Darmstädter Tagblatt 1924


13. Juli 1924

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Einzelnummer 15 Goldpfennige


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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
wöchentſſch 2maligem Erſcheinen vom 4. Juſi

31. Juſt 2.18 Goldmark und 22. Pfennig
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Wöchentliche illuftrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 193
187. Jahrgang
Sonntag, den 13. Juli 1924.

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ſede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzelgen=
zufträge
und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beltreibung fällt jeder
Rabatt weg. Bankkonto: Deutſche Bank und Darm=
ſtädter
8 Nationalbank.

je deutſchen Forderungen: Vertragsmäßige
ertrages und des Rheinlandabkommens.
Im Deutſchlands Schickſal.
Außenpolitiſche Sorgen.Innerpolitiſche Kämpfe.
Berlin, 12. Juli. In der Preſſeabteilung der Reichsregierung
heute abend ein Empfang der deutſchen Preſſe durch den Preſſe=
der
Reichsregierung ſtatt, zu dem der Reichskanzler und die in Ber=
anweſenden
Miniſter und Staatsſekretäre erſchienen waren. Der
chskanzler führte dabei folgendes aus:
Ich möchte den heutigen Abend, der dem geſelligen Beiſammenſein
Preſſe und Regierung gewidmet ſein ſoll, nicht mit einer großen
tiſchen Rede belaſten. Ich freue mich, wie alle Mitglieder der Re=
ung
, die heute hier anweſend ſind, daß wir wieder einmal Gelegen=
haben
, einige Stunden mit den Vertretern unſerer Preſſe zu er=
n
und ihnen in einer durch keine Parteipolitik beſchwerten Unter=
ung
näher zu kommen. Wenn ich trotzdem für einige Minuten
geſellige Beiſammenſein zu unterbrechen mir erlaube, ſo aus dem
nde, daß mir daran liegt, mit Ihnen, meine Herren, kurz einige
gen zu ſtreifen, deren Erörterung heute im Vordergrund des poli=
en
Intereſſes ſteht und die uns allen in unſeren Arbeitsſtunden
he und Sorgen bereiten. Am ſchwerſten laſtet auf uns
die Sorge um unſere Wirtſchaft,
wir nach langen Jahren des Leidens und der Enttäuſchungen auf
nd des Gutachtens der internationalen Sachverſtändigen wieder
heit und Kraft zuzuführen hoffen. Ich muß leider feſtſtellen, daß
Erwartungen, die in weiten Kreiſen des deutſchen Volkes
dem Bekanntwerden der Vorſchläge und Forderungen des Sach=
ändigengutachtens
aufkeimten, vielfach wieder ernſter Sorge
Befürchtungen Platz gemacht haben. Wir waren uns
erſten Tage an darüber klar, daß die Durchführung des Sachver=
igengutachtens
nur möglich und wirkſam ſein könnte, wenn damit
neue Aera des guten Willens und ehrlicher Verſtändigung nicht
in wirtſchaftlicher, ſondern auch in politiſcher Hinſicht einſetzen
e. Von dieſer Hoffnung war auch die deutſche Regierung getra=
als
die Reparationskommiſſion die Erklärung übermittelte, daß
dem Sachverſtändigengutachten eine praktiſche Grundlage für die
des Repartionsproblems erblicke, und in dem Geiſte, der un=
Auffaſſung nach das Sachverſtändigengutachten veranlaßt und
geſtellt hat, haben wir ohne Zeitverſäumnis mit allen Kräften
orarbeiten gefördert, die von unſerer Seite für die Durchführung
Sachverſtändigengutachtens geleiſtet werden müſſen. Wenn Poin=
in
ſeiner letzten großen Rede vor dem Senat wirklich geſägt haben
Deutſchland habe noch nichls getan, um die Geſetze zur Durch=
ng
des Gutachtens zuſtande zu bringen, ſo beruht das auf völliger
tenuung und Unkenntnis der Sachlage. Poincaré hätte ſich durch
indigung bei den franzöſiſchen Verhandlungsführern eines Beſſeren
gren laſſen können. Der Geiſt, der uns bei dieſen Arbeiten beſeelt
den wir auch bei Fertigſtellung des Gutachtens tätig ſahen, iſt
Geiſt offener und ehrlicher Verſtändigung und freier, offener
Ausſprache,
deiſt, der nach Wegräumung aller Trümmer, die noch aus der
gs= und Nachkriegszeit her den Weg der Völker zueinander behin=
dazu
befähigt, mit freiem Blick in das Auge des Gegners zu
ten und einander wieder die Hand zu reichen in dem Entſchluß, end=
den
Wiederaufbau nicht nur Deutſchlands, ſondern ganz Europas
deginnen. Mit Freude durften wir feſtſtellen, daß auch in Frank=
wo
immer noch das meiſte Mißtrauen gegen Deutſchland herrſchte,
ählich die Betrachtungsweiſe Boden gewann, die zu der Hoffnung
derechtigen ſchien, daß nunmehr endlich die ſo lange erſtrebte und
ämpfte Löſung des Reparationsproblems gelingen würde. Die Lon=
Konferenz ſollte uns der Verwirklichung dieſes Zieles näher
en. Nach den Miteilungen und Erklärungen, die von drüben zu
kamen, glaubten wir, daß die Londoner Konferenz wirklich von
er Axt ſein würde als die Konferenzen, zu denen Deutſchland in
rgangenen Jahren immer wieder geſchleppt wurde mit dem Er=
daß
unſere Lage ſtets ſchlechter und troſtloſer wurde. Es liegt
fern, über die Londoner Konferenz, zu der bis heute eine Ein=
g
an uns nicht ergangen iſt, heute ſchon ein Urteil zu fällen. Feſt=
en
aber muß ich, daß
irch die Parifer Abmachungen zwiſchen den Miniſterpräſidenten
nglands und Frankreichs manche auf die Londoner Konferenz
geſetzten Hoffnungen ernſtlich bedroht
Zenn der große Gedanke, in dem wir das Sachverſtändigen=
nen
.
fführen zu können hoffen, wirklich lebendig wäre, dann
ir die ſiegreichen Nationen ſelbſtverſtändlich ſein, daß
t wirtſchaftliche und nationale Exiſtenz ſeit Jah=
etzt
endlich als gleichberechtigter Partner zu den
elaſſen werden müßte. Denn wie ſollte ſonſt das
jeder ehrlichen Verſtändigung bereit und ent=
er
den Mut aufbringen, die ihm zugemuteten
zu nehmen, wenn es wiederum das nieder=
auch
diesmal wie in den verhängnisvollen
den ſiegreichen Machthabern das Schickſal dik=
73 deutſche Volk hat jetzt lange Jahre hindurch zur Erfüllung
* ihm auferlegten Pflichten große und ſchwere Opfer gebracht,
ue daß es einen entſprechenden Erfolg dieſer Opfer ſehen und
den Sinn für alle dieſe Opfer erkennen konnte.
Gegenteil, auf das neue Opfer folgten meiſt neue Laſten, neue De=
gungen
, bis das Widerſtreben im deutſchen Volke immer größer
ſtärker und die Stimme derer immer lauter wurde, die ſagten,

Opfer auf ſich zu nehmen, die das Gutchaten von ihm verlangt,
die nach den engliſchen Feſtſtellungen ſogar die Grenzen und
ſtungen des Verſailler Vertrages überſteigen, wenn es endlich
Sinn und den Zweck dieſer Opfer erkennt. In dieſem Kreiſe
che ich nicht darauf hinzuweiſen, worin Deutſchland den Sinn der
ihm künftig zu bringenden Opfer erblickt. In einem Wort kann ich
was wir erſtreben, zufammenfaſſen: Wir wollen wieder ver=
2mäßige Zuſtände, wir wollen wieder, daß der Verſailler Vertrag
das Rheinlandabkommen voll in Kraft geſetzt werden und die
(Sgrundlage bilden, auf der wir uns mit unſeren ehemaligen Geg=
in
ehrlicher Verſtändigung zu beiderſeitigem Nutzen auseinander=
r
können. Wir wollen endlich wieder unſere nationale Freiheit
die Gleichberechtigung mit anderen Völkern. Wenn Frankreich
die Aufrechterhaltung des Verſailler Vertrages ſo ſtark betont,
n wir wohl gerade bei Frankreich auch Verſtändnis dafür erwar=
Ddaß wir die wenigen Rechte, die wir aus dieſem Vertrage herlei=
können
, gewahrt wiſſen wollen. Man ſpricht jetzt wieder ſoviel
Bedingungen und Vorausſetzungen, unter denen Deutſchland das
Herſtändigengutachten durchzuführen entſchloſſen ſei. Ich glaube,
ſind uns in dem, was damit zum Ausdruck gebracht werden ſoll,
Einig. Aber ich befürchte, daß nach außen hin durch den Gebrauch

Zuſtände. Wiederherſtellung des Verſailler
Nationale Freiheit. Gleichberechtigung.
dieſer Begriffe ein Eindruck erweckt wird, der politiſch unzuträglich iſt.
Die Bedingung, die die deutſche Regierung an die Durchführung des
Sachverſtändigengutachtens knüpft, iſt einzig und allein die, daß das
Gutachten von allen beteiligten Staaten dem Inhalt und dem Geiſte
gemäß aufrichtig angenommen und durchgeführt wird: Eine andere
Bedingung ſtellt die deutſche Regierung nicht und irgendeine andere
Vorausſetzung für die Annahme des Gutachtens gibt es für ſie nicht.
Inhalt und Geiſt des Gutachtens der Sachverſtändigen fordern aber
unſerer Ueberzeugung nach die
Wiederherſtellung eines einwandfreien Rechtszuſtandes und Schaf=
fung
all der Bedingungen und Erleichterungen, die zum Wieder=
aufleben
der deutſchen Wirtſchaft erforderlich ſind,
Die deutſche Regierung hat nie einen anderen Standpunkt vertreten,
und beabſichtigt nicht, irgendwelche anderen Bedingungen an die von
ihr wiederholt bekundete Bereitſchaft und Entſchloſſenheit, das Sach=
verſtändigengutachten
durchzuführen, zu knüpfen. Daß über der Re=
gierung
der Reichstag ſteht und letzten Endes der Reichstag als Ver=
tretung
des deutſchen Volkes entſcheiden muß, brauche ich nicht vor
Ihnen und vor den weſtlichen Demokratien beſonders zu betonen. Im
Intereſſe der Befriedung Europas und damit auch der Alliierten ſelbſt
würde es liegen, dieſer Sachlage durch die Art ihres Vorgehens Rech=
nung
zu tragen. Die Reichsregierung wird alles in ihren Kräften
Stehende tun, um die Durchführung des Sachverſtändigengutachtens
baldigſt ſicherzuſtellen. Sie vertraut darauf, daß der Reichstag in Er=
kenntnis
der ungeheuren wirtſchaftlichen Notlage unſeres Landes die
Regierung in ihrem Beſtreben unterſtützen wird. Denn einen anderen
Weg, der uns aus dem wirtſchaftlichen Elend, das täglich größer wird,
herausführen kann, als die Durchführung des Sachverſtändigengut=
achtns
, ſehe ich nicht. Deutſchlands Schickſal, aber auch das Schickfal
Europas, hängt jetzt einzig und allein davon ab, ob die wirtſchaſtliche
Vernunft und der gute Wille, Europa vor dem ſchlimmſten zu be=
wahren
, der uns aus dem Sachverſtändigengutachten zu ſprechen ſcheint,
nicht nur von uns, ſondern auch von der Gegenſeite betätigt wird. Ein
Wort möchte ich an dieſer Stelle auch einſchalten über den in letzter
Zeit wieder häufiger erörterten
Eintritt Deutſchlands in den Völkerbund.
Eine Aeußerung von mir, der ich doch immer zu den Freunden eines
wahren Völkerbundes gehört habe, iſt in der Preſſe dielfach angegriffen
und daran die Befürchtung geknüpft worden, daß ich den Beſtrebungen
des Auslandes, Deutſchlands Eintritt in den Völkerbund zu erleichtern,
ablehnend und hindernd gegenüberſtände. Das iſt natürlich keineswegs
der Fall und die Debatte wäre auch wohl gar nicht erſtanden, wenn nicht
meine Aeußerung zu einen ausländiſchen Journaliſten, daß der Eintritt
Deutſchlands in den Völkerbund noch nicht ſpruchreif ſei, dahin über=
ſetzt
worden wäre, Spruchreif und diskuſſionsreif iſt ein immerhin recht
weſentlicher Unterſchied. Meiner ganzen politiſchen Einſtellung ent=
ſpricht
, wie ich häufig genug betont habe, der Eintritt Deutſchlands in
den Völkerbund durchaus, aber als Deutſcher muß ich für den Eintritt
Deutſchlands in den Völkerbund als ſelbſtverſtändlich vorausſetzen, daß
Deutſchlands Wohl und Ehre dabei in vollſtem Maße gewahrt bleiben.
Darum begrüße ich aufrichtig die Erklärung, die gerade heute in der
Preſſe als Mitteilung Lord Parmoors erſchienen iſt.
An dieſen außenpolitiſchen Sorgen haben wir, die wir ja den Kum=
mer
gewöhnt ſind, leider noch nicht genug. Die dem Reichsrat zugegangene
Schutzollvorlage
droht auch zu lebhaften innerpolitiſchen Kämpfen zu führen. Man macht
der Regierung den Vorwurf, daß ſie dieſe Vorlage entgegen ihrem Ver=
ſprechen
beim Regierungsantritt eingebracht habe. Es iſt durchaus rich=
tig
, daß ich in meiner Antrittsrede am 4. Juni erklärt habe, daß die
Reichsregierung ihre ganze Kraft an die Durchführung des Sachſer=
ſtändigengutachtens
ſetzen werde und alle innerpolitiſchen Aufgaben
vorerſt zurücktreten müßten, bis die Durchführung des Sachverſtändigen=
gutachtens
uns wieder Luft und Bewegungsfreiheit verſchafft habe. Da=
mit
könnte natürlich nicht geſagt ſein, daß die Reichsregierung alle
innerpolitiſchen Aufgaben vollſtändig beiſeite ſtellen und außer acht laſſen
ſollte, möchten ſie auch noch ſo dringend der Löſung bedürfen. Daß
es aber der Reichsregierung mit ihrer Erklärung ernſt iſt, erſehen ſie aus
der nimmermüden Tätigkeit aller beteiligten Neſſorts, die ſeit Wochen
und Monaten kaum eine andere Aufgabe kennen, als die
Rettung der deutſchen Wirtſchaft vor dem Untergang.
Das iſt der Sinn und der Zweck unſerer Arbeit für das Sachverſtän=
digengutachten
, das iſt aber auch der Sinn und der Zweck der Vorlage
eines Schutzzollgeſetzes. Es gilt, die deutſche Landwirtſchaft vor dem
Untergang zu bewahren. Das iſt keine Uebertreibung, ſondern leider
eine ernſte und bittere Wahrheit. Ich beabſichtige nicht, am heutigen
Abend auf die Nor der Landwirtſchaft einzugehen oder die Schutzzollvor=
lage
im einzelnen zu begründen. Betonen möchte ich nur, daß es ſich
bei dem Schutz, den wir der Landwirtſchaft angedeihen laſſen müſſen,
nicht um eine Frage der Landwirtſchaft handelt, ſondern um eine volks=
wirtſchaftliche
Frage allererſten Ranges', an der das deutſche Volk das
allergrößte und allerdringlichſte Intereſſe beſitzt. Wenn der Weg, den
die Regierung zum Schutze und zur Rettung der deutſchen Landwirt=
ſchaft
einzuſchlagen beantragt, nicht der richtige oder der letzte iſt, ſo
haben doch die durch die Verfaſſung dazu berufenen Stellen, der Reichs=
rat
, der Reichstag und der Reichswirtſchaftsrat und darüber hinaus die
ganze öffentliche Meinung nicht nur das Recht, ſondern auch die Pflicht,
andere und beſſere Wege zu weiſen. Mit Kritik allein iſt es nicht ge=
tan
. Wer die Vorlage der Regierung bekämpft, muß auch ſagen, was
Beſſeres an ihre Stelle geſetzt werden kann. Mit der Erörterung der
Fragen darf man aber nicht anknüpfen an die Tradition giftiger und
gehäfſiger Angriffe der Vorkriegszeit, ſondern muß von der harten Tat=
fache
ausgehen, daß die Not der Landwirtſchaft heute ſo groß iſt, daß die
Ernährung unſeres Volkes dadurch ernſtlich geführdet wird. Ganz über=
ſehen
ſollte man bei der Erörterung auch nicht, daß die Regierung gleich=
zeitig
mit den Schutzöllen, die ja überhaupt erſt in Kraft treten könn=
ten
, wenn nach der Durchführung des Sachverſtändigengutachtens das
Loch im Weſten zugeſtopft iſt, auch eine
Herabſetzung der Umſatzſteuer von 2½ auf 2 Prozent
beabſichtigt. Der dadurch entſtehende Ausfall in der Reichskaſſe muß auf
irgend eine Weiſe wieder hereingebracht werden, und ich glaube, daß
durch die Herabſetzung der Umſatzſteuer für die Konſumenten das Brot
mehr verbilligt wird, als die Einführung von Schutzzoll für Getreide
zur Verteuerung beitragen kann. Wenn ich am heutigen Abend Ihnen,
meine Herren von der Preſſe, eine Bitte ans Herz legen darf, ſo iſt es
die, daß Sie doch in dieſen Tagen und Wochen, wo über die Zukunft
Deutſchlands ſchickſalsſchwere Entſcheidungen fallen dürften, nicht nur den
inneren Kampf nach Möglichkeit einſtellen, ſondern auch nach außen hin
die nationale Diſziplin und Geſchloſſenheit an den Tag legen müſſen, die
auch in der Welt klar zum Ausdruck bringen, daß das wieder ſtark ge=
wordene
nationale Selbſtbeſpußtſein des deutſchen Volkes eine Kraft=
quelle
iſt, deren belebende und ſtärkende Wirkungen für das deutſche
Volk von ſegensreicher Bedeutung ſein können.

Die Woche.

Nichts konnte ſchlagender beweiſen, wie ernſt die Lage ge=
worden
war, nichts konnte insbeſondere ſchlagender beweiſen,
welche Bedeutung man in London den Pariſer Vorgängen der
vorigen Woche beimaß, als der plötzliche Pariſer Beſuch des eng=
liſchen
Miniſterpräſidenten. An einem ſeidenen Faden hänge das
Kabinett Herriot, ſo ſoll ſich Macdonald geäußert haben, und ſo
entſchloß man ſich Hals über Kopf zu dem Verſuch, durch eine
perſönliche Beſprechung die Lage zu klären. Wie einſt ein fran=
zöſiſcher
König erklärte, daß Paris eine Meſſe wert ſei, ſo mag
Namſay Maedonald wohl gedacht haben, daß eine Stützung ſei=
nes
Pariſer Kollegen wohl eine Reiſe an die Seine wert ſei,
umſomehr, als mittlerweile die Schickſalsgemeinſchaft der beiden
Regicrungschefs eine ſo enge geworden, daß zum mindeſten in
jenem Augenblick der Sturz Herriots auch das Kabinett Mac=
donald
in den Abgrund geriſſen hätte. Von vornherein war alſo
unter dieſen Umſtänden auf beiden Seiten mit einem ſtarken
Willen zur Verſtändigung zu rechnen, wobei aber nicht zu ver=
kennen
war, daß in dieſem Falle die diplomatiſche Stellung Her=
riots
die beſſere war.
Mii großem Geſchick hatte ſein Gegenſpieler, der alte Prak=
tiker
Poincaré, ſeine Fäden gezogen. Nicht der unmittelbare
Sturz des verhaßten Gegners war das Ziel, ſchon deswegen
nicht, weil ſich wohl auch Herr Poincaré darüber im klaren war,
daß wenigſtens vorerſt die Dinge noch nicht ſo weit waren, daß
er für einen ſolchen Fall auf die Gefolgſchaft der parlamentari=
ſchen
Mitläufer hätte rechnen können. Die Taktik Poincarés lief
und läuft vielmehr ganz offenbar darauf hinaus, daß er Herriot
durch ſeine Angriffe ſo weit nach rechts hinüberzwingt, daß dieſer
ſich ſchließlich den Weg zu ſeinem Ziel ſelbſt verbaut.
Die Frage iſt, ob das Ergebnis der Pariſer Miniſterbeſpre=
chungen
in dieſem Sinne einen Erfolg der Taktik Poincarés
bedeutet.
Wenn man vielerorts in den anderen Ländern allerdings
in weit höherem Maße als in Deutſchland nach dem Auftakt
von Chequers die Hoffnung hegte, daß eine Verſtändigung aller
Beteiligten über das Sachverſtändigengutachten das Ergebnis
der kommenden Londoner Konferenz ſein und daß damit der
erſte große Schritt zur Befriedung Europas getan ſein werde, ſo
haben dieſe Hoffnungen durch das jetzige Pariſer Ergebnis einen
argen Stoß erlitten. Allerdings iſt das Communiqué, welches
man am Mittwoch in Paris ausgab, ſo unklar gehalten, daß
man ſich nur ſchwer ein Bild davon machen kann, was in Paris
wirklich verhandelt worden iſt.
Es iſt bemerkenswert, daß in dieſem Communigué auch nicht
mit einem Wort von einer Einladung Deutſchlands zur Londo=
ner
Konferenz die Rede iſt. Im franzöſiſchen Senat hat Poincaré
am Donnerstag unter anderem nachdrücklich die Theſe vertreten,
daß Deutſchland erſt dann zu den Londoner Verhandlungen hin=
zuzuziehen
ſei, wenn eine völlige Einigkeit zwiſchen den Alliierten
hergeſtellt ſei. Wenn Herriot und Macdonald ſich dieſe Theſe
zu eigen machen, ſo dürfte man ſich allerdings über das von Lon=
don
zu erwartende Ergebnis keinerlei Illuſionen hingeben. Nicht
auf dem Wege des Diktats wird der europäiſche Frieden herge=
ſtellt
werden. In Elberfeld hat Deutſchlands Reichsaußen=
miniſter
am Donnerstag feſtgeſtellt, daß die Einſchränkungen der
deutſchen wirtſchaftlichen und finanziellen Souveränität durch
das Sachverſtändigengutachten über die Bedingungen hinaus=
geht
, zu denen wir nach dem Verſailler Vertrag verpflichtet ſind.
Man kann uns deshalb dieſe Bedingungen nicht
aufzwingen. Die Entſcheidung unterliegt letzten Endes der
Beſchlußfaſſung des Deutſchen Reichstages. Für dieſe Beſchluß=
faſſung
wird es entſcheidend ſein, daß der Vertrag von Verſailles,
auf deſſen formelle Durchführung in bezug auf die Kompetenzen
des Wiederherſtellungsausſchuſſes von der Gegenſeite ſo entſchei=
dender
Wert gelegt wird, auch darin wiederhergeſtellt
wird, daß für Deutſchland diejenige Grenze
gilt, die es nach dem Vertrag von Verſailles
hat) und Sicherheit dafür getroffen werden
muß, daß jede darüber hinausgehende Be=
ſetzung
im Zuſammenhang mit der Durchfüh=
rung
des Sachverſtändigengutachtens aufhöre.
Nur durch die Anerkennung dieſes Grundſatzes werden wir bei
den bevorſtehenden Abmachungen diejenigen Grundſätze fried=
licher
Verſtändigung erreichen, die eine Aera wirtſchaftlicher
Verſtändigung anſtelle des bisherigen Syſtems der Gewalt ſetzt.
Der Kernpunkt der ganzen Frage iſt damit klargelegt. Auch von
engliſcher Seite iſt bisher ſtets zugegeben worden, daß die Be=
ſtimmungen
des Sachverſtändigengutachtens über den Rahmen
des Verſailler Vertrages hinausgehen, und es war daher nur
eine logiſche Folgerung, wenn Macdonald verlangte, daß eine
andere Inſtanz als der im Verſailler Vertrag auf deſſen Kon=
trolle
beſchränkte Wiederherſtellungsausſchuß über die mit der
Durchführung des Gutachtens zuſammenhängenden Fragen ent=
ſcheiden
müſſe, und wenn er demgemäß ein unabhängiges
Schiedsgericht in Vorſchlag brachte. Verſtändlich, daß dieſe
engliſche Theſe in Paris auf ſchärfſten Widerſpruch ſtieß. Bei
Stimmengleichheit entſcheidet in der Reparationskommiſſion die
franzöſiſche Präſidialſtimme, und da man in Paris bisher der
Stimme des belgiſchen Vaſallen ſtets ſicher ſein konnte, ſo war
die Reparationskommiſſion ein bequemes und ſicheres Werkzeug
der franzöſiſchen Politik. Das Pariſer Communiqué vom 9. Juli
zeigt ein unzweideutiges Nachgeben Macdonalds in dieſer Frage.
Die Reparationskommiſſion wird wiederum als Organ eingeſetzt
zur Entſcheidung über angebliche deutſche Verfehlungen, und
wenn auch für den Fall der Feſtſtellung von ſolchen Verfeh=
lungen
die Zuziehung eines Amerikaners vorgeſehen iſt, ſo iſt
das doch zum mindeſten recht problematiſch. Von beſonderer Be=
deutung
iſt jedoch, daß in dem Communiqus nichts darüber ge=
ſagt
wird, was geſchehen ſoll, falls die Amerikaner, in konſequen=
ter
Verfolgung ihrer bisherigen Haltung, dieſe ihnen zugeſagte
ehrenvolle Aufgabe dankend ablehnen. Eine völlige Un=
möglichkeit
ſtellt der 8 4e des Communiqués dar:
Der Plan, auf Grund deſſen die deutſche Wirtſchafts= und
Finanzfreiheit wieder hergeſtellt wird, ſobald die Repara=
tionskommiſſion
feſtgeſtellt hat, daß der Be=
richt
Dawes zur Ausführung gebracht iſt, wird
von der interallierten Konferenz feſtgeſetzt werden uſw.
Das bedeutet nichts anderes, als die Torpedierung des Gut=
achtens
ſelbſt, welches keinen Zweifel darüber läßt, daß Vor=
ausſetzung
ſeiuer Durchführung die Wiederherſtellung der freien

itſch
be

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Seite 2

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Inli 1924,

Rummer 19

Verfügung Deutſchlands über ſeine Gebiete iſt. Vorausſetzung
für eine Durchführung des Gutachtens iſt demnach nicht nur die
Herſtellung der Verwaltungshoheit, ſondern auch die militäriſche
Räumung des Ruhrgebietes und der anderen widerrechtlich be=
ſetzten
deutſchen Gebietsteile. Es gibt keine deutſche Regierung
und keinen Deutſchen Reichstag, welche die Verantwortung für
die ungeheueren Laſten übernehmen, welche die Durchführung
des Sachverſtändigengutachtens dem geſamten deutſchen Volke
aufbürdet, wenn nicht auf der anderen Seite endgültig der Tag
feſtſteht, an welchem der letzte franzöſiſche und belgiſche Soldat
die widerrechtlich beſetzten deutſchen Gebiete verläßt.
Herrn Macdonald liegt begreiflicherweiſe viel an gutem Ein=
vernehmen
mit Frankreich. Ebenſo viel aber dürfte ihm auch
liegen an der Durchführung der Politik, die im Gutachten der
Sachverſtändigen ihren Ausdruck gefunden hat, und es würde
ein verhängnisvoller Irrtum des engliſchen Premierminiſters
ſein, wenn er die Grenzen des für eine deutſche Regierung Mög=
lichen
verkennen würde. Durch Arbeit und Opfer zur Freiheit!
Nur dann werden die Geſetzentwürfe, welche zur Durchführung
des Sachverſtändigenplanes notwendig ſind, im Deutſchen
Reichstag die notwendige Mehrheit finden, wenn die Gewähr
dafür beſteht, daß ihre Annahme wirklich den Weg in die Frei=
heit
öffnet.
Es hat ganz den Anſchein, als ob die innerpolitiſche Lage in
Deutſchland einer Klärung entgegenginge. An die Stelle der
giftigen perſönlichen Angriffe gegen die derzeitige deutſche
Reichsregierung iſt auf der Rechten eine ſachliche Kritik getreten,
wie ſie Recht und Pflicht jeder Oppoſition iſt. Ein Fortſchritt,
der nach der Zukunft hin erfreuliche Perſpektiven eröffnet. Wenn
die Kreuzzeitung (Nr. 321 vom 11. Juli) einen Artikel aus Krei=
ſen
der deutſchnationalen Parteileitung veröffentlicht, welcher
darin gipfelt, daß ſachlich zwiſchen den Deutſchnationalen und
der Streſemannſchen Außenpolitik, wie ſie in dem Beſchluß des
Zentralvorſtandes der Deutſchen Volkspartei in Frankfurt a. M.
zum Ausdruck kommt, eine tpeſentliche Meinungsverſchiedenheit
nicht beſteht, ſo kann man ſich deſſen nur freuen und es erübrigt
ſich eine Widerlegung der etwas kühnen Behauptung, daß der
Reichsaußenminiſter in ſeiner auswärtigen Politik eine Schwen=
kung
vorgenommen habe. Es kann gar keinem Zweifel unter=
liegen
, daß es mehr wie wünſchenswert wäre, wenn die deutſche
Reichsregierung ſich baldmöglichſt auf eine tragfähige parlamen=
tariſche
Mehrheit ſtützen könnte. Eine andere Frage iſt es aller=
dings
, ob gerade jetzt der Zeitpunkt für die naturgemäße Er=
weiterung
der Regierungskoalition gekommen iſt. Regierungs=
umbildung
heißt bei uns Regierungskriſis, und aus bitteren Er=
fahrungen
haben wir gelernt, daß man wohl weiß, wo eine ſolche
anfängt, nicht aber, wo ſie endet. Nichts aber wäre verhängnis=
voller
, als eine neuerliche Lahmlegung der deutſchen Reichsregie=
rung
in entſcheidender Stunde.
M.

Kommuniſienprozeß in München.
* München, 12. Juli. (Priv.=Tel.) Vom Strafgericht
München wurde der Kommuniſtenführer Karl Ganz, der an
einer kommuniſtiſchen Demonſtration am Grabe, Leviné Niſſens
teilgenommen hatte, unter Anrechnung der Unterſuchungshaft zu
2 Monaten Gefängnis verurteilt. Ganz iſt auch in dem großen
Kommuniſtenprozeß gegen die 62 Komuniſten, der gleichzeitig
hier ſtattfindet, auf der Anklagebank. Heute wurde in dieſem
großen Kommuniſtenprozeß die Beweisaufnahme geſchloſſen..
Mit dem Urteil iſt in der nächſten Woche zu rechnen.
Neuer franzöſiſcher Uebergriff.
Berlin 12. Juli. Nachdem die auf Antrag der Inter=
alliierten
Rheinlandkommiſſion von der Handelskammer Mainz
als Beiſitzer und ſtellvertretender Beiſitzer beim gemiſchten Eiſen=
bahnſchiedsgericht
vorgeſchlagenen deutſchen Laienrichter ( Son=
derverordnung
244) die Uebernahme dieſer Aemter abgelehnt
hatten, iſt beiden Herren franzöſiſcherſeits eröffnet worden, daß
ſie ſich als requiriert zu betrachten hätten und daß die Ent=
ſcheidung
der Rheinlandkommiſſion als Befehl aufzufaſſen ſei.
Dieſer neue franzöſiſche Uebergriff findet weder in den Verord=
nungen
der Rheinlandkommiſſion noch im Rheinlandabkommen
irgendwelche Rechtstitel. Das Verhalten der franzöſiſchen Be=
ſatzungsbehörde
in Mainz iſt ein weiterer Beweis für die plan=
mäßige
Sabotierung der Befriedigungsabſichten der neuen fran=
zööſchen
Regierung durch ihre Funktionäre im beſetzten Gebiet.
Baheriſche Verhandlungen mit der Reichsregierung.
Wie wir erfahren, hat die bayeriſche Regierung mit der
Reichsregierung Verhandlungen eingeleitet, um Milderun=
gen
im Beamtenabbau zu erreichen. Nach Mitteilung des
bayeriſchen Finanzminiſteriums wurden in Bayern bisher 2048
Beamte abgebaut. Unter Anrechnung der abgebauten Anwärter=
angeſtellten
und Aushilfskräfte wurden ſeit 1. Oktober 1923 ins=
geſamt
4302 Perſonen abgebaut.
Keine neuen Micumverhandlungen.
Eſſen, 12. Juli. Hier eintreffende Berliner Zeitungen ent=
halten
in den letzten Tagen verſchiedene angebliche Informatio=
nen
, die ſich auf Mieumverhandlungen beziehen. Wie
wir auf Erkundigung von wirtſchaftlicher Seite hören, ſind aber
alle ſolche Gerüchte völlig aus der Luft gegriffen.
Im Gegenteil, die Micumfrage ruht zurzeit vollkommen.

Vom Tage.
Das württembergiſche Staatsminiſterium hat den Geſandten bei
dem Neich, bei Preußen und Sachſen, Karl Hildebrand in den
zeitlichen Ruheſtand verſetzt und den Präſidenten des Landes=
finanzamtes
in Stuttgart, Dr. jur. Bosler zum württembergiſchen
Geſandten bei der Reichsregierung und bei Preußen ernannt.
Das von der Diſziplinarkammer München in dem Verfahren gegen
Oberlandesgerichtsrat Poehner verkündete Urteil lautet
auf Dienſtentlaſſung.
Die Ermäßigung der Nuhrkohlenpreiſe um 20 Pro=
zent
hat es dem Reichsverkehrsminiſter ermöglicht zur Erleichterung
der bedrängten Lage des beſetzten Gebiets und des Ruhrbergbaues eine
Tarifermäßigung im Verkehr mit den beſetzten Ge=
bieten
einzuführen.
Die ſeit Oſtern zwiſchen der deutſchen und öſterreichiſchen
Regierung in Wien und Prag geführten Verhandlungen
über einen neuen Handelsvertrag ſind, wie die Berliner Börſen=
zeitung
meldet, am 12. Juli zum Abſchluß gelangt.
Die deutſchen und ſlawiſchen Abgeordneten der
italieniſchen Kammer haben beſchloſſen, ihre Haltung nach
derjenigen der vereinigten Oppoſition einzuſtellen.
Die deutſche und die polniſche Delegation in Wien
hielten eine gemeinſame Sitzung ab. Wie aus Konferenzkreiſen ver=
lautet
, ſoll auf Grund des Schiedsſpruchs das Abkommen ausgearbeitet
werden. Die Verhandlungen dürften etwa ſechs Wochen in
Anſpruch nehmen.
Nach mehrtägigen ſtürmiſchen Verhandlungen in Warſchan wurde
das Minoritätengeſetz in der dritten Leſung angenom=
men
. Die Abgeordneten der Minderheit verließen zum Zeichen des
Proteſtes den Saal.
Die Verhandlungen zwiſchen Rußland und China ſind
zurzeit unterbrochen weil Moskau das ruſſiſch=chineſiſche Abkom=
men
noch nicht ratifiziert hat.
Die Botſchafterkonferenz iſt geſtern zu einer Sitzung zu=
ſammengetreten
, in der ſie ſich mit laufenden Angelegenheiten beſchäftigte.
Auf die Frage eines Sonderberichterſtatters des Oeuvre, ob
Young der offizielle Vertreter Amerikas auf der Lon=
doner
Konferenz ſein werde, gas dieſer zur Anvwort, er wiſſe nichts
davon.
Lord Parmoor hat in einer Unteredung erklärt: Deutſch=
land
wird im Völkerbundsrat Sitz und Stimme erhalten,
und zwar nicht etwa nur vorübergehend auf Grund einer Wahl, ſon=
dern
einen ſtändigen Sitz im Völkerbundsrat.
Die braſilianiſchen Rebellen ſind, nicht nur Herren
der Stadt Sao Paolo, ſondern der ganzen Umgebung.

Bolniſche Note an die Botſchafterkonferenz.
Die polniſche Regierung hat durch ihren Pariſer Ge=
ſandten
dem Vorſitzenden der Botſchafterkonferenz eine Note
überreichen laſſen, worin die Hoffnung ausgeſprochen wird, daß
die Großmächte den litauiſchen Widerſtand gegen
Polen durch eine energiſche Haltung beſeitigen. Die Reibungen
zwiſchen Polen und Litauen ſind nach Angaben Polens auf
keinen politiſchen Streitfall zurückzuführen, da hierzu weder eine
tatſächliche noch eine rechtliche Urſache vorhanden ſei.
Ein Attentat auf Zaglul Paſcha.
Kairo, 12. Juli. (Wolff.) Zaglul Paſcha iſt bei ſeiner
Abreiſe nach Alexandrien auf der Eiſenbahnſtation durch einen
Nevolverſchuß in die Bruſt leicht verwundet wor=
den
. Der Täter wurde verhaftet. Der Zuſtand Zag=
lul
Paſchas iſt befriedigend. Sein Angreifer iſt unter
polizeilicher Bewachung nach Kairo zurückgebracht worden.
Zuſammenſtoß zwiſchen Mohammedanern
und Hindus.
London, 12. Juli. Reuter meldet aus Delhi, daß es
in der Stadt zu einem Zuſammenſtoß zwiſchen Mohammedanern
und Hindus gekommen iſt, wobei mehrere Perſonen getötet wur=
den
. Die Ordnung iſt zwar wieder hergeſtellt, doch ſind die Läden
noch geſchloſſen. Die Unruhen ſollen darauf zurückzuführen ſein,
daß ein mohammedaniſcher Knabe aus einem Brunnen geſchöpft
hatte, wogegen ſich die Hindus widerſetzten und den Knaben tot=
ſchlugen
.
Neuer engliſch=mexikaniſcher Zwiſchenfall.
* London, 12. Juli. (Priv.=Tel.) Nach einer Meldung
aus Mexiko hat ſich dort ein neuer engliſch= mexikani=
ſcher
Zwiſchenfall ereignet, indem ein Neffe des Admi=
rals
Fullner, namens Vereker, am 6. Juli durch Banditen bei
Portero deLlano getötet wurde, weil er ſich weigerte, dieſen ſein
Portefeuille zu geben.
Die Kammerdebatte über die Ainneſtievorlage.
* Paris, 12. Juli. (Priv.=Tel.) Die Beratung über die
Amneſtievorlage iſt heute in der Kammer fortgeſetzt worden. Die
Kammer hat auf einen Vorſchlag Herriots gegen die Oppoſition
beſchloſſen, heute abend, morgen und Montag wieder zu tagen,
um wenn möglich die Beratung der Vorlage noch vor
Dienstag, dem Tag der Abreiſe Herriots nach London, zu be=
enden
.

Anerika und die Konferenz
Amerika ſehnt Macdonalds Vorſchlag a
U. Waſhington, 12. Juli. Die heute im Staatst
tement abgegebenen Erklärungen ſchaffen endlich Klarheit
über, daß Amerika ſeine bisherige Politik in der Reparat
frage nicht zu ändern gedenkt, und ſich infolgedeſſen auch
in der Lage ſieht, den Vorſchlag Macdona
falls er offiziell übermittelt wird, anzunehmen. Unit
Service berichtet, Staatsſekretär Hughes werde die Dur
rung des Dawesberichtes moraliſch unterſtützen, jedoch k
offiziellen Schritte unternehmen. Die Tatſache ſteh
daß das an den Friedensvertrag mit Deutſchland vom
angefügte Amendement Amerika hindere, ohne ausdrücklich
ligung des Kongreſſes einen offiziellen Vertreter zu bei
oder offizielle Schritte zu tun, die in Verbindung mit der Re
tionskommiſſion ſtehen. Da der Kongreß gegenwärtig nicht
und erſt anfangs September wieder zuſammentritt, ſind die
einigten Staaten gebunden, ſoweit Schritte, welche die R
tionskommiſſion betreffen, in Frage kommen,
Vermutungen über Hughes Reiſeprograt
TU. New York 12. Juli. Staatsſekretär Hughe
heute früh von hier nach Europa abgereiſt iſt, bleibt nach
dungen aus amtlichen Kreiſen vorausſichtlich vom 21. bi
Juli in London, dann wird er einige Tage Paris beſucher
dort Gaſt der franzöſiſchen Anwaltskammer zu ſein. Tro
gibt man zu, daß Hughes mit Macdonald und
riot konferieren werde. Die Reiſe Hughes'
Berlin wird zwar in Abrede geſtellt, trotzdem wird abe
Möglichkeit einer ſolchen nicht ganz beſtritten. In amt
Kreiſen erklärt man, daß Hughes mit den amerikaniſchen
ſchaftern in London, Paris und Berlin in Fühlung ſtehe
amtlich zugegeben wird, daß das Ziel der an den Beſuc
Paris ſich anſchließenden Erholungsreiſe unbekannt iſt, ſchl
dieſe Kreiſe daraus, daß Hughes dieſe Zeit benutzen könnte
Berlin zu beſuchen, falls dies notwendig werde. Die Fre
Hughes führen aus, die amtlichen Erklärungen beſagten
daß Hughes nicht beabſichtige, an der Londoner Konferen,
zunehmen oder an anderen diplomatiſchen Auseinanderſetzu
die ſich ſpäter ergeben können, trotzdem bleibe die große
ſcheinlichkeit beſtehen, daß ein enger Zuſammenhang zwiſcher
Reparationsfragen und gewiſſen Teilen des amerikaniſch=
ſchen
Friedensvertrages vielleicht doch eine größere Aufmer
keit bei Hughes finden werde, als vorgeſehen.
Die franzöſiſchen Oelegierten.
TU. Paris 12. Juli. Die franzöſiſche Delegation
Londoner Konferenz wird am Dienstag vormittag unter
Führung des Miniſterpräſidenten Herriot nach London
reiſen. Die Delegation, die aus ungefähr 30 Perſone
ſtehen wird, iſt in ihrer endgültigen Zuſammenſetzung noch
bekannt, doch kann man mit Beſtimmtheit darauf rechnen,
der Finanzminiſter, Kriegsminiſter Nollet neben verſchiet
hochſtehenden Perfönlichkeit des Quai d’Orſah, der Reparat
kommiſſion und des Kriegsminiſteriums den Miniſterprä
ten begleiten werden.
Die beigiſchen Vertxeter für London.
TU. Paris 12. Juli. Nach einer Meldung aus Br
wird die belgiſche Delegation am Dienstag nach L
don abfahren. Sie wird ſich aus Theunis, Hymans und Ht
cart, dem belgiſchen Delegierten im Ruhrgebiet, zuſammenſ
Ihr gehören ferner an der belgiſche Attaché bei der Rheinl
kommiſſion in Koblenz, Weiler, und der zweite Vertreter
giens bei der Reparationskommiſſion

Die kommende Anterhausdebatte.
London, 12. Juli. (Wolff.) Die Times berichtet
werde erwartet, daß Aſquith die Debatte über die Bewilligu=
für
das Fdreign Office am Montag eröffnen werde, wobei
geſamte Frage des Dawesberichts, der interalliierten Konfe
und des Beſuches Macdonalds in Paris erörtert wird.
win werde ebenfalls zu Beginn der Debatte ſprechen.
Premierminiſter werde auf die beiden Reden antworten.
Lloyd George, Mac Neill, Ponſonby, Wedgwood, Benn
General Spears würden vermutlich ſprechen.
Ein vernünftiges italieniſches Arteil.
Nom, 12. Juli. (Wolff.) Nuovo Pgeſe fragt, ob Deu
land nach London eingeladen worden ſei oder nicht. Es ſei
undenkbar, daß ſich Deutſchland noch fürderhin einem Verfa
unterwerfe, das es von den Beratungen ausſchließe. Das 2
beſpricht die letzte Rede Dr. Streſemanns und bemerkt, daß
ſich in Paris nicht klar über die Räumung ausgeſprochen I
Das Blatt iſt ſeinerſeits gegen eine weitere Beſetzung des R
gebiets und hält die diesbezügliche Forderung Deutſchlands
durchaus berechtigt.

Der tolle Bomberg.
Von Joſef Winckler.
Einige Geſchichten aus dem weſtfäliſchen Schelmenroman
(Deutſche Verlags=Anſtalt, Stuttgart), darin zum erſten Male
die zahlloſen Abenteuer und Streiche des tollen Bomberg ge=
ſammelt
und zum Lebensbilde abgerundet wurden.
Das Weiberduell.
Eine ruſſiſche Gräfin Tſcheykowſky, die für die Gleichſtellung
der Frau kämpfte, ein robuſtes Mannweib mongoliſchen Typs
mit wallendem Tituskopf, reiſte damals durch ganz Europa und
warb für ihre Ideen. Sie hielt auch vorm weſtfäliſchen Adel im
Bomberger Hof einen propagandiſtiſchen Vortrag, zu dem bei der
Scheu ariſtokratiſcher Damen vor geſellſchaftlicher Bloßſtellung
faſt nur Herren erſchienen waren, ſo daß die Gräfin argwöhniſch
mit ſpitzer Zunge die Tyrannei der Ehegatten geißelte:
Ich will nicht ab ovo beginnen, ſondern gleich die Kardinal=
frage
ventilieren: Was berechtigt Mann, ſein Weib als inferior
zu betrachten? Ich muß für mein Deitſch um Nachſicht bitten,
aber Sie ſollen mir verſtehen ſchon! Iſt Weib nicht auch Eben=
bild
ſelbigen Gottes, der iſt die abſolute Vollkommenheit? Es
gibt neben phyſiſchen auch keinen ſtichhaltigen pſychiſchen Unter=
ſcheid
denn iſt Seele Seele, wie Menſch iſt Menſch! Alle Leite
ſind es! Sie aber, Herren, gebrauchen Ihre Frauen nur als
Luſtbarkeitslokale! Keinen anderen Ehrgeiz, als ſie zu Plapper=
automaten
, Flatterapparaten, Brutmaſchinen zu degradieren!
Die Venusſchaukel das iſt Ihr Weibsideal!
Erſter Zwiſchenruf: Bravo!
Im Glauben, dies gelte als Zuſtimmung, hub die Rebnerin
ihr tromretenhaftes Organ: Männerfang! Laffenfang!
Zweiter Zwiſchenruf: Braviſſimo!
Daher meine Generalforderung: modern aufgeklärtes Fe=
minim
. Wer ihrer Ehre tangiert, den weiſe ſie energiſch zu
Schranken! Ohne Reſerve! Denn es iſt eine infame Lüge
nur Courage, meine Damen! daß Frau jede Situation nicht
genau beherrſche wie Mann, daß er an Selbſtſicherheit, Selbſt=
behauptung
überlegen ſei alles nur Erziehung! Glauben
Sie, meine Heiren Varone ich ſelber wagte nicht auf gleiches
Terrain Lebenskampf wie Sie? Oh, mehr wie Sie! Reiſe ich
nicht allein von Land zu Land? Ich heirate nur nicht, weil aſles
bisherige Mann mir nicht

A

Da antwortete Bomberg zum dritten Male in tiefem Baß:
Sie müſſen den Rieſen Morphi heiraten! Dieſer ruſſiſche
ungeſchlachte Rieſe war damals eine Jahrmarktserſcheinung von
bekannter Zugkraft.
Und nun erſt begriff die ſtreitbare Amazone im Gekicher und
Gelächter den Sinn aller früheren Zurufe und verwandelte ſich
vor den Augen der Verſammlung in eine Feuerſäule: Bin hier
ich ſchutzlos, mossieurs? Mais non! Ou sont les eavaliers?
Iſt typiſch für deutſches Herr, daß niemand für mich einſetzt?
Nun, ſo wiſſen Sie, lachen Sie nur! ich ziehe voll aus Lehre
der Emanzipation Konſequenz Herr Baron de Bomberg, ich
fordere Ihnen öffentlich auf: ſind Sie bereit auch zur Satis=
faktion
für beleidigte Dame der ruſſiſchen Ariſtokratie?
Der Baron ſchlug im Schweigen der allgemeinen Verblüffung
ſich ſchallend aufs Knie: Parole (honneur auf Stricknadel
und Beſenſtiel, faule Eier mit Peterſilie
Die Stimme vom Podium kreiſchte: Wiſſen Sie, ich bin
Piſtolenſchitzin und hab' in Ural Bären gejagt! Herr, dieſe
Injurie kann nur mit Blut geſühnt werden!
Jawoll mit kaltem Blut!
Auch dies als Roheit wagen Sie deitſches Lümmel der
erſten Verfechterin weiblicher Gleichberechtigung, jahrtauſend=
jährig
ſchweren Kampfes Weltgeſchichte um ſoziale Erlöſung, ins
Geſicht ſchleudern? Erkennen Sie Naturrecht meiniges au
Genugtuung an?"
Ich kann doch keinen Aal übers Knie brechen? zuckte Bom=
berg
die Achſel.
Weigern mir Recht auf Satisfaktion wie ſimpelſtem Mann?
Der Baron erhob ſich: Das kommt ſehr darauf an! Nach
italieniſchem Duellgeſetz mußten ſich die Gegner auch die Finger=
nägel
beſchneiden, damit keiner mit einer natürlichen Waffe im
Vorteil ſei! Ich weiß aber nicht, meine Gnädigſte, ob ich in
Anbetracht eines weiblichen Duells nicht nur dieſe Vorſicht hier
erſt verlangen muß ehe ich mich Ihnen gleichberechtigt fühlen
kann, ſondern beantrage vorher auch, daß Sie Ihre künſtlichen
gefährlichen Zähne aus dem Rachen entfernen
Woooos bleckte ihr prachtvolles Gebiß. Die Steppen=
hyäne
flog herab: Wollen Sie wagen, mit Witze mir zu ver=
höhnen
?"
Modeſte Mignon, die Kälte in Rußland hat Ihre Zürbel=
drüſe
eingefreren
Weiter kam er nicht, denn ſchon prallte die Ohrfeige, die er
hervorgelockt hatte, um die ſtreitbare Dame unwiderruflich zum
letzten und damit ad absurdym zu treiben.

Unter ſolcherart Tumult ſpielte er nun ſeinerſeits den wi
Mann und ſchrie: Machtlos! Machtlos! Abſolut machtlos
was ſoll ich wirklich gegen eine Dame unternehmen? Beder
Sie: Eine Dame! Gar nichts kann ich! Und verneigte
Gnädigſte ich bin impotent vor Ihnen!
Die Ruſſin mit großer Geſte: Betrachten Sie ſich als
fordert, Feigling
Der Baron verneigte ſich abermals.
Flüſternde Gruppen. Ernſte Mienen. Heilloſe Affäre!
bedingt geheimhalten.
Am folgenden Morgen punkt ſechs Uhr ſollte das Duell
Erlenwäldchen des Parkes ſtattfinden. Die Herren erſchienen
ſpöttiſch im Zylinder, einige Damen im Schleier, fiebernd
ſchen Entſetzen und Senſation. Feuchter Frühnebel ſilberte
in der Kühle, aber die Spechte lärmten ſchon ſeitwärts in
Kiefernſchonung. Die Ruſſin, bleich, ſtolz, vor verbiſſenem T
ganz ihrer Miſſion bewußt: als erſte Vorkämpferin des geſan
Geſchlechts im Duell die Konſequenz ihrer Lehre bekräftigen!
ein Tag unabſehbarer Propaganda, denn es galt ihr gnader
gewiß, dieſen Dummkopf zum heroiſchen Beiſpiel niederzukne
in der Tat nicht ohne phantaſtiſche Größe; und die Da
betrachteten die kühne dunkelhaarige Schutzpatronin ihrer Gle
berechtigung wenn nicht mit Sympathie, ſo doch in ſtiller
wunderung.
Doktor Möller wickelte zerſtreut, übernächtigt ſeinen Inſ
mentenkaſten aus dem Futteral, mit dem er ſonſt nur Bau=
wöchnerinnen
Beiſtand leiſtete, und ſteckte das etwas ſcha.
Wachstuch in den Mantel. Die Sekundanten prüften die Piſto
ſchritten die Entfernung ab: Fünfzehn Schritt Abſtand
Menſur a tempo !
Die Zeugen und Unparteiiſchen traten heran.
Ich hab’ nicht richtig verſtanden auf fünfzehn M
Abſtand? ſtotterte der Baron wie angſtverwirrt.
Fünfzehn Meter Abſtand Menſur a. tempo ! komn.
dierten die Sekundanten. Die Zeugen und Unparteiiſchen tre
näher. Oder wünſchen Gnädige noch weiteren Abſtand? hou
der Baron jetzt plötzlich.
Menſur über’s Schnupftuch! ſchrie die Ruſſin erboft.
Bon ! antwortete der Baron und mit gemeſſener
neigung; trotzdem ihm als dem Provozierten der erſte O‟
zuſtand, fügte er hinzu: Ich überlaſſe Ihnen natürlich,
erſten Schuß, denn Sie ſind doch eine Dame!"
hen Haſſes ſprühte aus den ſchwar
Inferioritätserklär

[ ][  ][ ]

mimer 193.

Sowjetrußland
d die Londoner Konferenz.
Von
Georges Popoff, Moskau.
Revolutions=Konſtellationen eintreten werden. Mit die= ſtellationen erwachſen, wenn
Inanten und vielſagenden Sätzen charakteriſiert der Mos=
znz
beſondere Beachtung verdient.
Seſtehens im vertvorrenen Zuſtand des Nachkriegs=Europa gangen iſt.
Hrſte Stütze ihrer Exiſienz, und was dasſelbe iſt: die beſte
enommen werden, wie andererſeits die Tatſache, daß
olitik hätte bewundert werden können.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 13. Juli 1924.

Seite 3.

dite im Tauſch gegen ein Objekt erhält, über das es in Wirklich=
keit
, auch nach Abſchluß des Vertrages mit China, gar nicht ver=
fügt
. Doch weiter: an der oſtchineſiſchen Bahn ſind unmittelbar
beteiligt: Japan, die Vereinigten Staaten und Frankreich; ſollte
England alſo tatſächlich dieſes fragwürdige Pfandobjekt als
Sicherung einer Anleihe akzeptieren, ſähe es ſich augenblicklich
mit all dieſen Mächten in überaus unliebſame Konflikte und
Reibungen hineingezogen. Frohlocken und jubilieren würden
e Erbitterung über das Fehlſchlagen der auf den deut= hierüber im Bunde mit den übrigen Aſiaten natürlich die Sow=
omunismus
geſetzten Hoffnungen wird in Moskau nur jetruſſen, welche mit dem von England, erhaltenen Gelde ſich
ie neue Hoffnung gemildert, welche wie ein Leitmotiv wiederum die Anerkennung Frankreichs erkaufen könnten. Und
ten Kongreß der Dritten Internationale durchzog: Daß ſo weiter, d. h. aus dieſem einen Gedanken, dem weltpolitiſchen
Aung des Reparationsproblems zuſammen mit dem Sach= Spiel mit der oſtchineſiſchen Bahn könnten für die Moskowiter
igenplan Schiffbruch erleiden und dann in der Welt die größten Möglichkeiten und die ſchönſten Revolutions=Kon=
Ja, wenn England dieſen famoſen Garantie=Vorſchlag
Yurreſpondent des Mancheſter Guardian die gegenwärtige akzeptiert hätte. Das hat es indeſſen nicht getan. Litwinow, der
Stimmung im Kreml, welche in Anbetracht der neueſten, mit dem Traumbild der oſtchineſiſchen Bahn in der Taſche nach
franzöſiſchen Friedensbeſtrebungen und der Londoner London gereiſt war, verließ nach einem merkwürdig kurzen
Aufenthalt das gaſtliche Inſelreich und erklärte, in Berlin an=
er
, der, wie Schreiber dieſer Zeilen, die Moskauer Poli= gelangt, laut und vernehmlich, der Garantieplan mit der oſt=
E eigener Erfahrung kennt, wird obiger Feſtſtellung nicht chineſiſchen Bahn hätte nie beſtanden und ſei als eine Erfindung
als rückhaltlos zuſtimmen können. Wir glauben es gern, der Feinde der Sowjetunion zu betrachten. Daß in Wirklich=
Plänen des Kreml die internationale Lage, welche zur= keit gerade das Gegenteil der Fall war, haben engliſche Blätter
klich einer Klärung entgegengeht, noch nie ungünſtiger bezeugt, die über den Inhalt der engliſch=ruſſiſchen Beſprechun=
In ſein mag, und man in Moskau noch nie zuvor ſo heiß gen vorzüglich unterrichtet ſind. Geſcheitert iſt die fein einge=
rwicklungen
als Boden für eine günſtige Revolutions= fädelte Intrige am Widerſtand der Engländer, welche gerade
ation herbeigeſehnt haben wird wie heute, im Augen= zurzeit wenig Luſt verſpürten, ohne beſondere Veranlaſſung ihren
3 Zuſammentritts der vielleicht erſten wirklichen Frie= Einfluß auf die Mandſchurei auszudehnen, die doch völlig außer=
ferenz
. Sieht doch die Sowjetmacht ſeit dem erſten Tage halb jener Richtung liegt, welche das britiſche Weltreich ſtets ge=
Dieſes ſommerliche Zwiſchenſpiel im großen weltpolitiſchen
für die Ausbreitungsmöglichkeiten des Weltkommunis= Konzert hat ſomit nicht die von den Sowjetruſſen erhoffte Wir=
nd
wer die Sowjetruſſen kennt, wird ſich ſagen müſſen, kung gehabt, vielmehr den Ausgang der engliſch=ruſſiſchen Kredit=
e
Männer es heute bei heißen Wünſchen keineswegs be= verhandlungen höchſtwahrſcheinlich negativ entſchieden, und es
Slaſſen werden und daß von ihrer Seite alles unternom= kann kaum gezweifeltewerden, daß trotz aller Beſchönigungsver=
rden
wird, was nur irgendwie zur Verwirklichung der ſuche, die demnächſt vorausſichtlich erfolgen werden, dieſe Lon=
Revolutions=Konſtellation in Europa beitragen könnte, doner Konferenz bereits Fiasko erlitten hat. Doch ſichtbare
in der Tat: es genügt, die letzten politiſchen Aktionen Fäden führen von jenem Konferenztiſch, an dem Herr Rakowski
skauer Diplomaten etwas genauer unter die Lupe zu in London verhandelt, zu jenem anderen Tiſch hinüber, um den
um feſtzuſtellen, daß ſie heute eifriger denn je am Werke, alsbald Maedonald, Herriot und manche andere brave Friedens=
Befriedung Europas zu verhindern, und ſich beharrlich freunde Platz nehmen werden: die europäiſchen Friedensausſich=
1., Revolutions=Konſtellationen künſtlich zu ſchaffen und ten haben in Moskau eine unverkennbare Nervoſität hervor=
rufen
. Daß die Sowjetdiplomaten hierbei mit der größ= gerufen und die Sowjetruſſen ſehen ſich nun, wie der gegebene
diſfenloſigkeit vorgehen, kann als ebenſo ſelbſtverſtänd= Fall lehrt, zur Verdoppelung ihrer Aktivität gezwungen.
Und die bemerkenswerte Lehre dieſes Zwiſchenfalles: der
olitik ein unzweifelhaft weitſichtiger, oft genialer Wurf / Bolſchewismus, der aus Gründen der Selbſterhaltung ſtets den
Wir greifen aus der Zahl jener Moskauer politiſchen Durchbruchswillen nach Weſten behalten wird, iſt bisher noch nie
welche hiervon beſonders deutlich zeugen, nur einen ſo deutlich als Träger eines vorwiegend aſiatiſchen Machtwillens
s charakteriſtiſchen Fall heraus: den Moskauer Plan mit zu Tage getreten wie in dieſem (hoffentlich definitiv mißglückten)
ineſiſchen Bahn, der kürzlich viel Aufſehen erregt hat oſtchineſiſchen Intrigenſpiel. Wobei, was uns beſonders an=
1 wäre er gelungen fürwahr als ein Meiſterſtück der geht, dieſe aſiatiſche Tendenz der Moskauer Außenpolitik ſich
demonſkrativ mit dem Streben zur Weltrevolution verbindet, wo=
2 es ſich herauszuſtellen begann, daß es ſchwer fallen durch für Europa eine gewaltige, nicht zu überbietende Gefahr

ſon England ohne Gewährung einer ſicheren Garantie entſteht, die mächtig zum Nachdenken zwingt. Zeigt ſie doch, wie
0 Kredite zu erlangen, tauchte in Moskau blöglich das ; ſehr das Gelingen oder Nichtgelingen aller gegenwärtigen Frie=
auf
, die Sowjetregierung biete als Sicherheit für die von densbeſtrebungen einzig davon abhängt, ob das Bewußtſein von
zu emrfangende Anleihe die oſtchineſiſche Bahn an! der Solidarität der europäiſchen Intereſſen Fuß faßt und die
vjetruſſen, die nach langen, aber beharrlichen Bemühun= Mächie, daraus die Konſequenzen ziehend, erkennen werden, daß
China eine Eittigung erzielt hatten, ſchien dieſe Idee in eine moraliſche Vereinheitlichung ihrer Politik Sowjetrußland

Hinſicht gelungen, nicht zuletzt, weil das Garantieobjekt : gegenüber ein Gebot unſerer Zeitgeſchichte iſt.
b Rußlands liegt, weshalb nicht befürchtet zu werden

, daß infolge ſeiner Beſitznahme durch England auslän=
h
. kapitaliſtiſche Einftüſſe ſich im Herzen des kommu=
Staates geltend machen würden.
e Tatſache ſchien den Moskowitern von ſo hervorragen=
eutung
, daß man gewiſſe ſekundäre Umſtände völlig zu
n für möglich hielt, nämlich, daß die oſtchineſiſche Bahn
biete (Mandſchurei) führt, in denen weder Rußland noch
ne faktiſche Regierungsgewalt ausüben. Moskau um=
e
ſchwache Stelle des Problems, indem es ſich damit be=
Aaß China im Vertag mit Rußland formell auf den Beſitz
verzichtete, zumal die Gebiete, welche die Bahn berührt,
der Pekinger Regierung zugehörig ſind. China machte
gutes Geſchäft es erhielt von Rußland weſentliche
Zugeſtändniſſe (Befreiung der Mongolei von Sowjet=
Aund Verzicht auf die ehemaligen ruſſiſchen Konzeſſionen
Arn Chinas) im Tauſch gegen ein Objekt (die oſtchineſiſche
Selches ſich überhaupt nicht im chineſiſchen Beſitz, ſon=
der
Gewalt des Beherrſchers der Mandſchurei Tſchang=
befand
. Aber hierauf kam es den großzügigen Mosko=
urchaus
nicht an ſie brauchten hauptſächlich die juri=
kegelung
der Angelegenheit, das ihnen die Inangriff=
ines
noch größeren weltpolitiſchen Geſchäftes geſtatten
ierauf wies bereits die verdächtige, im ruſſiſch= chineſi=
rtrag
enthaltene Klauſel hin, welche Rußland geſtattete,
n nach Belieben an eine dritte Macht abzutreten.
A dieſe Klauſel drehte ſich denn auch dieſe verwegene, groß
e Kombination. Denn vor den Augen der Moskauer
ber entſtanden nun die verlockendſten Möglichkeiten,
wie es ihnen ſchien, ſich in ſchier endloſer Reihe einer
anderen ergaben: die Bahn wird England als Pfand
ne Anleihe abgetreten, was bereits als Coup erſten
Sebucht werden kann, da Rußland ſomit Geld und Kre=

Herriot und Macdonald, die nun in London zum dritten
Male zuſammentreffen und an deren guten Abſichten nicht ge=
zweifelt
werden ſoll, wiegen ſich vielleicht im Glauben, daß es
ihnen leicht fallen dürfte, nach friedlicher Regelung ihres Ver=
hältniſſes
zu Dertſchland auch mit Sowjetrußland einen wah=
ren
Frieden zuſtande zu bringen. Geben ſich ſich in dieſer Hin=
ſicht
nicht einem gefährlichen Optimismus und vagen Illuſionen
hin? Wird nicht der eigentliche Entſcheidungskampf zwiſchen der
abendländiſchen Kulturwelt und dem aſiatiſchen Bolſchewismus
dann erſt recht beginnen? Wir zweifeln keinen Augenblick daran,
daß unſere europäiſche Ziviliſation den Endſieg erringen wird,
und daß ſie noch ſtark genug ift, um auf unſerem geheiligten Bo=
den
das Entſtehen von aſiatiſchen Revolutions=Konſtellationen
zu verhindern. Aber zuförderſt iſt erforderlich, daß in Europa be=
griffen
wird, welch einen Kampf es zu führen gilt einen
Kampf zweier Welten, zwiſchen denen es keine Kulturgemein=
ſchaft
gibt und nie geben kann.

Ausbau der rufſiſchen Handelsflotte.
Moskau, 12. Juli. (Wolff.) Die Geſellſchaft zur Förde=
rung
der Handelsflotte hielt eine Verſammlung ab, in der Trotzki,
Kraſſin und der Volkskommiſſar für Ackerbau, Smirnow, Reden
hielten. In dieſen wieſen ſie auf die Notwendigkeit der
ſofortigen Errichtung einer Handelsflotte der Sow=
jetunion
hin. Die Redner betonten, daß die eigene Handelsflotte
die Sowjetunion von der Notwendigkeit befreien werde, den
Nachbarn zu hohe Zölle zu zahlen; auch werde dadurch die Ab=
hängigkeit
von den ausländiſchen Schiffseigentümern beſeitigt,
die angeſichts der Steigerung der Ein= und Ausfuhr der Sowjet=
union
ſo ſchwierige Bedingungen ſtellten, daß die Einnahmen
auf ein Minimum verringert würden.

Die Prager Konferenz.
Die Zuſammenkunft der Kleinen Entente.
TU. Trag, 12. Juli. Zur Konferenz der Kleinen Entente
ſind der Außenminiſter von Rumänien, Duca, mit Gemahlin,
und der Außenminiſter von Jugoſlawien, Ninſchitſch, mit Ge=
mahlin
mittels Sonderzügen in Prag eingetroffen. Zum Emp=
fang
hatten ſich auf dem Bahnhof eingefunden der Vertreter des
Präſidenten der Republik und Chef der Militärkanzlei des Prä=
ſidenten
, Miniſter Beneſch und Gemahlin, einige Miniſter und
Geſandte ſowie Perſönlichkeiten der diplomatiſchen Welt. Die
erſte Verſammlung der drei Miniſter der Kleinen Entente fand
geſtern von 39 Uhr ſtatt. Die Miniſter beſprachen außenpoli=
tiſche
Fragen, die für die Länder von Intereſſe ſind. Es wurde
eine vollkommene Uebereinſtimmung über die in Frage kommen=
den
Punkte feſtgeſtellt. Bei der Durchreiſe des Außenminiſters
Ninſchitſch durch Maria=Thereſiapol ereignete ſich an der Grenze
ein Zwiſchenfall. Die ungariſche Grenzſtation verweigerte die
Annahme des Salonwagens des Miniſters mit der Erklärnng,
daß die Eiſenbahndirektion Budapeſt nicht das Notwendige ver=
anlaßt
hätte. Der Miniſter und ſeine Begleitung mußten daher
den Salonwagen verlaſſen und in einem gewöhnlichen Abteil
Platz nehmen.
Das amtliche Communigué.
TU. Prag, 12. Juli. Geſtern wurde folgende amtliche
Mitteilung über die Konferenz der Kleinen Entente ausgegeben:
Die erſte Zuſammenkunft der Außenminiſter der Staaten der
Kleinen Entente hat heute nachmittag von 59 Uhr im Mini=
ſterium
für Auswärtiges ſtattgefunden. Wie bei den beiden frü=
heren
Zuſamenkünften haben die Miniſter zunächſt alle außen=
politiſchen
Fragen, welche ihre Intereſſen berühren, erörtert
und wieder die vollſtändige Uebereinſtimmung ihrer Intereſſen
und Anſchauungen konſtatiert. Die Kleine Entente, die von Be=
ginn
an ein Intereſſe daran hatte, die Uebereinſtimmung unter
den Regierungen der Großen Entente aufrecht erhalten zu ſehen,
konſtatiert mit beſonderer Befriedigung, daß ſie ſich dem Ueber=
einkommen
nähert, das in der definitiven Erledigung der Repa=
rationsfrage
zu erblicken iſt. Die Reparationsfrage iſt eine
Frage, die ihre Intereſſen beſonders berührt, wobei alle Be=
mühungen
um die Pazifierung Europas gegenwärtig in dieſer
Frage konzentriert ſind. Im Verlaufe der Diskuſſion haben die
Miniſter überdies feſtgeſtellt, daß verſchiedene Zwiſchenfälle der
letzten Zeit auf die engen und lohalen Beziehungen, die vom
erſten Augenblick zwiſchen allen drei Staaten beſtehen, keinen
Einfluß haben und haben konnten. Die Königreiche Rumänien
und Jugoſlawien, ſowie die Tſchechoſlowakei ſind feſter denn je
durch die gemeinſamen Lebensintereſſen verknüpft. Die Kleine
Entente, die eine Allianz mit genauem Grenzbereich repräſen=
tiert
, verfolgt darüber hinaus die Erhaltung des Friedens=
zuſtandes
und iſt in dieſer Richtung bemüht, durch ihre ſolida=
riſche
Tätigkeit unter allen Umſtänden dieſen Frieden zu be=
wahren
und zu feſtigen. Die nächſte Zuſammenkunft findet am
Samstag, 10 Uhr vormittags, ſtatt.
Deutſchſand und die Kleine Entente.
TU. Prag, 12. Juli. Das amtliche Communiqué beſagt,
daß auf der Prager Konferenz alle Fragen der
Außenpolitik, alſo auch die deutſche Frage, beſpro=
chen
worden ſind. Die Wendung in der Außenpolitik Englands
und Frankreichs und die Situation Deutſchlands waren die tuich=
tigſten
Beratungspunkte. Während früher die ungariſche Frage
als das aktuelle Problem galt, iſt es jetzt die deutſche Frage,
welche das Zuſammengehen der Kleinen Entente verlangi und
tatſächlich auch eine Uebereinſtimmung hergeſtellt hat. Es han=
dele
ſich dabei nicht nur um Abmachungen politiſcher und mili=
täriſcher
Natur, ſondern auch um die Geltendmachung mnate=
rieller
Intereſſen innerhalb des Rahmens der Reparationsfor=
derungen
. Die Kleine Entente iſt entſchloſſen, ihre Jnter=
eſſen
auf der Londoner Konferenz beſonders zu tahren,
zu welchem Zweck Außenminiſter Dr. Beneſchmit der Ver=
tretung
aller Staaten der Kleinen Entente be=
traut
werden dürfte.
Die Konferenz beſchäftigte ſich auch mit den ruſſiſch=
rumäniſchen
Beziehungen. Bezüglich Rußlands ſollen
die Staaten freie Hand haben. Sollten ſich zwiſchen Rumänien
und Rußland Differenzen zeigen, wolle die Kleine Entente ver=
mittelnd
eingreifen.
Polniſcher Stützpunkt an der Danziger Küſte.
Danzig, 12. Juli. Gegenüber den Meldungen, die letzt=
hin
über den Ausbau des Danziger Hafens berichteten, wird
feſtgeſtellt, daß es ſich bei. dem Plan des Hafenbau=Konſortiums,
dem unter anderem Kneider=Creuzot und die polniſche Induſtrie=
bank
angehören, um den Ausbau des Hafens von Gdingen an
dem in polniſchen Beſitz übergegangen Teil der Oſtſeeküſte han=
delt
. Gdingen ſoll im Laufe der nächſten Jahre durch das ge=
nannte
Konſortium zu einem Hafen ausgebaut werden und der
im Entſtehen begriffenen polniſchen Kriegsflotte als Stützpunkt
dienen.

w

ſchlechts erblickte, und ziſchte blindwütig: Prinzipiell
n ganz beſonderen Fall verlange ich, daß Sie zuerſt
r erſte Schuß ſitzt ! ſchnarrte der Baron nun pointiert,
ierend. Sekundanten wie Unparteiiſche ſahen gegen die
2s Duells hier ſpontan aus der weiblichen Pſyche ſo viele
ganzen auftauchen, daß ſie alles ſtillſchweigend guthießen
ßen nun beide die gegenüberſtehenden Zipfel eines
tuches anfaſſen, ſo daß die Kämpfenden vor ihrer Bar=
ir
fünf Schritt entfernt ſtanden, Duell unter ſchwerſter
ng, bei dem unbedingt einer zur Strecke kommen mußte.
Unbeherrſchtheit der Ruſſin vor der Situation, ohne die
dung durch das Los anzurufen, hatte ſie bereits als
Schützin gegen den kühleren Mann in größeren Nachteil
Baron nahm jetzt das Monokel heraus, kniff das linke
id taxierte kalt, ſataniſch ſein Opfer mit verächtlich vor=
er
Unterlippe; das Weib parierte ſeinen glitzernden Mo=
k
mit wogendem Buſen, und ehe das Schußkommando
richtete ſchon Bomberg drohend ſich auf.
hob die blanke Waffe furchtbar wider ſie, und flitz! un=
S ſtatt des Schuſſes ließ er eine Maus aus dem Aermel
hervorſpringen: Die Amazone, zu Tode erſchrocken,
kreidebleich auf, ließ die Piſtole fallen und ſank wortlos
nacht.
chs, trag die Leiche fort, ſprach gemeſſen der Sieger,
ergiß das Riechfläſchchen nicht.
Das Tafelſervice.
Hannover kehrte der Baron in einem Prachthotel ein.
fiſche Königshof erhielt zahlreichen Beſuch vom britiſchen
auch noble andere Ausländer fanden ſich hier ein. Des=
r
nach damaliger Mode mit viel Brimborium die fran=
Rüche eingeführt worden. Der Beſitzer hatte zur Neklame
Neuigkeit getroffen, das Trinkgeld gleich auf die Speiſen
hnen. Es ſollte alles extra fein ſein. Der Baron aber
ch über Mamſell und Madam, wie der Hausburſche
hieß, der Wirt Gargon rief, und der Gargon: Bitte
le dhote!
ſetzte er ſich an die gedeckte Tafel und ſah auf der Speiſe=
ieder
lauter fremdländiſche Namen. Sogar der Rhein=
EF Vin du Rhin! Kellner brengt mi doch in ollen

Kloaren! brummte er. Der Kellner überhörte diskret. Die
Suppe wurde aufgetragen.
Wat is Hammel 4 la Soubiſe ? hörte man wieder die
ruſtikale Stimme fragen. Man lächelte im Kreis. Kellner !"
quarrte es lauter: Kann ick för Soubiſe nich Schweinepepper
kriegen? Der aber neigte den Scheitel in das Schmunzeln der
Korona einige Damen kräuſeln die Lippen indigniert und
ſagte herablaſſend über die Schulter des ländlichen Gaſtes: Wir
können beim Diner keine Spezialwünſche akzeptieren
Obers, wat de Bur nich kennt, dat fret he doch nich
Dann müſſen Sie eine eine Kneipe aufſuchen wenn
Ihnen das Menü nicht konveniert
Bint wi dann in Hannover of in Paris, Männeken? Der
Ober zuckte die Achſeln.
Zum Schluß rief der Baron: Tahlen! Der Erhabene reichte
die Rechnung. Bloß twe Dahler ? meinte der Gaſt zieht
geringſchätzig den Beutel, zahlt und legt feierlich einen neuen
Hundertmarkſchein als Trinkgeld drauf.
Bitte Service iſt eingeſchloſſen, mein Herr ! ſtottert
der Ober geblendet.
Wat ſoll ich dat Servis ok noch mitnemmen? De Krempel
is mi to läſtig! meint der Bauer, greift Löffel, Meſſer, Gabel,
Teller und ſchmeißt ſie vor den Augen des Erſchreckten klirrend
zum Fenſter hinaus auf die offene Straße, daß der verblüfften
Tafelgeſellſchaft eine wiehernde Heiterkeit ſich bemächtigt, der
Wirt hinzuſtürzt, der Bauer aber gelaſſen ſagt: De Baron vön
Bomberg kürt* Dütſk in Dütſkland ! Und ging.
*
Wie Matin genasführt wurde.
Der Wirt Matin in Münſter wurde immer runder und wohl=
habender
. Alle Althändler hatten ihn zum feſten Kunden, der
ſämtliche Raritäten abnahm, die in den Weltvernichtungsſtunden
in ſeinem Schlemmerlokal zertrümmert wurden. Er führte einen
kleinen ſilbernen Bleiſtift und notierte gleich auf die Manſchetten.
Die gemütliche Stülpnaſe mit der Kaſtratenſtimme hatte am Ende
ihre Seele ganz in den Beutel getan, ihre altfranzöſiſch ſparſame
leckere, kleine Rentnerſeele, und er hätte ſich jede Rechnung auf
beide Ohren tätowieren laſſen, ſofern ſie nur bezahlt worden wäre.
Mit der Zeit ſtellte ſich auch eine größere Vertrautheit zu
ſeinen Gäſten ein, und oft ſaß er in dem weißen Konditorkäppchen
unter den funkelnden Küraſſierhelmen und krähte mit.
* ſpricht,

In ſolcher Stunde klopfte einſtmals Bomberg ihm die runde
Schulter: Lieber Likörpapa Sie puſten ja wie der glühende
Baal
Mon Dieu! Iſt das eine Hitze!"
Ihnen treibt noch der Süden im Leibe, wie die Sonne in
der Pomeranze ſteckt; Sie müſſen für Abkühlung ſorgen, ſonſt
kippt Sie ein Schlaganfall auf der Höhe Ihres Ruhmes
Der Roſige rollte die glaſigen Augen, da er aber nicht ab=
brechen
mochte, trank er weiter Schmollis und Skol und
Fiduzit und Ganzen, Halbteil, Proſt Blume‟, Salü,
Geſundheit‟ ..."
Und glühte wie der geheizte Vollmond aus der Gewitter=
wolke
:
Jetzt ſind Sie aber betrunken, Vater Matin
I nein gewiß nicht, Monſieur le Baron
Doch! Sorgen Sie für Abkühlung!
Wie denn ſollt’ ich ?"
Ich gieß Ihnen Waſſer über
Die ganze Korona platzte los: Ja, ja, Jean Matin muß
getauft werden, das iſt alter Brauch, wenn die Mitternachtslinie
überſchritten iſt.
Aber der wollte nicht.
Wenn ich Ihnen zehn Eimer Waſſer übergießen darf
zahle ich für den Jokus tauſend Taler kurant! Kann’s moraliſch
nicht länger verantworten, Sie ſo dampfen zu ſehen!
Matin überſchlug, daß zehn Eimer Waſſer den irdiſchen Tod
nicht bedeuten und ein Anzug ſchneller zu trocknen iſt als ein
Fell und tauſend Taler, 2?? Schon rief er: Spaß ſoll ſein!
Was war hier nicht alles ſchon vom Stapel gelaufen? Da
konnte man ſich eigentlich gar nicht mehr blamieren! Nur die
Fenſter dicht zu und die Frau ins Bett! Ob zehn Eimer hinter=
einander
oder zuſammen in einer Badewanne das ſoll ſich
wohl egal ſtehen! Courage, Jean! Das iſt pro Eimer hundert
Taler!
Erſt binden Sie ihren Windfang, die Hoſe, feſt rief der
Baron daß es nicht die edlen Teile trifft!
Alſo mußte er ſich in den Flur ſtellen, und der Baron goß
wie ein verrückter Bademeiſter beim Rundtanz der Kumpane ihm
einen Eimer Waſſer nach dem anderen über den Kopf, daß er
katzbuckelnd nüchtern wurde und ſich kläglich poſſierlich ſchüttelte,
triefend aus Aermeln, Hoſenboden und Taſchen wie ein See=
geſpenſt
.
Die ganze Runde zählte johlend die Eimer mit.

We
ſüacfe
itſchen
tbaues

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Juli 1924.

Rummer

Familiennachrichten

Liesel Müller
Hans Köhler
VERLOBTE
Darmstadt Bullau i. O.
Juli 1924
220160

Gertrud Wenglein
Dipl.=Ing. Rudolf Fernau
Verlobte
Darmſiadt
Caſſel=Berlin
13. Juli 1924
(*2024e

Wis zum 4. Auguſt
Owerde ich vertreten
durch die Herren:
Dr. Bidal, Stiftſtr. 25
Dr. Schneider,
Wenckſtr. 10,
San.=R. Dr. Barthel,
Frankfurterſtr. 16,
Dr. Kautſch,
Bismarckſtr. 62,
San.=R. Dr. Orth IV.,
Bismarckſtr. 57,
Dr. Leydhecker,
Heinrichſtr. 23,
San.=R. Dr. Sior,
Hochſtr. 60. (*20206
Dr. Schiffer
Theaterplatz 2.

Nachruf.
Plötzlich und unerwartet hat
der Allbezwinger Tod meinen
treuen, braven und ſtrebſamen
Lehrling
Srulg erche
von uns weggenommen. Zu den
beſten Hoffnungen in ſeinem Be=
ruf
war er berechtigt geweſen.
Wir werden ſein Andenken
ſtets in Ehren halten.
Darmſtadt, den 12. Juli 1924.
Heinrich Frutig
Bäckermeiſter.
Arheilgerſtraße.

Während meiner Ab=
weſenheit
wird mich
Herr Dr. Röck, Zahn=
arzt
. Wilhelminen=
platz
17, vertreten.
Dr. Nachtigall D.D.S.
Deutſcher u. amerik.
Zahnarzt.
20101

B. Pienn
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Berret
bis 28. Juli. (*

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verreiſt vom 13. bis
Juli.

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den 1. Juli, unſer Gatte und Vater,
Sohn und Bruder

Kammermuſiker am Landestheater
nach kurzem ſchmerzloſen Kranken=
lager
ſanft hinübergeſchlummert iſt.
Sein krankes Herz hat ausgerungen.
Die Beerdigung fand am 3. Juli
ſtatt,
Frieda und Gretl Saggau
z. Zt. Mariazell in Steiermark
Hermine Saggau
Fritz Saggau und Frau
Hamburg.

Mein lieber Mann,
Vater und Bruder

unſer treuſorgender

Oberlehrer i. R.
iſt heute ſanft entſchlafen.
Darmſtadt, Egeln, Buenog=Aires, 11. Juli 4924.
Am Erlenberg 15.
In tiefer Trauer:
Anna Siammler, geb. Heitz
und Kinder
Marie Stammler
Lina Stammler.
*20231)
Die Einſegnung findet am Montag, den 14. Juli, um
10 Uhr, in der Kapelle des alten Friedhofs ſtatt. Die
Einäſcherung aufWunſch des Entſchlafenen in aller Stille.

Heute verſchied plötzlich an einem Schlaganfall mein
lieber Mann, unſer Vater, Großvater und Bruder
Oscar Wolff
im 64. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ida Wolff, geb. Kohn
Gretel Wolff, geb. Wolff
Hans Wolff
Kurt Wolff
Dr. Paul Wolff
und 2 Enkelkinder.
Darmſtadt, Rheinſtr. 46, 12. Juli. 1924.
Die Beerdigung findei Montag, 14. Juli, vormittags 10 Uhr, auf dem
iſrael. Friedhof ſiatt.
(9058
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne des Entſchlafenen.

Roggen=
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Kanker Proistasscheinen!

Hostenfneie Sommenneise in die schünsten Gegenden
Deukschlands für eine tolle, aben dunchführbane ldee.
Fpa Schnatterich spricht:

Wer sich au diesem Preisausschreiben
beteiligen will, muß zunächst wissen, was
über Kukirol-Hähneraugen-Pflaster und
Kukirol-Fußbad zu sagen ist.
Kukirol ist das bekannteste, großartig,
bewährte Hühneraugen-Pflaster. Es entfernt
in einigen Tagen das hartnäckigste Hühner. ohne Schneiden, mithin auch ohne
Gefahr der Blutvergiftung, ohne Entzün-
dung
, mithin auch ohne Schmerzen. Es ist
den sogenannten Hühneraugenringen bei
weitem vorzuziehen, weil es sich glaft an-
schmiegt
, beim Aüziehen der Schuhe nicht
abgerissen wird, und weil die wirksame
Substanz nicht in der Wärme zerfließt, wie
bel den Ringbinden. Kukirol ist deutsches
Fabrikat, aber in der ganzen Welt vielmil-
Honenfach bewährt und ärztlich empfohlen.
Sanitätsrat Dr. med. Campe’s Kukirol-Fußbad verhütet
Brennen, Wundlaufen und übermäßiges Schwitzen der
Füße und beseitigt den üblen Schweißgeruch. Es kräftigt
Nerven und Sehnen und ist die größte Wohltat für alle,
die viel gehen und stehen müssen. Der beste Beweis für
seine unerreichte Güte ist, daß es nachgeahmt wird. Das
ist beim Einkauf sehr zu beachten.
Lassen Sie sich hiemals statt Kukirol oder Kuklrol-
Fußbad etwas anderes als ebenfalls sehr gut aufreden.
Weisen Sie mit scharfen Worten alles zurück, was nicht
die bekannte Kukirol-Schutzmarke Hehn mit Fuß: trägt.
Nehmen Sie kelne Ware in Blechschachteln an, denn
Kukirol und Kukirol-Fußbad werden nur in Kartons mit
der genannten Schutzmarke verkauft. Sie erhalten beide
Kukfrol-Präparste in jeder Apotheke und in jeder wirk-
lichen
Fachdrogerie. (Kukirol-Hühneraugen-Pflaster
75 Pfennig pro Schachtel, Kukirol-Fußbad 50 Pfennig pro
Packung). Weun Sie die lehrreiche Broschüre Die richtige
Fußoflege- interessiert, s0 lassen Sie sicht diese kostenlos
senden. Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen
Arztes stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen
Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft
über alle Fragen, die sich auf Fußpflege und Fußleiden
beziehen.
Unsere Preisaufgabe lautet: Wie ist es mit dem
geringsten Aufwande, ohne gegen die Gesetze zu verstoßen
und ohne daß irgend eine behördliche Genehmigung nötig
ist, zu erreichen, daß in einer beliebigen deutschen Stadt
von mindestens 50000 Einwohnern Kukirol oder Kukirol-
Fußbad mindestens einen Tag lang das allgemeine Ge-
spräch
bildet? Bei der Bewertung der Vorschläge wird
Gewicht darauf gelegt, daß die Durchführung der Idee
Überhaupt möglich ist, keine übermäßigen Kosten ver-
ursacht
und kein Aergernis, sondern Heiterkeit erregt und
die Schaulust befriedigt wird. Für die launigste, originellste,
wirkamste, am billigsten durchzuführende ldee setzen wir
als ersten Preis aus:
Eine 14tägige Erholungsreise (Fahrt und Hotelaufent-
halt
) für zwei Personen in eine der schönsten Gegenden
Deutschlands und zwar nach eigener Wahl an die Ost-
see
, in den Harz, nach Thüringen oder ins bayerische
Hochgebirge.
Die Reise kann zu beliebiger Zeit innerhalb dieses
Jahres erfolgen. Die Fahrkarten 2. Klasse werden von uns
besorgt, der Hotelaufenthalt mit voller, ersiklassiger Ver-
pflegung
samt Trinkgeld für die Bedienung wird von uns
bezahlt. Das Hotel bestimmen wir, und wir werden die
Auswahl so treifen, wie es der Bedeutung unserer Welt-
Firma entsoricht.
Unsere Bedingungen: Die Reise kaun nur von elner
dem Wohnorte des Preisträgers benachbarten deutschen
Station aus angetreten werden und geht zu derselben
Station zurück.
Ferner 49 weitere wertvolle Preise, nämlich:
1Odeon-Musikapparat mit 12 Platten (Fabrikat Odeon-
Werke Berlin S.-O.)
Als dritten Preis:
gründeten Metall-Industrie, Schönebeck-Elbe.)

a Qualität zu meiten Prels:
billig abzugeben
Ripper
Erbacherſtr. 12. (59942
Krkinol-Fabnik Gnoß-Balzo hei Magdeburg-

Als vierten, fünften und sechsten Preis:
Je ein vollständiges Exemplar (5 starke
Bände) des berühmten Werkes von
Gustav Frevtag ,Bilder aus der deutschen
Vergangeniteit, Illustrierte Ausgabe
(2000 Bilder). Zwei Jallrtausende
deutschen Lebens! Ein vaterländisches
Hausbuch, wie es kein anderes Voik
besitzt. (Verlag: Paul List, Leipzig.)
Drei weitere Preise:
Felix Dahns Kampf um Rom:, 3 Bünde
eines der herrlichsten Werke der deut-
schen
Sprache.
Fünf weitere Preise:
Goeihes ausgewählte Werke, 5 Bünde
in sehr guter Ausstattung.
Zehn weitere Preise:
Tirpitz, Gedanken und Erinnerungen
Dieses Werk des 1916 in Ungnade gefallenen‟
Schöpfers der deutschen Marine zeigt klar die Fehlef,
die vor dem Kriege und im Kriege begangen wurden.
Fünf weitere Preise:
Brockhaus neuestes Lerikon, 4. Bände.
Fünf weitere Preise:
Der Vormarsch von Walter Bloem.
Sechzehn weitere Preise:
Seeteufel, Schilderungen der abenteuerlichen Kaper-
fahrten
des Grafen Luckner.
Sämtliche Preise werden den Gewinnern fracht- oder
portofrei zugesandt.
Die Preisbewerber müssen ihre Vorschläge bis zum
5. August 1924 schriftlich in gut leserlicher Handschrin
und in genügend ausführlicher Darstellung an die untel-
zeichnete
Eirma eingesandt haben.
Alle Einsendungen sind mit Schreibmaschine oder
Tinte zu schreiben!
Auf Wunsch haben die Einsender die Ausführbatkeit
ihres Vorschlags nachzuweisen und diesbezügliche Fragen
zu beantworten.
Wir bellalten uns vor, die preisgekröuten Vorschläge
auszuführen oder zu veröffentlichen.
Die Namen der Haupt-Preisträger werden in jedem
Falle in dieser Zeitung veröffentlicht.
Dem Preisträger-Rollegium gehören au: Der Inhabet
der Kukirol-Fabrik, 2 Prokuristen derselben und 2 undar-
teüsche
Herren.
Die Preisrichter treffen ihre Entscheidung endgültig.
Wir empfehlen die Teilnahme an diesem Preisaus-
schreiben
besonders
Brautpaaren, die dadurch zu einer kostenlosen
Hochzeitsreise kommen;
Ehefrauen, damit sie zukünftig jede Opposition
gegen einen neuen Hut oder gegen sonstige
Ausgaben mit der Erwiderung niederschmettern
können: Dafür hat Dich die Erholungsreise
nichts gekostet;
Ehemännern, die etwas gutzumachen haben
oder bis zur Entscheidung voraussichtlich etwas
zutzumachen haben werden;
Allen, die einmal 14 Tage lang die Alltags=
sorgen
abschütteln und ein Stück schönen, deut=
schen
Landes sehen und genießen wollen.
Und nun frisch ans Werk! Hier ist ein Feld, auf dem
sich die Findigkeit und der Witz jedes Preisbewerbeis
betätigen kann. Hier gilt es, einen Plan auszuheclen,
wie man mit Humor eine ganze Stadt auf den Kopf stellen
und sie zwingen kann, sich einen Tag lang eifrig mit den
bekannten Kukirol-Fußpflege-Präparaten zu beschäftigen.
Einerlei, ob der Gewinner des ersten Preises daraus
eine Hochzeits- oder eine Erholungs- oder eine Vergnu-
guugsreise
machen will, es ist der Mühe wert, über d38
Problem nachzudenken.
Das Meer, Thüringen, der Harz, die Alpen!
Nicht einsam, sondern zweisam. Das muß doch den
Scharfsinn und die Phantaste beflügeln! Das muß eine
Stunde intensivsten Nachdenkens wert sein. Dafür lohnt
Ein erstklassiges Damen- oder Herren-Fahrrad, Marke es sich, einen Studentenulk riesigen Umfanges außelle
Weltrad, mit allem Zubehör. (Fabrikat der 1897 ge- denken. Geben Sie sich Mühe! Ganz Deutschland 184
Zuschauer bei diesem Wettkampfe der Geister!

[ ][  ][ ]

tmmer 193.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Juli 1924.

Seite 5.

Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadi, 13. Juli.
* Flugtag in Darmſtadt.
ber Leſer! Während dieſe Zeilen geſchrieben wurden, kreuzten
Flugzeuge über unſerer Stadt und warfen bunte Flugblätter ab.
den, da Du dieſe Zeilen lieſt, herrſcht auf dem Flugplatz hinter
ten Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſchon reges Trei=
Der Bund heſiſcher Flieger tritt heute zum erſtenmal mit
Flugberanſtaltungen vor die Oeffentlichkeit, um das Publikum
te Ideen zu gewinnen.
* iſt und was will der Bund heſſiſcher Flieger? Dieſe Frage
unächſr wohl am meiſten intereſſieren. Der Bund heſſiſcher
iſt aus den ehemaligen Militärfliegern, ſowie Anhängern des
herdorgegangen, und wurde am 8. Februar 1924 gegründet.
der Gründung umfaßte der Bund nur wenige Mitglieder.
itgliederzahl iſt jedoch bis jetzt auf 150 angewachſen. Die heſſi=
lieger
haben ſich in erſter Linie aus flugſportlichem Intereſſe
fengefunden. Ein weiterer Zweck des Bundes iſt gegenſeitige
ilung in flugtechniſchen und =ſportlichen Fragen, Veranſtaltung
hrkurſen, Schauflügen und Wettbewerbsflügen. Der Bund
n dieſem Jahre noch einen Flugwettbewerb nach Darmſtadt zu
ten. Die Bemühungen des Bundes gehen dahin, an die Haupt=
slinien
Frankfurt uſw. Anſchluß zu bekommen. Darmſtadt ſoll
rmaßen die Zuleitung übernehmen zu den großen Verkehrs=
um
ſo den Anſchluß an den Hauptverkehr zu gewinnen. Das
weites Ziel, das ſich der Bund geſteckt hat. Aber im Laufe der
rd er es erreichen, wenn er alle ſeine Kräfte dem Verkehr zur
ua ſtellt.
Gelände zum Flugplatz, der wie ſchon erwähnt,
n alten Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße liegt, wurde
Stadtverwaltung in Pacht gegeben. Wie ſehr die Stadtver=
dem
Bund Heſſiſcher Flieger entgegenkommt, geht daraus her=
dem
Bund 1000 Goldmark zum Ausbau überlaſſen wurden.
ſtagtlichen Behörden förderten das Werk der Heſſenflieger in
ziehung. So ſtellte der Staat u. a. Bauholz zu normalen
zur Verfügung. Der Platz ſelbſt wurde von den Bundesmit=
in
unermüdlicher Arbeit angelegt. Löcher mußten ausgefüllt,
geſchaufelt und ſtellenweiſe der Platz geebnet werden. Für
kum wurden außerdem Sitzreihen geſchaffen.
kunjäre Unterſtützung hat der Verein bis jetzt leider
enig gefunden. Dieſe Tatſache iſt begründet in der finanziellen
in der ſich Induſtrie und Handel, die ſonſt für Flieger ſtets
ene Hand haben, augenblicklich befinden. Der Bund hofft aber,
in, wenn eine Klärung der finanziellen Verhältniſſe eingetreten
auch nicht an der nötigen Unterſtützung der Fliegerſache fehlen
oird, damit der Bund bald ein Flugzeug ſein eigen nennen kann.
Gedanken gilt auch die heutige Flugveranſtaltung. Durch guten
und freiwillige Spenden hofft der Bund, in die Lage geſetzt zu
wenigſtens eine erſte Anzahlung auf ein Flugzeug leiſten zu
Der Preis eines Flugzeuges ſtellt ſich zurzeit auf 16 000 Mk.
heutigen Veranſtaltung wartet der Bund mit einem reich=
gen
Programm auf. Schon früh am Tage werden mit Jun=
rkehrsflugzeugen
Paſſagierflüge veranſtaltet. Daran
ſich dann Kunſtflüge an, die von Dipl.=Ing. Katzenſtein
rab auf Dietrich=Gobiet=Sportflugzeugen ausgeführt werden. Um
vormittags findet die feierliche Eröffnung ſtatt. Der Staats=
it
wird die Einweihung des Flugplatzes vorneh=
Bei der Feier werden weitere Behörden des Staates und der
vertreten ſein. Im Laufe des Tages wird dem Publikum Ge=
t
geboten, die Flugzeuge zu beſichtigen. Der Nachmittag
neue Kunſtflüge, Loopings und Sturzflüge, Paſſa=
e
und ſogar einen Fallſchirmabſprung. Das Philhar=
e
Orcheſter wird ſowohl am Vormittag, wie auch am Nachmittag
rtieren.
Paſſagierflüge werden auf Junkers=Metall=Flugzeugen
hrt. Wie groß die Sicherheit iſt, geht aus den Eintragungen
Startbuchs hervor, wonach bei 700 Flügen mit demſelben Flug=
* betreffende Flugzeugführer nur 2 Notlandungen vornehmen
die glatt verlaufen ſind. Eine Abſturzgefahr mit Flugzeugen
heute kaum mehr. Jedenfalls iſt ein Flug in die Lüfte heute
skanter als eine Fahrt mit der Eiſenbahn oder im Auto. Die
ine iſt ſo bequem gebaut, daß man darin wie in einem Klub=
tt
. So ſchaut man, mollig in ſeinen Sitz zurückgelehnt, durch
iſteröffnung hinaus ins Weite und genießt aus majeſtäliſcher
en Anblick von Bergen und Tälern, Flüſſen und Bächen, Städten
rfen tief unter ſich. In einer Kabine können immer vier Per=
für
60 Flüge eingegangen, darunter viele von Damen. Ein
gar bereitet ſogar ſeinem vierjährigen Kinde den Spaß, ſich
Erde einmal von oben anzuſehen. Die bis jetzt eingegangenen
Is die Junkers=Flugzeuge alLen Anforderungen der Flugtechnik
gen und die Flugzeuge von zwei hervorragenden Piloten ge=
verden
. Die Paſſagierflige werden ungefähr eine halbe Stunde
Die Fahrt wird ſich über Darmſtadt, die Bergſtraße entlang
er den Odenwald wieder zurück nach Darmſtadt erſtrecken.

enn Du noch etwas für Deine ehemaligen Flieger, die Du vor
hrend des Krieges ſo oft bewundert haſt, erübrigen kannſt, dann
lich nicht nur Neugierde zum Flugplatz, dann ſiehſt Du Dir den
Betrieb auch einmal aus allernächſter Nähe an Darum: Auf
Deine Heſſen=Flieger.
ehen auf dem Flugplatz!

Ernannt wurde am 10. Juli 1924 der Oberregierungsrat bei
iniſterium für Arbeit und Wirtſchaft Guſtav Becker zu

adt mit Wirkung vom 1. Juli 1924 an zum Miniſterialrat bei
Miniſterium.
Konſulatsweſen. Der zum Nachfolger des Generalkonſuls des
eichs der Serben, Kroaten und Slowenen in München, Jovan

ovie, beſtellte bisherige Direktor der Adminiſtrativen Abteilung
zenminiſterium in Belgrad Pladislav Savie iſt anerkannt und
Sübung konſulariſcher Verrichtungen im Volksſtaat Heſſen vor=
zugelaſſen
worden.
Auszahlungen an Klein= und Sozialrentner für die zweite Juli=
1 inden ſtatt an: 1. Kleinrentner im Städt. Leihamt am
Hig, den 15. Ifd. Mts., vorm. 812 Uhr, mit den Anfangsbuchſtaben
iamen AN, und nachm. von 14 Uhr an die mit den Anefangs=
ſen
der Zunamen 0Z. Nicht abgeholte Beträge werden nur
hſtfolgenden Tage in der Stadtkaſſe ausbezahlt. 2. Sozial=
er
: in der Stadtkaſſe (Grafenſtr. 28) Montag, den 14. Ifd. Mts.,
gt: von 910 Uhr vorm für die Feſtſetzungsbeſcheide 1400, von
Uhr vorm. für die Feſtſetzungsbeſcheide 401800, von 1112 Uhr
für die Feſtſetzungsbeſcheide 8011200, von 1212½ Uhr vorm.
Feſtſetzungsbeſcheide 1201 und mehr. Nicht abgeholte Beträge
nur am nächſtfolgenden Tage ausbezahlt.
Sommerſpielzeit Bruno Harprecht. Es wird uns geſchrieben:
oskampf zwiſchen dem Meiſterboxer Breitenbach
Ym Neger Jack Appletree, der am letzten Sonntag in=
Ainvorhergeſehener Zwiſchenfälle wieder nicht zum Austrag ge=
riſt
, aber doch eine große. Menſchenmenge angezogen hatte, foll
ute Sonntag, abends 8 Uhr, im Anſchluß an die ſportlichen Ver=
ungen
im Woog (Schwimmfeſt) und auf dem Flugplatz (Heſſen=
) nochmals ausgetragen werden. Hoffentlich trifft diesmal der
ion Jack Appletrec rechtzeitig aus Hamburg ein, um den End=
der
beiden Meiſter endlich einmal zur ſo lange erwarteten Ent=
ig
zu bringen. Sollte dies wiederum nicht möglich ſein, ſo ſind
ſenstag und Mittwoch nochmals Auftreten des Meiſterboxers
bach vorgeſehen. Breitenbach, der eigens von Berlin zu dieſer
ung mit Appletree gekommen iſt, iſt ſehr gut in Form und ver=
bei
ſeinem anerkannten Ruf als Meiſterboxer einige intereſſante
ploßbeleuchtungen in Heidelberg. Die nächſten Schloßbeleuchtun=
den
am 20. 11. 8., 22. 8. ſtatt.
Nächſte Dampfer=Expeditionen des Norddeutſchen Lloyd
1. BremenNew York: D. Lützow ab Bremer=
16. Juli; D. Republic ab Bremerhaven 18. Juli; D. George
gton ab Bremerhaben 22. Juli; D. Columbus ab Bremer=
24. Juli; D. Preſident Rooſevelt ab Bremerhaven 24. Juliz
merica ab Bremerhaven 27. Juli; D. Stuttgart ab Bremer=
31. Juli; D. Sierra Ventana ab Bremerhaven 2 Auguſt; D.
ent Harding ab Bremerhaven 5. Auguſt; D. München ab
haben 15. Auguſt. 2. BremenPhiladelphia
Dimore-Norfolk: D. Nienburg ab Bremen 19. Juli;
ornfels ab Bremen 2. Auguſt. 3. BremenCuba: D.
ab Bremen 2. Auguſt. 4. BremenBraſilien: D.
en ab Bremen 19. Juli; D. Hornſund ab Bremen 16. Auguſt.
emenLa Plata; D. Sierra Nevada ab Bremen 27.
ab Hamburg 31. Juli; Paſſagiereinſchiffung in Bremerhaven:
uſt; D. Köln ab Bremen 3. Auguſt; ab Hamburg 7. Auguſt;
ereinſchiffung in Bremerhaven: 9. Auguſt. 6. Bremen
ien: D. City of Glasgow ab Bremen 12. Juli; D. Trier
inen 19. Juli; D. Tydeus ab Bremen 26. Juli; M. S. Havel=
uen
2. Auguſt; D. Kosme ab Bremen 9. Auguſt: D.
ab Bremen 16. Auguſt. 7. Bremen Auſtra=
öttingen
ab Bremen 19. Juli; D. Kgnau ab Bremen

25 jähriges Beſtehen der Freiwilligen Feuerwehr Darmſtadt.

Das 75jährige Beſtehen der Freiwilligen Feuerwehr Darmſtadt
wurde Samstag nachmittag mit einer ſchlichten Gedächtnisfeier für die für unſer ganzes Feueplöſchweſen der bedeutendſte Fortſchritt war, die
verſtorbenen und gefallenen Kameraden auf dem Friedhofe an der
ſchön geſchmückt war. An der Ehrentafel hatten u. a. Staatspräſident
neten Ritzert und Delp, die Landtagsabgeordneten Dr. Oſann und vorher in der kleinlichſten und gehäſſigſten Weiſe verfolgte, beſtätigt im=
Herbert, mehrere Stadtverordnete und die Vertreter verſchiedener Be=
hörden
und Vereine Platz genommen. Der Saal war beſetzt von hie=
ſigen
und auswärtigen Feuerwehrleuten und ihren Angehörigen.
Eingeleitet wurde die Feier mit dem Marſch Wilhelm Tell (nach
Harmonie=Muſik=Vereinigung Darmſtadt, unter der tatkräftigen
Leitung von Herrn Kammervirtuoſen L. Kümmel zu Gehör brachte.
Es folgte hierauf die Harmonie=Ouvertüre von Mendelsſohn=Bartholdi
in einer tonſchönen Wiedergabe.
Lebhaften Beifall errang ein Prolog, verfaßt von Herrn Ehrhardt,
den Frl. Anni Ehrhardt mit viel Wärme und edlem Pathos vortrug.
Anſchließend daran wurden zwei wirkungsvolle lebende Bilder gezeigt.
Das Darmſtädter Männer=Soloquartett ſchuf eine weihevolle Stim=
mung
mit der Wiedergabe von Beethovens Choral: Die Himmel
rühmen des Ewigen Ehre‟. Die Darbietung zeichnete ſich durch
Wohllaut der Stimmen, Sicherheit im Rhythmus und ſinnfällige Ton=
ſchattierungen
aus.
Hierauf hielt Beigeordneter Ritzert die nachſtehende Anſprache:
Namens des Vorſtandes und der Mitgliedſchaft der Freiwilligen
Feuerwehr habe ich die Ehre, Sie hier bei der 75jährigen Jubelfeier ge=
nannter
Körperſchaft auf das herzlichſte zu begrüßen.
Wenn die Freiwillige Feuerwehr Darmſtadt den Tag ihres 75 jäh=
rigen
Beſtehens durch eine den Zeitverhältniſſen entſprechende Feier be=
ſonders
hervorhebt, ſo bitte ich, die Veranſtaltung nicht ohne weiteres
in Vergleich zu ſetzen mit der Fülle von Feſten, die gerade die letzte Zeit
EIAdtag
Sonntag, den 13. Zuli, und Montag, 14. Juli 1924
auf dem Flugplatz hinter dem alten Fried=
hof
en der Vieder=Namſtädter Straße
Der beſie deutſche Flieger Raab zeigt
Luftſpiele, Loopings, Sturz= und Räcken=
flüge
auf Dietrich=Gobiet=Sportfiugzeugen
Passagierflüge
auf Junkers Metallflugzeugen ab 6 Uhr vorm.
Preis 20 Mk.
Freifiugverloſung: Los 1 Mk.
Boverfaf und Auslunf ſeche Dlaczte
Reſtanration mit normalen Preiſen auf dem Flugplatz
Feſtkonzert
von 912 Uhr vorm. und 310 Uhr nachm.
Bund Heſſiſcher Flieger E. V.
8961fs8)
Heſſen=Flieger, Darmſtadt

uns hier in Darmſtadt beſchert hat. Eine Einrichtung, wie die der Frei=
willigen
Feuerwehr, deren ganze Tätigkeit darauf abgeſtellt iſt, im Dienſte
der geſamten Bevölkerung die Arbeitskraft, ja ſogar das Leben ihrer
Mitglieder einzuſetzen, die kann nicht verglichen werden mit der Feſt=
veranſtaltung
irgendwelcher Vereinigung.
In den Akten der Stadt Darmſtadt findet ſich der Entwurf eines
Feuerlöſchreglements aus dem Jahre 1826. Dieſer Entwurf beabſichtigt,
in die bis dahin ziemlich ungeregelten Verhältniſſe im Falle eines Brau=
latz
nehmen. Zu den Paſſagierflügen ſind bis jetzt Voranmel= des Ordnung hineinzutragen. In jener Zeit war es ſo, daß bei Feuer=
alarm
die geſamte Bevölkerung der Stadt, groß und klein, alles, was
überhaupt in der Lage war, zu erſcheinen, zur Brandſtätte eilte und jeder
mehr oder weniger unter Selbſteinſchätzung ſeiner Leiſtungsfähigkeit ſich
gen ſind ein glänzender Beweis dafür, daß von vielen Seiten an der Löſchung und dem Rettungsdienſte beteiligte. So kam es wohl
g in die Lüfte als abſolut Ffahrlos angeſehen wird, um ſo, auch, daß eine Ordnung in den Löſchungsdienſt ſchwer hineinzubringen
war. Die Akten verweiſen darauf, daß das Heranſchaffen des Waſſers
zur Spritze, bekanntlich damals in der Hauptſache noch durch die hiſto=
riſch
gewordenen Feuereimer, äußerſt planlos erfolgte. Der Schrei nach
Feuereimern und nach Waſſer miſchte ſich in das übliche Konzert, das er=
fahrungsgemäß
auf ſolchen Plätzen veranſtaltet wurde. Der Nettungs=
ſiehſt
alſo, lieber Lefer: die Sache ſieht gefährlicher aus, als ſie dienſt mag in mancher Beziehung äußerſt humorvoll ausgeſehen haben.
So berichtet man in einer Stadtverordnetenverſammlung, daß bei einem
Brande der geſamte Hausrat aus dem 3. Stockwerk des Hauſes auf die
Straße heruntergeworfen wurde, wobei ſelbſtredend nicht nur das Mo=
biliar
, ſondern auch die außen ſich anſammelnden Menſchenmengen be=
trächtlich
zu Schaden kamen. All dies führte dazu, daß man im Jahre
1826 daran ging, Ordnung in die Bekämpfung des Brandes durch ein
neues Feuerlöſchreglement zu bringen. Dieſer Entwurf iſt als ſolcher
ein hiſtoriſches Dokument. Er beſchränkt ſich im weſentlichen darauf, feſt=
zuſtellen
, daß für den geſamten Feuerlöſch= und Rettungsdienſt gewiſſe
Kommiſſäre ernannt werden ſollen, die ihrerſeits wieder durch rote
Schärpen, rote Armbinden, durch Blechplaketten auf der Bruſt oder auf
den Kopfbedeckungen, durch Kokarden und alle möglichen ſonſtigen Ab=
zeichen
voneinander unterſchieden werden ſollen. Unter dieſen Kommiſ=
ſären
ſollte alsdann die hilfsbereite Bürgerſchaft zur Bekämpfung des
Brandes und zum Rettungsdienſt eingeſetzt werden. Dabei war insbe=
ſondere
das zu jener Zeit noch zunftmäßig organiſierte Gewerbe heran=
gezogen
. Es war geſagt, wieviel Zimmerleute, wieviel Maurer, Schorn=
ſteinfeger
uſw. und mit welcher Ausrüſtung ſie am Platze zu erſcheinen
hätten. Außerdem war auch die Landwirtſchaft inſofern mobil gemacht,
als geſagt wurde, wieviel Wagen Miſt und von wem auf der Brand=
ſtätte
zur Anlieferung kommen müßten. Auf den Miſt legte man damals
bei Bekämpfung des Brandes einen ganz beſonderen Wert. Er diente
ſowohl zur Abdämpfung von Brandherden, als insbeſondere auch zur
Anlage von kleinen Stauwerken zur Waſſeranſammlung innerhalb des
brennenden Bezirks. Die Waſſerfrage ſpielte überhaupt begreiflicher=
weiſe
eine außerordentliche Rolle. Der beſte Teil des Reglementsent=
wurfs
ſcheint mir der zu ſein, daß von vorherein angeordnet wurde, von
wem Waſſer in größeren Mengen, und zwar in Fäſſern zur Brandſtelle
gebracht werden ſollte. Bekanntlich verdankt auch der große Woog, der
freilich viel früher errichtet wurde, ſeine Entſtehung dem Umſtand, daß
man durch ihn eine gewviſſe Waſſerreſerve zur Bekämpfung von Bränden
beſchaffen wollte.
Die Angelegheit zog ſich viele Jahre hin, bis nach Ablauf von 16
Jahren im Jahre 1842 der Gemeinderat einen Beſchluß faßte, eine Kom=
miſſion
aus den Herren Emmerling, Hoffmann, Jordan und
Amend mit der weiteren Bearbeitung dieſer Angelegenheit zu be=
trauen
. Die Kommiſſion konnte nach den Akten nicht recht in Arbeit
kommen, weil entweder der eine krank oder der andere verreiſt war.
Aber ſchon nach Ablauf von weiteren 1½ Jahren hatte die Kommiſſion
ein von dem Gemeinderatsmitglied Emmerling verfaßtes Gutachten dem
Gemeinderat unterbreitet, das allerdings von dem urſprünglich geplan=
ten
Entwurf ziemlich erhebliche Abſtriche vornahm, und am 5. Januar
1843 von dem Gemeinderat gutgeheißen wurde.
Inzwiſchen hatten ſich auch die höchſten und allerhöchſten Inſtan=
zen
, nämlich das Miniſterium und der Großherzog, mit dem Entwurf
befaßt und hatten dieſen genehmigt. Die Stadt ſah ſich nunmehr ge=
nötigt
, weil ſie immer noch die mit der Anſchaffung von Schärpen
und ſonſtigen Dingen verbundenen ganz erheblichen Koſten zu tragen
nicht in der Lage war, und weil man auch bezüglich der Kenntlich=
machung
der in Frage kommenden Beamten ablveichender Meinung
war, eine Eingabe unmittelbar an den Großherzog zu machen. Im
Jahre 1847 teilte dann der Kreisrat mit, daß der Großherzog den
Wünſchen des Gemeinderats Rechnung tragend, die Einführung der
Abzeichen zum Zwecke der Verbilligung gutgeheißen habe. Der Ent=
wurf
des Feuerlöſchreglements iſt nie in die Praxis umgeſetzt worden,
offenbar, weil um jene Zeit, alſo im Jahre 1849, die freiwillige Turner=
feuerwehr
ins Leben trat und, wenn auch unter ſchweren Kämpfen
mit der Stadtverwaltung und den ſonſtigen Behörden, ſich nach und
nach in ihrer opferbereiten Tätigkeit durchſetzte. Ueber die Gründung
der freiwilligen Feuerwehr, die aus der Turngemeinde und als Teil
der Turngemeinde vom Jahre 1846 hervorgegangen iſt, und die wei= Die Gerznler erſcheinenden Notizen ſind ausſchieültich als Hinweiſe auf Arpsipt
tere Entwicklung derſelben will ich Ihnen hier nichts ſagen. Ich be=
rufe
mich auf die ſchon erwähnte Feſtſchrift zum 50jährigen Jubiläum.
Erwähnen möchte ich insbeſondere, daß in der erſten Zeit des Be= Inſeratenteil der heutigen Nummer, am Dienstag, 15. d. Mts., abends
ſtehens neben anderen, ſich der Kupferdrucker Heinrich Felſing /8 Uhr, im Gewerkſchaftshaus ſtattfindende Kleinwohnungsbau= Ver=
ganz
beſonders für die Sache eingeſetzt hat. Einer beſonderen Hervor= ſammlung weiſen wir hiermit nochmals hin.
hebung bedarf auch die Perſon des zweifelsohne bedeutungsvollſten
Kommandanten der freiwilligen Feuerwehr, Karl Juſtus, der ſtadte.V. Heute abend 8 Uhr im hinteren Hof der Infanteriekaſerne,
bem Jahre 1886 bis zum Jahre 1296,. olg 29. Jahre lgug, Kommandant Alexanderſtraße 22, Familienabend. Gäſte willkommen!

war. Erwähnen möchte ich aus jener Zeit auch, weil es zweifelsohne
Anlage der Waſſerleitung, die in gewiſſem Sinne mit der erſten Hy=
Nieder=Ramſtädter Straße eingeleitet. Eine Feſtverſammlung aus An= drantenprobe am 28. Dezember 1880 in den Dienſt der Feuerlöſchung
laß des Jubiläums fand Samstag abend im Städt. Saalbau ſtatt der geſtellt wurde und damit die Hauptſchwierigkeit, nämlich die der
Waſſerverſorgung, radikal löſte. Daß ſich nunmehr eine Fülle von
Ulrich, der Miniſter des Innern von Brentano ſowie mehrere Regie= Lobrednern für dieſes Unternehmen einfand, während man den hoch=
rungsvertreter
, ferner Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing die Beigeord= derdienten damaligen Oberbürgermeiſter Ohly deswegen
mer wieder, daß die Menſchen der verſchiedenen Zeitprioden doch mehr
oder weniger gleich ſind. Die Verbindung der freiwilligen Feuerwehr
mit der Turngemeinde beſtand bis zum Jahre 1883. Die Teilung voll=
zog
ſich in der freundſchaftlichſten Weiſe. Im Frühjahre 1896 trat der
Motiven aus Roſinis gleichnamiger Oper) von Robert Naef, den die hochverdiente Kommandant der Freiwilligen Fruerwehr, Juſtus, vom
Amt zurück. Zu ſeinem Nachfolger wurde Herr Ludwig Fiſcher
und zum 2. Kommandanten, an Stelle des gleichfalls ausgeſchiedenen
Brandmeiſters Schäfer, Herr Ludwig Vogel gewählt.
Unter Fiſchers Leitung beging die Freiwillige Feuerwehr alsdann in
den Tagen vom 24.26. Juli 1899 das Feſt ihres 50jährigen Beſtehens.
Nach dem großen Turnhallenbrand am 21. November 1901, bei
welchem 2 Menſchenleben zu beklagen waren, und ſich das Fehlen mo=
derner
Löſchgeräte recht fühlbar machte, wurden im Jahre 1902 ſeitens
der Stadtverwaltung 2 neue Fahrzeuge, eine mechaniſche Leiter von 20
Meter Steighöhe und ein Mannſchafts= und Gerätetransportwagen
beſchafft.
Einen Markſtein in der weiteren Entwicklung des Feuerlöſchweſens
ſtellt das Jahr 1912 dar. Insbeſondere mit Rückſicht auf den öfteren
Druckmangel in der Waſſerleitung bei Brandbekämpfungen an hoch=
gelegenen
Stadtteilen wurde ein Automobilmannſchaftswagen mit ein=
gebauter
Hochdruckzentrifugalpumpe beſchafft. Hiermit war der An=
fang
zur Ausrüſtung der Feuerwehr mit Automobilen gemacht. Bis
zum Herbſt 1914 wurde die Freiwillige Feuerwehr zu den Tag= und
Nachtwachen zugezogen. Von da ab wurde die Mannſchaft der Wache
in ſtändigen Dienſt der Stadt genommen und ſomit in gewiſſem Sinne
eine Berufsfeuerwehr geſchaffen. Im Jahre 1916 erhielt die
Feuerwache einen weiteren Automobilperſonenwagen und eine Auto=
mobildrehleiter
von 24 Meter Steighöhe. Die Pferde wurden darauf
außer Dienſt geſtellt. Heute iſt die Feuerwache als eine erſtklaſſige
ſchlagfertige Wehr zur Bekämpfung von Bränden, ſowie in mancherlei
Hilfeleiſtungen allezeit zur Verfügung.
Um die Entwicklung des Feuerlöſchweſens in Darmſtadt, insbe=
ſondere
auch um den Ausbau der Feuerwache, hat ſich der wie ſchon
erwähnt, im Jahre 1896 zum Kommandanten der Feuerwehr gewählte
Branddirektor Ludwig Fiſcher außerordentlich verdient gemacht. Herr
Fiſcher, der im Jahre 1865 als Zögling der damaligen Turnerfeuer=
wehr
eingetreten iſt, gehörte der Wehr 57 Jahre an. Er ſtarb am 26.
Dezember 1922. Noch heute im Dienſt befinden ſich die Herren:
Brandmeiſter Bucher, mit 55 Dienſtjahren, Brandmeiſter Bauſcher,
mit 52 Dienſtjahren, Oberfeuerwehrmann von der Schmidt mit 50
Dienſtjahren, Führer Gebelein mit 45 Dienſtjahren, Führer Hamann
mit 45 Dienſtjahren, Führer Lang mit 42. Dienſtjahren, Sanitäter
Schnebele mit 42 Dienſtjahren, Brandmeiſter Nord mit 41 Dienſtjah=
ren
, Führer Konr. Morſchel mit 41 Dienſtjahren, Führer Ludw. Mor=
ſchel
mit 41 Dienſtjahren. Kreisfeuerwehrinſpektor Schnell mit 40
Dienſtjahren.
An die Vorſtehenden, die über 40. Dienſtjahre als Mitglieder der
Freiwilligen Feuerwehr angehören, reiht ſich eine große Zahl derer,
die gleichfalls ſeit Jahrzehnten unſerer Sache treu ſind. Am Welt=
kriege
beteiligten ſich 38 Mitglieder, von denen der Wehrmann Adam
Hildebrandt auf dem Felde der Ehre geblieben iſt.
Getreu ihrem Wahlſpruch: Einer für alle und alle für einen, hat
die Freiwillige Feuerwehr ſich ſtets in den Dienſt unſerer Stadt ge=
ſtellt
. Aus ihr ſind eine Reihe markanter Perſönlichkeiten hervorge=
gangen
. Man darf wohl ſagen, daß in der Freiwilligen Feuerwehr mit
die beſten Eigenſchaften deutſchen Geiſtes ſich verkörpert und ausgewirkt
haben. Hilfsbereit im einzelnen und Hingabe an das Ganze, das iſt die
Loſung, die uns die Geſchichte der Freiwilligen Feuerwehr Darmſtadt
heute allen zuruſt. Ich glaube, meine Ausführungen nicht beſſer ſchlie=
ßen
zu können, als dadurch, daß ich hoffe, es mögen alle Zeit hier in
Darmſtadt ſowohl, wie in unſerem geſamten Vaterlande ſich Männer
finden, die ihr nacheifern zum Wohle unſerer Stadt, ſowie zum Wohle
unſeres heſſiſchen und deutſchen Vaterlandes. Faſſen wir deshalb die
guten Abſichten und Wünſche die uns heute beſeelen, zuſammen in
dem Rufe: Unſer deutſches Vaterland, es lebe hock
Alle Anweſenden ſtimmten in das Hoch auf das Vaterland ein.
Miniſter von Brentano ſprach den Dank der Regierung für
die Einladung und die herzlichen Glückwünſche zum Jubliäum aus.
Regierungsrat Wolff überbrachte die Glückwünſche des Pro=
vinzialdirektors
und nahm die Verteilung von Ehrenzeichen vor.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing übermittelte die Glückwünſche
der Stadtverwaltung und der Stadt Darmſtadt. Man könne ſtolz auf
die Wehr ſein, ſie möge in der bisherigen ſegensreichen Weiſe weiter=
wirken
zum Wohle der Stadt.
Ein Vertreter der Brandverſicherungskammer
führte aus, daß die Darmſtädter Feuerwehr muſtergültig und vorbild=
lich
ſei, an Alter werde ſie nur noch von der Offenbacher, und an
Tatkraft und Schlagfertigkeit von keiner in Heſſen übertroffen.
Rechtsanwalt Kalbhenn überbrachte die Glückwünſche der
Turngemeinde. Die Freiwillige Feuerwehr ſei ja aus der Turngemeinde
hervorggangen. Der Redner bemerkte u. a. daß als Gründungstag
der 9. November 1849 angeſehen werden müſſe; am 4. Dezember ſeien
die Mittel für die erſte Spritze von der Stadt der Turngemeinde be=
willigt
worden und am 1. Juli 1849 habe die erſte Spritzenprobe ſtatt=
gefunden
.
Es folgten dann noch weitere Begrüßungsanſprachen, u. a. von
Vertretern des Polizeiamts und der Freiwilligen Sanitätskolonne.
Im Anſchluß an die Begrüßungsanſprachen wurden Diplome an
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr für 20=, 15= und 10jährige
Dienſtzeit überreicht.
Die Vortragsfolge wurde noch bereichert durch Lieder von Herrn
Fritz Lang, deſſen wohllautender Tenor in Verbindung mit ſtarkem
Empfinden einen tiefen Eindruck hinterließ und das Publikum zu leb=
haftem
Beifall hinriß.
Im weiteren Verlaufe des Abends bot die Muſik u. a. noch eine
Fantaſie aus Flotows Stradella, Tonbilder aus Wagners Rhein=
gold
, den Darmſtädter Feuerwehr=Marſch (mit Benutzung des ehe=
maligen
Feuer=Alarm=Signals) von L. Kümmel, die Ouvertüre zur
Oper die Hermannsſchlacht von Gervais ſowie u. a. zum Schluß den
Armee=Parade=Marſch Frei weg! von C. Latann. Die Muſik trug
zu ihrem Teil weſentlich zum Gelingen der Veranſtaltung bei.

Mchien Zeſftugef Leuefeit. Wcich aer 2e afn u. Fen ches=
miden
, die von einer Abteilung der ſtädtiſchen Berufsfeuerwehr unter
Leitung von Herrn W. Gries geſtellt waren, und die ebenfalls vom
Publikum ſehr beifällig aufgenommen wurden.
Der zweite Teil der Vortragsfolge brachte außer den bereits er=
wähnten
Nummern noch u. a. ein heiteres Quartett von Penſchel
und die beiden Quintette von Koſchat: Die Mondſcheinigkeit und
Der ſakriſch Baß.
Die Tagesordnung der Stadtverordnetenverſammtlung am Diens=
tag
, den 15. Juli 1924, nachmittags 5½ Uhr, und am Donnerstag, den
17. Juli 1924, nachmittags 5 Uhr, im Rathaus, umfaßt folgende Punkte:
1. Voranſchlag 1924. 2. Bauliche Veränderungen in der Städt. Akademie
für Tonkunſt. 3. Aenderung der Satzungen des Gewerbe= und Kauf=
mannsgerichts
. 4. Errichtung von Schulgärten für die Fortbildungs=
ſchulen
. 5. Herſtellung der Dachgeſchoßwohnung im Hintergebäude der
Hofreite Waldſtraße 21. 6. Inſtandſetzung von Wohnungen im Lieb=
frauenhaus
. 7. Einfriedigung des Teiches in dem Gelände der Müller=
ſchen
Ziegelei. 8. Moderniſierung des Röntgen=Therapie=Apparates im
Krankenhaus. 9. Umbenennung von Straßen. 10. Kontrolle der Hunde.
11. Ferienſpaziergänge der Schulkinder. 12. Zuwendung an den Bund
Heſſiſcher Flieger für die Veranſtaltung am 13. Juli 1924. 13. Mittei=
lungen
.
Kirchenſteuer. Die ebangeliſchen Pfarrämter der Stadt machen
darauf aufmerkſam, daß Einſprüche gegen die Veranlagung zur Kirchen=
ſteuer
nur noch bis zum 20. d8. Mts. entgegengenommen werden können.
Mozart=Verein. Die Mitglieder werden beſonders darauf auf=
merkſam
gemacht, daß ſie zu der Veranſtaltung am 19. d3. Mts. im Saal=
bau
freien Eintritt bei Vorzeigung der Mitgliedskarten 1924/25 haben.
Wer noch nicht im Beſitz der Karten ſein ſollte, kann ſolche bei O. Titze,
Eliſabethenſtraße 4, in Empfang nehmen, wo auch Auskunft über Ein=
führung
von Gäſten erteilt wird. (S. Anz.)

Lokale Veranſkaltungen.
in keinenn Falle irgendwie ole Bewprechung oder Kritk.
Kleinwohnungsbau=Verſammlung. Auf die im
Chriſtlicher Verein Junger Männer Darm=

Aichen
baues

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 13. Juli 1924.

Mummer 1

H. Ebrſtadt, 10. Juli. (Generalverſammlung der Vereinsbank).
Geſtern abend fand im Saale Zum Bergſträßer Hof eine ordentliche
Generalverſammlung der Mitglieder der Vereinsbank e. G. m. b. H.
ſtatt, die von 113 Mitgliedern beſucht war. Nach Begrüßung der Ver=
ſammlung
durch den Vorſitzenden des Aufſichtsrates, Gemeinderat Franz
Simon, ſowie Ernennung dreier Stimmzähler erſtattete Direktor Bickel
denNechenſchaftsbericht für 1923. Der in der Gewinn= und Verluſtrech=
nung
verzeichnete Gewinn reſultiert aus den letzten 45 Tagen des Be=
richtsjahres
, da der vorhergehende nicht unbedeutende Gewinn ſich durch
die Verhältniſſe in ein Nichts aufgelöſt hatte. In der Generalverſamm=
lung
vom 6. Januar 1924, in welcher ſich alle Mitglieder für die Er=
haltung
der Vereinsbank ausgeſprochen und die Umſtellung der Geſchäfts=
anteile
auf Rentenmark genehmigt hätten, ſei der Grundſtein zum
Wiederaufbau des Inſtituts gelegt worden. Der erzielte Umſatz ſeit
jener Zeit ſei befriedigend, die Bilanzſumme von 73000 Mark am 1. 1.
auf 400 000 Mark geſtiegen. Die Mitgliederzahl beträgt zurzeit 600.
Der Bericht wurde einſtimmig genehmigt. Ebenſo wurde der Bericht
des Aufſichrsrates über die Prüfung der Jahresrechnung, der von dem
Vorſitzenden des Aufſichtsrates erſtattet wurde, gutgeheißen, die Bilanz=
und Gewinnverwendung genehmigt und den Verwaltungsorganen Ent=
laſtung
erteilt. Nach dem Bericht des Aufſichtsrates iſt die Bilanz, die
Gewinn= und Verluſtrechnung für 1923 ſowie die Goldmarkeröffnungs=
bilanz
zum 1. Januar 1924 von der Reviſionskommiſſion geprüft und
in Ordnung befunden worden. Der zweite Vorſitzende des Aufſichtsrates,
Ludwig Büttel I. war, wie weiter berichtet wurde, infolge Erkrankung
gezivungen, ſein Amt niederzulegen. Er gehörte dem Aufſichtsrat 26
Jahre als Mitglied an und wurde ihm ſeitens des Vorſitzenden des Auf=
ſichtsrates
für die in dieſr Zeit der Vereinsbank geleiſteten Dienſte
warme Worte der Anerkennung und des Dankes gezollt. Die Goldmark=
eröffnungsbilanz
zum 1. Januar 1994 wurde ebenfalls genehmigt. Aus
der von dem Rechner Schäfer vorgetragenen Erläuterung iſt zu ent=
nehmen
, daß das Vermögen der Genoſſenſchaft 19 542,67 Mark beträgt,
deſſen Verbuchung wie folgt vorgeſchlagen war: 1. 6000 Mark zur Bil=
dung
eines Aufwertungsrücklage=Kontos für Geſchäftsanteile, 2. 6000
Mark zur Bildung des geſetzlichen Reſervefonds und 3. 7542,67 Mark
zur Bildung eines außerordentlichen Reſervefonds. Aus den Auf=
wertungsrücklage
=Konto, dem in den kommenden Jahren weitere Be=
träge
zugeführt werden ſollen, ſofern es die Geſchäftserträgniſſe geſtatten,
ſoll eine Wiederanſammlung der Geſchäftsguthaben erfolgen. Für dieſes
Jahr wird eine ſolche auf der Baſis 10 Goldmark für je eingezahlte
500 Goldmark ſtattfinden. Die Zuſammenlegung der bisher geleiſteten
Papiermarkanleihe der Mitglieder zu fe einen Geſchäftsanteil wurde
von der Verſammlung beſchloſſen. Weiter wurde von der Verſammlung
die Feſtſetzung der Höchſtgrenze der die Genoſſenſchaft belaſtenden An=
leihen
auf 600 000 Mark und die Höchſtgrenze der Kreditgewährung
an einen einzelnen Genoſſen auf 20000 Mark entſprechend dem Vor=
ſchlag
des Vorſtandes und Aufſichtsrates einſtimmig beſchloſſen. Die
Ergänzungswahl des Aufſichtsrates hatte folgendes Ergebnis: die
ſatzungsgemäß ausſcheidenden Mitglieder Ludwig Dächert V., Ludwig
Kolb II., Hugo Müller und Adam Rettig wurden wieder= und Landwirt
Jakob Hofmann V. neu gewählt.
St. Nieder=Ramſtadt, 10. Juli. Gemeinderatsbericht. Die
Vorarbeiten bezüglich des Ausbaues der Waſſerkraft in der Schnecken=
mühle
zum Zwecke der Erzeugung elektriſcher Energie ſind nun ſoweit
vorgeſchritten, daß mit der Vergebung der in Betracht kommenden Ar=
beiten
begonnen werden kann. Nach den eingetroffenen Offerten iſt
hinſichtlich der Turbinenlieferung diejenige der Schichau=Werke in
Elbing die billigſte; dieſer Firma wird der Auftrag erteilt. Bezüg=

nenfalls den
g zu erteilen. Der erforderlich werdende Kredit
wird genehmigt. Auf Vorſchlag der Kommiſſion wird der Waſſer=
bezugspreis
bis auf weiteres auf 20 Pf. pro Kubikmeter feſtgeſetzt Für
Großabnehmer gilr folgender Tarif: von 12000 Kubikmeter gleich
18 Pf., von 25000 Kubikmeter gleich 15 Pf., von 510 000 Kubikmeter
gleich 12 Pf., über 10 000 Kubikmeter gleich 10 Pf. Der Mindeſtſatz
pro Halbjahr beträgt jedoch 3 Mk., für Gartenanſchlüſſe ohne Zähler ſind
pro Halbjahr 2,50 Mk. und für Hausanſchlüſſe halbjährlich 1,75 Mk. zu
zahlen. Gleichzeitig wird beſchloſſen, die bisherige Rohrleitung in der
Kilianſtraße durch eine gußeiſerne zu erſetzen. Der Bürgermeiſter
erſtattet im Hinblick auf die ergangene Koſtenanforderung des Modau=
bachräumungsverbandes
Bericht über die kürzlich ſtattgefundene Ge=
neralverſammlung
. Der Gemeinderat wünſcht vor der Bewilligung
des angeforderten Betrags noch Aufſchluß über die beabſichtigten Räu=
mungs
= und Befeſtigungsarbeiten. Eine kürzlich beſchloſſene größere
Kapitalaufnahme durch Vermittlung der Bezirksſparkaſſe Reinheim
wird in Anbetracht der neuen erſchwerenden Bedingungen wieder rück=
gängig
gemacht. Einem Anſuchen der Leitung der Anſtalt für Epi=
leptifche
wegen Mitbenutzung des Gemeindeſportplatzes durch Pfleg=
linge
der Anſtalt wird entſpuschen. Wegen Ausführung verſchiedener
Revaraturarbeiten im Schuihaus wird die Baukommiſſion beauftragt,
eine Beſichtigung vorzunehmen und demnächſt Bericht zu erſtatten.
Dem Baugeſuch des Lehrers Pohl hier wird die Genehmigung erteilt

unter Befreiung des Geſuchſtellers von den Beſtimmungen des § 2 des
Ortsbauſtatuts. Ein Geſuch der Freien Turnerſchaft um Erlaß der
Vergnügungsſteuer anläßlich des letzten Sonntag ſtattgefundenen Feſtes
der Fahnenweihe wird an die Finanzkommiſſion verwieſen. Der
Vorſtand der Freiwilligen Feuerwehr hier führt Beſchwerde über den
letzthin ergangenen Gemeinderatsbeſchluß, wonach anläßlich eines Probe=
alarms
die Bereitſchaft nicht ganz einwandſrei geweſen ſein ſoll. Das
Kommando der Wehr ſtellt ausdrücklich feſt, daß bereits nach Verlauf
einer Viertelſtunde ein Zug der Wehr zum Ausrücken bereit ſtand, und
daß, abgeſehen von einigen Kleinigkeiten, die Geräte ſämtlich in Ord=
nung
waren. Der Gemeinderat will zu der Beſchwerde erſt Stellung
nehmen, wenn der Bericht des Kreisfeuerwehrinſpektors, auf deſſen
Veranlaſſung der Probealarm ſtattfand, vorliegt. Es wurde jedoch
feſtgeſtellt, daß der gemachte Vorwurf nicht die Wehr in der Geſamt=
heit
treffen ſollte, ſondern nur einzelne Funktionäre. Darüber war
man ſich vollſtändig einig, daß die Feuerwehr in ihrer Geſamtheit bisher
ſtets auf dem Damm geweſen iſt und ihre Pflicht getan hat. Auf
Vorſchlag des Kommandos der Feuerwehr wird der Schloſſer Friedrich
Rückert hier mit ſofortiger Wirkung zum Spritzenmeiſter beſtellt. Der
an den Delegierten der hieſigen Feuerwehr anläßlich des Heſſiſchen
Feuerwehrtags ausgezahlte Reiſekoſtenbetrag fand nachträglich die Ge=
nehmigung
des Gemeinderats. Aus Anlaß eines beſonderen Falles
wird beſchloſſen, das Feldſchutzperſonal mit Waffen zu verſehen. Die
Vergütung für Fahren des Leichenwagens wird, mit Wirkung vom
1. Juli I. J. an auf 6 Mk. pro Fuhre erhöht. Zum Schluß wurden
noch Armenſachen verhandelt.

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A. Pfungſtadt, 10. Juli. Staatliches Baudarlehen. In
der letzten Gemeinderatsſitzung teilte der Bürgermeiſter mit, daß die
ſtaatlichen Baudarlehen ſchon in kurzer Zeit den Bauluſtigen zur Ver=
fügung
ſtehen würden. Die Feldſchützenbezirke haben eine
Neueinteilung erfahren. Insgeſamt handelt es ſich um fünf Bezirke.
g- Gernsheim, 10. Juli, Große Freude bereitete der evang. Ge=
meinde
der Beſuch des Seeheimer Kirchenchors am vergangenen Sonn=
tag
. Auf mehreren geſchmückten Wagen kamen die Sänger an und be=
teiligten
ſich am Gottesdienſt, den ſie durch drei treffliche religiöſe Ge=
ſänge
verſchönten. Die Führung durch Gernsheim hatte der Präſident
des Kirchengeſangvereins, Herr Herms, frdl. übernommen. Er begrüßte
auch die Gemeinde, die ſich am nachmittag im Saale des Herrn Haas
verſammelt hatte, um den Liedern der Kirchenchöre, Vorträge des rühri=
gen
Orcheſters, ſowie den Anſprachen des Herrn Pfarrers Marguth See=
heim
und Dekan Vogel Gernsheim zu lauſchen. Es war ein zwang=
loſes
geſelliges Zuſammenſein, das allen Teilnehmern den Wunſch nach
baldiger Wiederholung erweckte. In der Hoffnung, daß der Gerns=
heimer
Verein bald in Seeheim Gegenbeſuch machen möchte, ſchieden
die Seeheimer wohlbefriedigt von der freundlichen Aufnahme, die ſie hier
gefunden hatten.
-u- Wixhauſen, 9. Juli. Gemeinderatsbericht. Der der=
zeitige
Jagdpächter bietet der Gemeinde an, für das laufende Jahr 60
Prozent von der vorigen Verpachtung im Betrage von 1325 Mark zu
zahlen. Außerdem zahlt er als Entſchädigung wegen der Geldentwertung
im Vorjahre 250 Mark. Der Vorſchlag wird genehmigt. Peter Horſt II.
will auf ſeinem Grundſtück an der Straße über der Bahnſtation ein
Wohnhaus errichten. Das Geſuch wird genehmigt unter der Bedingung,
daß er vorläufig auf Waſſerleitung und elektriſch Licht keinen Anſpruch
erhebt, bis das Gelände im Ortsbauplan eingereiht iſt. Als Abgabe
bei Feſtlichkeiten und Veranſtaltungen, die volksbildend wirken, ſind
2 Prozent der Roheinnahmen feſtgeſetzt worden. Das Gelände zwiſchen
der Bahn und der Frankfurter Straße an der Borngartenſtraße ſoll in

den Ortsbauplan eingezeichnet werden. Die letzte Friſt zur Be
des Kartoffelgeldes wurde auf 1. September feſtgeſetzt und der Ge
rechner ſoll angewieſen werden, nach dieſen Termin Mahnung un
dung einzuleiten.
K. Roßdorf, 11. Juli. Am Samstag, den 12. und Sonnt
13. Juli hält der Kraftſportverein Deutſche Eiche ſein 20
Stiftungsfeſt, verbunden mit ſchwer= und leichtathletiſchen Wettt
auf dem Sportplatz in den Räumen des Gaſthauſes zur Sonne
r. Babenhauſen, 12. Juli. Zu einer Dringlichkeitsſ
war der Gemeinderat geſtern abend von dem Herrn Bürgerme
laden. Als wichtigſter Punkt ſtand auf der Tagesordnung die He
einer neuen Brücke, die als Fahrbrücke die Wieſen mit der Harr=
Allee verbinden ſoll. Seither befand ſich dort ein Holzſteg, der
Altersſchwäche zuſammengebrochen und für den Perſonenverke
mehr geeignet war. Zwei Koſtenvoranſchläge werden dem Gem
vorgelegt: 8000 Mk. und 8500 Mk. betragen die vom Tiefbaua
geſehenen Baukoſten. In einer lebhaften Ausſprache wird das
Wider behandelt. Die Mehrheit des Gemeinderats, iſt ſchlief
Meinung, daß die Brücke im Intereſſe der vielen Landwirte, die
nutzen müſſen, gebaut werden ſoll, doch werden die Baukoſten a.
als zu hoch augeſehen. Ein neuer Koſtenvoranſchlag und die Ve
der Submiſſionsarbeiten, ſollen erſt zeigen, ob man nicht billie
Ziele kommen kann. Die Finanzlage der Stadt zwingt zu keiner
eilung. Nachdem Wohnungs= und Schulangelegenheiten kurz
waren, erſrattete der Herr Bürgermeiſter Bericht über die Vor
zur demnächſtigen Bezirkstierſchau, die mit einer Ob
und Geräteausſtellung verbunden werden ſoll. Mit de
wirtſchaftskammer ſoll erneut Fühlung genommen werden; ſodan
Firmen, Fabriken und Obſt= und Gartenbauvereine, die ausſtellen
zur Teilnahme aufgefordert werden. Nach Erledigung verſchiede
ſchäftlicher Angelegenheiten wird die Sitzung gegen 11 Uhr ab=
ſchloſſen
.
N. Reinheim, 12. Juli. Heute Sonntag, den 13. Juli, 1.
nachmittags, findet in Reinheim i. O. das Reiterfe
Reit= und Fahrvereins des vorderen Odenwalds, ſtat=
junge
Verein, deſſen Mitgliederzahl ſtets im Wachſen be
iſt, hatte bereits im letzten Jahr, als er zum erſtenmal
Oeffentlichkeit trat, einen vollen Erfolg zu buchen. Zwe
Ziel des Vereins iſt, durch ſachgemäße Anleitung bei den
Landwirten die Luſt und Liebe zum Pferd und deſſen Pfle
Gebrauch zu erwecken und zu fördern. Durch die unerm
ſelbſtloſe Arbeit des Vorſitzenden, Herrn Oekonomierat H
Habitzheim, des Herrn v. Willich, des Sohnes des ver
nen Landſtällmeiſters v. Willich, dem die Pferdezucht in
ſo viel verdankte, und nicht zuletzt durch die Perſon des
Carl Loeſch in Babenhauſen, der ſein ganzes vielſeitige=
nen
in den Dienſt des Vereins ſtellte, iſt auch dieſes Ja
einer zahlreichen Beteiligung zu rechnen. Es finden
Linie die Reitprüfungen der Reitabteilungen Groß=Bi
Reinheim, Spachbrücken und Lengfeld ftatt, eine Fahrerp
für leichte und ſchwere Pferde, eine Eignungsprüfung f.
ſpanne, außerdem eine Reitkonkurrenz, offen auch für Ni
glieder des Vereins, und zwei Jagéſpringkonkurrenzen.
zu begrüßen, daß auch bei uns in Heſſen, wie ſchon lange
deren Gauen Deutſchlands, dieſe Art Sport verbunden m
ſtem Unterricht Fuß gefaßt hat, und es iſt zu wünſchen,
weiter blühen möge zum Wohl der Pferdezucht, Landwi
und unſerer engeren Heintat.
3 Höchſt i. O., 11. Juli. Feuerwehrfeſt. Am Sonnta
die hieſige Freiwillige Feuerwehr ihr 50jähriges Stiftungsfeſt.
reiche auswärtige Wehren haben ihr Erſcheinen zugeſagt.
C. Friedberg, 11. Juli. In der geſtrigen Stadtverordnete
wurde der in der letzten Sitzung gewählte Beigeordnete Rer
geführt und verpflichtet; an ſeine Stelle tritt Bauer, an Ste
nach Darmſtadt verſetzten Bellof tritt Ehemann. Der ſtädtiſch
anſchlag zeigt in Ausgabe 779 000 Mark (im Jahre 1914: 770000
in Einnahme 515 000 Mark, es bleiben alſo 264 000 Mark zu
In einer früheren Sitzung wurde beſchloſſen, die ſtädtiſchen (
auf 50 Prozent der Staatsſteuern zu bemeſſen, in der geſtrigen
wurde jedoch die Grundſteuer auf 60 Prozent der Staatsſteu
geſetzt. Die Sozialdemokrätie lehnt ſämtliche Steuern ab,
ſie die Ausgaben mitbewilligt hat; der Voranſchlag wird ſchließ
15 gegen 7 Stimmen genehmigt. Ein kürzlich gewählter S=
ſchuß
hat ſich in 9 Sitzungen betätigt, dabei aber doch nur feſtſtell
nen, daß weder Erſparniſſe von Belang, noch weſentliche Erhöhu=
Einnahmen zu erzielen feien; auch ein Perſonalabbau ſei ni=
gängig
. Aus dem Verkaufe der Sitzung iſt noch erwähnenswer
der Bahnhofsplatz, der ſeither einen ziemlich troſtloſen Anblick get
nunmehr gärtneriſch angelegt werden ſoll. Die als ungenüge
kannten Heizungsanlagen der Auguſtinerſchule ſollen verbeſſert u
Zeichenſaal mit elektriſcher Beleuchtung verſehen werden, dageger
die elektriſche Beleuchtung für Treppen und Gänge abgelehnt.

[ ][  ][ ]

Rummer 193.

Ffüchtlingsſchickſale.
Eine ruſſiſche Fürſtin, die aber nur eine Buchbinderstochter aus
rpat war, entrollte dieſer Tage vor den Richtern in München ihr
uriges Schickſal. Ein günſtiger Stern ſchien dem Kind zu leuchten.
r reicher baltiſcher Adeliger nahm die Kleine mit zehn Jahren aus
Branntweinduftenden Atmoſphäre des Vaterhauſes heraus und ließ
mit ſeinen Kindern erziehen. Die paar Jahre des Lebens auf dem
adſchloß hatten ihr ſoviel Schliff gegeben, daß ſie während des Krieges
adeliger Offizier, Ariſtova, in ſie verliebte und ſie zur Frau nahm.
hatte drei Kinder. Zwei ſtarben jung; das dritte iſt vielleicht irgend=
in
Sibirien verhungert. Nach kurzem Glück kam die Revolution. Und
iſtova floh mit Mann und Kind nach Sibirien, um, wie ſie ſagt, über
pan nach England zu kommen. Auf der Flucht ward ſie von ihrem
inne getrennt. Und nun begann eine furchtbare Irrfahrt. Sie kam
anderen Flüchtlingen nach Odeſſa zurück, nach Kiew, nach Konſtan=
opel
, von dort nach Griechenland, nach Sibirien, nach Prag und
der nach Sibirien. Und wieder nach Prag. In Prag lebte ſie mit einem
ron Ebner de Eſchenheim zuſammen. Aber er wurde ihrer ſchließlich
rdrüſſig und gab ihr den Laufpaß. So kam ſie nach Berlin, wo ſie
den paar Tſchechenkronen, die ihr Verehrer mitgegeben hatte, küm=
rlich
einige Zeit leben konnte. Dort lernte ſie im Kino einen jungen
inchener Kaufmann kennen, der in einem Bankhaus angeſtellt war.
ſollte ihm rüſſiſche Stunden geben. Aber mit ihrem ruſſiſch nar es
zt weit her. Und ſo verliebten ſich denn die beide jungen Leute,
d nun ward Frau Ariſtova zur Lügnerin und ſicher gegen ihren
Uen zur Hochſtaplerin. Sie hatte ſich zuerſt als geſchiedene Frau
ner bezeichnet, dann geſtand ſie, daß ſie ſchon einmal verheiratet
r, und zwar mit einem ruſſiſchen Offizier, dem Fürſten Ariſtova. Und
rzählte auch von ihrem Pflegevater, dem Baron Gutberg aus Volma,
einen Reichtümern. Eines Tages kam ſie mit einer Trauerbotſchaft
er Vater iſt an einem Herzſchlag geſtorben. Aber er hat ein
umögen hinterlaſſen. Und ſie brackte ein Schreiben der eſt=
eſandſchaft
, das dieſe Erbſchaft beſtätigte: 3 Millionen Pfund
das ſieht beſſer aus! dazu! Das Geld ſollte im Dezember
werden. Nun war ſie wieder für einige Wochen gerettet
brauchte ihren Geliebten nicht zu verlaſſen. Unterdeſſen haite der
ge Münchener ſeinen Vater für die ruſſiſche Fürſtin und ihre Erb=
ft
intereſſiert. Allerlei große Pläne wurden geſchmiedet. Man vvollte
dem Gelde eine Bank gründen, oder in der Türkei mit einem Nieſen=
ernehmen
neue Millionen verdienen. Aber zunächſt war die Fürſtin
Erbin noch in recht abgerragenen Kleidern. So ſchrieb ihr Freund,
ſich als Bräutigam betrachtet, an den Vater. Der ſandte 43 hrllän=
he
Gulden. Und ſpäter wurde ſie nach München eingeladen und von
r Vater auf ſeine Koſten in einer Penſion untergebracht. Als der
btember kam, kam kein Geld. Dafür aber ein eigener Kurier der eſtni=
n
Geſandtſchaft mit einem Schreiben eines engliſchen Notars. Es
n neue Schwierigkeiten entſtanden, die eine ſofortige Auszahlung
hinderten. Es habe ſich herausgeſtellt, daß ihr Vater auch große
gwerke bei Tomſk und große Bankguthaben in Tokio habe. Das
ſe erſt geregelt werden. So war wieder Zeit gewonnen. Und ſo gings
los weiter, bis der Vater eines Tages erklärte, er wolle ſelbſt ein=
zum
eſtniſchen Koſul nach Berlin fahren. Nun fing die kleine Eſtin
zittern an, die Entlarvung drohre. Jetzt faßte ſie einen furchtbaren
ſchluß: der Vater durfte nicht nach Berlin kommen! Ihr künftiger
wiegervater hatte ihr einmal ein daar kleine Fläſchchen gezeigt:
iſt ein furchtbares Gift darin! Frau Ariſtova hatte ſich bei gün=
r
Gelegenheit eines davon angeeignet. Sie hielt das Gift nicht für
ich, aber doch geeignet, den Schwiegervater auf der Fahrt nach Berlin
ſeekrank zu machen, daß er unterwegs ausſteigen müffe. Und ſo
tierte ſie ihm das Gift aufs Butterbrot, das ſie ihm für die Reiſe zu=
* machte. Der Vater biß unterwegs hinein, aber er ſchmeckte ſofort
Braten, warf das Brötchen weg und ſpülte ſich den Mund aus. Er
* es war aber nur Montol. Er wußte auch,
nie das G=
ihm
das Gift aufs Butterbrot geſchmiert hatte, und war nicht ſehr
rraſcht, als er in Berlin einfuhr, die ganze Fürſtenherrlichkeit und
drei Millionen Pfund Sterling und die 261 Schilling obendrauf
n purer Schwindel. Er ſelbſt machte keine Anzeige, dagegen der eſt=
ge
Konſul. Und nun ſtand ſie vor den Richtern. Wegen Urkunden=
chung
und Diebſtahls und Mordverſuchs. Sie hat milde Nichter ge=
den
: fünf Monate und drei Wochen Gefängnis, von denen fünf
nate als durch die Unkerſuchungshaft getilgt angerechnet wurden.

* Unpolitiſche Tagesſchau.
Wie bereits früher mitgeteilt wurde, hat der italieniſche Flieger
Bocatelli die Leitung des Nordpolunternehmens in die Hand genom=
men
, nachdem es Amundſen wegen finanzieller Schwierigkeiten aufge=
geben
hatte. Es muß Amundſen ſonderbar angemutet haben, als er
bei ſeiner Ankunft in der norwegiſchen Heimat ein Angebot aus Ita=
lien
über 2 Millionen Lire erhielt. Jetzt nahm er dieſes Anerbieten
nicht an, denn er hatte den
Nordpolflug für dieſes Jahr endgültig aufgegeben.
Inzwiſchen wurden ihm auch noch aus deutſchen und engliſchen Finanz=
kreiſen
je ein Angebot zur Unterſtützung ſeiner Expedition gemacht.
Amundſen erwiderte darauf, daß der Flug in dieſem Sommer nicht mehr
verwirklicht werden könnte, ſelbſt nicht, wenn das verſprochene Geld
ſofort zur Verfügung geſtellt würde, denn die Jahreszeit ſei ſchon zu
weit vorgeſchritten. Außerdem waren die beiden Metallflugzeuge, die
von den deutſchen Dornierwerken eigens für den Nordvolflug gebaut
wurden und auf die Amundſen ſeine ganze Hoffnung auf ein Gelingen
ſeines Vorhabens geſetzt hatte, ſchon zu der Zeit, als ihm niemand das
nötige Geld zur Verfügung ſtellen wollte, von italieniſcher Seite an=
gekauft
worden. Italien wollte anſcheinend den Ruhm des Nordpol=
bezwingers
allein für ſich in Anſpruch nehmen. Was man dem Nor=
weger
Amundſen verweigerte, hat der Italiener Bocatelli mit leichter
Mühe erhalten: In kurzer Zeit waren die Millionen Lire für ihn
bereitgelegt, und weitere Mittel waren ihm in Ausſicht geſtellt durch
einen Aufruf, den die Vereinigung der Inhaber goldener Medaillen
an das italieniſche Volk zur Beteiligung an einer Zeichnung für Boca=
telli
erlaſſen hatte. Trotzdem hat nun auch Bocatelli den Nordpolflug
wegen der ſpäten Jahreszeit aufgegeben. Als Entſchädigung dafür
findet ein Flug quer über den Atlantiſchen Ozean an der Stelle ſeiner
größten Breite ſtatt, damit das Intereſſe des italieniſchen Volkes am
Flugweſen wachgehalten wird. Amundſen ſeinerſeits iſt feſt entſchloſſen,
das Unternehmen, das nun ſchon zum dritten Male geſcheitert iſt, im
Juni des nächſten Jahres zur Ausführung zu bringen.
In der Gegend von Regensburg konnte ein junges Pärchen nicht
die Zuſtimmung der Eltern zur Heirat erhalten. Dem Zuge der Zeit
folgend, beſchloſſen ſie,
aus Liebe in den Tod
zu gehen. Sie fürchteten jedoch den etwas plötzlichen Uebergang von
dieſem Daſein in ein unbeſtimmtes Jenſeits und nahmen vor Aus=
führung
ihres Planes ſo viel Alkohol zu ſich, daß der gewünſchte neu=
trale
Uebergangszuſtand eintrat. Kaum konnten ſie ſich noch mit einem
Stock aneinanderbinden und ſich auf die Schienen fallen laſſen, damit
die Räder des Regensburger Schnellzuges ihrem Daſein ein Ende
machen. Ein ſanfter Alkoholſchlummer nahm den beiden Verliebten
das letzte Grauen vor dem Tod in der Ferne fauchte ein Eiſen=
Er war aber ſchon zu fern, als daß er den beiden Lebens
nüden den letzten Dienſt hätte erweiſen können, er hatte nämlich d
Stelle, die ſich das Pärchen in ſeinem Rauſche ausgewählt hatre, ſchon
paſſiert. Spaziergänger fanden die beiden Schläfer, und nach vieler
Mühe gelang es ihnen, die beiden Verliebten aus ihrem Alkoholduſel zu
Nachträglich ſtellte ſich bei der jungen Dame doch ein Gruſeln
das Abenteuer ein, und ihr Vater benutzte die günſtige Gelegen=
heit
, ſie auf handgreifliche. Weiſe von ähnlichen Experimenten und
auch von dem melancholiſchen Liebhaber für immer abzubringen.
Der Deutſchngtionale Handlungsgehilfenverband
hielt in Königsberg den 16. Deutſchen Kaufmannsgehilfentag ab. Den

Reich und Ausland.
Ein Schwindelunternehmen.
Frankfurt a. M. Ein Kleeblatt hatte ſich zuſammengefunden,
die Herſtellung und den Vertrieb von Eiſenbahnwertzeichen ( Reiſe=
karten
) zu verſuchen. Alle Vorbereitungen waren bereits getroffen,
das Geſchäft in Gang zu bringen, nur hatte man nicht an den
jrſinn der wachſamen Eiſenbahn=Kriminalpolizei gedacht. Dieſe
rechtzeitig ein und nahm die Geſchäftsteilhaber feſt. Leider iſt
eine hieſige Firma in die Angelegenheit verwickelt, die auf die
Angabe eines ſich als Eiſenbahnbeamter vorſtellenden Schwind=
hier
ohne weiteres zwei Amtsſtempel angefertigt und geliefert hat.
Intereſſe der Geſchäftswelt ſei hier ausdrücklich bekannt gegeben,
Lieferungen und Leiſtungen für die Reichsbahnverwaltung nur auf
und ſchriftlicher Abmachungen, in der Regel gegen Abgabe eines
9 Vordruck ordnungsmäßig ausgefüllten und mit Unterſchrift ver=
enen
Beſtellzettels der Reichsbahndirektion, der Eiſenbahnämter oder
Dienſtſtellenvorſteher ausgeführt werden dürfen. Mündliche Ab=
hungen
bedürfen, wie in kaufmänniſchem Geſchäftsverkehr üblich,
ſchriftlichen Beftätigung.
Von Marokkanern vergewaltigt.
chſt a. M. Am Freitag abend gegen 11 Uhr überfielen auf der
dſtraße von Höchſt nach Mainz in der Nähe von Sindlingen zwei
trokkaner, die ſich im Chauſſeegraben verborgen hatten, einen nach
e gehenden Arbeiter, verhinderten ihn durch Vorhalten der Hände,
Hilfe zu rufen, zogen ihn in den Graben und begingen an ihm
ſchweres Sittlichkeitsverbreihen. Die Täter konnten wegen der heru=
nden
Dunkelheit unerkannt entkommen.

ſchaften und wirtſchaftlicher Verbände machtvoll die Stellungnahme des
größten kaufmänniſchen Angeſtelldenverbandes zu den politiſchen, wir
ſchaftlichen und geiſtigen Fragen der Zeit zum Ausdruck brachte. Ver
bandsborſteher Hans Bechly ſetzte ſich mit der Lage von Volk, Staat und
Wirtſchaft auseinander uned entwickelte die Aufgaben, die ſich daraus er=
geben
. Der D.H.V., deſſen Reichstagsabgeordnete heute in vier großen
Reichstagsparteien (Dnat., Dvölk., D. Vp. und Zentrum) ſich befinden
hat bewieſen, daß verantwortliche Politiker durch eine feſte Geſinnungs=
gemeinſchaft
zuſammengefaßt, durchaus fähig ſind, über die Parteien hin=
weg
ſachliche, dem Stande und dem Reiche dienliche Politik zu treiben.
Der Redner ſchloß mit einem Ausblick auf die weltpolitiſchen Kräfte de
heranwogenden fremden Raſſen, die das durch militäriſche Unterdrück=
oder
kapitaliſtiſche Ausbeutung innerlich zerſetzte Syſtem der europä
Völker bedrohen, mit einer ernſthaften Prüfung der heute in der
bewegung heranreifenden geiſtigen und lebendigen Kräfte. Dem 16.
mannsgehilfentag war der 19. ordentliche Verbandstag vorausgegangent.
Mitglied der Verwaltung, Chriſtian Winter, gab einen Uebezblick über
die wirtſchaftliche Kraft der Organiſation. Ein großzügiges Wirtſchafts
programm der Verbandsleitung will, die geſamte wirtſchaftliche Kraft der
250 000 Verbandsmitglieder im Ringen um wirtſchaftliche Macht einſetz
Verwaltungsmitglied Hermann Miltzow behandelte die Stellung
D.H.V. zm den politiſchen Parteien. Der zweite Tag war drei grun=
legenden
Vorträgen der Verwaltungsmitglieder Max Habermann z.
die Erziehung zum deutſchen Menſchen, Karl Bott über Verufsgenoſſen=
ſchaft
und Berufsbildung, Robert Feditſch über Tarifpolitik und Arbeits=
gemeinſchaft
gewidmet. Dieſe drei Vorträge behandelten grundſätzliche
Fragen und gehören nunmehr zum grundlegenden geiſtigen Rüſtzeug der
Bewegung.
Tierquäler.
Ludwigshafen. Am Dienstag nachmittag mißhandelte ein
22 Jahre alter Fuhrmann von Frieſenheim in der Lembachſtraße die
Pſerde ſeines Dienſtherrn mit einem Peitſchenſtiel in der roheſten Weiſe.
Die Pferde ſcheuten infolge des Spektakels, den der Fuhrmann mit drei
angetrunkenen Burſchen von Friefenheim auf dem Fuhrwerk verübte.
Dies veranlaßte den Fuhrmann zu der Quälerei. Straßenpaſſanten,
die an dieſem Gebahren Aergernis nahmen und ihrer Entrüſtung Aus=
druck
gaben, wurden von den angetrunkenen Burſchen mit Backſteinen
beworfen. Dabei wurde ein 10jähriger Junge derart getroffen, daß er
u Boden fiel. Ein Arbeiter, der dem Gefährt, das im Galopp in die
Stadt hinein fuhr, gefolgt war, wurde von den renitenten Burſchen
am Ludwigsplatz angegriffen. In dieſem Moment kam aber die Polizei
hinzu und nahme einen der Burſchen feſt, während die anderen davon=
fuhren
.

keiner Weiſe anſah.

Der Babiſche Scharfrichter geſtorben.
Mannheim. Am Donnerstag iſt der badiſche Scharfrichter
Amtsgerichtsdiener Konrad Witter im Alter von 53 Jahren geſtorben.
Er hat zahlreiche arme Sünder vom Leben zum Tode befördert, nament=
lich
als er während des Krieges Nachrichter in Ober=Oſt (Polen) war.
Die letzte von ihm vollzogene Hinrichtung war diejenige an dem Heidel=
berger
Doppelmörder Siefert. Perſönlich war der Verſtorbene ein
lebensluſtiger und biderer Mann, dem man ſeinen furchtbaren Beruf in
Ein Bubenſtück.
Duisburg. In der Dunkelheit wurde einer Dame bei einer
Fahrt auf dem Vorderperron der elektriſchen Sstraßenbahn aus dem
Rücken der Jacke ihres nagelneuen Koſtüms ein vierecliges Stück in der
Größe von etwa 15 Quadratzentimetern glatt heraus geſchnitten. Die
Schnittflächen der Ränder der Beſchädigung ſind glatt, und das ſeidene
Futter der Jacke iſt unbeſchädigt geblieben, ſodaß anzuehmen iſt, daß der
Verüber dieſes Bubenſtücks dazu eine kleine, aber ſcharfe Schere benutzt
hat. Der Täter iſt ſelbſtverſtändlich vor Entdeckung ſeiner erbärmlichen
Handlung im Dunkel und im Gedräng unbekannt verſchwunden.
Briefkaſien.
N. T. in E. 1. Es handelt ſich um die Sondergebäudeſteuer des
Staates für das Rechnungsjahr 1923, die am 5. Februar 1924 zahl=
fällig
war, und zwar mit 15 Goldpfennig auf je 100 Mk. Steuerwert.
Die Steuerpflichtigen (Grund= und Gebäudeeigentümer) ſind berechtigt,
von den Nutzungsberechtigten des der Steuer unterworfenen Grundver=
mögens
Erfatz dieſer Steuer nach dem Verhältnis der Mietwerte zu ver=
langen
. Auf Antrag eines Erſatzpflichtigen (Mieters) kann
der auf ihn entfallende Steueranteil ganz oder teilweiſe erlaſſen werden,
wenn die Erhebung für den Erſatzpflichtigen eine beſondere Härte be=
deuten
würde. Der Steueranteil iſt auf Antrag zu erlaſſen, wenn
der Erſatzpflichtige bereits vor 15. Januar 1924 eine Unterſtützung der
nachſtehenden Arten bezogen hat und noch bezieht: 1. Unterſtützung für
Sozialrentner, 2. Unterſtützung aus der Kleinrentnerfürſorge, 3. Er=
werbsloſenunterſtützung
, 4. Wohlfahrtsunterſtützung. 2. Wenn der Ver=
trag
am 1. September 1924 abläuft, bedarf es keiner beſonderen Kün=
digung
; mit dem genannten Zeitpunkt verliert derſelbe ſeine Wirkſamkeit.
Geſchäftliches.
Ein ſchöner Erfolg der Opelwerke Rüſſels=
heim
a. M. Bei dem am Sonntag, den 6. Juli, in Darmſtadt ſtatt=
gefundenen
Flach= und Bergrennen, veranſtaltet vom Heſſiſchen Auko=
mobil
=Klub, haben alle für das Rennen gemeldeten Wagen das Haus
Opel wieder würdig vertreten. In der Tourenwagenklaſſe 12 wurde
Herr Karl Joerns Erſter, Herr Hans Ludwig Zweiter, außerdem er=
hielt
Herr Ludwig die Plakette des Heſſiſchen Automobil=Klubs. In
der Rennwagenklaſſe 18 konnte Hans von Opel als Erſter durchs Ziel
gehen. In der Rennwagenklaſſe 19 iſt ferner nochmals der bekannte
Altmeiſter Karl Joerns geſtartet, war aber leider gezwungen, ſeine
Fahrt nach 1½ Kilometern ſchon aufzugeben. Es war ihm nicht mög=
lich
, das Rennen zu Ende zu fahren, da die Rennſtrecke derart von
Menſchen belebt war, daß bei der enormen Geſchwindigkeit, welche ſein
Wagen entwickelte, leicht ein Unglück hätte paſſieren können. Er hatte
bei ſeinem Training am Tage vorher die zirka 5 Kilometer lagge Strecke
in einer Zeit von 2 Minuten zurückgelegt, mit einer zeitweiligen Höchſt=
geſchwindigkeit
von zirka 185 Kilometern, alfo weit ſchneller als der
ſchnellſte Wagen am nächſten Tage des Rennens, der eine Geſamtzeit
von 2,13 Minuten brauchte, was ungefähr einer Stundengeſchwindigkeit
von 150 entſpricht.
Sorgenden Schwiegermüttern und ſolchen, die
es werden wollen winkt eine ausſichtsreiche Hilfe durch ein
Preisausſchreiben der Firma Schuh u. Co. Berlin W Potsdamer
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alles, was zu einer Einrichtung benötigt wird, als Preiſe ausgeſetzt
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derrenwäſche und alle zar=
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t zum Reinigen von
zwei Biuſen aus.
ilen Sie ſich, ſofort Ihre Einſendung zu machen,
damit Sie an der Preisverteilung teilnehmen können.
Eine Sommerreiſe gratis! Einmal im Jahre muß der
Menſch von dem Alltage der Arbeit ausſpannen. Wer ſehnt ſich dann
nicht nach der herrlichen Natur, die gerade in unſerem lieben Vaterlände
eine ſo reiche Abwechſelung und Erholung bietet. Schon der Gedanke
allein, einmal eine Sommerreiſe machen zu können, läßt das Herz höher
ſchlagen. Doch die große Geldknappheit macht dem gewöhnlich Steub=
lichen
einen Strich durch ſeine Hoffnungen, er läßt den Kopf hängen
und muß auf beſſere Zeiten warten. Aber Kopf
In der heutigen Nummer finden
Preise
der Kukirol=
Fabrik Groß=Salze, und der erſte
ge Erholungs=
reiſe
für 2 Perſonen (freie Fahrt u
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Thäringen, dem Harz oder in die Alpen.
iligen Sie ſich alſo an
dieſem Preisausſchreiben und der Erfolg wird nicht ausbleiben.

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precht
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Palaſt=Lichtſpiele: Kinovorſtellungen. Ludwigshöhe: nach=
mittags
4 Uhr: Konzert, ab 7 Uhr: Tanz.
enfalltor
Sportplatz=Reſtaurant, von 47 Uhr: Kaffee=Konzert, ab 8 Uhr:
Abendkonzert mit Reunion.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve
Verantwoxtlich für Feuilleton und Heſſiſche Nachrichten: Max Streei,
Verantwortlich für Sport: Dr. Eugen Buhlmann
Verantwortlich für Schlußdienſt= Andreas Bauer

Verantwortlich für den Inſeratenteil: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt.

Die heutige Rummer hat 14 Seiten
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[ ][  ][ ]

Nummer 193.

Darmſtädter Dagblatt, Sonntag, den 13. Inli 1924.

Seite 9.

Sporg ehlt und Tarnen.
H. Heute, Sonntag, den 13. Juli, findet in dem neu hergerichteten
Gemeindeſchwimmbad in Eberſtadt ein Schwimmfeſt des
Schwilnmen.
Main=Rhein=Gaues der Deutſchen Turnerſchaft ſtatt. Dieſe Veran=

Der 1. Tag
der Verbandsoffenen Schwimmwettkämpfe.
Leider konnte das Programm am 1. Tag nicht ganz ſo durchgeführt
werden, wie dies im Intereſſe des zu erwartenden Sports zu wünſchen
geweſen wäre. Die Rhenus=Mannſchaft brachte die unliebſame Kunde
aus Köln, daß Eicker wegen vereinsinterner Angelegenheiten Start=
verbot
für die nächſte Zeit erhalten habe, ſodaß die I. bel. 400 Meter
ohne Kampf Berges zugeſprochen wurden und die geſteigerte Staffel
100, 200, 300, zu der Magdeburg 96, das wegen geſchäftlicher Verhin=
derung
einiger Schwimmer erſt Sonntag ſtarten kann, ausfiel. So be=
dauerlich
dieſe Vorkommniſſe am erſten Tag eines Schwimmfeſtes immer
ſind, ſo werden ſie zum Teil wenigſtens wieder durch vollzähligen Start
am zweiten Tag aufgehoben. Durch das Fehlen Eickers werden aller=
dings
die 1500 Meter bel. in Wegfall kommen, hierfür wird jedoch ſehr
wahrſcheinlich Berges, wenn er nicht zu ſehr überlaſtet iſt, einen An=
griff
auf den deutſchen 400 Meter=Rekord unternehmen, den er am 29.
Mai in Köln aufgeſtellt hat. Der gebotene Sport war in Anbetracht
der zahlreichen Meldungen ſehr gut. Der Tag fing vielverſprechend für
den Veranſtalter an, der die II. bel. Staffel 3X100 glatt gewinnen
konnte. Das Jugendbruſtſchlimen gewann Becker=Worms in der
guten Zeit von 1,27,1. Im Damenbruſtſchwimmen, war die in beſter
Form befindliche Tilly Arndt=Gießen nicht zu ſchlagen, die mit beſten
Ausſichten zu den deutſchen Meiſterſchaften gehen dürfte. Im Vergleich
zu den in Norddeutſchland geſchwommenen Jugendzeiten ſind die der ſüd=
deutſchen
Jugend ſehr mäßig zu nennen; eine Konkurrenz käme über=
haupt
nicht in Frage. Die II. Lagenftaffel gewann überraſchend Heidel=
berg
vor allem durch das glänzende Schivimmen ſeines Rückenmannes.
Das ſpannendſte Rennen bildeten die I. 100 Meter bel., die zu einem
Zweikampf zwiſchen Dahlem=Breslau und Berges wurden; Ber=
ges
, der typiſche Langſtreckenſchwimmer, konnte mit 1,06,5 knapper Zwei=
ter
hinter Dahlem mit 1,05,6 werden. Das I. Damen bel. ergab totes
Rennen der beiden Redalinnen. Das II. Springen wird am Sonntag
entſchieden. Das II. Bruſtſchivimmen, 200 Meter, war eine ſichere Sache
des verhalten ſchwimmenden Herkrath=Köln. Die Damenlagen=
ſtaffel
fiel dieſes Mal an Frankfurt. Im II. bel. 200 Meter wurde Lieret
in der guten Zeit von 2,40,8 Erſter. Glänzende Zeit ſchwammen die bei=
den
Hauptkonkurrentinnen im Damenjugendbruſtſchwimmen, 100 Meter,
das von Erna Backof=Offenbach in getrenntem Lauf mit 1,39,8 (!
vor S. Großmann=Köln mit 1,40,4 gewonnen wurde. Nachſtehend
die Ergebniſſe:
1. II. Senior bel. Staffel 3X100 Meter:
1. D. S.=C. Jung=Deutſchland (Gils, Ihrig, Scriba) 3,37;
2. S. S.=C. 89 Berlin 3,38,9.
2. I. Senior bel. 400 Meter:
1. Berges, Friedel, Jung=Deutſchland‟, Darmſtadt, zugeſprochen.
3. Jugendbruſtſchwimmen 100 Meter:
1. Becker, Richard, S. S.=V. Heſſen, Worms 1,27,1; 2. Staudt
Karl, S.=V. Mannheim 1,R7,2; 3. Beeſer, Walter, I. Wormſer S.=C.
1,31,8.
4. I. Damenbruſtſchwimmen, 100 Mcter:
1. Arndt, Tilly, Gießener S.=V. 1,36; 2. Müller, Sopie, E.F. S.=C.
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5. I. Senior=Seiteſchwimmen, 100 Meter:
1. Kinzius, Hans, Eſſener S.=V. 06 1,17,4; 2. Petro, Heini, Heſſen,
Darmſtadt 1,20,2.
6. Jugend bel. 100 Meter:
1. Vogt, Joſef, Nickar, Heidelberg 1,14; 2. Watrin, Georg, I. Main=
zer
S.=C. 1,15,4; 3, Stamß, Karl, Nickar, Heidelberg 1,16,3.
7. Damenbvuſtſchwimmen, 100 Meter, f. V. o. W.:
1. Brenner, G., S.=V. Aſchaffenburg 1,42,4; 2. Hartmann, Chriſtel,
I. Mainzer S.=C. 1.45,7.-
8. II. Seniorlagenſtaffel 4X50 Meter:
1. Nickar, Heidelberg 2,27.4; 2. S. S.=C. 89 Berlin 2,30,7; 3. Jung=
Deutſchland‟ Darmſtadt 2,31,3 (Kalbfleiſch, Schmuck, Rellensmann,
Scriba).
9. I. Senior bel. 100 Meter:
1. Dahlem, Ewald, N.S.=B. Breslau 105,6; 2. Berges, Friedel,
Jung=Deutſchland‟, Darmſtadt 1,06,5.
10. I. Damen bel. 100 Meter:
1. Keller, Lucie, Jung=Deutſchland‟, Darmſtadt 1,35,4; 2. Krauſſert,
Elly, E.F. S.=C. tot. Rennen.
12. II. Seniorbruſtſchwimmen, 20 Meter:
1. Herkrath, E., Kölner S.=C. Poſeidon 3,14,/4; 2. Pascoe, Fritz,
Gießener S.=V. 3,15,2; 3. Kalbfleiſch, Werner, Jung=Deutſchland, Darm=
ſtadt
3,20.
13. I. Damenlagenſtaffel, 4X50 Meter:
1. E.F. S. C. 3 04,3; 2. Jung=Deutſchland‟, Darmſtadt 3,05,2 (Boph,
Cramer, Müller Keller).
14. II. Senior bel. 200 Meter:
1. Lieret, Heinrich, Bayern 07, Nürnberg 2,40,8; 2. Grützner, Her=
mann
, Moenus, Offenbach 2,41,8; 3. Gils, Walter, Jung=Deutſchland,
Darmſtadt 2,52,6.
15. Damenjugendbruſtſchwimmen, 100 Meter:
1. Backof, Erna, Moenus, Offenbach 1,39,8; 2. Großmann, Si=
Dr.H.
bylla, Rheingold, Köln 1,40,4.

ſtaltung, die eine größere Zahl hervorragender Vertreter des Waſſer=
ſports
ihr Können zeigen läßt, dürfte regem Intereſſe begegnen. Es
wird ſich Gelegenheit bieten, die verſchiedenſten Arten des deutſchen
Schwimmens unter geſchulter fachmänniſcher Leitung kennen zu lernen.
Die Wettkämpfe beginnen vormittags 101 Uhr und werden wie folgt
ausgetragen: 1. Jugend=Bruſtſtaffel 4 X1 Bahn, 2. Bruſtſchwimmen für
Turner (Anfänger), 3. Staffelſchwimmen für Mädchen (Schülerinnen),
4. Kopfweitſprung (Mehrkampf), 5. Rückenſchwimmen für Turner,
6. Bruſtſchwimmen für Turnerinnen, 7. Jugendſeitenſchwimmen 2 Bah=
nen
, 8. Bruſtſchwimmen für Turnerinnen. Die Kämpfe werden nach=
mittags
2½ Uhr fortgeſetzt wie folgt: 9. Bruſtſtaffel für Turnerinnen
4X1 Bahn, 10. Lagenſtaffel für Turner 4X2 Bahnen, 11. Bruſt=
ſchwimmen"
für Jugendturner, 12. Vereinsbruſtſtaffel 10X1 Bahn
(Figurenliegen der Turnerinnen der Darmſtädter Turnerſchaft),
13. Staffelſchwimmen für Knaben (Schüler des Turnvereins Eberſtadt),
14. Rückenſchwimmen für Turnerinnen 2 Bahnen, 15. Streckentauchen
für Turner, 16. Rückenſchwimmen für Jugendturner, 17. Bruſtſchwim=
men
für Turner 4 Bahnen, Figurenliegen, 18. Bruſtſchwimmen für An=
fänger
2 Bahnen, 19. Bruſtſchwimmen für Anfängerinnen 2 Bahnen,
20. Beliebige Staffel 2, 4, 6. 4, 2 Bahnen, Waſſerballſpiel.
Der Rhön=Segelflag=Wbeitbewerb 4924.
Die Veranſtalter des Rhön=Segelflug=Wettbewewrbes weiſen in
einer Bekanntmachung darauf hin, daß am 15. Juli, 12 Uhr mittags,
Meldeſchluß für den Wettbewerb iſt. Am 30. Juli, 12 Uhr mittags,
Nachmeldeſchluß, außer Neungeld 50 Mark Nachmeldegebühr. Das
Programm lautet: 4. bis 14. Auguſt: Flüge ver dem Wettbeiverb.
Führerprüfung; Zuläſſungsprüfung; 14. Auguſt ahends: Schluß des
Vorfliegens, Schlußrermin für die Ablegung der Führerprüfung, für
Segelflugzeuge ohne Motor; 15. bis 31. Auguſt: Wettbewerb. 15. bis
20. Auguſt: Zulaſſungsprüfung; 24. Auguſt: Zielflug nach Kiſſingen;
30. Auguſt: Zuſammentritt des Preisgerichts; 31. Auguſt: Fliegerge=
denktag
; 1. September: Entſcheidung des Preisgerichtes. Vor der Zu=
laſiungsprüfung
iſt eine Fabrikbeſcheinigung (Typenbeſcheinigung) des
Motors dem Techniſchen Ausſchuß einzureichen. Beim Start um die
Höhenpreiſe iſt die Mitnahme von Barographen auf dem Flug erfor=
berlich
. Da nur eine beſchränkte Anzahl Barographen verfügbar iſt,
ſollen die Bewerber nach Möglichkeit ſelbſt für die Beſchaffung von
Jarographen ſorgen. Die im Lager wohnenden Teilnehmer des Wett=
bewerbs
haben für Eßbeſtecke, ſowie Handtücher und nach Möglichkeit
für Decken ſelbſt zu ſorgen. Eßgeſchirr iſt gegen Hinterlegungsgebühr
im Lager erhältlich. Der vorausſichtliche Termin des Eintreffens auf
der Wafſerkuppe iſt 14 Tage vorher der Geſchäftsſtelle mitzuteilen. Ge=
gen
die Entſcheidung des Preisgerichts gibt es eine Berufung an den
Deutſchen Luftrat, die unter Beifügung eines Betrages von 50 Mark,
der in jedem Fall für die Luftfahrfürſerge verfällt, innerhalb von 10
Tagen nach Bekanntgabe der Preisgerichtsentſcheidung bei der Ge=
ſchäftsſtelle
des Deutſchen Luftrats Berlin W. 35, Blumeshof 17, einge=
gangen
ſein muß.

Pferdeſport.

Rennen zu Hoppegarten.
Die gutbeſuchten Rennen am Mittwoch wieſen keine beſondere Haupt=
nummer
auf. Der Nichtſtart von Idomeneus im Lehndorff=Rennen
machte dieſe am beſten dotierte Prüfung des Tages ohne Intereſſe.
Nachdem Aralinda bis zum Einlaufech geführt hatte, ließ ſie ihren
Stallgefährten Williger innen vorbei, der leicht gewann. Auf die beiden
Zweijährigen=Rennen legte der Stall Weinberg mit Aviator und An=
tenor
Beſchlag. Mit Antenor ſteuerte O. Schmidt ſeinen 70. Sieger in
dieſem Jahre. Im Habenichts=Rennen machte ſich Habicht ſein Rennen
an der Spitze ſelbſt und gewann leicht gegen Narr. Im Arnfriedrennen
ſattelte der Stall Lewin den aus England importierten Fünfjährigen
Miltiades und damit war das Rennen entſchieden. Hinter dieſem
kämpfte ein ganzes Rudel Pferde um die Plätze. Die Reſultate:
Peter=R. 3700 Mark. 1600 Meter: 1. Graf F. Henckels Phariſäer
(Thielemann); 2. Vietniz (Grabſch); 3. Teufelsbraut (Krüger); Tot:
62, Pl. 14, 14, 11. F.: Black Bell (gef.), Oran, Sylveſter (ſtehgebl.), Höhen=
rauſch
, Rodonda. 2/. Lg.. Geier=R. 3400 M. 1000 Meter:
1. v. Weinbergs Aviator (L. Schmidt); 2. Namen (Franzke); 3. Arie
(Oleinik). Tot: 42, Pl. 11, 12, 10. F.: Gio, Schwalbe, Lady Marmion,
Fliegender Fuchs, Ama, Divette. Kopf 2 Lg.. Habenichts=R.
4100 M. 2400 Meter: 1. Sklareks Habicht (Jentzſch); 2. Narr, Novak);
3. Dalberg (O. Schmidt). Tot: 40, Pl. 19, 25, 13. F.: Velleius, Sangui=
niker
, Perſicus, Abendſturm, Gigerl. 2 Kopf. Arnfried=R.
3400 M. 1400 Meter: 1. L. Lewins Miltiades (Oleinik); 2. Cardinal II
Huguenin); 3. Porta Weſtfalica (Torke) Tot: 42, Pl. 31, 47, 276. F.
Karrara, Roſenkelch, Olifant, What a Girl, Mänade, Alhambra, Peru,
Loradoſta. 1 ¾ Lg. Lehndorff=R. 13.500 M. 2000 Meter:
1. Sklareks Williger (Jentzſch); 2. Aralinda (H. Braun); 3. Traumdeuter
(Brown). Tot: 23, Pl. 26, 40. F.: Perikles, Dardanos. 1 Kopf.
Herold=N. 3400 M. 1000 Meter: 1. v. Weinbergs Antenor (O.
Schmidt); 2. Allotria (Hellebrandt); 3. Coran (Baſch). Tot: 25, Pl. 13,
17, 16 F.: Stattliche, Tant= Lotte, Sieglinde Wieſelburg, Panter, Male=
partus
, Gaukler, Perotin, Marduk. /.Kopf. Gibraltar= Aus=
gleich
2700 M. 1800 Meter: 1. A. Sulzbergers Sarazener (Kaſper);
2. Kriegsgewinnler (Naſtenberger); 3. Orplid (Balke). Tot: 45. Pl. 20
18, 19. F.: Stigmaria, Chartreuſe II, Favilla, Eiſenkrone, Saloniki,
I,
Gripsholm, Kappenberg. Kopf2 Lgl.

Fr. L. Jahn.
Man hat ihn den Turnvater genannt und kennt ihn recht wohl:
die hohe Geſtalt mit dem langen weißen Bart, dem kahlen Scheitel, dem
langen deutſchen Rock, dem überſchlagenen Hemdenkragen. Aber viel
mehr als das Verdienſt, das ſich in jenem Namen ausdrückt, weiß man
im allgemeinen nicht von ihm, und das wird ſehr verſchieden eingeſchätzt,
je nachdem man perſönlich zum Turnen ſteht. Schlagen wir in unſeren
großen Geſchichtswerken über ihn nach, ſo finden wir in der Mehrzahl
derſelben gleichgültige oder abſprechende Urteile, und die beliebteſten
dieſer Bücher, die von Gervinus, Guſtav Frettag, v. Treitzſchke, Cor=
win
, Gebhardt, ſtellen ihn als Sonderling und Eulenſpiegel oder gar
als vollendeten Hanswurſten und Narren dar. Selbſt die fahrenden
Turner von geſtern wiſſen nicht recht, was ſie aus ihm machen ſollen,
und ſo gilt auch den Wohlgeſinnten der alte Jahn als der derbe, aller
feineren Kultur abholde Mann mit viel gutem Willen, aber eitel, red=
ſelig
, verſchnörkeit, der mit Feder oder Fauſt oft kräftig, zuweilen auch
knotig dreinſchlug.
Wie ganz anders war der Turnvater in Wirklichkeit!
Unſere Zeit des vaterländiſchen Unglücks und der Zerſplitterung
iſt jenen Tagen nach 182, in denen Jahn neben anderen Männern für
den Wiederaufbau Preußens dachte, ſchrieb, rede, wirkte und ſchürte,
ſo ähnlich, daß wir erſt jetzt den treuen Vaterlandsfreund beſſer ver=
ſtehen
lernen, ja in ihm einen Mann erkennen, der für uns nicht tot
und abgetan ſein ſollte, ſondern der uns Wegweiſer aus der Not ſein
könnte. Das zeigt dem Hiſtoriker, dem Erzieher, dem Jugendführer im
Verein, dem Gebildeten überhaupt eine neue, gerechte Würdigung des
Turnvaters, ſeines Lebens und Wirkens ein durch Prof. Fritz Eckardt
unter dem Titei Fr. L. Jahn herausgebrachtes Buch. Esiſtkeine neue
zu den dielen vorhandenen Lebenskeſchreibungen, ſondern eine Ergän=
zung
zu ullen.
Die Veurteilung Jahns zeigt einen kraſſen Widerſpruch, den man
als ein wahres Rätſel bezeichnen darf. Der unverdroſſene Helfer bei
der Befreiung des Vaterlandes, deſſen Anteilnahme und Bedeutung
übrigens weit größer iſt, als man ſeither angenommen hat, der un=
entwegte
Streiter für Deutſchlands Einheit, für Freiheit und Ver=
faſſung
, der auch dabei viel mehr leiſtete als bisher bekannt, ſtand mit
den hervorragendſten Männern jener Zeit in naher Verbindung, und
faſt alle zollen ihm in ihren Lebenserinnerungen und Denkwürdigkeiten
uneingeſchränktes Lob. Ihnen galt er als der hervorragend begabte,
unermüdlich wirkende und einflußreiche Mann. Wenn ſich die Ge=
ſchichtsſchreibung
auf dieſe Zeitſtimmen gründete, wie es doch der Fall
ſein müßte wie konnte ſie aus ihm einen Sonderling und Narren
machen? Das iſt das Rätſel. Jahns Schickſal gibt die Löſung.
Der amtlich als Erfinder der höchſt gefährlichen Lehre von Deutſch=
lands
Einheit Bezeichnete, den die Geſchichtsſchreiber der Einheits=
bewegung
nicht einmal zu nennen für nötig halten, wanderte auf ſechs
Jahre ins Eefängnis und in die Unterſuchungshaft und machte einen
Prozeß durch, deſſen ungeheuerliche Rechtsbeugungen erſt jetzt erkennbar
ſind. Jahn wurde freigeſprochen, aber abſeits der großen Welt im
ſtillen Unſtrutwinkel an die Kette gelegt. Er lebte unter ſtrengſter
Polizeiaufficht in Frehburg ein abgeb=ochenes Daſein, abgebrochen in
den beſten Mannesjahren, und in einer Zeit, die den Tagen von 1813
in all ihrem Denken und Fühlen, in Politik, Literatur, Philoſophie,
Kunſt entgegengeſetzt war. Wie ein Denkmal der Völkerſchlacht ragt
er in die Ebene des weichlichen Biedermeier hinein. Und Jahn ſchwieg
nicht zu dem, was er jetzt um ſich ſah. Seinem Grimm gab er oft in
derben Worten Luft, und ſo fing man an, ihn als den überlebten komi=
ſchen
Alten zu betrachten.
Als ſolchen ſtellte ihn Karl Immermann 1840 in ſeinen Memora=
bilien
dar. Bei dieſer erſten ausführlichen Jahnfkizze, die den meiſten
jener Denkwürdigkeiten leider zeitlich vorausging, feierte die beleidigte
Eitelkeit der Schriftſteller eine Orgie.
Vei der Wartburgfeier, die von Jahns Schülern angeregt war,
wurden auf Antreiben des Turnvaters Schriften der Kneihtsſeelen und
Dunkelmänner verbrannt. Darunier waren auch zwei von Immer=
mann
, die er in einem ſtudentiſchen Streit verfaßt und in denen er nach
Regierung und Polizei gerufen hafte. Nun ſchrieb Immermann in
ſeinen Memorabilien eine Studie über die Narren der verſchiedenen
Völker und zeichnete Jahn als den Narren des Deutſchtums. Und dieſe
abgeſchmackte Satire iſt die Grundlage für das Jahnurteil unſerer Ge=
ſchichtsbücher
geworden, wie u. a. ſogar aus einfach abgeſchriebenen
Wendungen nachzuſeiſen iſt.

werke gegen ihn erhsben, mit zahlreichen Belegen zu entkräften. Es
war Mückenſeihen, unb es iſt nicht jedermanns Sache, dem zuzuſchauen.
So ſind denn dieſe Verkeidigungen ohne ſichtbare Wirkung geblieben.
Das neue Jahnbuch ſchlägt einen anderen Weg ein. Weg mit der gan=
zen
, als falſch nachgewieſenen Jahnfigur! Aus den Zeugniſſen der
wirklichen Jahnfrimmen und aus Jahns Schriften wird ſie neu ge=
zeichnet
. In 10 von den 13 Vorträgen, veſ he das Buch enrhält, tritt
nun Jahn leuchtend hervor als reihter deicſcher Mann, als der Verkün=
der
des deutſchen Volkstums, als Lehrer und Vorbild der Vaterlands=
liebe
, als Volks= und Jugenderzieher, als Turnvater. Und alles das
war er nicht nur für ſeine längſt vergangene Zeit, er iſt es noch für
unſere Tage, denn:
Auf Jahn zurückgehen, heißt auch heute noch vorwärts ſchreiten!

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[ ][  ][ ]

Nr. 27, Sonntag, 13. Juli 1924

Ricarda Huch
Zum 60. Geburtstag der Dichterin.
Wenn am 18. Juli die gebildete Welt Deutſchlands im Geiſte
der Dichterin Nicarda Huch gedenkt, die an dieſem Tage ihren
60. Geburtstag feiert, dann wird ſie ſich ihre Werke vergegenwär=
tigen
, die der Ausdruck einer Perſönlichkeit von faſt einzigartiger
Veranlagung ſind. Alles, was die Dichterin ſchrieb, verrät die
Philoſophin, die von dieſem Standpunkt aus an Menſchen und
Dinge herantritt; um ſie mit ihrer reichen Geſtaltungskraft, ihrer
ſtarken Gefühlswärme, tiefſchürfend zu analyſieren und zu ver=
lebendigen
. Von ihrer Weltauffaſſung geben wohl ihre beiden
großen Bände über die Romantik: Blütezeit nd ihr Verfall
(H. Heſſe, Leipzig) am beſten Aufſchluß. Auch im Sinne der
heiligen Schrift tritt uns ihre große, tiefreligiös empfindende
Dichterſeele in ihrem ganzen Ausmaß entgegen. Welches Pro=
blem
ſie auch behandelt, welche Seite im Buch des Lebens ſie
auch aufſchlägt, immer weiß ſie tiefgründig, dabei völlig eigene
Wege gehend, zu geſtalten. Ihre Darſtellungskraft hat meiſt et=
was
überwältigendes, namentlich dann, wenn ſich maßvoll ge=
zügelte
Leidenſchaft mit kühl ſachlicher Beobachtungsgabe und
feinſtem ſubtilem Einfühlen in die zarteſten Veräſtelungen
menſchlicher Irrungen und Wirrungen vereint.
Ihr erſter Roman: Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem
Jüngeten, der den Untergang eines norddeutſchen Patrizier=
hauſes
behandelt, machte mit der zwingenden Macht der völlig
logiſch ſich entwickelnden Geſchehniſſe, wie feinſtem Einfühlen in
die handelnden Perſonen und größte Treue in der Zeichnung der
Umwelt, größtes Aufſehen und ſicherte ihr ein für allemal einen
Ehrenplatz unter allen großen Dichterinnen der Jetztzeit.
Auch alle weiteren Romane und Novellenſammlungen, vor
allem der Große Krieg in Deutſchland, mit ſeinen bunten, ſo
überaus abwechſelungsreichen Bildern aus dem Dreißigjährigen
Kriege, die oft mit wahrhaft ſeheriſchem Geiſt erfaßt ſind, ver=
raten
immer wieder die außerordentliche Vielſeitigkeit der Dich=
terin
, den kühnen Schwung ihrer Phantaſie und dabei ihre weiſe
Mäßigung mitten in der höchſten Dramatik der Darſtellung. Man
muß Ricarda Huchs Werke, hat man ſie einmal geleſen, immer
wieder zur Hand nehmen, um ſich immer aufs neue von ihnen
feſſeln zu laſſen und mit ſtändig zunehmendem Verſtändnis aus
ihnen heraus zu erfaſſen, wie ſich in der Dichterin eine einzig=
artige
Pſyche mit ebenſolcher dichteriſcher Empfindungsgabe
paart, die in jedes Gebiet der Literatur, Kultur und Hiſtorie mit
Meiſterhänden hineingreift, um ſie mit der nur ihr eigenen Kraft
lebensvoll und lebenswahr vor uns wiederzuſpiegeln. Menſchen
voll Blutwärme, Leidenſchaft, Hingabe und Wahrhaftigkeit, ſo=
wie
tiefem Innenleben, das gleich Diamanten nur hier und da
verſtohlen aufblitzt und ſich vielfach nur blitzartig dem Leſer ent=
hüllt
, ſchildert Ricarda Huch in allen ihren Werken; ſie hat im=
mer
mit vollen Händen zu geben, dem der ſich ihr mit vollem
Verſtändnis naht. Sie berſteht aber auch zu tröſten und zu er=
heben
über die Nichtigkeiten und Tiefen des Lebens, an denen
leider heute unzählige kranken und ſich Herz und Seele wund=
reißen
.
Erika Menzel.
Frauen=Rundſchau
Ein weiblicher Bewerber um den Poſten des
Vizepräſidenten der Vereinigten Staaten. Wie
man aus New York meldet, beſchäftigt ſich der republikaniſche
Konvent in Cleveland mit der Frage, für den Poſten des Vize=
präſidenten
der Vereinigten Staaten, die Kandidatur einer Frau
in Ausſicht zunehmen. Die zahlreichen Frauendelegierten ſetzen
ſich für dieſen Vorſchlag energiſch ein, und da die Bewegung
zugunſten einer ſolchen Kandidatur ſtark wächſt, ſo iſt vielleicht
damit zu rechnen, daß im kommenden amerikaniſchen Wahlkampfe
eine Frau mit um die Palme des Sieges ringen wird. M. H.
Ablehnung internationaler Beſtrebungen
in Hausfrauenkreiſen. Die auf der Arbeitstagung des
Landesvereins Schleswig=Holſtein, Hamburg und Lübeck des
Reichsverbands deutſcher Hausfrauenvereine anweſenden Ver=
treterinnen
ſprachen dem Vorſtand des Reichsverbands deutſcher
Hausfrauenvereine in einer Entſchließung ihre ſchärfſte Mißbil=
ligung
aus, die ſich gegen ſeine Verbindung mit der däniſchen
Hausfrauenorganiſation wendet. Der Landesverband, der alle
internationalen Beſtrebungen in Hausfrauenkreiſen, beſonders
gegenüber den Ländern ablehnt, die ſich an deutſchem Grund und
Boden bereichert haben, will ſich ſo lange an allen Veranſtaltun=
gen
des Reichsverbands deutſcher Hausfrauenvereine, welcher
Art ſie auch ſeien, fern halten, bis jede Verbindung mit der
däniſchen Hausfrauenorganiſation ſeitens des Reichsverbandes
R.
gelöſt iſt.
In

*Wiedergeburt
Eine Karmageſchichte von J. Schrönghamer=Heimdal.
Sie hatten ſich jahrlang nicht geſehen.
Man verlor ſich aus den Augen, aus dem Sinn, und nur zu=
weilen
, im Aufdämmern vergangener Tage, gedachten die einſtigen
Studienfreunde einander.
Da, mitten im Gewühl der Hauptſtadt begegnen ſie ſich nach
langer, langer Zeit.
Biſt du’s, oder biſt du’s nicht? gröhlte eine ſpeckige Stimme
aus einer Falſtaffkehle, wäſſerige Schweinsäuglein blinzeln über
weinroten Backenpolſtern, brillantblitzende Pratzen legen ſich
ſchwer auf die Schultern des Profeſſors und rütteln und ſchütteln
die ſchmächtige Geſtalt, daß die Paſſanten ſtehen bleiben und zu=
warten
, was ſich da weiter entwickelt, Mord, Totſchlag oder Raub,
denn heutzutage iſt alles möglich, auch auf offener Straße, am
hellichten Tag, im dichteſten Menſchengewühl. Schon ſchiebt ſich
ein Schutzmann quer durch die Menge auf die kleine Gruppe zu .. .
Natürlich biſt du’s pruſtet die Falſtaffſtimme wieder, he,
alter Schwed’ kennſt mich nimmer? Der Pröllinger bin ich! Und
du, du biſt doch der Siebenhärl, he?!
Der Pröllinger! dehnt der Profeſſor überraſcht heraus.
Der Pröllinger ." Und er muſtert das Urbild eines Raffke,
vom Steirerhut mit Gamsbart bis zu den Lackſtiefeln. Bei Gott,
ich hätte dich nicht mehr erkannt. Du biſt ja mächtig gediehen. Wo
ſteckſt du denn eigentlich? Und was biſt du geworden? Kommer=
zienrat
? Konſul, oder ſo was . . .?
Pröllinger umklammert den Profeſſor und ſchiebt ihn vor
ſich her zu einem Auto.
Ratskeller!"
Die Kellner fliegen. Auftern, Kaviar, Lachs, Schwediſche
Platten, Sekt, Schnäpſe, Pilſner Urquell. Alles durcheinander.
So, Profeſſor biſt du? Nee, ich danke! Armer Kerl, bei
deiner Begabung hätteſt du’s zu was beſſerem bringen können,
als zu einem Proleten".
Iſch bin zufrieden. Man hat ſein Auskommen.
Wieviel?
Zweitauſend Rentenmark.

Darmſtädter Tagblatt

*Heimatſucherwochen der Deinſtädter
Lebensgemeinſchaft bei Bremervörde
Seit einiger Zeit lenken die Heimatſucherwochen in Deinſtedt
die Aufmerkſamkeit auf ſich. Sie wurden 1917 von Lehrer Cl. H
Tietjen begründet und von Lehrern Niederdeutſchlands weſent=
lich
getragen und aus der Erkenntnis gefördert, daß, trotzdem wir
uns das Volk der Dichter und Denker nennen, wenig von dieſem
Geiſt in die Allgemeinheit des Volkes übergegangen iſt. Wohl
leuchtet dem Einzelnen manchmal die Bedeutung großer Ideen
für ihn auf, aber oft fühlt er ſich allein in der menſchengefüllten
Stadl. Tat hätten dieſe Gedanken werden können, wären die
Wenigen zu Lebensgemeinſchaften für Tage beiſammen geweſen,
um die großen Leitgedanken zu erforſchen, zur Tat werden zu
laſſen, die Taſtenden und Suchenden zu ſtärken.
Tatwerde das war das Problem des wahrheitſuchenden
Begründers dieſer Wochen, auf daß durch tiefgehendes Nach=
und Miterleben der Schöpfungen hervorragender Perſönlichkeiten
dieſe Eigengeiſtſchöpfungen zur Tat werde, zur Geſamtwerde
Vieler geſtaltet werden. So haben ſich die Wochen zu einer
Bildungseinrichtung von unbeſtreitbarer Bedeutung und un=
verkennbarer
Notwendigkeit entwickelt. Letzten Endes kann man
ſich natürlich durch Miterleben von der lebendigen Kraft, die von
den Wochen dank der energiſchen Mitarbeit der Teil=,geber aus=
ſtrahlt
, überzeugen. Immerhin ſoll verſucht werden, in aller
Kürze ein Bild ihrer Einrichtung und Art zu zeichnen. Im
Mittelpunkt des Ganzen ſteht jedesmal eine Idee, die die Zeit
aufdrängt, die entweder aus engerem Kreis herausgefordert, oder
durch Einzelne mit ganzem Herzen vertreten und dem Begründer
als Aufgabe dargereicht wird. Selbige wird nach gründlicher
Vorbereitung durch Einſtimmungsſchriften daheim, dann in
Deinſtedt von den verſammelten Teilnehmern (20 bis 25 etwa)
unter Führung einer in dem Leitgedanken lebenden Perſönlich=
keit
während der Ferien 4 bis 5 Tage lang in Wechſelgeſprächen
durchforſcht und =lebt. Das lieblich in Wald und Feld einge=
bettete
, reizvolle und ſchmucke Lehrerhaus nimmt die Teilnehmer
gaſtlich in ſeinen Räumen auf, und ſorgen die beiden Frauen der
Begründer der Gemeinſchaft in ſelbſtloſeſter Weiſe für Wohl und
Verpflegung derſelben. Die ſehr geringen Koſten für letztere
(2,50 Mk. p. Tag) ſowie das Honorar des Führers werden gleich=
mäßig
von der Geſamtheit getragen. Wahrlich nur deutſchem
Idealismus und deutſcher unentwegter Arbeitsfreudigkeit konnte
es gelingen, die jetzt bereits ſo betrährten Grundlagen aus dem
Nichts trotz aller Schwierigteiten in ſchwerſter Zeit zu ſchaffen.
Das enge Zuſammenſein wührend der Dauer der Tagung,
bei den Debatten im Hauſe, auf den gemeinſamen Spaziergängen,
Einzelgeſpräche mit dem Führer und dieſem und jenem der Teil=
geber
, die Loslöſung von den Sorgen des Alltags, völlig freie
Zeit zum ungebundenen Forſchen in der ſo reichhaltigen, den
Gäſten zur Verfügung ſtehenden Bibliothek und das Suchen mit
Gleichſtrebenden ſchafft glückliche Vorbedingungen, für wirkliche
Arbeitsgemeinſchaften die ein Quell unerſchöpflicher Anregung
und Förderung für jeden Teilnehmer bedeuten. Abends nach des
Tages Laſt und Mühen findet frohe Unterhaltung, Geſang zur
Laute, Vorleſen unſerer Dichter der Heimat uſw. ſtatt. Als Leit=
gedanken
wurden bis jetzt gewählt: Das künſtleriſche
Sehen in der Natur, Führer: Prof. Schwindrazheim=
Altona. Erdrevolutionen und Menſchheit Führer:
Prof. Schwaner. Sinn und Wert des Lebens (Eucken),
Führer Dr. Jordan=Bremen. Die Philoſophie des Als
Ob (Vaihinger), Führer: Dr. Jordan. Ferner ein philo=
ſophiſches
Seminar unter Leitung von Dr. Jordan und
eine ſoeben geweſene große Rehmkewoche dem deutſchen
Philoſophen Johann Rehmke, Marburg=Greifswald. Idee der=
ſelben
: Der Menſch und das Sittliche. Vom 14. bis
19. Juli wird Pfarrer Friedrich Gogarten über Proteſtan=
tismus
Kolleg halten, das aber bereits überſetzt iſt. Vom
2. bis 7. Oktober findet unter dem Leirgedanken: Neue Geo=
graphie
AbendlandNiederſachſen unter Füh=
rung
v. Ewald Banſe=Braunſchweig ein Kurſus ſtatt, desgleichen
wird vom 7. bis 12. Oktober das zweite philoſophiſche Seminar
von Dr. Bruno Jordan=Bremen geleitet. Ein mathema=
tiſches
(methodiſch=didaktiſche Reformbeſtrebungen und Volks=
ſchule
) und ein Biologiſches Seminar, befinden ſich in
Vorbereitung und finden vielleicht noch in dieſem Jahre
ſtatt.
J. Schw.
Hungerleider! Das geb’ ich ja in der Woche an Trinkgeldern
aus. Da bleibt dir ja gar nichts zum Vergnügen, für Wein, Weib
und Geſang?!
Ich bin glücklich verheiratet.
Ich bin och verheiratet, und glücklich was heißt glücklich?
Ich habe mein Einkommen und meine Weiber, Weiber ſag ich dir
du warſt doch ſchon mal in einem Berliner Nachtlokal?
In meinem Leben nicht!!
Nich? Und mich kennt janz Berlin, was das beſſere Berlin
iſt. Berlin, ſag ich dir, da kann München nich dran hinriechen.
Da iſt München das reinſte Kloſter dagegen. Hier, nimm das und
beſuch mich mal!
Pröllinger ſchiebt dem Profeſſor einen Pack Dollarnoten zu.
Einſtecken, ſag’ ich, ſonſt . . . Du biſt nu heut’ mal mein
Gaſt, und das Wiederſehen muß begoſſen werden, aber richtig!
Proſt, alter Spezl! . . . Kellnärrr!!!
Du lebſt wohl in Berlin, deinem norddeutſchen Akzent nach
zu ſchließen?
Wo ſonſt? Leben, ſag’ ich dir, das kann man überhaupt nur
in Berlin. Und verdienen, ſag’ ich dir, verdienen! Und Wei=
ber
. . . Oh! Jottojottojottototo!
Pröllinger ſchnalzt mit der Zunge, daß die waſſerblauen
Schweinsäuglein hinter den Backenpolſtern verſchwinden.
Was biſt du eigentlich jetzt von Beruf? Ich dachte, du woll=
teſt
ſeinerzeit Juriſt werden?
Bin ich ooch jeworden! Aber weeßte, ein richtiger Rechts=
praktikant
. . . So ſiehſte aus! . . ." Hahahahü!
Pröllinger legte zwei dicke Brieftaſchen voll Deviſen auf den
Tiſch: So muß man das Recht praktizieren! Ich verdiene, ſag‟
ich dir, na, wie in Kröſus. Wat du da ſiehſt, iſt bloß ſoin Taſchen=
geld
für ne Spritztour nach München. Aber ſteck' man die tauſend
Dollar da ruhig ein! Kleinigkeit! Kellnärrrr!!
Wenn du es unbedingt haben willſt, erwidert Profeſſor
Siebenhärl und nimmt die Noten zu ſich. Ich habe Verwendung
dafür. Die Armut iſt allenthalben groß bei uns, ſeit dem unſeli=
gen
Umſturz . . . Vorausgeſetzt, daß kein Blut daran klebt, an
dieſen Noten
Wat? Bluuhd? Ich, wo ich überhaupt kein Blut nich ſehen
kann? Ne, mein Lieber, da klebt kein Blut nich dran. Dat Jeld
is ehrlich verdient ...

NationalpolitiſcheFrauenpflichten
Wir nähern uns dem ernſteſten Gedenktag unſerer Zeit: dem
Tag, an dem vor zehn Jahren die Kriegstrommel erſcholl und
die Männer zur Fahne rief. Doch die lange Dauer des Krieges
hat es bewieſen, ſie rief auch die Frauen zu vaterländiſcher Ar=
beit
in einem ganz anderen Maße und auf ganz anderen Ge=
bieten
, als in früheren Kriegszeiten. Damals verblieb den
Frauen das ſtille Dulden und Warten und die charitative Ar=
beit
in der Heimat und für die im Felde. Dieſesmal wuchſen
die Forderungen an die Frauen über dieſe Grenzen hinaus in
die Regionen der ſtaatsbürgerlichen Leiſtung. In Verwaltung
und Verkehr, in Handel, Gewerbe und Induſtrie mußte Frauen=
kraft
eingereiht werden, um die immer mehr abſtrömende Män=
nerarbeit
zu erſetzen. Und das alles neben den ſpezifiſchen
weiblichen Aufgaben: Haushalt, Kinderpflege, ſoziale Arbeit,
Man hat über die Frau im Kriege verſchieden geurteilt, ſowohl
nach der ſittlichen Seite wie nach der der ſachlichen Leiſtungen.
Daß Mängel ſich zeigten, iſt nicht zu leugnen, aber haben ſich
die ſtrengen Kritiker auch klar gemacht, daß damals von den
Frauen vielfach eine Einſtellung ſowohl wie eine Vorbildung
verlangt wurden, die ſie gar nicht haben konnten. Die Frau der
Vorkriegszeit war ihrem Empfinden nach national, aber ſie war
vollkommen unpolitiſch erzogen worden und ſtand darum dem
Geſchehen der Zeit mit dem Gefühl nahe, ohne es dabei mit dem
Verſtand erkennen und in ſeiner vollen Tragweite erſchöpfen zu
können. Dazu die ungeheuerliche Belaſtung ihrer Doppelexiſtenz
als Hausfrau und Mutter, und zu einem ſehr erheblichen Teil
als Trägerin des deutſchen wirtſchaftlichen Lebens.
Krieg, Revolution und Nachkriegszeit haben nun gezeigt,
daß eine Politiſierung der Frauen in dem Sinne nötig iſt, daß
ihnen neben ihrem ſtarken Gefühl für die nationale Idee auch
das Verſtandesrüſtzeug gegeben werden muß in dem Exiſtenz=
kampf
Deutſchlands, den es auch heute noch gegen die Welt führt,
für die Gegenwart und die Zukunft des Vaterlandes.
Mit Recht nannte darum der Frauenausſchuß zur Be=
kämpfung
der Schuldlüge ſeine Eiſenacher Tagung eine Schu=
lungswoche
. Mit Recht auch wurde betont, daß der Kampf ge=
gen
die Lüge von der Schuld Deutſchlands am Kriege zu den
elementarſten Notwendigkeiten gehört, da dieſe Lüge noch ſchlim=
mere
Wirkungen als die wirtſchaftliche Verſklavung in ſich trägt:
die Bemakelung des deutſchen Volkes als des verbrecheriſchen
Typus der Menſchheit. Solange der § 231 des Verſailler Ver=
trages
beſteht, kann es in Wahrheit keinen Frieden geben.
Die Eiſenacher Schulungswoche nun gab den Männern, die
ihre ganze Arbeitskraft der Bekämpfung der Schuldlüge widmen,
indem ſie mit wiſſenſchaftlicher Genauigkeit die geſchichtlichen
Beweiſe dafür ſammeln, daß Deutſchland den Weltkrieg nicht
verſchuldet hat, Gelegenheit zu den Frauen zu ſprechen Profeſ=
ſor
Karo, Graf Mantgelas u. a. Dr. Emiy Voigtländer wies
namentlich auf die Formulierung des Paragraphen 231 hin, die
als Kläger gegen Deutſchland die organiſierte öffentliche Mei=
nung
der Welt anführt. Die öffentliche Meinung der ganzen
Welt nun hält von ganz wenigen Ausnahmen abgeſehen
auch heute noch an der Kriegsſchuldlüge feſt. Mit ihr gilt es, ſich
auseinanderznſetzen, ſie muß von der Ungerechtigkeit der Beſchul=
digung
überzeugt werden. Aber ſelbſt in Deutſchland iſt noch
viel Arbeit in dieſer Hinſicht zu leiſten, denn die organiſierte öf=
fentliche
Meinung der Welt hat auf viele deutſche Köpfe verwir=
rend
gewirkt und läßt ſie reſigniert oder gar das eigene Volk an=
klagend
, dumpf ſein gegen die ehrabſchneidende, auf die Dauer
ein Volk demoraliſierende Weltlüge von der deutſchen Kriegs=
ſchuld
.
Um aber drinnen und draußen eine Wandlung herbeizufüh=
ren
, bedürfen wir unwiderleglicher, aktenmäßiger Beweiſe. Sie
ſind da, wenn wir nur erſt verſtehen, uns ihrer zu bedienen.
Das erfordert Arbeit, aber alle die in Eiſenach zuſammengekom=
menen
Frauen wollen dieſe Arbeit auf ſich nehmen. Sie ſehen
in ihr die wichtigſte nationalpolitiſche Aufgabe überhaupt und
waren denen dankbar, die ihnen die Ergebniſſe ihrer Forſcher=
arbeit
mitteilten. Die Tagung, von ſelten überparteilichem
Charakter, wurde von Frau Klara Mende vorbildlich geleitet
und hinterließ bei allen Teilnehmern den ſtarken Eindruck frucht=
bringender
Arbeit.
Der menſchlichen Tätigkeit und dem daraus entſpringenden
Einkommen ſind gewiſſe Grenzen geſetzt, wie du weißt. Sunt
certi denigue fines
Det is tvohl griechiſch? Kann mich dunkel erinnern
I wo! Meinem Einkommen ſind keine Grenzen geſetzt, und
Tätigkeit, ſo was kennt unſereiner überhaupt nicht. Tätigkeit, wat
is nu dat ejentlich?
Arbeit. Ich meine, was du für einen Beruf haſt?
Knäbchen, dat ſiehſte doch. Verdienen tu ich, verdienen, dat
is mein Beruf. Aber komm mal zu mich nach Berlin, dann ſiehſt
du, was man verdienen kann. Dann zeig’ ich dir meine Häuſer,
Autos, Rittergüter, Villen, Pferde und Weiber. Und meine Frau
ſtelle ich dir auch vor, da wirſt du kicken, Junge, Junge. So wat!
Pröllinger deutet mit weit vorklammernden Armen einen Rieſen=
buſen
an. So wat haſte noch nicht geſehen, Junge. Und erſt
meine Weiber . . . Kellnärrr!
Dem feinfühligen Profeſſor wird’s ungemütlich. Wenn man
ihn hier in Geſellſchaft dieſes Erzſchiebers und Urbild eines Raffke
ſieht, dann fürchtet er nicht ohne Grund für ſeinen Ruf. Und
was erſt ſeine Frau zu einem ſolchen Studienfreunde ſagen
würde?
Offen geſtanden, mein lieber Pröllinger, ich bin trotz deines
Reichtums, den ich dir von Herzen vergönne, für deine Zukunft
beſorgt. Dein Lebenswandel
Junge, Junge! Werd’ er mir nicht moraliſch! Dat hat ſich
uffjehört, verſtehſte!"
Ich denke an dein Karma . . .
Karma? Irma? Wat is dat? in Frauenzimmer?
Karma iſt das Schickſal, das ſich jeder ſelber gibt. Denn mit
dem Tode iſt nicht alles aus, wie man in Berlin vielleicht glaubt.
Nach dem Geſetze des Karma gibt es eine Vergeltung, und es
kann dir paſſieren, daß du noch einmal geboren wirſt.
Jejejejeh! Jetzt bin ich im Bilde. Du meenſt dat mit der
Wiedergeburt? Nee! Der Menſch lebt nur einmal, und dann is
allens aus. Allens! Och die Weiber . . Kellnärr!!!

zu

Vier Wochen ſpäter lieſt Profeſſor Siebenhärl in der Zeitung
von einem Autounfall mit tädlichem Ausgang. Er hätte den Arti=

[ ][  ][ ]

*383o4

A3830S

K383ox

K 38325

K38193

Hochſommerliche Abendkleider
Bunten Edelſteinen gleich leuchten in den Feſtſälen der Kur=
orte
die Stoffe der Abendkleider in nie dageweſener Farbenpracht
auf. Ein grünliches Türkisblau wetteifert mit Rubinrot, Sma=
ragdgrün
, Saphirblau und Topasgold, Farben, deren Feuer durch
den ſchimmernden Glanz des Seidenkrepps, Tafte und aus Seide
und Wolle gemiſchten Gewebe zugleich erhöht und vertieft wird.
Metallbrochierte und buntfarbige Seidenmuſterung, verlengeſtickte
Bordüren, Silber= und Goldmetallbänder tragen außerdem zur
reichen Wirkung der Abendkleider bei, die neben der engen ſchlan=
ken
Linie noch immer gern das Stilkleid bringen. Beſonders für
junge Mädchen laſſen ſich dieſe Kleider auch aus einfacherem
Material herſtellen, ohne an Kleidſamkeit zu verlieren und, ſtatt
des Chinakrepps, aus Schleierſtoff arbeiten, dem an graziöſer
Leichtigkeit wohl kaum ein anderer Stoff gleichkommt. Frauen
reiferen Alters bevorzugen mit Recht den feinen weichen Moiree=
Indiennne (ein Moireegewebe mit Atlasrücken) oder Kunſtſeiden=
Moiree, der ſowohl für ein ganzes Kleid, wie auch mit anderen
Stoffen zuſammen Verwendung findet. Rundgeſtellte oder einge=
reihte
Falbeln, Pliſſees als Falbeln, Zwiſchenſätze, einzelne
Teile und loſe Bahnen, gereihte Puffenſtreifen, ſowie Borten= und
Blendeneinfaſſung dienen zur Belebung der glatten Grundform.
Lange Schleifen aus Band, das in ganz neuer Art in zwei und
drei Farben längsgeſtreift oder beiderſeitig verſchieden getönt iſt,
flattern vom Gürtel auf den Rock oder ſchließen im Nacken die
breiten Tüllberten. Ein leichter Abendmantel in Capeform
darf nicht fehlen. Aus gemuſtertem Stoff rund geſchnitten oder
aus Seide, leichter Wolle oder Trikotgewebe in Falten gepreßt,
fügt er ſich einer breiten runden Schulterpaſſe an, die mit weißem
oder grauem Federpelz den Hals umrahmt. Trotz ſcheinbarer
Koſtbarkeit ſind alle dieſe Kleider bei dem nun erfolgten Abbau
der Stoffe erſchwinglich, wenn man ſelbſt nach Beyer=Schnitten
arbeitet.
Für die gertenſchlanke Geſtalt einer jungen Frau eignet ſich
das Wickelkleid aus rubinrotem Chinakrepp K 38 304. Als einzige
Garnitur dient eine leichte Stickerei in Silberfaden, Kriſtall= und
Korallenperlen, die ſich als Bordüre am unteren Rande des unte=

ren Aufſchlags entlangzieht. Durch eine Federblune ſcheint, das
Kleid zuſammengehalten, das den vorn runden, rückwärts ſpitzen
Ausſchnitt zeigt. Erf.: etwa 4,50 Meter Stoff, 100 Zentimeter
breit. Beyer=Schnitt für 46 Zentimeter Oberweite.
Gemuſterter Schleierſtoff, Foulard, Japon, Waſchkrepp und
Chinakrepp bilden geeignetes Material für das jugendliche Stil=
an
, das ſich vorn verlängert und auf dieſem Plaſtronteil, mit genau zu der Farbe der Toilette der Trägerin paſſen und ſind
rückwärts herabflatternder Bandſchleife. Die Ränder der Fal= zellein und anderen wertvollen Stoffen haben. In dem großen
Faden durchzogen. Erf.: 4,25 Meter gemuſterter Stoff, 90 Zen=
timeter
Tüll, je 80 Zentimeter breit. Beher=Schnitte für 46 Zen= gegerſtände, Schminkſtift, Puderquaſte uſw. angebracht. Viele
timeter Oberweite.
M 38 305. Abendmantel. Der ſtark glockig geſchnittene Man= kurze Röcke und als Schmuck große Blumenſtickereien in leuchten=
telteil
aus brochiertem Seidenſtoff fügt ſich einer breiten, zu den Farben. Die Hüte ſind ſehr klein, aus weißem oder ſchwarzem
Püffchen abgereihten Paſſe aus einfarbigem Krepp=Georgette an. feinen Stroh oder aus ganz durchſichtiger Seide und Tüll.
Den Abſatz deckt eine vorn zur Schleife geordnete Kreppblende.
Den oberen Abſchluß bildet ein Kragen aus grauem Federpelz.
Erf.: etwa 2,60 Meter Brokat, 2,40 Meter Krepp, je 100 Zentime=
ter
breit.Beyer=Schnitt für 46 Zentimeter Oberweite.
Für ein vornehmes Frauenkleid bietet Abb. 38 301 eine ge=
eignete
Vorlage. Saphirblauer Moiree=Indienne ein neues
Moiree=Gewebe mit Atlasrücken iſt zu dem Abendkleid zwei= die wärmere Temperatur eine geſteigerte Hautausſcheidung, die
ſeitig verarbeitet. An dem Leibchen iſt die Rückſeite für Latz und in Verbindung mit Staub und Schmutz das Wachſen der Haare
tel, an dem die Rückſeite des Stoffes zur Geltung kommt. Sehr gend möglich in der Sonne getrocknet werden. Spaltet ſich das
neu iſt der vorn viereckige, rückwärts ſpitze Ausſchnitt. Erf.: etwa Haar der Kinder, ſo flechte man es in einen loſen Zopf und
timeter Oberweite.
Reizvoll in Form, Stoff und Farbenkombination iſt das ſom= Haarboden, bei ſorgſam geteiltem Haar, mit Arnika=, Brenneſſel=
merliche
Feſtkleid K 38 323. Das Ueberkleid aus blaßorchideenlila, oder Klettenwurzelöl mittels den Fingerſpitzen ein und bürſte
roſaſchillerndem Taft iſt mit Rüſchen à la wieille ausgeſtattet, die, es täglich wenigſtens 5 Minuten lang mit weicher, aber doch
zum Teil zu Roſetten verſchiedener Größe geformt, den Nock gar= durchgreifender Bürſte. Nachts löſe man die feſten Flechten und
nieren. Unterrock aus altroſa Krepp=Georgette. Von dem vor= ordne das Haar im Nacken in loſe Zöpfe. Feſtes Binden und
Erf.: 4 Meter Taft, 90 Zentimeter Krepp, je 100 Zentimeter Flechten, ſowie viele Nadeln und Haarſpangen beeinträchtigen
breit. Beyer=Schnitte für 44 und 46 Zentimeter Oberweite.

*Der bunte Damenſtock
Die neueſten Sommermoden wurden bei dem Rennen von
Cantilly von den Pariſer Modedamen zur Schau geſtellt. Am
auffälligſten waren die bunten Stöcke aus Mallaccaholz, die viele
kleid K 38 193. Der Falbelrock ſchließt ſich dem Schlupfleibchen Damen trugen. Dieſe Stöcke in Hellblau, Weiß und Grün müſſen
Schleifchen beſetzt iſt. Falbelkragen aus weißem Waſchtüll mit ſehr koſtbar, da ſie Knöpfe von Elfenbein, Jade, feinem Por=
beln
ſind zum Saum umgelegt und mit einem farbigen, ſtarken Knopf iſt auch ein Behältnis für die unentbehrlichen Toiletten=
Toiletten waren in Schwarz und Weiß gehalten, alle zeigten ſehr
Aus der Kinderſtube
Die Haarpflege der Kinder im Sommer. Sie
beſteht in erſter Linie im Reinhalten der Kopfhaut. Bedingt doch
Aermel, am Wickelrock zur Tunika zurückgeſchlagen. Den Anſatz behindert. Darum muß im Sommer das Haar öſter wie im
des Rockes deckt ein ſeitlich zur Schleife gebundener Schärpengür= Winter, am beſten wöchentlich einmal, gewaſchen und wenn ir=
4,50 Meter Stoff, 100 Zentimeter breit. Beyer=Schnitt für 46 Zen= ſchneide alle daraus hervorſprießenden Haarſpitzchen mit der
Scheere weg. Iſt es ſchwach im Wuchs, dann reibe man den
den Haarwuchs und ſollten deshalb nicht verwendet werden. K.
G

kel wohl überſchlagen, wenn ihm nicht der Name Pröllinger in’s
Auge geſprungen wäre. Kein Zweifel, dieſer Rittergutsbeſitzer
Pröllinger aus Berlin iſt kein anderer als ſein Studienfreund,
mit dem er vor kurzem erſt im Ratskeller das Wiederſehen gefei=
ert
hatte . .:
Karma!
Dieſes eine Wort ſteht dem Profeſſor vor der Seele.
Und die Antwort Pröllingers darauf: Wiedergeburt? Nee!
Der Menſch lebt nur einmal, und dann is allens aus. Allens.
Och die Weiber ... Kellnärrr!!
Einige Jahre ſpäter kommt der Profeſſor Siebenhärl zufällig
an der Stelle des damaligen Autounfalls vorbei. Weit draußen
vor der Stadt, wo ein paar Fabriken und Mietskaſernen über
Sandhügel und Kiesgruben ragen. Pfützen gähnen neben der
Landſtraße, aus einer Fabrikkantine tönt ein grelles Grammo=
phon
: O, Suſanna, wie iſt das Leben ſchön! O, Sufanna . . ."
Neben der Straße ſteht ein Karuſſell. Vor dem Wohnwagen
des Beſitzers räkeln ſich eklige Kinder und trällern die Grammo=
phonweiſe
mit: O, Suſanna, wie iſt das Leben ſchön! O, Su=
ſanna
. . .
Da ſchleicht ſich ſo ein Knirps an eine Wäſcheleine vor dem
Wagen und löſt das eine Ende los, daß die ganze Wäſche in der
Pfütze liegt.
Wie eine Furie fährt die Frau aus dem Wagen und auf den
Jungen los: Du biſt uns jerade noch abjejangen! Ich weeß
nicht, wo det Aas nur hinſchlägt. Aber wart nur, Junge, kommt
nur Vadder heeme!
Der Junge verzieht ſich und trällert weiter: O, Suſanna,
wie iſt das Leben ſchön!
Plötzlich ſteht er vor dem Profeſſor und hält eine ſchmierige
Pfote hin: Wat für Muddern, bitte ſchön!
Saubere Geſellſchaft, das! denkt der Profeſſor bei ſich.
Was mag der Junge da in ſeinem vorigen Leben geweſen ſein?
Zweifellos ein Schieber, Halsabſchneider oder ſo was ...
Karma!
Und wie er dem Jungen in die waſſerblauen Schweinsäuglein
blickt, überkommt es ihn wie plötzliches Erkennen.
Pröllinger! entfährt es ihm, biſt du’s? Biſt du’s wirklich?
Hab’ ich’s nicht geahnt, damals vor fünf Jahren?
So ſiehſte aus! höhnt der Junge, fletſcht die Zähne und ver=
zieht
ſich trällernd:
O, Suſanna, wie iſt das Leben ſchön! O, Suſanna 7 -

4Der zeitgemäße Haushalt
Größere Mengen Früchte aufs einfachſte und
billigſte einzukochen. (Für Schreber= und Gartenbeſitzer
empfehlenswert.) Für die arbeitsüberlaſtete Hausfrau ſind die
nachfolgenden Winke zum Einmachen größerer Poſten Früchte
beſtimmt, bei deren Verarbeitung zu Winterkonſerven ſie ſonſt
wichtige andere Arbeiten vernachläfſigen und große Ausgaben
für Pergamentpapier, Bindeſchnur, Gummiringe und vor allem
für Zucker haben würde: 1. Gehört dazu ein fettfreier Waſſer=
topf
oder Becken, in dem ſie ſämtliche Einmachgläſer, Flaſchen,
Stein= und Porzellanbüchſen, mit kaltem Waſſer bedeckt, bis zum
Kochen kommen läßt. 2. Lege ſie einige ſaubere Leinentücher
oder Servietten, ein paar ſilberne oder neue Holzlöffel und ein
Holzbrettchen bereit. 3. Schneide ſie ſich ſoviel Papierblätt=
chen
aus gutem Seidenpapier, in der Größe der verſchiedenen
Oeffnungen der Büchſen, daß dieſe in doppelter Lage damit be=
deckt
werden können, und zwar ſollen dieſe Papierſcheibchen
ringsum fingerbreit über die Oeffnung hinwegragen.
4. Stelle ſie ſich ungekochte, friſche Milch und einen Teller bereit,
in den ſie dieſe bei Bedarf gießen kann. 5. Koche ſie die ab=
geputzten
, tadellos friſchen Früchte mit dem gewünſchten Ge=
würz
ohne jeden Zucker ſo gar wie zum Kompott, jedoch
nicht ſo weich, daß ſie nicht muſig oder gar unanſehnlich werden.
6. Fülle ſie das Gewürz zum raſchen Entfernen in eine
große, verſchraubbare Gewürzkugel aus Aluminium oder Por=
zellan
, ähnlich dem Tee=Ei, erhitze die Frucht, zuerſt nur wenig
mit Waſſer bedeckt, bis faſt zum Kochen, und füge dann die wei=
tere
notwendige Menge heißes Waſſer bei, das ſie, ſtatt des
Zuckers, mit Süßſtofflöſung mäßig ſüß abſchmeckte. Sie erſpart
durch dieſe Löſung nicht nur jeglichen Zuckerzuſatz und erhält um
drei Viertel des Preiſes billigere Dauerkonſerven, ſondern auch
die bekanntlich außerordentlich zeitraubende Arbeit des Abſchäu=
mens
, Klärens und Einkochens der Zuckerlöſung zu den verſchie=
denen
Graden. 7. Laſſe ſie nun das gut geſüßte, würzige
Obſt auf heißer Herdplatte, doch nicht mehr auf offener Flamme,
verdeckt ſtehen, hebe raſch mit einem ſilbernen Löffel und Lei=
nentüchern
Glas um Glas aus dem kochenden Waſſer auf das
bereitgelegte Brettchen, fülle ſie ſchnell und recht dicht mittels
ſilbernem Löffel mit Früchten, wobei mindeſtens ein daumen=
breiter
freier Raum unter der Oeffnung bleiben muß, putze den
oberen Rand mit feuchtem, in kochendes Waſſer getauchtem Lei=
nentuch
ſauber ab und ziehe jedesmal ſofort eine paſſende Scheibe
Seidenpapier durch wenige Tropfen Milch im Teller, ſo daß nur
die eine Seite davon feucht wird, lege ſie mit der trockenen Seite
auf die Früchte und ſtreiche die milchgetränkten Ränder des Pa=
viers
ringum am Büchſen= oder Glasrand faltenlos feſt.

8. Sind alle Verſchlüſſe nach einigen Stunden unter Einwirkung
der Hitze, die gleichzeitig noch etwa eingedrungene Bakterien zer=
ſtört
, ſtraff wie ein Trommelfell getrocknet, dann ſpanne ſie auf
gleiche Weiſe die etwas größere Papierſcheibe, ebenfalls einſeitig
mit Milch befeuchtet, darüber, und braucht keine weiteren Vor=
ſichtsmaßregeln
zu ergreifen, um das ſehr aromatiſch ſchmeckende
Einmachgut den ganzen Winter hindurch an trockenem Aufbe=
Lema.
wahrungsort aufheben zu können.
Bayeriſches Kraut mit Bratkartoffeln ( fleiſch=
los
). Ein feingeſchnittener Weißkohlkopf wird, mit heißem Salz=
waſſer
übergoſſen, zum Kochen aufgeſetzt, 1 Eßlöffel Zucker, in
Fett hellbraun gebrannt, dazu gegeben, ein halbes Pfund ent=
kernte
, ſäuerliche Aepfel, in Würfel geſchnitten, darunter gemiſcht
und das Kraut, mit oder ohne Kümmel, langſam weichgedünſtet.
Es muß ſüßſäuerlich ſchmecken und wird zu dieſem Zweck noch
mit Zucker oder Eſſig zirka 10 Minuten vor dem Fertigdünſten
abgeſchmeckt, und 1 Eßlöffel darüber geſtäubtes Mehl bindet es.
Heidelbeerpfanne. Dazu wird eine vorbereitete Pud=
dingform
oder ein Tiegel ringsum mit Semmelſcheiben oder
Zwieback ausgelegt, reichlich abgewaſchene Heidel=(Blau=)beeren
darauf getan, dieſe wieder mit Semmel oder Zwieback bedeckt
und dann mit einem Guß übergoſſen, den man aus Waſſer, Ma=
germilch
oder aufgelöſter Büchſen= oder Trockenmilch, dem nöti=
gen Mehl, 1 Ei, auf ½ Liter Flüſſigkeit gerechnet, ſowie einem
geſtrichenen Teelöffel doppelkohlenſaurem Natron nicht zu dünn
verquirlt. Bei guter Oberhitze gebacken, wird dieſe lockere
Speiſe nach einer Suppe oder Kaltſchale gereicht.
Ein wohlſchmeckendes Erfriſchungsgetränk
an heißen Tagen iſt folgendes: Die Schale von einer
Zitrone und einer Apfelſine wird kleingeſchnitten, mit 2 Liter
Waſſer aufgekocht, darin erkalten laſſen und 15 Gramm Zitronen=
ſäure
(in Drogerien) dazu gegeben. Dieſe Miſchung bleibt acht
Tage im Steintopf zugedeckt ſtehen, wird dann filtriert auf Fla=
ſchen
gefüllt und gut verkorkt und verſiegelt aufbewahrt. Dieſer
Extrakt gibt mit Zucker und Süßſtoff, entſprechend mit Waſſer
verdünnt, einen köſtlichen Labetrunk an heißen Tagen. U.
Speiſezettel.
Sonntag:
Blaubeerkaltſchale, Kalbsfrikaſſee, Roö
Grütze mit Milch.
Montag:
Bayeriſches Kraut mit Bratkartoffeln.
Dienstag:
Heidelbeerpfanne.
Mittwoch:
Dampfnudeln mit Mandelſauce.
Donnerstag: Eierkuchen, grüner Salat.
Freitag:
Fiſchkartoffeln m. Gurkenſalat.
Samstag:
Gehackene arme Nitter mit grünem Eel

[ ][  ][ ]

Rummer 193.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 13. Juli 1924.

Seite 13.

ASunndags=Noochmiddags=Bedrachdunge.
Das Läben iſt ein Reedſel, ſage die Villeſofe, un dhun ſo,
als ob ſe nu dodermit aach zu gleicher Zeid des Reedſel geleeſt
hedde. Un bis ſe iwwerhaubd zu dere Erkenntnis kumme, die
Herrn Villeſofe, do ſtecke ſe erſt ihr ganz Läwe lang ihr Nas in
alte verſchimmelte Schwarde, zum Beiſpiel in de Kommfutzius,
in de Brahma, in de Laodſee, in de Budda un wie die vorſind=
fludliche
Sprichklobber gehaaße hadde hawwe meeche, die wo for
die Leid allerhand Verhaldungsmaßreechle erausſimmbeliert
hawwe, ſowohl for’s große, allgemeine Ganze, wie aach for de
haisliche Gebrauch. Un wer ſich dadſächlich nooch dene Verhal=
dungsmaßreechle
gericht hodd, den hodd mer dann for ver=
rickt
erkleerd.
Das Läben iſt ein Reedſel ſage die Villeſofe, no un die
miſſe’s demnach jo aach wiſſe.
Offe geſtanne (awwer ſage Se nix weider, es is e Redack=
tzionsgeheimnis
), ich ſteh jetzt im fimfde Dedizenium, awwer vun
wäche dem, daß des Läwe e Reedſel is, deß waaß ich bereits
zeit meim ſechſte Läwensjohr, un zwar uff de Dag genau. Nem=
lich
es war an meim dritte Schuldag, do ſtellt ſich uff aamol
unſer Lehrer, der wo in de erſte zwaa Dag ſo gedha hadd, als
kennt er kaa Wäſſerche bedriewe, alſo der ſtellt ſich uff aamol
bletzlich an ſei groß Dafel, nimmt en Stebbel Kreide un macht:
auf=ab=auf, Dibbelche drauf; un dann hodd die ganz Klaſſ unni=
ſono
kreiſche miſſe: Das iſt
ein J (deß haaßt, e klaa J.
dann uff’s große i kumme
jo bekanndlich kaa Dibbel).
Alſo, daß ſich Aaner hie=
ſtellt
un macht: Auf=ab=auf,
Dibbelche drauf, und ſeegt
noochher zu aam, deß weer e
J, un er werd owwedrei
aach noch grob, wann mer=
ſem
net glaabt, alſo deß war
ſo ziemlich des erſte Reed=
ſel
meines Läwens. Spee=
derhie
hodd ſich noch manch
Aaner hiegeſtellt un hodd ge=
macht
: auf=ab=auf. Dibbelche
drauf; un ich hab=ſem glaawe
miſſe, wann=er geſagt hodd,
deß weer e J. Un in de letzte Johrn, offe geſtanne, do ſeh ich for
lauder Dikbelcher gor nix mehr vum J, weder vum große, noch
vum klaane.
Odder, um mich gemeinverſtendlich auszudricke, for den Fall,
daß Se die Sach mit dem I net richdich kabbiern. Alſo vun meim
dritte Schuldag a', odder genau genumme, vun dem Momend a",
wo mei Lehrer agefange hodd un hodd Ernſt gemacht, do
hab ich erausgefunne, daß des Läwen ein Reedſel is. Un ich
kann’s beſchweern, daß ich damals noch net gewißt hab, daß es
in Vorder= un Hinner=Indien, in Schina und ſo dohinne uff=em
Erdball rum, Menner gewwe hodd, die wo ihr ganz Läwe dezu
gebraucht hawwe, um eraus zu finne, daß des Läwen ein Reedſel
is. Ich hadd deß haus, un hab noch net emal ſchreiwe kenne.
Un je älder als ich worrn bin, deſto reedſelhafder is mer deß
Reedſel verkumme.
Awwer deß allerallerallergreeßde Reedſel, deß wo mer je
in meim Läwe uffgeſtoße is, deß is fors Letzte deß: alle Welt
ſeegt, ſie hedd kaa Geld: kaa vernimfdicher Menſch kann Steier
bezahle; jeder beſſere Bedrieb ſteht unner G.A. (frieher hodd’s ge=
haaße
: A. G. Akazien=Geſellſchaft, jetzt is die Sach erumgedreht,
jetzt haaßt’s: G.A. Geſchäfts=Aufſicht); die Landwerdſchaft
nagd bereits am Hungerduch un de Pandmaaſter kimmt=en net
vun de Howwerd (Hofraithe) runner; in de Stadt reißt ſich de
Beddelſack an die Wand for Verzweiflung ſämtliche Hoorn aus,
uſw. ätzädderapepe.
AwwerzIIl (dick unnerſtriche un drei Ausrufungs=
zeiche
dehinner). Wo Se hiegucke, henke die Fahne eraus, un wo
Se net hiegucke, jedenfalls aach; wo Se hiefalle, falle Se iwwer
e Fahneweih; wo Se nauslaafe, laaft Ihne e Feſt=, Faggel= Um=
un
Drachtezug zwiſche de Baa erum, iwwerall is Torn=,
Schitze= Sänger=, Schwimm= Volks= Kriechervereins= un Reje=
mendsfeſt
odder en deitſche Dag un ſo; wo drei, vier beiſamme
ſin, bilde ſe en Klumbe un aaner ſteht in de Midd un hodd’s
Banner; in alle Ecke ſpielts:
, Mudder, die Landwehr kimmt,
Stell de Vadder uff de Diſch, daß=er aach wos ſieht
Korzungud, mir läwe in ere Influatzionszeid vun Feſtifidhäte,
in=ere Fahneweih=Ebbedemie, daß=es aam himmelangſt werd in
de Hoor, un daß mer ſich in=ere ruhige Stund als emol ſelwert
an de Kobb greift und freegt ſich: Biſt du nui verrickt, odder
ſin’s die Annern?
Alſo: kaa Menſch hodd Geld un wo Se hiegucke, ſin Ver=
gnieche
un iwwerall is=es geſchwabbelt voll. Deß Reedſel kann
ich net bedabbele, deß henkt mer zu hoch. No, ſchließlich, ich war
ſchun immer e bißche ſchwer vun Begriff, un mir kann=mer deß
net weider iwwel nemme, awwer ich glaab, daß es außer mir
noch ganz Annern gibt, die wo deß Reedſel net begreife
kenne, daß mer in Deitſchland kaa Geld hodd un macht bräßdruff
Vergnieche uff Vergnieche, ſogar unner ſtädtiſcher Regie.
Jetzt, ich bin jo gewiß net diejenige welche, die viel nooch de
Annern froge dhut, un nooch dene annern, die wo ich do im
Aag hab, erſt recht net. Un noch wenicher bin ich die, die wo
maand, vum Kobbhenke allaa dhets beſſer weern. Ob mer den
Vergniechungstaumel awwer for uns ſelbſt noch verand=
worde
kenne, nemme Se mer’s iwwel odder net, deß meecht ich
dann doch bezweifele. Ei, deß is jo ſchlimmer wie vor neinzeh=
verrzeh
!
Un ſchließlich, wann ſchun emol gefeiert muß werrn, muß
do immer die ganz Stadt räwälliſch gemacht werrn, daß mer’s
goddwaaßwieweid heert? Kann mer net mit de Muſick un mit
de Fahn in en Saal geh un kann unner ſich feierlich dhu,
odder vergniechd ſei, je nooch Geſchmack un Laune? Muß do
allemal erſt e paarmal in de Gemackung erumgedabbt wärrn?

Ich hab mer ſage loſſe, im Feld drauß ſin unſer Leid gege
alles Deiwelszeicks geimbft worrn, gege Kollera, Tiefuß, Ab=
weiche
, Granadſplidder, Kobbweh, Sauerkraud, Halsendzindung,

blaue Heinerich, Hiehneraage un Dörrgemieß. Deß mißt doch de
Deiwel ſei, wann mer da die titulierde Vereinsvorſtend net gach
gege effentliche Umziech imbfe kennd, ſo daß die Seuche wenich=
ſtens
net weider um ſich greift un bleibt uff ihrn Heerd lokaliſiert.
Dann nemlich, ich bin der Iwwerzeichung, wann do net ſchlei=
nichſt
vun de Kreisgeſundheidsemder ei gegriffe werd, dann muß
kimfdich bei jederer Kinndaaf vun ſo=eme Vereinsmeier die Fahn
an die Luft un die Muſick vorne her.
No, vun mir aus kenne ſe’s ſchließlich aach mache, wie ſe
wolle, un ich bin nor froh, daß ich kaa Borjemaaſter bin, dann
wann ich do iwwerall hiemißt, un mißt Redde ſchwätze, ich glaab,
ich dhet in meine a geborne Duſſelichkeid die ganze Feſtifidhäte
mitenanner verworſchtele un dhet mich zuletzt im Eifer ſelwert
hochläwe loſſe. Un was die Umziech bedräffe dhut, die wo mer
ſo in de letzte vier Woche iwwer uns ergeh mußte loſſe (die Brief,
die wo mer dodewäche zugange ſin, die hab ich aſtandshalwer
in mei Holzkiſt verſenkt, un zwar do, wo ſe am diefſte is), ſo is
mer nor aaner erinnerlich, der wo mer ſo rächt zu Härze gange
is, un deß war, wie ſe die Kinner vun unſere Schwerkriegs=
beſchädigte
an de Bahn abgeholt hawwe, die wo volle drei Monat
bei unſere deitſche Brieder in Steiermack zu Gaſt warn. Awwer
unſere ſteiermärkiſche Brieder drick ich for all des Liewe un Gude,
deß wo ſe an unſere Kinner gedha hawwe, noch emol im Geiſt
die Hand, dann ſie wirke uff die Ard mehr for des Deitſch=
tum
, als all die, die wo hier hinnere Fahn un Standart her=
laafe
odder die wo maane, mit=em Reddehalde weer’s gedha.. . .
Arweid muß geleiſt werrn, un net viel geſchwätzt, dann
leeſe ſich die meiſte Reedſel vun ſelbſt. Un wer wiſſe will, wie
deß gemacht werrd, der ſoll heit emol daalnemme am fimfun=
ſibbzichſte
Gebordsdag vun unſere freiwilliche Feier=
wehr
. Nemlich, deß is e richdich Familljefeſt, wo jeder altei=
geſäſſene
Darmſtädter Berjer un jede erchendwie mit de Feier=
wehr
verwandt odder verſchwägerte Berjerin debei is. Un do
werrn net lang Feſt= un Faggelziech abgehalte, ſundern unſer
Schlauchaddollerie die zeicht heit emal, wer ſe is un was ſe kann.
Un wann heit morjend ſeine Eckſelenz de Herr Scheneral vun
Branddiräckter uff em Schwimmbadblatz Heerſchau abhalte
dhut un leßt ſei Drubbe äxerziern, linksum, rechtsum, kehrt,
zugsweis, kreizweis, iwwerzwärch un de lange Wähk, un wann
ſe Griff klobbe mit de Feierlaader un mit de Audemobillſpritz,
un wann ſe noochher ausricke zu=ere Felddienſtiewung im Ge=
lende
, ich wollt ſage, wann ſe mit ihre ſiwwe gebackene Biern
in de Grafenſtraß en Branda’griff mackiern dann kenne mer
hinnenooch beruhicht ſinge: Lieb Vaderland, magſt ruhich ſein!
Un mer is im Stand un leßt ſei Feierverſicherungsbollies ver=
falle
, weil ſe unner dene Umſtend ja doch kaan Wert mehr hodd.
Dann die Schlauchaddollerie, die macht heid, wann’s brennt,
net mehr lang Fiſſemadende, die geht druff, dra un dewedder;
un ſeller Schlauberjer hadd deshalb gornet ſo unrecht, wie er
gemaand hodd: wann die Feierwehr net ſo ſchnell dagewäſe
weer, weer ich heid en reicher Mann
Awwer deß war freilich net
immer ſo. Ich kann mich noch
ganz gud dere Zeid erinnern,
wo die Feierwehr ausſchließ=
lich
for die Fliegende Blät=
ter
gearweid hodd. Awwer
deß hodd net an de Feierwehr
geläche, ſundern an unſerm
rickſtendiche Gemaanerad, der
wo ſellwichsmal for die Er=
forderniſſe
vun=ere richdich=
gehende
Feierwehr kaan Blick
gehadd hodd. Domols hawwe
ſe liewer Verordnunge er=
laſſe
. So war zum Beiſpiel
des Duwackraache beinoh in
de ganze Stadt verbodde, un
mei Vadder hodd mer noch
verzehlt, daß ſeinerzeit am
Jägerdhor vor de Wachtſtubb
en glimmende Lunde haus=
gehenkt
hodd, wo ſich die Ber=
jer
, wann ſe Awends odder
Sunndags enaus ſin uff die
Felſekeller, ihr Peifche dra
ageſteckt hawwe. Ja, ja, die
gude alte Zeid!
Freilich, romandiſcher war’s
frieher, wann’s emal gebrennt
hodd, beſunners nachts, wann
de Stadtthermer die rod La=
deicht
erausgehenkt hodd un
hodd mit de große un de
klaane Feierglock geſtermt, un
die Singnaliſte un Drumm=
ler
, ſin dorch die Gaſſe un
hawwe en Mordskrawall ge=
macht
, daß mer geglaabt hodd,
die Welt gingd unner. Un
wann die Feierwehr glicklich

an de Brandblatz is kumme, do hodds endwedder an Waſſer gefehlt,
odder die Schläuch warn kabudd, odder die Feierlagader hatowe
net fungtzionierd. Un was net verbrennt is, deß hodd damals
die beriehmt Raummannſchaft geliwwert, die wo es Bettzeig
un es Weißzeig vorſichdich an Saaler nunnergeloſſe hodd, wäh=
rendem
ſe des Möwelemang freihendich de Fenſter enaus gefeiert
hawwe. Un die Feierwehrleid durfte noochher awwedrei aach
noch de Spodd un de Utz vun de Berjerſchaft ei’ſtecke, weil dem
haddſchleechiche Stadtvorſtand jeder Fennich for die Feierwehr
zuviel war.
Wie geſagd, deß war damals noch die Bliedezeid for die
Feierverſicherungs=Geſellſchafte, do hodd ſich ſo en Brand noch
rendiert. Awwer heid? Heid waaß ſo en Verſicherungs=
Diräckter ſchließlich gor net mehr, was er all mit dem viele Geld
affange ſoll, deß wo=em die Brehmje eibringe dhun, un es bleibt=
em
in de Verlegenheid nix annerſter iwwrig, als wie daß er ſich
hie un do als emol de Gehalt e bißche erheeht. Damit die Herrn
Akzionär net de Diffidendebiebſer krieje.
Korz un gud, mir ſin heid mit unſerm Feierleſchwäſe uff de
Heeh. Deß hodd ſogar die vorrich Woch der Sparausſchuß vun
de Stadträd erfahrn miſſe, wie er die ſtädtiſch Berufsfeierwehr
beſichdicht hodd. Die hawwe=m adokuloß bewieſe, daß an de
Feierwehr net geſpard derf werrn; dann wie ſe am Stadtkerch=

TV. 7859

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August Jacobl H.sces. Barmstadt

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KE

torm grad e Spritzebrob abgehalte hawwe, is de Schlauch ge=
blatzt
, un um aa Hoor weer beinoh der ganze Sparausſchuß ver=
ſoffe
ohne Radskeller. (No, unner uns geſagd, an dem
Sparausſchuß weer net viel verlorn gewäſe, der is doch iwwer=
fliſſich
, un wann ſe ſchun emal ſparn wolle, dann ſolle ſe an dem
Sparausſchuß ſparn, der hellt bloß die Leid uff.)
Unſere freiwillich Feierwehr awwer, die wo ihr Läwedag dem
ſcheene Wahlſpruch gehuldicht hodd: odd zur Ehr, dem Näch=
ſten
zur Wehr, dere wolle mer herzlich zum Gebordsdag gradu=
liern
, un ſie ſoll ſich heid Awend im Saalbau nor net ſcheniern
un ſoll zeiche, daß ſe aach ohne Feier en ſcheene Brand zu löſche
verſteht. Hoffentlich ziggd unſer Ower ſei gude Hoſe a' un leßt
was laafe, mei Zuſtimmung hodd=er, un unſer Feierwehr hodd’s
verdient. In dieſem Sinne bidde ich Eich, Ihne Ihr Glas zu
ergreifen un mit mir eizuſtimme in den Ruf:
Unſer freiwillich Feierwehr, ſie läwe dreimal: Gud Wehr!
Gud Wehr! Gud Wehr!
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Iwwrichens hab ich mer ſage
loſſe, daß neechſtens, wann de Herr Borjemaaſter Mueller
widdermal die Scheefcher hiede muß un ſie ſin net brab, daß er
dann die Feierſpritz allarmiern dhut; for renidende Stadträd
weer ſchließlich ſo e Spritz, werklich ſehr zu empfehle. Wenig=
ſtens
ſolang, bis daß der Radskeller ferdich is un bis mer do=
drinn
die kitzeliche Agelegenheide erlediche kann. Wos awwer
den Radhausumbau bedräffe dhut, dodemit geht’s ſcheints aach:
Auf=ab=auf, Dibbelche drauf. Zwar de Herr Mueller hodd jo
bei de letzte Stadtratsſitzung de Schleier e bißche gelift, un was
deß Reedſel bedrifft awwer naa, deß verzehl ich Ihne e
annermal. For heid ſag ich nor deß: wann’s unſer Stadt=
verwaldung
ſchun emol net jedem Berjer recht mache kann,
dann is es die Haubtſach, daß=es dann wenichſtens emol unſere
Stadtvädder recht zu mache ſucht. Un mir ſcheint’s ganz ſo, als
wann ſe mit dere Weikreib ſich bei alle Baddeie lieb Kind
mache dhet, vun ganz Rechts bis ganz Links. Deß haaßt, de
Herr Sames weer neierdings widder degäche, hab ich mer
ſage loſſe, dodefor hedd mer awwer bereits en Werrd mit=eme
ſcheene Name ausfinnich gemacht. Un do wunnerds mich bloß
widder, warum die Weikommiſſion uff en ſcheene Name was gibt
un nimmt net de Herr Hermes, der hodd doch den Boge haus,
vun wäche dem Wei’ un is momendan kondiddionslos. Awwer
unſer Feierwehr, wann die glaabt, daß ſe do aach als emol löſche‟
helfe derf. do werd ſe eglich uff=em Holzwähk ſei; jau, dodezu
brauche die uff em Radhaus die Feierwehr. Onaa, de Dorſcht
werd noch lang net kommunaliſiert.

Aagt."

[ ][  ][ ]

Daruſtädter Dasttaft

Die Finanzierung der
ruſſiſchen Baumwolleinfuhr.

Handelsbiat
einigten Staaten 103 665 To. und auf Holland 96 453 To. Von den auf
den Helligen liegenden Schiffen haben 8 einen Naumgehalt von 20000
To. und darüber, 35 einen ſolchen von 1020 000 To. Die Schiffe der
erſten Kategorie werden ausſchließlich auf engliſchen Werften gebaut.

B. R. Aus den offiziellen Ziffern der amerikaniſchen Handels=
ſtatiſtik
geht hervor, daß die von der New Yorker Fachpreſſe veröffent=
lichen
Informationen über den Umfang der ruſſiſchen Baumwollkäufe
in der Union den Tatſachen entſprechen. In der Zeit vom 18. Februar
bis 20. Juni ſind auf 14 Dampfern 121 859 Ballen Baumwolle, die für
Rußland beſtimmt ſind, verſchifft worden. Weitere 40 000 Ballen ſind
auf 4 Dampfern verfrachtet, aber noch nicht ausgeführt. Außer dieſen
verklarten 160 000 Ballen ſind 40 000 Ballen in New Orleans für ruſſi=
ſche
Rechnung eingelagert, die in dieſem Monat verladen werden ſollen.
Insgeſamt hat alſo die New Yorkergeſellſchaft des Allruſſiſchen Textil=
Syndikats in der erſten Jahreshälfte Abſchlüſſe auf 200 000 Vallen Baum=
wolle
, und zwar ausſchließlich gute Stapeltypen im Wert von 35 Mil=
lionen
Dollars getätigt. Obgleich dieſe beträchtlichen Poſten weit hinter
dem Bedarf der ruſſiſchen Textilinduſtrie zurückbleiben, ſind ſeit Mitte
Juni keine nennenswerten neuen Abſchlüſſe bekannt geworden, weil
der Leiter der New Yorker Einkaufsgeſellſchaft Alexander Gumberg, den
Ausfall der neuen Ernte abwarten will. Das an der New Yorker Baum=
vollbörſe
verbreitete Gerücht, daß Außland ſich bereits mehrere 100000
Ballen aus der neuen Ernte geſichert habe, erſcheint ivenig glaubhaft;
erwieſen iſt jedoch, daß entſprechende Verhandlungen im Gange ſind,
die zum Abſchluß führen ſollen, ſobald Quglitätsproben geliefert werden
können.
Ob die Vorteile, die der ruſſiſchen Textilwirtſchaft aus der Aus=
ſchaltung
des Bremer Baumwollhandels entſtehen, die Nachteile auf=
wiegen
, iſt recht fraglich. Zweifellos hat ſich der Einkauf für das all=
ruſſiſche
Textil=Syndikat etwas rationeller geſtaltet, dafür ſind aber die
ſich aus der direkten Einfuhr ergebenden finanziellen Schwierigkeiten
erheblich geſtiegen. Dieſe ſchienen zu Anfang des Jahres die Tätigkeit
des New Yorker Einkaufshauſes ſogar in Frage zu ſtellen, weil zwiſchen
der Union und Sowjet=Rußland keine offiziellen Handelsbeziehungen
und Bankverbindungen beſtehen. Die Ueberweiſungen der dem Syndikat
in London eröffneten Kredite auf Ne.v York erwies ſich als ſchwer
durchführbar. Eine gewiſſe Erleichterung iſt erſt eingetreten, als die
Thaſe National=Bank in New York dem Syndikat Kredite einräumte.
Dieſe müſſen allerdings abgedeckt ſein, bevor die Baumwolle nach Ruß=
land
eingeführt wird. Die nach dem Hafen Murmanſk beſtimmten
Schiffe müſſen infolgedeſſen den norwegiſchen Hafen Vergen anlaufen
und dürfen ihre Fahrt erſt fortſetzen, wenn die derartige Bankverbin=
dung
der Chaſe National=Bank die Erlaubnis dazu erteilt, d. h. wenn
der dem Syndikat auf die Baumwolladung eingeräumte Kredit bezahlt
ſt. Dieſe Abmachungen haben zur Folge, daß der Kredit ſich nur auf
den Zeitraum von 20 Tagen erſtreckt, während Tranzport und Ver=
arbeitung
des Rohprodukts ſowie der Abſatz der Fertigfabrikate minde=
tens
90 Tage in Anſpruch nehmen. Das Syndikat muß demnach ſeine
Baumwollbezüge aus eigenen Mitteln finanzieren und die Deckung des
Bedarfs auf ſeine finanzielle Leiſtungsfähigkeit einſtellen. Aus dieſen
Gründen bleibt die Entwicklung der ruſſiſchen Textilinduſtrie nach wie
vor Hemmungen unterworfen. Die Einfuhr für das ganze Jahr wird
ruf rund 400 000 Ballen veranſchlagt, entſpricht alſo genau dem Konſum
des Vorjahres. Die ruſſiſche Produktion betrug 1923 rund 130000
Ballen und dürfte in dieſem Jahre keine bedeutende Steigerung er=
fahren
. Die ruſſiſche Textilinduſtrie kann mithin auf eine Anlieferung
von höchſtens 600 000 Ballen im Jahr rechnen, während im letzten
Friedensjahr rund 2 Millionen Baumwolle verarbeitet wurde.
Spefulation in Kriegsanleihe.
Die Brufsſpekulanten rechneten bis vor kurzem die Kriegsanleihen
zu den abgenagten Knochen des Effektenmarktes, an denen doch nichts
nehr dran ſei. Ueber Nacht iſt dieſes Papier in den Vordergrund des
Intereſſes getreten. Der dem Reichstag vorgelegte Antrag auf Auf=
vertung
der Kriegsanleihe bot die erſte Anregung zu einer wilden
Spekulation, die auch heute noch andauert, obwohl amtliche Stellen ver=
chiedentlich
in ſchüchternen und unbeſtimmt gehaltenen Erklärungen dar=
zulegen
verſuchten, daß an eine Aufwertung dieſer Papiere ſchon mit
ſückſicht auf die finanzielle Lage des Reiches nicht zu denken ſei. Die
Spekulation hat ſich durch dieſe Erklärungen nicht beirren laſſen. Nach
hrer Argumentation iſt eine Höherbewertung der Kriegsanleihe gar
iicht einmal von einer Aufwertung in nächſter Zukunft abhängig. Es
jenüge, wenn vorläufig eine gewiſſe beſcheidene Verzinſung zugeſtanden
vürde. Von amtlicher Seite ſind zu dieſer Angelegenheit klare und be=
timmte
Aeußerungen nicht zu erlangen. Der Reichstag hat den Auf=
vertungsantrag
einer Kommiſſion überwieſen, ohne daß von irgend
iner Partei ernſthafter Wille erhoben worden väre. An dieſen Vorgang
lammert ſich die Phantaſie der Hauſſe=Spekulanten. Es kommt hinzu,
haß tatſächlich in letzter Zeit größere Pakete von Kriegsanleihen von
jeſtimmten Banken aufgekauft wurden und daß man glaubte, hinter
jieſen Käufen ſteckten amtliche Stellen. Auch über dieſe Frage iſt keine
Klarheit zu erlangen. Alſo geht das Spiel luſtig hin und her. Die
Börſe hat dabei ſchon ganz erkleliche Summen guten Geldes verloren,
ſenn nicht ſelten erwieſen ſich die Engagements als ſchlecht fundiert.
Die ſolide Bankwelt hält ſich größtenteigs dieſem Treiben fern. Kommt
virklich eine Aufwertung, ſo wird man wohl in erſter Linie die Selbſt=
ſeichner
berückſichtigen müſſen. Der Reichstag dürfte aber wohl ſchwer=
ich
ſeine Zuſtimmung dazu geben, daß gerade der Börſenſpekulation
Helder in den Rachen geworfen werden, die auf Koſten der Steuer=
jahler
aufgebracht werden müſſen.
Erwerbsgeſellſchaften.
Phönix=A.=G. für Bergbau und Hüttenbetrieb
Düſſeldorf. Die Geſellſchaft macht das Angebot, die noch um=
aufenden
4½% Teilſchuldverſchreibngen von 1919 der=
art
einzulöſen, daß für je 1000 Mark Nennwert, bei der ſie nur ¼ oder
veniger des Nennwerts in Gold erhalten hat, 42 Goldmark in bar
zu zahlen. Sie hält ſich an dieſes Angebot bis 31. Auguſt d. J.
gebunden.
* Süddeutſche Diskontogeſellſchaft A.=G. in Mann=
zeim
. Die Generalverſammlhung genehmigte den Abſchluß und billigte
dem Aufſichtsrat eine Vergütung von 100 000 Goldmark zu. In den Auf=
ichtsrat
wurden die ausſcheidenden Mitglieder wieder und Dr. Ehrich=
Mayer=Mannheim neu gewählt. Im abgelaufenen erſten Halbjahr ſeien
die Gewinnausſichten nicht groß geweſen. Das Effektengeſchäft liegt
ziemlich brach. Die Effekten ſelber ſeien zurückgegangen. Bei Deviſen
komme hauptſächlich das im Umfange begrenzte Kommiſſionsgeſchäft in
Betracht. Im Kontokorrentgeſchäft mußte die Kreditgewährung ent=
prechend
dem Vorgehen der Reichsbank eingeſchränkt werden. Die
Maßnahmen der Reichsbank müſſe man billigen, denn das Wichtigſte
unſerer Wirtſchaft ſei: die Markt ſtabil zu halten. Auf den heutigen
Depreſſionszuſtand brauche man ſich nicht dauernd einzurichten. Das
Eingehen der Goldbilanz der Bank hänge von der weiteren Entwicklung
des Wirtſchaftsjahres, namentlich davon ab, wie man einige Aktivpoſten
bewerten könne. Wie die Mehrzahl der bekannten Provinzbanken, werde
auch die Süddeutſche Diskontogeſellſchaft in der Goldbilanz nicht ſchlecht
abſchneiden.
B. R. Der Weltſchiffsbau in der erſten Jahres=
hälfte
. Nach der ſoeben von Lloyds Regiſter veröffentlichten Statiſtik
über die Schiffsbautätigkeit in der erſten Jahreshälfte befanden ſich am
30. Juni insgeſamt 2 425 000 Br.=Reg.=To. im Bau gegen die bisherige
Höchſtleiſtung von 3 446 558 To. am 30. Juni 1913. Von dieſer Tonnage
entfielen auf Großbritannien 1 465 000 To., auf Deutſchland 340 749
To., auf Frankreich 144 240 To., auf Italien 127 772 To., auf die Ver=

Wirtſchaft des Auslandes.
Neue polniſche Einfuhrzollermäßigungen. Auf
Grund des Beſchluſſes des Miniſterrates ſind mit Gültigkeit bis 5. Okto=
ber
1924 in dem vor kurzem eingeführten neuen ermäßigten Zoll=
tarif
neue Einfuhrzollermäßigungen durchgeführt worden, die ſich vor
allem auf die Einfuhr von Roggen= und Weizenmehl, Fleiſch, Schuh=
werk
. Leder, Leinwand und Baumwolleinen beziehen. Die Einfuhrzölle
für Roggenmehl werden um 40 Prozent, für Weizenmehl um 20 Prozent
reduziert. Die Einfuhr von Fleiſch, Gefrierfleiſch, geſalzenem und
friſchem Fleiſch iſt vollkommen zollfrei. Von Schuhwerk werden für
Leder und Oberleder nur 60 Prozent, von Leinwand= und Baumwoll=
waren
nur 80 Prozent der bisherigen Zollſätze erhoben.
B. R.) Bankinſolvenz in Finnland. Die Bankfirma
Fröidman u. Co. in Helſingfors hat ihre Zahlungen eingeſtellt, da ihr
aus Valutaſpekulationen und Transaktionen in ausländiſchen Wert=
papieren
beträchtliche Verluſte erwachſen ſind. Die Engagements, für das
keine Deckung vorhanden iſt, beziffern ſich auf 8 Millionen finniſcher
Mark. Die Firma hat ihren Gläubigern einen Akkord von 40 Proz.
angeboten. Durch die Inſolvenz wird hauptſächlich der Helſingforſer
Platz in Mitleidenſchaft gezogen. Die 1916 gegründete Firma betätigt
ſich vorwiegend am Deviſenmarkt und genoß einen guten Ruf.
B. R. 300=Millionen Dollar=Anleihe in Kanada.
Aus Montreal wird berichtet, daß die kanadiſche Regierung die Aus=
gabe
einer Refundigung Loan im Betrage von 300 Millionen Dollars
vorbereitet. Die Anleihe ſoll zur Tilgung der am 1. November fällig
werdenden Victory Logn in Höhe von 108 Millionen Dollars und zur
Abdeckung ſchwebenider Verbindlichkeiten verwendet werden. Die Anleihe
ſoll zum größten Teil in Kanada aufgelegt werden, da der kanadiſche
Geldmarkt rect flüſſig iſt. Die City ſoll nicht in Anſpruch genommen
werden, es iſt aber beabfichtigt, einen Teil der Anleihe in New York zu
plazieren, wenn der amerikaniſche Geldmarkt flüſſig bleibt und der kana=
diſchen
Regierung günſtige Bedingungen eingeräumt werden.
B. R. Kanadas Außenhandel im Mai. Der Außenhandel
Kanadas wuar im Mai ſtark aktiv. Die Ausfuhr repräſentierte einen
Wert von 104 150 715 Dollars (74 814 854 Dollars im Vorjahr), die Ein=
fuhr
einen ſolchen von 72 247 330 Dollars (84 265 266 Dollars im Vor=
jahr
), der Ausfuhrüberſchuß von 32 Millionen Dollars iſt ausſchließlich
auf Konto der ſtärkeren Weizenausfuhr zu ſetzen, denn die Ausfuhr
landwirtſchaftlicher Erzeugniſſe hatte einen Wert von 53 gegen 22 Mil=
lionen
Dellars im Mai 1923.
Banken.
60 Prozent Habenzinſen für Rentenmark= und
Papiermarkkonten. Wie wir hören, haben die Mitglieder der
Vereinigung der Berliner Banken und Bankiers beſchloſſen, ab 14. Juli
auf den Nentenmark= und Papiermarkkonten für täglich verfügbare
Gelder 60 Prozent p. a. Habenzinſen zu vergüten.
Warenmärkte.
* Von den ſüddeutſchen Waren= und Produkten=
märkten
. Am Getreidemarkt war in dieſer Woche die in=
tereſſante
Tatſache feſtzuſtellen, daß die Preiskurve für Auslandsgetreide
zu Wochenbeginn nach oben, dann vorübergehend wieder nach unten und
zum Wochenſchluß abermals nach oben gerichtet iſt. Es gewinnt immer
mehr den Anſchein, als ob dabei die politiſchen Vorgänge in Europa in
ausſchlaggebender Weiſe mitſprächen, d. h., daß die amerikaniſchen Aus=
fuhrhäufer
ernſtlich mit einem Umſchwung der politiſchen Lage in Europa
und damit erhöhter Ausfuhrmöglichkeit rechnen. Inlandgetreide war
auch in dieſer Woche vom Preis des Auslandsgetreides unbeeinflußt.
Bei Roagen und Gerſte ging die Tendenz ſogar eher nach unten. Nament=
lich
in Roggen war das Geſchäft recht ſchleppend, da immer noch billige
minderwertige R.=G.=Ware auf den Markt drückt. In Gerſte iſt kaum
enoch Geſchäft. Pfälziſche Gerſte wurde ab Stationen mit 16 GM. die
100 Kg. angeboten. Weizen inländiſcher Herkunft lag gegen die Vor=
woche
unverändert. In neuer amerikaniſchr Ware und in La Plata=
Ware alter Ernte haben die Mühlen angefangen, einiges zu kaufen. Im
allgemeinen halten ſie ſich jedoch zurück, weil die meiſten Mühlen immer
noch nicht mit Vollbetrieb arbeiten können, Für Hafer zeigte ſich einige
Konſumnachfrage.
In Auslandsgetreide ſtellten ſich die Forderungen für je
100 Kg. Manitobg I (in holl. Gulden) 13,85 gegen 13,50. Zu Wochen=
mitte
; desgleichen II 13,60 (13,25); desgleichen III 13,10 (12,75) eif.
Rotterdam, in Rotterdam disponibel. Ferner koſteten 79 Kg. per Hekto=
liter
ſchwerer Roſa= (Wochenmitte 12,75); 79 Kg. Baruſſo 12,90 (12,60)
eif. Rotterdam. Auf dem Rhein ſchwimmende Ware ſtieg gleichfalls;
man verlangte für 79 Kg. Roſa=é=Weizen zu Wochenbeginn 13,10, zuletzt
13,35 holl. G. eif, Mannheim; für 79 Kg. Baruſſo 13,10 cif. Mannheim;
für 80 Kg. Roſario, bahnfrei Mannheim, 13,65 h. Fl., für Auſtralweizen
13,75 h. Fl. In ſüdruſſiſchen Roggen lag Angebot zu 15,65 bis 16,50
GM. die 100 Kg. ab Lager Mannheim vor; eif. Rotterdam wurde 9 Pud
20=Ware mit 10½ h. Fl. offeriert.
Am Mehlmarkt war zu Wochenanfang etwas mehr Geſchäft als
bisher, zumal der Montag nur Verſteigerungen kleinen Umfanges und
minderwertiger Ware brachte. Von den für Donnerstag angekündigten
Auktionen wurden 150 Sack Weizenmehl franzöſiſcher Herkunft zurück=
gezogen
. Zum Verhauf gelangten durch Verſteigerung u. a. 150 Sack
Weizenmehl, Spezial 0, Fabrikat Lille, in Mannheim=Neckarau bahn=
ſtehend
zu 26,40 GM.; 150 Sack Weizenmehl, Spezial 0, Fabrikat Straß=
burg
, zu 27,5 GM., 100 Sack desgl., Fabrikat Nanetes, zu 25,10 GM.,
380 Sack desgl., Fabrikat Angres, zu 24,10 GM., 100 Sach desgl., Fabrikat
Blanc Fabre, 24,85 GM. und 370 Sack desgl., Fabrikat Marſeille, zu
24,35 GM. je 100 Kg. der in Kehl lagernden Ware. Für kommenden
Montag ſind 30 000 Kg. holl. Noggenmehl, 6568 Prozent Ausmahlung,
und 30 000 Kg. holl. Roggenmehl, 70 Prozent Ausmahlung, zur Ver=
ſteigerung
angekündigt. Die Forderungen der ſüddeutſchen Mühlen er=
höhten
ſich für Weizenmehl Spezial 0 von 29 auf 29,25 GM. für prompte
Ware und von 29,25 auf 29,50 GM. für Juli=Auguſt=Lieferung. Bei
der zweiten Hand nur mit 28,5 GM. anzukommen. Für Roggenmehl
werden 23,524 GM. die 100 Kg. gefordert. Von ſonſtigen Mühlen=

13. Zuli 1924 Nr. 130

fabrikaten galten Weizenfuttermehl 11.2511,50 GM., Roggenfuttermehl
10,5011 GM., Nachmehl, je nach Qualität 1516 GM., Weizenkleie
9,259,50 GM., Roggenkleie 99,25 GM. die 100 Kg.
Für Futtermittel blieb die Grundſtimmung behauptet, ſowohl
für vorſtehende Mühlenerzeugniſſe als für Biertreber. Malzkeime wur=
den
ab Ulm zu 8,75 GM. die 100 Kg. mit Sack angeboten. Für Oel=
kuchen
lauteten die Fabrikforderungen auf 11½ h. Fl., für Seſamkuchen
12 h. Fl., für Erdnußkuchen 6,5 h. Fl., für Rapskuchen die 100 Kg. franko
Mannheim. Für ſpätere Lieferung tritt mehr Interſſe hervor.
Hülſenfrüchte faſt geſchättslos. Genannt, werden die 100 Kg.
Rangoonbohnen 16 Mark. Donaubohnen 25 GM., Erbſen 2021 GM.
die 100 Kg. bei Waggonbezug, franko Mannheim.
Auch in Kleeſaaten vollziehen ſich nur ganz geringe Umſätze;
dabei nannte man die 100 Kg. Imkarnatklee mit 6070 GM., Luzerne=
kleeſamen
135150 GM. und Wicken 2325 GM. ab ſüddeutſche Sta=
tionen
.
Malz iſt angeboten, Sommerware zu 3233,5 GM., je nach Geld=
bedarf
. gutes Wintermalz von 36 GM. aufwärts die 100 Kg.
Für deutſchen Tabak weichen die Preiſe von Woche zu Woche,
ſodaß Bauerntabake letzter Ernte für 35 GM. verwogen wurden je Zent=
ner
. Natürlich halten die Pflanzee ihr Produkt zurück und verkaufen
nur nach der Dringlichkeit des Geldbedarfs. Das Wetter iſt für die neue
Ernte weiter recht günſtig. Rippen matt, da es an Käufern fehlt.
w. Berlingr Produktenbericht. Am Produktenmarkt
erhielt ſich bei mäßigem Geſchäft die feſte Stimmung. Beſonders beſtand
allgemeiner Bedarf für Weizen. Auch für Roggen konnten höhere Preiſe
durchgeſetzt werden. Mitteldeutſchland und Weſten ſind der Preis=
beſſerung
für alte Ware nicht gefolgt, bewilligen aber für Ware aus
neuer Ernte die höheren Preisforderungen. Von Gerſte war Winter=
gerſte
begehrt. Das Geſchäft wird aber durch zu hohe Preisforderungen
beeinträchtigt. Hafer iſt wenig angeboten und nur zu hohen Preiſen.
Das Mehrgeſchäft nahm weiter zu bei anziehenden Preiſen. Auch die
Stimmung für Futterſtoffe war feſt, begehrt war hauptſächlich ſpätere
Lieferung.
* Schmiermittelmarktbericht. Auch in dieſer Woche
hat ſich die allgemeine Geſchäftslage wenig verändert. Es ſind jedoch
Anzeichen für eine leichte Aufbeſſerung der Lage im Laufe der folgen=
den
Wochen vorhanden.
Bei etwas regerem Geſchäftsbetrieb wurden ungefähr folgende Preiſe
R."
erzielt:
Unverzollt Verzollt
Naßdampf=Zylinderöle: Visk. 45/100 Flp. 240 6.25 8.95
5/100 240/80 6.75 9.50
5/100 280/90
7.50 10.25
5/100 290/300
Heißdampf=Bylinderöle:
10.75
6/100 ca. 320 . 11.50 18.85
8000
330/35 13. 15.75
Amerik. filtr. Zylinderöl, Marke Continental‟ . . . . 10.30 13.25
Maſchinenöl=Raffinate: Visk. 23/50 Flp. 150/60 5.50 8.25
180
45/50
7. 9.
45650 üb. 200 7.75 11.
58/50
ca. 180 7.90 10.25
67/50 180/90 7.75 10.50
78/50 üb. 200 8. 10.75
78/50
230/40 8.25 11.
210
89fo
8,50 11.25
56/50
180
Maſchinenöl=Deſtillate:
3.50 8.25
180
78/50
5,75 8.50
7.25 1, 8,75
Maſchinenfett, hellgelb, unbeſchwert, Tropfp. 80/90
Amerik, Natur=Vaſeline, hellgelb, techniſch
9.50 12.
pharmazeutiſch 10.75 14.25
weißlich,
27.75 31.25
weiß,
29,50 33.
31.50 35.
ſchneeweiß
Amerik, Weißöl, hellgelb, entſcheint
5.75 8.50
alles per 100 kg Reingewicht, verzollt; reſp, unverzollt: ab Lager
Hamburg,

Börſen.
Frankfurter Börſe. Wochenbericht vom 7. bis 12. Juli 1924.
(Eigener Bericht.) Die Börſe ſtand während der abgelaufenen Woche
völlig unter dem Eindruck der Vorbereitungen für die Londoner Kon=
ferenz
. Die Zuſammenkunft der beiden Miniſterpräſidenten in Paris
hat zwar das Zuſtandekommen der Konferenz ſelbſt, das ſchon gefährdet
ſchien, geſichert, gleichzeitig aber auch gezeigt, wie groß die Schwierig=
keiten
immer noch ſind, die einer wirklich befriedigenden Löſung des
Reparationsproblems im Wege ſtehen, und ſie hat neuerdings die Be=
fürchtung
wachgerufen, daß ſchließlich wieder zwiſchen Frankreich und
England eine Einigung auf unſere Koſten ſtattfinden könnte. Bei der
ausſchlaggebenden Bedeutung, die dem Ergebnis der bevorſtehenden
Konferenz für die weitere Entwicklung des wirtſchaftlichen Verhältniſſe
zukommt, iſt es zu verſtehen, daß die Börſe äußerſte Zurückhaltung
übte, ſodaß das ohnehin ſchon ſehr kleine Geſchäft noch weiter zu=
ſammenſchrlmpfte
. Eine beſtimmte Tendenz war unter dieſen Umſtänden
an den Aktienmärkten kaum zu erkennen, und die Kurſe hielten ſich unter
geringfügigen Schwankungen im großen und ganzen auf dem Niveau
der Vorwoche. Auch an den Rentenmärkten war das Geſchäft etwas
ſtiller geworden, da in der Aufwertungsfrage keine neuen Momente zu
verzeichnen ſind. Immerhin wurden in Kriegsanleihe noch recht nam=
hafte
Beträge umgeſetzt, und die Kurſe unterlagen an mehreren Tagen
ſehr ſtarken Schwankungen. Daneben wandte ſich das Intereſſe der
Spekulation den türkiſchen Renten zu, die durchweg anſehnliche Kurs=
ſteigerungen
erzielen konnten.
Fachliteratur.
L. Meine Aktien unterwertet oder überwertek.
Herausgeber: Praktiſech Bücherei, Verlagsanſtalt Kahan u. Berger,
Berlin W. 50, Eislebenerſtraße 4. Preis 2,50 Mk.
Dieſe wichtige Frage, die alle Kapitalbeſitzer heute angeht, behandelt
das Werk in tabellariſcher Form, dabei wird die Frage der Entwertung
von Obligationen, Hypotheken und Anleihen erſtmalig berückſichtigt, ſodaß
man ſich im Einzelfalle über die Verhältniſſe des Erwerbsunternehmens
gut und leicht unterrichten kann. Die Abfaſſung der Tabellen zeugt von
ſorgfältiger Durchdringung des vorhandenen Stoffs, ſodaß das Buch als
zuverläſſiger Natgeber dem Aktienbeſitzer uſw. nur empfohlen werden
kann.

*llelt 9

UARMSIAONRHLISTRASLLR

[ ][  ][ ]

Nummer 193.

Das deutſche Herz.

26)

Roman von Adolf Schmitthenner.
(Rachdruck verboten.)

Im Verlaufe dieſes Vorgangs war Urſula heruntergekom=
Wangen und gaben ihren Augen wieder etwas von dem alten
Glanze der Freude.
Als die letzten Kinder abgezogen waren, trat Friedrich auf
ſeine Gattin zu, ergriff ihre Hände und drückte ſie zwiſchen den
ſeinen.
Heute iſt unſer Hochzeitstag, ſagte er.
Und es ſind dreizehn Wochen, daß wir unſere Kinder be=
graben
haben.
rich wieder an.
Er war auf das hinterlaſſene Töchterchen der entlaufenen
Dirne aufmerkſam gemacht worden. Es ſaß auf einem Sand=
haufen
und ſpielte mit hölzernen Geſchirrchen.
Nein, ſage lieber nichts, fuhr er fort, während er auf das
Kindchen zuging. Ich dürfte ja doch nicht bei dir bleiben. Ich
habe Helmſtatt und Gemmingen verſprochen, an der Beratung
halten. Die Eier, die dort gelegt werden, haben doch nichts in
ſich als faulen Wind.
Um was handelt es ſich denn?
Um ein Bündnis der Evangeliſchen im Reich, und wie ſich
die Nitterſchaft dazu ſtellen ſoll. Wenn ich hingehe, ärgere ich
nich doch nur, und die anderen ärgern ſich über mich. Ich höre
chon den Landſchad, wie er ruft: Natürlich, der Fritz Hirſch=
horn
iſt anderer Meinung!
Warum ſollen die Evangeliſchen nicht zuſammenhalten? Es
ut ſehr not.

Darmſtädter Tagblatt, Sonutag, den 13. Juli 1924.
Weil Deutſchland auseinandergeriſſen wird, wenn ſich die
Evangeliſchen und Katholiſchen wider einander ſammeln. Ich
fürchte einen Religionskrieg. Und meinſt du denn, den Pfäl=
zern
ſei es um den Glauben zu tun? Ich kenn die Großmanns=
ſucht
der reformierenden Windbeutel!
Was hälſt denn du für das Rechte?
Wir ſtehen auf dem Unſerigen und warten ab, ob man es
men. Sie ſah noch etwas blaß und vergrämt aus, aber der wirklich wagen wird, uns evangeliſche Glieder des Reiches anzu=
leuchtende
Tag und die Fröhlichkeit der Kinder färbten ihre taſten. Man wird es nicht tun. Wir vertrauen dem Kaiſer und
ſtehen zum Reich und zu unſerem Lehnsherrn nach Eid und
Pflicht.
Friedrich hatte das Kindchen auf ſeinen Arm genommen
und brachte es ſeiner Frau.
Sieh doch, ſagte er fröhlich, was die Kleine gewachſen
iſt. Sie fürchtet ſich vor dir; du ſchauſt ſie aber auch gar zu un=
freundlich
an.
Ich mag das Kind nicht, ſagte Urſula und ſah weg. Sein
Sage ein Wort, und ich bleibe vielleicht bei dir, fing Fried= Muttermal erſchreckt mich immer wieder von neuem und erinnert
mich an ſeine böſe Mutter. Ich wollte, ſie hätte es mitge=
nommen
.
Daß es verdirbt in ihrem Luderleben? Nein, Gott ſei
Dank, daß wir die Maus haben. Es ſoll ein weidlich Maid=
lein
werden. Dafür ſorgen unſere Barbara und ihr Michel.
Sie iſt eine böſe Krott, rief die Barbara von ihrem Wäſche=
zuber
her. Wenn nicht mein Mann ſo närriſch auf das Kind
auf dem Dilsberg teilzunehmen, und widerwillig muß ich Wort wäre, tät ich’s nicht behalten. Alles, was ihr gefällt, will ſie
haben, und was ihr nicht gefällt, ſchlägt ſie mit Fäuſten, und ihr
Feuerzeichen im Geſicht wird dabei voller Glut.
Die kleine Urſa jauchzte und ſchlang ihr Aermchen um
Friedrichs Nacken.
Alle Mannsleut hat ſie gern, rief Barbara und ließ das
Wäſcheſtück in den Zuber fallen. Das hat ſie von ihrer Mutter
geerbt. Was ein Weibsbild iſt, das mag ſie nicht leiden. Gelt,
Urſa?
In dieſem Augenblick kam Hannes und meldete dem Ritter
Philipp von Helmſtatt und ſeine junge Tochter.

Seite 15.

Die Gäſte kamen dem Boten auf dem Fuße nach. Friedrich
ging ihnen entgegen, das Kind auf dem Arme.

Pihilpp von Helmſtatt, ein hochgewachſener Herr mit klugem
und offenem Geſicht, war betreten, als er den Ritter mit dem
Kinde ſah.
Ich weiß nicht, Hirſchhorn, ſagte er und ſchüttelte die dar=
gereichte
Rechte, es iſt uns hinterbracht worden, Eure Vater=
freude
ſei raſch in Trauer verwandelt worden, und nun ſehe
ich Euch doch hat mir das Gerücht eine falſche Kunde nach
Laufen gebracht und darf ich Euch Glück wünſchen? O verzeiht!
Jetzt erſt bemerkte er die Schloßherrin, ſah ihr ſchwarzes
Gewand und ihr vergrämtes Angeſicht.
Euer Leid iſt unſer Leid, liebe Frau, Eure Hoffnung un=
ſere
Hoffnung, teurer Freund.
Dies Kind iſt einer Dirne, die der Kriegspauke nachgezogen
iſt in Niederland. Sie war Magd auf der Burg und hat ihr
Kind zurückgelaſſen. Meine Frau kann es nicht leiden, aber wir
zwei haben uns gern, gelt, Urſa?
Das Kindchen zauſte den Ritter an ſeinem blonden Bart,
Es hat ein böſes Zeichen auf der Stirn, ſagte Helmſtatt,
und weisſagt wilde Zeiten, Feuer und Blut.
Gott hat uns gebeugt, aber er hat uns auch getröſtet, ſagte
Urſula und legte ihren Arm um das ſchlanke Töchterchen des
Gaſtes, das ſich mit ſtrahlenden Augen an ſie ſchmiegte.
Friedrich hatte das ſchreiende Kind auf den Sandhaufen
niedergeſetzt.
Feuer und Blut zu weisſagen iſt nicht ſchwer, bei Gott,
ſagte er. Wenn noch viele ſolche Zuſammenkünfte ſtattfinden
wie heut auf dem Dilsberg, dann werden wir bald das erſte und
das zweite Wehe im Neckartal haben, und die fünf anderen kom=
men
noch über unſere Kinder und unſere Enkel.
Sie kommen morgen, und alle ſieben miteinander, wenn
wir uns nicht rüſten und wehren. Bauen wir vor, dann fangen
ſie übermorgen an zu kommen und treffen in Abſtänden ein,
ſo daß wir es werden tragen können. Die Kraichgauer Reichs=
(Fortſetzung folgt.)
ritter ſind alle dort.

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Juli 1924.

Rummer 193.

Ein großer Sturm raſt durch das Land,
Jetzt Ausverkauf wird er genannt,
Entfacht hat ihn die Geldknappheit,
Nochmals billig Ware es ſchneit.

Die Geldnot ruft, kauft euch recht bald,
Die reife Frucht wird ſicher all,
Wer richtig denkt verſieht auch heut
Den Warnruf ſchnell und iſt bereit.

Sind die Früchte eingeſammelt,
Die Preiſe feſt, dann man ſtammelt,
Ach hätt ich doch wie andre Leut,
Nur auch gekauft, ſetzt ſehr mich reut

Bald ſteht vor uns der Winter lang,
Teuerung dann raſt macht uns bang,
Es muß die Frucht dann der entbehren,
Oer die Ernt’ konnt’ nicht verſtehen.

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Wem’s Kleider=Hörr heut recht nicht macht,
Wird dann erſt ſein voll aufgewacht,
Wenn gegen Preis die Geldtaſch klein,
Die Zeit ihm ſagt, dies muß ſo ſein.

Wer halb geſchenkte War veracht,
Wie ſie bei Hörr im Fenſter lacht,
Wird ſagen dann bei meiner Ehr,
Was bot uns doch der Kleider=Hörr.

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