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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 263
Sonntag, den 21. Geptember 1924. 187. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
jede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigene
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt jeder
Rabat weg. Bankkonto: Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter 8 Nationalbank.
Deatſchland un
Nanſen bei Maxz.
Von unſerer Berliner Redaktion.
anſen, der norwegiſche Delegierte, iſt von Genf nach
aringen gefahren, um dort den deutſchen Reichskanzler
au uchen. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß er die Abſicht hat,
mri m über den Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund zu
n. Wenn er ſich dabei an den Reichskanzler wandte, ſo
w wir annehmen, daß nur die geringe räumliche Entfer=
Rir wiſchen Genf und Siegmaringen ihn dazu veranlaßt hat,
nichliber etwa der Glaube, daß er bei Herrn Dr. Marr ein
ger’ eres Ohr finden würde; denn an ſich wäre es das
Ge=
geE; „wenn er ſich mit dem Außenminiſter in Verbindung ge=
Blält2 ſeSitte. Was in Siegmaringen beſprochen worden iſt, wird
mi r Berlin vermutlich erſt am kommenden Dienstag
erfah=
rer1 Immerhin iſt es mehr als eine Kombination, daß Herr
Nai ſich in Genf vor ſeiner Reiſe mit den Delegierten der
einzl en Staaten in Verbindung geſetzt und mit ihnen
be=
ſtimte Grundſätze formuliert hat, die er dem Reichskanzler
vor n kann. Weſentlich neues werden ſie für das deutſche
Ka rtt nicht enthalten. Sie dürften vermutlich in der
Haupt=
ſachh em entſprechen, was auf diplomatiſchem Weg durch die
voryr deutſchen Regierung in der vergangenen Woche
ausge=
ſtresr Fühler eingelaufen iſt. Auch Herr Nanſen wird
bin=
dem Zuſagen darüber machen können, daß, falls Deutſchland
emri n will, uns ſofort im Völkerbundsrat ein Sitz geſichert
der dieſe Formalien genügen nicht. Es kommt doch
we=
nri, auf den Geiſt an, der in dem Völkerbund herrſcht.
Verhandlungen der letzten Tage ſind ſehr wenig
ge=
eigrr geweſen, die Neigung Deutſchlands zu verſtärken. Die
beir chen Klagen der Saardeutſchen wurden in den
Papier=
lorb rſenkt. Frankreich hat Recht behalten.
I dann: die Militärkontrolle. Selbſt der größte
Peſſi=
miſti uns hatte bisher angenommen, daß die Uebertragung
er litärkontrolle auf den Völkerbund uns eine Erleichterung
brin; und das gehäſſige der Kontrolle nehmen würde, weil
we dan ffiziere, die weniger provozierend auf den Deutſchen
wirk! in den Vordergrund getreten wären. Statt deſſen iſt
nunn egeſehen, daß die Neutralen bei der Kontrolle überhaupt
aus sden, und daß die beſiegten Staaten, ſelbſt wenn ſie einen
Sitz A Völkerbund hätten — das geht unmittelbar auf
Deutſch=
lanS”, an der Kontrolle grundſätzlich nicht zu beteiligen ſind,
ſonQ; nur die benachbarten Siegerſtaaten, d. h. alſo, daß die
Mil ) ontrolle in Deutſchland ſpäterhin durch Frankreich,
Po=
gien und die Tſchechoſlowakei ausgeübt würde, ein
Zu=
ſtan uer gegenüber der jetzigen Lage inſofern noch eine
Ver=
ſchlel ung bedeutet, als die Engländer ausgeſchaltet würden
und d, ihre Stelle Polen und Tſchechen treten.
Ubt man wirklich, durch derartige Methoden den Antrag
zunt itritt in den Völkerbund ſchmackhaft machen zu können?
Im xenteil! In der Berliner Preſſe iſt eine ſtarke
Ernüch=
teruu eſtzuſtellen. Ein Weltfrieden, der ſo ausſieht, reizt auch
die iſtertſten Pazifiſten in Deutſchland wenig. Wenn Herr
Nan) weiter nichts in ſeiner Aktentaſche hat, als dieſes
Pro=
toko o ann hätte er ſich ſeine Reiſe füglich ſparen können. Die
engE: Preſſe behauptet nun, die Sache ſelbſt ſei bereits ſo
gut, entſchieden. Es handele ſich nur noch um die Form, in
welel Deutſchland den Antrag ſtellen würde. Wir haben
be=
reitsl ederholt darauf hingewieſen, daß das ein Irrtum iſt,
denm ben allem anderen bleibt auch noch der Artikel 231. Eine
erung, wie Macdonald ſie wählte, daß die Hiſtoriker in
en über die Schuld am Kriege urteilen können, wäre
elI, annehmbar, ſie macht aber zur Vorausſetzung, daß der
dmix!, Artikel, der uns mit einer Schuld belaſtet, in dieſer Form
Iſ=ſrdet. Wir glauben deshalb nicht, daß die Reiſe nach
Sieg ingen ſehr viel Erfolg haben wird, wenn nicht etwa
berxlinſen imſtande geweſen ſein ſollte, ganz andere Zuſagen
guch! r die Geſtaltung der Kontrolle zu machen, als ſie in den
Auss rten der Phantaſie eines Beneſch enthalten ſind.
bLorz
Beginn der Militärkontrolle.
lin, 20. Sept. Nachdem mit dieſer Woche die Uebun=
Aen tlicher Truppen beendet ſind, beginnen die Beſuche der
ite-) erten Militärkontrollkommiſſion bei, der Truppe am
Nox) den 22. September. Es werden im Laufe der
kommen=
den he mehrere Truppenteile, unter anderem in Schleſien
ind andenburg, und das Reichswehrminiſterium beſucht
werä
S. September ſind von der interalliierten
Militärkontroll=
komrſ on unter anderem beſucht worden:
nitliche ſieben Wehrkreisverwaltungsämter,
Polizeibehörden in allen größeren Städten,
ge Zeugämter, daneben die Feſtung Küſtrin,
größere Anzahl von Fabriken der früheren
Kriegs=
ſtrie,
rere Arſenale in Kiel und Wilhelmshaven.
Kontrolle der interalliierten Entwaffnungskommiſſion
Sisher ohne Reibung vollzogen.
dei Bonelbant.
Vollſitzung des Völkerbundes.
Genf, 20. Sept. Zu Beginn der Vollverſammlung machte
der Vorſitzende Motta eine Reihe von
geſchäftsordnungs=
mäßigen Mitteilungen. Die engliſch=franzöſiſch=belgiſche
Reſo=
lution, die den Völkerbund auffordert, zu der Wiederherſtellung
von geordneten Verhältniſſen in Georgien beizutragen, iſt der
ſechſten Kommiſſion überwieſen worden.
Der Antrag Chinas auf eine neue Verteilung der Ratsſitze
unter Berückſichtigung der Kulturzentren der Welt wird an die
Tagesordnungskommiſſion überwieſen.
Darauf trat das Haus in die Beratung der Tagesordnung
ein. Der erſte Gegenſtand iſt der Antrag der holländiſchen
Dele=
gation, den Artikel 27 des Statuts dahin zu ändern, daß die
Be=
ſchlüſſe der Kommiſſionen mit Stimmenmehrheit, der in den
Sitzungen anweſenden Mitglieder feſtgeſtellt werden müſſen. Der
Antrag wird abgelehnt.
Die Verſammlung fährt in der Beratung des nächſten
Gegen=
ſtandes: „Juriſtiſche internationale Hilfe für Unbemittelte” fort.
Die Militärkontrolle.
Im Verlaufe der bereits gemeldeten nichtöffentlichen Sitzung,
welche ſich u. a. mit der Frage der Ausübung der
Abrüſtungs=
kontrolle in Deutſchland, Bulgarien, Oeſterreich und Ungarn
be=
ſchäftigte, kam ein Bericht zur Sprache, mit deſſen Abfaſſung die
ſtändige Militärkommiſſion des Völkerbundes ſchon ſeit geraumer
Zeit beauftragt worden war. Der Bericht, der erſt heute
ab=
geſchloſſen vorliegt, empfiehlt die Einſetzung eines
aus militäriſchen Sachverſtändigen und
Zivil=
perſonen beſtehenden Kontrollausſchuſſes der
ſich zur Verfügungedes Völkerbundes hält und jedesmal erſt auf
beſondere Entſcheidung des Rates zu einer Nachprüfung der
Ab=
rüſtung in den genannten Ländern ſchreiten wird. Die
vorzu=
nehmenden Nachprüfungen können von dem Rat mit Mehrheit
beſchloſſen werden. Die Mitglieder des Kontrollausſchuſſes
wer=
den von den im Rat vertretenen Nationen gewählt. Die
ſtän=
dige Militärkommiſſion ſchlägt, wie aus dem Gutachten
hervor=
geht, weiter vor, daß außer den im Rat vertretenen Ländern auch
diejenigen, die die Friedensverträge unterzeichnet haben, ein
Recht erhalten, an den Nachprüfungen teilzunehmen. Die
Grenz=
länder der Staaten jedoch, die Gegenſtand der Nachprüfung ſein
werden und nicht die Verträge unterzeichnet haben, wie z. B. die
Schweiz, brauchen weder die Verantwortung noch die Bürde
dieſer Nachprüfung auf ſich zu nehmen.
Um die Unterzeichnung des Schieds= und
Sanktions=Protokolls.
Wie man hört, iſt die Frage, welche Staaten zur
Unterzeich=
nung des Schieds= und Sanktions=Protokolls zuzulaſſen ſind,
noch nicht geklärt. Vor allem ſteht noch zur Erörterung, ob auch
die Nichtmitglieder des Völkerbundes zur Unterzeichnung
zuge=
laſſen werden ſollen. Von den Anhängern der Zulaſſung wird
darauf hingewieſen, daß alle Staaten zu der ſpäter ſtattfindenden
Abrüſtungskonferenz eingeladen werden ſollen, es infolgedeſſen
unlogiſch wäre, ſie nicht in das Protokoll mit einzubeziehen. Für
den Fall der Zulaſſung ergibt ſich dann die weitere Frage, die
auch bereits vor allem in franzöſiſchen Kreiſen erörtert wird.
Bisher war nämlich, wie man erfährt, ins Auge gefaßt worden,
daß zur Einberufung der Abrüſtungskonferenz die vorherige
Ratifizierung des Protokolls, durch eine beſtimmte Zahl von
Völkerbundsmitgliedern, darunter die vier ſtändigen
Ratsmit=
glieder, erforderlich ſein ſolle. Man regt jetzt an, daß man an
Stelle der vier ſtändigen Ratsmitglieder vier Großmächte ſetzen
ſoll, worunter dann auch dem Rate und dem Völkerbund nicht
angehörige Großmächte zu verſtehen ſeien.
Briand über die Sicherheitsfrage.
Paris, 20. Sept. (Wolff.) Der ehemalige
Miniſterpräſi=
dent Briand veröffentlicht in der Wochenſchrift „Europe Nouvelle‟,
einen Artikel über die Völkerbundstagung in Genf. Er ſagt u. a.:
In Cannes habe ich dadurch, daß ich Formeln ſuchte, die Europa
gegen jeden Angriff ſchützen könnten, ſogar an die Möglichkeit
gedacht, auf Umwegen dem Völkerbund den hilfreichen Arm zu
bieten, der ihm fehlte. Ein doppeltes Syſtem von Allianzen iſt
im Laufe der Verhandlungen, die eingeleitet wurden, am
Hori=
zont erſchienen; ein engliſch=franzöſiſch=belgiſches Abkommen, das
die Sicherheit am Rhein garantieren ſollte, und ein zweiter Pakt
zwiſchen den intereſſierten Nationen zur Aufrechterhaltung der
Ordnung im Oſten und im Süden Europas.
Dieſe beiden Abmachungen kombiniert und vereinigt unter
der Aegide des Völkerbundes, ſollten die effektive Macht bringen,
durch die man die Löſung der Probleme hätte beſchleunigen
können, die auch den Völkerbund jetzt noch beſchäftigen, um ſo
mehr, als dieſe Abmachungen ſich gegen niemand wenden. (2)
Diejenigen, die ſich mit dieſen Abmachungen beſchäftigt haben,
haben in ihren privaten Unterhandlungen hervorgehoben, daß
Deutſchland an dieſer neuen Kombination teilnehmen könne,
ſo=
bald es den Pakt des Nichtangreifens angenommen habe, der für
Genua vorgeſehen war. Aber das Recht auf Sicherheit iſt mir
niemals als eine Forderung der europäiſchen Länder allein
erſchienen: es intereſſiert vielmehr in der gleichen Weiſe auch die
Staaten des Stillen Ozeans. Ich bin nach Waſhington gefahren.
Ich habe die Zuſtimmung Frankreichs zu den Abmachungen
ge=
geben, denn auch jenſeits des Atlantiſchen Ozeans verfolgt man
das gleiche Ziel, für jede kontinentale Gruppe Friedenswege zu
finden. Das Fernbleiben Amerikas iſt eine Schwäche für den
Völkerbund. Hoffen wir, daß nach und nach die Hinderniſſe
fallen werden, die ſich für den Augenblick ſeinem Eintritt in den
Völkerbund entgegenſtellen.
Die Woche.
Noch immer tagt in Genf der Völkerbund. Macdonald und
Herriot, die beiden Freunde, ſind abgereiſt, und im
Beratungs=
zimmer kämpfen die beiden Weſtmächte einen erbitferten Kampf
in durchaus nicht immer freundſchaftlichen Formen. Worum es
ſich handelt, iſt an dieſer Stelle bereits vor zwei Wochen
ein=
gehend erörtert worden; ebenſo, daß die Tatſache, daß der
eng=
liſche Miniſterpräſident, in ſeiner großen Rede in Genf das
Deutſche Reich zum Eintritt in den Völkerbund einlud, unſere
ſchwerwiegenden Bedenken dagegen nicht entkräften kann. An
der Herſtellung eines wahrhaften europäiſchen Friedens iſt das
Deutſche Reich mehr denn jedes andere Land unſeres Erdteiles
intereſſiert. Nicht aber daran, daß Deutſchland ſich aus freien Stücken
zum Garanten macht jenes ungeheuerlichen Länderraubes von
1919, welcher nicht zuletzt die Schuld daran trägt, daß wir auch heute
noch, fünf Jahre nach dem Friedensſchluß, keinen Frieden haben.
Es iſt unbedingt zu begrüßen, daß die deutſche Reichsregierung
in der Frage eines deutſchen Eintritts in den Völkerbund bisher
nicht aus ihrer kühlen Zurückhaltung herausgetreten iſt. Um ſo
unerfreulicher ſind die Machenſchaften gewiſſer Patentpolitiker,
die ſich gegenwärtig die Schweiz zum Schauplatz ihrer Tätigkeit
ausgeſucht haben. Ob es ſich bei dem einen oder anderen um
Ideologien oder recht dunkle innerpolitiſche Machenſchaften
han=
delt, mag völlig dahingeſtellt bleiben. Die nicht unerhebliche
Ge=
fährdung unſerer außenpolitiſchen Poſition macht es jedenfalls
notwendig, daß die deutſche Oeffentlichkeit ſich einmal mit dieſen
Dingen befaßt. Der deutſche Reichsaußenminiſter hatte ſeinerzeit
ſehr mit Recht darauf hingewieſen, daß für die Beurteilung der
Genfer Rede Macdonalds die Tatſache nicht bedeutungslos ſei,
daß Lord Parmoor, der erſte Delegierte Englands beim
Völker=
bund, gelegentlich einer längeren Unterredung mit der deutſchen
Delegation in London über einen Eintritt Deutſchlands in den
Völkerbund kein Wort verloren habe. Der Abgeordnete
Breit=
ſcheid und Graf Keßler haben ſich nun in Genf eifrig und
ſchließ=
lich mit Erfolg bemüht, Lord Parmoor zu einer Erklärung zu
veranlaſſen, daß er bei jener Unterhaltung in London doch die
Völkerbundsfrage erwähnt habe. Inzwiſchen iſt dem Engländer
die Sache ſelbſt ſehr peinlich geworden und er hat alsbald
er=
klärt, daß es ſich offenbar um ein Mißverſtändnis handele.
Jeden=
falls war es aber nicht die Schuld der Väter der Intrigue, wenn
ſie ihr Ziel, die Gefährdung der Stellung des Außenminiſters,
nicht erreichten. Daß aber derartige Machenſchaften das deutſche
Anſehen im Auslande nicht gerade erhöhen, dürfte auf der Hand
liegen. Nach einem einheitlichen Plan wird gearbeitet. In einem
großen Luzerner Blatt ſchrieb dieſer Tage ein reichsdeutſcher
Publiziſt, Dr. Joh. Voeſte: „Jeder, der den Völkerfrieden wünſcht
und die deutſche Mentalität kennt, muß wünſchen, daß die
ge=
heimen deutſchen Rüſtungen durch ein objektives Organ, in dem
recht viele Staaten vertreten ſind, verunmöglicht und die
Sicher=
heit Frankreichs dadurch garantiert wird. Es wäre das größte
Unglück für die Zukunft, wenn ſich die Neutralen dieſer
ſchö=
nen Aufgabe entziehen würden. Jeder, der Deutſchlands
Mentalität kennt, weiß, daß Frankreichs Sorge um Sicherheit vor
Deutſchland lohal und berechtigt iſt. Eine Gewährleiſtung der
franzöſiſchen Sicherheit durch möglichſt viele Nationen iſt nicht
eine Forderung der Siegerſtaaten, ſondern der Vernunft. Es iſt
eine verhängnisvolle Einſtellung der Schweiz, ſich von der
Mit=
wirkung an der Sicherung Frankreichs fernzuhalten. Das
aller=
größte Unglück, das der abendländiſchen Welt paſſieren könnte,
iſt doch, wenn in Deutſchland einmal die Nationaliſten ihren
Revanchegelüſten freien Lauf laſſen und über Frankreich
her=
fallen könnten. Wie entſetzlich arm würde die Welt, wenn
Frank=
reich, das edle Frankreich, das von jeher der Welt die Fackeln
vorangetragen und in London wieder ein ſo herrliches Bekenntnis
zu ſeinen geiſtigen Traditionen abgelegt hat, von einem
revanche=
lüſternen Deutſchland erdrofſelt würde . . . Auch die Teilnahme
am Garantiepakt wäre notwendige Mitarbeit der Neutralen zur
Verwirklichung des großen Friedenswerkes.‟ Das ſind die Leute,
die zurzeit in Genf und anderwärts an der Arbeit ſind!
Auch die theoretiſchen Formeln des Herrn Beneſch werden
den Völkerfrieden nicht gewährleiſten, ſolange die Friedensſchlüſſe
des Jahres 1919 für die äußere Geſtaltung der Dinge in Europa
maßgebend ſind. Der düſtere Geiſt von Verſailles iſt es, der
Europa mit Einſchluß der Sieger nicht zur Ruhe kommen läßt.
„Wir müſſen uns freimachen von der falſchen und heuchleriſchen
Behauptung, daß Deutſchland allein für den Krieg
verantwort=
lich iſt, und ich glaube, daß es keinen dauernden Frieden und kein
dauerndes Gedeihen in Europa geben wird, ſolange nicht
wenig=
ſtens dieſer Paragraph in dem Verſailler Vertrag revidiert iſt.”
Das war in der Zuſchrift eines Engländers an den „Mancheſter
Guardian” dieſer Tage zu leſen. In Deutſchland aber gibt es
auch heute noch Menſchen, die ſich mit Händen und Füßen gegen
die Abſicht der Reichsregierung ſtemmen, in der
Kriegsſchuld=
frage den entſcheidenden Schritt zu tun.
Nicht durch ihn wird „der neue Geiſt”, „die friedliche
Ver=
ſtändigung der Völker” gefährdet, ſondern viel eher durch
Maß=
nahmen, welche ganz geeignet ſind, das Vertrauen des deutſchen
Volkes zu den in London feierlich gegebenen Verſprechungen
völlig zu untergraben. Für die wirtſchaftliche Sanierung
Frank=
reichs iſt die Durchführung des Dawes=Gutachtens von
entſchei=
dender Bedeutung. Darüber ſollte man ſich auch in Paris klar
ſein. Das deutſche Volk wird die ſchweren Verpflichtungen, die
es in London auf ſich genommen hat, loyal erfüllen.
Unerläß=
liche Vorausſetzung aber iſt, daß auch die Gegenſeite
alle ihre Verpflichtungen reſtlos und ohne
Winkelzüge erfüllt. Es wäre daher wahrlich zu
wün=
ſchen, daß der weitere Verlauf der Koblenzer Verhandlungen
die peſſimiſtſche Auffaſſung nicht beſtätigt, die ſich in der
ver=
gangenen Woche weiter Kreiſe bemächtigt hatte.
Der Kampf um das Dawes=Gutachten hat die deutſche Politik
und das deutſche Volk ſo lange und faſt ausſchließlich in
An=
ſpruch genommen, daß die Annahme der Gutachten=Geſetze durch
den Reichstag und die Unterzeichnung des Londoner Protokolls
wie eine Erlöſung wirkte. Daß der ſtarken ſeeliſchen Anſpannung
eine gewiſſe Erſchlaffung folgt, iſt vielleicht verſtändlich. Wenn
dieſe Erſchlaffung jedoch zu einer Sehnſucht nach möglichſt
aus=
giebigem politiſchen Winterſchlaf in Deutſchland ausarten ſollte,
ſo würde das geradezu verhängnisvoll ſein. In ganz anderem
Maße als früher, in ganz anderer Weiſe als bisher wird das
deutſche Volk lernen müſſen, ſich mit den großen politiſchen
Problemen zu befaſſen. Politik iſt eine Kunſt — eine unendlich
Seite 2.
ſchwere Kunſt, deren Verſtändnis unermüdliche und zähe Arbeit
erfordert. Oft genug iſt in den letzten Jahren der Ruf nach dem
großen Führer erklungen, aber nicht allein davon hängt das
Geſchick eines Volkes ab, daß ihm das Glück zuteil wird, in
ſchweren Zeiten einen großen Führer zu haben, ſondern vielmehr
noch davon, daß das Volk in ſeiner Geſamtheit die große
Führer=
perſönlichkeit und ihr Wollen verſteht. Ein Volk von
Kanne=
gießern wird auch unter der beſten Führung kaum den großen
Aufgaben gewachſen ſein, denen ſich das deutſche Volk vielleicht
ſchon in abſehbarer Zeit gegenüber geſtellt ſehen wird. Wenn
die Sieger des Weltkrieges geglaubt haben, durch die
Friedens=
ſchlüſſe des Jahres 1919 die Weltgeſchichte für abſehbare Zeit
in ihrer Richtung feſtzulegen, ſo wird eine ſpätere
Geſchichts=
ſchreibung über ſolchen Wahn vielleicht nur zu lächeln vermögen.
Der große Staatsmann vermag die Linien und Möglichkeiten
kommender Entwicklung zu erkennen. Daß die Väter des
Ver=
ſailler Vertrages dazu nicht in der Lage waren, liegt heute
be=
reits auf der Hand. Die fürchterliche Entkräftung der
europä=
iſchen Völker durch den Weltkrieg hat das Geſicht der Welt völlig
verändert. Die unumſtrittene Machtſtellung des
großbritanni=
ſchen Weltreiches gehört der Geſchichte an. Neue Mächte und
Kräfte ſind entſtanden und ſind im Entſtehen. Sie richtig
ein=
zuſchätzen, rechtzeitig zu erkennen, welche Faktoren beſtimmend
ſein werden für die Zukunft, wird auch für das deutſche Volk
von entſcheidender Bedeutung ſein.
M.
Sonntag, der 24
uber 1924.
Vom Tage.
Am die Augpaton deg Rheinlandeg. Regierung eine Einladung für die vom Völkerbund vorgeſehene
TU Paris., 20. Sept. „Echode Paris” veröffentlicht zu dem
Sicherungsproblem Erklärungen des früheren Abgeordneten Mandel,
aus denen insbeſondere die Sätze feſtgehalten werden mögen, die ſich auf
die Okkupation des linken Rheinufers beziehen. Mandel gibt zum
Be=
weis dafür, daß England der Beſetzung des Rheinufers ausdrücklich und
in feierlicher Weiſe beiſtimmte, den Wortlaut der Unterredung wieder,
die Clemenceau und Lloyd George am 22. April 1919 geführt haben und Ratifizierung des engliſch=ruſſiſchen Vertrags beraten.
die zu der Abfaſſung der Artikel 428, 429 und 430 des Friedensvertrages
führten:
Lloyd George: Die Beſetzung ſoll alſo 15 Jahre andauern?
Clemenceau: Ja, ich kann dieſen Zeitraum nicht verkürzen.
Lloyd George: Glauben Sie, daß wir die britiſchen Truppen 15
Jahre in Deutſchland belaſſen werden?
Clemenceau: Wenn Ihre Fahne nicht auf der Seite der unſerigen
auf dem linken Rheinufer weht, ſo werde ich nicht wieder vor das
Par=
lament treten.
Lloyd George: 15 Jahre ſind alſo als eine abſolute Grenze
aufzu=
faſſen?. Könnte dieſe Grenze nicht je nach den Zahlungen Deutſchlands
variieren?
Clemenceau: Nein, im Gegenteil, wenn Deutſchland ſeine
Verpflich=
tungen nicht halten ſollte, können wir die Beſetzung ſogar verlängern
oder zu ihr eventuell wieder zurückkehren.
Llohd George: Gut, ich bin einverſtanden.
Mandel fügt hinzu, daß nach ſeiner Auffaſſung von einer Räumung
der Rheinlande für den Augenblick nicht die Rede ſein könne, ſelbſ wenn empfangen.
Deutſchland die Abrüſtungsklaufeln und Paragraphen des Vertrags
er=
fülle, die ſie) auf die Aburteilung der Kriegsſchuldigen beziehen oder ſo= einjährigen Tätigkeit in Bayern ſehr großes Anſehen erworben.
gar ſeinen Reparationsverpflichtungen nachkommt.
Während der Friedensverhandlungen, an denen Mandel bekanntlich
als Mitarbeiter Clemenceaus einen hervorragenden Anteil genommen
hat, wurde von franzöſiſcher Seite erklärt, daß in eine proviſorifche
Okku=
pation des Rheinufers nur gegen das ſpontan erfolgte Anerbieten des
Präſidenten Wilſon und Lloyd Georges eingewilligt wurde, im Falle
eines Angriffes durch Deutſchland Frankreich mit ſämtlichen
amerikani=
ſchen und engliſchen Streitträften zu Hilfe zu kommen. Nachdem dann
Amerika aber den Garantiepakt ablehnte und England ſich jenem Schritt
anſchließen mußte, konnte man ſich nicht die Tatſache verhehlen, daß die
vorhandenen Garantien gegen einen unprovozierten Angriff Deutſch= des völkiſchen Frontrings in Bayern ſind auf Grund des
Unter=
lands keine genigende Sicherheit bieten.
wenn Ramſay Macdonald am 10. Januar 1925 es für notwendig halten
ſollte, die engliſchen Garniſonen zurückzuziehen, ſo werden wir die
Eng=
länder einfach in Köln ablöſen, wie wir die Amerikaner erſetzt haben,
als ſie gbrückten.
Es handelt ſich hier um eine Exiſtenzfrage für Frankreich. Die
Pa=
zifiſten mögen darüber in Aufregung geraten, uns liegt genau ſo viel
wie ihnen daran, unſere Bündniſſe und Freundſchaften aufrecht zu
er=
halten. Frankreich iſt nicht dafür verantwortlich, daß Großbritannien
und die Vereinigten Staaten es mit der zugeſagten Unterſtützung im
Stich laffen. Daß dieſe beiden Länder Frankreich keine angemeſſene
Verkürzung ſeiner Schulden zugeſtanden haben, kann an und für ſich
keine Verwunderung erregen. Sie dürfen aber nicht von einem zugrunde
gerichteten und erſchöpften Lande, das ſich von einer Todesgefahr
ge=
heit zum Opfer bringt.
Er tut die Londoner Beſchlüſſe verächtlich ab, indem er auf die
beſtän=
digen Verkürzungen der franzöſiſchen Reparationsforderung hinweiſt, die
urſprünglich 200 Milliarden betragen habe. Durch die Annahme des
Sachverſtändigenberichts wurde die Schuldziffer, die nach dem Londoner
Abkommen ſich auf 132 Milliarden belief, auf 41 Milliarden Goldmark
herabgeſetzt. Den Gipfel bedeute, daß Deutſchland jetzt eine Anleihe
eingeräumt werde, an deren Aufbringung ſich Frankreich beteilige. Das
ſei der unerhörteſte Schwindel aller Zeiten.
G
* Grundtatſachen der Aſtrologie.
Von Baron von Ungern=Sternberg.
Der heutige, um 10 Uhr vormittags ſtattgefundene Vortrag
des Baron von Ungern=Sternberg über „Grundtatſachen der
Aſtrologie”, gab den Zuhörern einen klaren Einblick in die
Grundbegriffe der aſtrologiſchen Forſchung, ſo daß dieſer
Vor=
trag wohl weſentlich zur Erkenntnis und zum Verſtändnis dieſes
an ſich ſchwierigen Problems beigetragen haben dürfte. Es wird
letzten Endes perſönliches Empfinden jedes Einzelnen ſein, wie
er ſich der aſtrologiſchen Wiſſenſchaft gegenüber einſtellen wird.
Und doch läßt ſie ſich nicht ohne weiteres als etwas magiſches,
gebelhaftes abtun. Die Aſtrologie baſiert auf Tatſachen, wie
jede andere Wiſſenſchaft auch — es gibt eine empiriſche
Aus=
drucksform. Um dieſes empiriſche Prinzip zu feſtigen, bedient
ſich die Aſtrologie der Statiſtik, wie ſie überhaupt ſämtliche
Ge=
biete der Naturwiſſenſchaſt heranzieht. Naturgemäß wird das
Hauptaugenmerk auf die Pſychoanalyſe gerichtet und durch das
Horoskop — das Stundenbild — die grapiſche Fixierung eines
Einzelmoments im Daſein des Menſchen bewirkt. Die erſten
Eindrücke der Welt für den äußerſt ſenſiblen Neugeborenen
er=
klären die unbedingte Auswirkung der Planetenkonſtellation auf
das Individuum bei ſeiner Geburt. Daß bei der Feſtſtellung
der Strahlenquellen, die ſich auf den auf der Erde lebenden
Menſchen konzentrieren müſſen, auch die Erde als Mittelpunkt
aller Forſchungen angenommen werden muß, iſt
ſelbſtverſtänd=
lich, und die natürliche Folge wäre alſo für Marsbewohner, daß
dieſe den Mars — ihren Planeten — als geozentriſchen
Stand=
punkt wählen würden. — Die Grundelemente der Aſtrologie
lie=
gen in den Tierkreiszentren, dem aſtrologiſchen Häuſerſyſtem,
dem Mond, der Sonne und einigen Fixſternen, in ihrer
Einzel=
wirkung ſowohl, wie auch in ihrer Konſtellation zu einander. Die
Zahlen 12 und 7, die bei der Aſtpologie ſtets wiederkehren ſind
nicht willkürlich gewählte Größen, ſondern finden ſich auch im
Weltgeſchehen immer wieder — ſo die 12 Tierkreiſe, wie die
12 Monate im Jahre — 7 Grundtöne in der Oktave und
7 Grundfarben. — Wir betrachten nun die Planetenſtände
von der Erde aus in ihren Auswirkungen und Beziehungen zur
Erde und zu den Einzelmenſchen: Der Himmelsäquator — der
erweiterte Erdäquator — wird durch die Sonnenbahn=Ekliptik
geſchnitten. Dieſe Ekliptik wird in die 12 Zeichen des Tierkreiſes
eingeteilt: den Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe,
Jung=
frau, Wage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Waſſermann, Fiſche.
Die Beziehungen dieſer einzelnen Sternbilder zum täglichen
Le=
ben ſind natürlich ganz verſchieden und finden ihre ähnlichen
Symbole ſchon in der Mythologie. — Der
Frühlingsnacht=
glei=henpunkt der Sonne ſteht im Laufe der Jahrtauſende
je=
wei’s in einem anderen Tierkreiſe ſo daß die Tierkreiſe jeweils
ſymboliſieren. Heute ſtehen wir im Zeichen der
Der Reichsaußenminiſter Dr. Streſemann hat ſeine Teilnahme
an der am 23. September ſtattfindenden Verſammlung des Verbandes
MNitteldeutſcher Induſtrieller in Saalfeld abſagen müſſen, da er durch
eine wichtige Kabinettsſitzung an der Reiſe verhindert iſt.
Am 24. September nachmittags 4 Uhr, tritt der Vorſtand der
Reichstagsfraktion der Deutſchen Volkspartei zuſammen, um
über die politiſche Lage zu beraten.
Geſtern nachmittag wurde in Gegenwart vieler ſtaatlicher und
ſtädti=
ſcher Vertreter das Offenbacher Ledermuſeum, eine
Schöp=
fung Prof. Eberhardts, feierlich eröffnet.
Die deutſche Delegation, die über die Beſatzungskoſten
verhandelt, beſteht aus dem Leiter der deutſchen Kriegslaſtenkommiſſion,
in Paris Miniſterialrat Dr. Ruppel und den Oberregierungsräten
Dr. Ronde und Böhm vom Reichsminiſterium für die beſetzten
Ge=
biete.
Heute trifft in Wien eine Reihe von franzöſiſchen
Finanz=
leuten ein, darunter der Präſident der Zentraleuropäiſchen
Länder=
bank Cambon, um ſich aus eigener Anſchauung mit den Verhältniſſen
in Oeſterreich bekannt zu machen.
Wie aus Steyr gemeldet wird, wurde Feldmarſchall Conrad von
Hötzendorff in das Krankenhaus übergeführt, da ſein Zuſtand ſehr
ernſt geworden iſt.
Der gemiſchte deutſch=amerikaniſche Schiedsgerichtshof hat 97
Mil=
lionen Dollars Schadenerſatzanſprüche aus Anlaß des
Untergangs der „Luſitania gutgeheißen. Es handelt ſich bei der
Summe aber nur um 45 Fälle, ſo daß den Angehörigen der
Ertrun=
kenen je 2 Millionen Schadenerſatz bezahlt werden müſſen.
Von zuſtändiger Seite wird mitgeteilt, daß die amerikaniſche
Abrüſtungskonferenz annehmen werde, aber unter der
Be=
dingung, daß die Konferenz nicht unter der Aegide des Völkerbundes
ſtattfindet.
Der bekannte engliſche Philoſoph Herbert Spencer in
Bran=
leyz iſt geſtern in Oxford im Alter von 78 Jahren geſtorben.
Das engliſche Kabinett wird ſich heute vormittag
verſam=
meln und über die Völkerbundstagung, die Ulſterfrage und die
Der ägyptiſche Miniſterpräſident Zaglul Paſcha wird nächſten
Dienstag in London eintreffen. Auf Wunſch Macdonalds ſoll
die erſte Unterredung jedoch erſt am Donnerstag erfolgen.
Aus Bagern.
* Cſive verläßt München.
Drahtbericht unſeres Korreſpondenten.
München, 20. Sept.
Geſtern verabſchiedte ſich im Miniſterium des Aeußern der
Münchener engliſche Generalkonſul Botſchaftsrat Clive, der ſich
demnächſt auf ſeinen neuen Poſten nach Tanger begibt. Da
Miniſterpräſident Held zurzeit in Urlaub iſt, wurde der
ſchei=
dende Botſchaftsrat von Staatsrat Dr. Schmelze zum Abſchied
Der ſcheidende Generalkonſul Clive hat ſich während ſeiner
Vor allem wird ihm ſein energiſches Einſetzen für die
bedräng=
ten und bedrückten Bewohner der Pfalz in Bayern undergeßlich
bleiben.
* Der „Fronthann” in Batzern.
Drahtbericht unſeres Korreſpondenten.
München, 20. Sept.
In der Angelegenheit der Verhaftung von fünf Mitgliedern
ſuchungsergebniſſes die Akten an den Oberreichsanwalt hinüber=
Gs ſei daher Aufgabe Frankreichs, im Rheinland zu bleiben, und gegeben worden, da der Verdacht einer Verletzung des
Para=
graphen 7, Ziffer 4 des Republikſchutzgeſetzes als gegeben
er=
ſcheint. Beim Oberreichsanwalt liegt daher auch die
Entſchei=
dung über die Haftbeſchwerde, die von vier Verhafteten eingelegt
worden iſt.
Uin die Auslieferung des Erzbergermörders.
TU. Budapeſt, 20. Sept. In der
Auslieferungsangelegen=
heit des Erzbergermörders Schultz iſt der
Staatsanwalt=
ſchaft geſtern das Aktenmaterial vom
Ausliefe=
runsgsſenat überliefert worden. Die deutſche
Ge=
ſandtſchaft hat der Staatsanwaltſchaft ein großes Beweismaterial
rettet hat, verlangen, daß es die weſentlichſten Garantien ſeiner Sicher= zur Verfügung geſtellt, das ſich auf die Ermordung Erzbergers
und auf den Mörder ſelbſt bezieht. Die Staatsanwaltſchaft prüfte
An einer anderen Stelle ſpricht Mandel von der Reparationsfrage, dieſe Akten, die als Grundlage des Auslieferungsantrages dienen.
Nach dem ungariſchen Geſetz kann ein Verbrechen, das im
Aus=
lande von einem Ausländer verübt worden iſt, auch vor dem
unga=
riſchen Gericht verhandelt werden. Eine ſolche Verhandlung
fin=
det nur mit Wiſſen des Juſtizminiſters ſtatt. Wenn der
Juſtiz=
miniſter die Auslieferung des Erzbergermörders verweigern
würde, habe er darüber zu entſcheiden, ob die Ermordung nur
von einem ungariſchen Gerichte verhandelt werden ſoll oder nicht.
Fiſche — die Fiſche, das Symbol der Chriſtenheit, wir ſtehen im
chriſtlichen Zeitalter. Vor 2000 Jahren ſtand der
Frühlings=
nachtgleichenpunkt im Zeichen des Widders. — Der Widder, oder
das Lamm, das Zeichen der jüdiſchen Zeit. Am Ende dieſes
Jahrhunderts werden wir im Zeichen des Waſſermanns ſtehen,
eine geiſtige Herrſchaft wird einſetzen. Wir werden nun in die
Planetenſymbole eingeweiht, die ſich alle aus drei Grundzeichen
zuſammenſetzen — aus dem Kreis, der den Geiſt, dem Kreuz,
das die Materie darſtellt, und der empfangenden Schale des
Mondes. Dieſe Planetenſymbole weiſen an ſich ſchon auf die
Bedeutung ihrer Träger für das Menſchengeſchick hin. Nach
einer kurzen Erklärung der Einzelplaneten und ihrer Bedeutung
für den Menſchen — z. B. Jupiter das große, Venus, das kleine
Glück — werden wir in kurzen, klaren Zügen mit dem
aſtro=
logiſchen Häuſerſyſtem bekannt gemacht. Es gibt 12 Häuſer, nach
einer Zwölfteilung des Erdäquators, die für das
Menſchenſchick=
ſal beſtimmend, und zwar grundbeſtimmend ſind. Von dieſen
12 Häuſern ſind 4 Eckhäuſer, I, VII, IV und X. der
Perſönlich=
keit am nächſtliegendſten, da das I. Haus den „Ich”=Begriff
bil=
det — die Perſönlichkeit, für die das Horoſkop geſtellt wird —
das VII. Haus, den „Du‟=Begriff, alſo die Beziehungen zur
Umwelt oder die Ergänzung der Perſönlichkeit gibt, das
TV. Haus die Beziehungen zu Eltern und dem eigenen Heim,
das X. Haus die ſoziale Stellung, Beruf oder Berufung für die
Zukunft. Die Beziehungen der anderen acht Häuſer zeigen die
übrigen wiſſenswerten menſchlichen Schickſalsbeſtimmungen.
Durch die Wechſelwirkungen der Häuſer zueinander werden
genau fixierte Perſönlichkeitsbilder gewonnen. Der
Vortra=
gende erklärte an Hand graphiſcher Darſtellungen, die ein
Ver=
ſtehen weſentlich erleichterten.
*Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Samstag, den 20. September.
Carmen.
F. N. Die Aufführung von Bizets Meiſterwerk fand in der
Inſzenierung des vorigen Jahres ſtatt, ſo daß ſich das
Haupt=
intereſſe den zahlreichen Neubeſetzungen zuwandte. Als Don
Jofé ſang hier zum erſten Male Herr Georg Schmieter, deſſen
ſtimmliche Leiſtung im erſten Akt ſtark unter einer Indispoſition
litt, die aber im Verlauf des Abends wich, ſo daß beſonders im
zweiten und dritten Akt das ausgezeichnete Können des Sängers
in Verbindung mit der ſympathiſchen, in der Höhe allerdings
nicht immer frei klingenden Stimme einen durchaus günſtigen
Eindruck hinterließ. Auch die Darſtellung und Auffgſſung zeigte
gutes und natürliches künſtleriſches Empfinden. Man darf dem
Tannhäuſer des Künſtlers mit großem Intereſſe entgegenſehen.
Rummer 263
Zum deutſch=franzöſiſchen
Handelsvertrag.
Der Führer der deutſchen Oelegation.
Paris, 20. Sept. (Wolff.) Der deutſche Geſchäftstre
Botſchaftsrat Rieth, wurde heute vormittag von Miniſter
ſident Herriot empfangen, dem er im Auftrage der deut
Regierung mitteilte, daß an der Spitze der deutſchen Delegg s
die über den deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrag verhar
wird, Staatsſekretär Dr. Trendelenburg ſtehen wird.
Engliſche Befürchtungen.
Aus London wird gemeldet: Geſtern abend hat ſich
Robert Horne in einer Rede über die politiſche Frage
mit dem deutſch=franzöſiſchen Handelsvertrag beſchäftigt.
Beſetzung der Ruhr durch die Franzoſen habe die franzöſi
Induſtriellen in Berührung mit den deutſchen Induſtrieller
bracht, und gegenwärtig finden Verhandlungen bezüglich
Kombination dieſer beiden Länder ſtatt, die ſchließlich ſehr ſe
im beiderſeitigen Intereſſe Früchte tragen werden. Es
vollkommen klar, daß der franzöſiſche Markt he
fürdie neue Kombination offen ſein würde, und
in einer Weiſe, in der er früher niemals offengeſtanden
Der franzöſiſche Markt wäre aber eines
beſten Abſatzgebiete für die engliſchen Erze
niſſe. Horne ſagt weiter: Es wäre eine Dummheit, den
ſachen nicht entgegenzuſteuern und ein Wahnwitz von engl
Seite, das Unglück nicht gbzuwenden, anſtatt durch Begu
der Schwierigkeiten den Verſuch zu machen, Mittel dagege
finden. Vor allem müſſe man, darauf beſte
daß die führenden Perſönlichkeiten Engla
aufpaſſen, daß keinerlei Abkommen zwiſ
anderen Mächten abgeſchloſſen würden, die
Fortgedeihen und dem Wohlergehen des
liſchen Handels ſchädlich oder feindlich geſi
wären.
Franzöſiſche Bedenken.
60 Mitglieder des Ausſchuſſes für Handel und Induſtrie
geſtern vormittag ½10 Uhr im Handelsminiſterium unter
Vorſitz des Handelsminiſters Reynaldi zu einer Sitzun
ſammengetreten. Erſchienen waren zahlreiche Präſidenter
franzöſiſchen Handelskammern und die Präſidenten der
kommiſſionen des Senats und der Kammer. Es wurde zur
ſetzung eines Büros für die Unterabteilung des Ausſchuſſe
ſchritten. Außerdem hat Reynaldi eine Reihe
bedeutſame=
klärungen abgegeben, die von offizieller Seite jedoch geheit
halten werden. Der diplomatiſche Berichterſtatter des „In
ſigeant”” glaubt zu wiſſen, daß ſich der Handelsmin;
gegen den Abſchluß eines franzöſiſch=deutſ
Handelsabkommens ausgeſprochen hat. Reynaldi b
ſich vor, die Gründe für ſeine Haltung in einer ſpäteren
ſammenkunft darzulegen. Eine offizielle Beſtätigung dieſer
dung bleibt jedoch abzuwarten.
Die Bezahlung der Reparationskohle.
Berlin, 20. Sept. Wie die Telegraphen=Union von
hieſigen, ſehr gut unterrichteten Seite erfährt, iſt eins der ſe
rigſten Probleme, die ſich aus dem Dawesproblem ergaben,
worden. Es handelt ſich um die Bezahlung der Kohlenſach
rungen. Infolge der Pariſer Verhandlungen, die unter
Vorſitz Oven Yvungs mit den Kommiſſaren des Daweslon:
und der Reparationskommiſſion ſtattgefunden haben, iſt mit
lin ein Uebereinkommen getroffen worden, wonach am 1. Oft
ds. Js. der Preis über die Reparationskohle feſtgeſetzt wird.
kanntlich mußte Deutſchland bisher die alliierten Kohlenlief”
gen leiſten, ohne vorher einen genauen Preis zu kennen.
Heute hat Herr Dawes als Stellvertreter des Generalag
für Reparationszahlungen den zuſtändigen deutſchen S
2 Millionen Dollar für erfolgte Kohlenlieferungen gezahlt.
erſte tatſächliche, von der Regie eingegangene Zahlung be
nach den neueſten Informationen genau 1 750 000 Mk. und 2
Franes. Nach Anſicht des Herrn Dawes iſt durch dieſe 3a
der Beweis erbracht worden, daß das
Reparationsabkomme=
funktioniert und eines der ſchwierigſten Probleme gelöſt iſt
Aufhebung der Kohlenſteuer im Ruhrge
Paris, 20. Sept. (Europapreß.) General Nollet hat
die Aufhebung der Kohlenſteuer ſowie der Steuer von Unt
dukten der Kohleninduſtrie, und zwar rückwirkend vom I. S
ber an, verfügt. Außerdem iſt der Kohlen= und Koksberfe.
Ruhrgebiet wieder freigegeben worden. Ferner iſt die Bl
für Waren aufgehoben worden, die aus Fabriken ſtammte.
Kohlenſteuer zahlten.
Der Escamillo von Herrn Imre Aldori ragte herho!
Temperament und ſcharfe Charakteriſtik, die durch das ſowo
Lyriſchen als dem Dramatiſchen gleichermaßen gerecht wer
ſonore und nie ſentimental wirkende Organ und die vor3
Geſangskunſt unterſtützt wurde. Auch die kleineren Partie
ten recht gute Vertreter gefunden, die ſich mit anerkennenst
Geſchick in das Enſemble einfügten, ſo der ſtimmfriſche 1
liche Morales des Herrn Ebert, der ſtimmkräftige,
Schänkenwirt des Herrn Schüppel und Herr Ney, O
einen Schmuggler ſang.
Die Tänze hatten unter der Leitung von Lizzie Mau
neue Geſtaltung erhalten, die Charakter und Geſchmack
der es aber noch an Abrundung und einheitlicher Wirkung
was aber wohl bei längerer Einarbeitung ſich einſtellen,
Auch die neue Solotänzerin Scheinpflug, eine ſchlan
ſcheinung, wirkte ſympathiſch. Die erſte Szene litt unter 2
keit, aber allmählich ſtellte ſich dann Leben ein. Erwal
noch, daß Eugenie Stefanowa in der Titelrolle mehl."
herausging als im vorigen Jahr und beſonders geſang..
Leiſtung weſentlich vervollkommnet hat. Viele Stellen
wir ſelten ſo ſchön und techniſch vollendet gehört. Heil
meiſter Roſenſtock dirigierte mit viel Temperamenl,
die Oper trotz der vielen Neubeſetzungen geſchloſſen une
zügig wirkte.
Kunſi, Wiſſenſchaft und Leben.
— Zum 1. Oktober erſcheinen unter dem Titel „Aus
nem Leben” im Verlage Grethlein u. Co., Leipzig un4
die Erinnerungen von Adolf Damaſchke, dem Dei
Bodenreformer, in denen er von ſeiner Jugend in Berlſ
von den großen ſozialen Beſtrebungen und Kämpfen L
Jahre, von den Anfängen und der Weiterentwicklung der
reform, die in ihm ihren begeiſterten Mitkämpfer und
ihren Führer fand.
Im Verlage Grethlein u. Co., Leipzig=Zürich, erſ.
demnächſt zwei bedeutſame nordiſche Werke: der neueſte
von KnutHamſun, „Dasletzte Kapitell in pe,
fun, ſeiner Art entſprechend, den urwüchſigen Naturme
verherrlicht auf Koſten derer, die durch Kultur und Verfei
aus dem Gleichgewicht gekommen ſind. — Außerdem de
der D0 00 Kronen ga Sſchte in eien Duanaun eſche eir
burch eine ſpannende, abwechslungsreiche Handlung,
Gedanken= und Gefühlsgehalt dem Bedürfnis der Zeit en
kommt. „Das Buch wird Macht über die Gemüter bekor
ſchreibt Georg Brandes.
1924.
*
Deutſcher Greßkandels=Tag.
Rede des Reichswirtichaftsmafniſiers.
TU. Berlin, 20. Sept. Der Zentralverband des Deutſchen
roßhandels hielt heute unter dem Vorſitz des Abg. Keinath
ne 8. ordentliche Mitgliederverſammlung im Plenarſitzungsſaal
s Reichswirtſchaftsrates ab. Von der Reichsregierung waren
chienen Reichswirtſchaftsminiſter Hamm vom preußiſchen
aatsminiſterium Handelsminiſter Siering und
Landwirt=
aftsminiſter Dr. Wendorff.
Der Präſident des Zentralverbandes Dr. Ravene gedachte
ſeiner Anſprache auch der Laſten, die das Dawesgutachten dem
oßhandel auferlegt habe und erklärte, der Großhandel ſträube
nicht gegen dieſe Laſten, aber es liege doch der Gedanke nahe
die 5 Milliardenlaſt nicht beſſer auf das ganze deutſche Volk
teilt worden wäre. Der Redner kam weiter auf die Kreditnot
fprechen und warnte ſeine Berufsgenoſſen, nicht alles Heil von
ausländiſchen Krediten zu erwarten. Man habe das Gefühl,
h„fen.
es mit der deutſchen Wirtſchaft endlich etwas beſſer werden
ne. Deshalb ſolle der Großhandel nicht verzogen, ſondern mit
ergie arbeiten in der Hoffnung, daß unſere Kinder und Enkel
einſt wieder ein freies Vaterland hätten.
Darauf nahm das Wort der Reichswirtſchaftsminiſter
mm, der unter anderem folgendes ausführte: Die ernſte
Oſchwere Zeit, in der wir leben, gibt doch
ige Hoffnungen mehr als vor einem Jahre.
einem Jahr war noch faſt das Sinken des lecken Schiffs ſicherer
ſeine Rettung. Es gilt aber auch, die deutſche Wirtſchaft als
der des deutſchen Volkes zu erhalten und geſund zu machen.
Wirtſchaft und Staat bilden eine Eyntheſe. Darum
ſieht feft, daß wir unſere Wirtfchaft erhalten müſſen,
um der Nation willen.
Eswäre kurzſichtig, die nationale
Bedeu=
g des Handels zu verkennen namentlich für
Volk, das auf einem engen Raum bei
ſpär=
en Bodenſchätzen ſich ernähren muß und das
—)den Willen hat, nicht kleiner, ſondern grö=
5 zu werden. Das Induſtriebelaſtungsgeſetz bringt endlich
E nmte Grenzen der Belaſtung, von der Sie ſelbſt es in der
haben, abzuwenden, daß die Laſten drückend werden. Die
Oindtatſache bleibt aber beſtehen; die
Verar=
rrg Deutſchlands und ſeine ungeheure
Bela=
g. Eine wirtſchaftspolitiſche Führung des
—ches, die nicht in allen Maßnahmen davon
a ging, müßte notwendig fehlgehen.
In ſeinen weiteren Ausführungen erklärte Miniſter Hamm:
Mhat von wirtſchaftsſchädlichen Steuern geſprochen. Aber man
ti zugeben müſſen, daß ſtärker, als die wirtſchaftsſchädigende
Aing die wirtſchaftsrettende Wirkung geweſen iſt. Die
Spar=
agen haben jetzt wieder zugenommen und der
Sſinn ſeinen alten Wert und Sinn wieder erhalten. Auch die
Ar eitsloſigkeit, iſt zum Stillſtand gekommen.
9 Grundtatſache bleibt auch weiterhin die
ver=
mderte innere Konſumkraft des Volkes beſtehen.
Zas die Reparationsgeſetze uns geben, iſt die Sicherheit, daß
wo nidlich wieder das deutſche Wirtſchaftsgebiet als eine wirt=
ſ iche Einheit zuſammenſchließen.
riſer Programm bringt weiter eine Ermäßigung der
E nbahntarife die Senkung der Kohlenpreiſe
Bargtiant
uri rennenswerte Erleichterungen der
Bankbedin=
gr yen. Dabei kann es aber nicht ſein Bewenden haben. Es
feſt
um wecklos geworden. Verhandlungen über ihren Abbau ſind
des ” jux inge. Miniſter Hamm betonte am Schluß
ſei=
den habr nS Lusſprache, daß Deutſchland in die
Han=
wongch bSbertragsverhandlungen mit Frankreich
i ommen frei hineingehe und daß es die
Ver=
ha lungen nicht mit der Räumung des Ruhr=
2tes irgendwie in Verbindung bringen
n werde.
ber die Einzelheiten der Handelsvertragspolitik ſprach
ſo=
dar Miniſterialdirektor v. Stockhamer. Als letzter Redner
erſei te Reichstagsabgeordneter Keinath den Geſchäftsbericht
des erbandes.
Beitexe deutſihe Reparationszablung.
erlin, 20. Sept. Nachdem Deutſchland in dieſem
Mo=
iatk mäß dem Londoner Abkommen bereits einen Betrag von
ren 40 Millionen Goldmark an den Agenten für die
Re=
parz niszahlungen abgeführt hat, erfolgt morgen, wie wir
erfein eine weitere Zahlung Deutſchlands. Ob Deutſchland
ntnieſes Monats eine Reſtzahlung zu leiſten hat, hängt
da=
vi! ob die noch im Laufe des Monats eingehenden Zahlun=
gem’ s dem Recoverh=Akt ſo hoch ſein werden, daß der im
Lorx’ er Pakt vergeſehene Betrag von 83 Mill. erreicht wird.
—
Tagung der weſideutſchen Induſirie.
TU. Düſſeldorf, 20. Sept. Die nordweſtdeutſche Gruppe
des Vereins deutſcher Eiſen= und
Stahlindu=
ſtrieller und der Verband zur Wahrung der
ge=
meinſamen wirtſchaftlichen Intereſſen in
Rhein=
land und Weſtfalen hielten geſtern in Düſſeldorf eine
Mitglieder=
verſammlung ab, die außerordentlich ſtark beſucht war.
Geheim=
rat Dr. Bücher, das geſchäftsführende Präſidialmitglied des
Reichsverbandes der deutſchen Induſtrie, führte über die
Lon=
doner Beſchlüſſe etwa folgendes aus: Der Dawesplan ſei
der Verſuch, mit wirtſchaftlichen Mitteln den
Gegenſatz zwiſchen den Forderungen der Gegenſeite und den
Ausführungsmöglichkeiten Deutſchlands zu
überbrücken. Bei der Entſcheidung des Dawesplanes ſei noch
manches andere möglich geweſen. Heute ſei es ein Verbrechen an
der ganzen Welt, wenn dieſes Inſtrument nicht zur Anwendung
gelangen würde. Wenn die Oppoſition nicht in der Lage ſei,
einen anderen poſitiden Gedanken vorzulegen und einen beſſeren
Weg zu zeigen, ſo könne man dieſe Oppoſition nicht mehr billigen.
In großen Zügen ſchilderte Geheimrat Bücher dann die
Bedeu=
tung des Dawesplanes für das deutſche Wirtſchaftsleben. Die
Aufbringung von 2½ Milliarden im Jahre ſei theoretiſch ſehr
wohl möglich, es käme nur darauf an, daß die wirtſchaftliche
Lei=
ſtungsfähigkeit Deutſchlands voll ausgenutzt werden könne. Nur
ein Drittel bis ein Viertel unſerer Verpflichtungen aus, dem
Dawesplan könne in tatſächlichen Sachlieferungen erfolgen, weil
Frankreich ſonſt infolge unſerer Lieferungen ſelbſt
Abſatzſtockun=
gen erfahren und wirtſchaftlich erſticken muß. Die
Verſamm=
lung faßte einſtimmig eine
Entſchließung,
in der von der Regierung eine ſtärkere Berückſichtigung der
rhei=
niſch=weſtfäliſchen Wirtſchaftskreiſe bei der Beſetzung der Organe
zur Durchführung des Dawesplanes gefordert wird. Dr. OZwald
Spengler bemerkte in ſeinem Vortrag über die Verhältniſſe
über Wirtſchaft und Steuerpolitik, daß die Gefahr groß ſei,
daß die Völker Europas, und insbeſondere das
deutſche Volk, an falſcher Steuermethode
ver=
bluten. Syndikus Dr. Moſt ſprach dann über das
rheiniſch=
weſtfäliſche Induſtriegebiet und das kommende
Reichstagswahl=
geſetz.
Entſchließungen des deutſchen Kolonialkongrefies.
Berlin, 20. Sept. Im Anſchluß an die mit großem
Bei=
fall aufgenommenen Referate ſtimmte der deutſche
Kolonial=
kongreß den von den Abteilungen eingebrachten Anträgen und
Entſchließungen zu. Einſtimmig wurde von der
Vollverſamm=
lung folgender Antrag angenommen:
„Der deutſche Kolonialkongreß fordert von der
Reichsregierung, daß ſie ſich nicht mit einem
Ein=
tritt Deutſchlands in den Völkerbund
einver=
ſtanden erklärt, wenn nicht gleichzeitig eine
Re=
gelung der Kolonialfrage erfolgt, welche den
Eintritt Deutſchlands in die überſeeiſche
Ko=
loniſation, zum mindeſten durch Mandatsübertragung,
ſicherſtellt”
In einer weiteren einſtimmig angenommenen Entſchließung
erhebt die Verſammlung erneut Einſpruch gegen die
Ausführung des Ultimatums vom 16. Juli 1919,
wonach Deutſchland kolonialer Arbeit
unwür=
dig ſei und ſeine Kolonien aus militäriſchen
Geſichtspunkten erworben habe. Es wird in der
Entſchließung geſagt, daß gerade das Gegenteil der Fall iſt und
betont, daß der Raub der deutſchen Kolonien nicht nur ein die
Deutſchen aufs neue verletzendes Unrecht, ſondern auch
gleich=
zeitig eine große Kurzſichtigkeit iſt, die im Intereſſe des
poli=
tiſchen und wirtſchaftlichen Völkerfriedens alsbaldiger Abſtellung
bedarf.
Amerikaniſcher Diplomatenwechſel.
Waſhington 20. Sept. (Europapreß.) Der deutſche
Bot=
ſchafter Otto von Wiedtfeld wird in den nächſten Tagen einen
einmonatigen Ferienaufenthalt in Florida, Cuba und Panama
antreten. Außerdem gibt das Staatsdepartement eine Reihe
von diplomatiſchen Veränderungen bekannt. So wird der
Sach=
verſtändige des Handelsdeparkements, Squires, als erſter
Han=
delsvertreter nach Hamburg entſandt werden. Der bisherige
Konſul von Konſtantinopel, Bursley, wird nach dem Haag, und
der Vizekonſul in Bremen, Hurſt, nach Bremerhaven verſetzt
werden. Der amerikaniſche Konſul in Wien, Foſter, wird in
das Staatsdepartement von Waſhington berufen werden.
Ein Handelsebfommen zwiſchen
Sowjetrußland und Ungarn.
Zwiſchen Ungarn und Sowjetrußland iſt in Berlin ein
Han=
delsabkommen abgeſchloſſen worden. Die Errichtung von
beider=
ſeitigen ſtaatlichen Handelsvertretungen in Budapeſt bzw.
Mos=
kau iſt beſchloſſen.
Die chineſiſchen Wirren.
Schanghai, 20. Sept. Die Kämpfe vor Schanghai
dauern noch an. Nähere Einzelheiten liegen zurzeit noch nicht vor.
Die Kämpfe im Norden.
Die „Daily Mail” meldet aus Hongkong, daß Marſchall
Tſchangſolin an Sungatſen ein Telegramm gerichtet habe, nach
dem 180000 Mann auf ſechs Straßen in der Richtung auf Veking
vorrückten. Die geübten Regierungstruppen ſeien von dem
Ge=
biet am Jangtſe zurückgezogen worden. Sunyatſens Expedition
zur Unterſtützung von Tſchangfolin werde daher nur auf
gerin=
gen Widerſtand ſtoßen.
Der Koreſpondent bemerkt indeſſen, nichts ließe darauf
ſchlie=
ßen, daß Sunhatſen ſeine Expedition zu einem baldigen
Zeit=
punkt beginnen werde, wenn er dies überhaupt tun ſollte.
Nach den neueſten Meldungen aus Peking iſt der Kampf
zwiſchen den Truppen Tſchangſolins und Woo=Pei=fu auf der
ganzen Front in vollem Gange. Tſchangſolin unternimmt vor
allem großzügige Luftangriffe. Seine Truppen ſind auch mit
ſchwerer Artillerie reichlich verſehen. Die Armee der Mandſch
i=
rei hat die Stadt Shan Fai Kuan mit Granaten beſchoſſen und
zahlreiche Bewohner getötet. Ein Schrapnell explodierte in der
Chineſiſchen Bank und tötete den Beſitzer und einen der
Ange=
ſtellten. Die Ausländer der Stadt, deren Zahl etwa 25(00
be=
trägt, haben bei ihren Konſuln gegen die Beſchießung der Stadt
proteſtiert, da es ſich um eine offene und unbefeſtigte Stadt
handelt.
Der „Times”=Korreſpondent meldet aus Peking: Der
plötz=
liche Zuſammenbruch der Tſchekiangtruppen hat ganz China in
Mitleidenſchaft gezogen und eröfſnet neue Ausſichten. Es würde
nunmehr leicht fallen, Sunyatſen loszuwerden und die
Ueber=
macht würde die ſüdlichen Probinzen erringen. Später würden
die unabhängigen ſüdweſtlichen Provinzen von ſelbſt wieder die
Gefolgſchaft leiſten.
Die Haltung der Mächte.
Einer „Exchange”=Meldung aus Waſhington zufolge, erklärte
das Beiße Haus geſtern nochmals, die amerikaniſche
Re=
gierung habe leinen Augenblick daran gedacht, ſich in die
inneren Angelegenheiten Chinas einzumiſchen. Sie ſei der
An=
ſicht, das Leben und Eigentum der Amerikaner ſei in China in
angemeſſener Weiſe geſchützt und keine Urſache vorhanden, eine
Aktion zu unternehmien.
Reuter erfährt, daß, ſoweit Großbritannien in
Be=
tracht komme, der Bericht über einen Meinungsaustauſch mit
anderen Mächten wegen einer Intervention in China
unzutref=
fend iſt. Ein ſolches Verfahren werde bei der jetzigen Lage nicht
für zweckmäßig gehalten.
Der diplomatiſche Korreſpondent des „Daily Telegraph”
ſchreibt hierzu: Japan zeigt Widerſtand gegen die Anregung
einer gemeinſamen anglo=amerikaniſchen Intervention, die den
Zweck haben würde, eine Verſöhnung der kriegführenden
Par=
teien herbeizuführen. Die japaniſche Beſorgnis in dieſer
Hin=
ſicht iſt bedeutend. „Times” meldet aus Tokio: Das japaniſche
Kabinett hat ſich mit der Lage in China beſchäftigt. Man war
der Meinung daß die Nachrichten aus China durch Propaganda
zu einſeitig gefärbt wären, um irgend eine klare Aktionslinie
er=
kennen zu laſſen. Immerhin wurde der Beſchluß gefaßt, eine
Warnung dahingehend zu erlaſſen, daß ſcharfe Maßregeln
er=
griffen würden, wenn Japaner in den drei öſtlichen Provinzen
irgendwie benachteiligt würden oder falls ſich ein unerwünſchter
Einfluß Chinas etwa auf Korea bemerkbar machen ſollte.
Der Kleinkrieg in Bulgarien.
Mailand, 20. Sept. Wie die Blätter aus Belgrad
mel=
den, dauert der Kleinkrieg in Bulgarien fort. Längs der
grie=
chiſchen Grenze finden Kämpfe zwiſchen den Anhängern
Prota=
goroffs und abtrünnigen Kommitadſchis ſtatt, die von den
Geg=
nern Alexandroffs angeführt werden. Bei einem dieſer Kämpfe
hat es 84 Tote und über 200 Verwundete gegeben. Die
Regie=
rung hat neue Verſtärkung entſandt.
Nach Meldungen aus Sofia findet die Ermordung von
An=
hängern Aleko Paſchas in Bulgarien ihre Fortſetzung. So
wur=
den geſtern in Sofia zwei Perſonen umgebracht; die Täter ſind
unerkannt entkommen. Im Zentrum der Stadt Cudomir wurde
Haktardzijev, ein Mazedonier, umgebracht. In Warna
wur=
den geſtern drei Attentate verübt; auch hier ſind die Täter noch
unbekannt.
Die jugoſlawiſche Regierung teilt in einem amtlichen
Com=
muniqué mit, daß die bulgariſchen Banden, die ſeit einigen
Wochen in Südſerbien und in Mazedonien ihr Unweſen
getrie=
ben haben, jetzt völlig vertrieben ſind. Bei den Kämpfen
zwi=
ſchen jugoſlawiſchen Polizeitruppen und den Banden ſind auf
beiden Seiten erhebliche Verluſte entſtanden. Beſonders auf
ſeiten der Komitatſchis ſind viele Tote und Verwundete
feſt=
geſtellt.
In fartigen Häufern und ähnlichen
Dingen.
tmeiſter aller Zeiten haben ſich mit dem Problem des
ſätE Bauens beſchäftigt. In der vielfältigſten Weiſe wurde
die kung ſchwach oder ſtark getönter Materialien erprobt.
Helxl .O dunkle, gelbe und rote Sandſteine oder leuchtende
Mar=
mor) m kommen zur Anwendung. Terrakotten und Ziegelſteine
i —enden Farben werden gebrannt, im Naturzuſtand
ver=
wei oder mit ſtrahlend gelben, grünen, blauen oder braunen
EIn verſehen. In neuerer Zeit kommen noch die in ſich
ge=
ſI— Gbelputzarten dazu. Vielſeitige Möglichkeiten zu einer
ſtarken und dabei naturechten Kolorierung der
Bau=
id gegeben. Es iſt nur zu begrüßen, wenn in
geſchmack=
eiſe davon ausgiebig Gebrauch gemacht wird. —
Gefähr=
es aber, wenn das Verlangen nach einer ſtärker getönten
ur dazu führt, eine im Entwurf lediglich au
wirkung berechnete Faſſade nachträglich mit
ISen Deckfarben — heutzutage dazu noch meiſt mit Anilin=
9— anzuſtreichen. Das iſt ein ſchwer verantwortlicher Ein=
Eeine Rückſichtsloſigkeit gegenüber dem Schöpfer des
Bau=
eiE der den Reiz ſeiner Architektur in einem anderen
Aus=
uc) hte. Außerdem iſt es ein Unternehmen, das ſich zum
des Hausbeſitzers in kürzeſter Friſt bitter rächt. Man
in den Großſtädten die Faſſaden an, die vor zwei oder
ren in ſolcher Weiſe ausgeſtattet wurden. Nur wenige
tvährte die ſtolze Pracht, ſie iſt verblaßt, durch Wetter,
Staub ſcheckig und ſchäbig geworden. Bejammernswert
übergeſchminkte, verblühte Lebedame ſteht ſo ein Haus
ſeiner geſünderen Genoſſen. Dem Beſitzer bleibt nichts
els den Anſtrich ſo raſch als möglich zu erneuern oder
reiſt geſchieht — den urſprünglichen Zuſtand
wiederher=
ich iſt der farbige Hausanſtrich durchaus nichts neues.
wa O ihn ſchon immer in kleinen, verträumten, ſtaub= und
DE! Landſtädtchen, an ſchlichten Häuschen, deren Aeußeres
bornherein auf einen Kalk= und
Erdfarben=
gerichtet wurde. Die Verpflanzung dieſer Farbigkeit in
radt iſt ſomit durchaus nicht die urſprüngliche und große
ST ſie durch geſchickte Propaganda gemacht wurde. Zwei=
2 5gen gute künſtleriſche Abſichten jenen bekannt gewor=
„ex adtbau=Berater geleitet haben, der als Kämpfer für die
* der Städte mit Wort, Schrift und Tat in vorderſter
Id. Fedoch gar bald und eilend verließ er die durch ihn
Delfershelfer bunt gemachte Großſtadt, denn „die Gei=
21. Darmiſtädter Tagblatt Nr. 252, Seite 5.
ſter, die er rief, wurde er nicht wieder los”. Jeder Anſtreicher=
und Tünchermeiſter ſtürzte ſich mit begreiflichem Eifer auf ſein
nun ſchwunghaft lohnendes Gewerbe, und einer überbot den
an=
deren in Farbenorgien. So manchen Ladenbeſitzern, die durch
des Nachbars ſchreiende Reklamefarbigkeit in den Hintergrund
geftellt wurden, blieb ja gar nichts anderes übrig, als ihre
Ge=
ſchäftshäuſer mit ebenſo bunten, wenn nicht noch grelleren
Far=
ben zu verſehen. Das ganze Straßenbild ergab eine ſchier
un=
erträgliche: Diſſonanz. Man bedenke doch; der großſtädtiſche
Straßenzug ſteht ohnedies ſchon im Zeichen größter Unruhe!
Plakat= und Lichtreklame, Automobile, Omnibuſſe, elektriſche
Bahnen und alle ſonſtigen Fuhrwerke, dazu die haſtende
Men=
ſchenmenge bilden ein wirres Durcheinander. Nur die über dem
Gewoge ſichtbaren, eintönigeren Geſchoſſe der Häuſerfronten
ſchaf=
fen einigermaßen den notwendigen ruhigen Ausgleich, ſofern dies
bei der Verſchiedenheit der einzelnen Faſſaden und ihrer
Architek=
turglieder möglich iſt. Mehr Ruhe an den
Hausgewän=
den dasiſtes waswirvomäſthetiſchen und vom
praktiſchen Standpunkt aus fordern müſſen!
Zu allen Zeiten großzügiger Stadtbaukunſt wurde dieſes Ziel
von einſichtigen Architekten erſtrebt. Mit Recht wird deshalb
von Städten, die auf Geſchloſſenheit und Harmonie in ihrem
Straßenbilde etwas halten, Einwand gegen einen aufdringlichen,
herausfallenden und reklamehaften Hausanſtrich erhoben.
Faſt jede Modetorheit nimmt von irgendeiner Großſtadt
ihren Ausgang, gelangt dann in mittlere und kleine Städte, um
dort noch lange ihr Daſein zu friſten, derweilen man am
Ur=
ſprungsorte ſchon längſt wieder davon abkam. Will nun auch
beim bunten Faſſadenanſtrich Darmſtadt an der Reihe des
Mit=
machens ſein? So ſchäumte hier mit vielem Geräuſch die Welle
aller Auswüchſe von Futurismus, Kubismus und
Expreſſionis=
mus nochmals auf, als man in anderen Kunſtſtätten ſchon
dar=
über hinaus war. Die Wiener Kunſtgewerbeornamentik mit jenen
harten Schwarz=Weiß=Effekten erlebte bei uns ihre Nachblüte,
nachdem die Lehrer dieſer mondänen Richtung längſt andere
Wege begangen hatten. Mit den zuletzt bis zum Snobismus
ge=
triebenen Bühnendekorationen war es ähnlich. Richt immer iſt
das, was fenſationell iſt, auch ein Fortſchritt. Mit dem
Anders=
ſeinwollen auf alle Fälle iſt es noch lange nicht getan! Was
da=
bei auf künſtleriſchem und kunſtgewerblichem Gebiete in den
letz=
ten Jahren herauskam, iſt oft nichts anderes als „
Jugend=
ſtil” in neuer Auflage. Man erlebt das ergötzliche
Schau=
ſpiel, daß die jungen Verfechter dieſer „neueſten Richtungen” die
in Ehrfurcht vor ihren eigenen Werken erglühen, meiſt ſchon
nach wenigen Jahren an deren Vaterſchaft nicht gern erinnert
ſein wollen. Dann erklärt ſo mancher mit Selbſtgefühl, durch
„Wandlungen” eidere geworden zu ſein, während in
Wirk=
lichkeit nur die Volvilder wechſelten.
Alles fließt. Ein jeder ſoll und muß den Fortſchritt wollen.
Alle Schaffenden und alle, die mit offenen Augen ſehen, wiſſen
es, daß wir nicht nur in der Muſik, in der Dichtung und der
bil=
denden Kunſt, ſondern ebenſo in der Baukunſt einem neuen,
ſtarken Stil entgegengehen. Aber mit Aeußerlichkeiten und
kunſt=
gewerblichem Aufputz iſt er nicht zu erzwingen. Er erſteht aus
ganz anderen Bedingungen, aus elementaren, inneren
Notwen=
digkeiten heraus! Was unſerer zerriſſenen Zeit fehlt, das iſt die
folgerichtige, geſunde, ruhige Auswirkung der Kräfte. Wenn erſt
die durch den ſchweren Eingriff der Zwangswirtſchaft entſtandenen
Hemmungen des Baugewerbes fallen, wenn die rechten Aufgaben
geſtellt werden (denn alles nur auf dem Papier bauen iſt
wert=
los), dann möge man es den rechten Baumeiſtern und Architekten
ruhig überlaſſen, der ſchon früher geübten Technik des farbigen
Bauens vom Grunde aus zur weiteren Entwicklung und Blüte
zu verhelfen. Man ſoll ſich aber ſcheuen, mit Oelfarben und
Lacken klaffende Wunden in einen unter anderen
Vorausſetzun=
gen geſchaffenen Straßenzug zu pinſeln.
Ca.
C. K. Das Theaterſtück eines rumäniſchen Staatsmannes,
Prinz Bibesco, der rumäniſche Geſandte in den Vereinigten
Staaten, der der Schwiegerſohn von Aſquith iſt, hat im Belasco=
Theater zu Waſhington ein von ihm verfaßtes Theaterſtück „
Ehe=
leben” aufführen laſſen. Er erlebte einen großen Durchfall, den
die Kritik beſtätigt, indem ſie feſtſtellt, man habe nicht
heraus=
bekommen können, ob es ſich dabei um ein Luſtſpiel, eine
Melo=
drama, eine Poſſe oder keines von allen dieſen Dingen handle.
* Italieniſche Germaniſtik. Der bekannte Literarhiſtoriker
Arturo Farinelli, der ſo bedeutende Werke über die Beziehungen
der deutſchen Literatur zu den romaniſchen Literaturen geſchaffen
hat, iſt der Begründer der germaniſtiſchen Wiſſenſchaft in
Ita=
lien. Durch ihn angeregt, ſind, wie G. A. Alfero in einem
italie=
niſchen Brief der Monatsſchrift „Die Literatur” mitteilt,
verſchie=
dene wichtige germaniſtiſche Arbeiten in italieniſcher Sprache
er=
ſchienen. So hat zum Beiſpiel Alfero ſelbſt ein Buch über
Cha=
miſſo veröffentlicht: Caſtiglioni beſchäftigt ſich in ſeinem Werk
„Das Heldengedicht Friedrich Nietzſches” mit der dichteriſchen
Geſtaltung des Heldenbegriffes durch den Philoſophen. Gabetti
behandelt den Einfluß Leopardis auf Nietzſches Weltanſchauung;
L. Vincenti veröffentlichte eine Abhandlung über die geiſtige und
literariſche Entwicklung der Riccarda Huch. V. Errante ſtellte in
einem grundlegenden Werk ,II mito di Faust” die Geſchichte der
Fauſtſage dar, und Alfero hat in ſeinem Buch „La Lirica di
T. Storm” Weltanſchauung und Lyrik dieſes Dichters erörtert.
„Fortwährend erſcheinen Ueberſetzungen deutſcher Schriftſteller.”
ſchreibt Alfero, „welche die Kenntnis der deutſchen
Literatur=
geſchichte beim Publikum verbreiten.”
Seite 4.
Sonntag, den 21. September 1421.
Numnter 263
Familiennachrichten
Die Geburt eines geſunden
Jungen zeigen in dankbarer
Freude an
Studienrat Goes
und Frau Emy Goes
geb. Schaedel
(*27362
Kräftiger Junge
angekommen
Georg Meier und Frau
Berta, geb. Münkel
Darmſtadt, Soderſtraße 20
(*27332
Luiſe Schneider
Ludwig Freymann
Verlobie
Darmſiadt
Frankfurt
Weße6
IhreVermählung gebenbekannt.
Regierungsaſſeſſor Viktor Wachtel
Friedel Wachtel, geb. Breither
Alsfeld den 20. Sept. 1924
(Darmſiadt)
(*27279
Todes=Anzeige.
Hiermit die traurige Nachricht,
daß unſer lieber Vater, Großvater
und Urgroßvater
Herr
Heinrich Fiſcher
nach kurzem Krankſein, ſanft
ver=
ſchieden iſt.
Im Namen d. trauernd. Hinterbliebenen:
Familie Karl Fiſcher
„ Ludwig Nöller
„ Karl Groh
„ Philipp Gremm
Darmſtadt, den 20. September.
Die Beerdigung findet Montag,
den 22. Sept., 11 Uhr vormittags,
vom Portale des Beſſunger
Fried=
hofes aus ſtatt. (*27334
Mitten aus unermüdlichem und
ſegensreichem Wirken wurde uns
der hochverehrte Leiter unſerer
An=
ſtalt
Herr Geheimer Schulrat
Mr. Heitich ditt
Oberſtudiendirektor
nach kurzer Krankheit durch den
Tod entriſſen. Seit ſieben Jahren
unſerer Schule vorſtehend, hat es
der Verſtorbene in vorbildlicher
Weiſe verſtanden, der
Schwierig=
keiten ſeines Amtes in der Kriegs=
und Nachkriegézeit Herr zu werden.
Wir verlieren in ihm den
warm=
herzigen und aufrichtigen
Vorge=
ſetzten, die Schüler den gütigen
und pflichttreuen, von tiefer
Hin=
gabe an ſeinen Beruf erfüllten
Erzieher. Seine Name wird in
der Geſchichte unſerer Anſtalt einen
Ehrenplatz einnehmen, ſein
An=
denken wird uns heilig ſein.
Das Lehrerkolkegium
re7319) der
Ludwigs=Oberrealſchule
Darmſtadt, 19. September 1924.
VOChFUI.
Aufs tiefste bewegt, erfüllen wir die traurige Pflicht,
allen unseren Mitgliedern, Freunden und Oönnern
von dem Hinscheiden des
Herrn
—orere Gerftltrrr
Rektor i. R.
Ehrenvorstandsmitglied
Kenntnis zu geben.
Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen
unserer Vereinsgründer, einen hochverdienten Führer.
Er war zu Zeiten ernstesten ldeenkampfes wie im
Alltag stillen Berufswirkens ein mannhafter Vertreter
und Förderer der katholischen Schulideale, im
Ver-
einsleben und im persönlichen Verkehr stets ein
warmherziger Berater, Freund und Helfer, in allem
das Muster eines Lehrers und das Vorbild eines
über-
zeugungstreuen Katholiken.
Ehre seinem Andenken!
(12075
Derkatholische Lehrerverein in Hessen
und der Bezirksverein Darmstadt.
I. A.: GO).
Unſer langjähriges Partei= und Vorſtands=
Mitglied
Herr Stadtverordneter
Heitut Buren Uumir
iſt uns nach ſchwerer Krankheit durch den
Tod entriſſen worden.
Wir betrauern in ihm einen
hervorragen=
den und überzeugungstreuen Förderer unſerer
Grundſätze, die er mit unermüdlichem Eifer
ſowohl im Parteileben wie in der
Oeffentlich=
keit in jeder Richtung vertrat.
Die Erinnerung an ſein ſegensreiches
(12076
Wirken wird nie erlöſchen.
Zentrumspartei Darmſtadt.
Magerkeit.*
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Körper=
form durch unſere
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anweiſung od. Nachn.
D. Franz Steiner
* Co., G. m. b. H.,
Berlin W 30/9 — In
Darmſtadtzuhaben
i. d. Medizinal=
Dro=
gerie Beckenhaub
Schulſtraße, (IV. 9310
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlſcher
Teilnahme am Grabe unſeres teueren,
unvergeßlichen Entſchlafenen ſagen wir
hiermit unſeren aufrichtigſten Dank.
Insbeſondere danken wir Herrn Pfarrer
Beringer für ſeine troſtreichen Worte
und der Ortsgruppe Darmſtadt des
Ver=
bandes deutſcher Poſt= und
Telegraphen=
beamten für den ehrenden Nachruf und
die Kranzſpende, ſowie für alle übrigen
Kranz= und Blumenſpenden.
Im Namen der Hinterbliebenen: A
Frau Eliſabeih Lortz
geb. Heger
und Kinder. (*e27369
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Der unterzeichnete
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Auflöſung der Jacob
Helene G.m.b.H.
be=
kannt. Die
Gläubi=
ger der Geſellſchaft
werden hierdurch
auf=
gefordert, ſich bei
dem Unterzeichneten
zu melden. (11912fsg
Pfungſtadt, den 17
Sept. 1924.
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Sport uind Baßpiieg
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O nein, gnädiges Fräulein, der Schuh ist nicht zu klein, abe
niedliche Füßchen ist durch die Anstrengung etwas angeschwollel
stud. med. interessiere ich mich zeitweise auch für die ärztliche W
schaft und da ist mir eine äußerst interessante Arbeit in dunkler E
rung, in der für solche Fälle das bekannte Sanitätsrat Dr. med. L4
Kukirol-Pußbad warm empfohlen wurde. Aus eigener Erfahrans
ich, daß es das Schwitzen, Brennen und Wundlaufen der Fübe Ve
und sowohl vor wie nach jeder größeren Fußwanderung eine Wahls
tat ist, denn es macht Haut und Sehnen geschmeidig und stärkt die
Wer regelmätig Kukirol-Fußbad und im Bedarfsfalle das milorte
bewährte, ärztlich empfohlene Kukirol-Hühneraugen-Pflaster (9c"
nur 75 Pfennig) anwendet, wandelt leicht durchs Leben und Rann
in einem Alter Tennis spielen, wo andere sich nur noch in Eus?
fortbewegen können.
Die Kukirol-Fabrik bringt jetzt eine neue Packung herauch Ai
MeiR 20 Pfemnig iaosteß.
Da das Kukirol-Fußbad aber für 30 Mark Wohlbehagen Vei4
und mit einem gewöhnlichen Seifenbad gar nicht zu vergleichell
sollten Sie unbedingt diese billige Gelegenheit benutzen, es zu Vel2!
Wer es probiert hat, will es nie wieder entbehren, das bezelßei
reiche Zuschriften an die Fabrik.
Fußpflege muß so selbstverständlich werden wie Zahnptlege-
Das Kukirol-Hühneraugen-Pflaster beseitigt Hühneraugen in W..
Tagen ohne Schneiden, folglich ohne Blutvergiftung, ohne Entent.
folglich ohne Schmerzen. Ihre Bekannten werden es Ihnen besl‟
Kukirol-Fußbad und Kukirol-Hühneraugen-Pflaster erhalten Sie
Apotheken und wirklichen Fachdrogerlen. Achten Sie aber daraun"
die echten Kukirol-Präparate bekommen. Kennzeichen ist ale 2
marke: „Hahnenkopf mit Fuß:
Wichtig! Verlangen Sie von uns die aufklärende
und lehrreiche Broschüre „Die richtige Fußpflege”, die
wir jedem Interessenten kostenlos und portofrei zusenden.
Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arztes
stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen
Ein-
sendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über 6
alles, was Fußpflege und Fußleiden betrifft.
Rukirol-Fabrik Groß-Salze
Der erſte Preis fi
Unſer Preisausſchreiben! Otto Krüger a"
mar i. Meckl., Spiegelberg 21, zu, der die 14tägige 2
mit ſeiner Gattin nach Oberſtdorf in Bayern angetreten
Hotel Luitpold Wohnung genommen hat. Den 2. Preien"
Muſikapparat, erhielt Herr Regierungsrat Dr. Lommat
Dresden=A., Liebigſtr. 6, und den 3. Preis, 1 Fahrrſ.
Weltrad), Herr Erich Thiel, Lö au, Zittauer Straße 13,
ausgeſetzten Preiſe gelangten inzwiſchen zur
Verteilu=
erwa 30 000 Einſendungen eingegangen waren, ſo konnte
ſcheidung nicht früher erfolgen. Wir behalten uns Eii
Eingehen noch für ſpäter vor.
Kuhzgolag abeik Broß=S
Rummer 263.
Sonntag, den 21. September 1924,
Seite 5.
Aus der Landeshauptſiadt.
Darmſtadi, 21. September.
* Ernannt wurden: am 16. September der Oberjuſtizinſpektor beim
Amtsgericht Fürth Johann Peter Jäger zum Bureaudirekter beim
Landgericht in Gießen, der Oberjuſtizinſpektor beim Amtsgericht Hungen
Philipp Niebel zum Oberjuſtizinſpektor beim Amtsgericht Bensheim,
der Oberjuſtizinſpektor beim Amtsgericht Groß=Gerau Johann
Hep=
pert zum Oberjuſtizinſpektor beim Amtsgericht Darmſtadt II, der
geſchäftsleitende Juſtizinſpektor beim Amtsgericht Offenbach Hch. Fiſch
zum geſchäftsleitenden Juſtizinſpektor beim Amtsgericht Friedberg — alle
mit Wirkung vom Dienſtantritt ihres Nachfolgers ab; der
Brückenauf=
eherpraktikant Jakob Menger aus Hamm vom 1. Aug. 1924 ab zum
Brückenaufſeher an der fliegenden Brücke bei Oppenheim.
* Verſetzung in den Ruheſtand. Auf Grund des Geſetzes zur Herab=
— Meuſik dum Schloßwall. Heute vormittag halb 12 Uhr gedenten
Vereinigten Poſaunenchöre von Darmſtadt und Umgebung einige
cke aus dem Homburger Poſaunenfeſt=Programm zu Gehör zu brin=
Die Bläſer ſpielen vom Schloßwall, ſo daß den Promenierenden
dem Paradeplatz Gelegenheit geboten iſt, die Bläſer zu ſehen und
hören, ohne daß die Klangwirkung durch die ſonſt dicht anſchließen=
Menſchenmaſſen beeinträchtigt wird. Zum Vortrag gelangen:
horal „Jeſu, meine Freude” (Satz von Joh. Seb. Bach, 1685—1750);
Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre” (L. v. Beethoven, 1727—
d); 3. Motette „Hoch tut euch auf ihr Tore der Welt” (v. Gluck, 1714
1744); 4. „Wie heilig iſt dieſe Stätte‟. Motette von Frd. v. Silcher
3—1860); 5. Choralpharaphraſe „Der König der Choräle” von A.
Teberwaſſer (Cantus firmus von Ph. Nicolai, 1556—1608); 6. Marſch
dem Oratorium „Joſua” (von G. F. v. Händel, 1685—1759).
Mit=
ende ſind: Die Bläſerchöre des Chriſtl. Vereins Junger Männer,
Stadtmiſſion und des Wartburgvereins Darmſtadt, ſowie der
Po=
enchor Nieder=Ramſtadt. Dirigent iſt Herr Kammermuſiker Sturm=
— Bund der techniſchen Angeſtellten und Beamten. Vom 20.—22.
ember findet in Dresden der diesjährige Bundestag des
„b ſtatt. Anläßlich dieſer Tagung wird in ganz Deutſchland am
itag, 21. Sept., eine Reichsfeier veranſtaltet. Für den Bezirk
„n und Heſſen=Naſſau, umfaſſend die Städte Frankfurt a. M., Offen=
Hanau, Höchſt, Griesheim a. M. Mainz, Worms, Wiesbaden,
heim, Heppenheim u. a. iſt dieſe Feier nach Darmſtadt verlegt.
Kollegen mit deren Angehörigen treffen ſich heute Sonntag,
nach=
g3 2 Uhr, am Hauptbahnhof, woſelbſt der Empfang der auswür=
Kollegen ſtattſindet. Von hier aus wird unter Führung der Darm=
* Kollegen eine Beſichtigung der Hauptſehenswürdigkeiten der
t vorgenommen, und findet dann die engere Feier im „Perkeo”
nderſtraße 12/14, ſtatt. Alle Kollegen mit Angehörigen werden
eſer Kundgebung recht herzlich eingeladen.
— 50jähriges Geſchäftsjubiläum der Firma G. Hauptmann, Darm=
Am 24. September ſind es 50 Jahre, daß die Firma G.
Haupt=
n in der Holzſtraße 24, gegenüber dem Röhrbrunnen, wie es in
damaligen Anzeige des Darmſtädter Tagblattes heißt, gegründet
e. Zu dieſer Zeit ſpielte neben dem großherzöglichen Hof das
S är in Darmſtadt eine Hauptrolle. Darum wurde auch das
— Unternehmen in der Hauptſache auf Militärkundſchaft eingeſtellt:
— ſchuhe und lederne Reithoſen, die zu jener Zeit von den berittenen
E eren getragen wurden, ſowie das Reinigen der Handſchuhe und
S oſen bildeten den Hauptzweig des neugegründeten Geſchäfts. Für
* ltſtadtjugend, der zu dieſer Zeit die „Saldote” über alles gingen,
* s dann immer ein beſonderes Gaudium, wenn die Offiziere in der
raße vorfuhren, um ihre Beſorgungen zu erledigen. Es zeigte ſich
T bald, daß die Geſchäftslage in der Holzſtraße, nicht die richtige
* und ſo wurde das Geſchäft ſchon nach 3½4 Jahren nach der oberen
2 hethenſtraße, verlegt und dann im Jahre 1884 nach der Rhein=
Es war damals ein ziemliches Wagnis, denn zu dieſer Zeit ging
yöne Reim um: „So lang und breit die Rheinſtroß” iſt, es wimmelt
en Achſeſiſt”. Und es war auch damals recht ruhig in der
Rhein=
darum fand auch niemand etwas dabei, wenn der „Handſchuh=
S mann” mit ſeinen Handſchuhmachern in Hemdsärmeln und weißer
T ze vor der Ladentüre ſtand und der allen alten Darmſtädtern un=
A liche Vater Hilge mit ſeiner 115er=Kapelle die Rheinſtraße herauf=
2 nd ſo gewiſſermaßen die Parade abnahm. Der Name „
Hand=
ſe Hauptmann” wurde vom Militär dem Geſchäftsinhaber beigelegt,
UIrgekommenen Verwechſlungen vorzubeugen, denn gar mancher
42 oſe Nekrut hatte, als er von ſeinem Vorgeſetzten den Auftrag
er=
en zu ſeinem Kompagniechef gebracht. Welch großen Einfluß die
Garniſon Darmſtadt auch auf das Handſchuhmachergewerbe hatte,
aus erſichtlich, daß zu dieſer Zeit allwöchentlich weit über 1000
* der Offiziere blieben auch nach erfolgter Verſetzung der Firma
„* nd ſandten aus vielen anderen Garniſonen, ja ſogar aus der
de en Beſitzung Kiautſchau, ihre Handſchuhe nach Darmſtadt und von Abgaben mit Poſtanweiſungen, Zahlkarten oder Poſtſchecks als
r manchen neuen Kunden hinzu, ſodaß die Firma dazu beitragen
2 den Darmſtädter Gewerbefleiß weithin bekannt zu machen. Reger
jeß das Geſchäft immer mehr erweitern und auf eine beachtens=
Höhe kommen. Die Aufnahme neuer Artikel begünſtigten die
eitende Entwicklung. Wie in früheren Jahren durch das Militär
Orpheum.
ninderung des öffentlichen Perſonalaufwands vom 19. Dezember 1923
ritt der Miniſterialoberreviſor bei dem Miniſterium für Arbeit und
Wirtſchaft Adolf Krebs zu Darmſtadt in den einſtweiligen Ruheſtand
nit Wirkung vom 1. November 1924 an.
— Südweſtdeutſche Kunſtausſtellung Darmſtadt 1924. Der
lächſte Sonntag iſt der vorletzte billige Sonntag, bevor die
Aus=
tellung am 1. Oktober geſchloſſen wird. An dieſem Tage beträgt
er Eintrittspreis für alle Beſucher nur 50 Pfennige. In der
ergangenen Woche war der Beſuch ausgezeichnet; es waren faſt
äglich 50 bis 60, am Sonntag über 100 Perſonen in der
Aus=
ellung.
v H.
— Veranſtaltungen des Roten Kreuzes. Es ſei nochmals auf die
eute 11.15 Uhr beginnende Morgenfeier in der Turnhalle am
GLMNd Boogsplatz hingewieſen. Mitwirkende ſind der Mozartverein und Herr
zuſtav Deharde, Mitglied des Heſſiſchen Landestheaters. Karten ſind
I. Müü och an der Kaſſe zu haben. Nachmittags werden Einzel= und
Geſell=
haftsfahrten vom Heſſiſchen Automobilklub in die nähere Umgebung
Zergſtraße und Odenwald) nach Belieben der Teilnehmer veranſtaltet.
M ie Wagen ſtehen von 2—5 Uhr auf dem Paradeplatz bereit. Die
Kar=
nausgabe iſt dort.
Freie Geſellſchaft für Muſik. Das erſte dieswinterliche Konzert iſt
m Gedächtnis des jüngſt verſtorbenen F. Buſoni gewidmet. Es
gelan=
n intereſſante Kammermuſikkonzerte aus ſeiner letzten Zeit zur
Auf=
hrung, wo dieſer feingebildete, an italieniſch und deutſchen Muſtern
40
ſchulte Komponiſt eine deutliche Wendung zur modernen Stilrichtung
der Muſik einnimmt, ohne jedoch in geſvagtes und erzwungenes
Expe=
nentieren zu verfallen. Herr Göſta Andreaſſon wird die große
Müu wungvolle Violinſonate op. 36a ſpielen, Herr Martin Geißler das
an=
ttige Divertimento für Flöte und Klavier, den Schluß bildet die
Fan=
ia Contrapunktiſtica für 2 Klaviere, eines der gewaltigſten
Klavier=
rke unſerer Zeit, in der Darbietung von Frl. Gabie Wendig und Herrn
iſtav Beck, der auch die übrigen Solonummern begleitet. Karten zu
Mk. bei Konzert=Arnold.
— Der Chriſtliche Verein Junger Männer Darmſtadt e. V. (Ale=
„derſtraße 22) begeht am 21. ds. Mts. ſein 36. Jahresfeſt. Um
Mie
Uhr vormittags wird das Feſt begonnen durch den Poſaunenchor des
in Stent
reins, der vom Turm der Stadtkirche einige Choräle bläſt. Den
Feſt=
tesdienſt um 10 Uhr in der Stiftskirche hält Herr Paſtor Braeß=
Fon! hnde (Hannover). Die abends 7½ Uhr im Gemeindehaus der
Stadt=
neinde, Kiesſtraße 17, ſtattfindende Abendfeier verſpricht auch
dieſem Jahre wieder zu einer eindrucksvollen Vexanſtaltung zu wer=
Herr Paſtor Braeß=Lühnde und Herr Walter Quitmann=Eſſen
rden an dieſem Abend ſprechen, auch der Poſaunenchor des Vereins,
gelegentlich des Wohltätigkeitskonzertes im Frühjahr ſo großen Er=
M. Na I erntete und dadurch viel von ſich reden machte, wird zur
Verſchöne=
g des Abends beitragen. Das Programm dieſer Abendfeier wird
ch Deklamationen, Muſikſtücke des Mandolinenchors, Geſänge der
Neu zendgruppe, Turnen u. a. m. reichhaltigſt ergänzt, ſodaß einige ſchöne
inden an dieſem Abend bevorſtehen. Der Beſuch dieſer Veranſtaltung
n nur empfohlen werden. Alle Freunde und Gönner des Vereins,
9 Angehörige und Bekannte ſind willkommen.
— Turm=Muſik. Anläßlich des 36. Jahresfeſtes des Chriſtlichen
eins Junger Männer Darmſtadt e. V., Alexanderſtraße 22, bläſt der
aunenchor des Vereins am Sonntag, den 21. September 1924,
mor=
s 8 Uhr, vom Turm der Stadtkirche folgende Choräle: 1. Wach auf
„Der Mann mit dem Fimmel.”
Das Gaſtſpiel der „Kölner Luſtſpiele” bringt zurzeit den Schwank
von H. Job. „Der Mann mit dem Fimmel”, arrangiert und in Szene
geſetzt von Direktor Karl Schmitz. Das tüchtige Enſemble, das in
Darmſtadt ſchon viele Freunde gefunden hat, zeigt, was man mit Luſt
und Liebe aus einem anſpruchsloſen Stück machen kann. Alle
Mitwir=
kenden zu nennen, alle die mehr oder minder harmloſen Verwicklugen
und Entwirrungen zu ſchildern, iſt nicht möglich. Die Komiker Karl
Schmitz und Joſ. Weißweiler riſſen mit ihrer draſtiſchen und
doch dezenten Komik das Publikum zu ehrlich verdientem Beifall hin.
Von den mitwirkenden Damen zeichnete ſich Billa Weißweiler
als „Nany” durch temperamentvolles Spiel aus. Marie Schmitz,
als kölſche Haushälterin, reizte nur durch ihre Erſcheinung zu immer
neuen Lachſtürmen hin. Adele Weißweiler, als junge Frau
Alice, fügte ſich dem flotten Zuſammenſpiel gut ein. Auch unter den
übrigen Mitwirkenden gab es urkomiſche Typen. Alles in allem ein
luſtiger Abend und paar vergnügte Stunden. Das kleine Orcheſter
unter Obermuſikmeiſter Franz Mickleys ſicherer Leitung füllte die
H. W. W.
Pauſen trefflich aus.
5 der Firma nach auswärts getragen wurde, ſo geſchieht dies in
e Zten Jahren durch die Studenten, welche ebenfalls nach Beendi=
Drer Studienzeit der Firma treu bleiben und den guten Ruf der
Sau, nach anderen Städten tragen und immer weitere Kunden aus
L -eilen des Reiches zuführen. Der 72 Jahre alte Jubilar, der ſich
ſes ner ſeltenen Rüſtigkeit und Friſche erfreut, teilt ſich heute mit
izwiſchen als Teilhaber in die Firma eingetretenen Sohn un=
63 Ich in die Arbeiten des Betriebes. Nach wie vor beſteht der
a5, nur Qualitätsware zu bringen und dürfte dadurch dem
1-
Ehmen noch eine günſtige Weiterentwicklung beſchieden ſein.
Orpheum. Der Sonntagskartenverkauf findet ſtatt: Verkehrs=
Dn 10—12 und an der Orpheumskaſſe von 3 Uhr ab,
FCagkonkateen
vom 27.—30. September 1924
Laftwettbegerb
Oarſtadt
Vergleichsfliegen deutſcher Klein= u. Sportflugzeuge
Veranſtalter:
„Heſſen=Flieger
Verein für Luftfahri, Darmſtadt
Freiflüge: Jeder Inhaber einer Eintrittskarte hat die
Mög=
lichkeit, einen Freiflug zu erhalten.
Preiſe der Pjätze: Mk. 5, 3, 2, 1 und 30 Pfg.
12056
— Freiflüge beim Deutſchen Luftwettbewerb 1924. Anläßlich des
Deutſchen Luftwettbewerbes, der in der Zeit vom 27.—30
Septem=
ber auf dem Flugplatz der Heſſen=Flieger an der Nieder=Namſtädter
Straße ſtattfindet, werden, ähnlich wie bei der Eröffnung des Flugplatzes
im Juli, wiederum Paſſagierflüge geflogen. Wer ſeinerzeit der
Eröffnung des Flugplatzes beigewohnt hat, wird ſich noch des großen
Andranges zu den damaligen Paſſagierflügen entſinnen können, die bei
der großen Mehrzahl der Beſucher der damaligen Flugveranſtaltung ſich
großer Beliebtheit erfreuten. Die Scheu, die vielleicht manchen vor
einem Flug in die Lüfte zurückhielt, iſt vollkommen unberechtigt. Ein
Flug über Damſtadt iſt völlig gefahrlos und entbehrt nicht jeglicher
Neize. Um recht vielen Beſuchern des Flugplatzes die Möglichkeit zu
geben, koſtenlos fliegen zu können und den Flugſport und den
Flug=
verkehr noch beliebter zu machen, als er heute ſchon iſt, hat ſich die
Flug=
leitung entſchloſſen, auf die Eintrittskarten prozentual eine Reihe von
Freiflügen zu verteilen, ſo daß jedem Inhaber einer Eintrittskarte die
Möglichkeit eines Freifluges gewährleiſtet iſt. Wie verweiſen auf die
heutige Anzeige.
Evangeliſche Woche.
Im Mittelpunkt des vierten Vortrags am Donnerstag abend ſtand
die Auswirkung der chriſtlichen Religion im Dienſt der Liebe. Als
Red=
ner war Herr Pfarrer Hickel gewonnen worden, der als Leiter
unſeres Darmſtädter Diakoniſſenhauſes eine führende Stellung auf dem
Gebiet der weiblichen Diakonie einnimmt Auch er ging, wie der
Mon=
tagvortrag, von dem Unterſchied zwiſchen idealiſtiſcher und
Chriſtus=
religion aus, der ihm vor allem in drei Punkten zu liegen ſcheint: 1. Die
idealiſtiſche Religion ſtellt in den Mittelpunkt einen Gottesbegriff, die
Chriſtusreligion dagegen den perſönlichen Gott. 2. Die idealiſtiſche
Religion geht von dem Grundſatz aus, daß der Menſch von Natur gut
iſt, die Chriſtusreligion rechnet mit dem radikalen Böſen, von dem nur
Gott frei machen kann. 3. Das Ziel der idealiſtiſchen Religion iſt eine
ſtändige Aufwärtsentwicklung der Menſchheit; das Geſchichtsbild der
Chriſtusreligion ſchließt mit der Weltkataſtrophe ab. — Dieſe
Unter=
ſchiede der religiöſen Grundeinſtellung wirken ſich nun höchſt
charak=
teriſtiſch auf dem Gebiet der chriſtlichen Liebestätigkeit aus. Man kann
das 19. Jahrhundert das Jahrhundert chriſtlicher Liebe nennen; es iſt
beherrſcht von dem Charisma der Barmherzigkeit. Alle Zweige der
mo=
dernen Wohlfahrtspflege gehen irgendwie auf chriſtliche Impulſe
zu=
rück, ja auch heute noch werden Anſtalten und perſönliche Kräxe in der
Fürſorgearbeit zumeiſt von konfeſſioneller Seite geſtellt. Dieſe ganze
gewaltige Arbeit iſt aber nicht aus der großen idealiſtiſchen Welle
hervor=
gewachſen, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts über unſer
Vater=
land ging, ſondern aus Kreiſen, die ſich durchweg in ſcharfem
Gegen=
ſatz gegen die Rationaliſten und Idealiſten wußten. Der Redner zeigte
dies ſowohl an den führenden Bahnbrecherperſönlichkeiten, einem Johann
Hinrich Wichern, einem Theodor Fliedner, einem Wilhelm Löhe, als
auch in einzelnen Beiſpielen an denen, die dann mit ſchlichter
Selbſtver=
ſtändlichkeit die Ausführung der Gedanken in die Hand nahmen. Da
hierfür die Belege vor allem aus der Entwicklung der Inneren Miſſion
in Heſſen genommen wurden, entrollte ſich vor den Augen der Zuhörer
ein intereſſantes Stück heſſiſcher Geſchichte des vorigen Jahrhunderts,
in deſſen Mittelpunkt die edle Prinzeß Eliſabeth ſteht. Mit einer
un=
widerſtehlichen Logik der Tatſachen wurde gezeigt, wie der
Jenſeits=
glaube die allerpraktiſchſten Folgen für dieſe Welt hat. — Zum Schluß
ſtellte der Redner zwei Lebensindeale vor ſeine Zuhörer hin: der
all=
ſeitig harmoniſch ausgebildete Menſch, wie ihn Goethe verkörpert, und
der vor Chriſtus Ergriffene und dadurch einſeitig, zum Kämpfer
Gewordene, für den das hervorragendſte Beiſpiel der Apoſtel Paulus
iſt. Die Welt des Schönen und die Welt des Heiligen tritt vor jeden
Menſchen und fordert von ihm Entſcheidung; die Früchte zeigen, wo die
Liebe ſtärker erglüht.
— Städtiſche Gewerbeſchule. Wir maichen auf den im Anzeigenteil
veröffentlichen Lehrplan der Städtiſchen Gewerbeſchule aufmerkſam.
— Die Beamtenwirtſchaftsgenoſſenſchaft e. G. m. b. H., Darmſtadt,
ſchreibt uns: Die außerordentliche Hauptverſammlung war von etwa
250 Mitgliedern beſucht. Zur Beſchlußfaſſung ſtand die geplante
Ver=
ſchmelzung mit dem Bezirkskonſumverein Darmſtadt. — Der bom
Vor=
ſtand und Aufſichtsrat vorgelegte Uebergangsvertrag wurde im
einzel=
nen beraten und gegen eine Stimme angenommen. Damit iſt die aus
genoſſenſchaftlichen Gründen ſchon längſt erwünſchte Vereinigung der
Beamtenwirtſchaftsgenoſſenſchaft mit dem Bezirkskonſumverein
Darm=
ſtadt beſchloſſen. Mit dem Augenblick, wo die Vertreterverſammlung
des Bezirkskonſumvereins, die in Kürze einberufen wird, dem Vertrag
zuſtimmt, woran nicht zu zweifeln iſt, hört die
Beamtenwirtſchafts=
genoſſenſchaft als ſelbſtändiges Unternehmen zu beſtehen auf. Dank
des von der Hauptverwaltung des Bezirkskonſumvereins gezeigten
Ent=
gegenkommens können die Mitglieder der B. W. G. zu den ihnen
mit=
geteilten Bedingungen, unter Anrechnung ihrer bereits bei der B. W. G.
eingezahlten Rentenmarkanteils, die Mitgliedſchaft im
Bezirkskonſum=
verein fortſetzen und in der ſeitherigen Geſchäftsſtelle, Schuchardtſtraße,
oder in den Verteilungsſtellen des Bezirkskonſumvereins Darmſtadt,
die dem Vernehmen nach demnächſt noch eine Vermehrung erfahren
wer=
den, einkaufen. Die Mitglieder, die nicht mit übergehen wollen, können,
unter Begleichung ihrer Verbindlichkeit gegenüber der
Beamtenwirt=
ſchaftsgenoſſenſchaft, bis ſpäteſtens drei Monate nach der gerichtlichen
Eintragung des Verſchmelzungsbeſchluſſes aufkündigen.
— Bezirksſchöffengericht II. Inſtanz. Wegen
Amtsunterſchla=
gung hatten das Bezirksſchöffengericht im erſten Rechtszuge den
Schlei=
fer und Gemeinderat Schneiker von Dornheim, nun in
Raunheim, zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Es handelt ſich
um von der Kreiskaſſe Groß=Gerau zur Verteilung an die
Erwerbs=
loſen ausgezahlte Fürſorgegelder. Es wurde ſ. Z. eingehend über die
Einzelheiten hier berichtet. Schneiker hat Berufung eingelegt, die
Be=
weisaufnahme wird wiederholt und noch ergänzt. Die von
Rechts=
anwalt Dr. Knöpfel geführte Verteidigung des Angeklagten ſucht die
Unhaltbarkeit der Feſtſtellungen des erſtinſtanzlichen Urteils darzutun,
zudem könne von einer Amtsunterſchlagung keine Rede ſein, in der
Auszahlung der Erwerbsloſengelder liege keine Beamtenhandlung, auch
die Auszahlung der Gelder durch den Gemeinderat Schneiker könne
nicht als Beamtenhandlung qualifiziert werden. In letzterer
Beurtei=
lung der Sachlage geht die Staatsanwaltſchaft mit der Verteidigung
einig, nicht dagegen in der Schuldfrage ſelbſt, ſie beantragt Verwerfung
der Berufung. Urteil: Freiſprechung des
Angeklag=
ten Schneiker. Das Gericht hat ſich von der Schuld des
Angeklag=
ten nicht überzeugen können, obwohl ſchwerwiegende Verdachtsgründe
vorliegen. Die Unterlagen, die die Beamten der Kreiskaſſe in den Liſten
beigebracht haben, reichen zu einer Verurteilung nicht aus.
Lofele Veranſtaltungen.
Reſtaarant Bender
Spezial=Ausſchanf
(hell)
eines der beſten Münchner Biere
Feine auswahlreichfte Küche
11631 a
77
U-
— Goldene Hochzeit. Heute am 21. September feiert Familie Phil.
Friedrich, Feldbergſtraße, das Feſt der Goldenen Hochzeit.
— Entrichtung von Steuern durch Poſtanweiſung, Zahlkarte oder
Poſtſcheck. Der Reichsfinzminiſter hat mit Erlaß vom 8. Auguſt
be=
ſtimmt, daß in den Fällen, in denen ſich beſondere Härten ergeben haben,
der Erlaß hinſichtlich des Zahltages vom 5. Oktober 1923 angewandt wer=
Handſchuhe zum Herrn Hauptmann zu bringen, treu und brav den kann. Nach demſelben gilt bei Hingabe von Schecks als Zahltag
der Tag des Eingangs, unabhängig davon, wann der Gegenwert dem
Konto der Kaſſe zugeſchrieben wird. Da ſich nun bei der Einlöfung der
Bankſchecks Unzuträglichkeiten ergeben haben, infolge der langen Dauer
Militärhandſchuhe zum Waſchen und Reparieren gebracht wurden, der Gutſchriften, ſo wurde zur Vermeidung dieſes Mißſtandes beſtimmt,
daß von den Kaſſen der Reichsfinanzverwaltung bis auf weiteres
Bank=
ſchecks nicht mehr anzunehmen ſind. Hingegen iſt bei Entrichtung
Zahlungstag der Tag anzuſehen, an dem der Betrag bei der Poſt
ein=
bezahlt iſt, dieſer Tag ergibt ſich aus dem Tagesſtempel der Poſt auf dem
der Finanzkaſſe zugehenden Poſtabſchnitt. Bei Ueberweiſung auf das
Poſtſcheckkonto und bei Poſtſchecks iſt für den Tag der Zahlung der
Tagesſtempelabdruck des Poſtſcheckamts maßgebend. Bei
Banküberwei=
ſungen verbleibt es bei der bisherigen Beſtimmung, wonach als
Zahlungs=
tag der Tag angeſehen wird, an dem der Betrag dem Konto der
Finanz=
kaſſe gutgeſchrieben wird.
— Um Verwechflungen zu begegnen, weiſen wir darauf hin, daß die
Ehefrau des Händlers Karl Frickel, Soderſtraße wohnhaft, nicht
iden=
tiſch iſt mit Frau Frickel, welche im Gerichtsbericht am Mittwoch, den
17. Sept im D. T. genannt wurde.
— Billiger Sonntag im Frankfurter Zoologiſchen Garten. Heute
Sonntag iſt der Zoologiſche Garten und das Aquarium während
des ganzen Sonntags zu halben Eintrittspreiſen
zugäng=
lich. Nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr finden Konzerte ſtatt. Bei
günſtiger Witterung Reit= und Fahrbetrieb für Kinder im „Wäldchen”
Die bierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Sinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritilk.
g. Bräß=Quitmann=Abend. Am Montag, den 22. d. M.,
findet im Heim des Chriſtl. Vereins Junger Männer „Wartburg‟,
Ge=
meindehaus (Liebfrauenſtraße 6) ein zwangloſes Beiſammenſein aller
Wartburger mit Familien zu Ehren des Feſtredners des Chriſtl.
Ver=
eins Junger Männer, Alexanderſtraße, Herrn Pfarrers Bräß, dem
Mitbegründer des weit über Darmſtadts Grenzen hinaus
bekann=
ten Wartburgvereins, ſtatt. Gleichzeitig wird Herr Quitmann
aus Eſſen, welcher vielen Darmſtädtern noch durch ſeine frühere, ſo
ſegensreiche Tätigkeit als Sekretär des Wartburgvereins in lebhafter
Erinnerung ſteht, am Montag abend unter uns weilen. Alle
Wartbur=
ger ſind mit Familien hierzu (Beginn 8 Uhr) herzlichſt eingeladen.
Gefallenenangehörige von denjenigen Freunden, welche
wäh=
rend des Krieges Mitglieder des Chriſtl. Vereins Junger Männer
„Wartburg” waren, werden gebeten, die Adreſſen bei Jakob Georg,
Darmſtadt, Bismarckſtraße 42, anzugeben. Nach Eingang der Adreſſen
erfolgen nähere Angaben durch die Preſſe.
— Die Mitglieder des Gabelsberger Stenographen=
Vereins 1861, beſonders die älteren, werden gebeten, ſich Montag
vormittag 111 Uhr zur Veerdigung des Geh. Nats Dr. Pitz am
Fried=
hofsportal in der Nieder=Ramſtädter Straße zu verſammeln.
Kunſinotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Deranſtaltungen, deren im Nachſiehenden Erwähnung
geſchieht, behält ſich die Redakion ihr Urteil vor.
— Senff=Georgi, der auch bei uns ſo überaus beliebte
Meiſter=
humoriſt wird nach dem durchſchlagenden Erfolg ſeines letzten
Gaſtſpiel=
abends bereits am Freitag, den 3. Oktober, abends 8 Uhr, im Saalbau
(Großer Saal) mit dem erfolgreichſten ſeiner Schlager=Programme „Trotz
alledem und alledem” nochmals fröhliche Einkehr halten, nachdem er erſt
kürzlich auch in Wien mit demſelben an fünf Abenden ſtürmiſche
Heiter=
keitserfolge erzielte, worüber die „Neue Freie Preſſe” u. a. berichtete:
Ein Luſtigmacher kräftig=geſunder, harmlos geſchmackvoller Art iſt
Senff=Georgi. Ein König des Lachens, dem es in ſieghaftem Sturmlauf
gelang, ſein großes Auditorium in das ſonnige Reich befreienden Lachens
zu entführen, um über zwei Stunden lang eine Fata Morgana
unbe=
kümmerter Lebensfreude am Himmel deutſchen Humors vorzuzaubern.
Man lachte ſich wieder einmal die Seele frei.” Karten ſind für das
hie=
ſige, unwiderruflich einzige Gaſtſpiel bei Konzert=Arnold,
Wilhelminen=
ſtraße 9 (Tel. 2560) zu haben.
Aus den Parteien.
— Deutſche Demokratiſche Partei, Frauengruppe.
Montag abend ſpricht Frl. Regierungsrat Keller im Parteilokal über
die Neugeſtaltung der Wohlfahrtspflege.
berstinsſtung. ale Bateſtude des gaeiſs ſud ole. d.
Tagfs=
ordnung: Demokratiſche Reichs= und Landespolitik; Landtagswahl.
Ortsgruppe Darmſtadt. Donnerstag, den 25. Sept, abends 8½ Uhr,
im „Weißen Saal”, Grafenſtraße, Mitgliederverſammlung.
Landtags=
wahl, Kandidatenfrage, Wahlarbeit.
— Frauen=Mitglieder=Verſammlung der
Deut=
ſchen Volkspartei am Mittwoch, den 24. Sept., abends im Hotel
Prinz Karl” (Ecke Schul= und Karlſtraße). Es wird eine Beſprechung
der Winterarbeit, der Vorbereitung zur Landtagswahl, beſondes aber
der ſozialen Hilfsarbeit ſtattfinden. Das einleitende Referat hat Frl.
E. Pfnor übernommen. Da dieſer Winter vorausſich=lich ein ſehr
ſchwerer ſein wird, iſt es notwendig, daß die Frauen die Not der Zeit
nach beſten Kräften zu lindern ſuchen. Wie das geſchehen kann, foll die
Ausſprache ergeben. Alle die Mitglieder, die zu tätiger Mithilfe bereit
ſind, ſowie die, die der Hilfe bedürfen, und die, die aus dem reichen Born
ihrer Erfahrungen Nat erteilen können, werden gebeten, ſich an der
Beſprechung zu beteil
Seite 6.
Verein für Luftfahrt, Darmſtadt.
— Am Freitag abend trat der Ehrenausſchuß, der anläßlich des
erſten Deutſchen Luftwettbewerbs nach dem Kriege in Darmſtadt gebildet
wurde, zuſammen. Der 1. Vorſitzende des Vereins, Herr Emil
Schwarz, verbreitete ſich über den Zweck und die Ziele der
Heſſen=
flieger und die Bedeutung des Luftwettbewerbs. Bei dieſer
Gelegen=
heit wurde auch bekannt, daß zur gleichen Zeit auch in England,
Ita=
lien und in der Schweiz Luftwettbewerbe für Klein= und Sport=
Flug=
zeuge abgehalten werden. Aus dieſem Grunde darf man dem Deutſchen
Luftwettb werb mit großer Spannung entgegenſehen. Welches Intereſſe
das Ausland an dem Deutſchen Luftwettbewerb hat, geht daraus
her=
vor, daß auch eine Reihe ausländiſcher Journaliſten der Veranſtaltung
beiwohnen werden.
Herr Miniſterialdirektor Dr. Schwarz, der den Luftwettbewerb
als einen Fortſchritt des Vereins kennzeichnete, behandelte des weiteren
die Frage der Finanzierung der Veranſtaltung und bezeichnete es als
Aufgabe des Ehrenausſchuſſes, mit Wort und Tat für die Veranſtaltung
einzutreten und für dieſes große ſportliche Ereignis bei Freunden und
Bekannten zu werben. Herr Miniſterialdirektor Dr. Schwarz dankte
ferner in bewegten Worten für das Entgegenkommen der Stadt
Darm=
ſtadt, die den „Heſſen=Fliegern” eine größere Summe zum Gelingen
des Flugwettbewerbs geſtiftet hat. Der Referent betonte nachdrücklich,
daß Darmſtadt in Sportkreiſen einen guten Namen habe. Was
Darm=
ſtadt bisher auf dieſem Gebiete gefehlt habe, ſei der Flugſport geweſen,
deſſen Pflege ſich die Heſſen=Flieger zur Aufgabe gemacht hätten.
Hier=
auf ergriff Stadtv. Herr Dr. Nöllner das Wort und teilte die
Stellungnahme der Stadtverordneten zum Luftwettbewerb mit.
Herr Oberbürgermeiſter Granzin=Offenbach a. M. empfahl
dauernde Finanzierung des Fliegerbundes und glaubte, ſich als
Ver=
treter der Stadt Offenbach, der Induſtrie und ſonſtigen Kreiſe
Offen=
bachs ſtark machen zu können, den Fliegern jährlich einen beſtimmten
Beitrag zukommen zu laſſen, da die Sicherung für die Zukunft ebenſo
ahtig ſei, wie die augenblickliche Finanzierung des Unternehmens.
Herr Beigeordneter Delp ſtand auf dem Standpunkt, daß auch
der heſſiſche Staat unter allen Umſtänden zu dem Gelingen der
Ver=
anſtaltung beitragen werde und daß der Finanzausſchuß des heſſiſchen
Landtags ſich wohl in ſeiner nächſten Sitzung mit dieſer Angelegenheit
befaſſen werde.
Herr Dir. Lutz legte der Verſammlung dringend ans Herz, dem
Deutſchen Luftwettbewerb 1924 dasſelbe Intereſſe entgegenzubringen,
wie ſeinerzeit den Prinz=Heinrich=Flügen vor dem Kriege.
Herr Stemmer, der im Namen des Verkehrsvereins ſprach,
be=
grüßte den Deutſchen Luftwettbewerb und hielt es für die Pflicht eines
jeden, der Bürgerſinn hat, die Veranſtaltung zu unterſtützen.
Herr Oberbürgermeiſter Granzin=Offenbach griff die gemachten
Vor=
ſchläge auf, appellierte an den deutſchen Idealismus, der auch hier ſeinen
Opferſinn betätigen werde, und regte Freiflüge an, um das größere
Publikum auf die Flugveranſtaltungen aufmerkſam zu machen.
Von ſeiten des Vorſtandes wurde mitgeteilt, daß auch diesmal
wie=
der Freiflüge zur Verfügung geſtellt werden und dieſe prozentual auf die
Eintrittskarten verteilt werden, ſo daß alſo jeder Beſucher der
Flugver=
anſtaltungen das Glück haben kann, einen Freiflug zu bekommen.
Herr Dr. Buß ſchlug vor, aus dem großen Ehrenausſchuß einen
Vorſtand zu bilden, der die laufenden Geſchäfte führen und die
finan=
ziellen Grundlagen der Veranſtaltung prüfen ſoll.
Einſtimmig angenommen wurde der Vorſchlag, wonach ſich der
Vor=
ſtand des Ehrenausſchuſſes aus dem heſſiſchen Staatspräſidenten, je
einem Vertreter der Städte Darmſtadt, Mainz, Offenbach, Worms und
Gießen, je einem Vertreter der Handelskammer und des
Verkehrsver=
eins zu Darmſtadt, der Handelskammer Offenbach und des heſſiſchen
Landtags zuſammenſetzt. Den Behörden ſoll die Entſendung der
Ver=
treter überlaſſen bleiben.
Die Verſammelten, die durch zahlreiches Erſcheinen ihr Intereſſe
für den Deutſchen Luftwettbewerb bekundeten, gingen i dem
Bewußt=
ſein auseinander, daß an dem Gelingen des Unternehmens nicht zu
zweifeln ſei.
Griesheim, 20. Sept. Gemeinderatsbericht. 1. Als
Nach=
trag zur Ortsbauſatzung der Gemeinde Griesheim zu Art. 38 der Allg.
Bauordnung und 8 58 der Ausführungsverordnung wurde folgendes
beſchloſſen: „In einer geringeren Entfernung als 85 Meter von den
Friedhöfen der Gemeinde Griesheim dürfen Wohngebäude und Brunnen
zu hauswirtſchaftlichen Zwecken nicht errichtet werden.” 2. Der Ankauf
des Waldgrundſtücks der Leopold Meher II. Eheleute, Flur KXXIINr. 79
— 8094 Quadratmeter Nadelholz in der Beckerntanne, wurde, da das
Grundſtück von beiden Seiten von Gemeindewald umſchloſſen wird, be= Pläne ſind ſehr zu empfehlen.
ſchloſſen. Bezüglich des Kaufpreiſes ſoll der Bürgermeiſter mit dem
Be=
ſitzer in Unterhandlungen treten. 3. Dem Gaswerk wurde die
Genehmi=
gung zum Legen von Röhren in den ſogenannten „Hohen Pfitzenweg”
bis zum Graben in der Rheingaſſe zum Ableiten des Grundwaſſers aus ſich mit dem Meſſer in der Hofreite on Ph. Eitel III. in der Herzgegend
dem Keller gegen eine jährliche Anerkennungsgebühr von 2 Mk. erteilt.
Mit dem Gaswerk iſt ein entſprechender Vertrag abzuſchließen, mit deſſen iſt zur Unterſuchung und Beobachtung in das Krankenhaus nach Darm=
Baugenoſſenſchaft „Selbſthilfe” ſoll das von der Gemeinde in der
Wald=
zur Verfügung geſtellt werden. 5. Nachdem die heſſ. Ausführungsverord= — Ein Unfall ereignete ſich hier, indem das dreijährige Mädchen des
nung zum Reichsgeſetz, betr. Mieterſchutz und Mieteinigungsämter vom Schreiners Peter Dietz von hier ſeine Hand beim Futterſchneiden in die
1. Juni 1923, zugelaſſen worden iſt, wurden die Mitglieder des
Miet=
einigungsamts neu gewählt. Gewählt wurden folgende Perſonen aus
den Kreiſen der Vermieter: Jakob Feldmann II., Philipp, meiſters Wiemer am Sonntag, den 38. September, hier ſtatt. Zur Wahl
Steiner, Johannes Juſtus II., Valentin Stetter, Karl Merker I., Philipp, ſtehen ſich 4 Kandidaten einander gegenüber und dürfte ein ſcharfer Wahl=
Nothnagel XII., Konrad Wilhelm Funk I., Friedrich Jakob Kircher I.,
Ludwig Kneiſel, Wilhelm Reifenrath, Wilhelm Lamm, Philipp Engel X.;
aus den Kreiſen der Mieter: Jakob Schwuch I., Adam
Schwuch II., Adam Feldmann II., Jakob Zöller, Tobias Leichtweis,
Peter. Diefenbach VI., Friedrich Schupp XIV., Robert Lindacher,
Peter, Feuerbach VIII., Wilhelm Merker IV., Philipp Wilhelm
Po=
ſeiner I., Georg Dörr. 6. Dem Jakob Göbel 19 Philipp Gobel v., Abendmahl teil, woran ſich gemeinſames Mittageſſen im „Eck” anſchließt.
Jakob Klinger III. und Peter Kahl I. von hier wurden zur Fertigſtellung
ihrer Wohnhäuſer je ein Baukoſtenzuſchuß von 600 Mark gewährt. 7. Die
Anlieferung von Brennſtoffen für die hieſigen Schulen wurde wie folgt morgen ſtatt.
vergeben: a) 400 Zentner Kohlen den hieſigen Kohlenhändlern zum Preis
von 1.95 Mk. pro Zentner, b) 500 Zentner Koks dem hieſigen Gaswerk
zum Preis von 1.10 Mk pro Zentner. 8. Das Geſuch des Hermann Geier
um Befreiung von den Beſtimmungen des 8 18 Abſ. 1 der Ortsbauſatzung geruht hatte.
bei Erbauung einer offenen Halle wurde abgelehnt. 9. Der Gehilfin der
ab eine monatliche Vergütung von 35 Mark bewilligt. 10. Der
Augen=
heilanſtalt Wiesbaden wurde ein Jahresbeitrag von 35 Mark aus der erklärt hat, den Dirigentenpoſten zu übernehmen.
Gemeindekaſſe bewilligt. 11. Die Stelle des in den Ruheſtand verſetzten
Feldſchützen Daniel Müller II., ſoll nicht mehr neu beſetzt werden. Der ner heutigen Sitzung zunächſt die Mitteilung über die Mandatsnieder=
Dienſt ſoll vorerſt von dem Gemeindearbeiter Göbel verſehen werden, legung des G.=R. Veith 2. entgegen; zugleich wurde der neu ein=
12. Die Straßenbeleuchtung ſoll in dieſem Jahre wieder in vollem Um= tretende G.=R. Sperling 5. verpflichtet. — Der Vertragsabſchluß
fange erfolgen. 13. Das Geſuch der Steigerer der Grasnutzung von den
Wieſen der Tuchbleiche und vom Landgraben um Ermäßigung der
Steig=
preiſe wegen des hohen Waſſerſtandes wurde vorerſt zurückgeſtellt. 14. Den
wurden.
Nacht über gezecht hatten, hielten früh morgens das Gefährt eines hier Finanzamts, als unmittelbarer Reichsvermögensaufſichtsbehörde. Die
durchfahrenden auswärtigen Milchfuhrmanns an. Bei dem Anziehen
der Pferde und dem Wiederaufhalten derſelben durch die Burſchen fiel ſtellung. Es werden dadurch drei Zwei= und ein Fünffamilienhaus
ge=
der ſchon altersgraue Fuhrmann vom Wagen und brach ein Bein. —
In einer der letzten Nächte wurde in einer Dreſchhalle ein beladener minderwertiges Getreide geliefert werden kann, ſoll die Naturalliefe=
Wagen, wohl aus Mutwillen, von jungen, auswärtigen Burſchen
um=
geworfen. — Die Obſtverſteigerungen an den hier münden= durch Geldbeträge erſetzt werden. — Bei der Beſprechung des Vor=
den Kreisſtraßen beginnen am Montag.
Sonntag, den 21. September 1924.
* Ober=Ramſtadt, 19. Sett. Gemeinderatsſitzung. Zum Gemeinde einen Zuſchuß von 23000 Mark verlangt, erhob man
Umtauſch eines Ackers gegen Baugelände. Die Angelegenheit wird bis
zur Beſichtigung beider in Frage kommender Grundſtücke zurückgeſtellt.
— Dem Gg. Ludwig Rodenhäuſer wird das ſeinerzeit Am Küchler,
an=
ſchließend an die Faſelhofreite, gewünſchte Gelände für Bauzwecke nun
definitiv zugeteilt gegen Eintauſch des vorderen Teiles des Grundſtücks, die der Staat aber auch genügend zuzuſchießen habe. Eine Beſe
Flur 3 Nr. 1. Die Gemeinde fordert für das Baugelände 128 Mk. pro
Quadratmeter; ſie vergütet in dieſem Falle für das genannte
Grund=
ſtück 0,40 Mk. je Quadratmeter. — Ein gleicher Antrag des Phil.
Neu=
bert I. findet Genehmigung. Neubert erhält Baugelände Am Küchler
gegen Zurückgabe eines Grundſtücks in der Mäuswieſe, wofür er 0.20
Mark je Quadratmeter erhält und 1,28 Mk. je Qm. bezahlen muß. Ev.
ſich ergebende Preisdifferenzen angeſichts der Größe des Geländes ſind
an die Gemeindekaſſe zu vergüten. — Mit Jakob Braband und Friedr.
Jakoby II. wurde ein Revers über Anbringen von Neklame=
Firmenſchil=
dern an den Laternenpfählen Ecke Darmſtädter und Wehr= und
Darm=
ſtädter und Ernſt=Ludwigſtraße aufgeſtellt, die im Entwurf die
Geneh=
migung des Gemeinderats finden. — Die in der Ammerbachſtraße
erfor=
derlichen Pflaſtererarbeiten werden dem Pflaſterer Wilhelm Fiſcher IX.
zu den gleichen Einheitspreiſen wie ſeinerzeit in der Adlergaſſe
über=
tragen. — Für die Renovierung des Daches eines Holzſchuppens beim
Gemeindehaus Langbeuneweg 2 ſoll auf Koſten der Gemeinde die
Dach=
pappe beſchafft und von dem betr. Mieter gelegt werden. — Von der
mit den beiden Korbmachern Burger und Mink getroffenen
Vereinba=
rung, betr. Nutzung der Weiden auf Gemeindegelände, nimmt der
Ge=
meinderat Kenntnis. — Die Frage der Dienſtſicherheit des
Gemeinde=
rechners und des Rechners der Waſſerwerkskaſſe Keller wird nach den
Ausführungen des Bürgermeiſters für erledigt erklärt. — Für die
Ueber=
ſichtspläne von Ober=Ramſtadt wird ein Abgabepreis von 2 Mk. für vier
Blatt feſtgeſetzt. — Durch die Nückgabe der Wohnungsangelegenheiten,
die das Kreisamt ſeither erledigte, an die Gemeinde, iſt die Bildung
einer Wohnungskommiſſion notwendig geworden. Die beſtehenden
Ver=
mieter= und Mieterorganiſationen ſollen je zwei Mitglieder der
Woh=
nungskommiſſion ſtellen und zu entſprechenden Vorſchlägen durch die
Bürgermeiſterei aufgefordert werden. Als Vorſitzender der Kommiſſion
wird Gemeinderat Friedrich beſtimmt. — Der Ankauf des von Wolf
Wartensleben angebotenen Geländes zum Preiſe von 2 Mk. pro Om.
wird abgelehnt. — Das im Geiſenwald aufgearbeitete Windfallholz ſoll
öffentlich verſteigert werden. Zahlungsfriſt hierfür bis längſtens 1. 1.
1925. — Die Verſteigerungen von Hafer= und Kleeheulieferungen für das
Faſelvieh werden genehmigt. Es ſollen ferner Offerten über einen
Wag=
gon guten Futters (Kleeheu) von auswärts eingeholt werden. —
Nach=
dem ein Voranſchlag über die Koſten der Herſtellung des Sportplatzes
nun vorliegt, ebenſo eine Zeichnung darüber vorhanden iſt, wird die
Herſtellung des Platzes endgültig beſchloſſen. Die Koſten dürften ſich
auf 5200 Mk. belaufen, die auf die in letzter Sitzung vom Gemeinderat
beſchloſſene Weiſe aufgebracht, verzinſt und getilgt werden ſollen. —
Hierauf geheime Sitzung, in der Wohlfahrtsſachen zur Beratung ſtehen.
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* Roßdorf, 19. Sept. Wie die Bürgermeiſterei bekannt gab, ſind dort
Gemarkungspläne zum Selbſtkoſtenpreis, von 2 GMk. erhältlich. Die
* Fränkiſch=Crumbach, 20. Sept. In einem Anfall von Schwermut
ſtach der Landwirt und Müller Karl Speckhardt von hier ſein
ein=
ziges Kind in die Bruſt und verſuchte dann ſich ſelbſt zu töten, indem er
erheblich verletzte. Das Kind ſtarb noch in derſelben Nacht. Speckhardt
Ausarbeitung der Gemeindebauaufſeher Ritter beauftragt wird. 4. Der ſtadt verbracht worden. Seine Frau iſt ſchon lange Zeit ſchwer leidend.
Speckhardt war lange Zeit in ſibiriſcher Gefangenſchaft und dürfte dort
Gehaborner, Hofmann= und Friedrichſtraße zu erwerbende Baugelände durch ſeine Tätigkeit im Bergwerk ſich ein Nervenleiden zugezogen haben.
Maſchine brachte und ihm ein Finger abgeriſſen wurde. — Die Wahl
eines Bürgermeiſters findet infolge des Rücktritts des früheren
Bürger=
kampf zu erwarten ſein.
* Erbach i. O., 20. Sept. Seit altersher herrſcht hier der ſchöne
Brauch, daß ſich die 50jährigen des Jahres einmal
zuſammenfin=
den zur gemeinſamen Geburtstagsfeier. Auch in dieſem Jahre nehmen
die alten Pfarrkameraden des Kirchſpiels Erbach am Gottesdienſt mit
Am Nachmittag treffen ſich die 50jährigen ebendaſelbſt mit ihren
Angehö=
rigen zum gemütlichen Beiſammenſein. Dieſe Veranſtaltungen finden
* Momart, 20. Sept. Da ſich unſer Lehrer, Herr Zink, bereit
er=
klärt hat die Leitung zu übernehmen, wurde am 13. ds. Mts. der
Geſang=
verein „Liederkranz” wieder ins Leben gerufen, der ſeit Kriegsbeginn
8 Momart i. O., 20. Sept. Der Geſangverein Lieder=
Kleinkinderſchule Eliſabete Sauerwein wurde vom 1. September ds. Js. kranz, der ſeit 1914 ſeine Vereinstätigkeit eingeſtellt hatte, hat ſie
jetzt endlich wieder aufgenommen, nachdem Herr Lehrer Zink ſich bereit
e. Groß=Gerau, 18. Sept. Der Gemeinderat nahm in
ſei=
über die Aufſtellung von vier Wohnbaracken, in denen elf Familien
Platz finden, an der Klein=Gerauer Straße wurde gutgeheißen. Es
handelt ſich um Holzhäuſer, die urſprünglich als Reparationslieferung
Schluß der Sitzung bildeten Steuer= und Wohlfahrtsangelegenheiten, die nach Serbien beſtimmt waren, nun aber vom Reichsbauamt den
Ge=
meinden im beſetzten Gebiet zur Erleichterung der Unterbringung
aus=
zum Teil in bejaghendem und zum Teil in verneinendem Sinne erledigt gewieſener Familien bereitgeſtellt werden. Für ihre Errichtung ſtellt
das Reich außerdem je Wohnung 1000 Mark zur Verfügung; die Häu=
9 Pfungſtadt, 20. Sept. Uebermütige Burſchen, die die ſer verbleiben im Reichsbeſitz und unterliegen der Beaufſichtigung des
Gemeinde ſtellt das Gelände zur Verfügung und übernimmt die
Auf=
ſchaffen. — In Vorausſicht deſſen, daß infolge ſchlechter Ernte ein
rung in Hafer bei Erhebung der gemeindlichen Sprunggelder fortan
anſchlags der Realſchule Groß=Gerau für das Jahr 1925, der von der
Nummer 263
1. Punkt der Tagesordnung ſtand ein Antrag des Auguſt Ewald III. auf Anſpruch, daß auch die übrigen Gemeinden, aus denen zum erhebl
Teil die Unterrichtsanſtalt beſucht wird, entſprechend beiſteuern.
Bereitwilligkeit dazu iſt ſehr gering, die Laſt für die Gemeinde (
Gerau, die außerdem das Schulgebäude zu unterhalten hat, allein
untragbar. Außerdem handle es ſich um eine ſtaatliche Anſtalt
faſſung über den Voranſchlag wurde einſtweilen ausgeſetzt, doch
der Gemeinderat dem Unvermögen Ausdruck, allein die erwähnte
zu tragen, und daß man ein Mittel finden muß, die übrigen intere
ten Gemeinden entſprechend bereitwillig zu machen. — Der
meindevoranſchlag für 1924 iſt vom zuſtändigen Miniſterium mi
Abänderung gebilligt worden, daß die landwirtſchaftliche Umlag
mäßigt werden muß, der dadurch entſtehende Ausfall von 8000
Steuerertrag aber durch eine erhöhte Einkommenſteuer (von 7000
88 000 Mark) ausgeglichen iſt.
+ Groß=Gerau, 20. Sept. Der Gemeinderat ſtimmte
Vertragsabſchluß über die Errichtung von vier Holzhäuſern zu.
Gemeinderat Heinrich Veith hat ſein Mandat niedergelegt.
* Mörfelden, 19. Sept. Am Sonntag, den 21. September.
eine Beſichtigung der hieſigen Pflichtfeuerwehr durch den
feuerwehrinſpektor ſtatt, wozu die Jahrgänge 1896—1898 einſchli
erſcheinen müſſen. Armbinden ſind anzulegen. — Zu frühgef;
haben ſich die Einwohner des überſchwemmten Sachſenhäuſer Orts
wenn ſie glaubten, durch das neue Entwäſſerungsprojekt bald etwas
dem Waſſer aus ihren Kellern los werden zu können. Der Müller
ſeine ihm verbriefte Bachgerechtigkeit von Annodazumal pochend,
gert ſich entſchieden, den projektierten Entwäſſerungsgraben in
Mühlbach, zirka 150 Meter hinter ſeiner Mühle, einmünden zu !
In Anbetracht der geradezu kataſtrophalen Waſſerverhältniſſe u
nanntem Ortsteil iſt das widerſpenſtige Verhalten des Müllers
zu verſtehen; vielleicht befaßt man ſich höheren Orts einmal intenſi
dieſer für das allgemeine Ortswohl ſo bedeutſamen Angelegenheit
A Offenbach, 19. Sept. Die Verabſchiedung der
Beſoldungzo=
durch die Stadtverordnetenverſammlung vergnlaßt
ſtädtiſchen Beamten von Gruppe 1—7, geſtern ihre Stellung zu d
Beſoldungsplane darzulegen. Es wurde die Wiedereinführung
vierteljährlichen Gehaltszahlung und die Gewährung
Wirtſchaftsbeihilfe verlangt. Die Kleidung der Famili
gehörigen und auch die Ausſtattungswäſche ſei überall hart mitge
men, und vorzugsweiſe bei den unteren Beamten. Von mehreren
nern, darunter dem früheren ſozialdemokratiſchen Stadtverord
Happe, wurde betont, es ſei eine Sünde und eine Schande, wie
die einzelnen Beamten in höhere und höchſte Gehaltsgruppen ge
habe, ſo daß heute ihr Einkommen weit über das Friedensgehalt hi
gehe, wpährend die unteren Beamten und Gruppen vielfach weit
dem Friedensgehalt geblieben wären.
X Königſtädten, 20. Sept. Die Denkmalsfrage geh=
Entſcheidung entgegen. In einer von allen Vereinsvorſtänden gebil
Verſammlung wurde ein zehngliedriger Ausſchuß, an deſſen Spitze
Bürgermeiſter Einſiedel ſteht, gegründet, der die Vorbereitt
treffen ſoll.
* Kelſterbach a. M., 20. Sept. Große Holzflöße werden
am Mainufer zuſammengeſtellt. Das Holz ſtammt aus dem
Schwanheimer Wald und ſoll im Ruhrgebiet als Grubenholz
Ve=
dung finken. — Beim Latwergkochen entſtand in der „Hofmühle
Beck mittags ein kleiner Brand, der aber von der Feuerwehr bal
löſcht werden konnte. Wäre das Feuer nur 5. Minuten ſpäter er
worden, hätte es auf die Scheune übergegriffen.
X Ginsheim, 20. Sept. Unfall. In der Dunkelheit, a.
zwiſchen 10 und 11 Uhr, wurde in der Kaiſerſtraße ein junger 2
von einem ohne Liht fahrenden Auto überfahren. Der junge
war lange Zeit bewußtlos und trug blutige Hautabſchürfungen d
* Mainz, 19. Sept. Empfang des Oberbürgermeiſt
Zum Empfang des Oberbürgermeiſters Külb., hatten ſich im f
geſchmückten großen Sitzungsſaal des Stadthauſes die Stadtvert
ten, die Amtsvorſtände, die Vorſitzenden des Beamtenausſchuſſes
des Geſamtbetriebsrates eingefunden. In herzlichen Worten beg
Herr Bürgermeiſter Dr. Ehrhard im Namen ſeiner Kollegen ſowi
ſtädtiſchen Beamten und Arbeiter den Herrn Oberbürgermeiſter
bereits über 11jähriger Abweſenheit aus ſeiner Vaterſtadt
nicht alle Anzeichen trügen, ſo führte Dr. Ehrhard in ſeiner Anſt
aus, beginnen jetzt allmählich die ſchwarzen Wolken ſich zu verz
ſo daß bald auch wieder einmal in Mainz wir die Sonne ſch
ſehen. Im Namen der Stadtverordneten hielt der Senior, berr
Heerdt, eine längere Begrüßungsanſprache und endete mit dem 2
„Willkommen daheim”. Mit größter Freude ſieht die Bevölkerung
Stadt Mainz der Tätigkeit ihres Oberhauptes entgegen. In lin
Anſprache dankte der Herr Oberbürgermeiſter den beiden Nednen
freute ſich, wieder im Kreiſe ſeiner Mitarbeiter tätig ſein zu kön
Das Amtszimmer des Oberbürgermeiſters war auf das ſchönſte geiſchm
Im Laufe des Nachmittags liefen vom Staatspräſidenten und den 1
gen Miniſtern herzliche Glückwunſchtelegramme ein, ebenſo zlr
Glückwunſchſchreiben von hieſigen Vereinen und Bürgern.
— Bretzenheim b. Mainz, 20. Sept. Ferienwander!
Die hieſige Bürgermeiſterei hat in lobenswerter Weiſe für die
ren ſchulpflichtigen Kinder eine Ferienwanderung durch den Scht
wald beſchloſſen, die unter bewährten Führern ausgeführt werden
Die Ausgaben ſtellen ſich pro Kind auf zehn Mark.
b. Friedberg, 19. Sept. In der geſtrigen Stadtverordne
ſitzung wurden die Voranſchläge der Auguſtiner= und Schiller
unter Zuziehung der Direktoren der betreffenden Anſtalten feſtgeſet
Die kommuniſtiſche Fraktion hatte einen Antrag betr. Beſetzung,
ſtädtiſchen Ausſchüſſe eingebracht. Ein Antrag Gebhardt, über
Punkt zur Tagesordnung überzugehen, wird mit 11 gegen 9 Stil
abgelehnt und die Angelegenheit dann mit allen gegen 2 Stimmen
Organiſationsausſchuß überwieſen. — Die Frage der Errichtung
Stadthalle ſoll in nichtöffentlicher Sitzung behandelt werden. Au
trag des Stadtverordneten Jakob wird eine in der letzten Sitzun
Mietervereinigung gefaßte Neſolution vorgeleſen, nach welcher „fü
geplanten Saalbau ſo lange ſtädtiſche Mittel nicht bewilligt, w
ſollen, bis der letzte Wohnungsſuchende eine Wohnung gefundenh
* Griedel in der Wetterau, 18. Sept. Seine geſamte 2i
zeit 42 Jahre hat Lehrer Jung in unſerem Dorfe verbracht,
faſt die geſamte Einwohnerſchaft bei ihm in die Schule gegangen iſt
folge des Beamtenabbaues wurde der jetzt 63jährige in den Ruh
verſetzt. Zugleich trat der Gemeinde= und Kirchenrechner Ohly
Ruheſtand. Beide Beamten erhielten von der Gemeinde gelegentlich
Abſchiedsfeier je einen Ruheſeſſel.
* Butzbach, 19. Sept. Für die Errichtung eines Denkn
für die Gefallenen des Infanterieregiments Nr. 168 in Offenbal
willigte der Stadtrat 300 Mark. Ein Bataillon des Regiments 16
bekanntlich bis 1918 in unſerer Stadt in Garniſon.
* Ulrichſtein, 20. Sept. Die Baubehörde von Gießen, vertreten
Baurat Fiſcher=Gießen und Bautechniker Jung=Klein=Linden, ſtellte
den Schaden feſt, welchen der letzte Brand an der Kirche und dem
hauſe verurſacht hat. — Das 4jährige Kind des Kraftfahrers Joſt
unter das Laſtauto und wurde auf der Stelle getötet.
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Seite 7.
Zum 300. Todestage Jafob Böhmes
Von H. Kreutzner.
Am 21. September veranſtaltet die Stadt Görlitz und die
Oberlauſitzſche Geſellſchaft der Wiſſenſchaften eine große Jakob=
Böhme=Feier. Man erwartet hierzu auch von auswärts
Ver=
treter der Behörden und der Wiſſenſchaft, und gerade dieſer
Um=
ſſtand hat bewirkt, daß man die Veranſtaltung nicht auf Mitte
November, die Zeit des Todestages — wo die Tage kurz und die
Witterungsverhältniſſe meiſt ungünſtig ſind — gelegt hat. Acht
Tage ſpäter, am 28. September, wird die Görlitzer Schuhmacher=
Innung zuſammen mit ihrer Fahnenweihe einen
Erinnerungs=
tag auf breiterer Grundlage im großen Saal der Stadthalle
ab=
halten. Den folgenden Montag wird dieſelbe Innung die
Auf=
führung des Schauſpiels „Jakob Böhme” verfaßt von dem
frü=
heren Görlitzer Paſtor Walter Nithack=Stahn, veranſtalten.
Fer=
ner erſcheint eine Feſtſchrift, verfaßt von dem Seidenberger
Diplom=Ingenieur Adler, dem Görlitzer Ratsarchivar und
Sek=
retär der Oberlauſitzſchen Geſellſchaft Dr. Richard Jecht und dem
Studienrat am Gymnaſium Auguſtum Felix Voigt. Es haben
ſich dabei zum Teil ganz neue Ergebniſſe herausgeſtellt. Aber
auch die Görlitzer Bildkunſt ſoll dem Andenken des großen
Mannes dienen. Es ſoll ein Bildwerk: Jakob Böhme und
Gör=
litz herausgegeben werden, zum großen Teil gefertigt nach
Skizzen des Görlitzer Künſtlers Engelhardt Kyfhäuſer. Es iſt
darauf Wert gelegt, daß einheimiſche Kräfte, die im Mutterboden
Böhmes, in Seidenberg und Görlitz, wurzeln, bei dem Ganzen
beteiligt ſind. Außerdem findet in der Woche vom 21. bis 28.
September in den Räumen der Oberlauſitzſchen Geſellſchaſt eine
Jakob=Böhme=Ausſtellung ſtatt, die Bilder des Philoſophen und
der Stätten ſeiner Wirkſamkeit, amtliche Niederſchriften uſw.
enthalten wird.
„Ich für mein Teil habe eine ungemeine Vorliebe für die
Schuſter, ſowohl in der Geſamtheit bei ihren feierlichen
Auf=
zügen, wie auch in ihrer Eigenſchaft als Individuen. Es iſt, wie
das Volk ſagt, eine „ſpintiſierende Nation”, und kein anderes
Handwerk bringt ſo treffliche und kurioſe Eigentümlichkeiten bei
ſeinen Gildegliedern hervor”. So beginnt Raabe ſein Loblied
auf die Schuſter im „Hungerpaſtor”, deſſen Vater ja auch von
der „ſpintiſierenden Nation” iſt, und der ſeinem Sohn die
Vor=
namen der berühmten Handwerksgenoſſen Hans Sachs und Jakob
Böhme gibt.
Böhme zu Altſeidenberg nahe Görlitz geboren. Seine Eltern
waren, wie ſein Freund und Biograph Abraham von Franken= habe, iſt herrlich und trefflich, und ich glaube auch das, was ich
berg ſagt, „beide arme und geringe Bauersleute guter deutſcher
Art”. Nach dreijähriger Lehrzeit und nach ſechsjähriger
Wander=
zeit ließ er ſich als Schuhmachermeiſter in Görlitz nieder. Die
Nachrichten aus der erſten Hälfte ſeines Lebens ſind ſpärlich. handen ſein muß, das wird er nicht müde auszuſprechen. Immer
Wir wiſſen, daß er in glücklicher Ehe mit der Tochter eines Gör= neue Bilder erfindet er dafür. Hier einige: „Gleichwie der Tag
litzer Fleiſchermeiſters lebte und daß dieſe Ehe mit ſechs Kindern in der Nacht und die Nacht in dem Tage zwei Centra ſind und
geſegnet war. Im Jahre 1613 legte er den Hammer aus der
Hand, „um dem inneren Drange zu folgen, der ihn zu ſchreiben
hieß‟. Seine erſte Schrift, die „Morgenröte im Aufgang”, kam
in die Hände des damaligen Görlitzer Paſtor Primarius Gre= und iſt doch zuſammen nur ein Feuer, und wäre keines ohne
ſchen Propheten” von der Kanzel herab aufs heftigſte angriff
und in gemeiner Weiſe beſchimpfte. Böhme mußte verſprechen, ſei. Außer dieſen beiden, welche doch in ſtetem Streite ſtehen,
ſprechen. Aber dann „erkannte er, daß man Gott mehr gehorchen
ſich wieder Bahn in einer großen Reihe von Schriften; es ſind
zibien”, „Vom dreifachen Leben des Menſchen” „Von der Menſch= wäre, ſo wäre auch keine Empfindlichkeit, noch Wollen, noch
Wir=
werdung Chriſti”, „Signatura rerum”, „Myſterium Magnum” ken, auch weder Verſtand noch Wiſſenſchaft darin. Denn ein
und „Von der Gnadenwahl”.
ausgewieſen und ging nach Dresden, um am kurfürſtlichen Hofe
ſein Recht zu finden. Er halte auf Betreiben des Kurfürſten ein /
Sonntag, den 21. September 1924.
Jakob Böhme
Kolloquium mit den Profeſſoren der Theologie, aus dem er völlig
gerechtfertigt hervorging. Während ſeiner Abweſenheit aber
hetzte der Paſtor Primarius den Pöbel wieder auf, der die Fenſter
in Böhmes Haus einwarf und ſeine Familie bedrohte. Nach
kurzem Aufenthalt auf dem Landgut des Herrn von
Schwei=
nichen kehrte er in die Heimat zurück und ſtarb am 17. November
1624 mit den Worten: „Nun fahre ich hin ins Paradies‟. Die
Wut der Gegner ließ ihm auch im Tode keine Ruhe. Sein Grab
wurde geſchändet und verwüſtet.
So formlos, kraus, überwuchert und ſchwer verſtändlich auch
oft das Werk des Philofophus teutonius Jakob Böhme anmutet
— er war ja vollkommener Autodidakt und ſeine Lehrmeiſter
Im Jahre 1575, im Todesjahr Hans Sachſens, wurde Jakob nur die Bibel und der Parazelſus — ſo gilt doch von ihm das
Wort des Sokrates über Heraklit: „Was ich von ihm verſtanden
nicht verſtand. Man müßte dazu ein deliſcher Taucher ſein.”
Wie durch den Gegenſatz von Liebe und Zorn, Licht und
Finſternis erſt Leben entſteht und deshalb auch in Gott
vor=
doch ungeſchieden: nur mit Willen und Begierde ſind ſie
ge=
ſchieden. Denn ſie haben zweierlei Feuer in ſich: Der Tag das
hitzige, aufſchließende, und die Nacht das kalte, einſchließende —
gorius Richter, eines Fanatikers der Orthodoxie, der „den fal= das andere offenbar oder wirkend. Denn die Kälte iſt die Wurzel
der Hitze und die Hitze iſt die Urſache, daß die Kälte empfindbar
nichts mehr zu ſchreiben, und fünf Jahre hielt er auch ſein Ver= wären alle Dinge ein Nichts, und ſtänden ſtill ohne Bewegung.”
Wenn das natürliche Leben keine Wiberwärtigkeit hätte und
müſſe als den Menſchen”, und der Trieb zum Schaffen brach wäre ohne Ziel, ſo fragte es niemals nach ſeinem Grunde, woraus
es hergekommen ſei, ſo bliebe der verborgene Gott dem
natür=
deren 30, von denen die bedeutendſten ſind: „Von den drei Prin= lichen Leben unerkannt. Auch ſo keine Widerwärtigkeit im Leben
Ding, das nur einen Willen hat, das hat keine Schiedlichkeit. So
Aber die Leiden begannen hiermit aufs neue. Er wurde es nicht einen Widerwillen empfindet, der es zum Treiben der
Bewegnis urſacht, ſo ſteht es ſtill. Denn ein einig Ding weiß
nichts mehr als Ein:2, und ob e2 gleich in ſich gut iſt, ſo kennt e
w
doch weder Böſes noch Gutes, denn es hat in ſich nichts, das es
empfindlich mache.‟ Das Böſe hat bei Böhme ſeine völlige
Be=
rechtigung, denn durch ſein Vorhandenſein iſt erſt das Gute
ermöglicht: „Das Böſe muß eine Urſache des Lebens und des
Lichtes ſein.”
Jakob Böhme hat auf die größten deutſchen Philoſophen
gewaltig eingewirkt, beſonders auf Schelling, Fichte und Hegel,
der ihn den erſten deutſchen Philoſophen nennt, noch mehr aber
auf die deutſchen Dichter der Romantik, auf Tieck und Novalis.
Die blaue Blume, die Sehnſucht der Romantiker, iſt von Böhme
übernommen. In unſerer Zeit hat Erwin Guido Kolbenheyer
einen Jakob=Böhme=Roman „Meiſter Joachim Pauſewäng”
ge=
ſchrieben, eine meiſterhafte Darſtellung Böhmes und ſeines
Zeit=
alters.
Geſchäftliches.
Die Verlagsanſtalt A. W. Spiering u. Sohn in Groningen (Holland)
wird ein „Deutſch=Holländiſches Handels=Adreßbuch” herausgeben.
Dieſes Werk wird nicht nur die Adreſſen aller niederländiſchen und
niederl.=indiſchen Fabrikanten und Händler enthalten, ſondern auch die
Adreſſen von denjenigen deutſchen Firmen, welche nach Holland oder
Niederl.=Indien liefern können.
Für jeden deutſchen Exporteur iſt die Erwähnung ſeiner Adreſſe
deshalb wichtig, da dieſes Adreßbuch ein viel gebrauchter Bezugsquellen=
Nachweis für holländiſche und niederl.=indiſche Einkäufer ſein ſoll.
Firmen, welche ihre Geſchäftsverbindungen in Holland oder Niederl.=
Indien ausbreiten wollen, wird auf Anfrage von obengenannter Ver=
Hausfrauen! Pflegt den Fußboden! Daß er,
gleich=
viel, ob Linoleum, Parkett oder geſtrichene Dielen, glänzt und immer
wie neu ausſieht, erreichen Sie mühelos mit „Wichsmädel”=Bohnerwachs.
Es iſt hergeſtellt mit amerikaniſchem Terpentinöl, daher von angenehmem,
erfriſchendem Geruch, aus beſten Edelwachſen, daher konſerviert es den
Fußboden aufs beſte. Verlangen Sie aber ausdrücklich eine Doſe
„Wichsmädel” es iſt das Beſte und Sparſamſte! Wir verweiſen
auf das Inſerat in der heutigen Nummer unſerer Zeitung.
Tageskalender.
Landestheater, Großes Haus, Anfang 7 Uhr, Ende 10½ Uhr
(4 1): „Schwanenweiß”. — Kleines Haus, Anfang 7 Uhr, Ende 9½
Uhr (Zuſatzmiete II:): „Miß Sara Sampſon”. — Orpheum,
abends 8 Uhr: Der Mann mit dem Fimmel”. — Herrngarten,
vormittags 11 Uhr: Großes Promenadekonzert. — Neues
Schieß=
haus, ab 3 Uhr: Kaffee=Konzert. — Reſtaurant Rau,
Heidel=
berger Straße 40: Konzert. — Mauerſtraße 5, abends 8 Uhr,
Vortrag: Geboren aus Waſſer und Geiſt. — Zum oldenen
Lamm, Pfungſtadt: Kirchweihe. — Behrenz=
Huf=
nagel, Traiſa: Tanz. — Verein Chriſtl. Junger
Männer, E. V., Darmſtadt, im Gemeindehaus der Stadtgemeinde,
Kiesſtr. 17, abends 7½ Uhr: Oeffentliche Abendfeier. —
Chauſſee=
haus, Beſſunger Turnhalle, Beſſungen: Kirchweihe. — Gaſthaus
zur Traube, Pfungſtadt: Kirchweihe. — Sportplatz=
Reſtaurant am Böllenfalltor: Ab 4 Uhr Konzert. — Dr. med.
Baronin Ungern=Sternberg vormittags 10 Uhr,
Vor=
trag: „Die Zuſammenhänge zwiſchen Aſtrologie und Pſychoanalyſe‟.
— Bürgerhof, Eliſabethenſtraße 2, nachmittags 4 Uhr:
Reli=
giöſer Vortrag. — Rummelbräu, ab 4 Uhr: Konzert. —
Schweizerhaus, Eberſtadt: Künſtlerkonzert. — Union=,
Reſi=
denz=Theater, Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.
Verſteigerungskalender. — Montag, 22. September.
Obſtverſteigerung, vormittags 8½ Uhr, auf der Straße
Roß=
dorf—Spachbrücken, beginnend bei Roßdorf; vormittags 8½ Uhr auf
der Straße Pfungſtadt—Bickenbach, beginnend bei Pfungſtadt; daran
anſchließend auf der Straße Pfungſtadt bis Waſſerwerk, beginnend bei
Pfungſtadt.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſt
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußdienſt: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten
danach kalt, beschließt die Arbeit.
— Was heißt das? — Es bedeutet die Säuberung der Wäsche
einfach durch Kochen, ohne jede aufreibende Handbehandlung.
Das ist das Wesen der Persilmethode. Chlor und schädliche
Bestandteile enthält Persil nicht. Alle für seine Herstellung
verwandten Rohstoffe sind von auserlesener Güte, die die
denkbar schonendste Behandlung des Waschgutes sichern.
— Wollen Sie aber eine vollkommene Waschwirkung erzielen
und zugleich billig waschen, so ist es unerläßlich, Persil allein
und ohne jede Beigabe von Seife und Seifenpulver zu verwenden.
— Versuchen Sie es bei Ihrer nächsten Wäsche einmal so und
befolgen Sie die nachstehende einfache Vorschrift, denn
waschen Sie wirklich billig und bequem und haben eine Wäsche,
wie, sie nicht schöner sein kann."
1.Bersil wird kalt aufgelöst; ein Paket reicht für 2½—3 Eimer Wasser.
2. Die Wäsche wird in die kalte Lauge gelegt und langsam zum Kochen
gebracht; viertelstündiges Kochenlassen genügt.
3. Gründliches Spillen, zuerst guf warm,
Preis das Paket 45 Pfennig.
(V. 12034
[ ← ][ ][ → ]Seite 8.
Sonntag, den 21. September 1924,
Nummer 263.
verkaufen wir
an Beamten, Angeſiellten und Werkmeiſter uſw., welche ſich nachweisbar in ungekündigter Stellung befinden
Der Betrag iſt in wöchentlichen bzw. monatlichen Raten zu tilgen, ſodaß jeder Kunde einen Kredit von 3—5 Monaten in Anſpruch nehmen kann
Neckarstraße 15, 1. Etage.
Reich und Aus(and.
Ein Maffen=Bankabbau=Prozeß.
A.E. Frankfurt a. M. Nach einer Mitteilung des Deutſchen
Bankbeamtenvereins hatte der überſtürzte Abbau der Deutſchen
Vereinsbank in Frankfurt eine Reihe Klagen von Angeſtellten zur
Folge, die zum Teil auf eine 30—50jährige Dienſtzeit zurückblickten und
z. T. Tauſende von Goldmark in die Wohlfahrtskaſſe der Bank
einbe=
zahlt hatten. Es waren 65 Klagen beim Arbeitsgericht anhängig.
Das Ergebnis des Prozeſſes iſt: 16 ältere Angeſtellte werden demnächſt
penſioniert mit Monatsbezügen zwiſchen 125 urd 150 Mk., 10 weiteren
Abgebauten hat die Bank die Kündigung freiwillig zurückgenommen und
weitere 38 Abgebaute erhalten Entſchädigungen zwiſchen 1—3
Monats=
gehälter. Die rigoroſen Abbaumaßnahmen ſollen auf den Uebergang
der Bank an den Michael=Konzern zurückzuführen ſein.
Während bei verſchiedenen Bankinſtituten die nötige ſoziale Rückſicht
bei dem nach der Inflationszeit erforderlich gewordenen Abbau waltete,
wird leider auch an den Abbaumaßnahmen des
Reichsbank=
direktoriums von ſeiten neutraler Angeſtelltenorganiſationen
Kritik geübt. Es wird darauf aufmerkſam gemacht, daß für große Teile
der entlaſſenen Angeſtellten Beamtenanwärter, in die
Neichs=
bankbetriebe neu eingeſtellt wurden. Auch bei der Abfindung ſoll
den Abgebauten der Reichsbank die Ausgleichsentſchädigung
unrecht=
mißigerweiſe vorenthalten worden ſein.
Von der Kölner Herbſtmeſſe.
Die Kölner Meſſe hatte auch geſtern wieder regen Beſuch zu
ver=
zeichnen, mit dem ſich auch das Geſchäft in zufriedenſtellender Weiſe
ent=
wickelte. Auf der Textilmeſſe ſtand einem gewiſſen Abflauen des
Ge=
ſchäftes in verſchiedenen Abteilungen, z. B. Konfektion, eine Steigerung
in anderen Gruppen, hauptſächlich Strichwaren und Wirkwaren,
gegen=
über. Die Techniſche Meſſe zeigte im ganzen, bei jedoch teilweiſe
leb=
hafterem Geſchäft, das gleiche Bild wie am Tage vorher. Verſtärkte
Nachfrage trat außer für techniſche Bebarfsgegenſtände beſonders für
verſchiedene Spezialmaſchinen, wie Holzbearbeitungsmaſchinen, ſowie für
automatiſche Wagen, hervor, die ſich auch zu guten Verkäufen verdichtete.
Das gute Geſchäft in Haus= und Küchengeräten hat angehalten.
Beleuch=
tungskorper, beſonders moderne Artikel, wurden lebhafter gefragte als
hisher. Beſſer war der Tag auch für die Möbelmeſſe Glaswaren,
Kerg=
mik und Kunſtgewerbe buchten ein zufriedenſtellendes Geſchäft.
Ge=
ſteigerte Umſätze wurden in Spielwaren erzielt. Auf der Papiermeſſe
hielt ſich das Geſchäft, und zwar zum Teil lebhafter bei
Bureaubedarfs=
artikeln, vor allem Schreibmaſchinen. Ein gutes Geſchäft verzeichneten
auch wieder kosmetiſche Artikel und Parfümerien. Günſtiger als in
den Vortagen hob ſich das Bild der Lebens= und Genußmittelbranche
hervor. Die übrigen Gruppen zeigten ſich unverändert „nur auf der
Schuh= und Ledermeſſe machte ſich bereits das Ende der Meſſe bemerkbar.
Ein Räuberſtückchen.
Köln. Einen Schinderhannesſtreich vollführten in der Nacht zum
30. Auguſt 1922 zwei junge Burſchen aus der Salzgaſſe an den
Bewoh=
nern eines Hauſes bei Wipperfürth. Sie drangen mit vorgehaltener
Waffe auf die Bewohner ein, banden die Ueberfallenen, zwei Männer,
Frau und Tochter an Händen und Füßen und ſpäter an die Bettſtelle
feſt. Dann gings ans Räubern. Alles, was ihnen nicht niet= und nagelfeſt
war, wurde mitgenommen. Der Frau wurde ſogar der Trauring
abge=
zogen. Das große Schöffengericht diktierte den beiden Banditen die
ziem=
lich fühlbare Strafe von je ſieben Jahren Zuchthaus und zehn Jahren
Ehrverluſt für ihre Schandtat zu.
Morb.
Koblenz. Der ehemalige Fürſorgezögling Johann Schwarz
aus Preßbaum in Oeſterreich, der kürzlich hier eine Frau in ihrer
Woh=
nung ermordete, wurde in Gießen verhaftet. Er iſt geſtändig. Die
Helfershelfer, der Regiearbeiter Ringler aus Eſſen und die Witwe
Hoff=
mann, die ihm zur Flucht verholfen haben, wurden in Koblenz verhaftet.
Betrügereien.
Rheinhauſen. Die Unterſuchung in der Schrottangelegenheit,
in der kürzlich zwei Angeſtellte des Einkaufsbureaus der Friedrich=
Alfred=Hütte verhaftet wurden, hat ergeben, daß dieſe
Angeſtell=
ten durch Schmiergelder von großen Schrotthandelsfirmen veranlaßt
wurden, Betrügereien dieſer Schrottfirmen zum Schaden von Krupp zu
ermöglichen. Die ſchuldigen Leiter der Schrottfirmen wurden von dem
Landgericht Krefeld in Unterſuchungshaft genommen. Außer den beiden
erwähnten Angeſtellten des Einkaufsbureaus ſind andere Angehörige der
Friedrich=Alfred=Hütte in die Angelegenheit nicht verwickelt.
Der Seneralſekretär der Dawes Organiſationen
in Verin.
Von der Reparationskommiſſion iſt in der letzten Sitzung
M. Denis, der bisherige ſtellvertretende Generalſekretär
der Reparationskommiſſion, zum Generalſekretär des
Repa=
rationsagenten gewählt worden. M. Denis iſt zur
Ueber=
nahme ſeines Poſtens in Berlin eingetroffen. Links M.
Denis, der Generalſekretär, rechts Rufus Dawes, der
Stellvertreter des Reparationsagenten Owen Young.
Ein Meteorfall.
Wiesbaden. Als dieſer Tage der Pflaſtermeiſter Brunet von
Erbenheim mit ſeinem Rad über die Wallauer Höhe zwiſchen Höchſt und
Erbenheim ſuhr, ſchlug etwa neun bis zehn Meter vor ihm ein Meteor
auf das Pflaſter und zerſprang in kleine Stücke. Das Meteor hatte etwa
die Größe eines Menſchenkopfes und die Stücke waren noch glühend heiß,
als man ſie aufheben wollte. Bei dem Nahen des Meteors ertönte ein
Geräuſch, wie das Surren und Pfeifen eines fliegenden Geſchoßes.
Da=
durch wurde der Gewährsmann der Wiesb. Ztg. erſt auf das Ereignis
aufmerkſam gemacht, und er kann von Glück ſagen, daß er von dem
Feuer=
ſtein nicht getroffen wurde. Einige Fundſtücks hat er ſich als Andenken
aufgehoben.
Um ein paar Pfennige.
Gelſenkirchen. Ein junger Mann, der mit dem Zuge von
Aachen nach Düſſeldorf fuhr, hatte ſich an der holländiſchen Grenze ein
größeres Quantum zollpflichtiger Ware verſchafft und unbemerkt mit ins
Abteil gebracht. Um nun einer Zollreviſion auch während der Fahrt von
Herzograth aus zu entgehen, erkletterte er mit ſeiner Schmuggelware die
Bedachung des Abteils. In der Nähe des Nymburger Hofes aber muß
der Zug unter einer Ueberbrückung durchfahren, und hierbei wurde der
Schlaue” von dem Brückengewölbe ſo unglücklich erfaßt, daß ihm der
Schädel vollſtändig eingedrückt wurde. Als der Zug in Palenberg hielt,
fand man die Leiche des jungen Mannes.
Grubenunglück.
Berlin. Nach einer Meldung der „B. Z.” aus Eſſen ſind auf
einem Schacht der Bruſt=Grube bei Duisburg, durch Einſturz einer
Betonmauer fünf Bergleute getötet worden. Einer wurde
ſchwer, einer leicht verletzt. Die Leichen wurden ſofort geborgen.
Freiwilliger Tod.
Mannheim. In den Abendſtunden mußte eine 24 Jahre alter
verheirateter Möbelpacker in den I=Quadraten in angetrunkenem
Zu=
ſtande wegen fortgeſetzter Mißhandlung ſeiner Ehefrau vorläufig
feſt=
genommen und in Notarreſt verbracht werden. Dort hat er ſich bald
nach ſeiner Einlieferung unter Zuhilfenahme ſeines Hemdes an dem
Heizungskörper erhängt.
Autozuſammenſtoß.
Edenkoben. Am Mittwoch vormittag ſtieß ein Perſonenauto
aus Landau mit einem Laſtkraftwagen aus Maikammer an der
Staats=
ſtraße zuſammen. Das Laſtauto fuhr die Luitpoldſtraße hinunter,
wäh=
rend der Perſonenwagen auf der Staatsſtraße von Maikammer herkam.
Durch den Zuſammenſtoß iſt der Perſonenwagen ziemlich ſchwer
beſchä=
digt worden. Perſonen ſind nicht zu Schaden gekommen.
Vom General zum Franziskaner.
Dietfurt a. A. Der ehemalige Feſtungskommandant von
Ingol=
ſtadt und Kommandeur einer Landwehrbrigade im Felde, Exzellenz
Generalleutnant Freiherr Reichlin von Meldegg, hat in der
Franzis=
kanerordenskirche zu Dietfurt a. A. als Frater Apanius die Profoß
ab=
gelegt.
Die Amerikafahrt.
Wie die Blätter aus Friedrichshafen melden, laſſen ſich die
techni=
ſchen Schwierigkeiten, die ſich nach den letzten Fahrten des „3. R. 3‟
ergaben, allem Anſchein nach nicht ſo ſchnell löſen, als man erwartete.
Dieſe Schwierigkeiten machen es fraglich, ob noch dieſen oder nächſten
Monat die Ueberfehrt nach Amerika angetreten werden kann. Das Blatt
will wiſſen, daß die Amerikafahrt erſt im Dezember ſtattfindet.
Der Livius=Entdecker auf Reiſen.
EP. Rom. Profeſſor de Martino hat auf den Rat angeſehener
Freunde beſchloſſen, Neapel auf einige Zeit zu verlaſſen, um ſich nicht zu
ſehr der Lächerlichkeit und dem Geſpött auszuſetzen.
Tunnel=Einſturz.
Paris. Auf der Prinz Heinrich=Bahn, unweit des Bahnhofes von
Arlon, auf belgiſchem Gebiet, iſt geſtern ein Tunnel in einer Länge von
1200 Metern gerade in dem Augenblick, in dem ein Zug den Tunnel
paſſiert hatte, eingeſtürzt. Man führt den Einſturz auf den nunmehr faſt
drei Monate andauernden Regen zurück.
Polarflug im Luftſchiff.
New York. Aus Waſhingtoner Meldungen geht hervor, daß die
amerikaniſche Regierung wieder mit dem Plan umgeht, einen Polarflug
mittelſt Luftſchiff vornehmen zu laſſen. Man will aber erſt in das
Pro=
jekt herangehen, wenn der erwartete Zeppelin angekommen ſein wird.
m
Rund=Funf=Programm.
Sonntag, den 21. September.
Berlin (430, bzw. 500 m). 4.39—6.25 uhr: Unterhaltungsmuſik (Berliner.
Funk=
kapelle). 1. Muſette, Offenbach, 2. Ouverture z. d. Operette „Der
Zigeuner=
baron” Strauß.3. Mein Lebenslauf iſt Lieb und Luſt, Walzer, Strauß. 4. Unter dem
Lindenbaum, Lied aus der Operette. Die Kätzchen”, Felix, 5. Fantaſie aus der Oper
Tiefland”, d’Albert, 6. Großmütterchen, Langer, 7. Leben in die Bude, Potpourri,
Morena. 8. Friſch gewagt, Marſch, Fr. v. Blon. Geſangseinlagen: Willi Weiß.
Während der Pauſen: Ratſchläge fürs Haus”, 6.30 Uhr: Die Funkprinzeſſin erzählt:
Deutſche Volksmärchen. (Von pfiffigen und plumpen Geſellen.) 1. Die
Unterir=
diſchen, Seidel. 2. Der Haſe und der Swinegel, 3. Das Lumpengeſindel, Grimm.
4. Die Bremer Stadtmuſikanten. Die Funkprinzeſſin, Adele Proesler. — 8.30 bis
10 Uhr: Mendelsſohnabend. Dirigent: Otto Urack, fr. Kapellmeiſter an der
Staats=
oper, Berlin. 1. Ouverture „Die Heimkehr aus der Fremde”, 2. Violinkonzert B=
Moll, Stefan Frenkel. 3. Symphonie 4=Moll (Schottiſche) Andante con moto —
Allbgro un poco asitato — Virace non tropno — Adagio — Allegro viraeissimo.
Das Orcheſter beſteht aus Mitgliedern des Berliner Philharmoniſchen Orcheſters.
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Seite 9.
Der Sport des Sonntags.
Pferdeſport.
Nachdem Ruhleben die Saiſon abgeſchloſſen hat, eröffnet
Ma=
riendorf die Herbſtkampagne gleich mit einer Senſationsprüfung,
dem Matadoren=Rennen im Werte von 40 000 Mark. Das Rennen
verſpricht mit der Teilnahme von Lord Ellerslie, Coriolanus, Alfred
Eduard, Alland, Doritha, King Watts, Wilaska, Satyre, Aqua viva
und Dankwart huga eine der großartigſten Traberprüfungen zu
wer=
den, die je auf einer deutſchen Bahn zur Entſcheidung kamen.
Aller=
dings wird die deutſche Traberzucht unvertreten bleiben, denn unſere
Beſten ſind auch nicht annähernd gut genug, um mit den importierten
Größen konkurrieren zu können. Eine Wahl iſt umſo ſchwieriger, als
es ſich um ein 1600=Meter=Stichfahren handelt, das allen
Zwiſchen=
fällen Tür und Tor offen läßt. Der mit den beiden Wiener
Derby=
ſiegern Alland und Eduard, ſowie mit dem ſchnellen Alfred dreifach
vertretene Stall Beſſie ſollte das wertvolle Rennen gegen Coriolanus
und die Vertreter des Geſtüts Rehof Wilaska und King Watts,
gewin=
nen können. — Die Galopprennen in Hamburg=
Großbor=
ſtel, Hannover, Wiesbaden, Dortmund und Danzig
ſtellen, insbeſondere was den ſüd= und weſtdeutſchen Rennplatz betrifft,
guten Sport in Ausſicht, ohne jedoch Prüfungen von beſonderer
Be=
deutung zu bringen. — Die Traber ſind außer in Mariendorf
noch in Altona=Bahrenfeld und München=Daglfing
in Tätigkeit.
Radſport.
Auf der Leipziger Bahn beſtreiten Wegmann, Lewanow
Bauer, Krupkat, Schubert und Guignard den Großen Herbſtpreis über
100 Kilometer. Stolz, Feja, Schröter, Rommel und Pickard ſind die
Starter im Kleinen Herbſtpreis über 60 Kilometer. Die
Chem=
nitzer Bahn ſieht in einem Zweiſtunden=Rennen hinter
Motorfüh=
rung Roſellen, Wittig, Thomas, Kuſchkow, Junghans und Lejour in
Wettbewerb. In Münſter i. W. gehen Saldow, Chr. Müller,
Bo=
hours und Guddorf in drei Dauerrennen, Rütt, Arend, Schürmann
u a. in den Fliegerrennen an den Ablauf. Die Mainzer Bahn hat
Weiß, Erſtling und den Franzoſen Bréau verpflichtet. Techmer,
Pawke, Rädlitz und Wiegand ſtarten in Königsberg. Das
Haupter=
eignis im Amateurbahnſport iſt das Sechsſtundenrennen auf
der Kölner Bahn, an dem elf ausgewählte Mannſchaften
teilneh=
men. Den deutſchen Fahrern treten hier gute Vertreter aus Holland,
Frankreich und Italien entgegen. Auf der Berliner Olympiabahn
läßt der Bund, in Verbindung mit anderen Rennen, die Meiſterſchaft
im Mannſchaftsfahren über eine deutſche Meile ausfahren. Weitere
Amateurbahnrennen des Bundes ſind in Düſſeldorf Wiesdorf,
Lud=
wigshafen und Heegermühle vorgeſehen. Die D.R.U. ladet ihre
Ge=
treuen zu den Meiſterſchaften nach Hannover. — Von den
Straßenrennen nennen wir die Fahrt „Quer durch Holſtein”, mit
Start und Ziel in Hamburg, über 259,3 Kilometer in erſter Linie,
denn hier traten ſtets gute Fahrer in Wettbewerb. „Rund um Eſſen”
(160 Kilom.) iſt gleichfalls den Bundesamateuren offen, während das
Dresdener Preſſe=Rennen die Unionsfahrer am Start verſammelt.
Motorſport.
Von ſportlich größter Bedeutung ſind die internationalen
Motorradrennen auf der Avus die unter der Regie des
DMV. vor ſich gehen. Die beſte deutſche Fahrerklaſſe wird hier gegen
Vertreter aus Holland, Dänemark, Italien und Polen zum Kampfe
an=
treten. In den beiden Rennen über 120 und 160 Kilom, werden die
deutſchen Maſchinen gegen die ausländiſchen einen ſehr ſchweren Stand
haben. Der ADAC. ruft ſeine Mitglieder zur klaſſiſchen Fahrt „Rund
Fahrzeuge eingefunden, die an der ſechstägigen Jubiläumsfahrt
des A. C. von Deutſchland teilnahmen. Die erſte Tagesſtrecke führte am
Samstag von Dresden nach Nürnberg, am Sonntag iſt von den
Be=
teiligten die Strecke Nürnberg—München zurückzulegen.
Fußball.
Die deutſche Nationalmannſchaft wird in Budapeſt einer ſchweren
Prüfung unterzogen. Es ſteht der 8. Länderkampf
Deutſch=
land —Ungarn zur Entſcheidung an, in dem die deutſchen Vertreter
nur in beſter Form Ausſicht auf Erfolg haben dürften. Vielleicht glückt
es ihnen, dem einzigen gegen Ungarn 1920 in Berlin errungenen Sieg
einen neuen hinzuzufügen. Ein zweites Länderſpiel führt in
Stock=
holm die Mannſchaften von Schweden und Norwegen
zuſam=
men. Die Städtemannſchaften von Berlin und Baſel liefern ſich
in der Reichshauptſtadt das fällige Revancheſpiel. Im übrigen werden
allerorts die Verbandsſpiele fortgeſetzt.
Hockey.
Die neue Saiſon wird am Sonntag offiziell eröffnet,
Handball.
Die Vertreter der D.=T. von Berlin und Kottbus liefern ſich
in Berlin=Moabit ein Städteſpiel. In Stettin ſteigt ein
Vor=
rundeſpiel um den DSB.=Pokal zwiſchen Norddeutſchland und dem
Baltenverband.
Rudern.
Nach Abſchluß der Saiſon verſammelt der Deutſche Ruder=Verband
ſeine Vertreter zum 20. ordentlichen Rudertag in Danzig.
Von beſonderem Intereſſe iſt der Antrag auf Stellungnahme zu den
Vorbereitungen für die 9. Olympiade in Amſterdam.
Schwimmen.
Die Verbindungen der deutſchen Schwimmer mit dem befreundeten
Ausland erfahren eine wertvolle Bereicherung durch den Start des
mehrmaligen deutſchen Waſſerballmeiſters Waſſerfreunde=
Han=
nover, der am Sonntag ſein erſtes Gaſtſpiel in Barcelona gibt
Von den Veranſtaltungen im Reich intereſſiert in erſter Linie das Feſt
des SC. Aegir=Chemnitz, der es verſtanden hat, eine ganze
Reihe namhafter Schwimmer für ſeine Wettkämpfe zu verpflichten.
Boxen.
Der Reigen der Länderkämpfe, die der Deutſche Reichsverband, für
Amateurboxen arrangiert hat, wird nach der am Freitag ſtattgefundenen
Begegnung gegen Oeſterreich am Sonntag in Budapeſt
fortge=
ſetzt, wo die deutſchen Vertreter gegen eine ungariſche
Auswahlmann=
ſchaft in ſechs Gewichtsklaſſen zum Kampfe antreten.
Leichtathletik.
Im Mikkelpunkt der internationalen Wettkämpfe des Berliner
thletik=Klub auf dem BSC.=Platz ſteht ein Stunden=
Paar=
lufen, an dem Läufer aus allen Teilen des Reiches teilnehmen. Das
50=Kilometer=Gehen, bei dem auch die Brandenburgiſche Meiſterſchaft
entſchieden wird, bringt die beſten Kräfte an den Start. Einige große
Berliner Vereine, wie S. C. C., D.S.C. und die Polizei, halten ihre
Klubmeiſterſchaften ab. Houben tritt in Augsburg vor die
Oef=
fentlichkeit. Allgemeinem Intereſſe dürfte der Start des deutſchen
Marathonſiegers Paul Hempel in Kopenhagen begegnen. Der
Charlottenburger hat im däniſchen Marathonlauf in dem Dänen Axel
Jenſen und dem Finnländer Kinn ſeine ſchärfſten Gegner zu erblicken.
Jubiläumsfahrt des Automobilklubs von
Im Jahre 1899 gegründet, hatte der damalige „Deutſche
Automobil=
klub mit ſeinen paar hundert Mitgliedern jahrelang ſchwer gegen den
Haß zu kämpfen, dem der Automobilismus damals noch faſt
ausnahms=
los begegnete, zumal, da der junge Klub nicht über den Reſonanzboden
einer ſtarken Preſſe verfügte. Erſt als der Kaiſer dem Klub ſein
In=
tereſſe zuwandte, trat ein Aufſchwung ein, und da erfolgte durch den
nunmehrigen „Kaiſerlichen Automobilklub” als Ausfluß ſeines Intereſſes
die Gründung des freiwilligen Automobilkorps.
Die Tätigkeit des K.A. C. für ſeine Fahrer, ſein Kampf gegen Steuer=
und Haftpflichtvorlagen können hier nur geſtreift werden. Die
Haupt=
aufgabe blieb der Pflege des Großſports und daraus ſich ergebend die
Weiterentwicklung des Kraftfahrzeugs als Gebrauchswagen. Es ſei
hier nur an die drei Herkomer= und vier Prinz=Heinrich=Fahrten
er=
innert. Später folgten die Oeſterreichiſchen Alpenfahrten und kurz vor
dem Kriege der deutſche Erfolg in dem franzöſiſchen Grand=Prix, bei
dem die deutſche Induſtrie Erfolge errang, zu welchen ſie nur die
Her=
komer= und Prinz=Heinrich=Fahrten befähigten.
Sichtbare Zeichen der Wirkſamkeit des nach dem Kriege „
Automobil=
klub von Deutſchland” benannten Klubs ſind die Automobilverkehrs=
und Uebungsſtraße und die Ausſtellungsgebäude am Berliner
Kaiſer=
damm. Auf die Avusrennen und Ausſtellungen hier einzugehen,
man=
gelt es an Platz; ſie dürften auch noch in aller Erinnerung ſein.
Jetzt veranſtaltet nun der A.V.C. anläßlich ſeines 25jährigen
Be=
ſtehens eine Jubiläumsfahrt, deren Zweck es iſt, möglichſt vielen der
im Kartell befindlichen befreundeten Klubs Beſuche abzuſtatten und
da=
durch den Zuſammenhalt des Kartells zu fördern und in der
Oeffent=
lichkeit zu bekunden. Wenn dieſe Fahrt als Geſellſchaftsfahrt bezeichnet
wird, ſo iſt dieſer Ausdruck vielleicht etwas zu beſcheiden, denn es ſollen
in der Zeit vom 20. bis 25. September immerhin 1600 Kilometer
zurück=
gelegt werden, was für eine Fahrt mit Damen und unter gleichzeitiger
Erfüllung geſellſchaftlicher Pflichten keine gar ſo geringe Leiſtung
darſtellt.
Gewertet wird lediglich Zuverläſſigkeit der Fahrer und Wagen,
in=
dem Innehaltung beſtimmter Start= und Zielzeiten verlangt wird und
indem mit dem Bordmaterial an Erſatzteilen, Bereifung uſw.
ausgekom=
men werden muß. Die Einhaltung dieſer Beſtimmungen wird durch
Unparteiiſche kontrolliert.
Die Fahrzeuge ſtarten in drei Klaſſen, die
Mindeſtdurchſchnitts=
geſchwindigkeiten von 30, 36 und 40 Kilometer innehalten müſſen.
Klaſſe I umfaßt Fahrzeuge bis 7,99 PS, Klaſſe II von 8 bis 14,99 PS
und Klaſſe III von 15 PS aufwärts.
Die Jubiläumsfahrt hat begonnen. Sie nimmt in Dresden ihren
Anfang und führt über Nürnberg, München, Stuttgart, Baden=Baden,
Darmſtadt, Frankfurt a. M., Gotha, Erfurt, Leipzig, Berlin.
Selbſt=
verſtändlich können nicht alle Kartellklubs beſucht werden, aber
Darm=
adt und der Heſſiſche Automobilklub als der Landesklub
von Heſſen iſt als Etappenort mit neuem Start gewählt worden. Die
Teilnehmer treffen in Darmſtadt am Dienstag, den 23.
Sep=
tember, mittags von 1 Uhr ab, ein und werden nach einem
einſtündigen Aufenthalt in Abſtänden von 30 Sekunden ihren weiteren
Weg nach Frankfurt und Bad Homburg nehmen. Start und Ziel der
hieſigen Etappe iſt das Hotel zur Traube. Hier findet eine offizielle
Be=
grüßung der Fahrtteilnehmer im Anſchluß an einen kleinen Imbiß ſtatt.
Am kommenden Dienstag wird ſich alſo in hieſiger Stadt ein recht
leb=
haftes automobiliſtiſches Treiben entwickeln, und es iſt nur zu begrüßen,
daß Darmſtadt als Ziel des A.V.D. mit auserſehen wurde; dadurch iſt
Darmſtadt wiederum gelegentlich einer der größten automobilſportlichen
Veranſtaltung in den Vordergrung gerückt. Dies hat die Stadt nicht
zum wenigſten der außerordentlich fportlichen Betätigung des Heſſiſchen
Automobilklubs zu danken. Hunderte von Teilnehmern aus allen Teilen
Deutſchlands machen hier Raſt, und wir ſind überzeugt, daß ſie einen
guten Eindruck von Darmſtadt mitnehmen werden. Der Platz vor der
Traube iſt von ſeiten des Automobilklubs mit Fahnen geſchmückt, und
es wäre ſehr zu begrüßen, wenn die hieſigen intereſſierten Kreiſe auch
ihrerſeits durch Fahnenſchmuck den Fahrern ein Willkommen bieten
würden.
An Preiſen werden gegeben: die Goldene Jubiläumsplakette für
jeden ſtrafpunktfreien Teilnehmer, die Silberne Jubiläumsplakette für
jeden Teilnehmer, der nicht mehr als 20 Strafpunkte erhalten hat, und
die Bronzene Plakete für jeden anderen Teilnehmer. Meldende, welche
ihr Fahrzeug ſelbſt fahren, erhalten als Zuſatzpreis die
Jubiläums=
medaille des A. v. D.
Gemeldet haben in Klaſſe I 15, in Klaſſe II 26 und in Klaſſe III 22,
insgeſamt alſo 63 Teilnehmer. Am Freitag nachmittag erfolgte die
Ab=
jahme der Fahrzeuge in Dresden.
Der 3. Tag des Wiesbadener Turniers.
Im Herren=Einzel um den Goldpokal ſind Dr. Buß und
Fuchs” bis zur Vorſchlußrunde gekommen. Buß konnte Floda” in einem
großen Spiel, bei dem ſich Floda” erſt in dem Verlaufe des Kampfes
entwickelte, durch prachtvolles Plazieren 6—0 6—2 ſchlagen, wobei zu
erwähnen iſt, daß Buß erſt im vierten Spiele beim Stande 40 den erſten
Ball abgab. In der unteren Hälfte iſt Fuchs” nach einem Siege über
Scholz 6—1 6—3 Sgieger über Erwen mit 6—1 6—4 geblieben.
Die Spiele in der Damen=Meiſterſchaft ſahen zwei
an=
ſprechende Kämpfe. Frau Hemp ſchlug Frl. R. Kunz, die ein
vielver=
ſprechendes und eindrucksvolles Spiel zeigte, erſt nach Kampf 6—2 7—5,
während Frau Dr. Friedleben durch die in graziöſen Bewegungen neben
einer fabelhaften Sicherheit und ausgezeichnetem Aufſchlag ſpielende
Juniorenmeiſterin Frl. v. Türcke zur Hergabe eines taktiſch und techniſch
hochſtehenden Spieles gezwungen wurde, wobei ſie mit gutem Vorlaufen
ans Netz und zufolge ihrer unerſchütterlichen Ruhe und großen
Wett=
ſpielerfahrung Siegerin bleiben konnte. In dem Ergebnis wird die
Bewertung den Leiſtungen nicht voll gerecht, denn Frl. v. Türcke
unter=
lag ſchließlich nur durch das ihr in ihrer Jugend noch mangelnde
Steh=
vermögen.
Im Herren=Doppel wurde der Kampf Dr Scholz=Floda”
gegen Halberſtadt=Majer beim Stande 6—4 7—7 wegen eingetretener
Dunkelheit abgebrochen, im gemiſchten Doppel mußten ſich Frau
Neh=Dr. Friedleben mit 4—6 5—7 der gut zuſammen arbeitenden
Kom=
bination Frl. Meitzinger=Dr. v. Ende beugen. Das Herren=Einzel
brachte Buß und Fuchs” kampfloſe Siege, Hildebrandt ſchlug Piecg 7—5
6—4, während Mafer im Dreiſatzkampfe gegen Hensmann 1—6 6—4 6—0
gewann. Die Klaſſe B hatte eine Menge Spiele gefördert, und Heymann
hat ſich durch einen Sieg über Noerrenberg 7—5 6—2 bereits einen
drit=
ten Platz geſichert. Auch in der Damen=Klaſſe B ſind Frl. Fusbahn,
Frau v. König und Frau Ney auf dritten Plätzen angelangt. In den
Vorgabekämpfen erwieſen ſich die ſtarken Paare trotz erheblicher
Belaſt=
ung als die Beſſeren und konnten, wenn auch nur mit voller Hingabe,
den Sieg erfechten.
Die genauen Ergebniſſe lauten:
Herren=Einzel um den Goldpokal: Chriſtmann-Dantz o. Sp.,
Dr. v. Ende—Chriſtmann 6—1 6—1, C. A. Scholz—Merter3 4—6 6—3
6—2, Erwen—C. A. Scholz 4—6 6—1 6—3, Fuchs”—Majer 6—1 6—3,
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Damen=Einzel um die Meiſterſchaft von Wiesbaden: Frau
Bulau—Frau de la Croix o. Sp., Frl. Meintzinger—Frl. Bender o. Sp.,
Frl. Pröbſting—Frau Roos v. Sp., Frl. Pröbſting—Frl. Weihermann
v. Sp., Frau Umlauft—Frau Rohde o. Sp., Frau Dr. Friedleben—Frau
Umlauf o. Sp., Frl. v. Türcke—Frl. A. Müller o. Sp., Frau Hemp—
Frl. R. Kunz 6—2 7—5, Frau Dr. Friedleben—Frl. v. Türcke 6—0 6—0.
Herren=Doppel offen: Mertens=Henckell—Fugetta=Dr. Euler
v. Sp., Dr. Scholz=Floda*—Uhl=Marcotti o. Sp., Halberſtadt=Majer—
Klein=Zehlke 6—0 6—1, Dr. Scholz=Floda”—Halberſtadt=Mafer bei dem
Stande 6—4 7—7 wegen eingetretener Dunkelheit abgebrochen.
Damen= und Herren=Doppel offen: Frl. Meintzinger=Dr.
v. Ende—Fr. Ney=Friedleben 6—4 7—5, Frl. v. Türcke=Dr. Scholz—Fr.
Jakobinh=Marcotti o. Sp., Fr. v. König=Daniel—Fr. v. Diergardt=
Hannemann v. Sp., Frl. Bender=Dr. Euler—Fr. Uhl=Uhl o. Sp., Fr.
Eulau=Dr. Buß—Frl. Bender=v. Diergardt o. Sp.
Herren=Einzel offen Klaſſe 4: Mafer—Hensmann 1—6 6—4
6—0, Dr. Friedleben—Fuchs” o. Sp., Dr. Buß—Frhr. v. Diergardt o.
Sp., Hildebrandt-Piecg 6—3 6—1.
Herren=Einzel offen Klaſſe B: L. Becker—Dantz v. Sp.,
Brahm-Knape v. Sp., Schobelin—Fiſcher 6—3 6—4, Fleiſchhauer-
Keß=
ler v. Sp., Heymann-Noerrenberg 7—5 6—2.
Damen=Einzel offen Klaſſe 4: Fr. Eulau—Fr, de la Croix v.
Sp., Frl. Meintzinger—Fr. Uhl o. Sp.
Damen=Einzel offen, Klaſſe B: Fr. Neh—Frl. Bruck o. Sp.,
Fr. Neh—Frl. Quirin 6—1 6—1, Fr. Neh—Gräfin Caſanova o. Sp.
Herren=Doppel mit Vorgabe: Halberſtadt=Fuchs (—30) gegen
Klein=Zehlke (15) 6—0 6—1, Hildebrandt=Hensmann (+/e) gegen
Sie=
bert=Graubner (—152/é) 6—2 6—5, C. H. Scholz=H. Fuchs (+ 15) gegen
Dr. Dreßler=Wagner o. Sp., Dr. Euler=Daniel (+15) gegen C. H.
Scholz=H. Fuchs (++ 15) 6—3 6—4, Dr. Buß=Piecg (—15‟/) gegen von
Diergardt=Fuchs o. Sp., Dr. Buß=Piecg (— 154/8) gegen Dr. Euler=
Da=
niel (++ 15) 6—2 6—3.
Damen= und Herren=Doppel mit Vorgabe: Frau Hemp=
Dr. v. Ende (—15‟g) gegen Frl. Fusbahn=Sieber (++ 15‟/g) 6—5 6—3,
Frl. R. Kunz=Hensmann (+) gegen Frl. v. Türcke=Dr. Scholz (—)
6—3 5—6 6—2, Frl. Hoeppe=Goetz (+ 15‟/e) gegen Gräfin Caſanova=
Fuchsk (0) 6—2 6—2, Frl. Pröbſting=Flodas (—15’/) gegen Frl. von
König=Piecg (+15) 6—4 6—2, Frl. Straßweg=Keßler (++ 15) gegen Frl.
Gildemeiſter=Friedleben (—15/e) 6—2 6—
F. K. „Union” e. V., Darmſtadt.
Heute Sonntag beginnen nun auch die Verbandsſpiele in dem Gau
Bergſtraße des Odenwaldkreiſes. Da F.K. „Union” erſt am 12. Oktober
in den Gang der Dinge eingreift, ſo muß er ſich bis dahin mit
Trai=
nings= und Privatſpielen begnügen.
An dieſem Tage ſtehen ſich auf dem Stadion die 1b.=Mannſchaft
Unions und die Ligareſerve Sportvereins 98 im Privatſpiel gegenüber.
Das Vorſpiel konnte „Union” mit 4:0 für ſich entſcheiden. Das Rückſpiel
wird aller Vorausſicht nach dieſes Ergebnis nicht zeitigen, da
Sportver=
ein auf eigenem Platz alles daranſetzen wird, die Scharte auszuwetzen.
Da Vorausſagen aber nur Vorausſagen ſind, und Ueberraſchungen
ge=
ade im Fußballſport nichts Seltenes bedeuten, ſo bleibt das Ergebnis
des intereſſanten Treffens immerhin abzuwarten.
1a=Jugend F.K. „Union”—1. Jugend „Eintracht”=Frankfurt.
Zum heutigen Sonntag hat ſich die 1a=Jugend die 1.
Jugendmann=
ſchaft der „Eintracht”=Frankfurt verpflichtet. Da die 1. Jugend der
„Eintracht” eine erhebliche Spielſtärke aufzuweiſen hat, müſſen die
Unioniſten alles aus ſich herausgeben, um ehrenvoll abzuſchneiden. Das
Spiel beginnt um 11 Uhr auf der Rennbahn. — Um 10 Uhr ſpielt die
1b=Jugend gegen die 1. Jugend der „Eintracht”=Weinheim, und um
9 Uhr die 2a=Jugend gegen die 2b=Jugend des V.f.R. Darmſtadt. Beide
Schülermannſchaften weilen auswärts, und ſpielt die 1a=
Schülermann=
ſchaft gegen Kickers=Frankfurt, während die 1b=Schüler gegen die 1. Sch.
des Fußballklubs „Haſſia”=Dieburg antritt.
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ächtige, gebrochene Geſtalten. Wären ſie nur in den
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tläufig, ſo würde das ſchon ſchlimm genug ſein. Aber man
voch in ein beliebiges Kleinſtädtchen oder ein Dorf im
Mit=
irge — wie vielen bleichen, verfallenen, mühſam ſich
dahin=
enden Männern und Frauen im beſten Alter begegnet man,
u ſchweigen der unterernährten Greiſe und der weit
zurück=
benen Kinder. Auch wie früh altern die wirtſchaftlich
un=
zGeſtellten, wie jung ergrauen ſie, wie ſinken ſie in ſich zuſam=
Wir blicken in niedergeſchlagene, ſorgenvolle, vom Leid
zer=
ene Geſichter, in glanzloſe, ſtumpf gewordene Angen. Die
berichten uns von der Maſſenhaftigkeit der körperlichen und
en Schwächezuſtände, der Beſchwerden, der Anfälle — bei
cher Unmöglichkeit zu helfen. Es ginge ſchon, wenn es wäre
m Frieden”: da verſchrieb der Arzt reichliche Koſt, Butter
jahne, viel Luft und Licht, ein paar Wochen oder Monate
ingsaufenthalt. Heute muß ein kümmerliches
Eiſenmittel=
enügen; glücklich, wer ein paar Wochen hinauskommt, auch
es dort Milch und Butter nur in winzigen Mengen gibt.
icht die groben, ſtarken, brutalen Krankheiten ſind es
einſt=
die mehr Opfer fordern als früher, ſondern die
ausmer=
zermorſchende Einwirkung der wirtſchaftlichen Not und
Die Meldungen über Todesfälle durch Verhungern und
ie Selbſtmorde aus Verzweiflung und Hunger mehren ſich.
oll vollends aus den Millionen von Kindern werden, die
Tropfen Milch mehr bekommen?
8 iſt eben von nachhaltiger Wirkung, daß die Hungerblockade
rieges nach kurzer Atempauſe ihre Fortſetzung in der
Hun=
re des Friedens fand. Während der Kriegsjahre war es
ſchöpfung unſerer Vorräte, jetzt iſt es die Zerſtörung un=
Nationalvermögens, die dieſes geſundheitliche Elend über
utſche Volk verhängt. Nichts kann, die Aufzehrung des
en Volksvermögens deutlicher beweiſen als die
geſundheit=
erelendung der Kinder; denn die große Mehrzahl der El=
Ifern den letzten Beſitz, um die Geſundheit ihrer Kleinen zu
r. Läßt trotzdem der Ernährungszuſtand der Kinder ſo viel
nſchen übrig, ſo muß man wohl darauf ſchließen, daß die
haltung einer übergroßen Menge deutſcher Familien unter
iſtenzminimum herabgedrückt iſt.
e geſundheitliche Verelendung des deutſchen Volkes greift
kend um ſich. Gewiß, in den Sterbeziffern tritt das noch
hervor. Der Hunger iſt ein bedächtiger Mörder; er läßt ſich
der er packt ſein Opfer mit ſicherem Griff. Wir wiſſen nicht,
herzbrechende Tragödien ſich in der Einſamkeit vollziehen.
eutſche liebt es nicht, ſein Elend zur Schau zu tragen.
Vol=
fum Sterben legt er ſich abſeits nieder. Das Straßenbild
* der Spiegel, aus dem die Not blinkt. Zum Sterben
n wir nicht den Hungertyphus, dazu genügt eine allge=
Hinfälligkeit und Schwäche und — bei der Zermürbtheit
1 izen Organismus — irgend eine beliebige Erkrankung.
ſind die wirtſchaftlich Wehrloſen, die dem
Geſundheits=
um Opfer fallen: die Alten, die Schwachen, die
Verelende=
roße Schichten des früheren Mittelſtandes, der geiſtigen
Kleinrentner, Kriegsbeſchädigte, Kriegshinterbliebene,
Ar=
fähige oder in ihrer Arbeitskraft Geſchädigte — ſie alle
ite an Seite mit vielen Frauen und Kindern ſo von
Kräf=
ommen, daß ſie keinem Krankheitsſtoß widerſtehen können.
e haben Hunger und Halbhunger in Deutſchland gewütet!
=perliche und ſeeliſche Geſundheit des deutſchen Volkes
darunter ſchwer gelitten. Selbſt die trockenſte Statiſtik
ent=
is geradezu ſchaurige Tatſachen. Und man wird
nachdenk=
ain man ſieht, wie Kriegs= und Nachkriegszeit die deutſche
Fr. Wilh. Fuchs.
aft unterhöhlt haben.
Haßmüllers Heimgang
Von F. Ernft.
ßmüller verließ die allzu kleine Hinterſtube, die er bisher
lafgaſt mit dem quengeligen Lehnsſchreiber geteilt hatte,
f noch einen ſcheuen Blick auf ihre kahle Dürftigkeit und
igte ſich, daß ſein Geld für die Vermieterin auf dem Tiſch
un hatte er nichts mehr, als das goldene Kreuz und die
Lette ſeiner Mutter ſelig, und das, was er auf dem Leibe
Er ſchritt mit einem Schlenkern des kriegsverletzten
Bei=
f der herbſtnaſſen Straße zwiſchen Hochöfen, Bergwerks=
Eiſenbahnqualm und Arbeitslärm. Das ging alles
wei=
lecht vielleicht, aber es ging. Nur war er erledigt, nur
ym das Schickſal alles genommen. Vor dem Krieg, was
da für ein Kerl geweſen, denn der herrliche Auszug, die
de Braut, der Siegeszug durch Belgien und Frankreich,
rwundung, nach dem Kriege die Heirat und dann
ab=
die Entdeckung, daß er betrogen wurde, die Qualen der
ing und die Qual jetzt, da er jede Woche hörte, wie ſeine
ge Frau ſchlecht war und wie es ihr herrlich ging, jeden
den feinen Dielen Zigaretten und Schaumwein, und
itslos, hungern, heimatlos, ohne Ausſicht, ohne Hoffnung,
7ut, ſchwarz in ſchwarz. Alles das dafür, daß man jetzt
ten Gang geht.
ßmüller war nun in dem kleinen Goldwarengeſchäft
an=
ten, handelte ſachlich um Kreuz und Kette und erhielt
dreißig Mark ausgezahlt. Er überlegte, er ſchuldete
nie=
n etwas, er war immer ordentlich geweſen, hatte ſaubere
ng geführt, geholfen hatte es ihm nichts, die
Verſchwen=
aß in Seide und Glanz, und er ging ſeinen letzten Weg,
an und zerſtört, ein Geſchlagener, ein Zermalmter. Noch
gut für das Geld eſſen? Ihn ekelte. Trinken bis zur Be=
Sloſigkeit? Und nachher ſeine Abſicht nicht erfüllen und
iſen am nächſten Morgen mit einem Höllenkater neben
engeligen Lehnſchreiber wach werden; Ekel. Er
ſchlen=
eiter von den Häuſern fort bis zu einem Teich, der ſich
Bergwerksſenke gebildet hatte. Das Waſſer lag molkig
7, unbeweglich, am Rande ſtak im Schlamm unter dem
ein aufgefaſerter Stiefel, der kläglich ſein Maul
auf=
aßmüller dachte, jetzt ſchreite ich, wie damals beim
am Damenweg, gerade hinein, die Sinkteiche ſind tief
tut gehört auch nicht dazu, wie damals. Ekel und Grauen
keten ſein Gehirn, er fühlte ſich außerhalb der Menſchen
kam vom Bahndamm her ein Ton. Ting=Tang, Ting=
Ting=Tang, Ting! Ein Streckenſignal am
Wärter=
n.
e ein Schwimmer tauchte Haßmüller auf aus Ekel und
Woran erinnerte das? Wieſo war das tröſtlich? Er
Dachte noch: aho, dieſelben Signale, die er damals dreißig=
*Zigmal jede Nacht und jeden Tag hörte, 1915 im Ahrtal
Bahnſchutz machte nach ſeiner Verwundung, glückliche
ftiliche Zeit, behaglich, ſchön, Gefühl von Geſundheit trotz
Ewundung, von Heiterkeit trotz des Krieges, von Gebor=
Toxdem er fern von Heimat und Braut war. Sein
Wahrt eure Kinder vor des Sturms Getoſe
und laßt ſie nicht im Froſt der Welt erkalten,
und hegt und pfleget ſie mit treuem Walten,
mit ſirenger Zucht und liebendem Gekoſe.
Und lehrt ſie mit den Händen Gutes ſchaffen,
und rüſiet aus ſie mit des Geiſies Waffen,
und macht ſie ſtark, das Unrecht zu befehden,
und lehrt ihr Herz zum ew’gen Vater beten.
Und weckt in ihm den edelſien der Triebe:
Zum deutſchen Vaterland die deutſche Liebe.
Julius Sturm.
Frauen=Rundſchau
— Von dem praktiſchen Lehrbuch zur Selbſtanfertigung
ſämtlicher Wäſche: „Wie lerne ich Wäſche nähen?”
liegen uns die kürzlich erſchienenen Lieferungen 4—6 vor.
Er=
gänzt durch viele wertvolle Abbildungen, lehrt der Text
ein=
gehend die Anfertigung von Friſier= und Krankenjacken,
Unter=
taillen und =röcken, Morgenhäubchen, Schürzen, Badewäſche
ſowie von Korſetts, Büſtenhaltern und Hüftformern. Eine
Doppeltafel mit Schlafanzügen nebſt Badewäſche für Damen
und Herren vervollſtändigt den Inhalt. Wir empfehlen
unſe=
ren Leſerinnen gern die Anfchaffung des überaus vvertvollen
Buches, das von dem bekannten Verlage W. Vobach u. Co.,
G. m. b. H. in Leipzig herausgegebn wird.
— Die Selbſtanfertigung der Damen= und Kinderkleidung,
mit der ſich heute wohl die Mehrzahl unſerer Hausfrauen befaßt,
wird in dem Lieferungswerke „Wie lerne ich
ſchnei=
dern?” leichtfaßlich und praktiſch gekehrt. Von dem Werke, das
in dem bekannten Verlage W. Vobgeh u. Co., G. m. b. H. in
Leipzig erſcheint, kiegen uns die weiteren Lieferungen 4—6 vor
Aus dem reichen Inhalt, der wieder durch viele gute
Abbildun=
gen erläutert wird, ſei beſonders der Abſchnitt erwähnt: „Die
Anfertigung aller Arten von Bluſen.‟ Das wirklich brauchbare
Werk empfehlen wir unſeren Leſerinnen gern zur Anſchaffung.
— Jede Hausfrau wird bei der andauernden Teuerung nur
ein ſolches Kochbuch zu Rate ziehen, nach dem ſie auch wirklich
ſparſam wirtſchaften kann! Dieſen Verhältniſſen trägt Vobachs
Kochbuch voll und ganz Rechnung und wird als brauchbarer
Berater für Küche und Keller bereits von vielen praktiſchen
Hausfrauen bevorzugt. Neuerdings gelangten die Lieferungen
4—6 des Werkes, das in dem bekannten Verlage W. Vobach
u. Co., G. m. b. H. in Leipzig erſcheint, zur Ausgabe. Der Text
dieſer Abſchnitte behandelt die hauptſächlichſten Fiſch= und
Fleiſchgerichte ſowie Soßen und wird wieder durch wertvolle
Abbildungen ergänzt. Vobachs Kochbuch iſt jeder Hausfrau von
heute ein wirklich praktiſcher Helfer und kann beſtens empfohlen
werden.
*
Die engliſchen Frauen fordern eine
Vermeh=
rung der Frauenpolizei. Eine vom Bund der
Frauen=
vereine Großbritanniens beauftragte Deputation forderte vom
Miniſterium des Innern eine Vermehrung der Frauenpolizei,
zumal bereits im Jahre 1920 eine miniſterielle Verfügung
er=
gangen war, in der bei der Anſtellung von Beamten die
Heran=
ziehung von weiblichen Kräften empfohlen wurde. Nach einem
vom Miniſterium unterbreiteten Vorſchlag ſoll ein Komitee
er=
nannt werden, das die mit der Frauenpolizei gemachten
Erfah=
rungen ſammeln und Vorſchläge für die künftige Verwendung,
Organiſationen der weiblichen Polizeibeamten machen ſoll. L. P.
*PraktiſcheWinke zurWäſcheanfertigung
Hausfrauenbriefe von K. C.
Die vielen Gelegenheits= und Ausverkäufe haben in jüngſter
Zeit ſicherlich viele Hausfrauen veranlaßt, ihren Beſtand an
Wäſche zu ergänzen. Der Wäſcheſchrank, ſonſt der Stolz jeder
Hausfrau, hat ja im letzten Dezennium wie ſo manches andere
arg gelitten. Kein Wunder alſo, wenn die oft wirklich ſehr
preis=
werten Angebote verführeriſch zum Einkauf locken. Die Jugend
ſtand bewundernd vor der duftigen Unterwäſche. Aber die
er=
fahrene praktiſche Hausfrau entſchließt ſich nicht gern zu ſolch
leich=
ten, hauchfeinen Stücken, die oft ſchon in der erſten Wäſche
Schaden erleiden. Auch behagt es den älteren Damen nicht, daß
man Nachthemden mit langen Aermeln kaum findet, und daß die
meiſten nur Schlupfhemden und daher zu beſchwerlich anzuziehen
ſind. So ziehen es viele vor, lieber guten, haltbaren Stoff zu
kaufen und ſich daraus Wäſcheſtücke in ihnen zuſagender Form
anfertigen zu laſſen oder mit geſchickter Hand ſelbſt herzuſtellen.
Solchen praktiſchen Hausfrauen werden vielleicht verſchiedene
kleine Winke willkommen ſein, die ich ſeit Jahren als äußerſt
vor=
teilhaft erprobt habe.
Schlupf=Tag= und Nachthemden werden mit Recht von älteren
Damen als unbequem empfunden. Aber etwas Gutes und
Praktiſches haben ſie doch, nämlich die Knopfloſigkeit. Die Knöpfe
werden in der Wäſche meiſt zerbrochen, müſſen daher oft erſetzt
werden. Dabei werden ſie auch beim ſcharfen Rollen, das doch
allein einen Zweck hat, durchgerollt, und ſchädigt dadurch den
Stoff. Beide Nachteile können vermieden werden, wenn man die
Wäſcheſtücke zwar zum Knöpfen einrichtet, die Knöpfe aber nicht
annäht. Statt die Knöpfe anzunähen, verwende ich bei Hemden,
die auf der Achſel geſchloſſen werden, kleine Doppel=
Perlmutter=
knöpfe. Dieſe werden hergeſtellt, indem man je zwei zweilochige
Knöpfe mit dünner Schnur oder durch Languettenſtich derart
an=
einander befeſtigt, daß ſie mit den Unterſeiten nicht ganz dicht
auf=
einanderliegen. Auf den beiden Achſelſeiten des Rückens und der
Bruſtteile wird je ein Knopfloch geſchürzt. Dieſe beiden
Knopf=
löcher werden durch ein ſolches Knopfpaar zuſammengehalten.
Bei Nachthemden verfahre ich nach dem gleichen Prinzip. Auch
hier werden keine Knöpfe angenäht, ſondern auf den beiden
Teilen, die zuſammengeſchloſſen werden ſollen, je eine Reihe
Knopflöcher angebracht. Hier verwende ich aber ſtatt der
Doppel=
knöpfe eine Knopfleiſte in der gleichen Art, wie man ſie heute im
allgemeinen bei der Bettwäſche in Gebrauch hat. — Bei eleganten
Taghemden oder ſolchen für junge Mädchen ſollte man das
An=
nähen von Bändern vermeiden, da das häufige Annähen und
Ab=
trennen der Bänder den Stoff beſchädigt. Trotzdeſſen braucht auf
Bandſchmuck nicht verzichtet zu werden. Bei geraden Hemden
ſchürzt man vorn und hinten an jenen Stellen, wo ſonſt die
Bänder feſtgenäht werden, je eine breite Schlinge. Durch dieſe
wird ein langes Seidenband gezogen, das entweder auf der Achſel
oder vorn zu einer Schleife geknüpft wird. Auch bei Nachthemden
bringe ich an jener Stelle, die ich gern mit einer Schleife ſchmücken
möchte, eine langulierte Oeſe an.
Zuletzt noch einen Ratſchlag für alte und junge Damen, für
den mir ſchon oft Dank geſagt wurde. Das ſchönſte und eleganteſte
Kleid, die netteſte Bluſe, der kleidſamſte, feſcheſte Jumper wirken
unfchön, wenn die Trägerin ſolch Kleidungsſtück ſchlecht anzieht.
Bei dem heute unvermeidlichen Ausſchnitt ſchaut dann oft das
Hemd neugierig heraus, oder es leuchtet durch einen durchſichtigen
Spitzeneinſatz. Mit Leichtigkeit iſt das zu vermeiden, wenn man
auf der Innenſeite des betreffenden Kleidungsſtückes auf der
Achſel einen offenen kleinen Riegel anbringt in der Art derjenigen
der alten Regenſchirme. Nur nicht wie dieſe mit Ring und Knopf,
ſondern mit einem Druckknopf zu ſchließen, nachdem man das
Hemd damit zurückgehalten hat.
Häuschen, das er ſich an der Stelle, wo er wachen mußte, aus
Schieferplatten, Brettern, Lehm und Flechtwerk hoch oben über
Bahnſtrecke und Ahr in felſigem Buſchwerk gebaut hatte, ſein
Heim, ſein liebes Soldatenheim im Bergwald an der Ahr.
Blitz=
ſchnell drehte er ſich um und ging mit dem Schlenkerfuß von dem
Sinkteich fort, wie ein Befehl hatte ſich ein Plan bei ihm
feſt=
geſetzt. Noch einmal vorher dahin fahren, ſehen, ob das
Häus=
chen noch da iſt, und dann ſich von dem Felſen in den Ahrfluß
fallen laſſen, als ob ein Unglück geſchehen ſei.
Elaſtiſch, wie lange nicht mehr, ſchritt er aus, es war noch
früh am Tage. Als der Zug abfuhr, wußte er, daß er, falls der
Anſchluß in Köln nicht verſäumt würde, abends in
Leimerz=
hofen an der Ahr, wo die Station war, ankommen könnte.
Nun, da er wußte, ich gehöre nicht mehr zu den Menſchen,
war ihm frei und leicht, er dachte nicht mehr an die hübſche
ſün=
dige Dielentänzerin, eine Geſchiedene, die er bisher noch
ſchluch=
zend und fluchend geliebt hatte. Er dachte nicht mehr an die
Not der letzten Wochen, Verzweiflung, Elend, tauſend mißratene
Verſuche, ſich zu erhalten, er konnte jetzt tun und laſſen, was er
wollte. Er rollte ſich im Abteil wie ein Igel zuſammen, dachte
an Soldatenfahrten quer durch Deutſchland, den leiblichen
Hun=
ger merkte er nicht, in einem brühenden Fieber ſpielte er mit
dem Gedanken an ſein Felshaus und an den Tod dort. Er
malte ſich aus, daß es noch ſtände, daß es zerfallen ſei. Wäre es
zerſtört, ſo ſollte das ein Zeichen ſein, ſofort vom Felsgeſtein in
den Abgrund zu ſchreiten. Manchmal erhob er ſich und blickte
verwundert hinaus, wie drohende Hochöfen vorbeiglitten oder der
Kölner Dom durchs Fenſter ſchaute oder nachher am Rhein das
Siebengebirge und der große Bergzug von Walporzheim. Er
wurde unruhig wie ein Jüngling, der zu ſeinem Mädchen eilt.
Endlich Leimerzhofen, er ſchielte zum Fenſter hinaus, das
war noch der alte Vorſteher, der durfte ihn nicht ſehen, ſo ſprang
er nach der falſchen Seite ab und eilte, ohne daß es jemand
merkte, einen Pfad hinauf, der in ſeinen Wald führte. Noch eine
Viertelſtunde, noch zehn Minuten, das Klettern ſtrengt einen
ausgemergelten Körper unſagbar an, er keuchte, bohrender
Hun=
ger meldete ſich, weiße Punkte tanzten vor ſeinen Augen. Da
da iſt es, Dach und Mauern erhalten, die grüngeſtrichene Tür
aus Kiſtenbrettern mit dem roten Herz darauf, das kleine
Fen=
ſterchen nach der Ahr und der Morgenſonne hin, alles iſt noch
da, als ob er geſtern fortgegangen ſei. Er hakte die Tür auf,
trat ein, finſter, trocken, das Dach offenbar dicht, ein leicht
modri=
ger Geruch nach Waldmoos. Sein Lager, er taſtete mit der
Hand, es iſt noch da und trocken. Nur ſeinen erregten Atem
hört er gehen und unten das mahnende Rauſchen des Fluſſes.
Er ſitzt auf dem Moos, will ſeine Gedanken halten, aber die
ſchwimmen und ſchwinden, er ſinkt in Schlaf, übermüde, wie er
iſt; ſein Traum lebt im Jahre 15. Er hört wieder die
melodi=
ſchen Eiſenbahnſignale und ihren Widerhall aus den Klüften
er hört den Atem des Waldes und der Berge, er ſieht wieder die
kleine Annemarien Hannemacher, das Kind, jeden Morgen ihm
Kaffee bringen, das Eſſen für den Tag, einen Brief und ein
freundliches Wort vom Hammacherhof unten im Dorf. Darüber
wird Haßmüller wieder wach, jetzt iſt es ganz finſter, Hunger
und Durſt laſſen ihn ſchwindeln, aber er fühlt ſich geborgen. Er
ſtarrt nach dem hellen Viereck des Fenſters. Lagen nicht rechts
in dem ausgehöhlten Kalkſtein Phosphorhölzer? Er taſtet ſich
hin, greift die Hornbüchſe, verſucht, bläulich flammt ſein
Licht=
chen auf, er geht, wie vor Jahren, nach dem Winkel, wo der
Kerzenſtumpf ſtand, findet ihn und zündet an. Wie damals ein
paar Tropfen auf die Tiſchplatte, dann ſteht die Kerze, handhoch
noch. Das erſte, was er ſieht, ſind die Anfangsbuchſtaben ſeiner
Braut, in Holz geſchnitten. Er nimmt ſein Taſchenmeſſer und
ſchnitzelt ſachgemäß ſorgfältig jede Spur weg. Dann ſtreckt er
die Arme hoch, ſo daß er an das niedrige Dachgebälk anſtößt,
und lacht halblaut vor ſich hin: heim! heim! heim! ſpricht er
und lallt es wie ein Kind. In dem unruhigen Flackerlicht
be=
ſieht er ſeine Welt, ein paar Leintuchfetzen morſch und faul, aber
ſogar das Buch, darin er damals las, ein alter Band
Garten=
laube, etwas aufgequollen, aber noch lesbar. In einer Flaſche
das düre, weiße Heidekraut, das Tintenfaß, der ſelbſtgefertigte
Federhalter aus Jasminholz, zwei feingeſchnitzte Papierſtöcke
ſtehen in der Ecke, der Tannenzapfen am Fenſter, das Wetter
anzuzeigen. Und das Bierglas mit dem Sprung am Henkel.
Da fällt ihm ein, daß vierzig Meter höher am Fels ein dünner
Waſſerfaden rinnt. Er kletter, achtſam wie ein folgſamer Junge,
hinauf und füllt geduldig wartend ſein Glas, trinkt es leer und
füllt es wieder. Das kühle würzige Felswafſer erquickt und
be=
lebt ihn. Vorſichtig klettert er wieder herunter, er erinnert ſich
dabei wieder lebhaft an die Hammachersmädchen, was mögen die
beiden Alten noch machen, und Gertrude, die ältere Schweſter,
die damals mit einem Deutzer Dragoner verſprochen war.
Aus dem Abgrund rauſcht die Ahr und ruft und erinnert
Haßmüller an ſeine Abſicht; jetzt hat er ſein Heim geſehen und
ſich noch einmal gefreut, nun ſoll er herunterkommen, der Schritt
ins Leere muß ſein. Aber Haßmüller hört nicht mehr gut, er
ſteigt ſo vorſichtig zu Tal, als ſei ſein Leben ſo koſtbar wie kein
anderes. Nur nicht ins Rutſchen kommen, das könnte gefährlich
werden. Er weiß, wie es tut, auf dem Grat zwiſchen Leben und
Tod zu ſchreiten.
So wartet er halb ſchlafend, halb träumend, den Morgen
heran, ſieht die Sonne in ſein Heim ſcheinen, ſchreitet,
über=
wältigt vom Hunger, beglückt auf dem alten Wege nach dem Dorf
hinunter, tritt bei Hammachers auf den Hof und erfährt von der
Annemarie, die unterdeſſen eine blühende Achtzehnjährige
ge=
worden iſt und ihn mit erſtauntem Geſchrei begrüßt, daß Vater
und Mutter Hammacher ſchon lange tot ſind, daß Gertrudes
Bräutigam 18 gefallen iſt und daß die Wirtſchaft nicht gut geht,
weil eine Männerhand fehlt.
Und als nun die ſtille frauliche Gertrude aus der Küche
kommt und Haßmüller begrüßt, als ſei er geſtern abgefahren,
und eine feine Röte um ihre klare Stirn zieht, da weiß er, wo
ſeine Heimat iſt, wer die fehlende Männerband hat, und daß
die Ahr vergeblich locken wird, und daß er noch Jahre Sonntags
nachdenklich mit ſeiner Gertrud nach dem alten
Bahnſchutzhäus=
chen von 15 wandern und ſchweigen wird von den böſen
Abſich=
ten, die er zwiſchen den Halden und Hochöfen im Kohlenland
hatte. Und dann fällt ihm auch ein alter Stiefel im Sinkteich
ein, der vergeblich ſein Maul aufgeriſſen hat.
Nr. 37, Sonntag, 21. Sebt. 1924
K38226
K 39341
K82S5
K8077
FRS277
K8255
*Die Mode im Herbſt
Typiſche Kleidformen fürden WinterlDer zeitgemäße
Eigentlich gibt es in dieſem Jahr — mit Ausnahme der
ſonnegeſegneten Oſtſeeküſte — keinen Uebergang vom Sommer
zum Herbſt, denn die verfloſſenen Wochen waren in ihrer
Regen=
eintönigkeit ſchon eine ſchlimme Karrikatur herbſtlichen Wetters.
Aber vielleicht bringt gerade die Tatſache, daß wir keinen
Som=
mer hatten und daß die reizenden hellen Sommerkleider meiſt
ein unſichtbares Daſein in Koffern und Schränken führen
muß=
ten, es mit ſich, daß nun die Herbſtmode mit aller Energie
auf=
tritt und ſchon allenthalben das Straßenbild beherrſcht.
In dieſem kalten und naſſen Sommer haben die Frauen
auch wieder einmal ſo recht erkannt, welch guten Freund ſie am
Mantel beſitzen und ſo ſteht denn die Herbſtmode ſehr unter
ſeinem Zeichen. Das Koſtüm iſt ein wenig in den Hintergrund
gedrängt. Es iſt ja auch wahr: man iſt im Mantel ſo gut
ge=
borgen vor des Wetters plötzlichen Launen, die dem Kleid nichts
anhaben können, das er verdeckt. Die Formen ſchlicht und
ſchlank, ein wenig dem Mantel der Männer angepaßt. Beliebt
iſt immer noch der ſeitliche Schluß; die dadurch bewirkte. ſchräge
Vorderbahn kleidet die Frauen beſonders gut. Sehx viel wird
Pelz an Mänteln getragen: Kragen und Stulpen aus Pelz, ja
ſelbſt die Ränder werden gern mit Pelzſtreifen eingefaßt. In
ganz nach Herrenmode gearbeiteten Mänteln, die gerade Form
und vier Knöpfe als Schluß haben, trägt man vielfach eine
Pelzkrawatte, die ſeitlich mit einer großen Schleife gebunden
wird — ſie gibt der Herbigkeit der Erſcheinung ein wenig
weib=
lichen Liebreiz.
Sehr viel wird jetzt das ſogenannte Complet gearbeitet und
zwar in etwas anderer und für weniger große Geldbeutel
ge=
ſchickterer Art, als bisher, wo es ſich nur auf einen Anzug,
ver=
vollſtändigt durch Mantel oder Cape handelte. Das Komplet von
heute ſetzt ſich aus einem Mantelkleid mit Mantel zuſammen, und
dazu gehört dann noch ein aus Seide oder Samt gefertigtes
Nachmittagskleid, das ſich im Stil dem Mantel anpaßt, ſodaß
olſo der Mantel für das einfache und das elegante Kleid als
Ueberhülle ſich eignet. Auf die Stileinheit des Anzuges wird,
bis zur Handtaſche, Schirm, Schuhe, Handſchuhe uſw. ſehr großes
Gewicht gelegt und es iſt ja auch ein ſehr angenehmer Eindruck,
eine Frau zu ſehen, deren ganze Kleidung in Farbe und
Mach=
art gut ausgewogen iſt.
Allenthalben ſieht man die für den Herbſt maßgebenden
ſteilen, zylinderartigen Hüte; große Formen ſind faſt gar nicht
ſichtbar. An den ſchon im Sommer prophezeiten Damenzylindern
iſt aber inſofern ſchon eine Wandlung zu bemerken, als ſie ſich
im Material keineswegs auf den ſog. Zylinderſamt beſchränken,
wie es urſprünglich beabſichtigt war, ſondern man ſieht viel
ſtumpfen Samt, feinen Filz, Brokatſtoffe u. a. verarbeitet. Sehr
geſchmackvoll flache Schleifengarnituren, ſchlanke Federpoſen,
Reiher, Litzen und der ſehr mit Vorſicht zu verwendende Strauß=
und Galalithſchmuck wird zur Garnitur benutzt, und gibt den
Zylindern ebenfalls eine weiblichere Note.
Soweit ſie ſich bis jetzt überſehen läßt, darf man die
Herbſt=
mode als recht geſchmackvoll und praktiſch anſprechen und — was
doch mit ein weſentliches Moment — auch für weniger bemittelte
Frauen durchführbar.
* Oie große Streifenmode
Sicher iſt, daß eines der hochmodernen lebhaft geſtreiften
Kleider in römiſchem Farbengeſchmack — muß es wegen Mangel
an Beſitz anderer Kleider oft getragen werden —, ſeine Trägerin
leicht zum „bunten Hund” machen, den als ſolchen bald die ganze
Gegend kennt. Anderfalls freilich ſind dieſe neuen
römiſchgeſtreif=
ten Stoffe außerordentlich reizvoll. Namentlich dann, wenn die
Streifen in bizarrer Weiſe bei den aufſteigenden, bald in
hinab=
laufenden Spitzen genau aufeinanderſtoßen und wagerechte durch
ſenkrechte Streifenanordnungen unterbrochen werden. So konnten
wir ein neues Modell dieſer Art bewundern, das bei ſchwarzer
Grundfarbe und mehr denn handbreiten, äußerſt lebhaft getönten
Streifen mit blau, orange, hellblau, grün und violett, nur wenig
durch ſchwarz unterbrochen, zuſammengeſetzt, in äußerſt exakter
Verarbeitung die verſchiedenſten Streifenanordnungen aufwies,
die jeden weiteren Schmuck völlig überflüſſig machten. Schwarze
Schuhe, zur lila Farbe paſſende Strümpfe, ein ſchwarzer Filzhut
mit vorx zurückgeſchlagener Krempe, ein genau zum römiſchen
Streif baſſendes, quergeſtreiftes Ripsband und ein
aufrechtſtehen=
der Reiher üppig und voll über der Stirn hoch am Kopfe
an=
gebracht, vervollſtändigen dieſes zwar ſehr auffallende, aber
äußerſt geſchmackvolle Herbſtmodell. Lange und kurze Aermel ſind
an den geſtreiſten neuen Herbſtkleidern in gleichem Maße
vor=
handen. Neuartige Kragen und Schalarrangements und
banner=
artige doppelſeitige Garniturteile aus der hinteren Aermelnaht,
des ſtraff den Arm umſpannenden enganliegenden Aermels, mit
Knopfbeſatz am hinteren Rande oder einer langen Quaſte an der
unteren Spitze gleich dem Kragenſchalteil abſchließend, erhöhen
noch den eigenartigen Reiz dieſer ſtreiſig gearbeiteten, zu
Quadra=
ten, Dreiecken oder Wellenlinien geſtalteten Stoffe, denen ſich
viel=
fach noch ein weicher Filzhut in Boleroform mit bizarr nach oben
eingerolltem Rande geſellt.
Mit unſeren heutigen Abbildungen geben wir die
verſchie=
denen typiſchen Formen und beachtenswerten Neuheiten der
Herbſt= und Winterkleider, für die weichmolliges Material
ver=
arbeitet wird. Kaſha, ein neues Gewebe aus der Wolle der
Kaſch=
mir=Ziege hergeſtellt, Cheviot, Rips in noch verſtärktem Maße,
Gabardine, Ledertuch, ein feiner, weicher Stoff, und Cotelé, ein
gerippter Stoff von früher her bekannt, enthalten die Qualitäten,
die für die modernen Kleider erforderlich ſind. Die Winterkleider
werden auch ferner die Hemdform und die tiefe Gürtellinie
bei=
behalten, denn der Directoire=Stil kommt nicht in Frage. Die
lange Kaſack iſt wohl die beliebteſte Form für das Herbſtkleid,
das man auch auf der Straße trägt, wie Abbildung 38 226 zeigt.
Der Nock iſt eng und von abweichendem Stoff. Reicher
Kopf=
ſchmuck und Pelzſtreifen, die begünſtigſte Art der Garnitur,
fin=
den an ihm paſſende Verwendung. Im großen ganzen trägt
unſere Kleidung einen ſtrengen, faſt herrenmäßigen Charakter,
der durch die teichen Stoffe etwas gemildert wird. Dem
ent=
ſpricht die Mode der Weſten und Einſätze in Hemdbruſtform.
Siehe Abbildung 8217, 39341 und 8077. Im tiefen Ausſchnitt
an dem mit Abbildung 39 341 veranſchaulichten Kleid aus Samt,
der ſich für Nachmittagskleider beſonderer Vorliebe erfreut, iſt
gußer dem Weſteneinſatz die vordere Faltengarnitur angebracht,
durch die der Rock größere Weite erhält, wie man es überhaupt
liebt, den Rock rückwärts glatt zu halten und vorn zu garnieren.
Auch durch Schalkragen prägt ſich der herrenmäßige Eindruck aus.
wie an dem Kleid 8255 gezeigt iſt, das ferner veranſchaulicht, wie
die Karo=Mode ſich vorzüglich mit dem Hemdſchnitt vereinigt. An
dieſem Kleid, iſt auch der an Kleidern, Jacken und Mänteln
wie=
derkehrende, breit übergreifende Schluß angebracht und die
ein=
ſeitige Raffung über engem Rock. Die Abſicht, dem Hemdkleid
durch eine rundgeſtellte Falbel einen leichtbeweglichen Abſchluß
zu geben, verwirklicht ſich an dem Kleid Abbildung 8077, an
deſ=
ſen Kragen auch die moderne Flechtgarnitur von Treſſe und
Stoffſtreifen gezeigt wird. Das Pliſſee, und zwar in minimaler
Tiefe, gilt noch immer als moderne Note. Als ganzer Rock,
ein=
zelne Bahnen, loſe Teile, Falbeln oder Zwiſchenſatz findet es ſich
immer wieder, oft als Bluſenrock, durch einen Jumper
vervoll=
ſtändigt. Auch an Abbildung 8253 beſteht, der Rock ganz aus
flachen Preßfalbeln. Der beliebte Kragenſchal iſt nicht nur den
Jacken und Mänteln zugeſprochen, ſondern erfüllt auch ſeinen
praktiſchen Zweck am Kleide. Wie an unſerer Abbildung werden
die Enden gern durch Einſchnitte, Patten oder Taſchen gehalten
und ergeben, mit Franſen begrenzt, gleichzeitig die Garnitur des
Rockes.
K 38226 erfordert etwa 3,15 Meter Gabardine, 1,40 Meter Atlas,
je 100 Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 92 und 104
Zentimeter Oberweite.
K 8217, erfordert etwa 3 Meter dunkler Cotelé, 120 Zentimeter
breit, 50 Zentimeter Crépe Georgette, 120 Zentimeter
breit. Beher=Schnitte f. 96 u. 104 Zentimeter Oberweite.
K 39341 erfordert 4 Meter Samt, 90 Zentimeter breit, 85
Zenti=
meter weiße Ottomanſeide, 100 Zentimeter breit. Beher=
Schnitte für 96 und 104 Zentimeter Oberweite. Beher=
Abplättmuſter 010135/T 1 Meter.
K 8255 erfordert 3,50 Meter karierten Stoff, 120 Zentimeter
breit. Beher=Schnitte für 92, 100 und 112 Zentimeter
Oberweite.
K 8077 erfordert 3,50 Meter gemuſterten Stoff, 120 Zentimeter
breit. Beher=Schnitte für 88 u. 96 Zentimtr. Oberweite.
K 8253 erfordert 3,50 Meter Kaſha, 130 Zentimeter breit. Beyer=
Schnitte für 96, 104 und 120 Zentimeter Oberweite.
*Die Geiſha mit dem Bubikop
Auch die Geiſha, dieſe ſo berühmt gewordene Verkörperung
der japaniſchen Frau, wird vom modernen Geiſt ergriffen und
gibt all die Schönheit ihrer orientaliſchen Tracht zu Gunſten der
europäiſchen Mode auf. Wie aus Tokio gemeldet wird, haben
10 Geiſhas, die in einem der berühmteſten Teehäuſer der Stadt
bedienen, den Kimono, die kleidſame Tracht der japaniſchen
Frau, abgelegt und ſich ſtatt deſſen mit europäiſchen Toiletten,
mit eleganten Lackſchuhen, mit Regenſchirmen und großen
gar=
nierten Hüten ausgerüſtet. Eine dieſer Revolutionärinnen iſt
ſogar ſoweit gegangen, den kunſtvoll aufgetürmten Bau ihrer
Haartracht zu zerſtören und ſich einen regelrechten Bubikopf
zuzulegen. „Wir ſind Frauen eines neuen Zeitalters und wollen
die Luft einer neuen Kultur atmen,” erklärte dieſe Geiſha mit
dem Bubikopf. „Wir fühlen uns frei und leicht in den
europäi=
ſchen Kleidern; wir können uns beſſer bewegen als in den
ſchweren Kimonos, den engen Schärpen und den plumpen
San=
dalen. Wir können alſo die Gäſte beſſer bedienen und außerdem
ſehen wir in der fremden Kleidung jünger aus, ein Vorteil, den
keine Frau verſchmähen wird.” Freilich ſoweit haben es dieſe
europäiſierten Geiſhas noch nicht gebracht, daß ſie auch
abend=
ländiſche Muſikinſtrumente ſpielen und die modernen Tänze
ausführen können.
Delikate Sülze aus Schweins= und Kal
füßen. 2 Schweins= und 3 Kalbsfüße, klein geſchlagen, we
mit 1½Ltr. Eſſigwaſſer, 4—5 Pfefferkörnern, 1 mit 3 Nelker
ſteckten Zwiebel, 1. Lorbeerblatt und dem nötigen Salz y
gekocht, das losgelöſte Fleiſch mit oder ohne Gurken= und Mö.
ſcheiben gefällig in eine Form geordnet, die durchgeſeihte T
darüber gegoſſen und kalt geſtellt. Ausgeſtürzt und das Fet
gehoben, reicht man mit Bratkartoffeln und Eſſig, Oel und 7
bel dazu oder genießt ſie auch mit einer Mayonnaiſe und 2
brötchen.
Süddeutſche Reisſpeiſe mit Weinbeeren.
einer Suppe zuvor gereicht, eine ſättigende Mittagsmahl
½ Pfund Reis kocht man in Magermilch, oder halb Waſſer,
Milch, weich, jedoch noch körnig. Etwas abgekühlt, fügt m
Eier, etwas geriebene Zitronenſchale, 1 Eßlöffel Fett oder B1
2 Eßlöffel Süßſtofflöſung, 2 geriebene bittere Mandeln,
löffel Salz und 2 Obertaſſen Weinbeeren bei, rührt ihn I
durch, füllt ihn in eine vorbereitete Form, legt einige Bit
flöckchen darauf und bäckt ihn 30—45 Minuten in mittelh‟
Ofen, um ihn in der Form aufzutragen.
Speiſe=Zettel.
Sonntag: Tomaten=Griesſuppe. Rehragout mit dickem
Vanilleäpfel.
Montag: Pikantes Selleriegemüſe mit Bratwurſt.
Dienstagt Birnenklöße.
Mittwoch: Kartoffelbällchen mit Apfelmus.
Donnerstag: Rotkraut mit Bratkartoffeln.
Freitag: Gebackener Schellfiſch mit Tomatenſoße und
lkarte
Samstag: Spinat mit Semmelrührei.
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Heit; awwe
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Nuucht hab,
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un Lad
Modebrief
Liebe Freundin!
Aufs angenehmſte überraſcht von deinem wieder zune
den Intereſſe an Modefragen, gebe ich dir gern die gewur
Angaben. Es iſt nun einmal unumſtößliche Tatſache, d‟
unmoderne, alſo nach der Mode von geſtern oder gar vor?
gekleidete Frau kaum weniger auffällt, wie die extrabage.
kleidete. Daß du das ebenfalls einſehen lernteſt und ſe
und deine Töchter, nach eurem Umzug zur Stadt, die
Lehre daraus ziehen willſt, kann ich nur gutheißen. Dieſe
den kaum, trotz ihrem vielen Wiſſen, trotz gutem geiſtigen
zeug zur gewünſchten, ausſichtsreichen Stellung gelangel,
du ſie, wie daheim bei den Eltern, auch fernerhin ohne E
chende Berückſichtigung der Mode kleiden wollteſt, ſelbſt.
deine ſo geſchickte Hand noch ſo erakte Arbeit liefern ſolle.
Die neuen Modeſtoffe nun, die die Mode für die Hel
dung zur Verfügung ſtellt, ſind nach Art und Farbe aupe.
lich verſchieden. Für deine Töchter würde ich dir zu N.
für Beruf und Straße die guten Strapazierſtoffe wie 70
Gabardine empfehlen, die außerordentlich haltbar find.
Velour de laine und Finette, ein feiner ſchmiegſamer 2
alle karierten Stoffe, Serge, Cheviot und Tuch, wären
zeichnet für gute Nachmittagskleider geeignet, während
das elegante Nachmittags= und kleine Abendkleid, alſo 90s
für kleine feſtliche Gelegenheiten: Crepe Marocaine, L"
Chine, Foulardine, Trikotine, Taft geſtreift und karle
ſchließlich Kunſtſeide und Samt, verwenden könnteſt.
Die rechte Wahl wirſt du dort leicht an Ort und Stelle.
können, da ja die Firma Wilhelm Lanz, am LudwigsP
allen dieſen Stoffarten aufs reichſte aſſortiert iſt und ſt..
Neueſte bringt. Nur würde ich dir raten, Abendfarben
große Geſellſchaftskleid, wozu namentlich viel Brofal,
Kunſtſeide und feiner Velour=Chiffon Verwendung ſid
lieber bei künſtlichem Licht zu kaufen, wozu ja jetzt nnt
Gelegenheit iſt, da du dann ſicher ſein kannſt, den gew"
Farbton für deine blonde Ilſe, wie für deine brünene
zu finden.
Welche Form du wählen ſollſt? Nun, es ſteht die
für Nachmittag= wie Abendkleider das immer gefällig. "
Stilkleid, wie das noch immer gänzlich geradlinige Rill
Hemdkleid zur Verfügung. Als ſehr dekorative Beſſh!"
Nachmittagskleider würde ich dir ſchmale Vorſtöße L.
oder ſchräggeſchnittenem Rippenſamt empfehlen, die danl
dervoll ſchnurenartig wirken, oder die faſt in allen 5ſ.
rätigen Foulétuche, die ſicher ebenfalls im SpezialgeſG
Wilhelm Lanz zu haben ſind. Bringſt du dann Noe
Nachmittagskleidern für dich und deine Töchter eine In.”
hübſchen, flott und gefällig wirkenden Wollſtickereien,
ganten, kleinen Abend= oder großen Geſellſchaftskleide
Gold=, Silber= und Mondſcheinperlenſtickerei an, dann 1e
ſicher ſein, den neueſten Modeforderungen völlig nachge
zu ſein.
Mit den beſten Wünſchen für gutes Gelingen
Deine
Nummer 263.
Sonntag, den 21. September 1924.
Seite 13.
Sunndags=Noochmiddags=Bedrachdunge.
Die Haubtſach, was heid aaner brauch, wann=er unner
ſei=
gleichen ebbes gelde will, deß is alſo in erſter Linie e
abge=
ſſe Schulbildung. Deß is deß Wichtichſte. Vorausgeſetzt, daß
net vorzieht un ſchmeißt ſich eiffach ärchend ere Baddei in die
n odder an de Hals. In dem Fall bringd=er’s unner
Um=
de aach ſchun zu was, un zwar nooch dem Rezäbbd: „Freie
ndem Dichdiche.” Odder doch wenchſtens dem Baddeidichdiche.
zin mer awwer dadra kaan Geſchmack un kaan Gefalle find,
251 bleibt aam bloß die „abgeſchloſſe” Schulbildung iwwrich,
Nu’ ſin ja bekanntlich, mir freie Flickweiwer un
Nehders=
mercher net bollidiſch organiſiert un unſer Stimm gild
deß=
iche nis, weder im Rad der Völker noch in ſunſt=eme Rad.
Ihweiwer ſin da ſchun beſſer dra, un die ſin aach deßhalb ſo
ilich in alle Parlamender wirdich un ſtandesgemäß verdrete,
m. daß ſe mit ihre abgeſchloſſene Schulbildung beſunners
2y ljes zu mache un uffzudrumbe brauche.
Awwer, wie geſagd, mir Flickweiwer un Nehdersmädercher
ryinangelts halt am Solidaridädsgefiehl, un mir miſſe deshalb
ſwie mer uns mit unſere abgeſchloſſene Schulbildung ſchlecht
ruecht dorch’s Läwe ſchlage. Goddſeidank, daß ich wenichſtens
ry abgeſchloſſe Schulbildung noochweiſe kann, un daß ich net
nſt acht Johr lang in de Runde=Thorm=Stroß in’s
Gimm=
ry m gange bin (bidde, keine Verwexlung, ich maan die
Mäd=
hul un net edwa des gächeniwwerliechende Wiſawie!). Dann
wi re Einheizſchul hodd mer zu meiner Zeid noch ſo gut wie
miewißt. Awwer ſie hawwe uns domols aach ſchun mächdich
ei ſeizt. Un net ſo knabb. Wem do die Zöbb net feſt an de
(5, gewachſe warn, der hodd elend Hoorn loſſe miſſe. Awwer
—iin groß un dick worrn debei un hawwe zugenumme an Geiſt,
( un in der Wahrheid. Kunſtſtick! E ſpanniſch Rohr hodd
ſe zeid bei’s Hugenſchitze zehe Fennich gekoſt, inkluſiefe
Eiffuhr=
z—u in deß pädagochiſche Erziehungsmiddel hodd ſelbſt bei
dau=
e m Gebrauch immerhie e Johr ausgehalde. Un ſo hab ich,
a ichdich Buweroll, die wo ich damals war, ſo zimmlich mit’s
Siſchitze ihre ſämtliche ſpanniſche Rohrn Bekanntſchaft ge=
Awwer ich hab aach was gelernt debei. Freilich, es
RS te hodd mer net geläche, un ich bin deshalb net weid
iw=
we große Aa’molaans enauskumme, doherngäche muß ich
zu=
gä 1e, daß es Läſe mei ſchwach Seid war; awwer erſt die
Naum=
leh dere konnt ich ſchun gar kaan Geſchmack abgewinne, for
Gehde hab ich mich awwer nie indräſſiert; im deitſche Aufſatz
ha—); allerdings verſagd, deß geht mer heit noch nooch, awwer
mes rdegrafie, die war muſtergildich un mei Schifferdafel is in
all- aſſe erumgezeicht worrn. Im Singe un Torne, do hab ich
dos che widder de Vogel abgeſchoſſe, do war ich zweifellos die
in0/ Be awwer do bild ich mer nir druff ei, ſo bin ich net. Dann
m’ich f’s net leichne, es hodd aach Fächer gäwwe, wo ich nit
ge=
dar 1 hab, nemlich: Handarweide. Mein „Muſterlabbe” is
mei=
nes iſſens nie färdich worrn. Awwer wie mer mit Abbelkraud
un ddrärje weiß Woll bebadicke kann, deß hab ich damals
ſchra inwandfrei noochgewieſe, wann aach ohne Erfolg, dann
dar hadd mer for’s Kunſtgewärwe noch kaan Blick, un deß
bra /olle Farweſpiel uff meim Muſterlabbe, deß hodd mer vun
merx Stricklehrern nor des Brädigad „Behle” ei gedrage.
n Mangel in meim Bildungsgang macht ſich awwer
heis inlich geldend, un deß ſin die fremde Sprache. Wann ich
die 1H beherrſche dhet, dann hedd ich brääder brobder ärchend
e ſterbordefell in meim Nehbeidel. Awwer wer do heid
net /t kann, der is ſelbſtverſtändlich eo ibbſilon vun
vor=
ner 3=ledicht, un zwar a briorie. Wer awwer heid in de
Effent=
lichr ſteht, der muß noblens koblens mit Fremdwerder um ſich
ſchmie kenne, un wann=er aach zehemal net waaß, was ſe
be=
deiss n wie ſe ausgeſproche wärrn un wo ſe hiegeheern. Wie
geſol mit dene Fremdwerder, deß is e Glickſach, un da ich
be=
kan 1h zum Bächvogel kwaſie brädeſtinierd bin, ſo dhu ich ſe
vor / Shalwer konſtand vermeide, do kumm ich wenichſtens net
in 2 pullidhäde.
tver mer därf in dere Beziehung noch ſo konſikwend ſei,
gan nn mer dene Ooſefremdwerder net aus em Wähk geh, do
ſorc je annern ſchun defor. Un wer zum Kaiſerling (vorne mit
E= lon!) in die Schul geht, der kann do was weiß werrn;
bra—) ich awwer net weiders driwwer zu verwunnern, dann die
Fres verder, die geheern zum eiſerne Beſtand vun de Filleſofie,
un ilde in de Haubdſach des Riſtzeich, mit dem wo die
Fille=
ſofe n ſolang ebbes beweiſe, bis daß=ſes zuletzt ſelwerd glaawe.
No—; is ja ſchließlich aach e Sach for ſich un for die
Menſch=
heie allgemeine kaan Schade,
nn aam dodegäche im brackdiſche Läwe ſo e
Fremd=
hor ffſtößt, do is meiſtens Gefahr im Verzug un allergreeßte
Vorl gebode. Dann mer waaß trotz ſeine abgeſchloſſene
Schul=
bild=, nie ſo recht, was dehinner ſtickt, und ſolang mer kaa
boſſ ife Beweiſe hodd, ſoll mer immer was recht Schlechtes
in" iutziches hinner ſo=eme Fremdword ſuche; do drifft mer
0 —, fehr des Richdiche. Beweis: Repko, Endende, Ponkarree,
Sar)ne, Mikum, Audonomie, Säbberadißmus, Ogguldißmus,
Ma=aliſatzion, Telekineſe, Velkerbund, Notverordnung, Ab=
bau ſchäftsuffſicht . . . . Halt, langſam! Do ſin mer glaaw=ich
m 2il e paar eneigeritſcht, die wo ſtrenggenumme net unner
die ndwerder geheern. No, in Goddesname, ſie meeche ſteh
Meis dann jedenfalls, was Gudes bedeide ſe aach net. Un ob
mer 1 beßwäche engliſch odder franzöſiſch odder meindswäche
jadeh ſchreiwe, deß werrd ſich gehubbt wie gedubbt bleiwe,
MA kann vun mir aus jeder mache wie er mag.
uS vun dene haamdickiche, hinnerliſtiſche, ſchei heiliche un
dorS wwene Fremdwerder, mit dem wo ſe uns ſeid eme gude
9alk-1 johr in Deitſchland unner die Aage geh, des haaßt: „
Sta=
biliglng” odder vielmehr: „Stabiliſatzion” odder korz
aus=
gedwi „Stabiel”. Alſo deß Word hab ich uff de Muck, un deß
hab fefreſſe! Wie ſe deß uffgebracht hawwe, do hab ich
nadier=
ich nkt: ſtabiel, noja, deß haaßt uff deitſch ſoviel als wie
AuEn „dauerhaft”; korzum, es is ebbes, wo mer ſich
ver=
ar ſeelich druff verloſſe kann. Dann warum? Alle Wäld
90— vo geſchwärmt un hodd geſagt: wann mer nor erſt
wid=
m
dermal „ſtabiele” Verhältniſſe hawwe, dann ſin mer iwwer’s
Gröbſte naus, dann hawwe mer gewunne.
Froge Se emal heid aan vun unſere Bank= un Börſemenſche,
vun dene mer doch im allgemeine a’nemme hedd kenne, un weil
die doch e abgeſchloſſene Schulbildung uffweiſe miſſe, daß ſe im
dornerei gewißt hedde, was eichentlich mit dene „ſtabiele‟
Ver=
hältniſſe gemaant is. Froge Se emal gan, was der Ihne
ſeegt — — —. Ei, die wolle’s mit ihre abgeſchloſſene
Schulbil=
dung heid gor net mehr glaawe, daß=es emal e Zeid gäwwe hodd,
wo ſe vor’m Spiechel nor noch „per Sie” mit ſich geredd hawwe.
Un e Fraa Bank=Diräckder, bei dere wo ich als e bißche flick, bei
dere hab ich in de ſtabielloſe Zeid immer in de Kich eſſe miſſe;
heid eß ich widder mit am Diſch, un wann mich de Herr Diräckder
uff de Gaß ſieht, ſeecht=er mer deerſt Gundag. Alſo wann ich
mer unner „ſtabiele” Verhältniſſe alles annere vorgeſtellt hedd
— deß hedd ich mer jedenfalls im ganze Läwe net drunner
vor=
geſtellt.
Odder froge Se mal unſer Kaaf= un Geſchäftsleid, was die
vun dene „ſtabiele” Verhältniſſe halde. Do kenne Se was heern!
In de ſtabielloſe Zeid, wo ſe bloß vun de Subſtanz gezehrt
hawwe, do hawwe ſe als die Dier zugeſtebbſelt un hawwe die
Kundſchaft bloß ſchwuddweis enei geloſſe, un wann mer net
ge=
numme hodd, was ſe aam gäwwe hawwe, dann hodd mer
iwwer=
haubd nix krickt. Heid baue ſe um uff Mord und Kabudd un
bräche Läde un loſſe die Diern ſperrangelweid uff, un jeder will
de Billichſte ſei, ob Konſum odder Aanzelhannel, awwer die
Kundſchaft leßt ſtabiel uff ſich worde, und der aanziche, der wo
ſtabiel ins Geſchäft kimmt, deß is der ſtabiele Steierbeamde, der wo
ſtabiel nie was kaaft, ſundern ſtabiel was hawwe will. Ich glaab,
unſer Geſchäftsleid, mit un ohne abgeſchloſſene Schulbildung, die
hedde ſich’s emal net draame loſſe, daß mer unner „ſtabiele”
Ver=
hältniſſe ſoviel verſteht als wie, daß des Geld „ſtändich” des
Wenichſte is, was mer hodd.
Un die Herrn vun Großaggrarier! Mir denkt’s noch ganz
gud, dann es is kaum dreivarrdel Johr her, daß mer beſcheide
um e Ei gebäddelt hodd un um e paar Kadoffel un en Drobbe
Milch; des Werdche „Budder” hodd mer ſich ſchun gar net mehr
gedraut in’s Maul zu nemme, aus Angſt, mer dhet for
unver=
ſchemt ageguckt wärrn. Un wann mer ſchichdern gefragd hodd,
was mer ſchuldich is, do war mer gradezu baff, wie ſchnell ſich
de Menſch, aach ohne abgeſchloſſene Schulbildung, im Geld= und
Börſewäſe zurechtfinne kann. Damals hodd mer uff=em Land
immer geheerd: js, wann mer nor erſt widdermal „ſtabiele”
Ver=
hältniſſe hawwe —! No, die hawwe mer ja jetzt, awwer mir
macht’s ganz ſo de Eidruck, als wann ſich die Herrn Bauern
unner „ſtabiele” Verhältniſſe was ganz annerſter vorgeſtellt hedde,
Un erſt des große Heer der Feſtbeſoldede, Arweider, Beamde
un Ageſtellte, ſowie die ſunſtiche Mitzeidgenoſſe, die hawwe in de
ſtabielloſe Zeid alle fimf Minude en Haufe Zeddel krickt, un die
Weiwer ſin erumgelaafe un hawwe net gewißt, was mit afange
un hawwe alles Kreizdeiwelszeich zuſammegekaaft, bloß net deß,
was ſe am allernodwendigſte brauche hedde kenne, un nor immer
vun de Angſt gedriwwe, ihr Babierzeddel weern in de nechſte
Stund wertlos. Damals wußt mer nie, ob mer mit ſeim
Eil=
kumme auskimmt; heid, bei dene „ſtabiele” Verhältniſſe, is mer
dodriwwer beruhichd, dann do waaß mer wenichſtens gleich vun
vornerei, daß es net langt. Awwer zu dere Erkenntnis kimmt
mer ſchließlich aach ohne e abgeſchloſſe Schulbildung.
Un ſo bin ich nadierlich aach uff des nixnutziche Werdche „
ſta=
biel” eneigefalle, indem ich mer ſeinerzeid, wie’s gehaaße hodd,
mer mißt ſei Geld „wertbeſtändich” aleeche, en Barromeder
ge=
kaaft hab, dann ich hab mer geſagd, do därfe die Verhältniſſe
wärrn wie ſe wolle, en Barromeder kann mer immer brauche.
Der Obdicker hodd aach zum Goddesglick noch aan gehadd, es
weer grad de Letzte, ſeegt=er, hodd=er geſagt, un es weer en
aus=
nahmsweis ſtabiele Barromeder, deßhalb gebd=er merin
bil=
lich; un dodebei hodd=er aach ſchun de Index mit de Schliſſelzahl
un=em Muldiblicadohr muldibliziert un hodd zwaa Akteboge
vollgerächent un ſeecht: ſo, der macht achtzeh: Billion,
dreihun=
nerdſiewweinunvärrzich Milliard, fimfhunnerdſechsundreißig
Mil=
lion achthunnerdfimfunſibbzigdauſend Mack; un weil’s Sie ſin,
ſeecht=er, ſtreiche mer die Fennich un ſage rund zwanzig Billion.
Dodefor, ſeecht=er, hawwe Se aach en ſtabiele Barromeder,
un den hedd=er eichentlich gor net jedem gäwwe, awwer weil ich
„bevorzugder” Kunne bei=em weer (ich war im Läwe noch net in
dem ſeim Geſchäft), do wollt=er mol net ſo ſei un ſo ..
Wie ich den Barromeder domals gekaaft hab, hodd die Zung
vun dem Zeicher grad uff’s vorderſte B vun „Beſtändich” gedidde.
No, was ſoll ich ſage, zu dem Wädder, deß wo mer diß Johr
age=
mäſſe hawwe krickt, do hedd mer eichentlich gar kaan Barromeder
gebraucht, dann deß hodd mer ohnedem geſähe, daß es „
beſtän=
dich” rächne dhut. Wie awwer in de letzte Däg verſähendlich
emal die Sunn geſchiene hodd, do hab ich gedenkt, du mußt doch
emal noch deim Barromeder gucke, was der dodezu ſeecht. — Er
hodd noch uff „Beſtändich” geſtanne un hodd gar net gedho, als
wenn=er vun dem Word „Schön” Noditz nemme wollt. No, ich
hab dra geriddelt un geſchiddelt un hab druffgehaucht: jau, der
hodd mer was gepiffe. Sogar in’s haaße Waſſer hab ich en
ge=
dunkt, awwer er hodd ſich net aus de Ruh bringe loſſe. — Ich bin
alſo widder hie zu dem Herr Obdicker un hab geſagt, deß weer
doch kaa „ſtabieler” Barromeder, der gingd ja gar net un deht
dauernd uff „Beſtändich” ſteh. Do hodd mich der gefragd, was
ich mer dann eichentlich unner=me „ſtabiele” Barromeder
vorge=
ſtellt hedd. No, habb ich geſagt, en gude, wo mer ſich aach druff.
verloſſe kann un der wo aam aushalte dhut for’s ganze Läwe.
Un do ſeecht der, deß hedd ich gleich ſage ſolle, un er hedd damals
äxdra geſagd, deß weer en „ſtabile” Barromeder, un ſtabiel, deß
dhet ſoviel haaße wie „Beſtändich” odder aach „Feſtſtehend”, un
wann ich deß net wißt, do dhet ich=en dauern, do ſollt ich mer mei
Schulgeld widder gäwwe loſſe. —
So alſo kann mer mit dene Oaſe=Fremdwerder eneifalle. Un
es kann mer’s demnooch niemand verdenke, wann ich aach vun
dene „ſtabiele” Verhältniſſe net viel hald, dann wann deß ſoviel
haaße ſoll, daß es „beſtändich” ſo bleibt, wie’s äwe is, dann dank
ich ſchee for die „Stabilidäd” un ſo.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm. Am letzte Dunnersdag hawwe=ſe
widdermal uff=em Radhaus gehauſt wie die Wilde: die
Verwal=
dung hodd de Gasbreis erunner= un ſich ſelbſt wäche de
Woh=
nungskummiſſion newer de Stuhl gefetzt; dann hawwe=ſe in die
Eil noch e Heerd Stroße un zwaa Beigeordende umgedaaft.
No, was de Gasbreis bedrifft, ſo hodd ſich ſcheints de Herr
Nuß, unſer nei gebackener Gasbreisſpezialiſt, mein Stumber vun
neilich doch e bißche zu Herze genumme. Heid nadierlich behaubd
die verehrlichte Verwaldung, deß mit dere Gasverbillichung, deß
hedd ſe ſchun vor=e paar Johr vorgehadd, ſie hedd ſich bloß de
Berjerſchaft gecheniwwer net gedraut, de Gasbreis erunnerzuſetze.
„Jetzt awwer, wo emal de erſte Schrecke iwwerwunde is, do hoff
ich doch, daß mer im Gasbreiserunnerſetze net mehr ſo
ſchinand is. Dann offe geſtanne, ich hab ſo deß Gefiehl,
als weer for uns klaane Gasverdilcher die Sach vum Läbbche ins
Dichelche gewiggelt. Die Mäſſermied enuff un die Gasbreis
erunner — da kimmd for mich vorerſt net viel debei eraus.
Ich glaab als, ich muß dem Herr Nuß noch emal uff die Bud ricke
un muß mer emal vun=em ausenannerboſſamendiern loſſe, wie er
ſich die Sach eichentlich gedenkt hodd. No, die Haubdſach is, en
klaane Afang is emal gemacht und jetzt wolle mer emal
wei=
der ſähe,
Doherngäche hedd die Stadt mein Wunſch, daß mer uns e
bißche als Großſtädter benehmiche un uffiehrn ſolle, net ſo
dra=
giſch zu nemme brauche, ſo daß ſe gleich mit zwaa neie
Borje=
maaſter in de Woch kimmt. Nor e bißche langſam mit de arme
Leid, ſo bräſſierd’s dann doch net. Gewiß, ich genn=ſen jo, dem
Herr Buxbaum un em Herr Daub, daß des Miniſterium des
Innerſte ihrn geheimſte Wunſch befriedricht hodd un hodd ſe
in=
eme Afflug vun Großmut zu Borjemaaſter geſalbd; goddſeidank,
koſtbare Spezereie ſin ja dodezu heid kaa mehr needich, ſo was
is mit=ere Fädder voll Dinde erledicht. — Awwer hawwe mer
nu emal des Berjemaaſter=Kwadädd glicklich beiſamme, ſo nemm
ich a, daß mer uns aach bei feſtliche Verallaſſunge als e bißche
mit dick dhu. Vielleicht nimmt ſe unſer Darmſtädter
Landes=
therjader=Kählkobbadleed, der Herr Beines, e bißche in
Behand=
lung. Dann brauche ſe wenichſtens in Zukumft kaa
Begrießungs=
redde mehr zu halde, ſundern kenne deß ſinge, was ſe ſage wolle.
Zum Beiſpiel: Dies iſt der Tag des Härrn! Odder: Wie groß iſt
des Allmächdichen Giede! Odder: Wir ſin die Sänger von
Fin=
ſterwalde! Odder: Preisdreibend mit viel ſcheene Reden! Odder:
Harre meine Seele!
Zum Beiſpiel kennte ſe bei dem große Luftwettbewärb,
der wo ſo am nechſte Sunndag erum hier vun de Heſſefliecher
vera’ſtalt werd, gleich es erſtemal in Akzion drete mit=eme
Kwad=
däddche: Kommt ein Vogel geflogen; odder: Heher mein Godd
zu dir! — Iwwrichens ſcheint mer deß mit dem Luftweddbewärb
e groß Sach zu gäwwe. Mei Freund, de Ooſe=Pfeil, der
wind=
ſchiefe Dobbeldecker, der ſchebbaaniche mit ſeim därre Hals, der
hodd mich bereits im Uffdrach vun ſeim Vorſtand dezu ei gelade.
Un der will alſo draus uff em Flugblatz mit mir die „Hoche
Schul” flieche un e paar Spirahle drehe, un e paar Lubbing=de=
Lub mache un Korfe=, Storz= und Gleidfliech vollfiehrn un will
dann widder hinnern Friedhoaf mit mer nidderkumme. Der
hodd’s gud vor, un do kann ich bloß mit de weſtfähliſche Mädcher
ſage: Mein Chott, Chuſtaf, wenn das bloß chut cheht . . . ."
Awwer egal, mitgefloche wärrd; awwer wann mer
erunner=
ſtärze un bräche ſchließlich zum Gaudium vun de annern Hals
un Baa, dann kann=er ſich graddeliern, der Speebrenner, der
halbſeidene, dann ſin mer geſchiedene Leid —
Bis dohie: Uff Widderſähe, de nechſte Samsdag uff em
Flugblatz. Des annere wärrn mer ja noochher, wann ich’s
iwwer=
leb, in meim nechſte Addickel läſe.
Halt emal de Gaul ei! Jetzt hedd ich beinah noch des
Aller=
wichdichſte vergeſſe, nemlich s „Rote Kreiz‟. Deß hodd ja
ſächzichjährlich Juwiläum, un do is es Ehrenſach, daß mer heid
morjend bei dere morjendfeierliche Maddinee erſcheint, un zwar
um elf Uhr in de Tornhall am klaane Woog. Was iwwes e bißche
was is, is nadierlich da; un ich ſitz vorne bei de „Spitze‟; Sie
braiche bloß nooch meine Blärrees zu gucke. Nemlich ’8s Rote
Kreiz, deß is „mein” Verein, der freegd nemlich de Deiwel nooch
Rang un Stand, Tiddel un Middel, Paddei un Reliſchon, Hoch
un Niedrich, Freund odder Feind — for den gibt’s nor
Men=
ſche! Un darum is aach ſei Wirke ſo ſächensreich, uff de ganze
runde Wäld! De aanziche Fehler is nor, er leggt ſich zu wenich
an de Lade un leßt die link Hand net weiß wärrn, was die recht
dhut. Dodefor wolle mir uns awwer bei dene Vera’ſtaldunge
zum Beſte vum Rote Kreiz emal recht gebſchnitzich zeiche,
Hand uff. — Aage zu, un wolle beweiſe, daß mer die Wohldäder
net im Stich loſſe, un daß merin „Helfe helfe”, ſoweit’s in unſere
Kräfte ſteht. Nadierlich wärrd ſich de Middach in ſo=eme
Audo=
mobbel aach e Spritzduhrche geleiſt; ich dräff mich mit meine
Zwangsmiedern um zwaa Uhr uff=em Baradeblatz; dann bei
däre Fahrt hab ich die Gewißheit, daß ich net mit unſerm
Bolle=
zeidiräckter in Kumflickt kumm. Hoffentlich hodd de
Audomobill=
klubb aach en Wage, der wo e bißche uff mei Vollumen
zuge=
ſchnidde is. No, im Nodfall ſetz ich mi chuff zwaa Blätz un
nemm mei Zwangsmiedern uff de Schooß. Deß leßt ſich alles
mache.
Wie Beide
glänzt Ihr Haar nach einer Waschung mit dem bewährten „Schaumpon
mit dem schwarzen Kopf” und das Frisieren macht Freude, wenn Sie
dieses vorzügliche Mittel regelmäßig anwenden. Sie
be-
freien die Kopfhaut von allen Unreinlichkeiten, die den
Haarwuchs ungünstig beeinflussen, und üben die denkbar
beste Haarpflege aus. Ein Päckchen „Schaumpon” kostet
20 Pfennig. Verlangen Sie beim Einkauf ausdrücklich
„Schaumpon Marke Schwarzkopf‟
mit der bekannten Schutzmarke,„Schwarzer Kopf”. Weisen
Sie Nachahmungen oder als ebensogut angepriesene Fabrikate zurück.
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[ ← ][ ][ → ]21. September 1924
Doesdiatt
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Von
Dr. Rudolf Baier, Berlin.
Seit zwei Jahren wird deutſcherſeits um ein Wirtſchaftsabkommen
mit Spanien gerungen. Auf franzöſiſche Einflüſſe hin hat man in
Spanien immer wieder neue Gründe geltend gemacht, um die
Beſeiti=
gung des 80prozentigen Valutazuſchlages, der ausſchließlich deutſche
Waren belaſtete und ſeit Beginn der Stabiliſierung längſt nicht mehr
berechtigt war, zu verhindern. Die Wirkung des für die deutſche
Wirt=
ſchaft untragbaren Koéffizienten glich einem völligen Einfuhrverbot; die
geſamte deurſche Ausfuhr nach Spanien war lahmgelegt, während gerade
umgekehrt, Spanien in Deutſchland für viele Millionen von Peſeten
Südfrüchte und Weine abſetzte. Erſt die Furcht vor einem
möglicher=
weiſe entſtehenden Zollkrieg, in dem ſchließlich Spanien viel verlieren,
Deutſchland dagegen nur etwas gewinnen konnte, ließ in Spanien auch
die widerſtrebenden Kreiſe — das waren in erſter Linie die
Induſtriel=
len, die es im Gegenſatz zu den am deutſchen Abſatzgebiet beſonders
intereſſierten Agrarausfuhrproduzenten auf einen hohen Schutz ihrer
jungen Induſtrie abgeſehen hatten, — zur Vernunft kommen, ſo daß
nach langen Wochen der Verhandlungen endlich am 25. Juli d. Js.
das deutſch=ſpaniſche Handelsabkommen abgeſchloſſen werden konnte, mit
Wirkung ab 1. Auguſt d. J. in Kraft tretend, vorbehaltlich der
endgül=
tigen gegenſeitigen Ratifizierung.
Wie bereits bekannt, hat ſich nun um die Unterzeichnung des
Ver=
trags auf deutſcher Seite ein heißer Kampf zwiſchen Induſtrie und
Weinbau entſponnen; letzterer Erwerbszweig ſieht in dem Abkommen
ſeine Intereſſen zu wenig gewahrt, ja er erblickt eine direkte Schädigung
derſelben.
Nach ſorgfältiger Abwägung der verſchiedenen Geſichtspunkte dürfte
man jedoch unſchwer zu dem Ergebnis kommen, daß die Hauptbelange
entſchieden in Richtung der Ausfuhrinduſtrie liegen, die z. B. im Jahre
1913 allein Waren im Werte von 139 Millionen Goldmark nach Spanien
ausführte.
Wenn nun auch der Vertrag allerlei Erleichterungen für den
deut=
ſchen Handel bringt, ſo z. B. die Beſeitigung des 80prozentigen
Valuta=
zuſchlags auf die deutſche Einfuhr, Zollermäßigung bis 20 Prozenr, bei
375 Rummern des ſpaniſchen Tarifs und Bindung von 24 Tarifſtellen,
und dadurch erſt wieder die Ausfuhrtätigkeit ermöglicht, ſo birgt
der=
ſelbe aber auch ganz unbeſtreitbar viele Nachteile in ſich, ganz
ab=
geſehen davon, daß wir die ſpaniſchen Zugeſtändniſſe nicht zu billig mit
deutſchen Kompenſationsobjekten, wie erleichterte Einfuhr ſpaniſcher
Weine nach Deutſchland, erkaufen mußten.
Die Schatten des hier zur Erörterung ſtehenden Abkommens
bil=
den vor allem die Tatſache, daß Spanien uns die allgemeine
Meiſtbe=
günſtigung nicht gewährte. Es räumte uns aber auch nicht die
Meiſt=
begünſtigung für beſtimmte Erzeugniſſe ein; es billigte uns lediglich
abgeſehen von 14 Tarifſtellen — die Zollzugeſtändniſſe zu, die es
Frank=
rench, Italien, der Schweiz und Norwegen gemacht hat; aber auch hier
nicht in vollem Maße, ſondern nur, inſoweit ſie 20 Prozent nicht
über=
ſteigen. Aus dieſer Differenzierung der einzelnen Länder ergibt ſich
ge=
rade für unſere Uhreninduſtrie, die ihren Hauptſitz im Badiſchen
Schwarzwald hat und von da aus ihren Weltruf ſich geſchaffen hat, der
ſchwerſte Schaden. Deren Wettbewerb wird durch dieſe
Schlechterſtel=
lung gegenüber anderen Konkurrenzländern arg beeinträchtigt und es
frägt ſich, ob unter dieſen Umſtänden ein Export von Uhren trotz der
großen Errungenſchaft des Wegfalls des bisherigen Palutaprohibitivzolls
überhaupt noch möglich iſt.
Bekanntlich iſt der Hauptrivale der deutſchen
Uhren=
induſtrie auf dem internationalen Markt die Schweiz.
Obwohl nun (Taſchen)uhren in dem Handelsvertrag gegenüber den
Sätzen des Minimaltarifs eine Vergünſtigung von 20 Prozent erhalten
haben, ſind die Sätze gegenüber den für die Einfuhr aus der Schweiz
in Betracht kommenden Zöllen derart hoch, daß an eine lebhafte
Aus=
führtätigkeit in Uhren eigentlich nicht gedacht werden kann. Wie ſehr
deutſchen Uhren im Vergleich zu Schweizer Fabrikaten in dem
neuen deutſch=ſpaniſchen Abkommen im Zollſatz benachteiligt ſind, zeigt
ſich aus folgender Gegenüberſtellung:
Spaniſch.
Zollſatz f. Zollſatz f. d.
Zollzuſ.
Deutſchland Schweiz
Nr.
Warengattung
pro Stück pro Stück
N8 Taſchenuhren in Gold od. Platin 24.— Pef. 8.— Peſ.
704 Taſchenuhren in Silber
6,40
705 Taſchenuhren in Nickel zc.
4.—
1,50
706 Armbanduhren in Gold, Platin zc. 32.—
4,80
707 Armbanduhren in Silber
3.—
708 Armbanduhren in Nickel
3,20 „
1,50 „
Es iſt einleuchtend, daß bei dieſem Zollunterſchied die deutſche
Uhreninduſtrie mit der Schweiz, der von Seiten Spaniens eine ganz
ungerechtfertigte Sondervorzugsſtellung eingeräumt wurde, einfach nicht
in Wettbewerb treten kann. Wenn wir noch berückſichtigen, daß wir
gegenüber der Schweiz ohnedies noch mit ſechsmal höheren Steuerlaſten
und ſonſtigen ſtaatlichen Abgaben überbürdet ſind, welche unſere
Pro=
duktionskoſten auf eine unverhältnismäßige Höhe ſteigern, ſo wird man
in dem ſpaniſchen Vertrag ein Mittel ſehen müſſen, das die
Exportfähig=
keit der deutſchen Uhreninduſtrie, die ſeit Jahren und Jahrzehnten
die größten Anſtrengungen macht, ſich auf dem Weltmarkte zu
behaup=
ten, vollkommen unterbindet.
Ein welch gutes Abſatzfeld in Spanien gerade die deutſche
Uhren=
induſtrie in Friedenszeiten hatte und wie ſehr ſich der unglückſelige
Valutazuſchlag im Uhrenexport auswirkte, zeigt folgende deutliche
Zah=
lenſprache. Wir führten aus:
im Jahre 1913:
an Taſchenuhren in Gold . . 32 Stück im Werte von 2000 Mk.
an Taſchenuhren in Silber 388 „ „ „ „ 6 000 „
an Taſchenuhren in Nickel,
Stahl, uſw.. 463 „ „ „ „ 39 00)
Geſamtſumme: 47 000 Mk.
im Jahre 1924 (Januar—Juli):
184 Stück im Werte von
9 200 Mk.
400
24 Stück im Werte von z „ z „
459 Stück im Werte von 2000
Deutſche Rentenbank.
Geſamtſumme: 11 600 Mk.
Man erkennt aus dieſer Aufſtellung unſchwer die ungünſtigen
Ein=
flüſſe, die der ſpaniſche Prohibitivzoll auf den deutſchen Außenhandel
ausübte; mehr als die Hälfte ging im Vergleich zum Frieden dem
Gut=
haben der deutſchen Volkswirtſchaft im deutſch=ſpaniſchen Güteraustauſch
verloren. Dieſer Verluſt, der in erſter Linie durch den bisherigen
Ab=
wehrzoll herbeigeführt wurde und der durch die im jetzigen
Abkommen ausgedrückte Schlechterſtellung in der
Zollbehandlung gegenüber der Schweiz erheblich
erhöht wird, kommt einem ſo recht zum Bewußtſein, wenn man
ſich die Bedeutung derAusfuhrtätigkeit der Schweiz
in Uhren nach Spanien aus folgender Tabelle vergegenwärtigt.
Die Schweiz führte nach Spanien an Uhren aus:
im Jahre 1913:
an Taſchenuhren in Gold 25 142 Stück im Werte von . 1879 864sfre.
an Taſchenuhren in Silber 116 232 Stück im Werte von 1 364 532
an Taſchenuhren in Nickel 280 076 Stück im Werte von 1 464 399
im erſten Vierteljahr 1924:
12 000 sfre.
2936 Stück im Werte von .
3867 Stück im Werte von „ 79 000
32 793 Stück im Werte von . z 300 000
Man erſieht hieraus die überragende Bedeutung der Schweizer
Uhreninduſtrie in Spanien und ihre beherrſchende Stellung, die ihr
vermöge der ungerechten günſtigeren
Zollbehand=
lung gegenüber der deutſchen Konkurrenz zukommt.
Schon allein dieſer erſtere Umſtand dürfte für unſere ſchwer um
ihre Exiſtenz ringende Uhreninduſtrie Erleichterungen in der Ausfuhr
nach Spanien angebracht erſcheinen laſſen. Es iſt unbedingt
notwen=
dig, ſoll ein blühender, Jahrhunderte alter Induſtriezweig in unſerem
Badener Land, der im weſentlichen auf die Ausfuhr eingeſtellt iſt, nicht
dem Untergang geweiht ſein, daß für die Einfuhr deutſcher
Taſchen=
uhren in Spanien dieſelben Zollſätze und Einfuhrbedingungen gelten,
wie für die Schweizer Taſchenuhreninduſtrie; nur wenn wir die
Meiſtbegünſtigung mit der Schweiz erhalten, iſt
es uns möglich der Schweizer Konkurrenz auf dem
ſpaniſchen Markt die Spitze zu bieten.
Wenn auch vorderhand keine Möglichkeit ſich bietet, den Vertrag
zu den hier ausgeſprochenen Gunſten zu ändern — denn derſelbe muß
in ſeiner Geſamtheit entweder angenommen oder abgelehnt werden
ſo dürfte ſich doch über kurz oder lang bei entſprechenden Zuſatz= oder
Ergänzungsverhandlungen Gelegenheit ergeben, die hier vorgetragenen
Wünſche zu berückſichtigen — und das iſt eine vordringliche Aufgabe der
Regierung
wb. Von der Deutſchen Rentenbank wird uns geſchrieben:
Ver=
ſchiedene Preſſenotizen über die nach dem Geſetz über die Liquidierung
des Umlaufs an Rentenbankſcheinen zu errichtende Landwirtſchaftliche
Kreditanſtalt ſind geeignet, über die Idee und den Zweck des
Unter=
nehmens falſchen Auffaſſungen Raum zu geben, denen wir durch
fol=
gende Aufklärung vorbeugen möchten: Die Deutſche
Nentenbankkredit=
anſtalt wird nicht die Kreditbedürfniſſe des einzelnen Landwirts und
einzelner Genoſſenſchaften oder ſonſtiger Gruppen unmittelbar
befrie=
digen, ſondern ſie wird die ihr nach Maßgabe des Geſetzes gehörigen
und weiterhin zufließenden Mittel als Verteilungsſtelle einem eng
be=
grenzten Kreiſe berufener landwirtſchaftlicher Kreditinſtitute, in erſter
Linie den öffentlich=rechtlichen, wie z. B. der Preußenkaſſe, für die
Be=
friedigung des landwirtſchaftlichen Kreditbedürfniſſes im Wege eines
Darlehens zur Verfügung ſtellen. Sie hat alſo nicht die Abſicht, die
er=
wähnten bewährten Inſtitute in ihrer Tätigkeit zu beſchränken; ſie will
ſie im Gegenteil durch Zuführung ihrer Mittel ſrärken und unterſtützen.
Die Deutſche Rentenbank=Kreditanſtalt wird ihre Gelder, wie es
hin=
länglich die bekannten ungünſtigen Verhältniſſe der Landwirtſchaft nun
einmal bedingen, für Perſonal=(Betriebs=/Kredite hergeben müſſen.
Be=
kanntlich ſind die von der Deutſchen Rentenbank abzuwickelnden
land=
wirtſchaftlichen Kredite in Höhe von 870 Millionen Mark in drei gleichen
Jahresraten abzuwickeln. Die dadurch entſtehenden Lücken ſollen durch
die Mittel der Deutſchen Rentenbank=Kreditanſtalt nach Möglichkeit
aus=
gefüllt werden. Leider werden die Mittel nicht ſo groß ſein, um dieſen
Zweck in vollem Maße zu erfüllen. Hieraus ergibt ſich andererſeits die
Unmöglichkeit, einſtweilen, die eigenen Gelder der Deutſchen
Renten=
bank=Kreditanſtalt dem Realkredit zuzuführen. Die Beſchaffung des
letz=
teren ſoll zwar auch eine der Aufgaben der Kreditanſtalt ſein, aber es
iſt daran gedacht, die Mittel hierzu durch Ausgabe von
Schuldverſchrei=
bungen, vornehmlich im Auslande, zu beſchaffen und ſie auf dem Wege
über die öffentlich=rechtlichen und privaten Realkreditinſtitute, ihrem
Zweck zuzuführen. Hoffentlich kann dieſer Weg demnächſt beſchritten
werden. Allerdings muß es dahingeſtellt bleiben, ob ſchon bald
lang=
friſtiges Kapital zur Verfügung ſtehen wird.
Berechnung der Wagenladungsfracht
oder der Stückgutfracht.
Nach Erfahrungen der Frachtenberatungsſtelle des
Eiſen= und Stahlwaren=Induſtriebundes zu Elberfeld
wird häufig durch die Verſender gegen die Vorſchriften verſtoßen, deren
Beachtung notwendig iſt, um in den Fällen, in denen dieſe Gut ſelbſt in
den Wagen verladen, aber nur die billigere Stückgutfracht bezahlen
wvollen, ſich dieſe Frachtberechnung zu ſichern. Es entſtehen hierdurch
Frachtrückforderungen, die ſehr umſtändlich zu behandeln ſind und in den
allermeiſten Fällen keinen Erfolg haben, weil die Reichsbahnbehörde
der=
artige Anträge faſt durchweg ablehnt, wenn nicht ganz außergewöhnliche
Umſtände vorhanden ſind, die den gemachten Fehler als entſchuldbar
erſcheinen laſſen. Um die Verfrachter vor ſolchen Nachteilen zu ſchützen,
ſoll in folgendem das Verfahren geſchildert werden, das in derartigen
Fällen anzuwenden iſt:
Bei Gewichten innerhalb einer gewiſſen Grenze, etwa zwiſchen
1800 und 4000 kg, iſt es meiſt zweifelhaft, ob die Stückgutfracht oder die
Wagenladungsfracht billiger iſt. Will ein Verſender Sendungen
inner=
halb dieſer Gewichtsgrenze aufliefern und ſich die billigſte
Frachtberech=
nung ſichern, muß er zunächſt genau wiſſen, welche von den beiden
Frachtarten billiger iſt. Wenn er dies nicht ſelbſt feſtſtellen kann, ſo muß
er es durch Anfrage bei der Verſandgüterabfertigung zu ermitteln
ſuchen. Nach dem Ergebnis dieſer Feſtſtellung muß er zur Sicherung der
Berechnung der billigſten Fracht das entſprechende Verfahren anwenden.
Iſt die Wagenladungsfriſt billiger, ſo iſt die Sendung als
Wagen=
ladung aufzuliefern und das allgemein bekannte Verfahren für Aufgabe
von Wagonladungen zur Anwendung zu bringen.
Soll die Sendung dagegen wegen der billigeren Fracht als Stückgut
aufgeliefert werden, ſo darf nicht, wie in dem erſten Falle, ohne weiteres
ein Wagen geſtellt werden, ſondern es muß der Verſender ſich mit der
Güterabfertigung in Verbindung ſetzen und dieſer unter genauer
Be=
zeichnung der Ware und des Gewichts ſeine Abſicht mitteilen, die
Sen=
dung als Stückgut aufliefern zu wollen und gleichzeitig beantragen, die
Selbſtverladung als Stückgut zu geſtatten und einen beſonderen Wagen
zur Verfügung zu ſtellen. Die Güterabfertigung prüft alsdann, ob es
im Intereſſe der Eiſenbahn liegt, dem Antrage ſtattzugeben. Iſt dies
der Fall, ſo wird der Waggon eiſenbahnſeitig zwecks Selbſtverladung des
Gutes durch den Abſender geſtellt. Die Weiterbehandlung, namentlich
in bezug auf Frachtbriefausſtellung, muß wie bei gewöhnlichem Stückgut
erfolgen. Es darf alſo nicht als Zeichen und Nummer die
Wagenbezeich=
nung in den Frachtbrief eingetragen werden. Unter keinen Umſtänden
darf als Anzahl und Art der Verpackung „ein Waggon” in den
Fracht=
brief geſetzt werden. Außerdem iſt in ſolchen Fällen der Frachbrief mit
dem Vermerk zu verſehen: „Nach Vereinbarung mit der Eiſenbahn
als Stückgut ſelbſt verladen."
Werden dieſe Vorſchriften beachtet, dann iſt es ausgeſchloſſen, daß
die teuere Wagenladungsfracht in Rechnung geſtellt wird.
Bemerkt ſei noch, daß die Verſender meiſt der Anſicht ſind, daß ſie
in Fällen fraglicher Art berechtigt ſind, ohne weiteres einen Wagen zu
beſtellen und die Sendung als Wagenladung aufzuliefern und daß die
Eiſenbahn verpflichtet ſei, jedesmal auszurechnen, welche von beiden
Frachten billiger iſt und die ſich hiernach ergebende billigſte Fracht in
Rechnung zu ſtellen. Dieſe Anſicht iſt durchaus irrig. Die
Güterabferti=
gung hat ſich vielmehr lediglich nach der Art der Auflieferung und dem
Inhalt des Frachtvertrages zu richten und dementſprechend die
Fracht=
berechnung vorzunehmen.
Die Opgoſition gegen den amerikaniſchen
Schiffahrtsproteftionismus.
B.R. Aus Waſhington in Wallſtreet eingelaufene Informationen
beſagen, daß die Inkraftſetzung des Artikels 28 des Merchant Marine
Act am 1. Januar nächſten Jahres wieder fraglich geworden iſt, da eine
Reihe einflußreicher Körperſchaften auf das ſchärfſte gegen die in
Aus=
ſicht genommenen Vorzugstarife opponieren und alle Hebel in
Be=
wegung ſetzen, um die Politik des Schiffahrtsamtes zu durchkreuzen.
Unter dem Druck, der von dem Importhandel und den ihm
angeglieder=
ten Organiſationen ausgeht, hat ſich das Schiffahrtsamt bereits
ent=
ſchließen müſſen, den Kompromißvorſchlag, bis auf weiteres die
Vor=
zugstarife nur auf die Wareneinfuhr anzuwenden, fallen zu laſſen.
Gegenwärtig liegen alſo die Verhältniſſe ſo, daß Farmerverbände und
Exportorganiſationen noch immer in Kampfbereitſchaft ſtehen, da ſie
befürchten müſſen, daß der amtliche Schiffahrtsprotektionismus, zu einer
ſchweren Beeinträchtigung ihrer Intereſſen führt.
Abgeſehen davon, daß das Programm des amerikaniſchen
Schiff=
fahrtsamtes, durch das die Konſolidierung der ſtaatlich betriebenen
Handelsſchiffahrt erzwungen werden ſoll, infolge der grundſätzlichen
Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen dem Präſidenten des
Schiffahrts=
amtes O’Connor und dem Vorſitzenden der Fleet Emergench
Corpo=
ration Palmer, ſtark gefährdet erſcheint, ſind Beſtrebungen im Gange,
die auf eine völlige Neuorientierung der amerikaniſchen
Schiffahrts=
politik abzielen. Die Gegner des Schiffahrtsprotektionismus ſtehen auf
dem Standpunkt, daß ſich die ſtaatliche amerikaniſche Handelsflotte auf
dem Weltfrachtenmarkt nur zu behaupten vermag, wenn ſie imſtande iſt,
die Unkoſten ſoweit herabzuſchrauben, daß ſie auch ohne protektioniſtiſche
Zuwendungen leiſtungsfähig bleiht. Die Gegenſätze zwiſchen den
ver=
ſchiedenen Anſchauungen dürften jedoch erſt nach den Novemberwahlen
zum Austrag kommen. Da der Shipping Board jedoch, von einzelnen
intereſſierten Kreiſen abgeſehen, das geſamte Wirtſchaftsleben der Union
gegen ſich hat, erwartet man, daß O’Connor aus der Mißliebigkeit
ſeiner Politik die Konſequenzen ziehen, oder aber ſich entſchließen wird,
auf die Wünſche und Bedürfniſſe der amerikaniſchen Wirtſchaft eine
größere Rückſicht zu nehmen als bisher.
Die Situation des Schiffahrtsamtes wird erſchwert durch die
Kampf=
anſage, die ihm vor kurzem ſeitens der Petroleuminduſtrie zugegangen
iſt. Die Petroleumgroduzenten und =Raffinerien beſitzen einen ſtarken
parlamentariſchen Rückhalt und ſind entſchloſſen, mit allen ihnen zur
Verfügung ſtehenden Mitteln ſich gegen die Inkraftſetzung der
Vorzugs=
tarife zur Wehr zu ſetzen. Sie haben bereits durch die Weſtern
Petro=
leum Rafiners Aſſociation bei dem Unterſuchungsausſchuß des
Kon=
greſſes einen formalen Proteſt gegen die Pläne des Schiffahrtsamtes
eingebracht und darauf hingewieſen, daß die Raffinerien im Innern
des Landes durch die beabſichtigten Vorzugstarife in ihrer Exiſtenz
be=
droht werden. In der Denkſchrift der Vereinigung wird erklärt, daß
52 Prozent der amerikaniſchen Tanktonnage ſich im Beſitz der großen
Petroleum=Raffinerien im Küſtengebiet befindet und daß von den
reſt=
lichen 48 Prozent, die der Shipping Board betreiben läßt, nicht ein
einziger Tankdampfenr zwiſchen amerikaniſchen und ausländiſchen Häfen
verkehrt. Die im mittleren Kontinent gelegenen amerikaniſchen
Petro=
leum=Raffinerien ſind alſo unter dieſen Umſtänden darauf angewieſen,
ausländiſche Tonnage für den Transport ihrer Produkte zu chartern,
für die ſie die höheren Bahnfrachten zahlen müßten und infolgedeſſen
nicht mit den Raffinerien der Küſtengebiete konkurrieren könnten:
Nr. 263
Wenn man in Betracht zieht, welche wirtſchaftliche und barla
tariſche Macht die amerikaniſche Petroleuminduſtrie in ſich verkör
wird es augenſcheinlich, daß man in Wallftreet in der Oppoſition
Intereſſengruppen gegen den Schiffahrtsprotektionismus die ſt
Gefährdung des Artikels 28 des Merchant Marine Aets erblickt.
Weltſchiffahrt.
** Llohd Regiſter zeigt in ſeiner Statiſtik das erſte Mal, d.
Welttonnage im Abnehmen begriffen iſt und zwar ſeit dem 30.
1923 bis zum 30. Juni 1924 um 1 142000 Tonnen inbegriffen Dar
Motorſchiffe und Segler. — Nur Deutſchland und Japan zeigen
ſteigende Tendenz auf und zwar um 363 585 Tonnen, reſp. 2
Tonnen. Die ſtärkſten Verminderungen fanden in den Verei,
Staaten ſtatt 1 066 491, dann in Frankreich 239 000 und Italien
201 000 Tonnen. Man muß jedoch bedenken, daß von dem neuen Re=
Buch auch alle nicht für Handelszwecke in den Vereinigten Stagten
wendeten Schiffe ausgenommen erſcheinen, die zuſammen genp
ungefähr ein Drittel der Reduktion ausmachen. Es folgen ſodan
ſammenſtellungen über das Alter der im Betriebe befindlichen
und über den Tonnengehalt, rein ſtatiſtiſche Daten. Intereſſart
Kapitel über die verſchiedenen Arten der treibenden Kraft der
Es gibt heute 8 795 000 Tonnen, die Turbinenantrieb haben und 1 9
Tonnen Motore mit innerer Verbrennung gegen 730 000 Tomer
ziehungsweiſe 220 000 Tonnen im Jahre 1914. Die nachfolgende
zeigt die beiden Zahlen in Bruttotonnen d
Handel und Wandel in Heſſen.
— Konkurs wurde über das Vermögen des Kaufmanns A
Glücklich in Mainz am 16. ds. eröffnet. Verwalter: Gericht
zieher i. R. Adam Kayſer daſelbſt. Anmeldefriſt läuft am 6. k. M
Prüfungstermin ſteht am 16. Oktober, vormittags 10 Uhr, beim
gericht Mainz an.
Wirtſchaft des Auslandes.
B. R. Vor der Intereſſengemeinſchaft „Stan
Oil” — „Royal Dutch=Shell‟. Die wiederholt angekü
Verſtändigung zwiſchen den beiden einflußreichſten Gruppen au
Erdölmarkt — der „Standard Oil Co. of New Yerſey” und der
Dutch=Shell” — geht nach den in New Yorker Finanzkreiſen vor!
den Informationen jetzt ihrer Verwirklichung entgegen. Zwiſche
beiden Konzernen iſt eine Intereſſengemeinſchaft in Ausſicht genor
die jedoch nicht als wirtſchaftliches Inſtrument gedacht iſt, ſonder
darauf beſchränken ſoll, daß ſich die beiden Gruppen gegenſeitig b.
Wahrung und Anerkennung ihrer Konzeſſionsrechte unterſtützen.
Die Vereinbarungen, die im Frühjahr hinſichtlich des ruſſiſche
ſchäfts zuſtande gekommen ſind, ſollen mit den erforderlichen Mo
tienen auf die anderen Länder, in denen die Konzerne Konzeſ
beſitzen, ausgedehnt werden, vor allem auf Rumänien, wo die Inte
der Rohal Dutch=Shell durch die Aſtra Romana, die der Standar
Co. durch die Romana Americana vertreten werden. Die po
Gruppen ins Leben gerufene Schutzvereinigung ſoll damit
werden, den politiſchen und diplomatiſchen Kampf gegen das rumä
Minengeſetz, in dem die ausländiſchen Petroleumgeſellſchaften eine
Gefährdung ihrer Intreſſen erblicken, zu führen. Weiter ſind die
linien für ein gemeinſames Vorgehen in Mexiko, Kulumbien, Ver
und Argentinien aufgeſtellt worden. Die politiſchen Verhä
dieſen Ländern, die den Intereſſen des Großkapitals abträglic
begünſtigten die Schaffung einer gemeinſamen Front. Angſichts
allen überſeeiſchen Ländern immer ſtärker in Erſcheinung tretend
quickung des Erdölgeſchäfts mit der Politik mußte das Beſtreb
Truftgebilde, ihre Machtpoſition zu ſtärken, zwangsläufig zu einer
gung über ſtrittige Fragen von minderer Bedeutung führen.
vorhandenen Zwiſtigkeiten ſind vor kurzem durch Zugeſtänd
ſich die beiden Gruppen gegenſeitig gemacht haben, beigelegt
Vor allem iſt der Kampf um das veruaniſche Erdöl dadurch ver
worden, daß der Royal Dutch=Shell ein entſprechender Anteil a.
kanadiſchen Abſatz zugeſichert wurde. Andererſeits hat ſich die
päiſche Gruppe vom nordamerikaniſchen Markt zurückgezogen,
darin zum Ausdruck kommt, daß ſich die Rohal Dutch=Shell ihr
beſitzes an der Union vil Col of California im Wert von 30 901
Dollars entäußert hat.
Die in beiden Rieſenunternehmen inbeſtierten Kapitalien lieg
fähr in der gleichen Höhe, wenn man nicht das nominelle Kahile
dern die in den Geſellſchaften arbeitenden Mittel und die Sachwe
Grundlage für die Berechnung annimmt. Das Aktienkapital der
dard Oil Co. wurde Anfang des Jahres börſenmäßig mit 1003 M
Dollars, das der Rohal Dutch=Shell mit 828 Millionen Dollars de
wobei zu berückſichtigen iſt, das der wirkliche Wert der Rohal Aullk.
nicht unerheblich über dem börſenmäſigen Kurs liegen dürſte.
blförderung der holländiſch=engliſchen Gruppe betrug in 1923 In
Millionen Faß, die der Standard Oil Co. etwas weniger als
onen Faß. Der amerikaniſche Oeltruſt iſt jedoch nicht nur Pr.
ſondern kauft auch große Mengen, von Rohöl auf, die e
Raffinerien mit einer Leiſtungsfähigkeit von 100 Millionen
arbeitet. Daß ſich beide Konzerne ungefähr die Wage halten,
daraus hervor, daß jeder von ihnen eine Tankflotte von ungel
Million Br. Reg. To. beſitzt.
Warenmärkte.
wb. Berliner Produktenmarkt. Der geſtrige 7
markt war, wie gewöhnlich an Samstagen, ziemlich
ruhig=
derungen waren weder vom In= noch vom Auslande ſonderiſ
dert. Roggen war feſt. Der Konſum zeigte ſich bei den Veie=
Preiſen vorſichtiger, während die zweite Hand dieſe zum Abſtob
herer Anſchaffungen zu benutzen ſucht. Für Weizen und Rogbe”
nur die geſtrigen Preiſe durchzuſetzen. Gerſte blieb bei überh”
Angebot ſehr ruhig. Hafer war ſtärker offeriert und ſeit Aeſle
mittag ſchon nachgiebiger. Futterartikel waren ruhig. 2le
Wetter trug mit zu der großen Stille des Geſchäfts bei=
Börſen.
Wochenbericht für die Zeit bom 15. bis20
tember 1924. An den Aktienmärkten vermochte ſich 9e
in der Berichtswoche zunächſt nicht zu beleben. Die Beſlrc”
für die Börſe noch manche unangenehme Ueberaſchung anlab.”
wandlung auf Goldkapital bevorſtehen könnte, belaſtete die Si
und hielt die Spekulation von jeder lebhaften Betätigung. St
Gebiete ab. Die Kurſe bröckelten im großen und ganzen we.”
waren die Einbußen nirgends groß, da nur ſehr wenig Acht.
Märkte kam. Später geſtaltete ſich das Bild etwas freungl.
ſchon zu Beginn der Woche veröffentlichten Maßnahmen der
rung zur Förderung des Preisabbaus, die in ihren Auswirt”,
augemeine Belebung des Wirtſchaftslebens verſprechen, verfehl
ihren Eindruck auf die Börſe, und einige weitere gute Nachrie
die Neubildung des Kohlenſyndikats und günſtige
Umſtellung=
wie bei Phoenix=Bergbau und den Anilinwerken, befeſtigten d!
mung merklich, ſo daß der Aktienmarkt am Ende den Woche
erholte Kurſe aufwies. Im Gegenſatz zu der Geſchäftsſti.
biets hatte der deutſche Rentenmarkt wieder ſehr große Umſatz
hebliche Kursſchwankungen zu verzeichnen. Die Tatſache
24. September der Aufwertungsausſchuß des Reichstags wie
mentreten foll, gab der Börſe Veranlaſſung zu einer neue.
wärtsbewegung, wobei die Kriegsanleihe vorübergehend eille"
1200 erreichte. Beſonders ſtark betätigte ſich die Spekulati
und 1924er K=Schatzanweiſungen, von denen die letzteren au
begründete Entſchädigungshoffnungen hin ſtark in die
wurden. Der Rückſchlag, der hierauf einſetzte, zog am Schit
den ganzen Rentenmarkt in Mitleidenſchaft, ſo daß man de
Kurſen ſchtoß:
[ ← ][ ][ → ] Mummer 2G3.
Das deutſche Heiz.
Reman von Adolf Schmitthenner.
(Nachdruck verboten.)
„Ich hätte, wenn der Beſchluß durchgeführt wird, nichts
iuszugeben als meinen Hof zu Bruchſal und mein Gut zu
mheim. Aber, was gilt’s, ich behalte das eine wie das andre,
fetteſten Brocken hab’ ich bereits freiwillig dargegeben: Euer
ter mit all ſeinem Gut. Freut Euch, daß Ihr es habt; denn
Bott, jetzt gäbe ich es nimmermehr heraus! Was ſchert mich
er und Reich, wenn ſie mein Hab und Gut wollen? Ja,
ſchönen weißen Kutten der Brüder vom Berge Karmel und
ikluger, milder Prior — das iſt etwas anderes! Denen tut
. gern etwas zulieb und ſchenkt ihnen Häuſer, Weinberge —”
„Erſtattet zurück,” unterbrach der Prior.
„Meinetwegen, reſtituiert ihnen Wieſen, Gärten, Zehnten in
Te und Fülle —
„Nun, nun,” beſchwichtigte der Prior.
„Aber Kaiſer und Reich? Die können mir geſtohlen werden!“
Die bayriſche Regierung zu Heidelberg war durch die Nach=
—. die Friedrich von Hirſchhorn ſo tief erſchüttert hatte,
ſieges=
ien geworden, und ſie entſchloß ſich, alle bisher geübte
Scho=
ry. zu unterlaſſen; ſie dachte dabei beſonders an die Verwilli=
Sen, die dem Ritter von Hirſchhorn zuteil geworden waren;
— zelegenheit, die veränderte Geſinnung kundzugeben, ſtellte ſich
E ein. Der Pfarrer in Rothenberg war geſtorben, und Fried=
—hatte alsbald wieder einen lutheriſchen Geiſtlichen dorthin
Sckt. Die Heidelberger Regierung aber beanſpruchte das
D: der Pfarrbeſetzung, da Rothenberg Reichslehen ſei, der
Wigraf der Stellvertreter des Kaiſers und der Herzog in
Wrn der Nachfolger des Pfalzgrafen. Friedrich erklärte, daß
ſ=n kurzen Sinn der bayriſche Anſpruch zu weitſchweifig ſei,
i daß er ſeinen Pfarrer nicht zurückziehen werde. Die
Regie=
r; drohte mit Gewalt. Friedrich berichtete nach Kurmainz,
er=
miaber zu ſeiner ſchmerzlichen Ueberraſchung den Beſcheid, daß
drerzbiſchof zu ſeinem Leidweſen dem Ritter in dieſem Handel
beiſtehen könne. Nun bekam der Prior den Befehl, einen
ſp Mönche nach Rothenberg als Prieſter zu ſchicken. Mit
kum=
noller Miene teilte der Prior dem Junker dieſen Auftrag mit.
I rich lachte. „Darum keine Feindſchaft nicht. Euer
Mönch=
lS oird bald wieder heimbegehren.” So geſchah es denn auch.
utheriſche Pfarrer wohnte im oberen Stock des Pfarrhauſes
Tönch im unteren. Zu ſeinem Schutz hauſten zwei Hartſchiere
Sonntag, den 21. S ptember 1924.
mit ihm in ſeinen Stuben. Wenn für den Mönch ſeine
Kriegs=
knechte in die Kirche läuteten, erſchien kein Menſch; der Mönch las
eine ſtille Meſſe und ging dann wieder nach Hauſe. Dagegen lief
alles, was gehen konnte, dem Pfarrer in den Gottesdienſt, und
gar erbaulich klangen die Choräle und beſonders laut geſprochene
Kraftſtellen der Predigt in die trübſelige Klauſe des Prieſters.
War die Bevölkerung nicht in der Kirche verſammelt, ſo
wetteifer=
ten die Gemeindeglieder in Erfindungen, die den Zweck hatten,
dem Mönch zu Gemüt zu führen, daß er in Rothenberg
über=
flüſſig ſei. Durch Worte, Gebärden und Handlungen, die ſich
mehr durch Deutlichkeit und Kraft, als durch Geſittung und
An=
ſtand auszeichneten, wurde der Mönch aufs tiefſte überzeugt, daß
ſeine Abweſenheit gewünſcht werde. So erſchien er denn eines
Tages im Kloſter zu Hirſchhorn und bat flehentlich, abberufen zu
werden. Der Prior berichtete nach Heidelberg. Von dort kam
der zornige Befehl, der Mönch habe ſofort wieder auf ſeinen
Poſten zu gehen, und die Verſicherung, man werde ihn nicht im
Stich laſſen.
Als am nächſten Sonntag der Mönch mit ſeiner Beſatzung im
Zimmer ſaß — die Kriegsknechte ſpielten Würfel, und der
Prie=
ſter ſaß ſchwermütig am Fenſter und horchte auf den volltönigen
Geſang der Gemeinde —, kam eine Kompanie bayriſcher
Mus=
ketiere, die Kirche wurde umzingelt, die Türen beſetzt, der Pfarrer
von der Kanzel heruntergeholt, der Mönch, der faſt geradeſo
er=
ſchrocken war wie der Pfarrer, auf die noch lutheriſch warme
Kan=
zel geführt, und der entſetzten Gemeinde wurde verkündigt, daß
die Soldaten ſo lange bleiben würden, bis ſich die Rothenberger
zum katholiſchen Gottesdienſt bequemt hätten.
Durch die Nachricht von dieſer Gewalttat, wurde Friedrich
aufs Krankenlager geworfen. Er war in ſeiner innerſten Ehre
getrofſen und ſah zugleich, wie ſein ganzes kunſtvoles Gebäude
ins Wanken kam. In der ſtillen Nacht weinte er laut, ſo daß ſich
ſeine Diener im Vorzimmer fürchteten. Andern Tages trafen ſich
der Pfarrer von Hirſchhorn und der Prior des Kloſters an
Fried=
richs Krankenbett, ſaßen nebeneinander und tröſteten, jeder in
ſeiner Weiſe, den niedergeſchmetterten Freund. Als ſie ſich
zu=
ſammengefunden hatten, grüßten ſie ſich ſtumm und kalt; als ſie
voneinander gingen, reichten ſie einander die Hand: ſie empfanden
beide, daß ihnen der Ritter ein gemeinſames unerſetzliches Gut
ſei, und fühlten ſich durch die Gefährdung ihres einen Freundes
zu gleicher Sorge zuſammengeführt. Andern Tags ritt der Prior
nach Heidelberg, hatte mit dem Statthalter eine lange
Unter=
redung unter vier Augen, und als er am folgenden Morgen den
Kranken wieder beſuchte, ſah er ihn mit ſeinen hellen, blauen
Seite 15
Augen zuverſichtlich an, und ſeine Tröſtungen waren um vieles
mutiger als die des lutheriſchen Pfarrers. Die Regierung tat
denn auch keine weiteren Schritte auf dem begonnenen Weg.
Aller=
dings der Mönch blieb in Rothenberg, und die Dorfleute fügten
ſich allmählich zum römiſchen Glauben. Friedrich tat nichts, ihren
hoffnungsloſen Widerſtand zu ſteifen; wenn er aber in der Kirche
zu Hirſchhorn Rothenberger traf, die drei Stunden Weges
herge=
laufen waren, um eine ebangeliſche Predigt zu hören, dann
ſchüt=
telte er ihnen die Hand, kriegte dabei naſſe Augen und ſagte ihnen
wohl: „Nur unſer Herrgott kann euch helfen durch ein Wunder”
oder ein ähnliches Wort zum Troſt.
Den Eindruck jenes furchtbaren Ereigniſſes hat Friedrich
nie=
mals verwunden. Bei der Regierung zu Heidelberg ſprach er
nimmer vor, die ſich bald wieder einſtellenden Aufforderungen zu
freundwilliger mündlicher Beſprechung ließ er unbeachtet. Als er
ſeinem Lehensherrn, dem Kurfürſten von Mainz, zu ſeinem
Ge=
burtstage ſchrieb, flocht er in die Glückwünſche eine bittere
Be=
trachtung darüber ein, daß in dieſer heilloſen Zeit die Treue von
oben nach unten wanke und dadurch die Treue, die er in der Tiefe
trage, erſchüttert werde. Er las nun wieder viel in der
Offen=
barung Johannis, und die unheimlichen Geſichte und dräuenden
Stimmen, von denen er lange Jahre hindurch verſchont geblieben
war, ſtellten ſich wieder ein und ſchreckten ihn auf einſamen Ritten
oder wenn er auf dem Erker ſtand und in das verglühende
Abend=
rot ſchaute. Geradeſo wie ihn vor zehn Jahren der fahrige
Leicht=
ſinn, mit dem die Pfälzer in das böhmiſche Abenteuer gerannt
waren, mit Grauen erfüllt hatte, ſo wurde er jetzt durch den
fre=
velhaften Uebermut der ſpaniſchen Partei am Kaiſerhof mit
Stau=
nen und Entſetzen geſättigt, und er witterte große und furchtbaxe
Dinge.
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[ ← ][ ]Seite 18.
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pffen, woſelbſt die Angebote abzugeben ſind.
Darmſtadt, den 19. Sept. 1924. (12061
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