Einzelnummer 15 Goldpfennige
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Morgenzeitung der Landeskauptſtadt
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Nummer 228
187. Jahrgang
Sonntag, den 12. Auguſt 1924.
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw erliſcht
jede Verpfiſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſfung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt jeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deuiſche Bank und
Darm=
ſtädter 8. Nationalbank.
210
Kompromiß in London.
Konferenzer
Die ſetzte Phaſe.
Deutſch=franzöſiſch=belgiſche Beſprechungen.
London, 16. Aug. (Wolff.) Finanzminiſter Dr. Luther
te mit Clémentel heute vormittag um 3411 Uhr eine
Unter=
uung. Reichskanzler Dr. Marx und Miniſter des
Auswär=
n Dr. Streſemann verließen um ¼12 Uhr das Hotel
2, um mit den franzöſiſchen und belgiſchen Hauptdelegierten
er 9 rmmenzutreffen.
Das Schlußprogramm.
Paris, 16. Aug. (Wolff.) Der Sonderberichterſtatter von
as meldet aus London, daß heute vormittag um 10½ Uhr
Zuſammenkünft der alliierten Delegations=
Ueter 10 /4 rer und um 11 Uhr eine Zuſammenkunft der
fran=
chen, belgiſchen und deutſchen Delegierten
ſtattſin=
wird, um verſchiedene, noch ſtrittige Fragen zu beſprechen.
3 Uhr nachmittags iſt eine Konferenz der Vierzehn
ſetzt und um 6 Uhr abends ſoll eine Vollſitzung der
ferenz ſtattfinden, in der dann die Unterſchriften
er das Schlußprotokoll erfolgen würden.
Soll=
ſich im Laufe des Tages noch Schwierigkeiten ergeben, ſo
ve die Schlußſitzung der Konferenz erſt am Montag ſtatt=
n.
Der Schluß=Briefwechſel.
eondon,, 16. Aug. (Wolff.) Die Verhandlungen
* die Nuhrfrage, die geſtern zwiſchen dem franzöſiſchen
ſterpräſidenten und ſeinen Mitarbeitern, ſowie den belgi=
Delegierten geführt wurden, ſind heute zum Abſchluß
acht worden. Folgendes iſt vereinbart worden:
in einem Schreiben, das der franzöſiſche und der bel=
Miniſterpräſident an den Reichskanzler richten,
er=
ſie, daß ſie an ihrem Rechtsſtandpunkt
feſt=
ken, daß die Ruhrbeſetzung, nach dem Ver=
Cer Vertrag ausgeführt werden dürfe, daß
er unter Bezugnahme auf die in London getroffenen
Ver=
ungen ihrerſeits erklären, daß das Nuhrgebiet ſpäteſtens
em Jahr geräumt werden wird und die Friſt ab 15. Auguſt
er Antwortbrief des Reichskanzlers nimmt
ceſer Erklärung Kenntnis und erklärt, daß Deutſchland
e Auffaſſung aufrecht erhalte, daß die
Be=
ug rechtswidrig ſei. Er ſpricht die Erwartung
gaß im Zuſammenhang mit den getroffenen Abmachungen
äumung der beſetzten Gebiete zum möglichſt frü=
Termin erfolgen wird und gibt der Erwartung
Aus=
daß die franzöſiſche und belgiſche Regierung ſeine
Auf=
g teilen.
Die Schlußſitzung der Konferenz.
bndon, 16. Aug. (Wolff.) Heute nachmittag 6 Uhr 30
Die Schlußſitzung der Londoner Konferenz
aud zwar im großen Saal des Foreign Office.
ird dabei der allgemeine Wortlaut, der das getroffene
inkommen feſtlegt, von Ramſay Macdonald allein
unter=
t werden. Die Mitglieder der einzelnen Delegationen
T die übrigen Einzelabmachungen paragraphieren. Die
ültige unterzeichnung aller
Vereinba=
en iſt auf den 30. Auguſt d. J. anberaumt in
xuahme, daß bis dahin die in Frage kommenden
Parla=
die getroffenen Vereinbarungen genehmigt haben. Am
nach der Unterzeichnung ſollen die franzöſiſchen
ven aus Stadt, und näher umſchriebenen
von Dortmund zurückgezogen werden. Am
3eu Tage werden ſämtliche Orte und
Gebiets=
en, die außerhalb des Ruhrgebietes und
ſetzten Gebietes liegen und gelegentlich der Ruhr=
Dn beſetzt wurden, geräumt werden. Die
fran=
chen und belgiſchen Eiſenbahner werden
S zurückgezogen werden.
Mittwoch Sitzung des Aelteſienrates.
lin, 16. Aug. Der Reichstagspräſident Wallraff hat
Tteſtenrat des Reichstages auf Mittwoch, den 20. Auguſt,
tags 5 Uhr, eingeladen. Der Aelteſtenrat wird ſich auch
demnächſtigen Einberufung des Reichstages zu befaſſen
Rammereinberufung für Mittwoch.
ris, 16. Aug. (Wolff.) Havas meldet aus London,
bt werde das Schlußprotokoll nicht
unter=
en, ſondern nur parafieren. Im Einvernehmen mit
Igen Konferenzteilnehmern werde der franzöſiſche Mini=
Dent den Text des Abkommens den
Parla=
borlegen, die er Mittwoch ſpäteſtens zu=
—nberufen werde. Erſt nach Ratifizierung durch
und Senat werde Herriot innerhalb 10 Tagen endgi
Iterſchrift unter das diplomatiſche Dokument ſetzen.
Die Pereinbarungenüber die Amneſtie
Amneſtie aller Gefangenen. — Uebergang ſämtlicher
ſchweben=
den Verfahren an die deutſchen Behörden. — Zuſicherungen für
die deutſche Gerichtsbarkeit. — Rückkehr der Ausgewieſenen.
Wiedereinſetzung der abgeſetzten Beamten.
London, 16. Aug. (Wolff.) In der Amneſtiefrage iſt
Folgendes vereinbart worden:
a) Amneſtie all er Gefangenen, einſchließlich
Nieder=
ſchlagung aller ſchwebenden Verfahren, ſoweit die Handlungen
aus politiſchen Motiven hervorgerufen ſind, ohne Rückſicht
auf die Straftat. Die einzige Ausnahme iſt die
des Attentates gegen das Leben mit
Todes=
folge.
b) Uebergang ſämtlicher ſchwebenden
Verfah=
ren, einſchließlich der Vollſtreckung, die nur aus Anlaß der
Eiſenbahn= und Zoll=Regie und der ſonſtigen
Verwaltungs=
maßnahmen vor die Militärgerichte gekommen ſind, an die
deutſchen Behörden.
c) Zuſicherung, daß künftigdie deutſche
Gerichts=
barkeit bei Verfolgung von Verbrechen gegen die
Sicher=
heit des Staates ihren normalen Gang nehmen
kann.
d) Rückkehr der Ausgewieſenen, ſowie
Wiederein=
ſetzung der abgeſetzten Beamten in ihre Aemter,
abgeſehen von einzelnen Ausnahmen, über die
ein Meinungsaustauſch mit den deutſchen Behörden
vorge=
ſehen iſt.
Pirtſchaftliche= und teilweiſe militäriſche Näumung.
Auch die Eiſenbahnwerkſtätte von Darmſtadt
ſoll geräumt werden.
London, 16. Aug. (Wolff.) Wie der Londoner
Bericht=
erſtatter des WTB. erfährt, werden gleichzeitig mit der
wirtſchaftlichen Näumung militäriſch geräumt
werden:
a) die Zone von Dortmund und Hoerde,
b) 15 Tage nach der zweiten Feſtſtellung die Häfen von
Emmerich, Weſel, Mannheim (einſchließlich
Schloß), Karlsruhe (einſchließlich Leopoldshain),
ſo=
wie die Gebiete von Offenburg und
Appenwei=
ler und die Eiſenbahnwerkſtätte von
Darm=
ſtadt,
c) den Gebietsgürtel, der um den Brückenkopf
Köln ſeitens der Franzoſen gelegt wurde. Dieſer
Gür=
tel umfaßt die Städte Obergruiten, Vohwinkel,
Cronen=
berg, Remſcheid, Lennep, Bergborn, Hückeswagen,
Wip=
perfürt, Gimborn, Ründeroth, Drabender Höhe. Ferner
auch die Flaſchenhälſe zwiſchen Koblenz
einerſeits und dem Kölner und Mainzer
Brücken=
kopf andererſeits, alſo insbeſondere die Städte
Kö=
nigswinter, Honnef, Linz, Ansbach,
Ucke=
rath, Caub, Lorch, Kirchberg und Limburg.
Wiederherſtellung des Rheinlandabkommens.
Aufhebung der Zoll=Linie. — Freigabe des Grenzverkehrs.
Das Rheinlandabkommen und die allgemeinen
Landverwaltungsbehörden werden wieder hergeſtelli,
Aufhebung der Binnenzoll=Linie und des Paßſcheinzwanges im
Verkehr zwiſchen dem beſetzten und unbeſetzten Gebiet,
Rück=
gabe der Zollverwaltung und der Verwaltung des Ein= und
Ausfuhrdienſtes, Rückgabe der Verwaltung der ſtaatlichen
For=
ſten und Domänen, Beſeitigung der franzöſiſch=
bel=
giſchen Regie der Eiſenb hnen.
Deutſche Farbſtofflieferungen bis zum Jahre 1928.
SD. London, 16. Aug. Die Londoner „Konferenz iſt heute
abend zu Ende gegangen. Eine Zuſammenkunft der ſämtlichen
Delegationsführer iſt heute nachmittag um halb 4 Uhr erfolgt.
Die Beſprechungen dauerten bis halb 6 Uhr. Um halb 7 Uhr
fand die letzte Plenarſitzung ſtatt, die nach einer kurzen
Unter=
brechung, während welcher die Delegierten zu abend geſpeiſt
haben, um 8 Uhr wieder fortgeſetzt wurden. Nach dem
Wieder=
zuſammentritt iſt um 8,30 Uhr das Abkommen von Macdonald
unterzeichnet worden. Das Abkommen erſtreckt ſich auf die zur
Ausführung des Sachverſtändigenberichtes getroffenen
Verein=
barungen: 1. zwiſchen der Repko und Deutſchland; 2. zwiſchen
den Verbündeten und 3. zwiſchen den Verbündeten und
Deutſch=
land.
In der Frage der Farbſtofflieferungen wurde heute eine
Verſtändigung erzielt, die dahingeht, daß die deutſche Regierung
ſich bis zum Jahre 1928 für die Lieferung der Farbſtoffe durch
die deutſchen Fabriken verbürgt.
Die deutſche Antwort und die Anleihe.
TU. London, 16. Aug. Eine Nachrichten=Agentur meldet
aus London: Die Deutſchen haben die militäriſche Räumung des
Ruhrgebietes nach Ablauf eines Jahres angenommen, doch haben
die Deutſchen verlangt, daß ihnen die Anleihe in Höhe von 800
Millionen Mark garantiert werde. Ramſay Macdonald habe
daraufhin erklärt, daß die Anleihe nur von den Bankiers
aus=
ginge.
Schluß in London.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Wenn dieſe Zeilen im Druck erſcheinen, iſt aller Vorausſicht
nach bereits das Schlußprotokoll fertiggeſtellt, möglicherweiſe
auch ſchon unterzeichnet, und die Delegationen ſind auf dem
Wege in ihre Heimat. Wochenlange ſchwere Arbeit liegt hinter
ihnen, die aber doch nur mit einem Kompromiß endete, der
in Berlin keinen, in Paris ſicherlich nur bei den
Freunden Herriots Beifall finden wird. Wenn
ſich die deutſche Delegation zu einem ſolchen Kompromiß unter
Wahrung ihres Rechtsſtandbunktes bereitfand, ſo hat ſie
offen=
bar in dieſer Situation genau gewußt, was ſie tat. Es wäre
jedoch falſch, von dieſem Kompromiß auf die Charaktere der
ein=
zelnen Delegationsmitglieder ſchließen zu wollen. Die Herren
Marx, Streſemann und Luther werden ſchwerlich zu jenen
Krei=
ſen zu rechnen ſein, die mit dieſem Ergebnis zufrieden find.
Ausreichende Erklärungen über ihre Handlungsweiſe wird man
von ihnen ſehr bald im Auswärtigen Ausſchuß und kurze Zeit
hernach im Reichstag erhalten. Erſt dann iſt die Zeit gekommen,
dort Kritik zu üben, wo ſie am Platze iſt.
Die innerpolitiſche Situation iſt aber durch
dieſen Kompromiß keineswegs gebeſſert
wor=
den. Die Rechtsparteien, beſonders die Deutſchnationalen,
haben noch einmal ihr Nein in aller Oeffentlichkeit unterſtrichen.
In beſonders ſchwieriger Lage befindet ſich die Deutſche
Volks=
partei, deren Führer zwar, wenn auch ſchweren Herzens, aber
in banger Sorge um unſere Zukunft, ſchließlich dem Zwang ſich
beugte und die ſelbſt mit einer einjährigen Räumungsfriſt ſich
abzufinden nicht geneigt iſt. Man muß ſich doch immer wieder
vor Augen halten, daß das Dawes=Gutachten kein
Teil des Verſailler Vertrages, ſondern ein
gänzlich neues Abkommen iſt, an das wir, was
auch von den alliierten Juriſten anerkannt worden iſt, unſere
Bedingungen knüpfen können. Die
Hauptbedin=
gung war natürlich die ſofortige militäriſche
Räu=
mung. Alles andere Erreichte wiege natürlich die durch das
Kompromiß geſchaffenen Nächteile nicht auf „und weiter iſt noch
zu ſagen, daß Frankreich ſich das Recht zu
ſelbſtän=
digen Sanktionen vorbehalten hat und daß bis zum
15. Auguſt 1925 nach bekannten Vorbildern ſich immer wieder
ein Grund zur Verlängerung der Beſetzung über dieſen Termin
hinaus als Sanktion für irgend eine von Frankreich konſtruierte
Verfehlung finden läßt. Die Beibehaltung der
fran=
zöſiſchen Beſatzung, auch wenn die Franzoſen ſich zu
einer „großen Geſte” als Räumung Dortmunds uſw. verſtehen,
bleibt doch ein Widerſpruch zum Gutachten ſelbſt.
Verwaltungs= und Finanzhoheit läßt ſich auch nicht mit
militä=
riſcher Beſetzung vereinbaren, die doch immer wvieder
hinein=
regieren wird. Nur eine internationale Garantie,
daß am 15. Auguſt 1925 auch tatſächlich die in Frage kommenden
Gebiete geräumt ſind, kann uns dieſe bittere Pille
einigermaßen ſchmackhaft machen. Eine ſolche
Ga=
rantie könnte unter Umſtänden und nach Anhörung der
Delega=
tionsmitglieder die innerpolitiſch hochgehenden Wellen
einiger=
maßen beſänftigen. Wir glauben aber nicht daß ſich im
Reichstag eine Zwei=Drittel=Mehrheit, für die
aus dem Dawesplan hervorgehenden Geſetze ergeben wird.
Alles deutet ſchon jetzt darauf hin, daß die Zahl derer, die im
Reichstag geneigt ſein werden, das Londoner Schlußprotokoll
anzunehmen, ſehr klein ſein wird. Bei den Deutſchnationalen
und bei der Deutſchen Volkspartei iſt bisher jedenfalls noch keine
Sympathie für das Ergebnis zu bemerken. Unter dieſen
Um=
ſtänden — und Reichskanzler Marx hat es ja auch ſchon in einem
ſeiner letzten Briefe an Herriot angedeutet — taucht wieder
die Frage der Reichstagsauflöſung auf. Ein neuer
Reichstag würde aber höchſtens den extremen Parteien Zulauf
bringen. Die Zwei=Drittel=Mehrheit wird ſich
auch dann nicht finden. Somit bleibt ſchließlich die ſchon
vor Wochen in Ausſicht geſtellte Volksabſtimmung übrig.
Bis dahin dürfte aber noch viel Waſſer bergab fließen. Vor
allem dürften inzwiſchen erſt einmal in Paris Klärungen über
die innerpolitiſche Situation Herriots eingetreten ſein. So
un=
zufrieden wie der Reichstag mit dem Londoner
Ergebnis iſt, ſounzufrieden wird auch die
fran=
zöſiſche Kammer, beſonders der Kreis um
Lou=
cheur ſein, deſſen handelspolitiſchen Wünſche
ſich in London nicht erfüllt haben.
Macdonalds Schlußrede.
London, 16. Aug. (Wolff.) Macdonald beglückwünſchte
in ſeiner Anſprache auf der Schlußſitzung der Konferenz, die er
mit der Anrede „Meine Freunde!” einleitete, die
Konferenz=
mitglieder zum erfolgreichen Abſchluß der gemeinſamen Arbeiten.
Er ſagte, jeder müſſe danach ſtreben, jetzt das vollendete Werk
fruchtbar zu geſtalten. Er erklärte, ſein Gefühl als Vorſitzender
der Konfexenz ſei ein Gefühl der Dankbarkeit gegenüber den
Kollegen, vom Premierminiſter bis zum
Schreibmaſchinenperſo=
nal, die alle in ihrer eigenen Weiſe ohne Unterlaß dafür gewirkt
haben, die Konferenz zu einer erfolgreichen zu machen.
Mac=
donald fragte, ob irgend jemand ſich das Unheil vorſtellen könne,
das gefolgt wäre, wenn die Konferenz geſcheitert wäre, und fuhr
fort: Ich glaube, wir haben Europa etwas Beſſeres gegeben
als ein Abkommen, entworfen von Advokaten und auf dem
Papier ſtehend. Wir alle haben verhandelt und Erörterungen
gebflogen und uns in unſere gegenſeitige Lage hineinverſetzt.
Dies iſt der größte Fortſchritt, den wir gemacht haben, ſelbſt
wenn letzten Endes die eine oder andere Seite von dem
Ergeb=
nis enttäuſcht iſt. Wir bieten jetzt das erſte durch Verhandlungen
zuſtande gekommene Abkommen ſeit dem Kriege. Jede
Ver=
tragspartei iſt verpflichtet, ihr Beſtes zu tun, um es
durchzufüh=
ren, weil es nicht das Ergebnis eines Ultimatums iſt. Wir haben
verſucht, einander ſoweit entgegen zu kommen, als es die
öffent=
liche Meinung der verſchiedenen Länder geſtattete. Dieſes
Ab=
kommen kann angeſehen werden als der erſte Friedensvertrag,
weil wir es unterzeichneten mit dem Gefühl, daß wir den
furcht=
baren Kriegsjahren und der Kriegsmentalität unſeren Rücken
gekehrt haben,
me
Er.
Be
„S
hält
von
Qug
meind
noch 6
über
ſtaltur
Zeite
ung d.
Freier
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wertig
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A.
beſo
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lun
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924.
Nummer 2
Die Endſitzung.
Paraphierung des Vertrags durch die Oelegierten.
SF. London, 17. Aug. Ebenſo unfeierlich, wie ſie
be=
gonnen, iſt die Londoner Konferenz am Samstag abend um
9 Uhr zu Ende gegangen. Zum Schluß ſprachen raſch
hinter=
einander Macdonald, Herriot, Kellog, Theunis, Stefani und der
japaniſche Delegierte. Macdonald ſtimmte ſeine Rede ganz
auf Deutſchland ab. Er wiſſe, wie ſchwierig die Lage in
Deutſch=
land ſei. Deutſchland nehme große Laſten auf ſich, und es werde
manche Deutſche geben, die Zweifel hegten, ob das Reſultat für
Deutſchland günſtig ſei. Die Kritiker ſollten aber bedenken,
welche großen Aufgaben die Konferenz erledigt habe. Zunächſt
ſei der Gedanke des Friedens an die Stelle der bisherigen
Will=
kür getreten. Dann ſei die internationale Iſolierung
endgültig vorbei. Esgäbe künftignur noch eine
gemeinſame Arbeit gleichberechtigter
Natio=
nen. Zur ſtarken Ueberraſchung mancher Delegierten ſprach
Macdonald dann noch von der erfreulichen Tatſache des
Aus=
tauſches von Noten über die Räumung des Ruhrgebietes und
machte Mitteilung davon, daß die Näumung ſpäteſtens
in einem Jahre erfolgt ſein würde. Er gab damit
ge=
wiſſermaßen den Schlußpunkt der Konferenz.
Auch Herriot ging in ſeiner Schlußanſprache ſtark auf den
Gedanken des Schiedsgerichts ein. Er konnte ſich aber dabei
nicht enthalten, von Frankreich zu ſprechen, deſſen Bevölkerung
ſoviel zu leiden gehabt habe und ihr Recht ſuche.
In ſeiner Erwiderung griff der Reichskanzler Marx auf
das Wort Macdonalds zurück und unterſtrich nochmals die
großen Opfer, die von dem deutſchen Volk
ge=
ford ert wurden und daß es ein ſchwerer Entſchluß
fürdie deutſche Delegation geweſen ſei, ihre
Zu=
ſtimmung zu dieſem Opfer zu geben. Seine Rede
wurde mit toſendem Beifall aufgenommen.
Es lagen Glückwunſchtelegramme von dem
eng=
liſchen König und General Dawes vor, die von der
Konferenz erwidert wurden. Dann wurde der Vertrag von
den Delegierten paraphiert. Hierauf verabſchiedeten
ſich die Delegierten voneinander. In der Zwiſchenzeit wurde
von den Hauptdelegierten die Unterſchrift geſammelt.
Die Konferenzteilnehmer gehen auseinander.
London 16. Aug. (Europapreß.) Die Londoner
Konfe=
renz wird beendet ſein. Herriot ſowie die übrigen Mitglieder der
Delegation haben bekannt gegeben, daß ſie am Montag morgen
10 Uhr nach Paris zurückfahren werden. Die deutſche Delegation
wird ſchon am Sonntag morgen 6 Uhr 30 Min. nach Berlin
ab=
fahren. Ramſay Macdonald wird London ebenfalls am
Sonn=
tag verlaſſen.
Keine Auflegung der deutſchen Anleihe vor Februar.
London 16. Aug. Wie die T.=U. erfährt, iſt auch bei
gün=
ſtigem Verlauf der Londoner Verhandlungen nicht zu erwarten,
daß die Anleihe auf der Grundlage des
Sachverſtändigengutach=
tens bereits in den nächſten Tagen effektuiert wird. Man rechnet
in gut unterrichteten Kreiſen damit, daß der Abſchluß der
Ver=
handlungen mit der Bankwelt noch einige Monate in Anſpruch
nehmen wird, ſodaß nicht vor Februar mit der Auflegung der
Anleihe gerechnet werden kann.
Die Parteien und London.
Berlin, 16. Aug. Im Reichstag ſind heute die in Berlin
anweſenden parlamentariſchen Vertreter zu unverbindlichen
Fraktionsſitzungen zuſammengetreten, um ſich auf Grund der
Beſprechungen, die geſtern zwiſchen Parteiführern und
Regie=
rung ſtattgefunden haben, über die Lage zu unterrichten.
Be=
ſchlüſſe dürften kaum gefaßt werden. Es iſt ſelbſtverſtändlich,
daß in dieſen Beſprechungen die Stellungnahme der einzelnen
Parteien zu der Räumungsfrage vorbereitet wird.
Rücktritt des deutſchen Botſchafters in Waſhington.
New York, 16. Aug. Die deutſche Botſchaft in
Waſhing=
ton kündigt heute offiziell den Rücktritt des Botſchafters
Wied=
feldt zum 15. September d. J. an. Sie erklärt, Wiedfeldt habe
den Waſhingtoner Botſchaftspoſten von Anfang an nur für eine
beſchränkte Zeit übernommen und er wolle ſich jetzt wieder ſeinen
privaten Geſchäftsintereſſen zuwenden.
Vom Tage.
Geſtern mittag ſind von der deutſchen Delegation
wich=
tige Nachrichten in Berlin eingetroffen, über die ſtrengſtes
Stillſchweigen bewahrt wird.
Der Firma Phil. Holzmann A.G., einer der größten deutſchen
Baufirmen, wurden von der ägyptiſchen Regierung umfangreiche
Er=
weiterungsarbeiten am Suezkanal übertragen.
Halbamtlich wird beſtätigt, daß die franzöſiſchen und die
beutſchen Sachverſtändigen am 1. Oktober zuſammentreten,
um über den Abſchluß eines deutſch=franzöſiſchen
Handelsvertra=
ges zu beraten, der auf dem Prinzip der vollen Gegenſeitigkeit beruhe.
Die deutſche Delegation wird vorausſichtlich Sonntag
früh London verlaſſen und Montag vormittag in Berlin
eintreffen.
Durch ein ungeheures Großfeuer wurde am Samstag
nachmittag die Polſtermöbel A. G. im Gebäude der ehemabigen
Flugzeug=Geſellſchaft auf dem Flugplatz Leipzig=Mockau
ein=
geäſchert. Ein 150 Meter langer zweiſtöckiger Neubau mit über 200
Bearbeitungsmaſchinen, vielen Vorräten und allen Fertigfabrikaten iſt
dem Feuer zum Opfer gefallen. Die Flugzeuge konnten gerettet werden.
Wie verlautet, wirdsam nächſten Montag in München ein
Mi=
niſterrat ſtattfinden, der ſich vorausſichtlich auch mit dem bisherigen
Verlauf der Verhandlungen in London beſchäftigen wird.
Der Kongreß der katholiſchen internationalen Friedensliga
iſt am Freitag unter dem Vorſitz des Biſchofs von Lugano eröffnet
worden.
Der italieniſche Marineminiſter wird nächſte Woche den
italie=
niſchen Flottenmanövern beiwohnen. Vom 20.—26. Auguſt
werden alle Flotteneinheiten als im Kriegszuſtande befindlich
ange=
ſehen.
Das 7 Millionen=Bankguthaben des in die Matteottiaffäre
verwickelten Parteiverwalters Marinelli wird nächſtens von der
Unter=
ſuchungsbehörde teilweiſe freigegeben werden, da das Geld der
faſziſti=
ſchen Partei und nicht dem Angeklagten gehört.
Die Daily Mail berichtet, daß eine Anzahl von britiſchen
Konſuln insbeſondere in ruſſiſchen Häfen und am
Schwar=
zen Meer ernannt werden ſollen.
Nach der Aſſociated Preß iſt der Aufſtand in Sergipe in
Braſilien, wobei der Staatspräſident Cardoſo von den Aufſtändiſchen
gefangen geſetzt wurde, anſcheinend von Marineſoldaten eines
Torpedo=
bootszerſtörers unterdrückt worden.
Nach einer Meldung aus New York ſteht eine der größten
un=
abhängigen Petroleumgeſellſchaften nämlich die Midle Oil
Compagny, vor dem Konkurs. Das Aktienkapital von 95 Mill.
Dollars iſt zum größten Teil durch Spekulationen des Direktors
ver=
loren gegangen.
Nach einer Meldung aus Buenos Aires hat der Senat die
Erhebung der argentiniſchen Geſandten in Mexiko und
Rom zu Botſchaftern genehmigt.
Die engliſche Meinung.
„Herriot für einen ſpäteren Fehlſchlag des
Dawesplanes verantwortlich.”
London, 16. Aug. (Europapreß.) Der Leitartikler des Daily
Telegraph ſchreibt: Heute, da die Konferenz das letzte und größte
Hindernis überwunden hat, bleibt nur noch übrig, alle zu
beglückwün=
ſchen, die zum vollen Erfolge der Konferenz beigetragen haben. Es
wäre ungerecht, die ſtaatsmänniſche Kunſt von Marx und Streſemann
nicht anzuerkennen, nachdem dieſe erſt eingeladen worden waren, als
die Alliierten bereits eine Verſtändigung unter ſich hergeſtellt hatten.
Jetzt hat der Dawesplan das Feld behauptet, und wir hoffen, daß die
Erwartungen ſeiner Urheber nicht enttäuſcht werden.
Die Weſtminſter Gazette ſchreibt, der Grund der
Fort=
dauer der Ruhrbeſetzung für ein Jahr ſcheine zu ſein, daß die
franzö=
ſiſche öffentliche Meinung in eine frühere Räumung nicht eingewilligt
hätte und daß Herriot gefallen wäre, wenn er in dieſer Frage nicht auf
ſeiner Poſition verharrt hätte. „Die Franzoſen ſind logiſche Leute.
Wir können nicht glauben, daß ſie Gründe, die gegen eine Beſetzung
ſprechen, nicht anerkennen würden, wenn man ſie ihnen klarmachen
würde. Wenn der Dawesplan fehlgeſchlagen hätte, würden die
politi=
ſchen Folgen für Herriot noch weitaus ernſter ſein, als ſie nur infolge
einer Differenz über das Räumungsdatum geweſen wären. Nach unſerer
Meinung iſt Herriot, der für die Ausdehnung der Beſetzung war und
dabei von den alliierten Regierungen unterſtützt wurde, dafür
verant=
wortlich zu machen, wenn der Plan Dawes ſpäter fehlſchlagen ſollte.
Die Behauptung, daß der Plan Dawes und die Beſetzung der Ruhr
miteinander nichts zu tun hätten, kann nicht aufrecht erhalten werden,
Wenn wir mit Frankreich zuſammenarbeiten ſollen, um den Plan
Da=
wes in Kredit zu ſetzen, und wenn wir gleichzeitig ignorieren, wie
Frankreich eine Tätigkeit unternimmt, die den Zuſammenbruch des
Planes verurſachen könnte, werden wir für den Fehlſchlag des Planes
ebenſo mit verantwortlich ſein.
Daily Herald ſchreibt: Von Anfang an war es klar, daß
der Erfolg oder Mißerfolg der Londoner Konferenz von der
Bereit=
ſchaft der Franzoſen abhängig ſei, ihre Truppen aus dem Ruhrgebiete
zurückzuziehen. Das Blatt betont, daß Herriot geſtürzt worden wäre,
wenn er zugeſtimmt hätte, die franzöſiſchen Truppen aus dem
Ruhr=
gebiet ſofort zurückzuziehen, und daß dies von Poincaré ausgenutzt
worden wäre. Es ſei vollkommen möglich, daß die Franzoſen, wenn
ſie erkennen, daß ſie die geſamten Ausgaben für das Abenteuer
Poin=
carés bezahlen müſſen, froh ſein würden, die Räumung noch vor einem
Jahre zu bewirken. Daily Herald hebt die freundſchaftlichen
Beziehun=
gen zwiſchen den franzöſiſchen und den deutſchen Delegierten auf der
Londoner Konferenz hervor, die viel dazu beigetragen hätten,
gegen=
ſeitiges Wohlwollen zu wecken.
Die Deutſchnationalen und
Londoner Kompromiß.
Ablehnende Stellungnahme.
Berlin, 16. Aug. Aus leitenden Kreiſen der
nationalen Volkspartei erfährt die Telegraphen=Union:
ſich immer mehr verdichtenden Preſſemeldungen muß au
men werden, daß Reichspräſident und Reichsregierung vo
ablehnenden Standpunkt gegenüber, den franzöſiſchen
rungen auf weiter fortdauernde Beſetzung des Ruhrgebi
gewichen ſind und ihre Züſtimmung zu den Vorſchlägen
gegeben haben. Das ſtellt einen völligen Umfall der
deutſchen Reichsſtellen innerhalb 24 Stunden dar,
Freitag, den 15. Auguſt, wurde erklärt, eine Fortdauer
zöſiſchen völkerrechtswidrigen Beſetzung des Ruhr= un
tionsgebietes ſei für Deutſchland ſchlechterdings unan
Dieſen Standpunkt ſcheint man geſtern aufgegeben
Die Deutſchnationale Volkspartei hat mit dem
größt=
bis in die letzte Zeit die leitenden Stellen der Reichsr
darauf aufmerkſam gemacht, daß eine Löſung, die den b
ſieben Mindeſtforderungen der deutſchnationalen Re
fraktion nicht entſericht, auf die deutſchnationale Billigu
zu rechnen habe. Wir glauben zu wiſſen, daß auch die
Vertretung in London über dieſe Stellungnahme der
nationalen rechtzeitig unterrichtet worden iſt. Das Kor
das nach den bisher vorliegenden Meldungen die Zu
der deutſchen Vertreter in London und der Reichsregie
funden zu haben ſcheint, widerſpricht in entſcheidenden
den Forderungen, mit denen die deutſchnationale Rei
fraktion ſich zur Trägerin der Entſcheidungen weiter V.
gemacht hat. Es ſcheint aber auch in wirtſchaftlicher 9
nicht nur keine Beſſerung, ſondern ſogar eine weſentli
ſchlechterung der Vorſchläge des Sachverſtändigen=Gutag
bringen. Die Zuſicherung des Reichsaußenminiſters, die
frage in einer dem deutſchen Ehrenſtandpunkte entſp=
Weiſe in London zur Sprache zu bringen, iſt bisher
gelöſt wvorden. Nach all dem ergibt ſich die Stellungne
Deutſchnationalen von ſelbſt. Die kann nur ablehnent
Die Räumung der Kölner Zone.
Berlin, 16. Aug. Die Frage der Räumung der e
ſatzungszone am Rhein iſt, wie ausdrücklich feſtgeſtellt
Gegenſtand von Beſprechungen in London. Da aber
der Räumung dieſer Zone in organiſchem Zuſammen!
der Ruhrräumung ſteht, ſo wird dieſer Frage auch in K
kreiſen gewiſſe Bedeutung beigemeſſen. Deutſchland ve
Standpunkt, daß die erſte Zone entſprechend den Beſtin
des Verſailler Vertrages am 10. Januar 1925 geräum
muß. Auch der jetzige engliſche Premierminiſter
vertri=
ſätzlich dieſen Standpunkt. Wenn er eine dahingehende
im engliſchen Unterhaus nicht mit der Klarheit beantw
die man erwartet hat, ſo hängt das mit der von den
vertretenen Theſe über die Ruhrbeſetzung zuſammen. T.
wäre es durchaus möglich, daß England entſprechen
Standpunkt über die Beendigung der Beſatzungsfreihei
erſte Zone dieſe mit dem genannten Termin räumt. He
ſich jedoch aus innerpolitiſchen Gründen darauf feſtge
das Ruhrgebiet erſt bis zum 15. Auguſt 1925 geräumt !
es praktiſch durchführbar iſt, daß die Räumung der erſ
am 10. Januar 1925, die endgültige Räumung des Ruh
aber erſt am 15. Auguſt 1925 erfolgt, iſt eine Frage, di
blicklich nicht zur Beſprechung ſteht. Aus dieſem Gr=
Macdonald die Frage ſeinerzeit ſo beantwortet, daß teih
Soldat länger am Rheine bleibe als es unbedingt nuwe
Er iſt alſo anſcheinend der Anſicht, daß es unter allen Uf
notwendig ſein würde, nicht wegen der Nichterfüllung 1
tragsverpflichtungen durch Deutſchland, ſondern wegen
politiſcher Gründe die Räumung der erſten Zone mit
Ruhrgebiets zuſammen fallen zu laſſen. Eine ſolche Har
der Räumungsfrage würde jedoch keine Rechtsfolge he
nen, die die deutſche Auffaſſung über den Termin der 9
der erſten Zone hat.
Der norwegiſche Reichstag aufgelö
Chriſtiania, 16. Aug. Der Reichstag iſt geſt
den König in der üblichen Weiſe aufgelöſt worden.
tritt erſt nach den Wahlen zuſammen. Aftonpoſten ſch
man der Verabſchiedung dieſes Reichstages keine Are
weiſen könne. Seine Arbeit habe keine großen Erge
zeitigt. Man ſieht den Neuwahlen mit großer Span!
gegen.
Ein norwegiſcher Politiker verſchwut
Der frühere Miniſter und frühere erſte Bürgerme.
Chriſtiania, Sophus Arſtander, iſt von einem Spazier
er in Telemarken unternahm, nicht mehr zuruückgekehlt.
ein Alter von 80 Jahren erreicht. Es werden enelg
ſuche gemacht, ihn aufzufinden, doch iſt es bisher micht
m
* Sommerſpielzeit Bruno Harprecht.
Kleines Haus. — Samstag, den 16. Auguſt.
Das ſilberne Kaninchen.
Luſtſpiel von Alfred Möller.
Alfred Möller erzählte kürzlich irgendwo, wie das „
Sil=
berne Kaninchen” entſtanden iſt: „Ich habe mich ſcheiden laſſen.
Ich laſſe mich immer ſcheiden. Wie viel unzählige Male habe ich
mich ſchon ſcheiden laſſen — im Traum! Und immer gehe
ich mit meiner Frau im beſten Einvernehmen auseinander. Wir
konſtruieren den vom Geſetz verlangten Treubruch, und ich nehme
ihn jedesmal auf mich. Jedesmal muß ich dieſes Opfer bringen
— aber ich bringe es gern! Ein gütiges Geſchick beſchere mir
all die lieben Frauen und Mädels, mit denen ich ſchon die Ehe
gebrochen habe — im Traum! So ſcheide und untreue ich mich
alſo durch meine Träume hindurch.” Als Alfred Möller wieder
einmal aus einem ſolchen Traum erwachte, ſtand ein Junge mit
einem Oſterhaſen aus einem Konfitürenladen an ſeinem Bett.
„Was ift denn das?‟ — „Ein ſilbernes Kaninchen!“ — „Ha, ein
guter Luſtſriel=Titel!” — Die Hauptſache, der Titel für das neue
Luſtſpiel, war gefunden, und der Traum gab die Grundlage
für die Handlung ab.
Um nun aber die Verbindung zwiſchen dem Titel und der
Handlung herzuſtellen — eine gewiſſe, wenn auch noch ſo
ent=
fernte Beziehung wird ſchließlich vom Publikum verlangt
wurde „Das ſilberne Kaninchen” der Name für die freundliche
nächtliche Gaſtſtätte, in der die Traum=Untreue ſich vollzieht;
eine Untreue, die aber um deswillen keine Untreue iſt, weil —
doch dies werde ich nicht verraten, da ich ſonſt den künftigen
Be=
ſuchern des luſtigen Stückes die Pointe vorwegnehmen würde.
und das wäre ſchade. Denn man kann ſehr nett einen Abend
bei dem unterhaltſamen Spiel verbringen.
Eine ſchlanke, raſſige Traum=Gattin war Hetta Hiltrop,
lebendig im Spiel und die Rolle ſicher beherrſchend. Bruno
Harprecht knüpfte als reicher Freund die Fäden der
Ver=
wicklungen und gab durch ſeine wirkungsvolle Komik der
Stim=
mung den Auftrieb. Eine paſſivere Haltung ergab ſich für
Eli=
ſabeth Horn aus der Rolle der Verführerin, die keine werden
ſoll. Den treuloſen Gatten ſtellte Robert Fitz dar. Um kleinere
Epiſoden machten ſich Mariela Baumann, Hans
Ausfel=
der Walter Brück und Paul Peterſen verdient. Die
Spielleitung führte Franz Sauer.
* Internationales Kammermuſikfeſt
in Salzburg.
Zum dritten Male hatte die Internationale Geſellſchaft für
neue Muſik zum Kammermuſikfeſt nach dem herrlichen Salzburg
geladen. Zum dritten Male ſollte das Fazit zeitgenöſſiſchen
Schaffens aller Kulturländer gezogen werden.
Wenn dieſes Fazit nicht ſo günſtig ausfiel wie in den beiden
letzten Jahren und der Ertrag der vier überlangen Abende nicht
allzu reich war, ſo darf der mächtig erſtarkten jungen Geſellſchaft
daraus kein Vorwurf gemacht werden. Denn ſeit jenem glänzend
improviſierten Feſt von 1922, das nach achtjähriger
Abgeſchloſ=
ſenheit Schaffende und Nachſchaffende wieder zuſammenführte
und die Internationalität der neuen Muſikrichtung evident
machte, iſt unſere Erkenntnis mächtig gewachſen. Die führenden
jungen Begabungen ſo ziemlich aller Länder ſind uns längſt
ver=
traut, ihre bedeutendſten Werke längſt in den am Zeitſchaffen
und Zeitringen intereſſierten Kreiſen — namentlich in
Deutſch=
land — aufgeführt worden. Wir ſtehen nicht mehr vor einer
neuen Bewegung — wir ſtehen mitten in dieſer Bewegung
und wollen ſie in ihrer Totalität faſſen. Dabei iſt es ganz
ſelbſt=
verſtändlich, daß auch kleinere Talente zu Worte kommen müſſen.
Ob. nicht allerdings bei der Aufſtellung des diesjährigen
Programms für Salzburg die internationale Jury zuweilen ein
Auge zugedrückt und mancherlei Rückſichten genommen hat, die
nicht immer künſtleriſch bedingt waren, das iſt eine andere Frage.
Vor allem erſcheint es für die Zukunft wünſchenswert, daß die
einzelnen Konzerte einheitlicher aufgeſtellt werden.
Die Aufgaben ſteigern ſich freilich mit jedem Jahr, gerade
wenn die Beſchränkung auf Kammermuſik —
Orcheſterkon=
zerte fanden zu Pfingſten in Prag ſtatt — beibehalten werden
ſoll, und die Qualität des Materials, deſſen kritiſche Bewertung
ein ungewöhnliches Maß von „Objektivität” verlangt, wird in
den nächſten Jahren kaum eine Aenderung erfahren.
Stärkſte Wirkung ging von Kompoſitionen zweier Künſtler
aus, deren Bedeutung für die neue Muſik unbeſtritten iſt: Paul
Hindemith und Jgor Strawinsky, dem Deutſchen und
dem Ruſſen.
Hindemiths neues Trio für Violine, Bratſche und Cello
be=
deutet eine weitere Klärung und Ausreifung im Schaffen dieſes
urwüchſigen, geraden und tiefen Künſtlers. Vom „Marienleben”
an etwa beginnt bei Hindemith eine geiſtige Vertiefung des
Muſikantiſchen, die das Streichquartett Op. 16, der Rieſenerfolg
des erſten Salzburger Feſtes, kaum ahnen ließ. Geiſti
fung natürlich nicht im romantiſchen Sinn einer aub"
kaliſchen Aſſoziation, ſondern als geſteigerte
Roi=
des Techniſchen und Gedanklichen, wobei der Spielge!
bunden mit geſunder Freude am Handwerklichen
ja ſchon bei Reger — ſich umſo reiner entfaltet. Vle
rienleben” und im neuen Quartett Op. 32 üben and
die alten Formen neuen Reiz auf Hindemith aus. ei
voll pulſierende Toccata mit breitem Uniſonothema
erſten, eine überaus friſche, außerordentlich kunſtvoue
letzten Satz. Und wie in der Fuge plötzlich eine 1as
ſode in die zarte Empfindungswelt der Marienlie”
weiſt, ſo iſt auch der ganz einfache, langſame Sat N”
nerlichkeit erfüllt, wie wir ſie nur bei Hindemith !!"
Scherzo iſt ein genialer Pizzicato=Scherz.
Von Strawinsky ſpielte Hermann Sch.
ſeinen, ausgezeichneten Frankfurter Bläſern ein ve
inſtruments a vent” voll toller Parodie und jener
den Kraft des Rhythmiſchen, das alle Werke dielee
Ruſſen auszeichnet. Die feinſten Stücke ſind wo9
und ein in Tanzrhythmen variiertes Thema.
Blieb Strawinsky der einzege Ruſſe, ſo kame"
ganze Reihe deutſcher Künſtler zu Wort. Von Ae”
minski erklangen drei tieferlebte kontrapunktiſg.
geiſtliche Lieder, von der glänzenden Lotte Leong.”
Kurt Weill komponierte eine Reihe mittelalterliche
dichte („Frauentanz”), deren warm empfundene Le.
gegen die geiſtreichelnde Muſik kontraſtierten. In der. 2
Launigkeit der Einfälle, kommen Erwin Sch1.
Tänze für Streichquartett Hindemith nahe. Ein leil.
ſympathiſcher artiſtiſcher Einſchlag ſichert den vom O‟"
hinreißend geſpielten Stücken ſtarken Erfolg. F9l
nachs Streichquartett op. 16, — voriges Jahr in 20
uraufgeführt — beſtätigte wieder den tiefen Ernſt. it
Eigenwilligkeit des reichbegabten Komponiſten. Die
Wiener Egon Welleſz, deſſen ſtarke Begabung Aeit
zeriſche Stücke ſich auch in der feinen und prachtyo.
Suite für ſieben Inſtrumente offenbarte. Ueberſlugh
timentale Lieder von Ernſt Kanitz.
Dem deutſchen Kreiſe ſteht auch Ernſt R7"
Tſcheche von Geburt. Leider kann nicht geleugne."
ſein viertes Streichquartett nach dem vorjährigen.""
nach der Oper „Der Sprung über den Schatten. .
liche Enttäuſchung war, um jo mehr. al8. e8 bol.=Eoce
Nuiner 228.
Die Sicherheitsfrage.
P „Ahmal faſt unter Preisgabe nationaler Würde ſpricht
us je Seite dieſes Gelbbuches die furchtbare maßloſe Angſt
M or ei=deutſchen Invaſion . . .", ſagt der rheiniſche
Abgeord=
zte —J ’m Sollmann in einem Artikel über das franzöſiſche
elbbr, u der Sicherheitsfrage. Und ſo iſt es. Man fragt ſich
t, ob /e angebliche Furcht nicht am Ende doch nur ein
Vor=
and e franzöſiſchen Machtpolitiker iſt, die ihr Ziel, die
Ab=
ennu uder linksrheiniſchen Gebiete und die Verlegung der
inzöß n Grenze an den Rhein, nicht erreicht hatten und dies
en uw dilfe der Sicherheitsfrage faktiſch erreichen möchten.
eſe I ht des franzöſiſchen Volkes vor einer deutſchen
Re=
anche ticht wegzudiſputieren, ſie iſt da, ſie iſt eine Realität,
je pon che Realität, mit der auch wir rechnen müſſen. Nicht
geſſe: rfen wir aber, daß dieſe Furcht gerade von jenen
Macht=
litike n Paris beſonders unterſtrichen wird, die das
jahr=
ender— e Staatsideal der Franzoſen, die Rheingrenze, nicht
chr en=n n den Beſtimmungen von Verſailles, ſondern ſogar
ade —— ihrer Hilfe erreichen wollen. Das ganze Auftreten der
ſärtret= ieſer Machtpolitiker im Rheinland, die Generäle, war
ſchr n eiſes Vorgehen zu dieſem Ziel. Die Zermürbung der
lü völke; y durch das Zuckerbrot der Propaganda und die
tſche es unmenſchlichen Terrors, die Herabſetzung der
ſcſtorit-5 er rechtmäßigen deutſchen Regierungsinhaber, die
drär ig der wichtigſten Rechte der deutſchen Souveränität,
Einzelheiten noch in jeder Erinnerung fortleben,
S weiter als Vorbereitungen zu einer allmählichen
ſu:der rheiniſchen Gebiete vom deutſchen Volkskörper
er dauernden Feſtſetzung der franzöſiſchen
Militärge=
t am hein, ohne Rückſicht auf den rein deutſchen Charakter
Bem er jener Gebiete, die Kern= und Urſprungsland alles
en ſi was deutſch heißt. Jetzt, da die Zeit naht, wo ein
des ſetzten Gebietes, ein Teil der erſehnten Rheingrenze
täriſchen Kontrolle nach den Beſtimmungen von Ver=
Sit werden ſoll, erhebt ſich doppelt ſtark der Ruf nach
Es dürfte darum ganz intereſſant ſein, zunächſt
ein=
ſts Uen, daß Tardieu, einer der Väter der Verſailler Be=
. als er 1919 vor der franzöſiſchen Kammer ſein Werk
er verteidigte, gerade die Beſtimmungen über die
Be=
ng O heiniſchen Gebiete als „das Höchſtmaß von Sicherun=
Kölner )u geg alle drohenden Gefahren bezeichnete, was ihm die
mer—; Zurufen: Sehr richtig! Sehr richtig! beſtätigte. Er
ieg ᛋ u der Beteuerung, daß Deutſchland keine militäriſche
ind elle Rüſtung entwickeln könne, ohne daß Frankreich
meru ind kam zu dem richtigen Schluſſe: „Deutſchland iſt
hten weil es keinen Krieg führen kann!” Warum
heu-; vo ſich die Möglichkeit, einen Krieg zu führen für
hle geradezu völlig verflüchtet hat, der verſtärkte Ruf
Sick eiten?
ger Zeit ſchrieb der Pazifiſt Prof. W. Schücking, daß
geſr; der ganzen Behandlung der deutſch=franzöſiſchen
nd—, die franzöſiſchen Politiker, angeſichts des auch unter
ſiot X. unvermindert fortdauernden Gewaltregiments der
Möſiſch Generale am Rhein es für einen deutſchen Pazifiſten
w, ſeinen Glauben zu bewahren. Und ein anderer
vkran rieb im „Berliner Tageblatt‟: Das neuerliche
Vor=
der inzöſiſchen Behörden am Rhein laſſe die Annahme
ſls i en ſie durch Gewalt Zwiſchenfälle provozieren, mit
zu Hili ie dann ihre Forderungen nach Sicherheit vor der
w begs den könnten. Wer das Syſtem der Machtpolitiker
uRur, eflächlich kennt, weiß, wie berechtigt ein ſolches
Miß=
niſt ie brauchen die Furcht des franzöſiſchen Volkes, um
ſötigel ſonnanz im eigenen Volk für ihre Forderungen zu
ſiſt. O brauchen, um dieſe Furcht wachzuhalten, das
Ge=
der tſchen Invaſion, der deutſchen Revanche. Sie
brau=
die * Zetzung der Völker. Seht euch einige franzöſiſche
lbüch=s an, ſolche aus der allerletzten Zeit noch, und ein
d euch erfüllen über die Unmenſchlichkeit, mit der
des Haſſes gegen ein anderes Volk in die jungen
Sifelt wird. In Deutſchland gab es nie einen
aus=
tpoli5
thiſchh franzöſiſchen Rheinpolitiker. Demgegenüber müſſen bekannt.
rinn n, daß die beiden erſten Invaſionen doch unzweifel=
RheF rd kann Frankreich Sicherheit geben. Frankreich
beda y s eines Dynaſtendieners, Richelieus zum Schwei= ſen total zerfleiſcht.
vefſbring 9 denn es braucht keinen Angriff von Deutſchland zu
Darmſtädter Dagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924.
Seite 3.
Der nationalſozialiſtiſche Parteitag.
Ludendorff in Weimar.
Weimar, 16. Aug. Am Abend des erſten Verhandlungstages
der Tagung der Nationalſozialiſtiſchen Freiheitsbewegung Groß=
Deutſch=
lands fanden große, als Ludendorff=Ehrung gedachte Begrüßungen ſtatt,
in denen die Reichstagsabgeordneten Exz. Ludendorff, v. Gräfe,
Abge=
ordneter im Prager Parlament, und Bayeriſcher Landtagsabgeordneter
Straſſer von ſtürmiſchem Beifall begleitete Anſprachen hielten. Der
Leiter der Verhandlung, Dr. Dinter=Weimar, hob hervor, daß es
gelungen ſei, die Einigung zwiſchen der Nationalſozialiſtiſchen
Arbeiter=
partei und der Deutſchvölkiſchen Freiheitspartei zu erzielen unter der
Führung Ludendorffs. Die Einigung der geſamten völkiſchen
Frei=
heitspartei müſſe gelingen. Das ſchwarz=weiß=rote Hakenkreuzbanner
weht uns voran als das Symbol des geeinigten großen deutſchen Reichs
unter monarchiſcher Führung.
Darauf erklärte Ludendorff: Es drängt mich, Ihnen meinen
herzlichſten Dank für die freundliche Aufnahme, die ich hier in Weimar
gefunden habe, vor allem aber den völkiſchen Vertretern aus Thüringen
auszuſprechen, für die völkiſche Arbeit, die ſie in der Vergangenheit
bereits geleiſtet haben. Der völkiſchen Einheit verdanken wir, daß wir
heute hier in Weimar dieſe Tagung der Nationalſozialiſtiſchen
Frei=
heitsbewegung abhalten können. Es kommt heute nicht darauf an, daß
wir für das Vaterland ſterben, ſondern es kommt darauf an, daß wir
für das Vaterland, für das Volk in Selbſtloſigkeit leben. Wir haben
die Verhältniſſe zu ſchaffen, die die Führerſchaft früher oder ſpäter in
die Lage verſetzen wird, das deutſche Volk zu rufen. Das iſt aber nur
dann möglich, wenn eine geſchloſſene völkiſche Bewegung hinter der
Führerſchaft ſteht. Darum gerade lege ich Ihnen hier in Thüringen an
das Herz: Ruhen Sie nicht eher, bis die entſcheidende Frage der
völki=
ſchen Bewegung, die Arbeiterfrage, gelöſt iſt; wirken Sie dahin, daß
dem Arbeiter das gegeben wird, an Herz und an Vertrauen, was des
Arbeiters iſt. Wir müſſen ohne weiteres zugeben, daß wir ihn in
fal=
ſche Hände gleiten ließen, zum Teil zwar durch ihre eigene Schuld,
aber ebenſo durch unſere Schuld; und dieſe Schuld gilt es jetzt zu
ſühnen! Machen Sie ſich bereit, wenn gerufen wird
zu einem ernſten Sterben. Es gibt nur eines: Durch
Selbſtzucht zur Freiheit!
Abgeordneter Straſſer erhielt im weiteren Verlauf der
Kund=
gebung das Wort und führte u. a. aus: „Die Idee Hitlers: Gemeinnutz
vor Eigennutz — muß Gemeingut des deutſchen Volkes werden. Hitler,
den die nationale bayeriſche Regierung in der Feſtung Landsberg
ge=
fangen hält, iſt der Führer dieſer Bewegung, weil ihn das Volk dazu
gemacht hat. In den Namen Hitler und Ludendorff verkörpert ſich
der Einheitsgedanken des deutſchen Volkes.”
Eine Entſchließung der Nationalſozialiſien.
Der nationalſozialiſtiſche Parteitag hat nach vertraulichen
Beratungen über Organiſationsfragen folgende Entſchließung
angenommen: „Die gemeinſame Weimarer Tagung der
National=
ſozialiſtiſchen Freiheitsbewegung bringt den einigen Willen zum
Ausdruck, die Organiſation der Nationalſozialiſtiſchen
Arbeiter=
partei Deutſchlands und der Deutſchvölkiſchen Freiheitspartei im
ganzen Reiche unter der Führung Ludendorffs, Hitlers und
Graefes durchzuſetzen.” Angenommen wurde ein Antrag, den
Tag der Revolution, den 9. November, in der ganzen völkiſchen
Bewegung als Trauertag zu begehen.
Der Perteidiger Sklarz” verhaftet.
* Berlin, 16. Aug. (Priv.=Tel.) Der Rechtsbeiſtand von
Sklarz, Rechtsanwalt Dr. Klee, iſt geſtern abend nach langem
Verhör durch den Unterſuchungsrichter verhaftet worden. Dr.
Klee ſteht im dringenden Verdacht, die Flucht von Sklarz
begün=
ſtigt zu haben, um ihn dem Zugriff der Behörden zu entziehen.
Der Verhaftete befindet ſich bereits auf dem Wege nach Bautzen.
Ebenfalls wegen Begünſtigung wurde ein Frau Geyer, die
Pri=
vatſekretärin von Sklarz, geſtern abend verhaftet. Die
Unter=
ſuchung hat ergeben, daß ein großer Kreis von Perſonen damit
beſchäftigt war, um alle Maßnahmen der Behörden gegen Sklarz
zu verhindern und möglichſt unſchädlich zu machen.
Die Leiche Matteottis gefunden.
* Rom, 16. Aug. (Priv.=Tel.) Zwiſchen dem Jorratal und
ocher- Haß gegen Frankreich, das wird jeder Einſichtsvolle / Caſtelnuovo di Porto, etwa 22 Km. von Rom entfernt, nahe bei
gen. ich im Krieg führte nur die harte Pflicht, die eigene dem Ort, wo der Rock Matteottis aufgefunden wurde, haben mit
iche tenz zu verteidigen, die Waffen gegen Frankreich. Hilfe von Polizeihunden angeſtellte Nachforſchungen zur
Auffin=
heri in deutſchen Volk Haß gegen Frankreich erwacht iſt, dung einer begrabenen Leiche geführt, die ſich im Anfangszuſtand
nur irch den ungeheuerlichen Terror der franzöſiſchen der Verweſung befand. Die Behörden haben ſich an Ort und
Stelle begeben, um feſtzuſtellen, ob es ſich um die Leiche Matte=
9WVierm: iſt Deutſchland in Frankreich eingerückt! rufen ottis handelt. Das Ergebnis der Unterſuchungen iſt noch nicht
* Rom, 16. Aug. (Priv.=Tel.) Wie unſer Korreſpondent
von Frankreich Napoleons I, provoziert worden ſind, aus Rom drahtet, wurde heute in einem Gebüſch in der
Lahryig: nicht die Rheingrenze, nicht das von Kaſernen, Nähe von Riano, 20 Kilometer öſtlich von Nom, die Leiche
ſierpi r, Flugplätzen, Tanks und großen Kanonen über= des ſozialiſtiſchen Abgeordneten Matteotti von
e enz, die Schreier nach der Rheingrenze, die Verfechter der Polizei aufgefunden Die Leiche iſt von den Füch=
Die Leiche, die von den Polizeihunden aufgeſpürt wurde,
en. Cange das nicht iſt, muß Deutſchland, wenn auch lag etwa 20 Zentimeter unter der Erdoberfläche. In der linken
nloss er mit den Waffen des Rechts in Abwehrſtellung Bruſthälfte ſtak eine abgebrochene eiſerne Feile. Die Freunde
lüberz ankreich ſtehen. In einer ſolchen Situation iſt die Matteottis haben ſich nach der Fundſtelle begeben und feſtgeſtellt,
öhnu u er Geiſter, wenn nicht unmöglich, ſo doch ſehr, ſehr, daß es ſich tatſächlich um die Leiche des ſozialiftiſchen Führers
handelt.
Der Aufſtand im Sudan.
Die britiſche Vorherrſchaft verhaßt.
London, 16. Aug. (Wolff.) Aus Kartum wird
berich=
tet: Geſtern ſammelte ſich eine Menſchenmenge vor der
Eiſen=
bahn=Zentralſtation in Erwartung einer Kundgebung zugunſten
des meuternden Eiſenbahnbataillons, das, wie angenommen
wurde, in einem Eiſenbahnzuge verſteckt ſein ſollte.
Bekannt=
machungen ohne Unterſchrift wurden während der Nacht
an den Telegraphenſtangeen und an Häuſern Omdurmans
an=
gebracht, in denen gegen die britiſche Herrſchaft
gehetzt wurde. Darin hieß es, daß die ſudaneſiſche
Bevölkerung namens der ganzen Bevölkerung von Sudan
ihren Haß gegen die britiſche Regierung mit den
Worten erkläre: „Nieder mit der britiſchen
Vorherr=
ſchaft.” Einige Anſchläge enthielten Abbildungen
verſchleier=
ter Frauen, was auf den weiblichen Einfluß bei den Truppen
hinweiſt.
„Daily Mail” berichtet aus Kairo, daß die ägyptiſche
Regie=
rung dort ein Communiqué veröffentlichte, in dem erklärt werde,
daß der ägyptiſche Miniſter in London angewieſen ſei, der
briti=
ſchen Regierung die Schritte über die im Sudan zur
Unter=
drückung der Unruhen unternommenen Maßnahmen mitzuteilen=
London, 16. Aug. Aus Malta wird gemeldet, daß ein
neues engliſches Regiment nach dem Sudan
ge=
ſandt worden iſt. Mehrere ägyptiſche Schiffe ſind
gleichfalls in derſelben Richtung in See gegangen.
Auch iſt von Alexandrien aus ein Regiment nach dem
Sudan abgegangen.
ODe Paleras Kampf für die vollſtändige
Unabhängigkeit Irlands.
London, 16. Aug. (Wolff.) Wie aus Ennis (Irland)
ge=
meldet wird, erklärte de Valera in ſeiner erſten Rede ſeit
ſeiner Freilaſſung aus der Gefangenſchaft, die iriſche Republik
trete für die vollſtändige Unabhängigkeit Irlands und aller
Ir=
länder ein. Ihre Mittel ſeien alle verfügbaren Mittel, durch
welche entſchloſſene Männer ihre Freiheit gewinnen können. Sie
werden niemals einer auswärtigen Macht Untertanentreue
lei=
ſten, ſie würden vielleicht zeitweilig gezwungen werden, ſich
ge=
wiſſen Dingen zu unterwerfen, aber ihre Zuſtimmung dazu könne
niemals erfolgen.
Die Spanier geben zum Angriff vor.
Paris, 16. Aug. Nach einer Havasmeldung aus Madrid
betont eine vom Direktorium ausgegebene Note, daß der
Oberbefehlshaber in Marokko, da die Aufſtändigen
weiter einen Druck auf die Stellungen am Lau=Fluſſe, deren
Ver=
bindungen abgeſchnitten ſeien, ausüben, befürchtet, daß die
Untätigkeit der ſpaniſchen Truppen von den
Aufſtändigen als ein Zeichen der Ohnmacht
an=
geſehen werde. Das Oberkommando hat
des=
halb eine Offenſivbewegung angeordnet, die
ſchon im Gange ſei und von der man glückliche Ergebniſſe erwarte.
Nach einer Meldung des „Journal” aus Madrid verlautet
aus ſicherer Quelle, daß die Spanier bei den letzten
Kämpfen 1800 Tote und Verwundete gehabt haben.
Chineſiſche Wirren.
Waſhington, 16. Aug. (Europapreß.) Einer Meldung
des amerikaniſchen Geſchäftsträgers in Peking zufolge ſind in der
Provinz Yünnan von neuem Unruhen ausgebrochen. Kämpfe
werden in der unmittelbaren Nähe von Canton gemeldet. Die
amerikaniſchen Konſuln der Provinz ſind angewieſen worden,
eine Unterſuchung darüber anzuſtellen, ob Amerikaner getötet
worden ſind.
Kein Aufſtand im Amazonenſtagt.
New York, 16. Aug. (Europapreß.) Der braſilianiſche
Generalkonſul in New York dementiert die Meldung, wonach ein
neuer Aufſtand im Staate Amazonas ausgebrochen ſei. Dieſes
Dementi hat auf amerikaniſche Meldungen bezug, wonach im
Amazonenſtaat ſchon ſeit einem Monat ein Aufſtand herrſcht.
Seit einiger Zeit ſoll es nämlich unmöglich geweſen ſein,
Be=
ziehungen mit amerikaniſchen und engliſchen Firmen zu
unter=
halten, die in dieſem Staat beſtehen. Auch die amerikaniſchen
Kautſchuckſchiffe, die den Verkehr auf dem Amazonenſtrom
ver=
ſehen, konnten nicht an ihre Beſtimmung gelangen.
chauslt wenig detailliert und trocken geſpielt wurde.
M nite fehlen auch hier nicht. Aber Trivialitäten und
teleies rſtören die Geſchloſſenheit des an ſich ſchon zerfahre=
Werk=Gerade das ſonſt bei Krenek immer wieder
hervor=
ende mentare Muſikantentum vermißt man im neuen
ctett
Sas ſi von tſchechiſchen Komponiſten unter Aufwand reich=
Rek 3 aufgetiſcht wurde, braucht nur regiſtriert zu wer=
Lied= on Vycpälek, Klavierſtücke von Vomäcka und
Pole Karl Szymanowsky war mit ſehr feinen
jeretiz vertreten.
die FV oſen waren vor allem mit der ſymphoniſchen Kan=
„Soc-) von Eris Satié vertreten, einem der Altmeiſter
frai chen Impreſſionismus. Feierliches Gleichmaß
cht in! n dreiviertelſtündigen, auf platoniſche Dialoge
kom=
erten ck. Es verfehlt in Verbindung mit dem antiken
ſeim! irkung nicht namentlich in den beiden erſten Tei=
Abeu? die Dauer ſtört dieſe leerlaufende Monotonie doch,
iders an man die ungleich genialeren Schöpfungen De=
9s egen hält. Eine impreſſioniſtiſche Spielerei bleibt
eizenEl ertonung eines „Cataloque de Fleurs” von Darius
hau! Lieder von Auric gerieten in bedenkliche Nähe
ſtabar? Dagegen fand eine von Strawinsky beeinflußte
Liſtiſck) Sonate von Francis Poulene ſtarken Anklang.
Die T ener kommen auch heute noch nicht — trotz aller
etiſch=A Zeteuerungen — von der bel canto=Melodik los.
Aich artiſtiſchen Redensarten und ſchwacher
Sentimen=
ſt beſ-”, eine überlange Celloſonate von Ildebrando Piz=
2 rige Friſche bei ſtark nationalem Einſchlag atmeten
ihre! rappheit recht amüſanten „Stornelli e Ballate” von
Mü piero. In launiger Kürze lag auch der feine
M. Caſtellnuovo=Tedesco auf entzückende
iſche V’sliedertexte.
englau ftellte ſich mit einer ſtattlichen Reihe von
aus=
ſend achen Werken vor. Einzig der Mittelſatz von Ar=
Baxs' atſchenſonate hatte eine Verve. Unförmige
Lieder=
dlexe
Peter Warlock und Ralph Vaughan
Wil=
m e
volksliedhaft gebunden, wirkten auf die Dauer
noch
ſchlechter Wiedergabe einſchläfernd. Derartige
ſe hät-0 an vermeiden können. Der Vollſtändigkeit halber
och eir) ähſam konſtruiertes Sextett des Holländers Willem
er erkalt
Ei
te für Geige und Cello des talentierten Ungarn
7902 euttäuſchte.
Mit einigen Worten ſeien noch die wichtigſten Mitwirkenden
genannt: unter den Dirigenten neben Scherchen der etwas
ſteife Alfredo Caſella; dann die prachtvolle Sängerin Marya
Freund, Heinrich Rehkemper, der ausgezeichnete Pariſer
Pianiſt Henry Gil=Marchex, das famoſe Quartetto
Vene=
ziano und endlich unſer prächtiges Amarquartett, an deſſen
Bratſche Paul Hindemith ſitzt.
Im ganzen bedeutete das Feſt doch einen Gewinn. Nicht
zuletzt in der auch außerhalb der Konzerte gepflegten
Fühlung=
nahme der Künſtler. Die Idee der internationalen Geſellſchaft
für neue Muſik hat ſich — gerade in dieſer Zeit der
Zerriſſen=
heit und Intoleranz — als lebensfähig erwieſen. Heute noch
vorhandene Schwächen wird ſie von ſelber ausmerzen. HI. S.
* Kunſtin Wiesbaden.
Im Muſeum eröffnete der Naſſauiſche Kunſtverein
in Verbindung mit der „Wiesbadener Geſellſchaft
für bildende Kunſt” eine Herbſtausſtellung, die in großen
Umriſſen einen Ueberblick über die Entwicklung vom
Impreſſio=
nismus zum Expreſſionismus zu geben verſucht. Der
Impreſſio=
nismus iſt allerdings nur mit wenigen, aber darunter ſehr
hoch=
wertigen Stücken von Israels, Liebermann, Corinth
vertreten; ſehr glänzend und auch reichhaltig die neue Kunſt mit
den Uebergangserſcheinungen von Hofer, Moll,
Hecken=
dorf, Kirchner, Pechſtein bis zu den von den Wogen der
Gegenwart umbrandeten Perſönlichkeiten: Kokoſchka,
Cha=
gall, Heckel, Klee, Campendonk, Menſe und Dix.
Im Hauptſaal iſt die Wirkung eine ſehr eindrucksvolle, wo die
Individualitäten, ohne ſich zu verdrängen, ſehr ſtark
gegeneinan=
der vorſpringen. Im Gedränge zwiſchen der Wucht eines
Ko=
koſchka, Schmitt=Rottluff und Nolde erſcheint
Pech=
ſtein bereits zahm. Heckel und Chagall bewahren, bei
lei=
ſeren Mitteln, durch tiefe Innerlichkeit ihre durchdringende
Son=
dernote, während Jakob, der Jüngſten einer, mit robuſter Kraft
Breſche ſchlägt. Zu ſehr intereſſanter Konfrontation ſind Klee,
Menſe, Jawlensky und Dix vereinigt in durchaus auf
myſtiſche Einſtellung gerichteter Auswahl. Gute Plaſtiken von
Haller, Kolbe, Sintenis u. a. vervollſtändigen die reiche
Schau,
A. E.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Die erſte deutſche Jugendmuſikwoche der
Muſikantengilden fand vom 27. Juli bis 3. Auguſt in Lobeda
bei Jena ſtatt. Die Kerngilde unter Führung von Prof. Fritz
Jöde ſuchte den Einzelgruppen neue Anregung zu geben und
neben ernſteſter Chor= und Inſtrumentalmuſikpflege auch
Melo=
die= und Harmonielehre ſowie verſchiedenſte Berichte zu bringen.
Es handelt ſich hier tatſächlich um keine bloßen
Zukunftshoff=
nungen, ſondern eine kräftig vorwärts drängende Bewegung,
die allem Spiel mit der Kunſt abhold iſt und wahrhaftigen Dienſt
an der Muſik leiſtet. Zwei kirchliche und eine weltliche
Muſik=
feier in Lobeda und Jena ſchloſſen ſich an und zeigten auch nach
außen hin das ehrliche Streben nach neuer Geſtaltung unſeres
Muſiklebens.
A.E. Frankfurt hilft ſeinen Künſtlern. Angeſichts
des unter den Künſtlern herrſchenden großen Notſtandes beſchloß der
Magiſtrat unter beſtimmten Vorausſetzungen, der Frankfurter
Künſtler=
ſchaft einen Betrag von 100 000 Mark zur Verfügung zu ſtellen
mit der Maßgabe, daß die Verwendung im einzelnen von einem
Ma=
giſtratsmitglied überwacht wird. Ferner iſt die Baudeputation
ermäch=
tigt worden, aus den für beſondere Hochbauten bewilligten Mitteln
kleinere Beträge für die bildneriſche Ausſchmückung der
Bauten bereitzuſtellen.
— In München verſtarb Geh. Hofrat Prof. Dr. Auguſt
Föppl, Vertreter der techniſchen Mechanik an der Münchener
Techniſchen Hochſchule.
* Die Jacht als Hutladen. Die franzöſiſchen Modebäder
Deaubille und Trouville ſind von einer eleganten Jacht beſucht
worden, die bei den Damen ungemeine Freude, bei den Herren
weniger angenehme Gefühle erregte. Eine unternehmende
Pa=
riſer Putzmacherin, Madame Regnier, hat nämlich die ſtattliche
Jacht gemietet, um den im Bade befindlichen Modedamen, die
neueſten Hutſchöpfungen ſofort vor Augen zu führen. Am
Mor=
gen nach der Landung flatterten bunte Fahnen von dem
elegan=
ten Schiff, und große Plakate luden zur Beſichtigung ein. Die
Gäſte wurden am Nachmittag mit Tee bewirtet, und in einer
kleinen Bar entfaltete ſich ein bewegtes Treiben, während die
Damen den Hauptraum des Schiffes durchſchritten, in dem die
ſchönſten Hüte zum Ankauf lockten. Die „Hutjacht” wird einige
Wochen am Strande von Deauville ankern, um den Damen
Ge=
legenheit zu geben, ſich mit den eleganteſten Hüten für den Reſtz
der Saiſon zu verſorgen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 17. Auguſt 1924.
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Die Lage der deutſchen Gemeinden
M der Acechoſtowarel.
von
Erwin Stein, Berlin=Friedenau,
Generalſekretär des Vereins für Kommunalwirtſchaft und
Kommunal=
politik E. V.
Wir hörten in den letzten Jahren wiederholt von der ſchwierigen
Lage der deutſchen Bevölkerung in der Tſchechoſlowakei. Wir hören
von Not und Bedrängnis und erfahren doch gleichzeitig von der
Opfer=
willigkeit dieſer deutſchen Bevölkerung, die ſich nicht genug tun kann in
freiwilligen Leiſtungen der Hilfstätigkeit, insbeſondere für die
Notlei=
denden unſerer Großſtädte. Von beſonderer Bedeutung iſt dabei die
wiederholte Aufnahme erholungsbedürftiger Kinder von den deutſchen
Gemeinden der Tſchechoſlowakei, die nicht nur in der Inflationszeit
er=
folgt iſt, ſondern auch in den letzten Monaten.
Die Kenntniſſe von der Lage der deutſchen Gemeinden in der
Tſche=
choſlowakei und ihrer Bevölkerung ſind leider bei uns ſehr gering.
Darum habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, durch Studium der
Lite=
ratur durch wiederholte Beſuche und Reiſen ein zutreffendes Bild von
den Zuſtänden und von der Lage der „Sudeten=Deutſchen” zu gewinnen
und durch geeignete Veröffentlichungen und Berichte an der
Auf=
klärungsarbeit teilzunehmen.
Im November vorigen Jahres tagte der Verband der deutſchen
Selbſtverwaltungskörper in der Tſchechoſlowakei an der ſüdlichen Grenze
feines Landes in Nikolsburg, etwa zwei Stunden von Wien. Dieſe
Tagung in der mähriſchen Stadt begrüßte die Abſicht, den hungernden
insbeſondere den bedrohten Kindern Hilfe zu bringen und betonte es
als eine ſelbſtverſtändliche Pflicht der deutſchen Selbſtverwaltungskörper
(alſo der Gemeinden und Bezirke) alle Beſtrebungen tatkräftig zu unter=
Der Verband der Selbſtverwaltungskörper iſt infolge dieſer
Kund=
gebung der Träger einer umfangreichen Hilfsaktion geweſen.
Es wird ſich alſo bei folgenden Ausführungen um ſolche handeln,
die ein beſonderes Intereſſe beanſpruchen, es kommt nicht nur eine
Be=
völkerung, die ſich als deutſch bezeichnet in Frage, ſondern die auch
deutſch fühlt, und was in den letzten Jahren ganz beſonders wihtig
war, deutſch handelt.
Mehr als 3 Millionen Deutſche wohnen in der Tſchechoflowakei in
geſchloſſenen Siedlungsgebieten, die deutſchen Gauen benachbart ſind.
Im Jahre 1918 brach die Habsburgiſche Monarchie zuſammen und
damit das öſterreichiſche Staatsgebäude. Die geſamten
Reichsratsab=
geordneten der Länder und Parteien erkannten das Recht der
ſlawi=
ſchen Nation auf Bildung ihrer eigenen Nationalſtaaten an.
Gleich=
zeitig lehnten ſie aber die Unterwerfung deutſcher Gebiete unter dieſe
Nationalſtaaten ab und verlangten, daß alle deutſchen Gebiete
Oeſter=
reichs zu dieſem deutſch=öſterreichiſchen Staate vereinigt werden.
Nach=
dem aber die Tſchechoſlowakei einmal beſchloſſen hatte, gewaltſam die
deutſchen Gebiete an ſich zu bringen, konnte auch der Beſchluß auf Grund
des Selbſtverwaltungsrechtes der Völker, die Gebiete unter den
Bezeich=
nungen „Deutſchböhmen” „Sudetenland”. „Deutſch=Südmähren” und
„Böhmerwaldgau” als eigen berechtigte Provinzen zu Deutſch=Oeſterreich
zu errichten, nicht mehr aufrecht erhalten werden. Durch den
Friedens=
vertrag von St. Germain war die deutſch=öſterreichiſche Regierung
ge=
zwungen, die von der tſchechoſlowakiſchen Republik inzwiſchen beſetzten
fudetendeutſchen Gebiete und deren Bevölkerung unter die volle
ſtaat=
liche Hoheit der Tſchechoſlowakei zu ſtellen. Damals gab der
Staats=
kanzler Dr. Renner in der Nationalverſammlung bekannt:
„Deutſchböhmen hak eine Fläche von 14 496 Quadratkilometer und
eine Bevölkerungszahl von 2 230 290 Köpfen, das mit Oberöſterreich zu
vereinigende Verwaltungsgebiet (Deutſch=Südböhmen) eine Fläche von
3280 Quadratkilometer und eine Bevölkerungszahl von 183 158, das mit
Niederöſterreich zu vereinigende Verwaltungsgebiet eine Fläche von 385
Quadratkilometer und 22 939 Einwohner, Sudetenland (Schieſien und
Deutſch=Nordmähren) eine Fläche von 6533 Quadratkilometer mit 67 888
Einwohnern, der Kreis Deutſch=Südmähren eine Fläche von 1840
Qua=
dratkilometer und 173 033 Einwohnern.
Danach haben alſo die geſchloſſenen deutſchen Siedlungsgebiete in
Böhmen, Mähren und Schleſien eine Geſamtfläche von 26 534
Quadrat=
kilometer mit 3 288 300 Einwohnern,
Bei den allgemeinen Gemeindewahlen im Jahre 1919 wurden mehr
als 31 Prozent der geſamten Stimmen von der deutſchen Bevölkerung
abgegeben, (obgleich nicht alle deutſchen Gemeinden die Gemeindewahl
an dieſem Tage hatten). 1920 bei den Wahlen in dem Abgeordnetenhaus
kamen 1576 000 Stimmen auf die Deutſchen. Die Ergebniſſe der im
September 1923 durchgeführten allgemeinen Gemeindewahl wurde in
ihren Einzelheiten nicht veröffentlicht. Es ergibt ſich, daß in Böhmen,
Mähren und Schleſien 2600 deutſche Gemeinden vorhanden ſind, davon
47 mit einer Einwohnerzahl von 5000 — 10 000, 17 mit einer
Einwohner=
zahl von 10 000—20 000, 8 mit einer Einwohnerzahl von 20 000—30 000
und 3 mit einer Einwohnerzahl von 30 000—50 000, die übrigen
deut=
ſchen Gemeinden zählen je unter 5000 Einwohner.
Wenn wir uns dieſe Zahlen klar gemacht haben, werden die
Mit=
teilungen über die Lage der deutſchen Gemeinden und ihrer
Beſchwer=
den die beſondere Aufmerkſamkeit der Leſer finden.
Zuſammenſetzung und Beſtand der Bezirksverwaltungskommiſſionen
ſind geſetzwidrig, da die Neuwahl nicht erfolgte und eine Erneuerung
der von der Regierung erannten Kommiſſion unterblieb. Erheben die
deutſchen Mitglieder dieſer Kommiſſion Proreſt oder treten ſie zurück,
ſo werden Regierungskommiſſare eingeſetzt, die natürlich kein
Verſtänd=
nis für den deutſchen Standpunkt haben. Die Bemühungen des
Staa=
tes, das zentraliſtiſch gerichtete franzöſiſche Muſter der Verwaltung
nach=
zuahmen, arbeite gegen eine geſunde Selbſtverwaltung. Das
geſchloſ=
ſene deutſche Siedlungsgebiet entlang der deutſchen und öſterreichiſchen
Grenzen iſt für die Regierung Anlaß, die Selbſtverwaltung der
Ge=
meinden noch weiter einzuſchränken und ſo die künſtliche Tſcheihiſierung
des deutſchen Gebietes zu erleichtern. In der Finanzverwaltung
kön=
nen die Gemeinden keinen Schritt ohne Genehmigung der
Landesaus=
ſchüſſe tun, deren Mitglieder von der Regierung ernannt ſind. Der
Staat nimmt den Gemeinden große Gebiete der Selbſtverwaltung, z. B.
die Polizeiämter, das Sanitätsweſen und die Heilbäder. Er will die
Armenverwaltung, die Wohltätigkeitsanſtalten ſowie das Straßenweſen
an ſich bringen, um das deutſche Gebiet mit tſchechiſchen Beamten
durch=
ſetzen zu können. Den tſchechiſchen Legionären wird die Anwartſchaft
auf die freiwerdenden Stellen in allen öffentlichen Dienſten zugeſtanden
und die Gemeinden erhalten einen amtlichen tſchechiſchen Namen. Die
deutſchen Weltkurorte müſſen unter dieſem tſchechiſchen Namen mit dem
Auslande verkehren, obgleich er dort ganz unbekannt iſt. Bei der
Be=
nennung der Straßen und Plätze darf die deutſche Benennung nur
nach der tſchechiſchen ſtehen. Die Sprachenrechte der nationalen
Min=
derheiten werden mißachtet entgegen den Beſtimmungen iu
Staats=
vertrage von St. Germain. Die Amtsſprache im inneren Dienſt und im
Verkehr der Behörden untereinander, auch im deutſchen Gebiete, iſt
ausſchließlich tſchechiſch. Damit ſollen die Beamten aus dem
Staats=
dienſte vertrieben werden.
Im Schulweſen wird dieſe Politik fortgeſetzt. Schulkinder werden
zwangsweiſe und gegen den Willen ihrer Eltern aus den deutſchen
Schulen genommen und in die tſchechiſchen eingeführt. Die
Beſchlag=
nahme deutſcher Schulhäuſer zu Gunſten tſchechiſcher Schulkinder iſt
wiederholt im deutſchen Gebiete feſtgeſtellt worden.
Die militäriſchen Einquartierungen werden meiſt an der
reichs=
deutſchen Grenze abgehalten. Die Entſchädigungen für den Bedarf der
Truppen ſtehen weit unter den Einkaufspreiſen und müſſen in
langwie=
rigen Verfahren eingetrieben werden. Schäden, die auf die Truppen zu
rückzuführen ſind, werden nicht vom Staate geregelt. Es bleibt
viel=
mehr den Geſchädigten überlaſſen, gegen den „Schadenſtifter”
vorzu=
gehen, der ihm natürlich unbekannt iſt und der auch nicht ermittelt
wer=
den kann. Die Heranziehung der Gemeinden zu Beiträgen für
Kaſernenbauten wird ohne Rechtsgrund immer wieder verſucht.
Der Einſchränkung der Selbſtverwaltung gegenüber ſteht die
Ueber=
tragung neuer Aufgaben ohne Entſchädigung. In den Geſetzen wird
die Klauſel vorgeſehen: „Die Gemeinden ſind verpflichtet, bei der
Durch=
führung dieſes Geſetzes mitzuwirken” Unter Bezugnahme auf dieſe
Klauſel werden Leiſtungen verlangt, die dahin gehen, die
Selbſtverwal=
tungskörper zu untervegrdneten Organen der Staatsgewalt zu machen.
Die Sanierung der Gemeindefinanzen durch den Staat iſt unlängſt
gefordert worden. Auch dieſe Aktion hat verſagt. Der Staat hat
Ueber=
weiſungen von Steueranteilen vorgeſehen, doch ſind dieſe
Ueberweiſun=
gen nicht ausreichend. Außerdem nehmen die Landesfonds als
Ent=
ſchädigung für die Veranlagung und Erhebung, ſowie Ueberwachung
erhebliche Anteile in Anſpruch. So müſſen die Gemeinden Zuſchläge
zu direkten Staatsſteuern erheben mit hohen Zuſchlagsſätzen. Die
Ge=
meinden erhalſten aber nur einen Teil der ſo veranlagten
Steuer=
beträge, da der Staat mit ſeiner Erhebung der Steuern im Rückſtande
iſt und trotzdem ſeinen vollen Anteil verlangt, ohne auf die Lage der
Rummer
Selbſtverwaltungskröper irgendeine Rückſicht zu nehmen. Die
anſtalten, die humanitären Einrichtungen der Gemeinden ens
wirkliche Steuerbefreiung oder Steuererleichterung. Die
gri=
die ſeinerzeit von den Gemeinden gezeichnet werden mußt,
von der Tſchechoflowakei als Rechtsnachfolger der
öſterrei=
bite noch immer nicht eingelöſt, und ſo fehlen den Gemeinde
Sparkaſſen die Zinſen aus dieſen Wertpapieren, während
Darlehen, die ſeinerzeit aufgenommen wurden, um Krieg
fen zu können, von den Gemeinden aus eigenen Mitteln
müſſen. Unter dieſen Verhältniſſen ſind die Rückwirkur
Gemeindefinanzen außerordentlich ſchwerwiegend, und der
der Gemeinden war in den letzten Jahren überhaupt nicht
ganz geringem Ausmaß zu decken. Trotzdem wurden die
zur Zeichnung der Hwangsanleihe gezwungen.
Als beſonders ſchwerer Schlag wird die
Verſtaatlich=
wälder empfunden. Volkswirtſchaftliche Gründe ſollen me
aber in Wirklichkeit wird der deutſche Grundbeſitz enteignet
der auch den deutſchen Gemeinden gehörige Wald.
Zu Beſchwerden war alſo bisher genügend Anlaß,
dazu noch bedenkt, daß ſeit Jahren eine chroniſche
Induſtrie=
ſchaftskriſe infolge der ſtaatlichen Maßnahmen in den deu
lungsgebieten zu beobachten iſt, ſo wird man die großen g
der deutſchen Selbſtverwaltungskörper in der
Tſchech=
der künftigen Entwicklung wohl teilen müſſen.
Erfreulicherweiſe haben ſich dieſe deutſchen Gemeind
Sorgen und alle Nöte noch nicht davon abhalten laſſen, j
zu erfüllen oder wenigſtens Verſuche in dieſer Hinſicht zu
auf dem Gebiete der ſozialen Fürſorgetätigkeit und Wob.
aber auch hier wirkt die ſtaatliche Geſetzgebung als Hem
grundlegende Frage, die der Wohnungsbeſchaffung, iſt
friedigend gelöſt. Die Geſetze über die Bauförderung
Aufteilung des vom Staate beſchlagnahmten Großgrundbe
und Abgabenbegünſtigung für Wohngebäude haben nich
um den Wohnungsmarkt in den größeren Orten zu beſſ
fehlenden Baukredits mußten größere Bauabſichten unterble
trotzdem in einige Gemeinden Wohnbauten größeren Un
geführt wurden, ſo iſt das unter den vorliegenden ſchwier
niſſen beſonders anzuerkennen. Die Forderung nach V
eines Staatsſvohnungsgeſetzes (zur Schaffung von Baukredi
ſchüſſen, Ausſchaltung der Bodenſpekulation) wurde noch
So beſteht ein großer Teil der Wohnungsnot nach wie vor
Die Jugendfürſorge wird von den Selbſtverwaltungsk
dig unterſtützt Es iſt in der letzten Tagung des Verbande
worden, in die Haushaltpläne der deutſchen Bezirke und
alljährlich einen Betrag einzuſetzen, der in einem beſtimm
nis zu Steuereinnahmen ſteht. Die laufende Unterſtützung
ſtummeninſtituts und einer deutſchen Blindenſchule wurl
beſchloſſen. Außerdem ſind in größeren Gemeinden K
Kinderhorte, Mutterberatungsſtellen, teilweiſe auch Wöchne=
Erziehungsheime uſw. vorhanden. Mit der Verpflichtung
ärzten iſt begonnen worden; die Kinderferienfürſorge wirl
ein Kinderkrüppelheim und die vielfach geſchaffenen o
Turnkurſe ſorgen für die körperliche Geſundung. Eine Sd
gibt es allerdings bisher noch nicht, und auch die Beſtre
Mutterſchutz, Berufsvormundſchaft, Kleinkinderfürſorge uſw.
in den Anfängen.
Es wäre noch abſchließend zu erwähnen, daß die
deutſchen Selbſtverwaltungskörper ſich nicht auf dieſe Gebie
ſondern daß verſchiedene Aufgaben, die auch bei uns gelö
pflegen, von den deutſchen Selbſtverwaltungskörpern in *
ſlowakei zum Gegenſtand ihrer Arbeiten gemacht worden
gilt z. B. für die Sparkaſſen, von denen 171 mit deutſcher
beſtehen, die Ende 1923 3743 Millionen Kronen an Einl
Das gilt ferner von den kommunalen Gaswerken, von dene
81 vorhanden ſind, davon 45 unter deutſcher Verwaltung
ferner vom Schulweſen und von den volksbildneriſchen 9
deutſchen Selbſtverwaltungskörper. Die politiſchen Verhäl
fluſſen allerdings immer wieder ungünſtig die zu leiſtende
an Energie und Tatkraft hat es erfreulicherweiſe nie
zweifellos ganz beſonders erfreulich, wenn die deutſche
der Tſchechoflowakei in vielen Dingen noch ein regeres
Reichsdeutſchen für ihre Angelegenheiten feſtſtellen könnten
auch die Dankbarkeit erſehen möchten, die wir der ppfe
hilfsbereiten deutſchen Bevölkerung jenſeits der Grenze ſchu.
ſind Maggi’s Suppen. Sie brauchen nur noch kurze Zeit
lediglich mit Waſſer gekocht zu werden, weil die Würfel bereits
alles enthalten, was zu einer vollſtändig fertigen Suppe gehört.
Viele Sorten, wie Eier=Sternchen, Eiernudeln, Erbs mit Speck,
Grünkern, Pilz, Reis mit Gemüſe, Reis mit Tomaten, Königin,
Tapioka echt, Windſor uſw.
Man achte auf den Namen Maggi und die gelb=rote Würfelpackung.
Familiennachrichten
Die Geburt eines
kräftigen Jungen
zeigen an
Dipl.=Ing. Kurt Markwort
u. Frau Margret, geb Gläfſing
Darmſtadt, 16. Auguſt 1924
23670
Gretel Mülſer
Hans Weber
Verlobte
Darmſiadt, Auguft 1924
Ihre Vermählung beehren ſich
anzuzeigen
Heinrich Lindemann
fiellv. Syndikus d. Heſſ. Handwerkskammer
Sophie, geb. Graßmann
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1924
Annaſtraße 8, pt.
(10416
Aufgebot.
Hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß
Herr Ludwig Kuſter
Zuſchläger
Sohn von Jacob, in Oberbronn (Elſ.)
wohnhaft, und
Fräulein Eliſe Held
ohne Gewerbe
Tochter von Georg, daſelbſt wohnhäft,
die Ehe miteinander eingehen wollen.
Gſ
Or. Heinz Strub
u. Frau Minng, geb. Ranft
Vermählte
Darmſiadt,
Friedberg,
im Auguſi 1924
Ihre am 2. Aug 24 in Stettin
voll=
zogene Vermählung geben bekannt
Dipl.=Ing. Ludwig Lebrecht
Aſſiſtent a. d. Techn. Hochſchule, Darmſtadt
Eva Lebrecht, geb. Thiele
Darmſtadt, Schießhausſtr. 98
3627
Thomas Brodrecht
und Frau Sophie
geb. Duchardt
Vermählte
Trauung Sonntag, den 17. Aug. 1924,
2 Uhr, Stadtkapelle
3610
Dankſagung.
Für die wohltuende
Anteil=
teilnahme bei dem Heimgang
meiner lieben Frau, unſerer
ge=
liebten Mutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
geb. Werner
ſagen wir tiefgefühlten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Hermann Schlick.
Darmſtadt, 16. Aug. 1924.
(*2364
Eliſabethenſtr. 36.
Todes=Anzeige.
Heute nacht verſchied plötzlich
unſere liebe, gute Mutter,
Schwie=
germutter, Schweſter, Großmutter,
Tante und Schwägerin
geb. Löb
im Alter von 71 Jahren,
Die trauernden Hinterbliebenen.
Alsbach (Heſſen), 16. Aug. 1924.
Die Beerdigung findet Montag,
den 18. Auguſt, nachm. 1½ Uhr,
vom Trauerhauſe aus ſtatt. (10393
Todes=Anzeige.
Donnerstag abend entſchlief ſanft
nach langem mit Geduld
ertrage=
nem Leiden meine liebe Frau
geb. Richters.
Im Namen d. trauernd Hinterbliebenen:
Adalbert Wenzel, Poſtafſiſtent.
Darmſtadt, Oſten, Buxtehude
Hamburg.
(*23576
Die Beerdigung findet Montag
morgen 11 Uhr auf dem Friedhof,
Nieder=Ramſtädterſtr., ſtatt.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem uns ſo ſchwer
be=
troffenen Verluſte meines lieben
Gat=
ten, meines treubeſorgten Vaters,
un=
ſeres Sohnes, Bruders, Schwagers
(*23643
und Onkels
Eiſenbahnaſſiſtent
ſagen wir allen Teilnehmern, die dem
Verſtorbenen das letzte Geleit gaben,
ſowie, für die zahlreichen
Blumen=
ſpenden unſeren innigſten Dank.
Be=
ſonders danken wir Herrn Pfarraſſ.
Müller für die troſtreiche Grabrede,
desgl. Herrn Eiſenb.=Ober=Inſp.
Wer=
ner, Herrn Eiſenb.=Ing. Mayer B. M
z4, ſowie Herrn Sekr Becker von der
Eiſenb.=Gewerkſchaft 4,
Frau Eliſe Gaubatz Wtw.
und Sohn.
Dankſagun
Im Namen aller Hinter
ſage ich hiermit herzlichen
die vielen Beweiſe aufricht
nahme bei dem Heimgang
lieben Mutter
Frau
geb. Ruhl
ſowohl für die zahlreiche B
wie für die vielen Blum”
Frau Johanna 5
geb. Schmidt
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme beim Heimgange
meines lieben Gatten und unſeres
Vaters
ſowie für die Kranzniederlegungen
und die Nachrufe der Vorſtände der
Vereine, welche ihm die letzte Ehre
erwieſen haben, unſeren tiefgefühlten
Dank.
*23592
Frau Auguſte Manneſchmidt
und Kinder.
Pallabona-Pude
reinigt u. entfett. d Haar
auf trockenem Wege,
macht es lock u. leicht z
frisieren, verleiht feinen
Duft. Zuhaben i Friseur
geschäften, Parfümerien,
Drogerien u. Apotheken.
Um= u. Aufarbeiten
v. Matratzen u. ſämt
lichen Polſtermöbeln
ſowie alle vorkomm.
Tapezierarbeiten
übernimmt b. ſauber
Ausführ. u. bill. B
rechnung.
ERITZ METZ
Tapezier
Mollerſtraße 44, II, r.
Hämorrh.
Magen Berſtopfguſp.
überr. Erfolge.
in ganz kurzer
Sschias Zeit behoben.
gin 24
Gallenſteine std.
ſchmerzl, Entfernung.
Speckur.
Kur 5.50
Bettnäſſen Nachl.
Auch in veralt. Fäller
in Tag.
Keuchhuſten geheilt
wie ſonſt Wochen.
o man
offene Beine verl.
aufkl. Schriftſatz 20 O
. Lungen=,
Nerven= Nierene,
Leberleiden in ſchwer
Fäll. konnte nochhelf.
Verlg. Sie mein Rat
Bella
Frankfur
ſowie
Joh
Lieb
Von der
D.
Halt
d. 18. Ar
Landſ
[ ← ][ ][ → ]Imer 228.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924.
Seite 5.
Sos der Landeshauptſtadt.
Darmſtadi, 17. Auguſt.
Schenken.
Von Reinhold Braun.
O, köſtlich iſt das Schenken,
ſei uch ein Kleinſtes nur!
Alle innen, alles Denken,
warn, wie auf Blütenſpur.
Und du fühlſt das feine, reine,
ſelige Verſchwenderglück:
tief aus deinem innern Scheine
lächelt ſchön dein Bild zurück.
und lebeſt dir das Leben
ſterrm oll und weihnachtlich,
und jedem neuen Geben
ſchery zu immer reicher dich!
Dä rmut einer Zeit und eines Menſchen erkennt man
da=
in, d ie immer weniger ſchenken und wenn ſie es dennoch
inn m wann tun, immer ſinnloſer ſchenken.
M— leibt auch beim Geben meiſt im Materialiſtiſchen ſtecken.
z iſt. Schenken derer „von unten her”, der Alltäglichen,
Hoh=
n, Lcch nden, Prunkenden, der in die große Sinnloſigkeit
Ver=
icktery er der immer plumpen Nützlichkeitsjäger. Viele
Ge=
ſenke, iben im rein „Konventionellen” ſtecken; man merkt
nen Zwang an, aus dem heraus ſie gegeben wurden; ſie
dw on einer eiſigen Luft umgeben. Man friert tatſächlich
ihn- Viele Geſchenke ſind nichts weiter als
Beſchwich=
ſungs ſuche oder ein Sich=Loskaufen. Alle dieſe Geſchenke
d eim erkappte Ichſucht. Eine ſchöne Lüge!
Unm Maſchinenzeitalter hat verlernt, richtig zu ſchenken.
an h einfach nicht mehr die Zeit dazu. Man erachtet es als
ſe Se rientalität, ſich Mühe zu geben um ein Geſchenk, ſich
erlic befragen.
Wi Freude haben ſich die Menſchen damit ſelbſt geraubt!
De— ert des echten Lebens liegt in der Beglückung und
Beg wverden. Darin liegt auch der Wert der Liebe! Nicht
Sches .=Wiſſen oder ſich nicht die Zeit nehmen, recht zu
ſchen=
iſt innerer Mangel an echtem Leben und wahrer Liebe!
s iſtite Wahrheit, der keiner widerſprechen kann! Für
ebeoid tiefes Leben muß man immer Zeit
beri Iſo auch für Geben im rechten Sinne!
Jel Beſchenk ſoll ein Stück des Lichtes aus uns ſelber ſein.
8 W2 achtliche unſerer liebenden Seele muß wie ein ſtiller
inz o der Gabe liegen!
Ja, ; echtes Geſchenk iſt ein Werk aus uns ſelbſt oder eins,
dem Stück unſerer Weſenheit liegt. Wir brauchen es nicht
mal r gemacht zu haben. Aber es muß unbedingt in
un=
r R ting liegen! Geſchenke, die eine Konzeſſion ſind, die
en AArſpruch zu uns ſelbſt und dem Beſten in uns
bedeu=
ſie eine Sünde wider den Geiſt!
Beſ=Ee ſind weiter ein Stück unſerer Gläubigkeit an das
e un ichte im andern, ſind Sichtbarkeit innerer
Verwandt=
ft mi em Beſchenkten. Geſchenke gewinnen auch dadurch,
ſie rechten Zeit gegeben werden. Die Geſchenke außer
Zeit *) oft die beglückendſten, ſind oft heimliche Lichtſpender,
er aw nnerem Dunkel, aus einer tiefen Wirrnis!
Geſeſke müſſen Erlebnis werden können. So hoch muß
ſie chlagen. Der andere muß fühlen, man gibt ſich
wirk=
ſelbr”, der Gabe. Jedes echte Geſchenk muß ein feines,
lie=
fröre es Opfer ſein! Solche Gaben vermitteln, auch wenn
jußers recht beſcheiden ſind, jenen großen Reichtum, der
un=
äng!9 iſt.
E nt wurdent am 8. Auguſt 1924 der Baupraktikant Jakob
e s Mörfelden vom 1. AApril 1924 an zum Oberbauſekretär;
2. Meſt die im einſtweiligen Ruheſtand befindlichen Lehrerinnen
iie Es perle zu Offenbach und Mathilde Kuhl zu Offenbach
dehrer= n an der Volksſchule daſelbſt; am 25. Juli 1924 der
Amts=
bes m Amtsgericht Worms, Amtsgerichtsrat Johannes
Schä=
zum Aitsgerichtsdirektor bei dem Amtsgericht Worms mit
Wir=
vomy Auguſt 1924.
Scnerſpielzeit Brunv Harprecht. Auch der heutige Sonn=
Tru mn”, ebenfalls ein entzückendes Luſtſpiel von Lothar
midt— n beiden Stücken ſpielen Bruno Harprecht und
ſabetlli orn als Gaſt die Hauptrollen. Eliſabeth Horn, die
ſchor, nde dieſer Woche Darmſtadt verlaſſen muß, um
an=
weitigi Verpflichtungen nachzukommen, ſpielt nur noch drei
Roo hier, die „Lotte Berger” im „Silbernen Kaninchen”
„An YStabrin” in „Nur ein Traum” und eine dritte, die
nich, ſtſteht, als letztes Auftreten. Die heutigen
Vorſtel=
gen alſo ſchon Abſchiedsvorſtellungen für
ſabetkkt orn.
— 2 Labbau ſtädtiſcher Betriebe. In der Frankfurter
diveraal tenverſammlung liegt ein demokratiſcher Dringlich=
t8a lag vor, der den Magiſtrat erſucht, unverzüglich die
ektr käts, Gas= und Straßenbahnfahrpreiſe
ſo=
fahl anderer ſtädtiſcher Gebühren nachzuprüfen und eine
bſetzung der Preiſe herbeizuführen. Virant seauentes!
die Frankfurter Zeitung. und was tun die Darmſtädter
eten in der Frage?
K. Carl Fohr Religuie. Der forgfältige Biograph, den der zu früh
heimgegangene Maler Carl Fohr ſchon bald nach dem Tode in ſeinem
Freunde Phil. Dieffenbach, dem damligen Prinzenerzieher am Großh.
Hofe, fand kommt auch auf die Vermutung zu ſprechen: Fohr habe ſich
vielleicht abſichtlich im Tiber geopfert, weiſt dieſelbe aber aus inneren
Gründen beſtimmt ab, und ſagt in dieſem Zuſammenhang „ich wußte
auch nicht, worauf ſie ſich ſtützen ſollte, als allenfalls auf den Umſtand,
daß man zu Hauſe eine Locke von ihm gefunden‟. Die hier erwähnte
Haarlocke hat ſich in der Familie Dieffenbach noch bis heute erhalten.
Wie ſie aus dem Heidelberger Elternhauſe des Malers in den Beſitz des
Phil. Dieffenbach gekommen iſt, darüber geben vielleicht zwei kleine
Zeichnungen Aufſchluß, die wohl denſelben Weg gegangen ſind. — Die
ortsfremden Proteſtanten hatten in Rom bekanntlich ihren
Begräbnis=
platz an der Pyramide des Ceſtius. Der Architekt Hübſch von
Wein=
heim, der auch das ſchwere Geſchäft übernahm, den Eltern die furchtbare
Nachricht vom unerwarteten Tode des hoffnungsvollen Sohnes
mitzu=
teilen, hat in einer getuſchten Bleiſtiftſkizze die Grabſtätte des Freundes
feſtgehalten, und ebenſo hat ein Chriſtoph Heckel aus Mannheim am
24. 9. 1820 dieſen Friedhof bildlich dargeſtellt und die Worte zugeſetzt:
Zum Andenken meines Freundes. Beide Zeichnungen ſind zweifellos den
tiefbetrübten Eltern zum Troſte gefertigt. — Dieffenbach ſchreibt in dem
Denkmal, das er dem Freunde errichtet, zwar einmal, als jenem vom
Hofe das Jahresgehalt bewilligt war, ſehr beſcheiden: „Fohr wußte
nicht, wie er mir, der ich doch nur fremde Aufträge beſorgt, ſeine
Dank=
barkeit an den Tag legen ſollte”, aber auch die Angehörigen wußten
doch ſehr wohl, wer an dem, wenn auch nur kurzen, irdiſchen Glück des
Frühvollendeten den Hauptanteil hatte, und mögen aus Dankbarkeit
ſpäter an Prof. Dieffenbach die Locke und die Bilder des Grabes
ge=
geben haben. — Dieſe Fohr=Erinnerungen ſind für kurze Zeit am
Schau=
fenſter der Buchhandlung Waitz, Eliſabethenſtraße, für die Verehrer des
Künſtlers ausgelegt. Beigegeben iſt das von ſeinem Freunde, dem
Kupferſtecher Bart aus Hildburghauſen, einſt in Rom gezeichnete und
von Amsler aus Zürich in Kupfer geſtochene Bildnis des Malers, dem
der Biograph Dieffenbach außerordentlich viel Aehnlichkeit zugeſteht.
— Vom Muſikverein wird uns geſchrieben: Wie bereits durch
An=
zeige bekannt gegeben iſt, wird der Muſikverein Darmſtadt in dieſem
Jahre wiederum vier ordentliche Konzerte im großen Hauſe des
Lan=
destheaters unter Leitung des Generalmuſikdirektors Michael
Bal=
ling veranſtalten. Es ſollen zur Aufführung kommen: 1. „Meſſe in
DMMoll” und „Tedeum” von Brückner am 15. September 1924 im
Rah=
men eines vom Landestheater geplanten Brucknerfeſtes, 2. „Die
Jahres=
zeiten” von Haydn am 1. Dezember 1924, 3. „Fauſts Verdammung” von
Berlioz am 2. März 1925 und 4. die „Johannespaſſion” von Bach am
Karfreitag 1925. Die Proben zum erſten Konzert haben bereits
begon=
nen, die nächſte Damenprobe findet am Montag, den 18., die nächſte
Herrenprobe am Freitag, den 22. Auguſt, abends 8 Uhr, im Vereinshaus,
Steinſtraße 24, ſtatt. Außer den ordentlichen Konzerten wird eine
An=
zahl Sonderkonzerte in Form von Morgen= und Abendmuſiken unter
künſtlicher Leitung von Dr. Bodo Wolf vorbereitet. Dieſe ſollen unter
anderem die Einführung und Förderung jüngerer ſchaffender und
aus=
übender Künſtler bezwecken. Bis jetzt ſtehen feſt: 1. Violinabend von
Edi Weyns mit Kapellmeiſter Roſenſtock am Flügel, 2. ein Muſikabend
im Hauſe Goethe Aufführung einer Kantate des Muſiklehrers der Frau
Rat Goethe, H. V. Beck, 3. Orgel=Konzert von Günther Ramin,
Orga=
niſt an der Thomaskirche in Leipzig, 4. Amar=Quartett, Werke von
Hindewerth und anderen neueren Komponiſten, 5. „Humor in der
Muſik‟. Die Aufführungen ſind zum Teil mit Einführungen von Dr.
Bodo Wolf verbunden, der auch zu den vier Hauptkonzerten
Einfüh=
rungsvorträge halten wird. Zur Pflege der Geſelligkeit unter den
Mitgliedern ſind für den kommenden Winter mehrere größere geſellige
Veranſtaltungen geplant. Stimmbegabte Damen und Herrn werden
zum Beitritt als aktive Mitglieder freundlichſt eingeladen, der
Jahres=
beitrag beträgt für ſie 15 Gm., für jedes weitere Familienmitglied 10
Gm. Ebenſo werden neue inaktive Mitglieder gern willkommen
ge=
heißen. Die Inaktive Mitgliedſchaft berechtigt zum Beſuch der vier
or=
dentlichen Konzerte nebſt den Hauptproben dazu. Der Jahresbeitrag
beläuft ſich je nach der Platzart auf 15 bis 25 Gm. Zahlung in zwei
Raten iſt zuläſſig. Nähere Auskunft bei A. Baumann,
Wilhelminen=
ſtraße 17.
— Der Südweſtdeutſche Verband für National=Stenographie hielt
in Heidelberg ſeine Tagung ab. Mit derſelben war die 25jährige
Grün=
dungsfeier des Vereins für National=Stenographie Heidelberg
verbun=
den. Am Samstag, nachmittag 5 Uhr, begann die Vertreterſitzung, die
von allen angeſchloſſenen Vereinen beſchickt war. Der
Verbandsvor=
ſitzende, Oberlehrer Bl. Müller, Baden=Baden, gab einen kurzen
Rück=
blick auf das abgelaufene Verbandsjahr aus dem zu entnehmen war, daß
auch im letzten Jahre die nationalſtenographiſche Sache gute Fortſchritte
gemacht hat. Der Geſchäftsbericht wurde gutgeheißen und dem
ſeitheri=
gen Vorſtand einſtimmig Entlaſtung erteilt. Eine Entſchließung zur
Frage der Einheitskurzſchrift, an anderer Stelle bereits veröffentlicht,
wurde angenommen und der Reichsregierung, den einzelnen
Länder=
regierungen und der Preſſe überſandt. Als Vorort für den nächſten
Verbandstag wurde Karlsruhe beſtimmt. Am Sonntag vormittag fand
in den unteren Räumen der „Harmonie” das Wettſchreiben ſtatt. Die
Leiſtungen bewegten ſich von 60—375 Silben. Das
Preisrichterkolle=
gium gab während der Feſtfeier aus Anlaß des B5jährigen Beſtehens
des Heidelberger National=Stenographenvereins wiederholt ſeiner
Freude über die ſauberen und guten Uebertragungen Ausdruck. Den
Höhepunkt des Abends bildeten, abgeſehen von der Preisverteilung,
ver=
ſchiedene Ehrungen. Der Verein Heidelberg ernannte u. a. den
Vor=
ſitzenden des Nat=Sten=Vereins Karmſtadt, Herrn Ing. M. Dries
zum Ehrenmitglied. Der Verbandstag fand am Montag ſeinen
Ab=
ſchluß durch einen Ausflug nach Schlierbach und Rückfahrt im
lampion=
geſchmückten Boot zur Schloßbeleuchtung.
— Was geht im chriſtlichen Jungmänner=Lager vor? Alle jungen
Männer, die wiſſen wollen, wie es um die chriſtliche Jungmänner=
Be=
wegung ſteht, laden wir zu unſerem Saarow=Abend, Sonntag,
den 17. Auguſt, abends ein. Das Heim Chriſtlicher Verein junger
Männer Darmſtadt e. V. ſteht allen jungen Männern offen.
* Das Wanderkino E. V. ſtellt für die Volksbühnenvereinigungen
folgende Filme zur Verfügung: Nanuk, Hygiene der Ehe, Kapitain
Her=
bert, und Gefahren der Berge.
— Die Gewerkſchaft Deutſcher Lokomotivführer hält am 10. und 11.
September d. Js. in Braunſchweig ihre ſatzungsgemäß vorgeſehene
Generalverſammlung ab. Die Vertreter der 75 000
Loko=
motiv= und Maſchinenbeamten werden ſich mit den aktuellen Tages= und
Berufsfragen, wie Umſtellung des Eiſenbahnbetriebs,
Dienſtdauervor=
ſchriften, Beſoldung uſv. beſchäftigen. Ein Referent des
Reichsver=
kehrsminiſteriums wird über die wichtige Frage der Elektriſierung der
deutſchen Bahnen im jetzigen Stand einen Vortag halten.
— Künſtleriſche Bolksbühne für Heffen. Man ſchreibt uns: Wir
haben den Wünſchen vieler Bevölkerungskreiſe Rechnung getragen, die
es bedauerten, daß Orte außerhalb Darmſtadts ſo wenig mit guter
Theaterkunſt verſorgt werden und haben den Gedanken der
Landes=
wanderbühne unter gänzlich veränderter Einſtellung neu
aufge=
nommen. Um aber die Bühne künſtleriſch unabhängig von geſchäftlichen
Rückſichten aufzubauen, beabſichtigen wir, den Theaterbeſuch zu
organi=
ſieren und Beſuchsvereinigungen zu gründen in Form von Volksbühnen.
Dadurch iſt es möglich, den Eintrittspreis ſo niedrig zu halten, daß es
ſelbſt dem Minderbemittelten möglich iſt, unſere Vorſtellungen zu
be=
ſuchen. Jeder kann die Mitgliedſchaft erwerben. Wir bringen eine
eigene Zeitſchrift heraus unter Mitwirkung unſerer größten Dichter.
Dieſe Blätter ſollen eine Brücke bilden zwiſchen Bühne und Publikum.
Wir haben einen künſtleriſchen Spielplan, unter Heranziehung aller
er=
reichbaren Hilfskräfte, in Ausſicht genommen. Wir werden auch andere
Veranſtaltungen organiſieren. Dem Publikum iſt reichlich Gelegenheit
geboten, uns ſeine Wünſche durch ſelbſtgewählte Ausſchüſſe zu
über=
mitteln. Herren mit organiſatoriſchen Fähigkeiten, die ſich in den
Dienſt der guten Sache ſtellen wollen, bitten wir um Angabe ihrer
Adreſſe. Zuſchriften und Anregungen ſind zu ſenden an das Büro der
Künſtleriſchen Volksbühne, Darmſtadt, Mauerſtraße 8, I.
— Schwerkriegsbeſchädigte Beamtenſcheininhaber. Der
Reichstags=
abgeordnete Thiel, D. Vp., hat im Intereſſe dieſer Schwerbeſchädigten,
die in Kürze vor der Frage ſtehen, ob ſie ſich unter Rückgabe des
Be=
amtenſcheins mit 2000 Mark abfinden laſſen wollen, oder ob ſie nach wie
vor Wert darauf legen, auf feſte Anſtellung auf Grund des Scheines
zu warten, die nachſtehende Anfrage an den Reichsarbeitsminiſter
ge=
richtet: Für die planmäßigen Anſtellungen verſorgungsberechtigter
In=
haber des Beamtenſcheins nach 8 33 des Reichsverſorgungsgeſetzes ſind
von der Reichsregierung als allgemeine Richtlinien die
Anſtellungs=
grundſätze im Auguſt 1922 herausgegeben worden. Die einzelnen
Reſ=
ſorts der Reichsregierung hatten zu dieſen Grundſätzen beſondere
Aus=
führungsbeſtimmungen zu erlaſſen, durch welche die Anſtellung der
ſchwerbeſchädigten Beamtenſcheininhaber innerhalb der Reſſorts
ge=
regelt werden ſollte. Die Ausführungsbeſtimmungen ſind von den für
die Unterbringung von Schwerbeſchädigten vornehmlich in Betracht
komenden Reſſorts, Poſt und Eiſenbahn bis heute nicht erlaſſen worden.
Da mit dem 31. Auguſt 1924 die Friſt abläuft, innerhalb welcher ſich die
ſchwerbeſchädigten Beamtenſcheininhaber gegen eine Ablöſung von 2000
Mark abfinden laſſen können, wäre ich für eine baldige Mitteilung
dar=
rüber dankbar, was in der Angelegenheit ſeitens des
Reichsarbeitsmini=
ſteriums zur Beſchleunigung getan worden iſt.
— Adreßbuch 1924. Der alphabetiſche Teil, umfaſſend die
Buch=
ſtaben S, Sch, Sp, St, T, U und V, liegt vom 18. bis einſchl. 20. Auguſt
im Stadthaus, Zimmer 23 zur Einſicht auf. Es wird gebeten, hiervon
regen Gebrauch zu machen und Irrtümer berichtigen zu laſſen.
— Zoologiſcher Garten Frankfurt a. M. Ein Transport von
15 indiſchen Rieſenſchlangen, ſogen, hellen Pythons,
iſt ſoeben im Zoologiſchen Garten eingetroffen und wird einige Wochen
im Aquarium zu Gaſte ſein. Für die Affenſammlung wurden
neuerdings ganz außerordentliche Seltenheiten erworben, darunter drei
Brüllaffen von Südbraſilien, eine äußerſt ſeltene, nach dem Krieg
über=
haupt noch nicht eingeführte Art. Darunter befinden ſich zwei
voll=
kommen ausgewachſene Männchen von der roten Form, die durch den
mächtigen roten Vollbart auffallen. Sehr auffallend ſind auch drei
überaus muntere braſilianiſche graue Spinnaffen, die
gleich=
falls zu den Seltenheiten im Tierhandel gehören.
RDV. Frankfurt-—München mit D=Zug 94. Der D=Zug 94, der eine
gute Verbindung von Frankfurt (Main) (ab Frankfurt 8,45 Uhr, an
München 7 Uhr) nach München über Stuttgart herſtellt, wird von
Frankfurter Reiſenden noch immer ſehr wenig benutzt. Die Reiſenden
ziehen es vor, mit dem um 2 Stunden ſpäter liegenden D=Zug 48
ab=
zufahren, obgleich dieſer meiſt überfüllt iſt. Auch fährt der D=Zug 48
häufig, da er in Frankfurt im Gegenſatz zu D 94 Anſchlüſſe abzuwarten
hat, verſpätet ab und trifft infolgedeſſen auch in München mit
Ver=
ſpätung ein. Der D=Zug verläßt dagegen Frankfurt ſtets fahrplanmäßig
und kommt pünktlich in München an, fo daß die Anſchlüſſe in München
nach dem Süden immer ſichergeſtellt ſind und leichter erreicht werden
als mit dem D=Zug 48. Es wird noch darauf hingewieſen, daß im Zuge
D 94 außer einem 2. Klaſſe=Schlafwagen noch ein Liegewagen 3. Klaſſe
läuft. Im D=Zug 48 verkehren dagegen nur Schlafwagen 2. Klaſſe.
— Nächſte Dampfer=Expedition des Norddeutſchen Lloyd Bremen.
1. Bremen— New York: D. „Hannover” ab Bremen 14. Aug.,
D „Columbus” ab Bremerhaven 16. Aug., D,Bremen” ab
Bremer=
haven 19. Aug., D „Republie” ab Bremerhaven 21. Aug., D. „George
Waſhington” ab Bremerhaven 22. Aug., D „Lützow” ab Bremerhaven
23. Aug., D. „Preſident Rooſevelt” ab Bremerhaven 25. Aug., D „
Stutt=
gart” ab Bremerhaven 26. Aug. 2. Bremen—Philadelphia—
Baltiwore—Norfolk: D „Hannover” (bia New York) ab
Bremen 14. Aug., D „Porta” ab Bremen 10. Sept. 3. Bremen—
Cuba: D „Raimund” ab Bremen 5. Sept. 2.Bremen-
Braſi=
lien: D „Hornſund” ab Bremen 18. Aug., MS „Erfurt” ab Bremen
6. Sept. 5. Bremen— La Plata: D „Crefeld” ab Bremen 17. Aug.,
ab Hamburg 21. Aug., Paſſagiereinſchiffung in Bremerhaven 23. Aug.,
D „Sierra Cordoba”, Paſſagiereinſchiffung in Bremerhaven 6. Sept.
6. Bremen—Oſtaſien: D „Kosmo” ab Bremen 9. Aug., D
„Elberfeld” ab Bremen 16. Aug., D „Liegon” ab Bremen 23. Aug., D
„Saarland” ab Bremen 30. Aug., D „City of Lahore” ab Bremen
6. Sept. 7. Bremen—Auſtralien: D. „Hanau” ab. Bremen
13. Aug., D „Agamemnon” ab Bremen 5. Sept., D „Holſtein” ab
Bremen 24. Sept.
Lokale Veranſtaltungen.
Die blerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle iegendwie als Beſtrechung oder Kritl.
— Reichs=Offizier=Bund. Die Kameraden nehmen an
der heute ſtattfindenden „Auguſt=Erinnerungsfeier” im Beſſunger
Herrngarten bei ihren früheren Regimentern teil.
Aus den Parteien.
— Deutſche Demokratiſche Partei. Montag abend
findet ein kommunalpolitiſcher Abend im Parteilokal ſtatt.
Tagesord=
nung: Beſprechung der Tagesordnung der nächſten
Stadtverordneten=
ſitzung und Ausſprache über die dritte Steuernotverordnung. — Am
Dienstag abend findet die regelmäßige Vorſtandsſitzung im Parteilokal
ſtatt.
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40992
[ ← ][ ][ → ]Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 17. Anguſt 1924.
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teile
He
lun
Auguſt=Erinnerungen.
Heute begehen die Vereine der Regimenter unſerer heſſiſchen
Diviſion im Orangeriegarten eine ſchlichte, eindrucksvolle
Ge=
denkfeier.
Der Ernſt der wirtſchaftlichen Lage verbietet eigentliche
Feiern, aber an dieſer Erinnerung iſt nicht vorüberzugehen; ſie
gilt einem Weltgeſchehen, das zu tief mit uns verbunden iſt, als
daß der Alltag weiterrücken darf ohne ein Erinnern.
Zehn Jahre ſind es her, ſeit der große Krieg begann, ſeit
die ſtärkſte Mächte=Koalition, die die Welt jemals ſah,
Deutſch=
land die Waffen ergreifen ließ, um den Kampf ums Daſein zu
führen.
Ein Erinnern an jene Tage tut not; es erhebt, an die
ge=
ſchloſſene und entſchloſſene Haltung ſich zu erinnern, in der unſer
Volk einmütig und ernſt zuſammenſtand.
Keiner ahnte wohl, welch ſchweres Ringen uns bevorſtand,
aber jeder wußte, daß es ſein mußte, und daß ſein Vaterland ihn
brauchte. Keine Parteien, ſondern ein Volk aus einem Guß
und eines Willens rüſtete ſich im Auguſt 1914 zum Kampf.
Tiefe Wehmut trübt die Erinnerung; denn wo iſt heute der
einige Wille zur Selbſterhaltung, der damals das Volk einte?
Die Hoffnung bleibt, daß ein Volk, das ſo Schweres auf ſich
nahm, einen geſunden Kern beſitzt, der neue Kräfte gebiert, wenn
eine weiſe Führung den klaren Weg zeigt.
Die Lüge von Deutſchlands Schuld am Kriege beginnt als
ſolche erkannt zu werden, die Wahrheit bricht ſich Bahn. Wäre es
ſonſt möglich geweſen, daß ein 60=Millionenvolk, einig in allen
Schichten und Stämmen, vor 10 Jahren marſchiert wäre, wenn
der Makel einer Schuld ſeinen blanken Schild befleckt hätte?
Hätte dieſes Volk jene Taten vollbringen können, die die ganze
Welt in Atem hielten, wenn es von ſeiner Regierung in einen
gewollten Krieg geführt worden toäre?
Auch dieſe Erinnerung tut not, durchdacht zu werden.
Es war der zur Wahrheit gewordene, dem Deutſchen eigene
kategoriſche Imperativ der Pflicht, das Bewußtſein, der ſichere
Inſtinkt, daß es um Sein oder Nichtſein geht; keine
Revanche=
gelüſte, keine Eroberungsſucht, kein Säbelgeraſſel — eiſernes
Muß war es, das jeden durchdrang. In dieſem Gefühle kamen
die Tauſende und Abertauſende und reihten ſich ein, kamen ſie
vom Pflug, vom Ambos, aus dem Fabrikſaal, aus der Hochſchule,
weit aus Ueberſee, von der Schulbank und liefen von Regiment
zu Regiment, um ihren Platz zu finden. Arbeiter und Fabrikherr
ſtanden nebeneinander; der feldgraue Rock machte ſie gleich und
ſchloß ſie zuſammen. Der eine drängte in jugendlicher
Begeiſte=
rung zur Fahne, in durch Generationen anerzogener
Soldaten=
tradition, der andere als reifer Mann, Ernährer ſeiner Familie,
nach ſchwerem Abſchied von Weib und Kind, Haus und Hof;
aber ſie kamen alle, weil in ihnen lebte der höchſte Begriff: „Dein
Vaterland iſt in Not, Deutſchland braucht dich!"
Volk, erinnere dich erſchauernd der Größe und Tiefe jener
Auguſttage! Das Hohe Lied deutſcher Treue miſchte ſich in den
Klang der Kirchenglocken, die über Stadt und Land klangen.
Und ſo zogen ſie hinaus, unſere heſſiſchen Regimenter,
Leib=
garde, Kaiſer Wilhelm, Großherzogin, 118 und 168, Garde= und
Leibdragoner, Artilleriekorps und 61, Train 18, Flieger und alle
anderen techniſchen Truppen, begleitet von den heißen
Segens=
wünſchen der Heimat. Es war ein Bild von erſchütternder
Größe, dieſen Marſch mitzuerleben, mit dem Herzen zu erfaſſen.
Welche Kraft, dieſes Marſchieren, dieſer peinlich geordnete
Auf=
marſch. Ein Eiſenbahnzug folgt dem anderen. Kolonnen, eine
neben der anderen. Deutſchland marſchiert, mit ihm zieht der
Geiſt der Väter, der lebendige Wille des geeinten Volkes.
Mitkämpfer, erinnert euch an dieſen Marſch! Das war große
Zeit!
Die Großherzoglich Heſſiſche Diviſion im Verbande des
18. Armeekorps trat unter den Befehl der 4. Armee, deren
Auf=
marſch ſich in Luxemburg vollzog. In heißer Auguftſonne
mar=
ſchierte die Diviſion von ihren im Moſel= und Saartal gelegenen
Ausladungspunkten nach Luxemburg. Nach dem beiſpielloſen
Handſtreich auf Lüttich, der die ſtrategiſche Baſis für die
Opera=
tionen in Belgien ſchuf, und dem Einbruch in den Feſtungsgürtel
weſtlich Metz bei Luneville, begann auch der Vormarſch der
deut=
ſchen Mitte. Am 22. Auguſt erhielt die Heſſiſche Diviſion ihre
Feuertaufe in der Schlacht von „Neufchäteau—Anloy—Maiſſin.
Hiermit war die Mitte der franzöſiſchen Front durchbrochen, die
nun unaufhaltſam zurückwich. An der Maas bei Villers=devant=
Mouzon, ſüdlich Sedan, verſuchte der Franzoſe ſich zu ſetzen;
ſein äußerſt heftiger Widerſtand wurde gebrochen. Der allen
Mitkämpfern unvergeßliche Brückenſchlag bei Villers, in
ſchwe=
rem Gefecht am 27. Auguſt, der nachfolgende ſchwere Tag von
Haraucourt und Raucourt am 28. Auguſt brach den franzöſiſchen
Widerſtand ſo nachhaltig, daß unter einer Reihe von leichteren
Kämpfen mit Nachhuten die Aisne=Linie überſchritten wurde
und die Verfolgung nach der Marne in Fluß blieb. Der Feind
befand ſich vor der geſamten 1. bis 4. Armee in vollem Rückzug.
Im Anſchluß an die bei Verdun beginnende, nach Süden
ziehende Feſtungslinie hielt der Franzoſe. Vom 6. bis 9.
Sep=
tember folgten für die Diviſion die ſchweren Kämpfe am
Marne=
kanal bei Alliancelles und Sermaize und der Sturm auf
Mau=
rupt=et=les=montois. Der hartnäckige Widerſtand des Gegners
wurde wiederum gebrochen: die franzöſiſche Armee war im
Rück=
zug auf die Marne, als die Diviſion im Vollgefühl des Siegers
der Befehl traf, aus ſtrategiſchen Gründen auf die Höhen von
Hans auszuweichen. Der erſte Teil des Feldzuges war zu Ende.
Er bildete gleichſam ein kurzes und großartiges Vorſpiel, dem
nun der weit mühevollere und ſchwierigere Hauptabſchnitt folgte.
Dieſer gewaltige Siegeszug, der den Auftakt des großen
Krieges bildete, ſteht noch lebendig vor der Seele eines jeden
Mitkämpfers. Im Kampfe gegen drei Völker war der Krieg von
vornherein tief in Feindesland getragen, in 1½ Monaten faſt
ganz Belgien und ein wichtiger Teil Frankreichs unterworfen.
Deutſchland war frei.
Mit Stolz und Dank gedenken heute die ehemaligen
heſſi=
ſchen Krieger jener Schlachten und des gemeinſamen großen
Er=
lebens, das ſie hoch hinaushob über alles andere; mit Trauer
gedenken ſie derer, die damals mit hinauszogen und die heute
fehlen, der Kameraden, die das höchſte Opfer brachten — ſich
ſelbſt. Wäre heute wirklicher Friede, die heſſiſchen Gräber um
Maiſſin, an der Maas und Marne trügen heute Blumenſchmuck,
ſo wie in Friedenszeiten am 18. Auguſt die Gräber der Heſſen
und ihrer Gegner bei Gravelotte am Bois de la Cuſſe ſtets
ge=
ſchmückt wurden.
Wir grüßen die Toten und die Lebenden, die heute
zuſam=
menkamen. Die Erinnerung lebt und bleibt lebendig; der Geiſt,
der jene Taten vollbrachte, der unſere prachtvollen heſſiſchen
Re=
gimenter beſeelte, der in ihnen lebte und gepflegt ward — ihn
zu hüten iſt die hohe Aufgabe der Regimentsvereine.
Die geſunden Kräfte, heute von der Revolution und
deutſch=
fremdem Weltbürgertum teilweiſe verſchüttet, heißt es neu zu
faſſen, damit wir uns befreien können von dem Schutt und den
Scherben, die der Zuſammenbruch auf uns gehäuft hat. Darum
tut die Erinnerung not an das, was wir waren und können;
dann wird der Geiſt wieder lebendig werden, der Taten ſchafft.
Nur der Geiſt ſelbſtloſer Vaterlandsliebe wird uns befähigen,
für ideale Güter, für deutſches Weſen, für unſere Heimat,
Wohl=
fahrt und Sicherheit, für ihre Wiedererſtarkung zu leben und —
wenn es ſein muß — zu kämpfen und zu ſterben, wie es die
Hel=
den unſerer tapferen Regimenter zu allen Zeiten getan haben.
In den Vereinen der Regimenter, die heute zur Erinnerung
zuſammenkommen, lebt der Geiſt von dieſem Geiſte. Auf der
Fahne, die heute ihr Kamerad, Stadtpfarrer Lautenſchläger,
weiht, ſteht der alte heſſiſche Fahnenſpruch:
Gott — Ehre — Vaterland!
Bickel.
Gefechtskalender der Großherzoglich Heſſiſchen (25.) Diviſion.
Auguſt 1914 bis zur Marneſchlacht.
22. 8. — 23. 8. 1914 Schlacht bei Neuſchäteau.
22. 8. 1914 Schlacht bei Maiſſin—Anloy.
24. 8. — 29. 8. 1914 Schlacht an der Maas.
24. 8. 1914 Gefecht bei Matton.
26. 8. 1914. Gefecht bei Brevilly.
27. 8. 1914. Gefecht bei Villers=devant=Mouzon.
28. 8. 1914. Gefecht bei Autrecourt—Raucourt.
30. 8. — 5. 9. 1914 Verfolgung von der Maas zur
Marne.
6. 9. 1914. Gefecht bei Alliancelles.
7. 9. 1914. Gefecht bei Sermaize.
8. 9. — 9. 9. 1914 Gefecht bei Maurupt=et=le
Montoy.
9. 9. 1914 Sturm auf Maurupt=et=le=Montoy.
Gedenktag 1870/7 1.
18. 8. 1870 Schlacht bei Gravelotte — St.
Privat.
Durchbruch der Diviſion am Bois=de=la=
Cuſſe.
Aus Heſſen.
Nummer 2
r. Babenhauſen, 16. Aug. Aus Anlaß der furcht
Brandkataſtrophe, die unſer Städtchen heimſuchte
ſtündlich von vielen Fremden der nahen und weiteren Uma
ſucht. Das abgebrannte Stadtviertel bietet dem Ange des
einen gar troſtloſen, Mitleid erweckenden Eindruck. Der
komplex zwiſchen der ev. Kirche, der Schul= und Badegat
nahme der Häuſer, die an der Fahrſtraße liegen, iſt den Flamt
Opfer gefallen. Jetzt erſt läßt ſich auf den immer noch
Ruinen das furchtbare Elend überſehen. Im ganzen ſind 8.
6 Wohnäuſer mit mehreren Nebengebäuden vernichtet. Außerd
den durch Anbrennen und durch die Gluthitze mehrere Gebär
unter auch die evangeliſche Kirche, beſchädigt. Die Obdachl,
zum Teil in der Kaſerne, zum Teil von Verwandten hilfreie
nommen worden. Zum Glück iſt der Verluſt eines Menſo
nicht zu beklagen. Die Folgen eines ſolchen Großfeuers inmit
windigen Nacht ſind nicht auszudenken; die Häuſer, aus H.
gebaut, hängen zu eng aneinander. Die älteſten Leute hier
ſich nicht eines gleich großen Brandes. Alles Vieh, bis au
Hühner, die dem grauſigen Flammentod zum Opfer fielen.
Hunde, der verkohlt an der Kette vor der abgebrannten
aufgefunden wurde, iſt frühzeitig gerettet worden. Ein zw
Kind, das ſchlafend in ſeinem Bettchen im Hauſe der
Familie Appel lag, konnte noch rechtzeitig aus dem
bereits brennenden Hauſes gerettet werden. Leider ſuchte das
meer meiſtens arme, unbemittelte, zum Teil kinderreiche Famil
die nicht alle verſichert ſein ſollen. 2raurig iſt das Schickſe
* Pfungſtadt, 14. Aug. Auflöſung des
Ortsgewerbe=
gerichts. Der Gemeinderat hat ſich mit der Aufhebung des
ört=
lichen Gewerbegerichts einverſtanden erklärt. An ſeine Stelle tritt nach
der Errichtung eines Gewerbegerichts für die Landgemeinden des
Krei=
ſes Darmſtadt die 3. Kammer desſelben, die hier in Pfungſtadt ihren
Sitz haben wird und zu der außer Pfungſtadt die Nachbargemeinden
Eberſtadt, Eſchollbrücken, Hahn, Eich, Malchen und Nieder=Beerbach
gehören werden.
st. Nieder=Ramſtadt, 15. Aug. Gemeinderatsbericht
vom 14. d. Mts. Vor Eintritt in die Tagesordnung wird Franz Brand
anſtelle des aus Geſundheitsrückſichten aus dem Gemeinderat
ausgetre=
tenen Ad. Eiſinger in ſein Amt eingeführt und verpflichtet. Die durch
das Ausſcheiden des Gemeinderats Eiſinger frei gewordenen
Kommiſ=
ſionsſtellen werden durch den Nachfolger Brand beſetzt. — Auf Vorſchlag
des Hausbeſitzer= und Mietervereins werden zu Mitgliedern beſtellt:
a) der Wohnungskommiſſion: 1. Bürgermeiſter Appel, 2. Ludwig
Ben=
der III., 3. Becker Aug., 4. Burkhardt Ludwig, 5. Brand Franz, 6.
Fiſcher Phil II., 7. Reitz Peter III.: b) des Mieteinigungsamtes: 1. zu
Hauptbeiſitzern: Luckhaupt Friedrich II. und Knierieme Georg, 2. zu
deren Stellvertreter: Caſtritius Wilhelm und Benecke Fritz. — Für die
Elektrizitätskommiſſion erſtattet Gemeinderat Steiger Bericht. Dabei
wurde beſonders gerügt, daß in letzter Zeit entgegen den beſtehenden
Beſtimmungen wieder Hausinſtallationen und Anſchlüſſe an das
Orts=
netz vorgenommen werden, onhe daß die Genehmigung der Verwaltung
eingeholt wird. Die Verwaltung wird beauftragt, hiergegen energiſch
Stellung zu nehmen, nötigenfalls unter Zuhilfenahme der Sperrung
der Stromzufuhr. Die Verwaltung erſtattete alsdann noch Bericht über
den Fortgang der Motorreparaturarbeiten und derjenigen über die
Tur=
binenanlage. Es wurden alsdann noch Mängel an der
Gemeindewaſſer=
leitung zur Sprache gebracht. Der Gemeinderat beſchließt demnächſt
einen Abgang des Rohrſtranges vorzunehmen, um etwaigen Fehlern auf
die Spur zu kommen. Die Beſchwerde eines Konſumenten wegen zu
hohen Waſſerverbrauchs bezw. der Antrag auf Herabſetzung des
Waſſer=
preiſes wird abſchläglich beſchieden, da der Waſſerverbrauch tatſächlich
ſtattgefunden hat und eine ausnahmsweiſe Herabſetzung des
Waſſer=
preiſes nicht gerechtfertigt erſcheint. Für die Baukommiſſion erſtattet
Gemeinderat Bernhardt Bericht. Die vorgenommenen
Arbeitsvergebun=
gen und nachträglich getroffenen Anordnungen werden genehmigt,
ins=
beſondere die Herſtellung der Küche des Lehrers Thöt. Auf Antrag der
Verwaltung werden der Baukommiſſion noch verſchiedene Beſichtigungen
angetragen, worüber in einer der nächſten Sitzungen Bericht erſtattet
werden ſoll. — Der mittlerweile eingegangene Koſtenvoranſchlag
ſowie der Plan für die Errichtung einer gemeindlichen Badeanſtalt wird
zur Kenntnis genommen. Die Baukommiſſion wird beauftragt, eine
Durchprüfung vorzunehmen und demnächſt wieder Bericht zu erſtatten.
— Das Geſuch der Odenwälder Hartſteininduſtrie um Errichtung einer
Schmiede auf deren Betriebsgelände wird genehmigt. — Hinſichtlich des
Punktes Modaubach=Regulierung werden die bisher gepflogenen
Ver=
handlungen zur Kenntnis genommen. Der Gemeinderat beharrte
in=
deſſen auf ſeinem früheren Beſchluß, den ſeitens des Verbandes
angefor=
derten Betrag von 900 Mark nicht früher zu zahlen, als der
Koſtenvor=
anſchlag vorliegt. — Unter Punkt Verſchiedenes werden noch
Friedhofs=
angelegenheiten zur Sprache gebracht; insbeſondere wurde beanſtandet,
daß die Gräber der Anſtaltpfleglinge wieder nicht ordnungsgemäß
un=
terhalten ſeien. Die Verwaltung ſagt Abſtellung der Mißſtände zu.
Gleichzeitig wurde noch die Herſtellung der Leichenhalle beſchloſſen. —
Zum Schluß wurden noch Armenſachen verhandelt.
h. Ober=Ramſtadt, 15. Aug. Wie die Bezirksſparkaſſe Reinheim in
dieſer Tage hier verteilten Flugblättern mitteilt, hat ſie das
Abhol=
verfahren im Einlageverkehr eingeführt, um Gelegenheit zu geben, auch
den kleinſten Betrag auf die bequemſte Art erſparen zu können. Das
Verfahren iſt ſo gedacht, daß ein Erheber der Kaſſe jeden Samstag oder
Sonntag die einzulegenden Beträge bei dem Sparer abholt, ſie in deſſen
Sparheftchen ſofort einträgt und der Sparer durch Eintrag der
Ein=
lage in eine Liſte des Erhebers, Gegenkontrolle führt. Am
Quartal=
ſchluß werden dann dieſe Beträge in ein Sparkaſſenbuch eingetragen,
von der Kaſſe gegenwärtig mit 20 Prozent verzinſt und die
Wertbe=
ſtändigkeit der Einlage garantiert. Dieſe Einrichtung der Kaſſe iſt vom
volkswirtſchaftlichen Geſichtspunkt aus ſehr zu begrüßen, kann doch auf
dieſe Weiſe manche Mark dem Geldverkehr zugeführt werden,
derent=
wegen ein Gang zur Sparkaſſe als nicht verlohnend betrachtet und eine
Einlage unterbleiben würde. Dies tritt um ſo mehr in Erſcheinung,
als bei der heutigen Geldknappheit wohl nur ganz Vereinzelte in der
Lage ſind, großere Beträge auf einmal einzulegen. Im allgemeinen
In=
tereſſe iſt eine recht rege Beteiligung an dieſem Sparverfahren zu
empfehlen.
— Lengfeld (Odenwald), 16. Aug. Auch in unſerer Gemeinde fand
am 10. Auguſt, abends 9 Uhr, im Gaſthauſe „Zur Feſte Otzberg” eine
Verfaſſungsfeier ſtatt. Leider war die Veranſtaltung nur
ſchwach beſucht, weil man zu Unrecht annahm, es würde ſich um eine
rein politiſche Sache handeln. Herr Studienrat Dr. Neumann zu
Groß=Umſtadt entwarf in meiſterhafter Weiſe einen hiſtoriſchen
Rück=
blick auf die Entwicklung der verſchiedenen Verfaſſungen der einzelnen
Staatsweſen, ſtreifte die viel umſtrittenen Flaggenfarben und führte
aus, daß das Verfaſſungswerk von Weimar einen republikaniſchen,
demokratiſchen und parlamentariſchen Charakter trage. Mit dem
Wunſche, das deutſche Volk möge endlich einmal ſein altes
National=
übel, die Zwietracht, zurückſtellen und ſich in gemeinſamer Arbeit zum
Wiederaufbau unſeres unglücklichen Vaterlandes zuſammenfinden,
ſchloß der Redner ſeinen tiefgründigen, anregenden Vortrag mit einem
Hoch auf das deutſche Vaterland. Zum Schluſſe wurde von ſämtlichen
Anweſenden ſtehend die deutſche Nationalhymne „Deutſchland,
Deutſch=
land über alles”, geſungen.
8 Raunheim, 16. Aug. Erwerbsloſenfragen. Raunheim
hat als Induſtrieort die größte Zahl der Arbeitsloſen im Kreis Groß=
Gerau. Das legte der Gemeinde große finanzielle Opfer auf. Trotzdem
iſt die Gemeinde bemüht, durch Brotverbilligung uſw. das Los der
Er=
werbsloſen nach Möglichkeit auch von ſich aus zu lindern. Den
Not=
ſtandsarbeitern wurde eine wöchentliche Geſchirrvergütung von 50 Pfg.
bewilligt.
Element Beſitz von ihm ergriffen; nichts konnte gerettet w
ganze Hab und Gut mit dem erſparten Gelde fiel den tücki
men zum Opfer. Nicht minder beklagenswert iſt das Geſchick d.
des Schneidermeiſters Fr. Will 1. Am Tage vorher wurde
der Familie unter großer Anteilnahme der Bürgerſchaft zu
tragen, am anderen Tage brach noch grauſamer das Unglü
Hinterbliebenen herein. Die Scheune mit allen Vorräten gi
Flammen auf. Noch heute irrten die Obdachloſen umher ur
Teile ihrer zerſtreut untergebrachten Möbel= und Wäſcheſtücke,
gar manches ſpurlos verſchwunden iſt. Ganz kopflos wurden
zellan= und Glaswaren, Spiegel uſw. während des Rettungst
den oberen Fenſtern auf die Gaſſen geworfen. Wiederholt
Uebergreifen des Feuers auf andere Stadtteile in ſchreckliche
rückt. Dem mutigen Abwehrkampf aller Wehren, dem herzha
tigen Zugreifen der geſamten Einwohnerſchaft ohne Standes
iſt es zuzuſchreiben, daß das Unglück nicht noch größer wu
Hochachtung vor dem energiſchen, zielbewußten Eingreifen u
ſtützen der hieſigen Polizeiwachtabteilung und Polizeiſchule.
wehr=, Abſperrungs= und Sicherheitsmaßnahmen waren vork
Heute forderte die Bürgermeiſterei iin einer ſtädtiſchen Bekan
ſämtliche Einwohner auf zur Unterſtützung bei den kommer
räumungsarbeiten und zur Linderung der Not durch freiwilli
r. Sickenhofen, 16. Aug. Das Jugendturnfeſt d
zirks des Odenwaldgaues der Deutſchen Turnerſchaft verlief
Sonntag in harmoniſchſter Weiſe. Vormittags war das Wett
kleinen Turnerinnen und Turner; nachmittags bewegte ſich
licher Feſtzug durch die Ortsſtraßen zum Feſtplatz. Anſpre
Vorſitzenden des feſtgebenden Vereins Herrn Trippel,
Bürgermeiſters Krapp und eines Vertreters des Oden
ſtanden im Mittelpunkte der Feier, die von turneriſchen Da=
Konzert, Geſang und Tanz umrahmt wurde. Die Nachfeier
tag wurde mit der Verfaſſungsfeier verbunden, doch in ihren
fäh geſtört und unterbrochen durch das Brandunglück in Ba
Erſt gegen Abend konnte man an die Fortſetzung der Fe
Herr Lehrer Weiß ſprach hierbei in vornehmer, ſachlicher
das Werk von Weimar und ſeine Bedeutung, und forderte
reichen) Anweſenden zur tatkräftigen Mitarbeit beim Wi
unſeres geliebten Vaterlandes auf. Abends war Tanz in bei
* Gernsheim, 16. Aug. Großes Schwimmfeſt
heimer Hafen — Turnverein Gernsheim a. Rh. Am 16. un
findet in Gernsheim ein großes Schwimmfeſt der Deutſe
ſchaft (9. Kreis Mittelrhein) ſtatt. Um 6 Uhr iſt Weckru
Kampfrichterſitzung und Kirchgang beider Konfeſſionen.
Springen und Waſſerballſpiele beginnen um 9 Uhr und n
um 3 Uhr Einzel= und Mannſchaftskämpfe, Trockenübunget
führungen und Waſſerballſpiele. Abends 8 Uhr folgt
Siegerehrung im Saalbau Haas, anſchließend Ball da
Darmſtädter Hof.
Z. Erzhaufen, 16. Aug. Auch hier wurde die Verl
feier in ſchöner Weiſe veranſtaltet. Das Dorf war feſtlich
Die Zivilmuſikkapelle ſpielte von ihrem Lokal nach dem Schl.
angekommen, hatten ſich bereits die Geſang= und Turnvereine
len Einwohnern eingefunden. Zu Beginn der Feier ſeh
ein, dann wurde von einem jungen Mann der deutſchen Arb
ein Prolog vorgetragen; es folgten ein Begrüßungslied ſeite.
beitergeſangvereins und die Anſprache des Bürgermeiſters
In feierlicher Stunde wollen wir der fünfjährigen Wiederkeh!
gedenken, an dem in Weimar die deutſche Reichsverfaſſung
wurde. Geboren in einer Sturm= und Drangperiode, ſoll
verfaſſung den Rahmen ziehen, in dem ſich die deutſche Me
baut. Wer die Einheit Deutſchlands im Sinne der Demo
der muß treu zur Republik ſtehen. Wer den Wiederaufoe
lands, wer den wirtſchaftlichen, ſozialen und kulturellen Fork
muß die Reichsverfaſſung fchützen. Jeder ſoll und muß als
tigtes Glied der großen Volksgemeinſchaft mithelfen, der
Inhalt zu geben, der notwendig iſt. Die heutige Demon
beweiſen, daß wir beſtrebt und gewillt ſind, Republik und
zu ſchützen. Gleichzeitig ſoll die heutige Feier ein Mahl
Jugend als die heranwachſende Generation ſein, den hu
von Weimar in der Geſchichte des deutſchen Volkes fortle.
in dem Bewußtſein, daß die Reichsverfaſſung die
Deutſchland zum freieſten Land der Erde zu machen. In M.
wollen wir der Republik ein Hoch darbringen.
* Offenbach, 15. Aug. Schwimmunterricht
Polizei. Gegenwärtig unterziehen ſich die hieſigen
unter Leitung des Schwimmlehrers Niſchwitz einem Meit.
Schwimmen. Zehn Beamte haben ſich mit Erfolg einer Pr4
worfen und dieſe auch beſtanden.
* Gießen, 15. Aug. In der geſtrigen Stadtverordne
es zwiſchen Kommuniſten und Sozialdemokraten zu heftig
ſodaß der Oberbürgermeiſter Koller mehrere
Ordnungsr=
mußte. Einen Augenblick waren die Gemüter ſo errel
Tätlichkeiten zu kommen ſchien. Der Kommuniſt Han
Sozialdemokraten mit erhobener Stimme zu: Ihr
Klaſſengenoſſen zugrunde gehen, ihr Vagabunden!
Gegenrufen der Sozialdemokraten ſchreit Böckmann
Lump, frecher Halunke!” und eine weibliche Abg. ruft:
hinaus!” Jetzt entſtand ein furchtbares Geſchrei, ſodar
Handgreiflichkeiten verhindert wurden. Haupt und B.
vom Oberbürgermeiſter Ordnungsrufe, und der 1a
verordnete Vetters (Soz.) ſtellte feſt, daß er noch nie
mitgemacht habe. Die Grund= und Gebäudeſteuer wird
wurf der Stadtverwaltung gegen die Stimmen der Roſ
genommen. Der Gewerbeſteuervoranſchlag der Staotbe.”
Gewerbeſteuerbeträge feſtzuſetzen. Ein anderer Beſchl.
ſtädtiſche Sonderſteuer in der gleichen Weiſe wie bei be=
8 Büdingen, 14. Aug. Nothilfe. Den durch 90.
ter vom 20. Juni in Ortenberg und Umgebung ſchwer Ae
wirten, Gartenbeſitzern uſw. ſind von den Bewohnern.
zirka 47 000 Gemüſepflanzen aller Art zur Neubeſteln.
teten Gemüſefelder unentgeltlich in dankenswerter WEI
gung geſtellt worden.
() Wieſeck bei Gießen, 14. Auguſt. Einbruge
In einer der letzten Nächte brachen unbekannte, aber
örtlichen Verhältniſſen gut vertraute Diebe in den 2
meiſters Pauſch ein und ſtahlen den Inhalt der Lade..
raffinierter Weiſe aufbrachen. Die Kaſſe enthielt abe=
Wechſelgeld. Außerdem ſtahlen die Diebe eine großſe.
koladetafeln.
Was das Odol besonders auszeichnet vor allen anderen Mundreinigungsmitteln,
ist seine merkwürdige Eigenart, die Mundhöhle nach dem Spülen gewissermaßen
mit einer mikroskopisch dünnen, dabei aber dichten antiseptischen Schicht zu
überziehen, die noch stundenlang nachwirkt. Diese Dauerwirkung, die kein
anderes Präparat besitzt, ist es, die demjenigen, der Odol täglich gebraucht,
die Gewißheit gibt, daß sein Mund sicher geschützt ist gegen die Wirkung der
Fäuiniserreger and Gärungsstoffe, die die Zähne zerstören. Odol ist wirklich gut.
inmer 228.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924.
Seite 2.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt.
Elin. Die Gärtnerlehranſtalt in Berlin=Dahlem feierte heute
ihr dertjähriges Beſtehen mit einem Feſtakt im Garten hinter dem
Haubäude, an dem etwa 1200 Perſonen teilnahmen. Nach der
Be=
grü Sanſprache des Direktors der Lehranſtalt, Prof. Echtermeyer,
erg—y Landwirtſchaftsminiſter Wendorff das Wort. Er würdigte vor
allew=Bedeutung der Anſtalt für die Ernährung der Bevölkerung,
Zu Wunſch nach kademiſcher Gleichberechtigung der
Gärtnerlehr=
anſt— eben der Landwirtſchaftlichen Hochſchule erklärte der Miniſter,
daß Einvernehmen mit dem Unterrichtsminiſter von nun an die
Stu=
dent—it er Gärtnerlehranſtalt, ſofern ſie die Reife für die Oberſekunda
beſits ruf der landwirtſchaftlichen Hochſchule ihre Studienzeit in
Dah=
lem angerechnet bekommen. Zum Zeichen der wiſſenſchaftlichen
Be=
deut y der Gärtnerlehranſtalt ſoll ſie fortan den Titel führen: Lehr=
und ſchungsanſtalt für Gartenbau. Der Vertreter der Stadt Ber=
Iin —. mit, daß die Stadt der jetzigen Lehr= und Forſchungsanſtalt
für =nſchaftliche Verſuchszwecke ein 80 Morgen großes Stück Land
bei C2 beeren zur Verfügung ſtelle.
Goethes 175. Geburtstag.
Frankfurt a. M. Die Geburtsſtadt Goethes rüſtet ſich,
die ay 3. Auguſt ſtattfindende Feier des 175. Geburtstages ihres
größ=
ten S es in würdiger Feier zu begehen. Die dafür geplanten
Ver=
anſta—, gen ſind mancherlei Art. Aus Anlaß des denkwürdigen Tages,
der erall in Deutſchland in gebührender Weiſe
gef t werden ſollte, wird am Sonntag, den 17. d. M. in
den . men des Kunſtvereins eine Ausſtellung von Bildwerken zu
Boet 3t Fauſt” aus den Beſtänden des Frankfurter Goethemuſeums
röffm Die Ausſtellung umfaßt mehr als 200 Blätter und eine große
jahl rierter Prachtwerke über das Thema. Sie gewährt intereſſante
Einb.7 in die Art, wie die Künſtler der verſchiedenen Zeiten,
Corne=
ius, acroix, Ary Schefer, Liezen=Mayer, Kreling, Gabriel Max,
gur u. a., Goethes gewaltige Dichtung zu erfaſſen und zu
ver=
örpe: eſucht haben.
2 Feier am 28. Auguſt ſelbſt findet mittags 12 Uhr auf dem
zoetk tz ſtatt. Sie wird durch die Mitwirkung der geſamten
ra urter Sängerſchaft eine beſondere Weihe erhalten.
s w r Männerchorlieder mit Goetheſchen Texten, und zwar „
Wan=
rers’ chtgebet”, „Ueber allen Wipfeln iſt Ruh” und das „
Heiderös=
in” einſam von den drei Bünden, Sängervereinigung, Sänger=
und Arbeitergeſangverein unter Leitung von Direktor Specht
um — rag kommen.
2 Tag wird auch wieder Gelegenheit zu der betrüblichen
Erin=
erum ben, daß die vor dem Krieg der Ausſtellung in Lyon
über=
oethereliquien trotz vielfachen Proteſtes bei der franzöſiſchen
dem Goethemuſeum noch nicht wieder zurückgegeben worden
f. Heuer, der Direktor des Muſeums, hat eine Darſtel=
Sachverhalts, der das Verhalten der „grande nation” ins
ige iht ſetzt, der Preſſe der ganzen Welt zugehen laſſen.
Die Frankfurter Metzger und die Wucherpolizei.
A. IFrankfurt a. M., 15. Aug. In einer von über 450
Mit=
jeder: ſuchten Verſammlung der Frankfurter Metzgerinnung wurde
er edener Proteſt gegen das Vorgehen der Wucherpolizei
er=
ben—: ie Innung ſteht auf dem Standpunkt, daß die gegen ihre
itglr! erſtatteten Anzeigen ſamt und ſonders auf falſcher Grundlage
ruhe Die Metzger ſtehen geſchloſſen hinter den
Preiskommiſ=
on deren Berechnungen auf einwandfreier Kalkulation beruhen.
—mmlung wünſcht, daß die Wucherpolizei mit den
Preiskom=
ſiorxe ns Benehmen ſich ſetzt und legt ſchärfſten Einſpruch gegen die
ltloſ7 Naſſenanzeigen ein, die bei Verbrauchern ſowohl wie
Geside größte Beunruhigung hervorrufen.
Bade=Unfall.
P traſens. Beim Baden im Schwarzbach zu Biebermühle
ſte ſie5 r junger Mann im Rückenſchwimmen, als im gleichen Moment
ann=Badender in vollem Anlauf vom Strande aus ins Waſſer
rangyo, dabei mit ſeinen Beinen dem Schwimmenden ſo ſtark in
Or ſtieß, daß dieſer bewußtlos wurde und unterging. Um=
ſend ie den Vorfall bemerkt hatten, ſprangen ſofort ins Waſſer
d bxeen den aus Mund und Naſe heftig blutenden Bewußtloſen
eder — Xlich ans Land, wo es einer geraumen Zeit bedurfte, ehe er
der Tich kam und ſich erholte.
Vom Blitz getroffen.
Hr ach (Hunsrück). Bei einem Gewitter, das Ende voriger
niederging, ſuchte ein Landwirt mit ſeinem erwachſenen
einem Kinde im Walde unter den Bäumen Schutz. Plötzlich
Blitz an der Stelle, wo die drei mit ihrem Wagen ſtanden,
2 Landwirt wurde ſofort getötet, ſein Sohn gelähmt und das
lel verletzt. Auch die an den Wagen geſpannte Kuh wurde ge=
Ein betrügeriſcher Kafſenbote.
Bonn. Ein junger Mann aus Köln hatte vorgeſtern von ſeiner
Bank, bei der er als Kaſſenbote tätig war, den Auftrag erhalten,
Wert=
papiere in Höhe von etwa 10 000 Mark einzulöſen. Er löſte für 5000
Mark ein und verſchwand geſtern morgen per Auto nach Bonn. Aber
er ſollte von ſeinem Gelde nicht lange Freude haben. Geſtern
nachmit=
tag hatte ihn ſchon die Polizei beim Wickel, gerade in dem Augenblick,
als er auch aus Bonn ſtill wieder verſchwinden wollte. Das
unter=
ſchlagene Geld befand ſich laut Bonner Generalanzeiger noch faſt ganz
in ſeinem Beſitz. Ausgaben hatte er nur für die Autofahrt, Eſſen und
Zigaretten gehabt.
Unwetter.
Wie die Blätter aus Stettin melden, ging dort geſtern ein
ſchweres Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen nieder. Viele
Stra=
ßen wurden überſchwemmt. Durch den furchtbaren Sturm, der dem
Ge=
witter voraufging, wurden zahlreiche Dächer abgedeckt und
Fenſterſchei=
ben zertrümmert ſowie eine Anzahl Bäume entwurzelt. Von der alten
Johanniskirche wurde durch den Sturm die Kuppel abgebrochen;
zahl=
reiche Drähte der Ueberlandzentrale und Fernſprechleitungen wurden
zerriſſen. Der heftige Regen, der von geſtern abend an etwa 12
Stun=
den lang über die Umgebung niederging, führte auf der Eiſenbahnſtrecke
Gaſchwitz=Engelsdorf einen Dammrutſch herbei. Von einem Güterzuge
glitten fünf mit Kohlen beladene Wagen von dem Bahnkörper hinunter
und kippten um. Es dürfte etwa zwei Wochen hauern, bis die Strecke
wieder zweigleiſig betrieben werden kann.
Das kleinſte Buch der Welt.
Ein einziges Werkchen, das über drei Jahrhunderte alt iſt, kam
kürzlich bei der Verſteigerung der engliſchen Britwell=Bücherei unter
den Hammer. Es war ein Bändchen Gedichte des engliſchen Dichters
John Weevre und wurde im Jahre 1610 gedruckt. Das gut erhaltene
Werkchen iſt nur ungefähr vier Zentimeter hoch und drei Zentimeter
breit. In den Kreiſen der engliſchen Bibliophilen wird das Büchlein
als ſehr ſelten und koſtbar bezeichnet. Es erzielte als Glanzſtück der
Verſteigerung einen hohen Preis. Das Liliputbüchlein, das als kleinſtes
Buch der Welt bezeichnet wird, erſtand ein Amerikaner, der es mit nach
Philadelphia nahm.
Geſchäftliches.
Ihre Friſur
kann niemals einen gefälligen Eindruck machen, wenn Sie eine
zweck=
entſprechende Haarpflege verabſäumen, denn Reichtum und Schönheit
des Haarwuchſes beruhen einzig und allein auf ſorgfä tiger Pflege und
Geſunderhaltung der Kopfhaut. Hierbei nimmt die Reinlichkeit und der
durch regelmäßiges Waſchen bedingte Anreiz zur Belebung der
Blut=
zirkulation die erſte Stelle ein. Man verwendet zur Kopfwäſche mit
beſtem Erfolg das altbekannte „Schaumpon mit dem ſchwarzen Kopf”
es befreit von Staub, Kopfſchuppen und allen Abſonderungen der
Kopf=
haut und verleiht dem Haar Glanz ſowie üppige Fülle. Wir verweiſen
auf das Inſerat in vorliegender Nummer.
Der heutigen Geſamtauflage liegt ein Proſpekt der ODO=
Maſchinen=
fabrik, Darmſtadt bei, auf die wir unſere verehrl. Leſer ganz beſonders
aufmerkſam machen.
Tageskalender, Sonntag, den 17. Anguſt 1924.
Landestheater, Kleines Haus, Sommerſpielzeit Bruno Harpreiht,
abends 8 Uhr: „Das ſilberne Kaninchen”. — Abends 10½ Uhr,
Nacht=
vorſtellung: „Nur ein Traum”. — Union=, Reſidenz=Theater Palaſt=
Lichtſpiele: Kinovorſtellungen. — Geſangverein „Frohſinn”,
nachm. 3 Uhr, im Städt. Saalbau: Volksfeſt mit Gartenkonzert; abds.
8 Uhr: Ball. — Auguſt=Erinnerungsfeier und
Fahnen=
weihe des Verbandes heſſiſcher Regimentsvereine im Orangeriegarten.
Brauerei zum Mühltal, Eberſtadt: Kirchweihe. —
Rummelbräu: Konzert. — Kath. Jugend= und
Jungmän=
nerverein Darmſtadt, St. Eliſabeth, abends 7 Uhr, im
Kon=
kordia=Saal: Theater=Abend. — Gaſthaus „Zum grünen
Baum”, Saalbau „Zum Mainzer Hof” in Dieburg:
Kirch=
weihe. — Herrngarten, ab 11 Uhr: Frühkonzert. —
Turnver=
ein Gernsheim a. Rh.: Kreisſchwimmfeſt. — Männerchor
Doppelquartett „Rheingold” Geſangverein Einigkeit
Beſſungen, Darmſtädter Männergeſangverein, abends 7 Uhr, im
Rum=
melbräu: Familienfeier mit Tanz. — Fledermaus und
Schieß=
klub Wallachei, an der Windmühle: Preis=Schießen. — Zur
Krone Zwingenberg: Kirchweihe. — Saal,
Mauer=
ſtraße 5 I, abends 8 Uhr, Vortrag: „Das Evangelium vom Reich
zur Zeit des Gerichts”.
Rund=Funk=Programm.
Frankfurt a. Main.
Wellenlänge 467 m.
Antennenenergie zirka 0,8—1 kw.
Montag, den 18. Auguſt 1924.
11. 10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen.
11. 55 Uhr: Zeitangabe.
12 Uhr: Nachrichtendienſt.
4. 10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen.
4. 30—6 Uhr: Rundfunknachmittag in Muſik und Wort.
7 30 Uhr: Vortrag der Zentrale für private Fürſorge: Herr
Dr. Reich: Die Tätigkeit der Zentrale für private Fürſorge.
8. 30 Uhr: Goethe und die Muſik. 1. Ouvertüre zu „Die
Zau=
berflöte”, Mozart; 2. Goethes Stellung zur Muſik (Ernſt Schoen);
3. a) Der König von Thule, Zelter; b) Schäfers Klage Ehlers; c)
Blu=
mengruß, Reichardt; d) Frühzeitiger Frühling, Reichardt; 4. Aus
der unvollendeten Sinfonie, zweiter Satz, Schubert; 5. a) .. .: b) Zwei
Clärchen=Lieder, Beethoven; c) Was bedeutet die Bewegung (
Su=
leika II), Schubert; d) Die Liebende ſchreibt, Zwiſchenſpiel aus dem
Egmont, Beethoven.
9. 30 Uhr: Nachrichtendienſt, Wettermeldung und Sportbericht.
9 50 Uhr: Drei Minuten der Hausfrau.
10—11 Uhr: Underwüſtliche alte Operetten. J. Millöcker und
Zeller.
Berlin.
Berlin: Sender 1 Welle 430 m, Sender 2 Welle 500 m.
Montag, den 18. Auguſt 1924.
7. 30 Uhr: Sprachunterricht (Englifch).
8.10 Uhr: Vortrag des Herrn Prof. Hans Philipp Weitz: „Aus
des Handwerks Jugendzeit” (nach pompejaniſchen Ausgrabungen)
1. Teil.
3—11 Uhr: Opern=Abend, unter Mitwirkung der
Kammerſän=
gerin Marcella Roeſeler, Metropolitan Opera, Newyork. Dirigent: Dr.
Felix Günther. 1. Adam: Ouvertüre zur Oper: Wenn ich König wär”;
2. Flotow: Ouvertüre zur Oper „Martha”; 3. Mozart: Arie der
Gräfin aus der Oper „Figaros Hochzeit (Kammerſängerin Marcella
Roe=
ſeler, Metropolitan Opera, New York); 4. Roſſini: Ouvertüre zur
Oper „Wilhelm Tell”; 5. Bizet: Fantaſie aus der Oper „Carmen”.
Während der Pauſe: Dritte Bekanntgabe der neueſten
Tagesnachrich=
ten, Zeitanſage, Wetterdienſt, Sportnachrichten. — 6. Nicolai: Ouvertüre
zur Oper: „Die luſtigen Weiber von Windſor”; 7. Weber: Arie der
Agathe aus der Oper „Der Freiſchütz” (Kammerſängerin Marc.
Roe=
ſeler, Metropolitan Opera, New York); 8. Offenbach: Barcarole aus
der Oper „Hoffmanns Erzählungen”; 9. Walzer aus der Oper „Dame
Kobold”, von Weingartner; 10. Puccini: Fantaſie aus der Oper
„Bohéme‟. — Das Orcheſter beſteht aus Mitgliedern des Berliner
Phil=
harmoniſchen Orcheſters.
Engliſche Stationen.
Wellenlänge der engliſchen Sendeſtationen:
Cardiff 351, London 365, Mancheſter 375, Bournemouth 385, Newcaſtle
100, Glasgow 420, Birmingham 475, Aberdeen 495, Sheffield 303,
Plymouth 330.
Zeitangabe mitteleuropäiſch!
Montag, den 18. Auguſt 1924.
London, 8 Uhr: Sinfonie=Konzert. Dirigent: Herr Perch
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924.
Rummer 22
Quad
meind
noch
ſtaltur
Zeit e
ung d
Freier
Satzes
wertie
M
loſen
gont
die
San
wärt
Bun
gege
mae
teile
Her
lun
men
Sport, Spiel und Zurnen.
ben weiter noch Engel auf Ballot, dem einzigen geſchloſſenen
Zeutſche Sauerprufungsfahrt 1924. Wagen der Konkurrenz (Limorſine).
(Schlußbericht.)
Von unſerem Sonderberichterſtatter.
Die deutſche Dauerprüfungsfahrt iſt zu Ende gegangen.
Sie war ſelbſtverſtändlich in erſter Linie ein Ereignis von größter
ſportlicher Bedeutung. Sie war außerdem aber in hohem Maße
von politiſch=rirtſchaftlicher und techniſch=induſtrieller Bedeutung.
einer ſportlichen Veranſtaltung vereinen kann, war der, der
Be=
ſie reſtlos zu Deutſchland gehört und das immer wieder auf= landſchaftlicher Schönheiten weder Zeit noch Stimmung blieb.
tauchende Gefühl zu verwiſchen, als wären die beſetzten Gebiete
vom deutſchen Mutterland über deſſen ſchweren Sorgen vergeſſen. legentlich eines Begrüßungsabends die Aeußerung, die deutſche
Man hat die Fahrt ſo gelegt, daß die Strecke faſt das geſamte
beſetzte rheiniſche Gebiet bis herauf zur holländiſchen Grenze
erfaßte, hat die Strecke durch Gegegenden geführt, die ſonſt ſelten
für autoſportliche Zwecke in Frage kamen, wie die Hohe Eifel,
das Martertal uſw. Abſichtlich wurde eine große Anzahl kleiner Einnehmen der notwendigen Stärkung.
und kleinſter Orte paſſiert, und zwar verſchiedentlich mehrmals,
ohne Rückſicht darauf, ob die Straße beſonders geeignet war
oder beſſer hätte umgangen werden können. Daß dieſer
poli=
tiſche Zweck reſtlos erfüllt wurde, bewies das Verhalten der Be= Durchſchnittsgeſchwindigkeit war auch zwiſchen den einzelnen
völkerung im beſetzten Gebiet, das durchweg mehr wie herzlich
war. In keinem Teil der Fahrt, in keiner Gegend zeigte ſich
irgendwelcher Unmut über die Störung, die, was nun einmal
nicht zu vermeiden iſt, gewiſſe Schädigungen zur Folge hatte,
und Hunden, deren mehrere ihr mehr oder weniger wertvolles
junges Leben laſſen mußten. Ueberall jubelte man den Fahrern
zu, und auch an den beiden Tagen, da der ſtrömende Regen nicht
aufhören wollte, ſtanden an den Ortsein= und =ausgängen
Hun=
derte von Neugierigen, die ſich gegenſeitig überboten im Heil=
Schulen waren geſchloſſen unter Führung der Lehrer angerückt,
die Erwachſenen verließen ihre Arbeitsſtätten, zeigten die Orts=
Schauſpiels. In den Orten, wo ſtarke feindliche Beſatzung lag,
ſtanden die Offiziere vielfach an den Straßen mitten in der
Menge, verhielten ſich aber ſchweigend und im allgemeinen
zurückhaltend. Kleine Trupps von Poilus ließen ſich hin und
wieder zu „begeiſterten” Zurufen hinreißen, was jedoch ſelten
vorkam und von den Konkurrenzteilnehmern unbeachtet blieb.
Das wirtſchaftliche Intereſſe, das ſtark mit dem
tech=
niſch=induſtriellen zuſammenhängt, bedeutete die ſcharfe
Konkur=
renz der deutſchen führenden Marken mit denen des Auslandes.
Man konnte aus gewiſſen Gründen die ausländiſchen Wagen von
der deutſchen Zuverläſſigkeitsfahrt nicht ausſchließen, was auch
Induſtdie in erſter Linie darf nicht ſtehen bleiben. Sie muß in
dem ſchweren Exiſtenzkampf, der ihr noch bevorſteht, zu einer
Höchſtleiſtun gkommen, die überzeugend ins Auge ſpringt, denn
biele Hilfsmittel der Propaganda, die die ausländiſche Induſtrie
in reichem Maße entfalten kann, ſtehen ihr nicht mehr zur
Ver=
kommnung des Motors anbetrifft, gar zu lange ſtehen geblieben terraſſe herab begrüßt wurde, und die ermüdeten Teilnehmer
iſt und daß ſie unbedingt die Pflicht hat, ſchon aus
Selbſterhal=
tungsgründen ernſt und energiſch an die Verbeſſerung ihrer
Maſchinen zu gehen. Es iſt weder für den deutſchen
Sports=
mann noch für den deutſchen Journaliſten ein Vergnügen, von geſtellten Wagen einen feſtlichen Anblick boten, der
ſelbſtverſtänd=
ausländiſchen Marken Gutes zu ſchreiben. Klare Ueberzeugung
aber gebietet, feſtzuſtellen, daß die erſtklaſſ. amerikan. Motore den
deutſchen überlegen ſind. Das hat die Fahrt bewieſen. Der
amerikaniſche Motor — ich ſage: der beſten Marken — iſt
zu=
verläſſiger und läuft mit einer Präziſion auch auf die Dauer
und bei größter Anſtrengung, die bewundernswert iſt. Ob von
techniſchem Vorteil, mag dahin geſtellt ſein, für die Wagen=
Lauf des amerikaniſchen Motors. Vielfach fiel es dem
Unpar=
teiiſchen, der die Fahrer zu kontrollieren hatte, ſchwer,
feſtzu=
fach nicht laufen.
Es iſt kein Zweifel und die Tatſachen beweiſen das bei jeder
internationalen Konkurrenz aufs neue, der deutſche
Spezial=
wagen, d. h. der große Rennwagen, iſt den Ausländern
überlegen, vielleicht auch der deutſche Rennfahrer. In der
Qua=
lität der Gebrauchswagen, und das ſind letzten Endes doch die mittel zur Verfügung ſtehen, ſo ergibt ſich daraus für die
Zu=
wirtſchaftlichen Wagen, die Verkehrswagen, bleibt die deutſche
Induſtrie zurzeit zurück. Die Amerikaner bauen ihre Wagen
nach den praktiſchen Geſichtspunkten: Ruhiger Lauf, tadelloſes
Sitzen in bequemer Karoſſerie (allerdings unter Verzicht auf
äußere Schönheit) und jegliche Bequemlichkeit in kleinen
tech=
niſchen Hilfsmitteln für Fahrer und Paſſagier. Die Karoſſerie
iſt, abgeſehen von dem Anſpruch des deutſchen Autofahrers auf
ſchönes Aeußere, für unſere Straßen und Zwecke nicht unbedingt
geeignet. Sie iſt vielfach zu leicht, was bei ſchnellem Fahren und
beſonders in ſcharfen Kurven Schleudern des Wagens im
Ge=
folge hat. Und dann iſt die Höchſtgeſchwindigkeit der
amerika=
niſchen Wagen begrenzt. Meiſtens auf 90 oder 91 Kilometer.
Das iſt für einen Gebrauchswagen durchaus ungeeignet, kommt
jedoch für Rennzwecke nicht in Frage. Aus dieſem Grunde
konnte ſich der von Herrn Stumpf=Lekiſch geſteuerte
Moon=Wagen, deſſen Vertrieb für Europa die bekannte
Firma Gaſtell in Mainz übernommen hat, und der mit nur ſechs
weiteren Konkurrenten die geſamte Prüfungsfahrt ohne jeden
Strafpunkt lief, im Berg= und Flachrennen, in dem eine
Durchſchnittsgeſchwindigkeit von 45 bezw. 93 Kilometer
vorge=
ſchrieben war, nicht halten, trotz der ausgezeichneten Führung des
jungen Fahrers, der zurzeit unter die wenigen Größen der
deut=
ſchen Rennfahrer zählt, und der den Wagen erſt einen Tag vor
der Fahrt, ohne ihn zu kennen, übernommen hat. (Wie
mit=
geteilt, war urſprünglich Dipl.=Ing. Müller für einen Moon=
Wagen beſtimmt, der jedoch infolge des Unglücks ausſchied. So
wurde der Privatwagen des Herrn Generaldirektors Roller, der
dieſen etwa drei Wochen in Beſitz hat, ohne jegliche Vorbereitung
ins Rennen geworfen.) Angeſichts dieſer Tatſache iſt ſeine
Plazierung an zehnter Stelle des Geſamtklaſſements eine
ausge=
zeichnete Leiſtung für Führer und Wagen.
Daß die führenden deutſchen Marken ſich gegen die
zahlen=
mäßig überſtarke ausländiſche Konkurrenz ausgezeichnet hielten,
iſt trotz des Vorausgeſagten ein erfreuliches Zeichen für den
deut=
ſchen Automobilbau. So leiſtete vor allem der bekannte deutſche
Herrenfahrer Otto Wette auf ſeinem Dürkopp ein ganz
aus=
gezeichnetes Rennen. Er fuhr nicht nur ſtrafpunktfrei, ſondern
errang im Bergrennen 24 und im Flachrennen 7 Gutpunkte.
Emil Bremme, der auf Bugatti den erſten Platz belegte, hatte
in der Dauerprüfungsfahrt 24 Stkafpunkte zu verzeichnen, die
er allerdings durch 40 + 20 Gutpunkte im Berg= und
Flach=
rennen ausgleichen konnte, ſo daß er Wette mit 4 Gutpunkten
überlegen blieb, wahrlich ein ſchwacher Sieg. Auch die beiden
Benzfahrer Dr. Niebergall und Dr. Brecht (Fahrer Ing.
Walb), die den dritten und vierten Platz belegen konnten, blieben
ſtraſpunktfrei, ebenſo Deilmann auf N. A. G. und vor allem
Schwengers, der zweimalige Gewinner der deutſchen
Dauer=
prüfungsfahrt, der auf ſeinem 28pferdigen Mercedes ein
glän=
zendes Rennen fuhr. Er muß allerdings den wertvollen
Wan=
derdreis nunmehr an Bremme abgeben. Dieſer Preis muß
dreimal hintereinander gewonnen werden. Strafpunktfrei blie=
Von den Amerikanern fuhren auch die Buick=Wagen mit
16 PS. tadellos, blieben jedoch in der Schnelligkeit ebenfalls
hin=
ter den deutſchen Wagen zurück.
*
Die Fahrt ſelbſt führte durch die ſchönſten Gegenden des
Rheinlandes. Die Ungunſt des Wetters hatte allerdings zur
Folge, daß die Schönheit von den Teilnehmern wenig oder gar
nicht genoſſen werden konnte. War einesteils der ſtrömende
Der politiſche Zweck, ſoweit man einen ſolchen mit Regen oder der dichte Nebel Schuld daran, ſo war es
anderer=
ſeits die Schwierigkeit der Ausſchreibung, die an Fahrer und
völkerung des beſetzten Gebietes wieder einmal zu zeigen, daß Wagen die höchſten Anforderungen ſtellte, ſo daß zum Genießen
Mit größter Berechtigung fiel aus ſachverſtändigem Munde ge=
Dauerprüfungsfahrt 1924 ſei die ſchwerſte, die je
ans=
geſchrieben wurde. Sie war es tatſächlich, beſonders in
Anbetracht der Tatſache, daß nach 12= bis 16ſtündiger Fahrt nur
einige wenige Stunden der Ruhe blieben, damit kaum Zeit zum
Die Bewertung der Dauerprüfungsfahrt war ſo, daß nicht
allein für die ſämtlichen Tagesetappen eine feſtgelegte
Durch=
ſchnittsgeſchwindigkeit eingehalten werden mußte, ſondern dieſe
eingelegten Kontrollſtationen durchzuhalten. Auf jeder der
feſt=
gelegten Kontrellſtationen war durch den Unparteiiſchen die Zeit
einzutragen, zu welcher die Kontrollſtation paſſiert wurde. Eine
gleiche Eintragung erfolgte durch den auf der Kontrollſtation
wie Hinderung des Verkehrs, Gefährdung von Hühnern, Gänſen poſtierten Arbeitsausſchuß. Ein zeitlicher Ausgleich für die
Durchſchnittsgeſchwindigkeit bei Reifenſpannen war bis zur
über=
nächſten Kontrollſtation zugelaſſen. Reifenſpannen war
ſtraf=
punktfrei. mußte aber in der Durchſchnittsgeſchwindigkeit
aufge=
holt werden. Jede Minute der zu frühen oder zu ſpäten
An=
kunft über obengenannte Zeitſpanne bei der Kontrollſtation wird
und Hurrarufen, Blumenwerfen und Tücherſchwenken. Ganze mit fünf Strafpunkten belegt. Von der Leiſtungsfähigkeit der
deutſchen Fahrer zeugt das, und beſonders der allerdings
ein=
zelne Fall, in dem ein Steigerfahrer, der unterwegs Bruch erlitt,
ſtraße und freuten ſich des ſeit Jahren ungewohnten ſportlichen; die ganze Nacht reparierte, um 5 Uhr durchs Ziel ging und um
6 Uhr für die nächſte Etappe pünktlich am Start war.
Daß die Mehrzahl der Konkurrenten den Anforderungen der
Fahrt überhaupt gewachſen war, iſt im weſentlichen der ganz
ausgezeichneten Organiſation der 1500=Kilometer=
Fahrt zu verdanken, und befonders die Streckenmarkierung,
die von der Firma „Kraft” Verſicherungs=A.=G. des
Automo=
bilklubs von Deutſchland vorbildlich erſtellt war.
Gengnnte Firma hatte außerdem drei Wagen für
Ober=
leitung und Preſſe zur Verfügung geſtellt und figurierte auch
unter den Preisſtiftern. Weitere Wagen für die Oberleitung und
nicht im Intereſſe der Sache gelegen hätte, denn die deutſche Preſſe waren von den Adler=Werken, Stöwer und Kivernagel zur
Verfügung geſtellt worden. Polizei, Feuerwehr und Zivilbeamte
leiſteten vorbildlichen Ordnungsdienſt auf der ganzen Strecke.
An den verſchiedenen Etappenzielen wurden die Teilnehmer
der Fahrt liebenswürdig und gaſtfrei begrüßt, beſonders am
Schlußziel in Wiesbaden, wo ſich Tauſende von Menſchen
fügung. Es darf übrigens nicht verſchwiegen werden, daß die vor dem Kurhaus eingefunden hatten und jeder Wagen mit
deutſche Autrmobilinduſtrie, zum mindeſten was die Vervoll= einem ſchmetternden Tuſch der Muſikkapelle von der
Kurhaus=
mit erfriſchendem Sekt geſtärkt wurden. Jeder Fahrer erhielt
einen Blumenſtrauß und für ſeinen Wagen ein
Girlanden=
gewinde, ſo daß die in Reih und Glied vor dem Kurhaus
auf=
lich vielfach gefilmt und auch ſonſt im Lichtbild feſtgehalten
wurde.
Alsbald nach Eintreffen des letzten Wagens mußte der
Arbeitsausſchuß mit der Rennleitung zuſammentreten, um die
ſchwierige Berechnung vorzunehmen. Erſt am Samstag
vor=
mittag konnten die Reſultate einwandfrei bekanntgegeben
wer=
den, und es darf als erfreuliche Tatſache konſtatiert werden, daß
inſaſſen aber außerordentlich angenehm, iſt der auffallend ruhige kein Proteſt eingelegt wurde, daß die Fahrer alſo das Reſultat
als einwandfrei anerkannten.
Eines allerdings darf nicht verhehlt werden: es hat ſich als
ſtellen, ob der Motor abgeſtellt iſt oder nicht, man hört ihn ein= ein beſonders von den Herrenfahrern ſchwer empfundener
Mißſtand ergeben, daß nicht eine ſtrenge Scheidung zwiſchen
dieſen und den Fahrern mit induſtriellem Interefſe
ſtattgefunden hatte. Wenn man bedenkt, daß die Herrenfahrer
bei dieſen Konkurrenzen die größten materiellen Opfer bringen,
während den Fahrern mit induſtriellem Intereſſe alle
Hilfs=
kunft die gerechte Forderung, hier eine ſtrenge Scheidung
ein=
treten zu laſſen. Dieſe Frage ſollten die maßgebenden
Auto=
mobilverbände ſehr eingehend prüfen, wenn nicht eines Tages
die Herrenfahrer dieſen Konkurrenzen ganz fern bleiben ſollen.
Oder die Klaſſifizierung bezw. Nichtklaſſifizierung der kleinen
mit den großen Wagen, ob die Bewertung allein nach dem PS.
das Richtige iſt, dürfte ebenfalls noch zu prüfen ſein, doch gehört
das mehr in die Fachpreſſe.
Die genauen Reſultate waren:
Bergrennen Flachrennen Geſamtzahl
Der Sport des Sonntags.
Auf rennſportlichem Gebiete dürfte in erſter Linie der Pr=
Stadt Frankfurt a. M. intereſſieren, der das Programm des
Frankfurter Renntages ziert. In der 2000=Meter=Prüfung iſt de
Weinberg durch Augias und Oſtrea ſo ausgezeichnet vertreten
übrigen Bewerber, Barde, Cyrano, Kairos, Fundin, Horn
Bardes Bruder, lediglich Platzausſichten geltend machen könne
deburg bietet auch am Sonntag ein gemiſchtes Programmn
ruſſia im Mittelpunkt. Für Horſt=Emſcher ſind aus
Abendwind, Prilep, Luftpoſt und Palma abgegangen. Weiter
rennen kommen in Danzig, Kolberg und Bielefeld zur Abha
Verlin beherrſchen die Trabe: das Feld. Der mit 20000
ſtattete Preis von Ruhleben, Stichfahren über eine englif
bringt in Edeltochter und Johannes die Sieger dieſer bedeuten
gerprüfungen aus den beiden letzten Jahren an den Start
gute Pferde wie Prahlhans. Erdmann, Peter I., Monarchiſt,
und Filmdiva. Auch in Altona=Bahrenfeld und München
der Sulky in Bewegung. — Im Radſport bietet
Olympiabahn etwas Neuartiges. Zehn Fahrer, Wittig,
ſellen, Krupkat, Junghans, Kuſchkow, Bordoni, Sturn
Brummert, ſtarten in zwei Abteilungen und beſtreiten zum
Mannſchaftsrennen hinter Motoren über eine Stunde,
Dauerrennen um den Preis der Stadt Dresden ſieht Saldol
Dickentman. Weiß und Kewanow in Wettbewerb. Rütt, 6. M
Lorenz beſtreiten den Revanchemeiſterſchaftskampf. Die Herr
finden in Moers, Mannheim Bochum, Wiesdorf. Augsburg un
ſter i. W. Gelegenheit zur Betätigung, die Berliner O. Blank,
zeck, Kühl und der Leipziger R. Hahn gehen in Budapeſt an den
Von den vielen Veranſtaltungen auf der Landſtraße nennen
Großen Adler=Preis (150 Kilometer auf der Mariendorfer Re
bei Berlin. „Rund durch Schwaben”, mit Start und Ziel in Au
„Großer Straßenpreis von Mainz” (150 Kilometer) und „Gro
ricke=Preis” (236,4 Kilom.) in Magdeburg. Huſchke und P. Pok
zum internationalen Straßenfahrer=Kriterium in Genf ihre A
abgegeben. Ihre ſchärſſten Geguer ſind Heinrich und Mar Sute
der Italiener Linari. — Im Automobilſport beanſpru
3. Klauſenpaßrennen in der Schweiz das größte Intereſſe, da hi
reiche deutſche Wagen, wie Mercedes, Benz, Adler, Selve, A
und Dürkopp mit ſtarker ausländiſcher Konkurrenz zuſammentrei
Bodenſeeſportwoche ADAC., die mit der Zuverläſſigkeitsfahrt für
räder und Wagen „Rund um den Bodenſee” eingeleitet wurde,
Sonntag mit der Motorbootregatta fortgeſetzt. Auf der Nadr
in Breslau bringt der ADAC. für ſeine Mitglieder die
Kraft=
meiſterſchaften zum Austrag. Eine Dauerleiſtung erſten Ne
die Nord=Südexpreßfahrt dar, die unter der Regie des 9M
geht. Am Sonnabend ſtarten in Hamburg, bzw. Leipzig 53 Fal
dem gleichen Ziel Frankfurt a. M. Die Wirtung erfolgt in Ke
in der Weiſe, daß die drei zuerſt am Ziel eintreffenden Mal
der Klaſſe unmittelbar nach ihrer Ankunft unter Verſchluß
und am Montag einer Konditionsprüfung unterzogen werde
Fußballſport ſind die Städtekämpfe Berlin-Leipzig un
burg—Rotterdam zu nennen. Wacker=München und Spielvere
Fürth treffen in Stuttgart zuſammen. Es handelt ſich hier für
um den Verbleib in der batzeriſchen Bezirksliga. Arminig=H
ſpielt in Kopenhagen gegen Boldklubben 93. — In der Leichk
letik begegnet der Start von Houben allgemeinem Intereſſe
Gegner in der ungariſchen Hauptſtadt iſt Gerö. Mit Stegm
und Lehten wird Houben auch die 4mal 100 Meter=Staffel b
Im Rahmen der internationalen Kämpfe des SC. Münſter 0
Große Deutſche Sprinter=Preis im Mittelpunkt der Begebenheite
die Wettkämpfe in Königsberg i. Pr., Stuttgart und Magdebur
über dem Durchſchnitt. — Im Handballſport wäre das
turnier der Berl. SV. Siemens zu erwähnen. Die am Donner
gonnenen deutſchen Tennismeiſterſchaften in Hamburg ſollen an
tag ihren Abſchluß finden. — Auf waſſerſportlichem C
tritt nach Erledigung der Meiſterſchaften in Deutſchland
Atempauſe eig. Die beſten deutſchen Schwimmer weilen
und Ungarn, ſo daß die Veranſtaltungen in Stettin, Gief
feld kaum über lokale Bedeutung hinausgehen Um die deu
ballmneiſterſchaft gibt es zwei weitere Ausſcheidungen.
Bugatti 6 PS.
40 20 60 24 2. 27 Otto Wette (Dipl.=Ing.
Fritz N.) Dürkopp 9P8. 24 — 31 3. 1 Dir. Dr. Nallinger,
Benz 16 PS.
18 — „ 4. 2 Dir. Dr. Brecht (Ing.
Walb) Benz 16 PS. 22 25 5. 13 Carl Deilmann,
N. A. G. 10 PS. 11 39 15 6. 12 A. G. Schwengers,
6
Mercedes 28 PS. 15 21 7. 21 Engel, Ballot 8 PS. 18 19 4. 15 Martin Stümpfl,
Bugatti 6 PS.
18 18 9. 42. Goebel, Collin &
Desquettes
18 21 9
10. 22 Gaſtell (Stumpf=Lekiſch)
Moon 13 PS.
11. 25 P. M. Faßnacht,
Georges Jrat 9 PS.
12. 19 Junk, Trier, Joſeph,
Preſto 9 PS.
13. 39 Louis Lefrere,
Peugot 12 PS.
14. 28 Dr. jur. H. Ulrich=
Kerwer, Oakland 11 PS.
17
— 19
14
8
10
6
10 —
21
8 37
— 61
10 79
6 110
Segelflug.
Vom Rhön=Segelflug=Wettbewerb.
Wie zu erwarten, nehmen am diesjährigen Rhön=Segelflug=
Wett=
bewerb mit an erſter Stelle auch die Segelflugzeuge der Techniſchen
Hochſchule Hannover teil. Beſondere Beachtung findet ein nach
Ent=
würfen von Studierenden der Techniſchen Hochſchule erbautes Flugzeug,
das kürzlich beim Küſten=Segelflug=Wettbewerb in Roſitten ſich gut
be=
währt hat. Seine Flugeigenſchaften bei einer Spannweite von zirka
15 Metern und einem Gewicht von nur 80 Kilogramm haben ſehr
be=
friedigt. Gleitwinkel und Sinkgeſchwindigkeit ſtellen ſich günſtig, ſo
daß es neben den bisher erbauten ſiegreichen Seglern getroſt ſeinen
Platz einnehmen kann. Unter dem Namen Pelikan” ſoll das Flugzeug
am Wettbewerb teilnehmen.
M. treffen ſich Rhenus=Köln und Bahern 07, in Leipzi
fels und Stern=Leipzig. — Im Rudern gibt es nach Auäl
markenachters nur kleinere Wettbewerbe in Brandenburg Aüri
Leichtathletik.
Sp.=Vgg. 04=Arheilgen.
Auf das am heutigen Sonntag erſtmalig auf dem Arheilger
chen ſtattfindende nationale Sportfeſt, obigen Vereins
wir nochmals alle Sportintereſſenten hinweiſen. Da ſich die Teil
zahl inzwiſchen noch vergrößert hat, und die Konkurrenzen aus
furt, Aſchaffenburg, Offenbach, Erlenbach und Darmſtadt ſch ge
ſtehen, dürfte wohl ein ſchöner Sport geboten werden. Die C
preiſe ſind ſehr gering gehalten.
Der Tag der Sprinter.
* Die Leichtathletik hat ſchon oft den großen Bruder 7
nutzt, um außer den geſchloſſenen Wettkämpfen an die Oefentl.
treten. Dieſen Weg hat auch die Leichtathletik des Sporte.
ſchritten, um vor Saiſonſchluß die Mannſchaft durch geigne
kämpfe noch zu beſchäftigen. Der nächſte Sonntag vereiniat al.
ſtreckenläufer der Abteilung, die gelegentlich des Spiels der Li
ſchaften ſich treffen.
Es werden beſtritten um 3.15 Uhr vier Vorgabeläufe
Meter. Die Malleute der vier Rennen ſind Küch, Pahſt, C
und Schneidewind, von denen jeder bis acht Meter Vorgabe a1
hat. — In der Pauſe des Ligaſpiels werden vier Mannſcha1
die 48100 Meter=Staffel ſich treffen. Die 4X100 Metersſuc
ſtartet gegen eine Jungmannenſtaffel und zwei gemiſchte Man
Zum Schluß der Pauſe werden die vier beſten Darmſtädter 10
Leute in einem Malrennen zuſammentreffen: Engelhard, Ba.
Pfeil.
An einem der nächſten Sonntage werden die Mittelſ
ſich ein Treffen liefern.
Atbletik.
Städtewettkampf in Ober=Ramſtadt.
— Wie in Sportkreiſen von hier und Umgebung bekanlt,
Kraftſportverein „Teutonia”=Ober=Ramſtad
glied des D.A.Sp.V., am 21. September ſein 15jähriges Beſte
bunden mit Städtewettkampf und leichtathletiſchen Wetkämp.
freulicherweiſe macht ſich für letzteres ein lebhaftes Intereſſe b
ſo daß jetzt ſchon mit einem ſchönen Verlauf der Veranſaltzut
net werden kann. Es ſei an dieſer Stelle nochmals darauf hit
daß Meldeſchluß am 14. September iſt. Als Gegner für dei
wettkampf iſt es dem veranſtaltenden Verein gelungen,
Mannſchaft des Kr. Sp. V. Neu=Iſenburg nach hier zu berble
Europameiſter Herr Liſt, welcher dem letztgenannten Vereil
hat ſelbſt ſein Kommen zugeſagt, ſo daß die Veranſtaltung.
dieſer Hinſicht vollauf befriedigen wird.
Motorſport.
Targa und Coppa Florio 1925.
Der Automobilklub von Sizilien veröffentl
Ausſchreibungen für die beiden Automobilrennen um die 2
und Coppa Florio, die am erſten Maiſonntag des nächſten
der bekannten Rundſtrecke von Madonie auf Sizlien zur eir
gelangen. Im Gegenſatz zu den früheren Jahren führt die
Male zum Austrag kommende Targa Florio ſtat zbe.
diesmal über fünf (540 Klm.). Die Klaſſeneinteilung eſd
bis 2
in fünf Kategorien, und zwar bis 1,1 Lit, bis 1,5 Lit=
3 Lit, und über 3 Liter Zylinderinhalt. Die Coppa.3"
gemäß der Ausſchreibung derjenigen Fabrik zu, die das Reh.
ſieben Austragungen zweimal gewinnen kann. Da dies Net
Marke glückte, gelangt das Rennen um die Coppa Plord.
Jahre zum achten Male zum Austrag und bringt die
Os=
wem die wertrolle Trophäe endgültig zufällt. Teilnah g
nur die bisherigen Sieger, und zwar: Itala (1905)
(1907), Fiat (1908) Nazzaro (1914), Ballot (1921), Peud
Mercedes (1934). Das Nennen iſt um eine Nunde berüir
und führt über vier Nunden (432 Kilometer). — Jede
zu fünf Wagen nennen. Außerdem iſt ein Wanderpreis
Biglia ausgeſetzt worden für die beſte aus drei Wagen beſtel.
ſchaft, die aber nur durch den Sieg in zwei gufeingnnee .
ren gewonnen werden kann.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 17. Augnſt 1924.
Seite 9.
hab en neie Kolleech krickt. Nemlich de Herr
Bux=
baurm inſern Darmſtädter Trotzki, dem wo ſe bekanntlich
noochs ige, er weer derjeniche welcher, der wo uns in
Darr)t haamdickicherweis un ganz gäche unſern Wille
mit=
eme skeller beglicke wollt. Alſo de Herr Buxbaum is unner
die S2 iftſteller gange un gibt Verhaldungsmaßreechele raus,
iwwe. Die Kunſt im Alldag der Stadt Darmſtadt‟. Deß haaßt,
ich wi gleich ſage, nemlich er gibt die Verhaldungsmaßreechele
ganz je ſei Gewohnheit net uff=em Verordnungswähk eraus,
ſundess blos briefadiem, gewiſſermaße ſpaßhalwer, gibt=er ſe
raus, Verhaldungsmaßreechele.
O geſtanne, do war ich net druff gefaßt, un deß kimmt
mer che iwwerraſchend, ſo e bische
blitzausheideremhimmel=
ardicks An mei Zwangsmiedern, die wo jo, wie mer waaß,
hinne llem ebbes ſucht, die ſeecht zu mir, „Bimmbernellſen,
ſeecht— deß is jedenfalls e Ablenkungsmannefer, der Herr
Trotz ill dodermit bloß des Aagemerk ablenke vun dem
Male=
fitz=Rusumbau; un mit dene „Alledags=Kunſtmaaßreechele‟
will blos die Sache e bische dibbſche, damit die kochende
Volks vun de Darmſtädter Heiner widder uff annere
Ge=
danke imt. Unner uns geſagd, mei Zwangsmiedern, deß
widdes nſtige Geſteck, hodd’s needich, wos gächeen Radskeller
zu ſas Die is doch die erſt, die wo noochher braadſpurich drinn
ſitzt z: echt, ſie hedd’s jo immer geſagd, daß es in Darmſtadt
an=enn vornehme” Logahl gefehlt hedd. Mer kennt deß.
„erhaubd un ſoviel mir bekannt is, hodd des unſer
Stad— valdung=Trotzki aach gor net needich, derardiche
Ablen=
kungs” inefer zu andriern, dann wann der was in ſeim Kobb
hodd, ſetzt er dorch, un wann die ganz Reſſedenz degäche
is. 2nacht’s aafach wie die Getz vun Berllechinge un ſchleegt
mit ſe eiſerne Fauſt uff de griene Diſch un ſeecht — no, was
der Endem Fall ſage dhet, un do ſchlubbe die ganze
Stadt=
käd w: die Benk.
Am r daß die Alledags=Kunſtmaßreechele
Ablenkungsmanne=
ſer w”, vun wächem Rodhausumbau? Kaa Spur! Do hodd
mei S un mei Seel net dro gedenkt un uff ſo Gedanke kann
zam ß ſo e gifdich, iwwerricks un hinnerhäldich Megäre
hringe ie mei Zwangsmiedern a' is, die wo bloß de Leid
vas — die Rockſchees henke will, um damit, daß ihr eichene
Schlec keide net ſo arſch uffalle. Bekanntlich ſucht mer kaan
ſinner Owe, wann mer net ſchun ſelwert dohinner geſotze
ſodd.
95 gäche ſo en Vorworf muß ich unſern Freund Bux=
„Jaum rz enerchiſch in Schutz nemme, dem liggt bloß 7s
Renncr ee von unſerm gude Ruf als Kunſtſtadt am Herz, un
„ch m— m vollkumme beiflichde, wann er ſeecht, daß unſer Ruf
üſeſſer r, wie als daß mer’s verdiene dhete. Ich bin mer
malloß w1 im Zweifel dodriwwer, ob do allaa mir Berjersleid
ro ſch ſin. Jedenfalls; dann ſunſt hedd’s de Herr Buxbaum
fſet fa eedich gehalde, ſich in die Effentlichkeit eneizuflichde
lit ſer Alledags=Kunſtverhaldungsmaßreechele.
Un zt wiſſe mer’s endlich, wie mer uns zu verhalde hawwe,
nfow. Zukunft bidd ich mer aus — Stillgeſtanden! —, daß
e S- fungzionierd, damit mer net heecheren Orts duſchur
ffalle.s Ferſtanne! Ihr Hinnerwälder, Ihr geſchmackloſe! Deß
„het S ſo baſſe, wann=der Eier Haiſer a’ſtreiche loſſe kennt,
ſie=der2 ollt, blaßblau, gritzegrie, ritzerot, kwiddegeel,
torniſter=
lond, imel= un ſalsordich, bääſch, zebrafarwich,
ſchoddiſch=
ttrriers mausgrau, deutſchvölkiſch, chriſtlich=ſozial
äxbraſſioni=
niſch, — blikaniſch, kreizweiß=un=iwwerzwerch, hinnerch=
devör=
erſcht. dibbelt, gewerfelt un kwehrgeſtreift, „gewickelt”
beba=
ickt, 8s Tudanſchamon, odder à la „Spritzbeworf”. Un Ihr,
adebe r, Spitzbuwerei= un Korzwarenhennler, Schärmflicker,
enners pitzekremer, Ellereider, „Modehaisler, Zigga’nfritze,
eiköf7 „Hutſchuſter, Gold= un Silwerſpengler, Alluminium=,
rrden härr=, Borzzelaan= un Bunslauer=Kärahmick=
Kunſt=
werk Schubladiſteverbendler un Heringsbendicher — alſo
un he ib heert mer deß uff, daß Ihr glaabt, Ihr kennt Eier
frker 2 oriern wie’s Eich baßt, un kennt Brulljes mache mit
ſiere ſi e gebackene Biern. In värzeh Dag halt ich Abbäll ab;
aß my keiner kommt mit=eme ausgeſtobbde Holzbaa, odder
ſe orru erde Pageſtiwwel, odder ime gewichſte Schymmikobb,
dder r mitkaſchierde Löwe un Diecher un ſunſtige Viecher,
dder m ere wäxerne Modebobb, ſunſt loß ich en nachexerziern,
s de 2 rbaum blieht; un wer mir noch=emol Reglame=Gedichte
erzabl en laß ich ſtillſteh, bis=em die Finger an de Hoſenad
fauls), vergeht=em es Dichte. — Weggedräden!
Buck emol, Herr Buxbaum, was ſe laafe! Ja, ſo muß
er miz ne umgeh, un den Ton hab ich noch vun meim Schorſch,
kers n jo, er war Kabbedendarm bei de Fäddſtiwwel.
zrich bloß emol geſpannt, ob’s was nitzt.
ArZe, Spaß beiſeit un de Ernſt in de Hand: wann
be=
ördlic its Kunſtverhaltungsmaßrecheln erlaſſe loſſe werrn, do
vwerl. mich immer e Genshaut. Dann bekanntlich is net
eß de Te Dokder, der wo die meiſte Azzeneie verſchreibt,
ſo=
ſenich / deß die beſt Reſchierung is, do wo die meiſte
Ver=
kdnur rausgibt. Mer hodd Beiſpieler. Un ich brauch net
noch=
mol ex” an unſer
Waldfriedhofsbeerdichungsgrabdenkmalkunſt=
erordr/ gsvorſchrift zu erinnern, mit dere wo ich mich bis uff de
eidiges g noch net ausgeſehnt hab, und wann ich emal nooch
Pere 2yrift beerdigt werr, deß is ſicher mein Dood. Aach
rauch / heid net noch emal unſer Babiergeld, ſeelichen
Age=
enken-)fzuwärme, deß wo mer ſtädtiſcherſeits uff die
Menſch=
eid lSI oſſe hodd, un uff deß wo doch Sie, Herr Buxbaum,
et gart hne Eifluß warn. Wolle Se mich heid noch im Ernſt
beißm 1., daß unſer Babiergeld, beiſpielsmeeßich, unſern Ruf
Is Kur” odder Kulduhrſtadt gehowe hodd? Deß glaabt Ihne
och kasd admacher. Un ſo kennt ich Ihne noch Mehreres nenne,
rotzde hier an Kinſtler net fehlt. Naa, nemme Se mer’s
net for iwwel, awwer uff die kinſtleriſche Beſtrewunge, die wo
vun „Owwe” brobaſchiert werrn, do bin ich ganz un gor net
ſchaff. Dann mir fellt do mit Schrecke immer de Herr Redslob
ei, den wo unſer Herrgodd in ſeim Zorn zum
Reichskunſtſchaff=
richder gemacht hodd. Was der allaa uff ſeim kinſtleriſche
Kerb=
hols hodd, deß geht uff kaa Kuhhaut. Un wer noch kaa
Gelächen=
heid hadd, iwwer den ſymbohliſche Wahnſinn uff unſere
Geld=
ſorde un Briefmarke de Kobb zu ſchiddele, der konnt’s neilich dhu,
wie in de „Gächenwadd” die Reichsgedenkmüns for die Gefallene
im Bild gezeicht is worrn, un wo mer uff de aane Seid vun dere
Medallje zwaa fragwerdiche, ausgemerchelde Geſtalde geſehe
hodd, die wo ausſähe wie zwaa abgezogene Kanincher, die ſich
ſcheinbar als Padärraggrobade broduziern wolle. Un ſowas
wagd mer de Hinnerbliewene azubiede! Naa, der Herr Redslob
mag in kinſtleriſche Dinge unfehlbar ſei, deß will ich=em net
ab=
ſtreide, awwer mit ſeim Geſchmack is es net weid her.
Derf ich valleicht aach noch emal an des „kinſtleriſche”
Blag=
gad vun unſere Kunſtausſtellung erinnern, wo ſich die ganz
Sym=
bohlick in de rode Fabb ausdrickckt? — Odder an des neie
Blag=
gad vun de „Handelsſchau” im Orranſcheriegadde, wo aus
eme vergißmeinnichtblaue Hinnergrund de allerdimmſte
zu, deß ſin” „kinſtleriſch=ſymbohliſch” hochwerdiche Leiſtunge,
awwer nach meim Geſchmack, Herr Buxbaum, ſin ſe net. (
Iww=
richens, die Ausſtellungsleidung uff de Mathildeheeh hodd jo
wäche dene Begriffe „Kunſt” un „Geſchmack” e Abſtimmung
dorch’s Bubbligumm vornemme loſſe wolle, es is awwer im
letzte Momend widder abgebloſe worrn. Jedenfalls is en die
Kuraaſch mit Grundeis gange, dann do hedde ſe eipacke kenne,
die Herrn vun „dere” Schirrie, ſowohl mit ihre Kunſt, wie
aach mit ihrm Geſchmack!) Un ſo bin ich in de letzte Johrn
iwwerhaubt dehinner kumme, daß Kunſt un Geſchmack
zwaapaar Stiwwel ſin. Un dorch mei Erfahrunge gewitzicht, die
wo ich im Therjader un in de Kunſtausſtellunge geſammelt hab,
bin ich langſam awwer ſicher zu der Aſicht dorchgedrunge, daß
heid die als die greeßte Kinſtler gelde, die wo de ſchlechteſte
Geſchmack endwickele. Un wann ſich demgemäß Kabbazidhede in
Kunſtſache abfoddegrafiern loſſe, wie e iwwergeſchnabbder
Bal=
wierer, der wo deß Bild ſeine Lina zum Gebordsdag ſchenke will,
ſo brauch aam deß net weiders zu wunnern. Die meeche in
Goddes Name vun „Kunſt” allerhand verſteh, awwer mit ihrm
„Geſchmack” fichrn ſe mich net mehr uff die Schleif.
konnte, viel wenicher uff de Baa — zehr emol ganer duſchur vun
de „Subbſtanz”, ob em do net die Luft ausgeht! —, die warn
froh, wie ſe widdermol loslege konnte un brauchte kaa Angſt
mehr zu hawwe, wann aaner in de Lade kumme is un hodd ebbes
kaafe wolle. Nu' hodd’s nadierlich gehaaße: Laafſte net, ſo gilts
net! Un ſie hawwe a gefange un hawwe Reglame gemacht un
in de Verzweiflung ſogar Gedichte. Wer wollt=en deß verdenke?
Bei dere Konggurrens! Ja, Herr Buxbaum, wann mer kaa
Konggurrens hodd, wie zum Beiſpiel Sie un ich, do kann mer
de annern gud Radſchleech gäwwe. Es freegt ſich nor, ob ſe
defor zu hawwe ſin. Nemlich nor der dichdiche Kaufmann waaß,
wie er „ſei” Kundſchaft zu „nemme” hodd. Un ich kenn e ganz
Azahl vun Geſchäftsleid, die wo geſchmackvoll un muſtergildich
ausſtelle, un die hawwe aach net iwwer Kundſchaft zu klage, die
wo in de Lade kimmt, leßt ſich alles zeiche un werd aißerſt heeflich
behannelt, un — kaaft noochher doch in Frankford.
Meechlicher=
weis ſogar „Darmſtädter Kunſt‟. Daß iwwrichens de beſte Kunne
vun de Frankforder Geſchäftswelt de Darmſtädter weer, deß
ſtimmt doch jedenfalls net ſo ganz. Awwer e groß Azahl geht
doch immerhie eniwwer, un ich glaab, Herr Buxbaum, uff die
hawwe Se in „Ihne Ihre Kreiſe” en ſehr große Eifluß, hoffent=
Stift vum ganze Darmſtädter Einzelhannel erausguckt, ausge= lich. Mache Se den emol bei dene Herrſchafte geldend, un die
rächent mit=ere leere Schibb un=ere leere Dudd? — Ich geb’s Darmſtädter Geſchäftswelt werrd’s Ihne uff de Knie danke un
werrd dann gern for Ihne Ihr kinſtleriſche Areechunge
empfäng=
lich ſei.
Nu’ kann mer ja allerdings ruhich zugäwwe, deß große,
all=
gemeine, braade Bubligumm verſteht vun dem, was heid als
„Kunſt” gild, net die Bohn, un deshalb hodd’s wohl
verhältnis=
meeßich noch en ſehr gude Geſchmack. Un drum, Herr Buxbaum,
ſchlag ich vor, mir lege „die Kunſt im Alldag” emal ad akda un
redde bloß vum gude Geſchmack, obgleich Se zwar geſagd
hawwe, mir mißte die kinſtleriſche Beſträwunge, die wo de Staat
un die Stadt ſeid Jahrn brobaſchiern dhet, unnerſtitze, wobei
ich bemergge meecht, daß mir deß ſchun ſeid Jahrn dhun.
Ausgiewich ſogar. Odder maane Se valleicht, deß weer kaa
Kunſt, ſich dorch die daufende vun Steierverordnunge,
Geſetzes=
vorſchrifte Bekanntmachunge un ſo dorchzuworſchdele, ohne daß
mer mit ſich un ſämdliche dißbeziechliche Beheerde in Kumflickt
kimmt? „Ich maan, in dere Beziehung kennt mer uns kaan
Vor=
worf mache, do ſin mer allmitnanner Kinſtler un verdiene des
Brädigad Ia ohne Schirrie.
Awwer do wolle mer uns emal heid nix druff eibilde,
ſun=
dern mir wolle bloß vum gude Geſchmack im Alldag redde. Odder
vielmehr, vun dem gude Geſchmack, den wo unſer Lädebeſitzer
nooch Ihne Ihre Aſicht, Herr Buxbaum, endwiggele ſolle. Un
do mecht ich mit em Schiller in die Worde ausbräche: „Vum
ſicheren Bord läßt ſich’s gemächtlich raden!“ — Nemlich, es ſin
doch werklich noch kaa ſechs, acht Monad her, do hawwe unſer
Kaafleid ſich die Kebb verbroche, was ſe in ihre Erker
eichent=
lich ausſtelle ſolle, un wer ſich do noch mit e paar Addrabbe helfe
konnt, war fei eraus. Gewiß, die Lädedeggoratzione hadde ſicher
nix mit Kunſt zu dhu, un drotzdem Mangel an „Muſter” warn
ſe deshalb noch lang net „muſtergildich”, noch wenicher warn ſe
nooch unſerm Geſchmack. Jetzt uff aamol, waaß der Deixel, wie’s
eichentlich kumme is, do warn mer mit aam Schlag im dickſte
Friede, mer hodd geradezu in Waarn geſchwumme. Ich behaubd
heid noch, do is Hexerei im Spiel. Ja, ſeid vier Woche befinne
mer uns diräckt in eme Wolkebruch vun Saiſſohn=Ausverkaif.
Hand uff’s Herz, hodd uns do net widdermol des Herz im Leib
gelacht, wie die Erker vollgeſtobbd ſin worrn? Deß war en
lang=
endbehrder Ablick, un den wolle mer dankbar kwiddiern. Un
mich ſteert do aach e Blumebeed aus Erbſe, Linſe, Bohne, odder
e Gärland aus lauder Wärſcht un Schinke vors Erſte
dorch=
aus net, vun mir aus kann’s do ruhich noch erheblich dicker
kumme.
Un die Kaafleid, die wo die ganz Zeid doher vun de „
Subb=
ſtanz” gezehrt hawwe, un die ſich kaum noch iwwer Waſſer halde
Ich waaß, Herr Buxbaum, Sie hawwe’s gud gemaant, un
Sie hawwe die Aſicht ausgeſproche, daß es for’s Wohl der
All=
gemeinheid nitzlich weer, wann mer ſich mit Ihne Ihre Vorſchläg
emol beſchäfdicht. Ich hab’s gedha, ſo gud als ich’s gekennt hab
un ſo gud als ich’s verſteh, un mei Freund Pfeil hodd die „
ent=
ſprechende” Bildcher dezu gemolt. Awwer ich bin zum Schluß doch
der Maanung, mer ſoll unſer Darmſtädter Kaafleid emol erſt
widder mit ſich aanich werrn loſſe un ſoll=ſe net gleich widder
mit allerhand Kunſtverhaldungsmaßreechele kobbſchei mache. Die
hawwe ewe ſo wie ſo noch annere Sorje, außer der „Kunſt im
Alldag‟. Schließlich ſin die Brieder im Stand un drehe de Spieß
erum un kumme uns emol mit ihre Aſichte, un do ſin mir
noochher die Dumme, Sie un ich.
Schließlich gibt’s jo aach noch annern wichdiche
Agelächen=
heide un kinſtleriche Frage, uff die Se demnechſt emol ei gehend
ei geh wolle, wie: Ausſtellunge, Therjaderdeggeratzione, Altſtadt
Großſtadtſorje, Herrn= un Orangſcherriegadde un ſo. — Dodruff
bin ich geſpannt wie e alt Säg mit=ere neie Korrdel. Un ich
glaab heid ſchun, daß ſich do unſer A’ſichte einichermaße decke.
Bis valleicht uff den Ooſe=Radskeller; no, aach den werrn mer
Ihne valleicht in=ere gude Stund noch abdiſchbediern kenne.
Gerehmichen Sie, Herr Stadtbaurat . . . un ſo weider, wie’s
als ſo ſchee un „vornehm” uff unſere Brodeſtnode haaßt —
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Erſtens: Deß dhut mer uffrichdich
laad, daß ſich Verſchiedene am Sunndag noochmiddag vergäwens
in die Willämieneſtroß bemieht hawwe wäche dem Torero. Am
Sunndagmorjend war er jedenfalls noch drinn, in dem
Guck=
kaſte. Awwer mir hawwe dodefor en vollwärdiche Erſatz, nemlich
jetzt bräſſendiert ſich de Herr Theſing dort un zeicht der
ſtaunen=
den Mitwäld, wie e ſcheniahler Menſch Peif raacht. Zwar net
in der Poſe als Torero, ſundern eher als Bajazzo, wann=er die
beriehmde Schlucksarie ins Bagädd ſchmeddert: „Ha, biſt du
denn ein Menſch „?‟ — Es is mer allerdings ſchleierees,
warum de Herr Theſing ſo e bees Geſicht macht, er hodd doch
eichentlich gor kaan Grund dezu; odder hodd=er ſich ſo driwwer
gemobſt, daß ſe ausgerächent uff ihn, verfalle ſin mit dem
„Schorſch=Büchner=Preis‟? Du liewer Schiewer, ſowas dreegd
mer als Mann un macht net e Geſicht dezu, als wann aam die
Hinkel des Brod geſtohle hedde. Wann ich en krickt hedd, den
Schorſch=Büchner=Preis, dann hedd ich en aafach unner Brodeſt
agenumme un hedd aans gelacht. — Iwwrichens henkt aach de
Franz Schneider dort in dem Guckkaſte, abſchiednehmenderweis,
un guckt aam a', als wann=er aam hibbnodiſiern wollt. No,
deß hodd=er jo aach vun de Brädder owwwerunner oft genug
gedha, aanerlaa, ob er als Karl=Heinz in „Alt=Heidelberg” die
Darmſtädter Weiblichkeid unner Waſſer geſetzt hodd, odder ob
er als „Bockelorum” im „Kater Lampe” — mir an die Niern
gange is. Es war jedenfalls aaner vun dene weniche Kinſtler,
der wo aach „Geſchmack” hadd. Un deß is heid e groß
Selden=
heid! — Zweidens: Ja, deß hodd ſei Richdichkeid, un noochdem
mer widder langſam in unſer Friedensa’ſprich eneigewaxe ſin, do
kennde uns aach die Bäcker widder morjens unſer warme
Breed=
cher zum Kaffee liwwern. Un wer beſunnern Werd druff lecht
un will ſe ins Haus gebracht hawwe, der bezahlt gern en Fennich
mehr', un zum Ausdrage finne ſich genug, die wo ſich morjends
in ere Stund e Mack odder e Mackfuffzig verdiene dhete. Ich
hab aach deßdewäche meim Bäcker emol ins Gewiſſe geredd,
awwer der hodd mer unner Dreene geſtanne:
Heiß mich nicht reden, heiß mich nicht ſchweichen,
Denn mein Geheimnis iſt mir Pflicht.
Wir möchten morgens gern die Weck Euch reichen,
Allein die Innung will es nicht!
Allerdings, wann die Innung net will, do kannſte nix mache,
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anz eren Geſichtspunkten aus, als zu ihrer Bequemlichkeit
WAeſchan wurden. „Wie konnte es möglich ſein,” ſo iſt man zu
ragem rſucht, „daß auch die ſo raſch erſtarkte Frauenbewegung
2 lieſess biet nicht in den Bereich ihrer Intereſſen zog?" Wohl
hien: ja gerade das entgegengeſetzte Ziel anzuſtreben: die
Frau Allgemeinen vom „Joch” der „Nur=allein=
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ätigin felder zu finden. Aber es hieße ſie ganz falſch beur=
Zilen Ulte man ihr zum Vorwurf machen, daß ſie voll Stolz
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nach und nach erzielten Erfolge, die Hausfrau, den
Nitte ikt der Familie, als etwas Rückſtändiges gewertet
Vätte, as war und iſt nie der Fall geweſen. Ausnahmen
üärfer ich hier keinesfalls verallgemeinert werden. Gerade
rr.. Zuwachs, den die jüngſte Schöpfung der Frauen=
VIllſewegs, der Verband der Hausfrauenvereine erzielte, beweiſt
tr Cge, wie die Frauenbewegung dem geſamten weiblichen
und BaMizeſchS gleichviel, auf welchem Betätigungsgebiet es ſeine
räfte gte, voll Um= und Weitſicht möglichſt Fortſchritte zu
jeten ſuchte.
UIbennoch wurde gerade das, was einen zahlenmäßig
ßerr: ritlich großen Prozentſatz aller Frauen ſtändig beengte,
hund ixirperlicher und geiſtiger Hinſicht belaſtete: das Heim in
iner age, ſeinem Bau, bis vor kurzem gar nicht in den Be=
Woſich 2 Reformbeſtrebungen gezogen. Der Wohnungsmangel
it Nl und Zwangswohnung im Gefolge, waren dabei nach
eſer ir jener Richtung hin von nur untergeordneter
Bedeu=
ung, e wenn erſt nach Beſeitigung der verſchiedenen
wirt=
haftli)r und behördlichen Hemmungen, die ſchon ſo lange
hnſüär erwartete allgemeine Bautätigkeit einſetzt, müßten
ag ich au jene Baupläne in genügender Zahl vorliegen, die bei
er wirklichung das „ideale Heim” mit allen Neuerungen
ark; und zeitſparenden Einrichtungen für die überlaſtete
ausf=f und Familienmutter ſchaffen ſollen.
Erirungsgemäß pflegt aber vom Auftauchen einer Idee,
UK
„8 zuu Zertrautwerden weiteſter Schichten mit ihr, immer ge=
„umest zu vergehen, wie z. B. die Erfahrungen in Amerika
igen ! es trotz reſolutem Vorgehen der Frauenkreiſe nur ganz
Umähl. zu jenen vorbildlichen Wohnungsbauten kam.
Nr Hat letzthin ein „Internationaler Frauenkongreß für
newübentohnx/ 3bau” in London ſtattgefunden, der von 18 Ländern
erteu kieſuchti arde. Das „Allgemeine Komitee des britiſchen
Woh=
ungs=e H Stadtplanamtes”, das den Kongreß einberief, hatte
MMaohüllzu 2 ſchriften ausgearbeitet, deren einzelne Punkte lebhafte
skufi zeitigten. Auch eine Maſſendemonſtration für
Woh=
uugsH vom „Britiſchen Frauenverband für Wohnungsbau”
eranſtäſt, trug dazu bei, den Gedanken der allgemeinen
mich prauers nahme am Wohnungsbauproblem in weiteſte
Schich=
verteirn zu en, um möglichſt bald nicht nur amerikaniſche, ſondern
für den ſüuch ſE inaviſche Einrichtungen und Pläne in dem jedem
eil vonFande epaßten Maße nachzuahmen, die dort erſt nach
Begut=
chtung’ rch die lokalen Hausfrauenvereine wie z. B. in
Nor=
milch ſbegen, ſtalt annehmen dürfen. Erſte Verſuche in
Deutſch=
gind, 4 das durch das „ſtaatliche Bauhaus in Weimar” für
„ſe Ar Ulung im vorigen Jahr hergeſtellte Einfamlienhaus
av ſlnd ve rivaten Baugeſellſchaften verwirklichte Pläne in
Sied=
chollbill uingsha ern, können ja leider nur in beſchränkteſtem Maße
Plun/’tachahl ag. finden, da zur Bekämpfung der herrſchenden
Woh=
ungsn’ in erſter Linie nur der Bau mehrſtöckiger
Miets=
ſernesr Frage kommt. Warum ſollen dieſe aber, unter Mit=
Wrbeit Hausfrau, die es ja in erſter Linie angeht und findiger
ihre verſchiedenen Wünſche in die Wirklichkeit
umzu=
ie otzen" uichen, nicht ebenfalls derart um= und ausgebaut
derdeny inen, daß ſie auch bei beſchränkten
Raumverhält=
iſſen — trautes Heim in des Woxtes wahrſter Bedeutung
rhält, 3 mit ſeinen arbeitsentlaſtenden Einrichtungen auch
on eiri Hausfrau ohne Hilfe bei möglichſter Zeit= und
Prafter: nis hygieniſch einwandfrei inſtand erhalten werden
pann? wäre außerordentlich zu begrüßen, wenn die Idee
er?,— rale der Hausfrauenvereine Groß=Berlins”: Ein
auser Hausfrau mit allen hauswirtſchaftlichen Er=
Vunger) ften und Einrichtungen, mit Zwei=, Drei= und
Vier=
immer ynungen zu bauen, bald allenthalben unter Förderung
E. Th.
ſer Ho =auenvereine Nachahmung fände.
Taß aber Du, o Vaterland, Dich mahnen,
Vergiß ſie nicht, die Kinder in der Ferne;
Sie werden ſegeln unter Oeinen Fahnen,
Drum ſorge Du, daß man ſie achten lerne;
Und zieh’n ſie auch von Pol zu Pol die Bahnen,
Sei du mit ihnen wie die treuen Sterne,
Und halte jedes, einer Welt zum Trutze,
Je ferner Dir, ſe näher Deinem Schutze! Hebbel.
* Die Frauen und die Zigarette
Als ich kürzlich mit einer Baltin eine Konditorei verließ,
ſteckte ſie ſich, genau wie der Herr, der vor uns das Lokal
ver=
laſſen hatte, noch eine Zigarette an und trat unbefangen damit
auf die Straße. Obwohl ich ſelbſt den Reiz einer Zigarette, ſei
es als Stimulans bei anſtrengender Arbeit, ſei es als
begleiten=
den Genuß einer angeregten Plauderſtunde, wohl zu ſchätzen
weiß, verurſachte mir doch meine rauchende Begleiterin auf der
Straße einiges Mißbehagen. Hier war die Freude an der
Ziga=
rette auf ihr äußerſtes Maß geſteigert, oder war ſie vielleicht
ſchon in eine Gewohnheit umgeſchlagen, die mechaniſch
funktio=
nierte, unabhängig von äſthetiſchen oder hygieniſchen
Hemm=
niſſen? Dieſer kraſſe Fall der Zigarettenleidenſchaft veranlaßte
mich nun, mich ein wenig mit dem Problem der rauchenden Frau
zu beſchäftigen, und, wie meiſt, wenn man ſich ernſthaft um eine
Erkenntnis bemüht, kommt einem von irgendwo Hilfe. So fiel
mir das Buch des Wiener Gynäkologen Hofſtätter „Die
rau=
chende Frau” in die Hand, das die kliniſchen und pſychologiſchen
Eigentümlichkeiten der rauchenden Frau unterſucht und darſtellt.
Nach langen Ermittelungen des Arztes — einen beſonders
intereſſanten Teil ſeines Buches bilden die Krankengeſchichten
und Bekenntniſſe vieler Raucherinnen — ſollte eigentlich die
Eitelkeit die Frauen davor ſchützen, ſich allzu ſtark an die
Leiden=
ſchaft für Nikotin zu verlieren, denn es ſcheint in der Tat, als
wenn gewohnheitsmäßiger oder gar ſehr ſtarker Tabakgenuß auf
die Haut einen ungünſtigen Einfluß ausübt. Namentlich
ent=
ſtehen frühzeitig Falten in den Mundwinkeln, die Lippen
ver=
lieren ihre friſche Farbe, die ganze Haut de Geſichts wird ſtraff
hart und neigt zur Farbloſigkeit. Sehr ſchlimm iſt nach
Hof=
ſtätter die Wirkung des Nikotins auch auf die Augen. Die
An=
fängerin zeigt neben entzündlichen Erſcheinungen am Auge oft
einen dadurch bedingten überaus häufigen und ſehr unruhigen
Lidſchlage Alte Raucherinnen haben, dagegen manchmal einen
unglaublich ſeltenen Lidſchlag, enge Pupillen und auch eine
recht unangenehm anzuſehende Blickſtarre. Der Verfaſfer kennt
eine Dame, die nach ſieben bis acht Zigaretten zu ſchielen beginnt.
Zu anderen Zeiten ſchielt ſie nie.
Am häufigſten finden ſich — aus vielen Gründen erklärlich —
ſtarke Raucherinnen unter den berufstätigen Frauen.
Lehre=
rinnen, Studentinnen, weibliche Aerzte und Doktoren der
Philo=
ſophie, Schauſpielerinnen, Malerinnen und Klaviervirtuoſinnen
ſind es vor allem, die es täglich bis zu mehreren Dutzend
Ziga=
retten bringen. Das Werk Hofſtätters, der nicht das letzte Wort
geſprochen haben will, bringt auf alle Fälle viel intereſſantes
Material und regt zum Nachdenken über eigene und fremde
Schwäche an.
Während nun der Wiſſenſchaftler objektiv betrachtet und nur
aus nachweisbaren Wirkungen ſein Urteil ableitet, kommt für
den Einzelnen auch noch die äſthetiſche Seite in Frage; ja ſelbſt
die Ethik ſpielt hinein, inſofern es ſich auch für die Raucherin
darum handelt, zu prüfen, wie weit ſie ihrer Leidenſchaft für den
Nikotingenuß Herr bleibt oder ihr hemmungslos anheimfällt.
Wenn aber erſt auf der Straße die rauchende Frau zur
ge=
wohnten Erſcheinung werden ſollte, dann verhüllen Aeſthetik und
Ethik gleichermaßen ihr Haupt, und die Verwiſchung der
Ge=
ſchlechtertypen, heute ſchon durch Sport und Bubykopf angebahnt,
macht weitere Fortſchritte.
So reizvoll die Zigarette in der Hand der Frau am Teetiſch
wirkt, ſo wenig ſie der geiſtig arbeitenden Frau als
Entſpan=
nungs= und Anregungsmoment verſagt ſein ſoll, die Raucherin
auf der Straße wollen wir uns doch lieber als
Abſchreckungs=
mittel dienen laſſen und die Herrſchaft über das betörende
Niko=
tin behalten, ſtatt ſie ihm über uns einzuräumen. Auch das
Buch Hofſtätters mahnt dazu.
Darmſtädter Tagblatt
Garantiertes Eheglück?
Wenn Sozialpolitiker und auch Wiſſenſchaftler allen Ernſtes
verſuchen, ein möglichſt unfehlbares Mittel zur Sicherung des
Eheglücks zu finden, ſo iſt dieſes Beſtreben angeſichts der
un=
geheuren Zunahme der Eheſcheidungen eigentlich ganz
erklär=
lich. Der Staat, der in glücklichen Ehen und dem dadurch
be=
dingten harmoniſchen Familienleben ſeine beſte und ſicherſte
Grundlage beſitzt, hat natürlich das größte Intereſſe an allem,
was zu dieſem Zweck geplant und vorgeſchlagen wird. Bekannt
iſt wohl allgemein, daß ſchon ſeit längerem die Vergleichung der
Handſchriften zur Erforſchung der beiderſeitigen Eignung zur
Ehe vorgeſchlagen wurde. Weiter werden Geſundheitsatteſte
von beiden Heiratsluſtigen gefordert, um einer
Beeeinträchti=
gung der Ehe durch Krankheit einerſeits, wie der Geburt
minder=
wertiger oder gar lebensunfähiger Nachkommen vorzubeugen.
Eine dritte Forderung geht noch weiter und will alle jene
un=
fruchtbar gemacht, alſo ſteriliſiert, ſehen, die trotz ſchwerer
körper=
licher oder geiſtiger Belaſtung zur Ehe drängen, in der ihnen
dann durch das neue Verfahren die Fortpflanzung unmöglich
gemacht wird.
Bis jetzt handelt es ſich bei dieſen Plänen immer nur um
Vorſchläge, die nur ganz vereinzelt, z. B. durch „Belehrung
Hei=
ratsluſtiger über die Folgen verheimlichter Krankheiten und
An=
lagen für den anderen Ehegatten wie für die Nachkommen”
ver=
wirklicht wurden. Alles andere „hängt noch in der Luft” wie
man zu ſagen pflegt, ſowohl in Europa wie in anderen Ländern.
Natürlich ſind auch in dieſen, wie bei uns, einſichtsvolle
Wiſſenſchaftler beſtrebt, ein möglichſt unfehlbares Rezept zur
dauernden Sicherung des Eheglückes zu finden. Allen voran
iſt wohl der amerikaniſche Phyſiker H. Gernsback in New York
zu nennen. Nach Art der pſychotechniſchen Eignungsprüfung
für die Berufswahl, will er (vorausgeſetzt, daß ſie ſich dieſer
Prüfung unterziehen) Eheluſtige einer ſolchen unterwerfen, um
auf dieſe Weiſe die paſſenden Ehekandidaten zu vereinen.
Eigenartig konſtruierte Meßapparate mit Schreibſtift und =
trom=
mel, Sphygmometer, meſſen die Pulsſchläge der Ehekandidaten,
und ergibt die Aufzeichnung keinen höheren und ſchnelleren
Pulsſchlag bei gegenſeitiger Annäherung, dann ſind ſie nach des
Amerikaners Meinung frei von jener Liebe, die über alles
hin=
wegträgt und allein dauerndes Eheglück verbürgt. Durch ein
weiteres Verfahren will er die gegenſeitige Sympathie, wie, was
faſt noch wichtiger iſt, die gegenſeitige Antipathie feſtſtellen. Wenn
ſie ſich „nicht riechen” können, wie der Volksmund ſo treffend
und draſtiſch zugleich ſagt, dann müſſen ſie ebenfalls, nach
Gerns=
back, vor einer Eheſchließung gewarnt werden. Die Probe will
er durch eine Haube vornehmen, die, enganſchließend, den
Kör=
pergeruch des betreffenden Kandidaten zuſammenhält, der dann
dem anderen Teil durch einen Schlauch mit Mundſtück zum
Rie=
chen zugeführt wird. Ueber die Wirkung dieſes Geruchs auf
den anderen Teil ſollen ebenfalls ſchematiſche Aufzeichnungen
der Apparate Aufſchluß geben. Schließlich will er noch die mehr
oder minder große Nervoſität der Eheluſtigen erproben, da nach
ſeiner Meinung Ehepartner mit der gleichen Nervoſität
eben=
falls in der Ehe unglücklich werden müſſen, während ein ſtark
nervöſer an der Seite eines ruhigen, ausgeglichenen Ehegatten
nach und nach ſelbſt zur Ruhe und zu einem guten Gleichmaß
der Nerven komme. Die Frage iſt nun: Erſtens: Würden alle
dieſe Verſuche obligatoriſch eingeführte Zwangsmaßnahmen für
alle Eheluſtigen werden können? Zweitens: Würden die
Geprüf=
ten willens ſein, ſich dem „Gebot”, das der Ausſchlag der
beider=
ſeitigen Prüfung ergab, zu unterwerfen? Wir meinen: Solange
Eheſchließungen ſtattfinden, und wir möchten beſonders
hervor=
heben, in der heutigen, oft ſo oberflächlich raſchen Weiſe, nach
kurzer Bekanntſchaft zuſtande kommen und, was vielleicht noch
wichtiger iſt, zum ſtändigen Zuſammenſein in ſo ſehr beengten
Räumen zwingen, wird wohl jede Maßnahme zur Sicherung
des Eheglücks, ſei ſie noch ſo gründlich ausgearbeitet, erſchiene
ſie auch noch ſo unfehlbar, nur von bedingtem Einfluß auf die
Glücksdauer der Ehe ſein können. Dr. Karl Rechbergk.
Frauen=Rundſchau
Ein Wettbewerb für eine korrekte Mode. Dem
Präſidium der katholiſchen Frauenvereine Italiens iſt vor
eini=
ger Zeit von Papſt Pius XI. in Anbetracht der Ausſchreitungen
der Frauenmode empfohlen worden, einen Werbefeldzug für eine
ſittlich einwandfreie Mode zu veranſtalten. Daraufhin hat die
Frauenvereinigung einen Wettbewerb für eine korrekte Mode
ausgeſchrieben.
* Daheim
Dis‟
atte /
urückes
gen G 4
ſtimmt
dans,
chen di‟
nitten
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geſät I
ind riz.
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Wort.
„und T
Stirne 2
ſch geb d.
mit, wei
Frau
Goldkäl
Goldkäßil
was fö
jetwas
Ihr 930
Jahr=
bald ge9
ſeine W
iſt nockhe
gebe, f1.
Sie ſiri
recht bd
und ſiel
Netz zu
einer zehnjährigen Darmſtädterin.
Das Aergernis.
iße Julifonne brannte hernieder und Goldkäfervater
rit ſeiner Familie in den tiefſten Schatten des Waldes
en. Es war' aber auch nicht zum aushalten, wie die
klei=
ferchen in ihrer altklugen Art ſagten, und die Eltern
ynen bei. Goldkäfers hatten vier Kinder, mit Namen:
el, Linchen und Emil. Emil war der Keckſte und
Lin=
rävſte und der Mutter eine gute Stütze im Haushalt.
Nun ſuch von ihrer Wohnung erzählen: Goldkäfers wohnten
grünen Wald, auf dem ſchönſten Mooſe. Eine Hütte
ſen, mit Blumen umgeben, war die Wohnung. Der
Vater !. gerade durch den Garten, um ſich die Rüben, die er
zu beſehen, als ſeine drei Jungens herbeiſtürzten
* „Denk mal, Papa, die freche Spinne hat ihr Netz
Haustüre geſpannt —”. „Ja, und hat uns nicht
hin=
fiel Linchen, die eben dazugerannt kam, ihnen ins
nd hat geſagt, dieſe Türe ſei die ihre”, fuhr Emil fort
iſt doch nicht wahr!” Vater Goldkäfer runzelte die
ſprach: „Freilich iſt das nicht wahr, dieſes Haus habe
und nicht ſie, alſo gehört die Türe uns. Kommt jetzt
ollen ſie vertreiben.” Als ſie an die Türe kamen, ſaß
rne in ihrem Netz, das ſie über die ganze Tür von
Haus geſpannt hatte und lauerte auf einen Braten.
ater trat an ſie heran und ſagte: „Hören Sie einmal,
Ihnen denn ein, ſich ſo einfach dahin zu pflanzen, ſo
rir in meinem ganzen Leben noch nicht vorgekommen:
machemu: gleich, daß Sie da herauskommen, oder wir zerſtören
Die Spinne erwiderte: „Gewiß, Werteſter, nächſtes
ich, das iſt doch ſehr anſtändig von mir, daß ich ſo
Und ſie lachte recht höhniſch. Herr Goldkäfer verlor
nicht: „Gewiß” antwortete er, „aber ich glaube, es
tändiger von mir, wenn ich Ihnen fünf Minuten Zeit
au verduften, — oder —‟ Oder ich laſſe Sie ſitzen, wo
el Frau Spinne ihm ins Wort, „wir wollen ſehen, wer
ich oder —‟. „Wir!!” ſchrie es plötzlich neben ihr,
p ſich von zwei ſtarken Armen gepackt und mit ihrem
den geriſſen. „Hilfe!” ſchrie ſie, aber dann brachte ſie
kein Wort mehr heraus. „So, das Hindernis wäre beſeitigt,”
ſagte Emil, denn er war es, der die Spinne getötet hatte, „nun
können wir hineingehen und eſſen”. Goldkäfervater lobte Emil
und ſagte: „Das war brav von dir, daß du dieſes gräßliche
Ge=
ſchöpf aus der Welt geſchafft haſt”.
Die Tour. — Neue Bekannte.
„Das Wandern iſt des Müllers Luſt”, ſang Linchen und
hüpfte vor lauter Vergnügen auf einem Beinchen herum.
Gold=
käfers wollten nämlich heute eine große Tour machen! „Sei doch
ruhig, Linchen, ſonſt darfſt du nicht mit,” mahnte die Mutter,
„helfe mir lieber die Eßwaren einpacken‟. Das tat Linchen denn
auch, und bald war alles fix und fertig: Hans und Ludel
hat=
ten Ruckſäcke, der Vater ebenfalls, die Mutter ein Körbchen am
Arm und Emil ſeine Botaniſiertrommel. So zogen ſie denn los.
Linchen hier und da Blumen pflückend und Emil Schmetterlinge
fangend, kamen ſie an dem Dreieichenplatz an. Es war ungefähr
um die Mittageſſenszeit, alſo wurde ausgepackt. Zuerſt kam eine
leckere Wurſt heraus, die mit einem begehrlichen „Ah!” in
Emp=
fang genommen wurde. Dann kam zum Vorſchein: Brot,
But=
ter, Obſt, Gemüſe und Wein. Hierauf wurde ein luſtiges Feuer
angemacht und das Gemüſe gekocht. Hei, wie das ſchmeckte!
Nach=
dem die Mahlzeit beendet war, wollten Vater, Mutter und
Lin=
chen ein kleines Schläfchen halten, während die drei Jungens auf
Entdeckungsreiſen ausgingen. Als ſie ein Stück gegangen waren,
begegneten ſie einer Familie Roſenkäfer, beſtehend aus: Vater
Mutter und zwei reizenden Töchterchen. Unſere drei grüßten
höflich und wollten vorübergehen. Aber der Vater ſprach ſie an:
„Meine Söhne, könnt ihr uns nicht zeigen, wo der Dreieichenplatz
iſt?” fragte er. „Ei doch”, ſagte Hans, „wir lagern auch dort” und
die drei machten kehrt und gingen mit Roſenkäfers. Goldkäfers
waren aufgewacht, und als ſie Roſenkäfers erblickten, erſtaunten
ſie, aber als Ludel ihr Zuſammentreffen erzählte, waren ſie ſehr
erfreut, noch Geſellſchaft zu haben, und ſie machten ſich
zuſam=
men auf den Weg. Als ſie endlich aus dem Walde traten, welch
herrlicher Anblick bot ſich ihnen dar! Die Sonne ging hinter dem
Walde unter und färbte alles roſig, und roſig war die Stimmung
der beiden Familien.
Glück.
Jahre waren darüber vergangen und Goldkäfers und
Roſen=
käfers waren die beſten Freunde geſporden. Hans, Ludel, Lin=
chen und Emil waren erwachſen. Gar gerne hätten Hans und
Ludel um die beiden Töchter von Roſenkäfers, Lucie und Hilly,
geworben, aber ſie getrauten ſich nicht, da ſie keine Stellung
hat=
ten. Eines Tages aber kamen beide froh bewegt nach Hauſe, ſie
hatten jeder eine Stellung! Ludel bei einem Gärtner und Hans
als Kammerdiener bei der Roſenkönigin. Die Eltern waren ſehr
erfreut und ſagten, nun ſollten ſie ihr Glück verſuchen. Mit
Freuden ſagten Roſenkäfeks zu, und in drei Monaten ſollte die
Hochzeit ſein. Auch Emil war verlobt, und zwar mit Fräulein
Gerda Maikäfer. Nun war die Hochzeit von Ludel mit Lucie und
Hans mit Hilly. Dabei ging es hoch her und man trank auf das
Wohl der jungen Eheleute. Nach ein paar Wochen heiratete Emil
ſeine Gerda, nur Linchen blieb bei ihren Eltern bis ſie ſtarben.
Dann nahm Hans ſie zu ſich, und alle lebten vergnügt bis an ihr
ſeliges Ende.
E. N.
Ein Grab=
Von Emmy Bekker. Nachdruck verboten.)
Er war verſchollen, ertrunken im Meer, weit fort, weit.
Sie ſetzten ihm ein Kreuz und ſchrieben ſeinen Namen darauf,
wann er geboren und geſtorben, und pflanzten Efeu daran und
Blumen, bunt und ſchön.
Er iſt nicht tot, ſprach Kamilla, er lebt und beſchattete mit
der Hand die Augen und ſah hinaus auf das Meer, dahin, wo
er herkommen mußte.
Die anderen lachten. Er iſt tot, ſprachen ſie, er iſt ertrunken.
Der Efeu wuchs und wurde groß und ſtark, und die Blumen
blühten Jahr für Jahr, ſchön und bunt, und durch Kamillas Haar
zogen die erſten weißen Fäden, da kam er zurück, groß und ſtark.
Neben ihm ging eine Frau, auf dem Arm trug er ein Kind und
an der Hand führte er einen Knaben.
Er kommt zurück, riefen ſie lachend, er lebt, Kamilla, Du haſt
recht, er lebt, und wußten nichts von dem Dolch, den ſie tief in
das Herz ihr bohrten.
Und aus der Erde riſſen ſie ſein Kreuz, doch Kamilla begrub
ihn dort, wo der Efeu dicht und ſtark wuchs, unter Bäumen
und ſchön.
Doch er lebte und war ſtark und geſund.
Wie freue ich mich für Dich, daß Du nun endlich Ausſicht auf
eine Wohnung haſt und Deine Hochzeit in greifbare Nähe gerückt
iſt. Nun heißt es aber, alles bereit halten, vor allem letzte Hand
an Deine Wäſcheausſtattung legen und ſie durch noch fehlende
Einzelheiten ergänzen. Da werden Dich doch mehr die Neuheiten
intereſſieren, die unſere Großſtadt ſeit meinem letzten Brief an
Dich hervorgezaubert hat. Ja, märchenhaft ſchön ſind unſere
Wäſcheauslagen, in ihrer ſeidig=glänzenden bunten Farbenpracht
mit Spitzen überhaucht. Doch gibt es außer dieſen für den
raffi=
nierten Geſchmack notwendigen Gegenſtänden auch vornehme
ſolide, reizvolle Wäſche, die mehr Deinem natürlich praktiſchen
Sinn entſpricht. Da Du ja noch genügend Zeit haſt, iſt es am
vor=
teilhafteſten, Du beſtellſt Dir Beyer=Schnitte, an die Du ſeither
gewöhnt biſt, und arbeiteſt die entzückenden Wäſcheſtücke ſelbſt,
von denen ich Dir einige Abbildungen beifüge. Unbedingt mußt
Du Dir Jumper=Unterleibchen machen, wie Abbildung 7946 und
7944 zeigen, deren tief gelegte Gürtellinie den Sitz von Kleid
oder Bluſe garantieren. Erſtere aus weißem Opal mit
Tüll=
blenden am viereckigen Ausſchnitt und an den Armlöchern wird
durch Seidenband, das durch umſchürzte Einſchnitte geleitet iſt,
zuſammengehalten. Sehr hübſch iſt das Unterleibchen in
Schlupf=
form aus Batiſt mit rundem Ausſchnitt Abb. 7944, das nur mit
ſchmalen Blenden eingefaßt iſt. Für den Seidenbandgürtel iſt
hinten und ſeitlich Zugſaum eingerichtet. Zu Deinem
Jacken=
kleid brauchſt Du natürlich auch einige Unterleibchen in der
be=
kannten Form. Die drei Abbildungen 68286 bis 68288 haben
den gleichen Schnitt mit Zugſaum und verdecktem Rückenſchluß,
beliebig durch Band= oder Stoffträger gehalten. Soviel ich mich
erinnere, beſitzt Du noch ein geſticktes Batiſtkleid, das Du nicht
viel getragen haſt und das jetzt unmodern iſt. Das kannſt Du
gut dazu verwenden. Die kleine Handſtickerei und Hohlnaht an
Abb. 68 287 macht ſich ſehr angenehm beim Plauderſtündchen im
Kränzchen. Als Brautwäſche haſt Du die Wahl zwiſchen den
beiden Garnituren 68 175—68 177 und 68 181—68 183. Ich
per=
ſönlich würde die erſte Garnitur aus Makkobatiſt mit
Plattſtich=
ſtickerei und Hohlnaht vorziehen. Vielleicht gefällt. Dir die zweite
beſſer, aus Leinenbatiſt mit Plattſtichſtickerei und Klöppelſpitze.
— Etwas ſehr Elegantes für Dein Geſellſchaftskleid in
Hemd=
form wäre das Leibchenbeinkleid aus roſa Chinaſeide Abb. 68 299,
Du kannſt es ja ſchließlich auch ebenſo gut aus Batiſt herſtellen
und mit Valencienne=Einſatz verzieren. Für Deinen ſoliden
Ge=
ſchmack iſt eher das kurze Hemd und paſſende Beinkleid aus Batiſt
mit Hohlnaht und geſtickten Punkten Abb. 68 115.
Wenn Du mit allem fertig biſt, ſchreibe mir bitte, daß ich
Dein Werk bewundern komme, denn ich habe mir noch einige
Tage Urlaub aufgehoben. Hoffentlich macht Dir die Arbeit Freude
und biſt Du mit mir zufrieden. Sonſt komme ſelbſt her und Du
wirſt zugeben, daß ich das Richtige für Dich gewählt habe.
Mit herzlichen Grüßen
Deine Lilly. erſcheinen.
PS. Erforderlich: Zu 7946: 1,20 Meter Stoff, 80 Zentimeter
breit. Beyer=Schnitte für 84 und 92 Zentimeter Oberweite. —
Zu 7944: 1,30 Meter Stoff, 80 Zentimeter breit. Beyer=Schnitte
für 84,92 und 104 Zentimeter Oberweite. — Zu 68 286—68 288
je 1 Meter Stoff, 80 Zentimeter breit. — Zu 68 175—68 177: Veränderung ihrer Züge bedacht ſind, verfallen jetzt de
(Nachthemd) 2,60 Meter Stoff, (Taghemd) 1,70 Meter Stoff,
(Beinkleid) 1,40 Meter Stoff, je 80 Zentimeter breit. Beyer= Geſicht einen eigenartigen exotiſchen Reiz zu geben.
Schnitte für 92 und 104 Zentimeter Oberweite. Beyer=
Abplätt=
muſter Nr. 30 692/III, Nr. 30 693/II, Nr. 30 691/III (je 46
Zenti=
meter Oberweite). — Zu Abbildung 68299: 2 Meter Stoff, 80
Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 92 und 104 Zentimeter
Oberweite. — Zu 68115: 2,50 Meter Stoff, 100 Zentimeter breit.
Beyer=Schnitte für 46 Zentimeter Oberweite. — Zu Abb. 68 181
bis 68 183: (Nachthemd) 2,60 Meter Stoff, (Taghemd) 1,70 Meter
Stoff, (Beinkleid) 1,40 Meter Stoff, je 80 Zentimeter breit. Beyer=
Schnitte für 92 und 104 Zentimeter Oberweite.
Wenn in Eurem Städtchen keine Schnittmuſterverkaufsſtelle
vorhanden iſt, ſind alle Schnitte und Muſter gegen Nachnahme
zu beziehen durch „Beyer=Schnitte‟, Leipzig, Rathausring 13.
*Oer„Aermelſchal‟
eine originelle Modeneuheit
Der ſo viel getragene hochmoderne Schal weiſt bekanntlich ausſehen, wenn ſie braune Brauen und Wimpern YAl.
nur den einen Nachteil auf, daß er die bei der jetzigen Mode
meiſt unbekleideten Unterarme unbeſchützt läßt, während Rücken
und Schultern, Oberarm und Bruſt, je nach Wunſch, gut ver=
wahrt werden können. Dieſem Uebelſtande half ei
Kunſtgewerblerin dadurch ab, daß ſie den breiten, w.
ſchmiegſamen Schulterſchal, gehäkelt oder geſtrickt, an
den unteren Enden, etwa 30 Zentimeter lang, zu einer
verengte, den ſie noch zum beſſeren Halt durch handbr
ſchetten verlängerte. Nun kann der ſo gewonnene 2
entweder, wie bisher, nur als Schulterſchal verwende
an dem die ſchmal zulaufenden Enden höchſt origine
und er kann bei Bedarf auc raſch über die entblößt
arme geſtreift werden und wie ein leichtes Jäckchen E
Wärme ſpenden. Den Zuſammenhang über der Bruſt
zahlreiche zierliche Knebel auf der einen und Schlinge:
anderen Seite, die außer Gebrauch wie ein reizvoller
* Die augenbrauenloſeM
Damen, die alles Neue mitmachen und ſtets auf eik
die Haare der Augenbrauen ausreißen zu laſſen, um da!
bannung der Augenbrauen iſt in der Mode bereits d.
getreten, ſo z. B. in der Renaiſſance, und das „Re
Monaliſa liegt zum nicht geringen Teil in der verfü
Kälte der Augen, die durch keine Brauen beſchattet
Diesmal iſt aber nicht die Renaiſſance, das Vorbild,
Aegypten. Die Prinzeſſinnen am Pharaonenhofe nu.
falls keine Augenbrauen, ſondern an deren Stelle tiat
bezogene ſchwarze Linie. Auch dies ahmen die modernen
innen des Tutonch=anon nach und ziehen den Strich
Augen hoch empor bis zur Schläfe, wodurch der Blick
ſame Querſtellung erfährt. Die Augenbrauen werden.
ſtändig ausgezogen, ſondern erhalten, je nach dem Ge
beſondere Geſtaltung. Verpönt ſind nur die buſchigen
die aus langen Haaren beſtehen. Die Braue darf nur el
Linie bilden, die dem Geſicht eine auffällige Note berle
bekannter franzöſiſcher Schönheits=Spezialiſt” empſie
die beſſere Pflege der Wimpern. „Blonde Augenbrau”
ſchlecht”, ſagt er. „Eine blonde Dame wird ſehr viel
und Dichte der Wimpern iſt für Farbe und Dichte de
ſehr wichtig. Die Wimpern müſſen regelmäßig geia!
eingefettet werden, um ſie weich und dicht zu machen.
w
4Der zeitgemäße Haushalt
Bekämpfung der Wanzenplage. Man beſtreicht
Bettſtellen und Wände einige Male mit der Löſung, die aus
7 Gramm doppelchromſauren Natron und 1 Liter Waſſer
be=
reitet iſt, oder beſtreicht die Ritzen mit einer Abkochung von
Koloquinten (beim Drogiſten oder Apotheker erhältlich). Fugen
und Fußboden werden ſodann mit einem Kitt aus Leimwaſſer
und Zement verſtrichen, alle Winkel abgeſucht, Ritzen in Türen
und Mauern verkittet. Die Innenſeite der Bettſtellen, die
Rück=
ſeiten der Bilderahmen und der Käſten müſſen mit Petroleum
oder Terpentin tüchtig eingepinſelt werden.
Roßhaar zu reinigen. Roßhaare werden in ein
Waſchfaß gelegt, mehrere Male mit kochendem Waſſer übergoſſen
und ſofort zugedeckt. Nachdem ſie eine Stunde in dem Dampf
geſtanden ſind, läßt man das Waſſer ablaufen, übergießt ſie mit
kochendem Seifenwaſſer und deckt ſie wieder zu; wenn das Waſſer
etwas abgekühlt iſt, ſo werden die Roßhaare gut ausgedrückt
und gerieben, das Waſſer abgeſchüttet, mit reinem, kochendem
Waſſer übergoſſen, mit einem Stock umgerührt und nach einer
Stunde neuerdings mit friſchem, kochendem Waſſer übergoſſen,
nachdem das frühere abgegoſſen wurde. Dann wird das
Roß=
haar zum Trocknen auf Tücher in die Sonne gelegt, bis es
trocken iſt und gezupft oder gekrempelt werden kann; es ſoll nie
kaltes Waſſer verwendet werden.
Bunten, zartfarbigen Satin ohne Auslaufen
der Farben zu waſchen, geſchieht auf die einfachſte Weiſe,
wenn man ihn in Molkenwaſſer (der abgelaufenen Flüſſigkeit
bei der Quarkbereitung) gründlich durchwäſcht. In lauwarmem
Waſſer ſorgfältig geſpült, wird er im Schatten getrocknet und
noch halbfeucht von links geplättet. Er erſteht nach dieſer
Be=
handlung wie neu.
Flöhe in Vohnräumen berſchwinden für
immer durch Aufwiſchen der Dielen mit warmem Waſſer (das
Aufwiſchen iſt alle zwei Tage zu wiederholen), dem man ein
Achtel Liter Petroleum und 75 Gramm Ammoniak beifügte.
Auch ſtarkes Eſſigwaſſer zum täglichen Auswiſchen
der Zimmer iſt ſehr wirkſam.
L.
Bereitung von Speiſeeis im Hauſe. Wenn man
größere Mengen Fruchteis benötigt, wie zu Sommer= und
Fami=
lienfeſten, bei denen es namentlich in der warmen Jahreszeit eine
beliebte Erfriſchung iſt, ſo kann man es auch ohne Eismaſchine
in jedem Haushalt bereiten, wenn man folgende Winke beachtet:
Das in einen groben Lappen eingeſchlagene Eis ſchlägt man
mit ſpitzem Hammer zu möglichſt kleinen, etwa nußgroßen Stücken.
Davon packt man handhoch in einen Eimer, beſtreut es dicht mit
Viehſalz, ſtellt die enge Blechbüchſe, in der das Speiſeeis bereitet
werden ſoll, etwa eine große Kakao=, Bonbon=, Honig= oder
Keksbüchſe, Milchkanne uſw. feſt darauf in die Mitte, umhüllt ſie
dicht mit Eis und Viehſalz, das man feſt anklopft. In die ſauber
ausgeriebene Büchſe gibt man nun die Gefriermaſſe und unter
ſtändigem Drehen derſelben und öfterem Abſtoßen der gefrorenen
Maſſe und Verrühren derſelben läßt man es feſt werden. Wenn
es recht ſchön glatt und feſt geworden, ſerviert man es entweder
mit oder ohne Schlagſahne und Eiswaffeln auf Eisſchälchen
oder =Tellern. Anfängerinnen bedienen ſich zur Miſchung von
Fruchteis vielleicht auch einer Gefrorenen=Wage, die es für billigen
Preis bei jedem Optiker gibt. Wird dabei ſtets darauf geachtet,
daß ſie bis zum 17. Grad mit der Maſſe gleich ſteht, ſo iſt ein
Mißlingen desſelben ausgeſchloſſen.
Himbeereis. ½ Pfund Himbeeren treibt man durch ein
Sieb, gibt 1 Pfund Zucker, den Saft von zwei Zitronen, einige
Tropfen Cochenille oder Speiſefarbe oder Alkermes zum Färben
und 1 Liter Waſſer dazu, gießt alles ſofort durch ein Sieb und
füllt in die Gefrierbüchſe.
Schokoladeeis. ½ Pfund Zucker, ½4 Pfund geriebene
Schokolade, friſche Eier und 1½ Liter Milch werden unter Rühren
zum Kochen gebracht, dann in erkaltetem Zuſtand, wobei man
öfter umrührt, in die Gefrierbüchſe gegeben.
Kaffeeis. In zwei Taſſen Waſſer laſſe man 1/s Pfund
friſch gebrannten Kaffee gemahlen langſam 10 Minuten kochen.
Durchgeſeiht, gebe man 1 Pfund Zucker, 3 Eigelb und 1 Liter
Milch dazu, laſſe alles unter Rühren bis zum Kochen kommen,
dann unter Rühren erkalten und endlich gefrieren.
Zitroneneis. Das Gelbe von 5 bis 6 Zitronen gibt
man kleingewiegt in 1 Liter Waſſer, in dem man 1 Pfund Zucker
auflöſte. Nach ½ Stunde gibt man den Saft der Zitronen dazu,
gießt alles durch ein Sieb und läßt es gefrieren.
Würziges Gurkengemüſe. (Fleiſchlos.)
helle Mehlſchwitze, aus Speck, hellbraun geröſteten Zwl=
Mehl bereitet, gibt man eine wie zu Salat geſchnitte!
Gurke, läßt ſie nur 10 Minuten darin dämpfen, fügt e
und Salz nach Geſchmack bei. Das Gemüſe ſchmecl."
zu Salz= oder Pellkartoffeln.
Vorzüglichen Zitroneneſſig bereitet, ie
bis 3 Zitronen, die man fein geſchält hat, die Schale."
Weineſſig übergoſſen, worauf man dieſe Miſchung 2—2
einem mäßig warmen Orte ſtehen läßt. Der Saſt. Ne
wird ausgedrückt, zum Klären in einem hohen Geſab.!t
abgegoſſen, durch ein Leinentuch geſeiht. Dasſelhe. "
dem inzwiſchen fertig gezogenen Eſſig, den man ſchie
mit dem Zitronenſaft miſcht. Dieſer Eſig iſt ein L
Würzmittel für Salate, Soßen, Ragouts, Frikoſſes.
Speckkartoffeln (äußerſt kräftig und wohle
Kleine, möglichſt gleichgroße, rohe Kartoffeln werden. ”e
lagenweiſe mit ſchmalen Speaſtreifchen oder zwutl.
Zwiebel und Kümmel, dem nötigen Salz und eiwſs
einen Topf oder Puddingform geſchichtet, dann mit .
Taſſenkopf voll Knochenbrühe oder Waſſer übergolle”
ſchließendem Deckel verſchloſſen, im Waſſerhade 19. L
kocht, darauf 3——4 Stunden in die Kochkiſte verſenkt. *
Brühe abgegoſſen, mit Braunmehl verdickt und mit Lit
den Speckkartoffeln gereicht.
Pichelſteiner. Klein geſchnittenes Gemüle.
Wurzeln, Knollen und Kraut wird mit den gleichen 2."
geſchnitterer Kartoffeln, einigen zerſchnittenen Zwe..
Kümmel und Speclwürfeln in eine Form geſchichtet, w.
Gericht mit wenig Brühe übergoſſen und ebenſo H.
bereitet und angerichtet.
Speiſezettel
Sonntag: Heidelbeerkaltſchale, Kalbsſchnitzel mit *
Montag: Reis mit Cornedbef in der Farm 9e0l.
Salat. — Dienstag: Gebackene arme Ritter mit Ahl.
Mittwoch: Pflaumenklöße. — Donnerstag: Gurkell.
Bratkartoffeln. — Freitag: Fiſchbälchen mit Dilloße.
von Gurke u. gr. Salgt. — Samstag: Gehackener Sic
wimer 228.
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D3iſtadt, den 16. Auguſt 1924.
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regiſs/ 4: Firma: Kommandit=
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ſellſclt Kreiſel & Co. Sitz:
Darm=
ſtadt. 1 rſönlich haftende Geſellſchafter
Heinr: Ludwig Kreiſel, Alfred Danner,
beides rufleute in Darmſtadt.
Kauf=
manmi nſt Herrmann in Bensheim iſt
zum kuriſten beſtellt derart, daß er
nur r emeinſchaft mit einem
perſön=
llich Enden Geſellſchafter
vertretungs=
berech iſt. Die Geſellſchaft hat am
1. Jur 1924 begonnen. Die beiden
per=
ſönliei aftenden Geſellſchafter ſind nur
gemer äftlich oder jeder von ihnen nur
mn G=6 nſchaft mit einem Prokuriſten
zur 2 retung der Geſellſchaft befugt.
Es iſſir Kommanditiſt beſtellt. (10422
DCſtadt, den 5. Aug. 1924.
rntsgericht Darmſtadt I.
Abſchrift.
St. W 7/23.
Irier Privatklageſache des
Kauf=
nann; 2ouis Jonas in Darmſtadt,
Privc gers gegen den Kaufmannn
ohc 2s Held in Darmſtadt,
Ange=
llagte s rvegen Beleidigung, hat das
Amts 8 t Darmſtadt I auf die
Ver=
handl=I in der Sitzung vom 12. Mai
1924, welcher teilgenommen haben:
Amt3 ichtsrat Lutz als Vorſitzender
.ſ. als Schöffen
fuſtizs ektor Kröh als Gerichtsſchreiber,
für R- erkannt:
De Ingeklagte Johannes Held, in
Darma k, geboren am 19. November
1880 — Troß=Zimmern, iſt der
Beleidi=
gung Sinne des 8 185 St.G.B. in
zwei 7 en ſchuldig und wird zu
Geld=
ſtrafen: n hundertfünfzig und
hun=
dertf f zig Goldmark verurteilt.
Diä eldſtrafe iſt für den Fall, daß
ſie nie i eigetrieben werden kann, mit
je ein n Tag Gefängnis für je 5
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mark verbüßen.
Deingeklagte trägt die Koſten.
GH/ eitig wird dem Beleidigten
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entſchei=
dende eil dieſes Urteils auf Koſten
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Die deutſch=franzöſiſchen
Handelsbeziehungen.
Die Franzoſen wollen Deutſchland
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liche Abmachungen aufzwingen.
Angeſichts der aus London einlaufenden Meldungen, daß Frankreich
im Begriff ſei, dem Deutſchen Reich einen Handelsvertrag aufzuzwingen,
ſei daran erinnert, daß ſchon vor einigen Monaten von der Abſicht der
franzöſiſchen Regierung, mit uns ein Handelsabkommen abzuſchließen,
die Rede war. Deutſchland erhält bekanntlich am 10. Januar n. Js.
ſeine ihm durch den Verſailler Vertrag unterbundene Handelsfreiheit
wieder, und mit dem gleichen Tage hören auch die wirtſchaftlichen
Ver=
günſtigungen für Elſaß=Lothringen auf. Dies läßt an und für ſich den
Wunſch der Staatsmänner an der Seine erklärlich erſcheinen, die
Han=
delsbeziehungen mit uns rechtzeitig zu regeln; nur darf man dort nicht
die Unverfrorenheit haben, wirtſchaftliche Zugeſtändniſſe als
Kompen=
ſationen für die Zurücknahme der widerrechtlich vorgenommenen
Ruhr=
beſetzung zu fordern.
Schon nach dem deutſch=franzöſiſchen Kriege 1870/71 bildete die
Regelung der wirtſchaftlichen Beziehungen beider Länder einen der
ſchwierigſten Punkte des Friedensvertrags. Fürſt Bismarcks Wunſch war
zuerſt, daß, der alte Handelsvertrag zwiſchen dem Deutſchen Zollverein
und Frankreich vom Jahre 1862 bis zum Jahre 1881 verlängert werde.
Er erklärte, lieber den Krieg mit den Kanonen wieder anfangen, als
ſich einem Kriege mit den Zöllen ausſetzen zu wollen. Aber er gab
dann doch den widerſtrebenden Franzoſen nach und die
Meiſtbegünſti=
gung wurde in den Frankfurter Friedensvertrag aufgenommen. Dem
Fürſten iſt der Verzicht nicht leicht geworden, jedoch ſagte er ſpäter im
Reichstage, er habe ſich überzeugt, daß es nicht tunlich ſei, im
völker=
rechtlichen Verkehr zwiſchen zwei großen Nationen einen
Handelsver=
trag zu einer durch Krieg erkämpften Bedingung zu machen, die die
Staatshoheit eines großen Volkes und ſein Geſetzgebungsrecht beſchränke.
Frankreich hatte 1871 die Meiſtbegünſtigung auf eigenen Wunſch
erhalten, aber ſein Haß gegen Deutſchland brachte es bald auf Abwege,
indem es, um dieſem nicht niedrige Zölle gewähren zu müſſen, ſpäter
einen Zolltarif mit ſtark erhöhten Zollſätzen einführte, wodurch es ſich
ſelbſt wirtſchaftlich ſchwer ſchädigte und in Zollkriege mit einzelnen
Ländern verwickelte. Sein Handel ging erheblich zurück, wobei wir
vielfach die lachenden Dritten waren, und erſt mit Beginn dieſes
Jahr=
hunderts erholte er ſich wieder.
Seitdem ſtieg auch der deutſch=franzöſiſche Warenaustauſh bis zum
Weltkriege ganz erheblich. War der Handel noch in den erſten Jahren
des neuen Säkulums für uns paſſiv — unſere Einfuhr aus Frankreich
belief ſich 1902 auf 306 Millionen und unſere Ausfuhr dorthin auf 255
Millionen Mk. —, ſo wurde er bald aktiv, denn im Jahre 1913 hatte
unſere Einfuhr aus Frankreich einen Wert von 584 und unſere
Aus=
fuhr dorthin einen Wert von 790 Millionen erreicht; letztere überwog
alſo die Einfuhr ganz erheblich. In der Geſamteinfuhr Frankreichs
ſtand Deutſchland im gleichen Jahre an zweiter, in der Ausfuhr an
dritter Stelle.
Frankreich jetzt Sondervergünſtigungen für ſeinen Export zu machen,
verbieten ſchon die von uns mit anderen Staaten abgeſchloſſenen
Meiſt=
begünftigungsverträge. Man darf auch nicht vergeſſen, daß unſere
künftigen Zölle nicht mehr lediglich Schutzzölle zugunſten unſerer
hei=
miſchen Erwerbszweige ſein können, ſondeen daß ſie, um dem Deutſchen
Reich die ſo nötigen Einnahmen zu verſchaffen, gleichzeitig auch
Finanz=
zölle ſein werden. Dies wird uns den Abſchluß von Tarifverträgen
fehr erſchweren.
Die Franzoſen aber, welche uns jetzt einen Vertrag und ſonſtige
wirtſchaftliche Abmachungen aufzwingen wollen, mögen ſich die
Erklä=
rung Bismarcks ad notam nehmen, ein ſolcher Zwang enthalte eine ſo
ſtarke Verletzung des Nationalgefühls, daß er die Fortdauer des
Frie=
dens frühzeitig beeinträchtigen werde. Jedenfalls wird ein Zwang,
wie ihn jetzt die Franzoſen angeblich planen, für immer einen Stachel
zurücklaiſen, welcher der Völkerverſöhnung entgegenarbeitet.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
* Grunderwerbsſteuer=Rücklagen. Nach 88 10. 28
des Grunderwerbsſteuergeſetzes iſt die ſogenannte uneigentliche
Grund=
erwerbsſteuer am 1. Januar 1929 oder an dem ſpäteren Tage, an dem
der betrefeffde Grundbeſitz mindeſtens 10 Jahre bereits erworben war,
zu entrichten, auch ohne daß ein Wechſel im Eigenrum ſtattfindet. Die
Steuer beträgt alsdann 1 Prozent. Für dieſe Grunderwerbsſteuer
kön=
nen nach § 7 des Körperſchaftsſteuergeſetzes ſteuerfreie Rücklagen
jähr=
lich gemacht werden, das iſt bei der Vermögensſteuer, ſowie bei der
Auf=
ſtellung der Goldbilanzen nicht ohne Bedeutung. Zweifelhaft war
bis=
lang, ob zu dieſer uneigentlichen Grunderwerbsſteuer auch der
Ge=
meindezuſchlag von 50 Prozent erhoben werden konnte, der im Falle der
Nichterhebung einer Wertzuwachsſteuer ſogar verdoppelt (100 Prozent)
werden kann, und ferner, ob die ſteuerfreien Rücklagen ſich auch auf
dieſe Gemeindezuſchläge mitbeziehen. Auf eine dahingehende Anfrage
des Hanſa=Bundes hat der Reichsfinanzminiſter durch Beſcheid vom
93. Juli 1924 (III D. v. R42) beide Fragen bejaht. Der
Steuerpflich=
tige muß alſo zum 1. Januar 1929 mit einer Grunderwerbsſteuer von
insgeſamt 2 Prozent rechnen und wird gut daran tun, ſchon jetzt hierfür
entſprechende Rücklagen zu ſtellen. Die Vorſchrift bezieht ſich nur auf
ſolche Grundſtücke, die ſich im Eigentum von juriſtiſchen Perſonen oder
ſonſtigen Perſonenvereinigungen, Anſtalten oder Stiftungen befinden,
nicht aber auf Grundſtücke im Beſitz von Einzelperſonen.
Erwerbsgeſellſchaften.
— Weinzentrale A. G., Stuttgart. Die am 6. Auguſt
m Stadtgartenſaal ſtattgefundene Generalverſammlung war von nahezu
200 Aktionären, welche 20 209 000 Stammaktien zu vertreten hatten,
beſucht. Dem Vorſtand und Aufſichtsrat ſtanden 3000 Vorzugs= und
Schutzaktien mit 20fachem Stimmrecht zur Verfügung. Der Gang der
Verhandlungen wurde durch endloſe und zweckloſe Nedereien einer
kleinen Oppoſitionsgruppe, deren Führer Rechtsanwalt Dr. Steinhart
als Beauftragter des Weinhändlers Schnurrmann und anderer
unſicht=
barer Triebkräfte war, durch vieifache Anfragen, welche eine
merk=
würdige Unkenntnis in Aktienſachen und Bilanzweſen verrieten,
der=
zögert, die der Vorſtand fachlich und überzeugend beantwortete. Die
vom Vorſtand vorgelegte Papiermarkbilanz und auch die neu
aufge=
ſtellte Goldmarkbilanz wurden ſchließlich mit überwältigender
Stimmen=
mehrheit genehmigt. Das Oppoſitionshäuflein ſchmolz bis auf Herrn
Dr. Steinhart zuſammen, der am Schluß noch mit 324 Stimmen gegen
die Vorſchläge der Verwaltung ſtimmte. In den Aufſichtsrat wurden
gewählt: Dr. Georg Hengſtberger=Böblingen, Karl Durſch und Fritz
Born=Ulm, Wilh. Heinr. Treſcher=Freiburg, Rudolf Würth und Oskar
Frankenbach=Mannheim und Gottlob Sämann=Stuttgart. Nach der
neuen Goldmarkbilanz veränderten ſich gegenüber dem früheren
Vor=
ſchlage des Aufſichtsrates die Punkte: Liegenſchaften auf 848 400 Mk.
(1064 400), Kapital 1149000 (1 200 000) Mk., Rücklage 4908 (169 908)
Mark. Das Kapital wird demnach auf 1149000 Mk. umgeſtellt,
ein=
geteilt in 47 000 Stammaktien zu je 20 Mk., 1000 Stammaktien zu je
100 Mk., 500 Stammaktien je 200 Mk. und 3000 20ſtimmige
Vorzugs=
aktien je 3 Mk. Weiter wurde eine Kapitalserhöhung bis zu 300000
Mark beſchloſſen. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zum
Nenn=
wert; die näheren Bedingungen ſtellt der Aufſichtsrat und Vorſtand feſt.
km. Weitere Zunahme der Arbeitsloſigkeit, in
Baden. Die Wirtſchaftslage hat ſich nach dem Bericht des badiſchen
Arbeitsamtes in der vergangenen Woche weiter verſchärft. Die
Ar=
beitsloſenziffer hat ſich um tauſend erhöht. In der metallverarbeitenden
Induſtrie nehmen die Stillegungen, Entlaſſungen und Kurzarbeit
im=
mer mehr zu. Verſchiedene Großbetriebe mit tauſenden von Arbeitern
kündigen völlige Stillegungen an. Ein Mannheimer Großbetrieb mit
4500 Arbeitskräften führte Kurzarbeit ein. Ebenſo zwei Großbetriebe
im Murgtal. Die Pforzheimer Schmuckwareninduſtrie arbeitet in ſehr
tarkem Umfange verkürzt. Auf der anderen Seite haben verſchiedene
Betriebe, beſonders ſolche, die Edelfabrikate herſtellen, weitere
Auf=
zräge erhalten. Die Lage in der Schwarzwälder Uhreninduſtrie iſt
wei=
ter geſpannt. Die ſüdbadiſche chemiſche Induſtrie zeigte ſich wieder
auf=
nahmefähiger. Ungünſtig iſt der Markt in der Papierinduſtrie, die
ebenfalls zur Kurzarbeit gezwungen iſt. Dagegen iſt der
Beſchäftigungs=
grad der Weinheimer Lederinduſtrie als gut zu bezeichnen. Im
Holz=
gewerbe iſt namentlich die Möbelinduſtrie ſchlecht beſchäftigt.
Außer=
ordentlich ungünſtig geſtaltet ſich die Lage in der Tabakinduſtrie; ſowohl
im Lahrer, wie Offenburger und Heidelberger Bezirk wurden
Betriebs=
ſchließungen in großem Umfange vorgenommen. Im Baugewerbe iſt
es weiterhin ſehr ruhig.
—im. Verband Südweſtdeutſcher Induſtrieller.
In der kürzlich in Karlsruhe im Hotel Germania unter dem
Präſidium des erſten Verbandsvorſitzenden Kommerzienrats H. Stoeff=
Ziegelhauſen bei Heidelberg abgehaltene 53, ordentliche
Plenar=
verſammlung des Direktoriums des Verbandes Südweſtdeutſcher
Induſtrieller wurde nach einer Ausſprache über die derzeitige allgemeine
Wirtſchaftslage zunächſt über die Neuregelung des Liegegeldes nach §32
des Binnenſchiffahrtsgeſetzes beraten. Danach berichtete
Verbandsſyndi=
kus Dr. Mieck über eine Reihe der wichtigſten Punkte der Tätigkeit des
Verbands Südweſtdeutſcher Induſtrieller in der letzten Zeit und machte
Mitteilung von verſchiedenen neuen Verordnungen, die mit auf
Be=
treiben des Verbandes Südweſtdeutſcher Induſtrieller ergangen ſind
und der Induſtrie gewiſſe Erleichterungen in ihrer ſchwierigen Lage
bringen. Ausführlich wurde ſodann verhandelt über die Neuregelung
der Eiſenbahngütertarife. Das Direktorium ſprach ſich im Intereſſe
der Aufrechterhaltung der badiſchen und ſüdweſtdeutſchen Induſtrie
ins=
beſondere für die Aufrechterhaltung der Seehafenausnahmetarife, des
Waſſerumſchlagstarifs und der Staffeltarife aus; ferner für die
Ein=
führung weiterer Seehafenausnahmetarife, von Ausnahmetarifen zur
Ausfuhr über die trockene Grenze und für die Ausdehnung des
Waſſer=
umſchlagstarifs auf weitere Warengruppen. Dringend nötig iſt ferner
der allgemeine Tarifabbau. Bei Durchführung des allgemeinen
Tarif=
abbaues iſt jedoch zu fordern, daß derſelbe ſich nicht auf die
Normal=
frachtſätze beſchränken darf, ſondern in gleichem Maße den zugehörigen
Ausnahmetarifen zugute kommen muß. Einen weiteren
Beratungs=
gegenſtand bildete „Die Belaſtung der deutſchen Induſtrie, durch die
Induſtrie=Obligationen”.
Deutſche Tabaklieferungen an Italien. Die könig
lich italieniſche Tabakregie hat von allen ausländiſchen Tabakregien als
erſte die ſeit dem Kriege abgebrochenen Beziehungen mit deutſchen
Fir=
men weder aufgenommen. Zunächſt hat ſie mit der Zigarettenfabrik
Bosporus, Berlin, Korintherſtraße, einen Abſchluß auf regelmäßige
Lie=
ferungen getroffen.
Wirtſchaft des Auslandes.
— Warnung vor der Auskunftei „Probitas”, in
Alexandrien. Eine unzuverläſſige Firma in Alexandrien hat auf
Grund der Empfehlung der dortigen Auskunftei „Probitas” mit
deut=
ſchen Firmen Verbindung erhalten. Das erwähnte Auskunftsinſtitut
hatte ſich dabei auf das Deutſche Konſulat in Alexandrien bezogen. Dem
Konſulat iſt das Auskunftsbüro völlig unbekannt. Es wird dringend
abgeraten, ſich bei Auskunftseinholung des genannten Büros zu
be=
dienen. Das genannte Konſulat iſt jederzeit bereit und in der Lage,
über Firmen in Alexandrien zuverläſſige Auskünfte einzuziehen. Zur
Vermeidung von Verluſten kann nur dringend empfohlen werden, ſich
mit unbekannten ägyptiſchen Firmen ohne vorherige Auskunftseinholung
überhaupt nicht in Geſchäftsbeziehungen einzulaſſen.
— Die franzöſiſchen Budgeteinnahmen. Nach der
amtlichen Statiſtik betrugen im franzöſiſchen Budget die Einnahmen im
Juli insgeſamt 2 529 603 700 Franken, die normalen ſtändigen
Einnah=
men beliefen ſich auf 2 420 978300 Franken. Dieſe Summe ſtellt
gegen=
über den Einnahmen des Monats Juli 1923 eine Erhöhung um
612244 300 Franken dar. Die ſtändigen ordentlichen Einnahmen in den
erſten ſieben Monaten des Jahres betragen 3 156 511 300 Franken.
BR. Das Defizit der amerikaniſchen
Handels=
flotte. Nach einem Bericht der Emergeneh Fleet Corporation
bezif=
ferte ſich der Betriebsverluſt der ſtaatlichen amerikaniſchen Handelsflotte
im Juni auf 3 620 734 Dellars gegen 3 940 121 Dollars im Mai.
BR. Stetige Steigerung der ruſſiſchen
Petro=
leum=Produktion. Die Petroleumproduktion Sowjet=Rußlands
für das laufende Jahr wird nach amtlichen Angaben auf 375 Millionen
Pud (3,4 Pud — 1 Faß) geſchätzt. Obgleich gegenüber den beiden Vor=
Berliner Fachausſtellung des Verna
Deutſcher Eiſenwarenhändler. Die vom Gau
Berlin des Verbandes Deutſcher 6iſenwarenhändler vom 27./9
d. Js. in Berlin, „Neue Welt”, veranſtaltete
Fachausſtellun=
geſamten Eiſenwaren= Werkzeuge=, Haus= und Küchengerä
wird trotz der gegenwärtigen Wirtſchaftskriſe die ſtattliche 3
Ausſtellerfirmen aufweiſen. In Verbindung mit dieſer
Facha=
wird eine beſondere Lehrmittelausſtellung gezeigt, welche der
gang der verſchiedenen Gegenſtände, vom Rohſtoff bis zum Fert;
kat, anſchaulich und übrſichtlich angeordnet, darſtellt. 28 der
ſten Fabrikanten haben dieſe Sonderausſtellung mit reichlig
terial beſchickt. Es werden hier die Entwicklungsgrade de
Scheren, Werkzeuge uſw. durch Originalmuſter vorgeführt und
eine gute Idee zur Erziehung von Fachleuten der Eiſenware
verwirklicht. Auch ſoll dieſes ausgeſtellte Material den Fach
zugänglich gemacht werden, damit den Lehrlingen neben ihrer t
ſchen Ausbildung auch die Herſtellung der Gegenſtände praktif.
Augen geführt wird.
Transport und Verkehr.
fm. Internationale Rheinſtrombefahrung
Zeit vm 18. Auguſt bis 13. September 1924 wird ähnlich n
im Jahre 1908 gemäß Artikel 31 der revidierten Rheinſo
eine Strombefahrung des Rheines von Rotterdam aufwärts
durch eine Kommiſſion von Waſſerbauingenieuren der Rhein=
Deutſchland, Holland und Frankreich, ſowie der nach dem Vertre
Verſailles weiterhin in der Rheinzentralkommiſſion vertret
ten Schweiz, England, Italien und Belgien ſtattfinden. Die
ſion trifft nach dem Bereiſungsplan am 4. September 1924
Dampfer „Preußen” der Rheinſtromverwaltung Coblenz in Ma
ein und wird am gleichen Tage die Hafenanlagen von Mann
Ludwigshafen beſichtigen. In der Zeit bis 13. September
Fahrt bis Baſel fortgeſetzt, wobei u. a. die Hafenanlagen von S
Karlsruhe, Lauterburg, Straßburg=Kehl und Baſel beſichtigt w
Die Kommiſſion wird ſich mit dem Zuſtand der Schiffahrtsſtraße ur
Hafenanlagen lediglich in techniſcher Hinſicht befaſſen.
Fachliteratur.
* „Gold= und Silberpapiere‟. Welche Papiere ſol
kaufen, behalten, umtauſchen im Hinblick auf die kommenden Golé
zen? Von Albert Oskar Adolf Tiernſtein. Erſchienen Mai
im Goſipa=Verlag, Kiel; broſchiert 1,80 Mk. Dieſe in geſchm
Umſchlag erſchienene Broſchüre ſteckt ſich zum Ziel, ſchon jetzt K.
über die Goldbilanzmöglichkeiten der Aktiengeſellſchaften zu ſd
deren Aktien an der Berliner Börſe amtlich notiert werden, und
dieſer Aufgabe, ſoweit jetzt ſchon Anhaltspunkte vorhanden
Hand genauen ſtatiſtiſchen „Materials völlig gerecht. Die Effekter
eſſenten und Aktienbeſitzer werden an Hand von Ratſchlägen
Berechtigung ſich bereits aus den inzwiſchen bekannt gewordener
ſammenlegungsnachrichten ergab,, vor Verluſten geſchützt, die au
Goldbilanzierung zwangsläufig reſultieren müſſen. Die Broſchüi
hält dauernden Wert und iſt überall durch den Buchhandel zu be
Warenmärkte.
jahren eine langſame aber ſtetige Steigerung von 11 bezw. 17 Prozent
zu verzeichnen iſt, bleibt die ruſſiſche Petroleum=Erzeugung immer noch
um 38 Prozent hinter der Vorkriegsproduktion, die 1913 598 Millionen
Pud betrug, zurück. Während die Erdölförderung im Bezirk von Bakn
auf 57 Prozent der Vorkriegserzeugung veranſchlagt wird, wird ſie in
den Bezirken von Grosny und Emba auf 30 bis 33 Prozent unter den
Vorkriegsziffern geſchätzt.
BR. Weiterer Rückgang der mexikaniſchen
Petro=
leum=Erzeugung. Die Petroleumproduktion in Mexiko hat im
Juni einen weiteren Rückgang erfahren. An ſchweren Oelen wurden
insgeſamt 7 750 000 Faß gegen 9023000 Faß im Mai gefördert, während
die Produktion von leichten Oelen 320000 Faß gegen 3 278000 Faß
im Mai betrug.
BR. Kreditverhandlungen der ungariſchen
Zucker=
induſtrie. Der Bedarf an liquiden Mitteln, die die ungariſche
Zuckerinduſtrie zur Durchführung der diesjährigen Kampagne benötigt,
beläuft ſich auf 60 Millionen Goldkronen. Davon ſind bereits 20
Mil=
lionen Goldkronen durch ausländiſche Kredite aufgebraucht, während 10
Millionen Goldkronen den Induſtriellen durch die Ungariſhe
National=
bank zur Verfügung geſtellt werden. Die reſtlichen 30 Millionen
Gold=
kronen ſollen durch Aufnahme weiterer ausländiſcher Kredite, über die
gegenwärtig verhandelt wird, zuſammengebracht werden.
B.R. Rückgang der auſtraliſchen Wollerzeugung.
Die Wollproduktion Auſtraliens und Neuſeelands in der Saiſon 1923=
1924 beläuft ſich nach einem Telegramm aus Sydney auf 2 368 461
Bal=
len gegen 2 501 442 Ballen im Vorjahr. Zum Verkauf gelangten in
der Saiſon 2 202037 Ballen gegen 2 409 281 Ballen im Vorjahr.
In=
folge der Preisſteigerung am Wollmarkte wurden in der abgelaufenen
Saiſon für verkaufte Wolle 64 929 298 Pfund Sterling gegen 54 169 743
Pfund Sterling im Vorjahr erzielt, d. h. ein Durchſchnittspreis von
29 Pfd. 9,9 Schill. pro Ballen gegen 22 Pfd. 9,8 Schill. im Vorjahre.
B.R. Gründung einer italieniſchen Kreditbank.
Unter der Firma „Inſtituto di Credito per le Impreſe de Pubblica
Uttilita” iſt mit dem Sitz in Mailand ein neues Kreditinſtitut ins Leben
gerufen worden. Das Kapital von 100 Millionen Lire iſt von der
italie=
niſchen Staatsbank, den großen Verſicherungsgeſellſchaften, dem
Natio=
nalen Verſicherungs=Inſtitut und dem Nationalen Sozialen
Verſiche=
rungs=Fonds übernommen worden. Zweck des Unternehmens iſt die
Kreditbeſchaffung für Gemeindebetriebe, wie Elektrizitätswerke,
Waſſer=
werke, Straßenbahnen uſw.. Das Inſtitut iſt autoriſiert, derartigen
Unternehmungen Kredite gegen hypothekariſche Sicherheit bis zu der
Hälfte des Grundwertes einzuräumen und Obligationen auszugeben,
für die die hypothekariſchen Guthaben als Unterlage dienen ſollen.
BR. Die argentiniſche Handelsbilanz. Nach den
Ende Juli veröffentlichten endgültigen Ziffern war die argentiniſhe
Handelsbilanz in 1923 mit 97 Millionen Goldpeſos paſſiv. Die Einfuhr
hatte einen Wert von 771 Millionen die Ausfuhr einen ſolchen von 863
Millionen Goldpeſos. Im laufenden Jahr hat ſich der
Einfuhrüber=
ſchuß erheblich verringert, denn in den erſten 6 Monaten weiſt die
Ein=
fuhr gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres einen Rückgang um 25
Prozent auf, während die Ausfuhr der Menge und dem Wert nach
zu=
genommen hat.
BR. Die Gummi=Erzeugung in 1924.: Die
Weltgummi=
erzeugung im laufenden Jahr wird auf insgeſamt 421 000 To. gegen
412 771 To. im Vorjahre geſchätzt. Davon entfallen 390 000 To. (300 363
To. i. V.) auf Plantagengummi. Der Konſum der Vereinigten
Staa=
ten wird auf 316 000 To. gegen 300 000 To. im Vorjahr veranſchlagt.
* Aktive Handelsbilanz Finnlands. Die finniſche
Handelsbilanz weiſt, wie das Inſtitut für Finnlandkunde der Univerſität
Greifswald mitteilt, für den Monat Juni ſeit längerer Zeit wieder zum
erſten Male eine größere Ausfuhr als Einfuhr auf. Einem Import von
441 Millionen Finnmark ſteht ein Export von 515 Millionen Finnmark
gegenüber. Seit November vorigen Jahres war die Handelsbilanz ſtets
paſſiv geweſen, die jetzige Aktivierung der Handelsbilanz bedeutet jedoch
noch nicht eine beſonders günſtige Entwicklung des finniſchen
Außen=
handels, da die Sommermonate infolge der wieder lebhafter
einſetzen=
den Holzexporttätigkeit faſt ſtets eine größere Ausfuhr als in den ſtillen
Wintermonaten aufweiſen.
* Induſtrie=Hypothekenbank in Finnland. Die
vor einiger Zeit gegründete Induſtrie=Hypothekenbank in Finnland wird,
einer Mitteilung des Inſtituts für Finnlandkunde der Univerſität
Greifs=
wald zufolge, demnächſt ihre Tätigkeit aufnehmen. Der finniſche
Reichs=
tag hat die Staatsgarantie zu einer Anleihe von höchſtens 550 Millionen
Finnmark bewilligt. Die in London ſtattgefundenen Verhandlungen
führten zur Bewilligung einer amerikaniſchen Anleihe von 12 Millionen
Dollar zu 7 Prozent. Darlehen ſollen nur gegen Hypotheken auf
In=
duſtrieanlagen ausgegeben werden.
Meſſen.
* Nahrungs= und Genußmittelausſtellung in
Köln. Heute Sonntag vormittag wird im Beiſein der Behörden die
„Anuga” (Allgemeine Nahrungs= und Genußmittel=Ausſtellung), welche
alljährlich im Rahmen der Hauptverſammlung des Reichsverbandes
Deutſcher Feinkoſtgeſchäftsleute e. V. Berlin ſtattfindet, eröffnet. Die
Ausſtellung iſt von 350 Ausſtellern aus dem ganzen Reich beſchickt.
— Eröffnung der Saarländiſchen Möbelmeſſe.
Kürzlich iſt in Saarbrücken unter ſtarker Beteiligung der
wirt=
ſchaftlichen Organiſationen und Behörden die erſte Saarländiſche
Möbel=
meſſe eröffnet worden. Der Vorſitzende hob in ſeiner Anſprache mit
Necht hervor, daß die Möbelmeſſe auch an ihrem Teil zeige, daß aus
den eigenen bodenſtändigen Kräften des Saargebiets heraus die
Mög=
lichkeit geboten werde, zu beweiſen, daß das künſtlich von Deutſhland
und ſeiner Kultur abgetrennte Saargebiet das deutſche Kulturgut zu
wahren wiſſe.
* Von den ſüddeutſchen Waren= und Produk
märkten. Von den ausländiſchen Getreidemärkten wurden f.
ganze Woche hindurch bald höhere, bald ſchwächere Preiſe gekabelt
neigt die Grundtendenz eher zur Schwäche und im Vergleich zu
Forderungen der Vorwoche ſtellen ſich die Preiſe etwas niedriger.
fragt blieb hauptſächlich Hardwinter II und es war darin auc
ziemlich lebhaftes Geſchäft zu verzeichnen. Hardwinter II, ſeeſd
mend, nannte man mit 14, geladene oder in Ladung ſich befir
Ware mit 13,95 und per Auguſk und September=Verſchiffung 139
fl., die 100 Rg. eif Rotterdam. Manitoba=Weizen, wie auch
Weizen gingen nur wenig um, da die Preiſe für dieſe Proveni
höher als für Hardwinter lauten. Roggen war in ruſſiſcher, ſeeſch
mender Ware, zu 11,40 bis 11,50 holl. fl. per 100 Kg. eif
Rott=
am Markte. Für Donaugerſte 67—68 Kg. ſchwer, 3 Prozen X
ſeeſchwimmend, verlangte man 12,70, für Canada=Weſtern=Hafer
ſeeſchwimmend, 10,80, 51—52 Kg. Liban, prompt 10,50; für
Plataware, in Rotterdam eingetroffen, 9,65 und für ſpätere Lieſe
gen, je nach Termin, 10—10,30 holl. fl. für die 100 Kg. eif Rotter!
Das Geſchäft in Inlandsgetreide war dagegen lehhaf
ſteigenden Preiſen. Befeſtigend wirkte die anhaltend regneriſch
terung und die Berichte, die beſagen, daß der Weizen zum Lei
ſchnitten auf dem Felde liege, und man bezüglich des Ausfalls der
große Befürchtungen hege.
Die Getreidepreiſe im hieſigen Verkehr lauteten zuletzt für 10
waggonfrei Mannheim für: Weizen, inländiſcher Herkunft,
A=
ausländiſcher 24,50—27, Roggen, inländiſcher, 17,50—18, ausländ
18, Gerſte 20,50—22,50, Hafer, inländiſcher, 18 und Mais, geſbe=
Sack, 17,75 bis 18 Gm.
Am Mehlmarkte beſtand bei guter Nachfrage des Kot
lebhaftes Geſchäft. Weizenmehl, Spezial Null, Mannheimer Fal
wurde von den Mühlen zu 33,50—33,75 Gm. die 100 Kg. offerierk,
rend die zweite zu 32,75 bis 33 Gm. per 100 Kg. frei Waggon 2
Mannheim als Verkäuferin am Markte war. In amerikaniſchem
zenmehl ſtellten ſich die Preiſe auf 29,50—30 Gm. die 100 Kg. frei
gon Mannheim. Franzöſiſches Weizenmehl wurde zu 31,50—34 01
100 Kg. frei Grenzſtation gehandelt. Verſteigerungen fanden in.
Woche keine ſtatt. In Roggenmehl finden ſpeziell die norddeutſche.
ſchleſiſchen Fabrikate mehr Intereſſe. Roggenmehl pommerſcher
kunft, nannte man mit 25 Gm. die 100 Kg. eif Mannheim und
ſiſche Roggenmehle mit 22—23 Gm. die 100 Kg. frei Waggon
ſcher Mühlenſtationen.
Für Futtermittel hielt die gute Nachfrage an. Die
ſind gegenüber der Vorwoche etwas geſtiegen. Malzkeime werd
10,85—11 Gm., Biertreber zu 12 Gm. ab bayeriſchen Verladeſtal
bezw. zu 12,75 und 14 Gm. die 100 Kg. bahnfrei Mannheim OII
Trockenſchnitzel aus alter Ernte koſten 13,50 Gm. die 100 Kg. ſe"
gon Mannheim, während für Trockenſchnitzel aus diesjähriger
per Oktober= bis Dezemberlieferung 11 Gm. für die 100 Kg. 00 4
fabrikſtationen verlangt werden. Weizenkleie wird mit 11—h
Rohzuckermelaſſe mit 8,50 und raff. Melaſſe mit 6,50 Gm. die 4e
frei Waggon Mannheim notiert.
In Malz war das Geſchäft lebhafter. Die Preiſe ſtellten
gute Winter=Malze mit Analyſe auf 40 Gm., für mittlere So.”
36—38 Gm. und für geringe Qualitäten auf 33—35 Gm. per. 4
ab Malzfabrikſtationen.
Hülſenfrüchte lagen feſter, da die Witterung für oie
nicht günſtig iſt.
Von Oelſaaten hatte Raps unveränderten Markt Il.
Preiſe lauten unverändert zwiſchen 33,80—34 Gm. die 100 As
Waggon Mannheim.
Der Inlandmarkt für Tabak verlief dieſe Woche geſce
In den Vorgärerlagern iſt man jetzt vollauf mit der Verprellt
1923er Obergut=Tabake beſchäftigt. Für die im Felde ſtehenoe
die Witterung fortgeſetzt günſtig, doch dürften die Niederſchial
aufhören, damit die Pflanzen ausreifen können. — Auch "
ruht das Geſchäft.
w Berliner Produktenbeuicht. In ueberein!
mit der feſten Haltung Amerikas fand hier im Produktenl.
Brotgetreide, ſowie für Hafer und Gerſte eine Preiserhohuns
vorliegenden billigeren Offerten ſind zurückgezogen bzw. ehe”
Das Geſchäft nahm aber größeren Umfang nicht an.
Börſen.
* Frankfurter Börſe. Wochenbericht
vom 11.—16. Auguſt. (Eigener Bericht.) Die Schwierigtel””
im Verlauf der Woche bei den Londoner Verhanoluus”
haben, und die manchmal ſogar den Fortgang der Konferk”n.”
den ſchienen, blieben natürlich nicht ohne Einfluß auf die. K
Börſe. Es iſt aber bemerkenswert, daß dieſer Einfluß nicht.
var, denn tatſächlich bewahrte die Börſe auch an den T.
eine feſte Grundtendenz, und das Kursnivegu ha.
Schwankungen auf einzelnen Gebieten im Großen und.
wenig Veränderungen erfahren. Die Spekulation hieit. L
zuverſichtlichen Beurteilung der Konferenz feſt, und Gübe
die Stimmung durch Käufe für ausländiſche Rechnung..
eine gewiſſe Stütze. Einige Sondergebiete, wie der At
aktien und die Petroleumwerte, hatten ſogar eine ausbeit.
Haltung aufzuweiſen, ebenſo behauptete der Einheitsma."
ohne größere Einbußen. Das Geſchäft in heimiſchen Mei.
gegen eine Einſchränkung. Bereits an der Montagsborſe
nachdem die Kurſe zuerſt ſprunghafte Erhöhungen erſa9."
ſcharfer Nückſchlag ein, und an den folgenden Tagen Loe
wiederholt ſehr ſtarken Kursſchwankungen ausgeſett, La"
Gründe dafür zu erkennen waren. Das Kursnibeau Fro‟
gegen Ende der Woche auch hier wieder etwas und die Löles.
wieder ſeh: lebhaft.
nuer 228.
Darmſtädter Dagblatt, Sonntag, den 17. Auguſt 1924,
Seite 15.
Das deutſche Herz.
Roman von Adolf Schmitthenner.
(Nachdruck verboten.)
Ss läßt ſich ſo nicht machen, liebe arme Urſa.”
haſt recht, es muß werden. Aber es ſoll jetzt
wer=
den, ehe, ich ſitze geduldig da und warte. Fange an!”“
reden?"
türlich.”
„ir denn, in Gottes Namen,” ſagte er gehalten. Er nahm
den „hl, trug ihn an die entgegengeſetzte Seite des Tiſches,
ſetzte- ihr ritterlich gegenüber und ſah ſie freundlich an.
„a, warum iſt doch die Flamme auf deiner Stirne ſo
blaß rorden?”
„ wird noch bläſſer werden,” ſagte ſie leiſe, „und
ſchließ=
lich e ich einen todweißen Flecken da oben haben. Die
Leut=o erden ſagen: Pfui, das häßliche Mal!”
—3. glaube ich nicht! Urſa, alles, was dir von innen
heran ommt, kann dich nur ſchöner machen. Nur was man
dir —außen zufügt, kann dich häßlich machen. Wenn du die
Frauu gtin in Oppenheim biſt, darfſt du keine Haube tragen
wie — nderen Vögtinnen meines Vaters. Du mußt die Haare
immes ie ein Dirnlein tragen, nichts anderes darauf als ein
Rran-/ erſprich mir das.”
„— glaubſt du denn, daß ich immer jung bleibe?"
— ange ich lebe, ſollſt du es. Ach, mein Vater iſt ſo furcht=
O
) glaubt deine Mutter nicht. Was ſchauſt du mich
„— muß immer daran denken, daß dort auf dem blaſſen
Mal inſt eine flammende Flamme zu ſchauen war. Wer iſt
chulS ran, daß ſie nimmer da iſt? Ich oder — der andere,
der a ich ſo geduldig wartet in der Kammer?”
„: beide miteinander. Vor dem andern iſt die Flamme
lötzl—) rſchrocken und hat zurückgeſchlagen und hat ſich
ver=
roche— Und vor dir ſchämt und ſcheut ſie ſich und traut ſich
ſicht or.”
4bſt du nicht, daß ich ſie locken kann mit meinen
ugen
zarten Blicken, ja; vor heißen fürchtet ſie ſich.”
U errötete. Ihre Augen verdunkelten ſich, wie wenn ihr
ſicht rginge in einer aufquellenden Flut.
eicht geht es ſo noch ein wenig raſcher?”
E hob ſich und näherte ihrem Haupte ſeine Lippen.
: nur leiſe, oben drüber hin,” flüſterte ſie; „ſo wie der
orgT ockenklang die blaſſen Lindenblüten küßt.”
dehe!” rief er. „Jetzt biſt du wieder ganz bleich
ge=
orde
„Die Flamme fürchtet ſich vor ſich ſelber. Laß ſie nur, ſie
kommt von ſelber wieder. Du mußt ein wenig wegſchauen. Ich
tue es auch.”
„Ich ſehe deinen Schatten an, wie er ſich ſo freundlich zu mir
neigt. So werde ich immer tun, immer.”
„Und ich ſehe über deine Haare hin, die ganz dunkel ſind;
meine Blicke ſtreifen gerade drüber hin und verlieren ſich an der
trüben Wand. Ach, wie ſchön wäre es!“
„Was meinſt du?"
„Wenn wir jetzt im Freien wären, ganz allein, am
Wald=
ſaum. Buchenwipfel über uns und blauer Himmel. Und die
Morgenſonne käme von der andern Seite über den Berg und
ſchüttete ihre Strahlen in dein Haar! Und es ſchimmerte,
leuch=
tete, ſprühete Feuer. O, das möcht ich ſehen, vom Roſſe herunter!
Zwiſchen Morgenrot und Reitertod! Das wäre ſchön! O, dann
würde ich dich umfaſſen!“
„Ich würde in den Bügel ſteigen.”
„Wir würden uns küſſen, aber anders als vorhin.”
„Doch nur einen Augenblick lang!"
„Ada! Und dann raſſeln wir, die Kameraden und ich, den
Berg hinunter und hauen ein und brechen durch die Piken. Ein
Stoß in die Bruſt. Noch iſt dein Kuß nicht kalt geworden. Das
entſtrömende Leben nimmt ihn mit. Und es wächſt aus meinem
Blut eine rote Roſe mitten im Kornfeld. Das iſt dein Kuß, Urſa.”
„O, ſchau mich doch wieder an!“
„Wie du befiehlſt, Herrin! O ſiehe, das Flämmchen zuckt!”
„Beſchrei es nicht!”
„Was ſuchen deine Augen im Zimmer umher?”
„Du haſt mir ein Geſchenk zugeſagt. Du haſt es getan höhniſch
und grimmig. Du warſt ein törichter, trotziger Knabe. Aber ich
faſſe dich beim Wort und ſuche nach einem Angebinde. Ich habe
gefunden, was mir lieb iſt. Dort das Blatt Papier, falls es auch
auf der andern Seite unbeſchrieben iſt.”
Sie ſtand auf und holte das Blättlein von der Fenſterbank.
„Es iſt ganz rein, nur hier ein Flecken. Iſt das Blut? Von
deinem lieben Blut?”
„Als ich vorhin dort im Fenſter ſtand und zielte, hat mir der
Hahnen auf den Finger geſchlagen und die Haut zerriſſen. Ich
achtete der Sache nicht und ließ das Blut rieſeln. Ich ſah einem
fallenden Tropfen zu und dachte: er beſudelt den dunklen
Fenſter=
teppich, und freute mich, daß er auf das Blatt fiel, das du in
Händen haſt.”
„O, ſieh doch, wie die Liebe findig iſt, und wie ein großes
Geſchick ſich nicht ſchämt, ganz klein zu werden, einen fallenden
Tropfen zu regieren und auf ein fliegendes Blatt zu legen. Aber,
weißt du, nur für die Liebenden iſt es ſo. Du haſt das Blatt für
mich geſiegelt. Ach, und wie die Liebe findig iſt!“
„Urſa!” rief Hans und ſah die Dirne voll Erſtaunen an. „Wer
hat dich alſo reden gelehrt?”
Dult ſacte ſe und wurde über ud über rot m holder.
Freude.
Sinnend fügte ſie hinzu: „Aber es war etwas in mir, was
lernen konnte. Ganz ſchnell habe ich es gelernt, als ich in den
Armen des andern lag und an deine Liebe dachte.”
„O, ſchweig!” rief er ſchmerzlich und hielt ſich die Hände vors
Geſicht.
„Hier!” ſagte ſie und ſchob ihm Tinte und Feder hin. „Schreibe
mir etwas Großes uind Zartes über die Liebe auf dies Blatt.”
„Die Stunde iſt eine heilige Stunde für dich und für mich.
Da ſoll uns die Bibel das Wort geben.”
Er langte die heilige Schrift vom Schaft herunter und ſetzte
ſich vor ſie hin. Zuerſt ſchlug er des Apoſtels Paulus hohes Lied
von der Liebe auf und las es halblaut vor ſich hin.
„So weit ſind wir noch nicht,” ſagte er und lächelte. „Wir
gehören noch ins alte Teſtament hinein.” Er ſuchte eine Weile,
dann ergriff er die Feder und ſchrieb in feſten, klaren Zügen aus
dem hohen Liede des Salomo, dem letzten Kapitel:
„Liebe iſt ſtark wie der Tod, und Eifer iſt faſt wie die Hölle.
Ihre Glut iſt feurig und eine Flamme des Herrn, daß auch viel
Waſſer nicht mögen, die Liebe auslöſchen, noch die Ströme ſie
erſäufen. Wenn einer alles Gut in ſeinem Hauſe um die Liebe
geben wollte, ſo gälte es alles nichts.
Hans von Hirſchhorn."
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Seite 16.
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