Darmstädter Tagblatt 1915


Nr. 241., Mittwoch, den 1. September.

[  ][ ]

Bezugspreis:
Anzeigenpreis:
178. Jahrgang
Ausgabe A (mit Illuſtriertem Unterhaltungsblatt)
Die 49 mm breite Petitzeile im Kreiſe Darmſtadt
monatlich 70 Pfg.; Ausgabe B (mit Illuſtriertem
10 Pfg., ausw. 20 Pfg.: Familienanzeigen 30 Pfg.
Unterhaltungsblatt und Illuſtrierter Wochen= verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der wöchentlichen Beilage: die 84mm breite Reklamezeile oder deren Ralim
Chronik) monatlich 90 Pfg. Beſtellungen nehmen
im Kreiſe Darmſtadt 30 Pfg., auswärts 75 Pfg.;
entgegen: die Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23 (Fernſpr.
Rabatt nach Tarif. Anzeigen nehmen entgegen: die
Nr. 1 u. 426), unſere Filialen, Landagenturen u. alle
Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23, die Filialen u. Agen=
Poſtämter. Verantwortlichkeit für Aufnahme vos
turen, Anzeigenexped. des In= und Auslandes. Bei
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Anzeigen an beſtimmten Tagen wird nicht übernom.
Konkurs od. gerichtl. Beitreib. fällt jed. Rabatt weg.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Zeichiner uie urnie Kriegsantente!

Abermals ergeht an das geſamte deutſche Volk die Aufforderung:
Schafft die Mittel herbei, deren das Baterland zur
weiteren Kriegführung notwendig bedarf!
Seit mehr als Jahresfriſt ſteht Deutſchland einer Welt von Feinden gegenüber, die ihm an Zahl weit überlegen
ſind und ſich ſeine Vernichtung zum Ziel geſetzt haben. Gewaltige Waffentaten unſeres Heeres und unſerer Flotte,
großartige wirtſchaftliche Leiſtungen kennzeichnen das abgelaufene Kriegsjahr und geben Gewähr für einen günſtigen
Ausgang des Weltkrieges, den in Deutſchland niemand gewünſcht hat, auf deſſen Entfeſſelung aber die Politik
unſerer heutigen Gegner ſeit Jahren zielbewußt hingearbeitet hat. Aber noch liegt Schweres vor uns, noch gilt
es, alles einzuſetzen, weil alles auf dem Spiele ſteht. Täglich und ſtündlich wagen unſere Brüder und Söhne
draußen im Felde ihr Leben im Kampfe für das Vaterland. Jetzt ſollen die Daheimgebliebenen neue Geldmittel
herbeiſchaffen, damit unſere Helden draußen mit den zum Leben und Kämpfen notwendigen Dingen ausgeſtattet
werden können. Ehrenſache iſt es für jeden, dem Vaterlande in dieſer großen, über die Zukunft des deutſchen
Volkes entſcheidenden Zeit mit allen Kräften zu dienen und zu helfen. Und wer dem Rufe Folge leiſtet und
die Kriegsanleihe zeichnet, bringt nicht einmal ein Opfer, ſondern wahrt zugleich ſein eigenes Intereſſe, indem
er Wertpapiere von hervorragender Sicherheit und glänzender Verzinſung erwirbt.
Darum zeichnet die Kriegsanleihe! Zeichnet ſelbſt und helft die Gleichgültigen aufrütteln! Auf jede, auch
die kleinſte Zeichnung kommt es an. Jeder muß nach ſeinem beſten Können und Vermögen dazu beitragen, daß
das große Werk gelingt. Von den beiden erſten Kriegsanleihen hat man mit Recht geſagt, daß ſie gewonnene
Schlachten bedeuten. Auch das Ergebnis der laut heutiger Bekanntmachung des Reichsbank=Direktoriums zur
Zeichnung aufgelegten dritten Kriegsanleihe muß ſich wieder zu einem großen entſcheidenden Siege geſtalten!

Der Krieg.
Von den Kriegsſchauplätzen. Der Krieg im Orient. Der italieniſche Krieg. Unſere Kartoffelvorräte. Ein Koloß
auf tönernen Füßen. Ruſſiſches. Holland und ſeine Kolonien. Die Balkanſtaaten.

Von den Kriegsſchauplätzen.

* Großes Hauptquartier, 31. Aug.
(W. T. B. Amtlich.)
Weſtlicher Kriegsſchauplatz.
Keine beſonderen Ereigniſſe.
Oeſtlicher Kriegsſchauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeld=
marſchalls
von Hindenburg.
Der Kampf an dem Brückenkopf ſüdlich von
Friedrichſtadt iſt noch im Gange.
Oeſtlich des Njemen dringen unſere Truppen
gegen die von Grodno nach Wilna führende
Eiſenbahn vor. Sie machten 2600 Ge=
fangene
. Auf der Weſtfront der Feſtung Grodno
wurde die Gegend von Nowy=Dwor und
Rusnica erreicht. Bei Gorodok gab der
Feind vor unſerem Angriff ſeine Stellungen
am Oſtrande des Forſtes von Bialyſtok auf.
Heeresgruppe des Generalfeldmar=
ſchalls
Prinzen Leopold von Bayern.
Der Uebergaug über den oberen Narew
iſt ſtellenweiſe bereits erkämpft. Der rechte
Flügel der Heeresgruppe iſt im Vorgehen auf
Pruzana.

Heeresgruppe des Generalfeld=
marſchalls
von Mackenſen.
Die Verfolgung erreichte den Muchawiee=
Abſchnitt. Feindliche Nachhuten wurden ge=
worfen
. 3700 Gefangene fielen in unſere
Hand.
Südöſtlicher Kriegsſchauplatz.
Die Verfolgung der nördlich von Brzezany
durchgebrochenen deutſchen und öſterreichiſch=
ungariſchen
Truppen wurde an der Strypa
ſtellenweiſe durch einen Gegenſtoß ſtarker
ruſſiſcher Kräfte aufgehalten.
Oberſte Heeresleitung.
* Paris, 31. Aug. Der Temps erfährt über die
letzte Beſchießung von Compiégne, daß elf
Granaten in die Stadt fielen und ſehr bedeutenden Sach=
ſchaden
angerichtet haben. Mehrere Häuſer ſeien ernſtlich
beſchädigt worden; Brände, die infolge der Beſchießung
ausbrachen, konnten rechtzeitig gelöſcht werden.
(Zenſ. Bln.) Der Kriegsberichterſtatter des Berl.
Tagebl. im öſterreichiſch=ungariſchen Kriegspreſſequartier
berichtet teilweiſe aus eigener Anſchauung, teilweiſe nach
Mitteilungen, die er an Ort und Stelle empfing, über
die Einnahme von Breſt=Litowsk intereſſante
Einzelheiten. Die Eroberung der Feſtung ſelbſt

und die vorbereitenden Operationen, die bis Ende Juni
zurückgehen, wurden ausgeführt vom preußiſchen Garde=
korps
unter General von Plettenberg, vom 6. öſter=
reichiſch
=ungariſchen Korps unter Feldmarſchalleutnant
Arz, vom 41. und 22. Reſervekorps unter General von
Falkenhayn, dem Bruder des Generalſtabschefs.
Die artilleriſtiſche Arbeit wurde von 15=Zentimeter=Skoda=
Haubitzen und 21=Zentimeter=Krupp=Mörſern geleiſtet.
Die Ankunft der 42=Zentimeter=Mörſer warteten die
Ruſſen nicht mehr ab. Erſt am 26. Auguſt früh gab der
Kommandant von Breſt, General Leimann, die
Feſtung und die Stadt den Mordbrennern
preis. Dieſer Befehl war das Ergebnis des Bombar=
dements
des Vortages. Die K. u. K. Geſchütze des Kali=
ber
15 Zentimeter hatten ſich mit Fliegerhilfe von Dobryn
aus auf Werk 141 bei Koroszyn, die deutſchen 21= Zenti=
meter
=Mörſer ſüdlich Wolka=Dobrynſkaja auf Werk 144
bei Kobylany eingeſchoſſen. In der Morgenfrühe griffen
die Regimenter 9 und 11 der Diviſion 39 des Feldmar=
ſchalleutnants
Hadfy das Werk 144 an, durchſchlugen die
zehnfachen Drahtverhaue mit Spaten und nahmen nach=
einander
drei Reihen Schützengräben. Am Abend des=
ſelben
Tages nahm das öſterreichiſch=ungariſche Infan=
terie
=Regiment Nr. 20 das Fort 141 im erſten Anſturm.
Das 22. deutſche Korps drang in das brennende Zentral=
werk
ein. Ein ungariſcher Offizier überſchwamm den
Bug und hißte in der Feſtungedie Flagge. Ungariſche und
öſterreichiſche Soldaten drangen über die Flußwehr in
die Zitadelle und die Stadt. Unter jedem Fort ſollen
7080 Kilo Ekraſit ſprengbereit liegen, die
Ruſſen wagten aber nicht, ſie zu entzünden, um nicht ſelbſt

[ ][  ][ ]

in die Luft geſprengt zu werden. Die Geſchütze hatte der
Feind bis auf wenige ältere tagelang vorher fortgeſchafft.
Bei den gefallenen Ruſſen ſah der Korreſpondent ſelbſt
amerikaniſche Wincheſtergewehre, Modell 95, und japaniſche
Munition ohne Firmabezeichnung mit der Aufſchrift in
japaniſchen und ruſſiſchen Lettern: Vorſicht! Vor Näſſe
zu bewahren! Alle Vorräte waren mit Petroleum durch
tränkt, zum Anzünden bereit. Die Stadt ſelbſt war
ausgebrannt und von den 55000 Einwohnern war
nur ein jüdiſcher Bürger mit ſeiner Frau und ſeinen vier
Kindern zurückgeblieben. Die Truppen vermochten in der
Stadt nicht einmal Unterkunft zu finden und zogen ſofort
weiter.

Der Krieg im Orient.

Gewaltige engliſche Verluſte.
* Konſtantinopel, 30. Aug. (Zenſ. Frkf.
Die geſtrigen Kämpfe am Nordabſchnitt der Suvla
bucht, die mit einem großen Siege der türki=
ſchen
Waffen endeten, bedeuten den Höhepunkt der
ſeit dem 6. Auguſt dort eingeſetzten Operationen. Der
geſtrige und vorgeſtrige Tag koſteten den Englän=
dern
bei mäßiger Schätzung 10000 Tote und min=
deſtens
die gleiche Anzahl Verwundeter. An
beiden Tagen leitete Lord Hamilton perſönlich den
Kampf. Die engliſche Abſicht war, ſich der Höhen von
Kiritſch Depe zu bemächtigen, um dann nach Anaforta
durchzuſtoßen. Auf dieſe Weiſe wollten die Engländer
eine geſicherte Baſis für ihre ſpäteren, im Rücken der
türkiſchen Stellungen gedachten Bewegungen gegen Mai=
dos
erobern. Mit einem Ungeſtüm und Heldenmut ohne=
gleichen
vernichteten die türkiſchen Diviſionen dieſen
kühnen Plan.
Die geſtrigen und vorgeſtrigen Taten der türkiſchen
Armee ſtehen in ihrer Bravour ohnegleichen da. Groß
und berechtigt iſt die Freude über dieſen Erfolg. Nach
ungefährer Schätzung fielen an den beiden Tagen un=
gefähr
600 engliſche Offiziere. Von den ſeit
dem 6. Auguſt in der Suvlabucht gelandeten fünf In=
fanterie
=Diviſionen gehören drei der neufor
mierten Armee Kitcheners und zwei den Territorial= Divi=
ſionen
an; ferner wurde eine Kavallerie=Diviſion ohne
Pferde, die wie Infanterie verwendet wird, gelandet
Insgeſamt waren es 100000 Mann. Die Kavall=
lerie
=Diviſion, die während der Kämpfe faſt voll=
ſtändig
aufgerieben wurde, ſteht unter dem Kommando
von Lord Longfield. Die türkiſchen Truppen brachten
in dieſen äußerſt harten Kämpfen überall das Vorgehen
der Engländer zum Stillſtand. Die ganze Stellung der
Engländer iſt jetzt umſchloſſen von einer ſtarken, überhö=
henden
türkiſchen Poſition. Die türkiſche Afrmee
iſt an allen Punkten im feſten Beſitz der Höhen,
während die Engländer jetzt tief unter den Türken auf
den zum Meere abfallenden Hängen ſitzen. Die Ver=
luſte
der Engländer betragen ſeit dem 6. Auguſt
an Toten und Verwundeten mehr als 50000 Mann.
Aus den Ausſagen der engliſchen Gefangenen geht
hervor, daß dort bis vorgeſtern nichts von dem Falle
Warſchaus, geſchweige der anderen Feſtungen bekannt
war. Dagegen wurde den engliſchen Truppen einge=
redet
, daß die ruſſiſche Armee die Eingänge zum Bos=
porus
beſetzt habe, und beide Armeen ſich vereinigen ſoll=
ten
. Die engliſchen Gefangenen wollten gar nicht glau=
ben
, daß ſie belogen worden ſeien. Bemerkenswert iſt,
daß im Gegenſatz zu den erſten Monaten ſich jetzt

zahlreiche Engländer gefangen nehmen
laſſen. (Frkf. Ztg.)
* Konſtantinopel, 30. Aug. (Meldung des
Wiener K. K. Telegraphen=Korreſpondenzbureaus.) Die
Nachricht von dem großen Siege an den Dar=
danellen
wurde hier mit ungeheurem Jubel aufgenom=
men
. Die Stadt trägt reichen Flaggenſchmuck.
* Berlin, 31. Aug. Der Voſſiſchen Zeitung wird
aus Konſtantinopel zu den letzten für den Feind
ſo überaus verluſtreichen Kämpfen auf Gal=
lipoli
gemeldet: Auch die größten Opfer, die der
Feind bringt, ſind nutzlos. Unſere Stellungen bei Ana=
forta
und Ari Burnu ſind ſo unvergleichlich ſtark aus=
gebaut
, daß auch mit einer bedeutenden Uebermacht nichts
auszurichten iſt. Die letzten Unterſtützungen, die die
Engländer nach Gallipoli gebracht haben, ſind bereits
aufgezehrt. Schon ihre Landung koſtete ihnen ſchwere
Opfer. Ihre Verluſte in den Kämpfen am letzten Sams=
tag
dürften ſich auf 40000 Mann belaufen, darunter
verhältnismäßig viele Offiziere. Engliſche Gefangene
geben zu, daß man die Opferwilligkeit der türkiſchen
Soldaten weit unterſchätzt hat.
Enver Paſcha über die Lage.
* Der türkiſche Kriegsminiſter Enver Paſcha
äußerte zu dem Berichterſtatter des Az Eſt: Das italie=
niſche
Eingreifen in den Kampf der Verbün=
deten
wird nicht viel bedeuten. Wir werden jetzt die tri=
politaniſche
Ohrfeige zurückgeben. Ich weiß, daß die
Kämpfe in Tripolitanien für die Italiener ſehr verluſt=
reich
ſind, denn das Volk haßt die Italiener. Wenn wir
dort den heiligen Krieg offiziell verkünden, werden die
Senuſſi die Italiener vor ſich herfegen. Italiens harrt
ein neues Abeſſinien. Ich weiß davon, daß die Ita=
liener
in Kleinaſien, landen wollen; wir ſind dar=
auf
vorbereitet und wir erwarten mit Vertrauen alle
weiteren Entwickelungen. Auf Gallipoli iſt es dem
Feinde nicht an einer einzigen Stelle gelungen, vorzu=
dringen
. Die Flotte iſt untätig. An der Kaukaſusfront
verteidigen wir uns auch mit Erfolg. Terrainſchwierig=
keiten
erklären es, daß wir uns auf die Defenſive be=
ſchränken
. Unſere Truppen ſind gegen Perſien
vorgedrungen. Die Engländer dringen vom Perſiſchen
Golf gegen Bagdad vor. Es ſtellt ſich aber heraus, daß
wir dort gerade ſo gut ſtehen wie anderswo. Im Ye=
men
kämpfen unſere braven Truppen, zumeiſt Araber,
mit vollem Erfolge. Unſer Verhältnis zu Bul=
garien
iſt ein unverändert freundſchaftliches und auch
die Erörterung der griechiſchen Frage iſt ganz normaler
Natur.

Der italieniſche Krieg.

Die italieniſchen Kriegskoſten.
* Die Turiner Stampa veröffentlicht folgende Zif=
fern
über die Kriegskoſten Italliens im Julf
1915: Landheer 460 Millionen Lire, Marine 50 Millio=
nen
; dazu Ausgaben für die Kolonien 69 MMillionen,
total 579 Millionen Lire. Dieſe Zahlen bedeuten indeſſen,
wie das Blatt ſchreibt, nur die im Juli gemachten Zah=
lungen
; die wirklichen Koſten ſind bedeutend größer.
Während die Kriegskoſten im Juni 463 Millionen be=
trugen
, ſtiegen ſie im Juli auf 510 Millionen an; in bei=
den
Monaten zuſammen wurden alſo für den euro=
päiſchen
Krieg, ohne die Kolonien, 973 Millionen Lire

ausgegeben. Mit den neuen Truppenaufgeboten wer=
den
die monatlichen Ausgaben mindeſtens eine halbe
Milliarde erreichen. Bis Ende des Jahres wird der
Krieg rund 6 Milliarden aufgezehrt haben. Zur Deckung
der Ausgaben ſtehen zur Verfügung die beiden Staats=
anleihen
von 2½ Milliarden; daneben wird England
wahrſcheinlich einen Kredit von ungefähr einer Milliarde
zu 4½ Prozent für Zahlungen im Ausland bereitſtel=
len
, ſodaß bis Ende Dezember noch drei Milliarden we=
nigſtens
aufgebracht werden müſſen. Vorläufig behilft
ſich die Regierung mit der Erhöhung der Banknotenaus=
gabe
, deren Betrag im Juni 1634, im Juli 1859 Millio= war, alſo um 225 Millionen zunahm. Der Notenum=
lauf
kann aber nicht ohne Gefahr vermehrt werden; da=
her
wird notwendigerweiſe eine neue große nationale
Anleihe vorbereitet werden müſſen, die vorteilhaft zu er=
gänzen
wäre durch eine Kreditoperation im Ausland,
insbeſondere in den Vereinigten Staaten, wo zurzeit un=
geheure
Gewinne gemacht werden und große Summen
flüſſig ſind.
Die erſte italieniſche Fahne.
* Berlin, 31. Aug. Den Innsbrucker Nachrichten
zufolge wurde bei den letzten Maſſenkämpfen in Südtirol.
die erſte italieniſche Fahne erbeutet. Sie
wurde von einem Zugführer nach Innsbruck gebracht,
der ſie nach dem Landesverteidigungskommando trug.
Zur Lage in Tripolitanien.
* Paris, 31. Aug. Der Temps meldet aus Kairo:
Man meldet von zuſtändiger Seite, daß der Großſenuſſe
an der Spitze von etwa 10000 Mann, mit Geſchützen und
Maſchinengewehren ausgerüſtet, von deutſchen und türki=
ſchen
Offizieren befehligt, gegen Tripolitanien
marſchiert. Die italieniſche Regierung hat Verſtär=
kungen
nach der Stadt Tripolis entſandt, wo die Lage
ſicher ſein ſoll.
Arbeiterbewegung in Italien.
* Mailand, 30. Aug. Nach dem Secolo hat die
Vereinigung der Malländer Eſiſengießerei=
arbeiter
am 29. Auguſt die Gewerkſchaftsleitung zu
Verhandlungen mit einzelnen Firmen ermächtigt und für
den Fall eines Fehlſchlags einen allgemeinen oder Teil=
ausſtand
in Ausſicht genommen. Der allgemeine
Ausſtand iſt beſchloſſen, falls die politiſchen Behörden
die Arbeiterintereſſen durch reaktionäre Maßregeln ſchä=
digen
ſollten.

Zahlungspflicht in Warſchau.

O Berlin, 30. Aug. Der Gouverneur von
Warſchau, General v. Etzdorf, hat alle von der
ruſſiſchen Regierung erlaſſenen Verbote der Zahlungen an
deutſche, öſterreichiſch=ungariſche und türkiſche Untertanen
aufgehoben; wer ſich auf jene Verbote beruft und die Ver=
pflichtungen
gegen die genannten Staatsangehörigen nicht
erfüllt, iſt mit Strafe bis zu fünf Jahren Gefängnis be=
droht
. Dieſe Maßnahme des Gouverneurs wird inner=
halb
der deutſchen Geſchäftswelt, die in Warſchau be=
trächtliche
Außenſtände haben dürfte, mit großer Befrie=
digung
begrüßt werden. Das Vorgehen des Gouverneurs
v. Etzdorf berechtigt aber auch zu der Hoffnung, daß in
abſehbarer Zeit die gleiche Maßnahme für ganz Ruſſiſch=
Polen getroffen wird. Sobald dies im Einvernehmen
mit den zuſtändigen öſterreichiſch=ungariſchen Stellen ge=

Himmelserſcheinungen
im September.

A. K. Am 24. September, um 4 Uhr 24 Minuten vor=
mittags
, überſchreitet die Sonne in ihrer ſcheinbaren
Jahresbahn den Aequator von Norden nach Süden. Der
Kalender verzeichnet an dieſem Zeitpunkte den Uebertritt
der Sonne aus dem Zeichen der Jungfrau in das der
Wage‟. Das heißt aber keineswegs, daß die Sonne am
24. September aus dem Tierkreisſternbilde der Jungfrau
in das der Wage gelange. Durch die allgemeine Prä=
zeſſion
, d. h. das Vorrücken der Nachtgleichenpunkte in der
Ekliptik um jährlich 50.26, hat ſich nämlich die Lage der
Tierkreisbilder gegen die ihnen urſprünglich eigenen Zei=
chen
ſeit deren allgemeiner Feſtlegung, alſo ſeit der Zeit
Hipparchs, um etwa die Breite eines ganzen Sternbildes
verſchoben, ſo daß die Sonne am Frühlingsanfang nicht
mehr im Widder ſondern bereits weit zurück im ſüd=
weſtlichen
Teil der Fiſche und dementſprechend am
Herbſtanfang nicht mehr in der Wage ſondern im weſt=
lichen
Teil der Jungfrau (nahe weſtlich vom Sterne
Eta dieſes Bildes) ſteht. Am Tage des Aequatorſtandes
der Sonne iſt auf der ganzen Erde Tag und Nacht gleich
lang, auf den 24. September fällt alſo das Herbſt=
Aequinoktium, mit dem der Herbſt auf der Nord=
halbkugel
beginnt. Die Deklination der Sonne beträgt
am 1. September noch 8 36 12.9, am 24. September
iſt ſie gleich 0' und am 30. September hat ſie bereits den
negativen Wert von 2' 2749."0. Um den Betrag von
11*4 vermindert ſich demgemäß die Mittagshöhe der
Sonne; dieſe nimmt ab für die geographiſche Breite von
54 (Norddeutſchland) von 44'36 bis auf 33032 für die
Breite von 51 (Mitteldeutſchland) von 4736 bis auf
36032', und für die Breite von 48 (Süddeutſchland und
Oeſterreich, etwa Wien) von 50 36' bis auf 390 32'. Der
Verkleinerung der Tagbogen der Sonne entſpricht wieder
eine Verkürzung der Tageslänge im nördlichen
und im mittleren Gebiet von 13¾ bis auf 11¾ Stunden
und im ſüdlichen Gebiet von faſt 13½ bis auf nahezu 11¾
Stunden.
Der Mond wechſelt im September ſeine Geſtalt zu
folgenden Zeiten: Letztes Viertel am 1., um 3 Uhr 57 Min.
nachm., Neumond am 9., um 11 Uhr 53 Min. vorm., Erſtes
Viertel am 16., um 8 Uhr 21 Min. vorm., und Vollmond
am 23., um 10 Uhr 35 Min. vorm. Er befindet ſich am
1. September, um 10 Uhr 2 Min. nachm., in Erdferne bei
einem Abſtande von 63.4 Erdhalbmeſſern, am 14. Septem=
ber
, um 4 Uhr 3 Min. nachm., in Erdnähe bei einem Ab=
kande
von 57.9 Erdradien, und am 29. September, um 5

Uhr 8 Min. nachm., abermals in Erdferne bei einem Ab=
ſtande
von 63.5 Erdradien von je 6378 Kilometern. Stern=
bedeckungen
durch den Mond ereignen ſich drei, ſämtlich
am 28. September, und zwar wird bedeckt der Stern 19 des
Stiers (Größe 4.4): Eintritt für Berlin um 4 Uhr 35.5
Minuten vorm. und Austritt um 5 Uhr 48.1 Min. vorm.,
bald darauf der Stern 20 des Stiers (Größe 3.9): Ein=
tritt
um 5 Uhr 18.6 Min. vorm. und Austritt um 5 Uhr
44.2 Min. vorm. die Sonne geht aber ſchon gegen 6 Uhr
auf ſchließlich der Stern Chi des Stiers (Größe 5.5):
Eintritt um 8 Uhr 25.3 Min. nachm. und Austritt um
9 Uhr 19.5 Min. nachm.
In den frühen Morgenſtunden des September kann
nan am Oſthimmel das Zodiakallicht ( Tierkreis=
licht
) als eine vom Horizont aufſteigende, ſchräg nach rechts
geneigte hohe Lichtpyramide beobachten. Der zarte, milch=
weiße
Schimmer iſt aber nur in mondſcheinloſen Nächten
(Morgen), alſo insbeſondere in der Zeit vom 8. bis 21.
September, und nur fern von künſtlicher Beleuchtung, im
Freien, deutlich wahrzunehmen; klares Wetter iſt natürlich
die Hauptbedingung. Am hellſten erſcheint der Lichtkegel
in der Zeit von 2 bis 1 Stunde vor Sonnenaufgang. Im
Februar und März tritt das Zodiakallicht am Abend=
himmel
am kräftigſten hervor; zu dieſen Zeiten bildet näm=
lich
die Ekliptik mit dem Horizont den größten Winkel, der
ſich in der Ekliptik ausbreitende Lichtkegel ſteigt daher im
Februar und September am ſteilſten empor.
Von den mit unbewaffnetem Auge ſichtbaren Haupt=
planeten
ſind im September drei, Mars, Jupiter und
Saturn, ganz vorzüglich zu beobachten: Mars und Saturn
nahe beieinander von Mitternacht bis Morgen und Ju=
piter
während der ganzen Nacht. Merkur, der zwar
am 28. September um 6 Uhr vormittags, ſeine größte öſt=
liche
Ausweichung von der Sonne hat, iſt wegen ſeiner
tiefen Stellung nur ſchwer in der Abenddämmerung zu er=
kennen
. Am 16., um 1 Uhr nachm., befindet er ſich in
Sonnenferne. Sein Erdabſtand nimmt von 1.31 bis auf
0.95 Erdbahnhalbmeſſer oder Einheiten von 149.48 Mil=
lionen
Kilometern ab, ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von
5.1 bis auf 7."1 zu. Am 11., um 7 Uhr vormittags, hat
der Mond mit Merkur Konjunktion, und am 21., um 4
Uhr nachmittags, gelangt der Planet in außerordentliche
Nähe des Fixſterns 1. Größe Spica im Bilde der Jung=
frau
beider Abſtand beträgt nur 1 Bogenminute. Am
Abend dieſes Tages, wie auch ſchon an den vorhergehen=
den
und den folgenden Abenden, wird daher das Geſtirn=
paar
für gute Augen als ein Stern erſcheinen. Venus,
die am 12. September, um 7 Uhr nachmittags, ihre obere
Sonnenkonjunktion erreicht, bleibt unſichtbar. Ihr Erd=
abſtand
beträgt 1.72, zuletzt 1.71 Einheiten, ihr Scheiben=
durchmeſſer
zuerſt 9.7, dann 9.8. Mars bewegt ſich

rechtläufig im Bilde der Zwillinge und geht während
des ganzen Monats um Mitternacht im Oſtnordoſten auf.
Er nähert ſich der Erde weiter von 1.74 bis auf 1.56 Ein=
heiten
, ſein ſcheinbarer Durchmeſſer wächſt dadurch von
5."4 bis auf 6."0; um ſeine Scheibennatur zu erkennen,
bedarf man alſo vorläufig noch eines kräftigeren Inſtru=
mentes
. Mars hat am 4. September, um 8 Uhr vormit=
tags
, mit dem Monde Konjunktion, deſſen abnehmende
Sichel während der vorangehenden Nacht nördlich von
dem rötlich leuchtenden Planeten weilt. Ferner hat
Mars eine bemerkenswerte Konjunktion mit Saturn, dem
er ſich am 10./11. September, um 12 Uhr mitternachts, bis
auf 1*9' von Norden her nähert. Da ſich der nahe Mars
nicht nur ſcheinbar, ſondern auch wirklich viel ſchneller be=
wegt
als der entlegene Saturn, überholt er dieſen Pla=
neten
von Weſten nach Oſten, befindet ſich infolgedeſſen
vor dem 10. September nordweſtlich (rechts oben), nach
dieſem Tage aber nordöſtlich (links oben) vom Saturn.
Es ſei auf das ſchöne Phänomen beſonders aufmerkſam
gemacht. Jupiter wandert Mitte September in rück=
läufiger
Bewegung aus dem Bilde der Fiſche in das
des Waſſermannes, er gelangt am 17., um 12 Uhr mit=
tags
, in Oppoſition, kulminiert zuerſt kurz nach 1 Uhr
vorm., zuletzt um 11 Uhr nachm., am 17. um Mitternacht
und bleibt während der ganzen Nacht als hellſtes Geſtirn
ſichtbar. Die Erdabſtände des Jupiters ſind am 1. Sep=
tember
4.00, am 17. 3.96 und am 30. 3.98 Einheiten; der
Scheibendurchmeſſer des Planeten beträgt am 1. 45.6, am
17. 46.%0 und am 30. wieder 45.6. Am 23. September, um
2 Uhr vorm., kommt der Mond mit Jupiter in Konjunk=
tion
, der Vollmond glänzt während dieſer Nacht ober=
halb
des ſtrahlenden Planeten. Saturn zieht im
Bilde der Zwillinge langſam ſeine Bahn rechtläufig
weiter, geht wie Mars gegen Mitternacht im Oſtnordoſten
auf und bleibt dann bis Tagesanbruch ſichtbar. Sein Erd=
abſtand
verkleinert ſich von 9.57 bis auf 9.13 Einheiten,
ſein ſcheinbarer Durchmeſſer vergrößert ſich deshalb von
16.1 bis auf 16.8; die Achſen des Ringſyſtems haben
Mitte September die Werte 40."2 und 16.5. Am 4. Sep=
ember
, um 3 Uhr nachm., hat der Mond mit Saturn Kon=
junktion
, der Mond ſteht dabei nördlich von dem Planeten.
Wie oben erwähnt wurde, hat der Mond am Vormittage
es 4. September ſchon mit Mars Konjunktion, die drei
Geſtirne bilden ſomit nachts eine ebenſo auffallende wie
ſchöne Anordnung. Der in der Nacht vom 10. zum 11.
September ſtattfindenden Konjunktion von Saturn und
Mars haben wir gleichfalls ſchon gedacht. Uranus,
der ſich rückläufig im Bilde des Steinbocks bewegt, geht
etwa 2½ Stunden dem Jupiter voran; er kulminiert an=
änglich
um 10 Uhr 22 Min., am Monatsſchluſſe ſchon um
8 Uhr 25 Min. nachm. Von ihm entfernt ſich die Erde von

[ ][  ][ ]

ſchehen iſt, darf wohl darauf gerechnet werden, daß die
Eiſenbahnaktiengeſellſchaften und Land=
ſchaftsverbände
Ruſſiſch=Polens die im Laufe des
Krieges fällig gewordenen, bisher nicht bezahlten Zin=
ſen
demnächſt an die deutſchen Staatsangehörigen uſw.
auszahlen. Polniſche Eiſenbahn=Obligationen, z. B. der
Warſchau=Wiener Bahn, polniſche Pfandbriefe uſw. ſind
an der Berliner Börſe in großen Beträgen eingeführt und
befinden ſich ſeit langen Jahren im Beſitz deutſcher Reichs=
angehöriger
. Je ſchneller die während des Krieges nicht
eingelöſten Zinsſcheine zur Auszahlung an die deutſchen
Staatsangehörigen gelangen, um ſo größere Beträge können
davon zur Zeichnung auf die neue deutſche Kriegs=
anleihe
verwendet werden. Da die Zentralmächte faſt
ganz Ruſſiſch=Polen ſchon feſt in der Hand haben, iſt ein
Vorgehen im Sinne der eingangs mitgeteilten Maßregel
des Gouverneurs von Warſchau vermutlich nur eine
Frage der Zeit.

Unſere Kartoffelvorräte für das neue
Erntejahr.

* Der Frkf. Ztg. wird aus Berlin gemeldet: Nach
den günſtigen Ausſichten, die die Kartoffel=
ernte
bisher bietet, darf man mit einem Ernteertrag
von 450 bis 500 Millionen Doppelzentner
rechnen. Davon ſind für die menſchliche Ernäh=
rung
etwa 150 Millionen Doppelzentner erforderlich,
zur Trocknung und gewerblichen Verwendung 50 Mil=
lionen
und für Saatkartoffeln 70 Millionen Doppelzent=
ner
. Es können mithin vorausſichtlich etwa 200 bis 230
Millionen Doppelzentner der Kartoffeln für Futter=
zwecke
zur Verfügung ſtehen. Dazu kommen nicht
unerhebliche Reſerven aus der vorigen Ernte. Die
Reichsſtelle für Kartoffelverſorgung hatte nach Deckung des
Bedarfs der Kommunalverbände und des Heeresbedarfs
noch 4 Millionen Doppelzentner zur Verfügung, die der
Verarbeitung zugeführt werden konnten. Es wurden
davon zu Kartoffelſchnitzel 0,5 Millionen Doppelzentner
verarbeitet. Der Reſt des Ueberſchuſſes wurde mit 1,8
Millionen Doppelzentner zu Stärke, und 0,8 Millionen
Doppelzentner zu Branntwein verwertet.

Ein Koloß auf tönernen Füßen.

G* Als im Jahre 1905 die ruſſiſche Duma zum erſten
Male zuſammentrat, entpuppte ſich zum großen Staunen
der Welt Rußland als das, was es wirklich iſt, als Natio=
nalitätenſtaat
, bunter und zuſammengewürfelter als
Oeſterreich=Ungarn. Außer den Ukrainjern waren nicht
weniger als 15 verſchiedene Nationen zum Teil mit einer
ganzen Anzahl von Abgeordneten vertreten. Im Auslande
achtete man weniger auf dieſe Tatſache, die eine bedenk=
liche
Schwäche des ruſſiſchen Rieſen aufdeckte. Wohl aber
erkannte das echte Ruſſentum die drohende Gefahr und
ſchuf ſich im Panſlawismus eine Waffe gegen die ein=
zelnen
Nationalitäten, unter denen die Ukrainjer am
gefährlichſten erſchienen.
Die Ukrainja umfaßt die reichſten Landſtriche Ruß=
lands
, das Gebiet der ſogenannten ſchwarzen Erde‟. Die
Bewohner, von den Ruſſen ganz willkürlich Kleinruſſen
genannt in Oeſterreich heißen ſie richtiger Ruthenen
bilden ein Volk von 32 Millionen Köpfen, das
ſeit vielen Jahrhunderten in den weiten, außerordentlich
fruchtbaren Ebenen zwiſchen dem Kaſpiſchen und Schwar=
zen
Meer, dem Kaukaſus und den Karpathen und den
Rokitnoſümpfen anſäſſig iſt. Das Gebiet hat eine Aus=
dehnung
von über 800000 Quadratkilometern.
Ethnographiſch und ethnologiſch hat man ſtreng zu
ſcheiden zwiſchen dem moskowitiſchen Ruſſentum,
das aus mongoliſch=finniſchen Elementen zu=
ſammengeſetzt
iſt und ein Eroberungsvolk darſtellt, deſſen

Entwickelung vorwiegend aſiatiſche Züge aufweiſt und
deſſen Schwerpunkt ſtets nach Aſien neigte. Die Ukrainjer
ſtellen das rein ſlawiſche uranſäſſige Bevölkerungselement
dar, als ſolches den Germanen wenigſtens entfernt ſtamm=
verwandt
, und neben den Polen derjenige Zweig der
ſlawiſchen Völkerfamilie, der ſtets für weſteuropäiſche
Kultur am zugänglichſten war. Jahrhundertelang bil=
deten
die Ukrainjer ein nach Raſſe, Geſchichte und Sprache
ſelbſtändiges Volk, das in erbittertem Kampfe mit den
gewaltſam vordringenden moskowitiſch=aſiatiſchen Horden
lag. Die Schlacht von Pultawa, in der Karl XII. von
Schweden, verbündet mit dem Hetman der Ukrainjer
Mazeppa, im Jahre 1709 von Peter dem Großen ver=
nichtend
geſchlagen wurde, machte der politiſchen Selb=
ſtändigkeit
der Ukrainja ein Ende. Das Land wurde ruſ=
ſiſche
Provinz. Und erſt mit dieſer Angliederung des
weiten ukrainjiſchen Gebiets wurde Rußland zur Groß=
macht
, zu einer Großmacht, deren unerſättliche Eroberungs=
gier
im Laufe der Geſchichte zur furchtbarſten Gefahr für
Weſteuropa und weſteuropäiſche Kultur wurde. Und wie
die Geſchichte uns zeigt, wie dieſe Gefahr entſtand, ſo lehrt
ſie uns auch, wie der drohende Alb abzuſchütteln und
Europa vor aſiatiſch=finniſcher Barbarei zu bewahren iſt:
durch Abtrennung der Ukrainja von Ruß=
land
.
Schon ſeit vielen Jahrzehnten iſt die ukrainjiſche
Volksſeele zu neuem Leben erwacht; das ukrainjiſche Na=
tionalgefühl
iſt lebendig geworden gegen ſeine Unter=
drücker
, obwohl es Rußland meiſterhaft verſtand, mit
ſeinen bekannten und erprobten menſchlichen und noch viel
mehr unmenſchlichen Mitteln die 32 Millionen Ukrainjer
zu knechten und zu unterdrücken. Aber die Ruſſifizierung
gelang nur zum Teil. Namentlich mißlang die Unter=
drückung
der ukrainjiſchen Sprache, als des ſtärkſten Teils
des Volkstums. Schulen, Bibliotheken, Zeitſchriften, im
national=ukrainjiſchem Sinne geleitet, arbeiteten erfolg=
reich
dagegen. Taras Schewtſchenko, der klaſſiſche
nationale Dichter der Ukrainja vor allen, trug ungeheuer
viel zur Belebung des rutheniſchen Nationalgefühls bei.
Rußland erkannte wohl die gewaltige Gefahr, die hier
heraufzog: die drohende Loslöſung der Ukrainja von
Rußland und dieſe war das Ziel, auf das die ruthe=
niſchen
Patrioten hinarbeiteten mußte das moskowi=
tiſche
Rieſenreich ins Herz treffen. In der Ukrainja lag
und liegt ja der Schwerpunkt des ruſſiſchen Wirtſchafts=
lebens
. Aber es gelang den Ruſſen nicht, die nationale
Wühlarbeit zu unterdrücken. Die Führer der Bewegung
gingen nach Wien und Lemberg und arbeiteten von dort
aus unermüdlich weiter. In Lemberghatte der Bund
zur Befreiung der Ukrainja ſeinen Sitz, und
von hier aus erging jener Aufruf, der klar und deutlich
auf die tödliche Stelle Rußlands hinweiſt: Ohne die
Bildung einer unabhängigen Ukrainja
wird auch die ſchwerſte Niederlage Ruß=
lands
nur ein unzulänglicher Hieb ſein.
Nur eine freie, mit dem Dreibund verknüpfte Ukrainja
kann durch ihr ungeheures, von den Karpathen bis zum
Schwarzen Meer reichendes Gebiet ein natürliches Hemm=
nis
gegen ruſſiſche Eroberungsluſt abgeben.
In klarer Erkenntnis der von der Ukrainja her dro=
henden
Gefahr verſuchte Rußland daher, bei Beginn des
Krieges Galizien und die Bukowina, den Herd der ukrain=
jiſchen
Propaganda, in ſeine Hand zu bekommen. Daher
die ruſſiſche Erklärung, an der Eroberung Oſtpreußens
ſei weniger gelegen als an der Eroberung Galiziens, da=
her
die Aufopferung der beſten ruſſiſchen Streitkräfte in
den Karpathen. Daher die nach der Eroberung von
Przemysl unmittelbar folgenden gewalttätigen Ruſſifi=
zierungsverſuche
des berüchtigten Grafen Bobrinski. Doch
all das blieb dank dem Heldenmute deutſcher und öſter=

reichiſch=ungariſcher Truppen nur vorübergehende Epiſode.
Heute ſieht ſich das ukrainjiſche Volk ſeinem Ziele näher
denn je. Die ruſſiſche Gefahr, die uns mit der rieſigen
Bevölkerungszunahme von 3 Millionen jährlich zu er=
droſſeln
droht, kann nur durch eine Zerſtückelung des mos=
kowitiſchen
Reiches abgewendet werden. Und dieſe Zer=
ſtückelung
wird von allein kommen, wenn die tönernen
Füße des Koloſſes zuſammenbrechen. Mazeppa, der
letzte Held der Ukrainjer, wurde am Schweif eines Roſſes
in den Steppen zu Tode geſchleift, wie jedes Volk, das
auf die Dauer Rußland nicht zu widerſtehen vermag,
von den ruſſiſchen Roſſen zu Tode geſchleift wird. Jetzt
iſt die Zeit gekommen, die moskowitiſchen Barbaren ein
für allemal zurückzujagen in die Steppen, aus denen ſie
herkamen, und damit europäiſche Kultur vor völliger Ver=
nichtung
zu bewahren.

Ruſſiſches.

Hinterliſtige Verſuche der Feinde.
* Die Leitung des ruſſiſchen Großen Ge=
neralſtabes
veröffentlicht folgende intereſſante Mit=
teilung
:
Unter den unwürdigen Kampfmitteln, zu denen die
Feinde in dem gegenwärtigen Kriege Zuflucht nehmen,
heben wir folgendes hervor: Es ſind Verſuche unter=
nommen
worden, durch Vermittelung neutraler Länder
lügenhafte und empörende Aufrufe zu
verbreiten, welche die deutſchen Siege in
übertriebenen Farben ſchildern. Die Feinde
bemühen ſich, die öffentliche Meinung im Sinne der Not=
wendigkeit
eines Friedensſchluſſes zu bearbeiten.
Um die Zenſur an der Beſchlagnahme dieſer Aufrufe
zu verhindern, werden ſie insgeheim in verſchiedene im=
portierte
Gegenſtände verſteckt, um keinen Argwohn zu er=
wecken
, und im Publikum verkauft. Derartige Aufrufe
wurden gefunden: In Blocks mit photographiſchen Pa=
pieren
der Firma Photofix und in Umſchlägen von Kar=
tons
mit millimetriſchen Blocks für Architekten, Inge=
nieure
der polytechniſchen Schule von der Firma Ri=
naldo
u. Co verbreitet wurden dieſe Aufrufe ferner in
fingierten Schokoladetafeln der Fabrik Cailler und an=
derer
Häuſer. Die von ſogenannten Freunden verbrei=
teten
Aufrufe bilden eine böswillige Entſtellung der
wirklichen Lage und zielen darauf hin, unter der Be=
völkerung
Ruheſtörungen und Beſorgniſſe
hervorzurufen. Die Leitung des Großen Generalſtabes
betrachtet es als ihre Pflicht, das Publikum über die
wahre Herkunft und Bedeutung derartiger Aufrufe auf=
zuklären
, in der feſten Ueberzeugung, daß der große
Mut des ruſſiſchen Volkes nicht durch die un=
würdigen
hinterliſtigen Verſuche der Feinde erſchüttert
und daß alle ähnlichen Ränke von dem ruſſiſchen Volke
entſprechend eingeſchätzt werden.
Neue Maßregeln.
* Petersburg, 30. Aug. Rjetſch verlangt, daß
die neue Regierung mit den Maßregeln Makla=
kows
ernſtlich aufräumt. Bis jetzt ſei nichts ge=
ſchehen
, insbeſondere habe die Zenſur die Erörterungen
der Amneſtie völlig verhindert, deren Durchführung der
Rjetſch verlangt, als Zeichen der Ausſöhnung zwiſchen
Regierung und Volk.
Sündenböcke.
* Petersburg, 30. Aug. Rjetſch meldet aus
Wladiwoſtok: Das Kriegsgericht hat den Komman=
danten
des von der Emden verſenkten Kreuzers
Schemtſchug wegen Nachläſſigkeit im Dienſt zu
3 Jahren und den erſten Offizier zu 1½ Jahren Gefäng=
nis
und Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte verur=
teilt
.
Die Flüchtlinge in Petersburg.
T.U. Wien, 31. Aug. Wie die Reichspoſt auf indi=
rektem
Wege aus Petersburg meldet, hat die Zahl der in
Petersburg eingetroffenen und behördlich gezählten

19.00 bis auf 19.31 Einheiten; der Scheibendurchmeſſer des
Planeten beſitzt den Winkelwert von 4.3. Genaue Oerter
des Uranus ſind am 1. September AR (Rektaſzenſion)
21h 1m 37s und D (Deklination) 1740' 27 am 29.
September AR 20h 58m 31s und D 1705253: man
findet ihn alſo nahe nördlich des ein wenig helleren Stern=
chens
Theta im Steinbock Neptun, rechtläufig im
Krebs wird am Morgenhimmel wieder für ſtärkere In=
trumente
ſichtbar. Er kulminiert zuerſt kurz nach 9½, zu=
letzt
um 7¾ Uhr vorm. Seine Erdabſtände betragen am
1. September 30.81 und am 30. September 30.43 Einhei=
en
, ſeine Scheibe erſcheint nur unter dem kleinen Winkel
von 2.5. Genaue Oerter des Neptun ſind am 1. AR
8h 14m 54.7s und D 19031'3.9, am 29. AR 8h 17m
55.8s und D 19'21'22.5; er ſchimmert daher zwiſchen
dem Sternchen Ti und dem Sternhaufen der Krippe im
Krebs
Am Fixſternhimmel, deſſen Glanz in der erſten
Monatshälfte vom Mondlicht nicht beeinträchtigt wird,
treten die durch helle Geſtirne beſonders ausgezeichneten
Winterſternbilder immer früher, wiewohl zunächſt noch am
frühen Morgen, hervor. Wenn wir abends gegen 10 Uhr
unſeren Blick gen Oſten wenden, iſt von ihnen noch nicht
viel zu ſehen. Der Widder, gefolgt vom Stier ſteigt
im Oſten herauf, ſpäter kommt im Südoſten der Orion
zum Vorſchein, während im Nordoſten die Zwillinge‟
auftauchen. Höher oben funkelt ſchon Capella im Fuhr=
mann
und noch näher dem Zenit, inmitten der vom
Nordoſthorizont im höchſten Bogen zum Südweſthorizont
ſich wölbenden Milchſtraße, erblickt man das W der Caſſio=
pea
. Zwiſchen dieſem und den Widderſternen, hoch im
dſten, reihen ſich die hellen Sterne der Andromeda anein=
ander
. Dicht neben dem Zenit ſteht Deneb im Schwan.
und von dieſem nach Weſten zu Wega in der Leier‟ Dar=
unter
im Süden finden wir Atair im Adler und tief am
Südſüdoſthorizont gewahren wir den ſüdlichen Fiſch
mit dem Hauptſtern Fomalhaut, deſſen Name verderbt iſt
aus arabiſch Fom el-hhüt, Maul des Fiſches Ueber dem
Weſtnordweſthorizonte glitzert der vielfarbige Arctur im
Bootes darüber im Weſten thront die Krone, den
nördlichen Himmelspol beherrſcht der Polarſtern im Kl.
Bären, während den ganzen Nordnordweſten das Bild
des Gr. Bären bedeckt.

Das Hotel.

C) Im Jahre 1875 ging das dem Fürſten Radziwill
gehörige ſtattliche Palais in der Wilhelmſtraße in Berlin
für den Preis von 2 Millionen Talern in den Beſitz des
Deutſchen Reiches über, um in ſeinen Räumen den höch=
ſten
Beamten des Reiches, den deutſchen Reichskanzler, ſo=
wie
das von ihm geleitete oberſte Reichsamt aufzuneh=
men
. Der Bau, der eine ziemlich ſteife und nüchterne,
aber eine gewiſſe Würde nicht entbehrende Zopfarchitektur
aufweiſt, iſt im Stile der altfranzöſiſchen Hotels errichtet
worden. Um eine ſogen. Cour d’honneur (Ehrenhof) grup=
pieren
ſich der Mittelbau, das zurückliegende tiefe ſogen.
Corps de Logis, und zwei Flügelbauten. Ueber dem
Mittelbau prangte früher die Inſchrift Hötel Radziwill
über die die ſpottluſtigen Berliner manche Gloſſen mach=
ten
. In der franzöſiſchen Sprache weiſt ja heute noch
das Wort Hötel außer der Bedeutung, die wir mit un=
ſerem
Ausdruck Hotel verbinden, diejenige eines vor=
nehmen
Privathauſes, ja eines öffentlichen Gebäudes auf.
So wird in Frankreich das Rathaus einer Stadt bekannt=
lich
Hötel de Ville genannt, und Hötel des Invalides
iſt der Name des Pariſer Invalidenhauſes. Da unſere
Sprache gleich der engliſchen und den anderen Sprachen
dieſe Bedeutung des Wortes nicht kannte, waren die er=
wähnten
Spötteleien der Berliner über die in Rede
ſtehende Inſchrift erklärlich. Dieſe Inſchrift hat ſogar
dem bekannten Berliner Dichter Clauren, dem Mimili=
Clauren, den Wilhelm Hauff durch ſeinen Mann im
Monde arg verhöhnt hat, den Stoff zu einem in der vor=
märzlichen
Zeit in Berlin viel gegebenen Luſtſpiel Der
Wollmarkt geliefert. In dieſem Stück hält ein Land=
junker
, durch die Inſchrift Hotel getäuſcht, das fürſtliche
Palais für einen Gaſthof und wird in ſeinem Irrtum von
dem die Rolle des Wirtes übernehmenden Fürſten noch
beſtärkt. Es wird übrigens erzählt, daß der anſpruchs=
loſe
Scherz auf einem wirklichen derartigen Vorgang zwi=
ſchen
dem liebenswürdigen Fürſten und einem reiſenden
Engländer beruhen ſoll.
Man ſieht, daß das Wort Hotel bei uns ſchon vor
vielen Jahrzehnten nur in ſeiner heutigen Bedeutung be=
kannt
war. In ſeinem Luſtſpiel Die Mitſchuldigen läßt
auch Goethe den Wirt zum ſchwarzen Bären ſagen: Jetzt
wird mein Haus gemalt, und dann heiß ich’s Hotel. Man
kann es alſo, ſo ſchreibt uns ein Mitarbeiter, unſeren

Hotelbeſitzern nicht verargen, wenn ſie ſich dagegen ſträu=
ben
, ihre Hotels in Gaſthäuſer umzubenennen. Sie
führen mit gutem Recht an, daß nach der herrſchenden
Meinung der gute deutſche Ausdruck Gaſthof nun ein=
mal
einen beſcheideneren und geringeren Betrieb bezeichne
als das Wort Hotel das einen beſtimmten internatio=
nalen
Wert erworben habe. Und ſie dürfen für ihre An=
ſicht
auch das Zeugnis eines Goethe ins Feld führen. Da=
zu
tritt aber noch ein anderer, keineswegs gering zu ver=
anſchlagender
Umſtand, auf den unſeres Wiſſens in der
Oeffentlichkeit noch nicht aufmerkſam gemacht worden iſt.
Man achte einmal auf die Ausſprache, die wir dem Worte
Hotel angedeihen laſſen, und man wird finden, daß wir
es in dieſer Beziehung ſchon vollſtändig in unſerer Sprache
eingebürgert haben. Wir ſprechen das Wort keineswegs
franzöſiſch (Otell) aus, ſondern ſprechen ganz deutlich das
anlautende H. Merkwürdigerweiſe ſind wir hinſichtlich
der Schreibung der aus der Fremde übernommenen Wör=,
ter viel konſervativer als hinſichtlich der Ausſprache. In
dieſer Beziehung ſollten wir uns hier die Schweden zum
Muſter nehmen, die längſt Hotell ſchreiben. Haben wir
uns einmal für die Schreibung Hotell entſchieden, ſo iſt
auch für das Auge die Einbürgerung dieſes Wortes voll=
zogen
. Wir bedürfen aber in dieſer Beziehung keineswegs
dieſes Hinweiſes auf das ſchwediſche Muſter; wir haben
in unſerer Sprache Vorbilder mehr als genug. Als im
17. Jahrhundert, um nur ein Beiſpiel anzuführen, die
Wörter Marſch und marſchieren aus dem Franzöſi=
ſchen
in unſere Sprache übernommen wurden, ſchrieb
man ſie bei uns Marche und marchiren; erſt durch
ihre jetzige deutſche Schreibung wurde ihre Einbürgerung
endgültig vollzogen. Martin Opitz ſagte in ſeiner Deut=
ſchen
Poeterei: Ich darf nicht ſagen marchiren, wie die
zu tun pflegen, die ihre Mutterſprache verderben. Wer
von uns aber erblickt heute in der Anwendung des Wortes
Marſch ein Verderbnis unſerer Mutterſprache?
Unſere Sprache bedarf eines Ausdruckes zur Bezeich=
nung
eines beſſeren Gaſthauſes; ehe wir zu ſchwerfälli=
gen
und langatmigen Umſchreibungen unſere Zuflucht
nehmen, iſt es beſſer, das Wort Hotel beizubehalten, das
ſich nun einmal bei uns eingebürgert hat und dem noch
der beſondere Vorteil zur Seite ſteht, daß es eine inter=
nationale
Bedeutung hat. In der Schreibung Hotell
würde es dann auch ein gutes und paſſendes deutſches Ge=
wand
erhalten

[ ][  ][ ]

Flüchtlinge aus den ruſſiſchen Oſtſeepro=
pinzen
das ſechſte Hunderttauſend überſchritten.

Die Behandlung der Belgier in Frankreich.

Ueber die Behandlung, welche die waffenfähi=
gen
Belgier in Frankreich von ſeiten der fran
zöſiſchen und der eigenen Regierung erleiden, ſtellt die
Guerre Sociale folgende Fragen: Darf man ſagen, daß
die eingeſtellten Freiwilligen belgiſcher Nationalität am
24. Auguſt ihren Vertrag mit Frankreich gekün=
digt
erhalten haben? Darf man ſagen, daß dieſe
Tapfereninicht einen Augenblick zögerten und ſich zur bel=
giſchen
Armee begaben, um den Kampf fortzuſetzen
Darf man ſagen, daß man ſie unterſchreiben laſſen wollte,
daß ſie ſich aufihre Gefahr verpflichteten, ohne Unter=
ſtützung
für ihre Frauen, ohne Hilfe noch Invalidenpen=
ſſion
im Falle von Verwundung oder Tod? Darf man
ſagen, daß die Soldaten, die 13 Monate heldenmütig ge=
kämpft
haben, mit Recht ſicheweigerten, zu unterſchreiben,
und daß man ſie dann zur Belohnung den Händen der
franzöſiſchen Gendarmerie übergab, die ſie von Poſten zu
Poſten bis zum Truppenlager der Fremden=
legion
zurückführte, wie=Uebeltäter oder, was noch
ſchlimmer iſt, wie Fahnenflüchtige?

Franzöſiſch=ruſſiſche-Unſtimmigkeiten.

* Genf, 30. Aug. Viel beſprochen wird in Pariſer
diplomatiſchen Kreiſen die Verſchärfung der Un
ſtimmigkeit innerhalb des Vierverbandes. Die
Beziehungen zwiſchen Delcaſſé und Saſanow ſeien
äußerlich korrekt, aber es beſtehe eine gewiſſe innere
Ensfremdung. Man erkläre dies damit, daß einer
dem anderen die Verantwortung der ungünſtigen Ergeb=
niſſg
der Balkanverhandlungen zuwälzt. Unter den Del=
raſſöſchen
Vorwürfen iſt der, daß Rußland im letzten Win=
ter
, durch die galiziſchen Erfolge verblendet und lediglich
von panſlawiſtiſchen Abſichten geleitet, den richtigen Augen=
blick
zur Vorbereitung der nützlichen Angliederung der
Balkanſtaaten an den Vierverband verpaßte. Saſanows
Vorwürfe richten ſich vornehmlich gegen Frankreichs Eng=
herzigkeit
während der Vorverhandlungen zur bewaff=
neten
Intervention Japans. Dieſes unangenehme Ver=
hältnis
zwiſchen den beiden Miniſtern bemühte ſich die
Pariſer Preſſe bisher zu bemänteln, im Gegenſatz zur
Provinzpreſſe, deren Pariſer Korreſpondenten die Wahr=
heit
durchblicken laſſen, indem ſie auf die verſpätete Inan=
griffnahme
der Munitionserzeugung in den japaniſchen
Fabriken hinweiſen.

Die Ueberrumpelung der franzöſiſchen Kammer

* Die plötzliche Vertagung der franzöſiſchen Abge=
ordnetenkammer
bis zum 16. September war nicht nur für
die Fernerſtehenden eine Ueberraſchung. Die Kammer
ſelbſt iſt davon überraſcht, ſie iſt geradezu über=
rumpelt
worden. Dies beſtätigt Pierre Renaudel in
der ſoeben eingetroffenen Humanite vom Freitag. Er
nennt die Vertagung eine Ueberraſchung und fährt dann
fort:
Wir ſagen Ueberraſchung, weil Herr Descha=
nel
, der Kammerpräſident, der uns bisher an ein der=
artiges
Verfahren nicht gewöhnt hat, weder mit der Ab=
ordnung
der Parteien (Délégation des Groupes), noch
mit dem Seniorenkonvent (Réunion des Préſidents) im
voraus über dieſe übertrieben beſchleunigten Parlaments=
ferien
beraten hat. Die Sache iſt vom Kammerpräſiden=
ten
ſo übereilt worden, daß niemand geglaubt hat, daß
ein derartiges Kunſtſtück gelingen könnte. Sagen wir:
Mea culpa! Geloben wir uns und ihm, daß wir das
nächſte Mal wachſamer ſein werden!

Die Bergarbeiterbewegung in Südwales.

* London, 80. Aug. Die Times erfährt aus Car=
diff
, daß man dort dem Ergebnis der Beratungen,
die heute von den Vertretern der Bergwerks=
beſitzer
von Südwales mit Lloyd George und
Runciman im Handelsamt gepflogen wurden, geſpannt
entgegenſieht. Alle Vorbereitungen zu einem allgemeinen
Ausſtand werden getroffen, falls die verlangten Lohn=
erhöhungen
nicht bewilligt werden. Im Rhondatale ver=
ſicherte
der Vertrauensmann der Bergarbeiter, daß in
dieſem Falle am Dienstag ſicher die Arbeit eingeſtellt
würde.
* London, 31. Aug. (Meldung des Reuterſchen
Bureaus.) Die Konferenz der Regierungsvertreter
und der Bergarbeiter von Südwales mit den Gruben=
beſitzern
iſt beendigt. Wie verlautet, wurden gewiſſe
Vorſchläge gemacht, die dem Ausführenden Rat der Berg=
arbeiter
zur Entſcheidung vorgelegt werden ſollen.
* (Zenſ. Bln.) Die Ausdehnung des eng=
liſchen
Kohlenſtreiks erzeugt in der Pariſer
Preſſe tiefgehende Erbitterung. Alle Mor=
genblätter
bringen ellenlange Londoner Berichte, nach
denen demnächſt die Streikzahl auf Hunderttauſend ſteige.
Die Beurteilung des Verhaltens der Bergleute iſt ver=
ſchieden
. Royaliſtiſche Blätter gebrauchen Ausdrücke wie
Landesverrat; die Regierung müßte für die Kriegsdauer
die totale Leitung der Kohleninduſtrie militariſieren. Die
Bataille Syndicaliſte beſchuldigt die Regierung des
Wortbruchs gegen die Bergleute. Die Beſitzer be=
treiben
ungehinderte Ausbeutung. Der zweite Kohlen=
ſtreik
bedeutet eine verlorene Schlacht.

Eine engliſche Stimme zur Rede des
Reichskanzlers.

* London, 31. Aug. Der Labour Leader ſchreibt
Die Rede des Reichskanzlers war äußerſt ge=
ſchickt
. Er befolgte die Praxis kriegführender Staats=

männer, ignorierte den Anteil, den die eigene Nation an
der Entzündung des Pulvermagazins hatte und konzen=
trierte
die Aufmerkſamkeit auf den Anteil des Feindes.
Da jede Nation mitſchuldig iſt, ſo iſt es ſtets möglich,
ein ſtarkes Argument vorzubringen, und es wäre töricht,
zu leugnen, daß des Kanzlers Argument ſtark war. Es=
wäre
einfach töricht, die Behauptung bekämpfen zu wol=
len
, daß die britiſche Regierung jetzt für kleine Nationen
zu kämpfen vorgibt, während ihr letzter Krieg gegen die
kleine Burennation gerichtet war. Wir können auch nicht
leugnen, daß Aegypten annektiert wurde, trotz der feier=
lichen
Erklärung, daß wir es nicht tun werden, und daß
wir die Unabhängigkeit Marokkos und Perſiens durch
unſere Verbündeten verletzen ließen Der Kanzler hat er=
klärt
, daß Deutſchland den Neutralitätsvertrag auf die
Kriege beſchränken wollte, in denen es nicht der Angrei=
fer
wäre. Grey ſoll rundweg dieſe Formel abgelehnt
haben, weil ſie die beſtehende Freundſchaft Englands
mit den anderen Mächten gefährden würde. Ob Grey
dieſe Worte gebraucht hat oder nicht, ſo kann doch wenig
Zweifel beſtehen, daß ſie den Tatſachen ent=
ſprechen
.

Die allgemeine Wehrpflicht in England.

* Die liberale engliſche Wochenſchrift Nation ſagt:
Der Feldzug für die allgemeine Wehr=
pflicht
in England iſt ſo gut wie verloren. Die
Arbeiter ſeien dagegen, das ſtehe außer Zweifel. Ver=
ſchiedene
Vertreter großer Fachvereine haben ſich dahin
unzweideutig geäußert.

Holland und ſeine Kolonien.

* Berlin, 30. Aug. Der frühere holländiſche Mi=
niſterpräſident
Dr. A. Kuyper, der gegenwärtig zur
Kur auf dem Weißen Hirſch bei Dresden weilt, teilte in
einem Brief an einen Mitarbeiter des Berliner Tage=
blattes
u. a. mit: Die Bewegung, um die Niederlande
dazu zu bringen, daß ſie ihre Neutralität aufgeben
und ſich den Vierverbandsmächten anſchließen, habe gar
nichts zu bedeuten. Die Kolonialfrage könne für
ſein Land erſt ſpäter ihre Löſung finden. Hierbei heißt
es in dem Briefe:
Was das erſte betrifft, ſo waren es nur wenige
Belgier zweiter Klaſſe, die uns mitzuſchleppen verſuchten.
Der höherſtehende Belgier im Gegenteil verſtand von
Anfang an, daß er unſere Gaſtfreiheit nicht ſchlech=
ter
beantworten könnte, denn dadurch, daß er unſere
Neutralität exponierte. Die Belgier erſter Klaſſe taten
dies denn auch in keiner Weiſe, und unſererſeits gab es
keinen einzigen Staatsmann, noch ein etwas bedeuten=
deres
Organ der Preſſe, das nicht gegen jede Schändung
unſerer Neutralität ſich auflehnte.
Anders ſteht es mit der Kolonialfrage. Die
kleineren Großmächte pflegen nur eine kleine Flotte in
ihren Kolonien zu unterhalten, über ihre Kolonien wird
in Europa entſchieden, nicht in den Kolonien ſelbſt. Für
die Niederlande ſteht es nicht ſo. Unſere Stellung in
Europa iſt nicht derart, daß wir im Haag oder in Am=
ſterdam
die Entſcheidung über unſere Kolonien abwar=
ten
könnten. Wir müſſen in unſerem Archipel ſelbſt uns
derart wappnen, daß wir jede Offenſive abwehren kön=
nen
. Ehe der Krieg ausbrach, war der Plan fertig, eine
Flotte von Dreadnoughts für unſeren
Archipel bauen zu laſſen. Jetzt iſt dieſer Plan vor=
läufig
aufgeſchoben worden. Erſt ſoll es auch für uns
ausgemacht werden, ob es Unterſeeboote oder Dread=
noughts
ſein ſollen, wodurch wir unſere Kolonien zu
verteidigen haben.

Die Balkanſtaaten.

Ein rumäniſchsbulgariſches Abkommen.
* (Zenſ. Bln.) Aus Budapeſt meldet der Berl. Lok.=
Anz.: Aus Bukareſt wird gemeldet: Die Umgebung des
hieſigen bulgariſchen Geſandten iſt dahin verſtändigt
worden, daß ſich die Verhandlungen zwiſchen
Rumänien und Bulgarien in ſehr fortgeſchrit=
tenem
Stadium befinden und in den nächſten Tagen ab=
geſchloſſen
werden dürften. Der Gang der Verhandlun=
gen
verheiße befriedigende Ergebniſſe. Es
gilt als ſicher, daß es gelingen wird, alle ſtrittigen Fra=
gen
zu löſen. Es ſei feſtzuſtellen, daß beide Regierun=
gen
mit größtem Wohlwollen die aufgetauchten Schwie=
rigkeiten
zu beſeitigen beſtrebt waren. Die Vereinbarun=
gun
werden den Durchgangsverkehr über Rumänien be=
deutend
erleichtern, durch deſſen bisherige ſchwerfällige
Abwicklung der bulgariſche Handel viel Schaden erlitt
und häufig Beſchwerden erhob Infolge der neuen
rumäniſch=bulgariſchen Vereinbarungen werden die Hem=
mungen
im Poſtverkehr vollſtändig beſeitigt. Die rumäni=
ſche
Telegraphen=Verwaltung wird mit beſonderer Für=
ſorge
darauf achten, daß die wegen ſaumſeliger Beför=
derung
ihrer Telegramme laut gewordenen Beſchwerden
abgeſtellt werden. Die Dobrudſcha=Siliſtria=Frage wird
durch die Vereinbarungen nicht gelöſt werden, ſie wer=
den
aber hierauf bezügliche Aeußerungen enthalten, indem
die rumäniſche Regierung die Berechtigung der von Bul=
garien
gewünſchten Grenzberichtigung anerkennt. Die
Regelung dieſer Territorialfragen wird bis nach dem
Krieg verſchoben, wo dann eine Kommiſſion eine bezüg=
liche
Vereinbarung nach gründlichem Studium der Frage
feſtſtellen und beiden Staaten unterbreiten wird.
Zu Bulgariens Haltung
berichtet Rudolf Rotheith in der Voſſ. Ztg. aus Sofia:
Die Bedingungen, die der Vierverband an Bul=
garien
für ſeine mazedoniſche Zuſage ſtellte, beſtanden

in der Uebernahme der Verpflichtung, den Krieg an die
Türkei zu erklären. Durch den Beſchluß der jüngſten Ver=
einbarungen
mit der Türkei haben König und Regierung
von Bulgarien kundgegeben, daß ſie dieſe Bedingungen
ablehnen. Die Türkei verlangt von Bulgarien als Gegen=
leiſtung
für die Abtretung von Türkiſch=Thrazien eine
Erweiterung der bisherigen wohlwollenden Neutralität.
* Chiaſſo, 31. Aug. (Zenſ. Frkft.) Die italieni=
ſche
Preſſe, die bisher den Nachrichten über den Abſchluß
des türkiſch=bulgariſchen Abkommens gegenüber Ungläu=
bigkeit
zur Schau getragen hatte, beginnt doch angeſichts
der offiziöſen Neutralitätserklärung im Narodni Prava
und der Weigerung der Regierung, die Sobranje einzu=
berufen
, über die Haltung Bulgariens beſorgt
zu werden. Die Conſulta iſt noch ohne Nachrichten, doch
meldet die Tribuna aus Saloniki, die amtliche Beſtäti=
gung
des Uebereinkommens ſtehe noch aus, aber die Ge=
rüchte
darüber ſeien in ihren Einzelheiten ſo präzis, daß
kaum noch Zweifel über den Abſchluß möglich ſeien. Nach
der Meldung der Tribuna geſteht die Türkei nicht nur=
eine
Grenzberichtigung an der Linie nach Dedeagatſch zu,
ſondern Abtretungen faſt bis zur Linie Enos-Midia.
Angeſichts dieſer Nachrichten muß die Tribuna in einer
Redaktionsnote damit rechnen, daß die Verhandlungen
mindeſtens bei einer abſchließenden Phaſe angekommen
ſind und die bulgariſche Gegenleiſtung gegenüber ſolchen
Abtretungen nicht nur in der Neutralität, ſondern in
Waffenhilfe beſteht. Auch der Corriere della Sera
beklagt, daß die bulgariſchen Abſichten immer unklarer
werden und gibt zu, daß ſich der Balkanhorizont ver=
finſtert
habe.
* (Zenſ. Bln.) Aus Sofia meldet die T. R.: Zu=
verläſſigem
Vernehmen des Univerſul zufolge hat Bul=
garien
die ihm von den Geſandten des Vierverbandes
unterbreiteten vorläufigen Zuſagen Serbiens als nicht
genügend bezeichnet, und auf dieſe unbeſtimmte ſerbiſche
Bereitwilligkeit hin beſtimmte Erklärungen zu geben ab=
gelehnt
.
Serbiens Zugeſtändniſſe.
* (Zenſ. Bln.) Aus Genf wird der Tägl. Rundſch.
gemeldet: Schweizeriſchen Blättern wird aus Niſch be=
richtet
, daß der in Kragujevatz unter dem Vorſitze des
Thronfolgers ſtattgefundene Kronrat, in dem die Mili=
tärpartei
die Mehrheit hat, die Zuſagen Paſitſchs
dahin eingeſchränkt hat, daß die zugeſtandene Ge=
bietsabtretung
an Bulgarien ſo lange unausge=
führt
bleiben muß, als die kroatiſchen und albaniſchen
Entſchädigungsgebiete nicht von Serbien als Fauſtpfand
beſetzt ſind.
Griechenland bleibt neutral.
* (Zenſ. Bln.) Nach einer Meldung der Südfla=
wiſchen
Korreſpondenz aus Athen wird Venizelos der
Kammer einen Neutralitätsbeſchluß des
neuen Kabinetts bekanntgeben.

Japan lehnt ab.

* Japan hat nach einer Depeſche der Neu=Yorker
Staatszeitung aus Tokio die großbritanniſche
Regierung benachrichtigt, daß es unmöglich auf deren
Verlangen, den Handel mit Bürgern feindlicher Nationen
im fernen Oſten zu verbieten, eingehen könne. Großbri=
tannien
hatte vor kurzem eine Verfügung erlaſſen, wo=
nach
den Engländern der Handel mit deut=
ſchen
und öſterreichiſch=ungariſchen Staats=
ingehörigen
in China, Siam und Perſien ver=
boten
werden ſollte. Die japaniſche Regierung, von
der Großbritannien eine ähnliche Maßregel erwartet
hatte, zog führende Geſchäftsleute zu Rate und beſchloß
daraufhin, daß es ſich der Bewegung nicht anſchließen
könnte, und zwar hauptſächlich aus dem Grunde, weil die
japaniſchen Geſetze eine derartige Maßregel nicht ge=
ſtatten
.

Tageskalender 1914
zur Geſchichte des Weltkrieges.

1. September. 10 franzöſiſche Armeekorps zwiſchen
Reims und Verdun zurückgeworfen. Siegreiche
Schlacht der Armee Auffenberg bei Samosz; 19000
Gefangene, 200 Geſchütze genommen.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 1. September.
* Ordensverleihung. Ihre Königl. Hoheit die
Großherzogin haben dem Ober=Poſtſchaffner
Joſeph Göbel in Langen das Allgemeine Ehrenzeichen
mit der Inſchrift Für langjährige treue Dienſte am
Bande des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen.
Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 10,
vom 31. Auguſt hat folgenden Inhalt: 1. Bekannt=
machung
, den Landesausſchuß für die Kriegsbeſchädigten=
fürſorge
im Großherzogtum Heſſen betreffend. 2. Be=
kanntmachung
, die Ergebniſſe aus der Rechnung der
Staatsſchuldenverwaltung für das Rechnungsjahr 1912
betreffend. 3. Ueberſicht über die in den Gemeinden des
Kreiſes Offenbach zu erhebenden Gemeindeumlagen für
das Rechnungsjahr 1915. 4. Ueberſicht über die in den
Gemeinden des Kreiſes Dieburg zu erhebenden Gemeinde=
umlagen
für das Rechnungsjahr 1915. 5. Ueberſicht über
die von Großh. Miniſterium des Innern für das Rech=
nungsjahr
1915 genehmigte Umlage zur Beſtreitung der
Kommunalbedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinde
Worms. 6. Ueberſicht über die in den iſraelitiſchen
Religionsgemeinden des Kreiſes Offenbach zu erhebenden
Umlagen für das Rechnungsjahr 1915. 7. Dienſtnach=
richten
.
* Militärdienſtnachrichten. Befördert: Himmel=
reich
, Leutn. der Reſ. des Inf.=Regts. Nr. 116 (Bonn),
jetzt im Landw.=Inf.=Regt. Nr. 116, zum Oberleutnant;
Kunkel (Worms), Vizefeldw. im Landw.=Inf.=Regt.

[ ][  ][ ]

ſtädtiſchen Tanne ſüdlich des Dornheimer Wegs unter=
halb
des Elektrizitätswerks in ſelbſtmörderiſcher Abſicht
mit einem Raſiermeſſer am rechten Ellenbogen
eine Schnittwunde beigebracht. Er wurde infolge
großen Blutverluſtes in bewußtloſem Zuſtande auf=
gefunden
und durch die Sanitätswache mittelſt Kranken=
automobils
in das Städtiſche Krankenhaus verbracht.
§ Brand. Am Montag mittag gegen 12 Uhr ent=
ſtand
in der Räucherkammer im Keller des Hauſes
Erbacher Straße Nr. 7 bei dem Anlegen des Rauches
ein Brand. Durch die herbeigerufene Tagesfeuerwache
iſt der Brand alsbald gelöſcht worden.

Rotes Kreuz.

(Geöffnet von 81 und 26 Uhr. Bureau der Zentral=
Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 25, Krankenbeförde=
rungs
=Abteilung: Mathildenplatz 20, Fernruf 2576; Aus=
kunftsſtelle
: Rheinſtraße 34, Fernruf 25; Materialien=
Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20; Verpflegungsſtelle
am Hauptbahnhof, Fernruf 216; Kreuzpfennig=Marken:
Neckarſtraße 8, Fernruf 2421.)
Das Geſchäftszimmer des hieſigen Bezirksausſchuſſes
für vermißte und kriegsgefangene Deutſche, das ſich bis=
her
in dem Stadthauſe befunden hat, iſt in das Gebäude
Paradeplatz 3 (Erdgeſchoß) verlegt werden. Die Ge=
ſchäftsſtunden
ſind bis auf weiteres für jeden Werktag auf
vormittags 1012 Uhr und mit Ausnahme des Sams=
tags
, auf nachmittags 46 Uhr feſtgeſetzt.
Dieſer Tage gingen mit beſonderer Gelegenheit Lie=
besgaben
ins Feld an ein heſſiſches Reſerve=Dragoner=
Regiment, ſowie an eine Reſerve=Diviſion im Oſten, und
zwar im Geſamtwert von 4000 Mark.
Arheilgen, 30. Aug. (Unſere Jungmann=
ſchaft
) hat nach einer vierwöchigen Pauſe, während
deren die meiſten Jungmannen mit Eifer ſich an den
Erntearbeiten beteiligten, nun wieder mit den regel=
mäßig
ſtattfindenden Uebungen begonnen. Das an
Sonntagnachmittagen ſtattfindende Exerzieren und die
Uebungen im Gelände nehmen ihren gewohnten Fort=
gang
. Mit heller Freude werden ſtets die Marſch= und
Geländeübungen, ob bei Tage oder Nacht, von unſerer
Jugendwehr begrüßt. Den Marſch fördert vaterländiſcher
Geſang; oft geht es auch unter Vorantritt einer Muſik=
kapelle
hinaus. Seitdem unſere Kolonne einheitliche
Mützen trägt, hat ſich auch die Regelmäßigkeit der Teil=
nahme
weſentlich gebeſſert, und wenn die Führerſchaft
ihre nun beinahe ein Jahr andauernde Arbeit überblickt,
ſo kann ſie es nur mit Befriedigung tun und ſieht in
dem Erfolge einen reichen Lohn ihrer Arbeit. Am
Samstag abend rückte die hieſige Abteilung aus zu
einer Nachtübung, und zeigte es ſich wieder einmal, daß
hier ſtramme und exakte Arbeit geleiſtet wird. Am
kommenden Sonntage findet eine Uebung der geſamten
Kompagnie Nr. 516, die Orte: Arheilgen, Wixhauſen,
Erzhauſen und Meſſel umfaſſend, ſtatt, worauf Feld=
gottesdienſt
abgehalten wird.
Eberſtadt, 31. Aug. (Konzerte im Re=
krutendepot
.) Ueber das zweite Kirchenkonzert,
welches Mitglieder des Rekrutendepots Eberſtadt
zum Beſten der Kriegsfürſorge veranſtalteten, ſchreibt
man uns: Niemand wird am Sonntag abend unbefrie=
digt
aus dem Kirchenkonzert gekommen ſein. Es war ein
wahrer Genuß, den drei Herren Konzertgebern dem
Herrn Hoforganiſten Müller aus Darmſtadt, dem
Herrn Opernſänger Tannert vom Stadttheater zu
Heidelberg und dem Herrn Harfeniſten Touſſaint
vom Frankfurter Neuen Theater zuzuhören. Welch
ſchönes Zuſammenſpiel boten Orgel und Harfe! Herr
Müller zeigte ein feines Verſtändnis für den Altmeiſter
Bach; ſeine Technik zur Ueberwindung der Schwierig=
keiten
Bachſcher Tonſtücke iſt hervorragend. Und wie
weiß er Harfe und Geſang vortrefflich zu begleiten! Herrn
Touſſaints Fingerfertigkeit ließ uns ſtaunen; bei ſeinem
Spiel begreift man, warum einſt Pfalter und Harfe bei=
einander
geweſen ſind. Herr Tannert entzückte abermals
durch ſeine klangvolle, ſichere Stimme. Herzlichen Dank
alſo den drei Herren, denen wir dieſen hohen Genuß
und die Einnahme von 145 Mark zum Beſten unſerer
Kriegsfürſorge zu danken haben.
Roßdorf, 31. Aug. ( Kriegerbegrüßungs=
feier
.) Eine ſchlichte Feier zu Ehren der zurzeit auf Ur=
laub
weilenden hieſigen Krieger veranſtalteten am Sams=
tag
die beiden hieſigen Turnvereine im Saale zur Traube.
An einer mit Blumen geſchmückten Tafel hatten 22 Feld=
graue
Platz genommen. Turner Seibert begrüßte im
Namen des Turnvereins die Vaterlandsverteidiger und
gedachte hierbei der Heldentaten, die unſere Tapferen in
Oſt und Weſt vollbringen halfen. Er ſchloß mit dem
Wunſche, daß die Zeit nicht mehr allzu fern ſein möge, wo
wir ſie als Sieger ſo geſund und munter für immer be=
grüßen
können, wie dies zurzeit der Fall iſt. Alsdann
wurde Deutſchland, Deutſchland über alles geſungen.
Vor Abſingen dieſes Liedes erhoben ſich die Anweſenden
zu Ehren unſerer gefallenen Helden von ihren Sitzen. Hier=
auf
ergriff der allezeit bereitwillige und hochgeſchätzte Tur=
ner
Dr. Baumann das Wort und feierte in einer zün=
denden
Rede die Feldgrauen. In geradezu herrlichen
Worten verſtand es dieſer Herr, den Anweſenden die Hel=
dentaten
unſeres tapferen Heeres und der Flotte von An=
fang
des Krieges bis zur Jetztzeit vor Augen zu führen,
und der brauſende Beifall am Schluſſe ſeiner ſo glänzen=
den
Rede legte Zeugnis ab von der Begeiſterung, die ſeine
Worte verurſacht hatten. Die ſchönen Weiſen des präch=
tigen
Turnerliedes O, Deutſchland, hoch in Ehren klan=
gen
hierauf durch den Saal. Kanonier Ruhl dankte im
Namen ſeiner Kameraden für die ſchönen Stunden, welche
die Turner ihnen zu Ehren veranſtalteten. Er freue ſich
ſchon auf den Abend, an dem ſie als Krieger in der Heimat
für alle Zeit begrüßt werden könnten. Herr Bürgermeiſter
Lorenz dankte am Schluſſe den Turnern, daß ſie auf die
Idee kamen, eine ſolche Feier zu veranſtalten, und gab der
Hoffnung Ausdruck, daß das gute Einvernehmen zwiſchen
Turnverein und Gemeinde auch nach dem Kriege ſo fort=
beſtehen
möge, wie dies zurzeit der Fall iſt. Turner Kaf=
fenberger
antwortete hierauf, daß die Turner einen
Dank für dieſe Veranſtaltung nicht beanſpruchten, und er=
wähnte
kurz, daß alles nicht zu vergleichen ſei mit den
Leiſtungen, die unſere Krieger vollbringen. Sichtlich be=
friedigt
, trennten ſich Krieger und Turner mit dem Be=
wußtſein
, einen ſchönen Abend verlebt zu haben.
Leeheim, 31. Aug. (Von der Bürgermeiſterei.)
An Stelle des zum Heeresdienſt einberufenen Herrn Bür=
germeiſters
Schaffner wurde das Gemeinderatsmit=
glied
Herr Heinrich Winter als Verweſer der Bürger=
meiſterei
vom Großh. Kreisamt beſtellt und verpflichtet.
Mainz, 31. Aug. (200 Mark Belohnung.) In
Ebersheim fanden im Juli und Auguſt mehrere
Brände ſtatt, denen vier Scheuern zum Opfer fielen. In
der Nacht zum 2. Auguſt wurde die gefüllte Scheuer des
Landwirts Chriſtoph Herdt 4., ſowie zwei daneben ſtehende

Scheuern, in der Nacht zum 16. Auguſt die Scheuer des
Landwirts Johann Philipp Schäfer eingeäſchert. Es liegt
zweifellos Brandſtiftung vor, wie ſich auch daraus ergibt,
daß bereits in der Nacht zum 19. Juli bei Chriſtoph
Herdt 4. ein Brandſtiftungsverſuch unternommen worden
war. Die Scheuern, die ſämtlich am Rande des Dorfes
iegen, wurden vermutlich von der Feldſeite her durch Auf=
heben
der Dachziegel und Anzünden des darunter liegen=
den
Strohes in Brand geſetzt. Der oder die Täter ſind
nicht ermittelt. Es iſt anzunehmen, daß es ſich um einen
Einwohner von Ebersheim handelt. Die Staatsanwalt=
ſchaft
Mainz hat eine Belohnung bis zum Betrage von
200 Mark für diejenigen ausgeſetzt, die Tatſachen mit=
teilen
, die die Ergreifung des Täters herbeiführen. ( Er=
werbung
der Vorortbahnen.) Eine nichtöffent=
liche
Stadtverordnetenverſammlung findet Donnerstag
ſtatt. Der einzige Punkt der Tagesordnung iſt: Abſchluß
eines Vertrages mit der Süddeutſchen Eiſenbahn= Geſell=
ſchaft
wegen Erwerbung der Vorortbahnen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 31. Aug. Die 31 Jahre
alte Kolonialwarenhändlerin Martha Klauß wurde
heute vormittag in Weißenſee im Vorratsraum ermordet
aufgefunden. Sie ſcheint durch einen Meſſerſtich hinterm
rechten Ohr getötet worden zu ſein.
Wiesbadlen, 30. Aug. (Des Oberbürger=
meiſters
ſchöne Tat.) Den Wiesb. N. Nachr.
ſchreibt ein Leſer: Ich war vorige Woche in Würzburg
auf dem Hauptbahnhof. Eine Erſatzabteilung unſerer
wackeren Landſtürmer rückte gerade ins Feld. Rührende
Abſchiedsſzenen ſpielten ſich ab. Es war ein ungeheures
Gedränge, beſonders am Schanktiſch, und die feldgraue
Menge bemühte ſich vergebens, noch den letzten wohlver=
dienten
Abſchiedstrunk vor der Fahrt zu erhaſchen. Da
ertönte an einem Seitentiſch eine kräftige Stimme: Hier
Bier!‟ Ein Herr ſtand an einem Faß, zapfte raſch ein
Maß nach dem anderen und reichte ſie den durſtigen See=
len
. Koſtet? Nichts! war die Antwort. Als das
Faß leer war, war die Zeit der Abfahrt herangekommen.
Der freundliche Spender, der ſo durch ſein ſchönes Ein=
greifen
unſeren tapferen Kriegern die Abſchiedsſtunde
verſüßen half, war Geheimrat Gläſſing, der
Oberbürgermeiſter von Wiesbaden.
Altenburg, 31. Aug. (Ein Bürgermeiſter
verhaftet. Bürgermeiſter Tell (Altenburg) wurde
ſeines Amtes enthoben, da er ſich bei der Ausfertigung
von Urkunden Unregelmäßigkeiten zuſchulden kommen
ließ.
Wien, 31. Aug. (Der Polarforſcher Julius
von Payer) iſt geſtern früh in Veldes (Oberkrain)
geſtorben.

Landwirtſchaftliches.

Kurzer Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtsſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrates
vom 24. bis 30. Auguſt 1915.
Auch in der letzten Woche iſt die Preisregelung der
Gerſte für Kontingentbetriebe noch nicht zum Abſchluß ge=
kommen
. Es ſcheint der Gerſteverwertungsgeſellſchaft bis=
her
nur in Bayern gelungen zu ſein, Handel und Land=
wirtſchaft
unter einen Hut zu bringen. Wenn hier die
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften ſich mit dem Preis=
angebot
der Geſellſchaft zufrieden erklärt haben, ſo iſt
dies mit Rückſicht auf die kleinen Brauereien auf dem
Lande in Bayern erfolgt. Für den Norden und Oſten
erſcheint es uns ausgeſchloſſen, auf dieſer Preisbaſis Gerſte
für Kontingentbetriebe herauszulocken. Die Brauereien
werden ſich deshalb überlegen müſſen, ob ſie lieber einen
höheren Preis zahlen wollen als Gefahr zu laufen, daß
die Gerſte verſchrotet und verfüttert wird. Die Regelung
der Bezugsſcheine iſt in der Weiſe erfolgt, daß dieſelben
entſprechend dem ermäßigten Kontingent von 60 Prozent
zugeteilt werden und daß hierbei der Umrechnungsſatz
von 100: 133½ gilt, d. h. für 100 Kg. Malzverbrauch wird
ein Bezugsſchein von 133½ Kg. Gerſte ausgegeben. Ueber
die Bezugsſcheine verfügt ausſchließlich die Gerſteverwer=
tungsgeſellſchaft
, ſodaß der Einkauf von Qualitätsgerſte
nur auf Grund einer Kontingentsabſchreibung bei dieſer
Geſellſchaft erfolgen kann. Nach der Bundesratsverord=
nung
vom 19. Auguſt darf Saatgut von Brotgetreide nur
mit Genehmigung des Kommunalverbandes zu Saat=
zwecken
veräußert werden, und zwar an Empfänger
außerhalb des Kommunalverbandes nur dann, wenn der
empfangende Kommunalverband der Anrechnung auf ſei=
nen
Bedarfsanteil oder auf die feſtgeſetzten und an die
Reichsgetreideſtelle abzuliefernden Mengen zugeſtimmt hat.
Nach der Bundesratsverordnung vom 26. Auguſt dürfen
Erbſen, Bohnen, Linſen (Hülſenfrüchte) nur durch die Zen=
traleinkaufsgeſellſchaft
in Berlin abgeſetzt werden. Der
Uebernahmepreis darf bei Erbſen nicht 60 Mk. für den
Doppelzentner, bei Bohnen nicht 70 Mk. und bei Linſen
nicht 75 Mk. überſteigen.
Auf dem Getreide= und Futtermittelmarkt herrſchte
in der erſten Hälfte der Berichtswoche zum Teil eine et=
was
gedrückte Stimmung, da man jeden Tag auf Maß=
nahmen
der Regierung gegen Rumänien gefaßt war. Da
dieſelben nicht erfolgten, ſetzte in der zweiten Hälfte eine
etwas feſtere Haltung ein. Prima Maisqualitäten er=
zielten
595612 Mk., Perlmais 607622 Mk., beſchädigte
Sorten erzielten 500580 Mk., Lieferung Auguſt/Septem=
ber
540 Mk. Dresden. Für geſunden Mais forderte man
585590 Mk. und für leicht beſchädigten Mais 555570
Mark ab Paſſau, Regensburg oder München. Für in
Mannheim disponiblen Einquantinomais wurden bahn=
frei
Mannheim 590 Mk. verlangt. Ausländiſche Gerſte
blieb ſtill, aber zu 680 Mk. loko und Auguſt/September
660 Mk. Dresden geſucht. Ausländiſche Gerſte mittel
notierte 720749 Mk. Ab Dresden oder Paſſau forderte
man 670 Mk. für ausländiſche Gerſte. In Mannheim
disponible rumäniſche Gerſte wurde zuletzt mit 685 Mk.
notiert. Rumäniſcher Weizen notiert per Auguſt/Septem=
ber
700 Mk., loko Dresden 750 Mk. Am Mehlmarkte war
die Stimmung ruhig und das Angebot nur gering. Man
offerierte Weizenmehl, aus rumäniſchem Weizen herge=
ſtellt
, unter der Bedingung, daß derſelbe eintrifft und
von der Beſchlagnahme freigegeben wird, zu 100 Mk. die
100 Kg. ab Danzig. Für Roggenmehl. 82prozentige Aus=
mahlung
, forderte man 60,50 Mk. für die 100 Ka. waggon=
frei
Danzig. Maniokamehl war zu 5960 Mk. offeriert.
Maismehl iſt zu 6264 Mk., Kartoffelmehl zu 6566 Mk.
und weißes gebeuteltes Tapiokamehl zu 8085 Mk. im
Markte. Ausländiſche Kleie notierte 495530 Mk., Kokos=
kuchen
600650 Mk., Reiskleie 250300 Mk., Gerſtenkleie
500630 Mk., K=Futter 430435 Mk., gedarrte Eicheln,
geſchält, 525 Mk., Fiſchmehl 475 Mk., Erdnußkleie 310 Mk.,
Rapskuchen 485 Mk. und Palmkernmehl 585 Mk. Hülſen=
früchte
hatten weiter ſchwachen Markt. Angeboten waren
bulgariſche weiße Bohnen, in Dresden fällig, zu 83 Mk.
die 100 Kilogramm ab Dresden.

[ ][  ][ ]

Der Krieg.
Der öſterreichiſch=ungariſche
Tagesbericht.

* Wien, 31. Aug. Amtlich wird verlautbart,
31. Auguſt:

Ruſſiſcher Kriegsſchauplatz.

Der nördlich und nordöſtlich von Luck angetroffene
Gegner wurde geſtern unter heftigen Kämpfen nach Süden
zurückgeworfen. Er ließ 12 Offiziere, über 1500
Mann, 5 Maſchinengewehre, 5 Lokomotiven,
2 Eiſenbahnzüge und viel Kriegsmaterial in unſerer
Hand. Auch bei Swiniuchy Gorochow, Raſie=
chow
und Turz zwangen unſere Truppen die Ruſſen,
den Rückzug fortzuſetzen. Mit gewohnter Tapferkeit er=
ſtürmten
im Raume ſüdlich von Raſiechow die Regi=
menter
der Budapeſter Heeresdiviſion eine ſtark verſchanzte
Linie.
An der Strypa wird um die Uebergänge gekämpft
wobei die Ruſſen unſere Verfolgung an einzelnen Punk=
ten
durch heftige Gegenſtöße aufhielten.
Am Dnjeſtr und an der beßarabiſchen
Grenze nichts neues.
Unſere nördlich Kobryn kämpfenden Streitkräfte
drangen bis Pruszany am oberen Muchawiec vor.

Italieniſcher Kriegsſchauplatz.

Auch geſtern fanden an der Südweſtfront keine
Kämpfe von Belang ſtatt. Zwei feindliche Vorſtöße bei
San Martino, dann je ein Angriff auf den Südteil des
Tolmeiner Brückenkopfes und auf unſere Flitſcher Tal=
ſtellung
wurden abgewieſen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabs:
v. Höfer, Feldmarſchalleutnant,

Die Lage im Oſten.

Die Verfolgung der Ruſſen.
* London, 31. Aug. Die Times melden aus Peters=
burg
: Militärs glauben, daß die entſchloſſene Of=
fenſive
des Feindes nicht gegen das ZZentrum,
ſondern gegen die Flanken der ruſſiſchen Ar=
mee
ſich richten werde, was ſich aus den fortgeſetzten Vor=
ſtößen
in der Richtung Friedrichſtadt und der wich=
tigen
Wiederaufnahme ſeiner Tätigkeit vor Wladimir=
Wolynski in der Richtung auf Kiew ergebe. Man
hält jedoch Kiew nicht für bedroht, da es das Hauptziel
des Feindes ſei, die ruſſiſchen Armeen gänzlich zu ſchlagen,
was freilich bisher völlig mißlungen ſei. Die Ruſſen be=
haupten
hartnäckig die Gebiete zwiſchen Bialyſtok und
Wilna, bis der Rückzug von der Njemen=Linie voll=
endet
ſei.
IU. Berlin, 31. Aug. Der Kriegsberichterſtatter
des Berl. Tagebl. meldet aus dem K. und K. Kriegs=
preſſequartier
: Die Heeresgruppe des Prinzen Leopold
von Bayern gewann parallel der Bahnſtrecke nach
Wokolwisk weiter Raum. Ihr rechter Flügel nahm im
Verein mit öſterreichiſch=ungariſchen Truppen Szeres=
zowo
nordöſtlich der Bahnlinie nach Minsk, und ver=
folgt
den geſchlagenen Feind am Pruganz. Die Heeres=
gruppe
Mackenſen rückte bereits 50 Kilometer über
Breſt=Litowsk hinaus und paſſierte den Knotenpunkt Za=
binka
, wodurch die Linie nach Pinsk von der nach
Minsk abgeſchnitten wurde. Die Armee Puhallo nähert
ſich Luck. Die Armeen Böhm=Ermolli, Graf Bothmer
und der linke Flügel der Truppen Pflanzer=Baltins ſind
20 Kilometer öſtlich der Zlota=Lipa vorgedrungen und
haben den Gegner zum größten Teil ſchon hinter den Fluß
und die Teichlinie der Strypa zurückgeworfen.
Im Nordoſten vollzieht ſich unſere Unternehmung
programmäßig. Soviel über die Tätigkeit der unter
öſterreichiſch=ungariſchem Oberbefehl ſtehenden Streitkräfte
bekannt gegeben wird, beſteht dieſe in der anhalten=
den
Verfolgung der Ruſſen ſüdlich der Rokitno=
ſümpfe
bis zum Dnjeſtr. und in der allgemeinen Offenſive.
Die hierüber vorliegenden Nachrichten ſprechen von hef=
tigen
Kämpfen an der ganzen Front, die aber ſtets mit
dem Zurückdrängen des Feindes enden. Das Rennstal
an der Strypa, etwa 60 Kilometer von der oſtgaliziſch=
ruſſiſchen
Grenze entfernt, iſt bereits zum größten Teil er=
reicht
, der Feind darüber hinaus nach Oſten abgedrängt
worden.
Aufgabe der Feſtung Grodno?
TU. Vonderſchweizeriſchen Grenze, 31. Aug.
Der Temps will wiſſen, daß laut einem amtlichen Tele=
gramm
aus Petersburg die Feſtung Grodno, nachdem
ſie ihre Aufgabe als Stützpunkt der noch dort ſtehenden
ruſſiſchen Armeen erfüllt habe, gleichfalls aufgegeben wer=
den
ſoll. (Dann wird eben unſere Einſchließung ſchon ſo
weit vorgeſchritten ſein, daß ſchleuniger Rückzug geboten
iſt. D. Red.)
Die Schweizer Preſſe über den Durchbruch
an der Zlota=Lipa.
TU. Zürich, 31. Aug. Die Zürcher Preſſe betrachtet
den Durchbruch durch die ruſſiſchen Linien an der Zlota=
Lipa als Einleitung zur vollſtändigen Wie=
deroberung
Galiziens. Die Zürcher Poſt ſchreibt:
Auf die Geſamtſituation macht der Sieg erſt eine befrie=
digende
Würdigung, wenn die ruſſiſche Südarmee durch
ſtärkere Truppenabgabe nach Norden bedeutend geſchwächt
ſo weit zurückgedrängt werden kann, daß für die Verbün=
deten
der Zugang zu Rowno frei wird. Die Neue Zürcher
Zeitung iſt der Anſicht, daß die Verbündeten an der Lan=
desgrenze
kaum ſtehen bleiben, ſondern in erſter Linie die
Wolhynien=Feſtungen erreichen und das ruſ=
ſiſche
Heer niederkämpfen werden, ſodaß ſie nichts mehr
zu befürchten haben.
Betrachtungen der engliſchen und franzö=
ſiſchen
Preſſe.
* London, 31. Aug. Die Morning Poſt mel=
det
aus Petersburg unter dem 29. Auguſt: Es iſt faſt
nichts zu verzeichnen, was die Einförmigkeit des
allgemeinen Rückzuges der Ruſſen unter=
bricht
. Die Nachricht, daß die Ruſſen die Feſtung Breſt
und die Brücken zerſtört haben, nachdem ſie die militäri=
ſchen
und anderen Vorräte entfernt hatten, hat eine große
Erleichterung verurſacht. Es iſt eine Empfindung wie nach

dem Zahnziehen, es tat weh, aber es beſſert die all=
gemeine
Lage; die Kämpfe dauern fort, aber iſoliert, ohne
daß die Deutſchen eine große Schlacht erzwingen können.
Man erwartet, daß der Kampf, den die meiſten demokra=
tiſchen
Länder moraliſch nicht aushalten könnten, zwei
oder drei Monate dauert, wo dann der Feind in dem
verwüſteten Lande dem ruſſiſchen Winter gegen=
überſteht
.
* London, 31. Aug. Die Times meldet: Die Räu=
mung
von Breſt=Litowsk vollendet die Be=
ſetzung
von Polen durch den Feind. Der Wert von
Breſt liegt teilweiſe in den Eiſenbahnen. Die Ruſſen
machten jedenfalls die Eiſenbahnen möglichſt unbrauch=
bar
, aber Bahnen laſſen ſich ſchwer für lange Zeit zer=
ſtören
. Während die Deutſchen ihre rückwärtigen Ver
bindungen verbeſſern, werden die Möglichkeiten
eines ruſſiſchen Rückzuges beſchränkter.
Die Bahnlinie Wilna-Petersburg muß bald an einem
bedrohlichen Punkt durchbrochen werden. Die ſtarken ruſ=
ſiſchen
Streitkräfte, die ſich auf Grodno ſtützten, mögen
ſich in ſehr ſorgenvoller Lage befinden. Die Benutzung
der Straßen wird durch die erzwungene Flucht der Zivil=
bevölkerung
erſchwert. Der deutſche Vormarſch iſt
nicht ſo langſam, wie öfters geſagt wurde. Die
Times gibt zu, daß die ruſſiſchen Hauptkräfte noch nicht
außer Gefahr ſeien, hofft aber, daß ſie die neue Linie ohne
gefährliche Beläſtigung erreichen werden.
TU. Paris, 31. Aug. Die Räumung von Breſt=
Litowsk wird von der hieſigen Preſſe als ſchmerz=
liche
Notwendigkeit bezeichnet, die aber die allge=
meine
Lage nicht ändere, da es dem Großfürſten wiederum
gelungen ſei, ſeine Armeekorps aus der Falle zu ziehen,
mithin der deutſche Plan, die Vernichtung der ruſſiſchen
Armee, als geſcheitert zu betrachten iſt. Der Fall von
Breſt=Litowsk eröffnet eine neue Etappe des ruſſiſchen
Feldzuges, deren weiteren Verlauf zur gegenwärtigen
Stunde noch niemand beurteilen könne. Man fragt ſich,
ob die Deutſchen die Verfolgung der geſchlagenen ruſſiſchen
Armeen nun weiter fortſetzen werden, oder ob ſie nach
dem wirklich ſehr bedeutenden Erfolg, den ſie auf der
ruſſiſchen Front errungen haben, nicht verſuchen werden,
die Entſcheidung auf einer anderen Front herbeizuführen.

Dank des Kaiſers an die Bug=Armee.

* Breslau, 31. Aug Die Schleſiſche Zeitung ver=
öffentlicht
folgenden Dank des Kaiſers an die
Bug=Armee: Dem General v. Linſingen, Ober=
befehlshaber
der Bug=Armee ging vom Kaiſer nach der
Einnahme von Breſt=Litowsk durch dieſe Armee folgende
Allerhöchſte Order zu: Mit Dank für die hocherfreuliche
Meldung von der Einnahme von Breſt=Litowsk erſuche
ich Sie, den braven Truppen der Bug=Armee für ihre
Hingabe, Tapferkeit und Ausdauer meine höchſte Aner=
kennung
und Dank mitzuteilen. Wilhelm, I. R.
Dieſe Order gab General von Linſingen mit folgendem
Zuſatz ſeiner Armee bekannt: Ich bringe dieſen Ausdruck
Allerhöchſter Anerkennung zur Kenntnis der Armee, mit
dem Vertrauen, daß die gewaltigen Marſch= und Gefechts=
leiſtungen
der braven Truppen der Bug=Armee, welche in
Verbindung mit den nördlich vordringenden Armeen den
Feind zur Aufgabe der Feſtung zwangen, zur völli=
gen
Vernichtung des Gegners beitragen
werden. gez.: v. Linſingen.

Außerordentlicher Kronrat in Zarskoje Selo.

TU. Haag, 31. Aug. Wie aus Petersburg ge=
meldet
wird, findet am Donnerstag in Zarskoje Selo
ein außerordentlicher Kronrat ſtatt, bei dem
der Zar den Vorſitz führen wird.

Der Zar verläßt Petersburg.

TU. Wien, 31. Aug. Die Korreſpondenz Rund=
ſchau
meldet, nach zuverläſſigen Informationen herrſche
in maßgebenden Petersburger Kreiſen Verwirrung. Am
Zarenhofe regiert gegenſeitiges Mißtrauen,
wie nie zuvor. Hartnäckig behauptet ſich das Ge=
rücht
, die Zarin und ihre Kinder hätten Zarskoje Selo
bereits verlaſſen. Der Zar werde von ſeiner Reiſe an
die Front nicht mehr nach Petersburg zurückkehren, ſon=
dern
ſich zu ſtändigem Aufenthalt nach Kaſan begeben,
da man Moskau nicht für genügend ſicher erachtet.

Bevorſtehende Verlegung der Duma=Sitzungen
nach Moskau.

TU. Wien 31. Aug. Das Deutſche Volksblatt
meldet über Kopenhagen aus Petersburg: Im Al=
tersausſchuß
gab der Dumapräſident die Möglichkeit einer
bevorſtehenden Verlegung der Dumaſitzungen nach Mos=
kau
bekannt.

Ruſſiſche Barbarer.

* Wien, 30. Aug. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird gemeldet: Zu den zahlreich vorhandenen Beweiſen
der barbariſchen, völkerrechtswidrigen Behandlung un=
ſerer
Kriegsgefangenen ſeitens der Ruſſen iſt ein neues
Dokument hinzugekommen: Der Gefreite Alfred Schlagg
und der Infanteriſt Hugo Trunk, beide dem öſterrei=
chiſchen
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 4 angehörig
gerieten am 28. Januar beim Duklapaß in ruſſiſche Ge=
fangenſchaft
, entwichen jedoch und ſchlichen ſich ſpäter in
Verkleidung zu unſeren Truppen durch; ſie ſagen aus,
daß ſie nach Gefangennahme gänzlich ausgeraubt wur=
den
und ihnen ſogar das letzte Stück Brot abgenommen
wurde, ſodaß ſie während des Marſches gegen Lemberg
vier Tage lang ohne jedwede Verpflegung blieben und
nur von den Gaben der Zivilbevölkerung lebten. Nach
der Gefangennahme wurden Schlagg und Trunk in einer
Scheune interniert. Plötzlich hörten ſie in unmittelbarer
Nähe mehrere Schüſſe krachen. Schlagg lief aus der
Scheune hinaus und ſah, daß 13 Mann ſeines Regiments
mit rückwärts gebundenen Händen auf Befehl eines ruſſi=
ſchen
Majors erſchoſſen wurden. Die beiden Soldaten
ſind bereit, vorſtehende Angaben eidlich zu bekräftigen.

Das große Loch im ruſſiſchen Budget.

* Petersburg, 30. Aug. Nach dem Rjetſch ver=
handelte
die Duma am 24 Auguſt über die Einfüh=
rung
der Einkommenſteuer. Die betr. Vorlage
hat bereits acht Jahre bei der Duma gelegen, aber ver=
mögende
oktobriſtiſche und nationaliſtiſche Kreiſe verhin=
derten
die Beratung Der Rjetſch fürchtet, daß, ſelbſt
wenn die Duma ſie jetzt annähme, der Reichsrat ſie
verwerfen würde. Aus den Reden ſind die Aus=
führungen
des Berichterſtatters der Kommiſſion, Posni=
koff
, hervorzuheben, daß Rußland heute ein ſechs=
mal
größeres Defizit habe als veranſchlagt ſei,
nämlich 300 Millionen Rubel. Er kritiſierte die Maß=
regeln
des Finanzminiſters ſcharf, der einfach alle
Steuern erhöht habe; das Ergebnis ſei durchaus
unzureichend, da ein großer Teil der Steuern weg=

falle. Dafür ſind unſinnige Steuern, beiſpiels=
weiſe
Transportſteuern, eingeführt, die direkt ſchädigend
auf den Verkehr einwirkten. Der Kadett Welikoff ſtimmte
den Worten Lloyd Georges bei, daß die deut=
ſchen
Siege dem ruſſiſchen Volke die Frei=
heit
brächten und hob beſonders die Aufhebung des
Bkanntweinmonopols hervor, wodurch Rußland zur
Nüchternheit geführt werde, ferner die Anfänge einer
Miniſterverantwortlichkeit und einer, wenn auch verſpäte=
ten
, Autonomie Polens, ſowie eine gerechte Beſteuerung
der Bevölkerung nach dem Einkommen.

Ruſſiſches.

* Wien, 31. Aug. Nach Meldungen Warſchauer
Blätter haben die Ruſſen vor ihrem Rückzuge viele
Hunderte von unmündigen polniſchen
Kindern in das Innere des Reiches ver=
ſchleppt
, um ſie dort als Ruſſen zu erziehen. Dieſe
Schulkinder gehörten einer in Polen und Galizien weit=
verbreiteten
jüdiſchen Organiſation an und wurden bei
einer gemeinſamen Uebung von ruſſiſchen Poliziſten um=
zingelt
und entführt..
* Petersburg, 31. Aug. Der Reichsrat
nahm die von der Duma am 15. Auguſt angenommene
Geſetzesvorlage an, durch die eine gemiſchte Kommiſſion
für Gutachten zur Verbeſſerung des Heeres=
bedarfs
geſchaffen wird und die Maßnahmen zur
öffentlichen Lebensmittelverſorgung mit den Transport=
möglichkeiten
in Uebereinſtimmung gebracht werden. Da=
bei
erklärte der Reichsrat ſeine Uebereinſtimmung mit
dem Wunſche Maxim Kowalewskys, daß Vertre=
ter
der Arbeiter, Ingenieure und Techniker in den Kom=
miſſionen
ſitzen ſollten.

Fliegerangriff auf Paris.

TU. Paris, 31. Aug. Ueber einen deutſchen
Fliegerangriff auf Paris berichten Lyoner Blät=
ter
folgende Einzelheiten: Es war gegen 11 Uhr vormit=
tags
, als drei Kanonenſchüſſe des Forts Ecouen der ſehr
beunruhigten Bevölkerung von Monmorenoy und Um=
gebung
anzeigten, daß feindliche Flieger in der
Nähe ſeien. Ein Aviatik=Flugzeug, das in der Richtung
nach Paris flog, wurde geſichtet, und bald bezeichneten
kleine weiße Wölkchen in der Luft den Flug des feind=
lichen
Apparates, der ſich in dieſem Augenblick in etwa
2000 Meter Höhe befand. Die ganze Bevölkerung eilte
ins Freie, und bald entdeckte man zwei weitere Flugzeuge.
In demſelben Moment kam das erſte Flugzeug wieder
zurück und warf, ſowie die beiden anderen, eine große An=
zahl
80= und 100=Millimeter=Bomben ab, die nur unbe=
deutenden
Materialſchaden anrichteten und zwei
Perſonen leicht verletzten. Zu gleicher Zeit
nahmen die franzöſiſchen Flugzeuge die Verfolgung der
deutſchen Flieger auf, während das Fort Ecouen donnerte
und ſeine eiſernen Grüße den ſchnell enteilenden Feinden
nachſandte.

Die entſchwundenen Hoffnungen der Entente=
genoſſen
.

* London, 31. Aug. Die Daily News erinnert in
einem Leitaxtikel an den 30. Auguſt 1914, an dem nahezu
alles verloren ſchien, und ſagt: Die Schlacht an der
Marne und der erfolgloſe Winterfeldzug der Deutſchen
ſteigerte unſere Erwartungen zu ſehr. Jetzt iſt der
Himmel wieder voll ſchwarzer Drohung,
Der Sommer ſah eine unerwartete, überwälti=
gende
Wiederherſtellung der Macht des
Feindes. Das Blatt erblickt die Urſache des Um=
ſchwunges
nicht in der numeriſchen, ſondern in der indu=
ſtriellen
Ueberlegenheit Deutſchlands. Der
relative Fehlſchlag der Verbündeten lag nicht in dem
Mangel an Fähigkeit, genügende Truppen aufzubringen,
ſondern dieſe zu verſorgen. England allein ſei auf der
Seite der Verbündeten imſtande, dieſe Aufgabe zu erfüllen.
Der wirkliche Krieg werde nicht in den Schützengräben,
ſondern von der Induſtrie ausgefochten. Die Anhän=
ger
der Wehrpflicht richteten ihre verhängnisvollen
Angriffe gegen die induſtrielle Kraft Englands.

Die engliſche Politik des Gleichgewichts der
Mächte.

* London, 31. Aug. Der Economiſt erörtert
die Theorie vom Gleichgewicht der Mächte
und betont, daß Gladſtone und Salisbury ſich dieſe Dok=
trin
nicht zu eigen gemacht haben würden. Er ſagt: Die
Zerſchmetterung Deutſchlands und die
Zerſtückelung Oeſterreichs könne von keinem,
der Engliſch verſtehe, als die Politik der Erhaltung des
Gleichgewichts vertreten werden. Der Artikel ſchließt mit
den Worten: Wenn das Gleichgewicht überhaupt einen
Sinn hat, und den Geiſt und die Ziele der britiſchen
Politik darſtellt, mag der Friede nicht ſo entfernt oder
ſo ſchwer erreichbar ſein, als manche Leute denken.
Europa war ſicherlich 1715 oder 1813 der Erſchöpfung
nicht näher als 1913. Wenn es unſere Abſicht iſt, das
Gleichgewicht auf der Grundlage von 1869 oder 1913 her=
zuſtellen
mit ſolchen Abwandlungen im Orient, die den
Wünſchen kleiner Nationen genügten, ſo könnte das Ziel
in verhältnismäßig naher Zukunft erreicht werden, ohne
daß man ſich aus einer heilbaren Erſchöpfung in unheil=
bares
Elend und Bankerott ſtürzte. (Der Economiſt irrt;
es handelt ſich bei einem künftigen Friedensſchluß darum,
dieſes von England künſtlich herbeigeführte Gleichgewicht
für immer zu beſeitigen, damit Englands ſeither geübte
Praxis ein für allemal unmöglich gemacht iſt. Auch=
werden
diesmal nicht Balkanſtaaten oder gar die Türkei,
ſondern England und Genoſſen die verlorene Partie be=
zahlen
. D. Red.)

Die Arbeiterſchwierigkeiten in Südwales.

* London 31. Aug. Die Times meldet aus Car=
diff
: Wenn die Arbeiterführer nicht Zugeſtändniſſe von
den Miniſtern erhalten, ſo ſind Schwierigkeiten
kaum zu vermeiden. Die Vorbereitungen
für einen allgemeinen Ausſtand werden plan=
mäßig
getroffen. Die Abgeordneten der für Dienstag
ſtattfindenden Beſprechung erhalten den Auftrag, gegen
die Unterzeichnung des Lohnabkommens zu ſtimmen, wenn
ihre Forderungen nicht bewilligt werden; die Ablehnung
der Unterzeichnung wird ein Zeichen für eine Erneuerung
des Ausſtandes ſein. Die Tatſache, daß der ausführende
Ausſchuß von örtlichen Ausſtänden abrät, verſtärkt die
Einigkeit zu einem wirkſamen Auftreten, falls die Lon=
doner
Verhandlungen ſcheitern.

England mildert die Blockadebeſtimmungen.

* Waſhington, 31. Aug. (Reuter.) Der bri=
tiſche
Botſchafter hat dem Staatsdepartement mit=
geteilt
, daß Großbritannien die Durchfuhr ge=
wiſſer
Güter durch das Blockadegebiet, die
in Oeſterreich=Ungarn und Deutſchland beſtellt worden
ſind, zugeſtehen werde.

[ ][  ][ ]

* Waſhington, 31. Aug. Das Reuterſche Bureau
meldet noch über das britiſche Zugeſtändnis,
Waren für Amerika durch das Blockadegebiet durchzulaſ=
ſen
: Als Beweis, daß Großbritannien wünſche, bei der
Durchführung der Blockade Deutſchlands jede Rückſicht
auf die Intereſſen der Neutralen zu nehmen, machte der
britiſche Botſchafter heute dem Staatsdepartement Mit=
teilung
von gewiſſen Zugeſtändniſſen, deren Zweck ſei,
den Klagen einiger amerikaniſcher Impor=
teure
abzuhelfen, deren Weihnachtshandel durch das
Ausbleiben in Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn be=
ſtellter
Güter leiden würde. Der Botſchafter erklärte,
Großbritanniens Abſicht ſei, das Paſſieren von Gütern,
die bei deutſchen und öſterreichiſchen Fir=
men
beſtellt ſeien, durch die Blockadelinien zuzuge=
ſtehen
. Bisher war hierfür nötig, daß das Geld für die
Waren ſchon erlegt war. Alles, was jetzt notwendig iſt,
ſei, dem britiſchen Botſchafter in Waſhington einen Be=
weis
für den Ankauf vorzulegen. Man glaubt, daß hier=
durch
die Einfuhr ſehr erleichtert wird. Der britiſche
Botſchafter ſtellt die Berichte in Abrede, die mit der Ab=
ſicht
in Umlauf geſetzt ſeien, bei den verantwortlichen
Stellen Mißſtimmung zu erzeugen. Er lenkt dabei die
Aufmerkſamkeit auf die Bekanntgabe der britiſchen Regie=
rung
vom 14. April, in der das Angebot gemacht wird,
zwei Schiffsladungen Farbſtoffe durchzulaſ=
ſen
, die durch Baumwollieferungen an Deutſchland be=
zahlt
ſind, vorausgeſetzt, daß ſie über Rotterdam unter
neutraler Flagge verfrachtet und an den Staatsſekretär
des Handelsamtes zur Verteilung an die Textilinduſtrie
adreſſiert ſind. In der Erklärung wird darauf hinge=
wieſen
, daß das Angebot, welches von Deutſchland zu=
rückgewieſen
worden ſei, noch immer gelte.

Die Munitionsladung der Luſitania‟.

* London, 31. Aug. Der Labour Leader macht dar=
auf
aufmerkſam, daß die Daily News am 4. Auguſt
in einer Jahresüberſicht des Krieges ſagte: Es wird
nicht geleugnet, daß die Luſitania Muni=
tion
an Bord führte, die bei der Unterſuchung als
Banngut erklärt worden wäre. Es hätten keine Ein=
wände
erhoben werden können, wenn ein deut=
ſcher
Kreuzer ſie erbeutet hätte. Der Leitartikel der Daily
News aber ſagte, die Deutſchen rechtfertigten das Ver=
ſenken
mit der erledigten Fabel, daß ſie Munition an Bord
hatte.

Italieniſche Berichterſtattung.

Wien, 30. Aug. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird gemeldet: Im italieniſchen amtlichen Bericht vom
26. Auguſt wird behauptet, daß öſterreichiſch=ungariſche
Truppen im Seebachtale durch Schrapnells der italieni=
ſchen
Artillerie überraſcht, regellos die Flucht ergriffen
hätten. Die ganze Mitteilung iſt willkürliche Er=
findung
. Im italieniſchen amtlichen Bericht vom
28. Auguſt wird über einen Sturm öſterreichiſch=ungariſcher
Truppen gegen ein Wäldchen an der Straße von
Strauſſina nach San Martino berichtet, bei welchem es
zum Handgemenge und zur Flucht der öſterreichiſch= un=
gariſchen
Truppen gekommen wäre. Die ganze Meldung
iſt glatt erfunden. In Wirklichkeit wurden die ita=
lieniſchen
Abteilungen längs der Straße durch öſter=
reichiſch
=ungariſches Artilleriefeuer zur fluchtartigen Räu=
mung
ihrer Deckungen gezwungen. Im Laufe des Mor=
gens
des 28. Auguſt ſetzte der Gegner ſtärkere Kräfte in
viermaligem Sturm entlang der beſagten Straße an. Um
7 Uhr drangen zwar feindliche Kräfte in unſere Stellungen
ein, wurden jedoch ausnahmslos unter ſchwe=
ren
Verluſten geworfen. Unſere Stellungen ſind
überall feſt in unſerer Hand. Ueber 200 italieniſche Lei=
chen
liegen vor unſeren Hinderniſſen; unſere Verluſte ſind
17 Verwundete.
* Wien, 31. Aug. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird gemeldet: Im italieniſchen Generalſtabs=
bericht
vom 21. Auguſt wird behauptet, daß ein Ge=
ſchwader
öſterreichiſch=ungariſcher Flugzeuge die Stadt
Udine überflogen hat, daſelbſt 14 Bomben abwarf,
fünf Einwohner, darunter eine Frau, ein Mädchen und
drei Karabinieri tötete und auch Privathäuſer beſchädigte.
Die Meldung iſt tendenziös. Das öſterreichiſch=
ungariſche
Luftgeſchwader belegte in Udine den Bahn=
hof
und das Inſtituto Tecnico als Objekte, die
zurzeit militäriſchen Zwecken dienen, mit Bomben. Der
italieniſche Generalſtabsbericht vom 24. Auguſt enthielt
die Mitteilung, daß die Italiener ſich des Strino=
tales
am Tonale bemächtigten und dort acht Ba=
racken
in Beſitz nahmen. Ueber die weiteren Ereigniſſe
ſchwieg ſich der italieniſche Bericht ſeitdem gründlichſt
aus. Daher iſt es nicht unintereſſant, feſtzuſtellen, daß
die Kämpfe in dem hier erwähnten Strinotale eine
ganz andere Wendung genommen haben, als
es aus dem italieniſchen Bericht erſichtlich iſt. Unſere
Truppen warfen den Feind, der längs der Tonaleſtraße
angriff, am 25. Auguſt vollſtändig über die
Grenze zurück. Das Strinotal am Tonale iſt
gänzlich in unſerem Beſitz desgleichen die dort
befindlichen Baracken.

Der Krieg im Orienr.

Die ſchwere Niederlage der Engländer
an den Dardanellen.
* Berlin, 31. Aug. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt zu den jüngſten Kämpfen an den
Dardanellen: Die heldenhafte Verteidigung des
Landes durch die türkiſche Armee wird in Deutſchland mit
ungeteilter Bewunderung verfolgt. Seit Monaten bieten
die Gegner Hunderttauſende von Mannſchaf=
ten
auf, um den Durchbruch bei den Dardanellen zu er=
zwingen
. Die feindlichen Heere ziehen, mit allen Kriegs=
mitteln
reichlich ausgerüſtet, in den Kampf, ſtarke Geſchwa=
der
unterſtützen ihn durch ſchwerſte Artillerie, Angriff auf
Angriff wird unternommen, das Ergebnis bleibt nichts
anderes als ungeheure Verluſte an Menſchen=
leben
, die dem Ziele des Vernichtungskrieges gegen das
Osmaniſche Reich geopfert werden. Mit inniger Genug=
tuung
erleben wir an den prächtigen Taten des türkiſchen
Heeres den abermaligen Beweis für die in Deutſchland
aufrechterhaltene Ueberzeugung, daß das türkiſche
Volk in ſeiner inneren Kraft ungebrochen
iſt und den hohen Beruf hat, ſeinen Staat einer neuen
Blüte und Macht entgegenzuführen. Wir ſind ſtolz auf
unſeren türkiſchen Bundesgenoſſen und ſehen ſeinen wei=
teren
Kämpfen in treuer Waffenbrüderſchaft mit Deutſch=
land
und Oeſterreich=Ungarn in voller Zuverſicht auf den
endgültigen Erfolg entgegen.
* Konſtantinopel, 31. Aug. (Meldung des
Wiener Korr,=Bur.) Die Blätter zollen der Tapferkeit und
Selbſtverleugnung der türkiſchen Truppen an den Darda=
nellen
, die dem Feinde unaufhörlich neue Schwierigkeiten
bereiten, hohes Lob. Sie betonen die Bedeutung des
neuen Sieges, der die allgemeine Ueberzeugung be=
ſtärkt
habe, daß der Feind die Täler von Anaforta nicht

werde halten können. Nach ergänzenden Meldungen von
den Dardanellen werden die Verluſte des Feindes
in den Kämpfen der letzten drei Tage, die Ver=
wundeten
mitgerechnet, auf 20000 geſchätzt. Die Ge=
fangenen
erklären, daß die Verluſte dieſe Zahl noch über=
ſchreiten
. Schon in den erſten Tagen der Landung bei
Anaforta hatte der Feind es insbeſondere auf die Höhe
Kodza Schtemendaſch, welche die Stellungen an dem tür=
kiſchen
Flügel bei Ari Burnu beherrſcht, abgeſehen. Nach
fruchtloſen Kämpfen der erſten Tage gewährte der Feind
ſeinen Truppen eine Ruhepauſe; am 26. Auguſt begannen
die Angriffe wieder. Er erlitt jedoch neuerdings eine
ſchwere Niederlage.
Die ſchweren franzöſiſchen Verluſte
an den Dardanellen.
TU. Genf, 31. Aug. Der franzöſiſche Mi=
niſterrat
befaßte ſich mit dem wenig befriedi=
genden
Monatsergebnis der Aktion gegen die
Dardanellen, wo die franzöſiſchen Mutterlands= und Ko=
lonialtruppen
ungeheuer hohe Verluſte erlitten,
ohne daß an einem der drei Sektoren Fortſchritte zu ver=
zeichnen
ſeien. Als abſolut verunglückte Idee ergibt ſich
die ſeinerzeit von den franzöſiſchen Fachkritikern entſchie=
den
widerratene Beſetzung von Anaforta als Stützpunkt.
* Berlin, 31. Aug. Zu der parlamentari=
ſchen
Studienfahrt durch Oſtpreußen berich=
tet
die Berl. Morgenpoſt, die Ruſſen hätten 24 Städte,
beinahe 600 Dörfer, ungefähr 300 Güter und über 30000
Gebäude zerſtört, ſowie mehr als 100000 Wohnungen ge=
plündert
.
* Breslau, 31. Aug. Der Schleſiſchen Volkszei=
tung
zufolge hat Fürſtbiſchof Bertram der öſterrei=
chiſch
=ſchleſiſchen Landeskommiſſion zur Fürſorge für
heimkehrende Krieger den Betrag von 25000
Kronen geſpendet.
* Bern, 31. Aug. (Schweizeriſche Depeſchen= Agen=
tur
.) Der Bundesrat hat beſchloſſen, den in Kreuzlin=
gen
verhafteten amerikaniſchen Journaliſten Oberſtleut=
nant
Emerſon aus der Schweiz auszu=
weiſen
.
* Baſel, 31. Aug. Nach einem bei der Basler
Miſſion eingegangenen Telegramm werden ſämtliche
Zivilgefangene in Bellary und Guindy am
Kodai=Kanal im September nach Europa zurückgeſandt
werden. Die Miſſionare in Ahmednagar verbleiben in
der Gefangenſchaft.
* Lyon, 30. Aug. Republicain meldet aus Liſſabon:
Die Lage in Portugal iſt wieder normal. Immer=
hin
erſuchte die Regierung das Parlament um die Er=
mächtigung
, nötigenfalls alle notwendigen Maßnahmen
ergreifen zu dürfen.
* London, 31. Aug. Die neueſte Verluſtliſte
nennt 182 Offiziere und 3526 Mann.
* Stockholm, 31. Aug. Die ſchwediſche Re=
gierung
hat beſchloſſen, ein Ausfuhrverbot zu er=
laſſen
für lebende Rinder, allerlei Konſerven, Wurſt und
friſches und eingeſalzenes geräuchertes Fleiſch. Die Aus=
fuhr
von Schweinefleiſch wurde nicht vollkommen verboten,
aber begrenzt. Lizenzen können ausnahmsweiſe geſtattet
werden, falls ſich die Exporteure verpflichten, eine ge=
wiſſe
Menge zu einem voraus beſtimmten Preiſe für den
ſchwediſchen Markt aufzuheben.

Letzte Nachrichten.

* Berlin, 31. Aug. Der Reichsanzeiger veröffentlicht
eine Verordnung des Bundesrates betr. Angeſtellten=
verſicherung
während des Krieges. Dieſe be=
ſtimmt
, daß die Zeiten, in denen der Verſicherte im gegen=
wärtigen
Kriege im Deutſchen Reiche oder in der öſter=
reichiſch
=ungariſchen Monarchie Kriegs=, Sanitäts= oder
ähnliche Dienſte geleiſtet hat, auf die Wartezeiten und bei
der Berechnung der Verſicherungsleiſtungen an Ruhe=
gehalt
und Hinterbliebenenrenten als Beitragszeiten an=
gerechnet
werden, ohne daß Beiträge entrichtet werden.
Sie ordnet die Rechte und Pflichten derer, die durch den
Krieg an einer ordnungsmäßigen Beitragsleiſtung oder
an einer Beitragsleiſtung in der früheren Höhe behindert
ſind.
* London, 31. Aug. Der Daily Telegraph meldet aus
Badajoz unter dem 29. Auguſt: In Salto haben Un=
ruhen
ſtattgefunden. Das Stadtarchiv, das Rathaus
und die Kämmerei ſind verbrannt. Die Behörden fürch=
teten
eine bedeutende monarchiſtiſche Erhebung.
* London, 31. Aug. Der Londoner Dampfer Mut=
lah
(3499 Tonnen) iſt bei der Donnerstag=Inſel ge=
ſtrandet
. Er befindet ſich in ſehr ernſter Lage.

Wetterbericht.

Wetterausſichten für Mittwoch: Wolkig, trocken,
wärmer, nordweſtliche Winde.

Verſeigerungskalender.

Donnerstag, 2. September.
Chaiſen=, Wagen= uſw. Verſteigerung um
9 Uhr im Hofe des Traindepots.
Kartoffel=Verſteigerung um 10 Uhr im Güter=
hahnhof
.
Grummetgras=Verſteigerung um 8 Uhr ( Zu=
ſammenkunft
am Woogsdamm).
Fundſachen=Verſteigerung um 9 Uhr im
Fundbureau zu Frankfurt (Poſtſtraße).

Pinofluol‟
Fichtennadel-Kräuter-Bäder
in Tabletten (II,12392
erfrischen den Körper
kräftigen die Nerven
unentbehrlich für Rekonvaleszenten.
Pinofluol-Tabletten sindim ständigen Gebrauch
Sr. Kalserl. Hoheit des Deutschen Kronprinzen,
12 Bäder 3 Mk. in Apothek., Drogerien, Parfümerien.
Man verlange ausdrücklich Pinofluol in Tabletten!
Gratismuster und Broschüren durch die
Pharmakon-Gesellschaft, Chemische Fabrik, Frankfurt a. M.

Geſchäftliches.

Königl. Preuß.=Südd. Klaſſenlotterie.
Die Erneuerung der Loſe 3. Klaſſe (Ziehung 10. und 11.
September) hat bis zum Montag, 6. Sept., abends 6 Uhr,
bei dem zuſtändigen Lotterie=Einnehmer zu erfolgen.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute mittag entſchlief ſanft nach kurzem,
aber ſchwerem Leiden unſere liebe, gute Mutter,
Großmutter und Urgroßmutter
(*2128
Grad Cnſabeiha Sroin
geb. Kilz
im Alter von 89 Jahren.
Um ſtilles Beileid bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Lakawaxen, Michelſtadt i. O.,
Rendsburg (Holſt.), den 31. Auguſt 1915.
Die Beerdigung findet am Freitag, vormit=
tags
10 Uhr, von der Kapelle des Friedhofes
Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem uns betroffenen ſchmerzlichen Verluſte
ſagen wir dem Garniſonpfarrer, dem Garniſon=
kommando
für die geſtellte Abordnung und Muſik,
ſowie Allen, Allen unſeren innigſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Tempel.
Darmſtadt=Arheilgen, den 31. Auguſt 1915.
(*2071

Statt besonderer Anzeige.
Heute früh entschlief sanft meine gute, mir teuere Frau, unsere liebende
Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
FrauEnarischergeb. Fierscher
im 35. Lebensjahre,
Im Namen der Hinterbliebenen:
Medizinalrat Dr. Fischer
und 3 Kinder.
Darmstadt, den 31. August 1915.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 2. September 1915, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbe-
hause
, Bismarckstrasse 38 aus, auf dem Waldfriedhofe statt. ¾/3 Uhr Einsegnung im Hause.
(12415
Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen.

[ ][  ][ ]

Am 18. August verschied der
Königliche Generalmajor und Kommandant
der Festung Wesel
Herr Maximilian Land.
Von seinem Diensteintritt im Mai 1877 an stand der Entschlafene über
24 Jahre im Grossherzoglichen Artilleriekorps.
Von vornehmster Gesinnung, ein Vorbild in jeder Beziehung, immer bereit
durch Rat und Tat zu helfen, war er als Mensch, wie als Soldat von Vor-
gesetzten
und Untergebenen gleich geachtet und verehrt.
Nun hat ihn ein schweres Herzleiden, das ihn hinderte, an der Spitze
seiner Brigade mit ins Feld zu rücken, dahingerafft.
Sein Andenken wird bei uns nie erlöschen.
Im Namen des Grossherzoglichen Artilleriekorps:
von Aulock,
Oberstleutnant und Regiments-Kommandeur.
(12421

Goſtesbtenſtiche Angeigen.
Evangeliſche Gemeinden

Mittwoch, den 1. September 1915
Hofkirche: Abends um 6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Abends um 8½ Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarrer Zimmermann.
Martinskirche: Abends um 8½ Uhr: Kriegsbet=
ſtunde
. Pfarrer Beringer.
Johanneskirche: Abends um 8½ Uhr: Andacht.
Pfarrer Marz.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Abends um
8½ Uhr: Kriegsbetſtunde. Lic. Dr. Vollrath.
Pauluskirche: Abends um 8½ Uhr: Kriegsbet=
ſtunde
. Pfarraſſiſtent Storck.
Donnerstag, den 2. September 1915
Eliſabethenſtiftkirche: Abends um 8 Uhr: Kriegs=
betſtunde
.
Freitag, den 3. September 1915
Martinskirche: Anmeldung der Konfirmanden:
Nachm. von 4—½6 Uhr die Mädchen, abends von ½6
bis 7 Uhr die Knaben, und zwar für den Nord= und
Weſtbezirk im Gemeindehaus, für den Oſt bezirk im
Martinsſtift.

Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne.
Telephonruf Nr. 2425.

Druck und Verlag: L. C. Witlich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den Anzeigen=
teil
, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Ge=
ſchäftsleben
: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche wer=
den
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.

Darmstädter Teppich- u. Gardinenhaus Heinrich Mever
Ge
ErnstsLudwigstr. 19
empfiehlt
Fernsprecher Nr. 247
seine reichhaltigen Läger in:
Deutschen u. echten Teppichen, Vorlegern, Läuferstoffen,
Linoleum, Gardinen, Lang- und Halb-Stores, Tüll- und
Madras-Garnituren, Möbel- u. Dekorations-Stoffen, Decken,
Dekorationen, Tüll- u. Druck-Stoffen
(12364
zu bekannt wohlfeilen Preisen.
Sämtliche Zubehörteile jeder Art zu billigsten Tagespreisen.

Gie e
Speiſekartoffeln
zu vk., per Ztr. 5,50 M. (*1981imd
Feldbergſtraße 38. Teleph. 345.
Feinſte Süßrahm= Tafel=
butter
à Pfd. Mk. 2.15
täglich friſch. Liebfrauenſtraße 78,
(*2100ms
im Laden.
Morgen Donnerstag und
Freitag
trifft auf dem Marktplatz ( Schiller=
platz
) eine große Sendung lebend=
friſcher

(*2046
Kabliau und
Schellfische
ein und verkaufe von 7 Uhr ab
zu den billigſten Preiſen.
Karl Frickel.
Sehr g. Einmaehbirnen Pfd. 10 Pfg.
u. Fallbirnen 5 Pfg. zu verkauf.
*2121)
Orangerieallee 12.
Winterobſt am Baum
zu kaufen geſucht, evtl. ein kleiner
(Obſtgarten zu pachten geſucht
Nähe Beſungen. Angebote unter
D 42 a. d. Geſchäftsſtelle. (*2076
Gärtnerei Kemm
Dieburgerſtraße 188.
Ausverkauf ſämtlicher
Pflanzenbeſtände
zu jedem annehmbaren Preis.
Günſtige Gelegenheit für Gärt=
ner
und Gartenbeſitzer. (13235a
e) Felterinnenkleider, Gr. 44, 3 Mk.
zu verk. Orangerieallee 12. (*2123
Ein neuhergerichteter
Leichenwagen
mit Pferdedecken u. Geſchirr bill.
zu verk. Näh. bei W. Geiger.
Hattlermeiſter, Darmſtadt. (B12250

DAs IDEAL-GETRXMK
ist unbestritten
Eebchic.
Milch-Kakao mit Zucker
Grosser Nährwert!
Ueberall erhältlich! Würfel 10 Pfennig
Alleinige Fabrikanten: LEHMANN &. BOHNE, Berlin W35.

Cabad=
Fugenloſe
Zabads
Stein-Holzböden
der beſte und billigſte Belag für ausgetretene Holzböden und aus=
gelaufene
Holz= und Steintreppen, für Küchen Badezimmer, Bureau=
räume
, Ladenlokalitäten und Geſchäftsräume. (12410a
Ausgleichmaſſe für Linoleum=Unterböden und Fugenkitte.
(Terrazzo=, Zement= und Aſphalt=Arbeiten.)
sches Betonbau-, Steinholz-, Isolier-
Schuchmann = wert mit eiektrischem Betrieb. Darmstadt
Telephon 507. 10 Artilleriestrasse 10. Telephon 507.

3540 chm
trockenes
Kiefernholz
ungeſäumt, 1245 mm Stärk.
preiswert abzng.
Näh. durch W. Ohnesorg. Mann-
heim
, Auguſta=Anl. 15. (II, 12390

Eingroſer, bernicheter
billig zu ver=
Füllofen kanfen.
Herdweg 59, part.
(B12406

Pfand=Schein!
Ueber eine feine 18karätige goldene
Herrenuhr, 3 Deckel, Gold mit
Brillanten, welche im ſtädt. Leih=
hauſe
für 120 Mk. verſetzt iſt der
Schein wegen Geldverlegenheit
ſofort für Mk. 50. zu verkaufen.
Angebote unter D 52 an die
Geſchäftsſtelle d. Bl.
(*2116
Eine gebr. Nähmaſchine, wie neu,
E unk. Gar. ſehr bill. Mechaniker
Rickert, Hölgesſtr. 3, part. (*2086
bilig zu ver=
Ein Liegewagen
kaufen.
Hassler, Pankratiusſtr. 52.
(*2083
bill. zu
Guterh. Sportwagen verk.
*2125) Wenckſtraße 38, 1. St.

Laufsäne-
Arbeiten (Durchbrechen) von
Schildpatt, Horn, Zelluloid, Holz
uſw. wird als Heimarbeit ange=
nommen
. Gefl. Anfr. erbeten u.
D 32 an die Geſchäftsſt. (*2051
Klingel inſtall. bill. Eckert,
Mlelll. Lichtenbergſtr. 62. (*2098mfg
Ttühle u. Körbe w. dauerh. gefl.,
Arbeit w. abgeh. Gg. Treusch,
Blinden=Korb= und Stuhlflechterei,
Schloßg. 16, Magdalenenſtr. 1. (12415g
uterhalt. Singer=Nähmaſchine
G billig zu verkaufen (*2093md
Wenckſtraße 51, part.
ebrauchter Gasherd billig
G zu verkaufen
(*2075ms
Heidelbergerſtr. 87, Konditorei.
Guterhalt. Strohmatratze
f. 2 abzug. Näh. Geſchäftsſt. (*2035
uterh. Kleider u. Mänt. f. Kind.
6 v. 611 J. z. vk. Hoffmannstr. 20, I. (*
handwagen für 15 Mk. zu verk.
*2120) Orangeriealle 12.
ſäntel u. Jackenkleider billig
Mzu verk. Kaupſtr. 30, I. (*2074
Gut rentabl. Milchgeſchäft
wegen Sterbefall zu verkaufen.
Ang v. C*52 Geſchäftsſt. (*1760som

Kerhe

Einfamilienhaus
Wendelſtadtſtraße 3, geräumig,
modern und gut gebaut, m. ſchön.
Garten, wegzugshalber preiswert
zu verkaufen od. zu verm. (12384a
an der Gries=
Landhaus, heimer Straße,
Nähe Schießhaus, oder Bauplatz
zu kaufen geſucht. Nähere Ange=
bote
erbeten unter D 29 an die
Geſchäftsſtelle ds. Bl. (*2037ms

Adler-Räder
die besten Luxus- und
Gebrauchsräder.
Müller & Ober
Karlstr. 30. (9255a

Eine Bettſtelle mit faſt neuem
E Sprungrahmen preiswert zu
verk. Rhönring 93, I. (*2049mf
ut bürgerl. Mittagstisch
Veckarstr. 16. (12010a.
Damen und Schülerinnen erh.
guten Mittagstiſch (12075a
Eliſabethenſtr. 25½, 2. St.
Privat-Mittagtiſch
*2027md) Mathildenpl. 10, II.
Erstkassig. Cellist
(Soliſt) per 1. Sept. geſucht. Nach=
mittags
= und Abendkonzerte. Gefl.
Angebote an das Kaffee Fürſt
Bismarck.
(12346im
ute Stimmen für ein Opern=
u
. Operetten=Enſ. geſ. Adr. u.
D 43 an d. Geſchäftsſt. erb. (*2087mfg

Uterch

rochterheim Luisenhaus II
Bingen a. Rh., Rochusberg, a. Walde,
gegenüb. dem Niederwalddenkmal.
Haush.=Wiſſenſch., Gymnſtr. (I, 12288
Am Anfangsunterricht eines
etwas in der Sprache zurückgeblieb.
Jungen kann ebenſolch. Kind teil=
nehmen
. Angebote unter C 98
(12290
an die Geſchäftsſtelle.

[ ][  ][ ]

Zur Beſtreitung der durch den Krieg erwachſenen Ausgaben werden weitere 5% Schuld=
verſchreibungen
des Reichs hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt.
Die Schuldverſchreibungen ſind ſeitens des Reichs bis zum 1. Oktober 1924
nicht kündbar; bis dahin kann alſo auch ihr Zinsfuß nicht herabgeſetzt werden. Die
Inhaber können jedoch darüber wie über jedes andere Wertpapier jederzeit (durch
Verkauf, Verpfändung uſw.) verfügen.

Bedingungen.

1. Zeichnungsſtelle iſt die Reichsbank. Zeichnungen werden
von Sonnabend, den 4. September, an
bis Mittwoch, den 22. September, mittags 1 Uhr
beiedem Kontor der Reichshauptbank für Vertpapiere in Berlin (Poſtſcheckkonto Berlin Nr. 99) und
bei allen Zweiganstalten der Reichsbank mit Kaſſeneinrichtung entgegengenommen. Die
Zeichnungen können aber auch durch Vermittlung
der Röniglichen Seehandlung (Preußiſchen Staatsbank) und der Preussischen Lentral= Genoszen=
schaftskasse
in Berlin, der Königlichen Hauptbank in kürnberg und ihrer Zweiganſtalten, ſowie
ſämtlicher deutschen Banken, Bankiers und ihrer Filialen,
ſämtlicher deutschen öffentlichen Sparkassen und ihrer Verbände,
jeder deutschen Lebensversicherungsgesellschaft und
jeder deutschen Kreditgenossenschakt erfolgen.
Auch die Post nimmt Zeichnungen an allen Orten am Schalter entgegen. Auf dieſe Zeich=
nungen
iſt zum 18. Oktober die Vollzahlung zu leiſten.
2. Die Anleihe iſt in Stücken zu 20000, 10000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit Zins=
ſcheinen
zahlbar am 1. April und 1. Oktober jedes Jahres ausgefertigt. Der Zinſenlauf beginnt
am 1. April 1916, der erſte Zinsſchein iſt am 1. Oktober 1916 fällig.
3. Der Zeichnungspreis beträgt, wenn Stücke verlangt werden, 99 Mark,
wenn Eintragung in das Reichsſchuldbuch mit Sperre bis 15. Oktober 1916 beantragt wird
98,80 Mark für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Stückzinſen (vergl. Z. 8).
4. Die zugeteilten Stücke werden auf Antrag der Zeichner von dem Kontor der Reichshauptbank für
Wertpapiere in Berlin bis zum 1. Oktober 1916 vollſtändig koſtenfrei aufbewahrt und verwaltet.
Eine Sperre wird durch dieſe Niederlegung nicht bedingt; der Zeichner kann ſein Depot jederzeit
auch vor Ablauf dieſer Friſt zurücknehmen. Die von dem Kontor für Wertpapiere ausgefertigten
Depotſcheine werden von den Darlehnskaſſen wie die Wertpapiere ſelbſt beliehen.
5. Zeichnungsſcheine ſind bei allen Reichsbankanſtalten, Bankgeſchäften, öffentlichen Sparkaſſen,
Lebensverſicherungsgeſellſchaften und Kreditgenoſſenſchaften zu haben. Die Zeichnungen können
aber auch ohne Verwendung von Zeichnungsſcheinen brieflich erfolgen. Die Zeichnungsſcheine für
die Zeichnungen bei der Poſt werden durch die Poſtanſtalten ausgegeben.
6. Die Zuteilung findet tunlichſt bald nach der Zeichnung ſtatt. Ueber die Höhe der Zuteilung
entſcheidet das Ermeſſen der Zeichnungsſtelle. Beſondere Wünſche wegen der Stückelung ſind in
dem dafür vorgeſehenen Raum auf der Vorderſeite des Zeichnungsſcheines anzugeben. Werden
derartige Wünſche nicht zum Ausdruck gebracht, ſo wird die Stückelung von den Vermittlungs=
ſtellen
nach ihrem Ermeſſen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abänderung der Stückelung
kann nicht ſtattgegeben werden.
7. Die Zeichner können die ihnen zugeteilten Beträge vom 30. September d. J. an jederzeit voll bezahlen.
Sie ſind verpflichtet:
30% des zugeteilten Betrages ſpäteſtens am 18. Oktober 1915
20%
24. November 1915
25%
22. Dezember 1915

5
25%
22. Januar 1916
zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen ſind zuläſſig, jedoch nur in runden, durch 100 teilbaren
Beträgen des Nennwerts. Auch die Zeichnungen bis zu 1000 Mark brauchen diesmal nicht
bis zum erſten Einzahlungstermin voll bezahlt zu werden. Teilzahlungen ſind auch auf ſie
jederzeit, indes nur in runden durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts geſtattet; doch braucht
die Zahlung erſt geleiſtet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge
wenigſtens 100 Mark ergibt.
Beiſpiel: Es müſſen alſo ſpäteſtens zahlen:
die Zeichner von 300
6 100 am 24. November, 100 am 22. Dezember, 100 am 22. Januar,
die Zeichner von 200
100 am 24. November, 100 am 22. Januar,
die Zeichner von 6 100
100 am 22. Januar.
Die Zahlung hat bei derſelben Stelle zu erfolgen, bei der die Zeichnung angemeldet
worden iſt.
Die im Laufe befindlichen unverzinslichen Schatzanweiſungen des Reichs werden unter
Abzug von 5% Diskont vom Zahlungstage, früheſtens aber vom 30. September ab, bis zu
dem Tage ihrer Fälligkeit in Zahlung genommen.
8. Da der Zinſenlauf der Anleihe erſt am 1. April 1916 beginnt, werden auf ſämtliche Zahlungen
5% Stückzinſen vom Zahlungstage, früheſtens aber vom 30. September ab, bis zum 31. März 1916
zu Gunſten des Zeichners verrechnet.
Beiſpiel: Von dem in Z. 3 genannten Kaufpreis gehen
für Schuld=
buchein
buchein=
demnach
ab
bei Zahlung bis zum 30. September Stückzinſen für ein halbes Jahr für Stücke tragungen
96,50 96,30
2½%, tatſächlich zu zahlender Betrag alſo nur . . .
bei Zahlung am 18. Oktober Stückzinſen für 162 Tage 2,25%, tatſäch=
96,75 96,55
lich zu zahlender Betrag alſo nur
bei Zahlung am 24. November Stückzinſen für 126 Tage 1,75%, tat=
. . . 97,25 97,05
ſächlich zu zahlender Betrag alſo nur . . . .
für je 100 Nennwert. Für jede 18 Tage, um die ſich die Einzahlung weiterhin verſchiebt, ermäßigt
ſich der Stückzinsbetrag um 25 Pfennig.
9. Zu den Stücken von 1000 Mark und mehr werden auf Antrag vom Reichsbank=Direktorium
ausgeſtellte Zwiſchenſcheine ausgegeben, über deren Umtauſch in Schuldverſchreibungen das
Erforderliche ſpäter öffentlich bekanntgemacht wird. Die Stücke unter 1000 Mark, zu denen
Zwiſchenſcheine nicht vorgeſehen ſind, werden mit größtmöglicher Beſchleunigung fertiggeſtellt und
vorausſichtlich im Januar 1916 ausgegeben werden.
(J12399
Berlin, im Auguſt 1915.
Reichsbank=Direktorium.
v. Grimm.
Havenſtein.

Ein Dauerbrandofen
billig zu verkaufen (*2034
Schulſtraße 4, 1. Stock.

artheienentſechete inigen.
S9bſtbla vl Blangerteale 12. (

Zirka 25 Zir.
Zu verkaufen: Maſchinen=
ſtroh
(Kornſtroh) Näh. Heinr. Funk,
Grafenſtr. 23½. Tel. 446. (*1933im
Iflammig. Gasherd, Sitzbade=
wanne
und led. Herrenhut=
Koffer billig zu verkaufen (*2021
Wendelſtadtſtr. 15, part.

Sehr guterhaltener
Gasherd
mit Tiſch, 4fl., desgl. Gaslüſter,
4flamm., billig abzug. (B12385
Mathildenſtraße 44, part.

Voranzeige.
Olympia-Theater
Rheinstraße 2.: Georg Brand: Rheinstraße 2.
Donnerstag, den 2. September, SEDAN, geben wir eine
Extra-Kinder-Vorstellung zu ermäßigt. Preisen. Vaterländische,
Humoristische usw. Films kommen von 10 Uhrab zur Vorführung.
I. Platz 15 , II. Platz 10 . Karten im Vorverkauf sind jetzt
(*2073
schon beim Portier zu haben.

Reparaturen
von Nähmaſchinen
Schreibmaſchinen
Sprechmaſchinen
werden in und außer dem Hauſe
zu den billigſten Preiſen ſchnell
(9331a
und gut ausgeführt.
Friedrich Händler
Mechaniker
Erbacherſtraße 5, 3. Stock.

Einlladung
zu einer
Verſammlung
im Kaiſerſaal
Donnerstag, den 2. September, abends 8¼ Uhr.
Tagesordnung:
Die nene Kriegsanleihe.
Berichterſtatter:
1. Finanzminiſter Braun:
Einleitende Anſprache.
2. Geheimer Finanzrat Baſtian:
Vortrag: Reicht unſer Geld?
Deutſche und feindliche Geld=
wirtſchaft
.
3. Großh. Direktor Profeſſor Kiſſinger,
z. Zt. aus dem Felde als verwundet beurlaubt:
Schlußwort.
(12361
Auch Damen ſind herzlich willkommen.

Tslachzseheater
Ab heute u. a.
§Fr De.b.
Die Todeserklärung ist zulässig, wenn seit 10 Jahren
keine Nachricht von dem Leben des Verschollenen
eingegangen ist.
(12394
Ein Lebensschicksal in 4 Akten.
Kunstfilm Nr. 77 22?

Billig zu verkaufen
Schlafzimmer-Einr., Eiche, prima Ar=
beit
, m. gutem Bettinhalt, 1 Jalon=
garnitur
, hochmod., wie neu, beſt.
aus: Diwan, 2 gr. u. 2 kl. Seſſeln,
unter der Hälfte des Kaufpreiſes,
1 mod. Piteh-pine-Rüche, 3 verſch.
Schreibtische, darunter 1 nußb. pol.
Herrenschreibtisch (faſt neu), einige
Kleiderschränke, darunter ein massiv
eichener, 180 cm br., mit Wäſche=
fach
, pol. Vertikos, Waſchkom. m.
Marmor u. Spiegelaufſ., prachtv.,
faſt neue Diwans, Sofa, ein ſehr
bequemer Seſſel (neu bezogen),
groß. Trumeauſpiegel, Auszieh= u.
and. Tiſche, Spiegel, vollſt. Betten,
Betteile, Kommode, gut. erh. Adler=
Fahrrad mit Freilauf und Ver=
(*2082
ſchiedenes billig.
Alexanderſtraße 3, part.
Feiner flacher
Koffer
für Offiziere geeignet, für Mk. 16.
(12416mdf
zu verkaufen.
Näh. in der Geſchäftsſtelle.
Habe Sonntag abend in der Reſt.
Hilgers (Karlſtraße) irrtümlich
einen nicht mir gehörend. Regen=
ſchirm
mitgenom. Bitte den Hrn.,
der meinen Schirm hat, daſelbſt
umtauſchen zu wollen. (*2130
Gung. Darmſtädter, gründlicher
Kenner der Umgebung, ſucht
520jähr. Schüler oder Student
zu gemeinſ. Wanderungen. Anfr.
u. D 35 an die Geſchäftsſt. (*2058
Ingendwehr.
Uebungen v. 30. 8. bis 12. 9.
1915: mittwoch, 1. Jept. 1915,
abends 8½ Uhr: Vortrag in der
Landesbaugewerkſchule, Neckarſtr. 3.
Der 5. und der 7. Zug Nagelung
im Kreuz in Eiſen. Der 2. Zug
tritt auf dem Paradeplatz an, der
4. Zug Donnerstag, 2. 9., Uebung.
Sonntag, S. Sept. 1915: Keine Uebung.
mittwoch, 8. Sept., abends 9 Uhr:
Nachtübung für alle Züge. Jonn=
tag
, 12. Sept. 191s, nachm. 3½ Ahr:
Alle Züge Exerzieren. (12393
Sanitätskompagnie:
Dienstag, 31. 8. 15, abds., Sport=
platz
, Freitag, 3. 9. 15, abends
Sportpl., Samstag, 4. 9. 15, nachm.
Woog, am 31. Auguſt 1915.
Waſſerhöhe am Pegel 3,68 m.
Luftwärme 120 C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 18% C.
Woogs=Polizeiwache.

Gelegenheitskauf!
Goerz Armee-Binokel
(*2072
für 65 Mk. abzugeben.
Kurtz, Pädagogſtraße 2.

Mon
Silledter
Rheinstr. 6 Tel. 173
Heute
ugendvorstellung.
Um 6 Uhr beginnt die
vorstellung für Er-
wachsene
mit nach-
stehendem
Programm:
(*2127
Seine
Karriere
Offizierstragödie in 3 Akten.
Eine Nacht
im Mädchen-
pensionat
.
Lustspiel in 3 Akten.
In der Hauptrolle:
fiedda Vernon.
Die neuesten Bilder
es Kriegsschauplatzes.

[ ][  ][ ]

Bekanntmachung.
über die Berichtigung und Ergänzung der Bekanntmachung gegen übermäßige
Preisſteigerung vom 23. Juli 1915 (Reichs=Geſetzbl. S. 467).

Vom 22. Auguſt 1915.
Der Bundesrat hat auf Grund des § 3 des Geſetzes über die Ermächtigung des
Bundesrats zu wirtſchaftlichen Maßnahmen uſw. vom 4. Auguſt 1914 (Reichs= Geſetz=
blatt
S. 327) beſchloſſen, die Bekanntmachung gegen übermäßige Preisſteigerung vom
23. Juli 1915 (Reichs=Geſetzblatt S. 467) wie folgt zu berichtigen und zu ergänzen:

In § 2 Abſ. 3 werden die Worte fünf vom Hundert des Einkaufspreiſes
erſetzt durch
den Einkaufspreis um fünf vom Hundert.
II.
Im § 6 Abſatz 1 wird als zweiter Satz zugefügt:
Sie findet keine Anwendung auf Gegenſtände, für die Höchſtpreiſe feſt=
geſetzt
ſind.
(12398
Berlin, den 22. Auguſt 1915.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers:
Delbrück.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Gefunden: 1 Roſenkranz mit braunen Perlen. 1 kleine ver=
goldete
Broſche mit kleiner Perle. 1 Paar weiße baumwollene
Strümpfe. 1 Tula=Rocknadel. 1 kleines ſchwarzes Handtäſchchen mit
Taſchentuch. Eine Anzahl verſchiedener Schlüſſel. 1.50 Mk. in bar.
2 kleine grüne Kinderhütchen. 1 kleines Taſchenmeſſer mit weißem
Perlmuttſtiel. 1 Damenhalskette mit kleinem Anhänger ( Portemonnaie=
form
). 1 grünwollene Jacke. 1 goldene Damenuhr in Lederarmband.
1 goldener Siegelring mit helrotem Stein. 1. Taſchenmeſſer mit
Etut. 1 Notizbuch (Wäſchebuch). Zugelaufen: 1 brauner
(12396
Dobermann.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
befinden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Spitzhund. Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(12377
ſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Obſt= und Grummetgras=Verſteigerung.

Donnerstag, den 2., und Freitag, den 3. September, vor=
mittags
von 8 Uhr ab, wird das Grummetgras von der früher
Kaus’ſchen Wieſe und den ſtädt Wieſen, öſtlich des Friedhofs an
der Nieder=Ramſtädterſtraße, an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend
verſteigert.
Zuſammenkunft: Donnerstag am Woogsdamm, ſodann
hinter dem alten Schießhaus;
Freitag: Kreuzung von Atzwinkel= und Böllenfalltorweg.
Vor der Grummetverſteigerung, am Freitag gelangt die Nuß=
ernte
von den Bäumen entlang des Friedhofs an der Nieder= Ram=
ſtädterſtraße
am Platze, und hieran anſchließend die Ernte von den
Birnbäumen auf den oben genannten Wieſen zum Ausgebot. Eine
Vorweiſung der Birnbäume findet nicht ſtatt. Die Beſichtigung
hat daher vorher zu erfolgen.
(12397md
Darmſtadt, den 30. Auguſt 1915.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.

Rechtsſchutz= und Auskuuftsſtelle für Frauen
(Ortsgruppe Darmſtadt des Allg. Deutſchen Frauenvereins.)
Sprechſtunden: Montag von 46 Uhr
Donnerstag von 911 Uhr
Stadthaus, Rheinſtraße 16/18,
Erdgeſchoß links, Zimmer 22.
(5912a

Gußſ. Zuhdes= Sagewtiſchit daunſaht.
Beginn des Winterſemeſters für Hoch= und Tiefbau am
18. Oktober.
Schluß desſelben Mitte März 1916.
Programme und Anmeldeformulare ſind durch die Direktion
zu erhalten.
Das Schulgeld beträgt 100 Mark für das Halbjahr.
Schluß der Anmeldefriſt am 1. Oktober.
(11793a
Die Direktion.

Bekanntmachung.

Donnerstag, den 2. September 1915, varm. 10 Uhr,
wird im hieſigen Güterbahnhof, Gleis 123,
ein Wagen Kartoffeln, 11000 kg
öffentlich an den Meiſtbietenden gegen ſofortige Barzahlung verſteigert.
Darmſtadt, den 31. Auguſt 1915.
(12422
Großherzogliche Güterabfertigung Hbf.

Der Mangel an Schacſchweinen und die
ungewöhnlich hohen Einkaufspreiſe für Fett=
ſchweine
nötigen die Schweinemetzger Darmſtadts,
zu ihrem Bedauern vom 1. September 1915
ab einen
(12400
weiteren Preisaufſchlag auf
Fleiſch= und Wurſtwaren
eintreten zu laſſen.
Die Schweinemetzger Darmſtadts.

Ein erſtklaſſiges, rein deutſches
Erzeugnis iſt das
Heifenpulver
Schneekönig
in gelber oder roter Packung.
Sehr beliebt iſt das
Beilchenſeifenpulver
Goldperle
mit hübſchen und praktiſchen Beilagen in
jedem Paket. (II,12389
Hofortige Lieferung!

Auch Schuhputz Nigrin (keine abfärbende
Waſſercréme) und Schuhfett.
Hübſche neue Heerführerplakate.
Fabrikant:
Carl Geniner. Göppingen.
Schatzmarke

In dem Konkurs über das Ver=
mögen
des Kaufmanns Otto Dex=
heimer
, Inhabers der Firma
J. Dexheimer & Söhne in Darm=
ſtadt
, iſt zur Abnahme der Schluß=
rechnung
des Verwalters, zur Er=
hebung
von Einwendungen gegen
das Schlußverzeichnis der bei der
Verteilung zu berückſichtigenden
Forderungen und zur Beſchluß=
faſſung
der Gläubiger über die
nicht verwendbaren Vermögens=
ſtücke
der Schlußtermin auf
Freitag, 24. September 1915,
vormittags 9 Uhr,
Saal Nr. 219, beſtimmt. (12408
Darmſtadt, 28. Auguſt 1915.
Großherzogliches Amtsgericht I.

Bekanntmachung.

Dienstag, 28. September I. Js.,
vormittags 10½ Uhr.
ſollen die den Techniker Emil Wal=
ter
Eheleuten dahier zugeſchriebe=
nen
Immobilien:

Flur Nr. qm
III 140 216 Hofreite Löffel=
gaſſe
Nr. 26.
III 580 152 Hofreite Moller=
ſtraße
Nr. 34,
III 580/0 129 Grabgarten da=
ſelbſt
,

in unſerem Geſchäftszimmer, Gra=
fenſtraße
Nr. 30, II, zwangsweiſe
verſteigert werden. (K22/15
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, wird Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das einge=
legte
Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 16. Auguſt 1915.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII, 11792

Bekanntmachung.

Mittwoch, den 6. Oktober 1915,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Heinrich Schäfer
Eheleuten in Darmſtadt zugeſchrie=
benen
Liegenſchaften:

Flur Nr. qm
VI 487 77 Grasgarten
Moosbergſtraße,
VI 487/10 193 Hofreite Moos=
bergſtr
. Nr. 94,
VI 4877/10 95 Grasgarten ( Vor=
garten
) daſelbſt,

in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1 dahier, zwangsweiſe
verſteigert werden. (K35/15
Darmſtadt, 28. Auguſt 1915.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (IX,12395

wei gebrauchte Kinderbetten
J billig zu verkaufen. Land=
wehrſtraße
13, III. (*2081md
Einige 4
beſſere Herbſtkoſtüme,
Schuhe u. dergl. billig abzugeben
Ernſt=Ludwigſtr. 18, II. (*2080
Unwiderruflich
nächste Woche!

Mnere enen
Wonkanrts-
Geld-Lotterie
der beutschen Koianial-Geselschaft
330000 Lose. 10 167 Geldgew. Mark
400000
5000
ogt
30000
250
Ioeos!
Wohlfahrts-Lose zu M. 3.30
Porto und Liste extra 30 Pfg.
zu haben bei den Kgl. Lotterie- Ein-
nehmern
undallen Loseverkaufsstellen
Verbandl Königl. Preußisch.
Lotterie-Einnehmer
Beriin S. 2, Burgstr. 27.

(I,12297)

Ich bin stets Käufer von allen Anleihen und
Pfandbriefen Nordischer Staaten (Dänemark,
Norwegen und Schweden), sowie von Coüpons
sämtlicher Argentinischer, Venezuela, Russi-
scher
, Serbischer und Finnländischer An-
leihen
zu guten Kursen.
(I,12387
Louis Wolff, Bankgeschäft,
Hamburg, Ellernthorsbrücke 3.

Bekanntmachung

über die Abgabe der Steuererklärungen für das Steuerjahr 1916 betr.
A. Staatsſteuer=Veranlagung.
Nach Art. 20 des Einkommenſteuergeſetzes vom 12. Auguſt
1899 hat jeder Steuerpflichtige, der ein ſteuerbares Jahreseinkommen
von 2600 Mk. oder mehr beſitzt, über den Jahresbetrag ſeines Ein=
kommens
und der etwa zum Abzug geeigneten Laſten eine ſchrift=
liche
Erklärung abzugeben.
Von der Abgabe dieſer Einkommensſteuererklärung iſt nach
Art. 21 des genannten Geſetzes, inſofern nicht im einzelnen Fall be=
ſondere
Aufforderung des Vorſitzenden der Veranlagungskommiſſion
ergeht, derjenige Steuerpflichtige befreit, welcher im unmittelhar vor=
ausgegangenen
Steuerjahr bereits zur Einkommenſteuer I. Ableilung
(Einkommen von 2600 Mark und mehr) veranlagt war, auch in=
zwiſchen
ſeinen Wohnſitz nicht gewechſelt und keine Einkommens=
verbeſſerung
erfahren hat, die ſeine Verſetzung in eine höhere Klaſſe
bedingt.
Nach Art. 2 Abſ. 3, Art. 15 und 21 Abſ. 1 des Einkommen=
ſteuergeſetzes
ſind die Vorſtände der nach Art. 2 der Einkommen=
ſteuer
unterworfenen Geſellſchaften uſw. verpflichtet, über deren Ein=
kommen
alljährlich vollſtändigen Aufchluß zu erteilen.
Diejenigen Steuerpflichtigen, welche Einkommen aus Aktien pp.
der untenſtehenden, mit einem Teil ihres Einkommens ſchon für ſich
der Einkommenſteuer in Heſſen unterliegenden Geſellſchaften beziehen,
dürfen die Einkommensbezüge aus dieſen Aktien pp. nicht mit dem
vollen Betrag, mit dem ſie als Einkommen unter I Ord.=Nr. 9 der
Steuererklärung aufzuführen ſind, ſondern nur mit den nach den
unten verzeichneten Prozentſätzen zu berechnenden Beträgen unter II
Ord.=Nr. 1 der Erklärung in Abzug bringen.
Nach Art. 19 des Vermögensſteuergeſetzes vom 12. Auguſt
1899 hat jeder von der Kommiſſion für die Einkommenſteuer erſter
Abteilung zu veranlagende ein jährliches Einkommen von 2600 Mk.
und mehr beſitzende Betriebsunternehmer (Perſonen, die Land= und
Forſtwirtſchaft oder ein Gewerbe betreiben), der zum erſtenmal mit
Anlage= und Betriebskapital zur Vermögensſteuer veranlagt wird,
eine ſchriftliche Erklärung über das im land= und forſtwirtſchaftlichen
oder gewerblichen Unternehmen verwendete Anlage= und Betriebs=
kapital
und die es belaſtenden Schulden abzugeben.
Weiter iſt nach Art. 25 desſelben Geſetzes jeder, deſſen ſonſtiges
Vermögen (Kapitalvermögen uſw.) nach Abzug der darauf
laſtenden Schulden einen Wert von 3000 Mk. und mehr hat, bei
ſeiner erſtmaligen Veranlagung zur Vermögensſteuer zur Abgabe
einer ſchriftlichen Erklärung über dieſes Vermögen verpflichtet.
B. Gemeindeſteuer=Veranlagung.
Nach Art. 15 des Gemeindeumlagengeſetzes vom 8. Juli 1911
ſind diejenigen Perſonen, deren Anlage= und Betriebskapital
mindeſtens 3000 Mk. beträgt, verpflichtet, bei ihrer erſtmaligen Ver=
anlagung
zur Gemeindegewerbſteuer eine Erklärung über das Anlage=
und Betriebskapital abzugeben.
Ferner hat zufolge Art. 44 jeder Pflichtige, deſſen Kapital=
vermögen
mindeſtens 3000 Mk. beträgt, bei ſeiner erſtmaligen
Veranlagung zur Gemeindekapitalſteuer eine Erklärung über ſein
Kapitalvermögen einzureichen. Hat ſich das Kapitalvermögen
gegen den bereits zur Steuer veranlagten Betrag um mehr als
3000 Mk. erhöht, ſo iſt von dem Pflichtigen eine neue Er=
klärung
über ſein Kapitalvermögen abzugeben.
Diejenigen Steuerpflichtigen, welche Aktien oder Geſchäftsanteile
jeder Art der untenſtehenden, mit einem Teil ihres Anlage= und Be=
triebskapitals
in heſſiſchen Gemeinden zur Gewerbſteuer veranlagten
Geſellſchaften ꝛc. beſitzen, dürfen dieſe Aktien oder Geſchäftsankeile
nicht mit dem vollen Betrag, mit dem ſie als Vermögen unter
Ziffer 4 der Angaben über das Kapitalvermögen aufzuführen ſind,
ſondern nur mit den nach den unten angegebenen Prozentſätzen zu
berechnenden Beträgen wieder in Abzug bringen.
In denjenigen Fällen, in denen bereits nach den für die
Staatsſteuer geltenden Grundſätzen die Pflicht zur Abgabe einer Er=
klärung
über das Anlage= und Betriebskavital oder über das Kapital=
vermögen
beſteht, iſt eine beſondere Erklärung für die Veranlagung
desſelben Vermögens zu den Gemeindeumlagen nicht mehr abzugeben.
Soweit Einkommen zu den Gemeindeumlagen, nicht aber
gleichzeitig zur Staatsſteuer heranzuziehen iſt, gelten die Vorſchriften
für die Abgabe von Erklärungen zur Staatsſteuer ſinngemäß für Er=
klärungen
über nur gemeindeſteuerpflichtiges Einkommen.
C. Gemeinſame Vorſchriften.
Die nach Vorſtehendem erforderlichen Staats= oder Gemeinde=
ſteuererklärungen
ſind abzugeben:
1. für Minderjährige, Abweſende, ſowie für Perſonen, die aus
anderen Gründen unter Vormundſchaft oder Pflegſchaft geſtellt
ſind, von deren geſetzlichen Vertretern:
2. für juriſtiſche Perſonen (Gemeinden, Körperſchaften, Stiftungen,
Anſtalten), ferner für Geſellſchaften, Genoſſenſchaften und ſonſtige
juriſtiſche Perſonen, Gantmaſſen, Erbmaſſen, ſoweit eine Steuer=
pflicht
hier überhaupt in Betracht kommt, von den geſetzlichen
oder beſtellten Vorſtänden oder Verwaltern:
3. in allen anderen Fällen von dem Steuerpflichtigen ſelbſt und
zwar hinſichtlich des geſamten eigenen wie des Einkommens
und Vermögens ſeiner nicht ſelbſtändig beſteuerten Angehörigen,
ſoweit ſie nach Art. 5 des Einkommenſteuergeſetzes, Art. 10 des
Vermögensſteulergeſetzes und Art. 46 des Gemeindeumlagen=
geſetzes
bei der Beſteuerung mit ihm als eine Perſon anzu=
ſehen
ſind.

[ ][  ][ ]

Zu dieſen Erklärungen ſind die von Großh. Miniſterium der
Finanzen feſtgeſetzten und von den Bürgermeiſtereien zu beziehenden
Formulare zu verwenden; ſie ſind je nach der Wahl des Verpflichteten
offen oder verſchloſſen ſpäteſtens bis zum 1. Oktober ds. Js.,
unmittelbar bei dem Finanzamt oder bei der zur Weitergabe an
das Finanzamt verpflichteten Bürgermeiſterei abzuliefern, ohne daß
der Pflichtige deshalb eine beſondere Aufforderung abzuwarten hätte.
Die Einſendung der Erklärungen durch die Poſt iſt zuläſſig,
geſchieht aber auf Gefahr des Abſenders und deshalb zweckmäßig
mittels Einſchreibebriefs.
Unter Bezugnahme auf die obigen Mitteilungen fordern
wir die zur Abgabe von Steuererklärungen Verpflichteten hier=
mit
auf, ihre Erklärungen bei Meidung der geſetzlichen Nach=
teile
und der verwirkten Strafen (Hinterziehungsſtrafen in Höhe
des 420 fachen Betrags der hinterzogenen Steuer, Ordnungs=
ſtrafen
bis zu 100 Mk.) bis zu dem angegebenen Zeitpunkt an die
Bürgermeiſtereien oder unmittelbar an uns gelangen zu laſſen.
Den Steuerpflichtigen, die nicht zur Abgabe von Steuer=
erklärungen
verpflichtet ſind, bleibt die Abgabe freiwilliger Steuer=
erklärungen
unbenommen.
Die Großh. Finanzämter ſind im übrigen bereit, über etwaige
Zweifel an den bekannten Amtstagen Auskunft zu erteilen.
Bekanntgegeben den 30. Auguſt 1915.
(12414a
Die Vorſtitenden der Veranlagungskommiſſionen für die Finanzämter
Darmſtadt I
Darmſtadt II
Langen
Stroh.
von Diemar.
Doerr.

Verzeichnis

der in Heſſen mit einem Teil ihrer Ueberſchüſſe zur Einkommenſteuer
und mit einem Teil ihres Anlage= und Betriebskapitals zur Gewerb=
ſteuer
veranlagten Geſellſchaften pp.

5 55
Name der Geſellſchaft pp.
5 25 2
8 26
(15
(3 25
Prozent Prozent
Allgemeine Deutſche Kleinbahn=Aktiengeſellſchaft in
Berlin .
0,6
1,3
Allgemeine Elſäſſiſche Bankgeſellſchaft in Straßburg 1 7,46 1 5,16
Allgemeine Verſicherungsgeſellſchaft für See=, Fluß=
und Landtransport in Dresden
0,69 1 1,54
Badiſche Aſſekurationsgeſellſchaft in Mannheim
1,50 1 1,36
Badiſche Feuerverſicherungsbank, Karlsruhe
1,31 1,52
Bank für Handel und Induſtrie in Darmſtadt
7,4 1 7,27
Baſeler Verſicherungsgeſellſchaft gegen Feuerſchaden
in Baſel
1,17 1,20
-
Bayeriſche Elektrizitätswerke, Mannheim
1,8
Berliniſche Feuerverſicherungsanſtalt in Berlin
1,17 1,20
Binding’ſche Brauereigeſellſchaft in Frankfurt a. M. 3,2691 0,853
Bioſonwerk Bensheim, G. m. b. H., in Frankfurt a. M.
45 1 21,48
Bonner Bergwerks= und Hüttenverein Zementfabrik
in Oberkaſſel bei Bonn .
12,90 1 1,8
2,5 1 3,5
Brauerei Stern A.=G. in Frankfurt=Oberrad
Buderus’ſche Eiſenwerke in Wetzlar
16,3 12,1
Chemiſche Fabrik Griesheim Elektron
Frankfurt a. M. .
22,5 136,1
Chemiſche Werke vorm. H. u. E. Albert A
Mainz=Kaſtel
50,19 1 21,48
Cluß, Aktienbrauerei, Heilbronn
1,1
Cölniſche Glasverſicherungsgeſellſchaft in Cöln
1,16 1 1,04
Cölniſche Lebensverſicherungsgeſellſchaft Concordia‟,
Cöln
1,6 1,05
Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft für den Nieder= und
Mittelrhein zu Düſſeldorf
27,11 19,02
Deutſche Kunſtleder=A.=G. in Kötitz
3,1 3,3
Deutſche Vereinsbank zu Frankfurt a: M.
5,0 1 5,4
Diskontogeſellſchaft zu Berlin
1,736) 0,79
Dyckerhoff und Söhne, G. m. b. H., Portlandzement=
werke
in Mainz=Kaſtel
90,11 90,11
Filter= und brautechniſche Maſchinenfabrik vorm.
L. A. Enzinger, Worms.
79,23 1 49,88
Frankfurter Lokalbahn=A.=G. zu Frankfurt a. M.
20,3 V 5,8
Frankfurter Vorort=Terraingeſellſchaft A.=G.
90,0 190,0
Friedrich Wilhelm Preußiſche Lebens= und Garan=
tieverſicherung
A.=G., Berlin
1,12 1,33
Goldſchmidt, Th., A.=G.
68,67 1 40,82.
Harloff, Adolf, G. m. b. H., Kaſſel, Kohlenhandlung
und Spedition in Guſtavsburg
14,74 1 2,44
Harpener Bergbau=Aktiengeſellſchaft in Guſtavsburg 1 0,23 0,17
Heddernheimer Kupferwerke und Süddeutſche Kabel=
werke
, A.=G., in Guſtavsburg.
12,11 4,90
Hefftſche Kunſtmühle A.=G. in Mannheim
36,69 1 50,38
Hofbierbrauerei Schöfferhof und Frankfurter Bürger=
brauerei
. . . . .
43,25 1 11,78
Hofbrauhaus Hanau vorm. G. Ph. Nicolay A.=G.
zu Hanau
3,1 1 0,43
Kaiſers Kaffeegeſchäft, Vierſen
1,49 1 0,75
Kempffſche Brauerei A.=G., Frankfurt a. M.
1,2. 0,21
Kunſtlederfabriken Karl Bockhacker, G. m. b. H. in
Gummersbach .
7,6 1 8,4
Landgräfl. Heſſ. konzeſſionierte Landesbank, A.=G.
zu Homburg v. d. H.
18,05 1 1,73
Mainzer Aktienbrauerei
92,283) 96,35
Mannheim=Bremer Petroleum=Aktien=Geſellſchaft zu
Mannheim
2,40 4,16
Maſchinenfabrik Augsburg=Nürnberg A.=G., Werk
Guſtavsburg
26,48 1 24,82
Mitteldeutſche Hartſteininduſtrie A.=G. zu Frank=
furt
a. M.
29,86 1 39,87
Mitteldeutſche Kreditbank
6,4 4,4
Niederländiſche Dampfſchiff=Reederei, Rotterdam
11,95 10,69
Oberrheiniſche Eiſenbahngeſellſchaft in Mannheim
4,44 2,58
99 I 60,6.
Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.=G.
Oelfabrik Groß=Gerau=Bremen A.=G. .
19,23 12,32
4,86 1 4,18
Olex, Petroleum=Geſellſchaft m. b. H., Berlin
5,78 1 4,14
Pfälziſche Bank, Ludwigshafen . .
Portland=Zementwerke Heidelberg und Mannheim,
A.=G. zu Weiſenau .
29,22 131,74
Preußiſch=Rheiniſche Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft zu
14,26 17,96
Köln
Providentia, Frankfurter Verſicherungsgeſellſchaft . 1 6,03 ) 7,87
Rheiniſche Petroleum=Aktiengeſellſchaft, Köln, Zweig=
9,33 1 6,55
niederlaſſung Mainz
-
17,2
Rheiniſche Portland=Zementwerke, Köln .

Name der Geſellſchaft pp.
s 252
(8555
56
655
612 25
Prozent Pr zent
Rheiniſche Schuckertgeſellſchaft A.=G.
6,30 7,71
Rhein= und Seeſchiffahrtsgeſellſchaft zu Köln, Filiale
Mainz.
19,01 19,76
Rhenus Transportgeſellſchaft m. b. H.
1.,64 1 7,67
Röderbergbrauerei A.=G. zu Frankfurt a. M.
9,8
Salamander, G. m. b. H. in Berlin
1,52 1,95
Schaffſtädt, H., G. m. b. H., Gießen
90,3 1 100
Scheidhauer u. Gießing zu Duisburg=Wandheimerort 1 34,1 1 35,8
Schleſiſche Feuerverſicherungsgeſellſchaft in Berlin 1 1,18 4 1,30
Schrammſche Lack= und Farbenfabriken, vormals
Chriſtoph Schramm, A.=G., zu Offenbach
96,2 196,2
Julius Sichel & Co., Kommanditgeſellſchaft auf Aktien 28,63
Spieß, Joh. & Co., G. m. b. H., Gießen
66,4 1 58,6
Stadermann, Friedrich, G. m. b. H., Offenbach a. M. 55,0 1 55,0
Stahl und Nölke A.=G. für Zündwarenfabrikation in
Koſtheim
12,93 1 17,59
Stellawerk, A.=G., vorm. Wiliſch & Co., Homberg a. Rh. 1 2,7341 0,159
Strauß, David jr., G. m. b. H., Zigarrenfabrik zu
Klein=Steinheim
78,33 174,0
Süddeutſche Diskontogeſellſchaft, A.=G.
1,67 1 0,93
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft
Süddeutſche Immobiliengeſellſchaft zu Mainz
48,44
Tietz, Leonhard, A.=G., in Köln
7,56 1 8,39
Veithwerke, A.=G., in Sandbach . .
88,4 1 100
Verein chemiſcher Fabriken zu Mannheim
8,46 1 16,38
Verein für chemiſche Induſtrie zu Mainz=Mombach 29,05 26,43
Vereinigte Kapſelfabriken Nackenheim, Bayerbach
Nachf., A.=G., in Nackenheim
56,25 73,59
Vereinigte Kunſtſeidefabriken, A.=G., in Frankfurt a. M.
50,264
Vereinigte Malzfabriken, G. m. b. H., Worms I 27,98 1 34,88
Vereinigke Spediteure und Schiffer, Rheinſchiffahrts=
geſellſchaft
m. b. H., zu Mannheim . . . . . 11,635 9,41
Vereinigte Strohſtoff=Fabriken in Dresden . . . . 36,54 I 36,21
Vereinigte Ultramarinfabriken, A.=G., vorm. Leverkus,
Zeltner und Konſ., in Köln
Viktoria Allgemeine Verſicherungs=Aktiengeſellſchaft
in Berlin
1,7371 1,72
Württembergiſche Transport=Verſicherungsgeſellſchaft
in Heilbronn
1,64 1 1,78
Zimmer, Georg Karl, Chemiſche Fabriken, G. m. b. H.,
Kaſtel=Amöneburg
33,33 I 8.72
Zuckerfabrik Frankenthal
10,29 3,68

Stelenersuche

Weiblich

Tücht. Modiſtin (Deutſche), welche
mehrere Jahre in Paris ſelbſt. war,
empf. ſich den geehrt. Damen im An=
fertig
. von ſchicken Damen- u. Kinder=
hüten
bei bill. Berechnung. (*2057msm
H. Albrecht, Wendelſtadtſtr. 34½, II.
Frau n. Flicken u. Stopfen in
u. außer dem Hauſe an. Ang. u.
D 49 an die Geſchäftsſt. (*2102
Perſ. Büglerin hat noch Tage
frei. Mühlſtraße 17, II. (*2106
Frau ſucht Laden v. Kontor zu
putzen. Liebfrauenſtr. 68, I. (1838am
Ordentl., anſtändige Frau ſucht
Laufdienſt für nachmittags oder
halbe Tage Waſchen und Putzen
Beſſunger Straße 83. (B11813
Verein f. Hausbeamtinnen,
Darmſtadt, Wienersſtr. 78, Erdge=
ſchoß
, empfiehlt: Hausdamen,
Stützen, Kindergärtnerinnen, Kin=
derfräuleins
, Wirtſchaftsfräuleins
uſw. Sprechſtunden täglich von
35 Uhr, außer Mittwochs und
Samstags, Donnerstags vormit=
tags
von 1011 Uhr. (1180a
In Säuglingspflege durchaus
erfahrene Kinderpflegerin m. ſehr
gut. Zeugn., 30 J., ſucht für Anf.
Okt. Stelle in Herrſchaftsh. Ang.
u. D 33 an d. Geſchäftsſt. (*2052ms
Aelt. Mädch. ſucht Stelle z. ſelb=
ſtänd
. Führ. e. Haush. b. einz. Hrn.
od. Dame, a. kl. Haush. Näh. Teich=
hausſtr
. 55, b. Frau Wettengel. (*2050
Veſſ. Witwe, in all. Zweigen
des Haushalts erfahren, ſowie in
ſämtlichen feinen Näh= und Stopf=
arbeiten
bewandert, ſucht Beſchäfti=
gung
für halbe u. ganze Tage. Ang.
u. D 27 an die Geſchäftsſt. (*2024
Aushilfe (*2054
im Kochen u. all. Hausarbeit. perf.,
ſ. ſof. Stelle. Taunusſtr. 49, III. I.
Köchinnen, Mädchen, w. kochen
u. nicht. kochen kön., ſowie jüngere
Mädch. ſ. Stellen. Katharina Jäger,
gewerbsmäßigeStellenvermittlerin,
(*2115ms
Luiſenſtraße 34.
Köchinnen, Hausmädch., Kinder=
fräul
., Alleinmädch. d. koch. können,
jüngere Hausmädch. ſuch. Stellen.
Frau Minna Dingeldein, ge=
werbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Eliſabethenſtr. 5, Tel. 531. (*2112
Mädchen ſ. nachm. Beſchäftig.,
ſofort. Stiftſtraße 23, I. (*2096
Junge Frau ſucht Laufdienſt.
(*2056
Aliceſtraße 35, M.
Unabhängige Frau ſucht Lauf=
dienſt
. Darmſtr. 33a, part. (*2105

Köchin, Kinderfrl. für Säuglg.,
Haus= u. perf. Serviermdch., Dienſt=
u
. Küchenmädch. ſ. ſof. u. ſp. Stellg.
Karolina Beck, gewerbsmäßige Stellen=
vermittlerin
, Karlſtr. 25, I. (*2129
Frauiein
kath., 23 J. alt, in Näh. u. Büg. bew.,
ſucht Stelle in kinderl. Haush. oder
bei einz. Dame. Angebote unter
D 39 an die Geſchäftsſt. (*2059
ſucht
Tücht. Einiegerin Stelle.
Neue Ireneſtraße 7, I. (*2105md

Männlich

17 Jahre alt,
Junger Mann im Engrosgeſch.
tätig, ſucht anderweite Stellung.
Ang. u. C 65 Geſchäftsſt. (*1803sm
mit allen
Kaufmann, Bureauarb.
vertraut, ſucht für einige Nachmit=
tage
Beſchäftigung. Ang. u. D 26
an die Geſchäftsſtelle. (*2025mfg
Junger Kriegsinvalide
ſucht Filiale einer Zigarrenhandlg.
zu übernehmen. Angebote unter
D 45 an die Geſchäftsſt. (*2088

Weiblich

Zum Verleſen von
Erbsen
werden einige Frauen geſ.
Fritz Hukeld, Jamenhandlung
Müllerſtraße 39. (12420md

Fir unſer Mäſtr ines Miren.
Atelier ſuchen wir ſofort (12362
einige Arbeiterinnen.
Carl Schürmann & Co.
Lehrmadchen
(*1996im
ſofort geſucht.
mosbacher-Spiess, Waldſtraße 1½
Lehrmädchen geſucht
w. das Putzmachen erlernen will.
Ang. u. D 46 Geſchäftsſt. (*2111
geſucht
1 Dienſtmädche
ei Wirt
Meſſer, Eschollbrückerstr. 6. (*1951im
Aelt. Mädchen, welches kochen
kann, geſucht. Reſtaurant Braun,
(*2014im
Alexanderſtraße 18.
Suche für morgens 3 Stunden
und mittags 1½ Stunden
1 kräftige Lauffrau oder
Mädchen. (12348im
Vorzuſtellen morg. von 9 Uhr an
Wendelſtadtſtraße 23, 1. Stock.

Zum Nachtragen der Rech=
nungen
auf einige Stunden des
Tages gewandte Perſönlichkeit
geſucht. Angebote unter D 28
an die Geſchäftsſtelle. (*2023
Tüchtiger, militärfreier
Holzarbeiter,
der bereits an Holzbearbeitungs=
maſchinen
gearbeitet hat, als
Schdier
10,1 1 15 bei hohem Lohn geſucht. (12347imd
I. Schäfer Nachf.
Zündholzfabrik, Pfungſtadt.
Jüngerer Friſeurgehilfe
militärfrei, per 15. Sept. geſucht.
Friedrich Gorr, Gr. Ochſeng. 1. (*2084
auf Uniform
Schneider auf Woche geſ.
Heidelbergerſtraße 40. (*2092
Junger Gartenarbeiter
8,78 1 5,42geſ. Heinrichwingertsweg 2. (*1855im
Ein ſauberer, junger
Hausparscne
geſucht. (12360im
Metzgerei, Holzſtr. 10.
Ein tüchtiger Fuhrmann
geſucht. A. & J. Monnard,
Spediteure.
(12121a
Hausburſche
in dauernde Stellung geſucht.
Bettenhaus Buchdahl
Marktplatz 11. (12403
Kräftiger, gewandter
Hausburſche
(Radfahrer)
bei gutem Lohn ſof. geſ. (12365
Jacob Scheid, Kirchſtr. 6.
Kräſtiger (*2113
Arbeiter
im Abfüllen von Flaſchenbier u.
Limonade bewandert, ſof. geſucht.
Brauerei Schönberger,
gegen hohen
1 Fuhrmann Lohn geſucht.
Karlſtraße 54.
*2079md)
Jüngerer
Hausbarsche
per ſofort geſucht.
Guggenheim & Marx
Markt 7. (12411

Sauberes Laufmädchen geſucht
*2036) Mühlſtraße 66, 1. St.
Gut empfohlene Aushilfe in
ein Herrſchaftshaus für 14 Tage
von 84 Uhr geſucht (*2028
Hoffmannſtraße 57, 1. St.
Geſucht per 1. Ottober für einen
vegetariſchen Haushalt von 3 erw.
Perſ., nähe Darmſtadt, ein tüchtig.,
ſelbſtändig arbeit. Alleinmädchen,
bevorzugt geſetztes Mädchen Ende
20 J. Angenehme dauernde Stellg.
Angebote unter H. E. 8020 bef.
Rudolf Moſſe, Hamburg. (I1225s
Mädchen ſofort geſucht für leichte
Pflege und Hausarbeit. (*2062
Heinrichſtr. 97, I.
Braves, williges Mädchen geſ.
*2077)
Karlſtraße 20, II.
Tucht. Mädchen
für Küche u. Hausarbeit mit gut.
Zeugniſſen ſofort geſucht (P12405
Viktoriaſtr. 85, Erdgeſchoß.

Mänmite

f. Gasherd m. Fortkoch. billig
z. verk. Hoffmannſtr. 20, I. (*2065ms
ebr. eiſ. Hochdr.=Pumpe u. eiſ. Keſſ.,
73 Ztr., z. vk. N. Mathildenpl.9, II. (*
Ein guterhaltener Sportklapp=
Ewagen zu verkaufen. Kies=
bergſtr
. 51, part.
(*2110

Mittagstisch
Fleisch und veget. Kost von
60 Pf. bis M. l.is im Abonn.
Abendtisch
Fleisch und veget. Kost von
50 Pf. bis so Pf. im Abonn.

Ausschank des berühmter
Vormser Weinmostes!

Kein Trinkzwang.
Rauchfreie Räume.
Damenzimmer.
Reform-Restauran
Hlexanderstrasse 1, I. Stock.

[ ][  ][ ]

Baroneß Elaire.
Roman von M. Herzberg.
(Nachdruck verboten.)
12)

Na, Herr Herk, nun müſſen Sie allein mit mir vorlieb
nehmen; ſie ſind alle fertig.
Macht nichts, Mamſell! meinte er gedankenvoll.
Sie hatte ſich neben ihn geſetzt, beobachtete ihn ein Weilchen
und kam endlich mit dem heraus, was ſie ſchon geraume Zeit
quätte:
Was will denn die Baroneſſe eigentlich hier? Sie muß
doch all’ von der Anderung auf Schönerlen wiſſen?
Adolf war ſehr ärgerlich. Dieſe ſchwatzhafte Perſon!
Sie wollte vor ihrer Abreiſe nur noch einmal das Grab
ihrer Mutter beſuchen, ſagte er gleichmütig.
Wo will ſie denn hin? Was will ſie denn bloß machen?
Sie hatedoch keine Verwandten, Herr Herk? So ging das an=
gelegentliche
Examen halb mitleidig, halb neugierig weiter.
Das kann ich Ihnen alles nicht verraten, Mamſell, denn
ich weiß es ſelbſt nicht.
Das beſte wäre ſchon, unſer neuer Gutsherr ſähe die Baroneſſe
und verliebte ſich in ſie; denn ſchön iſt ſie, und vornehm auch.
Neulich ſtand ſolche Geſchichte akkurat im Günſterburger Tage=
blatt
. Haben Sie die nicht geleſen, Herr Herk? Das Erbe der Väter
hieß ſie. Aber akkurat ſo! ſchloß ſie eifrig.
Reden Sie nicht dummes Zeug! verſetzte er ungehalten.
In ſeinem Innern mußte er aber dieſem einfältigen Munde
recht geben. Er hatte wohl die beſte Löſung gefunden, und
bei Claires ſeltener Schönheit war ſie mehr als wahrſcheinlich,
wenn der Zufall, dieſer eigenwillige Gelegenheitsmacher, ſie
und Weidner zuſammenführte. Denn nur ſo kam Claire wieder
in den Beſitz ihres Gutes. Und dazu hatte er erfahren, daß
Weidner Junggeſelle und ein großer Verehrer weiblicher Schön=
heit
war.

Eine ſonderdae Unuhe und undehagichteit egiſt hn
bei dem Gedanken. Gleich darauf ſchüttelte er ihn energiſch ab.
Tor, der er war!
Als er ſpäter an den ſtarkduftenden Wieſen vorüber, den
Waldesrand entlang einen ſtundenweiten, einſamen Spazier=
gang
unternahm, brannte Claires Bild in ſeiner aufgewühlten
Seele, und er mußte die Entdeckung machen, daß ſie, die ſein
Idcal geweſen als Knabe und Jüngling, es geblieben war all’
die Zeit, da er ihr fern geweilt! Daß der Gedanke an ſie, ſeine
reine Geſpielin, ihn bewahrt hatte vor jeder Verführung, und
daß er ſie, trotz der Hoffnungsloſigkeit ſeiner Neigung, liebte,
wie er nur einmal im Leben zu lieben imſtande war: nicht mit
verzehrender, wilder Leidenſchaft, ſondern mit jener tiefen,
innigen Liebe, welche uneigennütziger iſt als jene und ſie über=
dauert
.
4. Kapitel.
Im Schloſſe hatte Claire traurige Veränderungen vorge=
funden
. Gleich im Vorzimmer machte ſich Zerſtörung bemerk=
bar
. Der große Pfeilerſpiegel fehlte, ebenſo der Teppich, der
ſonſt den ganzen Boden bedeckte; und von den Wänden dort oben,
wo der große Spiegelhaken geſeſſen, hing die ſchwere Gobelin=
tapete
in Fetzen hernieder. Dieſelbe Verwüſtung begegnete ihr
in den Räumen, die ſie mit ihrer Mutter bewohnt hatte. Die
wertvollſten Stücke, Bilder, Schmuckgeräte, Möbel, waren daraus
verſchwunden und nur die minderwertigen, oder ſchwerver=
äußerlichen
Gegenſtände zurückgeblieben. Beſonders ſchmerzlich
berührte ſie die Plünderung im Sterbezimmer der Mutter. Das
breite Himmelbett war ſeiner ſeidenen Vorhänge, Decken und
Kiſſen bis auf die kahlen Matratzen entkleidet. Der koſtbare
bronzene Toilettentiſch, die Spiegelſchränke, der teure, auch hier
das ganze Zimmer bedeckende Perſerteppich fortgeſchafft. Der
Diwan allein, aber ohne ſein Eisbärfell, war als minderwertig
dageblieben und achtlos in eine Ecke geſchoben. In dem öden,
ſonſt ſo trauten Raume überkam Claire die ganze Flut ſchmerz=
lichſter
Erinnerungen. Sie legte Plaid und Handtäſchchen auf

den Divan, ſete ſch daneben und ſtarte unewaidt, ein
Raub bitterer Gedanken, auf das leere Bett ihrer Mutter, noch
einmal alle Qualen ihrer letzten ſchweren Tage durchlebend, bis
endlich ein Klopfen an der Tür ſie aus ihrem düſteren Sinnen
aufſchreckte. Die Mamſell kam herein, auf einem großen Tee=
brett
das Nachtmahl tragend.
Guten Abend und Willkommen, gnädige Baroneſſe! Ich
hatte Sie ſchon drüben im Salon geſucht. Wollen Sie nicht drin=
nen
ſpeiſen? Hier iſt ja nicht mal ein Tiſch mehr, die Sachen
draufzuſtellen.
Das junge Mädchen erhob ſich ſchweigend und ging in das
erleuchtete Nebenzimmer, und ebenſo ſtill folgte ihr nun die
Mamſell und ordnete auf dem Tiſche in dieſem auch ziemlich ver=
wüſteten
Raum das Abendeſſen, während Claire ans Fenſter
getreten war und gedankenvoll in den dämmerigen, ſich ſchon
herbſtlich entblätternden Park hinausſah. Die Mamſell hatte
mit ſich kämpfend, mehrmals unſchlüſſig zu der hohen Geſtalt,
die ſo regnungslos verharrte, hinübergeblickt. Endlich faßte ſie
ſich doch ein Herz.
Wo ſoll ich der Baroneſſe denn das Bett herrichten?
Auf dem Diwan drinnen, bitte.
Aber es fehlt ja da an jeder Bequemlichkeit; ſelbſt das
notwendigſte zur Toilette mangelt. Ich dachte, Sie würden
vielleicht im Wirtſchaftshauſe ſchlafen, wo doch wenigſtens ſolche
beſcheidenen Utenſilien ſind. Baroneßchen haben ja hier nicht
einmal Betten!
Es wird ſchon für eine Nacht gehen; ich nehme meine Reiſe=
decke
.
Nur für eine Nacht? Mitgefühl und Neugierde, die gleich
groß waren, ſiegten über den ſonſtigen Reſpekt. Wollen Baroneſſe
morgen ſchon wieder fort?
Ja.
Darf ich fragen wohin?
Nach Berlin.
Nach Berlin? Wohl zum Herrn Baron?

Gosolden
boder
Ferih

Die Preise sind derartig billig, daß es sich lohnt, den Bedarf auf lange Zeit hinaus
zu decken, da wir speziell auf Weißwaren heute ganz enorme Aufschläge bezahlen müssen.
Ich kaufte vor langer Zeit, vor den großen Preisaufschlägen, große Lagerbestände
Damen-Wäsche aus ersten Wäsche-Fabriken.
Es bietet sich hiermit eine aussergewöhnlich billige Kaufgelegenheit!

Grosse Posten
Madapolam-
Stickerelen
Ein Posten
Stickereien
u. Einsätze
Ia Qual., Coup. 4,60, 35
Grosse
Posten Stickereien
beste Qualit., Coupon 4,60,
regulärer Verkaufswert
bis 4.25 per Stück
jetzt
Stück 1.45 u. 1.95

Grosse Posten
Weiße Damen-
Unterroche
aus hervorragenden Stoffen
mit Ia Stickereien
jetzt zum Aussuchen
Serie I Serie II
2.25 3.55
Serie III Serie IV
150 3.3
Wert bis 9.50 per Stück

Damen-Taghemden
Damen-Hemden aus feinfüd. Stolf
mit vorzügl. breiter Stickerei .
Damen-Hemden aus kräft. Stoff
mit handgestickter Passe .
1.75
& Serlen Damen-Hemden
beste Qualitäten
regulärer Verkaufswert bis 4.50
Serie I Serie II Serie III Serie IV
1.45 1.75 2.25 2.75

Damen-Reinkleider
Damen-Hosen a. gut. Cretonne
mit Feston
Stück 1.25
Damen-Hosen mit br. Stickerei
aus vorztigl. Stofk
.Stüeke 1.35
& Serien Damen-Beinkleider
Ia Stoffe mit besten Stickereien
regulärer Verkaufswert bis 4.75
Serie I Serie II Serie III Serie IV
1.95 2.25 2.50 2.75

Damen-Nachthemden
Damen-Nachthemden ausgut.
Memdentuel, mit Stickerei . . 2.95
Grosse Posten Damen- Nacht-
jacken
aus besten Stoffen
Stück 2.50, 2.25, 1.75, 1.25
4 Serien Damen-Nachthemden
nur beste Stoffe u. hervorrag. Stickereien
regulärer Verkaufswert bis 8.90
Serie I Serie II Serie III Serie IV
2.95 3.95 4.90 5.90

Große
Posten Unterramen
in allen Weiten, Gr. 4252, nur aus feinfäd.
Stoffen mit besonders starken Stickereien
Serie I Serie II Serie III Serie IV
95 1.25 1.45 1.05
Ein Posten Kopfkissen
aus bestem Hemdentuch, mit besten
Einsätzen, aus Resten verarbeitet
jedes Stück
Wert bedeutend höher.

beste Qualitäten, besonders billig
Bettdamas
Meter 1.85, 1.55, 1.25, 35

extra schwere Quali-
täten
gesäumt
Halbt
Bertd
ter
.. . . Stück 2.75

Ludwigstr.
15
Teleph. 2270.
D
1

Ein Posten
Kissen-Einsätze
aus gutem Madapolam
mit Schrift
55.

(12263

[ ][  ][ ]

Lahſcheinich.
Und wenn der Herr Baron wenn Baroneßchen dort
nicht bleiben können? Wir kennen ja den Herrn Papa was
dann?
Claire warf ihr ſtolze, warnende Blicke zu, aber die Schleu=
ſen
von der guten Suſanne Beredſamkeit waren einmal geöffnet
und ließen ſich ſo leicht nicht wieder eindämmen.
Seien Sie mir nicht böſe, liebes Baroneßchen, daß ich mir
die Freiheit nehme, fuhr ſie daher vertraulich fort. Ich bin
ja ſchon lange genug in Ihren Dienſten, um einen Rat wagen
zu dürfen, man hat doch auch ein Herz; und Sie ſind noch ſo
jung, und und ich habe doch die ſelige gnädige Frau Mama
gekannt, und ſo vieles mitangeſehen, daß
Claire richtete ſich hoch auf. Der Stolz bäumte ſich in ihr,
der beleidigte Stolz, ihre Familienangelegenheiten, gerade weil
ſie traurige waren, von einer Untergebenen erwähnt zu hören.
Ich danke Ihnen für Ihre wohlmeinende Abſicht, Mam=
ſell!
verſetzte ſie abwehrend. Ich bin überzeugt, Sie meinen
es gut mit mir. Ich bin noch jung, ich weiß es wohl, aber nicht
zu ſehr, um mich nicht allein beraten zu können. Ich bin ge=
wöhnt
, meine eigenen Wege zu gehen und ſelbſt zu beſchließen,
was mir das für mich richtige erſcheint.
Die Mamſell ſchwieg gekränkt, indeſſen ſie die letzten An=
ordnungen
beim Aufdecken traf. Schon an der Tür, wandte ſie
ſich doch noch einmal zurück.
Ich wollte Baroneſſe ja nur ſagen, daß ich in Berlin eine
Schweſter habe, an die Sie ſich, falls Sie mal in der großen,
unbekannten Stadt eines Rates oder Anhaltes bedürfen, wenden
könnten. Auch vornehme junge Damen kommen in ſolche Lage,

neu ſe gan alein ſeſen und ſrend ſinht da es Darneſe
aber nicht wünſchen, ſo ſchweige ich ſtill und ſage nur: gute Nacht.
Claire kam nun raſch hinüber zu ihr und reichte ihr die Hand.
Jedenfalls danke ich Ihnen, Mamſell!
Suſanne ging zögernd und ließ das junge Mädchen allein.
Nicht im entfernteſten kam Claire der Gedanke, daß ſie
je ſolcher Zuflucht bedürfen könnte. Unerfahren und weltfreind,
voll blinder Vertrauensſeligkeit in die ſchöne, unbekannte Welt,
in die Menſchen, die ſie nur aus ihren Büchern kannte, meinte
ſie, ihren Weg ſicher ohne Stütze und Beihilfe zu finden.
Sie verbrachte die Nacht beinahe ſchlaflos und machte ſich
am anderen Morgen nach dem Frühſtück, das ihr Adolf zeitig
geſchickt, auf den Weg nach dem hinter dem Dorfe am Waldes=
rande
liegenden Gottesacker, wo ſich an bevorzugter Stelle, in der
Nähe der Kirche, aber unter freiem Himmel, wie die Verſtorbene
es gewünſcht, das Grab ihrer Mutter befand.
Hier am Hügel löſte ſich die bisherige Erſtarrung ihrer Scele
in lange fließende wohltätige Tränen. In dem traurig beredten
Schweigen des Friedhofes kam ihr doch etwas wie Ahnung der
Schwierigkeiten und Gefahren, die vor ihr lagen. Bangigkeit
vor dem Schickſal blieb in ihrer Seele zurück. Jetzt erſt, da ſie das
geliebte Grab für immer verlaſſen mußte, fühlte ſie ganz, daß ſie
ihre Heimat verloren.
Die Zeit drängte; mit Gewalt riß ſie ſich los. Einige Efeu=
blätter
nahm ſie mit. Dann ging ſie durch den Wald zurück und
ſchlug, das Dorf zu vermeiden, den längeren Weg um den See
ein, durch die prächtige Allee der herrlichen alten Bäume, der
Schönerlen ſeinen Namen verdankte. Allüberall Erinnerungen!
Zahlreich die Plätze und Stätten, wo ſie mit Adolf als Kind ge=
wandert
und geſpielt. Nun hieß es, Abſchied nehmen auch

hier, Mibe ſehte ſie ſch auf eine och aus Baunſtkmnen ge=
zimmerte
Bank, in die ſie beide vielfach ihre Namen eingekratzt
hatten, und die den Ausblick in die freien, von der Sonne ver=
goldeten
Stoppelfelder gewährte. Hier, unter den reichlich fal=
lenden
, buntgefärbten herbſtlichen Blättern der herrlichen Erlen
fand ſie Adolf, der ihr auf ihrem Gang gefolgt war.
Guten Morgen! ſagte er herzlich, ſich neben ſie ſetzend.
Sie erwiderte ſeinen Gruß; dann ſaßen ſie ein Weilchen
ſchweigend nebeneinander.
Ich fürchte, Du haſt nicht gut geſchlafen, bemerkte er endlich.
Du ſiehſt ſo bleich aus. Das verweint behielt er für ſich.
Welche Verwüſtung oben, Adolf! ſagte ſie jetzt, ſich zu ihm
wendend.
Ja, es iſt Dir leider nicht viel geblieben, Clairel! antwortete
er ſeufzend. Alles noch Vorhandene iſt ſelbſtverſtändlich Dein.
Das andere war es ja auch, ſetzte er leiſe hinzu.
Was iſt denn noch vorhanden, und was ſoll ich damit?
ſagte ſie verächtlich.
Nun, es ſtehen immerhin noch einige, allerdings nur ein=
fache
Gegenſtände und Möbel in den anderen Zimmern auf=
geſpeichert
, und auch in denen deines Stiefvaters. Auch iſt,
ſoviel ich weiß, die teilweiſe Einrichtung der Herrſchaftsküche
vorhanden und ſonſtiges andere, was ich nicht im Kopf habe.
Außerdem hat Feſter etwas Haus= und Tiſchwäſche in Verwah=
rung
genommen, reſpektive Dir gerettet. Man könnte ein ge=
naues
Verzeichnis von all’ dem machen. Das ratſamſte iſt,
Du bleibſt noch einige Zeit, Clairel, indeſſen wir das alles zu
ordnen und möglichſt vorteilhaft für dich zu verkaufen ſuchen.
(Fortſetzung folgt.)

Uebergangshüte * Samtformen
alle Neuheiten
enorm billig.
Trauerhüte von 4 Mk. an. : Trauerschleier von Mk. 1.70 an.
Trauer-Krepp, Grenadine, Armflore, schwarze und weisse Garnituren
InL
innenn in bekannt riesiger Auswahl.
Rheinstrasse
Geore
Schubkegel.
e
Spezialhaus für Putz-, Dekorations- und Vereins-Artikel.
12401

Oiilie Ceid
lediglich durch monatliche Miete erhalten Sie nach Ihrer
Wahl älle
Gas=Apparate
wie Gas-Wohnzimmerlampen, Gasspar- -
ehenlampen
, Gos-Herde mit Doppel- Spar-
brenner
, Gas-Bügeleisen, Gas-Heizöfen,
Gas-Badeeinrichtungen und alle Ersatzteile.
Sobald die entrichteten Mieten den Wert erreicht haben,
sind die Apparate ohne weitere Zahlung Ihr Ligentum.
§ C0.
Ladwis Kiln
(4943a
Hoflieferanten
Ecke u. Eingang
nur Rheinstr. 17 Grafenstrasse
Telephon 636.
Im Hause von G. L. Kriegk.

Diktate Abschriften
Vervielfältigungen
Elbert’s Maschinen-Schreih-Bäro
Rheinstr. 3 (11534a) Fernruf 2434.

Trauringe
ohne Lötfuge
Flach- u. Kugelform
in 8, 10, 14 u. 18 kar. Gold,
das Paar von 1080 Mk.
Gravierung gratis.
Alle Größen stets vorrätig.
L. Borné
Hofuhrmacher und Hoflieferant
Uhren, Gold- und Silberwaren.
25 Ernst-Ludwigstr. 25.

Feldpost-
Kartons
aus imprägnierter Pappe.
jett- und wasserdicht
Ersatz für Blechdosen
zum Versand f. Marmelade,
Butter ete. (12272a
emplehlt
J. W. Schneider
Kartonagenfabrik
Lauteschlägerstrasse 26.
Feldpostkartons in allen Grössen
Spirituslampe
faſt ungebraucht, Neupreis M. 18.
für M. 11. zu verkaufen. (*2124
Lange, Karlſtr. 61, Gths. p.

See gehtet eter ar s
I ab Samstag, 4. September,
mein Geſchäft wieder eröffne,
da ich demſelben wieder nachgehen kann.
Bitte verehrte Kundſchaft um geneigten Zuſpruch.
Hochachtungsvoll

Ph. Jung
Schweine= und Kalbsmetzgeret
B,12417)
Telephon 1139.

Beste, hochinteressante und bewährte Zeitschrift
für Haus und Familie.
Das Duch lur Jine
Illustrierte Chronik der Gegenwart.
Wirkungsvoller und ſpannender Unterhaltungsſtoff. Reicher
Bilderſchmuck. Kriegsberichte mit zahlreichen Kriegsbildern.
Wiſſenswertes und Praktiſches für Haus und Familie.
Alle 14 Tage ein Heft zum Preis von nur30 Pfennig.
Beſtellungen nehmen alle Buch= und Zeitſchriftenhand=
lungen
entgegen. Verlangen Sie Probeheft zur Anſicht.
Union Dentſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
(6108

Eilie Ladung Henservengluser St eisenotten.

Aiersehan!

32407)

[ ][  ][ ]

Hablla
Vorbfetger
2

erſcheint 2mal wöchentlich in der Auflage des Darmſtädter Tagblatts
und bietet ſomit die größte Gewähr für erfolgreichſte Bekanntmachung von Vermietungs=Anzeigen. Für den Wohnungs=Anzeiger beſtimmte Anzeigen müſſen ſtets
tagsvorher bis ſpäteſtens 12 Uhr mittags zur Aufgabe gelangen. Später uns zugehende Anzeigen können nur am Schluſſe des Blattes Aufnahme finden.

Zmet Zimmmer

Rheinstrasse 43
iſt der 1. Stock, enthaltend 8 Zim=
mer
, Badezimmer, mit reichl. Neben=
räumen
nebſt großer Veranda und
Gartenanteil für ſofort anderweit
zu vermieten. Gas und elektr.
Einrichtung.
Nähere Auskunft erteilt der Be=
vollmächtigte
Juſtizrat Dr. Bender,
(10146ms
Kaſinoſtraße 8.
Einſamilienhaus
Grüner Weg 86
10 Zim. mit reichl. Zubehör, Gas,
elektr. Licht, Zentralheizung und
Garten per ſofort zu vermieten.
Näh. Ohlyſtr. 69, part. (B3272ms
Im neuen Bankgebäude
der Deutschen Bank
iſt der erſte oder zweite Stock
per ſofort oder ſpäter zu ver=
mieten
. Jeder Stock enthält 910
Zimmer und iſt als hochherrſchaft=
liche
Wohnung, eventuell auch für
Bürozwecke ſehr geeignet. Warm=
waſſerheizung
, Warmwaſſerver=
ſorgung
, Vacuum, elektr. Licht und
Gas vorhanden. Wünſche wegen
Ausſtattung können noch berück=
ſichtigt
werden. Näheres Direktion
der Beutzehen Bank. (1042ms

Wilhelmstr. 16, II.
ſchöne 8 Zimmerwohnung mit
all. Bequemlichkeiten der Neu=
zeit
. Zentralheizung, Warm=
waſſerleitung
, Staubſauger,
Garten, für 1. Okt. zu verm.
Näheres Baubüro Heinrich=
(9721ms
ſtraße 82.

Neckarſtr. 10, I.,
Wohn. von 8 Zim., Bad, Balk., Gas,
elektr. Licht, p. ſofort zu vm. (9404ms
Imtmerlestr. 5
hocheleg. Herrſchaftswohn., 8 Zim.,
Veranda, Erker, Bade= u. Bügelz.,
3 Manſ.=Z., gr. Boden, Elektr., Gas=
u
. Waſſerl., Stall für 34 Pferde,
Burſchenzim. Auf Wunſch ganzes
Haus mit 14 Zimmern für 1. Okt.
Näh. daſ. W. Holtz. (B12251ms
Heilrichstr. 11, I. St.
herrſchaftliche Wohnung, 9 Zim.
ev. 8 oder auch nur 7 Zim. oder
mit dem 2. Stock zuſ. 15 Zim.,
mit Balkons u. Verandas für jede
Etage, Garten, Gas u. elektr. Licht,
ſowie ſonſt allem Zubehör für 1. Okt.
Der 2. Stock mit 67 Zim. ſchon
für gleich. Näh. daſelbſt. (10803ms
Herrſchaftliche Wohnung
(Einfamilienh.) Heidenreichſtr. 4,
11 Zim., Garten, Veranda, el. Licht,
Waſſerheiz., Gas, Bad ꝛc., p. 1. Okt.
event, auch früher zu vermieten.
Näheres Beckſtr. 57, I. (10645ms

Amlla

Frankfurterſtr. 18
7 Zim.=Wohng. mit allem Zubehör
u. Zentralheizung zu verm. Näh.
bei Dipl.=Ing. G. Hinkel, Frank=
furterſtraße
16½
(10936ms
Ohlystr. 71, I. Stock
herrſchaftl. 7 Zimmerwohnung mit
Gas, Bad, eleikt. Licht, Loggia und
reichl. Zubehör, ſowie Gartenanteil,
zum 1. Oktober. Preis nach Ver=
einbarung
. Näh. Heinrich Funk,
Grafenſtr. 23½ Tel. 446. (9964ms

Hobrechtſtraße 8, I.
herrſchaftl. Wohn., 7 Zimmer,
Bad, Balk., Veranda, Zentral=
heizung
, elektr. Licht, Garten=
anteil
, reichl. Zubehör, ſofort;
daſelbſt die Parterrewohnung
wie vor z. 1. Sept. Auskunft
durch Hch. Funk, Grafen=
ſtraße
23½, Tel. 446. (11491ms

Ecke Sandstr. 24 u. Saalbanstr.
elegante Herrſchaftswohn., 7 Zim.,
Badezim. und reichl. Zubeh. der
ſofort zu vermieten. (10148ms
Näheres daſelbſt oder Baubüro
H. Sames, Pallaswieſenſtr. 26.

Haus zu vermieten
Riedeſelſtr. 51
enthaltend: 7 große Wohn=
räume
mit geſchloſſener Glas=
veranda
, nebſt 5 gerad. Man=
ſardenzimmern
, Gas u. elektr.
Licht, ſofort, auf Wunſch auch
für ſpäter zu vermiet. Nähere
Auskunft durch B. L. Trier,
Riedeſelſtr. 17. Tel. 1189. (1355m

Ume

Relerstr 1. . .
6 Zimmer mit all. Zubehör, vollſt.
neu hergerichtet (ev. Wünſche können
berückſt. werden), per ſof. od. ſpäter
zu vm. Näh. daſ. im Kontor. (10315ms
Neckarſtr. 10, I.,
Wohn. von6 Zim., Bad, Balk., Gas,
elektr. Licht, p. ſofort zu vm. (9407ms
Georgenstrasse 6, II.
6 Zimmer=Wohnung zu vermieten.
(9978ms
Zu erfragen 1. St.
Mathildenſtraße 53, elegante,
geräumige 6 Zimmer=Wohnung
mit allem Zubehör per ſofort
zu vermieten.
(B5459ms
Wilhelmſtraße 40, Hochpart.,
herrſchaftl. 6 Zim.=Wohn. m. reichl.
Zubeh., Gas, elektr. Licht, Zentral=
heizung
, Warmwaſſerbereitung, ev.
mit Stallung, ſof. zu verm. Näh.
Heinrich Funk, Grafenſtr. 23½,
Telephon 446.
(B6068ms
Beckstrasse 64
zwei elegante 6 Zimmerwohnungen
nit Badez., Erker, Loggia., Küche,
2 Kammern, Waſchküche, Bleichpl.,
Trockenboden, Vor= u. Hausgarten.
1. Stock am 1. September, 2. Stock
alsbald beziehbar. (10314ms
Alexanderſtr. 8, 6 Zimmerwohn.
mit Zubeh., im Erdgeſchoß, baldigſt
zu vermieten. Zu erfragen im
(9437ms
1. oder 2. Stock.
große,
Viktoriaſtr. 90, II., neuzeitl.
6 Zimmer=Wohn,, Balkon, Loggia
und Veranda, Bad u. ſonſt all.
Zubeh. per ſofort zu verm. (12220ms
Stiftſtraße 7, part., gegenüber
der Künſtlerkolonie, geräum. 6 Zim.=
Wohnung mit Badez., Veranda,
Mädchenkammer, Manſarde und
Verſchlag nebſt allem Zubehör,
Vor=u. Küchengarten u. Bleichplatz,
alsbald zu verm. Näh. 1. Stock bis
4 Uhr nachmittags. (8750ms
Alicestr. 27, Parterreſtock
6 Zimmer m. Balkon., Mädchenz.,
Bodenk. u. ſonſt Zubeh. z. 1. Okt.,
auf Wunſch auch früher, zu vm.
Näheres im 1. Stock. (9290ms
Kiesſtraße 47, 1. oder 2. Stock,
6 Zimmer, Bad, Veranda Bleich=
platz
, 2 Manſ., 850 oder 750 Mk.,
ſofort oder ſpäter zu vm. (10010ms
Mathildenstrasse 31
Hochparterre, 6 Zimmer mit allem
Zubehör, Gas u. elektr. Licht, gr.
Veranda u. Garten per 1. Oktober
od. früher. Näh. 2. Stock. (B7247ms
Ernſt=Ludwigſtr. 21, I., ſchöne
6 Zimmerwohn., Gas, Bad, auch f.
Geſchäftszwecke ſehr geeignet oder
4 Zimmer im 2. St. mit all. Zubeh.
u verm. Näh. 1. Stock. (10308ms
Grüner Weg 17, ſchöne Lage,
frei von drei Seiten, mit Garten,
6 Zimmerwohnung zu vermieten.
(11037a
Näh. daſelbſt part.
mit
Heizung
6 Zim.-
IIlle modern,
mit allem Zubeh. Näh. H. Funk,
(1052ms
Grafenſtr. 23½
Wendelſtadtſtr. 32, 1. Stock,
6 Zimmer mit Balkon per ſofort.
Näheres Seitenbau. (10318ms

Mhtimuentante 5
2. Stock
6 Zimmer ſowie Badezimmer
nebſt reichlichem Zubehör per
1. Sept. Näh. b. Hofrat Sander,
(8246ms
Deutſche Bank.

Heinrichstrasse 103
herrſchaftliche Wohn. v. 68 Zim.,
Bad, Veranda, Gas, elektr. Licht,
alles der Neuzeit entſpr., per ſo=
fort
zu verm. Näh. part. (10312ms

Eniemltenchter unt dersechlitete einungen
von 58 Zimmern, mit u. ohne Zentralheizung, in beſter Lage, zu vermieten
durch Hch. Funk, Grafenſtraße 23½, Telephon 446.
(11492ms

Luisenstr. 10, I. Etage
6 Zimmerwohnung mit Zubehör
auf 1. Oktober zu vermieten.
Näheres durch C. W. Braun,
(10023ms
Heinrichſtr. 70, I.
Frankfurterſtraße 40 6 Zim.=
Wohnung zu vermieten. (9433ms

3 Zimm

Frankensteinstr. 58, p.
5 Z.=Wohn. m. Badez. u. all. Zub.,
Vor= u. Hintergart., Preis 650 Mk.
Zu erfr. Alexanderſtr. 8, p. (9246ms
Landwehrſtr. 24 im 1. u. 3. St.
eleg. 5 Zimmer=Wohn. per ſofort
anderweidig zu vermieten. Zu
erfragen Landwehrſtr. 20. Wilh.
Wöhrn.
(10145ms
II., mod. 5 Zim=
Riedeſelſtr. 55, mer=Wohnung
mit Badezimmer, Veranda, Gas,
elektr. Licht u. ſonſt. Zubehör ſofort
oder ſpäter zu vermieten. Näheres
nebenan bei Junghans. (10319ms
Riedeſelſtraße 53, I.
Moderne 5 Zimmerwohn. mit
reichl. Zubehör Gas, elektr. Licht,
kompl. Bad, per ſofort zu verm.,
evtl. mit Stallung für 2 oder 3
Pferde. Näh. b. Junghans. (10150ms
Ecke Vkioriastrase
Ireneſtraße 12 iſt d. Erdgeſchoß,
neuzeitlich eingerichtet, aus fünf
großen Zimmern ſowie Fremden=
zimmer
und anderen Nebenräumen
beſtehend, ſofort zu vermieten. Auf
Wunſch mit groß. Vorgarten. Näh.
Büro Juſtizrat br. Bender, Kafino=
ſtraße
8.
(1015ims
Landskronstr. 93, pt.
5 Zimmer=Wohnung mit Bad=
anſchl
., Fremdenzim. u. Mädchen=
zimmer
, ſofort od. ſpäter zu verm.
Näh. Landskronſtr. 91, pt. (B9984ms
Frankfurterstr. 36
1. Stock, gegenüber dem Herren=
garten
, ſchöne 5 Zimmer=Wohn.
mit allem Zubehör pr. ſofort oder
ſpäter zu vermieten. (10638ms
Heidelbergerſtr. 79, part., 5 Z.=
Wohn. mit Zub. per 1. Okt., eventl.
früher, zu verm. Näh. II. (B7424ms
Riedeseistrasse
geräumige Fünfzimmer= Woh=
nung
nebſt Zubehör per ſofort
zu vermieten. Näh. Holzhofallee 1,
Kontor.
(10321ms
Eliſabethenſtr. 48, 5 Zimmer=
Wohn., auch zu Bürozwecken ge=
eignet
, zu vermieten. (9403ms
Hochſtr. 8, II., eine Wohnung,
5 große Zim., 3 Manſ.=Z., Trockenb.
u. reichl. Zubehör per 1. Okt. oder
früher zu vermieten. Einzuſehen
von 111 und 35 Uhr. Näh.
Karlſtr. 20, 1. Stock. (3416ms
Frankfurterſtr. 17, I.
ſchöne, große 5 Zim.=Wohn. per
ſofort zu verm. Zu erfr. im Erd=
geſchoß
u. Liebigſtr. 43, I. (9741ms
Wilhelmſtr. 2
1. Stock 56 Zim., vergl. Veranda,
Bad, Gas, Gartenant. ꝛc., Parterre=
wohn
. 67 Zim. vergl. Ver., Gas,
elektr. L., Bad, Gartenant. ꝛc. p.
ſofort z. verm. Einzuſ. nachmitt.
Näheres 2. Stock. (B3991ms
Mathidenstrase 55
(Ecke Rieder-Ramstädterstrasse)
iſt das Erdgeſchoß, beſtehend aus
5 Zimmern mit Erker, Badezim.,
Küche, 2 Nebenräumen im 4. St.,
mit Gas u. Elektr. verſehen, auch
ſonſt neuzeitlich eingerichtet, ſofort
zu verm. Preis 1300 Mk. Nähere
Ausk. d. d. Bevollmächt., Frau Dr.
P. Friedrich, Ohlyſtr. 36, II. (12274ms
inselstrasse 22, III.
ſch. 5 Zimmerw. p. ſof. z. vm. Näh.
daſ. od. Breitwieſenberg. 15. (*245ms
Soderstrase 39, I.
höne 5 Zim.=Wohn. mit Veranda.
(9739ms
Näheres part.

Kirchſtr. 13, II, r . .
700 . Näh. Blusengesch. Schnell. (B10642ms
Wendelſtadtſtr. 31, Vdh., I.
5 Zimmer=Wohnung mit Bad,
Fremdenzim. u. Magdkammer per
ſofort zu verm. Näh. im 2. St.
daſelbſt bei Herrn Simon und
Architekt Aßmuth, Moosberg=
ſtraße
84.
(10769ms
ſchöne 5 Zimmerw.
Sandstr. 1 mit Zubehör evtl.
Gartenanteil zum 1. Oktober oder
früher zu vermieten. Geeignet für
ruhige Mieter.
(9567ms
Klappacherſtr. 4, part., ſchöne
5 Zim.=Wohnung, Bad, Veranda
uſw. z. v. Näh. 2. Stock. (B9584ms
elegante
Rortmannstr. 59 5 Zimmer=
Wohnung mit Fremdenzimmer u.
reichl. Zubehör zu verm. (B6817ms
Schutzenſtraße 10
5 Zimmer=Wohnung (bis 1. Ok=
tober
) zu vermieten. (9619ms
Klappacherſtraße 15 Parterre=
wohnung
, 5 Zimmer, Gas, Bad,
Veranda, Bleichplatz, Trockenboden
per ſofort. Zu erfragen Schieß=
hausſtraße
22, Manſ. (B4205ms
Viktoriaſtr. 24 5 Zim.=Wohn.
mit Badekabinett u. Zubeh., part.
u. 1. St., per ſofort zu verm. Zu
erfr. Wendelſtadtſtr. 1, I. (9073ms
Kruſtrtrſtreße 21 2. SI.
5 Zim. in ſchönſter Lage. (9808ms
Karlstrasse 43, 2.
ſchöne, geräum. 5 Zimmer=Wohn.
f. 1. Okt. od. früh. zu verm. (12376ms
Herdweg 88, part., 5 Zimmer=
wohn
., Bad, Fremdenz., Gas, elektr.
Licht u. allem Zubehör, per 1. Okt.
eventl. früher zu verm. Näheres
Grüner Weg 31, II. (B7687ms
Hoffmannſtraße 12, 1. Stock,
eine ſchöne geräumige 5 Zimmer=
wohnung
auf 1. Oktober zu verm.
Zu erfragen parterre. (9844ms
Roßdörferſtr. 81, pt, mod.5 Z.=
Wohn. m. Gart. u. all. Zub. p. 1. Okt.
Näh. daſ. u. L. Koch, Dieburgerst. 4. (9962ms
Landwehrſtr. 8,
part. od. 1. Stock große 5 Zimmer=
wohnung
mit Badez., Küche und
Speiſekamm., Gas u. elektr. Licht,
Veranda n. d. Garten, Bleichpl.
uſw. per ſofort oder 1. Okt. zu
verm. Näh. part. (9982ms
Eche Vilieriaſtraße
Pallaswieſenſtr. 34, II., 5 Zim.=
Wohn. m. Zub. per 1. Okt. z. vm.
Pr. 600 Mk. Näh. part. (9789ms
Emlstrasse 32, I.
am Viktoriaplatz, neuzeitl. 5 Zim.=
Wohn. mit reichl. Zubehör zum
1. Okt. d. J. Näh. Erdgeſchoß.(12219ms
Frankfurterstraße 6
I., 5 Zimmerwohnung, gegenüber
dem Herrngarten, mit allem Zu=
behör
ſofort oder ſpäter zu verm.
Näheres parterre. (11033ms
Hochſtraße 30, 2. Stock, ſchöne
5 Zim.=Wohn. mit allem Zub. ſof.
zu verm. Preis 650 M. (B10784ms
Riedeſelſtr. 66, ſchöne große
5 Zimmer=Wohnung im 1. Stock
per 1. Oktober zu vermieten. Näh.
daſelbſt parterre.
(9888ms
Neckarſtr. 10, Erdgeſchoß
Wohnung von 5 Zimmern, Bad,
Gas, elektr. Licht uſw. per 1. Br=
tober
zu vermieten. (296ms
Im ſtädtiſchen Hauſe Luiſen=
ſtraße
16 iſt die Wohnung im
1. Obergeſchoß des Vorderhauſes,
beſtehend aus 5 Zimmern, Küche,
Keller und Bodenraum, auf den
1. Oktober ds. Js. anderweit zu
vermieten. Einzuſehen von 10 bis
12 Uhr vormittags. Näh. im Stadt=
haus
Zimmer 62.
(10183ms
Reinrichstr. 92, 1. S.
5 Zimmer=Wohn. nebſt Fremden=
zimmer
, Balkon, Veranda u. allem
Zubehör, der Neuzeit entſprechend
eingerichtet, per 1. Okt. zu verm.
Näheres im Hauſe bei Schädle.
Einzuſ vorm. 1012 Uhr. (11084ms

Ernſt=Ludwigſtr. 14, 2. St.
ſchöne geräumige 5 Zimmerwoh=
nung
zu vermieten. Zu erfragen
daſelbſt 1. Stock
(10926ms
Frankfurterſtraße 90, 1. Stock,
5 Zimmer, Badezimmer, u. reich=
lichem
Zubehör per ſofort oder
ſpäter zu vermieten Näheres
parterre.
(11633ms

5,4.3, u. 2 Zimmerwohnungen
in größerer Auswahl in ver=
ſchiedenen
Lagen (vorwiegend
Nordoſtviertel) (11914ms
sowie einige Läden
per ſofort zu vermieten.
Verwaltungs-& Verwertungs-Ges. f. Immob.
Niederramstädterstr. 14, I., Tel. 2464.

iſt der 2. Stock.
Bismarckſtr. 58 5 Zimmer,
Balkon u. Zubeh., per ſofort
zu vermiet. Anzuſ. v. 1112 u. v.
4 Uhr an nachm. Näh. pt. (9401m
Mathildenſtr. 28, part., 5 Zim.
mit Zubehör per ſofort zu verm.
Näheres 1. Stock. Einzuſ. zwiſchen
11 und 12 Uhr vorm. (B631m
iſt der 1. Stock,
Bismarckſtr. 42 56 Zimmer,
Badeanſchluß, Balkon u. Zubehör,
Südſeite, neu herger., per ſofort
zu verm. Näh. parterre. (11787m
Viktoriastr. 50½, II.
neuz. 5 Z.=W. ſofort zu vm. (11790m
Erbacherſtraße 3
5 Zimmerwohng., vollſtändig neu
hergerichtet, in ruhigem Hauſe, mit
Badevorrichtung, Gas, mit allem
Zubehör per ſofort zu vermieten.
Preis 620 Mk. Näh. zu erfr. bei
Kaufmann H. Brandſtätter, Er=
bacherſtraße
1.
(11227ms
GrünerWeg 32, 1. St., 5 bezw.
6 Zim.=Wohn. ſofort zu verm. Näh.
Erdgeſchoß oder 2. St. (B11750ms
hochpart. 5 Zim.,
Gartenstr. 15, Gas, nebſt Zube=
hör
, per 1. Oktober an ruh. Familie
zu vermieten. Preis 520 Mk. Zu
erfragen 1. Stock.
(*2042
Wienerſtr. 58, I., 5 Zim.=W.
mit Zubehör zu verm. (12370ms

Zimmer

Irenestrasse 13
ſchöne 4 Zimmerwohn. im 1. St.
per ſofort zu vermieten. (9245ms
Näh. Frankfurterſtraße 70.
Eckhardtſtr. 21, I., 4 Zim.=W.
ſof. od. ſpäter
(11035ms
Mühlſtr. 26 moderne 4 Zim.=
Wohnung mit allem Zubehör zu
vermieten. Näh. parterre. (10320ms
Karlſtr. 63½ hübſche 4 u. 3 Zim.=
Wohnung mit Balkon und allem
Zubehör per ſofort zu vermieten.
Näheres Laden.
(B9979ms
Lichtenbergstr. 21
eine hübſche 4 Zim.=Wohn. m. allem
Zub. z. vm. Näh. daſ. part. (10477ms
Krauichſteinerſtraße 6
2. Stock 4 Zim.=Wohn. mit Zube=
hör
per ſofort zu verm. Näheres
daſelbſt oder Baubüro H. Sames,
Pallaswieſenſtr. 26/28. (10478ms
Woogſtr. 5, I., 4 Z.=W. b. zuv.
Näh. Eliſabethenſtr 49, I (11354ms
Roßdörferſtr. 14
ſchöne geräum. 4 Zim.=Wohn., mit
allem Zubehör, per ſofort oder
auch, ſpäter zut vermieten. (11918ms
neuz. 4 Z.=W.
Mauerstr. 19, III., p. ſofort. Näh.
1. Stock. Einzuſeh. vorm. (10140ms
Hochſtr. 64, 2 St.
ſch. 4 Z.=Wohn. m. Balk., abgeſchl.
Vorpl., elektr. Licht, Gas m. Zubeh.
an ruh. Miet. alsb. zu vm. Zu erfr.
Beſſungerſtr. 3, part (5802ms
Wendelſtadtſtraße 5, 2. Stock,
große 4 Zimmerwohnung mit
Mnädchenzimmer und allem Zu=
behör
, Gas, eventl. elektr. Licht,
per 1. Oktober zu vermieten. Näh.
Landwehrſtr. 61, Tel. 450. (9370ms

[ ][  ][ ]

Neue Schwanenstr. 71, I.
gr. 4 Zim.=W. mit all. Komfort der
Neuzeit ſofort zu verm. (8923ms
Bismarckſtraße 9, 2. St., vier
ſchöne Zim. mit Zubeh. per 1. Okt.
Näh. bei Herrn Joſ. Trier, Wil=
helminenſtraße
25. (9241ms
Beſſungerſtr. 41 ſchöne 4 Zim.=
Wohnung mit allem Zubehör.
Näheres im Laden. (B9444ms
4 Zim. u.
Liebigstr. 46, a. 1 klein. Z.
mit Zubehör nur an ruh. Familie.
Näh. parterre. (8759ms
Ahaſtraße 24, 1ſchöne große
4 Zimmerwohnung, geſunde freie
Lage, zu vermieten. (B9084ms
Taunusſtr. 35, parterre, ſchöne
4 Zimmerwohn. mit allem Zubehör
per 1. Oktober. Näh. Kranichſteiner=
ſtraße
44, 1. Stock. (9438ms
Wienerſtr. 65, I., ſchöne 4 Zim.=
Wohnung, neu hergerichtet, zu vm.
Preis 460 Mark. (10683ms
part, 4 Zim=
Aliceſtraße 20/2, mer mit Zu=
behör
. Näh. 1. Stock. (9745ms
Mollerſtraße 8 ger. 4 Zim=
merwohnung
mit gr. Veranda u.
allem Zubehör iſt wegen Wegzug
für 1. Oktober zu vermieten. Näh.
daſelbſt 1. Stock. (9746ms
Pankratiusſtraße 2½ in neuem
Hauſe ſchöne 4 Zim.=Wohn. mit
Veranda auf 1. Oktober zu ver=
mieten
. Preis 550 M. Näh. daſ.
im 1. Stock.
(10217ms
ſchöne 4 Z.=
Taunusstr. 12 Wohnung
mit allem Zubehör per 1. Okt. an
ruhige Leute zu vermieten.
Näheres part. links. (9397ms
Lucasweg 9, 1. Stock
(Mathildenhöhe) eleg. 4 Zimmer=
wohnung
, Loggia, Veranda, ſchat=
tiger
Garten und allem Zubehör
per 1. Oktober ev. 1. Januar 1916
zu vermieten. Näh. daſelbſt parterre.
Einzuſehen von 103 Uhr
täglich.
(9711ms
Roßdörferſtr. 15, 1. St., Vier=
Zimmerwohnung mit Gas, Manſ.,
2 Kell., Mitgebrauch d. Waſchk.
Näheres. part. (9961ms
Inſelſtraße 21, 1. Stock, ſchöne
4=Zimmerwohnung mit reichlichem
Zubehör, per 1. Oktober billig zu
vermieten. Näheres bei Flickinger,
Inſelſtraße 19, part. (9871ms

2. St., 4 Zim.=W. mit
Klesstr. 12) Zubehör, Veranda,
Badez. ſofort od. ſpäter zu verm.
Näheres daſelbſt 1. St. (10799ms

Kaupſtr. 35 u. Rhönring 117
iſt je eine 4 Zimmerwohnung mit
der Neuzeit entſprechendem Zubeh.
zu vermieten. Zu erfrag. Kranich=
ſteinerſtr
. 13, im Laden. (9968ms
Niederramſtädterſtr. 89
II. Stock, 4 Zimmerwohnung mit
allem Zubehör per 1. Oktober zu
vermieten. Anzuſehen zwiſchen
(9963ms
10 bis 12 Uhr.
Kiesstrasse 94, part.
mod. 4 Zimmerwohnung mit reichl.
Zubehör, Gas, elektr. Licht, kompl.
Bad, Veranda u. Balkon an ruh.
Mieter ſofort oder ſpäter zu ver=
mieten
. Näheres part. (10132ms
Beſſungerſtraße 116, nächſt
Heidelbergerſtraße, 1. St., 4 Zim.
mit allem Zubeh., Gartenanteil ꝛc.,
p. 1. Okt. Näh. Erdgeſchoß. (B9593ms
Aliceſtraße 20½, 2. St., ſchöne
4 Zim.=Wohn. mit Zubehör. Näh.
im 1. Stock. Anzuſehen von 3 bis
4 Uhr nachmittags. (10185ms
Ecke der Nieder=
Kiesſtr. 71, Ramſtädterſtr.,
4 Zim.=Wohn. im 1. Stock zu ver=
mieten
. Näh. im Laden. (11917ims
Eenst-Ludwigstr. 7, Hinterhaus
1. St., geräumige 4 Zim.=Wohn. mit
abgeſchloſſenem Vorplatz. (11414ms
Landwehrstrasse 11
Ecke Viktoriastrasse
ſind die Wohnungen im Erdgeſchoß
und 2 Treppen hoch, neuzeitlich
eingerichtet, je
4 große Zimmer
Bade= ſowie 2 Manſ.=Zim., erſtere
mit Veranda und Vorgarten, auf
1. Oktober zu vermieten.
Näheres daſelbſt oder Schwanen=
ſtraße
1 im Bureau. (10122ms
Schulstrasse 2
I. Hinterh. I. u. II. je 4 Zim.=Wohn.
mit Zubehör, Waſſerleitung, auf
Wunſch mit Gas. Näh. parterre
Schneiderwerkſtatt. (11028ms
Kranichſteinerſtr. 4½, I., neu=
zeitliche
ſchöne 4 Zimmerwohnung
wegzugshalber ſofort oder ſpäter
zu vermieten. Preis 550 Mark.
Näheres Kiesſtr. 81, pt. (11350ms
I., prachtvolle
Mollerſtraße 36, 4 Zim.=Wohn.
Näh. Mollerſtr. 34, pt. (11207ms

Darmstr. 41, hochpart.
4 Zimmer mit großem Schrank= u.
Badezimmer ſof. an ruhige Leute
zu vermieten. Näheres I. Stock bei
Herrn Photogr. Smissen od. Anton
Fischer, Frankfurterſtr. 12. (11217a
Elisabethenstr. 25
Hinterbau I., 4 Zimmer, Kammer,
Verandaꝛc., neuhergerichtet, an ruh.
Familie. Wilh. Schulz. (11503ms
Khohring 79
Vierzimmerwohnung per 1. Okt.
evtl. früh. ſehr preiswert zu ver=
mieten
. (11634ms
Nied.=Ramſtädterſtr. 37 4 Zim.=
Wohn. mit Veranda, Bad im II., per
ſof. od. 1. Okt. zu vermiet. (11809ms
heinrichstrasse 76, I.,
ſchöne Wohnung von 4 Zim. m.
all. Zubehör per ſof. zu verm. Bis
1. Januar m. Nachlaß. Näh. im
Hauſe unten. (12095ms
Die von dem im Felde gefall.
Hrn. Rittmeiſter v. Enckevort inne=
gehabte
Wohnung, Nieder= Ram=
ſtädterſtraße
65, 1. Stock, vier
Zim. u. Zub. nebſt Stallung, iſt
per ſof. od. ſpäter zu vm. Näh. b.
Architekt Strecker daſ. (12213ms
Mühlſtraße 68, I., freie Lage,
ſchöne 4 Zimmer=Wohnung zu ver=
mieten
. Näh. daſelbſt oder Stein=
ſtraße
10, 1. Stock. (12210ms
Liebfrauenſtr. 52, I., geräum.
4 Zimmer=Wohnung mit Gas zum
1. Okt. Näh. parterre. (*1799sm
Magdalenenſtr. 15, I., ſchöne
4 Zimmer=Wohnung, große Küche,
Leucht= u. Kochgas, Preis 420 Mk.,
bis 1. Okt. zu vermieten. (*2015im
Eliſabethenſtr. 1, am Ludwigs=
platz
, Seitenbau, I., Wohnung,
4 Zimmer und Manſardeſtube ꝛc.,
mit Gas, Mk. 500. per ſofort
zu verm. Adam Anton. (4379m
Neckarſtr. 22, II., 4 u. 5 Zim.=
Wohnung, zuſammen od. getrennt,
beſtbewährte Lage f. Penſion. Gas,
Bad, elektr. Licht, p. Sept. od. früher
zu verm. Näheres 1. Stock. (8270m
Mathildenſtraße 54 iſt der
2. Stock, 4 große Zimmer mit Zu=
behör
, auf den 1. Oktober zu ver=
(B9988oms
mieten.
Im Zentrum große 4 Zimmer=
Wohnung mit Gas und reichl.
Zubehör zu vermieten. Näh. Hof=
metzger
Hein. Tel. 278. (11025oms
Pallaswieſenſtr. 7 ſchöne neuher.
4 u. 3 Zim.=Wohn. Näh. part. (*2044
Kranichſteinerſtr. 59½, part.,
4 Zimmerwohn. zu verm. (*2026ms
4 Zimmer=Wohnung II.
mit Gas= u. Waſſerleitung, Balkon,
zu vermieten. Preis 520 Mk. Näh.
Pankratiusstr. 2½, Laden. (12378ms

Schwanenſtr. 7 3 Zim.=Wohn. Z.
erfrag. daſ. 1. St. lks. (9258ms

2=, 3= u. 4= Zimmer=
wohnungen

in verſchied. Lagen der Stadt
zu vermieten durch Hch. Funk,
Grafenſtr. 23½, Tel. 446. (11495ms

Kariſtraſte 26,. St., ſchön
3 Zimmerwohnung mit Zubehör
zum 1. Oktober zu verm. (9810ms
Neue Niederſtr. 13 3 Zimmer
wohnung per 1. Okt., 310 Mk., zu
vermiet. Zimmermann. (B6069ms
Kaupſtraße 32 Dreizimmer=
wohnung
nebſt allem Zubehör
per 1. Oktober zu verm. Näh. daſ.
bei Frau Anders, 2. St. (B9816ms
Kirchſtraße 12, 3 Zim.=Wohn.
mit Zubehör, im zweiten Stock,
zu vermieten.
(9402ms
Kranichſteinerſtr. 37, I., neuzeitl.,
ſchöne 3 Zimmerwohn. per 1. Okt.
zu verm. Näheres part. (9394ms
Arheilgerſtr. 48, Seitenb.,
3 Zim., Küche u. Kammer m. allem
Zubehör, neu hergerichtet, ſofort zu
verm. Näh. im Laden od. b. W. Lehr=
bach
, Wilhelminenſtr. 14. (8789ms
3 Zimmer=
Karlstr. 105 Wohnung,
ſof. beziehbar, zu verm. (B9414ms
Rheinſtraße 14
klein. Haus, 1. Stock, 3 Zim.=Wohn.
mit 3 Nebenräumen, elektr. Licht,
Gas, f. Bureau geeignet, per 1. Okt.
z. verm. Näh. Grafenſtr. 23, I. (9736ms
Heinheimerſtr. 69, part., ſchöne
3 Zimmerwohnung mit Zubehör
per 1. Oktober. Näheres Kranich=
ſteinerſtr
. 44, 1. Stock. (9976ms
Heinheimerstraße 74
Ecke Kaupſtr., Wohnung, beſtehend
aus 3 Zimmern im 3. Stock nebſt
Zubehör, in geſunder freier Lage,
zu vermieten.
(10953mf

Schiesshausstr. 10 3 Zim.=Wohn.
(Manſ.) zu vermieten. (B11202ms
Karlstr. 49, I. Stock
ſchöne große 3 Zimmerwohnung
per 1. Oktober ev. früher. (9959ms
Wendelſtadtſtr. 47½, 3 Zim=
merwohnung
im Erdgeſchoß per
1. Oktober an möglichſt kleine
kinderloſe Familie billig zu ver=
mieten
. Zu erfragen vormittags
10467ms) Zimmerſtraße 1.
Neue Ireneſtraße 64 ſchöne
3 Zim.=Wohn. mit Küche, Veranda,
Gas u. allem Zubehör per 1. Okt.
od. auch früher zu vm. (B10351ms
Hinterh., part.,
Hoffmannſtr. 2 3 Zim.=Wohg.
mit Zubehör.
(B11231ms
Fuhrmannſtraße 14 eine Drei=
zimmerwohnung
, neuzeitl., m. Gas,
26 Mk., zu verm.
(11252ms
Vdh., II. St.
Lichtenbergſtr. 35, 3 Zimmer=
wohnung
mit ſchöner Manſarden=
ſtube
, Gas und allem Zubehör
per 1. Sept. Daſelbſt Hinterbau
Manſarde per ſofort. Näheres
Lukasweg 9, part. (11346ms

Blumenthalſtr. 89, III.
Ecke Liebigſtr., ſchöne geräumige
3 Zim.=W. m. hell. Kammer, Gas,
Bleichpl. uſw. per ſof. od. ſpäter
z. v. Näh. Grafenſtr. 23½, II. (5134s

Liebfrauenstr. 113 ſchöne, große 3
Zimmerw., Bad, Veranda u. allem
Zubehör, 450 Mk., per 1. Okt. Zu
erfr. Liebfrauenſtr. 115. (11520ms
Waldstr. 7, I, 3 Zim., Kab., nebſt
Zubeh. Ausk. Erdgeſchoß. (11527ms
Beſſungerſtr. 8, ſchöne 3 Zim.=
Wohn. ſof. zu verm. (B11655ms
Beſſungerſtraße 107 3 Zim.=
Wohn, zu vermieten. Näh. daſelbſt
Hinterhaus b. Heldmann. (*1796sm

Rossdörferstr. 44, II.
in gut. Hauſe, ruhige Wohn=
lage
, neuhergericht. 3 Zimmer=
wohnung
m. all. Zubehör ſof.,
evt. ſpät. zu vermieten. Näh.
daſelbſt bei Günter, 1 St., od.
Riedeſelſtr. 56, part. (11826ms

ſch. 3 Zim.-
Pallaswieſenſtr. 38 wohn. mit
all. Zub. ſof. o. ſpät. zu vm. (11806ms
Obere Wienersstrasse 87,
part., 3 Zimmer=Wohn. mit Gas
p. 1. Okt. Zu erfr. i. 2. St. (11351ms
Forſtmeiſterſtr. 5, in ält. Haus,
3 kl. Zim., Küche, Gas, 18 M. (B11940m
Fuhrmannſtraße 3 3 Zimmer=
Wohnung zu vermieten. (11945ms
Kiesſtraße 14 und 16 3 und
2 Zimmerwohn. zu verm. Näh.
Karlſtraße 20, 1. St. (12094ms
In freier Höhenlage
große, eleg. 3 Z.=Wohn. Nieder=
Ramſtädterſtraße 243. (12110ms

Landgraf Georgstr. 64
3 Zimmer=Wohnung. Zu erfrag.
Kelterei Müller.
(11448ms

Manteninesſtr 18 ſchtes e .
per 1. Okt. zu verm. (12116ms
Gardiſtenſtr. 23, I., ſch., gr
3 Zim.=Wohn., ev. auch 4 Zim., m.
Gas u. Waſſer billig zu vm. Näh.
(12216ms
1. Stock daſelbſt.
Im Zentrum, Nähe Schwimm=
bad
, geräumige Dreizimmer= Woh=
nung
zu vermieten. Näh. bei Hof=
metzger
Hein. Tel. 278. (12214ms
3 od. 4 Zim.=W., Stb. Zu erfr.
Waldſtr. 39, I., Vdh. (12211ms
Mauerſtr. 9½, 3 Zim.=Wohn.,
(Hinterhaus), mit allem Zubehör
(Gas) iſt zu vermieten. Einzuſeher
(*1740sm
nachmittags.
Hügelſtraße 37, II., 3 Zimmer
mit Gas und Zubehör, (nur für
einzelne Dame paſſend), zu verm.
Näheres im Laden. (*1927imd
eine ſchöne
Saalbauſtr. 24 Manſarde,
3 Zimmer mit Küche, abgeſchl. Vor=
platz
, gleich beziehbar. (12354t
Löffelgaſſe 22, 3 Z., Bodenk.
preiswert zu vermieten 1. Stock
per ſofort.
(*2068msm
Karlſtraße 94, Hinterh., ſchöne
3 Zimmer=Wohnung zu vermieten.
12375ms)
h. Lautz,
3 Zimmer-Wohnung
mit Zubehör zu vermieten. (12413m
Näheres Wilhelminenplatz 12.

ume

Rheinſtraße 19, I., 2 Zimmer
zu Bureauzwecken zu vermieten.
Näheres Bureau daſelbſt. (9070ms
Maadalenenſtr. 6, Seitenbau,
part., 2 Zimmerwohnung. Näheres
Waldſtr. 3, 2. Stock. (9071ms
Neue irenestrasse 15
2 Zim.=Wohnung zu verm. (9815ms

2 ſchöne unmöbl. Zimmer
zu verm. Extra Eingang. Elek
triſches Licht. Näheres Heidel=
bergerſtraße
43.
(B10492ms
Schöne 2 Zim.-Wohnung
im Vorderhaus per 1. Aug. zu vm
Näh. Eliſabethenſtr. 42, I. (10521ms
Eliſabethenſtr. 45, Stb., kleine
2 Z.=Wohn. mit Zubeh. (11349ms
Magdalenenſtr. 4, Seitenbau,
2 Zimmerwohnung z. vm. (11521ms
Schloßgaſſe 11 e. Manſarde für
einz. Leute (10 Mk.). (B11359ms
Darmſtraße 39, Seitenbau,
Zweizimmerwohnung zu verm.
Näh. Vorderhaus part. (12111ms
Heinrichſtr. 103, ſchöne Manſ.=
Wohnung von 2 Zimmern, Gas
und allem Zubehör, per 1. Okt.
zu verm. Näh. part. (11640ms
Roßdörferſtr. 46, Seitenbau,
kleine Zwei= u. frdl. Drei=Zim.=
Wohn. für September zu verm.
Einzuſ. bis 4 Uhr nachm. Näh.
daſ., Vdh. part.
(12212ms
Elsabethenstr. 61, Seitenb., pt., 2
leere Zim, auch getr., z. vm. (12247ms
Kiesſtraße 21, I., eine kleine
und eine größere 2=Zimmerwohn.
im Hinterhaus zu verm. (12368ms
Große Kaplaneigaſſe 60
2 Zimmer nebſt Küche ſof. zu verm.
Näh. im 2. Stock.
(12367ms
Hügelstrasse 75
ſchöne 2 Zim.=Wohn. im Stb. an
ruhige Mieter zu verm. (12371ms
Beſſungerſtr. 83 2 Z.=W. m. Gas
u. all. Zub. Näh. Vdh. pt. (B12386ms
Kiesſtr. 26 kleine 2 od. 3 Zim.=
Wohnung zu vermieten. (X,12418

I
Uerh

Kaplaneigaſſe 35 eine Wohn.
1 Stiege hoch an kleine ruh. Fam.
zu verm. Pr. monatl. 12 M. (11052ms
leine
Eliſabethenſtr. 57 freundl
Manſarde per 1. Juli. (8241ms
eine ſchöne ge
Waldstr. 22 räumige Woh=
nung
im Seitenb. zu verm. (9077ms
Gr. Bachgaſſe 24 kl. Wohn.
Z. erfr. Schwanenſtr. 7, I. I. (9257ms
mansarde, neu her=
Karlſtr. 31, gerichtet, mit Gas=
einrichtung
zu vermieten. Preis
25 Mk. per Monat. Näh Hölges=
ſtraße
12, parterre. (10765ms
Nieder=Ramſtädterſtraße 25
kl. Wohn. a. ruh. Leute zu vm. (12115ms
Große Kaplaneigaſſe 1 kleine
Wohn., Preis 12 M. (*1777sm
Heinheimerſtraße 3 kl. Wohn.,
15 M. per Monat. (12117t
Hochſtr. 10 kl. Wohnung, neu
gerg., zu verm. 14 Mk. mtl. (*2069mf

gr. Villa per
Iit Auerbach 1. Oktbr. außer=
gewöhnlich
billig zu verm.
Angebote unter A 95 an die
Geſchäftsſtelle.
(11920a
Eberstadt
ſchöne Manſardenwohn. m. Glas=
abſchl
., 2 Zim., Küche, Speiſekam.,
Balkon und Gas, an d. Hauptſtr.
(Halteſtelle der Elektriſchen) an einz.
Dame od. kinderl. Ehepaar zu verm.
Näheres Darmſtadt, Kies=
ſtraße
94, part.
(12096ms
Heppenheim a. d. B.
herrſchaftl. Wohn., 6 Zim., Küche,
Bad u. allem Zubehör, event. noch
3 Manſardenzim., groß. Obſtgart.,
elektr. Licht, Waſſerleitung, Gas,
kanaliſiert, ab 1. Oktober
preiswert zu vermieten.
Offerten u. H. 540 an Haaſen=
ſtein
& Vogler, A.=G., Mann=
(II,12391
heim.

e

Rheinſtr. 12¾ Atelier mit
Nebenräumen zu verm. (10157ms
Schuchardſtr. 1, Ecke Ernſt= Lud=
wigſtr
., durch Umb., Geſchäftsraum,
auch für Kontorzwecke geeign., bill.
abzugeb. Näh. Klappacherstr. 1. (B11548ms
Aliceſtr. 27 Parterreſtock ſofort
für Büro zu vermieten. Näheres
(10317ms
daſelbſt 1. Stock.
In dem ſtädt. Gebäude am
neuen Hauptbahnhof iſt ein zu Ge=
ſchäftszwecken
geeigneter Raum
von 22 qm Bodenfläche alsbald zu
(11075ms
vermieten.
Näh. im Stadthaus Zimmer 62.
Darmſtadt, den 24. Juli 1915.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.

e

Laden Frankfurterſtraße
ſofort. Näb. Landwehrſtr. 1. (9957m

Eliſabethenſtraße 39 iſt ein
Laden mit Wohnung
per ſofort zu vermieten. (12221ms
Waldſtr. 24 Laden, Wohn., Ma=
gazin
ꝛc. ſof. zu verm. (9994ms
Laden 6
Roßdörferſtr. 49, in welchem ein
Friſeur=Geſchäft mit Erfolg be=
trieben
wurde, nebſt Wohnung per
ſofort billig zu vermieten.
Näh. bei Flickinger, Inſelſtr. 19, p.,
oder Rheinſtr. 32, parterre. (10322ms
Heinheimerstraße 22
Laden, für jedes Geſchäft geeignet,
per ſofort zu vermieten. Günſtige
Geſchäftslage. Näh. bei Wilh.
Nagel, Mauerſtr. 34. (10466ms
Wilhelminenſtr. 6 ein Blumen=
laden
, in dem ſeit ungefähr 15 Jah=
ren
ein Blumengeſchäft mit beſtem
Erfolg betrieben wird, event. mit
Wohnung, per Juli zu vermieten.
10144ms) Hofkonditor Grassmann.
Eliſabethenſtraße 53 iſt der
Laden nebſt Wohnung, neu her=
gerichtet
, zu vermieten. Näheres
bei G. J. Hess Nachfolger, Neckar=
ſtraße
18.
(12097ms

Versäen

Stitistrusse 02
im Hinterbau kl. helle Werkſtätte
für nicht lärmenden Betrieb, event.
mit 2 Zimmerwohnung, ſofort zu
vermieten. Näheres im Kontor der
Brauerei Rummel. (12099ms
Wendelſtadtſtr. 34 ein heller,
trockener Raum als Werkſtatt oder
Lagerraum zu vermieten. (10007ms
Müllerſtraße 31 2 große, helle
Werkſt. mit Gas, je 50 am groß, auch
als Lagerräume zu verm. (*1765sm

Ee

Schulſtraße 2 per 1. Oktober
Lagerkeller zu vermiet. Näh.
part. Schneiderwerkſtatt. (11027ms

Ztellmen

Zu vermieten
Stan
für 3 Pferde, kleine Remiſe, ſowie
Burſchenzimmer nebſt Zubehör
Wilhelmſtraße 16. Näh. Bau=
bureau
Heinrichſtr. 82. (10637ms

Sterräime

Lagerraum,
Lauteſchlägerſtr. 6 a. als Werk=
ſtatt
, zu vermieten.
(11206ms
trock. Räum=
Rückertstr. 8 lichkeiten z.
Lagern von Heu, Stroh u. dergl.
zu vermieten.
(B12259ms

e Zimmer

Landwehrſtr. 15 hübſch möbl.
Zimmer zu vermieten. (10156ms
Liebigſtr. 13, I., eleg. möbl.
Wohn= u. Schlafz. z. verm. (9079ms
Heinheimerſtr. 39, II., möbl.
Zimmer an Dame z. verm. (10800ms
Herren= u. Schlaßzimmer
zu verm. Viktoriaſtr. 59. (10305ms
Mühlſtr. 76, III. (a. Kapelplatz
hübſch möbl. Z. m. ſep. Eing. (9612ms
Kirchſtr. 21 möbl. Zimmer mit
Gas für M. 15. zu verm. (9387ms

Beckſtraße 63, 2. St., zwei
ſchön möblierte Zimmer ſofort
zu vermieten. Zu erfragen da=
ſelbſt
1. Stock, nachmittags von
4 Uhr ab.
(12098ms

Biemarckſtr. 24, I., Wohn= u.
Schlafzimmer, ſep. Eingang, eleg.
möbl., per ſofort zu vm. (10522ms
Soderſtr. 5 möbl. Wohn= und
Schlafzimmer alsb. z. vm. (10470ms
Einquartierung wird ange=
nommen
mit u. ohne Verpflegung.
B10596) Wilhelmſtraße 59.
Mathildenpl. 15 (Ecke Bimarckstr.),
III., möbl. Zim. bill. zu vm. (10945a
Aliceſtr. 23, II., 23 gut möbl.
Zimmerfrei. B. 3 Uhr z. b.(11014ms
Liebigſtr. 43 möbl. Wohn= u.
Schlafz. a. beſſ. Herrn z. v. (11384ms
Bismarckſtr. 20, III., freundl.
möbl. Zimmer, ſep., z. v. (11533ms
Viktoriaſtr. 30, III., frdl. möbl.
Zim. ſofort zu vermieten. (11786ms
Steinackerſtr. 12 möbl. Wohn
mit Küche zu vermieten. (B11810ms
Annagſtr. 10, II., gut möbliert.
Wohn= u. Schlafz. in freier Lage
p. ſof. od. 1. Sept. zu verm. B11821ms
III., einf. möbl.
Kaſinoſtr. 21, Zim. an ordentl.
Fräul. od. Frau zu verm. (11205ms
Alieſtr. 6 möbl. Zim., evt, a. 2,
m. u ohne Penſion z. verm. (12184a
Pareusſtr. 15½, I., gut möbl.
Wohn= und Schlafzimmer zu
(*1832sm
vermieten.

[ ][  ]

Mlodertie Frreiderstofe

Sämtliche Artikel
zur Schneiderei
riesig billig!

für Herbst und Winter.
Blusenstoffe moderne Streifen, hell u. dunkel, Meter 12 140 180
in großer Auswahl
Meter 2- 1.- 2
Karierte Kleiderstoffe
Schöne Karos u. Streifen nur solide Qual.,
Meter 2 2 5 420
für Röcke, 110 u. 130 cm breit
hübsch gemustert,
520 Hs
220 350.
Moderne Kostumstoffe 130 cm br., Meter
letzte Neuheit, für Kostüme,
2 und 82
Garbadine 130 cm breit
Meter
,
50 2
Blusenseide Karos, Streifen und Chiné . . Meter 240 380 4 8

Beachten Sie unsere Schaufenster!

CEDt. KerTSOrADE
(12402)
MARR 1
MARRI

Riedlingerſtr. 17, I., ſchönruh.,
möbl. Zim., evt. m. Küche. (*1764sm
Waldſtr. 23, I.,(ks., möbl. Zim.
zu verm. Näheres part. (*1837sm
Gutenbergſtr. 22, II., elg. möbl.
Wohn= u. Schlafzimmer, ſep. und mit
Balkon zu vermieten. (*1810sm
Wilhelmſtr. 2 gut möbl. Wohn=
u
. Schlafzimmer zu verm. Einzuſ.
nachm. von 3 Uhr ab. (B12252ms
Grafenſtraße 35, II. links, gut
möbl. Zim. ſof. zu verm. (12059a
Luiſenſtr. 6, 3. St., gut möbl.
Zimmer per ſof. zu verm. (12297a
Schulſtr. 15, II., ein auch zwei
gut möbl. Zim. zu verm. (*1783sim
Saalbauſtr. 26, II., möbl. Zim.
für 1-2 Damen z. verm. ſof. (*1800sim
Rheinſtraße 2, II., möbliertes
Wohn= u. Schlafzimmer m. Klavier,
ſofort zu vermieten. (*2019im
Gralenstr. 27 freundl. möbl. Zim.
b. Fr. Fiſcher, Seitenb. lks. (*1994ms
Mauerſtr. 12, II., gut möbl.
Zim., auf Wunſch Penſion. (*1952imd
Grafenstr. 21, II., freundlich möbl.
Zimmer mit Kaffee 16 Mk. (*1945im
Eeke Schul- u. Kirehstr. 27, II., möbl.
Zim. z. verm. Ausſ. Schulſtr. (*1237im
Steinſtr. 24, II., ein möbl. Zim.
mit oder ohne Penſion. (12320t
Waldſtr. 33, III., links, möbl.
Zimmer, 15 Mk.
(*1957im
Kaſinoſtraße 21, 2. Stock
gut=möbl. Zim. ſofort zu verm.,
mit oder ohne Penſion. (12223a
Luiſenſtr. 32, I., einſach möbl.
Zimmer zu verm. (*1873oim
Karlstrasse 50, 1. St.
große, ſchöne Zimmer, möbliert od.
unmöbliert, zu verm. (B11358t
Wilhelminenſtr. 35, 2. Stock,
ſchöne Zimmer mit freier Ausſicht,
vorzügl. Penſion, ruhiges Haus,
Zentrum, auch f. kurze Zeit. (11893t
Nieder=Ramſtädterſtr. 67, part.,
gut möbl. Zim. ſof. zu verm. (*gm
1. St., gut
Liebfrauenstr. 98, mbl. Zim.
(ſep.) an=anſtänd. Herrn. (*13112goi
Waldſtraße 34, part., möbl.
(11137om
Zimmer zu verm.
Grafenſtr. 13, I., gut möbl.
Zimmer zu verm. (12112omf
Schloßgartenſtr. 63, II., gut
möbl. Zimmer zu verm. (*2055msm
Gartenſtr. 18, I., gut möbl Zim.
(*2048
Mfort=zu vermieten.

Schützenſtr. 17, II, möbl. Wohn=
und Schlafzim., auch einzeln. (*2047
Mathildenpl. 15 (Ecke bismarckstr.),
III., möbl. Zim. bill. zu vm. (12381a
Saalbauſtr. 16, III., gut möbl.
Eckzim. ſofort zu vermieten. (12379t
Landwehrſtr. 6 3 möbl. Zim.,
zuſam. od. getrennt zu v. (12369ms
ſind 4 aut
Wilhelmstr. 12 möblierte
Parterrezimmer, mit od. ohne Zu=
behör
, zuſam. od. getrennt z. v. (*msi
Ernſt=Ludwigſtr. 9, III., mbl.
Zim. ſofort zu verm. (*2043md
Schuchardſtr. 4, II., links, frdl.
mbl. Z., ſep. Eing., ſof. z. v. (*2038
Ludwigsplatz 4, II., zwei kleine
möblierte Zimmer. (*2039md
Schützenſtr. 10½, II., gut mbl.
Z. m. Gas, Schreibtiſchſof. (*2045md
Kaſinoſtr. 7, II., großes, eleg.
möbl. Zim. ſof. zu verm. (*2031

een e
hübſch möbl. Zimmer, auf
Wunſch mit Penſion, preis=
wert
abzugeben. (*2022md

Kiesſtr. 1, pt., ſchön mbl. Zim.,
ſep. Eing., ſof. zu vm. (*2032md
Waldſtraße 32, St., 12 ſol.
Frl. kön. bei alleinſtehender Frau
gemütl. Heim finden. (*2030
Karlſtr. 30, Hint. II. I., einf.
möbl. Zimmer zu verm. (*2067
Stiſtſtr. 23 gut möbl. Zimmer
billig zu vermieten. (*2117md
Saalbaustr. 8 einfach möbl. Zim.
zu 3.50 Mk. wöchentlich. (*2118
Magdalenenſtr. 6, I., ſchön mbl.
Zimmer (ſeparat) ſofort. (*2104
Pankratiusstr. 2½, II., gr., ſch. mbl.
Zim., Gas u. Schreibt., b. z. vm. (*md
Rheinſtraße 2, Hth., möblierte
Zimmer zu vermieten. (*2091
Waldſtraße 3, III. St., möbl.
Zimmer zu vermieten. (*2090md
Stiftſtraße 31, I. (nächſt der
Künſtlerkolonie) möbliert. Zimmer
zu vermieten.
(*2089ms
Hölgesſtraße 1, I., ſchön möbl.
Zim. an beſſ. Herrn mit oder ohne
Penſion ſofort zu vermieten. (*2101
23 Zimmer=Wohnung
möbl. od. unmöbl., mit guter Ver=
pflegung
, in vornehmer, ruh. Lage
der Stadt in Einfamilienhaus zu
verm. Ang. u. D 50 Geſchäftsſt. (*

Gartenſtr. 18, II., ſchön möbl.
Zim., auf Wunſch auch Penſ. (*2097
Geſchäftshaus zuvermieten.
Die ſtädt. Hofreite Gardiſten=
ſtraße
1 (am Schloßgartenplatz),
in welcher dermalen ein Kolonial=
warengeſchäft
betrieben wird, iſt
vom 1. Februar 1916 ab anderweit
zu vermieten.
(8584ms
Nähere Auskunft wird im Stadt=
haus
, Zimmer 62, erteilt.
Darmſtadt, den 4. Juni 1915.
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Ekert.

Sienen

(Schüler oder Schülerin findet
gute Penſ. in iſraelit. Familie.
Näh. Friedrichstr. 16, I. St. (*1763sm

Ofete geächt

Einfamilienhaus
in freier, luftiger Lage, m. Garten
uſw., zu mieten geſucht; bevorzugt
Nähe der Viktoriaſchule oder wo=
möglich
auch des Oſtbahnhofs.
Angebote unter D 47 an die Ge=
ſchäftsſtelle
.
(*2107ms
Kleines Einfamilienhaus
mit 68 Zimmern und etwas
Garten zu mieten geſucht.
Angebote unter D 44 an die
Geſchäftsſtelle ds. Blattes. (12404
3 Zimmerwohn. gesucht
i. gut. H. v. 3 Erwachſ. Angeb. unt.
D 36 a. d. Geſchäftsſtelle. (*2060
Ifizier ſucht möbl. abgeſchloff.
23 Zimmerwohnung auf
einige Wochen.
(*2114
Angebote mit Preis unt. D 48
an die Geſchäftsſtelle.
Aelt., einfaches Fräulein
ſucht 2 Zim.=Wohn. mit Küche, in
gut. Lage, f. 1. Okt. Ang. m. Preis=
ang
. u. C 56 Geſchäftsſt. (*1780sm
En Beſſungen unmöbl. Zimmer geſ.
f. Familie, d. tagsüb. n. z. Hauſe.
Ang. u. C51 Geſchäftsſt. (*1761sm
Em Zentrum möbl. Zimmer in
a) nur beſſerem Hauſe geſucht.
* Angebote unter D 54 an die
Geſchäftsſtelle.
2126
Jung. kinderl. Ehep. ſucht 2 Zim.=
Wohng. u. Werkſtätte oder
3 Zim., wo ein Zim. als Werkſtätte
benutzt werden darf, part., in der
Nähe der Grafen= u. Rheinſtr. Ang.
u. D 53 an die=Geſchäftsſt. (*2119

l. Fam. mit 1 Kind ſucht ſchöne
K 2Zimmerwohn. Ang. u. C 89
an die Geſchäftsſtelle. (*1906oim
Oiſtzier
ſucht gut möbliertes Wohn= u.
Schlafzimmer, part. oder 1. St.,
möglichſt ſeparat. Angebote unter
D 30 an die Geſchäftsſt. (*2040
Fräulein ſucht ruhiges, möbl.
Zimmer bei alleinſtehender
Dame od. kinderloſ. Witwe. Ang.
unt. D 41 Geſchäftsſtelle. (*2061
Fräulein ſucht möbliertes Zim=
( mer. Angebote unter D 51
(*2095
an die Geſchäftsſt.

Im Zentrum der Stadt wird
mittelgroßer
(*2066md
Taben
zum Frühjahr 1916 zu mieten
geſucht. Angebote unter
D 38 an die Geſchäftsſtelle.

Altes Gold
Platin, Silber, Brillanten,
Schmuck, Pfandſcheine auf Wert=
gegenſtände
ſowie alte Brand=
malerei
=Apparate kauft (12256a
Juwelenhandlung Kurtz
Pädagogſtr. 2. Telephon 1202.

1!
10
Wer dort? (12338a
hier V. Sehatz, Schloßgaſſe 23.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleider, Schuhe, Zahn=
gebiſſe
, alteFederbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Bitte Beſtellungen nurtelef.
Isehr gutes Miltär-Fernglas
zu kaufen geſucht. Angebote unt.
D 5 a. d. Geſchäftsſtelle. (*1952im
Alteiſen, Metalle
aller Art, Lumpen, neue Tuch=
abfälle
uſw. kauft zu den höchſten
Preiſen. S. Still, Dieburgerſtr. 13,
Telephon 823.
(11909a
Alte Metalle
Gummi, Zinn ꝛc. kauft zu Höchſtpr.
R. Geider, Schwanenſtr. 31. (12227a

Ich kaufe
getragene Kleider, Stiefel, Wäſche,
Uniform., Treſſen, Zahngeb., Pfand=
ſcheine
, Boden= u. Kellerkram uſw.
Zarnicer, Kleine Bachgaſſe 1.
Komme auch nach auswärts. (12352a
2 Gaspendel (Gräßin) ſofort
2 zu kaufen geſucht. Fritſch,
Grafenſtraße 26.
(*2075
Alte Musikinstrumente
wenn auch defekt, ſowie Pfanos,
Diolinen, Tromp., Gitarren, Mando-
linen
kaufe ſtets zu höchſtem Preis
12383a) Heinheimerſtraße 25.
Offizier-Babel
u. Fernglas zu kauf. geſucht. Ang.
u. D 25 an die Geſchäftsſt. (*2029
Sieh. Slaſthetrahen
zu kaufen geſucht. Angebote unt.
D 37 a. d. Geſchäftsſtelle. (*2070
Kaufe Mardergarnitur
event. getragen. Angeb. u. D 31
(*2041
an die Geſchäftsſtelle.
neue Tuch=
Alte Metalle, abfälle,
Gummi, Säcke aller Art kauft
zu höchſten Preiſen R. Zwickler,
Schwanenſtr. 12. Tel. 1760. (12419a
Offizierſattel
gebraucht und aut erhalten, zu
kaufen geſucht. Ang. unt. D 10
an die Geſchäftsſtelle. (*1976im
zahle höchſte Preiſe für
Ich Alteiſen, Metalle, alle
Arten Lumpen, Flaſchen. Poſt=
karte
genügt.
(*2085md
J. Blum, Woogſtraße 1.
Pf. alte Zahngebisse p. Zahn35 Pf.
G. Best. Ludwigshöhstr. 60, I. (12351a

Suer

Ein Pferd
abzugeben
(12366
Bismarckſtraße 68.
Truthahn und Truthenne
billigſt zu verkaufen. Näh. zu er=
fragen
bei Haus Engelmeier in
Seeheim a. d. Bergſtr. (*2094
Junges, ſchönes Hündchenbill. zu
verk. Magdalenenſtr. 6, I. (*2103