Darmstädter Tagblatt 1914


Nr. 139., Freitag, den 22. Mai.

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Der Reichstag wurde am Mittwoch durch allerhöchſte
Botſchaft geſchloſſen. Es wurde die Militärſtraf=
geſetznovelle
in zweiter und dritter Leſung angenommen,
ferner wurden Reſolutionen erledigt.
Am Mittwoch mittag fand im Thronſaale des Reſidenz=
ſchloſſes
zu Dresden in Gegenwart des Königs, des
Kronprinzen und der Prinzen der feierliche Schluß
des ſächſiſchen Landtages ſtatt.
Der König und die Königin von Schweden
ſind am Mittwoch abend 8.30 Uhr über Trelleborg und
Saßnitz nach Berlin abgefahren.
Der Fürſt von Albanien beſchloß, Eſſad Paſcha
nach Brindiſi bringen zu laſſen,
Siehe auch Letzte Nachrichten.

Reichstagsſchluß.

** Es hätte nicht viel gefehlt, und dem Reichstage
wäre ein unnatürliches Ende durch Auflöſung beſchieden
geweſen, wenn er in Sachen der Beſoldungsnovelle dem
ſozialdemokratiſchen Antrage, wenigſtens die Landbrief=
träger
zu bedenken, gefolgt ſein würde. So ſympathiſch
wohl allen Abgeordneten der Gedanke war, den vielver=
nachläſſigten
Beamten eine Freude zu bereiten, ſcheute man
ſich doch, um dieſe Frage einen ſtaatsrechtlichen
Konflikt heraufzubeſchwören, der um des inneren Friedens
willen vermieden werden mußte. Dieſem Frieden zu=
liebe
hat der Reichstag in letzter Zeit ſo manche Pille der
GRegierung geſchluckt, die ihm ſchwer verdaulich ſchien.
Die ſoeben geſchloſſene erſte Seſſion hat die Dauer
dreier normaler Seſſionen gehabt. Sie begann mit der
neuen Legislaturperiode am 7. Februar 1912, und die
Verhandlungen wurden dreimal über den Sommer hinaus
vertagt, nicht geſchloſſen, damit die bereits auf Kommif=
ſionsleſungen
verwendete Arbeit nicht umſonſt geſchehen
war. Dies hat aber nicht verhindern können, daß eine
Reihe von Vorlagen, darunter mehrere größeren Umfangs,
wie z. B. das Leuchtölgeſetz, das Geſetz über die Sonn=
tagsruhe
, dasjenige über den Kolonialgerichtshof u. a. m.,
unerledigt blieben. Für alle Zeiten wird dieſe Seſſion
jedoch bedeutungsvoll bleiben durch die Verhandlungen,
Adie in ihr erledigt worden ſind: zuerſt die Heeres= und die
Flottenvorlage, dann das große Wehrgeſetz mit den
ADeckungsvorlagen, unter denen der einmalige Wehrbei=
trag
beſonders hervortritt. An Opferwilligkeit für die
Sicherheit des Reiches ſteht alſo die verfloſſene Seſſion
keiner ihrer Vorgängerinnen nach, ſie überragt vielmehr
in dieſer Hinſicht die meiſten derſelben. Und wie wenig
(Vertrauen hatte man zuerſt dieſem Reichstag entgegen=
Agebracht, deſſen Beginn im Zeichen der unerquicklichen
Präſidentenkriſen ſtand und deſſen unſichere Mehrheits=
Averhältniſſe einer erſprießlichen Tätigkeit ſo wenig gün=
Aſtig ſchienen! Den breiteſten Raum nahmen während der
Seſſion wieder die Etatsberatungen ein, die immer um=
Aangreicher werden und infolgedeſſen eine rechtzeitige Ver=
Abſchiedung des Etats völlig ausſchließen. Eine Unmenge
on Reſolutionen knüpſten ſich an den Etat, jedoch geben
ie verbündeten Regierung nur einem Teile Folge. Groß
Apar die Zahl der Initiativanträge, bei denen das Hohe
baus bekanntlich hübſch unter ſich zu ſein und die Regie=
ung
höchſtens durch einen auf Schweigen verpflichteten
Weheimrat markiert zu werden pflegt. Interpellationen
Aller Art unterbrachen oft den Gang der Verhandlungen.
Wehr beliebt waren die erſt neu eingeführten kleinen An=
regen
, bei deren Beantwortung man immer die Empſin=
Aurig hatte, als beſtritten die Regierungsvertreter einen
Aiekord um die Kürze der Antwort.
Wenn wir hier die hauptſächlichſten, außer den bereits
Arwähnten Wehrvorlagen erledigten Geſetze aufführen, ſo
pelllen wir dabei keinen Anſpruch auf Vollzähligkeit er=
fleben
. Verabſchiedet wurden das Staatsangehörkgkeits=
eſetz
, eine Branntweinſteuervorlage, das Schutztruppen=
Aleſetz, die Geſetze über einheitliche Wahlurnen, über die
lneſchädigung für Schöffen und Geſchworene, über die
Allebühren für Zeugen und Sachverſtändige, über vorüber=
hende
Zollerleichterungen, über die Beſchäftigung von
ilfsrichtern beim Reichsgericht und über die Konkurrenz=
Au ſel, ferner das Spionage= und das Poſtſcheckgeſetz, ſo=
Ullie eine kleine Novelle zum Militärſtrafgeſetz. Wochen=
ng
ſtand der Reichstag unter dem Eindrucke der Vor=
ſnge
in Zabern,; woraus ſich allerhand Konflikte ent=
Aſickelten, die auf das Verhältnis zwiſchen Volksvertre=
lng
und Regierung ungünſtig einwirkten. Auch die

Krupp=Prozeſſe zeitigten lange Debatten, die aber nur
beſtätigen konnten, daß unſere Heeresverwaltung aus den
Gerichtsverhandlungen durchaus rein hervorgegangen war.

Treue um Treue!

F. C. Als Eſſad Paſcha an der Spitze einer aus
18 Skipeterer Notabeln am 21. Februar ds. Js. im Gro=
ßen
Empfangsſaal des Schloſſes zu Neuwied in feier=
licher
Weiſe dem Prinzen Wilhelm zu Wied die
Krone von Albanien überreichte, und dieſer ſie übernahm,
ſtand es bei manchem, der dem welthiſtoriſchen Akte an=
wohnte
, feſt, daß es keine reine Hand war, daß es die
Hand eines Feindes war, aus der der Prinz den ſtrahlenden
Reif entgegengenommen hatte und daß er auf dem Wege,
der ihn zum Throne des Landes der Widerſprüche und Ge=
genſätze
emporführen ſollte, noch viele Schwierigkeiten
überwinden und ſogar durch Blut waten müßte. Einem
hochangeſehenen Albaner ging es wie ein Stich durch das
Herz, als Eſſad Paſcha dem erwählten Fürſten Treue und
Anhänglichkeit gelobte, der Fürſtin in Ergebenheit die
Hand küßte, und den übrigen Mitgliedern des Fürſtlich
Wiedſchen Hauſes wieder und immer wieder verſicherte:
Alles wird gut ausfallen, Treue um Treue, unbegrenzte
Mannentreue. Und richtig hat der Albaner vorausgeſagt,
der dem Schreiber dieſer Zeilen gegenüber äußerte: Fürſt
Wilhelm wird kaum ſeines Lebens froh werden, wenn er
Eſſad nicht im Zaume zu halten vermag und wenn er
Eſſad irgend einen maßgebenden Poſten in der Regierung
einräumt, denn letzteres ſei ſchon der caput des Staates.
Jetzt kommt nämlich aus Durazzo die Nachricht, daß
die Zurückberufung der italieniſchen Flotte durch den
Fürſten von Albanien infolge eines revolutionären
Anſchlags von Eſſad Paſcha erfolgt ſei. Eſſad
Paſcha ſei im Auftrage des Fürſten inzwiſchen verhaftet
und an Bord des öſterreichiſchen Kriegsſchiffes Sziget=
var
feſtgeſetzt worden.
Eitel Dunſt von ſeiten Eſſads war es auch, als er in
Neuwied im Privatgeſpräch beteuerte, er habe nie nach
der Krone Albaniens geſtrebt, aber er hätte auch nicht
Handlanger für andere ſein wollen. Wenn aber, ſo habe
er ſchon immer betont, ein deutſcher Prinz die Fürſten=
krone
Albaniens übernehme, dann werde er nicht anſtehen
hier ſchwieg er und legte nur ſeine dürren, braunen
Finger an ſeinen kahlen Schädel.
Möge es dem jüngſten europäiſchen Fürſten Wilhelm
von Albanien gelingen, die Ruhe in ſeinem Lande herzu=
ſtellen
, die Führer dieſer ſeindlichen Bewegung zu faſſen,
ſie ihrer verdienten Strafe zuzuführen und dadurch ſeine
Autorität zum Beſten ſeiner Untertanen zu wahren.

Zu dem Verrat Eſſad Paſchas teilt das Wie=
ner
Korreſpondenz=Bureau noch mit:
Die Aufſtandsbewegung, die in den letzten
Tagen trotz verſchiedener Abſchwächungsverſuche eing
immer bedrohlichere Geſtalt annahm und geſtern
mit dem Anmarſch der Rebellen gegen
Durazzv ihren gefährlichen Höhepunkt er=
reichte
, beſtimmte Eſſad, deſſen doppeltes Spiel immer
klarer zutage trat, Vorbereitungen zu treffen, um allen
Eventualitäten gegenüber gerüſtet dazuſtehen. Aus die=
ſem
Grunde verſtärkte er ſeine ſonſt nur aus
wenigen Leuten beſtehende Leibwache auf 80 Mann. Die=
ſer
Umſtand ſowie das gegen Eſſad vorliegende Beweis=
material
, reelches an ſeiner Mitſchuld an den letzten Er=
eigniſſen
keinen weiteren Zweifel mehr ließ, bewogen den
Fürſten, einen energiſchen Entſchluß zu faſſen und Eſſad
abzuſetzen. Mit der Uebermittelung dieſer Votſchaft, die
nach langer Veratung von dem Fürſten be=
ſtätigt
wurde, wurden ſofort ein holländiſcher Offi=
zier
und ein anderer Abgeſandter des Fürſten beauftragt.
Eſſad wurde aufgefordert, ſeine verſtärkte Wache zu ent=
ſernen
und deren Waffen auszuliefern. Eſſad fügte ſich
anfänglich dem Befehle des Fürſten und gab ſeinen Leu=
ten
den Beſehl die Wafſen zu ſtrecken. Als jedoch die
abgelegten Waffen weggeſchafft werden ſollten, befahl
Eſſad plötzlich den Leuten, ſich der Waffen wieder zu be=
mächtigen
und ſich auf die Verteidigung vorzubereiten.
Eſads Leute folgten dieſem Befehl, griffen ſofort zu den
Gewehren und begannen bald earauf, auf bewaffnete
Leute des Fürſten, die auf den Straßen ſtanden, zu feuern.
Die Leute, die eine Art Nationalgarde darſtellten,
waren bereits den Abend vorher bewaffnet worden und
bewachten alle Straßenkreuzungen und erwiderten ſofort
das Feuer. Hierbei wurde ein Mann getötet und meh=
rere
verwundet. Gleichzeitig wurde aus den während
der Nacht unauffällig aufgefahrenen Geſchützen das Feuer
gegen das Haus Eſſads eröffnet, wodurch dieſes erheb=
lich
beſchädigt wurde. Daraufhin nahm Eſſad die ihm
geſtellten Bedingungen an und befahl ſeinen Leuten, die
Waffen niederzulegen, und ergabſich. Er wurde dar=
auf
von einer öſterreichiſch=italieniſchen Marinepatrouille

nach dem Palaſt geführt, wohin er ſich in Generalsuni=
form
, von ſeiner Frau begleitet, begab. Eſſad Paſcha
bat um freies Geleit auf ein italieniſches Schiff.
Dieſes wurde ihm jedoch verweigert und um 9 Uhr
wurden er und ſeine Gemahlin auf das öſterreichiſch= un=
gariſche
Stationsſchiff gebracht.
In der öſterreichiſchen Delegation machte
Graf Berchtold nach ihm zugegangenen Mitteilungen
über die Lage in Albanien folgende Ausführungen:
Die in den letzten Tagen verſchärften Gegenſätze zwiſchen
den Anhängern Eſſad Paſchas und ihren Gegnern führten
zu Bandenbildungen in der Nähe von Durazzo, was in
Durazzo ſelbſt Anlaß zu Beſorgniſſen gab. Zum Schutze
der Sicherheit des Fürſtenhofes verfügten die Komman=
danten
des italieniſchen und des öſterreichiſch=ungariſchen
Stationsſchiffes in gegenſeitigem Einvernehmen die Lan=
dung
einer Matroſenabteilung, doch kam es nicht zu
einem Eingreifen derſelben. Die italieniſche Regierung,
welche nur ein viel kleineres Kriegsſchiff als das unſerige
vor Durazzo liegen hat, hielt die Torpedobootsflottille
zurück, welche ſeit einigen Tagen dort kreuzte. Eſſad
Paſcha befindet ſich zurzeit an Bord unſeres Kriegs=
ſchifes
. In der ungariſchen Delegation gab
der Sektionschef des Miniſteriums des Aeußern, Graf
Forgach, die gleiche Erklärung zu den Ereigniſſen in Du=
razzo
ab, wie der Miniſter des Aeußern, Graf Berchtold,
in der öſterreichiſchen Delegation. Graf Andraſſy er=
klärte
, wenn die Nachrichten der Wahrheit entſprächen,
könne es geſchehen, daß das Leben des Fürſten
ſelbſt gefährdet werde. Er bat den Miniſter, vor=
zuſorgen
, damit im nötigen Falle Oeſterreich=Ungarn es
ſei, das den Fürſten, den Europa dahin entſandt habe,
ſchütze.
Die italieniſche Regierung hält, falls der Fürſt
von Albanien die Erhebung nicht meiſtern ſollte, eine ge=
meinſame
europäiſche Intervention für unumgänglich.
Sollten die Großmächte anderer Anſicht ſein, ſo würden
Oeſterreich und Italien ſelbſt nach dem Rechten ſehen
müſſen.

Deutſches Reich.

Reichstagserſatzwahl in Stendal=
Oſterburg. Bei der am 15. Mai im Wahlkreiſe Oſter=
burg
=Stendal erfolgten Reichstagserſatzwahl wurden nach
dem amtlichen Wahlreſultat bei 31617 Wahlberechtigten
26 112 gültige Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf
Rittergutsbeſitzer Hoeſch in Neukirchen (konſ.) 12182
Stimmen, auf Wachhorſt de Wente, Hofbeſitzer in Groß=
Mimmellage (natl.) 7010 Stimmen, und auf Beims, Par=
teiſekretär
in Magdeburg (Soz.) 6911 Stimmen. 9 Stim=
men
waren zerſplittert. Am 25. Mai findet engere Wahl
zwiſchen Hoeſch und Wachhorſt de Wente ſtatt.
Ausländer und Wehrbeitrag. Die
Einwände gegen die Heranziehungen von Ausländern
zum Wehrbeitrag dürften, wie Berliner Blätter erfahren,
ſchon in allernächſter Zeit von der deutſchen Regierung
im ablehnenden Sinne beantwortet werden. Einſprüche
ſind bisher erhoben worden von den Niederlanden, Bel=
gien
, Frankreich und Rußland. Die erſte Beſchwerde
ſtammt aus Holland und dürfte wohl zunächſt beantwortet
werden. Die deutſche Regierung ſtützt ſich in ihren Ant=
wortſchreiben
auf die Anfragen der ausländiſchen Re=
gierungen
auf die unwiderlegliche Tatſache, daß bei dem
Wehrbeitrag von einer Kriegsſteuer im Sinne der Han=
delsverträge
keine Rede ſein kann, ſondern von einer Ab=
gabe
. Mit dieſer Antwort iſt die ganze Angelegenheit
als erledigt anzuſehen, da die Ablehnung endgültig iſt und
die Regierung ſich auf weitere Verhandlungen über die
Sache nicht einlaſſen wird.
Die Finanzlage Bayerns. In der Kam=
mer
der Abgeordneten gab Finanzminiſter v. Breunig
Erklärungen über die Finanzlage Bayerns ab und führte
dabei u. a. aus:
Der bayeriſche Staat befindet ſich in einer völlig ge=
ſunden
Lage und nicht in einer momentanen Notlage. Die
Lage des Staatshaushalts iſt durchaus normal. Ich
wüßte nicht, wo und wie ſich die Verhältniſſe ändern ſoll=
ten
und die Einnahmequellen, die dem Staate noch zur
Verfügung ſtehen, ſich plotzlich ſo weſentlich ändern ſollten,
daß ſich irgendeine nennenswerte Mehreinnahme über die
Steigerung der Ausgaben ergeben ſollte. Es wäre ein
bedeutender Irrtum und es würde ein ungeheurer Rück=
ſchlag
auf den Kredit des bayeriſchen Staates nicht aus=
bleiben
, wenn man endlich einmal die eingeführte regel=
mäßige
Schuldentilgung wieder beſeitigen oder nach ir=
gend
einer Richtung beeinträchtigen wollte Die Erfah=
rungen
der Finanzminiſter des Deutſchen Reiches zeigen,
daß die Inanſpruchnahme des öffentlichen Kredites in der
Weiſe wie es früher geſchehen iſt, nicht mehr möglich iſt.
Der Staat und die Kommunen rangieren jetzt mit anderen
Gläubigern auf einer Stufe und es muß ſich ihnen nahe=
legen
, mit dem Schuldenmachen Einhalt zu tun. Ich halte
es für meine Pflicht. darauf hinzuwirken, daß ſich die
Ausgaben tunlichſt auf lauſende Einnahmen ſtützen. Man
darf nicht davor zurückſchrecken, wenn der Staat es für er=
forderlich
gehalten hat, die noch notwendigen Einnahmen
zur Ausgleichung des Budgets zu decken durch die vor=

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

Nummer 139.

liegenden Geſetze, das Gebühren= und Stempelgeſetz, die
Zuwachsſteuer und den Zuſchlag zur Erbſchaftsſteuer. Der
Miniſter verbreitete ſich dann im einzelnen über die vor=
gelegten
Steuergeſetze und ſchloß: Im nächſten Budger
wird wohl unvermeidlich mit Steuerzuſchlägen von 2
Prozent zu rechnen ſein. Das hat ungeheure wirtſchaft=
liche
Rückſchläge hinſichtlich des Zuzuges von Induſtrie
und wohlhabenden Leuten nach Bayern im Gefolge. Ich
lege Ihnen alſo dringend ans Herz, ſich nicht abhalten zu
laſſen, die vorgelegten Steuergeſetze ernſtlich in Erwägung
zu ziehen und mit deren Mitteln die Fehlbeträge für das
laufende Jahr zu decken, um wenigſtens für dieſe Finanz
periode einer Steuererhöhung aus dem Wege zu gehen.

Ausland.

Itallen.
Engliſch italieniſches Eiſenbahnab=
kommen
. Am Dienstag wurde in London endgültig
das Abkommen zwiſchen dem italieniſchen Syndikat und
der engliſchen Eiſenbahn=Geſellſchaft Smyrna=Aidin über
eine Eiſenbahn in Kleinaſien unterzeichnet. Eine Note
der Agenzia Stefani bemerkt dazu: So iſt jeder engliſcher=
ſeits
mögliche Widerſtand gegen die Eiſenbahnkonzeſſion
zugunſten des italieniſchen Kapitals beſeitigt. Auch poli=
tiſch
iſt das Abkommen von bemerkenswerter Wichtigkeit,
da es eine offenſichtliche Kundgebung der herzlichen eng=
liſcheitglieniſchen
Beziehungen darſtellt, denn der Abſchluß
des Abkommens wird von der engliſchen Regierung, die
dabei eine freundliche Geſinnung zeigte, gern geſehen.
Frankreich.
Bezüglich des Rücktrittsgedankens des
Miniſterpräſidenten wird gemeldet, daß Doumer=
gue
dem Präſidenten der Republik bereits am Montag in
Verſailles während des Beſuches des däniſchen Königs
paares ſeine ſchon vor der Wahl geſaßte Abſicht mitgeteilt
habe, bei dem Zuſammentritt der neuen Kammer ſein De=
miſſionsgeſuch
der Kammer zu überreichen. Doumerque
ſoll ſich dabei auf das Beiſpiel Waldeck=Rouſſeaus beruſen
haben, der gleichfalls nach den Kammerwahlen zurückge=
treten
iſt, obgleich ihm dieſe eine ſtarke Mehrheit geſichert
hatten. In parlamentariſchen Kreiſen rieſ die Abſicht
Doumerques lebhaftes Aufſehen hervor.
Die Operationen in Marokko. Der von
ſeiner Beſichtigungsreiſe aus Algerien und dem oſt=
marokkaniſchen
Grenzgebiete zurückgekehrte Kriegsminiſter
Noulens erklärte einem Mitarbeiter des Petit Pariſien=
Die Beſetzung von Taza hätte nicht aufgeſchoben werden
können, da man den dortigen fanatiſchen Stämmen nich
hätte Zeit laſſen dürfen, ſich beſſer mit Waffen und Muni=
tion
auszurüſten. Die Frage, ob die marokkaniſchen Be=
ſatzungstruppen
neue Verſtärkungen aus der Armee des
Mutterlandes brauchen würden, verneinte der Kriegs=
miniſter
. Es werde im Gegenteil vielleicht möglich wer=
den
, eine Anzahl Mannſchaften nach Frankreich zurückzu=
rufen
. Denn für die notwendig gewordene Beſetzung des
Atlasgebietes habe man vortreffliche ſchwarze Truppen
zur Verfügung. Man brauche nur ein neues Bataillon von
Senegalſchützen zu bilden. Er ſei ein Anhänger der Ver=
mehrung
der ſchwarzen Truppen und ſei der Anſicht, daß
zu dieſem Zwecke das Rekrutierungsgebiet derſelben er=
weitert
werden müſſe.
Spanien.
Die Politik in Marokko. In der Kammer
griff der Führer der Reformpartei Melquſades Alvares
die Politik Spaniens in Marokko an. Der Miniſterpräſi=
dent
wies die Kritik Alvares zurück und verſicherte, daß
die Zivilgewalt der Armee übergeordnet ſein ſolle. Das
militäriſche Vorgehen werde auf das Aeußerſte be=
ſchränkt
; es ſei jedoch unmöglich, einen Zivilreſidenten zu
ernennen, ſolange die Befriedung des Landes nicht durch=
geführt
ſei. Jedenfalls dürfe man nicht daran denken, die
Spanien in Nordmarokko zugefallene Aufgabe aufzugeben.
Schweden.
Die Heeresreform. Der Finanzminiſter hat im
Reichstag den Budgetvoranſchlag für 1915 eingebracht.

In ſeiner Einleitung hob der Kriegsminiſter hervor, daß
die vorgeſchlagene Heeresreform eine Erhöhung des Etats
für 1915 notwendig mache. Die durch die Heeresreform
entſtehenden Ausgaben werden jedoch hier nicht genannt;
ſie werden erſt bei der Veröffentlichung des Reforment=
wurfes
bekanntgegeben. Unter den Voranſchlägen, die
von der neuen Heeresreform berührt werden, iſt zu nennen
die bedeutende Vermehrung des Generalſtabes. Hiervon
wird nur ein kleiner Teil 1915 eingeſtellt. Für Kaſernen=
bauten
werden 1400000 Kronen gefordert. Der Voran=
ſchlag
des Marineminiſteriums, der im Budgetvoranſchlag
im Januar mit 27510900 Kronen aufgeführt iſt, weiſt
jetzt 31715300 Kronen auf. Aus den Andeutungen über
die geplante Verteidigung zur See geht hervor, daß die
Anzahl der Marineoffiziere 1915/19 um 53, die der Unter=
offiziere
um 64 erhöht werden ſoll. Für die Anſchaffung
von Kriegsmaterial werden einmalig 6 400000 Kronen ge=
fordert
. Die Anſchläge für Flottenübungen werden um
320000 Kronen erhöht, da eine Ausdehnung der Winter=
übungen
vorgeſehen iſt.
Türkel.
Eine patriotiſche Rede des Kammer=
präſidenten
. Bei Uebernahme des Vorſitzes in der
Kammer hielt Präſident Halil Bey eine Rede, in der er
an die letzte Kammerſitzung, der er präſidierte, erinnerte
und die damalige Regierung tadelte, welche in verfaſſungs=
widriger
Weiſe die Kammer auflöſte, weil dieſe ein Ta=
delsvotum
gegen dieſes Kabinett ausſprach. Die Militär=
liga
wurde Herr der Pforte, die Anarchie bemächtigte ſich
des ganzen Landes, und dieſes in einem Augenblicke, da
ſich das Land noch im Kriege mit Italien befand. Die
Feinde der Türkei machten ſich dieſes zunutze, um gleich=
zeitig
die Grenzen des Kaiſerreiches anzugreiſen. So ver=
lor
die Türkei wegen des politiſchen Ehrgeizes einer Par=
tei
das ſchöne Rumelien. Die türkiſche Armee wurde nicht
geſchlagen. Die Armee einer Nation, die vor vier Jahr=
hunderten
Kaiſer, Könige und Völker unterjochte, eine Ar=
mee
, die ſelbſt Napoleon Achtung einflößte, die in Plewna
Widerſtand leiſtete und ſo einen moraliſchen Sieg errang,
konnte nicht beſiegt werden. Der türkiſchen Armee iſt ein
Unglück zugeſtoßen. Man muß aus der Niederlage die
entſprechenden Lehren ziehen. Ich empfehle, niemals das
ſchöne Saloniki und das grüne Monaſtir, Janina und
ganz Rumelien zu vergeſſen und niemals zu vergeſſen, daß
es jenſeits der Grenze Brüder gibt, die es zu befreien gilt.
Nur ſo können wir die Fehler der Vergangenheit wieder
gut machen.

* Berlin, 19. Mai. Heute abend trafen auf dem
Lehrter Bahnhof 100 engliſche Arbeiter, zumeiſt
Mitglieder der Trade=Union, im Auftrage einer großen
Zahl engliſcher Arbeiter als Friedensdeputation
ein. Sie wurden von einer zahlreichen Deputation der
Hirſch=Dunckerſchen Gewerkvereine und der chriſtlichen
Gewerkſchaften empfangen. Der Führer der Deputation,
Parteiſekretär Erkelenz von den Hirſch=Dunckerſchen Ge=
werkvereinen
, richtete an die Gäſte eine Anſprache, die in
ein lebhaft aufgenommenes Hoch auf die engliſchen Gäſte
ausklang. Die Gäſte wurden in Autos in den nahegele=
genen
Ausſtellungspark geleitet und von dem Staats=
ſekretär
a. D. Dernburg auf engliſch begrüßt mit dem
Wunſche, daß es ihnen in Berlin gefallen möge und daß
ſie den Eindruck mit nach Hauſe nehmen möchten, daß die
Deutſchen für die engliſche Nation ein lebhaftes Intereſſe
haben. In einer weiteren Begrüßungsrede hob das Her=
renhausmitglied
Geheimrat v. Böttinger von den
Elberfelder Farbwerken hervor, daß die Gäſte von der
induſtriellen Entwickelung Deutſchlands einen Eindruck
bekommen würden, durch den ſich die Meinung verſtärken
könnte, daß die deutſche der engliſchen Induſtrie gewiß
Konkurrenz mache, ihr aber keinen Abbruch tue. Infolge
der Aufſtachelung durch die deutſche Konkurrenz habe
England den Wettkampf noch tatkräftiger aufgenommen
und es ſei heute das reichſte Land der Welt. Es dürfe
zwiſchen uns und ihm weder Neid noch Zwietracht geben.
Namens der engliſchen Gäſte dankte Merttens
Rughby für den freundlichen Empfang und betonte,
daß die engliſchen Arbeiter nach Deutſchland kämen, um
den Deutſchen zu verſichern, daß zwiſchen den beiden Na=

tionen kein Haß obwalte, daß ſie lediglich beſtrebt ſeien,
den Frieden zwiſchen beiden aufrecht zu erhalten.
* London, 19. Mai. Bei dem Diner der
uswärtigen Preſſe, an dem die Botſchafter
Frankreichs, Rußlands, Deutſchlands und Oeſterreich=
Ungarns teilnahmen und dem die Fürſtin Lichnowsky
beiwohnte, hielt Sir Grey eine Rede, in der er der Preſſe
und ihrer Macht Anerkennung zollte. Dieſe hätte oft zu
entſcheiden, was in der Politik möglich oder unmöglich
ſei. In der Zeit der Balkankriſe habe die europäiſche
Preſſe den Frieden möglich gemacht. Der franzöſiſche
Botſchafter erwiderte als Doyen des diplomatiſchen
Korps und drückte ebenfalls der Preſſe Anerkennung für
ihre Bemühungen aus, den Frieden aufrecht zu erhalten.
* Konſtantinopel, 19. Mai. Feldmar=
ſchall
Liman Paſcha und die Offiziere der deut=
ſchen
Militärmiſſion gaben heute mittag ein Bankett zu
Ehren des Konteradmirals Souchon und der Offiziere
der Goeben Nachmittags gab deſſen Beſatzung den
deutſchen Vereinen ein Bordfeſt. Hierbei wurde das
Schiff von Tauſenden aller Bevölkerungsklaſſen beſucht.
An Bord herrſchte bei mancherlei Unterhaltung ein bun=
tes
Leben. Abends gab Konteradmiral Souchon ein
Diner zu zwanzig Gedecken, an dem der Großweſir, der
Kriegs= und Marineminiſter, der Oberzeremonienmeiſter
des Sultans, Marſchall Liman Paſcha, und der deutſche
Botſchafter, Freiherr von Wangenheim, teilnahmen.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 22. Mat.
Empfänge. Der Großherzog empfing am
Mittwoch den Generalleutnant z. D. Melior, Vor=
ſtand
der Nordweſtgruppe des Luftfahrerverbandes in
Lübeck, den Kirchenmuſikmeiſter Profeſſor Mendelsſohn,
den Schriftſteller Freiherrn v. Wolzogen, den Ingenieur
v. Kutzleben und den Gefängnisverwalter Lang von
Mainz, den Geh. Hofrat Profeſſor Roſenberg von Karls=
uhe
, den Finanzamts=Bureauvorſteher a. D. Hopfner
von Worms, den Direktor Diehl von der Realſchule in
Dieburg, den Rechnungsrat und Bürgermeiſter Wiegand
von Heppenheim (Bergſtraße), den Baron v. Grödel aus
Budapeſt; zum Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald,
den Vorſtand des Kabinetts Wirkl. Geheimerat Römheld.
Ordensverleihungen. Der Großherzog hat
durch Entſchließung vom 20. Mai d. J. dem Großh.
Oberſtleutnant à la suite der Infanterie Freiherrn
Schenk zu Schweinsberg die Genehmigung zum
Anlegen der demſelben anläßlich der Hundertjahrfeier
des Füſilier=Regiments von Gersdorff (Kurheſſiſches)
Nr. 80 verliehenen Kurheſſiſchen Jubiläumsdenkmünze
erteilt und dem Steuerboten Wilhelm Chriſtian Peppler
zu Altenſtadt anläßlich ſeines Ausſcheidens aus dem
Dienſt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
Für treue Dienſte verliehen.
*Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Philipp Sturm aus Frei=Laubersheim, Kreis Alzey,
eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Gorxheim, Kreis
Heppenheim.
*Erledigt ſind: Die mit einem evangeliſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Momart, Kreis
Erbach. Das Präſentationsrecht ſteht dem Herrn Grafen
zu Erbach=Fürſtenau zu. Die mit einem evange=
liſchen
Lehrer zu beſetzende fünfte Lehrerſtelle zu Beer=
felden
, Kreis Erbach. Das Präſentationsrecht ſteht)
dem Herrn Grafen zu Erbach=Fürſtenau zu.
Die Zweite Kammer wird am 9 Juni zu einer
Plenarſitzung zuſammentreten, die vorausſichtlich 14 Tage
dauern wird.
Vom Hoftheater. Zur Feier von Richard Wagners
Geburtstag findet heute 6½ Uhr eine Aufführung von
Triſtan und Iſolde ſtatt. Es iſt dies die 25. Wie= der Oper an unſerem Hoftheater und dürfte
wohl das letzte Werk Wagners ſein, das in dieſer Saiſon
gegeben wird. Als vierzigſte Volksvorſtellung zu ermäßig=
ten
Preiſen und zum Beſten des Hoftheater= und Hofmuſik=
Penſionsfonds ſteht Samstag, am 23. Mai, eine Neuein=
ſtudierung
der immer wieder gern geſehenen Oper Kreutzers
Das Nachtlager in Granada auf dem Spiel=
plan
. Die Gabriele ſingt Frau Beling=Schäfer, den Jäger
Herr Semper, den Gomez Herr Thomſen. Nach dieſer
Oper wird das Publikum Gelegenheit haben, die in Leip=
zig
mit großem Erfolg aufgeführte Ballettpantomime
Les petits riens (Liebesplänkelei) von E. Gron=
dona
kennen zu lernen. Die Ballettpantomime wird von
Frau Ballettmeiſterin Ehrle einſtudiert, die Hauptrolle hat=
Frl. Croneberg. Die Muſik zu dieſer Ballettpantomime=
iſt
von Mozart, der Dirigent des Abends iſt Kapellmeiſter
Oppenheim. Die Vorſtellung beginnt um 7½ Uhr. Im
D.=Abonnement geht am Sonntag um 7 Uhr Königs=

Koſtſpielige Zeitungsartikel.

Von E. Oſten.
(Nachdruck verboten.)
Es iſt der Stolz jedes Redakteurs oder Berichterſtat=
ters
, für ſein Blatt eine ſenſationelle Nachricht zu erhaſchen,
welche keine andere Zeitung zu bringen in der Lage iſt. Es
gibt aber andererſeits auch keine größere Demüligung für
ein namhaftes Blatt, als bei wichtigen Meldungen ein
Konkurrenzblatt zitieren zu müſſen. Bei uns in Deutſch=
land
iſt man in dieſen Dingen allerdings etwas kalt=
blütiger
als in England und Amerika, wo das Zeitungs=
weſen
bedeutend weiter ausgebildet und das Publikum
nach ſenſationellen Neuigkeiten mit wahrer Leidenſchaft
Verlangen trägt. Es werden oft rieſige Geldſummen für
derartige, als Erkluſives bezeichnete, ſenſationelle Neuig=
keiten
, die kein anderes Blatt erhält, bezahlt. So ſoll der
Herausgeber der Pall Mall Gazette 10000 Mark für die
Nachricht, daß Gladſtone im Begriffe ſei abzudanken, ge=
zahlt
haben; und das Geheimnis war dieſen Preis wohl
wert, denn Wochen lang verwies fortwährend jede Zei=
tung
in England und Amerika auf die Nachricht, welche die
Pall Mall zuerſt der Oeffentlichkeit übergeben hatte. Die
Verbreitung des Blattes nahrt einen rieſigen Aufſchwung
Die Daily News erlanzten aber einmal einen ſehr
denkwürdigen Artikel für nur 1000 Mark und einige
Speſen Es war vor 25 Jahren. Die ganze Welt durch=
eilte
die entſetzliche Nachricht von der Verbrennung des
Cospatrick auf dene Wege von England nach Neu= See=
land
. Drei Leute von der Mannſchaft überlebten alle Kol.
legen; ſie loſten, welcher von ihnen getötet werden ſollte,
um von den Anderen verzehrt zu werden. Es iſt eine
der ſchauerlichſten Seegeſchichten, die je erzählt wurden.
Nur ein Mann kam zurück nach England, der Maat, wel=
cher
ſich als Menſchenfreſſer am Leben erhielt. Er wurde
durch das Dampfſchiff Nyanza heimgebracht.
30 Journaliſten erwarteten die Ankunft des Schiſſes
in Plymouth und man war übereingekommen, den Maat
ſeine Erlebniſſe in Gegenwart aller erzählen zu laſſen

Aber die Daily News waren mit dieſem Abkommen nicht
zufrieden, und Mr. Archibald Forbes fuhr nach Ply=
mouth
und wartete in einem kleinen Gaſthauſe der Dinge,
die da kommen ſollten. Er charterte einen Schlepper und
wies den Kapitän an, ſich an einem einſamen Landungs=
platz
in Bereitſchaft zu halten. Endlich kam die Nachricht,
daß der Nyanza das Leuchtfeuer, 25 Meilen von der Sta=
tion
unſeres Berichterſtatters entfernt, paſſiert habe. So=
bald
die Dämmerung über dem Hafen lag, fuhr Herr For=
bes
in dem Schlepper dem Schiffe entgegen. Als er an
das Schiff kam, ſprang er kühn von der Brücke des Schlep=
pers
herab und ſaßte die Segeltaue des Nyanza
Wo finde ich Macdonald, den Maat des, Cospatrick?
Schnell! rief er aus als er auf Deck gezogen wurde; bald
darauf lauſchte er ſchon der Erzählung des Mannes der
die ſchrecklichen Erlebniſſe hinter ſich hatte. Er gab Mac=
donald
50 Sovereigns, damit dieſer ihm allein ſeine Ge=
ſchichte
erzählte; und als das Schiff in Plymouth ankam,
übergab Mr. Forbes ihn einem Kollegen, welcher ihn mit
dem nächſten Zuge nach London mitnahm, indem er einen
ganzen Waggon erſter Klaſſe belegte! Den Aerger der 30
wartenden Journaliſten kann man ſich leicht vorſtellen.
Die Oeſſentlichkelt hat ein Recht darauf, Ihre Geſchichte
zu erfahren rief einer in großer Aufregung, und die Ant=
wort
lautet: Sie wird ſie morgen in den Daily News
leſen.
Eine amerikaniſche Zeitung ſandte im Jahre 1899 dem
deutſchen Kaiſer einen Scheck über 20000 Mark, mit der
Bilte um einen Artikel über den ſpaniſch=amerikaniſchen
Krieg. Das Geld kam natürlich an den Abſender zurück;
doch iſt der Fall nicht unintereſſant, denn er zeigt, wie hoch
ein Artikel des Kaiſers geſchätzt wird. Es gibt in Deutſch=
land
gewiß eine große Zahl von berufenen Schriftſtellern,
welche ſehr intereſſant über den ſpaniſchen Krieg zu ſchrei=
ben
wiſſen, aber in der Regel zahlt man den bravſten
Journaliſten nur den tauſendſten Teil des Honorars, wel=
ches
dem Kaiſer angeboten wurde.
Als der Prinz von Wales einſt nach Niagara
kam, um Blondin auf dem ſtrafſen Seil über den Fall
geben zu ſehen, nahm der New=York Herald alle Drähte

für ſich in Anſpruch, um die Nachricht von dem Eintoefſen
ſes Prinzen und der intereſſanten Vorſtellung ganz allein
bringen zu können. Eine ſchwere Summe wurde für das Tele=
graphieren
ganz unnötiger Dinge bezahlt, um die Linig
beſetzt zu halten; doch war nach Ablauf von zwei teuren
Stunden der Prinz noch nicht an Ort und Stelle ange=
langt
. Der Herald verſchwendete Hunderte von Dollan
und die Berichterſtatter fragten telegraphiſch in Neu=York
an, was ſie tun ſollten, um die Drähte beſetzt zu halten.
Telegraphieren Sie das 1. Buch Moſis kam als
Anlwort zurück, und dies geſchah und koſtete 3000 Mark.
Der Prinz kam immer noch nicht und die Reporter, welchd
fürchteten, zu viel Geld auszugeben, telegraphierten wie=
der
an Mr. Gordon Bennet, den Beſitzer der Zeitung. Mit
Blitzesſchnelle kam die Antwort zurück: Immer weiter
bis zur Offenbarung Johannis‟ Glücklicherweiſe war es
nicht nötig, die ganze Bibel zu telegraphieren, da den
Prinz glücklich eintraf. Der Herald verkündete dem
Publikum die freudige Nachricht. Aber dieſer kleine SScherz
muß beträchtlich mehr als 20000 Mark gekoſtet haben.
Vor vielen Jahren kam ein Mann ganz früh zu ver=
ſchiedenen
Chefredakteuren in London; er behauptete, der
einzige Ueberlebende eines ſchrecklichen Schiffbruches zu
ſein, und verſprach, intereſſante Einzelheiten mitzuteilen
wenn ihm der Fahrpreis für eine Droſchke bezahlt
würde. Seine Geſchichte wurde anfangs als pure Erfin=
dung
angeſehen; aber der Daily Telegraph forſchte nach
ſtellte die Wahrheit feſt und brachte am nächſten Mongen
einen glänzenden Bericht, der mehrere Spalten umfaßte
Und alles das für Bezahlung einer Droſchkenfahrt!
Dieſes letzte Beiſpiel beweiſt, daß unter Umſtänden
ein glücklicher Zufall den Redakteuren intereſſante Nach=
richten
in die Hand ſpielt, ohne daß ſie dieſelben zu nutzen
wiſſen. Der rechte Zeitungsmann muß es verſtehen,
ſeinem Gewährsmann die wichtigen Details heraus
holen und ſie in ein gefälliges Gewand zu kleideg.

[ ][  ][ ]

Nummer 139.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

Seite 3.

kinder in Szene. Die beliebte Märchen=Oper Humper=
dincks
wird zum letzten Male von Geh. Rat de Haan diri=
giert
, Gertrud Geyersbach ſingt an dieſem Abend hier noch
einmal die Gänſemagd.
* Rote Kreuz=Sammlungen. Man ſchreibt uns: Nam=
hafte
Spenden für die Rote Kreuz=Sammlungen haben
weiter überwieſen: Herr Miniſterialrat Dr. Weber, Herr
Adolf Schmoll, Frau Louis Nebling Witwe, Herr Oberſt
Eggersſ, Frau Oberſtleutnant Cramolini, Fräulein Wag=
ner
, Fräulein Emilie Knorr, Herr Wirkl. Geheimerat Krug
von Nidda, die Firma Schlager u. Beſt, die Firma Geiger.
Der Ortsausſchuß quittiert darüber mit verbindlichſtem
Dank. Außer den veröffentlichten Geldzuwendungen wur=
den
die Sammlungen ſehr weſentlich gefördert durch die
uneigennützige Mitarbeit von hieſigen Geſchäftsleuten. So
liehen folgende Firmen der Sache ihre wertvolle Unter=
ſtützung
: Papierhaus Heinrich Lautz durch unentgeltliche
Ueberlaſſung einer Urania=Schreibmaſchine für die Dauer
der Arbeiten der Geſchäftsſtelle, die Firma Haas u. Bern=
hard
(Vertreter der Opelwerke), die Firmen Pianohand=
lungen
A. W Zimmermann, Heinrich Arnold, Karl Ar=
nold
, Herbertſche Hofbuchdruckerei, Inhaber Dr. Adolf
Koch, Hofbuchdruckerei Wittich, die Plakatinſtitute Martin
Schäfer, Ibel u. Lotz, die Herren Tanzlehrer Brendel,
Guttmann, Sander und Volkert, das Stempelgeſchäft Schulz
jun., der Gaſtwirteverein, ſowie die Firmen Schöller
und Lange (Elektrotechniſche Inſtitute). Daß die ganzen
Veranſtaltungen einen ſo glänzenden Verlauf nahmen, iſt
in erſter Linie den mitwirkenden Kräften zuzuſchreiben.
Vor allem gebührt der Dank des Ortsausſchuſſes der Lei=
tung
des Großh. Hoftheaters, Herrn Intendanten Dr.
Eger, und Herrn Hofſchauſpieler Knispel. Ihrer uner=
müdlichen
Mitarbeit iſt die künſtleriſche Geſtaltung der
Abendveranſtaltungen zu danken. Auch iſt lobend hervor=
zuheben
, daß einmütig faſt alle Solokräfte unſerer Hof=
bühne
ſich in den Dienſt der edlen Sache ſtellten. Das
Arrangement im Saalbau hatte in gewohnt künſtleriſcher
Weiſe Herr Profeſſor Illner beſorgt. Ihm verdanken wir
auch die unentgeltliche Gaſtdarſtellung der Tänzerin Ma=
dame
Nofru= und des Heren Mar Broll. Die hieſige
Künſtlerfamilie Freiherr von Wolzogen hatte ſich ebenfalls
in den Dienſt der Sache geſtellt Daß der Großh. Kom=
mandantur
und den Muſikkapellen ganz beſonderer Dank
gebührt, erſcheint ſelbſtverſtändlich. Die Sache förderten
auch der Herr Oberbürgermeiſter, die Stadtverordneten=
Verſammlung, der Jungdeutſchland=Bund der Allgemeine
Studenten=Verband an der Großh. Techniſchen Hochſchule,
der Volksbildungsverein, die Freiw. Sanitätskolonne vom
Roten Kreuz, die Freiw Feuerwehr, das Großh. Polizei=
amt
, die hieſigen Schulen, die Geſangvereine Mozartver=
ein
, Lehrerſängerchor, Liedertafel, Liederzweig, die Darm=
ſtädter
Turnerſchaft, die Bank für Handel und Induſtrie,
die Herren Stadtverordneten Kommerzienrat Göbel, Wag=
ner
, Sames, Herr Kaufmann Karl Bauer u. a. m. Seine
Königliche Hoheit der Großherzog hatte genehmigt, daß
per Orangeriegarten und die Porzellanſammlung der
Sache dienſtbar gemacht werden durften Die Herren Ober=
kürgermeiſter
Dr. Gläſſing, Profeſſor Kißner und Haupt=
mann
Lotheißen hatten in liebenswürdiger Weiſe die An=
ſprachen
bei den Feſtveranſtaltungen übernommen. Schließ=
lich
ſei erwähnt die raſtloſe Arbeit der Bezirke und all der
einzelnen Ausſchußmitglieder und Helferinnen, welche die
e gentlichen Träger der Sache waren. Ihnen allen, ob ge=
Anannt oder ungenannt, ſei auf dieſem Wege herzlichſter
Lank geſagt. Das Ergebnis der Sammlungen wird in
Pälde an dieſer Stelle veröffentlicht.
* Von der Abteilung Darmſtadt der Deutſchen Kolo=
nalgeſellſchaft
geht uns nachſtehende Mitteilung zu: In
dem von ihr geſtern eingeſandten Bericht über die am
Montag abend abgehaltene Jahreshauptverſammlung
waren von ihr nach dem Satz: Im Januar wurde das
jährige Stiftungsfeſt abgehalten verſehentlich die Worte
ausgelaſſen worden: Auf demſelben hatte Herr Hofrat H.
Edward die große Freundlichkeit, den Hauptteil ſeines
LLichtbilderzyklus’ Rund um die Welt vorzutragen, wo=
durch
der Abend beſonders ausgezeichnet wurde‟. Es
var deſſen in der Verſammlung vom Vorſitzenden aus=
Prücklich mit Dank gedacht worden, und ſoll dies hiermid
u dem Bericht nachgeholt werden.
* Der Detailliſten=Verein hielt im Kaiſerſaal ſeine
rdentliche Hauptverſammlung ab die ſich eines guten
Beſuches erfreute und einen ſehr anregenden Verlauf
lahm. Der Vorſitzende, Stadtverordneter W. Kalbfuß,

begrüßte die Erſchienenen und erſtattete den Jahresbericht.
Aus dieſem iſt zu erſehen, wie außerordentlich umfangreich
und mannigfaltig die Tätigkeit des Vereins ſich geſtaltet
hat. Ausgehend von der Arbeit der Geſchäftsſtelle der ver=
einigten
Detailliſten, beſprach der Vorſitzende die Haupt=
arbeit
des Vereins, die Bekämpfung des unlauteren Wett=
bewerbs
. Mahnen und Beſſern auf dieſem Gebiet iſt der
Grundſatz der Vereinsleitung und nur, wo dies nicht mehr
hilft, erfolgt die Anzeige. Im abgelaufenen Jahre waren
die Klageerhebungen des Vereins von Erfolg begleitet.
Nur in einem Falle erfolgte Freiſpruch, in zwei anderen
Fällen, bei denen es ſich um die Mißſtände auf dem Ge=
biete
des Möbelhandels handelte, erfolgte die Verurteilung
zu hohen Geldſtrafen. Der Jahresbericht beſprach ſodann
alle Fragen, die heute im Mittelpunkt des Intereſſes aller
Detailliſten ſtehen. So beſonders den immer mehr um
ſich greifenden geheimen Warenhandel das Zugabe=
weſen
die Schäden auf dem Gebiete des Verkaufes von
Wäſche und Ausſtattungen, das Submiſſionsweſen, die
Warenhaus= und Filialſteuer, die Bekämpfung von Schwin=
delfirmen
und vieles andere. Anerkennende Worte wid=
mele
der Vorſitzende der Großh. Handelskammer und dem
Großh. Polizeiamt, welche die Wünſche des Detailliſten=
Vereins jederzeit bereitwilligſt unterſtützten, ſowie der
Preſſe, die in anzuerkennender Weiſe allen berechtigten
Wünſchen gerne entgegenkomme. An den Jahresbericht
knüpfte ſich eine ſehr lebhafte Beſprechung, in der die ein=
zelnen
Fragen zum Teil noch ausführlicher behandelt und
nur neue Anregungen gegeben wurden. Es folgte hierauf
der von Herrn Schaaf erſtattete Kaſſebericht, der geneh=
migt
wurde. Der Vorſitzende erwähnte dabei, daß dem
Verein unbedingt größere Mittel zugeführt werden müß=
ten
, wenn er ſeiner Aufgabe gewachſen ſein wollte. Die
Wahl zum Vorſtand ergab die Wiederwahl der ausſchei=
denden
Herren Borné. Fichl, Jordan, Kunkel, Matzelt und
Stumpf. Bei dem Punkt Verſchiedenes gab der Vor=
ſitzende
einen von einem hieſigen Groſſiſten an den Verein
gerichteten Brief bekannt, der ſich mit der Sonntagsruhe=
frage
beſchäftigte und den hieſigen Detailliſten Bequem=
lichkeit
und geſchäftliche Intereſſeloſigkeit vorwarf und
einer Aenderung des derzeitigen Zuſtandes dringend das
Wort redete. Die gänzlich falſchen Anſichten wurden von
der Verſammlung zurückgewieſen und der Vorſtand be=
auftragt
, dem betreffenden Herrn zu antworten. Nach
12 Uhr konnte ſodann der Vorſitzende die ſehr anregend
verlaufene Verſammlung ſchließen.
* Fortſchrittliche Volkspartei. Man ſchreibt uns: In
einer recht gut beſuchten, von Sanitätsrat Dr. Kolb ge=
leiteten
Mitgliederverſammlung hielt am Dienstag abend
im Prinz Karl der Parteiſekretär Kuhlmann ſei=
nen
vierten Vortrag über die politiſchen Parteien. Er
hatte diesmal die liberalen Parteien, Nationalliberale
und Fortſchrittliche Volkspartei, zum Gegenſtand ſeines
Vortrags genommen. Zunächſt wurden die Grundprin=
zipien
des Liberalismus erläutert, die auf der verſönli=
chen
Freiheit des Individuums baſieren. Bei den Ger=
manen
herrſchte die Freiheit der Perſon in weiteſtem
Maße, im Laufe der Zeit wurde dieſe immer mehr ein=
geſchränkt
und im Mittelalter und unter der Feudalherr=
ſchaft
faſt ganz aufgehoben. Erſt im Anfang des vorigen
Jahrhunderts und eigentlich erſt ſeit 1848 kommt die Frei=
heit
der Perſon wieder mehr zur Geltung. Die größten
Männer jener Zeiten, wie u. a. Hegel, Kant, Fichte,
Schiller, vom Stein, Humboldt uſw., ſtanden alle auf dem
Boden des Liberalismus, in dem auch der Konſtitutio=
nalismus
wurzelt. Nur auf dem Boden des Liberalis=
mus
waren die Verfaſſungen der Staaten möglich. Jenen
Männern ſchwebte aber letzten Endes eine parlamenta=
riſche
Regierung vor und auch Bennigſen, der große
nationalliberale Vorkämpfer, der ſeine freiheitlichen Ideen
aus England mitbrachte, wünſchte eine parlamentariſche
Regierung. Von dieſem Wunſche haben ſich die heutigen
Nationalliberalen aber weit entfernt. Sodann beſprach
der Redner noch die Stellung des Liberalismus zum
Heer, zur Welt= und Kolonialpolitik, zur Kirche, zur In=
duſtrie
, zum Handel, zum Handwerk, zur Landwirtſchaft
und zu den Arbeitern. Bei allem ſei oberſter Grundſatz
des Liberalismus: Schutz den Schwachen. Reicher Bei=
fall
lohnte den Redner. Eine intereſſante Ausſprache
ſchloß ſich an, in der einzelne Punkte beſprochen und näher
erläutert wurden. In ſeinem Schlußwort betonte der
Redner noch, daß er in Kürze einen weiteren Vortrag
über Die Geſchichte des Liberalismus zu halten beab=
ſichtige
, was mit allſeitigem Dank akzeptiert wurde.

* Der Verein für Geflügel= und Vogelzucht Ornis
hielt ſeine Monatsverſammlung ab, die gut beſucht war.
Der 2. Vorſitzende eröffnete in Verhinderung des 1. Vor=
ſitzenden
die Verſammlung mit Bekanntgabe der neuen
Einläufe. Nach Erledigung einiger Klub= und Ver=
bandsangelegenheiten
verlas der 1. Schriftführer, Herr
Wenz, die Niederſchriften, die nicht beanſtandet wurden.
Hierauf machte Herr W. Nungeſſer intereſſante Aus=
führungen
über das Wachrufen der Brutluſt bei
Hühnern Vorerſt ſoll nichts mitgeteilt werden, bis
das zur Anwendung kommende Mittel durch die Mitglie=
der
erprobt worden iſt. Aus der Praxis für die Praxis
richtete ferner Herr Nungeſſer an die Anweſenden die
Bitte, bei Beurteilung der aus bezogenen Bruteiern
erzielten Küken mit herben Worten nicht ſo voreilig zu
ſein. Die Küken ließen ſich erſt beim zweiten Federwech=
ſel
auf ihre Raſſenreinheit einigermaßen beurteilen.
Der 2. Vorſitzende ergänzte dieſe Ausführungen in zu=
ſtimmendem
Sinne und ſprach dem Redner den Dank
des Vereins aus für ſeine lehrreichen Worte. Hochinter=
eſſant
geſtaltete ſich alsdann das Abkochen und Vor=
zeigen
bebrüteter Eier An 6 Enten= und Hühnereiern
wurde den Mitgliedern die Entwickelung des Kükens im
Ei vor Augen geführt. Die Veranſtaltung rief großes
Intereſſe bei den Anweſenden hervor. Nach Verloſung
von Futterartikeln, Hahnen, und nach Verteilung lehr=
reicher
, die Geflügelzucht betreffender Schriftchen wurde
die Verſammlung um ½12 Uhr geſchloſſen.
* Verband der unteren Poſtbeamten, Bezirksverein
Darmſtadt. Der diesjährige Bezirkstag tagte in Bingen,
zu welchem ſämtliche Ortsgruppen ihre Delegierten ent=
ſandt
hatten und der auch von Kollegen aus Nah und Fern
zahlreich beſucht war. Alle auf der Tagesordnung ſtehen=
den
Punkte wurden in ſachlicher, ernſter Weiſe beſpro=
chen
, und ganz beſonders den Fragen, welche für die
wirtſchaftliche Lage von einſchneidender Natur ſind, Auf=
merkſamkeit
geſchenkt. Auch die vor der Entſcheidung
ſtehende Beſoldungsnovelle für 1914 gab Anlaß zu einer
regen und lebhaften Ausſprache; es wurde allgemein be=
dauert
, daß die zum Teil ſchon von 1909 geſtellten und
vom Parlament anerkannten Wünſche bis jetzt von ſeiten
der Regierung immer noch nicht angenommen wurden.
Es gelangte eine Reſolution zur Annahme, in welcher
gebeten wird, daß von ſeiten des Verbandes bei allen
maßgebenden Inſtanzen für die ſchon ſeither gefaßten
Forderungen tatkräftig und mit aller Energie eingetreten
wird.
* Der Süddeutſche Bezirksverband der Friſeuxe
des Bundes Deutſcher Friſeur=Innungen hält am 14.,
15. und 16. Juni im Kaiſerſaal=Fürſtenſaal ſeine 41. Ver=
bandsverſammlung
ab. Hiermit verbindet die Friſeur=
und Perückenmacher=Innung Darmſtadt die Weihe ihrer
Innungsfahne. Ebenſo iſt mit dem Verbandstag eine
Gewerbliche und Fachgewerbliche Ausſtellung verbunden.
Die Vorarbeiten, die in den Händen der Friſeur=Innung
liegen, ſind in vollem Gange und verſpricht dieſe Tagung
mit den damit verbundenen Veranſtaltungen für viele,
ganz beſonders aber für Fachkreiſe, ein großes Intereſſe.
* Der Heſſiſche Reiterverein hält am Sonntag, den
24. Mai, ſeine diesjährigen Frühjahrsrennen auf
dem Griesheimer Exerzierplatz ab. (Näh. ſiehe Anz.)
* In Amerika verſtorbene Heſſen. In ihrer Wohnung
in Brooklyn ſtarb am 14. April Fran Margarete Kra=
mer
geb Stellwagen im Alter von 68 Jahren. Die
Entſchlafene war in Sprendlingen (Heſſen=Darmſtadt) ge=
boren
und kam vor 42 Jahren nach Amerika. Aus Colum=
bus
, O., wird unterm 24. April berichtet: Frau Anna
Eliſabeth Wirthwein geb. Engelhard iſt geſtern abend
ſanft geſtorben. Die Heimgegangene wurde am 19. Sep=
tember
1843 zu Hillesheim, Kreis Oppenheim, Rhein=
heſſen
, geboren, erreichte alſo ein Alter von nicht ganz 71
Jahren.
* Von der Ausſtellungseröffnung auf der Mathilden=
höhe
hat Herr Photograph Heinrich Schmidt eine An=
zahl
ſehr guter Aufnahmen gemacht, die als Poſtkarten
in den Papierhandlungen uſw. zu haben ſind.
* Zu dem Brandunglück in Eberſtadt. Die ſtaats=
anwaltlichen
Ermittelungen zu dem Brandunglück in
Eberſtadt haben dazu geführt, daß gegen den Studieren=
den
der Medizin Vogt die förmliche Vorunterſuchung
eingeleitet wurde. Die Wiedergabe von unkontrollier=
baren
Einzelheiten erſcheint nicht am Platze, um den
Gang der Ermittelungen nicht zu erſchweren. Sobald
etwas Beſtimmtes zu berichten iſt, werden wir es unſe=
ren
Leſern nicht vorenthalten.
* Die erſten authentiſchen Photographien vom Kriegs=
ſchauplatz
in Mexiko veröffentlicht die neueſte Nummer 21
unſerer Tiefdruckbeilage Illuſtrierte Chronik.
Zum Mordprozeß gegen die italieniſche Gräfin Tiepplo
bringt das Heft ein Gruppenbild, das die Angeklagte mit
ihrem Gatten und ihren Kindern zeigt, und ein Bild des
erſchoſſenen Berſaglieri Polimanti. Zwei andere Auf=
nahmen
veranſchaulichen, zu welch tollkühnen Leiſtungen
die Kino=Schauſpieler zuweilen gezwungen ſind. Sehr
hübſche landſchaftliche Anſichten bringt eine Serie Stu=
dien
aus dem ſchottiſchen Hochland Von Bildern vom
Tage nennen wir Miß Elianor Wilſon, die Tochter des
amerikaniſchen Präſidenten, und den amerikaniſchen Schatz=
ſekretär
Mac Adoo, mit dem ſie ſich vermählte, Fürſt
Alexander von Teck, den neuen Gouverneur von Kanada,
ſowie eine Aufnahme von der diesjährigen Elſaß= Lothrin=
gen
=Demonſtration vor der Straßburg=Statue in Paris.
Vom Theater ſehen wir Bilder von Maria Carmi als
Madonna in Vollmöllers Mirakel bei der Aufführung im
Zirkus Buſch zu Berlin, vom Hofſchauſpieler Arthur Voll=
mer
, der das 40jährige Jubiläum ſeiner Bühnentätigkeit
am Königl. Schauſpielhauſe in Berlin feierte, von Alexan=
der
Moiſſi mit ſeiner Mutter und von der in dieſen
Tagen in Batavia geſtorbenen berühmten Wagnerſänge=
rin
Lillian Nordica. Unter der Rubrik Die Welt der
Frau finden unſere Damen wieder verſchiedene reizvolle
Modenbilder, ſowie die Skulptur einer 14jährigen Bild=
hauerin
, deren Arbeiten auf der franzöſiſchen Kunſtaus=
ſtellung
großes Aufſehen erregten.
* Konzerte ꝛc. Hugenſchütz Felſenkeller.
Mit der jetzt eingetretenen guten Witterung ſoll am
Freitag, den 22. Mai, die Konzert=Saiſon eröffnet
werden. Ueber die Konzerte, die ſich großer Beliebtheit
erfreuen, braucht kaum noch etwas geſagt zu werden.
Erwähnt ſei nur noch, daß der hübſche Garten einen
ſchönen Aufenthalt bietet. Die Freitagskonzerte werden
von der vollzähligen Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=
Regts. 61 unter Obermuſikmeiſter Webers Leitung aus=
geführt
. Es bietet genannte Kapelle Gewähr dafür, daß
jeder Beſucher ſich eines muſikaliſchen Genuſſes zu er=
freuen
hat. Der Eintrittspreis iſt wie in früheren
Jahren mit 15 Pfg. pro Perſon feſtgeſetzt. (Sieh.
Anzeige.)

Feuilleton.

Ein wichtiger Foſſilienfund in Amerika. Eine Ex=
ledition
, die kürzlich in die Mojave=Wüſte unternommen
arde, führte zu der Entdeckung von Ueberbleibſeln
her Fauna der Urzeit, die auf den Urſprung und
lie Entwickelung des Lebens in Amerika neues Licht wer=
um
. Wie der Profeſſor der Paläontologie an der Uni=
eſſität
Kalifornien, De. Merriam berichtet enthüllt der
ſumd von Ablagerungen aus der Pliozän=Periode eine
tafe der Entwickelung, die bisher auf dem amerikaniſchen
ſontinent unbekannt war. Er entdeckte auch Reſte der
Miozän=Fauna, die bisher weſtlich der Waſatch=Berge un=
Mkannt waren, und fand Beweiſe für den Zuſammenhang
ults Lebens in Amerika und Aſien in den Miozän= und
Miozän=Perioden.
C.K. Das Recht zu ſterben. Das in jüngſter Zeit
ſelrfach erörterte Problem der Euthanaſie, der Sterbe=
lſe
in Fällen hoffnungsloſer Erkrankung iſt jetzt in
Anerika in einem Falle einer Löſung zugeführt worden,
ſellehrreich iſt. Die Heldin des Vorfalles iſt Frau Wil=
ſim
Squier aus Atco im Staate Neu=Jerſey. Sie war
Eie begeiſterte Vorkämpferin des Gedankens der Eutha=
ilſie
. Vor einem Jahre erkrankte ſie an einem Darm=
ſchwür
und wurde nach längerer Behandlung von den
rsten aufgegeben: der Fall ſchien hoffnungsles. Die
gelegenheit erregte ſeinerzeit großes Aufſehen, weil
art Squier, under Hinweis auf die Unmöglichkeit einer
Pevergeneſung, eine Petition an die geſetzgebenden Kör=
ſchaften
richtete. Sie forderte die Einführung eines
Pſatzes, das im Intereſſe der fruchtloſen Leiden aller
ffnungslos Kranken die Euthanaſie zulaſſen ſollte; ſie
bſr wollte als Erſte den Segen dieſes Geſetzes genießen.
Pitdem iſt die Frage eines Anrechtes auf Sterbehilfe in
Aurika nicht mehr zur Ruhe gekommen, Verteidiger
Gegner führten tauſend Gründe für und gegen das
alſetz ins Feld. Wenn ein Tier hoffnungslos leidet,
ſieb Frau Squier, erlöſen wir es von ſeinen Qualen,
unſchlichen Weſen aber verſagen wir die Verküczung
des ausſichtsloſen Todeskampfes. Einer der berühm=
en
Chirurgen Neu=Yorks erfuhr von dem Fall der Frau
Suier und begann ſich für die Angelegenhei zu inter=
Aeren. Er beſtritt die Ausſage der anderen Aerzte er=
Aſlte ſich bereit, praktiſch zu beweiſen, daß der Fall keines=
uls
hoffnunglos läge und führte an Frau Squier kurz
Weihnachten eine Operation aus. Obgleich die Pa=

tientin monatelang ſehr ſchwach blieb faßte ſie doch all=
mählich
Hoffnung, die Beſſerung ſchritt fort, und jetzt hat
ſie als geheilt das Bett verlaſſen können. Frau Squier
erklärt, daß ſie dieſem Arzte, der ſeinen Namen nicht ge=
nannt
ſehen will, um dem Verdacht der Reklame zu ent=
gehen
, ihr Leben verdanke. Die Geneſene vertritt zwar
auch jetzt noch den Glauben an den Nutzen einer geſetz=
lichen
Zulaſſung der Euthanaſie, wiewohl ſie ſich, wenn ein
ſolches Geſetz beſtanden hätte, bereits vor einem Jahre
hätte töten laſſen.
** Mexikaniſche Rebellenmünzen. Aus Neu=York wird
berichtet: Die amerikaniſche numismatiſche Geſellſchaft
ſtellte ſoeben die erſten Münzen der mexikaniſchen Rebellen
aus die natürlich allgemeines Intereſſe erregten. Die Re=
bellen
hatten zwar Minen zu ihrer Verfügung, aber nicht
genügende Münzſtätten, und ſo ſtellten ſie mit ſchnell her=
gerichteten
Apparaten in Parral, Chihuahna, recht roh ge=
formte
Münzen in beſchränktem Umfange her. Die Stücke
von einem Peſo, einem halben Peſo und die Kupfermün=
zen
von zwei Centavos die man in der Ausſtellung ſieht,
ſind ſicher die roheſten Münzen, die man ſeit langen Jah=
en
geprägt hat, aber ihre Seltenheit macht ſie den Samm=
lern
doch höchſt wertvoll. Der Peſo hat im ganzen das
Ausſehen, die Größe und das Gewicht des mexikaniſchen
Dollars. Die eine Seite trägt den Aufdruck H. del Par=
al
. 1913 innerhalb eines Kranzes, und die andere Seite
hat die Wertbezeichnung 1 Peſo‟. Der halbe Peſo hat
auf der einen Seite die Inſchrift Fuerzas Conſtitucioni=
ſtas
1913 und dazu eine Freiheitsmütze mit einem Strah=
lenkranz
, während die Rückſeite die Wertbezeichnung 50
Centavos innerhalb eines Kranzes und das Datum 1913
aufweiſt. Es iſt eine recht rohe Kopie der regulären
Münze desſelben Wertes. Für die Herſtellung der 2 Cen=
avo
=Stücke wurden eingeſchmolzene Straßenbahndrähte
verwendet; die Stücke haben dieſelbe Größe und Form
der halben Peſos, nur daß die Wertbezeichnung 2 C. iſt
B. Der veredelte Name. Der ominöſe Familien=
name
Schwein hat dem Arbeiter Bernhard Heinrich
Schwein in Bad=Salzuflen ſchon recht viele böſe Stunden
bereitet. In ſeiner Jugend wurde er mit ſeinem Namen
gehänſelt und auch noch jetzt mußte er manche anzügliche
Bemerkung darüber einſtecken. Auf ſeine Bitte hat ihm
jetzt der Regierungspräſident geſtattet, für ſich und ſeine
Nachkommen als Familiennamen den Namen Schwanold
zu führen.

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

Nummer 139.

Baugewerks=Berufsgenoſſenſchaft.

* Die Sektion II Darmſtadt der Heſſ.=Naſſ.
Baugewerks=Berufsgenoſſenſchaft hielt ihre
diesjährige Sektionsverſammlung am Mittwoch
vormittags 10 Uhr, im Hotel Deutſches Haus in Bens=
heim
a. B. ab. Die Tagesordnung war folgende:
1. Genehmigung des Protokolls der vorjährigen Sek=
tzionsverſammlung
; 2. Geſchäftsbericht für 1913; 3. Vor=
lage
des Rechenſchaftsberichts 1913; 4. Feſtſtellung des
Voranſchlags für die Verwaltungskoſten 1915 ( Haushalts=
plan
); 5. Beſprechung der Tagesordnung der diesjährigen
Genoſſenſchaftsverſammlung; 6. Beſtimmung des Ortes
der nachſtjährigen Sektionsverſammlung; 7. Verſchiedenes.
Nach Begrüßung der zahlreich erſchienenen Gewerbetrei=
benden
der Baubranche durch den Sektionsvorſitzenden,
Maurermeiſter und Stadtverordneten Sames aus Darm=
ſtadt
, wurde durch den Geſchäftsführer Melior der Sektion
die Niederſchrift der vorjährigen Sektionsverſammlung
verleſen und genehmigt. Aus dem ſodann von dem Vor=
ſitzenden
vorgetragenen Geſchäftsbericht des Jahres 1913
ſeien folgende Zahlen wiedergegeben: Verſichert waren
1852 Betriebe und 1221 Unternehmer für ihre eigene Per=
ſon
. Die Unternehmerverſicherung iſt, wie hierzu bemerkt
wurde, geſetzlicher Zwang, wenn nicht an 250 Ta=
gen
im Jahr Arbeiter beſchäftigt werden. Im Amtsbe=
zirke
der Sektion fanden an 1777299 Tagen Arbeiter Be=
ſchäftigung
, die zuſammen 7588 783 M. Lohn verdienten.
Die Unternehmerverſicherungen beliefen ſich auf 892 442
Mark. Die Rentenlaſten betrugen 1913 80 499,37 M.
Der Verwaltungsaufwand betrug 24016,01 M., von
denen allein 9201,92 M. zur Ueberwachung der Betriebe,
alſo zu vorbeugenden Maßnahmen zur Verhütung von
Unfällen, verausgabt wurden. 4635,50 M. wurden aufge=
wandt
für Heil=Anſtaltspflege der Verunglückten, an de=
ren
Angehörige während dieſer Zeit nahezu 500 M. Un=
terſtützungen
gezahlt wurden. Im ganzen wurden 1913
362 Unfall=Anzeigen eingereicht gegen 373 im Jahre 1912,
von denen 55 zur Entſchädigung kamen. Nicht ein Ver=
letzter
bleibt von dieſen ganz arbeitsunfähig. 40 Fälle
ſind vorausſichtlich vorübergehend, in 10 Fällen bleibt der
Betroffene wohl dauernd teilweiſe erwerbsbeſchränkt und
in 5 Fällen trat der Tod ein. Dieſes verhältnismäßig
günſtige Ergebnis iſt der überaus intenſiven Baukontrolle
zuzuſchreiben, in der die Sektion alle anderen Bauge=
werks
=Berufsgenoſſenſchaften nach vorgetragenem ſtatiſti=
ſchen
Material bedeutend überragt. Der Haushal=
tungsplan
der Verwaltung für das Jahr 1914
wird mit 26300 M. feſtgeſtellt. 4546,84 M. wurden zur
Abfindung von Verletzten mit ihren Rentenanſprüchen
ausgegeben. Dieſe Abfindungen betätigt die Berufs=
genoſſenſchaft
nur in ſeltenen Fällen und namentlich
dann, wenn die mit dem Rentenbezuge verbundenen Um=
ſtändlichkeiten
eine ſolche empfehlenswert erſcheinen laſſen.
Es iſt hierzu in jedem Falle die Anhörung der neu errich=
teten
Verſicherungsämter nötig, wie denn geſetzlich auch
eine Mindeſtgrenze des Rentenbezuges feſtgelegt und eine
ſolche Abfindung dann geſetzlich überhaupt ausgeſchloſſen,
wenn dieſer Satz im Rentenbezug noch nicht erreicht iſt.
Der Voranſchlag für das Jahr 1915 mit 27000 M.
wurde ſodann genehmigt. Als Ort der nächſtjährigen Sek=
tionsverſammlung
wurde Rüſſelsheim, Kreis Groß=
Gerau, beſtimmt. Es wurde ſodann hinſichtlich der An=
ſtellungsverhältniſſe
der Genoſſenſchaftsbeamten beſchloſ=
ſen
, daß die penſionsfähige Vordienſtzeit von dem 25. Le=
bensjahre
ab gerechnet werden ſoll. Ueber weitere be=
rufsgenoſſenſchaftliche
Fragen und Handwerker=Intereſſen
entſpann ſich hierauf noch eine recht lebhafte Debatte. In
die durch die Verſammlung ſtatutariſch zu wählende Rech=
nungsprüfungskommiſſion
wurden beordert: 1. Herr Zim=
mermeiſter
Philipp Spieß jr., 2. Herr Maurermeiſter
Ferdinand Mahr jr., und 3. Herr Hofſpenglermeiſter Wil=
helm
Eberhardt, als deren Erſatzmänner die Herren Zim=
mermeiſter
Wittmann und Keller und Herr Spengler=
meiſter
Beck hier. Hierauf wurde von dem Sektionsvor=
ſitzenden
die angeregt verlaufene Verſammlung mit herz=
lichen
Dankesworten an die Erſchienenen für die wiederum
geleiſtete treue Mitarbeit beendet.
Seitens des Großh. Verſicherungsamtes Bensheim
begrüßte, wie noch nachgetragen werden ſoll, Herr Regie=
rungsaſſeſſor
v. Löw die erſchienenen Gewerbetreibenden
auf das herzlichſte und es wurde beſonders von ihm hier=
bei
das gute Einvernehmen, das ſeither zwiſchen der ge=
noſſenſchaftlichen
Verwaltung und der Staatsbehörde be=
ſtand
, betont, und der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß
ſolches auch in fernerer Zukunft erhalten bleiben möge.
Die Großh. Gewerbeinſpektion war vertreten durch den
Herrn Gewerberat Lößer, der ebenfalls mit regem Inter=
eſſe
dem Gange der Verhandlung gefolgt war. Ein ſich
an die Verſammlung anſchließendes gemeinſchaftliches
Mittageſſen gab Gelegenheit zu gemütlicher Ausſprache.
Namens der Genoſſenſchaftsbeamten ſprach der Dienſt=
älteſte
, Herr techniſcher Aufſichts= und Rechnungsbeamter
Sang, dem Vorſtande für das den Beamten gegenüber
betätigte Wohlwollen deren beſonderen Dank aus und
trank auf das fernere gute Einvernehmen zwiſchen Vor=
ſtand
und Beamtenſchaft. Bei angeregter Unterhaltung
waren die ſchönen Stunden nur zu raſch verfloſſen, die
man in dem ſchönen Bensheim zu verbringen noch Zeit
hatte.

Kunſtnotizen.

Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Zum Gaſtſpiel Mizzi Guenthers in
Ottenheimers neuer Operette Hans im
Glück Bei der Uraufführung von Otten=
heimers
Operette Hans im Glück wird das
Darmſtädter Publikum zum erſtenmal Gelegenheit haben
die ſo überaus beliebte Wiener Operettendiva Mizzi
Guenther kennen zu lernen. Die außergewöhnlich ſtarke
Begabung dieſer Kinſtlerin wurde in Wien von dem
genialen Theaterdirektor Gaborſteiner entdeckt. In ſei=
nem
Sommertheater in Venedig in Wien errang Mizzi
Guenther ſchon bei ihrem erſten Auftreten einen derartigen
Erfolg, daß ſie ſofort als erſte Operettenſängerin einem
Enſemble erſtklaſſiger Wiener Künſtler für die damals
beliebten Operetten=Gaſtſpiele in Rußland verpflichtet
wurde. Ihre Triumphe in Petersburg, Moskau und
anderen großen ruſſiſchen Städten veranlaßten die Direk=
tion
des Carl=Theaters in Wien, die Künſtlerin durch
einen mehrjährigen Vertrag mit einer enormen Gage für
dieſe Bühne zu gewinnen. Daſelbſt kreierte Frau Guen=
ther
die Operette Das ſüße Mädel und die erſte, von
durchſchlagenden Erfolg gekrönte Operette Lehärs Der
Raſtelbinder Komponiſt Reinhardt komponierte für
Frau Guenther in ſeiner Operette Das ſüße Mädel den
berühmten Walzer Das iſt das ſüße Mädel welchen
Frau Guenther allabendlich mit einer ſolchen Verve ſang
das buchſtäblich ganz Wien in das Carl=Theater lief und
ganz Wien dieſen Walzer ſang. Im Verlaufe des Carl=
Theater=Engagements ſang Frau Guenther u. a. eine
heroiſche Geſangspartie in der Operette Der Großmogul
eine Partie, welche ungewöhnliche Stimmittel erforderte.

Ueber welch prachtvolles Material die Künſtlerin verfügt
beweiſt die Tatſache, daß Guſtav Mahler, der ſie im
Großmogul hörte, ihr ſofort einen Antrag für die
Wiener Hofoper machte. Frau Guenther mußte jedoch
dieſem ehrenvollen Rufe entſagen, weil ſie kurz vorher
einen mehrjährigen Vertrag mit dem Theater an der Wien
als Primadonna abgeſchloſſen hatte, und denſelben nicht
mehr löſen konnte. In die Zeit ihrer Tätigkeit an der
erſten Operettenbühne Wiens fallen auch die größten Er=
folge
, die eine Künſtlerin je erreichen konnte. Hier ſchrieb
Franz Lehär Die luſtige Witwe und Leo Fall Die
Dollarprinzeſſin für dieſe prachtvolle Künſtlerin und
wenn dieſe beiden Werke zu ſolch koloſſaler Popularität
gelangten, iſt dies zum größten Teil der genialen Leiſtung
dieſer Frau zuzuſchreiben. Ueber 500 mal mußte Frau
Guenther den Wienern die ſo beliebte Luſtige Witwe‟
vorſingen und tanzen. Die Vereinigung von Schönheit,
Eleganz, Charme, prachtvoller Stimme und geradezu
großer Tanzkunſt ließen Mizzi Guenther zu einer jener
ſeltenen Künſtlerinnen werden, deren Auftreten jedesmal
ein Ereignis iſt und deren künſtleriſche Leiſtungen
das Publikum begeiſtern und zu jubelnden Beifalk hin=
reißen
. Es iſt daher kein Wunder, daß ſie, auf deren Gaſt=
ſpiel
man ſich ganz beſonders freuen kann, der Liebling
der Wiener iſt.

* Arheilgen, 20. Mai. (Geſangswettſtreit.)
Im Juni 1916 begeht der Geſangverein Frohſinn ſein
40jähriges Vereinsjubiläum, wozu ein größerer nationa=
ler
Geſangswettſtreit geplant iſt. Vorbereitungen hierzu
werden jetzt ſchon getroffen.
Mainz, 20. Mai. (Ein bedauerlicher Un=
glücksfall
) ereignete ſich geſtern abend auf dem Waſ=
ſerübungsplatz
der 25er Pioniere an der Kaiſerbrücke. Der
Depot=Gefreite Eckert von der 1. Kompagnie aus Hanau
weilte noch allein auf dem Uebungsplatz und fiel beim
Ueberſpringen von einem Boot in das andere in den
Strom. Er ſchwamm eine Strecke weit, rief dann plötz=
lich
um Hilfe und verſchwand in den Fluten, ehe Hilfe
zur Stelle war. Anſcheinend hat ein Herzſchlag dem
Leben des tüchtigen Soldaten ein Ende gemacht.
M. Nackenheim, 20. Mai. (Einen großen Er=
folg
) erzielte zu Bürſtadt, wo er zum erſten Male einen
Geſangswettſtreit beſuchte, der hieſige, unter Leitung des
Lehrers Ruh ſtehende Geſangverein Frohſinn, indem er
drei erſte Preiſe errang, einen Klaſſenpreis, einen Ehren=
und einen höchſten Ehrenpreis. Hierbei ſei bemerkt, daß
Herr Lehrer Ruh mit den von ihm geleiteten Vereinen
nunmehr drei Wettſtreite in Bürſtadt beſuchte und zu=
ſammen
acht erſte Preiſe nach Hauſe brachte.
Nieder=Ingelheim, 20. Mai. (Die Ausgrabun=
gen
an der Kaiſerpfalz.) Unter Leitung des Herrn
Profeſſors Dr. Rauch von der Gießener Univerſität
wurde bekanntlich in drei Ausgrabungsperioden die Kai=
ſerpfalz
Karls des Großen freigelegt. Die großzügigen
Arbeiten ſtehen lt. M. J. in ihren Ergebniſſen einzig da
in der Welt und beweiſen klar und deutlich, daß die An=
ordnungen
über die Anlegung und Verwaltung einer
Pfalz, die Kaiſer Karl der Große in den Kapitularien
niederſchreiben ließ, verwirklicht worden ſind. Ferner iſt
bewieſen, daß die früher oft geäußerte Meinung, der
Baukomplex ſei nicht Karl dem Großen, ſondern ſeinem
Sohne Ludwig dem Frommen zuzuſchreiben, falſch iſt.
Durch die Urkunden wird offenbar, daß der ganze Bau
unter dem Einfluſſe Kaiſer Karls entſtanden iſt. Ueber=
raſchend
hierbei iſt die Planmäßigkeit der Anlage. Der
Königsſaal am alten Judenkirchhof mit dem Ausbau,
in dem der Thronſaal ſtand, war der Mittelpunkt der
weltlichen Verwaltung des großen Reiches. Durch offene
Säulenhallen war er verbunden mit der Palaſtkapelle,
dem Mittelpunkt der kirchlichen Verwaltung. Ein Palaſt
von Weſten nach Oſten hatte die herrliche Ausſicht auf
den Rhein, ein Halbrundpalaſt legte ſich nach Oſten vor.
In der Mitte war wahrſcheinlich ein Schmuckhof, in dem
ſich wohl eine Waſſerkunſt befunden hat. Ein Baukom=
plex
wurde aufgebunden, der ſich in den Palaſtbau nicht
einfügen ließ. Hier entſtand ſchwierige Waſſerarbeit.
Nach dem Auspumpen erkannte Profeſſor Dr. Rauch=
Gießen, daß hier eine Badeanlage zutage gefördert wurde
das einzige Karolingerbad, das in der
Welt vorhanden iſt. Auch in Aachen, wohin
Karl der Große ſpäter ſeinen Wohnſitz verlegte, wurde
bei leichterer Arbeitsmöglichkeit lange nicht ſo viel gefun=
den
, wie hier. Um 1200 wurde mit dem Bau der Befe=
ſtigung
begonnen. In der diesjährigen Ausgrabungs=
periode
hat man deren Reſte freigelegt.
Elsheim, 20. Mai. (Radlerunglück.) Der ver=
heiratete
Bohrer Ernſt Walter aus Nieder=Olm, der in
der Waggonfabrik in Mainz=Mombach beſchäftigt iſt, ſtieß
in raſender Fahrt mit ſeinem Fahrrad gegen eine Mauer
und blieb bewußtlos liegen. Durch den Anprall hatte er
einen Schädelbruch davongetragen. W. wurde in bewußt=
loſem
Zuſtande ins Gaſtellſche Hoſpiz nach Mombach ge=
bracht
. Die Verletzung iſt lebensgefährlich.
* Gießen, 20. Mai. (Ein Rowdy.) Ein Arbeiter
aus Gießen überfiel im Sitzungsſaale der Strafkammer
eine Zeugin, die gegen ihn Anzeige wegen Sittlichkeits=
verbrechens
erſtattet hatte, und ſchlug ſie heftig. Er
wurde ſofort in eine Haftſtrafe von 3 Tagen genommen
und in der anſchließenden Verhandlung wegen des ge=
nannten
Verbrechens zu 6 Monaten Gefängnis ver=
urteilt
.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 20. Mai. Die Verwen=
dung
des alten Opernhauſes ſoll unter weſent=
licher
Erhaltung ſeiner Architektur zu Univerſitätszwecken
ſichergeſtellt werden. Es handelt ſich dabei nicht um die
Gewinnung neuer Repräſentationsräume, die ja in Ge=
ſtalt
der alten Aula und der weit größeren neuen Aula
im ehemaligen Bibliotheksgebäude hinreichend vorhanden
ſind. Vielmehr iſt die Anlage von Seminarien und Hör=
ſälen
ins Auge gefaßt worden. Spruchreife Projekte lie=
gen
in dieſer Sache noch nicht vor, wohl aber einige im
Miniſterium der öffentlichen Arbeiten entworfene Skizzen.
Bei Lepke begann heute vormittag eine zweitägige
Verſteigerung von Büchern, Kupferſtichen und Auto=
graphen
aus verſchiedenem Beſitz. Von beſonderem
Intereſſe war in der Sammlung eine prachtvolle Lu=
therbibel
mit einem Autographen des Reformators.
Das von Hans Luft in Wittenberg gedruckte Werk, in dem
die Propheten in deutſcher Sprache gehalten ſind, wurde
von einem Sammler für 6250 Mark erworben. Friedrich
des Großen Werke brachten in einer ſeltenen Ausgabe 1950
Mark. Für 5 Briefe des Prinzen Wilhelm von Preußen,
ſpäteren Kaiſer Wilhelms I., aus der Zeit vom 24. De=
zember
1848 bis zum 18. Juni 1856, an ſeinen Adjutanten
v. L. gerichtet, wurden 290 Mark gezahlt, für 27 Briefe
Adolf Menzels aus dem Jahre 1877 an den Redakteur Dr.
Lentz mit intereſſanten Aeußerungen über Drucktechnik und
andere künſtleriſche und techniſche Fragen 160 Mark.

Der angebliche Doppelmörder Lüder; der
kürzlich im Dresdener Feſtungsgefängnis dem Richter
erklärte, im Grunewald gemeinſam mit einem Komplizen
ein Mädchen ermordet und die Leiche verſcharrt zu haben,
traf heute hier ein, um an den Ort der von ihm begaup=
teten
Tat geführt zu werden. Tatſächlich begann er im
Grunewald an der fraglichen Stelle zu graben, aber mit
völlig negativem Erfolg. Schließlich legte er das Ge=
ſtändnis
ab, alle Angaben fälſchlich gemacht zu haben
in der Hoffnung, zur Abwechſlung einmal aus dem Ge=
fängnis
herauszukommen.
20. Mai. Auf dem Potsdamer Güterbahnhof geriet
heute vormittag aus unbekannter Urſache die Umhüllung
eines mit Emaillewaren beladenen Güterwagens in
Brand. Das Feuer ſprang auf ein Fuhrwerk über. Der
Kutſcher, der das Feuer löſchen wollte, erlitt echebliche
Brandwunden. Die Feuerwehr erſtickte den Brand.
Hamburg, 20. Mai (Hinrichtung.) Der Stein=
ſetzer
Albers der am 8. September 1913 die Frau des
Landmannes Eggers in Moorfleth ermordet und beraubt
hat, iſt heute morgen im Hofe des hieſigen Gerichtsgefäng=
niſſes
hingerichtet worden.
Breslau, 20. Mai. (Verſchüttet.) Im Antonflöz
der Rubengrube in Neurode waren in der vergangenen
Nacht vier Bergleuſe mit Abräumen beſchäftigt, als die
Kohlenlager in großen Maſſen in die Brüche gingen. Die
Bergleute Weniger und Scholz wurden getötet, die beiden
anderen gerettet.
Hirſchberg (Schleſien), 20. Mai. ( Bahneröff=
nung
.) In Gegenwart von Vertrelern der Behörden
wurde heute die elektriſche Bahn über Ober=Giersdorf nach
Hain eröffnet und dem Verkehr übergeben. Hierdurch iſt
der landſchaftlich ſchöne Teil des mittleren Rieſengebirges
erſchloſſen.
Neapel, 20. Mai. (Gefälſchte Invaliden=
karten
.) Hier wurde eine große Betrugsaffäre aufge=
deckt
. Die Polizei ermittelte, daß mit Beihilfe von Be=
amten
und Aerzten angeblich Kranken eine große Anzahl
von Invalidenkarten ausgeſtellt wurde, die den Inhabern
der Karte aus den ſtaatlichen Verſicherungskaſſen reich=
liche
Krankengelder und laufende Penſionen verſchafften.
Bisher wurden 50 Perſonen verhaftet. Zahlreiche Advo=
katen
und Aerzte ſollen in die Affäre verwickelt ſein.
Brüſſel, 20. Mai. (Die Ueberlebenden der
Columbian.) Geſtern ſind an Bord des Dampfers
Manhattan 12 der Ueberlebenden der Co=
lumbian
angekommen. Kurz vorher trafen an Bord
des Dampfers Kroonland 13 andere Gerettete des
Dampfers ein. Nachdem die 25 Mann vereinigt waren,
brachten ſie ihrem Kapitän Macdonald eine ſtumme aber
überwältigende Ovation dar. Die Geretteten können ſich
nicht genug tun in dem Lobe, das ſie dem Kapitän und
den Offizieren für ihren Mut und ihre Geiſtesgegenwart
zollen.
Neu=York, 19. Mai. (Rooſevelt) iſt von ſeiner
Forſchungsreiſe nach Südamerika hier wieder einge=
troffen
.

Darlamentariſches.

* Der Finanzausſchuß der Zweiten Kammer hielt=
am
Mittwoch eine Sitzung ab, die im weſentlichen der
Fertigſtellung, Verleſung und Genehmigung von Berich=
ten
galt. Es wurden zu nachſtehenden Vorſtellungen, Ang
trägen und Vorlagen die Berichte genehmigt. Die Namen=
der
Berichterſtatter ſind in Klammern beigefügt. Vor=
ſtellung
des Verbandes heſſiſcher Bürgervereine in Mainz,
Heranziehung ſtaatlicher Domänenbewohner zu den Ge=
meindeſteuern
betr. (Molthan). Vorſtellung der Witwel
des Gendarmeriewachtmeiſters Heinrich Alles=Darmſtadt,
Gnadenpenſion betr. (Dr. Weber). Antrag der Abgg. Dr.
Boxheimer und Beſt, die Rhein=Gierfähre bei Nord=
heim
pp. (Molthan). Vorſtellung des Gg. Pfeifer II.=
Reichenbach i. O., Bahnbau Bensheim-Lindenfels betr.
(Molthan). Vorſtellung der Gemeinde Windhauſen, Er=
richtung
einer Oberförſterwohnung daſelbſt betr. (Brauer).
Vorſtellung des Verbandes deutſcher Kinderhorte in
Charlottenburg, Staatsbeitrag betr. (Henrich). Regie=
rungsvorlage
, Landdamm in Rüſſelsheim betr. (Brauer).
Antrag Reh und Genoſſen, Darlehen an Mitglieder heſ=
ſiſcher
landwirtſchaftlicher Genoſſenſchaften betr. (Dr.
Weber). Vorſtellung des Landesvereins heſſiſcher Tech=
niſcher
Lehrerinnen, einheitliche Regelung der Anſtel=
lungs
=pp.=Verhältniſſe betr. (Dr. Weber). Antrag der
Abgg. Wolf=Stadecken u. Gen., Kap. 69, Kellerkontrolle
betr. (Dr. Weber). Antrag Wolf=Stadecken zu Kap. 75, Kel=
lerkontrolle
(Dr. Weber). Antrag Schott, Uebernahme der
Herdüberwachungskoſten bei der Reblausbekämpfung betr.
(Dr. Weber). Antrag Schott, Errichtung eines Finanz=
amtes
in Wöllſtein betr. (Molthan). Antrag Schönber=
ger
, Staatsbeiträge an Kirchen= und Religionsgemein=
ſchaften
betr. (Dr. Weber). Antrag Schönberger, Er=
hebung
der Staalsſteuern betr., Vorſtellung heſſiſcher
Bürgervereine Mainz hierzu (Henrich). Antrag Breiden=
bach
, Geſtütsſtation Reichelsheim betr. (Dr. Weber). Re=
gierungsvorlage
, Verkauf eines Geländeſtreifens an dier
Stadt Gießen betr. (Brauer). Regierungsvorlage, Ge=
ländeabtretung
Ginsheim betr. (Brauer). Vorſtellung des
Arbeitsausſchuſſes, Liebig=Laboratorium betr. (Dr.
Oſann). Vorſtellung des Gemeindevorſtandes Wörrſtadt,
Bahnbau Partenheim=Jugenheim betr. (Brauer). Regie=
rungsvorlage
, Kraftwagenlinien betr., Antrag Meiski
hierzu (Brauer). Regierungsvorlage, Autoverkehr Wein=
heim
=Tröſel betr. (Brauer). Vorſtellung des Rhein=
Mainſchen Verbandes für Volksbildung, Staatsbeitrag
5000 Mark betr. ((Henrich). Regierungsvorlage, betr.
die mittleren Eiſenbahnbeamten (Dr. Oſann). Antrag
Grünewald, die Immobilienlaſten betr. (Molthan). Die
Beratung über den Antrag des Abg. Joutz, betr. die
Erbauung eines Schloſſes für den Großherzog
in Nauheim, ergab Ablehnung des Antrages. Auch
die Regierung nahm einen durchaus ablehnenden Stand=
punkt
hierzu ein. Ebenſo wurde der Antrag des Abg.
Finger, betr. die Errichtung einer Geſtütsſtation
in Pfeddersheim, mit Zuſtimmung der Regierung
abgelehnt. Zur Vorlage und den Vorſtellungen, betr=
die
Dienſtbezüge der Kommunalforſt=
warte
pp., hat die Abſtimmung über einige Punkte
noch ausgeſtanden. Es wird genehmigt die Zubilligung
von 75 Prozent (anſtelle von 70 Prozent. wie die Regie=
rungsvorlage
vorgeſchlagen) des Gehalts, der den ſtaat=
lichen
Forſtwarten zuſteht. Weiter ſoll die Vorlage mit
Wirkung vom 1. April 1914, nicht, wie von einem Mit= des Ausſchuſſes beantragt war, vom 1. April 1915
in Kraft treten. Der Ausſchuß beſchloß ferner, den
Staatszuſchuß um weitere 20000 Mark zu erhöhen. Damit
iſt auch dieſes Geſetz erledigt. Der Bericht darüber ſolll
in nächſter Sitzung erſtattet werden.
Der Finanzausſchuß beabſichtigt, die Beſichti=
aung
der Gefängniſſe in Butzbach und Strafanſtalt
Marienſchloß am 27. Mai vorzunehmen.

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Nummer 139.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

Seite 5.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin 20. Mai. Präſident Dr. Kaempf
eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 20 Minuten. Zunächſt
wird nochmals abgeſtimmt über den Antrag Dr. Spahn,
betreffend Streichung eines ſechſten Reichsanwalts. Die=
ſer
Antrag wird in einſacher Abſtimmung angenommen.
Die Stelle iſt ſomit geſtrichen. Sodann wird der Etat
gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen.
Alsdann wird über die noch ausſtehenden Reſolutio=
nen
und Petitionen abgeſtimmt. Die Reſolutio=
nen
werden angenommen, bis auf die eine: Einſetzung einer
ſtändigen Kommiſſion für ſoziale und Arbeiterintereſſen.
Die Petitionen werden ohne Debatte nach den Anträgen
der Kommiſſion erledigt. Sodann wird die
zweite Leſſung der Militärſtrafgeſetznovelle
fortgeſetzt. Abg. Müller=Meiningen (Fortſchr.
Volkspt.): Wenn wir in der Hauptſache für die Wieder=
herſtellung
der Regierungsvorlage ſtimmen, ſo tun wir
das, um ein Scheitern des Geſetzes zu verhindern, wofür
wir die Verantwortung nicht übernehmen könnten. Wir
bedauern die Haltung der Regierung und lehnen jede Ver=
ontwortung
für politiſche Folgen ab. Im Herbſt werden
wir in Verbindung mit den anderen Parteien der Mehr=
heit
in der Kommiſſion auf dem Wege der geſetzgeberiſchen
Initiative weiteres zu erreichen ſuchen. Für heute muß
ich Sie bitten, unſeren Antrag (mit dem Zentrum) zu § 72
des Militärſtrafgeſetzbuches in minderſchweren Fällen für
verabredete und gemeinſchaftlich ausgeführte Fahnenflucht
als Mindeſtzuſatzſtraſe 6 Monate einzuſetzen hier das ar=
lein
Erreichbare, anzunehmen. Abg. Stadthagen
(Soz.): Nach den entſchiedenen Erklärungen in der frühe=
ren
Leſung hatten wir die Hoffnung, daß der Freiſinn
nicht umfallen würde. Dieſe Hoffnung iſt aber jetzt ge=
ſcheitert
. Man bedauert den Umfall, aber man fällt um.
Dieſes machen wir nicht mit, ſondern wir bleiben bei un=
ſeren
alten Forderungen. Die bürgerlichen Parteien haben
ſich in eine Hörigkeit zum Kriegsminiſter begeben. Abg.
Fehrenbach (Zentr.): Die Kontrollverſammlungen,
wie auch die Durchführung des ſtrengen Arreſtes müſſen
unbedingt abgeändert werden. Von einer Hörigkeit der
bürgerlichen Parteien zum Kriegsminiſter kann keine Rede
ſein. Reichstag und Bundesrat ſind gleichberechtigte Fak=
toren
. Beide haben ihren Willen und keiner kann gezwun=
gen
werden. Da nimmt ein verſtändiger Mann das, was
einen gewiſſen Vorteil bedeutet. Wir wollen die Mög=
lichkeit
geben, weniger ſchwere Fälle milder zu beurteilen
und das iſt ein großer Erfolg, keine Bagatelle. Ich er=
warte
, daß hinſichtlich des Antrages zu § 72 die Regierung
nachgibt. Ich bitte Sie, den kleinen Fortſchritt mitzu=
machen
.
Kriegsminiſter v. Falkenhayn: Ich habe viele
Worte, viele harte Worte gehört. Man hat von Starrſinn,
von Kommandogewalt, von Preſtigepolitik uſw. geſpro=
chen
, niemand aber hat mich widerlegt oder auch nur einen
Verſuch dazu gemacht. Es handelt ſich um formale Be=
denken
. Es liegt mir fern, jetzt mit einer neuen Polemik
anzufangen, wir können aber dieſe Vorſchläge nicht an=
nehmen
, die nicht formal annehmbar ſind. Dagegen kann
ich erklären, daß wir mit dem Antrag van Calker (zum
großen Teil Wiederherſtellung der Vorlage) einverſtan=
den
ſind. Die ſozialdemokratiſchen Anträge können wer
nicht annehmen. Wenn ich meinen Standpunkt rechtmäßig
vertrete und auch daran feſthalte, ſo iſt man ſchnell bereit,
mir zu ſagen, ich ſei ſtarrſinnig. Die Sozialdemokraten
haben nicht Gelegenheit genommen, ihren Antrag umzu=
ändern
, nachdem ich noch vor wenigen Tagen erklärt habe
es ſei nicht angängig, einzelne Paragraphen umzuändern
und damit alle Beſtimmungen auf den Kopf zu ſtellen.
Demgegenüber fehlt mir der Komparativ von Starrſinn
Der Antrag Müller=Meiningen-Fehrenbach bringt ein
neues Moment, nämlich dasjenige der mildernden Um=
ſſtände
. Ich nehme an, daß dies für die Verführten gelten
ſoll, dann iſt dieſer Antrag nicht mehr unannehmbar. Ich
werde mich bemühen, im Bundesrat die Zuſtimmung hier=
für
zu gewinnen. Wenn der Abgeordnete Stadthagen
ſagte, auf der Arbeit eines Berufsſtandes beruhe die Kue=
tur
, ſo ſage ich, es iſt ein Verbrechen, wenn man zwiſchen
den Ständen eine Scheidewand errichtet und die gemein=
ſame
Arbeit verhindert. (Große Unruhe.) Um eine evtl.
Seeſchlange von vornherein zu beſeitigen, betone ich, daß
die verbündeten Regierungen dieſes Geſetz ohne jeden
Zwang aus eigenem Entſchluß eingebracht haben. Leh=
nen
Sie dieſes Geſetz ab, ſo gibt es keine Möglichkeit, die
Vorteile denjenigen zuzuwenden, für die es beſtimmt iſt.
Stimmen Sie den Anträgen van Calker-Müller= Meinin=
gen
-Fehrenbach (Straferleichterungen im Rückfall) zu.
(Beifall.)
Präſident Dr. Kaempf: Würde ein Mitglied dieſes
Hauſes zu einem anderen Mitglied das geſagt haben, was
der Kriegsminiſter dem Abg. Stadthagen gegenüber geſagt
hat, ſo würde ich ihn zur Ordnung gerufen haben. ( Be=
wegung
.) Abg. Stupp (Zentr.) befürwortet ſeinen
Antrag, bei Rückfällen nicht zu einem gewiſſen Strafmaß
zu erkennen. Abg. Stadthagen (Soz.): Ich möchte
erklären, daß ich geſagt habe, die Kultur beruhe auf der
Arbeit aller ſchaffenden Stände, allerdings nicht auf der
Urbeit der raffenden Stände. Damit ſchließt die Be=
ſprechung
. Die ſozialdemokratiſchen Anträge werden ab=
gelehnt
und der Antrag van Calker-Müller=Meiningen-
Kehrenbach angenommen. Abg. Haaſe (Soz.): Ich
habe zu erklären, daß wir im Intereſſe des Zuſtandekom=
Amens des Geſetzes, da nicht mehr zu erreichen iſt, nunmehr
Adafür ſtimmen werden. (Lebhaftes Hört! hört!
ARufe: Umfall.) Das Geſetz wird in zweiter Le=
ſung
angenommen. Auf Antrag des Abg. Dr.
Müller=Meiningen findet ſofort die dritte Leſung
Aſtatt. Dieſe paſſiert ohne Debatte. Das Geſetz wird gegen
Adie Stimme des Abgeordneten Stadthagen (Soz.) ein=
ſtimmig
angenommen. (Lebhaftes Bravo.)
die Denkſchrift über die Rücklagen der Berufsgenoſſenſchaf.
Atert wird ohne Debatte für erledigt erklärt.
Als letzter Punkt der Tagesordnung ſteht zur Be=
ratung
die zum Etat der Reichsfinanzverwaltung einge=
Abrachte Reſolution der Konſervativen, betreffend
zollwidrige Verwendung von Gerſte.
Abg. Weilnböck (konſ.): Durch die zollwidrige Ver=
wendung
der Gerſte, die als Futiergerſte eingeführt aber
als Braugerſte verarbeitet wird, wird ein ſchwerer Scha=
uden
der Gerſtebauern wie der Reichskaſſe herbeigeführt.
der Grundfehler liegt darin, daß das Ermeſſen darüber,
b ganze Schiffsladungen als Futtergerſte oder als Brau=
herſte
zu deklarieren ſind einem einzelnen Beamten über=
Aaſſen iſt. Abg. Dr. Frhr. v. Aretin (Ztr.): Namens
lneiner politiſchen Freunde habe ich zu erklären, daß wir
her Reſolution zuſtimmen. Der Zollverwaltung ſind Vor=
vürfe
nicht zu machen. Die ihr geſtellten Aufgaben ſind
Außerordentlich ſchwer. Es müſſen geſetzliche Maßnahmen
ſetroffen werden, um dieſen Uebelſtänden zu begegnen.
räſident Dr Kaempf: Nachdem mir nun das Steno=
ſramm
über die Rede des Kriegsminiſters vorliegt, ſehe
h, daß ſeine Bemerkung ſich nicht direkt gegen den Abg.

Stadthagen richtet, ſondern allgemein gehalten war. Da=
mit
entfällt der Anlaß zu meiner daran geknüpften Bemer=
kung
. Ein Regierungskommiſſar gibt eine eingehende
Darſtellung des Deklarationsverfahrens, bleibt aber auf
der Tribüne faſt unverſtändlich; insbeſondere verbreitet er
ſich über die mit Eoſin gefärbte Gerſte. Abg. Stolle
(Soz.): Die von dem Abg. Weilnböck vorgebrachten Vor=
würfe
laſſen ſich nicht aufrecht erhalten. Die Eoſinfärbung
macht die Verwendung der Gerſte zu Brauzwecken un=
möglich
. Abg. Koch (Fortſchr. Vpt.): Auch wir wollen
eine Umgehung des Geſetzes unmöglich machen. Die Ver=
wendung
von Futtergerſte zu Brauzwecken iſt aber ſchon
heute ausgeſchloſſen. (Lachen rechts.) Abg. Weiln=
böck
(konſ.): Ich habe keineswegs die Beamten verdäch=
tigt
. Nach kurzen Bemerkungen des Abg. Fegter
(Fortſchr. Vpt.) wird abgeſtimmt. Die Abſtimmung bleibt
zweifelhaft. Es muß ausgezählt werden. Der Hammel=
ſprung
ergibt, daß 100 für, 93 gegen die Reſolution ſtim=
men
. Das Haus iſt ſomit beſchußunfähig. ( Schal=
lende
Heiterkeit.)
Präſident Dr. Kaempf beraumt eine neue Sitzung
an mit der Tagesordnung:
Schluß des Reichstages.
Präſident Dr. Kaempf: Wir ſind am Ende unſerer
Arbeiten angekommen und damit am Schluß der dritten
Seſſion der Legislaturperiode. Blicken wir auf dieſe drei
Seſſionen zurück, ſo bleibt unſer Auge auf dem großen
Werk der Heeres= und Deckungsvorlage ruhen, die wir im
vorigen Jahre zu Ende geführt haben. Die jetzt zu Ende
gegangene Seſſion kann ſich mit dieſer großen Aufgabe
nicht meſſen, doch ſind wir vor eine Fülle geſetzgeberiſcher
Arbeiten geſtellt worden wie nie zuvor. Die notwendig=
ſten
und dringendſten Geſetze ſind vom Hauſe erledigt wor=
den
. Ein großer Teil aber hat in den Kommiſſionen ſo=
weil
gefördert werden können, um im Hauſe in zweiter
und drilter Beratung zur Verhandlung zu gelangen. Es
haben nicht weniger als 30 Kommiſſionen in der bisheri=
gen
Legislaturperiode getagt und abgeſehen von ſechs
Fachkommiſſionen ſind ſieben Kommiſſionen noch heute in
Tätigkeit. Zu gleicher Zeit iſt die Beratung des Etats
in ausgiebiger Weiſe durchgeführt worden. (Sehr gut!
rechts.) Sie hat eine Menge von Anregungen gegeben,
die, wie wir hoffen, nicht vergeblich ſein werden. Von den
90 Plenarſitzungen dieſes Seſſionsabſchnittes ſind 59 auf
den Etat entfallen und die Budgetkommiſſion hat daneben
noch 50 Sitzungen abgehalten. Wenn ich mich angeſichts
dieſer Fülle des Materials bemüht habe, die Arbeiten des
Reichstags nach meinen beſten Kräften zu fördern, ſo hat
dies nicht geſchehen können, ohne an die Arbeitskraft und
die Arbeitsfreudigkeit des Hauſes und unſerer Beamten
ſtarke, ganz außerordentlich ſtarke Anſprüche zu ſtellen.
Möge dieſe anſtrengende Arbeit auch dieſer Seſſion zum
Heile unſeres Vaterlandes gereichen. (Lebhaftes Bravo.)
Das Woct hat nunmehr der Herr Vertreter des Reichs=
kanzlers
.
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Ich habe dem Hauſe
eine allerhöchſte Botſchaft mitzuteilen. Das Haus erhebt
ſich mit Ausnahme der Sozialdemokraten, die faſt voll=
zählig
im Hauſe anweſend ſind. Die Polen ſind nicht an=
weſend
. Der Staatsſekretär verlieſt die Neues Palais,
19. Mai, datierte allerhöchſte Botſchaft, durch die der
Reichstag geſchloſſen wird und fährt fort: Auf
Grund dieſer mir erteilten allerhöchſten Ermächtigung er=
kläre
ich namens der verbündeten Regierung den Reichstag
für geſchloſſen.
Präſident Dr. Kaempf: Die Sitzung iſt geſchloſſen.
Wir aber trennen uns mit dem Rufe: Seine Majeſtät der
deutſche Kaiſer Wilhelm II. lebe hoch, hoch, hoch! (Die
bürgerlichen Parteien ſtimmen in den Ruf ein.) Ich gebe
dem Bedauern Ausdruck daß ein Teil des Hauſes ſich bei
den Hochrufen auf den Kaiſer nicht erhoben hat. (Großer
Lärm. Rufe bei den Soz.: Iſt unſere Sache.) Wir brin=
gen
durch Erheben von den Sitzen die Achtung zum Aus=
druck
, die jeder Deutſche dem Kaiſer ſchuldig iſt. ( Leb=
haftes
Bravo.)
Schluß der Sitzung 1 Uhr 37 Minuten.

Der Beſuch der engliſchen Arbeiter
in Berlin.

* Berlin 20. Mai. Die geſtern eingetroffenen
engliſchen Arbeiter und Angeſtellten folgten
heute vormittag einer Einladung der Stadt Ber=
lin
nach dem Rathauſe als Gäſte und wurden vom Ober=
bürgermeiſter
Wermuth willkommen geheißen, der den
Wunſch ausdrückte, daß auch der Beſuch ſo wackerer Ver=
treter
der britiſchen Arbeit zur Förderung des herzlichen
Einvernehmens zwiſchen Deutſchland und England bei=
trage
. Der Oberbürgermeiſter ſetzte ſeine Rede in engli=
ſcher
Sprache fort und wies auf die Bedeutung der Adult
Schools hin, in deren Zeichen die engliſchen Gäſte als
Apoſtel der Arbeit gekommen ſeien. Auf die gegenwärtige
Reiſe eingehend, ſchloß Redner mit dem Wunſche, daß der
Beſuch über die Befriedigung der unmittelbaren Studien=
wünſche
hinaus, zwanglos ſich in die Kette fortſchreitender
Erkenntnis deutſcher Eigenart ſich einfügen möge und da=
mit
zu einer weiteren Verſtändigung der ſtammesverwand=
ten
Völker führen möge.
Heute nachmittag wurde die Abordnung der engliſchen
Arbeiter und Angeſtellten in der mit Blumen geſchmückten
Halle des Bundesrats im Reichstagsgebäude durch
den Staatsſekretär Dr. Delbrück in Vertretung des behin=
derten
Reichskanzlers empfangen. Außer dem Staats=
ſekretär
a. D. Dernburg, der als Vorſitzender des
deutſchen Empfangsausſchuſſes die engliſchen Gäſte ein=
führte
, nahmen an dem Empfang Staatsſekretär Dr. Solf,
die Unterſtaatsſekretäre Richter und Zimmermann, die Di=
retoren
im Reichsamt des Innern Dr. Caspar, v. Jon=
quiéres
, Lewald und Müller, Direktor im Auswärtigen
Amt Dr. Johannes, der bis vor kurzem Generalkonſul in
London war, und Geheimer Legationsrat v. Stumm, Di=
rigent
in der politiſchen Abteilung des Auswärtigen
Amtes, teil. Als Begleiter der britiſchen Gäſte waren die
Herren vom deutſchen Empfangsausſchuß geladen, deſſen
Mitglieder die nach Berlin gekommenen engliſchen Arbeiter
und Angeſtellten in ihren Häuſern beherbergten und die
Führung hier übernommen haben. Bekanntlich iſt der
Zweck des durch den National Council of Adult Schools
(Hauptvorſtand der Schulen für Erwachſene) veranſtalte=
ten
Beſuchs, neben der allgemeinen Belehrung der Pflege
freundlicher Beziehungen zwiſchen Deutſchland und Eng=
land
zu dienen. Dieſem Beſtreben gab Borrow Cad=
bury
warmherzigen Ausdruck in einer Anſprache, die er
an den Vertreter des Reichskanzlers nach einer kurzen Be=
grüßung
durch dieſen richtete. Cadbury führte u. a. aus:
Als Vertreter der Adult=School=Bewegung in England,
welche nahezu 100000 Mitglieder zählt, ſind wir gekom=
men
, um unſeren Gefühlen der Freundſchaft und der Sym=
pathie
für das deutſche Volk Ausdruck zu geben. Unſere
Bewegung iſt weder politiſch noch konfeſſionell und umfaßt
Männer und Frauen aller Klaſſen und aller chriſtlichen

Glaubensbekenntniſſe, die durch das gemeinſame Band der
Menſchenliebe und das Beſtreben der Vervollkommnung
und Hebung der Menſchheit auf der höheren ſittlichen
Stufe zuſammengehalten wird. Wir treten für den Frie=
den
und den guten Willen zwiſchen allen Menſchen ein, im
beſonderen für ein gutes Verſtändnis zwiſchen der großen
deutſchen Nation, deren hervorragender Vertreter Eure
Exzellenz ſind, und unſerem Volke. Wir begrüßen dank=
bar
die Annäherung, die in den Beziehungen beider Länder
eingetreten iſt und wir möchten unſeren Herzenswunſch
ausdrücken, daß unſer Beſuch dazu beitragen möge, die
Bande der Freundſchaft und Sympathie zwiſchen Deutſch=
land
und Großbritannien feſter zu knüpfen. Niemals wer=
den
diejenigen, welche, wie ich, im Jahre 1909 in Pots=
dam
dabei waren, die Gefühle vergeſſen, von denen ſie er=
griffen
wurden, als Ihr großer, friedliebender Kaiſer die
Vertreter der britiſchen chriſtlichen Kirche als Gentlemen
and Brothers begrüßte. Wir werden aus Deutſchland
reicher zuückkehren als wir kamen, reicher durch all die
neuen Freundſchaften, die wir geſchloſſen haben, durch die
überwältigende Gaſtfreundſchaft, durch ſo viele ſchöne Er=
innerungen
dieſes unvergeßlichen Beſuches und durch die
Ueberzeugung, daß ein weiteres ſtarkes Glied der Kette
eingefügt wurde, die unſere beiden Nationen in der Ver=
gängenheit
verbunden hat und, wir ſind davon überzeugt,
in der Zukunft immer enger verbinden wird. Wir werden
fortfahren, unermüdlich für dieſes Ziel zu arbeiten.
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Wir begrüßen die
Gäſte als die Vertreter einer Bewegung, deren ideale Be=
ſtrebungen
weiteren Kreiſen in Deutſchland wohl bekannt
ſind, und denen wir volles Verſtändnis und aufrichtige
Sympathien entgegenbringen. Erblicken wir doch in Ihrem
Kommen ein neues Zeichen dafür, wie ſtark das Gefühl
der Zuſammengehörigkeit des deutſchen und engliſchen
Volkes gerade auf kulturellem Gebiete entwickelt iſt.
Deutſchland und England verdanken ſich auf geiſtigem und
wiſſenſchaftlichem Gebiete gegenſeitig ſo viel, daß ſie ſchon
hierdurch unzertrennbar miteinander verknüpft erſcheinen.
Solche Beſuche wie der Ihrige können nur dazu beitragen,
dieſes Gefühl zu vertiefen und damit das Bedürfnis nach
gegenſeitiger Annäherung zu verſtärken, das in beiden
Ländern in den letzten Jahren ſich immer mehr Bahn
bricht. Er dankte ſodann Herrn Cadbury für die ſympa=
thiſchen
Worte, die er dem deutſch=engliſchen Freundſchafts=
gedanken
gewidmet hat.
Anläßlich des Beſuches der engliſchen Ar=
beiter
und Angeſtellten fand heute abend eine
vom Empfangskomitee veranſtaltee Maſſenkundge=
bung
für den Frieden zwiſchen Deutſchland und
England in dem Rieſenſaale der Neuen Welt auf der
Haſenhaide ſtatt. Die weiten Räume waren Kopf an Kopf
gefüllt. Die Geſangvereine des deutſchen Werkmeiſterbun=
des
trugen einige Lieder vor. Alsdann begrüßte Staats=
ſekretär
a. D. Dernburg die Engländer in engliſcher
Sprache namens der eigentlichen Kameraden der Gäſte, der
deutſchen werktätigen Bevölkerung und der deutſchen Ar=
beiterſchaft
mit folgenden Worten: Wir treten einander ge=
genüber
als in ſelbſtbewußter Stärke fühlende Nationen.
Wir ſind ſtolz auf unſere nationalen Inſtitutionen und die
nationale Entwicklung und freuen uns des gemeinſamen
Platzes an der Sonne, der Proſperität, Wiſſenſchaft und
Kultur. Ich glaube deshalb Ihrer Zuſtimmung ſicher zu
ſein, wenn ich den bei loyalen Deutſchen und loyalen Eng=
ländern
üblichen Ton gerade bei dieſer Gelegenheit an=
ſchlage
, indem ich Sie bitte, gemeinſam auf die Königs=
häuſer
der beiden großen Nationen anzuſtoßen. Der Red=
ner
überſetzte hierauf die Rede in deutſcher Sprache.
Darauf begrüßte der Generalſuperintendent von Berlin,
Lahuſen, die engliſchen Gäſte im Namen der evangeli=
ſchen
Kirche Berlins, ebenfalls in engliſcher und deutſcher
Sprache. Andere d.iſche und engliſche Redner ſchloſſen
ſich an.
Im weiteren Verlauf der Maſſenkundgebung ſchlug der
Vorſitzende Staatsſekretär a. D. Dernburg vor, an
beide Monarchen Huldigungstelegramme zu ſenden. Der
Vorſchlag wurde mit Begeiſterung angenommen. Mert=
tens
Rughby dankte im Namen der engliſchen Arbeiter
und Angeſtellten für den freundlichen Empfang und ſprach
deren herzlichſte Sympathie für die deutſche Nation aus.
Das engliſche Volk wünſche mit Deutſchland in dauern=
dem
Frieden zu leben. Fräulein Margarethe Behm
ſprach im Namen des deutſchen Heimarbeiterverbandes,
ferner ſprachen Reichstagsabgeordneter Ickler, Reichs=
tagsvizepräſident
Dove, Miß Barrow, Arbeiterſekretär
Erkelenz und Profeſſor Martin Carrige=London. Mert=
tens
dankte dem Vorſitzenden des Empfangskomitees Dr.
Dernburg mit einem dreifachen Hoch. Dieſer erwiderte mit
einem dreifachen Hoch auf die engliſche und die deutſche
Nation. Nach einigen Geſangsvorträgen vom Frauenklub
1900 und dem deutſchen Werkmeiſterverband ſchloß die Ver=
ſammlung
gegen 10¾ Uhr.
* Berlin, 21. Mai. Auf die von der deutſch=
engliſchen
Verſtändigungsverſammlung
anläßlich des Beſuchs der engliſchen Angeſtellten und Ar=
beiter
an den deutſchen Kaiſer und den König und den
König von England gerichteten Huldigungstele=
gramme
ſind die folgenden Antworten eingelaufen:
Neues Palais. Staatsſekretär Dernburg: Ich habe die
freundliche Begrüßung der zur Bekräftigung deutſch= eng=
liſcher
Freundſchaft und Intereſſengemeinſchaft mit ihren
engliſchen Gäſten feſtlich vereinten deutſchen Angeſtellten
und Arbeiter mit beſonderer Freude entgegengenommen
und erſuche Sie, allen Beteiligten meinen herzlichen Dank
bekannt zu geben. gez. Wilhelm I. R. Der König von
England telegraphierte aus Alderſhot: Staatsſekretär
Dernburg: Ich danke Ihnen, Ihrem Komitee und den eng=
liſchen
Vertretern der Adult School ſowohl als auch den
deutſchen Freunden der Bewegung herzlich für ihre freund=
liche
Botſchaft. Ich bin feſt überzeugt, daß ihre Bemühun=
gen
zum Wohl unſerer beiden großen Nationen die größ=
ten
Erfolge zeitigen werden. gez. George R. I.

Gerichtszeitung.

* Straßburg, 20. Mai. Der kommandierende
General des 15. Armeekorps, v. Deimling, hatte gegen
den verantwortlichen Redakteur des Journal d’Alſace= Lor=
raine
. Jung. Strafantrag geſtellt wegen eines Ar=
tikels
vom 5. Dezember v. J. in welchem erzählt worden
war, daß angeblich zwei Offiziere vor dem Kaſino auf
dem Broglieplatz einen vorübergehenden Ziviliſten durch
das Wort Wackes beleidigt hätten. Das Landge=
richt
, vor dem heute in der Sache Termin anſtand er=
blickte
in dem Artikel eine Beleidigung des preußiſchen
Offizierkorps. Das Urteil lautete auf 400 Mack Geld=
ſtrafe
, eventuell 40 Tage Haft, Einziehung der betreffen=
den
Nummer des Journals, Vernichtung der Platten und
Publikation in der Straßburger Poſt und im Journal
d’Alſace=Lorraine, ſowie Tragung ſämtlicher Koſten. Der
Staatsanwalt hatte zwei Monate Gefängnis beantragt.
* Königsberg i. Pr., 20. Mai. Die Straf=
kammer
verhandelte heute gegen den Monteur Richard

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

Nummer 139.

Helis, zuletzt in Berlin wohnhaft, wegen Vergehens
gegen das Spionagegeſetz vom 3. Juni 1893. Die Oeffent=
lichkeit
war ausgeſchloſſen. Das Urteil gegen den Ange=
klagten
lautet auf fünf Jahre Gefängnis und Zu=
läſſigkeit
der Polizeiaufſicht. Die Begründung des Urteils
erfolgte in nichtöffentlicher Sitzung.

Kongreſſe und Verbandstage.

* Köln, 21. Mai. Im Anſchluß an die Hauptver=
ſammlung
des Vereins deutſcher Zeitungsver=
leger
fand am Dienstag im Saale des Zivilkaſinos ein
Feſtmahl ſtatt, an dem eine Reihe Vertreter der oberſten
Staatsbehörden und der Stadtverwaltung ſowie der Prä=
ſident
der Handelskammer teilnahmen. Der Vertreter des
Regierungspräſidenten, Oberregierungsrat von Goerſchen,
machte in ſeiner mit einem Hoch auf den Kaiſer ausklingen=
den
Rede bemerkenswerte Ausführungen über die Stellung
und Bedeutung des Verlegers, als des dem Wechſel nicht
unterworfenen Momentes innerhalb der Preſſe. Der
Präſident der Handelskammer und Verleger der Kölniſchen
Zeitung, Geheimrat Dr. Joſeph Neven Du Mont gab
einen Rückblick auf die Entwicklung des Vereins ſeit ſeiner
Gründung. Er brachte ein Hoch auf den derzeitigen Vor=
ſitzenden
, Dr. Robert Faber aus. Den Schluß der glän=
zend
verlaufenen, überaus inhalts= und erfolgreichen
Tagung des Vereins deutſcher Zeitungsverleger bildete
geſtern bei prachtvollem Wetter eine Rheinfahrt auf dem
Dampfer Kronprinzeſſin Cecilie mit einem Ausflug
auf den Drachenfels. Der Verein war hier Gaſt ſeines
Zweigvereins, des Vereins rheiniſcher Zeitungsverleger,
deſſen Vorſitzender und zugleich ſtellvertretender zweiter
Vorſitzender des Hauptvereins deutſcher Zeitungsverleger,
Robert Bachem, die Teilnehmer in warm empfundener
Anſprache begrüßte.

Der Prinz=Heinrich=Flug 1914.

3. Etappe Frankfurt-Hamburg.
* Darmſtadt, 20. Mai. Schröder (36), Deutſche
Sommer=Flugzeugwerke Darmſtadt, Doppeldecker Gnöme,
iſt heute nachmittag 5 Uhr 40 Minuten in Köln geſtartet
und landete 7 Uhr 13 Minuten glatt in Frankfurt.
Er wird morgen früh nach Hamburg ſtarten.
* Frankfurt a. M., 20. Mai. Heute früh
ſtarteten Schauenburg (34) um 4 Uhr 2 Min. 47 Sek.
Der Apparat kehrte jedoch wieder um und landete um 4
Uhr 7 Min. 6 Sek., ſtieg dann um 4 Uhr 50 Min. 6 Sek.
wieder auf und kehrte abermals 5 Uhr 36 Min. zurück.
Wegen Defekts wird er vor mittags 1 Uhr nicht aufſtei=
gen
. Wentſcher (20) ſtieg um 4 Uhr 7 Min. 25 Sek. auf,
Ladewig (7) um 4 Uhr 12 Min. 37 Sek., Emrich (14) um
4 Uhr 11 Min. 34 Sek., Bonde (11) um 4 Uhr 14 Min. 12
Sek., Kaſtner (5) um 4 Uhr 15 Min. 57 Sek., v. Beau=
lieu
(10) um 4 Uhr 18 Min. 9 Sek., v. Buttlar (12) um
4 Uhr 20 Min. 40 Sek., Hantelmann (3) um 4 Uhr 23 Min.
13 Sek., Schlemmer (17) um 4 Uhr 21 Min. 26 Sek., Frei=
herr
v. Thüna (18) um 4 Uhr 26 Min. 6 Sek., Thelen (39)
um 4 Uhr 24 Min. 9 Sek., Joly (4) um 4 Uhr 19 Min.
40 Sek., Geyer (15) um 4 Uhr 27 Min. 11 Sek., Krum=
ſiek
(27) um 4 Uhr 28 Min. 39 Sek., Paſchen (28) um 4
Uhr 31 Min. 30 Sek., Stiefvater (31) um 4 Uhr 40 Min.
und als neunzehnter Schröder (36) um 4 Uhr 52 Min.
5 Sek. Lt. Waltz iſt völlig ausgeſchieden, nachdem am
Sonntag ſein Flugzeug bei Pforzheim zertrümmerte.
Pfeifer (8) iſt, von der 2. Etappe von Köln kom=
mend
, um 6 Uhr 4 Min. 16 Sek. hier gelandet und
zur 3. Etappe nach Hamburg um 7 Uhr 2 Min. 28 Sek.
aufgeſtiegen.
Als heute morgen das Flugzeug A 52 gegen 5 Uhr
zum Prinz Heinrich=Flug (außer Konkurrenz, Führer Lt.
Stenzel und Beobachter Major Siegert) auf dem Gries=
heimer
Exerzierplatz, wo es eine Landung vorgenommen
hatte, wieder nach Hamburg aufſtieg, funktio=
nierte
der Motor nicht, worauf der Flieger denſelben ab=
ſtellte
. Der Apparat ſtürzte zur Erde und wurde
zertrümmert. Die Flieger blieben unver=
letzt
. Major Siegert iſt mit der Bahn nach Hannover
weitergefahren.
* Kaſſel, 20. Mai. Von Frankfurt a. M. kom=
mend
, haben Kaſſelbisher heute früh ab 5 Uhr 52 Min.
erreicht: Hantelmann (3), Joly (4), Kaſtner (5), Lade=
wig
(7), Beaulieu (10), Bonde (11), v. Buttlar (12),
Geyer (15), Schlemmer (17), Mühlig=Hofmann (20),
Krumſiek (27), Paſchen (28). Alle Flieger, bis auf Ober=
leutnant
Kaſtner, der um 6 Uhr 11 Min. auf dem Forſt
landete, überflogen die Kontrollſtation. Außerdem über=
flog
die Station ein unerkanntes Flugzeug. Wahrſchein=
lich
handelt es ſich um Stiefvatter (31). Lt. Mühlig= Hof=
mann
(20) kehrte wieder zurück und landete um 6 Uhr
22 Min. auf dem Forſt.
* Braunſchweig, 20. Mai. Hantelmann (3),
Joly (4), Bonde (11), Schlemmer (17) und Ladewig (7)
ſind hier kurz nach 7 Uhr früh gelandet. Bei
der Landung wurde das Flugzeug Schlemmers am unte=
ren
Tragdeck beſchädigt. Viele andere Flieger paſſierten
die Kontrolle, ohne Aufenthalt zu nehmen. Herzog Ernſt
Auguſt weilt ſchon ſeit früher Morgenſtunde auf dem
Flugplatz.
* Braunſchweig, 20. Mai. Die hier gelandeten
Oberlt. Joly (4), Ltn. Bonde (11) und Oberlt.
Ladewig (7) haben den Flug nach Hamburg fortgeſetzt.
Oberlt. Hantelmann (3) beſchädigte beim Landen den
Propeller ſchwer, konnte aber den Flug nach Auswechſe=
lung
der Schraube fortſetzen.
* Kaſſel, 20. Mai. Bei der Landung iſt das Flug=
zeug
des Fliegers Stiefvater (31) in den Apparat des
Oberltnts Kaſtner (5) hineingelaufen. Beide Flug=
zeuge
wurden ſtark beſchädigt und ſcheiden aus.
* Hamburg, 20. Mai. Oberleutnant Hantel=
mann
(3) mußte um 6 Uhr abends bei Burtehude wegen
Motordefekts niedergehen. Leutnant Rodewald außer
Konkurrenz fliegend, iſt von Braunſchweig kommend um
4.45 Uhr in Hamburg gelandet. Auf der dritten Etappe
ſind weiter hier eingetroffen: Mühlig=Hoffmann
(20) um 7.18 Uhr, v. Detten (2) um 7.30 Uhr, Emrich
(14) um 8.05 Uhr, der, wie irrtümlich gemeldet war, bei
Niederweimar gelandet ſein ſollte. Außer Konkurrenz
iſt noch eingetroffen Rodewald um 8.20 Uhr.
* Frankfurt a. M., 21. Mai. Schauenburg
(34) iſt heute morgen 4 Uhr 15 Min. aufgeſtiegen, um 7½
Uhr über Braunſchweig geflogen und um 9 Uhr 15 Min.
in Hamburg gelandet. Schröder (36) iſt heute morgen
5 Uhr 3 Min. hier aufgeflogen und um 7 Uhr 23 Min. in
Kaſſel gelandet.
Die vierte Etappe.
Hamburg-Hannover Minden - Her=
ford
Münſter Osnabrück Bremen
Hamburg (565 Km.).
* Hamburg, 20. Mai. Bei herrlichem Wetter ſind
heute früh die Teilnehmer an dem Prinz=Heinrich=Flug

auf dem Fuhlsbütteler Flugplatz eingetroffen, und zwar
Oblt. v. Beaulieu (10) um 8.54 Uhr, Ltnt. v Butt=
lar
(12) und Frhr. v. Thüna (18) um 8.57 Uhr, Dipl.=
Ing. Thelen (39) um 9.55 Uhr, Obltnt. Geyer (15) um
9.57 Uhr, Ltnt. Bonde (11) um 10.30 Uhr, Obltnt. Joly
(4) um 10.20 Uhr, Obltnt. Ladewig (7) um 10.40 Uhr.
v. Beaulieu ſetzte ſeinen Flug gleich nach Hannover
fort. Prinz und Prinzeſſin Heinrich von
Preußen waren kurz vor 9 Uhr auf dem Flugplatz ein=
getroffen
.
* Hannover, 20. Mai. Obltnt. v. Beaulieu,
der um 9.05 Uhr in Hamburg zum Weiterfluge aufgeſtie=
gen
war, iſt hier um 10.34 Uhr gelandet und hat um 11.06
Uhr den Weiterflug fortgeſetzt. Ltnt. Frhr. v. Thüna
ſtartete um 9.15 Uhr und überflog um 10.59 Uhr die hie=
ſige
Kontrollſtation.
* Hannover, 20. Mai. Obltnt. Geyer (15), der
heute vormittag bei Soltau eine Landung vorgenommen
hatte, iſt um 7.40 Uhr abends wieder aufgeſtiegen und
um 8.10 Uhr glatt auf dem hieſigen Flugplatz gelander.
Zur Teilnahme an den Aufklärungsübungen
traf um 7.52 Uhr Ltnt. Findt (66) mit Obltnt. Hollen=
berg
als Beobachter nach einem Fluge über der Stadt von
Gotha kommend hier ein. Bei der Landung erlitt das
Flugzeug infolge des unebenen Bodens einen Bruch=
ſchaden
am Propeller. Die Flieger werden jedoch morgen
den Flug fortſetzen können. Obltnt. Ladewig (7) be=
abſichtigt
, morgen früh zu ſtarten.
Obltnt. Ladewig iſt hier zur Fortſetzung der vier=
ten
und letzten Etappe heute früh 4.43 Uhr geſtartet. Die
hieſige Kontrollſtation haben bereits, von Hamburg kom=
mend
, die drei Fliegeroffiziere Joly, Mühlig= Hof=
mann
und Schlemmer paſſiert.
* Hannover, 20. Mai. Um 11.15 Uhr paſſierte
Ltnt. v. Buttlar die hieſige Kontrollſtation, 12.45 Uhr
Ltnt. Bonde, 12.46 Uhr Obltnt. Hantelmann. Um
1.15 Uhr landete Obltnt. Ladewig. Die Kontroll=
ſtation
Minden paſſierten um 11.30 Uhr Ltnt. Frhr.
v. Thüna, Obltnt. v. Beaulieu um 11.40 Uhr und
um 11.56 Uhr Ltnt. v. Buttlar. Ferner landeten in
Minden 11.25 Uhr Ltnt. Hantelmann, 1.30 Uhr Ltnt.
Bonde.
* Münſter (Weſtf.), 20. Mai. Der Flieger Krum=
ſiek
(27) iſt um 4.41 Uhr in Münſter gelandet.
* Osnabrück, 20. Mai. Ltnt. Bonde (11) über=
flog
um 5.37 Uhr in 600 Meter Höhe die Kontrollſtation,
Krumſiek (27) in 500 Meter Höhe um 6.04 Uhr und
Thelen (39) in 600 Meter Höhe um 7.37 Uhr.
* Bremen 20. Mai. Um 1.39 Uhr traf als erſter
Leutnant von Thüna (18), der eine Landung, um die
Benzinvorräte zu ergänzen, vornahm, ein. Um 2.01 Uhr
trat er den Weiterflug nach Hamburg an. Leutnant von
Buttlar (12), paſſierte 2.08 Uhr, Leutnant v. Beau=
lieu
(10), um 2.10 Uhr Bremen.
* Bremen 21. Mai. Der Zivilflieger Thelen
der geſtern abend 8 Uhr 40 hier gelandet war, iſt heute
morgen um 4.02 Uhr wieder aufgeſtiegen und in Ham=
burg
um 4 Uhr 54 angekommen. Oberleutnant Geyer
iſt heute morgen 4 Uhr 28 in Hannover geſtartet, überflog
6 Uhr 14 Osnabrück und 7 Uhr 40 Bremen.
* Hamburg, 20. Mai. Leutnant v. Thüna (18),
Oberleutnant v. Beaulieu (10) und Leutnant v. Butt=
lar
(12), ſind um 3 Uhr kurz nach einander auf der vier=
ten
Etappe des Prinz Heinrich=Fluges auf dem Flugplatze
eingetroffen und glatt gelandet. Auf der vierten
Etappe ſind weiter hier eingetroffen um 7.30 Uhr Leut=
nant
Bonde (11), um 8.05 Uhr Krumſiek (27), als
erſter Zivilflieger.
Die letzte Etappe erledigten ferner Oberleutnant
Mühlig=Hofmann um 10 Uhr 14 Min., Oberleut=
nant
Ladewig um 10 Uhr 10 Min., Leutnant Schauen=
burg
um 9 Uhr 20 Min. Der geſtern abgeſtürzte, aber
unverletzt gebliebene Major Siegert Kommandeur
des Fliegerbataillons Nr. 4, iſt noch am gleichen Tage mit
einem anderen Doppeldecker aufgeſtiegen und am Nach=
mittag
in Hamburg gelandet.

* Hamburg 20 Mai. Oberleutnant Henne=
berger
vom bayeriſchen Fliegerbataillon mit Haupt=
mann
Sorg iſt auf Luftverkehrs=Doppeldecker (Mercedes=
Motor) heute morgen um 7 Uhr in Berlin aufgeſtiegen.
Bei Farmſen mußte wegen Benzinmangels eine Notlan=
dung
vorgenommen werden. Die Landung war ſehr hart
Die Tragflächen, der Propeller und das Fahrgeſtell wur=
den
dabei beſchädigt; die Flieger blieben unverletzt.
Oberleutnant Geyer der um 9.18 Uhr hier aufgeſtiegen
war, unternahm 10 Kilometer ſüdlich von Soltau eine
Notlandung wegen Bruchs der mittleren Zylinder=
röhren
,

Luftfahrt.

Der neueſte Zeppelin.
* Friedrichshafen, 21. Mai. Das Marine=
kuftſchiff
L. 3 iſt heute morgen 7¼ Uhr zu einer 36 Dauerfahrt aufgeſtiegen. An Bord befand
ſich die Marineabnahmekommiſſion. Das Luftſchiff hat um
10 Uhr Baſel paſſiert. Das Endziel der Fahrt iſt Johan=
nisthal
.
C Darmſtadt 21. Mai. Das Marineluft=
ſchiff
L. 3 paſſierte um 5 Uhr 10 Min. Darmſtadt in
der Richtung auf Frankfurt.
* Frankfurt a. M., 21. Mai. Das Marine=
luftſchiff
L. 3 paſſierte um 5 Uhr 45 die Stadt in
nördlicher Richtung.

* Karibib, 20. Mai. Laut Berliner Lokal=Anzeiger
ſetzt die vom Berliner Großkaufmann Rudolf Hertzog
ausgerüſtete Flugexpedition, die mit dem Flug in
Swakopmund begann, jetzt ihre Tätigkeit in anderen Tei=
len
der Kolonie fort. Büchner ſtartete am 18. früh um
6¼ Uhr in Swakopmund, landete um 8 Uhr bei Kilometer
136 der Otavibahn. Seine Höchſtgeſchwindigkeit betrug
120 Stundenkilometer. Geſtern ſtieg er mit einem Paſſa=
gier
zur Ablieferung der erſten Luftpoſt auf und erreichte
Karibib.

Erſtes deutſches Volkstrachtenfeſt
in Mainz

* Mainz, 21. Mai.
Es iſt ſchon oft wiederholt worden, welche unheilbare
Wunden die zunehmende Induſtrialiſierung Deutſchlands,
der alle individuelle Eigenart vernichtende und alles aus=
gleichende
Einfluß des Maſchinenzeitalters dem deutſchen
Volkskörper zugefügt hat. Eine der empfindlichſten und
von jedem Freunde echten deutſchen Volkstums auf das
tiefſte beklagte Folgeerſcheinung dieſer modernen Entwick=
lung
iſt der unaufhaltſame Rückgang der Volkstrachten.
Zwar gibt es auch heute noch manche Gegenden im Elſaß,
im Schwarzwald, in Bavern und in den öſterreichiſchen

Alpenländern, die treu an der Väter Tracht feſthalten;
ihnen ſtehen jedoch weit zahlreichere Volksſtämme gegen=
über
, wo auf dem flachen Lande die modiſche Kleidung
der Städter die bunten Röcke und Hauben der Großeltern
ſchon völlig verdrängt hat. Für große Teile der ländlichen
Bevölkerung beſitzen mit deren fortſchreitenden Kulti=
vierung
und mit dem Vordringen des Reiſeverkehrs auch
in die weltabgeſchiedenſten Gebirgsdörfchen die altüber=
lieferten
Trachten leider nur mehr Altertums= oder Mu=
ſeumswert
und werden immer mehr auch von den Land=
bewohnern
als Maskerade empfunden.
Es ſind allerdings ſchon verſchiedene Verſuche gemacht
worden, um das abſterbende Intereſſe für die Volkstrach=
ten
wieder zu beleben. Wenig bewährt haben ſich die
Trachten= bezw. Alpenbälle in den Großſtädten, die natür=
lich
ſtets Koſtümfeſte bleiben mußten und nur das Salon=
tirolertum
großgezogen haben. Erſprießlicher war ſchon
das Wirken der Vereinigungen zur Erhaltung der deut=
ſchen
Volkstrachten, die ſich in faſt allen Ländern deutſcher
Zunge gebildet haben. Von dieſen Verſuchen gebührt je=
doch
unſtreitig die Krone den Veranſtaltern des erſten
deutſchen Volkstrachtenfeſtes in Mainz, das
am Mittwoch begann und am Donnerstag mit dem far=
benprächtigen
Trachtenfeſtzuge ſeinen Höhepunkt erreicht
hat, wenn auch das offizielle Programm noch die Tage bis
Sonntag umfaßt. Mußte auch der Gedanke, das erſte der=
artige
Trachtenfeſt gerade in einer Provinz zu veranſtal=
ten
, wo kaum noch eine einzige Volkstracht erhalten ge=
blieben
iſt, zunächſt befremden, ſo hatten doch die Veran=
ſtalter
, unter denen an erſter Stelle der rührige Bayern=
verein
in Mainz genannt ſei, nicht umſonſt auf die Gaſt=
lichkeit
des goldenen Mainz gerechnet, das ſeinem weitbe=
kannten
Rufe als Feſtſtadt auch diesmal wieder alle Ehre
machte, hatten doch die Stadt und ihre Bürger nichts ver=
ſäumt
, um die Gäſte aus Süd und Nord in feſtlichem Ge=
wande
zu empfangen. Schon im Laufe des Mittwochs
brachten Sonderzüge aus Thüringen und Salzburg= Mün=
chen
eine große Anzahl von Volkstrachtenvereinen in die
Feſtſtadt, die ſich abends zu einem Begrüßungskommers
in der Stadthalle vereinigten. Vor einem überfüllten
Auditorium führten die Einwohner einer Reihe von thü=
ringiſchen
Gemeinden ihre heimatlichen Volksſitten, wie
Volkslieder, Tänze, Kirmesbräuche uſw., vor. Beſonders
intereſſant war der von Mitgliedern der Gemeinde
Schönau i. Th. ausgeführte Hahnenſchlag, eine Verbin=
dung
von Volksſpiel und Volkstanz; auch die ſtark an
norwegiſche Reigen erinnernden Springtänze dieſer und
anderer thüringiſcher Gemeinden fanden großen Anklang,
ebenſo die ſchlichten thüringiſchen Volkslieder, die gerade
in Mainz, wo man von jeher Verſtändnis für alle Re=
gungen
der Volksſeele hatte, jedem Anweſenden zu Herzen
gehen mußten. Die ſeltene Gelegenheit, primitive Volks=
kunſt
aus erſter Quelle auf ſich wirken zu laſſen, bildete
den beſonderen Reiz dieſer Veranſtaltung und zugleich
auch das Hauptverdienſt der Veranſtalter, wofür ihnen
der herzlichſte Dank aller Freunde wahren, unverfälſchten
Volkstums gebührt. Auch die folgenden oberbayeriſchen
Schuhplattler, verbunden mit Hakeln, ſtrömten dieſen herb=
würzigen
Erdgeruch aus; weniger mit Volkskunſt hatten
wohl die allerdings ſehr graziöſen Kindertänze zu tun.
Farbenprächtigere Bilder, wie ſie der große hiſtoriſche
Trachtenfeſtzug bot, der ſich am Himmelfahrtstage
mit erheblicher Verſpätung in Bewegung ſetzte, dürfte man
ſelbſt in dem hinſichtlich feſtlicher Aufzuge ſehr verwöhn=
ten
Mainz wohl kaum geſehen haben. Selten mag auch
in einem Zuge eine ſolche Fülle der mannigfaltigſten Ori=
ginaltrachten
vereinigt geweſen ſein wie in dieſem. Durch
das Beſtreben, das Feſt auf breiteſte Grundlage zu ſtellen,
war auch eine große Anzahl namentlich bayeriſcher Lands=
mannvereine
aus der weiteren Umgebung zur Teilnahme
veranlaßt worden, die einen Teil prächtiger Feſtwagen
geſtellt hatten, darunter Bacchus, Gambrinus, Barbaroſſa
im Kyffhäuſer, Geßler und Wilhelm Tell, Kaiſer Ludwig
der Bayer, Germanenjagdzug uſw. Zu den Volkstrachten
hatten die thüringiſchen Gemeinden aus den Herzogtümern
Koburg, Gotba und Altenburg, und nach ihnen die Bayern
aus Traunſtein, Tölz, Bad Reichenhall Kapellen geſtellt, auch
Bauernkapenen wie die von Ruhla, Friedrichsroda und
Tölz blieſen luſtig darauf los. Sehr ſchwach waren da=
gegen
Tirol und Oberheſſen vertreten, während ſehr
wichtige Trachtengebiete wie Elſaß=Lothringen und Schwa=
ben
völlig fehlten. War es daher auch keine vollſtändige
Trachtenſchau über das ganze deutſche Sprachgebiet, ſo
vurde dieſer Mangel durch die Farbenpracht der einzel=
nen
Trachtengruppen reichlich aufgewogen. Auch die Zünfte
waren im Zuge vertreten, beſonders ſtattlich die der Metz=
ger
, die einen ſtattlichen Ochſen einherführten, der in den
nächſten Tagen am Spieß gebraten werden ſoll. Von den
Trachtengruppen lenkten beſonders die ſchmucken Thürin=
gerinnen
mit ihren ſchwarzen Federkronen aller Blicke auf
ſich, wie denn überhaupt die Landbewohnerinnen in dem
Zuge ſehr zahlreich vertreten waren. Ebenſo wie für die
beſten Trachtengruppen waren auch für die beſten Gruppen
in dem nachmittags und abends ſtattfindenden Schuh=
plattler
=Wettkampf Preiſe ausgeſetzt. Nachdem ſich die
Trachtler von den Strapazen des einige Stunden dauern=
den
Feſtzuges einigermaßen bei Speiſe und Trank erholt,
wurde in der Stadthalle eine faſt unüberſehbare Fülle von
Bauerntänzen, Heimatſitten und Dorfgebräuchen dargebo=
ten
; nicht weniger als 26 Bayernvereine maßen ihre Kräfte
im Preisſchuhplatteln.
Auch für die folgenden Tage wird das Programm ſich
im Rahmen eines wahren Volksfeſtes bewegen; es ent=
hält
neben einem Maſſenplatteln von mehr als hundert
bayeriſchen Buam Spinnſtubenbälle, Hammeltänze uſw.,
eine Rheinfahrt der Volkstrachtler nach Rüdesheim. Hof=
fentlich
nimmt das ſeltene Feſt einen ebenſo harmoniſchen
Ausklang wie ſein geſtriger Haupttag. Wenn auch manches
nicht ganz programmäßig in dieſen Tagen ausfiel, ſo wird
man den Veranſtaltern dieſes großangelegten Volkstrach=
tenfeſtes
die Anerkennung für das Geleiſtete nicht verſagen
und ihnen die mildernden Umſtände des Satzes: Aller
Anfang iſt ſchwer! gerne zubilligen. Zweier Männer, die
ſich durch ihre begeiſterte Arbeit zur Verwirklichung der
Ideale der Volkstrachtenſache um das Gelingen des Feſtes
ganz beſonders verdient gemacht haben, ſeien hier noch ge=
dacht
; es ſind dies Landtagsabgeordneter Kommerzienrat
Grübel=Gotha, der Ehrenvorſitzende des Feſtaus=
ſchuſſes
und weithin bekannte Vorkämpfer der Volkstrach=
tenbeſtrebungen
, und der Chiemgauer Volksdichter Georg
Grünbauer der auch als Oberſchiedsrichter in den
Preiskämpfen tätig war. Ihren Bemühungen und denen
des hieſigen Bayernvereins iſt es hauptſächlich zuzuſchrei=
ben
, wenn das Feſt für die Volkstrachtenſache einen vollen
Erfolg bedeutete.

Literariſches.

** Deutſch=nordiſches Jahrbuch für Kuls
turaustauſch und Volkskunde 1914. Heraus=
gegeben
von Dr. Walter Georgi, im Auftrage des
Deutſch=nordiſchen Touriſtenverbandes. Mit 22 Abbildun=
gen
auf 21 Tafeln. Verlag von Eugen Diederichs in Jena,
Mit dieſem Jahrbuche, ſo heißt es in dem Vor=
wort
, wendet ſich der Herausgeber zum erſten

[ ][  ][ ]

Nummer 139.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

Seite 7.

Male mit einer auch für die Folgezeit geplan=
ten
Jahresſchrift an die Oeffentlichkeit. Ein Ken=
nen
= und Verſtehenlernen jener Völker, die auf germani=
ſcher
Kulturbaſis aufwachſen, ein Anknüpfen von Bezieh=
ungen
freundſchaftlicher Art von Menſch zu Menſch und
Polk zu Volk, das iſt die vornehme Aufgabe des Verban=
des
, durch die er den germaniſchen Gedanken frei von jeder
aggreſſiven Tendenz zu ſtützen gedenkt. Auf ſeine Weiſe
will der Verband an dem großen Werke einer freundſchaft=
lichen
Annäherung der germaniſchen Völker untereinander
mitarbeiten. Dieſe Aufgabe zu fördern, kommt auch in
der Herausgabe des vorliegenden Jahrbuchs in dem
Deutſche und Nordländer das Wort ergreifen, zum klaren
Ausdruck. Indem es eine Einführung in die Landſchaft
und die Kultur der nordgermaniſchen Völker geben und
einem regen Kulturaustauſch Deutſchlands mit ihnen
die Wege ebnen will, glauben Verfaſſer und
Herausgeber mit dieſem Buche einen Stein zu dem er=
habenen
Bau einer gegenſeitigen Freundſchaft der ger=
maniſchen
Völker beizutragen. Das reich und ſchön aus=
geſtatkete
Buch enthält u. a. Aufſätze von Dr. Walter
Georgs (Edward Munch und Skagen), Willy Paſtor,
Irene Trieſch, Paul Elsner, Helene Spieker, Schiller=Tietz,
Erich Lilienthal, Guſtaf Blomquiſt. E. Hildebrandt ꝛc.
und als Anhang einen Aufſatz Nordiſche Ausſtellungen
im Jahre 1914
Kleidet ſich eine Dame ſchik, ſo wird ſie, ſelbſt wenn
ſie nicht hübſch iſt, immer noch eine weit hübſchere aus=
ſtechen
, die ſich auf Toilette nicht verſteht. Das iſt wohl
zweifellos und lehrt die tägliche Erfahrung: Wie aber
kleidet man ſich billig und ſchik zugleich? Dieſes Rätſel
löſt aufs einfachſte das tonangebende Weltmodenblatt
Große Modenwelt mit Fächervignette, Verlag
John Henry Schwerin. G. m. b. H., Berlin W. 57. Und
dabei lehrt dieſes vorzügliche Blatt nebenbei noch leichtver=
ſtändlich
, wie auch die Unerfahrenſte ſich das eleganteſte
Koſtüm für wenig Geld ſelbſt herſtellen kann. Ferner liegt
jeder 1. Monatsnummer ein großes farbenprächtiges
Modenkolorit bei Abonnements auf Große Moden=
welt
mit Fächervignette zu 1 Mark vierteljährlich, wofür
6 Nummern geliefert werden, nehmen ſämtliche Buchhand.
lungen und Poſtanſtalten entgegen. Probenummern bei
erſteren und dem Verlag John Henry Schwerin, G. m.
b. H., Berlin W. 57.

Die Lage in Albanien.

* Rom 20. Mai. Giornale d’Italia erhielt
aus Brindiſi folgenden telephoniſchen Bericht, der am
19. Mai nachts von Durazzo abgeſandt wurde: Infolge
des jüngſten Verrates Eſſad Paſchas fuhren die Natio=
naliſten
in der Nähe des fürſtlichen Palaſtes zwei Ka=
nonen
auf, die das Haus Eſſads beſchoſſen. Eſſad Paſcha
ſtürzte ans Fenſter und gab mehrere Revolverſchüſſe ab.
Major Moltedo bürgte Eſſad und ſeiner Gattin für ihr
Leben. Darauf begab er ſich ins Palais, wo in Gegen=
wart
der Vertreter Oeſterreich=Ungarns und Italiens ein
Kronrat abgehalten wurde, in dem Eſſad Paſchas Entfern=
ung
beſchloſſen wurde. Eſſad Paſcha leiſtete der
italieniſch=öſterreichiſchen Abteilung, die ihn bei der Ein=
ſchiffung
) begleiteſte, keinen W derſtand. Nachdem
der erſte Augenblick der Nervoſität vergangen war, erſchien
Eſſad ſehr ruhig. Er war von ſeiner Frau begleitet die
ihn auf dem Wege mit ihrem Körper deckte, da ſie einen
Angriff fürchtete. Der Zug paſſierte zahlreiche Gruppen
von bewaffneten Nationaliſten, die ſich nicht rührten, als
ſie die weiße Fahne auf dem Gewehr eines italieniſchen
Matroſen ſahen. Bevor Eſſad auf das Kriegsſchiff Szi=
getvar
eingeſchifft wurde, ſagte er wörtlich zu dem Dra=
goman
der öſterreichiſch=ungariſchen Geſandtſchaft: Ich
bitte Sie, Seiner Majeſtät dem Könige von Albanien den
Ausdruck meiner tiefſten Ehrerbietung zu über=
mitteln
. Sagen Sie ihm, daß ich ihm immer treu und
ehrenhaft gedient habe und er von meinen Feinden ſchlecht
informiert wurde. Die Zeit wird mir Gerechtigkeit wider=
fahren
laſſen. Mein Gewiſſen iſt ruhig, weil ich immer
mit der größten Aufrichtigkeit und Ergebenheit gehandelt
habe. Nach der Einlieferung Eſſads kam es vor dem Pa=
lais
zu Kundgebungen der Nationaliſten. Die Fürſtin
zeigte ſich mit dem kleinen Prinzen auf dem Arm auf dem
Balkon. Ein Nationaliſt hielt eine lange Anſprache und
beglückwünſchte den Fürſten, der inzwiſchen ebenfalls er=
ſchienen
war, zu der Entfernung Eſſads. Der Fürſt dankte
in kurzen Worten.
* Paris 20. Mai. Die Blätter beſchäftigen ſich leb=
haft
mit den Vorgängen in Albanien. Der Temps
ſchreibt: Die Verhaftung Eſſad Paſchas war
nur dadurch möglich, daß öſterreichiſche und italieniſche
Truppen in Durazzo gelandet wurden. Hierdurch wird
ein europäiſches Problem aufgeworfen. Wir
wollen die Abſichten Oeſterreichs und Italiens nicht ver=
dächtigen
, aber ihr Vorgehen bedarf, um gültig zu ſein, der
Zuſtimmung der anderen Großmächte. Wir
wollen keine Schwierigkeiten hervorrufen, aber wir ver=
langen
, daß die franzöſiſche Diplomatie die Mächte des
Dreibundes daran erinnert daß die Tripel= Ent=
enteexiſtiert
. Wir wollen, daß Frankreich, ſeine Ver=
bündeten
und ſeine Freunde die ſich darbietende günſtige
Gelegenheit benutzen. Als wir im Jahre 1907 infolge der
Ermordung mehrerer unſerer Landsleute gezwungen
waren, in Caſablanca Truppen zu landen, als die Revolte
von 1911 uns nötigte, den General Monier nach Fez zu
ſchicken, wußte jedermann in Deutſchland, daß Frankreich
nur der gebieteriſchen Notwendigkeit Rechnung trug. Das
hat die deutſche Regierung ermutigt, Einſprüche zu er=
heben
, welche ihr ſchließlich den Kongo eingetragen hat.
Wir wollen den gegenwärtigen Stand zu keinen Ge=
bietsvergrößerungen
benutzen, aber da die
Diplomatie des Dreibundes und insbeſondere Deutſch=
lands
, uns in verſchiedenen Punkten zu Leibe rückt, wün=
ſchen
wir daß Frankreich in jenen Punkten, wo man ſeines
guten Willens bedarf, zu verſtehen gibt, daß dieſer gute
Wille entſprechend vergolten werde. Iſt dies hinreichend?
Das Journal des Debatts ſchreibt: Wenn Italien und
Oeſterreich=Ungarn, die ein unabhängiges Albanien ver=
langten
, in Verlegenheit geraten, dann können ſie ſich nur
ſelbſt die Schuld zuſchreiben. Als ſie im Jahre 1912 die
Errichtung eines unabhängigen Albaniens verlangt haben,
haben ſie eine unverſiegbare Quelle von Zwiſtigkeiten ge=
ſchaffen
. Es iſt nur gerecht, wenn ſie die erſten ſind, die
darunter zu leiden haben.
* Peſt 20. Mai. Zum Schluſſe der Vormittags=
ſſitzung
der öſterreichiſchen Delegation ergriff
der Miniſter des Außeren, Graf Berchtold das Wort
rnd erklärte: Nach den bisherigen telegraphiſchen Nachrich=
den
iſt es mir natürlich noch unmöglich, ein abſchließendes
Urteil über die Tragweite der Vorgänge in Alba=
nien
zu fällen. Daß man bei dem Inkrafttreten eines
neuen Staatsweſens am Balkan mit Zwiſchenfällen ver=
ſcchiedener
Art rechnen muß, erſcheint mir ſelbſtverſtändlich.
Solche waren bekanntlich in den Anfangsſtadien der an=
deren
Balkanſtagten ausnahmslos zu verzeichnen. Meiner

Anſicht nach liegt kein Grund vor, daraus ungünſtige
Schlüſſe zu ziehen.
* Rom 20. Mai. Die Tribuna veröffentlicht eine
längere telephoniſche Mitteilung ihres heute mittag
nit einem italieniſchen Torpedoboot aus Durazzo in
Brindiſi angekommenen Berichterſtatters über die Vor=
gänge
der letzten Tage. Eſſad Paſcha ergab ſich
ausdrücklich den Italienern, Eſſads Paſcha Frau flehte
den italieniſchen Offizier an, ihren Mann zu retten. Durch
diplomatiſche Verhandlungen wurde feſtgelegt, wie Eſſad
abgeführt werden ſollte. Admiral Trifari kam auf eine
Aufforderung des Fürſten in den Palaſt und es wurde
beſchloſſen, nachdem der Fürſt zugeſagt hatte, daß Eſſad
nichts geſchehen ſolle, dieſen durch ein italieniſch= öſter=
reichiſches
Pikett abführen zu laſſen. Um 8 Uhr vormit=
tags
wurde Eſſad Paſcha, nachdem er dem italieniſchen
Dragoman ſeine Revolver übergeben hatte, von einem ge=
miſchten
Pikett in Begleitung des Sekretärs des Fürſten,
Armſtrong, unbehelligt auf den öſterreichiſchen Kreuzer
Salvator gebracht, wo er zu ſeiner Sicherheit zur Ver=
fügung
des Fürſten feſtgehalten wurde. Er beteuerte ſeine
Unſchuld in jeder Hinſicht. Bei der Beſchießung ſeines
Konaks waren drei ſeiner Diener getötet worden. Die
Frauen und Kinder der Ausländer ſind in Sicherheit auf
dem Dampfer Molfetta‟ Die Stadt iſt zurzeit ruhig.
* Wien 20. Mai. Nach einer Mitteilung von un=
terrichteter
Seite läßt der Fürſt von Albanien eine
Unterſuchung gegen Eſſad Paſcha durchfüh=
ren
, von deren Ergebnis die Entſcheidung des Fürſten
über das weitere Schickſal Eſſad Paſchas abhängt. Hier
erwartet man, daß die Angelegenheit ohne Aufſchub er=
ledigt
wird.
* Durazzo 20. Mai. (Agenzia Stefani.) Fürſt
Wilhelm beſchloß nach einer langen Konferenz, an der
der italieniſche Geſchäftsträger und der öſterreichiſch= unga=
riſche
Geſandte teilnahmen, Eſſad Paſcha nachdem
er eine Erklärung, ohne Erlaubnis des Fürſten nicht nach
Albanien zurückzukehren, unterzeichnet hatte, an Bord des
italieniſchen Dampfers Benghaſi nach Brindiſi bringen
zu laſſen. Der Dampfer hat Durazzo um 3 Uhr nachmit=
tags
verlaſſen.
* Durazzo, 20. Mai. Der geſtrige Nachmittag und
Abend verlieſen ohne Zwiſchenfall; die Nationa=
liſten
durchſtreiften den ganzen Abend die Straßen. Die
von den holländiſchen Offizieren getroffenen militäriſchen
Vorkehrungen wurden unverändert aufrechterhalten. Es
verlautet, daß Leute Eſſad Paſchas den nationaliſtiſch ge=
ſinnten
Mafar Bey und Muhad Bey getötet, Refek Bey
und Abdi Bey, ſämtlich Mitglieder der Familie Toptani,
ſchwer verwundet hätten. Der Leibarzt des Fürſten, Dr.
Berghauſen, begab ſich im Auftrag des Fürſten mit Ver=
bandszeug
nach Tirana. Das Kabinett bot geſtern Abend
dem Fürſten mündlich ſeine Demiſſion an.
* Peſt, 20. Mai. Der albaniſche Miniſter=
präſident
Turkhan Paſcha iſt heute nachmittag
nach Wien abgereiſt, von wo er ſich nach Berlin begibt.

* Durazzo, 21. Mai. Der Fürſt hat die demiſſio=
nierenden
Miniſter erſucht, ihre Portefeuilleszu
behalten. Der Miniſter des Poſt= und Telegraphen=
weſens
Haſſan Bei=Priſchtina hat einſtweilen zu ſeinem
Reſſort die von Eſſad Paſcha bisher innegehabten Mi=
niſterien
des Krieges und des Innern übernommen. Die
Aufſtandsbewegung der Bauern vor Durazzo iſt friedlich
beigelegt. In der Stadt herrſcht vollkommene Ruhe.
* Durazzo 21. Mai. Eſſad Paſcha iſt geſtern
auf Befehl des Fürſten von dem öſterreichiſch=ungariſchen
Kriegsſchiff Szigetvar an Bord eines italieniſchen
Schiffes gebracht worden, das nach Brindiſi in See
ging. Vor ſeiner Freilaſſung unterzeichnete Eſſad Paſcha
ein Protokoll, in welchem er ſich verpflichtete ſich in die
inneren und äußeren Angelegenheiten Albaniens nicht
mehr einzumiſchen.
* Brindiſi 21. Mai. Geſtern abend 11 Uhr iſt
Eſfad Paſcha mit ſeiner Frau an Bord des Dampfers
Bengaſi hier angekommen. Beide reiſen heute nach
Neapel weiter.
* Paris 21. Mai. Der franzöſiſche Geſandte in
Durazzo de Fontenay wird morgen von Paris
abreiſen, um ſich auf ſeinen Poſten zu begeben.
* Paris, 21. Mai. Einer Blättermeldung zufolge
ſei mit Zuſtimmung Oeſterreichs und Italiens beſchloſſen
worden, Eſſad Paſcha nach Tripolis zu depor=
tieren
.
* Paris, 21. Mai. Das Journal des Débats
ſchreibt zu der Feſtnahme Eſſad Paſchas: Die auf
Erſuchen des Fürſten Wilhelm von den Mannſchaften der
fremden Stationsſchiffe durchgeführten Polizeimaßnahmen
hatten keineswegs den Charakter einer Intervention. Sie
hätten ebenſogut von ruſſiſchen, engliſchen oder franzöſi=
ſchen
Mannſchaften durchgeführt werden können, wenn
dieſe auf der Reede von Durazzo geweſen wären. Um
aber in dieſer Hinſicht jedes Mißverſtändnis zu zerſtreuen
und für den Fall, daß die öſterreichiſchen und italieniſchen
Zuſicherungen nicht genügend erſcheinen ſollten, könnten
die anderen in der internationalen Kontrollkommiſſion ver=
tretenen
Mächte gleichfalls Schiffe nach Durazzo entſen=
den
. Vorläufig iſt da nichts anderes zu tun.

Mexiko und die Vereinigten Staaten.

* Mexiko City, 20. Mai. Die Lage wird als
ſehr ernſt angeſehen. Man befürchtet, daß in einigen
Tagen ein Aufſtand ausbrechen wird. Die Telegraphen=
leitung
nach San Luis Potoſi iſt durchſchnitten. Es heißt,
daß die Konſtitutionaliſten Guadalajara angreifen.
* Paris, 19. Mai. Nach einer Blättermeldung
aus Veracruz hat der daſelbſt eingetroffene Kreuzer
Desmartes 500 Gewehre und 45000 Patronen an Bord
welche zur Verteidigung der franzöſiſchen Geſandtſchaft in
Mexiko beſtimmt waren, falls die Lage in der Hauptſtadt
für die franzöſiſchen Staatsangehörigen gefährlich wer=
den
und dieſe gezwungen ſein ſollten, ſich in das Geſandt=
ſchaftsgebäude
zu flüchten. Angeſichts der Schwierig=
keiten
, mit welchen der Transport dieſer Waffen verbunden
ſein würde, zögert der Kapitän des Desmartes dieſel=
ben
zu landen. In Veracruz treffen zahlreiche notleidende
franzöſiſche Flüchtlinge ein.
* Niagara Falls, 20. Mai. Die Unterhand=
lungen
wegen der mexikaniſchen Frage
haben heute nachmittag offiziell begonnen.
* Mexiko, 20. Mai. Huerta hat eine Erklärung
abgegeben, daß er die mexikaniſchen Friedensdelegierten
ermächtigt habe, ſeine Demiſſion anzubieten,
falls dieſe zur Löſung der mexikaniſchen Frage nötig ſei.
* Waſhington, 20. Mai. Der ſtellvertretende
Marineſekretär erklärte, es werde von den Vereinigten
Staaten jede Anſtrengung gemacht, Tampico freizu=
halten
. Obwohl noch keinerlei Befehle erteilt wurden
ſind doch Schritte unternommen worden, um, falls es not=

wendig ſein ſollte, eine Blockade ſeitens der Bundes=
truppen
oder der Konſtitutionaliſten zu verhindern.
* Mexiko, 21. Mai. Huerta ſtellt auf das ent=
ſchiedenſte
in Abrede, daß er den Delegierten der Kon=
ferenz
in Niagara Falls die Zuſicherung gegeben
habe, daß er abdanken werde.

Darmſtadt, 22. Mai.
W-l. Großh. Hoftheater. In der Wiederaufführung
der vieraktigen ſchlußloſen Hauptmannſchen Diebes=
komödie
Der Biberpelz am Mittwoch unterhielt
Frau Müller=Rudolph durch die fröhliche, realiſti=
ſche
, mit Spitzbubenhumor gewürzte Verkörperung und
Darſtellung der Hauptrolle des Stückes, der frechen Diebs=
kanaille
Frau Wolff, das Publikum aufs beſte. Auch die
poſſenhafte Karikatur des Amtsvorſtehers in Stulpſtiefeln,
der die beiden Spitzbuben zu Entlaſtungszeugen macht,
gelang Herrn Harprecht trefflich. Zu den von früher
her ſchon beſtens bekannten Mitgliedern der ehrenwerten
Familie Wolff, Herrn Heinz als Oberhaupt und Frau
Gothe als hoffnungsvollem 14jährigen Sprößling ge=
ſellte
ſich Frl. Widmann als älteſtes Produkt von Frau
Wolffens bewährter Erziehungsmethode. In das ulkige
Amtsſtubenmilieu paßten die Charakterköpfe des Herrn
Peters als dienſtbefliſſener Amtsſchreiber und des
Herrn Jürgas als verſoffener Amtsdiener gut hinein.
Der ſich hinter der heuchleriſchen Maske der Wehleidigkeit
verſteckende Hehler der Frau Wolffen, der Schiffer Wul=
kow
des Herrn Weſtermann, war eine nach dem Leben
gezeichnete Spitzbubenfigur. Famos war auch der durch
des Amtsvorſtehers Gunſt und Dummheit zu höherer Be=
deutung
erhobene Ehrenmann Motes des Herrn Hacker,
humor= und temperamentvoll Herrn Jordans Rentier
Krüger, das Juſtizopfer des Herrn von Wehrhahn. Das
Publikum amüſierte ſich ſehr gut. Die das Stück aber zum
erſten Male ſahen, wußten nicht, daß es zu Ende war.
Parlamentariſches. Der zweite ( Geſetzge=
bungs
=) Ausſchuß der Zweiten Kammer beſchäftigte
ſich in ſeiner Sitzung am Mittwoch mit den Regierungs=
vorlagen
, betr. die religiöſen Orden und ordens=
ähnlichen
Kongretationen; Abänderung des Feldſtraf=
geſetzes
vom 13. Juli 1904 betr., und die Loſegeſell=
ſchaften
über die die Abgeordneten Reh, v. Brentano
und Dr. Fulda Bericht erſtatteten. Das Ordensgeſetz
wurde einſtimmig in allen Punkten nach ganz unweſent=
lichen
Abänderungen genehmigt. Ueber die beiden
anderen Vorlagen ſoll nochmals mit der Regierung ver=
handelt
werden. Die Vorlagen werden dann am nächſten
Mittwoch endgültig erledigt. Die Berichte über den
Antrag Grünewald, Ueberweiſung der Wahl=
prüfungen
zu den Wahlen der Zweiten Kammer betr.,
an das Großh. Oberlandesgericht, den der Abg. Dr.
Stephan erſtattete (der Antrag wurde abgelehnt), über
Vorſtellung des Anglerbundes Mainz, Fiſchereigeſetz
betr., und über den Antrag Uebel, Abänderung des Art.
39 Abſ. 2 der Landgemeindeordnung betr., die der Abg.
Lutz erſtattete, wurden genehmigt.

sd. Bürſtadt, 20. Mai. (Einbruch.): In der ver=
gangenen
Nacht wurde in einigen auf dem Feſtplatz ſtehen=
Buden eingebrochen und Kleidungsſtücke. Eßwaren und
Wein geſtohlen. Die Spitzbuben wurden ſpäter auf der
Chauſſee nach Lampertheim feſtgenommen. Sie hatten im
Chauſſeegraben ein Gelage veranſtaltet und ſich an dem
geſtohlenen Wein ſchwer bezecht. Es waren zwei Ange=
ſtellte
einer Schießbude.
(*) Lauterbach, 20. Mai. (Die bei der Crain=
felder
Mordtat Schwerverletzten) ſind jetzt
ſoweit wiederhergeſtellt, daß Lebensgefahr ausgeſchloſſen
iſt. Sie können bereits das Bett verlaſſen, und die furcht=
baren
Kopfwunden beginnen ſich allmählich zu ſchließen.
Das Sinnesvermögen beſonders der Mutter arbeitet noch
unvollſtändig, ſie hat auch noch keine rechte Vorſtellung von
dem Unglück, auch kann ſie die volle Wahrheit noch nicht
vertragen. Den beiden Söhnen geht es etwas=beſſer als
der Mutter; der eine iſt durch die Verletzungen im Geſicht
ziemlich entſtellt. Die drei Verletzten werden noch län=
gere
Zeit im Krankenhauſe bleiben müſſen; die jüngſte
Schweſter iſt vollſtändig geheilt.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Innsbruck, 21. Mai. Der Juweliersſohn Dieſel
aus Düſſeldorf, der vor vierzehn Tagen von Innsbruck
eine Hochtour auf die Nordkette unternommen hatte,
wurde ſeither vermißt. Geſtern abend iſt ſeine Leiche
unterhalb Hafelehars aufgefunden worden. Die Leiche
wurde nach Innsbruck gebracht.
* Paris, 21. Mai. Der hieſige New York Herald er=
hielt
von dem Kapitän der Vaterland ein Tele=
gramm
, in welchem dieſer dem amerikaniſchen Dampfer
Miami den Dank dafür ausſpricht, daß ihn derſelbe
in der Montagnacht drahtlos vor Eisbergen ge=
warnt
habe. Die Vaterland habe infolgedeſſen un=
verzüglich
einen 30 Meilen ſüdlicheren Kurs genommen.
* Brüſſel, 20. Mai. Heute vormittag fand zu Ehren
des däniſchen Königspaares auf der Avenue
Tervueren eine große Parade ſtatt, an der etwa 10000
Mann teilnahmen, die zum Teil aus der Provinz heran=
gezogen
worden waren. König Chriſtian und König
Albert ſtiegen in dem Kurort Boitsfort zu Pferde und rit=
ten
die Front der an der Parade teilnehmenden Trup=
pen
ab, die auf der Avenue Tervueren an den beiden
Monarchen vorbeidefilierten. Während des Vorbeimar=
ſches
kreuzten vier Flugzeuge über dem Paradefeld. Eine
ungeheure Menſchenmenge war nach der Avenue ge=
ſtrömt
.
Der König und die Königin von Dänemark
beſuchten, heute nachmittag in Begleitung des belgiſchen
Königspaares das Rathaus. König Chriſtian dankte der
Stadtverwaltung für den herzlichen Empfang an dieſer an
glorreichen Erinnerungen ſo reichen Stätte. Die Fürſt=
lichkeiten
betraten den Balkon, um eine Huldigung der
Brüſſeler Vereine entgegenzunehmen. Abends fand im
Stadtſchloß Familientafel ſtatt.
* Pola, 21. Mai. Der Hinterkeſſel des Maſchinen=
ſchultorpedobootes
16 erlitt geſtern vormittag,
wahrſcheinlich durch Berſten eines Waſſerrohres, Ha=
varie
. Durch den ausſtrömenden Dampf wurden ſechs
Mann verletzt.
* Biſerta, 21. Mai. Durch einen Unglücksfall im
hinteren Keſſelraume des Torpedobootzerſtö=
rers
Renaudin wurden 5 Matroſen ſchwer ver=
brannt
. Vier davon ſind tot.
* Petersburg, 21. Mai. In einer Werkſtatt der
Putilowwerft brach heute vormittag Feuer aus,
das im Laufe einer Stunde außer dieſer Werkſtatt noch
zwei andere zerſtörte. Das Feuer vernichtete viele Teile
der im Bau befindlichen Schiffe. Die Urſache des Brandes
iſt wahrſcheinlich in Unvorſichtigkeit zu ſuchen. Der
Schaden beträgt etwa 200000 Rubel.

[ ][  ][ ]

Seite S.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

Nummer 139.

* London, 20. Mai. Unterhaus. Der Unioniſt
Shidley Bonn fragte an, ob mit Deutſchland irgendein
Abkommen beſtehe zu dem Zwecke, daß Deutſchland
durch moraliſche, wenn nicht durch Vertragsverpflichtungen
an England gebunden, die es an der offiziellen Be=
teiligung
an der Panama=Ausſtellung 1915
verhindern. Parlaments=Unterſekretär Acland erwiderte,
die Antwort müſſe verneinend ausfallen, da keinerlei mo=
raliſche
oder anderweitige Verpflichtungen in dieſer Be=
ziehung
vorlägen. Hierauf lenkte Bonn die Aufmerkſam=
keit
des Hauſes auf die Aeußerung des Abg. Baſſermann
im Deutſchen Reichstage in dieſer Frage, aber der Spre=
cher
griff ein und erklärte, Acland ſei nicht für das ver=
antwortlich
, was in einem auswärtigen Parlament geſagt
werde.
* Kowno, 20. Mai. Die Ortſchaft Krakinowo
(Gouvernement Kowno) iſt zur Hälfte niederge=
brannt
.
* Neu=York, 21. Mai. Der Dampfer Vaterland‟
iſt heute vormittag 7 Uhr 47 Minuten bei der Quaran=
täneſtation
eingetroffen.

Tageskalender.
Freitag. 22. Mai.

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Geldfrage mag bisher manchen davon abgehalten haben,
ſich eine Seereiſe zu gönnen; aber es werden doch öfters
außergewöhnliche Gelegenheiten geboten, für billiges
Geld eine Fahrt auf dem Meere zu unternehmen. So
wird es binnen kurzem durch den Norddeutſchen Lloyd
in Bremen der Fall ſein. Sein prächtiger Dampfer
Prinz Heinrich, der in der Linie Alexandrien=Marſeille
beſchäftigt iſt, wird am 28. Juli dieſes Jahres von
Marſeille aus direkt nach Bremerhaven fahren und dort
am 6. Auguſt eintreffen. Die Rückreiſe erfolgt am
5. September über Southampton (7. Sept.), die Wieder=
ankunft
in Marſeille am 15. September, von wo der
Dampfer wieder regelmäßig über Neapel nach Aegypten
verkehren wird. Auf der ganzen Fahrt durch das weſt=
liche
Mittelmeer, durch die Straße von Gibraltar, rund
um Spanien, durch den Golf von Biscaja und den
Engliſchen Kanal werden (außer Southampton auf der
Rückreiſe) keine Häfen angelaufen, ſo daß derjenige, der
eine Erholungsreiſe zur See machen will, in der ange=
nehmen
Lage iſt, neun Tage lang ununterbrochen, die
friſche, würzige Luft und alle ſonſtigen Reize einer
Seefahrt zu genießen. Und trotz dieſer langen Fahrt
und der an Bord der Lloyddampfer bekannten, erſt=
klaſſigen
Verpflegung ſind die Preiſe ſo minimal, daß ſie
zu dem Gebotenen in gar keinem Verhältnis ſtehen. Der
Preis 1. Kl. Marſeille=Bremerhaven oder umgekehrt be=
trägt
nur 200 Mk., 2. Kl. 140 Mk., 3. Kl. 70 Mk. (12518

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unſer lieber Vater
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Herr Heinrich Gross
Oktroierheber i. P.
Ritter des Eiſernen Kreuzes.
Darmſtadt, den 20. Mai 1914.
Die trauernden Töchter:
A. u. F. Gross.
Die Beerdigung findet am Freitag, nach=
mittags
4 Uhr, vom Sterbehaus Sand=
bergſtraße
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eine Viertelſtunde vorher. Von Bei=
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Familiennachrichten.

Kriegerverein
Darmſtadt.
(12512
Die Beerdigung unſeres Mit=
glieds
und Feldzugskameraden
Herrn Heinrich Groß, Oktroierheber i. p.
findet am Freitag, den 22. ds. Mts., nachmit=
tags
4 Uhr, vom Sterbehaus Sandbergſtr. 59
aus ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Lahr
bis Probſt ſich dort zu verſammeln.
Der Vorſtand.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem ſchweren Verluſte unſeres lieben Vaters
Herrn
Leonhard Lautenſchläger
ſagen wir allen herzlichen Dank; beſonders Herrn
Pfarrer Rückert für die troſtreichen Worte am
Grabe, den Schweſtern des ſtädt. Krankenhauſes
für die aufopfernde Pflege, dem 5. Bezirk des
Kriegervereins für die zahlreiche Beteiligung und
allen Freunden und Bekannten für die reichen
Blumenſpenden.
(12523
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 20. Mai 1914.

Danksagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Ver=
luſt
und die vielen Blumen= und Kranzſpenden,
ſowie dem Herrn Pfarrer D. Waitz für die troſt=
reichen
Worte am Grabe, ſagen wir auf dieſem
Wege unſeren aufrichtigſten Dank. (12522
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
H. Schmidt u. Kinder
Darmſtadt, den 21. Mai 1914.
Kaupſtraße 5, part.

Danksagung.
Da es uns nicht möglich iſt, für die
ſo überaus wohltuenden Beweiſe herz=
licher
Teilnahme und Liebe, die uns
während der Krankheit, bei dem Heim=
gang
und der Beerdigung unſeres un=
vergeßlichen
Gatten, Vaters u. Schwie=
gervaters
, des
(12520
Pfarrers und Kirchenrats
Ernst Widmann
in ſo reichem Maße von allen Seiten er=
wieſen
wurden, im einzelnen zu danken,
ſprechen wir auf dieſem Wege unſeren
wärmſten und tiefgefühlten Dank aus.
Darmſtadt, den 20. Mai 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen.

Für die überaus zahlreiche und herzliche Teil=
nahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Tochter,
Schweſter und Kuſine
(B12524
Fräulein Elisabeth Boger
insbeſondere dem Herrn Pfarrer für die troſtreichen
Worte am Grabe und für die überaus zahlreichen
Blumenſpenden ſagen innigen Dank.
Darmſtadt, den 21. Mai 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Kathar. Boger Witwe und Rinder.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben Frau, unſerer
Schweſter, Schwägerin und Tante, insbeſondere
dem Herrn Pfarrer Beringer für die troſtreichen
Worte am Grabe, den Schweſtern des Gemeinde=
hauſes
Kiesſtr. für die liebevolle Pflege während
ihrer langen Krankheit und für die zahlreichen
Kranzſpenden, ſagen wir Allen innigſten Dank.

12515)

Namen der Hinterbliebenen:
Wilh. Göller.

Darmſtadt, den 20. Mai 1914.

Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 22. Mai:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 23. Mai:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Schrifterklärung.
Sabbatausgang 9 Uhr 10 Min.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Samstag, den 23. Mai:
Vorabend 7 Uhr 30 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 9 Uhr 10 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 24. Mai, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr.
Abends 9 Uhr 10 Min.
NB. Dienstag, den 26. Mai:
Rausch Chaudesch Sivon.

Dampfernachrichten.

Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem Ver=
treter
: Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Amerika 18. Mai 10 Uhr 30 Mind
morgens in Neu=York. Armenia nach Baltimore,
16. Mai 2 Uhr morgens in Halifax. Graf Walderſee‟
nach Neu=York, 18. Mai 1 Uhr 50 Min. nachm. Scilly
paſſiert. Moltke von Genua, Neapel und Palermo
nach Neu=York, 17. Mai 4 Uhr morgens Gibraltar
paſſiert. Preſident Grant, von Neu=York kommend,
18. Mai 8 Uhr 30 Min. abends Lizard paſſiert.
Weſtindien, Mexiko: Fürſt Bismarck nach Havanna
und Mexiko, 18. Mai 3 Uhr nachm. in Santander,
Wasgenwald 18. Mai in Colon. Südamerika, Weſt=
küſte
Amerikas: Abeſſinia nach der Weſtküſte Amerikas,
17. Mai von Cadiz. Oſtaſien: Fürſt Bülow‟ 17. Mai
12 Uhr mittags von Kobe. Perſepolis 18. Mai von
Tellicherry, heimkehrend. Sileſia 18. Mai von Malta
nach Port Said, ausgehend. Verſchiedene Fahrten:
Ekbatana von Perſien kommend, 18. Mai 11 Uhr
abends in Hamburg. Königin Luiſe von der Riviera
kommend, 18. Mai 4 Uhr nachm. in Southampton.
Vergnügungsdampfer Meteor, fünfte Mittelmeerfahrt,
18. Mai 7 Uhr 30 Min. abends von Liſſabon.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren,
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
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Nummer 139.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

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[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mat 1914.

Nummer 139.

Zutliche Lachrichten des Groſtherzoglichen Kreigamis Darnſadt.

Bekanntmachung.

Der Heſſiſche Reiterverein beabſichtigt, am Sonntag, den
24. Mai ds. Js., nachmittags 3 Uhr, ſein diesjähriges Frühjahrs=
rennen
auf dem Griesheimer Truppenübungsplatz abzuhalten.
Wir bringen zur Kenntnis der Zuſchauer, daß den Anord=
nungen
der mit dem Sicherheitsdienſt betrauten Gendarmen und
Militärperſonen Folge geleiſtet werden muß, daß ferner die War=
nungs
= und Bahnzeichen, Abſperrungen von Wegen und dergl.
beachtet werden müſſen, ſowie daß das Betreten des Griesheimer
Truppenübungsplatzes Unbefugten nicht geſtattet iſt. (12497fs
Bei der An= und Abfahrt muß rechts gefahren und Reihe
gehalten werden, damit Verkehrsſtörungen und Unglücksfälle ver=
mieden
werden.
Darmſtadt, den 19. Mai 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
V.: Dr. Reinhart.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=

licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 deutſcher Schäferhund (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(12489

In der Privatklageſache

des Kaufmannes Wilhelm Schnellbächer zu Darmſtadt, Riegerplatz,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Oppenheimer in Darmſtadt,
Privatklagers,
gegen den Kaufmann H. Stähle zu Darmſtadt, Neue Ireneſtraße 71,
Angeklägten,
hat das Großh. Schöffengericht I in Darmſtadt in der Sitzung vom
22. Auguſt 1913 für Recht erkannt:
Der Angeklagte Heinrich Stähle zu Darmſtadt, geboren am
18. Juni 1877 zu Melſungen, evangeliſch, verheiratet, wird wegen
Beleidigung nach § 20 des Geſetzes über die Preſſe vom 7. Mai 1874
und nach den §§ 185, 186, 200 St. G. B. zu einer Geldſtrafe von 100 Mk.,
die im Uneinbringlichkeitsfalle mit zehn Tagen Gefängnis zu ver=
büßen
iſt, verurteilt.
Der Angeklagte Wilhelm Schnellbächer wird von Strafe und
Koſten freigeſprochen.
Dem Angeklagten Heinrich Stähle werden die geſamten Koſten
des Verfahrens einſchließlich der dem Privatkläger Schnellbächer er=
wachſenen
notwendigen Auslagen auferlegt.
Dem Beleidigten Wilhelm Schnellbächer wird die Befugnis
zugeſprochen, binnen 4 Wochen nach Rechtskraft des Urteils den ent=
ſcheidenden
Teil des Urteils durch einmalige Einrückung in dem
Monatsanzeiger des Deutſch=Nationalen Handlungsgehilfenverban=
des
, Ortsgruppe Darmſtadt, in dem Darmſtädter Täglichen An=
zeiger
, Neuen Heſſiſchen Volksblättern und dem Darmſtädter
Tagblatt auf Koſten des Verurteilten öffentlich bekannt zu machen.
gez. Seibert.
Die Richtigkeit der Abſchrift beſcheinigt:
gez. Koch, Akt.=Aſſiſtent
(L. 8.)
als Gerichtsſchreiber.
Auf die eingelegte Berufung hat die erſte Strafkammer des
Großh. Landgerichts Darmſtadt in der Sitzung vom 7. März 1914
dahin erkannt:
Der Berufung des Angeklagten gegen das Urteil Großh. Schöffen=
gerichts
Darmſtadt vom 22. Auguſt 1913 wird hinſichtlich des Straf=
maßes
ſtattgegeben und die angeſetzte Strafe von 100 Mark auf
50 Mark, die im Unvermögensfalle mit fünf Tagen Gefängnis zu ver=
büßen
iſt, herabgeſetzt. Im übrigen wird die Berufung als unbegündet
verworfen. Die Koſten der Berufungsinſtanzhat der Angeklagte zu tragen.
Die Richtigkeit der Abſchrift der Urteilsformel wird beglaubigt
und die Rechtskraft des Urteils beſcheinigt.
Darmſtadt, den 18. Mai 1914.
(12491
gez. Koch, Akt.=Aſſiſtent
(L. 8.)
als Gerichtsſchreiber des Großh. Amtsgerichts I.
Zur Beglaubigung:
Dr. Oppenheimer, Rechtsanwalt.

Bwangsverſteigerung.

Die nachſtehend bezeichneten Grundſtücke, die zur Zeit der Ein=
tragung
des Verſteigerungsvermerks auf den Namen des Kaufmanns
Friedrich Amelung und deſſen Ehefrau Julie geborene Pullmann als
Geſamtgut der Errungenſchaftsgemeinſchaft im Grundbuch einge=
tragen
waren, ſollen
Montag, den 13. Juli 1914, nachmittags 3 Uhr,
durch das unterzeichnete Gericht im neuen Gerichtsgebäude, Zim=
mer
219, verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsverſteigerung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 25. April 1914 in das Grund=
buch
eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verſteigerungs=
vermerks
aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren, ſind ſie ſpäte=
ſtens
im Verſteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von
Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der
Gläubiger widerſpricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei
der Feſtſtellung des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Verteilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläubigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehendes
Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Züſchlags
die Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des Verfahrens herbei=
zuführen
, widrigenfalls für das Recht der Verſteigerungserlös an
die Stelle des verſteigerten Gegenſtandes tritt.
Darmſtadt, den 9. Mai 1914.
(12493a
Großherzogliches Amtsgericht I.
gez. Lutz.
Ausgefertigt
Hanſt, Gerichtsſchreiber.
Bezeichnung der Grundſtücke.
Grundbuch für Darmſtadt Bezirk II Band I Blatt 8:
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Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Freitag, den 29. Mai 1914,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(12488fs
Darmſtadt, 19. Mai 1914.
Stadtbauamt.

Weißbinderarbeiten.

Die Herſtellung des äußeren
Putzes an dem ſtädtiſchen Gebäude
Woogſtraße 4 (Eichamt) ſoll ver=
geben
werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Samstag, den 30. Mai 1914,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(12517fs
Darmſtadt, 19. Mai 1914.
Stadtbauamt.

Bekanntmachung.

Freitag, den 29. Mai 1914,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die dem Guſtav Ganßmann
und deſſen Ehefrau Anna, geb.
Knöll, dahier gehörigen Liegen=
ſchaften
:
Flur Nr. qm
VI 169 287 Hofreite Sandberg
ſtraße Nr. 49,
VI 170 50 Grasgarten da=
ſelbſt
,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, wiederholt zwangs=
weiſe
verſteigert werden. (K2/14
Die Genehmigung der Verſteige=
rung
wird auch dann erfolgen
falls kein der Schätzung entſprechen=
des
Gebot eingelegt wird und andere
rechtliche Hinderniſſe nicht ent=
gegenſtehen
.
Darmſtadt, 22. April 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (IX,10483

Brötchenbeutel
Bodenbeutel
liefert billigſt (*14337fi
Jakob Skurnik
Spezialhaus für Papierwaren
Wendelſtadtſtr. 28. Teleph. 1791.

Bekanntmachung.

Freitag, den 12. Juni I. Js.,
vormittags 10¾ Uhr,
ſoll die den Kaufmann Georg
Braun Eheleuten dahier zugeſchrie=
bene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 581 344 Hofreite Moller=
ſtraße
36,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
(K47/14
werden.
Darmſtadt, 4. Mai 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,11522

Bekanntmachung.

Freitag, den 19. Juni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Metzgermeiſter Philipp
Treſſer dahier, ſowie die der bür=
gerlichen
Gemeinde der Stadt
Darmſtadt zugeſchriebenen Immo=
bilien
:
Flur Nr. qm
III 351 372 Hofreite Gar=
diſtenſtraße
4.
III 352 99 Grasgarten da=
ſelbſt
,
III 349710 197 Bauplatz Becker=
ſtraße
,
III 353¾/10 394 Baupplatz da=
ſelbſt
,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
(K46/14
werden.
Darmſtadt, 6. Mai 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (IIII,11523

Bekanntmachung.

Freitag, den 12. Juni l. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die den Johann Georg Jacoh
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
I 113 50 Wohnhaus
Holzſtraße
Nr. 11,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K67/13
Darmſtadt, 2. Mai 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII, 11521

pikant, ſchnitt.,
Iusiter Rüse fehlerfrei, da
großes Lager,
9 Pfd.=Laib 2.95 Mk. mit Verp.
E. Napp, Ottensen, Holſt. 17. (E,12295

Bekanntmachung.

Der Zeitpunkt für die Ein=
reichung
und Eröffnung der An=
gebote
auf die Dienſtkleider=
lieferung
wird vom 3. Juni auf den
30. Juni verſchoben. (12484
Darmſtadt, 18. Mai 1914.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion.

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[ ][  ][ ]

Nummer 15½.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mat 1914.

Seiie 11.

E

DersorSrrT
I BEREIIV.
M50000000 neue Aktien
41664 Stück zu M 1200 Nr. 216 665 bis 258 328,

,, ,,

1600

258 329 und 258 330.

12478

Die Aktiengesellschaft in kirma Deutsche Bank ist im Jahre 1870 mit dem
Sitz in Berlin errichtet und durch Allerhöchste Königliche Kabinettsorder vom
10. März 1870 bestätigt worden.
Der Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb von Bankgeschäften aller Art,
insbesondere Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutsch:
land, den übrigen europäischen Ländern und überseeischen Märkten.
Die Gesellschaft ist berechtigt, Filialen, Agenturen und Zweigniederlassungen
im In- und Auslande zu errichten, auch sich bei anderen Unternehmungen dauernd
zu beteiligen. Sie hat gegenwärtig Filialen in Aachen, Barmen Bremen,
Brüssel, Crefeld Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M.,
Hamburg, Köln, Konstantinopel, Leipzig, London, München, Nürn-
berg
, Saarbrücken; Zweigstellen in Augsburg, Berncastel-Cues, Bielefeld, Bocholt,
Bonn, Chemnitz, Coblenz, Cronenberg, Darmstadt, M.-Gladbach, Hagen, Hamm, Köln-
Mülheim, Meißen, Neheim, Neuß, Paderborn, Remscheid, Rheydt, Solingen, Trier,
Wiesbaden; in der Errichtung begriffen: Hanau und Offenbach a. M.; Depositenkassen
in Berlin und Vororten, Potsdam, Spandau; Hamburg und Vororten, Bergedorf;
Frankfurt a. M.; Dresden und Vororten, Deuben, Radeberg; Leipzig und Vororten;
Düsseldorf-Wehrhahn, Goch, Hilden, ldar, Langerfeld, Lippstadt, Moers, Opladen,
Ronsdorf, Schlebusch, Schwelm, Soest, Vegesack, Velbert, Wald, Warburg.
Das ursprüngliche Grundkapital betrug M 15000000 und ist im Laufe der
Jahre, zuletzt 1905 um M 20000000, auf M 200000000 erhöht worden.
Die Generalversammlung vom 31. März 1914 hat beschlossen, das Grundkapital
der Bank zum Zwecke der Uebernahme des Vermögens der Bergisch Märkischen
Bank in Elberfeld im Wege der Fusion unter Ausschluß der Liquidation um weitere
M 50000000 durch Ausgabe von
41664 Stück zu je M 1200
1600
auf den Inhaber lautende Aktien mit Dividendenberechtigung vom 1. Jan. 1914abzu erhöhen.

Die neuen Aktien dienen gemäß dem Fusionsvertrage zum Umtausch der Aktien
der Bergisch Märkischen Bank in solche der Deutschen Bank derart, daß auf je nom.
M 9600 Bergisch Märkische Bank-Aktien mit Dividendenscheinen für 1914 und folgenden
je nom. M 6000 neue Deutsche Bank-Aktien mit Dividendenbereehtigung vom 1. Januar
1914 ab entfallen. Die Aktionäre der Bergisch Märkischen Bank sind zum Umtausch
aufgefordert worden.
Die nom. M 32000000 Aktien der Bergisch Märkischen Bank, welche sich im
Besitz der Deutschen Bank befanden, waren an ein Syndikat begeben, das sich ver-
pflichtete
, die darauf enttallenden nom. M 20000000 neue Deutsche Bank-Aktien den
Aktionären der Deutschen Bank derart zum Bezuge anzubieten, daß auf je nom.
M 12000 alte Deutsche Bank-Aktien eine neue von nom. M 1200 unter sofortiger
Zahlung des Bezugspreises von 210% franko Zinsen bezogen werden konnte. Von
dem Bezugserlös bringt das Syndikat den von ihm für die Aktien der Bergisch
Märkischen Bank zu entrichtenden Kaufpreis in Abzug. Ferner hat es die sämtlichen
Spesen der Kapitalserhöhung und der Fusion zu tragen. Schließlich übernahm das
Syndikat die Verpflichtung, an die Aktionäre der Bergisch Märkischen Bank gegen
Vorlegung des Dividendenscheins für 1913 eine Zahlung in Höhe von 7½% des
Nennwertes der Aktien zu leisten und an die tantiemeberechtigten Mitglieder der
Verwaltungsorgane der Bergisch Märkischen Bank die dem Reingewinn derselben
für 1913 entsprechenden Tantiemen und Gratifikationen zu vergüten. Den dann nach
verbleibenden Rest des Erlöses der Aktien hat das Syndikat abzüglich der ihm für
die Uebernahme der Garantie zur Durchführung der Transaktion zufallenden Ver-
gütung
an die Deutsche Bank abzuführen.
Die Uebernahme des Vermögens der Bergisch Märkischen Bank erfolgte nach
dem Fusionsvertrage anf Grundlage der durch die Generalversammlung der Bergisch
Märkischen Bank vom 31. März 1914 noch genehmigten Bilanz per 31. Dezember 1913,
die folgendermaßen lautet:

Aktiva.

Bilanz der Bergisch Märkischen Bank am 31. Dezember 1913.

Passiva.

(6 Nicht eingezahltes Aktienkapital . . . Kasse, fremde Geldsorten und Kupons 6 190 531 93 Guthaben bei Noten- und Abrechnungs-(Clearing) Banken 5983 25936 Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen: a) Wechsel (mit Ausnahme von b, e und d) und unverzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Bundesstaaten . . . . . . . . . 73940 800 30 ,
b) eigene Akzepte . . . c) eigene Ziehungen . . . 16 123 85 d) Solawechsel der Kunden an die Order der Bank 150. 73 957 074. 15 Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen . . . 22 690 560142 Reports u. Lombards gegen börsengängige Wertpapiere 77384 397 31 Vörschüsse auf Waren und Warenverschiffungen . 246 501 davon am Bilanztage gédeckt: a) durch Waren, Fracht-od. Lagerscheine M246501. b) durch andere Sicherheiten . . . . Eigene Wertpapiere: a) Anleihen und verzinsliche Schatzanweisungen des Reiches und der Bundesstaaten . . 7089 195 20 b) sonstige bei der Reichsbank und anderen Zentral- notenbänken beleihbare Wertpapiere . . . 2125 986 40 c) sonstige börsengängige Wertpapiere . . . 1653 818 570 d) sonstige Wertpapiere . . . . . . . . . 2067 778 (93 12936 779 23 Konsortialbeteiligungen . . 4322 196 545 Dauernde Beteiligungen bei and. Banken u. Bankfirmen 1.000000- Debitoren in laufender Rechnung: a) gedeckte . . . . 97 551 193. 13 b) ungedeckte . . . . . . . 75 145 501 91 172 696 695 5104 Außerdem: Aval- und Bürgschaftsdebitoren . M 23366 172.97 Bankgebäude . . . . . . . . . . . . . . . . 8775775 56 Sollstige Immobilien . . . . . . . . . . . . . . 473514 61 Sonstige Aktiva: Diverse Beteiligungen . . . . . . . 343 1848 80 Beamten-Pensions-Effekten . . 1072 467 90 Aktiv-Hypotheken und sonstige Debitoren . 3782 279 33 Mobilien . . . . . . . . . . . . 38 5 197970 03 39125 25 (00 42 80000 000 150 20 492 041 94 4072 439) 12 24 564 481 06 53 078 164 682 443 15 3 595 70018 371 4331 222) 16 41 373 642 192 7017973 50 76 459 052 371 124 850 669f 19 96 170 989 151 3 547 4520 04 2 507711 28 102226 152/83 44 162 999 85 117 004 481 44 280 004 33 1807377159 1 391 762 13d 390 000 5 979l. 1298538 80 66 246 15 1983 841 25 7811506 68 391 852505

Aktienkapital . . .
Reserven:
a) ordentlicher Reservefonds
b) außzerordentliche Reserve
Kreditoren:
a) Nostroverpflichtungen
b) seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite
c) Guthaben deutscher Banken und Bankfirmen .
d) Einlagen aut provionsfreier Rechnung:
1. innerhalb 7 Tagen fällig
2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig . .
3. Mach 3 Monaten fällig . . . . . . . .
e) sonstige Kreditoren:
1. innerhalb 7 Tagen fällig
2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig .
3. nach 3 Monaten fällig . . . . . . . .
Akzepte und Schecks:
a) Akzepte . . . .
b) noch nicht eingelöste Schecks . . . .
Außerdem:
Aval- u. Bürgschaftsverpflichtungen M 23366172.97
20714.85
Eigene Ziehungen . . . . . . . .
davon für Rechnung Dritter . .
9926.35
Weiterbegebene Solawechsel der
Kunden an die Order der Bank
Sonstige Passiva:
Delkrederefonds . . .
Beamten-Pensionsfonds . . .
Talonsteuer
.,
Rückständige Dividende . . . .
Passiv-Hypotheken . . . . . . .
Sonstige Kreditoren . . . . .. . . .
Gewinn- und Verlust-Konto . . . .

Die auf die Deutsche Bank übergehenden Vermögenswerte abzüglich der über-
ommenen
Schulden haben hiernach einen Bilanzwert von M 112375987.74.
Der den Nennwert der M 50000000 Aktien der Deutschen Bank, welche gegen
das Reinvermögen der Bergisch Märkischen Bank gewährt wurden, übersteigende
Betrag sowie der der Deutschen Bank aus dem Bezugsangebot der M 20000000 neuen
jaktien vom Syndikat zufließende Ueberschuß wird der gesetzlichen Reserve mit rd.
II 63 500 000 zügeführt werden.
Die Fusion ist inzwischen durch Eintragung der Generalversammlungsbeschlüsse
umd der erfolgten Kapitalserhöhung ins Handelsregister durchgeführt.
Die Dividenden der Bergisch Märkischen Bank betrugen in den Jahren:
½ auf M 75000000 Aktienkapital
1909 . .
75000 000
1910
80000000
1911
1912
70 80000 000
Das Grundkapital der Deutschen Bank beträgt nunmehr M 250000000,
100000 Aktien zu je M 600
eimngeteilt in
158 320
1200
1600
10
Die 600 Mark-Aktien tragen die Nummern 1100000, die 1600 Mark-Aktien die
Jammern 133333, 174998/99, 183332, 199997/98, 216663/64, 258329/30, die 1200 Mark-
Aktien die Nummern von 100001258328, die durch die Nummern der 1600 Mark-
Stticke unterbrochen und im übrigen fortlaufend sind.
Die neuen Aktien tragen auf Mänteln und Dividendenscheinen die faksimilierten
IUImterschriften zweier Mitglieder des Vorstandes und des Vorsitzenden des Aufsichtsrats;
lie Mäntel sind ausserdem mit einem handschriftlichen Kontrollvermerk versehen.
Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens neun Mitgliedern. Die gegenwärtigen
lsglieder des Aufsichtsrats sind die Herren Exzellenz Wilhelm Herz, Wirklicher
elheimer Rat, in Berhn, Vorsitzender, Rudolph von Koch, Generalkonsul, Kom-
nerzienrat
, in Berlin, Stellvertreter des Vorsitzenden, Charles Balser sen., Rentner,
IIn Brüssel, Eduard Beit von Speyer, Generalkonsul, Kommerzienrat, in Firma
Mlagard Speyer-Ellissen, in Frankfurt a. M., Emil Berve, Kommerzienrat, Geschäfts-
hhaber
des Schlesischen Bankvereins, in Breslau, Dr. jur. Theodor Böninger,
Regierungsrat a. D., in Berlin, Ernst von Borsig, Geheimer Kommerzienrat, in Firma
II. Borsig, in Tegel, Otto Braunfels, Geheimer Kommerzienrat, in Firma Jacob
. H. Stern, in Frankfurt a. M., Dr. jur. Richard Brosien, Geheimer Kommerzienrat
Und Konsul, in Mannheim, Dr. jur. Otto Büsing, Geheimer Finanzrat, in Berlin,

Rudolph Crasemann, Kaufmann, in Hamburg, Fritz von Friedlaender-Fuld,
Geheimer Kommerzienrat, in Berlin, Philipp Heineken, Generaldirektor des Nord-
deutschen
Lloyd, in Bremen, Dr. jur. Carl Jahr, Direktor der Rheinischen Creditbank,
in Mannheim, Dr. jur, Fans Jordan, Schloss Mallinckrodt bei Wetter a. d. Ruhr,
Dr. Wolfgang Kapp, Generallandschaftsdirektor, Geheimer Oberregierungsrat, in
Königsberg i. Pr., Paul Klaproth, Kommerzienrat, Direktor der Hannoverschen
Bank, in Hannover, Heinrich Lueg Geheimer Kommerzienrat, Mitglied des Herren-
hauses
, in Firma Haniel & Lueg, in Düsseldorf, Franz Mackowsky, Geheimer Kom-
merzienrat
, in Dresden, Albert Molineus, Geheimer Kommerzienrat, in Firma
Molineus & Co., in Barmen, Albert Müller, Kommerzienrat, in Essen, Exzellenz
Dr. Clemens Graf von Podewils-Dürniz, Staatsminister, in München, Emil Possehl,
Senator, in Firma L. Possehl & Co., in Lübeck, Eugen Schaltenbrand, Vorsitzender
des Vorstandes der Hohenlohe-Werke Aktiengesellschaft, in Hohenlohehütte O.-S. Carl
Friedrich von Siemens, Ingenieur, Direktor der Siemens-Schuckert-Werke Ges. m.
beschr. Haft., in Berlin, Eduard Springmann, in Firma Herminghaus & Co., in
Elberfeld, Max Steinthal, Geheimer Kommerzienrat, in Charlottenburg, Hermann
Wallich, Konsul, in Charlottenburg, Dr. jur. Wilhelm de Weerth, Regierungs-
assessor
a. D., in Elberfeld, Otto E. Westphal, Senator, in Firma G. W. A. Westphal
Sohn, in Hamburg, Georg Zwilgmeyer, Rentner, in Berlin.
Der Vorstand besteht gegenwärtig aus den Herren Arthur von Gwinner,
E. Heinemann, Wirklicher Legationsrat Dr. Karl Helfferich, Kommerzienrat
Paul Millington Herrmann, Geheimer Kommerzienrat Carl Klönne, Paul
Mankiewitz, Carl Michalowsky, Oscar Schlitter, Kommerzienrat Gustav
Schröter, Oscar Wassermann.
Die Generalversammlungen werden in Berlin abgehalten. Jede Aktie zu
M 600 gibt eine Stimme, jede Aktie zu M 1200 und zu M 1600 zwei Stimmen.
Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
Der Reingewinn wird wie folgt verteilt:
a) 5 Prozent in den zur Deckung eines aus der Bilanz sich ergebenden
Verlustes gesetzlich zu dotierenden Reservefonds, solange dieser Reserve-
fonds
den zehnten Teil des Grundkapitals nicht überschreitet:
b) 6½ Prozent Dividende auf das eingezahlte Grundkapital;
c) von dem verbleibenden Ueberschuss kann die Generalversammlung auf
Vorschlag des Aufsichtsrats und des Vorstandes bei Genehmigung des
Rechnungsabschlusses zur ausserordentlichen Verstärkung der Reserven
oder zu anderen Zwecken Verwendungen beschliessen;

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

Nummer 139.

d) von dem dann übrig bleibenden Betrag erhält der Aufsichtsrat 7 Prozent
Gewinnanteil;
e) der Rest wird nach Beschluss der Generalversammlung als weitere Divi-
dende
an die Aktionäre verteilt oder auf neue Rechnung vorgetragen.
Gelegentlich der vorstehend behandelten Transaktion wurde eine Aenderung
der Satzungen dahin vorgenommen, dass die Berechnung der Aufsichtsratstantieme
ebenso wie aller vertragsmäßigen Tantiemen erst nach Verteilung von 6½% Divi-
dende
anstatt wie bisher 6% einsetzen soll.
Die Gesellschäft verpflichtet sich, die Auszahlung der Dividende, die Aushän-
digung
neuer Dividendenbogen, den Bezug neuer Aktien, die Hinterlegung von Aktien
zur Generalversammlung sowie alle sonstigen die Aktien betreffenden Maßnahmen,
welche von den Generalversammlungen beschlossen werden, außer in Berlin an den
jeweils bekanntzugebenden weiteren Plätzen, unter denen sich jedenfalls die Börsen-

plätze Bremen, Breslau, Cöln, Frankfurt a. M., Hamburg, Leipzig, München beſinden
müssen, kostenfrei erfolgen zu lassen.
Die Gesellschaft übernimmt ferner die Verpflichtung zur Veröffentlichung der
nach § 4, Absatz I, Ziffer 5 der Bekanntmachung betreffend die Zulassung von Wert=
papieren
zum Börsenhandel vom 4. Juli 1910 verordneten Bilanzübersichten im
Deutschen Reichsahzeiger, Im übrigen erfolgen die öffentlichen Bekannt-
machungen
der Gesellschaft im Deutschen Reichsanzeiger und Königlich
Preußischen Staatsanzeiger und außerdem in den vom Aufsichtsrat zu bestimmen-
den
Zeitungen, unter welchen sich mindestens zwei weitere Berliner Tageszeitungen
und je ein Lokalblatt derjenigen Plätze befinden, an deren Börsen die Aktien einge.
führt sind. Zur Gültigkeit der Bekanntmachungen genügt deren Veröffentlichung
im Deutschen Reichsanzeiger.
Die Bilanzziffern der Deutschen Bank nach dem von der Reichsbank
angeordneten Schema sowie das Gewinn- und Verlust-Konto per 31. De-
zember
1913 lauten wie folgt:

Aktiva-

Bilanz der Keutschen Fank per Endo Vezember 1913.

Passiva.

90 348 302l23 37 100 602f6 67 639 001 793a 25 400 418 od 639 402 212 1o 61734 630 78 233 226 705 530 216 769 036je 64 66 928 8234 60 648 7456 6e 131 693 780 oſoe 9 703933 337 18 008 185 518d 1795 723 35 161 201 622 58 53 462 4721 22 82 469 426 6/35 512 440 853 175 126019341 18- 638 460 195 5162 142300 710 05l 31 500 000- (2215 675 207f (65

Nicht eingezahltes Aktienkapital . . . . .
Kasse, fremde Geldsorten und Kupons . . . .
Guthaben bei Noten- und Abrechnungs-Banken . .
Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen:
a) Wechsel (mit Ausschluß von b, c und d) und
unverzinsliche Schatzanweisungen des Reichs
und der Bundesstaaten . . . . . . . .
b) eigene Alrepeg
,
0 eigene Ziehungen:.
d) Solawechsel der Kunden an die Order der Bank
Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen . .
Reports u. Lombards gegen börsengängige Wertpapiere
Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen .
davon am Bilanztage gedeckt:
a) durch Waren, Fracht- oder Lagerscheine .
b) durch andere Sicherheiten . . . . . . .
Eigene Wertpapiere:
a) Anleihen und verzinsliche Schatzanweisungen
des Reichs und der Bundesstaaten
b) sonstige bei der Reichsbank und anderen Zen-
tralnotenbanken
beleihbare Wertpapiere . . .
c) sonstige börsengängige Wertpapiere . .
d) sonstige Wertpapiere .
Konsortialbeteiligungen
Dauernde Beteiligungen bei and. Banken u. Bankfirmen
Debitoren in laufender Rechnung:
a) gedeckte durch börsengängige
. M. 348 735 293.64
Wertpapiere .
163 705 560.11
durch andere Sicherheiten .
b) ungedeckte . . . .
Außerdem:
Aval- und Bürgschaftsdebitoren
:
Bankgebäude .
Sonstige Immobilien
... ...
Sonstige Aktiva . . . . . . . . . . .

181 717 653.70
90 725 167.98

. . . 97 694 128.61

Aktienkapital . .
,
Reserven . .

Kreditoren:
a) Nostroverpflichtungen‟).
b) seitens derKundschaft bei Dritten benutzteKredite
c) Guthaben deutscher Banken und Bankfirmen .
d) Einlagen auf provisionsfreier Rechnung:
1. innerhalb 7 Tagen fällig . M 626 563 918.34
2. darüber hinaus bis zu 3
Monaten fällg
3. nach 3 Monaten fällig . .
e) sonstige Kreditoren:
1. innerhalb 7 Tagen fällig . M 315 246 966.52
2. darüber hinaus bis zu 3
Monaten fällig
3. nach 3 Monaten fällig . . . 136 570 913.65
Akzepte und Schecks:
c) Akzepte . . .
b) noch nicht eingelöste Schecks . . . .
Ausserdem:
Aval- und Bürgschaftsverpflichtungen . . .
Eigene Ziehungen. .
davon für Rechnung Dritter . M 242102.50
Weiter begebene Solawechsel der Kunden an
die Order der Bank . . . . . . . .
Sonstige Passiva:
Dividende unerhoben . . . .
Dr. Georg von Siemens-Fonds für die Beamten
Rückstellung für Talonsteuer
Uebergangsposten der Zentrale und der Filialen
untereinander . .

Reingewinn .

1824 562/s
129 702 478
899 006 740c
549 512 00817

284078 81078
16 604 283isd

142300 710

40 415

34 134
7 565 162
1960 000-
7 1216184

od

45

200000 000-
112 500 000

1 580 045 790
300 703 094

16 680 915s
35 745 406

Debet.

*) Hierunter sind die Hypothekenverpflichtungen in 10 Einzelposten verbucht. Von den Hypotheker
sind M 1371069.83 zurzeit nicht kündbar; der Rest unterliegt kürzeren Kündigungsfristen.
Gewinn- und Verlust-Konto.

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, lung gekündigte Effekten 451 645 852 Kantinen und freiwillig übernommene Versiche- Gewinn auf Effekten 1 132 047s 45 gsbeiträge .
runge 258 158g 95 Gewinn auf Konsortial-Geschäfte 3575 79414 40 Steuern und Abgaben 3 617 696f 8 Gewinn auf Provisions-Konto 21 030 542ſ8 Gewinnbeteiligung an Vorstand, stellvertretende Gewinn aus Dauernden Beteiligungen bei frem- Direktoren, Abteilungsdirektoren und 11 Filialdirek- den Unternehmungen und Kommanditen . . 6 693 354 03) 68 307 136le 53 tionen (67 Personen) . . . . . 3906 276 358 Rückstellung für Talonsteuer . . .
73e. 850 00 31 204914 31 Abschreibungen auf Bankgebäude . . . . 3 790 062 120 Abschreibungen auf Mobilien . . . . . B77 rndls 54 4 376 564 79 Saldo, zur Verteilung verbleibender Ueberschuß 35745 4064 93 71 225 5850 103 71 220 656 os

Die Verteilung des Reingewinnes geschah wie folgt:
. M 12000 000.
60 Diridende auf Ml 200 000 000.-

Ueberweisung an die Reserve B .
Abschluß-Gratifikationen an die Angestellten
:
Gewinnanteil des Aufsichtsrafs und der Lokalausschüsse
6½% Superdividende auf M 200 000 600.
Vortrag auf neue Rechnung . .

2 500 000.
3 000 000.
978 494.62
13 000 000.
4 266 912.31
M1 35 745 406 5s

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Berlin, im Mai 1914.

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Nummer 139.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

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Verſchloſſene Gärten.
Roman von Fritz Gantzer.
(Nachdruck verboten).

13
Gegen Abend hin kam Juſtus Ehrenberg und brachte
den Reſt vom Kaufgeld für den Sandberg. Er ſchob ſich
gönnerhaft und breitſpurig, eine ſchiefbrennende Zigarre
rauchend, in die Stube und nahm unaufgefordert am
Tiſche Platz, nachdem er Rasmuſſen einen halben Gruß
hingeworfen hatte.
Der Bauer erhob ſich, über den nicht erwarteten Be=
ſuch
ſchier verwundert, von der Ofenbank, wo er neben
Poldi geſeſſen hatte, und trat zu Ehrenberg an den Tiſch.
Na, Ehrenberg, was führt Dich her?
Daß Du ſo dumm fragen tuſt, Du! lachte Ehrenberg,
legte ſeine übelduſtende, zerbiſſene Zigarre neben ſich auf
den Tiſch und wühlte in den Hoſentaſchen herum. Haſt
Ou’s dnn nicht auch gekriegt von die Auflaſſung? Na,
ich denke doch. Geſtern doch? Alſo, na ja! Un wir
harben’s doch ſo abgemacht mit in Reſt gleich nach die
Auflaſſung. Na alſo, ſiehſte!
Er hatte inzwiſchen ein Leinenbeutelchen herausge=
wühlt
, ſchnürte es auf und griff hinein. Dann legte er
fünf blaue Scheine auf den Tiſch. Wie’s abgemacht war.
Fünfhundert Mark: Zähl’ Dir’s nach! Eins, zwei,
rei, vier, fünfe. So. Stimmt’s? Na ja! Nu is ’s
Ende vons Geſchäft. Verſtehſte, Rasmuſſen?
Der nickte, nahm einen Schein und kniff ihn zuſam=
men
. Dabei ſah er verſtohlen in ſeines Gegenübers grin=
ſendes
Fuchsgeſicht. Immerfort ſtieg etwas quälend und
würgend in ihm auf. Es war ihm, als wenn er ver=
ſuchen
müſſe, den Kauf rückgängig zu machen. Und bei
ſeinem grübelnden Vorſichhinſtanren pallte und kniffte er

an dem Schein herum, daß die Banknote ſchließlich wie
ein Fidibus ausſah.
Ehrenberg beobachtete die Zerfahrenheit des anderen
mit lüſterner Aufmerkſamkeit . . . . Na, wenn ihm auch
ſchon heute ſo etwas wie ein knappes Licht aufgegangen
ſein ſollte, zu ändern gab es nun nichts mehr. Er griff
wieder zu ſeiner ſchwelenden Zigarre, lehnte ſich zurück
und mahnte mit auffahrender Stimme: Du, was machſte
denn, Rasmuſſen? Hundert Mark ſind kein Dreck . . .
Willſte Dir etwa mit dem Schein die Pfeife anſtecken
oder ſchließlich Deinem Poldin Segelkahn draus bauen?
Er ſah zu dem Krüppel hinüber, der bei der Nennung=
ſeines
Namens blöde lächelte und mit den Beinen ſchlen=
kerte
. Du, guck’n Dir an, Deinen Poldi, Rasmuſſen! Der
freut ſich ſchon auf ſeinen Segelkahn!
Du, Ehrenberg, hör’ mal der Bauer warf den
Schein achtlos zu den übrigen auf den Tiſch und beugte
ſeinen hageren Oberkörper etwas vor hör mal, Du.
Weißt Du was vom 15. Mai bei Dir?
15. Mai? Ein unglaublich dummblödes Lächeln ſtand
augenblickslang auf des Krugwirtes Geſicht. 15. Mai? .
Hm! . . . Na, nee! . . . Nee, ich weeß nich, ich wüßtet wirk=
lich
nich.
Na, die Verſammlung bei Dir! Davon mußt Du doch
was wiſſen. Haſt Du denn heute nich auch ’n Brief aus
Berlin gekriegt?
Verſamm .. . Ja, hm, ja! Ja doch, ja doch, natürlich,
richtig na freilich! Eine wahre Flut von Beſtätigungen.
Ja, um elfe, ja! Bahn, Bahn! Die ſind ja verrückt mit
ihre Bahn!
Rasmuſſen ſchob die ſchmeichelhafte Aeußerung unbe=
achtet
beiſeite und fragte: Was ſoll ich denn dabei? Da=
bei
habe ich doch nichts zu tun! Er ſah Ehrenberg an,
als erwarte er aus ſeinem Munde die Offenbarung eines
Engels.

Ein unnachahmlich geſchickt angebrachtes Heben der
Schultern, das wie die mimiſche Darſtellung einer Fülle
von Unwiſſenheit berührte, war die erſte Antwort. Dann
rauchte er ein paar ſtarke Züge und paffte den Qualm in
ſchwadigen Wolken in die Stube, daß ſie Timm Ras=
muſſens
zermürbte und zuſammengeknickte Geſtalt wie
Nebelſchleier umfloſſen und er gequält huſten mußte. End=
lich
ſagte Juſtus Ehrenberg, während er die Rechte be=
teuernd
auf die Bruſt legte: Ja, Timm, du lieber Him=
mel
, Timm, ich wollt' Dir noch in mal fünfhundert auf ’n
Tiſch zählen, wenn ich nur ’ne kleine Probe wiſſen täte.
Damit erhob er ſich ſchon und rückte die Mütze tiefer in
die Stirn. Ein häßliches Lächeln ſpielte um ſeine Lippen.
Und als er Rasmuſſen die Hand hinhielt, ſagte er: Viel=
leicht
woll’n ſe Dir zum Sandfahren ankaſchiern. Denn
wenn ſe mit ihren verrückten Bau nu wirklich anfangen
ſollten, dann werden ſe woll das halbe Königreich in die
moddrigen Wieſen reinbuttern. Die ſind ja alleſamt ver=
rückt
, ſage ich Dir, Rasmuſſen. . . . Na, un wir ſind nu
quitt, verſtehſte?
Der Bauer erwiderte nichts und ging mit Ehrenberg
vor die Tür. Als er ihm nachſah, wie er ſchlalſig die
Straße hinab ging, mit den langen Armen ſchlenkernd und
immerfort blaue Rauchwolken in den Maiabend paffend,
fühlte er ſich verſucht, ihm nachzuſtürzen und an der
Kehle zu packen. Er wußte nicht warum. Aber das Ver=
langen
war da.
In halbem Taumeln ging er in die Stube zurück,
faltete die Scheine zuſammen und legte ſie in das Ge=
ſangbuch
. Gerade da, wo oben über ſtand: Gottvertrauen
in Troſt und Kreuz. Aber das las Rasmuſſen nicht. Er
las überhaupt nie im Geſangbuche.
Nachher zog er einen Kaſten des Kleiderſchrankes auf
und warf das Geſangbuch achtlos hinein. Poldi verfolgte
alle ſeine Bewegungen. Und als er eine Weile ſpäter

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

Nummer 139.

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den Vater wieder neben ſich ſah, fragte er, was die Schein=
im
Geſangbuch ſollten.
Neue ausbrüten, höhnte Timm Rasmuſſen. Mein
Poldichen, die ſollen jungen, die verflu . . . Dinger.
Da lächelte Poldi vor ſich hin. Ein blödes, halb ver=
ſtändnisvolles
, halb irres Lächeln. Und vergaß nicht.

Der 15. Mai.
Die Krugſtube war ſchon gedrängt voll, als Timm
Rasmuſſen bald gegen 11 Uhr hin in den lärmdurchflute=
ten
und tabaksqualmerfüllten Raum trat. Wohl als der
letzte. Ganz betroffen prallte er zurück. Waren die alle
zur Verhandlung geladen?
Nun, das Gros ſchon. Hinz und Kunz. Die Mit=
läufer
hatte die Neugierde getrieben und lüſterne Berech=
nung
. Denn heute gab’s natürlich noch Freibier und
Freiſchnaps. Und vor Abend ging man ſicher nicht wieder.
Lorenz Baas, der Kätner, war einer der lauteſten
aus dem Lager der Mitläufer. Er ſtand inmitten eines
größeren Haufens, fuchtelte mit ſeiner halbgeleerten
Achtelflaſche durch die Luft und lärmte, als halte er eine
Wahlrede, die beſtimmt iſt, zehn Gegner von der ſchlimm=
ſten
Sorte mundtot zu machen.
Timm Rasmuſſen hatte ſich, bei ſeinem Eintritt kaum
von einem beachtet, ſcheu in eine Ecke gedrückt. Dort ſaß

er mn die meinder geinten Hinde zuiſcher de Aunte
gepreßt, weit nach vornüber gebeugt, und vernahm das
lärmende Stimmengeſchwirr wie etwas, das mit einer
merkwürdigen Beklemmung erfüllt. Wie harte Hammer=
ſchläge
trafen einzelne beſonders ſcharf hervorgeſtoßene
Redewendungen Lorenz Baas ſein Ohr: Laßt ſie bezah=
len
! Wie Anno 70 müſſen die bezahlen! . . . Niſcht ver=
ſchenken
! . . . Die müſſen Euch kommen!
Ein langſames Zurechtfinden ſtellte ſich bei Timm
Rasmuſſen ein. Ah ſo! Um die Landankäufe für die
neue Bahn handelte es ſich wohl. Was ſollte er da hier
nur? Seine Aecker kamen doch überhaupt nicht in Be=
tracht
, denn ſie lagen alle abſeits. Und er ſank noch mehr
nach vorn über und ſtarrte unentwegt auf den Fußboden,
als beabſichtige er, die Körnchen des zerſchurrten Streu=
ſandes
zu zählen. Als das allmählich zu einem wüſten
Tumult angeſchwollene Getön der erregten Stimmen plötz=
lich
jäh abbrach und nur noch ein klotzendes Zurſeitetreten
ein Geräuſch erzeugte, fuhr er erſchrocken auf.
Zwei elegant gekleidete Herren waren in den Raum
getreten. Sie brachten ein joviales Guten Morgen! an,
das ein vielſtimmiges, raſpelndes, grunzendes, gurgelndes
Echo ſand, und lächelten ſich vielſagend zu.
Juſtus Ehrenberg ſchoß mit hechtartigem Sprunge
herbei. Er war im höchſten Sonntagsſtagt. Er trug ſo=

er des elrdies ſchn eines zeibitere und ane
ſchmutzte Vorhemd und hatte eine Krawatte vorgebunden.
Leider war ſie bereis ſoweit hochgerutſcht, daß man be=
fürchten
mußte, ſie könne über kurz oder lang den Steh=
kragen
überhaupt treulos verlaſſen. Der von ihrem Rot=
Gelb=Grün feierlich Geſchmückte bekomplimentierte die
beiden Herren und ſchob Stühle zurecht. Dabei teilte er
verſchiedene unbeabſichtigte Rippenſtöße aus und riß in
ſeiner Rage ein Bierglas um, deſſen Inhalt ſich auf Nickel
Bröskens blauen Kirchen=, Hochzeits=, Kindelbier= und
Leichenbitterrock ergoß.
Man ſaß. Der ältere der beiden Herren, ein hagerer
Fünfziger mit graumeliertem Vollbart, den ſchwarzen Rock
geſchloſſen tragend, entnahm der rindsledernen Akten=
mappe
einen Packen Schriftſtücke, hakte ſich den goldenen
Kneifer auf die Naſe und blätterte unter ſtändigem
Räuſpern in den Papieren herum. Hierauf unterhielt er
ſich geraume Zeit angelegentlich flüſternd mit ſeinem um
etwa fünfzehn Jahre jüngeren Begleiter, der ſeinem hell=
grauen
Frühjahrs=Jackettanzug eine lebhafte Sorge ent=
gegenzubringen
ſchien, da er den vor ihm ſtehenden Tiſch
mit mißtrauiſchen Blicken muſterte und von Zeit zu Zeit
über ihn hinblies.
(Fortſetzung folgt.)

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Anfangs Juni ſollen in allen Abteilungen (Rundeturmſtraße,
Lagerhausſtraße und Hermannsſtraße) beſondere Abendkurſe er=
öffnet
werden. Mädchen und Frauen, denen der Beſuch der Tages=
kurſe
unmöglich iſt, werden in dieſen Abendkurſen im Kochen, Ein=
machen
und Einkochen von Früchten, ſowie im Nähen, Flicken
und Stopfen unterwieſen.
Die Zahl der Unterrichtsabende iſt auf 60 feſtgelegt.
Die Verteilung derſelben auf die einzelnen Wochen und Tage
unterliegt ſpäterer Vereinbarung.
Die Unterrichtszeit liegt zwiſchen 710 abends.
Das Schulgeld für den Kurſus beträgt:
a) für hieſige Schülerinnen . . 2 Mark,
b) auswärtige Schülerinnen 4 Mark.
Es iſt bei der Anmeldung zu entrichten.
Anmeldungen von Teilnehmerinnen aus dem Stadtbezirk
Darmſtadt werden Montag, den 25. Mai, von 78 Uhr abends,
in der Schulküche, Rundeturmſtraße 11, und von ſolchen aus dem
Beſſunger Bezirk Dienstag, den 26. Mai, von 78 Uhr abends,
in den Fortbildungsſchulräumen im Schulhaus Hermannsſtraße 21
von dem Leiter der Schule entgegengenommen.
Darmſtadt, den 18. Mai 1914.
(12490fsg
Der Vorſtand.
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.

Der kleinere
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Wir haben auf unsrer Einkaufsreise grosse Massen
Moderner

ganz bedeutend unter dem regulären Werte erstanden, die wir von heute ab zu beispiellos
billigen Preisen zum Verkauf bringen. eee Wir bemerken ausdrücklich, dass es sich
nur um fehlerfreie Ware dieser Saison
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Freitag, 22. Mai.

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Stärke= u. and. Wäſche auß. d. Hauſe.
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[ ][  ][ ]

Seite 18.

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E.-B.-Anl. kdb. ab 1906 4 98,60
do. unkdb. p. 1918 . . . 4 1 98,60
do. unkdb. p. 1920 . . .1 4 98.60
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do. unkdb. p. 1921 . . . 4 97.20
do. . . . . . . . . . . . . . 3½) 84,90
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Jächsische Staats-Rente! 3 77,50
Württembg. Staats-Anl.
98,60
(unkdb. p. 1921). . . .
do. v. 79/60 . . . . . . . 3½ 87.00
do. . . . . . . . . . . . . . 3 77.70
Bulgarische Gid.-Anl. . . 5
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1.6)
do. v. 1887 Monopol 15 51,30
Itolienische Rente..
3½ 96,30
Osterr. Staats-R. v. 1913 . 14½ 91,00
do. Silber-Rente . . . . 4½ 85,10
do. Papior-Ronte . . . 14½ 84,90
do. Gold-Rente . . . . . 4 85,20
do. einheitl. Rente . . 4 I 81,45
Portug. Tab-Anl. 1891 . . 4½ 98.10
do. inn. amort. 1905 . . 4½ 74,10
do. undf. Serie I
3 61,30
do.
III. 3 64,60
do. Spezial Titel. . .
9,90
Bumänen v. 1908 . .
5 100,30
do. Gold v. 1913.
4½ 91,25
do. Schatzsch. v. 191
4½100,00
do. vonv..
4 85,00
do, v. 1890 .
4 93,80
do. v. 1891 .
4 86,50
do. v. 1905
4 84,50
do. v. 1908 .
4 85,10
do. v. 1910
4 1 85,10
Russische St--Anl. v. 1
14½)
do. kons. v. 1880 .
4 86,50
jdo, Gold v. 1890
40
do. v. 1902 .
4 89,70
Schweden v. 1880. .
do, v. 1886 .
3½

121.
.3½
Schweden v. 1890.
87,10
Serben steuerfrei . . . . .4
do. amort. v. 1895 . .
79,00
Türk. Egypt. Tribut . .
do. kons. steuerfreie .
76,25
do. Admin. v. 1903. .
do. unif. v. 1903. . .
72,60
do. v. 1905. . . . . . . . 4
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . .4½ 89,50
Ungar. Staatsk.-Scheine
V. 1913. . . . . . . . . . . .4½ 98,60
do. Gold-Rente. . . . . 4½ 82.20
do. Staats-Rente 1910. 4 1 80,05
Kr. 4 80,50
do.
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887 5
do. äußere v. 1890
5 99,70
4½
do, innere v. 1888
do. äußere v. 1888 .
4½
80,20
do, v. 1897 . . . . .
Chile Gold-Anl. v. 1911.
93,50
do. v. 1889 .

do. v. 1906
88,00
Chines. St.-Anl. v.
C.
do. v. 1896

do. Reorg. Anl.,
5 87,80
do. v. 1898
4½I 89,60
Japaner . . . . .
4½/ 90,00
Innere Mexikaner
5 66,25
Außere de.
5 84,50
Mexikan. Gold v. 1904
4 68,00
do. cons. . . .
3 42,60
do. Irrigat.-Anleihe 4½ 68,20
Buenos-Aires Prov. .
3½ 63,65
Tamaulipas . . .
5% 66,00
Sao Paulo E.-B.
5 91,70
do. v. 1913 . .
5 98,10
Siam v. 1907. . .
4½ 95.00
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb--Gesellsch.
v. 1895/97)3½ 84,30
v. 1904) 3½ 83,50
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
Darmstadt. . . . . . . 7 4 93,85
Nordd. Lloyd-Obligat.
4½
Donau-Dampfschiff. v. 82 4 92.00
Elisabethbahn .
4 90,30
Franz-Josef-Bahn.
.50
Kaschau-Oderbergerv.8
Prag-Duxer . .
3 71,40
Osterreich. Staatsbahn
5 101,50
do. . . . .
88,60
do. . . . . .
73,00
do. Südbahn (Lom
98,00
do.
do.
70,60
do. do.
50,80
Raab-Oedenburg ..
76,50
Kronprinz Rudolfbahn .
85.50
Russ. Südwest .
85,00

21.
Moskau-Kasan .
4½ 94,30
do. . . . . ..
Ein
Wladikawkas.
Rjäsan-Koslow.
68,30
Portugios. Eisenb. v. 1886
14½, 8650
do. ...
Livorneser . .
2410 69,30
3 60,85
Salonique Monastir.
4 77,30
Bagdadbahn
Anatolische Eisenbahn .4½ 90,25
Missouri-Pacitic I.
4½ 90,20
do. do. v. 1905
4 54,80
4 94,60
Northern-Pacific.
Southern-Pacific.
4 92,30
5
St. Lonis 6= San Pranei
Tehuantepec .
5 84,00
5 98,50
Ungar. Lokalbahn
Provinz-Anleihen.
97,00
Rheinprov. Obl. En
½ 87,00
do, Em. 10 .
3 83,50
do. 9. .
3½
Posen Prov. . .
4 96,00
Wostfalen Prov. V. . . .
Hess. Prov. Oberhessen . 4 1 95,80
do. Starkenburg.
Städte-
Obligationen.
Darmstadt.
4
do. . . .
3½ 88,25
Frankfurt .
4 97,00
3½ 88,40
do. ..
4 95,00
Gießen
(o. . . .
3½ 87,00
Heidelberg.
4* 94,00
do. ..
3½
Karlsruhe .
4 95,00
do. . . . . .
3½ 86,90
Magdeburg
4
Mainz . . ..
4 94,60
do. . . . .
3½ 86,90
Mannheim . .
4 1 95,00
do. . . .
3½ 86,40
München ..
4 96,20
Nauheim .
3½
Nürnberg
4 95,00
do. . .
3½ 86,10
Offenbach
4½ 95,50
do. v. 1914
4
do. . . .
3½
Wiesbaden.
4
do. . . . .
.3½
Worms . . .
4 95,10
do. . . . . . . .
..3½
Lissabon v. 1888 . .
. 4 73,00
Moskau v. 1912 .
..4½ 93,50
Stockholm r. 1880 . . . . 4 92,00
Wien Komm. . . . . . . . . 5
Wiener Kassenscheine
98,80
Zürich v. 1880
37,
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6 191.,60

Pfandbriefe.
100,00
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. . .
9500
do. unkdb. 1918. . . . .
93,75
1919. . . . .
do.
94,75
do.,
1921 . . . .
85.75
1922. . . .
do.
84,30
do. . . . . .
50
do. Komm.-Obl. unk. 1918
95,00
Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910
96,00
1915 .. . .
do.
96,50
1920 . . . .
do.
86,40
de. Ser. 1219.
Kommunal-Oblig. Sor. 1,
86,50
unkab. 1910
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
94,00
Ser. 1542
94,90
4545
do. . .
96,00
do. unk. 1922; 52
88,60
do. 1913.
86,50
do. Scr. 45
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,90
Sor. 12, 13, 16
96,90
.14, 15, 17
do. . .
97,40
do. unkäb. 1920 . . . .
97,50
1923 . . . .
do.
84,70
do. Ser. 1, 2, 68 . . .
84.50
do. 35 . . . . . .
84,70
do. kündb. 1915.
do. Komm. unk. 1913 4½ 96,90
1914 4 1 96,90
do.
19101 4 97.10
do.
19201 4 97,40
do.
1925 4 1 9750
do.
do. verlosb. u. kündb. . 3½ 84,70
unkdb. 1915 3½ 84,70
do.
94,60
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
95,80
do. unkdb. 1922. . . . .
3½ 86,00
do. .
Rhoinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,00
unkdb. 1917
94,00
1919
do. . . .
94,00
Go. . . . . .
96,20
1921
Go. . . . ..
3½ 84,60
do. . . .
95,20
do. Komm. unk. 1923
96,00
do.
1924 .
9710
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .
do. . . . . . . . . . . . . . 3½1 88,10
Bank-Aktien.
Bank für elektr. Unter-
nehmungen
Zürich . . 10 (194,75
Berg.-Märkische Bank.
Berliner Handelsges.. . . 8½ 152,25
Darmstädter Bank .. . . . 6½ 1116,45
12½240,25
Deutsche Bank.
Deutsche Vereinsbank. . 6 118,10
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk.l 6 1112.00
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 187,30
Dresdner Bank.
. . . .8½ 149,60

Frankf. Hypothek.-Bank 10 214,00
do. do. Kred.-Ver.8½ 1156,10
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 1116,10
111,00
Nation.-Bank f. Deutschl.
Pfälzische Bank . . . . . . 7 122.75
Reichsbank . . . . . . . . . 8,43 136.60
(126,75
Rheinische Kredit-Bank.
109,50
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver..
Wiener Bank-Verein . . . 8 129,50
Aktien von Trans-
port
-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 128,40
8 1111,90
Norddeutscher Lloyd. .
Frankfurt. Schleppschiff.
116,00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 130,00
Anatol. Eisonb. 60%-Akt. 5½ 114,70
6 191,75
Baltimore . .
10 196½
Ganads:
7½ 1139,50
Schantung.
§ (15600
Prins Henry
Lombarden . . . . . . . . . 0 20,75
Pennsylvania. . . . . . . . 6 1111,00
Industrie-Aktien.
Badische-Anilin-Fabrik . 28 (655,25
Chem. Fabrik Griesheim 14 1250,50
Farbwerke Höchst . . . . 30 596,25
Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20
Zement Heidelberg . . . . 10 148,00
Chemische Werke Albert! 30
Holzverkohl. Konstanz 15 1307,00
Lahmeyer . . . . . . . . . . 6 1127.60
Schuckert, Würnberg. . . 8 146,00
Siemens & Halske. . . . . 12 (213,00
Bergmann Elektr. . . . . . 1 5 (12200
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 1243,50
Hagen Akkum. . .
25 311,00
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (176,50
Gummi Peter . . . . . . . . 0 80,00
Adler-Fahrradwerke . . . 25 336,50
Maschinenfabr. Badenia. 6 1129,00
Wittener Stahlröhren . . 0
Motoren, Oberursel . . .8½ 1154,80
Gasmotoren, Deutz . . . . 9 120,00
Siemens Glas-Industrie . 15 1220,00
Enzinger Filter . . . . . . 23 1285,00
Steaua Romana . . . . . . 10 1143,00
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 1172.00
Bad. Zucker-Waghäusel .12,83220.00
Neue Boden-Aktien-Ges.
82,50
Süddeutsche Immobilien! 0 62,30
Bergwerks-Aktien.
Aumetz-Friede . .
12 (157,75
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 220,25
Leonhard, Braunkohlen . 9 (159.00
Konkordia Bergbau ..
23 358,00
Deutsch-Lukemb. Bergb. 10 1127.50
Bschweiler. . . . . . . . . . 10 (227,80

b=
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 1181,75
Harpen Bergbau. . . . . .I1 (177,75
Kaliwerke Aschersleben - 10
Kaliwerke Westeregeln . 13 204,70
Königin Marienhütte . . 6 81,00
8
Laurahütte . . . . . . .
Oberschles. Eisenbed.
4 82,00
Oberschl. Eisen-Industrie 3 69.00
Phönix Bergbau ..
18 1233.60
Rheinische Braunkohlen 10 233,00
Riebeck Montan .
12 1188,00
South West.-Afr. Shares . 5 (115,50
Verzinsliche
Anlehenslose. Zt.
Badische . .
. TIr. 100 4 1184,60
Cöln-Mindener . TIr. 1003½142,50
Holländ. Komm. . H. 100

IMadrider
. . Frs. 100 3
-
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 1141,20
Osterreicher 1860er Lose . 4 180,60
Oldenburger . . . . TIr. 40 3 (128,40
Raab-Grazer . . . . H. 15012½111,00
Mk.
Unverzinsliche
p. St.
Anlehenslose.
A.7
Augsburger ..
TIr. 20 (202,50
Braunschweig
Fa. 45
Mailänder
Fs. 10 38,00
do.
.4.7
Meininger
f. 100 525,00
Osterreicher
H. 100 451,00
do,
f. 100 1
Ungar. Staats
-
Fs. 30
Venediger
:. Fs. 400 165,40
Türkische . .
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. . . . . . . . 20,45
20-Franks-Stücke . . . . . . . 1 16,26
Amerikanische Noten . . . . 14,18¾/
20,50
Englische Noten . . . . .
81,45
Französische Noten. .
169,20
Holländische Noten . .
Italienische Noten . . . . .
31,10
Osterr.-Ungsrische Noten. . 85,00
Russische Noten . . . . . . . .
Schweizer Noten. . . . . . . . 81,4
Reichsbank-Diskont .
do. Lombard Zsf.,
Tendenz:
Behauptet.

Kongreſſe und Verbandstage.

Vom 10. bis 13. d. Mts. fand, wie erſt jetzt mit=
geteilt
wird, in Leipzig im Kongreßſaale der Bugra der
III. Verbandstag des Verbandes der deut=
ſchen
Reichs=Poſt= und Telegraphenbeam=
tinnen
ſtatt. Es waren 64 Delegierte aus allen Teilen
des deutſchen Reichspoſtgebietes erſchienen, die 52 Poſt=
beamtinnenrereine
mit über 11000 Mitgliedern vertraten.
Die überaus reiche Tagesordnung enthielt u. a. auch wich=
tige
Beratungen über Zukunftsmöglichkeiten für Stellung
und Beruf der Poſt= und Telegraphengehilfinnen. Alle
Punkte wurden in ſtreng ſachlicher Form glatt erledigt,
getragen vom Geiſte unbedingten Zuſammengehörigkeits=
gefühls
. Folgende Entſchließungen wurden ein=
ſtimmig
angenomrten:
Der III. Verbandstag beauftragt den Verbands=
vorſtand
, dahin zu wirken, daß der Inhaber der elterlichen
Gewalt vor der Annahme einer Bewerberin für den
Poſt=, Telegraphen= oder Fernſprechdienſt eine Erklärung
zu unterſchreiben habe, nach der er ſich verpflichtet, in den
Zeiten der Erwerbsloſigkeit bis zum Beginn der ununter=
brochenen
Beſchäftigung, und zwar unter ausdrücklicher
Erwähnung der möglichen Höchſtdauer dieſer Friſt, für
einen ſtandesgemäßen Unterhalt der Bewerberin zu ſor=
gen
. Die Durchführbarkeit dieſer Unterhaltungsgewäh=
rung
wäre durch geeignete behördliche Feſtſtellungen zu
prüfen.
Bei den diesjährigen Reichstagsverhandlungen über
den Poſtetat iſt ſeitens der Abgeordneten der Wunſch zum
Ausdruck gebracht worden, die Beamtinnen grundſätzlich
vom Nachtdienſte zu befreien. Der III. Verbandstag ver=
kennt
nicht die wohlwollende Abſicht dieſer Forderung,

tritt ihr aber entſchieden entgegen. Das weibliche Per=
ſonal
der Reichs=Poſt= und Telegraphenverwaltung
wünſcht auf allen Gebieten, zu denen es zugelaſſen wird,
ſeine Dienſtgeſchäfte ſelbſt zu verſehen und weiß ſich hier=
zu
befähigt. Geſundheitliche Bedenken liegen gegen den
Nachtdienſt nicht vor, ſoweit die für alle Beamten übliche
vor= und nachherige Mindeſtruhezeit innegehalten und die
Möglichkeit zu ordnungsmäßiger, zweimaliger Nahrungs=
aufnahme
gelaſſen bzw. geſchaffen wird.

Handel und Verkehr.

Frankfurt a. M., 20. März. (Börſe.) Die
heutige Börſe eröffnete unter einer gewiſſen Zurückhal=
tung
der Spekulation im Hinblick auf die vom Balkan
vorliegenden Meldungen. Der Verkehr war infolgedeſſen
äußerſt ſtill, wozu noch der Umſtand beitrug, daß mor=
gen
die deutſchen und auch die meiſten ausländiſchen Bör=
ſen
geſchloſſen ſind. Trotz des geringfügigen Geſchäfts
konnten ſich die Kurſe im Verlauf erholen und auch be=
haupten
, ſo daß weſentliche Kursveränderungen gegen
geſtern nicht zu verzeichnen ſind. Ruſſiſche Werte, die in
den letzten Tagen ſtark im Vordergrund des Intereſſes
ſtanden und größeren Schwankungen unterworfen waren,
blieben heute ohne Beachtung, da die Börſe in St. Peters=
burg
geſtern geſchloſſen war. Die ganze Börſe charakte=
riſierte
ſich als abwartend bei ſtillem Geſchäft. Am
Kaſſamarkt ſind nennenswerte Kursveränderungen eben=
falls
nicht zu verzeichnen. Mexikaniſche Fonds, beſon=
ders
3prozentige Anleihen, notierten heute etwas feſter,
da man die Entſcheidung als nahe bevorſtehend erachtet.
Tendenz ſtill.

Landwirtſchaftliches.

Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweine=
markt
am 20. Mai. Auftrieb: 185 Schweine. Preiſe
(Schlachtgewicht 50 Kilogramm): 1. Qual. 62 Mk.,
2. Qual. 61 Mk., 3. Qual. 60 Mk. Marktverlauf: mäßig,
Ueberſtand. Kälbermarkt am 20. Mai. Auftrieb:
176 Kälber, 1 Schaf, 3 Ziegen. Preiſe (Lebendgewicht
50 Kilogramm): 1. Qual. 62 Mk., 2. Qual. 60 Mk.,
3. Qual. 56 Mk. Marktverlauf: lebhaft.
* Groß=Gerau, 19. Mai. Der hohe Auftrieb vonz
1127 Tieren bedingte bei dem letzten Ferkelmarkt
die Zurückhaltung in der Nachfrage, weshalb ein merk=
liches
Sinken der Preiſe eintrat. Für Ferkel ſind 1227
Mark, für Springer 2533 Mark und für Einleger 3650%
Mark pro Stück bezahlt worden. Am Schluſſe des Mark=
tes
war alles verkauft. Am Montag, den 25. d. M., findey
der nächſte Ferkelmarkt ſtatt.
* Zum vermehrten Anbau von Puffbohnen ( Dicke=
bohne
) wird im praktiſchen Ratgeber von Oekonomierat
Böttner aufgemuntert Für die Kultur im Garten
ſtellt er folgende Regeln auf: 1. Frühe Ausſaat, ſchon im
Februar: Kein anderes Gemüſe verträgt ſoviel Kälte als
die Puffbohne. 2. Entſpitzen der Gipfel, um beſſeren An=
ſatz
zu gewinnen. 3. Die Blattläuſe bekämpfen. Eine
Dame gibt in der gleichen Nummer jener Zeitſchrift An=
leitung
zur Bereitung der Puffbohnen, ſowohl der aus=
gewachſenen
Bohnen, als auch der ganz jungen, grünen
Schoten. Sogar die jungen Pflanzen laſſen ſich als
Spinat bereiten. Intereſſenten können ſich die betref=
fende
Nummer vom Geſchäftsamt des praktiſchen Rat=
gebers
im Obſt= und Gartenbau zu Frankfurt a. O. koſten=
los
zuſenden laſſen.

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Nummer 139

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. Mai 1914.

Seite 19.

Rennen
des Hessischen Keiter Vereile
am Sonntag, den 24. Mai 1914, 3 Uhr nachmittags,
auf dem Griesheimer Truppen=Uebungsplatz
(Eingänge zum Rennplatze nur vom Barackenlager aus)
4 Jagdrennen und 1 Springkonkurrenz
Konzerk u. Reſtauration
auf dem Rennplatze Gedeckte Tribüne
Kartenvorverkaufsſtellen ſind auf den Plakaten erſichtlich.
Preiſe der Plätze:
I. Tribüne (Zutritt zum Sattelplatz)
Mk. 3.
II.
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Reſervierter Platz
Die Karten für die II. Tribüne werden im Vorverkauf für
1.20 Mk., für den Reſervierten Platz für 40 Pfg. abgegeben. Alle
Karten ſind ſichtbar zu tragen.
Der Vorſtand des Heſſiſchen Reitervereins.
Seitens der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft Darmſtadt
wird ein Sonderzug ab Schloß um 2 Uhr mittags zur Fahrt nach
dem Rennplatz bereitgeſtellt, ebenſo wird nach dem Rennen ein
Sonderzug von der Lagerſtraße abgelaſſen.
(12481fs
Verhand ebang-Kirohf. Frauenvereine im
Großherzogtum Hessen.
Einladung zur Hauptversammlung
auf Mittwoch, den 27. Mai 1914, nachm. 3 Uhr,
im Gemeindehaus, Kiesstrasse 17.
Tagesordnung: 1. Jahresbericht, Rechnungsablage, Vor-
anschlag
, Wahlen. 2. Vortrag des Herrn Prof. D. Dr. Schian-
Giessen über: Die Erziehung unserer weiblichen Jugend zu
ang.-kirchl. Bewusstsein und zur Beteiligung derselben am
kirchlichen Gemeindeleben.
(12480
Gäste willkommen!
Der Vorstand.

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Leitung: Herr Obermusikmeister M. Weber.
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Eintritt mit Programm 15 Pfennig. (*14357

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Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.
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von Richard Wagner.
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Spielleiter: Otto Nowack.
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Triſtan
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Franz. Callwey
Iſolde.
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Krank: Sybille Huber.
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4.20 , 14.19. Reihe 3.40 ,
Parterre: 1.5. Reihe 2.90 ,
6.8. Reihe 2.35 , Proſzeniums=
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6.20 , Mittelloge 6.20 ,
Balkonloge 5.20 , 1. Rang 4.70 ,
2. Rang: 1.6. Reihe 2.70 , 7. u.
8. Reihe 2.15 , 1. Galerie 1.35 ,
2. Galerie 0.75 .
Kartenverkauf: an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater von 9½1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 81 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der Vor=
ſtellung
. (Im Verkehrsbüro wer=
den
auch telephoniſch Kartenbe=
ſtellungen
entgegengenommen.
Telephon Nr. 1582.)
Anfang 6½ Uhr. Ende 11 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 23. Mai. Außer Ab.
40. Volksvorſtellung zu ermäßigt.
Preiſen. Zum Beſten des Hof=
theater
= und Hofmuſik= Penſions=
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. Neu einſtudiert: Das
Nachtlager in Granada.
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D 44. Königskinder. Ge=
wöhnliche
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Montag, 25. Mai. 172. Ab.=Vſt.
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Seite 20.

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Es besitzt zwar nicht die Eigenschaft an Stellen, wo
überhaupt keine Haarwurzeln vorhanden sind, Haare zu
erzeusen (denn ein solches Mittel sibt es nicht,
wennschon dies von manchen auderen Tincturen in den
Zeitungen fälschlich behauptet wird) wohl aber stärkt
es die Kopfhaut und die Haarwurzeln derartig, dass das
Ausfällen des Haares in kurzer Zeit aufhört und sich
aus den Wurzeln, so lange diese eben noch nicht abge-
storben
sind, neues Haar entwickelt, wie dies bereits
durch zahlreiche praktische Versuche festgestellt ist.
Auf die Farbe des Haares hat dieses Mittel keinen
Einfluss, auch enthält es Keinerlei der Gesundheit
irgendwie schädliche Stoffe.
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