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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 307.
Samstag, den 7. November.
1914.
Der Krieg.
Die Gegenmaßregeln der deutſchen Regierung. — Von den Kriegsſchauplätzen. — Der türkiſche Krieg. — Der Krieg zur
See. — Rooſevelt über Deutſchland und den Krieg. — Zur Verbreitung der Wahrheit. — Gefangene in Deutſchland. —
Der Burenaufſtand in Südafrika.
Die Gegenmaßregeln der
deutſchen Regierung.
Die Internierung der Engländer in
Deutſchland.
Berlin, 6. Nov. (W. T. B. Amtlich.) Seit langer
Zeit ſchweben Verhandlungenzwiſchen
Deutſch=
land und England wegen der Behandlung der
beiderſeitigen Staatsangehörigen, die ſich bei Beginn des
Krieges auf dem Gebiet des anderen Teiles aufhielten.
Dabei ſtand die deutſche Regierung auf dem Standpunkt,
daß nach völkerrechtlichen Grundſätzen dieſe Perſonen,
ſoweit ſie ſich nicht verdächtig gemacht hatten, auf freiem
Fuße zu belaſſen ſeien, auch ungehindert in ihre Heimat
abreiſen dürften, daß jedoch den Engländern in
Deutſchland ſelbſtverſtändlich keine beſſere
Behandlung zuteil werden könnte, wie den
in England befindlichen Deutſchen. Als
da=
her die britiſche Regierung ſo gut wie ſämtlichen Deutſchen
die Erlaubnis zur Abreife verſagte, ſind die in
Deutſch=
land befindlichen Engländer in gleicher Weiſe behandelt
worden. Den deutſchen Vorſchlag, die beiderſeitigen
un=
verdächtigen Staatsangehörigen ſämtlich abreiſen zu
laſſen, lehnte die britiſche Regierung ab. Doch wurde eine
Vereinbarung dahin getroffen, daß alle Frauen und alle
männlichen Perſonen bis zu 17 Jahren und über 55
Jah=
ren, ſowie ohne Rückſicht auf ihr Alter alle Geiſtlichen
und Aerzte ungehindert abreiſen dürften. Die
männ=
lichen Perſonen zwiſchen 17 und 55 Jahren wurden nicht
in die Vereinbarung einbezogen, weil die britiſche
Regie=
rung alle Wehrpflichtigen zurückhalten wollte, und als
ſolche auch die Männer zwiſchen 45 und 55 Jahren anſah,
Inzwiſchen wurden die in England zurückbehal=
tenen Deutſchen in nicht unerheblicher Anzahl
feſt=
genommen und als Kriegsgefangene
be=
handelt. Nach zuverläſſigen Nachrichten iſt dieſe
Maß=
nahme in den letzten Tagen auf faſt alle wehrpflichtigen
Deutſchen ausgedehnt worden, während in Deutſchland
bisher nur verdächtige Engländer feſtgenommen worden
ſind. Die völkerrechtswidrige Behandlung unſerer
An=
gehörigen hat der deutſchen Regierung Anlaß gegeben, der
britiſchen Regierung zu erklären, daß auch die
wehrpflich=
tigen Engländer in Deutſchland feſtgenommen werden
würden, wenn nicht unſere Angehörigen bis zum 5.
No=
vember aus der engliſchen Gefangenſchaft entlaſſen
wer=
den ſollten. Die britiſche Regierung hat dieſe Erklärung
unbeantwortet gelaſſen, ſo daß nunmehr die
Feſt=
nahme der engliſchen Männer zwiſchen 17
und 55 Jahren angeordnet worden iſt. Die
Anordnung erſtreckt ſich vorläufig nur auf die
Angehöri=
gen von Großbritannien und Irland, würde aber auch
auf die Angehörigen der britiſchen Kolonien und
Schutz=
gebiete ausgedehnt werden, wenn die dort lebenden
Deut=
ſchen nicht auf freiem Fuß belaſſen werden ſollten. Die
von den militäriſchen Stellen unter dem 6. November
er=
laſſenen Befehle lauten:
1. Allemännlichen Engländer zwiſchen dem
vollendeten 17. und 55. Lebensjahr, die ſich innerhalb des
Deutſchen Reiches befinden, und denen als Aerzten oder
Geiſtlichen nicht das Ausreiſerecht zuſteht, ſind in
Sicher=
heitshaft zu nehmen und nach Anordnung der
ſtellvertretenden Generalkommandos nach dem Lager
Ruhleben bei Berlin zu überführen. Das gleiche gilt
für inaktive Offiziere auch über 55 Jahre hinaus. Für
die Altersberechnung iſt der 6. November maßgebend.
Die Ueberführung der in Berlin verhafteten Engländer
nach Ruhleben erfolgt mit Rückſicht auf die beſonderen
örtlichen Verhältniſſe auf Anordnung und nach dem
Er=
meſſen des Oberkommandos in den Marken.
2. Ausnahmen von der in Nr. 1 genannten
Anord=
nung können von den ſtellvertretenden
Generalkomman=
dos und dem Oberkommando in den Marken nur dann
geſtattet werden, wenn ſchwere Krankheit, die den
Trans=
port unmöglich macht, von amtsärztlicher Seite beſcheinigt
wird. Sobald das Befinden den Transport geſtattet, iſt
die Ueberführung nachzuholen.
3. Alle erwachſenen Perſonen engliſcher Nationalität,
die dann noch frei in Deutſchland leben dürfen, ſind zu
täglich zweimaliger Anmeldung bei der Polizei
verpflich=
tet und dürfen den Ortspolizeibezirk, über deſſen Grenze
ſie polizeilich zu unterrichten ſind, nicht verlaſſen. In
ein=
zelnen Fällen kann das für den Aufenthaltsort zuſtändige
ſtellvertretende Generalkommando (Oberkommando in den
Marken) oder Marineſtationskommando Ausnahmen
ge=
ſtatten.
4. Die unter 1 und 2 genannten Maßregeln ſollen
zu=
nächſt nur Anwendung finden auf Angehörige des „
Ver=
einigten Königreichs von Großbritannien und Irland”.
5. Sofern für den Transport fahrplanmäßige Züge
nicht ausreichen, ſind von den ſtellvertretenden
General=
kommandos Sonderzüge mit den Linienkommandanturen
zu vereinbaren.
Die deutſche Regierung hat wohl kaum jemals einen
Beſchluß gefaßt, der ſich ſo ſehr der allgemeinen
Zuſtimmung im deutſchen Volke erfreute, wie
dieſer. Man darf zu unſerer Regierung das Vertrauen
haben, daß ſie die Art der Behandlung der internierten
Engländer ganz derjenigen anpaſſen wird, die die
inter=
nierten Deutſchen in England erfahren.
Der fürkiſche Krieg.
Die Türkei und die Ansländer.
* Konſtantinopel, 5. Nov. Die Regierung hat
einen Anhang zum Militärſtrafgeſetzbuch
be=
kannt gegeben, durch den die Verbreitung von
militäri=
ſchen Geheimniſſen, Spionage und Verrat mit ſtrengen
Strafen bedroht werden. Die Franzoſen und
Eng=
länder, die hohe Beamtenſtellen im Finanzminiſterium,
Miniſterium des Innern und anderen Behörden
beklei=
den, ſind abgereiſt. Auch der Vertreter der engliſchen
Bondholders hat Konſtantinopel verlaſſen. Die
Polizei=
direktion hat eine Bekanntmachung erlaſſen, wonach alle
Untertanen derjenigen Staaten, mit denen
die diplomatiſchen Beziehungen abgebrochen
ſind, der Polizei ihre Wohnung anzugeben haben und
nur mit polizeilicher Ermächtigung abreiſen dürfen,
wid=
rigenfalls ſie als verdächtig betrachtet werden.
Otto=
maniſche und fremdländiſche Untertanen, die ſich
außer=
halb der türkiſchen Grenze begeben, dürfen nicht mehr als
zehn Pfund pro Perſon bei ſich haben. Die
Polizeidirek=
tion kündigte an, daß ſämtliche Briefe offen und
Tele=
gramme in türkiſcher, deutſcher oder arabiſcher Sprache
ab=
gefaßt ſein müſſen.
Kämpfe an der Grenze.
* Konſtantinopel, 5. Nov. (Amtlicher
Kriegs=
bericht.) Geſtern hatte unſere heldenmütige Kavallerie ein
Gefecht mit ruſſiſchen Koſaken, die geſchlagen wurden und
ſich zurückziehen mußten. Unſere Kavalleriediviſionen
be=
drohten die Nachhut der feindlichen Armee.
Neue Beſchießung Sewaſtopols.
* Berlin, 6. Nov. Aus Stockholm melden
ver=
ſchiedene Morgenblätter, daß am 5. November wieder
türkiſche Kriegsſchiffe vor Sewlaſtopol
er=
ſchienen ſeien und erneut eine heftige Beſchießung
auf den Hafen und die Befeſtigungsanlagen eröffnet
hät=
ten. Die Beſchießung hielt nachmittags noch an.
Kämpfe in Aegypten.
* Konſtantinopel, 5. Nov. Nach dem
Tasvir=
i=Efkiar haben die türkiſchen Truppen, die zuſam=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 7. November 1914.
Nummer 307.
men mit 20 Bedunen die ägpptiſche Grenze
überſchritten, ihre Tätigkeit an verſchiedenen von
den Engländern beſetzten Punkten begonnen. Die
Be=
duinen haben einige Stellungen angegriffen und
beun=
ruhigen dieſe nun unausgeſetzt, wodurch die Operationen
der türkiſchen Truppen erleichtert werden. Ihre letzten
Attacken hatten den Erfolg, daß die Engländer aus Beir
Sabbah bei Naehel auf der Sinai=Halbinſel vertrieben
wurden. Der Platz wurde darauf von den Türken beſetzt.
— Auf der Durchfahrt durch den Suezkanal fand der
Dampfer „Roma” auf der ägyptiſchen Seite engliſche und
indiſche Truppen an der Arbeit, Trancheen und
Stacheldrahtverhaue zu legen. Auf 400 Meter Abſtand
befinden ſich ſtarke Forts mit ſchwerer
Artil=
lerie. In Port Said ſprachen Offiziere der Roma mit
einem italieniſchen Ingenieur, der ihnen mitteilte, daß
die Türkei am anderen Ufer 80000 Mann
zuſammenge=
zogen hätte.
Vormarſch in Afghaniſtan.
* Wien, 5. Nov. Die Südſlawiſche Korreſpondenz
meldet aus Konſtantinopel: Wie die über Perſien hier
ein=
getroffene bedeutendſte afghaniſche Zeitung Siradſch=al=
Ahbari berichtet, hat der Emir von Afghaniſtan eine
Armee von 170000 Mann mit 135 Geſchützen unter
Füh=
rung ſeines Sohnes, des Emirs Bahadurkhan, an die
eng=
liſche Grenze vormarſchieren laſſen. Die von Herat nach
Puſchk führende Eiſenbahn ſei zerſtört worden, um den
engliſchen Aufmarſch zu hindern. Eine Anzahl der
Krie=
ger indiſcher Grenzſtämme habe ſich dem Heere
Baha=
durkhans angeſchloſſen. An der Grenze herrſche volle
Re=
volution gegen England. Die engliſchen Beamten ſeien
gefangen genommen, einige von ihnen getötet worden.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 6. Nov. (W. T. B.
Amtlich.) Unſere Offenſive nordweſtlich und ſüdweſtlich
Ypres macht gute Fortſchritte, auch bei La
Bafſé nördlich Arras und in den Argonnen
wurde Boden gewonnen. Unter ſchweren Verluſten für
die Franzoſen eroberten unſere Truppen einen
wich=
tigen Stützpunkt im Bois=Brulé ſüdöſtlich
von St. Mihiel.
Auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz hat ſich
nichts Weſentliches ereignet.
Oberſte Heeresleitung.
* London, 6. Nov. Die Times ſchreibt: Wir
müſſen im Ernſte die Aufmerkſamkeit der Nation auf
die furchtbaren Anſtrengungen lenken, welche
der in Flandern fortdauernde Kampf von
unſeren Truppen fordert, die bereits durch das
erſchöp=
fende Ringen an der Aisne ſchwer auf die Probe
geſtellt ſind. Die ſchwierige Aufgabe, ſie nach der
fran=
zöſiſch=belgiſchen Grenze zu verlegen, wurde uns durch
die Erkenntnis aufgezwungen, daß die Deutſchen
ungeheure Verſtärkungen dorthin brachten. Um
dieſer friſchen Armee zu begegnen, mußten wir auf die
bereits im Felde befindlichen Kräfte zurückgreifen, die
durch aus England kommende Truppen ergänzt wurden.
Die neuen deutſchen Truppen ſind, was Führung und
Ausbildung betrifft, den Eliteregimentern, mit denen wir
zu kämpfen hatten, nicht ebenbürtig, aber ihr Mut iſt
über jedes Lob erhaben, ja, nahezu übermenſchlich,
wie ein aus dem Hauptquartier berichtender Augenzeuge
ſagt. Wir haben ihnen ſchwere Verluſte beigebracht, aber
ſie waren bisher imſtande, die Lücken in ihren Reihen
wieder zu füllen, und wir erlitten auch ſelbſt
ſchwere Verluſte. Wir beginnen zu
erfah=
ren, wie ſchwer unſere Verluſte waren. Die
Verluſtliſte ſpricht für ſich ſelbſt, aber ſie iſt
notwendiger=
weiſe noch unvollſtändig. Wie lange werden wir imſtande
ſein, die Lücken in unſeren Reihen auszufüllen und
un=
ſere Angriffe zu erneuern? Davon hängt alles ab.
Men=
ſchen können nicht endlos in Schützengräben einem Hagel
von Kugeln und Granaten und Kälte und Entbehrungen
ausgeſetzt bleiben. Auch Unverwundete müſſen zeitweilig
bgelöſt werden, um kampffähig zu bleiben. Das Blatt
äußert ſodann ſeine Befriedigung darüber, daß die
eng=
liſche Nation aufzuwachen beginne und nicht nur die
Schwere des gegenwärtigen Kampfes, ſondern auch ſeine
Bedeutung und die Folgen erkenne. Der Kampf ſei
der größte, den England jemals geführt
habe. Von ſeinem Ausgange hänge alles ab. Auch
Daily Chronicle und Mancheſter Guardian betonen in
Leitartikeln die Notwendigkeit einer ſchnelleren
Vermeh=
rung des Heeres.
* Berlin, 6. Nov. Während aus London
gemel=
det wird, die Deutſchen hätten das linke
Yſer=
ufer geräumt, erwähnen die Franzoſen ſie mit ſtarken
Stellungen an dieſem Ufer zwiſchen Dixmuiden und
Nieu=
port. Namentlich geben ſie aber zu, daß die Deutſchen
im Zentrum erfolgreich vorgedrungen ſind, denn ſie
er=
wähnen, daß die Franzoſen in der Umgebung von Vailly
viel Gelände verloren haben. Die Kreuzzeitung meint:
Die für uns allein maßgebenden Berichte unſerer
Ober=
ſten Heeresleitung laſſen die Zuverſicht als berechtigt
er=
ſcheinen, daß in den Kämpfen im Weſten die Entſcheidung
bald fallen wird.
* Peſt, 5. Nov. Nach heftigen, aber für die
öſter=
reichiſch=ungariſchen Truppen ſiegreichen
Kämpfen wurden die Ruſſen aus Turka
zurückge=
drängt. Die Ruſſen haben auch die Umgebung von
Stary Sambor verlaſſen. Zahlreiche Gefangene treffen
vom Kampffelde ein. Nach Ungarn allein wurden 2700
Gefangene gebracht. — In der Bukowina werden die
Ruſſen von unſeren Truppen in der Richtung über
Ki=
lence und Smyatyn verfolgt. Nördlich von
Czerno=
witz wurden die Ruſſen bei Kuxurnik zerſprengt; ſie
ver=
loren dreihundert Tote, neunhundert Verwundete und
über zweihundert Gefangene.
* Sofia, 6. Nov. Das Blatt Utro meldet: Die
neu eingeleitete Offenſive der
öſterreichiſch=
ungariſchen Armee iſt ſo energiſch, daß die
ſerbi=
ſchen Streitkräfte nicht mehr in der Lage ſind, ihr
entge=
gen zu treten. Die öſterreichiſch=ungariſchen Truppen
haben Tabanovic im Sturm genommen und hier haben
die Serben nur eine Rückzugslinie über Waljewo: Wenn
dieſe abgeſchnitten iſt, muß ſich die geſamte hier
kämp=
fende ſerbiſche Streitmacht gefangen geben.
Der Krieg zur See.
Siegreiches Seegefecht an der chileniſchen Küſte.
* Berlin, 6. Nov. (W. T. B. Amtlich.) Nach
Mel=
dungen des engliſchen Preſſebureaus iſt am 1. November
durch unſer Kreuzer=Geſchwader in der Nähe der
chileni=
ſchen Küſte der engliſche Panzerkreuzer
„Montmouth” vernichtet, der Panzerkreuzer
„Good Hope”beſchädigt worden. Der kleine
Kreu=
zer „Glasgow” iſt beſchädigt entkommen. — Von
deutſcher Seite waren beteiligt: S. M. große Kreuzer
„Scharnhorſt” und „Gneiſenau”, S. M. Kreuzer
„Nürnberg” „Leipzig” und „Dresden”. Unſere
Schiffe haben anſcheinend nicht gelitten.
Der ſtellvertretende Chef des Admiralſtabs: Behncke.
Der Seekampf bei Yarmouth.
* National Tidende meldet aus London: Die
ge=
ſamte Preſſe Londons räumt ein, daß die
Deut=
ſchen eine bewunderungswürdige
Kühn=
heit an den Tag legten, indem ſie Kriegsſchiffe
ganz in die Nähe der engliſchen Oſtküſte ſandten.
Was die Deutſchen eigentlich beabſichtigten, weiß man
nicht. Wie es den deutſchen Schiffen glückte, durch das
Minenfeld unbeſchädigt zu kommen, iſt ein Geheimnis. Man
glaubt, daß ſich die Deutſchen mit Hilfe eines
umfaſſen=
den Spionageſyſtems in den Beſitz der neueſten Karten
der Minenfelder geſetzt haben. Es iſt ungewiß, was aus
den deutſchen Kriegsſchiffen wurde, als ſie, von den
Eng=
ländern verfolgt, flüchteten.
Die Wiener Allgemeine Zeitung ſagt, anknüpfend an
das vorſichtige Communiqué, mit dem das engliſche
Kriegsamt die erregte öffentliche Meinung über die
In=
vaſionsgefahr zu beſchwichtigen ſucht: Nichts kann die
große Tatſache aus der Welt ſchaffen, daß deutſche
Kanonen an Englands Küſte donnern. Es
iſt ein furchtbares Erwachen, das die britiſche Welt
er=
lebt. Statt daß die britiſchen Kriegsſchiffe die deutſchen
Häfen bombardieren, fallen deutſche Geſchoſſe auf
engli=
ſchen Boden und deutſche Unterſeeboote ſind im Kanal,
deutſche Kriegsſchiffe an der Oſtküſte Englands, deutſche
Minen an der Nordküſte Irlands. Für England iſt jetzt
das Furchtbarſte Ereignis geworden: Es wurde an den
zeimiſchen Küſten von Deutſchland in die Verteidigung
gedrängt.
Die Baſeler Nachrichten ſchreiben: Das Seegefecht an
der engliſchen Küſte war ein Huſarenſtreich der
deutſchen leichten Kreuzer, welche es darauf
ab=
ſehen, Verfolger auf ſich zu ziehen, um ihnen Minen in
den Weg zu werfen. Dies gelang. Der Verluſt eines
weiteren Unterſeebootes von einem großen, in der
engli=
ſchen Marine noch nicht zahlreich vertretenen Offenſivtyp
iſt fühlbarer, als es der eines älteren Kreuzers geweſen
wäre.
Beſchädigte engliſche Kreuzer.
* (Ctr. Bln.) Aus Genf wird der Deutſchen
Tages=
zeitung gemeldet: Pariſer Nachrichten beſagen, daß
gele=
gentlich der Beſchießung der engliſchen
Flot=
ille vor Nieuport deutſche Geſchütze drei Kreuzer
ſchwerer, als anfangs geglaubt wurde, beſchädigten. Man
berichtet, daß die Kriegsſchiffe unbrauchbar ſeien. Doch
handle es ſich nur um „Falcon”, „Brillant” und „
Rinal=
do‟. Es ſeien Kreuzer von höchſtens 3600 Tonnen und
altem Typ.
Die Beute der „Karlsruhe‟.
* Berlin, 5. Nov. Aus London wird dem
Hambur=
ger Fremdenblatt gemeldet: Das größte der drei von
der „Karlsruhe” in den Grund gebohrten Schiffe, „van
Dyck” hatte einen Rauminhalt von 10300 Tonnen, und
war erſt 1911 erbaut. Es gehört einer belgiſch=britiſchen
Reederei. Sein Wert iſt 250000 Pfund Sterling, etwa
4600000 Mark. Seine Ladung an Weizen und Fleiſch
aus Argentinien bezifferte ſich auf rund zwei Millionen
Mark. Der geſamte Verluſt der beiden kleineren Schiffe
beträgt ungefähr 1680000 Mark.
* Berlin, 6. Nov. In Liverpool trafen, wie der
Lokalanzeiger aus Rotterdam erfährt, die
Beſatzun=
gen von zwölf durch die „Karlsruhe” in den
Grund gebohrten engliſchen Dampfern ein.
Sie erzählten, daß die „Karlsruhe” über die
Bewegun=
gen der engliſchen Handelsdampfer vorzüglich unterrichtet
Deutſche Kriegsbriefe.
Von Paul Schweder.
(Nachdruck verboten.)
XXIV.
Großes Hauptquartier, 2. Nov.
Wie es in einem Etappenhauptort ausſieht.
(Die Vorleſung im Eiſenbahnſchuppen. — Der Berliner
Stadt=Medizinalrat als Organiſator des Sanitätsweſens.
— Typhusherde im Luftkurort. — Oberleutnant und Kgl.
Württembergiſcher Wohnungsinſpektor. — Das
bakterio=
logiſche Inſtitut im Schulzimmer. — 50 Kilometer
Heft=
pflaſter im Monat. — Was die Württemberger für ihre
Soldaten tun. — Ein Diner” in der Krankenküche. —
Schwäbiſche Kunde.)
Der Generaloberarzt der Armee, Exzellenz v.
Schier=
ning, war ſo liebenswürdig, uns dieſer Tage einen Blick
in das innere Getriebe eines ſogenannten
Etappenhaupt=
ortes werfen zu laſſen, der im Rücken einer unſerer
Weſt=
armeen liegt. Der Platz war bis vor wenigen Monaten
ein beliebter franzöſiſcher Luftkurort im Tale eines von
Goethe beſungenen Flüßchens und zeichnet ſich durch eine
an unſere herrliche Wartburgſtadt gemahnende Lage aus.
In der etwa 3000 Einwohner zählenden Stadt konnte
ſchon in den erſten Tagen des September der für die
Aus=
rüſtung und Inſtandhaltung unſerer Kriegslazarette, für
den Krankentransport und für den Seuchenſchutz, ſowie
für andere Anforderungen unſeres hoch entwickelten
Mili=
tärſanitätsweſens erforderliche Etappenhauptort
ein=
gerichtet werden.
Zu ſeiner Leitung berief man den Berliner Stadt=
Medizinalrat Geh. Rat Profeſſor Dr. Weber, der uns zu
Beginn unſeres Rundganges durch den Ort in einem als
Verwundeten=Sammelſtelle eingerichteten
Eiſenbahnſchup=
pen eine richtige Vorleſung über das
Militärſanitäts=
weſen im Kriege hielt und damit wertvolle Unterlagen
für die Beurteilung der hier geſchaffenen Einrichtungen
gab. Er erzählte uns u. a., daß dem ſogenannten „
Luft=
kurort” faſt alle ſanitäriſchen Einrichtungen fehlten, als
wir hier einrückten. Für den ganzen Ort gab es z. B.
ein einziges Bad mit drei Zellen, ſchlechte oder gar keine
Aborte in den Häuſern und verſchiedene
Typhusſeuchen=
herde. Dagegen wies das Städtchen einen großartigen
Theaterſaal auf, der von den Unſeren ſchleunigſt zum
Etappenlazarett umgewandelt worden iſt und mit ſeinen
hohen luftigen Fenſtern, den von den Württembergiſchen
Sanitätern ſchön weißgetünchten Wänden und den
freund=
ichen ſchwäbiſchen Pflegerinnen einen überaus
erfreu=
lichen Eindruck macht. Draußen vor den Eingangstüren
aber ſtehen die Theaterſeſſel und gewähren den
Rekon=
valeszenten einen bequemen Aufenthalt an der ſonnigen
friſchen Herbſtluft.
Bei ihrem Abzuge hatten die Franzoſen nicht nur die
Eiſenbahnſtation, ſondern auch die Waſſerleitung zerſtört,
und ſo mußten württembergiſche und bayeriſche Pioniere
ſchleunigſt für friſches Waſſer und Automobilverbindungen
ſorgen, bis die alten Verhältniſſe wieder hergeſtellt waren.
Noch jetzt arbeiten württembergiſche Bahnbeamte in dem
Städtchen, und wenn man durch die Straßen geht, glaubt
man unwillkürlich, im Lande Uhlands des alten
Rauſche=
bart, und des Grafen Zeppelin zu ſein. Krieger, Aerzte
und Techniker des württembergiſchen Landes traf ich hier,
und nicht zuletzt hilfreiche Frauen und Mädchen von
Stuttgart bis zum Bodenſee, kurzum,
eine Württemberger Kolonie,
wie ich ſie einſt im heiligen Lande in Jaffa, Sarona und
Jeruſalem, viel Ehre auf den deutſchen Namen häufend,
ſah. Sie ſind auch hier der Stolz ihrer Führer, und ihre
Sauberkeit und Diſziplin, ihr Wiſſen und Können macht
die Bewohner der Stadt ſtaunen über dieſe ſchwäbiſche
Invaſion. Ganz ſprachlos aber wurden ſie, als die
Unſeren daran gingen,
die zahlreichen Typhusherde
in der Stadt unſchädlich zu machen. Denn der Typhus
gehört bekanntlich nach der Meinung der Franzoſen zu
den gottgewollten Einrichtungen ihres Landes, wie die
Fremdenlegion, die Pariſer Mode und der
Revanche=
gedanke.
Alſo war es ihnen unbegreiflich, daß unſere Soldaten
mehrfach über Fieber und Durchfallserſcheinungen klagten
und daraufhin ein Oberleutnant erſchien, der die
Quar=
tiere kurzerhand räumen und deren Gebrauchsgegenſtände
desinfizieren ließ. Auch ordnete er den Bau von
Garten=
latrinen an, ließ in die Senkgruben Chlorkalk ſchütten und
ſteckte die Typhusverdächtigen in eine Sonder=Lazarett,
wo ſie ſcharf beobachtet wurden. Dann ließ derſelbe
Oberleutnant die hygieniſchen Einrichtungen der Stadt
nachprüfen, teilte dieſe ſelbſt in 13 Bezirke ein und prüfte
nun im Verein mit Aufſichtsbeamten, Technikern und
Ingenieuren täglich die Wohnungsverhältniſſe der
Be=
völkerung, ſo daß dieſe den Oberleutnant bereits mit
ſonderbaren Augen zu betrachten begann, bis ſie ſchließ=
lich durch Nachfrage bei den Mannſchaften erfuhr, daß
dieſer Offizier in ſeinem bürgerlichen Beruf daheim im
Schwabenlande Königlich Württembergiſcher
Wohnungs=
inſpektor ſei. Da wußte man denn, was dieſe „
Schwaben=
ſtreiche” zu bedeuten hatten, zumal ſich der
Geſundheits=
zuſtand der Bevölkerung von Tag zu Tag beſſerte, und in
den letzten Tagen überhaupt kein Zugang an
Typhus=
kranken in dem Etappenhauptort mehr zu konſtatieren war.
Die größte Hilfe bei dieſen Seuchenſchutzarbeiten aber
leiſtete den Aerzten und Hygienikern
ein eigenes bakteriologiſches
Laboratorium,
das unter der Leitung des bekannten Marburger
Uni=
verſitätsprofeſſors Dr. Bonhof ſteht. Es iſt in der Schule
des Ortes untergebracht und mit den modernſten
Hilfs=
mitteln der Wiſſenſchaft ausgeſtattet. Denn wir wiſſen,
daß in früheren Kriegen ſehr oft die Zahl der
Seuchen=
kranken die der Verwundeten ganz erheblich überſtieg.
Das iſt nun anders geworden, nachdem wir bereits im
Felde mit der intenſiven Seuchenbekämpfung den Anfang
machen und nicht erſt warten, bis die Kranken den
Gift=
ſtoff in die Lazarette oder gar in die Heimat weitertragen.
Auch den Nervenerkrankungen iſt in dieſem Kriege
große Aufmerkſamkeit zugewendet worden, denn dem
Etappenhauptort iſt eine pſychiatriſche Abteilung
ange=
gliedert, deſſen Vorſteher der bekannte Heidelberger
Pſychiater Geh. Rat v. Krell iſt.
Wir ſahen dann auch die Ausgabeſtelle des
Etappen=
ſanitätsdepots, in dem der Inhalt dreier langer
Eiſen=
bahnzüge von je 32 Waggons mediziniſcher
Gebrauchs=
gegenſtände, Inſtrumente und Apparate, Verbandzeug,
Desinfektionsſtoffe, Betäubungsmittel und auch die
Gegenſtände für den Bedarf der Armeeveterinäre
auf=
geſtapelt iſt.
Große Laſtautos führen täglich den einzelnen
Armee=
korps den nötigen Bedarf zu und wir hörten einige Zahlen
nennen, die einen ungefähren Begriff von den
Anforde=
rungen geben, die dieſer Krieg an unſer
Militärſanitäts=
weſen ſtellt. In einem einzigen Monat wurden zum
Bei=
ſpiel allein
50 Kilometer Heftpflaſter
abgefordert, ferner 50 Kubikmeter Gips für Verbände,
16 Zentner eſſigſaure Tonerde, 31 Kilogramm Digitalis,
800 Zentner Chlorkalk, 4 Zentner Waſſerſtoffſuperoxyd,
200000 Gramm Opium, 75 Kilogramm Tannalbin, 25.
Nummer 307.
Darmſtätder Tagblatt, Samstag, den 7. November 1914.
Seite 3.
geweſen ſei. Der Kapitän des Dampfers „Pruth” ſei zu
ſeinem Erſtaunen mit der Bemerkung begrüßt worden:
„Sie kommen einen Tag zu ſpät, wir haben Sie geſtern
erwartet.‟ Die Engländer ſagten, daß
Aufklärungs=
dampfer in allen Richtungen ausgeſandt werden, um der
„Karlsruhe” das Herannahen engliſcher Dampfer zu
melden. Ein Handelsdampfer ſei nicht verſenkt worden,
weil der deutſche Kommandant ihn wegen ſeiner
Schnel=
ligkeit und wegen ſeines drahtloſen Apparates als
Auf=
klärungsdampfer habe verwenden wollen. Die
Deutſchen behandelten ihre Gefangenen mit größter
Höf=
lichkeit. Sämtliche Seeleute mußten eine Erklärung
un=
terzeichnen, derzufolge ſie in dieſem Krieg nicht gegen
Deutſchland kämpfen würden. Zwei Marinereſerviſten,
die ſich weigerten, blieben in Haft.
Die Heimkehr von Deutſchen aus Frankreich.
* Berlin, 5. Nov. Die Heimreiſe der ſeit
Beginn des Krieges in Frankreich feſtgehaltenen
deut=
ſchen Frquen, Kinder und älteren Männer
hat begonnen. Der erſte Transport iſt bereits auf
deut=
ſchem Gebiet in Singen eingetroffen. Die langen,
ſorgen=
vollen Wochen haben damit für die Heimkehrenden und
für die ſie hier erwartenden Angehörigen ihr Ende
er=
reicht, Zum Empfang der Heimkehrenden waren ſeitens
der deutſchen Behörden alle Vorbereitungen getroffen.
In dankenswerter Weiſe hat ſich in der Schweiz unter
der unmittelbaren Aufſicht des Schweizeriſchen Politiſchen
Departements ein Bureau für die Heimſchaffung
gebil=
det, welches die heimkehrenden Deutſchen an der
franzöſi=
ſchen Grenze empfängt, für ihre Verpflegung während
der Reiſe durch die Schweiz ſorgt und ſie in Singen auf
Erſuchen des Reichskanzlers an die von der
Großherzog=
lich Badiſchen Regierung errichteten deutſchen
Uebernah=
meſtelle übergibt. Nach Erledigung der
Uebernahmever=
handlungen nimmt ſich der Heimkehrenden der badiſche
Landesverein vom Roten Kreuz an, der mit
Unter=
ſtützung des Zentralkomitees des Roten Kreuzes in
Ber=
lin für dieſe Zwecke reichliche Mittel in Bereitſchaft
ge=
ſtellt hat. Der badiſche Verein wird Vorſorge treffen,
daß Kleider und Wäſche für die bedürftigen
Heimkehren=
den in ausreichender Weiſe bereit gehalten werden. Wer
von den Heimkehrenden in Deutſchland von Angehörigen
erwartet wird oder ſonſt ein beſtimmtes Reiſeziel hat,
wird von Singen alsbald die Reiſe dorthin antreten.
So=
weit die Mittel für die Heimreiſe fehlen, wird ſeitens
der deutſchen Eiſenbahnverwaltungen freie Reiſe
ge=
währt. Die ohne ein beſtimmtes Ziel nach Deutſchland
Heimkehrenden werden zunächſt nach Stuttgart befördert,
wo eine deutſche Vermittlungsſtelle von der Königlich
Württembergiſchen Regierung mit der Aufgabe errichtet
worden iſt, dieſen Teil der Zurückkehrenden ihren
Hei=
matsſtaaten zuzuführen. In allen deutſchen
Bundes=
ſtaaten ſind für dieſen Zweck Uebernahmeorte beſtimmt,
von denen aus alsdann die ſachdienliche Unterbringung
der Heimgekehrten veranlaßt werden wird. Da die
Un=
terbringungsmöglichkeit in Singen durch den Zuſtrom
der Heimkehrenden weſentlich erſchöpft ſein dürfte, wird
es ſich im allgemeinen nicht empfehlen, die
Heimkehren=
den in Singen abzuholen. Soweit in einzelnen Fällen
ein Bedürfnis zur Abholung dennoch vorliegt, werden
die Angehörigen, ſoweit ſie nicht in Singen unterkommen,
in den benachbarten Orten, wie Radolfszell, Unterkunft
finden können. Briefliche oder telegraphiſche Anfragen
wegen der Heimkehrenden ſind an „die deutſche
Ueber=
nahmeſtelle in Singen” zu richten.
Panzerzüge.
* Wir leſen in der Köln. Ztg.: Im gegenwärtigen
Kriege ſpielen die Eiſenbahnen eine ganz beſondere Rolle,
und es iſt bewundernswert, wie ſchnell auch die Bahnen in
Feindesland den militäriſchen Zwecken dienſtbar gemacht
werden. Dies iſt dadurch beſonders erſchwert, daß
ſo=
wohl Belgier wie Franzoſen kaum eine Bahnſtrecke
be=
triebsfähig gelaſſen haben. Ueberall wurden
Zerſtörun=
gen vorgefunden, von den einfachſten Arbeiten anfangend
bis zur Sprengung großer Kunſtbauten, deren
Herſtel=
lung Wochen in Anſpruch nahm. Die Truppe vorn aber
bedarf des Nachſchubes an Munition, Verpflegung,
Mannſchaften und dergleichen, und ſo heißt es, die
Eiſen=
bahnſtrecken zu erkunden, bis wie weit ſie betriebsfähig
an die Front heranführen. Die meiſt mit dieſem
Auf=
trage betrauten Eiſenbahn=Kompagnien
verfü=
gen über Automobile, aber ihre Benutzung iſt nicht
im=
mer zweckmäßig, da ſie an die Straßen gebunden ſind
und bei der unſicheren Bevölkerung angeſchoſſen werden.
Ein vorzügliches Mittel zur Aufklärung aber bilden die
Panzerzüge. Lokomotive und Wagen ſind mit einem
Mantel von Stahlblech verſehen, der gegen gewöhnliches
Infanterie= und Maſchinengewehrfeuer Schutz bietet.
In=
fanterie=Beſatzung und Maſchinengewehre geben dem
Zuge eine gewiſſe Gefechtskraft, die eine weitreichende
Bahnerkundung eher ermöglicht, als gegen feindliches
Felker wehrloſe Automobile. Aber auch zum Nachſchub
von Munition und Verpflegung eignen ſich die
Panzer=
züge da, wo wegen der Unſicherheit des Landes
Kolon=
nen nicht angezeigt ſind. So hat man zurzeit weit
vor=
wärts befindlichen Kavalleriediviſionen den Nachſchub auf
Panzerzügen mit beſtem Erfolge zugeführt und ſie auch
zur Herſtellung der Verbindung zwiſchen einzelnen
Trup=
penabteilungen verwandt. Daß es dabei zu ſchwierigen
Lagen kommen kann, zeigt die folgende Schilderung:
Ein Panzerzug erhielt den Auftrag, Munition und
Verpflegung nach vorwärts zu bringen durch ein Gebiet,
in dem eine feindliche Feſtung liegt, die aber nach
den eingegangenen Meldungen vom Feinde verlaſſen ſein
ſollte. Der Zug fuhr gegen 2 Uhr nachmittags ab und
gelangte nach vierſtündiger Fahrt in die Nähe der
Fe=
ſtung. 2 Kilometer von ihr entfernt ſtieß er plötzlich auf
eine Schienenſprengung, die leider in der Dämmerung zu
ſpät bemerkt wurde; ein etwa 70 Zentimeter langes Stück
war aus einer Schiene herausgeriſſen, die Lokomotive
überfuhr noch die Stelle, aber der erſte Wagen entgleiſte.
Kaum war der Zug zum Stehen gekommen, als aus den
rechts und links der Eiſenbahn liegenden Ortſchaften und
Gehöften Lichtſignale gegeben wurden und
Infanterie=
feuer, anſcheinend von Einwohnern, einſetzte. Wenige
Minuten ſpäter eröffnete auch die Zitadelle der
nahen Feſtung das Feuer aus ſchweren Geſchützen und
ſtreute in das unmittelbar vor dem Zuge gelegene
Gelände. Da hieß es nun zunächſt im feindlichen
Infan=
terie= und Artilleriefeuer die Schienenſprengung
auszu=
beſſern und dann den Wagen wieder aufzugleiſen.
Wäh=
rend das etwa 20 Minuten Zeit in Anſpruch nahm,
er=
widerte die Beſatzung das Feuer der Einwohner, das
ebenſo wie das der Zitadelle immer heftiger wurde.
Noch aber gedachte der Führer, ſeinen Auftrag
auszu=
führen. Als jedoch eine ſtarke Schützenlinie ſich von
vorn dem Zuge näherte, gab er ſeine Abſicht auf und fuhr
feuernd langſam zurück. Wenn ſo auch der Auftrag nicht
erledigt werden konnte, ſo wurde doch einwandfrei
feſt=
geſtellt, daß die Feſtung noch vom Feinde beſetzt war.
Rooſevelt über Deutſchland und den Krieg.
* Die erſten Aeußerungen des früheren Präſidenten
Theodor Rooſevelt über den Weltkrieg waren den
deutſchen Blättern in einer durch die Londoner
Times ſtark entſtellten Faſſung zugegangen.
In der engliſchen Durchgangsſtelle war der jetzt auch hier
bekannt gewordene große Artikel Rooſevelts in der Neu=
Yorker Wochenſchrift The Outlook ſo gekürzt und zitiert
worden, daß unzuſammenhängende einzelne Stellen eine
Deutſchland feindliche Haltung auszu=
drücken ſchienen. (!) Inzwiſchen ſind aber auch von
deutſcher Seite Rooſevelts Aeußerungen im
amerikani=
ſchen Original genauer ſtudiert worden und es hat ſich
ergeben, daß er keineswegs in den Chorus der von
Eng=
land inſpirierten deutſchfeindlichen Preſſe Amerikas
ein=
geſtimmt hat. Rooſevelt, der unermüdliche Publiziſt, hat
drei weitere längere Artikel in den Chikago Daily News
erſcheinen laſſen, deren letztem vom 10. Oktober wir
fol=
gende bemerkenswerte Stellen entnehmen:
„Es iſt vollkommen abſurd, ja ſchlimmer als abſurd,
den deutſchen Kaiſer als den blutdürſtigen Urheber des
Krieges abzumalen. Ich glaube, daß die Geſchichte
der=
einſt befinden wird, daß der Kaiſer in vollſtändiger
Ein=
mütigkeit mit den Gefühlen des deutſchen Volkes handelte.
Er handelte in dem aufrichtigen Wunſch und Glauben, zu
tun, was die Intereſſen ſeines Volkes verlangten. Wie
ſchon oft zuvor in ſeinem perſönlichen und ſeinem
Fa=
milienleben hat er und ſeine Familie auch jetzt wieder
be=
wieſen, daß ſie die repräſentativen Träger der großen
Eigenſchaften des deutſchen Volkes ſind. Jeder einzelne
ſeiner Söhne iſt in den Krieg gezogen, nicht nur dem
Namen nach, ſondern um wirklich alle Gefahren und
Mühen des Krieges zu beſtehen. Zwei ſeiner Söhne
lie=
ßen ſich nottrauen und fuhren unmittelbar nach der
Trau=
ung zur Front ab. Dieſe Nottrauungen waren überhaupt
eine höchſt charakteriſtiſche Erſcheinung beim Ausbruch des
Krieges in Deutſchland. In zehntauſenden von Fällen
ließen ſich Offiziere und Mannſchaften vor ihrer Abreiſe
in den Kampf trauen. Eine Nation, welche in Zeiten der
nationalen Gefahr eine ſolche Begeiſterung zeigt, iſt ſicher
eine große Nation. Die Leiſtungsfähigkeit der deutſchen
Organiſationen und die Ergebniſſe der ſyſtematiſchen
Vorbereitung zeigten ſich in den gewaltigen,
vorwärts=
ſchreitenden Erfolgen der erſten 6 Kriegswochen. Noch
bewunderungswürdiger als die Leiſtungen iſt vielleicht
der Geiſt, aus dem ſie ſtammen. Von dem Höchſten bis
zu dem Geringſtenghaben die deutſchen Männer und
Frauen eine herrliche Vaterlandsliebe und
Selbſtverleug=
nung bewieſen. Wir können dem ernſten Mut und der
erhabenen Selbſtloſigkeit, welche dieſe große Kriſis in der
Seele des deutſchen Volkes offenbart hat, nur voll
Er=
griffenheit und Bewunderung gegenüberſtehen. Ich kann
nur aufrichtig wünſchen, daß wir Amerikaner, wenn die
Reihe je an uns kommen ſollte, uns ähnlich bewähren:. . .
Das deutſche Volk glaubt feſt, daß es in erſter Linie
den Kampf der teutoniſchen gegen die ſlawiſche Raſſe
führt, den Kampf der Ziviliſation gegen die gewaltige
drohende Flut der Barbarei. Das deutſche Volk zieht in
den Kampf, weil es überzeugt iſt, daß der Krieg eine
abſolute Notwendigkeit war. Eine Notwendigkeit nicht
nur für Deutſchlands Wohlfahrt — nein, für Deutſchlands
nationale Exiſtenz. Die Deutſchen ſind überzeugt, daß die
Nationen des weſtlichen Europas Verräter an der Sache
der abendländiſchen Kultur ſind, und daß ſie ſelbſt Mann
für Mann für den eigenen Herd, für Weib und Kind und
vor allem für die Zukunft der kommenden Generationen
kämpfen. Eine Vernichtung oder nur Verkrüppelung
Deutſchlands, die zu ſeiner politiſchen Ohnmacht führen
würde, wäre eine Kataſtrophe für die Menſchheit. Die
Deutſchen ſind nicht nur unſere Brüder: ſie ſind in hohem
Maße wir ſelbſt. Was wir Amerikaner dem deutſchen
Blute ſchulden, iſt gewaltig; noch Größeres verdanken
wir dem deutſchen Gedanken und dem deutſchen Vorbilde,
nicht nur auf dem Gebiete der Regierungs= und
Verwal=
tungskunſt, ſondern auf allen Gebieten des praktiſchen
Lebens. Jedes großmütige Herz und jeder weitſichtige
Geiſt auf dem ganzen Erdenrund kann nicht anders, als
ſeine Freude haben an der Exiſtenz eines geſicherten,
einigen und mächtigen Deutſchlands, das zu ſtark iſt, um
Angriffe zu fürchten und zu gerecht, um eine Quelle der
Furcht für ſeine Nachbarn zu ſein.”
Dr. R. W. Drechsler,
Direktor des Amerika=Inſtituts.
Zur Verbreitung der Wahrheit.
** In Rethel in Frankreich erſcheint ſeit 1.
November die Gazette des Ardennes. Der
In=
halt der Zeitung, in franzöſiſcher Sprache
ge=
druckt, wendet ſich an die Bevölkerung derjenigen
De=
partements, die durch die deutſche Armee
be=
ſetzt ſind. Die Kriegsnachrichten, die in der Zeitung
ver=
öffentlicht werden, ſind die offiziellen Depeſchen des
Bureau Wolff aus dem Großen Hauptquartier. Die Ga=
Zentner Kreoſot und 100000 Büchſen Antipyrin. Das
Depot ergänzt ſeinen Bedarf fortgeſetzt aus dem
Mann=
heimer Hauptdepot. Daneben wurden gewaltige Mengen
Mull= und Gazebinden, Aether, Chloroform, Veronal,
Morphium und Watte verlangt und prompt abgeliefert.
Auch die Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen
arbeiteten mit unermüdlicher Hingabe, ſo daß wir auch
hier wieder das minutiöſe Ineinandergreifen von drei
der wichtigſten Faktoren für unſere Truppen, ihrer
ärzt=
lichen, mediziniſchen und pflegeriſchen Verſorgung
bewun=
dern konnten.
Vier Lazarette mit 900 Verwundeten und außeydem
ein Lazarett für 45 Offiziere hat man hier inmitten einer
fremden, verſeuchten Stadt in wenigen Wochen geſchaffen,
die Stadt ſelbſt zu einem hygieniſch einwandfreien Orte
geſtaltet und daneben ihre Eiſenbahnverbindungen, ihre
Waſſerleitung und ihre Lichtanlagen wieder hergeſtellt.
Und täglich und ſtündlich gehen von hier aus Ströme des
Segens zu unſeren im Felde ſtehenden Truppen hinaus.
Aber auch für das geiſtige und leibliche Wohl der hier
befindlichen Kranken mußte geſorgt werden, und da hat,
weil es ſich beſonders um württembergiſche Truppen
und Hilfsmannſchaften handelte, das Württemberger Land
mit warmem Herzen für die Landsleute hier draußen
eingegriffen. Unter dem Vorſitz des Königs von
Würt=
temberg und der Königin Charlotte ſind von Stuttgart
aus die erſten Hilfs= und Liebesgabenſendungen hierher
gelangt, und zwar, da Poſt und Eiſenbahn zuerſt allzu
ſehr anderweitig in Anſpruch genommen waren, durch
Automobile.
Es war mir eine beſondere Freude, daß gerade
während unſerer Anweſenheit in dem Etappenhauptorte
ein geradezu
luxuriös eingerichteter Lazarettzug
aus Stuttgart den Bahnhof paſſierte und ich dadurch
Gelegenheit fand, feſtzuſtellen, daß auf dieſe Weiſe die
Krankenbeförderung in die Heimat mit bisher ganz
un=
bekannten Erleichterungen auch für Schwerverletzte
er=
folgen kann. Und der Wunſch der Aerzte nach weiterer
Geſtellung ſolcher Lazarettzüge durch private Kreiſe iſt
durchaus verſtändlich. Die Württemberger ſind es auch
geweſen, die zuerſt mit ihren Liebesgaben an die Front
gekommen ſind, und daß deren Verteilung nicht immer
ganz gefahrlos iſt, zeigt der Umſtand, daß es ein Würt=
temberger war, der in der Perſon des Barons Fritz von
Gemmingen, eines
Vetters des Grafen Zeppelin,
als erſter in der kronprinzlichen Armee und als fünfter
Offizier im Heere überhaupt das Eiſerne Kreuz
er=
halten hat.
Den Verkehr von der württembergiſchen Heimat zur
Truppe unterhält der Präſident des Württembergiſchen
Roten Kreuzes, Direktor v. Geyer=Stuttgart. Und der zum
Stappenhauptort gehörende oberſchleſiſche Magnat Graf
v. Tiele=Winkler war es, der zu einer Zeit, als es
über=
haupt noch keine Verbindung mit der Heimat gab, das für
den Liebesgabendienſt Erforderliche hier im Lande
zu=
ſammenkaufte und den Truppen durch Automobile
zu=
führte.
Das alles erfuhr ich während eines „Diners”, das
uns Kriegsberichterſtattern in der Lazarettküche des
Etappenhauptortes von Barmherzigen Brüdern aus
Treb=
nitz geboten wurde und das in ſeiner Zuſammenſetzung
durchaus dem üblichen Krankenküchenzettel entſprach,
ein=
ſchließlich des „Graacher Roſenberg” aus dem Kaſino der
Dillinger Hüttenwerke, die ihn als köſtliche Liebesgabe
geſtiftet haben. Und wie in der Küche die katholiſchen
Brüder, ſo wirken in den Lazaretten Schweſtern vom
Evangeliſchen Bunde. Werke des Friedens inmitten des
feindlichen Landes, alle von dem gleichen Gedanken
be=
eelt, die Wunden heilen zu helfen, die der Krieg uns
chlug.
Ein Engländer über die Engländer.
** Der bekannte engliſche Dramatiker Bernhard
Shaw fällt in ſeinem Stück „Schlachtenlenker
folgendes ergötzliche Urteil über engliſche Politik und
eng=
liſche Heuchelei, das ſo unübertrefflich iſt, daß man kein
Wort hinzuzufügen braucht:
„Die Engländer ſind eine Raſſe für ſich. Kein
Eng=
länder ſteht zu tief, um ein Gewiſſen zu haben, und keiner
hoch genug, um gewiſſenlos zu ſein. Aber jeder Engländer
kommt mit einem ganz wunderbaren Talisman zur Welt,
der ihn zum Herrn der Erde macht. Wenn der Engländer
etwas will, geſteht er ſich nie ein, daß er es will. Er
wartet geduldig, bis in ihm — Gott weiß wie — die tiefe
Ueberzeugung erwacht, daß es eine moraliſche und
reli=
giöſe Pflicht ſei, diejenigen zu unterwerfen, die das haben,
was er will. Dann wird er unwiderſtehlich. Wie der
Ariſtokrat, tut er, was ihm gefällt, und ſchnappt, wonach
ihm gelüſtet. Wie der Kaufmann, verfolgt er ſeinen Zweck
mit dem Fleiß und der Beharrlichkeit, die von ſtarker
religiöſer Ueberzeugung und dem tiefen Sinn für
mora=
liſche Verantwortlichkeit herrühren. Er iſt nie in
Ver=
legenheit um eine wirkliche moraliſche Geberde. Als großer
Vorkämpfer der Freiheit und der nationalen
Unabhangig=
keit erobert er die halbe Welt, ergreift Beſitz von ihr und
nennt das „Koloniſation”. Wenn er einen neuen Markt für
ſeine verdorbenen Mancheſter=Waren braucht, ſchickt er
Miſſionare aus, die den Wilden das Evangelium des
Frie=
dens verkünden müſſen. Die Wilden töten den Miſſionar,
worauf der Engländer zur Verteidigung des Chriſtentums
zu den Waffen eilt, für ſeinen Glauben kämpft, und ſiegt;
aber dafür als göttliche Belohnung den Markt in Beſitz
nimmt. Zur Verteidigung des Strandes ſeiner Inſel
nimmt er einen Schiffsgeiſtlichen an Bord, nagelt eine
Flagge mit einem Kreuz an den Hauptmaſt und ſegelt
ſo=
bis ans Ende der Welt und ertränkt und
ver=
brennt und zerſtört alle, die mit ihm um das
Kaiſerreich der Meere kämpfen. Er prahlt damit,
daß jeder Sklave frei werde, ſobald ſein Fuß
bri=
tiſchen Boden betritt; dabei verkauft er die Kinder
ſei=
ner Armen, kaum daß ſie ſechs Jahre alt ſind, an
Fabrik=
herren und läßt ſie täglich 16 Stunden unter der Peitſche
Sklavenarbeit verrichten. Er macht zwei Revolutionen
ſtatt einer und erklärt dann im Namen des Geſetzes und
der Ordnung der unſern den Krieg. Nichts iſt ſchlecht
und nichts ſo gut, daß man es einen Engländer nicht
voll=
bringen ſehen wird; aber man wird einem Engländer
niemals beweiſen können, daß er im Unrecht iſt. Denn er
tut alles aus Grundſätzen. Er führt Krieg aus
patrioti=
ſchen Grundſätzen, er betrügt aus geſchäftlichen
Grund=
ſätzen, er macht freie Völker zu Sklaven aus
reichspoliti=
ſchen Grundſätzen; er kämpft überall aus männlichen
Grundſätzen; er hält treu zu ſeinem Könige aus loyalen
Grundſätzen und ſchlägt ſeinem Könige aus
republikani=
ſchen Grundſätzen den Kopf ab. Aber er tut dabei immer
nur ſeine „Pflicht”. Und er vergißt nie, daß die Nation
verloren iſt, die ihre Pflicht auf der entgegengeſetzten Seite
ihres Vorteiles ſucht.”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 7. November 1914.
Nummer 307.
zette des Ardennes wird peinlich jede falſche Nachricht
vermeiden, wie ſie oft von gewiſſen Zeitungen maſſenhaft
in den beſetzten Ländern gebracht werden. Die Zeitung
wendet ſich an die Bevölkerung mit der Bitte, ihr
Ver=
trauen entgegen zu bringen und hofft, die Aufgabe, die
ſie ſich geſtellt hat, die Wahrheit zu verbreiten, erfüllen
zu können. Sie bringt auch Auszüge aus ausländiſchen
Zeitungen und ſucht nach jeder Richtung hin aufklärend
zu wirken.
Deutſche Flieger über dem Kanal.
* Berlin, 6. Nov. Der Voſſ. Ztg. zufolge haben
zwei deutſche Leutnants als erſte deutſche
Offi=
ziere in dieſem Kriege den Kanal zwiſchen Calais und
Dover überflogen und auf ein Küſtenwerk in
un=
mittelbarer Nähe von Dover zwei Bomben
herab=
geworfen.
Wie der Köln. Ztg. aus dem Felde hierzu noch
ge=
ſchrieben wird, hat am 26. Oktober ein deutſches Flugzeug
der in Nordfrankreich ſtehenden Truppen, Führer
Leut=
nant der Reſerve Caſpar vom Dragonerregiment Nr. 5,
Beobachter Oberleutnant Roos vom Infanterieregiment
Nr 75, den Kanal überflogen und hat nördlich von Dover
zwei Bomben geworfen. Nach 5½ſtündiger Fahrt kehrte
das Flugzeug glücklich zu unſeren Truppen
zurück. Auf dieſe Tat bezieht ſich auch folgendes
Tele=
gramm:
* Berlin, 5. Nov. Der in Ansbach erſcheinenden
Fränkiſchen Zeitung wurde eine Feldpoſtkarte eines
Offi=
ziers vom 28. Oktober zur Verfügung geſtellt, in der es
u. a. heißt: Geſtern abend hatten wir ein ſehr hübſches
Feſt. Wir waren eingeladen bei eiper Fliegerabteilung,
die eben die Rückkehr zweier Flieger aus London feierte.
Dieſe Herren haben in Dover Bomben geworfen.
Gefangene in Deutſchland.
* Berlin, 6. Nov. (W. T. B. Amtlich.) Bis zum
1. November befanden ſich in den Gefangenenlagern und
Lazaretten nach dienſtlichen Meldungen:
Franzoſen: 3138 Offiziere und 188 618 Mannſchaften
3121
„ 186 779
Ruſſen:
537
34907
Belgier:
Engländer: 417
„ 15730
Zuſammen: 7213 Offiziere und 426034 Mannſchaften
Die Kriegsgefangenen, die ſich noch auf dem
Trans=
port nach den Lagern befinden, ſind hierbei noch nicht
mit=
gerechnet.
Der Prozentſatz der gefangenen Offiziere
beträgt danach bei den Franzoſen 1,6, bei den Ruſſen 1,5,
bei den Belgiern 1,5 und bei den Engländern 2,6. Danach
ſcheinen die engliſchen Offiziere der deutſchen
Gefangen=
ſchaft beſonders zugeneigt zu ſein.
In der öſterreichiſch=ungariſchen
Mon=
archie betrug die Zahl der Gefangenen am 28. Oktober
73179, unter denen die größte Zahl Ruſſen ſind.
Da=
nach hat die Zahl der Gefangenen in Deutſchland
und Oeſterreich bereits ½ Million überſchritten.
Es ſoll aber noch Platz reſerviert ſein.
Aus Tſingtau.
* Tokio, 5. Nov. Amtlich wird mitgeteilt: Die
Beſchießung Tſingtaus wird energiſch fortgeſetzt.
Die Deutſchen haben in der Nacht des 3. November einen
Ausfall gemacht.
* Berlin, 6. Nov. (Ctr. Bln.) Das japaniſche
Kriegsminiſterium hat dem Kobe Chronicle zufolge
mit=
geteilt, daß die Zahl der gemeinſam mit den Japanern
vor Tſingtau operierenden Engländer 900 Mann
be=
trage, wozu noch einige hundert Mann indiſcher Truppen
kämen.
Die Finanzlage in Frankreich.
* Zürich, 5. Nov. Ein Pariſer Brief der Neuen
Züricher Zeitung berichtet: Von einem Geldmarkt
kann in Paris noch gar nicht geſprochen werden.
Wenn=
gleich die Bankinſtitute und Bureaus wieder offen ſind,
ſind Geſchäfte, welche über das tägliche Bedürfnis
hin=
ausgehen, noch ganz unmöglich; einmal, weil die Kaufleute
an der Front ſind, hauptſächlich aber wegen der Folgen
des Moratoriums und des Stillſtandes in der
Börſen=
tätigkeit. Die Umſätze an der Börſe von Bordeaux ſind
ſehr beſcheiden. Die meiſten Pariſer Makler nehmen
deshalb gar keine Aufträge für Bordeaux an. Die
Be=
mühungen zur Eröffnung des Kaſſamarktes von Paris
werden von den Banken energiſch fortgeſetzt. Beratungen,
die mit Finanzminiſter Ribot ſtattgefunden
ha=
ben, dürften bald einen Erlaß zur Eröffnung der Börſe
zur Folge haben. Auch für die Regelung des
Wechſel=
kurſes ſind Beſtrebungen im Gange, worin Paris infolge
des großen Zahlungsverkehrs mit dem Auslande und
der bisherigen Schwankungen ſtark intereſſiert iſt. Die
durch das Moratoriumsdekret getroffenen Maßnahmen
dürften vor der Hand dem Kleinhandel auf die Beine
helfen.
Engliſche Spionagezentrale in Brüſſel.
* Berlin, 6. Nov. (W. T. B.) Die Nordd. Allg.
Btg. bringt das Fakſimile eines mit dem Stempel
der engliſchen Geſandtſchaft in Brüſſel
verſehe=
nen Formulars, das folgenden Text aufweiſt: E. M. de
TArmée anglaise je soussigné Dale Long Attaché à
TE. M. Requisitions . . . . . .
,,,
A.de . . . . . 1914. Die Nordd. Allg. Ztg. bemerkt
hierzu: Von dem oben abgedruckten Formular iſt ein
ganzes Paket in der Schreibſtube der engliſchen
Spionage=
zentrale in Brüſſel aufgefunden worden. Schon lange
vor dem Kriege war bekannt geworden, daß ein gewiſſer
Dale Long in Brüſſel wohnte und Spionage gegen
Deutſchland für England trieb. Es war auch
ge=
lungen, eine ganze Reihe ſeiner Agenten dem Richter
zu=
zuführen. Da konnte dann ſicher feſtgeſtellt werden, daß
Dale Long zum engliſchen Generalſtab gehörte, daß Dale
im Kriegsfalle zum engliſchen Generalſtab
tre=
ten ſollte, daß er als Mitglied des engliſchen Heeres in
Belgien berechtigt war, Requiſitionen zu ſtellen, und daß
dieſe Berechtigung durch die engliſche Geſandtſchaft in
Brüſſel beſcheinigt worden iſt. Wie der Stempel beweiſt,
var ein ganzer Stoß Formulare dieſer Art vorhanden.
Ein jeder weiß, daß es ſich hier um
Mobiliſierungsmaß=
regeln handelt, die ohne Zuſtimmung der belgiſchen
Re=
gierung gar nicht denkbar waren.
Proteſte gegen Englands Vergewaltigung.
* Stockholm, 5. Nov. Die
Kriegsverſicherungs=
kommiſſion hat den Reedern ein Rundſchreiben geſandt,
welches beſagt, die ſchwediſche Regierung habe
gegen die Bekanntmachung der engliſchen
Admi=
ralität proteſtiert und ſich volle Handlungsfreiheit
be=
üglich dieſer Bekanntmachung vorbehalten. In der,
ge=
genwärtigen Lage der Angelegenheit hält es die
Kommiſ=
ſion für ihre Pflicht, es den Verſicherten zu geſtatten, daß
die Schiffe mit unveränderten Prämien entweder den
bisherigen oder den neu vorgeſchlagenen Routen folgen.
— Die Preſſe fährt im allgemeinen fort, gegen die
eng=
liſchen Maßregeln in der Nordſee Proteſt zu erheben.
Ein gemeinſames Auftreten der neutralen Mächte erſcheint
einem Teil der Blätter wünſchenswert.
* London, 5. Nov. Die Morning Poſt meldet aus
Waſhington: Die amerikaniſche Regierung
beabſichtigt, gegenwärtig keinen allgemeinen
Pro=
teſt gegen die revidierte engliſche Konterbande=Liſte zu
erheben, ſondern jeden Artikel je nach den Umſtänden zu
behandeln. Sie wird proteſtieren, wenn Ladungen wegen
Konterbande beſchlagnahmt werden, die nach Auffaſſung
des Staatsdepartements rechtlich unbehelligt bleiben
muß=
ten. Man erwartet zahlreiche Proteſte. Die
amerikani=
ſchen Exporteure werden vom Staatsdepartement eine
energiſche Politik verlangen; man wird ſagen, daß
der amerikaniſche Handel infolge unverantwortlicher
Ein=
griffe leide. Die Regierung iſt jedoch gutem Vernehmen
nach geneigt, alles Mögliche zu tun, um Reibungen zu
ver=
meiden. In amtlichen Kreiſen herrſcht ein gewiſſer
Aerger, daß England tatſächlich den Unterſchied zwiſchen
bedingter und unbedingter Konterbande aufgehoben hat
ind jetzt praktiſch alles als unbedingte
Konter=
bande behandelt.
Der Burenaufſtand in Südafrika.
* Berlin, 5. Nov. Ein Vertreter der
Continen=
tal Times hatte Gelegenheit, mit General Pearſon,
dem Generalquartiermeiſter der Buren während ihres
Kampfes gegen England, über die Lage in
Süd=
afrika zu ſprechen. General Pearſon ſagte u. a.: „Ich
kann zwiſchen den Zeilen der engliſchen Berichte leſen und
ich weiß, daß die Dinge zehnmal ſchlechter für die
Eng=
länder ſtehen, als öffentlich bekannt wird. Jeder Burgher
wird den Burenkommandanten, den Dewet, Beyers und
allen meinen anderen tapferen Kameraden, folgen. Ganz
Südafrika wird die verhaßte engliſche
Herrſchaft abwerfen. Eine proviſoriſche
Regie=
rung iſt ſchon eingeſetzt. Es iſt bezeichnend für die Lage,
daß ihr Sitz nicht irgend ein unbedeutender Platz iſt,
ſon=
dern Heilbronn, das an der Bahn gelegen iſt und von
Bloemfontein wie von Johannesburg leicht erreicht
wer=
den kann. Das iſt ein Beweis dafür, daß die
Aufſtän=
diſchen nicht die geringſte Befürchtung für den Erfolg
ihrer Sache hegen.”
* Berlin, 6. Nov. Die Voſſ. Ztg. veröffentlicht
ebenfalls eine Unterredung mit dem Burengeneral
Pearſon. Dieſer erklärte, niemals habe der wahre
Bur ſeinen Wahlſpruch: „Südafrika den Afrikandern”
aufgegeben. Die engliſchen Nachrichten ſind
zum Lachen in ihrer naiven Beſchönigungsſucht.
Da bringen ſie Loyalitätskundgebungen von Zulus und
Baſutos und ſonſtigen Kaffern. Die gönnen wir den
Engländern; aber vom Bur, auf den alles ankommt, weiß
der Engländer nur alberne Märchen. Englands
Herrſchaft in Südafrika lag überhaupt ſchon in
den letzten Zügen: nun kam der Krieg und ſtörte
geheime Fäden. Es entſtand eine gewiſſe Unordnung;
s iſt aber nur eine Periode der Neuordnung. Bald
wird ſich die Form klären. Das Ziel aller Buren iſt ſtets
dasſelbe: die Freiheit, die Unabhängigkeit und die
Loß=
eißung von Englands Herrſchaft. Ich wette
mit Ihnen: Zu Weihnachten wird auch der Schatten der
engliſchen Herrſchaft über Südafrika vertrieben ſein! Und
Deutſch=Südweſtafrika? Wir Buren haben nichts gegen
Deutſche. Schon zeigt es ſich, daß der Deutſche ein
beſ=
ſerer Koloniſator iſt, als der Engländer; denn der
Deut=
ſche entwickelt ſeine Kolonien, während der
Englän=
der ſie nur ausbeuten will. Mit den Deutſchen als
Nachbarn können wir friedlich leben; aber Englands
Herrſchaft iſt unerträglich. Ich verſichere
noch=
mals: Es iſt nur eine Frage von Wochen, bis Südafrika
wieder den Südafrikandern gehört!
Stadt und Land.
Darmſtadt, 7. November.
* Ordensverleihung. Ihre Königl. Hoheit die
Großherzogin haben dem Geheimen Poſtrat
Poſtdirektor Wilhelm Schad von Darmſtadt die Krone
zum Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen verliehen.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Solms=Braunfels auf die erſte Lehrerſtelle an der
Volks=
ſchule zu Holzheim, Kreis Gießen, präſentierte
Schul=
amtsaſpirant Geora Reck aus Gau=Henvenheim, Kreis
Alzey, für dieſe Stelle; ferner der von dem Herrn
Fürſten und Grafen zu Erbach=Schönberg auf die erſte
Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Elmshauſen, Kreis
Bensheim, präſentierte Schulamtsaſpirant Friedrich
Schalk aus Weſthofen, Kreis Worms, für dieſe Stelle.
* Ernennungen. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin haben den Gerichtsaſſeſſor Paul Schmidt
in Bad Nauheim zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht
Wald=Michelbach ernannt. Karl Koch aus Geiß=Nidda
wurde vom 9. November d. J. an zum Schreibgehilfen
bei dem Finanzamt Büdingen ernannt.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
Philipp Weber zu Dromersheim, Kreis Bingen, die
Lehrerin Lina Wollweber zu Mainz=Kaſtel, ferner die
Lehrerin Ida Reinhardt zu Worms, ſämtlich auf
ihr Nachſuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen
treuen Dienſte, mit Wirkung vom 1. November 1914 an.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Verliehen wurde
das Eiſerne Kreuz erſter Klaſſe dem
General=
leutnant Melior, Kommandeur der 33. gemiſchten
Er=
ſatzbrigade; das Eiſerne Kreuz zweiter Klaſſe erhielt
Re=
gierungsaſſeſſor Melior, Leutnant der Reſerve im Feld=
Art.=Regt. Nr. 25, der kürzlich auch die heſſiſche
Tapfer=
keitsmedaille erhalten hat; ferner Generaloberarzt
Plagge, Diviſionsarzt der 52. Reſerve=Diviſion, ein
ge=
borener Darmſtädter; Lehramtsaſſeſſor Hermann Schott=
Darmſtadt, Vizefeldwebel der Reſerve im Reſerve=
Infan=
terie=Regiment Nr. 116, erhielt vor einiger Zeit das
Eiſerne Kreuz und wurde jetzt zum Leutnant der
Re=
ſerve befördert.
Der Sohn des verſtorbenen Werkmeiſters Anton
Von=
derſchmitt ging bei Kriegsausbruch als Reſerviſt mit dem
Infanterie=Regiment Nr. 115 ins Feld; er brachte es bald
zum Gefreiten und wurde durch beſondere Tapferkeit zum
Unteroffizier d. R. befördert unter
Ver=
leihung des Eiſernen Kreuzes, welches am
3. d. M. per Poſt ſeiner jung angetrauten Frau durch das
Regiment zugeſandt wurde, da der Tapfere ſchwer
ver=
wundet jedenfalls in Gefangenſchaft geriet. Er hat einen
Bruſtſchuß erhalten.
Sportsleute als Träger des Eiſernen
Kreuzes. Die Mitglieder des Darmſtädter Sportklubs
1905 e. V., Heinrich Beyer, der als Offizier=
Stellver=
treter einen Zug der 8. Kompagnie des Leibgarde=
Regi=
ments Nr. 115 ſchon oft zum Siege führte und bei der
Erſtürmung der erſten Geſchütze mitbeteiligt war, erhielt
für ſeine Tapferkeit das Eiſerne Kreuz zweiter Klaſſe;
auch der noch ſehr jugendliche Spieler der 1. Mannſchaft,
Phil. Sang, erhielt die gleiche Auszeichnung. Von
einem Patrouillengang allein zurückkehrend, wurde auch
ſeine Bruſt mit dem Eiſernen Kreuz geſchmückt.
* Auszeichnungen heſſiſcher Ausſteller auf der
Leip=
ziger „Internationalen Ausſtellung für Buchgewerbe und
Graphik” (Bugra). Den Sächſiſchen Staatspreis haben
er=
halten: Gebrüder Klingſpor, Offenbach; den
Gro=
ßen Preis die Kunſtdruckerei Wilhelm Gerſtung,
Offenbach; den Preis der Stadt Leipzig die
Verlags=
anſtalt Alexander Koch, Darmſtadt, und die
Ma=
ſchinenfabrik Karl Schenck, G. m. b. H., Darmſtadt;
den Ehrenpreis die Mainzer Fabrik R. Ihm; den
Gol=
denen Preis in der Gruppe Photographie: Geka=
Werke, Offenbach; in der Gruppe Druckverfahren:
L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei,
Darm=
ſtadt; in der Gruppe Buchhandel: Joſef Scholz,
Mainz; in der Gruppe Maſchinen: Aktiengeſellſchaft für
Schriftgießerei und Maſchinenbau,
Offen=
bach.
— Großh. Hoftheater. Als vierte
Volksvor=
ſtellung zu ermäßigten Preiſen findet heute Samstag
eine Aufführung von Shakeſpeares „Kaufmann von
Venedig” in der im vorigen Jahr mit großem Beifall
aufgenommenen Neuausſtattung ſtatt. Am Sonntag, d. 8.
(C 7), abſolviert der iugendliche Heldentenor des
Frank=
furter Opernhauſes Robert Hutt ſein einmaliges
Gaſt=
ſpiel als Manrico in Troubadour‟ Für dieſen Abend
gelten die kleinen Preiſe. Montag bleibt das Hoftheater
geſchloſſen. Zur Feier von Schillers Geburtstag wird
am Dienstag, den 10. November, auf A 9 „Fiesco” nach
mehrjähriger Pauſe neu einſtudiert und neu inſzeniert
gegeben. Die Titelrolle ſpielt Kurt Ehrle. In den
übrigen Hauptrollen ſind beſchäftigt die Damen Alſen,
Gothe, Hacker, Hinken und Pils, ſowie die Herren
Bau=
meiſter, Hacker, Harprecht, Heinz, Kroczak, Jürgas,
Peterſen, Schneider, Thomſen, Weſtermann und
Wol=
zogen. Regie Hans Baumeiſter.
Generalmuſikdirektor Felix v. Weingartner trifft
in der nächſten Woche in Darmſtadt ein. Als erſte
Vor=
ſtellung unter ſeiner Leitung geht Donnerstag, den 12.,
auf C10 „Fidelio” in Szene.
Die Generaldirektion des Darmſtädter Hoftheaters
war in der erfreulichen Lage, in letzter Zeit einige
Aus=
zeichnungen, die für langjährige Dienſte verliehen
wurden, an die betreffenden Mitglieder zu übergeben.
Aus Anlaß ſeines 50jährigen Dienſtjubiläums erhielt
Kammermuſiker Peter Dern die Krone zum Ritterkreuz
zweiter Klaſſe des Philippsordens. Die Kammermuſiker
Heinrich Eymann, Louis Gothe und Leopold
Schutter erhielten das Silberne Ehrenkreuz für
fünf=
undzwanzig Jahre Hofdienſt. Die Hoftheaterdiener
Wilhelm Eiſenhauer und Karl Auguſt Meyer
er=
hielten das Silberne Kreuz des Philippsordens.
Anmeldung der Ausläuder. Das
General=
kommando des 18. Armeekorps hat unter dem 27.
Ok=
tober 1914 eine Verordnung erlaſſen, wonach alle
Hotels, Penſionen und Anſtalten, ſowie
jeder Wohnungsinhaber verpflichtet ſind, den
Aufenthalt und Zuzug von Ausländern
binnen 12 Stunden polizeilich anzumelden,
leichgültig ob die Aufnahme gegen Entgelt oder
unent=
geltlich, vorübergehend oder für längere Zeit erfolgt.
Der Wegzug von Ausländern iſt gleichfalls innerhalb
12 Stunden anzuzeigen. Zuwiderhandlungen gegen
dieſe Verordnung werden nach § 9 des Geſetzes über
den Belagerungszuſtand vom 4. Juni 1851 mit
Ge=
fängnis bis zu 1 Jahr beſtraft. Die An= und
Ab=
meldungen haben, wie das Polizeiamt bekannt macht,
bei den zuſtändigen Polizeirevieren zu
er=
folgen. Anzumelden ſind auch diejenigen Ausländer,
die bei Erlaß der Verordnung bereits hier anweſend
waren, falls nicht ihre polizeiliche Anmeldung ſchon
früher erfolgt iſt.
* Liebesgaben für das 1. Batl. Reſ.=Inf.=Regt.
Nr. 221. Vielſeitigen Anfragen entſprechend, ſei
hier=
durch mitgeteilt, daß ſich die Annahmeſtellen der
Liebesgaben für obiges Bataillon, welches ſich
bekannt=
lich zum größten Teile aus Kriegsfreiwilligen,
ins=
beſondere aus Heſſen=Darmſtädtern, zuſammenſetzt,
nun=
mehr Mühlſtraße 76 III. (Ecke Nieder=Ramſtädterſtraße),
ſowie Kaſinoſtraße 8 p. befinden. Faſt ſämtliche Briefe
und Karten aus dem Felde, welche hier eintreffen,
ſprechen von wärmſtem Danke für die bereits
abge=
lieferten Liebesgaben, aber auch von großem Verlangen
nach Rauchute ſilien ꝛc. Weitere Liebesgaben nehmen
die Annahmeſtellen jederzeit mit herzlichſtem Danke ent=
Nummer 307.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 7. November 1914.
Seite 5.
gegen und ſei hierbei auch ganz beſonders auf die an
den Haustüren obiger Annahmeſtellen aufgehängten
Sammelkaſten für Zigarren und kleinere Geldbeträge
(letztere werden zum Ankauf von Tabak ꝛc. verwandt)
hingewieſen.
— Poſtaliſches. In Dänemark beträgt ſeit dem
22. Oktober der Einzahlungskurs für Poſtanweiſungen
nach Deutſchland 88 Kronen — 100 Mark. — Der
Poſt=
anweiſungsverkehr mit der Argentiniſchen
Re=
publik iſt vorläufig eingeſtellt worden.
** Abgeſchobene Engländer. Aus Darmſtadt ſind
geſtern früh 30—40 Engländer ohne weitere Umſtände
fortgebracht und zunächſt nach Gießen befördert worden,
um von dort in das Lager nach Ruhleben gebracht zu
wer=
den. Die Frauen ſind einſtweilen hier geblieben.
* Der Kanonendonner von Verdun. Zu dem Bericht
aus Worms, nach dem man dort den Kanonendonner von
Verdun in ſtillen Stunden vernommen haben will, wird
uns von einem Leſer in Gartenſtadt Nieder=Ramſtadt-
Traiſa geſchrieben, daß er dieſe Wahrnehmung beſtätigen
könne, denn ſchon an jenem Mittwoch, Donnerstag und
Freitag, die der Erſtürmung des Forts Camp des
Ro=
mains vorangingen, habe man in Abſtänden von
meh=
reren Minuten deutlich aus weiter Ferne kommende
De=
tonationen mit nachhallendem Donner gehört. Als dann
die Zeitungen ſpäter die Beſchießung an dieſen Tagen
be=
ſtätigten, habe kein Zweifel beſtanden, zumal der Donner
aus der Richtung SWW. kam, daß derſelbe von dort
her=
rührte. In den letzten Tagen und auch geſtern, wo
windſtilles Wetter gerade wie damals herrſchte, hörte man
den Donner wieder, ſo daß die Annahme berechtigt iſt, daß
derſelbe von Verdun kommt. Um den Kanonendonner zu
hören, muß man einen Ort wählen, wo ſtörende nähere
Geräuſche nicht hörbar ſind, etwa Marienhöhe,
Linden=
berg, Bordenberg uſw.
* Im Silberkranz. Am Montag, den 9. November,
feiern der Stadtverordnete und I. Vorſitzende des
Darm=
ſtädter Hausbeſitzer=Vereins, Herr Auguſt von Heſſert
und Gemahlin, im Kreiſe ihrer Familie das Feſt der
Sil=
bernen Hochzeit.
* Das Darmſtädter Tagblatt in New=York. Wir
er=
halten von einem unſerer langjährigen Abonnenten in
New=York folgenden Brief: „New=York, 22. Okt. Sehr
geehrte Redaktion! Erlaube mir, die Staats=Zeitung zu
ſenden, der einzige Zufluchtsort und Beiſtand der
Deutſchen in New=York. Am 20. Oktober haben wir
wie=
der unſer uns ſehr, ſehr liebes Darmſtädter Tagblatt
er=
halten vom 3. Oktober. Die Freude iſt immer zu groß,
wir haben es nur eine Stunde im Haus, dann beginnt
ſeine Wanderſchaft in ganz New=York. Die Sammlung
in der Staats=Zeitung beweiſt gewiß den treueſten
Zu=
ſammenhang der Deutſchen hier und wie ſehr
alles leidet mit unſerem teueren Vaterland. Sobald es
möglich iſt, Geld zu ſchicken, werden wir uns erlauben, an
Ihre geſchätzte Redaktion einen Geldbetrag zu
ſenden für den Hilfsfonds; bis dahin tun
wir hier, was wir können. Die Engländer
war=
ten mit tauſend Augen auf die Geldſendung von hier nach
Deutſchland. Das geſammelte Geld möchten ſie zu gern
kapern. Wollte Gott, das iſt unſer aller Flehen, daß die
tapferen Deutſchen die engliſche Flotte zerſtören können.
In der beſten Hoffnung, daß Gott den Deutſchen in ihrer
ſchweren Zeit zu ihrem Rechte verhilft, grüßt achtungsvoll
Frau Philipp Meyer.”
Die Sammlung der Staats=Zeitung, die in dem Brief
erwähnt iſt, ergab an einem Tage, dem 21. Oktober, für
die Hilfsbedürftigen, das Rote Kreuz uſw. 312,16 Dollars,
insgeſamt bis zum 21. Oktober eine Summe von 59739,93
Dollars, alſo mehr als ¼ Million Mark. Dem öſterr.
Hilfs=
fonds wurden bis zum 20. Oktober zugeführt 12356,64
Dollars und dem Allgemeinen Hilfsausſchuſſe für die
Kriegsnotleidenden, Verwundeten, Witwen und Waiſen
Deutſchlands, Oeſterreichs und Ungarns bis zum gleichen
Tag insgeſamt 69349,41 Dollars.
—. Das Forchhammer=Konzert, das für den 17.
No=
vember angekündigt iſt, erregt ſchon jetzt das lebhafte
In=
tereſſe unſerer muſikaliſchen Kreiſe, ſo daß ſich baldige
Kartenbeſchaffung empfehlen dürfte. Die geſamte
Ein=
nahme des Abends wird von Herrn und Frau
Kammer=
ſänger Forchhammer in uneigennützigſter Weiſe für
die Liebesgabenſammlung des Roten Kreuzes und die
Hinterbliebenenverſorgung der Stadt Darmſtadt zur
Ver=
fügung geſtellt. Den Vorverkauf hat die
Hofmuſikalien=
handlung Heinrich Arnold übernommen.
— Marcell Salzers zahlreiche Darmſtädter Freunde
werden mit Freude die Nachricht vernehmen, daß der
Künſtler auch in dieſem Jahre zu uns zu kommen gedenkt,
um hier am 1. Dezember im Kaiſerſaal einen
Vaterlän=
diſchen Kunſtabend zu geben. Ein Teil des
Er=
trags der Veranſtaltung ſoll kriegswohltätigen Zwecken
überwieſen werden.
m. Gartenbauverein Darmſtadt. In der letzten
Mo=
natsverſammlung machte Herr Regierungsrat
Schar=
mann die Mitteilung, daß der Verein zu den
verſchie=
denen Zweigen der Kriegsfürſorge bis jetzt 850 Mk.
auf=
gewendet habe und daß auch fernerhin die Verwundeten
in hieſigen Lazaretten bedacht werden ſollen, ohne daß
da=
durch die Vereinstätigkeit, insbeſondere die regelmäßigen
Verloſungen, eine Einbuße erleiden ſollte. Herr
Kreis=
obſtbautechniker Dorſch ſprach hierauf in ausführlicher,
ſachgemäßer und gemeinverſtändlicher Art über die
„Pflanzung und Pflege von Obſtbäumen”
In ſeiner Einleitung ſchloß er ſich eng an den in vielen
Zeitungen enthaltenen Aufruf an: „Pflanzt Obſtbäume!”
Die Statiſtik lehrt, daß jährlich viele Millionen für Obſt
ins Ausland wandern. Durch den gegenwärtigen Krieg
ſind auch ſchon viele Obſtanlagen in Belgien und
Frank=
reich vernichtet worden. Die Maßnahmen Englands zur
See verhindern eine Einfuhr von Obſt aus Amerika und
Auſtralien. Das alles drängt uns zu der Notwendigkeit,
daß wir den Bedarf an Obſt im eigenen Lande decken.
Nun ſind nach den ſtatiſtiſchen Erhebungen in Deutſchland
ſo viele Obſtbäume vorhanden, daß der Obſtbedarf
eigent=
lich gedeckt werden müßte. Wenn es aber trotzdem noch an
Obſt bei uns mangelt, ſo liegt es daran, daß die
Erkennt=
nis für die richtige Behandlung und Aufbewahrung des
Obſtes einerſeits und für die zweckmäßigen
Vorbedingun=
gen zu erfolgreichen Obſtanpflanzungen andererſeits noch
nicht genügend bei unſerem Volke durchgedrungen iſt.
Der Vortrag ſollte nach dieſer Richtung hin zur
Aufklä=
rung beitragen, und es wurden an „10 Geboten für den
Obſtbau” die Sortenwahl, Bodenbeſchaffenheit,
Boden=
verbeſſerung, Herſtellung der Baumgrube, Pflanzung der
Bäume und Anheftung an Baumpfähle, Wurzel= und
Kronenſchnitt, Bekämpfung des Ungeziefers u. v. a.
be=
ſprochen. Als Material zur Erläuterung hatte Herr
Baumſchulbeſitzer Roſſignol aus Weiterſtadt eine Anzahl
ſchöngewachſener Obſtbäume zur Verfügung geſtellt, die
ſpäter zugunſten des Roten Kreuzes verſteigert wurden.
Außerdem hatte Herr Lehrer Grimm von hier zirka
40 verſchiedene, richtig bezeichnete Apfel= und Birnſorten
ausgeſtellt, die teils von ihm ſelbſt, teils von Herrn
Dorſch beſprochen wurden. Herr Profeſſor Völſing be=
richtete hierauf über ſeine guten Erfolge mit
tiefgepflanz=
tem Lauch und einer neueren Roſenkohlſorte, welche mit
Recht den Namen „Feſt und viel” führte. Zum Schluſſe
fand noch eine Verloſung von Bäumchen aus der
Noack=
ſchen Baumſchule ſtatt.
— Vortrag. Der Vortrag, den der Verein für
Verbreit ung von Volksbildung am Montag,
den 16. November, abends 8¼ Uhr, im Kaiſerſaal
veranſtaltet, dürfte das Intereſſe weiteſter Kreiſe erregen.
Der Vortragende, Herr Ingenieur Emil Fromholz
aus Dortmund, ein gründlicher Kenner der Eiſen= und
Waffeninduſtrie, hat ſich als Thema gewählt: „Krupp,
die deutſche Waffenſchmiede”, ein Stoff, der
ge=
rade in dieſer Zeit des großen Völkerringens von
größ=
tem Intereſſe ſein wird. Herr Fromholz, der von der
Firma Krupp eine Anzahl neuer Photographien über
Großkampfgeſchütze erhalten hat, wird ſowohl über ihre
Herſtellung, als auch über ihre Wirkung ſich in Wort und
Bild verbreiten und ebenſo die Bewaffnung unſerer
Un=
terſeeboote ſtreifen. Der Vortrag wird durch 95
Lichtbil=
der veranſchaulicht. Näheres (demnächſt) im Anzeigeteil.
C. Gartenſtadt am Heinrichwingertsweg. Die Häuſer
der Gartenſtadt am Heinrichwingertsweg ſind nunmehr
ſämtlich bewohnt und numeriert. Bei den in der
Fort=
ſetzung der Bruchwieſenſtraße gelegenen Häuſern kam
zu=
nächſt die Erwägung in Betracht, die Numerierung
die=
ſer letzteren Straße zugrunde zu legen, jedoch ſah man
davon aus gewiſſen Gründen ab, ſo daß nunmehr alle 12
Häuſer mit ihren Nummern 47 bis 77 als dem
Heinrich=
wingertsweg angehörig gelten. Bemerkt ſei noch, daß ein
neuer Fußweg längs der Oſtſeite des Beſſunger
Friedhofs mit Einmündung in den Clemenspfad
dem=
nächſt eröffnet wird, der die Entfernung nach der Stadt
nicht unerheblich abkürzt.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Darmſtädter Streichquartett. Wie in
an=
deren deutſchen Städten, ſo ſind auch hier die an dem
öffentlichen Muſikleben beteiligten Faktoren beſtrebt, dem
auch in dieſer ernſten Zeit vorhandenen Bedürfnis nach
Aufführung gediegener Muſik Rechnung zu tragen. Kein
Zweig der Tonkunſt kommt dieſem Verlangen nach
inne=
rer Erhebung und Sammlung mehr entgegen, als die in
ihren Ausdrucksmitteln ſo ſchlichte, auf jeden äußerlichen
Prunk verzichtende und doch alle Saiten tieferen
Gefühls=
lebens in Schwingung verſetzende Kammermuſik. Die ſeit
16 Jahren hier erfolgreich tätige Quartettvereinigung hat
die Vortragsreihe ihrer drei Abende diesmal aus dem
unermeßlich reichen Fonds an herrlicher Kammermuſik
unſerer deutſchen Klaſſiker und Romantiker ausgewählt.
Der am 30. November ſtattfindende erſte Abend ſteht im
Zeichen des Klaſſiker=Dreigeſtirns Haydn, Mozart und
Beethoven. Ein Romantiker=Abend (Schumann,
Volk=
mann und Schubert) folgt am 18. Januar, und das
Pro=
gramm des letzten Abends am 15. März enthält Werke
von Beethoven, Brahms und Louis Ferdinand, Prinz
von Preußen, von dem ein äußerſt wertvolles
Klavier=
quartett zum erſten Male hier aufgeführt wird. Der im
jugendlichen Alter von 36 Jahren 1806 bei Saalfeld
ge=
fallene Prinz war ein vorzüglicher Muſiker, der die
beſon=
dere Wertſchätzung Beethovens genoß. — An den
Auffüh=
rungen beteiligen ſich außer den Quartettmitgliedern
Meh=
mel, Diedrich, Brückmann und Andrä die Herren Willy=
Rehberg aus Frankfurt, Frederik Voß aus Mainz und
Hofmuſiker Weyns von hier. Der geſamte Reinerlös der
Veranſtaltungen iſt zu gleichen Teilen für die
Kriegsfür=
ſorgeſtellen der Stadt Darmſtadt und des Allgemeinen
Deutſchen Muſiker=Verbandes beſtimmt. (S. Anz.)
— Reſidenz=Theater am Weißen Turm. Das
gewaltigſte Filmwerk der Saiſon kommt ab heute zur
Vorführung. Das geheimnisvolle F., ein Schmuggler=
und Spionage=Drama in 6 Akten, vereinigt in ſich alle
Vorzüge der Kinematographie. Der Film iſt nordiſchen
Urſprungs, ausgeſtattet mit den herrlichſten
Photogra=
phien, und trotz ſeiner Länge mit jedem Akt ſpannender.
Die Szenen ſind mit vornehmſtem Geſchmack und abſoluter
Sicherheit der maleriſchen Wirkung geſtellt und liefern
gleichzeitig einen glänzenden Beweis dafür, welch hohe
und für die Allgemeinheit äußerſt wertvolle Kunſtgenüſſe
ein mit Stil und Geſchmack ausgeführtes Werk der
Licht=
ſpielkunſt den Beſchauern bieten kann. Die Vorſtellungen
finden ununterbrochen ſtatt, doch ſind die Anfangszeiten
des Programms auf 3½, 5, 7 und 9 Uhr feſtgeſetzt. Zur
Vervollſtändigung des Spielplanes kommen die neueſten
kinematographiſchen Berichte vom öſtlichen
Kriegsſchau=
platz und einige Humoresken auf die weiße Wand. (Siehe
Anzeige.)
— Das Lichtſpielhaus American Bio
bringt von heute, Samstag, ab ein ſehr reichhaltiges neues
Großſtadt=Programm zur Aufführung. Von dem
groß=
artigen Spielplan ſei beſonders erwähnt das große Drama
„Tiska, die Zigeunerin” in 3 Akten, ein Film von
unver=
gleichlicher Pracht und dramatiſcher Handlung. „Der
totgeglaubte Sohn” ſowie der Kriegsbericht zeigen in
prächtigen Bildern die neueſten Ereigniſſe des
Kriegs=
ſchauplatzes, und vorzügliche Humoresken füllen den
übri=
gen Fpielplan. (Siehe Anzeige.)
— Heubach, 6. Nov. (87. Geburtstag.)
Don=
nerstag, den 12. d. M., begeht der frühere Mühlenbeſitzer
Jakob Rödelſperger II. ſeinen 87. Geburtstag. Er
iſt der älteſte Bürger unſeres Ortes und erfreut ſich in
Anbetracht ſeines hohen Alters einer ſeltenen körperlichen
und geiſtigen Friſche. — (Verwundetenfürſorge.)
Geſtern unternahmen etwa 27 verwundete
Krie=
ger, welche im Groß=Umſtädter Spital liegen, unter
Be=
gleitung der Herren Pfarrer Loos und
Landwirtſchafts=
lehrer Dr. Biedenkopf von Groß=Umſtadt nach hier einen
Ausflug. Nachdem dieſelben im „Heſſiſchen Hof”
Ein=
kehr gehalten und einige Zeit verweilten, marſchierten die
lebensluſtigen Krieger wieder zurück.
Beerfelden, 5. Nov. (Unglücksfall.) Der 16
jäh=
rige Knecht Hofferbert des Landwirts Ihrig fiel in
der Scheune herab, beachtete aber die entſtandene
Uebel=
keit nicht und ging mittags in den Wald. Hier wurde er
ohnmächtig und ſtarb bald darauf.
Worms, 6. Nov. (Der Dank des
Bürger=
meiſters von Bouillon.) Nachfolgendes Schreiben
wurde lt. W. Ztg. in Bouillon dem Landſturm=
Bataillon Worms nach 38tägiger Anweſenheit bei
ſeinem Scheiden von den Vertretern der Gemeinde
Bouil=
lon überreicht: „An den Herrn Kommandanten! Bevor Sie
unſere Stadt verlaſſen, halten die Unterzeichneten es für
ihre Pflicht, Ihnen den Dank der Stadtvertretung und
der hieſigen Bevölkerung zu übermitteln. Beſonders im
Namen der Armen kommen wir, Ihnen herzlichſt zu
dan=
ken für alles, was Sie für dieſelben getan haben, für
Suppe und Brot, die Sie ihnen verſchafft haben. Wir
ſind glücklich, Ihnen im Namen aller Einwohner für die
Schritte zu danken, die Sie unternommen haben, um un=
ſerer Stadt Mehl zu verſchaffen. Wir bitten Sie, Herr
Oberſtleutnant, überzeugt zu ſein, daß wir Sie ſtets in
beſtem Andenken behalten werden, und den Ausdruck
un=
ſerer vorzüglichen Hochachtung zu genehmigen. Der
Bürgermeiſter: Lambert; der Sekretär: Michel.”
Stimmen aus dem Publikum,
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redakties
einerlei Verantwortung für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Zu keiner Zeit ſind mehr Zeitungen geleſen und
mit größerer Sehnſucht erwartet worden wie jetzt. Wäre
es nicht möglich, im Intereſſe von beiden Seiten, die
Brief= und Zeitungskäſten in den
Haus=
gängen anzubringen? Das Treppenlaufen in der
Dunkelheit früh und ſpät nimmt viel Zeit weg. In
un=
ſerem Haus iſt es vor Jahren bei einem früheren Aufruf
eingeführt worden; man hat ſich raſch daran gewöhnt, die
Zeitung unten zu holen.
Eine alte Abonnentin, 3 Treppen hoch.
— Es iſt ſeit einigen Tagen hier in Darmſtadt
nirgendwo mehr Petroleum zu haben und
es iſt wohl auch vorerſt keine Ausſicht, genügend zu
be=
kommen. Deshalb ſei hierdurch an die Verbraucher die
Bitte gerichtet, doch möglichſt ſparſam und
haushälteriſch mit dem Petroleum
umzu=
gehen. Vor allen Dingen erſcheint mir die lange
Treppen= und Flurbeleuchtung während der Abendſtunden
nicht erforderlich und es ließe ſich wohl von der
Polizei=
behörde eine Milderung in der Vorſchrift der Beleuchtung
in den Treppenhäuſern und Vorplätzen inſofern erreichen,
als die Beleuchtung nur bis abends 8 Uhr vorgenommen
zu werden braucht. Auch wird in vielen Fällen die
Be=
leuchtung durch kleine Brennöllampen (z. B. Fahrrad=
und ähnliche Laternen) während der gegenwärtigen
kritiſchen Zeit genügen.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt a. M., 4. Nov. (
Kartoffel=
markt.) Man notierte: Kartoffeln im Waggon 6,50 bis
7,50 Mk., im einzelnen 8,50—9,00 Mk.; alles per 100 Kilo.
H. Frankfurt a. M., 3. Nov. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt war eine reſervierte
Hal=
tung vorherrſchend, welche die vielfache Unklarheit durch
die feſtgeſetzten Höchſtpreiſe bewirkt hat. Die Käufer
wollen zunächſt die Entwicklung des Geſchäftsverkehres
abwarten und auch die Abgeber ſind zurückhaltend.
Land=
weizen war ziemlich lebhaft, während Roggen ruhiger lag
und knapper offeriert wurde. Die Mühlen hielten noch
mit Käufen zurück, da über Vermahlung und Ausbeute
von Mehl die näheren Beſtimmungen abgewartet werden.
Braugerſte etwas billiger bezahlt, auch Hafer war
genü=
gend vorhanden und matter: Mais fehlend. An der
Ber=
liner Produktenbörſe war Getreide ſtill und
be=
hauptet. Das Angebot war mäßig, aber auch die Käufer
zurückhaltend, da ihnen die geforderten Preiſe noch zu hoch
ſind. Die Zufuhren ſind bisher gering; einige Poſten
wur=
den nach dem Weſten verkauft. Roggen notierte niedriger.
Die Lokopreiſe ſtellen ſich bei 100 Kilogramm netto
hier wie folgt: Weizen (hieſiger und Wetterauer) je
nach Qualität Mk. 27,25—27,50, kurheſſiſcher Mk. 27,50;
Roggen (hieſiger und bayriſcher) Mk. 23,25—23,50;
Gerſte (hieſige und Wetterauer) Mk. 23,50—24,—;
Ha=
fer Mk. 23,30—23,60; Kartoffeln Mk. 6,50—7,50;
Weizenkleie Mk. 14,00—14,25; Weizenmehl,
hie=
ſiges, Baſis 00 Mk. 43,00, Baſis 0 Mk. 40,00;
Roggen=
mehl, hieſiges, Mk. 33,00—34,00, Preis anderer Sorten
im Verhältnis.
F.C. Frankfurt a. M., 4. Nov. (
Schweine=
markt.) Auftrieb: 1817 Schweine. Marktverlauf:
Ziem=
lich rege; bleibt Ueberſtand. Preiſe: a) 59—62 Mk.
(76—77 Mk.), b) 58—60 Mk. (75—76 Mk.), c) 59—62 Mk.
(75—77 Mk.).
— Frankfurt a. M., 5. Nov. (Viehhof=
Marktbericht.) Auftrieb: 138 Rinder (21 Ochſen,
1 Bulle, 116 Kühe), 418 Kälber, 445 Schafe, 1870 Schweine.
Preiſe (pro 50 Kilo Lebendgewicht in Mark): Kälber:
a) ——, b) 54—60 (Schlachtgewicht 90—100), c) 50—54
(85—92). Schafe: a) 35—39 (80—84, b) 30—32 (70—76).
Schweine: a) 58—60 (75—76), b) 58—60 (73—74),
C) 59—61 (74—76), d) 59—61 (74—76). Marktverlauf:
Gedrückt; bei Schweinen Ueberſtand.
Der neue italieniſche Miniſter
des Heußern.
* Rom, 5. Nov. Durch königliches Dekret wurde
Salandra mit der Bildung des Kabinetts
be=
traut. Wie die Agenzia Stefani aus zuverläſſiger Quelle
erfährt, ſetzt ſich das neue Kabinett folgendermaßen
zuſammen: Salandra: Vorſitzender und Inneres;
Son=
nino: Aeußeres; Martini: Kolonien; Orlando: Juſtiz;
Carcano Schatz; Daneo: Finanzen; Ciufellis:
Oeffent=
liche Arbeiten; Grippo: Unterricht; Caſola: Ackerbau;
Zup=
peli: Krieg; Viale: Marine; Riccio: Poſt. Die Miniſter
werden heute nachmittag vereidigt.
** Von den neuen Männern, die Salandra in
ſein ſoeben umgebildetes Kabinett aufgenommen hat,
intereſſiert in dieſer kritiſchen Zeit beſonders der Leiter
der internationalen Politik Italiens, Sidney Sonnino,
der ja ſchon ſeit langen Jahren im Vordergrund des
öffentlichen Lebens ſeines Landes ſteht. Er iſt der
Füh=
rer der Rechten und war einſt der Retter der heillos
deran=
gierten Finanzen; als ſtrenger Hüter des italieniſchen
Staatshaushalts hat er ſich den Beinamen „Veſtalin des
Budgets” erworben. Nach dem unglücklichen Feldzug in
Erythräa hatte Italien ein großes Defizit, aber Sonnino
griff mit kräftiger Hand ein, und wenn man auch wegen
der Steuererhöhungen murrte, ſo führte er doch das Werk
durch, und ihm iſt es zu verdanken, daß das Defizit aus
dem Budget verſchwunden iſt. Zu wiederholten Malen
ſtand Sonnino als Miniſterpräſident an der Spitze der
Re=
gierung, und obgleich ſeine Kabinette angeſichts der
Par=
teiverhältniſſe im Parlament keine lange Lebensdauer
hatten, ſo erfreute er ſich doch großen Anſehens und
Ein=
fluſſes, und von ſeiner Beſonnenheit und Erfahrung darf
man hoffen, daß er das Schiff der auswärtigen Politik
Italiens glücklich durch alle Klippen der jetzigen
euro=
päiſchen Wirren lenken wird.
Sonninos Spezialfach ſind die Finanzen, doch iſt ihm
als früherem Kabinettschef auch das Reſſort des Aeußern
nicht fremd. Er hat zwar in ſeinen Programmreden neben
der Treue zum Dreibund auch die Freundſchaft zu
Frank=
reich und England betont, aber wir erinnern daran, daß
er vor einigen Jahren in einem Schreiben an ſeine
Wäh=
ler beſonders warm für den Dreibund eintrat, der
nie=
mand bedrohe und niemandes Recht verletze. Es ſei
wün=
ſchenswert, daß die Diplomatie Mittel fände, zwiſchen
Italien und Oeſterreich=Ungarn die vertraulichen und
herzlichen Beziehungen zu befeſtigen, die geeignet ſeien, die
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 7. November 1914.
Nummer 307.
Löſung ſchwieriger Aufgaben zu erleichtern. Wir nehmen
an, daß durch den Eintritt Sonninos ins Kabinett das
Feſthalten Italiens an der abſoluten Neutralität noch
ſtärker verbürgt wird. Erfreulicherweiſe mehren ſich ja
auch die Stimmen im Lande, welche von den Lockungen
der Feinde Deutſchlands nichts wiſſen wollen.
Der deutſche Seeſieg an der
chileniſchen küſte.
Ein weiterer engliſcher Kreuzer geſunken?
* Kopenhagen, 6. Nov. (Ctr. Frkft.) Politiken
efährt aus London: Der engliſche
Panzer=
kreuzer „Good Hope” der in der Seeſchlacht bei
Valparaiſo ſtark beſchädigt wurde, ſei
wahrſchein=
lich geſunken. Als der Kreuzer zuletzt geſehen wurde,
ſei er im Begriff zu ſinken geweſen. Man hoffe, daß es
gelungen ſei. den Kreuzer auf den Grund zu ſetzen, ſodaß
Mannſchaft und Offiziere gerettet ſeien. Von Coronel ſei
eine Hilfsexpedition ausgeſandt.
Der Bericht des deutſchen Geſchwaderchefs.
* Amſterdam, 5. Nov. (Ctr. Bln.) Die Agence
Havas beſtätigt aus Santiago, daß die deutſchen
Kreu=
zer „Scharnhorſt‟. „Gneiſenau” und „Nürnberg” am
Sonntag in Valparaiſo angekommen ſind. Der
deutſche Geſchwaderchef berichtete, daß ſeine Schiffe den
engliſchen Kreuzer „Monmouth” zum Sinken
ge=
bracht und die Kreuzer „Good Hope” und „Glasgow‟
ſchwer beſchädigt hätten. Das Treffen wurde in
60 Meilen Entfernung von Coronel geliefert. Der deutſche
Geſchwaderchef glaubt, daß alle Mannſchaften der „
Mon=
mouth” ertrunken ſind. Die chileniſchen Behörden
haben darüber noch keine andere Nachricht erhalten als die
Mitteilung von dem Leuchtturm von Lavapia, daß dort
am Sonntag abend eine Kanonade gehört wurde. Auch
ſind noch keine Berichte eingelaufen, daß „Good Hope” und
Glasgow” einen anderen chileniſchen Hafen angelaufen
haben.
Einzelheiten über den Seekampf.
* Berlin, 6. Nov. Dem Lokalanzeiger wird aus
Kopenhagen berichtet: Ueber die Seeſchlacht an der
chileniſchen Küſte wird weiter aus London gemeldet:
Die deutſchen Kreuzer vereinigten ihr Feuer nach
Vernich=
tung der „Monmouth” auf den Kreuzer „Good
Hope‟ Die ſchweren Geſchütze der deutſchen Schiffe
ſchoſſen mit bewundernswerter
Treffſicher=
heit. Nachdem der Oberbau der „Good Hope” über
Bord geſchoſſen worden war, wurde das Schiff
kampf=
unfähig und mußte die Flucht nach der Küſte
ergreifen. Das Waſſer ſtrömte durch zahlreiche Löcher
des Rumpfes in den Schiffskörper. Die deutſchen
Kriegs=
ſchiffe ſetzten das Feuer fort, bis die „Good Hope” außer
Sehweite war. Das Wetter war unſichtig; es regnete.
Die Deutſchen erklärten, die Engländer hätten heldenhaft
gekämpft, ihr Feuer ſei aber ohne größere Wirkung
ge=
weſen. Dem Morgenbladet in Kriſtiania wird über die
Seeſchlacht gemeldet: Die deutſchen Kreuzer warteten
vor Coronel, wo die britiſchen Schiffe Kohlen
ein=
nahmen. Sie umringten die britiſchen Schiffe ſchnell und
eröffneten aus 9000 Meter Entfernung das Feuer. Die
britiſchen Schiffe erwiderten es, als ſie auf 6000 Meter
herangekommen waren. Inzwiſchen waren ſie jedoch
be=
reits beſchädigt worden. Die „Monmouth” ſetzte den
Kämpf fort, bis ſie vollſtändig zerſchoſſen war. Bei
orkan=
artigem Sturm, der den Panzerkreuzer mit Waſſer füllte,
verſank er ſchließlich.
* Amſterdam, 6. Nov. (Ctr. Bln.) Ueber den
Seekampf an der chileniſchen Küſte bringen Telegramme
aus Valparaiſo in den engliſchen Blättern noch einige
Einzelheiten. Das deutſche Geſchwader ſtand unter dem
Befehl von Admiral Spee. Das Gefecht wurde am
Sonntag geliefert, und zwar bei der Inſel Santa
Maria auf der Höhe von Coronel; es begann ungefähr
eine Stunde vor Einbruch der Nacht und endete bei
ein=
tretender Dunkelheit. Auf dem großen engliſchen Kreuzer
„Good Hope” wurde zwiſchen den Schornſteinen eine
Exploſion wahrgenommen. Der Kreuzer „
Mon=
mouth” ſank nach verſchiedenen Schüſſen und verſuchte noch
im Sinken einen der deutſchen Kreuzer zu rammen. Der
deutſche Admiral drückte in einem Telegramm an
die chileniſche Regierung ſein Bedauern darüber
aus, daß er wegen des ſtürmiſchen Wetters nicht
im=
ſtand war, Boote ausſetzen zu laſſen, um die
Ueberlebenden von der „Monmouth” zu retten. „
Gnei=
ſenau” Scharnhorſt” und „Nürnberg” alle
drei nur leicht beſchädigt, ſollten geſtern von Valparaiſo
wieder die hohe See gewinnen. Die „Leipzig” und die
„Dresden” ſind mit vier bewaffneten
Trans=
portſchiffen außerhalb des Hafens geblieben.
Man glaubt, daß das deutſche Geſchwader durch
drahtloſen Nachrichtendienſt regelmäßig über
die Bewegungen der engliſchen Kreuzer unterrichtet war.
In einem Telegramm aus Valparaiſo an den New=York
Herald wird die Vermutung ausgeſprochen, daß die
deut=
ſchen Schiffe von der Küſte aus durch Spione unterrichtet
wurden, als die engliſchen Schiffe, nachdem ſie ihre
Koh=
lenladung in Coronel vervollſtändigt hatten, den Hafen
verließen; die deutſchen Kreuzer ſchienen dem engliſchen
Geſchwader keine Zeit gelaſſen zu haben, ſich in
Schlacht=
ordnung aufzuſtellen. Der Korreſpondent des New=York
Herald behauptet auch, daß der Kreuzer „Gvod Hope‟
ſchwer beſchädigt wurde und auf die Küſte
aufgelaüfen ſei.
* London 6. Nov. Die Times erhält folgenden
Bericht über die Seeſchlacht bei Chile: Vier
deutſche Kreuzer, darunter „Scharnhorſt” und „
Gnei=
ſenau”” griffen am Sonntag die engliſchen Kreuzer
„Goodhope” „Monmouth”, „Glasgow” und
„Otranto” bei Eintritt der Nacht in der Nähe der Inſel
Santa Maria an. Der Kampf dauerte über eine Stunde.
„Goodhope” wurde derart beſchädigt, daß er gezwungen
war, unter dem Schutze der Dunkelheit zu fliehen. „
Mon=
mouth” verſuchte zu fliehen, wurde aber von einem
klei=
nen deutſchen Kreuzer verfolgt und ſank, nachdem er
einige Treffer’ erhalten hatte. Unglücklicherweiſe machte
das ſtürmiſche Wetter die Benutzung der Boote unmöglich.
Man glaubt, daß die „Glasgow” und die „
Otran=
to” beſchädigt wurden, es gelang ihnen aber, dank
ihrer großen Schnelligkeit, in der Dunkelheit zu
entkommen. Die deutſchen Schiffe erlitten keine
ſchweren Beſchädigungen. Zwei Mann des „Gneiſenau”
wurden leicht verwundet. Es wird angenommen, daß
die ganze Beſatzung des Monmouth” umgekommen iſt. —
Der Panzerkreuzer „Goodhope” fuhr, als er zuletzt
ge=
ſehen wurde, mit Volldampf nach der Küſte.
Man glaubt, daß er in ſinkendem Zuſtande auf die
Klip=
pen auffuhr und hofft, daß die Offiziere und die
Mann=
ſchafft ſich retten konnten. Die britiſchen Schiffe waxen
am Sonntag ausgelaufen, um auf die deutſchen
Schiffe Jagd zu machen. Die deutſchen Schiffe
eröffneten das Feuer. Es ſcheint, daß die britiſchen Schiffe
gar nicht in gute Schußweite herankamen. „Monmouth”
ſetzte den Kampf fort, bis der Schiffskörper durchlöchert
war, ſtürzte aber um, lag einen Augenblick kieloben und
ſank dann. Die Deutſchen griffen ſodann den „
Good=
hope” an. Das ſchwere Geſchütz der beiden deutſchen
Panzerkreuzer feuerte bewundernswert genau.
Flammen ſchlugen bei dem „Goodhope” an zahlreichen
Stellen empor. Der Oberbau wurde weggeſchoſſen und
die Geſchütze kampfunfähig gemacht. „Goodhope” wendete
ſich ſchließlich und fuhr nach der Küſte, während Waſſer
in den Schiffskörper eindrang. Es war
erkenn=
bar daß „Goodhope” unterging. „
Glas=
gow” wurde ebenfalls ernſtlich beſchädigt
und flüchtete nach Coronell. „Gneiſenau”, „Scharnhorſt”
und „Nürnberg”, die ſich nach in Valparaiſo befinden
und wenig Schaden aufweiſen, fahren heute
ab. Es wird berichtet, daß die „Leipzig” und „Dresden”
und vier bewaffnete Transportſchiffe ſich außerhalb des
Hafens befinden.
* London, 6. Nov. Die Exchange Telegr. Co.
meldet: Nach einem amtlichen Bericht des amerikaniſchen
Geſandten in Chile iſt der engliſche Kreuzer
„Glasgow” in Chile interniert worden.
Beſtürzung in London.
* Von der belgiſchen Küſte, 5. Nov. (Ctr.
Frkft.) Die engliſche Zenſur unterdrückt, wie der Frkft.
Ztg. berichtet wird, in Berichten über die deutſche Flotte
ſogar die Namen der deutſchen Schiffe. Als heute zu den
bisherigen Meldungen noch der deutſche Seeſieg
an der Küſte von Chile hinzukam, ging den
Lon=
donern vollends der Atem aus. Obwohl eine amtliche
Meldung des amerikaniſchen Konſuls darüber vorliegt,
tröſten ſich die Engländer einſtweilen damit, daß nur
deutſche Nachrichten den Sieg melden und die Ereigniſſe
ielleicht übertreiben. Zur Erklärung dieſer
neuen Niederlage nehmen ſie zu der Behauptung Zuflucht,
die ſüdgmerikaniſche Küſte ſei von deutſchen Spionen
iberſchwemmt.
Der deutſche Angeiff auf die engliſche Küſte.
* Großes Hauptquartier, 6. Nov. (W. T. B.
Amtlich.) Am 3. November machten unſere großen
und kleinen Kreuzer einen Angriff auf die
engliſche Küſte bei Yarmouth. Sie beſchoſſen
die dortigen Küſtenwerke und einige kleinere Fahrzeuge,
die in der Nähe vor Anker lagen und anſcheinlich einen
Angriff nicht erwarteten. Stärkere engliſche
Streitkräfte waren zum Schutze dieſes wichtigen
Hafens nicht zur Stelle. Das unſeren Kreuzern
ſcheinbar folgende engliſche Unterſeeboot „D. 5"
iſt, wie die engliſche Admiralität bekanntgibt, auf eine
Mine gelaufen und geſunken. Der Chef des Admiralſtabs:
(gez.) v. Pohl.
Ein engliſcher Dampfer von der
„Leipzige verſenkt.
* Lond on, 6. Nov. Londoner Blätter melden,
daß der Sunderlandsdampfer „Vinebrauch” von dem
deutſchen Kreuzer „Leipzig” an der Küſte von Chile
erbeutet und verſenkt wurde. Die
Mannſchaft=
iſt in Sicherheit gebracht.
Die Kriegslage im Oſten.
* Wien, 6. Nov. Amtlich wird verlautbart:
Ge=
tern wurde im Norden nicht gekämpft.
Unbehin=
ert vom Feinde nahmen unſere Heeresbewegungen
ſo=
wohl in Ruſſiſch=Polen als auch in Galizien den
beab=
ſichtigten Verlauf. Wenn man den Ruſſen eine Anzahl
von Punkten der Front trotz der örtlich günſtigen
Si=
tuation vorübergehend wieder überlaſſen hat, ſo iſt das in
der Geſamtlage begründet.
von Höfer, Generalmajor.
* Wien, 6. Nov. Der Kriegsberichterſtatter der
Neuen Freien Preſſe gibt folgende zuſammenfaſſende
Darſtellung der Vorgänge in Galizien und
Ruſſiſch=Polen: Auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz
ſpielten ſich in den letzten Wochen von dem Entſatz von
Przemysl und der bis an die Tore von Warſchau
getra=
genen deutſchen und öſterreichiſch=ungariſchen Offenſive
nehrere für den weiteren Verlauf des Krieges
hervor=
ragend wichtige Vorgänge ab. Als in der erſten Hälfte
es Oktober eine neue Vorwärtsbewegung der
öſter=
reichiſch=ungariſchen Armee für die Ruſſen überraſchend
begann, ſchloſſen fünf ruſſiſche Korps Przemysl ein und
mehrere Reiter= ſowie gemiſchte Korps drangen noch
da=
rüber hinaus weſtwärts vor, um die Bewegung dieſer
Hauptarmee zu verſchleirn. Die ruſſiſchen
Haupt=
kräfte waren in nördlicher Richtung im
Sange, um insgeſamt gegen Deutſchland die
Uebermacht zu haben. Der überraſchende Marſch der
ſterreichſch=ungariſchen Armee gegen Iwangorod und
eine aus Schleſien vorgebrochene neue deutſche Oſtarmee
gegen Warſchau zwangen die ruſſiſche Hauptarmee hinter
der Weichſellinie zur Entwicklung. Die im Anfang ſehr
erfolgreichen Angriffe der Armeen Hindenburg und
Dankl beendigten die Vorwärtsbewegung dieſer
Ar=
meen. Kräfte von Przemysl wurden zurückgezogen und
Przemysl entſetzt, worauf ſich im Raume von Radymno=
Medyta=Chyrow ein noch heute fortdauerder
Stellungs=
kampf entſpann, in deſſen Verlauf der rechte öſterr.=ung.
Flügel mit von der Artillerie gut vorbereiteten
Infanterie=
ſtürmen bis Stary=Sambor u. darüber hinaus vorgebracht
werden konnte. Auch im Zentrum der Schlachtfront
hat=
ten unſere Truppen mehrfach Erfolge, trotz fortgeſetzter
ruſſiſcher Verſtärkungen und feſtungsartigen
Verſchanzun=
gen der feindlichen Artillerie und Infanterie. Auf dem
Nordflügel verſuchten ſtarke ruſſiſche Kräfte, in der
Rich=
tung Radymno-Jaroslau vorzuſtoßen, ſie wurden jedoch
mit großen Verluſten auf ihrer Seite zum Rückzug
ge=
zwungen. Da brachten die Ruſſen in Ruſſiſch=Polen
eine ſtarke, zahlenmäßige Uebermacht zur Geltung, doch
wurden ſie auch gezwungen, gegen Südweſten neue Kräfte
einzuſetzen, ſtatt, wie beabſichtigt, nur gegen Deutſchland.
Die Armeen Hindenburg und Dankl wichen dem ruſſiſchen
Vormarſch aus, während die Ruſſen nur zögernd folgten.
Unfer Vorgehen in Polen erreichte, daß die ruſſiſche
Armee von dem geplanten Hauptangriff
gegen Deutſchlands Oſtgrenze abg,edrängt
und mit allen Kräften und auf eine von uns geplante
Front gedrängt wurde.
Die Vergeltungsmaßnahmen gegendie Engländer.
* Berlin, 6. Nov. Im Verfolg der heute
veröffent=
lichten, durch die Militärbehörde feſtgelegten
Vergel=
tungsmaßregeln wegen der Verhaftung deutſcher
Staatsangehöriger in England ſind heute in aller Frühe
die erforderlichen Maßnahmen ſeitens der Berliner
Polizeibehörde zur Durchführung gekommen. Die
in den Liſten der Polizei geführten Staatsangehörigen
von Großbritannien und Irland wurden heute vormittag
in ihren Wohnungen durch die Beamten der Polizeireviere
aufgeſucht und für verhaftet erklärt. Sie
wur=
den nach der Stadtvogtei gebracht, wo eine Sammelſtelle
eingerichtet iſt für alle in Großberlin befindlichen
Eng=
länder und wo auch die aus der Mark hergebrachten
Eng=
länder vorläufig untergebracht werden. Die Verhafteten
dürfen Bettzeug und Toilettegegenſtände ſowie Wäſche
mitnehmen. In Berlin ſind insgeſamt etwa 500
Eng=
länder verhaftet worden. Die Stimmung unter
den Feſtgenommenen war durchweg gut im Vertrauen
auf die Humanität der deutſchen Regierung. Als
Kon=
zentrationslager iſt die Trabrennbahn
Ruh=
leben bei Berlin auserſehen, wo ſich bisher nur 400
Ruſſen befanden.
* Frankfurt a. M., 6. Nov. Anläßlich der
Maß=
nahmen gegen die in Deutſchland anſäſſigen Engländer
wurden heute in Frankfurt über 200 engliſche
Staatsangehörige feſtgenommen und nach Gießen
gebracht. Morgen ſollen ſie nach Ruhleben
transpor=
tiert werden.
London in Erwartung der Luftinvaſion.
* London 6. Nov. Der Staatsſekretär des
In=
nern hat angeordnet, daß die Einſchränkung der
Beleuchtung in London weitere zwei Monate
andauere. Die Schaufenſterbeleuchtung muß von 6
Uhr abends oder früher, wenn es die Polizei anordnet,
verringert werden. Starkleuchtende Laternen an
Auto=
mobilen und anderen Fahrzeugen ſind verboten.
Ein Proteſt Norwegens.
* Kriſtiania, 6. Nov. Amtlich wird mitgeteilt:
Das norwegiſche Miniſterium des Aeußern
hat am 5. ds. die Geſandtſchaft in London angewieſen,
der engliſchen Regierung wegen der Kundmachung der
Admiralität, betreffend die Nordſeeſperre,
Vor=
ſtellungen zu machen. Der norwegiſche Miniſter
des Aeußern hat mit den Vorſtandsmitgliedern der
Ree=
dervereine, der Schiffs=Kriegsverſicherung, der Waren=
Kriegsverſicherung und den Vertretern der Norwegiſchen
Amerikalinie ſowie anderen Intereſſenten zur
Beſpre=
chung der Lage eine Sitzung abgehalten. Das
norwegi=
ſche Miniſterium des Aeußern hat von der engliſchen
Re=
gierung die Mitteilung erhalten, daß die Durchfahrt von
The Tinch zwiſchen Hebriden, Schottland und Firth,
ge=
ſchloſſen ſei. Norwegiſche Schiffe, welche bereits
unter=
wegs ſind und freiwillig nach Kirkwali gehen, werden
die Erlaubnis zur Weiterfahrt erhalten, wenn ihre
La=
dungen nach Norwegen beſtimmt ſind, Artikel, die bedingte
Konterbande ſind, nur, wenn ſie einem norwegiſchen
Aus=
fuhrverbot unterliegen.
Der türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 6. Nov. (Amtliche
Mittel=
lung des Hauptquartiers.) An unſerer öſtlichen
Grenze ſind unſere Truppen auf der ganzen Front in
Fühlung mit dem Feinde. Auf der Reede von
Smyrna wurden drei große engliſche Schiffe
und mehrere kleinere engliſche und franzöſiſche
Damp=
fer beſchlagnahmt und ihre Beſatzungen gefangen
genommen. Auf den engliſchen und ruſſiſchen Konſulaten
in Bagdad wurden die Hausſuchungen fortgeſetzt.
Außer den bereits früher beſchlagnahmten Waffen
wur=
den 16 Manlicher= und Mauſergewehre ſowie 32 Revolver,
850 Gewehrpatronen und Revolverpatronen ſowie 15
Ba=
jonette beſchlagnahmt. Auf der engliſchen Botſchaft und
der Schule in Bendit wurden Apparate für
draht=
loſe Telegraphie gefunden.
Von der Tätigkeit der türkiſchen Flotte.
* Mailand, 5. Nov. (Ctr. Frkft.) Der Secolo
meldet aus Bukareſt: Ein türkiſcher Kreuzer
hat bei Sewaſtopol das ruſſiſche Schiff „Großfürſt
Alexander” in den Grund gebohrt, nachdem er
deſſen Paſſagiere und Mannſchaft aufgenommen hatte,
die dann in Konſtantinopel ausgeſchifft wurden.
Wahr=
ſcheinlich hat das Schiff „Jeruſalem” dasſelbe
Schick=
ſal erlitten, da es nicht mehr auf die von allen Seiten
ausgeſandten Funkſprüche antwortet.
Die Annektion von Cupern.
* London, 6. Nov. Die Proklamation, die den
Kriegszuſtand mit der Türkei mitteilt, iſt zur
ſel=
ben Zeit wie die Annektion von Cypern
veröffent=
licht worden. Sie erklärt, daß der Ausdruck „Feind”
der in der Proklamation bezüglich der Türkei gebraucht
wird, ſich in gleicher Weiſe auf die anderen türkiſchen
Be=
ſitzungen, außer Aegypten, Cypern und alle Territorien,
die England und ſeine Verbündeten ſchon beſetzt haben,
bezieht.
Frankreichs Kriegserklärung
an die Türkei.
* Bordeaux, 6. Nov. Der Miniſter des
Auswär=
tigen hat folgende Note veröffentlicht: Die feindſeligen
Akte, welche die türkiſche Flotte ſich gegen ein
fran=
zöſiſches Handelsſchiff hat zuſchulden kommen laſſen und
durch die der Tod von zwei Franzoſen und ſchwere
Be=
ſchädigungen des Schiffes verurſacht worden ſind, ohne
daß die Entfernung der deutſchen Militär= und Marine=
Kommiſſion erfolgt wäre, durch die ſich allein die Pforte
von der Verantwortlichkeit für dieſe Akte hätte entlaſten
können, machen es der franzöſiſchen Regierung zur
Pflicht, zu erklären, daß durch dieſes Vorgehen der
tür=
kiſchen Regierung der Kriegszuſtand zwiſchen
Frankreich und der Türkei eingetreten iſt.
Der türkiſche Geſandte hat Niſch am 4.
No=
vember verlaſſen und hat die Vertretung der
türki=
ſchen Intereſſen dem Vertreter Italiens überlaſſen.
Rußland und Perſien.
* Wien, 6. Nov. Die ruſſiſche Regierung
beſchloß, wie die Korreſpondenz Rundſchau meldet, die
Forderungen Perſiens in allen Punkten
abzulehnen und die ruſſiſchen Truppen in Perſien
unverzüglich auf den Kriegszuſtand zu
erhö=
hen. Die antiruſſiſche Bewegung in Perſien wird
im=
mer mächtiger. Der Khan hat ſämtliche ruſſenfreundlichen
Beamten entfernt.
* Berlin, 6. Nov. (W. T. B Amtlich.) Nach einer
Londoner Meldung ſoll der amerikaniſche Korreſpondent
Thompſon, der mit Genehmigung der deutſchen
Hee=
resleitung dem deutſchen Heere gefolgt ſei, von einer
Nummer 307.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 7. November 1914.
Seite 7.
Meuterei deutſcher Soldaten bei
Nieu=
port berichtet haben. Die Erzählung iſt mit allen
Ein=
zelheiten völlig erfunden. Ein Korreſpondent
na=
mens Thompſon iſt von der deutſchen Heeresleitung nicht
zugelaſſen worden und eine Meuterei deutſcher Soldaten
hat nicht ſtattgefunden.
* Neiſſe, 6. Nov. Bei Neiſſock in der Lauſitz
wurde ein im Walde planlos umherirrender
hö=
herer ruſſiſcher Offizier aufgegriffen. Er gab
an, Oberſt und Generalſtabsoffizier zu ſein. Es ſtellte ſich
heraus, daß er mit einem Gefangenentransport aus Süd=
Polen gekommen und in der Nähe von Neiſſe aus dem
Zuge entwichen war.
* London, 6. Nov. Die Admiralität gibt bekannt,
daß beim Untergang des Unterſeebootes „D 5‟
anſchei=
nend ein Offizier und 20 Mann das Leben
verlo=
ren haben.
* London, 6. Nov. Daily Mail meldet: Es wurde
beſchloſſen, daß von dem nächſten Montag ab in den
Wirt=
ſchaften Groß=Londons den Frauen keine
be=
rauſchenden Getränke vor 11½ Uhr vormittags
ausgeſchänkt werden dürfen. Die Londoner Polizeirichter
klagten in der letzten Zeit über die Zunahme des
Trin=
kens bei den Frauen, namentlich der
Soldaten=
frau e n.
Letzte Nachrichten.
Der Zuſammentritt des Reichstages.
* Berlin, 6. Nov. (W. T. B. Amtlich.) Der
Stellver=
treter des Reichskanzlers, Staatsminiſter v. Delbrück,
hielt in den letzten Tagen mit den Vorſitzenden ſämtlicher
Fraktionen des Reichstages eingehende
Beſprechun=
gen über die dem Reichstag nach Ablauf der Vertagung
zu machenden Vorlagen ab. In der Beratung, an der
der Präſident des Reichstages, Vertreter aller Fraktionen
und Gruppen teilnahmen, wurde ein Einverſtändnis
da=
rüber erzielt, daß noch vor der am 2. Dezember
beginnen=
den Reichstagsſitzung die Budgetkommiſſion der”
vori=
gen Seſſion in einer Sitzung, an der auch die ſonſt in der
Budgetkommiſſion nicht vertretenen kleinen Fraktionen
und Gruppen beteiligt ſein ſollen, die Vorberatung der
Vorlagen vornimmt, die dem Reichstag zugeſtellt werden
ſollen.
Verluſtliſte (aus Nr. 68 und 69).
Infanterie=Regiment Nr. 168, Offenbach, Butzbach,
Friedberg i. Heſſ.
Berichtigung früherer Angaben.
Reſ. Friedrich Achenbach, Niederdieten, bisher vm.,
im Lazarett; Reſ. Breitenbach, bisher vm., vw.; Reſ.
Dörenbach, bisher vm., im Lazarett; Gefr. Heinrich
Conrad, Zutzendorf, bisher vm., vw.; Musk. Dauer,
bisher vm., vw.; Musk. Heinrich Henrich, Hainchen,
bisher vm., vw.; Reſ. Ludwig Herrnbrodt, Ober=
Mockſtadt, bisher vm., vw.; Musk. Karl Kauß,
Gelſen=
kirchen, nicht gefallen, im Lazarett; Musk. Joſeph Klock,
Lugſtein, bisher vw., am 6. 9. 14 im Vereinslazarett vom
Roten Kreuz geſtorben; Gefr. d. Reſ. Wilhelm
Schä=
fer III., Himbach, bisher vm., im Lazarett; Musk. Max
Schramm, Neu=Iſenburg, bisher vm., vw.; Reſ. Jakob
Schaubach, Wöllſtein, bisher vm., vw.; Reſ. Florath
(nicht Thorat), vm.; Reſ. Weber, bisher vm., vw.; Reſ.
Weigel, bisher vm., vw.; Reſ. Friedrich Zimmer,
Nieder=Eſchbach, bisher vm., im Lazarett; Reſ. Peter
Flach, Oberau, bisher vm., vw.; Reſ. Wilhelm
Pöhl=
mann, Klein=Karben, bisher vm., vw.
Reſerve=Jäger=Bataillon Nr. 8, Schlettſtadt.
La Bourgonce am 9. und Fricourt vom 28. bis 30. 9. und
1. bis 8. 10. 14.
1. Kompagnie: Reſ. Rudolf Michel, Harbich
lv.; Reſ. Heinrich Brodermann, Reinsdorf, ſchv.;
Reſ. Friedrich Meier, Offenbach a. M., ſchv.; Gefr. d.
Reſ. Karl Pauli, Weilmünſter, lv.; Reſ. Ludw.
Hirſch=
mann, Darmſtadt, lv.
3. Kompagnie: Gefr. d. Landw. Jakob Weber,
Oberklingen, gefallen; Reſ. Chriſtian Sauerwein,
Langſtadt, gefallen.
Reſerve=Feldartillerie=Regiment Nr. 22, Kaſſel.
Le Pleſſis am 7., Trocy am 8. und Nouvron am 25. 9
II. Abteilung.
4. Batterie: Kan. Heinrich Gaus, Homberg a.
d. O., gefallen.
Feldartillerie=Regiment Nr. 61.
Gefecht im Weſten am 7. 10.
I. Abteilung, Darmſtadt.
3. Batterie: Ltn. Wolf Günther Bickel, Raſtatt,
ſchv.; U.=O. Adam Eidenmüller, Kirch=Brombach.
gefallen; Kan. Peter Neumann, Hettenhauſen, lv.
Fußartillerie=Regiment Nr. 3, Mainz.
Servon am 14., Rouiroy vom 16. bis 29., Chilly am 29.
und 30., Curchy am 9. 10.
I. Bataillon.
1. Batterie: Gefr. Georg Feickert, Kriegsheim,
Worms, ſchv.; Gefr. Jakob Heigert, Mombach, ſchv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 25.
Maiſſin am 22. und 24., Sedan vom 24. bis 28. 8.,
Dom=
remy vom 6. bis 11. und Ripont vom 17. bis 26. 9.
I. Bataillon, Neuwied.
2. Kompagnie: Wehrm. Heinrich Schäfer,
Hainchen, vw.
3. Kompagnie: Gefr. Guſtav Alber, Steinbach
vw.
4. Kompagnie: Reſ. Adam Weick, Offſtein, vw
Brigade=Erſatz=Bataillon Nr. 49, Offenbach.
Toul am 14. und 15. 10.
Stab: St.=Arzt Dr. Eugen Münch,
Kaiſerslau=
tern, lv.
5. Kompagnie: Gefr. d. L. Joh. Heinr. Walter,
Klein=Welzheim, gefallen; Wehrm. Kaſpar Alois Kel
ler, Froſchhauſen, gefallen; Wehrm. Karl Friedrich
De=
gen, Froſchhauſen, lv.; Wehrm. Ernſt Emil
Trie=
beß, Gr.=Oplar, lv.
Brigade=Erſatz=Bataillon Nr. 84, Offenburg.
Gehört zum Regiment v. Rath.
Senones vom 30. 9. bis 2. 10.
1. Kompagnie: Lin. d. Reſ. Wilhelm Zipp
Hirſchfelde, gefallen; Reſ. Johann Oberle,
Mörlen=
bach, lv.
Briefkaſten.
L. V. Wenden Sie ſich doch direkt an die ſtädtiſche
Gaswerksverwaltung. Dort werden Ihnen bereitwilligſt
Koſtenvoranſchläge ausgearbeitet, ebenſo von jedem
In=
ſtallationsgeſchäft.
Chr. S. Wenn Sie das 4. Ziel der Staatsſteuer ſchon
bezahlt haben, brauchen Sie es ſelbſtverſtändlich nicht
noch=
mals zu bezahlen. Die Pfändungsandrohung können Sie
alſo unbeachtet laſſen, da nur ein Irrtum vorliegen kann.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 87.
Neuſchäteau am 22. 8., Ville=ſur=Tourbe am 27. u. 29. 9.,
Cernay vom 21. 9. bis 6. 10. und Cernay=en=Dormois am
15. 9. und 8. 10.
III. Bataillon, Mainz.
9. Kompagnie: U.=O. d. L. Adam Peter Reiter,
Weiſenau bei Mainz, vm.; Erſ.=Reſ. Waldemar
Klein=
mann, Mainz, vm.
3. Garde=Regiment, Berlin.
St. Léonhard am 26., Vitry les Reims am 24. und 26. 9.
und Blaireville am 10., 12., 17. u. 18. 10. 14.
II. Bataillon.
6. Kompagnie: Reſ. Kurl Graichen,
Darm=
ſtadt, vm.
Königin Auguſta Garde=Grenadier=Regiment Nr. 4,
Berlin.
Chälons vom 6. bis 10., Guignicourt vom 6. bis 10.
Normée am 7., Fére Champenoiſe am 9., Reims vom
13. bis 18. und Lenharrée, Berry=au=Bac am 19./9. 14.
I. Bataillon.
4. Kompagnie: Lt. Frhr. v. Blanckart,
Darm=
ſtadt, gefallen.
Grenadier=Regiment Nr. 4, Raſtenburg.
Smolany am 23., Njemen am 25. und 26., Druskenik am
26. 9., Suwalki am 2., Tartak am 3., Taceno am 4. u. 13.,
Mynisko am 5. u. 8. und Tſcharna Kowſana am 6., 7. u
12. 10. 14.
III. Bataillon.
11. Kompagnie: Füſ. Georg Uhrig, Worms
am Rhein, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 118.
II. Bataillon, Erbach.
Servon vom 23. bis 26. 9. 14.
5. Kompagnie: Reſ. Adam Weidmann,
Pfirſch=
bach, gefallen; Reſ. Jakob Friedrich, Unter=Finkenbach,
gefallen; U.=O. Jakob Weidmann, Cincinnati, vw.;
U.=O. Joſef Kempf, Viernheim, vw.; Reſ. Adam Heid,
Wallbach, vw.; Reſ. Wilhelm Ihrig, Unter=Sensbach,
w.; Reſ. Adam Walz, Unter=Sensbach, vw.; Reſ.
Ja=
kob Heckmann, Rothenberg, vw.; Reſ. Bernhard Gaſt,
Olfen, vw.; Reſ. Wilhelm Kaffenberger, Steinbach,
vw.; Reſ. Fritz Denger, Reichelsheim, vw.; Reſ. Otto
Stegmüller, Steinbach, vw.; Reſ. Bernhard
Mül=
ler, Elsbach, vw.; Reſ. Karl Hofferberth, Kimbach,
vw.; Reſ. Johann Heinrich Schuhmann, Zell i. O., vw.;
Reſ. Wilhelm Trumpfheller, Gammelsbach, vw.;
Reſ. Philipp Hering, Güttersbach, vw.; Reſ. Konrad
ehn, Hiltersklingen, vm.: Reſ. Philipp Hofmann,
Ober=Kainsbach, vm.; Reſ. Wendel König, Haiſterbach,
vm.; Gefr. d. R. Wilhelm Bechthold, Beerfelden, vm.:
Reſ. Adam Müller, Bullau, vw.
6. Kompagnie: Wehrm. Johann Heinrich
Gie=
benhain, Lauerbach, gefallen; Wehrm. Georg Horn,
Zell, gefallen; U.=O. d. L. Jakob Reibold, Nieder=
Kainsbach, gefallen: Wehrm. Adam Niklas, Groß=
Gumpen, gefallen; Wehrm. Emil Becker, Beerfelden,
ge=
fallen; San.=Gefr. Ludwig Rodenhauſen, Neuſtadt,
gefallen; Wehrm. Georg Hoffarth, Unter=Oſtern,
ge=
fallen; Wehrm. Adam Fröhlich, Höchſt, gefallen;
Wehr=
mnann Joh. Nikolai, Großen=Buſeck, gefallen; Wehrm.
Adam Bohländer. Langen=Brombach, gefallen;
U.=O. d. R. Adam Gölz, Reiſen, vw.; U.=O. d. R.
Wal=
ter Flaig, Aalen, vw.; Gefr. Bernhard Edelmann,
Hinterbach, vw.; Gefr. Philipp Lautenſchläger,
PfaffenBeerfurth, vw.: Wehrmann Daniel
Wolf=
ſtädter, Seckmauern, vw.; Gefr. Jakob Hartmann,
Weitengeſäß, vw.; Wehrm. Johann Ad. Mohr, Erbach,
vw.; Wehrm. Johann Koch, Fürſtenbrunn, vw.; Gefr.
Wilhelm Reinhard, Beerfelden, vw.; Wehrm. Adam
Luft, Sandbach, vw.; Gefr. Heinrich Heckmann, Unter=
Moſſau, vw.; Wehrm. Johann Roth, Birkenau, vw.:
Wehrm. Adam Denger, Birkenau, vw.; Wehrm.
Wil=
helm Hartmann, Momart, vw.; Wehrm. Johann
Schnur, Hummetroth, vw.; Wehrm. Philipp Naas,
Vielbrunn, vw.; Wehrm. Johann Hartmann,
Viel=
brunn, vw.; Wehrm. Michael Lanck, Haingrund, vw.;
Wehrm. Johann Wilhelm Ihrig, Ober=Moſſau, vw.;
Wehrm. Leonhard Trumpfheller, Erlenbach, vw.;
Wehrm. Georg Bartmann, Rothenberg, vw.;
Wehrm. Georg Zieres, Wald=Amorbach, vw.: Gefr.
Philipp Kraft, Kirch=Brombach, vw.; Wehrm. Johann
Adam Löb, Michelſtadt, vw.: Wehrm. Peter
Heck=
mann, Röthenberg, vw.; Wehrm. Georg Bertſch,
Groß=Gumpen, vw.; Wehrm. Johann Adam Heckmann
Unter=Moſſau, vw.; Wehrm. Wilhelm Beyſel,
Rothen=
berg, vw.; Wehrm. Heinrich Kaffenberger, Unter=
Moſſau, vw.; Wehrm. Georg Ludwig Stellwag,
Erbach, vm.; Wehrm. Adam Bernhardt, Ober=Moſſau,
vm.; Wehrm. Wilhelm Freisheimer, Wald=
Michel=
bach, vm.; Vizef. Friedrich Maſſebus, Worms, gef.;
Gefr. Chriſtoph Völker, Erbach, gef.; Wehrm. Georg
Bingel, Mümling=Crumbach, vw.; Wehrm. Adam
Emig, Kailbach, vw.; Wehrm. Wilhelm Mohr,
Müm=
ling=Crumbach, vw.
7. Kompagnie: Reſ. Johann Franz Mandel,
Viernheim, gef.; Reſ. Johann Zimmermann,
Heppen=
heim, gef.; Reſ. Wilhelm Wilhelm, Ober=Finkenbach,
gef.; Reſ. Adam Schlämcher, Erbach, gef.; Reſ. Peter
Fornoff, Haſſenroth, gef.; Reſ. Johann Blum,
Hirſch=
horn, gef.; Reſ. Nikolaus Adler, Viernheim, gef.; Reſ.
Ferdinand Boettel, Hirſchhorn, gef.; Reſ. Johann
Fauſt, Fahrenbach, gef.; Reſ. Heinrich Nikolaus
Hart=
mann, Rohrbach, gef.; Reſ. Valentin Karl Zipp,
Hep=
penheim, gef.; Reſ. Adam Rutz, Unter=Hambach, geſ.;
Reſ. Fritz Seeger, Vielbrunn, vw.; Reſ. Pankraz Herr,
Sonnerkohl, vw.; Reſ. Karl Wendel, Ober=Finkenbach,
vw.; Reſ. Peter Georg Oelenſchläger, Olfen, vw.;
Reſ. Johann Rohrbacher, Viernheim, vw.; Reſ.
Va=
entin Keil, Hammelbach, vw.; Reſ. Georg
Schnei=
der, Lauten=Weſchnitz, vw.; Reſ. Georg Vetter,
Lörzen=
bach, vw.; Reſ. Georg Wolf, Lauten=Weſchnitz, vw.; Reſ.
Johann Friedrich, Rimhorn, vw.; Reſ. Ludwig Fink,
Hetzbach, vw.; Reſ. Georg Brandt, Weinheim, vw.;
U.=O. Peter Benz, Viernheim, vw.; U.=O. Adam Daub,
Ober=Finkenbach, vw.; U.=O. Wilhelm Ihrig, Ober=
Finkenbach, vw.; Gefr. d. Reſ. Michael Fettel,
Heppen=
heim, vw.; Reſ. Georg Koob, Heppenheim, vw: Reſ.
Georg Hoffmann, Viernheim, vw.; Reſ. Michael
Haas, Viernheim, vw.; U.=A. Adam Kirchner,
Viern=
heim, vw.; Gefr. d. Reſ. Georg Krämer, Hammelbach
vw.; Gefr. d. Reſ. Georg Knapp, Crumbach, vw.; U.=O.
Arthur Traumüller, Sellerhauſen, vw.; Reſ. Michael
Strohmenger, Zotzenbach, vw.; Reſ. Georg
Wink=
ler, Mittlechtern vw.; Reſ. Philipp Schäfer,
Kirſchhau=
ſen, vw.; Reſ. Johann Pfeiffer, Unter=Oſtern, vw.;
Reſ. Johann Kilian, Fürth, vw.; Reſ. Georg Kilian,
Fürth, vw.: Gefr. d. Reſ. Adam Fiſcher, Lauten=
Weſch=
nitz, vw.; Reſ. Heinrich Wilhelm Metzendorf,
Heppen=
heim, vw.; Reſ. Adam Kabel, Kortelshütte, vw.;
Feldw. Jakob Schmitt, Horrweiler, vw.; Reſ. Wilhelm
Branner, Kortelshütte, vw.; Reſ. Philipp Stay,
Heppenheim, vm.
8. Kompagnie: Musk. Joſeph Mildenberger,
Mainz, gef.; Wehrm. Peter Bauer, Affolterbach, gef.;
Wehrm. Franz Hinkel, Heppenheim, vw.; Wehrm. Adam
Philipp Joſeph Binz, Hepenheim, vw.; Wehrm.
Wil=
helm Reibold, Zotzenbach, vw.; Wehrm. Adam Antes,
Kirſchhauſen, vm.; Wehrm. Nikolaus Weber, Hambach,
vm.; Wehrm. Georg Hofmann, Heppenheim, vm.;
Wehrm. Adam Rittersberger, Heppenheim, vm.;
Wehrm. Philipp Koob, Heppenheim, vm.; Wehrm. Georg
Strauch, Heppenheim, vm.; Wehrm. Mathias
Wat=
tendorf, Heppenheim, vm.; Wehrm. Martin Berg,
Heppenheim, vm.; Wehrm. Karl Ehret, Löhrbach, vm.;
Wehrm. Adam Lammer, Löhrbach, vm.; Wehrm. Adam
Arnold, Schnorrenbach, vm.; Wehrm. Richard Sauer,
Löhrbach, vm.; Wehrm. Johannes Weber,
Schnorren=
bach, vm.; Wehrm. Joſeph Heil, Hammelburg, vm.;
Wehrm. Adam Ihrig, Amorbach, vm.; Wehrm. Peter
Schmitt, Kocherbach, vm.; Wehrm. Gölz, vm.; Wehrm.
Johannes Gärtner, Mittershauſen, vm.; U.=O. Peter
Herrmann, Alzey, vm.; Wehrm. Franz Einberger,
Mörlenbach, vw.; Wehrm. Gölz, vw.; Wehrm. Michael
Belz, Viernheim, vw.; Wehrm. Nikolaus Träger,
Viernheim, vw.; Wehrm. Michael Huckele, Viernheim,
vw.; Gefr. Wilhelm Mandel, Viernheim, vw.; Gefr.
Jakob Sax, Viernheim, vw.: Gefr. Jakob Knapp,
Viernheim, vw.; Gefr. Nikolaus Dewald, Viernheim,
vw.; Gefr. Heinrich Konrad, Grünsfeld, vw.; U.=O.
Martin Rehberger, Grein, vw.; Wehrm. Jakob
Trautmann, Unter=Scharbach, gef.; Wehrm. Adam
Gärtner, Erlenbach, gef.; Gefr. Bernhard Treuſch,
Rimbach, vw.; Gefr. Wilhelm Gümbel, Krofdorf, vw.;
Wehrm. Wilhelm Witter, Helmhof, vw.; Wehrm. Joſeph
Alex, Gr.=Mönsdorf, vw.; Vizef. Georg Köth, Bingen,
vw.: Reſ. Jakob Fuhr, Oberſchönmattenwag, vw.;
Wehrm. Peter Marquardt, Erlenbach, vw.; Reſ.
Wil=
helm Meiſſelbeck, Wimpfen, vm.; U.=O. Schlebach,
Worms, vw.; Reſ. Kaufmann, Wald=Michelbach, vw.
Achtundzwanzigſte Liſte der Kriegsgaben
für das Rote Kreuz.
(Wo kein Wohnort angegeben iſt, iſt Darmſtadt gemeint.)
Es gingen weiter ein:
Bei der Zentral=Abteilung des Roten Krenzes:
Von der Gemeinde Ruhlkirchen 393.29 M., Von der
Gemeinde Seibelsdorf 172.30 M., Firma E. Merck 50 M.,
Kreisſtraßenmeiſter Göth, Verzicht auf Gebühren, 20 M.,
Durch Rechtsanwalt Rohde aus einer Privatklageſache,
Buße, 5 M., Ferd. Mahr, Verzicht auf Gebühren, 5 M.,
Gemeinde Stockhauſen 56 M., Eiſenbahnverein
Michel=
ſtadt und Umgegend 50 M., Oberverwaltungsgerichtsrat
Melior, Berlin=Wilmersdorf, 100 M., Bauaſpirant Martin,
Gießen, 4 M., Bauaſpirant Kimpel, Gießen, 4 M.,
Bau=
aſpirant Seim, Grünberg, 10 M., Lehrer Grün,
Reis=
kirchen, 5 M. Von Rat H. Sonne aus dem Ertrag des
Dr. Ludwig Wüllner=Abends des Richard Wagner=
Vereins 75.75 M. Zuſammen 950.24 M.
Bei der Deutſchen Bank, Zweigſtelle Darmſtadt:
Direktor L. Meyer 20 M., Sammlung Romrod 150 M.,
Sammlung Romrod 124 M., Dieter Stammler 8 M.,
Geſchwiſter Linck 4 M., Gemeindeeinnehmerei Oſthofen
67.66 M., Gemeinde Beltersheim 22.72 M., Gemeinde
Götzenhain (3. Samml.) 136.90 M., Ungenannt 5 M., N.
N. 20 M., Erika Seipp 2 M. Zuſammen 560.28 M.
Bei der Darmſtädter Volksbank: Gemeinde
Schneppenhauſen 19 M., Gemeinde Melbach (Oberheſſen)
48 M., Frau Karoline Heidrich Wwe. 100 M.,
Katho=
liſches Pfarramt Klein=Krotzenburg 48 M., Berz 1 M.,
Schulrat C. Backes, Groß=Gerau, 1500 M., N. N. 2 M.,
Gemeinde Selzen (Rheinheſſen), durch Herrn
Bürger=
meiſter Binne 726 M., David Schneider 4 M.,
Land=
gerichtsdirektor Dr. Nagel 10 M., Hermann Kehrer 5 M.,
Kreisſchulinſpektor C. Backes für Kreis Groß=Gerau
32.90 Mk. Gemeinde Unter=Abtſteinach 69.85 M.
Zu=
ſämmen 2565.75 M.
Bei der Städtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt: Georg
Schneider II. 10 M., Frl. Margarete Knobeloch 5 M.,
Frl. Eliſe Keil 5 M., Ungenannt 5 M., Adam Luſt
10 M., Wilh. Göttmann 1 M., Frl. Rech, Schneiderin,
Arheilgen 50 Pf., Oswald und Sidonie Vetters 2 M.,
Zweigverein Darmſtadt der deutſchen freien
Architekten=
ſchaft 50 M. Zuſammen 88.50 M.
Bei Hauptſtaatskaſſedirektor Dexheimer: Dr.
Bauſch (3. Gabe) 5 M., Gaben von heſſiſchen evangeliſchen
Geiſtlichen (durch Gehaltsabzug) 175 M., Profeſſor Hrch.
Jobſt 333 M., Goldſchmied Theodor Wende 100 M.,
Gebrüder Vierheller 50 M., Kränzchen iunger Mädchen
„Regenbogen” 20 M., Oberſt Scholl 20 M., Otto Broſe,
Neu=Iſenburg, 20 M., Krieger= und Soldaten=Verein
Nieder=Saulheim 100 M., Lehrer i. P. A. Lenz,
Ulrich=
ſtein 25 M. — In der Zeit vom 23. September bis 21.
Ok=
tober 1914 ſind von heſſiſchen Beamten und Lehrern
ſowie von Dozenten und Beamten der Techniſchen
Hoch=
ſchule neben den von den Einzelnen geſpendeten
ein=
maligen Beiträgen durch fortlaufenden Gehaltsabzug
ein=
gegangen: 7461.83 M. Zuſammen 8309.83 M.
Allen Gebern herzlichen Dank!
nimmt man zum
Sämig-
machen
von Suppen und Tunken
an Stelle des englischen
Gusthf
Mondamin.
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Boobcn Uingetronen
Kornige
Hahnatlannen
150
haben denselben Stromverbrauch
wie eine 50 kerzige Metalldrahtlampe.
Rein weisses Licht!
Billigste Beleuchtung von Geschäftsräumen,
Schaufenstern, Wirtszimmern usw.
Vorrätige Grössen: 100 bis 4000 Kerzen
stets zu haben bei
(20947sg
L-Lange, Elektr. Institnt
Schulstraße6 Hoflieferant Telephon399,
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 307.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 7. November 1914.
Seite 9.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 7. November 1914.
Nummer 307.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Verordnung über den Aufenthalt, Zuzug
und Wegzug von Ausländern bringen wir zur öffentlichen Kenntnis.
Anzumelden ſind auch diejenigen Ausländer, die ſich zur Zeit des
Erlaſſes der Verordnung hier befinden, ſofern nicht ihre polizeiliche
Anmeldung bereits früher erfolgt iſt.
Alle Anmeldungen haben auf dem zuſtändigen Polizeirevier zu
erfolgen.
Zuwiderhandlungen werden unnachſichtlich zur Anzeige gebracht.
(20944sg
Darmſtadt, den 6. November 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
XVIII. Armeekorps. Frankfurt a. M., den 27. 10. 14
Stellvertretendes Generalkommando.
IIIb Nr. 36252/2621
Verordnung.
Auf Grund der §§ 1 und 9b des Geſetzes über den
Belagerungs=
zuſtand vom 4. Juni 1851 ordne ich für den Bereich des
Korps=
bezirks an:
Alle Hotels, Penſionen und Anſtalten, ſowie jeder
Wohnungs=
inhaber ſind verpflichtet, den Aufenthalt und Zuzug von Ausländern
binnen 12 Stunden polizeilich anzumelden, gleichgültig ob die
Auf=
nahme gegen Entgelt oder unentgeltlich, vorübergehend oder für
längere Zeit erfolgt.
Der Wegzug von Ausländern iſt gleichfalls innerhalb 12
Stun=
den anzuzeigen.
Falls örtliche Polizeiverordnungen eine kürzere Meldefriſt wie
die vorſtehend angegebene für Ausländer feſtſetzen, bleiben dieſe
Ver=
ordnungen inſoweit maßgebend.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden nach § 9
des Geſetzes über den Belagerungszuſtand vom 4. Juni 1851 mit
Gefängnis bis zu einem Jahre beſtraft.
Der kommandierende General
Freiherr von Gall, General der Infanterie.
Höchſtpreiſe für Kartoffeln.
Auf Grund des § 1 des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom
4. Auguſt 1914 und des § 1 der Bekanntmachung Großh. Miniſteriums
des Innern, betreffend die Ausführung dieſes Geſetzes, vom 7. Auguſt
1914, werden die Höchſtpreiſe für beſte Speiſekartoffeln mit ſofortiger
Wirkſamkeit für die Stadt Darmſtadt wie folgt feſtgeſetzt:
1. beim Verkauf durch den Produzenten an Ort und Stelle
6,50 Mk.
für 100 kg
Dieſer Preis ſchließt die Koſten der
Ver=
ladung und des Transportes bis zur
nächſten Verladeſtelle in ſich.
2. Bei freier Lieferung in den
Aufbewah=
rungsraum des Verbrauchers oder bei
Ver=
kauf auf den Wochenmärkten für 100 kg 8 Mk.
3. Im Kleinverkauf für das kg
9 Pfg.
Dieſe Feſtſetzungen haben nur die Bedeutung einer Obergrenze
für die Preiſe. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß geringere Preiſe
insbe=
ſondere dann gefordert werden müſſen, wenn die Beſchaffenheit der
Ware oder ſonſtige Verhältniſſe es angemeſſen erſcheinen laſſen. Auf
die §§ 2 und 4 des hierunter abgedruckten Geſetzes wird beſonders
hingewieſen.
Meine Bekanntmachung vom 23. v. Mts., betreffend
Höchſt=
preiſe für Kartoffeln, tritt hiermit außer Kraft.
Darmſtadt, am 4. November 1914.
(20875a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutſcher Kaiſer, König
von Preußen ꝛc., verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter
Zuſtimmung des Bundesrats und des Reichstags, was folgt:
§ 1.
Für die Dauer des gegenwärtigen Krieges können für
Gegen=
ſtände des täglichen Bedarfs, insbeſondere für Nahrungs= und
Futter=
mittel aller Art, ſowie für rohe Naturerzeugniſſe, Heiz= und
Leucht=
ſtoffe, Höchſtpreiſe feſtgeſetzt werden.
§ 2.
Weigert ſich trotz Aufforderung der zuſtändigen Behörde ein
Beſitzer der im § 1 genannten Gegenſtände, ſie zu den feſtgeſetzten
Höchſtpreiſen zu verkaufen, ſo kann die zuſtändige Behörde ſie
über=
nehmen und auf Rechnung und Koſten des Beſitzers zu den
feſt=
geſetzten Höchſtpreiſen verkaufen, ſoweit ſie nicht für deſſen eigenen
Bedarf nötig ſind.
§ 3.
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten
Behörden erlaſſen die erforderlichen Anordnungen und
Ausführungs=
beſtimmungen.
§ 4.
Wer die nach § 1 feſtgeſetzten Höchſtpreiſe überſchreitet oder den
nach § 3 erlaſſenen Ausführungsbeſtimmungen zuwiderhandelt oder
Vorrate an derartigen Gegenſtänden verheimlicht oder der
Aufforde=
rung der zuſtändigen Behörde nach § 2 nicht nachkommt, wird mit
Geldſtrafe bis zu 3000 ℳ oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis
bis zu 6 Monaten beſtraft.
§ 5.
Der Bundesrat wird ermächtigt, den Zeitpunkt zu beſtimmen,
zu welchem dieſes Geſetz wieder außer Kraft tritt.
8
Dieſes Geſetz tritt mit dem Tage ſeiner Verkündung in Kraft.
Urkundlich unter Unſerer Höchſteigenhändigen Unterſchrift und
beigedrucktem Kaiſerlichen Inſiegel.
Gegeben Berlin im Schloß, den 4. Auguſt 1914.
(L. 8.)
Wilhelm.
Delbrück.
Zur Ausführung des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom
4. Auguſt 1914 iſt u. a. folgendes beſtimmt worden:
Die feſtgeſetzten Höchſtpreiſe, deren Veränderung oder
Auf=
hebung ſind durch die zuſtändige Behörde (§ 1) im
Amtsverkündig=
ungsblatt und ortsüblich bekannt zu machen.
Die Verkäufer von Waren, für die Höchſtpreiſe feſtgeſetzt ſind,
haben dieſe Preiſe mit Angabe der Menge (Zah:, Maß, Gewicht),
auf die ſich die Preiſe beziehen, durch einen ſichtbaren Anſchlag an
der Verkaufsſtelle zur Kenntnis zu bringen.
Dieſer Anſchlag iſt loſtenfrei mit dem polizeilichen Stempel zu
verſehen und täglich während der Verkaufszeit auszuhängen.
Bei der Verkaufsſtelle iſt, wenn ſich die feſtgeſetzten
Höchſt=
preiſe auf das Gewicht der Waren beziehen, eine Wage mit geeichten
Gewichten aufzuſtellen und ihre Benutzung zum Nachwiegen der
ver=
kauften Waren zu geſtatten.
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Bekanntmachung,
den § 9 des Ortsbauſtatuts für die Stadt Darmſtadt betr.
Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 17. v.
Mts., nach Begutachtung durch den Kreisausſchuß und mit
Geneh=
migung Großh. Miniſteriums des Innern vom 2. d. Mts., zu
Nr. M. d. J. 18552, lautet der obige Paragraph wie folgt:
§ 9.
Die Anlieger haben nach Maßgabe der Vorſchriften des Artikels 21
der Allgemeinen Bauordnung zu tragen:
1. Den Aufwand für den Erwerb des für die Straßen einſchl.
der Straßenkreuzungen erforderlichen Geländes.
2. Die Koſten der für die Herſtellung des Straßenkörpers (
Fahr=
bahn und Bürgerſteige einſchl. der Straßenkreuzungen)
erfor=
derlichen Erdarbeiten.
3. Die Koſten der den Bedürfniſſen des Verkehrs entſprechenden
erſten Einrichtung der Straße mittelſt Chauſſierung der
Fahr=
bahn und Pflaſterung der Goſſen.
4. Die Koſten für Herſtellung von Fußſteigen nach Maßgabe der
Vorſchriften der §§ 10 und 11.
Inſofern es in einzelnen Fällen (wie insbeſondere bei
Straßen=
durchbrüchen) zu ungerechtfertigten Härten führen würde, die Anlieger
nach vorſtehenden Beſtimmungen heranzuziehen, kann die Stadt durch
Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung für einzelne Straßen
oder Straßenteile die obenverzeichneten Aufwendungen ganz oder
teilweiſe übernehmen.
Darmſtadt, den 28. Oktober 1914.
(20659ss
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Wäſche= und Kleidungsſtücke für Bedürftige.
Für den kommenden Winter wird für alle, die auf Unterſtützung
angewieſen ſind, um die Abgabe warmhaltender Wäſche und Kleider,
auch Schuhe, dringend gebeten. In der großen Mehrzahl aller
Haus=
haltungen dürften ſich Wäſche= und Kleidungsſtücke, auch Schuhe,
befinden, die nicht mehr getragen werden, die aber bei entſprechender
Herrichtung Bedürftigen noch gute Dienſte leiſten können. Neben
den Stellen, die ſchon bisher Gaben in Empfang nahmen, iſt auch
das ſtädtiſche Armen= und Fürſorgeamt, Waldſtraße 6,
Fern=
ſprecher 2419, bereit, die Gaben in Empfang zu nehmen und
ord=
nungsmäßig zu verteilen. Wer die Sachen vorher ausbeſſern laſſen
möchte, wende ſich an die Geſchäftsſtelle des
Heimarbeiterinnen=
vereins, Waldſtraße 19, II. Es wird ſo Arbeitsgelegenheit für
Frauen und Mädchen geſchaffen, die auf Verdienſt angewieſen ſind.
Jede Zuwendung wird mit herzlichſtem Dank angenommen.
Darmſtadt, den 23. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſiug.
(20383a
Verpachtung von Gartengelände.
Montag, den 9. November I. Js., nachmittags 4 Uhr,
ver=
pachten wir an Ort und Stelle zwei zu Gartengelände in 12 Loſe
aufgeteilte Aecker in unmittelbarer Nähe der Arbeiterwohnungen an
der Gräfenhäuſer Straße (rechts der Windmühle) auf 5 Jahre. Größe
der einzelnen Loſe durchſchnittlich 641 qm oder 541 qm. Der ſtädtiſche
Kanzleivorſteher Herr Emich, Helfmannsſtr. Nr. 6, zeigt auf
Ver=
langen die Loſe zwiſchen 1 und 2½ Uhr nachmittags vor.
Darmſtadt, den 2. November 1914.
(20835ds
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmaun.
Soeben erſchien:
Heſſiſche Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
Herausgegeben von D. Dr. Wilh. Diehl
Heft 11, November 1914
Inhalt: Vier Briefe Guſtav Baurs an Moriz Carriere. — Direktor
Dr. Seidenberger: Unſere Gaſthausbezeichnungen beſonders im Ried, in
der Bergſtraße und im Odenwald. — Amtmann Paul Strack: Eine
Zuſtellung in der Zeit unſerer Ururgroßväter. — Rechnungsrat Moritz
Stamm: Jeremias Stamm. 1537—1601. Mit zwei Abbildungen auf
einer Tafel und einem Fakſimile im Text. — Profeſſor D. Dr. Wilhelm
Diehl: Studien zur Gießener Matrikel. — Kleine Mitteilungen:
Gegen=
reformation in der Herrſchaft Sickingen. — Zur Geſchichte der Familie
Schenck. — Aus Zeitſchriften. — Austauſch. — Auskünfte.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
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1914.
M
Der Bundesrat hat auf Grund des § 3 des Geſetzes über die Ermächtigung des
Bundesrats zu wirtſchaftlichen Maßnahmen uſw. vom 4. Auguſt 1914 (Reichsgeſetzbl.
S. 327) folgende Verordnung erlaſſen:
Artikel 1.
An die Stelle der §§ 2 und 3 des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom 4. Auguſt
1914 (Reichsgeſetzbl. S. 339) treten folgende Vorſchriften:
§ 2.
Soweit für den Großhandel Höchſtpreiſe feſtgeſetzt ſind, iſt der Beſitzer ſolcher
Gezenſtände verpflichtet, ſie der zuſtändigen Behörde auf ihre Aufforderung zu
über=
laſſen; Landwirten ſind die zur Fortführung ihrer Wirtſchaft erforderlichen Mengen
an Getreide und Futtermitteln zu belaſſen. Der Uebernahmepreis wird unter
Berück=
ſichtigung des Höchſtpreiſes ſowie der Güte und Verwertbarkeit der Gegenſtände von
der höheren Verwaltungsbehörde nach Anhörung von Sachverſtändigen endgültig
feſtgeſetzt.
Soweit für den Kleinhandel Höchſtpreiſe feſtgeſetzt ſind, und ein Beſitzer ſich
weigert, trotz Aufforderung der zuſtändigen Behörde, ſolche Gegenſtände zu den
feſt=
geſetzten Höchſtpreiſen zu verkaufen, kann die zuſtändige Behörde die Gegenſtände, die
für den eigenen Bedarf des Beſitzers nicht nölig ſind, übernehmen und auf ſeine
Rechnung und Koſten zu den feſtgeſetzten Höchſtpreiſen verkaufen.
§ 3.
Der Bundesrat ſetzt die Höchſtpreiſe feſt. Soweit er ſie nicht feſtgeſetzt hat,
können die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten Behörden
Höchſt=
preiſe feſtſetzen.
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten Behörden erlaſſen
die erforderlichen Anordnungen und Ausführungsbeſtimmungen.
Artikel 2.
Dieſe Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft.
Berlin, den 28. Oktober 1914.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers:
Delbrück.
(Nr. 4532.) Bekanntmachung über den Verkehr mit Brot. Vom 28. Oktober 1914.
Der Bundesrat hat auf Grund des § 3 des Geſetzes über die Ermächtigung
des Bundesrats zu wirtſchaftlichen Maßnahmen uſw. vom 4. Auguſt 1914 (
Reichs=
geſetzbl. S. 327) folgende Verordnung erlaſſen:
§ 1.
Weizenbrot darf in den Verkehr nur gebracht werden, wenn zur Bereitung auch
Roggenmehl verwendet iſt. Der Gehalt an Roggenmehl muß mindeſtens zehn
Gewichts=
teile auf neunzig Gewichtsteile Weizenmehl betragen.
§ 2.
Roggenbrot darf in den Verkehr nur gebracht werden, wenn zur Bereitung auch
Kartoffel verwendet iſt. Der Kartoffelgehalt muß bei Verwendung von
Kartoffel=
flocken, Kartoffelwalzmehl oder Kartoffelſtärkemehl mindeſtens fünf Gewichtsteile auf
fünfundneunzig Gewichtsteile Roggenmehl betragen.
Roggenbrot, zu deſſen Bereitung mehr Gewichtsteile Kartoffel verwendet ſind,
muß mit dem Buchſtaben K bezeichnet werden. Beträgt der Kartoffelgehalt mehr als
zwanzig Gewichtsteile, ſo muß dem Buchſtaben K die Zahl der Gewichtsteile in
arabiſchen Ziffern hinzugefügt werden.
Werden gequetſchte oder geriebene Kartoffeln verwendet, ſo entſprechen vier
Gewichtsteile einem Gewichtsteil Kartoffelflocken, Kartoffelwalzmehl oder
Kartoffel=
ſtärkemehl.
§ 3.
Dieſe Vorſchriften gelten für Konſumentenvereinigungen auch bei Abgabe an
ihre Mitglieder.
§ 4.
Bäcker und Brotverkäufer haben einen Abdruck dieſer Verordnung in ihren
Verkaufsräumen auszuhängen.
§ 5.
Wer den Vorſchriften dieſer Verordnung zuwiderhandelt, wird, ſofern nicht
andere Vorſchriften ſchwerere Strafen androhen, mit Geldſtrafe bis zu
eintauſend=
fünfhundert Mark beſtraft.
§ 6.
Dieſe Verordnung gilt nicht für Brot, das aus dem Ausland eingeführt wird.
Dieſe Verordnung tritt mit dem 4. November 1914, die Vorſchrift des § 2 Abſ. 1
mit dem 1.=Dezember 1914 in Kraft.
Der Reichskanzler beſtimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens.
Berlin, den 28. Oktober 1914.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers:
Delbrück.
(Nr. 4533.) Bekanntmachung über das Verfüttern von Brotgetreide und Mehl. Vom
28. Oktober 1914.
Der Bundesrat hat auf Grund des § 3 des Geſetzes über die Ermächtigung des
Bundesrats zu wirtſchaftlichen Maßnahmen uſw. vom 4. Auguſt 1914 (Reichs=Geſetzbl.
S. 327) folgende Verordnung erlaſſen.
§ 1.
Das Verfüttern von mahlfähigem Roggen und Weizen, auch geſchrotet, ſowie
von Roggen= und Weizenmehl, das zur Brotbereitung geeignet iſt, iſt verboten.
§ 2.
Die Landeszentralbehörden können das Schroten von Roggen und Weizen
be=
ſchränken oder verbieten.
§ 3.
Soweit dringende wirtſchaftliche Bedürfniſſe vorliegen, können die
Landeszentral=
behörden oder die von ihnen beſtimmten Behörden das Verfüttern von Roogen, der
im landwirtſchaftlichen Betriebe des Viehhalters erzeugt iſt, für das in dieſem Betriebe
gehaltene Vieh allgemein für beſtimmte Gegenden und beſtimmte Arten von
Wirt=
ſchaften oder im Einzelfalle zulaſſen.
§ 4.
Die Landeszentralbehörden erlaſſen die Beſtimmungen zur Ausführung dieſer
Verordnung.
§ 5.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung oder gegen die gemäß §§ 2, 3
und 4 erlaſſenen Vorſchriften werden mit Geldſtrafe bis zu eintauſendfünfhundert
Mark beſtraft.
§ 6.
Dieſe Verordnung tritt mit dem 4. November 1914 in Kraft.
Der Reichskanzler beſtimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens.
Berlin, den 28. Oktober 1914.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers:
Delbrück.
(Nr. 4534.) Bekanntmachung über das Ausmahlen von Brotgetreide. Vom
28. Oktober 1914.
Der Bundesrat hat auf Grund des § 3 des Geſetzes über die Ermächtigung des
Bundesrats zu wirtſchaftlichen Maßnahmen uſw. vom 4. Auguſt 1914 (Reichs=Geſetzbl.
S. 327) folgende Verordnung erlaſſen:
Zur Herſtellung von Roggenmehl iſt der Roggen mindeſtens bis zu
zweiund=
ſiebzig vom Hundert durchzumahlen.
Zur Herſtellung von Weizenmehl iſt der Weizen mindeſtens bis zu
fünfund=
ſiebzig vom Hundert durchzumahlen.
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten Behörden können
dieſe Ausmahlung in der Weiſe zulaſſen, daß hierbei ein Auszugsmehl von beſtimmter
Höhe hergeſtellt wird.
§ 3.
Soweit ein Verkäufer von Roggenmehl infolge dieſer Verordnung nicht
ver=
tragsmäßig liefern kann, iſt er verpflichtet, Mehl, das im Verhältnis von
zweiund=
ſiebzig vom Hundert ausgemahlen iſt, zu liefern.
Soweit ein Verkäufer von Weizenmehl infolge dieſer Verordnung nicht
ver=
tragsmäßig liefern kann, iſt er verpflichtet eine nach § 2 zugelaſſene Mehlſorte zu
liefern, die der verkauften im Ausmahlverhältnis am nächſten ſteht.
Der Kaufpreis iſt bei Lieferung eines geringerwertigen Mehls nach den §§ 472,
473 des Bürgerlichen Geſetzbuchs zu mindern, bei Lieferung eines höherwertigen
ent=
ſprechend zu erhöhen.
M
infolge dieſer Verordnung nicht vertragsmäßig lieſern kann. Das Rücktrittsrecht
er=
liſcht, wenn der Käufer nicht unverzüglich davon Gebrauch macht, nachdem der
Ver=
käufer ihm angezeigt hat, daß er ganz oder teilweiſe nicht liefern kann.
§ 4.
Wer den Vorſchriften dieſer Verordnung zuwiderhandelt, wird mit Geldſtrafe
bis zu eintauſendfünfhundert Mark beſtraft.
.8 5.
Dieſe Verordnung tritt mit dem 4. November 1914 in Kraft. Der Reichskanzler
beſtimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens.
Berlin, den 28. Oktober 1914.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers:
Delbrück.
(Nr. 4535.) Bekanntmachung über die Höchſtpreiſe für Getreide und Kleie. Vom
28. Oktober 1914.
Auf Grund von § 3 des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom 4. Auguſt 1914
(Reichs=Geſetzbl. S. 339) in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. Oktober 1914
(Reichs=Geſetzbl. S. 458) hat der Bundesrat folgende Verordnung erlaſſen:
§ 1.
Der Preis für die Tonne inländiſchen Roggens darf im Großhandel nicht
überſteigen in:
Mark
Mark
Aachen
Hamburg
237
. 228
Berlin
228
Hannover
220
Braunſchweig.
227
226
Kiel . .
Bremen .
209
231 Königsberg i. Pr. .
Breslau .
212
Leipzig
225
Bromberg
209 Magdeburg
224
Caſſel.
231
Mannheim.
236
Cöln .
236 München
237
Poſen.
Danzig
212
210.
Dortmund .
235 Roſtock
218
Dresden
Saarbrücken.
225
237
236
Schwerin i. M.
Duisburg
219
Emden .
232 Stettin .
216
Erfurt
229
Straßburg i. Elſ.
237
Frankfurt a. M.;
Stuttgart
235
237
Gleiwitz . . . . .
218
227
Zwickau .
§ 2.
Beträgt das Gewicht des Hektoliters Roggen mehr als 70 Kilogramm, ſo ſteigt
der Höchſtpreis für jedes volle Kilogramm um eine Mark fünfzig Pfennig.
§ 3.
In den im § 1 nicht genannten Orten (Nebenorte) iſt der Höchſtpreis gleich dem
des nächſtgelegenen im § 1 genannten Ortes (Hauptort).
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten höheren
Verwaltungs=
behörden können einen niedrigeren Höchſtpreis feſtſetzen. Iſt für die Preisbildung
eines Nebenorts ein anderer als der nächſtgelegene Hauptort beſtimmend, ſo können
dieſe Behörden den Höchſtpreis bis zu dem für dieſen Hauptort feſtgeſetzten
Höchſt=
preis hinaufſetzen. Liegt dieſer Hauptort in einem anderen Bundesſtaate, ſo iſt die
Zuſtimmung des Reichskanzlers erforderlich.
§ 4.
Der Höchſtpreis für die Tonne inländiſchen Weizens iſt vierzig Mark höher als
der Höchſtpreis für die Tonne Roggen (§ 1 und 3). Beträgt das Gewicht des
Hektoliters Weizen mehr als 75 Kilogramm, ſo ſteigt der Höchſtpreis für jedes volle
Kilogramm um eine Mark fünfzig Pfennig.
§ 5.
Der Höchſtpreis für die Tonne inländiſcher Gerſte deren Hektolitergewicht nicht
mehr als 68 Kilogramm beträgt, iſt in den preußiſchen Provinzen Schleswig=Holſtein,
Hannover und Weſtfalen, ſowie in Oldenburg, Braunſchweig, Waldeck, Schaumburg=
Lippe, Lippe, Lübeck, Bremen und Hamburg zehn Mark, in dem rechtsrheiniſchen
Bayern dreizehn Mark, anderorts fünfzehn Mark niedriger als der Höchſtpreis für
die Tonne Roggen (§§ 1 und 3).
8
Ein nach den §§ 1 bis 5 in einem Orte beſtehender Höchſtpreis gilt für die
Ware, die an dieſem Orte abzunehmen iſt.
8.
Als Großhandel im Sinne der §§ 1 bis 6 gilt insbeſondere der Verkehr zwiſchen
dem Erzeuger, dem Verarbeiter und dem Händler.
§ 8.
Der Preis für den Doppelzentner Roggen= oder Weizenkleie darf beim Verkaufe
durch den Herſteller dreizehn Mark nicht überſteigen. Dieſe Vorſchrift gilt nicht für
Futtermehl (Bollmehl, Rand, Grießkleie und dergleichen).
§ 9.
Die Höchſtpreiſe bleiben bis zum 31. Dezember 1914 unverändert. von da ab
erhöhen ſie ſich am 1. und 15. jeden Monats bei Getreide um eine Mark fünfzig
Pfennig für die Tonne, bei Kleie um fünf Pfennig für den Doppelzentner.
§ 10.
Die Höchſtpreiſe gelten für Lieferung ohne Sack und für Barzahlung bei
Empfang: wird der Kauſpreis geſtundet, ſo dürfen bis zu zwei Prozent Jahreszinſen
über Reichsbankdiskont hinzugeſchlagen werden. Sie ſchließen bei Getreide, aber nicht
bei Kleie, die Koſten der Verladung und des Transports bis zum Güterbahnhofe,
bei Waſſertransport bis zur Anlegeſtelle des Schiffes oder Kahnes des
Abnahme=
orts in ſich.
§ 11.
Dieſe Verordnung tritt am 4. November 1914 in Kraft. Der Bundesrat
be=
ſtimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens.
Berlin, den 28. Oktober 1914.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers:
Delbrück.
(20889
In Abänderung unſerer Bekanntmachung vom 22. Oktober 1914 (
Amtsverkün=
digungsblatt Nr. 159) haben wir, nach Beratung mit Sachverſtändigen aus
landwirt=
ſchaftlichen, Handels= und Konſumentenkreiſen auf Grund des Geſetze betreffend
Höchſtpreiſe, vom 4. Auguſt 1914 und der Bekanntmachung des Großh. Miniſteriums
des Innern, betreffend die Ausführung dieſes Geſetzes, vom 7. Auguſt 1914, ſowie
der Bekanntmachung des Bundesrats vom 28. Oktober 1914, über die Höchſtpreiſe
für Speiſekartoffeln mit ſofortiger Wirkſamkeit für die Landgemeinden des Kreiſes
Darmſtadt folgendes neu beſtimmt:
Der Preis für beſte ausgeleſene Speiſekartoffeln darf nicht überſteigen
1. beim Verkauf durch den Produzenten an Ort und Stelle für
100 Kilo
. 6.50 Mk.
Dieſer Preis ſchließt die Koſten der Verladung und
des Transports bis zur nächſten Verladeſtelle in ſich:
2. bei freier Lieferung in den Aufbewahrungsraum des
Verbrauchers oder bei Verkauf auf den
Wochen=
märkten für 100 Kilo
8.00
3. im Kleinverkauf für das Kilogramm:
9 Pfg.
Die Bekanntmachung vom 22. Oktober 1914 tritt hiermit außer Wirkſamkeit.
Darmſtadt, den 4. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Seh.
Auszug aus dem Geſetz, betreffend Höchſtpreiſe vom 4. Auguſt 1914
ſowie der Verordnung des Bundesrats vom 28. Oktober 1914.
Für die Dauer des gegenwärtigen Krieges können für Gegenſtände des
täg=
lichen Bedarfs, insbeſondere für Nahrungs= und Futtermittel aller Art, ſowie für
rohe Naturerzeugniſſe, Heiz= und Leuchtſtoffe Höchſtpreiſe feſtgeſetzt werden.
§ 2.
Soweit für den Großhandel Höchſtpreiſe feſtgeſetzt ſind, iſt der Beſitzer ſolcher
Gegenſtände verpflichtet, ſie der zuſtändigen Behörde auf ihre Aufforderung zu
über=
laſſen; Landwirten ſind die zur Fortführung ihrer Wirtſchaft erforderlichen Mengen
an Getreide und Futtermitteln zu belaſſen. Der Uebernahmepreis wird unter Be=
Bekanntmachung,
betreffend Höchſtpreiſe für Kartoffeln.
[ ← ][ ][ → ]
Nummer 167.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
Samstag, den 7. November 1914.
rückſichtigung des Höchſtpreiſes, ſowie der Güte und Verwertbarkeit der Gegenſtände
von der höheren Verwaltungsbehörde nach Anhörung von Sachverſtändigen
end=
gültig feſtgeſetzt.
Soweit für den Kleinhandel Höchſtpreiſe feſtgeſetzt ſind, und ein
Beſißer ſich weigert, trotz Anfforderung der zuſtändigen Behörde ſolche
Ge=
genſtände zu den feſtgeſetzten Höchſtpreiſen zu verkaufen, kann die zuſtändige
Behörde die Gegenſtände, die für den eigenen Bedarf des Beſitzers nicht nötig
ſind, übernehmen und auf ſeine Rechnung und Koſten zu den feſtgeſetzten
Höchſt=
preiſen verkaufen.
§ 3.
Der Bundesrat ſetzt die Höchſtpreiſe feſt. Soweit er ſie nicht feſtgeſetzt hat,
können die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten Behörden
Höchſt=
preiſe feſtſetzen.
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten Behörden erlaſſen
die erforderlichen Anordnungen und Ausführungsbeſtimmungen.
§ 4.
Wer die nach § 1 feſtgeſetzten Höchſtpreiſe überſchreitet oder den nach
§ 3 erlaſſenen Ausfuhrungsbeſtimmug=an zuwiderhandelt oder Vorräte an
derartigen Gegenſtänden verheimlicht oder der Aufforderung der zuſtändigen
Behörde nach § 2 nicht nachkommt, wird mit Geldſtrafe bis zu dreitauſend
Mark oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu ſechs Monaten beſtraft.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Die obige Bekanntmachung wollen Sie ſogleich veröffentlichen. Die
Ortspoli=
zeibehörden und die Gendarmerie haben die Einhaltung der hiernach feſtgeſetzten
Höchſt=
preiſe ſorgfältig zu überwachen und jede Ueberſchreitung unnachſichtlich zur Anzeige
(20851dsi
zu bringen.
Darmſtadt, den 4. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Nachdem in einem Gehöft in Pfungſtadt die Maul= und Klauenſeuche
aus=
gebrochen iſt, ordnen wir hiermit auf Grund der §§ 161ff. der Ausführungsvorſchriften
des Bundesrats zum Reichsviehſeuchengeſetz die folgenden Maßnahmen an:
I. Der ſüdlich der Modau gelegene Teil der Gemeinde Pfungſtadt,
ein=
ſchließlich der Bergſtraße, wird zum Sperrbezirk erklärt.
II. Für den ganzen Bereich des Sperrbezirks werden folgende Maßnahmen
an=
geordnet:
1. An den Haupteingängen des Sperrbezirks ſind Tafeln mit der deutlichen
und haltbaren Aufſchrift „Maul= und Klauenſeuche=Sperrbezirk. Einfuhr und
Durchtreiben von Klauenvieh, ſowie Durchfahren mit Wiederkäuergeſpannen
verboten” leicht ſichtbar anzubringen.
2. Sämtliche Hunde ſind feſtzulegen. Der Feſtlegung iſt das Führen an der
Leine und bei Ziehhunden die feſte Anſchirrung gleich zu achten. Die
Ver=
wendung von Hirtenhunden zur Begleitung von Herden und von
Jagd=
hunden bei der Jagd ohne Leine kann geſtattet werden.
3. Schlächtern, Viehkaſtrierern, ſowie Händlern und anderen Perſonen, die
gewerbs=
mäßig in Ställen verkehren, ferner Perſonen, die ein Gewerbe im
Umher=
ziehen ausüben, iſt das Betreten aller Ställe und ſonſtiger Standorte von
Klauenvieh im Sperrbezirke, desgleichen der Eintritt in die Seuchengehöfte
verboten. In beſonders dringlichen Fällen kann die Ortspolizeibehörde
Aus=
nahmen zulaſſen.
4. Dünger und Jauche von Klauenvieh, ferner Gerätſchaften und Gegenſtände
aller Art, die mit ſolchem Vieh in Berührunggekommen ſind, dürfen aus dem
Sperrbezirk nur mit unſerer Erlaubnis unter den von uns anzuordnenden
Vor=
ſichtsmaßregeln ausgeführt werden.
5. Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperrbezirk, ſowie das Durchtreiben von
ſolchem Vieh durch den Bezirk iſt verboten. Dem Durchtreiben von
Klauen=
vieh ſteht das Durchfahren mit Wiederkäuergeſpannen gleich. Die Einfuhr
von Klauenvieh zur ſofortigen Schlachtung, im Falle eines beſonderen
wirt=
ſchaftlichen Bedürfniſſes auch zu Nutz= und Zuchtzwecken, kann von uns
ge=
ſtattet werden.
6. Die Ver= und Entladung von Klauenvieh auf der Eiſenbahn im Sperrbezirk
iſt verboten. Ausnahmen hiervon können von uns zugelaſſen werden. Die
Vorſtände der betr. Stationen ſind zu benachrichtigen.
III. Für alle verſeuchten Gehöfte werden folgende Maßnahmen angeordnet:
1. Ueber alle verſeuchten Ställe wird die Sperre verhängt. Die abgeſperrten
Tiere dürfen aus dem Stalle nur mit polizeilicher Erlaubnis zur ſofortigen
Schlachtung entfernt werden unter Beobachtung der von dem Großherzogl.
Kreisveterinärarzt über den Transport und den Ort der Schlachtung
ange=
ordneten Maßregeln.
2. Die auf dem Gehöft befindlichen Pferde dürfen außerhalb des geſperrten
Gehöftes verwendet werden, jedoch nur unter der ausdrücklichen Bedingung,
daß ihre Hufe vor dem Verlaſſen des Gehöftes desinfiziert werden.
3. Das Geflügel iſt ſo zu verwahren, daß es das Gehöft nicht verlaſſen kann.
4. Fremdes Klauenvieh muß von dem Gehöft ferngehalten werden.
5. Milch darf aus dem Gehöft nur weggegeben werden, nachdem ſie vorher
abgekocht worden iſt.
6. Dünger und Jauche dürfen aus den verſeuchten Gehöften und Ställen nur
abgefahren werden, nachdem ſie vorher gehörig mit Kalk desinfiziert worden ſind.
7. Futter und Spreuvorräte dürfen aus dem Gehöfte nur mit polizeilicher
Er=
laubnis und nur im Einverſtändnis mit dem Großh. Kreisveterinärarzt
ent=
fernt werden.
8. Wagen und ſonſtige Fahrzeuge dürfen aus dem Gehöft nur entfernt werden,
nachdem ſie durch Fahren über eine entſprechend lange Kalkſchicht desinfiziert
worden ſind.
9. Die Stallgänge der verſeuchten Ställe, die Plätze vor den Türen dieſer
Ställe und vor den Eingängen des Gehöfts, ſowie die etwaigen Abläufe
aus der Dungſtätte oder dem Jauchenbehälter ſind täglich mit einer
ent=
ſprechendrn breiten und etwa 1 em hohen Kalkſchicht zu verſehen.
10. Die geſperrten Ställe dürfen, abgeſehen von Notfällen, ohne polizeiliche
Genehmigung nur von dem Beſitzer oder ſeinem Vertreter oder den mit
Beaufſichtigung und Wartung der Tiere betrauten Perſonen betreten werden.
Perſonen, die in abgeſperrten Ställen verkehrt haben, dürfen erſt nach
erfolgter Desinfektion das Seuchengehöft verlaſſen; insbeſondere haben ſie
ihre Schuhe in dem ausgeſtreuten Kalk zu desinfizieren.
11. Zur Wartung des Klauenviehs im Seuchengehöfte dürfen Perſonen nicht
verwendet werden, die mit fremdem Klauenvieh in Berührung kommen.
IV. Für die nicht verſeuchten Gehöfte werden folgende Anordnungen getroffen:
1. Sämtliches Klauenvieh der nicht verſeuchten Gehöfte iſt in den Ställen
ab=
zuſondern und darf aus den Gehöften in der Regel nicht herausgebracht
werden.
2. Zum Schlachten darf Klauenvieh nicht außerhalb des Sperrbezirks verbracht
werden.
3. Für landwirtſchaftliche Zwecke darf Klauenvieh aus nicht verſeuchten Gehöften
mit beſonderer Erlaubnis der Ortspolizeibehörde benutzt werden.
4. Die Abſonderung der Tiere in nicht verſeuchten Ställen wird ſolange aufrecht
erhalten, bis aus allen Seuchengehöften entweder ſämtliches Klauenvieh
be=
ſeitigt oder die Seuche abgeheilt und in allen Fällen die vorſchriftsmäßige
Desinfektion erwirkt worden iſt.
W. Der nicht zum Sperrbezirk erklärte Teil der Gemeinde Pfungſtadt bildet ein
Beobachtungsgebiet.
Für das Beobachtungsgebiet gelten folgende Anordnungen:
1. Aus dem Beobachtungsgebiet darf Klauenvieh ohne ortspolizeiliche
Geneh=
migung nicht entfernt werden. Auch iſt das Durchtreiben von Klauenvieh und
das Durchfahren mit fremden Wiederkäuergeſpannen durch das
Beobachtungs=
gebiet verboten.
Das Verbot des Durchtreibens einſchließlich Durchführens und des
Durch=
fahrens mit Wiederkäuergeſpann erſtreckt ſich nicht auf Klauenvieh das im
Beobachtungsgebiet bleibt.
2. Die Ausfuhr von Klauenvieh, zum Zwecke der Schlachtung iſt, wenn die
früheſtens 48 Stunden vor dem Abgang der Tiere vorzunehmende tierärztliche
Unterſuchung ergibt, daß der geſamte Viehbeſtand des Gehöfts noch ſeuchenfrei
iſt, von der Ortspolizeibehörde zu geſtatten, und zwar:
a) nach Schlachtſtätten in der Nähe liegender Orte;
b) nach in der Nähe liegenden Eiſenbahnſtationen oder Häfen (
Schiffsanlege=
ſtellen) zur Weiterbeförderung nach Schlachtviehhöfen und öffentlichen
Schlacht=
häuſern, vorausgeſetzt, daß dieſen die Tiere auf der Eiſenbahnſtation oder mit
dem Schiffe unmittelbar oder von der Entladeſtation aus zu Wagen zugeführt
werden.
Für den Transport nach in der Nähe liegenden Orten, Eiſenbahnſtationen
oder Häfen (Schiffsanlegeſtellen) iſt von der Ortspolizeibehörde anzuordnen, daß
er zu Wagen oder auf ſolchen Wegen erfolgt, die von anderem Klauenvieh nicht
vetreten werden. Durch Vereinbarung mit der Eiſenbahn= oder ſonſtigen
Betriebs=
verwaltung und, ſoweit nötig, durch polizeiliche Begleitung iſt dafür Sorge zu
tragen, daß eine Berührung mit anderem Klauenvieh, ſofern dies gleichfalls aus
einem Beobachtungsgebiete ſtammt, auf dem Transporte nicht ſtattfinden kann.
Die Polizeibehörde des Schlachtorts iſt von dem bevorſtehenden Eintreffen der
Tiere rechtzeitig zu benachrichtigen.
Bei Klauenvieh, das im Beobachtungsgebiet abgeſchlachtet wird oder das zur
Abſchlachtung in einen benachbarten Sperrbezirk gelangt, kann die Unterſuchung
des Beſtandes auch durch den zuſtändigen Fleiſchbeſchauer vorgenommen werden.
Beim Transport der Schlachttiere nach Orten des Beobachtungsgebietes oder in
einen an dieſes angrenzenden Sperrbezirk wird von der Beförderung zu Wagen
Abſtand genommen.
3. Die Ausfuhr von Klauenvieh zu Nutz= oder Zuchtzwecken darf nur mit
unſerer Genehmigung erfolgen. Dieſe Genehmigung wird nur unter der
Be=
dingung erteilt, daß eine früheſtens 24 Stunden vor dem Abgang der Tiere
vor=
zunehmende amtstierärztliche Unterſuchung die Seuchenfreiheit des geſamten
Vieh=
beſtandes des Gehöfts ergibt, und daß ſich die Polizeibehörde des
Beſtimmungs=
orts mit der Einfuhr einverſtanden erklärt hat. Am Beſtimmungsorte ſind die
Tiere auf die Dauer von mindeſtens neun vollen Tagen der polizeilichen
Beob=
achtung (Quarantäne) zu unterſtellen. Auf den Transport und die Anmeldung
der Tiere finden die Beſtimmungen der Ziffer 2 ſinngemäß Anwendung.
Hinſichtlich der polizeilichen Beobachtung gelten die Beſtimmungen über
Quarantäne.
4. Die Einfuhr von Klauenvieh in das Beobachtungsgebiet zur Schlachtung
und zu Nutz= und Zuchtzwecken iſt geſtattet, nicht aber zu Handelszwecken.
5. Im ganzen Bereiche des Beobachtungsgebietes iſt der gemeinſchaftliche
Weide=
gang von Klauenvieh aus den Beſtänden verſchiedener Beſitzer und die
gemein=
ſchaftliche Benutzung von Brunnen, Tränken und Schwemmen für Klauenvieh
verboten.
6. Der Weidegang für Schweine iſt verboten. Schafherden iſt von der Großh.
Bürgermeiſterei ein beſonderer Weidediſtrikt anzuweiſen. Werden ſie außerhalb
dieſes Diſtrikts angetroffen, ſo wird ihre Aufſtallung oder Einpferchung
angeord=
net werden.
VI. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen werden nach §§ 74 kf. des
Reichsviehſeuchengeſetzes vom 26. Juni 1909 beſtraft.
Darmſtadt, den 5. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf obige Bekanntmachung hin. Sie iſt ſofort ortsüblich bekannt
zu geben. Der Befolg der Anordnungen iſt ſtreng zu überwachen.
Etwa in Ihren Gemeinden wohnende Viehhändler ſind von den Anordnungen
ſogleich beſonders in Kenntnis zu ſetzen.
Darmſtadt, den 5. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
(20942
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Verordnung über den Aufenthalt, Zu= und Wegzug von
Ausländern bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, und zwar mit dem Anfügen,
(20893fs
daß Zuwiderhandlungen unnachſichttich zur Anzeige gebracht werden.
Darmſtadt, den 5. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Frankfurt a. M., den 27. 10. 14.
XVIII. Armeekorps.
Stellvertretendes Generalkommando.
IIIb Nr. 36252/2621
Verordnung.
Auf Grund der §§ 1 und 9b des Geſetzes über den Belagerungszuſtand vom
4. Juni 1851 ordne ich für den Bereich des Korpsbezirks an:
Alle Hotels, Penſionen und Anſtalten, ſowie jeder Wohnungsinhaber ſind
verpflichtet, den Aufenthalt und Zuzug von Ausländern binnen 12 Stunden
polizei=
lich anzumelden, gleichgültig ob die Aufnahme gegen Entgelt oder unentgeltlich,
vor=
übergehend oder für längere Zeit erfolgt.
Der Wegzug von Ausländern iſt gleichfalls innerhalb 12 Stunden anzuzeigen.
Falls örtliche Polizeiverordnungen eine kürzere Meldefriſt wie die vorſtehend
angegebene für Ausländer feſtſetzen, bleiben dieſe Verordnungen inſoweit maßgebend.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden nach § 9 des Geſetzes
über den Belagerungszuſtand vom 4. Juni 1851 mit Gefängnis bis zu einem Jahre
beſtraft.
Der kommandierende General
Freiherr von Gall, General der Infanterie.
An die Ortspolizeibehörden des Kreiſes.
Wir beauftragen Sie, die vorſtehende Verordnung ſofort auf ortsübliche Weiſe,
auch durch etwa in Ihren Gemeinden erſcheinende Zeitungen, zur öffentlichen
Kennt=
nis zu bringen und das Polizeiperſonal zur ſtrengſten Ueberwachung des Befolgs
der Vorſchriften anzuhalten. Zuwiderhandlungen ſind unnachſichtlich zur Anzeige
zu bringen.
Darmſtadt, den 5. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
XVIII. Armeekorps
Frankfurt a. M., den 27. 10. 14.
Stellvertretendes Generalkommando.
III b Nr. 36385/2638
Verordnung.
Auf Grund der §§ 1 und 9 des Geſetzes über den Belagerungszuſtand vom
4. Juni 1851 ordne ich hiermit an:
Angehörigen feindlicher Staaten iſt während des Kriegszuſtandes die Ausübung
der Jagd im Bereiche des Korpsbezirks verboten.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden nach §9 des vorgenannten
Geſetzes mit Gefängnis bis zu einem Jahr beſtraft.
(20888fs
Der kommandierende General
Freiherr von Gall, General der Infanterie.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 weißes Frauenhemd mit Monogramm E. W.
1 weißer Unterrock mit Spitzenbeſatz und 1 Kindernachthemd (dieſe
Wäſcheſtücke wurden am 30. v. Mts. friſch gewaſchen und zerriſſen
in der Nähe des Hauptbahnhofs aufgefunden). Einige
Poſtanwei=
ſungs=Formulare. 1 Milchkanne. Eine Anzahl verſchied. Schlüſſel.
2 Taſchentücher, das eine gez. G. 1 Paar lange ſchwarze
Glacéhand=
ſchuhe. 1 Brille mit Futteral. 1 kleines gelbes Portemonnaie mit
26 Pfennigen Inhalt. 1 dunkelgraue Wickelgamaſche. 1 halbſeidenes
ſchwarzes Umhangetuch.
(20930
Sonntagsruhe in den Apotheken. Am Sonntag, den 8. Nov.,
ſind nachmittags in der Zeit von 1 bis 9 Uhr abends folgende
Apotheken geöffnet: Einhorn=Apotheke, Kirchſtraße, und Beſſunger
Apotheke, Karlſtraße. Alle übrigen Apotheken ſind von 1 Uhr
ab geſchloſſen.
Fuhrunternehmer
die ſich bei der Anfuhr des Stiftungsholzes beteiligen wollen
werden eingeladen, ſich
Montag, den 9. November ds. Js., vormittags 11 Uhr
(pünktlich), Waldſtraße 6, Zimmer 3,
einzufinden.
(20916
Städtiſches Armen= und Fürſorgeamt.
J. V.: Hopp.
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(18618a
Schlachthof.
Nummer 307.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 7. November 1914.
Seite 13.
Der ſilberne Adolf.
Roman von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
18)
Ellen, Brüchterloh ſteigt in den Sattel!
Sie zuckte gelaſſen die Achſeln.
Damit war zu rechnen, Papa! Mir iſt’s einerlei!
Deſto beſſer! Und wenn er uns begrüßen kommt?
Erhält er einen Händedruck und ein paar
nichts=
ſagende Redensarten!
Der Senator brauchte ſeine Tochter nicht erſt
anzu=
ſehen. Er hörte aus ihrer Stimme heraus, Erich
Brüch=
terloh war abgetan! Um die Klippe war ſeine Tochter
herumgekommen, hoffentlich kam ſie recht bald auch um
die andere — um die gefährlichere.
Die Stariglocke läutete zum Aufgalopp. Erich
Brüchterloh, lang und hager, in blauer Jacke und
zitronengelber Kappe in den Bügeln ſtehend, den
Ober=
körper weit vorgeneigt, kanterte auf ſeinem Fuchs „
Gold=
faſan” als erſter zum Start.
Auf die weiße Barriere gelehnt, ſah ihm Ellen
Wommen nach. Wie war das möglich? Ruhig ſchlug ihr
Herz. Würde es auch ruhig ſchlagen, wenn Erich
Brüchter=
loh einen ſchlimmen Sturz tat? Sie glaubte es. Ja,
warum denn den ſcharfen Zug um die Mundwinkel, der
täglich ihr Unwillen erregte? Warum? Konnte denn
Liebe, die mit kühler Hand beiſeite geſchoben war, ſo in
Gleichgültigkeit umſchlagen? Oder waren da tiefere
Gründe vorhanden? Da hob ſie den Kopf, ſtreckte das
Kinn weit vor und ſah nach dem Start. Enger rutſchten
ihre Augenbrauen zuſammen. Das Atmen wurde ihr
ſchwer. Beklemmung legte ſich auf ihre Bruſt, ein
Schleier breitete ſich vor ihren Augen. Ein Schleier, ein
ganz dichter, hatte ſich auch vor die Vergangenheit gelegt
— ſoweit Erich Brüchterloh in ihr eine Rolle ſpielte.
Was geſchlafen hatte, war aufgewacht, als ſie eines
Mor=
gens fettgedruckt die Ueberſchrift in der Zeitung geleſen:
„Die Simon=Kopper=Leute durch Leutnant von
Ruſten vernichtet!‟ Da hatte der fröhliche Geſell, der
Hüne, vor ihrem geiſtigen Auge geſtanden, wie er ſeine
Blicke nicht hatte im Zaume halten können, wie ihm die
Worte aus tiefſtem Herzen gekommen waren, haſtig und
doch ſcheu — verlegen. Und ſie hatte den Kopf in den
Nacken geworfen, hatte als Hamburger
Kaufmannstoch=
ter kühl gerechnet. Was bot ihr dieſer junge Offizier?
Eine kleine Garniſon, ſpäter irgendwo, da oben auf dem
baltiſchen Höhenrücken ein Gut. Vorläufig hätte ſie als
Frau Leutnant von Ruſten unten geſeſſen, und ihre nur
zwei Jahre ältere Freundin Dela, die Frau des
Kom=
mandeurs, ganz oben. Ganz unten iſt kein Platz für eine
Hamburger Senatorentochter. Alſo ein freundliches Nein,
er tat ihr ja leid, der große Junge, denn ein lieber Kerl
war er — und dann hatte ſie ihn vergeſſen, weil Erich
Brüchterloh ihre Pfade gekreuzt! Und nun vergaß ſie
den . . . .
Gnädiges Fräulein, guten Tag!
Sie zuckte zuſammen. Vor ihr ſtand ein Offizier des
Ulanenregiments „Kronprinzeſinr, ſtand Adoff Ruſtens
beſter Freund. Da ſtreckte ſie herzlich die Hand aus.
Herr von Sandberg! Guten Tag, guten Tag!
Ihr war’s, als fiele eine Laſt von ihrem Herzen. Sie
ſtellte ihn ihrem Vater vor. Der hörte mit hellem Ohr.
Schüttelte kühl dem jungen Offizier die Hand, und
ver=
fluchte im ſtillen Dresden und die Rennbahn.
In Ellen Wommen erwachte ihre Zähigkeit. Jetzt
ruhig geblieben, allein mit Sandberg durch die Menſchen
gebummelt und ihn vorſichtig ausgefragt. Von dem
war ſicher mehr zu erfahren, als vom beſten
Auskunfts=
bureau. So ſehr ſie auch ihre Abſicht verſchleiern wollte,
der Senator merkte, was ſie vor hatte. Er wich nicht von
ihrer Seite. Da kam ihr der Zufall wieder zu Hilfe. Der
Vater traf einen der beiden Fabrikanten, mit denen er
morgen verhandeln wollte. Das Geſchäft rief, das
Ge=
ſchäft war das nächſte, Vorwärts kam, wer jede
Gelegen=
heit auszunutzen verſtand. Er ſah ſeine Tochter und
Sandberg an, ſagte zu dem Offizier:
Ich bin wegen geſchäftlicher Abmachungen in
Dres=
den. Würden Sie wohl die Güte haben und meine
Toch=
ter fünf Minuten unter Ihren Schutz nehmen? Es
han=
delt ſich nur um eine kurze Vorbeſprechung für morgen!
Sandberg ſtellte ſich mit Freuden zur Verfügung.
Der Senator drängte ſich mit dem Fabrikanten durch
die Menſchenmaſſen an den Barrieren, die den Ausgang
des Rennens erwarteten.
Ellen Wommen ſah vor ſich hin, jetzt war’s ihr ganz
gleich, wer ſiegte, ſie legte ſich einen Schlachtplan zurecht.
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Nummer 307.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 7. November 1914.
Seite 19.
Angrihten des Sundeiams Darnſtal 1.
Geöffnet an Wochentagen von 9 — 12 Uhr vorm. und
§ — 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 31. Oktober: dem Kaufmann Valentin
Bund, Schuchardſtr. 11, e. S. Wilhelm Jakob Martin.
Am 3. November: dem Friſeur Arthur Bertram,
Wendel=
ſtadtſtraße 13, e. T. Marie Katharina Antonia. Am 2.:
dem Tapezier Jakob Hindermeyer, Kiesſtraße 27, e. T.
Roſine.
Geſtorbene. Am 2. November: Monchadon Sabba,
Soldat im franzöſiſchen Senegalſchützen=Regiment Nr. 2,
30 Jahre, mohamed., Alexanderſtraße 27. Am 2.:
Priva=
tin Eliſabeth Sophie Wagner, 60 Jahre, ledig, ev aus
Reinheim, hier, Grafenſtraße 9. Am 3.: Sophie Jung,
Tochter des Tagl., 10 Monate, ev., Große Kaplaneigaſſe 39.
Am 3.: Gärtner Heinrich Franz Harling, z. Zt.
Mili=
tärkrankenwärter, 22 Jahre, ledig, ev., Grafenſtraße 9.
Am 22. Auguſt: Metallgießer Ernſt Maurer, z. Zt.
Mus=
ketier im Inf.=Regt. Nr. 116, 21 Jahre, ledig, ev., Neue
Irenenſtraße 57, bei Anlay in Belgien. Am 14.
Septem=
ber: prakt. Arzt Dr. Hermann Friedrich Philipp Julius
Adolfo Hayer, Stabsarzt d. Landw., 41 Jahre, ev.,
Hügel=
ſtraße 57, zu Stenay in Frankreich. Am 3. November:
Henriette Demmel, geb. Scherf, Ehefrau des Schloſſers,
64 Jahre, ev., Mollerſtraße 6. Am 4.: Bürogehilfe Johann
Georg Reuter, 28 Jahre, ev., Feldbergſtraße 69. Am
28. Auguſt: Reſtaurateur Wilhelm Gunder z. Zt. Gefr.
d. Landw. im Reſ.=Inf.=Regt. Nr. 116, 30 Jahre ev.,
Die=
burger Straße 257, bei Mouzon in Frankreich. Am 4.
No=
vember: Eliſabeth Krapp, geb. Krautwurſt, Ehrefrau des
Briefträgers, 47 Jahre, ev., aus Groß=Umſtadt, hier,
Er=
bacher Straße 25.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt II.
Geöffnet an Wochentagen von 9—12 Uhr vorm. und
6—5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
bringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 19. Oktober: dem Diplom=Ingenieur
Ernſt Theodor Arnold zu Bensheim a. d. B. e. T.,
Hoff=
mannſtraße 48. Am 21.: dem Friſeur Johann Adam
Müller, Beſſungerſtraße 79, e. S. Theodor Adam Otto.
Am 25.: dem Oberſtadtſekretär Peter Stein
Mathilden=
ſtraße 23, e. S. Friedrich. Am 28.: dem Weißbinder
Phi=
lipp Stier, Weinbergſtraße 4, e. T. Katharina
Marga=
rete. Am 24.: dem Maſchinenſchloſſer Georg Friedrich
Seelbach, Wingertsgäßchen 11, e. S. Friedrich Wilhelm.
Am 29.: dem Garniſonverwaltungsinſpektor Wilhelm
Schimanski, Niederſtraße 25, e. T. Annemarie Agnes.
Am 1. November: dem Gärtner Johann Georg Wolf,
Kiesbergſtraße 6, e. S. Johann Georg. Am 27. Oktober:
dem Schloſſer Franz Stöckeler, Sandbergſtraße 54, e. S.
Georg Franz.
Aufgebotene. Am 26. Oktober: Vizewachtmeiſter in
der Train=Abteilung Nr. 18 Johann Georg Grein,
Eſchollbrücker Straße 24, und Anna Eliſabeth Eiſenhuth
zu Michelſtadt i. O.
Eheſchließungen. Am 24. Oktober: Lokomotivheizer
Johann Karl Heinrich Danneberger zu Weinheim und
Anna Eliſabetha Heimann, Beſſungerſtraße 90. Am
27.: Fabrikarbeiter, Erſatzreſerviſt bei der Arbeiter=
Kom=
pagnie des Art.=Depots Ernſt Schmidt, Weinbergſtr. 15,
und Anna Beßler, Forſtmeiſterpl. 5. Am 29.: Militäl=
Bauſchreiber Karl Robert Eduard Hirſch, Heidelberger
Straße 98, und Emma Thereſe Mautbei zu Garaſee. Am
1. November: Sergeant im Feld.=Art.=Regt. Nr. 25
Frie=
drich Metzner, Heidelberger Straße 47, und Anna
Weidmann, Frankfurter Straße 11.
Geſtorbene. Am 24. September: Doktor der
Staats=
wiſſenſchaft und Sekretär der Landwirtſchaftskammer
Darmſtadt, Leutnant der Reſerve Johannes Lothar
Sieg=
friend Müller, 31 Jahre, ev., Hochſtraße 45, gefallen in
Servon. Am 26.: Landwirt Martin Kaus, 65 Jahre,
ev., Herdweg 100. Am 29.: Emma Freifrau v. Wedekind,
geb. Knapp, Witwe des Rentners, 84 Jahre, ev.,
Heidel=
berger Straße 73. Am 31.: Privatier Wilhelm o
Herrlin=
ger, 61 Jahre, ev., Grüner Weg 25. Am 3. November:
Margarete Bert, ohne Beruf, 21 Jahre, ledig, ev
Wein=
bergſtraße 52. Am 5.: Privatier Karl Jakob Weilandt,
69 Jahre, ev., Kiesſtraße 125.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Evangeliſche Gemeinden
22. Sonntag nach Trinitatis, den 8. November 1914
Hofkirche: Vorm. um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Mittwoch, den 11. Nov., abends um 6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Kleberger.
Kollekte für den Kirchbau in Guſtavsburg. —
Vormit=
tags um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Zimmermann. — Abends um 6 Uhr: Pfarrer Vogel.
Kollekte für den Kirchbau in Guſtavsburg. — Mittwoch,
den 11. November, abends um 8½ Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarrer Beringer.
Stabläapelle Vorm. um 10 Uhr: Pfarer
Zimmer=
mann. Kollekte für den Kirchbau in Guſtavsburg. —
Vorm. um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogeſl.
Militärgemeinde (Stadtkirche): Vorm. um 8½ Uhr:
Garniſonpfarrer Schäfer. — Vormittags um 10½ Uhr:
Kindergottesdienſt (Steinſtraße 24, Muſikſaal).
Johanneskirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Marx.
— Vorm. um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. —
Mitt=
woch, den 11. November, abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrer Marx.
Martinskirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer D. Waitz.
Vormittags um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den
Weſt bezirk. Pfarrer D. Waitz. — Nachmittags um
4 Uhr: Betſtunde im Martinsſtift. Pfarrer Veller. —
Abends um 6 Uhr: Pfarrverwalter Storck. —
Mitt=
woch, den 11. November, abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrer D. Waitz.
Herberge zur Heimat: Vormittags um 9 Uhr: Pfarrer
Memmert.
Eliſabethenſtiſt: Vorm. um 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Lenz. — Vormittags um 11¼ Uhr:
Kindergottesdienſt. — Freitag, den 13. November, abends
um 8½ Uhr: Kriegsbetſtunde.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Jahresfeſt der
Jugendvereinigung. Kollekte für dieſelbe. —
Vorm. um 10 Uhr: Pfarraſſiſtent Sann. — Vormittags
um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Sann.
— Abends um 6 Uhr: Pfarrer Wagner. — Mittwoch,
den 11. Nov., abends 8 Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarr=
aſſiſtent Sann.
Pauluskirche: Vorm. um 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Rückert. — Vormittags um 11½ Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert. — Mittwoch, den
11. November, abends um 8 Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarrer Rückert.
Evang. Gemeinde in Eberſtadt: Sonntag, den 8. Nov.,
vormittags um 10 Uhr: Gedächtnisgottesdienſt für die
Gefallenen. Pfarrer Paul. — Abends um 6 Uhr:
Gottesdienſt
Lutheriſcher Gottesdienſt. (Selbſtändige evang.=lutheriſche
Kirche.) Am 22. Sonntag nach Trinitatis, den 8. Nov.,
nachmittags um 5 Uhr, im „Feierabend‟, Stiftſtr. 51:
Predigt. Superintendent Anthes.
Stadtuiſten (Mühſtraße 29r Sonntag, den 8. Nov,
vormittags um 11½ Uhr: Kindergottesdienſt. —
Nach=
mittags um 4 Uhr: Bibelſtunde. Herr Kirchenrat Weiker.
Abends um 8½ Uhr: Gebetsvereinigung. — Dienstag,
den 10. Nov., abends um 8½ Uhr: Blaukreuzbibelſtunde
und Gebetsvereinigung. — Mittwoch, den 11. November,
abends um 7½ Uhr: Kriegsbibelſtunde für Soldaten.
Herr Garniſonpfarrer Schäfer. — Donnerstag, den
12. Nov., abends um 8½ Uhr: Bibelſtunde und
Gebets=
vereinigung. — Zweig der Stadtmiſſion (
Beſſunger=
ſtraße 88, Hth.). Sonntag, den 8. Nov., vormittags um
11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachmittags um 3 Uhr:
Jugendbund für Jünglinge. — Um 4½ Uhr:
Jugend=
bund für Jungfrauen. — Freitad, den 13. Nov., abends
um 8½ Uhr: Bibelſtunde und Gebetsvereinigung.
Gottesdienſt der Neuapoſtoliſchen Gemeinde (
Lagerhaus=
ſtraße 4): Sonntag, nachmittags um 4 Uhr. —
Mitt=
woch, abends um 8½ Uhr.
Gemeinde gläubig getanſter Chriſten (Saptiſten),
Maner=
ſtraße 17: Sonntag, den 8. Nov., vorm. um 9½ Uhr:
Predigt. Prediger Winhold. — Um ¾11 Uhr:
Sonn=
tagsſchule. — Nachm. um 4 Uhr: Predigt und
Abend=
mahl. Prediger Winhold. — Abends um 6 Uhr:
Jugend=
verein. — Mittwoch, den 11. Nov., abends um 8½ Uhr:
Kriegsgebetſtunde.
Methodiſtengemeinde (Taunusſtraße 53): Sonntag,
den 8. Nov., nachmittags um ¾3 Uhr: Sonntagsſchule.
— Um 4 Uhr: Predigt. — Freitag, den 13. November,
abends um ½9 Uhr: Bibel= und Gebetſtunde.
Katholiſche Gemeinden
23. Sonntag nach Pfingſten, den 8. November 1914
Feſt des hl. Martinus
Kollekte für den St. Martinus=Verein
St. Ludwigskirche: Samstag, den 7. November,
nach=
mittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit
zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm. von ½6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. —— Um 6 Uhr: Erſte heil. Meſſe. — Um
7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion. — Um 8 Uhr:
Militärgottesdienſt mit Predigt. — Um ½10 Uhr:
Hoch=
amt mit Predigt. — Um 11 Uhr: Akademiſcher
Gottes=
dienſt. — Nachmittags um 3 Uhr: Veſper. — Montag,
abends um 6 Uhr: Armenſeelenandacht.
Kapelle der Barmberzigen Schweſtern: Sonntag, vorm.
un ½ 7 Uhr: heil. Meſſe. — Nachm. um 5 Uhr:
Ver=
ſammlung des Vereins chriſtlicher Mütter. — Um 6 Uhr:
Roſenkranzandacht.
Kapelle in der Waldſtraße: Sonntag, vormittags um
7 Uhr: heil. Meſſe. — Nachm. um 4 Uhr:
Verſamm=
lung des kath. Dienſtmädchen=Vereins.
Sapele zu Griesſeim: Somtag, vorm. um Uhr:
Singmeſſe mit Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Samstag, den 7. November,
nachmittags um ½ 5 Uhr und abends um 8 Uhr:
Ge=
legenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil Beichte. — Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. — Um 8 Uhr:
hl. Meſſe mit Predigt. — Um ½ 10 Uhr: Hochamt und
Predigt. — Nachm. um 2 Uhr: Allerſeelen=Andacht. —
Montag und Freitag abends um 8 Uhr: Kriegsandacht.
— Dienstag und Donnerstag, abends um ½ 6 Uhr:
Roſenkranz für die Krieger. — Mittwoch, abends um
8 Uhr: Kriegsandacht und Predigt von Pater Gemel
über „Thron und Altar”.
Kapelle zu Arheilgen: Sonntag, vorm. um ½10 Uhr:
Amt und Predigt.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Samstag, den
7. Nov., nachm. um 4 Uhr und abends um 8 Uhr:
Ge=
legenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, vormittags um 6 Uhr: Gelegenheit zur
heil. Beichte. — Um 7 Uhr: hl. Meſſe. — Um 9 Uhr:
Amt mit Predigt. — Nachm. um ½ 3 Uhr:
Armenſelen=
andacht. — Montag, abends um 6 Uhr:
Armenſeelen=
andacht. — Mittwoch, abends um 6 Uhr: Kriegsgebet.
Kirche zu Eberſtadt: Samstag, den 7 Nov., nachm.
um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Beichtgelegenheit.
Sonntag, vormittags um ½6 Uhr: Beichte. —
Um ½7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion. — Um
¼10 Uhr: Hochamt, Predigt und Kriegsgebet. — Nachm.
um ½ 2 Uhr: Chriſtenlehre. — Um 2 Uhr: Andacht. —
Werktags um ¾ 8 Uhr: Singmeſſe mit Kriegsgebet.
In der Provinzial=Pflegeanſtalt bei
Eberſtadt: Jeden Donnerstag Predigt und
Kriegs=
andacht.
Kapelle zu Pſungſtadt: Sonntag, vormittags um
7 Uhr: Beichte. — Um ½ 8 Uhr: Amt und Predigt.
— Nachm. um ½2 Uhr: Andacht. — Jeden Donnerstag
und Freitag, nachm. um ½ 5 Uhr: Kriegsbetſtunde.
Trauungen auswärtiger Paare: Pfarrer Velte.
Beerdigungen auswärts Verſtorbener: Pfarrer
Zimmermann.
Erüunſte, Gtraute und Verdigte.
Getaufte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Reformationsgemeinde: 11. Okt.: Dem Friſeur
Julius Hermann Robert Ody e. T. Martha Anna Katha=
Una, geb. 11. Sept. Dem Kaufmann Otto Heinrich Max
Jahn e. S. Heinz Otto Karl Wilhelm, geb. 30. Sept.
20. Okt.: Dem Eiſenbahnarbeiter Joh. Friedrich
Vogel=
mann e. T. Marie Dina, geb. 30. Sept. 25. Okt.: Dem
Stadtſekretär Ludwig Schrauth e. S. Werner Martin
Ludwig, geb. 6. Okt.
Kaplaneigemeinde: 1. Nov.: Dem
Buchbinder=
meiſter Chriſtian Stübling e. S. Karl Viktor, geb. 24. Sept.
Dem Schmied Heinrich Habicht e. S. Karl Otto, geb. 19. Okt.
Martinsgemeinde: 1. Nov.: Dem Kaufmann
Eduard Brand e. S. Ernſt Ludwig Wilhelm, geb. 28. Okt.
Dem Poſtillon Jakob Breitwieſer e. S. Karl, geb. 18. Sept.
Dem Taglöhner Martin Heid e. T. Marie. Dem
Landes=
verſicherungskanzliſt, z. Zt. Offiziersſtellvertreter Guſtav
Adolf Rieſe e. S. Botho Willi Guſtav Adolf, geb. 5. Sept.
Petrusgemeinde: 1. Nov.: Dem Hilfsarbeiter
Georg Heckmann e. T. Eliſabeth Sophie, geb. 17. Sept.
Dem Schuhmachermeiſter Peter Oſt e. T. Erika Vera
Erna, geb. 4. Okt. Dem Schreiner Hch. Ernſt Hüther
(im Feld), e. S. Hans Heinrich, geb. 10. Okt.
Johannesgemeinde: 1. Nov.: Dem
Kauf=
mann Adolf Schaberger e. S. Adolf Ludwig, geb. 18. Sept.
Dem Kaufmann Joſeph Engelhard e. T. Luiſe Katharina
Frieda, geb. 7. Sept.
Getraute bei den evangeliſchen Gemeinden.
Martinsgemeinde: 30. Okt.: Ziegelmeiſter W.
Dierk und Anna Mathilde Drieborn. 31. Okt.: Ing.
Fritz Wilhelm Sonnabend, z. Zt. Kriegsfreiwiliger und
Eliſabeth Marſe. Schuhmachermeiſter Peter Roth Witwer
und Elara Metzger, beide hier,
Petrusgemeinde: 29. Okt.: Militärbauſchreiber,
Karl Robert Eduard Hirſch dahier und Lina Thereſe
Manthey zu Garnſee.
Feerdigte bei den evangeliſchen Gemeinden.
Kaplaneigemeinde: 5. Nov.: Sophie Jung, T.
des Taglöhners Wilh. Jung, alt 10 Monate, ſtarb 3. Nov.
Martinsgemeinde: 30. Okt.: Emilie Söhngen,
Ehefrau des Poſtmeiſters Auguſt Söhngen, alt 68 J.,
ſtarb 27. Okt. 3. Nov.:; Kaufmann Jean Henning, alt
31 J., ſtarb 1. Nov. 29. Okt.: Philippine Schäfer, geb.
Holz, Ehefrau des Schutzmanns i. P. Heinrich Schäfer,
alt 59 J., ſtarb 27. Okt.
Petrusgemeinde: 31. Okt.: Freifrau Lina von
Wedekind, geb. Knapp. Witwe des Freiherrn Wilhelm
von Wedekind, alt 84 J., ſtarb 29. Okt.
Johannesgemeinde: 1. Nov.: Luiſe Nöllner,
ledig, Privatin, alt 83 J., ſtarb 29. Okt. 5. Nov.:
Büro=
gehilfe Georg Reuter, alt 28 J., ſtarb 4. Nov.
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Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 7. November 1914.
Nummer 307.
Darmstädter Streichquartett (Kvi. Jahr).
Fritz Mehmel, Alb. Diedrich, Fritz Brückmannn, Emil Adra.
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zum Besten der Kriegsfürsorge der Stadt Darmstadt und
der des „Allgemeinen Deutschen Musiker-Verbandes‟.
I. Montag, 30. Nov.: Klassiker-Abend. Programm:
Streich-
quartette v. Haydn op. 76, 3, C-dur („Kaiserquartett‟), Mozart
K. V. Nr. 589 B-dur und Beethoven op. 59, 1, F-dur. (20946
II. Montag, 18. Jan.: Romantiker-Abend. Mitwirkende:
Pianist Fred. Voss (Mainz) u. Hofmusiker Aug. Weyns (Violoncell).
Programm: Scaumann, Streichquartett op. 41, 2, F-dur, Volkmann,
Klaviertrio op. 5, B-moll, Schubert, Streichquintett, op. 163, C-dur.
III. Montag, 15. März. Mitwirkende: Hofpianist Willy Rehberg
(Frankfurt). Programm: Brahus, Streichquartett op. 51, I,
C-moll, Louis Ferdinand, Prinz von Preussen, Klavierquartett
Op. 6, F-moll, Beethoven, Streichquartett op. 18, 1, F-dur.
Karten bei Thies Nachf. (Schutter), Elisabethenstrasse 12.
Preise: Abonnement: Sperrsitz Mk. 8.— Saal Mk. 5.— (einzeln
Mk. 3.— u. Mk. 2.—). Abonnement für Studierende u. Schüler:
Sperr-
sitz Mk. 5.— Saal Mk. 3.— (einzeln Mk. 2.—, 1.50 u. Galerie Mk. 1.—).
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Darmſtadt.
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des Herrn Ingenieur Fromholz aus Dortmund
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Montag, den 16. November 1914, abends 8¼ Uhr,
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zum 16. Nov., abends 6 Uhr, im Verkehrsbüro zu haben, Saal=
und Galeriekarten zu 40 Pfg. (Mitgl. 30 Pfg.) ebenda, bei J. Mylius,
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Shylok’s Diener Paul Peterſen
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Reihe 1.15 ℳ, Parterre 1.15 ℳ,
Proſzeniumsloge 2.15 ℳ,
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loge 2.15 ℳ, Balkonloge 2.15 ℳ,
I. Rang 2.15 ℳ, II. Rang 1.15 ℳ,
I. Galerie 55 ₰, II. Galerie 45 ₰
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kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
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der Vorſtellung.
Anfang 7½ Uhr. Ende 10½ Uhr.
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