Bezugspreis:
Anzeigenpreis:
177. Jahrgang
Ausg. A (mit Ill. Unterhaltungsbl.) monatl 60 Pfg.,
viertelfährl. Mk. 1.50; Ausgabe B (mit Ill.Unter=
Die 49 mm breite Petitzeile im Kreiſe Darmſtadt
10 Pfg., ausw. 20 Pfg. Familienanzeigen 30 Pfg.;
haltungsblatt u. Ill. Wochen=Chronik) monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der wöchentlichen Beilage: die 84 mm breite Reklamezeile oder deren Raum
60 Pfg., viertelfährl. Mk. 2.40, Beſtellungen nehmen
im Kreiſe Darmſtadt 30 Pfg. auswärts 75 Pfg.;
entgegen: die Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23 (Fernſpr.
Nr. 1 u. 426), unſere Filialen Landagenturen u. alle
Rabatt nach Tarif. Anzeigen nehmen entgegen: die
Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23, die Filialen u. Agen=
Poſtämter. Verantwortlichkeit für Aufnahme von
turen. Anzeigenexped. des In= und Auslandes. Bei
Anzeigen an beſtimmten Tagen wird nicht übernom.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Konkurs od. gerichtl. Beitreib. fällt jed. Rabatt weg.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 301.
Sonntag, den 1. November.
1914.
Der Krieg.
Die Offenſive der Türkei. — Die Kriegslage im Weſten und Oſten. — Vergeltungsmaßregeln. — Die Rückkehr zur
Front. — Der Rücktritt des Prinzen Battenberg. — Der Aufſtand in Südafrika. — Der einzige Freund der Mohammedaner.
Die Offenſive der Türkei.
Seit dem Beginn
des europäiſchen Krieges
ſah man mit Spannung
dem Verhalten der Tür=
Kei entgegen, die von
Ruß=
land und England
fort=
geſetzt herausgefordert
und in ihren
Souveräni=
tätsrechten verletzt wurde.
Forderungen aller Art
ſtellten die beiden Mächte
in einem Tone, als ſei
das osmaniſche Reich
ihnentributpflichtig.
Nach=
dem die
Dardanellen=
ſperrung das Verhältnis
zu Rußland weiter
zu=
geſpitzt hatte, mußte mit
dem völligen Bruche, mit
dem Eintritt der Türkei
in die Reihe der
krieg=
führenden Staaten
ge=
rechnetwerden. Rußlands
jetzige Verbündete werden natürlich ebenfalls Feinde der
Türkei ſein, in erſter Linie England, deſſen gewalttätiges
Auftreten in Aegypten, das unter der Oberhoheit des
Sul=
tans ſteht, die Türken nicht weniger erregt hat als der
lbritiſche Diebſtahl türkiſcher Kriegsſchiffe, ſowie der
ver=
ldächtige Aufenthalt eines engliſchen Geſchwaders vor den
Dardanellen im Aegäiſchen Meere.
Die Würfel ſind aber gefallen und der Weltkrieg hat
ſeine weitere Ausdehnung erfahren. Die Türkei hat
ziem=
lich lange gezögert, ehe ſie den bedeutſamen Entſchluß
faßte, deſſen Tragweite ſo groß iſt, daß man annehmen
darf, die Chancen ſeien am Goldenen Horn ſehr reiflich
erwogen und für günſtig befunden worden. Seit
dem letzten Balkankrieg hat die Türkei fieberhaft an der
Reorganiſation ihrer Wehrkraft gearbeitet, hervorragende
deutſche Militärs ſtanden ihr dabei zur Seite und werden
vorausſichtlich auch in dem bevorſtehenden Kriege eine
große Rolle ſpielen. Dieſe Tätigkeit der Deutſchen im
fürkiſchen Here und der fürtiſchen Marine hat
bekannt=
lich bei den Dreiverbandmächten Mißfallen erregt und
zu dem Verlangen geführt, die Pforte möchte die Deutſchen
aus ihrem Dienſte entfernen, worauf ihnen der ablehnende
Beſcheid wurde, es handele ſich um eine innertürkiſche
An=
gelegenheit, in die fremde Mächte nichts dreinzureden
hätten. Dieſe Antwort hat ſelbſtverſtändlich in London,
Paris und Petersburg den Groll gegen die Türken weiter
geſteigert. Das Erwachen der letzteren zeigte ſich ſchon im
zweiten Teile des Balkankrieges durch eine tatkräftige und
erfolgreiche Aktion zur Wiedererlangung Adrianopels.
Inzwiſchen ſind die Reformarbeiten kräftig fortgeſchritten
und das türkiſche Heer iſt heute nach allen Seiten hin
ſchlagfertig. Daß dieſes ein nicht zu verachtender Gegner
iſt, ſollte Rußland eigentlich wiſſen, es ſollte ſich erinnern,
daß es 1877/78 aus eigener Kraft die Türkei ſchwerlich
bezwungen hätte und daß ſeine Armee vor Plewna nur
durch das Eingreifen der Rumänen gerettet wurde In
Petersburg, wo man geglaubt hatte, die Türken durch ein
herausforderndes Weſen einſchüchtern zu können, wird
man kaum leichten Herzens an den neuen Feind denken,
welcher die ruſſiſche Front gegen Deutſchland und
Oeſter=
reich=Ungarn notwendigerweiſe erheblich ſchwächen muß.
Inſofern bieten ſich uns aus dem Eintreten der Türkei
in den Krieg erfreuliche Ausſichten.
Wie aus der Meldung von der Vernichtung mehrerer
ruſſiſcher Kriegsfahrzeuge am Bosporus hervorgeht, hat
die ruſſiſche Schwarze Meer=Flotte die Bewegung der
tür=
tiſchen Flotte beobachtet und dieſe an der Einfahrt ins
Schwarze Meer zu verhindern geſucht. Daß ihr das nicht
gelungen iſt, beweiſt die Beſchießung ruſſiſcher Städte an
der Küſte des Schwarzen Meeres durch die Türken, wobei
auch der Kreuzer „Hamidie” mitgewirkt hat, welcher ſich
durch ſeine kühnen Fahrten während des letzten
Balkan=
krieges auszeichnete. Ob die türkiſche Flotte der ruſſiſchen
im Schwarzen Meere gewachſen ſein wird. läßt ſich ſchwer
ſagen. Letztere beſteht aus 8 Linienſchiffen, 2 geſchützten
Kreuzern, 3 alten Kanonenbooten, 26 Torpedobooten und
8 Unterſeebooten; Sie wird noch ergänzt durch die Dampfer
der Freiwilligen Flotte. Die Zahl der Schiffe iſt nicht
ausſchlaggebend: überdies wird im Krieg zwiſchen der
Türkei und Rußland nicht zur See, ſondern auf dem Lande
entſchieden.
Welche Folgen das türkiſche Eintreten in den Krieg
haben, ob und welche Wendung es auf das große
euro=
päiſche Ringen ausüben wird, muß abgewartet werden.
Ein Zuſammenſchluß zwiſchen der Türkei Perſten und
Afghaniſtan könnte auch für die Vorherrſchaft Rußlands
und Englands in Aſien gefährlich werden. Andererſeits iſt
es nicht ausgeſchloſſen, daß die Offenſive der Türkei ein=
zelne Staaten — wir denken dabei z. B. an
Griechen=
land — welche das Wiedererſtarken der Türken fürchten
zu müſſen glaubt, auf die Seite unſerer Feinde führt.
Wir wollen davon abſehen, uns in dieſem Augenblick mit
den Konſequenzen des wichtigen Ereigniſſes näher zu
be=
faſſen, das unzweifelhaft von erheblicher Bedeutung für
den weiteren Verlauf des europäiſchen Krieges ſein wird.
* Berlin, 30. Okt. (Ctr. Bln.) Ueber den
Kriegs=
ausbruch zwiſchen Rußland und der Türkei
ſchreibt der Berliner Lokalanz.: Von ruſſiſcher Seite wird
verſucht, den Eindruck zu erwecken, als ſeien die genannten
beiden Hafenſtädte am Schwarzen Meer von der
Tür=
kei im tiefſten Frieden überfallen worden,
und als ſei Rußland das friedliche Land, das kein
türki=
ſches Wäſſerchen getrübt habe. Demgegenüber muß mit
größtem Nachdruck hervorgehoben werden, daß die Dinge
gerade einen umgekehrten Verlauf genommen haben und
daß hier nicht die Türkei den Anfang gemacht
hat, ſondern ihr Vorgehen nur die ſelbſtverſtändliche Folge
eines unerhörten ruſſiſchen Angriffes auf die
In=
tegritäit der Türkei geweſen iſt. Die franzöſiſche Agenee
Havas, alſo in dieſem Falle eine völlig einwandfreie
Quelle, verbreitete bereits am 26. Oktober eine Meldung,
die nur geeignet iſt, die letzten Zweifel über die wahren
Abſichten Rußlands der Türkei gegenüber aus der Welt
zu ſchaffen. Das franzöſiſche amtliche Bureau meldete aus
Athen: „Die „Goeben” und „Breslau” ſind in großer Eile
nach dem Bosporus zurückgekehrt. Der engliſche und der
ruſſiſche Botſchafter erklärten der Pforte, daß ſie die Akten
über den Verkauf der Fahrzeuge nicht anerkennen und daß
die Verbündeten die Schiffe bei ihrer nächſten Ausfahrt
angreifen würden.: Der ruſiſche Botſchafter ſoll bemert
haben, die Bewegung der ruſſiſchen Flotte gegen den
Bos=
porus ſei der Tatſache zuzuſchreiben, daß die beiden Schiffe
die türkiſchen Territorialgewäſſer verlaſſen hätten. Nach
der ruſſiſchen Auffaſſung ſoll es alſo türkiſchen
Kriegsſchif=
fen verboten ſein, ihre eigenen Territorialgewäſſer zu
ver=
laſſen, und zwar noch zu einer Zeit, wo die Türkei mit
allen Mächten im Frieden lebte. Darin liegt natürlich
eine Herausforderung der Türkei ſo grober Art, daß man
ſich nicht wundern kann, wenn man in Konſtantinopel
da=
gegen energiſchen Widerſtand zu leiſten beſchloſſen hat.
Ueber die Einzelheiten der Vorgänge, die der Beſchießung
der ruſſiſchen Hafenplätze vorausgegangen ſind, liegen zur
Zeit noch keine Meldungen vor. Man muß aber
anneh=
men, daß die Türkei den casus belli als gegeben betrachtet.
Der Friedensbruch liegt durchaus auf ſeiten Rußlands.
Wie verſchiedene Verliner Bläter erfahren iſt die
Eröffnung der Feindſeligkeiten durch die
tür=
kiſche Flotte darauf zurückzuführen, weil ein ruſſiſcher
Minenleger unter dem Schütze eines Kanonenbootes
ver=
ſuchte, im Bosporus Minen zu legen. Die erſten
Feind=
ſeligkeiten ſeien demnach von Rußland gegen die Türkei
unternommen worden.
In dieſem Kriege hat die Türkei eine große Miſſion
zu erfüllen. Sie hat zu zeigen, daß ſie trotz der
Nieder=
lagen im Balkankrieg noch nicht tot iſt, und ſie hat die
Hoffnungen zu erfüllen, welche Millionen von
Mohamme=
danern unter engliſcher, franzöſiſcher und ruſſiſcher
Herr=
ſchaft in dieſem großen Augenblick auf ſie ſetzen.
Eng=
land, Frankreich und Rußkand, ſo heißt es in
einem Artikel der Voſſiſchen Ztg., ſind die Bedrücker
der Mohammedaner. Unter ihren Zeptern wohnen
Millonen und Millionen entrechteter Iſlambekenner.
England, Frankreich und Rußland haben nie eine
Gelegen=
heit vorbeigehen laſſen, der Türkei die Kehle zuzuſchnüren.
Ruſſiſcher Feindſchaft verdankt die Türkei ihre erſten
Ver=
ſtümmelungen. Rußland iſt der Erbfeind, der ſeit zwei
Jahrhunderten an der Verdrängung der Türkei aus
Europa arbeitet, der ihr in Aſten die ſchwerſten Wunden
beigebracht hat; der nicht raſtet in ſeiner Sucht, ſich auf
Konſtantinopel zu werfen. England hat Aegypten
ge=
raubt, hat ſich in Arabien feſtgeſetzt und hat Cypern
ge=
nommen. Franreich iſt aufgrund ſeines ſogenannten
Pro=
tektorats über die Chriſten des Orients häufig genug als
Diktator der Türkei aufgetreten. Es hat in Sprien
ge=
wühlt und ſich ohne Scheu als Erbe dieſes Teils der
Tür=
kei ausgegeben. Dieſer Artikel weiſt auch mit Recht auf
die geheimen Teilungsabſichten hin, die der Dreiverband
der Türkei gegenüber gehegt hat. Wie man mit dieſem
Lande zu ſchalten gedachte, geht ja auch aus dem
ruſſiſch=
engliſchen Marineabkommen hervor, das ſtrategiſche
Ope=
rationen der Verbündeten am Bosporus und in den
Dar=
danellen vorgeſehen hat. Nunmehr ſteht es bei der Türkei,
das Schwarze Meer wieder zu einem
türki=
ſchen Gewäſſer zu machen. Sie hat aber auch
Ge=
legenheit, in Aegypten, in Indien und Perſien, ſowie am
Suez=Kanal diejenigen Verhältniſſe herzuſtellen, die ihr
richtig und normal erſcheinen. Der Krieg, den wir gegen
Rußland, Frankreich und England zu führen haben, iſt
nicht zuletzt auch der Krieg der iſlamitiſchen
Welt.
Ueber die nächſten diplomatiſchen und
mili=
täriſchen Folgen des Kriegsausbruchs ſagt
ein Telegramm des Berliner Lokalanz. aus Genf: „
Be=
gleitet von den Miniſtern Ribot und Millerand in Paris
eingetroffen, erfuhr Poincaré von dem Bombardement von
Theodoſia und von der Entſchloſſenheit der Pforte, die
Aufforderung zur Oeffnung der Dardanellen kategoriſch
zurückzuweiſen. Nach telephoniſcher Verſtändigung mit
Bordeaux wurden die den Umſtänden entſprechenden
diplomatiſchen und militäriſchen Maßnahmen getroffen,
die angeblich darauf abzielen, Rumänien, Griechenland
und Bulgarien zu Erklärungen für oder wider die Pforte
zu nötigen. Es läßt ſich nicht prophezeien, wie ſich die drei
Balkanſtaaten den vollendeten Tatſachen gegenüber, ſowie
unter dem Druck des Dreiverbandes verhalten werden.
Doch glauben wir mit Sicherheit annehmen zu dürfen, daß
keiner bisher die Abſicht hatte, kriegeriſche Verwicklungen
zwiſchen der Türkei und dem Dreiverband als Kriegsfall
für ſich ſelbſt zu betrachten.
* Konſtantinopel, 30. Okt. Die türkiſche
Regierung teilt amtlich mit: Während ein kleiner
Teil der ottomaniſchen Flotte am 28. Oktober im
Schwar=
zen Meere Uebungen vornahm, eröffnete die
ruſſi=
ſche Flotte, nachdem ſie längere Zeit dieſen Uebungen
folgte, und ſie zu ſtören ſuchte, am Donnerstag die
Feind=
ſeligkeiten, indem ſie die ottomaniſchen Schiffe angriff. Im
Verlauf des ſich nunmehr entſpinnenden Kampfes gelang
es unſerer Flotte durch die Gnade des Allmächtigen, den
Minendampfer Prut”, der 5000 Tonnen verdrängte, und
ungefähr 700 Minen trug, zu verſenten, einem der
ruſi=
ſchen Torpedoboote ſchwere Beſchädigungen beizubringen
und einen Kohlendampfer zu kapern. Ein vom türtiſchen
Torpedoboot „Hairet Millie; abgeſchoſſener Torpedo hat
den ruſſiſchen Torpedojäger „Kubanez”, der 1100 Tonnen
verdrängte, verſenkt, und ein anderes, vom Torpedoboot
„Mouavenet Millie” abgeſchoſſenenes Torpedo hat einem
anderen ruſſiſchen Küſtenwachtſchiff ſehr ſchweren Schaden
zugefügt. Drei ruſſiſche Offiziere und 72 Matroſen
wur=
den von den Unſeren gerettet und, da ſie zur Bemannung
der verſenkten und zerſtörten Schiffe gehörten, gefangen
genommen. Die Kaiſerliche Flotte hat durch die Gnade
Gottes keinerlei Schaden erlitten und der Kampf geht
gün=
ſtig für unſere Flotte weiter.
Die Kaiſerliche Regierung wird ohne Zweifel mit
äußerſtem Nachdruck gegen dieſe feindſelige Handlung
Einſpruch erheben, die von der ruſſiſchen Flotte gegen
einen geringfügigen Teil unſerer Flotte unternommen
worden iſt.
Inzwiſchen iſt die Türkei ſcharf vorgegangen. Der
Frkf. Ztg. ſind geſtern folgende Telegramme zugegangen:
* Konſtantinopel, 30. Okt. Der türkiſche
Kreuzer „Sultan Jawus Selim” hat Sewaſtopol
erfolgreich beſchoſſen und die Stadt in Brand
ge,ſetzt.
* Amſterdam, 31. Okt. Ein Lloyd=Telegramm
aus London meldet, daß verſchiedene, jedenfalls
türki=
ſche Torpedoboote, deren Namen unbekannt ſind,
einen Angriff gegen Odeſſa unternahmen und das
ruſſiſche Kanonenboot „Donetz” am Eingang des Hafens
zum Sinken brachten. Ein Teil der Bemannung ertrank,
wurde getötet oder verwundet. Drei ruſſiſche
Dampfboote und ein franzöſiſches Dampfboot
wurden beſchädigt und einige Einwohner getötet oder
ver=
wundet.
* Rotterdam, 31. Okt. Die beiden ruſſiſchen
Dampfer „Jalta” und „Kazbeck” ſind im Schwar=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. November 1914.
Nummer 301.
zen Meer auf Minen gelaufen und geſunken. Die
Beſatzung der „Jalta” wurde geretett; ein Teil der
Be=
ſatzung der „Kazbeck” ertrank.
* Rom, 31. Okt. Die Agenzia Stefani meldet aus
Petersburg: Nachdem die Türkei die
Feindſelig=
keiten gegen Rußland eröffnet hat, hat die ruſſiſche
Regierung ihre Konſuln angewieſen, die Türkei zu
verlaſſen und den Schutz der Ruſſen Italien
übertra=
gen. Der ruſſiſche Botſchafter wurde angewieſen,
Konſtantinopel zu verlaſſen. Rußland wird den türkiſchen
Untertanen in Rußland gegenüber dieſelbe Haltung
ein=
nehmen, wie die Türkei gegenüber den ruſſiſchen
Unter=
tanen.
* Berlin, 30. Okt. Vor der türkiſchen
Bot=
ſchaft fanden geſtern abend große
Zuſtimmungskund=
gebungen ſtatt. Aus der Mitte des Publikums wurden
mehrere Anſprachen gehalten, die in brauſend
aufgenom=
mene Hochs auf den Sultan und den deutſchen Kaiſer
aus=
klangen. Der Botſchafter, General Mahmud Mukhtar
Pa=
ſcha, hielt ebenfalls eine kurze Anſprache, in welcher er
ſeiner Freude Ausdruck gab, Grüße der Deutſchen nach
ſeiner Heimat übermitteln zu können. Er wolle nicht viele
Worte machen in dieſer ſchweren Zeit, in der die Türkei an
der Seite Deutſchlands kämpfe. Er fordere die Menge
auf, in die deutſche Nationalhymne einzuſtimmen.
* Wien, 30. Okt. In einer Beſprechung der
tür=
kiſch=ruſſiſchen Zuſammenſtöße ſchreibt die
Neue Freie Preſſe: Die Türkei brauche ſich von England
und Rußland nicht mißhandeln zu laſſen. Sie hat in
die=
ſem Weltkriege ein Wort mitzuſprechen, das nicht
über=
hört werden würde. — Das Neue Wiener Abendblatt und
die Wiener Allgemeine Zeitung ſagen, das Vorgehen der
ruſſiſchen Flotte ſei nur ein Glied in der Kette der
un=
aufhö rlichen Herausforderungen, die von
England und Rußland gegen die Türkei
unter=
nommen worden ſeien und die in Konſtantinopel und der
iſlamitiſchen Welt eine ſehr gereizte Stimmung gegen
dieſe Mächte hervorriefen.
Die Kriegslage im Weſten
und Oſten.
* Größes Hauptquartier, 31. Okt. (W. T. B.
Amtlich.) Mitteilung der oberſten Heeresleitung: Unſere
Armee in Belgien nahm geſtern Ramscapelle und
Bixſchoote. Der Angriff auf Ypern ſchreitet
gleich=
falls fort. Sandvoorde, Schloß Hollebeke und
Wambeke wurden geſtürmt, auch weiter ſüdlich
ge=
wannen wir Boden.
Oeſtlich Soiſſons wurde der Gegner gleichfalls
an=
gegriffen und im Laufe des Tages aus mehreren ſtark
verſchanzten Stellungen nördlich von Vailly vertrieben.
Am Nachmittag wurde dann Vailly geſtürmt und
der Feind unter ſchweren Verluſten für ihn über die
Aisne zurückgeworfen. Wir machten 1000
Ge=
fangene und erbeuteten zwei Maſchinengewehre.
Im Argonner Walde ſowie weſtlich von
Ver=
dun und nördlich von Toul brachen wiederholte
feind=
liche Angriffe unter ſchweren Verluſten für die Franzoſen
zuſammen.
Der Kampf auf dem nordöſtlichen
Kriegs=
ſchauplatz hat noch nicht zu einer Entſcheidung geführt.
Weſtlich von Warſchau folgen die Ruſſen langſam
un=
ſeren ſich neu gruppierenden Kräften.
Das ſind ſehr erfreuliche und bedeutende
Fort=
ſchritte die unſere Truppen in Belgien gemacht haben.
Sie ſind danach eine ziemliche Strecke von der Richtung
aus Nieuport nach Süden vorgerückt. Beim Angriff auf
Ypern haben ſie die Orte Sandvoorde und Hollebeke
genommen, die etwa 5 bis 6 Kilometer ſüdlich von Ypern
liegen. Die Lage des Ortes Wambeke iſt aus der Karte
nicht zu erſehen. Auch die Einnahme von Vailly (
nordöſt=
lich von Soiſſons) und die Zurückwerfung des Feindes
über die Aisne iſt als ein bedeutender Gewinn zu
be=
zeichnen. Nach alledem geht es weiter vorwärts!
* (Ctr. Bln.) Aus Stockholm wird der
Nationalzei=
kung gemeldet: Engliſche Berichterſtatter haben von
Dün=
kirchen aus an ihre Zeitungen Einzelheiten von der
gro=
ßen Schlacht zwiſchen Nieuport und Ypern
geſandt. Schon am Mittwoch griffen die Deutſchen mit
aller Gewalt Dixmuiden an. Hier kamen die ſchweren
franzöſiſchen Mörſer zum erſten Male zur Anwendung.
Die Deutſchen ſchoſſen die Stadt in Brand. Am
Donners=
tag rückten die Deutſchen vor, und die zerſtörte Stadt
wurde der Schauplatz eines erbitterten Kampfes und
Handgemenges. Man ſtritt Mann gegen Mann. Nach
Weſten zu raſte der Kampf noch wilder. Hier hatten die
Deutſchen ſchon ſeit Freitag die erbittertſten Verſuche
un=
ternommen, über den Yſerkanal zu dringen. Auf der lan=
gen Front bei Nieuport fanden Nahgefechte ſtatt. Oft
lagen die feindlichen Kräfte in den Schützengräben nur
wenige hundert Meter voneinander entfernt, dann wieder
kämpfte man im Nahkampf mit dem Bajonett. Die
Deut=
ſchen kämpften wie die Raſenden. Um jeden Preis
woll=
ten ſie die Nacht noch über den Kanal. Ein raſender
Kampf ſpielte ſich bei Ypern ab. Bei Dixmuiden und
Nieuport kämpften die Deutſchen gegen die Franzoſen
und Belgier, während ſie bei Ypern hauptſächlich die
Eng=
länger zu Gegnern hatten. Die ſchwere Artillerie der
Deutſchen, die von Antwerpen aus herbeigeſchafft war,
nahm die engliſchen Schützengräben unter Feuer, und
ge=
gen die engliſchen Truppen wurden gewaltige
Infanterie=
maſſen ausgeſandt. Der Kampf wogte hin und her.
Schließlich wurde die Lage für die Engländer kritiſch, da
die Deutſchen fortgeſetzt durch neue Truppen verſtärkt
wur=
den. Unter dem Schutze der Dünen rückten die Deutſchen
am Sonntag morgen längs der Küſte gegen Nieuport vor.
Unmittelbar vor der Stadt legten ſie Schützengräben an,
obwohl ſie von den engliſchen Kriegsſchiffen mit Granaten
überſchüttet wurden.
Aus Rom wird dem Berl. Tagebl. gemeldet: Der
be=
kannte Korreſpondent der Tribuna in Dünkirchen entwirft
ein wenig ſchmeichelhaftes Bild von der franzöſiſchen
Armee. Er berichtet: Der franzöſiſche Soldat iſt völlig
erſchöpft, völlig zuſammengebrochen. Nur der
Territorial=
ſoldat iſt noch einigermaßen munter. Die Linienſoldaten
und die Reſerviſten dagegen ſchlafen kaum mehr. Seit
An=
fang des Krieges haben ſie keine Zeit gehabt, an
Körper=
hygiene zu denken. Sie müſſen alle drei bis vier Tage
endloſe Märſche zurücklegen, kämpfen und dann
weiter=
marſchieren. Das den Deutſchen abgelernte Graben von
Schützengräben bringt ſie vollends herunter. Die
Ent=
behrungen, ſowie der Mangel an Reinlichkeit ſetzen ſie
Krankheiten aus. Die Kolonialtruppen, die doch ſo große
Dienſte leiſten ſollten, ſind vor Kälte erſtarrt und werden
binnen kurzem famt und ſonders nach Südfrankreich
ge=
ſandt werden müſſen, um nicht zu erfrieren. Etwas beſſer
ſcheinen die Hindus die Kälte ertragen zu können. Sie
ſind auch wärmer gekleidet als die nur mit kurzen leichten
Tuniken angetanen Afrikaner, die zudem im Freien
ſchla=
fen müſſen. Beſonders leiden die Sudaneſen, die immer
eiskalte Hände haben und vor Froſt zittern wie Eſpenlaub.
Im Kampf müſſen ſolche zitternden Leute einen
trauri=
gen Eindruck machen.
* Rotterdam 31. Okt. Ein engliſcher Bericht
ſchildert die Kämpfe um das Gelände, wo die
Deutſchen und die Verbündeten in der Gegend der Yſer
ſich gegenüberſtehen, folgendermaßen: Das Gelände iſt
von zahlloſen Gräben und Waſſerläufen durchſchnitten, die
die Bewegungen der angreifenden Truppen behindern.
Zwiſchen den Waſſerläufen legten die Deutſchen und die
Verbündeten eine erſtaunliche Anzahl von Schützengräben
an. In dieſem Gelände tobt die Schlacht hin und her.
Die Deutſchen haben ihr Möglichſtes getan, das Problem
nach der gründlichen und wiſſenſchaftlichen Methode, die
ihre Kriegsführung kennzeichnet, zu löſen. Ihre Truppen
ſind mit leichten, roh bearbeiteten, ſtarken Holzplanken
ausgerüſtet, die ihnen als Brücken dienen. Sie ſtürmen
unter dem feindlichen Feuer vorwärts, ihre Planken als
Schutzſchilde benützend. Die ſchweren Verluſte der Belgier
werden beſtätigt. Am Montag wurden 9000 verwundete
Belgier nach den Lazaretten abgeführt und am Dienstag
trafen weitere 1350 ein. Die Engländer geben zu, daß
die Deutſchen mit unglaublicher Tapferkeit kämpfen. Keine
Verluſte können ſie zum Wanken bringen.
* Haag, 30. Okt. Der hieſige engliſche Botſchafter
teilt über die Verluſte der engliſchen Flotte bei den
Kämpfen vor Oſtende mit, daß auf dem
engli=
ſchen Minenzerſtörer „Falcon” an der Oſtender
Küſte eine Granate explodierte, die einen Offizier und acht
Matroſen tötete, während ein Offizier und 15 Matroſen
verletzt wurden. An Bord des engliſchen Monitors
„Brillant” ſei ein Mann durch das Feuer der Deutſchen
getötet worden, einige hätten Verwundungen erlitten. Auf
dem „Rinaldo” ſeien acht Matroſen verwundet worden.
Der Bericht ſagt weiter, daß deutſche
Unterſee=
boote noch immer an der belgiſchen Küſte tätig ſeien.
* Wien, 30. Okt. Zu den letzten Maßnahmen
der verbündeten Armeen in Ruſſiſch=
Po=
len ſchreibt der militäriſche Mitarbeiter des „Neuen
Wie=
ner Tagbl.”: Die Beſorgnis um Warſchau hat das
ruſſi=
ſche Oberkommando veranlaßt, mit allen verfügbaren
Kräften im Raume Iwangorod=Warſchau die
Entſchei=
dung erzwingen zu wollen und zu dieſem Zwecke die
Weich=
ſel an verſchiedenen Stellen zu überſchreiten. Die
deutſch=
öſterreichiſch=ungariſchen Armeen hatten ſich daher zu
ent=
ſchließen, die Schlacht in dem Raume anzunehmen, den
ihnen der hier an Zahl überlegene Gegner diktierte, oder
aber die Truppen rechtzeitig zurückzunehmen, um ſpäter in
einem ihnen ſelbſt mehr zuſagenden Gebiete den Feind
zur Schlacht zu zwingen. Sie entſchieden ſich, bevor ſich
noch die beiderſeitigen Hauptkräfte ineinander verbeißen
konnten, zur letzteren Maßnahme. Die
Neugruppie=
rung der deutſch=öſterreichiſch=ungariſchen Heere im
Weich=
ſelgebiet vor der Annahme der Entſcheidungsſchlacht war
alſo eine aus höheren ſtrategiſchen und taktiſchen Rückſich=
ten gebotene Notwendigkeit. Sie zeugt von der weiſen
Vorausſicht, mit den zur Verfügung ſtehenden Kräften
ſo=
lange hauszuhalten, bis deren rückhaltloſes Einſetzen ein
unabwendbares Muß wird.
Vergeltungsmaßnahmen.
* Dresden, 30. Okt. Der Dresdener Anzeiger
hatte geſtern an den Staatsſekretär des Auswärtigen
v. Jagow ein Telegramm geſandt wegen der
Behand=
lung der Deutſchen in England. Daraufhin iſt heute
abend folgende Antwort eingegangen: Auf Ihr geſtriges
Telegramm iſt der amerikaniſche Botſchafter in London
veranlaßt worden, ſich perſönlich über die Behandlung
der deutſchen Gefangenen in England Aufklärung zu
verſchaffen und, ſoweit die Klagen berechtigt ſind, mit
dem größten Nachdruck auf ſofortige Abhilfe zu beſtehen.
Ein ſoeben eingegangener Bericht des amerikaniſchen
Botſchafters über die Beſichtigung mehrerer
Gefangenen=
lager lautet befriedigend. Vergeltungsmaßnahmen
wegen der Gefangenhaltung Deutſcher in England
werden, wenn die engliſche Regierung der Aufforderung
zur Freilaſſung nicht unverzüglich nachkommt, alsbald
durchgeführt werden.
* Dresden, 31. Okt. Eine Eingabe an den
Reichs=
kanzler, an den Engländern Wiederv
ergel=
tung zu üben, hat Tauſende von Unterſchriften gefunden.
Es iſt bemerkenswert, daß heute auch aus dem
Mini=
ſterium des Innern folgendes veröffentlicht wird:
„Wenn die deutſchen Behörden visher die Engländer nicht
in=Konzentrationslagern unterbrachten, ſo war dies nicht
Schwäche oder Furcht vor England, ſondern Gewiſſen und
Selbſtzucht verboten uns, friedlichen Angehörigen ſelbſt
feindlicher Staaten unnötig Leid zuzufügen. Aber die
deutſchen Behörden können auch anders, wenn es ſich nun
darum handeln wird, Wiedervergeltung zu üben und die
in Deutſchland noch auf freiem Fuße lebenden Engländer
und vor allem auch die vielfach recht anmaßenden und
herausfordernd auftretenden
Englände=
rinnen einmal durch eigene Erfahrung erproben zu laſſen,
ob und inwieweit die Konzentrationslager nach engliſchen
Vorſchriften den Anforderungen der Menſchlichkeit
ent=
ſprechen”.
* Köln, 31. Okt. Die Köln. Ztg. ſchreibt: Seit
Eng=
land die Maske hat fallen laſſen, ſeit es durch ſeine Taten
bewieſen hat, daß es die Völker des Feſtlandes aus ſchierer
Eigenſucht in dieſen furchtbaren Krieg hineingehetzt und
daß Menſchlichkeit und Völkerrecht ihm nur Kuliſſen ſind,
hinter denen es ſeine wahren Beweggründe, ſeine über
Leichen gehende Geldgier und Machtſucht verſtecken möchte,
ſeit es offen am Tage liegt, daß Deutſche und Franzofen
und ſchließlich auch Ruſſen einander zerfleiſchen müſſen,
damit England ungeſtört rauben und ſtehlen kann,
ſeit=
dem lodert in Deutſchland die Empörung über ſolche
Miſſe=
tat hell auf. Dieſe Empfindung hat ſich zur Erbitterung
und zu einem Schrei nach Rache geſteigert, ſeit in den
Zeitungen ſich die Nachrichten darüber mehren, daß die
deutſchen Kriegsgefangenen, die vielen Wehrpflichtigen,
die britiſche Kriegsſchiffe völkerrechtswidrig von neutralen
Schiffen weggeſchleppt haben, und zahlloſe in England
an=
ſäſſige Deutſche vom Knaben= bis zum Greiſenalter in die
vom Burenkriege her berüchtigten Kitchenerſchen
Konzen=
trationslager eingeſperrt ſeien und dort eine Behandlung
erführen, die jeder Ziviliſation und den natürlichen
Ge=
boten der Menſchlichkeit Hohn ſpreche. Zahlloſe uns
zu=
gegangene Zuſchriften fordern, daß dafür an den britiſchen
Gefangenen, die wir in unſerer Hand, und an den bisher
unbehelligt unter uns lebenden Engländern, die wir in
unſerer Gewalt haben, Vergeltung geübt werde.
Wir wiederholen: Die Deutſchen in England ſind
in=
folge der täglichen, von der Regierung geduldeten
Auf=
wiegelungen und Hetzereien gewiſſer Zeitungen an Gut
und Leben gefährdet; die Spionenfurcht hat die Behörden
zu Maßnahmen gegen Deutſche verleitet, die in jedem Fall
unbillig, verwerflich und oft unmenſchlich ſind; die
Be=
handlung der Gefangenen iſt durchweg ſchlecht, vielleicht
nicht in quäleriſcher Abſicht, ſondern aus Nachläſſigkeit,
Mangel an Organiſationsgabe, und weil die Verpflegung
hier und da an Unternehmer verpachtet iſt, die mit dem
Unglück von Mitmenſchen Geldgeſchäfte machen. Alles das
ſcheint uns aber reichlich Grund genug, um die Forderung
nach Vergeltung wenigſtens in dem Maße zu rechtfertigen,
daß auf wirtſchaftlichem Gebiete bei uns unbedingt das
gleiche Maß angelegt wird, mit dem man drüben zu meſſen
für erlaubt und nützlich hält, und daß in der Behandlung
britiſcher Kriegsgefangener nicht um Strichesbreite über
das hinausgegangen werde, was unſere Menſchenpflicht,
die wir nicht verleugnen wollen und können, uns
vor=
ſchreibt. Falls Frankreich und Rußland ähnlich verfahren
ſollten, muß auch gegen ſie Vergeltung geübt werden. Aug’
um Auge, Zahn um Zahn! So wollen es unſere Gegner!=
Die Rückkehr zur Front.
* Berlin, 29. Okt. Der Köln. Ztg. wird
geſchrie=
ben: Als ſich bei Beginn des Krieges Hunderttauſende von
Kriegsfreiwilligen zum Dienſt für das Vaterland
meldeten, war dies, die deutſche Erhebung, eines der
herr=
lichſten Momente dieſer großen Zeit. Dieſer Andrang
zum Heere dauert jetzt noch fort, und Scharen von Frei=
Aus den Erfahrungen eines
Fliegeroffiziers.
C Ein bekannter Fliegeroffizier, der vor kurzem
in=
folge ſeiner wertvollen Erkundungsflüge mit dem
Eiſernen Kreuze ausgezeichnet wurde, hat der bei der
Deutſchen Verlags=Anſtalt in Stuttgart erſcheinenden
Zeit=
ſchrift Ueber Land und Meer einen Bericht zur Verfügung
geſtellt, der im nächſten Heft veröffentlicht wird. Er
ſchil=
dert zunächſt ſeine erſte Fahrt über den Feind: „Endlich
waren wir ſo weit, die Maſchinen aufmontiert und
ein=
geflogen, die Abteilung ſtartbereit. Am Abend wurden
die Aufträge bekannt gegeben: 380 Kilometer. War das
überhaupt mit dem Stundentanks zu ſchaffen? Wir hatten
uns auf höchſtens 300 Kilometer gefaßt gemacht. Wir
wurden, die die erſten Aufträge bekamen, beneidet!
Um 3 Uhr flogen wir davon. Nur keine Motorpanne!
320 Kilometer ſind wir über Feindesland. Die
Bevöl=
kerung iſt beſtialiſch. Eine Stunde feindeinwärts zu
flie=
gen, heißt drei Tage zurücklaufen. Aber der Mercedes
arbeitet brav und exakt wie ein Uhrwerk. Als wir die
Grenze überflogen, riefen wir beide dreimal Hurra. Zwei
Weſen, eine Welt für ſich! In 700 Meter Höhe hinein in
Feindesland. Unſer Weg führt uns nach Verdun und
darüber hinaus. Ich hatte es vorgezogen, die niedrige
Höhe zu verlaſſen, und war auf 1500 Meter Höhe
ge=
klettert. Der kluge Mann baut vor, denn bisher fehlten
alle Erfahrungen über Beſchießen von Luftfahrzeugen.
Die Straßen zur Maas waren leer, die Dörfer machten
größtenteils einen verlaſſenen Eindruck. Wo ſteckten die
feindlichen Truppen? Wir nahmen damals an, daß ſie
den Maasabſchnitt verteidigen würden. Nach etwa andert=
halbſtündigem Fluge ſchimmerte die Maas zu uns
her=
über — ein Bild des Friedens, wo man hinſchaute. Der
Motor arbeitet brav. Der Blick zu dem Tourenzähler
wird weniger beſorgt, das Ohr hört weniger argwöhniſch
nach den Exploſionen der einzelnen Zylinder, das
Ver=
trauen zum Motor wächſt mit jeder Minute. Ich drehe
mich gerade um, die ſchöne Gegend genießend, da höre ich
meinen Beobachter rufen und ſehe, wie er mir mit
freude=
ſtrahlendem Geſicht die erſten franzöſiſchen Truppen zeigt.
Oeſtlich Verdun lag die Geſellſchaft in vereinzelten, nicht
zu zahlreichen Biwaks, dafür aber um ſo dicker
ſüdweſt=
lich. Es kam Bewegung in einzelne Teile. Weſtlich
Ver=
dun ſahen wir bereits dünne Raucherſcheinungen. „Die
Ha=
lunken feuern auf uns” Hohnlachend flogen wir unſeren
Kurs weiter. 30 Kilometer weſtlich Verdun machten wir
Kehrt. Als wir uns der Maas näherten, ſahen wir vor
uns einen franzöſiſchen Doppeldecker ſich hochſchrauben.
Gerade drauflos! Noch iſt er 200 Meter tiefer als wir.
Wenn ich einen Umweg mache, ſchneidet er mich vielleicht
ab, und ich muß heil nach Hauſe, meine Meldung abgeben.
Wir verfolgen ihn geſpannt. Seine Maſchine klettert gut.
Wir nähern uns ihm ſehr ſchnell. Bald verdeckt ihn mein
linker Flügel, dann taucht er dahinter auf; mein Beobachter
und ich ſchmunzeln uns an. Wir haben beide erkannt, daß
wir ſchneller ſind. Er weicht etwas nach links aus, und in
300 Meter Höhe ſauſen wir mit Hoachtung aneinander
vorbei. .
Die Fahrt nach Hauſe, die 100 Kilometer weit führt,
geht, obwohl das Benzin knapp wird, mit 115 Kilometer
Durchſchnittsgeſchwindigkeit ohne Fährlichkeiten von ſtatten
und die Ankommenden werden mit Jubel von den
Kame=
raden begrüßt. Es zeigt ſich, daß ſie drei Treffer hatten
die, ohne Unheil anzurichten, durch die Tragflächen
ge=
ſauſt waren. Sie waren zu tief geflogen; heute wiſſen ſie,
daß Flieger, die unter 1000 Meter Höhe fliegen, auf jeden
Fall heruntergeholt werden; erſt über 1700 Meter ſind ſie
vor Infanteriegeſchoſſen leidlich ſicher. In den fünf
Wochen ſeit dem erſten Fluge hat die Maſchine dieſes
Flie=
geroffiziers 3000 Kilometer zurückgelegt; ſie hat neun
Schußlöcher erhalten, ohne daß der Feind einen Erfolg
erzielt hätte. Der zehnte Schuß traf in 1400 Meter den
Propeller. Der Offizier war in 2000 Meter Höhe in
Wol=
ken gekommen, und als er durchſtieß, befand er ſich über
feindlichen Truppen, die ſofort ihr Feuer eröffneten.
Plötz=
lich gab es in der Maſchine einen harten Schlag; ein
In=
fanteriegeſchoß hatte das Fahrgeſtell geſtreift und war dann
gegen den Propeller geflogen. Ein 2 Zentimeter breitet
und 15 Zentimeter langer Span war abgeſprungen, aber
der Propeller zog noch genügend durch, und der Offizier
konnte glatt ſeinen Flughafen erreichen.
Von den franzöſiſchen Fliegern erzählt der Offizier,
der „ſeinem ſchönen Handwerk mit Leib und Seele
ange=
hört”: „Ich hatte mir früher eingebildet, ich würde auf
einem mehrſtündigen Fluge unzählbare franzöſiſche
Ma=
ſchinen treffen. Man ſieht ſie nur über ihren eigenen
Truppen. Bei der Fernaufklärung verſagen ſie
vollkom=
men, im Gefecht ſind ſie gut. Sie ſteigen hinter dem
Schlachtfeld mit ihrem leichten kleinen Eindecker im Nu
auf einige hundert Meter, werfen, ohne Gefahr zu laufen,
abgeſchoſſen zu werden, einen Blick auf unſere Stellungen,
und ſind dann im Nu wieder unten. Ihre großen,
ſchwe=
ren Apparate brauchen ſie ſcheinbar nur zur Abwehr.
„Bauernſchreck” haben wir einen rieſigen, ſtahlfarbenen
Farman=Doppeldecker genannt, der, mit einem
Maſchinen=
gewehr verſehen, auf mehrere unſerer Flieger Jagd machte,
auch Flugzeuge traf, aber ohne ernſten Schaden
anzu=
richten.”
Nummer 301.
Darmſtätder Tagblatt, Sonntag, den 1. November 1914.
Seite 3.
willigen müſſen ſich gedulden, bis an ſie die Reihe kommt,
und ihr brennender Wunſch, für das Vaterland zu
kämpfen, in Erfüllung geht. Hier merkt man ſchon ſo
recht, daß es ein Volkskrieg iſt in des Wortes edelſter
Be=
deutung, den wir führen. Aber noch weit erhebender
wirkt es, wenn man ſieht, wie auch alle die ſich wieder zur
Front drängen, die bereits draußen für uns geblutet und
das harte Kriegerleben kennen gelernt haben. Ein Beſuch
in einer ſogenannten „Geheiltenſammelſtelle”
ge=
währt wahrhaft herzerquickende Eindrücke. Täglich werden
dort die vielen Hunderte gemuſtert, die von den Lazaretten
entlaſſen ſind. Da gibt’s ein fortgeſetztes Betteln. Sie
dürfen erſt dann hinaus, wenn der gewiſſenhafte, in ihren
Augen tyranniſche Arzt ſie für vollkommen hergeſtellt
er=
klärt. Aber das Warten mag der Teufel holen! Jeder
verſucht ſeinen Zuſtand beſſer hinzuſtellen, als es wirklich
der Fall iſt. Wer beim Arzt kein Gehör findet, wendet ſich
an den aufſichtführenden Offizier, und dieſem fällt es oft
recht ſchwer, die ihn Beſtürmenden zu überzeugen, daß es
wirklich noch nicht geht, daß ihre Wunden oder ſie ſelbſt
der Pflege noch bedürfen. Die wirklich „felddienſtfähig”
Wiederhergeſtellten werden natürlich baldmöglichſt ihren
Truppenteilen zugeſchickt. Ein kleiner Prozentſatz muß als
„dienſtunbrauchbar” entlaſſen werden, alle übrigen finden
zunächſt bei den Erſatztruppenteilen Verwendung.
Sie dienen dort als Stamm und Lehrmeiſter für die
jun=
gen Soldaten. Dieſe dankbare Aufgabe und die geachteie
Stellung, die ſie ſelbſtverſtändlich als „erfahrene Krieger”
unter ihren jungen Kameraden einnehmen, tröſten ſie
eini=
germaßen über die Wartezeit hinweg, bis dann endlich
auch ihr Sehnen in Erfüllung geht: der Abtransport zur
Front!
Wie wir hören, konnten allein von einer der Berliner
Geheiltenſammelſtellen ſeit deren Errichtung am 30. Auguſt
bereits 5073 Mann entlaſſen werden. Von dieſen gingen
1899 (37,5 Prozent) ſofort zur Front, 2854 (56 Prozent)
wurden zunächſt den Erſatztruppenteilen überwieſen und
nur 322 (6,5 Prozent) waren dienſtunbrauchbar. Da die
Erſatztruppenteile die Mehrzahl der ihnen Ueberwieſenen
natürlich ſehr bald auch haben zur Front abgehen laſſen
und die angegebenen Zahlen ſich nur auf eine der vielen
Sammelſtellen für Leichtverwundete beziehen, kann man
ungefähr ermeſſen, in welch gewaltiger Zahl
wiederher=
geſtellte, verwundete und erkrankte Krieger ſchon jetzt von
neuem in den Reihen des Heeres kämpfen.
Der Heldenmut der Oeſterreicher.
* Wien, 30. Okt. Der Dichter Aage Madelung,
der als Berichterſtatter des Berliner Tageblatts in den
von den Ruſſen ſeinerzeit bedrohten, nunmehr völlig
be=
freiten Karpathen=Komitaten Oſtungarns weilte und
ſo=
eben von dort zurückkehrte, erklärte einem Mitarbeiter der
Wiener Allgemeinen Zeitung: Ich ſchätze mich glücklich,
gerade in Deutſchland und an hervorragender Stelle von
den beiſpiellos tapferen Leiſtungen der
Mon=
archie ſprechen zu können. Deutſchland und die
Mon=
archie gehören zuſammen; ſie ſind ſozuſagen mit einander
verheiratet. Was die Monarchie in dieſem Kriege geleiſtet
hat, wird man erſt richtig und in gebührendem Maße
anerkennen, wenn wieder Frieden geſchloſſen iſt. Ich fuhr
durch Ungarn nach Wien, nahm einen langen,
beſchwer=
lichen Weg durch Galizien, und ich ſah mir dieſe gigantiſche
Front an, auf der die Monarchie mit beiſpielloſem
Opfer=
mut ſich dem rieſigen ruſſiſchen Hauptſtoße
entgegengewor=
fen hat. Dieſem Opfermut iſt es zu danken, daß die
zu=
ſammengeballte Kraft der Ruſſen zerſplitterte. Die
Oeſter=
reicher haben den Strom abgeleitet, der über Schleſien und
Breslau nach Berlin zu fluten gedachte.
Die Treue der Ruthenen.
* Peſt, 30. Okt. Miniſterpräſident Graf Tisza,
der von einer mehrtägigen Inſpektionsreiſe in das
nord=
ungariſche Invaſionsgebiet zurückgekehrt iſt, hat geſtern im
Klub der Regierungspartei ſeine Erfahrungen mitgeteilt
und erklärt, die Ruthenen hätten ſich im allgemeinen
einwandsfrei betragen, nur in drei oder vier Fällen ſei
Verrat vorgekommen. Die rutheniſche Geiſtlichkeit und
Intelligenz hätten ſich tadellos benommen und großen
Patriotismus an den Tag gelegt. Als die ungariſchen
Be=
hörden nach Vertreibung der Ruſſen zurückkehrten,
wur=
den ſie jubelnd begrüßt. Mehrere im Gefolge der Ruſſen
erſchienene orthodoxe Popen verſuchten, die griechiſch
katholiſchen Ruthenen zu bekehren, doch beſchränkte ſich
dieſer Verſuch darauf, daß die Leute gezwungen wurden
an dem orthodoxen Gottesdienſte teilzunehmen. Was das
Verhalten der ruſſiſchen Truppen betrifft, ſo ſagte Tisza
daß die Häuſer, deren Bewohner an Ort und Stelle ge=
blieben waren, ziemlich unbehelligt geblieben ſind. Die
verſchloſſenen Häuſer ſeien erbrochen worden. Vor
Ver=
laſſen der Gegend zertrümmerten die Ruſſen alles, was in
ihre Hände geriet. Sie zerſchlugen die Möbel und
be=
gingen allerlei Ausſchreitungen.
Die geflüchteten Belgier.
* Paris, 31. Okt. Nach einer von dem Miniſterium
des Innern vorgenommenen Zählung beträgt die Zahl
der nach Frankreich geflüchteten Belgier
400000 Perſonen.
Ermäßigung der Brüſſeler Kriegsſteuer.
* Aus Brüſſel wird gemeldet: Nach längeren
Ver=
handlungen wurde die Brüſſeler
Kriegskontribu=
tion auf 45 Millionen Francs feſtgeſetzt. Das bedeutet
eine Ermäßigung von 5 Millionen gegenüber der
zu=
erſt angeſetzten Summe. Die Zahlung erfolgt in
wöchent=
lichen Beträgen von 2½ Millionen Francs.
Der Rücktritt des Prinzen Battenberg.
* Berlin, 30. Okt. (Ctr. Bln.) Zu dem
Rück=
tritt des Erſten Seelords der engliſchen Admiralität,
des Prinzen Battenberg, bemerkt der Berl. Lok.=
Anz.: Der Prinz wurde nicht erſt ſeit Ausbruch des
Krie=
ges mit Gehäſſigkeit verfolgt. Seit Jahren und
beſon=
ders ſeit ſeiner Ernennung zum Erſten Seelord beſchimpfte
ihn das Ingoblatt John Bull faſt in jeder Nummer als
Deutſcher in engliſchen Dienſten. Die Bevorzugung, der
ſich unter der Königin Viktoria alle Battenberger in
Eng=
land zu erfreuen hatten, war etwas ſchwächer geworden,
beſonders unter der Herrſchaft König Georgs und der
Königin Mary. Das Beſtreben, dem Königshaus immer
noch mehr einen rein engliſchen Charakter zu geben, war
und iſt unverkennbar. Das herrſchende Haus möchte eben
zu gerne ſeine deutſche Abſtammung in Vergeſſenheit
ge=
raten laſſen. (Die Königin, geb. Fürſtin von Teck, iſt eine
Enkelin des Herzogs Alexander von Württemberg aus
deſſen unebenbürtiger Ehe mit der öſterreichiſchen Gräfin
von Rhedey. D. R.) Trotzdem hätte man annehmen ſollen
daß König Georg den Prinzen von Battenberg gegen ſeine
Angreifer verteidigt haben würde, wenn auch nur, um der
gegen die deutſche Abſtammung gerichteten Hetze, die
ſchließ=
lich auch ihn treffen würde, ein Ende zu machen. Wenn
dieſe Hetze vor dem Prinzen von Battenberg nicht Halt
machte und ſiegreich blieb, ſo könnte König Georg im Falle
einer Niederlage für England in dem augenblicklichen
Krieg ſich gegen dieſelben Dunkelmänner zu wehren haben
denen er heute ſeinen Admiral ausgeliefert hat. Der
Prinz ſtand übrigens bei ſeinen Kameraden von der Flotte
nicht im Rufe eines tüchtigen Seemanns. Aber dies hat
mit ſeinem Abſchied nichts zu tun, der lediglich darauf
zurückzuführen iſt, daß er einſt Deutſcher war und aus
dieſem Grunde dem verhetzten Volk unausſtehlich erſchien
Die Voſſiſche Zeitung ſchreibt: Beſonders der Admiral
Lord Charles Beresford ging oft mit dem Prinzen und
ſeiner Tätigkeit ſcharf ins Gericht und warf ihm noch im
Frühjahr dieſes Jahres vor, daß unter ſeiner Leitung der
Flottendienſt vernachläſſigt wurde. Welche Gründe jetzt
in Kriegszeit den Rücktritt des Battenbergers von der
Leitung des britiſchen Admiralſtabes veranlaßten, iſt
leider nicht berichtet worden. Wahrſcheinlich werden es
Differenzen mit dem Marineminiſter Churchill geweſen
ſein.
Die Deutſchenverfolgung Englands.
* Berlin, 31. Okt. Die
Maſſenverhaftun=
gen von Deutſchen in England dauern nach dem
Berl. Tageblatt fort. Nicht weniger als 600 naturaliſierte
Deutſche ſind denaturaliſiert worden.
* London, 31. Okt. Die Times melden aus
To=
ronto: An der kanadiſchen Grenze beſteht die
Be=
fürchtung, daß Einfälle der in den Vereinigten Staaten
lebenden Deu tſchen und Oeſterreicher verſucht
werden. Im Fort Eris wurde eine Bürgerwehr gebildet,
um ſolchen Einfällen zu begegnen, die man deshalb
be=
fürchtet, weil das jenſeits der Grenze gelegene Buffalo
über 200000 deutſche Einwohner hat. Eine neue
Verord=
nung geſtattet nur ſolchen Perſonen den freien Zutritt
über die Grenze, die ſeit zehn Jahren das amerikaniſche
Bürgerrecht beſitzen. Man will hierdurch ausländiſche
Arbeiter fernhalten. Da den Deutſchen und Oeſterreichern
Beſchäftigung verweigert wird, und dieſe das Land nicht
verlaſſen dürfen, wird die Regierung wahrſcheinlich ein
Konzentrationslager errichten, um die
notleiden=
den Untertanen der feindlichen Staaten nebſt deren
Fami=
lien zu unterhalten. (!)
* Peking, 30. Okt. Meldung des Reuterſchen
Bu=
reaus: Die Behörden in Hongkong und anderer
bri=
tiſcher Beſitzungen in China haben die Ausweiſung
aller deutſchen und öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Untertanen aus dem britiſchen Gebiet verfügt,
mit Ausnahme derjenigen, die in wehrfähigem Alter
ſtehen. Dieſe ſollen verhaftet werden. Die Verfügung
wird am 1. November rechtskräftig.
Engliſcher Herger.
* London, 31. Okt. Der Marincmitarbeiter der
Times erörtert das neue deutſche Minenfeld an
der Nordweſtküſte Irlands und die
Schwierig=
keiten, die ſich infolge der Privilegien der neutralen
Schiff=
fahrt für das Patrouillieren in der Nordſee ergeben. Die
Privilegien beſtünden hauptſächlich dank der
Rückſicht=
nahme, mit der die Neutralen zu behandeln zweckmäßig
erſcheine. Es müſſe aber die Zeit kommen, wo es
not=
wendig werde, zu erwägen, ob es nicht weſentlich ſei, dem
neutralen Handel in jener Gegend draſtiſchere
Beſchrän=
kungen aufzuerlegen. (Aha!) Es beſteht kein Zweifel, daß
dieſe „Peſtmaſchinen” von den Deutſchen gelegt würden,
um die Bewegungsfähigkeit der engliſchen Flotte
lahmzu=
legen. Damit werde die doppelte Abſicht verfolgt, die
Ent=
fernungen, welche die engliſchen Schiffe zur Erreichung
gewiſſer Punkte zurücklegen müßten, zu verlängern, und
die Routen gefährlicher zu machen. Wenn daher nicht
Gegenmaßregeln ergriffen würden, würde England ſich in
einer unbequemen Lage befinden, wenn die Zeit komme,
einem deutſchen Seeangriff zu begegnen. Einſtweilen
er=
leide der britiſche und der neutrale Handel durch die
See=
minen fortdauernde Verluſte.
Ruſſiſche Lügen.
* Wien, 30. Okt. Das Neue Wiener Tagblatt
ſchreibt: Die Mitteilung des öſterreichiſch=ungariſchen
Ge=
neralſtabes, daß die Ruſſen auf den Kopf eines
öſter=
reichiſch=ungariſchen Truppenführers einen Preis
aus=
geſetzt haben, ſcheint in Petersburg unangenehm
empfun=
den worden zu ſein, eine einfache Ableugnung hätte nichts
genützt. Die Petersburger offizielle Agentur kam daher
auf den traurigen Einfall, die Angelegenheit mit einem
Witz abzutun, indem ſie, ohne an die Siege der
öſterrei=
chiſch=ungariſchen Truppen und die Verluſte der Ruſſen
in den Kämpfen von Krasnik, Zamosce uſw., ſowie vor
den Mauern von Przemysl zu denken, die
öſterreichiſch=
ungariſchen Truppenführer infolge ihrer Unfähigkeit als
die beſten Bundesgenoſſen Rußlands bezeichnete. Wie viele
100000 Ruſſen, fragt das Blatt, müſſen noch umkommen
oder in unſere Gefangenſchaft geraten, bis die
Petersbur=
ger Agentur zufrieden ſein wird? Weit betrübter und
ärgerlicher hat ſich die Petersburger Agentur in einem
anderen Falle gezeigt. Sie ſtellt nämlich voll Entrüſtung
feſt, es ſei ſehr häufig vorgekommen, daß die Ruſſen, wenn
ſie den Angriff auf die deutſchen Truppen eröffneten,
mein=
ten, plötzlich öſterreichiſch=ungariſche Soldaten vor ſich zu
ſehen. Die Abſicht dieſer erſtaunlichen Entdeckung, die
natürlich den Zweck verfolgt, den Deutſchen zu unterſtellen,
daß ſie uns immer den gefährlicheren Platz überlaſſen,
wird deutlich erkennbar aus dem ſcheinheiligen Satz:
„Dank der öſterreichiſch=ungariſchen Opferwilligkeit gelingt
es den Deutſchen, ihre eigenen Truppen zu ſchonen.” Sollte
man es für möglich halten, fragt das Blatt, daß nach ſo
viel von uns und unſerem Verbündeten gemeinſam
ver=
goſſenen Blutes noch ſo viele plumpe Verſuche gewagt
wer=
den, zwiſchen den Kameraden auf Leben und Tod
Miß=
trauen zu ſäen? Die Wahrheit iſt, daß ruſſiſche
Solda=
ten, denen man nach der zweiten Lemberger Schlacht
ein=
redete, unſere Armee ſei völlig vernichtet, überraſcht ſind,
den Vernichteten immer wieder zu begegnen. Da die
Petersburger Agentur ihr Mißvergnügen mverhohlen
äußert, ſcheint es, daß dieſe Begegnungen nicht immer
nach ruſſiſchem Wunſche verlaufen ſind.
Der Aufſtand in Südafrika.
* Berlin, 31. Okt. Zu dem Burenaufſtänd
in Südafrika wird aus Rotterdam gemeldet, die
Er=
hebung der Buren ſei jedenfalls das Werk einer
allge=
meinen Verſchwörung, deren Anfänge weit
zurück=
reichen. Die Buren ſeien ſchon lange mit der engliſchen
Herrſchaft unzufrieden, weil dieſe zu ſehr das farbige
Ele=
ment begünſtige und die reichen Naturſchätze zu
offenſicht=
lich zugunſten der engliſchen Unternehmen und des
Mutter=
landes ausbeute. Man erwartet, daß die
Aufſtändi=
ſchen verſuchen würden, ſich ſo raſch wie möglich in den
Beſitz von Kapſtadt zu ſetzen.
Aus Feldpoſtbriefen.
. . 11. 10. 14.
G . . . .
Meine Lieben!
Wir haben in den letzten Tagen hier, wo wir ſeit dem
2. d. M. liegen, ziemlich Ruhe. Wenn wir in der letzten
Zeit ſo langſam vorwärts kommen, ſo dürft: Ihr nicht
denken, daß unſere Lage bedenklich wäre. Eine Schlacht,
die ſchon wochenlang dauert, geht naturgemäß langſamer
vor ſich, als eine eintägige. Es iſt ein anderes Kämpfen
als in der offenen Feldſchlacht. Beide Teile haben ſich
gut verſchanzt. Tagsüber iſt meiſt nur Artilleriekampf,
die Granaten und Schrapnells fliegen herüber und
hin=
über; nachts geht dann die Infanterie gegen den Feind
vor und ſucht, vom Artilleriefeuer unterſtützt, die
ſeind=
lichen Stellungen im Sturm zu nehmen. Dies alles muß
gut vorbereitet ſein, und um Menſchen zu ſparen, tut man
etwas langſam. Ueber die großen Schlachten und ihre
Zuſammenhänge ſeid Ihr zu Hauſe viel beſſer unterrichter,
als wir im Felde. Die Zeitungen, die bis jetzt in meine
Hände kamen, berichteten, ſoweit ich es kontrollieren konnte,
vollkommen wahrheitsgetreu. Ihr werdet nun gern wiſſen
wollen, ob wir ſchon im Gefecht waren. Nun, von einem
eigentlichen Gefecht kann man ja bei einer
Munitiens=
kolonne nicht reden, denn ſie kann der feindlichen Artillerie
und Infanterie nichts anhaben. In Gefahr ſind wir meiſt
nur, wenn wir mit dem Munitionswagen in die
Feuer=
ſtellung der Geſchütze fahren. Wenn wir in dieſem Falle
Feuer bekommen, ſind wir noch mehr gefährdet als die
Geſchützbedienungen, denn dieſe ſind mit ihren Geſchützen
hinter Erdwällen verſchanzt. Wir fahren aber meiſt in
Feuerſtellung, wenn das feindliche Feuer ſchweigt. Und
ſelbſt wenn wir Feuer bekämen, ſo iſt dies nicht gleich eine
große Gefahr, da ja der Feind faſt nie das hinter einem
Berghügel oder Hauſe ſtehende Ziel ſieht. So ſchießt er
denn zu weit oder zu nah ungefähr auf das Ziel hin. Die
kürzeſten Entfernungen waren 2—300 Meter vor uns und
einige hundert Meter hinter uns. Außerdem pfiffen einige
Infanteriekugeln in unſerer Richtung durch die Luft. In
Gefahr iſt man alſo mehr oder weniger immer. Neulich
brachten wir Munitionskörbe an zwei Geſchütze, die nur
400 Meter hinter unſerer Infanterie ſtanden. Solange
ich bei der Kolonne bin, hat ſie noch keine Verluſte
ge=
habt, vorher hat ſie aber verſchiedene Pferde eingebüßt
und einige Verwundete bekommen, da ein feindliches
Ge=
ſchoß in einen Munitionswagen flog und dieſen zur Ex
ploſion brachte. Gefährlicher als die Infanterie und
Ar=
tillerie ſind für uns die Flieger. Vor ein paar Tagen
kamen wir in ein Dorf und ſchlugen dort unſer Lager auf.
Nach einer halben Stunde erſchien, wie ſchon öfters, ein
franzöſiſcher Flieger über uns. Sofort eröffneten unſere
in die Gegend verteilten Flugzeug=Abwehrkanonen, die auf
Autos transportiert werden, Feuer auf den Kerl. Die
Flieger ſind aber ſehr ſchwer zu treffen. So wurden
faſt 100 Kanonenſchüſſe auf ihn abgegeben, die Infanterie
ſchoß noch dazu, aber alles ohne Erfolg. Schließlich warf
der Flieger einige Bomben herunter. Eine fiel 50 Meter
hinter uns in ein Haus und hatte eine ſtarke Wirkung.
Wäre ſie in unſere Kolonne gefallen, ſo hätten wir ſicher
Verluſte gehabt. Es kam dann der Befehl: Fertig machen!
In einigen Minuten waren wir marſchbereit. Wir fuhren
aus dem Orte heraus, wieder nach G . . . . ., wo wir uns
jetzt noch befinden.
Mein lieber Vater, Du brauchſt Dir keine Gedanken
zu machen, wenn manchmal die Nachrichten von mir
län=
gere Zeit auf ſich warten laſſen. Man hat meiſt keine Zeit
trotzdem wir für das Gefecht nicht allzu viel zu tun haben.
Da muß Waſſer geholt, geſpült, Feuer angemacht werden,
dann brauchen wir wieder Aepfel für Aepfelbrei, Holz,
Kartoffeln uſw.
In der Batterie gibt es ja mehr zu tun, und es iſt
ja dort auch intereſſanter. Man iſt beim Geſchütz, hat
dieſes zu bedienen und dem Feinde auf den Pelz zu rücken.
Aber ſelbſt in der Batterie ſind unſere Verluſte im
Ver=
gleich zur Infanterie gering. Es kommt ſehr ſelten vor,
daß einmal ein Volltreffer in ein Geſchütz ſchlägt. Bei der
Infanterie aber iſt es anders. Ständig ſehen die Leute
dem Tode ins Auge. Trotzdem gehört zum Infanteriſten
nicht mehr Mut als zum Artilleriſten, denn wenn man
ein=
mal das erſte, bedrückende Gefühl überwunden hat, fällt
einem gar nichts mehr darüber ein, wenn die Geſchoſſe
einem um die Ohren pfeifen. Es iſt alles
Gewohnheits=
ſache. So glaubte ich z. B. auch nicht, den Anblick der
Toten ertragen zu können, aber man wird tatſächlich ſo
gefühllos, daß man kaum an den Jammer und das Leid
der Angehörigen denkt, wenn man an den Toten vorbei=
kommt. Die Toten werden meiſt von uns Deutſchen
be=
graben.
Unſer Eſſen iſt in der letzten Zeit ſehr reichlich und gut
geweſen. Jeden Abend faſt wird für unſere Kolonne ein
Stück Vieh geſchlachtet. Fleiſch bekommen wir faſt zu
viel. Knapper iſt es mit dem Brote, aber es iſt mehr, als
wir anfangs bekamen. Wir kochen meiſt Gemüſeſuppe,
Hackfleiſch, Kartoffeln, Aepfelbrei, Erbſen, Linſen, Kaffee.
Der Speiſezettel iſt aber faſt jeden Tag derſelbe. Man
muß vieles trotz allem entbehren.
Etwas heikler iſt die Sache mit dem Nachtlager. Seit
ich bei der Kolonne bin, haben wir noch nicht in feſten
Ge=
bäuden geſchlafen, immer in unſeren Zelten. Die
Unter=
lage iſt Stroh; und vollſtändig angezogen, mit Mantel,
legen wir uns in die Zelte und haben oft morgens eiskalte
Füße. Neulich habe ich mir aus einem Bette unter dem
Sande eine warme Decke geholt. Eine Granate war durch
die Wand gegangen und hatte die Lehmerde über das
Bett geworfen.
Nun will ich Euch noch ſchildern, wie das Land
aus=
ſieht. Hier iſt nur Trauriges zu berichten: Kaum iſt ein
Dorf oder eine Stadt vom Artilleriefeuer verſchont
geblie=
ben. Es gibt Dörfer, wo faſt kein Ziegel mehr auf den
Dächern und keine Fenſterſcheibe ganz iſt. In der letzten
Zeit verging faſt kein Abend, wo nicht an 3—4 Stellen der
Himmel gerötet war und Dörfer brannten.
Nieder=
gebrannte Dörfer und Städte ſehen zwar ſchrecklich aus,
aber noch trauriger iſt der Anblick, wenn die Geſchoſſe
kek=
nen Brand verurſachten, ſondern nur alles kurz und klein
ſchlugen. Oede ſtehen die Mauern, die Möbel liegen auf
der Straße, Vieh läuft auf dem Felde herum, anderes liegt,
von Granaten getroffen, haufenweiſe in den Gärten. Die
Bewohner haben faſt alle ihre Heimat verlaſſen. Wo
mögen ſie untergekommen ſein, die nur das nackte Leben
gerettet haben? Dageblieben iſt meiſt nur die arme
Be=
völkerung, die während der Beſchießung in den Kellern
blieb. Wie viele mögen auch in den zuſammengeſtürzten
Kellern ihr Grab gefunden haben! Die Zurückgebliebenen
haben außer Kartoffeln faſt nichts zu eſſen. Brot
bekom=
men ſie ab und zu von uns. Geſtern habe ich mich mit
dem hieſigen Bürgermeiſter unterhalten, der
zurückgeblie=
ben iſt, da er nur ein Bein hat. Er ſprach ſehr
vernünf=
tig. Das Volk hat hier ſicher nicht den Krieg gewollt.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. November 1914.
Nummer 301.
Der einzige Freund der Mohammedaner.
* Konſtantinopel, 31. Okt. Die Blätter geben
einen Artikel des Teheraner Blattes Reſobad wieder, der
die Ueberſchrift trägt: „Der deutſche Kaiſer und die
muhammedaniſche Welt”. Es wird in ihm hervorgehoben.
daß der einzige Freund der Muhammedaner
Deutſchland ſei, nach welchem ſich alle Blicke der
Muſelmanen wenden. Die Tatſache, daß Deutſchland mit
dem Sitze des Kalifats immer herzliche und
freundſchaft=
liche Beziehungen unterhalten habe, habe ihm die
Sym=
pathien aller Muſelmanen gewonnen.
Die Unparteilichkeit der Schweiz.
* Zürich, 30. Okt. Wie die Neue Züricher Zeitung
meldet, hat der Vertreter des Piccolo eine hochgeſtellte
Perſönlichkeit des ſchweizeriſchen Bundesrats über die
Einfuhr italieniſcher Ware nach
Deutſch=
land und die Lieferung ſchweizeriſcher Kriegskonterbande
nach Deutſchland befragt. Die Antwort lautet, die Schweiz
könne die Durchfuhr nicht hindern. Dieſe Frage gehe allein
Italien und Deutſchland an. Dieſes beziehe ſich auch auf
die Tauſende italieniſcher Eiſenbahnwaggons. Die
Weiter=
ſendung von in Italien durch Schweizer gekauften
Lebens=
mittel nach Deutſchland ſei verboten durch das allgemeine
Ausfuhrverbot von Lebensmitteln. Die Schweiz verfolge
ſtreng jede Geſetzesübertretung und ebenſo jeden Fall von
Kriegskonterbande. Sie habe kein Intereſſe daran, für
den einen oder den anderen der Kriegführenden Partei zu
ergreifen und ſei nur auf ihre Integrität und
Unabhängig=
keit bedacht.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. November.
* Ordensverleihungen. Ihre Königl. Hoheit die
Großherzogin haben dem Hoftheaterdiener Carl
Auguſt Meyer das Silberne Kreuz des Philipps=Ordens
und dem Kammermuſiker Leopold Schutter das
Silberne Ehrenkreuz für 25 Jahre Hofdienſt verliehen.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Ihre Königl.
Hoheit die Großherzogin den Oberförſter der
Ober=
förſterei Friedberg Forſtmeiſter Ludwig Spieler zu
Friedberg auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner
langjährigen treuen Dienſte, mit Wirkung vom 1. Dezember
d. Js. an und ihm aus dieſem Anlaß die Krone zum
Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen verliehen; ferner den Kanzleiinſpektor bei
dem Miniſterium der Finanzen Kanzleirat Heinrich
Donges zu Darmſtadt unter Anerkennung ſeiner
lang=
jährigen treuen Dienſte vom 1. Dezember d. Js. an und
ihm aus dieſem Anlaß die Krone zum Silbernen Kreuz
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Ernannt haben Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin den Miniſterialkanzliſten bei dem Miniſterium
der Finanzen Hermann Koch zu Darmſtadt vom 1.
De=
zember d. Js. an zum Kanzleiinſpektor bei dem
Mi=
niſterium der Finanzen.
* Entlaſſen wurde der Dammwärter Eberhard
Junker zu Gernsheim auf ſein Nachſuchen vom 1.
No=
vember 1914 aus dem Staatsdienſte.
* Militärdienſtnachrichten. Befördert: Zum
Oberleut=
nant der Lt. Frhr. Löwvon und zu Steinfurth der
Landw.=Kav. 1. Aufgeb. (Gießen); zu Leutnants der
Re=
ſerve der Vizewachtmeiſter Reichenheim (I
Darm=
ſtadt); die Vizefeldwebel Horch, Daab, Walch,
Berge=
mann (Darmſtadt), Rößler (Mainz), Fuhry
(Worms), Koch (Gießen).
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Hauptmann und
Batteriechef im Bad. Feldart.=Regt. Nr. 30 Max
Emmer=
ling hat das Eiſerne Kreuz 1. Klaſſe erhalten. Das
Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe erhielt in Frankreich wegen
her=
vorragender Tapferkeit der Unteroffizier Ernſt
Semm=
ler vom Kaiſerin Eliſabeth=Garderegiment (
Charlotten=
burg). Semmler iſt geborener Darmſtädter und war
bis=
her Gärtner in der hieſigen Knabenarbeitsanſtalt. Ferner
erhielt das Eiſerne Kreuz der Offizierſtellvertreter im
Art.=Regt. Nr. 61 Hermann Kurz, Diplom=Ingenieur
im Techn. Bureau Dr.=Ing. Heyd.
g. Das Schwurgericht der Provinz Starkenburg
be=
ginnt ſeine Sitzung für das 4. Quartal 1914 am Montag,
7. Dezember, vormittag 9½ Uhr, unter dem Vorſitze des
Herrn Landgerichtsrats Lebrecht. Zur Verhandlung
kommt auch die Anklage gegen den Studenten Vogt und
Frau Heydrich wegen der Ermordung des
Privat=
gelehrten Heydrich.
— Großh. Hoftheater. Der Spielplan für
dieſe Woche geſtaltet ſich folgendermaßen: Heute
Sonntag geht Offenbachs phantaſtiſche Oper „
Hoff=
manns Erzählungen” deren außerordentlich ſtarker
Er=
folg bei der Wiederaufnahme einſtimmig konſtatiert
wurde, in Szene. Es gelten die kleinen Preiſe. Montag
bleibt das Hoftheater geſchloſſen. Dienstag wird Gogols
ſatiriſche Komödie aus dem ruſſiſchen Beamtenleben
Der Reviſor” zum erſtenmal wiederholt. Wie der
Generaldirektion gleich nach der Premiére mitgeteilt
wurde, wird das Werk nunmehr von einer großen
An=
zahl deutſcher Bühnen vorbereitet. Die Schilderung
ruſſiſcher Zuſtände, die an Aktualität nichs zu wünſchen
übrig läßt, hat bei der Erſtaufführung Lachſtürme
er=
regt und den außerordentlichen Erfolg der Komödie
entſchieden. Mittwoch geht Richard Wagners „
Lohen=
grin‟ Donnerstag zum erſtenmal in dieſer Spielzeit
Mozarts „Hochzeit des Figaro” in Szene. Am Freitag
wird „Huſarenfieber” wiederholt. Für alle Vorſtellungen
dieſes Repertoires gelten die kleinen Preiſe.
Von der Heag. Nachdem das erforderliche Perſonal
ausgebildet iſt, wird von Sonntag, den 1. November, ab
auf den Linien 7 und 8 verſuchsweiſe der
7½=Minutenbetrieb eingeführt. Die Wagen
werden fahren: Ab Faſanerie von 7/4 bis 1004 alle
30 Minuten, ab Taunusſtraße von 617 bis 702 alle
15 Minuten, von 710 bis 832 alle 7½ Minuten, von 847
bis 1007 alle 15 Minuten, außerdem 1032 und 1102 nach
Landskronſtraße, bezw. Weinbergſtraße; ab Taunusſtraße
von 617 bis 1002 alle 15 Minuten, außerdem 132 und
1102 nach Eberſtadt; von Eberſtadt Wartehalle von 543
bis 928 alle 15 Minuten, außerdem 958, 1028 nach
Taunus=
ſtraße, 1043 nach Schloß. Sobald weitere Schaffner
aus=
gebildet ſind, wird auch auf der Linie 9 der 7½=
Minuten=
betrieb eingeführt werden. Da jedoch zu erwarten iſt,
daß von dem älteren Perſonal noch Leute einberufen
werden, iſt ſpäter wieder mit neuen Verkehrsbeſchränkungen
zu rechnen.
* Seltenes Jubiläum. Margarete Eidenmüller
aus Affhöllerbach i. O. iſt 25 Jahre als Köchin bei Leon
Beuer, Wendelſtadtſtraße 9, tätig.
* Im Silberkranz. Rechnungsrat Koller und
Frau, Soderſtraße 13, feiern am 2. November das Feſt
der Silbernen Hochzeit.
Einziehung von Forderungen deutſcher
Gläu=
biger in den okkupierten Gebieten Belgiens. Die
Großh. Handelskammer Darmſtadt iſt in der
Lage, den Intereſſenten nähere Mitteilungen über die
Behandlung von Wechſelforderungen, Warenforderungen,
Bankguthaben und Sparkaſſeneinlagen in Belgien zuteil
werden zu laſſen.
— Die Verſorgung Deutſchlands mit Leuchtöl iſt
nicht ſo reichlich, um davon abſehen zu können, auf eine
Einſchränkung des Verbrauchs hinzuwirken.
Es wird ſich daher empfehlen, daß die Bevölkerung ſich
mehr an die Verwendung von Spiritus zu
Beleuchtungs=
zwecken gewöhnt.
* Verſorgung der heſſiſchen Städte mit Kartoffeln.
Um die Befürchtungen der Städte, für kommenden Winter
ihre Bevölkerung nicht mit genügenden Mengen von
Kar=
toffeln verſehen zu können, zu zerſtreuen, erſucht die
Land=
wirtſchaftskammer die heſſiſchen Landwirte, keine
Kartof=
feln nach den benachbarten Staaten abzugeben, ſondern
ſie in den heſſiſchen Städten zum Verkauf zu
bringen. Die ſtädtiſche Bevölkerung aber wird gebeten,
nicht zu ſehr auf die ſofortige Lieferung zu drängen, da
die Landwirte zurzeit mit der Feldbeſtellung noch ſtark
in Anſpruch genommen ſind.
Heimarbeiterinnen=Fürſorge. Man ſchreibt uns:
Um einem vielfach verbreiteten Irrtum vorzubeugen, ſei
mitgeteilt, daß die Geſchäftsſtelle der
Heim=
arbeiterinnen ſich nach wie vor Waldſtraße 19, II,
befindet und außer Samstag und Sonntag täglich von 9
bis 12 Uhr und von 3—6 Uhr geöffnet iſt. Noch immer
mehrt ſich die Zahl der Arbeitſuchenden, der Winter ſteht
vor der Tür und bringt neue Nöte. Demgegenüber iſt
leider ein Rückgang an Aufträgen zu verzeichnen,
der im Intereſſe der Frauen, die mit Rückſicht auf ihre
Familienpflichten auf die Heimarbeit angewieſen ſind,
ſehr zu bedauern iſt. Zwar verdankt der Heimarb.=Verein
der Initiative der Stadtverwaltung und den Bemühungen
des Herrn Geh. Rat Noack einen größeren behördlichen
Auftrag, durch den etwa 130 Arbeiterinnen beſchäftigt
werden können. Irrtümlich war aber in einem Bericht der
Frauenhilfe an dieſer Stelle angegeben, daß dieſer Auftrag
ein dauernder ſei. Dazu ſei bemerkt, daß infolge
einge=
tretenen Tuchmangels eine zweite Sendung von
Hand=
ſchuhen vorerſt nicht erfolgen kann, was umſo
bedauer=
licher iſt, als gerade dieſe Arbeit auch weniger geſchulten
Kräften Verdienſtmöglichkeiten bot. Es ergeht deshalb an
alle, die helfen können und wollen, die herzliche Bitte,
den Heimarbeiterinnen Arbeit zuzuweiſen. Es iſt ſtets ein
kleiner Vorrat von Liebesgaben für Soldaten da, durch
deren Herſtellung ſtändig einige Frauen beſchäftigt werden.
Auch durch Abnahme derſelben wird der guten Sache
gedient.
* Johannesgemeinde. Bei dem Ernſt der Zeit hat
der Kirchenvorſtand beſchloſſen, von einer geſelligen Feier
des 20jährigen Beſtehens der
Johannis=
kirche abzuſehen. Dagegen werden die
Gemeinde=
glieder zu ernſter Beratung auf Dienstag, den 3.
Novem=
ber, abends 8 Uhr in das Gemeindehaus eingeladen. Dort
hält der Frauenverein ſeine Hauptverſammlung ab,
bei welcher Herr Pfarrer Marx einen auch für weitere
Kreiſe berechneten Vortrag über das Thema: „Krieg und
Gemeindeleben” halten wird. Der Eintritt iſt frei. (S.
Anzeige.)
— Forchhammer=Konzert. Man ſchreibt uns: Herr
Kammerſänger Ejnar Forchhammer, der
Helden=
tenor des Kgl. Theaters in Wiesbaden, hat ſich in
liebens=
würdigſter Weiſe erboten, zum Beſten der
Liebesgaben=
ſammlung des Roten Kreuzes und der Kriegsfürſorge der
Stadt Darmſtadt den von ihm auswärts mit
ungewöhn=
lichem Erfolge veranſtalteten Vaterländiſchen
Abend auch hier in Darmſtadt zu wiederholen. Zur
Ausführung des Programms, das Lieder für Sopran und
Tenor, Duette und Rezitationen bringt, wird ſich mit dem
berühmten Künſtler ſeine Gattin, die Konzertſängerin
Frau Nane Forchhammer, vereinigen. Der Vorverkauf
der Eintrittskarten beginnt Dienstag.
* Humor im Felde. Daß es unſeren tapferen
Kriegern trotz des Ernſtes des Krieges am nötigen Humor
nicht mangelt, zeigt eine Feldpoſtkarte, die uns zuging:
W. Nr. 73. R..., den 23./10. 1914. Bezugnehmend auf
Ihr Inſerat in Nr. 284 des Darmſtädter Tagblattes
teilen wir Ihnen mit, daß unweit von hier im
Schützen=
graben der 21. Diviſion ein Zimmer mit ſeparatem
Eingang zu vermieten iſt. Preis nach Uebereinkunft.
Mit Gruß! Mehrere Darmſtädter der 21. Diviſion.
* Beim Entladen von Kohlenwagen haben ſich an
zwei Stellen, von denen eine im Korpsbezirk, je 2
gela=
dene franzöſiſche bezw. engliſche Granaten gefunden.
Alle Kohlenintereſſenten werden vom Stellv.
Generalkom=
mando des 18. Armeekorps aufgefordert, ähnlichen
Vor=
kommniſſen, denen zweifellos verbrecheriſche Abſichten
zu=
grunde liegen, durch ſorgfältige Inſtruktion ihrer
Aus=
lader uſw. ihre volle Aufmerkſamkeit zu ſchenken, damit
Unglücksfällen vorgebeugt wird.
Rotes Kreuz.
(Geöffnet von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends.
Zen=
tral=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 25;
Krankenbe=
förderungs=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernſprecher 2576;
Materialien=Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20;
Liebes=
gaben=Transport=Abteilung: Neckarſtraße 8, Fernruf 2421.)
Auf Anregung des Zentral=Komitees der Deutſchen
Vereine vom Roten Kreuz ſoll ein neuer Weg beſchritten
werden, dem letzteren einen Teil der zur Löſung ſeiner
vielſeitigen Aufgaben nötigen Gelder zuzuführen. Wir
erhielten Geldſpenden bisher durch die opferwilligen und
zahlreichen Zuwendungen aus allen Kreiſen, entweder
einzeln überbracht oder vorher geſammelt und uns dann
überwieſen. An dieſem bewährten Verfahren bitten wir
die Freunde des Roten Kreuzes auch ferner feſtzuhalten.
Daneben liefen aber ſeither Sammelbüchſen an
öffent=
lichen Stellen, in Räumen und auf der Straße in unſerem
Dienſte um und dieſes Verfahren hat zu mancherlei
Un=
zuträglichkeiten, zu Betrug und zur Beläſtigung des
Pu=
blikums geführt. Es ſoll daher als ungeeignet abgeſchafft
werden. Trotzdem darf der kleine gelegentliche Beitrag,
Ein Abend bei Hindenburg. Eine Hindenburgſpende
war von mehreren Herren aus Danzig zu den Truppen
des Generaloberſten von Hindenburg gebracht worden.
Die Herren erhielten von ihm eine Einladung zu Tiſch.
Darüber wird in den Danziger Neueſten Nachrichten
be=
richtet: Etwa 40 Herren nahmen an der Tafel teil. Den
zurückgebliebenen franzöſiſchen Koch hat Herr von
Hinden=
burg nicht in ſeine Dienſte genommen, ein deutſcher Koch
aus den Reihen ſeiner Soldaten bereitet das Eſſen. Ein
gemeinſamer großer Raum iſt als Kantine
eingerich=
tet, in dem der General mit ſeiner Umgebung, ſowie einige
Offiziere ſpeiſen. Es gibt nur eine Hauptmahlzeit. In
der Regel iſt dies 8 Uhr abends. Mittags gibt es nur ein
Frühſtück. Wer dienſtfrei iſt, erſcheint pünktlich, alle
übri=
gen erſcheinen zwanglos. Das Eſſen iſt denkbar einfach.
Es gab einen einzigen Gang, und zwar Huhn mit Reis,
dazu ein einziges Schüſſelchen Kompott, das nur für Herrn
von Hindenburg und ſeine Umgebung beſtimmt war. Die
Unterhaltung war angeregt und intereſſant, wenngleich
über deren Inhalt aus begreiflichen Gründen wenig geſagt
werden kann. Stadtverordneter Fuchs aus Danzig und
Landeshauptmann Senfft von Pilſach hatten mit kurzen
Anſprachen an Herrn von Hindenburg die Spenden
ver=
abfolgt. Herr von Hindenburg dankte, und erfreut nahm
er die Spende für ſeine Truppen an. Er ſprach ſeine
Freude darüber aus, daß es ihm als einem Sohne ſeiner
Heimat vergönnt ſei, dieſe von den Ruſſen zu befreien,
wie er auch hoffe, daß es ihm weiterhin möglich ſein werde,
die Ruſſen erfolgreich zu ſchlagen. Der Generaloberſt ſah
friſch und geſund aus. Er iſt eine kernige, echte
Soldaten=
geſtalt, ergrautes, aber volles Haar umrandet ſeinen Kopf
mit energiſchen Zügen. Alle Gerüchte, daß Herr von
Hindenburg unter bedenklichen
Krankheitserſchei=
nungen zu leiden habe, ſind falſch. Davon konnten wir
uns zur Genüge überzeugen. Herzlich lachte er über die
Leute, die ihm ein Gallenſteinleiden zuſchreiben. Er bat
die Heren, doch dieſe Gerüchte, die ihm ein Leiden
zuſchrei=
ben, aus der Welt zu ſchaffen. Nicht weniger als 82
Mittel gegen Gallenſteine habe man ihm ſchon
empfohlen, doch könne er ſie nicht anwenden, weil er nichts
ſpüre. Kein Wort ſei daran wahr, daß er nicht zu Pferde
ſteigen könne. Er iſt von gutem Humor und eine gut
ge=
baute Prachtgeſtalt. Herr von Hindenburg erwähnte, er
könne ſich vor Zuſchriften nicht retten, die ihm Vorſchläge
für die Kriegführung machten. Jemand habe ihm
einen Plan geſandt, wie die Ruſſen zu ſchlagen ſeien und
er recht bald nach Petersburg gelangen könne. Freilich
könne er von dieſen Plänen keinen Gebrauch machen, da
er ſeine eigenen ſchon fertig habe.
* Engliſche Kriegs=Lügenchronik. (Aus amerikaniſchen
Zeitungen uns zur Verfügung geſtellt. 29./9.. Deutſcher
Rückzug wird berichtet. Der Kaiſer verſchiebt die Linie,
um v. Kluck zu retten. Deutſche Truppen verfehlen, das
franzöſiſche Zentrum zu durchbrechen. Es wird
berich=
tet, daß die Deutſchen unter v. Kluck im vollen Rückzug
ſind. Paris, 29./9.: Der rechte Flügel der deutſchen Armee
in Frankreich iſt in vollem Rückzug nach Information
vom Norden. General v. Kluck, Kommandeur der Armee,
die den deutſchen rechten Flügel bildet, bot General Joffre
die Uebergabe an, wenn den Deutſchen erlaubt würde, mit
den Waffen nach Deutſchland zurückzukehren. Dies wurde
abgelehnt. (Als beſonders wichtige Nachricht rot gedruckt.)
Deutſcher Flieger tötet 5 Kinder, indem er Bomben auf eine
Schule wirft. 30./9.: Die Franzoſen fingen den
bayeri=
ſchen Kronprinzen. Große deutſche Niederlage.
Deutſch=
land gibt Rückzug des rechten Flügels zu. Franzoſen
gewinnen große Schlacht an der belgiſchen Grenze. 1./10.
Die Deutſchen fechten, um ihren Rückzug zu maskieren.
Die Franzoſen kämpfen, um die deutſchen Rückzugslinien
abzuſchneiden. Die Verbündeten treiben beide deutſche
Flügel zurück. Deutſche Flanken in ernſter Gefahr. Die
deutſche Baſis fällt. 2./10.: Zu ſpät, zu entkommen, ſehen die
Deutſchen ihrer Vernichtung entgegen. Deutſcher
Kron=
prinz verwundet. 4000 in Steinbrüchen abgeſchnittene
Deutſche werden bombardiert. 3./10.: Der Kaiſer entkommt
knapp auf der Flucht von Rußland. Der Zar bricht auf
um ſeine Armeen nach Berlin zu führen. Des Kaiſers
Erbe iſt in neuer Bewegung in die Flucht geſchlagen. Des
Kaiſers verzweifelte Anſtrengungen, den rechten Flügel zu
retten, ſchlagen fehl. 4./10.: London berichtet über die
Ge=
fangennahme von 40000 Deutſchen von v. Klucks Armee.
150 Spezialzüge nach dem Norden Frankreichs beordert,
um die große Menge deutſcher Gefangener aufzunehmen.
5./10.: v. Kluck ſoll im Netz gefangen ſein. Ruſſiſcher Sieg
in 5 Tage dauernder Schlacht. 6./10.: Die Deutſchen
trei=
ben die flankierende Kolonne zurück, als die Verbündeten
ihre Linie nordwärts ausſtrecken. Der Kaiſer ſtürzt den
Chef des Generalſtabes v. Moltke. Neue deutſche
Streit=
kräfte im Norden bedrohen den linken Flügel der
Ver=
bündeten und blockieren die Straße nach Belgien. Die
deutſche Linie wird zerriſſen. 7./10.: Deutſches
Torpedo=
boot durch eine Mine oder Unterſeeboot zum Sinken
ge=
bracht. 8./10.: Indiſche Truppen ſchlagen deutſche
Ka=
vallerie. 9./10.: London hört, daß Antwerpen in
Flam=
men ſteht. Antwerpen fällt. 10./10.: Die Verbündeten
gewinnen große Schlacht nördlich von Lille. 11./10.:
Deutſche Luftſchiffer bringen Tod nach Paris. Deutſche
durch die Ruſſen in Oſtpreußen zurückgeſchlagen. 12./10.:
Die Verbündeten führen einen neuen Schlag, um die
Deutſchen in Belgien zu umzingeln. Die Verbündeten
er=
ſtürmen eine Stellung im deutſchen Zentrum. Die
Deut=
ſchen bedrohen Oſtende. (Man ſieht, daß die Lügen gegen
das Ende hin etwas abflauen.)
* Aus einem ruſſiſchen Gefangenenlager in der
Pro=
vinz Brandenburg weiß die Köln. Ztg. u. a. folgendes zu
berichten: Hocherfreut waren die Gefangenen, als ihnen
kürzlich geſtattet wurde, einen Geſangverein zu bilden.
Allabendlich ſingen ſie nun — etwa 50 — unter der
Lei=
tung ihres Dirigenten, eines Petersburger
Konzerk=
meiſters, eine Stunde in einem Raume des Lazaretts
ruſ=
ſiſche Volkslieder, auf dieſe Weiſe ihre verwundeten
Kame=
raden, von denen es noch einige Hundert gibt, ergötzend.
Zu dieſen muſikaliſchen Unterhaltungen tragen auch noch
bei ein Opernſänger (Baſſiſt), ſowie ein
Mandolinen=
ſpieler, der in Rußland ſchon in großen Konzerten ſeine
Kunſt gezeigt haben ſoll. Jedenfalls geht es den euſſiſchen
Gefangenen in Deutſchland nicht ſchlecht; beſſer wohl, als
manche es eigentlich verdienen. Bezeichnend für ihr
Wohl=
befinden ſind die Worte, mit denen einer der Ruſſen
ſei=
nen Brief, der in die Heimat gehen ſollte, begann: „Ich
befinde mich, Gott ſei Dank, in deutſcher
Gefan=
genſchaft.‟ Es wurde von den Gefangenen erzählt,
daß einer ihrer Hauptleute, als der Angriff der Deutſchen
erfolgte, hinter der Schützenlinie ein Loch ausgraben ließ,
ſich hineinlegte und drei Soldaten befahl, ſich darüber zu
legen, und als kurz darauf die Gefangennahme erfolgte,
er vor den Deutſchen kniefällig um Schonung ſeines Lebens
flehte. Viele Ruſſen ſprechen deutſch, etwa 500 ſogar
ziem=
lich fließend. Es ſind dies in erſter Linie die Deutſchruſſen
und Letten aus den baltiſchen Provinzen, ferner die
polni=
ſchen, ſowie andere Juden. Es berührt überhaupt
ſon=
derbar, wenn man das Sammelſurium von Raſſen im
ruſ=
ſiſchen Heere unter den Gefangenen vertreten ſieht:
Ruſſen, Polen, Juden, Deutſche, Letten, Eſthen, Finnen,
Tataren, Armenier uſw., und man verſteht, daß ein ſolches
Heer niemals ein leiſtungsfähiges und begeiſtertes
Volks=
heer wie das deutſche ſein kann. Einer der deutſch
rade=
brechenden Ruſſen, der bei den Maſuriſchen Seen in
Ge=
fangenſchaft geriet, nach dem Hergang befragt, ſagte im
Bruſtton der Ueberzeugung: „Was wir konnten machen?
Vorne Hurra, hinten Waſſer. War ſich nichts
zu machen!“
Seite 5.
Nummer 301.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. November 1914.
bei dem viele Wenig ein Viel machen, nicht verſchwinden.
Da hat man ſich nun zur Einführung der ſogenannten
Kreuzpfennigſammlung entſchloſſen. Es ſollen
künftig Beſitzer von Gaſthöfen, Läden, Speiſe= Kaffee=
und Warenhäuſern und dergl. briefmarkenähnliche
Kreuz=
pfennigmarken vorrätig halten und dem Käufer und
Zah=
ler bei Begleichung irgend einer Rechnung oder Zeche zum
Kauf und Verwenden anbieten dürfen, in jedem vom
Kunden oder Gaſt gewünſchten oder geſtatteten Betrag,
jedoch nicht unter 5 Pfennig. Auf dieſe Weiſe ſteht zu
hoffen, daß wir ohne große Beläſtigung des Publikums,
deſſen Entſchließungen, zu geben oder abzulehnen,
natürlich freibleiben, der guten Sache des Roten
Kreuzes anſehnliche Beträge zuführen können.
Wir gewinnen dadurch auch diejenigen als
Spen=
der, die ſeither außer Stande waren, etwas für
uns zu tun, weil ihnen größere Beträge nicht zu Gebote
ſtanden, oder ſie nicht in den Bereich der Sammelbüchſen
kamen. Auch wird erwartet, daß die Abſender von
Poſt=
karten und Briefen ins Feld als Entgelt für deren
porto=
freie Beförderung ſie mit einer Kreuzpfennigmarke
be=
kleben. So wird der guten Sache vortrefflich und mit
einem verſchwindend kleinen Opfer für den Einzelnen
gedient und unſeren Vaterlandsverteidigern ſichtbar vor
Augen geführt, daß ihrer auch in der Organiſation
ge=
dacht wird, auf deren Fahne die Pflege von Verwundeten
und Kranken geſchrieben ſteht.
Um nun diejenigen, die uns als Verkäufer dieſer
Mar=
ken helfen wollen, Gelegenheit zur Ausſprache,
Einfüh=
rung und Vereinbarung zu geben, werden alle Beſitzer
von Fabriken, Läden, Gaſt= Speiſe= und Kaffeehäuſern
und deren Angeſtellte eingeladen, ſich Donnerstag, den
5. November d. J., abends 8½ Uhr, im Saale des
Muſik=
vereins, Steinſtr. 24, zu einer Sitzung einfinden zu
wol=
len. (Vergl. auch die Anzeige in Nr. 301 dieſes Blattes.)
Ihnen und allen, die uns helfen wollen, eine in der
Oeffentlichkeit als läſtig empfundene Einnahmequelle durch
eine praktiſche zu erſetzen, danken wir ſchon heute herzlich.
Wir brauchen Geld, um den vielſeitigen Anforderungen,
die an uns geſtellt werden, auch nur einigermaßen gerecht
werden zu können.
In den letzten Tagen hat wieder ein Teil des von
uns bereitgeſtellten Perſonals im Etappengebiet
Verwendung gefunden, nämlich 3 Pfleger der
Genoſſen=
ſchaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege, die zur
Be=
gleitung der von Ihrer Kgl. Hoheit der Großherzogin dem
Generalkommando 18. Armeekorps überwieſenen, zur
Beförderung von Verwundeten eingerichteten großen
Kraftwagen kommandiert worden ſind. Ferner ein aus
41 Pflegern und Trägern unſerer Sanitätskolonnen und
der Genoſſenſchaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege
zuſammengeſtellter Begleittrupp, der am 31. Oktober an
eine Grenzſtation im Weſten abgegangen iſt. Endlich eine
Gruppe von 10 Krankenpflegerinnen der Schweſternſchaft
des Stadtkrankenhauſes Offenbach a. M., die wir auf
Er=
ſuchen eines Kriegslazarettdirektors heute ebenfalls nach
Weſten abgeſchickt haben.
Auskunftsſtellen für Sendungen ins Feld, für das
Polizeirevier I: Mühlſtr. 60, II: Mauerſtr. 17, III:
Bis=
marckſtr. 65, IV: Heidelberger Str. 24, V: Ludwigshöhſtr. 69,
VI: Hoffmannſtr. 57, VIII: Viktoriaſtr. 34.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 31. Oktober 1914
1,40 M.
Butter, ½ kg
in Part. ½kg . 1,30 M.
12 Pf.
Eier Stück
Schmierkäſe, ½ Lit. 20 Pf.
Handkäſe, Stück 5—11 Pf.
Kartoffeln, Zentner 3.50 M.
Kumpf
(10 Liter) 60 Pf
½ kg . 4 Pf.
Mäuschen,
½ kg 9—10 Pf
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg. . 10— 15 Pf.
Zitronen, Stück . 6—8 Pf.
Apfelſinen, Stück 6—10 Pf
Birnen, ½ kg . 10—15 Pf.
Quitten, ½ kg 16—18 Pf.
Schwämme, ½ kg 25—40 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 5—6 Pf
Endivien, Stück 4—7 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 2—3 Pf
Rettiche . Stück 4—5 Pf.
Meerrettich, Stück 10—20 Pf.
Roterüben, ½ kg 6—10 Pf.
Zwiebeln, ½ kg 10—12 Pf.
Tomaten, ½ kg 18—20 Pf.
Spinat, ½ kg . 18—20 Pf.
Weißkraut, Stück 12—20 Pf.
Rotkraut, Stück 10—35 Pf.
Blumenkohl, Stück 20—50 Pf
Wirſing, Stück . 5—10 Pf.
Grünkohl, Stück . . 5 Pf.
Roſenkohl, ½ kg . 20 Pf.
Gelberüben, ½ kg 4—5 Pf
Bündel —
Sellerie, Stück . 3—15 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 0,90—1 M.
Enten, Stück 3,00—3,50 M.
Hahnen, Stück 1,50—2,00 M.
Hühner, „ 2,00—2,50 M.
Tauben, Stück 50—60 Pf.
Haſen, Stück . 3,80—4 M.
Lapins, Stück 0,90—1 M.
Fiſche:
. 1 M.
Hecht, ½ kg . .
. . 1 M.
Aal, ½ kg
Andere Rheinfiſche,
½ kg 35 Pf.
Kabliau, ½ kg . 40 Pf.
Schellfiſche ½ kg . — Pf.
In den Fleiſchſtänden.
Rindfleiſch, ½ kg 70—76 Pf.
Kalbfleiſch, ½ kg . 90 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 80 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 60 Pf.
Rindswürſtchen, Stück
15—20 Pf.
Schweinefleiſch mit
Beilage, ½ kg 90 Pf
ohne Beilage 1 M.
Geſalzenes und Koteletts,
kg 90 Pf.
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
½ kg .70 Pf.
Groß=Gerau, 31. Okt. (Goldene Hochzeit.) Herr
Bürgermeiſter Arnold und Gemahlin feierten heute ihre
goldene Hochzeit. Den größten Teil ſeines Lebens hat
der Jubilar in 34jähriger Tätigkeit als Gemeinderat,
Bei=
geordneter und Bürgermeiſter der Gemeinde gewidmet und
zum Wohle der Bürger ſein redlich Teil mitgearbeitet.
Es gratulierten Herr Geheimrat Dr. Wallau, die
Her=
ren Richter des Großh. Amtsgerichts, die Herren
Bürger=
meiſter des Kreiſes, der Gemeinderat zu Groß=Gerau, die
Bezirksſparkaſſe, der evangeliſche Kirchenvorſtand, das
Großh. Oberkonſiſtorium, in deſſen Namen Herr Pfarrer
Scriba ein neues Teſtament überreichte, die Großh.
Kabi=
nettsdirektion, die ein Bild Seiner Königlichen Hoheit des
Großherzogs in Allerhöchſtem Auftrage durch Herrn
Pfar=
der Scriba übergeben ließ, die Lehrerſchaft, zahlreiche
Ver=
eine und Privatperſonen.
Mainz, 31. Okt. (Die Schafherde mit den
Schellen am Halſe.) Der Unteroffizier Weiß von der
4. Kompagnie des 1. Naſſ. Pion.=Batl. Nr. 21 erhielt das
Eiſerne Kreuz für einen umſichtigen Patrouillengang auf
dem weſtlichen Kriegsſchauplatze. Weiß hatte ſich mit vier
Pionieren faſt bis an die feindlichen Schützenlinien
unbe=
merkt herangeſchlichen und eine Herde Schafe, 150 Stück,
die zwiſchen der deutſchen Front und der Stellung der
Franzoſen weideten, und Schellen umhängen hatten, um
den Franzoſen ein Vorgehen der Deutſchen in der Nacht
zu verraten, in die Stellung ſeiner Kompagnie getrieben.
Weiß iſt aus Walzenborn in Oberheſſen gebürtig.
Bingen, 31. Okt. (Hochherzige Stiftung.
Der kürzlich im Alter von 82 Jahren verſtorbene Geheime
Kommerzienrat Karl Auguſt Fiſcher hat der
Stadtver=
waltung Bingen den Betrag von 5000 Mark zur
Unter=
ſtützung von bedürftigen Familien, deren Ernährer im
Felde gefallen ſind, zugewieſen.
Wörrſtadt, 31. Okt. (Kriegsgabe aus
Ame=
rika.) Alsbald nach Kriegsausbruch ging man in hieſiger
Gemeinde daran, durch freiwillige Beiträge die
Errich=
tung eines Hilfslazaretts zu ermöglichen. Jetzt iſt aus
Amerika eine größere Geldſendung für den gleichen Zweck
hier eingetroffen, und weitere Beträge ſtehen von
dort=
her in Ausſicht. Der Heſſiſche Landesverein vom Roten
Kreuz hat die Errichtung des Lazaretts gutgeheißen.
Butzbach, 30. Okt. (Autounfall.) In der Nacht
vom 28. zum 29. Oktober verunglückte bei Hauſen das
Auto des Holzhändlers Klos aus Wetzlar. Der Führer
des Autos war ein Butzbacher namens Süß. Er hatte
ſeine Freunde zu einer Vergnügungstour mitgenommen.
Die Mitfahrer blieben unverletzt, während der Führer
verwundet und ins Johanniterkrankenhaus Niederweiſel
übergeführt wurde.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
ſeinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Daß in unſeren Waldungen fleißig das dürre Holz
geleſen und Früchte geſammelt werden, dürfte allſeits mit
Freude begrüßt werden. Aber nach unſeren Beobachtungen
findet das Aufleſen nicht gründlich genug ſtatt. Warum
bleiben die kleinen Reiſer liegen und verwertet ſie nicht?
Auch an den kleinſten Stücken ſollte nicht achtlos
vorüber=
gegangen werden. Die reichen Vorräte unſerer Wälder
müßten bei planmäßigem Durchſuchen ganz den Armen
zugute kommen können. Und die Waldbeſitzer würden in
Anbetracht des kommenden Winters ſicher keine
Einwen=
dungen erheben, wenn ſelbſt die Forſtbehörden die noch
vorhandenen an Leſeholz reicheren Waldbezirke den
Be=
dürftigen bekannt gäben. Warum müſſen aber gleich
wie=
der echte Rohlinge, jungen und alten Schlages, am Werke
ſein und die Freude an unſeren ſchönen Waldbildern
ſtören? So ſind in allerletzter Zeit grüne Bäume,
etwa 20—22jährigen Beſtandes, über dem Boden mit
ſchar=
fen Werkzeugen abgehauen und zerkleinert worden. Grüne
Bäumchen, 10—15 Jahre alt, wurden mit ſtarken Stricken
zur Erde gebogen, abgebrochen und fortgeſchleift. Hunderte
von „Stümpfen” geben in einem Bezirk den Beweis von
einer elenden Räuberei. Das Forſtſchutzperſonal möge ein
wachſames Auge über den grünen Beſtand haben, ſonſt
könnte es vorkommen, daß letzten Endes die unſchuldigen
Bedürftigen die Schuld der rohen Uebeltäter büßen
Ein Griesheimer.
müßten.
Handel und Verkehr.
— Nachdem der Bundesrat durch
Bekannt=
machung vom 22. Oktober die Proteſtfriſt für
Wechſel, die in Elſaß=Lothringen, in der Provinz
Oſt=
preußen oder in Weſtpreußen in den Kreiſen
Marien=
burg, Elbing Stadt und Land, Stuhm, Marienwerder,
Roſenberg, Graudenz Stadt und Land, Löbau, Culm,
Brieſen, Strasburg, Thorn Stadt und Land zahlbar
ſind, ſowie für ſolche im Stadtkreiſe Danzig zahlbaren
gezogenen Wechſel, die als Wohnort des Bezogenen
einen Ort angeben, der in Oſtpreußen oder in einem der
bezeichneten weſtpreußiſchen Kreiſe liegt, im Anſchluß an
die in der Bekanntmachung vom 24. September
vorge=
ſehene Verlängerung um weitere 30 Tage verlängert hat,
iſt die Poſtordnung vom 20. März 1900 entſprechend
geändert worden. Poſtproteſtaufträge mit Wechſeln der
bezeichneten Art werden daher in Fällen, in denen bei
der erſten Vorzeigung die Zahlung nicht ausdrücklich
verweigert wird und der Proteſt auch nicht aus anderen
Gründen nach der erſten Vorzeigung oder nach dem erſten
Verſuche der Vorzeigung zu erheben iſt, erſt am
ein=
hundertundzwanzigſten Tage nach Ablauf der
Proteſt=
friſt des Art. 41 Abſ. 2 der Wechſelordnung nochmals
zur Zahlung vorgezeigt werden. Fällt der letzte Tag
der Verlängerungsfriſt auf einen Sonn= oder Feiertag,
ſo erfolgt die zweite Vorzeigung und die Proteſterhebung
am nächſten Werktage.
Ferner hat die Poſtordnung folgende beachtenswerte
Ergänzung erfahren. Solange die Verlängerung der
Friſten des Wechſel= und Scheckrechts beſteht, kann die
Poſt damit betraut werden, neben der Wechſelſumme
auch die vom Tage der erſten Vorzeigung des Wechſels
an fälligen Wechſelzinſen einzuziehen und im
Nicht=
zahlungsfalle deswegen Proteſt zu erheben. Wird
hier=
von Gebrauch gemacht, ſo iſt in den Vordruck zum
Poſt=
proteſtauftrag hinter „Betrag des beigefügten Wechſels”
einzutragen „nebſt Verzugszinſen von 6 v. H. vom Tage
der erſten Vorzeigung, nämlich vom . . . . . . . . . . ab”.
Der Zeitpunkt, von dem an die Zinſen zu berechnen
ſind, iſt nicht anzugeben, wenn die Poſt die erſte
Vor=
zeigung des Wechſels bewirkt. Hat der Auftraageber
die Einziehung der Zinſen verlangt, ſo wird der Wechſel
nur gegen Bezahlung der Wechſelſumme und der
Zinſen ausgehändigt, bei Nichtzahlung auch nur der
Zinſen aber wegen des nicht gezahlten Betrags Proteſt
mangels Zahlung erhoben.
Die Türkei und Rußland.
* Konſtantinopel, 31. Okt. Aus amtlicher Quelle
ver=
lautet: Der Panzerkreuzer „Sultan Jawus Selim”
ver=
ſenkte ein ruſſiſches, mit 300 Minen
bela=
denes Schiff und ein Kohlentransportſchiff,
beſchä=
digte ein ruſſiſches Kanonenboot und
be=
ſchoß Sewaſtopol erfolgreich.
Der Kreuzer „Mieilli” zerſtörte in Naruski die
Petro=
leumbehälter und Getreidelager und verſenkte 14
Transportdampfer.
Der Torpedobootszerſtörer „Jadig Hiar” in Lillet
verſenkte ein ruſſiſches Kanonenboot, der
Zerſtörer „Muavenet” ein Schiff derſelben
Gat=
tung.
In Odeſſa wurden die Petroleumbehälter
und 5 ruſſiſche Schiffe beſchädigt. Die „
Ha=
midy” beſchoß Theodoſia erfolgreich und
verſenkte in Kertſch ein Transportſchiff. (Die türkiſche
Flotte beweiſt nach dieſen Meldungen eine ganz
beſon=
dere Angriffsluſt, das wird die ruſſiſchen Machthaber
wohl bald davon überzeugen, daß die Türkei nicht mehr
mit ſich ſpielen läßt.)
* Konſtantinopel, 31. Okt. Wie es heißt, hat
der ruſſiſche Botſchafter ſeine Päſſe ver=
langt. Am Nachmittag hatte er eine Unterredung mit
dem Großweſir in deſſen Sommerreſidenz Jenikioe. Im
Fall des Abbruches der ruſſiſch=türkiſchen Beziehungen
übernimmt der italieniſche Botſchafter die Vertretung der
ruſſiſchen Intereſſen. Der ruſſiſche Drageman befindet
ſich bereits in der italieniſchen Botſchaft.
* Wien, 31. Okt. Die Nachricht von dem Ausbruch
der türkiſch=ruſſiſchen Feindſeligkeiten
hat in weiten Kreiſen der Bevölkerung einen
nachhalti=
gen Eindruck gemacht und Anlaß zu lebhaften für die
Türkei ſympathiſchen Erörterungen über die weittragende
Bedeutung des Ereigniſſes gegeben. Die Blätter betonen
einmütig, daß die Türkei um die Aufrechterhaltung der
Neutralität gegenüber den andauernden unerhörten
Her=
ausforderungen und Drohungen der Mächte des
Dreiver=
bandes, insbeſondere Rußlands, bis zur Grenze der
äußerſten Geduld bemüht war. Die ruſſiſche Flotte ſei es
geweſen, die jetzt durch den völkerrechtswidrigen
Ueberfallauf die türkiſche Flotte die Türkei
in die Notwehr verſe tzte und ihr den
Exiſtenz=
kampf aufzwang.
Das Fremdenblatt ſchreibt: Es kann keinem Zweifel
unterliegen, daß von ruſſiſcher Seite der Anlaß zu dem
Kampfe gegeben wurde. Die Türkei hat alles aufgeboten,
um ihre Neutralität zu bewahren. Die vielhundertjährige
Geſchichte hat gelehrt, wer ihr unerbittlicher Feind und
weſſen Ziel die Zerſtörung der Türkei iſt. Es iſt ein
Exi=
ſtenzkampf, den die Osmanen gegen die Ruſſen führen,
und wenn die ſehr ernſten Zwiſchenfälle im Schwarzen
Meer den Ausbruch des Krieges zwiſchen dem
ottomani=
ſchen Kaiſerreiche und dem Zarenreiche nach ſich ziehen
ſollten, wird die Urſache dieſes Kampfes in der
heraus=
fordernden Haltung Rußlands zu ſuchen ſein. In dem
großen Drama, welches die Welt jetzt erlebt, iſt ein äußerſt
ſpannendes Moment eingetreten. Der Kanonendonner im
Schwarzen Meer kann die Ouvertüre zu einem neuen Akt
des Weltkrieges werden.
* Peſt 31. Okt. Eine große Volksmenge zog
geſtern abend, patriotiſche Lieder ſingend, vor das Kaſino
und hierauf vor das türkiſche Konſulat, wo
Hoch=
zufe auf die Türkei und Abzugrufe auf Rußland
ausge=
bracht wurden. Die Menge zerſtreute ſich ohne
Zwi=
ſchenfall.
Die Kämpfe in Belgien.
* Amſterdam, 31. Okt. Het Nieuws van den Dag
melden aus Ooſtburg vom 31. Oktober: Seit
Donners=
tag mittag dauert das Schießen ununterbrochen
an. Die Schüſſe kommen aus Südweſt. Wahrſcheinlich
beſchießen wieder Kriegsſchiffe die Küſte. Bei Heyſt,
Knocke, Zoute, Hezegras, überall ſind Geſchütze aufgeſtellt
und Laufgräben angelegt.
* Paris, 31. Okt. Ueber die Kriegslage wurde
geſtern abend 11 Uhr nachſtehende amtliche
Mittei=
lung ausgegeben: Aus Belgien wird in den letzten
Nachrichten aus der Gegend von Nieuport und
Dix=
muiden nichts Neues gemeldet. Auf unſerem linken
Flügel richtet der Feind heftige Angriffe gegen die Front
der britiſchen Truppen und auf beiden Ufern des
Ka=
nals von La Baſſée, ohne irgend einen Erfolg zu
er=
zielen. Seine Tätigkeit nimmt wieder in der Gegend von
Reims und an den Maashöhen ſüdlich von Fresnes zu.
Deutſche Zivilverwaltung in franzöſiſchen
Landesteilen.
* Metz, 31. Okt. Die Erzbezirke von Longwy
und Briey in den franzöſiſchen Okkupationsgebieten
ſind auf Befehl Sr. Majeſtät des Kaiſers auf
Anord=
nung des Reichskanzlers unter deutſche
Zivilver=
waltung geſtellt worden. Die Verwaltung
un=
terſteht dem Befehl des Gouverneurs von Metz, Generals
der Infanterie von Oven.
Die Verſorgung unſerer Truppen mit warmer
Unterkleidung.
* Berlin, 31. Okt. Dem Kriegsausſchuß
fürwarme Unterkleidung iſt es durch
Zuſammen=
arbeit mit den militäriſchen Behörden gelungen, die
bis=
her abgelaſſenen 6 Wollzüge, deren jeder einen Wert
von ungefähr 2 Millionen Mark darſtellte, immer raſch
an die Front zu bringen und die Verteilung der
mitge=
brachten Sachen an die von den maßgebenden militäriſchen
Stellen beſtimmten Truppenteile zu bewirken. Auf Grund
der dabei gemachten Erfahrungen wurden bereits
Maß=
nahmen eingeleitet, durch welche die bei den Truppen
ver=
brauchten wollenen Kleidungsſtücke, Strümpfe uſw.,
wie=
der nach Berlin zurückgebracht und durch
ent=
ſprechende Bearbeitung wieder inſtand geſetzt werden.
Der Krieg in den Kolonien.
* Bordeaux, 31. Okt. (Meldung der Agence
Ha=
vas.) General Dobbell, Kommandant der Verbündeten
in Kamerun, hat dem Gouverneur von Franzöſiſch=
Weſtafrika mitgeteilt, daß eine Kolonne franzöſiſcher und
engliſcher Marineſoldaten am 26. September Edea am
Sanagafluſſe, 90 Kilometer von der Küſte entfernt, beſetzt
habe.
Vom öſtlichen Kriegsſchauplatz.
* Wien, 31. Okt. Amtlich wird verlautbart: 31. Okt.,
mittags: Nächſt der galiziſch=bukowiniſchen Grenze
nörd=
lich von Kuty wurden geſtern ruſſiſche Kolonnen
aller Waffen geſchlagen. In
Mittelgali=
zien behaupten unſere Truppen die gewonnenen
Stel=
lungen nordöſtlich Turka, bei Stary=Sambor, öſtlich
Prze=
mysl und am unteren San. Mehrere feindliche Angriffe
im Raume Nisko wurden abgewieſen. Dort ſowohl als
auch bei Skola und Stary=Sambor wurden Hunderte von
Gefangenen gemacht. Die Operationen in Ruſſiſch=
Polen verliefen auch geſtern ohne Kampf.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabs:
v. Höfer, Generalmajor.
Vergeltungsmaßregeln in Ungarn gegen
Frankreich.
* Peſt, 31. Okt. Infolge des Verbots von
Zahlun=
gen an Bürger feindlicher Staaten hat der Magiſtrat
be=
ſchloſſen, die am 1. November fälligen Zinſen der
Amortiſationsrate im Betrage von rund 2,4
Mil=
lionen Kronen des 4prozentigen mit der Pariſer Banque
de Paris et des Pays bas abgeſchloſſenen Anlehens nicht
zu zahlen. Zahlungen an den Obligationsinhaber
wer=
den nur dann geleiſtet, wenn dieſer ſeine
Staatsangehörig=
keit nachweiſt und ferner beweiſt, daß er die Obligationen
vor dem 1. Auguſt 1914 erworben hat oder der ſpätere
Er=
werb nicht durch Kauf von einem franzöſiſchen
Staatsbür=
ger erfolgte,
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. Novemver 1914.
Nummer 501.
Das Ende einer Verleumdung.
Paris, 31. Okt. Wie die Neue Züricher Zeitung
aus Mailand erfährt, iſt dort der angebliche Ingenieur
Pigouri aus Brescia verhaftet worden, den die
Polizei in Neapel ſteckbrieflich verfolgt hat. Er hatte ſich
durch einen Vortrag bemerkbar gemacht, den er als
angeb=
licher Flüchtling aus Löwen über deutſche Grauſamkeiten
gehalten hat. Seine Angaben über die Urſache der
an=
geblichen Panik unter den Deutſchen in Löwen, daß
näm=
lich die Preußen und Bayern im Streit aufeinander
ge=
ſchoſſen hätten, und über Zerſtörungen und maſſenhafte
ſtandrechtliche Erſchießungen, worüber Pigouri ſeinen
er=
ſchütterten Zuhörern Grauenhaftes vortrug, waren in
zahlreiche Mailänder und andere Provinzblätter
überge=
gangen und hatten großes Aufſehen erregt.
Zum Rücktritt des Prinzen Ludwig von
Battenberg.
* London, 31. Okt. Prinz Ludwig von
Bat=
tenberg ſchreibt in ein m Brief an Churchill, in
welchem er ihm mitteilt, daß er das Amt als Erſter
See=
lord der Admiralität niederlege, daß er in der letzten Zeit
zu dem ſchmerzlichen Entſchluſſe gelangt ſei, daß unter
den herrſchenden Umſtänden ſeine Geburt und Herkunft
die Wirkung hätten, in gewiſſer Hinſicht ſeine Stellung
in der Admiralität zu beeinträchtigen. — Die Times
ſchreibt hierzu, der Rücktritt des Prinzen Ludwig von
Battenberg ſei zweifellos das Ergebnis der Kampagne
geweſen, der der Prinz ausgeſetzt geweſen ſei.
* London, 31. Okt. Admiral Lord Fiſher wurde
als Nachfolger des Prinzen von Battenberg
zum Erſten Seelord ernannt.
Die Sperrung der Chemſeeinfahr!.
* London, 31. Okt. Die Admiralität gibt bekannt,
baß bis auf weiteres alle Schiffahrt in und aus
der Themſe durch Edinburgh=Channel oder durch
Black=Deep ſüdlich der Knock=, John und Knob=Bojen und
durch Caze=Deep gehen muß. Alle anderen Fahrſtraßen
ſind geſchloſſen. Kein Fahrzeug darf zwiſchen 7 Uhr
abends und 6 Uhr morgens unterwegs bleiben. Die
in=
nerhalb der Sunk=Head=Boje oder innerhalb der Linie
zwiſchen den South Long Sand und den Eaſt Shingles=
Bojen vor Anker liegenden Schiffe dürfen innerhalb der
bezeichneten Punkte zwiſchen 7 Uhr abends und 6 Uhr
morgens keine Lichter zeigen. Damit iſt die Schiffahrt
von und nach London auf eine einzige enge
Fahr=
ſtraße beſchränkt.
Unfall eines engliſchen Hoſpitalſchiffes.
* London, 31. Okt. Das Hoſpitalſchiff
„Chilla”, das ſich auf der Fahrt von Queenferry aus
be=
fand, um Verwundete heimzubringen, iſt bei Whitby
während eines Sturms auf eine Klippe
getrie=
ben worden. Vier Leichen wurden ans Ufer geſpült.
Rettungsboote brachten unter den größten
Schwierigkei=
ten zwei Bootsladungen vom Wrack. Weitere Verſuche
wurden aufgegeben. Alle Frauen konnten gerettet
wer=
den. 50 bis 80 Menſchen halten ſich noch am Schiff feſt,
das von den Wellen überſtrömt wird. Das Hinterteil iſt
abgebrochen.
Die Unruhen in Portugal.
* London, 31. Okt. Die Morning Poſt meldet aus
Liſſabon vom 27. Okt.: Zahlreiche Verhaftungen
haben im ganzen Lande ſtattgefunden. Der Herausgeber
des Blattes Reſtauracan, Roman Chriſto, wurde des
Lan=
des verwieſen. Die Karbonari haben ſeit der Amneſtie
im letzten Februar daran gearbeitet, ihre Beſtrebungen zu
fördern. Sie wiſſen, daß bei der gegenwärtigen Lage
Europas die Verhaftungen von Royaliſten wenig
Auf=
merkſamkeit finden und glauben, die langerſehnte
Gelegen=
heit ſei gekommen. Die Bewegungsfreiheit der
Royaliſten wird unterdrückt und alle royaliſtiſchen
Zei=
tungen werden beſchlagnahmt. Die Telegramme an die
Auslandspreſſe werden gänzlich unterdrückt.
Macht China mobil!
* Berlin, 31. Okt. Das Berliner Tageblatt
mel=
det aus Wien: Nach einer Konſtantinopeler Meldung
ſteht eine Art allgemeiner Mobiliſierung
Chinas bevor. Ein Ausſchuß unter dem Vorſitz
Juan=
ſchikais arbeitet an der Fertigſtellung der
Mobiliſierungs=
vorſchriften.
* Blankenburg a. H., 31. Okt. Magiſteat und
Stadtverordnete haben in einer Sitzung beſchloſſen, dem
Fregattenkapitän Karl v. Müller von dem Kreuzer
„Emden” das Ehrenbürgerrecht zu verleihen.
Blanken=
burg iſt ſeine Heimatſtadt.
* Göttingen, 31. Okt. Im Kampfe fürs
Vater=
land iſt in Galizien der Privatdozent für Aſſyriologie
an der Göttinger Univerſität, Dr. Ernſt Klauber,
Re=
ſerveleutnant in der öſterreichiſchen Feldartillerie, gefallen.
* London, 30. Okt. Die vorgeſtern veröffentlichte
Verluſtliſte enthält die erſten Namen der Offiziere des
indiſchen Expeditionskorps.
* Rom, 31. Okt. Agenzia Stefani meldet: Heute
vormittag hat die Beſetzung der Inſel Saſeno
ſtattgefun=
den. Admiral Patries telegraphierte, daß er in
Baj=
ba (?) und San Nicola (?) eine Batterie und die
dritte Kompagnie eines Landesbataillons ausgeſchifft
habe.
* London, 31. Okt. Prinz Moritz von
Bat=
tenberg iſt in Belgien gefallen, während er
ſeine Kompagnie bei einem Angriff führte, wobei er durch
einen Granatſchuß tödlich getroffen wurde. Er ſtarb bald
darauf und wurde in Ipern begraben.
* Konſtantinopel, 31. Okt. Der
italieni=
ſche Marineminiſter teilte dem türkiſchen
Marine=
miniſter mit, daß fremde Kriegsſchiffe in die
Hä=
fen Spezia, Tarent, Brindiſi, Venedig und Maddelena
nur am Tage einfahren dürfen und daß ſie die italieniſchen
Behörden durch Funkenſpruch von der Abſicht in
Kennt=
nis ſetzen müſſen, um ſich einſchleppen zu laſſen.
* Konſtantinopel, 31. Okt. Die ruſſiſche,
eng=
liſche und franzöſiſche Botſchaften hißten geſtern
anläß=
lich des Beiramfeſtes nicht wie ſonſt üblich die
Fahnen.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 31. Okt. Der ruſſiſche Staatsangehörige,
Techniker Conzeff, hatte ſich wegen Ehrenbeleidigung
des deutſchen Kaiſers, begangen in einem Reſtaurant, vor
dem Landgericht Berlin zu verantworten. Der
Staats=
anwalt beantragte 1 Jahr Gefängnis. Der Gerichtshof
erkannte auf Freiſprechung und legte die Koſten des
Verfahrens der Staatskaſſe auf; ferner verfügte er die
ſo=
fortige Haftentlaſſung des Angeklagten. Zu dem Urteil
bemerkte der Vorſitzende, Landgerichtsdirektor Weſtermann,
der Gerichtshof habe die Ueberzeugung erlangt, daß der
Angeklagte zwar die Aeußerung in ehrverletzender
Ab=
ſicht getan, jedoch nicht, daß der Angeklagte mit
Ueber=
legung gehandelt habe.
* Straßburg (Elſ.), 31. Okt. Wie die Blätter
mel=
den, wurde ein hieſiger Holzhändler verhaftet, der der
Militärverwaltung für etwa 8000 Mark Holz geliefert,
dafür aber 25000 Mark verlangt und
er=
halten hatte. Der beſtochene Bauleiter, der den
Be=
trug mit ſeiner Unterſchrift deckte, wurde gleichfalls
feſt=
genommen.
* Stockholm, 31. Okt. In Uebereinſtimmung mit dem
Beſchluß der Schwediſchen Akademie der Wiſſenſchaften
und des Karolinaſchen Inſtitutes ſchlug der Vorſitzende
des Nobelkomitees vor, die Regierung möge geſtatten,
daß die Aufſtellung des Nobelpreiſes 1914, ſowie
1915 für Medizin, Phyſik, Chemie und Literatur erſt am
1. Juni 1916 ſtattfinde.
* Waſhington, 31. Okt. (Reuter.) Das
Staatsdeparte=
ment hat einen Bericht erhalten, nach welchem der
Prä=
ſident von Haiti Porte au Prince verlaſſen
mußte und an Bord eines holländiſchen Schiffes
ge=
flüchtet ſei.
Rücktritt des italieniſchen Kabinetts.
* Rom, 31. Okt. Die Agenzia Stefani meldet: Der
Staatsminiſter Roubini gab den Entſchluß kund, von
ſeinem Amte zurückzutreten. Infolgedeſſen
ent=
ſchied ſich das ganze Kabinett dahin,
gleich=
falls aus dem Amt zu ſcheiden.
Miniſterprä=
ſident Salandra unterbreitete dem König dieſen
Ent=
ſchluß; dieſer behielt ſich ſeine Entſcheidung vor. — Nach
einer Mitteilung des Geornale d’Italia iſt der Rücktritt
des Staatsminiſters Roubini auf
Meinungsverſchieden=
heiten zurückzuführen über die Art und Weiſe, wie man
die Ausgaben für die militäriſchen
Erfor=
derniſſe beſtreiten ſollte.
Verluſtliſte (aus Nr. 64).
Infanterie=Regiment Nr. 30, Saarlouis.
Montfaucon am 22. Sept. und Argonnerwald vom
1. bis 6. Okt.
III. Bataillon.
12. Kompagnie: Reſ. Oskar Spahn,
Frieſen=
heim, ſchv.
Füſilier=Regiment Nr. 39, Düſſeldorf.
Craonne vom 13. bis 30. Sept.
III. Bataillon.
10. Kompagnie: Füſ. Ph. Schäfer, Wöllſtein, vm.
11. Kompagnie: U.=O. Leop. Schmidt, Gießen, lv.
Reſerve=Inf.=Regt. Nr. 40, Mannheim u. Karlsruhe.
Berichtigung früherer Angaben.
Musk. Johannes Dieter, Eberſtadt, bish. vermißt,
iſt im Lazarett.
Infanterie=Regiment Nr. 57, Weſel.
Lobbes am 23., St. Quentin vom 27. bis 29. Aug.,
Mont=
mirail am 8., Anderlues am 9., Fismes am 12., 13.,
Brimont am 17., Bois=Soulains am 17. und Suippe
vom 22. bis 27. Sept.
III. Bataillon.
10. Kompagnie: Reſ. Johann Schönnell,
Dien=
heim, vm.
Füſilier=Regiment Nr. 80.
Etrepy am 8. und Ville=ſur=Tourbe am 13., Bermericourt
vom 17. bis 19., Margny am. 27. u. Ognolles am 28. Sept.
I. Bataillon, Wiesbaden.
2. Kompagnie: Füſ. Jacob Albert,
Bermers=
heim, t.; Füſ. Adam Heinz, Büdesheim, t.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 80.
Cernay vom 14. bis 17. und am 25. und 26. Sept.
III. Bataillon, Höchſt.
9. Kompagnie: Wehrm. Michael Arnold,
Gau=
bickelheim, vm.; Wehrm. Jakob Neidlinger, Weinheim,
Kr. Alzey, vm.
10. Kompagnie: Wehrm. Martin Schäfer,
Lauben=
heim, vm.
12. Kompagnie: Wehrm. Adam Reiß, Egelsbach,
vm.; Reſ. Auguſt Wilhelm, Alsfeld, vm.; Wehrm.
Lorenz Theis, Mainz, vm.; Vizef. Off.=Stellv. Ludwig
Friedrich, Darmſtadt, lv.; Tamb. d. Reſ. Ludwig von
Hayn, Rodheim, lv.
Füſilier=Regiment Nr. 86.
Eſternay am 6., La Grange des Moines ferme am 15.,
Autréches am 20. Sept. und Moulin am 4., Okt.
I. Bataillon, Flensburg.
2. Kompagnie: Füſ. Joſef Fröhlich, Offenbach, lv.
Reſerve=Inf.=Regt. Nr. 109, Karlsruhe, Bruchſal.
Fuis am 27., Contalmaiſon am 28. und Fricourt
vom 28. bis 30. Sept.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Gren. Eduard Eckert, Cleveland,
Kanada, wohnhaſt Rimbach, lv.
3. Kompagnie: San.=Gefr. Franz Löbig,
Die=
burg, vw.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Wehrm. Nikol. Bitſch,
Mitters=
hauſen, lv.
III. Bataillon.
Reſerve=Maſchinengewehr=Kompagnie:
U.=O. Georg Wien, Darmſtadt, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 117, Mainz.
Berichtigung früherer Angaben.
Musk. Albert Kiſſinger, Selzen, bish. vermißt,
zur Truppe zurück Musk. Hermann Langenſiepen
(Langenſieben), Düſſeldorf, bish. vermißt, z. Truppe zurück.
Infanterie=Regiment Nr. 118, Worms.
Berichtigung früherer Angaben.
Lt. Cares (Kares) wird nicht mehr vermißt; Reſ.
Johannes Seemann, bish. vermißt, in frz.
Gefangen=
ſchaft; Reſ. Paul Blum, Gundheim, nicht tot, ſondern
vermißt.
Infanterie=Regt. Nr. 143, Straßburg i. E., Mutzig.
Amenoncourt am 8. und 13., Laon am 15. und
Boucon=
ville vom 15. bis 30. Sept. und am 2. Okt.
I. Bataillon.
4. Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Franz Fleiſcher,
Groß=Bieberau, lv.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Friedrich Weber,
Darmſtadt, lv.
III. Bataillon.
10. Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Karl Hoffmann,
Darmſtadt, t.
Infanterie=Regiment Nr. 168, Offeubach,
Butzbach, Friedberg.
Berichtigung früherer Angaben.
Reſ. Albert Gräbener, bish. verwundet, tot; Gefr.
d. Reſ. Rudolf Hinkel, bish. verwundet, verſtorben:
Musk. Karl Bellhäuſer, bish. vermißt, tot; Musk.
Jacob Raiß (Reiß) I., bish. verwundet. tot: Musk.
Blechſchmidt, bish. vermißt, verwundet: Reſ.
Böcher=
bish. vermißt, verwundet; Musk. Bugert, bish.
ver=
mißt, verwundet; Reſ. Adolf Ginsberg, bish. vermißt,
verwundet; Musk. Heinrich Hägerbanner, bish.
ver=
mißt, verwundet; Reſ. Otto Höfling, bish. vermißt,
verwundet; Reſ Jung, bish. vermißt, verwundet; Reſ.
Molter, bish. vermißt, verwundet; Musk. Guſtav
Neuſſer, bish. vermißt, verwundet; Reſ. Aug. Pfeifer,
bish. vermißt, verwundet; Musk. Scherff bish. vermißt,
im Lazarett; Musk. Riepert, bish. vermißt, im Lazarett.
Feldartillerie=Regiment Nr. 61.
Cerny am 27. Sept. und Fresnoy am 5. Okt.
1. Abteilung, Darmſtadt.
1. Batterie: Sergt. Jacob Nikolai, Obermörlen,
ſchv. Einj.=Freiw. Ernſt Sondheimer, Darmſtadt, ſchv.
3. Batterie: Lt., vermutl. d. Reſ., Werner
Land=
ſchütz, Runkel, t.
Berichtigung früherer Angaben.
Gefr. Peter Schilling, Biſchofsheim, bish.
ver=
wundet, verſtorben.
Fußartillerie=Regiment Nr. 3, Mainz.
Orginville am 19. und 20.,
Omencourt am 30. Sept. und Roye am 2. Okt.
I. Bataillon.
3. Batterie: U.=O. David Geil, Harxheim, ſchv.;
Kan. Karl Val. Kramer, Mainz, lv.
Pionier=Bataillon Nr. 7, Cöln.
Pieton am 22., Lobbes am 23. Aug., Montmirail am 8.,
Aisne-Marne=Kanal und Bouconville am 14., Chermizy
vom 14. bis 26., Aquilcourt am 19. Sept., Le Godat
am 3. und Cerny vom 4. bis 7. Okt.
3. Feld=Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Fritz
Sitt=
mann, Rüſſelsheim, ſchv.
Pionier=Regiment Nr. 25, Mainz.
Antwerpen und Taiſſeet vom 27. Sept. bis 7. Okt.
I. Bataillon.
1. Reſerve=Kompagnie: Traingefr. Nikol. Maul,
Fleſchenbach, infolge Unfall ſchwer verletzt.
2. Reſerve=Kompagnie: Gefr. Jakob Ebling,
Nierſtein, abermals ſchv.; Pion. Georg Schäfer,
Gerns=
heim, ſchv.
4. Feldkompagnie: U.=O. Bruno Schmitz, Mainz,
lv.; Vizef. Adam Secker, Marienborn, lv., bei der
Truppe; Gefr. Johann Korb, Froſchhauſen, lv., bei der
Truppe; Gefr. Erwin Mahl, Offenbach, lv.; Pion. Joſef
König, Ober=Mörlen, lv., bei der Truppe.
Dragoner=Regiment Nr. 25, Ludwigsburg.
Auf Patrouille auf Montdidier, am 19., Couchy les Pots
am 19., Oguolles am 23., Gueudecourt am 29 Sept.,
Leus am 4., Souche am 7. u. 8. und Angres am 8. Okt.
3. Eskadron: Vizewachtm. d. Reſ. Friedrich
Eich=
horn, Offenbach, vm.
5. Eskadron: Lt. d. Reſ. Johann Eichhorn.
Offenbach, lv.; Vizewachtm. d. Reſ. Friedrich Böhm,
Offenbach, lv.
Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind durch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet:
A — Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 3—4 Uhr nachm.
B — Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Sonntag,
Diens=
tag, Freitag 3—4 Uhr nachm. — C — Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der
Großherzogin, Heinheimerſtraße 21) Sonntags morgens von ½11—½12 Uhr,
nachmittags von 4—6 Uhr, Dienstags Mittwochs und Freitags von 4—½6
Uhr. — D — Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen), Steinſtraße 21.
Täg=
lich 2—5 Uhr nachm. E — Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I),
Alerander=
ſtraße 27. Mittwoch, Samstag und Sonntag 2—4 Uhr nachm.
F — Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
4—5 Uhr nachm. — G — Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 2—4 Uhr nachm. — H — Marienhöhe (Geneſungsheim).
— I — Schweſternhaus der Barmherzigen Schweſtern, Nieder=Ramſtädter
Straße 30. Nachmittags von 2—4 Uhr. — K — Städtiſches Krankenhaus,
Grafenſtraße 1. Werktäglich 2—3½ Uhr nachm., Sonntags. 11—12 Uhr
vorm. — L — Städt. Saalbau (Reſ=Laz. III), Riedeſelſtraße 40.
Mitt=
wochs, Samstags und Sonntags von 2—4 Uhr. — M — Techniſche Hochſchule
(Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtraße 1. Sonntags, Mittwochs und Samstags von
2—4 Uhr nachm. — N Klinik Dr. Ollendorff (Weberſche Augenklinik),
Frankfurter Straße 42. Täglich 10—12 Uhr orm., 2—4 Uhr nachm. —
O iſt ein neues Lazarett: Vereinslazarett vom Roten Kreuz, Olbrichweg 10,
„Vereinslazarett Mathildenhöhe‟.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang im 28. Oktober:
Angermeier, J., Groß=Zimmern, Art. 25/1, O
Braun, A., Ladenburg, Drag. 23, M — v. Britzke, G.,
Warchio, Pr. S., Art. 25, G — Gömmer, J., Saarbrücken,
Erſ.=Fl.=Abt. 3, M — Görich, K., Worms, Drag. 24. 4., O
— Gräf, W., Darmſtadt, Inf. 118, O — Hamann, K.,
Darmſtadt, Reſ.=Inf.=Reg. 116/4, I — Jonas, B.,
Wieſen=
kirchen, J. 115, Erſ.=Batl., M — Kleppinger, Fr. Ober=
Ramſtadt, Landw.=Inf. 118/4, I — Koch, E., Offenbach=
Bürgel, Drag. 23, M — Baumann, K., Roßdorf, Reſ.=Inf.
118/9, A. — Lautenſchläger, Hauptmann, Darmſtadt,
Land=
wehr=Inf. 78/7, O — Lenz, Ph., Höchſt i. Odw., Landſt.=
Batt. 3/1, B — Lotter, J., Darmſtadt, Reſ.=Inf. 116, O —
Mathes, H., Nieder=Modau, Drag. 24, O — Meyer, V.,
Neuſtadt (H.), Drag. 23/2, I — Müller, A., Raibach, Kr.
Dieburg, Erſ.=Landſt.=Batt. 2, L. — Pieber, F., Stokow,
Pom., Drag. 23, N — Pötich, K., Hartha, Drag. 24/2. C
Reuling, H., Darmſtadt, Reſ.=Art. 25/5, O — Roddatz, W.,
Oderberg, Fuß=Art. 7, 3. B., Köln, K — Ruhmann, G.,
Münſter, Kr. Dieburg, Erſ.=Landſt.=Bat. 2, L. — Sirtus,
O., Celginne, Reſ.=Landſt.=Batt., L. — Schweinsberger, A.,
Langenſeelbold, Reſ.=Inf. 88/1, I — Schwat, Chr.,
Weiter=
ſtadt, Ldw.=Inf. 116/12, I — Walter, J., Erbach i. O., Inf.
235/5, K — Weber, L., Michelſtadt, Reſ.=Inf. 118/8, C.
Aus den Lazaretten entlaſſen
am 28. Oktober:
Bohland, A., Pfungſtadt, R.=J. 116, H — Diehl, J.,
Pfungſtadt, Landw.=Inf. 115/6, H — Fux, A., Frankfurt,
18. Reſ.=San.=K., M — Gärtner, J., Mittershauſen, Reſ.=
Inf. 118, I — Hartmann, P., Erzbach, Inf. 87, N —
Kle=
ber, K., Ober=Ramſtadt, Drag. 24. 2., O — Kurz, A.,
Rei=
chenbach, Inf. 115/3, I — Liſt, W., Raibreidenbach, Inf.,
118, M — Marr, A., Schmitten, Train=Abt. 18, M —
Roth, G., Hochheim, Art. 61, M — Schön, G., Wiesbaden,
Inf. 115, Reſ.=B., M — Schulteis, P., Inf. 133/7, E
Schüßler III., W., Ueberau, Landw.=Inf. 116, M —
Stei=
gek, Ph., Arheilgen, Reſ.=Inf. 115, H — Tanger, H.,
Gießefeld, Inf. 63. 3., I — Zimmermann, K., Nierſtein,
Inf. 115/8, I.
Mudolf Gericke in Potsdam, Hoflieferant Sr. Majeſtät
des Kaiſers, hat hierſelbſt bei Th. Stemmer, Hofl.,
Eliſabethenſtr. 14, und Georg Wilh. Weidig, Nachf.
Oskar & Ernſt Matzelt, Hofl., Schulſtr. 4, eine
Verkaufs=
ſtelle ſeines berühmten Ambroſia=Brotes nach Profeſſor
Graham, des neuen Vollkorn=Malton=Brotes, ſowie
ſeines außerordentlich bekömmlichen Potsdamer
Zwie=
backs, auch in Feldpoſtbriefen, worauf wir beſonders die
Herren Aerzte aufmerkſam machen.
Nummer 301.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. November 1914.
Seite 7.
24. Luittung.
In der Sammelſtelle des „Darmſtädter
Tag=
blatts” wurden für Kriegsnotleidende in Oſtpreußen
weiter folgende Beträge abgegeben:
Sanitätsrat Dr. Birnbaum 10 M., Prof. Hermann
Müller 25 M., W. Löſch 10 M., K. A. 3 M., Frau
Walz, Karlſtraße (2. Gabe), 20 M., Fräulein L. Ritter
3 M., Schützenbund Egelsbach 3.50 M.,
Jugendver=
einigung der Paulusgemeinde 25 M., Verband reiſender
Kaufleute Leipzig, Sektion Darmſtadt, 25 M.,
Starken=
burg=Loge Darmſtadt 50 M., Lollo von Zangen 5 M.,
Großh. Hoftheater=Hauptkaſſe 300 M., zuſammen 479.50 M.
Hierzu die bereits veröffentlichten 9035.57 M., insgeſamt
9515.07 Mark.
Straussfedern-Engroshaus
kaden Wohr
Bismarckstrasse 55
Prima Straussfedern
Reiher und Fantasie’s
Strauss-Halsrüschen
Strauss-Boas (20261a
in nicht zu übertreffender Auswahl.
Einzelverkauf zu Engrospreisen.
9. Quittung.
In der Sammelſtelle des „Darmſtädter
Tag=
blatts” wurden für die Kriegsnotleidenden in Elſaß=
Lothringen folgende Beträge abgegeben:
Sanitätsrat Dr. Birnbaum 10 M., Wilhelm Seip
20 M., Senatspräſident Dr Keller 100 M., Profeſſor
Hermann Müller 25 M., Frau Walz, Karlſtraße 30 M.,
G. B. 10 M., Kirchenrat Neuroth 10 M., Verband
rei=
ſender Kaufleute Leipzig, Sektion Darmſtadt, 25 M.,
Starkenburg=Loge Darmſtadt 50 M., Lollo von Zangen
5 M., Heinrich Fritzges 10 M., Ungenannt 1.50 M.,
Lehrer Weinmann 5 M., zuſammen 301.50 M. Hierzu
die bereits veröffentlichten 1773 M., insgeſamt
2074.50 Mark.
Familiennachrichten.
Statt Karten!
Irene. Wagner
August Kraus
Oberlehrer, Dahme (Mark),
Leutnant d. R, im Infanterie-Leibregiment
Grossherzogin Nr. 117, z. Zt verwundet in Darmstadt
Verlobte
Rheinstrasse 24
Hoffmannstr. 18
Am Reformationsfeste des Kriegsjahres 1914.
(20693
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme beim
Hinſcheiden meines unvergeßlichen Mannes, unſeres
liebevollen Vaters, Bruders und Schwagers, des
Oberpoſtaſſiſtenten
Georg Engel
(20694
ſagt innigen Dank
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Marie Engel geb. Spalt.
Am 23. Oktober erlitt den
Helden=
tod für das Vaterland unſer
un=
vergeßlicher Sohn und Bruder
Willy Ochs
Leutnant der Reſ. und Kompagnieführer
im Reſ.=Inf.=Regt. Nr. 116,
Ritter des Eiſernen Kreuzes.
Darmſtadt, den 31. Oktober 1914.
Ludwig Ochs u. Frau Amalie,
geb. Wundt,
Lili Ochs.
Beſuche dankend verbeten. (20724
Todes=Anzeige.
Heute Nachmittag 12¼ Uhr erlöſte der Tod
meinen lieben Mann, unſern guten Vater,
Bruder, Schwager, Onkel und Großvater
Herrn
Wilhelm Herrlinger
von langen, ſchweren, mit großer Geduld
er=
tragenen Leiden.
In ſtiller Trauer:
Emilie Herrlinger geb. Schott.
Charlotte Herrlinger.
Lilli Schwab geb. Herrlinger.
Leutnant Paul Herrlinger,
z. Zt. im Felde.
Julchen Herrlinger.
Theodor Schwab.
(20723
Darmſtadt, den 31. Oktober 1914.
Die Einſegnung und Beerdigung findet
Mon=
tag, den 2. November, nachmittags 2½ Uhr,
auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt.
Dankſagung.
Für die liebevolle Teilnahme beim
Ableben unſeres unvergeßlichen Sohnes
und einzigen Kindes ſagen wir unſeren
herzlichſten Dank.
Amtsgerichtsrat Breidenbach,
Hauptmann der Reſerve des
Großherzoglichen Artilleriekorps.
Frau Anna Breidenbach,
geb. Rummel.
(20722
Darmſtadt, 31. Oktober 1914.
Den Heldentod für das
Vater=
land erlitt am 8. Sept. bei Cheminon
La Ville unſer geliebter,
unvergeß=
licher Sohn und Bruder
Otto Langer
Musketier im Infant.=Regt. Nr. 118.
Familie A. Langer.
Darmſtadt, den 31. Oktober 1914.
(Waldſtraße 33.)
(*8486
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme bei dem uns ſo ſchwer
betroffenen Verluſte ſagen Allen unſeren
innigſten Dank.
Frau Helene Graeff Wwe.
Familie Maybom.
Familie Fürgang.
(20702
Darmſtadt, 31. Oktober 1914.
Dankſagunge
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns betroffenen ſchweren Verluſte ſagen
wir Allen unſeren tiefgefühlten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Wilhelmine Berſch geb. Sonntag.
Familie Fr. Berſch, Briefträger.
Jugenheim, 31. Oktober 1914.
(20695
Wetterbericht.
In der Luftdruckverteilung iſt eine nennenswerte
Aenderung nicht eingetreten; ſowohl das weſteuropäiſche
Tief als auch das nordöſtliche Hoch iſt ſchwächer
gewor=
den. Eine Aenderung der Wetterlage iſt daher nicht zu
rwarten. Bei ſüdöſtlichen Winden dürfte das Wetter
trotz ziemlich ſtarker Bewölkung trocken bleiben.
Wetterausſichten für Sonntag: Wolkig, trocken,
keine weſentliche Temperaturänderung, ſüdöſtliche
Winde.
Tagestalewer.
Sonntag, 1. November.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende nach 10
Uhr (Ab. B): „Hoffmanns Erzählungen”.
Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne.
Telephonruf Nr. 2425.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
chäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
Unheilbare Katarrhe.
Die wenigſten Menſchen ſind ſich bewußt, daß
Schnupfen, Hals= und Rachenverſchleimungen uſw. ihre
Urſache in der Tätigkeit der Kleinlebeweſen (Bakterien)
haben, die in den Schleimhäuten der Atmungsorgane die
günſtigſten Bedingungen zu ihrer Fortpflanzung finden.
Dieſe Bakterien verbreiten durch ihre Fortpflanzung
ge=
wiſſe Abſonderungsprodukte, die giftig wirken (Toxine)
und dadurch weitere Teile der Schleimhäute reizen und
für die Ausbreitung empfänglich machen. Auf dieſe Weiſe
entſtehen leicht durch einen vernachläſſigten Schnupfen
oder Huſten die ſchweren Leiden: Rachen= Naſen=,
Kehl=
kopf=, Luftröhren, Bronchialkatarrh, Aſthma, Influenza
uſw. — Natürlich ſind auch alle dieſe Zuſtände anſteckend,
weil die Bakterien ſich im Speichel in Maſſen befinden
und mit dem Atem nach außen geſtoßen werden.
Es ſteht nun aber unumſtößlich feſt, daß die
Entfal=
tung dieſer Bakterienbrut den Luftwegen der
Atmungs=
organe folgt. Logiſcherweiſe kann man ihnen alſo am
ſicherſten nur auf dieſem Wege beikommen, d. h. durch
Ein=
atmung beſonders günſtig desinfizierender Dämpfe, welche
die Bakterien zum Abſterben bringen. Daher haben
Pin=
ſelungen und Gurgeln mit Jod, Höllenſtein uſw. oft
kei=
nen Erfolg, weil ſie nur einen Teil der infizierten
Schleim=
häute treffen und häufig das Uebel verſchlimmern. Ebenſo
nützen auch Trinkkuren mit Salzen oder äußere
Behand=
lung mit warmen oder kalten Umſchlägen oft ſehr wenig
und können unter Umſtänden den Zuſtand des Kranken
ſogar noch verſchlechtern; die tieferliegende
Bakterien=
flora wird dadurch nicht alteriert und nach einiger Zeit
iſt das alte Leiden wieder da. Deshalb erſcheinen dieſe
Zuſtände den meiſten als unheilbare Katarrhe.
Von der Firma Carl A. Taneré, Wiesbaden 18 L, iſt
ein kleiner, ſinnreicher Apparat konſtruiert, der nach
be=
ſonderem Verfahren auserwählte wiſſenſchaftlich
begut=
achtete Stoffe zum Einatmen bis in die tiefſten Luftwege
bringt, ohne Kitzelreize zu verurſachen oder ſonſtwie die
Schleimhäute anzugreifen, und zwar auf kaltem Wege, um
auch einer neuen Erkältung vorzubeugen. Hiermit ſind ganz
ausgezeichnete Erfolge erzielt worden, worüber ſich mehr
als 15000 Patienten, darunter auch zahlreiche Aerzte, in
begeiſterten Briefen ausſprechen. So ſchreiben unter vielen
anderen:
Herr Ernſt Fiſcher, Ingenieur, Hermsdorf bei
Ber=
lin, Hennigsdorferſtr. 29: Der im November verg. Jahres
von Ihnen bezogene Inhalator hat ſowohl mir als auch
meiner Familie ganz hervorragende Dienſte geleiſtet. Ich
litt ſeit September verg. Jahres an einem hartnäckigen
Bronchialkatarrh, der allen Heilmitteln trotzte, und ich ließ
mir deshalb Ihren Inhalator kommen. Schon nach
mehr=
maligem Gebrauch bekam ich Linderung, der Auswurf
er=
folgte ſchmerzlos, der Huſten wurde locker. Nach 14
tägi=
gem Gebrauch war der Katarrh gänzlich verſchwunden.
Seitdem iſt der Inhalator das Allheilmittel gegen alle
Erkältungskrankheiten in meiner Familie geworden. Bei
Hals= bezw. Mandelentzündung wirkt er geradezu
Wun=
der. Letztere ſind ſtets nach nur eintägigem Gebrauch
des Inhalators beſeitigt. Das Brennen im Halſe hört
ſchon nach einmaligem Gebrauch auf, etwa vorhandener
Belag verſchwindet ſchnell. Ich werde demzufolge jede
Ge=
legenheit gerne benutzen, Ihren Inhalator weiter zu
empfehlen; mehrere befreundete Familien haben denſelben
bereits angeſchafft.
Herr Rudolf Senf, Breslau 6, Frankfurterſtr. 64,
ſchreibt: Zu meiner Freude kann ich Ihnen mitteilen, daß
ſich Ihr Inhalations=Apparat ſehr gut bewährt hat. Nach
den erſten Inhalationen ſchon ſpürte ich Beſſerung bei
einem hartnäckigen Luftröhrenkatarrh und nach
dreiwöchi=
gem Gebrauch war er vollſtändig geſchwunden. Ich kann
und werde Ihren Apparat jederzeit warm empfehlen.
Warnung! Achten Sie genau auf den Namen Tancré
und die patentamtliche Schutzmarke „Die Kur im Hauſe‟
damit Sie auch wirklich den echten und altbewährten
Ori=
ginal=Tancré=Inhalator erhalten, da minderwertige
Nach=
ahmungen im Handel ſind. Kein zweiter Apparat kann
ſich wie dieſer auf 15000 Zeugniſſe von Aerzten und
Pa=
tienten berufen.
Nähere Auskunft über den Original=Tancré=
Inhala=
tor wird von der Firma Carl A. Tancré,
Wies=
baden 18 L, gerne koſtenlos und ohne Kaufzwang
er=
teilt. Verlangen Sie noch heute gratis belehrende
Bro=
ſchüre. Den Kupon wolle man ausſchneiden und als
Druck=
ſache der Firma einſenden.
(X,20706
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. November 1914.
Nummer 301.
Harrermen
Filz, Sammt, Velour, Plüsch etc.
Ich lasse große Posten Hüte in einer Fabrik als Lohnarbeit, aus
eigenem Material, anfertigen und bin daher in der Lage, zu
allerbilligsten Preisen zu verkaufen.
Velourhüte
Filzhüte
1.50 2.20
3.20 4.20
4.20 4.80 5.20
6.50 7.20 7.50
Sammthüte
2.50 4.80 5.50
6.50 6.80 7.20
Plüschhüte
6.80 7.20 7.50
7.80 8.20 8.50
Pelzhüte
6.80
8.20
7.80
8.50
Blumen, Fantasies, Flügel, Reiher
viele Tausende
in allen erdenklichen Farben und Arten.
Grost
Ein
Posten Sammtreste Tstr. 1.50 Posten Schleier
zirka 140 Nummern
am Lager.
Farbon
Echte Straussfedern,
kleine Federn . Mk. 0.70, 0.95, 1.40, 2.50 bis Mk. 6.—
große Federn Mk. 1.50, 2.20, 4.—, 6.—, 10.— bis Mk. 60.−
. Meter Mk. 1.50
Trauercrep
. . Meter 70 Pfg.
Tüll
Meter 20 ₰.80 Pfg.
Linon, schwarz u. weiß Mtr. Mk. 1.—, 1.50
Hut-Band = Mull= Futter — Spatri — Stege — Draht = Linonformen.
Ein
ganz feine
Posten einzelne Nadeln Stücke . à 50 Pfg. bis Mk. 1.—
n Hutmadeln . à 10 u. 20 Pfg.
Grosse Auswahl
Goord Cohasko
(20692
Spezialhaus für Putz, Dekorations- und Vereins-Artikel.
Herſchaftsh. gut erhaltene Ohne Geld
lediglich durch monatliche Miete erhalten Sie nach Ihrer
Wahl alle
Gas=Apparate
wie Gas-Wohnzimmerlampen, Gasspar-
Kü-
chenlampen, Gas-Herde mit Doppel-
Spar-
brenner, Gas-Bügeleisen, Gas-Heizöfen,
Gas-Badeeinrichtungen und alle Ersatzteile.
Sobald die entrichteten Mieten den Wert erreicht haben,
sind die Apparate ohne weitere Zahlung Ihr Eigentum.
Ludwig King & Co.
ſchr., Waſchkom. m. u ohne
Spie=
gelaufſatz u. Marmor, Nachtſchr.,
paſſ. Sofa, 6 gepolſt. Stühle, pol.
Bettſt., Auszugtiſch, Stehpult,
vier=
eck. u. ov. Tiſche, Rohrſtühle,
Roll=
pult (mahagon.), verſch. kl. Möbel,
alles ſehr billig. Georgenſtr. 1½
Schreinerei.
(*8504
Hoflieferanten
(4476a
Ecke u. Eingang
nur Rheinstr. 17 Grafenstrasse
Telephon 636.
Im Hause von G. L. Kriegk.
Mällieane Leiſblbloſtetn
obere Waldſtraße 9.
Große neue Bücherſendung eingetroffen.
Sämt=
liche Zeitſchriften!
(20140a
Taschenlampen
Anhängelampen
Batterien
Feuerzeuge
Ohrenschützer
in grösster Auswahl
Haas & Bernhard
Rheinstrasse 19.
(20362a
iriſcher Dauerbrandofen u.
13 eiſerne Oefen, 1 link. Herd,
1m lang. 72cm breit, billig zu
verkaufen.
(*8509
Blumenſchein, Ofengeſchäft,
Wendelſtadtſtraße 49.
Sehr guterh. ſchw. Gehrock=Anzug,
mittl. Figur, ſowie tadelloſer
Winter =Ueberzieher, faſt neu,
mittl. Figur, billig abzug.,
Winter=
mantel, tadellos, für 5—6jähr.
Jungen. Wienersſtr. 58, I. (*8468
Elchein
(nicht unter 10 Kilo)
kauft zu (B20281
5 Pfg. per Kilo
Heinrich Keller Sohn
Heidelbergerſtr. 28.
Germania,
Lebens=Verſicherungs=Rktien=Geſellſchaft zu Htettin.
Verſicherungsbeſtand:
Sicherheitsfonds:
950,7 Millionen Mark Kapital. 418,5 Millionen Mark.
Anverfallbarkeit. Weltpolice.
Ananfechtbarkeit.
Dividende an die Verſicherten nach Plan B ſteigend bis zu 96½% der vollen Prämie.
Die Germania ſchließt: Lebens=, Invaliditäts=, Ausſteuer=, Militärdienſt=, Leibrenten=,
Unfall= und Haftpflicht=Verſicherungen.
(12206a
Neu: Todesfall=Verſicherung ohne ärztliche Unterſuchung.
Proſpekte und iede weitere Auskunft
koſten=
frei durch die Generglagentur Darmſtadt: Gebrüder Sender, Saalbauſtraße 7.
He
ſche Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet von Dr. Hermann Bräuning=Oktavio
Herausgegeben von D. Dr. Wilh. Diehl
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik‟
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
Buchhandlungen.
(7461ms
Saſt neit eit Beit mir Meſt
tnönf. u. Paleninrhmen, u. .
Waſchtiſch weg. Platzmang. bill. zu
verk. Donnersbergring 30, II. (*8466
S ebr huahtride eu tütr Rleidern
2 ſchränke, Teppich,
Schlaſzimmer=
einricht., auch geteilt, billig abzug.
*8481) Ballonplatz 10, part.
Bekanntmachung.
Die Kreisſtraße von Darmſtadt nach Griesheim von der Brauerei zum
Felſen=
keller bis vor Griesheim (km 5,5 bis 6,5) iſt wegen Ausführung von Kleinpflaſter
von Montag, den 26. d. Mts. ab auf ca. 3 Wochen für ſämtliches Fuhrwerk
(Geſpanne, Automobile, Motorräder uſw.) geſperrt.
Der Durchgangsverkehr hat während der Dauer der Kleinpflaſterherſtellung den
aufgeſtellten Tafeln entſprechend zu erfolgen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen ſind nach § 2 der
Polizei=
verordnung vom 12. Februar 1908 ſtrafbar.
Darmſtadt, den 19. Oktober 1914f50
(20270a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
Bekanntmachung.
Am 3. und 4. November, jedesmal von 12 bis 6 Uhr nachmittags, findet auf dem
Truppenübungsplatz Scharfſchießen der Fußartillerie ſtatt. Die Abſperrung erſtreckt
ſich über das ganze Abſperrgelände.
Darmſtadt, den 30. Oktober 1914.
(20717
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
In einen Sahſt der bemene Semnpaelats bſchug it du Mal und
Klauenſeuche ausgebrochen.
(20716
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Boxer (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
(20700
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft beabſichtigt, die
innere Gleiskurve in der Kirchſtraße vor der Stadtkirche durch neue
Schienen zu erſetzen. Da die Kirchſtraße an dieſer Stelle zur
Hälfte etwa auf 30 Meter aufgeriſſen wird, wird der
Durch=
gangsverkehr mit Fuhrwerken aller Art
ein=
ſchließlich Automobilen verboten.
Zuwiderhandlungen werden beſtraft.
Die Arbeiten ſind in 2—3 Tagen beendigt.
Darmſtadt, den 31. Oktober 1914.
(20711goi
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Rote Kreuz=Pfennig=Sammlung.
Anſtelle der Sammel=Büchſen fürs Rote Kreuz ſoll ein Kreuz=
Pfennigmarken=Syſtem treten. Die erſte Sitzung des Bezirks=
Arbeits=Ausſchuſſes hierfür findet
Donnerstag, den 5. November d. J., abends 8½ Uhr,
im Saale des Muſikvereins, Steinſtraße 24, ſtatt.
Dringend eingeladen im Intereſſe der guten Sache ſind zu dieſer
Verſammlung die Herren Delegierten und Vertreter ſämtlicher
hie=
ſiger Verbände, Vereine und Geſchäftsfirmen, Fabriken, Banken,
auch Gaſthöfe, Wirtſchaften, Kaffees und dergleichen.
Der Bezirks=Ausſchuß.
20714)
Bekanntmachung.
Bei der am 27. ds. Mts. vorgenommenen Jagdverpachtung
wurde für die Gemeindejagdbezirke III IV und VI (etwa 1400 ha
Feld= Wald= und Wieſengelände) der Anſchlag des Pachtwerts nicht
erreicht. Es fällt daher für dieſe Bezirke eine neue Verſteigerung nötig.
Tagfahrt zur Vornahme dieſer Verſteigerung wird anberaumt auf
Dienstag, den 10. November ds. Js., vormittags 10 Uhr,
in das Rathaus hier.
Wir laden hiezu Pachtliebhaber ein mit dem Bemerken, daß
der Entwurf des Jagdpachtvertrags diesſeits zur Einſicht aufliegt,
und daß in der Tagfahrt als Bieter nur ſolche Perſonen zugelaſſen
werden, welche ſich im Beſitze eines Jagdpaſſes befinden oder durch
ein ſchriftliches Zeugnis der zuſtändigen Behörde (des Bezirksamts)
nachweiſen, daß gegen die Erteilung eines Jagdpaſſes ein Bedenken
nicht obwaltet
(II,20705
Weinheim, den 28. Oktober 1914.
Gemeinderat.
J. V.: Vogler.
Fitzer.
Prinz Meinrich-Elug
Geldlotterie
Ziehung beſtimmt am Mittwoch, 4. Novbr. 1914
Loſe à 1 Mark noch zu haben bei
Philipp J. Schmidt, Königl. Lotterie=Einnehmer
33 Rheinstrasse 33.
(20445a
6
Kaldstris kuiturstasten.
S e e e ee
D moleer cht unddoeh abeolat g gut leleidlen wollen, tragen
D. R. P. Patente
aller
961a
Sofortiges Wohlbefinden. Grösste Leichtigkeit u.
Be-
quemlichkeit. Kein Hochrutschen. Vorzügl. Halt im Rücken.
Natürl. Geradehalter. Völlig freie Atmung und Bewegung.
Elegante schlanke Figur. Für jeden Sport geeignet. Für
leidende und korpulente Damen Spezial-Facons.
IIlustrierte Broschüre und Auskunft kostenlos durch:
* Inh.: Frau E. Spreng,
Kalasiris-Spezial-Geschäft Schulstr 3. 1. St. Tel. 136
Am Dienstag und Mittwoch,
den 3. und 4. November 1914,
von vormittags 9 Uhr ab,
fin=
det im Verſteigerungsraume des
Fundbureaus in Frankfurt (Main),
Poſtſtraße 6 — Nebengebäude
öffentliche Verſteigerung der
Fund=
ſachen ſtatt. Ein Brillantring und
photographiſche Apparate werden
(320707
hierbet verſteigert.
Frankfurt (Main),
den 9. Oktober 1914.
Königl. Eiſenbahndirektion.
Graue geſtrickteſ
wollene
Frauenhilfe im Krieg 1914
ſucht Kinderwagen für eine aus
Raney geflüchtete Frau mit
(20713
Zwillingen.
ee en
Ich kaufe
getragene Kleider, Stiefel,
Wäſche uſw. (20534a
Zarnicer, Kleine Bachgaſſe 1.
Bedeutende Vorräte
zu alten Preiſen
in
Hemden
Hoſen
Wämmſen
Jacken
Leibbinden
Ohrenſchützern
Kniewärmern
Stauchen
Imprägn.
Fuß=
lappen (20325a
I. & N. Tuld
12 Kirchſtraße 12
gegenüber der Stadtkirche.
rerſel. Zuldernagen
zu verkauf. Kaupſtr. 10. (*8463
Harrur
für Herrſchaften u. jg. Leutel
Ich kaufe getrag. Herren= u.
Damen=
kleider, Stiefel, Uniformen,
Bett=
federn, Zahngeb. Poſtk. gen. (20564a
M. Obstfeld, Kleine Bachgaſſe 7.
Faſt neues Fahrrad zu verkaufen
§ (5460)
Grüner Weg 17.
Großh. Hoflieferant
Darmstadt.
Spezial-Engros-Geschäft
für (16033a
COGNAC
1 deutsch u. französisch
s Spirituosen und Liköre
Weiß- und Rotweine
Dessert- und
Frühstücksweine
Vorteilhaf
ste Bezugsquelle
für Wiederverkäufer.
Gold, Silb. Platin, Brillanten
kauft (20574a
Juwelengesch. Kurtz
Telephon 12 2. Pädagogstr. 2.
Dukauf.geſ.ſchön. guterh. fücher=
O ſchrank (nußb. pol.,
Muſchel=
auſatz). Angebote unter C 73
an die Geſchäftsſtelle.
(*8472
Zu kaufen geſucht: Damen=
Dmantel, Gr. 44, 46, ſow. Koſtüm,
Herrenüberzieher u. beſſ. Anzug.
Angebote unter C 74 an die
(*8471
Geſchäftsſtelle.
zu kaufen geſucht.
Motorra”
Angebote unt. 675
an die Geſchäftsſtelle.
(*3165
Kut erh. Koffer od. Schließkorb
Gſof. zu kaufen geſ. Ang. unter
C 83 an die Geſchäftsſtelle. (*8498
Mtenen
Gelichtet hal, ſucht von
Selbſt=
geber bis zur Fertigſtellung ſeiner
I. Hypothek zirka 4—5 Monate
1000 Mk. gegen doppelte
Sicher=
heit und 8% Verzinſ. Angeb. unt.
B 54 an die Geſchäftsſt. 20599fsg
auf 3 Monate gegen
500 M. Sicherheit ſofort zu
leihen geſucht. Off. u. 1914 O.
hauptpoſtlagernd. (*8388s
I mernen
We mit Laden gegen kleines
Privathaus? Angebote u. M 25
an die Geſchäftsſtelle. (19290a
Mt
Kreuzung, Stücksh0 Pfg. zuverk.
Näh. in der Geſchäftsſt (*8462
Einige Schlachthafen billig zu
E verk. Hochſtraße 22. (*3423
B₰
trachtv. D. Schäferh., g. dreſ.
um=
ſtändeh.b abzug. Ballonpl. 10, p. (*
Zwei
Deutſche Schäferhunde
mit Stammbaum,
ſowie eine
große Hundehütte
zu verkaufen Erbacherſtr. 48.
Für unsere
Truppen im Felde
empfehlen:
Trocken-
Vollmilch
TABLETTEN
mit Kakao
20 ₰
mit Tee
25₰
mit Kallee
25 ₰
für ca. 2—3 Tassen
ausreichend
Glänzend bewährt.
Feldpostbriefe
mit Kaiserkuchen . 85 ₰
Fleischsaft-
Tabletten
Frucht-Nuß-Pasten
Feldpostbriefe
mit Rum, Arrak, Kognak,
Zwetschenwasser
Honigkuchen
und Thorner
Katharinchen
Erste Sendung eingetroffen.
Oskar & Ernst
Maizel
Hoflieferant (vorm. Weidig)
Schulstr. 4, Fernspr. 233.
Dunkelblauer Anzug für kleine
Figur billig zu verkaufen
(*8474)
Dieburgerſtr. 13, I.
Grosse
Browning-Pistole
mit Patronen billig abzugeben.
*8491) Kurtz, Pädagogſtr. 2.
Schwz. Tuchrad m. Cape, Federbeſ.u
Pſeid. Futter b. z. vk. Fuchsſtr. 18, II. (*
Eiſerne große Räucherkammer
Ezu verkaufen
(*8483
Ludwigshöhſtraße 27.
Mist
Dunge Kätzchen zu verſchenken
Hechler, Soderſtr. 48. (*8494
Einlzige Abinte der Verroleamer Wsr elektr. Lichf.
Halbwatt-Spiraldraht- und Metalldrahtlampen
rein weisses Licht, zu billigsten Preisen
Neu-installationen und Reparaturen
an allen elektr. Licht-, Kraft-, Telephon-, Klingel- und Signal-Anlagen.
W. Schoeller Nachf., G. m. b. H.
(20684a
Rheinstraße 7.
Telephon 223
kauft auf Jahresabſchluß. (*8264dg
Peter Walter Ater Arheilger
Weg 120 Sernſpr. 2
ittagstisch
Fleisch u veg. Kost von
60 Pf. 5. M. 1. — im Abonn.
bendtisch
rlisch u. veget. Kost v.
50 Pf. bis 70 Pf. im Abonn.
Aute auk des berühmten
: Vormser Weinmostes :
Rein Trintzwang. (11
Bauchfreie Räume.
— Damenzimmer.
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4. 1. Stock.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. November 1914.
Nummer 301.
be Sle
Oe
Shelt
Montag, den 2. November und Dienstag, den 3. November, veranstalten wir wieder die gewohnten
im Parterre liegen RESTE aller Art aus, die wir zu aussergewöhnlich billigen Preisen verkaufen.
RESTE von Kostümstoffen, Kleider= u. Blusenstoffen, Herrenstoffen, Samt, Weiss- u. Wollwaren,
Bei dem kolossalen Aufstieg der Preise in Wolle und Baumwolle eine äusserst günstige Gelegenheit zum billigen Einkauf.
Schwarz-weisse Rabattmarken an diesen Tagen auch auf alle Reste.
Gebr. Höslein, Hoflieferanten
20710)
Ludwigsplatz.
Aktmodelle (männl.)
für den Unterricht an der
Groß=
herzogl. Techn. Hochſchule geſucht.
Der Unterricht findet Dienstag u.
Mittwoch Abends von 6—8 Uhr
ſtatt. Reſlektanten wollen ſich
Montags u. Dienstags Vormitt.
von 10—½1 Uhr in der Hochſchule
Zeichenſaal 427 melden. (*8385sg
Professor A. Hartmann.
ereheete
Junterricht, Std. 50 Pfg. Angeb.
u. C44 an d. Geſchäftsſt. (*8338fsg
zute Stim. z. e. Op.=Solo=Enſ.geſ.
Adr. u. C50 a. Geſchſt. (*8383se
Leſchäftsdame ſ. 4—5 Zim.-Wohng.,
0 Zent., Seitenb. od. Gartenhaus.
Ang. u. 6 76 an die Geſchäftsſt. (*8461
Student ſucht
gut möbl. Zimmer
im 1. oder 2. Stock. Angeb. mit
Preisang. unter N. O. 1966 an
die Geſchäftsſtelle d. Bl. (I,20704
(Einfach möbliertes Zimmer
geſucht. Angeb. m. Preisang.
u. C80 an die Geſchäftsſt. (*8493
Deamter ſucht ſchön möbl. Zimmer
in gutem Hauſe in ruh. ſonniger
Lage. Angeb. m. Preisang. u. C 84
(*8496
an die Geſchäftsſtelle.
Restauration Kratsch
gegenüb. der Hochſchule,
Magda=
lenenſtraße Ecke, empfiehlt vorzügl.
bürgerl. Mittags= u. Abendtiſch
von 70 u. 60 Pfg. an. Kl. ſep.
Nebenzimmer m. Klavier. (*8438sg
Guten Mittagstiſch
zu 55 Pfg. bei Arheilger,
zum „Gambrinus”,
Schuchard=
ſtraße 10.
(20192a
beteiligt ſich an werktägl.
Wer Spaziergängen ins Freies
Ang. unter C 57 a. d.
Geſchäfts=
ſtelle ds. Blattes.
(*8397sg
Reelles Heirnts-Gesuch:
Geſchäftsm, Mitte 50er J., Witwer,
kath., ohne Kinder, eig. Wohnhaus
nebſt Werkſtatt, ſucht ſich mit Frl.
zwiſchen 35 bis 45 Jahren, Wtw.
mit einem Kind nicht ausgeſchloſſ.,
baldigſt zu verheiraten. Etwas
Vermögen erwünſcht. Strengſte
Diskretion wird erbeten und
zu=
geſichert. Vermittler verbeten.
Gefl. Zuſchriften unter C79 an
die Geſchäftsſtelle.
(*4788
Gabe mich in Darmſtadt
nieder=
gelaſſen.
(*8487
Dentist F. Strecker
Ecke Karl= und Hügelſtraße 2,
2. Stock.
Sprechſtund. v. 8—12 u. 2—6 Uhr.
Künſtl. Zähne u. Reparaturen in
ein paar Stunden.
Duhren jeglicher Art, 1= u. 2ſpänn.,
C auch nach außerhalb, ſowie
An=
u. Abfuhr von Gütern, übernimmt
unter billigſter Berechnung. (B20520
Chr. Achtelstädter & Co.
Darmſtadt. — Telephon 895.
ſebe Dame
iſt zufrieden, wenn ſie ihre
Näh=
maſchine bei Peter Rickert,
Mecha=
niker, Hölgesſtraße 3, parterre,
repa=
rieren läßt. Poſtk. genügt. (*8490
Kein Laden, bitte genau auf
Hausnummer 3 zu achten.
Aufarbeiten von Betten
und Polſtermöbel
in u. außer dem Hauſe billigſt.
M. Hoffmann, Tapeziermeiſter
Kiesſtraße 40. (20139a
6 Draut wird jed. Quantum
ein=
geſchnitten. Karte genügt.
*8497) Zimmer, Wendelſtadtſtr. 49.
Küte v. Samt u. Filz werd. umfaſſ.
Au. ſchick u. fein garn., Zutat. bill.,
in und außer dem Hauſe. (20296a
Ludwigsplatz 8, Vordh., 3. St.
Hüte
werd. ſchön u. bill. garniert. Zutat.
verwendet. L. Groll=Schröder,
(*8511
Soderſtraße 19.
Bladkiles
KKaften. HöuseManzen. Föhe.
LLäuse, Käfer Moften,Ameisen!
beseitigt unterGarantie schnell gewissenhoft
billigst mit neuesten erprobten Hitteln. Für
genze Anwesen. Böckereien, Hotels. pp.:
Versicherung bei billigster Jahresvergüfung.
Gei Behördenpp
Zur Selbsfhilfegebe
mit besten
Er=
sucheinzelne
folgeneinge=
Mittelin Packung
Führt.
von 50 Pfg anab. S
Mostenfreier Besuch.
h
Windhund
ſchwarzer
entlaufen. Auskunft erb. u. C 85
an die Geſchäftsſtelle ds. Bl. (*3508
Gerettet
werden getragene Garderoben
durch gründl. chem. Reinigung
elegante Reparatur und
EntfernendesTragglauzes
unter Garantie. Koſtenlos
wenn ohne Erfolg. Eiliges
in 8 Stunden. Solide Preiſe.
Erfinder und einzige Anſtalt
Wimmer
jetzt Karlſtraße 61.
Telephon205. (20165n
1 Erbbegräbnis
für 3 Perſonen iſt zu verk. (*8480
Näh. in der Geſchäftsſtelle.
ru. Slemner, lol, Mntelhenstr. 14.
Georg Wilh. Weidig Nachf., Oskar u.
Erust Matzelt, Hofl., Schulstr. 4. (III,20709
Eu Tatung nacin Priotg!
(llin.
Ziehung. 4. November 1914
Geld-Lotterie
zum Besten des
Prinz Heinrich-Flugs
1295 Geldgewinne im Betrage vo
16200 Mk.
I. Hauntger
6000 Mk.
2000 Mk.
(20189a
Porto u. Liste
Lose à 1 Mk., 25 Pfg. extra,
bei allen Loseverkaufsstellen oder
dtrekt durch:
L. F.Ohnacker, Darmstadt.
Seeesessesesesesesesesesesoeseeesseesessgen
Als bestes und gediegenstes deutsches
Familienblatt für die weitesten Kreise
empfehlen wir
(X19304
Das Duehtarkne
Reicher Bilderschmuck macht es zu einem Prachtwerk im
vollsten Sinne des Wortes, und durch wirkungsvollen und
spannenden Unterhaltungsstoff die Leser zu fesseln, hat
die Redaktion des Blattes von jeher als ihre Hauptaufgabe
betrachtet. Ausserdem bringt das „Buch für Alle” von
Heft 2 des kürzlich begonnenen neuen Jahrgangs ab
zahlreiche Kriegsbilder,
und es wird unser fortgesetztes Bestreben sein, in Bild
und Wort den grossen Ereignissen zu folgen.
Jährlich erscheinen 28 Hefte. Preis fürdas Heft nur 30 Pf.
Bestellungen nehmen Buch- und
Zeitschriften-
handlungen, Journalexpeditionen usw. entgegen.
Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Bassagsagssgsgssssssssasss
Konsumenten
kaufen Bindfaden u. Packkordel gut u. billig
in dem Spezial-Engros-Geschäft von
Hermann Hachenburger
37 Rheinstrasse 37. Telephon 1829. (5564a
Jl.JEe)de Hase fe Ia Pen
Dienſtmänner=Vereinigung
(*8506
Büro
Karlſtraße 30. Telephon 1909.
Aſchen= und Schuttgeuben
werden entleert. Sand ꝛc.
ange=
fahren. Näh. Geſchäftsſtelle. (20524a
-Reiniqung am Platze!
äsche
Damen, Dett , lisch- und Nuchen wusche
Grosse Stücke 12 Pfg.
Kleine Stücke 5 Pfg.
gewaschen, gemangt und getrocknet.
(B19080
Darmstädter Dampfwäscherei „Edelweisge
Dampfwäscherei u. Bügelanstalt
Fr. Crössmann
Ludwig Hering, Hoflieferant
Lauteschlägerstrasse 28. — Fernsprecher 309.
Schiesshausstrasse 4. — Fernsprecher 249.
Nummer 301.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. November 1914.
Seite 11.
spas Gegründet 1878 pssaus
Frankfurt a. M. Zeil 71—79, Baugraben 2—10
Inennes Prwckerungs-Heabades
Seehte Ich mich mermn ergebenst unzazeigen.
Auswahl und Preiswürdigkeit in allen nunmehr noch bedeutend vergrösserten
Abteilungen meines Geschäftshauses geben den besten Beweis meiner ausserordentlichen Leistungsfähigkeit.
Dem Grundprinzip
meines Geschäfts:
este Preise
verdanke ich die stete
Ver-
grösserung meines Hauses.
Spezial-Werkstätte
für
Nähmaſchinen=ReparaturenallerSyſteme
August Zürtz, Waldſtraße 18.
Früher langjähriger erſter Mechaniker der Firma
A. Engel.
(18835a
gut erhaltene Uieberzieher,
1 Paar Jagdſchuhe, 1
Ge=
wehr zum Auseinanderſchrauben,
1 Offiziersdegen billig zu
ver=
kaufen. Händler verbeten. (*8224msg
Pankratiusſtr. 5, I., I.
Bluſ., Mäntel, Uber=
Kostüme, zieher billig zu verk.
Soderſtr. 56, II.
(*8366sg
Mech. Strickerei A. Pfirsch
Eliſabethenſtraße 36, Eingang Zimmerſtraße
empfiehlt reinwoll. graue Socken per Paar M. 1.40,
Kinderanzüge nach Maß, ſowie wirklich dauerhafte
und dabei billige Sweaters.
(19319a
Der ſilberne Adoff.
Roman von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
13)
7. Kapitel.
Am nächſten Morgen hatte der Senator Wommen
Karla Plunk nach dem Bahnhofe begleitet und war dann
nach ſeinem Bureau auf der Troſtbrücke gefahren. Nach
langer Abweſenheit gab es viel zu erledigen. Der Senator
ließ keinen neben ſich aufkommen. Seine beiden Söhne
leiteten Agenturen des Hauſes Charles Hinrich
Wom=
men in Valparaiſo und Schanghai die drei Prokuriſten
im Stammhauſe durften auch nur über das Allernötigſte
disponieren; Großkaufleute pflegen kleine autokratiſche
Könige zu ſein. Als die Börſenzeit herankam, wunderten
ſich die Angeſtellten, daß ihr Chef nicht zum Zylinder griff.
Der ſtand, die Hände in den Taſchen, am Fenſter ſeines
Privatbureaus und ſah nachdenklich hinab auf den
ſchma=
len Waſſerarm. Nie hatte er den Tod ſeiner Frau
ſchmerz=
licher empfunden als im letzten halben Jahre. Ellens
wegen! Die machte jetzt böſe Zeiten durch. Wenn das
Blut rebellierte, half kein Reichtum. Da half nur kühler
Verſtand; wenn es ſein mußte, ein feſter Griff in der
rich=
tigen Sekunde. Jawohl, Sekunde! Auf Sekunden kam
es an. Er kannte doch das Wommenſche Blut. Altes,
ſtolzes Blut, das gewohnt war, zuzugreifen, zu herrſchen.
Das aber in jungen Jahren die Kandare gebrauchte. Er
wußte, warum er ſeine Söhne nach Oſtaſien und
Süd=
amerika geſchickt hatte — und ſie dort ließ. Die Hörner
ſollten ſie ſich abſtoßen. Eine ſchöne Sache war die
Leiden=
ſchaft, wenn man ſie in der richtigen Sekunde zu
bändi=
gen verſtand. Und ſchlug ein Sohn einmal über die
Stränge — mochte es ſein! Hinrich Wommens Tochter
aber durfte ſich das nicht leiſten! Die hatte kürzlich
Lehr=
geld gezahlt. Es war noch glimpflich abgelaufen! Wenn
auch in befreundeten Kreiſen gemunkelt wurde: die Ellen
Wommen hat ſich von Erich Brüchterloh einen Korb
ge=
holt! Der Zuſatz war Oel auf die Wogen: Und hätt’ ſie
es nicht getan, wär’ der Alte dazwiſchen gefahren, denn
Erich Brüchterloh hätt’ ſich auf den Kopf ſtellen können,
Hinrich Wommen iſt nicht der Mann, der einen Tagedieb
in Kauf nimmt! Und da hatten die Leute recht. Er hatte
Vernunft gepredigt; Erich Brüchterloh jurte weiter auf
den Rennplätzen herum; von jeder Auskunftei konnte man
erfahren, daß er auf dem beſten Wege war, ſein ſehr
be=
deutendes Vermögen ganz klein zu kriegen. Denn wo die
Startglocke auf dem grünen Raſen läutet, da wird auch
geſpielt. Und wer ſpielt, iſt geliefert. Früher oder ſpäter.
Anſtändigen Erwerbsſinn muß ein Hamburger haben,
ſonſt fällt er unten durch! Und das iſt recht ſo. Wer nicht
Werte ſchafft oder erſchließt, iſt eine Drohne. Drohnen
werden vor die Tür geworfen. Nur Arbeit gibt innere
Zufriedenheit. Nur Erfolge machen froh und — ſtolz.
Aeußerer Schein gilt nichts in Hamburgs Mauern! Wenn
einer elegant zu Pferde ſaß, forſch ſeine Rennen nach
Hauſe ritt, ſo war das ſchön — als ſtählender Zeitvertreib.
Aber nur Mittel zum Zweck! Durfte nie Zweck werden.
Gott ſei Dank hatte Erich Brüchterloh Ellen abfallen laſſen.
Im letzten Augenblick allerdings erſt. Seine Kumpane
hatten ihn wohl auf den Vater aufmerkſam gemacht.
Junge, an dem verbrennſt Du Dir die Finger. Todſicher
hätte er es=getan. Und wenn Ellen geglaubt hatte, der
Leichtfuß würde mit Liebe an die Kandare zu nehmen
ſein, ſo war es jugendlicher Ueberſchwang, der ſich ein
Lebenlang gerächt hätte. Und wenn Ellen dieſe
Enttäu=
ſchung gereift hatte, ſo war die böſe Erfahrung ein Segen.
Die Reiſe nach Liſſabon wäre nicht unbedingt nötig
ge=
weſen, aber er hatte ſie unternommen, weil ſeine Tochter
ſich den feſten Halt allein zurückerkämpfen ſollte.
Wom=
menſches Blut trug das Herz nie auf der Zunge. Ueber
das Schlimmſte war ſie ja weg geweſen bei ſeiner Abfahrt.
Er war ein Menſchenkenner, er fand ſich in ſeinem Mädel
zurecht, dem ſtolzen Mädel mit der feſten Zügelhand, der
gertenſchlanken, biegſamen Figur. Tiefer gruben ſich die
Falten in Hinrich Wommens Stirn. Und nun Adolf von
Ruſten. Dunkel entſann er ſich einer Anſpielung, ganz
nebenbei hingeworfen, als Ellen damals aus
Hinterpom=
mern zurückgekommen war. Ein Herz hab’ ich ein
biß=
chen angeknickt, konnte wahrhaftig nichts dafür er wollte
es ſo haben. In dieſer Ecke verſauern, dafür bedank’ ich
mich ſchön! Und nun? Und nun? Wer derjenige
da=
mals war, jetzt wußte er es. Schon an der
Landungs=
brücke hatte er es gewußt. Ein ganzer Kerl, ein Idealiſt,
na ja!.Einer, der erſt auf die richtige Fährte geſetzt
wer=
den mußte, aber dann leiſtete er etwas. Junkerblut! Mit
ſeinen Vorteilen, ſeinen Nachteilen. In ſchwierigen Lagen
verſtand es ſich aber zu bewähren, das mußte ihm auch der
Gegner laſſen! Und wenn dann die Diplomatie aufhört
und die Fauſt zuſchlägt, ſo mag das Sache der
Anſchau=
ung, der Erziehung ſein. Wer will da rechten, wenn er
auf höherer Warte ſteht? Daß nur Menſchen wir ſind.
Im übervölkerten Deutſchland ſchlägt in unſeren Tagen
jeder zu, ſo gut er kann. Die Zeit rollt ihren Kreislauf.
Wer dem Rad in die Speichen fällt, wird zur Seite
ge=
ſchleudert. Wer das Rad als Vorſpann benutzt, kommt
vorwärts. Langſam zog der Senator Wommen die
Hände aus den Taſchen, atmete tief auf. Sollte er mit
ſeiner Tochter ſprechen? Sollte er warten? Wenn ſie die
Augen klein kniff und die raſſigen Naſenflügel aufblähte,
dann hieß es achtgeben, dann brauten ſich Gedanken in
ihrem Kopfe zuſammen, dann kam’s wahrhaftig auf die
richtige Sekunde an! Auf die richtige Sekunde! Und die
wollte erkannt ſein. Die feſte Hand war ſchon vorhanden,
wenn es ſein mußte.
Ellen Wommen hatte aufgeatmet, als die Rappen im
ſchlanken Trabe davongefahren waren. Sie hatte
heraus=
gefühlt, daß Karla Plunk die Konkurrentin witterte.
Ver=
gleiche waren von allein gekommen. Erich Brüchterloh —
Adolf Ruſten! In vielem waren ſich beide ähnlich! Rei=
terblut trägt den Kopf hoch, Reiterblut iſt leidenſchaftlich.
Reiterblut ſetzt, ohne mit der Wimper zu zucken, das Leben
ein für eine Spielerei — für eine Tat. Wenn Reiterblut
auf guter Lebensbahn galoppiert, dann gibt es einen
fröh=
lichen Kampf, dann folgen mannhafte Taten. Die richtige
Lebensbahn, darauf kam’s an. Wer aber abirrte,
davon=
preſchte, mit ſeiner Leidenſchaft, bis er abgeſchleudert
wurde, krachte an eine Mauer. Genickbruch! Genickbruch!
Wenige hatten im letzten Augenblick die Kraft, ſich gegen
die Bügel zu ſtemmen, an den Zügeln zu reißen. Erich
Brüchterloh hatte ſie nicht. Geliefert war Erich
Brüchter=
loh. Fröhliche Ritte, dann mannhafte Taten — fröhliche
Ritte, dann grüner Tiſch. Ein Nervenſtählen — ein
Ner=
venzerrütten. Der eine blanke Augen am nächſten
Mor=
gen, der andere brachte die Lider nicht hoch. Und der mit
den blanken Augen, der riß ein Weib, wie Ellen Wommen,
von Wonne zu Wonne. Der ſchlug ſich lachend ſeinen Weg
durchs Leben. Der gähnte nicht und hatte kein verlebtes
Geſicht. Der ſtrahlte von fröhlicher Geſundheit und ſah
die Schönheit und fühlte die Leidenſchaft. Da zitterten
Ellen Wommens Lippen, da wurden ihre Augen feucht.
Da ſprang ihr das Blut in die Schläfe, da krampften ſich
ihre Hände zu Fäuſten. Da war ſie — die Eiferſucht! Ihre
Lippen rümpften ſich zu einem leiſen Hohnlachen. Sie —
und Karla Plunk! Sie, die Dame der großen Welt —
und die ſpießbürgerliche Rheinländerin, die zum erſten
Male hinausgeſehen über die ſchwarz=weiß=roten Grenzen
und nun glaubte an weiten Blick, an Reife des Urteils,
Sie, die reiche Hanſeatentochter — und das arme Haſcherl!
Aber in einem waren ſie gleich — an lohender
Leiden=
ſchaft. Und wenn zwei Frauen kämpfen um einen Mann,
dann wird nicht lange mit dem Degen ſalutiert. Dann
gibt es einen ſcharfen Ritt, und oben blieb, wer in allen
Sätteln feſt, die andere ging koppheiſter. Denn, wenn
dem Manne das Herz ſchneller ſchlägt, dann faßt er nach
den durſtigeren Lippen den ſehnſüchtiger ausgebreiteten
Armen — nach der Aufmachung, nach der eleganteren,
nach der mit reicheren Händen, nach der mit der
biegſame=
ren Geſtalt. Und wenn ſie ihre Puppen tanzen ließ? Ja,
wo denn? Er war fort und ſie mit ihm. Um 7 Uhr heute
abend legte er ſeiner Mutter die Braut in die Arme. Tie
Braut! Die Braut! Da ſchlug Ellen Wommen die Hände
vors Geſicht. Sie wollte den Kopf heben — ſie konnte nicht.
Was blieb denn übrig von der ſtolzen Hanſeatentochter?
Nichts — rein gar nichts! Da ſtand nur ein Weib, das
liebte, das den Nacken beugte. Ein Weib, das Hunderte
gerne in die Arme genommen, und das nun gerade den
haben wollte, der einſt über ihren Beſitz ſelig geweſen
wäre. Und wieder klapperten Hufe draußen auf dem
Pflaſter. Ungeduldig klapperten die Hufe. Ihr Rappe
„Königsdragoner” wartete auf die Herrin. Da eilte ſie in
ihr Ankleidezimmer.
Als ſie gegen Mittag zurückkehrte, hatte „
Königsdra=
goner” kein trockenes Haar mehr, und das Pferd des
Reit=
knechts war in Schaum gebadet.
(Fortſ. folgt.)
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. November 1914.
Nummer 301.
AUGUST und LUDWIG SchWAD
Telephon
S148-
ENNST-LUDWIGSTN
Kamelhaardecken Wolldecken Reisedecken
Alleinverkauf sämtlicher
echten Prof. Dr. Jäger’s
Normal-Artikel. —
Allein-
verkauf von Wilh. Benger
Söhne, Stuttgart, auch in
Halbwolle, Baumwolle u.
Seide zuvorgeschr.
Listen-
preisen. — Dr. Lahmann’s
Reform-Unterkleidung.
Armee. Pulswärmer
aus echtem, ungefärbtem Pelz
mit wasserdichtem Bezug
Reinseid. Trikot-
Hemden u. Hosen
Pelz-Strümpfe.
Schulstr. 6 Elektr. Institut Tel. 399
Für unsere Krieger im Felde!
Elektrische Taschenlampen
in allen Preislagen
mit stets frischen Dauerbatterien bis zu
8stündiger Brenndauer.
Zum Versand ins Feld
in starkem Karton fix und fertig verpackt als Feldpostbrief
Zu haben bei
20673a
L. LANGE
Hof-Apotheke
Ballonplatz u H. Roeder Telephon 2417
Eieganes
Schlaf= u. Wohnzimmer
vollſtändig neu und ungebraucht,
weit unter Preis zu verk. Näh.
in der Geſchäftsſtelle. (20615a
Fraue Mäntel, auch Ofiziersm.,
OHofen, Waffenröcke, 1 Spiegel,
2 Gaswandarme u. Phreisdei
verk. Soderſtr. 14, I. (29601sg
Garautiert waſſerdichte
Zelttuch=Weſten
und Hoſen. Beſter Erſatz
fürgeſundheitsſchädl.
Gummi=
ſtoffe, ſowie
(20712gmg
Schirmſtoff=Weſten
von Mk. 7.50 an.
Sämtliche
Militär=Unterkleider
enorm billig.
Wilhelm Deuster
Markt 11½, Ecke Marktſtr.
Liebesgaben! Lazarette!
Empfehle zu besonders ermässigten
Preisen als Stärkungsmittel für unsere
Truppen in besten Qualitäten: (20655a
Natur-Rotweine
in jeder Preislage.
Rum, Kognak, Arrak, Punsche
Alte, feine Südweine
in jedem Quantum. Flaschen u. Gebinde.
Weingroßhandig.
Ferdinand Wolff
Fernspr. 778 Gegr. 1843 Rheinstr. 46.
Harte Salami, ganz harte.
Trockene Winterw., fein u. pikant, aus bestem unters. Roß-, Rind- u. Schweine-
Heisch, à Pfd. 115 Pf. Desgl. feste Zungenwarst 5 Pfd. nur 70 Pf. Versand
Nachnahme. Nur Anerkennung und Nachbestellung.
(14669a
A. Schindler, Wurstfahrik, Chemnitz i. Sa. 32.
Feld=Taſchen=Apotheken
als Feldpoſtbriefe zu verſchicken, werden in der Apotheke
poſtfertig geliefert
(20715gmg
in jeder beliebigen Zuſammenſtellung und Preislage,
ſchon von Mk. 1.— an.
Kola-, Cholera-, Pfefferminz-, Natron-,
Beſonders begehrt:
Husten= Rheumatismus=, Rachen=
schutz-Pastillen und viele andere.
Kafſe, Te, Kakao=Tableten.
Wund= und Heilfalben in Tuben.
Heilmnitelgegen Wundlaufen. Wundreiten, Froſſchäben
Verbandſoaſfe Dezinſektiansmitel. Plaſter jeberArt.
Gänzlicher Ausverkauf.
Nachdem mein Mann den Heldentod geſtorben
iſt, löſe ich mein
Tapeten-Geschäft
wegen Umzug auf.
(*8519gmg
Frau L. Meinhardt
Grafenſtraße 4.
Telephon 1961.
Möbel=Eransporte
mittelſt neuer Patent=Möbelwagen führe ich zu billigſten Preiſen bei
gewiſſenhafter Bedienung aus.
(20251a
Albert Vogt, Möbel-Spedition
Gutenbergſtraße 37.
Telephon 2050.
Brennholz
in Schwarten oder Klötzchen, kurz geſchnitten, prima trocken, daber
direkt zum Anfeuern verwendbar, liefert per Zentner Mark 1.40
inkl. Oktrof, frei Keller.
(1845a
J. Awerbuch, Wendelſtadtſtr. 47, Telephon 1422.
NB. Bei Fuhren von 10 Zentnern bedeutend billiger.
Beilage
zum Darmſtädter Tagblatt.
koſtet ein Drobe=Abonnement auf die
20703)
betangerwiatter
die mit den herrlichen Gedichten von Rudolf Presber und den patriotiſchen Buntbildern
von E. Heilemann, F. Jüttner, Walter Trier, W. A. Wellner ein ungeheures
Augenblicks=Intereſſe erregen, aber auch für jeden Deutſchen dauernden Wert beſitzen als
bleibendes Kulturdokument aus großer Zeit
Man abonniert in jeder Buchhandlung und bei allen Doſtanſtalten
56 1n
Werlag der Luſtigen Blätter, Berlin GW8
Frauenverein der Johannesgemeinde.
Einladung zur Hauptverſammlung
auf Dienstag, den 3. November, abends 8 Uhr,
im Gemeindehaus.
Vortrag des Herrn Pfarrer Marx über:
„Krieg und Gemeindeleben‟
Eintritt frei. Auch Nichtmitglieder, weibliche wie männliche,
willkommen.
Der Vorſtand.
20701)
IiGen-Verenn
Schutzherr: Seine Königliche Koheit der Grossherzog.
erfres konzert
im Winfer 1914/15
(Dreiundachtzigſtes Vereinsjahr)
unter Leitung des Herrn Geh. Hofrats W. de Haan
und unter Mitwirkung der Konzertſängerin Frau Anna
Stronck=Kappel aus Barmen und des Konzertſängers
Herrn Hans Cleuver aus Köln, verſchiedener Mitglieder
des Sängerchors des Lehrerbereins und der
Groß=
herzoglichen Hofkapelle
Samstag, den 7. November 1914
in der Stadtkirche
Ende 9½ Uhr.
Anfang abends 8 Uhr.
Ein deutsches Requiem
nach Worten der heiligen Schrift
für Soloſtimmen, Chor, Orcheſter und Orgel
von Johannes Brahms.
Preiſe der Eintrittskarten (einſchl. Billettſteuer) für Nichtmitglieder
. Mk. 3.30
Chor, die drei vorderſten Reihen
3.30
Plätze neben dem Altar, Südſeite
2.50
Empore gegenüber der Orgel .
2.20
Mittelſchiff 1. bis 11. Reihe
2.20
Chor 4. und 5. Reihe .
2.20
Seitenſchiff gegenüber der Orgel
1.65
Mittelſchiff, die hinteren Reihen
1.10
Nicht numerierte Plätze
Der Sitzplan für die Stadtkirche befindet ſich auf der Rückſeite der Texte.
Text 20 Pfg.
Geffentliche Hauptprobe
Freitag, den 6. November 1914, abends 8 Uhr, in
der Stadtkirche.
Eintrittskarten (alle Plätze ſind unnumeriert): Mark 1.50.
Text 20 Pfg.
Die Kirche wird an beiden Tagen um ½8 Uhr geöffnet.
vom 2. November an in
Verkauf der Eintrittskarten A. Bergſtraeßer’s
Hof=
buchhandlung (W. Kleinſchmidt), Rheinſtraße 6, und in der Einhorn=
Apotheke (P. Ramdohr), gegenüber der Stadtkirche.
(20697
Scheuermann’s Bienenstände
Gartenstadt Hohlerweg 95 — Telefon 1156
Bienenhonig letzter Ernte per Pfd. 1,10 M.
Verkaufsstelle nur:
L. ENGELHARD Nachfolger, Darmstadt, Gr. Ochseng. 27.
Daselbst auch alle zur Bienenzucht nötigen Gerätschaften wie:
Wabenzangen, Imkerhandschuhe, Imkerschleier u.-hauben,
Rauch-
apparate, Königinfangkäfige, Absperrgitter, Ia. Kunstwaben,
(19424a
Honiggläser etc. etc.
Habe noch abugeben:
Paſtoren=Birnen
10 Pfund 1 Mk., ſowie
Gold=Parmänen u. Kohläpfel.
Philipp Lang, Eberſtadt,
*8470) Heidelbergerſtr. 42½/10.
. Paul Peterſen
. Otto Thomſen
Olga Kallenſee
Zweiter Akt: Giulietta.
. Aug. Globerger
. Anna Jacobs
. Heinrich Hacker
Pitichinaccio . . Otto Thomſen
. Olga Kallenſee
Großh. Hoftheater.
Sonntag, den 1. November 1914.
28. Abonnements=Vorſtellung. B 6.
Hoffmann’s Erzählungen.
Phantaſtiſche Oper in 3 Akten
Muſik von Jacques Offenbach.
Perſonen:
Vorſpiel: In Lutter’s Keller.
Hoffmann .
. Aug. Globerger
Niklaus
. Anna Jacobs
Lutter, Wirt . . Lud. Wenzel
Lud. Kleinböhl
Nathangell
Stud.
Adolf Klotz
Hermann
Erſter Akt=Olympia.
Hoffmann
. Aug. Globerger
. Anna Jacobs
Niklaus .
Coppelius,
Brillen=
händler .
. L. Schützendorf
Spalanzani, Prof.
der Phyſik.
Cochenille, deſſen
Diener
Olympia .
Hoffmann
Niklaus .
Dapertutto, Kapit. L. Schützendorf
Schlemihl
Giulietta.
Dritter Akt: Antonia.
Hoffmann
. Aug. Globerger
. Anna Jacobs
Niklaus
Doktor Mirakel . L. Schützendorf
Creſpel, Muſiker . Alfr. Stephani
Antonia, d. Tochter Olga Kallenſee
Franz, deſſ. Diener Otto Thomſen
Antonia’s Mutter
(Erſcheinung) . . Lucia Redding
Nachſpiel: In Lutter’s Keller.
Aug. Globerger
Hoffmann
. Anna Jacobs
Niklaus
Lutter.
. Ludwig Wenzel
.L. Kleinböhl
Nathanael
Hermann
Adolf Klotz
Nach d. 1. u. 2. Akte längere Pauſen.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—12. Reihe
3.70 ℳ, 13.—19. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 10½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung.
Anf. 7 Uhr. Ende nach 10 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Montag, den 2. Nov.: (Keine
Vorſtellung).
Dienstag, 3. Nov.: 29. Ab.=Vſt.
A 8. Zum 1. Male wiederholt:
Der Reviſor”. Kleine Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
Mittwoch, 4. Nov.: 30. Ab.=Vſt.
B 7. „Lohengrin”. Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 5. Nov.: 31. Ab.=Vſt.
C8. „Figaro’s Hochzeit”
Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Anmeldungen auf Abonnements
werden noch fortwährend von der
Hoftheater=Hauptkaſſe in den
Kaſſe=
ſtunden vormittags von 19—12½
Uhr entgegengenommen
Turnhalle am Woogsplatz
Unter Allerhöchstem Protektorat Ihrer Kgl. Hoh. der Großherzogin
Montag, 9. November 1914, abends 8 Uhr
thoven-Abend
veranstaltet von
Wilnei Backhaus
Grossherzoglich Hessischer Kammervirtuos.
Der gesamte Reinertrag wird der Hinterbliebenen-
Fürsorge der Stadt Darmstadt überwiesen.
Sonaten von Beethoven: Op. 13 in C-moll (pathétique).
Op. 57 in F-moll (appassionata). Op. 101 in A-dur. Op. 111
in E-moll (dem Erzherzog Rudolph gewidmet). Maestoso-
Allegro con brio ed appassionato Arietta. Adagio molto
semplice, cantabile.
Karten: An der Abendkasse Mk. 3.50, 2.50, 1.20, im
Vor-
verkauf Mk. 3.—, 2.—, 1.— bei Georg Thies Nachf., Leopold
Schutter, Hofmusikalien- u. Pianohandlung, Elisabethenstr. 12
10% Billettsteuer-Aufschlag.
Konzertflügel: Steinway & Sons, Hamburg und New-
Vork. Vertreter: A. W. Zimmermann,f Hoflieferant,
Rheinstrasse 14.
(20417a
Kaffeestube
Große Ochſengaſſe 22
bietet gute billigſte Beköſtigung von früh ſechs bis
9½ Uhr abends.
Allohenreies Speisenaus
Nieder=Ramſtädterſtraße 14
hat ſorgfältige, preiswerte Hausmannskoſt für
Fleiſch=
eſſer und Vegetarier. Vorauskarten zu ermäß. Preiſen.
Verein für alkoholfreie Erfriſchungsräume
Darmſtadt E. V.
Der Verein erſucht alle Geſinnungsgenoſſen, Männer und
Frauen, um Unterſtützung durch Anſchluß und Mitgliedſchaft.
An=
meldungen: Nieder=Ramſtädterſtraße 14.
(20418a
Vornehmstes
Wlafelwassel
Gewährt gegen Gicht u. Rheumatismus.
Leicht verdauſteh, daher
meutbehrſich für Magenleidende.
Quelle.
Generalvertreter: MARTIN JAHN
Pallaswiesenstrasse 3O. (17819a) Telephon 305.
Ringofenſteine ſo
400000 abzugeb. Ang. u. C 59
an die Geſchäftsſtelle. (*8390sg
(weiß) bill.
Höchfeiner Helm abzugeben.
Näheres Geſchäftsſtelle. (20720
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. November 1914.
Nummer 301.
Deufsche Hausfrauen kaufen nur
pr. Gentners seifenpulverSchheckönid
Je. Pfd.-Paket 15 Pfg.
All. Fabrik.: Carl Gentner, Göpplngen.
deutsches Erzeugnis.
Arbeitsamt
Waldſtraße 19/21
Darmſtadt
Fernſprecher 371
Stellen=Nachweis
verbunden mit Lehrſtellenvermittlung und Berufsberatung
unter ſtädtiſcher Führung.
Hauptausgleichſtelle in der Provinz Starkenburg.
A. Männliche (gewerbl. und landwirtſchaftl.) Abteilung.
I. Hauptſtelle: Waldſtraße 19/21, parterre, Fernſprecher 371,
Ge=
ſchäftszeit im allgemeinen von 8—½1 und von ½3—7 Uhr (für
das Transportgewerbe von 9—10 Uhr vormittags).
Unentgeltlicher Nachweis offener Stellen und gelernter,
ſowie ungelernter Kräfte für Landwirtſchaft, Handel und
Gewerbe, mit Ausnahme der folgenden Berufszweige, für die
die betreffenden Nebenſtellen unter a bis k und die
Fachabtei=
lungen zuſtändig ſind. Im Holzgewerbe findet auch
Vermitt=
lung im Hauſe Bismarckſtraße 19 ſtatt.
a) Nebenſtelle für das Bäckergewerbe (Abteilung der
Bäcker=
innung): Landgraf Georgſtraße 36, Fernſprecher 2510,
Ge=
ſchäftszeit von ½ 11—12 Uhr vormittags.
b) Nebenſtelle für das Metzgergewerbe (Abteilung der
Metzgerinnung): Frankfurterſtraße 69 (Schlachthof),
Fern=
ſprecher 542, Geſchäftszeit von 8½ Uhr vorm. bis 6 Uhr
nachmittags.
c) Nebenſtelle für das Wirtsgewerbe (Abteilung des
deut=
ſchen Kellnerbundes, Zweigverein Darmſtadt):
Pankratius=
ſtraße 5, Fernſprecher 1745, Geſchäftszeit von 8 Uhr vorm.
bis 12 Uhr mittags und von 2—7 Uhr nachmittags, auch
Sonntags von 8—12 Uhr. Ungelerntes männliches Perſonal
wird in der Hauptſache von der Hauptſtelle vermittelt (ſ. oben
unter I), weibliches Perſonal von der Dienſtbotenabteilung
(ſ. B II).
d) Nebenſtelle für das Friſeurgewerbe: Große Ochſengaſſe 28,
(Einsfeld), Geſchäftszeit von 8 Uhr vorm. bis 9 Uhr abends.
e) Wanderernachweis: in der Hauptſtelle Waldſtraße 19,
Fern=
ſprecher 371, von 5—7 Uhr nachmittags und in der
Neben=
ſtelle: Herberge zur Heimat, Große Ochſengaſſe 8,
Fern=
ſprecher 2583, von 8 Uhr vorm. bis 9 Uhr abends.
k) Lehrſtellenvermittlung, verbunden mit Berufsberatung
(auch für kaufmänniſche Berufe) in der Hauptſtelle:
Wald=
ſtraße 19, Fernſprecher 371, von 8 Uhr vorm. bis ½1 und
von ½ 3—6 Uhr nachmittags.
II. Fachabteilung für das Weißbinder=, Maler= und
Lackierer=
gewerbe: Waldſtraße 19, parterre, Fernſprecher 371,
Geſchäfts=
zeit von 10—11 Uhr vormittags.
III. Fachabteilung für das Gewerbe der Polſterer, Tapezierer
und Dekorateure: Waldſtraße 19, parterre, Fernſprecher 371,
Geſchäftszeit von 8—9 Uhr vormittags.
B. Weibliche Abteilung.
I. Nachweis für gewerbliche und landwirtſchaftliche Berufe
für gelernte und ungelernte Kräfte: Waldſtraße 19, 1. Stock,
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit von 9 Uhr vorm. bis 12 und
von 3—6 Uhr nachmittags.
II. Dienſtboten=Nachweis. a) Hauptſtelle: Waldſtraße 19, 1. Stock,
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit von 9 Uhr vorm. bis 12 und
von 3—6 Uhr nachmittags. b) Stellenvermittlung mit billiger
Herbergsgelegenheit für ſtellenloſe Mädchen: 1. im evang.
Marthahaus (Eliſabethenſtift), Stiftſtr. 14, Geſchäftszeit von
8 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends; 2. im kathol. Marienheim
(Barmh. Schweſternhaus), Nieder=Ramſtädterſtr. 30 — Abt. des
kathol. Mädchenſchutzvereins — Geſchäftszeit von 3—5 Uhr
nachmitags.
III. Hausbeamtinnen=Nachweis — auch Auslandsvermittlung —
(Abteilung des Internationalen Vereins der Freundinnen
junger Mädchen, Gruppe Darmſtadt): Waldſtraße 19, 1. Stock,
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit: Montags von 10—11 Uhr,
Mittwochs und Freitags von 11—12 Uhr.
IV. Nachweis und Sprechſtunde für kaufmänniſche weibliche
Berufe und weibl. Büroperſonal (Abteilung der Ortsgruppe
Darmſtadt des Allgemeinen Deutſchen Frauenvereins):
Wald=
ſtraße 19, 1. Stock, Fernſprecher 371, Geſchäftszeit: Montags,
Donnerstags und Samstags von 11—½1 Uhr und Dienstags,
Mittwochs und Freitags von 4—½6 Uhr.
V. Frauenberufsberatung (für alle Stände) und
Lehrſtellen=
vermittlung (Abteilung der Ortsgruppe Darmſtadt des
All=
gemeinen Deutſchen Frauenvereins): Waldſtraße 19, 1. Stock,
Fernſprecher 371, Geſchäftszeit: wie bei IV. Sprechſtunden für
muſikſtudierende Frauen mit Stundenvermittlung für Geſang,
Klavier und Violine: Mittwochs von 3—4 Uhr nachm.
Die Dienſtſtellen des Arbeitsamts können von jedermann,
ohne Rückſicht auf religiöſe, politiſche oder organiſatoriſche
Zu=
gehörigkeit, in Anſpruch genommen werden. Die
Inanſpruch=
nahme iſt grundſätzlich koſtenlos.
Nur in der weiblichen Abteilung (Dienſtboten= und
Haus=
beamtinnenabteilung) müſſen zur teilweiſen Deckung der mit der
Vermittlungstätigkeit verbundenen beſonderen Koſten, aber nur von
den Dienſtherrſchaften, geringe Gebühren erhoben werden (für das
Einſchreiben 20 Pfg., für die Vermittlung 1 Mk.) Dienſtnehmer
zahlen auch bei der weiblichen Abteilung nichts. (10126a
Die Friſeurabteilung hebt von Arbeitgebern, die nicht
Mit=
glieder der Friſeurinnung ſind, für die Vermittlung eine Gebühr von
2 Mk. Innungsmitglieder und Arbeitnehmer haben die Benutzung frei.
Olerach
Gedieg, älteres Fräul., frdl.
Weſen, ſehr tüchtig, ſucht
Ver=
trauenspoſt. in beſſ. Geſchäftsh.,
hier od. ausw., auch wo d. Frau
fehlt. Feinbäckerei, Weinwirtſch.,
Gaſthaus bevorz. Beſcheid. Geh.,
Familienanſchl. erw. Angeb. unt.
C 77 an die Geſchäftsſt. (*8460
Aufängerin in Stenographie u.
Maſchinenſchr. ſ. Stelle Ang. unt.
C 78 an die Geſchäftsſt. (*8485gi!
e e en
Lande ſucht Stelung. Zu erfragen
Magdalenenſtr. 19, Hinterb. (*3458
Gebildetes Kinderfräulein
ſucht Stellung zu ſchulpflicht.
Kin=
dern, evtl. auch nur nachmittags
gegen ger. Vergütung. Kenntniſſe
i. Nähen. Sprachen, Muſik. Angeb.
unt. C 71 a. d. Geſchäftsſt. (*8457
Mädchen mit gutem Zeugnis
ſucht Stelle. Zu erfragen (*8467
Sandbergſtr. 60, Hth. 1. St. r.
Reinl. unabhäng. Frau ſucht für
vor= od nachm. 1—2 St. Beſchäft.
*8499) Mauerſtraße 14, Vdh. II.
i. Koch. u. all. Hausarbeiten erf.,
ſucht tagsüber ſof. Stelle. (*8378
Taunusſtr. 49, 3. St. links. Mädchen ſucht Laufdienſt.
B20718) Moosbergſtr. 48, III. Fräuieit
in allen Zweig. des Haushalts erf.,
ſucht ab 15. November v. 9—4 Uhr
Stell. Gute Behandl. Bedingung,
hoher Lohn Nebenſache. Ang. unt.
C 81 a. d. Geſchäftsſtelle. (*8501 Männlich Geg. ſtundenw. Bezahlung
übernehme noch für einige Stun=
den des Tages Büroarbeiten Be=
aufſichtigungen ꝛc. Beſte Zeug=
niſſe. Angebote unter C 28 an
(*8282dg
die Geſchäftsſtelle. Gilere Weiblich Ordentliches, willig., jung.
Mädchen
in einfach. bürgerl. Haushalt ſofort
oder ſpäter geſucht. Näheres Ge=
ſchäftsſtelle d. Bl.
(20621fsg Unabhängige
Spälfrau
geſucht. Dampfmolkerei Hch.
Wolf, Woogsplatz 3. (20572a Selbſtändige, unabhäng. Frau
(*8473goi
für Küche geſucht.
Café Metropole. Suche tücht. Frau in Kantine
tagsüb. u. empf. mehr. Mädch. in
Privat= u. Geſchäftsh. Johannette
Weissmantel, gewerbsm. Stellenver=1
mittl., Karlſtr. 30, Tel. 1909 (*8505 Williges brav. Laufmädchen
vormitt. z. einz. Dame geſ. Zu erfr.
in der Geſchäftsſtelle ds. Bl. (*8512 Männlich Für gänlich neuen Kriegszeit=
artikel — Verdienſt à Stück
1 Mk. — werden beſſere, eingeführte
Stadtreiſende für
Privatbeſuch geſ.
Wo? ſagt die Geſchäftsſt. (*8502go 150 Matter
und Lederarbeiter
bei hohem Lohn geſucht. (20629sg
Hofmöbelfabrik Alter. Meitie lehte
Schnelder
bei hohem Lohn ſof. geſ. (20688sg
Willv Schwab, Ludwigspl. Suche ſof. einen Friſeurgehilfen.
Jean Keimp. Friseur Secheim a. B. (8455goi Hufſchmied kann eintreten
Grafenſtraße 6.
(*8479go Stadtkund. Fahrburſche
geſ. Dampfmolkerei Hch. Wolf,
Woogsplatz 3.
(20619fsgl Für un. kaufmänniſches Büro
zum möglichſt ſofort. Eintr. einen
Lehrling
mit der Berechtigung zum Einj.=
Freiw. Dienſt geſucht. (20696gim
Carl Schenck, G. m. b. H.
Eisengiesserei und Maschinenfabrik
Darmſtadt. helle, neu
Schuchardſtr. 6, II., hergericht.
5 Zim.=Wohn. mit Zubeh., Gas ꝛc.
(20200t
per ſofort zu verm. Zimmer Hochſtr. 43, pt., ſch. 4 Z.= Wohn.
v. ſof. Näh. Stiftſtraße 52. (19909t
ee
zwei kleine 3 Zimmerwohnungen
an Leute ohne Kinder, 15 u. 20 Mk.
per Monat.
(*8391sgo
Umer
Lauteſchlägerſtr. 12 gr. 2 Z.=W.
zu vm. Näh. Vorderh. part. (*8454
Heinrichwingertsweg 73
2 ſchöne Manſ.=Zimmer an einz.
ruhige Dame zu verm. (B20699
Beſſungerſtr. 94
Zweizimmer=
wohnuing zu verm.
(*8477gi
Schöne 2 Zimmerwohnung m.
Gas im Vorderhaus an ruhige
kleine Familie zu verm. Angeb. u.
C 72 an die Geſchäftsſt. (*8475
Kere ntet.
zu vermieten.
(*3456gi
eee
2 Georgenſtraße 1½ (*8508gi
mere
Schillerplatz 2, 3. Stock. (20147g
Ote Zimme
Grafenſtr. 20, II. I., gut möbl.
Zimmer zu vermieten. (20283a
Riedlingerſtr. 29, II., fein möbl.
Zimmer event. mit Penſ., fein möbl.
Wohn= u. Schlafz. ev. m. Penſ. (20464t
Saalbauſtr. 16 möbl. Wohn=
und Schlafzimmer ſofort zu
ver=
mieten. Näh. parterre. (20202t
Stiſtſtr. 89, 1. St., ſchön möbl.
Wohn= u. Schlafzim. mit
Schreib=
tiſch, Gas, ſep. Eing., z. vm. (20213t.
Soderſtr. 14., I. (Kapellplatz)
1 gut möbl. Eckzim., ſowie 1
Wohn=
u. Schlafzimmer zu verm. (20024t
Mühlſtraße 28, I., ſchön möbl.
Wohn= u. Schlafz. zu verm. (20214t
Viktoriaplatz 10
eleg. möbl. Wohn=u. Schlafzim., od.
Einzelzim., in gut. Hauſe, in geſund.,
freier Lage, ſof. od. ſpät. z. v. (19552t
1. St., gut
Liebfrauenstr. 98 mbl. Zim.
(ſeparat) an beſſ. Herrn.
(*7900
Ecke Schul- u. Kirchstr. 27, II., möbl.
Zimmer bis 1. Nov. zu vm. (20480t
Wenckſtr. 2, III. I., mbl. Z. m.
Gas 15 M. od. beſſ. m. Schreibt.
Gas, Porzellanofen, 20 M. (19906t
Saalbauſtraße 38 gut möbl.
Zimmer zu vermieten. (19985t
Grafenſtr. 26, II., b. Donges gut
möbl. Zimmer zu vermieten. (20560t
Luiſenſtr. 6, III, gut möbl. Zim.
ſofort zu vermieten. (20562t
Schützenſtr. 10½, III., 1 od. 2 Z.,
evtl. mit Penſ., bill. zu verm. (20563t
Nieder=Ramſtädterſtr. 31, I., gut
möbl. Z. zu vm., daſ. g. bürg. Privat=
Mittagstisch für beſſ. Herren. (20573a
Steinſtr. 24, II., ein möbl. Zim.
mit oder ohne Penſion. (20586t
Waldſtr. 18, I., ſchönmbl. Zim.,
ſep. Eingang.
(*8323fsg
Grafenſtr. 18, 4. St., I., ſchön
möbl. Zim., Pr. 16 Mk. (*8382sgo
Kaſinoſtr. 26, I., frdl. möbl. Z.
f 17 Mk. monatl. z. v. (20647t
Waldſtr. 11, II, ein möbl. Zim.
zu vermieten.
(*8394sgo
Loniſenſtr. 32, II., b. Gg. Wedel
möbl. Zimmer zu verm. (*8413sgo
Ludwigſtraße 16, 3. St., möbl.
Zim. billig, auf W. Penſ. (*8354sg
Kiesſtraße 1, part, ſchön möbl.
Zimmer zu verm. (*8318sgi
Saalbauſtraße 25, 3. St., gut
möbl. Zimmer zu verm. (20643a
Reckarſtraſte 24, 2. St., ſchön
möbl. Wohn= u. Schlafz. (*8433sg
Eliſabethenſtr. 29, I., 2 f. mbl.
Zim., Wohn= u. Schlafz. (20146git.
Pankratiusſtr. 2½ II.,mbl. Zim.
m. Schreibt., Gas bald b. z. vm. (*8495gs
Hölgesſtr. 3, pt., h. möbl. Zim.
m. Schreibt., ſep., ſof. b. zu vm. (*8489
Pankratiusſtr. 5, p. r., g. möbl.
Zim. m. od. ohne Penſ. ſof. (*8465
Magdalenenſtr. 6, I., ſch. möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (*8464
Luiſenſtr. 34, II., ein ſch. möbl.
Zimmer zu vermieten. (*8459
2 gut möbl. Z. zuſ.od. getr. ſ. bil.zu
2 vm. Schützenſtr. 10½, II. (*8507go
Einquartierung wird angenomm.
Pankratiusſtr. 5, p. r. (*8500gm
wird angen.
Einquartierung
(*8492goi
Stadt Nürnberg, Obergaſſe 38.
Oe
Jpr. jung. Mann Peuſton
erhalten. Witwe May,
Pallas=
wieſenſtraße 14, I.
(*7405gig
Weißkraut
Pfund
Rotkraut. . Kopf 21
Wirſing. . . Kopf 21
Blumenkohl
friſche, weiße Köpfe, Stück 40
Maronen. Pfund 20 ₰
Tafeltrauben
Pfund 30
Citronen. . Stück
Zwiebeln
20698)
3 Pfund 40
2
Z
3
Filialen in allen Stadtteilen.