Darmstädter Tagblatt 1924


17. August 1924

[  ][ ]

Einzelnummer 15 Goldpfennige

Bezugspreis:

ſei wöchentlich Tmaligem Erſcheinen vom 1. Auguſt
S 31. Auguſt 2.18 Goldmark und 22 Pfennig
Gragegebühr, abgeholt 2.25 Goldmark, dunch die
genturen 2.40 Goldmark frel Haus. Poſſbezugs=
eis
ohne Beſiellgeld monatlich 2.30 Goldmark.
erantworiliſchkeit für Aufnahme von Anzeigen an
Fimmten Tagen wird nicht übernommen. Nicht=
ſcheinen
einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
rechtigt den Bezſeher nicht zur Kürzung des
ezugspreiſes. Beſfellungen und Abbeſtellungen durch
ernruf ohne Verbindlichkeit für uns. Poſiſchecktonio:
Franffurt a. M. 4304.

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeskauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit X verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 228
187. Jahrgang
Sonntag, den 12. Auguſt 1924.

Anzeigenpreis:
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 20 Goldpfg.
Finanz=Anzeigen 30 Goldpfg., Reklamezeile (92 mm
breith 4 Goldmark. Anzeigen von auswärts 30 Goldpfg.
Finanz=Anzeigen 45 Goldpfg., 92 mm breite Reklame=
zeile
4.50 Goldmark. Alle Preiſe in Goltmart
(1 Dollar 4.20 Marll. Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw erliſcht
jede Verpfiſchtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Teiſfung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung fällt jeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deuiſche Bank und Darm=
ſtädter
8. Nationalbank.

210

Kompromiß in London.
Konferenzer

Die ſetzte Phaſe.
Deutſch=franzöſiſch=belgiſche Beſprechungen.
London, 16. Aug. (Wolff.) Finanzminiſter Dr. Luther
te mit Clémentel heute vormittag um 3411 Uhr eine Unter=
uung
. Reichskanzler Dr. Marx und Miniſter des Auswär=
n
Dr. Streſemann verließen um ¼12 Uhr das Hotel
2, um mit den franzöſiſchen und belgiſchen Hauptdelegierten
er 9 rmmenzutreffen.
Das Schlußprogramm.

Paris, 16. Aug. (Wolff.) Der Sonderberichterſtatter von
as meldet aus London, daß heute vormittag um 10½ Uhr
Zuſammenkünft der alliierten Delegations=
Ueter 10 /4 rer und um 11 Uhr eine Zuſammenkunft der fran=
chen
, belgiſchen und deutſchen Delegierten ſtattſin=
wird
, um verſchiedene, noch ſtrittige Fragen zu beſprechen.
3 Uhr nachmittags iſt eine Konferenz der Vierzehn
ſetzt und um 6 Uhr abends ſoll eine Vollſitzung der
ferenz ſtattfinden, in der dann die Unterſchriften
er das Schlußprotokoll erfolgen würden. Soll=
ſich
im Laufe des Tages noch Schwierigkeiten ergeben, ſo
ve die Schlußſitzung der Konferenz erſt am Montag ſtatt=

n.

Der Schluß=Briefwechſel.

eondon,, 16. Aug. (Wolff.) Die Verhandlungen
* die Nuhrfrage, die geſtern zwiſchen dem franzöſiſchen
ſterpräſidenten und ſeinen Mitarbeitern, ſowie den belgi=
Delegierten geführt wurden, ſind heute zum Abſchluß
acht worden. Folgendes iſt vereinbart worden:
in einem Schreiben, das der franzöſiſche und der bel=
Miniſterpräſident an den Reichskanzler richten, er=
ſie
, daß ſie an ihrem Rechtsſtandpunkt feſt=
ken
, daß die Ruhrbeſetzung, nach dem Ver=
Cer Vertrag ausgeführt werden dürfe, daß
er unter Bezugnahme auf die in London getroffenen Ver=
ungen
ihrerſeits erklären, daß das Nuhrgebiet ſpäteſtens
em Jahr geräumt werden wird und die Friſt ab 15. Auguſt
er Antwortbrief des Reichskanzlers nimmt
ceſer Erklärung Kenntnis und erklärt, daß Deutſchland
e Auffaſſung aufrecht erhalte, daß die Be=
ug
rechtswidrig ſei. Er ſpricht die Erwartung
gaß im Zuſammenhang mit den getroffenen Abmachungen
äumung der beſetzten Gebiete zum möglichſt frü=
Termin erfolgen wird und gibt der Erwartung Aus=
daß
die franzöſiſche und belgiſche Regierung ſeine Auf=
g
teilen.
Die Schlußſitzung der Konferenz.
bndon, 16. Aug. (Wolff.) Heute nachmittag 6 Uhr 30
Die Schlußſitzung der Londoner Konferenz
aud zwar im großen Saal des Foreign Office.
ird dabei der allgemeine Wortlaut, der das getroffene
inkommen feſtlegt, von Ramſay Macdonald allein unter=
t
werden. Die Mitglieder der einzelnen Delegationen
T die übrigen Einzelabmachungen paragraphieren. Die
ültige unterzeichnung aller Vereinba=
en
iſt auf den 30. Auguſt d. J. anberaumt in
xuahme, daß bis dahin die in Frage kommenden Parla=
die
getroffenen Vereinbarungen genehmigt haben. Am
nach der Unterzeichnung ſollen die franzöſiſchen
ven aus Stadt, und näher umſchriebenen
von Dortmund zurückgezogen werden. Am
3eu Tage werden ſämtliche Orte und Gebiets=
en
, die außerhalb des Ruhrgebietes und
ſetzten Gebietes liegen und gelegentlich der Ruhr=
Dn beſetzt wurden, geräumt werden. Die fran=
chen
und belgiſchen Eiſenbahner werden
S zurückgezogen werden.

Mittwoch Sitzung des Aelteſienrates.
lin, 16. Aug. Der Reichstagspräſident Wallraff hat
Tteſtenrat des Reichstages auf Mittwoch, den 20. Auguſt,
tags 5 Uhr, eingeladen. Der Aelteſtenrat wird ſich auch
demnächſtigen Einberufung des Reichstages zu befaſſen

Rammereinberufung für Mittwoch.
ris, 16. Aug. (Wolff.) Havas meldet aus London,
bt werde das Schlußprotokoll nicht unter=
en
, ſondern nur parafieren. Im Einvernehmen mit
Igen Konferenzteilnehmern werde der franzöſiſche Mini=
Dent den Text des Abkommens den Parla=
borlegen
, die er Mittwoch ſpäteſtens zu=

nberufen werde. Erſt nach Ratifizierung durch
und Senat werde Herriot innerhalb 10 Tagen endgi
Iterſchrift unter das diplomatiſche Dokument ſetzen.

Die Pereinbarungenüber die Amneſtie
Amneſtie aller Gefangenen. Uebergang ſämtlicher ſchweben=
den
Verfahren an die deutſchen Behörden. Zuſicherungen für
die deutſche Gerichtsbarkeit. Rückkehr der Ausgewieſenen.
Wiedereinſetzung der abgeſetzten Beamten.
London, 16. Aug. (Wolff.) In der Amneſtiefrage iſt
Folgendes vereinbart worden:
a) Amneſtie all er Gefangenen, einſchließlich Nieder=
ſchlagung
aller ſchwebenden Verfahren, ſoweit die Handlungen
aus politiſchen Motiven hervorgerufen ſind, ohne Rückſicht
auf die Straftat. Die einzige Ausnahme iſt die
des Attentates gegen das Leben mit Todes=
folge
.
b) Uebergang ſämtlicher ſchwebenden Verfah=
ren
, einſchließlich der Vollſtreckung, die nur aus Anlaß der
Eiſenbahn= und Zoll=Regie und der ſonſtigen Verwaltungs=
maßnahmen
vor die Militärgerichte gekommen ſind, an die
deutſchen Behörden.
c) Zuſicherung, daß künftigdie deutſche Gerichts=
barkeit
bei Verfolgung von Verbrechen gegen die Sicher=
heit
des Staates ihren normalen Gang nehmen
kann.
d) Rückkehr der Ausgewieſenen, ſowie Wiederein=
ſetzung
der abgeſetzten Beamten in ihre Aemter,
abgeſehen von einzelnen Ausnahmen, über die
ein Meinungsaustauſch mit den deutſchen Behörden vorge=
ſehen
iſt.
Pirtſchaftliche= und teilweiſe militäriſche Näumung.
Auch die Eiſenbahnwerkſtätte von Darmſtadt
ſoll geräumt werden.
London, 16. Aug. (Wolff.) Wie der Londoner Bericht=
erſtatter
des WTB. erfährt, werden gleichzeitig mit der
wirtſchaftlichen Näumung militäriſch geräumt
werden:
a) die Zone von Dortmund und Hoerde,
b) 15 Tage nach der zweiten Feſtſtellung die Häfen von
Emmerich, Weſel, Mannheim (einſchließlich
Schloß), Karlsruhe (einſchließlich Leopoldshain), ſo=
wie
die Gebiete von Offenburg und Appenwei=
ler
und die Eiſenbahnwerkſtätte von Darm=
ſtadt
,
c) den Gebietsgürtel, der um den Brückenkopf
Köln ſeitens der Franzoſen gelegt wurde. Dieſer Gür=
tel
umfaßt die Städte Obergruiten, Vohwinkel, Cronen=
berg
, Remſcheid, Lennep, Bergborn, Hückeswagen, Wip=
perfürt
, Gimborn, Ründeroth, Drabender Höhe. Ferner
auch die Flaſchenhälſe zwiſchen Koblenz
einerſeits und dem Kölner und Mainzer Brücken=
kopf
andererſeits, alſo insbeſondere die Städte =
nigswinter
, Honnef, Linz, Ansbach, Ucke=
rath
, Caub, Lorch, Kirchberg und Limburg.
Wiederherſtellung des Rheinlandabkommens.
Aufhebung der Zoll=Linie. Freigabe des Grenzverkehrs.
Das Rheinlandabkommen und die allgemeinen
Landverwaltungsbehörden werden wieder hergeſtelli,
Aufhebung der Binnenzoll=Linie und des Paßſcheinzwanges im
Verkehr zwiſchen dem beſetzten und unbeſetzten Gebiet, Rück=
gabe
der Zollverwaltung und der Verwaltung des Ein= und
Ausfuhrdienſtes, Rückgabe der Verwaltung der ſtaatlichen For=
ſten
und Domänen, Beſeitigung der franzöſiſch= bel=
giſchen
Regie der Eiſenb hnen.
Deutſche Farbſtofflieferungen bis zum Jahre 1928.
SD. London, 16. Aug. Die Londoner Konferenz iſt heute
abend zu Ende gegangen. Eine Zuſammenkunft der ſämtlichen
Delegationsführer iſt heute nachmittag um halb 4 Uhr erfolgt.
Die Beſprechungen dauerten bis halb 6 Uhr. Um halb 7 Uhr
fand die letzte Plenarſitzung ſtatt, die nach einer kurzen Unter=
brechung
, während welcher die Delegierten zu abend geſpeiſt
haben, um 8 Uhr wieder fortgeſetzt wurden. Nach dem Wieder=
zuſammentritt
iſt um 8,30 Uhr das Abkommen von Macdonald
unterzeichnet worden. Das Abkommen erſtreckt ſich auf die zur
Ausführung des Sachverſtändigenberichtes getroffenen Verein=
barungen
: 1. zwiſchen der Repko und Deutſchland; 2. zwiſchen
den Verbündeten und 3. zwiſchen den Verbündeten und Deutſch=
land
.
In der Frage der Farbſtofflieferungen wurde heute eine
Verſtändigung erzielt, die dahingeht, daß die deutſche Regierung
ſich bis zum Jahre 1928 für die Lieferung der Farbſtoffe durch
die deutſchen Fabriken verbürgt.
Die deutſche Antwort und die Anleihe.
TU. London, 16. Aug. Eine Nachrichten=Agentur meldet
aus London: Die Deutſchen haben die militäriſche Räumung des
Ruhrgebietes nach Ablauf eines Jahres angenommen, doch haben
die Deutſchen verlangt, daß ihnen die Anleihe in Höhe von 800
Millionen Mark garantiert werde. Ramſay Macdonald habe
daraufhin erklärt, daß die Anleihe nur von den Bankiers aus=
ginge
.

Schluß in London.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Wenn dieſe Zeilen im Druck erſcheinen, iſt aller Vorausſicht
nach bereits das Schlußprotokoll fertiggeſtellt, möglicherweiſe
auch ſchon unterzeichnet, und die Delegationen ſind auf dem
Wege in ihre Heimat. Wochenlange ſchwere Arbeit liegt hinter
ihnen, die aber doch nur mit einem Kompromiß endete, der
in Berlin keinen, in Paris ſicherlich nur bei den
Freunden Herriots Beifall finden wird. Wenn
ſich die deutſche Delegation zu einem ſolchen Kompromiß unter
Wahrung ihres Rechtsſtandbunktes bereitfand, ſo hat ſie offen=
bar
in dieſer Situation genau gewußt, was ſie tat. Es wäre
jedoch falſch, von dieſem Kompromiß auf die Charaktere der ein=
zelnen
Delegationsmitglieder ſchließen zu wollen. Die Herren
Marx, Streſemann und Luther werden ſchwerlich zu jenen Krei=
ſen
zu rechnen ſein, die mit dieſem Ergebnis zufrieden find.
Ausreichende Erklärungen über ihre Handlungsweiſe wird man
von ihnen ſehr bald im Auswärtigen Ausſchuß und kurze Zeit
hernach im Reichstag erhalten. Erſt dann iſt die Zeit gekommen,
dort Kritik zu üben, wo ſie am Platze iſt.
Die innerpolitiſche Situation iſt aber durch
dieſen Kompromiß keineswegs gebeſſert wor=
den
. Die Rechtsparteien, beſonders die Deutſchnationalen,
haben noch einmal ihr Nein in aller Oeffentlichkeit unterſtrichen.
In beſonders ſchwieriger Lage befindet ſich die Deutſche Volks=
partei
, deren Führer zwar, wenn auch ſchweren Herzens, aber
in banger Sorge um unſere Zukunft, ſchließlich dem Zwang ſich
beugte und die ſelbſt mit einer einjährigen Räumungsfriſt ſich
abzufinden nicht geneigt iſt. Man muß ſich doch immer wieder
vor Augen halten, daß das Dawes=Gutachten kein
Teil des Verſailler Vertrages, ſondern ein
gänzlich neues Abkommen iſt, an das wir, was
auch von den alliierten Juriſten anerkannt worden iſt, unſere
Bedingungen knüpfen können. Die Hauptbedin=
gung
war natürlich die ſofortige militäriſche Räu=
mung
. Alles andere Erreichte wiege natürlich die durch das
Kompromiß geſchaffenen Nächteile nicht auf und weiter iſt noch
zu ſagen, daß Frankreich ſich das Recht zu ſelbſtän=
digen
Sanktionen vorbehalten hat und daß bis zum
15. Auguſt 1925 nach bekannten Vorbildern ſich immer wieder
ein Grund zur Verlängerung der Beſetzung über dieſen Termin
hinaus als Sanktion für irgend eine von Frankreich konſtruierte
Verfehlung finden läßt. Die Beibehaltung der fran=
zöſiſchen
Beſatzung, auch wenn die Franzoſen ſich zu
einer großen Geſte als Räumung Dortmunds uſw. verſtehen,
bleibt doch ein Widerſpruch zum Gutachten ſelbſt.
Verwaltungs= und Finanzhoheit läßt ſich auch nicht mit militä=
riſcher
Beſetzung vereinbaren, die doch immer wvieder hinein=
regieren
wird. Nur eine internationale Garantie,
daß am 15. Auguſt 1925 auch tatſächlich die in Frage kommenden
Gebiete geräumt ſind, kann uns dieſe bittere Pille
einigermaßen ſchmackhaft machen. Eine ſolche Ga=
rantie
könnte unter Umſtänden und nach Anhörung der Delega=
tionsmitglieder
die innerpolitiſch hochgehenden Wellen einiger=
maßen
beſänftigen. Wir glauben aber nicht daß ſich im
Reichstag eine Zwei=Drittel=Mehrheit, für die
aus dem Dawesplan hervorgehenden Geſetze ergeben wird.
Alles deutet ſchon jetzt darauf hin, daß die Zahl derer, die im
Reichstag geneigt ſein werden, das Londoner Schlußprotokoll
anzunehmen, ſehr klein ſein wird. Bei den Deutſchnationalen
und bei der Deutſchen Volkspartei iſt bisher jedenfalls noch keine
Sympathie für das Ergebnis zu bemerken. Unter dieſen Um=
ſtänden
und Reichskanzler Marx hat es ja auch ſchon in einem
ſeiner letzten Briefe an Herriot angedeutet taucht wieder
die Frage der Reichstagsauflöſung auf. Ein neuer
Reichstag würde aber höchſtens den extremen Parteien Zulauf
bringen. Die Zwei=Drittel=Mehrheit wird ſich
auch dann nicht finden. Somit bleibt ſchließlich die ſchon
vor Wochen in Ausſicht geſtellte Volksabſtimmung übrig.
Bis dahin dürfte aber noch viel Waſſer bergab fließen. Vor
allem dürften inzwiſchen erſt einmal in Paris Klärungen über
die innerpolitiſche Situation Herriots eingetreten ſein. So un=
zufrieden
wie der Reichstag mit dem Londoner
Ergebnis iſt, ſounzufrieden wird auch die fran=
zöſiſche
Kammer, beſonders der Kreis um Lou=
cheur
ſein, deſſen handelspolitiſchen Wünſche
ſich in London nicht erfüllt haben.
Macdonalds Schlußrede.
London, 16. Aug. (Wolff.) Macdonald beglückwünſchte
in ſeiner Anſprache auf der Schlußſitzung der Konferenz, die er
mit der Anrede Meine Freunde! einleitete, die Konferenz=
mitglieder
zum erfolgreichen Abſchluß der gemeinſamen Arbeiten.
Er ſagte, jeder müſſe danach ſtreben, jetzt das vollendete Werk
fruchtbar zu geſtalten. Er erklärte, ſein Gefühl als Vorſitzender
der Konfexenz ſei ein Gefühl der Dankbarkeit gegenüber den
Kollegen, vom Premierminiſter bis zum Schreibmaſchinenperſo=
nal
, die alle in ihrer eigenen Weiſe ohne Unterlaß dafür gewirkt
haben, die Konferenz zu einer erfolgreichen zu machen. Mac=
donald
fragte, ob irgend jemand ſich das Unheil vorſtellen könne,
das gefolgt wäre, wenn die Konferenz geſcheitert wäre, und fuhr
fort: Ich glaube, wir haben Europa etwas Beſſeres gegeben
als ein Abkommen, entworfen von Advokaten und auf dem
Papier ſtehend. Wir alle haben verhandelt und Erörterungen
gebflogen und uns in unſere gegenſeitige Lage hineinverſetzt.
Dies iſt der größte Fortſchritt, den wir gemacht haben, ſelbſt
wenn letzten Endes die eine oder andere Seite von dem Ergeb=
nis
enttäuſcht iſt. Wir bieten jetzt das erſte durch Verhandlungen
zuſtande gekommene Abkommen ſeit dem Kriege. Jede Ver=
tragspartei
iſt verpflichtet, ihr Beſtes zu tun, um es durchzufüh=
ren
, weil es nicht das Ergebnis eines Ultimatums iſt. Wir haben
verſucht, einander ſoweit entgegen zu kommen, als es die öffent=
liche
Meinung der verſchiedenen Länder geſtattete. Dieſes Ab=
kommen
kann angeſehen werden als der erſte Friedensvertrag,
weil wir es unterzeichneten mit dem Gefühl, daß wir den furcht=
baren
Kriegsjahren und der Kriegsmentalität unſeren Rücken
gekehrt haben,

[ ][  ][ ]

me
Er.
Be
S
hält
von
Qug
meind
noch 6
über
ſtaltur
Zeite
ung d.
Freier
Satzes
wertig

loſen

allen
mit
gont
die
San
wärt
Bun
A.
beſo
gege
mac
teile
H
lun

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924.

Nummer 2

Die Endſitzung.
Paraphierung des Vertrags durch die Oelegierten.
SF. London, 17. Aug. Ebenſo unfeierlich, wie ſie be=
gonnen
, iſt die Londoner Konferenz am Samstag abend um
9 Uhr zu Ende gegangen. Zum Schluß ſprachen raſch hinter=
einander
Macdonald, Herriot, Kellog, Theunis, Stefani und der
japaniſche Delegierte. Macdonald ſtimmte ſeine Rede ganz
auf Deutſchland ab. Er wiſſe, wie ſchwierig die Lage in Deutſch=
land
ſei. Deutſchland nehme große Laſten auf ſich, und es werde
manche Deutſche geben, die Zweifel hegten, ob das Reſultat für
Deutſchland günſtig ſei. Die Kritiker ſollten aber bedenken,
welche großen Aufgaben die Konferenz erledigt habe. Zunächſt
ſei der Gedanke des Friedens an die Stelle der bisherigen Will=
kür
getreten. Dann ſei die internationale Iſolierung
endgültig vorbei. Esgäbe künftignur noch eine
gemeinſame Arbeit gleichberechtigter Natio=
nen
. Zur ſtarken Ueberraſchung mancher Delegierten ſprach
Macdonald dann noch von der erfreulichen Tatſache des Aus=
tauſches
von Noten über die Räumung des Ruhrgebietes und
machte Mitteilung davon, daß die Näumung ſpäteſtens
in einem Jahre erfolgt ſein würde. Er gab damit ge=
wiſſermaßen
den Schlußpunkt der Konferenz.
Auch Herriot ging in ſeiner Schlußanſprache ſtark auf den
Gedanken des Schiedsgerichts ein. Er konnte ſich aber dabei
nicht enthalten, von Frankreich zu ſprechen, deſſen Bevölkerung
ſoviel zu leiden gehabt habe und ihr Recht ſuche.
In ſeiner Erwiderung griff der Reichskanzler Marx auf
das Wort Macdonalds zurück und unterſtrich nochmals die
großen Opfer, die von dem deutſchen Volk ge=
ford
ert wurden und daß es ein ſchwerer Entſchluß
fürdie deutſche Delegation geweſen ſei, ihre Zu=
ſtimmung
zu dieſem Opfer zu geben. Seine Rede
wurde mit toſendem Beifall aufgenommen.
Es lagen Glückwunſchtelegramme von dem eng=
liſchen
König und General Dawes vor, die von der
Konferenz erwidert wurden. Dann wurde der Vertrag von
den Delegierten paraphiert. Hierauf verabſchiedeten
ſich die Delegierten voneinander. In der Zwiſchenzeit wurde
von den Hauptdelegierten die Unterſchrift geſammelt.
Die Konferenzteilnehmer gehen auseinander.
London 16. Aug. (Europapreß.) Die Londoner Konfe=
renz
wird beendet ſein. Herriot ſowie die übrigen Mitglieder der
Delegation haben bekannt gegeben, daß ſie am Montag morgen
10 Uhr nach Paris zurückfahren werden. Die deutſche Delegation
wird ſchon am Sonntag morgen 6 Uhr 30 Min. nach Berlin ab=
fahren
. Ramſay Macdonald wird London ebenfalls am Sonn=
tag
verlaſſen.
Keine Auflegung der deutſchen Anleihe vor Februar.
London 16. Aug. Wie die T.=U. erfährt, iſt auch bei gün=
ſtigem
Verlauf der Londoner Verhandlungen nicht zu erwarten,
daß die Anleihe auf der Grundlage des Sachverſtändigengutach=
tens
bereits in den nächſten Tagen effektuiert wird. Man rechnet
in gut unterrichteten Kreiſen damit, daß der Abſchluß der Ver=
handlungen
mit der Bankwelt noch einige Monate in Anſpruch
nehmen wird, ſodaß nicht vor Februar mit der Auflegung der
Anleihe gerechnet werden kann.
Die Parteien und London.
Berlin, 16. Aug. Im Reichstag ſind heute die in Berlin
anweſenden parlamentariſchen Vertreter zu unverbindlichen
Fraktionsſitzungen zuſammengetreten, um ſich auf Grund der
Beſprechungen, die geſtern zwiſchen Parteiführern und Regie=
rung
ſtattgefunden haben, über die Lage zu unterrichten. Be=
ſchlüſſe
dürften kaum gefaßt werden. Es iſt ſelbſtverſtändlich,
daß in dieſen Beſprechungen die Stellungnahme der einzelnen
Parteien zu der Räumungsfrage vorbereitet wird.
Rücktritt des deutſchen Botſchafters in Waſhington.
New York, 16. Aug. Die deutſche Botſchaft in Waſhing=
ton
kündigt heute offiziell den Rücktritt des Botſchafters Wied=
feldt
zum 15. September d. J. an. Sie erklärt, Wiedfeldt habe
den Waſhingtoner Botſchaftspoſten von Anfang an nur für eine
beſchränkte Zeit übernommen und er wolle ſich jetzt wieder ſeinen
privaten Geſchäftsintereſſen zuwenden.

Vom Tage.

Geſtern mittag ſind von der deutſchen Delegation wich=
tige
Nachrichten in Berlin eingetroffen, über die ſtrengſtes
Stillſchweigen bewahrt wird.
Der Firma Phil. Holzmann A.G., einer der größten deutſchen
Baufirmen, wurden von der ägyptiſchen Regierung umfangreiche Er=
weiterungsarbeiten
am Suezkanal übertragen.
Halbamtlich wird beſtätigt, daß die franzöſiſchen und die
beutſchen Sachverſtändigen am 1. Oktober zuſammentreten,
um über den Abſchluß eines deutſch=franzöſiſchen Handelsvertra=
ges
zu beraten, der auf dem Prinzip der vollen Gegenſeitigkeit beruhe.
Die deutſche Delegation wird vorausſichtlich Sonntag
früh London verlaſſen und Montag vormittag in Berlin
eintreffen.
Durch ein ungeheures Großfeuer wurde am Samstag
nachmittag die Polſtermöbel A. G. im Gebäude der ehemabigen
Flugzeug=Geſellſchaft auf dem Flugplatz Leipzig=Mockau ein=
geäſchert
. Ein 150 Meter langer zweiſtöckiger Neubau mit über 200
Bearbeitungsmaſchinen, vielen Vorräten und allen Fertigfabrikaten iſt
dem Feuer zum Opfer gefallen. Die Flugzeuge konnten gerettet werden.
Wie verlautet, wirdsam nächſten Montag in München ein Mi=
niſterrat
ſtattfinden, der ſich vorausſichtlich auch mit dem bisherigen
Verlauf der Verhandlungen in London beſchäftigen wird.
Der Kongreß der katholiſchen internationalen Friedensliga
iſt am Freitag unter dem Vorſitz des Biſchofs von Lugano eröffnet
worden.
Der italieniſche Marineminiſter wird nächſte Woche den italie=
niſchen
Flottenmanövern beiwohnen. Vom 20.26. Auguſt
werden alle Flotteneinheiten als im Kriegszuſtande befindlich ange=
ſehen
.
Das 7 Millionen=Bankguthaben des in die Matteottiaffäre
verwickelten Parteiverwalters Marinelli wird nächſtens von der Unter=
ſuchungsbehörde
teilweiſe freigegeben werden, da das Geld der faſziſti=
ſchen
Partei und nicht dem Angeklagten gehört.
Die Daily Mail berichtet, daß eine Anzahl von britiſchen
Konſuln insbeſondere in ruſſiſchen Häfen und am Schwar=
zen
Meer ernannt werden ſollen.
Nach der Aſſociated Preß iſt der Aufſtand in Sergipe in
Braſilien, wobei der Staatspräſident Cardoſo von den Aufſtändiſchen
gefangen geſetzt wurde, anſcheinend von Marineſoldaten eines Torpedo=
bootszerſtörers
unterdrückt worden.
Nach einer Meldung aus New York ſteht eine der größten un=
abhängigen
Petroleumgeſellſchaften nämlich die Midle Oil
Compagny, vor dem Konkurs. Das Aktienkapital von 95 Mill.
Dollars iſt zum größten Teil durch Spekulationen des Direktors ver=
loren
gegangen.
Nach einer Meldung aus Buenos Aires hat der Senat die
Erhebung der argentiniſchen Geſandten in Mexiko und
Rom zu Botſchaftern genehmigt.

Die engliſche Meinung.
Herriot für einen ſpäteren Fehlſchlag des
Dawesplanes verantwortlich.
London, 16. Aug. (Europapreß.) Der Leitartikler des Daily
Telegraph ſchreibt: Heute, da die Konferenz das letzte und größte
Hindernis überwunden hat, bleibt nur noch übrig, alle zu beglückwün=
ſchen
, die zum vollen Erfolge der Konferenz beigetragen haben. Es
wäre ungerecht, die ſtaatsmänniſche Kunſt von Marx und Streſemann
nicht anzuerkennen, nachdem dieſe erſt eingeladen worden waren, als
die Alliierten bereits eine Verſtändigung unter ſich hergeſtellt hatten.
Jetzt hat der Dawesplan das Feld behauptet, und wir hoffen, daß die
Erwartungen ſeiner Urheber nicht enttäuſcht werden.
Die Weſtminſter Gazette ſchreibt, der Grund der Fort=
dauer
der Ruhrbeſetzung für ein Jahr ſcheine zu ſein, daß die franzö=
ſiſche
öffentliche Meinung in eine frühere Räumung nicht eingewilligt
hätte und daß Herriot gefallen wäre, wenn er in dieſer Frage nicht auf
ſeiner Poſition verharrt hätte. Die Franzoſen ſind logiſche Leute.
Wir können nicht glauben, daß ſie Gründe, die gegen eine Beſetzung
ſprechen, nicht anerkennen würden, wenn man ſie ihnen klarmachen
würde. Wenn der Dawesplan fehlgeſchlagen hätte, würden die politi=
ſchen
Folgen für Herriot noch weitaus ernſter ſein, als ſie nur infolge
einer Differenz über das Räumungsdatum geweſen wären. Nach unſerer
Meinung iſt Herriot, der für die Ausdehnung der Beſetzung war und
dabei von den alliierten Regierungen unterſtützt wurde, dafür verant=
wortlich
zu machen, wenn der Plan Dawes ſpäter fehlſchlagen ſollte.
Die Behauptung, daß der Plan Dawes und die Beſetzung der Ruhr
miteinander nichts zu tun hätten, kann nicht aufrecht erhalten werden,
Wenn wir mit Frankreich zuſammenarbeiten ſollen, um den Plan Da=
wes
in Kredit zu ſetzen, und wenn wir gleichzeitig ignorieren, wie
Frankreich eine Tätigkeit unternimmt, die den Zuſammenbruch des
Planes verurſachen könnte, werden wir für den Fehlſchlag des Planes
ebenſo mit verantwortlich ſein.
Daily Herald ſchreibt: Von Anfang an war es klar, daß
der Erfolg oder Mißerfolg der Londoner Konferenz von der Bereit=
ſchaft
der Franzoſen abhängig ſei, ihre Truppen aus dem Ruhrgebiete
zurückzuziehen. Das Blatt betont, daß Herriot geſtürzt worden wäre,
wenn er zugeſtimmt hätte, die franzöſiſchen Truppen aus dem Ruhr=
gebiet
ſofort zurückzuziehen, und daß dies von Poincaré ausgenutzt
worden wäre. Es ſei vollkommen möglich, daß die Franzoſen, wenn
ſie erkennen, daß ſie die geſamten Ausgaben für das Abenteuer Poin=
carés
bezahlen müſſen, froh ſein würden, die Räumung noch vor einem
Jahre zu bewirken. Daily Herald hebt die freundſchaftlichen Beziehun=
gen
zwiſchen den franzöſiſchen und den deutſchen Delegierten auf der
Londoner Konferenz hervor, die viel dazu beigetragen hätten, gegen=
ſeitiges
Wohlwollen zu wecken.

Die Deutſchnationalen und
Londoner Kompromiß.
Ablehnende Stellungnahme.
Berlin, 16. Aug. Aus leitenden Kreiſen der
nationalen Volkspartei erfährt die Telegraphen=Union:
ſich immer mehr verdichtenden Preſſemeldungen muß au
men werden, daß Reichspräſident und Reichsregierung vo
ablehnenden Standpunkt gegenüber, den franzöſiſchen
rungen auf weiter fortdauernde Beſetzung des Ruhrgebi
gewichen ſind und ihre Züſtimmung zu den Vorſchlägen
gegeben haben. Das ſtellt einen völligen Umfall der
deutſchen Reichsſtellen innerhalb 24 Stunden dar,
Freitag, den 15. Auguſt, wurde erklärt, eine Fortdauer
zöſiſchen völkerrechtswidrigen Beſetzung des Ruhr= un
tionsgebietes ſei für Deutſchland ſchlechterdings unan
Dieſen Standpunkt ſcheint man geſtern aufgegeben
Die Deutſchnationale Volkspartei hat mit dem größt=
bis
in die letzte Zeit die leitenden Stellen der Reichsr
darauf aufmerkſam gemacht, daß eine Löſung, die den b
ſieben Mindeſtforderungen der deutſchnationalen Re
fraktion nicht entſericht, auf die deutſchnationale Billigu
zu rechnen habe. Wir glauben zu wiſſen, daß auch die
Vertretung in London über dieſe Stellungnahme der
nationalen rechtzeitig unterrichtet worden iſt. Das Kor
das nach den bisher vorliegenden Meldungen die Zu
der deutſchen Vertreter in London und der Reichsregie
funden zu haben ſcheint, widerſpricht in entſcheidenden
den Forderungen, mit denen die deutſchnationale Rei
fraktion ſich zur Trägerin der Entſcheidungen weiter V.
gemacht hat. Es ſcheint aber auch in wirtſchaftlicher 9
nicht nur keine Beſſerung, ſondern ſogar eine weſentli
ſchlechterung der Vorſchläge des Sachverſtändigen=Gutag
bringen. Die Zuſicherung des Reichsaußenminiſters, die
frage in einer dem deutſchen Ehrenſtandpunkte entſp=
Weiſe in London zur Sprache zu bringen, iſt bisher
gelöſt wvorden. Nach all dem ergibt ſich die Stellungne
Deutſchnationalen von ſelbſt. Die kann nur ablehnent
Die Räumung der Kölner Zone.
Berlin, 16. Aug. Die Frage der Räumung der e
ſatzungszone am Rhein iſt, wie ausdrücklich feſtgeſtellt
Gegenſtand von Beſprechungen in London. Da aber
der Räumung dieſer Zone in organiſchem Zuſammen!
der Ruhrräumung ſteht, ſo wird dieſer Frage auch in K
kreiſen gewiſſe Bedeutung beigemeſſen. Deutſchland ve
Standpunkt, daß die erſte Zone entſprechend den Beſtin
des Verſailler Vertrages am 10. Januar 1925 geräum
muß. Auch der jetzige engliſche Premierminiſter vertri=
ſätzlich
dieſen Standpunkt. Wenn er eine dahingehende
im engliſchen Unterhaus nicht mit der Klarheit beantw
die man erwartet hat, ſo hängt das mit der von den
vertretenen Theſe über die Ruhrbeſetzung zuſammen. T.
wäre es durchaus möglich, daß England entſprechen
Standpunkt über die Beendigung der Beſatzungsfreihei
erſte Zone dieſe mit dem genannten Termin räumt. He
ſich jedoch aus innerpolitiſchen Gründen darauf feſtge
das Ruhrgebiet erſt bis zum 15. Auguſt 1925 geräumt !
es praktiſch durchführbar iſt, daß die Räumung der erſ
am 10. Januar 1925, die endgültige Räumung des Ruh
aber erſt am 15. Auguſt 1925 erfolgt, iſt eine Frage, di
blicklich nicht zur Beſprechung ſteht. Aus dieſem Gr=
Macdonald die Frage ſeinerzeit ſo beantwortet, daß teih
Soldat länger am Rheine bleibe als es unbedingt nuwe
Er iſt alſo anſcheinend der Anſicht, daß es unter allen Uf
notwendig ſein würde, nicht wegen der Nichterfüllung 1
tragsverpflichtungen durch Deutſchland, ſondern wegen
politiſcher Gründe die Räumung der erſten Zone mit
Ruhrgebiets zuſammen fallen zu laſſen. Eine ſolche Har
der Räumungsfrage würde jedoch keine Rechtsfolge he
nen, die die deutſche Auffaſſung über den Termin der 9
der erſten Zone hat.
Der norwegiſche Reichstag aufgelö
Chriſtiania, 16. Aug. Der Reichstag iſt geſt
den König in der üblichen Weiſe aufgelöſt worden.
tritt erſt nach den Wahlen zuſammen. Aftonpoſten ſch
man der Verabſchiedung dieſes Reichstages keine Are
weiſen könne. Seine Arbeit habe keine großen Erge
zeitigt. Man ſieht den Neuwahlen mit großer Span!
gegen.
Ein norwegiſcher Politiker verſchwut
Der frühere Miniſter und frühere erſte Bürgerme.
Chriſtiania, Sophus Arſtander, iſt von einem Spazier
er in Telemarken unternahm, nicht mehr zuruückgekehlt.
ein Alter von 80 Jahren erreicht. Es werden enelg
ſuche gemacht, ihn aufzufinden, doch iſt es bisher micht
m

* Sommerſpielzeit Bruno Harprecht.
Kleines Haus. Samstag, den 16. Auguſt.
Das ſilberne Kaninchen.
Luſtſpiel von Alfred Möller.
Alfred Möller erzählte kürzlich irgendwo, wie das Sil=
berne
Kaninchen entſtanden iſt: Ich habe mich ſcheiden laſſen.
Ich laſſe mich immer ſcheiden. Wie viel unzählige Male habe ich
mich ſchon ſcheiden laſſen im Traum! Und immer gehe
ich mit meiner Frau im beſten Einvernehmen auseinander. Wir
konſtruieren den vom Geſetz verlangten Treubruch, und ich nehme
ihn jedesmal auf mich. Jedesmal muß ich dieſes Opfer bringen
aber ich bringe es gern! Ein gütiges Geſchick beſchere mir
all die lieben Frauen und Mädels, mit denen ich ſchon die Ehe
gebrochen habe im Traum! So ſcheide und untreue ich mich
alſo durch meine Träume hindurch. Als Alfred Möller wieder
einmal aus einem ſolchen Traum erwachte, ſtand ein Junge mit
einem Oſterhaſen aus einem Konfitürenladen an ſeinem Bett.
Was ift denn das? Ein ſilbernes Kaninchen! Ha, ein
guter Luſtſriel=Titel! Die Hauptſache, der Titel für das neue
Luſtſpiel, war gefunden, und der Traum gab die Grundlage
für die Handlung ab.
Um nun aber die Verbindung zwiſchen dem Titel und der
Handlung herzuſtellen eine gewiſſe, wenn auch noch ſo ent=
fernte
Beziehung wird ſchließlich vom Publikum verlangt
wurde Das ſilberne Kaninchen der Name für die freundliche
nächtliche Gaſtſtätte, in der die Traum=Untreue ſich vollzieht;
eine Untreue, die aber um deswillen keine Untreue iſt, weil
doch dies werde ich nicht verraten, da ich ſonſt den künftigen Be=
ſuchern
des luſtigen Stückes die Pointe vorwegnehmen würde.
und das wäre ſchade. Denn man kann ſehr nett einen Abend
bei dem unterhaltſamen Spiel verbringen.
Eine ſchlanke, raſſige Traum=Gattin war Hetta Hiltrop,
lebendig im Spiel und die Rolle ſicher beherrſchend. Bruno
Harprecht knüpfte als reicher Freund die Fäden der Ver=
wicklungen
und gab durch ſeine wirkungsvolle Komik der Stim=
mung
den Auftrieb. Eine paſſivere Haltung ergab ſich für Eli=
ſabeth
Horn aus der Rolle der Verführerin, die keine werden
ſoll. Den treuloſen Gatten ſtellte Robert Fitz dar. Um kleinere
Epiſoden machten ſich Mariela Baumann, Hans Ausfel=
der
Walter Brück und Paul Peterſen verdient. Die
Spielleitung führte Franz Sauer.

* Internationales Kammermuſikfeſt
in Salzburg.
Zum dritten Male hatte die Internationale Geſellſchaft für
neue Muſik zum Kammermuſikfeſt nach dem herrlichen Salzburg
geladen. Zum dritten Male ſollte das Fazit zeitgenöſſiſchen
Schaffens aller Kulturländer gezogen werden.
Wenn dieſes Fazit nicht ſo günſtig ausfiel wie in den beiden
letzten Jahren und der Ertrag der vier überlangen Abende nicht
allzu reich war, ſo darf der mächtig erſtarkten jungen Geſellſchaft
daraus kein Vorwurf gemacht werden. Denn ſeit jenem glänzend
improviſierten Feſt von 1922, das nach achtjähriger Abgeſchloſ=
ſenheit
Schaffende und Nachſchaffende wieder zuſammenführte
und die Internationalität der neuen Muſikrichtung evident
machte, iſt unſere Erkenntnis mächtig gewachſen. Die führenden
jungen Begabungen ſo ziemlich aller Länder ſind uns längſt ver=
traut
, ihre bedeutendſten Werke längſt in den am Zeitſchaffen
und Zeitringen intereſſierten Kreiſen namentlich in Deutſch=
land
aufgeführt worden. Wir ſtehen nicht mehr vor einer
neuen Bewegung wir ſtehen mitten in dieſer Bewegung
und wollen ſie in ihrer Totalität faſſen. Dabei iſt es ganz ſelbſt=
verſtändlich
, daß auch kleinere Talente zu Worte kommen müſſen.
Ob. nicht allerdings bei der Aufſtellung des diesjährigen
Programms für Salzburg die internationale Jury zuweilen ein
Auge zugedrückt und mancherlei Rückſichten genommen hat, die
nicht immer künſtleriſch bedingt waren, das iſt eine andere Frage.
Vor allem erſcheint es für die Zukunft wünſchenswert, daß die
einzelnen Konzerte einheitlicher aufgeſtellt werden.
Die Aufgaben ſteigern ſich freilich mit jedem Jahr, gerade
wenn die Beſchränkung auf Kammermuſik Orcheſterkon=
zerte
fanden zu Pfingſten in Prag ſtatt beibehalten werden
ſoll, und die Qualität des Materials, deſſen kritiſche Bewertung
ein ungewöhnliches Maß von Objektivität verlangt, wird in
den nächſten Jahren kaum eine Aenderung erfahren.
Stärkſte Wirkung ging von Kompoſitionen zweier Künſtler
aus, deren Bedeutung für die neue Muſik unbeſtritten iſt: Paul
Hindemith und Jgor Strawinsky, dem Deutſchen und
dem Ruſſen.
Hindemiths neues Trio für Violine, Bratſche und Cello be=
deutet
eine weitere Klärung und Ausreifung im Schaffen dieſes
urwüchſigen, geraden und tiefen Künſtlers. Vom Marienleben
an etwa beginnt bei Hindemith eine geiſtige Vertiefung des
Muſikantiſchen, die das Streichquartett Op. 16, der Rieſenerfolg

des erſten Salzburger Feſtes, kaum ahnen ließ. Geiſti
fung natürlich nicht im romantiſchen Sinn einer aub"
kaliſchen Aſſoziation, ſondern als geſteigerte Roi=
des
Techniſchen und Gedanklichen, wobei der Spielge!
bunden mit geſunder Freude am Handwerklichen
ja ſchon bei Reger ſich umſo reiner entfaltet. Vle
rienleben und im neuen Quartett Op. 32 üben and
die alten Formen neuen Reiz auf Hindemith aus. ei
voll pulſierende Toccata mit breitem Uniſonothema
erſten, eine überaus friſche, außerordentlich kunſtvoue
letzten Satz. Und wie in der Fuge plötzlich eine 1as
ſode in die zarte Empfindungswelt der Marienlie
weiſt, ſo iſt auch der ganz einfache, langſame Sat N
nerlichkeit erfüllt, wie wir ſie nur bei Hindemith !!"
Scherzo iſt ein genialer Pizzicato=Scherz.
Von Strawinsky ſpielte Hermann Sch.
ſeinen, ausgezeichneten Frankfurter Bläſern ein ve
inſtruments a vent voll toller Parodie und jener
den Kraft des Rhythmiſchen, das alle Werke dielee
Ruſſen auszeichnet. Die feinſten Stücke ſind wo9
und ein in Tanzrhythmen variiertes Thema.
Blieb Strawinsky der einzege Ruſſe, ſo kame"
ganze Reihe deutſcher Künſtler zu Wort. Von Ae
minski erklangen drei tieferlebte kontrapunktiſg.
geiſtliche Lieder, von der glänzenden Lotte Leong.
Kurt Weill komponierte eine Reihe mittelalterliche
dichte (Frauentanz), deren warm empfundene Le.
gegen die geiſtreichelnde Muſik kontraſtierten. In der. 2
Launigkeit der Einfälle, kommen Erwin Sch1.
Tänze für Streichquartett Hindemith nahe. Ein leil.
ſympathiſcher artiſtiſcher Einſchlag ſichert den vom O‟"
hinreißend geſpielten Stücken ſtarken Erfolg. F9l
nachs Streichquartett op. 16, voriges Jahr in 20
uraufgeführt beſtätigte wieder den tiefen Ernſt. it
Eigenwilligkeit des reichbegabten Komponiſten. Die
Wiener Egon Welleſz, deſſen ſtarke Begabung Aeit
zeriſche Stücke ſich auch in der feinen und prachtyo.
Suite für ſieben Inſtrumente offenbarte. Ueberſlugh
timentale Lieder von Ernſt Kanitz.
Dem deutſchen Kreiſe ſteht auch Ernſt R7"
Tſcheche von Geburt. Leider kann nicht geleugne."
ſein viertes Streichquartett nach dem vorjährigen.""
nach der Oper Der Sprung über den Schatten. .
liche Enttäuſchung war, um jo mehr. al8. e8 bol.=Eoce

[ ][  ][ ]

Nuiner 228.

Die Sicherheitsfrage.
P Ahmal faſt unter Preisgabe nationaler Würde ſpricht
us je Seite dieſes Gelbbuches die furchtbare maßloſe Angſt
M or ei=deutſchen Invaſion . . .", ſagt der rheiniſche Abgeord=
zte
J ’m Sollmann in einem Artikel über das franzöſiſche
elbbr, u der Sicherheitsfrage. Und ſo iſt es. Man fragt ſich
t, ob /e angebliche Furcht nicht am Ende doch nur ein Vor=
and
e franzöſiſchen Machtpolitiker iſt, die ihr Ziel, die Ab=
ennu
uder linksrheiniſchen Gebiete und die Verlegung der
inzöß n Grenze an den Rhein, nicht erreicht hatten und dies
en uw dilfe der Sicherheitsfrage faktiſch erreichen möchten.
eſe I ht des franzöſiſchen Volkes vor einer deutſchen Re=
anche
ticht wegzudiſputieren, ſie iſt da, ſie iſt eine Realität,
je pon che Realität, mit der auch wir rechnen müſſen. Nicht
geſſe: rfen wir aber, daß dieſe Furcht gerade von jenen Macht=
litike
n Paris beſonders unterſtrichen wird, die das jahr=
ender
e Staatsideal der Franzoſen, die Rheingrenze, nicht
chr en=n n den Beſtimmungen von Verſailles, ſondern ſogar
ade ihrer Hilfe erreichen wollen. Das ganze Auftreten der
ſärtret= ieſer Machtpolitiker im Rheinland, die Generäle, war
ſchr n eiſes Vorgehen zu dieſem Ziel. Die Zermürbung der
völke; y durch das Zuckerbrot der Propaganda und die
tſche es unmenſchlichen Terrors, die Herabſetzung der
ſcſtorit-5 er rechtmäßigen deutſchen Regierungsinhaber, die
drär ig der wichtigſten Rechte der deutſchen Souveränität,
Einzelheiten noch in jeder Erinnerung fortleben,
S weiter als Vorbereitungen zu einer allmählichen
ſu:der rheiniſchen Gebiete vom deutſchen Volkskörper
er dauernden Feſtſetzung der franzöſiſchen Militärge=
t
am hein, ohne Rückſicht auf den rein deutſchen Charakter

Bem er jener Gebiete, die Kern= und Urſprungsland alles
en ſi was deutſch heißt. Jetzt, da die Zeit naht, wo ein
des ſetzten Gebietes, ein Teil der erſehnten Rheingrenze
täriſchen Kontrolle nach den Beſtimmungen von Ver=
Sit werden ſoll, erhebt ſich doppelt ſtark der Ruf nach
Es dürfte darum ganz intereſſant ſein, zunächſt ein=
ſts
Uen, daß Tardieu, einer der Väter der Verſailler Be=
. als er 1919 vor der franzöſiſchen Kammer ſein Werk
er verteidigte, gerade die Beſtimmungen über die Be=
ng
O heiniſchen Gebiete als das Höchſtmaß von Sicherun=
Kölner )u geg alle drohenden Gefahren bezeichnete, was ihm die
mer; Zurufen: Sehr richtig! Sehr richtig! beſtätigte. Er
ieg u der Beteuerung, daß Deutſchland keine militäriſche
ind elle Rüſtung entwickeln könne, ohne daß Frankreich
meru ind kam zu dem richtigen Schluſſe: Deutſchland iſt
hten weil es keinen Krieg führen kann! Warum
heu-; vo ſich die Möglichkeit, einen Krieg zu führen für
hle geradezu völlig verflüchtet hat, der verſtärkte Ruf
Sick eiten?
ger Zeit ſchrieb der Pazifiſt Prof. W. Schücking, daß
geſr; der ganzen Behandlung der deutſch=franzöſiſchen
nd, die franzöſiſchen Politiker, angeſichts des auch unter
ſiot X. unvermindert fortdauernden Gewaltregiments der
Möſiſch Generale am Rhein es für einen deutſchen Pazifiſten
w, ſeinen Glauben zu bewahren. Und ein anderer
vkran rieb im Berliner Tageblatt‟: Das neuerliche Vor=
der
inzöſiſchen Behörden am Rhein laſſe die Annahme
ſls i en ſie durch Gewalt Zwiſchenfälle provozieren, mit
zu Hili ie dann ihre Forderungen nach Sicherheit vor der
w begs den könnten. Wer das Syſtem der Machtpolitiker
uRur, eflächlich kennt, weiß, wie berechtigt ein ſolches Miß=
niſt
ie brauchen die Furcht des franzöſiſchen Volkes, um
ſötigel ſonnanz im eigenen Volk für ihre Forderungen zu
ſiſt. O brauchen, um dieſe Furcht wachzuhalten, das Ge=
der
tſchen Invaſion, der deutſchen Revanche. Sie brau=
die
* Zetzung der Völker. Seht euch einige franzöſiſche
lbüch=s an, ſolche aus der allerletzten Zeit noch, und ein
d euch erfüllen über die Unmenſchlichkeit, mit der
des Haſſes gegen ein anderes Volk in die jungen
Sifelt wird. In Deutſchland gab es nie einen aus=
tpoli
5
thiſchh franzöſiſchen Rheinpolitiker. Demgegenüber müſſen bekannt.
rinn n, daß die beiden erſten Invaſionen doch unzweifel=
RheF rd kann Frankreich Sicherheit geben. Frankreich
beda y s eines Dynaſtendieners, Richelieus zum Schwei= ſen total zerfleiſcht.
vefſbring 9 denn es braucht keinen Angriff von Deutſchland zu

Darmſtädter Dagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924.

Seite 3.

Der nationalſozialiſtiſche Parteitag.
Ludendorff in Weimar.
Weimar, 16. Aug. Am Abend des erſten Verhandlungstages
der Tagung der Nationalſozialiſtiſchen Freiheitsbewegung Groß= Deutſch=
lands
fanden große, als Ludendorff=Ehrung gedachte Begrüßungen ſtatt,
in denen die Reichstagsabgeordneten Exz. Ludendorff, v. Gräfe, Abge=
ordneter
im Prager Parlament, und Bayeriſcher Landtagsabgeordneter
Straſſer von ſtürmiſchem Beifall begleitete Anſprachen hielten. Der
Leiter der Verhandlung, Dr. Dinter=Weimar, hob hervor, daß es
gelungen ſei, die Einigung zwiſchen der Nationalſozialiſtiſchen Arbeiter=
partei
und der Deutſchvölkiſchen Freiheitspartei zu erzielen unter der
Führung Ludendorffs. Die Einigung der geſamten völkiſchen Frei=
heitspartei
müſſe gelingen. Das ſchwarz=weiß=rote Hakenkreuzbanner
weht uns voran als das Symbol des geeinigten großen deutſchen Reichs
unter monarchiſcher Führung.
Darauf erklärte Ludendorff: Es drängt mich, Ihnen meinen
herzlichſten Dank für die freundliche Aufnahme, die ich hier in Weimar
gefunden habe, vor allem aber den völkiſchen Vertretern aus Thüringen
auszuſprechen, für die völkiſche Arbeit, die ſie in der Vergangenheit
bereits geleiſtet haben. Der völkiſchen Einheit verdanken wir, daß wir
heute hier in Weimar dieſe Tagung der Nationalſozialiſtiſchen Frei=
heitsbewegung
abhalten können. Es kommt heute nicht darauf an, daß
wir für das Vaterland ſterben, ſondern es kommt darauf an, daß wir
für das Vaterland, für das Volk in Selbſtloſigkeit leben. Wir haben
die Verhältniſſe zu ſchaffen, die die Führerſchaft früher oder ſpäter in
die Lage verſetzen wird, das deutſche Volk zu rufen. Das iſt aber nur
dann möglich, wenn eine geſchloſſene völkiſche Bewegung hinter der
Führerſchaft ſteht. Darum gerade lege ich Ihnen hier in Thüringen an
das Herz: Ruhen Sie nicht eher, bis die entſcheidende Frage der völki=
ſchen
Bewegung, die Arbeiterfrage, gelöſt iſt; wirken Sie dahin, daß
dem Arbeiter das gegeben wird, an Herz und an Vertrauen, was des
Arbeiters iſt. Wir müſſen ohne weiteres zugeben, daß wir ihn in fal=
ſche
Hände gleiten ließen, zum Teil zwar durch ihre eigene Schuld,
aber ebenſo durch unſere Schuld; und dieſe Schuld gilt es jetzt zu
ſühnen! Machen Sie ſich bereit, wenn gerufen wird
zu einem ernſten Sterben. Es gibt nur eines: Durch
Selbſtzucht zur Freiheit!
Abgeordneter Straſſer erhielt im weiteren Verlauf der Kund=
gebung
das Wort und führte u. a. aus: Die Idee Hitlers: Gemeinnutz
vor Eigennutz muß Gemeingut des deutſchen Volkes werden. Hitler,
den die nationale bayeriſche Regierung in der Feſtung Landsberg ge=
fangen
hält, iſt der Führer dieſer Bewegung, weil ihn das Volk dazu
gemacht hat. In den Namen Hitler und Ludendorff verkörpert ſich
der Einheitsgedanken des deutſchen Volkes.
Eine Entſchließung der Nationalſozialiſien.
Der nationalſozialiſtiſche Parteitag hat nach vertraulichen
Beratungen über Organiſationsfragen folgende Entſchließung
angenommen: Die gemeinſame Weimarer Tagung der National=
ſozialiſtiſchen
Freiheitsbewegung bringt den einigen Willen zum
Ausdruck, die Organiſation der Nationalſozialiſtiſchen Arbeiter=
partei
Deutſchlands und der Deutſchvölkiſchen Freiheitspartei im
ganzen Reiche unter der Führung Ludendorffs, Hitlers und
Graefes durchzuſetzen. Angenommen wurde ein Antrag, den
Tag der Revolution, den 9. November, in der ganzen völkiſchen
Bewegung als Trauertag zu begehen.
Der Perteidiger Sklarz verhaftet.
* Berlin, 16. Aug. (Priv.=Tel.) Der Rechtsbeiſtand von
Sklarz, Rechtsanwalt Dr. Klee, iſt geſtern abend nach langem
Verhör durch den Unterſuchungsrichter verhaftet worden. Dr.
Klee ſteht im dringenden Verdacht, die Flucht von Sklarz begün=
ſtigt
zu haben, um ihn dem Zugriff der Behörden zu entziehen.
Der Verhaftete befindet ſich bereits auf dem Wege nach Bautzen.
Ebenfalls wegen Begünſtigung wurde ein Frau Geyer, die Pri=
vatſekretärin
von Sklarz, geſtern abend verhaftet. Die Unter=
ſuchung
hat ergeben, daß ein großer Kreis von Perſonen damit
beſchäftigt war, um alle Maßnahmen der Behörden gegen Sklarz
zu verhindern und möglichſt unſchädlich zu machen.
Die Leiche Matteottis gefunden.

* Rom, 16. Aug. (Priv.=Tel.) Zwiſchen dem Jorratal und
ocher- Haß gegen Frankreich, das wird jeder Einſichtsvolle / Caſtelnuovo di Porto, etwa 22 Km. von Rom entfernt, nahe bei
gen. ich im Krieg führte nur die harte Pflicht, die eigene dem Ort, wo der Rock Matteottis aufgefunden wurde, haben mit
iche tenz zu verteidigen, die Waffen gegen Frankreich. Hilfe von Polizeihunden angeſtellte Nachforſchungen zur Auffin=
heri
in deutſchen Volk Haß gegen Frankreich erwacht iſt, dung einer begrabenen Leiche geführt, die ſich im Anfangszuſtand
nur irch den ungeheuerlichen Terror der franzöſiſchen der Verweſung befand. Die Behörden haben ſich an Ort und
Stelle begeben, um feſtzuſtellen, ob es ſich um die Leiche Matte=
9WVierm: iſt Deutſchland in Frankreich eingerückt! rufen ottis handelt. Das Ergebnis der Unterſuchungen iſt noch nicht
* Rom, 16. Aug. (Priv.=Tel.) Wie unſer Korreſpondent
von Frankreich Napoleons I, provoziert worden ſind, aus Rom drahtet, wurde heute in einem Gebüſch in der
Lahryig: nicht die Rheingrenze, nicht das von Kaſernen, Nähe von Riano, 20 Kilometer öſtlich von Nom, die Leiche
ſierpi r, Flugplätzen, Tanks und großen Kanonen über= des ſozialiſtiſchen Abgeordneten Matteotti von
e enz, die Schreier nach der Rheingrenze, die Verfechter der Polizei aufgefunden Die Leiche iſt von den Füch=
Die Leiche, die von den Polizeihunden aufgeſpürt wurde,
en. Cange das nicht iſt, muß Deutſchland, wenn auch lag etwa 20 Zentimeter unter der Erdoberfläche. In der linken
nloss er mit den Waffen des Rechts in Abwehrſtellung Bruſthälfte ſtak eine abgebrochene eiſerne Feile. Die Freunde
lüberz ankreich ſtehen. In einer ſolchen Situation iſt die Matteottis haben ſich nach der Fundſtelle begeben und feſtgeſtellt,
öhnu u er Geiſter, wenn nicht unmöglich, ſo doch ſehr, ſehr, daß es ſich tatſächlich um die Leiche des ſozialiftiſchen Führers
handelt.

Der Aufſtand im Sudan.
Die britiſche Vorherrſchaft verhaßt.
London, 16. Aug. (Wolff.) Aus Kartum wird berich=
tet
: Geſtern ſammelte ſich eine Menſchenmenge vor der Eiſen=
bahn
=Zentralſtation in Erwartung einer Kundgebung zugunſten
des meuternden Eiſenbahnbataillons, das, wie angenommen
wurde, in einem Eiſenbahnzuge verſteckt ſein ſollte. Bekannt=
machungen
ohne Unterſchrift wurden während der Nacht
an den Telegraphenſtangeen und an Häuſern Omdurmans an=
gebracht
, in denen gegen die britiſche Herrſchaft
gehetzt wurde. Darin hieß es, daß die ſudaneſiſche
Bevölkerung namens der ganzen Bevölkerung von Sudan
ihren Haß gegen die britiſche Regierung mit den
Worten erkläre: Nieder mit der britiſchen Vorherr=
ſchaft
. Einige Anſchläge enthielten Abbildungen verſchleier=
ter
Frauen, was auf den weiblichen Einfluß bei den Truppen
hinweiſt.
Daily Mail berichtet aus Kairo, daß die ägyptiſche Regie=
rung
dort ein Communiqué veröffentlichte, in dem erklärt werde,
daß der ägyptiſche Miniſter in London angewieſen ſei, der briti=
ſchen
Regierung die Schritte über die im Sudan zur Unter=
drückung
der Unruhen unternommenen Maßnahmen mitzuteilen=
London, 16. Aug. Aus Malta wird gemeldet, daß ein
neues engliſches Regiment nach dem Sudan ge=
ſandt
worden iſt. Mehrere ägyptiſche Schiffe ſind
gleichfalls in derſelben Richtung in See gegangen.
Auch iſt von Alexandrien aus ein Regiment nach dem
Sudan abgegangen.
ODe Paleras Kampf für die vollſtändige
Unabhängigkeit Irlands.
London, 16. Aug. (Wolff.) Wie aus Ennis (Irland) ge=
meldet
wird, erklärte de Valera in ſeiner erſten Rede ſeit
ſeiner Freilaſſung aus der Gefangenſchaft, die iriſche Republik
trete für die vollſtändige Unabhängigkeit Irlands und aller Ir=
länder
ein. Ihre Mittel ſeien alle verfügbaren Mittel, durch
welche entſchloſſene Männer ihre Freiheit gewinnen können. Sie
werden niemals einer auswärtigen Macht Untertanentreue lei=
ſten
, ſie würden vielleicht zeitweilig gezwungen werden, ſich ge=
wiſſen
Dingen zu unterwerfen, aber ihre Zuſtimmung dazu könne
niemals erfolgen.
Die Spanier geben zum Angriff vor.
Paris, 16. Aug. Nach einer Havasmeldung aus Madrid
betont eine vom Direktorium ausgegebene Note, daß der
Oberbefehlshaber in Marokko, da die Aufſtändigen
weiter einen Druck auf die Stellungen am Lau=Fluſſe, deren Ver=
bindungen
abgeſchnitten ſeien, ausüben, befürchtet, daß die
Untätigkeit der ſpaniſchen Truppen von den
Aufſtändigen als ein Zeichen der Ohnmacht an=
geſehen
werde. Das Oberkommando hat des=
halb
eine Offenſivbewegung angeordnet, die
ſchon im Gange ſei und von der man glückliche Ergebniſſe erwarte.
Nach einer Meldung des Journal aus Madrid verlautet
aus ſicherer Quelle, daß die Spanier bei den letzten
Kämpfen 1800 Tote und Verwundete gehabt haben.
Chineſiſche Wirren.
Waſhington, 16. Aug. (Europapreß.) Einer Meldung
des amerikaniſchen Geſchäftsträgers in Peking zufolge ſind in der
Provinz Yünnan von neuem Unruhen ausgebrochen. Kämpfe
werden in der unmittelbaren Nähe von Canton gemeldet. Die
amerikaniſchen Konſuln der Provinz ſind angewieſen worden,
eine Unterſuchung darüber anzuſtellen, ob Amerikaner getötet
worden ſind.
Kein Aufſtand im Amazonenſtagt.
New York, 16. Aug. (Europapreß.) Der braſilianiſche
Generalkonſul in New York dementiert die Meldung, wonach ein
neuer Aufſtand im Staate Amazonas ausgebrochen ſei. Dieſes
Dementi hat auf amerikaniſche Meldungen bezug, wonach im
Amazonenſtaat ſchon ſeit einem Monat ein Aufſtand herrſcht.
Seit einiger Zeit ſoll es nämlich unmöglich geweſen ſein, Be=
ziehungen
mit amerikaniſchen und engliſchen Firmen zu unter=
halten
, die in dieſem Staat beſtehen. Auch die amerikaniſchen
Kautſchuckſchiffe, die den Verkehr auf dem Amazonenſtrom ver=
ſehen
, konnten nicht an ihre Beſtimmung gelangen.

chauslt wenig detailliert und trocken geſpielt wurde.
M nite fehlen auch hier nicht. Aber Trivialitäten und
teleies rſtören die Geſchloſſenheit des an ſich ſchon zerfahre=
Werk=Gerade das ſonſt bei Krenek immer wieder hervor=
ende
mentare Muſikantentum vermißt man im neuen
ctett
Sas ſi von tſchechiſchen Komponiſten unter Aufwand reich=
Rek 3 aufgetiſcht wurde, braucht nur regiſtriert zu wer=
Lied= on Vycpälek, Klavierſtücke von Vomäcka und
Pole Karl Szymanowsky war mit ſehr feinen
jeretiz vertreten.
die FV oſen waren vor allem mit der ſymphoniſchen Kan=
Soc-) von Eris Satié vertreten, einem der Altmeiſter
frai chen Impreſſionismus. Feierliches Gleichmaß
cht in! n dreiviertelſtündigen, auf platoniſche Dialoge kom=
erten
ck. Es verfehlt in Verbindung mit dem antiken
ſeim! irkung nicht namentlich in den beiden erſten Tei=
Abeu? die Dauer ſtört dieſe leerlaufende Monotonie doch,
iders an man die ungleich genialeren Schöpfungen De=
9s egen hält. Eine impreſſioniſtiſche Spielerei bleibt
eizenEl ertonung eines Cataloque de Fleurs von Darius
hau! Lieder von Auric gerieten in bedenkliche Nähe
ſtabar? Dagegen fand eine von Strawinsky beeinflußte
Liſtiſck) Sonate von Francis Poulene ſtarken Anklang.
Die T ener kommen auch heute noch nicht trotz aller
etiſch=A Zeteuerungen von der bel canto=Melodik los.
Aich artiſtiſchen Redensarten und ſchwacher Sentimen=
ſt
beſ-, eine überlange Celloſonate von Ildebrando Piz=
2 rige Friſche bei ſtark nationalem Einſchlag atmeten
ihre! rappheit recht amüſanten Stornelli e Ballate von
piero. In launiger Kürze lag auch der feine
M. Caſtellnuovo=Tedesco auf entzückende
iſche V’sliedertexte.
englau ftellte ſich mit einer ſtattlichen Reihe von aus=
ſend
achen Werken vor. Einzig der Mittelſatz von Ar=
Baxs' atſchenſonate hatte eine Verve. Unförmige Lieder=
dlexe

Peter Warlock und Ralph Vaughan Wil=
m
e
volksliedhaft gebunden, wirkten auf die Dauer
noch
ſchlechter Wiedergabe einſchläfernd. Derartige
ſe hät-0 an vermeiden können. Der Vollſtändigkeit halber
och eir) ähſam konſtruiertes Sextett des Holländers Willem
er erkalt
Ei
te für Geige und Cello des talentierten Ungarn
7902 euttäuſchte.

Mit einigen Worten ſeien noch die wichtigſten Mitwirkenden
genannt: unter den Dirigenten neben Scherchen der etwas
ſteife Alfredo Caſella; dann die prachtvolle Sängerin Marya
Freund, Heinrich Rehkemper, der ausgezeichnete Pariſer
Pianiſt Henry Gil=Marchex, das famoſe Quartetto Vene=
ziano
und endlich unſer prächtiges Amarquartett, an deſſen
Bratſche Paul Hindemith ſitzt.
Im ganzen bedeutete das Feſt doch einen Gewinn. Nicht
zuletzt in der auch außerhalb der Konzerte gepflegten Fühlung=
nahme
der Künſtler. Die Idee der internationalen Geſellſchaft
für neue Muſik hat ſich gerade in dieſer Zeit der Zerriſſen=
heit
und Intoleranz als lebensfähig erwieſen. Heute noch
vorhandene Schwächen wird ſie von ſelber ausmerzen. HI. S.

* Kunſtin Wiesbaden.
Im Muſeum eröffnete der Naſſauiſche Kunſtverein
in Verbindung mit der Wiesbadener Geſellſchaft
für bildende Kunſt eine Herbſtausſtellung, die in großen
Umriſſen einen Ueberblick über die Entwicklung vom Impreſſio=
nismus
zum Expreſſionismus zu geben verſucht. Der Impreſſio=
nismus
iſt allerdings nur mit wenigen, aber darunter ſehr hoch=
wertigen
Stücken von Israels, Liebermann, Corinth
vertreten; ſehr glänzend und auch reichhaltig die neue Kunſt mit
den Uebergangserſcheinungen von Hofer, Moll, Hecken=
dorf
, Kirchner, Pechſtein bis zu den von den Wogen der
Gegenwart umbrandeten Perſönlichkeiten: Kokoſchka, Cha=
gall
, Heckel, Klee, Campendonk, Menſe und Dix.
Im Hauptſaal iſt die Wirkung eine ſehr eindrucksvolle, wo die
Individualitäten, ohne ſich zu verdrängen, ſehr ſtark gegeneinan=
der
vorſpringen. Im Gedränge zwiſchen der Wucht eines Ko=
koſchka
, Schmitt=Rottluff und Nolde erſcheint Pech=
ſtein
bereits zahm. Heckel und Chagall bewahren, bei lei=
ſeren
Mitteln, durch tiefe Innerlichkeit ihre durchdringende Son=
dernote
, während Jakob, der Jüngſten einer, mit robuſter Kraft
Breſche ſchlägt. Zu ſehr intereſſanter Konfrontation ſind Klee,
Menſe, Jawlensky und Dix vereinigt in durchaus auf
myſtiſche Einſtellung gerichteter Auswahl. Gute Plaſtiken von
Haller, Kolbe, Sintenis u. a. vervollſtändigen die reiche
Schau,
A. E.

Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Die erſte deutſche Jugendmuſikwoche der
Muſikantengilden fand vom 27. Juli bis 3. Auguſt in Lobeda
bei Jena ſtatt. Die Kerngilde unter Führung von Prof. Fritz
Jöde ſuchte den Einzelgruppen neue Anregung zu geben und
neben ernſteſter Chor= und Inſtrumentalmuſikpflege auch Melo=
die
= und Harmonielehre ſowie verſchiedenſte Berichte zu bringen.
Es handelt ſich hier tatſächlich um keine bloßen Zukunftshoff=
nungen
, ſondern eine kräftig vorwärts drängende Bewegung,
die allem Spiel mit der Kunſt abhold iſt und wahrhaftigen Dienſt
an der Muſik leiſtet. Zwei kirchliche und eine weltliche Muſik=
feier
in Lobeda und Jena ſchloſſen ſich an und zeigten auch nach
außen hin das ehrliche Streben nach neuer Geſtaltung unſeres
Muſiklebens.
A.E. Frankfurt hilft ſeinen Künſtlern. Angeſichts
des unter den Künſtlern herrſchenden großen Notſtandes beſchloß der
Magiſtrat unter beſtimmten Vorausſetzungen, der Frankfurter Künſtler=
ſchaft
einen Betrag von 100 000 Mark zur Verfügung zu ſtellen
mit der Maßgabe, daß die Verwendung im einzelnen von einem Ma=
giſtratsmitglied
überwacht wird. Ferner iſt die Baudeputation ermäch=
tigt
worden, aus den für beſondere Hochbauten bewilligten Mitteln
kleinere Beträge für die bildneriſche Ausſchmückung der
Bauten bereitzuſtellen.
In München verſtarb Geh. Hofrat Prof. Dr. Auguſt
Föppl, Vertreter der techniſchen Mechanik an der Münchener
Techniſchen Hochſchule.
* Die Jacht als Hutladen. Die franzöſiſchen Modebäder
Deaubille und Trouville ſind von einer eleganten Jacht beſucht
worden, die bei den Damen ungemeine Freude, bei den Herren
weniger angenehme Gefühle erregte. Eine unternehmende Pa=
riſer
Putzmacherin, Madame Regnier, hat nämlich die ſtattliche
Jacht gemietet, um den im Bade befindlichen Modedamen, die
neueſten Hutſchöpfungen ſofort vor Augen zu führen. Am Mor=
gen
nach der Landung flatterten bunte Fahnen von dem elegan=
ten
Schiff, und große Plakate luden zur Beſichtigung ein. Die
Gäſte wurden am Nachmittag mit Tee bewirtet, und in einer
kleinen Bar entfaltete ſich ein bewegtes Treiben, während die
Damen den Hauptraum des Schiffes durchſchritten, in dem die
ſchönſten Hüte zum Ankauf lockten. Die Hutjacht wird einige
Wochen am Strande von Deauville ankern, um den Damen Ge=
legenheit
zu geben, ſich mit den eleganteſten Hüten für den Reſtz
der Saiſon zu verſorgen.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 17. Auguſt 1924.

QOi
meind
noch 6
über
ſtaltur
Zeit e
ung d
Freier
loſen
allen
mit
gonr
die
San
wärt
BZun
R
beſo
gege
mac
teile
Her
lun
mer

Die Lage der deutſchen Gemeinden
M der Acechoſtowarel.
von
Erwin Stein, Berlin=Friedenau,
Generalſekretär des Vereins für Kommunalwirtſchaft und Kommunal=
politik
E. V.
Wir hörten in den letzten Jahren wiederholt von der ſchwierigen
Lage der deutſchen Bevölkerung in der Tſchechoſlowakei. Wir hören
von Not und Bedrängnis und erfahren doch gleichzeitig von der Opfer=
willigkeit
dieſer deutſchen Bevölkerung, die ſich nicht genug tun kann in
freiwilligen Leiſtungen der Hilfstätigkeit, insbeſondere für die Notlei=
denden
unſerer Großſtädte. Von beſonderer Bedeutung iſt dabei die
wiederholte Aufnahme erholungsbedürftiger Kinder von den deutſchen
Gemeinden der Tſchechoſlowakei, die nicht nur in der Inflationszeit er=
folgt
iſt, ſondern auch in den letzten Monaten.
Die Kenntniſſe von der Lage der deutſchen Gemeinden in der Tſche=
choſlowakei
und ihrer Bevölkerung ſind leider bei uns ſehr gering.
Darum habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, durch Studium der Lite=
ratur
durch wiederholte Beſuche und Reiſen ein zutreffendes Bild von
den Zuſtänden und von der Lage der Sudeten=Deutſchen zu gewinnen
und durch geeignete Veröffentlichungen und Berichte an der Auf=
klärungsarbeit
teilzunehmen.
Im November vorigen Jahres tagte der Verband der deutſchen
Selbſtverwaltungskörper in der Tſchechoſlowakei an der ſüdlichen Grenze
feines Landes in Nikolsburg, etwa zwei Stunden von Wien. Dieſe
Tagung in der mähriſchen Stadt begrüßte die Abſicht, den hungernden
insbeſondere den bedrohten Kindern Hilfe zu bringen und betonte es
als eine ſelbſtverſtändliche Pflicht der deutſchen Selbſtverwaltungskörper
(alſo der Gemeinden und Bezirke) alle Beſtrebungen tatkräftig zu unter=

Der Verband der Selbſtverwaltungskörper iſt infolge dieſer Kund=
gebung
der Träger einer umfangreichen Hilfsaktion geweſen.
Es wird ſich alſo bei folgenden Ausführungen um ſolche handeln,
die ein beſonderes Intereſſe beanſpruchen, es kommt nicht nur eine Be=
völkerung
, die ſich als deutſch bezeichnet in Frage, ſondern die auch
deutſch fühlt, und was in den letzten Jahren ganz beſonders wihtig
war, deutſch handelt.
Mehr als 3 Millionen Deutſche wohnen in der Tſchechoflowakei in
geſchloſſenen Siedlungsgebieten, die deutſchen Gauen benachbart ſind.
Im Jahre 1918 brach die Habsburgiſche Monarchie zuſammen und
damit das öſterreichiſche Staatsgebäude. Die geſamten Reichsratsab=
geordneten
der Länder und Parteien erkannten das Recht der ſlawi=
ſchen
Nation auf Bildung ihrer eigenen Nationalſtaaten an. Gleich=
zeitig
lehnten ſie aber die Unterwerfung deutſcher Gebiete unter dieſe
Nationalſtaaten ab und verlangten, daß alle deutſchen Gebiete Oeſter=
reichs
zu dieſem deutſch=öſterreichiſchen Staate vereinigt werden. Nach=
dem
aber die Tſchechoſlowakei einmal beſchloſſen hatte, gewaltſam die
deutſchen Gebiete an ſich zu bringen, konnte auch der Beſchluß auf Grund
des Selbſtverwaltungsrechtes der Völker, die Gebiete unter den Bezeich=
nungen
Deutſchböhmen Sudetenland. Deutſch=Südmähren und
Böhmerwaldgau als eigen berechtigte Provinzen zu Deutſch=Oeſterreich
zu errichten, nicht mehr aufrecht erhalten werden. Durch den Friedens=
vertrag
von St. Germain war die deutſch=öſterreichiſche Regierung ge=
zwungen
, die von der tſchechoſlowakiſchen Republik inzwiſchen beſetzten
fudetendeutſchen Gebiete und deren Bevölkerung unter die volle ſtaat=
liche
Hoheit der Tſchechoſlowakei zu ſtellen. Damals gab der Staats=
kanzler
Dr. Renner in der Nationalverſammlung bekannt:
Deutſchböhmen hak eine Fläche von 14 496 Quadratkilometer und
eine Bevölkerungszahl von 2 230 290 Köpfen, das mit Oberöſterreich zu
vereinigende Verwaltungsgebiet (Deutſch=Südböhmen) eine Fläche von
3280 Quadratkilometer und eine Bevölkerungszahl von 183 158, das mit
Niederöſterreich zu vereinigende Verwaltungsgebiet eine Fläche von 385
Quadratkilometer und 22 939 Einwohner, Sudetenland (Schieſien und
Deutſch=Nordmähren) eine Fläche von 6533 Quadratkilometer mit 67 888
Einwohnern, der Kreis Deutſch=Südmähren eine Fläche von 1840 Qua=
dratkilometer
und 173 033 Einwohnern.
Danach haben alſo die geſchloſſenen deutſchen Siedlungsgebiete in
Böhmen, Mähren und Schleſien eine Geſamtfläche von 26 534 Quadrat=
kilometer
mit 3 288 300 Einwohnern,

Bei den allgemeinen Gemeindewahlen im Jahre 1919 wurden mehr
als 31 Prozent der geſamten Stimmen von der deutſchen Bevölkerung
abgegeben, (obgleich nicht alle deutſchen Gemeinden die Gemeindewahl
an dieſem Tage hatten). 1920 bei den Wahlen in dem Abgeordnetenhaus
kamen 1576 000 Stimmen auf die Deutſchen. Die Ergebniſſe der im
September 1923 durchgeführten allgemeinen Gemeindewahl wurde in
ihren Einzelheiten nicht veröffentlicht. Es ergibt ſich, daß in Böhmen,
Mähren und Schleſien 2600 deutſche Gemeinden vorhanden ſind, davon
47 mit einer Einwohnerzahl von 5000 10 000, 17 mit einer Einwohner=
zahl
von 10 00020 000, 8 mit einer Einwohnerzahl von 20 00030 000
und 3 mit einer Einwohnerzahl von 30 00050 000, die übrigen deut=
ſchen
Gemeinden zählen je unter 5000 Einwohner.
Wenn wir uns dieſe Zahlen klar gemacht haben, werden die Mit=
teilungen
über die Lage der deutſchen Gemeinden und ihrer Beſchwer=
den
die beſondere Aufmerkſamkeit der Leſer finden.
Zuſammenſetzung und Beſtand der Bezirksverwaltungskommiſſionen
ſind geſetzwidrig, da die Neuwahl nicht erfolgte und eine Erneuerung
der von der Regierung erannten Kommiſſion unterblieb. Erheben die
deutſchen Mitglieder dieſer Kommiſſion Proreſt oder treten ſie zurück,
ſo werden Regierungskommiſſare eingeſetzt, die natürlich kein Verſtänd=
nis
für den deutſchen Standpunkt haben. Die Bemühungen des Staa=
tes
, das zentraliſtiſch gerichtete franzöſiſche Muſter der Verwaltung nach=
zuahmen
, arbeite gegen eine geſunde Selbſtverwaltung. Das geſchloſ=
ſene
deutſche Siedlungsgebiet entlang der deutſchen und öſterreichiſchen
Grenzen iſt für die Regierung Anlaß, die Selbſtverwaltung der Ge=
meinden
noch weiter einzuſchränken und ſo die künſtliche Tſcheihiſierung
des deutſchen Gebietes zu erleichtern. In der Finanzverwaltung kön=
nen
die Gemeinden keinen Schritt ohne Genehmigung der Landesaus=
ſchüſſe
tun, deren Mitglieder von der Regierung ernannt ſind. Der
Staat nimmt den Gemeinden große Gebiete der Selbſtverwaltung, z. B.
die Polizeiämter, das Sanitätsweſen und die Heilbäder. Er will die
Armenverwaltung, die Wohltätigkeitsanſtalten ſowie das Straßenweſen
an ſich bringen, um das deutſche Gebiet mit tſchechiſchen Beamten durch=
ſetzen
zu können. Den tſchechiſchen Legionären wird die Anwartſchaft
auf die freiwerdenden Stellen in allen öffentlichen Dienſten zugeſtanden
und die Gemeinden erhalten einen amtlichen tſchechiſchen Namen. Die
deutſchen Weltkurorte müſſen unter dieſem tſchechiſchen Namen mit dem
Auslande verkehren, obgleich er dort ganz unbekannt iſt. Bei der Be=
nennung
der Straßen und Plätze darf die deutſche Benennung nur
nach der tſchechiſchen ſtehen. Die Sprachenrechte der nationalen Min=
derheiten
werden mißachtet entgegen den Beſtimmungen iu Staats=
vertrage
von St. Germain. Die Amtsſprache im inneren Dienſt und im
Verkehr der Behörden untereinander, auch im deutſchen Gebiete, iſt
ausſchließlich tſchechiſch. Damit ſollen die Beamten aus dem Staats=
dienſte
vertrieben werden.
Im Schulweſen wird dieſe Politik fortgeſetzt. Schulkinder werden
zwangsweiſe und gegen den Willen ihrer Eltern aus den deutſchen
Schulen genommen und in die tſchechiſchen eingeführt. Die Beſchlag=
nahme
deutſcher Schulhäuſer zu Gunſten tſchechiſcher Schulkinder iſt
wiederholt im deutſchen Gebiete feſtgeſtellt worden.
Die militäriſchen Einquartierungen werden meiſt an der reichs=
deutſchen
Grenze abgehalten. Die Entſchädigungen für den Bedarf der
Truppen ſtehen weit unter den Einkaufspreiſen und müſſen in langwie=
rigen
Verfahren eingetrieben werden. Schäden, die auf die Truppen zu
rückzuführen ſind, werden nicht vom Staate geregelt. Es bleibt viel=
mehr
den Geſchädigten überlaſſen, gegen den Schadenſtifter vorzu=
gehen
, der ihm natürlich unbekannt iſt und der auch nicht ermittelt wer=
den
kann. Die Heranziehung der Gemeinden zu Beiträgen für
Kaſernenbauten wird ohne Rechtsgrund immer wieder verſucht.
Der Einſchränkung der Selbſtverwaltung gegenüber ſteht die Ueber=
tragung
neuer Aufgaben ohne Entſchädigung. In den Geſetzen wird
die Klauſel vorgeſehen: Die Gemeinden ſind verpflichtet, bei der Durch=
führung
dieſes Geſetzes mitzuwirken Unter Bezugnahme auf dieſe
Klauſel werden Leiſtungen verlangt, die dahin gehen, die Selbſtverwal=
tungskörper
zu untervegrdneten Organen der Staatsgewalt zu machen.
Die Sanierung der Gemeindefinanzen durch den Staat iſt unlängſt
gefordert worden. Auch dieſe Aktion hat verſagt. Der Staat hat Ueber=
weiſungen
von Steueranteilen vorgeſehen, doch ſind dieſe Ueberweiſun=
gen
nicht ausreichend. Außerdem nehmen die Landesfonds als Ent=
ſchädigung
für die Veranlagung und Erhebung, ſowie Ueberwachung
erhebliche Anteile in Anſpruch. So müſſen die Gemeinden Zuſchläge
zu direkten Staatsſteuern erheben mit hohen Zuſchlagsſätzen. Die Ge=
meinden
erhalſten aber nur einen Teil der ſo veranlagten Steuer=
beträge
, da der Staat mit ſeiner Erhebung der Steuern im Rückſtande
iſt und trotzdem ſeinen vollen Anteil verlangt, ohne auf die Lage der

Rummer
Selbſtverwaltungskröper irgendeine Rückſicht zu nehmen. Die
anſtalten, die humanitären Einrichtungen der Gemeinden ens
wirkliche Steuerbefreiung oder Steuererleichterung. Die gri=
die
ſeinerzeit von den Gemeinden gezeichnet werden mußt,
von der Tſchechoflowakei als Rechtsnachfolger der öſterrei=
bite
noch immer nicht eingelöſt, und ſo fehlen den Gemeinde
Sparkaſſen die Zinſen aus dieſen Wertpapieren, während
Darlehen, die ſeinerzeit aufgenommen wurden, um Krieg
fen zu können, von den Gemeinden aus eigenen Mitteln
müſſen. Unter dieſen Verhältniſſen ſind die Rückwirkur
Gemeindefinanzen außerordentlich ſchwerwiegend, und der
der Gemeinden war in den letzten Jahren überhaupt nicht
ganz geringem Ausmaß zu decken. Trotzdem wurden die
zur Zeichnung der Hwangsanleihe gezwungen.
Als beſonders ſchwerer Schlag wird die Verſtaatlich=
wälder
empfunden. Volkswirtſchaftliche Gründe ſollen me
aber in Wirklichkeit wird der deutſche Grundbeſitz enteignet
der auch den deutſchen Gemeinden gehörige Wald.
Zu Beſchwerden war alſo bisher genügend Anlaß,
dazu noch bedenkt, daß ſeit Jahren eine chroniſche Induſtrie=
ſchaftskriſe
infolge der ſtaatlichen Maßnahmen in den deu
lungsgebieten zu beobachten iſt, ſo wird man die großen g
der deutſchen Selbſtverwaltungskörper in der Tſchech=
der
künftigen Entwicklung wohl teilen müſſen.
Erfreulicherweiſe haben ſich dieſe deutſchen Gemeind
Sorgen und alle Nöte noch nicht davon abhalten laſſen, j
zu erfüllen oder wenigſtens Verſuche in dieſer Hinſicht zu
auf dem Gebiete der ſozialen Fürſorgetätigkeit und Wob.
aber auch hier wirkt die ſtaatliche Geſetzgebung als Hem
grundlegende Frage, die der Wohnungsbeſchaffung, iſt
friedigend gelöſt. Die Geſetze über die Bauförderung
Aufteilung des vom Staate beſchlagnahmten Großgrundbe
und Abgabenbegünſtigung für Wohngebäude haben nich
um den Wohnungsmarkt in den größeren Orten zu beſſ
fehlenden Baukredits mußten größere Bauabſichten unterble
trotzdem in einige Gemeinden Wohnbauten größeren Un
geführt wurden, ſo iſt das unter den vorliegenden ſchwier
niſſen beſonders anzuerkennen. Die Forderung nach V
eines Staatsſvohnungsgeſetzes (zur Schaffung von Baukredi
ſchüſſen, Ausſchaltung der Bodenſpekulation) wurde noch
So beſteht ein großer Teil der Wohnungsnot nach wie vor
Die Jugendfürſorge wird von den Selbſtverwaltungsk
dig unterſtützt Es iſt in der letzten Tagung des Verbande
worden, in die Haushaltpläne der deutſchen Bezirke und
alljährlich einen Betrag einzuſetzen, der in einem beſtimm
nis zu Steuereinnahmen ſteht. Die laufende Unterſtützung
ſtummeninſtituts und einer deutſchen Blindenſchule wurl
beſchloſſen. Außerdem ſind in größeren Gemeinden K
Kinderhorte, Mutterberatungsſtellen, teilweiſe auch Wöchne=
Erziehungsheime uſw. vorhanden. Mit der Verpflichtung
ärzten iſt begonnen worden; die Kinderferienfürſorge wirl
ein Kinderkrüppelheim und die vielfach geſchaffenen o
Turnkurſe ſorgen für die körperliche Geſundung. Eine Sd
gibt es allerdings bisher noch nicht, und auch die Beſtre
Mutterſchutz, Berufsvormundſchaft, Kleinkinderfürſorge uſw.
in den Anfängen.
Es wäre noch abſchließend zu erwähnen, daß die
deutſchen Selbſtverwaltungskörper ſich nicht auf dieſe Gebie
ſondern daß verſchiedene Aufgaben, die auch bei uns gelö
pflegen, von den deutſchen Selbſtverwaltungskörpern in *
ſlowakei zum Gegenſtand ihrer Arbeiten gemacht worden
gilt z. B. für die Sparkaſſen, von denen 171 mit deutſcher
beſtehen, die Ende 1923 3743 Millionen Kronen an Einl
Das gilt ferner von den kommunalen Gaswerken, von dene
81 vorhanden ſind, davon 45 unter deutſcher Verwaltung
ferner vom Schulweſen und von den volksbildneriſchen 9
deutſchen Selbſtverwaltungskörper. Die politiſchen Verhäl
fluſſen allerdings immer wieder ungünſtig die zu leiſtende
an Energie und Tatkraft hat es erfreulicherweiſe nie
zweifellos ganz beſonders erfreulich, wenn die deutſche
der Tſchechoflowakei in vielen Dingen noch ein regeres
Reichsdeutſchen für ihre Angelegenheiten feſtſtellen könnten
auch die Dankbarkeit erſehen möchten, die wir der ppfe
hilfsbereiten deutſchen Bevölkerung jenſeits der Grenze ſchu.

ſind Maggi’s Suppen. Sie brauchen nur noch kurze Zeit
lediglich mit Waſſer gekocht zu werden, weil die Würfel bereits
alles enthalten, was zu einer vollſtändig fertigen Suppe gehört.
Viele Sorten, wie Eier=Sternchen, Eiernudeln, Erbs mit Speck,
Grünkern, Pilz, Reis mit Gemüſe, Reis mit Tomaten, Königin,
Tapioka echt, Windſor uſw.
Man achte auf den Namen Maggi und die gelb=rote Würfelpackung.

Familiennachrichten

Die Geburt eines
kräftigen Jungen
zeigen an
Dipl.=Ing. Kurt Markwort
u. Frau Margret, geb Gläfſing
Darmſtadt, 16. Auguſt 1924
23670

Gretel Mülſer
Hans Weber
Verlobte
Darmſiadt, Auguft 1924

Ihre Vermählung beehren ſich
anzuzeigen
Heinrich Lindemann
fiellv. Syndikus d. Heſſ. Handwerkskammer
Sophie, geb. Graßmann
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1924
Annaſtraße 8, pt.
(10416
Aufgebot.
Hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß
Herr Ludwig Kuſter
Zuſchläger
Sohn von Jacob, in Oberbronn (Elſ.)
wohnhaft, und
Fräulein Eliſe Held
ohne Gewerbe
Tochter von Georg, daſelbſt wohnhäft,
die Ehe miteinander eingehen wollen.
Gſ

Or. Heinz Strub
u. Frau Minng, geb. Ranft
Vermählte

Darmſiadt,

Friedberg,

im Auguſi 1924

Ihre am 2. Aug 24 in Stettin voll=
zogene
Vermählung geben bekannt
Dipl.=Ing. Ludwig Lebrecht
Aſſiſtent a. d. Techn. Hochſchule, Darmſtadt
Eva Lebrecht, geb. Thiele

Darmſtadt, Schießhausſtr. 98

3627

Thomas Brodrecht
und Frau Sophie
geb. Duchardt

Vermählte
Trauung Sonntag, den 17. Aug. 1924,
2 Uhr, Stadtkapelle
3610

Dankſagung.
Für die wohltuende Anteil=
teilnahme
bei dem Heimgang
meiner lieben Frau, unſerer ge=
liebten
Mutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante

geb. Werner
ſagen wir tiefgefühlten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Hermann Schlick.
Darmſtadt, 16. Aug. 1924.
(*2364
Eliſabethenſtr. 36.

Todes=Anzeige.
Heute nacht verſchied plötzlich
unſere liebe, gute Mutter, Schwie=
germutter
, Schweſter, Großmutter,
Tante und Schwägerin

geb. Löb
im Alter von 71 Jahren,
Die trauernden Hinterbliebenen.
Alsbach (Heſſen), 16. Aug. 1924.
Die Beerdigung findet Montag,
den 18. Auguſt, nachm. 1½ Uhr,
vom Trauerhauſe aus ſtatt. (10393

Todes=Anzeige.
Donnerstag abend entſchlief ſanft
nach langem mit Geduld ertrage=
nem
Leiden meine liebe Frau

geb. Richters.
Im Namen d. trauernd Hinterbliebenen:
Adalbert Wenzel, Poſtafſiſtent.
Darmſtadt, Oſten, Buxtehude
Hamburg.
(*23576
Die Beerdigung findet Montag
morgen 11 Uhr auf dem Friedhof,
Nieder=Ramſtädterſtr., ſtatt.

Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem uns ſo ſchwer be=
troffenen
Verluſte meines lieben Gat=
ten
, meines treubeſorgten Vaters, un=
ſeres
Sohnes, Bruders, Schwagers
(*23643
und Onkels

Eiſenbahnaſſiſtent
ſagen wir allen Teilnehmern, die dem
Verſtorbenen das letzte Geleit gaben,
ſowie, für die zahlreichen Blumen=
ſpenden
unſeren innigſten Dank. Be=
ſonders
danken wir Herrn Pfarraſſ.
Müller für die troſtreiche Grabrede,
desgl. Herrn Eiſenb.=Ober=Inſp. Wer=
ner
, Herrn Eiſenb.=Ing. Mayer B. M
z4, ſowie Herrn Sekr Becker von der
Eiſenb.=Gewerkſchaft 4,
Frau Eliſe Gaubatz Wtw.
und Sohn.

Dankſagun
Im Namen aller Hinter
ſage ich hiermit herzlichen
die vielen Beweiſe aufricht
nahme bei dem Heimgang
lieben Mutter
Frau

geb. Ruhl
ſowohl für die zahlreiche B
wie für die vielen Blum
Frau Johanna 5
geb. Schmidt

Für die vielen Beweiſe herz=
licher
Teilnahme beim Heimgange
meines lieben Gatten und unſeres
Vaters

ſowie für die Kranzniederlegungen
und die Nachrufe der Vorſtände der
Vereine, welche ihm die letzte Ehre
erwieſen haben, unſeren tiefgefühlten
Dank.
*23592
Frau Auguſte Manneſchmidt
und Kinder.

Pallabona-Pude
reinigt u. entfett. d Haar
auf trockenem Wege,
macht es lock u. leicht z
frisieren, verleiht feinen
Duft. Zuhaben i Friseur
geschäften, Parfümerien,
Drogerien u. Apotheken.

Um= u. Aufarbeiten
v. Matratzen u. ſämt
lichen Polſtermöbeln
ſowie alle vorkomm.
Tapezierarbeiten
übernimmt b. ſauber
Ausführ. u. bill. B
rechnung.
ERITZ METZ
Tapezier
Mollerſtraße 44, II, r.
Hämorrh.
Magen Berſtopfguſp.
überr. Erfolge.
in ganz kurzer
Sschias Zeit behoben.
gin 24
Gallenſteine std.
ſchmerzl, Entfernung.
Speckur.
Kur 5.50
Bettnäſſen Nachl.
Auch in veralt. Fäller
in Tag.
Keuchhuſten geheilt
wie ſonſt Wochen.
o man
offene Beine verl.
aufkl. Schriftſatz 20 O
. Lungen=,
Nerven= Nierene,
Leberleiden in ſchwer
Fäll. konnte nochhelf.
Verlg. Sie mein Rat

Bella
Frankfur
ſowie
Joh
Lieb

Von der
D.

Halt
d. 18. Ar

Landſ

[ ][  ][ ]

Imer 228.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924.

Seite 5.

Sos der Landeshauptſtadt.
Darmſtadi, 17. Auguſt.
Schenken.

Von Reinhold Braun.
O, köſtlich iſt das Schenken,
ſei uch ein Kleinſtes nur!
Alle innen, alles Denken,
warn, wie auf Blütenſpur.
Und du fühlſt das feine, reine,
ſelige Verſchwenderglück:
tief aus deinem innern Scheine
lächelt ſchön dein Bild zurück.
und lebeſt dir das Leben
ſterrm oll und weihnachtlich,
und jedem neuen Geben
ſchery zu immer reicher dich!
rmut einer Zeit und eines Menſchen erkennt man da=
in
, d ie immer weniger ſchenken und wenn ſie es dennoch
inn m wann tun, immer ſinnloſer ſchenken.
M leibt auch beim Geben meiſt im Materialiſtiſchen ſtecken.
z iſt. Schenken derer von unten her, der Alltäglichen, Hoh=
n
, Lcch nden, Prunkenden, der in die große Sinnloſigkeit Ver=
icktery
er der immer plumpen Nützlichkeitsjäger. Viele Ge=
ſenke
, iben im rein Konventionellen ſtecken; man merkt
nen Zwang an, aus dem heraus ſie gegeben wurden; ſie
dw on einer eiſigen Luft umgeben. Man friert tatſächlich
ihn- Viele Geſchenke ſind nichts weiter als Beſchwich=
ſungs
ſuche oder ein Sich=Loskaufen. Alle dieſe Geſchenke
d eim erkappte Ichſucht. Eine ſchöne Lüge!
Unm Maſchinenzeitalter hat verlernt, richtig zu ſchenken.
an h einfach nicht mehr die Zeit dazu. Man erachtet es als
ſe Se rientalität, ſich Mühe zu geben um ein Geſchenk, ſich
erlic befragen.
Wi Freude haben ſich die Menſchen damit ſelbſt geraubt!
De ert des echten Lebens liegt in der Beglückung und
Beg wverden. Darin liegt auch der Wert der Liebe! Nicht
Sches .=Wiſſen oder ſich nicht die Zeit nehmen, recht zu ſchen=
iſt
innerer Mangel an echtem Leben und wahrer Liebe!
s iſtite Wahrheit, der keiner widerſprechen kann! Für
ebeoid tiefes Leben muß man immer Zeit
beri Iſo auch für Geben im rechten Sinne!
Jel Beſchenk ſoll ein Stück des Lichtes aus uns ſelber ſein.
8 W2 achtliche unſerer liebenden Seele muß wie ein ſtiller
inz o der Gabe liegen!
Ja, ; echtes Geſchenk iſt ein Werk aus uns ſelbſt oder eins,
dem Stück unſerer Weſenheit liegt. Wir brauchen es nicht
mal r gemacht zu haben. Aber es muß unbedingt in un=
r
R ting liegen! Geſchenke, die eine Konzeſſion ſind, die
en AArſpruch zu uns ſelbſt und dem Beſten in uns bedeu=
ſie
eine Sünde wider den Geiſt!
Beſ=Ee ſind weiter ein Stück unſerer Gläubigkeit an das
e un ichte im andern, ſind Sichtbarkeit innerer Verwandt=
ft
mi em Beſchenkten. Geſchenke gewinnen auch dadurch,
ſie rechten Zeit gegeben werden. Die Geſchenke außer
Zeit *) oft die beglückendſten, ſind oft heimliche Lichtſpender,
er aw nnerem Dunkel, aus einer tiefen Wirrnis!
Geſeſke müſſen Erlebnis werden können. So hoch muß
ſie chlagen. Der andere muß fühlen, man gibt ſich wirk=
ſelbr
, der Gabe. Jedes echte Geſchenk muß ein feines, lie=
fröre
es Opfer ſein! Solche Gaben vermitteln, auch wenn
jußers recht beſcheiden ſind, jenen großen Reichtum, der un=
äng
!9 iſt.
E nt wurdent am 8. Auguſt 1924 der Baupraktikant Jakob
e s Mörfelden vom 1. AApril 1924 an zum Oberbauſekretär;
2. Meſt die im einſtweiligen Ruheſtand befindlichen Lehrerinnen
iie Es perle zu Offenbach und Mathilde Kuhl zu Offenbach
dehrer= n an der Volksſchule daſelbſt; am 25. Juli 1924 der Amts=
bes
m Amtsgericht Worms, Amtsgerichtsrat Johannes Schä=
zum
Aitsgerichtsdirektor bei dem Amtsgericht Worms mit Wir=
vomy
Auguſt 1924.
Scnerſpielzeit Brunv Harprecht. Auch der heutige Sonn=

Tru mn, ebenfalls ein entzückendes Luſtſpiel von Lothar
midt n beiden Stücken ſpielen Bruno Harprecht und
ſabetlli orn als Gaſt die Hauptrollen. Eliſabeth Horn, die
ſchor, nde dieſer Woche Darmſtadt verlaſſen muß, um an=
weitigi
Verpflichtungen nachzukommen, ſpielt nur noch drei
Roo hier, die Lotte Berger im Silbernen Kaninchen
An YStabrin in Nur ein Traum und eine dritte, die
nich, ſtſteht, als letztes Auftreten. Die heutigen Vorſtel=
gen
alſo ſchon Abſchiedsvorſtellungen für
ſabetkkt orn.
2 Labbau ſtädtiſcher Betriebe. In der Frankfurter
diveraal tenverſammlung liegt ein demokratiſcher Dringlich=

t8a lag vor, der den Magiſtrat erſucht, unverzüglich die
ektr käts, Gas= und Straßenbahnfahrpreiſe ſo=
fahl
anderer ſtädtiſcher Gebühren nachzuprüfen und eine
bſetzung der Preiſe herbeizuführen. Virant seauentes!
die Frankfurter Zeitung. und was tun die Darmſtädter
eten in der Frage?

K. Carl Fohr Religuie. Der forgfältige Biograph, den der zu früh
heimgegangene Maler Carl Fohr ſchon bald nach dem Tode in ſeinem
Freunde Phil. Dieffenbach, dem damligen Prinzenerzieher am Großh.
Hofe, fand kommt auch auf die Vermutung zu ſprechen: Fohr habe ſich
vielleicht abſichtlich im Tiber geopfert, weiſt dieſelbe aber aus inneren
Gründen beſtimmt ab, und ſagt in dieſem Zuſammenhang ich wußte
auch nicht, worauf ſie ſich ſtützen ſollte, als allenfalls auf den Umſtand,
daß man zu Hauſe eine Locke von ihm gefunden‟. Die hier erwähnte
Haarlocke hat ſich in der Familie Dieffenbach noch bis heute erhalten.
Wie ſie aus dem Heidelberger Elternhauſe des Malers in den Beſitz des
Phil. Dieffenbach gekommen iſt, darüber geben vielleicht zwei kleine
Zeichnungen Aufſchluß, die wohl denſelben Weg gegangen ſind. Die
ortsfremden Proteſtanten hatten in Rom bekanntlich ihren Begräbnis=
platz
an der Pyramide des Ceſtius. Der Architekt Hübſch von Wein=
heim
, der auch das ſchwere Geſchäft übernahm, den Eltern die furchtbare
Nachricht vom unerwarteten Tode des hoffnungsvollen Sohnes mitzu=
teilen
, hat in einer getuſchten Bleiſtiftſkizze die Grabſtätte des Freundes
feſtgehalten, und ebenſo hat ein Chriſtoph Heckel aus Mannheim am
24. 9. 1820 dieſen Friedhof bildlich dargeſtellt und die Worte zugeſetzt:
Zum Andenken meines Freundes. Beide Zeichnungen ſind zweifellos den
tiefbetrübten Eltern zum Troſte gefertigt. Dieffenbach ſchreibt in dem
Denkmal, das er dem Freunde errichtet, zwar einmal, als jenem vom
Hofe das Jahresgehalt bewilligt war, ſehr beſcheiden: Fohr wußte
nicht, wie er mir, der ich doch nur fremde Aufträge beſorgt, ſeine Dank=
barkeit
an den Tag legen ſollte, aber auch die Angehörigen wußten
doch ſehr wohl, wer an dem, wenn auch nur kurzen, irdiſchen Glück des
Frühvollendeten den Hauptanteil hatte, und mögen aus Dankbarkeit
ſpäter an Prof. Dieffenbach die Locke und die Bilder des Grabes ge=
geben
haben. Dieſe Fohr=Erinnerungen ſind für kurze Zeit am Schau=
fenſter
der Buchhandlung Waitz, Eliſabethenſtraße, für die Verehrer des
Künſtlers ausgelegt. Beigegeben iſt das von ſeinem Freunde, dem
Kupferſtecher Bart aus Hildburghauſen, einſt in Rom gezeichnete und
von Amsler aus Zürich in Kupfer geſtochene Bildnis des Malers, dem
der Biograph Dieffenbach außerordentlich viel Aehnlichkeit zugeſteht.
Vom Muſikverein wird uns geſchrieben: Wie bereits durch An=
zeige
bekannt gegeben iſt, wird der Muſikverein Darmſtadt in dieſem
Jahre wiederum vier ordentliche Konzerte im großen Hauſe des Lan=
destheaters
unter Leitung des Generalmuſikdirektors Michael Bal=
ling
veranſtalten. Es ſollen zur Aufführung kommen: 1. Meſſe in
DMMoll und Tedeum von Brückner am 15. September 1924 im Rah=
men
eines vom Landestheater geplanten Brucknerfeſtes, 2. Die Jahres=
zeiten
von Haydn am 1. Dezember 1924, 3. Fauſts Verdammung von
Berlioz am 2. März 1925 und 4. die Johannespaſſion von Bach am
Karfreitag 1925. Die Proben zum erſten Konzert haben bereits begon=
nen
, die nächſte Damenprobe findet am Montag, den 18., die nächſte
Herrenprobe am Freitag, den 22. Auguſt, abends 8 Uhr, im Vereinshaus,
Steinſtraße 24, ſtatt. Außer den ordentlichen Konzerten wird eine An=
zahl
Sonderkonzerte in Form von Morgen= und Abendmuſiken unter
künſtlicher Leitung von Dr. Bodo Wolf vorbereitet. Dieſe ſollen unter
anderem die Einführung und Förderung jüngerer ſchaffender und aus=
übender
Künſtler bezwecken. Bis jetzt ſtehen feſt: 1. Violinabend von
Edi Weyns mit Kapellmeiſter Roſenſtock am Flügel, 2. ein Muſikabend
im Hauſe Goethe Aufführung einer Kantate des Muſiklehrers der Frau
Rat Goethe, H. V. Beck, 3. Orgel=Konzert von Günther Ramin, Orga=
niſt
an der Thomaskirche in Leipzig, 4. Amar=Quartett, Werke von
Hindewerth und anderen neueren Komponiſten, 5. Humor in der
Muſik‟. Die Aufführungen ſind zum Teil mit Einführungen von Dr.
Bodo Wolf verbunden, der auch zu den vier Hauptkonzerten Einfüh=
rungsvorträge
halten wird. Zur Pflege der Geſelligkeit unter den
Mitgliedern ſind für den kommenden Winter mehrere größere geſellige
Veranſtaltungen geplant. Stimmbegabte Damen und Herrn werden
zum Beitritt als aktive Mitglieder freundlichſt eingeladen, der Jahres=
beitrag
beträgt für ſie 15 Gm., für jedes weitere Familienmitglied 10
Gm. Ebenſo werden neue inaktive Mitglieder gern willkommen ge=
heißen
. Die Inaktive Mitgliedſchaft berechtigt zum Beſuch der vier or=
dentlichen
Konzerte nebſt den Hauptproben dazu. Der Jahresbeitrag
beläuft ſich je nach der Platzart auf 15 bis 25 Gm. Zahlung in zwei
Raten iſt zuläſſig. Nähere Auskunft bei A. Baumann, Wilhelminen=
ſtraße
17.
Der Südweſtdeutſche Verband für National=Stenographie hielt
in Heidelberg ſeine Tagung ab. Mit derſelben war die 25jährige Grün=
dungsfeier
des Vereins für National=Stenographie Heidelberg verbun=
den
. Am Samstag, nachmittag 5 Uhr, begann die Vertreterſitzung, die
von allen angeſchloſſenen Vereinen beſchickt war. Der Verbandsvor=
ſitzende
, Oberlehrer Bl. Müller, Baden=Baden, gab einen kurzen Rück=
blick
auf das abgelaufene Verbandsjahr aus dem zu entnehmen war, daß
auch im letzten Jahre die nationalſtenographiſche Sache gute Fortſchritte
gemacht hat. Der Geſchäftsbericht wurde gutgeheißen und dem ſeitheri=
gen
Vorſtand einſtimmig Entlaſtung erteilt. Eine Entſchließung zur
Frage der Einheitskurzſchrift, an anderer Stelle bereits veröffentlicht,
wurde angenommen und der Reichsregierung, den einzelnen Länder=
regierungen
und der Preſſe überſandt. Als Vorort für den nächſten
Verbandstag wurde Karlsruhe beſtimmt. Am Sonntag vormittag fand
in den unteren Räumen der Harmonie das Wettſchreiben ſtatt. Die
Leiſtungen bewegten ſich von 60375 Silben. Das Preisrichterkolle=
gium
gab während der Feſtfeier aus Anlaß des B5jährigen Beſtehens
des Heidelberger National=Stenographenvereins wiederholt ſeiner
Freude über die ſauberen und guten Uebertragungen Ausdruck. Den
Höhepunkt des Abends bildeten, abgeſehen von der Preisverteilung, ver=
ſchiedene
Ehrungen. Der Verein Heidelberg ernannte u. a. den Vor=
ſitzenden
des Nat=Sten=Vereins Karmſtadt, Herrn Ing. M. Dries
zum Ehrenmitglied. Der Verbandstag fand am Montag ſeinen Ab=
ſchluß
durch einen Ausflug nach Schlierbach und Rückfahrt im lampion=
geſchmückten
Boot zur Schloßbeleuchtung.
Was geht im chriſtlichen Jungmänner=Lager vor? Alle jungen
Männer, die wiſſen wollen, wie es um die chriſtliche Jungmänner= Be=
wegung
ſteht, laden wir zu unſerem Saarow=Abend, Sonntag,
den 17. Auguſt, abends ein. Das Heim Chriſtlicher Verein junger
Männer Darmſtadt e. V. ſteht allen jungen Männern offen.
* Das Wanderkino E. V. ſtellt für die Volksbühnenvereinigungen
folgende Filme zur Verfügung: Nanuk, Hygiene der Ehe, Kapitain Her=
bert
, und Gefahren der Berge.
Die Gewerkſchaft Deutſcher Lokomotivführer hält am 10. und 11.
September d. Js. in Braunſchweig ihre ſatzungsgemäß vorgeſehene
Generalverſammlung ab. Die Vertreter der 75 000 Loko=
motiv
= und Maſchinenbeamten werden ſich mit den aktuellen Tages= und
Berufsfragen, wie Umſtellung des Eiſenbahnbetriebs, Dienſtdauervor=
ſchriften
, Beſoldung uſv. beſchäftigen. Ein Referent des Reichsver=
kehrsminiſteriums
wird über die wichtige Frage der Elektriſierung der
deutſchen Bahnen im jetzigen Stand einen Vortag halten.

Künſtleriſche Bolksbühne für Heffen. Man ſchreibt uns: Wir
haben den Wünſchen vieler Bevölkerungskreiſe Rechnung getragen, die
es bedauerten, daß Orte außerhalb Darmſtadts ſo wenig mit guter
Theaterkunſt verſorgt werden und haben den Gedanken der Landes=
wanderbühne
unter gänzlich veränderter Einſtellung neu aufge=
nommen
. Um aber die Bühne künſtleriſch unabhängig von geſchäftlichen
Rückſichten aufzubauen, beabſichtigen wir, den Theaterbeſuch zu organi=
ſieren
und Beſuchsvereinigungen zu gründen in Form von Volksbühnen.
Dadurch iſt es möglich, den Eintrittspreis ſo niedrig zu halten, daß es
ſelbſt dem Minderbemittelten möglich iſt, unſere Vorſtellungen zu be=
ſuchen
. Jeder kann die Mitgliedſchaft erwerben. Wir bringen eine
eigene Zeitſchrift heraus unter Mitwirkung unſerer größten Dichter.
Dieſe Blätter ſollen eine Brücke bilden zwiſchen Bühne und Publikum.
Wir haben einen künſtleriſchen Spielplan, unter Heranziehung aller er=
reichbaren
Hilfskräfte, in Ausſicht genommen. Wir werden auch andere
Veranſtaltungen organiſieren. Dem Publikum iſt reichlich Gelegenheit
geboten, uns ſeine Wünſche durch ſelbſtgewählte Ausſchüſſe zu über=
mitteln
. Herren mit organiſatoriſchen Fähigkeiten, die ſich in den
Dienſt der guten Sache ſtellen wollen, bitten wir um Angabe ihrer
Adreſſe. Zuſchriften und Anregungen ſind zu ſenden an das Büro der
Künſtleriſchen Volksbühne, Darmſtadt, Mauerſtraße 8, I.
Schwerkriegsbeſchädigte Beamtenſcheininhaber. Der Reichstags=
abgeordnete
Thiel, D. Vp., hat im Intereſſe dieſer Schwerbeſchädigten,
die in Kürze vor der Frage ſtehen, ob ſie ſich unter Rückgabe des Be=
amtenſcheins
mit 2000 Mark abfinden laſſen wollen, oder ob ſie nach wie
vor Wert darauf legen, auf feſte Anſtellung auf Grund des Scheines
zu warten, die nachſtehende Anfrage an den Reichsarbeitsminiſter ge=
richtet
: Für die planmäßigen Anſtellungen verſorgungsberechtigter In=
haber
des Beamtenſcheins nach 8 33 des Reichsverſorgungsgeſetzes ſind
von der Reichsregierung als allgemeine Richtlinien die Anſtellungs=
grundſätze
im Auguſt 1922 herausgegeben worden. Die einzelnen Reſ=
ſorts
der Reichsregierung hatten zu dieſen Grundſätzen beſondere Aus=
führungsbeſtimmungen
zu erlaſſen, durch welche die Anſtellung der
ſchwerbeſchädigten Beamtenſcheininhaber innerhalb der Reſſorts ge=
regelt
werden ſollte. Die Ausführungsbeſtimmungen ſind von den für
die Unterbringung von Schwerbeſchädigten vornehmlich in Betracht
komenden Reſſorts, Poſt und Eiſenbahn bis heute nicht erlaſſen worden.
Da mit dem 31. Auguſt 1924 die Friſt abläuft, innerhalb welcher ſich die
ſchwerbeſchädigten Beamtenſcheininhaber gegen eine Ablöſung von 2000
Mark abfinden laſſen können, wäre ich für eine baldige Mitteilung dar=
rüber
dankbar, was in der Angelegenheit ſeitens des Reichsarbeitsmini=
ſteriums
zur Beſchleunigung getan worden iſt.
Adreßbuch 1924. Der alphabetiſche Teil, umfaſſend die Buch=
ſtaben
S, Sch, Sp, St, T, U und V, liegt vom 18. bis einſchl. 20. Auguſt
im Stadthaus, Zimmer 23 zur Einſicht auf. Es wird gebeten, hiervon
regen Gebrauch zu machen und Irrtümer berichtigen zu laſſen.
Zoologiſcher Garten Frankfurt a. M. Ein Transport von
15 indiſchen Rieſenſchlangen, ſogen, hellen Pythons,
iſt ſoeben im Zoologiſchen Garten eingetroffen und wird einige Wochen
im Aquarium zu Gaſte ſein. Für die Affenſammlung wurden
neuerdings ganz außerordentliche Seltenheiten erworben, darunter drei
Brüllaffen von Südbraſilien, eine äußerſt ſeltene, nach dem Krieg über=
haupt
noch nicht eingeführte Art. Darunter befinden ſich zwei voll=
kommen
ausgewachſene Männchen von der roten Form, die durch den
mächtigen roten Vollbart auffallen. Sehr auffallend ſind auch drei
überaus muntere braſilianiſche graue Spinnaffen, die gleich=
falls
zu den Seltenheiten im Tierhandel gehören.
RDV. Frankfurt-München mit D=Zug 94. Der D=Zug 94, der eine
gute Verbindung von Frankfurt (Main) (ab Frankfurt 8,45 Uhr, an
München 7 Uhr) nach München über Stuttgart herſtellt, wird von
Frankfurter Reiſenden noch immer ſehr wenig benutzt. Die Reiſenden
ziehen es vor, mit dem um 2 Stunden ſpäter liegenden D=Zug 48 ab=
zufahren
, obgleich dieſer meiſt überfüllt iſt. Auch fährt der D=Zug 48
häufig, da er in Frankfurt im Gegenſatz zu D 94 Anſchlüſſe abzuwarten
hat, verſpätet ab und trifft infolgedeſſen auch in München mit Ver=
ſpätung
ein. Der D=Zug verläßt dagegen Frankfurt ſtets fahrplanmäßig
und kommt pünktlich in München an, fo daß die Anſchlüſſe in München
nach dem Süden immer ſichergeſtellt ſind und leichter erreicht werden
als mit dem D=Zug 48. Es wird noch darauf hingewieſen, daß im Zuge
D 94 außer einem 2. Klaſſe=Schlafwagen noch ein Liegewagen 3. Klaſſe
läuft. Im D=Zug 48 verkehren dagegen nur Schlafwagen 2. Klaſſe.
Nächſte Dampfer=Expedition des Norddeutſchen Lloyd Bremen.
1. Bremen New York: D. Hannover ab Bremen 14. Aug.,
D Columbus ab Bremerhaven 16. Aug., D,Bremen ab Bremer=
haven
19. Aug., D Republie ab Bremerhaven 21. Aug., D. George
Waſhington ab Bremerhaven 22. Aug., D Lützow ab Bremerhaven
23. Aug., D. Preſident Rooſevelt ab Bremerhaven 25. Aug., D Stutt=
gart
ab Bremerhaven 26. Aug. 2. BremenPhiladelphia
BaltiworeNorfolk: D Hannover (bia New York) ab
Bremen 14. Aug., D Porta ab Bremen 10. Sept. 3. Bremen
Cuba: D Raimund ab Bremen 5. Sept. 2.Bremen- Braſi=
lien
: D Hornſund ab Bremen 18. Aug., MS Erfurt ab Bremen
6. Sept. 5. Bremen La Plata: D Crefeld ab Bremen 17. Aug.,
ab Hamburg 21. Aug., Paſſagiereinſchiffung in Bremerhaven 23. Aug.,
D Sierra Cordoba, Paſſagiereinſchiffung in Bremerhaven 6. Sept.
6. BremenOſtaſien: D Kosmo ab Bremen 9. Aug., D
Elberfeld ab Bremen 16. Aug., D Liegon ab Bremen 23. Aug., D
Saarland ab Bremen 30. Aug., D City of Lahore ab Bremen
6. Sept. 7. BremenAuſtralien: D. Hanau ab. Bremen
13. Aug., D Agamemnon ab Bremen 5. Sept., D Holſtein ab
Bremen 24. Sept.
Lokale Veranſtaltungen.
Die blerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle iegendwie als Beſtrechung oder Kritl.
Reichs=Offizier=Bund. Die Kameraden nehmen an
der heute ſtattfindenden Auguſt=Erinnerungsfeier im Beſſunger
Herrngarten bei ihren früheren Regimentern teil.

Aus den Parteien.

Deutſche Demokratiſche Partei. Montag abend
findet ein kommunalpolitiſcher Abend im Parteilokal ſtatt. Tagesord=
nung
: Beſprechung der Tagesordnung der nächſten Stadtverordneten=
ſitzung
und Ausſprache über die dritte Steuernotverordnung. Am
Dienstag abend findet die regelmäßige Vorſtandsſitzung im Parteilokal
ſtatt.

Nützen Sie die

Markt 7
zum Ei,

W

im
Gou!
Gaggenheim & Mark

Darmstadt

e8 B-darfes aus. In allen Abteilungen haben wil die Freise
ganz autert danttich Billig gestellt.

40992

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 17. Anguſt 1924.

m
no
über
ſtaltur
Zeit
ung d.
Freier
Satzes
wertig
hat ſie
d
loſen
Ange
allen
mit
San

Bun
re
A
beſo
gege
mac
teile
He
lun

Auguſt=Erinnerungen.
Heute begehen die Vereine der Regimenter unſerer heſſiſchen
Diviſion im Orangeriegarten eine ſchlichte, eindrucksvolle Ge=
denkfeier
.
Der Ernſt der wirtſchaftlichen Lage verbietet eigentliche
Feiern, aber an dieſer Erinnerung iſt nicht vorüberzugehen; ſie
gilt einem Weltgeſchehen, das zu tief mit uns verbunden iſt, als
daß der Alltag weiterrücken darf ohne ein Erinnern.
Zehn Jahre ſind es her, ſeit der große Krieg begann, ſeit
die ſtärkſte Mächte=Koalition, die die Welt jemals ſah, Deutſch=
land
die Waffen ergreifen ließ, um den Kampf ums Daſein zu
führen.
Ein Erinnern an jene Tage tut not; es erhebt, an die ge=
ſchloſſene
und entſchloſſene Haltung ſich zu erinnern, in der unſer
Volk einmütig und ernſt zuſammenſtand.
Keiner ahnte wohl, welch ſchweres Ringen uns bevorſtand,
aber jeder wußte, daß es ſein mußte, und daß ſein Vaterland ihn
brauchte. Keine Parteien, ſondern ein Volk aus einem Guß
und eines Willens rüſtete ſich im Auguſt 1914 zum Kampf.
Tiefe Wehmut trübt die Erinnerung; denn wo iſt heute der
einige Wille zur Selbſterhaltung, der damals das Volk einte?
Die Hoffnung bleibt, daß ein Volk, das ſo Schweres auf ſich
nahm, einen geſunden Kern beſitzt, der neue Kräfte gebiert, wenn
eine weiſe Führung den klaren Weg zeigt.
Die Lüge von Deutſchlands Schuld am Kriege beginnt als
ſolche erkannt zu werden, die Wahrheit bricht ſich Bahn. Wäre es
ſonſt möglich geweſen, daß ein 60=Millionenvolk, einig in allen
Schichten und Stämmen, vor 10 Jahren marſchiert wäre, wenn
der Makel einer Schuld ſeinen blanken Schild befleckt hätte?
Hätte dieſes Volk jene Taten vollbringen können, die die ganze
Welt in Atem hielten, wenn es von ſeiner Regierung in einen
gewollten Krieg geführt worden toäre?
Auch dieſe Erinnerung tut not, durchdacht zu werden.
Es war der zur Wahrheit gewordene, dem Deutſchen eigene
kategoriſche Imperativ der Pflicht, das Bewußtſein, der ſichere
Inſtinkt, daß es um Sein oder Nichtſein geht; keine Revanche=
gelüſte
, keine Eroberungsſucht, kein Säbelgeraſſel eiſernes
Muß war es, das jeden durchdrang. In dieſem Gefühle kamen
die Tauſende und Abertauſende und reihten ſich ein, kamen ſie
vom Pflug, vom Ambos, aus dem Fabrikſaal, aus der Hochſchule,
weit aus Ueberſee, von der Schulbank und liefen von Regiment
zu Regiment, um ihren Platz zu finden. Arbeiter und Fabrikherr
ſtanden nebeneinander; der feldgraue Rock machte ſie gleich und
ſchloß ſie zuſammen. Der eine drängte in jugendlicher Begeiſte=
rung
zur Fahne, in durch Generationen anerzogener Soldaten=
tradition
, der andere als reifer Mann, Ernährer ſeiner Familie,
nach ſchwerem Abſchied von Weib und Kind, Haus und Hof;
aber ſie kamen alle, weil in ihnen lebte der höchſte Begriff: Dein
Vaterland iſt in Not, Deutſchland braucht dich!"
Volk, erinnere dich erſchauernd der Größe und Tiefe jener
Auguſttage! Das Hohe Lied deutſcher Treue miſchte ſich in den
Klang der Kirchenglocken, die über Stadt und Land klangen.
Und ſo zogen ſie hinaus, unſere heſſiſchen Regimenter, Leib=
garde
, Kaiſer Wilhelm, Großherzogin, 118 und 168, Garde= und
Leibdragoner, Artilleriekorps und 61, Train 18, Flieger und alle
anderen techniſchen Truppen, begleitet von den heißen Segens=
wünſchen
der Heimat. Es war ein Bild von erſchütternder
Größe, dieſen Marſch mitzuerleben, mit dem Herzen zu erfaſſen.
Welche Kraft, dieſes Marſchieren, dieſer peinlich geordnete Auf=
marſch
. Ein Eiſenbahnzug folgt dem anderen. Kolonnen, eine
neben der anderen. Deutſchland marſchiert, mit ihm zieht der
Geiſt der Väter, der lebendige Wille des geeinten Volkes.
Mitkämpfer, erinnert euch an dieſen Marſch! Das war große
Zeit!
Die Großherzoglich Heſſiſche Diviſion im Verbande des
18. Armeekorps trat unter den Befehl der 4. Armee, deren Auf=
marſch
ſich in Luxemburg vollzog. In heißer Auguftſonne mar=
ſchierte
die Diviſion von ihren im Moſel= und Saartal gelegenen
Ausladungspunkten nach Luxemburg. Nach dem beiſpielloſen
Handſtreich auf Lüttich, der die ſtrategiſche Baſis für die Opera=
tionen
in Belgien ſchuf, und dem Einbruch in den Feſtungsgürtel
weſtlich Metz bei Luneville, begann auch der Vormarſch der deut=
ſchen
Mitte. Am 22. Auguſt erhielt die Heſſiſche Diviſion ihre
Feuertaufe in der Schlacht von NeufchäteauAnloyMaiſſin.
Hiermit war die Mitte der franzöſiſchen Front durchbrochen, die
nun unaufhaltſam zurückwich. An der Maas bei Villers=devant=
Mouzon, ſüdlich Sedan, verſuchte der Franzoſe ſich zu ſetzen;
ſein äußerſt heftiger Widerſtand wurde gebrochen. Der allen
Mitkämpfern unvergeßliche Brückenſchlag bei Villers, in ſchwe=
rem
Gefecht am 27. Auguſt, der nachfolgende ſchwere Tag von
Haraucourt und Raucourt am 28. Auguſt brach den franzöſiſchen
Widerſtand ſo nachhaltig, daß unter einer Reihe von leichteren
Kämpfen mit Nachhuten die Aisne=Linie überſchritten wurde
und die Verfolgung nach der Marne in Fluß blieb. Der Feind
befand ſich vor der geſamten 1. bis 4. Armee in vollem Rückzug.
Im Anſchluß an die bei Verdun beginnende, nach Süden
ziehende Feſtungslinie hielt der Franzoſe. Vom 6. bis 9. Sep=
tember
folgten für die Diviſion die ſchweren Kämpfe am Marne=
kanal
bei Alliancelles und Sermaize und der Sturm auf Mau=
rupt
=et=les=montois. Der hartnäckige Widerſtand des Gegners
wurde wiederum gebrochen: die franzöſiſche Armee war im Rück=
zug
auf die Marne, als die Diviſion im Vollgefühl des Siegers
der Befehl traf, aus ſtrategiſchen Gründen auf die Höhen von
Hans auszuweichen. Der erſte Teil des Feldzuges war zu Ende.
Er bildete gleichſam ein kurzes und großartiges Vorſpiel, dem
nun der weit mühevollere und ſchwierigere Hauptabſchnitt folgte.
Dieſer gewaltige Siegeszug, der den Auftakt des großen
Krieges bildete, ſteht noch lebendig vor der Seele eines jeden
Mitkämpfers. Im Kampfe gegen drei Völker war der Krieg von
vornherein tief in Feindesland getragen, in 1½ Monaten faſt
ganz Belgien und ein wichtiger Teil Frankreichs unterworfen.
Deutſchland war frei.
Mit Stolz und Dank gedenken heute die ehemaligen heſſi=
ſchen
Krieger jener Schlachten und des gemeinſamen großen Er=
lebens
, das ſie hoch hinaushob über alles andere; mit Trauer
gedenken ſie derer, die damals mit hinauszogen und die heute
fehlen, der Kameraden, die das höchſte Opfer brachten ſich
ſelbſt. Wäre heute wirklicher Friede, die heſſiſchen Gräber um
Maiſſin, an der Maas und Marne trügen heute Blumenſchmuck,
ſo wie in Friedenszeiten am 18. Auguſt die Gräber der Heſſen
und ihrer Gegner bei Gravelotte am Bois de la Cuſſe ſtets ge=
ſchmückt
wurden.
Wir grüßen die Toten und die Lebenden, die heute zuſam=
menkamen
. Die Erinnerung lebt und bleibt lebendig; der Geiſt,
der jene Taten vollbrachte, der unſere prachtvollen heſſiſchen Re=
gimenter
beſeelte, der in ihnen lebte und gepflegt ward ihn
zu hüten iſt die hohe Aufgabe der Regimentsvereine.
Die geſunden Kräfte, heute von der Revolution und deutſch=
fremdem
Weltbürgertum teilweiſe verſchüttet, heißt es neu zu
faſſen, damit wir uns befreien können von dem Schutt und den
Scherben, die der Zuſammenbruch auf uns gehäuft hat. Darum
tut die Erinnerung not an das, was wir waren und können;
dann wird der Geiſt wieder lebendig werden, der Taten ſchafft.
Nur der Geiſt ſelbſtloſer Vaterlandsliebe wird uns befähigen,

für ideale Güter, für deutſches Weſen, für unſere Heimat, Wohl=
fahrt
und Sicherheit, für ihre Wiedererſtarkung zu leben und
wenn es ſein muß zu kämpfen und zu ſterben, wie es die Hel=
den
unſerer tapferen Regimenter zu allen Zeiten getan haben.
In den Vereinen der Regimenter, die heute zur Erinnerung
zuſammenkommen, lebt der Geiſt von dieſem Geiſte. Auf der
Fahne, die heute ihr Kamerad, Stadtpfarrer Lautenſchläger,
weiht, ſteht der alte heſſiſche Fahnenſpruch:
Gott Ehre Vaterland!
Bickel.
Gefechtskalender der Großherzoglich Heſſiſchen (25.) Diviſion.
Auguſt 1914 bis zur Marneſchlacht.
22. 8. 23. 8. 1914 Schlacht bei Neuſchäteau.
22. 8. 1914 Schlacht bei MaiſſinAnloy.
24. 8. 29. 8. 1914 Schlacht an der Maas.
24. 8. 1914 Gefecht bei Matton.
26. 8. 1914. Gefecht bei Brevilly.
27. 8. 1914. Gefecht bei Villers=devant=Mouzon.
28. 8. 1914. Gefecht bei AutrecourtRaucourt.
30. 8. 5. 9. 1914 Verfolgung von der Maas zur
Marne.
6. 9. 1914. Gefecht bei Alliancelles.
7. 9. 1914. Gefecht bei Sermaize.
8. 9. 9. 9. 1914 Gefecht bei Maurupt=et=le
Montoy.
9. 9. 1914 Sturm auf Maurupt=et=le=Montoy.
Gedenktag 1870/7 1.
18. 8. 1870 Schlacht bei Gravelotte St.
Privat.
Durchbruch der Diviſion am Bois=de=la=
Cuſſe.

Aus Heſſen.

Nummer 2
r. Babenhauſen, 16. Aug. Aus Anlaß der furcht
Brandkataſtrophe, die unſer Städtchen heimſuchte
ſtündlich von vielen Fremden der nahen und weiteren Uma
ſucht. Das abgebrannte Stadtviertel bietet dem Ange des
einen gar troſtloſen, Mitleid erweckenden Eindruck. Der
komplex zwiſchen der ev. Kirche, der Schul= und Badegat
nahme der Häuſer, die an der Fahrſtraße liegen, iſt den Flamt
Opfer gefallen. Jetzt erſt läßt ſich auf den immer noch
Ruinen das furchtbare Elend überſehen. Im ganzen ſind 8.
6 Wohnäuſer mit mehreren Nebengebäuden vernichtet. Außerd
den durch Anbrennen und durch die Gluthitze mehrere Gebär
unter auch die evangeliſche Kirche, beſchädigt. Die Obdachl,
zum Teil in der Kaſerne, zum Teil von Verwandten hilfreie
nommen worden. Zum Glück iſt der Verluſt eines Menſo
nicht zu beklagen. Die Folgen eines ſolchen Großfeuers inmit
windigen Nacht ſind nicht auszudenken; die Häuſer, aus H.
gebaut, hängen zu eng aneinander. Die älteſten Leute hier
ſich nicht eines gleich großen Brandes. Alles Vieh, bis au
Hühner, die dem grauſigen Flammentod zum Opfer fielen.
Hunde, der verkohlt an der Kette vor der abgebrannten
aufgefunden wurde, iſt frühzeitig gerettet worden. Ein zw
Kind, das ſchlafend in ſeinem Bettchen im Hauſe der
Familie Appel lag, konnte noch rechtzeitig aus dem
bereits brennenden Hauſes gerettet werden. Leider ſuchte das
meer meiſtens arme, unbemittelte, zum Teil kinderreiche Famil
die nicht alle verſichert ſein ſollen. 2raurig iſt das Schickſe

* Pfungſtadt, 14. Aug. Auflöſung des Ortsgewerbe=
gerichts
. Der Gemeinderat hat ſich mit der Aufhebung des ört=
lichen
Gewerbegerichts einverſtanden erklärt. An ſeine Stelle tritt nach
der Errichtung eines Gewerbegerichts für die Landgemeinden des Krei=
ſes
Darmſtadt die 3. Kammer desſelben, die hier in Pfungſtadt ihren
Sitz haben wird und zu der außer Pfungſtadt die Nachbargemeinden
Eberſtadt, Eſchollbrücken, Hahn, Eich, Malchen und Nieder=Beerbach
gehören werden.
st. Nieder=Ramſtadt, 15. Aug. Gemeinderatsbericht
vom 14. d. Mts. Vor Eintritt in die Tagesordnung wird Franz Brand
anſtelle des aus Geſundheitsrückſichten aus dem Gemeinderat ausgetre=
tenen
Ad. Eiſinger in ſein Amt eingeführt und verpflichtet. Die durch
das Ausſcheiden des Gemeinderats Eiſinger frei gewordenen Kommiſ=
ſionsſtellen
werden durch den Nachfolger Brand beſetzt. Auf Vorſchlag
des Hausbeſitzer= und Mietervereins werden zu Mitgliedern beſtellt:
a) der Wohnungskommiſſion: 1. Bürgermeiſter Appel, 2. Ludwig Ben=
der
III., 3. Becker Aug., 4. Burkhardt Ludwig, 5. Brand Franz, 6.
Fiſcher Phil II., 7. Reitz Peter III.: b) des Mieteinigungsamtes: 1. zu
Hauptbeiſitzern: Luckhaupt Friedrich II. und Knierieme Georg, 2. zu
deren Stellvertreter: Caſtritius Wilhelm und Benecke Fritz. Für die
Elektrizitätskommiſſion erſtattet Gemeinderat Steiger Bericht. Dabei
wurde beſonders gerügt, daß in letzter Zeit entgegen den beſtehenden
Beſtimmungen wieder Hausinſtallationen und Anſchlüſſe an das Orts=
netz
vorgenommen werden, onhe daß die Genehmigung der Verwaltung
eingeholt wird. Die Verwaltung wird beauftragt, hiergegen energiſch
Stellung zu nehmen, nötigenfalls unter Zuhilfenahme der Sperrung
der Stromzufuhr. Die Verwaltung erſtattete alsdann noch Bericht über
den Fortgang der Motorreparaturarbeiten und derjenigen über die Tur=
binenanlage
. Es wurden alsdann noch Mängel an der Gemeindewaſſer=
leitung
zur Sprache gebracht. Der Gemeinderat beſchließt demnächſt
einen Abgang des Rohrſtranges vorzunehmen, um etwaigen Fehlern auf
die Spur zu kommen. Die Beſchwerde eines Konſumenten wegen zu
hohen Waſſerverbrauchs bezw. der Antrag auf Herabſetzung des Waſſer=
preiſes
wird abſchläglich beſchieden, da der Waſſerverbrauch tatſächlich
ſtattgefunden hat und eine ausnahmsweiſe Herabſetzung des Waſſer=
preiſes
nicht gerechtfertigt erſcheint. Für die Baukommiſſion erſtattet
Gemeinderat Bernhardt Bericht. Die vorgenommenen Arbeitsvergebun=
gen
und nachträglich getroffenen Anordnungen werden genehmigt, ins=
beſondere
die Herſtellung der Küche des Lehrers Thöt. Auf Antrag der
Verwaltung werden der Baukommiſſion noch verſchiedene Beſichtigungen
angetragen, worüber in einer der nächſten Sitzungen Bericht erſtattet
werden ſoll. Der mittlerweile eingegangene Koſtenvoranſchlag
ſowie der Plan für die Errichtung einer gemeindlichen Badeanſtalt wird
zur Kenntnis genommen. Die Baukommiſſion wird beauftragt, eine
Durchprüfung vorzunehmen und demnächſt wieder Bericht zu erſtatten.
Das Geſuch der Odenwälder Hartſteininduſtrie um Errichtung einer
Schmiede auf deren Betriebsgelände wird genehmigt. Hinſichtlich des
Punktes Modaubach=Regulierung werden die bisher gepflogenen Ver=
handlungen
zur Kenntnis genommen. Der Gemeinderat beharrte in=
deſſen
auf ſeinem früheren Beſchluß, den ſeitens des Verbandes angefor=
derten
Betrag von 900 Mark nicht früher zu zahlen, als der Koſtenvor=
anſchlag
vorliegt. Unter Punkt Verſchiedenes werden noch Friedhofs=
angelegenheiten
zur Sprache gebracht; insbeſondere wurde beanſtandet,
daß die Gräber der Anſtaltpfleglinge wieder nicht ordnungsgemäß un=
terhalten
ſeien. Die Verwaltung ſagt Abſtellung der Mißſtände zu.
Gleichzeitig wurde noch die Herſtellung der Leichenhalle beſchloſſen.
Zum Schluß wurden noch Armenſachen verhandelt.
h. Ober=Ramſtadt, 15. Aug. Wie die Bezirksſparkaſſe Reinheim in
dieſer Tage hier verteilten Flugblättern mitteilt, hat ſie das Abhol=
verfahren
im Einlageverkehr eingeführt, um Gelegenheit zu geben, auch
den kleinſten Betrag auf die bequemſte Art erſparen zu können. Das
Verfahren iſt ſo gedacht, daß ein Erheber der Kaſſe jeden Samstag oder
Sonntag die einzulegenden Beträge bei dem Sparer abholt, ſie in deſſen
Sparheftchen ſofort einträgt und der Sparer durch Eintrag der Ein=
lage
in eine Liſte des Erhebers, Gegenkontrolle führt. Am Quartal=
ſchluß
werden dann dieſe Beträge in ein Sparkaſſenbuch eingetragen,
von der Kaſſe gegenwärtig mit 20 Prozent verzinſt und die Wertbe=
ſtändigkeit
der Einlage garantiert. Dieſe Einrichtung der Kaſſe iſt vom
volkswirtſchaftlichen Geſichtspunkt aus ſehr zu begrüßen, kann doch auf
dieſe Weiſe manche Mark dem Geldverkehr zugeführt werden, derent=
wegen
ein Gang zur Sparkaſſe als nicht verlohnend betrachtet und eine
Einlage unterbleiben würde. Dies tritt um ſo mehr in Erſcheinung,
als bei der heutigen Geldknappheit wohl nur ganz Vereinzelte in der
Lage ſind, großere Beträge auf einmal einzulegen. Im allgemeinen In=
tereſſe
iſt eine recht rege Beteiligung an dieſem Sparverfahren zu
empfehlen.
Lengfeld (Odenwald), 16. Aug. Auch in unſerer Gemeinde fand
am 10. Auguſt, abends 9 Uhr, im Gaſthauſe Zur Feſte Otzberg eine
Verfaſſungsfeier ſtatt. Leider war die Veranſtaltung nur
ſchwach beſucht, weil man zu Unrecht annahm, es würde ſich um eine
rein politiſche Sache handeln. Herr Studienrat Dr. Neumann zu
Groß=Umſtadt entwarf in meiſterhafter Weiſe einen hiſtoriſchen Rück=
blick
auf die Entwicklung der verſchiedenen Verfaſſungen der einzelnen
Staatsweſen, ſtreifte die viel umſtrittenen Flaggenfarben und führte
aus, daß das Verfaſſungswerk von Weimar einen republikaniſchen,
demokratiſchen und parlamentariſchen Charakter trage. Mit dem
Wunſche, das deutſche Volk möge endlich einmal ſein altes National=
übel
, die Zwietracht, zurückſtellen und ſich in gemeinſamer Arbeit zum
Wiederaufbau unſeres unglücklichen Vaterlandes zuſammenfinden,
ſchloß der Redner ſeinen tiefgründigen, anregenden Vortrag mit einem
Hoch auf das deutſche Vaterland. Zum Schluſſe wurde von ſämtlichen
Anweſenden ſtehend die deutſche Nationalhymne Deutſchland, Deutſch=
land
über alles, geſungen.
8 Raunheim, 16. Aug. Erwerbsloſenfragen. Raunheim
hat als Induſtrieort die größte Zahl der Arbeitsloſen im Kreis Groß=
Gerau. Das legte der Gemeinde große finanzielle Opfer auf. Trotzdem
iſt die Gemeinde bemüht, durch Brotverbilligung uſw. das Los der Er=
werbsloſen
nach Möglichkeit auch von ſich aus zu lindern. Den Not=
ſtandsarbeitern
wurde eine wöchentliche Geſchirrvergütung von 50 Pfg.
bewilligt.

Element Beſitz von ihm ergriffen; nichts konnte gerettet w
ganze Hab und Gut mit dem erſparten Gelde fiel den tücki
men zum Opfer. Nicht minder beklagenswert iſt das Geſchick d.
des Schneidermeiſters Fr. Will 1. Am Tage vorher wurde
der Familie unter großer Anteilnahme der Bürgerſchaft zu
tragen, am anderen Tage brach noch grauſamer das Unglü
Hinterbliebenen herein. Die Scheune mit allen Vorräten gi
Flammen auf. Noch heute irrten die Obdachloſen umher ur
Teile ihrer zerſtreut untergebrachten Möbel= und Wäſcheſtücke,
gar manches ſpurlos verſchwunden iſt. Ganz kopflos wurden
zellan= und Glaswaren, Spiegel uſw. während des Rettungst
den oberen Fenſtern auf die Gaſſen geworfen. Wiederholt
Uebergreifen des Feuers auf andere Stadtteile in ſchreckliche
rückt. Dem mutigen Abwehrkampf aller Wehren, dem herzha
tigen Zugreifen der geſamten Einwohnerſchaft ohne Standes
iſt es zuzuſchreiben, daß das Unglück nicht noch größer wu
Hochachtung vor dem energiſchen, zielbewußten Eingreifen u
ſtützen der hieſigen Polizeiwachtabteilung und Polizeiſchule.
wehr=, Abſperrungs= und Sicherheitsmaßnahmen waren vork
Heute forderte die Bürgermeiſterei iin einer ſtädtiſchen Bekan
ſämtliche Einwohner auf zur Unterſtützung bei den kommer
räumungsarbeiten und zur Linderung der Not durch freiwilli
r. Sickenhofen, 16. Aug. Das Jugendturnfeſt d
zirks des Odenwaldgaues der Deutſchen Turnerſchaft verlief
Sonntag in harmoniſchſter Weiſe. Vormittags war das Wett
kleinen Turnerinnen und Turner; nachmittags bewegte ſich

licher Feſtzug durch die Ortsſtraßen zum Feſtplatz. Anſpre
Vorſitzenden des feſtgebenden Vereins Herrn Trippel,

Bürgermeiſters Krapp und eines Vertreters des Oden
ſtanden im Mittelpunkte der Feier, die von turneriſchen Da=
Konzert, Geſang und Tanz umrahmt wurde. Die Nachfeier
tag wurde mit der Verfaſſungsfeier verbunden, doch in ihren
fäh geſtört und unterbrochen durch das Brandunglück in Ba
Erſt gegen Abend konnte man an die Fortſetzung der Fe
Herr Lehrer Weiß ſprach hierbei in vornehmer, ſachlicher
das Werk von Weimar und ſeine Bedeutung, und forderte
reichen) Anweſenden zur tatkräftigen Mitarbeit beim Wi
unſeres geliebten Vaterlandes auf. Abends war Tanz in bei

* Gernsheim, 16. Aug. Großes Schwimmfeſt
heimer Hafen Turnverein Gernsheim a. Rh. Am 16. un
findet in Gernsheim ein großes Schwimmfeſt der Deutſe
ſchaft (9. Kreis Mittelrhein) ſtatt. Um 6 Uhr iſt Weckru
Kampfrichterſitzung und Kirchgang beider Konfeſſionen.
Springen und Waſſerballſpiele beginnen um 9 Uhr und n
um 3 Uhr Einzel= und Mannſchaftskämpfe, Trockenübunget
führungen und Waſſerballſpiele. Abends 8 Uhr folgt
Siegerehrung im Saalbau Haas, anſchließend Ball da
Darmſtädter Hof.
Z. Erzhaufen, 16. Aug. Auch hier wurde die Verl
feier in ſchöner Weiſe veranſtaltet. Das Dorf war feſtlich
Die Zivilmuſikkapelle ſpielte von ihrem Lokal nach dem Schl.
angekommen, hatten ſich bereits die Geſang= und Turnvereine
len Einwohnern eingefunden. Zu Beginn der Feier ſeh
ein, dann wurde von einem jungen Mann der deutſchen Arb
ein Prolog vorgetragen; es folgten ein Begrüßungslied ſeite.
beitergeſangvereins und die Anſprache des Bürgermeiſters
In feierlicher Stunde wollen wir der fünfjährigen Wiederkeh!
gedenken, an dem in Weimar die deutſche Reichsverfaſſung
wurde. Geboren in einer Sturm= und Drangperiode, ſoll
verfaſſung den Rahmen ziehen, in dem ſich die deutſche Me
baut. Wer die Einheit Deutſchlands im Sinne der Demo
der muß treu zur Republik ſtehen. Wer den Wiederaufoe
lands, wer den wirtſchaftlichen, ſozialen und kulturellen Fork
muß die Reichsverfaſſung fchützen. Jeder ſoll und muß als
tigtes Glied der großen Volksgemeinſchaft mithelfen, der
Inhalt zu geben, der notwendig iſt. Die heutige Demon
beweiſen, daß wir beſtrebt und gewillt ſind, Republik und
zu ſchützen. Gleichzeitig ſoll die heutige Feier ein Mahl
Jugend als die heranwachſende Generation ſein, den hu
von Weimar in der Geſchichte des deutſchen Volkes fortle.
in dem Bewußtſein, daß die Reichsverfaſſung die
Deutſchland zum freieſten Land der Erde zu machen. In M.
wollen wir der Republik ein Hoch darbringen.
* Offenbach, 15. Aug. Schwimmunterricht
Polizei. Gegenwärtig unterziehen ſich die hieſigen
unter Leitung des Schwimmlehrers Niſchwitz einem Meit.
Schwimmen. Zehn Beamte haben ſich mit Erfolg einer Pr4
worfen und dieſe auch beſtanden.
* Gießen, 15. Aug. In der geſtrigen Stadtverordne
es zwiſchen Kommuniſten und Sozialdemokraten zu heftig
ſodaß der Oberbürgermeiſter Koller mehrere Ordnungsr=
mußte
. Einen Augenblick waren die Gemüter ſo errel
Tätlichkeiten zu kommen ſchien. Der Kommuniſt Han
Sozialdemokraten mit erhobener Stimme zu: Ihr
Klaſſengenoſſen zugrunde gehen, ihr Vagabunden!
Gegenrufen der Sozialdemokraten ſchreit Böckmann
Lump, frecher Halunke! und eine weibliche Abg. ruft:
hinaus! Jetzt entſtand ein furchtbares Geſchrei, ſodar
Handgreiflichkeiten verhindert wurden. Haupt und B.
vom Oberbürgermeiſter Ordnungsrufe, und der 1a
verordnete Vetters (Soz.) ſtellte feſt, daß er noch nie
mitgemacht habe. Die Grund= und Gebäudeſteuer wird
wurf der Stadtverwaltung gegen die Stimmen der Roſ
genommen. Der Gewerbeſteuervoranſchlag der Staotbe.

Gewerbeſteuerbeträge feſtzuſetzen. Ein anderer Beſchl.
ſtädtiſche Sonderſteuer in der gleichen Weiſe wie bei be=
8 Büdingen, 14. Aug. Nothilfe. Den durch 90.
ter vom 20. Juni in Ortenberg und Umgebung ſchwer Ae
wirten, Gartenbeſitzern uſw. ſind von den Bewohnern.
zirka 47 000 Gemüſepflanzen aller Art zur Neubeſteln.
teten Gemüſefelder unentgeltlich in dankenswerter WEI
gung geſtellt worden.
() Wieſeck bei Gießen, 14. Auguſt. Einbruge
In einer der letzten Nächte brachen unbekannte, aber
örtlichen Verhältniſſen gut vertraute Diebe in den 2
meiſters Pauſch ein und ſtahlen den Inhalt der Lade..
raffinierter Weiſe aufbrachen. Die Kaſſe enthielt abe=
Wechſelgeld. Außerdem ſtahlen die Diebe eine großſe.
koladetafeln.

Was das Odol besonders auszeichnet vor allen anderen Mundreinigungsmitteln,
ist seine merkwürdige Eigenart, die Mundhöhle nach dem Spülen gewissermaßen
mit einer mikroskopisch dünnen, dabei aber dichten antiseptischen Schicht zu
überziehen, die noch stundenlang nachwirkt. Diese Dauerwirkung, die kein
anderes Präparat besitzt, ist es, die demjenigen, der Odol täglich gebraucht,
die Gewißheit gibt, daß sein Mund sicher geschützt ist gegen die Wirkung der
Fäuiniserreger and Gärungsstoffe, die die Zähne zerstören. Odol ist wirklich gut.

[ ][  ][ ]

inmer 228.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924.

Seite 2.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt.
Elin. Die Gärtnerlehranſtalt in Berlin=Dahlem feierte heute
ihr dertjähriges Beſtehen mit einem Feſtakt im Garten hinter dem
Haubäude, an dem etwa 1200 Perſonen teilnahmen. Nach der Be=
grü
Sanſprache des Direktors der Lehranſtalt, Prof. Echtermeyer,
ergy Landwirtſchaftsminiſter Wendorff das Wort. Er würdigte vor
allew=Bedeutung der Anſtalt für die Ernährung der Bevölkerung,
Zu Wunſch nach kademiſcher Gleichberechtigung der Gärtnerlehr=
anſt
eben der Landwirtſchaftlichen Hochſchule erklärte der Miniſter,
daß Einvernehmen mit dem Unterrichtsminiſter von nun an die Stu=
dent
it er Gärtnerlehranſtalt, ſofern ſie die Reife für die Oberſekunda
beſits ruf der landwirtſchaftlichen Hochſchule ihre Studienzeit in Dah=
lem
angerechnet bekommen. Zum Zeichen der wiſſenſchaftlichen Be=
deut
y der Gärtnerlehranſtalt ſoll ſie fortan den Titel führen: Lehr=
und ſchungsanſtalt für Gartenbau. Der Vertreter der Stadt Ber=
Iin . mit, daß die Stadt der jetzigen Lehr= und Forſchungsanſtalt
für =nſchaftliche Verſuchszwecke ein 80 Morgen großes Stück Land
bei C2 beeren zur Verfügung ſtelle.
Goethes 175. Geburtstag.
Frankfurt a. M. Die Geburtsſtadt Goethes rüſtet ſich,
die ay 3. Auguſt ſtattfindende Feier des 175. Geburtstages ihres größ=
ten
S es in würdiger Feier zu begehen. Die dafür geplanten Ver=
anſta
, gen ſind mancherlei Art. Aus Anlaß des denkwürdigen Tages,
der erall in Deutſchland in gebührender Weiſe
gef t werden ſollte, wird am Sonntag, den 17. d. M. in
den . men des Kunſtvereins eine Ausſtellung von Bildwerken zu
Boet 3t Fauſt aus den Beſtänden des Frankfurter Goethemuſeums
röffm Die Ausſtellung umfaßt mehr als 200 Blätter und eine große
jahl rierter Prachtwerke über das Thema. Sie gewährt intereſſante
Einb.7 in die Art, wie die Künſtler der verſchiedenen Zeiten, Corne=
ius
, acroix, Ary Schefer, Liezen=Mayer, Kreling, Gabriel Max,
gur u. a., Goethes gewaltige Dichtung zu erfaſſen und zu ver=
örpe
: eſucht haben.
2 Feier am 28. Auguſt ſelbſt findet mittags 12 Uhr auf dem
zoetk tz ſtatt. Sie wird durch die Mitwirkung der geſamten
ra urter Sängerſchaft eine beſondere Weihe erhalten.
s w r Männerchorlieder mit Goetheſchen Texten, und zwar Wan=
rers’
chtgebet, Ueber allen Wipfeln iſt Ruh und das Heiderös=
in
einſam von den drei Bünden, Sängervereinigung, Sänger=
und Arbeitergeſangverein unter Leitung von Direktor Specht
um rag kommen.
2 Tag wird auch wieder Gelegenheit zu der betrüblichen Erin=
erum
ben, daß die vor dem Krieg der Ausſtellung in Lyon über=
oethereliquien
trotz vielfachen Proteſtes bei der franzöſiſchen
dem Goethemuſeum noch nicht wieder zurückgegeben worden
f. Heuer, der Direktor des Muſeums, hat eine Darſtel=
Sachverhalts, der das Verhalten der grande nation ins

ige iht ſetzt, der Preſſe der ganzen Welt zugehen laſſen.
Die Frankfurter Metzger und die Wucherpolizei.
A. IFrankfurt a. M., 15. Aug. In einer von über 450 Mit=
jeder
: ſuchten Verſammlung der Frankfurter Metzgerinnung wurde
er edener Proteſt gegen das Vorgehen der Wucherpolizei er=
ben
: ie Innung ſteht auf dem Standpunkt, daß die gegen ihre
itglr! erſtatteten Anzeigen ſamt und ſonders auf falſcher Grundlage
ruhe Die Metzger ſtehen geſchloſſen hinter den Preiskommiſ=
on
deren Berechnungen auf einwandfreier Kalkulation beruhen.
mmlung wünſcht, daß die Wucherpolizei mit den Preiskom=
ſiorxe
ns Benehmen ſich ſetzt und legt ſchärfſten Einſpruch gegen die
ltloſ7 Naſſenanzeigen ein, die bei Verbrauchern ſowohl wie
Geside größte Beunruhigung hervorrufen.
Bade=Unfall.
P traſens. Beim Baden im Schwarzbach zu Biebermühle
ſte ſie5 r junger Mann im Rückenſchwimmen, als im gleichen Moment
ann=Badender in vollem Anlauf vom Strande aus ins Waſſer
rangyo, dabei mit ſeinen Beinen dem Schwimmenden ſo ſtark in
Or ſtieß, daß dieſer bewußtlos wurde und unterging. Um=

ſend ie den Vorfall bemerkt hatten, ſprangen ſofort ins Waſſer
d bxeen den aus Mund und Naſe heftig blutenden Bewußtloſen
eder Xlich ans Land, wo es einer geraumen Zeit bedurfte, ehe er
der Tich kam und ſich erholte.
Vom Blitz getroffen.
Hr ach (Hunsrück). Bei einem Gewitter, das Ende voriger
niederging, ſuchte ein Landwirt mit ſeinem erwachſenen
einem Kinde im Walde unter den Bäumen Schutz. Plötzlich
Blitz an der Stelle, wo die drei mit ihrem Wagen ſtanden,
2 Landwirt wurde ſofort getötet, ſein Sohn gelähmt und das
lel verletzt. Auch die an den Wagen geſpannte Kuh wurde ge=

Ein betrügeriſcher Kafſenbote.
Bonn. Ein junger Mann aus Köln hatte vorgeſtern von ſeiner
Bank, bei der er als Kaſſenbote tätig war, den Auftrag erhalten, Wert=
papiere
in Höhe von etwa 10 000 Mark einzulöſen. Er löſte für 5000
Mark ein und verſchwand geſtern morgen per Auto nach Bonn. Aber
er ſollte von ſeinem Gelde nicht lange Freude haben. Geſtern nachmit=
tag
hatte ihn ſchon die Polizei beim Wickel, gerade in dem Augenblick,
als er auch aus Bonn ſtill wieder verſchwinden wollte. Das unter=
ſchlagene
Geld befand ſich laut Bonner Generalanzeiger noch faſt ganz
in ſeinem Beſitz. Ausgaben hatte er nur für die Autofahrt, Eſſen und
Zigaretten gehabt.
Unwetter.
Wie die Blätter aus Stettin melden, ging dort geſtern ein
ſchweres Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen nieder. Viele Stra=
ßen
wurden überſchwemmt. Durch den furchtbaren Sturm, der dem Ge=
witter
voraufging, wurden zahlreiche Dächer abgedeckt und Fenſterſchei=
ben
zertrümmert ſowie eine Anzahl Bäume entwurzelt. Von der alten
Johanniskirche wurde durch den Sturm die Kuppel abgebrochen; zahl=
reiche
Drähte der Ueberlandzentrale und Fernſprechleitungen wurden
zerriſſen. Der heftige Regen, der von geſtern abend an etwa 12 Stun=
den
lang über die Umgebung niederging, führte auf der Eiſenbahnſtrecke
Gaſchwitz=Engelsdorf einen Dammrutſch herbei. Von einem Güterzuge
glitten fünf mit Kohlen beladene Wagen von dem Bahnkörper hinunter
und kippten um. Es dürfte etwa zwei Wochen hauern, bis die Strecke
wieder zweigleiſig betrieben werden kann.
Das kleinſte Buch der Welt.
Ein einziges Werkchen, das über drei Jahrhunderte alt iſt, kam
kürzlich bei der Verſteigerung der engliſchen Britwell=Bücherei unter
den Hammer. Es war ein Bändchen Gedichte des engliſchen Dichters
John Weevre und wurde im Jahre 1610 gedruckt. Das gut erhaltene
Werkchen iſt nur ungefähr vier Zentimeter hoch und drei Zentimeter
breit. In den Kreiſen der engliſchen Bibliophilen wird das Büchlein
als ſehr ſelten und koſtbar bezeichnet. Es erzielte als Glanzſtück der
Verſteigerung einen hohen Preis. Das Liliputbüchlein, das als kleinſtes
Buch der Welt bezeichnet wird, erſtand ein Amerikaner, der es mit nach
Philadelphia nahm.

Geſchäftliches.
Ihre Friſur
kann niemals einen gefälligen Eindruck machen, wenn Sie eine zweck=
entſprechende
Haarpflege verabſäumen, denn Reichtum und Schönheit
des Haarwuchſes beruhen einzig und allein auf ſorgfä tiger Pflege und
Geſunderhaltung der Kopfhaut. Hierbei nimmt die Reinlichkeit und der
durch regelmäßiges Waſchen bedingte Anreiz zur Belebung der Blut=
zirkulation
die erſte Stelle ein. Man verwendet zur Kopfwäſche mit
beſtem Erfolg das altbekannte Schaumpon mit dem ſchwarzen Kopf
es befreit von Staub, Kopfſchuppen und allen Abſonderungen der Kopf=
haut
und verleiht dem Haar Glanz ſowie üppige Fülle. Wir verweiſen
auf das Inſerat in vorliegender Nummer.

Der heutigen Geſamtauflage liegt ein Proſpekt der ODO= Maſchinen=
fabrik
, Darmſtadt bei, auf die wir unſere verehrl. Leſer ganz beſonders
aufmerkſam machen.

Tageskalender, Sonntag, den 17. Anguſt 1924.
Landestheater, Kleines Haus, Sommerſpielzeit Bruno Harpreiht,
abends 8 Uhr: Das ſilberne Kaninchen. Abends 10½ Uhr, Nacht=
vorſtellung
: Nur ein Traum. Union=, Reſidenz=Theater Palaſt=
Lichtſpiele: Kinovorſtellungen. Geſangverein Frohſinn,
nachm. 3 Uhr, im Städt. Saalbau: Volksfeſt mit Gartenkonzert; abds.
8 Uhr: Ball. Auguſt=Erinnerungsfeier und Fahnen=
weihe
des Verbandes heſſiſcher Regimentsvereine im Orangeriegarten.
Brauerei zum Mühltal, Eberſtadt: Kirchweihe.
Rummelbräu: Konzert. Kath. Jugend= und Jungmän=
nerverein
Darmſtadt, St. Eliſabeth, abends 7 Uhr, im Kon=
kordia
=Saal: Theater=Abend. Gaſthaus Zum grünen
Baum, Saalbau Zum Mainzer Hof in Dieburg: Kirch=
weihe
. Herrngarten, ab 11 Uhr: Frühkonzert. Turnver=
ein
Gernsheim a. Rh.: Kreisſchwimmfeſt. Männerchor
Doppelquartett Rheingold Geſangverein Einigkeit
Beſſungen, Darmſtädter Männergeſangverein, abends 7 Uhr, im Rum=
melbräu
: Familienfeier mit Tanz. Fledermaus und Schieß=
klub
Wallachei, an der Windmühle: Preis=Schießen. Zur
Krone Zwingenberg: Kirchweihe. Saal, Mauer=
ſtraße
5 I, abends 8 Uhr, Vortrag: Das Evangelium vom Reich
zur Zeit des Gerichts.

Rund=Funk=Programm.
Frankfurt a. Main.
Wellenlänge 467 m.
Antennenenergie zirka 0,81 kw.
Montag, den 18. Auguſt 1924.
11. 10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen.
11. 55 Uhr: Zeitangabe.
12 Uhr: Nachrichtendienſt.
4. 10 Uhr: Wirtſchaftsmeldungen.
4. 306 Uhr: Rundfunknachmittag in Muſik und Wort.
7 30 Uhr: Vortrag der Zentrale für private Fürſorge: Herr
Dr. Reich: Die Tätigkeit der Zentrale für private Fürſorge.
8. 30 Uhr: Goethe und die Muſik. 1. Ouvertüre zu Die Zau=
berflöte
, Mozart; 2. Goethes Stellung zur Muſik (Ernſt Schoen);
3. a) Der König von Thule, Zelter; b) Schäfers Klage Ehlers; c) Blu=
mengruß
, Reichardt; d) Frühzeitiger Frühling, Reichardt; 4. Aus
der unvollendeten Sinfonie, zweiter Satz, Schubert; 5. a) .. .: b) Zwei
Clärchen=Lieder, Beethoven; c) Was bedeutet die Bewegung ( Su=
leika
II), Schubert; d) Die Liebende ſchreibt, Zwiſchenſpiel aus dem
Egmont, Beethoven.
9. 30 Uhr: Nachrichtendienſt, Wettermeldung und Sportbericht.
9 50 Uhr: Drei Minuten der Hausfrau.
1011 Uhr: Underwüſtliche alte Operetten. J. Millöcker und
Zeller.
Berlin.
Berlin: Sender 1 Welle 430 m, Sender 2 Welle 500 m.
Montag, den 18. Auguſt 1924.
7. 30 Uhr: Sprachunterricht (Englifch).
8.10 Uhr: Vortrag des Herrn Prof. Hans Philipp Weitz: Aus
des Handwerks Jugendzeit (nach pompejaniſchen Ausgrabungen)
1. Teil.
311 Uhr: Opern=Abend, unter Mitwirkung der Kammerſän=
gerin
Marcella Roeſeler, Metropolitan Opera, Newyork. Dirigent: Dr.
Felix Günther. 1. Adam: Ouvertüre zur Oper: Wenn ich König wär;
2. Flotow: Ouvertüre zur Oper Martha; 3. Mozart: Arie der
Gräfin aus der Oper Figaros Hochzeit (Kammerſängerin Marcella Roe=
ſeler
, Metropolitan Opera, New York); 4. Roſſini: Ouvertüre zur
Oper Wilhelm Tell; 5. Bizet: Fantaſie aus der Oper Carmen.
Während der Pauſe: Dritte Bekanntgabe der neueſten Tagesnachrich=
ten
, Zeitanſage, Wetterdienſt, Sportnachrichten. 6. Nicolai: Ouvertüre
zur Oper: Die luſtigen Weiber von Windſor; 7. Weber: Arie der
Agathe aus der Oper Der Freiſchütz (Kammerſängerin Marc. Roe=
ſeler
, Metropolitan Opera, New York); 8. Offenbach: Barcarole aus
der Oper Hoffmanns Erzählungen; 9. Walzer aus der Oper Dame
Kobold, von Weingartner; 10. Puccini: Fantaſie aus der Oper
Bohéme‟. Das Orcheſter beſteht aus Mitgliedern des Berliner Phil=
harmoniſchen
Orcheſters.
Engliſche Stationen.
Wellenlänge der engliſchen Sendeſtationen:
Cardiff 351, London 365, Mancheſter 375, Bournemouth 385, Newcaſtle
100, Glasgow 420, Birmingham 475, Aberdeen 495, Sheffield 303,
Plymouth 330.
Zeitangabe mitteleuropäiſch!
Montag, den 18. Auguſt 1924.
London, 8 Uhr: Sinfonie=Konzert. Dirigent: Herr Perch
Pitt.

gegen Nervenschwäche, Erschöpfungs-
SATYRIN zustände: sek. Neurasthenie ein anregen-
des
u. kräftigendes Fohimbin-Hormon-Präparat, Fachärztlich begut-
achtet
und sehr empfohlen. In jeder Apotheke erhältlich, (T K,3732

Mach ein in Blech
Du haſt nie Pech
(*23632
Kilo Ooſen 2 25 3
bei
Ernſt Olitzſch, Marktplatz 3
KKRRRRPRR

Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: i. V. Andreas Bauer

Hauptſchriftleitung: i. V. Max Streeſe
Verantwortlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für den Schlußdienſt: Andreas Bauer
Verantwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt.

Die heutige Rummer hat 16 Seiten

Eine Kur in
Mergenthe
wirkt Wunder

a. d. Tauber
(Württemberg,

enzt

Gallensteinen, Leberleiden, Stoffwechsel-
erkrankungen
, wie Zuckerkrankheit,
Fetisucht, Gicht u. a., Magen-
u
. Darmleiden, chronischer
Verstopfung u. s. W.
durch den Ge-
brauch
der
rühmlichst bekannten
I. St. 10048
Mergentheimer Karlsduelle

von Mk. 6. an. / Auskunft u. Prospekte durch die Kurverwaltung

Beldverkehrf

Suche 300 Mk., für
welche ich 350 Mk. u.
Zinſen in monatlich,
Naten ab ſofort zu=
rückzahle
. Angeb. u.
J 122 Geſchſt. (*23588

Für ein geſundes
kleineres Unterneh=
men
wird Teil=
haber
m. 3-5000
Mk. geſucht, evtl.
Verkauf. Angebote
unter 1 124 a. d.
Geſchäftsſt.

Neckarſtolz Luxus
5 Pfg.

Finnenmädel
2,3,4 Pfg.

Haus Klein
6 Pfg.

din Manlan dnn Sauautn
Naudi wirrun Mnn giszentit

Klein’s Tabak n. Zigareitenfäbelken b. H.*0., Schifferſtädt?

5000 Mk.
geg. mehrfache Sicher=
heit
u. Wechſel von
gutem Unternehmen
auf 3 Monate geſucht.
Ang. u. J 121Gſchſt. (*

Fliegende Arbeitskolonne
der Arbeitszentrale für Erwerbs=
beſchränkte
Fernruf Stadtamt
erledigt vorübergehende Arbeiten u. Beſor=
gungen
jeder Art durch zuverläſſige Kräfte
gegen amtlich feſtgeſetzte Vergütung. (St9906

Bücher, Noten,
Zeitſchriften werden
gut und preiswert ge=
bunden
. Horn, Alex=
anderſtr
. 4, I. (10238z

eringen Teer- und
Zhwefelgehalt, dd-
er
rußfreieund ge-
chlose
Verbpennung
Teningen Aschenge-
alt
keine Schlacken,
aher gleichmäßiges
euer langanhadfen.
de Gluf.

Gleiche Stüchgröße.
Chen weitestgehen-
de
Märneausnutzung.
Handliche Fonm.
Sparsamster Brennstoff
für häusliche, geuerbli-
che
und industrielte,
Feuerungen
Vorzüglich für kentrol-
heizungen
und Bäcke-
veien
.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924.

Rummer 22

Quad
meind
noch
ſtaltur
Zeit e
ung d
Freier
Satzes
wertie
M
loſen

gont
die
San
wärt
Bun

gege
mae
teile
Her
lun
men

Sport, Spiel und Zurnen.
ben weiter noch Engel auf Ballot, dem einzigen geſchloſſenen
Zeutſche Sauerprufungsfahrt 1924. Wagen der Konkurrenz (Limorſine).

(Schlußbericht.)


Von unſerem Sonderberichterſtatter.
Die deutſche Dauerprüfungsfahrt iſt zu Ende gegangen.
Sie war ſelbſtverſtändlich in erſter Linie ein Ereignis von größter
ſportlicher Bedeutung. Sie war außerdem aber in hohem Maße
von politiſch=rirtſchaftlicher und techniſch=induſtrieller Bedeutung.
einer ſportlichen Veranſtaltung vereinen kann, war der, der Be=
ſie
reſtlos zu Deutſchland gehört und das immer wieder auf= landſchaftlicher Schönheiten weder Zeit noch Stimmung blieb.
tauchende Gefühl zu verwiſchen, als wären die beſetzten Gebiete
vom deutſchen Mutterland über deſſen ſchweren Sorgen vergeſſen. legentlich eines Begrüßungsabends die Aeußerung, die deutſche
Man hat die Fahrt ſo gelegt, daß die Strecke faſt das geſamte
beſetzte rheiniſche Gebiet bis herauf zur holländiſchen Grenze
erfaßte, hat die Strecke durch Gegegenden geführt, die ſonſt ſelten
für autoſportliche Zwecke in Frage kamen, wie die Hohe Eifel,
das Martertal uſw. Abſichtlich wurde eine große Anzahl kleiner Einnehmen der notwendigen Stärkung.
und kleinſter Orte paſſiert, und zwar verſchiedentlich mehrmals,
ohne Rückſicht darauf, ob die Straße beſonders geeignet war
oder beſſer hätte umgangen werden können. Daß dieſer poli=
tiſche
Zweck reſtlos erfüllt wurde, bewies das Verhalten der Be= Durchſchnittsgeſchwindigkeit war auch zwiſchen den einzelnen
völkerung im beſetzten Gebiet, das durchweg mehr wie herzlich
war. In keinem Teil der Fahrt, in keiner Gegend zeigte ſich
irgendwelcher Unmut über die Störung, die, was nun einmal
nicht zu vermeiden iſt, gewiſſe Schädigungen zur Folge hatte,
und Hunden, deren mehrere ihr mehr oder weniger wertvolles
junges Leben laſſen mußten. Ueberall jubelte man den Fahrern
zu, und auch an den beiden Tagen, da der ſtrömende Regen nicht
aufhören wollte, ſtanden an den Ortsein= und =ausgängen Hun=
derte
von Neugierigen, die ſich gegenſeitig überboten im Heil=
Schulen waren geſchloſſen unter Führung der Lehrer angerückt,
die Erwachſenen verließen ihre Arbeitsſtätten, zeigten die Orts=
Schauſpiels. In den Orten, wo ſtarke feindliche Beſatzung lag,
ſtanden die Offiziere vielfach an den Straßen mitten in der
Menge, verhielten ſich aber ſchweigend und im allgemeinen
zurückhaltend. Kleine Trupps von Poilus ließen ſich hin und
wieder zu begeiſterten Zurufen hinreißen, was jedoch ſelten
vorkam und von den Konkurrenzteilnehmern unbeachtet blieb.
Das wirtſchaftliche Intereſſe, das ſtark mit dem tech=
niſch
=induſtriellen zuſammenhängt, bedeutete die ſcharfe Konkur=
renz
der deutſchen führenden Marken mit denen des Auslandes.
Man konnte aus gewiſſen Gründen die ausländiſchen Wagen von
der deutſchen Zuverläſſigkeitsfahrt nicht ausſchließen, was auch
Induſtdie in erſter Linie darf nicht ſtehen bleiben. Sie muß in
dem ſchweren Exiſtenzkampf, der ihr noch bevorſteht, zu einer
Höchſtleiſtun gkommen, die überzeugend ins Auge ſpringt, denn
biele Hilfsmittel der Propaganda, die die ausländiſche Induſtrie
in reichem Maße entfalten kann, ſtehen ihr nicht mehr zur Ver=
kommnung
des Motors anbetrifft, gar zu lange ſtehen geblieben terraſſe herab begrüßt wurde, und die ermüdeten Teilnehmer
iſt und daß ſie unbedingt die Pflicht hat, ſchon aus Selbſterhal=
tungsgründen
ernſt und energiſch an die Verbeſſerung ihrer
Maſchinen zu gehen. Es iſt weder für den deutſchen Sports=
mann
noch für den deutſchen Journaliſten ein Vergnügen, von geſtellten Wagen einen feſtlichen Anblick boten, der ſelbſtverſtänd=
ausländiſchen
Marken Gutes zu ſchreiben. Klare Ueberzeugung
aber gebietet, feſtzuſtellen, daß die erſtklaſſ. amerikan. Motore den
deutſchen überlegen ſind. Das hat die Fahrt bewieſen. Der
amerikaniſche Motor ich ſage: der beſten Marken iſt zu=
verläſſiger
und läuft mit einer Präziſion auch auf die Dauer
und bei größter Anſtrengung, die bewundernswert iſt. Ob von
techniſchem Vorteil, mag dahin geſtellt ſein, für die Wagen=
Lauf des amerikaniſchen Motors. Vielfach fiel es dem Unpar=
teiiſchen
, der die Fahrer zu kontrollieren hatte, ſchwer, feſtzu=
fach
nicht laufen.
Es iſt kein Zweifel und die Tatſachen beweiſen das bei jeder
internationalen Konkurrenz aufs neue, der deutſche Spezial=
wagen
, d. h. der große Rennwagen, iſt den Ausländern
überlegen, vielleicht auch der deutſche Rennfahrer. In der Qua=
lität
der Gebrauchswagen, und das ſind letzten Endes doch die mittel zur Verfügung ſtehen, ſo ergibt ſich daraus für die Zu=
wirtſchaftlichen
Wagen, die Verkehrswagen, bleibt die deutſche
Induſtrie zurzeit zurück. Die Amerikaner bauen ihre Wagen
nach den praktiſchen Geſichtspunkten: Ruhiger Lauf, tadelloſes
Sitzen in bequemer Karoſſerie (allerdings unter Verzicht auf
äußere Schönheit) und jegliche Bequemlichkeit in kleinen tech=
niſchen
Hilfsmitteln für Fahrer und Paſſagier. Die Karoſſerie
iſt, abgeſehen von dem Anſpruch des deutſchen Autofahrers auf
ſchönes Aeußere, für unſere Straßen und Zwecke nicht unbedingt
geeignet. Sie iſt vielfach zu leicht, was bei ſchnellem Fahren und
beſonders in ſcharfen Kurven Schleudern des Wagens im Ge=
folge
hat. Und dann iſt die Höchſtgeſchwindigkeit der amerika=
niſchen
Wagen begrenzt. Meiſtens auf 90 oder 91 Kilometer.
Das iſt für einen Gebrauchswagen durchaus ungeeignet, kommt
jedoch für Rennzwecke nicht in Frage. Aus dieſem Grunde
konnte ſich der von Herrn Stumpf=Lekiſch geſteuerte
Moon=Wagen, deſſen Vertrieb für Europa die bekannte
Firma Gaſtell in Mainz übernommen hat, und der mit nur ſechs
weiteren Konkurrenten die geſamte Prüfungsfahrt ohne jeden
Strafpunkt lief, im Berg= und Flachrennen, in dem eine
Durchſchnittsgeſchwindigkeit von 45 bezw. 93 Kilometer vorge=
ſchrieben
war, nicht halten, trotz der ausgezeichneten Führung des
jungen Fahrers, der zurzeit unter die wenigen Größen der deut=
ſchen
Rennfahrer zählt, und der den Wagen erſt einen Tag vor
der Fahrt, ohne ihn zu kennen, übernommen hat. (Wie mit=
geteilt
, war urſprünglich Dipl.=Ing. Müller für einen Moon=
Wagen beſtimmt, der jedoch infolge des Unglücks ausſchied. So
wurde der Privatwagen des Herrn Generaldirektors Roller, der
dieſen etwa drei Wochen in Beſitz hat, ohne jegliche Vorbereitung
ins Rennen geworfen.) Angeſichts dieſer Tatſache iſt ſeine
Plazierung an zehnter Stelle des Geſamtklaſſements eine ausge=
zeichnete
Leiſtung für Führer und Wagen.
Daß die führenden deutſchen Marken ſich gegen die zahlen=
mäßig
überſtarke ausländiſche Konkurrenz ausgezeichnet hielten,
iſt trotz des Vorausgeſagten ein erfreuliches Zeichen für den deut=
ſchen
Automobilbau. So leiſtete vor allem der bekannte deutſche
Herrenfahrer Otto Wette auf ſeinem Dürkopp ein ganz aus=
gezeichnetes
Rennen. Er fuhr nicht nur ſtrafpunktfrei, ſondern
errang im Bergrennen 24 und im Flachrennen 7 Gutpunkte.
Emil Bremme, der auf Bugatti den erſten Platz belegte, hatte
in der Dauerprüfungsfahrt 24 Stkafpunkte zu verzeichnen, die
er allerdings durch 40 + 20 Gutpunkte im Berg= und Flach=
rennen
ausgleichen konnte, ſo daß er Wette mit 4 Gutpunkten
überlegen blieb, wahrlich ein ſchwacher Sieg. Auch die beiden
Benzfahrer Dr. Niebergall und Dr. Brecht (Fahrer Ing.
Walb), die den dritten und vierten Platz belegen konnten, blieben
ſtraſpunktfrei, ebenſo Deilmann auf N. A. G. und vor allem
Schwengers, der zweimalige Gewinner der deutſchen Dauer=
prüfungsfahrt
, der auf ſeinem 28pferdigen Mercedes ein glän=
zendes
Rennen fuhr. Er muß allerdings den wertvollen Wan=
derdreis
nunmehr an Bremme abgeben. Dieſer Preis muß
dreimal hintereinander gewonnen werden. Strafpunktfrei blie=

Von den Amerikanern fuhren auch die Buick=Wagen mit
16 PS. tadellos, blieben jedoch in der Schnelligkeit ebenfalls hin=
ter
den deutſchen Wagen zurück.
*
Die Fahrt ſelbſt führte durch die ſchönſten Gegenden des
Rheinlandes. Die Ungunſt des Wetters hatte allerdings zur
Folge, daß die Schönheit von den Teilnehmern wenig oder gar
nicht genoſſen werden konnte. War einesteils der ſtrömende
Der politiſche Zweck, ſoweit man einen ſolchen mit Regen oder der dichte Nebel Schuld daran, ſo war es anderer=
ſeits
die Schwierigkeit der Ausſchreibung, die an Fahrer und
völkerung des beſetzten Gebietes wieder einmal zu zeigen, daß Wagen die höchſten Anforderungen ſtellte, ſo daß zum Genießen
Mit größter Berechtigung fiel aus ſachverſtändigem Munde ge=
Dauerprüfungsfahrt 1924 ſei die ſchwerſte, die je ans=
geſchrieben
wurde. Sie war es tatſächlich, beſonders in
Anbetracht der Tatſache, daß nach 12= bis 16ſtündiger Fahrt nur
einige wenige Stunden der Ruhe blieben, damit kaum Zeit zum
Die Bewertung der Dauerprüfungsfahrt war ſo, daß nicht
allein für die ſämtlichen Tagesetappen eine feſtgelegte Durch=
ſchnittsgeſchwindigkeit
eingehalten werden mußte, ſondern dieſe
eingelegten Kontrollſtationen durchzuhalten. Auf jeder der feſt=
gelegten
Kontrellſtationen war durch den Unparteiiſchen die Zeit
einzutragen, zu welcher die Kontrollſtation paſſiert wurde. Eine
gleiche Eintragung erfolgte durch den auf der Kontrollſtation
wie Hinderung des Verkehrs, Gefährdung von Hühnern, Gänſen poſtierten Arbeitsausſchuß. Ein zeitlicher Ausgleich für die
Durchſchnittsgeſchwindigkeit bei Reifenſpannen war bis zur über=
nächſten
Kontrollſtation zugelaſſen. Reifenſpannen war ſtraf=
punktfrei
. mußte aber in der Durchſchnittsgeſchwindigkeit aufge=
holt
werden. Jede Minute der zu frühen oder zu ſpäten An=
kunft
über obengenannte Zeitſpanne bei der Kontrollſtation wird
und Hurrarufen, Blumenwerfen und Tücherſchwenken. Ganze mit fünf Strafpunkten belegt. Von der Leiſtungsfähigkeit der
deutſchen Fahrer zeugt das, und beſonders der allerdings ein=
zelne
Fall, in dem ein Steigerfahrer, der unterwegs Bruch erlitt,
ſtraße und freuten ſich des ſeit Jahren ungewohnten ſportlichen; die ganze Nacht reparierte, um 5 Uhr durchs Ziel ging und um
6 Uhr für die nächſte Etappe pünktlich am Start war.
Daß die Mehrzahl der Konkurrenten den Anforderungen der
Fahrt überhaupt gewachſen war, iſt im weſentlichen der ganz
ausgezeichneten Organiſation der 1500=Kilometer=
Fahrt zu verdanken, und befonders die Streckenmarkierung,
die von der Firma Kraft Verſicherungs=A.=G. des Automo=
bilklubs
von Deutſchland vorbildlich erſtellt war.
Gengnnte Firma hatte außerdem drei Wagen für Ober=
leitung
und Preſſe zur Verfügung geſtellt und figurierte auch
unter den Preisſtiftern. Weitere Wagen für die Oberleitung und
nicht im Intereſſe der Sache gelegen hätte, denn die deutſche Preſſe waren von den Adler=Werken, Stöwer und Kivernagel zur
Verfügung geſtellt worden. Polizei, Feuerwehr und Zivilbeamte
leiſteten vorbildlichen Ordnungsdienſt auf der ganzen Strecke.
An den verſchiedenen Etappenzielen wurden die Teilnehmer
der Fahrt liebenswürdig und gaſtfrei begrüßt, beſonders am
Schlußziel in Wiesbaden, wo ſich Tauſende von Menſchen
fügung. Es darf übrigens nicht verſchwiegen werden, daß die vor dem Kurhaus eingefunden hatten und jeder Wagen mit
deutſche Autrmobilinduſtrie, zum mindeſten was die Vervoll= einem ſchmetternden Tuſch der Muſikkapelle von der Kurhaus=
mit
erfriſchendem Sekt geſtärkt wurden. Jeder Fahrer erhielt
einen Blumenſtrauß und für ſeinen Wagen ein Girlanden=
gewinde
, ſo daß die in Reih und Glied vor dem Kurhaus auf=
lich
vielfach gefilmt und auch ſonſt im Lichtbild feſtgehalten
wurde.
Alsbald nach Eintreffen des letzten Wagens mußte der
Arbeitsausſchuß mit der Rennleitung zuſammentreten, um die
ſchwierige Berechnung vorzunehmen. Erſt am Samstag vor=
mittag
konnten die Reſultate einwandfrei bekanntgegeben wer=
den
, und es darf als erfreuliche Tatſache konſtatiert werden, daß
inſaſſen aber außerordentlich angenehm, iſt der auffallend ruhige kein Proteſt eingelegt wurde, daß die Fahrer alſo das Reſultat
als einwandfrei anerkannten.
Eines allerdings darf nicht verhehlt werden: es hat ſich als
ſtellen, ob der Motor abgeſtellt iſt oder nicht, man hört ihn ein= ein beſonders von den Herrenfahrern ſchwer empfundener
Mißſtand ergeben, daß nicht eine ſtrenge Scheidung zwiſchen
dieſen und den Fahrern mit induſtriellem Interefſe
ſtattgefunden hatte. Wenn man bedenkt, daß die Herrenfahrer
bei dieſen Konkurrenzen die größten materiellen Opfer bringen,
während den Fahrern mit induſtriellem Intereſſe alle Hilfs=
kunft
die gerechte Forderung, hier eine ſtrenge Scheidung ein=
treten
zu laſſen. Dieſe Frage ſollten die maßgebenden Auto=
mobilverbände
ſehr eingehend prüfen, wenn nicht eines Tages
die Herrenfahrer dieſen Konkurrenzen ganz fern bleiben ſollen.
Oder die Klaſſifizierung bezw. Nichtklaſſifizierung der kleinen
mit den großen Wagen, ob die Bewertung allein nach dem PS.
das Richtige iſt, dürfte ebenfalls noch zu prüfen ſein, doch gehört
das mehr in die Fachpreſſe.
Die genauen Reſultate waren:
Bergrennen Flachrennen Geſamtzahl

Der Sport des Sonntags.
Auf rennſportlichem Gebiete dürfte in erſter Linie der Pr=
Stadt Frankfurt a. M. intereſſieren, der das Programm des
Frankfurter Renntages ziert. In der 2000=Meter=Prüfung iſt de
Weinberg durch Augias und Oſtrea ſo ausgezeichnet vertreten
übrigen Bewerber, Barde, Cyrano, Kairos, Fundin, Horn
Bardes Bruder, lediglich Platzausſichten geltend machen könne
deburg bietet auch am Sonntag ein gemiſchtes Programmn
ruſſia im Mittelpunkt. Für Horſt=Emſcher ſind aus

Abendwind, Prilep, Luftpoſt und Palma abgegangen. Weiter
rennen kommen in Danzig, Kolberg und Bielefeld zur Abha
Verlin beherrſchen die Trabe: das Feld. Der mit 20000
ſtattete Preis von Ruhleben, Stichfahren über eine englif
bringt in Edeltochter und Johannes die Sieger dieſer bedeuten
gerprüfungen aus den beiden letzten Jahren an den Start
gute Pferde wie Prahlhans. Erdmann, Peter I., Monarchiſt,
und Filmdiva. Auch in Altona=Bahrenfeld und München
der Sulky in Bewegung. Im Radſport bietet
Olympiabahn etwas Neuartiges. Zehn Fahrer, Wittig,
ſellen, Krupkat, Junghans, Kuſchkow, Bordoni, Sturn
Brummert, ſtarten in zwei Abteilungen und beſtreiten zum

Mannſchaftsrennen hinter Motoren über eine Stunde,
Dauerrennen um den Preis der Stadt Dresden ſieht Saldol
Dickentman. Weiß und Kewanow in Wettbewerb. Rütt, 6. M
Lorenz beſtreiten den Revanchemeiſterſchaftskampf. Die Herr
finden in Moers, Mannheim Bochum, Wiesdorf. Augsburg un
ſter i. W. Gelegenheit zur Betätigung, die Berliner O. Blank,

zeck, Kühl und der Leipziger R. Hahn gehen in Budapeſt an den
Von den vielen Veranſtaltungen auf der Landſtraße nennen
Großen Adler=Preis (150 Kilometer auf der Mariendorfer Re
bei Berlin. Rund durch Schwaben, mit Start und Ziel in Au
Großer Straßenpreis von Mainz (150 Kilometer) und Gro
ricke=Preis (236,4 Kilom.) in Magdeburg. Huſchke und P. Pok
zum internationalen Straßenfahrer=Kriterium in Genf ihre A
abgegeben. Ihre ſchärſſten Geguer ſind Heinrich und Mar Sute
der Italiener Linari. Im Automobilſport beanſpru
3. Klauſenpaßrennen in der Schweiz das größte Intereſſe, da hi
reiche deutſche Wagen, wie Mercedes, Benz, Adler, Selve, A
und Dürkopp mit ſtarker ausländiſcher Konkurrenz zuſammentrei
Bodenſeeſportwoche ADAC., die mit der Zuverläſſigkeitsfahrt für
räder und Wagen Rund um den Bodenſee eingeleitet wurde,
Sonntag mit der Motorbootregatta fortgeſetzt. Auf der Nadr
in Breslau bringt der ADAC. für ſeine Mitglieder die Kraft=
meiſterſchaften
zum Austrag. Eine Dauerleiſtung erſten Ne
die Nord=Südexpreßfahrt dar, die unter der Regie des 9M
geht. Am Sonnabend ſtarten in Hamburg, bzw. Leipzig 53 Fal
dem gleichen Ziel Frankfurt a. M. Die Wirtung erfolgt in Ke
in der Weiſe, daß die drei zuerſt am Ziel eintreffenden Mal
der Klaſſe unmittelbar nach ihrer Ankunft unter Verſchluß
und am Montag einer Konditionsprüfung unterzogen werde
Fußballſport ſind die Städtekämpfe Berlin-Leipzig un
burgRotterdam zu nennen. Wacker=München und Spielvere
Fürth treffen in Stuttgart zuſammen. Es handelt ſich hier für
um den Verbleib in der batzeriſchen Bezirksliga. Arminig=H
ſpielt in Kopenhagen gegen Boldklubben 93. In der Leichk
letik begegnet der Start von Houben allgemeinem Intereſſe
Gegner in der ungariſchen Hauptſtadt iſt Gerö. Mit Stegm
und Lehten wird Houben auch die 4mal 100 Meter=Staffel b
Im Rahmen der internationalen Kämpfe des SC. Münſter 0
Große Deutſche Sprinter=Preis im Mittelpunkt der Begebenheite
die Wettkämpfe in Königsberg i. Pr., Stuttgart und Magdebur
über dem Durchſchnitt. Im Handballſport wäre das
turnier der Berl. SV. Siemens zu erwähnen. Die am Donner
gonnenen deutſchen Tennismeiſterſchaften in Hamburg ſollen an
tag ihren Abſchluß finden. Auf waſſerſportlichem C
tritt nach Erledigung der Meiſterſchaften in Deutſchland
Atempauſe eig. Die beſten deutſchen Schwimmer weilen
und Ungarn, ſo daß die Veranſtaltungen in Stettin, Gief
feld kaum über lokale Bedeutung hinausgehen Um die deu
ballmneiſterſchaft gibt es zwei weitere Ausſcheidungen.

punkte. Wehe hnſſe 1. 18 Emil Bremme,
Bugatti 6 PS.
40 20 60 24 2. 27 Otto Wette (Dipl.=Ing.
Fritz N.) Dürkopp 9P8. 24 31 3. 1 Dir. Dr. Nallinger,
Benz 16 PS.
18 4. 2 Dir. Dr. Brecht (Ing.

Walb) Benz 16 PS. 22 25 5. 13 Carl Deilmann,
N. A. G. 10 PS. 11 39 15 6. 12 A. G. Schwengers,
6
Mercedes 28 PS. 15 21 7. 21 Engel, Ballot 8 PS. 18 19 4. 15 Martin Stümpfl,
Bugatti 6 PS.
18 18 9. 42. Goebel, Collin &
Desquettes
18 21 9

10. 22 Gaſtell (Stumpf=Lekiſch)
Moon 13 PS.
11. 25 P. M. Faßnacht,
Georges Jrat 9 PS.
12. 19 Junk, Trier, Joſeph,
Preſto 9 PS.
13. 39 Louis Lefrere,
Peugot 12 PS.
14. 28 Dr. jur. H. Ulrich=
Kerwer, Oakland 11 PS.

17
19
14
8

10
6

10

21
8 37
61
10 79
6 110

Segelflug.
Vom Rhön=Segelflug=Wettbewerb.
Wie zu erwarten, nehmen am diesjährigen Rhön=Segelflug= Wett=
bewerb
mit an erſter Stelle auch die Segelflugzeuge der Techniſchen
Hochſchule Hannover teil. Beſondere Beachtung findet ein nach Ent=
würfen
von Studierenden der Techniſchen Hochſchule erbautes Flugzeug,
das kürzlich beim Küſten=Segelflug=Wettbewerb in Roſitten ſich gut be=
währt
hat. Seine Flugeigenſchaften bei einer Spannweite von zirka
15 Metern und einem Gewicht von nur 80 Kilogramm haben ſehr be=
friedigt
. Gleitwinkel und Sinkgeſchwindigkeit ſtellen ſich günſtig, ſo
daß es neben den bisher erbauten ſiegreichen Seglern getroſt ſeinen
Platz einnehmen kann. Unter dem Namen Pelikan ſoll das Flugzeug
am Wettbewerb teilnehmen.

M. treffen ſich Rhenus=Köln und Bahern 07, in Leipzi
fels und Stern=Leipzig. Im Rudern gibt es nach Auäl
markenachters nur kleinere Wettbewerbe in Brandenburg Aüri

Leichtathletik.
Sp.=Vgg. 04=Arheilgen.
Auf das am heutigen Sonntag erſtmalig auf dem Arheilger
chen ſtattfindende nationale Sportfeſt, obigen Vereins
wir nochmals alle Sportintereſſenten hinweiſen. Da ſich die Teil
zahl inzwiſchen noch vergrößert hat, und die Konkurrenzen aus
furt, Aſchaffenburg, Offenbach, Erlenbach und Darmſtadt ſch ge
ſtehen, dürfte wohl ein ſchöner Sport geboten werden. Die C
preiſe ſind ſehr gering gehalten.
Der Tag der Sprinter.
* Die Leichtathletik hat ſchon oft den großen Bruder 7
nutzt, um außer den geſchloſſenen Wettkämpfen an die Oefentl.
treten. Dieſen Weg hat auch die Leichtathletik des Sporte.
ſchritten, um vor Saiſonſchluß die Mannſchaft durch geigne
kämpfe noch zu beſchäftigen. Der nächſte Sonntag vereiniat al.
ſtreckenläufer der Abteilung, die gelegentlich des Spiels der Li
ſchaften ſich treffen.
Es werden beſtritten um 3.15 Uhr vier Vorgabeläufe
Meter. Die Malleute der vier Rennen ſind Küch, Pahſt, C
und Schneidewind, von denen jeder bis acht Meter Vorgabe a1
hat. In der Pauſe des Ligaſpiels werden vier Mannſcha1
die 48100 Meter=Staffel ſich treffen. Die 4X100 Metersſuc
ſtartet gegen eine Jungmannenſtaffel und zwei gemiſchte Man
Zum Schluß der Pauſe werden die vier beſten Darmſtädter 10
Leute in einem Malrennen zuſammentreffen: Engelhard, Ba.
Pfeil.
An einem der nächſten Sonntage werden die Mittelſ
ſich ein Treffen liefern.

Atbletik.

Städtewettkampf in Ober=Ramſtadt.
Wie in Sportkreiſen von hier und Umgebung bekanlt,
Kraftſportverein Teutonia=Ober=Ramſtad
glied des D.A.Sp.V., am 21. September ſein 15jähriges Beſte
bunden mit Städtewettkampf und leichtathletiſchen Wetkämp.
freulicherweiſe macht ſich für letzteres ein lebhaftes Intereſſe b
ſo daß jetzt ſchon mit einem ſchönen Verlauf der Veranſaltzut
net werden kann. Es ſei an dieſer Stelle nochmals darauf hit
daß Meldeſchluß am 14. September iſt. Als Gegner für dei
wettkampf iſt es dem veranſtaltenden Verein gelungen,
Mannſchaft des Kr. Sp. V. Neu=Iſenburg nach hier zu berble
Europameiſter Herr Liſt, welcher dem letztgenannten Vereil
hat ſelbſt ſein Kommen zugeſagt, ſo daß die Veranſtaltung.
dieſer Hinſicht vollauf befriedigen wird.

Motorſport.
Targa und Coppa Florio 1925.
Der Automobilklub von Sizilien veröffentl
Ausſchreibungen für die beiden Automobilrennen um die 2
und Coppa Florio, die am erſten Maiſonntag des nächſten
der bekannten Rundſtrecke von Madonie auf Sizlien zur eir
gelangen. Im Gegenſatz zu den früheren Jahren führt die
Male zum Austrag kommende Targa Florio ſtat zbe.
diesmal über fünf (540 Klm.). Die Klaſſeneinteilung eſd
bis 2
in fünf Kategorien, und zwar bis 1,1 Lit, bis 1,5 Lit=
3 Lit, und über 3 Liter Zylinderinhalt. Die Coppa.3"
gemäß der Ausſchreibung derjenigen Fabrik zu, die das Reh.
ſieben Austragungen zweimal gewinnen kann. Da dies Net
Marke glückte, gelangt das Rennen um die Coppa Plord.
Jahre zum achten Male zum Austrag und bringt die Os=
wem
die wertrolle Trophäe endgültig zufällt. Teilnah g
nur die bisherigen Sieger, und zwar: Itala (1905)
(1907), Fiat (1908) Nazzaro (1914), Ballot (1921), Peud
Mercedes (1934). Das Nennen iſt um eine Nunde berüir
und führt über vier Nunden (432 Kilometer). Jede
zu fünf Wagen nennen. Außerdem iſt ein Wanderpreis
Biglia ausgeſetzt worden für die beſte aus drei Wagen beſtel.
ſchaft, die aber nur durch den Sieg in zwei gufeingnnee .
ren gewonnen werden kann.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 17. Augnſt 1924.

Seite 9.

hab en neie Kolleech krickt. Nemlich de Herr Bux=
baurm
inſern Darmſtädter Trotzki, dem wo ſe bekanntlich
noochs ige, er weer derjeniche welcher, der wo uns in
Darr)t haamdickicherweis un ganz gäche unſern Wille mit=
eme
skeller beglicke wollt. Alſo de Herr Buxbaum is unner
die S2 iftſteller gange un gibt Verhaldungsmaßreechele raus,
iwwe. Die Kunſt im Alldag der Stadt Darmſtadt‟. Deß haaßt,
ich wi gleich ſage, nemlich er gibt die Verhaldungsmaßreechele
ganz je ſei Gewohnheit net uff=em Verordnungswähk eraus,
ſundess blos briefadiem, gewiſſermaße ſpaßhalwer, gibt=er ſe
raus, Verhaldungsmaßreechele.
O geſtanne, do war ich net druff gefaßt, un deß kimmt
mer che iwwerraſchend, ſo e bische blitzausheideremhimmel=
ardicks
An mei Zwangsmiedern, die wo jo, wie mer waaß,
hinne llem ebbes ſucht, die ſeecht zu mir, Bimmbernellſen,
ſeecht deß is jedenfalls e Ablenkungsmannefer, der Herr
Trotz ill dodermit bloß des Aagemerk ablenke vun dem Male=
fitz
=Rusumbau; un mit dene Alledags=Kunſtmaaßreechele‟
will blos die Sache e bische dibbſche, damit die kochende
Volks vun de Darmſtädter Heiner widder uff annere Ge=
danke
imt. Unner uns geſagd, mei Zwangsmiedern, deß
widdes nſtige Geſteck, hodd’s needich, wos gächeen Radskeller
zu ſas Die is doch die erſt, die wo noochher braadſpurich drinn
ſitzt z: echt, ſie hedd’s jo immer geſagd, daß es in Darmſtadt
an=enn vornehme Logahl gefehlt hedd. Mer kennt deß.
erhaubd un ſoviel mir bekannt is, hodd des unſer
Stad valdung=Trotzki aach gor net needich, derardiche Ablen=
kungs
inefer zu andriern, dann wann der was in ſeim Kobb
hodd, ſetzt er dorch, un wann die ganz Reſſedenz degäche
is. 2nacht’s aafach wie die Getz vun Berllechinge un ſchleegt
mit ſe eiſerne Fauſt uff de griene Diſch un ſeecht no, was
der Endem Fall ſage dhet, un do ſchlubbe die ganze Stadt=
käd
w: die Benk.
Am r daß die Alledags=Kunſtmaßreechele Ablenkungsmanne=
ſer
w, vun wächem Rodhausumbau? Kaa Spur! Do hodd
mei S un mei Seel net dro gedenkt un uff ſo Gedanke kann
zam ß ſo e gifdich, iwwerricks un hinnerhäldich Megäre
hringe ie mei Zwangsmiedern a' is, die wo bloß de Leid
vas die Rockſchees henke will, um damit, daß ihr eichene
Schlec keide net ſo arſch uffalle. Bekanntlich ſucht mer kaan
ſinner Owe, wann mer net ſchun ſelwert dohinner geſotze
ſodd.
95 gäche ſo en Vorworf muß ich unſern Freund Bux=
Jaum rz enerchiſch in Schutz nemme, dem liggt bloß 7s
Renncr ee von unſerm gude Ruf als Kunſtſtadt am Herz, un
ch m m vollkumme beiflichde, wann er ſeecht, daß unſer Ruf
üſeſſer r, wie als daß mer’s verdiene dhete. Ich bin mer
malloß w1 im Zweifel dodriwwer, ob do allaa mir Berjersleid
ro ſch ſin. Jedenfalls; dann ſunſt hedd’s de Herr Buxbaum
fſet fa eedich gehalde, ſich in die Effentlichkeit eneizuflichde
lit ſer Alledags=Kunſtverhaldungsmaßreechele.
Un zt wiſſe mer’s endlich, wie mer uns zu verhalde hawwe,
nfow. Zukunft bidd ich mer aus Stillgeſtanden! , daß
e S- fungzionierd, damit mer net heecheren Orts duſchur
ffalle.s Ferſtanne! Ihr Hinnerwälder, Ihr geſchmackloſe! Deß
het S ſo baſſe, wann=der Eier Haiſer a’ſtreiche loſſe kennt,
ſie=der2 ollt, blaßblau, gritzegrie, ritzerot, kwiddegeel, torniſter=
lond
, imel= un ſalsordich, bääſch, zebrafarwich, ſchoddiſch=
ttrriers
mausgrau, deutſchvölkiſch, chriſtlich=ſozial äxbraſſioni=
niſch
, blikaniſch, kreizweiß=un=iwwerzwerch, hinnerch= devör=
erſcht
. dibbelt, gewerfelt un kwehrgeſtreift, gewickelt beba=
ickt
, 8s Tudanſchamon, odder à la Spritzbeworf. Un Ihr,
adebe r, Spitzbuwerei= un Korzwarenhennler, Schärmflicker,
enners pitzekremer, Ellereider, Modehaisler, Zigga’nfritze,
eiköf7 Hutſchuſter, Gold= un Silwerſpengler, Alluminium=,
rrden härr=, Borzzelaan= un Bunslauer=Kärahmick= Kunſt=
werk
Schubladiſteverbendler un Heringsbendicher alſo
un he ib heert mer deß uff, daß Ihr glaabt, Ihr kennt Eier
frker 2 oriern wie’s Eich baßt, un kennt Brulljes mache mit
ſiere ſi e gebackene Biern. In värzeh Dag halt ich Abbäll ab;
my keiner kommt mit=eme ausgeſtobbde Holzbaa, odder
ſe orru erde Pageſtiwwel, odder ime gewichſte Schymmikobb,
dder r mitkaſchierde Löwe un Diecher un ſunſtige Viecher,
dder m ere wäxerne Modebobb, ſunſt loß ich en nachexerziern,
s de 2 rbaum blieht; un wer mir noch=emol Reglame=Gedichte
erzabl en laß ich ſtillſteh, bis=em die Finger an de Hoſenad
fauls), vergeht=em es Dichte. Weggedräden!
Buck emol, Herr Buxbaum, was ſe laafe! Ja, ſo muß
er miz ne umgeh, un den Ton hab ich noch vun meim Schorſch,
kers n jo, er war Kabbedendarm bei de Fäddſtiwwel.
zrich bloß emol geſpannt, ob’s was nitzt.

ArZe, Spaß beiſeit un de Ernſt in de Hand: wann be=
ördlic
its Kunſtverhaltungsmaßrecheln erlaſſe loſſe werrn, do
vwerl. mich immer e Genshaut. Dann bekanntlich is net
de Te Dokder, der wo die meiſte Azzeneie verſchreibt, ſo=
ſenich
/ deß die beſt Reſchierung is, do wo die meiſte Ver=
kdnur
rausgibt. Mer hodd Beiſpieler. Un ich brauch net noch=
mol
ex an unſer Waldfriedhofsbeerdichungsgrabdenkmalkunſt=
erordr/
gsvorſchrift zu erinnern, mit dere wo ich mich bis uff de
eidiges g noch net ausgeſehnt hab, und wann ich emal nooch
Pere 2yrift beerdigt werr, deß is ſicher mein Dood. Aach

rauch / heid net noch emal unſer Babiergeld, ſeelichen Age=
enken
-)fzuwärme, deß wo mer ſtädtiſcherſeits uff die Menſch=
eid
lSI oſſe hodd, un uff deß wo doch Sie, Herr Buxbaum,
et gart hne Eifluß warn. Wolle Se mich heid noch im Ernſt
beißm 1., daß unſer Babiergeld, beiſpielsmeeßich, unſern Ruf
Is Kur odder Kulduhrſtadt gehowe hodd? Deß glaabt Ihne
och kasd admacher. Un ſo kennt ich Ihne noch Mehreres nenne,
rotzde hier an Kinſtler net fehlt. Naa, nemme Se mer’s

net for iwwel, awwer uff die kinſtleriſche Beſtrewunge, die wo
vun Owwe brobaſchiert werrn, do bin ich ganz un gor net
ſchaff. Dann mir fellt do mit Schrecke immer de Herr Redslob
ei, den wo unſer Herrgodd in ſeim Zorn zum Reichskunſtſchaff=
richder
gemacht hodd. Was der allaa uff ſeim kinſtleriſche Kerb=
hols
hodd, deß geht uff kaa Kuhhaut. Un wer noch kaa Gelächen=
heid
hadd, iwwer den ſymbohliſche Wahnſinn uff unſere Geld=
ſorde
un Briefmarke de Kobb zu ſchiddele, der konnt’s neilich dhu,
wie in de Gächenwadd die Reichsgedenkmüns for die Gefallene
im Bild gezeicht is worrn, un wo mer uff de aane Seid vun dere
Medallje zwaa fragwerdiche, ausgemerchelde Geſtalde geſehe
hodd, die wo ausſähe wie zwaa abgezogene Kanincher, die ſich
ſcheinbar als Padärraggrobade broduziern wolle. Un ſowas
wagd mer de Hinnerbliewene azubiede! Naa, der Herr Redslob
mag in kinſtleriſche Dinge unfehlbar ſei, deß will ich=em net ab=
ſtreide
, awwer mit ſeim Geſchmack is es net weid her.
Derf ich valleicht aach noch emal an des kinſtleriſche Blag=
gad
vun unſere Kunſtausſtellung erinnern, wo ſich die ganz Sym=
bohlick
in de rode Fabb ausdrickckt? Odder an des neie Blag=
gad
vun de Handelsſchau im Orranſcheriegadde, wo aus
eme vergißmeinnichtblaue Hinnergrund de allerdimmſte

zu, deß ſin kinſtleriſch=ſymbohliſch hochwerdiche Leiſtunge,
awwer nach meim Geſchmack, Herr Buxbaum, ſin ſe net. ( Iww=
richens
, die Ausſtellungsleidung uff de Mathildeheeh hodd jo
wäche dene Begriffe Kunſt un Geſchmack e Abſtimmung
dorch’s Bubbligumm vornemme loſſe wolle, es is awwer im
letzte Momend widder abgebloſe worrn. Jedenfalls is en die
Kuraaſch mit Grundeis gange, dann do hedde ſe eipacke kenne,
die Herrn vun dere Schirrie, ſowohl mit ihre Kunſt, wie
aach mit ihrm Geſchmack!) Un ſo bin ich in de letzte Johrn
iwwerhaubt dehinner kumme, daß Kunſt un Geſchmack
zwaapaar Stiwwel ſin. Un dorch mei Erfahrunge gewitzicht, die
wo ich im Therjader un in de Kunſtausſtellunge geſammelt hab,
bin ich langſam awwer ſicher zu der Aſicht dorchgedrunge, daß
heid die als die greeßte Kinſtler gelde, die wo de ſchlechteſte
Geſchmack endwickele. Un wann ſich demgemäß Kabbazidhede in
Kunſtſache abfoddegrafiern loſſe, wie e iwwergeſchnabbder Bal=
wierer
, der wo deß Bild ſeine Lina zum Gebordsdag ſchenke will,
ſo brauch aam deß net weiders zu wunnern. Die meeche in
Goddes Name vun Kunſt allerhand verſteh, awwer mit ihrm
Geſchmack fichrn ſe mich net mehr uff die Schleif.

konnte, viel wenicher uff de Baa zehr emol ganer duſchur vun
de Subbſtanz, ob em do net die Luft ausgeht! , die warn
froh, wie ſe widdermol loslege konnte un brauchte kaa Angſt
mehr zu hawwe, wann aaner in de Lade kumme is un hodd ebbes
kaafe wolle. Nu' hodd’s nadierlich gehaaße: Laafſte net, ſo gilts
net! Un ſie hawwe a gefange un hawwe Reglame gemacht un
in de Verzweiflung ſogar Gedichte. Wer wollt=en deß verdenke?
Bei dere Konggurrens! Ja, Herr Buxbaum, wann mer kaa
Konggurrens hodd, wie zum Beiſpiel Sie un ich, do kann mer
de annern gud Radſchleech gäwwe. Es freegt ſich nor, ob ſe
defor zu hawwe ſin. Nemlich nor der dichdiche Kaufmann waaß,
wie er ſei Kundſchaft zu nemme hodd. Un ich kenn e ganz
Azahl vun Geſchäftsleid, die wo geſchmackvoll un muſtergildich
ausſtelle, un die hawwe aach net iwwer Kundſchaft zu klage, die
wo in de Lade kimmt, leßt ſich alles zeiche un werd aißerſt heeflich
behannelt, un kaaft noochher doch in Frankford. Meechlicher=
weis
ſogar Darmſtädter Kunſt‟. Daß iwwrichens de beſte Kunne
vun de Frankforder Geſchäftswelt de Darmſtädter weer, deß
ſtimmt doch jedenfalls net ſo ganz. Awwer e groß Azahl geht
doch immerhie eniwwer, un ich glaab, Herr Buxbaum, uff die
hawwe Se in Ihne Ihre Kreiſe en ſehr große Eifluß, hoffent=

Stift vum ganze Darmſtädter Einzelhannel erausguckt, ausge= lich. Mache Se den emol bei dene Herrſchafte geldend, un die
rächent mit=ere leere Schibb un=ere leere Dudd? Ich geb’s Darmſtädter Geſchäftswelt werrd’s Ihne uff de Knie danke un

werrd dann gern for Ihne Ihr kinſtleriſche Areechunge empfäng=
lich
ſei.

Nu’ kann mer ja allerdings ruhich zugäwwe, deß große, all=
gemeine
, braade Bubligumm verſteht vun dem, was heid als
Kunſt gild, net die Bohn, un deshalb hodd’s wohl verhältnis=
meeßich
noch en ſehr gude Geſchmack. Un drum, Herr Buxbaum,
ſchlag ich vor, mir lege die Kunſt im Alldag emal ad akda un
redde bloß vum gude Geſchmack, obgleich Se zwar geſagd
hawwe, mir mißte die kinſtleriſche Beſträwunge, die wo de Staat
un die Stadt ſeid Jahrn brobaſchiern dhet, unnerſtitze, wobei
ich bemergge meecht, daß mir deß ſchun ſeid Jahrn dhun.
Ausgiewich ſogar. Odder maane Se valleicht, deß weer kaa
Kunſt, ſich dorch die daufende vun Steierverordnunge, Geſetzes=
vorſchrifte
Bekanntmachunge un ſo dorchzuworſchdele, ohne daß
mer mit ſich un ſämdliche dißbeziechliche Beheerde in Kumflickt
kimmt? Ich maan, in dere Beziehung kennt mer uns kaan Vor=
worf
mache, do ſin mer allmitnanner Kinſtler un verdiene des
Brädigad Ia ohne Schirrie.
Awwer do wolle mer uns emal heid nix druff eibilde, ſun=
dern
mir wolle bloß vum gude Geſchmack im Alldag redde. Odder
vielmehr, vun dem gude Geſchmack, den wo unſer Lädebeſitzer
nooch Ihne Ihre Aſicht, Herr Buxbaum, endwiggele ſolle. Un
do mecht ich mit em Schiller in die Worde ausbräche: Vum
ſicheren Bord läßt ſich’s gemächtlich raden! Nemlich, es ſin
doch werklich noch kaa ſechs, acht Monad her, do hawwe unſer
Kaafleid ſich die Kebb verbroche, was ſe in ihre Erker eichent=
lich
ausſtelle ſolle, un wer ſich do noch mit e paar Addrabbe helfe
konnt, war fei eraus. Gewiß, die Lädedeggoratzione hadde ſicher
nix mit Kunſt zu dhu, un drotzdem Mangel an Muſter warn
ſe deshalb noch lang net muſtergildich, noch wenicher warn ſe
nooch unſerm Geſchmack. Jetzt uff aamol, waaß der Deixel, wie’s
eichentlich kumme is, do warn mer mit aam Schlag im dickſte
Friede, mer hodd geradezu in Waarn geſchwumme. Ich behaubd
heid noch, do is Hexerei im Spiel. Ja, ſeid vier Woche befinne
mer uns diräckt in eme Wolkebruch vun Saiſſohn=Ausverkaif.
Hand uff’s Herz, hodd uns do net widdermol des Herz im Leib

gelacht, wie die Erker vollgeſtobbd ſin worrn? Deß war en lang=
endbehrder
Ablick, un den wolle mer dankbar kwiddiern. Un
mich ſteert do aach e Blumebeed aus Erbſe, Linſe, Bohne, odder
e Gärland aus lauder Wärſcht un Schinke vors Erſte dorch=
aus
net, vun mir aus kann’s do ruhich noch erheblich dicker
kumme.
Un die Kaafleid, die wo die ganz Zeid doher vun de Subb=
ſtanz
gezehrt hawwe, un die ſich kaum noch iwwer Waſſer halde

Ich waaß, Herr Buxbaum, Sie hawwe’s gud gemaant, un
Sie hawwe die Aſicht ausgeſproche, daß es for’s Wohl der All=
gemeinheid
nitzlich weer, wann mer ſich mit Ihne Ihre Vorſchläg
emol beſchäfdicht. Ich hab’s gedha, ſo gud als ich’s gekennt hab
un ſo gud als ich’s verſteh, un mei Freund Pfeil hodd die ent=
ſprechende
Bildcher dezu gemolt. Awwer ich bin zum Schluß doch
der Maanung, mer ſoll unſer Darmſtädter Kaafleid emol erſt
widder mit ſich aanich werrn loſſe un ſoll=ſe net gleich widder
mit allerhand Kunſtverhaldungsmaßreechele kobbſchei mache. Die
hawwe ewe ſo wie ſo noch annere Sorje, außer der Kunſt im
Alldag‟. Schließlich ſin die Brieder im Stand un drehe de Spieß
erum un kumme uns emol mit ihre Aſichte, un do ſin mir
noochher die Dumme, Sie un ich.
Schließlich gibt’s jo aach noch annern wichdiche Agelächen=
heide
un kinſtleriche Frage, uff die Se demnechſt emol ei gehend
ei geh wolle, wie: Ausſtellunge, Therjaderdeggeratzione, Altſtadt
Großſtadtſorje, Herrn= un Orangſcherriegadde un ſo. Dodruff
bin ich geſpannt wie e alt Säg mit=ere neie Korrdel. Un ich
glaab heid ſchun, daß ſich do unſer A’ſichte einichermaße decke.
Bis valleicht uff den Ooſe=Radskeller; no, aach den werrn mer
Ihne valleicht in=ere gude Stund noch abdiſchbediern kenne.
Gerehmichen Sie, Herr Stadtbaurat . . . un ſo weider, wie’s
als ſo ſchee un vornehm uff unſere Brodeſtnode haaßt
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Erſtens: Deß dhut mer uffrichdich
laad, daß ſich Verſchiedene am Sunndag noochmiddag vergäwens
in die Willämieneſtroß bemieht hawwe wäche dem Torero. Am
Sunndagmorjend war er jedenfalls noch drinn, in dem Guck=
kaſte
. Awwer mir hawwe dodefor en vollwärdiche Erſatz, nemlich
jetzt bräſſendiert ſich de Herr Theſing dort un zeicht der ſtaunen=
den
Mitwäld, wie e ſcheniahler Menſch Peif raacht. Zwar net
in der Poſe als Torero, ſundern eher als Bajazzo, wann=er die
beriehmde Schlucksarie ins Bagädd ſchmeddert: Ha, biſt du
denn ein Menſch ? Es is mer allerdings ſchleierees,
warum de Herr Theſing ſo e bees Geſicht macht, er hodd doch
eichentlich gor kaan Grund dezu; odder hodd=er ſich ſo driwwer
gemobſt, daß ſe ausgerächent uff ihn, verfalle ſin mit dem
Schorſch=Büchner=Preis‟? Du liewer Schiewer, ſowas dreegd
mer als Mann un macht net e Geſicht dezu, als wann aam die
Hinkel des Brod geſtohle hedde. Wann ich en krickt hedd, den
Schorſch=Büchner=Preis, dann hedd ich en aafach unner Brodeſt
agenumme un hedd aans gelacht. Iwwrichens henkt aach de
Franz Schneider dort in dem Guckkaſte, abſchiednehmenderweis,
un guckt aam a', als wann=er aam hibbnodiſiern wollt. No,
deß hodd=er jo aach vun de Brädder owwwerunner oft genug
gedha, aanerlaa, ob er als Karl=Heinz in Alt=Heidelberg die
Darmſtädter Weiblichkeid unner Waſſer geſetzt hodd, odder ob
er als Bockelorum im Kater Lampe mir an die Niern
gange is. Es war jedenfalls aaner vun dene weniche Kinſtler,
der wo aach Geſchmack hadd. Un deß is heid e groß Selden=
heid
! Zweidens: Ja, deß hodd ſei Richdichkeid, un noochdem
mer widder langſam in unſer Friedensa’ſprich eneigewaxe ſin, do
kennde uns aach die Bäcker widder morjens unſer warme Breed=
cher
zum Kaffee liwwern. Un wer beſunnern Werd druff lecht
un will ſe ins Haus gebracht hawwe, der bezahlt gern en Fennich
mehr', un zum Ausdrage finne ſich genug, die wo ſich morjends
in ere Stund e Mack odder e Mackfuffzig verdiene dhete. Ich
hab aach deßdewäche meim Bäcker emol ins Gewiſſe geredd,
awwer der hodd mer unner Dreene geſtanne:
Heiß mich nicht reden, heiß mich nicht ſchweichen,
Denn mein Geheimnis iſt mir Pflicht.
Wir möchten morgens gern die Weck Euch reichen,
Allein die Innung will es nicht!
Allerdings, wann die Innung net will, do kannſte nix mache,
Guſchdäfele!

ge
Paßlilder
ſholog 9 Zerkſtätte
ſchucha u 114, part
dffenvd Uhr. (e3
Prl menß
A

Eine junge Ziege m.
4 Mon, alten Jungen
z. verk. Nähs. Kranich=
ſteinerſtr
. 44, I. (*2261

Bürg!
Rittag:9
Riſch gug
Wlexankſ.
Fi3t 7
ug.
Mrt
2
Tgr, 8’s
r. 6tl.)
zu verk 5.
enliegod
Miatt
Wiener

Privat=
5 Abend=
reich

7, H.I.(

1e9
r über=
erkaufen
.
* C23664
aſen u.
II zuſam
Eh Kran=
Tm. Ma=
23674
2 89, II.

1 Einlegeſchwein zu
verkaufen. Frankfurter=
ſtraße
105. (*23655

Tauben
zu verkaufen. (*23515
Heinheimerſtr. 61, IV.

Hn
Hündin billigſt, aber
nur in liebev. Hände
abzugeb. Mitteilung.
unt. I 132 an die
Geſchſt. erbet. (*23621

8 Wochen alte
Schäferhunde
prima Stammbaum,
(Vater: Kuno von
Grauenſtein) z. verk.
Grünerweg 5. (emousg

G

Persil das Paket 45 Pfg.

Rll die hübschen modernen Sachen in ihren freundlichen Farben
können Sie so bequem waschen! Machen Sie einmal an einem kleinen
Stück eien Versuch. Sie werden selbst überrascht sein, wie schön
es wird. Natürlich behandelt man Wolle und Buntsachen stets hand-
warm
. Mit Persil gewaschene Wollsachen bleiben locker und weich,
verſieren die Form nicht und bekommen ein schönes neues Aussehen.
R

Derjenige.
der meine Brieftaſche
entwendete, wird er=
ſucht
, dieſelbe alsbald
abzugeb., andernfalls
Anzeige erf. Heldmann,
Eichbergſtr. 18, (723682

Verloren
von Nieder= Kains=
bach
bis Kirch= Beer=
furth
eine braunlederne
Damen=
Handtaſche
mit großem Geld=
betrag
u. eine Auto=
mütze
. Gegen hohe
Belohnung abzugeb.
Gaſthaus zum Schwanen,
Reichelsheim. (10410

[ ][  ][ ]

tr 10.

Darmſtädter Tagblatt, Sountag, den 12. Arauft 1924.

nehmi
Ernſt
Bedin
Selb
hält n
von d
Quad=
meind

noch 6
über
ſtaltur
Zeit
ung d
Freier
Satzes
wertig
hat ſie
dieſen
Eberſt
e
nerſt
der T
zollt
na
ge
Bewi
loſen
mar
We
Ange
allen
mit
gont
Zut

Rummer 2

622 PS. Viersitzer

modernster Bauart
Elektr. Licht, Anlasser usw.
sehr preiswert abzugeben
Müller &Ober
Rheinstraße 39
(10247mfg

O
Weinfäſſer
(Oxhofte 225 Liter)
zu verkaufen.
Weingroßhandlung
Leon Beuer, Wendelſtadtfraße 9

Transport= u. Automobil=
Verſicherung
Generalagentur für Heſſen
mit Sitz Darmſtadt
für alte angeſehene Geſellſchaft
zu vergeben.
Speditionsfirmen bezw. Automobil=
fachmann
erhalten den Vorzug.
Bewerbungen unter H 79 an die
Geſchäftsſtelle ds. Bl. (*22985mg

Derteloatgbätteter Auet All
Wäſche und Stoffe
kaufen Sie geg.bequeme Zeilzahlung nur bei
METER & STERN
Darmſtadt, Eaalbauſtr. 2. 6. (88422

Wäſcherei
Tageniot
Telephon 2030. Wendeiſtadtſir. 13. (10378

Billiges
Süst
2540% unter
Marktpreis!
Mirabellen Pfd. 25.5
Frühbirnen 129
Frühäpfel 129
Ende der Woche
Reineclauden u.
Frühzwetſchen.
Obige Preiſe gelten
nur bei 2 indeſtab=
nahme
von 5 Pfund
Bei Abnahme von
25 Pfund Lieferung
ins Haus.
Konrad Mahr
Traiſa, Röderw. 41
nächſt d. früh. Kaffee
Waldesruh. (223600

Königs=
pflaumen

täglich friſch gepflückt
zum billiyſten Preis
Obſtgut Emelinenhütte.
dermannſtr. 51, Ecke
Heidelbergerſt. (*235:3

AUFRURI

Alle Beſitzer deutſcher Reichs=, Staats= oder Stadtanleihen, Obligationen, Pfand=
und Rentenbriefe, Inhaber vorkriegszeitiger Reichsbanknoten und Sparkaſſengut=
haben
uſw werden im eigenen Intereſſe erſucht, ihre genaue Adreſſe ſowie Bezeich=
nung
und Nennwert der in Frage kommenden Papiere bezw. Höhe der Guthaben
dem unterzeichneten Verbande ſofort bekanntzugeben.
Für Rückantwort iſt trankierter Briefumſchlag mit der eigenen genauen Adreſſe
beizufügen.
Verband der Intereſſenten zur Erlangung der Aufwertung
von Reichs=, Staats= und Kommunglanleihen uſw. E. V.
10423
Berlin=Chgrlottenburg 2

Der Syndikus
Wendt
Notar

Der Schatzmeiſter
Scheidthauer
Privatier

Der Anfſichtsrat
Halves
Ritmeiſter a. D.

Der Vorſitzende
Dr. phil. Helding
Studienrat a. O.

Es liegtin zhrem onter
wenn Sie ſich vor Kauf ol
fertigung einer
Sportweste
eine
Strick-Kostün
23631)
uſw.
bei mir Rat holen
Maſchin.=
Strickerei Sraanwn
hinter dem Schwimmbad
im Hauſe der Heilsarme
Anfertigung aller Strickwar
Maßarbeit billig, keine Sch.
ware. Umändern unmod. St
jacketts in moderne Sportwe
An= u. Neuſtricken von Strümp
Für Wiederverk. Preisermäßig

Flottweg=
Motorräder
1 PS. u. 2 PS. neueſte
Modelle, ſofort liefer=
bar
.
(5882a
Donges & Wieſt.

Metallbetten
Stahlmatr., Kinderbett.
dir. an Priv. Katal. 10 N.
rei. Eiſenmöbelfabrik
Suhl(Thür.). (1 I. Mg,ossd

Wieder in vielen Farben eingetroffen!

Tauben-
Fuldanta-Sportwolle ( marke
Pfund Mk. 9.
Gebind Mk. .18
Zu einem Jumper oder einer Herrenweste benötigen Sie ca. 1 Pfund
Sportwolle und haben bei selbstgestrickten Stücken den Vorteil, die
Wolle nach Jahren wieder aufziehen, färben u. verarbeiten zu können.

Pianiſtin
übernimmt künſtler.
Begleitung, Kammec=
muſik
. Ang. u. J 95
a. d. Geſchſt. (*23487

Estremadura viele Farben und No.

Baumwolle: Strumptwolle:
Schickhardts Doppolgarn, Vigogne(Merino) die beliebte Sternmarke blau-weiß 10 Pfg.
blau-gelb 12 Pfg.
braun 15 Pfg., gelb 18 Pfg., rot 20 Pfg.
(10136gmg
Alle Kurewaren sehr preiswert!
Rheinstraße 12½1,
deorg Schubkegel, gegenüber d. Hauptpost
Versand
Detail
Engros

und

mögens
verwaltungen über=
nimmt
ſachgemäß u.
billig Fachmann. An=
gebote
unter J 97 an
Geſchäftsſt. (*23498gid

Meiner werten Kundſchaft die Mitteilung, daß ich
mein Geſchäft von Moosbergſtraße 84 nach
Saalbauſtraße 22
verlegt habe.
(B10349sg
Unterhalte daſelbſt reichhaltiges Tager in
Fahrrädern, Kinderwagen, Nähmaſchinen
ſowie Erſatzariikel aller Art / Reparaturen billigſt / Aeußerſte
Preiſe / Angenehme Zahlungsbedingungen
H. Pullmann, Fahrradhandlung.
Bruchleidende

Brüche ſind heilbar ohne Operation, ohne ſchmerz=
hafte
Einſpritzung, vollſtändig ohne Berufsſtörung.
Zur Behandlung kommen:
Leiſten=, Schenkel=, Hoden=, Nabel= und Bauchbrüche,
Sprechſtunden in Darmſtadt:
Samstag, den 23. Auguſt, nachm. 57 Uhr
Sonntag, den 24. Auguſt, vorm. 91 Uhr
Hotel Prinz Heinrich.
Dr. med. H. L. Meger, prakt. Arzt
Hamnburg, Schauenburgerſtraße 4.
Ich litt an einem fauſtgroßen Leiſtenbruch, der durch Ihre
Methode völlig ausgeheilt wurde. Während der Kur wurde ich
in keiner Weiſe behindert, meine Arbeiten als Landwirt weiter
zu bverrichten, meinen beſten Dank,
Brainkofen.
Nobert Stütz
Ich litt an einem wallnußgroßen Leiſtenbruch. Durch die
Methode des Herrn Dr Meher iſt derſelbe völlig ausgeheilt. Ich
habe keine Beſchwerden mehr. Ich war früher operiert, die Ope=
ration
hatte nicht gehälten. Ich ſage Herrn Dr. Meher meinen
beſten Dank.
Jgelsbach i. Odw.
Nie. Bauer.
Hiermit beſcheinige ich Ihnen, daß ich trotz ſchwerer Arbeit
beide Leiſtenbrüche in nur 12 Wochen zur Ausheilung gebracht
habe. Ich ſpreche Ihnen meinen verbindlichſten Dank aus und
kann aus eigener Ueberzeugung Ihre Heilmethode nur jedermann
beſtens empfehlen.
(10376sid
Chriſtian Kraus, Maurer, Freiburg i. Br., Hochbergſtr. 42.

Der praktiſche Ratgeber
im Oöſt= und Sartenbau

Relteſte
Gartenbau=Zeitſchrift deutſchlands
Mit Beilage Seflügel= u. Kleinvſeh=
Wirtſchaft

lenne die Kurde Heiassd-
Mer- Kaler
erfahren Sie die Gründe der 4 Kursveränderungen
stets sofort aus dem täglich erscheinenden mit wert-
vollen
Beilagen ausgestatteten Börseninformationsblatt
Rraag
Berläggeg Borgog-
Berichte
ANu4
Berlin C 2. An der Spandauer Brücke 10
Verlangen Sie Probenummenn!

Gelegenheits=
Poſten!
Markenzigarette
Klein=
S Pfd. verkanf
St. 1.60
100

1000

tinger
9.
Sandſtr. 42. (10415g

Da-Mu-Da
DABA
Rein Überſee 250 g 50
D. NUMRICH
Mühlſtr. 76 (Ecke Nieder=Namſt,
Bismarckſtraße 27, Eingang

Roſenhof

Kunſt= und Handelsgä:
Am Oſtbahnhof
Telet
Täglich frisches

im Klein= und Großverke
jede Woche dreimal bei billigſtem Tageshre
nach Frankfurt. Bei= Verkauf vormittags von 9:
u. Gewicht erwünſcht. 23633) nachmittags von 3

Mein Fuhrwerk geht
ladung jeder Menge
ar Freeſe
Stiftsſtr. 101, Tele=
phon
390, (toatsal T RAURI

erhalten gegen Zahlungserleichterung Schlafzimmer,
Speisezimmer, Herrenzimmer, Wohnzimmer Küchen,
Einzelmöbel in gediegener, solider Ausführung bei
billigster Berechnung / ich bitte um gefl. Besichtigung
meines reichhaltigen Lagers, um sich von der Aus-
wahl
und Preiswertigkeit zu überzeugen

Gebildete
Bume
ev., Anfang der 40er,
Witwe m. Tochter v.
16 J., mit eign. ſchön
eingericht. Haus und
Grundſtück wünſcht
einen Herrn aus gut.
Familie in ſich. Stel=
lung
am liebſten Be=
amten
kennen z. ler=
nen
zwecks Heirat.
Anonym zwecklos!
Angebote unter 7 117
Geſchäftsſt. (*23555
Ihr Glück finden Sie
durch mich. Heirat
u. Einheirat vermittelt
reell, diskr. , erfolgreich
Fr. J. Marx, Mz.= Mom=
bach
, Körnerſtr. 3 (IW770

Eigene fugenlose Fabrikatior
in 8, 14 und 18 Kar.
Anfertigung und Umarbeiten
Juwelenstücke sowie alle Repar
und Gravierungen in eigener We
Spez.: Schwer versilberte Tischbe
aus ersten Fabriken
Juwe
Hermann Macholdt, Schut
(Surch Freigabe der Milch ſei
D der Stadt bin ich wieder in
Lage, meine Milch wie früher
Zwiſchenhandel verteilen zu laſſer
empfehle, für den ſüdweſtli
Stadtteil von Darmſtadt

(7944a

Inhaber der Firma Adam Karn Nachf.
Bleichstrasse Nr. 51, nächst dem alten Bahnhof

Die kompressorlosen

[ ][  ][ ]

Nr. 32, Sonntag, 17. Auguſt 1924
H /3frauen=Intereſſen und Wohnungsbau
Biman bedenkt, daß immer die Hausfrau als Hüterin
er Slamme, die eigentliche Beherrſcherin des Hausweſens
par, n muß es doch befremden, daß ſie lange ohne Wider=
Bruck) in Raumverhältniſſe zwängen ließ, die zumeiſt von
anz eren Geſichtspunkten aus, als zu ihrer Bequemlichkeit
WAeſchan wurden. Wie konnte es möglich ſein, ſo iſt man zu
ragem rſucht, daß auch die ſo raſch erſtarkte Frauenbewegung
2 lieſess biet nicht in den Bereich ihrer Intereſſen zog?" Wohl
hien: ja gerade das entgegengeſetzte Ziel anzuſtreben: die
Frau Allgemeinen vom Joch der Nur=allein= Haus=
durbS
, zu befreien und für ihren Geiſt und Körper neue Be=
ätigin
felder zu finden. Aber es hieße ſie ganz falſch beur=
Zilen Ulte man ihr zum Vorwurf machen, daß ſie voll Stolz
Tbe
nach und nach erzielten Erfolge, die Hausfrau, den
Nitte ikt der Familie, als etwas Rückſtändiges gewertet
Vätte, as war und iſt nie der Fall geweſen. Ausnahmen
üärfer ich hier keinesfalls verallgemeinert werden. Gerade
rr.. Zuwachs, den die jüngſte Schöpfung der Frauen=
VIllſewegs, der Verband der Hausfrauenvereine erzielte, beweiſt
tr Cge, wie die Frauenbewegung dem geſamten weiblichen
und BaMizeſchS gleichviel, auf welchem Betätigungsgebiet es ſeine
räfte gte, voll Um= und Weitſicht möglichſt Fortſchritte zu
jeten ſuchte.
UIbennoch wurde gerade das, was einen zahlenmäßig
ßerr: ritlich großen Prozentſatz aller Frauen ſtändig beengte,
hund ixirperlicher und geiſtiger Hinſicht belaſtete: das Heim in
iner age, ſeinem Bau, bis vor kurzem gar nicht in den Be=
Woſich 2 Reformbeſtrebungen gezogen. Der Wohnungsmangel
it Nl und Zwangswohnung im Gefolge, waren dabei nach
eſer ir jener Richtung hin von nur untergeordneter Bedeu=
ung
, e wenn erſt nach Beſeitigung der verſchiedenen wirt=
haftli
)r und behördlichen Hemmungen, die ſchon ſo lange
hnſüär erwartete allgemeine Bautätigkeit einſetzt, müßten
ag ich au jene Baupläne in genügender Zahl vorliegen, die bei
er wirklichung das ideale Heim mit allen Neuerungen
ark; und zeitſparenden Einrichtungen für die überlaſtete
ausf=f und Familienmutter ſchaffen ſollen.
Erirungsgemäß pflegt aber vom Auftauchen einer Idee,
UK
8 zuu Zertrautwerden weiteſter Schichten mit ihr, immer ge=
umest zu vergehen, wie z. B. die Erfahrungen in Amerika
igen ! es trotz reſolutem Vorgehen der Frauenkreiſe nur ganz
Umähl. zu jenen vorbildlichen Wohnungsbauten kam.
Nr Hat letzthin ein Internationaler Frauenkongreß für
newübentohnx/ 3bau in London ſtattgefunden, der von 18 Ländern
erteu kieſuchti arde. Das Allgemeine Komitee des britiſchen Woh=
ungs
=e H Stadtplanamtes, das den Kongreß einberief, hatte
MMaohüllzu 2 ſchriften ausgearbeitet, deren einzelne Punkte lebhafte
skufi zeitigten. Auch eine Maſſendemonſtration für Woh=
uugsH
vom Britiſchen Frauenverband für Wohnungsbau
eranſtäſt, trug dazu bei, den Gedanken der allgemeinen
mich prauers nahme am Wohnungsbauproblem in weiteſte Schich=
verteirn
zu en, um möglichſt bald nicht nur amerikaniſche, ſondern
für den ſüuch ſE inaviſche Einrichtungen und Pläne in dem jedem
eil vonFande epaßten Maße nachzuahmen, die dort erſt nach Begut=
chtung’
rch die lokalen Hausfrauenvereine wie z. B. in Nor=
milch
ſbegen, ſtalt annehmen dürfen. Erſte Verſuche in Deutſch=
gind
, 4 das durch das ſtaatliche Bauhaus in Weimar für
ſe Ar Ulung im vorigen Jahr hergeſtellte Einfamlienhaus
av ſlnd ve rivaten Baugeſellſchaften verwirklichte Pläne in Sied=
chollbill
uingsha ern, können ja leider nur in beſchränkteſtem Maße
Plun/’tachahl ag. finden, da zur Bekämpfung der herrſchenden Woh=
ungsn’
in erſter Linie nur der Bau mehrſtöckiger Miets=
ſernesr
Frage kommt. Warum ſollen dieſe aber, unter Mit=
Wrbeit Hausfrau, die es ja in erſter Linie angeht und findiger
ihre verſchiedenen Wünſche in die Wirklichkeit umzu=
ie
otzen" uichen, nicht ebenfalls derart um= und ausgebaut
derdeny inen, daß ſie auch bei beſchränkten Raumverhält=
iſſen
trautes Heim in des Woxtes wahrſter Bedeutung
rhält, 3 mit ſeinen arbeitsentlaſtenden Einrichtungen auch
on eiri Hausfrau ohne Hilfe bei möglichſter Zeit= und
Prafter: nis hygieniſch einwandfrei inſtand erhalten werden
pann? wäre außerordentlich zu begrüßen, wenn die Idee
er?, rale der Hausfrauenvereine Groß=Berlins: Ein
auser Hausfrau mit allen hauswirtſchaftlichen Er=
Vunger) ften und Einrichtungen, mit Zwei=, Drei= und Vier=
immer
ynungen zu bauen, bald allenthalben unter Förderung
E. Th.
ſer Ho =auenvereine Nachahmung fände.

Taß aber Du, o Vaterland, Dich mahnen,
Vergiß ſie nicht, die Kinder in der Ferne;
Sie werden ſegeln unter Oeinen Fahnen,
Drum ſorge Du, daß man ſie achten lerne;
Und zieh’n ſie auch von Pol zu Pol die Bahnen,
Sei du mit ihnen wie die treuen Sterne,
Und halte jedes, einer Welt zum Trutze,
Je ferner Dir, ſe näher Deinem Schutze! Hebbel.

* Die Frauen und die Zigarette
Als ich kürzlich mit einer Baltin eine Konditorei verließ,
ſteckte ſie ſich, genau wie der Herr, der vor uns das Lokal ver=
laſſen
hatte, noch eine Zigarette an und trat unbefangen damit
auf die Straße. Obwohl ich ſelbſt den Reiz einer Zigarette, ſei
es als Stimulans bei anſtrengender Arbeit, ſei es als begleiten=
den
Genuß einer angeregten Plauderſtunde, wohl zu ſchätzen
weiß, verurſachte mir doch meine rauchende Begleiterin auf der
Straße einiges Mißbehagen. Hier war die Freude an der Ziga=
rette
auf ihr äußerſtes Maß geſteigert, oder war ſie vielleicht
ſchon in eine Gewohnheit umgeſchlagen, die mechaniſch funktio=
nierte
, unabhängig von äſthetiſchen oder hygieniſchen Hemm=
niſſen
? Dieſer kraſſe Fall der Zigarettenleidenſchaft veranlaßte
mich nun, mich ein wenig mit dem Problem der rauchenden Frau
zu beſchäftigen, und, wie meiſt, wenn man ſich ernſthaft um eine
Erkenntnis bemüht, kommt einem von irgendwo Hilfe. So fiel
mir das Buch des Wiener Gynäkologen Hofſtätter Die rau=
chende
Frau in die Hand, das die kliniſchen und pſychologiſchen
Eigentümlichkeiten der rauchenden Frau unterſucht und darſtellt.
Nach langen Ermittelungen des Arztes einen beſonders
intereſſanten Teil ſeines Buches bilden die Krankengeſchichten
und Bekenntniſſe vieler Raucherinnen ſollte eigentlich die
Eitelkeit die Frauen davor ſchützen, ſich allzu ſtark an die Leiden=
ſchaft
für Nikotin zu verlieren, denn es ſcheint in der Tat, als
wenn gewohnheitsmäßiger oder gar ſehr ſtarker Tabakgenuß auf
die Haut einen ungünſtigen Einfluß ausübt. Namentlich ent=
ſtehen
frühzeitig Falten in den Mundwinkeln, die Lippen ver=
lieren
ihre friſche Farbe, die ganze Haut de Geſichts wird ſtraff
hart und neigt zur Farbloſigkeit. Sehr ſchlimm iſt nach Hof=
ſtätter
die Wirkung des Nikotins auch auf die Augen. Die An=
fängerin
zeigt neben entzündlichen Erſcheinungen am Auge oft
einen dadurch bedingten überaus häufigen und ſehr unruhigen
Lidſchlage Alte Raucherinnen haben, dagegen manchmal einen
unglaublich ſeltenen Lidſchlag, enge Pupillen und auch eine
recht unangenehm anzuſehende Blickſtarre. Der Verfaſfer kennt
eine Dame, die nach ſieben bis acht Zigaretten zu ſchielen beginnt.
Zu anderen Zeiten ſchielt ſie nie.
Am häufigſten finden ſich aus vielen Gründen erklärlich
ſtarke Raucherinnen unter den berufstätigen Frauen. Lehre=
rinnen
, Studentinnen, weibliche Aerzte und Doktoren der Philo=
ſophie
, Schauſpielerinnen, Malerinnen und Klaviervirtuoſinnen
ſind es vor allem, die es täglich bis zu mehreren Dutzend Ziga=
retten
bringen. Das Werk Hofſtätters, der nicht das letzte Wort
geſprochen haben will, bringt auf alle Fälle viel intereſſantes
Material und regt zum Nachdenken über eigene und fremde
Schwäche an.
Während nun der Wiſſenſchaftler objektiv betrachtet und nur
aus nachweisbaren Wirkungen ſein Urteil ableitet, kommt für
den Einzelnen auch noch die äſthetiſche Seite in Frage; ja ſelbſt
die Ethik ſpielt hinein, inſofern es ſich auch für die Raucherin
darum handelt, zu prüfen, wie weit ſie ihrer Leidenſchaft für den
Nikotingenuß Herr bleibt oder ihr hemmungslos anheimfällt.
Wenn aber erſt auf der Straße die rauchende Frau zur ge=
wohnten
Erſcheinung werden ſollte, dann verhüllen Aeſthetik und
Ethik gleichermaßen ihr Haupt, und die Verwiſchung der Ge=
ſchlechtertypen
, heute ſchon durch Sport und Bubykopf angebahnt,
macht weitere Fortſchritte.
So reizvoll die Zigarette in der Hand der Frau am Teetiſch
wirkt, ſo wenig ſie der geiſtig arbeitenden Frau als Entſpan=
nungs
= und Anregungsmoment verſagt ſein ſoll, die Raucherin
auf der Straße wollen wir uns doch lieber als Abſchreckungs=
mittel
dienen laſſen und die Herrſchaft über das betörende Niko=
tin
behalten, ſtatt ſie ihm über uns einzuräumen. Auch das
Buch Hofſtätters mahnt dazu.

Darmſtädter Tagblatt

Garantiertes Eheglück?
Wenn Sozialpolitiker und auch Wiſſenſchaftler allen Ernſtes
verſuchen, ein möglichſt unfehlbares Mittel zur Sicherung des
Eheglücks zu finden, ſo iſt dieſes Beſtreben angeſichts der un=
geheuren
Zunahme der Eheſcheidungen eigentlich ganz erklär=
lich
. Der Staat, der in glücklichen Ehen und dem dadurch be=
dingten
harmoniſchen Familienleben ſeine beſte und ſicherſte
Grundlage beſitzt, hat natürlich das größte Intereſſe an allem,
was zu dieſem Zweck geplant und vorgeſchlagen wird. Bekannt
iſt wohl allgemein, daß ſchon ſeit längerem die Vergleichung der
Handſchriften zur Erforſchung der beiderſeitigen Eignung zur
Ehe vorgeſchlagen wurde. Weiter werden Geſundheitsatteſte
von beiden Heiratsluſtigen gefordert, um einer Beeeinträchti=
gung
der Ehe durch Krankheit einerſeits, wie der Geburt minder=
wertiger
oder gar lebensunfähiger Nachkommen vorzubeugen.
Eine dritte Forderung geht noch weiter und will alle jene un=
fruchtbar
gemacht, alſo ſteriliſiert, ſehen, die trotz ſchwerer körper=
licher
oder geiſtiger Belaſtung zur Ehe drängen, in der ihnen
dann durch das neue Verfahren die Fortpflanzung unmöglich
gemacht wird.
Bis jetzt handelt es ſich bei dieſen Plänen immer nur um
Vorſchläge, die nur ganz vereinzelt, z. B. durch Belehrung Hei=
ratsluſtiger
über die Folgen verheimlichter Krankheiten und An=
lagen
für den anderen Ehegatten wie für die Nachkommen ver=
wirklicht
wurden. Alles andere hängt noch in der Luft wie
man zu ſagen pflegt, ſowohl in Europa wie in anderen Ländern.
Natürlich ſind auch in dieſen, wie bei uns, einſichtsvolle
Wiſſenſchaftler beſtrebt, ein möglichſt unfehlbares Rezept zur
dauernden Sicherung des Eheglückes zu finden. Allen voran
iſt wohl der amerikaniſche Phyſiker H. Gernsback in New York
zu nennen. Nach Art der pſychotechniſchen Eignungsprüfung
für die Berufswahl, will er (vorausgeſetzt, daß ſie ſich dieſer
Prüfung unterziehen) Eheluſtige einer ſolchen unterwerfen, um
auf dieſe Weiſe die paſſenden Ehekandidaten zu vereinen.
Eigenartig konſtruierte Meßapparate mit Schreibſtift und = trom=
mel
, Sphygmometer, meſſen die Pulsſchläge der Ehekandidaten,
und ergibt die Aufzeichnung keinen höheren und ſchnelleren
Pulsſchlag bei gegenſeitiger Annäherung, dann ſind ſie nach des
Amerikaners Meinung frei von jener Liebe, die über alles hin=
wegträgt
und allein dauerndes Eheglück verbürgt. Durch ein
weiteres Verfahren will er die gegenſeitige Sympathie, wie, was
faſt noch wichtiger iſt, die gegenſeitige Antipathie feſtſtellen. Wenn
ſie ſich nicht riechen können, wie der Volksmund ſo treffend
und draſtiſch zugleich ſagt, dann müſſen ſie ebenfalls, nach Gerns=
back
, vor einer Eheſchließung gewarnt werden. Die Probe will
er durch eine Haube vornehmen, die, enganſchließend, den Kör=
pergeruch
des betreffenden Kandidaten zuſammenhält, der dann
dem anderen Teil durch einen Schlauch mit Mundſtück zum Rie=
chen
zugeführt wird. Ueber die Wirkung dieſes Geruchs auf
den anderen Teil ſollen ebenfalls ſchematiſche Aufzeichnungen
der Apparate Aufſchluß geben. Schließlich will er noch die mehr
oder minder große Nervoſität der Eheluſtigen erproben, da nach
ſeiner Meinung Ehepartner mit der gleichen Nervoſität eben=
falls
in der Ehe unglücklich werden müſſen, während ein ſtark
nervöſer an der Seite eines ruhigen, ausgeglichenen Ehegatten
nach und nach ſelbſt zur Ruhe und zu einem guten Gleichmaß
der Nerven komme. Die Frage iſt nun: Erſtens: Würden alle
dieſe Verſuche obligatoriſch eingeführte Zwangsmaßnahmen für
alle Eheluſtigen werden können? Zweitens: Würden die Geprüf=
ten
willens ſein, ſich dem Gebot, das der Ausſchlag der beider=
ſeitigen
Prüfung ergab, zu unterwerfen? Wir meinen: Solange
Eheſchließungen ſtattfinden, und wir möchten beſonders hervor=
heben
, in der heutigen, oft ſo oberflächlich raſchen Weiſe, nach
kurzer Bekanntſchaft zuſtande kommen und, was vielleicht noch
wichtiger iſt, zum ſtändigen Zuſammenſein in ſo ſehr beengten
Räumen zwingen, wird wohl jede Maßnahme zur Sicherung
des Eheglücks, ſei ſie noch ſo gründlich ausgearbeitet, erſchiene
ſie auch noch ſo unfehlbar, nur von bedingtem Einfluß auf die
Glücksdauer der Ehe ſein können. Dr. Karl Rechbergk.
Frauen=Rundſchau
Ein Wettbewerb für eine korrekte Mode. Dem
Präſidium der katholiſchen Frauenvereine Italiens iſt vor eini=
ger
Zeit von Papſt Pius XI. in Anbetracht der Ausſchreitungen
der Frauenmode empfohlen worden, einen Werbefeldzug für eine
ſittlich einwandfreie Mode zu veranſtalten. Daraufhin hat die
Frauenvereinigung einen Wettbewerb für eine korrekte Mode
ausgeſchrieben.

* Daheim

Dis‟
atte /
urückes
gen G 4
ſtimmt
dans,
chen di‟
nitten
aus H9
geſät I
ind riz.
vor urei
ingelg)
Wort.
und T
Stirne 2
ſch geb d.
mit, wei
Frau
Goldkäl
Goldkäßil
was
jetwas
Ihr 930
Jahr=
bald
ge9
ſeine W
iſt nockhe
gebe, f1.
Sie ſiri
recht bd
und ſiel
Netz zu

einer zehnjährigen Darmſtädterin.
Das Aergernis.
iße Julifonne brannte hernieder und Goldkäfervater
rit ſeiner Familie in den tiefſten Schatten des Waldes
en. Es war' aber auch nicht zum aushalten, wie die klei=
ferchen
in ihrer altklugen Art ſagten, und die Eltern
ynen bei. Goldkäfers hatten vier Kinder, mit Namen:
el, Linchen und Emil. Emil war der Keckſte und Lin=
rävſte
und der Mutter eine gute Stütze im Haushalt.
Nun ſuch von ihrer Wohnung erzählen: Goldkäfers wohnten
grünen Wald, auf dem ſchönſten Mooſe. Eine Hütte
ſen, mit Blumen umgeben, war die Wohnung. Der
Vater !. gerade durch den Garten, um ſich die Rüben, die er
zu beſehen, als ſeine drei Jungens herbeiſtürzten
* Denk mal, Papa, die freche Spinne hat ihr Netz
Haustüre geſpannt . Ja, und hat uns nicht hin=
fiel
Linchen, die eben dazugerannt kam, ihnen ins
nd hat geſagt, dieſe Türe ſei die ihre, fuhr Emil fort
iſt doch nicht wahr! Vater Goldkäfer runzelte die
ſprach: Freilich iſt das nicht wahr, dieſes Haus habe
und nicht ſie, alſo gehört die Türe uns. Kommt jetzt
ollen ſie vertreiben. Als ſie an die Türe kamen, ſaß
rne in ihrem Netz, das ſie über die ganze Tür von
Haus geſpannt hatte und lauerte auf einen Braten.
ater trat an ſie heran und ſagte: Hören Sie einmal,
Ihnen denn ein, ſich ſo einfach dahin zu pflanzen, ſo
rir in meinem ganzen Leben noch nicht vorgekommen:
machemu: gleich, daß Sie da herauskommen, oder wir zerſtören
Die Spinne erwiderte: Gewiß, Werteſter, nächſtes
ich, das iſt doch ſehr anſtändig von mir, daß ich ſo
Und ſie lachte recht höhniſch. Herr Goldkäfer verlor
nicht: Gewiß antwortete er, aber ich glaube, es
tändiger von mir, wenn ich Ihnen fünf Minuten Zeit
au verduften, oder Oder ich laſſe Sie ſitzen, wo
el Frau Spinne ihm ins Wort, wir wollen ſehen, wer
ich oder . Wir!! ſchrie es plötzlich neben ihr,
p ſich von zwei ſtarken Armen gepackt und mit ihrem
den geriſſen. Hilfe! ſchrie ſie, aber dann brachte ſie

kein Wort mehr heraus. So, das Hindernis wäre beſeitigt,
ſagte Emil, denn er war es, der die Spinne getötet hatte, nun
können wir hineingehen und eſſen. Goldkäfervater lobte Emil
und ſagte: Das war brav von dir, daß du dieſes gräßliche Ge=
ſchöpf
aus der Welt geſchafft haſt.
Die Tour. Neue Bekannte.
Das Wandern iſt des Müllers Luſt, ſang Linchen und
hüpfte vor lauter Vergnügen auf einem Beinchen herum. Gold=
käfers
wollten nämlich heute eine große Tour machen! Sei doch
ruhig, Linchen, ſonſt darfſt du nicht mit, mahnte die Mutter,
helfe mir lieber die Eßwaren einpacken‟. Das tat Linchen denn
auch, und bald war alles fix und fertig: Hans und Ludel hat=
ten
Ruckſäcke, der Vater ebenfalls, die Mutter ein Körbchen am
Arm und Emil ſeine Botaniſiertrommel. So zogen ſie denn los.
Linchen hier und da Blumen pflückend und Emil Schmetterlinge
fangend, kamen ſie an dem Dreieichenplatz an. Es war ungefähr
um die Mittageſſenszeit, alſo wurde ausgepackt. Zuerſt kam eine
leckere Wurſt heraus, die mit einem begehrlichen Ah! in Emp=
fang
genommen wurde. Dann kam zum Vorſchein: Brot, But=
ter
, Obſt, Gemüſe und Wein. Hierauf wurde ein luſtiges Feuer
angemacht und das Gemüſe gekocht. Hei, wie das ſchmeckte! Nach=
dem
die Mahlzeit beendet war, wollten Vater, Mutter und Lin=
chen
ein kleines Schläfchen halten, während die drei Jungens auf
Entdeckungsreiſen ausgingen. Als ſie ein Stück gegangen waren,
begegneten ſie einer Familie Roſenkäfer, beſtehend aus: Vater
Mutter und zwei reizenden Töchterchen. Unſere drei grüßten
höflich und wollten vorübergehen. Aber der Vater ſprach ſie an:
Meine Söhne, könnt ihr uns nicht zeigen, wo der Dreieichenplatz
iſt? fragte er. Ei doch, ſagte Hans, wir lagern auch dort und
die drei machten kehrt und gingen mit Roſenkäfers. Goldkäfers
waren aufgewacht, und als ſie Roſenkäfers erblickten, erſtaunten
ſie, aber als Ludel ihr Zuſammentreffen erzählte, waren ſie ſehr
erfreut, noch Geſellſchaft zu haben, und ſie machten ſich zuſam=
men
auf den Weg. Als ſie endlich aus dem Walde traten, welch
herrlicher Anblick bot ſich ihnen dar! Die Sonne ging hinter dem
Walde unter und färbte alles roſig, und roſig war die Stimmung
der beiden Familien.

Glück.

Jahre waren darüber vergangen und Goldkäfers und Roſen=
käfers
waren die beſten Freunde geſporden. Hans, Ludel, Lin=

chen und Emil waren erwachſen. Gar gerne hätten Hans und
Ludel um die beiden Töchter von Roſenkäfers, Lucie und Hilly,
geworben, aber ſie getrauten ſich nicht, da ſie keine Stellung hat=
ten
. Eines Tages aber kamen beide froh bewegt nach Hauſe, ſie
hatten jeder eine Stellung! Ludel bei einem Gärtner und Hans
als Kammerdiener bei der Roſenkönigin. Die Eltern waren ſehr
erfreut und ſagten, nun ſollten ſie ihr Glück verſuchen. Mit
Freuden ſagten Roſenkäfeks zu, und in drei Monaten ſollte die
Hochzeit ſein. Auch Emil war verlobt, und zwar mit Fräulein
Gerda Maikäfer. Nun war die Hochzeit von Ludel mit Lucie und
Hans mit Hilly. Dabei ging es hoch her und man trank auf das
Wohl der jungen Eheleute. Nach ein paar Wochen heiratete Emil
ſeine Gerda, nur Linchen blieb bei ihren Eltern bis ſie ſtarben.
Dann nahm Hans ſie zu ſich, und alle lebten vergnügt bis an ihr
ſeliges Ende.
E. N.
Ein Grab=
Von Emmy Bekker. Nachdruck verboten.)
Er war verſchollen, ertrunken im Meer, weit fort, weit.
Sie ſetzten ihm ein Kreuz und ſchrieben ſeinen Namen darauf,
wann er geboren und geſtorben, und pflanzten Efeu daran und
Blumen, bunt und ſchön.
Er iſt nicht tot, ſprach Kamilla, er lebt und beſchattete mit
der Hand die Augen und ſah hinaus auf das Meer, dahin, wo
er herkommen mußte.
Die anderen lachten. Er iſt tot, ſprachen ſie, er iſt ertrunken.
Der Efeu wuchs und wurde groß und ſtark, und die Blumen
blühten Jahr für Jahr, ſchön und bunt, und durch Kamillas Haar
zogen die erſten weißen Fäden, da kam er zurück, groß und ſtark.
Neben ihm ging eine Frau, auf dem Arm trug er ein Kind und
an der Hand führte er einen Knaben.
Er kommt zurück, riefen ſie lachend, er lebt, Kamilla, Du haſt
recht, er lebt, und wußten nichts von dem Dolch, den ſie tief in
das Herz ihr bohrten.
Und aus der Erde riſſen ſie ſein Kreuz, doch Kamilla begrub
ihn dort, wo der Efeu dicht und ſtark wuchs, unter Bäumen
und ſchön.
Doch er lebte und war ſtark und geſund.

[ ][  ][ ]

Wie freue ich mich für Dich, daß Du nun endlich Ausſicht auf
eine Wohnung haſt und Deine Hochzeit in greifbare Nähe gerückt
iſt. Nun heißt es aber, alles bereit halten, vor allem letzte Hand
an Deine Wäſcheausſtattung legen und ſie durch noch fehlende
Einzelheiten ergänzen. Da werden Dich doch mehr die Neuheiten
intereſſieren, die unſere Großſtadt ſeit meinem letzten Brief an
Dich hervorgezaubert hat. Ja, märchenhaft ſchön ſind unſere
Wäſcheauslagen, in ihrer ſeidig=glänzenden bunten Farbenpracht
mit Spitzen überhaucht. Doch gibt es außer dieſen für den raffi=
nierten
Geſchmack notwendigen Gegenſtänden auch vornehme
ſolide, reizvolle Wäſche, die mehr Deinem natürlich praktiſchen
Sinn entſpricht. Da Du ja noch genügend Zeit haſt, iſt es am vor=
teilhafteſten
, Du beſtellſt Dir Beyer=Schnitte, an die Du ſeither
gewöhnt biſt, und arbeiteſt die entzückenden Wäſcheſtücke ſelbſt,
von denen ich Dir einige Abbildungen beifüge. Unbedingt mußt
Du Dir Jumper=Unterleibchen machen, wie Abbildung 7946 und
7944 zeigen, deren tief gelegte Gürtellinie den Sitz von Kleid
oder Bluſe garantieren. Erſtere aus weißem Opal mit Tüll=
blenden
am viereckigen Ausſchnitt und an den Armlöchern wird
durch Seidenband, das durch umſchürzte Einſchnitte geleitet iſt,
zuſammengehalten. Sehr hübſch iſt das Unterleibchen in Schlupf=
form
aus Batiſt mit rundem Ausſchnitt Abb. 7944, das nur mit
ſchmalen Blenden eingefaßt iſt. Für den Seidenbandgürtel iſt
hinten und ſeitlich Zugſaum eingerichtet. Zu Deinem Jacken=
kleid
brauchſt Du natürlich auch einige Unterleibchen in der be=
kannten
Form. Die drei Abbildungen 68286 bis 68288 haben
den gleichen Schnitt mit Zugſaum und verdecktem Rückenſchluß,
beliebig durch Band= oder Stoffträger gehalten. Soviel ich mich
erinnere, beſitzt Du noch ein geſticktes Batiſtkleid, das Du nicht
viel getragen haſt und das jetzt unmodern iſt. Das kannſt Du
gut dazu verwenden. Die kleine Handſtickerei und Hohlnaht an
Abb. 68 287 macht ſich ſehr angenehm beim Plauderſtündchen im
Kränzchen. Als Brautwäſche haſt Du die Wahl zwiſchen den
beiden Garnituren 68 17568 177 und 68 18168 183. Ich per=
ſönlich
würde die erſte Garnitur aus Makkobatiſt mit Plattſtich=
ſtickerei
und Hohlnaht vorziehen. Vielleicht gefällt. Dir die zweite
beſſer, aus Leinenbatiſt mit Plattſtichſtickerei und Klöppelſpitze.

Etwas ſehr Elegantes für Dein Geſellſchaftskleid in Hemd=
form
wäre das Leibchenbeinkleid aus roſa Chinaſeide Abb. 68 299,
Du kannſt es ja ſchließlich auch ebenſo gut aus Batiſt herſtellen
und mit Valencienne=Einſatz verzieren. Für Deinen ſoliden Ge=
ſchmack
iſt eher das kurze Hemd und paſſende Beinkleid aus Batiſt
mit Hohlnaht und geſtickten Punkten Abb. 68 115.
Wenn Du mit allem fertig biſt, ſchreibe mir bitte, daß ich
Dein Werk bewundern komme, denn ich habe mir noch einige
Tage Urlaub aufgehoben. Hoffentlich macht Dir die Arbeit Freude
und biſt Du mit mir zufrieden. Sonſt komme ſelbſt her und Du
wirſt zugeben, daß ich das Richtige für Dich gewählt habe.
Mit herzlichen Grüßen
Deine Lilly. erſcheinen.
PS. Erforderlich: Zu 7946: 1,20 Meter Stoff, 80 Zentimeter
breit. Beyer=Schnitte für 84 und 92 Zentimeter Oberweite.
Zu 7944: 1,30 Meter Stoff, 80 Zentimeter breit. Beyer=Schnitte
für 84,92 und 104 Zentimeter Oberweite. Zu 68 28668 288
je 1 Meter Stoff, 80 Zentimeter breit. Zu 68 17568 177: Veränderung ihrer Züge bedacht ſind, verfallen jetzt de
(Nachthemd) 2,60 Meter Stoff, (Taghemd) 1,70 Meter Stoff,
(Beinkleid) 1,40 Meter Stoff, je 80 Zentimeter breit. Beyer= Geſicht einen eigenartigen exotiſchen Reiz zu geben.
Schnitte für 92 und 104 Zentimeter Oberweite. Beyer= Abplätt=
muſter
Nr. 30 692/III, Nr. 30 693/II, Nr. 30 691/III (je 46 Zenti=
meter
Oberweite). Zu Abbildung 68299: 2 Meter Stoff, 80
Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 92 und 104 Zentimeter
Oberweite. Zu 68115: 2,50 Meter Stoff, 100 Zentimeter breit.
Beyer=Schnitte für 46 Zentimeter Oberweite. Zu Abb. 68 181
bis 68 183: (Nachthemd) 2,60 Meter Stoff, (Taghemd) 1,70 Meter
Stoff, (Beinkleid) 1,40 Meter Stoff, je 80 Zentimeter breit. Beyer=

Schnitte für 92 und 104 Zentimeter Oberweite.
Wenn in Eurem Städtchen keine Schnittmuſterverkaufsſtelle
vorhanden iſt, ſind alle Schnitte und Muſter gegen Nachnahme
zu beziehen durch Beyer=Schnitte‟, Leipzig, Rathausring 13.



*OerAermelſchal‟

eine originelle Modeneuheit
Der ſo viel getragene hochmoderne Schal weiſt bekanntlich ausſehen, wenn ſie braune Brauen und Wimpern YAl.
nur den einen Nachteil auf, daß er die bei der jetzigen Mode
meiſt unbekleideten Unterarme unbeſchützt läßt, während Rücken
und Schultern, Oberarm und Bruſt, je nach Wunſch, gut ver=

wahrt werden können. Dieſem Uebelſtande half ei
Kunſtgewerblerin dadurch ab, daß ſie den breiten, w.
ſchmiegſamen Schulterſchal, gehäkelt oder geſtrickt, an
den unteren Enden, etwa 30 Zentimeter lang, zu einer
verengte, den ſie noch zum beſſeren Halt durch handbr
ſchetten verlängerte. Nun kann der ſo gewonnene 2
entweder, wie bisher, nur als Schulterſchal verwende
an dem die ſchmal zulaufenden Enden höchſt origine
und er kann bei Bedarf auc raſch über die entblößt
arme geſtreift werden und wie ein leichtes Jäckchen E
Wärme ſpenden. Den Zuſammenhang über der Bruſt
zahlreiche zierliche Knebel auf der einen und Schlinge:
anderen Seite, die außer Gebrauch wie ein reizvoller
* Die augenbrauenloſeM
Damen, die alles Neue mitmachen und ſtets auf eik
die Haare der Augenbrauen ausreißen zu laſſen, um da!
bannung der Augenbrauen iſt in der Mode bereits d.
getreten, ſo z. B. in der Renaiſſance, und das Re
Monaliſa liegt zum nicht geringen Teil in der verfü
Kälte der Augen, die durch keine Brauen beſchattet
Diesmal iſt aber nicht die Renaiſſance, das Vorbild,
Aegypten. Die Prinzeſſinnen am Pharaonenhofe nu.
falls keine Augenbrauen, ſondern an deren Stelle tiat
bezogene ſchwarze Linie. Auch dies ahmen die modernen
innen des Tutonch=anon nach und ziehen den Strich
Augen hoch empor bis zur Schläfe, wodurch der Blick
ſame Querſtellung erfährt. Die Augenbrauen werden.
ſtändig ausgezogen, ſondern erhalten, je nach dem Ge
beſondere Geſtaltung. Verpönt ſind nur die buſchigen
die aus langen Haaren beſtehen. Die Braue darf nur el
Linie bilden, die dem Geſicht eine auffällige Note berle
bekannter franzöſiſcher Schönheits=Spezialiſt empſie
die beſſere Pflege der Wimpern. Blonde Augenbrau
ſchlecht, ſagt er. Eine blonde Dame wird ſehr viel
und Dichte der Wimpern iſt für Farbe und Dichte de
ſehr wichtig. Die Wimpern müſſen regelmäßig geia!
eingefettet werden, um ſie weich und dicht zu machen.
w

4Der zeitgemäße Haushalt
Bekämpfung der Wanzenplage. Man beſtreicht
Bettſtellen und Wände einige Male mit der Löſung, die aus
7 Gramm doppelchromſauren Natron und 1 Liter Waſſer be=
reitet
iſt, oder beſtreicht die Ritzen mit einer Abkochung von
Koloquinten (beim Drogiſten oder Apotheker erhältlich). Fugen
und Fußboden werden ſodann mit einem Kitt aus Leimwaſſer
und Zement verſtrichen, alle Winkel abgeſucht, Ritzen in Türen
und Mauern verkittet. Die Innenſeite der Bettſtellen, die Rück=
ſeiten
der Bilderahmen und der Käſten müſſen mit Petroleum
oder Terpentin tüchtig eingepinſelt werden.
Roßhaar zu reinigen. Roßhaare werden in ein
Waſchfaß gelegt, mehrere Male mit kochendem Waſſer übergoſſen
und ſofort zugedeckt. Nachdem ſie eine Stunde in dem Dampf
geſtanden ſind, läßt man das Waſſer ablaufen, übergießt ſie mit
kochendem Seifenwaſſer und deckt ſie wieder zu; wenn das Waſſer
etwas abgekühlt iſt, ſo werden die Roßhaare gut ausgedrückt
und gerieben, das Waſſer abgeſchüttet, mit reinem, kochendem
Waſſer übergoſſen, mit einem Stock umgerührt und nach einer
Stunde neuerdings mit friſchem, kochendem Waſſer übergoſſen,
nachdem das frühere abgegoſſen wurde. Dann wird das Roß=
haar
zum Trocknen auf Tücher in die Sonne gelegt, bis es
trocken iſt und gezupft oder gekrempelt werden kann; es ſoll nie
kaltes Waſſer verwendet werden.
Bunten, zartfarbigen Satin ohne Auslaufen
der Farben zu waſchen, geſchieht auf die einfachſte Weiſe,
wenn man ihn in Molkenwaſſer (der abgelaufenen Flüſſigkeit
bei der Quarkbereitung) gründlich durchwäſcht. In lauwarmem
Waſſer ſorgfältig geſpült, wird er im Schatten getrocknet und
noch halbfeucht von links geplättet. Er erſteht nach dieſer Be=
handlung
wie neu.
Flöhe in Vohnräumen berſchwinden für
immer durch Aufwiſchen der Dielen mit warmem Waſſer (das
Aufwiſchen iſt alle zwei Tage zu wiederholen), dem man ein
Achtel Liter Petroleum und 75 Gramm Ammoniak beifügte.
Auch ſtarkes Eſſigwaſſer zum täglichen Auswiſchen
der Zimmer iſt ſehr wirkſam.
L.

Bereitung von Speiſeeis im Hauſe. Wenn man
größere Mengen Fruchteis benötigt, wie zu Sommer= und Fami=
lienfeſten
, bei denen es namentlich in der warmen Jahreszeit eine
beliebte Erfriſchung iſt, ſo kann man es auch ohne Eismaſchine
in jedem Haushalt bereiten, wenn man folgende Winke beachtet:
Das in einen groben Lappen eingeſchlagene Eis ſchlägt man
mit ſpitzem Hammer zu möglichſt kleinen, etwa nußgroßen Stücken.
Davon packt man handhoch in einen Eimer, beſtreut es dicht mit
Viehſalz, ſtellt die enge Blechbüchſe, in der das Speiſeeis bereitet
werden ſoll, etwa eine große Kakao=, Bonbon=, Honig= oder
Keksbüchſe, Milchkanne uſw. feſt darauf in die Mitte, umhüllt ſie
dicht mit Eis und Viehſalz, das man feſt anklopft. In die ſauber
ausgeriebene Büchſe gibt man nun die Gefriermaſſe und unter
ſtändigem Drehen derſelben und öfterem Abſtoßen der gefrorenen
Maſſe und Verrühren derſelben läßt man es feſt werden. Wenn
es recht ſchön glatt und feſt geworden, ſerviert man es entweder
mit oder ohne Schlagſahne und Eiswaffeln auf Eisſchälchen
oder =Tellern. Anfängerinnen bedienen ſich zur Miſchung von
Fruchteis vielleicht auch einer Gefrorenen=Wage, die es für billigen
Preis bei jedem Optiker gibt. Wird dabei ſtets darauf geachtet,
daß ſie bis zum 17. Grad mit der Maſſe gleich ſteht, ſo iſt ein
Mißlingen desſelben ausgeſchloſſen.
Himbeereis. ½ Pfund Himbeeren treibt man durch ein
Sieb, gibt 1 Pfund Zucker, den Saft von zwei Zitronen, einige
Tropfen Cochenille oder Speiſefarbe oder Alkermes zum Färben
und 1 Liter Waſſer dazu, gießt alles ſofort durch ein Sieb und
füllt in die Gefrierbüchſe.
Schokoladeeis. ½ Pfund Zucker, ½4 Pfund geriebene
Schokolade, friſche Eier und 1½ Liter Milch werden unter Rühren
zum Kochen gebracht, dann in erkaltetem Zuſtand, wobei man
öfter umrührt, in die Gefrierbüchſe gegeben.
Kaffeeis. In zwei Taſſen Waſſer laſſe man 1/s Pfund
friſch gebrannten Kaffee gemahlen langſam 10 Minuten kochen.
Durchgeſeiht, gebe man 1 Pfund Zucker, 3 Eigelb und 1 Liter
Milch dazu, laſſe alles unter Rühren bis zum Kochen kommen,
dann unter Rühren erkalten und endlich gefrieren.
Zitroneneis. Das Gelbe von 5 bis 6 Zitronen gibt
man kleingewiegt in 1 Liter Waſſer, in dem man 1 Pfund Zucker
auflöſte. Nach ½ Stunde gibt man den Saft der Zitronen dazu,
gießt alles durch ein Sieb und läßt es gefrieren.

Würziges Gurkengemüſe. (Fleiſchlos.)
helle Mehlſchwitze, aus Speck, hellbraun geröſteten Zwl=
Mehl bereitet, gibt man eine wie zu Salat geſchnitte!
Gurke, läßt ſie nur 10 Minuten darin dämpfen, fügt e
und Salz nach Geſchmack bei. Das Gemüſe ſchmecl."
zu Salz= oder Pellkartoffeln.
Vorzüglichen Zitroneneſſig bereitet, ie
bis 3 Zitronen, die man fein geſchält hat, die Schale."
Weineſſig übergoſſen, worauf man dieſe Miſchung 22
einem mäßig warmen Orte ſtehen läßt. Der Saſt. Ne
wird ausgedrückt, zum Klären in einem hohen Geſab.!t
abgegoſſen, durch ein Leinentuch geſeiht. Dasſelhe. "
dem inzwiſchen fertig gezogenen Eſſig, den man ſchie
mit dem Zitronenſaft miſcht. Dieſer Eſig iſt ein L
Würzmittel für Salate, Soßen, Ragouts, Frikoſſes.
Speckkartoffeln (äußerſt kräftig und wohle
Kleine, möglichſt gleichgroße, rohe Kartoffeln werden. e
lagenweiſe mit ſchmalen Speaſtreifchen oder zwutl.
Zwiebel und Kümmel, dem nötigen Salz und eiwſs
einen Topf oder Puddingform geſchichtet, dann mit .
Taſſenkopf voll Knochenbrühe oder Waſſer übergolle
ſchließendem Deckel verſchloſſen, im Waſſerhade 19. L
kocht, darauf 34 Stunden in die Kochkiſte verſenkt. *
Brühe abgegoſſen, mit Braunmehl verdickt und mit Lit
den Speckkartoffeln gereicht.
Pichelſteiner. Klein geſchnittenes Gemüle.
Wurzeln, Knollen und Kraut wird mit den gleichen 2."
geſchnitterer Kartoffeln, einigen zerſchnittenen Zwe..
Kümmel und Speclwürfeln in eine Form geſchichtet, w.
Gericht mit wenig Brühe übergoſſen und ebenſo H.
bereitet und angerichtet.
Speiſezettel
Sonntag: Heidelbeerkaltſchale, Kalbsſchnitzel mit *
Montag: Reis mit Cornedbef in der Farm 9e0l.
Salat. Dienstag: Gebackene arme Ritter mit Ahl.
Mittwoch: Pflaumenklöße. Donnerstag: Gurkell.
Bratkartoffeln. Freitag: Fiſchbälchen mit Dilloße.
von Gurke u. gr. Salgt. Samstag: Gehackener Sic

[ ][  ][ ]

wimer 228.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924,

Sete 13.

LAGERHAUS-STRASSE 4

I. H. A DARMSTAB1

679)

SElT 1921 BEZIRKS-DIREKTION EUR HESSEN DES
AMTAG-BHOBUg=KONZERN
VERSICHERUNGEN ALLER ART BEI BILLIGEN PRAMIEN UND GüNSTIGEN BEDINGUNGEN.

FERNRUF692

Neuheit, farbbandlos,
direkt von der Fabr.,

peiſezimmer, dkl. Eiche, modern:
1 Büfett, 1 Kredenz, Ausziehtiſch, 6 Stühle.
chlafzimmer, weiß, modern:
2 Betten m. dreiteil. Wollmatratzen, 1 Waſchkom=
mode
m. Spiegelaufſatz u. Marmorpl., 2 Nacht=
ſchränkchen
m. Mormorpl., 1 dreiteil. Spiegelſchrank.
chlafzimmer, Nußbaum, modern:
2 Betten m. Roßhaarmatratzen, 1 Waſchkommode
m. Spiegelaufſatz u. Marmorpl., 2 Nachtſchränkchen
m. Marmorpl., 1 Spiegelſchrank.
amenwäſcheſchrank, weiß, 1 Toilettetiſch, weiß.
amen=Schreibtiſch, weiß, 1 Büfett, Eiche, 2 Aus=
ziehtiſche
.

ſüicheneinrichtung, modern.
Stige Möbel aller Art. Verkauf von 26 Uhr.
irnst-ladwigstrasse 9
Hinterhaus.
0374

240 Gm. Wehprecht= ihre genaue Adreſſe
ſtraße 2, zwiſch kath einſchicken u. J 130
Kirche u. Saalb. (nos

Diwan m. Moquette=
Bezug billig zu verk.
evtl. Teilz. Engel,
Schuchardſtr. 8. (*2775

Küchen=Einrichtung (Buſſe), 2½ PS., mit
u. Waſchmangepreis= gut Bereifung, z vk.
Heidelbergerſtr. 812),
Herren= und

Imperia=Motorrad
ca. 1½2 PS., faſt
neu, bill. zu verkauf.
Pankratzusſtr. 6, p. 508

Damenfahrrad,loum
benutzt, erſtklaſſiges
Fabrikat, Torpedo=
Freilauf, u. Tennis=
ſchläger
mit Span=
ner
zu verk. (*23584
Noquetteg 2, 1. Stock.

T Zas= und Waſſerrohrbrüchen
iſt j ringenden Fällen Nachricht an
Adie s erwache, Kirchſtraße, Tele=
Sphon adtamt, erbeten.
(st10420
D3iſtadt, den 16. Auguſt 1924.
DXition der ſtädt. Betriebe.

Sger Eintrag in das Handels=
regiſs/
4: Firma: Kommandit= Ge=
ſellſclt
Kreiſel & Co. Sitz: Darm=
ſtadt
. 1 rſönlich haftende Geſellſchafter
Heinr: Ludwig Kreiſel, Alfred Danner,
beides rufleute in Darmſtadt. Kauf=
manmi
nſt Herrmann in Bensheim iſt
zum kuriſten beſtellt derart, daß er
nur r emeinſchaft mit einem perſön=
llich
Enden Geſellſchafter vertretungs=
berech
iſt. Die Geſellſchaft hat am
1. Jur 1924 begonnen. Die beiden per=
ſönliei
aftenden Geſellſchafter ſind nur
gemer äftlich oder jeder von ihnen nur
mn G=6 nſchaft mit einem Prokuriſten
zur 2 retung der Geſellſchaft befugt.
Es iſſir Kommanditiſt beſtellt. (10422
DCſtadt, den 5. Aug. 1924.
rntsgericht Darmſtadt I.
Abſchrift.
St. W 7/23.
Irier Privatklageſache des Kauf=
nann
; 2ouis Jonas in Darmſtadt,
Privc gers gegen den Kaufmannn
ohc 2s Held in Darmſtadt, Ange=
llagte
s rvegen Beleidigung, hat das
Amts 8 t Darmſtadt I auf die Ver=
handl
=I in der Sitzung vom 12. Mai
1924, welcher teilgenommen haben:
Amt3 ichtsrat Lutz als Vorſitzender
.ſ. als Schöffen
fuſtizs ektor Kröh als Gerichtsſchreiber,
für R- erkannt:
De Ingeklagte Johannes Held, in
Darma k, geboren am 19. November
1880 Troß=Zimmern, iſt der Beleidi=
gung
Sinne des 8 185 St.G.B. in
zwei 7 en ſchuldig und wird zu Geld=
ſtrafen
: n hundertfünfzig und hun=
dertf
f zig Goldmark verurteilt.
Diä eldſtrafe iſt für den Fall, daß
ſie nie i eigetrieben werden kann, mit
je ein n Tag Gefängnis für je 5 Gold=
mark
verbüßen.
Deingeklagte trägt die Koſten.
GH/ eitig wird dem Beleidigten
Kaufr: Louis Jonas in Darmſtadt,
die B8 ris zugeſprochen, den entſchei=
dende
eil dieſes Urteils auf Koſten
des AA lagten einmal im Darmſtädter
TagbT1 zu veröffentlichen. Die Ver=
öffent
i ng kann nur innerhalb eines
Monc’ nach Behändigung der Aus=
fertig
-g des rechtskräftigen Urteils ge=
(10402
ſchehes
Für die Abſchrift:
Füxl eh. Juſtizrat Hallwachs und
r. Walz in Darmſtadt.
Dr. Klein
Gerichtsaſſeſſor.

Paßbilder
in einer Stunde (240
billig und gut.
Thiele Nachf.
nur Bleichſt:. 9, Tel. 1912

ingg
Maſchinenſchreibſtube
liefert (nsnä
nur Qualitätsarbeit
Rheinſtr. 8 Tel. 1223

Leib= u. Bettwäſche z.
Waſch. u. Bügeln
beiGar, beſt. Behandl.
wird angen. H. Rothe
Beiſtbera 7, II. 69432

Schneiderin
empf, ſich f. D.= u.
Kinder=Garderobe,
auch f. Knaben. (*uei=
Angebote u. J134
an die Geſchäftsſt.

Speiſezimmer
gegen
Motorrad
zu tauſchen geſucht.
Angebote u. J 53
Geſchäftsſt. (*2336 1kg

te Lieferung

vom 2 Zementrohre, Durchm. 400 mm,
ſowies Zementrohre, Durchm. 400mm,
mit veigſtutzen, Durchm. 150 und
200 O m Steinzeugrohre, Ia Städte=
ware
. Echm. 150 mm, 2 Stück Syphon=
ſtücke
/ Sinkkaſten, Durchm. 200 mm
2 Bo 0 üicke, Durchm. 200 mm, frei
Baufl2, ſollen auf dem Wege der
öffentsi m Submiſſion vergeben werden.
Ange-) unter Angabe der Fabrikmarke
ſind ſpäteſtens Mittwoch, den
20. 28 uft, nachmittags 3 Uhr, bei
der W rmeiſterei abzugeben. Auskunft
erteilr! 3 Gemeinde=Bauamt. (10396

Ru
A
Zimmerſtuhl, gefl.,
5.50
Küchenhocker 3.80
Hocker in Weide 6.50
Klavierſtuhl 17.50
Speiſezimmerſtuhl
Eiche, echt Leder,
19
Schreibtiſchſeſſel,
Eiche, echt Leder,
35.
Blumenſtänder 5.90
Blumenkrippen 8.
Papierkörpe 3.50
Nachttiſche 12.
Bettſtellen 25.
Spiralfedermatratze,
1½ ſchläf., 12.50
Matratzenſchon. 5.50
Auflegematr. 10.
Kinderbettmatr. 9,50
Kinderbettſtelle,
weiß, Eiſen, 20.
Kinderbettſtelle,
Holz, 29.
Klappſportwagen
mit und ohne Ver=
deck
zu bekannt
billigen Preiſen
ſind wieder ein=
getroffen
( 23676
Darmstädter
Möbel-
Zentrale
Große Ochſengaſſe 10
Telephon 2696

Heſß äirgermeiſterei Eberſtadt.

Mu ag, den 18. Auguſt 1924,
vormirgs 94, Uhr, verſteigere ich
Bllchſtraße Nr. 41
(Reſto) kion Rummel) zwangsweiſe ge=
(10395
gen V ahlung:
1200 Tar Herren=, Damen= und
Kirſ=ſtiefel, 20. Damenmäntel Faſt neuer, 2 groß.

u. m.
S2 Serſteigerung findet voraus=
ſichtliiſ
=ſtimmt ſtatt.
D0 adt, den 17. Aug. 1924.
Kaxl Gerichtsvollzieheri R
Stelll/ reter d. Gerichtsvollzie
Eirermann in Darmſtadt.

Geſ.=Mobiliar
einer einf. 2 Zimmer=
wohnung
mit Küche
wegen Ausreiſe ſofort
zu verkaufen. Gefl.,
Angeb. unt. K 12 an
die Geſchſt. (*23641

Kein Laden!
Kein Perſonal!
konkurrenzlos
hochfeine

Rinderwagen
und
Korbſeſſel giſche
zu verkaufen /*23685
Riedeſelſtr. 39
Kaffenberger.

Konverſations:
Lexikon für 40 Mr.
zu verkaufen. Fuchs,
Steinſtraße 37, III. (*

Kinderwagen f. 35
zu verk. Arheilger=
ſtraße
81, pt. (23581
Ein Poſten guter
Bücher und Kunſt=
werke
aus Privat=
beſitz
zu verkaufet.
Näheres unt. F 137
an d. Geſchſt (*23308

Vollſt Schleiferei=
Einrichtung geg. bar
an Meiſtgebot z. vk
Intereſſenten wollen

an die Geſchäftsſtelle
Watee
98. Bl.

Motorrad

wert abzugeb. (raud Karlſtraße 7. (223638

Damenrad
zu verkaufen (*23680
Kaupſtr. 44, part.

1 Tafelklavier
verſchied. gebrauchte
Betten ſehr billig zu
verkaufen Orangerie=
Allee 2, pt. (223587801

Gutes Klavier zu
verkauf Schießhaus=
ſtraße
14, I. (*23635

Indian=
Motorrad, 9 PS.
Modell 1915, i. tadel=
loſem
Zuſtande, aus=
gezeichneter
Läufer,
fahrbereit, zu verk.
Angeb. unter K 7
Geſchſt. (*23661

Motorrad
faſt neu, mit erſtkl
D. K. W=Motor, Leer=
lauf
, mit Riemen=
ſchaltung
, ſpottbillig
abzug. Heinheimer=
ſtr
. 13, Stb. r. (*23615

Pianos
erſtklaſſ., geg bequeme
Teilzahlung zu verk
Strengſte Diskretion.
Anfragen unter K 3
Geſchſt.
Anſe

Wer kft. alte 1000 =
Scheine? Angebote u.
K 13 Geſchfſt (*23684
74 Peddigrohr= Kin=
derwag
. 156, Bren=
nabor
=Klappwagen,
blau, 6 zu verlauf.
Taunusſtr. 9, III. (*

Käufeß

Miinee
Eßzimmer 1.
Wohnzimmer
zu kaufen geſ. (*:3025
Angebote u J 129
an die Geſchäftsſt.

Zimmerteppich
(ungef. 2 X 8), mod.
Sofa, II. bunt, Bim=
mer
=Kacheloten, all.
nurin beſt. Zuſt., z. ff.
geſ. Preisang, u. J141
Geſchäftsſt. (23653

Achtung!
Kaufe getragene
10
Aeider, Schufe
Wäſche uſw.
Komme ſofort auf
Beſtellung. (*23441g01
V. Schatz
Schloßgaſſe 23.
ephon 1924.

Kinderwagen
nur wenig gebraucht,
zu kaufen geſ. (223651
Angebote u T 142
an die Geſchäftsſt.

Viehverſteigerung.
Montag, den 18. Auguſt 1924,
vormittags 11 Uhr, werden aus dem
Nachlaß des Adam Stephan in Pfung=
ſtadt
, Kirchſtraße Nr. 27: ein Pferd,
eine Ziege, ein Deutſcher Schäfer=
hund
und Hühner gegen Barzahlung
(10397
verſteigert.
Heſſ. Ortsgericht Pfungſtadt.
Schwinn.

Küchenherd
nach Ober=Ramſtadt
zu kaufen geſucht.
Angebote u K 4 an
die Geſchäftsſt. (7700

repräſ. Haus mit Garten;
Geſucht: Künſtlerkol. od Tintenviertel,
57 Zimmer, Grundmiete bis ca. 3000;
moderne 5 Zimmer= I. Stck.=
Geboten: Wohnung m. all. Komfort
in guter Lage, 1100 Grundmiete, Ia in
Stand. Angeb. u. J 110 Geſchſt. / 23547

Asftsottsuei
der Zigarttenfahrfk 6. Zuhan
umſpannen den Erdhalt.

wir Zigaretten in eier Geſamtlängg,
von tauſend Rilometern her und ver
nögen damit trum der Nachfrage,
nach unſeren Marken zu genügen.
Anſeren ſtändig wachſenden Kunden

UZUBANMUNLHER
K

Afi
dr0 DOTOCTND

Verlangen Sie

von der

Geschäftsstelle
Deutsches Druck- und Derlagshaus
(Rackebeil-Ronzern) Berlin SW68
Eindenstraße 26
Probehefte koſtenlos

zu kaufen geſucht.
Ang. u. J 135 an
Geſchfſt. (23616

Remäderanf
angeb. u. K. Han d.
Beſchäftsſt. (223860

Arme Witwe
ſucht f. 10 jähr. Mädch.
abgel. Wäſche u. Klei=

Plättofen
zu kauf. geſ. (10306fg
Wohnungstanſch)

Wee
Tauſche ſchöne
3 Zimmer=Wohnung
mit Balkon geg. eine
4 Zimmer=Wohnung,
Süd oder Oſt(:23621
Dreieicher,
Kaupſtr. 49, II., rechts,

Geſchäftsräume 7 ſchöne
Büro==
Päume
im Zentrum mit voll=
ſtänd
. Einrichtung zu
vermieten. Angebote
unter 146 a.d Ge=
ſchäftsſtelle
28645 Möbl. Zimmerß Vornehm. möbl
Zim., ſof. beziehbar.
Fremdenheim, Hügel=
tr
. 15, Laden. (7966a Möhl. Zimmer
an Schüler od. Herrn
mit od. ohne Penſion
zu vermieten. Nieder=
ramſtädterſt
. 58, I. ſimussg Schön möbl. Zim=
mer
an ruhigen Be=
amten
. Mühlſtr. 38, 1I
2346388
Haack. Einfach möbl (*23605
Zimmer.
an Arbeiter z. verm.
Dieburgerſt. 42. I. rechts
b. Jährling. Pankratiusſtr. 8, bei
Metzler, ſep. möbl.
Zimmer zu verm. (* Alliceſtr 43, b. Mohr,
gut möbl. Wohn= u.
Schlafzim., 2 Betten,
mit od, ohne Penſion
zu vermieten. (*23684 N.=Ramſtädterſt. 16,
Gartenhaus, III., r.,
Stanſch, möbl. Zim=
mer
zu verm. (*23568 Wilhelminenſtr. 35,
1. Stock, Wagner,
gut möbl. Wohn=u.
Schlafzimmer
in beſt. Lage an einz.
Herrn z. vm. (*23540 Lauteſchlägerſtr. 1, I.,
b. Döll, möbl. Zimm.,
elektr. Licht, z. vm. ( Landgraf=Georgſtr.
Nr. 32, b. Bahnmüller,
freundl, möbl. Zim=
mer
mit Mittag= u.
Abendtiſch zu vm. (* Eckhardtſtraße 35,
1. St., r., bei Lorenz
möbl. Manſardenzim.
zu vermieten. (*23895 Schön möpl.
Zimmer
mit elektr. Licht an
Dauermieter ſofort z
vermieten. Hermann=
ſtraße
11, pt. / 2359481 Eliſabethenſtr. 25½
2. Stock, b. Wellmann,
gut möbl. Zimm. mit
Penſion zu verm. Beckſtraße 50, I, bei
Habrich, möbl. Wohn=
u
. Schlafzimmer mit
Klavier, für 1. Sept
zu vermieten, ( 23574 Wienerſtraße 89, II.
Glaſer, gr. möbl. Zim.
zu vermieten. (*23675 Vnmieten geſucht 2 Damen Geruflich
tätig) ſuchen für ſof
1 Zimmer
m. 2 Bett., Nähe nur
Grafenſtr.
Mizi Haberun
Landgr.=Phil, Ais Von Offiziers
für ſofort großes
unmöbl. Zimmer
geſucht. Schriftliche
Angeb. an M. Betzhold.
Artillerieſtr 6. (*23624 2Brüder (Beamt. u.
Stud.) ſuchen großes,
gut möbl. Zimmer
ſeventl. Wohn= und
Schlafzimmer) mit 2
Betten. Gefl. Angeb.
unt. J 126 an die
rimm, Schulſtr. 18. Geſchäftsſt. (*2 596 Laden
geſucht (10409g0
Donges & Wieſt.

amter ſuicht ab
1.9 einf. möbl iesusg
Dmt
Zimmer glavier.
Angeb. Alte Poſt=
Reſtaurant. Deſch

Jgs., kdrl. Ehep,
ſucht zum 1. Sept,
ein gr., evtl. 2 möbl.
Zimmer mit Küchen=
benutzg
. Preisangeb,
u. J 125 an die Ge=
ſchäftsſtelle
. (*23599

1 oder 2

mögl. m. Klav, u. el=
Licht, Nähe Herrn=
garten
bevorzugt, f.
ſof. od. ſpäter geſucht.
Radiowerk
Alexandraweg 27. (*fsg

Immobilien g

Re
Landvilla
in ſchönſt. Lage Vor=
ort
Darmſtadts. 4 8.)
Badezimmer, Küche
u. allem Zubehör, gr.
ſchöner Obſtgarten zu
verkaufen. Evil, ſof,
beziehbar ohne Woh=
nungstauſch
. Anzah=
lung
zirka 8000. Mk.
Vermittler verbeten.
Angeb. unter J 120
Geſchäftsſt. (23561

Einfamilien=
haus

gegen geräumige 5=
Zimmertauſchwohng.
(Heidenreichſtraße) in
Darmſtadt od. näch=
ſter
Umgebung zu
mieten geſucht. Ange=
bote
unter H 142an
die Geſchſt. (10182mg

HAUS
mit gut gehendem
Zigarrengeſchäft
(Bentrum), ſofort
beziehbar, zu verkf.
Angebote n. K 2 an
die Geſchſt. (23657

Haus
in beſtem Zuſtande
und guter Lage, 4X3
u. 2X2 Zimm. nebſt
Zubehör und Balkon,
ſehr billig zu verkauf.
Anfragen u. 144
an d. Geſchſt. (10398

Ein 2½ſtöckiges (*
4Zimmerhaus
mit beziehb. Räumen
im Johannesviert. zu
11000 bei 4-5000
Anzahlung ſofort zu
verkaufen. Näh. b. A.
Dingeldein, Eliſa=
bethenſtr
. 5, Tel. 3065,

Haus
von Geſchäftsfrl. zu
kauf. geſucht. Beſitzer
kann zeitlebens woh=
nen
bleiben, eventl.
kann Pflegeübernom=
men
werden., Angeb.
u. J 133 Geſchſt. (

Herr ſucht möbl.
Zimmer Nähe der
Rheinſtr., Bleichſtr.,
Bismarckſt. Ang. m.
Preis an Priteg,
Bismarckſtr. 21, (*Sg!

Aleines Hotel
oder Gaſthaus mit
Fremdenzimmern,
auch gutgehendeWirt=
ſchaft
mit Saal und
arten zu kauf. ge=
ſt
. Bergſtraße od.
genwald. Näheres
Adolf Diugeldein,
Immobilienbüro, in
Darmſtadt, Eliſa=
bethenſtr
. 5. (10414
Teleph. 3065.

Einfamilienhaus
67 Zim., evtl. Bar=
zahlung
, ſof. zu k. ge=
ſucht
. Ang. u. K 14
an die Geſch. (*23683

Grundſtück
zur Gartennutzung ge=
eignet
, 1500 am, zu
verpachten. (*23479
Mühlſtraße 39, I.

Kleines
Landhaus
(Darmſtädter Umgeb.
od. Bergſtr.) zu kauf.
geſucht.
(*23644
Angebote m. Preis
und Höhe der Anzahl,
u. J 148 Geſchäftsſt.

[ ][  ][ ]

meiſt
nehmi
Ernſt
Bedin
Selb
hält n
von d
Quad:
meind
noch 6
über
ſtaltur
Zeitc
ung d
Freier
Satzes
wertig
hat ſie
dieſen
Eberſt

Kaſp=
Hüte=
geſch

Bewy
loſen

man
Wel
An
allen
mit
gont
die
San

Bun
bere

a.
8
beſo
geg
mac
tei
lum
me

Darmſtädter Tagblatt

Ddersettt

17. Auguſt 1924 Nr.

Die deutſch=franzöſiſchen
Handelsbeziehungen.
Die Franzoſen wollen Deutſchland wirtſchaft=
liche
Abmachungen aufzwingen.

Angeſichts der aus London einlaufenden Meldungen, daß Frankreich
im Begriff ſei, dem Deutſchen Reich einen Handelsvertrag aufzuzwingen,
ſei daran erinnert, daß ſchon vor einigen Monaten von der Abſicht der
franzöſiſchen Regierung, mit uns ein Handelsabkommen abzuſchließen,
die Rede war. Deutſchland erhält bekanntlich am 10. Januar n. Js.
ſeine ihm durch den Verſailler Vertrag unterbundene Handelsfreiheit
wieder, und mit dem gleichen Tage hören auch die wirtſchaftlichen Ver=
günſtigungen
für Elſaß=Lothringen auf. Dies läßt an und für ſich den
Wunſch der Staatsmänner an der Seine erklärlich erſcheinen, die Han=
delsbeziehungen
mit uns rechtzeitig zu regeln; nur darf man dort nicht
die Unverfrorenheit haben, wirtſchaftliche Zugeſtändniſſe als Kompen=
ſationen
für die Zurücknahme der widerrechtlich vorgenommenen Ruhr=
beſetzung
zu fordern.

Schon nach dem deutſch=franzöſiſchen Kriege 1870/71 bildete die
Regelung der wirtſchaftlichen Beziehungen beider Länder einen der
ſchwierigſten Punkte des Friedensvertrags. Fürſt Bismarcks Wunſch war
zuerſt, daß, der alte Handelsvertrag zwiſchen dem Deutſchen Zollverein
und Frankreich vom Jahre 1862 bis zum Jahre 1881 verlängert werde.
Er erklärte, lieber den Krieg mit den Kanonen wieder anfangen, als
ſich einem Kriege mit den Zöllen ausſetzen zu wollen. Aber er gab
dann doch den widerſtrebenden Franzoſen nach und die Meiſtbegünſti=
gung
wurde in den Frankfurter Friedensvertrag aufgenommen. Dem
Fürſten iſt der Verzicht nicht leicht geworden, jedoch ſagte er ſpäter im
Reichstage, er habe ſich überzeugt, daß es nicht tunlich ſei, im völker=
rechtlichen
Verkehr zwiſchen zwei großen Nationen einen Handelsver=
trag
zu einer durch Krieg erkämpften Bedingung zu machen, die die
Staatshoheit eines großen Volkes und ſein Geſetzgebungsrecht beſchränke.
Frankreich hatte 1871 die Meiſtbegünſtigung auf eigenen Wunſch
erhalten, aber ſein Haß gegen Deutſchland brachte es bald auf Abwege,
indem es, um dieſem nicht niedrige Zölle gewähren zu müſſen, ſpäter
einen Zolltarif mit ſtark erhöhten Zollſätzen einführte, wodurch es ſich
ſelbſt wirtſchaftlich ſchwer ſchädigte und in Zollkriege mit einzelnen
Ländern verwickelte. Sein Handel ging erheblich zurück, wobei wir
vielfach die lachenden Dritten waren, und erſt mit Beginn dieſes Jahr=
hunderts
erholte er ſich wieder.

Seitdem ſtieg auch der deutſch=franzöſiſche Warenaustauſh bis zum
Weltkriege ganz erheblich. War der Handel noch in den erſten Jahren
des neuen Säkulums für uns paſſiv unſere Einfuhr aus Frankreich
belief ſich 1902 auf 306 Millionen und unſere Ausfuhr dorthin auf 255
Millionen Mk. , ſo wurde er bald aktiv, denn im Jahre 1913 hatte
unſere Einfuhr aus Frankreich einen Wert von 584 und unſere Aus=
fuhr
dorthin einen Wert von 790 Millionen erreicht; letztere überwog
alſo die Einfuhr ganz erheblich. In der Geſamteinfuhr Frankreichs
ſtand Deutſchland im gleichen Jahre an zweiter, in der Ausfuhr an
dritter Stelle.

Frankreich jetzt Sondervergünſtigungen für ſeinen Export zu machen,
verbieten ſchon die von uns mit anderen Staaten abgeſchloſſenen Meiſt=
begünftigungsverträge
. Man darf auch nicht vergeſſen, daß unſere
künftigen Zölle nicht mehr lediglich Schutzzölle zugunſten unſerer hei=
miſchen
Erwerbszweige ſein können, ſondeen daß ſie, um dem Deutſchen
Reich die ſo nötigen Einnahmen zu verſchaffen, gleichzeitig auch Finanz=
zölle
ſein werden. Dies wird uns den Abſchluß von Tarifverträgen
fehr erſchweren.

Die Franzoſen aber, welche uns jetzt einen Vertrag und ſonſtige
wirtſchaftliche Abmachungen aufzwingen wollen, mögen ſich die Erklä=
rung
Bismarcks ad notam nehmen, ein ſolcher Zwang enthalte eine ſo
ſtarke Verletzung des Nationalgefühls, daß er die Fortdauer des Frie=
dens
frühzeitig beeinträchtigen werde. Jedenfalls wird ein Zwang,
wie ihn jetzt die Franzoſen angeblich planen, für immer einen Stachel
zurücklaiſen, welcher der Völkerverſöhnung entgegenarbeitet.

Wirtſchaftliche Rundſchau.

* Grunderwerbsſteuer=Rücklagen. Nach 88 10. 28
des Grunderwerbsſteuergeſetzes iſt die ſogenannte uneigentliche Grund=
erwerbsſteuer
am 1. Januar 1929 oder an dem ſpäteren Tage, an dem
der betrefeffde Grundbeſitz mindeſtens 10 Jahre bereits erworben war,
zu entrichten, auch ohne daß ein Wechſel im Eigenrum ſtattfindet. Die
Steuer beträgt alsdann 1 Prozent. Für dieſe Grunderwerbsſteuer kön=
nen
nach § 7 des Körperſchaftsſteuergeſetzes ſteuerfreie Rücklagen jähr=
lich
gemacht werden, das iſt bei der Vermögensſteuer, ſowie bei der Auf=
ſtellung
der Goldbilanzen nicht ohne Bedeutung. Zweifelhaft war bis=
lang
, ob zu dieſer uneigentlichen Grunderwerbsſteuer auch der Ge=
meindezuſchlag
von 50 Prozent erhoben werden konnte, der im Falle der
Nichterhebung einer Wertzuwachsſteuer ſogar verdoppelt (100 Prozent)
werden kann, und ferner, ob die ſteuerfreien Rücklagen ſich auch auf
dieſe Gemeindezuſchläge mitbeziehen. Auf eine dahingehende Anfrage
des Hanſa=Bundes hat der Reichsfinanzminiſter durch Beſcheid vom
93. Juli 1924 (III D. v. R42) beide Fragen bejaht. Der Steuerpflich=
tige
muß alſo zum 1. Januar 1929 mit einer Grunderwerbsſteuer von
insgeſamt 2 Prozent rechnen und wird gut daran tun, ſchon jetzt hierfür
entſprechende Rücklagen zu ſtellen. Die Vorſchrift bezieht ſich nur auf
ſolche Grundſtücke, die ſich im Eigentum von juriſtiſchen Perſonen oder
ſonſtigen Perſonenvereinigungen, Anſtalten oder Stiftungen befinden,
nicht aber auf Grundſtücke im Beſitz von Einzelperſonen.

Erwerbsgeſellſchaften.

Weinzentrale A. G., Stuttgart. Die am 6. Auguſt
m Stadtgartenſaal ſtattgefundene Generalverſammlung war von nahezu
200 Aktionären, welche 20 209 000 Stammaktien zu vertreten hatten,
beſucht. Dem Vorſtand und Aufſichtsrat ſtanden 3000 Vorzugs= und
Schutzaktien mit 20fachem Stimmrecht zur Verfügung. Der Gang der
Verhandlungen wurde durch endloſe und zweckloſe Nedereien einer
kleinen Oppoſitionsgruppe, deren Führer Rechtsanwalt Dr. Steinhart
als Beauftragter des Weinhändlers Schnurrmann und anderer unſicht=
barer
Triebkräfte war, durch vieifache Anfragen, welche eine merk=
würdige
Unkenntnis in Aktienſachen und Bilanzweſen verrieten, der=
zögert
, die der Vorſtand fachlich und überzeugend beantwortete. Die
vom Vorſtand vorgelegte Papiermarkbilanz und auch die neu aufge=
ſtellte
Goldmarkbilanz wurden ſchließlich mit überwältigender Stimmen=
mehrheit
genehmigt. Das Oppoſitionshäuflein ſchmolz bis auf Herrn
Dr. Steinhart zuſammen, der am Schluß noch mit 324 Stimmen gegen
die Vorſchläge der Verwaltung ſtimmte. In den Aufſichtsrat wurden
gewählt: Dr. Georg Hengſtberger=Böblingen, Karl Durſch und Fritz
Born=Ulm, Wilh. Heinr. Treſcher=Freiburg, Rudolf Würth und Oskar
Frankenbach=Mannheim und Gottlob Sämann=Stuttgart. Nach der
neuen Goldmarkbilanz veränderten ſich gegenüber dem früheren Vor=
ſchlage
des Aufſichtsrates die Punkte: Liegenſchaften auf 848 400 Mk.
(1064 400), Kapital 1149000 (1 200 000) Mk., Rücklage 4908 (169 908)
Mark. Das Kapital wird demnach auf 1149000 Mk. umgeſtellt, ein=
geteilt
in 47 000 Stammaktien zu je 20 Mk., 1000 Stammaktien zu je
100 Mk., 500 Stammaktien je 200 Mk. und 3000 20ſtimmige Vorzugs=
aktien
je 3 Mk. Weiter wurde eine Kapitalserhöhung bis zu 300000
Mark beſchloſſen. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zum Nenn=
wert
; die näheren Bedingungen ſtellt der Aufſichtsrat und Vorſtand feſt.

km. Weitere Zunahme der Arbeitsloſigkeit, in
Baden. Die Wirtſchaftslage hat ſich nach dem Bericht des badiſchen
Arbeitsamtes in der vergangenen Woche weiter verſchärft. Die Ar=
beitsloſenziffer
hat ſich um tauſend erhöht. In der metallverarbeitenden
Induſtrie nehmen die Stillegungen, Entlaſſungen und Kurzarbeit im=
mer
mehr zu. Verſchiedene Großbetriebe mit tauſenden von Arbeitern
kündigen völlige Stillegungen an. Ein Mannheimer Großbetrieb mit
4500 Arbeitskräften führte Kurzarbeit ein. Ebenſo zwei Großbetriebe
im Murgtal. Die Pforzheimer Schmuckwareninduſtrie arbeitet in ſehr
tarkem Umfange verkürzt. Auf der anderen Seite haben verſchiedene
Betriebe, beſonders ſolche, die Edelfabrikate herſtellen, weitere Auf=
zräge
erhalten. Die Lage in der Schwarzwälder Uhreninduſtrie iſt wei=
ter
geſpannt. Die ſüdbadiſche chemiſche Induſtrie zeigte ſich wieder auf=
nahmefähiger
. Ungünſtig iſt der Markt in der Papierinduſtrie, die
ebenfalls zur Kurzarbeit gezwungen iſt. Dagegen iſt der Beſchäftigungs=
grad
der Weinheimer Lederinduſtrie als gut zu bezeichnen. Im Holz=
gewerbe
iſt namentlich die Möbelinduſtrie ſchlecht beſchäftigt. Außer=
ordentlich
ungünſtig geſtaltet ſich die Lage in der Tabakinduſtrie; ſowohl
im Lahrer, wie Offenburger und Heidelberger Bezirk wurden Betriebs=
ſchließungen
in großem Umfange vorgenommen. Im Baugewerbe iſt
es weiterhin ſehr ruhig.
im. Verband Südweſtdeutſcher Induſtrieller.
In der kürzlich in Karlsruhe im Hotel Germania unter dem

Präſidium des erſten Verbandsvorſitzenden Kommerzienrats H. Stoeff=
Ziegelhauſen bei Heidelberg abgehaltene 53, ordentliche Plenar=
verſammlung
des Direktoriums des Verbandes Südweſtdeutſcher
Induſtrieller wurde nach einer Ausſprache über die derzeitige allgemeine
Wirtſchaftslage zunächſt über die Neuregelung des Liegegeldes nach §32
des Binnenſchiffahrtsgeſetzes beraten. Danach berichtete Verbandsſyndi=
kus
Dr. Mieck über eine Reihe der wichtigſten Punkte der Tätigkeit des
Verbands Südweſtdeutſcher Induſtrieller in der letzten Zeit und machte
Mitteilung von verſchiedenen neuen Verordnungen, die mit auf Be=
treiben
des Verbandes Südweſtdeutſcher Induſtrieller ergangen ſind
und der Induſtrie gewiſſe Erleichterungen in ihrer ſchwierigen Lage
bringen. Ausführlich wurde ſodann verhandelt über die Neuregelung
der Eiſenbahngütertarife. Das Direktorium ſprach ſich im Intereſſe
der Aufrechterhaltung der badiſchen und ſüdweſtdeutſchen Induſtrie ins=
beſondere
für die Aufrechterhaltung der Seehafenausnahmetarife, des
Waſſerumſchlagstarifs und der Staffeltarife aus; ferner für die Ein=
führung
weiterer Seehafenausnahmetarife, von Ausnahmetarifen zur
Ausfuhr über die trockene Grenze und für die Ausdehnung des Waſſer=
umſchlagstarifs
auf weitere Warengruppen. Dringend nötig iſt ferner
der allgemeine Tarifabbau. Bei Durchführung des allgemeinen Tarif=
abbaues
iſt jedoch zu fordern, daß derſelbe ſich nicht auf die Normal=
frachtſätze
beſchränken darf, ſondern in gleichem Maße den zugehörigen
Ausnahmetarifen zugute kommen muß. Einen weiteren Beratungs=
gegenſtand
bildete Die Belaſtung der deutſchen Induſtrie, durch die
Induſtrie=Obligationen.

Deutſche Tabaklieferungen an Italien. Die könig
lich italieniſche Tabakregie hat von allen ausländiſchen Tabakregien als

erſte die ſeit dem Kriege abgebrochenen Beziehungen mit deutſchen Fir=
men
weder aufgenommen. Zunächſt hat ſie mit der Zigarettenfabrik
Bosporus, Berlin, Korintherſtraße, einen Abſchluß auf regelmäßige Lie=
ferungen
getroffen.

Wirtſchaft des Auslandes.

Warnung vor der Auskunftei Probitas, in
Alexandrien. Eine unzuverläſſige Firma in Alexandrien hat auf
Grund der Empfehlung der dortigen Auskunftei Probitas mit deut=
ſchen
Firmen Verbindung erhalten. Das erwähnte Auskunftsinſtitut
hatte ſich dabei auf das Deutſche Konſulat in Alexandrien bezogen. Dem
Konſulat iſt das Auskunftsbüro völlig unbekannt. Es wird dringend
abgeraten, ſich bei Auskunftseinholung des genannten Büros zu be=
dienen
. Das genannte Konſulat iſt jederzeit bereit und in der Lage,
über Firmen in Alexandrien zuverläſſige Auskünfte einzuziehen. Zur
Vermeidung von Verluſten kann nur dringend empfohlen werden, ſich
mit unbekannten ägyptiſchen Firmen ohne vorherige Auskunftseinholung
überhaupt nicht in Geſchäftsbeziehungen einzulaſſen.
Die franzöſiſchen Budgeteinnahmen. Nach der
amtlichen Statiſtik betrugen im franzöſiſchen Budget die Einnahmen im
Juli insgeſamt 2 529 603 700 Franken, die normalen ſtändigen Einnah=
men
beliefen ſich auf 2 420 978300 Franken. Dieſe Summe ſtellt gegen=
über
den Einnahmen des Monats Juli 1923 eine Erhöhung um
612244 300 Franken dar. Die ſtändigen ordentlichen Einnahmen in den
erſten ſieben Monaten des Jahres betragen 3 156 511 300 Franken.
BR. Das Defizit der amerikaniſchen Handels=
flotte
. Nach einem Bericht der Emergeneh Fleet Corporation bezif=
ferte
ſich der Betriebsverluſt der ſtaatlichen amerikaniſchen Handelsflotte
im Juni auf 3 620 734 Dellars gegen 3 940 121 Dollars im Mai.
BR. Stetige Steigerung der ruſſiſchen Petro=
leum
=Produktion. Die Petroleumproduktion Sowjet=Rußlands
für das laufende Jahr wird nach amtlichen Angaben auf 375 Millionen
Pud (3,4 Pud 1 Faß) geſchätzt. Obgleich gegenüber den beiden Vor=

Berliner Fachausſtellung des Verna
Deutſcher Eiſenwarenhändler. Die vom Gau
Berlin des Verbandes Deutſcher 6iſenwarenhändler vom 27./9
d. Js. in Berlin, Neue Welt, veranſtaltete Fachausſtellun=
geſamten
Eiſenwaren= Werkzeuge=, Haus= und Küchengerä
wird trotz der gegenwärtigen Wirtſchaftskriſe die ſtattliche 3
Ausſtellerfirmen aufweiſen. In Verbindung mit dieſer Facha=
wird
eine beſondere Lehrmittelausſtellung gezeigt, welche der
gang der verſchiedenen Gegenſtände, vom Rohſtoff bis zum Fert;
kat, anſchaulich und übrſichtlich angeordnet, darſtellt. 28 der
ſten Fabrikanten haben dieſe Sonderausſtellung mit reichlig
terial beſchickt. Es werden hier die Entwicklungsgrade de
Scheren, Werkzeuge uſw. durch Originalmuſter vorgeführt und
eine gute Idee zur Erziehung von Fachleuten der Eiſenware
verwirklicht. Auch ſoll dieſes ausgeſtellte Material den Fach
zugänglich gemacht werden, damit den Lehrlingen neben ihrer t
ſchen Ausbildung auch die Herſtellung der Gegenſtände praktif.
Augen geführt wird.

Transport und Verkehr.

fm. Internationale Rheinſtrombefahrung
Zeit vm 18. Auguſt bis 13. September 1924 wird ähnlich n
im Jahre 1908 gemäß Artikel 31 der revidierten Rheinſo
eine Strombefahrung des Rheines von Rotterdam aufwärts
durch eine Kommiſſion von Waſſerbauingenieuren der Rhein=
Deutſchland, Holland und Frankreich, ſowie der nach dem Vertre
Verſailles weiterhin in der Rheinzentralkommiſſion vertret
ten Schweiz, England, Italien und Belgien ſtattfinden. Die
ſion trifft nach dem Bereiſungsplan am 4. September 1924
Dampfer Preußen der Rheinſtromverwaltung Coblenz in Ma
ein und wird am gleichen Tage die Hafenanlagen von Mann
Ludwigshafen beſichtigen. In der Zeit bis 13. September
Fahrt bis Baſel fortgeſetzt, wobei u. a. die Hafenanlagen von S
Karlsruhe, Lauterburg, Straßburg=Kehl und Baſel beſichtigt w
Die Kommiſſion wird ſich mit dem Zuſtand der Schiffahrtsſtraße ur
Hafenanlagen lediglich in techniſcher Hinſicht befaſſen.

Fachliteratur.

* Gold= und Silberpapiere‟. Welche Papiere ſol
kaufen, behalten, umtauſchen im Hinblick auf die kommenden Golé
zen? Von Albert Oskar Adolf Tiernſtein. Erſchienen Mai
im Goſipa=Verlag, Kiel; broſchiert 1,80 Mk. Dieſe in geſchm
Umſchlag erſchienene Broſchüre ſteckt ſich zum Ziel, ſchon jetzt K.
über die Goldbilanzmöglichkeiten der Aktiengeſellſchaften zu ſd
deren Aktien an der Berliner Börſe amtlich notiert werden, und
dieſer Aufgabe, ſoweit jetzt ſchon Anhaltspunkte vorhanden
Hand genauen ſtatiſtiſchen Materials völlig gerecht. Die Effekter
eſſenten und Aktienbeſitzer werden an Hand von Ratſchlägen
Berechtigung ſich bereits aus den inzwiſchen bekannt gewordener
ſammenlegungsnachrichten ergab,, vor Verluſten geſchützt, die au
Goldbilanzierung zwangsläufig reſultieren müſſen. Die Broſchüi
hält dauernden Wert und iſt überall durch den Buchhandel zu be

Warenmärkte.

jahren eine langſame aber ſtetige Steigerung von 11 bezw. 17 Prozent
zu verzeichnen iſt, bleibt die ruſſiſche Petroleum=Erzeugung immer noch
um 38 Prozent hinter der Vorkriegsproduktion, die 1913 598 Millionen
Pud betrug, zurück. Während die Erdölförderung im Bezirk von Bakn
auf 57 Prozent der Vorkriegserzeugung veranſchlagt wird, wird ſie in
den Bezirken von Grosny und Emba auf 30 bis 33 Prozent unter den
Vorkriegsziffern geſchätzt.
BR. Weiterer Rückgang der mexikaniſchen Petro=
leum
=Erzeugung. Die Petroleumproduktion in Mexiko hat im
Juni einen weiteren Rückgang erfahren. An ſchweren Oelen wurden
insgeſamt 7 750 000 Faß gegen 9023000 Faß im Mai gefördert, während
die Produktion von leichten Oelen 320000 Faß gegen 3 278000 Faß
im Mai betrug.
BR. Kreditverhandlungen der ungariſchen Zucker=
induſtrie
. Der Bedarf an liquiden Mitteln, die die ungariſche
Zuckerinduſtrie zur Durchführung der diesjährigen Kampagne benötigt,
beläuft ſich auf 60 Millionen Goldkronen. Davon ſind bereits 20 Mil=
lionen
Goldkronen durch ausländiſche Kredite aufgebraucht, während 10
Millionen Goldkronen den Induſtriellen durch die Ungariſhe National=
bank
zur Verfügung geſtellt werden. Die reſtlichen 30 Millionen Gold=
kronen
ſollen durch Aufnahme weiterer ausländiſcher Kredite, über die
gegenwärtig verhandelt wird, zuſammengebracht werden.
B.R. Rückgang der auſtraliſchen Wollerzeugung.
Die Wollproduktion Auſtraliens und Neuſeelands in der Saiſon 1923=
1924 beläuft ſich nach einem Telegramm aus Sydney auf 2 368 461 Bal=
len
gegen 2 501 442 Ballen im Vorjahr. Zum Verkauf gelangten in
der Saiſon 2 202037 Ballen gegen 2 409 281 Ballen im Vorjahr. In=
folge
der Preisſteigerung am Wollmarkte wurden in der abgelaufenen
Saiſon für verkaufte Wolle 64 929 298 Pfund Sterling gegen 54 169 743
Pfund Sterling im Vorjahr erzielt, d. h. ein Durchſchnittspreis von
29 Pfd. 9,9 Schill. pro Ballen gegen 22 Pfd. 9,8 Schill. im Vorjahre.
B.R. Gründung einer italieniſchen Kreditbank.
Unter der Firma Inſtituto di Credito per le Impreſe de Pubblica
Uttilita iſt mit dem Sitz in Mailand ein neues Kreditinſtitut ins Leben
gerufen worden. Das Kapital von 100 Millionen Lire iſt von der italie=
niſchen
Staatsbank, den großen Verſicherungsgeſellſchaften, dem Natio=
nalen
Verſicherungs=Inſtitut und dem Nationalen Sozialen Verſiche=
rungs
=Fonds übernommen worden. Zweck des Unternehmens iſt die
Kreditbeſchaffung für Gemeindebetriebe, wie Elektrizitätswerke, Waſſer=
werke
, Straßenbahnen uſw.. Das Inſtitut iſt autoriſiert, derartigen
Unternehmungen Kredite gegen hypothekariſche Sicherheit bis zu der
Hälfte des Grundwertes einzuräumen und Obligationen auszugeben,
für die die hypothekariſchen Guthaben als Unterlage dienen ſollen.
BR. Die argentiniſche Handelsbilanz. Nach den
Ende Juli veröffentlichten endgültigen Ziffern war die argentiniſhe
Handelsbilanz in 1923 mit 97 Millionen Goldpeſos paſſiv. Die Einfuhr
hatte einen Wert von 771 Millionen die Ausfuhr einen ſolchen von 863
Millionen Goldpeſos. Im laufenden Jahr hat ſich der Einfuhrüber=
ſchuß
erheblich verringert, denn in den erſten 6 Monaten weiſt die Ein=
fuhr
gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres einen Rückgang um 25
Prozent auf, während die Ausfuhr der Menge und dem Wert nach zu=
genommen
hat.
BR. Die Gummi=Erzeugung in 1924.: Die Weltgummi=
erzeugung
im laufenden Jahr wird auf insgeſamt 421 000 To. gegen
412 771 To. im Vorjahre geſchätzt. Davon entfallen 390 000 To. (300 363
To. i. V.) auf Plantagengummi. Der Konſum der Vereinigten Staa=
ten
wird auf 316 000 To. gegen 300 000 To. im Vorjahr veranſchlagt.
* Aktive Handelsbilanz Finnlands. Die finniſche
Handelsbilanz weiſt, wie das Inſtitut für Finnlandkunde der Univerſität
Greifswald mitteilt, für den Monat Juni ſeit längerer Zeit wieder zum
erſten Male eine größere Ausfuhr als Einfuhr auf. Einem Import von
441 Millionen Finnmark ſteht ein Export von 515 Millionen Finnmark
gegenüber. Seit November vorigen Jahres war die Handelsbilanz ſtets
paſſiv geweſen, die jetzige Aktivierung der Handelsbilanz bedeutet jedoch
noch nicht eine beſonders günſtige Entwicklung des finniſchen Außen=
handels
, da die Sommermonate infolge der wieder lebhafter einſetzen=
den
Holzexporttätigkeit faſt ſtets eine größere Ausfuhr als in den ſtillen
Wintermonaten aufweiſen.
* Induſtrie=Hypothekenbank in Finnland. Die
vor einiger Zeit gegründete Induſtrie=Hypothekenbank in Finnland wird,
einer Mitteilung des Inſtituts für Finnlandkunde der Univerſität Greifs=
wald
zufolge, demnächſt ihre Tätigkeit aufnehmen. Der finniſche Reichs=
tag
hat die Staatsgarantie zu einer Anleihe von höchſtens 550 Millionen
Finnmark bewilligt. Die in London ſtattgefundenen Verhandlungen
führten zur Bewilligung einer amerikaniſchen Anleihe von 12 Millionen
Dollar zu 7 Prozent. Darlehen ſollen nur gegen Hypotheken auf In=
duſtrieanlagen
ausgegeben werden.

Meſſen.

* Nahrungs= und Genußmittelausſtellung in
Köln. Heute Sonntag vormittag wird im Beiſein der Behörden die
Anuga (Allgemeine Nahrungs= und Genußmittel=Ausſtellung), welche
alljährlich im Rahmen der Hauptverſammlung des Reichsverbandes
Deutſcher Feinkoſtgeſchäftsleute e. V. Berlin ſtattfindet, eröffnet. Die
Ausſtellung iſt von 350 Ausſtellern aus dem ganzen Reich beſchickt.
Eröffnung der Saarländiſchen Möbelmeſſe.
Kürzlich iſt in Saarbrücken unter ſtarker Beteiligung der wirt=
ſchaftlichen
Organiſationen und Behörden die erſte Saarländiſche Möbel=
meſſe
eröffnet worden. Der Vorſitzende hob in ſeiner Anſprache mit
Necht hervor, daß die Möbelmeſſe auch an ihrem Teil zeige, daß aus
den eigenen bodenſtändigen Kräften des Saargebiets heraus die Mög=
lichkeit
geboten werde, zu beweiſen, daß das künſtlich von Deutſhland
und ſeiner Kultur abgetrennte Saargebiet das deutſche Kulturgut zu
wahren wiſſe.

* Von den ſüddeutſchen Waren= und Produk
märkten. Von den ausländiſchen Getreidemärkten wurden f.
ganze Woche hindurch bald höhere, bald ſchwächere Preiſe gekabelt
neigt die Grundtendenz eher zur Schwäche und im Vergleich zu
Forderungen der Vorwoche ſtellen ſich die Preiſe etwas niedriger.
fragt blieb hauptſächlich Hardwinter II und es war darin auc
ziemlich lebhaftes Geſchäft zu verzeichnen. Hardwinter II, ſeeſd
mend, nannte man mit 14, geladene oder in Ladung ſich befir
Ware mit 13,95 und per Auguſk und September=Verſchiffung 139
fl., die 100 Rg. eif Rotterdam. Manitoba=Weizen, wie auch
Weizen gingen nur wenig um, da die Preiſe für dieſe Proveni
höher als für Hardwinter lauten. Roggen war in ruſſiſcher, ſeeſch
mender Ware, zu 11,40 bis 11,50 holl. fl. per 100 Kg. eif Rott=
am
Markte. Für Donaugerſte 6768 Kg. ſchwer, 3 Prozen X
ſeeſchwimmend, verlangte man 12,70, für Canada=Weſtern=Hafer
ſeeſchwimmend, 10,80, 5152 Kg. Liban, prompt 10,50; für
Plataware, in Rotterdam eingetroffen, 9,65 und für ſpätere Lieſe
gen, je nach Termin, 1010,30 holl. fl. für die 100 Kg. eif Rotter!
Das Geſchäft in Inlandsgetreide war dagegen lehhaf
ſteigenden Preiſen. Befeſtigend wirkte die anhaltend regneriſch
terung und die Berichte, die beſagen, daß der Weizen zum Lei
ſchnitten auf dem Felde liege, und man bezüglich des Ausfalls der
große Befürchtungen hege.
Die Getreidepreiſe im hieſigen Verkehr lauteten zuletzt für 10
waggonfrei Mannheim für: Weizen, inländiſcher Herkunft, A=
ausländiſcher
24,5027, Roggen, inländiſcher, 17,5018, ausländ
18, Gerſte 20,5022,50, Hafer, inländiſcher, 18 und Mais, geſbe=
Sack, 17,75 bis 18 Gm.
Am Mehlmarkte beſtand bei guter Nachfrage des Kot
lebhaftes Geſchäft. Weizenmehl, Spezial Null, Mannheimer Fal
wurde von den Mühlen zu 33,5033,75 Gm. die 100 Kg. offerierk,
rend die zweite zu 32,75 bis 33 Gm. per 100 Kg. frei Waggon 2
Mannheim als Verkäuferin am Markte war. In amerikaniſchem
zenmehl ſtellten ſich die Preiſe auf 29,5030 Gm. die 100 Kg. frei
gon Mannheim. Franzöſiſches Weizenmehl wurde zu 31,5034 01
100 Kg. frei Grenzſtation gehandelt. Verſteigerungen fanden in.
Woche keine ſtatt. In Roggenmehl finden ſpeziell die norddeutſche.
ſchleſiſchen Fabrikate mehr Intereſſe. Roggenmehl pommerſcher
kunft, nannte man mit 25 Gm. die 100 Kg. eif Mannheim und
ſiſche Roggenmehle mit 2223 Gm. die 100 Kg. frei Waggon
ſcher Mühlenſtationen.
Für Futtermittel hielt die gute Nachfrage an. Die
ſind gegenüber der Vorwoche etwas geſtiegen. Malzkeime werd
10,8511 Gm., Biertreber zu 12 Gm. ab bayeriſchen Verladeſtal
bezw. zu 12,75 und 14 Gm. die 100 Kg. bahnfrei Mannheim OII
Trockenſchnitzel aus alter Ernte koſten 13,50 Gm. die 100 Kg. ſe"
gon Mannheim, während für Trockenſchnitzel aus diesjähriger
per Oktober= bis Dezemberlieferung 11 Gm. für die 100 Kg. 00 4
fabrikſtationen verlangt werden. Weizenkleie wird mit 11h
Rohzuckermelaſſe mit 8,50 und raff. Melaſſe mit 6,50 Gm. die 4e
frei Waggon Mannheim notiert.
In Malz war das Geſchäft lebhafter. Die Preiſe ſtellten
gute Winter=Malze mit Analyſe auf 40 Gm., für mittlere So.
3638 Gm. und für geringe Qualitäten auf 3335 Gm. per. 4
ab Malzfabrikſtationen.
Hülſenfrüchte lagen feſter, da die Witterung für oie
nicht günſtig iſt.

Von Oelſaaten hatte Raps unveränderten Markt Il.
Preiſe lauten unverändert zwiſchen 33,8034 Gm. die 100 As

Waggon Mannheim.
Der Inlandmarkt für Tabak verlief dieſe Woche geſce
In den Vorgärerlagern iſt man jetzt vollauf mit der Verprellt
1923er Obergut=Tabake beſchäftigt. Für die im Felde ſtehenoe
die Witterung fortgeſetzt günſtig, doch dürften die Niederſchial
aufhören, damit die Pflanzen ausreifen können. Auch "
ruht das Geſchäft.
w Berliner Produktenbeuicht. In ueberein!
mit der feſten Haltung Amerikas fand hier im Produktenl.
Brotgetreide, ſowie für Hafer und Gerſte eine Preiserhohuns
vorliegenden billigeren Offerten ſind zurückgezogen bzw. ehe
Das Geſchäft nahm aber größeren Umfang nicht an.

Börſen.

* Frankfurter Börſe. Wochenbericht
vom 11.16. Auguſt. (Eigener Bericht.) Die Schwierigtel

im Verlauf der Woche bei den Londoner Verhanoluus

haben, und die manchmal ſogar den Fortgang der Konferkn.
den ſchienen, blieben natürlich nicht ohne Einfluß auf die. K
Börſe. Es iſt aber bemerkenswert, daß dieſer Einfluß nicht.
var, denn tatſächlich bewahrte die Börſe auch an den T.

eine feſte Grundtendenz, und das Kursnivegu ha.
Schwankungen auf einzelnen Gebieten im Großen und.
wenig Veränderungen erfahren. Die Spekulation hieit. L
zuverſichtlichen Beurteilung der Konferenz feſt, und Gübe
die Stimmung durch Käufe für ausländiſche Rechnung..

eine gewiſſe Stütze. Einige Sondergebiete, wie der At
aktien und die Petroleumwerte, hatten ſogar eine ausbeit.
Haltung aufzuweiſen, ebenſo behauptete der Einheitsma."
ohne größere Einbußen. Das Geſchäft in heimiſchen Mei.
gegen eine Einſchränkung. Bereits an der Montagsborſe

nachdem die Kurſe zuerſt ſprunghafte Erhöhungen erſa9."
ſcharfer Nückſchlag ein, und an den folgenden Tagen Loe

wiederholt ſehr ſtarken Kursſchwankungen ausgeſett, La"

Gründe dafür zu erkennen waren. Das Kursnibeau Fro‟
gegen Ende der Woche auch hier wieder etwas und die Löles.
wieder ſeh: lebhaft.

[ ][  ][ ]

nuer 228.

Darmſtädter Dagblatt, Sonntag, den 17. Auguſt 1924,

Seite 15.

Das deutſche Herz.
Roman von Adolf Schmitthenner.

(Nachdruck verboten.)
Ss läßt ſich ſo nicht machen, liebe arme Urſa.
haſt recht, es muß werden. Aber es ſoll jetzt wer=
den
, ehe, ich ſitze geduldig da und warte. Fange an!
reden?"
türlich.
ir denn, in Gottes Namen, ſagte er gehalten. Er nahm
den hl, trug ihn an die entgegengeſetzte Seite des Tiſches,
ſetzte- ihr ritterlich gegenüber und ſah ſie freundlich an.
a, warum iſt doch die Flamme auf deiner Stirne ſo
blaß rorden?
wird noch bläſſer werden, ſagte ſie leiſe, und ſchließ=
lich
e ich einen todweißen Flecken da oben haben. Die
Leut=o erden ſagen: Pfui, das häßliche Mal!
3. glaube ich nicht! Urſa, alles, was dir von innen
heran ommt, kann dich nur ſchöner machen. Nur was man
dir außen zufügt, kann dich häßlich machen. Wenn du die
Frauu gtin in Oppenheim biſt, darfſt du keine Haube tragen
wie nderen Vögtinnen meines Vaters. Du mußt die Haare
immes ie ein Dirnlein tragen, nichts anderes darauf als ein
Rran-/ erſprich mir das.
glaubſt du denn, daß ich immer jung bleibe?"
ange ich lebe, ſollſt du es. Ach, mein Vater iſt ſo furcht=
O
) glaubt deine Mutter nicht. Was ſchauſt du mich
muß immer daran denken, daß dort auf dem blaſſen
Mal inſt eine flammende Flamme zu ſchauen war. Wer iſt
chulS ran, daß ſie nimmer da iſt? Ich oder der andere,
der a ich ſo geduldig wartet in der Kammer?
: beide miteinander. Vor dem andern iſt die Flamme
lötzl) rſchrocken und hat zurückgeſchlagen und hat ſich ver=
roche
Und vor dir ſchämt und ſcheut ſie ſich und traut ſich
ſicht or.
4bſt du nicht, daß ich ſie locken kann mit meinen
ugen
zarten Blicken, ja; vor heißen fürchtet ſie ſich.
U errötete. Ihre Augen verdunkelten ſich, wie wenn ihr
ſicht rginge in einer aufquellenden Flut.
eicht geht es ſo noch ein wenig raſcher?
E hob ſich und näherte ihrem Haupte ſeine Lippen.
: nur leiſe, oben drüber hin, flüſterte ſie; ſo wie der
orgT ockenklang die blaſſen Lindenblüten küßt.
dehe! rief er. Jetzt biſt du wieder ganz bleich ge=
orde

Die Flamme fürchtet ſich vor ſich ſelber. Laß ſie nur, ſie
kommt von ſelber wieder. Du mußt ein wenig wegſchauen. Ich
tue es auch.
Ich ſehe deinen Schatten an, wie er ſich ſo freundlich zu mir
neigt. So werde ich immer tun, immer.
Und ich ſehe über deine Haare hin, die ganz dunkel ſind;
meine Blicke ſtreifen gerade drüber hin und verlieren ſich an der
trüben Wand. Ach, wie ſchön wäre es!
Was meinſt du?"
Wenn wir jetzt im Freien wären, ganz allein, am Wald=
ſaum
. Buchenwipfel über uns und blauer Himmel. Und die
Morgenſonne käme von der andern Seite über den Berg und
ſchüttete ihre Strahlen in dein Haar! Und es ſchimmerte, leuch=
tete
, ſprühete Feuer. O, das möcht ich ſehen, vom Roſſe herunter!
Zwiſchen Morgenrot und Reitertod! Das wäre ſchön! O, dann
würde ich dich umfaſſen!
Ich würde in den Bügel ſteigen.
Wir würden uns küſſen, aber anders als vorhin.
Doch nur einen Augenblick lang!"
Ada! Und dann raſſeln wir, die Kameraden und ich, den
Berg hinunter und hauen ein und brechen durch die Piken. Ein
Stoß in die Bruſt. Noch iſt dein Kuß nicht kalt geworden. Das
entſtrömende Leben nimmt ihn mit. Und es wächſt aus meinem
Blut eine rote Roſe mitten im Kornfeld. Das iſt dein Kuß, Urſa.
O, ſchau mich doch wieder an!
Wie du befiehlſt, Herrin! O ſiehe, das Flämmchen zuckt!
Beſchrei es nicht!
Was ſuchen deine Augen im Zimmer umher?
Du haſt mir ein Geſchenk zugeſagt. Du haſt es getan höhniſch
und grimmig. Du warſt ein törichter, trotziger Knabe. Aber ich
faſſe dich beim Wort und ſuche nach einem Angebinde. Ich habe
gefunden, was mir lieb iſt. Dort das Blatt Papier, falls es auch
auf der andern Seite unbeſchrieben iſt.
Sie ſtand auf und holte das Blättlein von der Fenſterbank.
Es iſt ganz rein, nur hier ein Flecken. Iſt das Blut? Von
deinem lieben Blut?
Als ich vorhin dort im Fenſter ſtand und zielte, hat mir der
Hahnen auf den Finger geſchlagen und die Haut zerriſſen. Ich
achtete der Sache nicht und ließ das Blut rieſeln. Ich ſah einem
fallenden Tropfen zu und dachte: er beſudelt den dunklen Fenſter=
teppich
, und freute mich, daß er auf das Blatt fiel, das du in
Händen haſt.
O, ſieh doch, wie die Liebe findig iſt, und wie ein großes
Geſchick ſich nicht ſchämt, ganz klein zu werden, einen fallenden
Tropfen zu regieren und auf ein fliegendes Blatt zu legen. Aber,
weißt du, nur für die Liebenden iſt es ſo. Du haſt das Blatt für
mich geſiegelt. Ach, und wie die Liebe findig iſt!
Urſa! rief Hans und ſah die Dirne voll Erſtaunen an. Wer
hat dich alſo reden gelehrt?

Dult ſacte ſe und wurde über ud über rot m holder.
Freude.
Sinnend fügte ſie hinzu: Aber es war etwas in mir, was
lernen konnte. Ganz ſchnell habe ich es gelernt, als ich in den
Armen des andern lag und an deine Liebe dachte.
O, ſchweig! rief er ſchmerzlich und hielt ſich die Hände vors
Geſicht.
Hier! ſagte ſie und ſchob ihm Tinte und Feder hin. Schreibe
mir etwas Großes uind Zartes über die Liebe auf dies Blatt.
Die Stunde iſt eine heilige Stunde für dich und für mich.
Da ſoll uns die Bibel das Wort geben.
Er langte die heilige Schrift vom Schaft herunter und ſetzte
ſich vor ſie hin. Zuerſt ſchlug er des Apoſtels Paulus hohes Lied
von der Liebe auf und las es halblaut vor ſich hin.
So weit ſind wir noch nicht, ſagte er und lächelte. Wir
gehören noch ins alte Teſtament hinein. Er ſuchte eine Weile,
dann ergriff er die Feder und ſchrieb in feſten, klaren Zügen aus
dem hohen Liede des Salomo, dem letzten Kapitel:
Liebe iſt ſtark wie der Tod, und Eifer iſt faſt wie die Hölle.
Ihre Glut iſt feurig und eine Flamme des Herrn, daß auch viel
Waſſer nicht mögen, die Liebe auslöſchen, noch die Ströme ſie
erſäufen. Wenn einer alles Gut in ſeinem Hauſe um die Liebe
geben wollte, ſo gälte es alles nichts.
Hans von Hirſchhorn."
(Fortſetzung folgt.)

Melaktetts
Heitmanns Entfärber

enifernt

entfärbi

beseitigt

ausgelaufene Farben

aus bunter und weißer Wäsche
farbige Stoffe
m
selbst die zartesten Gewebe
Flecken
(I. K. 10141

von Obst, Rotwein, Kaffee, Kakao und dergl.
Unschädlich für alle Stoffe. Mühelose Anwendung.
Man achte auf die Marke Fuchskopf im Stern.
Erhältlich in Drogerien und einschlägigen Geschäften.

TV. 10386

Reliegs Litskauf
in
Gurken=,
zohner 7d Kraut=
er
au eben von
an; 9 Repara=
ſren
w en ange=
(*23629
ferei er & Finkel
eſſungat e. 99, III.

Hir üchtk
Er/ iſch
Fre Jſiſch
ſtenstraphie
Naſcte Schreib.
Buchke )rung
beginnen
9. Auguſt
2 eldg. von
U. bor bis- 9 1
bends
gans glöſſer
Schwal tr.
Nathexs k rein
gewdd kad, geb.
ehr, T) r. a, al
iele. 2
annſtri 1. B8134

(Deutſches Reichspat
das einzigartige organiſche Wäſche=Einweichmittel ſchont die Wäſche, wie es bei keinem anderen Verfahren erreicht wird, und
ſpart in erbeblichem Aaße Geife, Arbeit, Zeit und Benrenng!
Zu haben in den einſchlägigen Geſchäften. Fattinger=Werke A.=G., Berlin NW 7.

TI,lich

Beſ. äulein

V. länger
vſ. Haus=
Hat, ſucht
Ang. u
ſt.
rl. Frau
hen und
Ang.; u.
2ſt. Ces

au ſucht
Däftig.,
Sſcht

Rale.
rin
a b rit guten
eulgniſii Stelle be
H9 vd. einz.
Dor
rebote an
A. Gssart
Da=) radt
Wittmel - 40, II.
ſehme arb, als
beimarb p. Tag
50, Gſchſt.*
Guter- =lickerin
nimmt. Kunden
an. Anoſl rr. J 131
*23623
abends
Feſtchäft.,
Sſtaurat.

eamtentochter, 19j,
O höhere Schulbil=
dung
, muſik., in all.
Hausarb, ſowie im
Kochen bewand, ſucht
zwecks Weiterbild. im
Haushalt u. geſellſch.
Formen baldigſt Auf=
nahme
als
Haustochter
in nur beſſ. Hauſe, wo
Hilfe vorh. Beding
engſt. Familienanſchl.
Schlicht um ſchlicht.
Darmſtadt bevorzug:
Gefl. Angeb. u. J140
Geſchäftsſt. (10394

Jg. kinderl. Ww. aus
gut Fam. i all Zweig
d. Haush. vertraut, ſ.
paſſ.Wirkungskr. auch
frauenl. Haushalt.
Angeb. unt, K 9 an
die Geſchſt. (23669

Männlich

Gewiſſenh. ſtrebſam.
Mann, 36 J., ſucht Be=
ſchäftig
, gleich welcher
Art, v. Ber, Schloſſer,
an ſelbſtänd. Arb. ge=
wohnt
. Angeb. u. K1
23656
Geſchſt.

Expedient
22 Jahre, ſ. Stellung.
Angebvie u. T 123
Geſchäftsſt. (*23577

Ich ſuche für meinen
Sohn, 19 Jahre, mit
Einjähr=Zeugn. eine
Volontärſtelle
einem guten
Detailgeſchäft,
bevorzugt
Zigarrengeſchäft
ngeb. u. J 94 an
25488
die Geſchſt.

K
für Büro ſofort ge=
ſucht
. Angeb. unter
J119 an die Ge=
ſchäftsſtelle
. (23569

Einlegerin
ſofort geſucht. (*23665
Druckerei Garbs
Landwehrſtraße 37.

Stütze
welche kochen kann u.
Hausarbeit Abernimmt,
zum ſofortig. Eintritt
ſohne. Familienan=
ſchluß
) geſucht. Gehalt
40 Mk. Hausmädchen
vorhanden. (10355sg
Billa Maria
Bwingenberg/Heſſen)
Darmſtädterſtr. 23,

Tüchtiges, gewandtes
Mädchen
m. gut. Zeugniſſ., das
kochen kann u. Haus=
arb
. übernimmt, zum
15. Sept. oder früher
geſ. Vorſtell, zw. 3
und 5 Uhr. (*23630
Näh. Geſchäftsſtelle,

Aelteres, zuverläſſ.,
tüchtiges (*23620
Zimmer=
mädchen

mit guten Zeugniſſen
auf 1. Sept. geſucht.
Penſ. Internationgle
Saalbauſtr. 72.

Aelter, Ehepaar ſucht
einfacheStütze
für alle Hausarbeit.
Martinſtr. 2½, II.,

Weiblich
Ein mit allen Büro=
arbeiten
vertrautes
Fräulein mit höherer
Schulbild., aus nur g
Fam., aushilfslv. als
Privatſekretärin
inzelſtund. geſ.
Gefl. Ang. u.127
Geſchſt. erbet. (ersese

Stenotypiſtin
traut, ſofort geſucht.
Angeb. mit Zeug=
nisabſchriften
u. Ge=
haltsanſprüchen
unt.
J113 an die Ge=
3570
ſchäftsſtelle.

Brat
williges Mädchen
Süber
erſtraße

Ordentlich., fleißiges
Mädchen
vom Lande geſucht,
nicht unt. 20 Jahren.
Bormuth, Darmſtadt,
Kahlertſtr. 42, (23573

Ein in Küche und
Hausarb. erfahrenes
ſolid. Alleinmädchen
zu älterem Ehepaar
geſucht. Zeugniſſe
mitbringen. Fuchs=
ſtraße
20, pt. 423567

In kinderloſen, herr=
ſchaftl
. Haush. wird
Alleinmädchen
nicht unt 30 Jahren
geſ., das ſelbſt, ar=
beitet
, kocht u. backt,
u. Wert auf Dauerſt.
legt. Ausf. Angeb. u.
J 138 Geſchſt. (*23637

W ERSPARRT.

I.7520

für sämtliche Industric- und Gewerbezweige
erziclt der
MWM-DIESELMOTOR
ohne Kompressor

Denn dieter
jederzeit betriebsbereite Dauerbetricbsmofor
licfert bei cinem Preise von 2‟½ Pfg. pro PSlSt. de kwist. zu 4 Pfg.

forden Se unter Angsbe ires Nafbelafs Bofant Unterbindlioches Lngebot.

Männlich

Reiſender
für Holz= u. Kohlen=
verk
., auf Proviſion.
Zu erfragen an der
Geſchäftsſt. (*23640

Hausburſche
gel. Schreiner oder
Weißbinder dauernd
geſ. Ang. u. K11 an
die Geſchſt. (10419

Sücht. Schreiner
ſofort geſ. G236os
Philipp Kunz
Marktplatz 7.

Laufburſche
Bismarckſtr. 5, (*

Haustochter
nicht unter 17 Jahren,
zum 1. X. geſ. (*23668
Dieburgerſtr. 56, pt

iſt esfür jeden Geſchäftsmann zu wiſſen, daß
Inſerateim Darmſtädter Tagblatt: dasbeſte
Propagandamittel zurKundenwerbung ſind/
Durch weiteſte Verbreitung bürgt das Darm=
ſtädier
Tagblatt für unbedingten Erfolg

Mädchen mit guten
Empfehl. ſof. geſucht.
andwehrſtr. 6 (28807

Erſtklaſſige Exiſtenz=Möglichkeit
für Jedermann.
In Anbetracht großer Arbeitsüberhäufung haben wir uns entſchloſſen, Ver=
tretungen
unſeres ſeit Jahren vertriebenen, erſtklaſſig,, vielbegehrten Artikels
zu vergeben, welcher haupt= oder nebenberuflich (Herren und Damen) ohne
viel perſönlichen Zeitaufwand hohe und abſolut riſikoloſe Verdienſtmöglichkeit
bietet.
Dieſe Vertretung ſetzt Sie in die Lage, einfach und mühelos Ihr Einkommen
weſentlich zu erhöhen.
Wir überlaſſen gewiſſenhaften Bewerbern ein Kommiſſionslager je nach der
Größe des zugewieſenen Platzes, wodurch ſich für Sie für je 100 Renten=
mark
ein Reinverdienſt von 215 Rentenmark ergibt.
Bezahlung der von uns gelieferten Ware hat erſt nach Verkauf derſelben
an uns zu erfolgen.
II.zch 10405
Riſiko demnach für Sie ausgeſchloſſen. Organiſation erfolgt durch uns.
Unſeren bisherigen Kundennachweis ſtellen wir ſtets koſtenlos zur Verfügung,
Kein perſönlicher Beſuch Kein Büro Kein Lagerraum
Sie erhalten gegen Einſendung von R. M. 5. (grüne Zahlkarte Poſtſcheck=
konto
Nr. 28908 oder Einſchreibebrief) die obengenannte Ware und genaueſte
Anweiſungen franko durch uns zugeſandt.
Continental Cy. München, Glückſtr. 3.

Wir ſuchen für unſere erſtklaſſig.
Zigaretten= und Rauchtabak=
Fabrikate für Darmſtadt
tüchtig., arbeitsfreudigen
Vertreter
Es wollen ſich nur Herren melden,
welche vorgenannten Bezirk mit Er=
folg
bereiſt haben und bei der ein=
ſchlägigen
Kundſchaft nachweisbar
gut eingeführt ſind. Offerte mit
Angabe od. ſonſtigen Vertretungen
nur unt. Aufgabe erſter Referenzen
unter P. T. 4865 an Ala Haaſen=
ſtein
& Vogler, Frankfurt a. M.

a
empfohlener (10400sa
Vorarbeiter
mit guten Erfahrun=
gen
in Futtermittel=,
Düngemittel=, Ge=
treide
= u. Sämereien=
Lager geſucht. An=
gebote
unter I 143
an die Geſchäftsſtelle
ds. Blattes.

möglich dch. Verkauf
eines vorz. Artikels.
Kriegsinval., ſtellenl.
Kaufl. erfahren Näh
Schloßgraben Nr. 13,
Büro, (10403go

=Alleinvertrieb.
Ich beabſichtige die
Alleinvertretung m
patent. in Berlin u
and. Städten mit gr.
Erfolg eingef. Ge=
brauchs
=Wirtſchafts=
Maſſenart. an organi=
ſationsf
. Herren oder
Fa,, die über mind
20). Barbetriebs=
kapital
verf. abzugeb.
Al. R. Schade, Frank=
furt
a. M., Mertonſt. 12.

fleißig, mögl. b. Wirte
u. Lebensmittelgeſch.
am Platze eingeführt,
von hieſ. alten Wein=
handlung
und Likör=
fabrik
alsbald geſucht
Angebote m. näheren
Angaben unter J 139
Geſchäftsſt. (*236:
V

Größere

ſucht äußerſt tüchtigen
Schloſſermeiſter für
Dampfkeſſel, Dampf=
maſchin
., Drehſtrom=
ſchinen
. Zeugniſſem
erbeten unter J 145 gefertigt

30 Mk. täglich
verdien, ſtrebſ. Herren
mit Bekanntenkr. d.
Vertrieb unſ. überall
leicht verkäufl. Haus=
haltartikel
. Schreiben
Sie noch heute an pöt=
ters
& Grenſenbach, Ham= 8119, III.HIbg

anlage u. Arbeitsmas Schreibmaſchin.=
Arbeiten
genauem Lebenslauf jeder Art werden an=
(9633a
Geſchäftsſt. (23648 Eliſabethenſtr, 57, pt.

Angeſehene Fabrik chem. techn. Produkte
ſucht tüchtigen
Reiſevertreter
gegen hohe Proviſion.
Nur ſeriöſe Herren, die in Kolonialiuaren=
Geſchäften gut eingeführt ſind und auf
dauernde Stellung reflektieren, wollen ſich
melden. Angeb. unter K 8 Gſchſt. (10412

Alte
angeſehene
Ingenieur= und Baufirma für Waſſer=
verſorgungs
= und Entwäſſerungs=
anlagen
ſeder Art und jeden Umfanges,
Brunnenbau mit Filter= und Brunnen=
konſtruktion
eigenen Syſtems, Rohr=
verlegungsarbeiten
, Enteiſenungs=,
Entſäuerungs= und Entmanganungs=
Anlagen, Abwaſſer=Reinigungs= und
Kläranlagen ſucht geeignete Fachleute
als Vertreter zur proviſionsweiſen
Werbung von Arbeiten. Ausführliche
Angebote erbeten u. B. N. M. 6506
an Ala-Berlin NW 6. (II.B.102

[ ][  ]

nehm
Ernf
Bedin=
Selb
hält n
von d
Quadr
meind
noch 6
über
ſtaltur
Zeit
ung d
Freier
Satzes
wertig
hat ſie

Beiw
loſen

man
Wekt
Ange
allen
mit
gont
die
San
wärt
Zun

ab
Ail
beſo
gege
mac
teile
He
lun
men

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Auguſt 1924.

Nummer

Esther Carena, Dary Holm, Fred Immler

Dodo als Hundefänger
Fox-Komödie in 2 Akten. (10303fsgo

Herrngarten
Heute ab 11 Uhr
Großes Früh=Konzert

Eintritt nur 30 Pfg. 4 Perſon. Eintritt
von 111a1 Uhr nur gegen Eintrittskarten.

Ladwigshöhe

Telephon 593

Telephon 591

Heute nachmittag 4 Uhr
KOlLLK

ausgeführt vom Philharm. Orcheſtet
Leitung: R. Ludwig.

Der Nebengarten iſt für Niſhtkonzertbeſucher
(B. 1039
reſerviert,
Ab 7 Uhr TANZ im großen Saal.

Böllenfalltor
Sportplatz=Reſiaurant
Heute Sonntag
ab 4 Uhr:
Kaffee=Konzert
ab 8 Uhr:
Abend=Konzert
Eintritt frei.
(104

Perkeo-Saat

Heute

Sonntag, den 17. Auguſt
Großer

TANZ-
ABEND

(moderne Tänze)
Gut beſetztes
Orcheſter des Philh. Orcheſters
Anfang 8 Uhr (*10384

Mitgl.= Ver=
ſammlung

am 18. Aug.
abends8, Uhr

im
Anker
1. Mitteilung. 2. Engl. Zwerg=Kröpfer ( Aus=
ſtellung
u. Vortrag), 3. Verloſung u. a.
(10379
Schlachtgeflügel.

97102
Ständige
Ankaufsstelle

von Brillanten, Gold= u. Silber=
waren
, Perſerteppichen, Kunſt=
24
gegenſtä den :: ::

Hägagogftraße 2, Tel. 1202.

Sommerſpielzeit
Brand Haxproelt
Tägl. 8uhr (10377
Das Eilberne
Kaninchen.
Abends 10½ Uhr
Nachtvörſtellung
Nur ein Traum.

KtA

Augen auf!

Wer chriſtlich und
deutſch fühlt, tritt
der Theatergemeinde

des Bühnen=
volksbundes

bei. Anmeldung bei
Chriſtian Arnold
am Weißen Turm
ſofort! (10413
Attssssts

2 Weinfäßchen,
33 u. 20 Ltr., z. verk.
Martinſtr. 2½, II. (*

mit Garantie
von 3 Mk. an
bei (9701a
Wurz, Uhren
Dieburgerſtraße 8.

Fe
Fahrrad
reparier, laſſen, dan
gehen Sie zum Fach=
mann
. Bei uns wer=
den
Sie prompt und
billig bedient. Alle
vorkommenden Re=
paraturen
, wie Rah=
menbrüche
, Kugella=
ger
= und Freilaufre=
paraturen
uſw. wer=
den
exakt ausgeführt.
Fahrradbereifungen
aller führenden Mar=
ken
und in allen Qua=
litäten
ſind bei uns
zu haben. Größtes
Fahrrad=Erſatzteile=
Lager am Platze,

Darmſtadt

Grafenſtraße 20/22.
Teleph. 1239. (iozteg

Harke eingestempetl
I.Bn. 774

Woog, 10. Aug. 1924
Waſſerhöhe . 3,88 I
Luftwärme . 130
ſerwvärme
7 Uhr 19 C.

Telephon 2519 4 Rheinſtraße 101 X 2 Min. vom Bahnhof
Vorzügl. bürgerl. Speiſe=Reſtaurant
Mittagstiſch von Mk. 0.80, 1.20, 1.50 u. 2.
Reichhaltige undpreisw. Abendkarte
Teden Sonntag (23590
Große Konzerte
Eintritt frei K. Heidenreich Eintritt frei

Stenographie

Stenographie-Kurse
für Anfänger und Vorgeschrittene

Anfangs-Unterricht, Fortbildungs-, Diktat- und
Redeschrift-Kurse bis zu den höchst. Leistungen.
Privat-Unterricht.

Maschinenschreib-Unterricht
für Anfänger und Vorgeschrittene
Beginn jederzeit!
(10139a
Auskunft durch unsere Geschäftsstelle
Mathildenplatz 8
(1012, 24 und 710 Uhr abends)
Kaufmänniſche Stenographen-Geſellſchaft
Sabelsberger, E. ). Mathildenplatz 8

HHaichinenichreipen

Union-Theate

Bie Blamme

frei nach Hans Müller u. Hanns Kräly
Regie Ernst Lmbitsch
Der große Sittenfilm in 5 Akten
Schauplatz der Handig. Paris 1860 im Ouartier Latin
Das Montmartreviertel. Das Elysium aller Bohémiens
Das Dorada der Pariser Apachen und die Wohnstätte
der Grisetten
In der Hauptrolle die besten Künstler.
Pola Negri
Fvette ........"
Adolphe . . . . . . . . . Herman Thimig
Alfred Abel
Gaston
Hilde Werner, Frida Richard, Jakob Tidtke
Professor Rehbein geht tanzen
In der Hauptrolle: Leo Peuckert
Als Einlage von 23 Uhr: Albertini in dem
Sensationsfilm in 5 Akten

Residenn-I

Der große Zirkr
6 Akten

Hagrarenfä

In der Haupt.
Marg. Schlege
Max Pol

Leff kostet 24

Der Sturz von der Teufelsbrücke

Loge 3 00, Balk. 2,20, 1. Pl. 1.50, 2. Pl 1.00 3. Pl. 0.80

Als Einlag
Eaeistes Abe

III. Tei
Sensat.-Film in
mit
Maciste, der s
Mann der V

Res.-Platz 200.
2. Platz 1.00

Für die Druschze

DAPOLIN
der wirtschaftlichste Betriebsstoff
alle Landwirtschaftsmotore
Liter 33 Pfg.
Wilh. Hock, Elektromotore, Darmst
Heidelbergestr. 44, Fernruf 209C
Konrad Lautermann, Automoh
Dieburgerstr. 22
A. Zachmann, Farben, Bleichstr.
Fernruf 188

Fük söchter! sar Fkauenl!

aus allen Ständen
beginnen am 1. September neue
KURSE;

1. Anfertigung der eigenen Kleidung
und Wäſche:
2. ſämtlicher Handarbeiten, ſpeziell
Stricken n. Häckeln mod. Kleidung.

S. Mungesser

Bismarckſtr. 57, p., Eingang Garten links.
912 u. 26 Uhr. (*23482

RICHARD JUNGHANEL

DARMSTADT
FERNSPRECHER 1488
WERKSTATTEN: BACHGANGWEG9

GESTALTUNG UND EINRICHrUno
VON LADEN UND GESCHAFTSRAUMEN

VITRINEN UND GLAS-AUFSATZE

KÜCHEN UND EINZELMOBEL. FÜR
DIE NEUZEITLICHE WOHNUNG

VORNEHME BELEUCHTUNGSKORPER
PARKETTBODEN
ZUOKRAF TIGE EIRMENSCHILDER
ALLE REPARATUREN

Bei uns arbeiten laſſen
heipt Ppaten!
Schuhmacherei Wilhelm Hühner
Mathildenplatz 10, II. (10380a

Strickwesten

solide gearbeitet, beste Ware.
Eigne Herstellung vom Roh-
material
an!
Auf Wunsch Anfertigung nach Maß.
Bis auf Weiteres verkaufen wir direkt
an Private.
Billigste Preise! Große Auswahl!
Textilwerk Darmstadt

Helmenstein & Hering, G. m. b. H.
Wollspinnerei / Färberei / Strickerei
Sandbergstraße 1620. (B13169

Dc 20

KühlerGru

im herrlichen Mühlt.

Sonntag, 17. Au/
(Nachkirchweihe Ebers
Künstler-Honz

Abends:
Beleuchtung des Wasser

Eintritt frei

Beginn

00

Na

Vereins-Hoter u0spia 12

Obergasse

(nächſt der Inf.=Kaſerne, Alexanderſtraße). Telephon 1767.
Anerkannt gute Küche / Mittag= u. Abendeſſen (5387a
zu Mk. 0.70 u. höher / Schöne helle Näume
Kein Trinkgeld . . . . . . . Kein Trinkzwang.
Neuhergerichtete Fremdenzimmer mit u. ohne Penſien b. mäßig. Preiſen
Große und kleine Säle für alle Veranſtaliungen

Kragen=, Hemden=, Bluſenwäſcherei
Rei n go 1 d
liefert ſchnell gut und billig
Die Wäſche wird auch abgeholt
Telephon 736 Reingold Telephon 736
Wilhelminenſtraße 6 Kranichſteinerſtraße 28

Wo Kaufen Sie

preiswerte und solide

Schlafzimmer
Speisezimmer
Herrenzimmer

Wohnzimmer
Küchen
Einzelmöbel

in nur guter und gediegener Ausführung

Friedrich Eissenhauer

(7699a
Bleichstraß 51
Inh. der Firma Adam Karn Nachf. (nächst d. alten Bahnhof).
Auf Wunsch Zahlungserleichterung!
Lagerbesuch lohnend und erwünscht!

Bin unter Nummer

an das Fernſprechnetz angeſchloſſen

Msuft Tieſchei

Hühneraugen=Operateur
Beckerſtraße 23. (10387

färhen Kärzen it
aller Art Kleider, C
Vorhänge, Handſchuk
Beſte Ausführun=
Flotte Lieferun
Billigſte Preiſ
Färberei Rein
Kranichſteinerſtr. 28 Wilhelm
Telephon 736.

Nähmaschin
Reparatuf

Meine mehr als 40jährige Te
der Nähmaſchinenbranche bürgt
gemäße Ausführung.

August Zürtz
Nähmaſchinen= u. Fahrrd
Schuch
Fernſprecher 2952.
Leo Lammertz-Nade
ür alle Nähmaſchinen=Shſte
Lager.

Ausführung von
Schwachfirom=Anlagen aller
Art, ſowie für Reparaturen
halte ich miehz beſtens empfohlen

2 Liebfrauen=
Wilhelm Iast ſtraßeNr 86

Gebe hiermit bekannt, daß
ich das Lebensmittel=Geſchäft
Sandbergstr. 14
übernommen habe.
Ich führe täglich friſch:
Obſt, Gemüſe u. Kartoffeln
zu den billigſten Markt=
preiſen
. Gasmarken für
Gasautomaten ſind in
meiner Geſchäftsſtelle zu
haben.
(*23612
Werde ſtets beſtrebt ſein, einen jed.
meiner Kunden bis aufs Außerſte
frieden zu ſtellen.

nur
Anton Braß, Sandbergſtr. 14

Zweiglager: Arheilgerſraße
SNB. Mein Büro und 8ta)t!
Sbefindet ſich jetzt Liebfragenice.