiſchen Bedienſteten, der ſogen. Auxiliares,
wird dabei noch eine beſondere Rolle ſpielen. So geht ferner
die ganze Vermögensverwaltung wieder in deutſche Hand über,
insbeſondere Grundſtücksverwaltung, Unterhaltung der bahn=
eigenen
Dienſt= und Wohngebäude uſw. Alle Einnahmen hier=
aus
, umgekehrt natürlich auch die Ausgaben, gehen auf Rech=
nung
der deutſchen Verwaltung, die ſelbſtverſtändlich auch die
Einnahmen aus dem Verkehrsdienſt zieht, wie ſie umge=
kehrt
auch die geldliche Verantwortung für hieraus entſtehenden
Schaden trägt. Auch die zahlreichen vor der Ruhraktion vor=
handen
geweſenen Verträge zwiſchen Eiſenbahn und Pri=
vaten
auf den verſchiedenſten Gebieten müſſen neu geregelt wer=
den
, da die Regie grundſätzlich alle von ihr zwiſchenzeitlich ab=
geſchloſſenen
Verträge zum 15. November gekündigt hat und die
Reichsbahn nicht etwa als Rechtsnachfolgerin der Regie zu gel=
ten
hat.
Für die Reichsbahndirektion Mainz, die bekanntlich wäh=
rend
der Ruhraktion in Darmſtadt behelfsmäßig untergebracht
worden iſt, bedeutet die Rückübernahme der beſetzten Strecken
ihres Bezirks auch wieder einen Umzug in ihr Mainzer Ver=
waltungsgebäude
. Auch da wird noch manche Unbequemlichkeit
und Schwierigkeit entſtehen, denn die Mainzer Gebäude ſind
von der Regie beſchlagnahmt, und werden von ihr, da ſie ihre
Verwaltung noch abwickeln muß, nicht auf einmal, ſondern all=
mählich
geräumt.
Endlich ſeien die durch die geradezu troſtloſen Wohnungsver=
hältniſſe
im beſetzten Gebiet bei Rückführung der ausgewieſenen
Eiſenbahner entſtehenden Schwierigkeiten hier nur angedeutet.
Es wird noch recht lange dauern, ehe alle Einzelſchäden und Er=
ſchwerniſſe
der Vertriebenen gänzlich beſeitigt ſein werden. Hoffen
wir, daß auch dieſe Uebergangszeit durch Entgegenkommen aller
Behörden und Privaten, insbeſondere auch der glücklichen, feſt
und ruhig in ihren Wohnungen ſitzenden Bürger des unbeſetzten
Gebiets, nach Möglichkeit erleichtert werden möge.

[ ][  ][ ]

1 5.

Eli.

1 . Dio eidrr 1934.

Rummer F.S.

Reich und Ausland.
Die Große Deutſche Funk=Ausſtellung nicht verſchoben!
Die Preſſe=Abteilung des Berliner Meſſeamtes teilt mit: Aus zahl=
reichen
Anfragen geht hervor, daß in den Kreiſen des Publikums die Mit=
teilung
von der abermaligen Verſchiebung der Automobilausſtellung auf
die Funk=Ausſtellung bezogen worden iſt. Demgemaß ſei ausdrücklich feſt=
geſtellt
, daß die Grotze Deutſche Funkausſtellung wie vor=
gefehen
vom 414. Dezember d. J. im Haus der Funkinduſtrie
nuf dem Berliner Meſſegelände ſtattfindet. Da heute bereits viermal
fo biel Anmeltungen vörliegen wie auf der allbritiſchen Radioausſtellung
in Wembley vertreten waren, iſt mit einer außerordentlich reichhaltigen
und intereſſanten Beſchickung der Funkausſtellung zu rechnen.
Der Hypothekengläubiger= und Sparer=Schutzverband für das Deutſche
Reich in Berlin
chreibt uns, daß nachſtehende Beſchlüſſe für die Reichstagswahlen gefaßt
wurden:
1. Die Gründung einer eigenen Partei liegt zurzeit weder im Inter=
iſſe
des Vaterlands, noch in dem unſeres Verbandes. Die Durchfüyrung
der Organiſation des letzteren wird trotzdem mit allem Nachdruck weiter
betrieben werden.
2. Vorſtand und Beirat empfehlen die Unterſtützung folgender Par=
teien
: Deutſchnationale, Zentrum, Nationalſoz. Freiheitspartei, da dieſe
rei Parteien auf unſere Fragen ſachlich befriedigend antworteten und
üindig zugeſagt haben, führende Männer unſeres Verbandes an ſicherer
Stelle auf die Wählerliſten zu ſtellen. Derartig bindende Zuſagen ſind
von anderer Seite bisher nicht erfolgt. Es iſt deshalb in erſter Linie
die Partei zu unterſtützen, die im Wahlbezirk Mitglieder unſeres Ver=
bandes
an führender Stelle als Mandatsbewerber aufgeſtellt hat; in
zwveiter Reihe die Partei, deren ſichere Wahlkandidaten entſchiedene Auf=
vvertungsfreunde
ſind. Im Anſchluß hieran dürfte eine Mitteilung von
Intereſſe ſein, die Reichspoſtminiſter Dr. Höfle im Auftrage des
eichskabinetts gemacht hat:
1. Für das Reichskabinett iſt durch die Annahme des Londoner Paktes
und durch die Unterbringung der Anleihe eine vollkommen neue Situ=
ation
geſchaffen, durch die die wirtſchaftliche Lage des Reichs und der
Länder maßgebend beeinflußt wird;
2. Das Reichskabinett iſt daher entſchloſſen, über die Vorſchläge des
Reichsfinanzminiſters im Aufwertungsausſchuſſe hinauszugehen;
3. Entwürfe des Arbeitsminiſteriums und des Reichsfinanzminiſteriums
ſind in Vorbereitung und werden dem Kabinett demnächſt vorgelegt,
über die der neue Reichstag zu beſchließen haben
wird.
Deutſche als letzte Beſucher der britiſchen Empire=Ausſtellung.
Unter den letzten 20 Beſuchern der großen Ausſtellung in Wembley
bei London war Prinz Ernſt Heinrich von Sachſen, der im Savoy=Hotel
abgeſtiegen iſt. Die große Ausſtellung, deren Beſucherzahl ſeit April
dieſes Jahres zwanzig Millionen betrug, iſt nun geſchloſſen, und die
größten Aufräumungsarbeiten der Welt haben bereits begonnen. Unter
den Käufern nehmen Deutſche eine hervorragende Stelle ein. Herr O.
Küper, Stahlfabrikant in Berlin und Hamburg, hat vier maſſive elek=
triſche
Maſchinen aus dem Palaſt für Maſchinenbau gekauft. Dieſe wer=
den
für den Transport nach Hamburg auzeinandergenommen. Zer=
legung
und Transport werden etwa drei Monate in Anſpruch nehmen.
Der Vergnügungspark der Ausſtellung den Dr. Wirth, der frühere
deutſche Kanzler vor einigen Wochen ſo unterhaltend fand wird im
nächſten Jahre wieder eröffnet.
Der Rekord Dr. Sthamers.
Dr. Friedrich Sthamer, der deutſche Geſandte am Court of St.
James, wird bald der Doyen des diplomatiſchen Korps in London ſein.
Verſchiedene Veränderungen ſind in den einzelnen Geſandtſchaften
ugenblicklich zu bemerken. So wird der franzöſiſche Geſandte nächſte
Woche durch M. Fleuriau erſetzt werden, und der chileniſche Botſchafter
rehrt nach 14jährigem Aufenthalt in England Ende dieſes Monats in
ſeine Heimat zurück. Die Veränderungen in der amerika tiſchen Ge=
ſandtſchaft
können ſchon längſt nicht mehr gezählt werden auch ſoll ſich
in dieſer Richtung bald wieder etwas ereignen. Sollte der ſpaniſche Ge=
ſchäftsträger
in London aus irgend einem Grunde London verlaſſen, ſo
könnte Herr Dr. Sthamer den Titel des Doyen (Senior) unter ſeinen
diplomatiſchen Kollegen beanſpruchen.
Der Prozeß gegen den Mafſenmörder Haarmann.
Hannover. Der Prozeß gegen den Maſſenmörder Haarmann
und ſeinen Helfer Grans vor dem Hannoverſchen Schwurgericht wird
nach den neueſten Dispoſitionen Anfang Dezember ſeinen Anfang nehmen.
Vorſitzender wird Landgerichtsdirektor Dr. Brökkelmann; die An=
klage
vertritt Oberſtaatsanwalt Dr. Wilde. Zur Anklage ſelbſt, die be=
kanntlich
Haarmann Mord in 27 Fällen vorwirft, iſt zu bemerken, daß
ſein Mitangeklagter Grans nicht wegen Beihilfe zum Mord, ſondern
wegen Anſtiftuhng zum Merd in zwei Fällen angeklagt iſt. Es bandelt
ſich dabei um die Ermordung eines gewiſſen Adolf Hannappel aus
Düſſeldorf und eines Fritz Wittig aus Kaſſel. Haarmann ſoll nach
ſeinen eigenen Angaben zu dieſen beiden Morden von Grans angeſtiftet
worden ſein. Weiter iſt Grans der gewerbsmäßigen Hehlerei angeklagt,
weil er Sachen der Getöteten im Auftrage Haarmanns verkauft hat.
Tus der Anklage geht hervor, daß ſich der Verdacht homoſexueller Be=
ziehungen
zwiſchen beiden nicht beſtätigt hat. Nicht einwandfrei erweis=
bar
war ferner die Behaurtung, daß Haarmann die Fleiſchteile ſeiner
Opfer zu Genußzwecken verkauft hat, obgleich dieſer Verdacht aufgrund
der bisherigen Ermittelungen immer noch beſteht. Die Anklage rechnet
auch damit, daß Haarmann weit mehr Morde begangen hat, als ihm bis=
her
unwiderleglich nachgewieſen werden konnten. Der Maſſenmörder,
der der kommenden Verhandlung ziemlich gleichgültig entgegenſieht, gibt
im allgemeinen die 27 ihm zur Laſt gelegten Morde zu, nachdem man
ihm die inzwiſchen herbeigeſchafften Kleidungsſtücke dieſer Opfer vor=
gehalten
hat. Die 190 Zeugen, die bisher für dieſen Prozeß geladen ſind,
ſetzen ſich größtenteils aus den Eltern und Angehörigen der Opfer Haar=
manns
zuſammen. Auſer dieſen Zeugen ſind noch fünf mediziniſche
Sachverſtändige geladen, und zwar Geheimrat Schultze, Profeſſor Lockte
und Profeſſor Feiſt aus Göttingen, ſowie Gerichtsmedizinalrat Dr.
Schackwitz und Medizinalrat Dr. Brandt aus Hannover. Man rechnet
mit einer Verhandlungsdauer von 1214 Tagen. Für Haarmann iſt als
Offizialverteidiger Juſtizrat Philipp Benfey=Hannover beſtellt wor=
den
, während die Verteidigung des Grans Rechtsanwalt Dr. Tänzer=
Hannover übernommen hat.

Ein Journaliſienprozeß.
München. Vor dem Münchener Amtsgericht begann am Mitt=
woch
ein Beleidigungsprozeß, der um deswillen von beſon=
derer
Bedeutung iſt, weil es ſich dabei um das zur Beratung ſtehende
Journaliſtengeſetz handelt. Von den Münchener Berufsorgani=
ſationen
der Preſſe war Ende Januar d. J. eine Entſchließung angenom=
men
worden, in der es u. a. hieß:
Ein Geſetz zur Reglung der Rechtsverhältniſſe der Redakteure
und feſtangeſtellten Mitarbeiter der deutſchen Preſſe iſt eine dringende
Notwendigkeit geworden. Es iſt die Pflicht des Redakteurs, dem
Stande und der Allgemeinheit zu dienen. Nur an einer Preſſe, die in
dieſem Geiſte geleitet wird, haben Staat und Allgemeinheit ein In=
tereſſe
. Es iſt daher nicht nur ihre Pflicht, ſondern auch wohlverſtan=
dene
Wahrnehmung eigner Intereſſen, dafür zu ſorgen, daß den gei=
ſtigen
Schöpfern der Preſſe volle Freiheit für die Erfüllung ihrer
Pflicht geſetzlich verſichert wird.
Die Münchner Neueſten Nachrichten tadelten an dieſer Entſchließung,
daß die Arbeit der Verleger als nicht vorhanden behandelt werde, und
gaben ihrer Anſicht dahin Ausdruck, daß eine Neglung des ganzen Preſſe=
weſens
nur in Uebereinſtimmung der beiden Beteiligten, alſo der Ver=
leger
und Redakteure, erfolgen könne. Die Einladung zu einem veran=
ſtalteten
Preſſeempfang wurde von der Verlegerſchaft höflich dankend ab=
gelehnt
. Der Hauptſchriftleiter der Münchner Neueſten Nachrichten Dr.
Gerlich, war am Tage vor dem Preſſeempfang beim bayriſchen Juſtiz=
miniſter
Gürtner geweſen, den er im Sinne ſeines Blattes unterrich=
tete
. Einer brieflichen Auseinanderſetzung zwiſchen Dr. Gerlich und dem
Landesverband der bayriſchen Preſſe folgte einerſeits der Austritt
Gerlichs aus dem Verband, anderſeits ſein Ausſchluß. Die
ſozialdemokratiſche Münchner Poſt und die deutſchnationale München=
Augsburger Abendzeitung veröffentlichten den Sachverhalt, und zwar
ohne die betreffenden Worte mit Gänſefüßchen zu verſehen: Standes=
unwürdiges
Verhalten, während die ebenfalls ſozialiſtiſche Nürnberg=
Fürther Morgenpreſſe die Ueberſchrift: Ein Unwürdiger wählte.
Hauptſchriftleiter Dr. Gerlich hatte gegen alle drei Zeitungen Beleidi=
gungsklage
geſtellt. Als Zeugen waren bei der Verhandlung die
Verlagsdirektoren Dr. Trefz und Leuphold, ſowie die Schriftleiter
Freund, Kunkel, Oſterhuber und Wohlfahrt, als Sachverſtändiger der
Redakteur der Dresdner Neueſten Nachrichten Dr. Schulze erſchienen.
Der vom Amtsgeheimnis nicht entbundene Juſtizminiſter war fern=
geblieben
.
Der beklagte Hauptſchriftleiter der Münchner Poſt Gruber er=
klärte
, daß die Abſicht einer übeln Nachrede durchaus ferngelegen habe.
Der Hauptſchriftleiter Winbauer des Nürnberger Blattes hielt den
Vorwurf des ſtandesunwürdigen Verhaltens aufrecht, und Dr. Münd=
ler
von der Augsburger Abendzeitung beklagte, daß das Journaliſten=
geſetz
zu einem Zankapfel zwiſchen Verlegern und Redakteuren gemacht
worden ſei. Der Zeuge Freund konnte auf ein Schreiben verweiſen,
wonach die Organiſation der Verleger mit dem Reichsverband der Deut=
ſchen
Preſſe übereingekommen ſei, gemeinſam das Journaliſtengeſetz zu
beraten. Verlagsdirektor Dr. Trefz von den Münchner Neueſten
Nachrichten ſagte aus: Die Verleger haben an den Miniſter geſchrieben,
wir ſeien der Meinung, daß, wenn die Preſſe einen Empfang veranſtal=
tet
, dies nur in paritätiſcher Weiſe geſchehen könne, denn wenn von der
Preſſe im allgemeinen geſprochen würde, ſeien darunter auch die Ver=
eger
mit einbegriffen. Verlagsdirektor Leuphold fügte hinzu: Ich
kann ſagen, daß Dr. Gerlich in einem Gutachten, das er für den Verlag
gefertigt hat, ganz beſonders für die ſoziale Stellung der Redakteure ein=
getreten
iſt. Er hat ſich beſonders die Penſionsfrage die Altersverſor=
gung
und die Forderungen, die der Reichsverband ſtellt, zu eigen gemacht.
Am Freitag vormittag wurde das Urtel gefällt. Gruber und
Winbauer wurden wegen je eines Vergehens der Beleidigung zu
500 Mark Geldſtrafe verurteilt. Mündler wurde von der Anklage der
Beleidigung freigeſprochen. In der ziemlich umfangreichen Begründung
wird zunächſt auf die Vorgeſchichte bzw. die tiefern Urſachen der Beleidi=
gungsklage
eingegangen und ſodann eingehend auf die angezogenen Ar=
tikel
, in denen der Ausſchluß Gerlichs aus dem Reichsverband der deut=
ſchen
Preſſe behandelt wurde, Bezug genommen. In den Ueberſchriften
der Artikel wird eine Beleidigung erblickt. Die Wahrung berechtigter
Intereſſen wird nicht anerkannt. Der Inhalt der Artikel der beiden
Verurteilten habe darauf abgezielt, den Privatkläger in ſeiner Ehre
herabzuſetzen.
Unreelle Heereslieferungen.
München 13. Nov. Der Holzgroßhändler Kommerzienrat Abra=
ham
Landauer in München wurde im September 1922 vom Landgerichr
München wegen Lieferung ſchlechter und teilweiſe verdorbener Bretter
an das deutſche Heer zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Auf Revi=
ſion
des Staatsanwaltes und Landauers wurde das landesgerichtliche
Urteil vom Reichsgericht aufgehoben und der Fall zur neuerlichen Ver=
handlung
an die Vorinſtanz zurückverwieſen. Dieſe Verhandlung fand
bei den veränderten Kompetenzverhältniſſen bei dem Schöffengericht
München nunmehr ſtatt. Die Qualiät des von L. gelieferten Holzes
wurde bereits im Jahre 1916 beanſtandet; im September 1917 wurden
drei Waggon Bretter, die Landauer von München aus an die Front ge=
ſchickt
hatte, in Ludiwgshafen genauer unterſucht, wobei ſich herausſtellte,
daß eine Anzahl von Brettern nicht die vorgeſchriebene Länge hatten,
außerdem teilweiſe auch unbrauchbar waren. Das Ergebnis der neuen
Verhandlung faßte der Staatsanwalt dahin zuſammen, daß dem Ange=
klagten
Landauer zwar ein vollendeter Betrug nicht nachgewieſen worden
iſt, wohl aber ein verſuchter Betrug. Das Verfahren Landauers war
nicht nur ſehr unreell, ſondern auch gewiſſenlos, denn er wußte, daß
durch Lieferung ſchlechter Bretter an das Feldheer auch das Leben der
Frontkämpfer gefährdet werden könnte. Er beantragte daher ein Jahr
Gefängnis und drei Jahre Ehrenrechtsverluſt. Die beiden Verteidiger
des Angeklagten beantragten deſſen Freiſprechung. Das Urteil lautete
wegen eines gemeingefährlichen Vergehens im rechtlichen Zuſammen=
ſchluß
mit einem Vergehen des Betrugsverſuchs zu acht Monaten
Gefängnis.

Bexem stiftet
die Frau durch Kaiser’s
Brust-Caramellen mit
den 3 Tannen. Sie ver-
treibtdamitsich
Husten
Heiserkeit, Versch ei-
mung
, Keucbhusten,
Brust- und Rachenka-
tarrh
und beugt Er-
Dosen80 Pfg, aber nieoffen. La

kältungen vor. Beweise:
7000 not beslaubigte
Z ugnisse von Aerzter u
Privaten Von Millionen
im Gebrauch. Apetittan-
regende
, feinschmeckende
Bonbons. Zu haben in
Apotheken, Drogerien u.
w0 Plakate sichtbar Nur
in Paketen zu 30 Pfg.,
ss. Sie sich nichts anderes aufreden (V,12127

Briefkaſten.

A. K., hier. Das Geſetz vom 18. Dezember 1923, abgedrucht m
Nr. 1 des Reg.=Bkattes vom 3. Januar 194, betr. die Hinterbliebenen=
verſorgung
der Staatsbeamten, iſt rückwirkend am 1. April 1920 in Kraft
getreten. In Art. 8 iſt geſagt: Keinen Anſpruch auf Witwengeld hat
die Witwe, wenn die Ehe mit dem verſtorbenen Beamten innerhalb drei
Monaten vor ſeinem Ableben geſchloſſen wurde und die Ehcſchlieſung
zu dem Zwecke erfolgt iſt, um der Witwe den Bezug des Witwengeldes
zu verſchaffen, und in Abſ. 2 des Art. 8 ſteht zu leſen: Keinen Anſpruch
auf Witwen= und Waiſengeld haben die Witwen und die hinterbliebenen
Kinder eines ausgeſchiedenen Beamten aus einer Ehe, die erſt nach
Verſetzung des Beamten in den Ruheſtand und nach
Verkündung dieſes Geſetzes geſchloſſen worden iſt.
W. H. 3, M. Es handelt ſich bei Ibnen wohl um einen gegenſeitigen
Vertrag, auf den die 3. Steuernotverordnung keine Anwendung findet.
Es wird weſentlich auf die Frage ankommen, ob durch Ihre Arbeitsleiſt=
ungen
des bar dargeliehene Betrag getilgt werden ſollte. Es empfiehlt
ſich, es darauf ankommen zu laſſen, ob der andere Teil den Richter an=
geht
, da nach der am 1. Juni d. J. in Kraft getretenen Zivilprozeßreform
nicht ſofort eine Klage erhoben werden kann, ſondern zunächſt ein ge=
richtlicher
Güteverſuch ſtattfinden muß.
Löſchungsbewilligung Zweifellos ſtehen dem Gläubiger infolge
der Geldentwertung Anſprüche auf Aufwertung zu. Wir möchten des=
halb
raten, die ganze Sache vorerſt beruhen zu laſſen, da der neu=
gewählte
Reichstag berufen iſt, die Frage im Zuſammenhang und ein=
heitlich
durch ein Geſetz zu regeln.
Müllkaſtenwühler. Wir halten Ihre Anſicht für richtig. Für
Schaden verurſachende oder dazu geeignete Stoffe wird derjenige haftbav
gemacht werden können, der ſolche dem Müllkaſten zuführt. Wir empfeh=
len
übrigens, darüber die von der Stadt erlaſſene Verordnuag, betr. Ab=
fuhr
des Hauskehrichts (beim Städtiſchen Tiefbauamt erhältlich) nach=
zuleſen
.

Geſchäftliches.
Wahlkurioſum.
Früher, beim Wählen mit namentlichen Stimmzetteln, die der
Wähler mit dem Namen des gewünſchten Kandidaten ſelbſt ausſchreiben
durfte, ereignete es ſich häufiger daß Stimmen für irgendwelche Außen=
ſeiter
abgegeben wurden, die entweder gerade im Mittelpunkt des allge=
meinen
Intereſſes ſtanden oder ſich ſonſtwie der befonderen Gunſt eines
Wählers erfreuten. Ebenſo kam es vor, daß jemand in unerſchütterlichem
Glauben an die eigene politiſche Bedeutung ſich ſelbſt wählte oder auch
daß ein wohlerzogener Ehemann ſeine gewichtige Stimme für den
eigenen weiblichen Vorgeſetzten abgab uſw.
Unſer heutiges Liſtenwahlverfahren bietet zu derartigen Scherzen
keine rechte Möglichkeit mehr. Trotzdem verſuchen ſich lockere Spaß=
vögel
auch hieran gelegentlich. So wurde ein origineller Stimmzettel
bei der letzten Wahl in einem ſächſiſchen Gebirgsort vorgefunden; eine
reſolute Wählerin, die offenbar durch die weitgehenden Wahlverſprechun=
gen
ihres Kandidaten etwas mißtrauiſch geworden war, hatte darauf
vermerkt:
Ich helfe Nr. 9 zum Ziel,
Weil mir der Mann ſoweit gefiel.
Das heißt verſprach er uns zu viel
Waſch’ ich den Pelz ihm mit Perſil!
Für den Pfeifenraucher! Das Pfeifenrauchen iſt bei uns ſehr vielen
zur lieben Gewohnheit geworden, nicht nur, weil das vorteilhafte Pfeifen=
rauchen
bei den heutigen wirtſchaftlichen Verhältniſſen ſehr in die Wag=
ſchale
fällt, ſondern, weil die allermeiſten ſich durch einen gründlichen
Verſuch überzeugt haben, daß es gar nichts Gemütlicheres gibt, als ſo
ein Pfeifchen, in das man nach Belieben ſeine eigene Tabakmiſchung
ſtopft.
Leider glauben immer noch viele, die Bruyérepfeifen ſeien engliſcher
oder franzöſiſcher Herkunft, während in Wirklichkeit ſchon vor 60 Jahren
die erſten Bruyérepfeifen in Nürnberg gemacht wurden und von da
aus ihren Weg durch die ganze Welt nahmen.
Wie bei allen Artikeln, gibt es minderwertige und gute Qualitäteu,
ſowie ſorgfältig gearbeitete und maſſenproduktiv erzeugte Pfeifen, was
natürlich ganz in Ordnung iſt, denn es muß vielen Geſchmacksrich ungen
Rechnung getragen werden.
Als hervorragendſtes Fabrikat unter den Bruyérepfeifen
gelten die Vauen=Pfeifen, die in Nürnberg gemacht werden.
Der Schwan und das blaue Band ſind die äußeren Kenn=
zeichen
der neuen Feinkoſt=Margarine Schwan im Blauband, die mit
Recht als Buttererſatz von unerreichter Güte empfohlen wird. Von
Holland, wo man auf dem Gebiete der Margarie=Erzeugung ſchon
längſt Triumphe feierte, hat ſie ihren Siegeszug nach Deutſchland genom=
men
und auch hier einen Erfolg auf den anderen gehäuft. Unerreicht in
Qualität und mäßig im Preis dies ſind ihre beſonderen Merkmale!
Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 6½ Uhr, Ende 101 Uhr
(E 6): Der fliegende Holländer. Kleines Haus, Anfang 3 Uhr,
Ende gegen 6 Uhr (Samstags Fremdenmiete I11): Die Journaliſten
Orpheum, abends8 Uhr: Varieté. Union=, Reſidenz=Theater,
Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen. Film=Vorführung:
Martin Luther, für die Paulusgemeinde, abends 8 Uhr, im Gemeinde=
haus
der Pauluskirche. Hanſa=Hof, Rheinſtr. 47, abends 8½
Uhr: Zuſammenkunft der Oberbayern. Veloziped=Club
Darmſtadt 1899, abends 8 Uhr im Saalbau: Preisverteilung,
Ball.
Wetterbericht der Gießener Wetterwarte.
Weltervorherſage für Sonntag, den 16. Dezember.
Abſchwächung der Nachtfröſte, ſüdliche Winde, wolkig, ohne Nieder=
ſchläge
von Bedeutung.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Veramwortl für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe
Veramwortlich ſür Feuill ion und Heſſiſche Nachr chten: Max Streeſ.
Verantwortlich für Srort: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Sslußd n : Andreas Bauer
Verantw rilich für den Inſ ratente l: Willy Kunle
Druck und Verlag: 2 C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt.
De hentige Zummer nar 20 Zeitcn

weg. Inbetriebnahme
der Zentralheiz. billie
zu verkauf. (B15132
Darmſtadt
Grafenſtr. 23½, I.
Grünes Plüſchſofe
w. Bett. Schran
Nachttiſch, Stuhl z.
33/8
verkaufen.
Wendelſtadtſtr. 38

Preiswert zu verk.
Gut erh S. V. Näh=
maſch
., Fuß. u. Hand=
betr
. wie neu, 2 P.
Schneeſchuhe, mittl u.
gr. Fig., m. 3 Stöck
2 P. Schlit ſch. 27, 2
Näh. Geſchſt. (*3363

Zu verkaufen
1 gepolſterter Kin=
derſtuhl
15.4, 1 Baöy=
korb
mit Geſtell 1
Zeichner Darmſtadt,
Holzho allee 25/ 33584

Im Auftrag ſehr bil.
zu ver auf. f. n eleg
ſch v. Cutaway mit
Hoſe u. WBeſte, Treſſ., f ſchlunt. Fi
An; ſeh nachmittags
Wingertegäschen 9,II
Darnitadt 33.

Guterh Nähmaſchine
preiswert abzugeben.
F. Lepper, Darmſt.,
Grafenſtr. 31. (*33567

guterhalten, billig zu
verkaufen. (15272e
Anfragen u L. 21
an die Geſchäft ſt
2fl. Gasherdm. Tiſch
u. Metallſchlauch für
Wringmaſchine, neu,
preiswert abzugeben
. Geſchſt. *33664
ſchön. Gasherom Tiſch
zu rerk. Wendelſtadt=
ſtraße
36, II., Darm=
(*33 88
ſtadt.

Eine ſchöne Ga zug=
lampe
billig zu verk
Rof dörferſtraße 51 I.,
Darmſtadt. (*.0-91

Motorrad D K. WV
faſt ueu, zu verkauf.
darmt Schloßgarten
ſtr 1, Laden T 23645

Meiſter=Geige
f. Berufsmuſik. geeig.,
zu verk Dermit., Die=
bur
erſtr. 64,I. (:33549

Damenrad, neu, 95./,
pol. Vertiko 65 .
Chaiſolongue, aufge=
arb
. 28 , a. Bett=
ſtelle
m. gut. Stroh=
matr
. 15 , Gaszugl.
Stehl.) 8 . 1 P. g.
Schaftenſt. u. 7,80 m
Vorhangſtoff, 140 br.
z. verk Dar iſt., Die=
burgerſtr
. 64 1. *33650

2 2e

DeSD022 1AaD21

Erukessehn 1L

Herrenzimmertiſch
billig zu kaufen ge=
ſucht
. Angebote un=
ter
K 139 an die Ge=
ſchäftsſtelle
. (*33480

Alie und
zerbroch ne

werden an ekauft
Darmſtadt, Päd igog=
ſtraße
2. part /15004a

Welch edeldenk. beſſ.
Familie würde arm.
Fräulein Be tſtelle m.
Matratze bill. abgeb.?
Ang. un. L. 49 a. d.
Geſchäftsſt. (*33639

1 Kluvierbank
z. kaufen geſucht. An=
geb
. m. Preis u. L 81
d. Geſchſt. (*33604

Guterh. Puppenwag.
z. kauf. geſ. Angeb.
m. Preis unter L 27
a. d. Geſchſt 4*33581

4rädriger
Hand=Pritſchen=
Wagen
möglichſt gefed., min=
deſtens
2 m lang, zu
kaufen geſucht. (15287
Schmidt, Darmſtadt,
Dieburgerſtr. 97.
Grauer Off.=Mantel
für ſchlanke Fig. geſ.
Schwarz, Darmſtadt,
Kiesſtr. 36. (*33600

[ ][  ][ ]

Nummer 3 18.

Samstag, den 15. Rovember 1924.

Seite 11.

Süddeutſchlands Fußballſport am Sonntag.
Die Bezirksliga.
Großkampftag in der Bezirksliga! Von 40 Vereinen dieſer Klaſſe
ſind 32 im Punktkampf tätig. Merkwürdigerweiſe iſt nicht eine Paarung
dabei, die über den Rahmen des betreffenden Bezirks hinaus allgemei=
nes
Intereſſe hat. Die Favoritenkämpfe fehlen diesmal, dafür ſind
aber doch eine Reihe Treffen dabei, die durch die Möglichkeit eines über=
raſchenden
Ausgangs für die Favoriten von Bedeutung ſein werden.
Und in dieſem Sinne iſt auch dieſer Sonntag wieder ſehr intereſſant.
Im Rezirk Bayern treffen ſich FC. NürnbergSchwaben
Ulm, Teutonia MünchenSpielvgg. Fürth und Wacker Munchen Fuß=
ballverein
Nürnberg. Im Vorſpiel gewannen FC. Nürnberg und
Spielvgg. Fürth hoch, Wacker dagegen verlor knapp. Trotzdem ſollten
alle drei Genannten Sieger bleiben. Württemberg=Baden
hat angeſetzt: Sportklub StuttgartFC. Pforzheim, FC. Mühlburg
VfB. Stuttgart, Sportklub FreiburgVfR. Heilbronn. Die Pforzhei=
mer
dürften ſicherer Sieger bleiben, in den beiden anderen Spielen unter=
läßt
man beſſer das Tipen. Der Rheinbezirk, zu dem Darm=
ſtadt
gehört, bringt einige intereſſante Zuſammenſtellungen. Sportver=
ein
Darmſtadt empfängt den vorausſichtlichen Meiſter, VfR. Mann=
heim
. Näheres über dieſes Treffen dürfte an anderer Stelle zu leſen
ſein, doch ſoll hier noch geſagt werden, daß die Mannheimer zu den
beſten deutſchen Mannſchaften gezählt werden dürfen. Der Zweite der
Tabelle, VfL. Neckarau, tritt gegen den T.= u. SV. Feudenheim an.
In Pirmaſens iſt Ludwigshafen beim dortigen FC. als Gaſt, und Pfalz
Ludwigshafen hat den Sportverein Waldhof als Gegner. Alle drei letz=
ten
Spiele laſſen einen knappen Ausgang erwarten. Für wen das
iſt die Frage! Auch im Mainbezirk gilt dieſe Frage für einige
Spiele. In der Hauptſache für die Treffen FC. 93 HanauHelvetia
Frankfurt und Kickers Offenbach Eintracht Frankfurt. Fußballſport=
verein
Frankfurt dagegen ſollte gegen VſR. Frankfurt und Union Nie=
derrad
gegen Sportklub Bürgel in Front bleiben. Heſſen=Saar
hat nur zwei Spiele, von denen die Begegnung Sportverein Wies=
baden
Wormatia Worms die härteſte werden ſollte, da beide Vereine
noch für die Meiſterſchaft in Frage kommen. In Idar ſollte dagegen
der dortige Fußballklub den Fußballverein Saarbrücken meiſtern kön=
nen
. Im übrigen ſind bei ſämtlichen Tips Ueberraſchungsmöglichkeiten
vorbehalten, da man bekanntlich porher nichts Gewiſſes weiß.
Fußball im Odenwaldkreis.
Die einheimiſche Kreisliga iſt verhältnismäßig ſchwach beſchäf=
tigt
. VfR. Darmſtadt muß ans Arheilger Mühlchen zur Sportvgg. 04.
Der Ausgang erſcheint ſehr fraglich. Germania 03 Pfungſtadt hat in
Bürſtadt einen harten Kampf mit VfR. Bürſtadt zu beſtehen, über deſſen
Ausgang man vorher auch nichts ſagen kann. Ebenſo verhält es ſich
bei dem wichtigen Spiel Vgg. Amieitia ViernheimSpielvgg. Sand=
hofen
. Beide Vereine haben Meiſterſchaftsausſichten, die aber für Viern=
heim
erlöſchen, ſofern es verliert. Es wird in Viernheim einen hart=
näckigen
Kampf geben.
Die Treffen der A=Klaſſe fangen an, intereſſant zu werden.
Einige Meiſterſchaftsanwärter haben am grünen Tiſch Punkte verloren,
ſo daß die Ausſichten für die Meiſterſchaft unbegrenzte ſind. Im Gau
Bergſtraße treffen ſich Union DarmſtadtFußballverein Epperts=
hauſen
, Sportverein MürſterHaſſia Dieburg, Vgg. Weiterſtadt=
BraunshardtCermania Eberſtadt, Sportverein Groß=GerauEintracht
Darmſtadt. Auch der Gau Nied iſt wieder mit dabei mit folgen=
den
Spielen: Fußballverein Hofheim-Konkordia Gernsheim, Alemannia
Groß=RohrheimStarkenburgia Heppenheim, FC. 07 Bensheim-VfL.
Lampertheim. B= und C=Klaſſe ſind diesmal ganz ſtiefmütterlich
vertreten. Nur die Meiſterſchaftsſpiele Sportverein MeſſelUnion
Darmſtadt 3. finden ſich auf der Terminliſte verzeichnet. Dagegen ſoll
am Sonntag das Entſcheidungsſpiel der beiden im Gau führenden Ver=
eine
um den Kreispokal ſtattfinden. Im Riedgau hat ſich Forkung
Heddesheim für den Kampf qualifiziert, der Bergſträßer Vertreter iſt
noch nicht bekannt und liegt zwiſchen Sportverein Münſter und dem
Akad. SC. Darmſtadt.
Der FC. Freiburg in Straßburg.
Am kommenden Sonntag tritt der Freiburger FC. in Straßburg
gegen die dortige ASS. zum Freundſchaftsſpiel an. Nachdem bereits
Tennis=Boruſſia Berlin in Paris und Fußballverein Saarbrücken in
Metz geſpielt haben und auch die Metzer ſchon in Deutſchland angetreten
ſind, käme dem Straßburgeu Spiel eigentlich nicht dieſe Bedeutung zu.
Aber die Bedeutung des Treffens liegt darin, daß es ſich um einen ehe=
mals
deutſchen Verein des einſt deutſchen Elſaß handelt. Das Spiel.
zweier Stammesgenoſſen unter verſchiedener politiſcher Herrſchaft! Das
Spiel ſelbſt löſt im Elſaß ungeheure Anteilnahme aus, daß ſogar ſämt=
liche
Vereine der Provinz ihre Spiele abſagen ließen, um die Freiburger
Mannſchaft begrüßen zu können.
Sportverein Darmffadt 1898 V. f. R. Mannheim.
Am letzten Sonntag ſiegten in Mannheim die Vertreter Süddeutſch=
lands
in wundervollem Spiel um den Pokal des Deutſchen Fußball=
Bundes gegen Brandenburg. Die ſüddeutſche Mannſchaft beſtand mit
zwei Ausnahmen reſtlos aus Spielern des Vereins für Raſenſpiele
Mannheim denen es durch ihr glänzendes gegenſeitiges Verſtändnis,
ihre großartige Technik und ihr hervorragendes Schußvermögen gelang,
Berlin=Brandenburg mit 7:2 Toren zu ſchlagen.
Am kommenden Sonntag ſtehen ſich in den Verbandsſpielen des
Süddeutſchen Fußballverbandes, die Ligamannſchaften des V. f. R
Mannheim, des ſiegreichen Vertreters Süddeutſchlands, und des Sport=
vereins
Darmſtadt um 2.30 Uhr auf dem Stadion am Böllenfalltor
gegenüber. Das überragende Können ſämtlicher Spieler des V. f. R.
Mannheim läßt einen prächtigen Kampf erwarten, da Sportverein
Darmſtadt alles daran ſetzen wird, gegen dieſen Gegner auf eigenem
Platze das günſtigſte Reſultat zu erzielen. Geſtützt auf die Erfahrungen
der letzten Spiele hat Sportverein Darmſtadt eine Umſtellung ſeiner
Mannſchaft vorgenommen, mit der er ſelbſt den Spielern vom Range
eines V. f. R. Mannheim den Sieg ſtreitig machen kann. Die Mann=
ſchaften
treten ſich gegenüber in der Aufſtellung:
V. f. R. Mannheim:
Hügel
Engelhard Freiländer
Bleß Deſchner Au
Höger Berk Herberger Fleiſchmann Meißner
Frick Bärenz Becker Müllmerſtadt Berger
Takaſe
Jakobi
Mahr
Stephan
Laumann
Ellenbeck
Sp. V. Darmſtadt:
Von den Mannheimer Spielern haben Herberger, Höger und Au
ſchon in internationalen Spielen als Vertreter Deutſchlands mit glän=
zendem
Erfolg geſpielt, alle übrigen Spieler waren ſchon mehrmals in
ſüddeutſchen Repräſentativ=Mannſchaften aufgeſtellt. Die Spielſtärke
des V. f. R. Mannheim wird wohl am beſten dokumentiert durch die
Kritik in der letzten Nummer des ſüddeutſchen Verbandsorgans, des
Kicker, in dem es heißt: Süddeutſchland hat zur Zeit keinen Sturm,
der ſich mit dem der Mannheimer Raſendſpieler meſſen kann. Ferner
ſchreibt er noch: Der junge Berk entzückte die Zuſchauer durch ſein auf=
opferndes
und vollendetes Spiel Höger war brillant Herberger iſt
der geborene Ballverteiler, ſein raffiniertes Spiel muß zu Erfolgen füh=
ren
Meißner beſitzt ein glänzendes Talent.
In ihrer jetzigen Aufſtellung ſtellt die Mannſchaft des V. f. R.
Mannheim zur Zeit beſtimmt eine der ſtärkſten Mannſchaften ganz
Deutſchlands dar, ihr Sturm iſt in ſeinem durchſchlagskräftigen, raffi=
nierten
Spiel fowohl dem derzeitigen Sturm eines 1. F. C. Nürnberg,
als auch dem der Sp=V. Fürth überlegen.
Allen Fußballanhängern iſt durch Beſuch dieſes Wettſpieles Gelegen=
heit
gegeben, ein Fußballſpiel in ſeiner Vollendung zu ſehen.
Vor dem Spiel der Ligamannſchaft treffen ſich die Alten Herren
des V. f. R. Mannheim und des Sportvereins Darmſtadt auf dem
Stadion.
D.
F. C. Union, Jugendabteilung.
Am kommenden Sonntag hat die Jugendabteilung für ihre Mann=
ſchaften
wiederum einige gute Gegner verpflichtet und ſpielen auf der
Rennbahn:
12 Jugend gegen 1. Jugend F. C. 08 Mannheim=Lindenhof;
1b Jugend gegen 1b Jugend Sp.K. Viktoria Griesheim;
22 Jugend gegen 1. Jugend Sp.V. Roßdorf in Roßdorf;
2b Jugend gegen 2. Jugend Sp.V. Roßdorf;
12 Schüler gegen 1. Schüler Sp.V. Kickers 16, Frankfurt;
1b Schüler gegen 1b Schüler Sp.V. Chattia=Wolfskehlen.
Die 12 Jugendmannſchaft ſpielt vor dem Spiel der 1. Mannſchaft
gegen die 1. Jugend des Mannheimer FKl. 08 Lindenhof und tritt in
folgender Aufſtellung an: Gaubatz; Maul II, Beck I; Engel, Kaucher,
Geſſer; Schäfer I, Karl, Maul III., Kunze, Hüther.
F. C. Cintracht Darmſtadt.
Nach vierzehntägiger Pauſe nehmen die A=Klaſſe=Verbandsſpiele
Anſeres Gaues am morgigen Sonntag ihren Fortgang. Eintrachts Erſte
muß nach Groß=Gerau zum dortigen Sportverein. Die Gerauer ſind
Neuling in der A=Klaſſe und haben bis heute auf eigenem Platz noch
keinen Punkt verloren. Zuletzt wurde Münſter, das vor 14 Tagen die
Hieſigen mit 3:0 überraſchend und hoch ſchlug, in Groß=Gerau hinein=

Ar nen.

gelegt. Wenn die Eintrachtler aus ihrer vorſonntäglichen Niederlage
nichts gelernt haben und nicht in Allem auf dem Damm ſind, werden ſie
diesmal weitere Verluſtpunkte einſtecken müſſen, denn man rechnet all=
gemein
damit, daß gerade der Neuling in der A=Meiſterſchaft gewichtig
mitſprechen wird. Die Eintracht kann, wenn ſie will, viele ihrer Reſul=
tate
in den letzten Spielen beweiſen dies.
Die zweite Garnitur Eintrachts empfängt vormittags 11 Uhr auf
dem Platz am Finanzamt des hieſigen Sportvereins 98 IIa Mannſchaft
ebenfalls zum fälligen Verbandsſpiel. Beide Gegner pflegen einen ſehr
gefälligen und fairen Fußball; beſonders die Sportvereinler haben durch
gute Reſultate in letzter Zeit gezeigt daß ſie zu ſpielen verſtehen. Es
wird alſo auch dabei recht unterhaltſamer Sport zu ſehen ſein. HI.
Sp.Vgg. 04 Arheilgen Verein für Raſenſpiele, Darmſtadt.
In einem entſcheidungsvollen Kampf ſtehen ſich am kommenden
Sonntag die Ligamannſchaften der Sp.Vgg. 04 Arheilgen und des
V. f. R. Darmſtadt in Arheilgen gegenüber. Man darf Arheilgen bei
den mangelhaften Schußleiſtungen des V. f. R.=Sturms etwas mehr
Ausſichten geben. Beide Mannſchaften haben ſchon oft miteinander um
den Sieg gerungen und ſich ſtets ſpannende Kämpfe geliefcat, die meiſt
einen knappen Ausgang nahmen. Das Können beider Mannſchaften und
die Fairneß, der ſie ſich bei ihren Begegnungen ſtets befleißigten, laſſen
ein intereſſantes Spiel erwarten. Mitglieder und Freunde des V. f. R.,
die die Ligamannſchaft zum Spiel nach Arheilgen begleiten wollen, tref=
fen
ſich um 1 Uhr an der Hochſchule.
Die Liggerſatzmannſchaft des V. f. R. ſpielt auf dem V. f. R.=Platz
gegen Arheilgen und die 3. Mannſchaft des V. f. R. in Arheilgen. An
Jugendſpielen finden folgende Treffen ſtatt: Die 1a Jugend empfängt
die ſpielſtarke 1. Jugend des V. f. R. Frankfurt; die 1b Jugend begibt
ſich zum V. f. L. Neu=Iſenburg und die 2b Jugend zum Sp.V. Weiter=
ſtadt
Braunshardt, während die 23 Jugend hier Union Wixhauſen
empfängt. Auf dem Exerzierplatz ſtehen ſich vorm. die 1. Schülermann=
ſchaften
des V. f. L. Neu=Iſenburg und des V. f. R. gegenüber. E. W.

B=Klaſſe des Odenwaldgaues,
(Verſpätet eingegangen.)
Am letzten Sonntag konnten die Mannſchaftskämpfe im
Ringen der nördlichen Abteilung, und zwar der B=Klaſſe des
Odenwaldgaues, ihren Abſchluß finden. Unter Leitung des neu=
gegründeten
Sportvereins Siegfried=Pfungſtadt wickelten ſich
die Kämpfe in flotter Weiſe ab. Hat es doch der Verein ver=
ſtanden
, den Teilnehmern an dieſen Kämpfen einen recht an=
genehmen
Empfang zu bereiten. Ein kurzer Umzug mit Muſik=
begleitung
durch die Hauptſtraßen des Ortes leitete die Kämpfe
ein. Hieran war zu erſehen, daß der junge Verein ſich ſofort die
Sympathien der Einwohnerſchaft erwarb. Die Kämpfe nahmen
unter Leitung des Unparteiiſchen einen guten und ſchnellen Ver=
lauf
, mit Ausnahme kleinerer Auswüchſe, die ja bei derartigen
Kämpfen nicht zu vermeiden ſind, zumal Vereine der Anſicht ſind,
daß andere Vereine ſich nicht beſſer entwickeln können, als ſie
ſelbſt. Wider Erwarten ſetzte ſich Arheilgen an die Spitze,
zumal Altheim zugunſten Arheilgens auf den noch nachzutragen=
den
Kampf verzichtet, wodurch Arheilgen allein durch die Ver=
zichtleiſtung
21 Punkte zugeſprochen erhält. Arheilgen hält
jedoch auch ohne dieſe 21 Punkte die Spitze der Tabelle ein.
Ergebniſſe der nördlichen Abteilung:

Zereine

Arheilgen ..
Dieburg ."
Am Sonntag, den 16. d. M., finden zu Nieder= Ram=
ſtadt
die Schlußkämpfe der öſtlichen Abteilung
ſtatt. Auch hier dürften ſpannende Kämpfe zu erwarten ſein, zu=
mal
die drei führenden Vereine alles daran ſetzen werden, ſich
die erſte Stelle in der Tabelle zu ſichern. Der Beginn der Kämpfe
iſt auf 3 Uhr feſtgeſetzt und wollen die Teiknehmer ſpäteſtens
2,30 Uhr anweſend ſein.

102 66,15 61 Pfungſtadt . . . 42 13 Altheim . . . . 42 13 63,34 5 45

Turnen.

9. Kreis (Mittelrhein) der D. T.
Turner, auf zum Streite zum Kunſtwettſtreite! Mittelrheiner,
die D.T. will ſich ein Haus bauen, des Haus der Deutſchen Turnerſchaft,
Sechzehn verſchiedene Prſtkarten, liebe Turnerlieder darſtellend, werden
hierzu verkauft. Auch wir wollen alle helfen. Jeder Mittelrheiner,
Turner wie Turnerin, kaufe die 16 Poſtkarten für 1,60 Mk. und ſende
mir jetzt kommt der Wettſtreit die Karte, die ihm hinſichtlich der
Bildwirkung und der rechten Darſtellung des betr. Liedes am beſten
gefällt. Urteilt alle ſelbſtändig und verratet euer Urteil keinem,
der nochnicht eingeſandt hat. Auf der Karte teilt mir auch die Reihen=
folge
der anderen 15 Karten nach euerem Kunſtermeſſen mit. Das Er=
gebnis
des Wettſtreits teile ich ſpäter in unſerer Kreis=Turnzeitung mit.
Bezieht die Karten durch den Jugendwart der D.T. Ed. Neuendorff
in Mülheim a. d. Ruhr, Kaiſerſtraße 66. Dann helfen wir auch och die
Jugendburg der D.T. bauen. Handelt ſchnell als echte Mittelrheiner!
Vereine, beſtellt ſofort! Es wartet mit Sehnſucht euer Kreiswart für
Geiſtesturnen, Profeſſor Gg. Bender in Frankfurt a. M., Wolfgang=
ſtraße
84. Geiſtesturnwarte, Jugend= und Preſſewarte der Vereine des
Main=Rheingaues, helft mit durch eure bekannte Rührigkeit! H.M.

Durch Bergſtraße und Odenwald.
Zu dieſer am kommenden Sonntag, den 23. ds, Mts., zur Durch=
führung
gelangenden Zuverläfſigkeitsfahrt liegen nunmehr nähere An=
gaben
vor. Der Start; befindet ſich an der Rennbahn, Heidelberger
Straße. Die Strecke, welche zum Teil ſehr große Steigungen aufweiſt
führt über Eberſtadt durch das Mühltal über Nieder=Beerbach, den See=
heimer
Stieg hinunter nach Seeheim, weiter teils auf der alten, teils
auf der neuen Vergſtraße nach Bensheim. Von dort gehts in den Oden=
wald
, Richtung Lindenfels bis Gadernheim. Gadernheim iſt der vom
Ausgang abgelegenſte Punkt der Strecke. Daſelbſt iſt auch der ſchwie=
rigſte
Teil, insbeſondere die größten Steigungen, überwunden. Weiter
gehts bergab über Hoxhohl, Ernſthofen, Ober=Modau, Nieder=Modau
nach Ober=Ramſtadt über den Roßdörfer Buckel, nach Noßdorf. Dann
kommt die ſchöne flache Strecke GundernhauſenDieburg, von hier aus
auf dem ſchnellſten Weg nach Haus, über den Meenzev Buckel zum
Ziel Oberwaldhaus. Die Strecke iſt alſo für eine Zuverläſſigkeitsfahrt
wie geſchaffen. Trotz der vorgeſchriebenen niedrigen Geſchwindigkeiten
zwiſchen 2436 Kilometer wird ſie manchem Fahrer eine Nuß zu knachen
geben. Insbeſondere Fahrern von Fahrzeugen, deren Betriebsſicherheit
zu wünſchen übrig läßt, werden bei dieſer Gelegenheit erkennen können,
was eine Durchſchnittsgeſchwindigkeit von nur 30 Kilometer bedeutet.
Vielleicht findet ſich auch unter den bisher Unwiſſenden der eine oder
andere, dem ſeither die in Städten und Ortſchafden vorgeſchriebene Ge=
ſchwindigkeit
zu niedrig war, veranlaßt, dieſe Geſchwindigkeit in Zukunft
als vollſtändig ausreichend anzuerkennen. Die Fahrt wird ſicher auch in
dieſer Beziehung ihr Gutes zeitigen.
Bmmmmm

Darmstädter Sportfreunde!
November, ist das
Ab Mont=

AUS DEMR
Er
Darmstadt frühzeit
Aus der Montagsausgabe: V. f. R.
am Böllenfalltor
Erhältl. / A. Skurnik, Grafenstr. u. Bahnhofsbuchhandlg.

Sportliche Veranſitaltungen während der
Darmſiädter Wochen.
In der am 12. November in Gemeinſchaft mit den Turn= und Sport=
treibenden
Körperſchaften im Stadthaus abgehaltenen Sitzung über Ab=
haltung
von Wettkämpfen und ſportlichen Veranſtaltungen während der
in 1925 feſtgelegten Darmſtädter Wochen wurden folgende Beſchlüſſe
gefaßt:
Mitte Mai: Radrennen rund um die Ludwigshöhe, veranſtaltet
vom Velocipedclub Darmſtadt.
Ende Mai: Stadtſtaffellauf, veranſtaltet von ſämtlichen
Turn= und Sportvereinen Darmſtadts.
Anfang Juni: Tennisturniere, veranſtaltet vom Darmſtädter
Tennisklub.
Mitte Juni: Deutſches Bundesfechten, veranſtaltet vom
Darmſtädter Fechtklub.
Ende Juni: Deutſches Meiſterſchaftsſchießen, veran=
ſtaltet
vom Kartell der Schützenvereine.
Anfang Juli: Gemiſchte Staffel, veranſtaltet von ſämtlichen
Darmſtädter Vereinen; anſchließend Sommernachtsfeſt am Großen
Woog, vom Amt für Leibesübungen.
Mitte Juli: Schulvorführungen und Tagung der Turnlehrer
mit Vorträgen hervorragender Männer auf dem Gebiete der Leibes=
übungen
, veranſtaltet vom Heſſiſchen Lehrerturnverein.
Ende Juli: Internationale Schwimmwettkämpfe der
freien Waſſerſportvereine.
Anfang Auguſt: Jugend=Sportwettkämpfe, veranſtaltet
vom Sportverein 98.
Mitte Auguſt: Nationales Sportfeſt der Hochſchule, veran=
ſtaltet
vom Amt für Leibesübungen, Hochſchule,
Anfang September: Sternlauf der Turner des Main=Rhein=
Gaues Deutſcher Turner nach Darmſtadt.
Mitte September: Polizei=Sportfeſt verbunden mit Reit=
kämpfen
und Fahrturnieren, veranſtaltet vom Heſſiſchen Polizei=
Sportverein.
Ende September: Straßenrennen, veranſtaltet vom Velociped=
club
Darmſtadt.
Anfang Oktober: Städtewettkampf der Turnbereine Frank=
furt
-MannheimDarmſtadt; internationale Schwimm=
wettkämpfe
, veranſtaltet vom Schwimmklub Jungdeutſchland.
Für die Vorbereitung und Durchführung dieſer Veranſtaltungen
wurden Unterausſchüſſe gebildet, die in nächſter Zeit zuſammentreten.
Es wurden bezüglich der Darmſtädter Wochen noch folgende Anregungen
gegeben: Die Stadtverwaltung möge zu allen Veranſtaltungen eine kunſt=
volle
Einheitsplakette als Preiſe herausgeben; ferner, während der Zeit
eine Künſtlerpoſtkarte mit den Programmen in Verkehr bringen; des
weiteren einen offiziellen Briefpoſtſtempel bei der Poſtverwaltung bean=
tragen
. Seitens des Vertreters der Höchſchule wird noch angeregt, Frei=
ballonfahrten
hier ſtattfinden zu laſſen.

Berliner Reit= und Fahrturnier.
Der Wettkampf der ländlichen Reitervereine, der
den erſten Tagen des Turniers den Stempel aufdrückte, zeigte ſo aus=
geglichenes
Pferdematerial und ſo gute Veranlagung der jungen Reiter,
daß das Richterkollegium 7 von den 19 Vereinen nochmals zur Prüfung
antreten ließ. Schließlich errangen in der engeren Wahl der Reiter=
verein
Kehdingen (Hannover) den erſten, der Reiterverein der
Stadt Danzig den zweiten, der Reiterverein Segeberg (Schleswig= Hol=
ſtein
) den dritten und der Reiterderein Uthmöden (Brgunſchweig) den
vierten Preis. Auch am Dienstag abend war in den acht Jagd=
ſpringen
nur das mäßigere Material unter ſich. Pferde, die noch
nicht geſiegt hatten. Verſchiedene Leiſtungen riſſen das Publikum zu
lautem Beifall hin, beſonders, wenn nach fehlerloſem Springen eine
gute Zeit herausgeholt wurde. Sehr ſcharf ging es in den beiden letzten
Konkurrenzen zu. In der 7. Abteilung legt: Lt. Momm auf Symphonie
die glänzende Zeit von 49 Sekunden vor, die jedoch von Hptm. Martins
auf Laufball noch um eine Sekunde gedrückt werden konnte. In der
8, Abteilung gelang es dann Prinz Kraft=Hohenlohe auf Johny mit 47,3
Sekunden, die beſte Zeit aller Teilnehmer herauszuholen.
Die Ergebniſſe: Jagdſpringen, Abteilung I: 1. Ritrm. Neu=
manns
Apache (Beſ.), 2. Lucullus (H. Kreißig), 3. Bahnfrei ( Ober=
wachtm
. Freiſe), 4. Artur (v. Waldenfels), Tot. 125; Pl. 22, 54, 35, 27.
18 Teilnehmer. Abteilung II: 1. Frhr. v. Lüdinghauſens Siegfried
(Hptm. Martins), 2. Walküre (Lt. Hamann), 3. Maikatze (Lt. Wimmer),
4. Sohns Rotbart (Staeck). Tot. 27; Pl. 13, 22, 13, 24. 17 Teilnehmer.
Abteilung III: 1. Lt. v. Deutſchs Aſra (Beſ.), 2. Sportgeſell (Frhr.
von Lüttwitz), 3, Ikarus (H. Kreißig), 4. Meſta (Hartke). Tot. 22;
Pl. 21, 35, 28, 28. 13 Teilnehmer. Abteilung IV: 1. Hptm. Kam=
mannsAdmiral
(Lt. Wimmer), 2. Prinz de Wet (Hartke), 3. Thetis
(Hptm. Martins), 4. Kobold (Voltz), Tot. 84; Pl. 36, 59, 23, 80. 14
Teilnehmer. Abteilung. V: 1. Lt. Baldamus' Ulfilas II (Beſ.), 2. Ulti=
mus
II (Lt. v. Deutſch), 3. Page (Hartke), 4. Jacob (Hillenberg), Tot.
93; Pl. 24, 13, 19 19. 12 Teilnehmer. Abteilung VI: 1. Graf Th.
Medems Jumbo (R. Treeck), 2. Orkan (Lt. Nolenkranz), 3. Saul (U.. Hartmann), 4. Othello (Prinz Hohenlohe). Tot. 31; Pl. 20, 51,
31, 57. 20 Teilnehmer. Abteilung III: 1. Frhr. v. Lüidinghauſens
Laufball (Hptm. Martins), 2. Symphonie (Lt. Momm), 3. Harro ( Sh=
dow
), 4. Annita (Lt. v. Griesheim). Tot. 48; Pl. 19, 17, 29, 54. 16
Teilnehmer. Abteilung VIII: 1. Prinz Hobenlohes Johny (Beſitzer),
2. Donnerkeil (Rittm. Deßloch), 3. Blaubart (Oberlt. v. Hülſen), 4. Nache
(Wachtm. Hoppe). Tct. 64; Pl. 21, 44, 57, 57. 16 Teilnehmer.
Die Gewinnſummen unſerer Flachrennſtälle.
Das Inflationsjahr 1923 mit allen ſeinen Schreckniſſen hat einer Saiſon
Platz gemacht, die den Ställen wieder reelle Gewinnmöglichkeiten bot. Es
waren keine Zahlen von unermeßlichem Wert, die zur Auszahlung ge=
langten
, ſondern Preiſe, die Züchtern und Beſitzern ein Diſponieren für
die Zukunft erlaubten. Man kann getroſt behaupten, daß das diesjäürige
Nennjahr ſich an die Verhältniſſe vor zehn Jahren dicht anlehnte, wenn
auch die Rennpreiſe damals durchwegs höher im Werte ſtanden. Die
Herren A. und C. v. Weinberg haben die ſchon in den letzten vier
Jahren innegehabte führende Poſition auch diesmal ſehr nachdrücklich Ee=
haupket
, wenn ihnen auch in einigen der klaſſiſchen Prüfungen des Jah=
res
der Erfolg verſagt blieb. Augias, Ganelon und Oſtrea waren ihre
Hauptverdiener. Von den 27 Vertretern der blau=weißen Farben wur=
den
ebenſo wie im Vorjahre 56 Rennen gewonnen. Die Geſamtſumme
der Gewinne beträgt 509 485 Mk. und 6 Ehrenpreiſe. An zweiter Stelle
folgt das Geſtüt Weil mit 4 Ehrenpreiſen und 264 790 Mk., an wel=
cher
Summe 21 Pferde Anteil haben. In 47 Rennen leuchteten die Far=
ben
der württembergiſchen Zuchtſtätte in Front, die durch Hornbsri zu
den meiſten Erfolgen kam. Der Schlenderhaner Züchter Frhr. S. A.
v. Oppenheim hat in dieſem Jahre viel Pech gehabt, da der Derby=
erack
Monfalcone, dann auch Revolutionär und der kürzlich getötete
Damenweg den größten Teil der Saiſon pauſieren mußten. Immerhin
konnten die Oppenheimſchen Pferde 45 Nennen gewinnen. 5 Ehren=
preiſe
und 250 405 Mk. waren die finanzielle Ausbeute des Jahres. An
vierter Stelle folgt das Geſtüt Starpel mit 3 Ehrenpreiſen und
186 950 Mk., das in dem ausrangierten Weiler Fundin ein Pferd guter

Mk. im Weſten des Reiches am erfolgreichſten. Freigeiſt gewann in
ihren Farben allein 12 Rennen. Die Vertreter des Stalles Halma,
die ſich faſt durchwegs aus ausrangierten Weinbergern zuſammenſetzen,
brachten ihrem paſſionierten Beſitzer 154 670 Mk, ein. Merklich in den
Hintergrund gerückt iſt der Stall L. u. W. Sklarek mit einer Gewinn=
ſumme
von 142 310 Mk. Auch der Stall Lewin hat ſeine gute Po=
ſition
aus den Vorjahren nicht behaupten können, da er kein Pferd ex=
ceptionell
guter Klaſſe im Stalle hatte, 21 Pferde haben dem Breslauer
Nennmann 133 110 Mk. eingebracht. Erſt an zehnter Stelle folgt das
Hauptgeſtüt Altefeld mit 4 Ehrenpreiſen und 126 900 Mk. Mit
dem guten zur Verfügung ſtehenden Material wird der neue Trainer
N. Utting im nächſten Jahre wahrſcheinlich mehr erreichen. Die Träger
der ſchwarz=weißen Streifen brachten 30 Rennen heim, aber ſaſt nur in
kleineren Kouknrrenzen. Am meiſten bemerkbar hat ſich Gralsritter ge=
macht
. Mit einer Gewinnſumme von 126 165 Mk. folgt der Stall H. v.
Opel, deſſen Inſaſſen ihren Hafer zumeiſt in der Provinz verdienten,
dicht auf. Durch das glänzende Abſchneiden von Barde hat es noch der
Nennmann O. Backe auf eine Summe von über 100 000 Mk., genau
101 750 Mk., gebracht. Bis zu 50 000 Mk. gewannen weiterhin folgende
17 Nennſtälle: W. Hemſeth 98 885 Mk., Edm. Schmidt 90 710 Mk., Geſtüt
Pünsdorf (Hampelmann) 90 225 Mk., S. Weinberg 88 680 Mk., Geſtüt
Mydlinghoven 86 025 Mk., F. Teſio 84700 Mk., A. v. Negelein ( Pik=
dame
) 84 045 Mk., A. Stierheim (Anmarſch) 82900 Mk., E. Stratmann
82 245 Mk., Stall L. Kohls 71 560 Mk., L. Röller (Pan Nobert) 66 520
Mk., Collin 63985 Mk., Graf Seidlitz=Sandreczki 60 660 Mk., M. Nuſſe=
now
(Falfum) 59 995 Mk., M. Schö
56 535 Mf., Lt. M.
Gerteis 54 365 Mk., K.
eüſtein 73

[ ][  ][ ]

Nummer 318.

Seite 12.

Samstag, den 15. November 1924.

Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden.
22. Sonntag nach Trinitatis, den 16. November 1924.
Stadtkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekanatsmiſ=
ſivnsfeſt
. Pfarrer Dipper=Baſel, Direktor der Baſler Miſſionsgeſell=
ſchaft
. (Kollekte für die Miſſion.) Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Heß
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr
nachmittags zu ſ. iller Andacht geöffnet. Eingang: Nordtüre.
Stadtkapelle: Vorm. 8½ Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Kleber=
ger
. Um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt Pfarraſſiſtent Müller.
Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel. Abends 5 Uhr:
Abendgpttesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Schloßkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarcer Zimmer=
mann
. Um 11½ Uhr: Kindergottesoienſt. Pfarrer Zimmermann
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Zimmer=
mann
.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17): Sonntag, den 16. Nov abends 8 Uhr:
Miſſonsverſammlung, mit Anſprachen von Prälat D. Dr. Diehl und
Miſſionsdirektor Dipper aus Baſel. Montag, den 17. Nov., nachm.
3 Uhr: Frauenkonferenz des Heſſiſchen Landesverbandes evang. kich=
licher
Frauenvereine. Vortrag von Pfarrer Berck=Roßdorf über:
Welche Aufgaben ſtellt das Vordringen des Katholizismus unſeren
Fruuen? Dienstag, den 18. Nov; abends 8½ Uhr: Monatsver=
ſammlung
des Frauenvereins der Kaplaneigemeinde Mittwoch,
den 19. Nov., abends 6 Uhr: Bibel unde (Lied 478). Pfarrer Vogel
Donnerstag, den 20. Nov., abends 8 Uhr: Frauenverein der Refor=
mationsgemeinde
. Familienabend. Freitao, den 21. Nov; abends
8½ Uhr: Gemeindeverein der Markusgemeinde. Vortrag von Lehrer
Helmreich: Chriſtusreligion und Religionsunterricht.
Martinskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Jahresfeſt des
Chriſtl. Vereins Junger Männer Wartvurg. Landesjugendpfarrer
Zentgraf. Um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Oſtbezuk.
Pfarrer Beringer. Abends 6 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarr=
aſſiſtent
Reinhardt. Mittwoch, den 19. Nov, abends 8 Uhr im
Martinsſtiſt: Bibelſtunde 65 Gebot). Pfarraſſiſtent Müller.
Johanneskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdieuſt Pfarrer
Wagner. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt Nachm. 5 Uhr:
Lutherfilm in der Kirche für Kinder. Eintritt 25 Pfg. Abends 8 Uhr
für Erwachſene. Eintritt 55 Pfg. Mittwoch, den 19. Nov., abends
8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer Marx.
Beſſunger Kirche (Betrusgemeinde): Vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier. Um 11½ Uhr: Kundergottes=
dienſt
. Pfarraſſiſtent Gerſtenmaier. Abends 6 Uhr: Abend=
gottesdienſt
. Pfarraſſiſtent Clotz. Montag, den 17. Nov., abends
8 Uhr im Gemeindehaus: Vorführung des Lu herfilms.
Pauluskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Wolf. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Wolf.
Häusliche Pflege von kranken Männern (Aushilfe am Tage und
Nachtwachen) übernehmen die Brüder (Diakonen) der annertranken=
pflege
=Station im Evang. Männerheim, Forſtmeiſterſtr. 9. Fern=
ſpreiher
2883.
Stiftskirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel
Um11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Evang. Sonntagsverein
Chriſtl. Verein junger Mäd en). Sonntag nachm. 47 Uhr: Vereins=
ſtunden
. Donnerstag, den 20. Nov., abends 8 Uhr: Betſtunde.
Lntheriſcher Gottesdienſt. (Selbſtändige evang eluth. Kirche.)
Am 22. Sonntag nach Trinitatis, den 16. Nov., vorm. 10 Uhr, im Feier=
abend
, Stiftſtraße 51. Pfarrer Müller.

Stadtmiſſion Mühlſtraße 241: Sonntag. vorm 7 Uhr: Hofmiſſion.
Um 9 Uhr: Gebetsſtunde. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt
Nachm. 2½ Uhr: Bibelbeſprechſtunde für Fünglinge. Um 3½ Uhr:
Miſſionsvortrag (Miſſionsdirektor Dipper). Um 4½ Uhr: Bibel=
beſprechſtunde
für Jungfrauen Abends 8½, Uhr: Evangeliſation.
Montag, abends 8½ Uhr: Bibelbeſpret ſtunde für Männer Diens=
tag
, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für Jünglinge und Gebetsſtunde
für Junafrauen. Mittwoch, nachm. 4 Uhr: Kinderbund für Knaben
und Mädchen. Donnerstag, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde (Pfarrer
Schäfer). Freitag, abends 8½ Uhr: Blaukreuz Bibelſtunde
Abends 8½ Uhr: Bibelſtunde in der Stadtmädsbenſchule ( Beſſunger=
ſtraße
). Samstag, abends 8 Uhr: Voſ unenchor. Jugend=
bund
für E. C., Mühlſtraße 24: Sonntag, vorm. 7 Uhr: Weiheſtunde
Um 9 Uhr: Wei kreuzſtunde für Jünglinge Nachm. 4½ Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für Jungfrauen. Dienstag, abends 8½ Uhr:
Bibelſtunde. Mttwoch, abends 8½ Uhr: Freundeskreis Bibeiſtunde.
Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für Jünglinge. Sams=
tag
, abends 8 Uhr: Orcheſter.
Ehriſtlicher Verein junger Männer Tarmſtadt, E. V., Alexander=
ſtraße
22 (Infanrerie Kaſerne, 1. Hof links): Sonntug, den 18. Nov.,
vorm. 8½ Uhr: We ßkreuzſtunde. Teilnahme am Jahresfeſt des
C V.FM. Wartburg; um 10 Uhr: Feſtgottesd enſt in der Martinskirche
(Landesjugendpfarrer Zentgraf. Abends 18 Uhr: Abendfeier
im Gemeindehaus der Martinskirche (Moller raße . Dienstag, abends
8½ Uhr: Bibelſtunde der Haupt= und Jugendabteilung. Donners=
tag
, abends ½½ Uhr: Bibelſtunde im Familienkreiſe. Samstag,
abends 8½= Uhr: Wochenſchluß.
Bartburgverein Darmſtadt (C. B. J. M.). Vereinslokal: Ge=
meindehaus
der Martinsgemeinde, Liebfrauenſtr. 6 (Mollerſtr. 23).
Sonntag, vormittags 10 Uhr: Jahresfeſtgottesdienſt in der Martins=
kirche
. Feſtprediger: Landesjugendpfurrer Zentraf, Poſaunenchöre
wirken im Gottesdienſt mit. Um 11½ Uhr: Platzmuſik der Boſaunen=
chöre
auf dem Riegerplatz Abends 8½ Uhr: Nachfeier mit Anſprackſe
von Landesjugendpfarrer Zentgraf u a. Im übrigen beteiligen
ſich die Wartburger an den Wochenveranſtaltungen des C. V. J. M.,
Alexanderſtr. (Inf.=Kaſerne).
Chriſtlicher Jugendverein Darmſtadt (Dieburgerſtr. 26, I.): Mon=
tag
, abends 8½ Uhr: Gebetsgemeinſchaft. Dienstag, abends 8½ Uhr:
Spielabend. Mittwoch, abends 8½ Uhr: Bibelſtunde für Eltern und
Angehörige (Offenb Joh ). Donnerstig, abends 8½ Uhr: Bibel=
ſtunde
für junge Männer. Freitag, abends 7 Uhr: Turnen ( Müller=
ſchule
). Samstag, abends 8½ Uhr: Poſaunenſtunde.
Katholiſche Gemeinden.
Sonntag, den 16. November 1924.
St. Lndwigskirche: Samstag, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenhet.
Sonntag, vorm. ½6 Uhr: Beichtgelegenheit Um 6 Uhr: Erſte
heil. Meſſe. Um 7 Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt. Um 8 Uhr=
Singmeſſe mit Predigt Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt.
Um 11 Uhr: Singmeſſe mit Predigt. Nachm. ½3 Uhr: Chriſtenlehre
und ſakramentale Bruderſchaftsandacht.
Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Sonntag, vorm. 7 Uhr:
Heil. Meſſe. Nachm. 18 Uhr: Verſammlung der Jugendabteilung
der Jungfrauen=Konzregation Um 5 Uhr: Verſammlung des dritten
Ordens vom heil. Franziskus. Um 6 Uhr: Roſenkranzandacht.
Kapelle in der Waldſtraße: Sonnrag, vorm. 7 Uhr: Heu. Meſſe.
Kapelle in Nieder=Ramſtadt: Sonntag, vorm. ½10 Uhr: Hoch=
amt
mit Predigt.

St. Eliſabethenkirche: Samstag, nachm. um 9 Uhr und abends
8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenhett zur heil. Beichte.
um ½7 Uhr: Frühmeſſe. Um z Uhr: Heil. Meſſe mit Predigt und
Generalkommunion der Jungfrauen. Um 9½ Uhr Hochamt mit
Predigt. Nachm. 2 Uhr: Andacht mit ſakramentaler Prozeſſion,
Vortrag der Jungfrauen=Sodalität.
St. Martinskapelle am Herdweg: Samstag, nachm von 57 Uhr
und abends von 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag: Feſt unſeres Kirchenpitrons, des heil Martinus. Vorm.
6½ Uhr: Beichte. Um 7½4 Uhr: Heil. Meſſe. Um 734 Uhr: Pre=
digt
. Um 8½ Uhr: Heil Meſſe mit ſakramentaliſcher Bruderſchafts=
andacht
. Um 9½ Uhr: Feſtamt und Predigt zu Ehren des Kurchen=
patrous
des heil Martinus. Unſer Kirchenchor wird dabei ſingen.
Nachm. 2½ Uhr: Feierliche Veſper.
St. Fideligkirche: An allen Sonn= und Feiertagen morg. 8 Uhri
heil. Meſſe und Predigt in der Kapelle der Engliſchen Fräulein in der
Waldſtraße.
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, nachm. 5 Uhr, und abends 8 Uhr:
Beichtgelegenheit.
Sonntag, vorm. ¼6 Uhr: Beichtgelegenheit. Um ½7 Uhr: Früh=
meſſe
Um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt Nachm. 142 Uhr=
Chriſtenlehre. Um 2 Uhr: Andacht.
Provinzial=Pflegeanſtalt bei Eberſtadt: Montag, morg. ½8 Uhr:
Heil. Meſſe und Predigt.
Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vorm. 7 Uhr: Beichtgelegen=
heit
. Um 71a Uhr: Hochamt und Predigt.
Sonftige Gei einſchaften.
Ehriſtliche Verſammlung (Waldſtr. 18): Sonntag, den 18. Noo.;
vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 4½ Uhr: Verkündi=
gung
des Wortes Gottes. Mittwoch, den 19. Nov., abends 8½ Uhr=
Gebetsſtunde. Freitag, den 21. Nob., abends 8½ Uhr: Bibelſtunde.
Evangeliſche Gemeinſchaft (Eliſabethenſtraße 44): Sonntag, den
18. Nov., nachm. 2 Uhr: Sonntagsſhule. Abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
Donnerstag, den 20. Nob., abends 8½ Uhr: Bibelſtunde. Prediger
Erhardt.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40): Sonntag;
den 18. Nov , vorm 1410 Uhr: Heiligungsſtunde Abends 8 Uhr:
Evangeliſation. Dienstag, abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Freitag;
abends 8 Uhr: Gebetsſtunde.
Gemeinde der Siebententags=Adventiſten, Mauerſtr. 5, I.: Frei=
tag
, abends 8 Uhr und Samstags, vorm. 110 Uhr: Oeffentl. Gottes=
dienſt
. Sonntag, abends 8 Uhr: Religiöſer Vortrag.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr 17.
Sonntag, den 16. Nov., vorm 10 Uhr: Bibelſtunde. Um 11 Uhrt
Sonntagsſchule. Nachm. 4 Uhr: Preoigt. Donnerstag, den 20. Nov.,
abends 8½ Uhr: Gebeisſtunde. Jedermann iſt herzlich willkommen.
Kirche Jeſu Chriſti der Heiligen der letzten Tage (Darmſtadt
Nieder=Ramſtädterſtr. 13); Sonntag, den 18. Nov., vorm. 10½ Uhri
Sonntagsſchule Abends 71 Uhr: Gottesdienſt. Mittwoch, den
19. Nov., abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Jedermann willkommen.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3: Sonntag, vorm. 10 Uhr: Heilt=
gungs
=Verſammlung. Um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Abends
8 Uhr: Eine beſondere Verſammlung.
Methodiſtengemeinde (Frankfurterſtr. 3): Sonntag, den 16. Nov,
vorm. 10 Uhr: Predigt. Um 11 Uhr: Sonntagsſchule.

Baean gagten die ſie ſo bei vee Pice?
Warum reiben Sie die Wäſche ſo und ſchädigen ſie dadurch? Warum kochen Sie die Wäſche ſo lange, womöglich gar zweimal, und verſchwenden dabei Arbeit, Zeit
und Feuerungsmaterial? Das alles haben Sie heute garnicht mehr nötig, wenn Sie das organiſche Wäſche Einweichmittel Burnus (D. R. p.) benutzen. Die
überraſchende Wirkung der bekannten kleinen Patrone Burnus beruht auf dem Gehalt an Enzymen der Pankreasdrüſe, welchhe die wundervolle Eigerſchaft haben, den
Schmutz von der Wäſche ſelbſitätig abzulöſen, ohne die Wäſchefaſer auch nur im geringſten anzugreifen, denn
irgendwelche ſchädlichen Stoffe, wie Chlor, Gouerſtoff, Waſſerglas uſw. enthält Burnus nicht. Sie haben gur nötig,
die Wäſche einige Stunden am einfachſien über Nacht in lauwarmem, evtl. kaltem Waſſer, dem Burnus
zugeſetzt iſt. einzuweichen, und der größte Teil des Schmutzes wird ſelbſitätig loegelöſt und geht in das Waſſer
über was an deſſen ſchmutziger Farbe deutlich zu erkennen iſt. Die Erfindung des Burnus bedeutet eine pel=
ſtändige
Amwälzung im Waſchverfahren, indem das Hauptgewicht auf das Einweichen gelegt wird, während das
eigentliche Waſchen nur noch eine Art kurzer Nachbehandlung darſiellt. Weitere Aufklärungen über Burnus und
ſeine Wirlung auf Wunſch durch die Fattinger Werke A.G., Berlin NW 7. Burnus iſt in einſchlägigen Geſchuſten
zu haben. Machen Sie ſofort einen Verſuch mit

*hre am Sonntag, 16. Nov.
J 1924, nachm. 3 Uhr, in der
Stadtkapelle ſtattfindende Trau=
ung
beehren ſich anzuzeigen
Eliſabeth Pabſt
Karl Beutel

Dieburgerſtraße 19.

(BRRRA

Richard Adler
Irma Adler
geb. Ehrlich
Vermählte
Darmſtadt
Mosbach
Viſtoriaſſr. 64
Trauung: Sonntag, 16. Nob., 12 Uhr
Heidelberg, Hotel Goldenes Roß.
GRäa0

Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die vielen Beweiſe herz=
licher
Teilnahme bei dem uns ſo
ſchwer betroffenen Verluſte unſeres
unvergeßlichen ſo früh Entſchlafenen

ſagen wir innigſten Dank. Be=
ſonders
für die Blumenſpenden,
ſeinen Mitarbeitern vom Städt Gas=
werk
und Verband, ſowie Allen,
die ihm die letzte Ehre erwieſen.
Im Namen der
trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Meulemann Wwe.

geb Uhrig.
Darmſtadt, Krefeld. (*33588

Adam Mahr
Wienerſtr. 82
nächſt der Heinrichſtr
Kriſtall=Zucker
Pfd. 35 3
Palmin . Pfd. 75 3
Süßrahmbutter
½ Pfd. 1.20
Gemüſe zu Markt=
Preiſen, (15291

Schwanenſtr. 1, II.,
1 Sitz= u. Liegewag.
weißl z verk. (233654

Wer ſich
verhe ra.en
will
abonniere d. Heirats=
zeitung
Lebensglück
b. Verl. D. Blocherer
in Stuttgart N 11.
Poſtfach 404. Bezugs=
preis
vierteljährlich
nur 1 Mk., als Brief
1,60 Mk. (Vu3678

Sehr häusl. erz. Frl.
mit eig. Wohnhaus i.
d. Nähe Darmſtadts,
31 J. alt, mit tadel=
loſer
Vergangenheit,
dem es an paſſender
Herrenbekanntſchaft.
fehlt, ſucht auf dieſem
Wege mit ein. Herrn
entſprechend. Alters,
am liebſten Beamten
od. ähnl. Angeſt. be=
kannt
zu werden An=
gebote
unt. I. 43 an
d. Geſchäftsſt. (*33615

Beſſere Witw
geſchäftl. tücht kath.
in den 40er Jahren,
ſucht ſich a d. Wege
zu verheir. Nurernſt.
gemeinte Angeb. be=
liebe
man u. P. K.
hauptpoſtlag. Mannz
einzuſenden (e33641

Heirat
Einheſrat
bis zu den erſten
Stadt= und Landk ei=
ſen
vermittelt reell,
diskr. erfolgreich
Fr. J. Mars, Mz.=
Mombach, Körner=
ſtr
. 3, Telefon 1108.
(TV.15323)

R
rssessessssssssrssssesssrsrtssttt
LOUIS HEIN
Darmstadt, Schustergasse 19
Das billige Lebensmittelhaus
Sessssssssssssrssssstssstssrrsrrrrrr

Gekochter Schinken :/. Pfd. nur 75
) Deutfnes Ochſenfett. Pfd 65 9
Pfd 659
Pflanzenfet, lo e
Pflanzenfett, in Tafeln Pfd. 65 9
Goldg.Elergemüfenud. Pf.=Pak. 55

Friſche Tafelmargarine Pfd.7165 8
Feiner Zucker
Pid. 40 8
Kriſtalzucker
Pfd. 35 8
Bohnenkaffe
Pfd. 70 9
Malzkaffee u. Haferfl. Pf.=Pak. 30 9

Feinſtes Auszugsmehl 00 Pfund nur 22 9
ff. Cornedbeef, beſte, feite Qualitär, große 6=Pfund=Doſe nur 3.80
) ff. Cornedbeef, keſte, fette Qual engl. Pfd.=D. 68 und 1/.Pfd. nur 20 9
Rollmöpſe St. 15 , Bismarckher, St. 15 , ſ. Bücklinge St. 10
Ssämtliche Kolonialwaren. Wurſtwaren und elköre noch zum alten Preis
Allgäuer Stangenkäſe Pfd. 1 15. Hollind Süßzrahm=Fafelbutter 1. Pfd. 1 20
Sämtliche Artikel für Weihnachtsbäckereien billig ſußz39
A
K

Lalten z Büfe
in großer Auswahl.
Hüte werden nach den neueſten Modellen
umgearbeitet. 33602sme
Darmſtadt,
Anna Bersch,scucdardr. 15

Man:
Mieet

Fer

Beerdigungsgeſchäft
Georg Beſt
Dancſch
Fernruf 987 564
Karndnnnngggnn 3

SKonfektion s
Arbeitskleider und Herrenartikel
kaufen Sie billigſt bei (11645a
Bleichſtr.
G. Magsam, Nr. 53.

Beerdigungsanſtalt Pletät
Darmſtadt
Inhaber: Georg Heinrich Bitſch
Stiftſtraße 42 u. 75 Telephon 1002
Aus=
ſtellung
in
Holz= und Metall ärgen
Kinderjärge in allen Größen
Sterbekleider für Männer
Frauen und
Kinder
(15283a
Ausgeſtellt iſt vom Einfichſten und
Billigſten bis zum Beſtenund Vornehm=
ſten
, was die Trauerinduſtrie bietet

Elegante
Serr Prerliere
Billigste Preise
Frau Dohmen
Darmstadt Ludwigstr. 10, I. St.
Im Hause Nietschmann / Durchg. Geschäftszeſt.

(I,11s81

echte
Sodener
Mineral=
Paftillen

Gegen Huſfen, Heiſerkeit u. Verſchleimung. Ueberall erhältlich.
Waſſer=Verſand der Gemeindeheilquellen durch die
Brunnenverwaltung Bad Soden a. T., G. m. b. H.

Sertnaſſen
ſofortige Befreiung
Alter u. Geſchlecht an=
geb
Auskunft koſtenl
Dr. med. Eisenbach
München 421
Kreisſtr. 61 (1014622

Attässen

Beir. sof Alter
Kund Geschleent
angeben. Aus=
kunft
umsonst!
Institut Englbrecht,
München 8 58.
Maistr. 10, (1 Mch, us

Liegante Damanpäsche!!
eine Auswahl, auch in Seide.
teinste Ausfünruns, neu
alles echte Handarheit und
sogenannte Valencienne-
Spitzen von enster Eirma
geliekert, besond: UImstande
wesen spottbillig abzuseben.
Die Oualität it tatsächlich viei
höher als der Preis!
Angebote unter L. 10 an die Ge-
sahäftsstelle
ds. Blattes (i52ß9

[ ][  ][ ]

Ratet 318.

Samstag, den 15. Nobeinbzu 1924.

Atelengeſichegß

Weiblich Fräulein
in Stenographie
Schreibmaſchine kun
dig (war auch als Le
geriſtin tätig) ſucht
entſpr. Stellung. An
u. L 25 Geſchſt. *3357 Frl ſucht Stelle au
Lager, Verkauf ode
Büro. Perfekt in
Maſchinenſchr. Näh=
Darmſt., Heidelberger
ſtraße 127, I. (* 3366 In all. ß
perf. Schneiderin
empf, ſich f. in u auf
dem Hauſe. Näheres
Geſchſt. (*33295m Alt., erf. Pflegerin
ſucht Stell. z. Pflege
u. Hilfe i. Haush. be
beſcheid. Anſprüchen.
Angeb. unt. L. 16 a.
d. Geſchäftsſt. (*33554
Mädchen
ſucht Stelle, am lieb=
ſten
in Geſchäftshaus
Ang. unt. L 26 a. b
Geſchäftsſt. (*3358
Ehrb. fleiß. Mädcher
ſucht tagsüb Beſchäf=
tigung
im Haushal
Angeb. unt. L. 56 an
die Geſchſt. (*3369: Haushälterin
ſucht Stellung b. ält
beſſ. Herrn, 1. Jan.
Schriftl. Ang. Kiek=
buſch
, Nd.=Ramſtadt
Ludtvigſtr. 19. 15332 Geſchäftstücht. älteres
Frl. wünſcht kl. Geſch
oder Stelle a. Filial=
leiterin
o. ſonſt. Ver
trauenspoſten. Edtl
Kaution. Angeb. unt.
K 105 a. d. Geſchſt
(*334144s)
Suche ſtundenweiſ
Beſchäftigung im
Haushalt
Angeb. unt. L 29 a.
d. Geſchäftsſt. *3359 . tiges
Mädchen
ſucht morg 23 Std
evtl. nachm. Beſchäf=
tigung
im Haushalt
Angeb. u. L. 59 an die
Geſchäftsſt. (*3368 Gehe billig au=
flicken
.
Angeb. unt. L. 30 a
d. Geſchäftsſt. (*3359
Jg. Frau übernimmt
Heimarbe t jeder Art
Nährbeit bevorzugt.
Angeb. unt. L, 55ar
die Geſchſt. (*3367 Manniia)
Celliſt
ſucht Beſchäftigung.
Angeb. unt. L. 39 ar
d. Geſchäftsſt. (*33621 Aelter. Chauffeu=
der
mehrere Jahre a
Motoren gearbeitet,
mit Führerſchein 2 u.
3b, ſucht Stellung.
Angeb. u. K 123 a.
d. Geſchſt. (*33454 Ehemal. Berkehrs=
beamter
bittet um
Beſchäftig., gleich
welcher Art, auch
Hausmeiſterſtelle
od Eink.ſſ. Ang.
unt. L, 46 an die
Geſchſt. (*33608 R
ſucht Beſchäftigung f
ganze halbe Tage ol
Stunden. Angeb. u.
L 35 an d. Geſchäfts=
Rfe
ſtelle, Gewiſſenhafter
Beamter
übernimmt Bücherbei=
tragung
und Kor
reſpondenz, beteilig
ſich evtl. auch an ein
Unternehm. Schreib=
maſchine
ſteht zu
Verfügung. Ang. u
K 121 Geſchſt. (*33458 Aöfene Stellen Weiblich Aelteres zuverläfſiges
Auelhatadch.
im Kochen und aller
Hausarbeit gewandt,
mit langjähr. Zeug=
niſſen
, für 2 Perſ. z.
1. Dez. in Darmſtadt
geſucht. Angeb. unt.
L 37 an d. Geſchäfts=
ſtelle
. Papierfach.
Tücht., jüngere
Verkäuferin
von erſtem Ge=
ſchäft
per ſofort
geſucht. (15120dfs
Angeb. u. K 77
an die Geſchäftsſt.

Zum baldig. Eintritt zuverläſſige
Dame oder

geſucht
(Es kommen nur Damen in
Betracht, welche über gute
Zeugniſſe verfügen u. im=
ſtiande
ſind, bei Kindern v.
810 Jahren die Schul=
arbeiten
zu beaufſichtigen.
Stellung angenehm und
gut bezahlt. (15299
Angebote u. L. 50 Geſchäftsſtelle

Jauelnde Heimalben.

Für eine am dortigen Platze einzu=
richtende
Niederlage ſuche eine Anzahl
zuverl. Damen
für leichte einheitliche Handnäharbeit bei
hohem Verdienſt.
Angebote unt. L 2 an die Geſchäfts=
ſtelle
d8. Bl.
(15225fsg

Seite 13.

Tüchtiger Frau
(evtl. auch Herren) bietet ſich guter
Verdienſt durch die Uebernahme der
Vertretung eines Frankfurter Manu=
fakt
re Waſche= und Weißwaren= Ge=
ſchäftes
, welches ihre Waren an
Private gegen Zahlungserleichterung
liefert. Dieſe Stelle wird gut bezahlt,
jedoch wollen ſich nur ſolche Bewerber
(innen) melden, die im Umgang mit
der Kundſchaft bewandert ſind, evtl.
über großen Bekanntenkreis verfügen
und in Darmſtadt gut bekannt ſind.
Ehrliche u. abſolut zuverläſſige
Intereſſent. belieben ausführl Offerte
einzureichen unter F. T. 5644 an Aia
Haaſenſtein & Vogler, Frankfurt a. Main.
(II.15319)

Solinger Ware

Ia Solinger Ware
Schooren Ia Solinger Ware Stuck von O.75 an

Damen und Herren
als Zeitſchriftenreiſende bei hohem Ver=
dienſt
für ſofort geſucht. Vorzuſtellen
wochentags von 912 Uhr. Darmſt. Buh=
u
. Zeitſchriftenbetrieb, Karlſtr 39. (15286
Einz. Dame ſucht z.
Mehrere

1. Dez. tücht. zuverl.
Alleinmädchen, d. gu
kocht u. gut. Zeug. b
Vorz. 37 Darmſt.,
Heidelbergerſtr. 26.
Rfe

Ordentl. zuverläſſige
Mädchen
das zu Hauſe ſchlafet
ann, f. kl. Haushalt
(2 Perſonen) ſofort
geſucht. (*3361
Schollweg 2
(Ecke Nicolaiweg).
23 Std. morg. ge= allerorts Perſonen

Stadtreiſende
und Hauſierer
geſucht. (15279fsg
Jean Kredel, Nachf.
Darmſt., Rheinſtr. 5.

Tüchtiger, ſelbſtänd
Eleitromonteur
ſofort geſ. (*33666sg
Näh. Geſchäftsſtelle.

Wir ſuchen
Frau oder Mädchen zur Gründung von
Filialen
ſucht. Darmſt., Anna= Beruf gleich. Kenntn.,
traße 59 III. (33570 Kap., Lag,, nicht er=
Für ſofor: forderlich. Monatl
ſaubere, zuverläfſilge Eink. 300-500 , aud
nebenberufl. Rückp.
erb. Firma Renova‟
Putzfrau
Abt. 4 F., Caſſel (15281

geſucht
L. C. Wittich’ſche
Hotbuchdruckerei
Rheinſtr, 23. (15337

Suche ſofort ein
tücht. Mädchen nach
auswärts Zu erfrag.
bei Jäger, Darmſt.
Luiſenſtr. 34. (*33669

ianntich

Für den probiſionsw.
Verkauf v. Branntw.,
Likör, Eſſig werdet
v. eingef., alter Bren=
nerei
fleißige Mitar.
beiter angeſtellt.
Ang. unt. L. 28
d. Geſchäftsſt. (*33583

Tücht. Schneider
geſucht.
(*33601
Eberle, Darmſtadt
Heidelbergerſtr. 46 I.

Befſ. Herr od. Dame
für vornehm. Werbe=
tätigkeit
f. ein Wohl=
fahrtsunternehmen
b.
hohen Bezügen geſ.
Angebote m. kurzem
Lebenslauf unt. L 42
a. d. Geſchſt. (*33616

Junger
Kaufmann
8-19jähr., aus der
Kol.=W.=Branche, als
Lageriſt geſucht An=
gebote
u. L. 41 a. d
Geſchäftsſt. (*33617

Leiſtungsfähige Kohlen= u.
Holzhandlung
ſucht tüchtigen
Reiſenden
zum Beſuche der Stadtkundſchaft. Ar
gebote unt. K 63 an d. Geſchſt. (B15128

Schlachtmesser
Stuck von O.95 an
Brotmosser Ia Solinger Ware, Stück von 1.00 an
Küchenmesser
Stack von O.25 zu
Ja, ganz schwere
Schnsiderscheeren Oualitzt 4.50, 3.65
mit Knochenbrecher
Geflugelscheeren
5.50, 5.00, 4.50
Rasiermossor in großer Auswahl von 1.80 an
Rasierapparate mit 6 Klingen, la versilbert 3.00
Streichriomon Ia Leder, verstellbar 1.3S
Rasierklingen Ia, dunne Qualitzt . . nur O.10
Tranchierbestecke zteils 2.50-10.
Rostfreie Küchenmesser Stuek BSpg.
Mirosta‟-Bestecke aus nichtrostendem Stahl
Löffel Gabeln Kaffeelöffel Messer
3.25
Stück 3.25
1.50
2,75

In allen anderen Stahlwaren für
alle Berufe große Auswahl
olIe AoonHAf

Darmstadt

Ludwigsplatz

Bohnungstauſch
Wohnungstauſch.
Geſucht 5 Zimmer=
wohnung
geg. ſchöne
4 Zimmer=Wohnung.
Kaefer
Schloßgartenplatz 8.
(* 33250ms
KL Simmer
Durch Rückkehr Aus=
gewieſener
werden in
m. Hauſe 2 Zimmer
u. Küche in Manſ. u.
Zim. i. 1. St. frei.
Fr. Dr. Rott, Darmſt
Ohlyſtr. 58. (*33612

(Darmſtadt)
12 möblierte
Zimmer
otl. mit Küchenbe=
nutzung
, zu vermie=
ten
. Jugenheim a.
). B., Darmſtädter
Straße 13 (Inſel).
(15 185fe)
Frankenſteinſtraße 36,
part., r., b. Krechel,
möbl. Zim. m. zwei
Betten z. vm. (*33673

Aafn4

Alle

die Wert auf gute Verdienſtmöglich=
eit
durch Akquiſitatstätigkeit für eine
Zeitung legen, wollen ihre Bewer.
bungen unter L 6O an die Ge=
ſchäftsſtelle
ds. Bl. einreichen. (15325

Leiſtungsfähige Oldenburger
Fleiſchwarenfabrik
ſucht beſteingeführte branchekundige
Berkrerer

Angebote unter G. 4742 an
F. Büttners Annoncen=Expedition
Oldenburg, erbeten. (TV,15333

Familiendruckſachen
Hänfe Frnrfrrramrfrfarnnnf (
Hanndrrtteir mfnänne
Geburts=, Verlobungs:,
Vermählungs=
und Todesanzeigen
liefert in kürzeſter Zelt
L. C. Wittich, Darmſtadt
Rheinſtraße 23

Mauerſtr 4, I.
(Thraſa) nett möbl.
Zimmer per ſofort zu
vermieten. (*33620

Kiesſtraße 81I
Hieronymus) gut m.
Wohn= u. Schlafz. m.
2 Bett. z. bm. (*3362

Soderſtr. 34
(bei Etling) gut möb=
an
nur ruhigen, ſol.
Herrn (Kaufmann o.
Beamten) ſofort zu
vermieten.

Taben
in erſter Geſchäftslage abzugeben gegen
4 Büroräume in zentraler Lage. Angeb.
unter K 75 an die Geſchäftsſt. ( 33338ds
Seſcafikioim..
etwa 200 qm, taghell,
Dampfheizung, f. leichten
Fabrikbetrieb (Näherei
uſw.) prachtvolle Büros
per bald, evtl. 1. Januar.
liertes ſchön. Zimmer Angebote unter L 20 Geſchäftsſielle. (*33574

Schwanenſtr. 29
(bei Lang) Wohn=
Schlafz. an 12 ſol
H. ſof. z. v. (*3354

Re
33829 Penſion Mink, Zimmerm. 2Betten

und Verpflegung beziehbar.

(*33685

Aliceſtraße 23, II.,
b. Müller, einf. möbl.
Zim. m Schreibt an

Rhönring 31 III r. ſol.Herrn,nicht Stud
(bei Will) ein möb= zu vermieten. (*33648
liertes Zimmer an
einen anſtändig., ſol
Kaufmann oder Be= Empfehle
imten ſofort zu ver= für Vereine u. Ge
33607 ſellſcha ten meinen
ca. 150 Perſonen
faſſenden
Nartinſtr. 95, II.,
2-3 elegant möblierte
g Saal-
Zimmer, mit Küchen=

benutzung, zu ver= A. Eppler, Hammels=
(*33587 trift, neben Fa. Merck.
mieten.
(33344ds)
Martinſtraße 14, I.

Zumieten geſucht

ſchöne, möbl. Zim=
ner
, mit. Kochgel. z.
1. Dez. zu vermieten. Kleine Werkſtatt od
33571 geeign. Raum z. mie=
Schäfer.
ten geſucht. G. Grohe,
Gut möbliertes Vergolder, Darmſt.
Vohn= u. Schlafzim. Eckhardſt. 7 I. (*3358
mit Nebenraum und

1913 gegr. Aktien=Geſ bietet rührig.
Herrn
Existenz
mit hohem Verdienſt durch Ueber=
nahme
der
Generalvertretung
in anerkannt guten Konſumartikeln.
Da Fabriklager eingerichtet wird,
500 G.-Mk. erforderlich. Offerten unt.
F. T. D. 105 an Rudolf Moſſe,
(1 15320
Frankfurt a. Main.

LederSchuhbedarf
Vertreter
gesucht (15275
der bei den Schuhmachern
gut eingef. Gefl. Ang. an
Hans Witte. Hameln

Herren, die
Gemiſchtwarengeſchäfte
auf kleinen Plätzen beſuchen,
können durch Mitnahme eines
leicht verkäuflichen Artikels
( leine Handmuſter) (1,15322
hohes. Nebeineinkommen
erzielen. Gefl ausführl. An=
gebote
unter An abe der Ar=
tifel
u. Plätze u. Referenzen u.
F. Z. W. 949 an Rudolf Moſſe,
Frankfurt a. Main. Strengſte
Diskretion zugeſichert

Lehrling
von hieſiger Großhandlung
für Oſtern geſucht. (*33627
Angeboie unter L 36 an die Geſchäftsſtelle

Alteingeführte Vertreterfirma
die nachweislich ſpez. mit der
Drogen= und Parfümerie= Kund=
ſchaft
in Verbindung ſteht wird
zur Uebernahme der Vertretung
und des Auslieferungslagers von
einem führenden Werk der Mar=
kenartikel
=Branche geſucht. Aus=
führliche
Angebote mit Aufgabe
von Referenzen erbeten unt. K 79
an die Geſchäftsſteile. (15121dfs

für Trikotagen, Strumpf= und Wollwaren,
mit Kenntniſſen im Dekorieren, per
Januar 1925.
Genaue Angebote unter K 65 an die
Geſchäftsſt. ds. Bl erbeten.
331

Zu Oſtern 1925 einige talentierte
Zeichenlehrlinge
für Konſtruktionsbüro geſucht. Den Be=
werbungen
ſind Schulzeugniſſe beizufügen
Angebote an Perſonalabteilung. 1528
Maſchinenfabrik Goebel,
Darmſtadt.

elektr. Licht per 1. 12./ Geſchäftslonal
zu vermiet. Harnier, in guter Lage geſucht.

Darmſtadt, Wilhelmi= Bezahle entſpr. Miete.
nenſtr. 28 (*33316 Angeb. unt L. 14 an
Gutenbergſtr. 8, I. die Geſchſt. (233544188
Möbliertes Zimmer! Suche 12leere
p. 1. Dez. zu vermiet. beſchlagnahmefreie
Zimmer
Bettwäſche muß ge=
ſtellt
werden. (*33566 w. mögl. m. Küchen

Tarlſtr. 30, I., bei benutzung, auf bald.
Ang. u L. 57 Gſchſt.

Müller, einf möbl. 3
ſof, z verm. (k Stud.).
(*33659)

u. Schlafz. ui. elektr
zu verieten. (:33660 der ſich zur Küche

33684

Allein=
Franlfurterſtr.50, p, ſtehende Dame
Frl. Göhrig, Wohn= ſucht 2 leere Zimmer
mit Küchenbenutzung
Bel. für 1. Dezember od. mit drittemRaum,
eignet, in gut. Hauſe
Kaupſtr. 45 (Man)), zu mieten. (148014

bei Hilben, Zimmer
mit zwei Betten
Küche und Keller zu
vermieten (* 33661

Angebote u. H 121
an die Geſchäftsſt.

Stalluug
für 2 Pferde
Heuboden und Tor=
einfahrt
zu mieten
geſucht. Darmſt Die=
burgerſt
. 13. I.(*33424

2 ſolide Herren ſuch.
1 od. 2 gemütl. helle
Zimmer
möglichſt elektr. Licht.
Angeb. unt. L 44 an
d. Geſchäftsſt. (*33614

Einfach möbl. Zim.
von ruhigem, ſeriöſ.
Herrn im Johannes=
viert
. geſ. Angeb. m.
Preis an Heff. Woll=
waren
=Fabrik A.=G.,
Darmſtadt, Aliceſtr. 5.
K5308

Jung. Kaufmann, 24
Jahre, ſucht möbl ert.
Zimmer. K. Haller,
b. Maurer, Darmſt.,
Grafenſtr., bei Benz,
Hinterh. II. (*33625

Akademiker, Dr.,
ſucht ungeſt. heizbar.,
leg. möbl. Zimmer.
Ang. mit Preis unt.
L 40 Geſchſt. (*33618

Für Beihnachts=
Geſchenke
empfiehlt ſich in Au=
fertigung
aller mod.
Handarbeiten bei bill.
B rechnung. Eliſa=
bethenſtr
44, 2. St.,
Vdhs., r. ( 33653sg

1 Jahresmiete vorausbezahlt
Nartinſtraße 55, I. Akademiler bei Uber aſſung beſchlagnahme=
freier
, ſchöner, geräum. 45 B=Wohnung
z. 1. Dez. ev. 1. Jan Ausführliche Ang.
Sichlafzlmmer (Bodenfläche) erb. Wittmann, Darm=
mit
2 Betten und ſtadt, Heidelbergerſtraße 123. (*336388g

Eine Anzahl

Külp
Wohnzimmer
zu vermiet. (B15316
Heinrichſtr. 13, bei
Menges, möbl. Zim
an berufstät. Dame
zu vermieten, Caugss Moot. Giime
Mauerſtraße 12, II. ſper 16. November geſucht.
möbl. Zimmer ſofort.
Näheres Orpheum.
Schmittbauer, (*33593 15336

Tücht. ſaub. kräftiges

bis nach dem Spülen
ſofort geſucht. For
bildungsſchulpflichtig.
ſind ausgeſchloſſen.
Karlsſtraße 58
Weinſtube), T93622

MolIdI SalteT
finden auf Ulſter und Paletots
HauerndeBeschäftigung.
Jul. Carletach’s Nachf., Frankfurt a. M.
Weſerſtraße 43/45.
(15109ds

Kaufmänniſcher
Lehrling
aus guter Familie
im Alter von 1416
Jahren, von Bauge=
ſchäft
, Nähe Darm=
ſtadt
, zum ſofortigen
Eintritt geſucht.
Schriftliche Ange=
bote
unter L 22 a. d.
Geſchäftsſt. (15274s0

Strebſame Leute
finden d. m. reelle
Angebote in ſchriftl.
und gewerbl. Heim=
arbeit
hohen Ver
dienſt. Adreſſen ein
ſenden an Wiama‟
Kornweſtheim b. Stutt
gart, Schließfach 2
(1V 15334)
Suche ſofort tüchtig
Mann b. z. 20 Jahr.
Lebensmittelbranch.)
z. Beſuchen d. Kund=
ſchaft
. L bensl. und
Zeugn. einzuſ unter
L. 54 Gſchſt. (*3367
Bezirks=Direktion
einer alten Kranken
verſicherung mit kon=
kurrenzl
. Prämientarif
ſucht htig. Außen=
beamte
. Höchſte Pro=
viſionen
. Eventl. Ge=
neralvertretung
. An=
geb
. unt. L. 58 an d.
Geſchäftsſt. (15328

Kaufmänniſcher
Lehrling
mit guter Schulbil=
dung
kann eintreten
(15184fsg
bei
Fritz Haußmann,

Flaſchenankauf
W. Fe dmann, Darmſtadt.
Karlſtr. 73 (*23225ms

Eiſenbahn mit Schie=
nen
u. kl. Motor zu
kaufen geſucht. An=
gebote
mit Preis unt.
K 98 Geſchſt. (*33384

5001000
Chriſtbäume
zu kaufen geſ. An=
geb
. unt. L, 52 an
die Geſchſt. (* 33667

Zu kau en geſucht:
1gr. 2räd Handwag.,
1 Schreibkaſſe, 1 kl.
Stehpult, 1 Wage für
1015 kg. Darmſtadt,
Pallaswieſenſtr. 32,
(*33701

Mittwoch abend vom
Theater bis Riedlin=
gerſtraße
grün und
grau karierter Schal
verloren. Abzugeben
geg. Belohnung Ried=
lingerſtr
. 35, 1. St.

Preiring
di SenkU

Herstellungsverfahren in allen Kultur-
staaten
patentiert
eine
überfettete, körnige, wasserfreie
Reinseife
Unerreicht an Waschwirkung und
Ergiebigkeit
Frei von allen schädlichen Bei-
mischungen

Bls zu 100%, billiger, als Seifen-
Flocken usw.
Kein Einschrumpfen od. Hartwerden
von Wolle und Seide
Preig nur A5 Pfg.

Darmſt., a. Bahnhof.! Darmſtadt.
Re

[ ][  ][ ]

15. November 1924

Aus dem Wirtſchaftsleben Sowjet=Rußlands.
B.R. In der wirtſchaftlichen Entwicklung Sowjetrußlands iſt
in den letzten Monaten ein empfindlicher Rückſchlag eingetreten,
der in erſter Linie darauf zurückzuführen iſt, daß infolge des ge=
ringen
Ernteerträgniſſes die Kaufkraft der Landwirtſchaft ſich
beträchtlich vermindert hat. Weiter wird die wirtſchaftliche Kon=
ſolidierung
, zu der zweifellos Anſätze vorhanden ſind, durch
Kapitalmangel und Kreditnot beeinträchtigt. Das Scheitern der
engliſch=ruſſiſchen Anleiheverhandlungen hat in den Kreiſen der
Privatwirtſchaft daher eine herbe Enttäuſchung hervorgerufen.
Die Sowjetpreſſe behauptet zwar, daß der ruſſiſchen Wirtſchaft
als Erſatz für die engliſche Anleihe in Kürze private engliſche und
amerikaniſche Kredite zufließen würden; dieſe Kreditankündigun=
gen
werden jedoch allgemein ſkeptiſch aufgenommen.
Die Textilinduſtrie arbeitet befriedigend. Die Baumwoll=
fabrikation
hat im letzten Wirtſchaftsjahr etwas zugenommen,
dagegen iſt die Wollwaren= und Leinenerzeugung wieder zurück=
gegangen
. Der ſtaaliche Wolltruſt hat in dieſem Jahr ungünſtig
abgeſchnitten, der Betriebsverluſt beziffert ſich auf 21,5 Millionen
Goldrubel. Die Flachsausfuhr hat ſich ausſichtsvoll entwickelt,
ſie wird für das am 31. Oktober abgelaufene Jahr auf rund
3 Millionen Pud geſchätzt.
Die Zuckererzeugung Sowjetrußlands in 1924/25 wird amt=
lich
auf 27 Millionen Pud gegen 21,4 Millionen Pud im Vor=
jahr
geſchätzt. Sie bleibt jedoch erheblich hinter dem für den Kon=
ſum
erforderlichen Bedarf zurück, ſo daß noch 3000 Waggons
Zucker aus dem Ausland eingeführt werden müſſen.
Aus den jetzt vorliegenden endgültigen Ziffern über die Erd=
ölgewinnung
Sowjetrußlands während des am 30. September
abgelaufenen Betriebsjahres ergibt ſich, daß ſich die Produktions=
ſteigerung
gegenüber dem Vorjahr auf 48 Millionen Pud bezif=
fert
. In Baku wurden 257,7, in Grosny 99,4 und in Emba 7,5
Millionen Pud Erdöl gewonnen.
Im abgelaufenen Fiskaljahr wurden die Ausgaben der
Eiſenbahnen durch die Einnahmen, die ſich auf 780 Millionen
Goldrubel beliefen, gedeckt, ſo daß die ruſſiſchen Bahnen jetzt
ohne Verluſt arbeiten.
Die auf Erweiterung der ſtaatlichen Handelsſchiffahrt abzie=
lenden
Beſtrebungen ſind zwar von ihrer Verwirklichung noch
weit entfernt, aber keineswegs aufgegeben. Gegenwärtig ſchwe=
ben
Verhandlungen mit der ſchwediſchen Goetax Company wegen
des Baus von vier Motorſchiffen von je 7000 bis 10 000 Brutto=
Regiſtertonnen.
Von der Wiederaufnahme der diplomatiſchen Beziehungen
zu Frankreich verſprechen ſich die Sowjetbehörden einen regen
Güteraustauſch zwiſchen den beiden Ländern. Die Moskauer
Regierung beabſichtigt, einer Handelsdelegation nach dem Muſter
der in Berlin eingerichteten Organiſation die Vertretung der
wirtſchaftlichen Intereſſen Rußlands in Frankreich zu übertragen.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Abbau der Deviſengeſetzgebung. Die Reichsbank
gibt bekannt, daß zugleich mit dem durch den Erlaß der neuen Deviſen=
verordnung
erfolgten Abbau der Deviſengeſetzgebung auch die getrof=
fenen
beſonderen Anordnungen, die der Deviſenhamſterei entgegenwirken
ſollten, d. h. die Beſtimmungen über die Meldepflicht, aufgehoben wer=
den
, nachdem die Bardeckungsvorſchriften bereits durch Fortfall der
Deviſenrepartierungen gegenſtandslos wurden.
Banken.
Darmſtädter und Nationalbank. Kommanditgeſell=
ſchaft
auf Aktien. Der Aufſichtsrat genehmigte in ſeiner heutigen Sitz=
ung
die Vorſchläge der Geſchäftsinhaber für die Aufſtellung der Gold=
mark
=Eröffnungs=Bilanz für den 1. Januar 1924. Danach wird das
Aktienkapital der Bauk auf Goldmark 60 000 000 umgeſtellt und ein or=
dentlicher
Reſervefonds von Goldmark 40 000 000 gebildet, ſo daß
Aktienkapital und Reſerven der Bank Goldmark 100 000 000 betragen.
Außerdem wird dem wieder aufzubauenden Penſionsfonds ſür die Be=
amten
Goldmark 1000 000 zugeführt.
Wochenüberſicht der Reichsbank vom 7. Nov.
Aktiva: 1. Noch nicht begebene Reichsbankanteile Reichsmark
210 000 000, unverändert; 2. Goldbeſtand (Barrengold) ſowie in= und
ausländiſche Goldmünzen, das Pfund fein zu 1392 Reichsmark berech=
net
694 288 000, Zunahme 64000; und zwar: Goldkaſſenbeſtand Rm.

Ddelsdiet!
454 255 000, Zunahme 64 000; Golddepot (unbelaſtet) bei ausländiſchen weſen waren, haben bis zum heutigen Wochenſchluß angehalten und
Zentralnotenbauken Rm. 240 033 000, unverändert; 3. Beſtand an ſich teilweiſe verbreitert, ſo daß der ſeltene Zuſtand einer durchweg feſten
an deutſchen Scheidemünzen 55 444 000, Zunahme 7000; 6. Beſtand an Nolle beibehalten. An dem Geſchäft in Kriegsanleihe nimm: die ganze
1053 523 000, Zunahme 101 733 000. Paſſiva: 1. Grundkapital 1025 nach. Die anderen Anleihen des Reiches, Preußens und der übri=
erhöhung
210 000 000, unverändert; 2. Reſervefonds 900 000, unverändert; aufſchläge, wogegen in Stadtanleihen und Hypothekenpfandbriefen die
keiten aus weiterbegebenen, im Inland zahlbaren Wechſeln 257 900 000. Publikum nach alter Erfahrung ſich nue bei längerer Dauer der Auf=
Zunahme 2 199 000.
ein. Auch die Anlagen der Bank zeigten nach der Anſpannung während papiere erſtreckenden Anteilnahme. Das Hauptgeſchäft ſah wieder der
zuſammen wurden 128,7 Mill. Reichsmark vom Verkehr wieder abge= höhungen betrugen 1 bis 4 Bill.=Proz. Die anderen Märkte traten da=
ſtoßen
, und zwar verminderte ſich nach dem Bankausweis vom 7. d. M. gegen etwas in den Hintergrund, wenn auch das eine oder andere Indu=
der
Umlauf an Reichsbanknoten um 39,1 auf 1721,8 Mill. Reichs= ſtriepapier ebenfalls ſtieg. Der Bankenmarkt zeigte in Einwirkung der
mark, während die Beſtände der Bank an Nentenbankſcheinen infolge günſtig beurteilten Goldbilanzen Intereſſe bei gebeſſerten Kurſen für
der Rückflüſſe um 69,6 auf 430,2 Mill. Reichsmark anwuchſen. Der Um= Darmſtädter und Nationalbank, Dresdener Bank. Diskonto und Deutſche
lauf an Rentenbankſcheinen nahm damit auf etwa 1650 Mill. Reichsmarr Bank. Die Aktien der Südſeephosphat wurden mit 58 bis 55 ruhiger
den Gelder der Bank um 119,9 auf 828,6 Mill. Reichsmauk. Die Ab= London und Holland fort. Der Geldmarkt zeigt unverändert große
nahme der Anlagen betrug in den Wechſelkrediten 12,3, in den Lombard= Flüſſigkeit.
forderungen 18 Mill. Reichsmark. Der Wechſelbeſtand ging dem=
entſprechend
auf 2327,3, das Lombardkonto auf 15,5 Mill. Reichs=
mark
zurück. Die Summe der außerhalb der Reichsbank rediskontierten
Wechſel ſtieg während der Berichtswoche gerinafügig um 2,2 auf 257,9
Mill. Reichsmark. Die Deckungsbeſtände an Gold und Deviſen erfuh= Amſterdam=Rotterdam ..
ren keine nennenswerte Veränderung. Der Goldvorrat ſtellte ſich auf Brüſſel=Antwerpen ....
694,3 Mill., Reichsmark gegen 694,2 Ende der Vorwoche. Die deck= Chriſtiania. ........."
ungsfähigen Deviſen wurden unverändert mit 231,4 Mill.
Reichsmark ausgewieſen. Infolge Rückgangs des Notenumlaufs erhöhte Helſingsfors .........."
ſich die Deckung desſelben durch Gold allein auf 40,3 Prozent, durch Gold Italien ..:.:7:77.1..
und Deviſen auf 53,8 Prozent. Die Scheidemünzen=Beſtinde änder= London ..............
ten ſich nicht.
Warenmärkte.
wb. Berliner Produktenmarkt. Nachdem geſtern nach= Wien (i. D,Oſterrabg.)..
mittag die Preiſe infolge höherer amerikaniſcher Notierungen weiter an= 2r00. .
gezogen hatten, war heute die Marktlage im Gegenſatz zum Auslande Buenos=Aires.. ........
ſchwächer weil der Mehlabſatz außordentlich ſchwierig bleibt und für Bulgarien............
inländiſches Angebot in promptem Brotgetreide die Käufer nur ſehr Japan ............."
vorſichtig und verhältnismäßig niedrige Gebote abgeben. Für September Rio de Janeiro ........"
kalkulieren ſich daher bereits bedeutende Neports. Die zweite Hand diſſbon
offeriert Brotgetreide und Mehl weſentlich unter den ausländiſ hen For= Danzig
derungen. Das Angebot in Hafer war genügend und nur vereinzeit konn= Konſtantinopel ......."
ten beſſere Preiſe beim direkten Verkauf an die Verbraucher erzielt wer=
den
. Für Gerſte und Futterartikel waren die Preiſe bei geringen Um=
ſätzen
zumeiſt unverändert.
Börſen.
* Frankfurter Börſe vom 14. November 1924. (Eigener Berl.=Anhalt=Maſchinen
Bericht.) Die Börſe eröffnete heute auf allen Gebieten lebhaft und feſter. Berl.f.Elektr. W.vorzug.
Am Aktienmarkt hatten Montanwerte die Führung, auf Gerüchte über Bismarckhutte
günſtige Umſtellungsziffern. Beſonders feſt lagen Gelſenkirchener Berg= Bremer Zulkan go=
werks
=Aktien, Ilſe Bergbau und Buderus. Großes Geſchäft war ferner
in Großbank=Aktien, die in Erwartung der reſtlichen Goldlilanzen an= Chem. Heyden ....
geregt und feſt tendierten. Im Freiverkehr waren die Umſätze etwas
geringer und die Kurſe leicht nachgebend. Im weiteren Verlauf konn= Deutſch=Atlant. Tel.. .
ten ſich die Kurſe unter Schwankungen am Montanmarkte noch befeſtigen, Deutſche Maſchinen ...
auf den übrigen Gebieten war man im Allgemeinen gut behauptet. Am Deutſche Erdöl ggga=
Einheitsmarkte wurden Aſchaffenburger Buntpapier=Aktien nach längerer Deutſche Petroleum.,
Zeit 31,9 wieder notiert. Bei Schriftgießerei Stempel wurde der Kurs / Dt. Kaliwerke .......
mangels Material geſtrichen. Feinmechanik Jetter und Scheerer wurden / Dt.Waffen u. Munition
bei kleinen Umſätzen mit 15 Prozent gehandelt. Der deutſche Renten= Donnersmarckhütte. .
markt eröffnete lebhaft und ſehr feſt. Die erſte amtliche Notiz für Dhnamit Nobel ......"
Kriegsanleihe war 1050 Md.=Proz., ſpäter gaben die Kurſe auf Reali= Eleſtr. Lieferung .= a=
ſationen
beträchtlich nach. Der Kaſſekurs für Kriegsanleihe wurde mit R. Friſter inaaffrs
1005 notiert, 3½proz. Preußiſche Konſols 1,7101,650. Das Jutereſſe Gagegnau Vorz... ....
für ausländiſche Renten beſtand auch heute weiter. Die Umſätze waren / Geſſenk. Gußſtahl....
etwas geringer als geſtern. Im Freiverkehr waren Südſeephosphat wei= Geſ. f. eleſtr. Untern..
ter geſucht: 5657 Proz., Ufa 11,75117g feſter. Sehr lebhaftes Geſchäft Halle Maſchinen ..
entwickelte ſich in ruſſiſchen Werten: 1902er Ruſſen bis 44/s Geld genannt.
Spät an der Nachbörſe hörte man Bad. Anilin 201/g, Höchſter Farb=
werke
18½, Elberfelder Farbwerke 18/g, Kriegsanleihe waren an der
Nachbörſe bei ſchwächeren Umſätzen 102010059951010 Md.=Proz.
wb. Berliner Börſe. Die Anſätze zu einer Befeſtigung und
Geſchäftsbelebung an der Börſe, die zu Beginn der Woche bemerkbar ge=

Nr. 318

deckungsfähigen Debiſen 231 429 000, Zunahme 22 000 000; 4. Beſtand Vörſenwoche bei ſich allmählich belebendem Geſchäft zu verzeichnen ge=
an
ſonſt. Wechſeln u. Schecks 2 327 353 000, Abnahme 12 309 000; 5. Beſtand tocſen iſt. Der heimiſche Rentenmarkt hat auch heute ſeine führensa
Noten anderer Banken 85 000, Zunahme 82 000; 7. Beſtand an Lombard= Börſe teil. Der Kurs erreichte nach vorbörslichem Gewinn mit 1070
forderungen 15 473 000, Abnahme 17 970 000; 8. Beſtand an Effekten im amtlichen Verkehr, mit 1050 ſeinen Höchſtſtand, gab dann, infolge von
77 400 000, Abnahme 299 000; 9. Beſtand an ſonſtigen Aktiven Realiſationen der Spekulation und der Mi=läufer zum Wochenſchluß bis
a) altes Grundkapital 90 000 000, unverändert; b) beſchloſſene Kapital= gen deutſchen Länder, verzeichmen gleichfalls zum Teil erhebliche Kurs=
3. Betrag der umlaufenden Noten 1 721 805 000, Abnahme 59 125 000; Umſätze beſcheidener waren. Das ſtark ſpekulative Intereſſe für alle
4. Sonſtige täglich fällige Verbindlichkeiten, 828 619 000, Zunahme ruſſiſchen Papiere erhielt ſich auch heute. Auch der Aktienmarkt
19 891 000; 5. Darlehen bei der Rentenbank 800 000 000, unverändert; zieht in zunehmendem Maße von der ſich verbreiternden Hauſſeebewegung
6. Sonſtige Paſſiva 1 013 671 000, Zunahme 10 564 000; Verbindlich= Nutzen. Die Geſchäftsbewegung erfolgt hier aber nur allmählich, da das
wärtsbewegung ſtärker am Börſengeſchäft zu beteiligen pflegt. Im=
Nach Abwickelung des Ultimobedarfs ſetzten in der erſten Novem= merhin berichten alle Banken und größeren Baukfirmen von einer ſich
berwoche Rückflüſſe an Zahlungsmitteln in die Kaſſen der Reichsbanx vorſichtig und in der Hauptſache auf die Einheitskurſe für Induſtrie=
der
Vorwoche kleine Nückgänge. An Banknoten und Rentenbankſcheinen Montanmarkt unter Bevorzugung von Stinneswerten. Die Kurser=
ab
. Im Zuſammenhang mit dieſer Entwicklung erhöhten ſich die frem= gehandelt. Am Deviſenmarkt ſetzte ſich die Steigerung von
Oeviſenmarkt.

A
Brief Mue Weefe Mae 178.37 168.18 169,02 V 20. 20 20.30 20.29 20.39 voll 61.50 61.80 62,04 62.36 voll Kopenhagen .........." 73.77 74.13 73.96 74.34 voll Stockholm ............" 112.27 112,88 112.27 112.88 voll 10.53 10.59 10.53 10.59 voll 18.24 18.34 18.20 18.30 voll 19.32 19.12) 19.435 19.535 voll New=Norck ........... 419 4.21 4.19 4.21 voll Paris...... . . . . . . ..... 22.09 22.21 22.19 22.31 voll Schweiz .............. 80.66 81.06 80.74 81.14 voll Spanien .............." 50,61 56.89 56 91 57.19 voll 5.905 5.9. 5.905 5 65 voll 12.475 12.535 12.485 12.545 voll Budapeſt.
...... 5.615 5.63, 5.63 5.65 voll 1.565 1.575 1.57 1.58 voll 3.05 3.07 3.05 3.07 voll 1.615 1.625 1.615 1.625 voll 0.48 0.49 0.48 0.49 voll Belgrad...
.. 6.045 6.075 6.055 6 085 voll .... 16.96 17 04 16 96 17.04 voll 7681 77.19 77.06- 77.19 voll 232. 2.34 2.33 2.34 voll

Verliner Kurſe. EEigene telegraphiſche Meldung.)
Sämtliche Zahlen verſtehen ſich mit 1000 000 000

Aktiengeſ. für Anilinfr.
Aſchaffenburg. Zellſtoff
Ausgb.=Nürnb. Maſch.
Braunkohlen=Briketts .
Wolle...... .."
Veiler ......
Deutſch=Niedld. Tel.. . .
Elberfelder Farben ...
Han. Maſch.=Egeſt.

13. 11. 14. 11. 13. 11. 17125 17750 Hanſa Dampfſch. . . 19250 19125 19375 Hemoor Zement .... 48500 2118 22300 Hir ch Aupfer ......." 17000 4100 4100 Höſch Eiſen......... 47900 4875 Hohenlohe Werke .... 20500 Kahla Porzellan ...." 7000 I 38750 39000 Lindes Eismaſch. . 7250 63000 68000 Lingel Schuh ........" 2100 11750 116060 Linke u. Hofmann ... 10250 2750 2700 L. Loewe u. Co. ..... 62250 17500 17500 C. Lorenz 4875 18750 Meguin
....."" 7600 7500 7250 Niederländiſche Kohle. 47000 29250 Nordd. Gummi. (325 39250 40000 Orenſtein. ......... 1650 16100 16100 Rathgeber Waggon ... 5000 38400 36000 Romoacher Hütten .. 18500 63875 Rolitzer Zucker .. 44000 8000 82000 Rütgerswerke .. 16500 9400 9700 Sachſenwerk ........ 2125 18125 18500 Sächſiſche Gußſtahl ..." 11000 14900 14900 Siemens Glas 17000 2800 2810 Thale Eiſenhütte .. .. 5500 6000 Ver Lauſitzer Glas 2375 13900 Volkſtedter Porzellan. 669 11875 11900 Weſtf. Eiſ. Landendreer Wittener Gußſtahl .. 232= Wanderer=Werke 8000

14. 11.
10400
17125
50900
21000
7400
7400
2000
10500
62000
4875
7750

1670
5 200
20100
16750
2125
11900

15000
23500
8600

Frankenkurs in London: 87.40
Markkurs
19.50

Darmſtädter und Nationalbank, Kommandit=Geſellſchaft auf Aßtien.
Frankfurter Kursbericht vom 14. November 1924.
Die Notierungen ſind in Billionen Prozent ausgedrückt.

Europäiſche Staatspapiere.
a) Deutſche.
5% Reichsanleihe .. . ...

13.

Dollar=Goldanleihe per 1935
1932.
Dollar=Schatzanweiſungen
4½% IV. u. V. Schatzanweiig.
4½% VI.IX.
425 Dt. Schutzgebiet v. 0.8-11n. 13
v. 14
Sparprämienanleihe .. . . . . . . ."
Zwangsanleihe ..........."
49 Preuß. Konſols .........."
....
3½%
....
3%
4% Bad. Anl. unk. 1935... . . . .
3½%0 v. 1907.......
v. 1896... . . . .
39
40 Bahern Anleihe ........."
.
8½%
Heſſ. Dollar Goldmk.=Schatzanw.
rckz. 26 .......
816% Heſſen Reihe XXXyI.
......
untilg. b. 28 ..
39 Heſſen unk. 1924 .........
3½%

4%
..
4% Württemberger alte
b) Ausländiſche.
5% Bosnien L.=E.=B. v. 1914..
5% L.=Inveſt.=Anl. v. 1914
4½% 1902
40.
.
5% Bulgar. Tabak 1902.
124% Griech. Monopol
4½% Oſt. Staatsrente v. 1913
ab 1918
4 ½% Oſt. Schatzanweiſ. ſtfr.
v. 1914
420 Oſt. Goldrente.
...
4%0 einheitl. Rente..
5% Rum. am. Rente v. 03
4½% Goldrente v. 13
4% am. Goldrente konv.
4% am. v. 05
420 Türk. (Admin.) v. 190.
4% Bagdad, Ser. 1.
II.
v. 1911, Zollanl. ..
4%0
4½%0 Ung. Staatsr. v. 14.
Goldrente .......
Staatir. . 10
49 Kronenrente ..
Außereuropäiſche.
5% Mexil. gmort. innere .
jonſ. äuß. v. 39
Golb v. 04, ſtfr.
konf. inner.
Frrigati nsanleihe.
5% Tamauilipas, Serie 1..
Sblig. v. Transportanſt.
4½ Eliſabethbahn
425 Gal. Carl Ludw.=Bahn.
52 Oſt. Südb. (Lomb.), ſtfr. ..

13. 11. 14. 11. 2,6% Alte Oſt. Südb. (Lomb.). 1.00- 142i Gagsa dgs Ub.8. Em. 19 9. Em. 9.73 1.610 v. 1885 94.75 91.7 Oſt. Staatsb. b. Erg. Netz. 100 100 4% Rudolfb. (Salzkammerg.). 88.75 89.* Anatolier I. 7.75 0.860 0. % Salon. Conſt. Jonktion... 0.700 08 3%0 Salonique Monaſtir ...... z 7.8 825 5% Tehuantepee.
.. 8 41.% 0.685 0.69 16.25 M 16.8 Nach Sachwert verzinsl. 1.385 5 1.38 Schuldverſchreibungen. 9.75 1.6. 15
1.43. Badenw. Kohlenwrtanl. v. 23 0.6 2 Fſtr. Pfandbr.=Bk. Goldobl. 1.56 TEm. .. *2 1.75 5% Fftr. Pfandbr.=Bk. Goldobl.
II. Em.. . . . . 62 62.5 1.725
6% Großkraftwer 1750 175 ) Kohlenwertanl. v. 23 6% Heſſ.Braunk.=Rogg. Anl. v. 23 5% Neckar A.=G. Stuttgart Gold 8.25 M 8.75 M
0.75 anl. v. 23 ....
5% Pfälzer, Hyp. Bank. Gold= 0.75 Pfdbr. v. 24 ... 1.5
1.49 5%0 Preuß. Kaliwert=Anleihe. 3.8 3.9. Roggenwert=Anl. 4.75 1.75 52 Rhein. Hypot.=Ba=
Pfdbr, v. 24.
5%o Rhein=Main=Dona nk Gold= 1.8 4i5
1.9 eSch Aian 5%o Südd. Feſtiwertbk. Goldobl. 1.55 19 Bank=Aktien. Allg. Deutſche Creditanſt.. . Bank für Brauinduſtrie.
Barmer Banlverein 1.66
1.2) 1.75
1.25 Baher, Hypotheken= u. Wechſelb. 1.8 1.9 Berliner Handelsgeſellſchaft . 24 Commerz= und Privatbank 5. 5.5 Darmſtädter u. Nationalbank. 1. 10.3 2.75 Deutſche Bank 11.3 11½, Deutſche Effekt.= u. Wechſelbank 3.4 3.5 Deutſche Hypot.=Bank Mein. 3.65 11.5 Deutſche Vereinsbank. 0.25 9. 127
7.5 1 Fronkfurter Bank 17 1.5 Frankfurter Hypotheken=Ban:. 4.4 N Metallbank. 139 13.9 10.1 Mitteldeutſche Creditbank. 1.6, 1.7 Oſterreichiſche Creditanſtalt. 0.342 0.342 1.7 1.52- Reichsbank=Aut. 53 25) 2.6 Rlein. Creditbank 2.25 2.5 Rhein: Hupothefenbomi 4.5 4.7 Süddeutiche Disconto=Geſellſch 8.5 Weſtbank. 0.14 0.13 *6 Viener Bankverein ... U.26: d.262 20 Bergwerks=Aktien. Berzelius 5.75 5.5 Bochumer Bergb. ...........
Buderus.
... 56.5
11, Di. Luremburger
. 60.5 5 Eſchweiler Bergwerks=Akt. . ... 94 96 Gelſenkirchen Bergw.. ....... 60 19 15. Herpener Vergbau ........... 86 8.5 T Tauſend M Milliouen M4 Milliarden 0U ohne Umſatz X rationiert

13. 11. Kaliwerke Aſchersleben 14½ 111 Salzdetjurt Weſtereg in 16.75 16 Klöcknerwerke (abg. Lothr.=Gütte 40 41.5 Mannesmann Röhren.. 42.25 4 Mansfelder.
...... 3.4 Oberbedarf
... 9.5 19 Oberſchleſ. Eiſen (Caro)......." 10. 105 Otavi Minen u. Eb. Ant. .... 24.75 24 75 Pyönis Bergbau.
....."
Rhein. Stahlwverke ..........." 400 425 Riebeck Montan . .
... 33.5 Rombacher Hütte. 19.5 Tellus Bergb.= u. Hütten=Akt. 2.4 Ver. Laurahütt: 5.25 5lg Aftien induſtr. Unternehmu g: Brauer ien. 30.05
43.5 Henninger Kemp=Stern .. . . ."
Löwenbrän München ........." 40.05
42,5
23.75 Schöfferl
Verger Afkumulat. Berlin .........."
Adler & Oppenheimer ........"
Adlerwerke (u. Kleher)........ A. E. G. Stamm.

2o A.E. G. Vorzug Lit. 4 ...
5%0 A. E. G. Vorzug Lit. B
38
3.3
3.3 Amme Gieſ cke & Konegen... 4.1 4.125 Anglo=Continental=Guano 10.75 Anilin Bln.=Treptow. 17.9 Aſchaffenburger Zellſtoff ... 198. Badenia (Weinheim). 0.7 0.65 Badiſche Anilin= u. Sodafabrik. 19.7 20 Bad. Maſchf. Durlach .." 15.25 15.6 Bad. Uhrenfabr. Furtwangen.. 18., 19.6 Baldur Piano
...
Baſt Nürnberg .............." 176 1.65 5.4 5.6 Bahriſch. Spiegel ............"
Beck & Hentel CCaſſel)........" 4.6 4.6 2.,65 2.65 Bergmann El. Verke........." 12.6 Bing. Metallwverke .......... 2.3 2.92 Brockhues, Nieder=Walluf .... 5.3 Cementwerk Heide berg. ..... 20. 0.95 Krlſtadt 9.75 9.75 Lothringen (Metz) Chem. Werke Albert . 36.9 37.,6 Griesheim El=ktron ..
Fabrik Milch ..
... 177
10.5 18
10 Weileretereme. 16.75 17.25 Dainler Motoren ... 22). 2.8 Deutſch. Eiſenhandel Berlin ... 5.2 Deutſche Erdöl. 38. 41 Dt. Gold= u. Silberſcheideanſt. 14.1 144 Dingler, Zweibrücken......." 4.6 48 Dresdn Schnellpreſſen ....." 2.2 2.1 Dürkoppwerk (Stamm) ... Düſſeld. Ratinger (Dürr).. 2.75 2.75 Oyckerhoff & Widm. St. mm ... 3.9 46 Eiſenwerk Kaiſerslautern... 1.3 1.25 L. Meher fr. ....." 1.3 1.3 Elberfelder Farbw. v. Baher. 777. 14B Elberfelder Kupfer=u. Meſingw. 0.9 0.75) Elektr. Lieſerungs=Geſ....... 13.9 1P. Elektr. Licht und Kraft ........ 7.35 Elſäſſ. Bad. Wolle.
...... 1 6.6 Emag, Fraukfurt a. M. .......
Email. E Stanzu. Ullrich ..... 0.20 0.28 3.6 3.6 Enzinger Werke ............. 9.6 9.6 Eßlinger Maſchinen .......... 6.3 6.3 Ettlinger Spinnerei .......... Faber Foh. Bleiſtift .......... 11.25

Faber & Schleicher .... ... . .."
Fahr, Gebr. Pirmafens .......
Felten & Guilleaume, Carlsiv.
Feinmechanik (Jetter).
Feiſt Sektkellerei Frankf. a.M.
Frankfurte. Gas
Frankfurter Hof ...
Fkſ. Maſch. Pokorny & Wittek.
Fuchs. Waggon Stamm ......
Ganz. Ludwig, Mainz........
Geiling & Cie................"
Germania Linoleum .........
Gelſenkirchen Gußſtahl ......."
Goldſchmidt, Th. ..........
Gotha Waggon .........
Greffenius, Maſchinen Stamm
Gritzner Maſchinenf. Durlach.
Grün & Bilfinger ........."
Hommerſen (Osnabrück) ......
Hanfwerke Füſſen ..........
Heodernheimer Aupfer .......
Heyligenſtaedt Gießen ...
Hilpert, Armaturenf. ......
Hindrichs=Aufſermann ...."
Hirſch Kupfer u. Meſ.....
Hoch= und Tiefbau ........
Höchſter Farben ...........
Holzmann. Phil. ........ . . ..
Holzverk.=Induſtr. .........."
Hydrometer Breslau ........."
Inag .
....
Jungſans St mm ..........."
Karlsruher Maſchinen ........
Karſtadt, R...
........
Klein, Schanzlin & Becker .....
Knorr, Heilbronn ...........
Kolb & Schüle, Spinn. . . . . . . .
Konſervenfabrik Braun ....."
Krauß & Co., Lok.m. ......
Lahmeyer & Co. ...........
Lech, Augsburg ............"
Lederw. Rothe ............"
Lederwerke Spicharz ......."
Lingel. Schuhw Erfurt . ....
Löhnberger Mühle .........
Lüdenſcheid Metallwv. ........"
Luther, Maſch.= u. Mühlenbau.
Lux’ ſche Induſtrie ........."
Mainkraftwerke Höchſt......."
Mequin, Butzbach ..........."
Metallgel. Fiſt. ........7.
Meuer, Dr. Paul ....."
Miag, Mühenb., Frankf. a. M.
Moenus S=amm.
Motoren abrik Deutz..
...
Motorenfabrik Oberurſel .....
Reckarſulmer Fahrzeuqwverke..
Neckarwerke Fßl. Stamm ..
Oleuwerke Fraukfurt a. M.
Peters Union Franffurt a. M.,
Pfäiz. Nähm., Kauſer
Philipps A.-5.
Pprzellan Weiſſel.
Reiniger Gebber & Schall
Rhein. Eleftr. Stamm..
Rhein. Met l1 Vorzüige
Rhenania Aachen ...
Riedinser, Maſchinen ...
Rückfort9, Stetti.
Rütge Swerfe..
Sleußner (Frankfurta. M.)
Schneider & Hauau".
Schnellpreiſen Fraukenthal ..
Schramm Lackfabrik
Schriftgiezerei Stemvel, Ff.n.=
Scuckerr lekt: (Nurnperc);

13.11. 11 11. 4. 28.5 15 3.46 3.25 4.8 475 025 1. 11.8 14 13.5 1625 16.5 3.2 3,5 3.5 26.25 27 13.0 14.6 17.75 18,5 13.3
6.3 13.5
6.3 2.75 43. 4.75 17.:
2.25 177. 5.05 6.9 5.9 1.2 1.25 10.25 3.15 3.25 2.6 2.6) 4.25
333 4.6
3.35 94 9.2 0.92)
3.75 0.9151
3.6 104 10.56 11.3 14.6 57.,6 2.5 2.5 13 2.55 2. 41= * 84 8.5 7.75 7.75 11.75 11.75 0.5 0.525 1.55 1.5251 2.3
2.3 15.6 16.2 GiA 6.5 161 165 2,6 2.75 5.5 6.7 1.45 165 75 14. 8. 4i, 4.8 17.25 0.55 0.55 152e 16.5 3.25 6.5, 6.55 5.75 3.25 8.6 39.25 116

Schulſao i Berteis=Wsllel
Schuhfablik Herz
Schuhf. L-ander, Of enbach ...
Schultz, Grünlack, Rdsh. ...
Seilinduſtrie Wolff .....
Sichel & Co., Mainz ........."
Siemens Elektr. Betriebe ....."
Siemens Glasinduſtrie .......
Siemens & Halske ..........."
Stöckicht=Offenbach=Gummi.
Süddeutſche Immobilien
Thüring, elektr. Lief.Geſ., Gotha
nhrenfabrik Furtwäng er.
Beithwerke in Sandbach
Verein f Chem Induſtrie Frkft
Verein deutſch. Olfabr. Mannh.
Faßlabriken Caſſel.
Gummiſabr. Bln.=Frkft.
Pinſelfabr. Nürnberg ..
Ultramarin .. . . . . . . . . ."
Zellſitoff, Berlin ......."
Vogtländ. Maſch. Vorzüge ....
Vogtländ. Maſch. Stimme ....
Voigt & Haeffner Stämme . ...
Voltohm, Seil .............."
Wayß & Freutag ............"
Wegelin Rußfabrik ..........."
Zellſtoff Waldhof Stamm .....
Zuckerfabr. Waghäuſel ......."
Frankenthal ......"
Heilbronn ........
Offſtein .........
Rheingau ........
Stuttgart ........"
Trausporl=Aktien.

3.02
2.6
2.75
2.95

Schantung E. B. ..
Süddeutſche Eiſenbahn=Geſ....
Hapag (Paketfahrt) .......
Nordd. Llohzd .......... 1.75
55.8
2.5
3.75 13
56.
25
3.95 Darmſtädter Werte. Bahnbedarf................" 1.175 1.175 Dampfkeſſe Rodberg ........" 4.2 4.25 Helvetia Konſervenfabrik ..... Gebr. Lutz ................" 21.5 415 Motorenfabrik Darmſtadt . . . . . 82 8.45 Gebr. Roeder ..............." 6.85 6.8 Venuleth & Ellenberger .... unnotierte Aktien. Apt
... 2 Beckerkohle. . ................
Beckerſtahl ........"
..... 0.825 Benz. .fffa. 4 Brown Bovert. Chem. Andreae Deutſche Petroleum 16. Diamond Shares .. Entrepriſe ................." Falkonwerke ..... .... .... ..." Großkraftw. Württbg. (Growag) 0.12 Unterfranken (Ufra) ........." Hanſa Llohd ................ 1.3 Hero Conſerven ............." Holſatiawerke, Altona ........" Kabel Rheydt ..............." Krügershall Kali ............" 7.18 Metall Starkenburg .........." Otto & Quanz.............. Raſtatter Waggon ..........." 3.9 Textil=Ind. Barmen (Tiag) ... Ufa Film ..... . . . ...... .. ... 11.5 U75

[ ][  ][ ]

Rummer 318.

Samstag, den 15. Rovember 1324.

Seite 15.

Lebenswogen.

30)

Roman von Paul Lindenberg.
Nachdruck verboten.

Am folgenden Morgen verließ die Weſer Genua, und am
nächſten Nachmittag tauchte, on Wolten halb verdeat, der Pe=
ſuv
mit ſeiner Rauchſäule auf, und dann breitete ſich in weitem
Bogen Neapel aus, das erſehnte Ziel unſerer Reiſenden Noch
ehe die Aner ftelen, umſchwirrten das Schiff hunderte kleiner
Kähne, aus denen Geſang und Mandolinenbegleitung herauf=
ſcholl
und ein emſiger Handel mit Früchten, Korallen, Muſcheln,
Bildern, ſeidenen Tüchern und jonſtigen Dingen getrieben
wurde; gleichzeitig nahten die Nachen und kleinen Dampfboote
der Hotels und Penſionen mit den Portiers und Fremdenfüh=
rern
, um ſich der Ankommenden und ihres Gepäcks zu bemächtigen.
Herr Motta war einer der erſten, der an Bord ſtieg, ſeine
Frau innig in die Arme ſchließend. Mit Aſta fuhren ſie ſogleich
an Land und bald folgten Wolf und Klaus im Boot des Hotel
Viktoria, das unweit der Mottaſchen Penſion gelegen war.
Als die Freunde auf feſtem Boden ſtanden, ſchloſſen ſich von
ſelbſt ihre Hände in einander.
Gut Glück allewege, Puz!
Allewege gut Glück, Muz!
9. Kapitel.
Am Golf von Neapel.
Puz, komm ſchnell her, ſieh’ dir all die Herrlichkeit an, rief
Klaus, der in dem gemeinſam bewohnten Hotelzimmer die grü=
nen
Holzläden des Balkons aufgeſtoßen hatte und auf letzteren
hinausgetreten war.
Wolf, der gerade ſein Malgerät in Ordnung gebracht, ge=
ſellte
ſich zum Freunde: Wie ſchön, wie herrlich ſchön! rief auch
er hingeriſſen aus.
Die Morgenſonne lag mit hellglitzerndem Schein auf dem
von Fiſcherkähnen, deren Segeln in buntem Farbenreichtum
wetteiferten, belebten Meer, das von den grauen Gebäuden des
Kai Partenope nur wenige Meter entfernt war; leiſe lauſchten
die Wogen ihr melodienreiches Lied, mit übermütigen Sprün=
gen
an die Einfaſſungsmauern plätſchernd. Aus der flimmern=

den Flur ſtieg Capris gezacktes Felsgebild empor, von rechts
grüßten die herrlichen Palmen und blütenüberſäten Olander=
gebüſche
der Villa Nationale herüber und von linis das alters=
gedunkelte
, erinnerungsvolle Kaſtell del Opo. Unten auf dem
Kai Muſik, Lachen und Scherzen des heiteren, ſorgloſen Neapo=
litaner
Völlchens, und aus ſtarrer Einöde der Veſuv mit ſei=
nem
Rauchkegel ſtolz herabbligend auf das berücende, wunder=
bare
Bild.
O mia bella Napoli, ſang unten ein zerlumpter Straßen=
junge
mit hübſcher Stimme zur Mandoline und hob lachend das
gebräunte Geſicht mit den glänzenden Augen und den blitzen=
den
Zähnen zu den beiden Deuſchen empor, die ihm gern einige
geſchickt aufgefangene Münzen hinunterwarfen.
Mille grazie, Signori, rief er und ſchwenkte dankend die
Hand, molto fortung! Evviva Signorina! Und luſtig klim=
perte
er das Santa Lucia als Zugabe.
Viel Glück wünſcht uns der prächtige Schlingel, meinte
Wolf, möchte ſein Wunſch in Erfüllung gehen! Und unſerer
Signorina gedache er auch wann werden wir die zweite
finden?
Nun, bald ſollen wir ja Näheres erfahren, die Hoff=
nung
nenn’ ich meine Göttin noch, heißts in Wallenſtein,
und auf dieſe Göttin wollen wir bauen, erwiderte Klaus.
Na. na, mein lieber Muz, meinte Wolf lächelnd, ich
glaube, du bauſt noch auf eine andere Göttin?. Sollte dieſe nicht
mit einem großen A anfangen . . . etwa Aſtarte? Sieh an, mein
Sohn, wie du noch nett rot werden kannſt oder iſts nur der
Widerſchein der Sonne?
Spötter! rief Klaus, hab ich dich deshalb auf dieſen Balkon,
der wirklich Belevue genannt werden darf, gelockt, daß du in
meinem gemartertem Herzen herumwühlſt, wie der Angler mit
ſeinem Haken in einem fetten Regenwurm?. Aber warum ſoll
ich’s dir nicht geſtehen, daß dieſes liebe, ſchöne Mädchen einen
tiefen, ſehr tiefen Eindruck auf mich gemacht hat, daß ſich ein
geheimes Sehnen und Verlangen in mir regt, wie ich es noch
uiemals empfunden, ein Glücksgefühl ſondergleichen und un=
ter
dieſem Himmel und mit ſolchem Freunde, und er drückte
Wolf innig die Hand.
Wer könnte mehr daran teilnehmen, als ich, mein alter
Junge, meinte Wolf, und zu deiner Wahl, darf ich dich be=

glückwünſchen Weidmannsheil, wie wir alten Jäger ſagen,
wer Glug hat, führt die Braut heim!
Ach, Puz, daran wag’ ich nicht zu denken wie könnte
ein ſo ſeliger Traum zur Wirklichkeit werden!
Die Liebe iſt des Argwohns Schmied, ſagt ein italieni=
ſches
Sprichwort. Fort mit allem Zagen und Beden en auch
dir ſoll das Halali geblaſen werden! Aber zuvor haben wir ja
noch allerlei zu tun du weißt, um zehn Uhr erwartet uns
Graf Bruſſati.
In einem offenen leichten Wägelchen rollten die beiden
Freunde der Villa des Grafen zu, die eine gute Stunde entfernt
von der Stadt, in der Richtung nach Poſilip, lag. Sie haten
kurz nach ihrer geſtrigen Ankunft einen Boten zu ihm geſandt,
wann er ſie empfangen wolle, und den erbetenen Beſche,d er=
halten
. Ihr Weg führte ſie an der unweit ihres Hotels gelegenen
Penſion Motta vorbei, die früher in deutſchem Beſitz geweſen,
und gerade als Klaus ſeine ſuchenden Blicke nach den Fenſtern
richtete, erſchien an einem derſelben Aſta und grüßte freudig
herab.
(Fortſetzung folgt.)

Lavendelseife mit dem Pfeildreieck gebraucht. Erst-

Frühling, Sommer,
Herbst und Winter
Dringen mit ihren Temperaturschwankungen allerlei Beschwer-
den
. Frisch und behaglich fühlt sich immer, wer unsere
klassige Rohstofke bei sorg-
fältigster
Verarbeitung ei-
geben
den neutralen unschäd-
lichen
Seife, körper, welcher
so herrlich schäumt und die
Hlaut 80 erkrischend glättet, schurrz 6//MARkE
Man merke sich
Pfeildreieck‟
Hersteller: August Jacobi A.-G., Darmstadt
Seifenfabrik, gegr 1836.
Zu beziehen durch alle einschlägigen Geschäfte.
Man verlange kostenlose Proben.
(14729

Wir hatten Gelegenheit, enorrne Wengen
AlIOr AIe T
Stägt
TTStT
in prachtvollen Sortimenten außerordentlich vorteilhaft einzukaufen und bringen diese ab heute
Kanter Preis in den Verkauf
Besichtigung unserer reichsortlerten Läger ohne Kaufzwang erbeten!
in vielen modernen Pelzarten, hübsch
aus Stoffen engl. Art und
gefüttert, tesche Formen
gutem Flausch in allen mod.
BeLLfeLLLLOLteer Farb, 19,75, 18.50, 16,75, 13,75, 10.10 1 UrLfeelterr 32500, 29800, 220,00, 168.00, 14500,
1U
teils aus reinwoll. Flausch,
Krimmeru. Plüschjacken
Velour de laine u. Tuch, mod.
BCLLLOLLLIOLTDET Farb., 42,00, 36 00, 32 00, 26.00,
2.00
in grau, taupe, braun u. mode, neueste Macharten 59.00, 49,00, 42,00, 36 00, OM00
MMashsgragossssost sontasahtsttrttars
Dieser Mantel Dieser Mantel

aus hübsch gemustertem Flausch
englischer Art, in drei verschiedenen
Farbstellungen, mit Gürtel

aus gutem Flausch, in sechs pracht-
vollen
Farben, mit Gürtel. Stulpen
und Kragen mit Krimmer besetzt

[ ][  ][ ]

Seite 16.

Samstag, den 15. Robember 1924.

Nummer 318.

Besichtigen Sie

15290

unsere Schaufenster und Auslagen der Abteilungen und Sie werden finden, daß wir alle Ihre Wünsche in Bezug
auf Auswahl, Ouatität und Billigkeit restlos erfüllen.
Außergewöhnlich Billige Einkaufsgelegenheit
AG
Ta dell Aiſeldie demſiauſssead!

Baum wollwaren
Hleiderstoffe
Hauskleiderstoffe, doppelbreit . Meter 95 5
Wollene Blusenstreifen . . . . Meter 95
1½, Meter gutes Hemdentuch . . Meter 95 9
Hemdenfanelle, kariert . . . . Meter 95 8
Schürzenstoff, doppelbreit . . . Meter 95 d
Hemdenzefre, gestreift . . . . Meter 95 8
Kleiderdracks, vaschecht . . . Meter 95 5
Handtücler, weiß und grau . . Stück 95 8
Kleiderkaros, doppelbreit Meter 1.95, 95 8
Satigs, gemustert für Kleider . . Meter 95 6
1.95
Schützensatin, doppelbreit . . Meter
Molton, doppeltseitig . . . . . Meter 1.95
Foulardine, für Blusen .. . . Meter 1.95
21, Meter wollene Blusenstreifen . . 2.95
2:, Meter Finett, in vielen Farben . . 2.95
3 Stück Stanbtücher, weiche Oual. . . 95
3 Stück karierte Wischtücher . . . . 95 3
Konfektion
Kostüm-Röcke, Stück 4.95, 3.95, 295, 1.95
Jumpers, aus Kunstseide 6.95, 5.95, 3.95
Blusen, aus guten Stoffen . 3.95, 2.95, 1.95
Tuch-Unterröcke mit Tresse . . 3.95, 2.95
Kinder-Kleidchen Stück . 5.95, 3.95, 2.95
Damen-Kteider, gestreift . 8.95, 6.95, 4.95
Kleider aus Kunstseide, hocheleg. . . 10.95
Prinzeßröcke, aus Kunstseide . . . . 5.95
Blusenschoner, reine Wolle . . . . . 3.95
Damen-Mäntel . . . . 18.95, 14.95, 12.95
Spitzen, 8tickereien
Wäsche-Stickereien, Stücke 4.50 Meter lang
prachtvolle Oualitäten . Stück 1.95, 95 9
Festons . . . . Stücke von 10 Meter 95 3
Klöppelspitzen Stücke von 5 Meter 95 8
Unterrock-Stickereien. . Meter 1.95, 35 8
Hemdenpassen, enorm billig . Stück 95
2 Stück Kissen-Ecken . . . . . . . 95
Stickereien, mit Seidenglanz
Stücke von 3 Ueter 1.95
Modewaren
Haschentücher
Stück 95 5
Bubikragen, Pigné . .
95 9
Bubikragen, gestärkt.
95 8
Lackgürtel, breit, rot-schwarz.
Baskenmützen in viel. Farben 3.95, 1.95, 95 9
Spitzen-Schales, aus Kunstseide . . . 2.35
Damen-Schales, aus Kunstseide, doppelt-
seitig
mit Quaste . . . . . . . . . 4.95
Matrosen-Garuituren . . . . . 1.95, 95
10 Stäck Kinder-Taschentücher . . . 95 8
3 Stück Herren-Tücher mit buntem
Rand oder kariert . . . . . . . . 95 9
6 Stück Herreu-Tücher mit prachtvollen
bunten Kanten ...... . . . . 1.95
3 Stück farbige Herrentücher . . . 95 9
6 Stück Hohlsaumtücher . . . ."
95 3
6 Stück weiße Tücher, gebrauchsfertig 1.95
3 Stück gestickte Taschentücher . . . 95
6 Stück gestickte Tücher in Karton . 1.95
2 Stück Ziertaschentücher . . . .
95 9
1 Stück Ziertaschentuch . . . . 1.95, 95

Enorm bilig!
Damen-Hüte, Zvlinder-Plüsch oder
Siltina-Samt. 6.35, 495 2.

FTäsche
Damen-Hemden mit Träger . . . . . 95
Damen-Hemden mit gestickter Passe. 1.95
Damen-Beinkleider, geschlossen . . . 1.95
Damen-Hemden, Achselschluß, Ia Hem-
dentnch
, breite Stickereien . . 3.95, 2.95
Damen-Beinkleider, geschlossen, mit
guten Stickereien . . . . . . 3,95, 2.95
Prinzeßröcke mit guten Stickereien . 3.95
Untertaillen in verschied. Ausführungen
395, 2.95, 195, 95 8
Kinder-Röckchen, gestrickte . . . . 95 O
Kissenbezüge aus Ia Cretonne . . . . 1.95
95 6
2 Erstlingshemdchen . . . . . .
Arbeiterhemd aus gestr. Flanell ... 1.95
Arikotagen
Untertaillen, gestrickt, m. lang. dermeln 1.95
Herren-Jacken, wollgem, Oual. 3.95, 2.95
Herren-Vormal-Hosen . . . . . 3.95, 2.95
Herren-Ensatzlemden . . 495, 3.95, 2.95
Damen-Normaljacken . . . . . 3.95, 2.95
Damen-Trikotbeinkleider
schmere Oualtät . . . . . . . 495, 3.95
Leib- u. Seel-Normalhosen . . . 2.95, 1.95
Flanell-Anstandsröcke . . . . . . . 3.95
Hemdhosen f. Damen, feingestrickt, 3.95, 2.95
Schürzen
Damen-Schürzen, Jumper-Blusen und
Wiener Formen . . . . . 3.95, 2.95, 1.95
Damen-Hausschürzen, aus besten
Siamosenstoften . . . . . 3.95, 2.95, 1.95
Weiße Damen-Trägerschürzen mit
breiten Stickereien . . . 395, 2.95, 1.95
Knabenschürzen mit Taschen . . 1.95, 95 9
Mädchenschürzen mit Bindebändern
aus guten Stotfken . . . . 295, 1.95, 95 9
Weise Mädehenschürzen mit guten
Stickereien . . . . . . . 3.95, 2.95, 1.95
Strümpfe
Handlschuhe
2 Paar Damen-Strümpfe . . . . . . 95
2 Paar Herren-Socken, grau .. . 95 8
1 Paar Damen-Handschune, warm gef. 95 8
1 Paar Herren-Trikothandschuhe, mit
narmem Putter ....
95 3
Paar Herren-Socken nnd 1 Paar
Sockenhalter . . . . . zusammen 95 8
1 Paar Stutzen mit Rand 295, 1.95, 95 3
1 Paar reinmollene Damen- Cuchemir=
strümpke
. . . . . . . 3.95, 2.93, 1.95
1 Paar Damenstrümpke, 1X1gestrickt,
sehr haltbar . . .."
.. 95 8
1 Paar Damen-Handschuhe, Ia Onali-
tät
, warm getüttert . . . . . 295, 1.95
1 Paar Herren-Haudschuhe, Trikot
oder gestrickt . . . . . . 3.95, 2.95, 1.95
1 Paar Damenstrümpfe, Ia Seidendor,
schwarz oder farbig . . . . . . . . 1.95
Koltern
Gardlinen+ Linoleum
Bettkoltern, einfarbig und gemustert
.. . . . . . 8.95, 4.95, 3.95, 1.95
Tisch-Decken, gewebt und gestickt
.... . . . . . 4.95, 3.95, 2.95
Halb-Stores, Etamine . . . 5.95, 4.95, 3.95
Bri-es-Bises, Ltamine . . Stück 1.95, 95 8
Bettvorlagen, sehr haltbar . . . 3.95, 2.95
Linoleum-Vorlagen . . . . . . 2.95, 1.35
Linoleun-Länfer, 90 cm 3.95, 67 cm 2.95
Waclstuch-Wandschoner . . . Stück 95 9
Portierenstange, vermessingt, mit
1.95
komplettem Zubehör . . .

Handarbeiten
1 Wasserleitungsschoner und 1 Topf-
lappentasche
. . . . . . zusammen 95 9
2 Tablettdecken mit Spitzen . . . . 95 9
1 Waschtischgarnitur, 4 teilig . .
95 9
4 Taschen ücher zum besticken ..
95 9
4 Kissenecken zum besticken . .
95 9
1 Serviettentasche u. 1 Tasclentuch-
behälter
zum besticken, zusammen 95 8
2 Kissenstreifen zum besticken . . . 95
2 Korbdecken zum besticken . . .
459
2 Nachttischdecken mit Spitzen . . . 95 9
1 Mitteldecke mit Einsatz und Spitze 95 8
1 Mitteldecke, gestickt, mit Spitze 1.95
1 Kredenzdecke mit Einsatz u. Spitze 1.95
1 Läufer mit Einsats und Spitze . . . 1.95
1 Läufer, gest., mit Lochstick. u. Spitze 2.95
1 Tüchen- od. Zimmerhandtuch, best. 2.95
1 Wandschoner, bestickt . . . . . . 2.95
95 9
1 Kissenplatte, bedruckt . . . .
1 Kissenplatte, bestickt . . . . 295, 1.95

1 Bürstentasche, 1 Zeitungshalter und
1 Staubtuchhalter . . zusammen 95 9

Herren-Artikel
3 Sporikragen, weiß oder farbig . . 95
1 Eckenkragen in allen Weiten.
95 9
2 Stück Sttickbinder . . . .
95 3
1 seidener Selbstbinder . . 295, 1.95, 95 3
Dauerwäsche-Krag., versch. Form., St. 95 9
Gummi-Hosenträger Paar 2.95, 1.95, 95 9
Perkal-Oberhemden mit 1 Kragen, nur
Halsweite 4144 . . . . .". Stück 3.95
Kunstseid. Herren-Schals, St. 3.95, 2.95, 1.95
Wollene Herren-Schals . . . . 3.95, 2.95
1 Perkal-0berhemd m. 2Kr., Ia Gual. 6.05
Kurzwaren
8 Gebind Strickwolle, gute Oualität,
schwarz, grau und brann . . . . . 95
Phantasie-Strumptbänder in vielen
Farben . . . . . . . . . . . Paar 95 9
1 Paar elegante Sockenhalter u. 1 Paar
dermelhalter . . . . . ansammen 95 3
6 Rollen Garn (200 Meter)u. 4 Sterne
Garn . . . . . . . . . ausammen 95 8
4 Dtzd. Wäscheknöpfe, 1 Rolle Naht-
band
, 1 Brief Stecknadeln, 2 Stern
Garn und 1 Fingerhut zusammen 95
15 Meter gute Ronleauxkordel . . . 95
4 Rollen Stopfgarn, 2 Kärtchen Wolle
und 6 Paar Schuhriemen, zusammen 95 3
Loderwaren
Besuchstaschen in verschied. Formen
und Parben Stück 3.95, 295, 1.95, 95 8
Elegante Kindertaschen, Stück 1.95, 95 O
1 Damen-Handtasche, echt Leder . . 2.95
1 elegante Damen-Besuchstasche, echt.
Leder ... . .. . . . . . . . . 1.95
1 Berufstasche mit Griff ... . . . 1.95
1 Aktentasche mit Grift . . .
3.95
1 Büchermappe, gute Oualität
1.95
1 Koffertasche, echtes Leder .
4.95
1 Reisekarton mit Riemen .
95
1 Reisetasche aus Ia Segeltuch
5.95
1 Rucksack m. stark. Riem. 3.95, 2.-
1.95
1 Taschenlampe, komplett.
95 8

Haushaltwaren
1 Eimer, Emaille, 24 cm, grau .
. 95 9
1 Nudelpfanne, Emaille, 22 cm . . . 95 d
1 weiße, runde Schüssel, 24 cm . . . 95
2 weiße Schüsselu, 16 cm und 1 Leuch-
ter
, Emaille . . . . . . zusammen 95 S
1 Konsole mit Becher, Emaille . . . 95
1 Topflappen- oder Zwiebelbehälter 95
1 Sand-Seife-Solagestell, Bmaille . . 1.95
1 Eimer, 28 cm, Emaille, dekoriert . 1.95
1 Fleischtopk mit Deckel, 24 cm . . 1.95
1 Löffelblech, weiß . . . . . . . . . 1.35
1 Aluminium-Schmor- oder Fleisch-
topf
, 16 cm . . . . . . . . . . . 95
1 Aluminium-Nudelpfanne, 18 cm . . 95
1 Aluminium-Essenträger, 11 cm . . 95 9
6 Alumininmlöſfel u. 6 Gabeln . . . 95 3
1 Horn-Salatbesteck . . . . . . . . 95 9
3 Porzellantassen mit Bildern . . . 95 d
2 große Porzellantassen mit Uutert. 95
1 Knchenteller, dekoriert . . . . . 95 9
1 Brotkorb, bemalt, Porzellan . . . 95 J
1 Satz Glasschüsseln, 3 Stück . . . 95
1 Steingut-Waschkanne oder Wasch-
schüssel
, groß . . . . . . . . . . 1.95
1 Kollenfüller, schwarz lackiert . . 1.95
1 Besteckkasten, zweiseitig . . . . . 95
1 Fleischklonfer, 1 Kartoffelstößer u.
2 Schneidebrettelten . . ansammen 95 8
1 Aermelbügelbrett . . .
95 8
1 Wellholzgarnitur, 10 teillig".
2.95
1 Wandkaffeemühle ...
3.95
1 Original Helios-Flasche
95 9
Schreibwaren
Märchenbücher und Erzählungen für
Kinder und die reitere Ingend, ele-
gant
gebunden, jed. Buch 2.95, 1.95, 95 9
Daridis Kochbuch, große 2.95, kleine 95 8
1 Briefordner mit Register . . . . . 95 9
8 Stück Schnellheſter . . . . . . . 95 9
1 Kassette lein. Brieſpapier, 50 Bog.
und 50 getütterte Umschläge . . . . 95 3
1 Briefblock mit 50 Umschlägen . . 95
1 Kassette Briefpapier, elegant . . . 1.95
10 Rollen Klosettpapier . . . . . . 95 9
250 Blatt feitdichtes Butterbrotpapier 95 9
150 Stück Frühstücksbentel . . . . 95
1 Schulranzen für Knaben u. Mädchen 2,95
1 Tafel, 1 Griffelkasten, 1 Schwamm-
Dose mit Schwamm . . . . . . zus. 95
2 Dtzd. gute Schulbleistifte . . . . 95
1 Postkarten- oder Poesiealbum . . 95 6
3 Stück gute Scheuertücher . . . . 95
1 Schrubber u. 1 Scheuerbürste zus. 95
3 Dosen Schuhereme Efax . . . . . 95 6
4 Stück gelbe Poliertücher . . . . 95 3
Parfümerie
1 Haarbürste u. 1 Frisierkamm zus. 95
1 Rasierspiegel, 1 Rasierschale und
1 Pinsel .. . . . . . . . . . zus. 95 9
1 Frisier-Taschen- u. Stanbkamm zus. 95 8
1 Handspiegel u. 1 Frisierkamm zus. 95 3
1 Rasierapparat, vernickelt, Ia Quali-
tät
. . . . . . . . . . . 2.95, 1.95, 95 8
1 großer Stellspiegel mit Metallrand 95 9

3 Stülek Pett-Haushaligeile, Stück
(a. 450 Cramm . . . . . . zus. 95 8

[ ][  ][ ]

DARMSTADTER TAGBLATT HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN

Nummer 9

5. Nocember 1924

Tiefseetauchen nach
einem neuen Verfahren
Von
Dr. A. Gradenwitz-Berlin.
Schon ſeit mehreren Jahrhunderten bemüht man ſich, den
Tauchern ihre ſchwere, gefahrvolle Tätigkeit durch glockenartige
Vorrichtungen oder geeignete Anzüge zu erleichtern, die für
Atemluft ſorgen und dem ſtarken Druck in der Meerestiefe wider=
ſtehen
. So weit reichen nämlich die erſten Verſuche zurück, dem
Meere ſeine Beute zu entreißen und die auf ſeinem Grunde ver=
borgenen
Schätze zu heben. Große Fortſchritte auf dieſem Ge=
biete
ſind jedoch erſt in den letzten Jahrzehnten, vor allem durch
die Einführung künſtlicher Sauerſtoffatmung, erzielt worden, und
von einem neuen derartigen Fortſchritt einem Fortſchritt von
umwälzender Bedeutung ſoll im folgenden die Rede ſein.
Es handelt ſich um einen äußerlich an eine Ritterrüſtung er=
innernoen
Taucheranzug, der das Arbeiten auf bisher unzugäng=
lichen
Tiefen ermöglicht. Während bisher eine Tiefe von
40 Metern nur ganz ausnahmsweiſe erreicht wurde, hat man mit
dem neuen Apparat unſchwer und für beliebig lange Zeit Tiefen
von 160 Metern erreichen können, ohne aber hiermit an die äußer=
ſten
Grenzen gelangt zu ſein. Der Apparat hält nämlich er=
wieſenermaßen
einem Druck ſtand, der 250 Metern Waſſertiefe
entſpricht, und auch derartige Tiefen dürften daher dem Taucher
zugänglich ſein. Das Wichtigſte aber an dem neuen Taucher=
anzug
iſt, daß der Waſſerdruck dem menſchlichen Körper vollkom=
men
abgenommen und auf den Apparat übertragen wird, ſo daß
der Taucher von den ſonſt unvermeidlichen ſtörenden und even=
tuell
gefährlichen Beſchwerden vollkommen frei wird und im Tau=
chen
gänzlich ungeübte, in anderen Arbeiten aber um ſo erfahre=
nere
und geſchicktere Leute ohne irgend welche Vorbereitung un=
bedenklich
mit ihm untertauchen können.
Der von Neufeldt & Kuhnke in Kiel konſtruierte Apparat iſt
das Ergebnis jahrelanger Verſuche. Der turmförmige Körper
ähnelt ſowohl äußerlich wie auch in ſeiner Inneneinrichtung dem
Kommandoturm eines U=Bootes; der ganze Apparat iſt gewiſſer=
maßen
ein U=Boot mit Armen und Beinen. Bei ſeiner Konſtruk=
tion
war die größte Schwierigkeit durch die Forderung bedingt,
Armen und Beinen die nötige Beweglichkeit zu geben und doch
für den waſſerdichten Abſchluß der Gelenke zu ſorgen, ein Reſul=
tat
, das ſich durch Verwendung beſonderer Kugelgelenke erzielen
ließ. Der Rumpfteil des Apparates iſt in Gürtelhöhe geteilt und
wird nach dem Einſteigen des Tauchers dort wieder zuſammen=
geſchraubt
; er iſt ſo geräumig, daß der Taucher jederzeit unſchwer
ſeine Arme aus den Armhöhlen herausziehen und frei hantieren
kann. Durch Verwendung von Siemens=Martin=Stahl wird
größte Feſtigkeit und Widerſtandsfähigkeit gegen mechaniſche und
chemiſche Einflüſſe bei geringſter Wandſtärke ermöglicht. Der
Oberteil des Rumpfes hat vorn, ſeitlich und oben Sehfenſter aus
ſtarkem Hartglas; in ihm ſind die Signalvorrichtungen und Be=
triebsventile
, die Meßapparate und Beleuchtungskörper unter=
gebracht
, und zwar überſichtlich im Geſichtskreis des Tauchers
auf einer Aluminiumtafel montiert. Auch die Atmungseinrichtung
iſt im Oberteil untergebracht.
Der Unterteil des Rumpfes bietet Raum für Ausgleich= und
Fallgewichte; ein Sattelpolſter in Form eines Fahrradſattels ge=
ſtattet
dem Taucher während der Arbeitspauſen bequeme Sitz=
möglichkeit
.
Die Arm= und Beinhüllen ſind, wie ſchon erwähnt, ſo ange=
bracht
, daß den Gliedmaßen größte Bewegungsfreiheit gewähr=
leiſtet
wird; all dieſe Teile beſtehen aus einer neuen zähen Alu=
miniumlegierung
.
Um dem Taucher bequemes Auf= und Untertauchen zu er=
möglichen
, iſt am oberen Rumpfteil ein ringförmiger Tauchtank
angebracht, der rechts und links durch je einen Seitentank im
Schwerpunkt des Tauchers unterſtützt wird. Will der Taucher in
eine beſtimmte Tiefe, oder wünſcht er ſeine Belaftung zu er=
höhen
, ſo braucht er nur in die entſprechenden Tauchtanks Waſſer
einzulaſſen. Umgekehrt wird durch Ausblaſen von Waſſer ( mit=
tels
Preßluft oder Sauerſtoff) ein Entlaſtung erzielt oder der
Auftrieb zur Oberfläche herbeigeführt. Zu dieſem Zwecke iſt an
der Rückwand des Rumpfteils eine Batterie von 6 Stahlzylin=
dern
angebracht, die zuſammen 12 Liter Preßluft zu 150 Atmo=
ſphären
enthalten. Der Hochdruck dieſer Batterie kann durch
Oeffnen eines Ventils auf ungefähr 20 Atmoſphären herab=
geſetzt
werden.
Der Apparat braucht keinerlei Schlauchleitungen zur Zufüh=
rung
von Atemluft; der Sauerſtoff für die Luftergänzung wird
vielmehr einer beſonderen Sauerſtoffflaſche entnommen, deren
Inhalt für dreiſtündige Tauchzeit ausreicht, die jedoch ſtets wie=
der
aus der Hochdruckbatterie aufgefüllt werden kann. Zur Luft=
reinigung
dienen zwei bis vier Luftreinigungspatronen von je
zweiſtündiger Funktionsdauer.
Der Taucher ſteht in dreifacher Verbindung mit der Ober=
welt
, wodurch ganz hervorragende Sicherheit erzielt wird, und
zwar 1. durch Zugſignale an der Halteleine, 2. durch Lautſprech=
telephon
und 3. durch Morſezeichen (mittels Summers). Das
ſiebenadrige Telephonkabel liefert auch den Strom für die Innen=
beleuchtung
(zum Ableſen der Manometer, Thermometer uſw.).
Mit dieſem Apparat ſind im vergangenen Sommer im Wal=
chenſee
ſehr erfolgreiche Tauchverſuche ausgeführt worden, bei
denen mühelos die oben genannte Tiefe von 160 Metern erreicht
wurde. In dieſer Tiefe konnte der Taucher ſich frei bewegen und
jede erforderliche Arbeit ausführen. Auch bei ſtundenlangem Ver=
bleiben
empfand er nicht das mindeſte Unbehagen. Während der
Taucher auf etwa 112 Metern noch ungefähr 1,2 Meter weit ſehen
konnte, herrſchte auf 160 Metern Tiefe vollſtändige Dunkelheit.
Nachdem auf dieſe Weiſe der Beweis geliefert worden iſt,
daß der neue Tauchapparat auch auf ſo bedeutender Tiefe unge=
ſtörtes
und gefahrloſes Arbeiten geſtattet, wird der Apparat beim
Heben von verſunkenen Schiffen oder derem Inhalt umfaſſende
Gelegenheit zur Betätigung finden. Denn die Schiffsbergetätig=
keit
ſteht in unſerer Zeit mit ihrem allgemeinen Beſtreben, ver=
lorene
Werte nutzbar zu machen, mehr als je im Mittelpunkt des
Intereſſes.

Zeichenerklärung zu nebenſtehender Abbildung:

2) Telephonkabelanſchluß
b) Seilabwurf
() Signalklappe
() Entläftungsventil
e) Auftriebsring
1) Sauerſtofflaſchen
g) Abſperrventile (außen)
b) Reduzierventil
1) Abſperrventile (innen)
k) Doſierungsventil

1) Ausſtrömdüſe (für Atmung)
m) Atmungspatrone
u) Maske mit Schlauch
0) Manometer
D) Tiefenmanometer
0) Klingeltaſter
r) Telephon
s) Licht
t) Thermometer
u) Barometer

(Anmerkung. Einige Lichtbilder, die aus techniſchen
Gründen in der Technik der Gegenwart nicht zum Abdruck
kommen können, werden in der Gegenwart veröffentlicht.)

Leicht wie der Iris Sprung durch die Luff, wie der Pfeil von
Hüpfet der Brücke Joch über den brauſenden Strom. Ider Sehne,
Aber im ſtillen Gemach entwirft bedeutende Zirkel
Sinnend der Weiſe, beſchleicht forſchend den ſchaffenden Geiſi,
Prüft der Stoffe Gewalt, der Magneie Haſſen und Lieben,
Folgt durch die Lüfte dem Klang, folgt durch den Aether dem
Strahl,
Sucht das vertraute Geſetzin des Zufalls grauſenden Wundern,
Sucht den ruhenden Pol in der Erſcheinungen Flucht.
Körper und Stimme leiht die Schrift dem ſiummen Gedanken,
Durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt.
Da zerrinnt vor dem wundernden Blick der Nebel des Wahnes,
Und die Gebilde der Nacht weichen dem tagenden Licht.
Spaziergang, Schiller (17591805)


K

Von
Dr.=Ing. A. Troche, Techn. Hochsch. Darmstadt.
Zwei Bauſtoffe ſind es, die die neuzeitliche Entwicklung des
Bauingenieurweſens grundlegend beeinflußt, ja überhaupt erſt
ermöglicht haben: das Eiſen und der Eiſenbeton. Das heutige
Bauweſen wird faſt ausſchließlich von dieſen beiden Bauſtoffen
beherrſcht. Die Einführung des Eiſens als Bauſtoff für Trag=
werke
im Laufe des vorigen Jahrhunderts hat die damals unge=
ahnte
Entwicklung der modernen weitgeſpannten Brücken= und
Hallenbauten möglich gemacht. Eiſerne Brücken von 500 und
mehr Meter lichter Spannweite, d. h. Brücken, die mit einer ein=
zigen
Oeffnung ohne Zwiſchenſtützung die Entfernung z. B. vom
Hochzeitsturm bis zur Martinskirche überſpannen, ſind heute be=
reits
ausgeführt und erregen die berechtigte Bewunderung des
Beſchauers; ſie geben beredte Kunde von dem hohen Stande un=
ſerer
Bauingenieurkunſt.
Um die Jahrhundertwende iſt dem Eiſen ein ſcharfer Kon=
kurrent
im Eiſenbeton entſtanden. Die Eigentümlichkeit des
Eiſenbetons, der in ſeiner Art etwas völlig Neues in der Ge=
ſchichte
der Bauſtoffe bedeutet, liegt darin, daß er aus zwei einan=
der
gänzlich weſensfremden Einzelſtoffen, dem Eiſen und dem
Beton beſteht, die in eine ſolche Verbindung miteinander gebracht
werden, daß beide zu einer gemeinſamen ſtatiſchen Wirkung ge=
langen
. Jedes einzelne Tragglied aus Eiſenbeton iſt ſo konſtru=
iert
und berechnet, daß das Eiſen ſtets dort liegt, wo durch die
Belaſtung in dem Tragglied Zugkräfte auftreten, und es iſt
dort in genau ſolcher Menge vorhanden, daß das Eiſen bei der
Aufnahme dieſer Zugſpannungen gerade bis zu ſeiner durch amt=
liche
Beſtimmungen genau feſtgelegten Höchſtbelaſtung bean=
ſprucht
iſt. Die auch noch auftretenden Druckkräfte hingegen
werden dem Beton zugewieſen, da der Beton als Kunſtſtein
ebenſo wie die Naturſteine eine hohe Druckfeſtigkeit, aber ſo gut
wie keine Zugfeſtigkeit beſitzt.
Da die Zugeiſen in dem Beton völlig eingebettet liegen, ſo
haftet dem Eiſenbetonkörper nicht mehr der ſchwerwiegende Nach=
teil
der eiſernen Träger an, nämlich der leichten Zerſtörbarkeit
duch Feuer. Die wüſten Trümmerſtätten, die von eiſernen Bau=
ten
nach Bränden in der Regel übrig bleiben, ſind ebenſo bekannt
wie die geradezu vorbildliche Feuer= und Erdbebenſicherheit mo=
derner
Eiſenbetonbauten. Die furchtbare Erdbebenkataſtrophe in
Japan bat die vorzügliche Stand= und Feuerſicherheit der Eiſen=
betonbauweiſe
aufs Neue draſtiſch bewieſen. Der neuzeitliche
Geſchäftshausbau und insbeſondere der namentlich in Amerika
verbreitete und in hoher Vollendung ausgebildete Hochhausbau,
ſind durch die Erfindung des feuerſicheren Eiſenbetons erſt mög=

lich geworden. Ein weiterer Vorzug des Eiſenbetons beſteht
darin, daß er nahezu gar keine Unterhaltungskoſten erfordert, im
Gegenſatz zum Eiſen, das immer wieder durch Anſtriche vor Roſt
gefchützt werden muß, um in ſeiner Tragfähigkeit keine Einbuße
zu erleiden.
Der Eiſenbeton hat im Vergleich zum Eiſen auch Nachteile
aufzuweiſen,, die erwähnt werden müſſen. Da iſt zunächſt ſein
hohes Eigengewicht zu erwähnen. Da die Druckfeſtigkeit des Be=
tons
gegenüber der ſehr hohen Zugfeſtigkeit des Eiſens verhält=
nismäßig
gering iſt, ſo iſt ein entſprechend größerer Betonquer=
ſchnitt
vonnöten, um alle auftretenden Druckſpannungen ſicher
aufnehmen zu können. Dadurch ergeben ſich dicke und ſomit
ſchwere Tragglieder. Würde es gelingen, einen Beton von doppel=
ter
oder dreifacher oder gar noch höherer Druckfeſtigkeit herzu=
ſtellen
, als man ihn bisher fabrizieren kann, ſo würde der Eiſen=
beton
in noch ſchärferen Wettbewerb gegen das Eiſen treten fön=
nen
. Das Beſtreben der Eiſenbetoninduſtrie geht daher dahin,
einen Beton von möglichſt hoher Druckfeſtigkeit zu erzeugen. Wie
kann das geſchehen?
Beton iſt eine Miſchung aus Zement, Sand, Waſſer und Kies
oder Schotter (Kleinſchlag). Die Güte des aus dieſen Materia=
lien
erzeugten Betons iſt ſomit abhängig
1. von dem Miſchungsverhältnis der einzelnen Stoſfe zuein=
ander
,
2. von der Güte jedes dieſer Stoffe im einzelnen.
Hinſichtlich des Miſchungsverhältniſſes iſt zu ſagen, daß fet=
ter
, d. h. zementreicher Beton hohe, und magerer, zementarmer
Beton niedrige Druckfeſtigkeiten ergibt; ferner iſt flüſſiger Beton
in der Regel nicht ſo druckfeſt wie erdfeuchter, alſo waſſerärmerer
Beton. Endlich iſt das Verhältnis zwiſchen Sand und Kies oder
Kleinſchlag von Einfluß: je dichter die Miſchung iſt, d. h. je beſſer
die Zwiſchenräume zwiſchen den großen Kies= oder Schotten=
ſtücken
durch gröberen und feineren Sand ausgefüllt ſind, um ſo
beſſer iſt der Beton. Das richtige Miſchungsverhältnis iſt leicht
durch einige Miſchproben feſtzuſtellen; es liegen ſomit keine
Schwierigkeiten vor, aus gegebenen Rohmaterialien die günſtigſte
Zuſammenſetzung für einen zu bereitenden Beton zu beſtimmen.
Was nun die einzelnen Stoffe ſelbſt anlangt, ſo unterſcheiden
ſie ſich in Naturprodukte (Kies, Sand, Waſſer) und den künſtlich
erzeugten Zement. Die erſteren, wie ſie ſich jeweils in der Nähe
des zu errichtenden Bauwerkes vorfinden, liegen in ihren Güte=
eigenſchaften
von vornherein feſt, an ihre künſtliche Verbeſſerung
iſt nicht zu denken, die Billigkeit des Eiſenbetons und damit ſeine
Konkurrenzfähigkeit beruht ja gerade darauf, daß er ſich zu ſeinem
größten Teile aus ſehr billigen Naturprodukten zuſammenſetzt,
die faſt immer in nächſter Nähe des Bauplatzes aufzutreiben ſind.
Somit bleibt nur der Zement als einziger Bauſtoff des Betons
übrig, deſſen Güteeigenſchaft einer willkürlichen Beeinfluſſung zu=
gänglich
ſind, ſei es, durch Aenderung ſeiner Zuſammenſetzung
oder ſeiner Herſtellungsweiſe. Will man alſo die Güte des Eiſen=
betons
veredeln, ſein Anwendungsgebiet vergrößern, ſeine Kon=
kurrenzfähigkeit
ſteigern, ſo muß man den Kebel am Zement
anſetzen! Eine immer weitergehende Vervollkommnung und Ver=
edelung
der Zemente iſt eine Lebensfrage für den Eiſenbetonbau,
die Erzeugung möglichſt hochwertiger Zemente iſt das Ziel aller
Zement= und Betoninduſtrien. Hierbei iſt unter Hochwertigkeit
vorläufig nur hohe Druckfeſtigkeit verſtanden.
Ein zweiter Nachteil des Eiſenbetons iſt die Eigenſchaft des
Betons, nur langſam zu erhärten. Die Herſtellung eines Trag=
gliedes
aus Eiſenbeton erfolgt üblicher Weiſe ſo, daß man zu=
nächſt
aus Brettern, Bohlen und Balken eine hölzerne Hohlform
des Tragwerkes herſtellt, die ſogenannte Schalung aufrichtet,
darin die Eiſen genau ſo verlegt, wie ſie ſich aus der ſtatiſchen
Berechnung ergeben haben, und ſchließlich das Betongemiſch nach
dem vorbeſtimmten Miſchungsverhältnis anmacht und in die
Schalung einſtampft oder eingießt. In dieſer Schalung ver=
bleibt
nun der Eiſenbeton etwa 34 Wochen, unter Umſtänden,
z. B.=bei Eintritt von Froſtwetter, noch erheblich länger, um die
genügende Feſtigkeit zu erhalten, bevor er ausgeſchalt werden
darf. Aber Zeit iſt Geld. Bauherr und Unternehmer haben
zumeiſt das lebhafteſte Intereſſe an möglichſter Abkürzung der
Schalungsfriſten, teils um den Bau endlich in Benutzung nehmen
zu können, teils um die Schalung früher ſchon für andere Bau=
ten
wiederverwenden zu können. Ich möchte an dieſer Stelle nur
an die umfangreichen Eiſenbetonbauten im Kriege erinnern, die
im Stellungskampfe zum Ausbau einer wohlgeſchützten Front
nötig waren. an die Mannſchafts= und Munitionsunterſtände, an
die Geſchütz= und Maſchinengewehrfundamente uſw. Jeder Tag,
den man an Schalungsfriſt ſparen kann, konnte dort von unſchätz=
barem
Vorteil ſein. Das Ziel der Zementinduſtrie wird daher
ſein, einen Zement zu erzeugen, der nicht nur hohe Druckfeſtig=
keiten
erreicht, ſondern der ſich außerdem durch eine beſonders
ſchnelle Erhärtung auszeichnet, der alſo dieſelben oder noch
höhere Feſtigkeiten, die gewöhnlicher Zement erſt nach 28 Tagen
erreicht, ſchon nach drei oder zwei Wochen oder gar nur einer
Woche hat, oder, wenn das denkbar wäre, dieſe Feſtigkeit wohl
gar ſchon nach 12 Tagen aufweiſt. In allen Gegenden der
Welt, wo Zement erzeugt wird, arbeitet man zur Zeit fieberhaft
daran, dieſes Ziel zu erreichen, und über kurz oder lang muß und
wird es erreicht werden. Denn den Franzoſen iſt es im Laufe
des Weltkrieges zu unſerem Schaden bereits gelungen, einen ſol=
chen
Zement zu erzeugen, deſſen Herſtellung ſie ſtreng geheim
halten.
Endlich iſt noch ein dritter Nachteil des Eiſenbetons zu er=
wähnen
, der ebenſo wie die beiden anderen durch die Eigenſchaf=
ten
des verwendeten Zementes bedingt iſt. Das iſt die Tatſache,
daß Beton durch Meer= und Moorwäſſer, wie auch durch eine
Reihe von Säuren und Oelen chemiſch angegriffen wird und mit
der Zeit zerſtört werden kann. Von ausſchlaggebender Bedeu=
tung
iſt dieſer Umſtand für alle Fundierungen in Beton und
Eiſenbeton, für die Röhren, Waſſer= und Abwäſſerleitungen aus
Eiſenbeton, für Kanalgerinne, Sammelbecken und alle Flüſſig=
keitsbehälter
, die ja heutzutage ganz überwiegend aus Eiſenbe=
ton
hergeſtellt werden. Man hat ſich gegen die chemiſchen Angriffe
der verſchiedenen Flüſſigkeiten und Abwäſſer teils mit gutem,
teils mit minderem Erfolge durch Schutzanſtriche zu helfen
geſucht. Ferner ſind eine Reihe von Zement zuſätzen bekannt
geworden, die, in den Beton mit hineingemiſcht dieſen gegen viele
Chemikalien widerſtandsfähiger machen. Aber letzten Endes ſind
das alles mehr oder weniger äußere Mittel, die gelegentlich ver=
ſagen
können. Endgültige und einwandfreie Abhilfe iſt nur durch
den Zement ſelbſt zu erhoffen, deſſen Zuſammenſetzung ſo ge=
ſtaltet
werden muß, daß er ſich ſchließlich gegen jeden chemiſchen
Angriff als unzerſtörbar erweiſt. Hier liegt für den Zement=
chemiker
noch ein weites und fruchtbares Feld zur Betätigung
offen. Uebrigens ſcheint auch nach dieſer Richtung hin der fran=
zöſiſche
Ciment fondu große Hoffnungen zu verwirklichen,
wird ihri doch völlige Säurebeſtändigkeit nachgerühmt.
Aus Vorſtehendem erhellt die ausſchlaggebende Bedeutung,
die Zement für die Herſtellung hochwertigen, ſchnell erhärtenden,
druck= und ſäurefeſten Eiſenbetons hat. In einem folgenden
Aufſatz ſollen die intereſſanteſten Eigentümlichkeiten des franzö=
ziſchen
Schmelzzementes näher beſchrieben werden, dem nach
Ueberwinden der allen Neuerungen zuerſt anhaftenden Kinder=
krankheiten
die größte Bedeutung für die Zukunft der Eiſenbeton=
bauweiſe
zukommt.

[ ][  ][ ]

Nummer 9.

Meuzeitliche Entrostune
eiserner Bauwerke
Von
Ing. Fr. Scheuermann.
Die Sandſtrahlgebläſe ſind in der Induſtrie unerläßliche
Hilfsmittel geworden, auf deren neueſten Verwendungsgebiet
und Arbeitsweiſe im Folgenden näher eingegangen werden ſoll.
In jeder größeren, zeitgemäß eingerichteten Gießerei werden
die Gußſtücke ſchnell und ſauber mittels Sandſtrahles geputzt.
In den Verzintereien und Vernickelungsanſtalten reinigt man
die mit einem metalliſchen Ueberzug zu verſehenden Teile weit
ſchneller und ſauberer durch den Sandſtrahl, als es bisher in
dem ungeſunden und koſtſpieligen Säurebade möglich war.
Feilen werden mit dem Sandſtrahl gereinigt und geſchärft,
Zinkdruckplatten werden gekörnt, Ofenkacheln mit Verzierungen
verſehen und Bleche geputzt. Neuerdings reinigt man ſogar die
größten Eiſenkonſtrultionen, wie Eiſenbahnbrücken uſw., mit
Sandſtrahlgebläſen gründlich von der alten Farbe und vom
Schmutz in kürzeſter Zeit.
Bei all dieſen Anwendungsgebieten des Sandſtrahlgebläſes
wird der zu bearbeitende Gegenſtand, zu dieſem Zwecke dem
Strahl eines Sandgebläſes ausgeſetzt, das ſich durch große Ein=
fachheit
auszeichnet. Es iſt eine kennzeichnende Eigenſchaft des
Sandſtrahles, daß er gerade die härteſten Stoffe am kräftigſten
angreift. In wenigen Minuten werden Eiſen, Stahl und an=
dere
Metalle angegriffen und erhalten je nach der Beſchaffenheit
des Sandes eine feinere oder gröbere Körnung, ſodaß Oel und
Farben gut haften. Ganz allgemein kann man ſagen, daß die
Einwirkung des Sandſtrahles umſo kräftiger iſt, je härter das Ma=
terial
und je größer die Geſchwindigkeit iſt, mit welcher der
Sand auf das Arbeitsſtück auftritt. Bemerlenswert dabei iſt,
daß der Sand nicht unbedingt härter ſein muß, als der zu bear=
beitende
Gegenſtand, ſo wird gehärteter Stahl ohne weiteres
durch gewöhnlichen Quarzſand angegriffen.
Da die Bauſtellen oft weit auseinander liegen, ordnet man
häafig die ganze Anlage auch auf einem Laſtkraftwagen an,

Abb. 1. Sandstrahlgebläse auf einem Lastkraftwagen

(Abb. 1), auf dem außer dem Gehäuſe, zum Schutze der Maſchinen,
für den Wächter ein Unterkunftsraum vorgeſehen iſt, worin auch
Werkzeuge aufbewahrt werden können.
Als vorteilhafter Arbeitsdruck hat ſich eine Preſſung von
0,61,1 at erwieſen; es kommen deshalb als Druckerzeuger
hauptſächlich Kompreſſoren in Frage. Meiſtens verwendet man
als Drucklufterzeuger, wegen der günſtigen Raumausnutzung,
einen kleinen Demag=Rotationskompreſſor, der mittels Riemen=
triebes
von dem Fahrmotor des Laſtwagens angetrieben wird
(Syſtem Kreutz). In der Regel dient jedoch ein Benzin= oder

Abb 2. Antrieb des Rotations-Kompressors durch einen Benzinmotor

Teelinik der Gezerzwr.
gegen die umherfliegenden Sand= und Fofieile nur eine leichte
Tuchhaube mit Schutzbrille zu tragen braucht. Bis 290 qm laſſen
ſich in achtſtündiger Schicht reinigen gegen nur 16 qm bei Hand=
arbeit
. Der Wirkungsbereich der Anlage iſt ſo groß, daß bei den
Arbeiten an der Bahnhofshalle in Frankfurt a. M. noch in 20m
Höhe vom Flur mit einem Druck von 2,7 at gearbeitet werden
konnte.
Die Anlage eignet ſich beſonders für den Eiſenbahnbetrieb
und wurde u. a. zum Entroſten folgender Anlagen verwandt:
der Müngſtener Eiſenbahnbrücke, Bahnſteighallen des Frankfur=
ter
Hauptbahnhofs, Fernüberbrückung beim Lehrter Bahnhof in
Berlin, Eiſenbahnüberbrückung bei Höchſt a. M., Viktoria= Stra=
ßenbrücke
in Bonn (Abb. 3) und eine Reihe ſonſtiger Bauwerke.
Alle dieſe Arbeiten wurden in ſehr kurzer Zeit und mit verhält=
nismäßig
geringen Koſten durchgeführt.
Nach Entfernung des alten Oelanſtriches empfiehlt es ſich,
unmittelbar nach der Bearbeitung die friſche Farbe aufzutragen,
damit die gereinigten Flächen nicht feucht werden und Roſt an=

ſetzen. Um daher den neuen Anſtrich mit der erforderlichen
Schnelligkeit auftragen zu können, benutzt man auch hierzu die
einmal zur Verfügung ſtehende Druckluft. Sogar bei ſtarkem
Wind werden nur wenige Tropfen auf den Boden geſpritzt; auch
ſolche Teile der Eiſenkonſtruktion, die für den Pinſel ſchwer zu=
gänglich
ſind, werden durch eine Druckluftſpritze völlig mit Farbe
gedeckt.
Unzweifelhaft iſt in den letzten 30 Jahren, die verfloſſen
ſind, ſeitdem Tilghman die Wirkung des Sandſtrahles zum
erſten Male für die Technik nutzbar machte, außerordentlich viel
erreicht worden. Die dringenſte Aufgabe wird es ſein, den
ſchlimmſten Feind der Sandſtrahlgebläſe, den Staub, zu bekämp=
fen
, und auch hier ſind bereits bedeutende Erfolge erzielt worden.

Beltrag zur Entwicklung des eisernen
Brückenbaues
In dem Aufſatz von Profeſſor H. Kayſer über obiges Thema in
Nr. 7 der Technik der Gegenwart iſt bedauerlicherweiſe durch Ver=
tauſchung
zweier Abbildungen eine unliebſame Sinnſtörung des Textes
entſtanden. Wir ſind zwar überzeugt, daß die meiſten Leſer ſelbſt ge=
funden
haben, daß die Ablildungen 2 und 5 vertauſcht waren, möchten
jedoch jeden Irrtum ausſchließen und bringen daher nachfolgend noch
einmal die beiden maßgebenden Abbildungen mit den richtigen Unter=
ſchriften
.

Abb. 2. Eisenbahnbrücke über die Menaistrasse (England)
Einfache ruhige Formen
monumentale Wirkung durch mächtige Steinpfeiler.

Abb 5. Strassenbrücke über den Main bei Hassfurt (1867)
Unruhige Linien der Trägergurte, zu weitgehende Rücksicht auf statische
und konstruktive Bedingungen, unbefriedigende Gesamtwirkung.
Helium
in der Luftschiffahrt
Von
Dr. G. Bugge.
Man konnte in letzter Zeit wiederholt leſen, daß die amerika=
niſchen
Lenkluftſchiffe mit Heliumgas gefüllt werden, um Un=
fälle
zu vermeiden, wie ſie durch das bisher zur Füllung unſerer
Zeppeline verwendete, leicht brennbare und explodierbare Waſſer=
ſtoffgas
leicht herbeigeführt werden können. Damit gewinnt das
Helium, das zu den ſogenannten ſeltenen Gaſen gehört und
bisher nur rein wiſſenſchaftliches Intereſſe erregt hat, auch tech=
niſche
Bedeutung. Helium wurde bekanntlich zuerſt im Spektrum
der Sonne entdeckt, lange bevor man es auf der Erde auffand;
von dieſem kosmiſchen Vorkommen erhielt es auch ſeinen Namen
(Helios Sonne). Nachdem man es 1895 in dem Mineral Cleveit
feſtgeſtellt und daraus iſoliert hatte, fand man es auch bald in
anderen Mineralien, in den Gaſen mancher Quellen, ja in der
gewöhnlichen Luft. Allerdings handelt es ſich hierbei ſtets um
ſehr geringe Mengen Helium; beiſpielsweiſe laſſen ſich in der
unteren Schicht der Atmoſphäre nur etwa 0,000056 Gewichts=
prozent
Kelium nachweiſen. Sp2te: fiel eiwas mehr Licht auf
dies merkwürdige Gas, und zwar durch die Fortſchcitte, die man
inzwiſchen auf dem Gebiete der Radioaktivität gemacht hatte.
Man jand, daß Helium als Zerfallsproduit radioaktiver Elemente
überall dort auftritt, wo die ſogenannten Alpha=Strahlen aus=
geſandt
werden; die Alpha=Teilchen ſelber erwieſen ſich als
Heliumatome. Helium iſt wahrſcheinlich eines der Bauſteine, aus
denen ſich die Atome zuſammenſetzen, und es iſt zu hoffen, daß
weitere Erfolge auf dem Gebiete der Atomzertrümmerung uns
eines Tages einen neuen Weg zur Gewinnung von Helium er=
ſchließen
werden. Einſtweilen ſind wir allerdings noch darauf
angewieſen, Helium aus gewiſſen Erdgasquellen zu iſolieren, die
ſich hauptſächlich in den Vereinigten Staaten von Nordamerika
und in Kanada vorfinden. Hier kommt das Helium in etwas
günſtigerer Konzentration vor als in der atmoſphäriſchen Luft.

Samstag, 15. November r924
Man ſchätzt die Ergiebigkeit dieſer Quellen auf etwa 30 000 Kubik=
meter
Nohhelium täglich, wovon rund ein Drittel in reiner
Form gewinnbar ſein dürfte. Jährlich würden alſo rund drei
Millionen Kubikmeter Helium für die Zwecke der Luftſchiffahrt
zur Verfügung ſtehen, eine Menge, die bei der jetzt herrſchenden
Tendenz zur Erhöhung des Luftſchiffvolumens bei Steigerung
des Luftſchiffbaues bald nicht mehr ausreichen dürfte, zumal
da ſtets mit nicht unbeträchtlichen Verkuſten nach der Einfüllung
zu rechnen iſt. Dieſe Verluſte haben verſchiedene Urſachen. Ein=
mal
läßt ſich nicht vermeiden, daß Gas durch die Hüllen der Gas=
zellen
nach außen diffundiert; weit beträchtlicher noch iſt der
Verluſt, der als Folge des Brennſtoffverbrauchs auftritt, da mit
abnehmendem Brennſtoffgewicht der Auftrieb ſtärker wird, zur
Aufrechterhaltung des ſtatiſtiſchen Gleichgewichts, alſo Gas aus
den Zellen abgegeben werden muß. Iſt das Füllgas Waſſerſtoff,
ſo ſpielt dieſer Verluſt keine Rolle. Iſt aber das Luftſchiff mit
dem koſtbaren Helium gefüllt, ſo wird der Trimmverluſt ſchon
bedenklicher. Man hat daher ſchon in Amerika den Verſuch ge=
macht
, während der Fahrt die Verbrennungsgaſe, ſoweit ſie aus
Waſſerdampf beſtehen, zu kondenſieren und ſo ihr Entweichen
nach Möglichkeit zu verhindern. Die Kondenſation erfolgt in
einem Syſtem von dünnwandigen Aluminiumröhren, die durch
Luft gekühlt werden. Es gelingt auf dieſe Weiſe, den ganzen
Brennſtoffgewichtsverluſt oder noch mehr durch Waſſerkonden=
ſation
wieder auszugleichen. Die hierzu erforderliche Apparatur
wiegt etwa drei Viertel Kilogramm pro 1 PS; dieſe Mehr=
belaſtung
kann durch entſprechende Verringerung des ſtets mit=
genommenen
Waſſerballaſtes wettgemacht werden. Die Konden=
ſatoren
, die probeweiſe in das amerikaniſche Luftſchiff Shenan=
doah
eingebaut wurden, haben ſich auf längere Fernfahrten (bis
zu 50 Stunden) ſehr gut bewährt.

KURZE MITTEILUNGEN
* Stahlfunkenanalyſe. Zwar hat man ſchon früher den Gedanken
gehabt, das Funkenſpiel des Stahls zur Erkennung ſeiner Zuſammen=
ſetzung
zu benutzen, zwar hat beſonders Hermann in Budapeſt dieſen
Gedanken näher verfolgt, aber bisher gab es kein Mittel, die Funken=
garbe
feſtzuhalten und geeignet zu analyſieren. Erſt kürzlich iſt es den
Bemühungen von Herrn Pitois gelungen, das Funkenbild photo=
graphiſch
ſeſtzuhalten und damit die für praktiſche Anwendungen erfor=
derlichen
Bedingungen zu ſchaffen. Die Funken werden hierbei durch
eine elektriſch angetriebene rotierende Schmirgelſcheibe erzeugt, die ſich
mit gleichbleibendem Druck an den Stahl anlegt. Bei der Kleinheit der
Funken muß man aber auf einer und derſelben photographiſchen Platte
nacheinander verſchiedene Momentaufnahmen machen, die ſich auf und
nebeneinander lagern und den gewünſchten Eindruck einer Funkengarbe,
eines wirklichen Feuernerks im Kleinen, erzeugen. Die Originalpyoto=
graphien
werden vergrößert und mit zeichneriſch feſtgelegten Normal=
bildern
der einzelnen Stahlſorten verglichen. Nur ſo laſſen ſich die ver=
ſchiedenen
Abſtufungen ſchnell, billig und dabei doch genau feſtlegen.
Will man aber das beim Schleifen entſtehende Funkenſpiel unter=
ſuchen
, ſo muß man ein Mittel haben, um die eigentlich mechaniſche
Wirkung des bloßen Losreißens von der Wärmewirkung zu unterſcheiden.
Wie notwendig dies iſt, ergibt ſchon ein Vergleich des Funkenſpiels an
der Luft mit dem in einer Kohlenſäureatmoſphäre, wo alſo eine Ver=
brennung
unmöglich iſt. Kohlenſtoffreiche Stahlſorten, die gewöhnlich
beſonders reiche und glänzende Funkenbündel ausſtrahlen, geben z. B. in
dieſem Falle nur noch vereinzelte rote Funkenſtrahlen.
Um dieſe Verhältniſſe geeignet variieren zu können, bringt Pitois
den rotierenden Schleifſtein im Innern eines Glaskaſtens mit Hahnen
für die Zu= und Ableitung von Gas an und erbeitet dann je nach Bedarf
in gewöhnlicher Luft, in Kehlenſäure oder auch ſchließlich in reinem
Sauerſtoff, d. h. unter Verhältniſſen, die das Miniaturfeuerwerk beſon=
ders
ſchön und augenfällig zur Ausbildung bringen.
Wie nun der Verſuch lehrt, kann man jede einzelne Stahlſorte ob
hart, ſehr hart, halbhart, weich, ſehr weich, halbweich uſw. an ihrem
charakteriſtiſchen Funkenbündel ohne weiteres erkennen. Das einemal
ſind es ein= oder mehrfache Sterne, dann wieder Gabeln, Strahlen=
büiſchel
, Aehren, oder aber ganze Blumen und Blumenbündel; in Betracht
kommt nur die Zuſammenſetzung des Stahls, d. h. ſein Kohlenſtoffgehalt.
während eine nachträgliche mechaniſche Behandlung, wie Anlaſſen, Här=
ten
, Hämmern, auf das Ausſehen des Funkenbildes keinerlei Einfluß hat.
Ebenſo geben auch die von der modernen Technik in immer größerem
Umfange angewandten Sonderſtähle ihre eigenen (und zwar beſonders
augenfälligen) Funkenbilder, und geſtatten, jeden Beſtandteil, namentlich
aber Nickel, Silizium, Wolfram, Chrom und Mangan, bequem zu er=
kennen
und auch quantitativ zu beurteilen.
Pitois hat auch eingehende Verſuche unternommen, um die Natur
des Funkenſpiels zu ergründen, und hierbei gefunden, daß die Erſcheinung
des Funkenſprühens nichts anderes iſt als die Exploſion eines Tröpfchens
unter dem Einfluß der durch die Verbrennung entſtehenden Gaſe. Das
Verfahren läßt ſich auch für die Unterſcheidung der einzelnen Gußeiſen=
ſorten
verwenden.
Dr. A. Gradenwitz.
* Eine Studiengeſellſchaft für Automobilſtraßenbau hat ſich am
21. Oktober in Berlin gebildet. Nicht Sportſtraßen will die Geſell=
ſchaft
pflegen, ſondern unſer Straßenſyſtem ſoll den der Wirtſchaft
dienenden Laſt= und Perſonenautomobilen angepaßt werden. In der
Geſellſchaft ſind neben den Behörden und Kommunen Wiſſenſchaft, Wirt=
ſchaft
und Benutzerkreiſe vertreten. Der vorbereitende Ausſchuß (Prof.
Dr. Brix=Berlin, Prof. Otſen=Hannover, Dr.=Ing. Riepert=Berlin)
wurde durch Zuwahl weiterer Mitglieder zum Vorſtand erweitert. Daß
unſere heutigen Landſtraßen den Anforderungen des Autoverkehrs keines=
wegs
genügen, iſt ja leider nur zu allgemein bekannt. Der Studiengeſell=
ſchaft
harrt ein dankbares Arbeitsfeld.

NEUE BÜCHER UND ZEITSCHRIETEN
Das Weltreich der Technik. Entwicklung und Gegenwart von Artur
Fürſt. 2. Band: Verkehr auf dem Lande. 510 Seiten mit 825 Ab=
bildungen
u. 28 Tafeln. Ullſtein, Berlin. 1924. Preis geb. 30 Mk.
Sehr bald folgte dem erſten Band des groß angelegten Werkes ein
zweiter, der den Verkehr auf dem Lande behandelt. Nach einem kurzen
Abſchnitt über die Straße werden die Straßenfahrzeuge Wagen,
Fahrrad und Kraftfahrzeug in je einem beſonderen Abſchnitt beſpro=
chen
. Dieſen folgt der an Umfang größte Teil über die Ferneiſenbahnen.
Stadtſchnellbahnen und Straßenbahn, ebenfalls ſehr eingehend behandelt.
bilden den Schluß. Wie ſchon der Untertitel beſagt, ſtellt das Werk nicht
nur den derzeitigen Stand der Technik dar, ſondern es gibt auch in Ab=
bildungen
und Text Hinweiſe auf die hiſtoriſche Entwicklung der be=
handelten
Gegenſtände.
Mit der fortſchreitenden Technik können derartig umfangreiche Geſamt=
darſtellungen
nicht Schritt halten. Und doch haben ſie für die Technik
ſelbſt und für die Bildung eines Volkes eine große Bedeutung. Die
Technik wird aus derartigen Zuſammenfaſſungen am Abſchluß von großen
Entwicklungsperiode zum Rückblick auf das Geleiſtete veranlaßt und wird
außerdem in den Darſtellungen für ſpätere Generationen ein Schaubild
des jeweiligen Entwicklungsſtandes finden. Der Techniker ſelbſt iſt heute
mehr wie je Spezialiſt geworden und wird deswegen freudig nach der=
artigen
Geſamtdarſtellungen greifen, um ſich in ſeiner Erholungsſtunde
einmal bei dem Nachbar von der anderen Fakultät zu erkundigen, was
inzwiſchen dort alles geſchehen iſt.
Neben dem Techniker wird aber jeder Bildungshungrige beſonders
auch die reifere Jugend gerne das ſtattliche Buch in die Hand nehmen.
Es gehört heute zweifellos zur allgemeinen Bildung, auch von den
Grundlagen und den Anwendungsformen, der Technik ſo viel zu ver=
ſtehen
, daß die vielfachen Berührungen mit den Kindern der Technik ein
Erlebnis werden und nicht nur eine Begegnung. Fahrrad und Auto
ſind in ihrem Aufbau und Wirkungsweiſe durch die tägliche perſönliche
Berührung Tauſenden genau bekannt geworden. Bei der Straßenbahn
die auch täglich von Tauſenden benutzt wird mangelt das Ver=
ſtändnis
ſchon ſehr, um bei den Einrichſtungen der Fern= und Schnell=
bahn
auf einen ganz beſchränkten Perſonenkreis zurückzugehen. Hier
kann das Weltreich der Technik erfolgreich in die Lücke ſpringen. Das
Werk ſcheint uns wegen ſeiner vielen und meiſt leichtverſtändlichen Ab=
bildungen
wie kaum eines dazu angetan, derartige techniſche Allgemein=
bildung
zu verbreiten. Wo einmal die Abbildungen ſchwerer verſtänd=
liche
Gebilde darſtellen, ſorgen Unterſchrift und Begleittext für die not=
wendige
Aufklärung.

PERSONLICHES AUS DER TECHNIK
Am 15. Oktober ſtarb im 51. Lebensjahre Prof. Dr.=Ing. Robert
Weyrauch aus Stuttgart. Als Lehrer (Techn. Hochſchule Stuttgart),
Forſcher und wiſſenſchaftlicher Schriftſteller gleichbedeutend, verliert die
deutſche Technik in ihm einen ihrer beivährten Führer.
Am 20. Ottober ſtarb Dr. W. Boveri, Mitgründer der Broſtu
Boveri u. Co. A.=G. in Mannheim im Alter von 59 Jahren.

[ ][  ][ ]

Rummer 318.

Sn.stag, den 15. Novemb r 1924.

Seite 19.

Der 1. Porten-Film der Serle 1924,25!
Mutter und Kind
6 Akte nach einem Hebbelschen Motiv. In der Hauptrolle: HENNY PORTEN
Am deutschen Rhein
Inter. Naturanfnahmen
Als Einlage: Die Herrenhofsage, nord. Filmschauspiel in 5 Akten,

R
adem Sensationsschauspiel in 6 Akten
Das fliegende Auto

Mit den Zugvögeln nach Afrika
.Expeditionsfilm in 5 Akten

Palaste Lichtspiele
Täglich das grosse Filmwerk!
HARRAOAM

die Geschichte eines außerordentlichen Schicksals nach dem Romane
der Berliner Ullustrierten Zeitung von Ludwig Wolff

Neue Wochenschau

Gut erhaltener
Te
Sitz=Liegewagen
billig abzug. (*z3ses Erdbeerbſlanzen
Becker, Darmſtadt, (Rieſen) 100 St. 5 .
Beſſunger Str. 3 II. Darmſt., Langgaſſe 32

15271

ITT
N. S u)3r8. arb) f. mitl Fig, ſ.
preisw. z. v. Anzuſ. preisw. z. vk. Darmſt.
Darmſt., Rheinſtr. 43 Moosbergſtraße 91,
Nemiſe. (*33606sg 2. Stock.
E356al

Bücher und Noten
werd gut u. preiswert
eingebund. (150029
Horn, Darmſtadt
Alexanderſtr. 4, 1. St

Samstag, 15. Nod.
E6
Tannhäuſer
von R. Wagner.
Anf. 6½, Ende 10½ Uhr
Preiſe: 110 Mark.
Klein. Haus. (V15314
Nachmittags 3 Uhr
Samstags=Fremdenmiete
II.
Die Journaliſiten
von G. Freytag.
Ende gegen 6 Uhr.
Preiſe: 15 Mark.

Abends 7½ Uhr.
Kammermuſikabend
des
Roſé=Quartetts.
Ende nach 9 Uhr.
Preiſe: 1.505 Mk

Mittelgr. eiſ. Ofen z.
verk. Darmſt., Beſ=
ſungerſtr
. 37. (335971 6

Maſſenchor=Konzert

der
Pereinigten Darmſtädter Männer=
Geſangbereine
geſungen von
600, 400, 200 Sängern
im
Großen Haus des Heſſiſchen Landestheaters
Mitwirkende:
Frl. Paula Kapper, Herr Imre Aldori vom Heſſ. Landestheater
Frl. Margot Franken, Berlin.
Näheres ſiehe plakate

Meile eioter TaAf
Das vielseitige Varieté-Programm mit der Wunderbrille!

Ludwigshöhe, Darmſtadt

Morgen, Sonntag, den 16. November
Großes Orcheſter Konzert
Leitung: F.
unterMitwirrut
Darmſtadts größter umoriſt

I. Teil: Opern
II. Bunter Teil
in den Zwiſchenpauſen Humoriſt Vorträge
vom Ine und Ausland und Lokales.
Vorträge auf dem Tubur=Campanophon
des 15jährigen Kün lers g. Maurer.
Anfang 4 Uhr (153.6) Anfang 4 Uhr
Für Nichtkonzertbeſucher
ſind die oberen Näume reſerviert
ORRRRRRRK

Darmſtadt

Friedrichſtraße 30

Sonntag, den 16. d8. Mts., findet
zum erſtenmal ſeit 10 Jahren unſer
Weißer Ball
wieder ſtatt. Alle Mit lieder=
Ehrenmitglieder und Freunde ſind
freundlichſt eingeladen (*33696
Berſtä ktes Orcheſter
Beginn 6 Uhr Der Vorſtand
K

Evang Arbeiter u. Handwerker=Verein
e. B.

Sonntag, den 16. November,
abends 7½ Uhr
im Bereinshaus Feierabend Stiftſtr. 51
Feier
des 34. Stiftungsfestes
beſtehend in Geſangs= und muſikal. Vor=
trägen
, Anſprachen, Kinder= eigen,
Theater uſw. Die Mitglieder u Freunde
des Vereins nebſt Angehörigen ſind hierzu
((33682
herzl. eingeladen.
Der Borſtand.
L. B. D. 1922
Fürstensaal
Darmstadt, Grafenstraße
Moderner
Tanzabend
Anfang 8 Uhr
15300

V. E. L. V.
Donnerstag, 20 Novbr.
8uhr, im Kaiſerſaal,
0 rafenſtraße (15293
Monatsverſammlung.
Bortrag des Herrn Gel, eime=
rats
prof. Dr. Wolfram und
g mütliches Zuſammen=
ſein
. Gäſte willkommen
Der Vorſtand

Sonntag, 18. November
abend 8 Uhr
VÜNUS. Darmſtadt, Mauerſtr. 5
Kennſt Du die Ge ſter, die
um Dich werben ?"
Johannes empfiehlt Augenſalbe.
Offenbg. 3, 18. Pred. Grieſer
Eintritt frei! (336941 Eintritt frei!

Kolladen=Geparaturen
raſch und gewiſſenhaft
G. Gehbauer, Nieder=Ramſtädterſtr. 69
Fernruf 1372, (13275a

Pianos
in nur hochwertiger
Qualität (kauca
bei zeitgemäßer An=
zahlung
u. bequemen
Teilzahlungen liefert
Offenbacher
pianoforte=Fabrik
Alois Knauer &Co.
Offenbach a. M.
Langjährige ſchrift=
liche
Garantie!
Fernruf 2305, 2917.

Marder
1 Wanderer, 4 P8
Flottweg, 1
1 Opel. .. 124,
1Wanderer,1:
2 Elite
illie
ſehr
J. Donges & Wieſt,
Brafenſtr. 43.

Dem verehrlichen Publikum von Darmſtadt und
Amgebung teile ich ergebenſt mit, daß ich das

Kurhaus Trautheim
käuflich erworben habe.
Samstag, den 15. ds. Mis., Eröffnung mit
Schlachtfeſt
Naturreine Pfälzer Weine der Mittelhaardt
(Kallſtadt, Bad=Dürkheim. Forſi, Oeidesheim);
direkter Bezug u. A. vom Weingut ph. Zinnſtein,
Dr. H. Biſchoff, Bad=Dürkheim / Flaſchenbiere
von Brauerei Fah / Eigene Konditorei / Prima
Kaffee, Tee, Kakao
Es wird mein Beſtreben ſein, den Betrieb auf ſolideſter Grundlage
zu führen Für Geſellſchaften ſiehen behaglich eingerſchtete Ueben=
zmmer
zur Berfigung Borausbeſiellung erwünſcht
Ph. Bachmann, (früher Bad=Dürkheim, Pfalz)
Telephon Darmſtadf 2128 15117ds

Beitelbndltorer e. Pelermann
Telephon 1630
in gr. Aus= Darmſtadt

wahl
zu ſtaunend billigen
Preiſen.
Alte Niederſtr. 25,
1 Stock. (7333930s

Betfedern
ſelbſtgerupfte Gänſe=
federn
, jehr voll=
daunig
, habe noch
einige Pfund preisw.
abzugeben. (:336:2
Schrö er, Dar uſtadt,
Kiesſtraße 15.


S

Blüten=, Schleuder=,
garant. rein, 10 Pfd..
Büchſe franko 10.50
halbe 6. Nachn,
50 Pfg. mehr. Fiſcher=
Lehrer, em., Imkerei,
H nigverſ, Oberneu=
land
81. Kr. Bremen
I.Bln 15096)

Näzmaſchinen
beſtes Fabrikat, er=
halten
Sie billigſt bei
bequemer (14747a
Tei(zahlung
Darmſtadt
Große Ochſengaſſe 12
Fahrradhaus
Bg. Hahn & Co.

Zweigſtelle
fürunſere konkurrenz=
loſe
Neuheit Haus=
haltbranche
) ſofort zu
vergeben. Groß Um=
ſatz
und hoher Gewinn
An eitung zur Ver= triſche Anlage verge=

Eier=Brötchen . .
Plunder=Gebäck.
Streuſel=Kuchen.
Nuß=Kranz
Apfel=Kuchen .
Torten im Stück.
im ganzen

Stck. 0.05
0.08
0.20
0.20
0.20
0.25
v4.50
an

Schillerlocken m. Sahne St. 0.20
020
Meringen
0.20
Mohrenköpfe",
0.10
Blatterteig.
Cocos=Makronen , 0.20
0.25
Mandel=
0.25
Käſekuchen.
Kuchen i. Ganzen v. 1.502.

Kaffee=Zee=Kakaox Schokolade
Taſſe 0.25
Konditorei E. Petermann Darmſtadt
Telephon 1630.
(13569a
Bei Beſtellungen liefere ich alle Ware frei Haus durch Liefer=
wagen
. Ebenſo Roh=Kaffee, gebr. Kaſſee. Tee und Kakao.

Weinſtuben zum Kaplan
Fernſpr. 3179 Kapellplatz• Darmſtadt Fernſpr. 3479
Im Ausſchank: 22er Gaubickelheimer
vorzüglicher 22er Nierſteiner=Monzenberg
Guter Mittagstiſch / Auswahlreiche Abendkarte
(*33672
auch nach dem Theater.

Reſiaurant herkeo
Darmſtadt

Heute Samstag, den 15. November,
und Sonntag, den 16. November
Spansau
Außerdem reichhaltige Frühſtücks= und
Abendkarte
Mittagstiſch von 1221/, Uhr
Im Ausſchank ff. Weiß= und Rotweine
u. a. 1922er (( 336898g
Gimmeldinger
Bürgerbräu=Biere Hell Spezial
und Karolus=Bräu
Saal und kleine Säle zu Feſtlichkeiten
Tagungen und Verſammlungen auch
noch an Samstagen u. Sonntagen frei.
Um geneigten Zuſpruch bittet
J. Schnauber

Ratskellen

Obergaſſe 3

Darmſtadt Telephon 1802
Heute u. Sonntag

Bockbierf

a Bockbier / Bockwurſi mit Kraut
Ab 7 Uhr Konzert
Sooeooeoeeee

Reſtauration Stadt Coburg
Darmſtadt, Waldſtraße 2
Telephon 3463
15285)
Heute Samstag

Ausſchank Pfungſtädter Feinquell.
ein Qualitätsbier allererſten Ranges
la Rhein= und Moſeiweine
Christian Fink

Reſtauration Roßler
Darmſtadt (*33 37)
Eche Soder= und Bechſtraße
Samstag und Sonntag
E Metzeluppe

Darmſtadt

Heidelbergerſtraße 80
Heute Samstag

33695
wozu freundlichſt einladet
Karl Canz.

Preusch Weinstube
Teleph.
Karlſtr.
104
2807
(B.15313
Heute Metzelſuppe

A=tung!
garantiert. Muſter u. Bevor Sie Ihre elek=
triebsmethode
gegen ben, laſſen Sie ſich
Enſendung von 2. Voranſchlag machen.

und 30 3 Porto. Wer
nicht jonveniert, er=
hält
denBetrag zurück.
Zuſchriften erbet. an
Generalvertrieb
Robert geſer
Karlsruhe (Baden)
Friedensſtr. 13 (13969a

Val. Niches,
Darmſt., Kiesberg=
ſtraße
3. Tel. 1171.
Kſrste.

Kraut wird ein=
geſchnitten
Barkkaus=
ſtraße
15, pt. 14637a

Sonntag, den 16. November 1924,
nachmittags 4 Uhr ( 33031
Jazz=Band Kapelle Java
Mainz
Ufſennicher Lanz.

Scen den D.Hoenhes
Metzelſuppe

Es ladet freundlichſt ein
Ludwig Geiß
3611)
Zum goldenen Löwen, Roßdor
(am Bahngof)
3./
Sonntag, den 16. November
Nach=Kirchweibe
Kapelle Weſp. Kapelle Weſp.
Zum Ausſchank gelangt das beliebte Fay=
Bier ſowie gute Rheinwei, e. Auswahlt eiche Kül. e,
da eigene sch ächterei. Es ladet freundlichſt ein:
Joh. Schollenberger.

Heute Hamstag

Brauereiausſchank vom goldenen Anker.
R. Kümmerlein.
33671)
Wht
Heute Samstag u. Sonntag

Kavielſtimmer
Schultze, Kammerm
i. R., Darmſt., Schieß=
hausſtr
29 Auftr a.b
Thie Nachf Schu
ſabathenſtraße
E30-3ice!

Eilige
Paßbilder
Photogr. Werkſtätte
Schuchardſtr. 14. part
Offenv. 9-7 1hr. /70

Wellf eiſch mit Kraut . 4 Portion 0.80
3 Por ion 0.80
Schweinepfeffer
3 Porton 0.50
Bratwurſt
Schweinebraten und Koteletts, Rippch n.
roher und gekochter Schinter 4 Port 0.70
Aille Sorten Hausm. Wurſt, 1Pfd. (.30
Reſtauration Franz Buttler
Darmſtadt, Landwehrſiraße 62 * Wallachei
(:3 678
Telephon 3187.

eeottereesertettee

wozu freundlichſt einladet:
Aug. Englert, Darmſtadt
Ballonplatz 4.
( 33572
etteresssrrtestttt

[ ][  ]

Eeite 20.

Samstag, den 15. Nobember 1924.

Nummer 318.

Seitdtat Nad did dar ter Bialfd
Bewährtes System!
Deutsche Feuerlöscher-
Verlangen Sie Prospekt
Konkurrenslose preise durch gAilblen Feuerlöscher Bauanstalt Bensheim 5.

Geſchäfts=Empfehlung
Den Einwohnern von Darmſtadt und Umgebung zur
gefi. Kentnisnahme, daß ich die
Reſtauration
der Geſellſchaft Eintracht, Eliſabethenſir. 12,
übernommen habe.
Durch fahrelange Ausübung meines Berufes als
Küchenchef bin ich in der Lage, allen Wünſchen zu ent=
ſprechen
. Ferner lege ich großen Wert auf ff. Weine
zum billigſien Preiſe.
Ich bitte um geneigten Zuſpruch
Hochachtungsvon Laurent Heinrich
(früher Offizierskaſino des Garde=Drag.=Rgts. Nr. 23.)
Zutritt für Jedermann.
Gleichzeitig Wiedereröffnung des ſiadt=
bekannten
, neuhergeſtellten Sektſtübchens.

Schulranzen

von Mk. 4.00 an
Frühstückstaschen
für Schulkinder
Berufstaschen
Rucksäcke
nur Oualitätsware
Etagen-Spezialgeschäft
Offenbacher Lederwaren
Teleph. 3129 G. Huber Teleph. 3129
Darmstadt, Grafenstr. 21, 1. Stock
auls A. W. Zi-
). (151402
Pianos
Muſik=Inſtrumente und Saiten
in hervorragender Qualität
und Preiswürdigkeit

Sprechapparate und Platten
aller führenden Marken
(Chor= und Vereinsliteratur
Theaterſtücke u. Sumoriſtika
(Weißer Turmverlag)
Chriſtian Arnold Ernſt=Ludwigſraße 9
Darmſtadt
Re

Saßen Sie neuerdings schon

Saatt

Für (en Arzt
ie
Geschäftsmann
V
eHans

n Sie unser
Wollmobil
Volksauto, 2 Sitze, 4 Gänge
Preis compl. Mk. 1500
Vertreter der Wollwerke
Chemnite
Benz & Co.
Darmstadt, Grafenstr. 2022.

14641a

R
ſchränke bill. zu verk. zu verk. Darmſtadt, o. Verdeck, billig zu
Darmſt, Heidelberg. Alte Nederſtraße 23, verk
armſt., Kies=
Str. 42, Lad. (733595 Werkſtäte (*33573 ſtraße 26, pt. (*33564

Wanderſchöne
Divandecken, Chaiſelonguedecken,
Tiſchdecken, Betidecken, Vorhänge,
.. . . . . . . Stores uſw.. .
auf Teilzahlung, ſehr geeignet für

Peihnachts=Geſchenke
414 Gemeinnützige
Bausrar. Möbelverſorgung
f. d Rhein=, Main=u. Lahngebiet G.m.b.H.
Darmſtadt, Heidelbergerſtr. 129. (15225fso

Holi. Hrt
die wirklich Guttergleiche Margarine versuckt?
Jäglich frisch unter reicklicher Derwendung von
aPfund 45 3fg.
frischer Miſch gekirnt.

In allen einschlägigen Geschäften erhältlich.

Was ist Edafai‟?
Die sicherste, die beste
Instandhaltung Ihres Radesf
gegen einen Monatsbeitrag
250 Mk. Privat-Räder
von nur 74,00 Mk. Geschäfts-Räder
außerdem gewähren wir
jedem Radfahrer ein neues Rad
bei Verlust durch Diebstahl.
Sämtliche Reparaturen u. Ersatzteile
kostenlos
je nach Dauer des Abonnements.
Zahlen Sie lieber den kleinen Betrag
bevor Sie das vielfache im Laute
des Jalres für Reparaturen ausgeben.
Melden Sie sich leute noch an, wir F
bieten Ihnen große Vorteile.
Edafai‟
Erstes Darmstädter
Fahrrad-Instandsetzungs-Iustitut.
Büro; Klesstr. 22, (14687a

Schlobeig

Darmſtadt

Geflägel=
handlung

Kiesſtraße 15 Telephon 1969
Einziges Spezialgeſchäft am Platze
empfiehlt ſelbſtgemäſtete Gänſe, das Beſte
was geboten werden kann, dickfeite Enten
und Hühner, junge Hahnen, Kapaunen
ſeltene Ware), junge Tauben von 60 an
Alles nur friſche Ware (:33644/ SolidePreiſe

Wirkungsvolle
Schaufenſter=, Straßenplakate
ſowie Firmenſchilder malt
Karl Herrmann
Innendekoration Faſſaden Möbellackierung
Darmſt., Erbacherſtr. 13, Tel. 1535, (23115912s

Tarbaus Miohelstadt i1. Odenn.
Telephon Nr. 9.
Telephon Nr. 9
Angenehmer Winteraufenthalt
Zentr.-Heizung. Elektr. Licht
Behagl. Ges-Räume
Mäßige Preise. (15282a

Geſchäfts=Eröffnung
Meinen Freunden und Bekannten, dem verehrl Publikum
von Darmſiadt und Umgebung die ergebenſte Mitteilung,
daß ich mit dem Heutigen in meinem Hauſe=
Pillenkolonie Ludwigshöhe
(Halteſielle der Elektriſchen Straßenbahn Schirmſchneiſe-
Eberſtadt) ein
Kaffee=Reſtaurant
eröffne Ia Bohnenkaffee, Kuchen aus eigener Küche Kalte
und warme Speiſen zu jeder Tageszeit Offene und Flaſchen=
weine
bis zu den teinſten Kreßenzen Exportbier in Flaſchen
dei Brauerei Hildebrand, ſowie Getränke aller Art.
Als langjähriger Fachmann bürge ich für beſie Zufrieden=
ſiellung
meiner werten Gäſie.
Um geneigten Zuſpruch bittend, zeichne
Hochachtungsvoll
Franz Henn und Frau
Telephon 497

Das Bessere ist
des Guten Feind!
Verlangen Sie, dass in Ir Fahrrad die
C
P
ABE
das neuc Modell K 24
mit lamellen-Bremse
eingebaut wird. Sie ist die neueste, beste und
absoluft zuverlässigste.
Leichtester Lauf und Sicherste Brenswirkung.
Begiemes Auswechseln des Hünterades.
zu beslehen durch alle Fahrrad-Handlungen!
Stenpelwerk Frankfurt am Main.Süd

Continental,
eſte deutſche
Schreibmaſchine,
ſofor
ar
Donges & Wieſt
Grafenſtr 43, (12567a

in einer Stunde (11009
billig und gut.
Thiele Nachf.
nur Bleichſtr. 9. Tel 1912

Ne
wäntel (6.14 Jahr),
Mäd henjacke. 10 J.),
Strickjacke, je 1 Paar
D= u. H.=Stiefel u
O.=Halbſhuhe Gr 39,
ſowie 1 Puppenwag,
guterh., bill. zu verk
Emüſtr 42 Il. 73 847

Neuer blauer Maß=
Anzug u. verſchied.
getrag. Anzüge, ein
Ueberzieher f. ſtarke
Fig. zu verk. Anzuſ
Sonntag von 11
Uhr, Darmſt., Mül=
lerſtr
. 27pt. (*33568

Anſchließend an die beiden
Vorträge der Thalyſia= Re=
form
=Werke Leipzig. Anfang
Oktober ds. Js. im Fürſien=
ſaale
hier, findet der weitere
Verkauf dieſer Reformkorſetts
We

Frauengurt, Edelgurt
Edelformer, Büſfen= 1494
halter, Sport=Edelhalter, Sport=Edelformer
Beformleibchen etc.
in Darmſiadt, Wendelſtadtſiraße 23, ſtatt.
Beſichtigung ohne Kaufzwang erbeten.
Verkauf zu Original=Fabrikpreiſen. (*33624