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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Großherzogliche Familie iſt geſtern früh
nach vierwöchiger Abweſenheit aus Gardone wieder
in Darmſtadt eingetroffen.
2,
Reichskanzler von Bethmann Hollweg iſt
geſtern abend in Korfu eingetroffen
Der württembergiſche Finanzminiſter v. Geßler iſt vom
Amte zurückgetreten. Zu ſeinem Nachfolger wurde der
bisherige Miniſterialdirektor im Finanzminiſterium Dr.
v. Piſtorius ernannt.
Die Vereinigten Staaten drohen Mexiko mit
einem Bombardement der Stadt Tampico, falls der
ge=
forderte Salut der amerikaniſchen Flotte abgelehnt wird.
Letzte Nachrichten ſieye Seite 6.
Die ruſſiſche Herausforderung.
*⁎* Im Vordergrunde der politiſchen Erörterungen
ſteht in den letzten Tagen die Schaffung eines ruſſiſchen
Einfuhrzolles auf Getreide, Erbſen und Bohnen. Wie
auch von amtlicher Petersburger Seite zugegeben worden
iſt, richtet ſich dieſe Maßregel in erſter Linie gegen die
deutſche Einfuhr, und ſie iſt wohl nur ein Vorläufer
an=
derer zum wirtſchaftlichen Zweikampfe dienender
Be=
ſchlüſſe, die beſtimmt ſind, der ruſſiſchen Regierung ein
geeignetes Inſtrument für die bevorſtehenden
Handelsver=
tragsverhandlungen zu bieten. Auf derſelben Stufe ſteht
die Geſetzesvorlage über die Beſteuerung deutſchen
Ge=
treides in Finnland. Sie iſt als die erſte Station auf
dem Wege der Einverleibung des finniſchen Zollgebiets
in das ruſſiſche anzuſehen und deshalb gleichfalls gerade
für Deutſchland von großer Bedeutung.
Man erblickt bekanntlich in dem ruſſiſchen Vorgehen
nicht allein das Streben nach einer wirtſchaftspolitiſchen
Rüſtung, ſondern auch den Ausfluß unfreundlicher
Geſin=
nungen gegen Deutſchland und meint, daß die feindſelige
Stimmung der öffentlichen Meinung des Zarenreiches
ſogar entſcheidend ſei für deſſen neueſte Wirtſchaftspolitik.
Dieſe Feindſeligkeit iſt nicht etwa neuen Datums, ſie nahm
ihren Ausgang von der Gründung des machtvollen
Deut=
ſchen Reiches und ſteigerte ſich durch die Erbitterung über
das Ergebnis des Berliner Kongreſſes. Selbſt
Alexan=
der II. erlag der Autoſuggeſtion, von Bismarck auf dem
Kongreſſe benachteiligt worden zu ſein. Daß es
hoch=
ſtehenden Intriganten gelang, Alexander III. vollends
mit Animoſität gegen Deutſchland zu erfüllen, iſt
geſchicht=
lich feſtſtehende Tatſache. Auch ſpäter blieben wir von
ruſſiſcher Seite an Ueberraſchungen gewöhnt, haben uns
aber darein gefunden, die ruſſiſchen Preſſeäußerungen auch
offiziöſer oder offizieller Natur nicht immer als
unab=
änderlich letztes Wort zu nehmen. Jedoch, das Gefühl
der Unſicherheit, wie wir eigentlich zu Rußland ſtehen,
iſt immer vorhanden. Die Art und Weiſe, wie ſeit einiger
Zeit wirtſchaftliche Kreiſe an der Newa auf einen
Zoll=
konflikt mit Deutſchland hinarbeiten, der Ton, den ſie
gegen uns anſchlagen, muß in Verbindung mit manchem
anderen Vorgehen ſtutzig machen. Von beſonnener
Ueber=
legung, von einer Berückſichtigung der eigenen Intereſſen
zeugt dies alles nicht. Die Frage der Erneuerung des
deutſchen Handelsvertrages wird ſchon ſeit einiger Zeit
in der Duma lebhaft erörtert, man verſtieg ſich ſogar zu
der Behauptung, der beſtehende Vertrag ſei für Rußland
ein größeres UUnglück als der japaniſche Krieg und lege
der ruſſiſchen Landwirtſchaft ungeheure Laſten auf. Die
Regierungsmänner ſcheinen ſich dieſe Anſicht bis zu einem
gewiſſen Grade auch zu eigen gemacht zu haben, und die
eben von der Duma angenommene Vorlage wegen
Ein=
führung des 30=Kopeken=Zolls wurde von dem
Land=
wirtſchaftsminiſter Krivoſchein ausdrücklich damit
be=
gründet, daß die Getreideeinfuhr aus Deutſchland im ſteten
Wachſen begriffen ſei, der ruſſiſche Getreideexport dagegen
ſtändig falle.
An Vergeltungsmaßregeln würde es Deutſchland bei
einer Zuſpitzung der wittſchaftlichen Beziehungen zu
Ruß=
land nicht fehlen, denn es hat Mittel genug, die
Produk=
tion des Zarenreiches empfindlich zu ſchädigen. Letzteres
that ein großes Selbſtintereſſe daran, weiter im Beſitze
der durch den Handelsvertrag feſtgelegten deutſchen Zölle
zu bleiben, da es im Falle einer Kündigung des Vertrags
nicht einmal die Meiſtbegünſtigung genießen würde. Daß
an unſeren maßgebenden Stellen ſorgfältig geprüft
wer=
den wird, ob die Zollerhöhung für deutſches Getreide in
Finnland den beſtehenden Verträgen entſpricht, iſt
ſelbſt=
verſtändlich. Vorläufig hat man ſich von amtlicher
deut=
ſcher Seite noch nicht darüber geäußert, aber der
Reichs=
tag wird bei ſeinem Wiederzuſammentritt ſicher Anlaß
nehmen, von der Regierung Erklärungen zu fordern. Daß
Rußland ſich verpflichtet hat, Deutſchland von der
Ein=
verleibung des finniſchen Zollgebiets in das ruſſiſche zwei
Jahre vorher zu benachrichtigen und auch zuſagte, dieſe
Einverleibung nur ſchrittweiſe vorzunehmen, iſt bekannt.
Ein amerikaniſches Ultimatum
an Mexiko.
* Am 11. April hatte das vor der mexikaniſchen
Ha=
fenſtadt Tampico liegende amerikaniſche
Ge=
ſchwader, das dem Oberbefehl des Konteradmirals
Mayo unterſteht, eine kleine Anzahl Marineſoldaten
ge=
landet, um die Oelvorräte zu ergänzen. Sie wurden von
mexkkaniſchen Bundestruppen gefangen genommen, auf
den energiſchen Proteſt Admiral Mayos aber wieder
frei=
gelaſſen. Als Sühne forderte der amerikaniſche Admiral
Entſchuldigungen des höchſten mexikaniſchen Beamten in
Tampico und einen Salut vor der amerikaniſchen Flagge.
Wiewohl Präſident Huerta das Vorgehen der Truppen
mißbilligte, ſcheint dem amerikaniſchen Wunſche nach
einem Salut nicht Folge geleiſtet worden zu ſein.
Da=
durch hat ſich die Situation mit einem Schlage
außeror=
dentlich verſchärft. Die Meldung lautet:
Waſhington, 14. April. Die amerikaniſche
Regierung hat dem Präſidenten Huerta bis heute
abend 6 Uhr Zeit gegeben, um den im Hafen von
Tam=
pico liegenden amerikaniſchen Kriegsſchiffen den
ver=
langten Salut zu erweiſen Wird der Forderung nicht
Folge geleiſtet, ſo iſt Admiral Mayo beauftragt, ſofort
das Feuer auf die im Hafen liegenden
mexikaniſchen Kanonenboote und auf
Tam=
pico ſelbſt zu eröffnen, was einer Kriegserklärung
gleich=
käme.
Nach einem Telegramm aus Neu=York, das in der
Hauptſache dasſelbe mitteilt, hätte Präſident Huerta
er=
klärt, daß er die Beſchießung von Tampiro als casus
belli betrachten und ſofort mit Gegenmaßregeln
beant=
worten würde.
Weiter wird aus Waſhington gemeldet: Alle
Schiffe der Atlantiſchen Flotte in
Hamp=
ton=Roads haben Befehl erhalten, nach
Tampico abzugehen. Ferner iſt das
Transport=
ſchiff Hancock angewieſen worden, mit 800 Marineſoldaten
von Neu=Orleans nach Tampico abzugehen. Das
Schlacht=
ſchiff „South Carolina”, das ſich auf der Fahrt von San
Domingo nach den Vereinigten Staaten befand, erhielt
unterwegs in einem drahtloſen Telegramm ebenfalls
Be=
fehl, nach Tampico abzugehen. Weiterhin ſind die vor
Boſton liegenden Kanonenboote „Naſhville”, „San
Do=
mingo” und „Tacoma” angewieſen worden, nach dem
gleichen Beſtimmungsort abzugehen. Die bei Penſacola
liegende Torpedobootsflottille erhielt ebenfalls Befehl,
ſich zur Abfahrt nach Tampico bereitzuhalten. Das
Ka=
binett hatte heute eine zweiſtündige
Beſpre=
chung über die Lage. Staatsſekretär Bryan hat
ſeine Erholungsreiſe, die er antreten wollte, aufgegeben.
Dem Vernehmen nach iſt Präſident Wilſon nicht geneigt,
Gewalt anzuwenden, es ſei denn als letztes Mittel.
So=
bald die Flotte ſich verſammelt hat, wird Konteradmiral
Badger etwa 20 große Kriegsſchiffe in den
mexikaniſchen Gewäſſern unter ſeinem Befehl
haben Wie mitgeteilt wird, hatte der mexikaniſche
Ge=
ſchäftsträger Algara am Samstag den Staatsſekretär
Bryan aufgeſucht und ihm Huertas Entſchuldigung
über=
mittelt. Huerta wäre bereit, das amerikaniſche
Kanonen=
boot „Delphin” zu ſalutieren, das als Depeſchenboot für
Tampico benutzt wird, ſtellte jedoch Bedingungen
hinſicht=
lich des Saluts. Bryan erklärte Algara, er werde auf
einem bedingungsloſen Salut beſtehen. Freunde Huertas
in Waſhington, welche die ernſte Auslegung erkannten,
die dem Vorfalle in Tampico von der amerikaniſchen
Re=
gierung gegeben wird, ſandten Huerta ein Telegramm,
in dem ſie ihm zum Nachgeben raten.
Deutſches Reich.
— Militär und Zivil im Reichslande.
Gegenüber den Anfeindungen elſäſſiſcher Blätter, die auf
eine Verſetzung des Generals von Deimling dringen, iſt
ausdrücklich feſtzuſtellen, daß dieſer Fall für die nächſten
Jahre nicht in Frage kommen kann. Es iſt im Gegenteil
zu erwarten, daß der Kaiſer den verdienten General bei
ſeinem im Anfang des nächſten Monats zu erwartenden
Beſuch durch beſondere Ehrungen auszeichnen wird.
So=
lange übrigens der Zaberner Magiſtrat ſeine Haltung
nicht gründlich ändert und an Stelle Herrn Knöpflers
ein anderer Bürgermeiſter tritt, erhält Zabern überhaupt
kein Militär mehr. Weitere Maßnahmen auf
militäri=
ſchem Gebiete, ſo insbeſondere die Garniſonierung der
elſaß=lothringiſchen Rekruten in altdeutſchen Garniſonen,
dürften bald zu erwarten ſein.
— Unſtimmigkeiten im jungliberalen
Lager. Die am nächſten Sonntag in Frankfurt
ſtatt=
ſindende jungliberale Tagung dürfte erregte Debatten
bringen, da außer den in den verſchiedenſten Städten
ge=
faßten Beſchlüſſen auf unentwegtes Fortbeſtehen des
Reichsverbandes ſich nunmehr auch jene Stimmen
meh=
ren, die ihr Bedauern darüber ausdrücken, daß die
Lei=
tung des Reichsverbandes in ſchroffſter Weiſe alle
Ver=
handlungen über eine Auflöſung ablehnte, bevor der
Ge=
ſamtvorſtand und der Vertretertag des Reichsverbandes
Stellung genommen habe; namentlich im bergiſchen Lande
und in einzelnen Teilen Weſtfalens iſt dieſe Stimmung
vorherrſchend. In mehreren Reſolutionen wurde
ausge=
ſprochen, daß durch das Verhalten der Leitung des
Reichs=
verbandes dem Frieden der Partei nicht gedient werde.
Jedenfalls iſt eine heftige Ausſprache zu erwarten,
wenn=
gleich heute ſchon feſtſteht, daß das weitere Fortbeſtehen
des Reichsverbandes geſichert iſt.
— Die kaufmänniſchen Verbände und
die Sonntagsruhe. Die über 300000 Mitglieder
zählende ſoziale Arbeitsgemeinſchaft der kaufmänniſchen
Verbände hat ſich in der Frage über das
Sonntagsruhe=
geſetz mit einer Eingabe an die deutſch=evangeliſchen
Kir=
chenbehörden gewendet. Nachdem ſchon mehrere
katho=
liſche Biſchöfe für eine erweiterte Sonntagsruhe
einge=
treten ſind, wird jetzt auch um die
Bundesgenoſſen=
ſchaft der evangeliſchen Kirchenbehörden gebeten. In der
Eingabe heißt es u. a.:
„Die Kirchenbehörden mögen 1. in einer amtlichen
Erklärung gegenüber den geſetzlichen Körperſchaften
des Reiches das Verlangen zum Ausdruck bringen, daß
in einem künftigen Reichsgeſetz die grundſätzliche
Anerken=
nung der vollen Sonntagsruhe im geſamten
Handels=
gewerbe mit alleiniger Ausnahme für die ſogenannten
Bedürfnisgewerbe auszuſprechen ſeit 2. die in der nächten
Zeit zur Beratung zuſammentretenden Synoden zu einer
gleichen Stellungnahme veranlaſſen und 3. dafür
ſor=
gen, daß von den geſamten Kanzeln aller evangeliſchen
Landeskirchen Deutſchlands eine planmäßige Einwirkung
auf die Gemeindeglieder geſchehe, damit dieſe alle
Ein=
käufe am Sonntage unterlaſſen und damit die
Beſtrebun=
gen des Kauſmannsſtandes unterſtützen, der dasſelbe
An=
recht auf die Sonnlagsrahe hat und dem ſie genau ſo
nottut wie dem Beamten= und Arbeiterſtande.”
— Das Zentrum und die Integralen.
In Trier wurde in einer von fünfhundert Perſonen
be=
ſuchten Zentrumsverſammlung, in der ſich die
Abgeord=
neten Marx und Dr. Bell mit äußerſter Schärfe gegen die
den Zentrumsturm unterwühlenden „Integralen”
auß=
ſprachen, der Beſchluß des Wahlkomitees, alle nicht auf
dem Boden der Erklärung des Reichsausſchuſſes
Stehen=
den aus der Partei auszuſchließen, widerſpruchslos
gebil=
ligt. Damit ſind die vier Geiſtlichen des Trierer Bezirks,
die auf dem Boder der „Berliner” Richtung ſtanden, aus
der Organiſation der Zentrumspartei ausgeſchloſſen.
— Die Welfen haben in Hannover einen neuen
Verein gegründet, den ſie nach der Herzogin von
Braun=
ſchweig, Viktoria Luiſe, benannten. Kürzlich hat Herzog
Ernſt Auguſt eine Abordnung dieſes Vereins empfangen,
die aus dem Vorſitzenden und drei Damen beſtand. Der
Herzogin überreichte die Abordnung ein prachtvolles
Blumenbukett.
Ausland.
Italien.
Der Eiſenbahnerausſtand. Zwiſchen dem
Syndikat der Eiſenbahner und der Regierung ſind
nun=
mehr Verhandlungen eingeleitet worden. Der Präſident
der Handelskammer von Ancona, wo der Herd der
radi=
kalſten Bewegung iſt, wurde von Salandra und dem
Ar=
beitsminiſter Ciufelli empfangen. Die Gefahr eines
Gene=
ralausſtandes wird nicht mehr als ſo nahe betrachtet, doch
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Nummer 104.
fährt die Regierung fort, vorſorgliche Maßnahmen zu
reffen. So wurde die Ausreiſe der Erſten Diviſion des
Erſten Geſchwaders, das von Neapel nach Genua gehen
ſollte, verſchoben.
Frankreich.
Folgen des Rochettehandels. Das
Amts=
blatt veröffentlicht die Erlaſſe über die durch den
Rochette=
handel im Richterſtande verurſachten Veränderungen.
Be=
reffs Fabres heißt es darin, daß er auf ſein Anſuchen
zum erſten Präſidenten des Appellationsgerichtshofes in
Aix ernannt worden ſei.
England.
Vor dem Beſuch König Georgs in
Pa=
ris. Pariſer Depeſchen engliſcher Blätter beſchäftigen
ſich lebhaſt mit den großen Vorbereitungen für den
Emp=
fang des Königs Georg, von dem ſie große politiſche
Er=
folge erwarten. Der Pariſer Vertreter des Daily Expreß
läßt ſich von hochſtehender politiſcher Perſönlichkeit
mit=
teilen, daß der Beſuch des Königs in Paris eine Reihe
von Beſuchsaustauſchen unter den Oberhäuptern des
Drei=
verbandes einleite, die mit einem Beſuch des Zaren in
London enden würden und mit denen eine neue Aera
für die Aufrechterhaltung des europäiſchen Friedens durch
Stärkung der Bande zwiſchen Großbrikannien, Frankreich
und Rußland beginnen werde. Die britiſche Flotte ſei
der entſcheidende Faktor zur See und Frankreichs und
Rußlands Heere ſeien nunmehr ſo ſtark, daß der
Drei=
verband in den in nächſter Zukunft zu löſenden
europäi=
ſchen Problemen ſeinen Willen überwiegend zur Geltung
bringen könne.
Auſtraliens Proteſt gegen das
eng=
liſche Flottenprogramm. Der auſtraliſche
Mi=
niſter für Landesverteidigung hat, wie aus Melbourne
ge=
meldet wird, der Meinung Ausdruck gegeben, daß die
Rede Churchills über das Flottenprogramm, die er im
März vor dem Unterhauſe gehalten hat, in Wirklichkeit
ein Aufgeben des Flottenprogramms der Reichskonferenz
vom Jahre 1909, beſonders was die Dominien betreffe
bedeute. Er erklärte, Auſtralien ſei entſchloſſen, die
Poli=
tik weiter zu verfolgen, die es auf den Rat der britiſchen
Regierung vor fünf Jahren eingeſchlagen habe. — Aus
Meldungen, die Daily Telegraph und Morning Poſt aus
Sydney erhalten haben, geht hervor, daß der Miniſter
Millen im Namen der Bundesregierung die bedeutſame
und ſcharfe Gegenerklärung zu Churchills Ausführungen
abgegeben hat, in der er ausſpricht, daß das
engliſch=
japaniſche Bündnis keinen Grund biete, das
Flottenpro=
gramm aufzugeben, da das Bündnis nur auf wenige
Jahre abgeſchloſſen ſei, und fordert, daß bald eine neue
Reichskonferenz abgehalten werde.
Schweden.
Die Wahlen. Am Dienstag fand in 11
Wahl=
kreiſen die Zählung der Stimmen der letzten Wahlen ſtatt.
Im ganzen ſind bisher gewählt: 37 Mitglieder der
Rech=
ten, 20 Liberale und 32 Sozialdemokraten. Die Rechte
gewann 9 Sitze und verlor 1, die Liberalen verloren 10
die Sozialdemokraten gewannen 4 und verloren 2. Der
frühere liberale Finanzminiſter Freiherr von Adelsvaerd
iſt wiedergewählt worden. Die Wahlreſultate werden
ſehr langſam bekannt.
Bulgarien.
Lärmſzenen in der Sobranje. Gegen Ende
der Abendſitzung der Sobranje am Dienstag kam es zu
großen Skandalſzenen, hervorgerufen durch den früheren
Miniſter Burow (Geſchow=Partei), der gegen das
Mini=
ſterium beleidigende Ausdrücke gebrauchte. Es entſtand
ein unbeſchreiblicher Tumult, ſo daß die Sitzung
unter=
brochen werden mußte. Später wurde ſie dann wieder
aufgenommen.
Griechenland.
Die Epirusfrage. Die griechiſche Regierung
hat in der Epirusfrage durch die ruſſiſche Geſandtſchaft
Schritte unternehmen laſſen zur Erlangung einer
Inter=
vention in Albanien. Die griechiſche Regierung verlangt,
daß Rußland als größte orthodoxe Macht die orthodoxe
Bevölkerung Albaniens unter ſeinen Schutz nehme.
Türkei.
Anleihen in Frankreich und
Deutſch=
land. In deutſchen Kreiſen Konſtantinopels wird
be=
tont, daß die in Paris zwiſchen Frankreich und der
Tür=
kei abgeſchloſſenen finanziellen Abmachungen erſt nach dem
Abſchluß der wirtſchaftlichen Abmachungen zwiſchen
Deutſchland und der Türkei als endgültig angeſehen
wer=
den können. Die Verhandlungen über letztere ſollen
un=
verzüglich in Berlin wieder aufgenommen werden. Auch
die kompetenten franzöſiſchen Finanzkreiſe verweiſen
dar=
auf, daß, ausgenommen den erſten Teil der Anleihe, für
die bereits ein Jrade erſchienen iſt, die Konventionen über
den Bau und Betrieb der Bahnlinie im Schwarzen
Meer=
becken und in Syrien, ſowie über mehrere Häfen in den
gleichen Gegenden noch nicht unterzeichnet und mit der
Sanktion noch nicht verſehen ſind, vielmehr von gewiſſen
noch zu erfüllenden Vorausſetzungen abhängen, deren
Rea=
liſierung man jedoch nicht bezweifelt. — Der
Konſtanti=
nopeler Korreſpondent der Tribuna erklärt, aus beſter
Quelle erfahren zu haben, daß der deutſche Botſchafter in
Konſtantinopel nach Korfu zu Kaiſer Wilhelm gefahren
ſei, um ihm ein umfangreiches Anleiheprojekt für die
Türkei zu unterbreiten. Es handelt ſich um eine Anleihe
von 300 Millionen Francs, die zur Kompenſierung der
franzöſiſchen Anleihe dienen ſollen. Es hat ſich bereits
eine Gruppe deutſcher Finanzmänner gebildet. Auch
öſter=
reichiſches Kapital wird an der Anleihe teilhaben.
* Stockholm. 14. April. Ueber das Befinden
des Königs Guſtav iſt heute abend folgender
Krank=
heitsbericht veröffentlicht worden: Der König hat ſich im
Laufe des Tages wohl befunden, die Kräfte nehmen zu.
Temperatur 37,2, Puls 56.
* Rio de Janeiro, 14. April. Prinz und
Prinzeſſin Heinrich von Preußen gaben heute
dem Präſidenten Hermes da Fonſeca und ſeiner
Gemah=
lin ein Frühſtück an Bord des Dampfers „Kap Trafalgar”
Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. April.
* Die Großherzoglichen Herrſchaften, der
Erb=
großherzog und Prinz Ludwig, ſowie Prinzeſſin
Luiſe von Battenberg ſind geſtern vormittag
7 Uhr 17 Min. mit Gefolge aus Gardone im Neuen
Palais eingetroffen. Der Aufenthalt im Süden iſt der
Großherzoglichen Familie ſehr gut bekommen, beſonders
die Prinzenſöhne ſind wohlauf und Prinz Ludwig hat
ſich von ſeiner Krankheit völlig erholt.
* Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog hat dem Major von
Weſtern=
hagen (Heinrich), Bataillonskommandeur im
Leib=
garde=Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, das
Ritterkreuz des Ludewigs=Ordens verliehen.
* Pfarr= und Schulperſonalien. Der
Groß=
herzog hat am 7. April d. J. dem Pfarrer Adam
Glück zu Heuchelheim die evangeliſche Pfarrſtelle zu
Ober=Eſchbach und dem Pfarrverwalter Wilhelm
Buch=
hold zu Hainchen die evangeliſche Pfarrſtelle daſelbſt
übertragen; ferner am 10. April d. J. den Oberlehrer an
dem Realgymnaſium zu Darmſtadt Profeſſor Dr. Wilhelm
Kalbfleiſch zum Direktor der Realſchule zu Butzbach
ernannt.
* Gerichtsperſonalien. Der Großherzog hat
am 10. April d. J. den Oberamtsrichter bei dem
Amts=
gericht Grünberg Geheimen Juſtizrat Ernſt Mickel auf
ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen
treuen Dienſte, mit Wirkung vom 1. Mai 1914 in den
Ruheſtand verſetzt und ihm das Ehrenkreuz des
Ver=
dienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der
Großherzog hat weiter den Amtsrichter bei dem
Amts=
gericht Ulrichſtein Karl Dölp zum Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Grünberg mit Wirkung vom 1. Mai 1914
ernannt.
— Vom Großh. Hoftheater. Heute hat der
all=
gemeine Vorverkauf zur erſten Feſtſpiel=Aufführung
Die Meiſterſinger von Nürnberg” an der
Tageskaſſe des Hoftheaters begonnen, nachdem geſtern
die Vormerkungsfriſt für die Abonnenten abgelaufen
war. Der Umfang, in dem die Abonnenten von ihrem
Vorrecht Gebrauch gemacht haben, wie auch die überaus
lebhafte Nachfrage nach Plätzen an der Kaſſe, wie von
auswärts laſſen erkennen, daß die Aufnahme der
„Meiſterſinger”=Neuinſzenierung in die diesjährigen
Feſt=
ſpiele dem allgemeinen Wunſch des Publikums
ent=
ſpricht. Dazu dürfte in erſter Linie die Beſetzung der
Hauptrollen durch die Bayreuther Vertreter — Sachs:
Walter Soomer, Stolzing: Walter Kirchhoff=Berlin
David: Hermann Schramm — beitragen, denen ſich
Gertrud Geyersbach, Anna Jacobs, Georg Weber (
Beck=
meſſer), Alfred Stephani und Otto Semper von hier
anſchließen. Die muſikaliſche Leitung hat
Generalmuſik=
direktor Leo Blech=Verlin, der auch im Vorjahre der
Feſtvorſtellung das Gepräge gab. — Heute wird „Hamlet”
in der Neuinſzenierung als erſte Vorſtellung des
Shake=
ſpeare=Zyllus wiederholt. Der „Wildſchütz” der unter
Kapellmeiſter Kleibers Leitung am Freitag neueinſtudiert in
Szenegeht, iſt in den Hauptpartien mit den Damen
Kallen=
ſee, Beling, Jacobs und Gothe, ſowie den Herren Semper
(Graf), Hloberger (Kronthal), Weber (Baculus) und
Jordan beſetzt. Montag, den 20. April, iſt „Filmzauber”
als Volksvorſtellung zu ermäßigten Preiſen; den
Karten=
verkauf hat bis zum Tag der Vorſtellung das
Ver=
kehrsbureau.
* Der Katholiſche Lehrerverein im Großherzogtum
Heſſen hielt lt. Darmſt. Ztg. im Konkordiaſaale zu
Darm=
ſtadt ſeine diesjährige Vertreterverſammlung ab, die von
allen Bezirksvereinen des Landes ſtark beſucht war. Mit
der Delegiertenverſammlung war eine
Mitgliederver=
ſammlung der Fürſorgekaſſe verbunden. Die Kaſſe
ver=
fügt gegenwärtig bereits über ein Vermögen von 91000
Mark. Die Zahl der Verſicherten beträgt zurzeit 563
Damen und Herren. Der Verein ſelbſt zählt gegenwärtig
1380 Mitglieder. Das Vereinsorgan Heſſiſche Schulblätter
erſcheint in einer Auflage von 1650 Exemplaren. Die
Vereinstätigkeit war nach dem vom Lehrer Lorenz Schmitt=
Darmſtadt erſtatteten Jahresbericht im abgelaufenen Jahr
beſonders lebhaft; namentlich die jetzt geregelte
Gehalts=
frage erforderte viele Arbeit und Aufregung. Dem
Vor=
ſitzenden Lehrer Schorn=Mainz wurde für ſein mannhaftes
Auftreten in dieſer Frage rückhaltloſe Anerkennung
aus=
geſprochen. Von den zur Beratung ſtehenden Anträgen
verdient beſondere Erwähnung der Antrag Bingen, der
die Bildung einer Jugendſchriftenkommiſſion fordert. Der
Antrag wurde einſtimmig angenommen. Ebenſo erfolgte
die einſtimmige Annahme des Antrages Offenbach auf
Bildung einer ſogenannten Militärkommiſſion, der die
Aufgabe zufällt, jungen Lehrern bei Ableiſtung ihrer
ein=
jährig=freiwilligen Dienſtpflicht mit Rat und Tat zur Seite
zu ſtehen. Von weitgehendem Intereſſe dürfte auch der
Antrag ſein, der darauf hinzielt, ein geſetzliches Verbot des
Wirtshausbeſuches für Schulentlaſſene unter 17 Jahren
herbeizuführen. Weiterhin ſoll der Vorſtand des Vereins
beim Großh. Miniſterium dahin vorſtellig werden, daß bei
Eingemeindungen die völlige Gleichſtellung der
Vorort=
lehrer mit denen in der Mutterſtadt ſowohl in Gehalt als
auch in Wohnungsentſchädigung geſetzlich feſtgelegt werde.
Ebenſo ſollen die Lehrer mit Seminarbildung im Gehalt
überall gleichgeſtellt und die Wohnungsentſchädigung nach
Servisklaſſen wie bei anderen Beamten gewährt werden.
Ein weiterer Antrag bezweckte die Gründung eines
Preſſe=
ausſchuſſes innerhalb des Vereins. Nach Beratung
eini=
ger Anträge ſchloß die anregend verlaufene
Vertreterver=
ſammlung nach vierſtündiger Dauer,
* Hanſabund=Verſammlung. Es wird nochmals im
Anſchluß an die zur Veröffentlichung gelangende Anzeige
auf die Hanſabund=Verſammlung hingewieſen, welche am
Freitag, den 17. April d. J., abends halb 9 Uhr, im „
Kai=
ſerſaal” ſtattfindet. Reichstagsabgeordneter Freiherr von
Richthofen wird über „Die Arbeit des Reichstags
und der Hanſabund” ſprechen und ſich hierbei
be=
ſonders mit der letzten großen Steuerreform und den dem
Reichstage gegenwärtig vorliegenden Geſetzentwürfen über
die Konkurrenzklauſel, die Sonntagsruhe und das
Sub=
miſſionsweſen, ſowie mit der Frage der kommenden
Han=
delsverträge beſchäftigen. Sicherlich wird Herr von
Richt=
hofen in ſeiner doppelten Eigenſchaft als
Reichstagsabge=
ordneter und als Geſchäftsführer der Berliner Zentrale
des Hanſabundes für Gewerbe, Handel und Induſtrie in
der Lage ſein, in ausgezeichneter Art und Weiſe über dieſe
Fragen zu referieren. Auch wird man den weiteren
Aus=
führungen des Herrn von Richthofen über den
gegenwär=
tigen Stand der auswärtigen Politik ſchon deswegen
höch=
ſtes Intereſſe entgegenbringen müſſen, weil Herr von
Richthofen nahezu ein Jahrzehnt in den verſchiedenſten
Funktionen, vom Attaché bis zum Legationsrat in den
deutſchen auswärtigen Vertretungen in Kairo, Hapre, Rom,
Petersburg, Teheran, Waſhington und Mexiko tätig
ge=
weſen und zweifellos in der Lage iſt, auch über den
gegen=
wärtigen Stand der auswärtigen Politik ein
maßgeben=
des Urteil zu fällen.
Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Für die am Montag, den 20. April, abends 8¼ Uhr,
in der Turnhalle am Woogsplatz ſtattfindende
Vor=
leſung der Parſifaldichtung erhalten die Mitglieder und
angeſchloſſene Vereine Karten zum ermäßigten Preiſe
im Vereinsbureau.
Ein mittelalterliches Altarwerk
in Frankfurt a. M.
Wie oft lieſt man in den Zeitungen, daß dem oder
tenem Mufeum wieder eine bedeutende Erwerbung
ge=
lungen iſt, daß aus unbekanntem Beſitz wieder einmal ein
Werk auftauchte, das es nun in einem öffentlichen
Kunſt=
inſtitut zu genießen gibt. Die Gewohnheit macht einen
flüchtig über ſolche Notiz hinwegleſen. Selten ſind die
Fälle wo durch ſolch eine geheimnisvolle Erwerbung dem
Menſchen auf einmal ein Gut erſchloſſen wurde das ſeinem
Sein, ſeinem Leben und Schaffen mächtige Antriebe zu
bieten vermag. Dieſen ſehr ſeltenen Fall erleben jetzt die
Beſucher des Städelſchen Kunſtinſtituts in
Frankfurt am Main, in deſſen Plaſtikenſammlung
ſeit den Oſtertagen ein mittelalterliches
Altar=
werk zu ſehen iſt, von dem man nicht ohne tiefſte
Er=
griffenheit gehen kann. Es iſt eine Alabaſterſchnitzerei,
eine Mittelgruppe mit dem Golgathadrama, Chriſtus die
beiden Schächer an den Kreuzen, darunter Magdalena,
die beiden Marien, der blinde Longinus, der Hauptmann
von Kapernaum und der Mann mit dem Eſſigſchwamm,
dazu in zwölf Einzelfiguren die zwölf Apoſtel, gleichſam
als Zeugen und als Verkünder der unfaßbaren
Begeben=
heit. Irgendwo in Italien, hört man, iſt das Werk
auf=
getaucht, dank einem glücklichen Zufall, dank der 360000
Mark, die die Stadt Frankfurt dem ſchnell zupackenden
Swarzenski bewilligte, iſt es gelungen dieſen Altar, der
ſchon den Weg nach Amerika gehen ſollte, in Europa zu
behalten.
Kunſtgeſchichtlich weiſt das Werk nach der Wende vom
14. zum 15 Jahrhundert einer Zeit, die mit dem
Bur=
gunder Hof eine gewaltige Entfeſſelung der Kräfte
er=
lebte. So Koſtbares, ſo ſtilvoll Ausgereiftes, ſo vornehm
Elegantes damals auch entſtanden, ſo ſehr fehlt es auch
der heutigen Wiſſenſchaft noch an Anhaltspunkten für die
Individualität, die ſehr weit im Stilvollen der Zeit
auf=
zugehen beſtrebt war. Als die Frankfurter Altargruppe
zuerſt auflauchte, glaubte man nach dem Urheber in jenem
burgundiſchen Kreis ſuchen zu müſſen bis mehr und mehr
die Meinung ſich bekräftigte, daß es ſich nurum einen
deutſchen, um einen in ſeiner Wirkſamkeit noch kaum
erkannten mittelrheiniſchen Meiſter handeln
könnte. Zu dem Altar in Lorch, zu Altarfiguren in
Schwerte ergeben ſich auf einmal geheimnisvolle
Be=
ziehungen und man ahnt in dem nicht feſtſtellbaren
Plaſtiker ſo etwas wie eine Grünewald=Natur ein halbes
Jahrhundert vor der Geburt Grünewalds. Doch, mag die
Wiſſenſchaft an derlei Fragen ihren Scharfſinn üben,
die=
ſes Werk gehört zu den Schöpfungen, die auch ohne alles
Vorwiſſen ihre Wirkung nicht verfehlen. Es ergreift durch
einen kaum zu faſſenden Formgehalt, durch eine Eleganz,
durch eine Natürlichkeit, eine Glut der Empfindung, die
über die Jahrhunderte hinweg lodernd geblieben iſt.
Welche Zartheit, welch wehmütige Ueberlegenheit umſpielt
dieſen ſterbenden Chriſtus, wie vom Wunder betroffen
ſteht der aus der Umnachtung erwachende Blinde, wie vom
Schmerz durchwühlt kauert die faſſungsloſe Magdalena
am Fuße des Blutgerüſts. Seltſam auch der bildneriſche
Reichtum der Apoſtelfiguren, die durch ihre Embleme, ihre
reich und ſorgſam durchgebildete Kleidung höchſt weltlich
anmuten und doch wiederum in der jedesmal anderen Art,
wie das große Ereignis ſich in ihnen widerſpiegelt,
wunderſam vergeiſtigt ſind. Es iſt etwas, was man ſo
wenig wird vergeſſen können wie jene antike rheiniſche
Pieta des Frankfurter Liebig=Hauſes, jenes lieblich
jung=
fräuliche Figürchen, das als ein erſchütterndes Dokument
der mütterlichen Liebe den zerſchundenen, den halb ſchon
in Verweſung übergegangenen Leib des Gekreuzigten in
ihrem Schoße hält.
Paul Weſtheim.
Feuilleton.
C. K. Der tragiſche Tod eines Erfinders. Durch eine
grauſame Ironie des Schickſals iſt am Sonntag Fernand
Foreſt, der Erfinder des Exploſionsmotors
an Bord des erſten Motorbpotes der Welt infolge
eines plötzlichen Schreckes geſtorben Ein bitteres von der
Willkür des Glückes getrübtes Erfinderſchickſal hat damit
ſeinen tragiſchen Abſchluß gefunden. Am Mittag ſollte in
Monaco das große Internationale Motorbootrennen
ſtattfinden. Am Morgen fuhr Foreſt in Begleitung ſeines
Sohnes mit dem von ihm erfundenen Motorboot „
Ga=
zelle” über die Strecke; die Gazelle iſt der Neſtor aller
Mo=
torboote, war 1888 als das erſte Boot ſeiner Art gebaut.
Auf der Rückfahrt zum Hafen ſtreifte das Fahrzeug einen
Felſen. Der Schaden war nicht bedenklich, die „Gazelle‟
ſetzte ruhia ihre Fahrt fort, allein der 71jährige, durch
mancherlei Mißgeſchick heimgeſuchte Erfinder erlitt durch
den Schreck eine ſtarke Nervenerſchütterung. „Wir ſind
verloren.” rief er ſeinem Sohne zu und alle Verſuche, die
krankhafte Aufregung des Greiſes zu dämpfen, waren
um=
ſonſt. Fernand Foreſt verlor das Bewußtſein und ſtarb
bald darauf. Durch die Erfindung des Motors iſt unſere
heutige Entwicklung des Automobilweſens, des
Motor=
bootes und der Flugmaſchine überhaupt erſt möglich
ge=
worden. 1881 konſtruierte Foreſt ſeinen erſten Motor, eine
durch Gas betriebene Vertikalmaſchine. Dem erſten
Ent=
wurfe folgte 1882 der Exploſionsmotor, 1884 der erſte
Benzinmotor für Straßenbahnwagen, 1885 die erſte
An=
wendung dieſes Motors für Schiffe und Boote, und 1889
baute Foreſt ſeinen erſten Vier=Zylinder=Motor, der
be=
reits alle weſentlichen Züge unſerer modernſten Motoren
aufweiſt. Aber das Schickſal gönnte ihm nicht die Frucht
ſeiner Arbeit und ſeines Erfindungsgeiſtes. Fernand
Foreſt hatte das Unglück, ſeiner Zeit um zwei Jahrzehnte
Nummer 104.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Seite 3.
* Ortsgewerbeverein. Die diesjährige ordentliche
Hauptverſammlung des Ortsgewerbevereins
fin=
det am Freitag, den 24. April, im Reſtaurant Sitte ſtatt.
* Vogelsberger Höhenklub. Nachdem das Wanderjahr
1913/14 mit ſo glänzendem Erfolge zur Neige gegangen iſt
lädt, wie aus der Anzeige erſichtlich iſt, der hieſige
Zweig=
verein zur erſten Wanderung im neuen Jahre ein. Sie
findet nächſten Sonntag, den 19. d. M., und nicht, wie im
Friſchauf irrtümlicherweiſe erwähnt, am 26. April, ſtatt.
Auf ſchönen Pfaden geht es von Station Wiebelsbach=
Heubach übers Rondell nach Sandbach und zur
Frühſtücks=
raſt nach Neuſtadt. Von hier führt der Weg durch das
Mühlhäuſer Tälchen hinauf nach Lützelbach und bietet
nunmehr auf dem Marſche nach Seckmauern prächtige
Fernblicke in den Odenwald, das Maintal und den
Speſ=
ſart. Eine kurze Schoppenraſt in Seckmauern ſtärkt die
Wanderſchar zum Weitermarſch nach Woerth und
Klingen=
berg, das durch ſeine Lage dem Auge des Wanderers nicht
zu berachtende Reize enthüllt; die ſogen. Schlucht und die
Burgruine ſeien u. a. ganz beſonders hervorgehoben.
Der Wanderplan für das Jahr 1914/15 gelangt ſoeben zur
Ausgabe und enthält noch folgende Wanderungen: Am 10.
Mai: Weinheim-Ober=Flockenbach-Tröſel-Löhrbach-
Birkenau=Weinheim. 13./14. Juni: Alsfeld-Lauterbach;
Lauterbach-Eiſenbach-Herbſtein-Herchenhain. 12. Juli:
Hofheim-Lorsbacher Tal-Eppſtein-Königſtein-Soden.
23. Auguſt: Heppenheim-Juhöhe-Groß=Breitenbach-
Fürth. 13. September: Bad Nauheim-Ziegenberg-
Haus=
berg-Butzbach. 11. Oktober: Darmſtadt-Park-Meſſel-
Arheilgen. 1. November: Lengfeld-Otzberg-
Hummet=
roth-Böllſtein-König. 29. November: Eberſtadt-
Fran=
kenhauſen-Ernſthofen-Wembach-Weinheim. 7. Febr.:
Nieder=Kainsbach-Vier Röcke-Lärmfeuer-Erbach. Am
7. März: Ober=Ramſtadt-Neunkirchen-Groß=Bieberau.
Außerprogrammäßige Wanderungen: Am 5. Juli zum
Hohenrodskopffeſt, am 27. September an den Rhein.
Vom Verwaltungsgerichtshof.
* Aus dem Bericht des Herrn Präſidenten des Großh.
Verwaltungsgerichtshofes an Großh. Staatsminiſterium
vom 1. April 1914, betr. die Tätigkeit des
Verwaltungs=
gerichtshofes im Jahre 1913/14, dürfte folgender
Aus=
zug von Intereſſe ſein:
I. Zu Beginn des Berichtsjahres waren aus vorderen
Jahren noch unerledigt: aus 1911/12 2 Sachen, aus
1912/13 21 Sachen, zuſammen 23 Sachen. Von dieſen
wurden im Berichtsjahre erledigt aus 1911/12 2 Sachen,
aus 1912/13 20 Sachen, zuſammen 22 Sachen, ſo daß in
das Geſchäftsjahr 1914/15 aus 1912/13 unerledigt
über=
geht 1 Sache.
II. Im Berichtsjahr ſind anhängig geworden 117
Sachen.
III. Von den im Berichtsjahr anhängigen Sachen,
und zwar aus 1911/12 2 Sachen, aus 1912/13 21 Sachen
und aus 1913/14 117 Sachen, zuſammen 140 Sachen,
wur=
den im Berichtsjahr erledigt 119 Sachen, und zwar:
1. durch Urteil 84 Sachen, 2. durch Beſchluß 24 Sachen,
3. durch Beſcheid (Art. 44, 83 II1 und 86 V.=R.=G.) 3.
Sachen, 4 durch Zurücknahme des Antrags, der Klage
oder des Rechtsmittels 7 Sachen, 5. durch Abgabe an die
zur Entſcheidung zuſtändige Inſtanz 1 Sache, zuſammen
119 Sachen.
IV Es ſind mithin in das Geſchäftsjahr 1914/15 als
unerledigt zu übernehmen aus 1912/13 1 Sache, aus
1913/14 20 Sachen, zuſammen 21 Sachen.
V Von den im Berichtsjahre erledigten 119 Sachen
betreffen: I. Diſziplinarſtrafverfahren: 1. gegen Beamte
(Diſziplinargeſetz von 1880) 2 Sachen, 2. gegen
Volksſchul=
lehrer (Art. 113 V.=R.=G.) 1 Sache; II. Vorentſcheidung
(Art. 77 A.=G. zum B G.=B.): 1. gegen Beamte 18 Sachen,
2. gegen Lehrer 5 Sachen; III. Reviſionsbeſchwerden
wegen Veranlagung zur ſtaatlichen Einkommen= und
Ver=
mögensſteuer 12 Sachen; IV Klage wegen Veranlagung
zur Reichszuwachsſteuer 3 Sachen; V. Klage wegen
Ver=
anlagung zu Gemeindeumlagen 4 Sachen; VI. Klage
wegen Zuziehung zu öffentlichen Gemeindeabgaben (erkl
Umlagen) 6 Sachen; VII. Antrag auf Beſtimmung des
zuſtändigen Gerichts (Art. 13 V=R.=G.) 5 Sachen;
VIII. Entſcheidung über Ablehnung von
Gerichtsmitglie=
dern (Art. 22. 23 V.=R.=G.) 1 Sache; IX. Bewilligung
des Armenrechts (Art. 121 V.=R.=G.) 1 Sache: X.
Be=
ſchwerde gegen einen Koſtenfeſtſetzungsbeſchluß (Art. 120
Abſ. 3 V.=R.=G.) 11 Sachen; XI. Beſchwerde gegen die
Feſtſetzung des Streitwertes (Art. 120 Abſ 3 V.=R.=G
4 Sachen; XII. Beſchwerde gegen die Beiladung
Betei=
ligter (Art. 50 V.=R.=G.) 1 Sache; XIII.
Verwaltungs=
ſtreitſachen anderer Art: 1. Erteilung oder Entziehung der
Erlaubnis zum Wirtſchaftsbetriebe 13 Sachen. 2.
Ertei=
lung oder Entziehung einer gewerbepolizeilichen
Erlaub=
nis anderer Art 5 Sachen, 3. Geltendmachung von
An=
ſprüchen auf Grund des Fürſorgekaſſegeſetzes 9 Sachen.
4 Einwendungen gegen die Wahl oder die Gewählten bei
öffentlichen Gemeindewahlen 5 Sachen. 5. Ablöſung
öffent=
licher Gerechtſame 1 Sache, 6. Klage wegen Zuziehung
zu den Umlagen der Landwirtſchaftskammer 2 Sachen,
7. Klage auf Erſatz geleiſteter öffentlicher Unterſtützungen
2 Sachen, 8. Schadenerſatzanſprüche auf Grund des
Bach=
geſetzes 1 Sache, 9. Klage gegen einen Polizeibefehl
3 Sachen, 10. Klage auf Rückerſatz indirekter
Gemeinde=
abgaben 1 Sache, 11. Anfechtung von Beſchlüſſen der
Ge=
meindevertretung 2 Sachen, 12. Geltendmachung von
An=
ſprüchen auf Grund des Enteignungsgeſetzes 1 Sache.
Hauptausſchuß für dle Sammlung des deutſchen
Roten Kreuzes.
g. Der Hauptausſchuß für die Sammlung
des deutſchen Roten Kreuzes hielt geſtern
nach=
mittag unter dem Vorſitz von Bürgermeiſter Mueller
im Stadthaus eine Sitzung ab, um die inzwiſchen in
den einzelnen Bezirksausſchüſſen gefaßten Beſchlüſſe und
ausgeſprochenen Anregungen entgegenzunehmen und
nähere Beſchlüſſe zu faſſen. Der Vorſitzende gab zunächſt
bekannt, daß die Bank für Handel und Induſtrie ſich bereit
erklärt hat, die gefüllten Sammelbüchſen aufzubewahren
und eine Hauptwechſelſtube einzurichten. Der Allgemeine
Studentenverband hat grundſätzlich ſeine Bereitwilligkeit
ausgeſprochen, die Sammlung zu unterſtützen und wird
nach Semeſterbeginn die nötigen Schritte unternehmen.
Weiter iſt jetzt bekannt geworden, daß das Hoftheater am
10. Mai eine größere Veranſtaltung hat, dem Tage, für
den urſprünglich die Abendunterhaltungen geplant waren.
Nach einer Rückſprache mit Generalintendant Dr. Eger
iſt nunmehr der 9. Mai für die Abendunterhaltungen
be=
ſtimmt worden. Auch die Militärkapellen ſtehen durch das
Entgegenkommen des Herrn Generalmajors v. Randow
für dieſen Abend zur Verfügung. Die Veranſtaltungen
finden in vier Sälen ſtatt, nämlich im Saalbau, in der
Turnhalle am Woogsplatz, der Beſſunger Turnhalle und
dem Mathildenhöhfaale. Die Platzkonzerte ſind am
näch=
ſten Tage, den 10. Mai.
Ueber dieſe Konzertveranſtaltungen am Sonntag, den
10. Mai, haben die ſechs Bezirksausſchüſſe folgendes
be=
ſchloſſen: 1. Bezirk: Konzert von halb 12 bis 1 Uhr auf
dem Platz an der Poſt, nachmittags auf dem Platz vor
dem neuen Bahnhof; 2. Bezirk von halb 12 bis 1 Uhr auf
dem Wilhelminenplatz (vor dem neuen Palais),
nachmit=
tags von 3 bis 4 Uhr auf dem Marienplatz; 3. Bezirk
von halb 4 bis halb 5 Uhr im Orangeriegarten. Hier
ſollen Büfetts aufgeſtellt und eventuell ein kleines
Ein=
trittsgeld erhoben werden; 4. Bezirk von halb 12 bis 1 Uhr
auf dem Marktplatz, nachmittags von halb 4 bis halb
5 Uhr auf dem Kapellplatz und von halb 5 bis 5 Uhr auf
der Inſel; 5. Bezirk ½12—1 Uhr auf dem Platze vor dem
Interimstheater, nachmittags auf dem Heiligkreuzberg;
6. Bezirk von halb 12 bis 1 Uhr auf dem
Schloßgarten=
platz und nachmittags von 3 bis halb 5 Uhr auf dem
Riegerplatz. Bei ſehr ſchlechtem Wetter muß das Konzert
eventuell auf den 24. verſchoben werden.
Ueber die Frage des Tanzes nach der
Abendunter=
haltung haben ſich vier Bezirke befürwortend
ausgeſpro=
chen, in anderen war man darüber geteilter Meinung. Es
wird alſo, dem Wunſche der Mehrheit entſprechend, nach
dem Abſchluß des offiziellen Teiles ein Tanz ſtattfinden
zu dem auch die jungen Mädchen die Karten zu 1 Mark
verkaufen werden. Die Hausſammlungen empfahl der
erſte Bezirk für den 9. Mai, der zweite für den Sedantag,
der dritte Bezirk konnte die Hausſammlung nicht
empfeh=
len; der vierte Bezirk empfahl die Hausſammlung bis
Ende Mai; der fünfte Bezirk kam zu keiner
Ent=
ſcheidung und der ſechſte konnte die Hausſammlung nicht
empfehlen. Es wurde insbeſondere dagegen ins Feld
geführt, daß beſonders unſere Sanitätskolonne auf
Haus=
ſammlungen angewieſen ſei und unter Hausſammlungen
zu leiden hätte. Dies Bedenken könnte nach einem
Vor=
ſchlage dadurch beſeitigt werden, daß der Landesverein
erſucht werden ſoll, der Sanitätskolonne einen
angemeſ=
ſcnen Teil zu überlaſſen. Miniſterialrat Dr. Kratz ſpricht
ſich für die Hausſammlungen im Mai aus. Eine
Ver=
ſchiebung auf den Herbſt käme höchſtens für das Land in
Betracht. Die Hausſammlungen werden gleich nach dem
10. Mai vorgenommen werden.
Weiter wurde von einigen Vertretern der Bezirke
Mitteilung gemacht über Verhandlungen mit
Warenhäu=
ſern, die größere Summen zur Verfügung ſtellen wollen.
Auch wurde in Anregung gebracht, mit den Kinobeſitzern
zu verhandeln. Der Plan, eine Modeſchau zu
veranſtal=
ten, wurde nach Rückſprache mit dem Vorſtand des
Detail=
liſtenvereins fallen gelaſſen, da die Saiſon zu weit
vor=
geſchritten iſt. Gen.=Int. Dr. Eger hat für den Abend des
9. Mai die Kunſtkräfte des Theaters zur Verfügung geſtellt
für den Fall, daß ſie ſich zur Mitwirkung bereit erklären
Freiherr v. Wolzogen hat ſich liebenswürdigerweiſe
bereit erklärt, für die Abendveranſtaltungen einen Prolog
zu dichten und auch bei einer Veranſtaltung zum Vortrag
zu bringen. Herr Hofſchauſpieler Knispel teilte mit,
daß die meiſten Mitglieder vom Hoftheater ihre
Mitwirk=
ung zugeſagt haben. Es würde nach ſeinem Vorſchlag für
jedes Lokal ein muſikaliſcher Vorſtand eingeſetzt werden,
der das Arrangement übernimmt. Auch werden
Mitglie=
der des Hoftheaters den Prolog in den drei anderen
Lokalen ſprechen.
Zur Mitwirkung an den Abendunterhaltungen
wur=
den vier Geſangvereine eingeladen, der Liederzweig,
Liedertafel, Lehrerſängerchor und Mozartverein; für die
Turnhalle und den Mathildenhöhſaal ſind 3 große
Turn=
vereine zum Mitwirken bereit. Ferner wird eine
marokka=
niſche Tänzerin Nefru Ré durch ihre heimatlichen Tänze
erfreuen, und weiter iſt in Ausſicht genommen, die
ägyp=
tiſchen Tänze, die in der Vereinigten Geſellſchaft
aufge=
führt wurden, wieder zu arrangieren. In den anderen
Sälen werden jedenfalls Darbietungen des Hoftheater=
Balletts erfreuen. (Vielleicht auch die Duncan=Schule?
D. Ref.)
Es iſt ſomit in überaus reichem Maße dafür geſorgt,
daß die Darbietungen in den vier Sälen, die etwa zwei
Stunden dauern ſollen, und ſämtlich möglichſt gleichwertig
gehalten werden, abwechſelungsreich und intereſſant
ge=
ſtaltet werden können. Im Laufe des Abends wird bei
jeder Veranſtaltung eine kurze Anſprache gehalten werden.
— Auch die Studentenſchaft wird ſich mit einer
Veranſtalt=
ung an den Sammlungen beteiligen; es wird jedoch erſt
nach Ablauf der Ferien entſchieden werden können, ob ein
Kommers ſtattfindet.
Man ſchritt nunmehr, nach Erledigung dieſer
ſchwie=
rigen Fragen, zur Beratung über die Anſchaffung der
Materialien, der Abzeichen (Blätter und Fähnchen), ſowie
der Poſtkarten. Da auch an anderen Orten die offiziellen
Poſtkarten nicht zuſagen, hatte man in Gießen einen
Ent=
wurf herſtellen laſſen, den man dort als Poſtkarte
her=
ſtellen laſſen will. Regierungsaſſeſſor Dr. Siegert legte
nun geſtern den Entwurf auch hier vor, um eventuell die
Herausgabe einer Heſſenkarte zu veranlaſſen. Die
Anweſenden ſprachen ſich warm für dieſe Zeichnung aus,
die in glücklicher Weiſe die Bedeutung als Feſtkarte
ver=
ſinnbildlicht. Es iſt ein ſchmuckes kleines Heſſenmädel in
der reizvollen bunten Oberheſſentracht, beladen mit
offiziel=
len Sammelbüchſen und Poſtkarten. Die nähere
Beſtim=
mung über die Anzahl der zu beſtellenden Karten nach
dieſer Zeichnung wurde dem Vorſtande überlaſſen.
Die Plätze zu den vier verſchiedenen Veranſtaltungen
am Abend des 9. Mai werden ſo verteilt, daß jeder der ſechs
Bezirke die gleiche Anzahl Plätze in jedem der vier Säle
erhält. Es gibt Karten zu 3, 2 und 1 Mark und zu 30 Pfg.
Es ſoll jedoch nur eine kleine Anzahl der teuren Plätze
verkauft werden. Ueber die Frage, ob die Abzeichen und
Poſtkarten am 10. Mai auch außerhalb der Konzertplätze
und außerhalb der Konzertzeit verkauft werden ſollen,
äußerte man ſich in der Mehrzahl dahin, daß ein
allge=
meiner Verkauf wie am Blumentage nicht gewünſcht wird.
Die Mädchen werden alſo lediglich die Konzertplätze
ge=
wiſſermaßen abſperren, jedoch nicht in dem Sinne, daß ſie
denjenigen den Zutritt verweigern ſollen, die keine
Ab=
zeichen kaufen wollen. Die Eintrittskarten zu den
Abend=
veranſtaltungen zu vertreiben, hat ſich der
Jungdeutſch=
landbund bereit erklärt.
Es wurde dann noch mitgeteilt, daß am 10. Mai auf
dem Exerzierplatz der Gauturntag abgehalten wird, wo
die jungen Mädchen ebenfalls Abzeichen und Poſtkarten
verkaufen können. — Es iſt erforderlich, die
Sammel=
büchſen möglichſt bald zu beſtellen. Dies iſt aber nur
mög=
lich, wenn die Helferinnen umgehend ihre Bereitwilligkeit
erklären, dieſes Amt zu übernehmen. — Mit herzlichem
Dank an die Erſchienenen ſchloß der Vorſitzende die
Sitzung.
Neu hergeſtellte Fernſprechanſchlüſſe
und Henderungen bei beſtehenden Sprechſtellen,
a) Neue Anſchlüſſe: 2284 Frau M. Blanck, Ww.,
Riedeſelſtraße 46. 2308 Breimer, Ernſt, Hofl.,
Wilhel=
minenſtraße 52. (314) Hilsdorf, Hch., Schloßgartenſtr. 55.
2431 Juda, Leopold, Kaufmann, Soderſtraße 132. 1922
v. Moßner, Leutnant, Wilhelmſtraße 8.
b) Aenderungen: 1898 Draudt, Max,
Heinrich=
ſtraße 70, jetzt Steinſtr. 15. 2179 Erſte Darmſtädter
Lack=
fabrik, jetzt Liebigs Lackfabrik (Inh. Rich. Boller) und
Nr. 1182. 2463 Gaſthof zur Poſt (Inh. Julius Warmuth),
jetzt Hotel zur Poſt (Inh. Adolf Hirth). 1274 Gerber, C.,
Luiſenplatz 7, jetzt Eliſabethenſtraße 5. 1390 Hannemann,
Gg., Bismarckſtr. 60, jetzt Stiftſtraße 23. 1516 Kern, Aloys,
Bismarckſtraße 24, jetzt Mathildenplatz 5. 2469 Kleinlogel,
A., Beckſtraße 73, jetzt Roßdörfer Straße 102. 2057
v. Kropff, übertragen an Koehler, G. W., Dr.=Ing.,
Pro=
feſſor. 263 Mayer & Cie., Wendelſtadtſtraße 38, jetzt
Lie=
bigſtraße 15. 1639 Rothe, K., Riedeſelſtraße 46, jetzt
Hei=
delberger Straße 4. 388 v. Rotsmann, Frhr., übertragen
an v. Stoeſſer, Oberſtleutnant. 2048 Stadtmüller, Karl,
Karlſtraße 67, jetzt Soderſtraße 18. 1566 Wlagner, Julius,
Kirchſtraße 19. jetzt Luiſenplatz 2. 1877 Walter, Heinrich,
Annaſtraße 10, jetzt Heinrichſtraße 73. 83 Waſſerwerk,
Städtiſches, Waldſtraße 19, jetzt Frankfurter Straße 29.
1477 Weicker, Albert (Inhaber Moewes, Gg.),
Hoffmann=
ſtraße 13½, jetzt Inhaber Weicker, Albert, Frankfurter
voraus zu ſein. Mangel an Geldmitteln und die
Lücken=
haftigkeit der franzöſiſchen Patentgeſetzgebung führten
da=
zu, daß der Erfinder in der Wirklichkeit um den Lohn ſeines
Schaffens kam. Seine Arbeit diente nur anderen, die
durch Verbeſſerungen eigene Patente erlangten und
aus=
nutzten. Und während der Motor das Verkehrsleben
revolutionierte und ſeinen Siegeszug durch die Welt
an=
trat, ſaß Foreſt in den ärmlichſten Verhältniſſen in ſeiner
kleinen Reparaturwerkſtatt von Suresnes und ſah andere
reich werden. Die Verleihung des Ordens der
Ehren=
legion, die erſt im Jahre 1910 erfolgte, war nur ein
ſchwacher Troſt für den entgangenen Ruhm und den
ent=
gangenen, redlich verdienten Reichtum.
— Ein Stadtrat für Muſik in London. Aus London
wird berichtet: Die Stadtverwaltung der engliſchen
Haupt=
ſtadt gibt den Kommunalbehörden der europäiſchen
Groß=
ſtädte ein intereſſantes Beiſpiel ſtädtiſcher Muſikpflege:
Mr. Hubert Bath iſt zum Stadtrat für Muſik in London
ernannt worden. Dem muſikaliſchen Stadtrat fällt die
Ueberwachung der Programme jener Konzerte zu, die in
den verſchiedenen Stadtteilen Londons öffentlich
veran=
ſtaltet werden; er hat ſomit Einfluß über rund 50 Orcheſter.
Der neue Stadtrat für Muſik erklärte bei Antritt ſeines
Amtes, darüber wachen zu wollen, daß fortan nur
Muſik=
ſtücke geſpielt werden, die geeignet ſind das
Muſikverſtänd=
nis und das muſikaliſche Urteil der Allgemeinheit zu
ver=
beſſern. Einſtweilen freilich haben die engliſchen
Kompo=
niſten den meiſten Vorteil, denn ihre Kompoſitionen füllen
weilaus den größten Teil der Programme aus.
— Das Pariſer Prunkbett für König Georg. König
Georg von England, der in der nächſten Woche mit ſeiner
Gemahlin ſeine Schritte nach Paris lenkt, hat die
fran=
zöſiſche Regierung eine große Ehrung zugedacht. Ihm
wird nichts mehr und nichts weniger verſtattet, als des
Abends ſeinen müden Leib in dem Staatsbette Na=
poleons I. ſtrecken zu dürfen. Die Manen des großen
Korſen werden ihre Hände ſchützend über den engliſchen
Herrſcher ausſtrecken, ſie werden ſeinen Sinn für
Frank=
reich einnehmen, und ſo kann es denn wohl nicht
aus=
bleiben, daß die „Entente Cordiale” jetzt zu einem feſten
Bündnis umgewandelt und Britenreich und Franzoſentum
noch enger verknüpft werden wird.
** Der Triumph des Strumpfes. „Niemals in der
ganzen Geſchichte der weiblichen Mode iſt dem Strumpf
in ſolcher Luxus und ein ſolcher Grad von Aufmerkſamkeit
zuteil geworden, wie es heute der Fall iſt!” Mit dieſen
Worten beginnt Gordon Meggy einen Aufſatz in Pearſons
Magazine, in dem er die exotiſchen Koſtbarkeiten und
Wunder der jüngſten Fußtoilette ſchildert. Der Tango
hat den Anſtoß gegeben; die geſchlitzten Kleider haben das
Uebrige getan, und da nun einmal in der heutigen Mode
der Strumpf eine Sichtbarkeit erlangt hat, wie ſie ihm
ſelten zuteil geworden, ſo hat ſich das Schmuckbedürfnis
der Frau mit Leidenſchaft auf dieſen bisher ein wenig
ver=
nachläſſigten Teil der weiblichen Kleidung geworfen und
feiert Orgien der Eleganz, die wahrſcheinlich noch lange
nachklingen werden, wenn Tango und Schlitzrock ſchon
längſt vergeſſen ſind. Früher war ein Strumpf eben ein
Strumpf, bald feiner und bald gröber, bald koſtbarer und
bald billiger, aber doch in ſeiner Art ſtets gleich. Heute
bietet ſich der wählenden Dame eine verwirrende Fülle
der verſchiedenartigſten Strumpfmuſter, Strumpffarben
und Strumpfzierraten dar und ſie kann, wenn ſie will,
für dieſe Dinge ein ganzes Vermögen anlegen. Gordon
Meggy erzählt, daß ihm in Paris ein Paar Strümpfe
ge=
zeigt wurden, an denen in jede Maſche des feinen Gewebes
in Brillant eingenäht war, ſo daß Hunderte dieſer
Edelſteine die zarte Fußhülle in ein einziges blendend
ſchimmerndes Gewebe verwandelten. Der Preis dieſes
Strumpfvaares beteug natürlich viele tauſend Mark. Aber
auch wer gerade nicht ſeinen Brillantenſchmuck im Strumpf
tragen will, muß doch mehrere Hundertmarkſcheine
wenig=
ſtens anlegen, um in der Strumpfmode von heute auf der
Höhe zu ſein. Die koſtbarſten Stickereien, die erleſenſten
Spitzeneinſätze, die feinſten Gewebe ſind hier
verſchwen=
det; die moderne Dame liebt es, den delikaten Reiz einer
exotiſchen Ornamentik unter dem Rock hervorlugen zu
laſſen; flatternde blaue Vögel, buntſtrahlende Orchideen,
ſtreng geometriſche Figuren. Und der Strumpf erhält erſt
das rechte Relief durch den reichen Fußſchmuck den
die Dame trägt. Sie unterbricht die Farbe des Strumpfes,
die genau mit der ganzen Toilette zu einer Harmonie
ab=
geſtimmt iſt, durch ein breites Pelzband; ſie umſchlingt die
feinen Knöchel mit juwelenbeſetzten oder Uhren tragenden
Bändern; ſie legt mit Diamanten geſchmückte
Strumpf=
bänder an und trägt an ihnen goldene Börſen und
Büchschen und Etuis, das ganze klirrende entzückende
bric à brac, in dem die Mondäne von heute ihre Utenſilien
birgt.
* Schaufenſterreklame. „Kellner.” ſagte der Gaſt
em=
pört, „was ſoll denn das heißen? Geſtern bekam ich für
denſelben Preis eine Portion Huhn, die war genau noch
mal ſo groß wie heute.” „Jawohl, Herr,” antwortete der
Kellner. „Wo ſaßen Sie denn?” „Da drüben am Fenſter”.
„Das war es eben. Die Leute, die am Fenſter ſitzen,
kriegen immer die größere Portion. Das macht ſich von
draußen ſehr gut!“
* Heimgezahlt. Ein Millionär wollte nichts von der
Heidenmiſſion wiſſen. Als nun am Sonntag in der Kirche
die Kollekte zum Beſten der Miſſion umgeht und der
Kirchendiener auch zu ihm kommt, ſchüttelt der Millionär
den Kopf. „Ich gebe nie etwas für die Miſſion,” flüſterte
er. „Dann nehmen Sie ſich etwas aus dem Beutel, Herr,”
flüſtert der Kirchendiener zurück und reicht ihm den
Beu=
el bin. „Das Geld iſt ja für die Heiden!”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Nummer 104.
Straße 26. 1023 Zürker, Joſeph, Georgenſtraße 1½, jetzt
Bleichſtraße 26.
c) Abgebrochene Sprechſtellen: 1182 Boller, Rich.
2477 Broicher, Friedr. 1928 Karn, Peter, Nieder=
Ram=
ſtädter Straße 70. (2469) (Kleinlogel, A.), derſelbe
Roß=
dörfer Straße 76. 1941 Koehler, Gg. W. 1783 Strauß,
Heinrich.
* Roßdorf, 15. April. (Ortsgewerbeverein.)
Die diesjährige Geſellenprüfung iſt nunmehr beendet und
werden die Geſellenbriefe am nächſten Sonntag, 19. April,
nachmittags 4 Uhr, in der hieſigen Sonntags=Zeichenſchule
überreicht. Zum erſten Male haben ſich auch vier
weib=
liche Handwerker der Prüfung unterzogen und durchweg
gute Noten erhalten. Wir laden zur Ueberreichung die
Eltern der Prüflinge, die Lehr= und Prüfungsmeiſter und
=Geſellen, die Vorſtände von Kirche und Gemeinde, die
Mitglieder des Ortsgewerbevereins, ſowie alle Freunde
und Freundinnen des Handwerks ganz ergebenſt ein. Die
Geſellenſtücke ſind von 4—6 Uhr ausgeſtellt und können
von jedermann beſichtigt werden.
Gernsheim, 15. April. (Erweiterung der
Zuckerfabrik.) Die hieſige Zuckerfabrik wird in
die=
ſem Jahre wieder größere Neuanlagen vornehmen. Es
ſollen neue Schwemmen zur Aufnahme von Zuckerrüben
gebaut werden. Im letzten Jahre ſind die Anlagen ſchon
ſo erweitert worden, daß außer der Anfuhr per Achſe und
Schiff noch etwa 200 Wagen Zuckerrüben pro Tag
unter=
gebracht werden können. — (Ehrenbürger.) Geſtern
wurde der Oberin der hieſigen Barmherzigen Schweſtern,
Schweſter Ida, die 25 Jahre lang hier ſegensreich gewirkt
hat, vom Bürgermeiſter Nuß der Ehrenbürgerbrief der
Stadt Gernsheim überreicht.
Jugenheim a. d. B., 15. April. (Brandſtifter.)
Nachdem der wegen Brandſtiftung verhaftete Gärtner Hch.
Spengler ſeiner Tat überführt iſt, wurde er nach
Darmſtadt in Unterſuchungshaft gebracht.
Offenbach, 15. April. (Sich ſelbſt geſtellt.) Ein
bei einer hieſigen Kohlenhandlung angeſtellt geweſeuer
Handlungsgehilfe war damit betraut, Kundengelder
ein=
zukaſſieren. Er gab in einer Anzahl von Fällen die ihm
übergebenen quittierten Rechnungen an ſeine Firma zurück
mit dem Bemerken, daß die Leute Zahlung nicht geleiſtet
hätten. In Würklichkeit hatte er jedoch die Beträge
ver=
einnahmt und die von ihm ausgeſtellten Rechnungen
eigen=
mächtig ſelbſt quittiert. Ferner hat er verſchiedene
Geld=
beträge, die er für ſeine Firma einzahlen ſollte, für ſich
verbraucht. Auf die angegebene Weiſe hat der ungetreue
Angeſtellte ſeine Firma nach und nach um etwa 1000
Mark geſchädigt. Als ſeine Manipulationen
an=
fangs März ans Tageslicht kamen, flüchtete er nach
Frank=
reich. Oſtern kehrte er wieder hierher zurück und ſtellte ſich
freiwillig der Polizei. Er wurde in Unterſuchungshaft
genommen. — (Geländete Leiche.) Ein ſeit einiger
Zeit vermißter Hauſierer aus dem Nordweſtviertel wurde
in Niederrad aus dem Main geländet. Ob Unglücksfall
oder Verbrechen vorliegt, iſt noch nicht aufgeklärt.
* Mainz, 15. April. (1. Deutſches
Volkstrach=
tenfeſt.) Der Feſtausſchuß des Trachtenfeſtes, dem jetzt
noch verſchiedene bewährte Kräfte beigetreten ſind, iſt emſig
mit den Vorarbeiten beſchäftigt und kann mit Befriedigung
auf ſeine bisherige Tätigkeit zurückblicken. Im Laufe der
letzten Zeit lief noch eine große Anzahl Anmeldungen von
Volkstrachtenvereinen zur Beteiligung an dem Feſte ein.
Die Ehrenpreiſe, darunter ſolche von Fürſtlichkeiten, ſind
ſchon zum größten Teile eingetroffen und werden
dem=
nächſt ausgeſtellt. Allmählich zeigt auch das Publikum
ein größeres Intereſſe wie bisher und manches Vorurteil
iſt geſchwunden. Da der Beſuch des Feſtes durch das
Herzogspaar von Sachſen=Koburg und Gotha feſtſteht,
wird aller Vorausſicht nach auch der Großherzog von
Heſſen nebſt Gemahlin ſich hier einfinden. Und wenn ſich
erſt die Thüringer, Franken. Schwarzwälder, Bayern,
Oeſterreicher, Schwälmer (Heſſen), Tiroler, Schweizer,
Holländer und noch andere in ihren farbenprächtigen,
ent=
zückend ſchönen Volkstrachten am alten deutſchen Rheine
die Hände reichen, werden die Wogen der Begeiſterung
ſchwellen. Aus den verſchiedenſten deutſchen Gauen
wer=
den zum erſten Male die reizvollen alten Volkstänze der
Oeffentlichkeit gezeigt und vorgeführt und die Pflege der
Heimatliebe und Heimatart wird in dieſen Tagen Triumphe
feiern. Was bisher in abgelegenen Dörfern, in fernen
Tälern und einſamen Bergwinkeln mit inniger
Heimat=
liebe gehegt und gepflegt worden in aller Stille und
Ab=
geſchiedenheit, und von dem mitunter nur wenig in die
große Oeffentlichkeit gedrungen iſt, das wird in Mainz
glänzen.
Mainz, 15. April. (Glückwünſche aus der
Luft) wurden geſtern dem Inhaber der hieſigen
Goe=
deckerwerke, Herrn Goedecker, anläßlich ſeiner Hochzeit in
Wſesbaden, zugeworfen. Während der kirchlichen
Trau=
ung in der Bonfatiuskirche zu Wiesbaden ſtiegen von den
Goedeckerwerken in Mainz aus der Chefpilot Enslinger
und ein anderer Flieger, mit Blumenſträußen reich
ver=
ſehen, auf, nahmen die Richtung nach der Weltkurſtadt und
warfen dort über der Kirche ihre bunten Glückwünſche zur
Erde nieder. Die ſinnigen Grüße wurden an die Adreſſaten
prompt abgeliefert.
Mainz, 15. April. (Der falſche Reviſor.) In
der ſtädtiſchen Zahlſtelle für Steuern in Mainz=Koſtheim
erſchien geſtern ein Unbekannter, ſtellte ſich als Reviſor
vor und verlangte die Aufzählung der Gelder. Der
Kaſ=
ſenbeamte, der ſofort erkannte, daß es auf ein
Schwindel=
manöver abgeſehen ſei, frug den Mann, ob er glaube, daß
man in Köpenick ſei. Trotzdem blieb der Fremde bei ſeiner
Forderung und verbat ſich eine ſolche Parallele. Der
Be=
amte ließ den Fremden ſchließlich feſtnehmen. Es ſtellte
ſich heraus, daß es ein Koſtheimer war, der in Mainz
arbeitet. Er ſoll auf ſeinen Geiſteszuſtand unterſucht
werden.
Alzey, 15. April. (Durch einen eigenartigen
Unfall) in Lebensgefahr geraten iſt die Kleidermacherin
Maria Rühl hier. Sie verſchluckte einige Stecknadeln,
mußte ins Krankenhaus gebracht und dort einer Operation
unterzogen werden.
Heſſiſcher Landesverband des Deutſchen
Flottenvereins.
* Dem Jahresbericht für 1913 entnehmen wir
fol=
gendes: Auf der Hauptverſammlung des Landesverbandes
in Schotten am 24. Auguſt begründete der 1. Vorſitzende
die folgende von der Hauptverſammlung zu Bremen
er=
laſſene Kundgebung: „Der Deutſche Flottenverein iſt
durch die Ereigniſſe der jüngſten Zeit erneut zu der
Ueber=
zzeugung gelangt, daß die gegenwärtige maritime
Aus=
landsvertretung den Intereſſen des Deutſchen Reiches
nicht ausreichend entſpricht Der Verein tritt daher für
eine Verſtärkung der Auslandsvertretung in der Weiſe
ein, daß aus den geſetzlich feſtgelegten Schiffsbeſtänden
künftig an der Weſt= und Oſtküſte von Amerika je ein
Kreuzer ſtändig ſtationiert wird und daß in der Heimat
ein ſogenanntes fliegendes Geſchwader, beſtehend aus
Panzer= und kleinen Kreuzern, ſtändig bereit gehalten
wird, um jederzeit dort, wo es erforderlich wird,
unver=
züglich zum Schutze des deutſchen Anſehens und des
deut=
ſchen Handels eingreifen zu können.‟ Direktor
Laute=
ſchläger ſprach am Alteburgkopf über Entwickelung und
Bedeutung der Flotte. Der 2. Vorſitzende, Konteradmiral
Weſtphal, legte aus Geſundheitsrückſichten ſein Amt
nieder; ſeitdem iſt die Stelle unbeſetzt. Ehrendiplome
er=
hielten: Becker, Oberſt z. D.; Schönfeld, Geh. Reg.=Rat;
Wilckens Apotheker. Ehrenwartdiplome erhielten: Dr.
Baur, Profeſſor; Frank, Förſter; Dr. Gericke; Groos,
Forſtmeiſter; Heinrichs, Kreisrat; Jährling, Kaufmann;
Keck, Kaufmann; Klump Bauinſpektor; Krämer,
Kauf=
mann; Dr. Lahm, Geh. Schulrat; Mootz, Oberſtleutnant
z. D.; Schwan, Kaufmann; Weſtphal, Konteradmiral z. D.;
Wolff. Kreisrat.
Das Großherzogtum hat 1100 Wohnplätze, in 600
da=
von iſt kein Mitglied. dabei ſind Orte mit mehr als 1000
Einwohnern; das Großherzogtum hat faſt 400000
Ein=
kommenſteuerpflichtige, davon 40500 der 1. Abteilung; die
Mitgliederzahl beträgt weniger als 10000; Arbeitsfeld iſt
alſo vorhanden. Im Jahre 1913 haben nur 33 Gruppen,
das iſt ein Viertel der Geſamtzahl. Veranſtaltungen
ab=
gehalten. 1913 legte Zurückhallung auf, ſie zeigt ſich in
einem Rückgang des Mitgliederſtandes; in der Hand der
Geſchäftsſtellen nicht nur, ſondern jedes einzelnen
Mit=
gliedes liegt es, zu bewirken, daß der Jahresbericht 1914
mit einem Zuwachs abſchließt. Der Bericht erwähnt
fer=
ner die Geſellſchaftsfahrt im Juni von Paſſau über Wien,
Trieſt nach Pola. An der Lehrerfahrt Ende Juli nahmen
teil die Herren: Arnold, Waldülversheim; Bopp, Nidda;
Herpel, Auerbach; Hofmann, Bad Nauheim; Mayr,
Viern=
heim; Saal, Pfungſtadt; Sommer, Inheiden; Spehnkuch,
Mühlheim. Die Teilnehmer ſind bereit, Vorträge über
ihre Erlebniſſe und Erfahrungen zu halten.
Unterſtützun=
gen wurden gezahlt: aus dem China=Fonds 100 Mark,
aus dem Südweſtafrika=Fonds 100 und 150 Mark. Die
Vermögenslage ergibt in Einnahme und Ausgabe
17601,35 Mark. Aus einer dem Bericht beigegebenen
Sta=
tiſtik ergibt ſich, daß die Zahl der Mitglieder 9792 beträgt;
außerdem gehören dem Landesverband 121 Körperſchaften
mit 18345 Mitgliedern an. — In der Zeit vom 16. bis
23. Juli d. J. veranſtaltet der Landesverband wieder eine
Geſellſchaftsfahrt nach dem in früheren Jahren bewährten
Programm.
Feich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. April. Ein teilweiſer
Droſchkenchauffeur=Ausſtand tritt heute in
Berlin ein. Mehrfach ſtellten die Chauffeure ſchon um
Mitternacht, als der Streikbeſchluß gefaßt war, die Arbeit
ein und nahmen keine Fahrgäſte mehr auf. Es handelt ſich
um diejenigen Wagenführer, die in kleineren Betrieben
tätig ſind. Sie wollen ſich von den Automobilbeſitzern den
Abzug einer bisherigen Sondervergütung für
Gepäckbeför=
derung nicht gefallen laſſen. Die großen
Automobildroſch=
kengeſellſchaften bleiben von dem Streik unberührt.
Des=
halb macht ſich der Ansſtand in den Straßen kaum
bemerk=
bar. — Um ſein väterliches Erbe beſtohlen
wurde der Bäcker Heinrich in einem Cafs in der
Alexander=
ſtraße 55. H. hatte ſein Erbteil in Höhe von 6000 Mark
ausgezahlt erhalten und das ganze Geld in
Reichskaſſen=
ſcheinen in eine Brieftaſche geſteckt, die er im Jackett
auf=
bewahrte. Als er am Samstag abend im Café B. in der
Alexanderſtraße mit einem Bekannten Billard ſpielte, zog
er das Jackett aus und hängte es während des Spiels über
einen Stuhl. Dieſe günſtige Gelegenheit machte ſich ein
dreiſter Dieb zunutze. Ohne daß irgend jemand im Lokal
etwas davon bemerkte, zog er die Brieftaſche heraus und
verſchwand eiligſt mit ſeinem Raube. Als nach beendetem
Spiel H. ſein Jackett wieder anzog und nach dem Geld
ſah, mußte er die unangenehme Entdeckung machen, daß
man ſein väterliches Erbe geſtohlen hatte. Als Täter
kommt ein etwa 30jähriger Menſch in Betracht. — Das
Opfer einer Entführung iſt wahrſcheinlich eine
hübſche junge Kinoſchauſpielerin geworden, die ſeit
meh=
reren Tagen ſpurlos verſchwunden iſt. Es handelt ſich um
die 19jährige Erna Thiele, die bei ihrer Mutter in der
Bülowſtraße wohnt. Die Angehörigen glauben, daß die
Verſchwundene durch einen Theateragenten, der ſie in
ihrem Berufe kennen gelernt hat, entführt worden iſt. Es
ſpricht für dieſe Annahme eine ganze Reihe von
Begleit=
umſtänden. Die Annahme, daß hier eine Entführung
vor=
liegt, iſt um ſo wahrſcheinlicher, als auch der betreffende
Agent ſeit acht Tagen nicht mehr geſehen worden iſt.
15. April. Die Deutſche Geſellſchaft für
Chirurgie eröffnete heute vormittag in der Hochſchule
für Muſik in Charlottenburg ihren 43. Kongreß. Den
Vorſitz führt Profeſſor Müller=Roſtock. Etwa 1000
deut=
ſche Chirurgen ſind anweſend. — Bei einem
Zuſam=
menſtoß zwiſchen einem Straßenbahnwagen
und einem Pferdeomnibus, der ſich heute mittag
ereignete, ſind ſechs Perſonen leicht verletzt
worden.
Karlsruhe, 15. April. (Erdrutſch.) Bei Todtnau
im badiſchen Schwarzwald erfolgte ein großer
Erd=
rutſch. Die Bahnlinie wurde teilweiſe zerſtört und
ſonſt großer Schaden angerichtet.
Kandel (Pfalz), 15. April. (Selbſtmord.) Der
Hauptlehrer Rüger aus Minfeld, der auch Rechner der
Spar= und Darlehenskaſſe Minfeld iſt, ging nach
Unter=
ſchlagung von 19000 Mark flüchtig. Nach einem heute
eingetroffenen Telegramm aus der Schweiz hat er ſich in
einem Orte des Kantons Thurgau erſchoſſen.
Krefeld, 15. April. (Automobilunglück.) Heute
früh 10 Uhr ereignete ſich auf der Düſſeldorfer Landſtraße
unweit Krefeld ein ſchweres Automobilunglück.
Ein aus Amſterdam kommendes, mit einem Herrn und
einer Dame beſetztes Auto fuhr über einen Stein, kam
da=
bei ins Schleudern und kippte um. Die Dame und der
Chauffeur erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Der
Herr ſtarb im Krankenhauſe.
Weimar, 15. April. (Todesfall.)
Kapell=
meiſter Guſtav Gutheil, der Gatte der bekannten
Wiener Opernſängerin Marie Gutheil=Schoder, iſt, 46
Jahre alt, in Weimar geſtorben. Gutheil, der auch
als begabter Liederkomponiſt bekannt wurde, war erſt
Geiger im Weimarer Hoforcheſter und ging dann als
Diri=
gent des Konzertvereinsorcheſters nach Wien.
Leipzig, 14. April. (Unfall des
Zirkusdirek=
tors Stoſch=Sarraſani.) Ein ſchwerer Unfall hat
ſich im Zirkus Sarraſani zugetragen, der gegenwärtig
hier gaſtiert. Als der Direktor Stoſch=Sarraſani
ſeine dreſſierten Pferde vorführte, ſtürzte plötzlich das
Pferd Mumpitz und begrub den Direktor unter ſich. Ihm
wurde das linke Bein dreimal gebrochen und außerdem
der Gelenkknochen zerſplittert. Sein Befinden während
des heutigen Tages war unbefriedigend.
Schandau, 15. April. (Abgeſtürzt.) In dem
Schrammſteingebiet in der Sächſiſchen Schweiz ſind drei
Dresdener Touriſten abgeſtürzt. Zwei derſelben wurden
ſchwer, der dritte leichter verletzt.
Hannover, 14. April. (Der Verbandstag des
Verbandesjunger Drogiſten Deutſchlands)
wurde in den Oſtertagen hier abgehalten Nach dem
Jahresbericht zählt der Verband jetzt 50 Ortsvereine mit
2577 Mitgliedern. Das Verbandsvermögen beträgt 2465
Mark. Beſchloſſen wurde, eine Sterbe= und Stellenloſen=
Kaſſe einzurichsen. Dagegen wurde der Antrag auf
Er=
richtung einer Krankenkaſſe bis zum nächſten Verbandstag
zurückgeſtellt, da erſt noch weitere Unterlagen eingeholt
werden ſollen. Die übrigen Anträge beſchäftigten ſich mit
der Abgrenzung des Standes, ſtaatlicher Anerkennung und
mancherlei anderen Berufsfragen, die im Sinne der
An=
tragſteller erledigt wurden.
Aurich, 15. April. (Beim Oſterfeuer
ver=
brannt.) In dem benachbarten Dorfe Tannenhauſen
ſind beim Anzünden eines Oſterfeuers zwei Kinder im
Alter von 3 und 5 Jahren verbrannt.
Kyritz, 15. April. (Aufdeckung eines alten
Wohnhauſes.) Auf dem Grundſtück eines
Gärtnerei=
beſitzers in Vehlow (Oſtpriegnitz) iſt ein Wohnhaus mit
Stall und Umzäunung ausgegraben worden, das
anſchei=
nend zu einem Germanendorfe aus der Zeit von 200 vor
bis 200 nach Chriſti Geburt gehört.
Weinböhla 15. April. (Revolverheld.)
Offen=
bar, um ſich für ſeine Entlaſſung zu rächen, ſchoß der
Arbeiter Schneider auf die Frau und die Tochter ſeines
Vorgeſetzten Kutſchara. Die Frau erhielt einen Schuß in
die Schläfe; an ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Die
Tochter wurde nicht verletzt. Der Täter ſchoß ſich hierauf
ſelbſt eine Kugel in den Unterleib.
Ramſei (Kanton Bern), 15. April. (Felsſturz.)
Im Emmental iſt durch einen Felsſturz ein Haus zerſtört
worden, wobei zwei ältere Frauen getötet wurden.
Wien, 15. April. (Schrecklicher Tod.) Unter
furchtbaren Qualen iſt der Krakauer
Univerſitäts=
profeſſor Droba an der Rotzkrankheit, die er ſich
durch Anſteckung zuzog, geſtern geſtorben. Als unlängſt
ein Bauer, der an einem bösartigen Geſchwür litt, ins
Krakauer Krankenhaus eingeliefert wurde, berief Profeſſor
Droba aus Moskau einen Veterinärarzt, der ein Serum
gegen die Rotzkrankheit erfunden hatte. Mit dieſem Serum
wurde der Bauer ſo erfolgreich behandelt, daß eine
Beſſe=
rung ſeines Leidens eintrat. Am Dienstag vergangener
Woche bemerkte Droba, daß er ſich ſelbſt infiziert hatte,
und ſagte es einem Kollegen voraus, daß ſeine Krankheit
einen tödlichen Verlauf nehmen werde. Wie feſtgeſtellt
wurde, war auf den Bauer die Krankheit von ſeinem
Bru=
der übertragen worden, der als Diener im Krakauer
Mili=
tärmagazin angeſtellt war und dort die Katzen mit
Pferde=
fleiſch zu füttern hatte, das wahrſcheinlich von rotzkranken
Tieren ſtammte.
Lorient 15. April. (Ausſchreitungen gegen
italieniſche Arbeiter.) Die bei den Bauten im
Lager von Coét quidam beſchäftigten Arbeiter
ver=
urſachten ernſte Ruheſtörungen, weil der Unternehmer auch
Italiener angeworben hatte. Die Franzoſen verlangten
die Entlaſſung der Italiener und zwangen die letzteren,
ſich in eine Kantine zu flüchten. Von der Militärbehörde
wurde eine Artillerieabteilung zum Schutze der Italiener
aufgeboten, doch drangen die Franzoſen gleichwohl in die
Kantine ein und bewarfen die Italiener mit Steinen.
Die Italiener flüchteten nach dem Bahnhof und reiſten
ſo=
fort ab, wobei Beſchimpfungen gegen ſie ausgeſtoßen
wurden.
Boſton, 15. April. (Bei dem Hotelbrand) ſind
angeblich acht Perſonen umgekommen. Etwa
150 Hotelgäſte lagen bei Ausbruch des Feuers in den
Betten. Sie waren teils von den Flammen abgeſchnitten
und ſprangen vielfach aus den Fenſtern; 50 bis 60 ſind
ſchwer verletzt. In einem Zimmer des fünften Stockwerks
wurden die verkohlten Leichen einer aus Mann, Frau und
einem Kinde beſtehenden Familie, in einem anderen
Zim=
mer die Leichen zweier Frauen gefunden.
Stockholm, 14. April. (Wiedervermählung
der Großfürſtin Maria Pawlowna.) Die
kürzlich geſchiedene Prinzeſſin Wilhelm von
Soedermanland geborene Großfürſtin Maria
Pawlowna von Rußland, wird ſich demnächſt mit dem
Herzog von Montpenſier vermählen. Die gegenſeitige
Neigung datiert von ihrer Reiſe zur Krönungsfeier nach
Siam.
Nikolajew, 15. April. (Stapellauf.) Auf der
Werft der Ruſſiſchen Schiffbaugeſellſchaft erfolgte heute der
Stapellauf des zweiten Dreadnoughts, „Kaiſer
Alexan=
der III.‟.
Luftfahrt.
Der neue Militär=Zeppelin.
* Friedrichshafen, 15. April. Das neue
Mili=
tärluftſchiff „Z. 8” iſt heute früh um 6 Uhr zur Ueberfahrt
nach Baden=Oos aufgeſtiegen. Es hatte die
ge=
wöhnliche Beſatzung an Bord. Die Fahrt ging über den
Schwarzwald, wo Schramberg um 7 Uhr 55 Min.
über=
flogen wurde. Das Luftſchiff wird vorerſt in Baden=Oos
bleiben und dort ſeine Probefahrten erledigen, weil die
Werft in Friedrichshafen für die Neubauten benötigt
wird.
* Baden=Oos 15. April. Das neue
Militär=
luftſchiff „Z 8” iſt, vom Süden kommend, kurz vor 10
Uhr über dem hieſigen Luftſchiffhafen eingetroffen und um
10 Uhr 10 Minuten glatt in der Halle geborgen worden.
* Peſt, 15. April. Auf dem Rakoſer Flugfeld iſt der
ungariſche Flieger Zſelyi aus beträchtlicher Höhe
ab=
geſtürzt und ſchwer verletzt worden. Sein
Zu=
ſtand iſt bedenklich.
* Monte Carlo, 15. April. Der Flieger Garros
iſt auf ſeinem Fluge Brüſſel-Monaco heute 10 Uhr
48 Minuten vormittags hier eingetroffen.
* Paris 15. April. Als Sieger im Kreuzflug
von Monaco gilt Garros welcher die Strecke Buc-
Monaco in 12 Stunden 33 Minuten zurückgelegt hat.
* Paris. 15. April. Der Präſident des franzöſiſchen
Luftfahrerverbandes Guenton iſt an den Vorſitzenden des
Ruſſiſchen Aeroklubs Neburadow herangetreten zwecks
Veranſtaltung eines Fluges Petersburg-
Peking. Den Flug wird ein franzöſiſcher Flieger im
Juni unternehmen. Die Entfernung beträgt etwa 9000
Kilometer.
Turnen, Spiele und Sport.
* Pferdeſport. Rennen zu Maiſons Lafitte,
15. April. Prix du Coeur=Volant; 3000 Francs: 1. Baron
Gourgauds In Pace (J. Reiff), 2. Lucknow, 3. Calignac.
Tot. 29110, Pl. 14, 13:10. — Prix de Pont=Carre; 5000
Francs: 1. J. Lieur’ Riviſta (Sharpe), 2. Aribo Biſto,
Nummer 104.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Seite 5.
8. Sandby. Tot. 53115, Pl. 21, 42, 26:10. — Prix de
Mont=
geron; 3000 Francs: 1. M. Caillaults Khotan (J. Reiff),
2. Uvaldi, 3. Rondache. Tot. 400110, Pl. 144, 110, 25.10.
Prix Boiard; 50000 Francs: 1. A. Aumonts Nimbus
(Milton Henry), 2. Jſard II, 3. Fidelio. — Tot. 17110,
Pl. 12, 17110. — Prix de Lange; 6000 Francs: 1. A.
Har=
duins Fribourg (L. Bara), 2. Ozozo, 3. Menaggio. Tot.
277:10, Pl. 165, 25, 42110. Prix de la Bourdaiſiere;
5000 Francs: 1. L. Olry=Roederers Maitre et Seigneur
(M. Barat), 2. Jacques Coeur, 3. Bobine.
Beſuch des Erzherzogs Franz Ferdinand
von Oeſterreich in München.
* München, 15. April. König Ludwig und
Erzherzog Franz Ferdinand von Oeſterreich
be=
ſuchten heute mittag in Begleitung des beiderſeitigen
Ge=
folges die Alte Pinakothek und darauf das bayeriſche
Nationalmuſeum. Um 1 Uhr gab der
öſterreichiſch=
ungariſche Geſandte Dr. v. Laſzlofalva zu Ehren des
Erz=
herzogs ein Diner, an dem außer dem Gefolge und dem
Ehrendienſt auch Miniſterpräſident Graf von Hertling,
Kultusminiſter von Knilling, die oberſten Hofchargen und
eine Anzahl geladener Gäſte teilnahmen.
* München, 15. April. Auf das von dem König
an Kaiſer Franz Joſef geſandte
Begrüßungstele=
gramm iſt folgendes Antworttelegramm eingegangen:
Auf das innigſte danke ich Dir und Marie Thereſe für den
Franz Ferdinand bereiteten gnädigen Empfang. Ich bin
aufrichtig gerührt von der liebevollen Erinnerung, die Ihr
von Eurem vorjährigen Beſuche bei mir bewahrt. Auch
ich gedenke der leider nur zu ſchnell verfloſſenen Stunden
unſeres Beiſammenſeins mit Freude und Dankbarkeit und
erwidere die lieben Wünſche in alter Treue für Dein,
Marie Thereſens und Deines Hauſes Glück und
Wohl=
ergehen.
* München 15. April. Abends 7 Uhr fand im
Hofballſaal der Reſidenz zu Ehren des Erzherzogs Franz
Ferdinand Galatafel zu 150 Gedecken ſtatt. An
der Stirnſeite der hufeiſenförmigen Tafel ſaßen der
König, zu ſeiner Rechten der Erzherzog. Während des
Mahles erhob ſich der König, und brachte auf den hohen
Gaſt folgenden Trinkſpruch aus:
Eurer Kaiſerlichen und Königlichen Hoheit entbiete
ich zugleich im Namen der Königin unſeren herzlichſten
Willkomm. Dankbar des gütigen Empfanges eingedenk,
den Seine Kaiſerliche und Königliche apoſtoliſche Majeſtät
uns im vorigen Jahre bereitet haben. Noch heute, unter
dem Eindruck der herzlichen Sympathien, die die
Bevöl=
kerung Wiens der Königin und mir bekundete, rechnen wir
es uns zu hoher Freude Eure Kaiſerliche und Königliche
Hoheit als allerhöchſten Vertreter des von uns innigſt
ver=
ehrten Kaiſers und Königs Franz Joſef hier empfangen
zu dürfen. Das bayeriſche Volk nimmt warmen Anteil an
dieſer Freude es bewillkommnet mit mir in Eurer
Kaiſer=
lichen und Königlichen Hoheit den erlauchten Vertreter des
echabenen Herrſchers, der ehrfurchtgebietend durch die
Würde ſeiner Perſönlichkeit, vorbildlich in ſeiner
Pflicht=
erfüllung, die Geſchicke der mit dem Deutſchen Reich eng
verbündeten öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie lenkt.
Der Gedanke an die Blutsverwandtſchaft, die in einer
ehr=
würdigen Reihe von Jahrhunderten gefeſtigt, die Häuſer
Habsburg=Lothringen und Wittelsbach umſchlingt, läßt
Eurer Kaiſerlichen und Königlichen Hoheit heute in
Bayern die Herzen in warmer Freude entgegenſchlagen.
Die treuen Gefühle der Liebe und Verehrung, die ich für
die erhabene Perſon ſeiner Kaiſerlichen und Königlichen
Apoſtoliſchen Majeſtät hege, die innigen Segenswünſche,
die ich dem Glück und der Wohlfahrt der
öſterreichiſch=
ungariſchen Monarchie weihe, begegnen beim bayeriſchen
Volke warmherzigem Widerhall. Gott ſchütze, Gott ſegne
und erhalte den Kaiſer und König Franz Joſef. Das iſt
der Wunſch, in dem ſich heute unſer aller Gedanken
ver=
einigen, dem Gefühl von Herzen kommender Freude, daß
in dieſer Stunde mich, die Königin und mein ganzes
Haus beſeelt, gebe ich Ausdruck in dem Rufe: Seine
Kaiſerliche und Königliche Apoſtoliſche Majeſtät und ſein
erlauchter Vertreter Seine Kaiſerliche und Königliche
Hoheit Erzherzog Franz Ferdinand leben Hoch! Hoch!
Hoch!
Die Muſik intonierte die öſterreichiſche Nationalhymne.
Unmittelbar darauf antwortete der Erzherzog mit
folgen=
der Rede:
Hochbeglückt durch den mir zuteil gewordenen
Aller=
höchſten Auftrag, den vorjährigen Beſuch Euerer
Majeſtä=
ten zu erwidern, der meinem Allerhöchſten Oheim in
freu=
digſter Erinnerung geblieben iſt, bitte ich Euere
Majeſtä=
ten, meinen tief empfundenen Dank entgegennehmen zu
wollen für die gütige Aufnahme, ſowie die ſoeben an mich
gerichteten gnädigen Worte, welche die Innigkeit der von
altersher zwiſchen den Häuſern Wittelsbach und
Habs=
burg beſtehenden verwandtſchaftlichen und
freundſchaft=
lichen Beziehungen in herzlicher Weiſe zum Ausdruck
brin=
gen. Der überaus freundliche Empfang, den ich hier
ge=
funden habe, iſt ein neues Zeugnis für die Beſtändigkeit
der freundnachbarlichen Gefühle, welche das bayeriſche
Volk der öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie, dem treuen
Verbündeten des Deutſchen Reiches, entgegenbringt und
dieſe von weiland dem verehrungswürdigen und
unver=
geßlichen Prinz=Regenten Luitpold gepflegten, unter Ew.
Majeſtät glorreicher Regierung unwandelbar
fortdauern=
den Gefühle finden in dem Herzen meines Allerhöchſten
Herrn und bei der Bevölkerung der Monarchie den
leb=
hafteſten und dankbarſten Widerhall. Getragen von dieſen
herzlichſten Empfindungen, gebe ich den aufrichtigſten
Segenswünſchen Seiner Majeſtät des Kaiſers für Glück
und Wohlergehen des Königlichen Hauſes, ſowie des
Lan=
des Bayern Ausdruck, indem ich mein Glas mit dem Ruf
erhebe: Ihre Majeſtäten der König und die Königin von
Bayern leben hoch, hoch, hoch!
Hierauf ſpielte die Muſik die bayeriſche
Königs=
hymne.
Zur mecklenburgiſchen Wahlrechtsfrage.
* Neuſtrelitz, 15. April. In bezug auf den von
einem Berliner Blatt gebrachten Artikel, betreffend ein
Interview das der Staatsminiſter Boſſart einem
Vertreter des Blattes gewährte, iſt die Landeszeitung für
beide Mecklenburg nach Erkundigung an maßgebender
Stelle in der Lage, Folgendes zu erklären: Der betreffende
Vertreter des Blattes bat vor einigen Tagen den Miniſter
„in einer wichtigen Angelegenheit” um eine Unterredung,
die ihm, da der Zweck der Bitte nicht erkennbar war, auch
gewährt wurde. Hierbei richtete er die Frage an den
Mi=
niſter, ob der Regierung in der mecklenburgiſchen
Verfaſſungsangelegenheit Unterſtützung durch
die Preſſe erwünſcht ſei. Der Miniſter bejahte dies unter
Hinweis darauf, daß die Regierung das Zuſtandekommen
der Reform wiederholt als eine Staatsnotwendigkeit
be=
zeichnet hätte, fügte aber ausdrücklich hinzu, daß gerade
die liberale Preſſe der Sache am beſten dadurch dienen
würde, daß ſie ihre übertriebenen Forderungen einſchränke.
Wünſche, wie zum Beiſpiel das allgemeine, gleiche und
direkte Wahlrecht ſeien ſelbſtverſtändlich unerfüllbar und
könnten daher nur ſchaden, da der Ausbau der Verfaſſung
nur auf der hiſtoriſch gewordenen Grundlage möglich ſei.
Die weiteren Aeußerungen des Miniſters ſind in dem
be=
treffenden Artikel teils direkt unrichtig wiedergegeben,
teils tendenziös zugeſpitzt. Dies gilt insbeſondere für die
Ausführungen über die Frage der Einmiſchung des Reichs
in die mecklenburgiſche Verfaſſungsangelegenheit und
be=
züglich der weiteren Behauptung, daß der Miniſter der
liberalen Preſſe für ihre bisherige dankenswerte
Unter=
ſtützung beſonderes Lob geſpendet habe. Die letztere
Be=
hauptung iſt frei erfunden, und was die Frage der
Ein=
miſchung des Reiches anbelangt, ſo wurde vom Miniſter
betont, daß er die Weigerung des Bundesrates, durch
Er=
weiterung der Reichskompetenz ſich in die einzelſtaatlichen
Verfaſſungsverhältniſſe einzumiſchen, ſchon mit Rückſicht
auf den Anſturm gegen die preußiſche Verfaſſung für
durch=
aus begreiflich und berechtigt halte. Die ganze
Unterhal=
tung wurde vom Miniſter als eine rein perſönliche und
nicht für die Oeffentlichkeit beſtimmte angeſehen. Eine
Bitte, den Inhalt der Unterredung veröffentlichen zu
dür=
fen, iſt nicht geſtellt, auch die Genehmigung ſeitens des
Miniſters dazu nicht erteilt worden.
Aus Korfu.
* Korfu, 14. April. Das Kaiſerpaar und die
Königin der Hellenen beſuchten mit den
Profeſſo=
ren Caro und Doerpfeld heute nachmittag das Muſeum
und darauf die Ausgrabungen in Garitza, wo u. a. ein
Stein mit einer Widmung an die Göttin Artemis
gefun=
den und freigelegt wurde. Bis jetzt ſind etwa 40
Säulen=
ſtümpfe von ungefähr einem Meter Länge, übereinander
geſchichtet, gefunden worden.
* Korfu, 15. April. Der Kaiſer verweilte heute
vormittag bei den Ausgrabungen im Park von
Monrepos und bei Garitz und nahm das Frühſtück an
Bord der „Hohenzollern”. Im Park von Monrepos
wer=
den jetzt unweit des Tempels Kardaki weitere Reſte
an=
tiker Baulichkeiten gefunden. — Der Reichskanzler
traf an Bord des kleinen Kreuzers „Breslau” heute abend
8.20 Uhr hier ein.
* Korfu, 15. April. Der Reichskanzler iſt
heute abend 8 Uhr 20 Minuten hier eingetroffen und
wurde von dem Geſandten Baron v. Treutler
emp=
fangen. Er begab ſich ſofort nach dem Achilleion.
Die Miniſterzuſammenkunft in Abbazia.
* Wien, 15. April. Das Wiener Fremdenblatt
ſchreibt: Es iſt eine vielfährige Tradition, daß die
lei=
tenden Staatsmänner der Dreibundmächte
von Zeit zu Zeit eine perſönliche Ausſprache halten. Die
Dauer der diesmaligen Zuſammenkunft weiſt darauf hin,
wie intim ſich das Verhältnis zwiſchen den Verbündeten
geſtaltet hat. Der Begegnung ſind als neuerliche Beweiſe
der immer mehr ſich entwickelnden herzlichen
Beziehun=
gen die Beſuche des deutſchen Kaiſers in Schönbrunn,
Venedig und Miramare vorausgegangen. Die günſtigen
Reſultate, welche die beiden Verbündeten aus der
abge=
laufenen Kriſe und aus dem vertrauensvollen
Zuſammen=
arbeiten gewonnen haben, bilden die natürliche Erklärung
dafür, daß jede neue Kundgebung ihrer Freundſchaft alle
politiſche Kreiſe hier und dort mit Befriedigung und mit
der Empfindung erfüllt, daß dadurch auch den künftigen
Beſtrebungen zur Wahrung des Friedens ebenſo der Weg
gebahnt, wie dadurch der Befeſtigung ſchon erreichter
Er=
folge gedient wird. Oeſterreich=Ungarn und Italien haben
bei der Geltendmachung ihrer Auffaſſungen innerhalb des
europäiſchen Konzertes gewiß auch die Tatſache zu
dan=
ken, daß der deutſche Verbündete ihnen unverbrüchlich zur
Seite ſtand. Deutſchland, Oeſterreich=Ungarn und Italien
verkörpern eine Summe von Kraft, über die niemand
hin=
weggehen kann. Dieſe Kraft und die
Friedensverſicherun=
gen der außerhalb des Dreibundes ſtehenden
Regierun=
gen geſtatten die zuverſichtliche Hoffnung, daß Europa
auch fernerhin die Segnungen des Friedens genießen
wird, deſſen Sicherung der hauptſächlichſte Zweck der
Er=
richtung des Dreibundes war.
* Paris, 15. April. Das Petit Journal, deſſen
Lei=
ter ſeit kurzem der frühere Miniſter des Aeußern, Pichon,
iſt, erörtert anläßlich der Zuſammenkunft di San
Giulianos mit dem Grafen Berchtold die
Beziehungen zwiſchen Frankreich und Italien und ſchreibt
u. a.: Es iſt wohl möglich, daß der Dreibund bei ſeiner
Erneuerung im Jahre 1912 nicht geändert wurde. Viel
zweifelhafter dagegen iſt es, ob nicht irgend ein neues
Ab=
kommen, betreffend das Mittelmeer, die Adria und
Nord=
afrika, hinzugefügt wurde. Ueber dieſen Punkt brauchten
wir eine Aufklärung, die ſich in keiner amtlichen
Erklä=
rung des italieniſchen Miniſters findet.
* Abbazia, 14. April. Der Miniſter Marquis
di San Giuliano und Graf Berchtold nahmen
in Geſellſchaft der Botſchafter von Kapos=Mére und
Her=
zog von Avarna, ſowie des Sektionschefs Grafen
For=
gach das Dejeuner ein. Nachmittags unternahmen ſie
einen Ausflug nach Draga und Moſchenizze, wo ſie bei
dem Grafen Szechenyi den Tee nahmen. Nach ihrer
Rück=
kehr dinierten die Miniſter gemeinſam. Der bulgariſche
Kronprinz Boris traf nachmittags zufällig im Foyer des
Hotels mit dem Grafen Berchtold zuſammen und tauſchte
einige Worte der Begrüßung mit dieſem. Morgen
be=
ginnen die politiſchen Beſprechungen.
* Abbazia 15. April. Heute vormittag begab ſich
Graf Berchtold zu einer Beſprechung zu San
Giu=
liano
* Abbazia 15. April. Die Konferenz des
Grafen Berchtold mit San Giuliano dauerte zwei
Stunden. Die Beſprechungen werden heute nachmittag
und in den nächſten Tagen fortgeſetzt.
* Abbazia, 15. April. San Giuliano und
Graf Berchtold empfingen heute nachmittag die
Ver=
treter der Preſſe Italiens und Oeſterreich=Ungarns. San
Giuliano unterhielt ſich in liebenswürdiger Weiſe mit den
öſterreichiſch=ungariſchen Journaliſten in deutſcher Sprache
und bedauerte, keine Mitteilung machen zu können. Wie
bekannt, gewähre er niemals Interviews da er niemand
verletzen wolle Er betonte gegenüber den italieniſchen
und öſterreichiſch=ungariſchen Journaliſten die guten
Ein=
drücke, die er bei ſeinem Aufenthalt in Abbazia gewonnen
habe.
Vom Balkan.
* Belgrad, 15. April. Kronprinz
Alexan=
der und Miniſterpräſident Paſitſch, ſowie der Miniſter
des Innern Protiſch haben ſich heute zu mehrtägigem
Aufenthalt in den neuen Gebieten nach Uesküb begeben.
* Bukareſt, 15. April. Die bulgariſchen
De=
legierten für den Bau einer Donaubrücke ſind
heute vom König in Audienz empfangen worden.
* Saloniki, 15. April. Major Enim Bey, der
mit einer Anzahl albaneſiſcher Gendarmen in Koritza
gefangen genommen worden war, iſt hier eingetroffen
und in Freiheit geſetzt worden. Nach den letzten
Meldun=
gen aus Bigliſta beabſichtigen die Führer der
Aufſtändi=
ſchen, den Kampf gegen die Albaner wieder aufzunehmen.
* Cetinje, 15. April. Der ruſſiſche General
Pa=
patow, Mitglied der Grenzabſteckungskommiſſion in
Nordalbanien, iſt hier eingetroffen.
Aus Mexiko.
* Juarez, 15. April. Nach hier eingegangenen
Meldungen hat General Villa nach einer
neuntägi=
gen Schlacht (?) die Regierungstruppen bei San
Pedro im Norden von Torreon geſchlagen. Die Verluſte
auf beiden Seiten werden auf 3000 Mann geſchätzt.
* Waſhington, 15. April. Präſident Wilſon
erklärte Mitgliedern des Kongreſſes, falls Huerta der
amerikaniſchen Forderung nicht nachkäme, der erſte Schritt
der amerikaniſchen Regierung die Beſitzergreifung
Tampicos und Veracruz’ ſei. — Amtlich wird
er=
klärt, daß zu den Gründen für die Entſendung der
ameri=
kaniſchen Flotte auch die Tatſache zu rechnen ſei, daß die
Depeſchen an den amerikaniſchen Geſchäftsträger in
Mexiko von den Mexikanern aufgefangen wurden.
* Waſhington, 15. April. Wenn die geſamte
Flotte in Tampico eingetroffen iſt, wird ſie aus elf
der modernſten Schlachtſchiffen beſtehen. Das
Landungskorps aus den Beſatzungen des Geſchwaders
wird 15000 Mann ſtark ſein.
* Juarez, 15. April. Nach einem Bericht des
Gene=
rals Villa hatten die Rebellen in der Schlacht bei
San Pedro 500 Verwundete und machten 700
Gefan=
gene. Die Bundestruppen zündeten einen großen Teil der
Stadt an, ehe ſie ſie räumten. — Eine weitere Meldung
beſagt, daß von den Bundestruppen 3500 Mann
ge=
tötet, verwundet oder gefangen genommen worden
ſeien.
* London, 15. April. Die Times melden aus
Mexiko vom 14. d. M.: Die Rebellen haben ſich
von Tampico zurückgezogen und die Eiſenbahn hinter ſich
zerſtört. Weitere Angriffe werden erwartet. Britiſches
Eigentum hat keinen ernſten Schaden erfahren.
* Berlin 15. April. Infolge der zugeſpitzten
Lagein Mexiko wird, wie das B. T. erfährt,
Deutſch=
land zum Schutze der deutſchen Reichsangehörigen in
Veracruz den deutſchen Kreuzer „Dresden” nach Mexiko
beordern.
Vermiſchtes.
— Der 19. Kirchlich=ſoziale Kongreß
fin=
det vom 21. bis 23. April in Wiesbaden ſtatt. An
der Spitze des Ehrenausſchuſſes ſtehen Prinzeſſin
Eliſa=
beth von Schaumburg=Lippe, Prinzeſſin Anna Luiſe von
Hohenlohe=Ingelfingen, Regierungspräſident von Meiſter
Polizeipräſident von Schenck, die Konſiſtorialpräſidenten
Dr. Ernſt und Freiherr Schenk zu Schweinsberg, die
Ge=
neralſuperintendenten Detmering, Fuchs und Ohly. Die
beiden Hauptthemen lauten: „Bildung und Chriſtentum”
(Referent: Dr. Lepſius=Potsdam) und „Die
Notwendig=
keit und Erhaltung und Vermehrung,, des deutſchen
Bauernſtandes und Landarbeiterſtandes für die Volks=
und Wehrkraft unſeres Volkes” (Referent: Profeſſor Dr.
Dade, Generalſekretär des Deutſchen
Landwirtſchafts=
rates). In einer abendlichen Volksverſammlung ſpricht
Reichstagsabgeordneter Schiele=Schollene über: „Die
ge=
meinſamen Intereſſen des Mittelſtandes und der
Arbei=
terſchaft” beim abſchließenden Evangeliſationsabend
D. Philipps über: „Der öffentliche Kampf um die
Volks=
ſeele‟ Der Präſident der Konferenz, Geheimrat
Pro=
feſſor D. Dr. Seeberg, ſpricht das Schlußwort.
Vollſtän=
dige Programme verſendet unberechnet das
Generalſekre=
tariat der Freien Kirchlich=ſozialen Konferenz,
Ber=
lin NW., Tile Wardenbergſtraße 28.
Fernſprechleitung Berlin-Mailand.
Wie bereits gemeldet wurde, iſt der Betrieb auf der
Fernſprechlinie Berlin-Mailand eröffnet, und ſchon jetzt
ſteht es feſt, daß die neue Linie ganz vorzüglich arbeitet.
Es dürfte intereſſieren, zu erfahren, mit welchen Mitteln
dieſer ausgezeichnete Betrieb erreicht iſt. Der Effekt
be=
ruht auf dem ſogen. Pupin=Syſtem” einer Erfindung,
die der amerikaniſche Profeſſor an der Columbia
Univer=
ſity in Neu=York, Michael J. Pupin, gemacht und die er
für eine Reihe von Ländern, ſo auch für Deutſchland, der
Firma Siemens u. Halske zur Auswertung zur
Ver=
fügung geſtellt hat. Dieſes Syſtem iſt neuerdings in
gro=
ßem Umfange an vielen Stellen und beſonders auch in
Deutſchland verwendet worden, ſo auch bei dem Kabel,
welches nach dem Rheinland von der
Reichspoſtverwal=
tung zwiſchen Berlin und Magdeburg verlegt iſt und über
das vor einigen Wochen Einzelheiten den Leſern
mitge=
teilt wurden.
In dem vorliegenden Falle werden die ſogenannten
Pupinſpulen” in 10 Kilometer=Abſtänden an dem
Ge=
ſtänge angebracht und in die Linie, welche aus einem
Kupferleiter von 4,5 Millimeter Durchmeſſer beſteht,
ein=
geſchaltet. Die Verbeſſerung, die durch die Pupinſpulen
erzielt wird, iſt derartig, daß man über die doppelte
Länge mit der gleichen Lautſtärke ſprechen kann, d. h. man
ſpricht mit den Pupinſpulen von Berlin bis Mailand
ebenſo gut, als wenn man über die gewöhnliche Leitung
ohne ſolche Spulen von Berlin nach Mannheim ſprechen
würde. Wollte man den Effekt dadurch erreichen, daß man
einen ſtärkeren Kupferleiter nimmt, was unter
beſtimm=
ten Bedingungen möglich wäre, ſo würde der
Kupferlei=
ter einen Durchmeſſer von mindeſtens 6,5 Millimetern
be=
ſitzen. Da der Preis mit dem Querſchnitt angenähert
ſteigt oder quadratiſch mit dem Durchmeſſer, ſo würde das
heißen, daß die Linie nach Mailand, wenn man nur den
upferpreis in Betracht zieht, ungefähr das Doppelte
koſten würde. Rechnet man den Preis des Drahtes von
4.5 Millimetern für den Kilometer Doppelleitung zu 500
Mark, was bei dem jetzigen Materialſtand ziemlich richtig
ſein wird, ſo beträgt, abgeſehen von den Koſten für die
Spulen, die gegenüber den Drahtkoſten vernachläſſigt
wer=
den können, der Preis für die 1350 Kilometer lange Linie
Berlin-Mailand aus 4.5 Millimeter=Draht zirka 675000
Mark, mit 65 Millimeter ſtarkem Draht würde die Linie
mindeſtens 1350000 Mark koſten; man ſpart alſo durch
die Verwendung der Pupinſpulen zirka 675000 Mark.
Literariſches.
„Wiener Mode” Mehr als vierzig höchſt
ge=
ſchmackvolle und bei aller Einfachheit ſehr elegante
Früh=
jahrskleider bringt das neue Heft der großen Wiener
Frauen= und Modenzeitung. Dieſes Heft kann keine Dame
entbehren, die Anſpruch auf moderne Eleganz macht. Ein=
Sette 6
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Nummer 104.
geleitet wird der Modeteil durch einen Artikel über die
neue Schuhmode, die ſich ja ganz geändert hat und alle
althergebrachten Sitten auf den Kopf ſtellt. Auch ſonſt iſt
das Blatt unglaublich reichhaltig. Zwei preisgekrönte
Kinderkleider werden mit den nötigen Details in vollen
Farben gezeigt, und die kulinariſche Rubrik bringt eine
Reihe illuſtrierter Rezepte über fleiſchloſe Abendkoſt Man
abonniert die „Wiener Mode” in jeder Buchhandlung zum
Preiſe von 3 Kronen 50 Hellern (3 Mark) für das ganze
Quartal.
Kaiſer=Wilhelm=Flotten Bücherei.
Heft 1/4. (Verlag Boll u. Pickardt, Berlin. Preis je
20 Pfennig) Eine neue Bücherſammlung, die ſich des
ho=
hen Vorzuges rühmen darf, daß der Kaiſer ſelbſt die
Ver=
wendung ſeines Namens für ſie geſtattet hat! Das erſte
Bändchen behandelt zwei wichtige Seeſchlachten, die am
1. Juni 1794 zwiſchen Franzoſen und Engländer und die
von Tſuſhima Heft 2 ſchildert den Anteil unſerer Marine
n der Erwerbung der Kolonien, das dritte gibt in den
Er=
lebniſſen eines Seeoffiziers anſchauliche Bilder von der
Tätigkeit der Marine im Frieden und das vierte bringt
eine Reihe prächtiger Humoresken aus dem
Seemanns=
leben. Dem verdienſtvollen Unternehmen wünſchen wir
auch im Intereſſe der Sache, durchſchlagenden Erfolg.
Muſik.
— Dem neueſten und beliebteſten Modetanze, dem
welterobernden Tango, der mit ſeiner Grazie, ſeinem
verhaltenen Feuer und ſeiner ſtilvollen Vornehmheit ſelbſt
ſeine Gegner bezwungen und ſie zu ſeinen Freunden und
Verehrern gemacht hat, iſt das neueſte Heft der populären
Muſikzeitſchrift „Muſik für Alle” gewidmet. Das
„Tango=Heft” iſt wie die bisher erſchienenen Spezialhefte
der „Muſik für Alle” für 50 Pfennig in ſämtlichen Buch=
und Muſikalienhandlungen, ſowie direkt vom Verlage
Ull=
ſtein u. Co., Berlin SW. 68, Kochſtraße 22—26, zu
be=
ziehen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 15. April. An Stelle des
Unterſtaatsſekre=
tärs a. D. Mandel iſt Unterſtaatsſekretär Frenken zum
ſtellvertretenden Bundesratsbevollmächtigten Elſaß=
Loth=
ringens ernannt worden.
* Berlin, 15. April. Der Zentralverein für
die deutſche Binnenſchiffahrt hält am 2. Mai
in Eberswalde eine Sitzung des großen Ausſchuſſes ab,
an die ſich eine Befahrung des
Großſchiff=
fahrtsweges Berlin- Stettin anſchließt.
* Straßburg, 15. April. Zu dem Artikel der
Straß=
burger Neuen Zeitung vom 15. d. M., „Die
Genick=
ſtarre und die hieſige Garniſon” erhält das W. T. B. von
zuſtändiger Stelle folgende Mitteilung: In den letzten
Monaten ſind im ganzen zwei Mann der Garniſon
Straßburg an Genickſtarre erkrankt, und
zwar der erſte, ein Musketier der 12. Kompanie des
Infanterie=Regiments Nr. 126, im Februar, der zweite,
ein Musketier der 2. Kompanie des Infanterie=Regiments
Nr. 143, im März d. J. Beide Leute ſind im
Garniſon=
lazarett II geſtorben. Zur Verhinderung der
Weiter=
verbreitung der Krankheit ſind ſeinerzeit alle Maßnahmen
getroffen worden. Seit dem Jahre 1908 iſt die
Genick=
ſtarre in Straßburg nicht aufgetreten, doch kommen
der=
artige vereinzelte Fälle von Genickſtarre immer vor und
geben zu Beſorgniſſen keinen Anlaß.
* Neuſtrelitz, 15. April. Die Landeszeitung für beide
Mecklenburg verbreitet nach Erkundigung an zuſtändiger
Stelle über das Befinden des Großherzogs
Adolf Friedrich von Mecklenburg=Strelitz
folgende Mitteilung: Das Befinden des Großherzogs
bietet zu irgend welchen Beſorgniſſen durchaus keinen
An=
laß. Der Heilungsprozeß ſchreitet normal fort. Die
Nächte ſind meiſt ſehr gut, ſo daß der Patient ohne
Schlaf=
mittel nachts ſieben bis acht Stunden ſchläft. Der
Kräfte=
zuſtand des Großherzogs hebt ſich täglich, ſo daß er ſeit
einigen Tagen das Bett auf einige Stundene verlaſſen und
einige Schritte ſelbſtändig im Zimmer gehen kann.
* Chur, 15. April. In Malane brannte eine Mühle
ab, wobei drei Kinder einer Italienerin umkamen
und ein viertes ſchwer verbrannt wurde.
* Mailand 15. April. Der römiſche Korreſpondent
des Avanti behauptet. aus beſter Quelle zu wiſſen, daß
die Militariſierung der Eiſenbahnen bis auf
die kleinſten Einzelheiten ſchon vorbereitet ſei, und daß
auch ein Reſerve=Jahrgang unter die Waffen berufen iſt.
* Haag, 15. April. Heute nachmittag wurde im
Leſe=
ſaal der Bibliothek des Friedenspalaſtes die Büſte des
beim „Titanic”=Unterganges verunglückten
Friedensfreun=
des W. T. Stead enthüllt. Der Feier wohnten der
Mi=
niſter des Aeußern Jonkheer Loudon, der amerikaniſche
Geſandte und der Präſident des Komitees, Jonkheer van
Daehne, bei. Van Varick ſprach über das Friedenswerk
Steads.
* Brüſſel, 15. April. Das Komitee für die
Welt=
ausſtellung in Gent verlangt von der Stadt
4800000 Mark zur Deckung des Defizits.
* Paris, 15. April. Der heute überreichte
gerichts=
ärztliche Bericht über den Tod Calmettes
be=
ſagt, daß der Tod durch ein Geſchoß verurſacht worden
ſei, das eine Verletzung der Darmſchlagader
herbeige=
führt habe. Die Unterſuchung von Calmettes Ueberrock
laſſe die Erklärung zu, daß drei Schüſſe aus einer
Ent=
fernung von mindeſtens zwei Metern abgegeben wurden,
der vierte Schuß, der den linken Oberſchenkel durchſchlug,
aus etwas geringerer Entfernung.
* London, 15. April. Die Grubenarbeiter in
Yorkſhire haben mit 15000 Stimmen Mehrheit die
Wiederaufnahme der Arbeit beſchloſſen.
* Stockholm. 15. April. Ueber das Befinden des
Königs wurde heute vormittag 10.30 Uhr folgendes
Bulletin veröffentlicht: Der König ſchlief in der Nacht
ruhig Temperatur 37, Puls 58. Das Allgemeinbefinden
iſt andauernd zufriedenſtellend.
* Riga, 15. April. Die Ueberſchuhabteilung der
Gummifabrik Prowodnik und der Fabrik Roſenkranz und
Co, hat die Arbeit wieder aufgenommen.
* Urmia, 15. April. Aus Giawar im türkiſchen
Vila=
jet Wan wird gemeldet, daß dieſer Tage beim Dorfe
Deſchtaſi in Kaza Hamidieh (Vilajet Siwas) türkiſche
Truppen aus Wan und Moſſul bei einem
Zuſammen=
ſtoß mit Kurden unter dem Scheik des
Barzanſtam=
mes viele Tote hatten und zwei Geſchütze, 40 Gewehre und
40 Gefangene verloren, welch letztere der Scheik angeblich
in einen Fluß werfen ließ.
* Tokio, 15. April. Die Mitglieder des
Kriegs=
gerichts, das gegen die in den Flottenſkandal
verwickelten Offiziere verhandeln ſoll, ſind nunmehr er=
Gaunt worden.
Drohender Eiſenbahnerſtreik in Italien.
* Rom, 15. April. Das Eiſenbahnerſyndikat in
Ancona hat ſich endlich nach langem Sträuben dazu
ver=
ſtanden, eine Kommiſſion nach Rom zu ſenden, um mit der
Regierung zu verhandeln. Gleichzeitig will, wie
verlau=
tet, das Syndikat ſeine Mitglieder auffordern, vorerſt die
Streik=Agitation einzuſtellen.
Das neue japaniſche Kabinett.
* Tokio, 15. April. Die Liſte des neuen
Kabinetts=
wurde heute nachmittag dem Kaiſer unterbreitet. Sie iſt
noch nicht amtlich veröffentlicht, doch glaubt man, daß ſich
das Miniſterium folgendermaßen zuſammenſetzen werde:
Vorſitz und Inneres: Okuma; Aeußeres: Baron Kato;
Finanzen: Wakatſuki; Marine: Admiral Yaſhiro;
Krieg: General Oka; Juſtiz: Ozaki; Unterricht: Ichiki;
Verkehr: Taketami; Handel: Viscount Oura. Von
den Mitgliedern des Kabinetts gehören zwei den Parteien
des Abgeordnetenhauſes, der Doſhikai= und Teheſeikai=
Partei, an, die zu unterſtützen ſich die Kokumintopartei
verpflichtete; aber die Seiyukwaipartei behält die
Majo=
rität. — Man glaubt, daß dies die Auflöſung des
Parla=
ments notwendig mache.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
auswirtſchaftliches. Auf mehrere Millionen Mark
könnte man die Verluſte beziffern, welche die
deutſche Volkswirtſchaft alljährlich erleidet durch
Ver=
wendung ſcharfer und die Wäſche ſchnell zerſtörender
Waſchmittel. Die Hausfrauen wiſſen auch aus eigener
Erfahrung, wie hoch die Koſten ſind für Neuanſchaffung
von Wäſche infolge zu ſchnellen Verſchleißens. Deshalb
ſollte jede Hausfrau bei der Auswahl von Waſchmitteln
vorſichtig und beſonders mißtrauiſch ſein gegen
neuauf=
tauchende Fabrikate. Dr. Thompſons Seifenpulver,
Marke Schwan, hingegen hat ſich ſeit länger als
30 Jahren überall bewährt, weil es garantiert
unſchäd=
lich iſt und die Wäſche nicht angreift. Ebenſo unſchädlich
iſt das von den Fabriken von Dr. Thompſons
Seifen=
pulver, G. m. b. H., in Düſſeldorf in den Handel
ge=
brachte Bleichmittel Seifix, das einen vollſtändigen
Erſatz für Raſenbleiche bietet.
Geſchäftliches.
Bei Nieren=, Blaſen= und damit
zuſammen=
hängengen Frauenleiden ſind nach dem
übereinſtim=
menden Urteil der Aerztewelt häusliche
Brunngntrink=
kuren zur ſchnellen Heilung geradezu unentbehrlich. Eins
der heilbringendſten und beliebteſten, in zahlreichen
Kli=
niken und Krankenhäuſern verordnetes und von vielen
Aerzten und Profeſſoren warm empfohlenes Heilwaſſer
iſt der „Altbuchhorſter Mark=Sprudel
Stark=
quelle‟ (Jod=Eiſen=Mangan=Kochſalzquelle). Seine
Wirkſamkeit bei nur etwa vierwöchigem taglichen Gebrauch
iſt gerade jetzt, wenn der kranke oder kränkelnde Menſch
innerlich und äußerlich auch durch den Einfluß der ſich
ver=
jüngenden Natur für eine Veränderung begünſtigt iſt,
ganz außerordentlich. Man bekommt den Mark=Sprudel
in ſtets friſcher Füllung in den meiſten Apotheken und
Drogerien. Ausführliche ärzlliche Literatur verſendet an
Intereſſenten auf Wunſch gratis und franko die
Brunnen=
verwaltung des Mineral= und Moorbades Altbuchhorſt
(Mark).
Das Rheiniſche Technikum Bingen iſt eine
Lehranſtalt, die unter direkter Staatsaufſicht ſteht und ſich
ausſchließlich dem Maſchinenbau, der Elektrotechnik und
dem Eiſenhochbau widmet. An den Ende dieſes Monats
ſtattgefundenen Ingenieurprüfungen beteiligten ſich 74
Kandidaten, wovon 67 beſtanden, darunter einer „mit
Aus=
zeichnung” Alle Abſolventen hatten bei ihrem Austritt
bereits Stellung in der Praxis gefunden. Der Leiter der
Anſtalt iſt der in Fachkreiſen bekannte Profeſſor Hoepke.
Das neue Semeſter beginnt am 22. April. Programm
verſendet das Technikum koſtenfrei.
Dampfernachrichten.
Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter: Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
Schnelldampfer „Barbaroſſa” 13. April 10 Uhr vorm.
von Baltimore abgegangen. Schnelldampfer „Prinz
Friedrich Wilhelm” 12. April 7½ Uhr nachm. von
Therbourg abgegangen. Schnelldampfer „Derfflinger”
12. April 5 Uhr nachm. in Hamburg angekommen.
Poſt=
dampfer „Kleiſt” 14. April 6 Uhr vorm. in Genua
an=
gekommen. Poſtdampfer „Prinz Eitel Friedrich”
12. April 4 Uhr nachm. in Colombo angekommen.
Poſt=
dampfer „Prinzeß Alice‟ 14. April 12 Uhr mittags in
Yokohama angekommen. Poſtdampfer „Lützow‟ 12. April
10 Uhr vorm. von Aden abgegangen. Poſtdampfer
„Prinz Ludwig” 13. April 10 Uhr vorm. von Algier
abgegangen. Poſtdampfer „Altair” 14. April 7 Uhr
vorm. von Antwerpen abgegangen. Poſtdampfer
„Scharnhorſt” 13. April 1 Uhr nachm. von Southampton
abgegangen. Poſtdampfer „Pommern” 13. April 12 Uhr
mittags von Port Said abgegangen. „Crefeld” 13. April
in Santos angekommen. „Prinz Heinrich” 13. April
1 Uhr nachm. in Alexandrien angekommen. „Prinz=
Regent Luitpold” 13. April 6 Uhr vorm. von Marſeille
ongekommen. „Coblenz” 13. April 11 Uhr nachm. von
Brisbane abgegangen. „Manila” 14. April von
Ba=
tavia abgegangen.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 5. April 12 Uhr 40 Min. Lizard paſſiert.
„Nieuw. Amſterdam”. 9. April 12 Uhr mittags von
Boulogne abgegangen. „Noordam” 7. April vorm. von
Neu=York abgegangen mit 60 Kajüts= und 225
Paſſa=
gieren 3. Klaſſe. „Ryndam” 9. April vorm. in Neu=York
angekommen. „Potsdam” 14. April vorm. in Rotterdam
eingetroffen.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
heute morgen 9½ Uhr unſere innigſtgeliebte
Mutter, Großmutter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
(9805
Frau
geb. Roedler
im faſt vollendeten 83. Lebensjahre nach kurzem
Leiden, verſehen mit den hl. Sterbeſakramenten,
zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Bad=Köſen, den 15. April 1914.
Die Beerdigung findet Freitag, den 17. April,
nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehauſe Nieder=
Ramſtädterſtraße 7 aus ſtatt.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Mutter, für
die Grabrede des Herrn Pfarrer Wagner, ſowie
den Schweſtern des Eliſabethenſtifts für die
liebe=
volle Pflege, ferner den Arbeiterinnen des
Ar=
tillerie=Depots und allen Teilnehmern ſprechen
wir auf dieſem Wege unſeren herzlichſten Dank aus.
Familie Karl Ochs,
Familie Georg Jakob.
B9788)
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Paſſahfeſt.
Donnerstag, 16. April:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 15 Min.
Freitag, den 17. April:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Predigt 9 Uhr 20 Min. Abendgottesdienſt 7 Uhr.
Samstag, den 18. April:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbatausgang und Feſtesſchluß 8 Uhr 20 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Schluß des Peſſachfeſtes.
Freitag, den 17. April:
Vorabend 7 Uhr. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 6 Uhr 50 Min.
Samstag, den 18. April:
Morgens 7 Uhr 45 Min. Nachmittags 5 Uhr.
Feſtesausgang 8 Uhr 20 Min.
Wochengottesdienſt von Sountag, den 19. April, an;
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr
Abends 8 Uhr 20 Min.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Auf der Rückſeite des nordoſtwärts abziehenden
Tiefdruckgebietes hat ſich hoher Druck oſtwärts
aus=
gebreitet. Auf ſeiner Vorderſeite herrſchte Dienstag in
unſerem Bezirk wolkiges, bei nordweſtlichen Winden
kühles Wetter; nachts ſanken die Temperaturen teilweiſe
unter 0 Ueber Island macht ſich eine neue Depreſſion
bemerkbar. Wir werden heute im Bereich des
Hoch=
druckgebietes ruhiges, trockenes Wetter mit allmählich
ſteigenden Temperaturen zu erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 16. April:
Wechſelnde Bewölkung, zeitweiſe Aufheiterung, ruhig,
trocken, etwas wärmer.
Tageskalender.
Donnerstag, 16. April.
Großh. Hoftheater Anfang 7 Uhr. Ende nach
10 Uhr (Ab. C): „Hamlet, Prinz von Dänemark”.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Konzerte: Hotel Heß um 8 Uhr. — Bürgerkellee um
8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage unſerer Expedition
Rheinſtraße 23): Der Kaiſer empfängt nach der Ankunft
in Korfu ſeine Schweſter, die Königin von
Griechen=
land. — Helmuth Hirth nach der Landung in
Mar=
ſeille — Mobilmachung in Albanien. — Die Kinder
des italieniſchen Königspaares als Zuſchauer beim
Concours Hippique in Rom.
Verſteigerungskalender.
Freitag. 17. April.
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10—1 und 3—5 Uhr, Mittwochs von 11—1 und 3—5 Uhr,
Freitags von 11—1 Uhr bei freiem Eintritt; Dienstags,
Donnerstags und Samstags von 11—1 Uhr gegen
Ein=
trittsgeld.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
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Nummer (4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Nummer 104.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 104.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Seite 9.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Nummer 104.
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Ge=
meinde auf weitere 9 Jahre vertreten ſoll, und wir glauben Ihnen
denſelben in der Perſon des
(*9985
Herrn Beigeordneten
Martin Meinhardt
vorſchlagen zu dürfen und fordern Sie hiermit auf, demſelben am
18. April Ihre Stimme zu geben.
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Donnerstag. 16. April.
1914.
2. Wah Eriahmannes des Kreis=Ausſchuſe für die Wahperiode 1914 bis 1915.
Es ſcheidet aus:
Banunternehmer und Stadtverordneter Heinrich Sames zu Darmſtadt.
10. Wahl eines Mitglieds der Kommiſſion für Verwaltung und Beaufſichtigung der
Kreis=Abdeckerei an Stelle des zurückgetretenen Kommerzienrats Louis Röder.
11. Wahl der Sachverſtändigen für Abſchätzung von Perſonen= und Laſtkraftwagen
für die Wahlperiode 1. April 1914 bis dahin 1917.
Es waren gewählt:
a) Als Sachverſtändige:
1. Hoflieferant Adam Ober dahier,
2. Kaufmann Joſeph Wieſt, Grafenſtraße 26, dahier, Inhaber der Firma
Donges & Wieſt,
3. Nähmaſchinen= und Fahrradhändler Bernhard dahier.
b) Ats Stellvertreter:
1. Meſchaniker und Fahrradhändler Georg Benz dahier,
2. Schloſſermeiſter Karl Koch dahier,
3. Rentner Franz Koch dahier.
Es ſollen für die Folge 4 Sachverſtändige und 2 Stellvertreter
ge=
wählt werden.
12. Wahl eines Taxators für die nach §§ 15 und 16 der Pferde=
Aushebungs=
vorſchrift vom 17. Juli 1900 zu bildende Aushebungs=Kommiſſion
an Stelle des zurückgetretenen Landwirts Adam Kaus zu Darmſtadt
für den Reſt der laufenden Wahlperiode, d. i. bis Ende 1918 (Aushebungsbezirk
Darmſtadt).
Darmſtadt, den 9. April 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
(9606ds
Bekanntmachung.
Auf Grund der Artikel 10 bis 13 des Ausführungsgeſetzes zum Reichs=
Vieh=
ſeuchengeſetz und der Artikel 6 und 7 des Geſetzes über die Entſchädigung für an
Maul= und Klauenſeuche gefallenes Rindvieh, beide vom 29. April 1912, hat Großh.
Miniſterium des Innern in Ausführung des §16 Abſ. 1—4 der Ausführungsanweiſung
zu beiden Geſetzen vom 30. April 1912 das Nachſtehende beſtimmt:
1. Für Rindvieh iſt zur Deckung der Ausgaben nach Art. 10 des
Ausführungs=
geſetzes vom 29. April 1912 für das abgelaufene Rechnungsjahr 1913 der geringſte
jährliche Beitrag (Art. 131 mit 15 Pfg. für ein Tier mit eingetretenem Zahnwechſel
und mit 5 Pfo für ein Tier ohne Zahnwechſel zu erheben.
2. Für Pferde iſt der geringſte jährliche Beitrag (Art. 13) mit 15 Pfg. für jede
angefangenen 1000 Mark des Wertes (Art. 12 Abſ. 1) zu erheben.
3. Die Hebgebühr für die Vereinnahmung und Ablieferung der Beiträge wird
auf 6 vom. Hundert feſtgeſetzt.
Darmſtadt, den 9. April 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Die vorſtehende Bekanntmachung wollen Sie wiederholt in Ihren Gemeinden
ortsüblich veröffentlichen laſſen und auch den Erhebern von ihr Kenntnis geben.
Darmſtadt, den 9. April 1914.
(9777
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die ordentliche Generalverſammlung des Obſt= und Gartenbauverbandes für
den Kreis Darmſtadt findet am
Sonntag, den 26. April d. Js., nachmittags 3½ Uhr,
im Saale des Gaſthauſes zum „Weißen Schwan” Beſitzer Georg Erzgräber III., zu
Arheilgen ſtatt, wozu wir unſere Mitglieder und alle Intereſſenten des Obſt= und
Gartenbaues freundlichſt einladen.
Tages=Ordnung!
1. Rechnungsablage pro 1913/14.
2. Wahl der Rechnungsreviſoren für 1914/15.
3. Voranſchlag pro 1914/15.
4. Tätigkeitsbericht pro 1913/14.
5. Aufſtellung des Arbeitsplanes (Beſichtigungen p.) pro 1914/15.
6. Frühobſtausſtellung pro 1914.
7. Vortrag des Herrn Großh. Landwirtſchaftslehrer Reichel=Darmſtadt über
Ernährung und Düngung der Obſtbäume und Gemüſet.
8. Verſchiedenes.
Darmſtadt, den 7. April 1914.
(9747
Der I. Vorſitzende
des Obſt= und Gartenbauverbandes für den Kreis Darmſtadt:
von Starck, Großh. Regierungsrat.
Bekanntmachung.
Eine Sitzung des Kreistags findet
Montag, den 20. April 1914, vormittags 10½ Uhr
in dem Rathausſaale dahier (Marktplatz 8) ſtatt.
Auf der Tagesordnung ſtehen folgende Gegenſtände
1. Entſcheidung über die Gültigkeit der Ergänzungswahlen der Kreistags=Abgeordneten.
2. Wahl der Mitglieder der Einſchätzungs=Kommiſſion zur Veranlagung der
Ein=
kommenſteuer I. Abteilung und der Kapitalrenten= bzw. Vermögensſteuer auf die
Dauer von 3 Jahren, 1. April 1915 bis dahin 1918.
Es waren ſeither gewählt:
1. Für das Großh. Finanzamt Darmſtadt II
a) Als Mitglieder=
1. Heinrich Bender I., Landwirt und Spezereihändler, Nieder=Ramſtadt,
2. Peter Benz V., Landwirt, Arheilgen,
3. Heinrich Dächert II., Bauunternehmer, Eberſtadt,
4. Georg Fey XVI., Fabrikant, Pfungſtadt,
5. Wilhelm Fritſch II., Landwirt, Ober=Ramſtadt,
6. Friedrich Nungeſſer I., Rentner, Griesheim.
7. Heinrich Heberer II., Gaſtwirt, Meſſel,
3. Ludwig Lang I. Bürgermeiſter, Pfungſtadt,
9. Georg Reinholz II., Landwirt und Darlehenskaſſerechner, Roßdorf
y) Als Erſatzmänner”
1. Hermann Delp, Gemeindeeinnehmer, Eberſtadt,
2. Friedrich Fornoff II., Bauunternehmer, Roßdorf.,
3. Karl Heim II., Fabrikant und Beigeordneter, Ober=Ramſtadt,
4. Georg Adam Preß I., Rentner, Pfungſtadt,
5. Ludwig Roth, Rentner, Griesheim.
Nach Verfügung des Großh. Miniſteriums der Finanzen, Abteilung
für Steuerweſen vom 30. März 1914, zu Nr. F. M. St. 14359 ſind jetzt
10 ordentliche Mitglieder und 7 Erſatzmänner zu wählen.
2. Für das Großh. Finanzamt Langen
Mitglied:
Gemeindeeinnehmer Georg Frey III., in Wixhauſen.
Erſatzmann:
Keiner.
3. Vorlage der Verwaltungsberichte des Kreis=Ausſchuſſes pro 1912 für die Kreiskaſſe
und die Kreisabdeckereikaſſe.
4. Prüfung und Begutachtung der Kreiskaſſerechnung und der Rechnung der Kreis=
Abdeckereikaſſe für 1912.
5. Vorlage und Feſtſetzung der Voranſchläge über Einnahmen und Ausgaben der
Kreiskaſſe und der Kreis=Abdeckereikaſſe für 1914.
6. Wahl von 4 bürgerlichen Mitgliedern und 4 Erſatzmännern für die Erſatzkommiſſion
(§ 30 poſ. 4 des Reichsmilitärgeſetzes) auf 3 Jahre 1914 bis einſchließlich 1916.
Es ſcheiden aus und ſind wieder wählbar:
a) Mitglieder:
1. Stadtverordneter Nohl in Darmſtadt,
2. Reviſor i. P. Rechnungsrat Schupp daſelbſt,
3. Beigeordneter Nungeſſer in Pfungſtadt,
4. Johannes Karl Grünewald in Roßdorf.
b) Erſatzmänner:
1. Privatier Georg Koch in Darmſtadt,
2. Privatier Georg Roth in Darmſtadt,
3. Beigeordneter Benz in Arheilgen,
4. Konrad Gunkel II., in Roßdorf.
7. Ergänzungswahl der Mitglieder des Provinzialtags für die Wahlperiode 1914 bis
Ende 1919.
Es ſcheiden aus:
1. Oberlandesgerichtsrat Dr Berchelmann dahier,
2. Juſtizrat Ferdinand Gallus dahier,
3. Oberbürgermeiſter Dr. Gläſing dahier,
4. Stadtverordneter und Bauunternehmer Heinrich Sames dahier,
5. Kommerzienrat Wilhelm Diefenbach dahier
6. Beigeordneter Konrad Egenolf
geſtorben.
7. Geh. Juſtizrat Ernſt Schmeel
Ferner iſt Erſatz zu wählen für das verſtorbene Provinzialtagsmitglied
Bürgermeiſter Müller in Roßdorf für den Reſt deſſen
Wahl=
periode, d. i. bis Ende 1916.
8. Ergänzungswahl der Mitglieder des Kreis=Ausſchuſſes für die Wahlperiode 1914
bis Ende 1919.
Es ſcheiden aus:
1. Rechtsanwalt Dr. Theodor Stein, Darmſtadt,
2. Rentner Philipp Keller VI., Griesheim,
3. Rentner Karl Heß, Pfungſtadt.
Ferner iſt für den aus Geſundheitsrückſichten zurückgetretenen
Kom=
merzienrat Louis Röder zu Darmſtadt für den Reſt deſſen
Wahlperiode, d. i. bis Ende 1916, Erſatz zu wählen.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1. Pinſcher, 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(9749
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Pankratiusſtraße zwiſchen der Liebfrauen= und der Kaupſtraße
vom 16. bis zum 30. April lfd. Js. für den Fuhrwerks= und
Rad=
fahrverkehr geſperrt.
(9817
Erwerb von Grabſtätten (Wahlgräbern) auf dem
iner äinſet.
Nachdem die Stadtverordneten=Verſammlung den Tarif für
den Verkauf von Wahlgräbern (ſogenannten Erbgräbern) auf dem
neuen Friedhof an der Griesheimer Straße gutgeheißen hat, kann
jetzt bereits durch Vermittelung des Stadtbauamts der Erwerb ſolcher
Gräber erfolgen.
Die Erwerber unterwerfen ſich mit dem Kauf den Bedingungen
der demnächſt für den neuen Friedhof zu erlaſſenden Friedhofsordnung.
Die Grabſtätten koſten:
1. auf Plätzen an Hauptwegen (Ring= und Diagonalſtraßen)
und an beſonders ang elegten freien Räumen . 200 Mk.
ausreichend für die Beiſetzung von 1. Sarg oder 2
Aſchen=
reſten. Die Grabſtäten miüſen mindeſtens 2 Pläatze dieſer
Art umſaſſen, alſo für die Beiſetzung von 2 Sürgen oder
4 Aſchenreſten ausreichen. Die Beiſetzung weiterer
Aſchen=
reſte iſt gegen die Entrichtung einer Gebühr von 25 Mk. für
jeden Aſchenreſt zuläſſig;
2. auf Plätzen an Seiten= und Nebenwegen 100 Mk
ausreichend für die Beiſetzung von 1 Sarg oder 2
Aſchen=
reſten. Im übrigen gelten für dieſe Gräber die gleichen
Beſtimmungen wie unter 1—
3. auf Plätzen im Urnenhain für jeden Urnenplatz:
250 Mk.
a) an der Urnenwand
150 „
b) im Heckengarten
c) an der Mauer
120 „
Die vorbezeichneten Grabſtätten ſind Wahlgräber, deren
Benutzung den Erwerbern auf einen Zeitraum von 50 Jahren 2 Vertikos, 2gr. Spiegel, 2 Teppiche,
auf Grund der Beſtimmungen der Friedhofsordnung zuſteht.
Nach Ablauf dieſer Zeit fallen ſie an die Stadt zurück, wenn
ſie von den ſeitherigen Beſitzern nicht neuerworben werden.
Außer dieſen, die große Maſſe der vorhandenen Wahl= (Erb=)
Gräber bildenden Grabſtätten ſind dann noch in beſchränkter Zahl
in beſonders bevorzugten Lagen des Friedhofs Wahlgräber zu
ſöheren Preiſen vorbanden.
Z Ze e ee e e
4. in gemauerten Grufthallen im inneren Säulenhalbrund des
Preis 6000 Mk.
Haupteinganges
ausreichend für die Beiſetzung von 6 Särgen oder einer
größeren Anzahl Aſchenreſte:
6. imäußeren Säulenbogen des Haupteinganges, Preis 4000 Mk.
ausreichend für die Beiſetzung von 6 Särgen oder einer
größeren Anzahl von Aſchenreſten;
6. Urnenplätze in den Urnenwänden an dieſem äußeren
Säulen=
bogen für die Beiſetzung einer Urne
Preis 300 Mk.
7. Plätze gegenüber dem äußeren Säulenbogen unmittelbar
hinter dem Haupteingang . . . .
Preis 3000 Mk.
ausreichend für die Beiſetzung von 6 Särgen oder einer
größeren Anzahl Aſchenreſte:
8. Plätze an der Hauptallee . . . .
Preis 2000 Mk.
ausreichend für die Beiſetzung von 6 Särgen oder einer
größeren Anzahl von Aſchenreſten.
Die Grabſtätten unter Ord.=Nr. 4—8 werden im übrigen unter
den gleichen Bedingungen wie die Grabſtätten unter Ordn.=Nr. 1 u. 2
als Wahlgräber, jedoch für eine Zeitdauer von 100 Jahren, abgegeben.
Die Beſtimmungen über die Abgabe und Herrichtung von
Reihengräbern (allgemeine Grabſtätten) erſcheinen demnächſt bei
Er=
laßz der Friedhofsordnung für den neuen Friedhof.
(9709md
Darmſtadt, den 11. April 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.
Unterhaltungsarbeiten 1914, 1915 und 1916.
Die Unterhaltungsarbeiten für die nächſten 3 Jahre,
einſchließ=
lich Eiſen= und Tapetenlieferung, ſollen vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem unterzeichneten Amte,
Grafen=
ſtraße 30, Zimmer Nr. 9, zur Einſicht offen. Die Unterzeichnung der
Bewerberliſte hat bis einſchließlich Montag, den 20. April 1914, vor=
(9692md
mittags 10 Uhr, zu erfolgen.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
Stadtbauamt.
Wegen Abreise
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Reißbrett, 2 Gartenſtühle zu verk.
*10004) Pallaswieſenſtr. 15. part.
Bekanntmachung.
In unſerem Handelsregiſter,
Abt. B, wurde heute bei der Firma
G. C. Klebe, Geſellſchaft mit
beſchränkter Haftung in Eberſtadt,
folgendes eingetragen:
Der Geſchäftsführer Karl
Krae=
mer in Darmſtadt iſt
ausgeſchie=
den und die Geſamtprokura des
Robert Eiſele und Ludwig Büttel,
beide in Eberſtadt, iſt erloſchen.
Als Geſchäftsführer ſind beſtellt:
1. Robert Eiſele in Eberſtadt,
2. Ernſt Timm in Darmſtadt,
wel=
che beide die Geſellſchaft
gemein=
ſam vertreten. Zum Prokuriſt iſt
Ludwig Büttel in Eberſtadt
be=
ſtellt mit der Maßgabe, daß er
zur Zeichnung und Vertretung der
Firma nur in Gemeinſchaft mit
dem Geſchäftsführer Ernſt Timm
(9795
ermächtigt iſt.
Darmſtadt, 8. April 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
In dem Konkursverfahren über
den Nachlaß des Kaufmanns Karl
GuſtavHermannHeinrich Diehm
zu Darmſtadt wird zur Abnahme
der Schlußrechnung, zur Erhebung
von Einwendungen gegen das
Schlußverzeichnis und zur
Prü=
fung der nachträglich angemeldeten
Forderungen Termin auf:
Samstag, 25. April 1914,
vormittags 9½ Uhr,
Zimmer Nr. 217,
anberaumt.
(9750
Darmſtadt, 26. März 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Nummer 104.
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Erstklassiges Spezialgeschäft für Herren- und Knaben-Kleidung.
Auffur!
Zahlloſe Opfer fordert alliährlich die Krebskrankheit. Die
bperative Entfernung des Krebsherdes kann bei frühzeitigem
Ein=
greifen Heilung bringen, ſie iſt aber nicht immer möglich, und nur
zu oft wird die Krankheit als ſolche zu ſpät erkannt.
Der raſtlos forſchenden Wiſſenſchaft iſt es nun gelungen, in
dem ſogenannten Radium ein Mittel zu entdecken, das nach den
bis=
her erzielten Erfolgen dazu berufen erſcheint, den Leidenden ſelbſt in
vorgeſchrittenen Stadien wirkſame Hilfe zu bringen.
Die Beſchaffung dieſes Mittels erfordert freilich bedeutende
Koſten. Etwa 50000 Mk. ſind nötig, um unſer Stadtkrankenhaus
damit auszurüſten. Aber Darmſtadt wird nicht zurückſtehen wollen
hinter zahlreichen anderen, auch heſſiſchen. Städten, deren Bürger für
ihre leidenden Mitmenſchen namhafte Opfer gebracht haben. Auch
in Darmſtadt warten viele Kranke auf Erleichterung und Heilung,
auch hier hat ſich noch ſtets der gute Bürgerſinn bewährt, wo es
galt, für einen hohen Zweck Opfer zu bringen.
In allen Bevölkerungsſchichten iſt die Krankheit zu finden, alle
Kreiſe ſind darum an ihrer wirkſamen Bekämpfung intereſſiert. An
alle Kreiſe wende ich mich deshalb vertrauensvoll mit der Bitte, je
nach Kräften dazu beizuſteuern, daß das neue Heilmittel
an=
geſchafft werden kann.
Gaben werden von der Bank für Handel und Induſtrie, ſowohl
bei der Hauptniederlaſſung als auch bei der Geſchäftsſtelle
Wilhel=
minenſtraße 14, der Deutſchen Bank und der Deutſchen Vereinsbank
in Darmſtadt zu dem Konto: „Radiumfonds für das
Stadtkranken=
haus Darmſtadt” gerne entgegengenommen.
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Darmſtadt, den 7. April 1914.
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Die Firma Gebrüder
Bickel=
haupt in Eberſtadt hat dem
Kauf=
mann Karl Hölzer in Heidelberg
dergeſtalt Prokura erteilt, daß er
zur Zeichnung und Vertretung der
Firma nur in Gemeinſchaft eines
Geſellſchafters ermächtigt iſt.
Eintrag in das Handelsregiſter
iſt heute erfolgt.
(9794
Darmſtadt, 8. April 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
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Zufolge der aufgetauchten falſchen Gerüchte, unſer Bürgermeiſket
ſei amtsmüde und nehme eine Kandidatur nicht mehr an und angeſichts
eines Aufrufs im Darmſt. Tagblatt und im Volksfreund, in denen den
Wählern als Kandidat der Maurermeiſter Jakob Schuchmann aufs
wärmſte empfohlen wird, und zufolge eines
Wählerverſammlungs=
beſchluſſes, in dem als Kandidat unſer Beigeordneter Meinhardt
vor=
geſchlagen wurde, haben ſich eine große Anzahl Wähler bewogen
ge=
funden, die Sache endgültig ins reine zu ſtellen und unſerer geſamten
Bürgerſchaft als Kandidaten unſeren wohlverdienten Bürgermeiſter
Becker zu empfehlen. Denn nur dieſer kann für uns in Betracht kommen,
da wir keine Gründe haben, denſelben auch in der künftigen Periode
ſeines Amtes zu entheben, es liegt abſolut kein Grund vor, der
eine Nichtwahl begründen könnte, und ſo wollen wir ihm auch
auf weitere 9 Jahre unſere Gemeindegeſchicke anvertrauen.
18 Jahre hat er ſeines Amtes gewaltet und uns in dieſer Zeit bewieſen,
daß er für uns nur allein als Bürgermeiſter in Betracht kommen
kann, ſolange er noch in der Lage iſt, dieſes Amt in der uns bekannten
Weiſe zu verwalten. Von ſeiten der Führer der Sozialdemokratie
werden die Wähler dadurch zu beeinfluſſen geſucht, wenn wir unſern
Bürgermeiſter wiederwählten und er ſich infolge von Krankheit oder
dergleichen in 2—3 Jahren penſionieren laſſen würde, müßten wir
dann 2 Bürgermeiſter beſolden. Der an ſich lächerliche Trick iſt
voll=
ſtändig hinfällig, wenn wir bedenken, daß, wenn der Bürgermeiſter
penſioniert wird, er ſeine Penſion aus der Fürſorgekaſſe bezieht und
als Gemeindebeamter gänzlich ausſcheidet. Wir hoffen doch, wenn
ein Bürgermeiſter einmal 20 Jahre treu der Gemeinde vorgeſtanden
und infolge ſeines Alters ſein Amt nicht mehr gut weiterführen kann,
wir ihm einen ſorgenloſen Lebensabend gönnen können, denn hierzu
bezahlen wir aus der Gemeindekaſſe deren Fürſorgekaſſenbeiträge.
Unſer Bürgermeiſter hat der Gemeinde noch keinen Pfennig
weg=
geworfen; wir wollen hier nur das Armenweſen in Betracht ziehen,
ſchon manches Element wäre der Gemeinde zur Laſt gefallen, wenn
er nicht auf dem Damm geweſen wäre. In einem Artikel vom
14. d. M. im „Volksfreund” wird dem Bürgermeiſter nun vorgehalten,
daß er im vorigen Jahre der Firma Merck=Darmſtadt bei der
Erweiterung ihrer Waſſerwerksanlage das Gelände hätte unentgeltlich
ſtellen wollen. Nach Prüfung der Angelegenheit wird man auch hier
auf ein anderes Urteil kommen, als der Bürgerſchaft vorgemacht
wird. Vielleicht rechnen es ſich einige Herren als Verdienſt an, daß
die Firma Merck das Waſſer in hieſige Gemeinde liefert. Zu bemerken
iſt noch, daß unſer Bürgermeiſter ſchon im Jahre 1901 den Antrag
ſtellte, die Firma Merck ſolle das Waſſer liefern. Dieſer Antrag
wurde damals leider abgelehnt. Bei einer ſeitens der
Sozialdemo=
kratie anfangs März im Gaſthaus zum Löwen einberufenen
Volks=
verſammlung hat ein Redner unumwunden zugegeben, daß man
einem Bürgermeiſter manchmal in Sachen unrecht gebe; es ſei
manch=
mal für denſelben ein ſchwerer Punkt, aber er müſſe halt nach der
Flöte der Regierung tanzen und ſei in vielen Stücken vollſtändig
machtlos. Aber heute nun ſucht man den Bürgermeiſter für alles
Zuſtande= und Nichtzuſtandegekommene verantwortlich zu machen.
Eine Kandidatur des Beigeordneten und des ehemaligen
Maurer=
meiſters Schuchmann iſt vollſtändig hinfällig, da uns dieſe Perſonen
nicht die geringſte Gewähr bieten, daß ſie ein ſolches Amt
auch mit der nötigen Energie verſehen können. Ihr Bürger
Weiter=
ſtadts, unſere Gemeinde hat noch auf gute Entwicklung für die
Zukunft Ausſicht, wählt darum einen Mann, der auch im
weiteren jeglichem Fortſchritt geneigt iſt, und dem wir
die Zukunft Weiterſtadts ruhig anvertrauen können und
dies iſt unſer ſeitheriger wohlverdienter Bürgermeiſter
Becker. Laßt alle Parteianſchauungen fallen, denn dieſe ſind in
einer Gemeinde nicht von Bedeutung, gebt nur dieſem Mann
eure Stimme, der die Sympathie der Gemeinde beſitzt und wählt
geſchloſſen am 18. April unſern
(9818
Bürgermeiſter Becker.
Im Kampf zum Sieg!
Viele Wähler.
9796)
[ ← ][ ][ → ]Nummer 104.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
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Roman von Otto Elſter.
12)
Nachdruck verboten.)
Ich muß mit Dir mal über ’ne ernſte Sache reden,
Borchers, ſagte Frau Borchers und ſtemmte dabei die
roten Hände in die breiten Hüften. So geht das Geſchäft
nicht weiter.
Der kleine Perückenmacher ſah erſtaunt auf.
Was willſt Du denn, Mutter? fragte er. Das
Ge=
ſchäft geht doch ſehr gut. Der Adolf raſiert die feinſten
Herren, und ſeit der Mode der Lockentoupets geht mein
Geſchäft auch ganz glatt. Meine wiſſenſchaftliche
Haar=
pflege hat Schule gemacht. Erſt neulich ſagte mir ein
Kollege . .
Höre mir auf mit Deinem Quatſch, unterbrach ihn die
Frau. Ich ſpreche nicht von Eurem Geſchäft, ſondern von
der Sache mit Eva und dem Baron.
Ach, das meinſt Du! — Na, da laß nun die Eva für
ſorgen. Die iſt ein Mädchen, die ſich kein F vor ein II
machen läßt. Und der Baron iſt ein anſtändiger Menſch.
Ja, Du — Du läßt Deine Tochter in das Verderben
rennen!
Na nu — in das Verderben? — Wenn ſie mit dem
Baron mal ausgeht, ſo ſehe ich darin kein Verderben. Ein
Vergnügen will der Menſch haben.
nden ſur dieſeh Bergatgen iſ ur neite Tahier zu
gut. Ja, wenn der Baron ſo geblieben wäre, wie in der
erſten Zeit! Aber ſeit er Freundſchaft mit dem Herrn von
Rautheim geſchloſſen hat, iſt er ein ganz anderer Menſch
geworden. Ich trau ihm nicht mehr über den Weg, und
ich werde mal ein Wörtchen mit ihm ſprechen.
Das laß man ſein, Mutter. Dazu biſt Du zu hitzig.
Laß mich die Sache machen. Ich bin ein ganz feiner,
das bringt ſchon mein Geſchäft ſo mit ſich. Ich kann das
feinſte Frauenhaao einfädeln, und meine wiſſenſchaftliche
Behandlung der Haarpflege .
Quatſch nicht. Ich werde mit ihm reden, und wenn
er keine Vernunft annehmen will, dann raus mit ihm!
Son Zimmerherrn kriegen wir noch alle Tage, der ſeit
zwei Monaten die Miete ſchuldig iſt. Heute iſt ſchon
wie=
der ein Schreiben vom Gericht gekommen . .
Vielleicht klagſt er gegen ſeinen Onkel, den alten
Gra=
fen, auf Alimente . .
Dummes Zeug! — Schulden hat er. Und die Eva ſoll
er mir nicht verderben
Das wird er ſicherlich nicht tun, Mutter, ſagte da eine
herbe Stimme, ſo daß ſich Frau Borchers raſch umwandte.
Eva ſtand in der Tür. Sie mußte die letzten Worte
ihrer Mutter gehört haben.
Eva hatte ſich in den letzten Wochen ſehr verändert.
Ihre harmloſe Heiterkeit war verſchwunden und hatte
ſenen ien Enſt dlas gonadh, der eltreing ihemn
Geſicht einen ganz eigenen Reiz verlieh. Ihre Augen
blickten ſo ruhig, ſtill und ernſt, als könnten ſie niemals
wieder in kindlicher Heiterkeit, in mädchenhaftem Uebermut
aufleuchten. Ihre Wangen waren um eine Färbung
blaſſer und um ein Weniges ſchmaler geworden, ihre
Ge=
ſtalt ſchien ſchlanker geworden zu ſein.
Das Auge der Mutter hatte dieſe Veränderung wohl
bemerkt, und ſie ſchloß ganz richtig,, daß in dem
Verhält=
nis zu Hans der Grund zu dieſer Veränderung liege.
Ueber dieſes Verhältnis ſelbſt befand ſie ſich allerdings
im unklaren, da Eva niemals darüber geſprochen und den
verſtrckten Fragen und Andeutungen der Mutter ſtets
aus=
gewichen war. Als dann die Entfremdung zwiſchen ihr
und Hans eingetreten war, hatte ſie ſich noch mehr
zurückgehalten und ihren Schmerz und ihre Enttäuſchung
allein zu überwinden geſucht.
Es war ihr auch gelungen, denn ſie war im Grunde
genommen durchaus nicht ſentimental veranlagt und lebte
allzu ſehr in der Wirklichkeit der ſie umgebenden Welt, als
daß die Enttäuſchung ihres Herzens ihren Lebensmut und
ihre Lebenshoffnungen hätte untergraben können.
In dem Getriebe der Großſtadt aufgewachſen, hatte ſie
ſich den klaren Blick für alle Lebensverhältniſſe
angreig=
net, der allen Großſtadtkindern eigen iſt, und ſah den
Ent=
täuſchungen, die das Leben für einen jeden mit ſich bringt,
Seite 14
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Nummer 104.
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in ruhiger Faſſung entgegen. Ihr Herz litt unter dem
Gedanken der Untreue des Geliebten, ihr Verſtand aber
ſagte ihr, daß ſie nur das Schickſal von Tauſenden von
Mädchen teile, und daß die Verhältniſſe nur allzu oft
ſtärker ſind, als die Kraft und der Mut der Menſchen. Sie
wünſchte nur, Hans hätte offen und ehrlich mit ihr
ge=
ſprochen; ſie würde ſicherlich nicht verſucht haben, ihn
feſt=
zuhalten, dazu war ſie denn doch zu ſtolz.
Du haſt gehört, was ich geſagt habe? fragte Frau
Borchers, während ihr Mann, der ſolche
Auseinander=
ſetzungen fürchtete, ſich wieder tiefer auf ſeine Arbeit
beugte, wie um dieſer Auseinanderſetzung aus dem Wege
zu gehen.
Ich habe es gehört, entgegnete Eva ruhig und doch
mit leicht bebender Stimme. Und ich kann Dich verſichern,
daß Deine Befürchtungen gegenſtandslos ſind, Mutter.
Willſt Du denn leugnen, daß Du mit dem Baron
ver=
kehrt haſt? fragte dieſe in ihrer ſchroffen Art.
Ich leugne es nicht .
Na alſo! Da haben wir es. Was ein ſolcher Verkehr
zu bedeuten hat, das wiſſen wir alle. Du haſt ja immer
Deinen Kopf aufgeſetzt, wenn ich Dich warnen wollte. Ihr
hört ja nie auf das Wort einer verſtändigen Frau. Wenn
Ihr nur Euer Vergnügen habt! Ausgehen in die Thcater
und Konzerte, in die feinen Weinlokale und auf die
Tanzereien — das iſt es, was Ihr haben wollt, und das
Ende vom Liede iſt Kummer und Elend. Man ſieht es
Dir ja an! Du biſt gar nicht mehr dieſelbe wie früher.
Ich will nur hoffen, daß nicht Schlimmeres dahinter ſteckt.
Mutter, mäßige Dir, brummte der kleine
Perücken=
macher, dem ſeine Tochter leid tat, und der ſolche
Groß=
ſtadtverhältniſſe leichter nahm als ſeine ſtrenge und
chole=
riſch veranlagte Gattin.
Eva war blaß geworden. Ihre Lippen zuckten und
Augen verdunkelten ſich, wie von aufſteigenden Tränen.
In den Worten der Mutter ſah ſie das verzerrte Bild
ihrer Liebe, die ſie wie ein heiliges Geheimnis ihres Her=
zens gehütet hatte, um es nicht der erbarmungsloſen
Oeffentlichkeit preiszugeben, die den zarten Hauch gar bald
davon abſtreifen würde. Jetzt war ihre Liebe doch an die
Oeffentlichkeit gezerrt, und ſie ſah, wie ſich das ſchöne Bild
verzogen und verſchoben hatte. Wie früher ihre Liebe, ſo
war ihr auch ihr Schmerz heilig geweſen, und ſie hatte mit
niemandem darüber geſprochen. Jetzt mußte ſie aber Rede
und Antwort ſtehen, denn Höheres als ihre Liebe und ihr
Schmerz ſtand auf dem Spiele: ihre Ehre.
Du ſprichſt von meinem Verhältnis zu Hans
Ball=
hauſen, wie Du es verſtehſt, Mutter, entgegnete ſie mit
zuckenden Lippen. An all das, was Du ſagſt, an Theater
und andere Vergnügungen habe ich niemals gedacht, er
wohl auch nicht, denn unſere Liebe war uns viel zu hoch
und heilig, als daß wir an ſolche Dinge denken ſollten.
Wir hatten uns eben lieb — etwas anderes forderten
wir nicht voneinander.
Redensarten! Ihr hattet Euch lieb — das ſagen ſie
alle, und dann kommt das andere von ſelbſt nach. Haſt Du
denn niemals daran gedacht, wie das enden ſollte?
Er wollte mich zu ſeiner Frau machen, wenn er eine
feſte Stellung erlangt hatte . .
Frau Borchers lachte auf.
Und Du haſt ihm geglaubt, —
Ja
So ſeid Ihr alle! Durch ſchöne Worte laßt Ihr Euch
Eure Unſchuld abſchwatzen
Halt, Mutter! Was ich getan habe, war vielleicht
un=
vorſichtig, aber niemals habe ich mich ſoweit vergeſſen und
niemals hat er das gefordert, was Du da andeuteſt. Er
hat mich ſtets als ſeine Braut und ehrliche Verlobte
be=
trachtet und behandelt.
Und weshalb iſt er denn nicht zu uns, Deinen Eltern
gekommen?
Weil ich es ſelbſt nicht wollte, um ihm in ſeinem
Stre=
ben nicht hinderlich zu ſein. Erſt ſollte er ſich eine
Stel=
lung erringen
Na, ſiehſt Du, Muiter, warf der kleine Friſeur ein,
das iſt doch alles ſehr ſchön. Auf die Eva können wir uns
verlaſſen. Das hab ich immer geſagt .
Ja — Du! Du biſt mir der Rechte mit Deinem Tick
für die vornehmen Leute Aber was iſt denn nun dabei
herausgekommen? Jetzt geht er mit dem Liederjahn, dem
Baron Rautheim, und kümmert ſich den Kuckuck noch um
Eva. Er läßt ſie einfach ſitzen, nachdem er ſeinen Spaß
gehabt hat. Und das dulde ich nicht. Entweder er hält
ehrlich ſein Wort oder er muß aus dem Hauſe — das iſt
meine Meinung. Und das werd ich dem noblen Herrn
ſchon auseinanderſetzen.
Das wirſt Du nicht tun, Mutter, ſprach Eva ſehr
be=
ſtimmt
Sieh mal einer an! Du nimmſt ihn wohl gar noch in
Schutz?
In gewiſſer Weiſe ja. — Aber darin haſt Du recht: er
paßt nicht mehr zu uns, und je eher er auszieht, deſto
lie=
ber iſt es mir. Aber nicht Du ſollſt mit ihm ſprechen,
ſon=
dern ich ſelbſt werde es ihm ſagen.
Du?
Ja — ich werde ihn bitten, ſobald als möglich
auszu=
ziehen, damit das Gerede über unſer Verhältnis aufhört.
Und wirſt natürlich das Verhältnis fortſetzen? Das
kennt man . .
Ueber Evas blaſſes Geſicht zuckte ein trübes Lächeln.
Nein, Mutter, ſagte ſie und wandte ſich ab, um die
hervorbrechenden Tränen zu verbergen, das iſt nun vorbei.
Na, Gott ſei Dank, wenn Du das nur einſiehſt.
Ich habe es ſchon lange eingeſehen, Mutter, und nun
laß uns bitte nicht mehr darüber ſprechen. Ich weiß, was
ich zu tun habe — darauf kannſt Du Dich verlaſſen.
Sie wandte ſich ab und begab ſich in ihr eigenes
kleines Zimmer, das neben der Küche lag.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 104.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Seite 15.
Frankfurter Kursbericht vom 15. April 1914.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
(2
Staatspapiere.
4 100,30
Dt. Reichsschatzanw.
98,50
Dt. Reichsanleihe p. 1918
do. . . . . p. 1925
87,10
do. . . . . . .
78,40
do. . . .. .....
4 100,30
Preußische Schatzanw.
91,10
Staffelanleihe.
. 3½ 87,05
Consols .
78, 6
do. . . . . .
4 96,90
Badische Staats-Anleih
.. 3½ 88,50
do. v. 92/94 .
3 82,60
do. . . . . . . . .
Baverische Ablös.-Rente, 4 97,00
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906) 4 97,40
4 1 9740
do. unkdb. p. 1918
4 97,40
do. unkdb. p. 1920
E.-B.- u. Allgem. Anl.
97,40
unkdb. p. 1530 .
84,80
do. Anleihe .
76,00
do.
97,30
Hamburger Staats-Anl.
3½g 87,20
do. v. 18704
79,20
do.
Hessische Staats-Anleihe
91,40
97,50
do. unkäb. p. 1921.
3½ 84,90
do.
.. F
do.
75,10
. . . . . .
Sächsische Staats-Rentel 3 77,80
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921). .
98,20
do. v. 79/80 . .
88,0
do.
77,10
Bulgarische Gid.-Anl.
Griech. Anl. v. 1890 .
1,6 55,50
do. v. 1887 Monopol 19/ 52,00
Italienische Rente . . . . . 3½ —
Osterr. Staats-R. v. 1913 . 4½ 92,20
do. Silber-Rente . . . . 4½ 86,00
do. Papier-Rente . . . 4½ —
do. Gold-Rente . . .
4 86,50
do. einheitl. Rente . . 4 82,35
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 9740
do. inn. amort. 1905 . . 4½
do. unif. Serie I
61,40
do.
III.
64,00
do. Spezial Titel.
9,60
Rumänen v. 1903
99,95
do. Gold v. 1913.
91,25
do. Schatzsch. v. 16
4½100,20
do. conv..
4 85,40
do. v. 1890
4 93,90
do. v. 1891
86,00
do. v. 1905
86,20
do. v. 1908
86,00
do. v. 1910
85,30
Russische St.-Anl.
98,20
do. kons. v. 1850
*86,80
do. Gold v. 1890
do. v. 1902
89,70
Schweden v. 1880.
do. v. 1886
21.
Schweden v. 1890.
.3½
Serben steuerfrei
. .4½ 87,30
do. amort, v. 1895 . . .
78,70
Türk. Egypt. Tribut . . .3"
do, kons. steuerfreie
do. Admin. v. 1903. .
76,30
do. unik. v. 1903. ..
do. v. 1905. . . .
72,70
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 90,20
Ungar. Staatsk.-Scheine!
r. 1913.
.. . . . . .4½ 98,95
do. Gold-Ronte. .
4 88.50
do. Staats-Rente 1910 4 81450
do. „
Kr. 4 82,10
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887
97,50
1000
do. äußere v. 1890
do. innere v. 1888
41)
do. äubere v. 1888 .
do. v. 1897
81,50
Chile Gold-Anl. v. 1911.
4½
do. v. 1889
2
do. v. 1906
Chines, St.-Anl. v. 1895.
do. v. 1896 .
do. Reorg. Anl..
88,50
do. v. 1898
90,10
Japaner . . .
6400
Innere Mexikaner.
88,50
Außere do.
68,90
Mexikan. Gold v. 1904
—
do. cons.
68,30
do. Irrigat.-Anle
65,60
Buenos-Aires Prov.
Tamaulipas
92,80
Sao Paulo E.-B
do. v. 1913
5 96,70
4½ 96,00
Siam v. 1907.
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
84,40
v. 1895/97
v. 19043½ 81,50
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
95,95
Darmstadt. . . . .
½ 9000
Nordd. Lloyd-Obligat.
91,80
Donau-Dampfschiff. v. 82
4 91,50
Elisabethbahn . . . .
86,50
Franz-Joset-Bahn.
Kaschau-Oderberger v. 89
72,00
Prag-Duser
5 1102,60
Osterreich. Staatsbahn
4 89,70
do.
3 74,70
do.
do. Südbahn (Lomb.) . 5 98.05
71.90
do. do.
28/10 51,90
do.
de.
76,90
Raab-Oedenburg
86,50
Kronprinz Rudolfbahn
4 84,80
Russ. Südwest . . . . .
Moskau-Kasan . .
4½ 94,40
do.
85.,60
. „ ,
Wladikawkas. . . . .
485.,50
Rjäsan-Koslow. .
65,00
Portugies. Eisenb.
do. . . ..
87,20
6960
Livorneser .
62,30
Salonique Monastir.
7815
Bagdadbahn
90,20
Anatolische Eisenbahn
Missouri-Pacite I.
60,40
do. do, v. 1905
4 95.50
Northern-Pacitic. .
92.90
Southern-Pacitic.
-
St. Louis & San Francisco
Tehuantepec.
Ungar. Lokalbahn
59850
Provinz-Anleihen.
96,20
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
86,30
do. Em. 10 .
83,10
do. „ 9. .
3½—
Posen Prov..
95,90
Westfalen Prov. V. . . .
95,50
Hess. Prov. Oberhessen
85,50
do. Starkenburg. .
Städte-
Obligationen.
4 —
Darmstadt.
.. . . .3½, —
do. . . .
. . . . . . 4 96,70
Frankfurt .
.. . . . . .3½ 88.50
do. . .
Gießen . .
. . . . . . 4
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 87,00
Heidelberg . . . . . . . . . . 4 94,50
Go. . . . . . . . . . . . . .31
Karlsruhe . . . . . . . . . . 4 94,90
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 87.20
Magdeburg . . . . . . . . .
95,00
Mainz . . . . . . . . . .
87,00
G0. . .. . . . . .
*9450
Mannheim . . .
.85,95
do. . . .
9650
München .
Nauheim .
95,20
Nürnberg
86,30
do. . .
95,10
Offenbach
94,00
do. v. 1914 .
½87,00
do. . . . .
Wiesbaden.
3½
do. . . .
3½
94,50
Worms . . . .
½
do. . . . . . ..
73,50
Lissabon v. 1888 .
94,10
Moskau v. 1912 . .
Stockholm v. 1880 . .
Wien Komm. . .
„ 98,90
Wiener Kassenscheine
Zürich v. 1889 . .
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6
Pfandbriefe.
100,00
Berliner Hyp.-Bk.-Pf.
93.0
do. unkäb. 1918. .
1919.
do.
93,50
do.
1921.
9425
do. „ 1922.
35.50
83.50
do. .. ..
do. Komm.-Obl. unk. 1918
8500
Frankt. Hyp.-Bk. pr. 1910
95,00
1915
960
do.
4 9650
1920
do.
dc. Ser. 12—19. .
..3½ 86,40
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
unkdb. 1910
„ 86,50
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
94,00
Ser. 15—42
48—45
94.00
do. .
9600
do. unk. 1922 „ 52
88,60
do. „ 1913.
do. Ser.45 . .
86,50
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,90
Ser. 12, 13, 16
96,90
14, 15, 17
do. . . . .
97,40
do. unkdb. 1920 .
97.50
„19235
do.
84,25
do. Ser. 1, 2, 6—8 .
8t.10
do. „ 3—5
81,25
do. kündb. 1915
96,90
do. Komm. unk. 1913
96,90
1914
do.
1916 4 9,10
do.
1920 4 97,40
do.
„ 1923 4 97,50
do.
do. verlosb. u. kündb. . 3½ 84,25
unkäb. 1915 3½ 84,25
do.
9460
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
4 95,80
do. unkdb. 1922. .
.3½ 86,00
do. . . .
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,00
unkdb. 1917
94,00
1919
do. . . . .
1921 4 34,10
do. . . . ..
1924
96,20
do. . . . .
3½ 84,60
do. . . . . . .
95,20
do. Komm. unk. 1923
1924 . 4 96,00
40.
96,40
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .
3½ 88,00
do. ..
Bank-Aktien.
Div.
Bank für elektr.
Unter-
nehmungen Zürich . . 10 (194,20
½ 151,40
Berg.-Märkische Bank.
Berliner Handelsges.. . . 8½ 1154.40
Darmstädter Bank . . . . 6½117.40
Deutsche Bank . . . . . . .12½246,00
Deutsche Vereinshank: . 6 117,60
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 113,00
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 185,70
Dresdner Bank . . . . . . . 8½ 150,90
Frankf. Hypothek.-Bankl 10 212.00
do. do. Kred.-Ver. 8½ 155,00
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 116,90
Nation.-Bank f. Deutschl.
6 1111,40
Pfälzische Bank . .
123,00
.. 842(13560
Reichsbank .
(12850
Rheinische Kredit-Bank.
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
104,70
Wiener Bank-Verein. . . 8 (13179
Aktien von
Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 1131,20
115,00
Norddeutscher Lloyd.
1500
Frankfurt. Schleppschiff.
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 128,95
Apatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½ 115,25
89,50
Baltimore .
10 2015/
Canada . . .
Schantung.
7½ 142,25
§ (1580
Prinz Henry.
0. 21,25
Lombarden
6 1112,50
Pennsylvania .
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik 28 1638,00
Chem. Fabrik Griesheim! 14
Farbwerke Höchst . . . . 30 1643,00
Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20 1315,00
Zement Heidelberg . . . . 10 153.20
Chemische Werke Albert 30 446,00
Holzverkohl. Konstanz . 15 314,00
Lahmeyer . . . . . . . . . . 6 129,20
Schuckert, Nürnberg. . . 8 1148,75
12 (211,75
Siemens & Halske. . .
Bergmann Elektr. . . . . . 5 1123.50
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 247,00
25 (335,50
Hagen Akkum.. .
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (177.90
0 82,50
Gummi Peter . . . . .
Adler-Fahrradwerke . . . 25 338,25
Maschinenfabr. Badenis 6 1128,00
Wittener Stahlröhren . . 0
Gasmotoren, Oberursel .8½ 1158,50
1121,45
Gasmotoren, Deutz . ..
Siemens Glas-Industrie . 15 (236,50
Enzinger Filter . . . . . . 23 297,00
10 145,60
Steaua Romana . . . . .
15 (201,00
Zellstoff Waldhof . . .
Bad. Zucker-Waghäusel .12,83/223,00
Neue Boden-Aktien-Ges.. O 1 83,50
Süddeutsche Immobilien 0 57,50
Bergwerks-Aktien.
Aumetz-Friede .
12 160,50
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 (225,00
Leonhard, Braunkohlen . 9 1162,00
Konkordia Bergbau . . . 23 (368,25
Deutsch-Luxemb. Bergb.! 10 1130,75
10 221.75
Eschweiler . . .
(en
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 1182,75
Harpen Bergbau. . . . . .11 183,25
Kaliwerke Aschersleben . 10 139,10
Kaliwerke Westeregeln . 13 205,00
Königin Marienhütte . . 6 81,00
Laurahütte .
§ 1151,00
Oberschles. Eisenbed.
6 82,50
Oberschl. Eisen-Industrie‟ 3 67,25
Phöniz Bergbau
18 238.50
Rheinische Braunkohlen 10 229,50
Riebeck Montan . . . . . . 12 199,00
South West.-Afr. Shares . 5 (119,00
Verzinsliche
Anlehenslose. (2t.
Badische
TIr. 100) 4
Cöln-Mindener . TIr. 1003½144,00
Holländ. Komm. . H. 100 3
Madrider .
Frs. 100 3 77,80
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 1140,30
Osterreicher 1860er Lose . 4 179,50
Oldenburger . . . . TIr. 40 3 (128,30
Raab-Grazer . . . . A. 1502½112,00
Unverzinsliche
Mk.
Anichenslose.
p. St.
Augsburger . .
A.
35,00
Braunschweiger.
TIr. 20 (202,00
Po. 45
Mailänder .
do.
Fe. 10
.. A. 7 36,00
Meininger
A. 10
Osterreicher v. 1864
v. 1858 . H. 100
do.
A. 100 441,00
Ungar. Staats . .
. Fs. 30
Venediger .
Türkische . . . . . . Fs. 400 /167,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. .
20,42
20-Franks-Stücke . .
16,29
Amerikanische Noten
14.19½
Englische Noten. . . .
20,46
Französische Noten. .
81,45
Holländische Noten .
169,40
Italienische Noten .
81,05
Osterr.-Ungarische Noten. . 85,10
Russische Noten. . .
Schweizer Noten. . . . . . . . 81,35
Reichsbank-Diskont .
do. Lombard 2sf.
Tendens:
Gut behauptet.
Dander und verkehr.
— Frankfurt a. M., 15. April. (Börſe.) Trotz
der matten Neu=Yorker Kurſe und der Nachrichten aus
Mexiko die eigentlich auf die Börſe ungünſtig hätten
wir=
ken ſollen, zeigte der Markt, allerdings ohne lebhafteres
Geſchäft, eine bemerkenswerte Widerſtandsfähigkeit.
Hier=
aus geht hervor, daß ſpeziell den ungünſtigen Nachrichten
aus Mexiko hier keine größere Bedeutung mehr beigelegt
wird und die Baiſſepartei ſchritt angeſichts der Möglichkeit,
daß der entſcheidende Schlag in Mexiko bald fallen kann,
neuerdings wieder zu Deckungen, die dem Markte das
relativ feſte Gepräge gaben. Matt lagen wieder die Aktien
der diverſen ruſſiſchen Banken. Von Transportwerten
waren Schantung etwas feſter. Am Kaſſamarkt waren
teil=
weiſe Kursbeſſerungen zu verzeichnen. Höher notierten
unter anderem Jetter Feinmechanik 2½ Prozent, Enzinger
Filter 2 Prozent, Heidelberger Zement zirka 1½ Prozent;
niedriger waren u. a. Kleyer 1¾ Prozent, Frankenthaler
Zucker zirka 1¾ Prozent. Der Fondsmarkt bleibt dauernd
feſt bei unverändert flüſſigem Geldſtand.
Daimler=Motoren=Geſellſchaft
Stuttgart=Untertürkheim. Der Aufſichtsrat
ſtellt folgende Anträge: 1. Genehmigung der Bilanz per
31. Dezember 1913, die einſchließlich des Vortrages vom
Vorjahre (502947,80 Mark) mit einem Reingewinn von
3 214 168,41 Mark abſchließt; 2. Entlaſtung des
Vorſtan=
des und des Aufſichtsrates; 3. Verwendung des (
Rein=
gewinns wie folgt: a) 4 Prozent Dividende auf das
Aktienkapital von 8000000 Mark 320000 Mark, b)
Zu=
weiſung an die Arbeiter=Unterſtützungskaſſe 30000 Mark,
c) Außerordentliche Abſchreibungen 934183,15 Mark,
d) Zuweiſung an den außerordentlichen Reſervefonds
500 000 Mark, e) Zuweiſung an den Dispoſitionsfonds
für Wohlfahrtszwecke 100000 Mark, f) Tantieme an den
Aufſichtsrat 82703,76 Mark, g) 10 Prozent
Superdivi=
dende auf 8000000 Mark 800000 Mark, Vortrag auf
neue Rechnung 447281,50 Mark.
— Schiffsliſte für, billige Briefe nach
den Vereinigten Staaten von Amerika (10
Pfg. für je 20 Gramm). Die Portoermäßigung erſtreckt
ſich nur auf die Briefe, nicht auch auf Poſtkarten,
Druck=
ſachen uſw. und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten
Staaten von Amerika nicht auch nach anderen Gebieten
Amerikas, z. B. Kanada. „Kaiſer Wilhelm II.” ab
Bre=
men 21. April, „Kaiſerin Auguſte Victoria” ab Hamburg
23. April, „Kronprinz Wilhelm” ab Bremen 28. April,
„Imperator” ab Hamburg 2. Mai, „Kronprinzeſſin Cecilie‟
ab Bremen 5. Mai, „Amerika” ab Hamburg 9. Mai. „
Kai=
ſer Wilhelm der Große ab Bremen 13. Mai. Poſtſchluß
nach Ankunft der Frühzüge. Alle dieſe Schiffe ſind
Schnell=
dampfer oder ſolche, die für eine beſtimmte Zeit vor dem
Agone de ſchnäte beſswengsgetcherdei ieten. 6e
empfiehlt ſich, die Briefe mit einem Leitvermerk, wie „
direk=
ter Weg” oder „über Bremen oder Hamburg”, zu
ver=
ſehen.
Landwirtſchaftliches.
* Landwirtſchaftliche Vorträge finden
ſtatt am Sonntag, den 19. April, nachmittags halb 4 Uhr,
in Erlenbach im Hotel „Zum Lamm” bei Witwe
Bitſch über: „Aufzucht des Jungviehs”. Referent: Großh.
Landwirtſchaftslehrer Dr. Wetz=Heppenheim.
Nachmit=
tags 3 Uhr in Ober=Ramſtadt im „Darmſtädter Hof”
über: „Hackfruchtbau und Unkrautbekämpfung”. Referent:
Oekonomierat Haug=Darmſtadt.
— Frankfurt a. M. 15. April.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 856 Schweine.
Preiſe pro 50 Kilogramm Lebendgewicht: Schweine über
3 Ztr. Lebendgewicht 48—50 Mk. (Schlachtgewicht 62—64),
vollfleiſchige Schweine über 2½ Ztr. Lebendgewicht 47—50
Mark (61—63 Mk.), vollfleiſchige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 48,50—50 Mark (62—64 Mk.), vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 48,50—50 Mark
(62—64 Mk.). Marktverlauf: Geſchäft lebhaft, geringer
Ueberſtand.
Frankfurt a. M., 15. April. (
Kartoffel=
markt.) Kartoffel en gros 4,25—4,75 Mark. Kartoffel
en detail 5,25—6 Mark.
Vermiſchtes.
— Elektriſche Treppenbeleuchtung. Die Beleuchtung
der Treppenhäuſer iſt von jeher eine Kalamität geweſen.
In Erkenntnis der großen Gefahren, die eine ſchlecht
be=
leuchtete Treppe darbietet, haben die Behörden zwar
Vor=
ſchriften erlaſſen; die Ausführung dieſer Vorſchriften liegt
aber in den Händen von Menſchen, die ſchließlich niemals
vollkommen zuverläſſig ſind. Der erfinderiſche Geiſt der
modernen Technik hat daher auch hier darauf geſonnen, die
menſchliche Tätigkeit durch rein automatiſche Einrichtungen
zu erſetzen. Der moderne elektriſche Treppenautomat iſt
eine Vorrichtung, die die Beleuchtung der Treppenhäuſer
nicht nur gemäß den geſetzlichen Vorſchriften ſelbſttätig
und unbedingt zuverläſſig reguliert, ſondern außerdem
noch eine Nachtbeleuchtung in denkbar bequemſter Form
geſtattet. Bei eintretender Dunkelheit ſchaltet der Automat
ſelbſttätig die im Hausflur und auf den Treppen
verteil=
ten elektriſchen Glühlampen ein, und zwar paßt ſich die
Einſchaltung, nachdem das Uhrwerk des Automaten
ein=
mal einreguliert iſt, dem Sonnenuntergange ganz
auto=
matiſch an. Zur feſtgeſetzten Polizeiſtunde ſchaltet dann
der Automat die Beleuchtung ſelbſttätig aus und bewirkt
gleichzeitig eine Umſchaltung derart, daß die Glühlampen
für eine gewiſſe kurze Zeit — gewöhnlich drei Minuten
— aufleuchten, wenn jemand in der Nacht auf einen der im
Hausflur und im ganzen Treppenhauſe verteilten
Druck=
knöpfe drückt. Kein Bewohner eines mit einer ſolchen
Eikrichtung verſehenen Hauſes braucht alſo, wenn er ſeine
Streichhölzer vergeſſen hat, oder ſeine elektriſche
Taſchen=
laterne verſagt, auf den Stufen gefahrvolle Kletterübungen
anzuſtellen, die unter Umſtänden von Lebensgefahr oder
ſchweren körperlichen Schäden begleitet ſind.
Für Hausbeſitzer iſt die Aufſtellung eines ſolchen
Auto=
maten noch inſofern von großer Tragweite, als damit
Haftpflichtanſprüche in Fortfall kommen. Natürlich wird
ſich ein Haus mit einer ſolchen automatiſchen
Treppenbe=
leuchtung und dem Komfort der Nachtbeleuchtung auch
weit leichter vermieten als andere.
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und Avila. Von Dr. Aug. L. Mayer. 175 Seiten mit
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Bam=
berg. Von Prof. Dr. F. Leitſchuh. 304 Seiten mit 150
Abbildungen. Gebunden 4 Mark. Verlag von E. A.
See=
mann in Leipzig. Der altberühmten fränkiſchen
Biſchof=
ſtadt Bamberg iſt das 63. Bändchen der berühmten
Kunſt=
ſtätten gewidmet. Der Verfaſſer, ein wohlbekannter
For=
ſcher, begnügt ſich nicht mit bloßer Beſchreibung, ſondern
läßt an jedem Punkt ſeiner auf gründlichen Studien
be=
ruhenden und von warmer Begeiſterung getragenen
Dar=
ſtellung ſelbſtändiges Nachprüfen und Urteil erkennen.
In=
einem beſonderen Abſchnitt wird der Dam geſchildert,
deſ=
ſen zu den herrlichſten Denkmälern deutſcher Kunſt
zäh=
lende Bildwerke eingehend analyſiert werden. Daran
ſchließt ſich die Beſchreibung der übrigen Kirchen mit ihren
Kunſtſchätzen und der Profanbauten der Spätgotik, der
Renaiſſance und der Barockzeit, die entweder geiſtlicher
Kultur oder dem Stolz des Bürgertums ihre Entſtehung
verdanken. Der handliche Band, der mit 150 trefflichen
Abbildungen geſchmückt iſt, reiht ſich ſeinen Vorgängern
Würzburg” „Regensburg” und „Paſſau” würdig an. —
Das 61. Bändchen der Sammlung führt uns nach Spanien=
und ſchildert uns die kaliſtiſchen Städte Segovia und
Avila, die in ihrem Ausſehen noch viel Mittelalterliches
bewahrt haben. — Portugals herrliche Hauptſtadt
ſchil=
dert im 62. Bändchen A. Haupt, der wie kein anderer zu
dieſer Aufgabe berufen iſt. Liſſabon iſt mit ſeinen
Mar=
morkirchen und Paläſten eine moderne Stadt, hat aber im
weſentlichen manche Reſte früherer Epochen bewahrt,
de=
nen der Verfaſſer liebevoll nachgeht.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Nummer 104.
[ ← ][ ][ → ]Nr. 104.
Donnerstag, 16. April.
1914.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Nummer 104.
Monaco iſt jetzt gefallen. Es war die Meiſterſchaft des
Meeres, die in den letzten Jahren regelmäßig nur von den
Kreuzern beſtritten wird. Es ſtarteten 14 Boote, meiſt
franzöſiſcher Herkunft. Die Vorbedingungen waren wenig
günſtige und im Verlauf des über 200 Kilometer
gehen=
den Rennens wurde das Meer noch bewegter, als es ſchon
beim Start war. Das Ergebnis des Rennens iſt kein
allzu günſtiges zu nennen. Nachdem 12 der
vorgeſchrie=
benen 32 Runden erledigt waren, fanden ſich nur noch
5 Fahrzeuge in Konkurrenz. Die erſten 100 Kilometer
fuhr „Flambeau” in 1.53:32. Es gab im weiteren
Ver=
lauf des Kampfes nur inſofern noch eine Veränderung,
als ſich „Sigma IV” die 1½ Runden beim Start verloren
hatte, ſich langſam auf den zweiten Platz vorſchob. Da
„Flambeau” zum Schluß auf einen Proteſt von E.
Dubon=
net, des Beſitzers von „Pannah=Tellier III‟, hin
disquali=
fiziert wurde, wurde „Sigma V‟ ſchließlich noch erſter
Preisträger. „Flambeau” hatte die 200 Kilometer in
3:49,1 zurückgelegt, „Sigma V” gebrauchte 4:38100.
Drit=
ter wurde „Iken veux” mit 4:41:55, Vierter „Excelſior”=
Monte Carlo mit 4:47:00, Fünfter „Cockle Shell” mit
5:32:37. Am Tage vorher waren zwei Rennen
ausgefah=
ren worden. Am Vormittag konkurrierten die gleichen
21=Fußboote in einem Handikap über 25 Kilometer.
Sieg=
reich blieb hier das gleiche Boot, „Frizide=Pedibus” mit
einer Fahrzeit von 28117,2. Am Nachmittag konkurrierten
die Gleitboote in einem 50=Kilometer=Rennen um den
Preis von Monaco. Das franzöſiſche Gleitboot
Despu=
jols, Sigma V” ſiegte in 38:38,3. Zweiter wurde das
franzöſiſche Gleitboot V‟ Despujols in 44:23, den
drit=
ten Platz belegte der Engländer „Bat Boat II‟ in 46:34,3.
Das franzöſiſche Boot „Quatre Bis” gab auf.
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und G. Buggenhagens Marcus (Slade), 2. Einwandfrei
(Kennedy), 3. Induſtrie (Shurgold). Tot. 150:10, Pl. 35,
18, 26:10. Unpl.: Treff As (4), Fria, Prinzipal, Ortner,
Bürgermeiſter, Wilde Jagd, Ops. Kampf, Hals-4 Lg.
bis Hals. — Impuls=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1000
Meter: 1. Herrn C. v. Brandt=Schmerws Marotte (H.
Teichmann), 2. Heuſchrecke (Oleinik), 3. Vera (Kennedy).
Tot. 82:10, Pl. 25, 28, 19110. Unpl.: Blumenmädchen (4),
Wunderlampe, Domherr, Süße Nixe, Ika, Block, Ladoga,
Norda. Sehr ſicher 1 Lg.-Kopf—1 Lg. — Preis der
Nachtigall; 10000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Herrn L.
Scholls Blumenſegen (H. Aylin), 2. Catena (Shaw),
8. Brachvogel (Archibald). Tot. 113:10, Pl. 18, 16, 15.10.
Unpl.: Eccolo (4), Reichsanwalt, Gräfentonna, Aſchanti.
Sehr ſicher 2 Lg.-Kopf-2½ Lg. — Semiramis=Rennen;
5000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herren A. und C. von
Weinbergs Aſtarte (Shaw), 2. Alabama (Archibald),
3. Ascanier (Slade). Tot. 20110, Pl. 11, 11:10. Unpl.:
Raguſa (4), Miſpel. Sehr leicht 2½—3—4 Lg. —
Tar=
tar=Handikap; 5000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn
C. v. Brandts Moet (Davies), 2. Oſiris (F. Lane),
3. Kompaß (Hamſhaw). Tot. 114:10, Pl. 35, 58, 34:10.
Unpl.: Tanagra (4), Adamant, Perdurabel, Satum II,
Oliphant, Panna, Teddy, Dodemir, Sybilla, Rabenſteiner,
Charlys Couſin. Leicht 2½—¾4 Lg.-Hals. —
Hoch=
ſtapler=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn
R. Cordes Mars la Tour (Shurgold), 2. Puck (Slade),
3. Meſſalina (Schläfke). Tot. 28110, Pl. 13, 15, 20:10.
Unpl.: Exarch (4), Eidechſe, Vanitas, Balkan,
Staccio=
nata. Leicht 2—1—2 Lg.
sr. Waſſerſport. Das internationale
Motor=
boot=Meeting von Monaco. Die erſte große
Entſcheidung im internationalen Motorboot=Meeting von
* Der Sternflug nach Monaco. Im Wettbewerb um
die für den Sternflug nach Monaco ausgeſetzten Preiſe
ſcheint Brindejonc de Moulinais ohne Rivalen zu
blei=
ben. Der Wettbewerb wurde bereits am 15. d. M.
ge=
ſchloſſen. Bisher iſt es außer Brindejonc de Moulinais
nur Garros gelungen, eine der vorgeſchriebenen Strecken
zu abſolvieren. Garros machte den Flug in umgekehrter
Richtung und ſtartete in Monaco. Er flog zunächſt nach
Marſeille und ſetzte dann den Weiterflug nach Bordeaux
und Buc nach Paris fort. Er erzielte eine Flugzeit von
12 Stunden 11 Minuten 34 Sekunden. Die Zeit von
Brindejonc de Moulinais iſt damit überboten.
Brinde=
jonc de Moulinais hat inzwiſchen einen neuen Flug
an=
getreten. Er flog von Monaco aus nach Genua und ſetzte
den Flug nach Rom weiter fort. Unterwegs wurde er
infolge einer Motorpanne zu einer Zwiſchenlandung
ge=
zwungen; er hofft aber, die Reparatur noch rechtzeitig
ausführen zu können, um ſeine Zeit für den Flug Madrid=
Monaco und auch womöglich die von Garros vorgelegte
zu überbieten.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt I.
Geöffnet an Wochentagen von 9—12 Uhr vorm. und
8—5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 9. April: dem Bürſtenmacher Wilhelm
Weber, Magdalenenſtr. 1, ein S. Friedrich. Dem
Schloſſer Gg. Schäfer. Arheilger Straße 48, ein S.
Georg. Am 10.: dem Proviantamtsarbeiter Friedrich
Schmelzle, Ludwigshöhſtr. 4, wohnhaft hier
Grafen=
ſtraße 9, eine T. Erna. Am 11.: dem Bürſtenmacher
Lo=
renz Metz in Bensheim, wohnhaft hier Grafenſtr. 9,
ein S. Karl. Am 13.: dem Tapezier Karl Aberle,
Lieb=
frauenſtr. 102, eine T. Elfriede Marie. Am 7.: dem
Schuh=
macher Joſeph Sommer, Schwanenſtr. 2, ein S. Fried=
rich. Am 11.: dem Schloſſer Paul Andel,
Rundeturm=
ſtraße 17, ein S. Paul Heinrich. Am 8.: dem Schneider
Karl Klein, Rundeiurmſtr. 14, ein S. Karl Wilhelm
Peter. Am 17.: dem Schreiner Matthäus Müller,
Eliſa=
bethenſtr. 35, eine T. Suſanna Anna Maria. Am 9.: dem
Ingenieur=Chemiker Maximilian Weirather,
Viktoria=
platz 12, eine T. Am 10.: dem Schloſſer Jakob Krummeck,
Gardiſtenſtr. 4, eine T. Frieda Luiſe Emma.
Aufgebotene. Am 11. April: Kammacher Jakob
Wie=
derſchein in Ober=Ramſtadt und Eliſabethe Emich,
da=
ſelbſt. Am 14.: Werkſtättearbeiter Phil. Arras,
Eſcholl=
brücker Straße 1, und Margarete Numrich in
Eſcholl=
brücken. Bauführer Guſtav Bender und Thereſia
Bar=
bara Bender, beide in Aſtheim. Fabrikarbeiter Oskar
Robert Georg Zerba und Näherin Charlotte
Kunkel=
mann, Witwe, beide in Nied a. M. Redakteur und
Ober=
korrektor Konrad Popp. Schuchardſtr. 14, und Philippine
Welten, Inſelſtr. 22. Maſchinentechniker Jakob Eckart,
Liebigſtr. 67, und Eliſabeth Baecker, Feldbergſtr 70.
Bezirksmonteur Hermann Friedr. Flamm in Oſthofen
und Apollonia Hofmann, Helfmannſtr. 28.
Eheſchließungen. Am 8. April: Taglöhner Leonhard
Hönig mit Obſthändlerin Anna Blank, geb. Schnabel,
beide hier. Am 9.: Kaufmann Walter Bucher mit
Wilhelmine Nagel, beide hier. Fabrikarbeiter Ludwig
Nicolay mit Fabrikarbeiterin Katharina Wolf, beide
hier. Am 11.: Schneidermeiſter Karl Kirſch mit
Ver=
käuferin Eliſabeth Zöller, beide hier. Gendarm Johs.
Metzger, hier, mit Katharine Diefenbach in
Gries=
heim bei Darmſtadt. Schloſſer Georg Ußner mit
Stroh=
hutnäherin Chriſtina Donges, beide hier. Schloſſer
Hrch. Hauck in Traiſa mit Maria Heß, hier.
Ge=
ſchäftsführer Karl Kaiſer mit Natalie Burghardt,
beide hier. Schreiner Peter Blitz mit Katharina Horn,
beide hier. Kaufmann Franz Trebur in Offenbach a. M.
mit Elſa Thurke, hier. Lehrer Friedrich Krayer in
Rimhorn mit Lehrerin Eliſabetha Veith in Weiſenau.
Ingenieur Adam Reinheimer mit Antonie Reeg,
beide hier. Maſchinenſchloſſer Auguſt Sulzmann mit
Natalie Eiſenhauer, beide hier. Bureaugehilfe Adam
Körner mit Katharina Schloſſer beide hier.
Bahn=
arbeiter Hermann Harms in Schalksmühle, mit
Weiß=
zeugnäherin Katharina Strohmenger, hier. Am 14.:
Möbelpolierer Adolf Leder, hier, mit Schneiderin
Sophia Saggau in Uslar. Großh. Oberlehrer
Fried=
rich Balſer in Friedberg mit Emilie Zaun, hier.
Straßenbahnſchaffner Stephan Stemmler, hier, mit
Anna Fertig in Paderborn. Goldarbeiter Erich
Tar=
gon in Winterthur, mit Schneiderin Macia Beilſtein,
hier.
Geſtorbene. Am 10. April: Eliſabethe Meiſinger,
geb Ebert, Ehefrau des Tapeziers und Tanzlehrers, 34 J.,
kath., Lauteſchlägerſtr. 17. Anna Maria Hönig, T des
Fabrikarbeiters, 1 J., kath., Holzſtr. 23. Am 9.: Peter
Grohrock, Gaſtwirt, 50 J., ev., Darmſtr. 49. Am 11.:
Nikolaus Hübenthal, Reichsbankbeamter i. P., 64 J.,
kath., Heinheimerſtr. 81. Am 13.: Wilh. Jakob Marx=
S. des Eiſengießers, 7 Mte., ev., Erbacher Straße 17.
Am 12.: Sophie Franziska Nold, geb. Jung, Witwe des
Friſeucs 60 J., ev., Mauerſtr. 4. Barbara Stork, geb.
Horn, Witwe des Steueraufſehers, 87 J., ev., Grafenſtr. 9.
Am 11.: Georg Lampo, Landwirt, 30 J., ev., aus Groß=
Umſtadt, hier, Erbacher Straße 25. Henriette Ochs, geb.
Wagner. Witwe des Muſikers, 63 J., ev., Grafenſtr. 9.
Eliſabeth Koobl. T. des Steinhauers, 13 J., ev., aus
Zwingenberg. hier, Erbacher Straße 25. Mathilde
Kil=
aus, geb. Küfer Ehefrau des Gaſtwirts, 30 J., ev., aus
Auerbach, hier, Erbacherſtr. 25. Am 13.: Frieda
Hugn=
ſchütz, geb. Baier, Ehefrau des Kaufmanns, 24 J., ev.,
Große Ochſengaſſe 4.
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Nummer 104.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.
Seite 19,
Die geheimnisvolle Villa.
Ein Abenteuer des berühmten Detektivs Stuart Webbs.
In 4 Akten.
1. Akt.
Begütigend drückt Bankier Vengar die Hand Raoul
Bardys deſſen Antrag er ſoeben zurückgewieſen, und in
tiefer Niedergeſchlagenheit entfernt ſich der Anbeter der
liebreizenden Liddy, der einzigen Tochter des Bankiers.
Die Nacht iſt angebrochen! Silbern leuchtet die Ampel
auf das Lager Liddys und kaum vermögen die braunen
Sterne einen in ſpäter Abendſtunde eingetroffenen Brief
zu entziffern mit dem Tantchen den eieliclgenen Kodecik
zurückſendet und um Vorſicht bittet, da ſich in dem Apparat
noch eine unentwickelte Platte befinde. Liddy lächelt über
die Sorge Tantchens, dann dreht ſie das Licht aus und
bald verkünden tiefe Atemzüge den Schlaf der Jugend und
Sorgloſigkeit.
Mitternacht! — Ein Fenſterriegel klirrt der Strahl
einer Blendlaterne blitzt auf, und dunkle Geſtalten gleiten
G
ins Zimmer . . . Liddy fährt auf, doch ein Tuch preßt ſich
auf ihr Geſicht . . . unhörbar verſchwinden die Schatten
mit ihrer koſtbaren menſchlichen Beute ..
Am nächſten Tage wird Liddy vermißt, und von
ent=
ſetzlicher Angſt gefoltert, lieſt Bankier Vengar ein bald
darauf einlaufendes Schreiben ſeiner Tochter indem ihm
dieſelbe mitteilt, daß ihre Entführer 50000 Mark Löſegeld
fordern, und flehentlich um ihre Befreiung bittet. Vengar
will die Summe bezahlen, doch die Polizei rät ihm, falſche
Banknoten zu ſenden.
Doch zu ſchlau arbeiten die Hyänen der Großſtadt,
um in die ihnen geſtellte Falle zu rennen. Ein vierfüßiger
Helfer holt das Geld vom verabredeten Orte und
um=
ſonſt iſt die Verfolgung der auf der Lauer liegenden
Poli=
ziſten, denn bald iſt die Spur des Hundes verloren. Noch
ein Ausweg bleibt, vielleicht der letzte!
Es iſt Stuart Webbs, der geniale Kriminaliſt! Nur
mit Beben hört die internationale Verbrecherwelt ſeinen
Namen!
Webbs erklärt ſich bereit, den ſchwierigen Fall zu
über=
nehmen. Es iſt ein Meiſterſtück, das ſeiner wartet, reich
an Ehre . . . aber auch an Gefahren! Es geht auf Leben
und Tod!
Als Chauffeur verkleidet, nimmt er die Unterſuchung
der Wohnung Vengars vor. Er bemerkt den
herabge=
ſtoßenen Kodal, und ſeine Vermutung, daß ſich durch die
Erſchütterung der Verſchluß gelöſt haben könnte und eine
Aufnahme erfolgt ſei, trifft zu.
Deutlich kann er auf der entwickelten Platte die
ſchat=
tenhaften Umriſſe von ſechs Männerbeinen ſehen.
Er findet ein Haar, welches ſich, unter das Mikroſkop
gebracht, als von einer grauen Perücke ſtammend, erweiſt.
Forſchend ruhen Webbs ſtahlharte Augen auf dem
alten Kammerdiener
Verwundert hört Raoul Bardy die Bitte des
Detek=
tivs, eine Annonce, laut der für Stuart Webbs ein
Die=
nec, auch für gröbſte Arbeiten, geſucht wird in der
Mor=
ningpoſt zu plazieren. Doch Raoul gehorcht ohne Frage,
und von neuer Hoffnung erfüllt begleitet der unglückliche
Vater die beiden Männer zur Türe.
(9769
(Fortſetzung folgt.)
Sehez
zin alkoholdrmes, würgiges
Vollkrafbier
aus Malz, Bopfen u. Raffinade
Obergatig -pastewisier
Brauerei-Füllung.
Ein Crank für Juné u. Alt. arztempfoh
ſen, besonders fürReconwulescenten, Blk
uime, Wöchnerümen, Nerpöse und .
Reezleidende.
Zu haben in einschlähicen Seschäften.
Vertreter: Rudolf Ringler, Darmstadt
Waldstrasse 54.
Festhaus Veren Darmstauf.
Vonnerstag, 23. April, abends 8½ Uhr
im grünen Zimmer des Kaisersaals:
Ordentliche Hauptversammlung.
Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls der vorjährigen
Haupt-
versammlung. 2. Jahresbericht des Vorsitzenden. 3.
Rechnungs-
ablage und Entlastung des Schatzmeisters. 4. Neuwahl des
Vor-
standes und der von der Hauptversammlung zu wählenden Mit-
Flieder des Verwaltungsbeirats. 5. Beratung und
Beschluss-
fassung über die vorliegenden Anträge. 6. Mitteilungen des
Herrn Geh. Oberbaurats Hofmann über den Festhausplatz und
seine Umgebung.
Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder bittet
Der Verstand.
9780)
Darmstädter Vortrugsverbandt
Montag, den 20. April 1914, abends 8¼ Uhr
im Festsaale der Turngemeinde, Woogsplatz 5
zum Besten des Festhaus-Vereins Darmstadt
Richard Wagners
arsifar
(9781
rezitiert durch
Herrn Hofrat Augo Edward.
Eintrittskarten: Sperrsitz zu 2.50 M., Saal zu 1.50 M.,
Vor-
saal zu 1 M., Galerie zu 75 Pfg., Studentenkarten zu 50 Pfg. und
Schülerkarten zu 30 Pfg. sind im Verkehrsbureau und abends
an der Kasse zu haben.
Der Vorstand.
Volksverstofung u drchh. Herthedter.
Als nächſte Volksvorſtellung iſt vorgeſehen:
Montag, den 20. April, abends 7½ Uhr:
„Filmzauber‟
Vorausbeſtellungen für dieſe Vorſtellung können bei dem
Verkehrsbüro und den betreffenden Vereinsſtellen bis Donnerstag
6 Uhr gemacht werden. Der allgemeine Kartenverkauf beginnt
Freitag vormittags.
Verkehrsverein.
9744)
Verein für Verbreitung von Volksbildung
Die Mitglieder und angeſchloſſenen Vereine erhalten
Eintritts=
karten für die Montag, den 20. April 1914, abends 8¼ Uhr,
im Feſtſaale der Turngemeinde ſtattfindende Vorlesung der
„Parſifaldichtung” von Herrn Hofrat Hugo Edward zu den be=
(9771
kannten ermäßigten Preiſen am Verkehrsbureau.
Der Vorstand.
Verfekter Klavierſpieler empf.
ſich für alle Gelegenheiten zu
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Heute A Donnerstag,
16. April
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Ferdinand Seiler, Margot Béru,
Occi u. Li, mod. Tänze, Fritzi
Gella, Walter René, Richard
Manz etc.
Der geheimnisvolle Anbeter
Sketch in 1 Akt.
Ein Poiterabend
Schwank in 1 Akt.
Ermässigter Vorverkauf
in allen Verkaufsstellen gültig.
Samstag, 18. April
Repertoire-Wechsel.
V. A. C.
(Zweigverein Darmstadt)
Sonntag, 19. April:
1. Wanderung.
Stat. Wiebelsb.-Heubach-
Neustadt-Seckmauern-
Klingenberg a. Main.
5½ Stunden.
Abfahrt Darmstadt-Ost: 68 Uhr
vorm. mit Fahrkarte IV. Kl. nach
Wiebelsbach-Heubach.
Rückk. 8" Uhr abends.
Gesamt-
fahrkosten 1,90 Mk.
(9748
Nächsten Freitag: Bierabend
in d. Brauerei Fay (Alexanderstr.).
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gut empfohlen. — Man verlange Prospekt.
Großherz. Hoftheater.
Donnerstag, den 16. April 1914.
149. Abonnem.=Vorſtellung. C 37.
Shakeſpeare=Zyklus.
Erſter Abend:
Hamlet, Prinz von Dänemark.
Trauerſpiel in 5 Akten
von Shakeſpeare.
Perſonen:
Claudius, König
von Dänemark . Kt. Weſtermann
Hamlet, Sohn d.
vor. u. Neffe d.
jetzigen Königs . H. Baumeiſter
Polonius, Ober=
Kämmerer . . . Heinrich Hacker
Laertes, ſ. Sohn Kurt Ehrle
Horatio, Sohn d.
Statthalters von
Norwegen,
Ham=
let’s Freund . . Frz. Schneider
.Otto Wolf
Voltimand,
Cornelius,
Alexand. Monti
Roſenkranz,
Paul Peterſen
Güldenſtern, S. Rich. Jürgas
Bernardo, ) Offi= Emil Kroczak
Marcellus, ziere Auguſt Kräger
Francisco, Soldat Adolf Klotz
Der Geiſt von
Hamlet’s Vater. JohannesHeinz
Fortinbras, Prinz
von Norwegen Emil Jannings
Gertrude, Königin
von Dänemark,
Hamlet’s Mutter Sofie Doſtal
Ophelia, des
Po=
lonius Tochter Käthe Meißner
Osrik, ein
Edel=
mann
. Emil Kroczak
Ein Schauſpieler. Herm. Knispel
Erſter 1 Toten= Adolf Jordan
Ein Bote
Ein Diener.
König .
Zweiter gräber Frz. Herrmann
. Br. Waigandt
Ein Prieſter . . Auguſt Kräger
Arthur Vetter
Ein Matroſe . . Kurt Schüppel
Im Schauſpiel:
Herm. Knispel
Perkeo-Saal
Alexanderstrasse.
Täglich abends 8 Uhr:
Grosse humoristische
Gastspiel-Konzerte
der
Glückssterne
bestrenommiertes Musik- Gesang-
und Tanz-Ensemble.
NB. Ab 1. Mai beginnt
die Theater-Saison im
Perkeo-Saal.
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Dackerer
u. Londitorei-Artikel
ls: Puddingformen, Springformen,
Auflaufformen, Königskuchenformen,
Rehrückenformen Kranzformen,
Pfilzaufformen, Vanillebrotformen,
Pilzformen, Eisformen, Friture-Körbe,
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Torten-
ringe, Dressier-Säcke und-Tüllen,
Passiermaschinen :: Waffeleisen,
Konfektspritzen, Kuchenbleche Q u. (—
Reibmaschinen, empf. i. gr. Ausw.
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Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
Vor=
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7 Uhr. — Ende nach 10 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 17. April. 150. Ab.=Vſt.
D 38. Neu einſtudiert: „Der
Wildſchütz”. Gewöhnl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Samstag, 18. April. (Keine
Vorſtellung.)
Sonntag, 19. April. Außer Ab.
Frühlings=Feſtſpiele. 1.
Abeno: In der neuen
Inſze=
nierung: „Die Meiſterſinger
von Nürnberg‟. Erhöhte
Preiſe. Anfang nachmitt. 5 Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Montag, 20. April. Außer Ab.
37. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. „Filmzauber.”
An=
fang 7½ Uhr. (Vorverkauf bis
einſchließl. Montag, 20. April, im
Verkehrsbüro, Ernſt=Ludwigsplatz.
Verkauf der etwa noch
vorhande=
nen Karten am Tage der
Vor=
ſtellung auch an der Tageskaſſe
im Hoftheater zu den üblichen
Kaſſeſtunden.)
Aus dem Spielplan.
Dienstag, 21. April. 151. Ab.=Vſt.
A 39. „777: 10‟ Gewöhnliche
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Schöne,uglatte Warz in blauen
Jackenkleidern; moderne Schnitte.
Ferner Biusenkleider in vornehmer
einfacher Ausarbeitung. Blaue und
farbige Stoffe; einfarbig und bunt
garniert.
Twill, Serge, Gabarding, Cotelé.
Dlaue ſacken-Kleider in schönen glatten Formen.
Blaue und farbige Blusen-Kleider.
F.
4
Einfarbig und bunt garnierte Gürtel. M
Mk.
Farbige Jackenkleider, Glatfe gute
Verarbeitung. Blusenkleider in
Mk.
neuen schönen Arten, Serga, Tofelé
10
usw.
Mk.
aue KammgamJackenkleider Blusen-
Kleider moderner Ausführung.
Einſarbig u. bunt gamiert. Serge, Cotelé,
Foule usw. Glatte und Tunique-Köcke.
Wir führen neben der allerbesten
Warg auch die gute Mittelware
und verkaufen dieselbe sehr billig.
wagener ℳ Schlofé
Goethestrasse 9 und H.
Frankfurt a. M.
Frankfurt a. M.
(X,9766