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178. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Zeichiner uie urnie Kriegsantente!
Abermals ergeht an das geſamte deutſche Volk die Aufforderung:
Schafft die Mittel herbei, deren das Baterland zur
weiteren Kriegführung notwendig bedarf!
Seit mehr als Jahresfriſt ſteht Deutſchland einer Welt von Feinden gegenüber, die ihm an Zahl weit überlegen
ſind und ſich ſeine Vernichtung zum Ziel geſetzt haben. Gewaltige Waffentaten unſeres Heeres und unſerer Flotte,
großartige wirtſchaftliche Leiſtungen kennzeichnen das abgelaufene Kriegsjahr und geben Gewähr für einen günſtigen
Ausgang des Weltkrieges, den in Deutſchland niemand gewünſcht hat, auf deſſen Entfeſſelung aber die Politik
unſerer heutigen Gegner ſeit Jahren zielbewußt hingearbeitet hat. Aber noch liegt Schweres vor uns, noch gilt
es, alles einzuſetzen, weil alles auf dem Spiele ſteht. Täglich und ſtündlich wagen unſere Brüder und Söhne
draußen im Felde ihr Leben im Kampfe für das Vaterland. Jetzt ſollen die Daheimgebliebenen neue Geldmittel
herbeiſchaffen, damit unſere Helden draußen mit den zum Leben und Kämpfen notwendigen Dingen ausgeſtattet
werden können. Ehrenſache iſt es für jeden, dem Vaterlande in dieſer großen, über die Zukunft des deutſchen
Volkes entſcheidenden Zeit mit allen Kräften zu dienen und zu helfen. Und wer dem Rufe Folge leiſtet und
die Kriegsanleihe zeichnet, bringt nicht einmal ein Opfer, ſondern wahrt zugleich ſein eigenes Intereſſe, indem
er Wertpapiere von hervorragender Sicherheit und glänzender Verzinſung erwirbt.
Darum zeichnet die Kriegsanleihe! Zeichnet ſelbſt und helft die Gleichgültigen aufrütteln! Auf jede, auch
die kleinſte Zeichnung kommt es an. Jeder muß nach ſeinem beſten Können und Vermögen dazu beitragen, daß
das große Werk gelingt. Von den beiden erſten Kriegsanleihen hat man mit Recht geſagt, daß ſie gewonnene
Schlachten bedeuten. Auch das Ergebnis der laut heutiger Bekanntmachung des Reichsbank=Direktoriums zur
Zeichnung aufgelegten dritten Kriegsanleihe muß ſich wieder zu einem großen entſcheidenden Siege geſtalten!
Der Krieg.
Von den Kriegsſchauplätzen. — Der Krieg im Orient. — Der italieniſche Krieg. — Unſere Kartoffelvorräte. — Ein Koloß
auf tönernen Füßen. — Ruſſiſches. — Holland und ſeine Kolonien. — Die Balkanſtaaten.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 31. Aug.
(W. T. B. Amtlich.)
Weſtlicher Kriegsſchauplatz.
Keine beſonderen Ereigniſſe.
Oeſtlicher Kriegsſchauplatz.
Heeresgruppe des
Generalfeld=
marſchalls von Hindenburg.
Der Kampf an dem Brückenkopf ſüdlich von
Friedrichſtadt iſt noch im Gange.
Oeſtlich des Njemen dringen unſere Truppen
gegen die von Grodno nach Wilna führende
Eiſenbahn vor. Sie machten 2600
Ge=
fangene. Auf der Weſtfront der Feſtung Grodno
wurde die Gegend von Nowy=Dwor und
Rusnica erreicht. Bei Gorodok gab der
Feind vor unſerem Angriff ſeine Stellungen
am Oſtrande des Forſtes von Bialyſtok auf.
Heeresgruppe des
Generalfeldmar=
ſchalls Prinzen Leopold von Bayern.
Der Uebergaug über den oberen Narew
iſt ſtellenweiſe bereits erkämpft. Der rechte
Flügel der Heeresgruppe iſt im Vorgehen auf
Pruzana.
Heeresgruppe des
Generalfeld=
marſchalls von Mackenſen.
Die Verfolgung erreichte den Muchawiee=
Abſchnitt. Feindliche Nachhuten wurden
ge=
worfen. 3700 Gefangene fielen in unſere
Hand.
Südöſtlicher Kriegsſchauplatz.
Die Verfolgung der nördlich von Brzezany
durchgebrochenen deutſchen und
öſterreichiſch=
ungariſchen Truppen wurde an der Strypa
ſtellenweiſe durch einen Gegenſtoß ſtarker
ruſſiſcher Kräfte aufgehalten.
Oberſte Heeresleitung.
* Paris, 31. Aug. Der Temps erfährt über die
letzte Beſchießung von Compiégne, daß elf
Granaten in die Stadt fielen und ſehr bedeutenden
Sach=
ſchaden angerichtet haben. Mehrere Häuſer ſeien ernſtlich
beſchädigt worden; Brände, die infolge der Beſchießung
ausbrachen, konnten rechtzeitig gelöſcht werden.
(Zenſ. Bln.) Der Kriegsberichterſtatter des Berl.
Tagebl. im öſterreichiſch=ungariſchen Kriegspreſſequartier
berichtet teilweiſe aus eigener Anſchauung, teilweiſe nach
Mitteilungen, die er an Ort und Stelle empfing, über
die Einnahme von Breſt=Litowsk intereſſante
Einzelheiten. Die Eroberung der Feſtung ſelbſt
und die vorbereitenden Operationen, die bis Ende Juni
zurückgehen, wurden ausgeführt vom preußiſchen
Garde=
korps unter General von Plettenberg, vom 6.
öſter=
reichiſch=ungariſchen Korps unter Feldmarſchalleutnant
Arz, vom 41. und 22. Reſervekorps unter General von
Falkenhayn, dem Bruder des Generalſtabschefs.
Die artilleriſtiſche Arbeit wurde von 15=Zentimeter=Skoda=
Haubitzen und 21=Zentimeter=Krupp=Mörſern geleiſtet.
Die Ankunft der 42=Zentimeter=Mörſer warteten die
Ruſſen nicht mehr ab. Erſt am 26. Auguſt früh gab der
Kommandant von Breſt, General Leimann, die
Feſtung und die Stadt den Mordbrennern
preis. Dieſer Befehl war das Ergebnis des
Bombar=
dements des Vortages. Die K. u. K. Geſchütze des
Kali=
ber 15 Zentimeter hatten ſich mit Fliegerhilfe von Dobryn
aus auf Werk 141 bei Koroszyn, die deutſchen 21=
Zenti=
meter=Mörſer ſüdlich Wolka=Dobrynſkaja auf Werk 144
bei Kobylany eingeſchoſſen. In der Morgenfrühe griffen
die Regimenter 9 und 11 der Diviſion 39 des
Feldmar=
ſchalleutnants Hadfy das Werk 144 an, durchſchlugen die
zehnfachen Drahtverhaue mit Spaten und nahmen
nach=
einander drei Reihen Schützengräben. Am Abend
des=
ſelben Tages nahm das öſterreichiſch=ungariſche
Infan=
terie=Regiment Nr. 20 das Fort 141 im erſten Anſturm.
Das 22. deutſche Korps drang in das brennende
Zentral=
werk ein. Ein ungariſcher Offizier überſchwamm den
Bug und hißte in der Feſtungedie Flagge. Ungariſche und
öſterreichiſche Soldaten drangen über die Flußwehr in
die Zitadelle und die Stadt. Unter jedem Fort ſollen
70—80 Kilo Ekraſit ſprengbereit liegen, die
Ruſſen wagten aber nicht, ſie zu entzünden, um nicht ſelbſt
in die Luft geſprengt zu werden. Die Geſchütze hatte der
Feind bis auf wenige ältere tagelang vorher fortgeſchafft.
Bei den gefallenen Ruſſen ſah der Korreſpondent ſelbſt
amerikaniſche Wincheſtergewehre, Modell 95, und japaniſche
Munition ohne Firmabezeichnung mit der Aufſchrift in
japaniſchen und ruſſiſchen Lettern: „Vorſicht! Vor Näſſe
zu bewahren!” Alle Vorräte waren mit Petroleum durch
tränkt, zum Anzünden bereit. Die Stadt ſelbſt war
ausgebrannt und von den 55000 Einwohnern war
nur ein jüdiſcher Bürger mit ſeiner Frau und ſeinen vier
Kindern zurückgeblieben. Die Truppen vermochten in der
Stadt nicht einmal Unterkunft zu finden und zogen ſofort
weiter.
Der Krieg im Orient.
Gewaltige engliſche Verluſte.
* Konſtantinopel, 30. Aug. (Zenſ. Frkf.
Die geſtrigen Kämpfe am Nordabſchnitt der Suvla
bucht, die mit einem großen Siege der
türki=
ſchen Waffen endeten, bedeuten den Höhepunkt der
ſeit dem 6. Auguſt dort eingeſetzten Operationen. Der
geſtrige und vorgeſtrige Tag koſteten den
Englän=
dern bei mäßiger Schätzung 10000 Tote und
min=
deſtens die gleiche Anzahl Verwundeter. An
beiden Tagen leitete Lord Hamilton perſönlich den
Kampf. Die engliſche Abſicht war, ſich der Höhen von
Kiritſch Depe zu bemächtigen, um dann nach Anaforta
durchzuſtoßen. Auf dieſe Weiſe wollten die Engländer
eine geſicherte Baſis für ihre ſpäteren, im Rücken der
türkiſchen Stellungen gedachten Bewegungen gegen
Mai=
dos erobern. Mit einem Ungeſtüm und Heldenmut
ohne=
gleichen vernichteten die türkiſchen Diviſionen dieſen
kühnen Plan.
Die geſtrigen und vorgeſtrigen Taten der türkiſchen
Armee ſtehen in ihrer Bravour ohnegleichen da. Groß
und berechtigt iſt die Freude über dieſen Erfolg. Nach
ungefährer Schätzung fielen an den beiden Tagen
un=
gefähr 600 engliſche Offiziere. Von den ſeit
dem 6. Auguſt in der Suvlabucht gelandeten fünf
In=
fanterie=Diviſionen gehören drei der neufor
mierten Armee Kitcheners und zwei den Territorial=
Divi=
ſionen an; ferner wurde eine Kavallerie=Diviſion ohne
Pferde, die wie Infanterie verwendet wird, gelandet
Insgeſamt waren es 100000 Mann. Die
Kavall=
lerie=Diviſion, die während der Kämpfe faſt
voll=
ſtändig aufgerieben wurde, ſteht unter dem Kommando
von Lord Longfield. Die türkiſchen Truppen brachten
in dieſen äußerſt harten Kämpfen überall das Vorgehen
der Engländer zum Stillſtand. Die ganze Stellung der
Engländer iſt jetzt umſchloſſen von einer ſtarken,
überhö=
henden türkiſchen Poſition. Die türkiſche Afrmee
iſt an allen Punkten im feſten Beſitz der Höhen,
während die Engländer jetzt tief unter den Türken auf
den zum Meere abfallenden Hängen ſitzen. Die
Ver=
luſte der Engländer betragen ſeit dem 6. Auguſt
an Toten und Verwundeten mehr als 50000 Mann.
Aus den Ausſagen der engliſchen Gefangenen geht
hervor, daß dort bis vorgeſtern nichts von dem Falle
Warſchaus, geſchweige der anderen Feſtungen bekannt
war. Dagegen wurde den engliſchen Truppen
einge=
redet, daß die ruſſiſche Armee die Eingänge zum
Bos=
porus beſetzt habe, und beide Armeen ſich vereinigen
ſoll=
ten. Die engliſchen Gefangenen wollten gar nicht
glau=
ben, daß ſie belogen worden ſeien. Bemerkenswert iſt,
daß im Gegenſatz zu den erſten Monaten ſich jetzt
zahlreiche Engländer gefangen nehmen
laſſen. (Frkf. Ztg.)
* Konſtantinopel, 30. Aug. (Meldung des
Wiener K. K. Telegraphen=Korreſpondenzbureaus.) Die
Nachricht von dem großen Siege an den
Dar=
danellen wurde hier mit ungeheurem Jubel
aufgenom=
men. Die Stadt trägt reichen Flaggenſchmuck.
* Berlin, 31. Aug. Der Voſſiſchen Zeitung wird
aus Konſtantinopel zu den letzten für den Feind
ſo überaus verluſtreichen Kämpfen auf
Gal=
lipoli gemeldet: Auch die größten Opfer, die der
Feind bringt, ſind nutzlos. Unſere Stellungen bei
Ana=
forta und Ari Burnu ſind ſo unvergleichlich ſtark
aus=
gebaut, daß auch mit einer bedeutenden Uebermacht nichts
auszurichten iſt. Die letzten Unterſtützungen, die die
Engländer nach Gallipoli gebracht haben, ſind bereits
aufgezehrt. Schon ihre Landung koſtete ihnen ſchwere
Opfer. Ihre Verluſte in den Kämpfen am letzten
Sams=
tag dürften ſich auf 40000 Mann belaufen, darunter
verhältnismäßig viele Offiziere. Engliſche Gefangene
geben zu, daß man die Opferwilligkeit der türkiſchen
Soldaten weit unterſchätzt hat.
Enver Paſcha über die Lage.
* Der türkiſche Kriegsminiſter Enver Paſcha
äußerte zu dem Berichterſtatter des Az Eſt: Das
italie=
niſche Eingreifen in den Kampf der
Verbün=
deten wird nicht viel bedeuten. Wir werden jetzt die
tri=
politaniſche Ohrfeige zurückgeben. Ich weiß, daß die
Kämpfe in Tripolitanien für die Italiener ſehr
verluſt=
reich ſind, denn das Volk haßt die Italiener. Wenn wir
dort den heiligen Krieg offiziell verkünden, werden die
Senuſſi die Italiener vor ſich herfegen. Italiens harrt
ein neues Abeſſinien. Ich weiß davon, daß die
Ita=
liener in Kleinaſien, landen wollen; wir ſind
dar=
auf vorbereitet und wir erwarten mit Vertrauen alle
weiteren Entwickelungen. Auf Gallipoli iſt es dem
Feinde nicht an einer einzigen Stelle gelungen,
vorzu=
dringen. Die Flotte iſt untätig. An der Kaukaſusfront
verteidigen wir uns auch mit Erfolg.
Terrainſchwierig=
keiten erklären es, daß wir uns auf die Defenſive
be=
ſchränken. Unſere Truppen ſind gegen Perſien
vorgedrungen. Die Engländer dringen vom Perſiſchen
Golf gegen Bagdad vor. Es ſtellt ſich aber heraus, daß
wir dort gerade ſo gut ſtehen wie anderswo. Im
Ye=
men kämpfen unſere braven Truppen, zumeiſt Araber,
mit vollem Erfolge. Unſer Verhältnis zu
Bul=
garien iſt ein unverändert freundſchaftliches und auch
die Erörterung der griechiſchen Frage iſt ganz normaler
Natur.
Der italieniſche Krieg.
Die italieniſchen Kriegskoſten.
* Die Turiner Stampa veröffentlicht folgende
Zif=
fern über die Kriegskoſten Italliens im Julf
1915: Landheer 460 Millionen Lire, Marine 50
Millio=
nen; dazu Ausgaben für die Kolonien 69 MMillionen,
total 579 Millionen Lire. Dieſe Zahlen bedeuten indeſſen,
wie das Blatt ſchreibt, nur die im Juli gemachten
Zah=
lungen; die wirklichen Koſten ſind bedeutend größer.
Während die Kriegskoſten im Juni 463 Millionen
be=
trugen, ſtiegen ſie im Juli auf 510 Millionen an; in
bei=
den Monaten zuſammen wurden alſo für den
euro=
päiſchen Krieg, ohne die Kolonien, 973 Millionen Lire
ausgegeben. Mit den neuen Truppenaufgeboten
wer=
den die monatlichen Ausgaben mindeſtens eine halbe
Milliarde erreichen. Bis Ende des Jahres wird der
Krieg rund 6 Milliarden aufgezehrt haben. Zur Deckung
der Ausgaben ſtehen zur Verfügung die beiden
Staats=
anleihen von 2½ Milliarden; daneben wird England
wahrſcheinlich einen Kredit von ungefähr einer Milliarde
zu 4½ Prozent für Zahlungen im Ausland
bereitſtel=
len, ſodaß bis Ende Dezember noch drei Milliarden
we=
nigſtens aufgebracht werden müſſen. Vorläufig behilft
ſich die Regierung mit der Erhöhung der
Banknotenaus=
gabe, deren Betrag im Juni 1634, im Juli 1859 Millio= war, alſo um 225 Millionen zunahm. Der
Notenum=
lauf kann aber nicht ohne Gefahr vermehrt werden;
da=
her wird notwendigerweiſe eine neue große nationale
Anleihe vorbereitet werden müſſen, die vorteilhaft zu
er=
gänzen wäre durch eine Kreditoperation im Ausland,
insbeſondere in den Vereinigten Staaten, wo zurzeit
un=
geheure Gewinne gemacht werden und große Summen
flüſſig ſind.
Die erſte italieniſche Fahne.
* Berlin, 31. Aug. Den Innsbrucker Nachrichten
zufolge wurde bei den letzten Maſſenkämpfen in Südtirol.
die erſte italieniſche Fahne erbeutet. Sie
wurde von einem Zugführer nach Innsbruck gebracht,
der ſie nach dem Landesverteidigungskommando trug.
Zur Lage in Tripolitanien.
* Paris, 31. Aug. Der Temps meldet aus Kairo:
Man meldet von zuſtändiger Seite, daß der Großſenuſſe
an der Spitze von etwa 10000 Mann, mit Geſchützen und
Maſchinengewehren ausgerüſtet, von deutſchen und
türki=
ſchen Offizieren befehligt, gegen Tripolitanien
marſchiert. Die italieniſche Regierung hat
Verſtär=
kungen nach der Stadt Tripolis entſandt, wo die Lage
ſicher ſein ſoll.
Arbeiterbewegung in Italien.
* Mailand, 30. Aug. Nach dem Secolo hat die
Vereinigung der Malländer
Eſiſengießerei=
arbeiter am 29. Auguſt die Gewerkſchaftsleitung zu
Verhandlungen mit einzelnen Firmen ermächtigt und für
den Fall eines Fehlſchlags einen allgemeinen oder
Teil=
ausſtand in Ausſicht genommen. Der allgemeine
Ausſtand iſt beſchloſſen, falls die politiſchen Behörden
die Arbeiterintereſſen durch reaktionäre Maßregeln
ſchä=
digen ſollten.
Zahlungspflicht in Warſchau.
O Berlin, 30. Aug. Der Gouverneur von
Warſchau, General v. Etzdorf, hat alle von der
ruſſiſchen Regierung erlaſſenen Verbote der Zahlungen an
deutſche, öſterreichiſch=ungariſche und türkiſche Untertanen
aufgehoben; wer ſich auf jene Verbote beruft und die
Ver=
pflichtungen gegen die genannten Staatsangehörigen nicht
erfüllt, iſt mit Strafe bis zu fünf Jahren Gefängnis
be=
droht. Dieſe Maßnahme des Gouverneurs wird
inner=
halb der deutſchen Geſchäftswelt, die in Warſchau
be=
trächtliche Außenſtände haben dürfte, mit großer
Befrie=
digung begrüßt werden. Das Vorgehen des Gouverneurs
v. Etzdorf berechtigt aber auch zu der Hoffnung, daß in
abſehbarer Zeit die gleiche Maßnahme für ganz Ruſſiſch=
Polen getroffen wird. Sobald dies im Einvernehmen
mit den zuſtändigen öſterreichiſch=ungariſchen Stellen ge=
Himmelserſcheinungen
im September.
A. K. Am 24. September, um 4 Uhr 24 Minuten
vor=
mittags, überſchreitet die Sonne in ihrer ſcheinbaren
Jahresbahn den Aequator von Norden nach Süden. Der
Kalender verzeichnet an dieſem Zeitpunkte den Uebertritt
der Sonne aus dem Zeichen der „Jungfrau” in das der
„Wage‟. Das heißt aber keineswegs, daß die Sonne am
24. September aus dem Tierkreisſternbilde der „Jungfrau”
in das der „Wage” gelange. Durch die allgemeine
Prä=
zeſſion, d. h. das Vorrücken der Nachtgleichenpunkte in der
Ekliptik um jährlich 50.‟26, hat ſich nämlich die Lage der
Tierkreisbilder gegen die ihnen urſprünglich eigenen „
Zei=
chen” ſeit deren allgemeiner Feſtlegung, alſo ſeit der Zeit
Hipparchs, um etwa die Breite eines ganzen Sternbildes
verſchoben, ſo daß die Sonne am Frühlingsanfang nicht
mehr im „Widder” ſondern bereits weit zurück im
ſüd=
weſtlichen Teil der „Fiſche” und dementſprechend am
Herbſtanfang nicht mehr in der „Wage” ſondern im
weſt=
lichen Teil der „Jungfrau” (nahe weſtlich vom Sterne
Eta dieſes Bildes) ſteht. Am Tage des Aequatorſtandes
der Sonne iſt auf der ganzen Erde Tag und Nacht gleich
lang, auf den 24. September fällt alſo das Herbſt=
Aequinoktium, mit dem der Herbſt auf der
Nord=
halbkugel beginnt. Die Deklination der Sonne beträgt
am 1. September noch —8‟ 36 12.‟9, am 24. September
iſt ſie gleich 0' und am 30. September hat ſie bereits den
negativen Wert von —2' 2749."0. Um den Betrag von
11*4’ vermindert ſich demgemäß die Mittagshöhe der
Sonne; dieſe nimmt ab für die geographiſche Breite von
54‟ (Norddeutſchland) von 44'36’ bis auf 33032 für die
Breite von 51‟ (Mitteldeutſchland) von 4736’ bis auf
36032', und für die Breite von 48‟ (Süddeutſchland und
Oeſterreich, etwa Wien) von 50‟ 36' bis auf 390 32'. Der
Verkleinerung der Tagbogen der Sonne entſpricht wieder
eine Verkürzung der Tageslänge im nördlichen
und im mittleren Gebiet von 13¾ bis auf 11¾ Stunden
und im ſüdlichen Gebiet von faſt 13½ bis auf nahezu 11¾
Stunden.
Der Mond wechſelt im September ſeine Geſtalt zu
folgenden Zeiten: Letztes Viertel am 1., um 3 Uhr 57 Min.
nachm., Neumond am 9., um 11 Uhr 53 Min. vorm., Erſtes
Viertel am 16., um 8 Uhr 21 Min. vorm., und Vollmond
am 23., um 10 Uhr 35 Min. vorm. Er befindet ſich am
1. September, um 10 Uhr 2 Min. nachm., in Erdferne bei
einem Abſtande von 63.4 Erdhalbmeſſern, am 14.
Septem=
ber, um 4 Uhr 3 Min. nachm., in Erdnähe bei einem
Ab=
kande von 57.9 Erdradien, und am 29. September, um 5
Uhr 8 Min. nachm., abermals in Erdferne bei einem
Ab=
ſtande von 63.5 Erdradien von je 6378 Kilometern.
Stern=
bedeckungen durch den Mond ereignen ſich drei, ſämtlich
am 28. September, und zwar wird bedeckt der Stern 19 des
Stiers” (Größe 4.4): Eintritt für Berlin um 4 Uhr 35.5
Minuten vorm. und Austritt um 5 Uhr 48.1 Min. vorm.,
bald darauf der Stern 20 des „Stiers” (Größe 3.9):
Ein=
tritt um 5 Uhr 18.6 Min. vorm. und Austritt um 5 Uhr
44.2 Min. vorm. — die Sonne geht aber ſchon gegen 6 Uhr
auf — ſchließlich der Stern Chi des „Stiers” (Größe 5.5):
Eintritt um 8 Uhr 25.3 Min. nachm. und Austritt um
9 Uhr 19.5 Min. nachm.
In den frühen Morgenſtunden des September kann
nan am Oſthimmel das Zodiakallicht (
Tierkreis=
licht) als eine vom Horizont aufſteigende, ſchräg nach rechts
geneigte hohe Lichtpyramide beobachten. Der zarte,
milch=
weiße Schimmer iſt aber nur in mondſcheinloſen Nächten
(Morgen), alſo insbeſondere in der Zeit vom 8. bis 21.
September, und nur fern von künſtlicher Beleuchtung, im
Freien, deutlich wahrzunehmen; klares Wetter iſt natürlich
die Hauptbedingung. Am hellſten erſcheint der Lichtkegel
in der Zeit von 2 bis 1 Stunde vor Sonnenaufgang. Im
Februar und März tritt das Zodiakallicht am
Abend=
himmel am kräftigſten hervor; zu dieſen Zeiten bildet
näm=
lich die Ekliptik mit dem Horizont den größten Winkel, der
ſich in der Ekliptik ausbreitende Lichtkegel ſteigt daher im
Februar und September am ſteilſten empor.
Von den mit unbewaffnetem Auge ſichtbaren
Haupt=
planeten ſind im September drei, Mars, Jupiter und
Saturn, ganz vorzüglich zu beobachten: Mars und Saturn
nahe beieinander von Mitternacht bis Morgen und
Ju=
piter während der ganzen Nacht. — Merkur, der zwar
am 28. September um 6 Uhr vormittags, ſeine größte
öſt=
liche Ausweichung von der Sonne hat, iſt wegen ſeiner
tiefen Stellung nur ſchwer in der Abenddämmerung zu
er=
kennen. Am 16., um 1 Uhr nachm., befindet er ſich in
Sonnenferne. Sein Erdabſtand nimmt von 1.31 bis auf
0.95 Erdbahnhalbmeſſer oder Einheiten von 149.48
Mil=
lionen Kilometern ab, ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von
5.‟1 bis auf 7."1 zu. Am 11., um 7 Uhr vormittags, hat
der Mond mit Merkur Konjunktion, und am 21., um 4
Uhr nachmittags, gelangt der Planet in außerordentliche
Nähe des Fixſterns 1. Größe Spica im Bilde der „
Jung=
frau” beider Abſtand beträgt nur 1 Bogenminute. Am
Abend dieſes Tages, wie auch ſchon an den
vorhergehen=
den und den folgenden Abenden, wird daher das
Geſtirn=
paar für gute Augen als ein Stern erſcheinen. — Venus,
die am 12. September, um 7 Uhr nachmittags, ihre obere
Sonnenkonjunktion erreicht, bleibt unſichtbar. Ihr
Erd=
abſtand beträgt 1.72, zuletzt 1.71 Einheiten, ihr
Scheiben=
durchmeſſer zuerſt 9.‟7, dann 9.‟8. — Mars bewegt ſich
rechtläufig im Bilde der „Zwillinge” und geht während
des ganzen Monats um Mitternacht im Oſtnordoſten auf.
Er nähert ſich der Erde weiter von 1.74 bis auf 1.56
Ein=
heiten, ſein ſcheinbarer Durchmeſſer wächſt dadurch von
5."4 bis auf 6."0; um ſeine Scheibennatur zu erkennen,
bedarf man alſo vorläufig noch eines kräftigeren
Inſtru=
mentes. Mars hat am 4. September, um 8 Uhr
vormit=
tags, mit dem Monde Konjunktion, deſſen abnehmende
Sichel während der vorangehenden Nacht nördlich von
dem rötlich leuchtenden Planeten weilt. Ferner hat
Mars eine bemerkenswerte Konjunktion mit Saturn, dem
er ſich am 10./11. September, um 12 Uhr mitternachts, bis
auf 1*9' von Norden her nähert. Da ſich der nahe Mars
nicht nur ſcheinbar, ſondern auch wirklich viel ſchneller
be=
wegt als der entlegene Saturn, überholt er dieſen
Pla=
neten von Weſten nach Oſten, befindet ſich infolgedeſſen
vor dem 10. September nordweſtlich (rechts oben), nach
dieſem Tage aber nordöſtlich (links oben) vom Saturn.
Es ſei auf das ſchöne Phänomen beſonders aufmerkſam
gemacht. — Jupiter wandert Mitte September in
rück=
läufiger Bewegung aus dem Bilde der „Fiſche” in das
des „Waſſermannes”, er gelangt am 17., um 12 Uhr
mit=
tags, in Oppoſition, kulminiert zuerſt kurz nach 1 Uhr
vorm., zuletzt um 11 Uhr nachm., am 17. um Mitternacht
und bleibt während der ganzen Nacht als hellſtes Geſtirn
ſichtbar. Die Erdabſtände des Jupiters ſind am 1.
Sep=
tember 4.00, am 17. 3.96 und am 30. 3.98 Einheiten; der
Scheibendurchmeſſer des Planeten beträgt am 1. 45.‟6, am
17. 46.%0 und am 30. wieder 45.6. Am 23. September, um
2 Uhr vorm., kommt der Mond mit Jupiter in
Konjunk=
tion, der Vollmond glänzt während dieſer Nacht
ober=
halb des ſtrahlenden Planeten. — Saturn zieht im
Bilde der „Zwillinge” langſam ſeine Bahn rechtläufig
weiter, geht wie Mars gegen Mitternacht im Oſtnordoſten
auf und bleibt dann bis Tagesanbruch ſichtbar. Sein
Erd=
abſtand verkleinert ſich von 9.57 bis auf 9.13 Einheiten,
ſein ſcheinbarer Durchmeſſer vergrößert ſich deshalb von
16.‟1 bis auf 16.‟8; die Achſen des Ringſyſtems haben
Mitte September die Werte 40."2 und 16.‟5. Am 4.
Sep=
ember, um 3 Uhr nachm., hat der Mond mit Saturn
Kon=
junktion, der Mond ſteht dabei nördlich von dem Planeten.
Wie oben erwähnt wurde, hat der Mond am Vormittage
es 4. September ſchon mit Mars Konjunktion, die drei
Geſtirne bilden ſomit nachts eine ebenſo auffallende wie
ſchöne Anordnung. Der in der Nacht vom 10. zum 11.
September ſtattfindenden Konjunktion von Saturn und
Mars haben wir gleichfalls ſchon gedacht. — Uranus,
der ſich rückläufig im Bilde des „Steinbocks” bewegt, geht
etwa 2½ Stunden dem Jupiter voran; er kulminiert
an=
änglich um 10 Uhr 22 Min., am Monatsſchluſſe ſchon um
8 Uhr 25 Min. nachm. Von ihm entfernt ſich die Erde von
ſchehen iſt, darf wohl darauf gerechnet werden, daß die
Eiſenbahnaktiengeſellſchaften und
Land=
ſchaftsverbände Ruſſiſch=Polens die im Laufe des
Krieges fällig gewordenen, bisher nicht bezahlten
Zin=
ſen demnächſt an die deutſchen Staatsangehörigen uſw.
auszahlen. Polniſche Eiſenbahn=Obligationen, z. B. der
Warſchau=Wiener Bahn, polniſche Pfandbriefe uſw. ſind
an der Berliner Börſe in großen Beträgen eingeführt und
befinden ſich ſeit langen Jahren im Beſitz deutſcher
Reichs=
angehöriger. Je ſchneller die während des Krieges nicht
eingelöſten Zinsſcheine zur Auszahlung an die deutſchen
Staatsangehörigen gelangen, um ſo größere Beträge können
davon zur Zeichnung auf die neue deutſche
Kriegs=
anleihe verwendet werden. Da die Zentralmächte faſt
ganz Ruſſiſch=Polen ſchon feſt in der Hand haben, iſt ein
Vorgehen im Sinne der eingangs mitgeteilten Maßregel
des Gouverneurs von Warſchau vermutlich nur eine
Frage der Zeit.
Unſere Kartoffelvorräte für das neue
Erntejahr.
* Der Frkf. Ztg. wird aus Berlin gemeldet: Nach
den günſtigen Ausſichten, die die
Kartoffel=
ernte bisher bietet, darf man mit einem Ernteertrag
von 450 bis 500 Millionen Doppelzentner
rechnen. Davon ſind für die menſchliche
Ernäh=
rung etwa 150 Millionen Doppelzentner erforderlich,
zur Trocknung und gewerblichen Verwendung 50
Mil=
lionen und für Saatkartoffeln 70 Millionen
Doppelzent=
ner. Es können mithin vorausſichtlich etwa 200 bis 230
Millionen Doppelzentner der Kartoffeln für
Futter=
zwecke zur Verfügung ſtehen. Dazu kommen nicht
unerhebliche Reſerven aus der vorigen Ernte. Die
Reichsſtelle für Kartoffelverſorgung hatte nach Deckung des
Bedarfs der Kommunalverbände und des Heeresbedarfs
noch 4 Millionen Doppelzentner zur Verfügung, die der
Verarbeitung zugeführt werden konnten. Es wurden
davon zu Kartoffelſchnitzel 0,5 Millionen Doppelzentner
verarbeitet. Der Reſt des Ueberſchuſſes wurde mit 1,8
Millionen Doppelzentner zu Stärke, und 0,8 Millionen
Doppelzentner zu Branntwein verwertet.
Ein Koloß auf tönernen Füßen.
G* Als im Jahre 1905 die ruſſiſche Duma zum erſten
Male zuſammentrat, entpuppte ſich zum großen Staunen
der Welt Rußland als das, was es wirklich iſt, als
Natio=
nalitätenſtaat, bunter und zuſammengewürfelter als
Oeſterreich=Ungarn. Außer den Ukrainjern waren nicht
weniger als 15 verſchiedene Nationen zum Teil mit einer
ganzen Anzahl von Abgeordneten vertreten. Im Auslande
achtete man weniger auf dieſe Tatſache, die eine
bedenk=
liche Schwäche des ruſſiſchen Rieſen aufdeckte. Wohl aber
erkannte das echte Ruſſentum die drohende Gefahr und
ſchuf ſich im Panſlawismus eine Waffe gegen die
ein=
zelnen Nationalitäten, unter denen die Ukrainjer am
gefährlichſten erſchienen.
Die Ukrainja umfaßt die reichſten Landſtriche
Ruß=
lands, das Gebiet der ſogenannten „ſchwarzen Erde‟. Die
Bewohner, von den Ruſſen ganz willkürlich „Kleinruſſen”
genannt — in Oeſterreich heißen ſie richtiger Ruthenen —
bilden ein Volk von 32 Millionen Köpfen, das
ſeit vielen Jahrhunderten in den weiten, außerordentlich
fruchtbaren Ebenen zwiſchen dem Kaſpiſchen und
Schwar=
zen Meer, dem Kaukaſus und den Karpathen und den
Rokitnoſümpfen anſäſſig iſt. Das Gebiet hat eine
Aus=
dehnung von über 800000 Quadratkilometern.
Ethnographiſch und ethnologiſch hat man ſtreng zu
ſcheiden zwiſchen dem moskowitiſchen Ruſſentum,
das aus mongoliſch=finniſchen Elementen
zu=
ſammengeſetzt iſt und ein Eroberungsvolk darſtellt, deſſen
Entwickelung vorwiegend aſiatiſche Züge aufweiſt und
deſſen Schwerpunkt ſtets nach Aſien neigte. Die Ukrainjer
ſtellen das rein ſlawiſche uranſäſſige Bevölkerungselement
dar, als ſolches den Germanen wenigſtens entfernt
ſtamm=
verwandt, und neben den Polen derjenige Zweig der
ſlawiſchen Völkerfamilie, der ſtets für weſteuropäiſche
Kultur am zugänglichſten war. Jahrhundertelang
bil=
deten die Ukrainjer ein nach Raſſe, Geſchichte und Sprache
ſelbſtändiges Volk, das in erbittertem Kampfe mit den
gewaltſam vordringenden moskowitiſch=aſiatiſchen Horden
lag. Die Schlacht von Pultawa, in der Karl XII. von
Schweden, verbündet mit dem Hetman der Ukrainjer
Mazeppa, im Jahre 1709 von Peter „dem Großen”
ver=
nichtend geſchlagen wurde, machte der politiſchen
Selb=
ſtändigkeit der Ukrainja ein Ende. Das Land wurde
ruſ=
ſiſche Provinz. Und erſt mit dieſer Angliederung des
weiten ukrainjiſchen Gebiets wurde Rußland zur
Groß=
macht, zu einer Großmacht, deren unerſättliche
Eroberungs=
gier im Laufe der Geſchichte zur furchtbarſten Gefahr für
Weſteuropa und weſteuropäiſche Kultur wurde. Und wie
die Geſchichte uns zeigt, wie dieſe Gefahr entſtand, ſo lehrt
ſie uns auch, wie der drohende Alb abzuſchütteln und
Europa vor aſiatiſch=finniſcher Barbarei zu bewahren iſt:
durch Abtrennung der Ukrainja von
Ruß=
land.
Schon ſeit vielen Jahrzehnten iſt die ukrainjiſche
Volksſeele zu neuem Leben erwacht; das ukrainjiſche
Na=
tionalgefühl iſt lebendig geworden gegen ſeine
Unter=
drücker, obwohl es Rußland meiſterhaft verſtand, mit
ſeinen bekannten und erprobten menſchlichen und noch viel
mehr unmenſchlichen Mitteln die 32 Millionen Ukrainjer
zu knechten und zu unterdrücken. Aber die Ruſſifizierung
gelang nur zum Teil. Namentlich mißlang die
Unter=
drückung der ukrainjiſchen Sprache, als des ſtärkſten Teils
des Volkstums. Schulen, Bibliotheken, Zeitſchriften, im
national=ukrainjiſchem Sinne geleitet, arbeiteten
erfolg=
reich dagegen. Taras Schewtſchenko, der klaſſiſche
nationale Dichter der Ukrainja vor allen, trug ungeheuer
viel zur Belebung des rutheniſchen Nationalgefühls bei.
Rußland erkannte wohl die gewaltige Gefahr, die hier
heraufzog: die drohende Loslöſung der Ukrainja von
Rußland — und dieſe war das Ziel, auf das die
ruthe=
niſchen Patrioten hinarbeiteten — mußte das
moskowi=
tiſche Rieſenreich ins Herz treffen. In der Ukrainja lag
und liegt ja der Schwerpunkt des ruſſiſchen
Wirtſchafts=
lebens. Aber es gelang den Ruſſen nicht, die nationale
Wühlarbeit zu unterdrücken. Die Führer der Bewegung
gingen nach Wien und Lemberg und arbeiteten von dort
aus unermüdlich weiter. In Lemberghatte der „Bund
zur Befreiung der Ukrainja” ſeinen Sitz, und
von hier aus erging jener Aufruf, der klar und deutlich
auf die tödliche Stelle Rußlands hinweiſt: „Ohne die
Bildung einer unabhängigen Ukrainja
wird auch die ſchwerſte Niederlage
Ruß=
lands nur ein unzulänglicher Hieb ſein.
Nur eine freie, mit dem Dreibund verknüpfte Ukrainja
kann durch ihr ungeheures, von den Karpathen bis zum
Schwarzen Meer reichendes Gebiet ein natürliches
Hemm=
nis gegen ruſſiſche Eroberungsluſt abgeben.”
In klarer Erkenntnis der von der Ukrainja her
dro=
henden Gefahr verſuchte Rußland daher, bei Beginn des
Krieges Galizien und die Bukowina, den Herd der
ukrain=
jiſchen Propaganda, in ſeine Hand zu bekommen. Daher
die ruſſiſche Erklärung, an der Eroberung Oſtpreußens
ſei weniger gelegen als an der Eroberung Galiziens,
da=
her die Aufopferung der beſten ruſſiſchen Streitkräfte in
den Karpathen. Daher die nach der Eroberung von
Przemysl unmittelbar folgenden gewalttätigen
Ruſſifi=
zierungsverſuche des berüchtigten Grafen Bobrinski. Doch
all das blieb dank dem Heldenmute deutſcher und öſter=
reichiſch=ungariſcher Truppen nur vorübergehende Epiſode.
Heute ſieht ſich das ukrainjiſche Volk ſeinem Ziele näher
denn je. Die ruſſiſche Gefahr, die uns mit der rieſigen
Bevölkerungszunahme von 3 Millionen jährlich zu
er=
droſſeln droht, kann nur durch eine Zerſtückelung des
mos=
kowitiſchen Reiches abgewendet werden. Und dieſe
Zer=
ſtückelung wird von allein kommen, wenn die tönernen
Füße des Koloſſes zuſammenbrechen. Mazeppa, der
letzte Held der Ukrainjer, wurde am Schweif eines Roſſes
in den Steppen zu Tode geſchleift, wie jedes Volk, das
auf die Dauer Rußland nicht zu widerſtehen vermag,
von den ruſſiſchen Roſſen zu Tode geſchleift wird. Jetzt
iſt die Zeit gekommen, die moskowitiſchen Barbaren ein
für allemal zurückzujagen in die Steppen, aus denen ſie
herkamen, und damit europäiſche Kultur vor völliger
Ver=
nichtung zu bewahren.
Ruſſiſches.
„Hinterliſtige Verſuche der Feinde.”
* Die Leitung des ruſſiſchen Großen
Ge=
neralſtabes veröffentlicht folgende intereſſante
Mit=
teilung:
Unter den unwürdigen Kampfmitteln, zu denen die
Feinde in dem gegenwärtigen Kriege Zuflucht nehmen,
heben wir folgendes hervor: Es ſind Verſuche
unter=
nommen worden, durch Vermittelung neutraler Länder
lügenhafte und empörende Aufrufe zu
verbreiten, welche die deutſchen Siege in
übertriebenen Farben ſchildern. Die Feinde
bemühen ſich, die öffentliche Meinung im Sinne der
Not=
wendigkeit eines Friedensſchluſſes zu bearbeiten.
Um die Zenſur an der Beſchlagnahme dieſer Aufrufe
zu verhindern, werden ſie insgeheim in verſchiedene
im=
portierte Gegenſtände verſteckt, um keinen Argwohn zu
er=
wecken, und im Publikum verkauft. Derartige Aufrufe
wurden gefunden: In Blocks mit photographiſchen
Pa=
pieren der Firma Photofix und in Umſchlägen von
Kar=
tons mit millimetriſchen Blocks für Architekten,
Inge=
nieure der polytechniſchen Schule von der Firma
Ri=
naldo u. Co verbreitet wurden dieſe Aufrufe ferner in
fingierten Schokoladetafeln der Fabrik Cailler und
an=
derer Häuſer. Die von ſogenannten Freunden
verbrei=
teten Aufrufe bilden eine böswillige Entſtellung der
wirklichen Lage und zielen darauf hin, unter der
Be=
völkerung Ruheſtörungen und Beſorgniſſe
hervorzurufen. Die Leitung des Großen Generalſtabes
betrachtet es als ihre Pflicht, das Publikum über die
wahre Herkunft und Bedeutung derartiger Aufrufe
auf=
zuklären, in der feſten Ueberzeugung, daß der große
Mut des ruſſiſchen Volkes nicht durch die
un=
würdigen hinterliſtigen Verſuche der Feinde erſchüttert
und daß alle ähnlichen Ränke von dem ruſſiſchen Volke
entſprechend eingeſchätzt werden.
Neue Maßregeln.
* Petersburg, 30. Aug. Rjetſch verlangt, daß
die neue Regierung mit den Maßregeln
Makla=
kows ernſtlich aufräumt. Bis jetzt ſei nichts
ge=
ſchehen, insbeſondere habe die Zenſur die Erörterungen
der Amneſtie völlig verhindert, deren Durchführung der
Rjetſch verlangt, als Zeichen der Ausſöhnung zwiſchen
Regierung und Volk.
Sündenböcke.
* Petersburg, 30. Aug. Rjetſch meldet aus
Wladiwoſtok: Das Kriegsgericht hat den
Komman=
danten des von der „Emden” verſenkten Kreuzers
„Schemtſchug” wegen Nachläſſigkeit im Dienſt zu
3 Jahren und den erſten Offizier zu 1½ Jahren
Gefäng=
nis und Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte
verur=
teilt.
Die Flüchtlinge in Petersburg.
T.U. Wien, 31. Aug. Wie die Reichspoſt auf
indi=
rektem Wege aus Petersburg meldet, hat die Zahl der in
Petersburg eingetroffenen und behördlich gezählten
19.00 bis auf 19.31 Einheiten; der Scheibendurchmeſſer des
Planeten beſitzt den Winkelwert von 4.‟3. Genaue Oerter
des Uranus ſind am 1. September AR (Rektaſzenſion)
21h 1m 37s und D (Deklination) — 1740' 27” am 29.
September AR 20h 58m 31s und D — 1705253‟: man
findet ihn alſo nahe nördlich des ein wenig helleren
Stern=
chens Theta im „Steinbock” — Neptun, rechtläufig im
„Krebs” wird am Morgenhimmel wieder für ſtärkere
In=
trumente ſichtbar. Er kulminiert zuerſt kurz nach 9½,
zu=
letzt um 7¾ Uhr vorm. Seine Erdabſtände betragen am
1. September 30.81 und am 30. September 30.43
Einhei=
en, ſeine Scheibe erſcheint nur unter dem kleinen Winkel
von 2.‟5. Genaue Oerter des Neptun ſind am 1. AR
8h 14m 54.7s und D — 19031'3.‟9, am 29. AR 8h 17m
55.8s und D — 19'21'22.‟5; er ſchimmert daher zwiſchen
dem Sternchen Ti und dem Sternhaufen der Krippe im
„Krebs”
Am Fixſternhimmel, deſſen Glanz in der erſten
Monatshälfte vom Mondlicht nicht beeinträchtigt wird,
treten die durch helle Geſtirne beſonders ausgezeichneten
Winterſternbilder immer früher, wiewohl zunächſt noch am
frühen Morgen, hervor. Wenn wir abends gegen 10 Uhr
unſeren Blick gen Oſten wenden, iſt von ihnen noch nicht
viel zu ſehen. Der Widder”, gefolgt vom „Stier” ſteigt
im Oſten herauf, ſpäter kommt im Südoſten der „Orion”
zum Vorſchein, während im Nordoſten die „Zwillinge‟
auftauchen. Höher oben funkelt ſchon Capella im „
Fuhr=
mann” und noch näher dem Zenit, inmitten der vom
Nordoſthorizont im höchſten Bogen zum Südweſthorizont
ſich wölbenden Milchſtraße, erblickt man das W der „
Caſſio=
pea”. Zwiſchen dieſem und den Widderſternen, hoch im
dſten, reihen ſich die hellen Sterne der „Andromeda”
anein=
ander. Dicht neben dem Zenit ſteht Deneb im „Schwan”.
und von dieſem nach Weſten zu Wega in der „Leier‟
Dar=
unter im Süden finden wir Atair im „Adler” und tief am
Südſüdoſthorizont gewahren wir den ſüdlichen „Fiſch”
mit dem Hauptſtern Fomalhaut, deſſen Name verderbt iſt
aus arabiſch Fom el-hhüt, „Maul des Fiſches” Ueber dem
Weſtnordweſthorizonte glitzert der vielfarbige Arctur im
„Bootes” darüber im Weſten thront die „Krone”, den
nördlichen Himmelspol beherrſcht der Polarſtern im „Kl.
Bären”, während den ganzen Nordnordweſten das Bild
des „Gr. Bären” bedeckt.
Das Hotel.
C) Im Jahre 1875 ging das dem Fürſten Radziwill
gehörige ſtattliche Palais in der Wilhelmſtraße in Berlin
für den Preis von 2 Millionen Talern in den Beſitz des
Deutſchen Reiches über, um in ſeinen Räumen den
höch=
ſten Beamten des Reiches, den deutſchen Reichskanzler,
ſo=
wie das von ihm geleitete oberſte Reichsamt
aufzuneh=
men. Der Bau, der eine ziemlich ſteife und nüchterne,
aber eine gewiſſe Würde nicht entbehrende Zopfarchitektur
aufweiſt, iſt im Stile der altfranzöſiſchen Hotels errichtet
worden. Um eine ſogen. Cour d’honneur (Ehrenhof)
grup=
pieren ſich der Mittelbau, das zurückliegende tiefe ſogen.
Corps de Logis, und zwei Flügelbauten. Ueber dem
Mittelbau prangte früher die Inſchrift „Hötel Radziwill”
über die die ſpottluſtigen Berliner manche Gloſſen
mach=
ten. In der franzöſiſchen Sprache weiſt ja heute noch
das Wort Hötel außer der Bedeutung, die wir mit
un=
ſerem Ausdruck „Hotel” verbinden, diejenige eines
vor=
nehmen Privathauſes, ja eines öffentlichen Gebäudes auf.
So wird in Frankreich das Rathaus einer Stadt
bekannt=
lich „Hötel de Ville” genannt, und „Hötel des Invalides”
iſt der Name des Pariſer Invalidenhauſes. Da unſere
Sprache gleich der engliſchen und den anderen Sprachen
dieſe Bedeutung des Wortes nicht kannte, waren die
er=
wähnten Spötteleien der Berliner über die in Rede
ſtehende Inſchrift erklärlich. Dieſe Inſchrift hat ſogar
dem bekannten Berliner Dichter Clauren, dem „Mimili”=
Clauren, den Wilhelm Hauff durch ſeinen „Mann im
Monde” arg verhöhnt hat, den Stoff zu einem in der
vor=
märzlichen Zeit in Berlin viel gegebenen Luſtſpiel „Der
Wollmarkt” geliefert. In dieſem Stück hält ein
Land=
junker, durch die Inſchrift „Hotel” getäuſcht, das fürſtliche
Palais für einen Gaſthof und wird in ſeinem Irrtum von
dem die Rolle des Wirtes übernehmenden Fürſten noch
beſtärkt. Es wird übrigens erzählt, daß der
anſpruchs=
loſe Scherz auf einem wirklichen derartigen Vorgang
zwi=
ſchen dem liebenswürdigen Fürſten und einem reiſenden
Engländer beruhen ſoll.
Man ſieht, daß das Wort „Hotel” bei uns ſchon vor
vielen Jahrzehnten nur in ſeiner heutigen Bedeutung
be=
kannt war. In ſeinem Luſtſpiel „Die Mitſchuldigen” läßt
auch Goethe den Wirt zum ſchwarzen Bären ſagen: „Jetzt
wird mein Haus gemalt, und dann heiß ich’s Hotel.” Man
kann es alſo, ſo ſchreibt uns ein Mitarbeiter, unſeren
Hotelbeſitzern nicht verargen, wenn ſie ſich dagegen
ſträu=
ben, ihre „Hotels” in „Gaſthäuſer” umzubenennen. Sie
führen mit gutem Recht an, daß nach der herrſchenden
Meinung der gute deutſche Ausdruck „Gaſthof” nun
ein=
mal einen beſcheideneren und geringeren Betrieb bezeichne
als das Wort „Hotel” das einen beſtimmten
internatio=
nalen Wert erworben habe. Und ſie dürfen für ihre
An=
ſicht auch das Zeugnis eines Goethe ins Feld führen.
Da=
zu tritt aber noch ein anderer, keineswegs gering zu
ver=
anſchlagender Umſtand, auf den unſeres Wiſſens in der
Oeffentlichkeit noch nicht aufmerkſam gemacht worden iſt.
Man achte einmal auf die Ausſprache, die wir dem Worte
„Hotel” angedeihen laſſen, und man wird finden, daß wir
es in dieſer Beziehung ſchon vollſtändig in unſerer Sprache
eingebürgert haben. Wir ſprechen das Wort keineswegs
franzöſiſch (Otell) aus, ſondern ſprechen ganz deutlich das
anlautende H. Merkwürdigerweiſe ſind wir hinſichtlich
der Schreibung der aus der Fremde übernommenen Wör=,
ter viel konſervativer als hinſichtlich der Ausſprache. In
dieſer Beziehung ſollten wir uns hier die Schweden zum
Muſter nehmen, die längſt „Hotell” ſchreiben. Haben wir
uns einmal für die Schreibung „Hotell” entſchieden, ſo iſt
auch für das Auge die Einbürgerung dieſes Wortes
voll=
zogen. Wir bedürfen aber in dieſer Beziehung keineswegs
dieſes Hinweiſes auf das ſchwediſche Muſter; wir haben
in unſerer Sprache Vorbilder mehr als genug. Als im
17. Jahrhundert, um nur ein Beiſpiel anzuführen, die
Wörter „Marſch” und „marſchieren” aus dem
Franzöſi=
ſchen in unſere Sprache übernommen wurden, ſchrieb
man ſie bei uns „Marche” und „marchiren”; erſt durch
ihre jetzige deutſche Schreibung wurde ihre Einbürgerung
endgültig vollzogen. Martin Opitz ſagte in ſeiner „
Deut=
ſchen Poeterei”: „Ich darf nicht ſagen marchiren, wie die
zu tun pflegen, die ihre Mutterſprache verderben.” Wer
von uns aber erblickt heute in der Anwendung des Wortes
„Marſch” ein Verderbnis unſerer Mutterſprache?
Unſere Sprache bedarf eines Ausdruckes zur
Bezeich=
nung eines „beſſeren” Gaſthauſes; ehe wir zu
ſchwerfälli=
gen und langatmigen Umſchreibungen unſere Zuflucht
nehmen, iſt es beſſer, das Wort „Hotel” beizubehalten, das
ſich nun einmal bei uns eingebürgert hat und dem noch
der beſondere Vorteil zur Seite ſteht, daß es eine
inter=
nationale Bedeutung hat. In der Schreibung „Hotell”
würde es dann auch ein gutes und paſſendes deutſches
Ge=
wand erhalten
Flüchtlinge aus den ruſſiſchen
Oſtſeepro=
pinzen das ſechſte Hunderttauſend überſchritten.
Die Behandlung der Belgier in Frankreich.
— Ueber die Behandlung, welche die
waffenfähi=
gen Belgier in Frankreich von ſeiten der fran
zöſiſchen und der eigenen Regierung erleiden, ſtellt die
Guerre Sociale folgende Fragen: Darf man ſagen, daß
die eingeſtellten Freiwilligen belgiſcher Nationalität am
24. Auguſt ihren Vertrag mit Frankreich
gekün=
digt erhalten haben? Darf man ſagen, daß dieſe
Tapfereninicht einen Augenblick zögerten und ſich zur
bel=
giſchen Armee begaben, um den Kampf fortzuſetzen
Darf man ſagen, daß man ſie unterſchreiben laſſen wollte,
daß ſie ſich aufihre Gefahr verpflichteten, ohne
Unter=
ſtützung für ihre Frauen, ohne Hilfe noch
Invalidenpen=
ſſion im Falle von Verwundung oder Tod? Darf man
ſagen, daß die Soldaten, die 13 Monate heldenmütig
ge=
kämpft haben, mit Recht ſicheweigerten, zu unterſchreiben,
und daß man ſie dann zur Belohnung den Händen der
franzöſiſchen Gendarmerie übergab, die ſie von Poſten zu
Poſten bis zum Truppenlager der
Fremden=
legion zurückführte, wie=Uebeltäter oder, was noch
ſchlimmer iſt, wie Fahnenflüchtige?
Franzöſiſch=ruſſiſche-Unſtimmigkeiten.
* Genf, 30. Aug. Viel beſprochen wird in Pariſer
diplomatiſchen Kreiſen die Verſchärfung der Un
ſtimmigkeit innerhalb des Vierverbandes. Die
Beziehungen zwiſchen Delcaſſé und Saſanow ſeien
äußerlich korrekt, aber es beſtehe eine gewiſſe innere
Ensfremdung. Man erkläre dies damit, daß einer
dem anderen die Verantwortung der ungünſtigen
Ergeb=
niſſg der Balkanverhandlungen zuwälzt. Unter den
Del=
raſſöſchen Vorwürfen iſt der, daß Rußland im letzten
Win=
ter, durch die galiziſchen Erfolge verblendet und lediglich
von panſlawiſtiſchen Abſichten geleitet, den richtigen
Augen=
blick zur Vorbereitung der nützlichen Angliederung der
Balkanſtaaten an den Vierverband verpaßte. Saſanows
Vorwürfe richten ſich vornehmlich gegen Frankreichs
Eng=
herzigkeit während der Vorverhandlungen zur
bewaff=
neten Intervention Japans. Dieſes unangenehme
Ver=
hältnis zwiſchen den beiden Miniſtern bemühte ſich die
Pariſer Preſſe bisher zu bemänteln, im Gegenſatz zur
Provinzpreſſe, deren Pariſer Korreſpondenten die
Wahr=
heit durchblicken laſſen, indem ſie auf die verſpätete
Inan=
griffnahme der Munitionserzeugung in den japaniſchen
Fabriken hinweiſen.
Die Ueberrumpelung der franzöſiſchen Kammer
* Die plötzliche Vertagung der franzöſiſchen
Abge=
ordnetenkammer bis zum 16. September war nicht nur für
die Fernerſtehenden eine Ueberraſchung. Die Kammer
ſelbſt iſt davon überraſcht, ſie iſt geradezu
über=
rumpelt worden. Dies beſtätigt Pierre Renaudel in
der ſoeben eingetroffenen Humanite vom Freitag. Er
nennt die Vertagung eine Ueberraſchung und fährt dann
fort:
„Wir ſagen Ueberraſchung, weil Herr
Descha=
nel, der Kammerpräſident, der uns bisher an ein
der=
artiges Verfahren nicht gewöhnt hat, weder mit der
Ab=
ordnung der Parteien (Délégation des Groupes), noch
mit dem Seniorenkonvent (Réunion des Préſidents) im
voraus über dieſe übertrieben beſchleunigten
Parlaments=
ferien beraten hat. Die Sache iſt vom
Kammerpräſiden=
ten ſo übereilt worden, daß niemand geglaubt hat, daß
ein derartiges Kunſtſtück gelingen könnte. Sagen wir:
Mea culpa! Geloben wir uns und ihm, daß wir das
nächſte Mal wachſamer ſein werden!”
Die Bergarbeiterbewegung in Südwales.
* London, 80. Aug. Die Times erfährt aus
Car=
diff, daß man dort dem Ergebnis der Beratungen,
die heute von den Vertretern der
Bergwerks=
beſitzer von Südwales mit Lloyd George und
Runciman im Handelsamt gepflogen wurden, geſpannt
entgegenſieht. Alle Vorbereitungen zu einem allgemeinen
Ausſtand werden getroffen, falls die verlangten
Lohn=
erhöhungen nicht bewilligt werden. Im Rhondatale
ver=
ſicherte der Vertrauensmann der Bergarbeiter, daß in
dieſem Falle am Dienstag ſicher die Arbeit eingeſtellt
würde.
* London, 31. Aug. (Meldung des Reuterſchen
Bureaus.) Die Konferenz der Regierungsvertreter
und der Bergarbeiter von Südwales mit den
Gruben=
beſitzern iſt beendigt. Wie verlautet, wurden gewiſſe
Vorſchläge gemacht, die dem Ausführenden Rat der
Berg=
arbeiter zur Entſcheidung vorgelegt werden ſollen.
* (Zenſ. Bln.) Die Ausdehnung des
eng=
liſchen Kohlenſtreiks erzeugt in der Pariſer
Preſſe tiefgehende Erbitterung. Alle
Mor=
genblätter bringen ellenlange Londoner Berichte, nach
denen demnächſt die Streikzahl auf Hunderttauſend ſteige.
Die Beurteilung des Verhaltens der Bergleute iſt
ver=
ſchieden. Royaliſtiſche Blätter gebrauchen Ausdrücke wie
Landesverrat; die Regierung müßte für die Kriegsdauer
die totale Leitung der Kohleninduſtrie militariſieren. Die
Bataille Syndicaliſte beſchuldigt die Regierung des
Wortbruchs gegen die Bergleute. Die Beſitzer
be=
treiben ungehinderte Ausbeutung. Der zweite
Kohlen=
ſtreik bedeutet eine verlorene Schlacht.
Eine engliſche Stimme zur Rede des
Reichskanzlers.
* London, 31. Aug. Der Labour Leader ſchreibt
Die Rede des Reichskanzlers war äußerſt
ge=
ſchickt. Er befolgte die Praxis kriegführender Staats=
männer, ignorierte den Anteil, den die eigene Nation an
der Entzündung des Pulvermagazins hatte und
konzen=
trierte die Aufmerkſamkeit auf den Anteil des Feindes.
Da jede Nation mitſchuldig iſt, ſo iſt es ſtets möglich,
ein ſtarkes Argument vorzubringen, und es wäre töricht,
zu leugnen, daß des Kanzlers Argument ſtark war.
Es=
wäre einfach töricht, die Behauptung bekämpfen zu
wol=
len, daß die britiſche Regierung jetzt für kleine Nationen
zu kämpfen vorgibt, während ihr letzter Krieg gegen die
kleine Burennation gerichtet war. Wir können auch nicht
leugnen, daß Aegypten annektiert wurde, trotz der
feier=
lichen Erklärung, daß wir es nicht tun werden, und daß
wir die Unabhängigkeit Marokkos und Perſiens durch
unſere Verbündeten verletzen ließen Der Kanzler hat
er=
klärt, daß Deutſchland den Neutralitätsvertrag auf die
Kriege beſchränken wollte, in denen es nicht der
Angrei=
fer wäre. Grey ſoll rundweg dieſe Formel abgelehnt
haben, weil ſie die beſtehende Freundſchaft Englands
mit den anderen Mächten gefährden würde. Ob Grey
dieſe Worte gebraucht hat oder nicht, ſo kann doch wenig
Zweifel beſtehen, daß ſie den Tatſachen
ent=
ſprechen.
Die allgemeine Wehrpflicht in England.
* Die liberale engliſche Wochenſchrift Nation ſagt:
Der Feldzug für die allgemeine
Wehr=
pflicht in England iſt ſo gut wie verloren. Die
Arbeiter ſeien dagegen, das ſtehe außer Zweifel.
Ver=
ſchiedene Vertreter großer Fachvereine haben ſich dahin
unzweideutig geäußert.
Holland und ſeine Kolonien.
* Berlin, 30. Aug. Der frühere holländiſche
Mi=
niſterpräſident Dr. A. Kuyper, der gegenwärtig zur
Kur auf dem Weißen Hirſch bei Dresden weilt, teilte in
einem Brief an einen Mitarbeiter des Berliner
Tage=
blattes u. a. mit: Die Bewegung, um die Niederlande
dazu zu bringen, daß ſie ihre Neutralität aufgeben
und ſich den Vierverbandsmächten anſchließen, habe gar
nichts zu bedeuten. Die Kolonialfrage könne für
ſein Land erſt ſpäter ihre Löſung finden. Hierbei heißt
es in dem Briefe:
„Was das erſte betrifft, ſo waren es nur wenige
Belgier zweiter Klaſſe, die uns mitzuſchleppen verſuchten.
Der höherſtehende Belgier im Gegenteil verſtand von
Anfang an, daß er unſere Gaſtfreiheit nicht
ſchlech=
ter beantworten könnte, denn dadurch, daß er unſere
Neutralität exponierte. Die Belgier erſter Klaſſe taten
dies denn auch in keiner Weiſe, und unſererſeits gab es
keinen einzigen Staatsmann, noch ein etwas
bedeuten=
deres Organ der Preſſe, das nicht gegen jede Schändung
unſerer Neutralität ſich auflehnte.
Anders ſteht es mit der Kolonialfrage. Die
kleineren Großmächte pflegen nur eine kleine Flotte in
ihren Kolonien zu unterhalten, über ihre Kolonien wird
in Europa entſchieden, nicht in den Kolonien ſelbſt. Für
die Niederlande ſteht es nicht ſo. Unſere Stellung in
Europa iſt nicht derart, daß wir im Haag oder in
Am=
ſterdam die Entſcheidung über unſere Kolonien
abwar=
ten könnten. Wir müſſen in unſerem Archipel ſelbſt uns
derart wappnen, daß wir jede Offenſive abwehren
kön=
nen. Ehe der Krieg ausbrach, war der Plan fertig, eine
Flotte von Dreadnoughts für unſeren
Archipel bauen zu laſſen. Jetzt iſt dieſer Plan
vor=
läufig aufgeſchoben worden. Erſt ſoll es auch für uns
ausgemacht werden, ob es Unterſeeboote oder
Dread=
noughts ſein ſollen, wodurch wir unſere Kolonien zu
verteidigen haben.”
Die Balkanſtaaten.
Ein rumäniſchsbulgariſches Abkommen.
* (Zenſ. Bln.) Aus Budapeſt meldet der Berl. Lok.=
Anz.: Aus Bukareſt wird gemeldet: Die Umgebung des
hieſigen bulgariſchen Geſandten iſt dahin verſtändigt
worden, daß ſich die Verhandlungen zwiſchen
Rumänien und Bulgarien in ſehr
fortgeſchrit=
tenem Stadium befinden und in den nächſten Tagen
ab=
geſchloſſen werden dürften. Der Gang der
Verhandlun=
gen verheiße befriedigende Ergebniſſe. Es
gilt als ſicher, daß es gelingen wird, alle ſtrittigen
Fra=
gen zu löſen. Es ſei feſtzuſtellen, daß beide
Regierun=
gen mit größtem Wohlwollen die aufgetauchten
Schwie=
rigkeiten zu beſeitigen beſtrebt waren. Die
Vereinbarun=
gun werden den Durchgangsverkehr über Rumänien
be=
deutend erleichtern, durch deſſen bisherige ſchwerfällige
Abwicklung der bulgariſche Handel viel Schaden erlitt
und häufig Beſchwerden erhob Infolge der neuen
rumäniſch=bulgariſchen Vereinbarungen werden die
Hem=
mungen im Poſtverkehr vollſtändig beſeitigt. Die
rumäni=
ſche Telegraphen=Verwaltung wird mit beſonderer
Für=
ſorge darauf achten, daß die wegen ſaumſeliger
Beför=
derung ihrer Telegramme laut gewordenen Beſchwerden
abgeſtellt werden. Die Dobrudſcha=Siliſtria=Frage wird
durch die Vereinbarungen nicht gelöſt werden, ſie
wer=
den aber hierauf bezügliche Aeußerungen enthalten, indem
die rumäniſche Regierung die Berechtigung der von
Bul=
garien gewünſchten Grenzberichtigung anerkennt. Die
Regelung dieſer Territorialfragen wird bis nach dem
Krieg verſchoben, wo dann eine Kommiſſion eine
bezüg=
liche Vereinbarung nach gründlichem Studium der Frage
feſtſtellen und beiden Staaten unterbreiten wird.
Zu Bulgariens Haltung
berichtet Rudolf Rotheith in der Voſſ. Ztg. aus Sofia:
Die Bedingungen, die der Vierverband an
Bul=
garien für ſeine mazedoniſche Zuſage ſtellte, beſtanden
in der Uebernahme der Verpflichtung, den Krieg an die
Türkei zu erklären. Durch den Beſchluß der jüngſten
Ver=
einbarungen mit der Türkei haben König und Regierung
von Bulgarien kundgegeben, daß ſie dieſe Bedingungen
ablehnen. Die Türkei verlangt von Bulgarien als
Gegen=
leiſtung für die Abtretung von Türkiſch=Thrazien eine
Erweiterung der bisherigen wohlwollenden Neutralität.
* Chiaſſo, 31. Aug. (Zenſ. Frkft.) Die
italieni=
ſche Preſſe, die bisher den Nachrichten über den Abſchluß
des türkiſch=bulgariſchen Abkommens gegenüber
Ungläu=
bigkeit zur Schau getragen hatte, beginnt doch angeſichts
der offiziöſen Neutralitätserklärung im Narodni Prava
und der Weigerung der Regierung, die Sobranje
einzu=
berufen, über die Haltung Bulgariens beſorgt
zu werden. Die Conſulta iſt noch ohne Nachrichten, doch
meldet die Tribuna aus Saloniki, die amtliche
Beſtäti=
gung des Uebereinkommens ſtehe noch aus, aber die
Ge=
rüchte darüber ſeien in ihren Einzelheiten ſo präzis, daß
kaum noch Zweifel über den Abſchluß möglich ſeien. Nach
der Meldung der Tribuna geſteht die Türkei nicht
nur=
eine Grenzberichtigung an der Linie nach Dedeagatſch zu,
ſondern Abtretungen faſt bis zur Linie Enos-Midia.
Angeſichts dieſer Nachrichten muß die Tribuna in einer
Redaktionsnote damit rechnen, daß die Verhandlungen
mindeſtens bei einer abſchließenden Phaſe angekommen
ſind und die bulgariſche Gegenleiſtung gegenüber ſolchen
Abtretungen nicht nur in der Neutralität, ſondern in
Waffenhilfe beſteht. Auch der Corriere della Sera
beklagt, daß die bulgariſchen Abſichten immer unklarer
werden und gibt zu, daß ſich der Balkanhorizont
ver=
finſtert habe.
* (Zenſ. Bln.) Aus Sofia meldet die T. R.:
Zu=
verläſſigem Vernehmen des Univerſul zufolge hat
Bul=
garien die ihm von den Geſandten des Vierverbandes
unterbreiteten vorläufigen Zuſagen Serbiens als nicht
genügend bezeichnet, und auf dieſe unbeſtimmte ſerbiſche
Bereitwilligkeit hin beſtimmte Erklärungen zu geben
ab=
gelehnt.
Serbiens Zugeſtändniſſe.
* (Zenſ. Bln.) Aus Genf wird der Tägl. Rundſch.
gemeldet: Schweizeriſchen Blättern wird aus Niſch
be=
richtet, daß der in Kragujevatz unter dem Vorſitze des
Thronfolgers ſtattgefundene Kronrat, in dem die
Mili=
tärpartei die Mehrheit hat, die Zuſagen Paſitſchs
dahin eingeſchränkt hat, daß die zugeſtandene
Ge=
bietsabtretung an Bulgarien ſo lange
unausge=
führt bleiben muß, als die kroatiſchen und albaniſchen
Entſchädigungsgebiete nicht von Serbien als Fauſtpfand
beſetzt ſind.
Griechenland bleibt neutral.
* (Zenſ. Bln.) Nach einer Meldung der
Südfla=
wiſchen Korreſpondenz aus Athen wird Venizelos der
Kammer einen Neutralitätsbeſchluß des
neuen Kabinetts bekanntgeben.
Japan lehnt ab.
* Japan hat nach einer Depeſche der Neu=Yorker
Staatszeitung aus Tokio die großbritanniſche
Regierung benachrichtigt, daß es unmöglich auf deren
Verlangen, den Handel mit Bürgern feindlicher Nationen
im fernen Oſten zu verbieten, eingehen könne.
Großbri=
tannien hatte vor kurzem eine Verfügung erlaſſen,
wo=
nach den Engländern der Handel mit
deut=
ſchen und öſterreichiſch=ungariſchen
Staats=
ingehörigen in China, Siam und Perſien
ver=
boten werden ſollte. Die japaniſche Regierung, von
der Großbritannien eine ähnliche Maßregel erwartet
hatte, zog führende Geſchäftsleute zu Rate und beſchloß
daraufhin, daß es ſich der Bewegung nicht anſchließen
könnte, und zwar hauptſächlich aus dem Grunde, weil die
japaniſchen Geſetze eine derartige Maßregel nicht
ge=
ſtatten.
Tageskalender 1914
zur Geſchichte des Weltkrieges.
1. September. 10 franzöſiſche Armeekorps zwiſchen
Reims und Verdun zurückgeworfen. — Siegreiche
Schlacht der Armee Auffenberg bei Samosz; 19000
Gefangene, 200 Geſchütze genommen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. September.
* Ordensverleihung. Ihre Königl. Hoheit die
Großherzogin haben dem Ober=Poſtſchaffner
Joſeph Göbel in Langen das Allgemeine Ehrenzeichen
mit der Inſchrift „Für langjährige treue Dienſte” am
Bande des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen.
Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 10,
vom 31. Auguſt hat folgenden Inhalt: 1.
Bekannt=
machung, den Landesausſchuß für die
Kriegsbeſchädigten=
fürſorge im Großherzogtum Heſſen betreffend. 2.
Be=
kanntmachung, die Ergebniſſe aus der Rechnung der
Staatsſchuldenverwaltung für das Rechnungsjahr 1912
betreffend. 3. Ueberſicht über die in den Gemeinden des
Kreiſes Offenbach zu erhebenden Gemeindeumlagen für
das Rechnungsjahr 1915. 4. Ueberſicht über die in den
Gemeinden des Kreiſes Dieburg zu erhebenden
Gemeinde=
umlagen für das Rechnungsjahr 1915. 5. Ueberſicht über
die von Großh. Miniſterium des Innern für das
Rech=
nungsjahr 1915 genehmigte Umlage zur Beſtreitung der
Kommunalbedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinde
Worms. 6. Ueberſicht über die in den iſraelitiſchen
Religionsgemeinden des Kreiſes Offenbach zu erhebenden
Umlagen für das Rechnungsjahr 1915. 7.
Dienſtnach=
richten.
* Militärdienſtnachrichten. Befördert:
Himmel=
reich, Leutn. der Reſ. des Inf.=Regts. Nr. 116 (Bonn),
jetzt im Landw.=Inf.=Regt. Nr. 116, zum Oberleutnant;
Kunkel (Worms), Vizefeldw. im Landw.=Inf.=Regt.
ſtädtiſchen Tanne ſüdlich des Dornheimer Wegs
unter=
halb des Elektrizitätswerks in ſelbſtmörderiſcher Abſicht
mit einem Raſiermeſſer am rechten Ellenbogen
eine Schnittwunde beigebracht. Er wurde infolge
großen Blutverluſtes in bewußtloſem Zuſtande
auf=
gefunden und durch die Sanitätswache mittelſt
Kranken=
automobils in das Städtiſche Krankenhaus verbracht.
§ Brand. Am Montag mittag gegen 12 Uhr
ent=
ſtand in der Räucherkammer im Keller des Hauſes
Erbacher Straße Nr. 7 bei dem Anlegen des Rauches
ein Brand. Durch die herbeigerufene Tagesfeuerwache
iſt der Brand alsbald gelöſcht worden.
Rotes Kreuz.
(Geöffnet von 8—1 und 2—6 Uhr. Bureau der Zentral=
Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 25,
Krankenbeförde=
rungs=Abteilung: Mathildenplatz 20, Fernruf 2576;
Aus=
kunftsſtelle: Rheinſtraße 34, Fernruf 25; Materialien=
Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20; Verpflegungsſtelle
am Hauptbahnhof, Fernruf 216; Kreuzpfennig=Marken:
Neckarſtraße 8, Fernruf 2421.)
Das Geſchäftszimmer des hieſigen Bezirksausſchuſſes
für vermißte und kriegsgefangene Deutſche, das ſich
bis=
her in dem Stadthauſe befunden hat, iſt in das Gebäude
Paradeplatz 3 (Erdgeſchoß) verlegt werden. Die
Ge=
ſchäftsſtunden ſind bis auf weiteres für jeden Werktag auf
vormittags 10—12 Uhr und mit Ausnahme des
Sams=
tags, auf nachmittags 4—6 Uhr feſtgeſetzt.
Dieſer Tage gingen mit beſonderer Gelegenheit
Lie=
besgaben ins Feld an ein heſſiſches Reſerve=Dragoner=
Regiment, ſowie an eine Reſerve=Diviſion im Oſten, und
zwar im Geſamtwert von 4000 Mark.
Arheilgen, 30. Aug. (Unſere
Jungmann=
ſchaft) hat nach einer vierwöchigen Pauſe, während
deren die meiſten Jungmannen mit Eifer ſich an den
Erntearbeiten beteiligten, nun wieder mit den
regel=
mäßig ſtattfindenden Uebungen begonnen. Das an
Sonntagnachmittagen ſtattfindende Exerzieren und die
Uebungen im Gelände nehmen ihren gewohnten
Fort=
gang. Mit heller Freude werden ſtets die Marſch= und
Geländeübungen, ob bei Tage oder Nacht, von unſerer
Jugendwehr begrüßt. Den Marſch fördert vaterländiſcher
Geſang; oft geht es auch unter Vorantritt einer
Muſik=
kapelle hinaus. Seitdem unſere Kolonne einheitliche
Mützen trägt, hat ſich auch die Regelmäßigkeit der
Teil=
nahme weſentlich gebeſſert, und wenn die Führerſchaft
ihre nun beinahe ein Jahr andauernde Arbeit überblickt,
ſo kann ſie es nur mit Befriedigung tun und ſieht in
dem Erfolge einen reichen Lohn ihrer Arbeit. Am
Samstag abend rückte die hieſige Abteilung aus zu
einer Nachtübung, und zeigte es ſich wieder einmal, daß
hier ſtramme und exakte Arbeit geleiſtet wird. Am
kommenden Sonntage findet eine Uebung der geſamten
Kompagnie Nr. 516, die Orte: Arheilgen, Wixhauſen,
Erzhauſen und Meſſel umfaſſend, ſtatt, worauf
Feld=
gottesdienſt abgehalten wird.
— Eberſtadt, 31. Aug. (Konzerte im
Re=
krutendepot.) Ueber das zweite Kirchenkonzert,
welches Mitglieder des Rekrutendepots Eberſtadt
zum Beſten der Kriegsfürſorge veranſtalteten, ſchreibt
man uns: Niemand wird am Sonntag abend
unbefrie=
digt aus dem Kirchenkonzert gekommen ſein. Es war ein
wahrer Genuß, den drei Herren Konzertgebern — dem
Herrn Hoforganiſten Müller aus Darmſtadt, dem
Herrn Opernſänger Tannert vom Stadttheater zu
Heidelberg und dem Herrn Harfeniſten Touſſaint
vom Frankfurter Neuen Theater — zuzuhören. Welch
ſchönes Zuſammenſpiel boten Orgel und Harfe! Herr
Müller zeigte ein feines Verſtändnis für den Altmeiſter
Bach; ſeine Technik zur Ueberwindung der
Schwierig=
keiten Bachſcher Tonſtücke iſt hervorragend. Und wie
weiß er Harfe und Geſang vortrefflich zu begleiten! Herrn
Touſſaints Fingerfertigkeit ließ uns ſtaunen; bei ſeinem
Spiel begreift man, warum einſt Pfalter und Harfe
bei=
einander geweſen ſind. Herr Tannert entzückte abermals
durch ſeine klangvolle, ſichere Stimme. Herzlichen Dank
alſo den drei Herren, denen wir dieſen hohen Genuß
und die Einnahme von 145 Mark zum Beſten unſerer
Kriegsfürſorge zu danken haben.
Roßdorf, 31. Aug. (
Kriegerbegrüßungs=
feier.) Eine ſchlichte Feier zu Ehren der zurzeit auf
Ur=
laub weilenden hieſigen Krieger veranſtalteten am
Sams=
tag die beiden hieſigen Turnvereine im Saale zur Traube.
An einer mit Blumen geſchmückten Tafel hatten 22
Feld=
graue Platz genommen. Turner Seibert begrüßte im
Namen des Turnvereins die Vaterlandsverteidiger und
gedachte hierbei der Heldentaten, die unſere Tapferen in
Oſt und Weſt vollbringen halfen. Er ſchloß mit dem
Wunſche, daß die Zeit nicht mehr allzu fern ſein möge, wo
wir ſie als Sieger ſo geſund und munter für immer
be=
grüßen können, wie dies zurzeit der Fall iſt. Alsdann
wurde „Deutſchland, Deutſchland über alles” geſungen.
Vor Abſingen dieſes Liedes erhoben ſich die Anweſenden
zu Ehren unſerer gefallenen Helden von ihren Sitzen.
Hier=
auf ergriff der allezeit bereitwillige und hochgeſchätzte
Tur=
ner Dr. Baumann das Wort und feierte in einer
zün=
denden Rede die Feldgrauen. In geradezu herrlichen
Worten verſtand es dieſer Herr, den Anweſenden die
Hel=
dentaten unſeres tapferen Heeres und der Flotte von
An=
fang des Krieges bis zur Jetztzeit vor Augen zu führen,
und der brauſende Beifall am Schluſſe ſeiner ſo
glänzen=
den Rede legte Zeugnis ab von der Begeiſterung, die ſeine
Worte verurſacht hatten. Die ſchönen Weiſen des
präch=
tigen Turnerliedes „O, Deutſchland, hoch in Ehren”
klan=
gen hierauf durch den Saal. Kanonier Ruhl dankte im
Namen ſeiner Kameraden für die ſchönen Stunden, welche
die Turner ihnen zu Ehren veranſtalteten. Er freue ſich
ſchon auf den Abend, an dem ſie als Krieger in der Heimat
für alle Zeit begrüßt werden könnten. Herr Bürgermeiſter
Lorenz dankte am Schluſſe den Turnern, daß ſie auf die
Idee kamen, eine ſolche Feier zu veranſtalten, und gab der
Hoffnung Ausdruck, daß das gute Einvernehmen zwiſchen
Turnverein und Gemeinde auch nach dem Kriege ſo
fort=
beſtehen möge, wie dies zurzeit der Fall iſt. Turner
Kaf=
fenberger antwortete hierauf, daß die Turner einen
Dank für dieſe Veranſtaltung nicht beanſpruchten, und
er=
wähnte kurz, daß alles nicht zu vergleichen ſei mit den
Leiſtungen, die unſere Krieger vollbringen. Sichtlich
be=
friedigt, trennten ſich Krieger und Turner mit dem
Be=
wußtſein, einen ſchönen Abend verlebt zu haben.
Leeheim, 31. Aug. (Von der Bürgermeiſterei.)
An Stelle des zum Heeresdienſt einberufenen Herrn
Bür=
germeiſters Schaffner wurde das
Gemeinderatsmit=
glied Herr Heinrich Winter als Verweſer der
Bürger=
meiſterei vom Großh. Kreisamt beſtellt und verpflichtet.
Mainz, 31. Aug. (200 Mark Belohnung.) In
Ebersheim fanden im Juli und Auguſt mehrere
Brände ſtatt, denen vier Scheuern zum Opfer fielen. In
der Nacht zum 2. Auguſt wurde die gefüllte Scheuer des
Landwirts Chriſtoph Herdt 4., ſowie zwei daneben ſtehende
Scheuern, in der Nacht zum 16. Auguſt die Scheuer des
Landwirts Johann Philipp Schäfer eingeäſchert. Es liegt
zweifellos Brandſtiftung vor, wie ſich auch daraus ergibt,
daß bereits in der Nacht zum 19. Juli bei Chriſtoph
Herdt 4. ein Brandſtiftungsverſuch unternommen worden
war. Die Scheuern, die ſämtlich am Rande des Dorfes
iegen, wurden vermutlich von der Feldſeite her durch
Auf=
heben der Dachziegel und Anzünden des darunter
liegen=
den Strohes in Brand geſetzt. Der oder die Täter ſind
nicht ermittelt. Es iſt anzunehmen, daß es ſich um einen
Einwohner von Ebersheim handelt. Die
Staatsanwalt=
ſchaft Mainz hat eine Belohnung bis zum Betrage von
200 Mark für diejenigen ausgeſetzt, die Tatſachen
mit=
teilen, die die Ergreifung des Täters herbeiführen. — (
Er=
werbung der Vorortbahnen.) Eine
nichtöffent=
liche Stadtverordnetenverſammlung findet Donnerstag
ſtatt. Der einzige Punkt der Tagesordnung iſt: Abſchluß
eines Vertrages mit der Süddeutſchen Eiſenbahn=
Geſell=
ſchaft wegen Erwerbung der Vorortbahnen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 31. Aug. Die 31 Jahre
alte Kolonialwarenhändlerin Martha Klauß wurde
heute vormittag in Weißenſee im Vorratsraum ermordet
aufgefunden. Sie ſcheint durch einen Meſſerſtich hinterm
rechten Ohr getötet worden zu ſein.
Wiesbadlen, 30. Aug. (Des
Oberbürger=
meiſters ſchöne Tat.) Den Wiesb. N. Nachr.
ſchreibt ein Leſer: Ich war vorige Woche in Würzburg
auf dem Hauptbahnhof. Eine Erſatzabteilung unſerer
wackeren Landſtürmer rückte gerade ins Feld. Rührende
Abſchiedsſzenen ſpielten ſich ab. Es war ein ungeheures
Gedränge, beſonders am Schanktiſch, und die feldgraue
Menge bemühte ſich vergebens, noch den letzten
wohlver=
dienten Abſchiedstrunk vor der Fahrt zu erhaſchen. Da
ertönte an einem Seitentiſch eine kräftige Stimme: „Hier
Bier!‟ Ein Herr ſtand an einem Faß, zapfte raſch ein
Maß nach dem anderen und reichte ſie den durſtigen
See=
len. „Koſtet?‟ — „Nichts!” war die Antwort. Als das
Faß leer war, war die Zeit der Abfahrt herangekommen.
Der freundliche Spender, der ſo durch ſein ſchönes
Ein=
greifen unſeren tapferen Kriegern die Abſchiedsſtunde
verſüßen half, war — Geheimrat Gläſſing, der
Oberbürgermeiſter von Wiesbaden.”
Altenburg, 31. Aug. (Ein Bürgermeiſter
verhaftet. Bürgermeiſter Tell (Altenburg) wurde
ſeines Amtes enthoben, da er ſich bei der Ausfertigung
von Urkunden Unregelmäßigkeiten zuſchulden kommen
ließ.
Wien, 31. Aug. (Der Polarforſcher Julius
von Payer) iſt geſtern früh in Veldes (Oberkrain)
geſtorben.
Landwirtſchaftliches.
Kurzer Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtsſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrates
vom 24. bis 30. Auguſt 1915.
Auch in der letzten Woche iſt die Preisregelung der
Gerſte für Kontingentbetriebe noch nicht zum Abſchluß
ge=
kommen. Es ſcheint der Gerſteverwertungsgeſellſchaft
bis=
her nur in Bayern gelungen zu ſein, Handel und
Land=
wirtſchaft unter einen Hut zu bringen. Wenn hier die
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften ſich mit dem
Preis=
angebot der Geſellſchaft zufrieden erklärt haben, ſo iſt
dies mit Rückſicht auf die kleinen Brauereien auf dem
Lande in Bayern erfolgt. Für den Norden und Oſten
erſcheint es uns ausgeſchloſſen, auf dieſer Preisbaſis Gerſte
für Kontingentbetriebe herauszulocken. Die Brauereien
werden ſich deshalb überlegen müſſen, ob ſie lieber einen
höheren Preis zahlen wollen als Gefahr zu laufen, daß
die Gerſte verſchrotet und verfüttert wird. Die Regelung
der Bezugsſcheine iſt in der Weiſe erfolgt, daß dieſelben
entſprechend dem ermäßigten Kontingent von 60 Prozent
zugeteilt werden und daß hierbei der Umrechnungsſatz
von 100: 133½ gilt, d. h. für 100 Kg. Malzverbrauch wird
ein Bezugsſchein von 133½ Kg. Gerſte ausgegeben. Ueber
die Bezugsſcheine verfügt ausſchließlich die
Gerſteverwer=
tungsgeſellſchaft, ſodaß der Einkauf von Qualitätsgerſte
nur auf Grund einer Kontingentsabſchreibung bei dieſer
Geſellſchaft erfolgen kann. Nach der
Bundesratsverord=
nung vom 19. Auguſt darf Saatgut von Brotgetreide nur
mit Genehmigung des Kommunalverbandes zu
Saat=
zwecken veräußert werden, und zwar an Empfänger
außerhalb des Kommunalverbandes nur dann, wenn der
empfangende Kommunalverband der Anrechnung auf
ſei=
nen Bedarfsanteil oder auf die feſtgeſetzten und an die
Reichsgetreideſtelle abzuliefernden Mengen zugeſtimmt hat.
Nach der Bundesratsverordnung vom 26. Auguſt dürfen
Erbſen, Bohnen, Linſen (Hülſenfrüchte) nur durch die
Zen=
traleinkaufsgeſellſchaft in Berlin abgeſetzt werden. Der
Uebernahmepreis darf bei Erbſen nicht 60 Mk. für den
Doppelzentner, bei Bohnen nicht 70 Mk. und bei Linſen
nicht 75 Mk. überſteigen.
Auf dem Getreide= und Futtermittelmarkt herrſchte
in der erſten Hälfte der Berichtswoche zum Teil eine
et=
was gedrückte Stimmung, da man jeden Tag auf
Maß=
nahmen der Regierung gegen Rumänien gefaßt war. Da
dieſelben nicht erfolgten, ſetzte in der zweiten Hälfte eine
etwas feſtere Haltung ein. Prima Maisqualitäten
er=
zielten 595—612 Mk., Perlmais 607—622 Mk., beſchädigte
Sorten erzielten 500—580 Mk., Lieferung
Auguſt/Septem=
ber 540 Mk. Dresden. Für geſunden Mais forderte man
585—590 Mk. und für leicht beſchädigten Mais 555—570
Mark ab Paſſau, Regensburg oder München. Für in
Mannheim disponiblen Einquantinomais wurden
bahn=
frei Mannheim 590 Mk. verlangt. Ausländiſche Gerſte
blieb ſtill, aber zu 680 Mk. loko und Auguſt/September
660 Mk. Dresden geſucht. Ausländiſche Gerſte mittel
notierte 720—749 Mk. Ab Dresden oder Paſſau forderte
man 670 Mk. für ausländiſche Gerſte. In Mannheim
disponible rumäniſche Gerſte wurde zuletzt mit 685 Mk.
notiert. Rumäniſcher Weizen notiert per
Auguſt/Septem=
ber 700 Mk., loko Dresden 750 Mk. Am Mehlmarkte war
die Stimmung ruhig und das Angebot nur gering. Man
offerierte Weizenmehl, aus rumäniſchem Weizen
herge=
ſtellt, unter der Bedingung, daß derſelbe eintrifft und
von der Beſchlagnahme freigegeben wird, zu 100 Mk. die
100 Kg. ab Danzig. Für Roggenmehl. 82prozentige
Aus=
mahlung, forderte man 60,50 Mk. für die 100 Ka.
waggon=
frei Danzig. Maniokamehl war zu 59—60 Mk. offeriert.
Maismehl iſt zu 62—64 Mk., Kartoffelmehl zu 65—66 Mk.
und weißes gebeuteltes Tapiokamehl zu 80—85 Mk. im
Markte. Ausländiſche Kleie notierte 495—530 Mk.,
Kokos=
kuchen 600—650 Mk., Reiskleie 250—300 Mk., Gerſtenkleie
500—630 Mk., K=Futter 430—435 Mk., gedarrte Eicheln,
geſchält, 525 Mk., Fiſchmehl 475 Mk., Erdnußkleie 310 Mk.,
Rapskuchen 485 Mk. und Palmkernmehl 585 Mk.
Hülſen=
früchte hatten weiter ſchwachen Markt. Angeboten waren
bulgariſche weiße Bohnen, in Dresden fällig, zu 83 Mk.
die 100 Kilogramm ab Dresden.
Der Krieg.
Der öſterreichiſch=ungariſche
Tagesbericht.
* Wien, 31. Aug. Amtlich wird verlautbart,
31. Auguſt:
Ruſſiſcher Kriegsſchauplatz.
Der nördlich und nordöſtlich von Luck angetroffene
Gegner wurde geſtern unter heftigen Kämpfen nach Süden
zurückgeworfen. Er ließ 12 Offiziere, über 1500
Mann, 5 Maſchinengewehre, 5 Lokomotiven,
2 Eiſenbahnzüge und viel Kriegsmaterial in unſerer
Hand. Auch bei Swiniuchy Gorochow,
Raſie=
chow und Turz zwangen unſere Truppen die Ruſſen,
den Rückzug fortzuſetzen. Mit gewohnter Tapferkeit
er=
ſtürmten im Raume ſüdlich von Raſiechow die
Regi=
menter der Budapeſter Heeresdiviſion eine ſtark verſchanzte
Linie.
An der Strypa wird um die Uebergänge gekämpft
wobei die Ruſſen unſere Verfolgung an einzelnen
Punk=
ten durch heftige Gegenſtöße aufhielten.
Am Dnjeſtr und an der beßarabiſchen
Grenze nichts neues.
Unſere nördlich Kobryn kämpfenden Streitkräfte
drangen bis Pruszany am oberen Muchawiec vor.
Italieniſcher Kriegsſchauplatz.
Auch geſtern fanden an der Südweſtfront keine
Kämpfe von Belang ſtatt. Zwei feindliche Vorſtöße bei
San Martino, dann je ein Angriff auf den Südteil des
Tolmeiner Brückenkopfes und auf unſere Flitſcher
Tal=
ſtellung wurden abgewieſen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabs:
v. Höfer, Feldmarſchalleutnant,
Die Lage im Oſten.
Die Verfolgung der Ruſſen.
* London, 31. Aug. Die Times melden aus
Peters=
burg: Militärs glauben, daß die entſchloſſene
Of=
fenſive des Feindes nicht gegen das ZZentrum,
ſondern gegen die Flanken der ruſſiſchen
Ar=
mee ſich richten werde, was ſich aus den fortgeſetzten
Vor=
ſtößen in der Richtung Friedrichſtadt und der
wich=
tigen Wiederaufnahme ſeiner Tätigkeit vor Wladimir=
Wolynski in der Richtung auf Kiew ergebe. Man
hält jedoch Kiew nicht für bedroht, da es das Hauptziel
des Feindes ſei, die ruſſiſchen Armeen gänzlich zu ſchlagen,
was freilich bisher völlig mißlungen ſei. Die Ruſſen
be=
haupten hartnäckig die Gebiete zwiſchen Bialyſtok und
Wilna, bis der Rückzug von der Njemen=Linie
voll=
endet ſei.
IU. Berlin, 31. Aug. Der Kriegsberichterſtatter
des Berl. Tagebl. meldet aus dem K. und K.
Kriegs=
preſſequartier: Die Heeresgruppe des Prinzen Leopold
von Bayern gewann parallel der Bahnſtrecke nach
Wokolwisk weiter Raum. Ihr rechter Flügel nahm im
Verein mit öſterreichiſch=ungariſchen Truppen
Szeres=
zowo nordöſtlich der Bahnlinie nach Minsk, und
ver=
folgt den geſchlagenen Feind am Pruganz. Die
Heeres=
gruppe Mackenſen rückte bereits 50 Kilometer über
Breſt=Litowsk hinaus und paſſierte den Knotenpunkt
Za=
binka, wodurch die Linie nach Pinsk von der nach
Minsk abgeſchnitten wurde. Die Armee Puhallo nähert
ſich Luck. Die Armeen Böhm=Ermolli, Graf Bothmer
und der linke Flügel der Truppen Pflanzer=Baltins ſind
20 Kilometer öſtlich der Zlota=Lipa vorgedrungen und
haben den Gegner zum größten Teil ſchon hinter den Fluß
und die Teichlinie der Strypa zurückgeworfen.
Im Nordoſten vollzieht ſich unſere Unternehmung
programmäßig. Soviel über die Tätigkeit der unter
öſterreichiſch=ungariſchem Oberbefehl ſtehenden Streitkräfte
bekannt gegeben wird, beſteht dieſe in der
anhalten=
den Verfolgung der Ruſſen ſüdlich der
Rokitno=
ſümpfe bis zum Dnjeſtr. und in der allgemeinen Offenſive.
Die hierüber vorliegenden Nachrichten ſprechen von
hef=
tigen Kämpfen an der ganzen Front, die aber ſtets mit
dem Zurückdrängen des Feindes enden. Das Rennstal
an der Strypa, etwa 60 Kilometer von der
oſtgaliziſch=
ruſſiſchen Grenze entfernt, iſt bereits zum größten Teil
er=
reicht, der Feind darüber hinaus nach Oſten abgedrängt
worden.
Aufgabe der Feſtung Grodno?
TU. Vonderſchweizeriſchen Grenze, 31. Aug.
Der Temps will wiſſen, daß laut einem amtlichen
Tele=
gramm aus Petersburg die Feſtung Grodno, nachdem
ſie ihre Aufgabe als Stützpunkt der noch dort ſtehenden
ruſſiſchen Armeen erfüllt habe, gleichfalls aufgegeben
wer=
den ſoll. (Dann wird eben unſere Einſchließung ſchon ſo
weit vorgeſchritten ſein, daß ſchleuniger Rückzug geboten
iſt. D. Red.)
Die Schweizer Preſſe über den Durchbruch
an der Zlota=Lipa.
TU. Zürich, 31. Aug. Die Zürcher Preſſe betrachtet
den Durchbruch durch die ruſſiſchen Linien an der Zlota=
Lipa als Einleitung zur vollſtändigen
Wie=
deroberung Galiziens. Die Zürcher Poſt ſchreibt:
Auf die Geſamtſituation macht der Sieg erſt eine
befrie=
digende Würdigung, wenn die ruſſiſche Südarmee durch
ſtärkere Truppenabgabe nach Norden bedeutend geſchwächt
ſo weit zurückgedrängt werden kann, daß für die
Verbün=
deten der Zugang zu Rowno frei wird. Die Neue Zürcher
Zeitung iſt der Anſicht, daß die Verbündeten an der
Lan=
desgrenze kaum ſtehen bleiben, ſondern in erſter Linie die
Wolhynien=Feſtungen erreichen und das
ruſ=
ſiſche Heer niederkämpfen werden, ſodaß ſie nichts mehr
zu befürchten haben.
Betrachtungen der engliſchen und
franzö=
ſiſchen Preſſe.
* London, 31. Aug. Die Morning Poſt
mel=
det aus Petersburg unter dem 29. Auguſt: Es iſt faſt
nichts zu verzeichnen, was die Einförmigkeit des
allgemeinen Rückzuges der Ruſſen
unter=
bricht. Die Nachricht, daß die Ruſſen die Feſtung Breſt
und die Brücken zerſtört haben, nachdem ſie die
militäri=
ſchen und anderen Vorräte entfernt hatten, hat eine große
Erleichterung verurſacht. Es iſt eine Empfindung wie nach
dem Zahnziehen, es tat weh, aber es beſſert die
all=
gemeine Lage; die Kämpfe dauern fort, aber iſoliert, ohne
daß die Deutſchen eine große Schlacht erzwingen können.
Man erwartet, daß der Kampf, den die meiſten
demokra=
tiſchen Länder moraliſch nicht aushalten könnten, zwei
oder drei Monate dauert, wo dann der Feind in dem
verwüſteten Lande dem ruſſiſchen Winter
gegen=
überſteht.
* London, 31. Aug. Die Times meldet: Die
Räu=
mung von Breſt=Litowsk vollendet die
Be=
ſetzung von Polen durch den Feind. Der Wert von
Breſt liegt teilweiſe in den Eiſenbahnen. Die Ruſſen
machten jedenfalls die Eiſenbahnen möglichſt
unbrauch=
bar, aber Bahnen laſſen ſich ſchwer für lange Zeit
zer=
ſtören. Während die Deutſchen ihre rückwärtigen Ver
bindungen verbeſſern, werden die Möglichkeiten
eines ruſſiſchen Rückzuges beſchränkter.
Die Bahnlinie Wilna-Petersburg muß bald an einem
bedrohlichen Punkt durchbrochen werden. Die ſtarken
ruſ=
ſiſchen Streitkräfte, die ſich auf Grodno ſtützten, mögen
ſich in ſehr ſorgenvoller Lage befinden. Die Benutzung
der Straßen wird durch die erzwungene Flucht der
Zivil=
bevölkerung erſchwert. Der deutſche Vormarſch iſt
nicht ſo langſam, wie öfters geſagt wurde. Die
Times gibt zu, daß die ruſſiſchen Hauptkräfte noch nicht
außer Gefahr ſeien, hofft aber, daß ſie die neue Linie ohne
gefährliche Beläſtigung erreichen werden.
TU. Paris, 31. Aug. Die Räumung von Breſt=
Litowsk wird von der hieſigen Preſſe als
ſchmerz=
liche Notwendigkeit bezeichnet, die aber die
allge=
meine Lage nicht ändere, da es dem Großfürſten wiederum
gelungen ſei, ſeine Armeekorps aus der Falle zu ziehen,
mithin der deutſche Plan, die Vernichtung der ruſſiſchen
Armee, als geſcheitert zu betrachten iſt. Der Fall von
Breſt=Litowsk eröffnet eine neue Etappe des ruſſiſchen
Feldzuges, deren weiteren Verlauf zur gegenwärtigen
Stunde noch niemand beurteilen könne. Man fragt ſich,
ob die Deutſchen die Verfolgung der geſchlagenen ruſſiſchen
Armeen nun weiter fortſetzen werden, oder ob ſie nach
dem wirklich ſehr bedeutenden Erfolg, den ſie auf der
ruſſiſchen Front errungen haben, nicht verſuchen werden,
die Entſcheidung auf einer anderen Front herbeizuführen.
Dank des Kaiſers an die Bug=Armee.
* Breslau, 31. Aug Die Schleſiſche Zeitung
ver=
öffentlicht folgenden Dank des Kaiſers an die
Bug=Armee: Dem General v. Linſingen,
Ober=
befehlshaber der Bug=Armee ging vom Kaiſer nach der
Einnahme von Breſt=Litowsk durch dieſe Armee folgende
Allerhöchſte Order zu: Mit Dank für die hocherfreuliche
Meldung von der Einnahme von Breſt=Litowsk erſuche
ich Sie, den braven Truppen der Bug=Armee für ihre
Hingabe, Tapferkeit und Ausdauer meine höchſte
Aner=
kennung und Dank mitzuteilen. Wilhelm, I. R. —
Dieſe Order gab General von Linſingen mit folgendem
Zuſatz ſeiner Armee bekannt: Ich bringe dieſen Ausdruck
Allerhöchſter Anerkennung zur Kenntnis der Armee, mit
dem Vertrauen, daß die gewaltigen Marſch= und
Gefechts=
leiſtungen der braven Truppen der Bug=Armee, welche in
Verbindung mit den nördlich vordringenden Armeen den
Feind zur Aufgabe der Feſtung zwangen, zur
völli=
gen Vernichtung des Gegners beitragen
werden. gez.: v. Linſingen.
Außerordentlicher Kronrat in Zarskoje Selo.
TU. Haag, 31. Aug. Wie aus Petersburg
ge=
meldet wird, findet am Donnerstag in Zarskoje Selo
ein außerordentlicher Kronrat ſtatt, bei dem
der Zar den Vorſitz führen wird.
Der Zar verläßt Petersburg.
TU. Wien, 31. Aug. Die Korreſpondenz
Rund=
ſchau meldet, nach zuverläſſigen Informationen herrſche
in maßgebenden Petersburger Kreiſen Verwirrung. Am
Zarenhofe regiert gegenſeitiges Mißtrauen,
wie nie zuvor. Hartnäckig behauptet ſich das
Ge=
rücht, die Zarin und ihre Kinder hätten Zarskoje Selo
bereits verlaſſen. Der Zar werde von ſeiner Reiſe an
die Front nicht mehr nach Petersburg zurückkehren,
ſon=
dern ſich zu ſtändigem Aufenthalt nach Kaſan begeben,
da man Moskau nicht für genügend ſicher erachtet.
Bevorſtehende Verlegung der Duma=Sitzungen
nach Moskau.
TU. Wien 31. Aug. Das Deutſche Volksblatt
meldet über Kopenhagen aus Petersburg: Im
Al=
tersausſchuß gab der Dumapräſident die Möglichkeit einer
bevorſtehenden Verlegung der Dumaſitzungen nach
Mos=
kau bekannt.
Ruſſiſche Barbarer.
* Wien, 30. Aug. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird gemeldet: Zu den zahlreich vorhandenen Beweiſen
der barbariſchen, völkerrechtswidrigen Behandlung
un=
ſerer Kriegsgefangenen ſeitens der Ruſſen iſt ein neues
Dokument hinzugekommen: Der Gefreite Alfred Schlagg
und der Infanteriſt Hugo Trunk, beide dem
öſterrei=
chiſchen Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 4 angehörig
gerieten am 28. Januar beim Duklapaß in ruſſiſche
Ge=
fangenſchaft, entwichen jedoch und ſchlichen ſich ſpäter in
Verkleidung zu unſeren Truppen durch; ſie ſagen aus,
daß ſie nach Gefangennahme gänzlich ausgeraubt
wur=
den und ihnen ſogar das letzte Stück Brot abgenommen
wurde, ſodaß ſie während des Marſches gegen Lemberg
vier Tage lang ohne jedwede Verpflegung blieben und
nur von den Gaben der Zivilbevölkerung lebten. Nach
der Gefangennahme wurden Schlagg und Trunk in einer
Scheune interniert. Plötzlich hörten ſie in unmittelbarer
Nähe mehrere Schüſſe krachen. Schlagg lief aus der
Scheune hinaus und ſah, daß 13 Mann ſeines Regiments
mit rückwärts gebundenen Händen auf Befehl eines
ruſſi=
ſchen Majors erſchoſſen wurden. Die beiden Soldaten
ſind bereit, vorſtehende Angaben eidlich zu bekräftigen.
Das große Loch im ruſſiſchen Budget.
* Petersburg, 30. Aug. Nach dem Rjetſch
ver=
handelte die Duma am 24 Auguſt über die
Einfüh=
rung der Einkommenſteuer. Die betr. Vorlage
hat bereits acht Jahre bei der Duma gelegen, aber
ver=
mögende oktobriſtiſche und nationaliſtiſche Kreiſe
verhin=
derten die Beratung Der Rjetſch fürchtet, daß, ſelbſt
wenn die Duma ſie jetzt annähme, der Reichsrat ſie
verwerfen würde. Aus den Reden ſind die
Aus=
führungen des Berichterſtatters der Kommiſſion,
Posni=
koff, hervorzuheben, daß Rußland heute ein
ſechs=
mal größeres Defizit habe als veranſchlagt ſei,
nämlich 300 Millionen Rubel. Er kritiſierte die
Maß=
regeln des Finanzminiſters ſcharf, der einfach alle
Steuern erhöht habe; das Ergebnis ſei durchaus
unzureichend, da ein großer Teil der Steuern weg=
falle. Dafür ſind unſinnige Steuern,
beiſpiels=
weiſe Transportſteuern, eingeführt, die direkt ſchädigend
auf den Verkehr einwirkten. Der Kadett Welikoff ſtimmte
den Worten Lloyd Georges bei, daß die
deut=
ſchen Siege dem ruſſiſchen Volke die
Frei=
heit brächten und hob beſonders die Aufhebung des
Bkanntweinmonopols hervor, wodurch Rußland zur
Nüchternheit geführt werde, ferner die Anfänge einer
Miniſterverantwortlichkeit und einer, wenn auch
verſpäte=
ten, Autonomie Polens, ſowie eine gerechte Beſteuerung
der Bevölkerung nach dem Einkommen.
Ruſſiſches.
* Wien, 31. Aug. Nach Meldungen Warſchauer
Blätter haben die Ruſſen vor ihrem Rückzuge viele
Hunderte von unmündigen polniſchen
Kindern in das Innere des Reiches
ver=
ſchleppt, um ſie dort als Ruſſen zu erziehen. Dieſe
Schulkinder gehörten einer in Polen und Galizien
weit=
verbreiteten jüdiſchen Organiſation an und wurden bei
einer gemeinſamen Uebung von ruſſiſchen Poliziſten
um=
zingelt und entführt..
* Petersburg, 31. Aug. Der Reichsrat
nahm die von der Duma am 15. Auguſt angenommene
Geſetzesvorlage an, durch die eine gemiſchte Kommiſſion
für Gutachten zur Verbeſſerung des
Heeres=
bedarfs geſchaffen wird und die Maßnahmen zur
öffentlichen Lebensmittelverſorgung mit den
Transport=
möglichkeiten in Uebereinſtimmung gebracht werden.
Da=
bei erklärte der Reichsrat ſeine Uebereinſtimmung mit
dem Wunſche Maxim Kowalewskys, daß
Vertre=
ter der Arbeiter, Ingenieure und Techniker in den
Kom=
miſſionen ſitzen ſollten.
Fliegerangriff auf Paris.
TU. Paris, 31. Aug. Ueber einen deutſchen
Fliegerangriff auf Paris berichten Lyoner
Blät=
ter folgende Einzelheiten: Es war gegen 11 Uhr
vormit=
tags, als drei Kanonenſchüſſe des Forts Ecouen der ſehr
beunruhigten Bevölkerung von Monmorenoy und
Um=
gebung anzeigten, daß feindliche Flieger in der
Nähe ſeien. Ein Aviatik=Flugzeug, das in der Richtung
nach Paris flog, wurde geſichtet, und bald bezeichneten
kleine weiße Wölkchen in der Luft den Flug des
feind=
lichen Apparates, der ſich in dieſem Augenblick in etwa
2000 Meter Höhe befand. Die ganze Bevölkerung eilte
ins Freie, und bald entdeckte man zwei weitere Flugzeuge.
In demſelben Moment kam das erſte Flugzeug wieder
zurück und warf, ſowie die beiden anderen, eine große
An=
zahl 80= und 100=Millimeter=Bomben ab, die nur
unbe=
deutenden Materialſchaden anrichteten und zwei
Perſonen leicht verletzten. Zu gleicher Zeit
nahmen die franzöſiſchen Flugzeuge die Verfolgung der
deutſchen Flieger auf, während das Fort Ecouen donnerte
und ſeine eiſernen Grüße den ſchnell enteilenden Feinden
nachſandte.
Die entſchwundenen Hoffnungen der
Entente=
genoſſen.
* London, 31. Aug. Die Daily News erinnert in
einem Leitaxtikel an den 30. Auguſt 1914, an dem nahezu
alles verloren ſchien, und ſagt: Die Schlacht an der
Marne und der erfolgloſe Winterfeldzug der Deutſchen
ſteigerte unſere Erwartungen zu ſehr. Jetzt iſt der
Himmel wieder voll ſchwarzer Drohung,
Der Sommer ſah eine unerwartete,
überwälti=
gende Wiederherſtellung der Macht des
Feindes. Das Blatt erblickt die Urſache des
Um=
ſchwunges nicht in der numeriſchen, ſondern in der
indu=
ſtriellen Ueberlegenheit Deutſchlands. Der
relative Fehlſchlag der Verbündeten lag nicht in dem
Mangel an Fähigkeit, genügende Truppen aufzubringen,
ſondern dieſe zu verſorgen. England allein ſei auf der
Seite der Verbündeten imſtande, dieſe Aufgabe zu erfüllen.
Der wirkliche Krieg werde nicht in den Schützengräben,
ſondern von der Induſtrie ausgefochten. Die
Anhän=
ger der Wehrpflicht richteten ihre verhängnisvollen
Angriffe gegen die induſtrielle Kraft Englands.
Die engliſche Politik des Gleichgewichts der
Mächte.
* London, 31. Aug. Der Economiſt erörtert
die Theorie vom Gleichgewicht der Mächte
und betont, daß Gladſtone und Salisbury ſich dieſe
Dok=
trin nicht zu eigen gemacht haben würden. Er ſagt: Die
Zerſchmetterung Deutſchlands und die
Zerſtückelung Oeſterreichs könne von keinem,
der Engliſch verſtehe, als die Politik der Erhaltung des
Gleichgewichts vertreten werden. Der Artikel ſchließt mit
den Worten: Wenn das Gleichgewicht überhaupt einen
Sinn hat, und den Geiſt und die Ziele der britiſchen
Politik darſtellt, mag der Friede nicht ſo entfernt oder
ſo ſchwer erreichbar ſein, als manche Leute denken.
Europa war ſicherlich 1715 oder 1813 der Erſchöpfung
nicht näher als 1913. Wenn es unſere Abſicht iſt, das
Gleichgewicht auf der Grundlage von 1869 oder 1913
her=
zuſtellen mit ſolchen Abwandlungen im Orient, die den
Wünſchen kleiner Nationen genügten, ſo könnte das Ziel
in verhältnismäßig naher Zukunft erreicht werden, ohne
daß man ſich aus einer heilbaren Erſchöpfung in
unheil=
bares Elend und Bankerott ſtürzte. (Der Economiſt irrt;
es handelt ſich bei einem künftigen Friedensſchluß darum,
dieſes von England künſtlich herbeigeführte Gleichgewicht
für immer zu beſeitigen, damit Englands ſeither geübte
Praxis ein für allemal unmöglich gemacht iſt.
Auch=
werden diesmal nicht Balkanſtaaten oder gar die Türkei,
ſondern England und Genoſſen die verlorene Partie
be=
zahlen. D. Red.)
Die Arbeiterſchwierigkeiten in Südwales.
* London 31. Aug. Die Times meldet aus
Car=
diff: Wenn die Arbeiterführer nicht Zugeſtändniſſe von
den Miniſtern erhalten, ſo ſind Schwierigkeiten
kaum zu vermeiden. Die Vorbereitungen
für einen allgemeinen Ausſtand werden
plan=
mäßig getroffen. Die Abgeordneten der für Dienstag
ſtattfindenden Beſprechung erhalten den Auftrag, gegen
die Unterzeichnung des Lohnabkommens zu ſtimmen, wenn
ihre Forderungen nicht bewilligt werden; die Ablehnung
der Unterzeichnung wird ein Zeichen für eine Erneuerung
des Ausſtandes ſein. Die Tatſache, daß der ausführende
Ausſchuß von örtlichen Ausſtänden abrät, verſtärkt die
Einigkeit zu einem wirkſamen Auftreten, falls die
Lon=
doner Verhandlungen ſcheitern.
England mildert die Blockadebeſtimmungen.
* Waſhington, 31. Aug. (Reuter.) Der
bri=
tiſche Botſchafter hat dem Staatsdepartement
mit=
geteilt, daß Großbritannien die Durchfuhr
ge=
wiſſer Güter durch das Blockadegebiet, die
in Oeſterreich=Ungarn und Deutſchland beſtellt worden
ſind, zugeſtehen werde.
* Waſhington, 31. Aug. Das Reuterſche Bureau
meldet noch über das britiſche Zugeſtändnis,
Waren für Amerika durch das Blockadegebiet
durchzulaſ=
ſen: Als Beweis, daß Großbritannien wünſche, bei der
Durchführung der Blockade Deutſchlands jede Rückſicht
auf die Intereſſen der Neutralen zu nehmen, machte der
britiſche Botſchafter heute dem Staatsdepartement
Mit=
teilung von gewiſſen Zugeſtändniſſen, deren Zweck ſei,
den Klagen einiger amerikaniſcher
Impor=
teure abzuhelfen, deren Weihnachtshandel durch das
Ausbleiben in Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn
be=
ſtellter Güter leiden würde. Der Botſchafter erklärte,
Großbritanniens Abſicht ſei, das Paſſieren von Gütern,
die bei deutſchen und öſterreichiſchen
Fir=
men beſtellt ſeien, durch die Blockadelinien
zuzuge=
ſtehen. Bisher war hierfür nötig, daß das Geld für die
Waren ſchon erlegt war. Alles, was jetzt notwendig iſt,
ſei, dem britiſchen Botſchafter in Waſhington einen
Be=
weis für den Ankauf vorzulegen. Man glaubt, daß
hier=
durch die Einfuhr ſehr erleichtert wird. Der britiſche
Botſchafter ſtellt die Berichte in Abrede, die mit der
Ab=
ſicht in Umlauf geſetzt ſeien, bei den verantwortlichen
Stellen Mißſtimmung zu erzeugen. Er lenkt dabei die
Aufmerkſamkeit auf die Bekanntgabe der britiſchen
Regie=
rung vom 14. April, in der das Angebot gemacht wird,
zwei Schiffsladungen Farbſtoffe
durchzulaſ=
ſen, die durch Baumwollieferungen an Deutſchland
be=
zahlt ſind, vorausgeſetzt, daß ſie über Rotterdam unter
neutraler Flagge verfrachtet und an den Staatsſekretär
des Handelsamtes zur Verteilung an die Textilinduſtrie
adreſſiert ſind. In der Erklärung wird darauf
hinge=
wieſen, daß das Angebot, welches von Deutſchland
zu=
rückgewieſen worden ſei, noch immer gelte.
Die Munitionsladung der „Luſitania‟.
* London, 31. Aug. Der Labour Leader macht
dar=
auf aufmerkſam, daß die Daily News am 4. Auguſt
in einer Jahresüberſicht des Krieges ſagte: Es wird
nicht geleugnet, daß die „Luſitania”
Muni=
tion an Bord führte, die bei der Unterſuchung als
Banngut erklärt worden wäre. Es hätten keine
Ein=
wände erhoben werden können, wenn ein
deut=
ſcher Kreuzer ſie erbeutet hätte. Der Leitartikel der Daily
News aber ſagte, die Deutſchen rechtfertigten das
Ver=
ſenken mit der erledigten Fabel, daß ſie Munition an Bord
hatte.
Italieniſche Berichterſtattung.
Wien, 30. Aug. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird gemeldet: Im italieniſchen amtlichen Bericht vom
26. Auguſt wird behauptet, daß öſterreichiſch=ungariſche
Truppen im Seebachtale durch Schrapnells der
italieni=
ſchen Artillerie überraſcht, regellos die Flucht ergriffen
hätten. Die ganze Mitteilung iſt willkürliche
Er=
findung. — Im italieniſchen amtlichen Bericht vom
28. Auguſt wird über einen Sturm öſterreichiſch=ungariſcher
Truppen gegen ein Wäldchen an der Straße von
Strauſſina nach San Martino berichtet, bei welchem es
zum Handgemenge und zur Flucht der öſterreichiſch=
un=
gariſchen Truppen gekommen wäre. Die ganze Meldung
iſt glatt erfunden. In Wirklichkeit wurden die
ita=
lieniſchen Abteilungen längs der Straße durch
öſter=
reichiſch=ungariſches Artilleriefeuer zur fluchtartigen
Räu=
mung ihrer Deckungen gezwungen. Im Laufe des
Mor=
gens des 28. Auguſt ſetzte der Gegner ſtärkere Kräfte in
viermaligem Sturm entlang der beſagten Straße an. Um
7 Uhr drangen zwar feindliche Kräfte in unſere Stellungen
ein, wurden jedoch ausnahmslos unter
ſchwe=
ren Verluſten geworfen. Unſere Stellungen ſind
überall feſt in unſerer Hand. Ueber 200 italieniſche
Lei=
chen liegen vor unſeren Hinderniſſen; unſere Verluſte ſind
17 Verwundete.
* Wien, 31. Aug. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird gemeldet: Im italieniſchen
Generalſtabs=
bericht vom 21. Auguſt wird behauptet, daß ein
Ge=
ſchwader öſterreichiſch=ungariſcher Flugzeuge die Stadt
Udine überflogen hat, daſelbſt 14 Bomben abwarf,
fünf Einwohner, darunter eine Frau, ein Mädchen und
drei Karabinieri tötete und auch Privathäuſer beſchädigte.
Die Meldung iſt tendenziös. Das
öſterreichiſch=
ungariſche Luftgeſchwader belegte in Udine den
Bahn=
hof und das Inſtituto Tecnico als Objekte, die
zurzeit militäriſchen Zwecken dienen, mit Bomben. Der
italieniſche Generalſtabsbericht vom 24. Auguſt enthielt
die Mitteilung, daß die Italiener ſich des
Strino=
tales am Tonale bemächtigten und dort acht
Ba=
racken in Beſitz nahmen. Ueber die weiteren Ereigniſſe
ſchwieg ſich der italieniſche Bericht ſeitdem gründlichſt
aus. Daher iſt es nicht unintereſſant, feſtzuſtellen, daß
die Kämpfe in dem hier erwähnten Strinotale eine
ganz andere Wendung genommen haben, als
es aus dem italieniſchen Bericht erſichtlich iſt. Unſere
Truppen warfen den Feind, der längs der Tonaleſtraße
angriff, am 25. Auguſt vollſtändig über die
Grenze zurück. Das Strinotal am Tonale iſt
gänzlich in unſerem Beſitz desgleichen die dort
befindlichen Baracken.
Der Krieg im Orienr.
Die ſchwere Niederlage der Engländer
an den Dardanellen.
* Berlin, 31. Aug. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt zu den jüngſten Kämpfen an den
Dardanellen: Die heldenhafte Verteidigung des
Landes durch die türkiſche Armee wird in Deutſchland mit
ungeteilter Bewunderung verfolgt. Seit Monaten bieten
die Gegner Hunderttauſende von
Mannſchaf=
ten auf, um den Durchbruch bei den Dardanellen zu
er=
zwingen. Die feindlichen Heere ziehen, mit allen
Kriegs=
mitteln reichlich ausgerüſtet, in den Kampf, ſtarke
Geſchwa=
der unterſtützen ihn durch ſchwerſte Artillerie, Angriff auf
Angriff wird unternommen, das Ergebnis bleibt nichts
anderes als ungeheure Verluſte an
Menſchen=
leben, die dem Ziele des Vernichtungskrieges gegen das
Osmaniſche Reich geopfert werden. Mit inniger
Genug=
tuung erleben wir an den prächtigen Taten des türkiſchen
Heeres den abermaligen Beweis für die in Deutſchland
aufrechterhaltene Ueberzeugung, daß das türkiſche
Volk in ſeiner inneren Kraft ungebrochen
iſt und den hohen Beruf hat, ſeinen Staat einer neuen
Blüte und Macht entgegenzuführen. Wir ſind ſtolz auf
unſeren türkiſchen Bundesgenoſſen und ſehen ſeinen
wei=
teren Kämpfen in treuer Waffenbrüderſchaft mit
Deutſch=
land und Oeſterreich=Ungarn in voller Zuverſicht auf den
endgültigen Erfolg entgegen.
* Konſtantinopel, 31. Aug. (Meldung des
Wiener Korr,=Bur.) Die Blätter zollen der Tapferkeit und
Selbſtverleugnung der türkiſchen Truppen an den
Darda=
nellen, die dem Feinde unaufhörlich neue Schwierigkeiten
bereiten, hohes Lob. Sie betonen die Bedeutung des
neuen Sieges, der die allgemeine Ueberzeugung
be=
ſtärkt habe, daß der Feind die Täler von Anaforta nicht
werde halten können. Nach ergänzenden Meldungen von
den Dardanellen werden die Verluſte des Feindes
in den Kämpfen der letzten drei Tage, die
Ver=
wundeten mitgerechnet, auf 20000 geſchätzt. Die
Ge=
fangenen erklären, daß die Verluſte dieſe Zahl noch
über=
ſchreiten. Schon in den erſten Tagen der Landung bei
Anaforta hatte der Feind es insbeſondere auf die Höhe
Kodza Schtemendaſch, welche die Stellungen an dem
tür=
kiſchen Flügel bei Ari Burnu beherrſcht, abgeſehen. Nach
fruchtloſen Kämpfen der erſten Tage gewährte der Feind
ſeinen Truppen eine Ruhepauſe; am 26. Auguſt begannen
die Angriffe wieder. Er erlitt jedoch neuerdings eine
ſchwere Niederlage.
Die ſchweren franzöſiſchen Verluſte
an den Dardanellen.
TU. Genf, 31. Aug. Der franzöſiſche
Mi=
niſterrat befaßte ſich mit dem wenig
befriedi=
genden Monatsergebnis der Aktion gegen die
Dardanellen, wo die franzöſiſchen Mutterlands= und
Ko=
lonialtruppen ungeheuer hohe Verluſte erlitten,
ohne daß an einem der drei Sektoren Fortſchritte zu
ver=
zeichnen ſeien. Als abſolut verunglückte Idee ergibt ſich
die ſeinerzeit von den franzöſiſchen Fachkritikern
entſchie=
den widerratene Beſetzung von Anaforta als Stützpunkt.
* Berlin, 31. Aug. Zu der
parlamentari=
ſchen Studienfahrt durch Oſtpreußen
berich=
tet die Berl. Morgenpoſt, die Ruſſen hätten 24 Städte,
beinahe 600 Dörfer, ungefähr 300 Güter und über 30000
Gebäude zerſtört, ſowie mehr als 100000 Wohnungen
ge=
plündert.
* Breslau, 31. Aug. Der Schleſiſchen
Volkszei=
tung zufolge hat Fürſtbiſchof Bertram der
öſterrei=
chiſch=ſchleſiſchen Landeskommiſſion zur Fürſorge für
heimkehrende Krieger den Betrag von 25000
Kronen geſpendet.
* Bern, 31. Aug. (Schweizeriſche Depeſchen=
Agen=
tur.) Der Bundesrat hat beſchloſſen, den in
Kreuzlin=
gen verhafteten amerikaniſchen Journaliſten
Oberſtleut=
nant Emerſon aus der Schweiz
auszu=
weiſen.
* Baſel, 31. Aug. Nach einem bei der Basler
Miſſion eingegangenen Telegramm werden ſämtliche
Zivilgefangene in Bellary und Guindy am
Kodai=Kanal im September nach Europa zurückgeſandt
werden. Die Miſſionare in Ahmednagar verbleiben in
der Gefangenſchaft.
* Lyon, 30. Aug. Republicain meldet aus Liſſabon:
Die Lage in Portugal iſt wieder normal.
Immer=
hin erſuchte die Regierung das Parlament um die
Er=
mächtigung, nötigenfalls alle notwendigen Maßnahmen
ergreifen zu dürfen.
* London, 31. Aug. Die neueſte Verluſtliſte
nennt 182 Offiziere und 3526 Mann.
* Stockholm, 31. Aug. Die ſchwediſche
Re=
gierung hat beſchloſſen, ein Ausfuhrverbot zu
er=
laſſen für lebende Rinder, allerlei Konſerven, Wurſt und
friſches und eingeſalzenes geräuchertes Fleiſch. Die
Aus=
fuhr von Schweinefleiſch wurde nicht vollkommen verboten,
aber begrenzt. Lizenzen können ausnahmsweiſe geſtattet
werden, falls ſich die Exporteure verpflichten, eine
ge=
wiſſe Menge zu einem voraus beſtimmten Preiſe für den
ſchwediſchen Markt aufzuheben.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 31. Aug. Der Reichsanzeiger veröffentlicht
eine Verordnung des Bundesrates betr.
Angeſtellten=
verſicherung während des Krieges. Dieſe
be=
ſtimmt, daß die Zeiten, in denen der Verſicherte im
gegen=
wärtigen Kriege im Deutſchen Reiche oder in der
öſter=
reichiſch=ungariſchen Monarchie Kriegs=, Sanitäts= oder
ähnliche Dienſte geleiſtet hat, auf die Wartezeiten und bei
der Berechnung der Verſicherungsleiſtungen an
Ruhe=
gehalt und Hinterbliebenenrenten als Beitragszeiten
an=
gerechnet werden, ohne daß Beiträge entrichtet werden.
Sie ordnet die Rechte und Pflichten derer, die durch den
Krieg an einer ordnungsmäßigen Beitragsleiſtung oder
an einer Beitragsleiſtung in der früheren Höhe behindert
ſind.
* London, 31. Aug. Der Daily Telegraph meldet aus
Badajoz unter dem 29. Auguſt: In Salto haben
Un=
ruhen ſtattgefunden. Das Stadtarchiv, das Rathaus
und die Kämmerei ſind verbrannt. Die Behörden
fürch=
teten eine bedeutende monarchiſtiſche Erhebung.
* London, 31. Aug. Der Londoner Dampfer „
Mut=
lah” (3499 Tonnen) iſt bei der Donnerstag=Inſel
ge=
ſtrandet. Er befindet ſich in ſehr ernſter Lage.
Wetterbericht.
Wetterausſichten für Mittwoch: Wolkig, trocken,
wärmer, nordweſtliche Winde.
Verſeigerungskalender.
Donnerstag, 2. September.
Chaiſen=, Wagen= uſw. Verſteigerung um
9 Uhr im Hofe des Traindepots.
Kartoffel=Verſteigerung um 10 Uhr im
Güter=
hahnhof.
Grummetgras=Verſteigerung um 8 Uhr (
Zu=
ſammenkunft am Woogsdamm).
Fundſachen=Verſteigerung um 9 Uhr im
Fundbureau zu Frankfurt (Poſtſtraße).
„Pinofluol‟
Fichtennadel-Kräuter-Bäder
in Tabletten (II,12392
erfrischen den Körper
kräftigen die Nerven
unentbehrlich für Rekonvaleszenten.
Pinofluol-Tabletten sindim ständigen Gebrauch
Sr. Kalserl. Hoheit des Deutschen Kronprinzen,
12 Bäder 3 Mk. in Apothek., Drogerien, Parfümerien.
Man verlange ausdrücklich „Pinofluol” in Tabletten!
Gratismuster und Broschüren durch die
Pharmakon-Gesellschaft, Chemische Fabrik, Frankfurt a. M.
Geſchäftliches.
Königl. Preuß.=Südd. Klaſſenlotterie.
Die Erneuerung der Loſe 3. Klaſſe (Ziehung 10. und 11.
September) hat bis zum Montag, 6. Sept., abends 6 Uhr,
bei dem zuſtändigen Lotterie=Einnehmer zu erfolgen.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute mittag entſchlief ſanft nach kurzem,
aber ſchwerem Leiden unſere liebe, gute Mutter,
Großmutter und Urgroßmutter
(*2128
Grad Cnſabeiha Sroin
geb. Kilz
im Alter von 89 Jahren.
Um ſtilles Beileid bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Lakawaxen, Michelſtadt i. O.,
Rendsburg (Holſt.), den 31. Auguſt 1915.
Die Beerdigung findet am Freitag,
vormit=
tags 10 Uhr, von der Kapelle des Friedhofes
Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem uns betroffenen ſchmerzlichen Verluſte
ſagen wir dem Garniſonpfarrer, dem
Garniſon=
kommando für die geſtellte Abordnung und Muſik,
ſowie Allen, Allen unſeren innigſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Tempel.
Darmſtadt=Arheilgen, den 31. Auguſt 1915.
(*2071
Statt besonderer Anzeige.
Heute früh entschlief sanft meine gute, mir teuere Frau, unsere liebende
Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
FrauEnarischergeb. Fierscher
im 35. Lebensjahre,
Im Namen der Hinterbliebenen:
Medizinalrat Dr. Fischer
und 3 Kinder.
Darmstadt, den 31. August 1915.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 2. September 1915, nachmittags 3 Uhr, vom
Sterbe-
hause, Bismarckstrasse 38 aus, auf dem Waldfriedhofe statt. ¾/3 Uhr Einsegnung im Hause.
(12415
Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen.
Am 18. August verschied der
Königliche Generalmajor und Kommandant
der Festung Wesel
Herr Maximilian Land.
Von seinem Diensteintritt im Mai 1877 an stand der Entschlafene über
24 Jahre im Grossherzoglichen Artilleriekorps.
Von vornehmster Gesinnung, ein Vorbild in jeder Beziehung, immer bereit
durch Rat und Tat zu helfen, war er als Mensch, wie als Soldat von
Vor-
gesetzten und Untergebenen gleich geachtet und verehrt.
Nun hat ihn ein schweres Herzleiden, das ihn hinderte, an der Spitze
seiner Brigade mit ins Feld zu rücken, dahingerafft.
Sein Andenken wird bei uns nie erlöschen.
Im Namen des Grossherzoglichen Artilleriekorps:
von Aulock,
Oberstleutnant und Regiments-Kommandeur.
(12421
Goſtesbtenſtiche Angeigen.
Evangeliſche Gemeinden
Mittwoch, den 1. September 1915
Hofkirche: Abends um 6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Abends um 8½ Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarrer Zimmermann.
Martinskirche: Abends um 8½ Uhr:
Kriegsbet=
ſtunde. Pfarrer Beringer.
Johanneskirche: Abends um 8½ Uhr: Andacht.
Pfarrer Marz.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Abends um
8½ Uhr: Kriegsbetſtunde. Lic. Dr. Vollrath.
Pauluskirche: Abends um 8½ Uhr:
Kriegsbet=
ſtunde. Pfarraſſiſtent Storck.
Donnerstag, den 2. September 1915
Eliſabethenſtiftkirche: Abends um 8 Uhr:
Kriegs=
betſtunde.
Freitag, den 3. September 1915
Martinskirche: Anmeldung der Konfirmanden:
Nachm. von 4—½6 Uhr die Mädchen, abends von ½6
bis 7 Uhr die Knaben, und zwar für den Nord= und
Weſtbezirk im Gemeindehaus, für den Oſt bezirk im
Martinsſtift.
Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne.
Telephonruf Nr. 2425.
Druck und Verlag: L. C. Witlich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
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Zur Beſtreitung der durch den Krieg erwachſenen Ausgaben werden weitere 5%
Schuld=
verſchreibungen des Reichs hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt.
Die Schuldverſchreibungen ſind ſeitens des Reichs bis zum 1. Oktober 1924
nicht kündbar; bis dahin kann alſo auch ihr Zinsfuß nicht herabgeſetzt werden. Die
Inhaber können jedoch darüber wie über jedes andere Wertpapier jederzeit (durch
Verkauf, Verpfändung uſw.) verfügen.
Bedingungen.
1. Zeichnungsſtelle iſt die Reichsbank. Zeichnungen werden
von Sonnabend, den 4. September, an
bis Mittwoch, den 22. September, mittags 1 Uhr
beiedem Kontor der Reichshauptbank für Vertpapiere in Berlin (Poſtſcheckkonto Berlin Nr. 99) und
bei allen Zweiganstalten der Reichsbank mit Kaſſeneinrichtung entgegengenommen. Die
Zeichnungen können aber auch durch Vermittlung
der Röniglichen Seehandlung (Preußiſchen Staatsbank) und der Preussischen Lentral=
Genoszen=
schaftskasse in Berlin, der Königlichen Hauptbank in kürnberg und ihrer Zweiganſtalten, ſowie
ſämtlicher deutschen Banken, Bankiers und ihrer Filialen,
ſämtlicher deutschen öffentlichen Sparkassen und ihrer Verbände,
jeder deutschen Lebensversicherungsgesellschaft und
jeder deutschen Kreditgenossenschakt erfolgen.
Auch die Post nimmt Zeichnungen an allen Orten am Schalter entgegen. Auf dieſe
Zeich=
nungen iſt zum 18. Oktober die Vollzahlung zu leiſten.
2. Die Anleihe iſt in Stücken zu 20000, 10000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit
Zins=
ſcheinen zahlbar am 1. April und 1. Oktober jedes Jahres ausgefertigt. Der Zinſenlauf beginnt
am 1. April 1916, der erſte Zinsſchein iſt am 1. Oktober 1916 fällig.
3. Der Zeichnungspreis beträgt, wenn Stücke verlangt werden, 99 Mark,
wenn Eintragung in das Reichsſchuldbuch mit Sperre bis 15. Oktober 1916 beantragt wird
98,80 Mark für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Stückzinſen (vergl. Z. 8).
4. Die zugeteilten Stücke werden auf Antrag der Zeichner von dem Kontor der Reichshauptbank für
Wertpapiere in Berlin bis zum 1. Oktober 1916 vollſtändig koſtenfrei aufbewahrt und verwaltet.
Eine Sperre wird durch dieſe Niederlegung nicht bedingt; der Zeichner kann ſein Depot jederzeit —
auch vor Ablauf dieſer Friſt — zurücknehmen. Die von dem Kontor für Wertpapiere ausgefertigten
Depotſcheine werden von den Darlehnskaſſen wie die Wertpapiere ſelbſt beliehen.
5. Zeichnungsſcheine ſind bei allen Reichsbankanſtalten, Bankgeſchäften, öffentlichen Sparkaſſen,
Lebensverſicherungsgeſellſchaften und Kreditgenoſſenſchaften zu haben. Die Zeichnungen können
aber auch ohne Verwendung von Zeichnungsſcheinen brieflich erfolgen. Die Zeichnungsſcheine für
die Zeichnungen bei der Poſt werden durch die Poſtanſtalten ausgegeben.
6. Die Zuteilung findet tunlichſt bald nach der Zeichnung ſtatt. Ueber die Höhe der Zuteilung
entſcheidet das Ermeſſen der Zeichnungsſtelle. Beſondere Wünſche wegen der Stückelung ſind in
dem dafür vorgeſehenen Raum auf der Vorderſeite des Zeichnungsſcheines anzugeben. Werden
derartige Wünſche nicht zum Ausdruck gebracht, ſo wird die Stückelung von den
Vermittlungs=
ſtellen nach ihrem Ermeſſen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abänderung der Stückelung
kann nicht ſtattgegeben werden.
7. Die Zeichner können die ihnen zugeteilten Beträge vom 30. September d. J. an jederzeit voll bezahlen.
Sie ſind verpflichtet:
30% des zugeteilten Betrages ſpäteſtens am 18. Oktober 1915
20%
„ 24. November 1915
25%
„ 22. Dezember 1915
5
25%
„ 22. Januar 1916
zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen ſind zuläſſig, jedoch nur in runden, durch 100 teilbaren
Beträgen des Nennwerts. Auch die Zeichnungen bis zu 1000 Mark brauchen diesmal nicht
bis zum erſten Einzahlungstermin voll bezahlt zu werden. Teilzahlungen ſind auch auf ſie
jederzeit, indes nur in runden durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts geſtattet; doch braucht
die Zahlung erſt geleiſtet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge
wenigſtens 100 Mark ergibt.
Beiſpiel: Es müſſen alſo ſpäteſtens zahlen:
die Zeichner von ℳ 300
ℳ6 100 am 24. November, ℳ 100 am 22. Dezember, ℳ 100 am 22. Januar,
die Zeichner von ℳ 200
ℳ 100 am 24. November, ℳ 100 am 22. Januar,
die Zeichner von ℳ6 100
ℳ 100 am 22. Januar.
Die Zahlung hat bei derſelben Stelle zu erfolgen, bei der die Zeichnung angemeldet
worden iſt.
Die im Laufe befindlichen unverzinslichen Schatzanweiſungen des Reichs werden unter
Abzug von 5% Diskont vom Zahlungstage, früheſtens aber vom 30. September ab, bis zu
dem Tage ihrer Fälligkeit in Zahlung genommen.
8. Da der Zinſenlauf der Anleihe erſt am 1. April 1916 beginnt, werden auf ſämtliche Zahlungen
5% Stückzinſen vom Zahlungstage, früheſtens aber vom 30. September ab, bis zum 31. März 1916
zu Gunſten des Zeichners verrechnet.
Beiſpiel: Von dem in Z. 3 genannten Kaufpreis gehen
für
Schuld=
buchein
buchein=
demnach ab
bei Zahlung bis zum 30. September Stückzinſen für ein halbes Jahr für Stücke tragungen
ℳ 96,50 ℳ 96,30
— 2½%, tatſächlich zu zahlender Betrag alſo nur . . .
bei Zahlung am 18. Oktober Stückzinſen für 162 Tage — 2,25%, tatſäch=
ℳ 96,75 ℳ 96,55
lich zu zahlender Betrag alſo nur
bei Zahlung am 24. November Stückzinſen für 126 Tage — 1,75%, tat=
. . . ℳ 97,25 ℳ 97,05
ſächlich zu zahlender Betrag alſo nur . . . .
für je 100 ℳ Nennwert. Für jede 18 Tage, um die ſich die Einzahlung weiterhin verſchiebt, ermäßigt
ſich der Stückzinsbetrag um 25 Pfennig.
9. Zu den Stücken von 1000 Mark und mehr werden auf Antrag vom Reichsbank=Direktorium
ausgeſtellte Zwiſchenſcheine ausgegeben, über deren Umtauſch in Schuldverſchreibungen das
Erforderliche ſpäter öffentlich bekanntgemacht wird. Die Stücke unter 1000 Mark, zu denen
Zwiſchenſcheine nicht vorgeſehen ſind, werden mit größtmöglicher Beſchleunigung fertiggeſtellt und
vorausſichtlich im Januar 1916 ausgegeben werden.
(J12399
Berlin, im Auguſt 1915.
Reichsbank=Direktorium.
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Die nene Kriegsanleihe.
Berichterſtatter:
1. Finanzminiſter Braun:
Einleitende Anſprache.
2. Geheimer Finanzrat Baſtian:
Vortrag: „Reicht unſer Geld?
Deutſche und feindliche
Geld=
wirtſchaft.‟
3. Großh. Direktor Profeſſor Kiſſinger,
z. Zt. aus dem Felde als verwundet beurlaubt:
Schlußwort.
(12361
Auch Damen ſind herzlich willkommen.
Tslachzseheater
Ab heute u. a.
§Fr De.b.
Die Todeserklärung ist zulässig, wenn seit 10 Jahren
keine Nachricht von dem Leben des Verschollenen
eingegangen ist.
(12394
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Ingendwehr.
Uebungen v. 30. 8. bis 12. 9.
1915: mittwoch, 1. Jept. 1915,
abends 8½ Uhr: Vortrag in der
Landesbaugewerkſchule, Neckarſtr. 3.
Der 5. und der 7. Zug Nagelung
im Kreuz in Eiſen. Der 2. Zug
tritt auf dem Paradeplatz an, der
4. Zug Donnerstag, 2. 9., Uebung.
Sonntag, S. Sept. 1915: Keine Uebung.
mittwoch, 8. Sept., abends 9 Uhr:
Nachtübung für alle Züge.
Jonn=
tag, 12. Sept. 191s, nachm. 3½ Ahr:
Alle Züge Exerzieren. (12393
Sanitätskompagnie:
Dienstag, 31. 8. 15, abds.,
Sport=
platz, Freitag, 3. 9. 15, abends
Sportpl., Samstag, 4. 9. 15, nachm.
Woog, am 31. Auguſt 1915.
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In der Hauptrolle:
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Die neuesten Bilder
es Kriegsschauplatzes.
Bekanntmachung.
über die Berichtigung und Ergänzung der Bekanntmachung gegen übermäßige
Preisſteigerung vom 23. Juli 1915 (Reichs=Geſetzbl. S. 467).
Vom 22. Auguſt 1915.
Der Bundesrat hat auf Grund des § 3 des Geſetzes über die Ermächtigung des
Bundesrats zu wirtſchaftlichen Maßnahmen uſw. vom 4. Auguſt 1914 (Reichs=
Geſetz=
blatt S. 327) beſchloſſen, die Bekanntmachung gegen übermäßige Preisſteigerung vom
23. Juli 1915 (Reichs=Geſetzblatt S. 467) wie folgt zu berichtigen und zu ergänzen:
In § 2 Abſ. 3 werden die Worte „fünf vom Hundert des Einkaufspreiſes”
erſetzt durch
„den Einkaufspreis um fünf vom Hundert”.
II.
Im § 6 Abſatz 1 wird als zweiter Satz zugefügt:
„Sie findet keine Anwendung auf Gegenſtände, für die Höchſtpreiſe
feſt=
geſetzt ſind.”
(12398
Berlin, den 22. Auguſt 1915.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers:
Delbrück.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Roſenkranz mit braunen Perlen. 1 kleine
ver=
goldete Broſche mit kleiner Perle. 1 Paar weiße baumwollene
Strümpfe. 1 Tula=Rocknadel. 1 kleines ſchwarzes Handtäſchchen mit
Taſchentuch. Eine Anzahl verſchiedener Schlüſſel. 1.50 Mk. in bar.
2 kleine grüne Kinderhütchen. 1 kleines Taſchenmeſſer mit weißem
Perlmuttſtiel. 1 Damenhalskette mit kleinem Anhänger (
Portemonnaie=
form). 1 grünwollene Jacke. 1 goldene Damenuhr in Lederarmband.
1 goldener Siegelring mit helrotem Stein. 1. Taſchenmeſſer mit
Etut. 1 Notizbuch (Wäſchebuch). — Zugelaufen: 1 brauner
(12396
Dobermann.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
befinden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Spitzhund. Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(12377
ſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Obſt= und Grummetgras=Verſteigerung.
Donnerstag, den 2., und Freitag, den 3. September,
vor=
mittags von 8 Uhr ab, wird das Grummetgras von der früher
Kaus’ſchen Wieſe und den ſtädt Wieſen, öſtlich des Friedhofs an
der Nieder=Ramſtädterſtraße, an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend
verſteigert.
Zuſammenkunft: Donnerstag am Woogsdamm, ſodann
hinter dem alten Schießhaus;
Freitag: Kreuzung von Atzwinkel= und Böllenfalltorweg.
Vor der Grummetverſteigerung, am Freitag gelangt die
Nuß=
ernte von den Bäumen entlang des Friedhofs an der Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße am Platze, und hieran anſchließend die Ernte von den
Birnbäumen auf den oben genannten Wieſen zum Ausgebot. Eine
Vorweiſung der Birnbäume findet nicht ſtatt. Die Beſichtigung
hat daher vorher zu erfolgen.
(12397md
Darmſtadt, den 30. Auguſt 1915.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.
Rechtsſchutz= und Auskuuftsſtelle für Frauen
(Ortsgruppe Darmſtadt des Allg. Deutſchen Frauenvereins.)
Sprechſtunden: Montag von 4—6 Uhr
Donnerstag von 9—11 Uhr
Stadthaus, Rheinſtraße 16/18,
Erdgeſchoß links, Zimmer 22.
(5912a
Gußſ. Zuhdes= Sagewtiſchit daunſaht.
Beginn des Winterſemeſters für Hoch= und Tiefbau am
18. Oktober.
Schluß desſelben Mitte März 1916.
Programme und Anmeldeformulare ſind durch die Direktion
zu erhalten.
Das Schulgeld beträgt 100 Mark für das Halbjahr.
Schluß der Anmeldefriſt am 1. Oktober.
(11793a
Die Direktion.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 2. September 1915, varm. 10 Uhr,
wird im hieſigen Güterbahnhof, Gleis 123,
ein Wagen Kartoffeln, 11000 kg
öffentlich an den Meiſtbietenden gegen ſofortige Barzahlung verſteigert.
Darmſtadt, den 31. Auguſt 1915.
(12422
Großherzogliche Güterabfertigung Hbf.
Der Mangel an Schacſchweinen und die
ungewöhnlich hohen Einkaufspreiſe für
Fett=
ſchweine nötigen die Schweinemetzger Darmſtadts,
zu ihrem Bedauern vom 1. September 1915
ab einen
(12400
weiteren Preisaufſchlag auf
Fleiſch= und Wurſtwaren
eintreten zu laſſen.
Die Schweinemetzger Darmſtadts.
Ein erſtklaſſiges, rein deutſches
Erzeugnis iſt das
Heifenpulver
Schneekönig
in gelber oder roter Packung.
Sehr beliebt iſt das
Beilchenſeifenpulver
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mit hübſchen und praktiſchen Beilagen in
jedem Paket. (II,12389
Hofortige Lieferung!
Auch Schuhputz Nigrin (keine abfärbende
Waſſercréme) und Schuhfett.
Hübſche neue Heerführerplakate.
Fabrikant:
Carl Geniner. Göppingen.
Schatzmarke
In dem Konkurs über das
Ver=
mögen des Kaufmanns Otto
Dex=
heimer, Inhabers der Firma
J. Dexheimer & Söhne in
Darm=
ſtadt, iſt zur Abnahme der
Schluß=
rechnung des Verwalters, zur
Er=
hebung von Einwendungen gegen
das Schlußverzeichnis der bei der
Verteilung zu berückſichtigenden
Forderungen und zur
Beſchluß=
faſſung der Gläubiger über die
nicht verwendbaren
Vermögens=
ſtücke der Schlußtermin auf
Freitag, 24. September 1915,
vormittags 9 Uhr,
Saal Nr. 219, beſtimmt. (12408
Darmſtadt, 28. Auguſt 1915.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Bekanntmachung.
Dienstag, 28. September I. Js.,
vormittags 10½ Uhr.
ſollen die den Techniker Emil
Wal=
ter Eheleuten dahier
zugeſchriebe=
nen Immobilien:
Flur Nr. qm
III 140 216 Hofreite
Löffel=
gaſſe Nr. 26.
III 580 152 Hofreite
Moller=
ſtraße Nr. 34,
III 580/0 129 Grabgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Gra=
fenſtraße Nr. 30, II, zwangsweiſe
verſteigert werden. (K22/15
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das
einge=
legte Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 16. Auguſt 1915.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII, 11792
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 6. Oktober 1915,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Heinrich Schäfer
Eheleuten in Darmſtadt
zugeſchrie=
benen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
VI 487 77 Grasgarten
Moosbergſtraße,
VI 487/10 193 Hofreite
Moos=
bergſtr. Nr. 94,
VI 4877/10 95 Grasgarten (
Vor=
garten) daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1 dahier, zwangsweiſe
verſteigert werden. (K35/15
Darmſtadt, 28. Auguſt 1915.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (IX,12395
wei gebrauchte Kinderbetten
J billig zu verkaufen.
Land=
wehrſtraße 13, III. (*2081md
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beſſere Herbſtkoſtüme,
Schuhe u. dergl. billig abzugeben
Ernſt=Ludwigſtr. 18, II. (*2080
Unwiderruflich
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der beutschen Koianial-Geselschaft
330000 Lose. 10 167 Geldgew. — Mark
400000
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30000
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zu haben bei den Kgl. Lotterie-
Ein-
nehmern undallen Loseverkaufsstellen
Verbandl Königl. Preußisch.
Lotterie-Einnehmer
Beriin S. 2, Burgstr. 27.
(I,12297)
Ich bin stets Käufer von allen Anleihen und
Pfandbriefen Nordischer Staaten (Dänemark,
Norwegen und Schweden), sowie von Coüpons
sämtlicher Argentinischer, Venezuela,
Russi-
scher, Serbischer und Finnländischer
An-
leihen zu guten Kursen.
(I,12387
Louis Wolff, Bankgeschäft,
Hamburg, Ellernthorsbrücke 3.
Bekanntmachung
über die Abgabe der Steuererklärungen für das Steuerjahr 1916 betr.
A. Staatsſteuer=Veranlagung.
Nach Art. 20 des Einkommenſteuergeſetzes vom 12. Auguſt
1899 hat jeder Steuerpflichtige, der ein ſteuerbares Jahreseinkommen
von 2600 Mk. oder mehr beſitzt, über den Jahresbetrag ſeines
Ein=
kommens und der etwa zum Abzug geeigneten Laſten eine
ſchrift=
liche Erklärung abzugeben.
Von der Abgabe dieſer Einkommensſteuererklärung iſt nach
Art. 21 des genannten Geſetzes, inſofern nicht im einzelnen Fall
be=
ſondere Aufforderung des Vorſitzenden der Veranlagungskommiſſion
ergeht, derjenige Steuerpflichtige befreit, welcher im unmittelhar
vor=
ausgegangenen Steuerjahr bereits zur Einkommenſteuer I. Ableilung
(Einkommen von 2600 Mark und mehr) veranlagt war, auch
in=
zwiſchen ſeinen Wohnſitz nicht gewechſelt und keine
Einkommens=
verbeſſerung erfahren hat, die ſeine Verſetzung in eine höhere Klaſſe
bedingt.
Nach Art. 2 Abſ. 3, Art. 15 und 21 Abſ. 1 des
Einkommen=
ſteuergeſetzes ſind die Vorſtände der nach Art. 2 der
Einkommen=
ſteuer unterworfenen Geſellſchaften uſw. verpflichtet, über deren
Ein=
kommen alljährlich vollſtändigen Aufchluß zu erteilen.
Diejenigen Steuerpflichtigen, welche Einkommen aus Aktien pp.
der untenſtehenden, mit einem Teil ihres Einkommens ſchon für ſich
der Einkommenſteuer in Heſſen unterliegenden Geſellſchaften beziehen,
dürfen die Einkommensbezüge aus dieſen Aktien pp. nicht mit dem
vollen Betrag, mit dem ſie als Einkommen unter I Ord.=Nr. 9 der
Steuererklärung aufzuführen ſind, ſondern nur mit den nach den
unten verzeichneten Prozentſätzen zu berechnenden Beträgen unter II
Ord.=Nr. 1 der Erklärung in Abzug bringen.
Nach Art. 19 des Vermögensſteuergeſetzes vom 12. Auguſt
1899 hat jeder von der Kommiſſion für die Einkommenſteuer erſter
Abteilung zu veranlagende ein jährliches Einkommen von 2600 Mk.
und mehr beſitzende Betriebsunternehmer (Perſonen, die Land= und
Forſtwirtſchaft oder ein Gewerbe betreiben), der zum erſtenmal mit
Anlage= und Betriebskapital zur Vermögensſteuer veranlagt wird,
eine ſchriftliche Erklärung über das im land= und forſtwirtſchaftlichen
oder gewerblichen Unternehmen verwendete Anlage= und
Betriebs=
kapital und die es belaſtenden Schulden abzugeben.
Weiter iſt nach Art. 25 desſelben Geſetzes jeder, deſſen ſonſtiges
Vermögen (Kapitalvermögen uſw.) nach Abzug der darauf
laſtenden Schulden einen Wert von 3000 Mk. und mehr hat, bei
ſeiner erſtmaligen Veranlagung zur Vermögensſteuer zur Abgabe
einer ſchriftlichen Erklärung über dieſes Vermögen verpflichtet.
B. Gemeindeſteuer=Veranlagung.
Nach Art. 15 des Gemeindeumlagengeſetzes vom 8. Juli 1911
ſind diejenigen Perſonen, deren Anlage= und Betriebskapital
mindeſtens 3000 Mk. beträgt, verpflichtet, bei ihrer erſtmaligen
Ver=
anlagung zur Gemeindegewerbſteuer eine Erklärung über das Anlage=
und Betriebskapital abzugeben.
Ferner hat zufolge Art. 44 jeder Pflichtige, deſſen
Kapital=
vermögen mindeſtens 3000 Mk. beträgt, bei ſeiner erſtmaligen
Veranlagung zur Gemeindekapitalſteuer eine Erklärung über ſein
Kapitalvermögen einzureichen. Hat ſich das Kapitalvermögen
gegen den bereits zur Steuer veranlagten Betrag um mehr als
3000 Mk. erhöht, ſo iſt von dem Pflichtigen eine neue
Er=
klärung über ſein Kapitalvermögen abzugeben.
Diejenigen Steuerpflichtigen, welche Aktien oder Geſchäftsanteile
jeder Art der untenſtehenden, mit einem Teil ihres Anlage= und
Be=
triebskapitals in heſſiſchen Gemeinden zur Gewerbſteuer veranlagten
Geſellſchaften ꝛc. beſitzen, dürfen dieſe Aktien oder Geſchäftsankeile
nicht mit dem vollen Betrag, mit dem ſie als Vermögen unter
Ziffer 4 der Angaben über das Kapitalvermögen aufzuführen ſind,
ſondern nur mit den nach den unten angegebenen Prozentſätzen zu
berechnenden Beträgen wieder in Abzug bringen.
In denjenigen Fällen, in denen bereits nach den für die
Staatsſteuer geltenden Grundſätzen die Pflicht zur Abgabe einer
Er=
klärung über das Anlage= und Betriebskavital oder über das
Kapital=
vermögen beſteht, iſt eine beſondere Erklärung für die Veranlagung
desſelben Vermögens zu den Gemeindeumlagen nicht mehr abzugeben.
Soweit Einkommen zu den Gemeindeumlagen, nicht aber
gleichzeitig zur Staatsſteuer heranzuziehen iſt, gelten die Vorſchriften
für die Abgabe von Erklärungen zur Staatsſteuer ſinngemäß für
Er=
klärungen über nur gemeindeſteuerpflichtiges Einkommen.
C. Gemeinſame Vorſchriften.
Die nach Vorſtehendem erforderlichen Staats= oder
Gemeinde=
ſteuererklärungen ſind abzugeben:
1. für Minderjährige, Abweſende, ſowie für Perſonen, die aus
anderen Gründen unter Vormundſchaft oder Pflegſchaft geſtellt
ſind, von deren geſetzlichen Vertretern:
2. für juriſtiſche Perſonen (Gemeinden, Körperſchaften, Stiftungen,
Anſtalten), ferner für Geſellſchaften, Genoſſenſchaften und ſonſtige
juriſtiſche Perſonen, Gantmaſſen, Erbmaſſen, ſoweit eine
Steuer=
pflicht hier überhaupt in Betracht kommt, von den geſetzlichen
oder beſtellten Vorſtänden oder Verwaltern:
3. in allen anderen Fällen von dem Steuerpflichtigen ſelbſt und
zwar hinſichtlich des geſamten eigenen wie des Einkommens
und Vermögens ſeiner nicht ſelbſtändig beſteuerten Angehörigen,
ſoweit ſie nach Art. 5 des Einkommenſteuergeſetzes, Art. 10 des
Vermögensſteulergeſetzes und Art. 46 des
Gemeindeumlagen=
geſetzes bei der Beſteuerung mit ihm als eine Perſon
anzu=
ſehen ſind.
Zu dieſen Erklärungen ſind die von Großh. Miniſterium der
Finanzen feſtgeſetzten und von den Bürgermeiſtereien zu beziehenden
Formulare zu verwenden; ſie ſind je nach der Wahl des Verpflichteten
offen oder verſchloſſen ſpäteſtens bis zum 1. Oktober ds. Js.,
unmittelbar bei dem Finanzamt oder bei der — zur Weitergabe an
das Finanzamt verpflichteten — Bürgermeiſterei abzuliefern, ohne daß
der Pflichtige deshalb eine beſondere Aufforderung abzuwarten hätte.
Die Einſendung der Erklärungen durch die Poſt iſt zuläſſig,
geſchieht aber auf Gefahr des Abſenders und deshalb zweckmäßig
mittels Einſchreibebriefs.
Unter Bezugnahme auf die obigen Mitteilungen fordern
wir die zur Abgabe von Steuererklärungen Verpflichteten
hier=
mit auf, ihre Erklärungen bei Meidung der geſetzlichen
Nach=
teile und der verwirkten Strafen (Hinterziehungsſtrafen in Höhe
des 4—20 fachen Betrags der hinterzogenen Steuer,
Ordnungs=
ſtrafen bis zu 100 Mk.) bis zu dem angegebenen Zeitpunkt an die
Bürgermeiſtereien oder unmittelbar an uns gelangen zu laſſen.
Den Steuerpflichtigen, die nicht zur Abgabe von
Steuer=
erklärungen verpflichtet ſind, bleibt die Abgabe freiwilliger
Steuer=
erklärungen unbenommen.
Die Großh. Finanzämter ſind im übrigen bereit, über etwaige
Zweifel an den bekannten Amtstagen Auskunft zu erteilen.
Bekanntgegeben den 30. Auguſt 1915.
(12414a
Die Vorſtitenden der Veranlagungskommiſſionen für die Finanzämter
Darmſtadt I
Darmſtadt II
Langen
Stroh.
von Diemar.
Doerr.
Verzeichnis
der in Heſſen mit einem Teil ihrer Ueberſchüſſe zur Einkommenſteuer
und mit einem Teil ihres Anlage= und Betriebskapitals zur
Gewerb=
ſteuer veranlagten Geſellſchaften pp.
5 55
Name der Geſellſchaft pp.
5 25 2
8 26
(15
(3 25
Prozent Prozent
Allgemeine Deutſche Kleinbahn=Aktiengeſellſchaft in
Berlin .
0,6
1,3
Allgemeine Elſäſſiſche Bankgeſellſchaft in Straßburg 1 7,46 1 5,16
Allgemeine Verſicherungsgeſellſchaft für See=, Fluß=
und Landtransport in Dresden
0,69 1 1,54
Badiſche Aſſekurationsgeſellſchaft in Mannheim
1,50 1 1,36
Badiſche Feuerverſicherungsbank, Karlsruhe
1,31 1,52
Bank für Handel und Induſtrie in Darmſtadt
7,4 1 7,27
Baſeler Verſicherungsgeſellſchaft gegen Feuerſchaden
in Baſel
1,17 1,20
-
Bayeriſche Elektrizitätswerke, Mannheim
1,8
Berliniſche Feuerverſicherungsanſtalt in Berlin
1,17 1,20
Binding’ſche Brauereigeſellſchaft in Frankfurt a. M. „ 3,2691 0,853
Bioſonwerk Bensheim, G. m. b. H., in Frankfurt a. M.
45 1 21,48
Bonner Bergwerks= und Hüttenverein Zementfabrik
in Oberkaſſel bei Bonn .
12,90 1 1,8
2,5 1 3,5
Brauerei Stern A.=G. in Frankfurt=Oberrad
Buderus’ſche Eiſenwerke in Wetzlar
16,3 12,1
Chemiſche Fabrik Griesheim Elektron
Frankfurt a. M. .
22,5 136,1
Chemiſche Werke vorm. H. u. E. Albert A
Mainz=Kaſtel
50,19 1 21,48
Cluß, Aktienbrauerei, Heilbronn
1,1
Cölniſche Glasverſicherungsgeſellſchaft in Cöln
1,16 1 1,04
Cölniſche Lebensverſicherungsgeſellſchaft „Concordia‟,
Cöln
1,6 1,05
Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft für den Nieder= und
Mittelrhein zu Düſſeldorf
27,11 19,02
Deutſche Kunſtleder=A.=G. in Kötitz
3,1 „ 3,3
Deutſche Vereinsbank zu Frankfurt a: M.
5,0 1 5,4
Diskontogeſellſchaft zu Berlin
1,736) 0,79
Dyckerhoff und Söhne, G. m. b. H.,
Portlandzement=
werke in Mainz=Kaſtel
90,11 90,11
Filter= und brautechniſche Maſchinenfabrik vorm.
L. A. Enzinger, Worms.
79,23 1 49,88
Frankfurter Lokalbahn=A.=G. zu Frankfurt a. M.
20,3 V 5,8
Frankfurter Vorort=Terraingeſellſchaft A.=G.
90,0 190,0
„Friedrich Wilhelm” Preußiſche Lebens= und
Garan=
tieverſicherung A.=G., Berlin
1,12 1,33
Goldſchmidt, Th., A.=G.
68,67 1 40,82.
Harloff, Adolf, G. m. b. H., Kaſſel, Kohlenhandlung
und Spedition in Guſtavsburg
14,74 1 2,44
Harpener Bergbau=Aktiengeſellſchaft in Guſtavsburg 1 0,23 0,17
Heddernheimer Kupferwerke und Süddeutſche
Kabel=
werke, A.=G., in Guſtavsburg.
12,11 4,90
Hefftſche Kunſtmühle A.=G. in Mannheim
36,69 1 50,38
Hofbierbrauerei Schöfferhof und Frankfurter
Bürger=
brauerei . . . . .
43,25 1 11,78
Hofbrauhaus Hanau vorm. G. Ph. Nicolay A.=G.
zu Hanau
3,1 1 0,43
Kaiſers Kaffeegeſchäft, Vierſen
1,49 1 0,75
Kempffſche Brauerei A.=G., Frankfurt a. M.
1,2. 0,21
Kunſtlederfabriken Karl Bockhacker, G. m. b. H. in
Gummersbach .
7,6 1 8,4
Landgräfl. Heſſ. konzeſſionierte Landesbank, A.=G.
zu Homburg v. d. H.
18,05 1 1,73
Mainzer Aktienbrauerei
92,283) 96,35
Mannheim=Bremer Petroleum=Aktien=Geſellſchaft zu
Mannheim
2,40 4,16
Maſchinenfabrik Augsburg=Nürnberg A.=G., Werk
Guſtavsburg
26,48 1 24,82
Mitteldeutſche Hartſteininduſtrie A.=G. zu
Frank=
furt a. M.
29,86 1 39,87
Mitteldeutſche Kreditbank
6,4 4,4
Niederländiſche Dampfſchiff=Reederei, Rotterdam
11,95 10,69
Oberrheiniſche Eiſenbahngeſellſchaft in Mannheim
4,44 2,58
99 I 60,6.
Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.=G.
Oelfabrik Groß=Gerau=Bremen A.=G. .
19,23 12,32
4,86 1 4,18
Olex, Petroleum=Geſellſchaft m. b. H., Berlin
5,78 1 4,14
Pfälziſche Bank, Ludwigshafen . .
Portland=Zementwerke Heidelberg und Mannheim,
A.=G. zu Weiſenau .
29,22 131,74
Preußiſch=Rheiniſche Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft zu
14,26 17,96
Köln
Providentia, Frankfurter Verſicherungsgeſellſchaft . 1 6,03 ) 7,87
Rheiniſche Petroleum=Aktiengeſellſchaft, Köln, Zweig=
9,33 1 6,55
niederlaſſung Mainz
-
17,2
Rheiniſche Portland=Zementwerke, Köln .
Name der Geſellſchaft pp.
s 252
(8555
56
655
612 25
Prozent Pr zent
Rheiniſche Schuckertgeſellſchaft A.=G.
6,30 7,71
Rhein= und Seeſchiffahrtsgeſellſchaft zu Köln, Filiale
Mainz.
19,01 „ 19,76
„Rhenus” Transportgeſellſchaft m. b. H.
1.,64 1 7,67
Röderbergbrauerei A.=G. zu Frankfurt a. M.
9,8
„Salamander”, G. m. b. H. in Berlin
1,52 1,95
Schaffſtädt, H., G. m. b. H., Gießen
90,3 1 100
Scheidhauer u. Gießing zu Duisburg=Wandheimerort 1 34,1 1 35,8
Schleſiſche Feuerverſicherungsgeſellſchaft in Berlin 1 1,18 4 1,30
Schrammſche Lack= und Farbenfabriken, vormals
Chriſtoph Schramm, A.=G., zu Offenbach
96,2 196,2
Julius Sichel & Co., Kommanditgeſellſchaft auf Aktien „ 28,63
Spieß, Joh. & Co., G. m. b. H., Gießen
66,4 1 58,6
Stadermann, Friedrich, G. m. b. H., Offenbach a. M. 55,0 1 55,0
Stahl und Nölke A.=G. für Zündwarenfabrikation in
Koſtheim
12,93 1 17,59
Stellawerk, A.=G., vorm. Wiliſch & Co., Homberg a. Rh. 1 2,7341 0,159
Strauß, David jr., G. m. b. H., Zigarrenfabrik zu
Klein=Steinheim
78,33 174,0
Süddeutſche Diskontogeſellſchaft, A.=G.
1,67 1 0,93
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft
Süddeutſche Immobiliengeſellſchaft zu Mainz
48,44
Tietz, Leonhard, A.=G., in Köln
7,56 1 8,39
Veithwerke, A.=G., in Sandbach . .
88,4 1 100
Verein chemiſcher Fabriken zu Mannheim
8,46 1 16,38
Verein für chemiſche Induſtrie zu Mainz=Mombach 29,05 26,43
Vereinigte Kapſelfabriken Nackenheim, Bayerbach
Nachf., A.=G., in Nackenheim
56,25 73,59
Vereinigte Kunſtſeidefabriken, A.=G., in Frankfurt a. M.
50,264
Vereinigte Malzfabriken, G. m. b. H., Worms I 27,98 1 34,88
Vereinigke Spediteure und Schiffer,
Rheinſchiffahrts=
geſellſchaft m. b. H., zu Mannheim . . . . . 11,635 9,41
Vereinigte Strohſtoff=Fabriken in Dresden . . . . 36,54 I 36,21
Vereinigte Ultramarinfabriken, A.=G., vorm. Leverkus,
Zeltner und Konſ., in Köln
„Viktoria” Allgemeine Verſicherungs=Aktiengeſellſchaft
in Berlin
1,7371 1,72
Württembergiſche Transport=Verſicherungsgeſellſchaft
in Heilbronn
1,64 1 1,78
Zimmer, Georg Karl, Chemiſche Fabriken, G. m. b. H.,
Kaſtel=Amöneburg
33,33 I 8.72
Zuckerfabrik Frankenthal
10,29 3,68
Stelenersuche
Weiblich
Tücht. Modiſtin (Deutſche), welche
mehrere Jahre in Paris ſelbſt. war,
empf. ſich den geehrt. Damen im
An=
fertig. von ſchicken Damen- u.
Kinder=
hüten bei bill. Berechnung. (*2057msm
H. Albrecht, Wendelſtadtſtr. 34½, II.
Frau n. Flicken u. Stopfen in
u. außer dem Hauſe an. Ang. u.
D 49 an die Geſchäftsſt. (*2102
Perſ. Büglerin hat noch Tage
frei. Mühlſtraße 17, II. (*2106
Frau ſucht Laden v. Kontor zu
putzen. Liebfrauenſtr. 68, I. (1838am
Ordentl., anſtändige Frau ſucht
Laufdienſt für nachmittags oder
halbe Tage Waſchen und Putzen
Beſſunger Straße 83. (B11813
Verein f. Hausbeamtinnen,
Darmſtadt, Wienersſtr. 78,
Erdge=
ſchoß, empfiehlt: Hausdamen,
Stützen, Kindergärtnerinnen,
Kin=
derfräuleins, Wirtſchaftsfräuleins
uſw. — Sprechſtunden täglich von
3—5 Uhr, außer Mittwochs und
Samstags, Donnerstags
vormit=
tags von 10—11 Uhr. (1180a
In Säuglingspflege durchaus
erfahrene Kinderpflegerin m. ſehr
gut. Zeugn., 30 J., ſucht für Anf.
Okt. Stelle in Herrſchaftsh. Ang.
u. D 33 an d. Geſchäftsſt. (*2052ms
Aelt. Mädch. ſucht Stelle z.
ſelb=
ſtänd. Führ. e. Haush. b. einz. Hrn.
od. Dame, a. kl. Haush. Näh.
Teich=
hausſtr. 55, b. Frau Wettengel. (*2050
Veſſ. Witwe, in all. Zweigen
des Haushalts erfahren, ſowie in
ſämtlichen feinen Näh= und
Stopf=
arbeiten bewandert, ſucht
Beſchäfti=
gung für halbe u. ganze Tage. Ang.
u. D 27 an die Geſchäftsſt. (*2024
Aushilfe (*2054
im Kochen u. all. Hausarbeit. perf.,
ſ. ſof. Stelle. Taunusſtr. 49, III. I.
Köchinnen, Mädchen, w. kochen
u. nicht. kochen kön., ſowie jüngere
Mädch. ſ. Stellen. Katharina Jäger,
gewerbsmäßigeStellenvermittlerin,
(*2115ms
Luiſenſtraße 34.
Köchinnen, Hausmädch.,
Kinder=
fräul., Alleinmädch. d. koch. können,
jüngere Hausmädch. ſuch. Stellen.
Frau Minna Dingeldein,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Eliſabethenſtr. 5, Tel. 531. (*2112
Mädchen ſ. nachm. Beſchäftig.,
ſofort. Stiftſtraße 23, I. (*2096
Junge Frau ſucht Laufdienſt.
(*2056
Aliceſtraße 35, M.
Unabhängige Frau ſucht
Lauf=
dienſt. Darmſtr. 33a, part. (*2105
Köchin, Kinderfrl. für Säuglg.,
Haus= u. perf. Serviermdch.,
Dienſt=
u. Küchenmädch. ſ. ſof. u. ſp. Stellg.
Karolina Beck, gewerbsmäßige
Stellen=
vermittlerin, Karlſtr. 25, I. (*2129
Frauiein
kath., 23 J. alt, in Näh. u. Büg. bew.,
ſucht Stelle in kinderl. Haush. oder
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D 39 an die Geſchäftsſt. (*2059
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Ang. u. C 65 Geſchäftsſt. (*1803sm
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Nachmit=
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an die Geſchäftsſtelle. (*2025mfg
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geſucht. Angebote unter D 28
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Tüchtiger, militärfreier
Holzarbeiter,
der bereits an
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Schneider auf Woche geſ.
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Karlſtraße 54.
*2079md)
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Guggenheim & Marx
Markt 7. (12411
Sauberes Laufmädchen geſucht
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Viktoriaſtr. 85, Erdgeſchoß.
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Damenzimmer.
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Baroneß Elaire.
Roman von M. Herzberg.
(Nachdruck verboten.)
12)
Na, Herr Herk, nun müſſen Sie allein mit mir vorlieb
nehmen; ſie ſind alle fertig.
Macht nichts, Mamſell! meinte er gedankenvoll.
Sie hatte ſich neben ihn geſetzt, beobachtete ihn ein Weilchen
und kam endlich mit dem heraus, was ſie ſchon geraume Zeit
quätte:
Was will denn die Baroneſſe eigentlich hier? Sie muß
doch all’ von der Anderung auf Schönerlen wiſſen?
Adolf war ſehr ärgerlich. Dieſe ſchwatzhafte Perſon!
Sie wollte vor ihrer Abreiſe nur noch einmal das Grab
ihrer Mutter beſuchen, ſagte er gleichmütig.
Wo will ſie denn hin? Was will ſie denn bloß machen?
Sie hatedoch keine Verwandten, Herr Herk? So ging das
an=
gelegentliche Examen halb mitleidig, halb neugierig weiter.
Das kann ich Ihnen alles nicht verraten, Mamſell, denn
ich weiß es ſelbſt nicht.
Das beſte wäre ſchon, unſer neuer Gutsherr ſähe die Baroneſſe
und verliebte ſich in ſie; denn ſchön iſt ſie, und vornehm auch.
Neulich ſtand ſolche Geſchichte akkurat im Günſterburger
Tage=
blatt. Haben Sie die nicht geleſen, Herr Herk? Das Erbe der Väter
hieß ſie. Aber akkurat ſo! ſchloß ſie eifrig.
Reden Sie nicht dummes Zeug! verſetzte er ungehalten.
In ſeinem Innern mußte er aber dieſem einfältigen Munde
recht geben. Er hatte wohl die beſte Löſung gefunden, und
bei Claires ſeltener Schönheit war ſie mehr als wahrſcheinlich,
wenn der Zufall, dieſer eigenwillige Gelegenheitsmacher, ſie
und Weidner zuſammenführte. Denn nur ſo kam Claire wieder
in den Beſitz ihres Gutes. Und dazu hatte er erfahren, daß
Weidner Junggeſelle und ein großer Verehrer weiblicher
Schön=
heit war.
Eine ſonderdae Unuhe und undehagichteit egiſt hn
bei dem Gedanken. Gleich darauf ſchüttelte er ihn energiſch ab.
Tor, der er war!
Als er ſpäter an den ſtarkduftenden Wieſen vorüber, den
Waldesrand entlang einen ſtundenweiten, einſamen
Spazier=
gang unternahm, brannte Claires Bild in ſeiner aufgewühlten
Seele, und er mußte die Entdeckung machen, daß ſie, die ſein
Idcal geweſen als Knabe und Jüngling, es geblieben war all’
die Zeit, da er ihr fern geweilt! Daß der Gedanke an ſie, ſeine
reine Geſpielin, ihn bewahrt hatte vor jeder Verführung, und
daß er ſie, trotz der Hoffnungsloſigkeit ſeiner Neigung, liebte,
wie er nur einmal im Leben zu lieben imſtande war: nicht mit
verzehrender, wilder Leidenſchaft, ſondern mit jener tiefen,
innigen Liebe, welche uneigennütziger iſt als jene und ſie
über=
dauert.
4. Kapitel.
Im Schloſſe hatte Claire traurige Veränderungen
vorge=
funden. Gleich im Vorzimmer machte ſich Zerſtörung
bemerk=
bar. Der große Pfeilerſpiegel fehlte, ebenſo der Teppich, der
ſonſt den ganzen Boden bedeckte; und von den Wänden dort oben,
wo der große Spiegelhaken geſeſſen, hing die ſchwere
Gobelin=
tapete in Fetzen hernieder. Dieſelbe Verwüſtung begegnete ihr
in den Räumen, die ſie mit ihrer Mutter bewohnt hatte. Die
wertvollſten Stücke, Bilder, Schmuckgeräte, Möbel, waren daraus
verſchwunden und nur die minderwertigen, oder
ſchwerver=
äußerlichen Gegenſtände zurückgeblieben. Beſonders ſchmerzlich
berührte ſie die Plünderung im Sterbezimmer der Mutter. Das
breite Himmelbett war ſeiner ſeidenen Vorhänge, Decken und
Kiſſen bis auf die kahlen Matratzen entkleidet. Der koſtbare
bronzene Toilettentiſch, die Spiegelſchränke, der teure, auch hier
das ganze Zimmer bedeckende Perſerteppich fortgeſchafft. Der
Diwan allein, aber ohne ſein Eisbärfell, war als minderwertig
dageblieben und achtlos in eine Ecke geſchoben. In dem öden,
ſonſt ſo trauten Raume überkam Claire die ganze Flut
ſchmerz=
lichſter Erinnerungen. Sie legte Plaid und Handtäſchchen auf
den Divan, ſete ſch daneben und ſtarte unewaidt, ein
Raub bitterer Gedanken, auf das leere Bett ihrer Mutter, noch
einmal alle Qualen ihrer letzten ſchweren Tage durchlebend, bis
endlich ein Klopfen an der Tür ſie aus ihrem düſteren Sinnen
aufſchreckte. Die Mamſell kam herein, auf einem großen
Tee=
brett das Nachtmahl tragend.
Guten Abend und Willkommen, gnädige Baroneſſe! Ich
hatte Sie ſchon drüben im Salon geſucht. Wollen Sie nicht
drin=
nen ſpeiſen? Hier iſt ja nicht mal ein Tiſch mehr, die Sachen
draufzuſtellen.
Das junge Mädchen erhob ſich ſchweigend und ging in das
erleuchtete Nebenzimmer, und ebenſo ſtill folgte ihr nun die
Mamſell und ordnete auf dem Tiſche in dieſem auch ziemlich
ver=
wüſteten Raum das Abendeſſen, während Claire ans Fenſter
getreten war und gedankenvoll in den dämmerigen, ſich ſchon
herbſtlich entblätternden Park hinausſah. Die Mamſell hatte
mit ſich kämpfend, mehrmals unſchlüſſig zu der hohen Geſtalt,
die ſo regnungslos verharrte, hinübergeblickt. Endlich faßte ſie
ſich doch ein Herz.
Wo ſoll ich der Baroneſſe denn das Bett herrichten?
Auf dem Diwan drinnen, bitte.
Aber es fehlt ja da an jeder Bequemlichkeit; ſelbſt das
notwendigſte zur Toilette mangelt. Ich dachte, Sie würden
vielleicht im Wirtſchaftshauſe ſchlafen, wo doch wenigſtens ſolche
beſcheidenen Utenſilien ſind. Baroneßchen haben ja hier nicht
einmal Betten!
Es wird ſchon für eine Nacht gehen; ich nehme meine
Reiſe=
decke. —
Nur für eine Nacht? Mitgefühl und Neugierde, die gleich
groß waren, ſiegten über den ſonſtigen Reſpekt. Wollen Baroneſſe
morgen ſchon wieder fort?
Ja.
Darf ich fragen wohin?
Nach Berlin.
Nach Berlin? Wohl zum Herrn Baron?
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Und wenn der Herr Baron — wenn Baroneßchen dort
nicht bleiben können? Wir kennen ja den Herrn Papa — was
dann?
Claire warf ihr ſtolze, warnende Blicke zu, aber die
Schleu=
ſen von der guten Suſanne Beredſamkeit waren einmal geöffnet
und ließen ſich ſo leicht nicht wieder eindämmen.
Seien Sie mir nicht böſe, liebes Baroneßchen, daß ich mir
die Freiheit nehme, fuhr ſie daher vertraulich fort. Ich bin
ja ſchon lange genug in Ihren Dienſten, um einen Rat wagen
zu dürfen, man hat doch auch ein Herz; und Sie ſind noch ſo
jung, und — und ich habe doch die ſelige gnädige Frau Mama
gekannt, und ſo vieles mitangeſehen, daß —
Claire richtete ſich hoch auf. Der Stolz bäumte ſich in ihr,
der beleidigte Stolz, ihre Familienangelegenheiten, gerade weil
ſie traurige waren, von einer Untergebenen erwähnt zu hören.
Ich danke Ihnen für Ihre wohlmeinende Abſicht,
Mam=
ſell! verſetzte ſie abwehrend. Ich bin überzeugt, Sie meinen
es gut mit mir. Ich bin noch jung, ich weiß es wohl, aber nicht
zu ſehr, um mich nicht allein beraten zu können. Ich bin
ge=
wöhnt, meine eigenen Wege zu gehen und ſelbſt zu beſchließen,
was mir das für mich richtige erſcheint.
Die Mamſell ſchwieg gekränkt, indeſſen ſie die letzten
An=
ordnungen beim Aufdecken traf. Schon an der Tür, wandte ſie
ſich doch noch einmal zurück.
Ich wollte Baroneſſe ja nur ſagen, daß ich in Berlin eine
Schweſter habe, an die Sie ſich, falls Sie mal in der großen,
unbekannten Stadt eines Rates oder Anhaltes bedürfen, wenden
könnten. Auch vornehme junge Damen kommen in ſolche Lage,
neu ſe gan alein ſeſen und ſrend ſinht da es Darneſe
aber nicht wünſchen, ſo ſchweige ich ſtill und ſage nur: gute Nacht.
Claire kam nun raſch hinüber zu ihr und reichte ihr die Hand.
Jedenfalls danke ich Ihnen, Mamſell!
Suſanne ging zögernd und ließ das junge Mädchen allein.
Nicht im entfernteſten kam Claire der Gedanke, daß ſie
je ſolcher Zuflucht bedürfen könnte. Unerfahren und weltfreind,
voll blinder Vertrauensſeligkeit in die ſchöne, unbekannte Welt,
in die Menſchen, die ſie nur aus ihren Büchern kannte, meinte
ſie, ihren Weg ſicher ohne Stütze und Beihilfe zu finden.
Sie verbrachte die Nacht beinahe ſchlaflos und machte ſich
am anderen Morgen nach dem Frühſtück, das ihr Adolf zeitig
geſchickt, auf den Weg nach dem hinter dem Dorfe am
Waldes=
rande liegenden Gottesacker, wo ſich an bevorzugter Stelle, in der
Nähe der Kirche, aber unter freiem Himmel, wie die Verſtorbene
es gewünſcht, das Grab ihrer Mutter befand.
Hier am Hügel löſte ſich die bisherige Erſtarrung ihrer Scele
in lange fließende wohltätige Tränen. In dem traurig beredten
Schweigen des Friedhofes kam ihr doch etwas wie Ahnung der
Schwierigkeiten und Gefahren, die vor ihr lagen. Bangigkeit
vor dem Schickſal blieb in ihrer Seele zurück. Jetzt erſt, da ſie das
geliebte Grab für immer verlaſſen mußte, fühlte ſie ganz, daß ſie
ihre Heimat verloren.
Die Zeit drängte; mit Gewalt riß ſie ſich los. Einige
Efeu=
blätter nahm ſie mit. Dann ging ſie durch den Wald zurück und
ſchlug, das Dorf zu vermeiden, den längeren Weg um den See
ein, durch die prächtige Allee der herrlichen alten Bäume, der
Schönerlen ſeinen Namen verdankte. Allüberall Erinnerungen!
Zahlreich die Plätze und Stätten, wo ſie mit Adolf als Kind
ge=
wandert und geſpielt. Nun hieß es, Abſchied nehmen auch
hier, Mibe ſehte ſie ſch auf eine och aus Baunſtkmnen
ge=
zimmerte Bank, in die ſie beide vielfach ihre Namen eingekratzt
hatten, und die den Ausblick in die freien, von der Sonne
ver=
goldeten Stoppelfelder gewährte. Hier, unter den reichlich
fal=
lenden, buntgefärbten herbſtlichen Blättern der herrlichen Erlen
fand ſie Adolf, der ihr auf ihrem Gang gefolgt war.
Guten Morgen! ſagte er herzlich, ſich neben ſie ſetzend.
Sie erwiderte ſeinen Gruß; dann ſaßen ſie ein Weilchen
ſchweigend nebeneinander.
Ich fürchte, Du haſt nicht gut geſchlafen, bemerkte er endlich.
Du ſiehſt ſo bleich aus. Das „verweint” behielt er für ſich.
Welche Verwüſtung oben, Adolf! ſagte ſie jetzt, ſich zu ihm
wendend.
Ja, es iſt Dir leider nicht viel geblieben, Clairel! antwortete
er ſeufzend. Alles noch Vorhandene iſt ſelbſtverſtändlich Dein.
Das andere war es ja auch, ſetzte er leiſe hinzu.
Was iſt denn noch vorhanden, und was ſoll ich damit?
ſagte ſie verächtlich.
Nun, es ſtehen immerhin noch einige, allerdings nur
ein=
fache Gegenſtände und Möbel in den anderen Zimmern
auf=
geſpeichert, und auch in denen deines Stiefvaters. Auch iſt,
ſoviel ich weiß, die teilweiſe Einrichtung der Herrſchaftsküche
vorhanden und ſonſtiges andere, was ich nicht im Kopf habe.
Außerdem hat Feſter etwas Haus= und Tiſchwäſche in
Verwah=
rung genommen, reſpektive Dir gerettet. Man könnte ein
ge=
naues Verzeichnis von all’ dem machen. — Das ratſamſte iſt,
Du bleibſt noch einige Zeit, Clairel, indeſſen wir das alles zu
ordnen und möglichſt vorteilhaft für dich zu verkaufen ſuchen.
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