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177. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 193.
Donnerstag, den 16. Juli.
1914.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der König von Italien wird als Gaſt Kaiſer
Wilhelms dem Kaiſermanöver beiwohnen.
Prinz Heinrich von Preußen wird der
diesjähri=
gen Regatta in Cowes beiwohnen.
Der franzöſiſche Senat und die Kammer
wur=
den geſtern abend geſchloſſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Die Wirkungen des Reichs=
Iupigeletzer.
Ba Von den Impfgegnern wird noch immer die
ſegensreiche Wirkung der Schutzpockenimpfung
angezwei=
felt, obwohl nicht beſtritten werden kann, daß die Pocken,
welche früher durchſchnittlich jährlich in Deutſchland an
60000 Menſchen, meiſt in den Kinderjahren, dahinrafften,
ſeit Durchführung des Impfgeſetzes vom 8. April 1874 ſo
gut wie verſchwunden ſind. Den ſtatiſtiſchen Nachweis
hierzu liefert eine von der Medizinalabteilung im
preußiſchen Miniſterium des Innern angefertigte
lehrreiche Ueberſicht. Wie derſelben zu entnehmen,
ſtarb in Preußen, wo ſeit Anfang des
neun=
zehnten Jahrhunderts die Schutzpockenimpfung
frei=
willig vorgenommen wurde, noch immer ein
anſehn=
licher Bruchteil der Bevölkerung an den Pocken, ja es
kamen etwa alle zehn Jahre noch immer Pockenepidemien
vor. Die Armee war anfänglich ebenſo, teilweiſe ſogar
ſtärker von den Pocken heimgeſucht wie die
Zivilbevölke=
rung. Dies führte zur Einführung der Impfung der
Re=
kruten durch die Order vom 16. Juni 1834. Der Erfolg
war, daß die Armee von 1835 ab von den Pocken faſt ganz
verſchont blieb, während die Zivilbevölkerung nach wie
vor von ihnen heimgeſucht wurde. Die ſchwere
Pocken=
epidemie von 1871 bis 1873 gab die Veranlaſſung zum
Erlaß des deutſchen Impfgeſetzes vom 8. April 1874.
Seit=
dem ſind die Pocken auch in der Zivilbevölkerung
ver=
ſchwunden. Sie werden nur noch durch ausländiſche
Sai=
ſonarbeiter bei uns eingeſchleppt, ohne daß es zu
Epide=
mien kommt. Im Jahre 1913 ſind im ganzen Deutſchen
Reiche nicht mehr als 12 Perſonen an den Pocken
geſtor=
ben, ein wahrhaft glänzender Beweis für die Wirkung
der Schutzpockenimpfung!
Von den Impfgegnern wird behauptet, daß die
Impfung keinen Zweck hat, weil die geimpften Perſonen
angeblich ebenſo leicht, ja leichter an den Pocken erkranken
und ſterben, wie nicht geimpfte Perſonen. Dieſe
Behaup=
tung iſt falſch. In den Jahren 1906 bis 1911 erkrankten
im Deutſchen Reiche 1806 und ſtarben 273 Perſonen an
den Pocken. Von den 641 Geimpften ſtarben 8,3 v. H.,
von den 642 Wiedergeimpften 5,6 v. H. der Erkrankten.
Dagegen ſtarben von den im ganzen 523 ungeimpften
Per=
ſonen (die erfolglos oder zu ſpät geimpften mit
einge=
rechnet) 35,2 v. H. Von den Ungeimpften ſtarben alſo
mehr als viermal ſoviel als von den geimpften und mehr
als ſechsmal ſoviel als von den wiedergeimpften
Per=
ſonen. Durch die Impfung und die Wiederimpfung wird
alſo die Zahl der Todesfälle an Pocken erheblich
herab=
geſetzt.
Aber auch bei den Perſonen, welche nicht ſtarben, war
der Verlauf der Pocken bei den ungeimpften Perſonen viel
ſchwerer als bei den geimpften und den wiedergeimpften
Perſonen. Denn von den 523 ungeimpften Perſonen
er=
krankten ſchwer bezw. mittelſchwer 35,0 v. H., von den 641
geimpften dagegen nur 223 v. H., von den 6i2
wieder=
geimpften dagegen nur 20,6 v. H von je 100 Erkrankten.
Umgekehrt erkrankten leicht von den 642 wiedergeimpften
Perſonen 72,7 von je 100, von den 641 nur geimpften 66,5
von je 100, dagegen von den 528 ungeimpſten jur 279
von je 100. Dieſe Zahlen beweiſen die Wirkung der
Schutzpockenimpfung auf das glänzendſte.
Von den Impfgegnern wird behauptet, die Wirkung
der Schutzpockenimpfung ſei nur von kurzer Dauer. Einige
von ihnen geben ſie nur auf zwei Jahre, andere ſogar nur
auf 14 Tage an. Auch dieſe Behauptungen ſind falſch.
Die Angabe von Hufeland dagegen, daß die Dauer der
Schutzpockenimpfung durchſchnittlich zehn Jahre betrage,
trifft auch heute noch zu. Es gibt Menſchen, bei denen
die Wirkung der Schutzpockenimpfung ſogar noch länger
dauert, während andererſeits zugegeben werden muß, daß
ſie bei einigen Menſchen auch kürzer, bei manchen ſogar
erheblich kürzer dauert. Das ſind aber Ausnahmen. Die
Wirkung der Schutzpockenimpfung dauert bei manchen
Menſchen das ganze Leben hindurch, zumal wenn zu der
Impfung noch die Wiederimpfung im 12. Lebensjahre
hinzukommt.
Die ſtatiſtiſchen Nachweiſungen zu dieſen Ergebniſſen
laſſen ferner erkennen, wie ſehr die Pocken die jugendlichen
Lebensalter gefährden, während dieſe unter den geimpften
Perſonen nur in ganz geringem Verhältnis vertreten
waren. Die Mehrzahl der Perſonen aber, welche
erkrank=
ten, trotzdem ſie geimpft worden waren, befanden ſich in
höherem Lebensalter, in dem die Wirkung der
Schutz=
pockenimpfung ſchon nachzulaſſen begann. Die
Schutz=
pockenimpfung iſt mithin von überaus ſegensreicher
Wirkung.
Die Impfgegner behaupten, daß in Ländern, in denen
die Schutzpockenimpfung ſchlecht oder gar nicht
durchge=
führt wird, die Pocken ebenſo wenig oder ſogar noch
we=
niger Opfer fordern als in Ländern mit gutem
Impfzu=
ſtand. Auch dieſe Behauptung iſt falſch. In Deutſchland,
wo ſeit dem 8. April 1874 ein ausgezeichnetes Impfgeſetz
beſteht, ſtarben in dem Zeitraum von 1896 bis 1913
zu=
ſammen 572, alſo durchſchnittlich im Jahre 32 Perſonen
0,05 von je 100 000 Lebenden an den Pocken. In
Eng=
land und Wales wo ſeit 1853 nur die Impfung
vorge=
ſchrieben, dieſe aber durch die Einführung der
ſogenann=
ten Gewiſſensklauſel eigentlich wieder abgeſchafft worden
iſt, ſtarben in dem Zeitraum von 1896 bis 1913 zuſammen
5408, alſo durchſchnittlich im Jahre 300 Perſonen — 1,65
von je 100 000 Lebenden an den Pocken. In Oeſterreich,
wo kein Impfzwang beſteht, ſondern nur der Nachweis
der Impfung bei der Aufnahme in die Schule verlangt
wird, ſtarben in dem Zeitraum von 1896 bis 1912
zuſam=
men 7458, alſo durchſchnittlich im Jahre 439 Perſonen
294 von je 100 000 Lebenden an den Pocken. In der
Schweiz, in der nur in 2 Kantonen die Impfung und die
Wiederimpfung, in 6 nur die Impfung vorgeſchrieben iſt,
in den übrigen 17 Kantonen aber kein Impfzwang
be=
ſteht, ſtarben in dem Zeitraum von 1896 bis 1912
zuſam=
men 171, alſo durchſchnittlich im Jahre 10 Perſonen
— 0,49 von je 100 000 Lebenden an den Pocken. In
Ruß=
land dagegen, wo zwar die Schutzimpfung ausgeführt
wird. aber nur durch Laien, und wo ein Impfzwang nicht
beſteht, ſterbenjährlich 30 000 bis 50000 Menſchen an den
Pocken.
Zieht man nur die Jahre 1903 bis 1912 zum Vergleich
heran, ſo ſtarben an den Pocken durchſchnittlich jährlich
in: England und Wales 150 — 0,4, der Schweiz 9 0.25,
Oeſterreich 20 — 0,14, Deutſchland 38 — 0,06 von je 100 000
Lebenden.
Ein ſicherer Schutz gegen die Pocken beſteht alſo nur
in einem Lande, in dem wie in Deutſchland der Zwang
zur Impfung und zur Wiederimpfung beſteht und auch
durchgeführt wird, dagegen nicht in einem Lande, in dem
zwar, wie in England, der Impfzwang beſteht, aber nur
auf dem Papier. Mit der Einführung der
Gewiſſens=
klaufel iſt der Impfzwang tatſächlich aufgehoben worden.
Länder, in denen die Impfung in den einzelnen Teilen
des Landes verſchieden gehandhabt wird, wie in der
Schweiz, oder in denen die Impfung nur für einen Teik
der Bevölkerung durchgeführt iſt, wie in Oeſterreich,
müſ=
ſen immer auf den Ausbruch einer Pockenepidemie gefaßt
ſein, weil ihr Schutz gegen die Pocken ein
unvollkomme=
ner iſt. Deutſchland hat daher alle Veranlaſſung, den
Impfſchutz mit Nachdruck aufrecht zu erhalten.
Die Impfgegner bezeichnen alle Erkrankungen, von
denen geimpfte Kinder befallen werden, auch wenn ſie
vorher oder ſelbſt Monate nach der Impfung eintraten,
als Folge der Impfung. Dies iſt unberechtigt. Die von
ihnen behaupteten Schädigungen laſſen ſich bei
ſorgfäl=
tiger Prüfung faſt ſtets entweder als erfunden oder als
übertrieben oder als ganz unabhängig von der Impfung
nachweiſen. Die zuweilen von den Impfſtellen
ausgehen=
den Entzündungen und Eiterungen laſſen ſich vermeiden,
wenn ſie von Anfang an bis zur Verheilung ſauber
ge=
halten und vor jeder Berührung bewahrt werden. Kinder
mit offnen Impfſtelln dürfen mit ihren Geſchwiſtern
nicht zuſammen gebadet und nicht mit denſelben
Schwäm=
men, Lappen und Handtüchern gereinigt werden, weil ſie
ſonſt die Impflymphe auf die Geſchwiſter übertragen, und
dieſe erkranken können.
Die Finanzverwaltung
der Schweiz.
T. W. Die eigenartige politiſche Organiſation der
Schweiz bringt es mit ſich, daß auch die
Finanzverwal=
tung in mancher Hinſicht von der anderer Länder
ab=
weicht. In früheren Jahren gab es überhaupt kein
Staatsbudget, ſondern die Kantone regelten ihre
Finan=
zen vollkommen ſelbſtändig. 1848 wurden zum erſten
Male der Bundesregierung Einnahmen zur Verfügung
geſtellt, und zwar die aus den Zöllen, der Poſt und dem
Pulvermonopol. 1874 trat die Hälfte der Gebühren für
die Befreiung vom Waffendienſte hinzu und 1878 erfuhren
die Eingänge durch die Verſtaatlichung des
Fernſprech=
weſens eine weitere Erhöhung.
Die ganze Finanzverwaltung vollzieht ſich in
ein=
fachen Formen. Ein Finanzminiſterium im landläufigen
Sinne gibt es nicht, und alle Beſchlüſſe materieller Ark
werden vom Bundesrat gemeinſam gefaßt. In jedem
Herbſt muß der endgültige Voranſchlag den Kammern
vorgelegt werden; es gibt nur ein Budget, Proviſorien
und außerordentliche Etats ſind unbekannte Dinge. Den
wichtigſten Teil der allgemeinen Staatseinnahmen bilden
die Zölle, die im vorigen Jahre die Höhe von 85,1
Mil=
lionen Francs erreichten. Dieſe Ziffer ändert ſich natür=
lich ſtändig, da ja die Höhe der Einfuhr den
ausſchlag=
gebenden Faktor bildet. Dazu treten die Erträgniſſe aus
dem Bundesvermögen, das Ende 1912 116 Millionen
Francs betrug. Außerdem waren zur gleichen Zeit noch
ſpezielle Vermögenswerte von 153½ Millionen Francs
vorhanden. Wenig ins Gewicht fallen die Einnahmen
aus der Poſt und Telegraphenverwaltung, die zuletzt ſich
auf etwa 3½ Millionen Francs beliefen. Dieſer geringe
Betrag erklärt ſich dadurch, daß die Verwaltung dieſes
Reſſorts im Sinne der Bevölkerung geführt wird,
fiska=
liſche Gründe alſo kaum mitſprechen. Die Hälfte der
Mi=
litärdienſtablöſungen bringt rund 2 Millionen Francs,
und ſchließlich gelangt noch ein mäßiges Ergebnis aus
dem Pulvermonopol in die allgemeine Staatskaſſe.
Was die Ausgaben anlangt, ſo ſtehen die für die
Landesverteidigung an erſter Stelle; ſie belaufen ſich im
Mittel auf 45000 000 Francs. Für das Schulweſen
ha=
ben, abgeſehen von dem bundesſtaatlichen Polytechnikum,
die Kantone zu ſorgen, ebenſo die Aufwendungen für
Ackerbau, Handel und Induſtrie, Unterhaltung der Wege,
Bahnen und anderer Verkehrsmittel zu machen. Dafür
erhalten ſie aber von der Bundesregierung
Unterſtützun=
gen, die in viele Millionen gehen. In nicht zu ferner
Zeit fallen endlich der Staatskaſſe die Ausgaben für die
durch das Geſetz vom 3. Februar 1912 geſchaffene
allge=
meine Verſicherung gegen Krankheit und Unfälle zur Laſt,
doch iſt durch beſondere Spezialfonds Vorſorge hierfür
getroffen. Die Staatsſchuld betrug Anfang 1913
116 200000 Francs, alſo etwa 31 Francs auf den Kopf
der Bevölkerung, was im Vergleich zu anderen Ländern
als ſehr günſtig angeſehen werden darf. Erwähnt ſei
noch, daß die Einnahmen aus dem Spiritusmonopol
unter die Kantone verteilt werden. Dieſe letzteren haben
teilweiſe noch ihre eigene Finanzverwaltung. Sie erheben
direkte und indirekte Steuern, ſonſtige Abgaben und
be=
ſtreiten davon, allerdings mit Unterſtützung der
Bundes=
regierung, ſämtliche Ausgaben. Die ganzen 22 Kantone
hatten in 1912 eine Einnahme von 210 Millionen Francs,
gaben dagegen etwa 211 Millionen aus, während die
ge=
ſamten Schulden der Kantone um die Mitte des Jahres
1913 ſich auf 767 Millionen Francs beliefen.
Deutſches Reich.
Zur Bildung einer Deutſch=
Grie=
chiſchen Geſellſchaft wird in den Grenzboten ein
Aufruf veröffentlicht. Die Geſellſchaft ſoll die
traditionel=
len freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen Deutſchland
und Griechenland feſtigen und vertiefen durch
wechſel=
ſeitige Aufklärung über die Eigenart und die
Inter=
eſſen der beiden Völker und durch Unterſtützung jeder Art
von perſönlicher Verbindung. Die Königin von
Grie=
chenland hat das Protektorat der Geſellſchaft
übernom=
men. Als ihre nächſte Aufgabe betrachtet die Geſellſchaft,
die von wiſſenſchaftlichen Kreiſen ihren Ausgang nimmt,
die Herausgabe einer Zeitſchrift Hellas, durch die eine
beſſere Kenntnis Griechenlands in Deutſchland verbreitet
werden ſoll. Mit der Zeitſchrift als ihrem Sammelpunkt
wird die Geſellſchaft weitere Aufgaben in Angriff
neh=
men können, wie die Einrichtung von Auskunfts= und
Vermittelungsſtellen, die Ueberſetzung griechiſcher Werke
ins Deutſche und deutſcher ins Griechiſche, die Gewährung
von Reiſeſtipendien für Forſchungen, die in der von der
Geſellſchaft verfolgten Richtung liegen; ſie wird auch für
die Verbreitung deutſcher Ideen in Griechenland und in
der griechiſchen Preſſe zu wirken ſuchen. In der
Förde=
rung der wirtſchaftlichen Beziehungen der beiden Länder
wird die Geſellſchaft eines ihrer wichtigſten Ziele erblicken.
Die ordentliche Mitgliedſchaft kann ſowohl von
Einzel=
perſonen mit einem Jahresbeitrag von mindeſtens 10 M.,
wie von Anſtalten und Körperſchaften mit einem ſolchen
von mindeſtens 100 M. erworben werden. Daneben
rech=
net die Geſellſchaft auf Gönner und Intereſſenten, die durch
einmalige Zahlung von mindeſtens 500 M. zu
lebens=
länglichen Stiftungsmitgliedern werden.
Zu Wackers Indizierung. Wie der
Morgenpoſt von angeblich beſtunterrichteter Seite
mit=
geteilt wird, ſei die Indizierung von Theodor Wackers
Schrift auf eine Anzeige des Erzbiſchofs von Köln
Kar=
dinal von Hartmann zurückzuführen. Der Kölner
Erz=
biſchof ſei nach Vorſchrift der Kurie zur Anzeige
verpflich=
tet geweſen, da Wacker die betreffende Rede ſeinerzeit in
Eſſen, alſo im Sprengel des Kölner Erzbiſchofs, gehalten
habe und da er die Broſchüre ferner durch einen Verlag
der Kölner Diözeſe habe veröffentlichen laſſen. Auch ſei
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juli 1914.
Nummer 193.
die Romreiſe des Kardinals mit der Indizierung zeitlich
zuſammengefallen.
— Die Ausländerfrage an den
Techni=
ſchen Hochſchulen. Auch auf dem diesjährigen
Eiſenacher Vertretertag des Studentiſchen Verbandes
Deutſcher Techniſcher Hochſchulen wurde die
Ausländer=
frage ebenſo wie die Frage der Vereinheitlichung der
Studiengänge eingehend erörtert. Bereits der vorjährige
Eiſenacher Vertretertag ſprach ſich in einer Reſolution an
die Techniſchen Hochſchulen für die Durchführung folgender
Beſtimmungen betreffs Ausländerfrage aus:
1. Die Anzahl der Ausländer darf einen gewiſſen
Bruchteil der Geſamtheit der Studierenden nicht
über=
ſchreiten. 2. Ausländer haben ſich einer akademiſchen
Prüfung in der deutſchen Sprache zu unterziehen. 3. An
ausländiſche Studierende werden erſt 14 Tage nach dem
programmmäßigen Beginn der Vorleſungen Plätze in
Hör= und Uebungsſälen vergeben.
Ein Teil dieſer Beſtimmungen wurde im Laufe dieſes
Jahres an verſchiedenen Hochſchulen durchgeführt. Von
einer weiteren Verfolgung dieſer Angelegenheit ſieht der
ſtudentiſche Verband Deutſcher Techniſcher Hochſchulen
und Bergakademien ab, da die Konferenz der Rektoren ſich
ihrer angenommen hat. Auch für die Vereinheitlichung
der Studiengänge an den Hochſchulen deutſcher
Bundes=
ſtaaten wurde eine Reſolution an die zuſtändigen
Behör=
den geſandt. In dieſer wurde beſonders eine
Vereinheit=
lichung des Studienganges der einzelnen Fachrichtungen,
ſowie die Gleichwertigkeit und gegenſeitige Anerkennung
der verſchiedenen Examina und der dafür geforderten
Be=
lege als wünſchenswert bezeichnet. Auf eine Anfrage hin
ſprachen ſich für Einführung einer gleichen Anzahl
Se=
meſter zum Diplom=Hauptexamen auch die größeren
tech=
niſchen Verbände aus.
— Zur Bürgermeiſterwahl in Zabern
ſchreibt man der „Köln. Ztg.”:
Die erſte Obliegenheit der vor kurzem neugewählten
Gemeinderäte iſt die Abſtimmung über die Neubeſetzung
des Bürgermeiſterpoſtens und der Beigeordnetenſtellen. Mit
Rückſicht auf die von den Bürgermeiſtern zu erledigenden
ſtaatlichen Aufgaben und die infolgedeſſen den
Bürger=
meiſtern und Beigeordneten zukommende
Behördeneigen=
ſchaft, die den Vertreter der kommunalen
Selbſtverwal=
tung zugleich zum Organ der ſtaatlichen Gewalt macht, hat
ſich der Staat durchweg das Recht der Ernennung des
Bürgermeiſters und der Beigeordneten vorbehalten. In
den größeren Gemeinden, zu denen auch Zabern gehört,
hat der Gemeinderat ein Vorſchlagsrecht. Der Vorſchlag
wird auf Grund einer in geheimer Wahl getroffenen
Ab=
ſtimmung gemacht. Dieſe Abſtimmung hat in Zabern
ſtattgefunden mit dem Ergebnis, daß der bisherige
Bürgermeiſter und Landtagsabgeordnete Knöpfler die
Mehrheit der Stimmen auf ſich vereinigte. Das iſt
des=
halb verwunderlich, weil Knöpfler das letztemal nicht ohne
Mühe zum Bürgermeiſterſeſſel gelangt war, und ſeine
Taten als Bürgermeiſter nicht dazu angetan waren, ihn
zu einer Wiederwahl zu empfehlen. Es galt das ebenſo
von ſeiner rein kommunalen Betätigung als von ſeinem
Verhalten in der bekannten Angelegenheit in dieſem
Win=
ter. Nach ziemlich weit verbreitetem Urteil hatte
Knöpf=
ler in Zabern abgewirtſchaftet. Hätten die Wahlen vor
dem Fall Zabern ſtattgefunden, ſo wäre Knöpfler
zweifel=
los durchgefallen. Daß er wiedergewählt worden iſt, und
daß der Gemeinderat ihn ſogar wieder als Bürgermeiſter
in Vorſchlag bringen konnte, ſtellt an ſich ein Stückchen
Trutzpolitik dar. Es iſt deshalb wenig wahrſcheinlich,
daß die Regierung, wenn nun die Frage der Anerkennung
an ſie herantritt, ſich für den ihr vorgeſchlagenen
Kandi=
daten entſcheiden wird. Knöpfler hat ſich im Fall Zabern
ſeiner Aufgabe nicht gewachſen gezeigt, er hat auch in
ſei=
ner Eigenſchaft als Landtagskandidat im Wahlkampf
ſich ſchlimme Ausfälle gegen die altdeutſchen Beamten
und die Eingewanderten überhaupt zuſchulden kommen
laſſen und war im Landtag ſelbſt bei mehr als einer
kri=
tiſchen Abſtimmung bei dem nationaliſtiſchen Flügel des
Zentrums zu finden. Sollte die Beſtätigung Knöpflers
nicht erfolgen, ſo hat nach der elſaß=lothringiſchen
Ge=
meindeordnung der Gemeinderat das Recht, einen neuen
Vorſchlag auf Grund einer neuen Abſtimmung zu machen.
Findet auch dieſer nicht die Genehmigung der Regierung
ſo iſt dieſe befugt, einen Bürgermeiſtereiverwalter mit
der Führung der Geſchäfte zu beauftragen. Auf dieſem
Umwege könnte Zabern dann zu einem
Berufsbürger=
meiſter kommen.
Aus den Schutzgebieten.
In Deutſch=Oſtafrika liegt der geſamte
Be=
trieb der Tanganjikabahn, nachdem die Endſtrecke abge
nommen iſt, ſeit dem 1. ds. Mts. in den Händen der
oſt=
afrikaniſchen Eiſenbahngeſellſchaft. Ueber die
Entwicke=
lung der Bahn im Kalenderjahre 1913 veröffentlicht das
neueſte D. Kolonialblatt eine ausführliche Statiſtik
Danach iſi die Geſamteinnahme wegen des verringerten
Baugutverkehrs von rund 4,37 Millionen Mark im Jahre
1912 auf 4,19 Millionen Mark im Jahre 1913
zurückgegan=
gen, hat ſich alſo um rund 4,1 Prozent vermindert. Der
Betriebsüberſchuß iſt trotzdem infolge verringerter
Be=
triebsausgaben mit 1,57 Millionen Mark um rund 64000
Mark — 4,25 Prozent größer als im Vorjahre. An das
Schutzgebiet konnten zur Verzinſung des
Schutzgebietsdar=
lehens für die Strecke Morogoro-Tabora rund 834000
Mark gegen rund 716000 Mark im Vorjahre abgeführt
werden. Der amtliche Entwurf einer
Waſſerrechtsverord=
nung für Deutſch=Oſtafrika dürfte für die Intereſſenten
von Wichtigkeit ſein.
Der Handel des Schutzgebietes Kamerun hat nach
einer vorläufigen Ueberſicht des D. Kolonialblattes im
Kalenderjahre 1913 um 6,19 Millionen Mark gegen das
Vorjahr zugenommen. Davon entfallen rund 375000 M
auf die Einfuhr, rund 5,81 Millionen Mark auf die
Aus=
fuhr. Auf der Kameruner Mittellandbahn, die am Schluß
des Rechnungsjahres 1913 rund 150 Kilometer lang war,
wurden im genannten Rechnungsjahr aus dem
Perſonen=
verkehr rund 79000 Mark, aus dem Güterverkehr rund
157000 Mark vereinnahmt.
In Samoa, wo im Jahre 1910 die Profeſſoren
Leber und von Prowazek die Erforſchung und
Bekämp=
fung der weit verbreiteten ſamoaniſchen Augenkrankheit
mit dem Erfolge begannen, daß ſie die ſpezifiſchen
Krank=
heitserreger entdeckten und Mittel zu deren Beſeitigung
erprobten, iſt der Augenſpezialiſt Dr. Glantz ſeit 1912 als
Regierungsarzt tätig. Er berichtet im D. Kolonialblatt
eingehend über die bisher bei der Bekämpfung der
ſamoa=
niſchen Augenkrankheit erzielten Erfolge.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Das Verhältnis zu Serbien. Das Neue
Wiener Tagblatt ſtellt in einem Privattelegramm feſt, daß
die Nervoſität, welche infolge der Belgrader
Alarmnach=
richten am Sonntag in Peſt in den finanziellen und
politiſchen Kreiſen Platz griff, am Montag beinahe ganz
ſchwand. Das Blatt weiſt darauf hin, daß die Reiſe
Tiszas nach Wien nicht deshalb erfolgte, weil neue
außerordentliche Maßnahmen notwendig ſeien, wozu
kei=
nerlei Anlaß vorliege, ſondern weil Tisza, der im
Abge=
ordnetenhauſe die an ihn geſtellten Interpellationen über
die Folgen des Attentats in Serajewo, ſowie über die
Alarmnachrichten aus Belgrad beantworten will, mit dem
Miniſter des Aeußeren konferieren wollte, um im
Ein=
vernehmen mit ihm vorzugehen. Selbſtverſtändlich, ſagt
das Blatt, behalten die von Tisza in der vorwöchigen
Rede charakteriſierten Richtlinien der zu befolgenden
Po=
litik der Monarchie volle Geltung, denn es ereignete ſich
nichts, was eine Aenderung der Beſchlüſſe, oder auch nur
eine Ergänzung notwendig machen würde. Die Monarchie
wird alſo auf der einen Seite die inneren Reformen
Bos=
niens bei Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Syſtems
durchführen, auf der anderen Seite aber nach dem
Vor=
handenſein des geſamten Unterſuchungsmaterials und
nach dem vollſtändigen Abſchluß der Recherchen über das
Attentat in Serajewo dafür ſorgen, daß die wirklich
Straf=
baren, wo ſie ſich befinden, ausgeforſcht werden.
Gleich=
zeitig wird man aber auch Bürgſchaften verlangen, daß
die aus Serbien genährte, hochverräteriſche Bewegung an
unſeren ſüdlichen Grenzen ein Ende findet. Man hofft,
daß Serbien die Wünſche der Monarchie erfülle, ohne daß
es zu weiteren Komplikationen kommt. Dabei läßt ſich die
öſterreichiſch=ungariſche Monarchie von dem
Grundgedan=
ken leiten, daß die Aufrechterhaltung des Friedens und
die Intereſſen der Exiſtenz unſeres Großſtaates gleich
hohe Bedeutung haben, daß alſo die Löſung unter gleicher
Berückſichtigung beider Geſichtspunkte erfolgen müſſe, daß
man dabei vorſichtig zu Werke geht und nichts überhaſtet,
iſt eher danach angetan, die Oeffentlichkeit zu beruhigen,
als irgend eine Nervoſität zu rechtfertigen.
Frankreich.
Die Abreiſe des Präſidenten
Poin=
caré nach Rußland, die auf geſtern vormittag 11,20
Minuten feſtgeſetzt war, wird, falls Kammer und
Senat im Laufe des Vormittags betreffend des Budgets
nicht einig werden ſollten, eine kleine Verzögerung
er=
fahren. Man hält es für möglich, daß der Präſident der
Republik ſeine Reiſe deshalb erſt Donnerstag früh antreten
könne. In dieſem Falle werde er ſich ſtatt nach Cherbourg
nach Dünkirchen begeben, um ſich von dort nach Kronſtadt
einzuſchiffen.
Die franzöſiſche Kammer nahm die direkten
Steuern für 1915 an, zugleich mit einer Reſolution,
wo=
durch die Regierung aufgefordert wird, bei der im Oktober
beginnenden Seſſion eine Vorlage einzubringen,
betref=
fend die Herabſetzung der Perſonal=, Mobiliar=, Tür= und
Fenſterſteuer, im entſprechenden Verhältnis zum
Ergeb=
nis der Einkommenſteuer. — Die Kammer nahm weiter
mit 373 gegen 126 Stimmen das Budget im ganzen an
mit einigen Abänderungen, die ſeine Zurückverweiſung
an den Senat notwendig machen.
England.
Oberhaus. In dritter Leſung wurde die
Abän=
derungsbill zu der Homerulebill in ihrer veränderten
Form angenommen, nachdem verſchiedene Redner von
bei=
den Seiten maßvoll im Tone geſprochen hatten. Es trat
jedoch keine definitive Aenderung in der Lage ein. Im
Laufe der Beratung brachte Lord Dunraben einen Antrag
ein, welcher vorſieht, daß vor dem Inkrafttreten der
Home=
rulebill eine Kommiſſion zur Prüfung der Frage des
Bundesverhältniſſes eingeſetzt werden ſoll. Earl
Beau=
champ erklärte im Namen der Regierung, die gegen die
Einſetzung einer ſolchen Kommiſſion ſei, daß die
Regie=
rung den Weg zu einer Konferenz oder Verſtändigung nicht
ſperren wolle, und wenn der allgemeine Wunſch nach
einer Konferenz ausgeſprochen werde, ſo werde die
Regie=
rung alles tun, um ihr Zuſtandekommen zu erleichtern.
Lord Lansdowne begrüßte dieſe Mitteilung, weil er
glaube, daß in dieſer Richtung eine dauernde Regelung
des iriſchen Problems zu finden ſein werde, und
er=
klärte, daß zwiſchen der Annahme der Homerulebill und
der Abänderungsbill und dem Zeitpunkt ihres
Inkraft=
tretens Zeit ſein werde zum Meinungsaustauſch und zur
Prüfung.
Argentinien.
Der neue Kriegsminiſter. General=Allaria
iſt zum Kriegsminiſter ernannt worden.
Ching.
Die Regierung hat eine Verordnung erlaſſen,
in der darauf hingewieſen wird, daß die Anhänger von
Sunyatſen und die anderen Aufſtändiſchen ſeit ihrem
Entkommen ins Ausland falſche Banknoten in den Verkehr
gebracht haben, die Truppen zugunſten der Aufſtändiſchen
umzuſtimmen verſucht haben und in der erklärt wird,
daß an die Gouverneure und die Oberbeamten der Befehl
erteilt worden ſei, jede Perſon ſtreng zu beſtrafen, die
ſolche Noten herſtelle oder in den Verkehr bringe.
Der alte Fritz und ſeine Bücher.
ck. Unter den im herrlichſten Schmuck des reifen
Rokoko prangenden Gemächern des Schloſſes Sansſouci
iſt doch wohl die kleine Bibliothek der menſchlich
ergrei=
fendſte Raum, weil hier noch der Geiſt des großen
Kö=
nigs um die prächtigen Maroquinbände zu ſchweben ſcheint.
die einſt des alten Fritz liebſte Freunde geweſen. Wohl
ſelten hat ein Menſch, noch ſeltener ein Herrſcher, ſo innige
Beziehungen zu ſeinen Büchern gehabt, wie Friedrich der
Große. Das geht aus ſeinen Briefen und Geſprächen
her=
vor; es wird uns aber erſt jetzt ſo recht eindringlich und
anſchaulich vor Augen geführt durch eine große
abſchlie=
ßende Publikation des Hausbibliothekars des Kaiſers,
Dr. Bogdan Krieger, der ſoeben unter dem Titel „
Fried=
rich der Große und ſeine Bücher” im Verlage von Gieſecke
u. Devrient den König als Bibliophilen ſchildert und
einen Geſamtkatalog ſeiner Bibliotheken darbietet.
Einige Koſtbarkeiten aus Friedrichs Bücherſchätzen
ſind ja gegenwärtig in der Ausſtellung der Bibliothek des
Kaiſers auf der „Bugra” zu ſehen; aber Friedrich, der ſo
gern ſeine Bücher ſein Spielzeug, ſeine „Kinderklapper”
nannte, war im Grunde kein Bibliophile, der
Seltenhei=
ten und beſondere Ausgaben ſammelte, ſondern die Bücher
waren ihm in erſter Linie Mittel zum Studium; er wollte
ſie nicht bewundern, ſondern leſen, und er hat manche ſo
oft vorgenommen, daß ſie einen ſtark benutzten Eindruck
machen. Bücher und Leſen waren ihm die Troſtſpender
in allen Traurigkeiten, wenn die wankelmütige
Kriegs=
göttin ihn zu verderben drohte, wenn irgend ein Leid die
zart empfindende Seele des Herrſchers tief niederdrückte.
Hätte er ſeine Bücher nicht, ſo ſchreibt er einmal an
d’Argens, dann fürchte er, ſeine Hypochondrie könnte
leicht in Geiſteskrankheit ausarten. Beſonders Lucrez, der
Philoſoph Seneca, der Weiſe auf dem römiſchen
Kaiſer=
thron Marc Aurel, die Kunſt Racines ſind ihm tröſtende
Freunde, deren Hilfe nur ganz ſelten verſagt. Auf ſeinen
Kriegszügen hat er ſtets eine Feldbibliothek mit ſich; im
Winterquartier vergräbt er ſich in ſeine Bücherhaufen und
vergißt das Abendeſſen über ſeine Lektüre bis tief in die
Nacht. Sein Zelt gleicht, wie er ſelbſt einmal an Jordan
ſchreibt, „mehr der Wohnung eines Philoſophen als die
Tonne des Diogenes oder die Kammer von Leibniz”
Als in der Schlacht von Soor ſeine Bücher mit ſeinem
ganzen Gepäck verloren gehen, bittet er zwei Tage ſpäter
um eine gute Oktavausgabe von Boileau mit
Anmerkun=
gen, um Boſſuets Geſchichtswerk, um die Reden von
Ei=
cero und Demoſthenes, um einem franzöſiſchen Lucian
um eine Voltaire=Ausgabe und noch um eine lange Reihe
anderer Bücher. Auch in den Siebenjährigen Krieg muß
man ihm immer wieder neue Werke nachſenden. Aus
den noch unveröffentlichten Briefen ſeines Vorleſers
de Catt läßt ſich das nachweiſen. So lieſt er z. B. mit
großem Eifer die 40 Bände Kirchengeſchichte von Fleury
durch, und während des bayeriſchen Erbfolgekrieges
ver=
treibt er ſich in Silberberg den ganzen Tag mit Lektüre,
ſo daß er u. a. täglich einen Band der „Römiſchen
Revo=
lutionen” von Vertot „verzehrt‟. Dabei lieſt er ſehr
ge=
nau, macht das Geleſene durch umfangreiche Auszüge
durch wiederholte Lektüre und Beſprechungen zu ſeinem
geiſtigen Eigentum; er lieſt mit großer perſönlicher
An=
teilnahme und bisweilen mit ſolcher inneren Erregung,
daß er zu Tränen gerührt wird. Beſonders bei Racine
muß der Vorleſer öfters aufhören. „Ich kann nicht
wei=
ter,” ſagt er, „dieſer Racine zerreißt mir das Herz.”
Eine beſondere Eigentümlichkeit des alten Fritz war
das Auswendiglernen großer Stellen, ja ganzer Bücher.
Auf ſeinen Reiſen im Wagen memoriert er lange Stellen
aus den antiken Klaſſikern und den franzöſiſchen
Tra=
gikern, um ſie ſich zu eigen zu machen, und findet darin
große Freude und Befriedigung. Manchmal freilich
„ſtuckert” der Wagen ſo, daß er nicht einmal leſen kann.
Folianten und dickleibige Bücher konnte er nicht leiden;
er beſchuldigte die Deutſchen der Geſchmackloſigkeit, weil
ſie ſo rieſige Wälzer produzierten, und zog handliche
Ok=
tavausgaben allen anderen vor. Auf Einbände legte er
großen Wert; die meiſten ſeiner Bücher ſind in rotem
Maroquinleder mit Goldſchnitt gebunden. Der ſonſt ſo
ſparſame Herrſcher hat für ſeine verſchiedenen
Bibliothe=
ken große Aufwendungen gemacht; die ſich aus den
Scha=
tullrechnungen ergebenden Geſamtſummen von 20963
Talern 11 Groſchen für Anſchaffung und 13003 Taler
22 Groſchen für Einbinden der Bücher geben noch kein
vollſtändiges Bild von ſeinen Ausgaben; doch hat der
alte Fritz viele Bücher an die königliche Bibliothek
abge=
geben oder ſonſt verſchenkt.
Von den verſchiedenen Buchhändlern, von denen er
neben ſeinen literariſchen Agenten die Bücher bezog, iſt er
bis ans Lebensende nur einem, Pitra, treu geblieben;
die anderen bekamen wegen zu hoher Preiſe keine
Auf=
träge mehr. Aus den eigenhändigen Beſtellzetteln, die der
alte Fritz nach Berlin ſchickte, erſieht man, welch hohen
Wert er auf beſtimmte Ausgaben legte. Als ihm Pitra
z. B. eine im Deckerſchen Verlage erſchienene Ausgabe der
Akademika von Cicero ſchickt, ſchreibt er entrüſtet zurück:
„Wenn ich die Akademiken von Cicero verlange, ſo meine
ich damit die Ausgabe von Durand und durchaus nicht
die des alten Schwätzers Caſtillon.” Ein ander Mal will
er einen Polybius haben, erhält die ſechsbändige von
Fo=
lard kommentierte Ausgabe, von der er bereits 1763 ſelbſt
einen Auszug hat drucken laſſen, und antwortet
ungehal=
ten: „Wenn ich von Herrn Pitra Polybius verlange, dann
will ich nicht den Polybius von Folard, den ich ſehr gut
kenne; wenn er mich in Zukunft nicht beſſer bedient, ſo
ſoll er wieder zu ſeinem Lehrmeiſter zurückgehen, an den
ich mich wenden werde, um ihm zu befehlen, meine
Auf=
träge aufmerkſamer auszuführen.”
Pitra mußte manchmal auf ſeine Bezahlung warten;
ſo wurde ihm in einem Kabinettsſchreiben vom 17.
De=
zember 1784 mitgeteilt, die Bezahlung der ſchuldigen 1003
Taler werde bei des Königs Anweſenheit in Berlin zu
Weihnachten erfolgen. Aber als der König zu
Weihnach=
ten nach Berlin kam, wurde auch nicht bezahlt, und Pitra
hatte bereits die Hoffnung aufgegeben, als am erſten
Weihnachtsfeiertag morgens um 5 Uhr heftig bei ihm
ge=
klopft wurde. Ein Bote des Königs brachte eine Rolle
mit 50 Talern. Wie der Kammerdiener Schöning erzählt
war er um 4 Uhr aufgewacht und hatte den Diener
ge=
fragt: „Iſt nicht heute ein Feſt?” Und als er hörte, es
ſei Weihnachten, rief er aus: „Ach, mein Gott, und mein
armer Buchhändler hat vielleicht nicht die Mittel, um
ſeinen Kindern eine kleine Ueberraſchung zu bereiten,
während ich ſein Schuldner bin.”
Nummer 193.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juli 1914.
Seite 3.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. Juli.
Kühlende Sommergetränke.
ml. Was ſoll man am zweckmäßigſten trinken, um
den Körper ſelbſt in dieſer wärmſten Sommerszeit friſch
zu halten und das lähmende Durſtgefühl zu bezwingen?
An des alten griechiſchen Dichters Pindar wohlweiſem
Ausſpruch: „Das Waſſer iſt doch das Beſte” iſt nicht zu
rütteln. Das iſt die Quinteſſenz aller hochſommerlichen
Trinkweisheit. Sei es nun, daß man gutes friſches
Waſ=
ſer oder Mineralwaſſer zu ſich nimmt. Aber man ſollte
auch beim Waſſer die nötige Vorſicht walten laſſen.
Be=
ſonders das vielgerühmte Brunnen= oder Pumpenwaſſer
iſt vielfach ſtark bakterienhaltig, da die Brunnen meiſt
offen oder nur ſchlecht zugedeckt und gegen Verunreinigung
alſo unzulänglich geſchützt ſind.
Wenn es mithin im feuchtfröhlichen Kreiſe ſonſt heißt:
„Nur im Wein allein iſt Wahrheit” dann muß in dieſen
Hitzetagen der Wein unbedingt durch das Waſſer erſetzt
werden. Denn im Wein iſt jetzt nicht Wahrheit,
über=
haupt in keinem alkoholhaltigen Getränk. Der oberſte
Grundſatz jedes kühlenden Sommergetränkes muß
viel=
mehr Alkoholfreiheit oder doch größte Alkoholarmut ſein.
Man tut gut, wenigſtens zu den Tagesſtunden, wo die
Hitze am größten iſt, auf Bier und Wein ganz zu
verzich=
ten. In den Abendſtunden mag ja der, der glaubt, dieſe
Genüſſe nicht entbehren zu können, ſich einen friſchen
Trunk Bieres oder einen guten Schluck Wein zu Gemüte
führen.
Am beſten ſtillen die alkoholfreien Getränke den Durſt,
und hier iſt obenan der Tee zu ſetzen. Kalter,
abgeſtan=
dener Tee, ohne jeden Zuſatz von Zucker, Milch uſw.,
wenn möglich eisgekühlt, iſt ein außerordentlich
bekömm=
liches, erfriſchendes und belebendes Getränk, und höchſtens
der Herzkranke ſollte darauf verzichten. Kalter Tee iſt ja
das Getränk der Soldaten auf Märſchen, und zu ihm
nehmen auch unſere Wandervögel ihre Zuflucht. Auch
kalter Kaffee tut bei Hitze gute Dienſte. In ſtark erhitztem
Zuſtande ſollte man jedoch niemals ſich an kalter Milch
zu laben ſuchen, und auch wenn das Durſtgefühl noch kein
allzu brennendes iſt, ſollte man Milch immer nur unter
gleichzeitigem Genuß von Brot zu ſich nehmen. Im
an=
deren Falle verkäſt nämlich die Milch leicht im Nagen,
was zu den ſchwerſten Folgen führen kann. Ein ſehr
leicht und billig herzuſtellendes, leider nur wenig
bekann=
tes Getränk iſt der Brottee. Alte Brotfheiben werden
aufgebrüht, mit Zucker geſüßt, abgegoſſen und in den
Eisſchrank geſtellt. Der auf dieſe Weiſe gewonnene Trunk
wird von vielen als der Nektar der heißen Jahreszeit
ge=
prieſen. Auf die große Zahl der Kaltſchalen, die ja
überall verbreitet ſind, und für die die meiſten Hausfrauen
ein Sonderrezept haben, braucht wohl nicht näher
ein=
gegangen zu werden.
Bekannt iſt die kühlende Wirkung der Gurke, und
Gurkenbowle iſt deshalb auch ein ausgezeichnetes
Er=
friſchungsgetränk zur warmen Jahreszeit. Die
Gurken=
bowle hatte einen hohen Protektor in dem Prinzen
Fried=
rich Karl, dem großen Heerführer des deutſch=franzöſiſchen
Krieges, der in den Manövertagen ſeine Offiziere
regel=
mäßig mit Gurkenbowle zu bewirten pflegte. Allerdings
iſt dabei der Alkohol nicht ganz verbannt. Man ſtellt ſie
her, indem man eine rohe Gurke mit etwas Zucker in einer
Miſchung von Weißwein und Selterswaſſer ziehen läßt.
Den Italienern verdanken wir die Eislimonaden. Doch
ſollte man bei ihnen ziemlich vorſichtig ſein und die
vie=
len in den Handel gebrachten Limonaden mit ihren
grel=
len Farben und künſtlichem Geſchmack meiden. Die
natür=
liche Limonade, d. h. friſcher Zitronenſaft mit Zucker und
kaltem Waſſer, iſt eines der bekömmlichſten Getränke bei
Hitze, und es hat zugleich den Vorteil, daß die
Zitronen=
ſäure die ſchädlichen Wirkungen der Fleiſchnahrung, von
der wir im Sommer vielzuviel zu uns nehmen, eindämmt.
Die Frage nach dem Was wäre alſo im großen und
ganzen beantwortet. Bleibt nur noch das Wie und das
Wieviel. Früher war das Trinken in erhitztem Zuſtande
nach einem Marſche ſtreng verpönt. Man ſollte, ſo lautete
die alte Weisheit, mindeſtens eine Viertelſtunde
aus=
ruhen, etwas Brot hinabwürgen und ſich dann erſt den
Trunk zu Gemüte führen. Ganz falſch iſt das natürlich
nicht. Aber es liegt doch auch nur ein Körnchen
Wahr=
heit darin, und heute vertreten die mediziniſchen
Auto=
ritäten die Anſicht, daß Getränke von ungefähr 8 Grad
Wärme am bekömmlichſten ſind und ſelbſt in erhitztem
Zuſtande ohne Gefahr genoſſen werden können. Jedoch
auch ſolche von niedrigerer Temperatur, etwa von 5 Grad,
ſind, ſchluckweiſe genommen, unſchädlich. Sie werden
nämlich in der Mundhöhle ſo weit vorgewärmt, daß ſie
im Magen raſch auf die Körpertemperatur kommen. Als
die wichtigſte hochſommerliche Trinkregel aber merke man
ſich, daß beim Trinken immer Maß gehalten werden
muß. Schluckweiſe ſoll man die Erfriſchung genießen,
nicht den Fehler begehen, den Trank in einem Zuge hinter
die Binde zu gießen. Gerade auf dieſes haſtige Trinken,
nicht ſo ſehr auf die niedrige Temperatur des Getränkes
ſelbſt, ſind die üblen Folgen, die ſich nach dem Genuſſe
eines zu kalten Trunkes einſtellen, wie
Magenverſtimmun=
gen und ſtechender Kopfſchmerz, zurückzuführen.
* Empfänge. Der Großherzog empfing geſtern
den Hauptmann Donner, Batteriechef im 3. Lothr.
Feld=
art.=Regt. Nr. 69, den katholiſchen Diviſionspfarrer
Krauſe, den Leutnant Irmiſch vom Eiſenbahn=Regiment
Nr. 3, kommandiert zur Dienſtleiſtung beim Leibgarde=
Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den
Vize=
poſtdirektor Friſch von Friedberg; zum Vortrag den
Vorſtand des Kabinetts Wirkl. Geheimrat Römheld Exz.,
den Geh. Legationsrat Dr. Neidhart.
*Ordensverleihung. Der Großherzog hat
dem Leibkutſcher Karl Schneider das
Dienſtehren=
zeichen für 50 Hofdienſtjahre in Silber zum 15. Juli d. J.
verliehen.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Johann Koch
zu Schwabsburg, Kreis Oppenheim, eine Lehrerſtelle an
der Volksſchule zu Biſchofsheim, Kreis Groß=Gerau; der
Schulamtsaſpirantin Eva Buſch aus Ober=Mörlen,
Kreis Friedberg, eine Lehrerinſtelle an der Volksſchule
daſelbſt.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 17 vom
15. Juli hat folgenden Inhalt: 1. Geſetz, die
Tage=
gelder und die Reiſekoſten der Ständemitglieder
be=
treffend. 2. Bekanntmachung, die Wahl der
Ver=
ſicherungsvertreter als Beiſitzer der Verſicherungsämter
betreffend.
E Die Veranlagung des Wehrbeitrags in Heſſen
kann in der Hauptſache als beendet angeſehen werden.
Das Ergebnis ſtellt ſich insgeſamt auf rund
16000000 M. und verteilt ſich wie folgt auf die einzelnen
Veranlagungs= (Finanzamts=) Bezirke: Alsfeld 140 949 M.,
Büdingen 233908 M., Butzbach 138072 M., Friedberg
795 201 M., Gießen 916878 M., Grünberg 56697 M.,
Homberg 42876 M., Hungen 358806 M., Lauterbach
109365 M., Nidda 102972 M., Schotten 32061 M.,
Beer=
felden 49917 M., Darmſtadt I 3553 400 M.,
Darm=
ſtadt II 187725 M., Dieburg 113601 M., Fürth
128049 M., Groß=Gerau 149205 M., Heppenheim 68 256
Mark, Höchſt 50 919 M., Langen 115 188 M., Michelſtadt
226959 M., Offenbach I 1728783 M., Offenbach II
97488 M., Reinheim 86 139 M., Seligenſtadt 38925 M.,
Zwingenberg 476235 M., Alzey 207108 M., Bingen
357 210 M., Mainz I 2372529 M., Mainz II 217617 M.,
Mainz III 456700 M., Ober=Ingelheim 134373 M.,
Oppenheim 202068 M., Oſthofen 159855 M.,
Wörr=
ſtadt 68589 M., Worms I 1686738 M., Worms II
163 455 M. (Darmſt. Ztg.)
g. Provinzialausſchuß. Das Kreisamt Darmſtadt
beantragte die Entziehung der dem Karl Abt zu
Darm=
ſtadt erteilten Wirtſchaftskommiſſion für das Haus
Holz=
ſtraße 22. Die Konzeſſion war vor etwa einem Jahre
erteilt. Es iſt nun dem Polizeiamt zur Kenntnis
ge=
kommen, daß wiederholt über die Polizeiſtunde hinaus
Wirtſchaft betrieben wurde. Auch ſoll Gaſtwirtſchaft
ge=
führt worden ſein, obgleich nur Schankwirtſchaft
konzeſ=
ſioniert war. Schließlich ſollen auch Verſtöße gegen die
Sittlichkeit vorgekommen ſein. Der Provinzialausſchuß
beſchloß weitere Beweiserhebung. Der Antrag des
Ver=
treters des Polizeiamts auf Schließung der Wirtſchaft
durch einſtweilige Verfügung wurde abgelehnt. — Weiter
beſchäftigte ſich der Provinzialausſchuß mit dem
Konzeſ=
ſionsgeſuch der H. Marx Ehefrau zu Langen um
Geneh=
migung zum Betriebe einer Privatentbindungsanſtalt.
Der Verwaltungsgerichtshof hatte bekanntlich der
Revi=
ſion des Kreisgeſundheitsamts ſtattgegeben, weil der
Geſuchſtellerin die Konzeſſion ohne Bedingungen erteilt
worden war und die Sache zur anderweitigen
Entſchei=
dung an den Provinzialausſchuß zurückverwieſen. Dieſer
ſetzte nunmehr entſprechende Bedingungen feſt. Die Koſten
des Verfahrens fallen zur Hälfte der Geſuchſtellerin, zur
Hälfte der Staatskaſſe zur Laſt. — Dem Walter
Schön=
felder zu Neu=Iſenburg war vom Kreisamt der Wan=
dergewerbeſchein zum Handel mit Gradhaltern verſagt
worden, da nach § 56 der Gewerbeordnung der Verkauf
von Heilmitteln im Umherziehen unterſagt ſei. Der
Pro=
vinzialausſchuß verwarf die von ihm eingelegte
Be=
rufung.
* Dringende Warnung. Für eine „Espoſizione
inter=
nazionale dell’ Induſtria=Alimentazione ed Igiene in
Genua” vor der die „Ständige Ausſtellungskommiſſion
für die Deutſche Induſtrie” bereits im Jahre 1912 hat
warnen müſſen, ſind in jüngſter Zeit die Werbungen
wie=
der aufgenommen worden. Anſcheinend wird eine
Ver=
wechſelung mit der gegenwärtig mit ſtaatlicher
Unterſtütz=
ung in Genua ſtattfindenden „Internationalen Marine=
Marinehygiene= und italieniſchen Kolonial=Ausſtellung”
bezweckt. Die „Ständige Ausſtellungskommiſſion für die
Deutſche Induſtrie” rät gegenüber dem Unternehmen, vor
dem ſoeben auch die Schweizeriſche Zentralſtelle für das
Ausſtellungsweſen gewarnt hat, erneut äußerſte
Vor=
ſicht an.
Eiſenbahndirektionspräſident Laury iſt mit
mehrwöchigem Urlaube nach dem Schwarzwald abgereiſt.
D Poſtſcheckverkehr. Der bargeldloſe
Zahlungs=
ausgleich zwiſchen den Poſtſcheckämtern in Berlin, Breslau,
Cöln, Frankfurt (Main), Hamburg, Hannover,
Karls=
ruhe (Baden), Leipzig und den Abrechnungsſtellen der
Reichsbank hat ſich auch im 1. Halbjahr 1914 erfreulich
weiter entwickelt. In den Abrechnungsverkehr gelangten
über 300 000 Schecks im Betrage von rund 2,6
Mil=
liarden Mark.
* Kammerſpiele. Unter Bezugnahme auf den in
der geſtrigen Nummer gebrachten Artikel über „Andreas
Gryphius” werden wir erſucht, mitzuteilen, daß die
Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft
im Gedenken des 250. Todestages dieſes großen deutſchen
Dichters des 17. Jahrhunderts, die erſten ihrer drei
Kammerſpielabende des Winters Andreas Gryphius
widmen wird. Zur Aufführung gelangt des Dichters
dreiaktiges Schimpfſpiel „Absurda Comica” oder „Der
Herr Peter Squenz”.
nn. Die deutſchen Marinevereine haben der
Prinzeſ=
ſin Heinrich von Preußen aus Anlaß ihres 49.
Geburts=
tages folgenden Feſtgruß gewidmet: Ihrer
König=
lichen Hoheit der Prinzeß Heinrich zum
Ge=
burtstag! Am 11. Juli trat Ihre Königliche Hoheit
die Prinzeſſin Irene in ihr 49. Lebensjahr. Seit
dem 24. Mai 1888 iſt die Prinzeſſin mit dem Großadmiral
Prinzen Heinrich von Preußen, dem Generalinſpekteur
der Kaiſerlichen Marine, vermählt. Durch dieſe Ehe
wurde der Prinz der Schwager des engliſchen Admirals
Ludwig von Battenberg und des jetzt regierenden Kaiſers
Nikolaus II. von Rußland, ſowie des verſtorbenen
Groß=
fürſten Sergius von Rußland. Die Prinzeſſin iſt die
Tochter des verblichenen Großherzogs Ludwig IV. von
Heſſen und die Schweſter des jetzt regierenden
Großher=
zogs Ernſt Ludwig von Heſſen und bei Rhein und eine
Enkelin der verſtorbenen Königin von England. Der
hochgeehrten Fürſtin, der treuen Gattin und liebevollen
Mutter, der erſten Seemannsfrau im
Deut=
ſchen Reich, die in Leid und Freud ſich ſtets gleich
ge=
blieben, gelten unſere beſten Glück= und Segenswünſche.
nn. Der Marine=Verein Darmſtadt, welcher vom 18.
bis 20. ds. Mts. in Verbindung mit den vereinigten
Krie=
gervereinen Darmſtadts ſein 15jähriges
Stif=
tungsfeſt, verbunden mit Flaggenweihe, feiert,
hat ſeine neue Flagge von heute ab bis zum Freitag in
den Geſchäftsräumen der Hofmöbelhandlung Trier, Ecke
Wilhelminenſtraße und Eliſabethenſtraße, ausgeſtellt. Die
Flagge entſtammt der Thüringer Fahnenfabrik Koburg
und iſt aus freiwilligen Beiträgen von Marineoffizieren,
Ehrenmitgliedern und Mitgliedern des Marinevereins
Darmſtadt beſchafft worden. Die mit ausgeſtellte
Fah=
nenſchleife iſt eine Stiftung der Damen des Vereins
und wird bei der Flaggenweihe am 19. dem
Marinever=
ein überreicht werden. Die Weiherede bei der
Flaggen=
feier hat Seine Exzellenz Herr Vizeadmiral Jacobſen in
liebenswürdiger Weiſe übernommen.
C.K. Wie ſchützt man ſich gegen Hitzſchlag? Auf dieſe
Frage, die in dieſen Tagen der Sommerglut nicht ohne
Bedeutung iſt, gibt der Profeſſor Andrew Duncan von
der Londoner Hochſchule für Tropenheilkunde eine
inter=
eſſante Antwort. Profeſſor Duncan iſt, anknüpfend an
die perſönlichen Erfahrungen eines engliſchen Offiziers,
der jahrelang in den Tropen ſtand, dazu übergegangen,
eine Reihe praktiſcher Experimente zu veranſtalten, die ſich
auf die Annahme gründeten, daß die gefährlichen
Sonnen=
ſtrahlen nicht die Wärmeſtrahlen, ſondern die chemiſchen
Feuilleton.
ck. Kaiſerin Eugeniens Pilgerfahrt. In der großen
Schar fremder Gäſte, die in den letzten Tagen Paris
be=
ſuchten, befand ſich auch eine ſchwarzgekleidete gebeugte
alte Frau, die, nur von wenigen erkannt und von der
Maſſe unbeachtet, ſchweigſam die Stätten beſuchte, die
für ſie unvergeßliche Erinnerungen bergen. Es war
Kai=
ſerin Eugenie, die noch einmal alle jene Orte wiederſehen
wollte, an denen ſie einſt Glück und Leid erfahren hatte.
Im Wagen ließ ſie ſich über den Boulevard du Temple
fahren, wo 1858 Orſini ſeine Bombe gegen die Equipage
warf, in der ſie mit Napoleon III. ſaß. Dann ſah man
die greiſe Frau auf der Place du Carrouſel aus dem
Wagen ſteigen und zwiſchen den beiden Pavillons
einher=
wandeln, die den Reſt der Pariſer Tuilerien bilden, in
denen Eugenie einſt die Königin Viktoria und den
Prinz=
gemahl von England als Gäſte bei ſich ſah. Die Kaiſerin
ging ſehr langſam und auf ihren Stock geſtützt, blieb
bis=
weilen in melancholiſche Betrachtungen verſunken ſtehen;
und ſchließlich ſchritt ſie auf ein Blumenbeet zu und beugte
ſich herab, um eine rote Geranienblüte zu pflücken.
„Hé lla-bas!” tönte die Stimme des Gärtners, „Sie wiſſen,
das iſt verboten.‟ Der Graf Walewski, der die
Exkaiſe=
rin begleitete, erklärte dem Beamten leiſe: „Es iſt die
Kai=
ſerin Eugenie, der Garten gehörte einſt ihr.” Und der
Gärtner blickte auf die ſchwarzverſchleierte alte Frau, bis
er mit plötzlicher Bewegung ſeinen Hut fortwarf, einen
gan=
zen Strauß Geranienblüten pflückte und ihn der Kaiſerin
darreichte. Noch am nächſten Tage ſah man Kaiſerin
Eugenie dieſen Strauß von Blumen aus den
Tuilerien=
gärten bei ſich tragen. Wohin ſie ihre Schritte auch lenkte,
vor ihren Augen erſtanden Erinnerungen an die
Vergan=
genheit. Sie ging ins Carnavalet=Muſeum, und
regungs=
los ſtand ſie hier lange vor der prachtvollen Wiege, die
aus herrlichem Mahagoniholz mit Bronzebeſchlägen
ge=
fertigt iſt und über dem Baldachin eine Krone zeigt. Die
Wiege ihres Sohnes war es, die Wiege des Prince
Im=
perial, der vor 35 Jahren unter den Speeren der Zulus
dahinſank. Aber am bitterſten mögen die Gedanken
ge=
weſen ſein, die Kaiſerin Eugenie beſchlichen, als ſie nach
Fontainebleau hinauszog und ſich von dem Konſervator
durch all die Räume führen ließ, in denen ſie ſo manche
fröhlichen Tage verbracht hatte, als das Schickſal ihr noch
freundlich lächelte. In dem Louis XIII.= Zimmer blieb
ſie plötzlich ſtehen. „Ach, mein Schmuckkaſten!” ſagte ſie
leiſe. Und dann las ſie die Inſchrift: „Schmuckkaſten aus
dem Beſitze Anna von Oeſterreichs, der Gemahlin
Lud=
wigs XIII.‟ Leiſe ſchüttelte ſie das Haupt: „Ich
ge=
brauchte ihn immer für meine Handſchuhe und meine
Fächer; dafür ſchenkte ihn mir der Kaiſer, als wir
heira=
teten.” In dem ſogen. Salle des Gardes hielt die
Kaiſe=
rin wieder inne. „Majeſtät werden Ihr Speiſezimmer
wiedererkennen” meinte der Führer, und zum erſten Male
lächelte die Beſucherin. „Ja”, ſagte ſie, „es war unſer
Privatſpeiſezimmer. Bei offiziellen Anläſſen ſpeiſten wir
in der Galerie Henri II. Der Eingang führte durch einen
dunklen, ſchmalen Gewölbegang, der wunderlich mit dem
Prunk des dahinter liegenden blitzenden Saales
kontra=
ſtierte.‟ Einen Augenblick ſtand die Kaiſerin in
Gedan=
ken verſunken, dann hob ſie das Haupt und fragte
plötz=
lich: „Und wo iſt die ſchöne Diana des Benvenuto
Cellini?” „Madame, ſie iſt im Louvre.” „Sie ſollte Ihnen
zurückgegeben werden.” M. d’Eſparés geleitete die ſtille
Beſucherin dann über den Gang an ein offenes Fenſter,
das Ausblick auf die Gärten gewährte. Die einſame
Frau ſchlang die Hände ineinander, und tief atmend ſagte
ſie zu ihrem Führer: „Wie herrlich die Gärten ſind.‟ Dann
ſchritt man die Stufen hinab, die zum Teich
hinunter=
führen. „Meine Gondel iſt nicht da” ſagte die Kaiſerin
mit einem wehmütigen Lächeln. Sie ſetzte ſich auf eine
Bank: „Nicht, daß ich müde wäre, aber ich möchte ſinnen
und mich erinnern, denn es kann lange währen, ehe ich
wiederkehre.‟ In dem kleinen chineſiſchen Muſenm
beſich=
tigte die Kaiſerin die ihr wohlbekannten alten Bilder aus
dem fernen Oſten. „Jedes Jahr ſchenkte mir der Kaiſer
eine Sammlung chineſiſcher Kunſtgegenſtände” erklärte ſie,
„und ich ſchenkte ihm alte Rüſtungen.” — Nun iſt die
Ex=
kaiſerin Eugenie wieder nach England zurückgekehrt, nach
dem ſtillen und einſamen Farnborongh.
) Das Nachtlämpchen im Vogelneſt. Auf eine
merk=
würdige Entdeckung, wie ſie die Tierkunde ſelten erlebt
hat, macht Wilhelm Bölſche in einer naturwiſſenſchaftlichen
Plauderei aufmerkſam, die er in der bei der Deutſchen
Verlags=Anſtalt in Stuttgart erſcheinenden Zeitſchrift
Ueber Land und Meer veröffentlicht. Es handelt ſich
da=
bei um ein Vöglein von juwelenhafter Herrlichkeit des
Gefieders, um die Amadine, die zu der Vogelgruppe der
Webefinken gehört. Rücken und Flügel dieſes entzücken=
den Tieres ſind von durchſichtigſtem Grasgrün, das gegen
die dunklen Schwanzſpitzen in ein zartes Himmelblau
verdämmert, am Halſe durch ein ähnliches Blauband und
einen ſchwarzen Samtſtrich davon getrennt, eine
leuch=
tend blutrote Kopfkappe, die tief bis über die Wangen
herabfällt und prachtvoll gegen das Elfenbeinweiß des
Schnabels und die ſchwarze Kehle ſteht; zu dieſem Grün
und Rot aber ſteht die Bruſt mit einem breiten Felde der
unvergleichlichſten Lila in ſchönem Gegenſatz, und die
ganze Farbenharmonie wird vollendet durch das ſatteſte
Dottergelb des Bauches. Es war den Zoologen ſchon
lange aufgefallen, daß die kleinen, noch nicht flüggen
Neſt=
jungen dieſer und verwandter Prachtfinken in den
Schnabelwinkeln beiderſeitig gewiſſe, dick
vorſprin=
gende Kugeln zeigten, die bei den ausgewachſenen Tieren
ſeltſamerweiſe vollſtändig verſchwanden. Es war dies
alſo eine Beſonderheit der Kinderſtube der
Jungamadi=
nen, und zwar ſtellte es ſich heraus, daß dieſe kleinen
Ku=
geln leuchteten, ſo wie die Nachtlämpchen in einer
menſch=
lichen Kinderſtube. In dem faſt geſchloſſenen Weberneſt
dieſer Finken iſt es nämlich dunkel, und ſo würde der alte
Vogel zur Atzung der Jungen kein Licht haben, wenn
nicht dieſe kleinen Lichtlein leuchteten, die höchſt
ſinn=
reicherweiſe von der Natur gerade dahin geſetzt ſind, wo ſie
am beſten der Nahrung den Weg weiſen; nämlich in die
Schnabelwinkel der kleinen Schnäbel ſelbſt. Was iſt das
nun für ein Leuchten in der Kinderſtube der Amadine?
Darauf konnte man erſt Antwort geben, nachdem
über=
haupt das Leuchten der Tiere in der Natur mehr erforſcht
war. Nicht nur die Glühwürmchen und Leuchtinfuſorien
verbreiten ja im Dunkel einen grellen Glanz, ſondern auch
allerhand Tieraugen, wie die der Katzen und Eulen. Bis
vor etwa 100 Jahren glaubte man nun, daß das
Katzen=
auge ein „Eigenlicht” habe. Erſt Prevoſt hat
nachgewie=
ſen, daß es ſich beim Leuchten des Katzenauges um eine
ganz zufällige Reflexerſcheinung für den Beſchauer
han=
delt, die mit eigener Leuchtkraft des Tieres nichts zu tun
hat. Dieſe Feſtſtellung erſchien zunächſt ſo
ungeheuer=
lich, daß noch der große deutſche Phyſiologe Johannes
Müller in eingehenden Experimenten die Tatſache
bewei=
ſen mußte. Einer der genialſten Schüler Müllers, Brücke,
konnte dann zum erſtenmal zeigen, daß auch das
menſch=
liche Auge, wenn man es im dunklen Raum mit einer
Blendlaterne beſtrahlt und dann einen Beobachter an
dieſer Lichtquelle vorbei hineinblicken läßt, für dieſen
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juli 1914.
Nummer 193.
Strahlen ſind. Daß die Wärme an ſich nicht Hitzſchlag
her=
orruft, zeigt uns die Tatſache, daß wir beiſpielsweiſe vor
den Hochöfen eines Eiſenwerkes oder vor den Keſſeln
eines Schiffes Hitzſchlägen nicht ausgeſetzt ſind.
Wiſſen=
ſchaftlich geſprochen, ſind in der Tat nur die aktiniſchen
Strahlen gefährlich, ſolange man ihnen nicht eine
Farb=
ſchicht entgegenſtellt, die gleichſam wie ein Sieb wirkt.
Das beſte Mittel gegen den Hitzſchlag iſt, ſeinen Körper
nicht anders zu behandeln, wie der Photograph ſeine
Platten. „Um das zu erreichen, umhülle man ſich mit
roten oder gelben Gewändern.‟ Der engliſche
Offizier, der in der Praxis zu dieſen Schlüſſen kam, trug
fortan nur gelbe Anzüge und einen gelben Tropenhelm
und blieb ſtets vor Anfällen von Hitzſchlag bewahrt.
Pro=
feſſor Duncan hat ſeinen Tropenhut mit rötlich
orange=
farbenem Flanell überzogen und mit einer Schicht
gleich=
farbiger Watte gepolſtert. Ebenſo fütterte er ſeinen
Khaki=
anzug mit orangefarbener Watte, beſonders in der
Ge=
gend des Rückens, und legte an ſonnigen Tagen zu
grö=
ßeren Märſchen ein rötlich orangefarbenes Hemd an.
„Dank dieſer Vorſichtsmaßregeln” ſchließt der Gelehrte,
„habe ich nie mehr die Wirkungen der Sonne zu
verſpü=
ren gehabt.”
* Schwerer Unfall. Geſtern vormittag kurz nach 10
Uhr ſtürzte ein an der Luftſchiffhalle beſchäftigter Schloſſer
von oben herab, wobei er einen Schädelbruch, ſchwere
innere Verletzungen und einen komplizierten
Oberarm=
bruch am rechten Arm erlitt. Die Rettungswache brachte
den Bedauernswerten nach Anlegung von Notverbänden
m Krankenautomobil nach dem Städtiſchen
Kranken=
hauſe. Bald nach ſeiner Einlieferung iſt er geſtorben.
* Konzerte uſw. Hugenſchütz’ Felſenkeller.
Das vorgeſtrige Konzert der Kapelle des Garde=Dragoner=
Regiments fand den ungeteilten Beifall des Publikums
und war wiederum von ca. 1700 Perſonen beſucht. Herr
Obermuſikmeiſter Mittelſtädt, der auf eine künſtleriſche
Ausführung der Konzerte großen Wert legt, iſt mit
ſeiner vollzähligen Kapelle auch in Zukunft für jeden
Dienstag verpflichtet. — Am kommenden Freitag
kon=
zertiert wieder die vollzählige Kapelle der 6ler Artillerie
unter Obermuſikmeiſter Webers Leitung.
Die elektriſche Straßenbahn nach der Bergſtraße
iſt um einen Schritt weitergekommen. Am Montag
nach=
mittag erfolgte die landespolizeiliche Abnahme
ſeitens der Aufſichtsbehörde für die neu errichtete
Stra=
ßenbahnſtrecke von Eberſtadt Wartehalle bis zum
ſüd=
lichen Ausgang des Ortes (Friedhof). Die geſamte
Strecke iſt zweigleiſig ausgebaut und die Stromleitung
mit dem Umformerwerk in Eberſtadt in Verbindung
ge=
bracht. Innerhalb des Ortes iſt die elektriſche
Ober=
leitung als normale Straßenbahnoberleitung ausgeführt
und für die Weiterführung von Eberſtadt nach Seeheim
ſoll wieder die Vielfachaufhängung angewendet werden,
von welcher bereits ſchon ein Stück hergeſtellt iſt.
Die Halteſtellen wurden feſtgelegt und ſind,
außer der bisherigen (Wartehalle) neu hinzugekommen:
1. Pfungſtädter Straße, 2. Kirche, 3. Frankenſtein. Die
letztere Halteſtelle iſt jedoch nur verſuchsweiſe an die
Ringſtraße gelegt, und ſoll ſpäter das Aus= und
Einſtei=
gen an den beſonders von der Heſſiſchen Eiſenbahn=A.=G.
ausgeführten Bahnſteigen erfolgen. Am geſtrigen Abend
hatte die Direktion der Heſſiſchen Eiſenbahn=A.=G. den
Gemeinderat der Stadt Eberſtadt zu einer
Beſichtigungs=
fahrt von der Wartehalle bis zur Halteſtelle Frankenſtein
eingeladen. Bürgermeiſterei und Gemeinderat waren
vollzählig vertreten, und von den Darmſtädter Herren
waren anweſend Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing,
Ge=
heimerat Kittler und Direktor Möller. Nach der Fahrt
wurden beim Schoppen im Reſtaurant Waldhaus manche.
Worte gewechſelt, aus denen jedoch der einſtimmige Klang
hervorging, daß allgemeine Zufriedenheit über die
Durch=
führung der Straßenbahn herrſcht. Die Aufſichtsbehörde
hat gegen die Betriebseröffnung nichts einzuwenden,
wenn die ſeitens der Stadt Eberſtadt noch
vorzunehmen=
den Pflaſterarbeiten beendet werden. Vorausſichtlich
wird die Straßenbahnſtrecke von Wartehalle bis
Halte=
ſtelle Frankenſtein am Freitag, den 17. d. M., in der Frühe
eröffnet.
Zur Gründung einer Stein=Fichte=Schule
ſchreibt man uns: Vor einigen Tagen iſt hier ein Verein
„Stein=Fichte=Schule” gegründet worden, der eine von
ihm zu gründende private Reformſchule bereits im Herbſt
dieſes Jahres ins Leben treten laſſen will. Die Schule
Beobachter leuchtet. Es war ein anderer großer
Phyſio=
loge und Schüler Müllers, du Bois=Reymond, in deſſen
Auge zuerſt das „Katzenlicht” gezeigt wurde. Und an dies
Experiment ſchloß ſich einer der größten mediziniſchen
Fortſchritte aller Zeiten, die Erfindung des Augenſpiegels
durch Helmholtz, der einen Hilfsapparat konſtruierte, um
die Brückeſche Theorie des menſchlichen Augenleuchtens
ſeinen Schülern möglichſt anſchaulich zu zeigen, und dabei
zu ſeiner großen Freude plötzlich die menſchliche Netzhaut
beobachten konnte. Auch die „Nachtlämpchen” der
Ama=
dine leuchten nun, wie Chun dargetan hat, nach der
Methode des Katzenauges. Die winzigen blauen
Glüh=
birnen, die das finſtere Neſt des Finken illuminieren,
wir=
ken als ein raffinierter Reflektierapparat, indem ſie die
ſchwachen Stäubchen Dämmerlicht der nicht abſolut
dunklen Neſtſtube konzentrieren und hell zurückſtrahlen.
Das. Wunderbarſte iſt aber, daß dieſes reflektierte Licht
hier im Dienſte eines beſtimmten Nutzzweckes ſteht und
von der Jungamadine zu ihrer eigenen Fütterung
an=
gezündet wird.
* Chineſiſche Kleiderſorgen. Dem chineſiſchen
Mini=
ſterium des Innern hat Juanſchikai und der Volkswille
eine Aufgabe geſtellt, deren Löſung dem Miniſter und
ſei=
nen Räten nicht wenig Kopfzerbrechen verurſacht: es ſoll
eine moderne republikaniſche Feſttracht, eine Art
National=
tracht für alle amtlichen Würdenträger der chineſiſchen
Re=
publik, entworfen werden. Als das chineſiſche Parlament
zuſammentrat, führte man als offizielle Tracht aller
Zivil=
beamten bei amtlichen oder feſtlichen Gelegenheiten den
europäiſchen Frack mit Zylinder ein. Juanſchikai gab
ſelbſt das Beiſpiel und ließ ſeinem jungen Sohne einen
prachtvoll ſitzenden engliſchen Frack bauen. Aber dagegen
haben ſich die Vertreter der chineſiſchen Handelswelt
er=
hoben, und die Oppoſition gegen Frack und Zylinder iſt
ſo heftig geworden, daß die Regierung eingelenkt hat. Vor
allem ſollen in der Nationaltracht chineſiſche Traditionen
zum Ausdruck kommen; dann aber ſoll das Amtsgewand
aus chineſiſchem Stoffe ſein, einem Material, das man
nicht erſt aus dem Auslande einzuführen braucht: kurz,
aus Seide. Nun ſoll das Miniſterium des Innern dieſe
wichtige Frage ſtudieren und löſen. Ein Koſtüm ſoll
er=
ſtehen, das modern iſt und doch chineſiſch und nur aus
Seide gefertigt werden kann. Der Phantaſie der
Beklei=
dungskünſtler winkt alſo im fernen Oſten eine
ausſichts=
reiche und zweifellos auch lohnende Aufgabe.
ſoll die Erziehungsgedanken des Philoſophen Fichte und
des Staatsmannes Stein verwirklichen. Aeußerlich baut
ſich der Schulbetrieb auf einen großen Schulgarten auf,
in dem die Kinder arbeiten ſollen; indem ſie dort Keimen
und Wachſen der Pflanzen, die Pflege von Haustieren,
die techniſche und wirtſchaftliche Verwertung der Produkte
in eigener Tätigkeit erleben, wird das Material an
Vor=
ſtellungen gewonnen, aus dem der Unterricht das
Welt=
bild aufbauen wird. Gleichzeitig werden ſich aus der
Ordnung der Arbeit eine Reihe von Beziehungen zu dem
Grundſtück und der Einzelnen untereinander ergeben,
durch die die Kinder aus dem Bedürfnis der gemeinſamen
Arbeit heraus in die einfachſten Typen ſozialer und
recht=
licher Beziehungen eingeführt werden, ſo daß ſie auch
dieſe in eigener Willensbetätigung erleben. So wird die
Schule eine Erziehung zum Gemeinſinn, das heißt
ſtaats=
bürgerliche Erziehung im beſten Sinne geben.
Dafür, daß dieſe Ideen mit praktiſchem Erfolge
durch=
geführt werden, bürgt die Perſönlichkeit des Leiters.
Herr Johannes Langermann, der pädagogiſchen
Kreiſen längſt als Schriftſteller bekannt iſt, hat ſchon vor
Jahren dieſes ſein Syſtem praktiſch erprobt. Die
Um=
ſtände wollten es damals, daß er ſeinen Verſuch nur an
einer Schule für ſchwachbegabte Kinder machen konnte.
Um ſo beweiſender ſind aber die überraſchenden Erfolge,
die er dort an Verſtandes= und Willensbildung erzielt
hat. Er hat ſeine Erfahrungen an dieſer Schule in der
kleinen Schrift „Der Erziehungsſtaat nach Stein=
Fichte=
ſchen Grundſätzen” 10. Auflage, Verlag Mathilde=
Zim=
mer=Haus, Berlin=Zehlendorf, niedergelegt. Es liegt auf
der Hand, daß eine ſolche Schule mehr Schulgeld als die
Staatsſchule verlangen muß, immerhin wird ſich der
Be=
trag in ſolchen Grenzen halten, daß es einer erheblichen
Zahl von Eltern in Darmſtadt und ſeiner nächſten
Um=
gebung möglich ſein wird, ihren Kindern den Segen einer
ſolchen Schule zuteil werden zu laſſen, die durch freudige
Arbeit Verſtand und Willen bilden will. Die Schule ſoll
Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren aufnehmen und
ſoweit bringen, daß ſie in der Staatsſchule die
Aufnahme=
prüfung für Ober=Sekunda der Oberrealſchule beſtehen
können. Sie iſt eine Tagesſchule, die die Kinder im
all=
gemeinen nicht länger als die Staatsſchule in Anſpruch
nehmen wird.
Offenbach, 15. Juli. (Betriebsunfall.) Ein
ſchwerer Betriebsunfall ereignete ſich geſtern in den Union=
Lederwerken vormals Wilh. Heinrich Philippi, G. m. b. H.
Der Arbeiter Johann Valentin Mak geriet mit der linken
Hand ſo unglücklich in eine Lederwalze, daß ihm
ſämt=
liche Finger vollſtändig abgequetſcht
wurden.
Heuſenſtamm, 15. Juli. (
Genoſſenſchaft=
iches.) Zwiſchen dem ehemaligen Direktor der Spar=
und Darlehenskaſſe I, dem Landwirt Georg Winter, und
der Genoſſenſchaft iſt vor dem Offenbacher Amtsgericht
ein Vergleich zuſtande gekommen, nach dem Winter
gegen Zahlung einer Abfindung von 14500 M. von allen
Verpflichtungen der Genoſſenſchaft gegenüber entbunden
worden iſt. Die Genoſſenſchaft, die als Abfindung anfäng
lich 25000 Mark gefordert hatte, hat ſich zur Uebernahme
der Tragung der hohen Protokollierungskoſten bereit
er=
klärt. Der geſamte Fehlbetrag iſt auf 106000 Mark
ange=
wachſen.
Neu=Iſenburg, 15. Juli. (Diebſtahl?) Ein
hieſi=
ger, 24 Jahre alter, ſtellenloſer Portefeuiller fand
angeb=
lich im Stadtwalde das auf mehrere hundert Mark
lau=
tende Sparkaſſenbuch eines Dienſtmädchens. Als
er an der Sparkaſſe den Betrag erheben wollte, wurde er
von der verſtändigten Polizei verhaftet.
Sprendlingen, 15. Juli. (Schadenfeuer.) Hier
brach heute nacht gegen halb 2 Uhr in der vor dem Ort
gelegenen Ziegelei des Georg Krämer III. ein
Schaden=
feuer aus, das den Dachſtock in Aſche legte. Der Schaden
beträgt etwa 500 bis 600 Mark. Da der Brennofen, wo
das Feuer ausbrach, ſchon ſeit längerer Zeit nicht mehr in
Betrieb iſt, liegt anſcheinend Brandſtiftung vor. — (In
der Gemeinderatsſitzung) wurde auch über die
elektriſche Bahn Offenbach— Darmſtadt
beraten. Das Projekt ſei leider mehr zurück= als
vorge=
ſchritten wie ausgeführt wurde, indem man noch nicht
einig ſei, ob Schnellbahn oder ſogenannte Lokalbahn zu
wählen ſei. Zunächſt iſt nur der Bau geregelt: Offenbach
baut bis Egelsbach, Darmſtadt bis ans Südende
eben=
dahin.
Mainz=Koſtheim, 15. Juli. (Selbſtmord.) Als
die Ehefrau des Weinbergsarbeiters Georg Marſchall
geſtern morgen aus dem Frühgottesdienſte nach Hauſe
kam, fand ſie ihren Mann auf dem Speicher erhängt vor.
Der Bedauernswerte, der ſchon längere Zeit Spuren
gei=
ſtiger Umnachtung zeigte, hat die unſelige Tat
wahrſchein=
lich in einem ſolchen Anfalle begangen.
Finthen, 15. Juli. (Werber der
Fremden=
legion.) In der Nähe von Köln verhaftet wurden
zwei der vier Burſchen aus Heidesheim und Finthen, die
vor 14 Tagen mit unbekanntem Reiſeziel und mit
unred=
lich erworbenem Gelde verſchwanden. Gegen den „
Füh=
rer” der Reiſegeſellſchaft hat die Staatsanwaltſchaft in
Mainz ein Ermittelungsverfahren wegen Verdachts der
Werbung von jungen Leuten für die Fremdenlegion
ein=
geleitet.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Juli. An der Ecke der
Eiſenacher Straße bog ein Kraftwagen ſcharf um die
Ecke der Straße. Das Auto ſauſte über die Bordſchwelle
hinaus und prallte gegen eine große Linde und eine von
mehreren Perſonen beſetzte Bank. Fünf Perſonen
wur=
den verletzt. Nach übereinſtimmenden Bekundungen
zahl=
reicher Augenzeugen iſt der Unfall auf das übermäßig
ſchnelle Fahren des Chauffeurs zurückzuführen.
15. Juli. 800 éhemalige Artilleriſten aus
Süddeutſchland treffen heute nachmittag, vom
gro=
ßen Artillerieappell in Bremerhaven kommend, zum
Be=
ſuche der Reichshauptſtadt hier ein. Abends findet im
Kriegervereinshauſe ein Bankett ſtatt, das die in Berlin
lebenden Süddeutſchen mit ihren Landsleuten vereint.
Saarbrücken, 15. Juli. (Major a. D. Julius
Heß), der bis Ende des Jahres 1913 Bezirksoffizier des
Bezirkskommandos Saarbrücken war, iſt am 8. ds. Mts.
nach ſchwerem Leiden in Darmſtadt geſtorben. Major Heß
war hier im ganzen Saargebiet eine wohlbekannte Per
ſönlichkeit, trat er doch in den zahlreichen
Kontrollver=
ſammlungen, die er abhielt, mit den Mannſchaften des
Beurlaubtenſtandes in nähere Berührung. Es darf
be=
hauptet werden, daß er bei allen Reſerviſten beliebt war
da er bei den mancherlei Wünſchen und Klagen, die ihm
vorgebracht wurden, „ſah, was ſich machen ließ” und
wohl jeder ging befriedigt von ihm. Major Heß war
ein Freund der gedienten Soldaten, das darf ohne Ein
ſchränkung behauptet werden. Das bewies er auch durch
ſein großes Intereſſe, das er dem Kriegervereinsleben
entgegenbrachte. In den Kreiſen der
Kriegervereinsmit=
glieder war der Verſtorbene eine gern geſehene und in jeder
Beziehung beliebte Perſönlichkeit. Durch uneigennützige
Hingabe für die hohen Aufgaben des
Kriegervereinswe=
ſens und durch eine echt treue Kameradſchaft auch
gegen=
über den Geringſten, hat er die Herzen aller für ſich
ge=
wonnen. Sein Wirken in und außer Dienſt und ſein
ka=
meradſchaftlicher Sinn waren geradezu vorbildlich. Major
Heß war aber auch ein Freund der werdenden Soldaten,
der Jugend. Sie hatte in ihm einen warmen Förderer
geſunder Leibesübungen und durch Stiftungen von
Ehrenpreiſen für die verſchiedenen ſportlichen
Veranſtal=
tungen iſt ſein Name mit dem Saarbrücker Sportleben
eng verbunden. In all ſeinem Denken und Tun war er
ein deutſcher Mann mit geradem und offenem Sinne und
mit einem unverwüſtlichen Humor. Sein plötzlicher
Heim=
gang wird daher in weiteſten Kreiſen aufrichtig betrauert
werden.
Stuttgart, 15. Juli. (Denkmalſchändung.)
Heute nacht wurde das Schillerdenkmal vor dem
Hof=
theater mit Tinte beſpritzt. Die Gleichmäßigkeit der
Tin=
tenflecken läßt darauf ſchließen, daß die Tat mit einem
Pinſel ausgeführt wurde. Die Beſudelung erſtreckt ſich
ſchräg über den Faltenwurf des Mantels auf eine Länge
von 80 Zentimetern und eine Breite von 70 Zentimetern.
Düſſeldorf, 15. Juli. (Feuer.) Das
Landgerichts=
gebäude ſteht in Brand. Das Feuer wütet im
Dach=
geſchoß. Die geſamte Feuerwehr iſt tätig.
Duisburg, 15. Juli. (Durch Blitzſchlag
ein=
geäſchert.) Eine durch Blitz verurſachte Feuersbrunſt
zerſtörte das Elektrizitätswerk der Thyſſenſchen
Gewerk=
ſchaft „Deutſcher Kaiſer‟. Das Stahlwerk iſt infolgedeſſen
ohne Strom. Der Schaden wird auf 250000 Mark
ge=
ſchätzt.
Barmen, 14. Juli. (Defraudant.) Der 24 Jahre
alte Aushilfsſchreiber der Kölner Reichsbanknebenſtelle in
Köln=Nippes hat die hieſige Reichsbanknebenſtelle mit
Hilfe eines Gutſcheinformulars, auf dem er den Namen
des Direktors gefälſcht hatte, um 45000 Mark betrogen.
Der junge Mann hat ſich auf dem „Imperator” nach
Ame=
eika eingeſchifft. Es iſt durch Funkſpruch dafür
ge=
ſorgt, daß er in Neu=York feſtgenommen wird.
Kiel, 15. Juli. (Das zweite und dritte
Ge=
ſchwader der Hochſeeflotte), ſowie die kleinen
Kreuzer ſind heute nacht ausgelaufen. Die Schiffe
ver=
einigten ſich bei Skagen mit denen des erſten Geſchwaders
und den Panzerkreuzern zur diesjährigen
Sommer=
übungsreiſe, die nach Norwegen führt.
Kiel, 15. Juli. (Profeſſor van Calker) hat
einen Ruf nach Bonn als Nachfolger Zorns abgelehnt.
Salzburg, 15. Juli. (Abgeſtürzt.) Der
Ober=
bezirksarzt Kleinmann iſt in den Laferer Steinbergen
ab=
geſtürzt und tödlich verunglückt. Die Leiche iſt geborgen
worden.
London, 15. Juli. (Prinz Heinrich von
Preu=
ßen) wird der diesjährigen Regatta in Cowes auf ſeiner
Jacht „Carmen” beiwohnen. Er wird in dieſer Zeit Gaſt
des Marquis of Ormonde ſein.
London, 15. Juli. (Ein Ozeanfahrer.) Ein
be=
jahrter und verkrüppelter Mann namens Harborrow hat
das Wagnis unternommen, auf einem von ihm ſelbſt
ge=
zimmerten Segelboot den Atlantiſchen Ozean zu
durch=
queren. Harborrow iſt aus Bridgeport abgeſegelt.
Archangelsk, 14. Juli. (Untergegangen.) Im
Tanafjord an der Weſtküſte Norwegens iſt das
Peters=
burger Handelsſchiff „Joann Bogoslaw” mit dem
Be=
ſitzer des Schiffes, ſeiner Frau und der geſamten
Mann=
ſchaft untergegangen.
Petersburg, 15. Juli. (Rasputin nicht tot.)
Die geſtern hier eingetroffene und heute vom Rjetſch und
einigen anderen Blättern abgedruckte Nachricht vom Tode
Rasputins beſtätigt ſich nicht. Rasputin wurde in die
Stadt Tuemen übergeführt, wo eine Operation an ihm
vorgenommen wurde, die günſtig verlief.
21. Jahresverſammlung des
Hauptverbandes deutſcher
Ortskranken=
kaſſen, e. V.
Dritter Verhandlungstag.
*' Darmſtadt, 15. Juli.
Die Sitzung wird vormittags 9 Uhr eröffnet. Es
wird zunächſt die
Erſatzwahl
für ein ausgeſchiedenes Vorſtandsmitglied vorgenommen;
in Vorſchlag ſind gebracht Herren Simanowski=Berlin,
Leichſenring=Straßburg. Es wird Wahl durch einfache
Abſtimmung beſchloſſen und Herr Leichſenring gegen
we=
nige Stimmen gewählt. Es wird dann in der
Ausſprache zum Aerzteabkommen
fortgefahren. — Herr Hof=Karlsruhe faßt in wenigen
Worten die Stellungnahme der ſüddeutſchen, beſonders
der badiſchen Kaſſen zuſammen — es beſtanden und
be=
ſtehen noch dort beſondere Verhältniſſe, die berückſichtigt
werden müſſen, was in der Reſolution geſchehen könne.
Ohnecke=Lehe bittet trotz vieler Unannehmlichkeiten
die das Abkommen enthält, ihm zuzuſtimmen.
Jäker=Düſſeldorf beſpricht im beſonderen die
Ab=
löſung der „Nothelfer”, jener Aerzte, die vor dem Kampf
mit den Kaſſen Verträge ſchloſſen und dann „abgeſchoben”
worden ſind. Dieſe Abſchiebung geſchehe recht oft in einer
nicht zu rechtfertigenden Weiſe, er könne Herrn Fräßdorf
den Vorwurf nicht erſparen, daß er ſich den Anſchauungen
des Leipziger Aerzteverbandes bedenklich nähere.
Scholich=Breslau ſtellt feſt, daß Breslau der
Brenn=
punkt im Streit war und nur den dortigen Kaſſen iſt zu
danken, daß der Aerzteverband nicht Oberhand gewann,
ſpäter ſei ihnen freilich der Schutz zum guten Teil
ver=
loren gegangen. — Bezüglich der Abfindung wünſche er
auch einige Nobleſſe gegen die Nothelfer. Herrn
Pollen=
der könne er ſelbſt in bedingter Empfehlung kollektiver
Verträge mit den Aerzten nicht folgen. Der 10jährige
Friede werde lediglich auf dem Papier ſtehen. Es wird
hierauf die außerordentlich wichtige und intereſſante
De=
batte geſchloſſen. Nach längeren Auseinanderſetzungen
geſchäftsordnungsmäßiger Art wird Herrn
Fräßdorf das Schlußwort zugebilligt. Die
Not=
helfer verlangen oft ungebührliche Abſindung, ſie müſſe
auf ein vernünftiges Maß gebracht werden, da alle Kaſſen
die Koſten tragen müſſen Den Badenſern mußte
ent=
gegen gewirkt werden, da ſie den Aerzten über jede
Ge=
bühr Honorarforderungen zubilligen wollten. Die
Bres=
lauer Verhältniſſe, bezüglich des 5 Jahr=Vertrages ſeien
nicht ſchlecht, Breslau trage auch nicht allein die Koſten
für die Nothelfer. Wenn in Lehe die Anwendung des
§ 370 gut gegangen iſt, ſo ſei noch lange nicht feſtſtehend,
daß das allenthalben der Fall geweſen wäre, wenn es zum
Kampfe kam. Das Abkommen ſei trotz vieler Mängel ein
Nummer 193.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juli 1914.
Seite 5.
Vorteil für die Kaſſen, er bitte um ſeine Durchführung
allenthalben. Die
Reſolution
wird nun in folgender Faſſung angenommen:
Die 21. Jahresverſammlung des Hauptverbandes
deutſcher Ortskrankenkaſſen erkennt das Berliner
Eini=
gungsabkommen vom 23. Dezember 1913 grundſätzlich an.
Sie verpflichtet die Verbandskaſſen im beſonderen, die in
Abſchnitt 11 des Abkommens vorgeſehenen Beiträge, zur
Abfindung der während der Konfliktszeit angenommenen
Aerzte zu entrichten. Das ſoll auch geſchehen in den
ſüd=
deutſchen Staaten, in welchen beſondere Abkommen
be=
ſtehen, wenn die dort tätigen Kaſſenärzte ſich gleichfalls
auf den Boden des Abkommens ſtellen und ſich an der
Aufbringung der Mittel, wie im Abkommen vorgeſehen,
beteiligen. — Weiter berichtet Herr Fräßdorf zu dem
Abkommen zwiſchen den Kaſſen und den
Berufsgenoſſen=
ſchaften, betreffend Vergütung bei Uebernahme des
Heil=
verfahrens. In der Durchführung haben die Kaſſen
viel=
fach Schaden gelitten. Manche Einzelheiten laſſen das
Abkommen bereits jetzt bedenklich erſcheinen, es ſollen
die Erfahrungen aber ausgetauſcht und nötigenfalls
Ab=
hilfe geſchaffen, ſchließlich das Abkommen nach der
Ein=
jahrfeiſt gelöſt werden. — Bei dieſen Mitteilungen läßt
es die Verſammlung bewenden.
Ueber Gewährung von Krankengeld für
Sonn= und Feiertage ohne Erhebung von
Veiträgen für dieſelben
berichtet Verwaltungsdirektor Sigmund=Karlsruhe:
Beiträge ſollen nur für 6 Tage erhoben werden, die
Lei=
ſtungen nur für 360 Tage — ſagt ein höchſtinſtanzliches
Urteil —, das könne nach den geſetzlichen Beſtimmungen
nicht in Einklang gebracht werden; Leiſtung und
Gegen=
leiſtung feſtzuſetzen, ſei Sache der Satzung. Es
em=
pfehle ſich Berechnung der Beiträge für 7 Tage und der
Leiſtung ebenſo. Das laſſen aber die
Verſicherungsbehör=
den jetzt nicht gelten. Referent bittet um
Materialſamm=
lung, damit entſprechende Maßnahmen getroffen werden
können. Ein Streitfall wegen einer Satzungsbeſtimmung
harre der Entſcheidung eben auch des
Reichsverſicherungs=
amts.
Herr Wiedholz=Wien dankt für die der
Reichs=
kommiſſion gewordene Einladung und zieht Vergleiche
zwiſchen hüben und drüben. Es beſteht in vielen
Ange=
legenheiten Gleichartigkeit; die öſterreichiſchen Kaſſen
ler=
nen gern von den deutſchen und werden auch aus den
hier gepflogenen Verhandlungen wieder manchen Nutzen
ziehen. Die Geſetzgebung in Oeſterreich gehe
außerordent=
lich langſam, ſei aber in den jüngſten Tagen um ein gut
Stück vorwärts gediehen. Schließlich bittet er um
Teil=
nahme am öſterreichiſchen Jubiläums=Kongreß.
Zum Berichte Herrn Sigmunds werden folgende
Leit=
ſätze angenommen:
Nach § 191 R.V.O. kann das Krankengeld allgemein
für Sonn= und Feiertage bewilligt werden.
Billigt die Satzung dies nicht allgemein zu, ſo kann ſie
die Beiträge gemäß § 384, Abſatz 3 R. V.O. für ſolche
Mit=
glieder entſprechend erhöhen, für welche die Sonn= und
Feiertage Arbeitstage ſind.
Aus dieſen beiden Beſtimmungen hat der
Beſchluß=
ſenat des Reichsverſicherungsamts — Abteilung für
Kran=
ken= ꝛc. Verſicherung — in einer als „grundſätzlich”
be=
zeichneten Entſcheidung vom 30. Oktober 1913 gefolgert:
1. Beiträge ſollen nur für 6 Tage erhoben werden und
2. Beiträge ſollen nur für Arbeitstage, alſo je nach
der Art des Beſchäftigungsverhältniſſes für
weni=
ger als 300 oder 360 Tage zur Erhebung gelangen.
Dieſe beiden Folgerungen laſſen ſich keinesfalls aus
den geſetzlichen Vorſchriften rechtfertigen.
Denn mangels einer geſetzlichen Einſchränkung bei der
Reform der Arbeiterverſicherung muß den Kaſſen das
ſeit=
herige Recht verbleiben:
a) ſowohl bei allg. Krankengeldzahlung für Sonn=
und Feiertage die Beiträge für 7 Tage zu erheben
wie auch in den Fällen, wo für dieſe Tage nur
ſon=
ſtige Leiſtungen, wie Arzt, Apotheke, evtl.
Kranken=
hauspflege uſw. in Betracht kommen.
b) Die Beiträge während der Mitgliedſchaft bezw.
ſo=
lange eine Beitragspflicht überhaupt beſteht,
fort=
laufend nach Maßgabe der ſtatutariſchen
Beſtim=
mungen zu erheben und nicht nur an beſtimmten
im einzelnen Falle zu ermittelnden Tagen, da im
Falle einer Unterſtützungspflicht auch für jeden Tag
die ſatzungsgemäßen Leiſtungen fällig ſind.
Es iſt daher eine Aufhebung der angeführten
Ent=
ſcheidung anzuſtreben und die geſchäftsführende Kaſſe mit
dieſer Aufgabe zu betrauen.
Herr Eichſtädt,=Weimar tritt für eine
Erweite=
rung der Druckſachentaxe für Krankenkaſſenſendungen ein
und empfiehlt, erneut beim Reichspoſtamt in dieſer
Rich=
tung vorſtellig zu werden, damit den Krankenkaſſen
die=
ſelben Vergünſtigungen zuteil werden, wie
Berufs=
genoſſenſchaften und Verſicherungsanſtalten. — Die
Ver=
ſammlung beſchließt im Sinne des Vorſchlages den
Vor=
ſtand zu beauftragen.
Herr Fräßdorf empfiehlt gegenſeitige
Unterſtütz=
ung in der Krankenhilfe und Kontrolle bei Ueberweiſung
erkrankter Mitglieder — dabei ſollen nur tatſächlich
entſtandene Koſten bis zur regelmäßig geſetzlichen
Höhe verrechnet werden. Die fremden Mitglieder ſollen
den eigenen völlig gleichgeſtellt werden im Intereſſe ihrer
ſelbſt und der Kaſſen.
Herr Iſerloh und Heusgen unterſtützen dieſe
Ausführungen, die Verſammlung beſchließt die
gegen=
ſeitige Unterſtützung.
Aerztliche Hilfe ſei wohl — bemerkt Herr
Fräß=
dorf — für fremde Mitglieder nach Einzelleiſtung zu
be=
rechnen.
Herr Kohn=Berlin teilt mit, daß mit Bädern
Ab=
ſchlüſſe zugunſten der Kaſſen zu weſentlich niederen
Prei=
ſen getroffen wurden. Es liege nun an den Kaſſen
hier=
von Gebrauch zu machen. Da ſelbſt höhere Koſten für
ſolche Behandlungen ſich reichlich verzinſen werden.
Herr Thier=Halle ſpricht über den Eintritt in eine
nie=
dere Beitragsklaſſe beim Uebertritt aus
verſicherungs=
pflichtiger in freiwillige Verſicherung. Mit dieſer
Be=
ſtimmung werde teilweiſe Unfug getrieben, woraus eine
ſtarke Schädigung der Kaſſen hervorgeht. Denn für den
geringen Beitrag werden die größten Leiſtungen verlangt,
beſonders von Mitgliedern, die recht wohl in der Lage
wären, hohe Beiträge leiſten zu können; ſie laſſen ſich aber
erhalten von den ärmſten Mitgliedern. Dieſer Zuſtand
ſei unerträglich, er empfehle deshalb darauf hinzuwirken,
daß eine Friſt von höchſtens 6 Monaten gelten ſoll. Der
Geſetzgeber habe wohl nur gewollt, daß den arbeits= und
verdienſtloſen eine Erleichterung gewährt werde.
Herr Iſerloh bemerkt, daß Satzungen genehmigt
wur=
den, in denen Mitgliedern der hier gedachten Art für den
niederen Beitrag nur die Regelleiſtungen gewährt werden
ſollen. Auch Herr Gräf verurteilt die „Naſſauerei” der
beſſergeſtellten Mitglieder, die eigentlich nur auf die Regel=
leiſtungen, deren Wichtigkeit ihnen ſehr wohl bekannt iſt,
rechnen und wünſcht Beſeitigung der Erleichterung für
ge=
wiſſe Erwerbsgruppen überhaupt.
Die Leitſätze werden nach weiterer Ausſprache
ge=
billigt, ſie erſtreben eine Geſetzesänderung.
Zur Gewährung von Barentſchädigung
an=
ſtelle freier ärztlicher Behandlung an
Fa=
milienangehörige berichtet auch Herr Thier: Es
iſt Pflicht, dieſe Leiſtungen in derſelben Form zu gewähren
wie an die Mitglieder ſelbſt, das ſei der Standpunkt des
Ober=Verſicherungsamtes Merſeburg. Dieſen hält Herr
Fräßdorf für falſch, es ſei gegen ihn anzukämpfen bei
der höchſten Stelle.
Zur Deckung der Koſten die bei Ausſtellung und
Um=
tauſch der Quittungskarten den Kaſſen entſtehen ſpricht
gleichfalls Herr Thier=Halle. Der Erſatz, den die
Ver=
ſicherungsanſtalten leiſten, ſei in vielen Fällen gänzlich
unzulänglich der Ausfall bei den Kaſſen
unverantwort=
lich und es müſſe deshalb auf Abhilfe gedrängt werden.
Er bitte, den Vorſtand mit geeigneten Maßnahmen zu
be=
auftragen, von denen Beſſerung zu erwarten ſein könnte.
Die Verſammlung ſchließt ſich dieſem Begehren an, und
dehnt den Beſchluß auf vorſtehendes aus.
Herr Eichſtädt bemerkt noch, daß auch die
Reichsverſicherungsanſtalt ſolche Belaſtung noch mit ſich
bringe — die Entſchädigung ſtehe hier in gar keinem
Verhältnis zur Arbeit.
Zur Anſtellung von Verbandsreviſoren aus der Zahl
geeigneter Perſonen — ähnlich wie bei Genoſſenſchaften ꝛc. —
ſagt Herr Gräf das notwendige und empfiehlt, daß trotz
des Mangels an Mitteln doch früher oder ſpäter der
Wunſch zur Durchführung gebracht werden möge. Es ſolle
immer wieder der ſo wichtigen Sache gedacht werden.
Hiermit iſt die Verſammlung einverſtanden Um die
Auf=
nahme der Jahresverſammlung 1915 bewerben ſich
Düſſeldorf, Kaſſel, Hannover. Die Entſcheidung fällt für
Kaſſel.
Herr Juſtizrat Meyer dankt den Herren
Vorſitzen=
den für die Leitung; dem Vorſtand für ſeine viele
Ar=
beit, insbeſondere Herrn Fräßdorf und Herrn B. V.
Heſſe, ſowie deren Hilfsarbeitern unter lebhaftem
Beifall; Herr Fräßdorf für die Anerkennung aber
uch allen an der Verſammlung Beteiligten. Es ſei eine
Freude, erneut die Einmütigkeit zwiſchen Verband und
Leitung feſtſtellen zu können.
Den Darmſtädter Herren gebühre beſonderer Dank.
— Mit einem Rückblick auf die geleiſtete Arbeit, einem
Ausblick auf die Zukunft und dem Wunſche: „Auf frohes
Wiederſehn in Kaſſel 1915‟ ſchließt der Redner unter
ſtar=
kem Beifall ½1 Uhr, mittags, die diesjährige Tagung.
Gerichtszeitung.
* Frankfurt a. M., 15. Juli. Wie ſeinerzeit
mit=
geteilt wurde, hatte die Staatsanwaltſchaft gegen das
Ur=
teil der Strafkammer des Landgerichts, durch das der
Rechtsanwalt Dr. Karl Fehl und der Gefangenenaufſeher
Helfrich von der Anklage der Beſtechung freigeſprochen
worden waren, Reviſion beim Reichsgericht angemeldet.
Dieſe Reviſion iſt aber nunmehr zurückgezogen
und das freiſprechende Urteil ſomit rechtskräftig geworden.
Luftfahrt.
Landung eines franzöſiſchen Ballons auf deutſchem Boden.
* Metz, 15. Juli. Geſtern abend gegen halb 6 Uhr
landete an der Grenze der Kreiſe Metz=Land und
Bol=
chen bei Rollingen ein mit drei Ziviliſten aus Nancy
be=
ſetzter franzöſiſcher Freiballon. Die Inſaſſen
packten ſogleich den Ballon zuſammen, luden ihn auf ein
Fuhrwerk, ohne die Behörden in Kenntnis zu ſetzen und
wollten von der nächſten Bahnſtation, Herlingen, aus mit
der Bahn nach Nancy zurückkehren. Auf der Station
wurden ſie aber von einem Gendarmen geſtellt und
ge=
nötigt, zu übernachten. Heute morgen nahmen die
be=
nachrichtigten Zivil= und Militärbehörden eine eingehende
nterſuchung des Ballons vor. Da ſich aber nichts
Ver=
dächtiges ergab, wurde den Herren heute mittag die
Rück=
kehr nach Nancy geſtattet.
Zuſammenſtoß in den Lüften.
* Schwerin 15. Juli. Auf dem Flugplatz Gorries
ſind geſtern zwei ſtartende Flugzeuge zuſammengeſtoßen.
Das Flugzeug des Fluglehrers Geigant verſuchte die
Ma=
ſchine des kurz zuvor geſtarteten Leutnants von der Lühe
zu überfliegen, wobei die Apparate zuſammenſtießen.
Gei=
gant erlitt eine ſchwere Gehirnerſchütterung, von der Lühe
ernſte innere Verletzungen.
* Berlin, 15. Juli. Das Marineverordnungsblatt
veröffentlicht eine vom 26. Juni datierte Kabinettsorder
des Kaiſers, worin die Bildung einer Inſpektion des
Marineluftfahrweſens mit dem Sitz in Kiel
verfügt wird. Der Zeitpunkt der Bildung der neuen
In=
ſpektior wird vom Reichsmarineamt noch bekannt
ge=
geben werden.
* Berlin, 15. Juli. Der Flieger Baſſer und
ſein Fluggaſt Dr. Elias, die geſtern früh 4 Uhr auf
einem Rumpler=Militärdoppeldecker aufgeſtiegen waren
und vormittags 10 Uhr in Peſt landeten, ſind heute früh
von Peſt fortgeflogen und um 10 Uhr vormittags in
Sofia gelandet. Sie führten beide Flüge ohne
Zwiſchenlandung aus.
Todesſturz.
* Paris, 15. Juli. Anläßlich des Nationalfeſtes
unternahm der Flieger Duteret in Meaux einen
Auf=
ſtieg mit einem Freiballon und ließ den Werkführer der
dortigen Gasfabrik. Cheron, auf deſſen Erſuchen den
Flug mitmachen. Oberhalb eines Waldes bat Cheron den
Lenker des Ballons, ihn landen zu laſſen. Duteret riet
ſeinem Paſſagier, die Aeſte einer Pappel zu ergreifen und
ſich daran hinabzulaſſen. Cheron verſuchte dies, ſtürzte
edoch aus der Gondel und blieb auf der Stelle tot.
Arbeiterbewegung.
* Breslau, 15. Juli. Zwiſchen der
Werklei=
tung und den ausgeſperrten Arbeitern der
Linke=Hoffmann=Werke iſt geſtern eine
vor=
läufige Einigung erzielt worden. Einzelheiten ſind noch
nicht bekannt. Die einzelnen Punkte bedürfen noch der
Genehmigung der Geſamtvertretung der Ausgeſperrten.
Dazu ſind heute und morgen Verſammlungen einberufen.
* Forſt (Lauſitz), 15. Juli. Die Lohnkommiſſion
der Walkereiarbeiter erſchien heute vormittag bei dem
Kommerzienrat Avellis und fragte, ob der
Arbeit=
geberverband zu weiteren Verhandlungen und
zur Entgegennahme neuer Vorſchläge bereit ſei. Darauf
erklärte Avellis, daß die Arbeitgeber den Arbeitern in
keiner Beziehung mehr entgegenkommen könnten, ſondern
bis an die äußerſte Grenze gegangen ſeien. Sollte die
Lohnkommiſſion aber trotzdem den Vorſtand des
Arbeit=
geberverbandes zu ſprechen wünſchen, ſo ſei dieſer
ſelbſt=
verſtändlich, wie immer, bereit, die Kommiſſion
anzuhö=
ren. Daraufhin ging nachmittags folgender Beſcheid
von der Lohnkommiſſion ein: Nach der
Aus=
ſprache, welche die Mitglieder der Lohnkommiſſion der
Walkereiarbeiter heute morgen mit Ihnen hatten, wobei
Sie erklärten, daß auf ein Entgegenkommen in der
Lohn=
frage durchaus nicht zu rechnen ſei, legt die Kommiſſion
kein Gewicht darauf, andere Fragen jetzt mit den
Arbeit=
gebern zu beſprechen.
* Kottbus, 15. Juli. Die Arbeitgeber der
Niederlauſitz erlaſſen eine Erklärung, in der betont
wird, daß es ſich bei den Forderungen der
Wal=
ker und Walkereiarbeiter in ihren Konſequenzen
um eine allgemeine Lohnerhöhung aller Arbeiter handele,
die mit Rückſicht auf die Konkurrenzfähigkeit des Forſter
Platzes abgelehnt werden müßte. Die Verhandlungen der
hieſigen Textilarbeiter mit den Arbeitgebern ſind bisher
nicht wieder aufgenommen worden. Wenn die
ſtreiken=
den Walkereiarbeiter in Forſt die Arbeit bis zum
Sams=
tag nicht aufgenommen haben, tritt die gegen die geſamten
Textilarbeiter der Niederlauſitz verhängte Ausſperrung in
Kraft.
* Liverpool, 15. Juli. Von den tauſend
Ar=
beitern des Gladſtone=Docks haben ſich nur
dreihun=
dert dem Streik der Angeſtellten des Morſey=Docks
angeſchloſſen. Viele Fuhrleute unterſtützen die
Streikenden, indem ſie ſich weigern, Waren von oder zu
den Lagernhäuſern oder Eiſenbahnen zu befördern. Die
Hoffnung der Streikenden, die Oeffnung der Dock=Tore
durch den Streik der Angeſtellten der Kraftwerke
unmög=
lich zu machen, hat ſich nicht erfüllt, denn die „
Maureta=
nia” und andere Liniendampfer ſind geſtern in das
Glad=
ſtone=Dock eingefahren. Dagegen ſtehen viele Krane,
Auf=
züge und andere ſchwere Maſchinen ſtill. Die
Streiken=
den hoffen, binnen 24 Stunden den Hafen ſo gut wie
ganz zu ſchließen.
* Chikago, 14. Juli. Die Vertreter von 55000
Maſchiniſten und Heizern von 98 Eiſenbahnen
des Weſtens ſind mit Vertretern der Arbeitgeber in
Unterhandlungen eingetreten, um höhere Löhne und
an=
dere Reformen durchzuſetzen. Ein Schiedsſpruch wurde
nicht angenommen. Sie erklärten, daß bereits vor
Be=
ginn der Verhandlungen 97 Prozent der Maſchiniſten und
99 Prozent der Heizer für den Streik geſtimmt haben, den
man jedoch durch die Verhandlungen zu vermeiden hoffe.
Die Linien, die in Mitleidenſchaft gezogen werden, ſind in
den Vereinigten Staaten diejenigen weſtlich von Chikago,
in Kanada diejenigen weſtlich von Fort William, außer
der Grand Trunk Pacifie=Eiſenbahn.
Frankreichs Rüſtungen.
Die Verteidigung des Kriegsminiſters.
* Paris, 15. Juli. Im Laufe der geſtrigen Debatte
im Senat erklärte Kriegsminiſter Meſſimy, daß ihm
daran liege, dem Senat die nötigen Angaben zu machen,
und daß er keinen Fehler beſchönigen wolle, woher er
auch komme. Er erkenne an, daß man in der
Ver=
gangenheit nicht alles Notwendige getan
habe, es habe aber keine Milliardenvergeudung
ſtattge=
funden, wie behauptet wurde. Frankreichs Ausgaben
be=
zifferten ſich nicht nach Milliarden. Von 1900 bis 1905
habe man viel weniger ausgegeben als Deutſchland.
1915 werde man in Frankreich 3020 Kanonen haben,
gegen 3370, die Deutſchland gegenwärtig beſitze.
Muni=
tion ſei in genügender Menge vorhanden. Frankreich
be=
finde ſich nicht Deutſchland gegenüber in einem Zuſtand
der Unterlegenheit. Das franzöſiſche 75 Millimeter=
Material ſei dem deutſchen überlegen.
Frankreich habe für die Vermehrung ſeiner Munition
be=
deutende Summen ausgegeben; der Beſtand werde am
Ende des nächſten Jahres ſich gegenüber Ende 1908
ver=
dreifacht haben. Für die ſchwere Artillerie würden
ge=
genwärtig erhebliche Anſtrengungen gemacht. 105
Milli=
meter=Kanonen von 12 Kilometer Tragweite ſeien im
Bau. Die Verſuche für Herſtellung einer neuen Granate
würden Ende des Monats ſtattfinden. Frankreich würde
nächſtens 120 Millimeter=Kanonen von 13 Kilometer
Tragweite haben. Der Miniſter wies darauf hin, daß die
Kredite für die ſchwere Artillerie bedeutend erhöht, und
daß beträchtliche Verbeſſerungen erreicht ſeien.
Für die Ausrüſtung der Genietrupen gaben wir in
den Jahren 1900 bis 1911 100 Millionen aus, gegenüber
400 Millionen, die Deutſchland dafür ausgab.
Deutſch=
land hat vor Frankreich einen gewaltigen Vorſprung,
aber ſeit 1912 hat Frankreich ſeine Ausgaben hierfür
er=
höht. Was die Telegraphie anbetrifft, werden alle Forts
untereinander verbunden. Die funkentelegraphiſchen
Sta=
tionen des Oſtens werden mit neuen, ſtarken Apparaten
ausgerüſtet. Die Feldtelegraphie wird ſehr verbeſſert.
Im Gebiete der oberen Maas iſt in den Jahren 1878 bis
1880 eine Anzahl Forts errichtet worden, wobei man nur
an Defenſivkriege dachte, aber dieſe Werke haben jetzt nur
noch Wert als Stützpunkte in der Schlacht. Neues
Brücken=
material wird in dieſem Jahre beſchafft. Was die
Fuß=
bekleidung betrifft, ſoll jeder Mann vorläufig zwei Paar
feldmarſchmäßige Stiefel haben, aber ins Budget von
1915 werden 6 Millionen eingeſetzt für Beſchaffung von
Fußbekleidungen für die dienſtfreien Stunden. Die
ge=
forderten Kredite für Exerzierplätze wurden auf
Verlan=
gen des Finanzminiſters beſchränkt; nichtsdeſtoweniger
wird das im Jahre 1911 aufgeſtellte Programm im
Jahre 1918 durchgeführt werden. Das gegenwärtige
Pro=
gramm wird Frankreich zahlreiche Verbeſſerungen auf
den Gebieten der Feld= und Feſtungsartillerie, ſowie der
Küſtenverteidigung und auch der Fußbekleidung bringen.
Wir haben andererſeits den Vorſprung
vor unſeren Nachbarn noch nicht eingeholt,
wir haben alles getan, was
menſchenmög=
lichwar, um die Fehler wieder gut zu machen,
die in unſerem Lande begangen wurden, daß
ſich in einem Traum von einem allgemeinen Weltfrieden
wiegte, nach den Ereigniſſen von Agadir aber erwachte.
Nach 1911 wurden große Kraftanſtrengungen
unternom=
men. Ich bitte den Senat, die verlangten Kredite zu
be=
willigen, die einen Beweis für das Erwachen der Nation
und für ihren Willen ſind, die Verteidigung des Landes
zu gewährleiſten. (Allgemeiner Beifall.)
Clemenceau verlangt, daß der Heeresausſchuß
während der Ferien eine Unterſuchung über die auf der
Kammertribüne vorgebrachten Tatſachen veranſtalte und
beim Wiederzuſammentritt des Senats über das
Ergeb=
nis der Unterſuchung Bericht erſtatte. Miniſterpräſident
Viviani erklärte: Wenn wir auch gegenwärtig das
notwendige Material noch nicht haben, wird dasſelbe
doch augenblicklich ausgeführt. Man dürfe nicht eine un=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juli 1914.
Nummer 193.
gerechtfertigte Beunruhigung hervorrufen. Frankreich
habe ſeit 44 Jahren eine bewundernswerte
Kraftanſtreng=
ung unternommen und ſei fähig, ſich ſeiner Geſchichte
würdig zu zeigen und dem Geſchicke die Stirn zu bieten.
Der Senat nahm hierauf einen Antrag an, der die
Heeres=
kommiſſion beauftragt, ihm bei ſeinem
Wiederzuſammen=
tritt einen Bericht über die Beſchaffenheit des
Kriegs=
materials vorzulegen. Dann wurde der Entwurf für die
einmaligen Ausgaben des Heeres und der Marine mit
allen Stimmen der 281 anweſenden Senatoren im ganzen
angenommen.
Weitere Preſſeſtimmen.
* Paris, 15. Juli. Zu den Enthüllungen
Humberts ſchreibt Clemenceau im Homme libre: „Wie
kommt es, daß ein einfacher Parlamentarier uns dieſe
unheilvolle Lage enthüllt hat, anſtatt die Kriegsminiſter
die aufeinander folgten? Wie unſagbar traurig iſt es, daß
der gegenwärtige Kriegsminiſter genötigt iſt, in kläglicher
Weiſe nach Entſchuldigungen für unverzeihliche
Nach=
läſſigkeiten zu ſuchen?”
Das nationaliſtiſche Echo de Paris ſagt: „Es iſt
zu töricht, wenn die Radikalen die Schuld für die
enthüll=
ten Zuſtände auf die Bureaus des Kriegsminiſteriums
und den Generalſtab abwälzen wollen. Ueber dieſen ſteht
der verantwortliche Miniſter. Das Land kennt nun
die=
jenigen, welche dieſe beängſtigende Lage geſchaffen haben;
das ſind die Politiker des Combismus, das ſind die
ge=
einigten Radikalen, die ſich dem Dreijahresgeſetz
wider=
ſetzt haben, und die unabweislichen Kredite für die
Wie=
derherſtellung unſeres Kriegsmaterials verweigern.
Der Figaro bemerkt, daß der Kriegsminiſter Meſſimy
an den gegenwärtigen Zuſtänden mitſchuldig ſei; habe er
doch im Jahre 1906 als Berichterſtatter für das
Kriegs=
budget geſchrieben, daß es ein Wahnſinn wäre, die
mili=
täriſchen Anſtrengungen Deutſchlands blindlings
nachzu=
ahmen, und verlangt, daß das Kriegsbudget möglichſt
eingeſchränkt werde. Man dürfe nicht zögern, habe
Meſſimy damals erklärt, alljährlich etliche 10 Millionen
vom Kriegsbudget wegzunehmen, um ſie
Schutzmaßnah=
men gegen Krankheit und Tod zu widmen.
Jaurés ſchreibt in der Humanité: „Was das
Schlimmſte und Traurigſte an den „Enthüllungen”
Hum=
berts iſt, das iſt die Tatſache, daß ſie in Wirklichkeit keine
Enthüllungen ſind. Seit langem iſt die Zerrüttung
un=
ſerer Verteidigungsmittel bekannt. Vor einem Jahre
ſchon mußte man alle Mängel eingeſtehen, als man
vom Budgetausſchuß einen außerordentlichen Kredit
ver=
langte. Schon bemüht man ſich, die furchtbaren
Ent=
hüllungen gegen die Demokratie und gegen die Republik
auszubeuten, dieſe Enthüllungen, durch welche die
mili=
täriſchen und chauviniſtiſchen Rückſchrittler für immer
diskreditiert werden ſollten. Nicht die Millionen haben
gefehlt, ſondern die Ideen und die Köpfe. Man hat in
Paris die albernen Zapfenſtreiche eingeführt und auch
jene plumpen Vorurteile entfeſſelt, denen das
Dreijahr=
geſetz ſeinen Urſprung verdankt. Und heute wird man
aus Frankreich zwei weitere Milliarden herauspreſſen,
um es für die begangenen Dummheiten zu beſtrafen.
Aber die Stunde der Rechnungslegung wird bald
ſchlagen.”
„ranzöſiſche Kammer.
* Paris, 15. Juli. General Pedoya,
Vorſitzen=
der der Heereskommiſſion, erſuchte die Kammer, ſeiner
Heereskommiſſion die gleichen Machtbefugniſſe zu erteilen,
die der Senat der Heereskommiſſion des
Se=
nats erteilte. Miniſterpräſident Viviani erinnerte
daran, unter welchen Bedingungen die Regierung darein
gewilligt hätte, daß die Senatskommiſſion nicht eine
Unterſuchung anſtelle, ſondern die Frage einer
gemein=
ſamen Arbeit mit dem Kriegsminiſter ſtudiere. Der
Mi=
niſterpräſident wies andererſeits darauf hin, daß die
Budgetkommiſſion der Kammer ordnungsgemäß das Recht
habe, eine Subkommiſſion zu ernennen, um die
Verwen=
dung der für die nationale Verteidigung beſtimmten
Kre=
dite zu überwachen.
Der nationaliſtiſche Abgeordnete Driant führte aus,
daß der Feldzug, welcher ſich vorbereite, darauf abziele,
einen Wechſel im Oberkommando
herbeizufüh=
ren und an dieſe Stelle eine politiſch=militäriſche Klique
zu ſetzen. General Pedoya, erklärte Driant, hat mir
ſoeben ganz aufrichtig geſagt: Wir wollen General Joffre
durch General Sarrail erſetzen. (Widerſpruch rechts.
Pedoya ruft: Ja! Lebhafter Beifall links und Lärm.
Rechts wird gerufen: Angeber! Denunziant!) Driant hielt
darauf eine temperamentvolle Lobrede auf Joffre, der
ſeit drei Jahren methodiſch und konſequent gearbeitet
habe. Er ſchloß: Wir wollen nicht, daß Joffre durch
einen Politiker erſetzt wird, der ſeit Jahren die Armee
ver=
folgt hat. (Beifall rechts. Widerſpruch links.) André
Le=
fevre erklärte, daß der ungenügende Zuſtand des
Ma=
terials von den ungenügenden Krediten herkäme. Es iſt
unzuläſſig, ſagte er, einzelne Beamte zu beſchuldigen.
Richtig iſt, daß das Land ſeit 15 Jahren nicht die für die
Verteidigung notwendigen Opfer bewilligte.
Kriegsminiſter Meſſimy erſuchte die Kammer, ſich
nicht in perſönlichen Fragen zu verlieren. Er verſprach
die freizügigſte und loyalſte Mitwirkung bei der Kontrolle
über die Anwendung der neubewilligten Kredite. (
Bei=
fall links.) Präſident Deschanel machte darauf
aufmerk=
ſam, daß Pedoya ſeinen Reſolutionsantrag
zurückgezogen habe und daß die Tagesordnung
er=
ſchöpft ſei. Finanzminiſter Noulens beantragte, das
Budget an den Senat zurückzuverweiſen. Die Kammer
nahm dann mit 313 gegen 244 Stimmen entgegen dem
Beſchluß des Senats den Artikel des
Einkommenſteuer=
entwurfs, der von Einſchätzung nach dem Tode
handelt, an. Das geſamte Budget wurde ſchließlich
mit 378 gegen 103 Stimmen angenommen.
Heute findet noch eine Nachmittagsſitzung ſtatt.
* Paris, 15. Juli. Nachdem Senat und
Kam=
mer nach längerer Beratung ſich über das Budget
ge=
einigt hatten, wurde kurz vor 8 Uhr durch Juſtizminiſter
Bienvenu Martin im Senat und den Miniſter des
In=
nern Malvy in der Kammer das Dekret über die
Schließung der Seſſion verleſen.
Finanz=
miniſter Noulens legte im Bureau der Kammer das
Budget für 1915 nieder.
Oeſterreich=Ungarn und Serbien.
Der diplomatiſche Schritt Oeſterreichs.
* Wien, 15. Juli. Der Schritt der Wiener Regierung in
Belgrad wird einen ausſchließlich
diplomati=
ſchen Charakter tragen. Sie nimmt nicht etwa Bezug
auf das kriminelle Ergebnis der gerichtlichen Unterſuchung,
die überdies noch nicht abgeſchloſſen iſt, ſondern auf die im
Jahre 1909 zwiſchen der habsburgiſchen Monarchie und
Serbien geſchloſſene Akte, worin Serbien die Erklärung
abgab, ſich mit der Einverleibung von Bosnien und der
Herzegowina abzufinden. Jenes Uebereinkommen, das
von ſerbiſcher Seite der damalige Geſandte in Wien, Dr.
Simic, unterzeichnete, iſt nicht etwa als ein
ſtaatsrecht=
licher Akt, als eine Anerkennung des geſchaffenen
Rechts=
zuſtandes aufzufaſſen, zu dem nur die Unterzeichner des
Berliner Vertrages zuſtändig waren, und der auch
tatſäch=
lich durch Aufhebung des Artikels 25 jenes Vertrages und
durch Zahlung einer Entſchädigung an die Türkei erfolgt
iſt. Es war vielmehr die Entſagung der Belgrader
Re=
gierung von der großſerbiſchen Agitation und das
Ver=
ſprechen des Wohlverhaltens gegenüber der habsburgiſchen
Monarchie. Der Akt der Entſagung mußte damals, was
ebenfalls im Protokoll feſtgelegt wurde, außerdem noch
durch Verminderung der Truppenzahl auf den Beſtand
des Vorjahres bekräftigt werden. Eine Verweigerung
dieſes Vertrages wäre damals der Casus belli — der
Kriegsfall — geweſen. Wir glauben annehmen zu
dür=
fen, daß die jetzige Regierung wieder auf dieſen Vertrag
zurückgreift, um für deſſen Erfüllung Bürgſchaften zu
ver=
langen.
Die albaniſche Kriſis.
Ausſichtsreiche Verhandlungen mit den Rebellen?
* Durazzo, 15. Juli. Unter dem Eindruck der
Völkerrechtsverletzung durch Griechenland
verhandel=
ten die Rebellen neuerdings wegen eines
Friedens=
ſchluſſes, um gemeinſam gegen die Epiroten
zu marſchieren. (Frkf. Ztg.)
* Wien, 15. Juli. Die Albaniſche Korreſpondenz
meldet aus Monaſtir: Die Epiroten haben Bigliſchta
beſetzt und die Einwohner entwaffnet.
* Wien, 15. Juli. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Durazzo: Die Epiroten ſtehen etwa 10 Stunden,
die albaniſchen Aufſtändiſchen etwa 3 Stunden vor
Va=
lona. Der Munitionsnachſchub von Janina über
Argyro=
caſtro wird von griechiſchen Militärautomobilen unter
griechiſcher Flagge geleitet.
* Wien, 15. Juli. Die Wiener Allgemeine Zeitung
ſchreibt: Angeſichts der Möglichkeit, daß Valona in
die Hände der Epiroten fällt, wird in den
hie=
ſigen unterrichteten Kreiſen neuerdings betont, daß die
Mächte ſich zwar in die inneren Angelegenheiten
Alba=
niens nicht einmengen, aber auch nicht dulden werden, daß
nach dem Ergebnis der gegenwärtigen Verwickelungen der
Londoner Beſchluß über die albaniſche Grenze
be=
rührt werde.
* Wien, 15. Juli. Die Albaniſche Korreſpondenz
meldet aus Monaſtir: Die Epiroten haben Bigliſchta
beſetzt und die Einwohner entwaffnet.
* Amſterdam, 15. Juli. Das feierliche
Lei=
chenbegängnis des in Albanien gefallenen Oberſten
Thonſon fand heute vormittag unter großer
Beteili=
gung ſtatt. Die Leiche wurde vom Schlachtſchiff „
Nord=
brabant” an Land gebracht und am Handelskai
aufge=
bahrt. Unter den am Sarge niedergelegten Kränzen
be=
merkte man die der Königin und des Prinzen Heinrich
der Niederlande. Der Kriegsminiſter hielt namens der
Regierung eine Anſprache, in der er die Taten des
Ver=
ſtorbenen würdigte und ſeinen Verluſt beklagte.
* Durazzo, 15. Juli. Geſtern wurde ein größerer
Landſtrich zwiſchen Valona und dem Strande längs der
Straße von etwa 12000 Flüchtlingen beſetzt, die
auf dem Wege von Koritza gegen Berat aus Furcht vor
den Epiroten zu den Aufſtändiſchen übergingen.
* Durazzo, 15. Juli. (Wiener Korr.=Bureau.)
Nach einem geſtern abend aufgegebenen Radiogramm iſt
die Lage unverändert. In der Stadt herrſcht eine
niedergedrückte Stimmung wegen des Falles von Berat
und Fieri, ſowie des bevorſtehenden Einzuges der
Auf=
ſtändiſchen in Valona, das durch den dort
einge=
troffenen Hauptmann Ghillard mit etwa 1000
Freiwilli=
gen nach Möglichkeit verteidigt werden ſoll. Die
Ein=
nahme der Stadt durch die Aufſtändiſchen iſt
unabwend=
bar. Zahlreiche Familien aus Valona ſind geflüchtet.
Ein Mohammedaner ſoll von Schiak die vertrauliche
Nach=
richt mitgebracht haben, die Aufſtändiſchen beabſichtigen,
heute nacht Durazzo anzugreifen. Die Nachricht
wurde ſkeptiſch aufgenommen, da die Ueberzeugung
herrſcht, daß die Aufſtändiſchen vor ihrer Vereinigung mit
den vor Valona operierenden Kräften gegen Durazzo nichts
unternehmen werden. Nach hierher gelangten Nachrichten
ſind die Epiroten bis Dukati vorgedrungen.
* Janina, 15. Juli. Die Stadt Tepeleni iſt
von den epirotiſchen Bataillonen beſetzt worden, die
einen Angriff der albaniſchen Aufſtändiſchen auf die Stadr
zuvorkommen wollten.
Vom Balkan.
* Athen 15. Juli. Der Kronprinz iſt in
Be=
gleitung des Prinzen Paul nach Eaſtbourne abgereiſt,
wo er mit der Königin von Griechenland zuſammentrifft.
* Konſtantinopel, 15. Juli. In der geſtrigen
Senatsſitzung wurde auf Grund der
Geſchäftsord=
nung gegen den griechiſchen Senator Georgiades ein
Tadel und die Ausſchließung ausgeſprochen, weil
er ſich bezüglich des proviſoriſchen Geſetzes über die
Schaf=
fung einer einheimiſchen türkiſchen Bank in Smyrna einer
ungeziemenden Ausdrucksweiſe bediente. Die
Maßrege=
lung Georgiades fand bei den Senatoren lebhaften
Bei=
fall. Ein Teil der türkiſchen Preſſe, die Georgiades heftig
angegriffen hat, findet die Maßregelung unzureichend.
* Paris 15. Juli. Die in dem jüngſten
franzöſiſch=
türkiſchen Abkommen vorgeſehene franzöſiſch=
tür=
kiſche Kommiſſion zur Regelung der von
franzöſi=
ſchen Staatsangehörigen bei der Pforte erhobenen
For=
derungen wird am 20. ds. Mts. in Konſtantinopel
zuſam=
mentreten.
* Sofia, 15. Juli. Die Agence Bulgare meldet,
daß die gemiſchte Kommiſſion, die beauftragt war, über
das Beſitzrecht des Grenzpoſtens Saſſa im
Bezirk Küſtendil zu entſcheiden, deſſen ſich die Serben
ge=
waltſam zu bemächtigen ſuchten, das Recht Bulgariens auf
den Poſten anerkannt habe.
Aus Mexiko.
Huertas Abreiſe?
* Mexiko City 15. Juli. Huerta hat mit
ſei=
ner Familie die Hauptſtadt verlaſſen und iſt nach
Vera=
cruz abgereiſt.
* Mexiko, 15. Juli. Laut telegraphpiſcher
Be=
richtigung aus Neu=York iſt bisher nur Huertas
Familie abgereiſt. Dazu wird noch gemeldet: Die
Familie Huertas, andere Verwandte und nahe Freunde
ſind am Dienstag in der Richtung nach Veracruz mit
einem Nachtſonderzug abgereiſt, der aus drei Schlafwagen
und einem Gepäckwagen ſich zuſammenſetzte. Zwei
Mi=
litärzüge mit 800 Mann fuhren voraus und ein
Militär=
zug mit 500 Mann folgte. Auch die Familie des
Vize=
präſidenten Blanquet iſt abgereiſt. Die geſamte
Geſell=
ſchaft beſtieg den Zug in dem fünf Meilen von der
Haupt=
ſtadt entfernten Villa de Guadeloupe. Nur wenige
wuß=
ten von der Abreiſe. Man glaubt, daß Huerta und
Blan=
quet, ſowie andere hohe Beamte heute abreiſen werden.
Handel und Verkehr.
* Berlin, 15. Juli. Nach dem Junihefte 1914 der
monatlichen Ausweiſe über den auswärtigen
Han=
del Deutſchlands haben betragen im Juni 1914 die
Einfuhr 6385464 Tonnen (gegen 6080 524 To. im
Juni 1913), die Ausfuhr 6416008 To. (i. V. 5822233
To.), im Jahre 1914 die Einfuhr 33821494 To. (gegen
34063 622 To. in der gleichen Zeit des Vorjahres), die
Ausfuhr 36805116 To. (gegen 36 125365 To. in der
glei=
chen Vorjahrszeit). Die Werte erreichten (in Millionen
Mark) im Juni 1914 in der Einfuhr 885 an Waren,
ſo=
wie 21 an Gold und Silber (gegen 861 und 85 im Juni
1913), in der Ausfuhr 822 an Waren und 5 an Gold und
Silber (gegen 807 und 7 im Juni 1913). Im Jahre 1914
in der Einfuhr 5478 an Waren, ſowie129 an Gold und
Silber (gegen 5431 und 219 im Jahre 1913), in der
Ausfuhr 5069 an Waren und 46 an Gold und Silber (gegen
4943 und 54 im Jahre 1913).
Vermiſchtes.
S. Neue Hütten in den öſterreichiſchen
Alpen. Aus Wien wird uns geſchrieben: Den zahlreichen
Beſuchern des Triglavgebietes iſt eine neue Heimſtätte
ge=
ſchaffen worden. Die Jagdherren des durch die
groß=
artige Triglavnordwand berühmten Uratatales haben ihr
Jagdhaus „Hubertus” der Alpenvereins=Sektion Krain
zur Verfügung geſtellt. Die Hütte wird entſprechend
adaptiert und eingerichtet, 15 bis 18 Betten enthalten und
ſtändig bewirtſchaftet ſein. Einem Wunſche der Beſucher
des Kärntner Oberlandes wird durch Ausbau der
Feld=
ner Hütte am Glanzſee (Kreuzeck) entſprochen. Die
ver=
größerte Hütte wird in der nächſten Woche zuſammen mit
den übrigen Hütten dieſes Gebietes eröffnet. Ueberdies
ſind die Höhenwege der Kreuzeckgruppe mit Unterſtützung
des öſterreichiſchen Arbeitsminiſteriums weſentlich
aus=
gebaut worden. Auf prächtig angelegten Wegen iſt eine
entzückende, taglange Höhenwanderung mit dem Ausblick
auf die geſamten Hohen Tauern, auf die Juliſchen und
Karniſchen Alpen, ſowie auf die Lienzer Dolomiten
er=
möglicht. Vier bewirtſchaftete Hütten erleichtern den
Be=
ſuch dieſes Gebietes. Im Gebiet der „Unholden” wird
das prächtig gelegene Hochſtadlhaus, das vergrößert
wurde und nun 40 Schlafſtellen beſitzt, wieder
bewirt=
ſchaftet. Das Hochſtadlhaus bildet den Ausgangspunkt
eines herrlichen Höhenweges, des Dreitörlweges, der bis
zur Karlsbader Hütte der Alpenvereins=Sektion Karlsbad
führt. Man kann vom Hochſtadlhaus auch über den
mäch=
tigen Felsgipfel des Hochſtadl ſelbſt zum Dreitörlweg
ge=
langen. Die im Bau begriffene Straße über den
Gerlos=
paß wird die kürzeſte Verbindung des oberen Pinzgau mit
Tirol bilden. Der Gerlospaß mit 1486 Metern iſt der
höchſte Punkt der Straße, die der Touriſtik neue Routen
in hervorragende Alpengebiete eröffnet.
Darmſtadt, 16. Juli.
g. Die Feuerwache wurde geſtern abend ¾10 Uhr
tele=
phoniſch nach dem katholiſchen Geſellenhaus in der
Fried=
richſtraße 30 gerufen. Es wurde ſofort mit der
Auto=
mobilſpritze und Leiter ausgerückt. Die Feuerwache
brauchte jedoch nicht in Tätigkeit zu treten, da ein Feuer
nicht vorhanden war. Ein junger Mann hatte,
wie auch von anderen Paſſanten angegeben wird, Feuer
aus einem Fenſter des Geſellenhauſes herausſchlagen
ſehen und hatte ſofort von einem Nachbarhaus aus
tele=
phoniſch die Feuerwache alarmiert. Es iſt noch nicht
auf=
geklärt, wie jene Feuererſcheinung entſtanden ſein kann.
Jedenfalls erſcheint es ausgeſchloſſen, daß der junge
Mann aus Uebermut die Feuerwache alarmiert hat.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 15. Juli. Der Reichsanzeiger veröffentlicht
das Geſetz, betreffend Bewilligung weiterer Staatsmittel
zur Verbeſſerung der
Wohnungsverhält=
niſſe von Arbeitern, die in ſtaatlichen Betrieben
beſchäftigt ſind und von gering beſoldeten Staatsbeamten.
Ferner veröffentlicht der Reichsanzeiger eine
Bekannt=
machung des Landwirtſchaftsminiſteriums, daß in der
Feldmark der Stadt Stade auf Kartoffelfeldern im
Ge=
ſamtumfange von etwa 3 Hektar der Kartoffel= (Kolorado=)
Käfer feſtgeſtellt wurde. Alle Tilgungs= und
Schutzmaß=
regeln, die bei früheren Einſchleppungen des Schädlings
zu ſeiner ſchnellen Vertilgung führten, ſind unter
Beach=
tung der in dieſen Fällen gemachten Erfahrungen
unver=
züglich ergriffen worden.
* Hanau, 15. Juli. Heute hat die in größerem
Rah=
men vorgeſehene militäriſche
Aufklärungs=
übung, welche unter Leitung des Oberſten v.
Glaſe=
nap, Kommandeur der 21. Kavalleriebrigade ſteht, ihren
Anfang genommen. An der Uebung nahmen neben
Ka=
vallerieabteilungen der 21. und 25. Kavalleriehrigade,
Funker= und Fliegerabteilungen teil. — Heute abend ſind
aus Darmſtadt drei Fliegerapparate
einge=
troffen, von denen ein Apparat beim Landen auf dem
alten Exerzierplatz gegen einen Gartenzaun ſtieß und
ſtark beſchädigt wurde, ſo daß er abmontiert werden
mußte. Die beiden Fliegeroffiziere blieben unverletzt.
* Emden, 15. Juli. Heute nachmittag zwiſchen 4
und 5 Uhr ging ein äußerſt heftiges Gewitter nieder.
Die tiefer gelegenen Stadtteile wurden überſchwemmt.
Die überſeeiſchen Kabel waren faſt eine
Stunde außer Betrieb.
* Wien, 15. Juli. Die Wiener Zeitung veröffentlicht
morgen ein kaiſerliches Patent, durch welches der
gali=
ziſche Landtag aufgelöſt wird und die
Neu=
vahlen für den Landtag angeordnet werden. Die
Auf=
löſung erfolgt mit Rückſicht auf das Inkrafttreten der
Landtagswahlreform.
* Wien, 15. Juni. Generalſtabschef Freiherr
Kon=
rad v. Hoetzendorf hat einen Urlaub angetreten,
den er wie immer in Tirol verbringen wird.
* Serajewo, 15. Juli. Der bei dem Attentat
auf Erzherzog Franz Ferdinand ſchwer verwundete
Oberſt=
leutnant Meriſſi iſt vollkommen geneſen.
* Paris, 15. Juli. Infolge der Verlängerung der
parlamentariſchen Seſſion iſt Präſident Poincaré:
Nummer 193.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juli 1914.
Seite 7.
heute vormitag 1 Uhr nicht nach Eherbourg
ab=
gereiſt, ſondern wird um Mitternacht nach Dünkirchen
abreiſen, wohin ſich die Schiffsdiviſion, die den
Präſi=
denten auf ſeiner Reiſe nach Rußland begleitet, ſofort
be=
gibt. Poincaré trifft morgen früh in Dünkirchen ein und
ſchifft ſich ſofort an Bord des Linienſchiffes „France” ein.
* Paris, 15. Juli. Heute früh entſtand auf dem
Damme des Boulevard Ney eine Erdſenkung von 1
Meter Länge und 1 Meter Tiefe. Ein
Vorüber=
gehender ſtürzte in die Erdſenkung und verletzte ſich am
Bein.
* Kopenhagen, 15. Juli. Hier werden über das neue
vierte Küſtenpanzerſchiff des Flottengeſetzes von
1909, „Niels Juel”, folgende Angaben bekannt: Das
Schiff erhält Dampfmaſchinen mit gemiſchter Kohlen= und
Oelfeuerung aus der Staatswerft und eine von den
vor=
hergehenden Typen abweichende Armierung aus
Torpedo=
bootsgeſchützen und ſchwerer Artillerie. Das Kaliber der
erſteren iſt noch nicht beſtimmt. Die letztere wird beſtehen
aus zwei 30,5=Zentimeter=Geſchützen in zwei Drehtürmen
von der Firma Krupp=Eſſen, deren Angebot bedeutend
niedriger war als das der konkurrierenden engliſchen
Fir=
men, einer Ballonabwehrkanone ebenfalls von Krupp.
Außerdem erhält das Schiff zwei Torpedoausſtoßrohre
unter Waſſer.
* London, 15. Juli. Als der Sekretär für Schottland,
Me. Kinnon Wood vormittags aus ſeiner Wohnung
trat, griffen ihn zwei Anhängerinnen des
Frauenſtimmrechts an und peitſchten ihn.
Die Frauen wurden verhaftet.
* Kronſtadt, 15. Juli. In Gegenwart des Kaiſers,
der Kaiſerin und der Großfürſtinnentöchter
fand heute die feierliche Einweihung des
Rieſen=
docks für Dreadnoughts ſtatt, das den Namen
„Thronfolger Alexis” erhielt. Nach der Feier ſchiffte ſich
die kaiſerliche Familie an Bord der Jacht „Standart” zu
einer Kreuzfahrt in die finniſchen Schären ein.
Der König von Italien als Gaſt des Kaiſers bei dem
Kaiſermanöver.
* Bad Homburg v. d. H., 15. Juli. Der König von
Italien wird, wie verlautet, der Einladung des
Kai=
ſers zu den diesjährigen Kaiſermanövern Folge leiſten.
Der König wird mit Gefolge kurz vor Beginn der
Ma=
növer in Homburg eintreffen und im Homburger Schloß
als Gaſt des Kaiſers Wohnung nehmen. Von einer
Teil=
nahme des türkiſchen Thronfolgers, die von einigen
Blät=
tern gemeldet wurde, iſt an zuſtändiger Stelle nichts
be=
kannt.
Unfälle in den Bergen.
— München, 15. Juli. Die norddeutſchen Touriſten
Hille und Hoegg, die von Garmiſch zur Zugſpitze
auf=
gebrochen waren, ſind nicht zurückgekehrt. Expeditionen
ſind abgegangen, um die Verunglückten zu ſuchen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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Verdauungsſtörungen zu verurſachen, dagegen aber
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Aus dem Geſchäftsleben.
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Staats=
aufſicht ſtehendes, höheres techniſches Inſtitut zur
Aus=
dildung von Elektro= und Maſchinen=Ingenieuren,
Tech=
nikern und Werkmeiſtern. Der Unterricht ſowohl in der
Elektrotechnik als auch im Maſchinenbau wurde iu den
letzten Jahren erheblich erweitert und wird durch die
reichhaltigen Sammlungen, Laboratorien für
Elektro=
technik und Maſchinenbau, Werkſtätten und
Maſchinen=
anlagen uſw. ſehr wirkſam unterſtützt. Das
Winter=
ſemeſter beginnt am 20. Oktober 1914, und es finden
die Aufnahmen für den am 5. Oktober beginnenden
unentgeltlichen Vorkurſus von Mitte September an
wochentäglich ſtatt. Ausführliches Programm mit
Be=
richt wird koſtenlos vom Sekretariat des Technikum
Mittweida (Königreich Sachſen) abgegeben.
Die glückliche Geburt eines gesunden
JUNGEN
zeigen hocherfreut an
Otto Rubin und Frau
Paula, geb. Kloß.
Darmstadt, 15. Juli 1914.
(*1363
Todes=Anzeige.
Verwandten und Bekannten die traurige
Mitteilung, daß unſere liebe Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter
(B16294
Fran Audreas Greter Wwe.
geb. Eigenbrodt
im 85. Lebensjahre nach kurzem, ſchwerem
Leiden ſanſt verſchieden iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 14. Juli 1914.
Die Beerdigung findet Freitag, den 17. Juli,
nachmittags 5 Uhr von der Leichenhalle des
Beſſunger Friedhofes aus, ſtatt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ziemlich gleichmäßig verteilter, ſtark abgeflachter
hoher Druck bedeckt noch das Feſtland, während die
weſtliche Depreſſion ſich weiter oſtwärts ausgebreitet
und Ausläufer nach dem Feſtland entſandt hat, unter
deren Einfluß bei zunehmender Bewölkung ſtrichweiſe
Gewitter mit Regenfällen zu erwarten ſind.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 16. Juli:
Wechſelnde Bewölkung, ſtrichweiſe Gewitter und
Regen=
fälle, wenig kühler, ſüdweſtliche bis weſtliche Winde.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Fruilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Baul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für den
redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an die
„Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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auf der Weltausstellung Gent
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1913.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juli 1914.
Nummer 193
rmstädter
egerrest
1914?
Ehrenpräſidenk: Freiherr von Heyl, Generalmajor à la suite
der Kavallerie, Präſident der Kriegerkameradſchaft „Haſſia”.
Ehrenausſchuß: Diviſionskommandeur Generalleutnant Freiherr
von Lüttwitz Exz.; Stadtkommandant Generalmajor von
Randow, Staatsminiſter Dr. von Ewald Exz.; Finanzminiſter
Dr.=Ing. Braun, Exz.; Miniſter des Innern von Hombergk
zu Vach, Exz.; Provinzialdirektor Fey; Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing; Generaladjutant von Hahn, Exz.;
Oberhof=
marſchall Freiherr von Ungern=Sternberg, Kammerherr;
Oberkammerherr Freiherr Riedeſel zu Eiſenbach, Exz., und
Oberſtallmeiſter Freiherr Riedeſel zu Eiſenbach, Exz.;
Die vereinigten Kriegervereine Darmſtadts begehen in den
Tagen vom 18. bis 20. Juli ds. Js. im
Grossh. Orangeriegarten
(Beſſunger Herrngarten)
ein Reihe von Feſtlichkeiten:
Das 40 jährige Stiftungsfeſt des unter dem Allerhöchſten
Proter=
torat des Großherzogs ſtehenden Kriegervereins Darmſtadt
und des Kameradſchaftlichen Kriegervereins;
die Flaggenweihe des Marinevereins, verbunden mit dem 15 jährigen
Stiftungsfeſt;
die Bannerweihe des Kavallerievereins;
die Enthüllung des Großh. Wappens in der Fahne des Krieger=
und Militärvereins „Blücher” und
die Fahnenweihe des Krieger= u. Militärvereins „Graf v. Haeſeler”
Zur Feier dieſer Feſte finden folgende Veranſtaltungen ſtatt:
Samstag, den 18. Juli, abends 8 Uhr:
Militärkonzert, Geſangsvorträge und Feſtſpiel von H. Enders:
E
— „Armin der Befreier‟,
Sonntag, den 19. Juli, vormittags 10 Uhr:
Feſt=Akt zur Feier des 40 jährigen Beſtehens der beiden
erſt=
genannten Vereine.
Nachmittags 2 Uhr: Aufſtellung des Feſtzuges mit hiſtoriſchen
Gruppen ꝛc. an der Techniſchen Hochſchule. Abmarſch pünktlich
2½ Uhr nach dem Großh. Orangeriegarten. Hieran anſchließend
die Weiheakte der übrigen feſtgebenden Vereine, Militär=
Doppel=
konzert uſw.
Abends 8 Uhr: Feſtkonzert, Geſangsvorträge, turneriſche
Auf=
führungen, ſowie Tanzvergnügen im Orangeriehaus.
Montag, den 20. Juli, nachmittags 4 Uhr:
Militärkonzert, Volksfeſt uſw.
Abends 8 Uhr: Wiederholung des Feſtſpiels. Militärkonzert,
Geſangsvorträge uſw. Feſtliche Gartenbeleuchtung und
Tanz=
vergnügen.
Ausführliche Feſtprogramme werden auf dem Feſtplatz und
an der Tageskaſſe ausgegeben.
Der Feſtausſchuß.
Eintrittspreiſe:
Tageskarte 50 Pfennig.
Dauerkarten: für 1 Perſon 1 Mark, bis zu 3 Perſonen 2 Mark.
Der Vorverkauf findet vom Mittwoch, den 15. Juli, ab
ſtatt bei den Herren: K. F. Bender, Buchdruckereibeſitzer,
Beſſunger=
ſtraße 47, D. Faix & Söhne, Rheinſtraße, S. Feitlers
Zigarren=
filiale (Kadel), Schloßgartenſtraße 1, Jean Hahn, Kaufmann,
Schwanenſtraße 20, Ph. Huwerth, Kolonialwarenhandlung,
Roß=
dörferſtraße 21, S. Joſeph, Zigarrenhandlung, Rheinſtraße 20, Ed.
Marchand, Kaufmann, Heidelbergerſtraße 87, Ludw. Meyer,
Zigarren=
handlung, Mathildenplatz, J. Mylius, Zigarrenhandlung, Herdweg 2,
Hans Neurohr, Haus= und Küchenmagazin, Wenckſtraße 2, L. F.
Ohnacker, Zigarrenhandlung, Ludwigſtraße 1, Gg. Roth Nachf.,
Kolonialwarenhandlung, Dieburgerſtraße 9.
Für das Feſtſpiel am 18. und 20. Juli wird eine
be=
ſchränkte Anzahl Sitzplätze hergerichtet. Die Karten hierzu ſind
im Vorverkauf in der Muſikalienhandlung Arnold, Wilhelminenſtr. 9,
zu haben, und zwar numerierte Plätze zu 1 Mark, nichtnumerierte
Plätze zu 50 Pfa.
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Monat Juli täglich abends 8 Uhr (15279a
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ausgereifte, vorzüglich ſchmeckende Ware, empfiehlt in
Portionen à Mk. 1.— und größeren Poſten. (*1349
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Hochſtraße 4. (*1309
Lieferung frei Haus. Zu verkaufen:
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25)
In des Hausherrn Bruſt kochten Ingrimm und Zorn;
doch er bemeiſterte ſich und ließ des anderen Einwurf
unerörtert.
Währenddeſſen hatte Hofrat Rau den Schaukelſtuhl
verlaſſen und ſtellte ſich in ſeiner ganzen Breite vor
Ge=
rald hin; dabei lachte er zyniſch auf.
Du biſt’s doch lang’ net ſo pfiffig, als daß ein alter
Praktikus und Menſchenkenner, wie ich, Dich net ſchon
durchſchaut hätt!! Meinſt’s, ich wär’ ein Troddl, der nix
merkentut, daß ſelbſt verliebt biſt ins feſche Mäd’l und
hinterm Rücken Deiner Frau ſo a biſſerl liebäugeln tuſt!
Wütend und jäh erblaßt, fuhr Gerald in die Höhe.
Verzeih’, Papa — aber dergleichen Reden muß ich mir
energiſch verbitten!
Verbitten? Eh! — Schau’ mal einer an. Wer hat’s
denn den Herrn Baron, als hier der Karren ſchief ging, ſo
hübſch aus dem Sumpf nausg’zogen? Wer zahlr’s denn,
ohne Wört’ln zu verlieren, jährlich eine Revenue, die für
a prinzlichen Haushalt reichen könnt? Und wann’s der
cher papa nun mal ein klein’s Gegenopfer verlangt? —
Eh — da knöpft mein Herr Schwiegerſohn gleich ſei’ Weſt’l
bis über die Ohren zu und bleibt’s taub. Grobheiten
kriegt’s man noch an den Kopf! Du haſt’s mir auch ’s
Ollerl vollſtändig verdorben; ’s iſt gar netmehr der friſche,
luſt’ge Kerl, ’s muckſcht und brummt den ganzen Tag. Nur
für a paar tauſend Guldenlapperln zeigt’s a freundliches
G’ſicht. Ich ſag’s ſchon, die richtigen Rauber ſeid’s ihr!
Eh — morgen reiſ’ ich ab, und der Lex kommt’s mit!
Ohne irgendeine Entgegnung abzuwarten, ſtampfte
der Hofrat keuchend aus der Tür.
Während dieſes langen, in erbittertem Tone
hervor=
geſprudelten Erguſſes hatte Gerald, an einen Seſſel
ge=
lehnt, dem giftig fauchenden Manne zugehört.
Es war ja alles ſo gräßlich nichtig, ſo ordinär, was
dieſer hier auftiſchte; gleich Regenwaſſer rann es wieder
von ihm ab. Nur die Worte: Selbſt verliebt ins feſche
Mäd’l! hatten, heimtückiſch geführten Meſſerſtichen ähnlich,
ſein Herz getroffen und verletzt.
Wie kam jener trivial veranlagte Menſch dazu, ihm
etwas vorzuwerfen, was — ja, was denn? —
Gerald fuhr mit beiden Händen nach der erhitzten
Stirn und nahm alle moraliſche Kraft zuſammen, jeden
weiteren Gedanken daran ſchnell von ſich abzuwälzen.
Jetzt war der Hofrat wirklich abgereiſt.
An einem nebligen Oktobermorgen hatte Olly den
Vater und Alexander im geſchloſſenen Automobil zur
Bahnſtation begleitet.
Sein Abſchied von Gerald, der ihm zurückhaltend wie
immer, doch höflich am Hausportal Adieu gewünſcht hatte,
war kurz und kühl geweſen.
Reinette, welche ſich ebenfalls dazu eingefunden hatte,
bekam dagegen einen ehrerbietigen Handkuß, worüber ſie,
wenn Taktgefühl und gute Erziehung ſie nicht davon
zu=
rückgehalten hätten, vor Lachen beinahe herausgepruſtet
wäre.
Oben in Ihrem Stuberl ſteh’ns ein paar Zuckerln,
eine Echantillon vom „Kugler” aus Budapeſt, die geſtern
für’s Baroneſſ’l g’ſandt wurden. Sollen’s doch manchmal
an mich denken.
Nach dieſen halb flüſternd zu Reinette geſprochenen
Worten und noch ehe ſie einen Dank zu äußern vermochte,
war der Hofrat ins Automobil geklettert.
Gott ſei gedankt! murmelte Gerald vor ſich hin.
Er wunderte ſich nur darüber, wie wenig ihn auch
Lex’ Abreiſe berührte.
Das von dieſem ſeit des Hofrats Anweſenheit an
den Tag gelegte Benehmen war durchaus nicht dazu ant
getan, ſeine Zufriedenheit zu erwecken.
Was bezweckte der Junge eigentlich damit, dem alten
Oeſterreicher derart zu ſchmeicheln und zu Dienſten zu ſein?
Nur um bis zu ſeiner Ueberſiedelung nach Berlin für
Mitte Oktober einige vergnügte Tage in Wien zu
ver=
leben und die Annehmlichkeit zu genießen, von dem neuen,
„reichen” Beſchützer freigehalten und verwöhnt zu werden?
Gewiß gönnte er ihm den Spaß von Herzen; allein
Baron Solten war viel zu fein empfindend und klug, um
nicht herauszufühlen, daß Lex doch blutwenig
Anhänglich=
keit an alles, was ihn hier in Schönſtein feſſeln ſollte, zu
haben ſchien.
Ein ſcharf ausgeprägter Zug von kraſſer Selbſtſucht im
Charakter des Pflegeſohnes ſtieß ihn heute direkt von
die=
ſem zurück.
Hatte er Reinettes Bruder vielleicht überſchätzt?
Barg des jungen Mannes Seele, dem er bisher
Soh=
nesrechte eingeräumt, dem er das verlorene Elternhaus zu
erſetzen ſtets bemüht war, doch ſo wenig Tiefe, ſein Herz
ſo wenig Wärme, daß der prickelnde Reiz des Neuen ihn
gleichgültig gegen genoſſene Wohltaten werden ließ?
Mit einem triumphierenden Ausdruck unverhohlener
Befriedigung um die Lippen hatte Lex den
Zurückbleiben=
den noch einmal zugenickt, dann ſauſte das Auto von
dannen.
Ich danke Dir, Onkel Gerald! Du weißt wohl,
wes=
halb? ſagte Reinette ſchüchtern und merkbar zögernd, als
beide nun die Treppe zum Oberſtock wieder emporſtiegen.
Sie hatte bisher noch keine Gelegenheit gefunden, etwas
über das ominöſe Zeitungsblatt zu äußern.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juli 1914.
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Der Angeredete entgegnete fürs erſte nichts; aber ſeine
prüfenden Blicke hafteten mehrere Sekunden an dem roſig
überhauchten Mädchengeſicht.
Hier war nichts von heimlichem Weh und herber
Ent=
täuſchung zu leſen.
Ein ganz feines Spottlächeln zitterte ſogar um den
leicht geöffneten Mund.
Ja, ſiehſt Du, Kind, man muß im Leben viel lernen,
viel prüfen und erwägen, um einigermaßen zu ermeſſen,
was uns frommt! Es wurde mir damals recht ſchwer, ſo
hart zu ſein. Nun habe ich aber, gottlob, die Ueberzeugung
gewonnen, daß Du wieder ins richtige Gleis gekommen
biſt — ja?
Ich bin ſehr töricht geweſen, Onkel Gerald! Ohne
mit der Wimper zu zucken, ſah ſie zu ihm empor.
Man war jetzt auf dem oberen Flur angelangt. Eine
Weile zögerte Reinette noch; ſie hätte ſo gern ein wenig
mit ihm geplaudert. Im ſtillen hoffte ſie ſogar, er würde
ſie, wie es früher oft geſchehen war, auffordern, mit in
ſein Schreibzimmer zu kommen, vor deſſen Tür ſie ſtanden.
Allein Baron Solten grüßte noch einmal freundlich,
doch ſcheinbar zerſtreut und betrat ſein Tuskulum.
Er ſetzte ſich an den Schreibtiſch, um die ihm ſoeben
von dem Berliner Architekten geſandten Koſtenanſchläge
bezüglich der defekten Decke im Saal des alten Schloſſes
zu prüfen.
Die Reparatur ſchien demnach größer und bedeutender,
als man anfangs angenommen hatte. Insbeſondere fiel
ihm eine Stelle im Schreiben des Fachmannes auf, worin
dieſer ihm dringend anempfahl, Unbefugten das Betreten
des Saales aufs ſtrengſte zu unterſagen. Es dürften, ſo
meinte dieſer, ſich vorausſichlich noch weitere Bruchſtücke
loslöſen und herabſtürzen, was immerhin bedenkliche Fol=
gen haben könne. In ſieben bis acht Tagen hoffe er, mit
der Arbeit zu beginnen.
Des Baumeiſters Warnung erweckte unbehagliche
Empfindungen in Geralds Bruſt, und in ſeinem geraden
Sinne und Rechtsgefühl machte er ſich bereits Vorwürfe,
hierbei ſofort an Reinette gedacht zu haben.
Das Kind — und immer nur das Kind!
Eine verräteriſche Blutwelle ſchoß ihm plötzlich über
Stirn und Wangen.
Nein, Olly mußte gewarnt werden, ſie beſaß das erſte
Anrecht an ihn, ſeine Fürſorge, ſeinen Schutz.
Aber Olly betrat dieſen Raum ja nur mit
Wider=
willen. Er konnte ſich nicht entſinnen, daß ſie ſeit dem
Ko=
ſtümfeſt ihre Schritte dorthin gelenkt hatte.
Reinette dagegen liebte das alte Schloß; es verging
kaum ein Tag, an dem er die ſchlanke Geſtalt nicht
leicht=
füßig dort hinabſchreiten ſah.
Allmächtiger Gott — wenn ſie
Das grelle Töff=Töff der Autohupe ließ den
Sinnen=
den emporfahren.
Die Strecke zur Bahn war kurz; Olly kehrte bereits
zurück.
Schon nach wenigen Minuten betrat dieſe, noch im
Hut, eine koſtbare Zobelboa über die tadellos ſitzende Jacke
geſchlungen, ſein Zimmer.
Der Vatter laßt’s Dich noch grüßen, Gerald, und
hat’s mir aufg’tragen, zu ſagen, daß Du ſein ſchnurr’ges
G’red’ ner ernſt nehmen möcht’s. Er is halt a biſſerl gallig
und nervös.
Ich habe Deinen Vater nie ſehr ernſt genommen, weil
er ſeine Anſichten, Urteile und Meinungen gar zu oft
ändert, entgegnete der Freiherr etwas herb.
Du tuſt ihm unrecht — er iſt’s doch grad’ ſo herzensgut
im Grunde — jetzt insb’ſondere, wo er ſonſt nur
ge=
ſchimpft und g’red’t hat über die Kinder und die unnützen
Ausgaben deretwegen und ſo allerlei. Heut’ möcht’ er ſie
uns gern mal für ein' Weil’ abnehmen. Der Lex ſcheint’s
ihm ein ſo ſympathiſcher Bub — und —
Du denkſt doch nicht etwa daran, daß ich es jemals
geſtatten würde, Reinette in ſein Haus, dieſe
Jung=
geſellenwirtſchaft, zu geben? Der Ruf Deines Vaters iſt
wahrlich nicht derart, ihm unſer Pflegekind anzuvertrauen,
unterbrach er ſie in abweiſendem Ton, ſo daß die junge
Frau ihn erſtaunten Blickes muſterte.
Sie riß die Boa ungeſtüm ab und ſchleuderte das
ſchöne, weiche Pelzwerk achtlos über den nächſten Stuhl.
Darauf atmete ſie mehrere Male tief und haſtig und trat
dicht zu dem Gatten an den Schreibtiſch heran.
Gerald!
Nun?
Er ſchaute wieder von ſeinen Briefſchaften empor.
Gerald — ſchon lang’ — lang’ iſt’s meine Abſicht,
mal frank und frei vom Herzen ’runter mit Dir zu red’n.
Bitt’, dreh’ Dich doch um und ſchau mich an.
Er tat, wie ſie geheißen.
So!
In ihrer impulſiven, temperamentvollen Art und
lei=
denſchaftlichen Aufwallung war Olly plötzlich vor ihm
niedergeſunken. Seine beiden Hände ergreifend, rief ſie
mit ſchwankender Stimme:
O, Gerald, wann’ſt nur eine blaſſe Ahnung davon
hätt’ſt, wie grenzenlos ich Dich lieb hab’, ſo könnt’ſt ner
ſo unfreundlich und kalt, ja gleichgültig mit mir ſein!
Aber, Olly, um des Himmels willen, was iſt denn
ge=
ſchehen? Warum dieſe Szene? Du weißt, daß ich
der=
gleichen Gefühlsausbrüche haſſe. (Forrſetzung folgz.
Ne. 8.
Donnersiag, 10, Zut.
1914.
Bekanntmachung.
Die Amtsdauer der gegenwärtigen Vertreter der Arbeitgeber und der Verſicherten bei
den Organen der Krankenkaſſen betreffend.
Die nachſtehende Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 26. Juni 1914 wird
hiermit zur algemeinen Kenntnis gebracht.
Darmſtadt, den 11. Juli 1914.
(16276
Großherzogliches Kreisamt (Verſicherungsamt) Darmſtadt.
J. V.: Piſtor.
Bekanntmachung
betreffend die Amtsdauer der gegenwärtigen Vertreter der Arbeitgeber und der
Ver=
ſicherten bei den Organen der Krankenkaſſen, vom 26. Juni 1914.
Auf Grund des Artikels 4 des Einführungsgeſetzes zur
Reichsverſicherungs=
ordnung hat der Bundesrat beſtimmt:
Die in der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 8. November 1912 (
Zentral=
blatt für das Deutſche Reich, S. 817), betreffend die Amtsdauer der gegenwärtigen
Vertreter der Arbeitgeber und der Verſicherten bei den Organen der Krankenkaſſen,
unter Nr. 2 geſetzte Friſt bis zum Ablauf des 30. Juni 1914 wird bis zum Ablauf
des 31. Dezember 1914 verlängert.
Berlin, den 26. Juni 1914.
Der Reichskanzler.
Im Auftrage: Caspar.
Valentin Daniel zu Pfungſtadt wurde als Hilfsfeldſchütze für die Gemarkung
Pfungſtadt verpflichtet.
(16277
Der Ziegenzuchtverband des Kreiſes Groß=Gerau beabſichtigt mit dem am
4. Auguſt d. Js. zu Groß=Gerau abzuhaltenden Ziegenmarkt eine Verloſung von
Ziegen und Gegenſtänden der Ziegenzucht zu verbinden. Großh. Miniſterium des
Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur Veranſtaltung dieſer Verloſung unter der
Bedingung erteilt, daß bis zu 3000 Loſe zu 0,50 Mk. das Stück ausgegeben werden
dürfen und mindeſtens 60% des Bruttoerlöſes aus dem Verkaufe der Loſe zum
An=
kauf von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind. Der Vertrieb der Loſe iſt in der
Provinz Starkenburg geſtattet.
(16260
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung bringen wir hierdurch zur allgemeinen
Kenntnis.
(14926a
Darmſtadt, den 23. Juni 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 30. Juni bis 18. Juli 1914.
Die
Dauer der
Abſperrung
Tag
Datum
Bemerkungen
Abſperrung
erſtreckt ſich
von bis
3 M. 25
Montag
13. Juli
Dienstag
14. Juli
über das
80
15. Juli Mittwoch
ganze
70 V.
Donnerstag
16. Juli
N
Abſperr=
0 N
gelände
Freitag
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Darmſtadt, den 15. Juli 1914.
(16253
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Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
Stantspapiere.
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Dt. Reichsschatzanw
99,40
Dt. Reichsanleihe p. 1918‟
9970
do. . . . . p. 1925
3½ 86,35
do. ..
76,10
do. .
4 100,30
Preußische Schatz:
91,60
Staffelanleihe.
.3½ 86,35
Consols .
3 76,00
do. . .
4 97,60
Badische Staats-Anleihe
3½ 93,00
do, v. 92/94
.. . . . . 3 84,50
dos-
97,90
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98,80
do. unkdb. p. 1918 . . .
99,00
do. unkdb. p. 1920 . . .
E.-B.- u. Allgem. Anl.
4 99,00
unkäb, p. 1930 . .
3½ 84,90
do. Anleihe .
do.
3 1 750
Homburger Staats-Anl. . 4 98,00
3½ —
do. v. 1887/94 .
(0. . . . . . .
...... 31 80,20
Hessische Stnats-Anleihe 4 97.60
do. unkdb. p. 1921 . . . 4 97.80
do. .. ..
. . . .3½ 85,00
do. .. .
.. . . . 3 7388
Sächsische Staats-Rente 3 76,75
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921). . . . 4 99,00
do. v. 79/80 . .
. 13½ 85,30
do. ..
.. . . . . . 5 —
Bulgerische Gid.-Anl. . . 5 95,70
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6) —
do. v. 1887 Monopol
-
Italienische Rente. . ..
—
Osterr. Staats-R., v. 1913 .
88,50
do. Silber-Rente . . . . 4½ 83,15
do. Papier-Rente . . . 4½ 82,85
do. Gold-Rente . . . . . 4 84,80
do. einheitl. Rente . . 4 79,70
Portug. Tab-Anl. 1891 . . 4½ 97.90
do. inn. amort. 1905 . . 4½ 75,75
do. unif. Serie I .
13 63,60
do.
„ III. 3 66,10
do. Spezial Titel. . . .
9.,50
Rumänen v. 1903 . . . . . . 5. 99,80
do. Gold v. 1913. . . . .4½ 90,80
do. Schatzsch. v. 1913 . 4½ 90,85
do, conv.
4 8460
do. v. 1890
4 94,20
do. v. 1891
4
do, v. 1905
4 85,00
do, v. 1908 .
4 85,20
do. v. 1910
4 1 85,10
Russische SLAnl.
½ 98,40
do. kons. v. 1880
4
do, Gold v. 1800
. v. 1902 .
89,10
Schweden v. 1880. .
do. v. 1886 . .
3½ 86,60
Schweden v. 1890
Serben steuertrei
85,20
do. amort. v. 1895
Türk. Egypt. Tribut .
do. kons. steuerfreie .
do. Admin. v. 1903.
75,30
do. unif. v. 1903. .
81,80
do. v. 1905. . . . .
70,60
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 87,40
Ungar. Staatsk.-Scheine
v. 1913. . . .
.4½ 99,70
do. Gold-Rente.
4* 79,50
do. Staats-Rente 1910₰ 4 1 78,00
do.
Kr. 4 78,00
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887 5 —
do, äußere v. 1890 . . . 5 1100,00
do. innere v. 1888 . . .4½ —
do, äußere v. 1888
.14½
do. v. 1897 . .
4 78,50
Chile Gold-Anl. v. 1911.
5
do. v. 1889 .
4½—
do. v. 1906 .
4½ 89,50
Chines. St.-Anl. v. 180
6 —
do. v. 1896 .
5 1 99,30
do. Reorg. Anl..
5 I 87,50
do. v. 1898 .
4½ 90,50
Japaner . . .
4½ —
Innere Mexikaner .
5 1 68,50
Außere do.
5 —
Mexikan. Gold v. 19
4 69,40
do. cons. . .
,40
3
do. Irrigat.-Anleihe . 4½ 67,50
Buenos-Aires Prov.
3½ —
Tamaulipas . . .
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, v. 1913 . .
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Siam v. 1907. . . .
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86,00
Kaschau-Oderberger v. 89
25.0
Prag-Duxer . .
. . . . 3 70,10
Osterreich. Staatsbahn . 5 1100,00
Go. . . . .
4 86,80
do.
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do. . 9. . . . . . . . . 3 8400
Posen Prov. . . . . . . . . .3½ 84,00
Westfalen Prov. V.. . . . 4 95,80
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3½ 86,00
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Darmstadt.
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do. . . . . .
3½
Frankfurt .
497,00
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3½
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4
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3½ 87,10
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3½ 86,20
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do. . .
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4
Mainz
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4
do.
3½ 88,00
Mannheim . .
4½ 95,00
do.
3½ 89,60
München .
4
Nauheim .
3½
Nürnberg
4½ 95,50
do. .
3½ 87,50
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do. v. 1914
4
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3½
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do.
Worms .
(o. . .
Lissabon v. 1888
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do. „ 1913..
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96,90
Ser. 12, 13, 16
96,90
do. . . . . „ 14, 15, 17
97,40
do. unkdb. 1920 . . . .
97,50
1923 . . .
do.
84,70
do. Ser. 1, 2, 6—8 . . .
3½ 84.50
do. „ 3—5 . . .
3½ 84,70
do. kündb. 1915 . .
96,90
do. Komm. unk. 1913
96,9
do.
„ 1914
97,10
„ 1916
do.
97,40
4o.
„ 1920
97,50
„ 1923
do.
84,70
do. verlosb. u. kündb.
84,75
unkab. 1915
do.
94,80
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
6600
do. unkdb. 1922. . . .
.3½ 86,00
do..
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
unkdb. 1917 4 94,20
94,20
do. . . . .. „ 1919
do. . . ... „ 19211 4 94,20
96,50
do. . . . .. „ 1924
3½ 84,40
G0. . ... . . .
do. Komm. unk. 1923 . 4 95.20
1024 4 9650
do.
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. . 4 97,00
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 89.20
Bank-Aktien.
Bank für elektr.
Unter-
nehmungen Zürich . . 10 1196,00
Berg.-Märkische Bank. .
Berliner Handelsges.. . .
Darmstädter Bank . .
(2 114,00
Deutsche Bank. . . . . . .12½/231,25
Deutsche Vereinsbank.
6 (15.25
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 112,00
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 180,90
Dresdner Bank . . . . . . .8½ 145,25
Frankf. Hypothek.-Bank 10 215.50
(155,80
do. do. Kred.-Ver.
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 115,20
106½
Nation.-Bank f. Deutschl.
121,50
Pfälzische Bank . . . . .
.. . . .8.43 1138,80
Reichsbank . .
125,00
Rheinische Kredit-Bank
106,50
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
125,00
Wiener Bank-Verein . .
Aktien von
Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 1124,40
107,00
Norddeutscher Lloyd.
116,00
Frankfurt. Schleppschiff.
Südd. Eisenb.-Gesellsch. .6½ 128,00
Anstol. Eisenb. 60%-Akt.5½ 1111,00
Baltimore . . . . . . . . . . 6 89.25
Canada . . . . . . . . . . . 10 1186,25
Schantung . . . . . . . . . . 7½ 125,76
-
Prinz Henry. . . . . . . . . 9
Lombarden . . . . . . . . . 0 15½
Pennsylvania . . . . . . . . 6 1110,50
Industrie-Aktien.
28 1560,50
Badische Anilin-Fabrik
Chem. Fabrik Griesheim 14 1240,00
30 1459,00
Farbwerke Höchst . .
Ver, chem. Fabr. Mannh. 20 302,00
Zement Heidelberg
10 1144,20
Chemische Werke Albort.30 (354.00
Holzverkohl. Konstanz 1 15 1268,50
—
Lahmeyer . . . . . . . .
Schuckert, Nürnberg.
§ 130,00
Siemens & Halske,.
12 210,50
Bergmann Elektr. .
5 1110,00
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 (238,50
Hagen Akkum. . .
25 282,25
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (162,75
Gummi Peter ..
0 78,00
Adler-Fahrradwerke . . . 25 (284,50
Maschinenfabr. Badenia. 6 123,00
Wittener Stahlröhren . . 0
Motoren, Oberursel . . .8½ 151,00
Gasmotoren, Deutz . . . . 9 120,90
Siemens Glas-Industrie . 15
Enzinger Filter . .
23
271,50
Steaua Romana . . . . . . 10 144,50
Zellstoff Waldhof . . . . . 12 1166,00
Bad. Zucker-Waghäusel .12,831214,00
Neue Boden-Aktien-Ges..
7400
Süddeutsche Immobilien 0 54,50
Bergwerks-Aktien.
Aumetz-Friede .
12 1147,50
Bochum, Bergb. u. Gußst. 14 217,00
Leonhard, Braunkohlen . 9 1155.00
Konkordia Bergbau . . . 23 1353,50
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 (121,40
Eschweiler . . . . . . . . . . 10 225,80
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 177,25
Harpen Bergbau. . . . . .11 1172,70
Kaliwerke Aschersleben : 10
Kaliwerke Westeregeln . 13 186,30
Königin Marienhütte . .
Laurahütte . . . . . . . . . 8 1141,00
Oberschles. Eisenbed. . .
79,50
Oberschl. Eisen-Industrie 0 80.00
Phönix Bergbau . . . . . . 18 1227,00
Rheinische Braunkohlen 11 (227,00
Riebeck Montan . . . . . . 11 1176,00
South West.-Afr. Shares . 5
Verzinsliche
Anlehenslose. zt.
Badische .
.. Tlr. 1004
Cöln-Mindener . Tlr. 1003½139,50
Holländ. Komm. . H. 100 3 114,00
Madrider .
. Frs. 100 3
Meininger Prüm.-Pfdbr. . 4 (143,00
Osterreicher 1860er Lose . 4 1180,80
Oldenburger . . . . TIr. 40 3 1127,30
Raab-Grazer . . . . H. 15021
Unverzinsliche
Mk.
Anlehenslose.
lp. St.
Augsburger . .
A.7 —
Braunschweiger
TIr. 20 206,00
Mailänder
Fs, 45
do.
Fs. 10 33,00
Meininger .
. A. 7 37,00
Osterreicher v. 1864 . H. 100
do, v. 1858 . A. 100
Ungar. Staats . .
A. 100 442,00
Venediger . . . . . . . Fs. 30 70,60
Türkische . . . . . . Fs. 400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. .
20,46
20-Franka-Stücke . . . . ..
Amerikanische Noten . .
14,19½
Englische Noten . . .
20,52
Französische Noten.
81,50
Holländische Noten . .
169,45
tallenische Hoten
81,20
Osterr.-Ungarische Noten.
54,05
Russische Noten.
Schweizer Noten. . .. 81,55
Reichsbank-Diskont . .
do. Lombard Zsf..
Tendenz:
Schwankend.
Bander und verkehr.
— Frankfurt a. M., 15. Juli. (Börſe.) Beſſere
Wiener Vorbörſenkurſe ließen auf eine günſtigere
Beur=
teilung der politiſchen Situation ſchließen und die hieſige
Börſe zeigte demgemäß heute ein freundlicheres Ausſehen.
Eine beſonders feſte Haltung bekundeten die in letzter Zeit
am meiſten geworfenen Montanaktien, aber auch die
Werte der übrigen Märkte konnten ihren Kursſtand
teil=
weiſe um mehrere Prozent erhöhen. Im Verlauf wurde
die Stimmung wieder ſchwächer, weil Wien erneut mattere
Kurſe ſandte und aus Berlin ebenfalls ſchwächere
Ten=
denz, ſpeziell für amerikaniſche Werte, ſignaliſiert wurde.
Die Kursbeſſerungen gingen daher meiſt wieder verloren.
Immerhin zeigen die Schlußkurſe eine, wenn auch
uner=
hebliche, Beſſerung gegen geſtern. Der Kaſſamarkt war
uneinheitlich. Höher notierten u. a. Scheideanſtalt
2,50 Prozent, Höchſter 1¼ Prozent, Holzverkohlung 3½
Prozent, Akkumulatoren 1¼ Prozent, niedriger
Dür=
kopp 5½ Prozent, Daimler 4¼ Prozent, Mannesmann
1¼ Prozent, Enzinger Filter 3 Prozent. Oeſterreichiſch=
Ungariſche Fonds lagen ebenfalls wieder ſchwächer.
Landwirtſchaftliches.
H. Frankfurt a. M., 14. Juli. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt war Landweizen nicht mehr
vorhanden und auch Landroggen nur noch vereinzelt
er=
hältlich. Hingegen wurden ausländiſche Brotfrüchte beſſer
gefragt bei gut behaupteten Preiſen gegenüber der
Vor=
woche. Hafer in guter Ware war leicht verkäuflich und
preishaltend. Mais und Gerſte kaum gehandelt. Die
Forderungen für Futtermittel und Mehl ſind
unverän=
dert. Der Mannheimer Getreidemarkt iſt
matt. An der Berliner Produktenbörſe war
Getreide nach ſchwachem Beginn wieder befeſtigt auf
grö=
ßere Nachfrage für den Export und Platzdeckungen,
wo=
bei Weizen nicht höher notierte, aber Roggen etwa eine
halbe Mark profitierte. Hafer lag ſchwächer auf ruſſiſches
Angebot aus der neuen Ernte. Nach den letzten
Kabel=
nachrichten von den amerikaniſchen
Getreide=
märkten (Neu=York und Chikago) waren Weizen und
Mais ſchließlich in matter Tendenz auf günſtige
Wetter=
berichte, Liquidationen per Juli und reichliches Angebot
ſeitens der Farmer im Südweſten der Unionſtaaten. Auch
verſtimmten die Viſible ſupply=Ziffern, ſowie die
Schätz=
ung bevorſtehender Bahnzufuhren für Chikago. Die
ſicht=
baren Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche von 13,63
Mill. Buſh. auf 15,58 Mill. Buſh. geſtiegen, wogegen die
Maisvorräte von 6,91 Mill. Buſh. bis 5,72 Mill. Buſh.
zurückgegangen ſind. In Kanada ermäßigten ſich die
Weizenvorräte in dieſer Woche von 9,16 Mill. Buſh. auf
8,54 Mill. Buſh.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſiger und Wetterauer — Norddeutſcher —
Kurheſſiſcher —, Rumäniſcher 22,25—23,25, Kanſas 21,50
bis 22, Ruſſiſcher 22,25—23,25, Redwinter 22,25—22,75,
Manitoba 22—22,50, La Plata 22—22,75, Walla Walla
22—22,50: Roggen, hieſiger, nominell 17,50,
Bayeri=
ſcher —, Ruſſiſcher 17,75—18,25, Amerikaniſcher —,
Rumä=
niſcher 17,75—18,25; Gerſte Pfälzer 17,25—17,75, hieſige
und Wetterauer 17—17,50, Riedgerſte 16,75—17,25,
Unga=
riſche — Fränkiſche 16,50—17,50; Hafer, hieſiger 18.50
bis 19,75, Bayeriſcher 18,75—19,75, Ruſſiſcher 19—20,
Amerikaniſcher 18—18,50 Rumäniſcher 19—20; Mais
mired 15,25—15,50, Ruſſiſcher 15,25—15,75. Donaumais
15,25—15,50, Rumäniſcher 15,25—15,75, La Plata 15,75
bis 16, weißer Mais 15,20—15,40, Weizenſchalen 10,25
bis 10,50, Weizenkleie 10,20—10,40, Roggenkleie 11,50—12,
Futtermehl 12—14, Biertreber, getrocknet, 11.75—12,75.
Futtergerſte 14,50—14,60; Weizenmehl (Baſis ab
Mannheim), hieſiges Nr. 0: 30,50—30,75, feinere Marken
31—31,25, Nr. 1: 28,50—28,75, feinere Marken 29—29,25,
Nr. 2: 27,50—27,75, feinere Marken 28—28,25, Nr. 3: 25,50
bis 25,75, feinere Marken 26—26,25, Nr. 4: 21,50—22.
fei=
nere Marken 22,25—22,50; Roggenmehl, hieſiges,
Nr. 0: 25,25—25,50, Nr. 1: 23,25—23,50. Nr. 2: 20,25—20,50.
F.C. Frankfurt a. M., 15. Juli. (
Kartoffel=
markt.) Man notierte: Kartoffel im Waggon 8,50—9,00
Mark, im Detail 9,00—10,00 Mark, alles per 100 Kilo.
— Frankfurt a. M., 15. Juli.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1811 Schweine.
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in
Mark. a) Fettſchweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 45—97½
(59—61), b) vollfleiſchige Schweine über 2½ Ztr.
Lebend=
gewicht 45—47 (57—60), c) vollfleiſchige Schweine über
2 Ztr. Lebendgewicht 45—47 (56—58), d) vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht 45—47 (56—58).
Marktverlauf: Langſam, bleibt Ueberſtand.
* Eine neue Art des Formobſtſchnittes
wird im praktiſchen Ratgeber beſprochen. Sie iſt eine
Er=
findung des franzöſiſchen Obſtzüchters Lorette, die von
ihm bereits ſeit 15 Jahren mit großem Erfolge angewandt
wird und ihm großen Behang ſeiner Bäume einbrachte,
ſo daß Tauſende nach Wagnonville, dem Wohnort des
Herrn Lorette, wanderten, um ſich ſeine vollbehangenen
Obſtbäume anzuſehen. Kurz geſagt, beſteht der Schnitt
aus einem Sommerſchnitt; zu drei verſchiedenen Zeiten,
Ende Juni, Ende Juli, Ende Auguſt, werden die
Lang=
triebe, die Bleiſtiftlänge überſchreiten und an ihrem
Grunde ſchon etwas verholzt ſind, auf 1 Zentimeter Länge
geſchnitten. Das hat Bildung von Kurztrieben und
Fruchtaugen zur Folge. Für den Winter bleiben im
weſentlichen nur die Leittriebe zu ſchneiden, die im
Som=
mer unverkürzt wachſen durften. Das ſogenannte
ſom=
merliche Pinzieren, mit deſſen Hilfe jetzt hauptſächlich
unſere Formbäume in Ordnung gehalten werden, fällt
völlig weg. — Diejenigen unſerer Leſer, die Näheres über
dieſen Lorette=Schnitt erfahren wollen, erhalten auf
Wunſch die betreffende Nummer koſtenfrei vom
Geſchäfts=
amt des praktiſchen Ratgebers im Obſt= und Gartenbau
in Frankfurt a. d. Oder.
Turnen, Spiele und Sport.
* Training=Rennen auf der Radrennbahn. Der
Velo=
ziped=Klub veranſtaltet am Dienstag, den 21. Juli, abends
7 Uhr, auf der Radrennbahn ein großes Training=
Ren=
nen, bei welchem in der Hauptſache Berufsfahrer=Flieger=
Rennen ſtattfinden werden. Es werden ganz bedeutende
deutſche Flieger erſcheinen, die ſich jedenfalls energiſch
bekämpfen werden. Fahrer, wie Bader=Berlin, Peter=
Berlin, Ritzenthaler=Kolmar und andere gleichwertige,
ſichern einen guten Sport. Es war nicht leicht, dieſe
Fah=
rer für Darmſtadt zu ſichern und nur durch Bereitſtellung
und Ausſchreibung großer Geldbeträge iſt dies dem
Velo=
ziped=Klub gelungen. Ein Eröffnungsfahren, das mit 70
Mark, ein Tandemfahren mit 160 Mark, ein
Ausſchei=
dungsfahren mit 60 Mark, ein Tandemvorgabefahren mit
160 Mark, ein Prämienfahren mit 90 Mark und vor allem
ein 20 Kilometer amerikaniſches Hauptfahren, das mit
500 Mark dotiert iſt, waren erforderlich, um die Fahrer
auf unſere Bahn zu bekommen. Dabei ſollen nur
volks=
tümliche Eintrittspreiſe erhoben werden, und zwar
Steh=
platz 19 Pfg., Sattelplatz 40 Pfg. und Sitzplatz 60 Pfg.
Wir ſind überzeugt, daß das Darmſtädter Publikum bei
dieſem Rennen vollzählig vertreten ſein wird und daß
auch das auswärtige Sportpublikum mit Intereſſe das
Reſultat dieſes Training=Rennens erwartet.
sr. Pferdeſport. Bei den Rennen zu Wiesbaden
ereignete ſich im Preis von Klarenthal ein ſeltener
Zwi=
ſchenfall. Die von Leutnant Freiherrn von Berchem
gerit=
tene Strohblume gewann nach Kampf um einen Kopf
gegen Rapture unter Leutnant Graf Holck. Die Siegerin
mußte jedoch disqualifiziert werden, da ſie beim
Zurück=
wiegen ein Pfund unter ihrem Handikap trug.
Infolge=
deſſen erhielt Rapture den Preis zugeſprochen. Die
Wetten wurden jedoch auf Strohblume ausgezahlt.
La=
tour war am erſten Sprung reiterlos geworden. Den
Preis von Sonnenberg gewann Bilbao überlegen,
trotz=
dem die Stute einmal in eine falſche Bahn geriet.
Mit=
einer Rieſenüberraſchung endete der Schloß=Preis, den
Scotch Nugget gegen den Favoriten Hebron nach Kampf:
gewann. Die Reſultate waren: Dotzheimer Hürden=
Ren=
nen; 4500 Mark, Diſtanz 2700 Meter: 1. Herrn
Fürſten=
bergs Adamant (Roſack), 2. Moet (Heath), 3. Schätzel
(Lüder). Tot. 48:10, Pl. 16, 14, 105:10. Unpl.: Eile mit!
Weile (4), Irbis, Flora Viola, Miracle, Flocke,
Lach=
taube. Hals-6 Lg. — Preis von Klarenthal; Ehrenpreis
und 2300 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn J. Oldes
Strohblume (Lt. Frhr. v. Berchem), 2. Rapture (Lt. Graf
Holck), 3. Bethane (Lt. v. Herder). Tot. 47:10, Pl. 17, 16,
22110. Unpl.: Lovely Grace, Die Ruhe, Abdul,
Grena=
dier, Latour, Cantiniere, Nyngan. 1—¾ Lg. —
Rhein=
gau=Jagd=Rennen; 3500 Mark, Diſtanz 4000 Meter:
1. Herrn A. Roſes Peter II (Seiffert), 2. Samuel (
Unter=
holzner), 3. Voscoros (Theilen). Tot. 39110, Pl. 18,
16:10. Unpl.: Brabant, Oberleutnant (angeh.). Kopf bis
10 Lg. — Preis von Sonnenberg; Ehrenpreis und 4000.
Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Herrn R. Dalbkermeyers
Bilbao (Lt. Frhr. v. Bonnet) 2. Catalonier (Lt. v.
Her=
der), 3. Melton Pet (Lt. Dietzſch). Tot. 20:10. Drei liefen.
2 Lg. — Rabengrund=Jagd=Rennen: 3000 Mark, Diſtanz
3600 Meter: 1. Herrn Fürſtenbergs Riff (Roſack) 2.
Bla=
kulla (Torke), 3. Giborg (Unterholzner). Tot. 29110, Pl.
13, 18, 13.10. Unpl.: Flibuſtier, Satyre (gef.), Macka,
Faluroßza. 1—1½ Lg. — Schloß=Preis; 3500 Mark,
Di=
ſtanz 3200 Meter: 1. Herrn Hülſenbuſchs Scotch Nugget
(Hutter), 2. Hebron (Heath), 3. Buoy and Gull (Torke).
Tot. 254:10, Pl. 42, 17, 21110. Unpl.: Earl Cloſing, Rapp,
Yucca, Penny Bridal, Dream, Sunbath, Felſenkirſche,
Lincolnſhire, Proſpero, Saint Alf. ¾—4 Lg. — Preis der
Platte; Ehrenpreis und 2600 Mark, Diſtanz 1600 Meter:
1. Herrn v. Brezas Lockſpeiſe (Lt. Frhr. v. Herder),
2. Kompaß (Lt. Frhr. v. Berchem), 3. Trudchen (Herr
Purgold). Tot. 17110, Pl. 31, 18:10. Unpl.:
Königsleut=
nant (4), Vera, Hortenſe. ¾—4 Lg.
* Deutſchland beteiligt ſich an den Davis=Pokal=
Spie=
len. Nach langwierigen Verhandlungen iſt es nun doch
gelungen, für die Spiele in Amerika, die für die deutſche
Mannſchaft am 30., 31. Juli und 1. Auguſt ſtattfinden,
Otto Froitzheim und Oskar Kreuzer zu gewinnen. Die
beiden Herren treten die Ueberfahrt von Cherbourg am
16. d. M. mit dem Hapag=Dampfer „Amerika” an. Den
deutſchen Vertretern viel Glück auf ihren Weg!
* Neue Erfolge deutſcher Wagen in Belgien. Das
internationale Kilometer=Rennen in Oſtende gewann
Joerns auf 4½ Liter Opel mit 153,3 Kilometer
Durch=
ſchnittsgeſchwindigkeit in 23½ Sekunden. Zweiter wurde
Tornaco auf Mercedes. Sieger des Zwanzig=Kilometer=
Rennens wurde ebenfalls Joerns auf 4½ Liter Opel=
Grand=prix=Wagen mit 130 Kilometer
Durchſchnitts=
geſchwindigkeit in 9 Minuten 16 Sekunden. Zweiter
wurde wieder Tornaco auf Mercedes. In den
Touren=
klaſſen bis 2 Liter Zylinderinhalt wurde Bosquet Erſter
auf Opel im Zwanzig=Kilometer=Rennen und bis 6½
Liter Heuſch, Aachen auf Opel im Kilometer=Rennen.
Gewerbebibliothek (Bibliothek,
Vorbilderſamm=
lung und Patentſchriftenauslegeſtelle) geöffnet Werktags
von 9—12½ und 3—6 Uhr, ausgenommen Samstag
nachmittags.
Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis
Frei=
tag von 9—1 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr,
Samstag von 9—1 Uhr.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juli 1914.
Nummer 193,
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