Darmstädter Tagblatt 1914


Sonntag, den 25. Oktober.

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Nr. 294.

Sonntag, den 25. Oktober.

1914.

Der Krieg.

lie Kämpfe an der belgiſchen Küſte. Vergeltungsmaßregeln? Aus dem beſetzten Belgien. Belgien und England.
Die Geſchäftslage in London. Von den Kriegsſchauplätzen. Eine neue Marine=Konvention des Dreiverbandes.

die Kämpfe an der belgiſchen
Käte.

* Mit großer Spannung werden die Nachrichten
baer den Fortgang des Kampfes an der Küſte von
Mllgien und Nordfrankreich erwartet. Der franzö=
ſage
Generalſtab hilft ſich mit Verlegenheitsberichten aus.
deumgegenüber beſchränken ſich die Meldungen unſeres
troßen Hauptquartiers auf ganz knappe Sätze. Daß auch
r Feind darüber ſich klar iſt, welche Bedeutung die gegen=
artigen
Kämpfe für den ſchließlichen Ausgang des ganzen
tiieſenkampfes im Weſten haben werden, beweiſt das Ein=
reſifen
der engliſchen Schiffe in dieſe Küſtenſchlacht. Mit
deilchem Erfolge, iſt nicht bekannt. Da der amtliche Be=
ct
indeſſen hierüber nichts ſagt, iſt anzunehmen, daß
britiſchen Schiffskanonen ohne nennenswerten Erfolg
ſa: Feuer der gegneriſchen Feldartillerie zu unterſtützen
erſſucht haben. Als bloßer Racheakt muß die Beſchießung
or: Oſtende durch die Engländer bezeichnet werden. Ueber
Beteiligung deutſcher Unterſeeboote an dem Kampfe
t. Zuverläſſiges bis jetzt nicht mitgeteilt worden.
Nachdem der Feind öſtlich Dixmuiden zurückgeworfen
horden iſt und die deutſchen Truppen auch im Vorgehen
Ypern weiteren Boden gewonnen haben, dürfte die
ſemneriſche Stellung an der Küſte und längs des Yſer=
kamals
vorausſichtlich bald unhaltbar werden. Damit
ſſückkt die Beſetzung des Hafens Nieuport durch die deut=
ſſtan
Truppen in immer greifbarere Nähe. Die Deut=
ſtan
haben bedeutende Verſtärkungen erhalten und kämpfen
I drei Fronten ſehr heftig. Auch die Reiterei, welche

ſich in dem durch den Waſſerlauf durchzogenen Gelände
ſchwer bewegen kann, ſtellt Schützengräben her und kämpft
mit.
Der geſtrige Kriegsbericht bezeichnet die Kämpfe am
Yſerkanal als äußerſt hartnäckig. Auf der Linie Nieuport bis
La Baſſée iſt die deutſche Armee zur Offenſive übergegan=
gen
und im Norden haben die Deutſchen bereits den Ka=
nal
überſchritten, es iſt alſo ein weiterer Fortſchritt
zu verzeichnen. Immerhin ſtehen auf dem weiteren Vor=
marſch
an der Küſte noch harte Kämpfe bevor. Daß in
Calais eine Belagerung erwartet wird, deutet die
Nachricht an, nach der der Feſtungskommandant die poli=
zeiliche
und militäriſche Abſperrung des Platzes angeord=
net
hat. Der Zivilbevölkerung iſt eine Friſt von ſechs
Tagen zum Verlaſſen des Feſtungsgebietes geſtellt worden.

Sollen wir Vergeltungsmaßregeln
ergreifen?

* Unter dieſer Ueberſchrift ſchreibt die Köln. Ztg.:
Wer heutzutage auf Londons Straßen Deutſch ſpricht, iſt
vor Fäuſten, die nach Mißhandlung dürſten, nicht ſicher.
Bei uns in Deutſchland, wenigſtens in Städten, wo der
engliſche Kaufmann ſich in zahlreichen Exemplaren feſt=
geſetzt
hat, wie z. B. in Hamburg, hört man überall eng=
lliſche
Laute auffliegen, und kein Menſch ſagt etwas dazu,
wenn es einen auch gegenwärtig eigentümlich unange=
nehm
. ja beinahe als unſtatthafte Demonſtration berührt.
Die Engländer bewegen ſich bei uns friſch und frei, als
lebten wir noch in der alten friedlichen Welt, als würden
keine Deutſchen drüben jenſeits des Kanals aufs unwür=
digſte
behandelt, als würden drüben keine deutſchen An=
geſtellten
kurzerhand ohne Bezahlung aufs Pflaſter ge=
worfen
und als Gefangene in Kitcheners Konzentrations=
lager
eingeſperrt. Und wie viele der in Deutſchland leben=
den
Engländer benehmen ſich obendrein noch herausfor=
dernd!
So hörte man dieſer Tage in Hamburg einen Eng=
känder
ungeniert die Aeußerung tun, bei ihm zulande
würden keine Orden engros verteilt, wie bei uns die Eiſer=
nen
Kreuze. Etwas Aehnliches ſollte nur einmal in Lon=
don
vorkommen!
Aber laſſen wir die Nebenſachen und fragen wir ohne
Umſchweife: Sollen Engländer ſich in Deutſch=
land
andauernd eines unbehelligten
Götterdaſeins erfreuen, während unſere
Volksgenoſſen drüben wie Parias behan=
delt
werden? Sollen ſie bei uns ungehindert weiter
ihr reichliches Geld verdienen, während man die Unſeri=
gen
drüben unter Vertragsbruch aus Lohn und Brot weg=
ſagt
? Bei uns können engliſche Firmen ruhig ſortfahren,
mit den drüben geächteten Deutſchen Geſchäfte zu machen.
In England aber werden die deutſchen Patente geſtohlen,
deutſche Guthaben beſchlagnahmt, alle Verbindungen mit
deutſchen Firmen bei Bedrohung mit langjähriger
Zwangsarbeit verboten, ſelbſt die kleinen Erſparniſſe der
Angeſtellten und Dienſtboten bei den Zahlungsſtellen ge=
ſperrt
. Wir haben zwar reichlich ſpät, nämlich erſt nach
rund ſechs Wochen ſeit dem Kriegsbeginn ein Zah=
lungsverbot
gegen engliſche Firmen in England er=
laſſen
; aber ſelbſt dieſe äußerſte Notwehr iſt lückenhaft ge=
blieben
, denn von dem Zahlungsverbot iſt der Fall aus=
genommen
, wenn es ſich um eine im Inland erfolgende
Erfüllung von Anſprüchen handelt, die für engliſche Fir=
men
im Betrieb ihrer im Inland unterhaltenen Nieder=
laſſungen
entſtanden ſind‟ Der ſmarte Brite wird ſchon
Mittel und Wege finden, um die erhaltenen deutſchen Gel=
der
auf Umwegen und durch unverdächtige Seitenkanäle
in die engliſche Hauptkaſſe abfließen zu laſſen. Zum
wenigſten ſollten wenn man es ſchon bei jener Ausnahme
belaſſen will. unſere Handels= und Gewerbekammern alle
engliſchen Firmen namhaft machen, an die Zahlungen ge=
leiſtet
werden können oder nicht.
Der Engländer verſteht in der Regel ſolche An=
ſtändigkeit
nicht, er ſieht darin nur eine ſelbſtver=
ſtändliche
Rückſicht, auf die er als bevorzugter Ver=
treter
Großbritanniens Anſpruch zu haben glaubt. Wenn
er Patente ſtiehlt, ſo fragt er nicht erſt nach right or wrong.
ſondern nur nach dem praktiſchen Zweck. Es geht bei ihm
alles nach Shilings und Penee, danach richtet er ſeine
Maßnahmen ein. Wir möchten nicht etwa dafür eintre=
ten
, daß man die britiſchen Roheiten mit Gleichem ver=
gelte
, daß man bei uns ebenſo ſchäbig verfahre: wir
wollen bei uns keine Engländer verprügeln, ihre Ge=
ſchäftsſtellen
nicht plündern laſſen, wollen ſie nicht. in
Ställen und elenden Baracken einſperren oder arme
Schlucker ohne Bezahlung und Kündigung auf die Straße
werfen. Aber eine ſchärfere Grenze muß doch
unſerer deutſchen Ueberanſtändigkeit ge=

zogen werden, und etwas mehr als bisher ſollten wir
nach dem ganz geſunden Grundſatz handeln: Wie du mir,
ſo ich dir. Warum zieht man ſich nicht allgemein von den
bei uns ruhig fortarbeitenden engliſchen oder mit engli=
ſchem
Geld betriebenen Firmen zurück, wo doch unſere
eigene Induſtrie und unſer eigener Handel in dieſer
weſentlich durch England heraufbeſchworenen ſchweren
Zeit jeden neuen Kunden ſehr gut brauchen können? Bei
uns gibt es noch kein Handelsverbot gegen engliſche Fir=
men
, wie es drüben gegen deutſche längſt beſteht. Aber im
Grunde genommen muß man ſich fragen: Warum eigent=
lich
nicht? Unſer Handel wird an der Themſe erdroſſelt,
und wir ſehen es verſchränkten Armes mit an! Nur zu
einem hat man ſich bei uns aufgeſchwungen: man hat die
engliſchen Firmen im Inlande unter Staatsauficht ge=
ſtellt
. Aber um welche Firmen es ſich dabei eigentlich
handelt und wer im einzeinen beſteller Staatskommiſſer
iſt, bleibt eine unbeantwortete Frage, und jedenfalls hin=
dert
dieſe wohl mehr formelle Maßnahme die engliſchen
Firmen nicht an ihrer einträglichen Weiterarbeit in
Deutſchland, während drüben deutſche Häuſer ſich Hals
über Kopf auflöſen mußten, da ihnen der amtliche Boy=
kott
an der Kehle ſaß.
Immerhin gibt es neuerdings in dieſem unerquick=
lichen
Bilde auch einige hoffnungsvolle Lichter. Nach und
nach tritt ein deutſcher Handelszweig nach dem anderen
hervor um im Wege der Selbſthilfe ſich von den engliſchen
Geſchäftemachern zu befreien.
Ein Narr der ſich ſeiner Haut nicht wehrte! Jahr=
zehntelang
haben wir die Herren Engländer bei uns ver=
hätſchelt
, in unſeren großen Seeſtädten waren ſie wie zu
Hauſe, ja, genoſſen ſie nicht ſelten ganz ungerechtfertigte
Vorzugsſtellungen in den bedeutenden Handelshäuſern.
Das liebe Geſchäft hat es am Ende ſo mit ſich gebracht,
und die geheiligte Tradition tat das übrige. Englän=
der
und auch Portugieſen, Angehörige einer in Hamburg
ebenfalls kunſtgerecht verwöhnten Nation, die uns jetzt
heimzahlt, waren von jeher regetrechte Hähne im Korde
der Hamburger Kauſleute. Da iſt es am Ende verſtänd=
lich
wenn ſolche alte Gewohnheiten nicht mit einem
Schlage verſchwinden, wenn insbeſondere der Begriff des
engliſchen Vetters bis vor kurzem noch hartnäckig um
ſeine Daſeinsberechtigung bei uns kämpfte. Heute aber,
wo England und Engländer durch ihre bewußten Lügen
den guten deutſchen Namen in der ganzen Welt ſchänden,
wo ſie deutſche Rechte mit Füßen treten deutſche Firmen
und Angeſtellte perfide berauben, kurz, alles, auch das Ge=
meinſte
, tun, um uns Deutſche zu ſchädigen und zu miß=
handeln
, da iſt es endlich auch bei uns mit der Achtung
vor dem gentleman aus, wir ſehen ihn demaskiert als
Räuber vor uns und ſind endlich entſchloſſen, ihn uns vom
Leibe zu halten. Das iſt um ſo notwendiger, als der un=
gehinderte
Fortbeſtand vertraulicher Beziehungen zu den
unter uns lebenden Engländern auch keineswegs ohne
Gefahr für die Landesverteidigung iſt. Die Herren ſehen
und hören alles, was ſie wollen und können, und da ſie
natürlich ausſchließlich engliſch und nicht deutſch fühlen,
ſo iſt es nicht von der Hand zu weiſen, daß mancher unter
ihnen den Verſuch machen wird, ſeine Wiſſenſchaft gut=
anzubringen
.
Die Münchener N. Nachrichten äußern ſich über die
Gewalttätigkeiten, die unſere Feinde gegen Deutſche ver=
üben
, u. a. folgendermaßen: Wir fragen: Wie lange
ſollen wir dieſe Verbrechen ruhig anſehen
und blutenden Herzens buchen? Iſt es nicht oberſte, hei=
ligſte
Pflicht gegen unſer Volk und deſſen Zukunft, unſe=
ren
entmenſchten Feinden ein donnerndes Halt! zuzu=
rufen
? Haben wir nicht Machtmittel genua in Händen,
um dieſen Zuruf aufs wirkſamſte durch die Tat zu unter=
ſtützen
? In unſeren Händen befinden ſich etwa 300 000
Gefangene aus den Heren unſerer Gegner. Unſere
Armeen ſtehen tief in Feindesland. Iſt es unter dieſen
Verhältniſſen wirklich nicht möglich, die uns bekriegenden
Völker zu zwingen, ſich auf ihr Menſchentum zu be=
ſinnen
? und wollen ſie es nicht auf die erſte Aufforde=
rung
hin tun, ſo glauben wir, eine deutliche Mahnung
muß heiſen. Die Feſtſtellungen allein genügen, ſo wichtig
ſie ſind, gegenüber ſolchen Feinden nicht, die den Raſſen=
krieg
gegen uns führen und denen jedes Mittel, auch das
unmenſchlichſte und verwerflichſte, gut genug iſt, wenn
ſie nur Deutſche morden können. Ein ſolcher Feind muß,
wenn er von verbrecheriſchen Methoden nicht laſſen will,
am eigenen Leibe geſtraft werden, unſere Feinde haſſen
uns, aber ſie fürchten uns noch mehr. Darin liegt
unſer Vorteil in dieſer Frage. Wir müſſen ihnen be=
fehlen
, menſchlich mit unſeren Volksgenoſſen umzugehen.
Erfolgt dieſer Befehl mit dem nötigen Nachdruck und
unter klarem Hinweis auf die Vergeltun gsmaß=
nahmen
, die wir ergreifen müßten, falls die Verbrechen
fortgeſetzt werden, wir glauben, es würde wirken. Die
deutſche Regierung iſt in dieſer Angelegenheit unſeres
Volkes am Wort. Wir hoffen, ſie hat es bereits ergriffen
und wird unſere Sache zu autem Ende führen.

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Oktober 1914.

Nummer 294.

* Berlin, 24. Okt. Die Berichte über ſchärfere
Maßnahmen gegen die Fremden, namentlich die
Deutſchen in England, heben hervor, daß viele be=
kannte
und geachtete Perſönlichkeiten in den Zellen der
Polizeigefängniſſe untergebracht ſind, darunter angeſehene
Kaufleute aus Mancheſter. Die meiſten allerdings ſind
Handlungsgehilfen, Kellner und Handwerker. Viele ſind
ſeit Jahren im Lande und mit Engländerinnen verhei=
ratet
. In den Hotels werden die deutſchen und öſterrei=
chiſchen
Direktoren und Angeſtellten entlaſſen.
Deutſcher Heldenmut im fernen Oſten.
* Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt: Mit
dem erhebenden Bewußtſein, daß deutſcher Helden=
mut
auch im fernen Oſten ſich zu betätigen weiß, ſind
die Blicke des deutſchen Vaterlandes auf das Häuflein
tapferer Krieger gerichtet, die Kiautſchou gegen den
Raubanfall der Japaner verteidigen. Nur ſpärliche Nach=
richten
dringen zu uns herüber, aber was wir hören,
beweiſt, welcher Taten unſere in deutſcher Pflichttreue
auf ihrem Poſten ausharrende Wacht im fernen Oſten
fähig iſt. Alle Verſuche des an Zahl weit überlegenen
Feindes, unſere Stellungen zu erſtürmen, ſind geſcheitert.
Bereits liegen 2500 Japaner tot oder verwundet vor den
Wällen Tſingtaus. Wohl iſt auch ſchon mancher unſerer
dort kämpfenden Helden gefallen, aber unerſchütterlich iſt
der Mut der Beſatzung, die dem ſchlichten Verſprechen
ihres tapferen Führers getreu ihre Pflicht bis zum
äußerſten tun wird. Es iſt wohl kaum anzunehmen, daß
Japan noch in letzter Stunde einſehen wird, welch ver=
hängnisvollen
Irrtum es begeht, wenn es glaubt, nach
der Verdrängung Deutſchlands aus China dort Rußland
und England gegenüber ſeine Hegemonie errichten zu
können. Die Ernüchterung wird nur zu bald kommen
und zwar in dem Augenblick, da Japan verſuchen wird,
dem jetzigen Bundesgenoſſen nach geleiſtetem Vaſallen=
dienſt
die Rechnung zu präſentieren. Nachdem Japan
einmal in ſeiner Verblendung der engliſchen Politik Opfer
an Gut und Blut gebracht hat, nachdem es die chineſiſche
Neutralität unter aktiver Beihilfe der ſonſt für die Er=
haltung
der Neutralität der nicht am Kriege teilnehmenden
Staaten angeblich ſo beſorgten Engländer gebrochen hat,
wird es auf dem Wege fortſchreiten, auf den es ſich von
ſeinem Verbündeten hat drängen laſſen. Sollte im Laufe
der Ereigniſſe unſere kleine Schar braver Verteidiger der
Ueberzahl der Feinde, und namentlich dem Uebergewicht
ihrer ſchweren Artillerie ſchließlich erliegen, ſo wird ihr
Ende ruhmvoll ſein und in dem Gedenken des deutſchen
Volkes werden die Braven von Tſingtau ewig fortleben.
Schon jetzt iſt die Verteidigung von Kiautſchou ein
Ruhmesblatt in der deutſchen Kriegsgeſchichte, auf das
wir ſtolz ſind. Aber Deutſchland wird auch nie vergeſſen,
wer der Anſtifter und der Ausführer des heimtückiſchen
Ueberfalles geweſen iſt, dem ſeine Söhne im fernen Oſten
zum Opfer gefallen ſind und die Frucht langjähriger
deutſcher Kulturarbeit vernichtet hat.

Aus dem beſetzten Belgien.

* Wie das Blatt Tijd meldet, hat der Erzbiſchof von
Mecheln, Kardinal Mercier, eine Beſprechung mit dem
Militärgouverneur von Belgien, Freiherrn von der Goltz,
gehabt. Dabei ſei das Mißverſtändnis, was zu einer
gewiſſen Zeit auf deutſcher Seite wegen des Auftretens
der belgiſchen Geiſtlichkeit beſtanden habe, aufgeklärt wor=
den
. Ferner ſei erörtert worden, wie am beſten dem Man=
gel
an Verwaltung in Belgien abzuhelfen ſei. Der deut=
ſche
Kaiſer ſei von den Anſichten, die der Kardinal ge=
äußert
habe, in Kenntnis geſetzt worden. Ferner führt
der Berichterſtatter aus, man brauche ſich keiner Unruhe
mit Bezug auf die Folgen der engliſchen Blockade für die
Verſorgung Belgien s mit Lebens mitteln
hinzugeben. Deutſchland ſei imſtande, das Land ausgiebig
mit allem zu verſehen.
Einige Meldungen des Nieuwe Rotterdamſche Courant
über das Leben in Antwer pen lauten zum Teil ſehr
erfreulich. Es herrſcht Ueberfluß an Lebensmitteln, Ge=
treide
iſt billig. Der Straßenbahnverkehr werde weiter
ausgedehnt, wenn genügend Perſonal zur Bedienung der
Linien vorhanden ſei. Der Fernſprecher iſt noch nicht
wieder in Benutzung; auch die Waſſerleitung iſt noch nicht
ganz in Ordnung. Das dienſttuende Perſonal der Polizei
wird ſtetig zahlreicher. Die Züge und die Zugangsſtraßen
zur Stadt ſind voll heimkehrender Flüchtlinge; doch auch
die nach Holland fahrenden Züge waren voll beſetzt. Die
Stadt wird allmählich belebter. Die Umgebung der Stadt
freilich und die Forts ſind verlaſſen. Bei Borsbeek iſt in
den verlaſſenen Villen viel geſtohlen worden. Andauernd
werden Verwundete nach Antwerpen und meiſt nach dem

Tiergarten gebracht. Ein großes Lazarettſchiff liegt auf
der Schelde am Staden; zahlreiche engliſche Pflegerinnen
ſowie einige belgiſche Militärärzte tun dort Dienſt. Die
Gemeindearbeiter dürfen bei der herrſchenden Not an Per=
ſonal
auch an anderen Arbeiten beſchäftigt werden, als an
ſolchen, zu denen ſie regelrecht verpflichtet ſind; mit der
Ausführung der von der deutſchen Behörde verlangten
Arbeiten ſind ausländiſche Arbeiter betraut, u. a. bei der
Ausbeſſerung der Eiſenbahnen. Der mit dem Unterrichts=
weſen
beauftragte Schöffe teilt mit, daß der Unterricht in
den ſtädtiſchen Schulen in zwei bis drei Wochen wieder
aufgenommen werde. Ein amtlicher Aufruf an das Lehr=
perſonal
wird noch ergehen.
Antwerpener Flüchtlinge aus den beſſeren
Ständen erzählen in Holland, daß die Engländer bei
der Flucht aus Belgien ſehr genau zwiſchen wohlhaben=
den
und anderen Bewohnern unterſchieden. Wenn jemand
zu Schiff nach England hinüber wollte, mußte er zuerſt
nachweiſen, daß er über eine Barſchaft von 3000 Franken
verfügt; wer nur 1000 Franken beſaß, war gut genug für
Holland. Dies wurde indes nicht auf allen Schiffen ſo
gehalten, denn in England weilen auch manche mittelloſe
Belgier. Doch die vorgemeldete Tatſache genügt. Die
Belgier ſind den Engländern ein ausgezeichneter Vorwand
für politiſche Reden und Anſchuldigungen gegen Deutſch=
land
das Volk ſelbſt iſt den Briten gleichgültig, die gegen=
wärtig
die flandriſchen Küſtenſtädte ihrer Bundesgenoſſen
zuſammenſchießen. Dafür üben ſie dann dieſen gegenüber
die Wohltätigkeit, die ſich in den Zeitungen hübſch aus=
macht
.
* Berlin, 24. Okt. Der belgiſche Staat ſoll
nach dem Berliner Tageblatt ſämtliche Zahlungen,
und namentlich die Zahlungen für die Kupons der Staats=
ſchuld
, eingeſtellt haben. Die deutſche Regierung
ziehe vom 1. Oktober ab die belgiſchen Steuern für ihre
Rechnung ein.
* Berlin, 24. Okte Zahlreiche der nach Antwer=
pen
zurückgekehrten Flüchtlinge geben ihren
noch in Holland weilenden Angehörigen und Bekannten
den Rat, gleichfalls nach Antwerpen zurückzukehren. Die
Deutſchen verhielten ſich der Bevölkerung gegenüber ſehr
wohlwollend und die Lebensmittelpreiſe ſeien normal.
* Berlin, 24. Okt. Einer Brüſſeler Meldung des
Lokalanzeigers zufolge iſt jetzt die gerichtliche Unter=
ſuchung
über die Vorgänge in Löwen abge=
ſchloſſen
. Es ſteht danach feſt, daß die Löwener Bevöl=
kerung
am 25. Auguſt durch Raketenſignale mit den aus
Antwerpen ausfallenden Truppen in Verbindung geſtan=
den
, daß Ziviliſten von Dächern und aus Fenſtern zuerſt
auf die durchziehenden Truppen geſchoſſen und daß ſie ſo=
mit
die Schuld an den Vorkommniſſen ganz allein ſich
ſelbſt zuzuſchreiben haben.

sieg unſerer Verbündeten in Bosnien.

* Wien, 24. Okt. Amtlich wird verlautbart: 23. Ok=
tober
: Die ſtarken ſerbiſchen und montenegri=
niſchen
Kräfte, die ſeinerzeit über die von Truppen
entblößten ſüdöſtlichen Grenzteile im öſtlichen Bosnien
eingedrungen waren und die einheimiſche muſelmaniſche
Bevölkerung auch mit einer zügelloſen Horde von plün=
dernden
und mordenden Freiſcharen heimgeſucht haben,
ſind am 22. Oktober nach dreitägigen erbitterten Kämpfen
im Raume beiderſeits der Straße Mokro=Regatica ge=
ſchlagen
und zu eiligem Rückzuge gezwungen
worden. Die Details des Treffens, in welchem unſere
Truppen unvergleichlich bravourös gekämpft und den Geg=
ner
aus mehreren hintereinander gelegenen befeſtigten
Stellungen mit dem Bajonett wiederholt geworfen haben,
werden wegen den im Zuge befindlichen weiteren Aktio=
nen
der nächſten Berichterſtattung vorbehalten. Gez. Po=
tiorek
, Feldzeugmeiſter.

Die Ruſſen in Lemberg.

* (Ctr. Bln.) Aus Wien wird der Voſſiſchen Zei=
tung
gemeldet: Die Ruſſen, die urſprünglich ihre
Truppen bis auf eine kleine Beſatzung aus Lemberg
zurückgezogen hatten, warfen nach dem Entſatz von Prze=
mysl
durch die öſterreichiſch=ungariſche Armee außerordent=
liche
Verſtärkungen nach Lemberg. Gegenwärtig liegen
dort 80000 Mann. Tag und Nacht arbeiten ſie an der
Befeſtigung der Stadt. Die Bevölkerung wird zum
Schanzengraben gezwungen. Die anfangs milde Behand=
lung
der Bewohner iſt einem rohen Regime gewichen. Es
fehlt an Nahrungsmitteln. Raubanfälle mehren ſich
allabendlich. Die Ruſſen wollen Lemberg um jeden Preis
halten.

Türkiſche Anerkennung unſerer Siege.

* Konſtantinopel, 24. Okt. Die türkiſche Preſſe
hebt neuerlich mit Ausdrücken der Bewunderung die Er=
folge
der Armeen Deutſchlands und Oeſterreich=Ungarns
hervor, beſonders in Galizien und Polen. Sie betont die
Brüderlichkeit der beiden Mächte und wünſcht ihnen ganz
offen endgültigen Erfolg. Tasvir=i=Efkiar ſagt: Die=
ſer
Erfolg wird der muſelmaniſchen Welt Heil bringen,
aber noch mehr als durch die Hoffnung hierauf werden
unſere Wünſche für den Erfolg Deutſchlands und Oeſter=
reich
=Ungarns durch den außergewöhnlichen Heroismus
erweckt, den ſie im Kampfe gegen gierige Feinde Europas
und Aſiens beweiſen.

Belgien und England.

* Die im Haag erſcheinende Zeitung Nieuwe Courant
weiſt, geſtützt auf die Aktenſtücke des belgiſchen Graubuchs,
darauf hin, daß der Anſporn zu dem Widerſtande, den
Belgien Deutſchland geleiſtet hat, in erſter Linie von Eng=
land
ausgegangen iſt: Schon drei Tage vor dem
deut’ſchen Ultimatum ließ Sir Edward Grey dem
belgiſchen Miniſter des Auswärtigen mitteilen, er erwarte,
daß Belgien ſein Möglichſtes tun werde zur Aufrecht=
erhaltung
der Neutralität; und noch ehe Deutſchland
über die belgiſche Grenze ging, bot die engliſche Regierung
Belgien wie auch Holland und Norwegen! die Unter=
ſtützung
durch England und ſeine Verbündeten an mit
Hinzufügung des Vorſchlags, Belgien ſolle ſich als Bun=
desgenoſſe
hinzugeſellen zum Zweck einer gemein=
ſamen
Abwehr des Neutralitätsverletzers, Belgien ging
auf beides ein. Der Nieuwe Courant fährt dann wörtlich
fort:
Von dieſem Augenblick an gehörte Belgien zur Bun=
desgenoſſenſchaft
. Es kämpfte nicht mehr ausſchließlich für
ſich. Seine Regierung hatte ſich der Sache der Verbünde=
ten
angeſchloſſen, und England, das ihm hierzu die Ge=
legenheit
nachdrücklich angeboten hatte, verſäumte nicht,
das in aller Form zu beſtätigen. Belgien war ſo
nicht mehrfrei, um z. B., als die Forts an der Maas
gefallen waren, von weiterem Widerſtand abzuſtehen, um
ſo die Eroberung des ganzen Landes und die weitere Ver=
wüſtung
ſeines Bodens zu verhindern. Andererſeits
hatte es bei dieſem weiteren Widerſtand Anſpruch auf
den Beiſtand ſeiner Bundesgenoſſen, Eng=
lands
an erſter Stelle, einen Beiſtand, der mit der äußer=
ſten
verfügbaren Kraft zu leiſten geweſen wäre. In die=
ſer
Beleuchtung läßt ſich ſowohl die Verſtimmung (um ein
mildes Wort zu gebrauchen) vieler Belgier über die Po=
litik
ihrer eigenen Regierung erklären, als auch die Vor=
würfe
, die nicht nur von ihnen, ſondern auch in England
ſelbſt gegen die engliſche Regierung gerichtet werden, ſie
hätte die Belgien gegenüber übernommenen Pflichten un=
zureichend
erfüllt.

Die Geſchäftslage in London.

* Berlin, 24. Okt. In London beginnt ſich in
den letzten Tagen die ökonomiſche Kriſe, die durch
den Krieg hervorgerufen iſt, ſtark fühlbar zu machen. In
einigen Tagen ſind nicht weniger als 5 Geſellſchaften, die
Eiſenbahnunternehmungen in Amerika betreiben, in Kon=
kurs
geraten. Sie erklären laut Täglicher Rundſchau, in=
folge
der durch den Krieg hervorgerufenen Ausfälle zur
Einſtellung ihrer Zahlungen veranlaßt zu ſein.

Die Verluſte der Gegner.

* Bern, 24. Okt. Der Berner Bund ſchreibt über die
Verluſte der Verbündeten: Nach Meldung der
Perſeveranza verloren die Franzoſen bisher wenigſtens 21
Generale oder in Generalſtellung ſich befindliche Offiziere,
darunter 4 Diviſionskommandeure. Auch die Engländer
haben nach einer Meldung der Daily Mail mehrere Korps=
kommandeure
verloren.
* Konſtantinopel, 24. Okt. Wie Tasvir=i=Efkiar
meldet, äußerte eine aus Rußland hier eingetroffene ver=
trauenswürdige
Perſönlichkeit, daß die Zahl der vom
Kriegsſchauplatz in das Innere gebrachten ruſſiſchen
Verwundeten ungeheuer ſei. Alle Städte und Dör=
fer
von der Grenze bis Moskau ſeien ein großes Spital.
Infolge der Mangelhaftigkeit des Sanitätsdienſtes wären
Todesfälle unter den Verwundeten ſehr zahlreich. Dieſe
Verluſte, die die Zahl der auf den Schlachtfeldern erlit=
tenen
Verluſte erhöhten, haben eine allgemeine Trauer
verurſacht. Die Zahl der Deſerteure ſteigt täglich. Er=
griffene
würden erſchoſſen. Die Erhebung der Kriegs=
zuſchlagsſteuer
vergrößere das Elend. Die muſelmaniſche
Bevölkerung ſei großen Drangſalierungen ausgeſetzt.

Upern.

C2) Die Stadt Ypern, um die jetzt der Kampf in Bel=
gien
tobt, beſitzt einige wundervolle Bauwerke, die in
der ganzen Welt nicht ihresgleichen haben. Man hätte
nicht annehmen können, daß um die großartige St. Mar=
tins
=Kathedrale und um die herrlichen Tuchhallen noch
einmal der Kanonendonner dröhnen würde, denn die
Stadt, die ſo manchen Kriegsſturm erlebt, war keine Feſt=
ung
mehr, und ſie wäre ſicher verſchont geblieben, wenn
ſich nicht Belgier und Franzoſen in ihr zu erbitterter
Gegenwehr feſtgeſetzt hätten.
Die Stadt Ypern hat ſich im 10. Jahrhundert allmäh=
lich
um ein feſtes Schloß entwickelt, das die Grafen von
Flandern hier erbaut hätten. Im 14. Jahrhundert nahm
der Ort dann einen hohen Aufſchwung; ſein Tuchhandel
gewann eine einzigartige Bedeutung, und die reiche Stadt
wurde zu einem mächtigen Kriegsplatz ausgeſtaltet. Die
Märkte von Ypern zogen einen Strom von fremden Kauf=
leuten
an, und die Bevölkerung erreichte die für jene Zei=
ten
ſehr große Ziffer von mehr als 80000. In dieſer
Blütezeit des Handels ſind jene wundervollen Kunſtdenk=
mäler
entſtanden, die heute den Ruhm und den höchſten
Schatz Yperns ausmachen. Ein frühgotiſcher Bau, in
dem aber noch deutlich romaniſche Elemente anklingen,
iſt die Kirche von St. Peter. Auch der Hauptkirchenbau
der Stadt, der Dom von St. Martin, hat einen ſchönen
romaniſchen Kern, der aber durch die gotiſchen An= und
Umbauten ganz in den Schatten geſtellt wurde. Die
Kathedrale von Ypern iſt der reichſte Bau
den die Gotik in Flandern aufzuweiſen hat; die
Schiffe ſtammen aus dem Jahre 1254; das beſon=
ders
ſchöne und würdige Seitenportal iſt im 14. Jahrhun=
dert
erbaut worden. Das Ganze dieſes Baues wirkt mit
den reichverzierten Spitztürmen, den ſtrahlenden Fenſter=
roſen
, den anmutigen Schwibbögen und den feinen Strebe=
pfeilern
wie ein köſtliches Juwel der Architektur. Noch
bedeutſamer ſind die Tuchhallen, die großartigſten
unter jenen Monumentalbauten, die in den Haupthandels=
ſtädten
Flanderns zur Aufſpeicherung, zur Kontrolle und
zum Verkauf der Waren erbaut wurden. Es gibt auf
der Welt keinen gewaltigen Bau dieſer Art, der ſo reich in
ſeiner Einfachheit und ſo elegant in ſeiner Symmetrie

wäre urteilt der beſte Kenner flandriſcher Kunſt, der
verſtorbene Max Rooſes. Der Grundſtein zu dieſem
mächtigen Bau, von dem ein Teil heute als Rathaus dient,
wurde im Jahre 1200 gelegt; die großartige Anlage iſt
nicht vor dem Jahre 1304 vollendet worden. In einer
weiten Vorhalle öffnet ſich das Erdgeſchoß in maſſiger
Kraft, während die Fenſter der zwei Stockwerke in gra=
ziöſen
Spitzbogen gehalten ſind. Das Dach umſäumt ein
hoher Zinnenkranz, und an den Ecken iſt die Faſſade mit
achteckigen, kegelförmig bedachten Türmchen geſchmückt.
Hoch empor über die gedrungene und dabei gut gegliederte
Maſſe erhebt ſich der quadratiſche Glockenturm, an deſſen
Ecken achtſeitige Türmchen aufragen, während die die
Glocken bergende Spitze noch höher in den Himmel empor=
ſtrebt
. Man kann ſich keinen eindrucksvolleren Zeugen für
die geſunde Kraft, den ſtolzen Wohlſtand und die erden=
feſte
Schönheitsfreude des mittelalterlichen Handels und
Bürgertums vorſtellen, als die Tuchhallen von Ypern.
Der Bau zeigt heute noch eindrucksvollen modernen
Schmuck, ſo in den Niſchen 44 Statuen der Grafen von
Flandern und in einzelnen Sälen prächtige Gemälde, die
von dem bedeutenden belgiſchen Maler Ferdinand Pau=
wels
und Delbeke geſchaffen ſind. Nach den Glanztagen
Yperns kam der raſche Verfall. Der Schrecken des ſchwar=
zen
Todes ließ die von Leben wimmelnden Straßen all=
mählich
veröden, und was die Peſt nicht getan, das voll=
brachten
die Religionskriege, die zwiſchen den Bürgern
Yperns zu erbitterten Kämpfen führten.
Im 16. Jahrhundert hatte die Stadt nur noch 5000
Einwohner; ſie wurde dann im Laufe des 14. Jahrhun=
derts
viermal von den Franzoſen erobert und blieb bei
Frankreich bis zum Vertrag von Utrecht, der die Stadt
den an Oeſterreich abgetretenen Niederlanden einverleibte.
Durch die Revolutionskriege wurde Ypern dann wieder
franzöſiſch und blieb es 20 Jahre, von 17941814. Die
ſtarken Befeſtigungen wurden im 19. Jahrhundert ge=
ſchleift
, und an ihre Stelle traten die maleriſchen Boule=
vards
, die ſo merkwürdig mit den alten ehrwürdigen
Faſſaden der mittelalterlichen Bürgerhäuſer kontraſtieren.
Ein altes Stück Mittelalter lebt ſo in Ypern noch fort, und
nitht nur in der Architektur der Stadt, ſondern auch in
den reichen Archiven und der prachtvollen Bibliothek und
in dem Muſeum mit ſeiner großen Sammlung von Folter=
werkzeugen
.

Frauenhilfe im Krieg 1914.

Seit dem Mobilmachungstage, dem unvergeßlichen
1. Auguſt, iſt die Frauenhilfe in ſtändiger, uner=
müdlicher
Tätigkeit; über dieſe Tätigkeit ſowk über die
Entſtehungsgeſchichte dieſer Vereinigung einmal näheres
zu vernehmen, dürfte wohl von allgemeinem Intereſſe
ſein. Als in dem Deutſchland befreundeten Oeſterreich
die erſten Flammen des großen Weltenbrandes aufzuckten,
haben die Frauen dort ſofort verſucht, an ihrem Teil zu
helfen, ſoweit ſie es vermochten. In Wien, Peſt und an=
deren
Städten Oeſterreich=Ungarns erſchienen Ende Juli
Aufrufe, die zum Zuſammenſchluß aller organiſierten
Frauenvereine aufforderten, und denen allenthalben eif=
rigſt
Folge geleiſtet wurde. Noch konnten wir in Deutſch=
land
damals ja mit der Möglichkeit rechnen, daß wir vom
Kriege verſchont bleiben würden, und daß vielleicht nur
ein Teil unſeres Heeres, ſoweit es das Schutz= und Trutz=
bündnis
mit der öſterreichiſchen Monarchie verlangte, zur
Hilfe unſerer Verbündeten ins Feld ziehen müſſe. Ande=
rerſeits
ſah es am politiſchen Horizonte drohend genug
aus, und eine Anzahl deutſcher Frauen hielt es ſchon da=
mals
an verſchiedenen Orten für geraten, es den öſter=
reichiſchen
Schweſtern gleichzutun. Der Bund Deut=
ſcher
Frauenvereinehat, unter der Führung von Dr.
Gerttud Bäumer, bekanntlich in Berlin unter dem Na=
men
Nationaler Frauendienſt eine großzügige Hilfs=
organiſation
ins Leben gerufen, und in vielen Städten
iſt man ſeinem Beiſpiel gefolgt und hat, je nach den ört=
lichen
Verhältniſſen, auf der nämlichen, oder doch ähn=
licher
, Baſis Frauenvereinigungen zwecks Linderung der
Kriegsnöte ins Leben gerufen. Die Darmſtädter Frauen
aber können den Ruhm für ſich in Anſpruch nehmen, zu
den allererſten in Deutſchland gehört zu haben, die ſich zu
ſolchem löblichen Tun zuſammenfanden. In erſter Linie
iſt dies dem tatkräftigen und zielbewußten Vorgehen von
Frau Prof. Goldſtein zu danken, die als Vorſitzende der von
ihr ins Leben gerufenen Vereinigung mit Unermüdlichkeit
und nie verſagender Arbeitsluſt und Arbeitskraft an der
Spitze ſteht. Durch Vermittelung der Ortsgruppe Darm=
ſtadt
des Allgemeinen Deutſchen Frauenvereins gab ſie
die erſte Anregung zur Gründung der Frauenhilfe eine
Anregung, die erfreulicherweiſe ſo ſtarkes und williges
Echo fand, daß ſchon am 1. Mobilmachungstage der Armee

[ ][  ][ ]

Nummer 294.

Darmſtätder Tagblatt, Sonntag, den 25. Oktober 1914.

Seite 3.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. Oktober.

* Militärdienſtnachrichten. Tie tz, Hauptmann und
Adjutant des Gouv. von Mainz, als Kompagnieführer
in das Infanterie=Regiment Nr. 87 verſetzt. Befördert:
Zum Rittmeiſter: Oberleutnant der Landw. a. D. Wen=
zel
(Gießen), zuletzt d. Landw.=Kav. 1. Aufgebots.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Der ordentliche Pro=
feſſor
der Jurisprudenz Dr. Otto Eger, augenblicklich
Rektor der Univerſität Baſel, Oberleutnant der Reſerve
(ein geborener Darmſtädter), erhielt das Eiſerne Kreuz.
Von der dritten Batterie des hieſigen Feldart.=Regts.
Nr. 61 haben bisher folgende Unteroffiziere und Kanoniere
das Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe erhalten: Wachtmeiſter
Kilſch, Sergeant Ihrig, die Kanoniere Eichenauer,
Neumann und Schimpf.
Das ſtellvertretende Generalkommando des 18. Armee=
korps
veröffentlicht die erſte Liſte über die Verleihung
des Eiſernen Kreuzes bei dem 18. Reſerve=
Armeekorps: Hauptmann und Abteilungs=Kom. v. Baum=
bach
, Feldart.=Regt. 61 (1. Batt.); vom Reſerve=Inf.=Regt.
118: Oberſtleutnant und Regimentskommandeur (Inf.
Regt. 115) v. Weſtrell, Hauptmann (Inf.=Regt. 118) Külp,
Hauptmann (Inf.=Regt. 117) Quade Hauptmann Möſer
Hauptmann (Inf.=Regt. 118) Fromm, Oberleutnaut (Inf.
Regt. 117) Herſing, Oberleutn. (Inf.=Regt. 117) Hertmann
gen. Schulte, Unteroffizier Kaufmann (1. Komp.), Offizier=
Stellvertreter Umbach (4. Komp.), Unteroffizier Weidmann
(5. Komp.), Vizefeldwebel Steitz, Major Frhr. v. Hars=
fall
, Oberſtleutnant (Inf.=Regt. 168) Stempel, Major
(Inf.=Regt. 168) v. Treskow, Major (Inf.=Regt. 118) Ste=
phan
, Hauptmann v. Löwenſtein zu Löwenſtein, Oberlt.
(Inf.=Regt. 117) Mootz, Oberlt. (Inf.=Regt. 115) Frhr.
von Malapert gen. Neufville, Hauptmann d. Reſ. Weſter=
nacher
, Oberlt. von Beckow, Lt. d. Reſ. Harniſchfeger, Lt.
d. L. Voß, Lt. d. Reſ. Müllenbach, Lt. d. Reſ. Müller,
Gefreiter Fliegenwald (1. K.), Vizefeldwebel Heckmann
(2. K.), Unteroffizier Kraus (3. K.), Reſerviſt Simon
(4. K.), Reſ. Krapp (1. K.), Vizefeldwebel Neuroth (5. K.)
Reſerviſt Mohr (6. K.), Reſerviſt Zimmermann (7. K.),
Leutnant (Inf.=Regt. 117) Hollidt (7. K.), Vizeſeldwebel
Funke (9. K.), Vizefeldwebel Riſch (11. K.), Vizefeldwebel
Adelsberger (10. K.), Vizefeldwebel Schumacher (10. K.),
Vizefeldwebel Brücker (9. K.). Vom Inf.=Regt. 168:
Oberſt und Regiments=Kommandeur Kundt, Major Gude=
will
(3. Batl.), Major Rademacher (2. Batl.), Hauptmann
Schreiber (6. Komp.), Oberleutnant und Regiments=Adj.
Wecker (6. K.), Oberlt. Summa, Oberlt. d. Reſ. Schmitt,
Lt. Kutſch, Lt. Habenicht, Lt. Schloenbach, Lt. Bergling,
Lt. Weiß, Lt. Barendes, Lt. d. Reſ. Hahn, Aſſiſtenzart
d. Reſ. Dr. Thurm, Feldwebel Kühn (2. K.), Feldwebel
Holzhäuſer (6. K.), Vizefeldwebel Bambay (Maſch.=G.=K.),
Vizefeldwebel Wurm (10. K.), Vizefeldwebel d. Reſ. Born
(11. K.), Sergeant Diekmann (1. K.), Sergeant Möll
(8. K.), Sergeant Lautenſchläger (9. K.), Unteroffiz. Bach=
mann
(3. K.), Unteroffizier Hüter (4. K.), Vizefeldwebel
Groß (12. K.), Unteroffizier Buck (1. K.), Gefreiter Fiſcher
gen. Richter (4. K.), Gefreiter Fiſchler (5. K.), Gefreiter
Pletz (5. K.), Gefreiter Stoll (9. K.), Gefreiter Einj.=Frw
Krämer (10. K.), Gefr. Schaaf (12. K.), Reſerviſt Neeb
(1. K.), Musk. Kehr (2. K.), Musk. Keßler (2. K.), Musk
Bernhardt (7. K.), Vizefeldwebel und Batls.=Tambour
Balzer (5. K.), Feldwebel Krug (4. K.), Sanitäts= Vizefeld=
webel
Jath (3. Batl.), Gefreiter Röth (7. K.), Gefreiter
Stützel (1. K.), Hauptmann Wilke (1. K.), Hauptmann
Soldau (10. K.), Oberleutn. und Adjutant Bornemann
(10. K.), Hauptmann Huppe (7. K.), Oberlt. d. Reſ. Kaus
(3. K.), Vizefeldwebel d. L. Keil (6. K.), Feldwebel Jungk
(Maſch.=G.=K.), Unteroffizier Mayer (2. K.), Sergeant
Moeller (5. K.), Hauptmann Deiß (4. K.), Hauptmann
Domitzloff (11. K.), Lt. d. Reſ. Petry (5. K.), Hauptmann
Frhr. v. Hoiningen gen. Huene (Wilh.) (2. K.), Hauptm.
Frhr. v. Hoiningen gen. Huene (Friedrich) (Maſch.=G.=K.
Hauptmann Hebold (3. K.), Hauptmann Stettin (12. K.),
Lt. Ruppert (1. Batl.), Lt. Buchholz (3. Batl.), Oberleutn.
Fitzen (3. K.), Oberlt. Reith (Maſch.=G.=K.), Lt. d. Reſ.
Klauer (5. K.), Feldwebel Schäfer (7. K.), Unteroffizier
Burger (6. K.), Musketier Stetten (8. K.), Unteroffizier
Seng (1. K.), Gefreiter Brüſer (1. K.), Feldwebel Karn
(10. K.), Gefreiter Boſchheimer (10. K.). Vom Reſerve=
Dragoner=Regiment Nr. 4: Oberleutnant (Drag.=Regt. 24)
v. Flotow, Leutn. König, Leutn. Dietrich, Vizewachtmeiſter
Wellennieck (2. Esk.), Unteroffizier Huber (1. Esk.), Ser=
geant
Becker (1. Esk.), Dragoner Bibo (2. Esk.), Unter=

offizier Sinai (3. Esk.), Gefreiter Groß (1. Esk.), Gefreiter
Höpfmer (1. Esk.)
C Die Heſſiſche Tapferkeitsmedaille erhielten von der
dritten Batterie des hieſigen Feldartillerie=Regiments Nr
61: Sergeant Eckert und Kanonier Eichenauer.
g. Strafkammer. Nicht ohne Humor war der Betrug,
den der 25jährige Schiffer Konrad Prudöhl von Mainz
Anfangs September hier verübte und wegen deſſen er ſich
geſtern vor der Strafkammer zu verantworten hatte. Der
Angeklagte hatte früher ein Jahr bei den Pionieren ge=
dient
und war dann als dienſtuntauglich entlaſſen worden.
Er iſt ſchon wiederholt vorbeſtraft und war im vergange=
nen
Jahre anläßlich eines neuen Verfahrens gegen ihn in
die Irrenanſtalt Philippshoſpital gekommen. Dort führte
er ſich gut. Nach Ausbruch des Krieges benutzte er eine
ſich ihm bietende Gelegenheit und entwich. Als Freiwilli=
ger
unter falſchem Namen trat er dann in das Dragoner=
Regiment Nr. 23 ein, wo er bald Gefreiter wurde. Als
er eines Tages infolge eines Unfalles etwas hinkend durch
die Stadt ging, wurde er von zwei Offiziersdamen ange=
halten
, die ihn für einen verwundeten Krieger hielten.
Prudöhl, der ſofort die günſtige Gelegenheit erfaßt hatte,
ſpielte die Rolle eines aus dem Felde heimgekehrten ver=
wundeten
Vaterlandsverteidigers vortrefflich, und ſo
wurde eregut bewirtet. Beim Abſchied erzählte er noch,
daß ihm im Lazarett ſein Portemonnaie mit 20 Mark ge=
ſtohlen
worden ſei, und die Damen erſetzten ihm dieſen
Verluſt. Als der Schwindel herauskam, wurde der An=
geklagte
ſofort aus dem Militärverhältnis entlaſſen. Da
er nach dem ärztlichen Gutachten wohl ſchwachſinnig und
durch Alkoholgenuß degeneriert, aber ſtrafrechtlich verant=
wortlich
iſt, wurde er zu ſechs Monaten Gefäng=
nis
abzüglich einem Monat der Unterſuchungshaft, ver=
urteilt
. Der 28jährige Monteur Heinrich Fried. Knau=
ber
von Friedrichsthal hat im Frühjahr 1911 ſeinen
Logisgeber um die Miete geprellt, nachdem er ſchon mehr=
fach
vorbeſtraft war. Unter falſchem Namen fing er dann
ein neues Leben an, heiratete und meldete ſein Kind mit
dem falſchen Namen an. Er wird nun unter Anrechnung
einer viermonatigen Gefängnisſtrafe, die er in Wiesbaden
erhielt, wegen jenes Betruges und der Urkundenfälſchung
zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.
Großherzogliches Hoftheater. Heute abend findet
auf Allerhöchſten Befehl ein Patriotiſches Konzert
ſtatt, deſſen Reinertrag teilweiſe zum Beſten der Provinz
Oſtpreußen beſtimmt iſt. Beginn 7 Uhr. Montag bleibt
das Hoftheater geſchloſſen. Dienstag wird Kaiſers Frei=
heitsoper
Theodor Körner die bei ihrer Erſtaufführung
am Donnerstag vom Publikum mit begeiſtertem Beifall
aufgenommen wurde, wiederholt. Donnerstag geht auf
C 7 Hoffmanns Erzählungen in Szene.
* Ermäßigte Aus= und Einfuhrtarife, ſowie
Handelsbeziehungen zwiſchen Deutſchland und
Oeſterreich=Ungarn. Der Großh. Handelskammer
Darmſtadt ſind vertrauliche Mitteilungen über Fracht=
vergünſtigung
für den Ausfuhr= und Einfuhrverkehr
zugegangen. Intereſſenten können näheres durch das
Bureau der Handelskammer, vormittags 91 Uhr
und nachmittags 46 Uhr, erfahren. Ebenſo kann
Intereſſenten Auskunft über neue Beſtimmungen und
Vergünſtigungen bezüglich des gegenſeitigen Handels
zwiſchen dem Deutſchen Reiche und Oeſterreich=Ungarn
auf dem Bureau der Handelskammer zuteil werden.
* Gewerbeſchule. Wie aus der in unſerer heutigen
Nummer enthaltenen Anzeige erſichtlich iſt, eröffnet die
Gewerbeſchule Darmſtadt das Winterhalbjahr
der Fachſchule für Bauhandwerker, für Metallarbeiter
und Maſchinenbauer am Montag, den 2. November.
Auch die an der Anſtalt ſchon ſeit einer Reihe von
Jahren beſtehenden Fachklaſſen für Kunſtſchloſſer, Schuh=
macher
, Schneider. Tapezierer, Friſeure und Perücken=
macher
, Gas=, Waſſer= und elektriſche Inſtallation, Holz=
und Marmormaler, Modellieren ſollen bei genügender
Beteiligung mit Beginn des Monats November eröffnet
werden. Anmeldungen ſind möglichſt bald an die
Direktion der Anſtalt zu richten. Der Unterricht an der
Abendzeichenklaſſe hat bereits begonnen.
C. Meteorologiſches aus Heſſen. (Vgl. Nr. 264 die=
ſes
Blattes vom 25. September.) Der verfloſſene Sep=
tember
war im Durchſchnitt zu kühl und zu naß. Die
Temperaturmittel des Monats ſchwanken zwiſchen 14,4
Grad Celſius in Mainz und 11,2 in Lauterbach ( Darm=
ſtadt
: 13,4), während hinſichtlich des Höchſtſtands merk=
würdigerweiſe
Lauterbach mit 27,4 Grad an der Spitze
ſteht. Das niedrigſte Maximum meldet Neunkirchen mit

233 (Darmſtadt. 256). Somnertage ſehlen in Gießen,
Schotten und Neunkirchen, während Lauterbach mit 5 die
höchſte Zahl aufweiſt (Darmſtadt: 2). Froſttage melden
nur Lauterbach (3) und Michelſtadt (1) mit den tiefſten
Ständen von 1,2 bezw. 0,4. Die Bewölkung entſprach
ungefähr der Jahreszeit; die Prozentſätze ſchwanken zwi=
ſchen
62 in Michelſtadt und 51 in Offenbach und Alzey
(Darmſtadt: 52). Der Niederſchlag ſiel in einem großen
Teil des Landes, beſonders in Starkenburg, ſehr reichlich
aus, obſchon er ſich in der Hauptſache auf die Periode
vom 10. bis 22. beſchränkte. Die Gegenſätze bilden Beer=
felden
mit 180,8 und Schlitz mit 38,3 Millimeter. In
Darmſtadt wurden 89,6 Millimeter gemeſſen, alſo an=
nähernd
das Anderthalbfache des zehnjährigen Durch=
ſchnitts
. Die höchſte Tagesſumme notierte Beerfelden
mit 40,2 Millimeter am 18., während in Schlitz nicht mehr
als 8,2 an einem Tage fiel. Hagelfälle kamen nur verein=
zelt
vor; die höchſte Zahl meldet Wimpfen mit 3, dem
Darmſtadt, Groß=Gerau und Neunkirchen mit 2 folgen.
Gewitter fehlten an einem Fünftel der Stationen ganz,
während Vielbrunn, Seligenſtadt und Grebenhain mit 5
die Höchſtzahl aufweiſen (Darmſtadt: 2). Infolge der
reichlichen Niederſchläge während der dreizehntägigen
Periode überſtiegen die Mittel der Waſſerſtände bei Rhein
und Neckar den zehnjährigen Durchſchnitt bedeutend.
Beethovenabend Backhaus. Unſer= Leſer ſeien
auf das heute angezeigte Konzert unſeres Mitbürgers,
des Großh. Heſſiſchen Kammervirtuoſen Wilhelm
Backhaus, aufmerkſam gemacht und gleichzeitig darauf
hingewieſen, daß die Stadtverwaltung in dankenswerter
Weiſe die Aufhebung der Billettſteuer für dieſes Konzert
geſtattet hat. Kartenverkauf in der Hofmuſikalien= und
Pianohandlung Georg Thies Nachf. Leopold Schutter,
Eliſabethenſtraße 12.
* Konzerte. Im Kaffee Fürſt Bismarck findet am
Montag abend ein Vaterländiſches Konzert
ſtatt. Zu dieſem hat das Künſtler=Trio, das
bereits allſeits Anerkennung gefunden, ein unſerer
patriotiſch bewegten Zeit angepaßtes Programm auf=
geſtellt
. Beſonders erwähnt ſeien: Der Sang an Aegir,
Dichtung und Kompoſition von S. M. Kaiſer Wilhelm II.
Große Fantaſie aus Rienzi von Richard Wagner; das
Niederländiſche Dankgebet von Kremſer; Aller Ehren iſt
Oeſterreich voll; von Nowotny (Marſch).

Rotes Kreuz.

(Geöffnet von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Zen=
tral
=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 25; Krankenbe=
förderungs
=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 2576,
Materialien=Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20; Lie=
besgabentransport
=Abteiung: Neckarſtr. 8, Fernruf 2421.)
Samstag, den 24. Oktober, iſt der ſiebente Lie=
besgabenzug
, der dritte Eleonorenzug, unter
Führung des Fürſten zu Erbach=Schönberg, von hier ab=
gegangen
. Nachdem mit dem erſten Eleonorenzug die 25.
Linien=Diviſion, mit dem zweiten die 25. Reſerve=Diviſion
verſorgt war, ſollen diesmal die aus heſſiſchen Truppen
gebildeten Landwehr= und Landſturmformationen bedacht
werden. Welchen größeren Verbänden ſie angehören und
wo ungefähr ſie augenblicklich ſtehen, hat trotz aller auf=
gewandten
Mühe nicht bei allen mit Sicherheit feſtgeſtellt
werden können. Dazu kommt noch, daß auf beſonderen
Wunſch des kommandierenden Generals des 18. Armee=
korps
v. Schenck auch an das Armeekorps Liebesgaben ge=
bracht
werden ſollen. Hieraus erwuchſen für den Fürſten
zu Iſenburg=Birſtein, der auch dieſen Zug aufſtellte, nicht
geringe Schwierigkeiten. Es gelang ihm, ſie zu überwin=
den
und dabei noch die Bitte von Herren aus Frankfurt,
ihre Wagen mit Liebesgaben unſerem Zuge anſchließen
zu dürfen, zu erfüllen. Selbſtverſtändlich handelte es ſich
bei den Vorarbeiten nicht nur um eine zweckmäßige Be=
ladung
der Wagen und eine den Zielpunkten der Fahrt
angepaßte Zuſammenſtellung des Zuges, ſondern auch um
den Entwurf eines mit den Wechſelfällen des Kriegsſchau=
platzes
rechnenden, ſorgfältig erwogenen Planes für die
Zuführung der Liebesgaben von den Endpunkten der
Eiſenbahnfahrt bis zu den Truppen. Beſondere Umſtände
machten es nötig, einen Teil der Sendung von vornherein
auf die Landſtraße zu verweiſen.
Auskunftſtellen für Sendungen ins
Feld: für das Polizeirevier I: Mühlſtr. 60, II: Mauer=
ſtraße
17, III: Bismarckſtraße 65, IV: Heidelberger Str. 24,
V. Ludwigshöhſtraße 69, VI: Hoffmannſtraße 57, VII:
Viktoriaſtraße 34. Alle geöffnet Werktags von 96 Uhr.

ein großes Kontingent von Frauen ebenfalls mobil gemacht
war und ſeine Kräfte in den Dienſt des Vaterlandes zu
ſtellen ſich bereit erklärte. Es gehören der Frauenhilfe im
Kriege 1914 zurzeit folgende Vereine an: Alice= Frauen=
verein
für Krankenpflege im Großherzogtum Heſſen, Alice=
Frauenverein für ſchulentlaſſene Waiſen, Alkoholgegner=
bund
, Allgemeiner Deutſcher Frauenverein, Berufsbera=
tungsſtelle
des Allgemeinen Deutſchen Frauenvereins,
Darmſtädter Lehrerinnenverein, Deutſcher Frauenverein
vom Roten Kreuz für die Kolonien, Deutſch=evangeliſcher
Frauenbund, Frauenſchule, Gemeinde=Frauenvereine der
Reformationsgemeinde, Lukasgemeinde, Markusgemeinde,
Schloßgemeinde, Kaplaneigemeinde, Martinsgemeinde
Johannesgemeinde, Petrusgemeinde, Paulusgemeinde,
Heidenreichverein, Heimarbeiterinnenverband, Jüdiſcher
Fürſorgeverein, Jugendortsgruppe für das Deutſchtum im
Ausland, Jugendgruppe des Allgemeinen Deutſchen
Frauenvereins, Katholiſcher Fürſorgeverein, Katholiſcher
Lehrerinnenverein, Katholiſcher Mädchenſchutzverein,
Katholiſcher Frauenbund, Katholiſcher Eliſabethenverein,
Katholiſche Mädchenortsgruppe des Eliſabethenvereins
Landesverband heſſiſcher techniſcher Lehrerinnen, Rechts
ſchutzſtelle des Allgemeinen Deutſchen Frauenvereins
Säuglingsfürſorge, Seminar des Hoffmänniſchen Inſti=
tuts
, Sozialdemokratiſche Frauenvereinigung, Verein für
das Deutſchtum im Ausland, Verein der Freundinnen
junger Mädchen, Verein Charitas, Verein der Pflegerin=
nen
von 1870; außerdem ſind das Rote Kreuz und die
Stadtverwaltung im engeren Vorſtand vertreten.
Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin hatte gleich
am erſten Tage die Gnade, das Protektorat über dieſe
Vereinigung zu übernehmen. Ihre Vertreterin im enge=
ren
Komitee iſt Frau Staatsminiſter v. Ewald Exz.
Da die Frauenhilfe lediglich eine Zentral=
ſtelle
für alle Frauenbeſtrebungen zur Linderung der
Kriegsnot ſein will, keinem der ihr angeſchloſſenen Ver=
eine
in ſeinen eigenſten Beſtrebungen hemmend in den
Weg kommt und jede Sammlung von Geldern zu unter=
laſſen
von vornherein ſich verpflichtet hat, ſie demgemäß
keine Statuten und dergleichen braucht, iſt es lediglich der
engere Vorſtand, der die Geſchäfte leitet, die angeſchloſſe=
nen
Vereine, ſoweit ſie nicht Veranlaſſung zu perſönli=
cher
Fühlung haben, durch Arbeitsberichte auf dem Lau=
fenden
erhält und je nach Bedarf die Vorſtände der
ſämtlichen angeſchloſſenen Vereine, die laut Beſchluß der
erſten Sitzung das eigentliche Komitee bilden, zu einer

gemeinſamen Beratung zuſammenruft. Die Geſchäfts=
ſtelle
, die ſich dank dem Entgegenkommen des Herrn Ober=
bürgermeiſters
jetzt bekanntlich im Stadthauſe befindet, da
die Räume im Städtiſchen Arbeitsamt, in der ſie anfangs
untergebracht war, ihrer eigentlichen Beſtimmung zurück
gegeben werden mußten, hatte ihre Bureauunkoſten zu=
nächſt
aus freiwilligen Gaben beſtritten; ſeit dem 1. Oktober
hat das Rote Kreuz einen monatlichen Beitrag von 30
Mark zu dieſen Unkoſten bewilligt; Ihre Königl. Hoheit
die Großherzogin hat einen einmaligen Beitrag gütigſt
gewährt und etliche Mitglieder des engeren Vorſtandes
haben ſich zur Zahlung eines monatlichen Beitrages ver=
pflichtet
.
Die erſte Arbeit der Frauenhilfe beſtand in der
Hauptſache darin, all die vielen Frauen und Mädchen, die
da kamen. ihre Dienſte fürs Vaterland anzubieten, je nach
ihren Wünſchen in die verſchiedenen Liſten einzutragen,
und die vielen, die ſich über die Art, wie ſie ſich nützlich
machen könnten, noch ſelbſt nicht klar waren, nach Mög=
lichkeit
gut zu beraten. Bei dieſer recht anſtrengenden
Tätigkeit kamen doch oft in wenigen Stunden Hun=
derte
gleichzeitig mit ihren recht verſchiedenen Wün=
ſchen
und Anliegen haben neben anderen Frauen be=
ſonders
eine ganze Anzahl von Lehrerinnen, ihre Ferien
benutzend, in aufopferungsvollſter Weiſe geholfen. Aus
dieſen Liſten wurden ſodann, als Vermittelungsarbeit für
das Rote Kreuz, je nach Bedarf, wiederum neue Liſten
derer zur engeren Auswahl zuſammengeſtellt, die für ein
beſtimmtes Arbeitsfeld gerade beſonders geeignet erſchie=
nen
. Bei der Unzahl der Gemeldeten iſt es bis heute noch
nicht möglich geweſen, für alle die erſehnte Betätigung zu
vermitteln; beſonders konnten die Wünſche all der vielen,
die ſich in der Kriegskrankenpflege betätigen wollen, nicht
vollzählig Berückſichtigung finden; auf allen anderen Ge=
bieten
ſozialer Arbeit und Fürſorge ſind die Angebote von
ſonſtigen freiwilligen Kräften ja nicht ſo zahlreich. Die
ſelbſtändigen Arbeiten der Frauenhilfe, über die
ſpäterhin noch im einzelnen zu berichten ſein wird, wur=
den
im Einvernehmen mit den jeweilig in Betracht kom=
menden
Vereinen und Behörden zu löſen verſucht.
Mit der ſtädtiſchen Kriegsfürſorgetätig=
keit
, in deren Vorſtand ſie durch ihre Vorſitzenden ver=
treten
iſt, iſt die Darmſtädter Frauenhilfe eng verbunden
Verſchiedene Damen des Arbeitsausſchuſſes
für Staat und Gemeinde ſind ſchon ſeit Wochen
auf dem Rathauſe mit der Aufnahme und der Prüfung

von Unterſtützungsgeſuchen für die Reichsunterſtützung der
Frauen, deren Männer in den Krieg mußten, beſchäftigt
Wie anderwärts auch, werden im Anſchluß an dieſe
Fragebogen für das Reich die ſtädtiſchen Unterſtützungen
der in Frage kommenden Bedürftigen geregelt. Der
Ausſchuß für Arbeitsvermittelung iſt ganz
in dem Ausſchuß des Städtiſchen Arbeitsamtes aufgegan=
gen
. In der Abteilung für Dienſtboten, Waſch=, Putz=
und Lauffrauen iſt erfreulicherweiſe bemerkbar, daß die
allgemeine Beſtürzung bei Beginn des Krieges einer zu=
verſichtlichen
Stimmung gewichen iſt und daß das Ver=
hältnis
zwiſchen Angebot und Nachfrage allgemach ein
normaleres wurde. Dagegen iſt die Nachfrage nach Haus=
beamtinnen
und kaufmänniſchen Angeſtellten leider außer=
ordentlich
gering und gewerbliche Arbeiterinnen ſcheiden
zurzeit ganz aus. Auf eine Anregung Ihrer Königl.
Hoheit der Großherzogin hin iſt nun, von der Frauenhilfe
ausgehend, für alle, die durch den Krieg arbeitslos wur=
den
und für die Arbeit zu ſchaffen im Augenblick unmög=
möglich
iſt, folgende Einrichtung getroffen:
Es wurden in den hauswirtſchaftlichen Fortbildungs=
ſchulen
Kurſe eingerichtet, in denen dieſen Frauen und
Mädchen Gelegenheit geboten iſt, ſich unentgeltlich im
Kochen, Putzen, Waſchen, Bügeln, Nähen und Flicken aus=
zubilden
und zu vervollkommnen. Für Verkäuferinnen
und Bureauarbeiterinnen gibt es beſondere kaufmänniſche
Handelskurſe. Die Mädchen erhalten u. a. Unterricht im:
Maſchinenſchreiben, Stenographie, Buchführung, Handels=
betriebslehre
, Handelsgeographie, Warenkunde und Poſt=
ſcheckverkehr
. Der Unterricht wird durchweg von erſtklaſſi=
gen
Lehrkräften freiwillig erteilt. Die Bedürftigen er=
halten
während der Dauer ihrer Kurſe freies Mittag=
eſſen
, das die Kochſchülerinnen kochen. Mütter, die an den
Kurſen teilnehmen, können ihre Kinder in dieſer Zeit in
Krippen oder Kinderhorten unentgeltlich unterbringen. Man
hofft, daß all dieſe Frauen durch dieſe Lehrzeit befähigt
werden, ſpäter beſſere, bezw. beſſer bezahlte, Stellen anzu=
nehmen
, oder imſtande ſind, das Gelernte im eigenen
Haushalt zu verwenden.
Ein anderer Teil der beſchäftigungsloſen Frauen
wurde der Vermittelungsſtelle für Heim=
arbeit
überweſen. Da ſich die Aufträge für Heim=
arbeit
erfreulicherweiſe dank wiederholter Mahnrufe in
den Blättern und intenſiver Werbearbeit gegen die erſten
troſtloſen Wochen erheblich gebeſſert haben, fanden ihrer
iele dort Arbeit. Von privater Seite iſt eine Ausgabe

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Oktober 1914.

Nummer 294.

von Strickarbeit errichtet; es wird dankenswerterweiſe, um
mit der Arbeit zugleich eine Unterſtützung zu gewähren,
1 Mark Stricklohn für jedes Paar Socken bezahlt. Außer=
dem
hat, auf eine Anregung von hier aus, das Oberbeklei=
dungsamt
in Kaſſel dem hieſigen Heimarbeiterinnenver=
and
einen Auftrag von monatlich 3000 Paar Fauſthand=
ſchuhen
und 1000 Drillichanzügen für Militärzwecke zuge=
ſichert
. Auch die Großherzogin hat in den letzten Wochen
den Heimarbeiterinnen größere Aufträge überwieſen und
ſchließlich nimmt das Landesverſicherungsamt jedes Quan=
tum
wollener, hand= oder maſchinengeſtrickter Strümpfe
von wöchentlich hundert Paar aufwärts, ebenfalls das
Paar zu 2 Mark, dem Heimarbeiterinnenverband ab. Um
jedem Mißbrauch in der Arbeitsnachfrage und Annahme
vorzubeugen, wandte ſich die Frauenhilfe an Behörden
und Firmen, die die Familien der ins Feld gerückten An=
geſtellten
weiter entlohnen oder unterſtützen, und legte ein
Verzeichnis aller Unterſtützten an. Dieſe Liſte wurde, auf
Wunſch der weiblichen Abteilung für Arbeitsvermittelung,
den Heimarbeiterinnen und dem Städtiſchen Armen= und
Pflegeamt übergeben und ſteht auch ſonſt jedermann gerne
zur Verfügung.
Von der Arbeit des Ausſchuſſes für Jugend=
fürſorge
war ſchon gelegentlich der Gründung der
Städtiſchen Kriegsfürſorge in den Blättern verſchiedent=
lich
die Rede. Es werden in zwei Schulen täglich 180
Kinder zu zwei Dritteln unentgeltlich geſpeiſt. Dazu ſind,
wenn auch durch Schenkung von Naturalien die Unkoſten
erheblich verringert werden, monatlich 300 Mark nötig.
Bis jetzt gelang es den nimmermüden Leiterinnen dieſer
Abteilung, dieſe Summe aus freiwilligen Beiträgen zu
beſtreiten, ohne die für den Notfall in Ausſicht geſtellte
pekuniäre Beihilfe der Stadt in Anſpruch nehmen zu
müſſen. Außer der Schulſpeiſung unterhält dieſer Aus=
ſchuß
zwei Kriegskinderhorte, den einen in der Runde=
turmſchule
, den anderen in der Emilſchule.
Ein Preisausſchreiben, zu dem eine Freundin der
Frauenhilfe 200 Mark ſtiftete und das die Aufgabe ſtellt:
Wie muß ſich eine Frau, deren Mann im Krieg iſt, ein=
teilen
, wenn ſie und ihre 4 Kinder (Alter 310 Jahre)
im kommenden Winter mit 60 Mark pro Monat auskom=
men
ſoll? (ein Nebenverdienſt bis zu 10 Mark kann berück=
ſichtigt
werden) zeitigte recht erfreuliche Reſultate. Es ge=
langten
ein erſter, zwei zweite und fünf dritte Preiſe zur
Verteilung.
R.

Liebesgabenbeförderung.

Nach Mitteilung des Kaiſerlichen Kommiſſars für die
freiwillige Krankenpflege wird jede unorganiſierte Liebes=
gabenzufuhr
vom 20. Oktober ab militäriſcherſeits verhin=
dert
werden, um ſo die planmäßige Auffüllung der Ab=
nahmeſtellen
, ſowie die Zufuhr über die Sammelſtationen
zu den Depots der Etappenhauptorte und damit eine den
Bedürfniſſen entſprechende Verteilung der Liebesgaben
durchzuführen.
Nach dem Erlaß des ſtellvertretenden Generalkomman=
dos
XVIII. Armeekorps vom 6. dieſes Monats dürfen als
Begleiter von Liebesgabentransporten
nur Delegierte der freiwilligen Kranken=
pflege
zugelaſſen werden. Der ſtellvertretende Militär=
inſpekteur
der freiwilligen Krankenpflege hat angeordnet,
daß Transporte, deren Begleiter ſich nicht einwandfrei als
Delegierte der freiwilligen Krankenpflege ausweiſen, ſo=
fort
anzuhalten und nach dem Etappenhauptort zu leiten
ſind, woſelbſt über die Liebesgaben im Sinne der Dienſt=
vorſchrift
für die freiwillige Krankenpflege, Ziffer 102
Abſ. 5, verfügt werden wird.
Liebesgaben für Angehörige des Feldheeres gelangen
zur Abſendung an die Truppen:
1durch ſämtliche Erſatztruppenteile des
Korpsbezirks;
2. durch die immobile Etappenkommandantur II Frank=
furt
=Süd (Bureau: Sachſenhauſen, Mittlerer Haſen=
pfad
5), durch die immobile Etappenkom=
mandantur
III Darmſtadt (Bureau: Poſtamt II);
3. durch die Abnahmeſtellen in Frankfurt a. M.:
a) Abnahmeſtellen freiwilliger Gaben Nr. 1 (Hotel
Bahnhofsplatz 18) für Lazarettbedarfsartikel;
b) Abnahmeſtelle Nr. 2 (Hedderichſtraße 59) für ſämt=
lichen
übrigen Liebesgaben.
Inſoweit die Liebesgaben von den Abſendern nicht
den vorgenannten Stellen direkt zugeführt werden, emp=
fiehlt
es ſich, die im Großherzogtum geſammelten Liebes=
gaben
der Liebesgabenſammelſtelle des Ro=
ten
Kreuzes im Alten Palais in Darmſtadt
zuzuführen, von wo aus die vorſchriftsmäßige Weiter=
beförderung
erfolgen wird.
Nur in vereinzelten Fällen dringendſten Bedürfniſſes
können von mir Ausnahmen von vorſtehenden Beſtim=
mungen
zugelaſſen werden.
Darmſtadt, den 23. Oktober 1914.
Der Territorialdelegierte der freiwilligen Krankenpflege
für das Großherzogtum Heſſen.
v. Hombergk,
Miniſter des Innern.

Kunſtnotizen.

Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
In Walter Janſſen, dem jugendlichen
Helden des Frankfurter Schauſpielhauſes, wird das Darm=
ſtädter
Publikum morgen abend im Richard Wagner=
Verein einen mit ſeltenen Fähigkeiten ausgerüſteten,
begeiſternden Rezitator kennen zu lernen Gelegenheit
haben, der die Hörer durch ſein flammendes Temperament
unwiderſtehlich mit ſich zu reißen vermag. Das Pro=
gramm
des Künſtlers wird neben Stücken von Heinrich
von Kleiſt und Detlev von Liliencron neue, hier zum Teil
noch nicht gehörte vaterländiſche Dichtungen von Rudolf
Georg Binding, Dorothea Böttcher, Emil Claar und
Richard Dehmel bringen.
Eberſtadt, 24. Okt. (Gemeinderatsſitzung.)
In der geſtrigen Gemeinderatsſitzung wurden dem Ge=
werbeverein
Eberſtadt für das nächſte Geſchäftsjahr 300
Mark für die Schule bewilligt. Die Einquartie=
rungsgelder
für die erſte Einquartierung (Artillerie)
werden mit 1,20 Mark vom Staat und 30 Pfg. von der Ge=
meinde
zuſammen 1,50 Mark pro Tag in den näch=
ſten
Tagen zur Auszahlung gelangen. 35000 Mark Kriegs=
anleihe
ſollen von der Landesverſicherungsanſtalt zu 5
Prozent angenommen werden.
Aus dem Odenwald, 24. Okt. (In der Gefangen=
ſchaft
geſtorben.) Auf dem Schlachtfeld in Frank=
reich
wurde am 26. September Herr Oberamtsrichter
Friedrich Bickelhaupt von Wald=Michelbach ſchwer
verwundet; an der Spitze ſeiner Kompagnie ereilte
ihn das feindliche Blei. An ſchwerer Verwundung da=
niederliegend
, geriet er in Gefangenſchaft und ſtarb in

einem franzöſiſchen Lazarett in Moulin den Heldentot
für das Vaterland. Die Kunde hiervon hat im Oden=
wald
, insbeſondere in den Gerichtsbezirken Fürth und
Wald=Michelbach, tiefes Bedauern ausgelöſt. Herr Ober=
amtsrichter
Bickelhaupt fand vor 13 Jahren feine erſte
richterliche Anſtellung am Amtsgericht Fürth; ſeit Jahres=
friſt
wirkte er als Oberamtsrichter in Wald=Michelbach.
Selbſt ein Odenwälder Kind (in Rimbach geboren), war
er ein trefflicher Kenner der hieſigen wirtſchaftlichen Ver=
hältniſſe
und der Freund und Helfer aller, die in einer
gerechten Sache ihn um Beiſtand und Rat angingen. Viele
der Gerichtseingeſeſſenen werden ſich mit Anerkennung
und Dankbarkeit ſeiner erinnern. Als tapferer Mann
und begeiſterter Soldat zog er beim Kriegsausbruch an
der Spitze ſeiner Kompagnie gegen den Feind; es war
ihm nicht vergönnt, ſeine Truppe heimzuführen. Er ruht
in fremder Erde, tief betrauert von ſeiner Gattin, ſeinen
Geſchwiſtern und Freunden.
sd. Bobſtadt, 23. Okt. (Schwere Mißhand=
lung
.) Geſtern abend gerieten in der Wirtſchaft von
Cornelius hier der Knecht Leonhard Jünger, welcher
gerade von der Muſterung in Bensheim kam, mit dem
Wirt in einen Wortwechſel, der damit endete, daß der
Wirt eine Holzaxt herbeiholte und dem Jünger einen
Schlag auf den Kopf verſetzte. Als dieſer nun
eiligſt das Wirtslokal verlaſſen wollte, ſtreute ihm die
Wirtin eine Hand voll Pfeffer in die Augen, ſo daß
ſich der Schwerverletzte den Kopf noch einmal heftig
anſtieß.
sd. Bürſtadt, 23. Okt. (Brennendes Auto.) Ein
von Frankfurt kommendes Perſonenautomobil geriet
geſtern im hieſigen Walde durch eine Benzinexploſion in
Brand und verbrannte bis auf das Untergeſtell. Die
darauf befindlichen Perſonen konnten ſich noch zeitig in
Sicherheit bringen und iſt niemand etwas geſchehen.
Mainz, 24. Okt. (Von der Jagd.) Die letzten Be=
ſchränkungen
für die Ausübung der Jagd im Feſtungs=
bereich
Mainz ſind nun aufgehoben worden, indem
das Gouvernement beſtimmte, daß von jetzt ab auch Treib=
jagden
, und zwar an allen Wochentagen vor= und nach=
mittags
ſtattfinden dürfen. Bisher waren nur Einzel=
jagden
zu beſtimmten Tageszeiten geſtattet. Treibjagden
müſſen drei Tage vorher mit Angabe der Jagdgrenze und
der Ortsgemarkungen, in denen gejagt werden ſoll, dem
Gouvernement angezeigt werden. ( Soldaten=
humor
.) Als dieſer Tage beim Transport von Truppen
durch den Mainzer Hauptbahhof der Liebesdienſt mit den
Tee=Eimern auf die Soldaten zuſtürzte, ſagte ein gemied=
licher
Sachſe: Der reinſte Däh=Zug (D=Zug) und
fährt ſe doch nur mit 30=Kilomähder=Geſchwindiggeid!
Oppenheim, 24. Okt. (Rund tauſend Mark
Prämie an ſparſame Dienſtboten) wird die
hieſige Bezirksſparkaſſe aus den Ueberſchüſſen von 1913 zur
Verteilung gelangen laſſen. Die Prämien ſind vorgeſehen
für unverheiratete Dienſtboten beiderlei Geſchlechts, die
mindeſtens 4 Jahre ununterbrochen bei einer Herrſchaft in
Dienſt ſtehen und Sinn für Sparſamkeit nachzuweiſen ver=
mögen
.
Gießen, 24. Okt. (Ein Kartoffelkrieg.) Auf
den beiden letzten Märkten waren Kartoffeln nicht an=
gefahren
. Die Landwirte und Händler blieben Gießen
fern und erklärten der Stadt den Krieg, weil die Bürger=
meiſterei
einen Höchſtpreis von 3 Pfg. das Pfund im De=
tail
angeſetzt hat. Die Landwirte und Händler aus dem
Hüttenberg, der Rabenau uſw. bringen nunmehr ihre Kar=
toffeln
in Frankfurt a. M. zum Verkauf. Wie verlautet,
wird aber Frankfurt auch Höchſtpreiſe feſtſetzen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 24. Okt. Am Schleſiſchen
Bahnhof auf dem Grundſtück Madai= und Fruchtſtraßen=
Ecke befindet ſich ein Lagerraum der Firma Roſenthal.
Heute vormittag ſtürzte eine Wand dieſes La=
gerraumes
ein und ſtürzte in die daneben liegende
Volksſpeiſeanſtalt. Dabei wurden drei Perſonen ſchwer,
und zwölf Perſonen leicht verletzt. Die Schwerverletzten
wurden mittels Krankenwagens nach dem Krankenhaus
Bethanien geſchafft. Der Schaden am Hauſe iſt beträchtlich.
Weinheim a. d. B., 23. Okt. Durch die Ueber=
nahme
des Kartoffelverkaufes ſeitens der
Städtiſchen Verwaltung iſt hier einem dringen=
den
Bedürfniſſe der Bevölkerung abgeholfen worden,
was daraus hervorgeht, daß von hieſigen Einwohnern
bereits zuſammen 3000 Zentner Kartoffein bei der Stadt
beſtellt worden ſind, während dieſe ſelber bis jetzt erſt
900 Zentner von auswärts beſtellt hat. Der Gemeinderat
iſt daher bemüht, noch weitere 2000 Zentner von aus=
wärts
zu beſchaffen.
Friedrichshagen, 24. Okt. Auf der Strecke zwiſchen
Friedrichshagen und Rahnsdorf wurden geſtern zwei
Streckenarbeiter, die ſich von ihrer Gruppe wäh=
rend
der Pauſe entfernt hatten, von einem Schnellzug
überfahren und als zerſtückelte Leichen aufgefunden.

Der Kartoffelpreis.

* Von der Landwirtſchaftskammer für das
Großherzogtum Heſſen wird uns geſchrieben:
Die Frage über den diesjährigen Kartoffelpreis wird
zurzeit allgemein behandelt von Berufenen und noch mehr
von Unberufenen. Man verlangt von den Landwirten
ohne weiteres, daß ſie die Kartoffeln zu einem ſo billigen
Preis liefern, wie ſie 1913 geliefert werden konnten.
Die häufigen Zeitungsmeldungen, daß unſere Kartof=
felernte
vorzüglich ausfalle, hat in den Kreiſen der Konſu=
menten
die Berechtigung zu dieſer Forderung auftreten
laſſen. Die, welche der Landwirtſchaft ferner ſtehen, ur=
teilen
daher einzig nur nach dieſen Zeitungsmitteilungen,
ohne zu bedenken, welche verſchiedenen Einflüſſe für die
Bildung des Kartoffelpreiſes maßgebend ſind.
Vor allem iſt die Kartoffelernte 1914 erheblich geringer
wie 1913, in welchem Jahre wir die größte Ernte in den
letzten Jahrzehnten hatten. Im Großherzogtum Heſſen
fällt die Ernte gerade in einigen wichtigen Kartoffelanbau=
gebieten
erheblich unter dem Mittel ats. In den anderen
Bezirken iſt die Ernte nicht um ſo viel größer, daß dieſer
Ausfall gedeckt werden kann. Die Landwirtſchaft iſt aber
nicht nur Kartoffel= und Getreidelieferant, ſondern heute
vor allem auch der einzige Fleiſchlieferant für das Deut=
ſche
Reich. In Beachtung dieſer Tatſache hat daher die
Reichsregierung ſchwerwiegende Forderungen an die
Landwirtſchaft geſtellt. Die Kälber unter einem Gewicht
von 75 Kilogramm und weibliches Rindvieh unter ſieben
Jahren dürfen nicht zur Schlachtbank gebracht werden.
Dieſes Verbot iſt außerordentlich ſchwerwiegend. Es
zwingt die Landwirte, ihre Rindviehbeſtände zu erhalten,
in den meiſten Fällen zu vergrößern.
Zur Ernährung des Jungviehs aber ſind vorwiegend
Getreide oder Kraftfuttermittel nötig, da die Rauhfutter=
ſtoffe
und Rüben für eine vollkommene Ernährung des

wachſenden Rindes nicht ausreichen. Die Kraftfuttermit=
tel
ſind aber, da die Einfuhr fehlt, knapp und außerordent=
lich
hoch im Preiſe. Will der Landwirt ſeinen Viehſtand
erhalten, iſt er gezwungen, einmal Kraftfuttermittel zu
äußerſt hohen Preiſen zu kaufen, und andererſeits ſeine
ſonſtigen Erzeugniſſe, darunter beſonders die Kartoffeln,
in erhöhtem Maße für die Ernährung des Viehes zu ver=
wenden
.
Um einen Ueberblick zu erhalten, um welche Mengen
es ſich dabei handelt, ſei erwähnt, daß Deutſchland in den
letzten Jahren rund 3 Millionen Tonnen Gerſte, 1,4 Mil=
lionen
Tonnen Kleie, 0,9 Millionen Tonnen Mais und
0,7 Millionen Tonnen Oelkuchen, Reisabfälle uſw. einge=
führt
hat. Ein großer Teil dieſer Einfuhr unterbleibt
jetzt, und wenn auch noch Vorräte vorhanden waren, ſo
bleibt immer ein großer Ausfall an Kraftfuttermittel. Da=
bei
iſt noch zu beachten, daß in Friedenszeiten große Men=
gen
an Brotgetreide verfüttert werden, was die Land=
wirte
jetzt im Intereſſe der Brotverſorg=
ung
unſerer Bevölkerung unterlaſſen.
Wieviel höhere Preiſe der Landwirt heute beſonders
den Mühlen für Kleie aber auch ſonſt für andere
Futtermittel zahlen muß, erſieht man aus folgenden Prei=
ſen
für 100 Kilogramm verſchiedener Futtermittel ab
Frankfurt a. M.:

Heute
mehr Heute
Vor dem
Heute
(durch= mehr
Krieg
in%
ſchnittlich
Mk.
Mk
Mk.
Weizenkleie 10.7511.25 15.751650 5.10 46.36
Roggenkleie 11.5012. 16.0016.50 4.50 38.30
Biertreber 11.6011.75 16.0017. 4.30 35.250
Palmkuchen 13.6014.10 17.5018.-
3.90 28.16
Erdnußkuchen 16.5017. 19.7520.50 3.35 20.
Leinmehl 15.8516.25 19.0020.50 3.70 23.05
Reismehl 10.2510.75 17.7518.50 7.60 72.38

Daß die Landwirte auch höhere Preiſe für Getreide
bekommen, kann den ihnen auferlegten Mehraufwand nicht
ausgleichen. Auch erhalten die Landwirte in den weitaus
meiſten Fällen die Preiſe für Getreide nicht, die beſon=
ders
in den letzten Wochen des öfteren in Zuſammenſtel=
lungen
in den Tageszeitungen zu leſen waren und welche
den Preisnotierungen an den großen Märkten entnommen
ſind. Der Landwirt erhält erheblich geringere Preiſe. Der
Unterſchied zwiſchen dem Marktpreis und dem Preis, wel=
chen
der Landwirt erhält, iſt, wie feſtgeſtellt wurde, oft
ſehr erheblich.
Der Landwirt iſt gezwungen, anſtelle
der zu teuren Kraftfuttermittel ſeine
eigenen Erzeugniſſe, beſonders Kartof=
feln
, in erhöhtem Maße als Futtermittel
zu verwenden. Verzichtet er auf dieſe Ver=
wendung
im Intereſſe der Lieferung von
Kartoffeln für den menſchlichen Konſum,
dann muß ihm ein entſprechend höherer
Preis gewährt werden. Man kann von ihm
nicht verlangen, daß er zur Erhaltung des
Viehſtandes höhere Preiſe für Kraftfutter=
mittel
zahle und niedere Preiſe für ſeine
Kartoffel, die er rationell verfüttern
kann nimmt.
Hieraus dürfte hervorgehen, wie unberechtigt die For=
derungen
nach den ſehr billigen Kartoffelpreiſen ſind.
Unſere Landwirte ſind alle bereit, die Volksernährung
ſicher zu ſtellen. Die deutſche Landwirtſchaft
iſt hierzu auch jetzt in der Lage;man muß ſie
aber darin unterſtützen, damit ſie in wirt=
ſchaftlicher
und betriebstechniſcher Be=
ziehung
dieſer Forderung gerecht werden
kann.
Wenn jetzt ferner noch des öfteren über den Mangel
an Kartoffeln auf den Märkten geklagt wird, dann iſt doch
zu beachten, daß den Landwirten jetzt in der arbeitsreich=
ſten
Zeit des Jahres die Geſpanne faſt vollkommen fehlen.
Man fordert von der Landwirtſchaft, daß ſie die Ernte
der Hackfrüchte einbringt, aber auch die Herbſtbeſtellung
mit Brotgetreide durchführt. Dieſe Arbeiten können nicht
ausgeführt werden, wenn Froſt eingetreten iſt. Die Sorge
des Landwirtes muß daher jetzt in erſter Linie ſein, ſein
Feld zu beſtellen. Das Verbringen der Kartoffel nach der
Stadt kann auch noch ſpäter, ja muß ſpäter erfolgen. Aber
auch dann wird es mit Schwierigkeiten verknüpft bleiben,
da die Geſpanne fehlen. Der Landwirt iſt gezwungen,
Hilfsgeſpanne zu verwenden; er hat erheblich höhere
Transportkoſten, wie in Friedenszeiten.
Daß auch die Preiſe, die in hieſiger Gegend für die
Kartoffeln von der Landwirtſchaft verlangt werden, nicht
unberechtigt ſind, das zeigen Preiſe der Kartoffeln aus
den wichtigſten Anbaugebieten Deutſchlands.
Die Kartoffelpreiſe waren nach Angabe der Kartof=
felhändler
im Kartoffelmarktbericht vom 19. Oktober für
100 Kilogramm in Waggonladung:

Weißfleiſchige Sorten Gelbfleiſchige Sorten
Up to date uſw.
Induſtrie uſw.
Mk.
Mk.
5.606.
Berlin
6.30
Stettin
4.80
Breslau
5.90
5.90
Magdeburg
6.40
6,20
Salzwedel
7.407.80
7.207.80
Köln
6.306.80
6.60 7.20
Frankfurt

Bedenkt man, daß die Fracht für 200 Zentner ab
Magdeburg bis Frankfurt 68 Mark, ab Breslau 99 Mark
beträgt, und daß es ſich bei den oben genannten Preiſen
nicht um handverleſene Speiſeware handelt, ſo ergibt ſich,
daß die Kartoffelpreiſe hieſiger Gegend nicht hoch ſind.
Die Landwirte verlangen dieſen Herbſt, im Kriegs=
jahr
1914, für 100 Kilogramm ausgeleſene Speiſeware
frei Keller 77½ Mark. Da es Mode geworden iſt, nur
gelbfleiſchige Kartoffeln zu eſſen, müſſen für dieſe Ware
die höheren Preiſe angelegt werden. Wie waren nun die
Kartoffelpreiſe zum Beiſpiel in Darmſtadt in den für den
Kartoffelhandel wichtigſten Monaten Oktober und Novem=
ber
während der letzten Jahre?

November
Oktober
1904 8,25 Mk. 7,00 Mk.
1905 6,00
6,50
1906
6,00
6,50
1907
6,00
6,00
1908 7,00
7,00
1909
6,44
7,00
1910 8,50
8,50
1911 11,00
11,00
1912 6,00
6,00
1913 4,75
4,50

Abgeſehen von 1911, hatte das Jahr 1910 höhere Preiſe,
wie ſie jetzt verlangt werden. Gegenüber den anderen
Friedensjahren verlangt die Landwirtſchaft dieſes Jahr,
wo ein jeder Beruf, ganz beſonders aber die Landwirt=
ſchaft
, mit höheren Produktionskoſten im Geſamtbetriebe
zu rechnen hat, durchſchnittlich 1 Mark pro Doppelzentner

[ ][  ][ ]

Nummer 294.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Oktober 1914.

Seite 5.

mehr. Iſt dieſer Mehrpreis gerechtfertigt? Man verlangt
von ſeiten der Konſumenten Höchſtpreiſe, nicht nur für Ge=
treide
, ſondern auch für Kartoffeln. Die Landwirtſchaft
iſt nicht nur damit einverſtanden, ſondern hat die Höchſt=
preiſe
gewünſcht, allerdings nicht nur für ihre
Erzeugniſſe, ſondern auch für die Pro=
dukte
, welche aus landwirtſchaftlichen Er=
zeugniſſen
gewonnen werden, wie Brot,
Fleiſch, und für wichtige, in der Landwirt=
ſchaft
unbedingt nötige Hilfsſtoffe, vor
allem die Kraftfuttermittel, Düngemittel
und andere. Die einſeitige Feſtſetzung von Höchſtpreiſen
für landwirtſchaftliche Erzeugniſſe müßte daher die Land=
wirtſchaft
aufs ſchwerſte ſchädigen und ihr die Erfüllung
der übernommenen Aufgaben unmöglich machen.
Es ergeht daher an die Bevölkerung, beſonders in der
Stadt, die Bitte, Maß zu halten in den Forderungen, die
man an die Landwirtſchaft ſtellt, und jetzt in Kriegszeiten
von dieſer nicht dasſelbe zu verlangen wie in Friedens=
zeiten
. Die Landwirtſchaft iſt beſtrebt, ihrer Aufgabe,
unſer Volk mit den von ihr erzeugten wichtigſten Lebens=
bedürfniſſen
zu verſorgen, voll und ganz nachzukommen.
Man unterlaſſe daher ſcharfe Zeitungseingeſandte und
ſonſtige Aeußerungen, die meiſt von Unberufenen kommen
und auch nicht berechtigt ſind. Solche Mitteilungen dienen
nicht dazu, das Verhältnis von Stadt und Land ſo zu
geſtalten, wie es die Zeit erfordert und wie es der Wunſch
der Landwirtſchaft iſt.

Der Hochverratsprozeß in Serajewo.

* Serajewo, 24. Okt. Im Hochverratspro=
zeß
hielt der Staatsanwalt nach Beendigung des
Beweisverfahrens ſein Plädoyer, in welchem er die
Hauptergebniſſe der Verhandlung zuſammenfaßte. Dieſe
hätten den unwiderleglichen Beweis erbracht, daß Ser=
bien
, welches ſeine ſelbſtändige Exiſtenz und ſeine viel=
fachen
Gebietserweiterungen hauptſächlich der öſterreichiſch=
ungariſchen
Monarchie verdanke, und dieſes Entgegen=
kommen
nur mit Haß vergolten habe, aufgeſtachelt
durch das deſpotiſche Zarenreich, das Serbien zu ſeinen
eigenen Zwecken gegen Oeſterreich=Ungarn als Werkzeug
benutzte, in den Größenwahn verfallen ſei, im Süden
unter den Slawen dieſelbe Rolle zu ſpielen, wie Rußland
im Norden. Von dieſem megalomanen Gedanken erfüllt,
ſcheute die ſerbiſche Regierung kein Mittel, um unter dem
Deckmantel der ſüdſlawiſchen Einheit alle von Südſlawen
bewohnten Gebiete der Monarchie, und zwar in erſter
Linien Bosnien und die Herzegowina, mit Serbien zu
vereinen. Serbiſche Miniſter, ja ſelbſt der Thron=
folger
, ſeien erwieſenermaßen vielfach mit gegen die
leitenden Staatsmänner der Monarchie, ja ſogar gegen
den Erzherzog gedungenen Mördern in perſönliche Be=
ziehungen
getreten. Nach den übereinſtimmenden Aus=
ſagen
der Angeklagten ſelbſt habe der ermordete Thron=
folge
den Tendenzen der ſerbiſchen Regierung im Wege
geſtanden. Die ſerbiſche Regierung habe die gedungenen
Mörder mit Geld und Waffen verſehen. Der Mord von
Serajewo ſei nur ein neues Glied in der langen Kette der
Verbrechen geweſen, die die ſerbiſche Regierung gegen die
Monarchie im Intereſſe ihrer imperialiſtiſchen Zwecke teils
angezettelt, teils vollbracht habe. Der Staatsanwalt be=
antragte
ſchließlich die Beſtrafung der Angeklagten in dem
Sinne der Anklageſchrift.

Die Stellung Englands
und Frankreichs zu der Londoner
Seekriegsrechts=Erklärung.

* Berlin 24. Okt. Die deutſche Regierung hat
den neutralen Mächten eine Denkſchrift über die
Stellung Englands und Frankreichs zu der Lon=
doner
Seekriegsrechts=Erklärung mitgeteilt:
Nach einer Order in Council vom 20. Auguſt 1914
will die Britifche Regierung während des gegen=
wärtigen
Krieges die Londoner Seekriegsrechts=Erklärung
vom 26. Februar 1909 mit einigen Zuſätzen und Ab=
änderungen
beobachten. Dieſe Zuſätze und Abände=
rungen
ſind aber derart, daß ſie die Londoner Erklärung
in weſentlichen Punkten aufheben und dadurch
gleichzeitig in das geltende Völkerrecht eingreifen. Wei=
tere
ſehr erhebliche Abweichungen von der Londoner Er=
klärung
ſind in einer britiſchen Proklamation vom 21. Sep=
tember
1914 enthalten. Die einſchneidendſte Abänderung
der Londoner Erklärung findet ſich in den Beſtimmun=
gen
über die relative Konterbande. Die Londoner
Erklärung beſtimmt in Art. 33, daß der Begriff der relati=
ven
Konterbande nur dann Anwendung findet, wenn die
verfrachteten Gegenſtände für den Gebrauch der Verwal=
tungsſtellen
oder der Streitmacht des feind=
lichen
Staates beſtimmt ſind. Ferner ſoll nach Ar=
tikel
35 der Begriff der relativen Konterbande ohne wei=
teres
ausgeſchloſſen ſein, wenn ſich das Schiff auf der
Fahrt nach einem neutralen Hafen befindet.
Dieſe Beſtimmungen, die im weſentlichen dem gelten=
den
Völkerrecht entſprechen, und auf einer billigen Abwä=
gung
der Intereſſen der kriegführenden Staaten einerſeits
und der neutralen Staaten andererſeits beruhen, ſind durch
die Order in Council ſogut wie aufgehoben. Denn
nach Nr. 3 der Order ſoll die Vermutung für die feind=
liche
Beſtimmung der Güter in jedem Falle Platz greifen,
wo der Empfänger der Ware unter Kontrolle der Behör=
den
des feindlichen Staates ſteht; das bedeutet aber nichts
anderes, als daß jede nach dem feindlichen Lande gerich=
tete
Sendung der Beſchlagnahme ausgeſetzt iſt, da ſich
dort ſämtliche Bewohner unter der Kontrolle der Landes=
behörden
befinden. Dieſe Beſtimmung erhält ihre Ergän=
zung
in Nr. 5 der Order, wonach auch das auf der Fahrt
nach einem neutralen Hafen befindliche Schiff wegen rela=
tiver
Konterbande aufgebracht werden kann; hier wird
alſo, entgegen dem Artikel 35 der Londoner Erklärung,
der nur auf die abſolute Konterbandé anwendbare Be=
griff
der fortgeſetzten Reiſe auf die relative Konterbande
ausgedehnt. Auf dieſe Weiſe werden die milderen Regeln
der Londoner Erklärung für die relative Konterbande be=
ſeitigt
und letztere im Ergebnis der abſoluten Konterbande
völlig gleichgeſtellt. Damit wird der zur Verſorgung der
Bevölkerung eines kriegführenden Staates beſtimmte
neutrale Handel mit Gegenſtänden der relativen
Konterbande, alſo insbeſondere mit Lebensmitteln, der
im geltenden Völkerrecht als legitim anerkannt iſt, na=
hezu
illuſoriſch gemacht und ſo das Intereſſe der
Kriegführenden wie der Neutralen in völkerrechtswidriger
Weiſe verletzt. Wie die Ereigniſſe auf dem Seekriegs=
ſchauplatz
beweiſen, geht England nach dieſer Richtung
in der rückſichtsloſeſten Weiſe vor, dergeſtalt, daß es ſo=
gar
den für die Nachbarländer Deutſchlands beſtimmten
Bedarf in Kontrolle nimmt, und dadurch auch deren Ver=
ſorgung
in Frage ſtellt.
Die Britiſche Regierung glaubt ſich über die in den
Artikel 22, 24 und 28 der Londoner Erklärung enthaltenen
Liſten der abſolluten Konterbande, der rela=

tiven Konterbande und der nicht als Konterbande zu er=
klärenden
Waren (Freiliſte) ohne weiteres hinwegſetzen zu
können. Sie hat in ihrer durch die Order in Council unter
Nr. 1 aufrecht erhaltenen Konterbande=Erklärung vom 5.
Auguſt 1914 Luftfahrzeuge und deren Beſtandteile
als abſolute Konterbande bezeichnet während
dieſe nach Artikel 24 Nr. 8 der Londoner Erklärung nur
als relative Konterbande angeſehen werden könne. Vor
allem aber hat ſie in der Proklamation vom 21. Septem=
ber
1914 Gummi, Häute und Felle ſowie verſchiedene Sor=
ten
Eiſenerz als relative Konterbande erklärt.
Eine weitere Verſchärfung der Beſtimmungen über
die Konterbande ergibt ſich aus Nr. 2 der Order in
Council. Denn der Artikel 38 der Londoner Erklärung
läßt, entſprechend dem geltenden Völkerrecht, eine Be=
ſchagnahme
des Schiffes wegen Konterbande nur
zu, ſolange ſich dieſe an Bord befindet; dagegen will die
Britiſche Regierung, wenn die Beförderung der Konter=
bande
unter Mitnahme falſcher Papiere erfolgt iſt, das
Schiff während der ganzen Dauer der Reiſe
mit Beſchlagbelegen. Auf dieſe Weiſe iſt der neu=
trale
Schiffsverkehr mit dem feindlichen Gebiet andauern=
den
Schikanen ausgeſetzt, da das Schiff nicht nur auf
Grund einer offenkundigen Tatſache, nämlich des Vorhan=
denſeins
von Konterbande, ſondern auch auf Grund einer
häufig nicht nachweisbaren Behauptung über ſein früheres
Verhalten aufgebracht werden wird.
Durch die Beſtimmung in Nr. 4 der Order in Council
wird die Wegnahme wegen Blokadebruchs in
unbilliger Weiſe erweitert, da hiernach die Vermutung für=
die
Kenntnis der Blockade auch dann eintreten ſoll, wenn
das Schiff nach Ablauf einer gewiſſen Zeit ſeit der Be=
kanntgabe
der Blockade eines feindlichen Hafens an die
dortigen Ortsbehörden einen anderen feindlichen Hafen
verlaſſen hat. Durch dieſe Beſtimmung will die Britiſche
Regierung die Behörden des feindlichen Staates über die
durch das Völkerrecht gezogenen Grenzen hinaus in den
Dienſt der eigenen Seeſtreitkräfte ſtellen und dieſen Dienſt
durch die Wegnahme neutraler Schiffe erzwingen.
Nach einem in der Londoner Erklärung beſtätigten
völkerrechtlichen Grundſatz dürfen an Bord eines neutralen
Kauffahrteiſchiffes nur ſolche Perſonen zu Kriegsge=
fangen
en gemacht werden, die bereits in die feind=
liche
Streitmacht eingereiht ſind. Doch haben
die britiſchen Seeſtreitkräfte deutſche Wehrpflichtige, die
nicht in die Streitmacht eingereiht waren, von Kauffahr=
teiſchiffen
der niederländiſchen, der norwegiſchen und der
italieniſchen Flagge weggenommen und zu Kriegsgefan=
genen
gemacht. Auf dieſe Weiſe haben ſie nicht nur die
in der Londoner Erklärung wiedergegebenen völkerrecht=
lichen
Grundſätze, ſondern auch die eigenen ſtaatsrecht=
lichen
Normen gröblich verletzt. Nach einem im Journal
officiel vom 26. Auguſt 1914 veröffentlichten Dekret des
Präſidenten der franzöſiſchen Republik hat ſich Frank=
reich
auf denſelben Standpunkt geſtellt wie
Großbritannien in ſeiner Order in Council.
Die Verordnungen und darüberhinausgehend die
Seeſtreitkräfte Großbiſitanniens und Frank=
reichs
ſetzen ſich hiernach über die in der Londoner See=
kriegsrecht
=Erklärung niedergelegten Regeln in will=
kürlichſter
Weiſe hinweg. Sie verfolgen ausge
ſprochenermaßen den Zweck, durch Lahmlegung des neu=
tralen
Handels nicht nur die Kriegführung, ſondern auch
die Volkswirtſchaft ihrer Gegner zu treffen, und grei=
fen
dabei in unzuläſſiger Weiſe ſowohl in den legitimen
Handel der Neutralen mit dem Gegner als auch in den
Handel der Neutralen untereinander ein. Die Londoner
Erklärung iſt zwär bisher nicht ratifiziert worden; wie
indes die Bevollmächtigten der Signatarmächte, mit Ein=
ſchluß
der britiſchen und franzöſiſchen, in der einleiten=
den
Beſtimmung ausdrücklich feſtgeſtellt haben, entſpre=
chen
die Regeln der Londoner Erklärung im weſentlichen
den allgemein anerkannten Grundſätzen
des internationalen Rechtes. Die von Groß=
britannien
und Frankreich beliebten Verletzungen der
Londoner Erklärung ſtellen ſich daher zugleich als Ver=
letztzungen
des Völkerrechts dar, die umſo
ſchwerer ins Gewicht fallen, als Großbritannien in den
Kriegen, in denen es neutral war, wie beiſpielsweiſe im
ruſſiſch=japaniſchen Kriege, gegen ſolche Rechtsverletzun=
gen
auf das nachdrücklichſte Einſpruch erhoben hat.
Die Kaiſerlich Deutſche Regierung hat bisher die Be=
ſtimmungen
der Londoner Erklärung ſtreng beachtet, auch
deren Inhalt in der deutſchen Priſenordnung
vom 30. September 1909 ſinngetreu wiedergegeben; an
dieſer Haltung hat ſie ſich ſelbſt durch die flagranten Rechts=
verletzungen
ihrer Gegner nicht irre machen laſſen. Sie
muß ſich indes die Frage vorlegen, ob ſie an dieſem
Standpunkt noch länger feſthalten kann,
wenn die feindlichen Mächte das von ihnen eingeſchlagene
Verfahren fortſetzen und die neutralen Mächte ſich ſolche
Neutralitätsverletzungen zuungunſten deutſcher Intereſſen
gefallen laſſen. Für die deutſche Regierung würde es da=
her
von Wert ſein, zu erfahren, welche Stellung die neu=
tralen
Mächte zu dem völkerrechswidrigen Verhalten
Großbritanniens und Frankreichs einzunehmen geden=
ken
, und ob ſie insbeſondere gegen die an Bord ihrer
Schiffe vorgenommenen Gewaltakte an deutſchen Perſo=
nen
und deutſchem Gut einſchreiten wollen.

400
von den Kriegsſchaus
plätzen.

* Großes Hauptquartier, 24. Okt. (W. T. B
Amtlich.) Die Kämpfe am Yſer=Ypres=Kanalabſchnitt ſind
außerordentlich hartnäckig. Im Norden gelang es uns,
mit erheblichen Kräften den Kanal zu überſchrei=
ten
. Oeſtlich Ypres und ſüdweſtlich Lille drangen unſere
Truppen in heftigen Kämpfen langſam weiter vor.
Oſtende wurde geſtern in völlig zweckloſer Weiſe
von engliſchen Schiffen beſchoſſen.
Im Argonnenwalde drangen unſere Truppen eben=
falls
vorwärts. Es wurden mehrere Maſchinen=
gewehre
erbeutet und eine Anzahl Gefangener gemacht.
Zwei franzöſiſche Flugzeuge wurden hier herunter=
geſchoſſen
.
Nördlich Toul bei Flirey lehnten die Franzoſen eine
ihnen von uns zur Beſtattung ihrer in großer Zahl vor
der Front liegenden Toten und zur Bergung ihrer Ver=
wundeten
angebotene Waffenruhe ab.
Weſtlich Auguſtowo erneuerten die Ruſſen ihre An=
griffe
, die ſämtlich abgeſchlagen wurden.
Der Krieg zur See.
* Berlin, 24 Okt. (W. T. B. Amtlich.) Die bereits
früher nichtamtlich gemeldete, am 13. Oktober, mittags, er=

folgte Vernichtung des engliſchen Kreuzers
Hawke durch ein deutſches Unterſeeboot
wird hierdurch amtlich beſtätigt. Das Unterſeeboot
iſt wohlbehalten zurückgekehrt. Am 20. Oktober iſt der
engliſche Dampfer Glitra an der norwegiſchen Küſte
von einem deutſchen Unterſeeboot durch Oeffnen der Ven=
tile
verſenkt worden, nachdem die Beſatzung auf Aufforde=
rung
das Schiff in den Schiffsbooten verlaſſen hatte.
Der ſtellvertretende Chef des Admiralſtabs:
Behnke.
* London, 24. Okt. Die Times meldet: Das bri=
tiſche
Torpedoboot Dryaden iſt an der Nord=
küſte
von Schottland auf Grund gelaufen. Die
Mannſchaft iſt gerettet.
* Rotterdam, 24. Okt. Wie hier bekannt wird,
iſt es das Unterſeeboot U 9 mit der gleichen Be=
ſatzung
und dem gleichen Kommandanten Weddigen
geweſen, das den engliſchen Kreuzer Hawke jüngſt ver=
nichtet
hat.
* Rom 24. Okt. Der italieniſche Dampfer
Enrico Millo aus Genua iſt auf der Höhe von Paloscia
durch einen franzöſiſchen Kreuzer beſchlag=
nahmt
worden. Er wird nach Biſerta gebracht.

Die Wirkſamkeit unſerer Auslandskreuzer.

* Bombay, 24. Okt. Die Regierung in Bombay
veröffentlicht eine Erklärung wegen des Kreuzers
Emden laut welcher zur Zeit alle Waſſerſtraßen wie=
der
genügend ſicher ſind.
* London, 24. Okt. Die Admiralität ver=
öffentlicht
eine Erklärung über die von dem deutſchen Kreu=
zer
verſenkten Schiffe in der es heißt: Man
glaubt, daß acht oder neun deutſche Kreuzer im Atlanti=
ſchen
, Stillen und Indiſchen Ozean ſich befinden. Ueber
70 britiſche, japaniſche, franzöſiſche und ruſſiſche Kreu=
zer
, ungerechnet die Hilfskreuzer, wirken zuſammen zur
Entdeckung der deutſchen Kreuzer. Der gewaltige Um=
fang
des Ozeans, die tauſende von Inſeln und Inſel=
gruppen
geſtatten den feindlichen Schiffen, ſich faſt un=
beſchr
änkt zu bewegen. Das Auffinden und Ver=
nichten
der feindlichen Kreuzer iſt daher hauptſächlich
Sache der Zeit, Geduld und des Glücks. Die engliſchen
Handelsſchiffe ſind vorwiegend darum aufgebracht worden,
weil ſie den Inſtruktionen der Admiralität zuwider ge=
handelt
haben. Die Geſamtzahl der verlorenen
Schiffe iſt viel geringer, als man vor dem Kriege ge=
dacht
hatte, nämlich 39 Schiffe von 4000 der auf großer
Fahrt befindlichen Schiffe. Das iſt ein Verluſt von
1 zu 100. Die Verſicherung von Schiffsladungen, die
bei Beginn des Krieges 5 vom Hundert betrug, ſteht jetzt
nur noch auf 2 vom Hundert. (Wertvoll iſt für uns zu=
nächſt
das Eingeſtändnis, daß die Tätigkeit unſerer Kreu=
zer
den Engländern 39 Schiffe gekoſtet hat, nämlich, ſo=
weit
der Admiralität bis jetzt bekannt iſt. Wie ſich die Eng=
länder
über dieſen Verluſt mit ſchönen Redensarten trö=
ſten
wollen, iſt ihre eigene Sache. Die Verſicherung für
Schiffsladungen iſt erſt durch das Eingreifen und durch
Opfer der Regierung ermäßigt worden. D. Red.)

Die Flotte des
Dreiverbandes unter engliſchem
Oberkommando.

* Wien, 24. Okt. Die Reichspoſt meldet aus Sofia:
Die letzte Nummer der in Petersburg erſcheinenden Zei=
tung
Nowoje Cwono berichtet, daß vor einigen Tagen
auf Verlangen Englands eine neue engliſch=
franzöſiſch
=ruſſiſche Marinek onvention ein=
gegangen
worden iſt, derzufolge der Oberbefehl über
die ruſſiſche Baltiſche= und Schwarze=Meer=Flotte Eng=
land
übertragen werde. Großbritannien verpflich=
tet
ſich gleichzeitig, die Flotte mit eigenen Geſchwa=
dern
zu verſt ärken. Das Blatt fügt hinzu, daß die
Forderung Englands nach unbedingter Unterord=
nung
der franzöſiſch=ruſſiſchen Admiralität unter das
engliſche Flottenkommando von Frankreichanfangs
bekämpft wurde; Rußland ſtimmte dem Vorſchlag ſo=
gleich
zu. (So werden nicht nur die Landarmeen, ſondern
auch die Flotten den rein engliſchen Intereſſen vollſtändig
ausgeliefert.)

Hochverräter.

* Kolmar i. Elſ., 24. Okt. Das Kriegsgericht
hat gegen den Privatgelehrten Dr. Eugen Kühlmann
aus Mülhauſen i. Elſ die Unterſuchung wegen Hoch=
verrats
verhängt. Er erſcheint dringend verdächtig,
während des gegenwärtigen Krieges in die Preſſe neutra=
ler
Staaten Artikel lanciert zu haben, durch welche die
neutralen Staaten veranlaßt werden ſollten, gegen
Deutſchland und ſeinen Verbündeten die Waffen zu er=
greifen
, um Elſaß=Lothringen vom Deutſchen Reiche los=
zureißen
.

Eine Deutſche von den Franzoſen erſchoſſen.

* Straßburg i. Elſ., 24. Okt. Aus Schlierbach im
Kreiſe Mülhauſen berichtet die Straßburger Poſt: Am 10.
Auguſt wurde der hieſige Förſter Weſt und ſeine Haus=
hälterin
von den Franzoſen gefangen genommen und
nach Belfort gebracht, weil Weſt angeblich deutſche Vor=
poſten
in ſein Haus aufnahm, die von hier aus eine fran=
zöſiſche
Patrouille beſchoſſen. Wie durch eine aus fran=
zöſiſcher
Gefangenſchaft entlaſſene Frau bekannt wird,
wurde die Haushälterin erſchoſſen und Weſt zu
20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Eine engliſche Erfindung.

* Berlin, 24. Okt. Mit großer Hartnäckigkeit wie=
derholt
die engliſche Preſſe die Behauptung, daß der
Kaiſer am 19. Auguſt in Aachen einen Armeebefehl
erlaſſen habe, in dem von dem verächtlichen Heere
des Generalfeldmarſchalls French die Rede geweſen ſei.
Dieſe Meldung beruht in ihrem vollen Umfang auf Er=
findung
. Der Kaiſer war ſeit Beginn des Krieges weder
in Aachen, noch hat er den behaupteten Armeebefehl er=
laſſen
.

Verwüſtungen durch Engländer in Antwerpen.

* Brüſſel, 24. Okt. Leutnant Pfeil vom 3. Re=
ſerve
=Fußartillerie=Regiment hat am Tage des Einzu=
ges
der deutſchen Truppen in Antwerpen
von dem Turm der Kathedrale feſtgeſtellt, daß gegen ½5
Uhr nachmittags von dem Fort Téte de Flandre ſowie aus
den Schützengräben, die ſich längs der Schelde ſüdlich
befanden, ſowie von den auf der Schelde befindlichen See=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Oktober 1914.

Nummer 294

ſchiffen die weſtlichen Teile der Stadt, insbeſon=
dere
der Grande Place und die Kathedrale, beſchoſſen
wurden. Pfeil beobachtete wiederholt Schrapnell=
ſchüſſe
in unmittelbarer Nähe der Kathe=
drale
und Granatſchüſſe in der Nähe des Rathauſes und
der Kathedrale. Derſelbe Offizier ſtellte am gleichen Vor=
mittag
aus zurückgelaſſenen Ausrüſtungsſtücken und Waf=
fen
feſt, daß in den von engliſchen Truppen beſetzten
Schlöſſern Meimhof, Troyente und Pulhof große Ver=
wüſtungen
angerichtet worden waren. Sehr wertvolle
Möbelſtücke waren vollſtändig zerſchlagen, große Gemälde
und Bilder ſowie die Leder= und Samtmöbel waren zer=
ſchnitten
, die Schränke durchwühlt und ihr Inhalt um=
hergeworfen
. In einem Lederſopha ſteckte noch ein eng=
liſches
Seitengewehr.

Das franzöſiſche Protektorat über die Chriſten
im Orient.

* Wien, 24. Okt. Wie türkiſche Blätter mit=
teilen
, beabſichtigt die türkiſche Regierung, das
franzöſiſche Protektorat über die Chriſten im
Orient nicht mehr anzuerkennen. Sie hat den
Behörden bereits diesbezügliche Befehle gegeben.

Die Mohammedaner gegen den Dreiverband.

* Wien, 24. Okt. Türkiſche Blätter veröffentlichen
einen Aufruf an die mohammedaniſchen Trup=
pen
Frankreichs, der in ganz Aegypten, Fez, Algier
und Tunis verbreitet wird. Es heißt darin: Alle Un=
glücksſchläge
, die über den Iſlam gekommen ſind, haben
England, Frankreich und Rußland verurſacht. Die Zeit
der Empörung iſt gekommen! Mohammedaner, die
an der Seite unſerer Glauensfeinde kämpfen, fordern den
Zorn Gottes heraus!
* Sofia, 24. Okt. Der bekannte mohammedaniſche
Führer Peter Tſchanlew veröffentlicht in der Cam=
bana
einen Aufruf an die Mohammedaner, worin
dieſe aufgefordert werden, angeſichts der unaufhörlichen
unerträglichen Greueltaten der Serben an der
bulgariſchen Bevölkerung Mazedoniens nach Mazedo=
nien
zurückzukehren und die Stammesbrü=
der
zu befreien. Die Dreibundmächte würden nichts
dagegen haben. Der Dreiverband habe kein Recht
zum Einſpruch, weil ruſſiſche Dampfer offen ruſſiſche Waf=
fen
und Gold nach Serbien bringen und damit den Tod=
feind
Serbien unterſtütze. Alle Mohammedaner müßten
ſich ungeſäumt auf die Serben in Mazedonien werfen und
die Kette der ſerbiſchen Knechtſchaft der Stammesbrüder
zerſprengen.

Die Methoden der ruſſiſchen Kriegführung.

* Wien, 24. Okt. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird amtlich gemeldet: Die Methoden der ruſſi=
ſchen
Kriegführung finden durch eine aus zuver=
läſſiger
Quelle ſtammende Nachricht neuerdings eine Illu=
ſtration
. Hiernach ſetzten die Ruſſen auf die Gefan=
gennahmeoder
den Todeinesunſerer Trup=
penführer
einen Preis von 80000 Rubel.
Nun erklärt ſich auch ein Attentat auf einen dieſer Kom=
mandanten
, das glücklicherweiſe erfolglos blieb. (Echt
ruſſiſch.)

Ein norwegiſcher Proteſt.

* Kriſtiania, 24. Okt. Die norwegiſche Handels=
kammer
in London hat den leitenden engliſchen Zeitungen
einen Proteſt gegen die engliſchen Preßbe=
ſchuldigungen
zugehen laſſen, daß Skandinavien
Petroleum, Getreide und Kohlen an Deutſchland liefere.
Die Statiſtik erweiſe, daß die Ausfuhr der genannten Ar=
tikel
eher unter, als über dem Normalen ſei. Außerdem
beſtehe das norwegiſche Ausfuhrverbot. Einen ähnlichen
Proteſt ſandten däniſche und ſchwediſche Inſtitutionen
den engliſchen Zeitungen.

Unruhen in Portugat.

* Lyon, 24. Okt. Das Journal meldet aus Liſſa=
bon
: In der Nacht vom 20. zum 21. Oktober fanden an
verſchiedenen Stellen Portugals monarchiſtiſche Un=
ruhen
ſtatt. Liſſabon war einige Stunden infolge zer=
ſchnittener
Telegraphendrähte und zerſtörter Eiſenbahn=
linien
von Nordportugal abgeſchnitten. In Mafra be=
ſchlagnahmte
ein wegen ſeiner monarchiſtiſchen Ge=
ſinnung
bekannter Offizier mit etwa 100 Ziviliſten die
Waffenvorräte in der Militärſchule und ver=
ſuchte
, die Soldaten zum Aufſtand zu bewegen. Von
Liſſabon ſind Truppen nach Mafra geſandt worden.
In Santarow wurde die Eiſenbahnlinie zerſtört, ſo
daß ein Zug entgleiſte. In Braga iſt ein ähnlicher
Verſuch mißlungen. Mehrere Verhaftungen ſind vorge=
nommen
worden.

Die Türkei und Griechenland.

* Konſtantinopel, 24. Okt. Die Nachrichten
über die verſchleierte Annexion von Epirus
ſeitens Griechenlands erregen die lebhafte Auf=
merkſamkeit
der hieſigen Kreiſe. Der Jeune Ture ſchreibt,
die Annexion könnte nicht ohne Proteſt ge=
ſchehen
. Die Intervention der Türkei ſei in jeder Be=
ziehung
gerechtfertigt, da die Inſeln des Archipels Grie=
chenland
gegen die Preisgabe ſeiner Anſprüche auf Süd=
albanien
überlaſſen ſeien. Auch Bulgarien ſei in die=
ſer
Frage intereſſiert, da die Vergrößerung Griechenlands
das Gleichgewicht ändere. Es erweiſe ſich wieder einmal,
daß die Intereſſen Bulgariens und der Türkei identiſch
ſeien.

Rußland und Perſien.

* Konſtantinopel, 24. Okt. Das perſiſche Blatt
Haver erfährt aus Teheran: Der ruſſiſche Geſandte hat
bei der Ueberreichung der ruſſiſchen Ant=
wortnote
in der mitgeteilt wird, daß Rußland ſeine
Truppen aus Aſerbeidſchan nicht zurückziehen
könne, die Erklärung abgegeben, daß, wenn der gegen=
wärtige
Krieg ſich weiter verwickele und wenn Perſien
Neutralität bewahre, Rußland ſeine Truppen zurück=
ziehen
und die Unabhängigkeit Perſiens gewährleiſten
werde. Die ruſſiſche Antwortnote wurde im perſiſchen
Miniſterrate übel auf genommen. Der Miniſterrat
bereite eine neue energiſche Note vor. Die ganze
perſiſche Nation billige die Haltung des Kabinetts

Die Lage in Hegupten.

* Konſtantinopel, 28. Okt. Nach authentiſchen
Nachrichten aus informierten Kreiſen Stambuls ließen
die Engländer in den letzten Tagen zahlreiche engliſche
und kanadiſche Truppen nach Aegypten kom=
men
. Auf beiden Ufern des Suezkanals ſind allein 14000
Mann zuſammengezogen. Von den indiſchen Truppen,
die unlängſt nach Aegypten befördert wurden, wurde der
größere Teil als wenig zuverläſſig wieder zurückgezogen.
Nur ungefähr eintauſend Mann blieben insgeſamt dort.

Die Zuſammenziehung engliſcher Truppen in Aegypten
wird als eine Verletzung der Neutralit ät an=
geſehen
und hier lebhaft beſprochen. Man verweiſt dar=
auf
, daß die Zuſtimmung der Pforte, die für den Abſchluß
jeder Anleihe einzuholen iſt, bezüglich der Anleihe von
fünf Millionen Pfund für landwirtſchaftliche Zwecke in
Aegypten nicht eingeholt wurde. Dieſe Unterlaſſung wird
gleichfalls als eine Verletzung des ägyptiſchen
Status kritiſiert.

* Berlin, 241 Okt. In Holland ſollen jetzt über
32000 belgiſche Gefangene ſein.
* Paris, 23. Okt. Petit Pariſien meldet: Der Pa=
riſer
Deputierte Feſplas habe die Einſetzung einer
internationalen Kommiſſion zur Inſpizie=
rung
der Gefangenen vorgeſchlagen. Die Kommiſ=
ſion
, deren Vorſitz der amerikaniſche Botſchafter führen ſoll,
ſoll Delegierte in die deutſchen und franzöſiſchen Städte
entſenden, wo Kriegsgefangene untergebracht ſind.
* Amſterdam 24. Okt. Der Telegraaf meldet aus
London: Nach Neu=Yorker Meldungen habe die Stan=
dard
Oil Company erklärt, die Ladung der drei an=
gehaltenen
Oeltankſchiffe ſei zu Beleuchtungszwecken be=
kannter
Firmen neutraler Häfen beſtimmt geweſen, und
die Beſchlagnahme ſolcher Sendungen würde einen bedenk=
lichen
Einfluß auf die amerikaniſche Oelinduſtie ausüben.
* Kriſtiania, 24. Okt. Zwiſchen dem norwegi=
ſche
Geſandten in Waſhington und Staatsſekretär Bryan
iſt ein Vertrag ratifiziert worden, daß alle Strei=
tigkeiten
, die nicht diplomatiſch oder durch ein Schieds=
gericht
geordnet werden, einer internationalen Unter=
ſuchungskommiſſion
zur Erledigung vorgelegt werden
müſſen.
* Konſtantinopel, 24. Okt. Hier iſt bekannt,
daß die Engländer vorgeſtern für einige Stunden
den Suezkanal geſperrt hatten. Tasvir=i=Efkiar
bemerkt dazu: Die Schließung des Suezkanals bedeutet
eine Verletzung des internationalen Rechts.

Handel und Verkehr.

* Berlin, 23. Okt. Der Außenhandel der
Vereinigten Staaten von Nordamerika=
betrug
im September 1914 in der Einfuhr 139,2 Millionen
Dollar (171 Millionen im gleichen Monat des Vorjahres),
in der Ausfuhr 156,2 (218,2), ſo daß der Geſamthandel
295,4 (389,2) Millionen betrug. Dies bedeutet eine Ab=
nahme
in der Einfuhr um 31,8, in der Ausfuhr um 62,
im Geſamthandel um 93,8 Millionen Dollar. Die Ver=
einigten
Staaten können ſich für dieſen Rückgang des
Außenhandels, der namentlich die Ausfuhr ſtark betrifft,
bei England bedanken, deſſen piratenhafte Kriegfüh=
rung
einzig und allein die Schuld an der Schädigung der
neutralen Länder trifft.

Letzte Nachrichten.

* Berlin, 24. Okt. Der Friedensfahrplan wird
am 2. November eingeführt werden. Wie verlautet, hat
der Chef des Feldeiſenbahnweſens ſeine Einwilligung ge=
geben
. Dem neuen Fahrplan haben bisher die Preußiſch=
Heſſiſchen, die Sächſiſchen und die Bayeriſchen Eiſenbahn=
verwaltungen
zugeſtimmt. Die Zuſtimmung der übrigen
iſt zu erwarten.
* Berlin, 24. Okt. Nachdem gegen die Abſicht der Re=
gierung
, die Zuckerinduſtrie nicht einzuſchränken,
und den Export in bisherigem Umfange frei zu laſſen, von
den verſchiedenſten Seiten, namentlich von bedeutenden
Volkswirtſchaftlern, mit Hinſicht auf die Unterhal=
tung
unſerer Viehbeſtände Einſpruch er=
hoben
worden iſt, hat ſich die Regieung ent=
ſchloſſen
, eine Reglementierung der Zucker=
er
zeugung derart eintreten zu laſſen, daß unſere Zuk=
kererzeugung
im weſentlichen dem Inlandskonſum erhal=
ten
bleibt. Nähere Mitteilungen über Einzelheiten er=
folgen
demnächſt.

Verluſtliſte (aus Nr. 58).

2. Landſturm=Batterie der 49. gemiſchten Landwehr=
Infanterie=Brigade, Darmſtadt.
Courdemanges am 8. und Cernay am 15. und 22. 9. 14.
2. Landſturm=Batterie. Oberlt. Auguſt Ja=
cobi
, Darmſtadt, t.; Lt. Güngerich, Darmſtadt, ſchv.;
Wachtm. Albert Arzt, Michelſtadt, ſchv.; U.=O. Wilhelm
Reitz, Bellersheim, ſchv.; U.=O. Karl Koch, Bauerſchwend,
lv.; U.=O. Heinrich Schott, Cronberg, ſchv.; Kan. Karl
Schus, Schlitz, lv.; Kan. Georg Herget, Hergershauſen,
lv.; Kan. Auguſt Reichenbach, Wedmar, ſchv.; Kan.
Paul Reffel, Groß=Steinheim, t.; Kan. Joſeph Jung,
Ober=Mörlen, lv.; Kan. Heinrich Breidert, Langen,
ſchv.; Kan. Chriſtoph Staubach, Herbſtein, lv.; Kan.
Johann Langwaſſer, Altenſchlirf, lv.; Gefr. Leonhard
Ruhl, Herbſtein, ſchv.; Kan. Adam Krämer, Bensheim,
ſchv.; Kan. Hermann Hachenberger, Bad=Nauheim,
t.; Kan. Müſch, Dellwig, t.; Kan. Hermann Reich=
wald
, Meitzendorf, t.; Kan. Karl Leidich, Grüningen,
ſchv.; Kan. Joſeph Reuter, Ballenberg, t., an der Ver=
wundung
am 23. 9. im Lazarett Rouvroy geſtorben; Kan.
Friedrich Müller, Gießen, ſchv.; Kan. Wilhelm Grö=
ßer
, Grüningen, lv.; Kan. Arthur Velten, Bruchſal, lv.;
Kan. Karl Volz, Lich, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 168.
Servon am 26. und 28. 9. und am 1. 10. 14.-
3. Kompagnie, Butzbach: Musk. Anton Tho=
mann
, Epfig, t.; Gefr. d. Reſ. Auguſt Haenſch, Eving,
t.: Reſ. Johann Weier, Förde, t.; U.=O. d. Reſ Otto
Weiß, Hilchenbach, lv.; Musk. Karl Munſch, Ober=
ehnheim
, lv.; Musk. Karl Wenzel, Kirchgöns, lv.; Gefr.
d. Reſ. Rudolf Hirſch, Steudenbach, lv.; Reſ. Joſeph
Kruſe, Förde, lv.; Reſ. Heinrich Klotz, Ernsdorf, lv.;
Reſ. Johann Hempfling, Grafendobrach, lv.
5. Kavallerie=Diviſion, Stab, Darmſtadt.
Im Weſten am 8. 8. 14, Ort nicht angegeben.
Rittm. d. Reſ. Bopp, Darmſtadt, vm.; U.=O. und
Kraftwagenführer Henno Vogel, Darmſtadt, vm.
Reſerve=Feldartillerie=Regiment Nr. 21,
Mainz und Frankfurt a. M.
Neufchäteau am 22. und Tremblois am 24. 8. 14.
I. Abteilung.
Stab: Kan. Joſeph Caspari, Villmar, vm.;
1. Batterie: Hptm. Schultz, Wiesbaden, lv.; Lt.,
vermutlich d. Reſ., Schneider, Mainz, lv.; U.=O. Otto
Fritz, lv.; Kan. Wilhelm Chriſtoph Willms, Mainz,
ſchv.; Kan. Adam Martin, Groß=Bieberau, lv.; Kan.
Joh. Raab, Ober=Hilbersheim, lv.; Kan. Ferd. Ph.
Pfeifer, Gonſenheim, t.; Kan. Wilhelm Bender, Fal=

kenbach, vm.; Kan. Karl Thomae, Wiesbaden, vw.;
Ludwig Steuerberg, Dienſtgrad nicht angegeben, Edel=
burg
, lv.; Joh. Baptiſt Härtmann, Dienſtgrad nicht
angegeben, Mainz, lv.; Kan. Anton Bernh. Mertens,
Mellen, vm.; Ad. Joſeph Schier, Dienſtgrad nicht an=
gegeben
, Mombach, vm.; Kan. Adam Nöth, Spießheim,
vm.; Kan. Heinrich Köhler, Badenheim, lv.; Kan.
Vogt, Gonſenheim, vm.
2. Batterie: Hptm., vermutlich d. Reſ., Göbel,
Siegen, lv., bei der Truppe verblieben; Oberlt., vermut=
lich
d. Reſ., Becker, ſchv.; Kan. Neuberg, Spelle, ſchv.;
Kan. Johann Schulte, Nieder=Salwei, ſchv.; Kan.
Joſeph Götze, Elberfeld, ſchv.; Kan. Joſeph Seeliger
Arnsberg, ſchv.; Kan. Karl Heinrich Dörn, Erbenheim,
ſchv.; Kan. Andreas Courtial, Limburg, ſchv.; U.=O.
Stötzel, Buchen, ſchv.; U.=O. Reitz, Mombach, ſchv.;
Kan. Alfred Mahr, Hühnfeld, ſchv.; Kan. Reinh. Nafe,
Barmen, ſchv,; Kan. Guſtav Jäger, Schwalbach, ſchv.;
Kan. Anton Herbſt, Arnsberg, vm.; Kan. Karl Hayme,
Uhrbecke, vm.; Kan. Joſeph Liebſt, Lebenhan, lv.; Kan.
Philipp Mühling, Frau=Rombach, t.; Kan. Anton
Joſt, Mainz, vm.; Kan. Hermann Buſch, Mainz, vm.;
Kan. Probſt, Nordenhauſen, vm.; Kan. Karl Hum=
mel
, München, vm.; Kan. Müller, Bickenbach, lv.;
Kan. Reichwein, Thalheim, lv.
3. Batterie: Lt., vermutlich d. Reſ., Fritz Püh=
ler
, lv.; Kan. Engelbert Rahlfuß, Dolgesheim, t.;
Kan. Heinrich Schneider, Hechtsheim, ſchv.; Kan. Franz
Steilmann, Mönekind, ſchv.; Kan. Phil. Sebaſtian,
Finthen, ſchv.
Leichte Munitions=Kolonne: Kan. Hein=
rich
Vogtland, Radlinghauſen, t.; Gefr. Adam Ebel,
Münſter, lv.
II. Abteilung.
Stab: Lt., vermutlich d. Reſ., Alf. Heyl, Frank=
furt
a. M., lv.; Kan. Auguſt Ruppel, Lichenrod, vm.:
Ohne Batterieangabe: Oberlt., vermutlich
d. Reſ., Heinrich Vogelſang, Recklinghauſen, ſchv.;
Vizew. Karl Rahlo, Frankfurt a. M., ſchv.; Gefr. Wil=
helm
Dörner, Katzenellenbogen, t.; Gefr. Chriſt. Med=
ler
, Neuenberg, t.; Kan. Wilhelm Kanne, Bonames,
ſchv.; Kan. Karl Loecker, Langenſchwalbach, vw.; Kan.
Gotth. Fleiſchmann, Neumarkt, vw.; Gefr. Ed. Mül=
ler
, Lahrbach, lv.; Kan. Ed. Jumpf, Altenwald, lv.;
Kan. Ad. Lenz, Hainſtadt, lv.: Kan. Joſ. Luda,
Pogörg, lv.
Landwehr=Fußartillerie=Bat. Nr. 3, Mainz.
Eſſey am 26. 9. 14.
2. Batterie: U.=O. d. Landw. Franz Moritz,
Mainz, lv.
3. Batterie: Wehrm. Philipp Eberhardt, Groß=
karben
, lv.
4. Batterie: Lt. d. Reſ. Joſeph Hirſch, Mainz,
ſchv.
Fußartillerie=Regiment Nr. 18. III. Bataillon, Mainz.
Montſec am 26. und 27. und Wanville am 28. 9. 14.
7. Batterie: Obergefr. Otto Weber, Worms, lv.
Reſerve=Fußartillerie=Regiment Nr. 18.
I. Bataillon, Mainz.
Gefecht im Weſten am 28. 9. 14, Ort nicht angegeben.
Ohne Batterie=Angabe: Lt. d. Reſ Hoer=
der
, t.
Pionier=Bataillon Nr. 21, Mainz.
Chivy am 26. 9. 14.
2. Feld=Kompagnie: Pionier Jakob Fiſcher,
Ludwigshafen, t.; U.=O. Franz Jakob Auſtadt, Weiſe=
nau
, lv.; U.=O. Georg Werner, Langen, lv.; Gefr. Hein=
rich
Welkerling, Caub a. Rh., ſchv.; Gefr. Wilhelm
Meiſter, Heddernheim, lv.; Gefr. Jakob Baas, Worms,
lv.: Gefr. Friedrich Ebling, Nierſtein, lv.; Pion. Bern=
hard
Weber, Freienohl, ſchv.; Pion. Ernſt Neum, Et=
gersleben
, lv.; Pion. Georg Kaſpar Worch, Oſthofen lv.;
U.=O. Ludwig Buchheiſter, Hadersleben, vm.; Gefr.
Rudolf Lück, Hachenburg, vm.; Gefr. Konrad Schlei=
cher
, Marburg, vm.
Remenauville am 4. 10. 14.
1. Erſatz=Kompagnie: Pion. Ludwig Ortin=
ger
, Freiung, ſchv.; Pion. Johann Lotz, Mauswinkel, lv.
Von den Franzoſen an der Marne gefangen genommen.
Krankenträger Phil. Roſikmohl, Regt. Nr. 116,
4. Komp.; Krankenträger Fritz Fiſcher, Regt. Nr. 116,
4. Komp.
Verluſte durch Krankheiten.
Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 4115, Darmſtadt.
Reſ. Anton Hartmann, t.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 116, Darmſtadt,
Gießen und Friedberg.
8. Kompagnie: Wehrm. Heinrich Dechert, =
del
, t.; Horniſt Theodor Scchaad, Herbſtein, t.; Wehrm=
Karl Kühl, Gießen, t.; Wehrm. Heinrich Kämmer,
Ruppertenrod, t.; Wehrm. Philipp Konrad, Climbach,
t.; Wehrm. Georg Schepp. Lindenſtruth, t.; Wehrm.
Wilhelm Becker, Erbehauſen, t.; Wehrm. Johannes
Becker, Rodheim, t.; U.=O. Georg Glitſch, Landen=
hauſen
, t.
Berichtigung früherer Verluſtliſten.
Infanterie=Regiment Nr. 87, Mainz.
Musk. Heinrich Werner, Griesheim, bisher vw.,
iſt t.
Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115, Darmſtadt.
Lt. d. Reſ. Ernſt Morell, Halle, nicht t., ſondern vw.;
Gardiſt Guſtav Berg, Schandau, bisher vm., iſt vw.;
Gardiſt Jakob Bitz, Erbach, bisher vm., iſt vw.; Gardiſt
Friedrich Gebhardt, Einardshauſen, bisher vm., iſt
vw.; Gardefüſ. Wilhelm Heil, Motten, bisher vm., iſt
vw.; Gardiſt Peter Haaß. Vielbrunn, bisher vm., iſt vw.;
Reſ. Johann Jacobi, Büttelborn, bisher vm., iſt vw.;
Gefr. d. Reſ. Georg Koch, Fränkiſch=Crumbach, bisher
vm., iſt im Lazarett; Gardiſt Ludwig Knöß, Mörfelden,
bisher vm., iſt vw.; Gardiſt Friedrich Ernſt Kohler,
Mainz, bisher vm., iſt vw.; Gardiſt Kopp, bisher vm.,
iſt vw.; Gefr. Ludwig Laun, Kelſterbach, nicht t., ſon=
dern
vw.; Gardiſt Lippert, bisher vm., iſt vw.; Gar=
diſt
Löw, nicht t., ſondern vw.; Reſ. Karl Metzendorf,
Heppenheim, nicht t., ſondern vw.; Gardiſt Wilh. Albert
Schmidt I., Streckhauſen, bisher vm., iſt vw.; Gefr. Jak.
Stroh, Sprendlingen, nicht t., ſondern vw.; Gardiſt Joh.
Heinrich Vollmer, Pfeddersheim, nicht t., ſondern vw.;
Gardefüſ. Konrad Wächter, Holzheim, bisher vm., iſt
vw.; Reſ. Julius Weller, Langenberg, bisher vm., iſt
vw.; Gardiſt Valentin Brandſtätter, Wattenheim,
bisher vm., iſt vw.; Reſ. Wilhelm Brückmann, Auer=
bach
, bisher vm., iſt vw.; Gefr. d. Reſ. Chriſtian Brocar,
Neu=Iſenburg, nicht t., ſondern im Lazarett; Reſ. Peter
Becker, Klein=Gerau, iſt vw.; Gefr. d. Reſ. Georg Eich=
horn
, Hockenheim, nicht t., ſondern vw.; Gardiſt Johann
Frankenberger, Pfungſtadt, bisher vm.,, iſt vw.;
Gardiſt Georg Graf, Oberroden, bisher vm., iſt vw.;

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Oktober 1914.

Seite 7.

Spengler, Karl, Landſt.=Bat. 5/2, B Scheuring, Gg.,
Inf. 115/11, M Schiele, Joſ., Inf. 127/2, I Schrod,
Peter, Reſ.=Inf. 118/2, Dieburg. Schuſter, Wilh., Inf.=
Erſ.=Brig. 89, D Schwinn, Peter, Bellſtern, Inf. 118,
M Stay, Inf. 115/11, Alsbach. Stein, Anton, Müm=
ling
=Krumbach, Inf. 115, M Steuernagel, Ludw., F
Theobald, Wilh., Inf. 116/3, D Valgenbach, F., Kallen=
fels
, Drag. 23, M Weber, Wilh., Ober=Erlenbach, Art.
61, Erſ.=Abt., 4. Rekr.=Dep. Weidle, Gottlieb, Inf.
120/6, & Weidmann, Gg., Inf. 115/5, L. v. Weſtrell,
Karl (Leutn.), Leib=Gren.=Regt. VIII, Frankfurt, K
Weidemann, Alfr., Inf. 132, I Wild, Heinr., Erfelden,
Reſ.=Inf. 118, M Winkler, Hans, Chemnitz, Inf. 181/7,
N Zahn, Reinh., 1. Landw.=Erſ.=Bat./3, K Zander,
Otto, Halle a. S., Inf. 107/12, B Zierold (Reſ.), Reſ.=
Inf. 133/6, Alsbach. Zottmann, Joh., 10/7, G.
Viele Mütter ſind der Anſicht,
Zur Aufklärung. mit dem Neſtleiſchen Kinder=
mehl
ein ausländiſches Erzeugnis zu kaufen. Dem iſt
aber nicht ſo. Die Neſtle’ſche Kindermehl=Geſellſchaft in
Berlin und eine Fabrik gleichen Namens in Bayern
wurden mit Schweizer Kapital gegründet, und
werden bei der Herſtellung unſeres Kindermehles deutſche
erſtklaſſige Rohprodukte, beſonders die voll=
rahmhaltige
Allgäuer Alpenmilch, verarbeitet.
Um alle Mütter von der Güte dieſes ſeit einem halben
Jahrhundert beliebten Nährmittels zu überzeugen, werden
von der Neſtle=Geſellſchaft, Berlin W. 57, Gratisproben
franko verſandt.
(I,19584

Gefr. Karl Geſſer, Bieber, bisher vm., iſt im Lazarett;
Gardiſt Eugen Heitz, Grispoldsheim, bisher vm., iſt vw.;
Gardiſt Johann Hoffmann, Merſchenheim, nicht t.,
ſondern vw.; Reſ. Jakob Jung, Dietesheim, nicht t.,
ſondern vw.; U.=O. Otto Lampmann, Büdingen, nicht
t., ſondern vw.; Reſ. Friedrich Schneider, Darmſtadt,
bisher vm., iſt vw.; Gardiſt Philipp Weſp II., Arheil=
gen
, bisher vm., iſt vw.; Gardiſt Georg Winkler, Lin=
denfels
, bisher vm., iſt vw.; Reſ. Heinrich Weber, Alzey,
bisher vm., iſt vw.; Reſ. Johann Zach, Pilmersritt=
Neuburg, bisher vm., iſt vw.
Infanterie=Leibregiment Nr. 117, Mainz.
Musk. Franz Rath, Freiburg, bisher vw., iſt t.

Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.

Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind durch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet:
A Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 34 Uhr nachm.
B Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Sonntag, Diens=
tag
, Freitag 34 Uhr nachm. C Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der
Großherzogin, Heinheimerſtraße 21) Sonntags morgens von ½11—½12 Uhr,
nachmittags von 46 Uhr, Dienstags. Mittwochs und Freitags von 4—½6
Uhr. D Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen), Steinſtraße 21. Täg=
lich
25 Uhr nachm. E Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I), Alexander=
ſtraße
27. Mitt voch, Samstag und Sonntag 24 Uhr nachm.
F Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
45 Uhr nachm. G Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 24 Uhr nachm. H Marienhöhe (Geneſungsheim),
I Schweſternhaus der Barmherzigen Schweſtern, Nieder=Ramſtädter
Straße 30. Nachmittags von 24 Uhr. K Städtiſches Krankenhaus,
Grafenſtraße 1. Werktäglich 23½ Uhr nachm. Sonntags 1112 Uhr
vorm. L Städt. Saalbau (Reſ=Laz. III), Riedeſelſtraße 40. Täglich
25 Uhr nachm. M Techniſche Hochſchule (Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtraße 1.
Sonntags, Mittwochs und Samstags von 24 Uhr nachm. N Dr.
Weberſche Augenklinik (Dr. Ollendorff), Frankfurter Straße 42. Täglich
1012 Uhr vorm., 36 Uhr nachm.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang vom 18. bis 22. Oktober.
Ackermann, Leonh., Uttrichhauſen, Reſ.=Inf. 116/4, I
Bärenfanged, Wilhelm, Sprendlingen, Inf. 115, M
Bohmann, Karl, Michelſtadt, Reſ.=Inf. 118, M Brück=
ner
, Eberh., Marienwerder, Drag, 23, Erſ.=Schwadron, K
Buslau, Herm., Darmſtadt, Drag. 24, Schloßgaſſe 12
Drot, Georg, Pfungſtadt, Inf. 115, M Dudine, Hein=
rich
, Hämmſtadt, Inf. 115, M Elzer, Heinrich, Darm=
ſtadt
, Inf. 115/12, B Emrich, Chriſt., Heppenheim, Inf.
115, M Engelhardt, Wilh., Erbach i. O., Landſturm=
Bat. Abach, K Engels, Walter, Wehrmann, 116/11, M
Gebhardt, Karl, Egelsbach, Inf. 115/6, B Georg,
Heinrich, Altheim, Reſ.=Inf. 118, M Gerſter, Jakob,
Bieberbach, Inf. 116/4, H Göbel, Chriſtoph, Arheilgen,
Landwehr=Inf. 118, M Haas, Heinr., Falkengeſäß,
Inf. 138, M Haas, Johannes, Umſtadt, Landwehr=Inf.
116/4, M Hechler, Anton, Groß=Zimmern, Inf. 115, M.
Heinlein, Philipp, Inf. 115/8, M Held, Johann,
Bürſtadt, Drag. 24/Leibſchw., K Hock, Georg, Bieber,
Landft.=Erſ.=Bat. I Darmſt, I Holsderber, M., Groß=
Steinheim, Inf. 115, M Hornung, Emil, Bermuts=
heim
, Reſ.=Art. 25/1, K Kamm, Georg Edw., Rumpen=
heim
, Akt. 25, M Karp, Georg, Langen, Inf. 115, M
Kiehler, Ludwig, Darmſtadt, Inf. 115, M Kiſtinger,
Georg, Eſchollbrücken, Inf. 115/2, K Klee, Wilhelm,
Holzheim, 116/2, Magdalenenſtraße 17 Klös, Karl Emil,
Hilgenroth, Reſ.=Drag. 4, B Krauß, Auguſt, Mainz,
117/1, K Kuhl, Karl, Brensbach, Inf. 116, M Lau=
tenſchläger
, Lichtenberg, Reſ.=Inf. 115, M Lautenſchlä=
ger
, Biſchofsheim, 115/8, L. Lotter, Sebaſtian, Darm=
ſtadt
, Landwehr=Inf. 118/4, B Lotz, Karl, Erzhauſen,
Inf. 115/4. C Marx, Adolf, Schmitten, Train=Abt.
18, M Merz, Wilhelm, Darmſtadt, Inf. 111/10, K
Mohrenweiſer, Fritz, Tangermünde, Erſ.=Flieger=Abt. III,
M Müller, Karl, Dr., Darmſtadt, Kriegsfreiwilli=
ger
25/1, K Müller, Joſeph, Gonſenheim, Art. 61/1, K
Rauſch, Bruno, Gardelegen, Erſ.=Flieger=Abt. III, M.
Roßmann, Friedrich, Herchenrode, Inf. 115/5, A.
Roth, Heinr., Altheim, Train=Depot 18, M Scheffler,
Oskar, Guteborn, Drag. 23/5, B Schmitt II., Georg
Heinrich, Arheilgen, Train=Bat. 18, Prov.=Kol. 6,
Schüßler III., Wilhelm, Ueberau, Landwehr=Inf. 116, M
Thierolf, Georg, Rimhorn, Landwehr 118/4, C Treu=
tal
, Ludwig, San.=Unteroffz., M Warning, Karl, Bütro,
116/2, Heidelberger Straße 45.

Aus den Lazaretten entlaſſen

vom 18. bis 22. Oktober.
Adam, Philipp, Inf. 115, Landhaus Eberſtadt.
Albert, Jakob, Roßdorf, Reſ.=Inf. 116, M Baiker, Alb.,
Empfingen, Landw.=Inf. 125/4, B Becker, Unteroffizier,
15/2, G Berger, Alfred, Art. 61/III, Depot, L. Bleß=
mann
, Friedr., Inf. 221/10, L. Bohnſtädt, Max (Lt. d.
Reſ.). Londorf, Inf. 80/12, K (geſtorben). Brandt,
Heinr., Reſ.=Sanit.=Komp. 48, L. Broszeit, Rudolf,
Inf. 16, E Brunner, Georg, Landſt.=Bat. I, L. Bru=
ſcher
, Maximilian, Inf. 115, E Bruſchke, Karl, 10, Land=
heim
Eberſtadt. v. Buttlar=Brandenfels, Ludwig, Reſ.=
Inf. 221/16, K Büchſel, Friedr., Gräfenhauſen, Inf.
116/2, B Degen, Max, Mühlhofen, Reſ.=Inf. 111/5, N—
Dieter, Gg., Inf. 116, Landheim Eberſtadt. Diller,
Joſeph, Inf. 51, Dieburg. Eidenmüller, Wilh., Inf.
116/3, L. Enhiſch, Ernſt, Inf. 133/8, L. Fahrmer,
Albert, Artolsheim, Bayer. Inf. 5/3, B Frohwein,
Rud., Hanau, Train 18, M Heyer, Reſ.=Inf. 101/7,
Alsbach. Gößel, Kurt, Zuſchendorf. Jäg.=Bat. 12/4, B
Götz, Unteroffizier, Inf. 105/12, Alsbach. Heilmann,
Ludwig, Inf. 221/11. Hellriegel, Karl, Drag. 23, L
Hermann, Alfr., Prenzendorf, Art. 56, M Hermann,
W., Bielefeld, Inf. 115, M Hertel, M., Inf. 180, D
Hofmann, Joh., Inf. 115/2, L. Hofmann, Wilh., Werſau,
Inf.=115, M Hoffmann, Martin, Dietesheim, Train
18/3, F Holke, Albert, Inf. 37/2, L. Hufnagel, Mar=
tin
, Inf. 116/3, K Keßler, Phil., Darmſtadt, Drag. 24,
M Kiefer, Karl, 8/4, I Kichler, Ludwig, Darmſtadt,
Inf. 115, M Kitz, Friedr., Inf. 221/10, L. Kleber,
Karl, Lampertheim, Inf. 117, M Kleber, Willi, Ober=
lahnſtein
, Erſ.=Pferde=Depot, 18. A.=K., M Klick, Friedr.,
Inf. 118/2, G Krämer, Joh., Naſſen=Erfurt, Inf 138,
M Kreis, Wehrmann, Inf 106/9, Alsbach. Krumen=
acker
, Viktor, Gonzweiler, Inf. 97, M Kuhl, Joh.,
2. Landft.=Esk., L. Löſchner, Hugo, Schaartanne, Brig.=
Erſ. 89/2, N Macht, Eduard, Inf. 224/5, L. Möſer,
Karl, Darmſtadt, Inf. 142, Hügelſtr. 51. Müller, Joh.,
Lauerbach, Inf. 118/3, B Nördling, Aloys, Krappel,
Inf. 60, M Pietryga, Theodor, Ajeſt, Pion. 23/2, B
Pfaff, Heinr., 4/2, L. Pfütterer, Karl, Reiſach, Inf.
125/2, B Prager, Ernſt, Chemnitz, Reſ.=Inf. 104/11, B
Reinheimer, Ludw., Dieburg, Reſ.=Inf. 116/4, I
Reuter, Gg., Offenbach=Bürgel, Inf. 115/6, B Rohr,
Alfr., 10, Landheim Eberſtadt Ruß, Karl, Alt.=Weiler,
Drag. 24/3, Erſ., B Sanow, Walter, Inf. 106/11, I

Ausführung
elekt. Anlagen
jeder Art.
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Koch- und Heiz-
Apparate.
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Reiher und Fantasie’s
Strauß-Halsrüschen
Strauß-Boas
(20261a
in nicht zu übertreffender Auswahl.
Einzelverkauf zu Engrospreisen.

Mitteilungen aus dem Geſchäftsleben.

Militärausrüſtung. In dem zu erwartenden
ſtrengen Winter bildet die ſogenannte durchläſſige
(Trikot=)Wäſche die denkbar beſte Unterkleidung für unſere
Soldaten. Das Darmſtädter Spezialgeſchäft für Wäſche
und Militärausſtattung Auguſt & Ludwig Schwab,
Ernſt=Ludwigſtraße 23, Fernruf 148, beſitzt das Allein=
verkaufsrecht
in Darmſtadt und Umgebung für die Er=
zeugniſſe
in Wolle, Halbwolle, Baumwolle der Stutt=
garter
Textilfebrik Wilh. Benger Söhne, die auch die
Profeſſor Dr. Jaegerſche Unterkleidung herſtellt.
Neben dieſer Wäſche empfiehlt die Firma waſſerdichte
oder Kamelhaar=Weſten mit und ohne Aermel, Knie=
wärmer
, Leibbinden, Bruſt= und Rückenwärmer, Puls=
wärmer
Pelzſtrümpfe, Kopfſchützer, Kamelhaar= und
Reiſedecken, imprägnierte Fußtücher und die praktiſchen
Schlafſäcke.

Familiennachrichten.

Die glückliche Geburt eines
gesunden Jungen zeigen
hocherfreut an

J. Th. Berkemeier u. Frau Hedwig
geb. Gaul.

Rotterdam, den 18. Oktober 1914.

(20443

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
die uns für unſeren im Felde der Ehre gefallenen
Sohn und Bruder zugegangen ſind, innigſten,
tiefgefühlten Dank.
Heinrich Günther, Großh. Schloß=
verwalter
.
Eliſe Günther geb. Buff.
Tilla Günther.
(20439
Jagdſchloß Wolfsgarten, im Oktober 1914.

Den Heldentod für’s Vaterland erlitt
mein lieber, unvergeßlicher Bruder, Schwager,
Bräutigam und Schwiegerſohn
Hermann Spamer
Gefreiter der Reſerve im Inf.=Regt. 115
bei Anloy am 22. Auguſt, im 26. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 23. Oktober 1914.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Spamer, Stadtſekretär,
z. Zt. Feld=Magazin=Inſpektor
in Heppenheim a. B.
Marie Möller.
(*7979
Familie Auguſt Möller.

Den Heldentod für’s Vaterland erlitt am
15. September auf Frankreichs Erde unſer
lieber unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager
und Onkel.
Friedrich Weißmantel
Musketier im Inf.-Regt. 168
im 23. Lebensjahr.
(B20421
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Cornelius Weißmantel.
Babette Leitermann.
Darmſtadt, den 25. Oktober 1914.

Nachruf.
Am 17. September 1914 erlitt bei Reims
unſer lieber, guter Sohn, Bruder, Verlobter,
Enkel und Neffe
(*7995
Gefreiter
Peter Fiedler
den Heldentod fürs Vaterland.
In tiefſtem Schmerz:
Die Hinterbliebenen.

Darmſtadt, Büdingen, Griesheim bei D.,
Wixhauſen, den 24. Oktober 1914.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem ſchweren Verluſte, der uns bei dem Hin=
ſcheiden
unſerer lieben Mutter betroffen, ſagen
wir Allen auf dieſem Wege unſeren innigen Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
B20435)
Philipp Grünewald.
Darmſtadt, den 24. Oktober 1914.

Wetterbericht.

Das weſtliche Tiefdruckgebiet dringt langſam weiter
nordoſtwärts vor. Es iſt allmählich mit zunächſt nur ge=
ringen
Niederſchlägen zu rechnen.
Wetterausſichten für Sonntag, den 25. Oktober:
Wolkig, zeitweiſe leichte Niederſchläge; Temperatur un=
geändert
, ſüdweſtliche Winde.

Tageskalender.
Sonntag, 25. Oktober.

Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende nach 9½
Uhr (Ab. A): Patriotiſches Konzert, hierauf: Wörth.

Verſteigerungskalender.
Montag, 26. Oktober.

Streulaub=Verſteigerung um 9 Uhr am Forſt=
haus
Böllenfalltor.

Städtiſches Hallenſchwimmbad, Mühlſtraße.
Nr. 33 (geöffnet an Werktagen von 8 Uhr vormittags
bis 8 Uhr abends, Samstags bis 8½ Uhr, Sonn= und
Feiertags von 812½ Uhr).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den Anzeigen=
teil
, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Ge=
ſchäftsleben
: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche wer=
den
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Oktober 1914.

Nummer 294.

Weiblich Herrſchaftl. Söchinſ. il. Hausb.
zum 1. Nov. Stell. Geht auch zu
einz. Herrn. Angeb. unt. B 34
an die Geſchäftsſt. (*7861sgo Aeltere Köchin ſ. Stelle, auch
Aushilfe. Kaupſtr. 52, part. (*7965 Beſſ. Mädchen ſ. nachm. oder
tagsüb. Stell. z. Kindern. Zu erfr.
Nieder=Ramſtädterſtr. 59. (*7962 Geſundes, kräft. Mädchen
ſucht Stelle als Schenkamme.
Näheres bei Frau Häuser,
Hebamme, Roßdorf bei Darm=
ſtadt
, Moltkeſtraße. (20440gi Ja. unabh. Frau eines Kriegers,
die kochen kann, ſ. Beſchäft. (*7987
L. Seehaus, Gutenbergſtr. 66, III. Tücht. Büglerin empf. ſich p. Tg.
1.80 Mk. Angeb. unt A 92 an
die Geſchäftsſtelle ds. Bl. (20297a Akadem. gebild. Schneiderin,
hier fremd, auch geübt a. vor=
ſchriftsmäßig
. Hilfsſchweſternkleid.,
empfiehlt ſich bei billig. Berechnung
in und außer dem Hauſe. (*7970
Erfr. Taunusſtr. 45, 1. St. r. Non beſſ. Häuſern gut empfohlene
Waſchfrau nimmt n. Kund. an.
Näh. Stiftſtr. 41, Hth. r., I. (*7975 (Schneidern, Weißnähen und
Ausbeſſern von Wäſche und
Kleidern wird angenommen in und
(B20420
außer dem Hauſe.
Näheres Geſchäftsſtelle. Männlich Suche für meinen Zungen, der
ſchon 1½ J. in einer Schloſſerei
gelernt hat, einen tüchtigen Lehr=
meiſter
. Angebote unter B 65
an die Geſchäftsſtelle dieſes Bl.
(*7982
erbeten. E
8. Weiblich Fraulein
flott im Stenographieren und
Maſchin enſchreiben ſofort ge=
ſucht
. Angebote unter B 64 an
die Geſchäftsſtelle dieſes Blattes
(B20419go
erbeten. Tüchtige (910lag
Näherinnen
per ſofort geſucht.
Hofmöbelfabrik Alter. Tüchtige
Weißzengnäherin
(20432
für dauernd geſucht.
Gebr. Rothſchild
Markt. 2 Arbeitsmädchen
1516 Jahre alt, geſucht. (20428go
L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei
Rheinſtraße 23. Mädchen
tagsüber geſucht. Dasſelbe muß
bürgerlich kochen können. (20321fsg
Pankratiusſtr. 2½, im Laden. Lehrmädch, geſ a.
Putz=Haloſ. guter Familie.
Mauerſtraße 20.
*7679msg) Irdentl. Laufmädchen geſucht
7981) Hügelſtraße 4, part. Frauen
und (20410go
Mädchen
finden dauernde und lohnende
Beſchäftigung bei Wolf Strauß,
G. m. b. H., Lumpenſortieranſtalt,
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Darmſtadt, den 24. Oktober 1914.
Der Einquartierungs=Ausſchuß.
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Darmſtraße
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Stiftſtraße
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Unter ſtaatlicher Aufſicht ſtehende dreiklaſſige Fachſchule für
Bauhandwerker, für Metallarbeiter und Maſchinenbauer.
Eröffnung des Winterhalbjahres: Montag, den 2. November
1914. Schulgeld: 40 Mk. Der Unterricht an der Fachklaſſe für
Dekorationsmaler fällt in dieſem Winter aus, jedoch können Maler
und Weißbinder an dem Unterricht der Fachklaſſe für Bauhand=
werker
im Freihand= und konſtruktivem Zeichnen teilnehmen, wobei
auf den Beruf des Schülers beſondere Rückſicht genommen wird.
Auch Damen können an dem Unterricht im Naturzeichnen teilnehmen.
Anmeldungen möglichſt bald an die Direktion der Ge=
werbeſchule
Darmſtadt (Niederramſtädterſtr. 8) erbeten.
Darmſtadt, im Oktober 1914.
(20407gk
Der Vorſitzende des Aufſichtsrates: Der Großh. Direktor:
Prof. Dr. Meiſel.
I. V.: Jacobi.

Gewerbeichule Darmſradf.

Die an der Anſtalt ſeit einer Reihe von Jahren beſtehenden
Fachklaſſen für Kunſtſchloſſer, Schuhmacher, Schneidergeſellen,
Tapezierer, Friſeure und Perückenmacher, Holz= und Marmor=
maler
, Gas=, Waſſer= und elektriſche Inſtallation ſowie Mo=
dellieren
ſollen bei genügender Beteiligung auch im Winter 1914/15
eröfnet werden.
An der Fachklaſſe für Friſeure und Perückenmacher beginnt
der Unterricht Montag, den 2. November, nachmittags 3½ Uhr.
Schulgeld: Für Lehrlinge 3,50 Mk., für Gehilfen 6 Mk. (Lehrlinge,
deren Meiſter nicht Mitglieder der Friſeur= und Perückenmacher=
Innung ſind, haben außer dem Schulgeld noch 1 Mk. für Benützung
der von der Innung geſtellten Materialien zu zahlen.)
Die übrigen Fachklaſſen ſollen ebenfalls möglichſt in der erſten
Novemberwoche eröffnet werden. Auskunft über Schulgeld und
Unterrichtszeit erteilt der mitunterzeichnete Direktor.
Der Unterricht an der Abendzeichenklaſſe, in welcher Ange=
hörige
der verſchiedenſten Gewerbe ihren Vorkenntniſſen, Fähigkeiten
und Bedürfniſſen ihrer Fächer entſprechend unterrichtet werden, hat
bereits begonnen.
Bemerkt wird noch, daß auch in dieſem Jahre eine beſondere
Abteilung für perſpektiviſches, kunſtgewerbliches und Möbelzeichnen
bei genügender Beteiligung der Abendzeichenklaſſe angegliedert wird.
* Anmeldungen zu allen Kurſen möglichſt bald erbeten.
(20408gf
Darmſtadt, im Oktober 1914.
Der Vorſitzende des Aufſichtsrates: Der Großh. Direktor:
Prof Dr. Meiſel.
J. V.: Jacobi.

Die Bitte der Etappenkommandantur 3 an die hieſigen Firmen
zur koſtenloſen Lieferung von Kiſten zwecks beſſerer Verpackung

der an die Truppen im Felde gehenden Sendungen hat leider im
Gegenſatz zu dem gleichen Erſuchen ſeitens der Etappenkommandantur
in Frankfurt a. M. wenig Erfolg gehabt. Nur zwei Firmen haben
eine Anzahl zu kleiner Kiſtchen angeliefert, es fehlt an größeren
Kiſten und wird die Bitte, größere Kiſten mit Deckeln unentgeltlich
(20433
zu obigem Zweck zu liefern, deshalb nochmals erneuert.
Etappenkommandantur 3, im Poſtamt 2.

Bekanntmachung.

Mittwoch, 11. November I. J.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die Liegenſchaft der Firma
Harres & Barth dahier:
Flur Nr. qm
IV 782 238 Hofreite Hügel=
ſtraße
69,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K58/14
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, wird Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 9. Oktober 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt. I.
Müller. (VIII.19801

Bekanntmachung.

Mittwoch, 11. November I. J.,
vormittags 10½ Uhr,
ſoll die Liegenſchaft des Schreiner=
meiſters
Karl Pfaff dahier:.
Flur Nr. am
15 91 1507 Hofreite Kirſchen=
alle
Nr. 11,
15 91¾10 66 Grasgarten, Vor=
garten
daſ.,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K38/14
Darmſtadt, 9. Oktober 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII, 19800

Bekanntmachung.

Mittwoch, 28. Oktober 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des Franz
Fehrer gehörigen Grundſtücke:
Flur Nr. am
22 139 705 Acker am Ludwigs=
weg
,

37 75 1154 Acker am Sand=
hügel
,
zwecks Aufhebung der Erbengemein=
ſchaft
in unſerem Bureau, Grafen=
ſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe ver=
ſteigert
werden.
(K82/14
Darmſtadt, 24. September 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII. 19127

Eicheln

werden in dem ſtädtiſchen Schlacht=
und Viehhof von nun ab nicht
mehr angenommen (20399sg
Darmſtadt, 23. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.

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(20441

Einquartierung.

Meiner Aufforderung, die Quartierſcheine im Stadthaus, Zim=
mer
Nr. 23, zur Anerkennung vorzulegen, ſind viele Quartiergeber
nicht nachgekommen.
Ich erſuche wiederholt um Vorlegung aller rückſtändigen Scheine,
da ſonſt bei weiterer Belegung keine Rückſicht auf früher gehabte
Einquartierung genommen werden kann.
Darmſtadt, den 23. Oktober 1914.
(20412go
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.

Laubſtreu=Verſteigerung.

Donnerstag, den 29. Oktober I. J., vormittags 9 Uhr,
wird im Saale des Forſthauſes Frankenſtein die Laubſtreu von
den Wegen des Domanialwalds Frautenſtein in 79 Loſen öffent=
lich
verſteigert.
Die Steigliebhaber wollen ſich die Streuloſe vorher anſehen.
Eberſtadt, den 23. Oktober 1914.
(20404
Großherzogliche Oberförſterei Eberſtadt.
Joſeph.

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Amtliche Nachrichten des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

Die in den Gemeinden Bieber und Klein=Krotzenburg (Kreis
Offenbach) ausgebrochene Maul= und Klauenſeuche iſt erloſchen. Mit
Rückſicht auf die in Offenbach (Stadtteil Bürgel) herrſchende Seuche
wurde die Gemarkung Bieber dem Beobachtungsgebiet zugeteilt.
Aus dem Beobachtungsgebiet wurden ausgeſchieden die Gemarkungen
Dietesheim, Lämmerſpiel, Hauſen, Obertshauſen, Heuſenſtamm,
Froſchhauſen Groß=Steinheim, Klein=Steinheim, Klein=Auheim, Hain=
ſtadt
, Klein=Welzheim und Seligenſtadt:
(20437

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Bernhardiner, 2 Spitzhunde, 1 Pinſcher, 2 Dober=
mann
, 1 Boxer. 1 Pinſcher, 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
ſelbſt
jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Oktober 1914.

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Sonntag, den 25. Oktober 1914.
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Auf Allerhöchſten Befehl:
Patriotiſches Konzert
ausgeführt von der
Großh. Hofkapelle und dem Großh.
Hoftheaterchor und unter freund=
licher
Mitwirkung Darmſtädter
Männergeſangvereine
400 Mitwirkende
Soliſten: Anna Jacobs, Franz
Schneider, Leo Schützendorf.
Muſikal. Leiter: Robert Preuß
Vortragsfolge.
1. Ouvertüre zur
Jahrhundertfeier
der Schlacht bei
. Karl Bleyle
Leipzig
2. Vae victis . . Ant. Wildgans
(Franz Schneider)
3. a) Gebet . . Hugo Brückler
b) Verklärung . Franz Schubert
c) Ruhe, ruhe
meine Seele . Richard Strauß
(Anna Jacobs)
4. Drei Männerchöre:
a) Das deutſche
. . J. W. Kalliwoda
Lied.

b) An das Vater=
land
. . . . Conrad. Kreutzer
c) Kaiſerlied
(mitOrcheſter) Herm. Sonnet
5. a) Kriegers
Ahnung . . Franz Schubert
b) Der Gewor=
bene

. . Fritz Jürgens
c) Nach Paris Edmund Kühn
(Leo Schützendorf)
6. Ouvertüre über:
Eine feſte Burg
iſt unſer Gott . Joachim Raff
Hierauf, zum erſten Male:
Wörth.
Achtzehnhundertſiebziger Kriegs=
ſzenen
von Georg v. Ompteda.
Spielleiter: Bruno Harprecht.
Perſonen:
Generalleutnant
von Reinsberg,
Diviſionskom=
mandeur

. Br. Harprecht
Major Graf Gen=
thin
, General=
ſtabsoffizier
der
Diviſion
Heinrich Hacker
Rittmeiſter Cro=
ciſius
, Diviſions=
adjutant
. . FranzSchneider
Leutnant von
Reinsberg . . Kurt Ehrle
Majunke, Sergeant Johann. Heinz
Großmann, Unter=Paul Peterſen
Klughardt, offiz. Emil Kroczak
Zill, Gefreiter . . H. Baumeiſter

Finderling,
Eckardt,
Strimski,
Puſchke,
Ströbel,
Aſſiſtenzarzt

Richard Jürgas
Georg Syguda
Harry Harris
Frz. Hermann
A. Fleiſchmann
Herm. Knispel

Madame Schätzlé Minna Müller=
Hanno
Mademoiſelle
. . Hertha Hinken
Schätzlé
Schweſter vom
Roten Kreuz . Elly Schulz
Soldaten des V. Armeekorps.
Ort: Preuſchdorf bei Wörth und
Schlachtfeld von Wörth.
Zeit: 6. Auguſt 1870.,
Nach dem Konzert findet eine
längere Pauſe ſtatt.
Preiſe der Plätze (Gewöhnl.
Preiſe): Sperrſitz: 1.12. Reihe
4.20 , 13.19. Reihe 3.40 ,
Parterre: 1.5. Reihe 2.90 ,
6.8. Reihe 2.35 , Proſzeniums=
loge
6.20 , Mittelloge 6.20 ,
Balkonloge 5.20 , 1. Rang 4.70 ,
2. Rang: 1.6. Reihe 2.70 , 7. u.
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iſt zum Beſten der Provinz Oſt=
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im Hoftheater von 10½ 1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung.
Anf. 7 Uhr. Ende nach 9½ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Montag, 26. Okt. Keine Vorſt.
Dienstag, 27. Okt. 25. Ab.=Vſt.
A 7. Zum erſten Male wiederholt:
Theodor Körner. Gewöhnl.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Mittwoch, 28. Okt. Keine Vorſt.
Donnerstag, 29. Okt.: 26. Ab.=Vſt.
C 7. Hoffmann’s Erzähl=
lungen
. Kleine Preiſe. Anfang
7 Uhr.
Freitag, den 30. Okt.: 27. Ab.=Vſt.
D. 8 Zum erſten Male: Der
Reviſor Komödie in 5 Auf=
zügen
von Nikolaus Gogol. Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Samstag, den 31. Okt.: Keine
Vorſtellung.
Anmeldungen auf Abonnements
werden noch fortwährend von der
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ſtunden
vormittags von 1912½
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Der ſilberne Adolf.
Roman von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
7)

Aber das ſtörte den Adminiſtrator nicht weiter; er
ſetzte ſich nur bequemer auf den Stuhl. Ich danke ſchön,
gute Nacht auch wollte er jetzt nicht hören. Alſo den
Faden weiter geſponnen.
Iſt ſie hübſch, Herr Rittmeiſter?
Weiß ich nicht! Nur daß ſie kein Geld hat, weiß ich!
Ich hab’ abgewinkt, wie er mir ine Mordsgeſchichte von
ſeiner Allerliebſten erzählen wollte. . . . . Und der Junge
will mich hier langſam ſterben ſeh, und ſeine Frau ſoll
zugucken! Denken Sie bloß! ine Harmloſigkeit, nicht
wahr?
Häpel ſagte aber weder ja noch nein; er wiegte den
Kopf hin und her, und beſah dabei ſeine Zigarre.
Das wurde dem Rittmeiſter recht bald zu dumm.
Natürlich! Sie halten ’s mit dem Thronfolger!
Da erhob ſich der Adminiſtrator zu ſeiner ganzen
Größe; breibeinig ſtand er da, die Joppe zog er ſich mit
ſeinen braunen Fäuſten glatt.
Herr Rittmeiſter, das hör’ ich mir nicht noch mal an!
Sonſt noch Befehle?
Ein Kopfſchütteln. Häpel ging und ſtampfte mit ſei=
nen
hohen Stiefeln auf die Diele, und das Portal warf
er krachend zu. Und dann lachte er ſtillvergnügt vor ſich
hin und hatte eine ziemlich lange Ausſprache mit ſeiner
Frau. Das Reſultat war ein langer Brief an den Leut=
nant
Adolf v. Ruſten, zurzeit Langfuhr bei Danzig.
4. Kapitel.
Dolfichen, ach Dolfichen, mein Herzensjunge!
Frau von Ruſten ſtand neben ihrem Sohn; ſie war
um einen halben Kopf kleiner als er; ein paar Tränen
rannen ihre Wangen herab.
Der ſilberne Adolf küßte ihr weißes Haar und legte
beſchwichtigend ſeine Hand auf ihren Rücken.
Mama, das iſt ja alles gar nicht weiter ſchlimm. Karla
Plunk heirate ich, nehme vorher meinen Abſchied und
lerne irgendwo die Landwirtſchaft. Vielleicht nimmt
Onkel Chriſtoph mit der Zeit Vernunft an, und wenn er’s
nicht tut, ſo iſt das lange noch kein großes Unglück. Meine
Zulage zahlſt Du mir auch künftighin; mein kleines, vom
Vater ererbtes Vermögen verwalteſt Du weiter, und wenn

ein paar Papiere verkauft werden müſſen, kein allzu großes
Unglück! Das Gut iſt mir ja ſicher, und Häpel ſagte mir,
unter Brüdern wäre es mehr wie eine halbe Million wert.
Die hunderttauſend Mark Hypotheken trüge es ſpielend.
Im Laufe der Jahre ſei Ruſten eine Muſterwirtſchaft ge=
worden!

Die Mutter ſah ihren großen Jungen an; noch immer
perlten ein paar Tränen das ſchmale Geſicht herab, aber
unter dieſen Tränen ſtrahlten doch die Augen. Sie war
ſo froh, daß ihr Dolfichen aus dem ſchrecklichen Südweſt=
afrika
ſo unerwartet zurückgekehrt war und war auch
froh, daß er ſich verlobt hatte.. . Immer wieder hob
ſie das Bild hoch.
Alſo die! Alſo die! Sie gefiel ihr. Sie ſah das Schöne
an Karla Plunk, die großen Augen, das feine Näschen,
die wundervoll geſchwungenen Lippen. Haſt Du denn
Onkel Chriſtoph das Bild gezeigt?
Der ſilberne Adolf ließ die Mundwinkel hängen.
Ich wollte es! Aber Du weißt doch der und Frauen!
Alle zehn Finger hat er mir entgegengeſtreckt!
Frau von Ruſten trocknete ſich die Augen, ſah zum
Fenſter hinaus auf die See. Sollte ſie reden ſollte ſie
nicht? Da wendete ſie den Kopf wieder ihrem Sohne zu.
Das verbrannte Geſicht, der eigenwillige Zug, der um
ſeinen Mund lag, das Ordensband auf der Bruſt, ihr
Dolfichen mußte endlich die Welt verſtehen lernen.
Urteile nicht zu hart über Onkel Chriſtoph!
Da ſchlug er die Hände auf dem Rücken zuſammen
und reckte die Bruſt heraus.
Liebe Mama, verzeih ſchon, aber das iſt Gefühls=
duſelei!
Wenn einer ſo in die Jahre gekommen iſt, kaum
noch krabbeln kann, da kann er doch nur froh ſein, er hat
jemand um ſich! Vor allem, weil er das Gut liebt; da
ſollte er doch Gott danken. Sein Nachfolger arbeitet ſich
ein, um es auf der Höhe zu erhalten!
Frau von Ruſten zögerte, dann aber drückte ſie ihren
Sohn auf einen Stuhl.
So, Dolfichen, nun hör’ mich an! Ein bißchen vom
Leben kennſt Du nun auch! Aber viel noch lange nicht!
Vor allem nicht Dich ſelbſt! Die Ruſten ſind komiſche
Menſchenkinder! Und Du biſt ein Ruſten bis in die
innerſte Herzensfalte! . Als ich Onkel Chriſtoph kennen
lernte, war er achtundzwanzig! Ein Jahr älter, als Dein
Vater. Hager, groß, hochmütig blickten ſeine grauen
Augen; er ließ keinen leicht an ſich heran. Die ſchmalen
Lippen hielt er zuſammengekniffen. Aber ſeine ganze Art

zog uns junge Mädchen an. Er war der ſchneidigſte Rei=
ter
, der beſte Tänzer, wenn er ſich einmal herbeiließ,
zu tanzen, man munkelte auch, daß keiner den Becher
ſo zu ſchwingen verſtand, wie er! . . . Und man munkelte
auch noch mehr!
Der ſilberne Adolf lachte ſeiner Mutter ins Geſicht.
Mamachen! Ach nee? Na ja, junge Mädchen
ſind entſetzlich komiſch, wenn einer von uns verſteht, ſich
einen Anſtrich zu geben!
Das Lachen wird Dir gleich vergehen, Dolfichen!
Onkel Chriſtoph verliebte ſich eines Tages nämlich ſterb=
lich!
Die junge Dame zeichnete ihn auch aus, allgemein
redete man von der demnächſt ſtattfindenden Verlobung.
Aber ſie blieb aus! Dafür gab es einen kleinen Skandal!
Was man in der Geſellſchaft einen kleinen Skandal nennt!
Die junge Dame erklärte rund heraus, ſie habe mit Chri=
ſtoph
Ruſten nur genau ſa geſpielt, wie er mit einem guten
Dutzend junger Mädchen. Und die ihn ſo abgefertigt, die
hat Onkel Chriſtoph ſo lieb gehabt, daß er den Schlag nicht
verwinden konnte.
Der ſilberne Adolf machte ein ſehr ungläubiges
Geſicht.
Mamachen, das kann ich mir wirklich nicht vorſtellen!
Und ’s iſt doch ſo! Ruſtens ſind nun einmal eine
Sorte Menſchen für ſich! Dein guter Vater war es auch!
Der mußte hinter jedem hübſchen Mädchen herſteigen
und doch glaub’ ich felſenfeſt, verſündigt an mir hat er ſich
nie! Es ſteckt in Euch ein Gemiſch von Ritterlichkeit,
Weichheit und Schroffheit! Ja, auch von Schroffheit,
Dolfichen. Wenn Ihr einen Strich zieht, dann geſchieht
das gleich ſo gründlich, daß ein Einlenken unmöglich wird!
Du willſt die Uniform an den Nagel hängen, machſt ein=
fach
die Augen zu. Durch die Wand mit dem Kopfe.
Ueberlegſt Dir gar nicht, daß Onkel Chriſtoph ſo viel
Stiftungen machen kann, daß Du zugrunde gehen würdeſt,
wollteſt Du das Gut übernehmen, falls ich mich dann nicht
zu Euch ſetzte und mein bißchen Geld mit in die Wirtſchaft
hineinſteckte! Onkel Chriſtoph hat doch gebaut und
gebeſſert, mit erworbenem Kapital Ruſten zu dem gemacht,
was es heute iſt; er kann Dir da eine Schlinge um den
Hals legen, Abzüge machen
Das wird Onkel nie tun
Baue da nicht drauf! Haſt Du nicht geglaubt, er
würde Dir helfen? Er hat’s nicht getan! Eine Leichtig=
keit
wär’s ihm geweſen!
(Fortſetzung folgt.

[ ][  ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Oktober 1914.

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