Darmstädter Tagblatt 1914


Freitag, den 11. September.

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Nr. 250.

Freitag, den 11. September.

1914.

Der Krieg.
Stalien, Albanien und der Krieg. Telegrammwechſel zwiſchen dem Kaiſer und dem König von Sachſen. Ein Proteſt
der deutſchen Sozialdemokratie. Englands Bündnis mit der gelben Raſſe. Die engliſchen Verluſte bei Helgoland.
Neutralitätsbruch Chinas. Neue Meldungen vom Kriegsſchauplatz. Verluſtliſte Nr. 21.

Italien, Albanien und der
Krieg.

Man ſchreibt uns: Einem Züricher Telegramm
der Köln. Ztg. zufolge hat der italieniſche Miniſterrat nach
Darlegungen des Marcheſe di San Giuliano den Beſchluß
gefaßt, daß Italien unter keinen Umſtänden aus ſei=
ner
neutralen Haltung heraustreten ſolle; auch
die Ereigniſſe, die ſich in den letzten Tagen am Balkan
und in Albanien ereigneten, könnten die bisherige
Haltung Italiens in keiner Weiſe ändern. Dieſe Meldung,
deren Richtigkeit von beſtinformierter Seite beſtätigt wird,
deutet auf die Entſchloſſenheit Italiens hin, ſich auch nicht
auf dem Wege über Albanien in die Teilnahme amn
Kriege und zwar gegen Oeſterreich=Ungarn, hineinziehen
zu laſſen. An entſprechenden engliſchen Bemühungen hat
es nicht gefehlt. Die Londoner Times ſtellten Italien
auf eine recht zudringliche Art vor, daß es in Albanien
nach dem Fortgange des Fürſten Wilhelm eingreifen
müſſe, und ließen auch keinen Zweifel über den Hinter=
gedanken
, von dem ſie bei der Erteilung dieſes Ratſchla=
ges
ausgingen. Die Times fragten nämlich, was für
einen Eindruck es machen werde, wenn Trieſt bloß durch
Frankreich und Großbritannien vom öſterreichiſchen Joche
erlöſt und wenn die Italiener Dalmatiens und Iſtriens
ohne Italiens Mitwirkung befreit würden. Italien bleibe,
fuhren die Times fort, nur die Teilnahme an dieſem
Werke übrig, damit auch ihm der ganze Gewinn zufalle.
Die Freigebigkeit, mit der das Londoner Blatt hier
über öſterreichiſches Gebiet verfügte, um es Italien als
Köder vorzuhalten, erinnert an die engliſche Hilfsbereit=
ſchaft
zugunſten Belgiens die ſich zwar auf dem Papier
großartig ausnahm, auf dem Schlachtfelde aber als kläg=
lich
erwies. Die noch friſche Erinnerung an die gewal=
tige
Kluft, die zwiſchen Englands vielverſprechender
Ruhmredigkeit und ſeiner militäriſchen Leiſtungsfähigkeit
beſteht, hat franzoſenfreundliche italieniſche Blätter nicht
abgehalten, die Londoner Lockſpeiſe ihren Leſern ohne
Widerſpruch vorzuſetzen. Selbſt in der deutſchſprachigen
Schweiz verſtärkte dieſer Umſtand, wie aus den Basler
Nachrichten hervorgeht, den Glauben, daß Italien in
Albanien eingreifen und ſo ſich bald als Teilnehmer
am europäiſchen Kriege ſehen werde. Die Haltloſigkeit
einer derartigen Anſchauung iſt durch die erneute Bekräf=
tigung
der italieniſchen Neutralität bewieſen.

Die Kriegsanleihe.

* Berlin, 10. Sept. In einem in den Morgen=
blättern
enthaltenen Aufruf zur Zeichnung der
Kriegsanleihe heißt es: Die Siege, die unſere herr=
lichen
Heere ſchon im Weſten und Oſten errungen haben,
berechtigen uns zu der Hoffnung, daß auch dieſesmal, wie
einſt nach 1870, die Koſten und Laſten des Krieges auf
diejenigen zurückfallen werden, die des Deutſchen Reiches
Frieden ſtörten. Vorerſt aber müſſen wir uns ſelbſt hel=
fen
. Großes ſteht auf dem Spiele; noch erwartet der Feind
von unſerer vermeintlichen finanziellen Schwäche ſein
Heil; der Erfolg der Anleihe muß dieſe ſeine Hoffnung
zerſtören. Deutſche Kapitaliſten zeigt, daß ihr von dem
gleichen Geiſte beſeelt ſeid, wie unſere Helden, die drau=
ßen
auf dem Schlachtfelde ihr Blut verſpritzen. Deutſche
Sparer, zeigt, daß Ihr nicht nur für Euch ſondern auch
für Euer Vaterland geſpart habt. Deutſche Korporationen,
Anſtalten, Sparkaſſen, Inſtitute und Geſellſchaften, die ihr
unter dem mächtigen Schutz des Reiches erblüht und ge=
wachſen
ſeid, erweiſt dem Deutſchen Reiche Euren Dank
in dieſer ſchickſalsſchweren Stunde. Deutſche Banken und
Bankiers zeigt, was Eure glänzende Organiſation, Euer
Einfluß auf die Kundſchaft zu leiſten vermag. Nicht ein=
mal
ein Opfer iſt es, was von Euch verlangt wird. Man
bietet Euch zu billigem Kurſe Wertpapiere von hervor=
ragender
Sicherheit. Sage keiner, daß ihm die flüſſigen
Mittel fehlen; durch die Kriegsdarlehenskaſſen iſt in wei=
teſtem
Umfange geſorgt, daß die Gelder flüſſig gemacht
werden können. Eine geringe Zinseinbuße bei der Flüſſig=
machung
muß jeder Deutſche als nationales Opfer gern
tragen. Die deutſchen Sparkaſſen werden den Einlegern
gegenüber, die ihr Guthaben zu dieſem Zwecke verwenden
wollen, nach Möglichkeit in weitherzigſter Weiſe bei der
Einhaltung der Kündigungsfriſten entgegenkommen.

Telegrammwechſel zwiſchen dem Kaiſer und
dem König von Sachſen.

* Dresden, 9. Sept. (W. T. B. Nichtamtlich.) Zwi=
ſchen
Seiner Majeſtät dem König von Sachſen und
Seiner Maſeſtät dem Kaiſer hat folgender Tele=
grammwechſel
ſtattgefunden:
Seiner Majeſtät dem Kaiſer im Felde. Ich und
mein Volk begleiten die Kämpfe und Siege der deutſchen

Wacht im Oſten mit unſeren heißeſten Wünſchen. In
ſolcher Anteilnahme hat meine Regierung dem Dankes=
opfer
des deutſchen Volkes für die treuen Oſtmarken
250 000 Mark überwieſen. Gott führe unſere tapferen
Truppen auch weiterhin zum Siege. Friedrich
Auguſt.
Seiner Majeſtät dem König von Sachſen in Wach=
witz
. Die hochherzige Beteiligung Deines treuen Sachſen=
volkes
an dem vaterländiſchen Dankesopfer für die ſchwer
heimgeſuchten Oſtpreußen hat mich tief gerührt. Dir und
Deiner Regierung meinen innigſten Dank dafür. Welch
erhebendes Bild! Die deutſchen Stämme Schulter an
Schulter im blutigen Kampf gegen die Feinde des Vater=
landes
unerſchütterlich zuſammenſtehend,
hinter den Schlachtfeldern Hand in Hand bemüht, die
ſchweren Folgen des Krieges zu lindern und auszuglei=
chen
. Ein Volk von ſolchem Einheitswillen, zum Siege
und zum Fortwirken für deutſche Kultur und deutſches
Weſen erfüllt, darf des Beiſtandes des allmächtigen Vaters,
der die Schlachten und die Geſchicke der Menſchheit lenkt,
gewiß ſein und darf nicht untergehen unter dem Neid und
Haß ſeiner Gegner. Wilhelm I. R.

Ein Proteſt der chriſtlichen Miſſionen.

* Berlin, 10. Sept. Wie die Tägliche Rundſchau
berichtet, erheben die evangeliſchen und katholi=
ſchen
Miſſionen einen flammenden Proteſt
gegen die Verletzung der Kongoakte, Artikel 11,
wonach kriegeriſche Verwickelungen zwiſchen europäiſchen
Mächten nicht auf afrikaniſches Gebiet übertragen werden
dürfen. England hat den Bemühungen von verſchiedenen
Seiten, es zur Einhaltung der Kongoakte zu bewegen,
nicht entſprochen. Darum iſt der Proteſt erhoben worden,
deſſen weiteſte Verbreitung im ganzen Auslande erforder=
lich
iſt.

Fürſorgemaßnahmen.

* Stuttgart, 9. Sept. (W. T. B.) Die Gründung
einer Württembergiſchen Kriegs=Kredit=
Bank iſt unter dem Vorſitz des Staatsrats v. Moſthaf
vollzogen worden. Es wurden Aktien in Höhe von
1,4 Millionen Mark gezeichnet. Die Amtskörperſchaften
des Landes haben Aktien im Geſamtbetrage von 554000
Mark und eine Haftung in Höhe von 95 000 Mark über=
nommen
. Der Staat übernimmt eine Garantie in Höhe
von 1 Million Markl. Ebenſo hoch iſt die Garantie der
größten Städte des Landes. Da ſonach 4 Millionen Mark
ſichergeſtellt ſind, iſt die Reichsbank in der Lage, den vier=
fachen
Betrag mit 16 Millionen Mark zur Verfügung zu
ſtellen. Das Grundkapital wurde auf 2½ Millionen Mark
feſtgeſetzt und die Ausgabe entſprechender Aktien beſchloſ=
ſen
, auf die zunächſt 25 Prozent eingezahlt werden.
* Peſt, 9. Sept. (W. T. B. Nichtamtlich.) Zur Unter=
ſtützung
der in ungarn zurückgebliebenen Familien
reichsdeutſcher Krieger hat die Ungariſche Al=
gemeine
Kreditbank 2000 Kronen geſpendet. Außerdem
ſind für denſelben Zweck weitere 15000 Kronen bei der
Bank eingegangen.

Amerikaner in Berlin.

* Berlin, 8. Sept. Der Köln. Ztg. wird geſchrieben:
Faſt jeden Vormittag kann man jetzt in Berlin folgendes
Schauſpiel bemerken: Vor dem großen Seitenportal des
bekannten Hotels Kaiſerhof nach dem Wilhelmplatz zu
drängt ſich eine aus Frauen und Männern zuſammen=
geſetzte
, meiſt gut gekleidete, untereinander Engliſch ſpre=
chende
Menge An der Kleidung, an den breiten, glatt=
raſierten
Geſichtern der Männer, an ihrem Auftreten, er=
kennt
man, daß ſie Amerikaner ſind. Uebrigens tragen die
meiſten von ihnen kleine emaillierte Abzeichen mit dem
Stern= und Streifenbanner im Knopfloch, wie es jetzt die
Anerikaner in Verlin tun, um nicht ihrer Sprache wegen
für Engländer gehalten zu werden. Von Zeit zu Zeit er=
ſcheint
ein ebenfalls breitſchulteriger, glattraſierter Herr
in der Portaltüre, geht die Reihe der Wartenden durch,
ruft irgend einen myſteriöſen Schiffsnamen und ver=
ſchwindet
dann wieder, gefolgt von einigen der Anweſen=
den
. Es ſind Amerikaner, die auf eine Schiffahrtsgelegen=
heit
warten, um in ihre Heimat zurückzukehren. Solche
Gelegenheit gibt es jetzt meiſt nur über Holland, und die
von Rotterdam abgehenden Schiffe ſind daher voll von
amerikaniſchen Reiſenden, werden auch in erſter Linie von
dem im Kaiſerhof eingerichteten Bureau in Anſpruch ge=
nommen
. Als der Krieg ausbrach, war der gewöhnliche
amerikaniſche Zuſtrom von Sommerreiſenden in Berlin
gerade auf der Höhe: unſere Penſionen hier, ſowie die
Bäder und Sommerfriſchen außerhalb waren voll von
ihnen. Von der Ausſicht, in einem Lande, dem Kriegs=
wirren
drohten. zu bleiben, nicht ſehr entzückt, dachten die
meiſten an Rückkehr in ihre Heimat, beſonders die, die wie
der Amerikaner meiſt, in Familien reiſen. Die Sache war
aber, da inzwiſchen die Meere für die deutſche Schifahrt

geſperrt waren, nicht mehr leicht, und dieſe Amerikaner
ſind gewohnt. deutſche Dampfer zu benützen. Es bildete
ſich hier gleich ein deutſch=amerikaniſches Komitee, zu dem
hervorragende Berliner Perſönlichkeiten gehörten und das
in dieſer Lage den Amerikanern in jeder Beziehung zur
Seite ſtand Die amerikaniſche Botſchaft und das amerika=
niſche
Konſulat halfen natürlich auch an ihrem Teile mit.
Da viele Amerikaner auch noch aus dem Innern Deutſch=
lands
und aus den Bädern und Sommerfriſchen Oeſter=
reichs
man ſagte, es ſeien in der vorigen Woche noch
etwa 200 täglich hier eintrafen, ſo vervielfältigten ſich
die Aufgaben. Einigen von den Amerikanern, die mittel=
los
waren oder die Ueberfahrt nicht bezahlen konnten,
mußten auch Unterſtützungen gewährt werden. Es wickelte
ſich aber alles für die, die zurückreiſen wollten, glatt ab,
und außer unſeren Behörden bemühte ſich beſonders die
Berliner Handelskammer um eine praktiſche Förderung
der transatlantiſchen Gäſte. Man kann übrigens mit
Sicherheit vermuten, daß eine, wenn auch beſchränkte Zahl
von ihnen ruhig in Berlin bleibt, Sie haben ſich in=
zwiſchen
überzeugt, daß Berlin keins von ſozialdemokrati=
ſchen
Kämpfen erſchütterte, von Ruſſen und Franzoſen
bedrohte Stadt iſt, und daß man hier ruhiger und ſicherer
lebt als heute in den meiſten anderen Hauptſtädten
Europas. Was an den Lügenſammlungen ihrer engliſchen
Vettern iſt, haben ſie inzwiſchen eingeſehen, und ſchon
wenn ſie dieſe Einſicht mit in ihre Heimat jenſeits der
Meere zurückbringen, könnte Deutſchland kein geringer
Dienſt erwieſen werden.

Ein Proteſt der deutſchen Sozialdemokratie
gegen belgiſch=franzöſiſche Sozialiſten.

* Berlin, 10. Sept. Der Vorſtand der ſozial=
demokratiſchen
Partei erläßt im Vorwärts ſol=
gende
Erklärung:
Das Exekutivkomitee des Internationalen Sozialiſti=
ſchen
Bureaus hat gemeinſam mit dem Vorſtand, der
ſozialiſtiſchen Partei Frankreichs einen Aufruf an das
deutſche Volk erlaſſen, ohne eine Verbindung mit der
ſozialdemokratiſchen Partei Deutſchlands auch nur zu
ſuchen. Das Erekutivkomitee hat damit ſeine Befugniſſe,
die ihm von der Internationalen übertragen worden
ſind, überſchritten, was um ſo befremdlicher iſt, als die
ſämtlichen Mitglieder des Exekutivkomitees nur einem der
bei der gegenwärtigen Kataſtrophe beteiligten Staaten
angehören und deshalb notwendig befangen und einſeitig
im Urteil ſein müſen. Als der unterzeichnete Parteivor=
ſtand
von dem Aufruf durch die Auslandspreſſe Kenntnis
erhielt, hat er ſofort Einſpruch erhoben. Der Aufruf,
deſſen Wortlaut uns erſt jetzt bekannt wird, ſtellt die Vor=
gänge
, die zum Krieg geführt haben, im Sinne der
franzöſiſchen Regierung dar und geht ſtillſchwei=
gend
über alles hinweg, was gegen die Auffaſſung der
verbündeten Regierungen England, Frankreich, Belgien
und Rußland ſpricht. Wir ſehen davon ab, jetzt gegen dieſe
Auffaſſung zu polemiſieren, weil uns der Zeitpunkt hier=
für
nicht gegeben erſcheint für eine fruchtbringende Aus=
einanderſetzung
. Ueber die Haltung der einzelnen Mächte
in den Tagen vor dem Kriegsausbruch liegt zudem das
Beweismaterial bisher nirgends lückenlos vor. Die Ein=
ſeitigkeit
des Aufrufes geht ſchon daraus hervor, daß in
ihm die Bedrohung des deutſchen Volkes durch den ruſ=
ſiſchen
Deſpotismus nicht einmal erwähnt iſt, d. h.
diejenige Tatſache, die das deutſche Volk in ſeiner Geſamt=
heit
am tiefſten erregt hat und für die Beurteilung der
politiſchen Sitnation von weſentlichſter Bedeutung iſt. Der
Aufruf läßt alſo jede Obiektivität ver=
miſſen
.
Weiter entnehmen wir den Nummern 3771 und 3772
der Pariſer Humanité vom 14. und 15. Auguſt 1914, die
erſt jetzt zu unſerer Kenntnis gelangen, daß das Inter=
nationale
Sozialiſtiſche Bureau mit Unterſtützung der
ſozialiſtiſchen Partei Frankreichs Sozialiſten der neutralen
Länder über die Greueltaten der Deutſchen informieren
will, um dadurch auf die öffentliche Meinung dieſer Län=
der
einzuwirken. Wir erheben auch gegen dieſes einſeitige
Vorgehen des Internationalen Sozialiſtiſchen Bureaus
öffentlich Proteſt. Die ſozialdemokratiſche Partei Deutſch=
lands
hat ſtets alle Greueltaten, wo ſie auch immer vor=
kamen
, verurteilt. Ob deutſche Soldaten im Feindesland
in dieſem oder jenem Orte bei ihrem Vorgehen die
Grenze berechtigter Notwehr überſchritten haben, darüber
liegt uns zurzeit kein genügendes Material vor. Auch
ſind uns vom Internationalen Bureau hierüber keine
Mitteilungen zugegangen. Wir fühlen uns aber ver=
pflichtet
, feſtzuſtellen, daß die deutſchen Soldaten, die zu
Millionen durch die Schule der deutſchen Partei und Ge=
wertſchaften
gegangen ſind, keine Barbaren ſind und
an Bildung des Geiſtes und Herzens hinter den Sol=
daten
keines Volkes der Welt zurückſtehen. Es iſt bezeich=
nend
daß das Exekutivkomitee des Internationalen So=
zialiſtiſchen
Bureaus wegen der angeblichen Greueltaten

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. September 1914.

Nummer 250.

der Deutſchen die öffentliche Meinung der neutralen Län=
der
anrufen will, während es ſich über die hinterliſti=
gen
Ueberfälle belgiſcher Franktireurs
auf deutſche Soldaten ausſchweigt und von den
Greueltaten der Ruſſen in Oſtpreußen
nichts zu melden weiß.

Die Ruſſen in Allenſtein.

* Berlin, 9. Sept. Während ihrer nur eintägi=
gen
Herrſchaft in Allenſtein haben die Ruſſen
der Stadt Allenſtein eine überaus ſchwere, in Naturalien
zu leiſtende Kriegskontribution auferlegt. Ueber die Art,
wie ſich die Stadt mit dieſer Notlage abfand, gibt die
Allenſteiner Zeitung folgenden intereſſanten Bericht:
Die Ruſſen verlangten ungeheure Lieferungen, näm=
lich
120000 Kg. Brot, 6000 Kg. Zucker, 5000 Kg. Salz,
3000 Kg. Tee, 15000 Kg. Grütze oder Reis und 160 Kg.
Pfeffer. Dieſe ungeheueren Mengen ſollten von unſerer
Stadt bis Freitag früh um 8 Uhr geliefert werden. Unter
Drohungen, zu requirieren, forderten die Ruſſen, daß alles
pünktlich abgeliefert werde. Da viele Geſchäftsleute ihre
Läden abgeſchloſſen hatten und geflüchtet waren, ſo mußte
die Stadt die Läden, in denen ſich Lebensmittel befanden,
gewaltſam öffnen laſſen, um die verlangten Vorräte ent=
nehmen
zu können. In der Nacht zum Freitag iſt in allen
Bäckereien im Schnellbetrieb gebacken worden. Mehrere
Bäcker waren am Sonntag oder Montag geflohen und
hatten ihre Bäckereien geſchloſſen. Die verſchloſſenen
Bäckereien mußten deshalb gewaltſam geöffnet werden.
Alle hieſigen Bäcker, viele Bürger, vor allem Frauen und
Mädchen, ſtellten ihre Dienſte zur Verfügung, und ſo wur=
den
denn Unmengen Brot gebacken, gleichzeitig liefen
Frauen die ganze Nacht hindurch von Haus zu Haus von
Wohnung zu Wohnung und baten überall um Brot. Jeder
gab, was er hatte. Der Oberbürgermeiſter Zülch hatte
hier, wie überall, die Leitung perſönlich übernommen
Ihm und dem Bürgermeiſter Schwarz gebührt das Ver=
dienſt
, durch ihr kluges Verhalten, durch ihren unermüd=
lichen
Eifer weſentlich dazu beigetragen zu haben, daß
die 24ſtündige Ruſſenherrſchaft nicht noch unerfreulichere
Folgen in Allenſtein gehabt hat. Tatſächlich ſind den
Ruſſen geliefert worden: 25096 Kg. Brot, 3676 Kg. Zucker
3110 Kg. Salz, 110 Kg. Tee, 4210 Kg. Reis und Grütze,
450 Kg. Erbſen, kein Pfeffer. Dieſe große Lieferung, die
Allenſtein den Ruſſen liefern mußte, ſollte von ihnen bar
bezahlt werden. Beim Abzug der Ruſſen iſt die Bezah=
lung
unterblieben. Es wurde jedoch von den ſiegreichen
deutſchen Truppen eine ruſſiſche Kriegskaſſe eingebracht,
deren Inhalt ſich auf 180000 Rubel beziffern ſoll. Die
Bezahlung für die Lieferung wird die Stadt alſo ſchon
bekommen. Die Ruſſen benahmen ſich auch in der Nacht
zum Freitag manierlich. Am Freitag früh hatten ſie
ofenbar großen Hunger. In einigen Gaſtwirtſchaften
machten ſich ruſſiſche Soldaten über die Weinkeller und
die Speiſenvorräte her. Es geſchah das zweifellos gegen
den Willen der Offiziere. Trotzdem wuchs die Beunruhig=
ung
der Bürgerſchaft. Die ruſſiſche Herrſchaft in Allenſtein
ſollte jedoch vor Anbruch der Nacht ihr Ende finden. Wie
ein furchtbarer Traum liegen dieſe letzten Tage hinter uns

Maubeuge.

* Mailand, 9. Sept. In einem Telegramm des
Corriere della Sera wird bemerkt, in Frankreich lege man
großen Wert auf den Widerſtand von Maubeuge,
der die Deutſchen verhindere, die öſtliche Eiſenbahn zu be=
ſetzen
. Der franzöſiſche Kriegsminiſter hat an das Gou=
verneur
von Maubeuge ein Dank= und Bewunderungs=
Telegramm gerichtet, das die Hoffnung ausdrückt, Mau=
beuge
werde den Widerſtand bis zu jenem Augenblick aus=
dehnen
, der der Feſtung die Befreiung bringen wird.
Generaliſſimus Joffre ſtellte in einem Tagesbefehl der
Armee das Beiſpiel der Verteidigung von Maubeuge vor
Augen. Wenige Stunden darauf iſt dieſe Feſtung, auf die
man in Frankreich ſo große Hoffnungen ſetzte, gefallen.

Beſetzung der Walfiſchbai durch die Deutſchen.

* London, 9. Sept. Deutſche Truppen be=
ſetzten
die Walfiſchbai. Die britiſche Regierung
bemerkt dazu: Die Bai kann leicht wiedergewonnen wer=
den
, ſobald die ſüdafrikaniſche Regierung ihre Vorberei=
tungen
beendigt hat, in Deutſch=Südweſtafrika einzu=
fallen
. (!)

Die Kämpfe bei Schabatz.

* Wien, 9. Sept. (W. T. B. Nichtamtlich.) Zur end=
gültigen
Zerſtörung der krankhafter Phantaſie entſpringen=
den
ſerbiſchen Siegesberichte über die Kämpſe bei
Schabatz ſei hier der authentiſche Bericht zitiert, den
der Kriegsberichterſtatter des Peſter Lloyd mit Bewillig=
ung
des Korpskommandanten Terſtyanski über dieſe
Kämpfe veröffentlicht. Nach dieſem Bericht führten die
öſterreichiſch=ungariſchen Truppen am 13. und 14. Auguſt
den Uebergang über die Save durch, beſetzten Schabatz
nach heftigem Widerſtand der Truppen und der Bevöl=
kerung
und wieſen heftige Angriffe überlegener Streit=
kräfte
auf Schabatz zurück. Am 16. Auguſt griffen öſter=
reichiſch
=ungariſche Truppen mit inzwiſchen über eine

Pontonbrücke über die Save eingetroffenen Verſtärkungen
wiederholt die Serben an, die am 18. und 19. Auguſt zu
einem fluchtartigen Rückzuge gezwungen wurden, der nach
der Behauptung von Gefangenen dem Rückzug der Tür=
ken
bei Kumanowo glich. Am 19. Auguſt, abends, erreich=
ten
die öſterreichiſch=ungariſchen Truppen die Linie Vukosc=
Zerovac. Am 20. Auguſt traf der aus höheren ſtrategiſchen
Rückſichten ergangene Befehl zum Rückzug ein, den Korps=
kommandant
Terſtyanski ſchweren Herzens ausführte.
Das Gros der Truppen kehrte an das nördliche Ufer der
Save zurück. Kleinere Abteilungen wurden in Schabatz
zurückgelaſſen, welches von weitaus überlegenen ſerbiſchen
Kräften angegriffen wurde. In der Nacht zum 23. Auguſt
iſt die Save abermals zum Entſatz der Schabatz vertei=
digenden
Truppen überſchritten worden. Es gelang, die
Stadt zu umzingeln und die Serben mit einer Attacke
zurückzuwerfen. Da es bei der damaligen Kriegslage
wertlos geweſen wäre, Schabatz zu halten, kam abends
der Befehl, an das öſterreichiſche Ufer der Save zurückzu=
gehen
. Der Befehl iſt in der Nacht und am Morgen des
nächſten Tages ausgeführt worden. Der durch den zwölf
tägigen Kampf erſchöpfte Feind hat nicht verſucht, den
Abzug zu ſtören. Nachdem der letzte Mann über die Pon=
tonbrücke
zurückgekehrt war, wurde dieſe abgebrochen.
Der Armeekommandant Terſtyanski dementiert energiſch
ein Telegramm, wonach Großfürſt Nikolajewitſch den ſer=
biſchen
Thronfolger zum Sieg von Schabatz beglück=
vünſcht
. Das Ergebnis der Schabatzer Offenſive iſt eine
Lähmung des ſerbiſchen Heeres, deſſen geſtriger erſter
Verſuch, einen Einfall in öſterreichiſch=ungariſches Gebiet
zu machen, mit dem bekannten Mißerfolg endete.

Die Polen in Amerika.

* Krakau, 9. Sept. Wie hieſige Blätter melden
fanden in Chikago und Milwauke große Maſſen=
verſammlungen
der dortigen Polen ſtatt, in
denen erklärt wurde, daß es die heiligſte Pflicht der in
Amerika lebenden Polen ſei, ihre Landsleute in Europa
im Kampf gegen den Zarismus zu unterſtützen. In
einer der Chikagoer Verſammlungen, die von mehr als
10000 Polen beſucht war, wurde ein Porträt des Zaren
verbrannt. In allen Verſammlungen wurden Geldſamm=
lungen
für die zu bildende polniſche Legion eingeleitet.
In einer Verſammlung wurden für dieſen Zweck 10000
Dollar geſammelt.

Aus Paris.

* Rom, 9. Sept. Ein Telegramm der Stampa aus
Paris ſchildert die dortige Lage in ſehr düſteren Far=
ben
. Die herrſchende Angſt ſei unbeſchreiblich, Bis zum
letzten Augenblick, ſagt der Korreſpondent, war die Be=
völkerung
von den Siegen über Deutſchland feſt über=
zeugt
und glaubte, daß General Joffree nur aus ſtrate=
giſchen
Gründen die Deutſchen ins Land herein ließ. Erſt
als die Verlegung der Regierung bekannt wurde, brach
ſich die Wahrheit Bahn und der Optimismus ſchlug in
ſchwärzeſten Peſſimismus um. Jedermann will jetzt
fliehen. Hunderttauſende und Aberhunderttauſende drän=
gen
nach den Bahnhöfen und verzichten ſelbſt auf die
Mitnahme ihres Gepäcks. Sie wollen nur das Leben
etten und ſich vor den ſchrecklichen Ulanen in Sicherheit
bringen. Von Verwundeten, die in Paris ankamen, er=
fuhr
der Korreſpondent, daß die Deutſchen ſich mit uner=
hörter
Tapferkeit ſchlagen, immer vorgehen und niemals
zurückweichen.

Englands Bündnis mit der gelben Raſſe.

* Engliſche Zeitungen berichten über eine Sitzung
des japaniſchen Parlaments am Samstag.
Graf Okuma bat um die Unterſtützung des Parlaments
in den jetzigen Umſtänden und um Genehmigung des
außergewöhnlichen Budgets. Darauf hielt der Miniſter
des Auswärtigen eine Rede über die Gründe des Krieges
und erklärte: Anfang Auguſt bat die engliſche Re=
gierung
um die Hilfe Japans in den Grenzen
des engliſch=japaniſchen Bündniſſes. Deutſche Kriegsſchiffe
befanden ſich in den Meeren des Oſtens, und es war die
Abſicht Deutſchlands, Kiautſchou zur Baſis ſeiner Kriegs=
operationen
in Oſtaſien zu machen. Wie jeder weiß, iſt
der Zweck des engliſch=japaniſchen Bündniſſes in Oſtaſien
den Frieden in Oſtaſien zu bewahren und die Unabhängig=
keit
und die Integrität Chinas zu ſchützen. (!) In einer
Zeit, in der der Handel in Oſtaſien ſehr bedroht iſt, war
es die Pflicht Japans, der Bitte des Bundesgenoſſen
nachzukommen. Da Deutſchland eine Baſis für eine große
Aktivität in Oſtaſien beſitzt, war nicht allein der Friede,
ſondern auch Japan in ſeinen eigenen Intereſſen bedroht.
Japan hätte gewünſcht, in den gegenwärti=
gen
Konflikt nicht hineingezogen zu wer=
den
; aber es war ſeine Pflicht, dem Bunde treu zu
bleiben.
Man wird gut tun, dieſen japaneſiſchen Verſicherungen
nicht allzu viel Glauben beizumeſſen.
* Berlin, 10. Sept. (W. T. B.) Die Norddeutſche
Allgemeine Zeitung ſchreibt: In einer Beſprechung ſoll
der japaniſche Botſchaftsrat in Rom einem
Vertreter der Stampa gegenüber erklärt haben, der Krieg
zwiſchen Japan und Deutſchland ſei dadurch

entſtanden, weil Deutſchland der japaniſchen Regierung
die nicht in Form eines Ultimatums verlangte Zuſicherung
verweigert habe, daß das deutſche Geſchwader in Oſtaſien
Frieden und Handel nicht durch kriegeriſche Operationen
ſtöre. Die Kriegserklärung ſei daher zum Schutze ſeiner
Intereſſen und zur Behinderung der Lahmlegung ſeines
Handels nötig geworden. Dieſer Verſuch einer Rechtferti=
gung
des japaniſchen Vorgehens in Oſtaſien ſtellt dier
Wahrheit geradezu auf den Kopf. Von japa=
niſcher
Seite iſt ein Verlangen, wie das von dem japani=
ſchen
Botſchaftsrat dargeſtellte vor Ueberreichung des Ulti=
matums
an Deutſchland nicht geſtellt worden, Umgekehrt
iſt aber dem japaniſchen Geſchäftsträger in Berlin gerade
von deutſcher Seite, und zwar vor Ueberreichung des
Ultimatums Japans, in Ausſicht geſtellt worden, daß das
deutſche Geſchwader in Oſtaſien Befehl erhalten werde,
ſich feindlicher Handlungen in den oſtaſiatiſchen Gewäſſern
zu enthalten, falls Japan in dem deutſch=engliſchen Kon=
flikt
neutral bleibe. Hierauf iſt von japaniſcher Seite eine
Antwort überhaupt nicht erteilt worden. Hierdurch wird
auch zugleich die nach engliſchen Meldungen vom japa=
niſchen
Miniſter des Aeuß ern Cato in der
außerordentlichen Sitzung des japaniſchen Parlaments
vom 5. dieſes Monats aufgeſtellte Behauptung wider=
legt
, wonach es die Abſicht Deutſchlands geweſen ſei,
Kiautſchou zur Baſis ſeiner kriegeriſchen Operationen im
fernen Oſten zu machen.

Läſtige Bundesgenoſſen.

* Rotterdam, 9. Sept. Die franzöſiſchen
und belgiſchen Flüchtlinge, die maſſenhaft über
en Kanal kommen, ſcheinen den Engländern bereits er=
heblich
läſtig zu werden. Die Times ſchreiben, daß das
andauernde Eintreffen belgiſcher und franzöſiſcher Flücht=
linge
an der engliſchen Küſte ein ernſtes Problem
werde. Es gab Leute unter ihnen, die über reiche Mittel
verfügen, aber die meiſten ſind arm und beſitzen nichts
als einige eilig zuſammengepackte Sachen.

Die engliſchen Verluſte bei Helgoland.

* Es ſtellt ſich jetzt heraus, daß der engliſche Kreuzer,
der vor Helgoland zuerſt mit unſeren Schiffen ins Gefecht
geriet, nicht der Amethyſt ſondern der erſt am 25. Ok=
tober
1913 vom Stapel gelaufene und erſt kürzlich in Dienſt
geſtellte moderne 3600 Tonnen große Panzerdeck=
kreuzer
Arethuſa war. Die Arethuſa hat im
Kampf ſehr ſchwere Beſchädigungen erlitten,
die ſchwierig zu reparieren ſein werden. Unter anderem
iſt ein Schuß unterhalb des 51 Millimeter=Panzerdecks in
den Maſchinenraum gedrungen und hat die mit Oel ge=
ſpeiſten
Brown=Curtis=Turbinen, die dem Schiff eine Ge=
ſchwindigkeit
von 30 Knoten in der Stunde verliehen, ſo
beſchädigt, daß die Arethuſa ſich nur noch mit 10 Knoten
Fahrt in den Hafen Sheerneß zurückziehen konnte. Auch
die engliſchen Torpedojäger Laurel und Liberty
haben ſchwere Havarien gehabt. Bei dem letzteren Schiff=
war
ein Schornſtein durch die deutſchen Granaten völlig
weggeſchoſſen und der andere von oben bis unten auf=
geriſſen
.

Wie der Krieg in Rußland gemacht wurde.

* Die Wiener Allg. Ztg. ſchreibt: Zar Nikolaus II
war acht Tage hindurch im wahrſten Sinne des Wortes
bgeſperrt, und unter falſchem Vorwand wurde er
geradezu gezwungen, die Mobiliſierungsorder zu unters
zeichnen. Sofort nach der Schreckenstat in Serajewo hat
die Kriegspartei in Rußland durchgeſetzt, daß der Zap
große militäriſche Anordnungen treffe. Es iſt bezeichnend,
daß dieſe mit aller Eile betriebene Tätigkeit ſchon am
Tage nach der Ermordung des Thronfolgerpaares ein=
ſetzte
. Nachdem das öſterreichiſche Ultimatum an Serbien
überreicht worden war, wurde der Zar von der Groß=
fürſtenclique
einfach in Klauſur verſetzt. Der
treibende Geiſt aller folgenden Aktionen war Großfürſt
Nikolaus Nikolajewitſch, gegenwärtig Oberkommandieren=
der
der ruſſiſchen Armee. Er überraſchte den Zaren mit
der ganz und gar erdichteten Mitteilung, daß Deutſchland
vollkommen mobiliſiere, und zwar zu einer Zeit, da von
einer Mobiliſierung in Deutſchland noch keine Rede war.
Er brachte gleich die fertige Mobiliſierungsorder mit und
verließ nicht früher das Zimmer des Zaren, als bis dieſer
ſeine Unterſchrift unter das Dokument geſetzt hatte.

Bulgarien und Rußland.

* Sofia, 9. Sept. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der her=
vorragende
Militärſchriftſteller Waſſil Angelow ſchreibt
in dem Blatte Kambana: Die Intereſſen Bul=
gariens
erfordern, daß Rußland vernichtet
werde. Von einem ſtarken Rußland können wir nur
Böſes erwarten. Der Sieg Rußlands wäre für uns
ein wahres nationales Unglück. Die Politik Hart=
wigs
iſt heute die Politik aller Ruſſen. Ein großes Bul=
garien
würde von Rußland unabhängig ſein und für
Rußlands Aſpirationen auf die Meerengen ein Hindernis
bilden. Auf die Aufrufe ruſſiſcher Panſlawiſten, daß Bul=
garien
Rußland beiſtehen ſolle, können wir nur antwor=

Deutſche Kriegsbriefe.

Von Paul Schweder, Kriegsberichterſtatter.
VII.
Genehmigung zur Veröffentlichung erteilt 5. 9. 1914. J. A.
des Chefs des Generalſtabes des Feldheeres. (gez.) von
Rohrſcheidt, Major im Großen Generalſtab.
Großes Hauptquartier, 5. 9. 1914.
(Franktireurtod Soldatentod.)
Am St. Katharinenufer in Trier ſteht ein altes,
graues, unſcheinbares Haus, das die Militärverwaltung
vor einigen Jahren, als die Militärſtrafprozeßreform
Geſetz wurde, zum Kriegsgerichtsgebäude für den Bezirk
des 8. Armeekorps herrichten ließ. Da ſind denn in der
Folge alle die kleinen und größeren militäriſchen Vergehen
und Verbrechen zur Aburteilung gelangt, bis auch in die=
ſes
Haus der Kriegslärm drang und die Gerichtsherren
Ende der vorigen Woche die Koffer packten, um mit ins
Feld hinauszuziehen, damit die Soldateska nicht etwa zu
dem Glauben komme, Gott Mars habe die Jungfer The=
mis
nicht mehr nötig. Nur daß ſie jetzt als Feldgericht
ihr Urteil ſpricht. Aber in dem Augenblick, wo ihre Jün=
ger
den grünen Rebenhügeln Valet ſagen wollten, kam
von der uralten Moſelbrücke her ein trauriger und ſelt=
ſamer
Zug. Drüben im Belgiſchen hatten ſie ſechs
Franktireurs erwiſcht, darunter einen erſt 14jährigen
Jungen, und da das Feldgericht noch nicht hinübergekom=
men
war, weil es ſich ſo ſchamloſer Dinge nicht verſehen
hatte, wie ſie den ſechſen zur Laſt gelegt wurden, ſo brachte
man ſie nach Trier. Alle 6 hatten auf unſere durchziehen=

en Truppen geſchoſſen, und wenn man ſie alsbald vom
Leben zum Tode befördert hätte, ſo würde kein Hahn da=
nach
gekräht haben, denn noch immer war der Freiſchärler
bei allen Völkern ein todeswürdiger Verbrecher. Aber
unſere braven Truppen mußten weiter und ſo wurden die
ſechs Nichtswürdigen noch der Ehre einer mehrſtündigen
Kriegsgerichtsverhandung teilhaftig. Sie endete, wie
nicht anders zu erwarten war, um 6 Uhr abends mit der
Verurteilung der 5 Männer zum Tode, während der 14 jäh=
rige
mit Rückſicht auf ſeine Jugend mit einer mehrjähri=
gen
Gefängnisſtrafe davonkam. Schon am folgenden
Morgen wurde an den zum Tode Verurteilten droben im
grünen Matheiſerwalde in den Schießſtänden der Trierer
Garniſon das Urteil vollſtreckt.
Und dann ein ander Bild! Trier iſt als erſter deut=
ſcher
Ort inmitten der von heftigen Kämpfen umtobten
Weſtgrenze die natürliche Zentrale der Hilfs= und
Liebestätigkeit an unſeren Verwundeten.
Zu Tauſenden kommen ſie hier an und die am ſchwerſten
Getroffenen finden hier großartige Lazarette und die
beſten Chirurgen. Wenn trotzdem hier und da Todesfälle
zu verzeichnen ſind, ſo haben wir uns dafür bei unſeren
Feinden zu bedanken, die mit künſtlich abgeplatteten Ge=
ſchoſſen
, wie ich ſie mit eigenen Augen geſehen habe, und
ſogar mit Dum=Dum=Geſchoſſen arbeiten. Da iſt es dann
nicht zu verwundern, wenn faſt zu derſelben Zeit, wo hoch
oben am Moſelufer die Schüſſe auf die fünf Franktireurs
krachten, unten im Tale ein Trauerkondukt dahinzog, der
in ſeiner Einfachheit nur um ſo erſchütternder wirkte
Voran eine Kompagnie Infanterie mit geladenem Gewehr,
dahinter eine Anzahl Soldaten, die das ſchwarze Kruzifix
mit dem Bilde des Erlöſers hoch an der Stange und dazu
Weihrauchfäſſer und Lichter trugen, und in ihrer Mitte

ein weißhaariger Prieſter, den kleine, rotwangige Mini=
ſtranten
geleiteten. Und dann ſechs einfache, dunkel=
gelbe
Särge ohne jeden Blumenſchmuck. Drinnen in der
Stadt klingelte laut und hell das Sterbeglöcklein und die
Leute auf der Straße entblößten ihr Haupt. Gute, brave
Jungen, die Ihr Euer Leben für uns alle gelaſſen habt!
Fühlt Ihr es nicht vielleicht doch noch auf Eurem Wege
nach Wallhall, daß wir hier unten auch ohne Blumen in
den Händen und auf Euern Gräbern den Zoll der Dank=
barkeit
aus vollem Herzen Euch entrichten, indem wir ge=
loben
, jeder in ſeiner Art dem Vaterlande mit verdoppel=
tem
Eifer weiter zu dienen, für das Euer Blut gefloſſen
iſt? Ihr habt das Glück, daß Eure Leiber in deutſchen
Heimatboden gebettet werden konnten, den ihr verteidigt
habt bis zum letzten Atemzuge. Und wie dieſer Boden
noch heute, nach zweitauſend Jahren, durch ſeine gewal=
tigen
Römerbauten von großer Vergangenheit zeugt, ſo
werden auch die Spuren Eurer Taten im Kampfe gegen
Galliens uralte Falſchheit und Niedertracht nicht in
Aeonen untergeh’n!
Im hellen Sonnenglaſt wirbeln kleine Wölkchen aus
dem Weihrauchkeſſel in die Lüfte. Der Prieſter ſpricht
den Segen über dem offenen Maſſengrab und ſprengt den
Tau des geweihten Waſſers über die ſchlichten Särge.
Nun auch hier ein kurzes militäriſches Kommando, dann
brauſen drei Salven über das Grab das in einem engen
Raume der Hoffnungen und Entwürfe gar viele umſchlie=
ßen
mag. Aber anders als da oben am ſchon vergeſſenen
Franktireurgrab deuten wir hier den Klang der Schüſſe:
Ihr ſtarbt als ruhmreiche Helden, damit wir leben! Kein
ſchön’rer Tod iſt in der Welt, als wer vor’m Feind erſchla=
gen!
Fahrt wohl, Ihr Getreuen!

[ ][  ][ ]

Nummer 250.

Darmſtätder Tagblatt, Freitag, den 11. September 1914.

Seite 3.

ten: Appelliert an keine brüderlichen, ſlawiſchen Gefühle
mehr, weil Ihr dieſelben ſelbſt begraben und Bulgarien
ſin den Abgrund geſtoßen habt. Glaubt Ihr, daß ein Jahr
genügt, um zu vergeſſen, daß das ſlawiſche Rußland das
niedrigſte Werk begangen hat, indem es Mazedonien unter
lunſere Feinde aufteilte? Heute glaubt kein Bulgare mehr
Euren falſchen Verſprechungen und der Unterſchrift Eures
Zaren!

Spaniens Neutralität.

* Berlin, 9. Sept. (W. T. B. Nichtamtlich.) Ange=
ſichts
der in hieſigen Zeitungen, beſonders aber in Pro=
vinzblättern
, beharrlich auftauchenden Gerüchte und Nach=
richten
bezüglich der Haltung Spaniens in dem gegen=
wärtigen
Konflikt, ermächtigt der ſpaniſche Botſchafter
zu erklären, daß, wie ſeine Regierung vom erſten Mo=
ment
an wiederholt bekundet hat, Spanien die
ſtrengſte und vollkommenſte Neutralität
bewahren wird, wie es ihm ſeine eigenen Intereſſen
und das Empfinden der öffentlichen Meinung raten.

Gärung in Hegupten.

* Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt: Der
Osmaniſche Lloyd vom 27. Auguſt berichtet: Wie wir aus
zuverläſſiger Quelle erfahren, tritt in Aegypten die
Aufſtandsbewegung immer kühner auf. Schon iſt
die Eiſenbahnſtrecke Alexandrien-Kairo zerſtört worden.
Das iſt in der Abſicht geſchehen, den Transporteng=
liſch
=indiſcher Truppen nach Kairo zu ſtören.
Die Boykottbewegung, die in Aegypten gegen engliſche
Firmen und engliſche Waren eingeleitet wurde, iſt eben=
falls
im Zunehmen begriffen.

Neutralitätsbruch Chinas.

* Frankfurt a. M., 10. Sept. Nach einem hier
vorliegenden Exemplar des Nieuwe Rotterdamſche Cou=
rant
hat die chineſiſche Regierung nach einem
Bericht des Korreſpondenten der Times in Peking die
Erklärung abgegeben, daß ſie auf den Punkten innerhalb
Lunkau, Laitſchau und der Umgebung der Kiautſchoubai,
welche die kriegführenden Truppen notwendigerweiſe paſ=
ſieren
müßten, nicht die Verantwortung für
eine ſtrikte Handhabung der Unparteilich=
keit
übernehmen könne. Die Regierung weiſe darauf
Ein, daß die kriegführenden Mächte die territorialen und
kdminiſtrativen Rechte Chinas und alles Privateigentum
in dieſen Gebieten achten müßten. Dieſe Erklärung er=
laubt
Japan, ſo fügt der Korreſpondent hinzu, von den
hauptſächlichſten Wegen Gebrauch zu machen, um ein Heer
hinter Kiautſchou herumzuführen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. September.
Ennsc kunwié
von Gottes Gnaden Großherzog von Heſſen
und bei Rhein ꝛc.

Wir haben Uns, Angeſichts des unſerem geliebten
Vaterlande aufgedrungenen Krieges, gnädigſt bewogen
gefunden, das von Unſerem in Gott ruhenden Herrn
Großoheim dem Großherzog Ludwig dem III. am
25. Auguſt 1870 geſtiftete Militär=Sanitäts=Kreuz wie=
der
aufleben zu laſſen.
Die Statuten des Großherzoglich Heſſiſchen Militär=
Sanitäts=Kreuzes vom 25. Auguſt 1870 behalten ihre
Gültigkeit, nur mit der Abänderung in § 2, daß die Vor=
derſeite
des Kreuzes die Worte enthält: Für Pflege
der Soldaten 1914.
Inhaber des Militär=Sanitäts=Kreuzes mit der In=
ſchrift
: Für Pflege der Soldaten 1870 die
ſich auch im gegenwärtigen Kriege durch verdienſtliche
Leiſtungen im Sanitätsweſen (§ 3) ausgezeichnet haben,
erhalten eine Ordensband=Spange mit der Jahreszahl
1914 zu dem bereits verliehenen Orden.
Gegeben Darmſtadt, den 12. Auguſt 1914.
Ernſt Ludwig.
Frhr. von Roeder.
* Verſetzung in den Ruheſtand. Ihre Königl.
Hoheit die Großherzogin haben den Oberlehrer
an der Oberrealſchule zu Gießen Profeſſor Georg
Hedderich auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte, in den Ruheſtand
verſetzt und ihm die Krone zu dem Ritterkreuz 1. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Ernennungen. Ihre Königl. Hoheit die Groß=
herzogin
haben den Lehramtsaſſeſſor Dr. Heinrich
Gepp aus Bingen zum Oberlehrer, den Lehramts=
aſſeſſor
Paul Graeber aus Bockenheim zum Oberlehrer
an der Oberrealſchule zu Alsfeld und den Hauptſteuer=
amtsaſſiſtenten
bei dem Hauptſteueramt Worms Heinrich
Bieger zu Worms vom 1. Oktober 1914 ab zum
Reviſionskontrolleur bei dem gleichen Hauptſteueramt
ernannt. Ferner wurde Karl Adam Weidner zu
Viernheim mit Wirkung vom 1. Oktober d. J. zum
Schreibgehilfen bei der Oberförſterei Viernheim ernannt.
* Das Großherzogliche Miniſterium des Innern
hat verfügt, daß die Immatrikulation von
Studierenden ſolcher Staaten, die Krieg
mit uns führen, an unſeren Hochſchulen für er=
loſchen
zu gelten und Neuaufnahmen von
Studierenden, Hörern und Gäſten aus dieſen Staaten
nicht ſtattzufinden haben. Aſſiſtenten ſolcher Staats=
angehörigkeit
ſind zu entlaſſen, Dozenten zu einer Lehr=
tätigkeit
ferner nicht zuzulaſſen. (Darmſt. Ztg.)
Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 17,
vom 10. September hat folgenden Inhalt: 1. Bekannt=
machung
, die ſummariſche Ueberſicht der Einnahme und
Ausgabe der Genoſſenſchaftskaſſe für Kommunalforſt=
warte
für das Etatsjahr 1912 betreffend. 2. Summariſche
Ueberſicht der Rechnung der Großh. Landeswaiſenkaſſe
zu Darmſtadt für das Rechnungsjahr 1912. 3. Ueberſicht
der für das Rechnungsjahr 1914 genehmigten Umlagen
zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religions=
gemeinden
des Kreiſes Darmſtadt. 4. Ueberſicht der von
Großh. Miniſterium des Innern für das Rechnungsjahr
1914 zur Erhebung genehmigten Umlagen zur Beſtreitung
der Kommunalbedürfniſſe der iſraelitiſchen Religions=
gemeinden
des Kreiſes Büdingen. 5. Ueberſicht der für
das Jahr 1914 genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Gemeindebedürfniſſe in den iſraelitiſchen Religions=
gemeinden
des Kreiſes Friedberg. 6. Bekanntmachung,
die Umlage der land= und forſtwirtſchaftlichen Berufs=
genoſſenſchaft
für das Großherzogtum Heſſen betreffeno.
7. Namensveränderungen. 8. Ordensverleihungen.
* Der preußiſche Geſandte in Darmſtadt Frhr.
v. d. Lancken=Wakenitz, der als Rittmeiſter der Reſerv=
des
Regiments der Gardes du Korps ins Feld gerückt iſt,
iſt der deutſchen Verwaltung Belgiens in
Brüſſel zugeteilt worden.

Bom Hoftheater. Die Hoftheater=Hauptkaſſe
macht nochmals darauf aufmerkſam, daß die An=
meldefriſt
der vorjährigen Abonnenten am
Samstag, den 12. September, abläuft. Bis zu dieſem
Tage werden den Abonnenten die bisherigen Plätze auf=
bewahrt
; von Montag ab muß anderweitig darüber
verfügt werden, da an dieſem Tage die Anmeldungen
der neuhinzutretenden Abonnenten entgegengenommen
werden. Die diesjährigen Abonnementsbedingungen
ſind den Abonnenten bereits zugegangen; bekanntlich
hat die Generaldirektion von der beabſichtigten Preis=
erhöhung
für Abonnement und Tagesverkauf mit Rück=
ſicht
auf die veränderte Lage abgeſehen. Ueberdies iſt
die Hauptkaſſe angewieſen, auch bezüglich der anderen
Beſtimmungen von Fall zu Fall Erleichterung und
weitgehendes Entgegenkommen zu gewähren, wenn dies
durch beſondere Umſtände (Einberufung uſw.) geboten
erſcheint. So wird entgegen dem bisherigen Gebrauch
den Abonnenten die Möglichkeit geboten, bei eintreten=
dem
Trauerfall das Abonnement am Quartalsſchluß
aufzuheben.
Vielfachen Wünſchen entſprechend, hat die General=
direktion
für Sonntag, den 13. September, abends
7½ Uhr, eine Wiederholung des patrio=
tiſchen
Konzerts zu Volksvorſtellungs=
preiſen
(Sperrſitz 1,50 Mk.) angeſetzt. Die Vortrags=
folge
bleibt unverändert, ſo daß die Zahl der Aus=
führenden
wieder 600 beträgt. Der Vorverkauf be=
ginnt
ohne Erhebung einer Vormerkgebühr bereits
heute Freitag zu den üblichen Kaſſenſtunden. Es
ſei noch darauf hingewieſen, daß der Wortlaut ſämt=
licher
Geſänge auf dem Zettel abgedruckt und zum
Preiſe von 10 Pfg. im Theater erhältlich iſt.
* Schloß Heiligenberg. Der Landtagsabgeordnete
Dorſch in Wölfersheim in Oberheſſen hat bei dem
Großherzoglich Heſſiſchen Staatsminiſterium in Darmſtadt
den Antrag geſtellt, das Battenbergſche Schloß Heiligen=
berg
durch den heſſiſchen Staat beſchlagnahmen zu
laſſen als Beſitztum des engliſchen Admirals Prinz Lud=
wig
von Battenberg. Das Staatsminiſterium hat darauf
erwidert, daß es nicht in der Lage ſei, dem Antrage zu
entſprechen, da ſelbſtändige Anträge eines Mitgliedes der
Stände ſchriftlich bei der Kammer, der das Mitglied
angehört, einzureichen ſeien. Landtagsabgeordneter Dorſch
wird daher einen entſprechenden Antrag der Zweiten
Kammer unterbreiten.
* Der Katholikenverein veranſtaltet am Sonntag
abend im Konkordiaſaal eine vaterländiſche Ver=
ſammlung
und Papſtfeier. (Näheres ſiehe Anzeige
in heutiger Nummer.)
* Das Konzert zum Beſten der Barmherzigen
Schweſtern, das alljährlich im Herbſte ſtattfindet, muß
dieſes Jahr wegen der herrſchenden Kriegsnot und der
Benutzung des Städtiſchen Saalbaues als Lazarett bis
auf weiteres verſchoben werden. Doch läßt die Ab=
haltung
dieſes Konzertes in beſſerer Zeit bei ſeiner Be=
liebtheit
und wegen ſeines guten Zwecks auf eine gleiche
günſtige Aufnahme wie in früheren Jahren hoffen.
* Stenographie auf Feldpoſtkarten. Wie der
Staatsſekretär des Reichspoſtamtes auf Anfrage dem
Stenographiſchen Jahrhundert mitteilt, iſt die An=
wendung
ſtenographiſcher Schriftzeichen
(auch Debatten=, Rede= oder Eilſchrift) auf Feldpoſt=
karten
geſtattet. Das Publikum war bisher über
die Anwendung der Kurzſchrift im Feldpoſtverkehr viel=
fach
im Unklaren.
* Deutſche und franzöſiſche Patronen. Im Fenſter
des Tagblatts ſind Patronen des deutſchen Zündnadel=
gewehrs
, des Chaſſepots und der Mitrailleuſe von 1870
und des deutſchen und franzöſiſchen Infanteriegewehrs
914 ausgeſtellt.
* Verwundete und kranke Soldaten in Darmſtädter
Lazaretten. Die Fortführung des Verzeichniſſes der
in den Darmſtädter Lazaretten untergebrachten verwunde=
ten
und kranken Soldaten befindet ſich im Anzeigenteil der
heutigen Nummer des Tagblatts.
* Verwundete in Mainzer Lazaretten. Infanterie=
Regt. 117: U.=Offiz. Eugen Metzer, 8. Komp. Reſ.=Feld=
Art.=Regt. 25: Kan. Heinrich Hummel, 6. Batt. In=
fanterie
=Regt. 118: Musk. Matthias Frey, 12. Komp.
Musk. Philipp Meffert, 6. Komp. Musk. d. Reſ. Joſeſ
Schmitt, 11. Komp.

An die Darmſtädter Theaterfreunde.

Unter dem überwältigenden Eindruck der deutſchen
und öſterreichiſchen Siege im Oſten und Weſten werden
überall die Theater wieder eröffnet. Voran gehen die
preußiſchen Hoftheater, die auf ausdrücklichen Wunſch des
Kaiſers ihren vollen Betrieb wieder aufnehmen werden.
Alle anderen Hoſtheater, die meiſten großen Stadttheater,
folgen dieſem Beiſpiel.
Auch die Darmſtädter Hofbühne darf nicht
zurückbleiben. Unſer Kunſtinſtitut wird gerade jetzt mehr
denn je ſeinen edelſten Beruf erfüllen können. Patriotiſche
Werke, die Klaſſiker, Wagners, Mozarts und Webers
Opern werden den Grundſtock des Spielplans bilden und
in dieſen ſchweren Zeiten Erhebung und Begeiſterung
ſpenden.
So löſt unſer Hoftheater mit der Wiederaufnahme der
Vorſtellungen eine hohe künſtleriſche Aufgabe.
Es erfüllt aber zugleich auch eine im höchſten Maße ver=
antwortungsvolle
ſoziale Pflicht gegenüber der Exi=
ſtenz
ſeiner Mitglieder. Zwar ſorgt Se. Königliche Ho=
heit
bis zu einem gewiſſen Grade für die dreihundert An=
geſtellten
des Hoftheaters und deren Familien. Aber
darüber hinaus iſt eine weitgehende Unterſtützung durch
unſer Publikum, ſtarkes Abonnement und lebhafter Thea=
terbeſuch
notwendig, um den Mitgliedern einen finanziel=
len
Rückhalt zu geben und die Stetigkeit des Betriebes zu
ſichern. Gerade wir Darmſtädter, die Grund haben, auf
unſer Hoftheater ſtolz zu ſein, müſſen in dieſen ernſten
Tagen dazu beitragen, unſerer Stadt die Segnungen
echter deutſcher Kunſt zu erhalten und gleichzeitig einer
hohen ſozialen Pflicht zu genügen.
Wir wenden uns an alle unſere Mitbürger im feſten
Vertrauen auf ihre Kunſtbegeiſterung und ihr patrioti=
ſches
Gefühl, und wir hoffen, daß jeder, wie bisher, das
Seine zu dem edlen Zweck beiträgt. Vor allem halte,
wer ſich als Abonnent angemeldet hat, dieſe Anmeldung
aufrecht wer bisher noch beiſeite ſtand, leiſte jetzt dem
Aufruf der Generaldirektion Folge.
Das Hoftheater muß nicht nur bedeutende künſtleriſche
Werte, ſondern auch große wirtſchaftliche Verpflichtungen
gegenüber den hunderten von Angeſtellten wahren. Nur
wenn alle unſere Mitbürger unſer Kunſtinſtitut nach Kräf=
ten
unterſtützen, wird das Hoftheater inſtand geſetzt wer=
den
, ſeine jetzt doppelt wichtige und bedeutungsvolle Auf=
gabe
nach der kulturellen wie nach der ſozialen Seite voll=
auf
zu erfüllen.
Chefredakteur Ammenn, Finanzminiſter Dr. Braun,
Chefredakteur Behre, Profeſſor Dr. Berger, Rektor
der Techniſchen Hochſchule, Juſtizrat Dr. Bender,

Stadtverordneter, Hofrat Dr. Buſchmann, Finanzrat Em=
merling
, Rechtsanwalt Dr. Fulda, Landtagsabgeordne=
ter
und Stadtverordneter, Kommerzienrat Goebel, Ober=
bürgermeiſter
Dr. Gläſſing, Frau Agnes Gläſſing, Gehei=
mer
Hofrat de Haan, Generalmajor Freiherr von Heyl,
Baronin Doris Heyl, Rechnungsrat Henrich, Landtags=
abgeordneter
und Stadtverordneter, Redakteur Knoblauch,
Sanitätsrat Dr. Kolb, Rittmeiſter a. D. Lungershauſen,
Dr. Willy Merck, Frau Mathilde Merck, Profeſſor Men=
delsſohn
, Bürgermeiſter Mueller, Oberpoſtdirektor Mil=
kau
, Geh. Oberſchulrat Nodnagel, Sanitätsrat Dr. Noell=
ner
, Freiherr von Oetinger, Freifrau von Oetinger, Ju=
ſtizrat
Dr. Oſann, Landtagsabgeordneter und Stadtver=
ordneter
, Ingenieur Ph. Roeder, Generalmajor von
Randow, Stadtkommandant, Dr. Schmidt, Direktor der
Hofbibliothek, Stemmer, Stadtverordneter, Vorſ. des
Verkehrsvereins, Staatsrat Süffert, Kommerzienrat
Eugen Trier, Profeſſor Dr. Vetterlein, Stadtpfarrer Vo=
gel
, Rud. Wittich, Chefredakteur Dr. Waldaeſtel, Vorſ. des
Landesvereins Heſſ. Zeitungsredakteure und des Darmſt.
Journaliſten= und Schriftſteller=Vereins, Forſtmeiſter Dr.
Weber, Landtagsabgeordneter, Oberamtsrichter Dr.
Wünzer, Landtagsabgeordneter, Frau Lilli Wolfskehl.

Rotes Kreuz.

(Bureau: Rheinſtraße 36, Fernruf 25; geöffnet ununter=
brochen
von 7 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Bureau
der Materialienabteilung: Altes Palais; Fernruf 20.)
Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin haben
auf Antrag des Vorſitzenden des Heſſiſchen Landesvereins
vom Roten Kreuz, Generalleutnant z. D. Korwan, geneh=
migt
, daß Hilfsſchweſtern und Helferinnen zum Schutz bei
regneriſchem und kaltem Wetter zu ihrer Dienſttracht einen
Mantel aus dunkelgrauem Lodenſtoff mit Aermeln und
abknöpfbarer Kapuze anlegen dürfen.
Am Mittwoch, den 9. September, traf wiederum ein
Verwundetentransport hier ein. Die Gruppe D
der Krankenbeförderungs=Abteilung übernahm den Dienſt
des Empfangs; der um 11 Uhr 30 fällige Zug traf mit
zweiſtündiger Verſpätung um 1 Uhr 30 auf dem Güter=
bahnhof
ein. Er brachte einen ſchwerverwundeten Fran=
zoſen
, der zunächſt dem Stadtkrankenhauſe zugeführt
wurde. Es kamen ferner an 96 leichtverwundete Deutſche.
Den gebotenen Nahrungsmitteln ſprachen ſie diesmal
weniger als gewöhnlich zu, weil offenbar ſchon an anderen
Stationen für genügende Verpflegung geſorgt war. Da=
gegen
waren ſie für Zigarren und Zigaretten doppelt
dankbar. Beim Abtransport wurden zugewieſen: dem
Alicehoſpital 4 Mann, dem Vereinslazarett der Großher=
zogin
im Eleonorenheim 3, der Ernſt=Ludwigs=Heilanſtalt
4, dem Eliſabethenſtift 18 Verwundete. Während 16 den
Barmherzigen Schweſtern zugeführt wurden, fanden 30 im
Stadt=Krankenhaus Aufnahme. 21 wurden in das Re=
ſervelazarett
, 3 in Städtiſchen Saalbau gebracht. Auch
dieſes Mal nahm Ihre Königliche Hoheit die Groß=
herzogin
an den Arbeiten der Empfangsſtelle vom An=
fang
bis zum Schluß tätigen Anteil und unterhielt ſich
freundlichſt mit den Verwundeten.

Feldpoſtſendungen.

Feldpoſtſendungen werden immer noch
ticht deutlich und vollſtändig genug adreſſiert.
Es iſt folgendes zu beachten:
1. Die Adreſſen müſſen enthalten:
a) Namen und Dienſtſtellung des Emp=
fängers
;
b) vollſtändige Bezeichnung des Truppenteils,
tunlichſt in der Reihenfolge des Vordrucks auf
den amtlichen Feldpoſtkarten und= Briefumſchlä=
gen
, wobei genau zu unterſcheiden iſt
zwiſchen Linien=, Reſerve= Erſatz=,
Landwehr= und Landſturmtruppenteil.
2. Ein Beſtimmungsort iſt nur anzugeben auf
Sendungen an Angehörige von Truppen, von denen ſicher
bekannt iſt, daß ſie ſich in der Heimat an einem feſten
Standort befinden. Beſtehen Zweifel hierüber, ſo hat
die Angabe des Beſtimmungsortes zu unterbleiben.
3. Ambeſten werden für die Feldpoſtſendungen die
amtlich hergeſtellten Feldpoſtkarten und
Briefumſchläge oder von der Privatinduſtrie her=
geſtellte
mit gleichem Vordruck verwandt. Reicht
der Vordruck auf den Feldpoſtkarten uſw. nicht aus, um,
wie bei Feldlazaretten, Sanitätskompagnien, Proviant=
kolonnen
, Etappen=Munitionskolonnen, Fuhrparkkolonnen,
Feldpäckereikolonnen, Kraftwagenkolonnen, Pferdedepots,
Eiſenbahnbaukompagnien, Fliegerabteilungen uſw., die
näheren Bezeichnungen der Truppenteile aufzunehmen, ſo
ſind die erforderlichen Angaben auf die Linien über dem
Vordruck der Truppenteile zu ſetzen.
4. Die Adreſſen ſind ſo ausführlich nieder=
zuſchreiben
, wie ſie den Abſendern von den Angehörigen
uſw. im Felde mitgeteilt worden ſind. Dabei halte man
Bezeichnungen wie Pionier=Belagerungstrain Nr.
beim Armee=Ober=Kommando Stettin oder Etappen=
Munitions=Kolonne Nr. bei der Etappen=Inſpektion
Dresden nicht für irrtümlich. Ebenſo enthalte man
ſich jeder Kürzung einer mitgeteilten Adreſſe. Da es
Brigade=Erſatzbataillone und Erſatzbataillone der Regi=
menter
gibt, iſt eine Kürzung wie 45. Erſatzbataillon
unzuläſſig, weil dann nicht klar iſt, ob das 45. Bri=
gade
=Erſatzbataillon oder die Erſatz=Bataillone des Linien=,
Reſerve= oder Landwehr=Regiments Nr. 45 gemeint ſind.
5. Die Verpackung der Feldpoſtbriefe mit Wa=
reninhalt
muß dauerhaft und ſo ſtark ſein, daß
der Inhalt vor Verluſt und gegen Beſchädigung geſchützt
wird. Strümpfe uſw. in Briefumſchlägen von geringer
Haltbarkeit zu verſenden, Zigarren in gewöhnlichen Zigar=
rentüten
, iſt nicht angängig. Schokolade, Backwerk, Zigar=
ren
, Zigaretten, kurz leicht zerbrechliche und ſolche Gegen=
ſtände
, die wie Schokolade geeignet ſind, andere Sendungen
zu beſchmutzen, ſind unbedingt in ſtarke Kartons aus
Handlederpappe oder ähnlichem Stoff mit ſicherem
Klammerverſchluß und feſter Umſchnürung zu verpacken.
Viele der bisher angewendeten Verpackungsmittel haben
ſich als gänzlich unzulänglich erwieſen und ſowohl die
Beſchädigung des eigenen Inhalts als auch die Beſchädi=
gung
(Beſchmutzung) anderer Feldpoſtſendungen zur
Folge gehabt.
6. Bei der außerordentlich großen Gefahr
der Selbſtentzündung, begünſtigt durch Stoß und
Reibung während der Beförderung, iſt die Verſendung
von Streichhölzern und anderer leicht entzündbarer
Gegenſtände in Feldpoſtſendungen verboten.
Im eigenen Intereſſe der Abſender und im Intereſſe
der Empfänger liegt es, daß vorſtehende Geſichtspunkte auf
das peinlichſte beachtet werden.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. September 1914.

Nummer 250.

Kunſtnotizen.
(eber Werke, Künſtler unb künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

Reſidenz=Theater am weißen Turm. Heute
iſt der letzte Tag der Vorführung des ausgezeichneten
Programms mit den Schlagern Die Tochter des wilden
Weſtens, Wild=Weſt=Drama in 2 Akten, und Der Ver=
wandlungskünſtler
, Drama in 3 Akten. Freunde der
Kinematographie ſollten nicht verſäumen, ſich noch das
heutige Programm anzuſehen. Morgen erſcheint das
Kriegsdrama in 3 Akten Polenblut und das Wild=Weſt=
Drama Der Kommandant des Forts auf der weißen
Wand. (S. Anz.)
Worms, 10. Sept. (Zur Nacheiferung.) Ein
Wormſer Einwohner, Herr Auguſt Kuhn, Inhaber der
Kolonialwaren=Großhandlung Jſaak Kuhn, ſtiftete 30000
Mark für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen.
Der Spender glaubt aus dem Umſtand, durch die Natur
ſeines Geſchäftes erwachſe ihm aus einer Lage, die faſt
der geſamten übrigen Geſchäftswelt ſchwere wirtſchaftliche
Schädigung auferlegt, ein um ſo größerer Vorteil; daraus
leite er die moraliſche Verpflichtung zu ſeinem Vorgehen
her. Möchten andere, die in der gleichen Lage ſind, ſich
an dieſer Bekundung einer ſchönen Geſinnung ein Bei=
ſpiel
nehmen!
Heimersheim, 10. Sept. (Einen einzig daſte=
henden
Liebesdienſt) für ihre im Felde ſtehenden
Soldaten hat die hieſige Gemeinde eingerichtet. Aus den
Mitteln einer reichlich ausgeſtatteten Sammlung werden
Fweimal in jedem Monat Liebesgaben an jeden ein=
zelnen
Krieger aus hieſiger Gemeinde ins Feld geſchickt.
Jede Sendung enthält pro Mann 5 Mark Bargeld, ſowie
Zigarren und Zigaretten. In beſtimmten Zeitabſchnit=
ten
erhält jeder Soldat außerdem Strümpfe, Hemden und
Unterhoſen. Die ganze Gemeinde beteiligt ſich an dieſer
geradezu vorbildlichen Liebestätigkeit. Dieſe bleibt indes
nicht auf die Gemeindeangehörigen allein ausgedehnt,
ſie erſtreckt ſich auch auf Notleidende anderer Orte. So
ſind ſchon jetzt von hieſigen Landwirten 400 Zentner Kar=
toffeln
verſprochen, die im Herbſt an notleidende Arbeits=
loſe
in Städten verteilt werden ſollen.

Reich und Ausland.

Wiesbaden, 10. Sept. (Rheinfahrt für Ver=
wundete
.) Geſtern nachmittag fand die erſte der
mehrfach angeregten Rheinfahrten für unſere Verwundeten
ſtatt. In hochherzigſter Weiſe hatten Herr und Frau Fritz
Lohmann, Wiesbaden, den Waldmanndampfer Biebrich
gemietet, der, feſtlich geſchmückt, mit etwa 100 Verwun=
deten
und ſonſtigen Gäſten die Fahrt nach Bingen antrat.
Auf dem Schiffe fand reichlichſte Bewirtung ſtatt und
bald entwickelte ſich unter den patriotiſchen Klängen einer
Muſikkapelle, verſchiedenen Anſprachen und Geſängen eine
vortreffliche Stimmung, beſonders auch dann, wenn Böl=
lerſchüſſe
die einzelnen Orte und Punkte begrüßten. Ge=
rührt
dankten die Verwundeten, von denen die meiſten
aus Oberſchleſien ſind und noch nie den Rhein geſehen
hatten, beim Abſchied aufs herzlichſte. Eine gleiche Fahrt
und mit demſelben Dampfer wird morgen Freitag ſeitens
der Wiesbadener Kaſino=Geſellſchaft veranſtaltet. Die
Rote Kreuzfahne inmitten des Rheins.
Gräfin von Sierstorpff, die Beſitzerin der unterhalb Bu=
denheim
gelegenen Rheininſel Eltviller Au hat ihre
dortſelbſt erbaute neue Villa dem Roten Kreuz als La=
zarett
zur Verfügung geſtellt, nachdem ſie vorher das
prachtvolle ſchloßartige Gebäude für dieſen Zweck hatte
herrichten laſſen. Die edle Patriotin hat bereits etwa 20
Verwundete aus allen Teilen Deutſchlands, beſonders
aus den ſüddeutſchen Staaten, in ihrem geſunden, luf=
tigen
Heim aufgenommen und läßt ſie hier auf eigene
Koſten aufs beſte verpflegen. Von den Rheindampfern
aus ſieht man ſchon von weitem die weiße Fahne mit
dem roten Kreuz auf der Zinne des Schloſſes flattern.
München, 10. Sept. (Die Gemahlindes Prin=
zen
Franz von Bayern) iſt heute von einer Tochter
entbunden worden. Der Vater, ein Sohn des Königs,
befindet ſich zurzeit im Felde.
(Franzoſenneugier.) Es iſt merkwürdig, um
nicht einen anderen Ausdruck zu gebrauchen, welche An=
ziehungskraft
die franzöſiſchen Gefangenen ausüben; ſo

berichtet die Münch.=Augsb. Abendzeitung vom Lager
Lechfeld: Am letzten Sonntag war das Lager von unge=
fähr
1500020000 Perſonen beſucht, die die gefangenen
Franzoſen ſehen wollten. Neben den fahrplanmäßigen
Zügen von Augsburg gingen mehrere Sonderzüge ab, die
die vielen Neugierigen beförderten. Die Militärbehörde
erhob von jeder Zivilperſon, die das Lager betrat, eine
Eintrittsgebühr von 20 Pfg., welcher Betrag
dem Roten Kreuz zugute kommt. Der Gedanke iſt ſehr
geſcheit!
Detmold, 10. Sept. (Das fürſtliche Haus
Lippe) hat bereits den dritten ſchmerzlichen Verluſt
in dieſen großen Kämpfen zu verzeichnen. Es fielen be=
reits
vor dem Feinde der Onkel, ein Neffe und ein Schwa=
ger
des regierenden Fürſten, nämlich Prinz Friedrich von
Sachſen=Meiningen, während des Heimgegangenen zwei=
ter
Sohn, ein Neffe des Fürſten, ſchwer verwundet in
Maubeuge liegen ſoll.
Eberswalde, 10. Sept. (Feuer.) Die dem Reichs=
kanzler
gehörige Ziegelei in Hohenfinow iſt heute vor=
mittag
bis auf die Grundmauern niedergebrannt.
Wien, 10. Sept. (Der heutige Todestag der
Kaiſerin Eliſabeth) wurde in der ganzen Mo=
narchie
ganz beſonders durch feierliche Gottesdienſte be=
gangen
. Der in Schönbrunn zelebrierten Meſſe wohnten
der Kaiſer und ſämtliche in Wien weilenden Mitglieder
des Kaiſerhauſes bei.
London, 10. Sept. (Prinz Albert) hat ſich
geſtern einer Blinddarmoperation unterzogen.
Sein Zuſtand iſt verhältnismäßig gut.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
ſeinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Es hat in weiten Kreiſen der hieſigen Einwohner=
ſchaft
nicht geringes Aufſehen erregt, daß der in der letzten
Zeit ſo gut eingerichtete und zur vollen Zufriedenheit der
Fahrgäſte ſich abwickelnde Betrieb der elektriſchen
Straßenbahn mit Darmſtadt jetzt plötzlich eine
Abänderung erfahren hat, die einen direkten Rück=
ſchritt
und eine bedauerliche Verſchlechterung des Ver=
kehrs
bedeutet. Die Fahrzeit iſt verlängert worden, weil
uf einer gewiſſen Strecke anſtatt mit 40 Kilometern Ge=
ſchwindigkeit
nur noch mit 30 Kilometern gefahren wer=
den
ſoll. Wie bekannt, wurde es ſeinerzeit bei Einfüh=
rung
des elektriſchen Betriebes der Linie als ein beſonde=
rer
Vorzug bezeichnet, daß die ganze Strecke von der
Landskronſtraße ab mit 40 Kilometern Geſchwindigkeit ge=
fahren
werden würde, und die Regierung hatte ſich im
vorigen Jahr bei Vorlage der ganzen Pläne durch deren
Genehmigung auch mit dieſer Geſchwindigkeit einverſtan=
den
erklärt. Jetzt hört man nun, daß auf direkte Anord=
nung
des Großherzoglichen Finanzminiſteriums die Heag
gezwungen worden ſei, für einen beſtimmten Teil der
Strecke, nämlich von der Pelzſchneiſe ab bis zur Halte=
ſtelle
Waldfriede, die 30=Kilometer=Geſchwindigkeit einzu=
halten
. Eine derartige Verfügung erſcheint uns Eber=
ſtädtern
einfach unverſtändlich. Es hat ſich in den drei
Monaten des bisherigen Betriebes keinerlei Unfall im
Betrieb ergeben, und es herrſcht hier nur eine Stimme
darüber, daß der ganze Apparat während dieſer Zeit
vorzüglich funktioniert hat. Wenn ſich vielleicht
einzelne Villenbeſitzer über dieſe Verkehrsverbeſſerung be=
ſchwert
fühlen, ſo kann das doch unmöglich für die Be=
hörde
ein Grund ſein, jetzt plötzlich für eine ganz be=
ſtimmte
Strecke ein Ausnahmegeſetz zu ſchaffen. Hat ſich
der 40=Kilometer=Betrieb wirklich als ſchädlich erwieſen,
dann iſt es Pflicht der Behörde, ihn zu inhibieren und
eine Herabſetzung der Fahrgeſchwindigkeit für die ganze
Strecke zu veranlaſſen. Iſt das aber nicht der Fall (und
wir wiſſen, daß mit der Eberſtädter elektriſchen Straßen=
bahn
keine neue Errungenſchaft der Technik durchgeführt
wurde, ſondern daß die 40=Kilometer=Geſchwindigkeit in
vielen großen Städten ſich durchaus bewährt hat, z. B.
auch auf der Bahnlinie Mannheim-Dürkheim), dann
ſehe man doch von ſolchen einſchränkenden Sonderbeſtim=
mungen
ab. Man bedenke, daß durch die erwähnte An=
ordnung
für jeden Wagen eine Zeitverlängerung von drei
Minuten erforderlich wird und auch das langſame Fah=
ren
an der neuen Halteſtelle am Ortseingang weitere Zeit
in Anſpruch nimmt. Wir meinen, daß man gerade in der
gegenwärtigen Zeit von allen überflüſſigen Beſchränkun=

gen Abſtand nehmen und die Augen nur auf das Ganzel
richten ſollte. Und das Intereſſe aller die elektriſche Bahn
Darmſtadt=Eberſtadt Benutzenden verlangt, daß die bis=
herige
raſche Verbindung zwiſchen den beiden großen
Verkehrsplätzen uneingeſchränkt aufrecht erhalten wird.
Viele Eberſtädter.

Das Neueſte vom Kriegs=
ſchauplatze
.

* Großes Hauptquartier, 10. Sept.
(W. T. B. Amtlich.) Der deutſche Kron=
prinz
hat heute mit ſeiner Armee die
befeſtigten feindlichen Stellungen ſüd=
öſtlich
von Verdun genommen. Ein
Teil der Armee greift die ſüdlich von
Verdun befindlichen Sperrforts an, ſie
werden ſeit geſtern von ſchwerer Artillerie
beſchoſſen.
Generaloberſt v. Hindenburg hat
mit dem Oſtheer den linken Flügel der
noch in Oſtpreußen ſtehenden ruſſiſchen
Armee geſchlagen und dadurch den
Zugang in den Rücken der feind=
lichen
Armee geöffnet. Die feind=
liche
Armee hat den Widerſtand auf=
gegeben
und befindet ſich in vollem
Rückzuge. Die Verfolgung wird in
nördlicher Richtung nach dem Njemen
fortgeſetzt. Der Generalquartiermeiſter
von Stein.
* Großes Hauptquartier, 10. Sept. (W. T. B.
Amtlich.) Die öſtlich Paris in der Verfolgung an
und über die Marne vorgedrungenen Heeresſäulen ſind=
aus
Paris und zwiſchen Meaux und Montmirail von
überlegenen Kräften angegriffen worden. Sie haben in
ſchweren zweitägigen Kämpfen den Gegner aufgehalten
und ſelbſt Fortſchritte gemacht. Als der Anmarſch ſtarker
feindlicher Kolonnen gemeldet wurde, iſt ihr Flügel zurück=
genommen
worden. Der Feind iſt an keiner Stelle gefolgt.
Als Siegesbeute dieſer Kämpfe ſind bisher 50 Geſchütze
und einige Tauſend Gefangene gemeldet.
Die weſtlich Verdun kämpfende Heeresſäule be=
findet
ſich in fortſchreitenden Kämpfen.
In Lothringen und in den Vogeſen iſt die Lage
unverändert.
Auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz hat der
Kampf wieder begonnen.
Generalquartiermeiſter v. Stein.

Der Lügenfeldzug unſerer Gegner.

* Berlin, 10. Sept. (W. T. B. Amtlich.) Eine amt=
liche
Mitteilung des engliſchen Generalkonſuls für die
Niederlande in Rotterdam, die unter dem 4. September
als Flugblatt in holländiſcher Sprache in den Straßen
verteilt wurde, zeigt erneut, mit welchen Mitteln unſere
Gegner kämpfen. Es lautet in der Ueberſetzung: Wie wir
vernehmen, ſind zahlreiche Gerüchte im Umlauf, nach denen
ſogenannte Dum=Dum=Geſchoſſe im Beſitz engliſcher Sol=
daten
gefunden ſein ſollen. Außerdem verlautet, daß in
dem letzten Seegefecht bei Helgoland mehr Deutſche durch
engliſche Kriegsſchiffe hätten gerettet werden können, doch
habe man ſie ertrinken laſſen, ohne alle möglichen An=
ſtrengungen
zu ihrer Rettung gemacht zu haben. Beide
Gerüchte und Erklärungen ſind ganz und gar unwahr und
ſind böswillig in Umlauf geſetzt worden. Es ſind nie=
mals
von engliſchen Soldaten Dum=Dum=Geſchoſſe ver=
wendet
worden. Was die Beſchuldigung angeht, man
habe die Deutſchen ertrinken laſſen, ſo muß feſtgeſtellt wer=
den
, daß die deutſchen Offiziere auf die eigene Mannſchaft
geſchoſſen haben, um zu verhindern, daß die von den Eng=
ländern
ausgeſetzten Boote die Mannſchaft retten kann.
Ferner ſteht feſt, daß die deutſchen Kriegsſchiffe auf die
engliſchen Rettungsboote ſchoſſen, während dieſe die im
Waſſer verwundet treibenden deutſchen Seeleute retten
wollten. (Notiz des W. T. B.: Daß bei engliſchen Solda=
ten
Dum=Dum=Geſchoſſe gefunden worden ſind, bedarf nach
dem Telegramm des Kaiſers an den Präſidenten der Ver=
einigten
Staaten keiner weiteren Beſtätigung. Die un=
erhörte
Verleumdung, die deutſchen Offiziere hätten auf
die im Waſſer ſchwimmende Mannſchaft geſchoſſen und die
deutſchen Schiffe hätten die Rettungsboote bombardiert,
ſteht zu tief, um eines Wortes gewürdigt zu werden.)
* Wien, 10. Sept. Ausländiſche Nachrichtenbureaus,
wie die Petersburger Telegraphen=Agentur uſw., verbrei=
ten
fortgeſetzt phantaſtiſche Meldungen über an=
gebliche
Siege der feindlichen Armeen, ſowie über Zu=
ſtände
in Oeſterreich=Ungarn, die ein Dementi nicht ver=
dienen
und durch die Tatſachen gänzlich widerlegt werden.
Offenbar wird dieſer Lügenfeldzug nicht nur zur
Irreführung der öffentlichen Meinung im eigenen Lande
in Szene geſetzt, ſondern vielmehr, um die niedergedrückte
Stimmung der franzöſiſchen Bevölkerung zu heben, die
wirkliche Unterſtützung durch die Verbündeten erwartete
und nicht nur in der Form von Lügendepeſchen.

Der Proteſt des deutſchen Kaiſers.

* Wien, 10. Sept. (W. T. B. Nichtamtlich.) In der
Beſprechung des feierlichen, an den Präſidenten Wilſon
gerichteten Proteſtes des deutſchen Kaiſers
gegen die barbariſche und verbrecheriſche Verwendung
von Dum=Dum=Geſchoſſen ſchreibt das Neue
Wiener Tagblatt: Was daran beſonders ruhmvoll und
denkwürdig iſt, iſt nicht bloß die ſtramme Art, wie der
Kaiſer als erhabener Vertreter der Menſchlichkeit auftritt,
ſondern namentlich die einfache, zu Herzen gehende
Sprache, die jedes rechtliche Gefühl unwiderſtehlich zur
Teilnahme zwingt. Der deutſche Kaiſer, der ſieghafte
Krieger, der wahre Führer ſeines Volkes und der große
Menſch voller Herz, der er iſt, hat ſich ein neues großes
Verdienſt um die Sache der Menſchlichkeit erworben.

Patriotiſches Konzert im Hoftheater.

W-l. Das urſprünglich für den Sedanstag angeſetzte
patriotiſche Konzert im Hoftheater fand
geſtern abend ſtatt. Das Haus war ausverkauft. Die
Großherzogin wohnte dem Konzert bei. Mitwir=
kende
waren die Großh. Hofkapelle, der Hoftheaterchor, 20
hieſige Männergeſangvereine, zuſammen 600 Sänger, ein
Knabenchor und Künſtler des Hoftheaters. Muſikaliſcher
Leiter des Konzerts war Herr Hofkapellmeiſter Otten=
heimer
, Dirigent der Männerchöre Herr Hofchordirektor
Robert Preuß. Die Kapelle hatte vorn auf der Bühne
Platz genommen; dahinter waren die Männerchöre grup=
piert
; der hintere Raum wurde, wenn die Chöre nicht
ſangen, durch einen Vorhang abgeſchloſſen.
Das Programm trug der gegenwärtigen gehobenen
patriotiſchen Stimmung Rechnung und war ſehr geſchickt
zuſammengeſtellt. Das Konzert löſte eine Begeiſterung
im Publikum aus, wie ſie nur in ſo außergewöhnlichen
Zeiten möglich und ſonſt nicht denkbar iſt. Eröffnet wurde
es mit der Jubelouvertüre von Weber, deſſen Schluß=
hymne
das Publikum ſtehend anhörte. Darauf trug Herr
Hacker das Gedicht Hurra Germania von Freiligrath
vor, das der gegenwärtigen Stimmung ſo ſehr entſpricht,
daß es ebenſo gut in dieſen Tagen hätte gedichtet ſein
können. Das mit einem rieſigen ſtimmlichen Aufwand
und begeiſtertem Pathos von Herrn Hacker prachtvoll
vorgetragene Gedicht erweckte jubelnde Begeiſterung. Die
Damen Margarethe Schreber, Clementine Feiſtle
und Anna Baumeiſter=Jacobs ſangen ſodann
zwei ernſte Geſänge für drei Frauenſtimmen Ein feſte
Burg iſt unſer Gott (bearbeitet von Mathäus Lemaiſtre,
1577) und Hebe deine Augen auf aus Elias von F.
Mendelsſohn=Bartholdy, die ſtimmlich ſchön abgetönt
waren und mit vielem Geſchmack vorgetragen wurden. Eine
Herzſtärkung boten die von den Männerchören wunder=
voll
geſungenen und jubelnd aufgenomenen drei Chöre
a capella Lützows wilde Jagd und Schwertlied von
Carl Maria von Weber und Die Ehre Gottes in der
Natur von Beethoven. Das Vorſpiel zu Richard Wag=
ners
Meiſterſingern das von der Hofkapelle mit unver=
minderter
Friſche und Verve vorgetragen wurde, beſchloß
den erſten Teil.
Im zweiten Teil kam die Begeiſterung des Publikums
zu ſpontanem und überwältigendem Ausdruck. Nach dem
einleitenden ungariſchen Rakoczymarſch von Liſzt ſang
Herr Schützendorf drei Balladen für Baß von Loewe.

Als er in dem prächtigen Lied von Willibald Alexis
Friedericus rex mit einer kleinen Textänderung die
Verſe ſang:
Die Serben die haben verflucht ſchlechtes Geld,
Wer weiß, ob der Engländer beſſeres hält?,
erhob ſich ein jubelnder Beifallsſturm, ſo daß er im Singen
eine Zeit lang innehalten mußte. Nach den Schlußverſen:
Uns Deutſchen kann von keinem Feinde was geſcheh’n,
Friedericus rex, mein König und Held,
Wir ſchlagen den Teufel für dich aus der Welt!
wollte der Jubel und das Bravorufen kein Ende nehmen
und der Sänger mußte den Schluß wiederholen. Nach ihm
ſangen die Männerchöre zuerſt Mendelsſohns herrliches
Flottenlied. Einen allen wohl unvergeßlich bleivenden
Eindruck in gegenwärtiger Zeit hinterließ das dieſem Lied
folgende, aus 600 Kehlen uniſono überwältigend ſchön
geſungene prachtvolle Niederländiſche Dankgebet be=
kanntlich
ein Lieblingslied unſeres Kaiſers, das alle
Empfindungen, die uns in dieſen Tagen bewegen, aus=
löſte
:
Wir treten zum Beten vor Gott, den Gerechten,
Er waltet und haltet ein ſtrenges Gericht,
Er läßt von den Schlechten die Guten nicht knechten,
Sein Name ſei gelobt, er vergißt unſer nicht.
Im Streite zur Seite iſt Gott uns geſtanden,
Er wollte, es ſollte das Recht ſiegreich ſein,
Da ward, kaum begonnen, die Schlacht ſchon gewonnen,
Du Gott, warſt ja mit uns, der Sieg, er war dein!
Wir loben dich oben, du Lenker der Schlachten,
Und flehen: mögſt ſtehen uns fernerhin bei,
Daß deine Gemeinde nicht Opfer der Feinde;
Dein Name ſei gelobt; o Herr, mach’ uns frei!
Herr, mach’ uns frei!
Eine gleiche Begeiſterung, wie die, welche dieſes Lied
erweckte, hat man im Hoftheater wohl noch nicht erlebt
Das ganze Lied mußte wiederholt werden. Ein inter=
eſſanter
Verſuch war die Aufführung des Richard Wag=
nerſchen
Kaiſermarſches in der urſprünglichen Faſſung
mit dem geſungenen Schlußchor von Männer= und Kna=
benſtimmen
.
Als zum Schluß die Kapelle die Volkshymne Deutſch=
land
, Deutſchland über alles anſtimmte, erhob ſich das
geſamte Publikum und ſang die Hymne mit. Es war
eine ergreifende, ſpontane Kundgebung patriotiſcher Be=
geiſterung
, mit der dieſes ſchöne und denkwürdige Kon=
zert
einen würdigen Abſchluß fand.

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Nummer 250.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. September 1914.

Seite 5.

Wenn die ſieghaften Taten ſeiner Armee ihm neue Ruh=
meskränze
flechten, ſo wird auch dieſer Akt des Fürſten,
der im Kriege die Menſchlichkeit nicht vergißt, ihm gleich=
falls
Anrecht geben auf einen Kranz, der unverwelklich iſt,
auf denjenigen der wahren Humanität.

Eine Erklärung der amerikaniſchen
Preſlevertreter.

* Berlin, 10. Sept. (W. T. B. Nichtamtlich.) Nach=
ſtehende
Erklärung der Kriegskorreſpondenten hervor=
ragender
Organe der amerikaniſchen Preſſe wird uns zur
Veröffentlichung übergeben: Um der Wahrheit die Ehre
zu geben, erklären wir einſtimmig die Nachrichten
über deutſche Greueltaten, ſoweit wir beobachten
konnten, für unw ahr. Nach zweiwöchigem Aufenthalt
inmitten der deutſchen Truppen, die wir 100 Meilen be=
gleiteten
, ſind wir tatſächlich nicht in der Lage, auch nur
einen einzigen Fall unverdienter Strafe und Vergeltungs=
maßregeln
zu berichten. Wir ſind ferner nicht in der Lage,
die Gerüchte bezüglich der Mißhandlung von Gefangenen
oder Nichtkombattanten zu beſtätigen. Mit den deutſchen
Truppen durch Landen, Nivelles, Binche, Buiſſiére,
Hautes=Wiheris, Marbres=le=Chateau, Sorle=ſur=Sambres
und Beaumont, haben wir nicht den geringſten Anhalt für
einen einzigen Fall von Grauſamkeit. Zahlreiche Gerüchte
haben ſich nach eingehender Unterſuchung als grundlos er=
wieſen
. Wir ſahen überall die deutſchen Soldaten ihre
Einkäufe bezahlen und das perſönliche Eigentum der ein=
zelnen
Bürger achten. Nach der Schlacht von Buiſſiére
fanden wir alle Frauen und Kinder in dem Gefühl völli=
ger
Sicherheit. In Marbres=le=Chateau wurde ein Bür=
ger
getötet, doch konnte niemand deſſen Schuldloſigkeit
beweiſen. Flüchtlinge, die Grauſamkeiten erzählten, konnten
abſolut keinen Beweis dafür erbringen. Die Diſziplin der
deutſchen Truppen iſt hervorrägend. Kein Fall von Trun=
kenheit
kommt vor. Der Bürgermeiſter von Sorle=ſur=
Sambres hat unaufgefordert Gerüchte von Grauſamkeiten
widerrufen. Für die Wahrheit dieſes ſtehen wir mit
unſerem beruflichen Ehrenwort. gez.: Robert Lewis, Aſſo=
ciated
Preß; Irwin S. Cobb, Saturday Evening Poſt;
Philadelphia Publiſhing, Ledger=Philadelphia; Harry
Hanſen, Chicago Daily News.

Vom ſüdlichen Kriegsſchauplatz.

* Wien, 10. Sept. Ueber den am 4. September ge=
meldeten
, vollſtändig zuſammengebrochenen Anſturm
der Montenegriner bei Bileka gegen unſere 3. Ge=
birgsbrigade
unter Generalmajor Progroz veröffent=
lichen
die Blätter ausführliche Berichte. Es heißt darin:
Die in der Linie Avovac-Lipnik und ſüdwärts ſtehende
dritte Gebirgsbrigade hatte am 30. Auguſt die Offenſive
gegen die bei Bileka ſtehenden feindlichen 1½ Brigaden
ergriffen. Der unternommene Angriff gegen die befeſtigte
Poſition bei Bileka ſicherte die gegen die Montenegriner
bereits in den drei vorausgegangenen Tagen errungenen
Erfolge. Am 1. Sept. morgens erfolgte der Kampf gegen
den in der Ueberzahl befindlichen Feind, der von ruſſiſchen
und ſerbiſchen Offizieren geführt wurde. Den Oberbefehl
der Montenegriner führte der Brigadier Veckotic, der als
einer der beſten montenegriniſchen Offiziere gilt. Die von
unſeren Truppen mit großem Schneid eingeleiteten Ge=
fechte
warfen zwar die Montenegriner im erſten Anſturm
in die rückwärtigen Poſitionen, es gelang aber dem mit
Bravour kämpfenden Feind, ſich wieder zu ſammeln und
einen Gegenſtoß zu unternehmen. Unſere Truppen war=
fen
aber den Anſturm wieder zurück. Im Bajonettſturm
hatten unſere Truppen unter der feindlichen Artillerie ſehr
zu leiden. Ein dritter unternommener, letzter Verſuch der
Montenegriner, unſere vorgehenden Truppen aus den
Stellungen wieder zu verdrängen, endete mit dem voll=
ſtändigen
Zuſammenbruch der Angreifer, die unter dem
Feuer unſerer ſchweren Geſchütze und der zwei Gewehr=
kanonen
ſich zurückzogen, ohne die Verwundeten mitneh=
men
zu können. 150 Montenegriner, die abgeſchnitten
wurden, wurden gefangen genommen. Die Zahl der ge=
fallenen
Montenegriner iſt ſehr groß, unſere Verluſte ſind
relativ gering.

Die Schlacht bei Lemberg.

* Berlin 10. Sept. (Ctr. Berlin.) Ueber die
neue große Schlacht bei Lemberg liegen zurzeit folgende
Nachrichten vor. Der Berichterſtatter des Berl. Tagebl.
im öſterreichiſch=ungariſchen Hauptquartier meldet: Nach=
dem
die öſterreichiſch=ungariſche Armee in den letzten fünf
Tagen ungeſtört von den Ruſſen hinter dem vorüberge=
hend
geräumten Lemberg taktiſch günſtigere Poſitionen
eingenommen hat, ging ſie heute aus der Defenſivſtellung
in die Offenſive gegen die ruſſiſche Haupt=
macht
über, um in der zweiten Phaſe die Entſchei=
dung
des nach neuntägigen Kämpfen beiderſeits abge=
brochenen
Ringens zu erzwingen. Auch dem Berr.
Lok.=Anz. wird von der energiſchen Offenſive der Oeſter=
reicher
berichtet. Der Feind hat ihr Umgeſtüm bereits an
verſchiedenen Stellen des rieſigen Operationsfeldes emp=
finden
müſſen. Wetter und Stimmung der Truppen laſ=
ſen
nichts zu wünſchen übrig. Die geſtern in Kielce
und Krakau vereinigten Polenlegionen ſind die
erſten Teile des Volksheeres, das bald viele Zehntauſende
zählen dürfte. Junge und alte Polen ſtrömen aus allen
Teilen Galiziens und Ruſſiſch=Polens zu ſeinen Fahnen.
In den Städten und Dörfern ſind Millionen für die Aus=
rüſtung
geſammelt. Ueber die Stärke der ruſſi=
ſchen
Truppen bei Lemberg wird aus Wien gemeldet:
Der Kriegskorreſpondent des Fremdenblattes ſtellt in
ſeinem Bericht aus dem Kriegshauptquartier feſt, daß auf
ruſſiſcher Seite ungefähr 560000 Mann Infanterie, 40000
Reiter und ungefähr 1500 Maſchinengewehre und mehr
als 2000 Geſchütze an den Kämpfen der letzten Wochen
beteiligt geweſen ſind. Das iſt eine gewaltige Streit=
macht
, zumal, da dieſe Ziffern eher zu niedrig und die
techniſchen Truppen, die ſchwere Artillerie, der Train und
ſo weiter nicht geſchätzt ſind. Mindeſtens die Hälfte
wurde nun unter ſchweren Verluſten zurückgeworfen, ſo
daß die Ruſſen eine bedeutende Einbuße erlitten haben.
Noch iſt die Hauptentſcheidung nicht gefallen, aber die
Bilanz der bisherigen Ergebniſſe ergibt für uns ein mehr
als befriedigendes Reſultat.

Die Gründe der Neutralität Italiens.

* Peſt, 10. Sept. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der =
miſche
Korreſpondent des Azt Eſt Andorjan veröf=
fentlicht
aufgrund von Mitteilungen hervorragender ita=
lieniſcher
Politiker einen Bericht über die Neutrali=
tät
Italiens und deren Gründe. In dieſem Be=
richt
heißt es: Beſtärkt wurde die Abſicht der Neutralität
durch die Erwägung, daß Italien überzeugt iſt, daß auch
bei einem Nichteingreifen Italiens, wozu ein unmittel=
bares
Bedürfnis ſeitens der Monarchie und Deutſchlands
nicht dorliegt, ſeine Intereſſen im Falle eines für Deutſch=
land
und Oeſterreich=Ungarns günſtigen Ausgangs, ſeitens
Deutſchlands und Oeſterreich=Ungarns volle Berückſicht: ſinden würden. Wäre Italien aus dieſer Neutrali=
tät
hemuszutreten geſinnt, ſo würde dies darin herrſcht
bei keiter Partei Zweifel nur zugunſten des Dreibun=

des geſchehen. Größte Beunruhigung erweckt die grie=
chiſch
=türkiſche Kontroverſe. Italien würde es nicht gern
ſehen, wenn die Epiroten Valona beſetzten. Bedenken
müßte es auch erregen, wenn England Aegypten annek=
tieren
würde.

Die erſte polniſche Legion.

* Wien, 10. Sept. (W. T. B. Nichtamtlich.) Aus
dem Kriegspreſſequartier wird amtlich gemeldet:
Auf das von dem Kommandanten der polniſchen Legionen
Generalmajor Baſſynski, anläßlich der Beeidigung
der Angehörigen der erſten polniſchen Legion an
den Kaiſer Franz Joſef gerichtetes Huldigungstelegramm
iſt von dem Generaladjutanten Grafen Paar folgende Ant=
wort
eingelaufen: Seine Majeſtät danken herzlichſt Ew.
Hochwohlgeboren und den Angehörigen der erſten polni=
ſchen
Legion für die anläßlich der geſtrigen Beeidigung
Allerhöchſtdemſelben dargebrachte Anhänglichkeitskund=
gebung
und geruhen, den wärmſten und innigſten Wün=
ſchen
für eine ruhmvolle und erfolgreiche Betätigung der=
ſelben
Ausdruck zu verleihen.

Englands Herausforderung der Neutralen.

* Amſterdam 10. Sept. (W. T. B. Nichtamtlich.)
Handelsblad meldet: Der Dampfer Zuiderdyk von der
Holland=Amerika=Linie iſt auf der Fahrt von Philadel=
phia
nach Rotterdam von Engländern aufgebracht
und in einen iriſchen Hafen geſchleppt worden.

Die Engländer in Samog.

* Berlin, 10. Sept. (W. T. B. Amtlich.) In
Samoa haben die Engländer nach der am 29. Auguſt
vollzogenen Beſitzergreifung eine proviſoriſche Regierung
eingerichtet. Einzelheiten fehlen noch.

Ein engliſcher Hilfskreuzer gefunken.

* London, 10. Sept. Die Admiralität gibt bekannt,
daß der als Hilfskreuzer armierte Dampfer Oceanic‟
von der White Star Line geſtern nahe der Nordküſte
Schottlands Schiffbruch erlitten hat. Das Schiff iſt
vollſt ändig verloren. Offiziere und Mannſchaften
ſind gerettet.
* Berlin, 10. Sept. (W. T. B. Amtlich.) Prinz
Joachim von Preußen iſt geſtern durch einen
Schrapnellſchuß verwundet worden. Die Kugel ging
durch den rechten Oberſchenkel, ohne den Knochen zu ver=
letzen
. Der Prinz war als Ordonnanzoffizier auf dem
Gefechtsfelde tätig geweſen. Er iſt in das nächſtliegende
Garniſonlazarett übergeführt worden. Prinz Joachim iſt
der jüngſte, im Jahre 1890 geborene Sohn des Kaiſer=
paares
.
* Wien, 10. Sept. Der griechiſch=katholiſche
Patriarch von Lemberg iſt von den Ruſſen zum
Kriegsgefangenen gemacht worden. Er hatte ſeinen
Wirkungskreis trotz der Aufforderung der Behörden nicht
verlaſſen.
** Rom, 10. Sept. Die Agencia Stefani veröffentlicht
ein Dementi der von der Gazette de Lauſanne aus
Bern vom 7. September veröffentlichten Nachricht, daß
auf den italieniſchen Eiſenbahnen der Güterverkehr für
Private gegenwärtig aufgehoben ſei. Die Nachricht ſei
völlig unbegründet.
* Paris, 10. Sept. Ein geſtern vormittag zuſammen=
getretener
Miniſterrat unterbreitete dem Präſidenten
Poincaré zur Unterſchrift einen Erlaß, durch den diejenigen
Männer, die bisher dienſtuntauglich oder zurückgeſtellt
waren, aufgefordert werden, ſich einer neuen ärzt=
lichen
Unterſuchung zu unterziehen, Diejeni=
gen
, die als dienſttauglich befunden werden, ſollen unver=
züglich
ausgebildet und diejenigen, die ſich nach dem Erlaß
nicht ſtellen, als dienſttauglich angeſehen werden.
* London, 10. Sept. Der ruſſiſche Botſchafter in
London dementiert die Nachricht, daß ruſſiſche
Truppen in Frankreich an Land geſetzt ſeien.

Kriegschronik (Nr. 4).

1. September: Lodz von deutſch=öſterreichiſchen Truppen
beſetzt.
Zehn franzöſiſche Armeekorps zwiſchen
Reims und Verdun von deutſchen Trup=
pen
zurückgeworfen. Der Kaiſer wäh=
rend
des Kampfes bei der Armee.
Vollſtändiger Sieg der Armee Auffen=
berg
über die Ruſſen bei Zamosc; die
Ruſſen im Rückzug über den Bug.
Die franzöſiſche Regierung ſiedelt nach
Bordeaux über. Die Sperrbefeſtigun=
gen
Hirſon, Condé, La Fére und Laon
ohne Kampf gewonnen. Boulogne
von franzöſiſchen und engliſchen Truppen
geräumt.
Die Feſtung Reims ohne Kampf den
Deutſchen übergeben.
Kapitulation von Maubeuge, 40000
Kriegsgefangene. Erklärung des Reichs=
kanzlers
an die Vertreter der amerikani=
ſchen
Preſſe.
Proteſt des Kaiſers an den Präſidenten
Wilſon.

Trauer-Kleider TrauerLostüme
Trauer-Blousen Trauer-Röcke
Trauer-Mäntel, Trauer-Stoffe
In reicher-Ausmahl!
Anderungenisofort!
Gebr. Höslein.
Ludwigsplatz.

4. Dutttung.

In der Sammelſtelle des Darmſtädter Tag=
blatts
wurden für Kriegsnotleidende in Oſtpreußen
weiter folgende Beträge abgegeben:
M. Barth 3 M., K. Sp. 10 M., Eine arme Frau
2 M., Frau Oberſtleutnant Franck 20 M., Ferdinand
Jordig 50 M.=Ungenannt 1 M., Hermann Stier 5 M.,

Geh. Juſtizrat Dr. E. E. Hoffmann (Hügelſtr. 45) 50 M.,
J. Wz. 12 M., Geh. Baurat Raupp 10 M., A. Calmberg
10 M., Frau E. v. H. 10 M., Frau Grünewald ( Stein=
ſtraße
29) 20 M., Fräul. Peter 5 M., Rat H. Sonne
0 M., Prof. Thylmann 5 M., A. Reichard (Kaſinoſtr. 12)
50 M., Konſul Muth 20 M., Geh. Juſtizrat Hohenſtein
20 M., Frau Ferd. Schmidt 10 M., Lehrerin i. P. Marie
Stein 8 M., Frau A. v. Neufville 20 M., Ungenannt
Fräul. Luiſe Goebel 20 M., Rud. Wolff 5 M., v. Stein
10 M., M. E. 5 M., Eliſabeth Luml Wwe. 10 M., Fräul.
E. Baaſch 20 M., Wilh. Seip 20 M., Fräul. Thekla
Riedel (Wilhelminenſtraße 40) 40 M., Frau Mathilde
Schaub 10 M., Oberſtleutnant Brockhaus und Frau
100 M., Cy 10 M. Zuſammen 621 M. Hierzu die be=
reits
veröffentlichten 1292 M., insgeſamt
1913 Mark.

Am 28. Auguſt erlitt unſer lieber Sohn
und Bruder
Adolf Suchland
Schaffner u. Wagenführer bei der Elektr. Bahn
den Heldentod fürs Vaterland. (18514
Familie Suchland,
Rohrmeiſter.
Darmſtadt (Altes Theater), 10. September 1914.

Unterfertigter CC. erfüllt hiermit die trau=
rige
Pflicht, ſeine lieben EB. EB., AH. AH. und
ja.Cb. ja.Cb. davon in Kenntnis zu ſetzen, daß
ſein lieber Freund
Herr Georg Nover
den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat.
Der CC. der Oboteitia‟
i. A Sälzer
(X).
Darmſtadt, den 10. September 1914. (18520

Nachruf.
Den Heldentod fürs Vaterland erlitt
Herr Ingeniene Georg Nover
Wir verlieren in ihm einen treuen Freund
und Kollegen und werden ihm ſtets ein ehrendes
Andenken bewahren.
(*4801
Die kaufm. und techn. Beamten der
Zentralheizungsfabrik Ing. Heinr. Fritz.

Danksagung.
Für die zahlreichen Beweise herz-
licher
Teilnahme anlässlich des Todes
meines lieben Mannes sage ich Allen
von Herzen Dank.
Eva von Strzemieczny
geb. Locher.
18517)
Darmstadt, im September 1914.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme
an dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte ſagen
wir Allen unſeren innigſten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Marie Schmidt.

Darmſtadt, den 10. September 1914.
Liebfrauenſtraße 105.

(*4795

[ ][  ][ ]

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Am 28. Auguſt erlitt den Heldentod fürs
Vaterland mein innigſtgeliebter Mann, unſer
guter Vater, Bruder und Schwager
Dr. Georg Nauff
Offiziersſtellvertreter
(*4800
im 35. Lebensjahre.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Dolly Rauff
und 3 Kinder.
Darmſtadt (Stiftſtr. 3), 10. September 1914.

Todes=Anzeige.
Allen Verwandten und Freunden die
traurige Mitteilung, daß mein lieber Mann,
unſer guter Vater, Bruder und Onkel
Anton Hornung
heute morgen 4½ Uhr, nach ſchwerem Leiden
ſanft entſchlafen iſt.
Die tieftrauernde Lamilie.
Weiterſtadt, 10. September 1914.
Die Beerdigung findet Samstag, nachmittags
um 3 Uhr, ſtatt.
(18521

Todes=Anzeige.
Durch Gottes unerforſchlichen Ratſchluß
wurde uns heute meine liebe, herzensgute Frau,
unſere treubeſorgte Mutter, Tochter, Schwieger=
(*4763
tochter und Tante
Anna Münſter
geb. Bingel
unerwartet durch einen ſanften Tod entriſſen.
Dies Freunden und Bekannten zur Kenntnis
mit der Bitte um ſtille Teilnahme.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Familie Münſter,
Familie Bingel.
Darmſtadt, Schwanheim, Langwaden,
den 9. September 1914.
Die Beerdigung findet Samstag, den 12. Sep=
tember
, nachmittags 2 Uhr, in Schwanheim
ſtatt.

Todes=Anzeige.
Schmerzerfüllt teilen wir mit, daß am
9. September unſere liebe, teure Schweſter
Fräulein
Auna Schmitts
nach kurzer Krankheit infolge eines Schlagan=
falles
ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der tieftrauernden Familie:
Minna Schmitts, Wilhelminenſtr. 29.
Darmſtadt, Frankfurt a. M., Stuttgart,
den 10. September 1914.
(18493
Die Beerdigung findet Freitag, den 11. Sept.,
nachmittags 4 Uhr, ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
bei unſerem ſo ſchmerzlichen Verluſte ſage ich Allen
herzlichen Dank.
Insbeſondere danke ich Herrn Pfarrer Vogel
für die Segensworte am Grabe, den Schweſtern
des Eliſabethenſtiftes für die liebevolle Pflege,
den Mitarbeitern des Hauſes Winter und dem
chriſtlichen Verein junger Männer.
Im Namen der trauernden Familie=
Marie Fauſt, geb. Helm
und Kinder.
*4803)
Darmſtadt, den 10. September 1914.

Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde

Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 11. Sept.: Vorabendgottesdienſt 6 Uhr
45 Min.
Samstag, den 12. Sept.: Morgengottesdienſt 8 Uhr
30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr 35 Min.
Sonntag, den 13. Sept.: Beginn der Selichottage,
morgens 6 Uhr 30 Min.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.

Samstag, den 12. Sept.: Vorabend 6 Uhr 15 Min.
Morgens 7 Uhr 45 Min. Nachmittags 5 Uhr. Sabbat=
ausgang
7 Uhr 35 Min.
Wochengottesdienſt: Selichaus. Sonntag, den 13. Sept.,
Morgens 5 Uhr. Von Montag ab: Morgens 5 Uhr
30 Min. Nachmittags 6 Uhr

Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne.
Telephonruf Nr. 2425.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den Anzeigen=
teil
, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Ge=
ſchäftsleben
: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche wer=
den
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.

Regina- und
Driburgiagläser

sind wieder eingetroffen.

18516)

Miscsehan

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P 5 an die Geſchäftsſt. (*4767fs

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, 11. September 1914.

Nr. 250.

f. verw. Musk. Karl Arthur Paul Staar aus Sackau, Kr. Oaly,
ſ. verw. Musk. Max Herrmann Maleck aus Breslau, ſchw.
berw. Musk. Kurt Karl Auguſt Künzer a. Breslay, l. verw. Musk.
Buſtay Friedrich Wilhelm Sauermann aus Radenickel, Kr. Kaoſ=
ſen
, l. verw. Musk. Otto Emil Kasper aus Treuhein, Kr.
Obornik, l. verw. Musk. Stanislaus Wiesniewski aus Puré=
witz
, Kr. Poſen=Oſt, I. verw. Musk. Kall Otto Sohr aus Gr.
Groitzig, Kr. Bomſt, I. verw. Musk. Willy Paul Karl Scherdin
kirs Stettin, l. verw. Musk. Kurt Willy Walter Herzog aus
Breslau, l. verw. Musk. Karl Theodor Johannes Döring aus
Repko, Kr. Köslin, l. verw. Gfr. Nihard Fiſchbach aus Görchen
Kr. Rawitſch, l. verw. Gfr. Paul Hermann Baskmann aus
Raulitt, Kre Königsberg, l. verw. Musk Fritz Lange aus Mün=
ſter
I. verw. Musk. Franz Grzywaczyk ans Skornczewicz, Kr.
Goſtyn, I. verw. Musk. Ernſt Guſtav Otto Lamprecht aus Luk=
kenwalde
, Kr. Jüterbog, l. verw. Gfr. Konrad Sylveſter Müller
aus Sarne, Kr. Rawitſch, I. verw. U.=O.=Aſpirant Johannes
Fritz Emil Maczulaitis aus Emilshof, Kr. Krotoſchin, I. verw.
Musk. Karl Franz Joſeph Deumlich aus Powitzko Kr. Mieliſch,
* verw. Musk. Reinhold Müller aus Rawitſch, ſchw. verwi
Musk. Ernſt Erich Walter Krauſe II aus Waldenburg, l. verw.
Musk. Alfred Willy Mehner aus Eſchefeld, I. verw. Musk. Kasp
Zieblik aus Dammeratſch, Kreis Wammer, verw. Musk. Franz
Hoffmann aus Dun,Kungendorf, Kreis Neiſſe, verm. Musk.
Guſtav Bruno Exner aus Nikolausdorf, Kreis Lauban, verm
Musk. Johann Pierſchala aus Rockoszowo, Kreis Goſtyn, verm.
Musk. Stanislaus Rabakowski aus Marhanow, Kreis Koſchmin,
verm. Musk. Walter Ernſt Friedrich Biſchoff aus. Weißenhöhe,
Kreis Wirſitz, verm. Musk. Ernſt Karl Stiller aus Nimptſch
verm. Musk. Robert Friedrich Wilhelm Schikora aus Breslau
verm. Musk. Guſtav Kaiſer aus Polsdorf, Kreis Neumarkt, vm.
Musk. Fritz Walter Scheloski aus Breslau, verm. Musk. Fritz
Robert Wilhelm Tſchech aus Krummendorf, Kr. Strehlen, verm.
Musk. Anton Skorupka aus Koſſowo, Kreis Goſtyn, verm. Musk.
Paul Keller aus Wilkau, Kreis Namslau, tot. Musk. Jakob
Placzek aus Dlonie, Kreis Rawitſch, tot. Musk. Emanuel Gregor
Katſchmarek I aus Lauske, Kreis Schwerin, l. verw. U.=O. Erich
Ernſt Willenberger aus Breslau, verm. Musk. Joſeph Peter
Heinrich Werner aus Elberfeld, vermißt.
2. Komp.: Oberlt. d. Reſ. Döll, tot. Lt. Buſchbeck, I. verw.
Lw.=Lt. d. Reſ. Moritz Ehſer a. Berlin, ſchw. verw. U.=O. d. Reſ.
Kichard Lindener aus Roſenau=Land, Kreis Liegnitz, tot. U.=O.
d. Reſ. Rudolf Maywald aus Schmiedeberg, Kreis Hirſchberg,
tok. U.=O. d. Reſ. Otto Baer aus Breslau, tot. Fw. Kurt Ober=
meyer
aus Barmen, ſchw. verw. U.=O. Karl Anders aus Schöne=
berg
, Kreis Teltow, ſchw. verw. Reſ. Emil Miegel aus Ludwigs=
dorf
, Kreis Schrimm tot. Musk. Erich Katzer aus Breslau,
tot. Albert Scholz III aus Przybin, Kreis Liſſa, tot. Gfr. Stan.
Drindzinski aus Wyganow, Kreis Koſchmin, tot. Reſ. Oskar
Heidekorn aus Neu=Luboſch, Kreis Koſten, tot. Musk. Wilhelm
Franke aus Tſerbeney, Kreis Glatz, tot. Musk. Ernſt Brückner
aus Lauban, tot. Musk. Georg Koglin aus Charlottenhof, Kreis
Rummelsburg, tot. Reſ. Hermann Viol aus Breslau, tot. Msk.
Mar Struck aus Wandhagen, Kreis Schlawe, tot. Reſ. Michael
Kordeck aus Przyborowo, Kreis Goſtyn, tot. Gfr. Hermann
Roder aus Pirſchna, Kreis Trebnitz, tot. Tamb. Fritz Scholz aus
Württember, Krgie Oels, tot. Reſ. Albert Rindfleiſch a. Metſche,
Kreis Breslau, tot. Reſ. Walter Kindler aus Brieg, tot. Musk.
Wilhelm Linder aus Elberfeld, ſchw. verw. Musk. Artur Kemper
aus Barmen, I .verw. Reſ. Maximilian Kalinsky aus Goſtyn,
I. verw. Reſ. Friedrich Förſter aus Breslau, ſchw. verw. Reſ.
Minzyslaus Bilinski, l. verw. Reſ. Oswald Gahl aus Görchen,
Kreis Rawitſch, l. verw. Gfr. Wilhelm Leiſel aus Barmen, I.
verw. Musk. Fritz Güttler aus Fürſtenſtein, Kreis Waldenburg,
ſchw. verw. Musk. Vinzent Bialetzki aus Hofenlinde, Kreis
Reuthen, I. verw. Musk. Joſeph Klisz aus Zawiscz, Kreis Op=
peln
, I. verw. Reſ. Hermann Brutſch aus Breslau, ſchw. verw.
Musk. Friedrich Ziegener aus Stülpe, Kreis Jüterbog, I. verw.
Reſ. Nikolaus Foltinowisz aus Pogorzella, Kreis Koſchmin, I.
berw. Musk. Fritz Gerber aus Fuchshein, Kreis Leipzig, I. vw.
Reſ. Stanislaus Wlodardſchek aus Orla, Kreis Koſchmin, I. verw.
Reſ. Franz Umlauf aus Kroglinen, Kreis Lötzen, I, verw. Reſ.
Peter Rateytſchak aus Sandberg, Kreis Goſtyn, I. verw. Reſ.
Auguſt Schichler aus Breslau, ſchw. verw. Musk. Hermann
Vrachwit aus Klepzig, Kreis Zauch Belzig, l. verw. Musk. Ernſt
Haffranke aus Weißdorf, Kreis Ohlau, I. verw. Musk. Joſeſ
Pichota aus Kanorowo, Kreis Neutomiſchel, I. verw. Musk.
Bruno Reinhold aus Vorhaus, Kreis Goldberg=Haynau, ſchw.
verw. Musk. Knauer aus Krintſch, Kreis Neumarkt, I. verw.
Musk. Richard Günther I aus Boguslawitz, Kreis Groß= Warten=
berg
, l. verw. Musk. Otto Eichel aus Finkenſtein, Kreis Roſen=
berg
, ſchw. berw. Reſ. Guſtav Anders aus Wehnig=Mohnau,
Kreis Schweidnitz, I. verw. Reſ. Fritz Blum aus Breslau, I. verw.

Reſ. Ernſt Krebs aus Dittersdorf, Kreis Neuſtadt=O.=Schl.,1
verw. Musk. Fritz Wurſt aus Lampersdorf, Kreis Steinau a. O4
I. verw. Musk. Max Schnölke aus Pankow, Kreis Niederbarnim
ſchw. verw. Musk. Hermann Schmelzer aus Burgana, Kreis
Mansfeld, l. verw. Musk. Paul Seewald aus Groß=Heinzendorff
Kreis Lüben, l. verw. Musk. Karl Laubſch aus Berlin, I. verwi
Musk. Paul Wagner aus Nimkau, Kreis Neumarkt, I. verw
Musk. Alphons Fechner II aus Seitſch, Kreis Guhrau, ſchw. vwi
Reſ. Artur Pauliſch aus Breslau, l. verw. Reſ. Otto Höbig aus
Breslau, l. verw. Reſ. Herbert Graf aus Breslau, I. verw
Reſ. Karl Zapke aus Jäſchwitz, Kreis Nimptſch, I. verw. Reſ
Paul Weiß aus Breslau, l. verw. Musk. Hans Jung aus Mün
chen, verm. Musk. Heinrich Buchwald aus Brune, Kreis Kreuzz
Furg, verm. Musk. Peter Jantos aus Nieder=Kuzendorf, Kreit
Kreuzburg, verm. Reſ. Adalbert Ripezynski aus Seratino, Kreit
Koſchmin, verm. U.=O. d. Reſ. Alfred Primer aus Wichelsdorf
Kreis Sprottau, verm.
3. Komp.: Lt. d. Reſ. Hüttner, ſchw. verw. Musk. Wilheln
Lampe aus Schwagsdorf, Kreis Wittlage, tot. Musk. Chriſtiar
Nikiſch aus Sackern, Kreis Oppeln, l. verw. Reſ. Joſeph Zamz
lewski aus Szewce, Kreis Grätz, verm. Musk. Auguſt Käblei
aus Barmen, tot. Musk. Adolf Reinos aus Elberfeld, tot. Ref
Georg Blaſche aus Breslau, tot. Musk. Paul Dragon aus Roß
berg, Kreis Beuthen, tot. Musk. Oskar Kunert aus Langheiners
dorf, Kreis Sprottau, tot. Reſ. Georg Goldmann aus Breslau
tot. Reſ. Reinhold Pfeiffer aus Klein=Salzdorf, Kreis Schubin
tot. Vfw. d. Reſ. (Off.=Stellv.) Edmund Rau aus Peterkowko
Kreis Samter, ſchw. verw. Musk. Johann Draſchok aus Roßberg
Kreis Beuthen, ſchw. verw. Musk. Wilhelm Koing aus Drehnow
Kreis Cottbus, ſchw. verw. Musk. Heinrich Tauchert aus Hirſch
feldau, Kreis Sagan, I. verw. Gfr. Paul Müller aus Dresden
ſchw. verw. Gfr. d. Reſ. Wilhelm Rothe aus Guminice, Kreis
Koſchmin, ſchw. verw. Reſ. Richard Adam aus Breslau, I. verwi
Musk. Michael Bröſau aus Sollſchwitz, Kreis Hoyerswerda, ſchwi
verw. Musk. Alexander Sonnabend aus Karmine, Kreis Militſch
I. verw. Reſ. Auguſt Schmidt IV aus Breslau, l. verw. U.=O
Oswald Schupe aus Alt=Jaromierz=Hauland, Kreis Bomſt, ſchw.
verw. U.=O. d. Reſ. Paul Grande aus Förſtchen, Kreis Striegau
ſchw. verw. Gfr. Max Hellweg äus Flensburg, l. verw. Gfr. d
Reſ. Robert Volkmer aus Reichenſtein, Kreis Frankenſtein, ſchw
verw. Reſ. Lorenz Joſef Wlecklinski aus Neu=Grombkowo, Kreis
Rawitſch, ſchw. verw. Reſ. Kurt Tater aus Breslau, I. verw
Reſ. Paul Müller aus Hennersdorf, Kreis Grottkau, ſchw. verw
Musk. Boleslaus Bamberowicz aus Pudewitz, Kreis Poſen=Oſt
ſchw. verw. Fw Heinrich Discar aus Boyadel, Kreis Grünberg
I. verw. Reſ. Richard Riedel II aus Breslau, verm. Reſ. Franz
Jasniak aus Walkow, Kreis Koſchmin, verm. Reſ. Johann Maty
ſiak aus Oſick, Kreis Rawitſch, verm. Musk. Andreaß Jazwie
aus Skalmierzyce, Kreis Oſtrowo, verm. Reſ, Erwin Redmel
aus Breslau, verm. Reſ. Robert Geisler aus Wiltſchau, Krait
Breslau, verm. Reſ. Paul Jüttner aus Trachenberg, Kreis Mil
litſch, verm. Reſ. Wilhelm Drechsler aus Breslau, verm. Musk
Guſtav Winkler I aus Puſchkau, Kreis Schweidnitz, verm. Tamb
Gfr. Walter Reuter aus Elberfeld, I. verw.
4. Komp.: Hptm. Raimund Schmittendorf aus Berlin= Steg=
litz
, ſchw. verw. Lt. Walter Mendrzyk aus Rippin, Kr. Gr!
Wartenberg, l verw. Lt. d. Reſ. Kirſch, tot. U.=O. Georg Jakob
aus Tſchirnau, Kr. Guhrau, verm. U.=O. Valentin Wyrwich
aus Poremba, Kr. Zabrze, I. verw. U.=O. d. Reſ. Georg Bartſch
aus Hirſchberg, I. verw. U.=O. d. Reſ Johannes Nidetzki aus
Breslau, ſchw. bewr. Tamb. Gfr. Adolf Biller aus Preußen=
dorf
, Kr. Waldenburg, ſchw. verw. Musk. Emil Donath aus
Stulke Kr. Jüterbog, ſchw. verw. Musk. Wilhelm Dreibholz
aus Barmen, ſchw. verw. Musk. Guſtav Friebe aus Wüſteröhr4
dorf, Kr. Hirſchberg, tot. Musk. Auguſt Funke aus Elberfeld)
tot. Musk. Michael Grzeskowiak aus Dalabuſchki, Kr. Koſten;
verm. Gfr. Chriſtian Jung aus Elſenroth, Kr. Gummersbach)
I. verw. Musk. Alfred Blobel aus Schleſiengrube, Kr. Beuthen
O. S., berm. Musk. Ernſt Boy aus Filehne, I. verw. Musk.
Guſtav Elsner aus Quolsdorf, Kr. Bolkenhayn, tot. Musk:
Wilhelm Fauſt aus Brieſen, Kr. Obornik, verm. Musk. Kurt
Fiſcher aus Guben, tot. Musk. Hermann Freitag aus Pitſchen)
Kr. Striegau, ſchw. verw. Musk. Willi Fröhlich aus Berlin)
verm. Musk. Willi Gauennack aus Berlin, l. verw. Musk!
Georg Gregor aus Berlin, leicht verwundet. Mus=
ketier
Fritz Heine 1 aus Mädlow, Kreis Cottbus, tot!
Musk. Franz Hink aus Krempa, Kr. Gr. Strehlitz, ſchw. verw!
Musk. Hermann Kittler aus Gleiwitz, l. verw. Musk. Hermann
Müller 3. aus Gr. Dobritſch, Kr. Sagan, verm. Musk. Oskar
Nerlich aus Peiswitz, Kr. Goldberg, verm. Musk. Otio Noſſech
aus Domauze, Kr. Schweidnitz, ſchw. verw. Musk. Max Otto
aus Berlin, verm. Musk. Ernſt Riemer aus Nipter, Kr. Meſes

Nr. 250.

Freitag, den 11. September

1914.

Schluß der Liſte Nr. 20.
Königlich Preußiſche Armee.

5. Arkilleriemunikionskolonne des Gardereſervekorps,
Jüterbog.
(Kan. Hartmann, kok. Kan. Tummes, berm.
Feldarkillerieregimeni Nr. 5, Sproſkau.
Regimentsſtab: Kan. Karl Klimcke aus Lorenzdorf, Kr
Wünzlau, ſchw. verw.
Feldartilleeieregimenk Nr. 8, Saarbrücken!
2. Batt.: Kan. Johann Stein, verw.
3. Batt.: Kan. Fritz Hölding, verw.
3. reitende Batt.: Kan. Peter Buchheid, berw. Käh. Her:
mann Geerling, verw. Kan. Leonhard Kramer, verw. Kan,
Paul Miske, verwundet.
Ohne Angabe der Batt.: U.=O. Paul Engelbrecher, bexwpe
Feldartillezieregimenk Nr. 19, Erfurk.
Leichte Munitionskolonne der 1. Abteilung: Kan. Tokge=
Verwundet.
Feldartillerieregiment Nr. 25, Darmſtadt.,
Stab der 1. Abteilung: Tromp. Serg. Fahner aus Gand=
Offſömmern, verw. Gfr. Nelgen, verw.
3. Batt.: U.=O. Reinhardt, verw. Gfr. d. Reſ. Zängerle=
berwundet
.
4. Batt.: Gfr. Dey, tot. U.=O. Gonder aus Arnshain, verwi
Gfr. Bauer, verw. Kan. Bretz, verw. Kan. Händler, verw. Kan,
Nell, verw. Kan. Schmidt, verw. Kan. Pfeil, verw.
Ohne Angabe der Batt.: Lt. van der Elſt, verw.
Feldarkillerieregimenk Nr. 47, Fulda.
2. Abteilung. Leichte Munitionskolonne. Kan. Paul Golik
fus Hönig, Kr. Groß Wartenberg, wohnhaf: zu Langenſalzg, tot=
Feldarkillerieregiment Nr. 56, Liſſa.
r d. Reſ. Hans Schmidt, tot.
Feldartillerieregiment Nr. 76, Freibürg in Badsäk.
1. Batt.: Hptm. Gericke, verw. Lt. von Wild aus Frankfurk.
erw. Gfr. Obrigfell, tot. Kan. Haas, tot.
2. Batt.: Kan. Curt, verw.
3. Batt.: Kan. Schneider I, verw. Kan. Keſler, berm
Kan. Hug, verwundet.
Leichte Munitionskolonne: U.=O. Futterer, tof.
Feldluftſchifferableilung.
Hptm. Ernſt Grüner, verm. Lt. Konrad Stapelfeldt, berm. Ober=
ſteuermann
Wilhelm Röhling aus Trebnitz=Cömmin, Saalkreis,
verm. Obermaſchiniſt Paul Braun aus Berlin, verm. Maſchi=
niſt
Wilhelm Zaſtrow aus Eberswalde, Kr. Niederbarnim, verm.
Untermaſchiniſt Georg Lariſch aus Lauban, Kr. Lauban, verm.
Untermaſchiniſt Johann Glatzel aus Grudſchutz, Kr. Oppeln,
verm. U.=O. Karl Tanneberger aus Mülhauſen j. G., Kr. desgl.,
verl. Untermaſchiniſt d. Reſ. Wilhelm Pfeufer aus Kraisdorf,
Unterfranken, verm. Unterſteuermann d. Reſ. Paul Leonhardt
aus Danzig, vermißt.

Berichkigung früherer Liſten.
Infankerieregiment Nr. 99, Zabern.
Müsk. Philipp Bernhardt II aus Reipertsweiler Kr. Zabern)
bisher vermißt, iſt im Lazarett. Musk. Kaſpar Hamann aus
Götzenbrück, Kr. Saargemund, bisher vermißt, iſt verwundet;
Musk. Heinrich Loegel aus Lichtenberg, Kr. Zabern, bisher ver=
mißt
, iſt im Lazarett. Reſ. Joſef Lambour aus Salenthal, Kr,
Zabern, bisher vermißt, iſt verwundet. Gfr. Johann Rad=
ſchinski
aus Gebelsberg, Kr. Schwelm, bisher vermißt, iſt im
Lazarett. Reſerviſt Georg Schlichter aus Eckbols=
heim
, Kreis Straßburg, bisher vermißt, iſt im Lazarett:
Reſ. Steck aus Mutzig, Kr. Molsheim, bisher verm., iſt im
Lazarett. Reſ. Emil von der Schluſen aus Nächſtebreck, Kr.
Schwelm, bisher verm., iſt im Lazarett.
Jägerregimenk zu Pferde Nr. 5, Mülhauſen i. Eiſ.
Jäger Hanekamp, bisher vermißt, iſt verwundet.

Amtliche Verluſtliſte Nr. 21.
Königlich Preußiſche Armee.

21. Infankerieregiment, Frankfurk a. Main.
Stab: Drag. (3. Eskad Dragonerregiment 6) Oskar Wollen!
haupt aus Lagenſalza, Kreis desgl., I. verw.
2. Gardereſerveregiment, Berlin.
11. Komp.: Reſ. Rohleff, verm. U.=O. Steffenſen, I. berw.
Reſ. Sembach, l. verw. Reſ. Hehmann, I. verw.
12. Komp.: Lt. von Goßler, ſchw. verw. U.=O. Berger, verm.
Grenadierregiment Nr. 6, Poſen.
Stab: Oberſtlt. Otto Heyn aus Nieder=Gläſersdörf, Kreis
Lüben, tot. Oberlt. Regimentsadj. Reinhold Kuhnke aus Stettin
tot.
1. Komp.: Gren. Joſef Walle aus Oſcht, Kreis Schwerin, II
verw. U.=O. v. d. Weth (Gebhard), verw.
2. Komp.: U.=O. Max Maiwald aus Obercoſel, Kreis Rothen=
burg
, verm. U.=O. Richard Patzke aus Frenzdorf, Kreis Danzi=
ger
Höhe, l. verw. Einj. Wilfried Henckel aus Gut Platenhof=
Kreis Perleberg, ſchw. verw. Gren. Arthur Conrad aus Hirſch=
berg
, ſchw. verw. Gren. Johann Gawrick aus Tarnowko, Kreis
Obornik, ſchw. verw. Gren. Heinrich Engelbrecht aus Lütgen=
dortmund
, l. verw. Gren. Joſef Göcke aus Bredendorf. Kreis
Hörter, vermißt.
3. Komp.: Gren. Erich Lange aus Zirke, Kreis Birnbaum;
tot. Gren. Karl Oder aus Guterwitz, Kreis Breslau, tot. Gren;
Paul Schröder aus Schwachenwalde, Kreis Arnswalde, I. verw.
Gren. Wladislaus Nowak aus Marienrode, Kreis Obornik, I.
verw. Gren. Stanislaus Ceyba aus Kikowa, Kreis Samter, I.
verw. Gren. Franz Styperek aus Krowarzewo, Kreis Samter,
I. verw. Gren. Wladislaus Pokrywka aus Poſen, verm. Gren.
Wilhelm Braun, verwundet.
4. Komp.: Gren. Fritz Geilenfeld aus Wolodenberg, Kreis
Friedeberg, verw. Gren. Karl Köbernik aus Rogaſen. Kreis
Obornik, vermißt.
5. Komp.: Reſ. Karl Krauſe aus Barop, Kreis Hörde, ſchw.
verw. Reſ. Andreas Stiwinski aus Roſtowo, Kreis Poſen, 13
verw. Reſ. Johann Dickſchat aus Birkenfelde, Kreis Pillkalſen)

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, 11. September 1914.

Nr. 250.

I. verw. Gfr. Valentin Wawrzyniak aus Krotoſchin, I. verw.
Ej. Gfr. Alfred Brecht aus Poſen, I. verw.
6. Komp.: Gfr. Wilhelm Pegel aus Huckſtorf, Kreis Schwan
tot. Gren. Arthur Gutſche aus Nieder=Gläſersdorf, Kreis Lüben
tot. Gren. Franz Kaczmarek II aus Wegierke, Kreis Wreſchen.
tot. Gren. Auguſt Döring aus Hörde, tot. Gren. Rudolf Auriſch
aus Hörde, tot. Gren. Anton Sieradzki aus Klodziesko, Kreis
Samter, tot. Gren. Hermann Nitzrath aus Schinen, Kreis Hörde
tot. Gren. Martin Stein aus Jagendorf, Kreis Marienburg, tot.
Gren. Auguſt Greifenberg aus Schwuben, Kreis Heilsberg, tot.
U.=O. Fritz Ponath aus Bromberg, I. verw. U.=O. Johannes
Andrzejewski aus Piecewo, Kreis Strasburg, I. verw. Gren.
Guſtav Scheffel aus Kloſterfriedkeit, Kreis Görlitz, I. verw. Gren.
Erwin Weinbold aus Nieder=Bielau, Kreis Görlitz, ſchw. verw.
Gren. Karl Becker aus Thiergarten, Kreis Liegnitz, ſchw. verw.
Gren. Hermann Brink aus Berlin, l. verw. Gren. Karl Hacker
aus Loitz, Kreis Grimmen, ſchw. verw. Gren. Arthur Peukert
aus Bedlitz, Kreis Steinau, I. verw. Gren: Richard Reichſtein=
aus
Wingsdorf, Kreis Bolkenhain, ſchw. verw. Gren. Paul Sie=
biella
aus Ober=Prietzen, Kreis Oels, I. verw. Gren. Friedrich
Wüſtefeld aus Hannover, ſchw. verw. Gren. Franz Tomczak aus
Bogniewo, Kreis Obornik, ſchw. verw. Gfr. Leon Dardas aus
Polajewo, Kreis Obornik, l. verw. Gren. Adolf Beiſemann aus
Aplerbeck, Kreis Hörde, verw. Gren. Jakob Kascynski aus Mi=
chalowo
, Kreis Wittkowo, verw. Gren. Robert Karrach aus Tſche=
ſchen
, Kreis Groß=Wartenberg, verw. Gren. Johann Grzybowski
ausJoſefsthal, Kreis Wongrowitz, verw. Gren. Theodor Mily=
czak
aus Kokezyn, Kreis Wreſchen, verw. Gren. Johann Madaj
aus Szczodzejewo, Kreis Wreſchen, verw. Gren Karl Menniarg=
mann
aus Lanstrop, Kreis Dortmund, verw. Gren. Joſef Kacz=
marek
aus Lenſchütz, Kreis Poſen, verw. Gren. Johann Robe,
verwundet.
7. Komp.: Gren. Karl Hareuter aus Budupönen, Kreis Stal=
lupönen
, tot. Gren. Franz Schänzer, aus Datteln, Kreis Berg=
hofen
, tot. Gren. Joſef Halbsgut aus Wilxen, tot. Gren. Joh,
Luczack aus Glimo, Kreis Poſen, tot. Gren. Adam Miloczewski
aus Autoniewo, Kreis Wongrowitz, tot. Gren. Joſeph Klein aus
Lindewieſe, Kreis Neiſſe, I. verw. Gren. Joſeph Mofka aus
Slawica, Kreis Annenwalde, I. verw. Gren. Joſef Berkemeyer
aus Delbrück, Kreis Paderborn, I. verw. Gren. Otto Echter=
hoff
aus Rüdinghauſen, Kreis Hörde, I. verw. Gren. Philipp
Kleiß aus Steixen, Kreis Saarnau, l. verw. Gren. Friedrich
Stiepermann aus Sölde, Kreis Hörde, I. verw. Gren. Auguſt
Kerber aus Neugüttel, Kreis Dortmund, ſchw. verw. Tambour
Gfr. Oskar Oettinghauſen aus Eisleben, ſchw. verw. U.=O. Karl
Ratke aus Obornik, l. verw. Gfr. Rudolf Schober aus Görlitz,
I. verw. Gren. Alfred Hanſtein aus Zwickau, l. verw. Gren.
Johann Siyak aus Slawienko, Kreis Obornik, l. verw. Serg.
Louis Hupe aus Keffershauſen, Kreis Witten, ſchw. verw. U.=O.
Karl Dümke aus Rügenwalde, ſchw. verw. Gren. Reinhold Exner
aus Lauterſeiffen, Kreis Löwenberg, ſchw. verw. Gren. Friedr.
Krüger aus Hörde, Kreis Dortmund, ſchw. verw. Gren Johann
Soltyſiak aus Poſen, l. verw. Eren. Oswald Koch aus Bersdorf,
Kreis Gräben, I. verw. Gren. Otto Urban aus Steinbach, I.
verw. Gren. Karl Hallmann aus Bolkenhayn, I. verw. Gren.
Ladislaus Mendel aus Opato, Kreis Kempen, I. verw.
8. Komp.: U.=O. Karl Biermann aus Uelsby, Kreis Schles=
wig
, verw. U.=O. Werner Nitſchke aus Hertwigswaldau=Sagan,
tot. Gfr. Johann Grzeſchik aus Ellguth=Durawa, Kreis Oppeln,
tot. Gfr. Franz Swiniarski aus Porazyn, Kreis Neutomiſchel,
tot. Gfr. Augnſt Abke aus Barop, Kreis Hörde, tot. Gfr. Rud.
Henning aus Kl.=Schwechten, Kreis Stendal, tot. Gfr. Willy
Kißling aus Poſen, tot. Gfr. Wilhelm Beine aus Berghöfermark,
Kr Hörde, tot. Gfr. Konſt, Grupinski a. Stepanowitz, Oppeln, bw.
Gren. Franz Klappheck aus Buer, Kreis Recklinghauſen, verw.
Gren. Guſtav Dingermann aus Oeſtrich, Kreis Dortmund, verw.
Gren. Ernſt Schnier aus Weſel, Kreis Rees, verw. Gren. Wilh.
Schricke aus Langendreer, Kreis Bochum, verw. Gren. Johann
Weſſel aus Gerth, Kreis Mörs, verw. Gren. Otto Eickelmann
aus Aplerbeck, Kreis Hörde, verw. Gren. Friedrich Klemp aus
Aplerbeck, Kreis Hörde, verw. Gren. Guſtav Krüger aus Alt=
Bulitz, Kreis Friedeberg, verw. Gren. Balentin Jozefek aus
Kornin, Kreis Neutomiſchel, verw. Gren. Hermann Specher aus
Aſchersleben, verw. Ej. Gfr. Thaddäus von Maciejowski aus
Polanowo, Kreis Wittkowo, verw. Vfw. Ernſt Dumer aus
Callies, Kreis Dramberg, verw. Gren. Bincent Paetz aus Gr.=
Starlolenka, Kreis Poſen=Oſt, verw. Gren. Phillipp Kurz aus
Reichſtein, Oeſterreich, verw. Gren. Paul Standke aus Hummel,
Kreis Lüben, verw. Gren, Franz Barbier aus Sauerwitz, Kreis
Leobſchütz, verw. Gfr. Franz Schwanitz aus Hartmannsdorf,
Kreis Lauban, verw. Gren. Johannes Schlam aus Machnowo,
verw. Gren. Karl Sperr aus Maleſchwitz, Ar Breslau, verw.
kren. Paul Stupka aus Keula, Kr. Rothenburg, verw. Gren.

Karl Innerbichler aus Zillerthal, Kr. Lauban, tot. Gfr. Richard
Heinze aus Rothwaſſer, Kr. Görlitz, I. verw. Gren. Inlius
Apoſtel aus Kodullahütte, Kr. Beuthen, I. verw. Gren. Valen=
tin
Stolla aus Bredinken, Kr. Röſſel, verm. Gren. Franz
Luckau aus Branfeld, Kr. Stormarn, verm. Gren. Johann
Knopczynski aus Wargowo, Kr. Obernik, verm. Gren. Stanis=
laus
Nowak aus Boruſchin, Kr. Obornik, verm. Gren. Stanis=
laus
Jackowski aus Rudki, Kr. Samter, verm. Gren. Richard
Hardt aus Berlin, tot.
9. Komp.: Fahnenjunker Günther Ernſt aus Koſchnin, I
verw. Füſ. Anton Bröckelmann aus Aſſeln, Kr. Dortmund, tot.
Füſ. Karl Matthes aus Guſow, Kr. Lebus, ſchw. verw. Füſ.
Fritz Horn aus Berlin, ſchw. verw. Füſ. Wilhelm Krüger aus
Niespoſanko, Kr. Rowno, Rußland, ſchw. verw. Füſ. Paul Beyer
aus St. Lazarus, Kr. Poſen, tot. Füſ. Heinrich Scholz I aus
Breslau, tot. Gfr. Wilhelm Rohloff aus Uchtdorf, Kr. Wolmir=
ſtedt
, tot. Horniſt Gfr. Fritz Klinkſick aüs Altenbochum, tot.
U.=O. d. Reſ. Georg Bohm aus Schwedt a. O., ſchw. verw. Frei=
williger
Albert Dräger aus Deutſchrode, Kr. Strelno, ſchw. verw.
Vfw. Georg Manthey aus Kl. Bartelſee, Kr. Bromberg, ſchw.
verw. U.=O. Wilhelm Ganz aus Ergrath, Kr. Düſſeldorf, ſchwi
verw. U.=O. Paul Moewes aus Schönrade, Kr. Friedeberg N.=M.,
ſchw. verw. Ej. U.=O. Kurt Henke aus Eichwald, Kr. Wongro=
witz
, I. verw. Füſ. Guſtav Knoop aus Friedland, ſchw. verw:
Reſ. Joſef Konitzko aus Neu Karumbau, Kr. Oppeln, ſchw.
verw. Reſ. Emil Bleich aus Nalencka, Kr. Kolmar, ſchw. verw=
Füſ. Robert Kaiſer aus Gr. Märtinau, Kr. Trebnitz, ſchw. verw.
Gfr. Karl Seiler aus Spandau, l. verw. Füſ. Richard Steinke
aus Kaminsko, Kr. Obornik, ſchw. verw. Füſ. Guſtav Minge
aus Dobrogoslowo, Kr. Samter, ſchw. verw. Reſ. Martin Wald=
mann
aus Lüderode, Kr. Worbis, I. verw. Füſ. Maximiliau
Engelmann aus Poppe, Kr. Schwerin, I. verw. Füſ. Bruno
Höhle aus Lemmritz, Kr. Schwerin, I. verw. Füſ. Richard Lode
aus Bobelwitz, Kr. Meſeritz, ſchw. verw. Füſ. Hermann Scholz II
aus Hohen=Poſeritz, Kr. Striegau, ſchw. verw. Reſ. Johann
Chraplak aus Dalekie, Kr. Koſten, ſchw. verw. Reſ. Johannes
Witmer aus Dörnberg, Kr. Wolfshagen, ſchw. verw. Füſ. Fritz
Hirt aus Liebenau, Kr. Schwiebus, tot. Reſ. Alfred Schedler
aus Golaſchin, Kr. Obornik, ſchw. verw. Reſ. Hermann Spratte
aus Buchholz, Kr. Arnsberg, ſchw. verw. Füſ. Fritz Zingel aus
Bunzlau, ſchw. verw. Reſ. Martin Müller aus Ludom, Kr:
Obornik, ſchw. verw. Reſ. Wilhelm Kalinski aus Skurpien, Kr:
Neidenburg, tot. Füſ. Karl Neumann aus Wieſau, Kr. Neiſſe,
tot. Reſ. Otto Weiffenbach aus Schwerte, Kr. Hörde, tot. Sta=
nislaus
Waſielewski aus Podleſie, Kr. Pleſchen, I. verw. Füſl
Paul Altmann aus Kuhnen, Kr. Bunzlau, tot.
10. Komp.: Reſ. Hermann Backhaus aus Hanberg, Kr!
Düſſeldorf, tot. Reſ. Joſef Bäker aus Sünen, Kr. Dortmund,
tot. Reſ. Stanislaus Czempinski aus Schildberg, l. verw. Reſ!
lbert Delewski aus Obernatzen, Kr. Hamm, I. verw. Reſs
Wilhelm Hoffmann aus Huckarde, Kr. Dortmund, l. verw. Reſ
Ludwig Klawaczynski aus Luckowo, Kr. Obernik, I. verw. Reſ.
Friedrich Kuß ans Ober Schweden, Kr. Hünden, tot. Reſ. Julius
Kurzawo aus Zirkwitz, Kr. Wartenberg, tot. Reſ. Friedrich
Prahl aus Barop, Kr. Hörde, tot. Reſ. Friedrich Trautmann
aus Schuren, Kr. Hörde, l. verw. Ej. U.=O. Ferdinand Schoene=
panck
aus Glaue, Kr. Iburg, ſchw. verw. Füſ. Ernſt Pelz aus
Nieder Kunzendorf, Kr. Schweidnitz, ſchw. verw. Reſ. Georg
Wienecke aus Kombruch, Kr. Hörde, l. verw. Reſ. Karl Wal=
deimghaus
aus Sybruch, Kr. Hörde, I. verw. Tamb. Willh
Moritz aus Neu Lindow, Kr. Frankfurt a. O. I. verw. Reis
Adalbert Bartczak aus Lubrze, Kr. Schroda, I. verw. U.=O
Bruno Schwarzbach aus Nieder Gerlachheim, Kr. Lauben, k4
erw. Füſ. Hermann Bartſch aus Deutſch Janner, Kr. Trebnitz,
verw. Gfr. Guſtav Fabian aus Stacen, Kr. Lötzen, I. vern
Gfr. Heinrich Franke aus Luſchenhammer, Kr. Wartenberg, II
berw. Füſ. Stefan Münge aus Konorawofeld, Kr. Mentamſchet,
ſchw. verw. Füſ. Karl Hinzberg aus Ilowo, Kr. Neidenburg,
ot. Füſ. Guſtav Broska aus Orlowen, Kr. Lötzen, tot. Füſ=
Hermann Granow aus Landsberg a. W., I. verw. Füſ. Alfredl
Hätter aus Berlin, I. verw. Füſ. Heinrich Kerber aus Zlotnik,
Kr. Liegnitz, I. verw. Füſ. Richard Kraut aus Priesnik Krl
Sorau, ſchw. verw. Füſ. Paul Mattanſch aus Ziegenhals, Krz
Neiſſe, I. verw. Füſ. Paul Meißner aus Burau, Kr. Sagang
I. verw. Füſ. Alfred Opitz aus Waltersdorf, Kr. Schönlau,H
verw. Füſ. Richard Rudolf aus Mittel Seifersdorf, Kr. Hahnaug
I. verw. Füſ. Artur Wehner aus Berlin, tot. Reſ. Paul Gnüfkel
aus Friedheim, Kr. Wirſitz, I. verw. Füſ. Ernſt Wolfſohn aus
Berlin, l. verw. U.=O. d. Reſ. Richard Altmann aus Eiſenberch
Kr. Sagan, I. verw. Beſ. Joſef Brandt aus Prozanon,
Obernik, ſchw. verw. Reſ. Jgnatz Bruckninski aus Poſen, I. vern
Reſ. Morian Janitzki aus Piatkowo, Kr. Brieſen, Weſtpr.,4

Nr. 250.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, 11. September 1914.

Seite 3.

verw. Reſ. Walter Nitſchke aus Kloscanowo, Kr. Zinn, I. verw.
Reſ. Martin Michalak aus Lukowo, Kr. Obernik, I. verw. Reſ.
Albert Riedel aus Kreidelwitz, Kr. Glogau, l. verw. Reſ. Eduard
Stock aus Poſen, l. verw. Reſ. Adalbert Sobkowiak aus Napa=
chani
, Kr. Poſen, verm. Reſ. Ludwig Wojtecki aus Wolicapuſta,
Kr. Jarotſchin, I. verw. Vfw. Altmann, ſchw. verw.
11, Komp.: Lt. d. Reſ. Kurt Eggert aus Stralſund, ſchw.
berw. Reſ. Friedrich Hölzemann aus Altwaſſer, Kr. Breslau,
ſchw. verw. Reſ. Franz Nowack aus Poſen, ſchw. verw. Reſ.
Heinrich Zilken aus Eicklinghofen, Kr. Arnsberg, ſchw. verw.
Reſ. Hippolit Baranowski aus Obernitz, I. verw. U.=O. d. Reſ.
Hugo Schulz aus Neu Schönſee, Kr. Brieſen, I. verw. Serg.
Alfred Dambor aus Breslau, ſchw. verw. Reſ. Stanislaus
Kaczmorek aus Poſen, verm. Reſ. Emil Gallmeiſter aus Ka=
merau
, Kr. Neidenburg, verm. Reſ. Vincent Slaby aus Poſen,
berm. Reſ. Johann Jackowski aus Obernik, verm. Füſ. Alfred
Gieſche aus Berlin, verm. Reſ. Karl Nolte aus Eichenhöfen, Kr.
Hörde, I. verw. Reſ. Joſef Anuth aus Allenſtein, I. verw. Reſ!
Bernhard Düben aus Buro, Kr. Jerichow, I. verw. Füſ. Max
Pley aus Greifswald, Kr. Stralſund, ſchw. verw. Füſ. Fritz
Linden I aus Görlitz, ſchw. verw. Füſ. Willi Raczkowski aus
Birnbaum, I. verw. Füſ. Karl Meißen II aus Krummpa, Kr.
Auerfurth, ſchw. verw. Füſ. Paul Guhn aus Ratau, Kr. Wohlau,
l. verw. Füſ. Otto Falke aus Dörnſtedt, Kr. Neuhaldensleben,
l. verw. Füſ. Paul Wawerjinck aus Brieg, ſchw. verw. Reſ.
Wladislaus Brychczyuski aus Jerkow, Kr. Jarotſchin, tot. Reſ.
Valentin Cichoſch aus Juronin, Kr. Karthaus, verm. Füſ.
Richard Paulke aus Frankfurt a. O., l. verw. Füſ. Richard
ke aus Lang=Neuendorſ, Kr. Liegnitz, I. verw. Reſ. Karl
er aus Poſen, tot. Reſ. Hugo Waſſerfuhr aus Hagen, tot.
. Guſtav Rudolf aus Raſtenberg, Kr. Kremitten, tot. Gfr.
Karl Flach aus Pillkallen, Kr. Waningken, tot. Füſ. Karl Schade
aus Magdeburg, tol. Füſ. Otto Böhme aus Saarau, Kr.
Schweidnitz, tot. U.=O. Bruno=Empacher, verw.
12. Komp.: Hptm. Friedrich Peltuer aus Altwaſſer, Kr.
Waldenburg, tot. Lt. d. Reſ. Fritz Ticke aus Berlin, tot. Lt.
Franz Schlüter aus Danzig, ſchw. verw. Lt. d. Reſ. Franzi
Vorchardt aus Karthaus, ſchw. verw. Füſ. Wenzel Kabacinsky
aus Wyscka, Kr. Wongrowitz, verm. Füſ. Peter Waligorski aus
Syehn, Kr. Obornik, verm. Füſ. Konrad Perſchke aus Neuſtadt,
O.=Schl., verm. Gfr. d. Reſ. Anton Dybislawski aus Poſen,
. verw. Füſ. Paul Otto I aus Bunzlau, ſchw. verw. Füſ. Oswald
Rothe I aus Langwaſſer, Kreis Löwenberg, ſchwer verwundet.
U.=O. Otto Streeck aus Pöhlen, Kreis Neuſtettin, tot. Füſ. Emil
Reckert aus Brechten, Kr. Dortmund, tot. Ej. Bronislaus Wad=
zynski
aus Tursko, Kreis Pleſchen, tot. Füſ. Julian Grabowski
aus Brattuszewo Kreis Löbau, tot. Füſ. Boguslaw Majewski
aus Paußfeld, Kreis Wongrowitz, tot. Füſ. Karl Ulrich aus
Berlin, tot. Füſ. Wilhelm Schöbel aus Quirl, Kreis Hirſchberg
i. Schl., tot. Füſ. Max Weber aus Gorden, Kreis Liebenwerda,
ſchw. verw. Füſ. Peter Wozniak aus Jarrniwice, ſchw. verw.
Füſ. Franz Jakubiak aus Kokoſchkit, Kreis Goſtyn, ſchw. verw.
Füſ. Anton Kups aus Gorzyze, Kreis Wreſchen, ſchw. verw. Füſ.
Paul Jäkel aus Schreibersdorf, Krei SLauban, I. verw.
Friedrich Kindler aus Aſchitzau, Kreis Bunzlau, l. verw. Fuſ.
Anton Pawlak I aus Piernczyze, Kreis Pleſchen, verm. Füſ.
Fritz Bettermann aus Nieder=Hermsdorf, Kreis Taldenbure, vm.
Füſ. Wilhelm Fiebig II aus Penzig, Kreis Görlitz, verm. Füſ
Paul Schöpke aus Kunzendorf, Kreis Sprottau, verm. Füſ.anl
Günther aus Rudolfswalden, Kreis Waldenburg, ſchw. verw.
Füſ. Balentin Przygoda aus Glonno, Kreis Poſen, ſchw. vert.
Füſ. Franz Spurka aus Pawlowitz, Kreis Liſſa, ſchw. verw. Füſ.
Fermann Seidlich aus Schreiberhau, ſchw. verw. Füſ. Emil
Bender aus Biſchofswalde, Kreis Schlochau, ſchw. verw. Füſ.
Johann Dolata aus Gurtſchin, Kreis Poſen, ſchw. verw.
Martin Szymenderer aus Wolicapuſta, Kreis Jarotſchin, ſchw.
berw. Füſ. Hermann Silow aus Sabrodt, Kreis Hoyerswerda,
ſchw. verw. Füſ. Wilhelm Benckelmann aus Dortmund, ſchw.
verw. Füſ. Fritz Böhm aus Eckersdorf, Kreis Breslau, ſchw. vw.
Freiw. Richard Schulz aus Oberſitzko, Kreis Samter, ſchw. verw.
Pfw. Alexander Hegert aus Braunsberg, ſchw. verw. Ej. U.=O
Walter Lehmann aus Tegel, ſchw. verw. Ej. U.=O. Erich Lang=
aus
Poſen, ſchw. verw. U.=O. Johann Gramolla aus Schograu
Kreis Namslau, ſchw. verw. Horniſt Gfr. Max Petermann aus
Frankfurt a. O., ſchw. verw. Füſ. Robert Volkmer aus Altwaſſer,
Kreis Breslau, ſchw. verw. Füſ. Paul Klemmſtein aus Lands=
berg
a. W., ſchw. verw. Füſ. Hellmut Krebs aus Poſen, ſchw
verw. Füſ. Albert Weigang aus Borkau, Kreis Glogau, ſchw.
verw. Reſ. Joſef Jakobs, verwundet.
Maſchinengewehrkomp.: Serg. Jakob Weber aus Hanonien,
Galizien, tot. Gren. Franz Bandlin aus Kordeshagen, Kreis
Höslin, tot. Gfr. Otto Segendel aus Wongrowitz, ſchw. verr.

Gren. Kurt Winter aus Halle a. S., I. verw. Gfr. Rudolf Buſſs
aus Poſen, l. verw. Gren. Joſef Siebert aus Biskupitz, Kreis
Poſen, verm. Gren. Bernhard Richter aus Ludom, Kreis Oboxa
nik, verm. Gren. Karl Loch aus Altenbochum, ſchw. verw.
Brigadeerſaßbataillon Nr. 28, Düſſeldorf.
1. Komp.: San.=U.=O. Georg Joers aus Rheydt, I. ß
Serg. Heinrich Hoffmann aus Minden, l. verw.
Landwehrinfankerieregiment Nr. 36, Alienburg.
7 Komp.: Hptm. Berthold Kehr aus Zillbach bei Wernss
hauſen, Kreis Sachſen=Meiningen, ſchw. verw. U.=O. Emil Kra=
ger
aus Oberndorf, Kreis Roda, tot. Wehrm. Albert Bauer aus
Steckelberg, Kreis Merſeburg, tot. Wehrm. Albin Reding aus
Wählitz, Kreis Weißenfels, ſchw. verw. Off.=Stellv Erich Selpel
aus Ponitz, Kreis Gößnitz S.=A., ſchw. verw. Vfw. Dst=7d
Schöneburg aus Bibra, Kreis Eckartsberga, I. verw. Wehrm.
Guſtav Jäger aus Großlehna, Kreis Merſeburg, juw. ermz
Wehrm. Arno Meinert aus Boderitz, Kreis Altenburg=Land, I.
verw. Wehrm. Edwin Schulze aus Remſa, Kreis Altenburg=
Land, ſchw. verw. Wehrm. Otto Schmidt aus Muſchwitz, reis
Merſeburg, l. verw. Gfr. Karl Iſemann aus Offenburg, Kreis
Ottenburg, l. verw. Wehrm. Albert Ziegler aus Röglitz, Saal=
kreis
, I. verw. Wehrm. Ernſt Schütz aus Dippelsdorf, Kreis
Weißenfels, vermißt.
Infankerieregiment Nr. 50, Rawitſch und Liſſa.
1. Komp.: Hptm. von Zerboni, tot. Lt. d. Reſ. Seidel, koh
Oberlt. u. Regimentsadj. Hans Bénoit aus Altwaſſer, Kreis
Waldenburg, tot. Serg. Fritz Berger aus Konradswalbau, Kreis
Trebnitz, tot. Hilfshoboiſt Johannes Steinicke aus Plauen, toß
U.=O. Hilfshoboiſt Albert Lehmann aus Langenlipsdorf, I. verm
Sergeant Fritz Schneeberg aus Staßfurt, Kr. Halle a. S. verm
Sergeant Otto Walter aus Laborwitz, Kr. Guhrau, verm. Sets
geant Otto Langner aus Schlitze, Kr. Rawitſch, verm. Muſikmi
Alfons Schöber aus Breslau, verw. Sergeant Karl Scheib
aus Kändler, Kr. Chemnitz, verw. Fw. Otto Schmechel aus
Sytniewo, Kr. Flatow, tot. Vfw. Julius Carl Bundlhuh aus
Rawitſch, tot. Tamb. Gfr. Adolf Knuffe aus Dahm. Kr. Jüten=
bog
, tot. Musk. Oskar Albert Leuſchner aus Korſentz, Kreis
Militſch, tot. Musk. Richard Carl Miska aus Kreuzburg, tas
Musk. Bruno Herrmann Neumann aus Nieder Falkenhem,
Schönau, tot. Musk. Emil Franz Auguſt Gohlke aus Berlik,
tot. Musk. Wilhelm Guſtav Gabriel aus Schlatau, Or. Treonu
tot. Musk. Erich Guſtav Hermann Ernſt aus Elberfeld, tot.
Musk. Waldemar Guſtav Hartmann aus Gruna, Kr. Gorliz, t-k;
Musk. Felix Pietz aus Breslau, tot. Musk. Karl Auauſt Hinke
aus Kalbsdorf, Kr. Breslau, tot. Gfr. Paul Zugehör aus Boja=
nowo
, Kr. Rawitſch, wor. Gſr. Albert Adolf Hermann Kleinert
aus Breslau, tot. Musk. Augnſt Fritz Karl Gierſch aus Neu=
gericht
, Kr. Waldenburg, tot. Gfr. Friedrich Karl Paul Meyer
aus Braunſchweig, tot. U.=O. Richard Oswald Müler eus
Heriſchdorf, Kr. Hirſchberg, l. verw. Vfw. Friedrich Wilhelm
Franz Goerzen aus Berlin, verw. Musk. Guſtav Adolf Glock
aus Straßburg, l. verw. Musk. Max Paul Karl Schmidt II
aus Breslau, l. verw. Musk. Caſimir Stoebe aus Schroda, I.
verw. Musk. Hermann Guſtav Richard Jüttner I aus Hart=
liebsdorf
, Kr. Löwenberg, l. verw. Musk. Walter Fritz Ferdinund
Jüttner II aus Breslau, l. verw. Musk. Guſtav Adolf Renner
aus Langenberg, Kr. Mettmann, l. verw. Musk. Fritz Heinrich
Rüffer aus Langenöls, Kr. Goldbach, I. verw. Musk. Wilhelm
van Ueben aus Haldern, Kr. Rees, l. verw. Musk. Ernſt Lauis
Graslaub aus Gellenau Kr. Chemnitz, I. verw. Musk. Wilhelm
Karl Exner I aus Charlottenburg, l. verw. Musk. Friedrich Max
Hanke aus Altwaſſer, Kr. Waldenburg, I. verw. Musk. Janatz
Krawicz aus Koſchmin, I. verw. Musk. Joſeph Romt:. Loreck
aus Sarnowko, Kr. Rawitſch, l. verw. Musk. Eald Bruno Speo
Schmidt IV aus Haſchendamm, K. Regensalde, l. verw. Musk.
Emil Friedrich Scheewe aus Berlin, l. verw. Musk. Walter
Hermann Willy Schindelhauer aus Berlin, I. verw. Must=
Bruno Johann Eichholz aus Elbing, I. verw. Musk. Franz
Andrezyonski aus Mariendorf, Kr. Liſſa, l. verw. Musk. Paul
Ferdinand Kirſch aus Luben, Hanland Kr. Meſeritz, I. verw.
Musk. Franz Liſchka aus Reinſchdorf, Kr. Koſel, I. verw. Musk.
Franz Danek aus Simanowo, Kr. Goſtyn, I. verw. Musk. Jgnatz
Schmidt V aus Silz, Kr. Bomſt, I. verw. Musk. Ceora Otto
Auguſt Oderbach aus Strausberg, Kr. Oberbarnim, I. verw.,
Musk, Ernſt Hugo Willy Sarnow aus Parcpat, Kr. Greifen=
hagen
, ſchw. verw. Musk. Albert Max Casper aus Moxienwex=
der
, I. verm, Musk. Georg Springer aus Laaxau, Kr. Striea

[ ][  ][ ]

Nr. 250.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, 11. September 1914.

Seite 5.

ritz, I. verw. Musk. Karl Schulz aus Broſtau, Kr. Glogau, I.
berw. Musk. Eugen Schünemann aus Rummelsburg, Kr. Nie=
derbarnim
, verm. Musk. Albert Söllner aus Eisleben, verm.
Musk. Alfred Trinks aus Keula, Kr. Rothenburg, I. verw. Gfr.
d. Reſ. Ernſt Meier aus Floß, Kr. Neuſtadt, ſchw. verw. Reſ.
Adalbert Praszyk aus Borek, Kr. Koſchmin, ſchw. verw. Reſ.
Franz Stellmach aus Oſiek, Kr. Rawitſch, I. verw. Reſ. Joſef
Szybaj aus Stwolno, Kr. Rawitſch, I. verw. Reſ. Anton Szyczka
aus Grünau, Kr. Krotoſchin, l. verw. Reſ. Anton Lis aus Ja=
nowo
, Kr. Rawitſch, ſchw. verw. Gfr. d. Reſ. Paul Keßler aus
Breslau, l. verw. Reſ. Fritz Benkel aus Breslau, ſchw. verw.
Reſ. Hermann Ciupka aus Breslau, tot. Reſ. Walter Eule aus
Breslau, verm. Reſ. Johannes Heymann aus Dzumbowo, Kr.
Kolmar, l. verw. Reſ. Artur Knittel aus Freslau, l. verw. Reſ.
Auguſt Krieg aus Märzdorf, Kr. Ohlau, ſchw. verw. Reſ. Paul
Peter aus Tſchauſchwitz, Kr. Strehlen, tot. Reſ. Karl Staffetius
aus Woitsdorf, Kr. Oels verm. Reſ. Hermann Stibale aus
Pitſchen, Kr. Kreuzburg, verm. Reſ. Paul Thomas aus Kam=
nendorf
, Kr. Neumarkt, tot. Reſ. Otto Buſch aus Oels, I. verw.
Reſ. Joſef Klein aus Stöſchwitz, Kr. Neumarkt, I. verw. Musk.
Albert Kruppa aus Wiſchen, Kr. Meſeritz, l. verw. Musk. Artur
Schmidt aus Elberfeld, verm. Gfr. Otto Rakete aus Damme,
Kr. Rawitſch, verm. Reſ. Julius Kazmierski aus Jutroſchin,
Kr. Rawitſch, verm. Reſ. Franz Owracz aus Gründorf, Kreis
Rawitſch, verm. Musk. Rudolf Schacht aus Berlin, verm. Reſ.
Johann Matuszak aus Grodziscko, Kr. Samter, verm. Reſ.
Johann Smektala aus Klein Leuka, Kr. Koſten, verm. Reſ.
Karl Tiſchler aus Roniken, Kr. Guhrau, verm. Reſ. Ignatz
Kulas aus Ligotta, Kr. Krotoſchin, verm. Reſ. Wilhelm Gaſe
aus Breslau, verm. Reſ. Paul Riedel aus Stronn, Kr. Oels,
verm. Reſ. Paul Skipek aus Skoriſchau, Kr. Namslau, verm.
Reſ. Paul Kinner aus Schönbrunn, Kr. Schweidnitz, verm.
5. Komp.: Lt. und Adj. Groſſer, ſchw. verw. Lt. Georg
ndanck, tot. Sergeant Karl Nuß aus Böcharcie, Kr. Strelno,
ror. Musk. Robert Bruſe aus Gräfenhain, Kr. Sagan, tot. Musk.
Wilhelm Gildhoff aus Parchim, Mecklenburg=Schwerin, tot.
Musk. Paul Gotter aus Peterkaſchütz, Kr. Militſch, tot. Musk.
Arthur Straßburger aus Berlin, tot. Reſ. Sylveſter Piotrowski
ſaus Koſchmin, tot. Musk. Auguſt Anders aus Hoſena, Kr.
Hoyerswerda, I. verw. Musk. Otto Böhn aus Pechern, Kreis
Sagan, I. verw. Musk. Johann Dubbert aus Altendorf, Kr.
Hattingen, I. verw. Musk. Wilhelm Heiderhoff aus Elberfeld,
I, verw. Musk. Paul Kalle aus Tſchöplowitz, Kr. Brieg, I. verw.
Gfr. Hermann Krone aus Gräbe, Kr. Zauch=Belzig, I. verw.
Musk. Paul Kupke aus Damnitz, Kr. Steinau a. O., l. verw.
Gfr. Wilhelm Lochow aus Luckenwalde, Kr. Jüterbog, I. verw.
Musk. Hermann Müller 2 aus Ingramsdorf, Kr. Schweidnitz, I.
verw. Musk. Wilhelm Reimann aus Breslau, l. verw. Tamb.
Robert Richter 2 aus Boxberg, Kr. Rothenburg a. L., I. verw.
Musk. Kurt Zöge aus Halle a. S., I. verw. Horniſt Hugo Richter 3
aus Landeshut, I. verw. Musk. Martin Bednarck aus Karge,
Kr. Bomſt l. verw. Musk. Georg Fechter aus Ferlin, I. verw.
Musk. Fritz Gallinat aus Norutſchatſchen, Kr. Gumbinnen, I.
verw. Musk. Paul Herold aus Neuhaus, Kr. Görlitz, l. verw.
Musk. Adolf Kurt aus Buſchen, Kr. Wehlau, I. verw. Musk.
Joſef Matuſchek aus Ellguth=Fillowitz, Kr. Falkenberg, I. verw.
Musk. Guſtav Mirre aus Hoffnung, Kr. Schwerin a. W., I. verw.
Musk. Otto Nitz aus Berlin, l. verw. Musk. Fritz Nowack aus
Pommorski, Kr. Militſch, l. verw. Musk. Siegfried Polajewer
aus Schrotthaus, Kr. Obernek, I. verw. Musk. Ismar Sachs
aus Pitſchen, Kr. Kreuzburg, l. verw. Musk. Richard Schmidt 3
aus Zerbau, Kr. Glogau, l. verw. Musk. Andreas Sobezynski
aus Zühowe, Kr. Kiſten, I. verw. Musk. Bruno Steffens aus
Berlin, l. verw. Musk. Joſef Völkel aus Stoſchendorf, Kr. Rei=
chenbach
, l. verw. Musk. Georg Dreier aus Königszelt, Kr.
Schweidnitz, I. verw. Reſ. Auouſt Bröer aus Melbergen, Kr.
Herford, l. verw. Reſ. Max Kleinert aus Brauſchitſchdorf, Kr.
Lüben, l. verw. Vfw. Werner Hirſchberg aus Magdeburg, I.
verw. Reſ. Michael Przybecki aus Piotrkowne, Kr. Koſten, I.
verw. Gfr. Mat Sikorski aus Bromberg, I. verw. Gfr. Alfred
Dzinbinski aus Obornik, l. verw. Gfr. Karl Filla aus Breslau,
I. verw. Reſ. Mat Franz aus Oswitz, Kr. Breslau, l. verw. Reſ.
Karl Gräſer aus Pogorzellitz, Kr. Koſel, I. verw. Reſ. Auguſt
Korditzki aus Breslau, l. verw. U.=O. Karl Weiß aus Breslau,
I. verw. U.=O. Erich Wabnitz aus Mittel Stradam, Kr. Groß,
Wartenberg, I. verw. Reſ. Mar Jarkuſch aus Brieg, I. verw.
Reſ. Johann Koziol aus Roſchowitzdorf, Kr. Koſel, I. verw. Reſ.
Joſef Thomalla aus Roſenberg, Kr. Neuſtadt, I. verw. Reſ.
Otto Geihe aus Herdam, Kr. Breslau, l. verw. Gfr. Nathanael
Güldner aus Breslau, l. verw. Gfr. Kaſimir Dabrowski aus
Tursko, Kr. Pleſchen, I. verw. Reſ. Johann Lorek 1 aus Ugoda,
Kr. Rawitſch, verm. Reſ. Anton Kuzniak aus Sowini, Kr. Ra=
witſch
, berm. Reſ. Ignatz Werderski aus Pudliſchki, Kr. Goſtyn,

verm. Reſ. Guſtav Franke aus Breslau, verm. Reſ. Michae)
Dopierala aus Skokow, Kr. Poſen, verm. Reſ. Thomas Kapſchal
aus Alt Guhle, Kr. Rawitſch, verm. Reſ. Andreas Nowaki aus
Carlkürze, Kr. Rawitſch, verm. Reſ. Johann Wrobel 1 aus
Oſtowiecsko, Kr. Schrimm, verm. Reſ. Czeslaus Kalinski aus
Umslaw, Kr. Koſchmin, verm. Reſ. Johann Urban aus Jürtſch;
Kr. Neumarkt, verm. U.=O. Edlund Stachowski aus Rawitſchz
verm. Musk. Lorenz Dattler aus Limburg, verm.
6. Komp.: Lt. Kaerber, ſchw. verw. U.=O. Otto Hädrich
aus Klein Gieſenau, Kr. Landsberg a. W., tot. Reſ. Ernſt Paſchke
aus Liegnitzer=Vorwerk, Kr. Liegnitz, ſchw. verw. Reſ. Hans
Wendel aus Breslau, ſchw. verw. U.=O. Rudolf Grieger aus
Sarne, Kr. Rawitſch, ſchw. verw. Gfr. Reinhold Biele aus Neu
Coſel, Kr. Rothenburg O. L., ſchw. verw. Gfr. Karl Peterel
aus Kanthen, Kr. Ratibor, ſchw. verw. Musk. Auguſt Gott=
ſchlich
aus Schleſ. Falkenberg, Kr. Waldenburg, ſchw. verwi
Musk. Paul Groſſer aus Schwerta, Kr. Lauban, ſchw. verw.
Musk. Paul Grünow aus Berlin, verm. Musk. Hermann
Pazold 2 aus Schmittrode, Kr. Militſch, verm. Musk. Hermann
Schmidtsdorf aus Markau, Oſthavelland, verm. Musk. Heinrich
Sorgalla aus Jaroldſchutz, Kr. Kreuzburg, verl. Reſ. Hart=
muth
Hähnel aus Hagendorſ, Kr. Löwenberg, verm. Reſ. Alfred
Kochink aus Falkenberg, O. Lauſitz, verm. Musk. Rudolf Schiele
aus Berlin, verm.
7. Komp.: O.=Lt. Blumberger, tot. Lt. Ferrenbach, ſchw.
verw. U.=O. Augnſt Labude aus Breſchine, Kr. Groß Warten=
berg
, tot. Gfr. Berthold Paſſon aus Breslau, tot. Tamb. Paul
Groſſer aus Breslau, tot. Musk. Franz Lorkiemerz aus Sarne,
Kr. Rawitſch, tot. Gfr. Bruno Pohl aus Friedrichsweiler, Kr
Rawitſch, tot. Gfr. Robert Nickel aus Strehlen, Kr. Breslau,
tot. Musk. Max Bernig aus Barkersdorf, Kr. Zittau, tot. Musk.
Linos Bunk aus Tirſchtiegel, Kr. Meſeritz, tot. Musk. Emil
Naujocks aus Drasnitz, Kr. Rieſenberg, tot. Musk. Hermann
Japke aus Wioska, Kr. Bomſt, tot. U.=O. Karl Dahlke aus Ryho=
jadel
, Kr. Meſeritz, ſchw. verw. Gfr. Hugo Jungnitſch aus Neus
markt, ſchw. verw. Gfr. Hans Pilzerker aus Striegau, ſchw.
berw. Musk. Zaul Opitz aus Dubrau, Kr. Sagan ſchw .verw!
Musk. Max Stache aus Breslau, ſchw. verw. Musk. Panl
Schupp aus Gräbſchen, Kr. Breslau, ſchw. verw. Musk. Otto
Froegel aus Berlin, ſchw. verw. Gfr. Paul Georg aus Elberz
feld, ſchw. berw. Musk. Paul Guderian aus Berlin, I. berw.
Musk. Karl Vogel aus Halendorf, I. verw. Musk. Stanislaus
Glasner aus Strelno, l. verw. Gfr. Karl Scheyer aus Oppeln,
ſchw. verw. Musk. Wladislaus Walczewski aus Rawitſch, l. verw.
Musk. Karl Nazareth aus Glockſchütz, Kr. Trebnitz, ſchw. verw.
Tambour Paul Schöbel aus Hamersdorf, Kr. Löwenberg, I!
verw. Musk. Alfred Gonſior aus Schweidnitz, Kr. Breslaug
ſchw. verw. Musketier Hans Schultheiß aus Hof, ſchw. verwe
Musk. Ludwig Michalski aus Czarkowo, Kr. Goſtyn, I. verw.
Musk. Ignatz Nowicke aus Ugoda, Kr. Rawitſch, I. verw4
Musk. Franz Foltinowitz aus Pogorzella, Kr. Koſchmin, I:
verw. Musk. Moritz Brückner aus Bockwitz, Kr. Liebenwerder,
ſchw. verw. Vfw. Heinrich Bayer aus Berlin, ſchw. verw.
Musk. Kasper Brucknick aus Gründorf, Kr. Rawitſch, verm.
Musk. Reinhold Reichelt aus Wieſenrode, Kr. Rawitſch, verm.
Musk. Kurt Bebſchmitt aus Herrnſtadt, Kr. Guhrau, verm.
Musk. Johann Pawlik aus Baleslawowo, Kr. Koſchmin, verm.
Musk. Willy Strohbuſch aus Werda, Kr. Zauch=Belzig, verm.
Musk. Otto George aus Möſchelwitz, Kr. Schweidnitz, verm.
Gfr. Richard Pfitzmann aus Niederhartmannsdorf, Kr. Sagan,
verm. Musk. Peter Cleff aus Barmen, verm. Musk. Joſef
Klempa aus Baldewitz, Kr. Gr.=Wartenberg, verm.
8. Komp.: Hptm. Erich Großer, ſchw. verw. Lt. der Reſ.
Artur Bertram, ſchw. verw. Lt. Albert Kühn, ſchw. verw.
Lt. der Reſ. Fritz Born, l. verw. Fw. Benno Vöcks aus Berlin,
I. verw. U.=O. Guſtav Mierſch aus Schildow, Kr. Nieder=
barnim
, tot. Sgt. Guſtav Knorr aus Polgſen, Kr. Wehlau,
l. verw. Musk. Guſtav Arlt aus Kampe, Kr. Grünberg, l. verw.
Musk. Max Biskup aus Leſchkowitz, Kr. Glogau, l. verw. Musk.
Peter Diehl aus Weißenheim am Berg (Pfalz), tot. Musk.
Paul Dietz aus Barmen, l. verw. Musk. Heinrich Donis aus
Winzig,, Kr. Wohlan, I. verw. Musk. Albert Eichwald aus
Reichenbach, Kr. Zwickau, l. verw. Musk. Karl Fiedler aus
Wriezen, Kr. Ober=Barnim, ſchw. verw. Musk. Richard Filla
aus Breslau, l. verw. Musk. Friedrich Fiſcher aus Neubulach,
Kr. Calw, Württemberg, tot. Musk. Karl Freudenreich aus
Kontopp, Kr. Grünberg, I. verw. Musk. Karl Fronzek aus
Gr.=Dupine, Kr. Ohlau, I. verw. Tambour Richard Groß=
mann
aus Tſcheſchendorf, Kr. Goldberg=Haynau, ſchw. verw.
Gfr. Hermann Günther aus Herrnſtadt, Kr. Guhrau, I. verw.
Musk. Hyronimus Hoffmann aus Koſchmin, Kr. Meſeritz, II
verw. Musk. Paul Jochmann aus Jemlitz, Kr. Sorau, l. verwi
Musk. Ernſt Juſt aus Waldenburg, I. verw. Musk. Guſtay

C

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12
§ 8 B

5
9 2

E

SàF 6C 62

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, 11. September 1914.

Nr. 250.

Kunze aus Klein=Ellguth, Kreis Oels, tot. Musk. Klemens
Leuſchner aus Schweidnitz, I. verw. Musk. Raphael Raſchke
aus Dronicke, Kr. Bomſt, I. verw. Musk. Paul Schindler aus
Mühlberg, Kr. Liebenwerder, tot. Musk. Otto Schmidt aus
Berlin, l. verw. Musk. Richard Schwarz aus Berlin, l. verw.
Musk. Auguſt Stärke aus Niederfinow, Kreis Angermünde, I.
verw. Musk. Walter Stoppok aus Glogau, tot. Musk. Johann
Thiel aus Mancke, Kr. Bomſt, tot. Musk. Stefan Moſſelak aus
Punitz, Kr. Goſtyn, I. verw. Gfr. Guſtav Petrok aus Rawitſch,
I. verw. Musk. Johann Heyducki aus Görchen, Kr. Rawitſch,
tot. Horniſt Ignatz Stachowick aus Niepart, Kr. Goſtyn, I.
verw. Musk. Anton Sabinowski aus Alt=Kröben, Kr. Goſtyn,
I. verw. Gefr. Paul Müller aus Rogelmühle, Kr. Breslau,
I. verw. Gfr. Johann Biedermann aus Polgſen, Kr. Wohlau,
I. verw. Gfr. Max Stock aus Breslau, l. verw. Gfr. Adalbert
Kempiak aus Boſatzin, Kr. Krotoſchin, tot. Musk. Joſef Kletz
aus Potborowo, Kr. Rawitſch, I. verw. Musk. Otto Koſchnie=
der
aus Kamillenthal, Kr. Rawitſch, l. verw. Musk. Paul Anſt
aus Neuſtadt O.=S., I. verw. Gfr. Max Maſog aus Breslau,
I. verw. Gfr. Artur Weber aus Breslau, I. verw. Musk.
Friedrich Majunke aus Stampen, Kr. Oels, I. verw. Musk.
Fritz Reinſch aus Breslau, l. verw. Musk. Adolf von Zacha=
riewicz
aus Breslau, l. verw. Musk. Paul Schulz gen. Scholz
aus Groß=Aſſig, Kr. Militſch, l. verw. Musk. Hermann Strecker
aus Mickau, Kr. Oels, l. verw. Gfr. Karl Pintarski aus Stuni,
Kr. Krotoſchin, I. verw. Musk. Karl Belger aus Kunſchwitz,
Kr. Strelno, tot. Musk. Peter Ruzinsk aus Gluchowo, K?.
Koſchmin, I. verw. Musk. Willy Rauhut aus Eichdorf, Poſen,
I. verw. Musk. Edmund Gosziniak aus Goſtyn l. verw. Gfr.
Max Freytag aus Breslau, I. verw. Musk. Joſef Pawlak aus
Glogowo, Kr. Krotoſchin, ſchw. verw. Gfr. Johann Pawelka
aus Pempowe, Kr. Koſten, ſchw. verw. Musk. Joſef Sopart
aus Schleife, Kr. Wartenberg, l. verw. Musk. Johann Tologa
aus Nepomuſtonowo, Kr. Koſchmin, I. verl. Musk. Hermann
Kawelke aus Spalitz, Kr. Oels, I. verw. Musk. Guſtav Fehſt
aus Dittmannsdorf, Kr. Waldenburg, verm. Musk. Albert
Graupe aus Woiſchau, Kr. Glogau, verm. Gfr. Emil Hack=
barth
aus Richnau, Kr. Schlochau, verm. Musk. Karl Lange
aus Zibelle, Kr. Rothenburg O.=L., verm. Musk. Romanus
Lehmann aus Schwerin a. W., verm. Musk. Max Schnigk
aus Berndorf, Kr. Neuerswerda, verm. Musketier Hermann
Mrugalsky aus Breslau, verm. Musk. Hermann Raupach aus
Liebenau, Kr. Liegnitz, verm. Musk. Guſtav Hübner aus
Piskoſine, Kr. Wohlau, verm. Musk. Johann Gajewski aus
Groß=Buka, Kr. Koſtin, verm. Gfr. Paul Weigt aus Maſſel,
Kr. Rawitſch, verm. Gfr. Richard Wyremba aus Breslau
verm. Gfr. Johann Zapp aus Zabroszeporemba, Kr. Zaborze,
verm. Musk. Richard Eidner aus Guhrau, verm. Musk. Jo=
hann
Moſtowi aus Domalkowo, Kr. Goſtyn, verm. Musk
Hermann Reim aus Grünweiler, Kr. Rawitſch, verm. Musk.
Willy Rommel aus Leipzig=Klein=Zſchocher, verm. Musk.
Joſef Szewzik aus Orvizewn, Kr. Krotoſchin, verm. Musk
Arthür Jarzombek aus Breslau, verm. Musk. Franz Wiſch=
niewsky
aus Rawitſch, verm. Musketier Ignatz Batko=
Rüßler aus Klein=Breſa, Kr. Streben, verm. Musk. Ludwig
Freytag aus Breslau, verm. Musk. Wilhelm Schetſchorke aus
Grebline, Kr. Militſch, verm. Musk. Stanislaus Dziubalka
aus Goſtyn, verm. Musk. Paul Latuske aus Petſchendorf, Kr.
Lüben, verm. Musk. Martin Jorrners aus Seelegewo, Kr.
Koſchmin, verm.
9. Komp.: Lt. Wolff Marx, ſchw. verw. Lt. der Reſ.
Krüger, l. verw. Offizierſtellvertreter Bruno Heyer aus Ber=
lin
, ſchw. verw. Vfw. Albert Peterſen aus Glücksburg, Kr.
Flensburg, tot. Sgt. Ewald Heimann aus Tſchime, Kr. Bunz=
lau
, tot. U.=O. der Reſ. Hermann Lehmann aus Grünewald,
Kr. Hoyerswerda, tot. U.=O. der Reſ. Hermann Raſch aus
Dom. Schöneberg, tot. Gfr. Kapitulant Wilh. Schwarze aus
Ballenſtedt, tot. Reſ. Karl Jaroſch aus Deutſch=Krawarn, Kr.
Ratibor, tot. Musk. Johann Matz aus Bergen, Kr. Hoyers=
werda
, tot. Musk. Otto König aus Unruhſtadt, Kr. Bomſt, tot.
Musk. Richard Scholz aus Zedlitz, Kr. Steinau a. O., tot.
Musk. Oswald Walmer aus Patſchkau, Kr. Neiße, tot. Musk.
Paul Schietſch aus Aſendorf, Mansfelder Seekreis, tot. Reſ.
Konrad Krüger aus Kuhnern, Kreis Wohlau, tot. Musk. Jo=
hann
Polzin aus Laskownice, Kr. Schubin, tot. Musk. Karl
Steinbach aus Pülz, Kr. Raſtenburg, tot. Tambour Richard
Siegismund aus Kunzendorf, Kr. Sprottau, tot. Musk. Fried=
r
.ch Fiſcher aus Mötzlin, Kr. Köslin, tot. Musk. Otto Kluckert
aus Falkenrede, Oſthavelland, tot. Musk. Karl Kiſchnick aus
Hoyerswerda, tot. Gfr. der Reſ. Georg Rothe aus Wilda,
Kr. Poſen, tot. Reſ. Friedrich Fiebiger aus Obergebelzig, Kr.
Rothenburg O.=L., ſchw. verw. Reſ. Paul Schellnock aus
Hohenbocka, Kr. Hoverswerda, ſchw. verw. San.=Gfr. Franz

Brodkorb aus Wieſe, Kr. Neuſtadt O.=S., I. verw. Musk!
Hans Bjatkar aus Schleife, ſchw. verw. Musk. Wilhelm Bergs
mann aus See, Kr. Rothenburg, ſchw. verw. Musk. Alfred
Kühn I. aus Steinau, ſchw. verw. Reſ. Heinrich Rotnik aus
Sager, Kr. Rothenburg, ſchw. verw. Reſ. Max Nagler aus
Greitelsdorf, Kr. Großenhain, ſchw. verw. Musk. Karl Hähn=
chen
I. aus Podroſche, Kr. Rothenburg, ſchw. verw. Musk.
Guſtav Hähnchen II. aus Sager, Kr. Rothenburg, ſchw. verw.
Musk. Paul Praſſer aus Steinau a. O., ſchw. verw. Musk.
Guſtav Külke aus Wildenhagen, Kr. Weſtſternberg, ſchw. verw.
Musk. Oskar Neitzel aus Berlin, l. verw. Musk. Johannes
Juſt aus Stettin=Nehmitz, l. verw.. Musk. Franz Effenberger
aus Pfaffendorf, Kr. Lauban, ſchw. verw. Musk. Matthäus
Slabina aus Mühlroſe, Oberl. Rothenburg, ſchw. verw. Musk.
Reinhold Kraske aus Helmsdorf, Kr. Sorau, ſchw. verwundet.
Musketier Anguſt George aus Schmiegel, ſchwer verwundet.
Musk. Stanislans Konieczny aus Zerleiko, Kr. Schroda, ſchw.
verw. Musk. Arthur Pränge aus Gehlberg, Kr. Ohrdruf, ſchw.
verw. Musk. Wilhelm Karras aus Kulsberg, Kr. Spremberg,
ſchw. verw. Musk. Karl Naffin aus Bial, Kr. Rummelsburg,
ſchw. verw. Musk. Hermann Werner I aus Aſchitzau, Kr.
Bunzlau, ſchw. verw. Musk. Ernſt Hoffmann aus Priskow=
Finkenherd, Kr. Lebus, ſchw. verw. Musk. Paul Maxa aus
Luckenwalde, Kr. Jüterbog, ſchw. verw. Musk. Alfred Schmidt
aus Muskau, Kr. Rothenburg, ſchw. verw. Musk. Valentin
Malecki aus Dachowo, Kr. Schrimm, ſchw. verw. Musk. Her=
mann
Klotz aus Marienthal, Kr. Zwickau, ſchw. verw. Sgt.
Erich Braun aus Baudnitz, Kr. Roſenberg, l. verw. Sgt.
Edgar Wutt aus Langenöls, Kr. Lauban, ſchw. verwundet.
U.=O. Fritz Otto aus Breslau, ſchw. verw. U.=O. Johan
Hoppka aus Schwarzkolm, Kr. Hoyerswerda, ſchw. verw. Gfr.
Franz Schmitz aus Elberfeld, ſchw. verw. Gfr. Johann
Pauluſch aus Ratzen, Kr. Hoyerswerda, verm. Gfr. Paul
Pietſch aus Alt=Randten, verm. Musk. Chriſtian Jannak aus
Klein=Partwitz, Kreis Hoyerswerda, verm. Musk. Ernſt
Rückert aus Ober=Halbendorf, Kr. Lauban, verm. Musk. Karl
Nickel aus Weißwaſſer, Kr. Rothenburg O.=L., verm. Musk!
Paul Koſchollek aus Ober=Frauenwaldau, Kr. Trebnitz, tot!
Musk. Guſtav Schilder aus Garben, Kr. Wohlau, verm. Musk!
Hans Gnielitza aus Schleife, Kr. Rothenburg O.=L., verm.
Musk. Alwin Garn aus Stralſund, verm. Gfr. Kurt Fitzmann
aus Unolsdorf, Kreis Rothendorf, verm. Musk. Matthes
Koitſchka aus Mendorf, Kr. Hoyerswerda, verm. Musk. Wil=
helm
Krantz aus Neuſtadt, Kr. Hoyerswerda, verm. Gfr.
Auguſt Krantſchik aus Mochholz, Kr. Rothenburg O.=L., verm.
Musk. Ernſt Jäckel aus Polgſen, Kr. Wohlau, verm.
10. Komp.: Hptm. Fermer, I. verw. Lt. von Müncuw,
ſchw. verw. Fw. Robert Thiel aus Nieder=Herwigsdorf, Kr.
Freyſtadt, tot. Vfw. d. Reſ. Willy Heß aus Stuttgart, tot
U.=O. Johann Tobola aus Kankel, Kreis Liſſa, tot. U.=O.
der Reſ. Johann Pannaſch aus Lohſa, Kr. Hoyerswerda, tot.
Musk. Hermann Sieg aus Berlin, tot. Musk. Heinrich Slan=kt
aus Janditz, Kr. Ratibor, tot. Musk. Friedrich Scholz aus
Alternowo, Kr. Koſten, tot. Musk. Hermann Gielow II aus
Neukölln, tot. Reſ. Ernſt Röhle aus Creba, Kr. Rothenburg,
tot. Musk. Bruno Fiedler II aus Berlin, tot. Musk. Richard
Fechner aus Zodin, Kr. Bomſt, tot. Gfr. d. Reſ. Albert Sprin=
ger
aus Seifersdorf, Kr. Wohlau, tot. Gfr. Arihur Sarembe
aus Breslau, tot. Musk. Paul Schroepp aus Berlin, tot.
Musk. Wilhelm Fengler aus Friedrichsbruch, Kr. Kalm, tot.
Musk. Oskar Walter I. aus Nieder=Branske, Kr. Rothenburg
O.=L., tot. Musk. Walter Schliewe aus Berlin, tot. Musk.
Hermann Stürmer aus Deutſch=Krone, tot. Musk. Ferdinant.
Gummelt aus Konkolewo, Kr. Neutomiſchel, tot. Musk. Adolf
Heine aus Grünberg, tot. Musk. Paul Kurſawe aus Würten=
berg
, Kr. Oels, tot. Reſ. Fritz Kruppa aus Nieber=Branske,
Kreis Rothenburg O.=L., tot. Reſ. Paul Kretſchmer aus Neu=
Hammer, Kr. Rothenburg O.=L., tot. Gfr. Tambour Richard
Kitiler aus Kroppen, Kr. Hoyerswerde, tot. Musk. Ernſt
Salzwedel aus Belinchen, Kr. Königsberg, tot. Musk. Peter
Swieca aus Beuthen O.=S., tot. Reſ. Alois Füßel aus Seitſch,
Kr. Breslau, tot. Reſ. Alfred Juppe aus Haynau, Kr. Gold=
berg
, tot. Musk. Jofef Glowig aus Schönſteine, Kr. Warten=
berg
, tot. Reſ. Hermann Ruſchke aus Viereichen, Kr. Nothen=
burg
O.=L., tot. Gfr. der Reſ. Erwin Guba aus Döbern,
Kr. Sorau, tot. Reſ. Otto Zimmermann aus Klein=Oſten, Kr.
Guhrau, tot. Musk. Willy Jakob aus Grünberg, tot. Reſ.
Karl Smoller aus Hoyerswerda, tot. Musk. Hermann Bloch
aus Neuhaus, Kr. Schwerin a. W., tot. Musk. Paul Lindner
aus Steindöbra, Kr. Zwickau, tot. Musk. Richard Ritter aus
Dittmannsdorf, Kr. Waldenburg, tdt. Reſ. Richard Nitſche
aus Serichen, Kreis Rothenburg O.=L., tot. Reſ. Arnold
Fortſetzung der Liſte Nr. 21 folgt in nächſter Nummer.

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

Nr. 126.

Freitag, 11. September.

1914.

Bekanntmachung.
Auf Grund des § 2 der Kaiſerlichen Verordnung vom 31. Juli 1914, betreffend
das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Waffen, Munition, Pulver und
Sprengſtoffen, ſowie von anderen Artikeln des Kriegsbedarfs und von Gegen=
ſtänden
, die zur Herſtellung von Kriegsbedarfsartikeln dienen, bringe ich hierdurch zur
öffentlichen Kenntnis:
1. Unter das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr fallen auch Jutegarne
und Jutegewebe.
2. Das Verbot der Aus= und Durchfuhr von Leder (Bekanntmachungen des
Reichskanzlers vom 1. und 7. Auguſt 1914 Reichsanzeiger Sonderausgabe vom
1. Auguſt und Nr. 184 vom 7. Auguſt 1914 ) wird beſchränkt auf:
lohgares Oberleder
lohgares Brandſohlleder für Militärſchuhzeug,
lohgares Sohlleder
lohgares Leder für Geſchirre und Ausrüſtungsſtücke,
Transparentleder.
3. Das Verbot der Aus= und Durchfuhr von Geſpinſten aus Wolle, von
Militärtuchen und von Schwefelnatrium (Bekanntmachungen des Reichskanzlers
vom 1., 20. und 31. Auguſt 1914 Reichsanzeiger Sonderausgabe vom 1. und Reichs=
anzeiger
vom 21. und 31. Auguſt 1914 ) wird aufgehoben.
(18491
Berlin, den 3. September 1914.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers.
Delbrück.

Bekanntmachung.

Auf Grund des § 2 der Kaiſerlichen Verordnung vom 31. Juli 1914, betreffend
das Verbot der Ausfuhr von Verpflegungs=, Streu= und Futtermitteln, bringe
ich unter Aufhebung der Bekanntmachungen vom 31. Juli und 1., 3., 7., 8. und
19. Auguſt 1914 (Reichsanzeiger Nr. 178, 179, 180, 184, 185 und 194) hierdurch zur
öffentlichen Kenntnis, daß die folgenden Gegenſtände nuter das Verbot fallen:
Roggen, Weizen und Spelz, Gerſte, Hafer, Buchweizen, Mais, Malz,
Reis, Hülſenfrüchte,
Müllereierzeugniſſe aus Getreide, Reis und Hülſenfrüchten, Haferflocken,
Kindermehl,
Raps, Rübſen, Erdnüſſe, Seſam, Leinſaat, Leinmehl, Hanfſaat, Baum=
wollſamen
, Soiabohnen, Palmkerne und Kopra,
Kartoffeln, Kartoffelflocken, Kartoffelmehl,
Zuckerrüben,
Küchengewächſe (Gemüſe und eßbare Kräuter, Pilze, Wurzeln u. dergl.)
außer Knoblauch in friſchem, getrocknetem, gedarrtem, gekochtem oder
ſonſt konſerviertem Zuſtand,
Obſt und Beeren in friſchem, getrocknetem, gedarrtem, gekochtem oder
ſonſt konſerviertem Zuſtand,
Pflanzenfette,
Backwerk aller Art, einſchließlich Kakes und Zwieback,
Teigwaren.
Kaffee, Kakao, Schokolade, Tee,

Kalaoduter,
Kaffee=Erſatzſtoffe,
Pfeffer,
Zucker, Zuckerwerk, Stärke,
Hefe,
Heu und ſonſtige Futtermittel aller Art,
Streu und Stroh,
Branntwein und Spiritus, außer Likör, Arrak, Rum, Kognak, Kirſch=und
Zwetſchenwaſſer,
Mineralwaſſer,
Säfte von Früchten und Pflanzen, auch mit Zucker und Sirup, auch
weingeiſthaltig.
Berlin, den 5. September 1914.
(18501
Der Stellvertreter des Reichskanzlers.
Delbrück.

Bekanntmachung.
Auf Grund des § 2 der Kaiſerlichen Verordnung vom 31. Juli ds. Js., be=
treffend
das Verbot der Ausfuhr von Dieren und tieriſchen Erzeugniſſen, bringe
ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß außer den in der Bekanntmachung vom
31. Juli ds. Js. (Reichsanzeiger Nr. 178) aufgeführten Gegenſtänden noch Eigelb
unter das Verbot fällt.
(18502
Berlin, den 5. September 1914.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers.
Delbrück.
Vekanntmachung,
betreffend Warnung vor dem Zuzug von Arbeitern nach Lüttich.
In Lüttich iſt infolge ſtarker Arbeitsloſigkeit und Stilſtands der Betriebe die
Beſchäftigung von Arbeitern gänzlich ausgeſchioſſen. Arbeiter werden deshalb vor
dem Zuzuge nach dieſer Stadt gewarnt.
(18503
Darmſtadt, den 6. September 1914.
Großherzogliches Miniſterium des Innern.
v. Hombergk.
Bekanntmachung.
Betreffend: Aufhebung des Verbots der Ausfuhr von Naturalien, Getreide und Vieh
für den Kreis Darmſtadt.
Infolge Aenderung der Ankaufsverhältniſſe für den Heeresbedarf wird das
unter dem 24. Auguſt 1914 (Amtsverkündigungsblatt Nr. 110) erlaſſene Verbot der
Ausfuhr von Naturalien, Getreide und Vieh aus dem Kreiſe Darmſtadt wieder
aufgehoben.
(18494fs
Darmſtadt, den 10. September 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
In einem Gehöſt zu Groß=Vieberau (Kreis Dieburg) iſt die Maul= und
(18504
Klauenſeuche ausgebrochen:

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſungerſtr. Nr. 56 be=
findet
ſich: 1 Dobermann, 1 Boxer Gugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(18489

Bekanntmachung.
Infolge Aenderung der Ankaufsverhältniſſe für den Heeres=
bedarf
iſt das unter dem 24. Auguſt 1914 von dem Großh. Kreisamt
erlaſſene Verbot der Ausfuhr von Naturalien, Getreide und Vieh
aus dem Kreiſe Darmſtadt wieder aufgehoben worden.
(18522
Darmſtadt, den 10. September 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Verkauf
Montag, den 14. September, vormittags 11 Uhr,
findet auf dem Wege zum Truppenübungsplatz, oberhalb Möllers
Brauerei, der Verkauf verſchiedener
(18506
Bauern=Wagen
Train=Erſatz=Abteilung Nr. 16.
ſtatt.

Abſt=Verſteigerung.
Die Obſterträge an den nachbenannten Kreisſtraßen des Kreiſes
Darmſtadt ſollen an Ort und Stelle öffentlich und meiſtbietend,
losweiſe auf dem Baum verſteigert werden, und zwar:
Montag, den 14. September, vormittags 7 Uhr: Straße
Griesheim-Wolfskehlen, Zuſammenkunft am Ausgang von Gries=
heim
; am gleichen Tage, vormittags 10½ Uhr: Straße Gries=
heim
-Waſſerwerk, beainnend bei Griesheim.
An demſelben Tage, vormittags 7 Uhr: Straße Nieder=
Ramſtadt-Ober=Ramſtadt, Anfang bei Nieder=Ramſtadt; nach=
mittags
2 Uhr: Straße Papiermühle-Nieder=Ramſtadt, Zuſam=
menkunft
an der Paviermühle.
Dienstag, den 15. September, nachmittags 2½ Uhr: Straße
Ober=Ramſtadt-Tannenbaum, beginnend am Ortsausgang von
Ober=Ramſtadt.
Mittwoch, den 16. September, vormittags 8 Uhr: Straße
Darmſtadt-Roßdorf, Zuſammenkunft am Beſſunger Forſthaus;
am gleichen Tage, nachmittags 1½ Uhr: Straße Roßdorf- Gun=
dernhauſen
, beginnend am Ortsausgang von Roßdorf.
Donnerstag, den 17. September, vormittags 7 Uhr: Straße
Emmelinenhütte-Nieder=Ramſtadt, anfangend an der Emmelinen=
hütte
; an demſelben Tage, nachmittags 2 Uhr: Straße Nieder=
Ramſtadt-Waſchenbach, Zuſammenkunft am Ortsausgang von
Nieder= Ramſtadt.
Am gleichen Tage, vormittags 9 Uhr: Straße Darmſtadt-
Meſſel, Anfang bei den Ziegelhütten.
Denſelben Tag, nachmittags 1½ Uhr: Straße Pfungſtadt-
Griesheim bis zum Walde, beginnend bei Pfungſtadt;
im Anſchluß Verſteigerung der Moſtbirnen an der Straße
Pfungſtadt-Bickenbach.
Am gleichen Tage, nachmittags 4 Uhr: Straße Eſcholl=
brücken
-Crumſtadt, Anfang am Ortsausgang von Eſchollbrücken.
Freitag, den 18. September, vormittags 7½ Uhr: Straße
Kühler Grund-Nieder=Beerbach-Kreisgrenze, Beginn am Küh=
len
Grund.
Montag, den 21. September, vormittags 8 Uhr: Straße
Gräfenhauſen-Mörfelden, Zuſammenkunft am Ortsausgang von
Gräfenhauſen.
Am gleichen Tage, nachmittags 1½ Uhr: Straße Schneppen=
hauſen
-Weiterſtadt, beginnend bei Schneppenhauſen; daran an=
ſchliegend
Straße Weiterſtadt-=Braunshardt, Anfang am Bahn=
übergang
Weiterſtadt.
* Denſelben Tag, vormittags 8 Uhr: Straße Ober=Ramſtadt-
Roßdorf bis zum Walde, Zuſammenkunft bei Ober=Ramſtadt
Dienstag, den 22. September, nachmittags 2½ Uhr: Straße
Hahn-Gernsheim Anfang am Ortsausgang von Hahm.
Am gleichen Tage, nachmittags 2½ Uhr: Straße Arheilgen-
Baierseich, beginnend bei Arheilgen; daran anſchließend Abzw.
Frankfurterſtraße-Wixhauſen.

Mittwoch, den 23. September, vormittags 8 Uhr: Roß=
dorf
-Ober=Ramſtadt bis zum Wald, Zuſammenkunft am Orts=
ausgang
von Roßdorf, und nachmittags 2 Uhr Straße Roßdorf-
Spachbrücken, Anfang bei Roßdorf.
Donnerstag, den 24. September, vormittags 8½ Uhr
Straße Wixhauſen-Gräfenhauſen, Zuſammenkunft am Ortsanks=
gang
von Wixhauſen.
Freitag, den 25. September, vormittags 8 Uhr: Straße
Ober=Ramſtadt-Hahn, beginnend bei Ober=Ramſtadt; daran an=
ſchließend
Straße Ober=Ramſtadt-Rohrbach und Ober=Ramſtadt
—Nieder=Modau.
Darmſtadt, den 7. September 1914.
(18485
Der Großh. Kreisbauinſpektor.

Kriegs-Erfrischungen!
Feldpost-Briefe
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im Ausſchnitt
Rehbraten
Ziemer und Keulen auch geteilt
Wild-Ragont
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Friſchgeſchoſſene Rebhühner
Feinſtgemäſtetes Tafelgeflügel.
Heinrich Grimm
Hoflieferant.
(18486

Matratzenſtreu=Verkauf.
Samstag, den 12. ds. Mts.,
750 Uhr vormittags,
wird auf der offenen Reitbahn der
Artillerie=Kaſerne Beſſungerſtr. 125
die Matratzenſtreu aus einem Bat=
terieſtall
öffentlich und meiſtbietend
(1847idf
verſteigert.
Darmſtadt, im September 1914.
Erſatz=Abteilung,
Feld=Artillerie=Regts. Nr. 61.

Die Erſatz=Abteilung des
Feld=Art.=Regts. Nr. 61
nimmt Liebesgaben für die im
Felde ſtehenden Angehörigen zur
Weiterbeförderung an. (18470df
Artillerie=Kaſerne Darmſtadt
Beſſungerſtraße 125.

Grummetgras
von ungefähr 2000 qm Fläche iſt
auf dem Holzhofe dahier aus der
Hand kirig zu verkaufen. (18306mi

Louis Hein

Hofmetzger

Hoflieferant

Telephon
Schuster-
Nr. 278
gasse 19
Kalbs-u. Hammelsmetzgerei

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Gehackte Koteletts und gerollten
Kalbsnierenbraten in allen Grössen
vorrätig. Täglich frisch: Kalbs-
gekröse
, Lungen, Leber, Herzen ete.

Ee

M
3 *130) Heibelbergerſtr. 7, II.

Diejenige Perſon
die geſt. mittag geg. 12 Uhr auf d.
Poſt meinen Stockſchirm vom
Schreibpult entfernt hat, iſt er=
kannt
und wird erſucht, denſelben
umgehend bei der Kanzlei d. Haupt=
(*4784
poſt abzugeben.

Eine Broſche
mit Brillantſplitter auf dem
Wege Kirchſtr.-Holzſtr. Schiller=
platz
verloren. Abzug. gegen Be=
lohnung
Kirchſtr. 21, II. (*4796

Verloren
goldener Sektzipfel. Ehrlicher
Finder wird gebeten, ihn Stiſt=
ſtraße
9 abzugeben.
(*4809
Unercht

Gunudl. Klavier=, Violin= u.
Mandolin=Unterricht erteilt (1796
G. Göbel, Frankfurterſtr. 14, II.

[ ][  ]

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10 0
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Schöne Paare und einzelne Pferde.

Tobias Wilders Weg zur Höhe.
Von Zdenko von Kraft.
(Nachdruck verboten.)
32)

Berkens ſah ihn bekümmert an.
Eine graue Antwort! Und mir ſcheint, jetzt muß
ich Ihnen etwas zu hören geben.
Nach zwölf Jahren wieder eine gute Lehre?
Nein nur eine ernſte Wahrheit, die Ihnen ſagen
ſoll, wo Ihr Platz iſt in der Welt! Sehen Sie, Karl,
nun bin ich bald ſechzehn Jahre hier. Und fünfzehn Jahre
war ich täglicher Gaſt bei Ihrem Vater. Oder er kam zu
mir herüber und half mir, meine Roſen pflegen. Dort
den Strauch, den hat er ſelbſt gepflanzt. Und fünfzehn
Jahre lang waren Sie ſein liebſter Gedanke und ſein
liebſtes Geſpräch. Nicht, daß er viel geredet hätte. O
nein! Nur ein paar Worte manchmal. Aber ich hab’ ihn
verſtanden. Denn ein Vater, der ſein Kind
Da rief vom Haus eine Mädchenſtimme:
Vater? Biſt Du gekommen?
Ja, liebes Kind!
Die ſchlanke, weiße Mädchengeſtalt verſchwand wie=
der
in der Tür.
Wer rief da? fragte Karl.
Meine Tochter Sophie. Wollen Sie ihr nicht .
Später! Ein kurzes Schweigen. Dann die raſche,
ſeltſam erregte Frage: Herr Berkens? Singen Sie im=
mer
ſo beim Wandern wie heute da droben im
Wald?
Berkens lachte. Immer! Das kann ich nicht laſſen.
Es iſt ſo in mir. Wenn ich die Beine rühre da muß
ich ſingen oder was Heiteres vor mich hinpfeifen. Seine
Stimme wurde ernſt. Aber jetzt ganz ehrlich jetzt
möchte ich grob werden. Verſtummend ging er ſeinem

Gaſte voran zu einer Veranda, die über und über mit
wildem Wein behangen war. So! Hier haben Sie einen
bequemen Schaukelſtuhl! Wir wollen warten, bis die da
drinnen mit ihrer Sonate zu Ende ſind. Einen ſchönen
Klang ſoll man nicht in Stücke reißen.
Wortlos ſaßen ſie eine Weile in dem Zwielicht, das
unter den Blättern war.
Der Flügel und die Geige ſangen.
Karl? Wirklich? Sie wollen wieder reiſen?
So bald wie möglich.
Na na warten wir’s ab. So viel Zeit wird wohl
noch bleiben, daß wir gute Freunde werden. Das hab'
ich Ihrem Vater verſprechen müſſen.
Sie auch?
Karls Blick flog zwiſchen dem Weingerank hinüber
zur Dorfkirche, wo der Mann zu ewigem Schlummer ge=
bettet
lag, den er im Leben nie verſtanden hatte. Und
Karl erinnerte ſich der Sage von Baldur und Loki und
von der guten Göttin Frigga, die raſtlos wanderte und
jeder Pflanze den Eid abnahm, ihren Liebling nicht zu
verletzen.
War ſein Vater nicht auch ſo gewandert von Freund
zu Freund? Und ohne ein lautes Wort, ohne Aufſehen
und Eigenſucht? Nur damit ſein wilder Sohn treue Hel=
fer
fände, wenn er heimkehren würde zur väterlichen
Erde?
Karl! Berkens beugte ſich vor und ſagte leiſe: Ihr
Vater hat ſie lieb gehabt.
Ich weiß. Seit heute weiß ich es!
So? Seit heute? Das hätten Sie ſchon früher
merken können!
Keine Anwort.
Sie haben Ihrem Vater ſchweres Unrecht getan
zwölf Jahre lang!

Ja! Und vielleicht iſt dieſe Erkenntnis nur eine
von den ſchwerſten Gründen, die mir ſagen .
Was?
Daß ich nicht bleiben kann.
So? So? Sie können nicht? Warum nicht?
Ich beſorge, daß ich Ihnen das ſo wenig erklären
kann wie einem anderen, der heute ſchon die gleiche Frage
an mich richtete. Laſſen wir das! Sie kennen mich nicht.
Berkens Beherrſchung war erſchöpft. Seine Stimme
zitterte in Zorn:
Doch! Ich kenne Sie! Als ein undankbares, verrücktes
Huhn! Als ein hungriges Bündel Trotz und Starrſinn,
der mit dem Kopf durch die Mauern rennt nur leider,
ohne ſich dabei die verſchnörkelten Hörner abzuſtoßen.
Ich kenne Sie als einen .
Da verſtummten im Haus die Geige und der Flügel.
Und durch das offene Fenſter klangen die Stimmen jun=
ger
Menſchen.
Na alſo! Berkens erhob ſich. Nun iſt der ſchöne
Klang richtig beim Teufel! Kommen Sie! Sagen Sie
aus Höflichkeit meinen Kindern und Gäſten grüß Gott!
Und dann tun Sie meinetwegen in drei Himmels Namen,
was Sie nicht laſſen können! Er ging zur Tür und
wandte ſich auf der Schwelle. Aber wenn Sie Ihrem
geſunden Menſchenverſtand da draußen in der Welt nicht
völlig die Abſätze krumm gelaufen haben, dann
Was, Herr Berkens?
Dann kommen Sie wieder zu mir! Verſprechen Sie
mir das! Und wir beide wollen in aller Freundſchaft und
Ruhe miteinander weiterreden zwiſchen meinen letzten
Roſen! . . . Ja?
Schweigend reichte Karl dem alten Herrn die Hand.
Und ſie traten ins Haus.
(Fortſetzung folgt.)