Darmstädter Tagblatt 1914


Nr. 104., Donnerstag, den 16. April.

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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Die Großherzogliche Familie iſt geſtern früh
nach vierwöchiger Abweſenheit aus Gardone wieder
in Darmſtadt eingetroffen.
2,
Reichskanzler von Bethmann Hollweg iſt
geſtern abend in Korfu eingetroffen
Der württembergiſche Finanzminiſter v. Geßler iſt vom
Amte zurückgetreten. Zu ſeinem Nachfolger wurde der
bisherige Miniſterialdirektor im Finanzminiſterium Dr.
v. Piſtorius ernannt.
Die Vereinigten Staaten drohen Mexiko mit
einem Bombardement der Stadt Tampico, falls der ge=
forderte
Salut der amerikaniſchen Flotte abgelehnt wird.
Letzte Nachrichten ſieye Seite 6.

Die ruſſiſche Herausforderung.

** Im Vordergrunde der politiſchen Erörterungen
ſteht in den letzten Tagen die Schaffung eines ruſſiſchen
Einfuhrzolles auf Getreide, Erbſen und Bohnen. Wie
auch von amtlicher Petersburger Seite zugegeben worden
iſt, richtet ſich dieſe Maßregel in erſter Linie gegen die
deutſche Einfuhr, und ſie iſt wohl nur ein Vorläufer an=
derer
zum wirtſchaftlichen Zweikampfe dienender Be=
ſchlüſſe
, die beſtimmt ſind, der ruſſiſchen Regierung ein
geeignetes Inſtrument für die bevorſtehenden Handelsver=
tragsverhandlungen
zu bieten. Auf derſelben Stufe ſteht
die Geſetzesvorlage über die Beſteuerung deutſchen Ge=
treides
in Finnland. Sie iſt als die erſte Station auf
dem Wege der Einverleibung des finniſchen Zollgebiets
in das ruſſiſche anzuſehen und deshalb gleichfalls gerade
für Deutſchland von großer Bedeutung.
Man erblickt bekanntlich in dem ruſſiſchen Vorgehen
nicht allein das Streben nach einer wirtſchaftspolitiſchen
Rüſtung, ſondern auch den Ausfluß unfreundlicher Geſin=
nungen
gegen Deutſchland und meint, daß die feindſelige
Stimmung der öffentlichen Meinung des Zarenreiches
ſogar entſcheidend ſei für deſſen neueſte Wirtſchaftspolitik.
Dieſe Feindſeligkeit iſt nicht etwa neuen Datums, ſie nahm
ihren Ausgang von der Gründung des machtvollen Deut=
ſchen
Reiches und ſteigerte ſich durch die Erbitterung über
das Ergebnis des Berliner Kongreſſes. Selbſt Alexan=
der
II. erlag der Autoſuggeſtion, von Bismarck auf dem
Kongreſſe benachteiligt worden zu ſein. Daß es hoch=
ſtehenden
Intriganten gelang, Alexander III. vollends
mit Animoſität gegen Deutſchland zu erfüllen, iſt geſchicht=
lich
feſtſtehende Tatſache. Auch ſpäter blieben wir von
ruſſiſcher Seite an Ueberraſchungen gewöhnt, haben uns
aber darein gefunden, die ruſſiſchen Preſſeäußerungen auch
offiziöſer oder offizieller Natur nicht immer als unab=
änderlich
letztes Wort zu nehmen. Jedoch, das Gefühl
der Unſicherheit, wie wir eigentlich zu Rußland ſtehen,
iſt immer vorhanden. Die Art und Weiſe, wie ſeit einiger
Zeit wirtſchaftliche Kreiſe an der Newa auf einen Zoll=
konflikt
mit Deutſchland hinarbeiten, der Ton, den ſie
gegen uns anſchlagen, muß in Verbindung mit manchem
anderen Vorgehen ſtutzig machen. Von beſonnener Ueber=
legung
, von einer Berückſichtigung der eigenen Intereſſen
zeugt dies alles nicht. Die Frage der Erneuerung des
deutſchen Handelsvertrages wird ſchon ſeit einiger Zeit
in der Duma lebhaft erörtert, man verſtieg ſich ſogar zu
der Behauptung, der beſtehende Vertrag ſei für Rußland
ein größeres UUnglück als der japaniſche Krieg und lege
der ruſſiſchen Landwirtſchaft ungeheure Laſten auf. Die
Regierungsmänner ſcheinen ſich dieſe Anſicht bis zu einem
gewiſſen Grade auch zu eigen gemacht zu haben, und die
eben von der Duma angenommene Vorlage wegen Ein=
führung
des 30=Kopeken=Zolls wurde von dem Land=
wirtſchaftsminiſter
Krivoſchein ausdrücklich damit be=
gründet
, daß die Getreideeinfuhr aus Deutſchland im ſteten
Wachſen begriffen ſei, der ruſſiſche Getreideexport dagegen
ſtändig falle.
An Vergeltungsmaßregeln würde es Deutſchland bei
einer Zuſpitzung der wittſchaftlichen Beziehungen zu Ruß=
land
nicht fehlen, denn es hat Mittel genug, die Produk=
tion
des Zarenreiches empfindlich zu ſchädigen. Letzteres
that ein großes Selbſtintereſſe daran, weiter im Beſitze

der durch den Handelsvertrag feſtgelegten deutſchen Zölle
zu bleiben, da es im Falle einer Kündigung des Vertrags
nicht einmal die Meiſtbegünſtigung genießen würde. Daß
an unſeren maßgebenden Stellen ſorgfältig geprüft wer=
den
wird, ob die Zollerhöhung für deutſches Getreide in
Finnland den beſtehenden Verträgen entſpricht, iſt ſelbſt=
verſtändlich
. Vorläufig hat man ſich von amtlicher deut=
ſcher
Seite noch nicht darüber geäußert, aber der Reichs=
tag
wird bei ſeinem Wiederzuſammentritt ſicher Anlaß
nehmen, von der Regierung Erklärungen zu fordern. Daß
Rußland ſich verpflichtet hat, Deutſchland von der Ein=
verleibung
des finniſchen Zollgebiets in das ruſſiſche zwei
Jahre vorher zu benachrichtigen und auch zuſagte, dieſe
Einverleibung nur ſchrittweiſe vorzunehmen, iſt bekannt.

Ein amerikaniſches Ultimatum
an Mexiko.

* Am 11. April hatte das vor der mexikaniſchen Ha=
fenſtadt
Tampico liegende amerikaniſche Ge=
ſchwader
, das dem Oberbefehl des Konteradmirals
Mayo unterſteht, eine kleine Anzahl Marineſoldaten ge=
landet
, um die Oelvorräte zu ergänzen. Sie wurden von
mexkkaniſchen Bundestruppen gefangen genommen, auf
den energiſchen Proteſt Admiral Mayos aber wieder frei=
gelaſſen
. Als Sühne forderte der amerikaniſche Admiral
Entſchuldigungen des höchſten mexikaniſchen Beamten in
Tampico und einen Salut vor der amerikaniſchen Flagge.
Wiewohl Präſident Huerta das Vorgehen der Truppen
mißbilligte, ſcheint dem amerikaniſchen Wunſche nach
einem Salut nicht Folge geleiſtet worden zu ſein. Da=
durch
hat ſich die Situation mit einem Schlage außeror=
dentlich
verſchärft. Die Meldung lautet:
Waſhington, 14. April. Die amerikaniſche
Regierung hat dem Präſidenten Huerta bis heute
abend 6 Uhr Zeit gegeben, um den im Hafen von Tam=
pico
liegenden amerikaniſchen Kriegsſchiffen den ver=
langten
Salut zu erweiſen Wird der Forderung nicht
Folge geleiſtet, ſo iſt Admiral Mayo beauftragt, ſofort
das Feuer auf die im Hafen liegenden
mexikaniſchen Kanonenboote und auf Tam=
pico
ſelbſt zu eröffnen, was einer Kriegserklärung gleich=
käme
.
Nach einem Telegramm aus Neu=York, das in der
Hauptſache dasſelbe mitteilt, hätte Präſident Huerta er=
klärt
, daß er die Beſchießung von Tampiro als casus
belli betrachten und ſofort mit Gegenmaßregeln beant=
worten
würde.
Weiter wird aus Waſhington gemeldet: Alle
Schiffe der Atlantiſchen Flotte in Hamp=
ton
=Roads haben Befehl erhalten, nach
Tampico abzugehen. Ferner iſt das Transport=
ſchiff
Hancock angewieſen worden, mit 800 Marineſoldaten
von Neu=Orleans nach Tampico abzugehen. Das Schlacht=
ſchiff
South Carolina, das ſich auf der Fahrt von San
Domingo nach den Vereinigten Staaten befand, erhielt
unterwegs in einem drahtloſen Telegramm ebenfalls Be=
fehl
, nach Tampico abzugehen. Weiterhin ſind die vor
Boſton liegenden Kanonenboote Naſhville, San Do=
mingo
und Tacoma angewieſen worden, nach dem
gleichen Beſtimmungsort abzugehen. Die bei Penſacola
liegende Torpedobootsflottille erhielt ebenfalls Befehl,
ſich zur Abfahrt nach Tampico bereitzuhalten. Das Ka=
binett
hatte heute eine zweiſtündige Beſpre=
chung
über die Lage. Staatsſekretär Bryan hat
ſeine Erholungsreiſe, die er antreten wollte, aufgegeben.
Dem Vernehmen nach iſt Präſident Wilſon nicht geneigt,
Gewalt anzuwenden, es ſei denn als letztes Mittel. So=
bald
die Flotte ſich verſammelt hat, wird Konteradmiral
Badger etwa 20 große Kriegsſchiffe in den
mexikaniſchen Gewäſſern unter ſeinem Befehl
haben Wie mitgeteilt wird, hatte der mexikaniſche Ge=
ſchäftsträger
Algara am Samstag den Staatsſekretär
Bryan aufgeſucht und ihm Huertas Entſchuldigung über=
mittelt
. Huerta wäre bereit, das amerikaniſche Kanonen=
boot
Delphin zu ſalutieren, das als Depeſchenboot für
Tampico benutzt wird, ſtellte jedoch Bedingungen hinſicht=
lich
des Saluts. Bryan erklärte Algara, er werde auf
einem bedingungsloſen Salut beſtehen. Freunde Huertas
in Waſhington, welche die ernſte Auslegung erkannten,
die dem Vorfalle in Tampico von der amerikaniſchen Re=
gierung
gegeben wird, ſandten Huerta ein Telegramm,
in dem ſie ihm zum Nachgeben raten.

Deutſches Reich.

Militär und Zivil im Reichslande.
Gegenüber den Anfeindungen elſäſſiſcher Blätter, die auf
eine Verſetzung des Generals von Deimling dringen, iſt
ausdrücklich feſtzuſtellen, daß dieſer Fall für die nächſten
Jahre nicht in Frage kommen kann. Es iſt im Gegenteil
zu erwarten, daß der Kaiſer den verdienten General bei
ſeinem im Anfang des nächſten Monats zu erwartenden
Beſuch durch beſondere Ehrungen auszeichnen wird. So=
lange
übrigens der Zaberner Magiſtrat ſeine Haltung
nicht gründlich ändert und an Stelle Herrn Knöpflers
ein anderer Bürgermeiſter tritt, erhält Zabern überhaupt
kein Militär mehr. Weitere Maßnahmen auf militäri=
ſchem
Gebiete, ſo insbeſondere die Garniſonierung der
elſaß=lothringiſchen Rekruten in altdeutſchen Garniſonen,
dürften bald zu erwarten ſein.
Unſtimmigkeiten im jungliberalen
Lager. Die am nächſten Sonntag in Frankfurt ſtatt=
ſindende
jungliberale Tagung dürfte erregte Debatten
bringen, da außer den in den verſchiedenſten Städten ge=
faßten
Beſchlüſſen auf unentwegtes Fortbeſtehen des
Reichsverbandes ſich nunmehr auch jene Stimmen meh=
ren
, die ihr Bedauern darüber ausdrücken, daß die Lei=
tung
des Reichsverbandes in ſchroffſter Weiſe alle Ver=
handlungen
über eine Auflöſung ablehnte, bevor der Ge=
ſamtvorſtand
und der Vertretertag des Reichsverbandes
Stellung genommen habe; namentlich im bergiſchen Lande
und in einzelnen Teilen Weſtfalens iſt dieſe Stimmung
vorherrſchend. In mehreren Reſolutionen wurde ausge=
ſprochen
, daß durch das Verhalten der Leitung des Reichs=
verbandes
dem Frieden der Partei nicht gedient werde.
Jedenfalls iſt eine heftige Ausſprache zu erwarten, wenn=
gleich
heute ſchon feſtſteht, daß das weitere Fortbeſtehen
des Reichsverbandes geſichert iſt.
Die kaufmänniſchen Verbände und
die Sonntagsruhe. Die über 300000 Mitglieder
zählende ſoziale Arbeitsgemeinſchaft der kaufmänniſchen
Verbände hat ſich in der Frage über das Sonntagsruhe=
geſetz
mit einer Eingabe an die deutſch=evangeliſchen Kir=
chenbehörden
gewendet. Nachdem ſchon mehrere katho=
liſche
Biſchöfe für eine erweiterte Sonntagsruhe einge=
treten
ſind, wird jetzt auch um die Bundesgenoſſen=
ſchaft
der evangeliſchen Kirchenbehörden gebeten. In der
Eingabe heißt es u. a.:
Die Kirchenbehörden mögen 1. in einer amtlichen
Erklärung gegenüber den geſetzlichen Körperſchaften
des Reiches das Verlangen zum Ausdruck bringen, daß
in einem künftigen Reichsgeſetz die grundſätzliche Anerken=
nung
der vollen Sonntagsruhe im geſamten Handels=
gewerbe
mit alleiniger Ausnahme für die ſogenannten
Bedürfnisgewerbe auszuſprechen ſeit 2. die in der nächten
Zeit zur Beratung zuſammentretenden Synoden zu einer
gleichen Stellungnahme veranlaſſen und 3. dafür ſor=
gen
, daß von den geſamten Kanzeln aller evangeliſchen
Landeskirchen Deutſchlands eine planmäßige Einwirkung
auf die Gemeindeglieder geſchehe, damit dieſe alle Ein=
käufe
am Sonntage unterlaſſen und damit die Beſtrebun=
gen
des Kauſmannsſtandes unterſtützen, der dasſelbe An=
recht
auf die Sonnlagsrahe hat und dem ſie genau ſo
nottut wie dem Beamten= und Arbeiterſtande.
Das Zentrum und die Integralen.
In Trier wurde in einer von fünfhundert Perſonen be=
ſuchten
Zentrumsverſammlung, in der ſich die Abgeord=
neten
Marx und Dr. Bell mit äußerſter Schärfe gegen die
den Zentrumsturm unterwühlenden Integralen auß=
ſprachen
, der Beſchluß des Wahlkomitees, alle nicht auf
dem Boden der Erklärung des Reichsausſchuſſes Stehen=
den
aus der Partei auszuſchließen, widerſpruchslos gebil=
ligt
. Damit ſind die vier Geiſtlichen des Trierer Bezirks,
die auf dem Boder der Berliner Richtung ſtanden, aus
der Organiſation der Zentrumspartei ausgeſchloſſen.
Die Welfen haben in Hannover einen neuen
Verein gegründet, den ſie nach der Herzogin von Braun=
ſchweig
, Viktoria Luiſe, benannten. Kürzlich hat Herzog
Ernſt Auguſt eine Abordnung dieſes Vereins empfangen,
die aus dem Vorſitzenden und drei Damen beſtand. Der
Herzogin überreichte die Abordnung ein prachtvolles
Blumenbukett.

Ausland.

Italien.
Der Eiſenbahnerausſtand. Zwiſchen dem
Syndikat der Eiſenbahner und der Regierung ſind nun=
mehr
Verhandlungen eingeleitet worden. Der Präſident
der Handelskammer von Ancona, wo der Herd der radi=
kalſten
Bewegung iſt, wurde von Salandra und dem Ar=
beitsminiſter
Ciufelli empfangen. Die Gefahr eines Gene=
ralausſtandes
wird nicht mehr als ſo nahe betrachtet, doch

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Nummer 104.

fährt die Regierung fort, vorſorgliche Maßnahmen zu
reffen. So wurde die Ausreiſe der Erſten Diviſion des
Erſten Geſchwaders, das von Neapel nach Genua gehen
ſollte, verſchoben.

Frankreich.

Folgen des Rochettehandels. Das Amts=
blatt
veröffentlicht die Erlaſſe über die durch den Rochette=
handel
im Richterſtande verurſachten Veränderungen. Be=
reffs
Fabres heißt es darin, daß er auf ſein Anſuchen
zum erſten Präſidenten des Appellationsgerichtshofes in
Aix ernannt worden ſei.
England.
Vor dem Beſuch König Georgs in Pa=
ris
. Pariſer Depeſchen engliſcher Blätter beſchäftigen
ſich lebhaſt mit den großen Vorbereitungen für den Emp=
fang
des Königs Georg, von dem ſie große politiſche Er=
folge
erwarten. Der Pariſer Vertreter des Daily Expreß
läßt ſich von hochſtehender politiſcher Perſönlichkeit mit=
teilen
, daß der Beſuch des Königs in Paris eine Reihe
von Beſuchsaustauſchen unter den Oberhäuptern des Drei=
verbandes
einleite, die mit einem Beſuch des Zaren in
London enden würden und mit denen eine neue Aera
für die Aufrechterhaltung des europäiſchen Friedens durch
Stärkung der Bande zwiſchen Großbrikannien, Frankreich
und Rußland beginnen werde. Die britiſche Flotte ſei
der entſcheidende Faktor zur See und Frankreichs und
Rußlands Heere ſeien nunmehr ſo ſtark, daß der Drei=
verband
in den in nächſter Zukunft zu löſenden europäi=
ſchen
Problemen ſeinen Willen überwiegend zur Geltung
bringen könne.
Auſtraliens Proteſt gegen das eng=
liſche
Flottenprogramm. Der auſtraliſche Mi=
niſter
für Landesverteidigung hat, wie aus Melbourne ge=
meldet
wird, der Meinung Ausdruck gegeben, daß die
Rede Churchills über das Flottenprogramm, die er im
März vor dem Unterhauſe gehalten hat, in Wirklichkeit
ein Aufgeben des Flottenprogramms der Reichskonferenz
vom Jahre 1909, beſonders was die Dominien betreffe
bedeute. Er erklärte, Auſtralien ſei entſchloſſen, die Poli=
tik
weiter zu verfolgen, die es auf den Rat der britiſchen
Regierung vor fünf Jahren eingeſchlagen habe. Aus
Meldungen, die Daily Telegraph und Morning Poſt aus
Sydney erhalten haben, geht hervor, daß der Miniſter
Millen im Namen der Bundesregierung die bedeutſame
und ſcharfe Gegenerklärung zu Churchills Ausführungen
abgegeben hat, in der er ausſpricht, daß das engliſch=
japaniſche
Bündnis keinen Grund biete, das Flottenpro=
gramm
aufzugeben, da das Bündnis nur auf wenige
Jahre abgeſchloſſen ſei, und fordert, daß bald eine neue
Reichskonferenz abgehalten werde.
Schweden.
Die Wahlen. Am Dienstag fand in 11 Wahl=
kreiſen
die Zählung der Stimmen der letzten Wahlen ſtatt.
Im ganzen ſind bisher gewählt: 37 Mitglieder der Rech=
ten
, 20 Liberale und 32 Sozialdemokraten. Die Rechte
gewann 9 Sitze und verlor 1, die Liberalen verloren 10
die Sozialdemokraten gewannen 4 und verloren 2. Der
frühere liberale Finanzminiſter Freiherr von Adelsvaerd
iſt wiedergewählt worden. Die Wahlreſultate werden
ſehr langſam bekannt.
Bulgarien.
Lärmſzenen in der Sobranje. Gegen Ende
der Abendſitzung der Sobranje am Dienstag kam es zu
großen Skandalſzenen, hervorgerufen durch den früheren
Miniſter Burow (Geſchow=Partei), der gegen das Mini=
ſterium
beleidigende Ausdrücke gebrauchte. Es entſtand
ein unbeſchreiblicher Tumult, ſo daß die Sitzung unter=
brochen
werden mußte. Später wurde ſie dann wieder
aufgenommen.
Griechenland.
Die Epirusfrage. Die griechiſche Regierung
hat in der Epirusfrage durch die ruſſiſche Geſandtſchaft
Schritte unternehmen laſſen zur Erlangung einer Inter=
vention
in Albanien. Die griechiſche Regierung verlangt,

daß Rußland als größte orthodoxe Macht die orthodoxe
Bevölkerung Albaniens unter ſeinen Schutz nehme.
Türkei.
Anleihen in Frankreich und Deutſch=
land
. In deutſchen Kreiſen Konſtantinopels wird be=
tont
, daß die in Paris zwiſchen Frankreich und der Tür=
kei
abgeſchloſſenen finanziellen Abmachungen erſt nach dem
Abſchluß der wirtſchaftlichen Abmachungen zwiſchen
Deutſchland und der Türkei als endgültig angeſehen wer=
den
können. Die Verhandlungen über letztere ſollen un=
verzüglich
in Berlin wieder aufgenommen werden. Auch
die kompetenten franzöſiſchen Finanzkreiſe verweiſen dar=
auf
, daß, ausgenommen den erſten Teil der Anleihe, für
die bereits ein Jrade erſchienen iſt, die Konventionen über
den Bau und Betrieb der Bahnlinie im Schwarzen Meer=
becken
und in Syrien, ſowie über mehrere Häfen in den
gleichen Gegenden noch nicht unterzeichnet und mit der
Sanktion noch nicht verſehen ſind, vielmehr von gewiſſen
noch zu erfüllenden Vorausſetzungen abhängen, deren Rea=
liſierung
man jedoch nicht bezweifelt. Der Konſtanti=
nopeler
Korreſpondent der Tribuna erklärt, aus beſter
Quelle erfahren zu haben, daß der deutſche Botſchafter in
Konſtantinopel nach Korfu zu Kaiſer Wilhelm gefahren
ſei, um ihm ein umfangreiches Anleiheprojekt für die
Türkei zu unterbreiten. Es handelt ſich um eine Anleihe
von 300 Millionen Francs, die zur Kompenſierung der
franzöſiſchen Anleihe dienen ſollen. Es hat ſich bereits
eine Gruppe deutſcher Finanzmänner gebildet. Auch öſter=
reichiſches
Kapital wird an der Anleihe teilhaben.
* Stockholm. 14. April. Ueber das Befinden
des Königs Guſtav iſt heute abend folgender Krank=
heitsbericht
veröffentlicht worden: Der König hat ſich im
Laufe des Tages wohl befunden, die Kräfte nehmen zu.
Temperatur 37,2, Puls 56.
* Rio de Janeiro, 14. April. Prinz und
Prinzeſſin Heinrich von Preußen gaben heute
dem Präſidenten Hermes da Fonſeca und ſeiner Gemah=
lin
ein Frühſtück an Bord des Dampfers Kap Trafalgar

Stadt und Land.

Darmſtadt, 16. April.
* Die Großherzoglichen Herrſchaften, der Erb=
großherzog
und Prinz Ludwig, ſowie Prinzeſſin
Luiſe von Battenberg ſind geſtern vormittag
7 Uhr 17 Min. mit Gefolge aus Gardone im Neuen
Palais eingetroffen. Der Aufenthalt im Süden iſt der
Großherzoglichen Familie ſehr gut bekommen, beſonders
die Prinzenſöhne ſind wohlauf und Prinz Ludwig hat
ſich von ſeiner Krankheit völlig erholt.
* Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog hat dem Major von Weſtern=
hagen
(Heinrich), Bataillonskommandeur im Leib=
garde
=Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, das
Ritterkreuz des Ludewigs=Ordens verliehen.
* Pfarr= und Schulperſonalien. Der Groß=
herzog
hat am 7. April d. J. dem Pfarrer Adam
Glück zu Heuchelheim die evangeliſche Pfarrſtelle zu
Ober=Eſchbach und dem Pfarrverwalter Wilhelm Buch=
hold
zu Hainchen die evangeliſche Pfarrſtelle daſelbſt
übertragen; ferner am 10. April d. J. den Oberlehrer an
dem Realgymnaſium zu Darmſtadt Profeſſor Dr. Wilhelm
Kalbfleiſch zum Direktor der Realſchule zu Butzbach
ernannt.
* Gerichtsperſonalien. Der Großherzog hat
am 10. April d. J. den Oberamtsrichter bei dem Amts=
gericht
Grünberg Geheimen Juſtizrat Ernſt Mickel auf
ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen
treuen Dienſte, mit Wirkung vom 1. Mai 1914 in den
Ruheſtand verſetzt und ihm das Ehrenkreuz des Ver=
dienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen. Der
Großherzog hat weiter den Amtsrichter bei dem Amts=
gericht
Ulrichſtein Karl Dölp zum Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Grünberg mit Wirkung vom 1. Mai 1914
ernannt.
Vom Großh. Hoftheater. Heute hat der all=
gemeine
Vorverkauf zur erſten Feſtſpiel=Aufführung
Die Meiſterſinger von Nürnberg an der
Tageskaſſe des Hoftheaters begonnen, nachdem geſtern
die Vormerkungsfriſt für die Abonnenten abgelaufen
war. Der Umfang, in dem die Abonnenten von ihrem
Vorrecht Gebrauch gemacht haben, wie auch die überaus
lebhafte Nachfrage nach Plätzen an der Kaſſe, wie von

auswärts laſſen erkennen, daß die Aufnahme der
Meiſterſinger=Neuinſzenierung in die diesjährigen Feſt=
ſpiele
dem allgemeinen Wunſch des Publikums ent=
ſpricht
. Dazu dürfte in erſter Linie die Beſetzung der
Hauptrollen durch die Bayreuther Vertreter Sachs:
Walter Soomer, Stolzing: Walter Kirchhoff=Berlin
David: Hermann Schramm beitragen, denen ſich
Gertrud Geyersbach, Anna Jacobs, Georg Weber ( Beck=
meſſer
), Alfred Stephani und Otto Semper von hier
anſchließen. Die muſikaliſche Leitung hat Generalmuſik=
direktor
Leo Blech=Verlin, der auch im Vorjahre der
Feſtvorſtellung das Gepräge gab. Heute wird Hamlet
in der Neuinſzenierung als erſte Vorſtellung des Shake=
ſpeare
=Zyllus wiederholt. Der Wildſchütz der unter
Kapellmeiſter Kleibers Leitung am Freitag neueinſtudiert in
Szenegeht, iſt in den Hauptpartien mit den Damen Kallen=
ſee
, Beling, Jacobs und Gothe, ſowie den Herren Semper
(Graf), Hloberger (Kronthal), Weber (Baculus) und
Jordan beſetzt. Montag, den 20. April, iſt Filmzauber
als Volksvorſtellung zu ermäßigten Preiſen; den Karten=
verkauf
hat bis zum Tag der Vorſtellung das Ver=
kehrsbureau
.
* Der Katholiſche Lehrerverein im Großherzogtum
Heſſen hielt lt. Darmſt. Ztg. im Konkordiaſaale zu Darm=
ſtadt
ſeine diesjährige Vertreterverſammlung ab, die von
allen Bezirksvereinen des Landes ſtark beſucht war. Mit
der Delegiertenverſammlung war eine Mitgliederver=
ſammlung
der Fürſorgekaſſe verbunden. Die Kaſſe ver=
fügt
gegenwärtig bereits über ein Vermögen von 91000
Mark. Die Zahl der Verſicherten beträgt zurzeit 563
Damen und Herren. Der Verein ſelbſt zählt gegenwärtig
1380 Mitglieder. Das Vereinsorgan Heſſiſche Schulblätter
erſcheint in einer Auflage von 1650 Exemplaren. Die
Vereinstätigkeit war nach dem vom Lehrer Lorenz Schmitt=
Darmſtadt erſtatteten Jahresbericht im abgelaufenen Jahr
beſonders lebhaft; namentlich die jetzt geregelte Gehalts=
frage
erforderte viele Arbeit und Aufregung. Dem Vor=
ſitzenden
Lehrer Schorn=Mainz wurde für ſein mannhaftes
Auftreten in dieſer Frage rückhaltloſe Anerkennung aus=
geſprochen
. Von den zur Beratung ſtehenden Anträgen
verdient beſondere Erwähnung der Antrag Bingen, der
die Bildung einer Jugendſchriftenkommiſſion fordert. Der
Antrag wurde einſtimmig angenommen. Ebenſo erfolgte
die einſtimmige Annahme des Antrages Offenbach auf
Bildung einer ſogenannten Militärkommiſſion, der die
Aufgabe zufällt, jungen Lehrern bei Ableiſtung ihrer ein=
jährig
=freiwilligen Dienſtpflicht mit Rat und Tat zur Seite
zu ſtehen. Von weitgehendem Intereſſe dürfte auch der
Antrag ſein, der darauf hinzielt, ein geſetzliches Verbot des
Wirtshausbeſuches für Schulentlaſſene unter 17 Jahren
herbeizuführen. Weiterhin ſoll der Vorſtand des Vereins
beim Großh. Miniſterium dahin vorſtellig werden, daß bei
Eingemeindungen die völlige Gleichſtellung der Vorort=
lehrer
mit denen in der Mutterſtadt ſowohl in Gehalt als
auch in Wohnungsentſchädigung geſetzlich feſtgelegt werde.
Ebenſo ſollen die Lehrer mit Seminarbildung im Gehalt
überall gleichgeſtellt und die Wohnungsentſchädigung nach
Servisklaſſen wie bei anderen Beamten gewährt werden.
Ein weiterer Antrag bezweckte die Gründung eines Preſſe=
ausſchuſſes
innerhalb des Vereins. Nach Beratung eini=
ger
Anträge ſchloß die anregend verlaufene Vertreterver=
ſammlung
nach vierſtündiger Dauer,
* Hanſabund=Verſammlung. Es wird nochmals im
Anſchluß an die zur Veröffentlichung gelangende Anzeige
auf die Hanſabund=Verſammlung hingewieſen, welche am
Freitag, den 17. April d. J., abends halb 9 Uhr, im Kai=
ſerſaal
ſtattfindet. Reichstagsabgeordneter Freiherr von
Richthofen wird über Die Arbeit des Reichstags
und der Hanſabund ſprechen und ſich hierbei be=
ſonders
mit der letzten großen Steuerreform und den dem
Reichstage gegenwärtig vorliegenden Geſetzentwürfen über
die Konkurrenzklauſel, die Sonntagsruhe und das Sub=
miſſionsweſen
, ſowie mit der Frage der kommenden Han=
delsverträge
beſchäftigen. Sicherlich wird Herr von Richt=
hofen
in ſeiner doppelten Eigenſchaft als Reichstagsabge=
ordneter
und als Geſchäftsführer der Berliner Zentrale
des Hanſabundes für Gewerbe, Handel und Induſtrie in
der Lage ſein, in ausgezeichneter Art und Weiſe über dieſe
Fragen zu referieren. Auch wird man den weiteren Aus=
führungen
des Herrn von Richthofen über den gegenwär=
tigen
Stand der auswärtigen Politik ſchon deswegen höch=
ſtes
Intereſſe entgegenbringen müſſen, weil Herr von
Richthofen nahezu ein Jahrzehnt in den verſchiedenſten
Funktionen, vom Attaché bis zum Legationsrat in den
deutſchen auswärtigen Vertretungen in Kairo, Hapre, Rom,
Petersburg, Teheran, Waſhington und Mexiko tätig ge=
weſen
und zweifellos in der Lage iſt, auch über den gegen=
wärtigen
Stand der auswärtigen Politik ein maßgeben=
des
Urteil zu fällen.
Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Für die am Montag, den 20. April, abends 8¼ Uhr,
in der Turnhalle am Woogsplatz ſtattfindende Vor=
leſung
der Parſifaldichtung erhalten die Mitglieder und
angeſchloſſene Vereine Karten zum ermäßigten Preiſe
im Vereinsbureau.

Ein mittelalterliches Altarwerk
in Frankfurt a. M.

Wie oft lieſt man in den Zeitungen, daß dem oder
tenem Mufeum wieder eine bedeutende Erwerbung ge=
lungen
iſt, daß aus unbekanntem Beſitz wieder einmal ein
Werk auftauchte, das es nun in einem öffentlichen Kunſt=
inſtitut
zu genießen gibt. Die Gewohnheit macht einen
flüchtig über ſolche Notiz hinwegleſen. Selten ſind die
Fälle wo durch ſolch eine geheimnisvolle Erwerbung dem
Menſchen auf einmal ein Gut erſchloſſen wurde das ſeinem
Sein, ſeinem Leben und Schaffen mächtige Antriebe zu
bieten vermag. Dieſen ſehr ſeltenen Fall erleben jetzt die
Beſucher des Städelſchen Kunſtinſtituts in
Frankfurt am Main, in deſſen Plaſtikenſammlung
ſeit den Oſtertagen ein mittelalterliches Altar=
werk
zu ſehen iſt, von dem man nicht ohne tiefſte Er=
griffenheit
gehen kann. Es iſt eine Alabaſterſchnitzerei,
eine Mittelgruppe mit dem Golgathadrama, Chriſtus die
beiden Schächer an den Kreuzen, darunter Magdalena,
die beiden Marien, der blinde Longinus, der Hauptmann
von Kapernaum und der Mann mit dem Eſſigſchwamm,
dazu in zwölf Einzelfiguren die zwölf Apoſtel, gleichſam
als Zeugen und als Verkünder der unfaßbaren Begeben=
heit
. Irgendwo in Italien, hört man, iſt das Werk auf=
getaucht
, dank einem glücklichen Zufall, dank der 360000
Mark, die die Stadt Frankfurt dem ſchnell zupackenden
Swarzenski bewilligte, iſt es gelungen dieſen Altar, der
ſchon den Weg nach Amerika gehen ſollte, in Europa zu
behalten.
Kunſtgeſchichtlich weiſt das Werk nach der Wende vom
14. zum 15 Jahrhundert einer Zeit, die mit dem Bur=
gunder
Hof eine gewaltige Entfeſſelung der Kräfte er=
lebte
. So Koſtbares, ſo ſtilvoll Ausgereiftes, ſo vornehm

Elegantes damals auch entſtanden, ſo ſehr fehlt es auch
der heutigen Wiſſenſchaft noch an Anhaltspunkten für die
Individualität, die ſehr weit im Stilvollen der Zeit auf=
zugehen
beſtrebt war. Als die Frankfurter Altargruppe
zuerſt auflauchte, glaubte man nach dem Urheber in jenem
burgundiſchen Kreis ſuchen zu müſſen bis mehr und mehr
die Meinung ſich bekräftigte, daß es ſich nurum einen
deutſchen, um einen in ſeiner Wirkſamkeit noch kaum
erkannten mittelrheiniſchen Meiſter handeln
könnte. Zu dem Altar in Lorch, zu Altarfiguren in
Schwerte ergeben ſich auf einmal geheimnisvolle Be=
ziehungen
und man ahnt in dem nicht feſtſtellbaren
Plaſtiker ſo etwas wie eine Grünewald=Natur ein halbes
Jahrhundert vor der Geburt Grünewalds. Doch, mag die
Wiſſenſchaft an derlei Fragen ihren Scharfſinn üben, die=
ſes
Werk gehört zu den Schöpfungen, die auch ohne alles
Vorwiſſen ihre Wirkung nicht verfehlen. Es ergreift durch
einen kaum zu faſſenden Formgehalt, durch eine Eleganz,
durch eine Natürlichkeit, eine Glut der Empfindung, die
über die Jahrhunderte hinweg lodernd geblieben iſt.
Welche Zartheit, welch wehmütige Ueberlegenheit umſpielt
dieſen ſterbenden Chriſtus, wie vom Wunder betroffen
ſteht der aus der Umnachtung erwachende Blinde, wie vom
Schmerz durchwühlt kauert die faſſungsloſe Magdalena
am Fuße des Blutgerüſts. Seltſam auch der bildneriſche
Reichtum der Apoſtelfiguren, die durch ihre Embleme, ihre
reich und ſorgſam durchgebildete Kleidung höchſt weltlich
anmuten und doch wiederum in der jedesmal anderen Art,
wie das große Ereignis ſich in ihnen widerſpiegelt,
wunderſam vergeiſtigt ſind. Es iſt etwas, was man ſo
wenig wird vergeſſen können wie jene antike rheiniſche
Pieta des Frankfurter Liebig=Hauſes, jenes lieblich jung=
fräuliche
Figürchen, das als ein erſchütterndes Dokument
der mütterlichen Liebe den zerſchundenen, den halb ſchon
in Verweſung übergegangenen Leib des Gekreuzigten in
ihrem Schoße hält.
Paul Weſtheim.

Feuilleton.

C. K. Der tragiſche Tod eines Erfinders. Durch eine
grauſame Ironie des Schickſals iſt am Sonntag Fernand
Foreſt, der Erfinder des Exploſionsmotors
an Bord des erſten Motorbpotes der Welt infolge
eines plötzlichen Schreckes geſtorben Ein bitteres von der
Willkür des Glückes getrübtes Erfinderſchickſal hat damit
ſeinen tragiſchen Abſchluß gefunden. Am Mittag ſollte in
Monaco das große Internationale Motorbootrennen
ſtattfinden. Am Morgen fuhr Foreſt in Begleitung ſeines
Sohnes mit dem von ihm erfundenen Motorboot Ga=
zelle
über die Strecke; die Gazelle iſt der Neſtor aller Mo=
torboote
, war 1888 als das erſte Boot ſeiner Art gebaut.
Auf der Rückfahrt zum Hafen ſtreifte das Fahrzeug einen
Felſen. Der Schaden war nicht bedenklich, die Gazelle‟
ſetzte ruhia ihre Fahrt fort, allein der 71jährige, durch
mancherlei Mißgeſchick heimgeſuchte Erfinder erlitt durch
den Schreck eine ſtarke Nervenerſchütterung. Wir ſind
verloren. rief er ſeinem Sohne zu und alle Verſuche, die
krankhafte Aufregung des Greiſes zu dämpfen, waren um=
ſonſt
. Fernand Foreſt verlor das Bewußtſein und ſtarb
bald darauf. Durch die Erfindung des Motors iſt unſere
heutige Entwicklung des Automobilweſens, des Motor=
bootes
und der Flugmaſchine überhaupt erſt möglich ge=
worden
. 1881 konſtruierte Foreſt ſeinen erſten Motor, eine
durch Gas betriebene Vertikalmaſchine. Dem erſten Ent=
wurfe
folgte 1882 der Exploſionsmotor, 1884 der erſte
Benzinmotor für Straßenbahnwagen, 1885 die erſte An=
wendung
dieſes Motors für Schiffe und Boote, und 1889
baute Foreſt ſeinen erſten Vier=Zylinder=Motor, der be=
reits
alle weſentlichen Züge unſerer modernſten Motoren
aufweiſt. Aber das Schickſal gönnte ihm nicht die Frucht
ſeiner Arbeit und ſeines Erfindungsgeiſtes. Fernand
Foreſt hatte das Unglück, ſeiner Zeit um zwei Jahrzehnte

[ ][  ][ ]

Nummer 104.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Seite 3.

* Ortsgewerbeverein. Die diesjährige ordentliche
Hauptverſammlung des Ortsgewerbevereins fin=
det
am Freitag, den 24. April, im Reſtaurant Sitte ſtatt.
* Vogelsberger Höhenklub. Nachdem das Wanderjahr
1913/14 mit ſo glänzendem Erfolge zur Neige gegangen iſt
lädt, wie aus der Anzeige erſichtlich iſt, der hieſige Zweig=
verein
zur erſten Wanderung im neuen Jahre ein. Sie
findet nächſten Sonntag, den 19. d. M., und nicht, wie im
Friſchauf irrtümlicherweiſe erwähnt, am 26. April, ſtatt.
Auf ſchönen Pfaden geht es von Station Wiebelsbach=
Heubach übers Rondell nach Sandbach und zur Frühſtücks=
raſt
nach Neuſtadt. Von hier führt der Weg durch das
Mühlhäuſer Tälchen hinauf nach Lützelbach und bietet
nunmehr auf dem Marſche nach Seckmauern prächtige
Fernblicke in den Odenwald, das Maintal und den Speſ=
ſart
. Eine kurze Schoppenraſt in Seckmauern ſtärkt die
Wanderſchar zum Weitermarſch nach Woerth und Klingen=
berg
, das durch ſeine Lage dem Auge des Wanderers nicht
zu berachtende Reize enthüllt; die ſogen. Schlucht und die
Burgruine ſeien u. a. ganz beſonders hervorgehoben.
Der Wanderplan für das Jahr 1914/15 gelangt ſoeben zur
Ausgabe und enthält noch folgende Wanderungen: Am 10.
Mai: Weinheim-Ober=Flockenbach-Tröſel-Löhrbach-
Birkenau=Weinheim. 13./14. Juni: Alsfeld-Lauterbach;
Lauterbach-Eiſenbach-Herbſtein-Herchenhain. 12. Juli:
Hofheim-Lorsbacher Tal-Eppſtein-Königſtein-Soden.
23. Auguſt: Heppenheim-Juhöhe-Groß=Breitenbach-
Fürth. 13. September: Bad Nauheim-Ziegenberg- Haus=
berg
-Butzbach. 11. Oktober: Darmſtadt-Park-Meſſel-
Arheilgen. 1. November: Lengfeld-Otzberg- Hummet=
roth
-Böllſtein-König. 29. November: Eberſtadt- Fran=
kenhauſen
-Ernſthofen-Wembach-Weinheim. 7. Febr.:
Nieder=Kainsbach-Vier Röcke-Lärmfeuer-Erbach. Am
7. März: Ober=Ramſtadt-Neunkirchen-Groß=Bieberau.
Außerprogrammäßige Wanderungen: Am 5. Juli zum
Hohenrodskopffeſt, am 27. September an den Rhein.

Vom Verwaltungsgerichtshof.

* Aus dem Bericht des Herrn Präſidenten des Großh.
Verwaltungsgerichtshofes an Großh. Staatsminiſterium
vom 1. April 1914, betr. die Tätigkeit des Verwaltungs=
gerichtshofes
im Jahre 1913/14, dürfte folgender Aus=
zug
von Intereſſe ſein:
I. Zu Beginn des Berichtsjahres waren aus vorderen
Jahren noch unerledigt: aus 1911/12 2 Sachen, aus
1912/13 21 Sachen, zuſammen 23 Sachen. Von dieſen
wurden im Berichtsjahre erledigt aus 1911/12 2 Sachen,
aus 1912/13 20 Sachen, zuſammen 22 Sachen, ſo daß in
das Geſchäftsjahr 1914/15 aus 1912/13 unerledigt über=
geht
1 Sache.
II. Im Berichtsjahr ſind anhängig geworden 117
Sachen.
III. Von den im Berichtsjahr anhängigen Sachen,
und zwar aus 1911/12 2 Sachen, aus 1912/13 21 Sachen
und aus 1913/14 117 Sachen, zuſammen 140 Sachen, wur=
den
im Berichtsjahr erledigt 119 Sachen, und zwar:
1. durch Urteil 84 Sachen, 2. durch Beſchluß 24 Sachen,
3. durch Beſcheid (Art. 44, 83 II1 und 86 V.=R.=G.) 3.
Sachen, 4 durch Zurücknahme des Antrags, der Klage
oder des Rechtsmittels 7 Sachen, 5. durch Abgabe an die
zur Entſcheidung zuſtändige Inſtanz 1 Sache, zuſammen
119 Sachen.
IV Es ſind mithin in das Geſchäftsjahr 1914/15 als
unerledigt zu übernehmen aus 1912/13 1 Sache, aus
1913/14 20 Sachen, zuſammen 21 Sachen.
V Von den im Berichtsjahre erledigten 119 Sachen
betreffen: I. Diſziplinarſtrafverfahren: 1. gegen Beamte
(Diſziplinargeſetz von 1880) 2 Sachen, 2. gegen Volksſchul=
lehrer
(Art. 113 V.=R.=G.) 1 Sache; II. Vorentſcheidung
(Art. 77 A.=G. zum B G.=B.): 1. gegen Beamte 18 Sachen,
2. gegen Lehrer 5 Sachen; III. Reviſionsbeſchwerden
wegen Veranlagung zur ſtaatlichen Einkommen= und Ver=
mögensſteuer
12 Sachen; IV Klage wegen Veranlagung
zur Reichszuwachsſteuer 3 Sachen; V. Klage wegen Ver=
anlagung
zu Gemeindeumlagen 4 Sachen; VI. Klage
wegen Zuziehung zu öffentlichen Gemeindeabgaben (erkl
Umlagen) 6 Sachen; VII. Antrag auf Beſtimmung des
zuſtändigen Gerichts (Art. 13 V=R.=G.) 5 Sachen;
VIII. Entſcheidung über Ablehnung von Gerichtsmitglie=
dern
(Art. 22. 23 V.=R.=G.) 1 Sache; IX. Bewilligung
des Armenrechts (Art. 121 V.=R.=G.) 1 Sache: X. Be=
ſchwerde
gegen einen Koſtenfeſtſetzungsbeſchluß (Art. 120
Abſ. 3 V.=R.=G.) 11 Sachen; XI. Beſchwerde gegen die
Feſtſetzung des Streitwertes (Art. 120 Abſ 3 V.=R.=G
4 Sachen; XII. Beſchwerde gegen die Beiladung Betei=
ligter
(Art. 50 V.=R.=G.) 1 Sache; XIII. Verwaltungs=
ſtreitſachen
anderer Art: 1. Erteilung oder Entziehung der
Erlaubnis zum Wirtſchaftsbetriebe 13 Sachen. 2. Ertei=
lung
oder Entziehung einer gewerbepolizeilichen Erlaub=
nis
anderer Art 5 Sachen, 3. Geltendmachung von An=
ſprüchen
auf Grund des Fürſorgekaſſegeſetzes 9 Sachen.
4 Einwendungen gegen die Wahl oder die Gewählten bei
öffentlichen Gemeindewahlen 5 Sachen. 5. Ablöſung öffent=
licher
Gerechtſame 1 Sache, 6. Klage wegen Zuziehung

zu den Umlagen der Landwirtſchaftskammer 2 Sachen,
7. Klage auf Erſatz geleiſteter öffentlicher Unterſtützungen
2 Sachen, 8. Schadenerſatzanſprüche auf Grund des Bach=
geſetzes
1 Sache, 9. Klage gegen einen Polizeibefehl
3 Sachen, 10. Klage auf Rückerſatz indirekter Gemeinde=
abgaben
1 Sache, 11. Anfechtung von Beſchlüſſen der Ge=
meindevertretung
2 Sachen, 12. Geltendmachung von An=
ſprüchen
auf Grund des Enteignungsgeſetzes 1 Sache.

Hauptausſchuß für dle Sammlung des deutſchen
Roten Kreuzes.

g. Der Hauptausſchuß für die Sammlung
des deutſchen Roten Kreuzes hielt geſtern nach=
mittag
unter dem Vorſitz von Bürgermeiſter Mueller
im Stadthaus eine Sitzung ab, um die inzwiſchen in
den einzelnen Bezirksausſchüſſen gefaßten Beſchlüſſe und
ausgeſprochenen Anregungen entgegenzunehmen und
nähere Beſchlüſſe zu faſſen. Der Vorſitzende gab zunächſt
bekannt, daß die Bank für Handel und Induſtrie ſich bereit
erklärt hat, die gefüllten Sammelbüchſen aufzubewahren
und eine Hauptwechſelſtube einzurichten. Der Allgemeine
Studentenverband hat grundſätzlich ſeine Bereitwilligkeit
ausgeſprochen, die Sammlung zu unterſtützen und wird
nach Semeſterbeginn die nötigen Schritte unternehmen.
Weiter iſt jetzt bekannt geworden, daß das Hoftheater am
10. Mai eine größere Veranſtaltung hat, dem Tage, für
den urſprünglich die Abendunterhaltungen geplant waren.
Nach einer Rückſprache mit Generalintendant Dr. Eger
iſt nunmehr der 9. Mai für die Abendunterhaltungen be=
ſtimmt
worden. Auch die Militärkapellen ſtehen durch das
Entgegenkommen des Herrn Generalmajors v. Randow
für dieſen Abend zur Verfügung. Die Veranſtaltungen
finden in vier Sälen ſtatt, nämlich im Saalbau, in der
Turnhalle am Woogsplatz, der Beſſunger Turnhalle und
dem Mathildenhöhfaale. Die Platzkonzerte ſind am näch=
ſten
Tage, den 10. Mai.
Ueber dieſe Konzertveranſtaltungen am Sonntag, den
10. Mai, haben die ſechs Bezirksausſchüſſe folgendes be=
ſchloſſen
: 1. Bezirk: Konzert von halb 12 bis 1 Uhr auf
dem Platz an der Poſt, nachmittags auf dem Platz vor
dem neuen Bahnhof; 2. Bezirk von halb 12 bis 1 Uhr auf
dem Wilhelminenplatz (vor dem neuen Palais), nachmit=
tags
von 3 bis 4 Uhr auf dem Marienplatz; 3. Bezirk
von halb 4 bis halb 5 Uhr im Orangeriegarten. Hier
ſollen Büfetts aufgeſtellt und eventuell ein kleines Ein=
trittsgeld
erhoben werden; 4. Bezirk von halb 12 bis 1 Uhr
auf dem Marktplatz, nachmittags von halb 4 bis halb
5 Uhr auf dem Kapellplatz und von halb 5 bis 5 Uhr auf
der Inſel; 5. Bezirk ½121 Uhr auf dem Platze vor dem
Interimstheater, nachmittags auf dem Heiligkreuzberg;
6. Bezirk von halb 12 bis 1 Uhr auf dem Schloßgarten=
platz
und nachmittags von 3 bis halb 5 Uhr auf dem
Riegerplatz. Bei ſehr ſchlechtem Wetter muß das Konzert
eventuell auf den 24. verſchoben werden.
Ueber die Frage des Tanzes nach der Abendunter=
haltung
haben ſich vier Bezirke befürwortend ausgeſpro=
chen
, in anderen war man darüber geteilter Meinung. Es
wird alſo, dem Wunſche der Mehrheit entſprechend, nach
dem Abſchluß des offiziellen Teiles ein Tanz ſtattfinden
zu dem auch die jungen Mädchen die Karten zu 1 Mark
verkaufen werden. Die Hausſammlungen empfahl der
erſte Bezirk für den 9. Mai, der zweite für den Sedantag,
der dritte Bezirk konnte die Hausſammlung nicht empfeh=
len
; der vierte Bezirk empfahl die Hausſammlung bis
Ende Mai; der fünfte Bezirk kam zu keiner Ent=
ſcheidung
und der ſechſte konnte die Hausſammlung nicht
empfehlen. Es wurde insbeſondere dagegen ins Feld
geführt, daß beſonders unſere Sanitätskolonne auf Haus=
ſammlungen
angewieſen ſei und unter Hausſammlungen
zu leiden hätte. Dies Bedenken könnte nach einem Vor=
ſchlage
dadurch beſeitigt werden, daß der Landesverein
erſucht werden ſoll, der Sanitätskolonne einen angemeſ=
ſcnen
Teil zu überlaſſen. Miniſterialrat Dr. Kratz ſpricht
ſich für die Hausſammlungen im Mai aus. Eine Ver=
ſchiebung
auf den Herbſt käme höchſtens für das Land in
Betracht. Die Hausſammlungen werden gleich nach dem
10. Mai vorgenommen werden.
Weiter wurde von einigen Vertretern der Bezirke
Mitteilung gemacht über Verhandlungen mit Warenhäu=
ſern
, die größere Summen zur Verfügung ſtellen wollen.
Auch wurde in Anregung gebracht, mit den Kinobeſitzern
zu verhandeln. Der Plan, eine Modeſchau zu veranſtal=
ten
, wurde nach Rückſprache mit dem Vorſtand des Detail=
liſtenvereins
fallen gelaſſen, da die Saiſon zu weit vor=
geſchritten
iſt. Gen.=Int. Dr. Eger hat für den Abend des
9. Mai die Kunſtkräfte des Theaters zur Verfügung geſtellt
für den Fall, daß ſie ſich zur Mitwirkung bereit erklären
Freiherr v. Wolzogen hat ſich liebenswürdigerweiſe
bereit erklärt, für die Abendveranſtaltungen einen Prolog
zu dichten und auch bei einer Veranſtaltung zum Vortrag
zu bringen. Herr Hofſchauſpieler Knispel teilte mit,
daß die meiſten Mitglieder vom Hoftheater ihre Mitwirk=
ung
zugeſagt haben. Es würde nach ſeinem Vorſchlag für
jedes Lokal ein muſikaliſcher Vorſtand eingeſetzt werden,

der das Arrangement übernimmt. Auch werden Mitglie=
der
des Hoftheaters den Prolog in den drei anderen
Lokalen ſprechen.
Zur Mitwirkung an den Abendunterhaltungen wur=
den
vier Geſangvereine eingeladen, der Liederzweig,
Liedertafel, Lehrerſängerchor und Mozartverein; für die
Turnhalle und den Mathildenhöhſaal ſind 3 große Turn=
vereine
zum Mitwirken bereit. Ferner wird eine marokka=
niſche
Tänzerin Nefru durch ihre heimatlichen Tänze
erfreuen, und weiter iſt in Ausſicht genommen, die ägyp=
tiſchen
Tänze, die in der Vereinigten Geſellſchaft aufge=
führt
wurden, wieder zu arrangieren. In den anderen
Sälen werden jedenfalls Darbietungen des Hoftheater=
Balletts erfreuen. (Vielleicht auch die Duncan=Schule?
D. Ref.)
Es iſt ſomit in überaus reichem Maße dafür geſorgt,
daß die Darbietungen in den vier Sälen, die etwa zwei
Stunden dauern ſollen, und ſämtlich möglichſt gleichwertig
gehalten werden, abwechſelungsreich und intereſſant ge=
ſtaltet
werden können. Im Laufe des Abends wird bei
jeder Veranſtaltung eine kurze Anſprache gehalten werden.
Auch die Studentenſchaft wird ſich mit einer Veranſtalt=
ung
an den Sammlungen beteiligen; es wird jedoch erſt
nach Ablauf der Ferien entſchieden werden können, ob ein
Kommers ſtattfindet.
Man ſchritt nunmehr, nach Erledigung dieſer ſchwie=
rigen
Fragen, zur Beratung über die Anſchaffung der
Materialien, der Abzeichen (Blätter und Fähnchen), ſowie
der Poſtkarten. Da auch an anderen Orten die offiziellen
Poſtkarten nicht zuſagen, hatte man in Gießen einen Ent=
wurf
herſtellen laſſen, den man dort als Poſtkarte her=
ſtellen
laſſen will. Regierungsaſſeſſor Dr. Siegert legte
nun geſtern den Entwurf auch hier vor, um eventuell die
Herausgabe einer Heſſenkarte zu veranlaſſen. Die
Anweſenden ſprachen ſich warm für dieſe Zeichnung aus,
die in glücklicher Weiſe die Bedeutung als Feſtkarte ver=
ſinnbildlicht
. Es iſt ein ſchmuckes kleines Heſſenmädel in
der reizvollen bunten Oberheſſentracht, beladen mit offiziel=
len
Sammelbüchſen und Poſtkarten. Die nähere Beſtim=
mung
über die Anzahl der zu beſtellenden Karten nach
dieſer Zeichnung wurde dem Vorſtande überlaſſen.
Die Plätze zu den vier verſchiedenen Veranſtaltungen
am Abend des 9. Mai werden ſo verteilt, daß jeder der ſechs
Bezirke die gleiche Anzahl Plätze in jedem der vier Säle
erhält. Es gibt Karten zu 3, 2 und 1 Mark und zu 30 Pfg.
Es ſoll jedoch nur eine kleine Anzahl der teuren Plätze
verkauft werden. Ueber die Frage, ob die Abzeichen und
Poſtkarten am 10. Mai auch außerhalb der Konzertplätze
und außerhalb der Konzertzeit verkauft werden ſollen,
äußerte man ſich in der Mehrzahl dahin, daß ein allge=
meiner
Verkauf wie am Blumentage nicht gewünſcht wird.
Die Mädchen werden alſo lediglich die Konzertplätze ge=
wiſſermaßen
abſperren, jedoch nicht in dem Sinne, daß ſie
denjenigen den Zutritt verweigern ſollen, die keine Ab=
zeichen
kaufen wollen. Die Eintrittskarten zu den Abend=
veranſtaltungen
zu vertreiben, hat ſich der Jungdeutſch=
landbund
bereit erklärt.
Es wurde dann noch mitgeteilt, daß am 10. Mai auf
dem Exerzierplatz der Gauturntag abgehalten wird, wo
die jungen Mädchen ebenfalls Abzeichen und Poſtkarten
verkaufen können. Es iſt erforderlich, die Sammel=
büchſen
möglichſt bald zu beſtellen. Dies iſt aber nur mög=
lich
, wenn die Helferinnen umgehend ihre Bereitwilligkeit
erklären, dieſes Amt zu übernehmen. Mit herzlichem
Dank an die Erſchienenen ſchloß der Vorſitzende die
Sitzung.

Neu hergeſtellte Fernſprechanſchlüſſe
und Henderungen bei beſtehenden Sprechſtellen,

a) Neue Anſchlüſſe: 2284 Frau M. Blanck, Ww.,
Riedeſelſtraße 46. 2308 Breimer, Ernſt, Hofl., Wilhel=
minenſtraße
52. (314) Hilsdorf, Hch., Schloßgartenſtr. 55.
2431 Juda, Leopold, Kaufmann, Soderſtraße 132. 1922
v. Moßner, Leutnant, Wilhelmſtraße 8.
b) Aenderungen: 1898 Draudt, Max, Heinrich=
ſtraße
70, jetzt Steinſtr. 15. 2179 Erſte Darmſtädter Lack=
fabrik
, jetzt Liebigs Lackfabrik (Inh. Rich. Boller) und
Nr. 1182. 2463 Gaſthof zur Poſt (Inh. Julius Warmuth),
jetzt Hotel zur Poſt (Inh. Adolf Hirth). 1274 Gerber, C.,
Luiſenplatz 7, jetzt Eliſabethenſtraße 5. 1390 Hannemann,
Gg., Bismarckſtr. 60, jetzt Stiftſtraße 23. 1516 Kern, Aloys,
Bismarckſtraße 24, jetzt Mathildenplatz 5. 2469 Kleinlogel,
A., Beckſtraße 73, jetzt Roßdörfer Straße 102. 2057
v. Kropff, übertragen an Koehler, G. W., Dr.=Ing., Pro=
feſſor
. 263 Mayer & Cie., Wendelſtadtſtraße 38, jetzt Lie=
bigſtraße
15. 1639 Rothe, K., Riedeſelſtraße 46, jetzt Hei=
delberger
Straße 4. 388 v. Rotsmann, Frhr., übertragen
an v. Stoeſſer, Oberſtleutnant. 2048 Stadtmüller, Karl,
Karlſtraße 67, jetzt Soderſtraße 18. 1566 Wlagner, Julius,
Kirchſtraße 19. jetzt Luiſenplatz 2. 1877 Walter, Heinrich,
Annaſtraße 10, jetzt Heinrichſtraße 73. 83 Waſſerwerk,
Städtiſches, Waldſtraße 19, jetzt Frankfurter Straße 29.
1477 Weicker, Albert (Inhaber Moewes, Gg.), Hoffmann=
ſtraße
13½, jetzt Inhaber Weicker, Albert, Frankfurter

voraus zu ſein. Mangel an Geldmitteln und die Lücken=
haftigkeit
der franzöſiſchen Patentgeſetzgebung führten da=
zu
, daß der Erfinder in der Wirklichkeit um den Lohn ſeines
Schaffens kam. Seine Arbeit diente nur anderen, die
durch Verbeſſerungen eigene Patente erlangten und aus=
nutzten
. Und während der Motor das Verkehrsleben
revolutionierte und ſeinen Siegeszug durch die Welt an=
trat
, ſaß Foreſt in den ärmlichſten Verhältniſſen in ſeiner
kleinen Reparaturwerkſtatt von Suresnes und ſah andere
reich werden. Die Verleihung des Ordens der Ehren=
legion
, die erſt im Jahre 1910 erfolgte, war nur ein
ſchwacher Troſt für den entgangenen Ruhm und den ent=
gangenen
, redlich verdienten Reichtum.
Ein Stadtrat für Muſik in London. Aus London
wird berichtet: Die Stadtverwaltung der engliſchen Haupt=
ſtadt
gibt den Kommunalbehörden der europäiſchen Groß=
ſtädte
ein intereſſantes Beiſpiel ſtädtiſcher Muſikpflege:
Mr. Hubert Bath iſt zum Stadtrat für Muſik in London
ernannt worden. Dem muſikaliſchen Stadtrat fällt die
Ueberwachung der Programme jener Konzerte zu, die in
den verſchiedenen Stadtteilen Londons öffentlich veran=
ſtaltet
werden; er hat ſomit Einfluß über rund 50 Orcheſter.
Der neue Stadtrat für Muſik erklärte bei Antritt ſeines
Amtes, darüber wachen zu wollen, daß fortan nur Muſik=
ſtücke
geſpielt werden, die geeignet ſind das Muſikverſtänd=
nis
und das muſikaliſche Urteil der Allgemeinheit zu ver=
beſſern
. Einſtweilen freilich haben die engliſchen Kompo=
niſten
den meiſten Vorteil, denn ihre Kompoſitionen füllen
weilaus den größten Teil der Programme aus.
Das Pariſer Prunkbett für König Georg. König
Georg von England, der in der nächſten Woche mit ſeiner
Gemahlin ſeine Schritte nach Paris lenkt, hat die fran=
zöſiſche
Regierung eine große Ehrung zugedacht. Ihm
wird nichts mehr und nichts weniger verſtattet, als des
Abends ſeinen müden Leib in dem Staatsbette Na=

poleons I. ſtrecken zu dürfen. Die Manen des großen
Korſen werden ihre Hände ſchützend über den engliſchen
Herrſcher ausſtrecken, ſie werden ſeinen Sinn für Frank=
reich
einnehmen, und ſo kann es denn wohl nicht aus=
bleiben
, daß die Entente Cordiale jetzt zu einem feſten
Bündnis umgewandelt und Britenreich und Franzoſentum
noch enger verknüpft werden wird.
** Der Triumph des Strumpfes. Niemals in der
ganzen Geſchichte der weiblichen Mode iſt dem Strumpf
in ſolcher Luxus und ein ſolcher Grad von Aufmerkſamkeit
zuteil geworden, wie es heute der Fall iſt! Mit dieſen
Worten beginnt Gordon Meggy einen Aufſatz in Pearſons
Magazine, in dem er die exotiſchen Koſtbarkeiten und
Wunder der jüngſten Fußtoilette ſchildert. Der Tango
hat den Anſtoß gegeben; die geſchlitzten Kleider haben das
Uebrige getan, und da nun einmal in der heutigen Mode
der Strumpf eine Sichtbarkeit erlangt hat, wie ſie ihm
ſelten zuteil geworden, ſo hat ſich das Schmuckbedürfnis
der Frau mit Leidenſchaft auf dieſen bisher ein wenig ver=
nachläſſigten
Teil der weiblichen Kleidung geworfen und
feiert Orgien der Eleganz, die wahrſcheinlich noch lange
nachklingen werden, wenn Tango und Schlitzrock ſchon
längſt vergeſſen ſind. Früher war ein Strumpf eben ein
Strumpf, bald feiner und bald gröber, bald koſtbarer und
bald billiger, aber doch in ſeiner Art ſtets gleich. Heute
bietet ſich der wählenden Dame eine verwirrende Fülle
der verſchiedenartigſten Strumpfmuſter, Strumpffarben
und Strumpfzierraten dar und ſie kann, wenn ſie will,
für dieſe Dinge ein ganzes Vermögen anlegen. Gordon
Meggy erzählt, daß ihm in Paris ein Paar Strümpfe ge=
zeigt
wurden, an denen in jede Maſche des feinen Gewebes
in Brillant eingenäht war, ſo daß Hunderte dieſer
Edelſteine die zarte Fußhülle in ein einziges blendend
ſchimmerndes Gewebe verwandelten. Der Preis dieſes
Strumpfvaares beteug natürlich viele tauſend Mark. Aber

auch wer gerade nicht ſeinen Brillantenſchmuck im Strumpf
tragen will, muß doch mehrere Hundertmarkſcheine wenig=
ſtens
anlegen, um in der Strumpfmode von heute auf der
Höhe zu ſein. Die koſtbarſten Stickereien, die erleſenſten
Spitzeneinſätze, die feinſten Gewebe ſind hier verſchwen=
det
; die moderne Dame liebt es, den delikaten Reiz einer
exotiſchen Ornamentik unter dem Rock hervorlugen zu
laſſen; flatternde blaue Vögel, buntſtrahlende Orchideen,
ſtreng geometriſche Figuren. Und der Strumpf erhält erſt
das rechte Relief durch den reichen Fußſchmuck den
die Dame trägt. Sie unterbricht die Farbe des Strumpfes,
die genau mit der ganzen Toilette zu einer Harmonie ab=
geſtimmt
iſt, durch ein breites Pelzband; ſie umſchlingt die
feinen Knöchel mit juwelenbeſetzten oder Uhren tragenden
Bändern; ſie legt mit Diamanten geſchmückte Strumpf=
bänder
an und trägt an ihnen goldene Börſen und
Büchschen und Etuis, das ganze klirrende entzückende
bric à brac, in dem die Mondäne von heute ihre Utenſilien
birgt.
* Schaufenſterreklame. Kellner. ſagte der Gaſt em=
pört
, was ſoll denn das heißen? Geſtern bekam ich für
denſelben Preis eine Portion Huhn, die war genau noch
mal ſo groß wie heute. Jawohl, Herr, antwortete der
Kellner. Wo ſaßen Sie denn? Da drüben am Fenſter.
Das war es eben. Die Leute, die am Fenſter ſitzen,
kriegen immer die größere Portion. Das macht ſich von
draußen ſehr gut!
* Heimgezahlt. Ein Millionär wollte nichts von der
Heidenmiſſion wiſſen. Als nun am Sonntag in der Kirche
die Kollekte zum Beſten der Miſſion umgeht und der
Kirchendiener auch zu ihm kommt, ſchüttelt der Millionär
den Kopf. Ich gebe nie etwas für die Miſſion, flüſterte
er. Dann nehmen Sie ſich etwas aus dem Beutel, Herr,
flüſtert der Kirchendiener zurück und reicht ihm den Beu=
el
bin. Das Geld iſt ja für die Heiden!

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Nummer 104.

Straße 26. 1023 Zürker, Joſeph, Georgenſtraße 1½, jetzt
Bleichſtraße 26.
c) Abgebrochene Sprechſtellen: 1182 Boller, Rich.
2477 Broicher, Friedr. 1928 Karn, Peter, Nieder= Ram=
ſtädter
Straße 70. (2469) (Kleinlogel, A.), derſelbe Roß=
dörfer
Straße 76. 1941 Koehler, Gg. W. 1783 Strauß,
Heinrich.
* Roßdorf, 15. April. (Ortsgewerbeverein.)
Die diesjährige Geſellenprüfung iſt nunmehr beendet und
werden die Geſellenbriefe am nächſten Sonntag, 19. April,
nachmittags 4 Uhr, in der hieſigen Sonntags=Zeichenſchule
überreicht. Zum erſten Male haben ſich auch vier weib=
liche
Handwerker der Prüfung unterzogen und durchweg
gute Noten erhalten. Wir laden zur Ueberreichung die
Eltern der Prüflinge, die Lehr= und Prüfungsmeiſter und
=Geſellen, die Vorſtände von Kirche und Gemeinde, die
Mitglieder des Ortsgewerbevereins, ſowie alle Freunde
und Freundinnen des Handwerks ganz ergebenſt ein. Die
Geſellenſtücke ſind von 46 Uhr ausgeſtellt und können
von jedermann beſichtigt werden.
Gernsheim, 15. April. (Erweiterung der
Zuckerfabrik.) Die hieſige Zuckerfabrik wird in die=
ſem
Jahre wieder größere Neuanlagen vornehmen. Es
ſollen neue Schwemmen zur Aufnahme von Zuckerrüben
gebaut werden. Im letzten Jahre ſind die Anlagen ſchon
ſo erweitert worden, daß außer der Anfuhr per Achſe und
Schiff noch etwa 200 Wagen Zuckerrüben pro Tag unter=
gebracht
werden können. (Ehrenbürger.) Geſtern
wurde der Oberin der hieſigen Barmherzigen Schweſtern,
Schweſter Ida, die 25 Jahre lang hier ſegensreich gewirkt
hat, vom Bürgermeiſter Nuß der Ehrenbürgerbrief der
Stadt Gernsheim überreicht.
Jugenheim a. d. B., 15. April. (Brandſtifter.)
Nachdem der wegen Brandſtiftung verhaftete Gärtner Hch.
Spengler ſeiner Tat überführt iſt, wurde er nach
Darmſtadt in Unterſuchungshaft gebracht.
Offenbach, 15. April. (Sich ſelbſt geſtellt.) Ein
bei einer hieſigen Kohlenhandlung angeſtellt geweſeuer
Handlungsgehilfe war damit betraut, Kundengelder ein=
zukaſſieren
. Er gab in einer Anzahl von Fällen die ihm
übergebenen quittierten Rechnungen an ſeine Firma zurück
mit dem Bemerken, daß die Leute Zahlung nicht geleiſtet
hätten. In Würklichkeit hatte er jedoch die Beträge ver=
einnahmt
und die von ihm ausgeſtellten Rechnungen eigen=
mächtig
ſelbſt quittiert. Ferner hat er verſchiedene Geld=
beträge
, die er für ſeine Firma einzahlen ſollte, für ſich
verbraucht. Auf die angegebene Weiſe hat der ungetreue
Angeſtellte ſeine Firma nach und nach um etwa 1000
Mark geſchädigt. Als ſeine Manipulationen an=
fangs
März ans Tageslicht kamen, flüchtete er nach Frank=
reich
. Oſtern kehrte er wieder hierher zurück und ſtellte ſich
freiwillig der Polizei. Er wurde in Unterſuchungshaft
genommen. (Geländete Leiche.) Ein ſeit einiger
Zeit vermißter Hauſierer aus dem Nordweſtviertel wurde
in Niederrad aus dem Main geländet. Ob Unglücksfall
oder Verbrechen vorliegt, iſt noch nicht aufgeklärt.
* Mainz, 15. April. (1. Deutſches Volkstrach=
tenfeſt
.) Der Feſtausſchuß des Trachtenfeſtes, dem jetzt
noch verſchiedene bewährte Kräfte beigetreten ſind, iſt emſig
mit den Vorarbeiten beſchäftigt und kann mit Befriedigung
auf ſeine bisherige Tätigkeit zurückblicken. Im Laufe der
letzten Zeit lief noch eine große Anzahl Anmeldungen von
Volkstrachtenvereinen zur Beteiligung an dem Feſte ein.
Die Ehrenpreiſe, darunter ſolche von Fürſtlichkeiten, ſind
ſchon zum größten Teile eingetroffen und werden dem=
nächſt
ausgeſtellt. Allmählich zeigt auch das Publikum
ein größeres Intereſſe wie bisher und manches Vorurteil
iſt geſchwunden. Da der Beſuch des Feſtes durch das
Herzogspaar von Sachſen=Koburg und Gotha feſtſteht,
wird aller Vorausſicht nach auch der Großherzog von
Heſſen nebſt Gemahlin ſich hier einfinden. Und wenn ſich
erſt die Thüringer, Franken. Schwarzwälder, Bayern,
Oeſterreicher, Schwälmer (Heſſen), Tiroler, Schweizer,
Holländer und noch andere in ihren farbenprächtigen, ent=
zückend
ſchönen Volkstrachten am alten deutſchen Rheine
die Hände reichen, werden die Wogen der Begeiſterung
ſchwellen. Aus den verſchiedenſten deutſchen Gauen wer=
den
zum erſten Male die reizvollen alten Volkstänze der
Oeffentlichkeit gezeigt und vorgeführt und die Pflege der
Heimatliebe und Heimatart wird in dieſen Tagen Triumphe
feiern. Was bisher in abgelegenen Dörfern, in fernen
Tälern und einſamen Bergwinkeln mit inniger Heimat=
liebe
gehegt und gepflegt worden in aller Stille und Ab=
geſchiedenheit
, und von dem mitunter nur wenig in die
große Oeffentlichkeit gedrungen iſt, das wird in Mainz
glänzen.
Mainz, 15. April. (Glückwünſche aus der
Luft) wurden geſtern dem Inhaber der hieſigen Goe=
deckerwerke
, Herrn Goedecker, anläßlich ſeiner Hochzeit in
Wſesbaden, zugeworfen. Während der kirchlichen Trau=
ung
in der Bonfatiuskirche zu Wiesbaden ſtiegen von den
Goedeckerwerken in Mainz aus der Chefpilot Enslinger
und ein anderer Flieger, mit Blumenſträußen reich ver=
ſehen
, auf, nahmen die Richtung nach der Weltkurſtadt und
warfen dort über der Kirche ihre bunten Glückwünſche zur
Erde nieder. Die ſinnigen Grüße wurden an die Adreſſaten
prompt abgeliefert.
Mainz, 15. April. (Der falſche Reviſor.) In
der ſtädtiſchen Zahlſtelle für Steuern in Mainz=Koſtheim
erſchien geſtern ein Unbekannter, ſtellte ſich als Reviſor
vor und verlangte die Aufzählung der Gelder. Der Kaſ=
ſenbeamte
, der ſofort erkannte, daß es auf ein Schwindel=
manöver
abgeſehen ſei, frug den Mann, ob er glaube, daß
man in Köpenick ſei. Trotzdem blieb der Fremde bei ſeiner
Forderung und verbat ſich eine ſolche Parallele. Der Be=
amte
ließ den Fremden ſchließlich feſtnehmen. Es ſtellte
ſich heraus, daß es ein Koſtheimer war, der in Mainz
arbeitet. Er ſoll auf ſeinen Geiſteszuſtand unterſucht
werden.
Alzey, 15. April. (Durch einen eigenartigen
Unfall) in Lebensgefahr geraten iſt die Kleidermacherin
Maria Rühl hier. Sie verſchluckte einige Stecknadeln,
mußte ins Krankenhaus gebracht und dort einer Operation
unterzogen werden.

Heſſiſcher Landesverband des Deutſchen
Flottenvereins.

* Dem Jahresbericht für 1913 entnehmen wir fol=
gendes
: Auf der Hauptverſammlung des Landesverbandes
in Schotten am 24. Auguſt begründete der 1. Vorſitzende
die folgende von der Hauptverſammlung zu Bremen er=
laſſene
Kundgebung: Der Deutſche Flottenverein iſt
durch die Ereigniſſe der jüngſten Zeit erneut zu der Ueber=
zzeugung
gelangt, daß die gegenwärtige maritime Aus=
landsvertretung
den Intereſſen des Deutſchen Reiches
nicht ausreichend entſpricht Der Verein tritt daher für
eine Verſtärkung der Auslandsvertretung in der Weiſe
ein, daß aus den geſetzlich feſtgelegten Schiffsbeſtänden
künftig an der Weſt= und Oſtküſte von Amerika je ein
Kreuzer ſtändig ſtationiert wird und daß in der Heimat

ein ſogenanntes fliegendes Geſchwader, beſtehend aus
Panzer= und kleinen Kreuzern, ſtändig bereit gehalten
wird, um jederzeit dort, wo es erforderlich wird, unver=
züglich
zum Schutze des deutſchen Anſehens und des deut=
ſchen
Handels eingreifen zu können. Direktor Laute=
ſchläger
ſprach am Alteburgkopf über Entwickelung und
Bedeutung der Flotte. Der 2. Vorſitzende, Konteradmiral
Weſtphal, legte aus Geſundheitsrückſichten ſein Amt
nieder; ſeitdem iſt die Stelle unbeſetzt. Ehrendiplome er=
hielten
: Becker, Oberſt z. D.; Schönfeld, Geh. Reg.=Rat;
Wilckens Apotheker. Ehrenwartdiplome erhielten: Dr.
Baur, Profeſſor; Frank, Förſter; Dr. Gericke; Groos,
Forſtmeiſter; Heinrichs, Kreisrat; Jährling, Kaufmann;
Keck, Kaufmann; Klump Bauinſpektor; Krämer, Kauf=
mann
; Dr. Lahm, Geh. Schulrat; Mootz, Oberſtleutnant
z. D.; Schwan, Kaufmann; Weſtphal, Konteradmiral z. D.;
Wolff. Kreisrat.
Das Großherzogtum hat 1100 Wohnplätze, in 600 da=
von
iſt kein Mitglied. dabei ſind Orte mit mehr als 1000
Einwohnern; das Großherzogtum hat faſt 400000 Ein=
kommenſteuerpflichtige
, davon 40500 der 1. Abteilung; die
Mitgliederzahl beträgt weniger als 10000; Arbeitsfeld iſt
alſo vorhanden. Im Jahre 1913 haben nur 33 Gruppen,
das iſt ein Viertel der Geſamtzahl. Veranſtaltungen ab=
gehalten
. 1913 legte Zurückhallung auf, ſie zeigt ſich in
einem Rückgang des Mitgliederſtandes; in der Hand der
Geſchäftsſtellen nicht nur, ſondern jedes einzelnen Mit=
gliedes
liegt es, zu bewirken, daß der Jahresbericht 1914
mit einem Zuwachs abſchließt. Der Bericht erwähnt fer=
ner
die Geſellſchaftsfahrt im Juni von Paſſau über Wien,
Trieſt nach Pola. An der Lehrerfahrt Ende Juli nahmen
teil die Herren: Arnold, Waldülversheim; Bopp, Nidda;
Herpel, Auerbach; Hofmann, Bad Nauheim; Mayr, Viern=
heim
; Saal, Pfungſtadt; Sommer, Inheiden; Spehnkuch,
Mühlheim. Die Teilnehmer ſind bereit, Vorträge über
ihre Erlebniſſe und Erfahrungen zu halten. Unterſtützun=
gen
wurden gezahlt: aus dem China=Fonds 100 Mark,
aus dem Südweſtafrika=Fonds 100 und 150 Mark. Die
Vermögenslage ergibt in Einnahme und Ausgabe
17601,35 Mark. Aus einer dem Bericht beigegebenen Sta=
tiſtik
ergibt ſich, daß die Zahl der Mitglieder 9792 beträgt;
außerdem gehören dem Landesverband 121 Körperſchaften
mit 18345 Mitgliedern an. In der Zeit vom 16. bis
23. Juli d. J. veranſtaltet der Landesverband wieder eine
Geſellſchaftsfahrt nach dem in früheren Jahren bewährten
Programm.

Feich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 14. April. Ein teilweiſer
Droſchkenchauffeur=Ausſtand tritt heute in
Berlin ein. Mehrfach ſtellten die Chauffeure ſchon um
Mitternacht, als der Streikbeſchluß gefaßt war, die Arbeit
ein und nahmen keine Fahrgäſte mehr auf. Es handelt ſich
um diejenigen Wagenführer, die in kleineren Betrieben
tätig ſind. Sie wollen ſich von den Automobilbeſitzern den
Abzug einer bisherigen Sondervergütung für Gepäckbeför=
derung
nicht gefallen laſſen. Die großen Automobildroſch=
kengeſellſchaften
bleiben von dem Streik unberührt. Des=
halb
macht ſich der Ansſtand in den Straßen kaum bemerk=
bar
. Um ſein väterliches Erbe beſtohlen
wurde der Bäcker Heinrich in einem Cafs in der Alexander=
ſtraße
55. H. hatte ſein Erbteil in Höhe von 6000 Mark
ausgezahlt erhalten und das ganze Geld in Reichskaſſen=
ſcheinen
in eine Brieftaſche geſteckt, die er im Jackett auf=
bewahrte
. Als er am Samstag abend im Café B. in der
Alexanderſtraße mit einem Bekannten Billard ſpielte, zog
er das Jackett aus und hängte es während des Spiels über
einen Stuhl. Dieſe günſtige Gelegenheit machte ſich ein
dreiſter Dieb zunutze. Ohne daß irgend jemand im Lokal
etwas davon bemerkte, zog er die Brieftaſche heraus und
verſchwand eiligſt mit ſeinem Raube. Als nach beendetem
Spiel H. ſein Jackett wieder anzog und nach dem Geld
ſah, mußte er die unangenehme Entdeckung machen, daß
man ſein väterliches Erbe geſtohlen hatte. Als Täter
kommt ein etwa 30jähriger Menſch in Betracht. Das
Opfer einer Entführung iſt wahrſcheinlich eine
hübſche junge Kinoſchauſpielerin geworden, die ſeit meh=
reren
Tagen ſpurlos verſchwunden iſt. Es handelt ſich um
die 19jährige Erna Thiele, die bei ihrer Mutter in der
Bülowſtraße wohnt. Die Angehörigen glauben, daß die
Verſchwundene durch einen Theateragenten, der ſie in
ihrem Berufe kennen gelernt hat, entführt worden iſt. Es
ſpricht für dieſe Annahme eine ganze Reihe von Begleit=
umſtänden
. Die Annahme, daß hier eine Entführung vor=
liegt
, iſt um ſo wahrſcheinlicher, als auch der betreffende
Agent ſeit acht Tagen nicht mehr geſehen worden iſt.
15. April. Die Deutſche Geſellſchaft für
Chirurgie eröffnete heute vormittag in der Hochſchule
für Muſik in Charlottenburg ihren 43. Kongreß. Den
Vorſitz führt Profeſſor Müller=Roſtock. Etwa 1000 deut=
ſche
Chirurgen ſind anweſend. Bei einem Zuſam=
menſtoß
zwiſchen einem Straßenbahnwagen
und einem Pferdeomnibus, der ſich heute mittag
ereignete, ſind ſechs Perſonen leicht verletzt
worden.
Karlsruhe, 15. April. (Erdrutſch.) Bei Todtnau
im badiſchen Schwarzwald erfolgte ein großer Erd=
rutſch
. Die Bahnlinie wurde teilweiſe zerſtört und
ſonſt großer Schaden angerichtet.
Kandel (Pfalz), 15. April. (Selbſtmord.) Der
Hauptlehrer Rüger aus Minfeld, der auch Rechner der
Spar= und Darlehenskaſſe Minfeld iſt, ging nach Unter=
ſchlagung
von 19000 Mark flüchtig. Nach einem heute
eingetroffenen Telegramm aus der Schweiz hat er ſich in
einem Orte des Kantons Thurgau erſchoſſen.
Krefeld, 15. April. (Automobilunglück.) Heute
früh 10 Uhr ereignete ſich auf der Düſſeldorfer Landſtraße
unweit Krefeld ein ſchweres Automobilunglück.
Ein aus Amſterdam kommendes, mit einem Herrn und
einer Dame beſetztes Auto fuhr über einen Stein, kam da=
bei
ins Schleudern und kippte um. Die Dame und der
Chauffeur erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Der
Herr ſtarb im Krankenhauſe.
Weimar, 15. April. (Todesfall.) Kapell=
meiſter
Guſtav Gutheil, der Gatte der bekannten
Wiener Opernſängerin Marie Gutheil=Schoder, iſt, 46
Jahre alt, in Weimar geſtorben. Gutheil, der auch
als begabter Liederkomponiſt bekannt wurde, war erſt
Geiger im Weimarer Hoforcheſter und ging dann als Diri=
gent
des Konzertvereinsorcheſters nach Wien.
Leipzig, 14. April. (Unfall des Zirkusdirek=
tors
Stoſch=Sarraſani.) Ein ſchwerer Unfall hat
ſich im Zirkus Sarraſani zugetragen, der gegenwärtig
hier gaſtiert. Als der Direktor Stoſch=Sarraſani
ſeine dreſſierten Pferde vorführte, ſtürzte plötzlich das
Pferd Mumpitz und begrub den Direktor unter ſich. Ihm
wurde das linke Bein dreimal gebrochen und außerdem
der Gelenkknochen zerſplittert. Sein Befinden während
des heutigen Tages war unbefriedigend.
Schandau, 15. April. (Abgeſtürzt.) In dem
Schrammſteingebiet in der Sächſiſchen Schweiz ſind drei

Dresdener Touriſten abgeſtürzt. Zwei derſelben wurden
ſchwer, der dritte leichter verletzt.
Hannover, 14. April. (Der Verbandstag des
Verbandesjunger Drogiſten Deutſchlands)
wurde in den Oſtertagen hier abgehalten Nach dem
Jahresbericht zählt der Verband jetzt 50 Ortsvereine mit
2577 Mitgliedern. Das Verbandsvermögen beträgt 2465
Mark. Beſchloſſen wurde, eine Sterbe= und Stellenloſen=
Kaſſe einzurichsen. Dagegen wurde der Antrag auf Er=
richtung
einer Krankenkaſſe bis zum nächſten Verbandstag
zurückgeſtellt, da erſt noch weitere Unterlagen eingeholt
werden ſollen. Die übrigen Anträge beſchäftigten ſich mit
der Abgrenzung des Standes, ſtaatlicher Anerkennung und
mancherlei anderen Berufsfragen, die im Sinne der An=
tragſteller
erledigt wurden.
Aurich, 15. April. (Beim Oſterfeuer ver=
brannt
.) In dem benachbarten Dorfe Tannenhauſen
ſind beim Anzünden eines Oſterfeuers zwei Kinder im
Alter von 3 und 5 Jahren verbrannt.
Kyritz, 15. April. (Aufdeckung eines alten
Wohnhauſes.) Auf dem Grundſtück eines Gärtnerei=
beſitzers
in Vehlow (Oſtpriegnitz) iſt ein Wohnhaus mit
Stall und Umzäunung ausgegraben worden, das anſchei=
nend
zu einem Germanendorfe aus der Zeit von 200 vor
bis 200 nach Chriſti Geburt gehört.
Weinböhla 15. April. (Revolverheld.) Offen=
bar
, um ſich für ſeine Entlaſſung zu rächen, ſchoß der
Arbeiter Schneider auf die Frau und die Tochter ſeines
Vorgeſetzten Kutſchara. Die Frau erhielt einen Schuß in
die Schläfe; an ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Die
Tochter wurde nicht verletzt. Der Täter ſchoß ſich hierauf
ſelbſt eine Kugel in den Unterleib.
Ramſei (Kanton Bern), 15. April. (Felsſturz.)
Im Emmental iſt durch einen Felsſturz ein Haus zerſtört
worden, wobei zwei ältere Frauen getötet wurden.
Wien, 15. April. (Schrecklicher Tod.) Unter
furchtbaren Qualen iſt der Krakauer Univerſitäts=
profeſſor
Droba an der Rotzkrankheit, die er ſich
durch Anſteckung zuzog, geſtern geſtorben. Als unlängſt
ein Bauer, der an einem bösartigen Geſchwür litt, ins
Krakauer Krankenhaus eingeliefert wurde, berief Profeſſor
Droba aus Moskau einen Veterinärarzt, der ein Serum
gegen die Rotzkrankheit erfunden hatte. Mit dieſem Serum
wurde der Bauer ſo erfolgreich behandelt, daß eine Beſſe=
rung
ſeines Leidens eintrat. Am Dienstag vergangener
Woche bemerkte Droba, daß er ſich ſelbſt infiziert hatte,
und ſagte es einem Kollegen voraus, daß ſeine Krankheit
einen tödlichen Verlauf nehmen werde. Wie feſtgeſtellt
wurde, war auf den Bauer die Krankheit von ſeinem Bru=
der
übertragen worden, der als Diener im Krakauer Mili=
tärmagazin
angeſtellt war und dort die Katzen mit Pferde=
fleiſch
zu füttern hatte, das wahrſcheinlich von rotzkranken
Tieren ſtammte.
Lorient 15. April. (Ausſchreitungen gegen
italieniſche Arbeiter.) Die bei den Bauten im
Lager von Coét quidam beſchäftigten Arbeiter ver=
urſachten
ernſte Ruheſtörungen, weil der Unternehmer auch
Italiener angeworben hatte. Die Franzoſen verlangten
die Entlaſſung der Italiener und zwangen die letzteren,
ſich in eine Kantine zu flüchten. Von der Militärbehörde
wurde eine Artillerieabteilung zum Schutze der Italiener
aufgeboten, doch drangen die Franzoſen gleichwohl in die
Kantine ein und bewarfen die Italiener mit Steinen.
Die Italiener flüchteten nach dem Bahnhof und reiſten ſo=
fort
ab, wobei Beſchimpfungen gegen ſie ausgeſtoßen
wurden.
Boſton, 15. April. (Bei dem Hotelbrand) ſind
angeblich acht Perſonen umgekommen. Etwa
150 Hotelgäſte lagen bei Ausbruch des Feuers in den
Betten. Sie waren teils von den Flammen abgeſchnitten
und ſprangen vielfach aus den Fenſtern; 50 bis 60 ſind
ſchwer verletzt. In einem Zimmer des fünften Stockwerks
wurden die verkohlten Leichen einer aus Mann, Frau und
einem Kinde beſtehenden Familie, in einem anderen Zim=
mer
die Leichen zweier Frauen gefunden.
Stockholm, 14. April. (Wiedervermählung
der Großfürſtin Maria Pawlowna.) Die
kürzlich geſchiedene Prinzeſſin Wilhelm von
Soedermanland geborene Großfürſtin Maria
Pawlowna von Rußland, wird ſich demnächſt mit dem
Herzog von Montpenſier vermählen. Die gegenſeitige
Neigung datiert von ihrer Reiſe zur Krönungsfeier nach
Siam.
Nikolajew, 15. April. (Stapellauf.) Auf der
Werft der Ruſſiſchen Schiffbaugeſellſchaft erfolgte heute der
Stapellauf des zweiten Dreadnoughts, Kaiſer Alexan=
der
III..

Luftfahrt.

Der neue Militär=Zeppelin.
* Friedrichshafen, 15. April. Das neue Mili=
tärluftſchiff
Z. 8 iſt heute früh um 6 Uhr zur Ueberfahrt
nach Baden=Oos aufgeſtiegen. Es hatte die ge=
wöhnliche
Beſatzung an Bord. Die Fahrt ging über den
Schwarzwald, wo Schramberg um 7 Uhr 55 Min. über=
flogen
wurde. Das Luftſchiff wird vorerſt in Baden=Oos
bleiben und dort ſeine Probefahrten erledigen, weil die
Werft in Friedrichshafen für die Neubauten benötigt
wird.
* Baden=Oos 15. April. Das neue Militär=
luftſchiff
Z 8 iſt, vom Süden kommend, kurz vor 10
Uhr über dem hieſigen Luftſchiffhafen eingetroffen und um
10 Uhr 10 Minuten glatt in der Halle geborgen worden.
* Peſt, 15. April. Auf dem Rakoſer Flugfeld iſt der
ungariſche Flieger Zſelyi aus beträchtlicher Höhe ab=
geſtürzt
und ſchwer verletzt worden. Sein Zu=
ſtand
iſt bedenklich.
* Monte Carlo, 15. April. Der Flieger Garros
iſt auf ſeinem Fluge Brüſſel-Monaco heute 10 Uhr
48 Minuten vormittags hier eingetroffen.
* Paris 15. April. Als Sieger im Kreuzflug
von Monaco gilt Garros welcher die Strecke Buc-
Monaco in 12 Stunden 33 Minuten zurückgelegt hat.
* Paris. 15. April. Der Präſident des franzöſiſchen
Luftfahrerverbandes Guenton iſt an den Vorſitzenden des
Ruſſiſchen Aeroklubs Neburadow herangetreten zwecks
Veranſtaltung eines Fluges Petersburg-
Peking. Den Flug wird ein franzöſiſcher Flieger im
Juni unternehmen. Die Entfernung beträgt etwa 9000
Kilometer.

Turnen, Spiele und Sport.

* Pferdeſport. Rennen zu Maiſons Lafitte,
15. April. Prix du Coeur=Volant; 3000 Francs: 1. Baron
Gourgauds In Pace (J. Reiff), 2. Lucknow, 3. Calignac.
Tot. 29110, Pl. 14, 13:10. Prix de Pont=Carre; 5000
Francs: 1. J. Lieur’ Riviſta (Sharpe), 2. Aribo Biſto,

[ ][  ][ ]

Nummer 104.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Seite 5.

8. Sandby. Tot. 53115, Pl. 21, 42, 26:10. Prix de Mont=
geron
; 3000 Francs: 1. M. Caillaults Khotan (J. Reiff),
2. Uvaldi, 3. Rondache. Tot. 400110, Pl. 144, 110, 25.10.
Prix Boiard; 50000 Francs: 1. A. Aumonts Nimbus
(Milton Henry), 2. Jſard II, 3. Fidelio. Tot. 17110,
Pl. 12, 17110. Prix de Lange; 6000 Francs: 1. A. Har=
duins
Fribourg (L. Bara), 2. Ozozo, 3. Menaggio. Tot.
277:10, Pl. 165, 25, 42110. Prix de la Bourdaiſiere;
5000 Francs: 1. L. Olry=Roederers Maitre et Seigneur
(M. Barat), 2. Jacques Coeur, 3. Bobine.

Beſuch des Erzherzogs Franz Ferdinand
von Oeſterreich in München.

* München, 15. April. König Ludwig und
Erzherzog Franz Ferdinand von Oeſterreich be=
ſuchten
heute mittag in Begleitung des beiderſeitigen Ge=
folges
die Alte Pinakothek und darauf das bayeriſche
Nationalmuſeum. Um 1 Uhr gab der öſterreichiſch=
ungariſche
Geſandte Dr. v. Laſzlofalva zu Ehren des Erz=
herzogs
ein Diner, an dem außer dem Gefolge und dem
Ehrendienſt auch Miniſterpräſident Graf von Hertling,
Kultusminiſter von Knilling, die oberſten Hofchargen und
eine Anzahl geladener Gäſte teilnahmen.
* München, 15. April. Auf das von dem König
an Kaiſer Franz Joſef geſandte Begrüßungstele=
gramm
iſt folgendes Antworttelegramm eingegangen:
Auf das innigſte danke ich Dir und Marie Thereſe für den
Franz Ferdinand bereiteten gnädigen Empfang. Ich bin
aufrichtig gerührt von der liebevollen Erinnerung, die Ihr
von Eurem vorjährigen Beſuche bei mir bewahrt. Auch
ich gedenke der leider nur zu ſchnell verfloſſenen Stunden
unſeres Beiſammenſeins mit Freude und Dankbarkeit und
erwidere die lieben Wünſche in alter Treue für Dein,
Marie Thereſens und Deines Hauſes Glück und Wohl=
ergehen
.
* München 15. April. Abends 7 Uhr fand im
Hofballſaal der Reſidenz zu Ehren des Erzherzogs Franz
Ferdinand Galatafel zu 150 Gedecken ſtatt. An
der Stirnſeite der hufeiſenförmigen Tafel ſaßen der
König, zu ſeiner Rechten der Erzherzog. Während des
Mahles erhob ſich der König, und brachte auf den hohen
Gaſt folgenden Trinkſpruch aus:
Eurer Kaiſerlichen und Königlichen Hoheit entbiete
ich zugleich im Namen der Königin unſeren herzlichſten
Willkomm. Dankbar des gütigen Empfanges eingedenk,
den Seine Kaiſerliche und Königliche apoſtoliſche Majeſtät
uns im vorigen Jahre bereitet haben. Noch heute, unter
dem Eindruck der herzlichen Sympathien, die die Bevöl=
kerung
Wiens der Königin und mir bekundete, rechnen wir
es uns zu hoher Freude Eure Kaiſerliche und Königliche
Hoheit als allerhöchſten Vertreter des von uns innigſt ver=
ehrten
Kaiſers und Königs Franz Joſef hier empfangen
zu dürfen. Das bayeriſche Volk nimmt warmen Anteil an
dieſer Freude es bewillkommnet mit mir in Eurer Kaiſer=
lichen
und Königlichen Hoheit den erlauchten Vertreter des
echabenen Herrſchers, der ehrfurchtgebietend durch die
Würde ſeiner Perſönlichkeit, vorbildlich in ſeiner Pflicht=
erfüllung
, die Geſchicke der mit dem Deutſchen Reich eng
verbündeten öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie lenkt.
Der Gedanke an die Blutsverwandtſchaft, die in einer ehr=
würdigen
Reihe von Jahrhunderten gefeſtigt, die Häuſer
Habsburg=Lothringen und Wittelsbach umſchlingt, läßt
Eurer Kaiſerlichen und Königlichen Hoheit heute in
Bayern die Herzen in warmer Freude entgegenſchlagen.
Die treuen Gefühle der Liebe und Verehrung, die ich für
die erhabene Perſon ſeiner Kaiſerlichen und Königlichen
Apoſtoliſchen Majeſtät hege, die innigen Segenswünſche,
die ich dem Glück und der Wohlfahrt der öſterreichiſch=
ungariſchen
Monarchie weihe, begegnen beim bayeriſchen
Volke warmherzigem Widerhall. Gott ſchütze, Gott ſegne
und erhalte den Kaiſer und König Franz Joſef. Das iſt
der Wunſch, in dem ſich heute unſer aller Gedanken ver=
einigen
, dem Gefühl von Herzen kommender Freude, daß
in dieſer Stunde mich, die Königin und mein ganzes
Haus beſeelt, gebe ich Ausdruck in dem Rufe: Seine
Kaiſerliche und Königliche Apoſtoliſche Majeſtät und ſein
erlauchter Vertreter Seine Kaiſerliche und Königliche
Hoheit Erzherzog Franz Ferdinand leben Hoch! Hoch!
Hoch!
Die Muſik intonierte die öſterreichiſche Nationalhymne.
Unmittelbar darauf antwortete der Erzherzog mit folgen=
der
Rede:
Hochbeglückt durch den mir zuteil gewordenen Aller=
höchſten
Auftrag, den vorjährigen Beſuch Euerer Majeſtä=
ten
zu erwidern, der meinem Allerhöchſten Oheim in freu=
digſter
Erinnerung geblieben iſt, bitte ich Euere Majeſtä=
ten
, meinen tief empfundenen Dank entgegennehmen zu
wollen für die gütige Aufnahme, ſowie die ſoeben an mich
gerichteten gnädigen Worte, welche die Innigkeit der von
altersher zwiſchen den Häuſern Wittelsbach und Habs=
burg
beſtehenden verwandtſchaftlichen und freundſchaft=
lichen
Beziehungen in herzlicher Weiſe zum Ausdruck brin=
gen
. Der überaus freundliche Empfang, den ich hier ge=
funden
habe, iſt ein neues Zeugnis für die Beſtändigkeit
der freundnachbarlichen Gefühle, welche das bayeriſche
Volk der öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie, dem treuen
Verbündeten des Deutſchen Reiches, entgegenbringt und
dieſe von weiland dem verehrungswürdigen und unver=
geßlichen
Prinz=Regenten Luitpold gepflegten, unter Ew.
Majeſtät glorreicher Regierung unwandelbar fortdauern=
den
Gefühle finden in dem Herzen meines Allerhöchſten
Herrn und bei der Bevölkerung der Monarchie den leb=
hafteſten
und dankbarſten Widerhall. Getragen von dieſen
herzlichſten Empfindungen, gebe ich den aufrichtigſten
Segenswünſchen Seiner Majeſtät des Kaiſers für Glück
und Wohlergehen des Königlichen Hauſes, ſowie des Lan=
des
Bayern Ausdruck, indem ich mein Glas mit dem Ruf
erhebe: Ihre Majeſtäten der König und die Königin von
Bayern leben hoch, hoch, hoch!
Hierauf ſpielte die Muſik die bayeriſche Königs=
hymne
.

Zur mecklenburgiſchen Wahlrechtsfrage.

* Neuſtrelitz, 15. April. In bezug auf den von
einem Berliner Blatt gebrachten Artikel, betreffend ein
Interview das der Staatsminiſter Boſſart einem
Vertreter des Blattes gewährte, iſt die Landeszeitung für
beide Mecklenburg nach Erkundigung an maßgebender
Stelle in der Lage, Folgendes zu erklären: Der betreffende
Vertreter des Blattes bat vor einigen Tagen den Miniſter
in einer wichtigen Angelegenheit um eine Unterredung,
die ihm, da der Zweck der Bitte nicht erkennbar war, auch
gewährt wurde. Hierbei richtete er die Frage an den Mi=
niſter
, ob der Regierung in der mecklenburgiſchen
Verfaſſungsangelegenheit Unterſtützung durch
die Preſſe erwünſcht ſei. Der Miniſter bejahte dies unter
Hinweis darauf, daß die Regierung das Zuſtandekommen
der Reform wiederholt als eine Staatsnotwendigkeit be=
zeichnet
hätte, fügte aber ausdrücklich hinzu, daß gerade

die liberale Preſſe der Sache am beſten dadurch dienen
würde, daß ſie ihre übertriebenen Forderungen einſchränke.
Wünſche, wie zum Beiſpiel das allgemeine, gleiche und
direkte Wahlrecht ſeien ſelbſtverſtändlich unerfüllbar und
könnten daher nur ſchaden, da der Ausbau der Verfaſſung
nur auf der hiſtoriſch gewordenen Grundlage möglich ſei.
Die weiteren Aeußerungen des Miniſters ſind in dem be=
treffenden
Artikel teils direkt unrichtig wiedergegeben,
teils tendenziös zugeſpitzt. Dies gilt insbeſondere für die
Ausführungen über die Frage der Einmiſchung des Reichs
in die mecklenburgiſche Verfaſſungsangelegenheit und be=
züglich
der weiteren Behauptung, daß der Miniſter der
liberalen Preſſe für ihre bisherige dankenswerte Unter=
ſtützung
beſonderes Lob geſpendet habe. Die letztere Be=
hauptung
iſt frei erfunden, und was die Frage der Ein=
miſchung
des Reiches anbelangt, ſo wurde vom Miniſter
betont, daß er die Weigerung des Bundesrates, durch Er=
weiterung
der Reichskompetenz ſich in die einzelſtaatlichen
Verfaſſungsverhältniſſe einzumiſchen, ſchon mit Rückſicht
auf den Anſturm gegen die preußiſche Verfaſſung für durch=
aus
begreiflich und berechtigt halte. Die ganze Unterhal=
tung
wurde vom Miniſter als eine rein perſönliche und
nicht für die Oeffentlichkeit beſtimmte angeſehen. Eine
Bitte, den Inhalt der Unterredung veröffentlichen zu dür=
fen
, iſt nicht geſtellt, auch die Genehmigung ſeitens des
Miniſters dazu nicht erteilt worden.

Aus Korfu.

* Korfu, 14. April. Das Kaiſerpaar und die
Königin der Hellenen beſuchten mit den Profeſſo=
ren
Caro und Doerpfeld heute nachmittag das Muſeum
und darauf die Ausgrabungen in Garitza, wo u. a. ein
Stein mit einer Widmung an die Göttin Artemis gefun=
den
und freigelegt wurde. Bis jetzt ſind etwa 40 Säulen=
ſtümpfe
von ungefähr einem Meter Länge, übereinander
geſchichtet, gefunden worden.
* Korfu, 15. April. Der Kaiſer verweilte heute
vormittag bei den Ausgrabungen im Park von
Monrepos und bei Garitz und nahm das Frühſtück an
Bord der Hohenzollern. Im Park von Monrepos wer=
den
jetzt unweit des Tempels Kardaki weitere Reſte an=
tiker
Baulichkeiten gefunden. Der Reichskanzler
traf an Bord des kleinen Kreuzers Breslau heute abend
8.20 Uhr hier ein.
* Korfu, 15. April. Der Reichskanzler iſt
heute abend 8 Uhr 20 Minuten hier eingetroffen und
wurde von dem Geſandten Baron v. Treutler emp=
fangen
. Er begab ſich ſofort nach dem Achilleion.

Die Miniſterzuſammenkunft in Abbazia.

* Wien, 15. April. Das Wiener Fremdenblatt
ſchreibt: Es iſt eine vielfährige Tradition, daß die lei=
tenden
Staatsmänner der Dreibundmächte
von Zeit zu Zeit eine perſönliche Ausſprache halten. Die
Dauer der diesmaligen Zuſammenkunft weiſt darauf hin,
wie intim ſich das Verhältnis zwiſchen den Verbündeten
geſtaltet hat. Der Begegnung ſind als neuerliche Beweiſe
der immer mehr ſich entwickelnden herzlichen Beziehun=
gen
die Beſuche des deutſchen Kaiſers in Schönbrunn,
Venedig und Miramare vorausgegangen. Die günſtigen
Reſultate, welche die beiden Verbündeten aus der abge=
laufenen
Kriſe und aus dem vertrauensvollen Zuſammen=
arbeiten
gewonnen haben, bilden die natürliche Erklärung
dafür, daß jede neue Kundgebung ihrer Freundſchaft alle
politiſche Kreiſe hier und dort mit Befriedigung und mit
der Empfindung erfüllt, daß dadurch auch den künftigen
Beſtrebungen zur Wahrung des Friedens ebenſo der Weg
gebahnt, wie dadurch der Befeſtigung ſchon erreichter Er=
folge
gedient wird. Oeſterreich=Ungarn und Italien haben
bei der Geltendmachung ihrer Auffaſſungen innerhalb des
europäiſchen Konzertes gewiß auch die Tatſache zu dan=
ken
, daß der deutſche Verbündete ihnen unverbrüchlich zur
Seite ſtand. Deutſchland, Oeſterreich=Ungarn und Italien
verkörpern eine Summe von Kraft, über die niemand hin=
weggehen
kann. Dieſe Kraft und die Friedensverſicherun=
gen
der außerhalb des Dreibundes ſtehenden Regierun=
gen
geſtatten die zuverſichtliche Hoffnung, daß Europa
auch fernerhin die Segnungen des Friedens genießen
wird, deſſen Sicherung der hauptſächlichſte Zweck der Er=
richtung
des Dreibundes war.
* Paris, 15. April. Das Petit Journal, deſſen Lei=
ter
ſeit kurzem der frühere Miniſter des Aeußern, Pichon,
iſt, erörtert anläßlich der Zuſammenkunft di San
Giulianos mit dem Grafen Berchtold die
Beziehungen zwiſchen Frankreich und Italien und ſchreibt
u. a.: Es iſt wohl möglich, daß der Dreibund bei ſeiner
Erneuerung im Jahre 1912 nicht geändert wurde. Viel
zweifelhafter dagegen iſt es, ob nicht irgend ein neues Ab=
kommen
, betreffend das Mittelmeer, die Adria und Nord=
afrika
, hinzugefügt wurde. Ueber dieſen Punkt brauchten
wir eine Aufklärung, die ſich in keiner amtlichen Erklä=
rung
des italieniſchen Miniſters findet.
* Abbazia, 14. April. Der Miniſter Marquis
di San Giuliano und Graf Berchtold nahmen
in Geſellſchaft der Botſchafter von Kapos=Mére und Her=
zog
von Avarna, ſowie des Sektionschefs Grafen For=
gach
das Dejeuner ein. Nachmittags unternahmen ſie
einen Ausflug nach Draga und Moſchenizze, wo ſie bei
dem Grafen Szechenyi den Tee nahmen. Nach ihrer Rück=
kehr
dinierten die Miniſter gemeinſam. Der bulgariſche
Kronprinz Boris traf nachmittags zufällig im Foyer des
Hotels mit dem Grafen Berchtold zuſammen und tauſchte
einige Worte der Begrüßung mit dieſem. Morgen be=
ginnen
die politiſchen Beſprechungen.
* Abbazia 15. April. Heute vormittag begab ſich
Graf Berchtold zu einer Beſprechung zu San Giu=
liano

* Abbazia 15. April. Die Konferenz des
Grafen Berchtold mit San Giuliano dauerte zwei
Stunden. Die Beſprechungen werden heute nachmittag
und in den nächſten Tagen fortgeſetzt.
* Abbazia, 15. April. San Giuliano und
Graf Berchtold empfingen heute nachmittag die Ver=
treter
der Preſſe Italiens und Oeſterreich=Ungarns. San
Giuliano unterhielt ſich in liebenswürdiger Weiſe mit den
öſterreichiſch=ungariſchen Journaliſten in deutſcher Sprache
und bedauerte, keine Mitteilung machen zu können. Wie
bekannt, gewähre er niemals Interviews da er niemand
verletzen wolle Er betonte gegenüber den italieniſchen
und öſterreichiſch=ungariſchen Journaliſten die guten Ein=
drücke
, die er bei ſeinem Aufenthalt in Abbazia gewonnen
habe.

Vom Balkan.

* Belgrad, 15. April. Kronprinz Alexan=
der
und Miniſterpräſident Paſitſch, ſowie der Miniſter
des Innern Protiſch haben ſich heute zu mehrtägigem
Aufenthalt in den neuen Gebieten nach Uesküb begeben.

* Bukareſt, 15. April. Die bulgariſchen De=
legierten
für den Bau einer Donaubrücke ſind
heute vom König in Audienz empfangen worden.
* Saloniki, 15. April. Major Enim Bey, der
mit einer Anzahl albaneſiſcher Gendarmen in Koritza
gefangen genommen worden war, iſt hier eingetroffen
und in Freiheit geſetzt worden. Nach den letzten Meldun=
gen
aus Bigliſta beabſichtigen die Führer der Aufſtändi=
ſchen
, den Kampf gegen die Albaner wieder aufzunehmen.
* Cetinje, 15. April. Der ruſſiſche General Pa=
patow
, Mitglied der Grenzabſteckungskommiſſion in
Nordalbanien, iſt hier eingetroffen.

Aus Mexiko.

* Juarez, 15. April. Nach hier eingegangenen
Meldungen hat General Villa nach einer neuntägi=
gen
Schlacht (?) die Regierungstruppen bei San
Pedro im Norden von Torreon geſchlagen. Die Verluſte
auf beiden Seiten werden auf 3000 Mann geſchätzt.
* Waſhington, 15. April. Präſident Wilſon
erklärte Mitgliedern des Kongreſſes, falls Huerta der
amerikaniſchen Forderung nicht nachkäme, der erſte Schritt
der amerikaniſchen Regierung die Beſitzergreifung
Tampicos und Veracruz’ ſei. Amtlich wird er=
klärt
, daß zu den Gründen für die Entſendung der ameri=
kaniſchen
Flotte auch die Tatſache zu rechnen ſei, daß die
Depeſchen an den amerikaniſchen Geſchäftsträger in
Mexiko von den Mexikanern aufgefangen wurden.
* Waſhington, 15. April. Wenn die geſamte
Flotte in Tampico eingetroffen iſt, wird ſie aus elf
der modernſten Schlachtſchiffen beſtehen. Das
Landungskorps aus den Beſatzungen des Geſchwaders
wird 15000 Mann ſtark ſein.
* Juarez, 15. April. Nach einem Bericht des Gene=
rals
Villa hatten die Rebellen in der Schlacht bei
San Pedro 500 Verwundete und machten 700 Gefan=
gene
. Die Bundestruppen zündeten einen großen Teil der
Stadt an, ehe ſie ſie räumten. Eine weitere Meldung
beſagt, daß von den Bundestruppen 3500 Mann ge=
tötet
, verwundet oder gefangen genommen worden
ſeien.
* London, 15. April. Die Times melden aus
Mexiko vom 14. d. M.: Die Rebellen haben ſich
von Tampico zurückgezogen und die Eiſenbahn hinter ſich
zerſtört. Weitere Angriffe werden erwartet. Britiſches
Eigentum hat keinen ernſten Schaden erfahren.
* Berlin 15. April. Infolge der zugeſpitzten
Lagein Mexiko wird, wie das B. T. erfährt, Deutſch=
land
zum Schutze der deutſchen Reichsangehörigen in
Veracruz den deutſchen Kreuzer Dresden nach Mexiko
beordern.

Vermiſchtes.

Der 19. Kirchlich=ſoziale Kongreß fin=
det
vom 21. bis 23. April in Wiesbaden ſtatt. An
der Spitze des Ehrenausſchuſſes ſtehen Prinzeſſin Eliſa=
beth
von Schaumburg=Lippe, Prinzeſſin Anna Luiſe von
Hohenlohe=Ingelfingen, Regierungspräſident von Meiſter
Polizeipräſident von Schenck, die Konſiſtorialpräſidenten
Dr. Ernſt und Freiherr Schenk zu Schweinsberg, die Ge=
neralſuperintendenten
Detmering, Fuchs und Ohly. Die
beiden Hauptthemen lauten: Bildung und Chriſtentum
(Referent: Dr. Lepſius=Potsdam) und Die Notwendig=
keit
und Erhaltung und Vermehrung,, des deutſchen
Bauernſtandes und Landarbeiterſtandes für die Volks=
und Wehrkraft unſeres Volkes (Referent: Profeſſor Dr.
Dade, Generalſekretär des Deutſchen Landwirtſchafts=
rates
). In einer abendlichen Volksverſammlung ſpricht
Reichstagsabgeordneter Schiele=Schollene über: Die ge=
meinſamen
Intereſſen des Mittelſtandes und der Arbei=
terſchaft
beim abſchließenden Evangeliſationsabend
D. Philipps über: Der öffentliche Kampf um die Volks=
ſeele‟
Der Präſident der Konferenz, Geheimrat Pro=
feſſor
D. Dr. Seeberg, ſpricht das Schlußwort. Vollſtän=
dige
Programme verſendet unberechnet das Generalſekre=
tariat
der Freien Kirchlich=ſozialen Konferenz, Ber=
lin
NW., Tile Wardenbergſtraße 28.
Fernſprechleitung Berlin-Mailand.
Wie bereits gemeldet wurde, iſt der Betrieb auf der
Fernſprechlinie Berlin-Mailand eröffnet, und ſchon jetzt
ſteht es feſt, daß die neue Linie ganz vorzüglich arbeitet.
Es dürfte intereſſieren, zu erfahren, mit welchen Mitteln
dieſer ausgezeichnete Betrieb erreicht iſt. Der Effekt be=
ruht
auf dem ſogen. Pupin=Syſtem einer Erfindung,
die der amerikaniſche Profeſſor an der Columbia Univer=
ſity
in Neu=York, Michael J. Pupin, gemacht und die er
für eine Reihe von Ländern, ſo auch für Deutſchland, der
Firma Siemens u. Halske zur Auswertung zur Ver=
fügung
geſtellt hat. Dieſes Syſtem iſt neuerdings in gro=
ßem
Umfange an vielen Stellen und beſonders auch in
Deutſchland verwendet worden, ſo auch bei dem Kabel,
welches nach dem Rheinland von der Reichspoſtverwal=
tung
zwiſchen Berlin und Magdeburg verlegt iſt und über
das vor einigen Wochen Einzelheiten den Leſern mitge=
teilt
wurden.
In dem vorliegenden Falle werden die ſogenannten
Pupinſpulen in 10 Kilometer=Abſtänden an dem Ge=
ſtänge
angebracht und in die Linie, welche aus einem
Kupferleiter von 4,5 Millimeter Durchmeſſer beſteht, ein=
geſchaltet
. Die Verbeſſerung, die durch die Pupinſpulen
erzielt wird, iſt derartig, daß man über die doppelte
Länge mit der gleichen Lautſtärke ſprechen kann, d. h. man
ſpricht mit den Pupinſpulen von Berlin bis Mailand
ebenſo gut, als wenn man über die gewöhnliche Leitung
ohne ſolche Spulen von Berlin nach Mannheim ſprechen
würde. Wollte man den Effekt dadurch erreichen, daß man
einen ſtärkeren Kupferleiter nimmt, was unter beſtimm=
ten
Bedingungen möglich wäre, ſo würde der Kupferlei=
ter
einen Durchmeſſer von mindeſtens 6,5 Millimetern be=
ſitzen
. Da der Preis mit dem Querſchnitt angenähert
ſteigt oder quadratiſch mit dem Durchmeſſer, ſo würde das
heißen, daß die Linie nach Mailand, wenn man nur den
upferpreis in Betracht zieht, ungefähr das Doppelte
koſten würde. Rechnet man den Preis des Drahtes von
4.5 Millimetern für den Kilometer Doppelleitung zu 500
Mark, was bei dem jetzigen Materialſtand ziemlich richtig
ſein wird, ſo beträgt, abgeſehen von den Koſten für die
Spulen, die gegenüber den Drahtkoſten vernachläſſigt wer=
den
können, der Preis für die 1350 Kilometer lange Linie
Berlin-Mailand aus 4.5 Millimeter=Draht zirka 675000
Mark, mit 65 Millimeter ſtarkem Draht würde die Linie
mindeſtens 1350000 Mark koſten; man ſpart alſo durch
die Verwendung der Pupinſpulen zirka 675000 Mark.

Literariſches.

Wiener Mode Mehr als vierzig höchſt ge=
ſchmackvolle
und bei aller Einfachheit ſehr elegante Früh=
jahrskleider
bringt das neue Heft der großen Wiener
Frauen= und Modenzeitung. Dieſes Heft kann keine Dame
entbehren, die Anſpruch auf moderne Eleganz macht. Ein=

[ ][  ][ ]

Sette 6

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Nummer 104.

geleitet wird der Modeteil durch einen Artikel über die
neue Schuhmode, die ſich ja ganz geändert hat und alle
althergebrachten Sitten auf den Kopf ſtellt. Auch ſonſt iſt
das Blatt unglaublich reichhaltig. Zwei preisgekrönte
Kinderkleider werden mit den nötigen Details in vollen
Farben gezeigt, und die kulinariſche Rubrik bringt eine
Reihe illuſtrierter Rezepte über fleiſchloſe Abendkoſt Man
abonniert die Wiener Mode in jeder Buchhandlung zum
Preiſe von 3 Kronen 50 Hellern (3 Mark) für das ganze
Quartal.
Kaiſer=Wilhelm=Flotten Bücherei.
Heft 1/4. (Verlag Boll u. Pickardt, Berlin. Preis je
20 Pfennig) Eine neue Bücherſammlung, die ſich des ho=
hen
Vorzuges rühmen darf, daß der Kaiſer ſelbſt die Ver=
wendung
ſeines Namens für ſie geſtattet hat! Das erſte
Bändchen behandelt zwei wichtige Seeſchlachten, die am
1. Juni 1794 zwiſchen Franzoſen und Engländer und die
von Tſuſhima Heft 2 ſchildert den Anteil unſerer Marine
n der Erwerbung der Kolonien, das dritte gibt in den Er=
lebniſſen
eines Seeoffiziers anſchauliche Bilder von der
Tätigkeit der Marine im Frieden und das vierte bringt
eine Reihe prächtiger Humoresken aus dem Seemanns=
leben
. Dem verdienſtvollen Unternehmen wünſchen wir
auch im Intereſſe der Sache, durchſchlagenden Erfolg.

Muſik.

Dem neueſten und beliebteſten Modetanze, dem
welterobernden Tango, der mit ſeiner Grazie, ſeinem
verhaltenen Feuer und ſeiner ſtilvollen Vornehmheit ſelbſt
ſeine Gegner bezwungen und ſie zu ſeinen Freunden und
Verehrern gemacht hat, iſt das neueſte Heft der populären
Muſikzeitſchrift Muſik für Alle gewidmet. Das
Tango=Heft iſt wie die bisher erſchienenen Spezialhefte
der Muſik für Alle für 50 Pfennig in ſämtlichen Buch=
und Muſikalienhandlungen, ſowie direkt vom Verlage Ull=
ſtein
u. Co., Berlin SW. 68, Kochſtraße 2226, zu be=
ziehen
.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Berlin, 15. April. An Stelle des Unterſtaatsſekre=
tärs
a. D. Mandel iſt Unterſtaatsſekretär Frenken zum
ſtellvertretenden Bundesratsbevollmächtigten Elſaß= Loth=
ringens
ernannt worden.
* Berlin, 15. April. Der Zentralverein für
die deutſche Binnenſchiffahrt hält am 2. Mai
in Eberswalde eine Sitzung des großen Ausſchuſſes ab,
an die ſich eine Befahrung des Großſchiff=
fahrtsweges
Berlin- Stettin anſchließt.
* Straßburg, 15. April. Zu dem Artikel der Straß=
burger
Neuen Zeitung vom 15. d. M., Die Genick=
ſtarre
und die hieſige Garniſon erhält das W. T. B. von
zuſtändiger Stelle folgende Mitteilung: In den letzten
Monaten ſind im ganzen zwei Mann der Garniſon
Straßburg an Genickſtarre erkrankt, und
zwar der erſte, ein Musketier der 12. Kompanie des
Infanterie=Regiments Nr. 126, im Februar, der zweite,
ein Musketier der 2. Kompanie des Infanterie=Regiments
Nr. 143, im März d. J. Beide Leute ſind im Garniſon=
lazarett
II geſtorben. Zur Verhinderung der Weiter=
verbreitung
der Krankheit ſind ſeinerzeit alle Maßnahmen
getroffen worden. Seit dem Jahre 1908 iſt die Genick=
ſtarre
in Straßburg nicht aufgetreten, doch kommen der=
artige
vereinzelte Fälle von Genickſtarre immer vor und
geben zu Beſorgniſſen keinen Anlaß.
* Neuſtrelitz, 15. April. Die Landeszeitung für beide
Mecklenburg verbreitet nach Erkundigung an zuſtändiger
Stelle über das Befinden des Großherzogs
Adolf Friedrich von Mecklenburg=Strelitz
folgende Mitteilung: Das Befinden des Großherzogs
bietet zu irgend welchen Beſorgniſſen durchaus keinen An=
laß
. Der Heilungsprozeß ſchreitet normal fort. Die
Nächte ſind meiſt ſehr gut, ſo daß der Patient ohne Schlaf=
mittel
nachts ſieben bis acht Stunden ſchläft. Der Kräfte=
zuſtand
des Großherzogs hebt ſich täglich, ſo daß er ſeit
einigen Tagen das Bett auf einige Stundene verlaſſen und
einige Schritte ſelbſtändig im Zimmer gehen kann.
* Chur, 15. April. In Malane brannte eine Mühle
ab, wobei drei Kinder einer Italienerin umkamen
und ein viertes ſchwer verbrannt wurde.
* Mailand 15. April. Der römiſche Korreſpondent
des Avanti behauptet. aus beſter Quelle zu wiſſen, daß
die Militariſierung der Eiſenbahnen bis auf
die kleinſten Einzelheiten ſchon vorbereitet ſei, und daß
auch ein Reſerve=Jahrgang unter die Waffen berufen iſt.
* Haag, 15. April. Heute nachmittag wurde im Leſe=
ſaal
der Bibliothek des Friedenspalaſtes die Büſte des
beim Titanic=Unterganges verunglückten Friedensfreun=
des
W. T. Stead enthüllt. Der Feier wohnten der Mi=
niſter
des Aeußern Jonkheer Loudon, der amerikaniſche
Geſandte und der Präſident des Komitees, Jonkheer van
Daehne, bei. Van Varick ſprach über das Friedenswerk
Steads.
* Brüſſel, 15. April. Das Komitee für die Welt=
ausſtellung
in Gent verlangt von der Stadt
4800000 Mark zur Deckung des Defizits.
* Paris, 15. April. Der heute überreichte gerichts=
ärztliche
Bericht über den Tod Calmettes be=
ſagt
, daß der Tod durch ein Geſchoß verurſacht worden
ſei, das eine Verletzung der Darmſchlagader herbeige=
führt
habe. Die Unterſuchung von Calmettes Ueberrock
laſſe die Erklärung zu, daß drei Schüſſe aus einer Ent=
fernung
von mindeſtens zwei Metern abgegeben wurden,
der vierte Schuß, der den linken Oberſchenkel durchſchlug,
aus etwas geringerer Entfernung.
* London, 15. April. Die Grubenarbeiter in
Yorkſhire haben mit 15000 Stimmen Mehrheit die
Wiederaufnahme der Arbeit beſchloſſen.
* Stockholm. 15. April. Ueber das Befinden des
Königs wurde heute vormittag 10.30 Uhr folgendes
Bulletin veröffentlicht: Der König ſchlief in der Nacht
ruhig Temperatur 37, Puls 58. Das Allgemeinbefinden
iſt andauernd zufriedenſtellend.
* Riga, 15. April. Die Ueberſchuhabteilung der
Gummifabrik Prowodnik und der Fabrik Roſenkranz und
Co, hat die Arbeit wieder aufgenommen.
* Urmia, 15. April. Aus Giawar im türkiſchen Vila=
jet
Wan wird gemeldet, daß dieſer Tage beim Dorfe
Deſchtaſi in Kaza Hamidieh (Vilajet Siwas) türkiſche
Truppen aus Wan und Moſſul bei einem Zuſammen=
ſtoß
mit Kurden unter dem Scheik des Barzanſtam=
mes
viele Tote hatten und zwei Geſchütze, 40 Gewehre und
40 Gefangene verloren, welch letztere der Scheik angeblich
in einen Fluß werfen ließ.
* Tokio, 15. April. Die Mitglieder des Kriegs=
gerichts
, das gegen die in den Flottenſkandal
verwickelten Offiziere verhandeln ſoll, ſind nunmehr er=
Gaunt worden.

Drohender Eiſenbahnerſtreik in Italien.
* Rom, 15. April. Das Eiſenbahnerſyndikat in
Ancona hat ſich endlich nach langem Sträuben dazu ver=
ſtanden
, eine Kommiſſion nach Rom zu ſenden, um mit der
Regierung zu verhandeln. Gleichzeitig will, wie verlau=
tet
, das Syndikat ſeine Mitglieder auffordern, vorerſt die
Streik=Agitation einzuſtellen.
Das neue japaniſche Kabinett.
* Tokio, 15. April. Die Liſte des neuen Kabinetts=
wurde
heute nachmittag dem Kaiſer unterbreitet. Sie iſt
noch nicht amtlich veröffentlicht, doch glaubt man, daß ſich
das Miniſterium folgendermaßen zuſammenſetzen werde:
Vorſitz und Inneres: Okuma; Aeußeres: Baron Kato;
Finanzen: Wakatſuki; Marine: Admiral Yaſhiro;
Krieg: General Oka; Juſtiz: Ozaki; Unterricht: Ichiki;
Verkehr: Taketami; Handel: Viscount Oura. Von
den Mitgliedern des Kabinetts gehören zwei den Parteien
des Abgeordnetenhauſes, der Doſhikai= und Teheſeikai=
Partei, an, die zu unterſtützen ſich die Kokumintopartei
verpflichtete; aber die Seiyukwaipartei behält die Majo=
rität
. Man glaubt, daß dies die Auflöſung des Parla=
ments
notwendig mache.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

auswirtſchaftliches. Auf mehrere Millionen Mark
könnte man die Verluſte beziffern, welche die
deutſche Volkswirtſchaft alljährlich erleidet durch Ver=
wendung
ſcharfer und die Wäſche ſchnell zerſtörender
Waſchmittel. Die Hausfrauen wiſſen auch aus eigener
Erfahrung, wie hoch die Koſten ſind für Neuanſchaffung
von Wäſche infolge zu ſchnellen Verſchleißens. Deshalb
ſollte jede Hausfrau bei der Auswahl von Waſchmitteln
vorſichtig und beſonders mißtrauiſch ſein gegen neuauf=
tauchende
Fabrikate. Dr. Thompſons Seifenpulver,
Marke Schwan, hingegen hat ſich ſeit länger als
30 Jahren überall bewährt, weil es garantiert unſchäd=
lich
iſt und die Wäſche nicht angreift. Ebenſo unſchädlich
iſt das von den Fabriken von Dr. Thompſons Seifen=
pulver
, G. m. b. H., in Düſſeldorf in den Handel ge=
brachte
Bleichmittel Seifix, das einen vollſtändigen
Erſatz für Raſenbleiche bietet.

Geſchäftliches.

Bei Nieren=, Blaſen= und damit zuſammen=
hängengen
Frauenleiden ſind nach dem übereinſtim=
menden
Urteil der Aerztewelt häusliche Brunngntrink=
kuren
zur ſchnellen Heilung geradezu unentbehrlich. Eins
der heilbringendſten und beliebteſten, in zahlreichen Kli=
niken
und Krankenhäuſern verordnetes und von vielen
Aerzten und Profeſſoren warm empfohlenes Heilwaſſer
iſt der Altbuchhorſter Mark=Sprudel Stark=
quelle‟
(Jod=Eiſen=Mangan=Kochſalzquelle). Seine
Wirkſamkeit bei nur etwa vierwöchigem taglichen Gebrauch
iſt gerade jetzt, wenn der kranke oder kränkelnde Menſch
innerlich und äußerlich auch durch den Einfluß der ſich ver=
jüngenden
Natur für eine Veränderung begünſtigt iſt,
ganz außerordentlich. Man bekommt den Mark=Sprudel
in ſtets friſcher Füllung in den meiſten Apotheken und
Drogerien. Ausführliche ärzlliche Literatur verſendet an
Intereſſenten auf Wunſch gratis und franko die Brunnen=
verwaltung
des Mineral= und Moorbades Altbuchhorſt
(Mark).
Das Rheiniſche Technikum Bingen iſt eine
Lehranſtalt, die unter direkter Staatsaufſicht ſteht und ſich
ausſchließlich dem Maſchinenbau, der Elektrotechnik und
dem Eiſenhochbau widmet. An den Ende dieſes Monats
ſtattgefundenen Ingenieurprüfungen beteiligten ſich 74
Kandidaten, wovon 67 beſtanden, darunter einer mit Aus=
zeichnung
Alle Abſolventen hatten bei ihrem Austritt
bereits Stellung in der Praxis gefunden. Der Leiter der
Anſtalt iſt der in Fachkreiſen bekannte Profeſſor Hoepke.
Das neue Semeſter beginnt am 22. April. Programm
verſendet das Technikum koſtenfrei.

Dampfernachrichten.

Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem Ver=
treter
: Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
Schnelldampfer Barbaroſſa 13. April 10 Uhr vorm.
von Baltimore abgegangen. Schnelldampfer Prinz
Friedrich Wilhelm 12. April 7½ Uhr nachm. von
Therbourg abgegangen. Schnelldampfer Derfflinger
12. April 5 Uhr nachm. in Hamburg angekommen. Poſt=
dampfer
Kleiſt 14. April 6 Uhr vorm. in Genua an=
gekommen
. Poſtdampfer Prinz Eitel Friedrich
12. April 4 Uhr nachm. in Colombo angekommen. Poſt=
dampfer
Prinzeß Alice‟ 14. April 12 Uhr mittags in
Yokohama angekommen. Poſtdampfer Lützow‟ 12. April
10 Uhr vorm. von Aden abgegangen. Poſtdampfer
Prinz Ludwig 13. April 10 Uhr vorm. von Algier
abgegangen. Poſtdampfer Altair 14. April 7 Uhr
vorm. von Antwerpen abgegangen. Poſtdampfer
Scharnhorſt 13. April 1 Uhr nachm. von Southampton
abgegangen. Poſtdampfer Pommern 13. April 12 Uhr
mittags von Port Said abgegangen. Crefeld 13. April
in Santos angekommen. Prinz Heinrich 13. April
1 Uhr nachm. in Alexandrien angekommen. Prinz=
Regent Luitpold 13. April 6 Uhr vorm. von Marſeille
ongekommen. Coblenz 13. April 11 Uhr nachm. von
Brisbane abgegangen. Manila 14. April von Ba=
tavia
abgegangen.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
Rotterdam 5. April 12 Uhr 40 Min. Lizard paſſiert.
Nieuw. Amſterdam. 9. April 12 Uhr mittags von
Boulogne abgegangen. Noordam 7. April vorm. von
Neu=York abgegangen mit 60 Kajüts= und 225 Paſſa=
gieren
3. Klaſſe. Ryndam 9. April vorm. in Neu=York
angekommen. Potsdam 14. April vorm. in Rotterdam
eingetroffen.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
heute morgen 9½ Uhr unſere innigſtgeliebte
Mutter, Großmutter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
(9805
Frau

geb. Roedler
im faſt vollendeten 83. Lebensjahre nach kurzem
Leiden, verſehen mit den hl. Sterbeſakramenten,
zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Bad=Köſen, den 15. April 1914.
Die Beerdigung findet Freitag, den 17. April,
nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehauſe Nieder=
Ramſtädterſtraße 7 aus ſtatt.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Mutter, für
die Grabrede des Herrn Pfarrer Wagner, ſowie
den Schweſtern des Eliſabethenſtifts für die liebe=
volle
Pflege, ferner den Arbeiterinnen des Ar=
tillerie
=Depots und allen Teilnehmern ſprechen
wir auf dieſem Wege unſeren herzlichſten Dank aus.
Familie Karl Ochs,
Familie Georg Jakob.
B9788)

Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Paſſahfeſt.
Donnerstag, 16. April:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 15 Min.
Freitag, den 17. April:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Predigt 9 Uhr 20 Min. Abendgottesdienſt 7 Uhr.
Samstag, den 18. April:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbatausgang und Feſtesſchluß 8 Uhr 20 Min.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Schluß des Peſſachfeſtes.
Freitag, den 17. April:
Vorabend 7 Uhr. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 6 Uhr 50 Min.
Samstag, den 18. April:
Morgens 7 Uhr 45 Min. Nachmittags 5 Uhr.
Feſtesausgang 8 Uhr 20 Min.
Wochengottesdienſt von Sountag, den 19. April, an;
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr
Abends 8 Uhr 20 Min.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Auf der Rückſeite des nordoſtwärts abziehenden
Tiefdruckgebietes hat ſich hoher Druck oſtwärts aus=
gebreitet
. Auf ſeiner Vorderſeite herrſchte Dienstag in
unſerem Bezirk wolkiges, bei nordweſtlichen Winden
kühles Wetter; nachts ſanken die Temperaturen teilweiſe
unter 0 Ueber Island macht ſich eine neue Depreſſion
bemerkbar. Wir werden heute im Bereich des Hoch=
druckgebietes
ruhiges, trockenes Wetter mit allmählich
ſteigenden Temperaturen zu erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 16. April:
Wechſelnde Bewölkung, zeitweiſe Aufheiterung, ruhig,
trocken, etwas wärmer.

Tageskalender.
Donnerstag, 16. April.

Großh. Hoftheater Anfang 7 Uhr. Ende nach
10 Uhr (Ab. C): Hamlet, Prinz von Dänemark.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Konzerte: Hotel Heß um 8 Uhr. Bürgerkellee um
8 Uhr. Perkeo um 8 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage unſerer Expedition
Rheinſtraße 23): Der Kaiſer empfängt nach der Ankunft
in Korfu ſeine Schweſter, die Königin von Griechen=
land
. Helmuth Hirth nach der Landung in Mar=
ſeille
Mobilmachung in Albanien. Die Kinder
des italieniſchen Königspaares als Zuſchauer beim
Concours Hippique in Rom.

Verſteigerungskalender.
Freitag. 17. April.

Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der Train=
kaſerne
(Eſchollbrückerſtraße).

Großh. Landesmuſeum. Geöffnet Sonntags von
101 und 35 Uhr, Mittwochs von 111 und 35 Uhr,
Freitags von 111 Uhr bei freiem Eintritt; Dienstags,
Donnerstags und Samstags von 111 Uhr gegen Ein=
trittsgeld
.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

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Nummer (4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

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Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Nummer 104.

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Ausgabe B. Die Chronik iſt 8ſeitig mit reichem Bilderſchmuck in Tiefdruck und in tadelloſer
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bietet und eine Ergänzung des mehr feuilletoniſtiſch gehaltenen Illuſtrierten Unterhaltungsblattes darſtellt.

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[ ][  ][ ]

Nummer 104.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Seite 9.

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[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Nummer 104.

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meiſters
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Jahren, wird es wohl keinem Wähler ſchwer fallen, bei der Ent=
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meinde
auf weitere 9 Jahre vertreten ſoll, und wir glauben Ihnen
denſelben in der Perſon des
(*9985

Herrn Beigeordneten
Martin Meinhardt

vorſchlagen zu dürfen und fordern Sie hiermit auf, demſelben am
18. April Ihre Stimme zu geben.

Viele Wähler.

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[ ][  ][ ]

Nr. 46.

Donnerstag. 16. April.

1914.

2. Wah Eriahmannes des Kreis=Ausſchuſe für die Wahperiode 1914 bis 1915.
Es ſcheidet aus:
Banunternehmer und Stadtverordneter Heinrich Sames zu Darmſtadt.
10. Wahl eines Mitglieds der Kommiſſion für Verwaltung und Beaufſichtigung der
Kreis=Abdeckerei an Stelle des zurückgetretenen Kommerzienrats Louis Röder.
11. Wahl der Sachverſtändigen für Abſchätzung von Perſonen= und Laſtkraftwagen
für die Wahlperiode 1. April 1914 bis dahin 1917.
Es waren gewählt:
a) Als Sachverſtändige:
1. Hoflieferant Adam Ober dahier,
2. Kaufmann Joſeph Wieſt, Grafenſtraße 26, dahier, Inhaber der Firma
Donges & Wieſt,
3. Nähmaſchinen= und Fahrradhändler Bernhard dahier.
b) Ats Stellvertreter:
1. Meſchaniker und Fahrradhändler Georg Benz dahier,
2. Schloſſermeiſter Karl Koch dahier,
3. Rentner Franz Koch dahier.
Es ſollen für die Folge 4 Sachverſtändige und 2 Stellvertreter ge=
wählt
werden.
12. Wahl eines Taxators für die nach §§ 15 und 16 der Pferde= Aushebungs=
vorſchrift
vom 17. Juli 1900 zu bildende Aushebungs=Kommiſſion
an Stelle des zurückgetretenen Landwirts Adam Kaus zu Darmſtadt
für den Reſt der laufenden Wahlperiode, d. i. bis Ende 1918 (Aushebungsbezirk
Darmſtadt).
Darmſtadt, den 9. April 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
(9606ds

Bekanntmachung.

Auf Grund der Artikel 10 bis 13 des Ausführungsgeſetzes zum Reichs= Vieh=
ſeuchengeſetz
und der Artikel 6 und 7 des Geſetzes über die Entſchädigung für an
Maul= und Klauenſeuche gefallenes Rindvieh, beide vom 29. April 1912, hat Großh.
Miniſterium des Innern in Ausführung des §16 Abſ. 14 der Ausführungsanweiſung
zu beiden Geſetzen vom 30. April 1912 das Nachſtehende beſtimmt:
1. Für Rindvieh iſt zur Deckung der Ausgaben nach Art. 10 des Ausführungs=
geſetzes
vom 29. April 1912 für das abgelaufene Rechnungsjahr 1913 der geringſte
jährliche Beitrag (Art. 131 mit 15 Pfg. für ein Tier mit eingetretenem Zahnwechſel
und mit 5 Pfo für ein Tier ohne Zahnwechſel zu erheben.
2. Für Pferde iſt der geringſte jährliche Beitrag (Art. 13) mit 15 Pfg. für jede
angefangenen 1000 Mark des Wertes (Art. 12 Abſ. 1) zu erheben.
3. Die Hebgebühr für die Vereinnahmung und Ablieferung der Beiträge wird
auf 6 vom. Hundert feſtgeſetzt.
Darmſtadt, den 9. April 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Die vorſtehende Bekanntmachung wollen Sie wiederholt in Ihren Gemeinden
ortsüblich veröffentlichen laſſen und auch den Erhebern von ihr Kenntnis geben.
Darmſtadt, den 9. April 1914.
(9777
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Die ordentliche Generalverſammlung des Obſt= und Gartenbauverbandes für
den Kreis Darmſtadt findet am
Sonntag, den 26. April d. Js., nachmittags 3½ Uhr,
im Saale des Gaſthauſes zum Weißen Schwan Beſitzer Georg Erzgräber III., zu
Arheilgen ſtatt, wozu wir unſere Mitglieder und alle Intereſſenten des Obſt= und
Gartenbaues freundlichſt einladen.
Tages=Ordnung!
1. Rechnungsablage pro 1913/14.
2. Wahl der Rechnungsreviſoren für 1914/15.
3. Voranſchlag pro 1914/15.
4. Tätigkeitsbericht pro 1913/14.
5. Aufſtellung des Arbeitsplanes (Beſichtigungen p.) pro 1914/15.
6. Frühobſtausſtellung pro 1914.
7. Vortrag des Herrn Großh. Landwirtſchaftslehrer Reichel=Darmſtadt über
Ernährung und Düngung der Obſtbäume und Gemüſet.
8. Verſchiedenes.
Darmſtadt, den 7. April 1914.
(9747
Der I. Vorſitzende
des Obſt= und Gartenbauverbandes für den Kreis Darmſtadt:
von Starck, Großh. Regierungsrat.

Bekanntmachung.

Eine Sitzung des Kreistags findet
Montag, den 20. April 1914, vormittags 10½ Uhr
in dem Rathausſaale dahier (Marktplatz 8) ſtatt.
Auf der Tagesordnung ſtehen folgende Gegenſtände
1. Entſcheidung über die Gültigkeit der Ergänzungswahlen der Kreistags=Abgeordneten.
2. Wahl der Mitglieder der Einſchätzungs=Kommiſſion zur Veranlagung der Ein=
kommenſteuer
I. Abteilung und der Kapitalrenten= bzw. Vermögensſteuer auf die
Dauer von 3 Jahren, 1. April 1915 bis dahin 1918.
Es waren ſeither gewählt:
1. Für das Großh. Finanzamt Darmſtadt II
a) Als Mitglieder=
1. Heinrich Bender I., Landwirt und Spezereihändler, Nieder=Ramſtadt,
2. Peter Benz V., Landwirt, Arheilgen,
3. Heinrich Dächert II., Bauunternehmer, Eberſtadt,
4. Georg Fey XVI., Fabrikant, Pfungſtadt,
5. Wilhelm Fritſch II., Landwirt, Ober=Ramſtadt,
6. Friedrich Nungeſſer I., Rentner, Griesheim.
7. Heinrich Heberer II., Gaſtwirt, Meſſel,
3. Ludwig Lang I. Bürgermeiſter, Pfungſtadt,
9. Georg Reinholz II., Landwirt und Darlehenskaſſerechner, Roßdorf
y) Als Erſatzmänner
1. Hermann Delp, Gemeindeeinnehmer, Eberſtadt,
2. Friedrich Fornoff II., Bauunternehmer, Roßdorf.,
3. Karl Heim II., Fabrikant und Beigeordneter, Ober=Ramſtadt,
4. Georg Adam Preß I., Rentner, Pfungſtadt,
5. Ludwig Roth, Rentner, Griesheim.
Nach Verfügung des Großh. Miniſteriums der Finanzen, Abteilung
für Steuerweſen vom 30. März 1914, zu Nr. F. M. St. 14359 ſind jetzt
10 ordentliche Mitglieder und 7 Erſatzmänner zu wählen.
2. Für das Großh. Finanzamt Langen
Mitglied:
Gemeindeeinnehmer Georg Frey III., in Wixhauſen.
Erſatzmann:
Keiner.
3. Vorlage der Verwaltungsberichte des Kreis=Ausſchuſſes pro 1912 für die Kreiskaſſe
und die Kreisabdeckereikaſſe.
4. Prüfung und Begutachtung der Kreiskaſſerechnung und der Rechnung der Kreis=
Abdeckereikaſſe für 1912.
5. Vorlage und Feſtſetzung der Voranſchläge über Einnahmen und Ausgaben der
Kreiskaſſe und der Kreis=Abdeckereikaſſe für 1914.
6. Wahl von 4 bürgerlichen Mitgliedern und 4 Erſatzmännern für die Erſatzkommiſſion
(§ 30 poſ. 4 des Reichsmilitärgeſetzes) auf 3 Jahre 1914 bis einſchließlich 1916.
Es ſcheiden aus und ſind wieder wählbar:
a) Mitglieder:
1. Stadtverordneter Nohl in Darmſtadt,
2. Reviſor i. P. Rechnungsrat Schupp daſelbſt,
3. Beigeordneter Nungeſſer in Pfungſtadt,
4. Johannes Karl Grünewald in Roßdorf.
b) Erſatzmänner:
1. Privatier Georg Koch in Darmſtadt,
2. Privatier Georg Roth in Darmſtadt,
3. Beigeordneter Benz in Arheilgen,
4. Konrad Gunkel II., in Roßdorf.
7. Ergänzungswahl der Mitglieder des Provinzialtags für die Wahlperiode 1914 bis
Ende 1919.
Es ſcheiden aus:
1. Oberlandesgerichtsrat Dr Berchelmann dahier,
2. Juſtizrat Ferdinand Gallus dahier,
3. Oberbürgermeiſter Dr. Gläſing dahier,
4. Stadtverordneter und Bauunternehmer Heinrich Sames dahier,
5. Kommerzienrat Wilhelm Diefenbach dahier
6. Beigeordneter Konrad Egenolf
geſtorben.
7. Geh. Juſtizrat Ernſt Schmeel
Ferner iſt Erſatz zu wählen für das verſtorbene Provinzialtagsmitglied
Bürgermeiſter Müller in Roßdorf für den Reſt deſſen Wahl=
periode
, d. i. bis Ende 1916.
8. Ergänzungswahl der Mitglieder des Kreis=Ausſchuſſes für die Wahlperiode 1914
bis Ende 1919.
Es ſcheiden aus:
1. Rechtsanwalt Dr. Theodor Stein, Darmſtadt,
2. Rentner Philipp Keller VI., Griesheim,
3. Rentner Karl Heß, Pfungſtadt.
Ferner iſt für den aus Geſundheitsrückſichten zurückgetretenen Kom=
merzienrat
Louis Röder zu Darmſtadt für den Reſt deſſen
Wahlperiode, d. i. bis Ende 1916, Erſatz zu wählen.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1. Pinſcher, 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
ſelbſt
jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(9749
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Pankratiusſtraße zwiſchen der Liebfrauen= und der Kaupſtraße
vom 16. bis zum 30. April lfd. Js. für den Fuhrwerks= und Rad=
fahrverkehr
geſperrt.
(9817

Erwerb von Grabſtätten (Wahlgräbern) auf dem
iner äinſet.

Nachdem die Stadtverordneten=Verſammlung den Tarif für
den Verkauf von Wahlgräbern (ſogenannten Erbgräbern) auf dem
neuen Friedhof an der Griesheimer Straße gutgeheißen hat, kann
jetzt bereits durch Vermittelung des Stadtbauamts der Erwerb ſolcher
Gräber erfolgen.
Die Erwerber unterwerfen ſich mit dem Kauf den Bedingungen
der demnächſt für den neuen Friedhof zu erlaſſenden Friedhofsordnung.
Die Grabſtätten koſten:
1. auf Plätzen an Hauptwegen (Ring= und Diagonalſtraßen)
und an beſonders ang elegten freien Räumen . 200 Mk.
ausreichend für die Beiſetzung von 1. Sarg oder 2 Aſchen=
reſten
. Die Grabſtäten miüſen mindeſtens 2 Pläatze dieſer
Art umſaſſen, alſo für die Beiſetzung von 2 Sürgen oder
4 Aſchenreſten ausreichen. Die Beiſetzung weiterer Aſchen=
reſte
iſt gegen die Entrichtung einer Gebühr von 25 Mk. für
jeden Aſchenreſt zuläſſig;
2. auf Plätzen an Seiten= und Nebenwegen 100 Mk
ausreichend für die Beiſetzung von 1 Sarg oder 2 Aſchen=
reſten
. Im übrigen gelten für dieſe Gräber die gleichen
Beſtimmungen wie unter 1
3. auf Plätzen im Urnenhain für jeden Urnenplatz:
250 Mk.
a) an der Urnenwand
150
b) im Heckengarten
c) an der Mauer
120
Die vorbezeichneten Grabſtätten ſind Wahlgräber, deren
Benutzung den Erwerbern auf einen Zeitraum von 50 Jahren 2 Vertikos, 2gr. Spiegel, 2 Teppiche,
auf Grund der Beſtimmungen der Friedhofsordnung zuſteht.
Nach Ablauf dieſer Zeit fallen ſie an die Stadt zurück, wenn
ſie von den ſeitherigen Beſitzern nicht neuerworben werden.
Außer dieſen, die große Maſſe der vorhandenen Wahl= (Erb=)
Gräber bildenden Grabſtätten ſind dann noch in beſchränkter Zahl
in beſonders bevorzugten Lagen des Friedhofs Wahlgräber zu
ſöheren Preiſen vorbanden.

Z Ze e ee e e
4. in gemauerten Grufthallen im inneren Säulenhalbrund des
Preis 6000 Mk.
Haupteinganges
ausreichend für die Beiſetzung von 6 Särgen oder einer
größeren Anzahl Aſchenreſte:
6. imäußeren Säulenbogen des Haupteinganges, Preis 4000 Mk.
ausreichend für die Beiſetzung von 6 Särgen oder einer
größeren Anzahl von Aſchenreſten;
6. Urnenplätze in den Urnenwänden an dieſem äußeren Säulen=
bogen
für die Beiſetzung einer Urne
Preis 300 Mk.
7. Plätze gegenüber dem äußeren Säulenbogen unmittelbar
hinter dem Haupteingang . . . .
Preis 3000 Mk.
ausreichend für die Beiſetzung von 6 Särgen oder einer
größeren Anzahl Aſchenreſte:
8. Plätze an der Hauptallee . . . .
Preis 2000 Mk.
ausreichend für die Beiſetzung von 6 Särgen oder einer
größeren Anzahl von Aſchenreſten.
Die Grabſtätten unter Ord.=Nr. 48 werden im übrigen unter
den gleichen Bedingungen wie die Grabſtätten unter Ordn.=Nr. 1 u. 2
als Wahlgräber, jedoch für eine Zeitdauer von 100 Jahren, abgegeben.
Die Beſtimmungen über die Abgabe und Herrichtung von
Reihengräbern (allgemeine Grabſtätten) erſcheinen demnächſt bei Er=
laßz
der Friedhofsordnung für den neuen Friedhof.
(9709md
Darmſtadt, den 11. April 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.

Unterhaltungsarbeiten 1914, 1915 und 1916.

Die Unterhaltungsarbeiten für die nächſten 3 Jahre, einſchließ=
lich
Eiſen= und Tapetenlieferung, ſollen vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem unterzeichneten Amte, Grafen=
ſtraße
30, Zimmer Nr. 9, zur Einſicht offen. Die Unterzeichnung der
Bewerberliſte hat bis einſchließlich Montag, den 20. April 1914, vor=
(9692md
mittags 10 Uhr, zu erfolgen.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
Stadtbauamt.

Wegen Abreise
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Bekanntmachung.

In unſerem Handelsregiſter,
Abt. B, wurde heute bei der Firma
G. C. Klebe, Geſellſchaft mit
beſchränkter Haftung in Eberſtadt,
folgendes eingetragen:
Der Geſchäftsführer Karl Krae=
mer
in Darmſtadt iſt ausgeſchie=
den
und die Geſamtprokura des
Robert Eiſele und Ludwig Büttel,
beide in Eberſtadt, iſt erloſchen.
Als Geſchäftsführer ſind beſtellt:
1. Robert Eiſele in Eberſtadt,
2. Ernſt Timm in Darmſtadt, wel=
che
beide die Geſellſchaft gemein=
ſam
vertreten. Zum Prokuriſt iſt
Ludwig Büttel in Eberſtadt be=
ſtellt
mit der Maßgabe, daß er
zur Zeichnung und Vertretung der
Firma nur in Gemeinſchaft mit
dem Geſchäftsführer Ernſt Timm
(9795
ermächtigt iſt.
Darmſtadt, 8. April 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.

Bekanntmachung.

In dem Konkursverfahren über
den Nachlaß des Kaufmanns Karl
GuſtavHermannHeinrich Diehm
zu Darmſtadt wird zur Abnahme
der Schlußrechnung, zur Erhebung
von Einwendungen gegen das
Schlußverzeichnis und zur Prü=
fung
der nachträglich angemeldeten
Forderungen Termin auf:
Samstag, 25. April 1914,
vormittags 9½ Uhr,
Zimmer Nr. 217,
anberaumt.
(9750
Darmſtadt, 26. März 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.
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[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Nummer 104.

MIlibsFooerbarmstadt
Erstklassiges Spezialgeschäft für Herren- und Knaben-Kleidung.

Auffur!

Zahlloſe Opfer fordert alliährlich die Krebskrankheit. Die
bperative Entfernung des Krebsherdes kann bei frühzeitigem Ein=
greifen
Heilung bringen, ſie iſt aber nicht immer möglich, und nur
zu oft wird die Krankheit als ſolche zu ſpät erkannt.
Der raſtlos forſchenden Wiſſenſchaft iſt es nun gelungen, in
dem ſogenannten Radium ein Mittel zu entdecken, das nach den bis=
her
erzielten Erfolgen dazu berufen erſcheint, den Leidenden ſelbſt in
vorgeſchrittenen Stadien wirkſame Hilfe zu bringen.
Die Beſchaffung dieſes Mittels erfordert freilich bedeutende
Koſten. Etwa 50000 Mk. ſind nötig, um unſer Stadtkrankenhaus
damit auszurüſten. Aber Darmſtadt wird nicht zurückſtehen wollen
hinter zahlreichen anderen, auch heſſiſchen. Städten, deren Bürger für
ihre leidenden Mitmenſchen namhafte Opfer gebracht haben. Auch
in Darmſtadt warten viele Kranke auf Erleichterung und Heilung,
auch hier hat ſich noch ſtets der gute Bürgerſinn bewährt, wo es
galt, für einen hohen Zweck Opfer zu bringen.
In allen Bevölkerungsſchichten iſt die Krankheit zu finden, alle
Kreiſe ſind darum an ihrer wirkſamen Bekämpfung intereſſiert. An
alle Kreiſe wende ich mich deshalb vertrauensvoll mit der Bitte, je
nach Kräften dazu beizuſteuern, daß das neue Heilmittel an=
geſchafft
werden kann.
Gaben werden von der Bank für Handel und Induſtrie, ſowohl
bei der Hauptniederlaſſung als auch bei der Geſchäftsſtelle Wilhel=
minenſtraße
14, der Deutſchen Bank und der Deutſchen Vereinsbank
in Darmſtadt zu dem Konto: Radiumfonds für das Stadtkranken=
haus
Darmſtadt gerne entgegengenommen.
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Darmſtadt, den 7. April 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
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Bekanntmachung.

Die Firma Gebrüder Bickel=
haupt
in Eberſtadt hat dem Kauf=
mann
Karl Hölzer in Heidelberg
dergeſtalt Prokura erteilt, daß er
zur Zeichnung und Vertretung der
Firma nur in Gemeinſchaft eines
Geſellſchafters ermächtigt iſt.
Eintrag in das Handelsregiſter
iſt heute erfolgt.
(9794
Darmſtadt, 8. April 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.

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Zufolge der aufgetauchten falſchen Gerüchte, unſer Bürgermeiſket
ſei amtsmüde und nehme eine Kandidatur nicht mehr an und angeſichts
eines Aufrufs im Darmſt. Tagblatt und im Volksfreund, in denen den
Wählern als Kandidat der Maurermeiſter Jakob Schuchmann aufs
wärmſte empfohlen wird, und zufolge eines Wählerverſammlungs=
beſchluſſes
, in dem als Kandidat unſer Beigeordneter Meinhardt vor=
geſchlagen
wurde, haben ſich eine große Anzahl Wähler bewogen ge=
funden
, die Sache endgültig ins reine zu ſtellen und unſerer geſamten
Bürgerſchaft als Kandidaten unſeren wohlverdienten Bürgermeiſter
Becker zu empfehlen. Denn nur dieſer kann für uns in Betracht kommen,
da wir keine Gründe haben, denſelben auch in der künftigen Periode
ſeines Amtes zu entheben, es liegt abſolut kein Grund vor, der
eine Nichtwahl begründen könnte, und ſo wollen wir ihm auch
auf weitere 9 Jahre unſere Gemeindegeſchicke anvertrauen.
18 Jahre hat er ſeines Amtes gewaltet und uns in dieſer Zeit bewieſen,
daß er für uns nur allein als Bürgermeiſter in Betracht kommen
kann, ſolange er noch in der Lage iſt, dieſes Amt in der uns bekannten
Weiſe zu verwalten. Von ſeiten der Führer der Sozialdemokratie
werden die Wähler dadurch zu beeinfluſſen geſucht, wenn wir unſern
Bürgermeiſter wiederwählten und er ſich infolge von Krankheit oder
dergleichen in 23 Jahren penſionieren laſſen würde, müßten wir
dann 2 Bürgermeiſter beſolden. Der an ſich lächerliche Trick iſt voll=
ſtändig
hinfällig, wenn wir bedenken, daß, wenn der Bürgermeiſter
penſioniert wird, er ſeine Penſion aus der Fürſorgekaſſe bezieht und
als Gemeindebeamter gänzlich ausſcheidet. Wir hoffen doch, wenn
ein Bürgermeiſter einmal 20 Jahre treu der Gemeinde vorgeſtanden
und infolge ſeines Alters ſein Amt nicht mehr gut weiterführen kann,
wir ihm einen ſorgenloſen Lebensabend gönnen können, denn hierzu
bezahlen wir aus der Gemeindekaſſe deren Fürſorgekaſſenbeiträge.
Unſer Bürgermeiſter hat der Gemeinde noch keinen Pfennig weg=
geworfen
; wir wollen hier nur das Armenweſen in Betracht ziehen,
ſchon manches Element wäre der Gemeinde zur Laſt gefallen, wenn
er nicht auf dem Damm geweſen wäre. In einem Artikel vom
14. d. M. im Volksfreund wird dem Bürgermeiſter nun vorgehalten,
daß er im vorigen Jahre der Firma Merck=Darmſtadt bei der
Erweiterung ihrer Waſſerwerksanlage das Gelände hätte unentgeltlich
ſtellen wollen. Nach Prüfung der Angelegenheit wird man auch hier
auf ein anderes Urteil kommen, als der Bürgerſchaft vorgemacht
wird. Vielleicht rechnen es ſich einige Herren als Verdienſt an, daß
die Firma Merck das Waſſer in hieſige Gemeinde liefert. Zu bemerken
iſt noch, daß unſer Bürgermeiſter ſchon im Jahre 1901 den Antrag
ſtellte, die Firma Merck ſolle das Waſſer liefern. Dieſer Antrag
wurde damals leider abgelehnt. Bei einer ſeitens der Sozialdemo=
kratie
anfangs März im Gaſthaus zum Löwen einberufenen Volks=
verſammlung
hat ein Redner unumwunden zugegeben, daß man
einem Bürgermeiſter manchmal in Sachen unrecht gebe; es ſei manch=
mal
für denſelben ein ſchwerer Punkt, aber er müſſe halt nach der
Flöte der Regierung tanzen und ſei in vielen Stücken vollſtändig
machtlos. Aber heute nun ſucht man den Bürgermeiſter für alles
Zuſtande= und Nichtzuſtandegekommene verantwortlich zu machen.
Eine Kandidatur des Beigeordneten und des ehemaligen Maurer=
meiſters
Schuchmann iſt vollſtändig hinfällig, da uns dieſe Perſonen
nicht die geringſte Gewähr bieten, daß ſie ein ſolches Amt
auch mit der nötigen Energie verſehen können. Ihr Bürger Weiter=
ſtadts
, unſere Gemeinde hat noch auf gute Entwicklung für die
Zukunft Ausſicht, wählt darum einen Mann, der auch im
weiteren jeglichem Fortſchritt geneigt iſt, und dem wir
die Zukunft Weiterſtadts ruhig anvertrauen können und
dies iſt unſer ſeitheriger wohlverdienter Bürgermeiſter
Becker. Laßt alle Parteianſchauungen fallen, denn dieſe ſind in
einer Gemeinde nicht von Bedeutung, gebt nur dieſem Mann
eure Stimme, der die Sympathie der Gemeinde beſitzt und wählt
geſchloſſen am 18. April unſern
(9818
Bürgermeiſter Becker.
Im Kampf zum Sieg!
Viele Wähler.

9796)

[ ][  ][ ]

Nummer 104.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

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Der Sieg des Herzens.
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Nachdruck verboten.)

Ich muß mit Dir mal über ’ne ernſte Sache reden,
Borchers, ſagte Frau Borchers und ſtemmte dabei die
roten Hände in die breiten Hüften. So geht das Geſchäft
nicht weiter.
Der kleine Perückenmacher ſah erſtaunt auf.
Was willſt Du denn, Mutter? fragte er. Das Ge=
ſchäft
geht doch ſehr gut. Der Adolf raſiert die feinſten
Herren, und ſeit der Mode der Lockentoupets geht mein
Geſchäft auch ganz glatt. Meine wiſſenſchaftliche Haar=
pflege
hat Schule gemacht. Erſt neulich ſagte mir ein
Kollege . .
Höre mir auf mit Deinem Quatſch, unterbrach ihn die
Frau. Ich ſpreche nicht von Eurem Geſchäft, ſondern von
der Sache mit Eva und dem Baron.
Ach, das meinſt Du! Na, da laß nun die Eva für
ſorgen. Die iſt ein Mädchen, die ſich kein F vor ein II
machen läßt. Und der Baron iſt ein anſtändiger Menſch.
Ja, Du Du läßt Deine Tochter in das Verderben
rennen!
Na nu in das Verderben? Wenn ſie mit dem
Baron mal ausgeht, ſo ſehe ich darin kein Verderben. Ein
Vergnügen will der Menſch haben.

nden ſur dieſeh Bergatgen iſ ur neite Tahier zu
gut. Ja, wenn der Baron ſo geblieben wäre, wie in der
erſten Zeit! Aber ſeit er Freundſchaft mit dem Herrn von
Rautheim geſchloſſen hat, iſt er ein ganz anderer Menſch
geworden. Ich trau ihm nicht mehr über den Weg, und
ich werde mal ein Wörtchen mit ihm ſprechen.
Das laß man ſein, Mutter. Dazu biſt Du zu hitzig.
Laß mich die Sache machen. Ich bin ein ganz feiner,
das bringt ſchon mein Geſchäft ſo mit ſich. Ich kann das
feinſte Frauenhaao einfädeln, und meine wiſſenſchaftliche
Behandlung der Haarpflege .
Quatſch nicht. Ich werde mit ihm reden, und wenn
er keine Vernunft annehmen will, dann raus mit ihm!
Son Zimmerherrn kriegen wir noch alle Tage, der ſeit
zwei Monaten die Miete ſchuldig iſt. Heute iſt ſchon wie=
der
ein Schreiben vom Gericht gekommen . .
Vielleicht klagſt er gegen ſeinen Onkel, den alten Gra=
fen
, auf Alimente . .
Dummes Zeug! Schulden hat er. Und die Eva ſoll
er mir nicht verderben
Das wird er ſicherlich nicht tun, Mutter, ſagte da eine
herbe Stimme, ſo daß ſich Frau Borchers raſch umwandte.
Eva ſtand in der Tür. Sie mußte die letzten Worte
ihrer Mutter gehört haben.
Eva hatte ſich in den letzten Wochen ſehr verändert.
Ihre harmloſe Heiterkeit war verſchwunden und hatte

ſenen ien Enſt dlas gonadh, der eltreing ihemn
Geſicht einen ganz eigenen Reiz verlieh. Ihre Augen
blickten ſo ruhig, ſtill und ernſt, als könnten ſie niemals
wieder in kindlicher Heiterkeit, in mädchenhaftem Uebermut
aufleuchten. Ihre Wangen waren um eine Färbung
blaſſer und um ein Weniges ſchmaler geworden, ihre Ge=
ſtalt
ſchien ſchlanker geworden zu ſein.
Das Auge der Mutter hatte dieſe Veränderung wohl
bemerkt, und ſie ſchloß ganz richtig,, daß in dem Verhält=
nis
zu Hans der Grund zu dieſer Veränderung liege.
Ueber dieſes Verhältnis ſelbſt befand ſie ſich allerdings
im unklaren, da Eva niemals darüber geſprochen und den
verſtrckten Fragen und Andeutungen der Mutter ſtets aus=
gewichen
war. Als dann die Entfremdung zwiſchen ihr
und Hans eingetreten war, hatte ſie ſich noch mehr
zurückgehalten und ihren Schmerz und ihre Enttäuſchung
allein zu überwinden geſucht.
Es war ihr auch gelungen, denn ſie war im Grunde
genommen durchaus nicht ſentimental veranlagt und lebte
allzu ſehr in der Wirklichkeit der ſie umgebenden Welt, als
daß die Enttäuſchung ihres Herzens ihren Lebensmut und
ihre Lebenshoffnungen hätte untergraben können.
In dem Getriebe der Großſtadt aufgewachſen, hatte ſie
ſich den klaren Blick für alle Lebensverhältniſſe angreig=
net
, der allen Großſtadtkindern eigen iſt, und ſah den Ent=
täuſchungen
, die das Leben für einen jeden mit ſich bringt,

[ ][  ][ ]

Seite 14

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Nummer 104.

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Gedanken der Untreue des Geliebten, ihr Verſtand aber
ſagte ihr, daß ſie nur das Schickſal von Tauſenden von
Mädchen teile, und daß die Verhältniſſe nur allzu oft
ſtärker ſind, als die Kraft und der Mut der Menſchen. Sie
wünſchte nur, Hans hätte offen und ehrlich mit ihr ge=
ſprochen
; ſie würde ſicherlich nicht verſucht haben, ihn feſt=
zuhalten
, dazu war ſie denn doch zu ſtolz.
Du haſt gehört, was ich geſagt habe? fragte Frau
Borchers, während ihr Mann, der ſolche Auseinander=
ſetzungen
fürchtete, ſich wieder tiefer auf ſeine Arbeit
beugte, wie um dieſer Auseinanderſetzung aus dem Wege
zu gehen.
Ich habe es gehört, entgegnete Eva ruhig und doch
mit leicht bebender Stimme. Und ich kann Dich verſichern,
daß Deine Befürchtungen gegenſtandslos ſind, Mutter.
Willſt Du denn leugnen, daß Du mit dem Baron ver=
kehrt
haſt? fragte dieſe in ihrer ſchroffen Art.
Ich leugne es nicht .
Na alſo! Da haben wir es. Was ein ſolcher Verkehr
zu bedeuten hat, das wiſſen wir alle. Du haſt ja immer
Deinen Kopf aufgeſetzt, wenn ich Dich warnen wollte. Ihr
hört ja nie auf das Wort einer verſtändigen Frau. Wenn
Ihr nur Euer Vergnügen habt! Ausgehen in die Thcater
und Konzerte, in die feinen Weinlokale und auf die
Tanzereien das iſt es, was Ihr haben wollt, und das
Ende vom Liede iſt Kummer und Elend. Man ſieht es
Dir ja an! Du biſt gar nicht mehr dieſelbe wie früher.
Ich will nur hoffen, daß nicht Schlimmeres dahinter ſteckt.
Mutter, mäßige Dir, brummte der kleine Perücken=
macher
, dem ſeine Tochter leid tat, und der ſolche Groß=
ſtadtverhältniſſe
leichter nahm als ſeine ſtrenge und chole=
riſch
veranlagte Gattin.
Eva war blaß geworden. Ihre Lippen zuckten und
Augen verdunkelten ſich, wie von aufſteigenden Tränen.
In den Worten der Mutter ſah ſie das verzerrte Bild
ihrer Liebe, die ſie wie ein heiliges Geheimnis ihres Her=

zens gehütet hatte, um es nicht der erbarmungsloſen
Oeffentlichkeit preiszugeben, die den zarten Hauch gar bald
davon abſtreifen würde. Jetzt war ihre Liebe doch an die
Oeffentlichkeit gezerrt, und ſie ſah, wie ſich das ſchöne Bild
verzogen und verſchoben hatte. Wie früher ihre Liebe, ſo
war ihr auch ihr Schmerz heilig geweſen, und ſie hatte mit
niemandem darüber geſprochen. Jetzt mußte ſie aber Rede
und Antwort ſtehen, denn Höheres als ihre Liebe und ihr
Schmerz ſtand auf dem Spiele: ihre Ehre.
Du ſprichſt von meinem Verhältnis zu Hans Ball=
hauſen
, wie Du es verſtehſt, Mutter, entgegnete ſie mit
zuckenden Lippen. An all das, was Du ſagſt, an Theater
und andere Vergnügungen habe ich niemals gedacht, er
wohl auch nicht, denn unſere Liebe war uns viel zu hoch
und heilig, als daß wir an ſolche Dinge denken ſollten.
Wir hatten uns eben lieb etwas anderes forderten
wir nicht voneinander.
Redensarten! Ihr hattet Euch lieb das ſagen ſie
alle, und dann kommt das andere von ſelbſt nach. Haſt Du
denn niemals daran gedacht, wie das enden ſollte?
Er wollte mich zu ſeiner Frau machen, wenn er eine
feſte Stellung erlangt hatte . .
Frau Borchers lachte auf.
Und Du haſt ihm geglaubt,
Ja
So ſeid Ihr alle! Durch ſchöne Worte laßt Ihr Euch
Eure Unſchuld abſchwatzen
Halt, Mutter! Was ich getan habe, war vielleicht un=
vorſichtig
, aber niemals habe ich mich ſoweit vergeſſen und
niemals hat er das gefordert, was Du da andeuteſt. Er
hat mich ſtets als ſeine Braut und ehrliche Verlobte be=
trachtet
und behandelt.
Und weshalb iſt er denn nicht zu uns, Deinen Eltern
gekommen?
Weil ich es ſelbſt nicht wollte, um ihm in ſeinem Stre=
ben
nicht hinderlich zu ſein. Erſt ſollte er ſich eine Stel=
lung
erringen

Na, ſiehſt Du, Muiter, warf der kleine Friſeur ein,
das iſt doch alles ſehr ſchön. Auf die Eva können wir uns
verlaſſen. Das hab ich immer geſagt .
Ja Du! Du biſt mir der Rechte mit Deinem Tick
für die vornehmen Leute Aber was iſt denn nun dabei
herausgekommen? Jetzt geht er mit dem Liederjahn, dem
Baron Rautheim, und kümmert ſich den Kuckuck noch um
Eva. Er läßt ſie einfach ſitzen, nachdem er ſeinen Spaß
gehabt hat. Und das dulde ich nicht. Entweder er hält
ehrlich ſein Wort oder er muß aus dem Hauſe das iſt
meine Meinung. Und das werd ich dem noblen Herrn
ſchon auseinanderſetzen.
Das wirſt Du nicht tun, Mutter, ſprach Eva ſehr be=
ſtimmt

Sieh mal einer an! Du nimmſt ihn wohl gar noch in
Schutz?
In gewiſſer Weiſe ja. Aber darin haſt Du recht: er
paßt nicht mehr zu uns, und je eher er auszieht, deſto lie=
ber
iſt es mir. Aber nicht Du ſollſt mit ihm ſprechen, ſon=
dern
ich ſelbſt werde es ihm ſagen.
Du?
Ja ich werde ihn bitten, ſobald als möglich auszu=
ziehen
, damit das Gerede über unſer Verhältnis aufhört.
Und wirſt natürlich das Verhältnis fortſetzen? Das
kennt man . .
Ueber Evas blaſſes Geſicht zuckte ein trübes Lächeln.
Nein, Mutter, ſagte ſie und wandte ſich ab, um die
hervorbrechenden Tränen zu verbergen, das iſt nun vorbei.
Na, Gott ſei Dank, wenn Du das nur einſiehſt.
Ich habe es ſchon lange eingeſehen, Mutter, und nun
laß uns bitte nicht mehr darüber ſprechen. Ich weiß, was
ich zu tun habe darauf kannſt Du Dich verlaſſen.
Sie wandte ſich ab und begab ſich in ihr eigenes
kleines Zimmer, das neben der Küche lag.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 104.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Seite 15.

Frankfurter Kursbericht vom 15. April 1914.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)

(2
Staatspapiere.
4 100,30
Dt. Reichsschatzanw.
98,50
Dt. Reichsanleihe p. 1918
do. . . . . p. 1925
87,10
do. . . . . . .
78,40
do. . . .. .....
4 100,30
Preußische Schatzanw.
91,10
Staffelanleihe.
. 3½ 87,05
Consols .
78, 6
do. . . . . .
4 96,90
Badische Staats-Anleih
.. 3½ 88,50
do. v. 92/94 .
3 82,60
do. . . . . . . . .
Baverische Ablös.-Rente, 4 97,00
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906) 4 97,40
4 1 9740
do. unkdb. p. 1918
4 97,40
do. unkdb. p. 1920
E.-B.- u. Allgem. Anl.
97,40
unkdb. p. 1530 .
84,80
do. Anleihe .
76,00
do.
97,30
Hamburger Staats-Anl.
3½g 87,20
do. v. 18704
79,20
do.
Hessische Staats-Anleihe
91,40
97,50
do. unkäb. p. 1921.
3½ 84,90
do.
.. F
do.
75,10
. . . . . .
Sächsische Staats-Rentel 3 77,80
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921). .
98,20
do. v. 79/80 . .
88,0
do.
77,10
Bulgarische Gid.-Anl.
Griech. Anl. v. 1890 .
1,6 55,50
do. v. 1887 Monopol 19/ 52,00
Italienische Rente . . . . . 3½
Osterr. Staats-R. v. 1913 . 4½ 92,20
do. Silber-Rente . . . . 4½ 86,00
do. Papier-Rente . . . 4½
do. Gold-Rente . . .
4 86,50
do. einheitl. Rente . . 4 82,35
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 9740
do. inn. amort. 1905 . . 4½
do. unif. Serie I
61,40
do.
III.
64,00
do. Spezial Titel.
9,60
Rumänen v. 1903
99,95
do. Gold v. 1913.
91,25
do. Schatzsch. v. 16
4½100,20
do. conv..
4 85,40
do. v. 1890
4 93,90
do. v. 1891
86,00
do. v. 1905
86,20
do. v. 1908
86,00
do. v. 1910
85,30
Russische St.-Anl.
98,20
do. kons. v. 1850
*86,80
do. Gold v. 1890
do. v. 1902
89,70
Schweden v. 1880.
do. v. 1886

21.
Schweden v. 1890.
.3½
Serben steuerfrei
. .4½ 87,30
do. amort, v. 1895 . . .
78,70
Türk. Egypt. Tribut . . .3"
do, kons. steuerfreie
do. Admin. v. 1903. .
76,30
do. unik. v. 1903. ..
do. v. 1905. . . .
72,70
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 90,20
Ungar. Staatsk.-Scheine!
r. 1913.
.. . . . . .4½ 98,95
do. Gold-Ronte. .
4 88.50
do. Staats-Rente 1910 4 81450
do.
Kr. 4 82,10
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887
97,50
1000
do. äußere v. 1890
do. innere v. 1888
41)
do. äubere v. 1888 .
do. v. 1897
81,50
Chile Gold-Anl. v. 1911.
4½
do. v. 1889
2
do. v. 1906
Chines, St.-Anl. v. 1895.
do. v. 1896 .
do. Reorg. Anl..
88,50
do. v. 1898
90,10
Japaner . . .
6400
Innere Mexikaner.
88,50
Außere do.
68,90
Mexikan. Gold v. 1904

do. cons.
68,30
do. Irrigat.-Anle
65,60
Buenos-Aires Prov.
Tamaulipas
92,80
Sao Paulo E.-B
do. v. 1913
5 96,70
4½ 96,00
Siam v. 1907.
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
84,40
v. 1895/97
v. 19043½ 81,50
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
95,95
Darmstadt. . . . .
½ 9000
Nordd. Lloyd-Obligat.
91,80
Donau-Dampfschiff. v. 82
4 91,50
Elisabethbahn . . . .
86,50
Franz-Joset-Bahn.
Kaschau-Oderberger v. 89
72,00
Prag-Duser
5 1102,60
Osterreich. Staatsbahn
4 89,70
do.
3 74,70
do.
do. Südbahn (Lomb.) . 5 98.05
71.90
do. do.
28/10 51,90
do.
de.
76,90
Raab-Oedenburg
86,50
Kronprinz Rudolfbahn
4 84,80
Russ. Südwest . . . . .

Moskau-Kasan . .
4½ 94,40
do.
85.,60
. ,
Wladikawkas. . . . .
485.,50
Rjäsan-Koslow. .
65,00
Portugies. Eisenb.
do. . . ..
87,20
6960
Livorneser .
62,30
Salonique Monastir.
7815
Bagdadbahn
90,20
Anatolische Eisenbahn
Missouri-Pacite I.
60,40
do. do, v. 1905
4 95.50
Northern-Pacitic. .
92.90
Southern-Pacitic.
-
St. Louis & San Francisco
Tehuantepec.
Ungar. Lokalbahn
59850
Provinz-Anleihen.
96,20
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
86,30
do. Em. 10 .
83,10
do. 9. .
3½
Posen Prov..
95,90
Westfalen Prov. V. . . .
95,50
Hess. Prov. Oberhessen
85,50
do. Starkenburg. .
Städte-
Obligationen.
4
Darmstadt.
.. . . .3½,
do. . . .
. . . . . . 4 96,70
Frankfurt .
.. . . . . .3½ 88.50
do. . .
Gießen . .
. . . . . . 4
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 87,00
Heidelberg . . . . . . . . . . 4 94,50
Go. . . . . . . . . . . . . .31
Karlsruhe . . . . . . . . . . 4 94,90
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 87.20
Magdeburg . . . . . . . . .
95,00
Mainz . . . . . . . . . .
87,00
G0. . .. . . . . .
*9450
Mannheim . . .
.85,95
do. . . .
9650
München .
Nauheim .
95,20
Nürnberg
86,30
do. . .
95,10
Offenbach
94,00
do. v. 1914 .
½87,00
do. . . . .
Wiesbaden.
3½
do. . . .
3½
94,50
Worms . . . .
½
do. . . . . . ..
73,50
Lissabon v. 1888 .
94,10
Moskau v. 1912 . .
Stockholm v. 1880 . .
Wien Komm. . .
98,90
Wiener Kassenscheine
Zürich v. 1889 . .
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6

Pfandbriefe.
100,00
Berliner Hyp.-Bk.-Pf.
93.0
do. unkäb. 1918. .
1919.
do.
93,50
do.
1921.
9425
do. 1922.
35.50
83.50
do. .. ..
do. Komm.-Obl. unk. 1918
8500
Frankt. Hyp.-Bk. pr. 1910
95,00
1915
960
do.
4 9650
1920
do.
dc. Ser. 1219. .
..3½ 86,40
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
unkdb. 1910
86,50
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
94,00
Ser. 1542
4845
94.00
do. .
9600
do. unk. 1922 52
88,60
do. 1913.
do. Ser.45 . .
86,50
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,90
Ser. 12, 13, 16
96,90
14, 15, 17
do. . . . .
97,40
do. unkdb. 1920 .
97.50
19235
do.
84,25
do. Ser. 1, 2, 68 .
8t.10
do. 35
81,25
do. kündb. 1915
96,90
do. Komm. unk. 1913
96,90
1914
do.
1916 4 9,10
do.
1920 4 97,40
do.
1923 4 97,50
do.
do. verlosb. u. kündb. . 3½ 84,25
unkäb. 1915 3½ 84,25
do.
9460
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
4 95,80
do. unkdb. 1922. .
.3½ 86,00
do. . . .
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,00
unkdb. 1917
94,00
1919
do. . . . .
1921 4 34,10
do. . . . ..
1924
96,20
do. . . . .
3½ 84,60
do. . . . . . .
95,20
do. Komm. unk. 1923
1924 . 4 96,00
40.
96,40
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .
3½ 88,00
do. ..
Bank-Aktien.
Div.
Bank für elektr. Unter-
nehmungen
Zürich . . 10 (194,20
½ 151,40
Berg.-Märkische Bank.
Berliner Handelsges.. . . 8½ 1154.40
Darmstädter Bank . . . . 6½117.40
Deutsche Bank . . . . . . .12½246,00
Deutsche Vereinshank: . 6 117,60
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 113,00
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 185,70
Dresdner Bank . . . . . . . 8½ 150,90

Frankf. Hypothek.-Bankl 10 212.00
do. do. Kred.-Ver. 8½ 155,00
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 116,90
Nation.-Bank f. Deutschl.
6 1111,40
Pfälzische Bank . .
123,00
.. 842(13560
Reichsbank .
(12850
Rheinische Kredit-Bank.
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
104,70
Wiener Bank-Verein. . . 8 (13179
Aktien von Trans-
port
-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 1131,20
115,00
Norddeutscher Lloyd.
1500
Frankfurt. Schleppschiff.
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 128,95
Apatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½ 115,25
89,50
Baltimore .
10 2015/
Canada . . .
Schantung.
7½ 142,25
§ (1580
Prinz Henry.
0. 21,25
Lombarden
6 1112,50
Pennsylvania .
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik 28 1638,00
Chem. Fabrik Griesheim! 14
Farbwerke Höchst . . . . 30 1643,00
Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20 1315,00
Zement Heidelberg . . . . 10 153.20
Chemische Werke Albert 30 446,00
Holzverkohl. Konstanz . 15 314,00
Lahmeyer . . . . . . . . . . 6 129,20
Schuckert, Nürnberg. . . 8 1148,75
12 (211,75
Siemens & Halske. . .
Bergmann Elektr. . . . . . 5 1123.50
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 247,00
25 (335,50
Hagen Akkum.. .
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (177.90
0 82,50
Gummi Peter . . . . .
Adler-Fahrradwerke . . . 25 338,25
Maschinenfabr. Badenis 6 1128,00

Wittener Stahlröhren . . 0
Gasmotoren, Oberursel .8½ 1158,50
1121,45
Gasmotoren, Deutz . ..
Siemens Glas-Industrie . 15 (236,50
Enzinger Filter . . . . . . 23 297,00
10 145,60
Steaua Romana . . . . .
15 (201,00
Zellstoff Waldhof . . .
Bad. Zucker-Waghäusel .12,83/223,00
Neue Boden-Aktien-Ges.. O 1 83,50
Süddeutsche Immobilien 0 57,50
Bergwerks-Aktien.
Aumetz-Friede .
12 160,50
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 (225,00
Leonhard, Braunkohlen . 9 1162,00
Konkordia Bergbau . . . 23 (368,25
Deutsch-Luxemb. Bergb.! 10 1130,75
10 221.75
Eschweiler . . .

(en
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 1182,75
Harpen Bergbau. . . . . .11 183,25
Kaliwerke Aschersleben . 10 139,10
Kaliwerke Westeregeln . 13 205,00
Königin Marienhütte . . 6 81,00
Laurahütte .
§ 1151,00
Oberschles. Eisenbed.
6 82,50
Oberschl. Eisen-Industrie‟ 3 67,25
Phöniz Bergbau
18 238.50
Rheinische Braunkohlen 10 229,50
Riebeck Montan . . . . . . 12 199,00
South West.-Afr. Shares . 5 (119,00
Verzinsliche
Anlehenslose. (2t.
Badische
TIr. 100) 4
Cöln-Mindener . TIr. 1003½144,00
Holländ. Komm. . H. 100 3
Madrider .
Frs. 100 3 77,80
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 1140,30
Osterreicher 1860er Lose . 4 179,50
Oldenburger . . . . TIr. 40 3 (128,30
Raab-Grazer . . . . A. 1502½112,00
Unverzinsliche
Mk.
Anichenslose.
p. St.
Augsburger . .
A.
35,00
Braunschweiger.
TIr. 20 (202,00
Po. 45
Mailänder .
do.
Fe. 10
.. A. 7 36,00
Meininger
A. 10
Osterreicher v. 1864
v. 1858 . H. 100
do.
A. 100 441,00
Ungar. Staats . .
. Fs. 30
Venediger .
Türkische . . . . . . Fs. 400 /167,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. .
20,42
20-Franks-Stücke . .
16,29
Amerikanische Noten
14.19½
Englische Noten. . . .
20,46
Französische Noten. .
81,45
Holländische Noten .
169,40
Italienische Noten .
81,05
Osterr.-Ungarische Noten. . 85,10
Russische Noten. . .
Schweizer Noten. . . . . . . . 81,35
Reichsbank-Diskont .
do. Lombard 2sf.
Tendens:
Gut behauptet.

Dander und verkehr.

Frankfurt a. M., 15. April. (Börſe.) Trotz
der matten Neu=Yorker Kurſe und der Nachrichten aus
Mexiko die eigentlich auf die Börſe ungünſtig hätten wir=
ken
ſollen, zeigte der Markt, allerdings ohne lebhafteres
Geſchäft, eine bemerkenswerte Widerſtandsfähigkeit. Hier=
aus
geht hervor, daß ſpeziell den ungünſtigen Nachrichten
aus Mexiko hier keine größere Bedeutung mehr beigelegt
wird und die Baiſſepartei ſchritt angeſichts der Möglichkeit,
daß der entſcheidende Schlag in Mexiko bald fallen kann,
neuerdings wieder zu Deckungen, die dem Markte das
relativ feſte Gepräge gaben. Matt lagen wieder die Aktien
der diverſen ruſſiſchen Banken. Von Transportwerten
waren Schantung etwas feſter. Am Kaſſamarkt waren teil=
weiſe
Kursbeſſerungen zu verzeichnen. Höher notierten
unter anderem Jetter Feinmechanik 2½ Prozent, Enzinger
Filter 2 Prozent, Heidelberger Zement zirka 1½ Prozent;
niedriger waren u. a. Kleyer 1¾ Prozent, Frankenthaler
Zucker zirka 1¾ Prozent. Der Fondsmarkt bleibt dauernd
feſt bei unverändert flüſſigem Geldſtand.
Daimler=Motoren=Geſellſchaft
Stuttgart=Untertürkheim. Der Aufſichtsrat
ſtellt folgende Anträge: 1. Genehmigung der Bilanz per
31. Dezember 1913, die einſchließlich des Vortrages vom
Vorjahre (502947,80 Mark) mit einem Reingewinn von
3 214 168,41 Mark abſchließt; 2. Entlaſtung des Vorſtan=
des
und des Aufſichtsrates; 3. Verwendung des ( Rein=
gewinns
wie folgt: a) 4 Prozent Dividende auf das
Aktienkapital von 8000000 Mark 320000 Mark, b) Zu=
weiſung
an die Arbeiter=Unterſtützungskaſſe 30000 Mark,
c) Außerordentliche Abſchreibungen 934183,15 Mark,
d) Zuweiſung an den außerordentlichen Reſervefonds
500 000 Mark, e) Zuweiſung an den Dispoſitionsfonds
für Wohlfahrtszwecke 100000 Mark, f) Tantieme an den
Aufſichtsrat 82703,76 Mark, g) 10 Prozent Superdivi=
dende
auf 8000000 Mark 800000 Mark, Vortrag auf
neue Rechnung 447281,50 Mark.
Schiffsliſte für, billige Briefe nach
den Vereinigten Staaten von Amerika (10
Pfg. für je 20 Gramm). Die Portoermäßigung erſtreckt
ſich nur auf die Briefe, nicht auch auf Poſtkarten, Druck=
ſachen
uſw. und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten
Staaten von Amerika nicht auch nach anderen Gebieten
Amerikas, z. B. Kanada. Kaiſer Wilhelm II. ab Bre=
men
21. April, Kaiſerin Auguſte Victoria ab Hamburg
23. April, Kronprinz Wilhelm ab Bremen 28. April,
Imperator ab Hamburg 2. Mai, Kronprinzeſſin Cecilie‟
ab Bremen 5. Mai, Amerika ab Hamburg 9. Mai. Kai=
ſer
Wilhelm der Große ab Bremen 13. Mai. Poſtſchluß
nach Ankunft der Frühzüge. Alle dieſe Schiffe ſind Schnell=
dampfer
oder ſolche, die für eine beſtimmte Zeit vor dem

Agone de ſchnäte beſswengsgetcherdei ieten. 6e
empfiehlt ſich, die Briefe mit einem Leitvermerk, wie direk=
ter
Weg oder über Bremen oder Hamburg, zu ver=
ſehen
.

Landwirtſchaftliches.

* Landwirtſchaftliche Vorträge finden
ſtatt am Sonntag, den 19. April, nachmittags halb 4 Uhr,
in Erlenbach im Hotel Zum Lamm bei Witwe
Bitſch über: Aufzucht des Jungviehs. Referent: Großh.
Landwirtſchaftslehrer Dr. Wetz=Heppenheim. Nachmit=
tags
3 Uhr in Ober=Ramſtadt im Darmſtädter Hof
über: Hackfruchtbau und Unkrautbekämpfung. Referent:
Oekonomierat Haug=Darmſtadt.
Frankfurt a. M. 15. April. Schlachtvieh=
markt
. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 856 Schweine.
Preiſe pro 50 Kilogramm Lebendgewicht: Schweine über
3 Ztr. Lebendgewicht 4850 Mk. (Schlachtgewicht 6264),
vollfleiſchige Schweine über 2½ Ztr. Lebendgewicht 4750
Mark (6163 Mk.), vollfleiſchige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 48,5050 Mark (6264 Mk.), vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 48,5050 Mark
(6264 Mk.). Marktverlauf: Geſchäft lebhaft, geringer
Ueberſtand.
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en detail 5,256 Mark.

Vermiſchtes.

Elektriſche Treppenbeleuchtung. Die Beleuchtung
der Treppenhäuſer iſt von jeher eine Kalamität geweſen.
In Erkenntnis der großen Gefahren, die eine ſchlecht be=
leuchtete
Treppe darbietet, haben die Behörden zwar Vor=
ſchriften
erlaſſen; die Ausführung dieſer Vorſchriften liegt
aber in den Händen von Menſchen, die ſchließlich niemals
vollkommen zuverläſſig ſind. Der erfinderiſche Geiſt der
modernen Technik hat daher auch hier darauf geſonnen, die
menſchliche Tätigkeit durch rein automatiſche Einrichtungen
zu erſetzen. Der moderne elektriſche Treppenautomat iſt
eine Vorrichtung, die die Beleuchtung der Treppenhäuſer
nicht nur gemäß den geſetzlichen Vorſchriften ſelbſttätig
und unbedingt zuverläſſig reguliert, ſondern außerdem
noch eine Nachtbeleuchtung in denkbar bequemſter Form
geſtattet. Bei eintretender Dunkelheit ſchaltet der Automat
ſelbſttätig die im Hausflur und auf den Treppen verteil=
ten
elektriſchen Glühlampen ein, und zwar paßt ſich die
Einſchaltung, nachdem das Uhrwerk des Automaten ein=
mal
einreguliert iſt, dem Sonnenuntergange ganz auto=
matiſch
an. Zur feſtgeſetzten Polizeiſtunde ſchaltet dann
der Automat die Beleuchtung ſelbſttätig aus und bewirkt

gleichzeitig eine Umſchaltung derart, daß die Glühlampen
für eine gewiſſe kurze Zeit gewöhnlich drei Minuten
aufleuchten, wenn jemand in der Nacht auf einen der im
Hausflur und im ganzen Treppenhauſe verteilten Druck=
knöpfe
drückt. Kein Bewohner eines mit einer ſolchen
Eikrichtung verſehenen Hauſes braucht alſo, wenn er ſeine
Streichhölzer vergeſſen hat, oder ſeine elektriſche Taſchen=
laterne
verſagt, auf den Stufen gefahrvolle Kletterübungen
anzuſtellen, die unter Umſtänden von Lebensgefahr oder
ſchweren körperlichen Schäden begleitet ſind.
Für Hausbeſitzer iſt die Aufſtellung eines ſolchen Auto=
maten
noch inſofern von großer Tragweite, als damit
Haftpflichtanſprüche in Fortfall kommen. Natürlich wird
ſich ein Haus mit einer ſolchen automatiſchen Treppenbe=
leuchtung
und dem Komfort der Nachtbeleuchtung auch
weit leichter vermieten als andere.

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Taſchenformat und biegſamen Einband. Bd. 61: Segovia
und Avila. Von Dr. Aug. L. Mayer. 175 Seiten mit
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und Eintra. Von Prof. Dr. A. Haupt. 147 Seiten mit
108 Abbildungen. Gebunden 3 Mark. Bd. 63: Bam=
berg
. Von Prof. Dr. F. Leitſchuh. 304 Seiten mit 150
Abbildungen. Gebunden 4 Mark. Verlag von E. A. See=
mann
in Leipzig. Der altberühmten fränkiſchen Biſchof=
ſtadt
Bamberg iſt das 63. Bändchen der berühmten Kunſt=
ſtätten
gewidmet. Der Verfaſſer, ein wohlbekannter For=
ſcher
, begnügt ſich nicht mit bloßer Beſchreibung, ſondern
läßt an jedem Punkt ſeiner auf gründlichen Studien be=
ruhenden
und von warmer Begeiſterung getragenen Dar=
ſtellung
ſelbſtändiges Nachprüfen und Urteil erkennen. In=
einem
beſonderen Abſchnitt wird der Dam geſchildert, deſ=
ſen
zu den herrlichſten Denkmälern deutſcher Kunſt zäh=
lende
Bildwerke eingehend analyſiert werden. Daran
ſchließt ſich die Beſchreibung der übrigen Kirchen mit ihren
Kunſtſchätzen und der Profanbauten der Spätgotik, der
Renaiſſance und der Barockzeit, die entweder geiſtlicher
Kultur oder dem Stolz des Bürgertums ihre Entſtehung
verdanken. Der handliche Band, der mit 150 trefflichen
Abbildungen geſchmückt iſt, reiht ſich ſeinen Vorgängern
Würzburg Regensburg und Paſſau würdig an.
Das 61. Bändchen der Sammlung führt uns nach Spanien=
und ſchildert uns die kaliſtiſchen Städte Segovia und
Avila, die in ihrem Ausſehen noch viel Mittelalterliches
bewahrt haben. Portugals herrliche Hauptſtadt ſchil=
dert
im 62. Bändchen A. Haupt, der wie kein anderer zu
dieſer Aufgabe berufen iſt. Liſſabon iſt mit ſeinen Mar=
morkirchen
und Paläſten eine moderne Stadt, hat aber im
weſentlichen manche Reſte früherer Epochen bewahrt, de=
nen
der Verfaſſer liebevoll nachgeht.

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Nummer 104.

[ ][  ][ ]

Nr. 104.

Donnerstag, 16. April.

1914.

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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Nummer 104.

Monaco iſt jetzt gefallen. Es war die Meiſterſchaft des
Meeres, die in den letzten Jahren regelmäßig nur von den
Kreuzern beſtritten wird. Es ſtarteten 14 Boote, meiſt
franzöſiſcher Herkunft. Die Vorbedingungen waren wenig
günſtige und im Verlauf des über 200 Kilometer gehen=
den
Rennens wurde das Meer noch bewegter, als es ſchon
beim Start war. Das Ergebnis des Rennens iſt kein
allzu günſtiges zu nennen. Nachdem 12 der vorgeſchrie=
benen
32 Runden erledigt waren, fanden ſich nur noch
5 Fahrzeuge in Konkurrenz. Die erſten 100 Kilometer
fuhr Flambeau in 1.53:32. Es gab im weiteren Ver=
lauf
des Kampfes nur inſofern noch eine Veränderung,
als ſich Sigma IV die 1½ Runden beim Start verloren
hatte, ſich langſam auf den zweiten Platz vorſchob. Da
Flambeau zum Schluß auf einen Proteſt von E. Dubon=
net
, des Beſitzers von Pannah=Tellier III‟, hin disquali=
fiziert
wurde, wurde Sigma V‟ ſchließlich noch erſter
Preisträger. Flambeau hatte die 200 Kilometer in
3:49,1 zurückgelegt, Sigma V gebrauchte 4:38100. Drit=
ter
wurde Iken veux mit 4:41:55, Vierter Excelſior=
Monte Carlo mit 4:47:00, Fünfter Cockle Shell mit
5:32:37. Am Tage vorher waren zwei Rennen ausgefah=
ren
worden. Am Vormittag konkurrierten die gleichen
21=Fußboote in einem Handikap über 25 Kilometer. Sieg=
reich
blieb hier das gleiche Boot, Frizide=Pedibus mit
einer Fahrzeit von 28117,2. Am Nachmittag konkurrierten
die Gleitboote in einem 50=Kilometer=Rennen um den
Preis von Monaco. Das franzöſiſche Gleitboot Despu=
jols
, Sigma V ſiegte in 38:38,3. Zweiter wurde das
franzöſiſche Gleitboot V‟ Despujols in 44:23, den drit=
ten
Platz belegte der Engländer Bat Boat II‟ in 46:34,3.
Das franzöſiſche Boot Quatre Bis gab auf.

Luftfahrt.

Turnen, Spiele und Sport.

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Graditz’ Padua (Winter), 2. Swift (Shurgold), 3. Marius
(W. Plüſchke). Tot. 21:10, Pl. 12, 13, 20110. Unpl.:
Goethe (4), Jubilans, Scjorſe, Alteſſe, Pelidus, Corinth,
Allerweltskerl. Sicher, Hals21 Lg. Neuenhagener
Handikap; 5000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herren E.
und G. Buggenhagens Marcus (Slade), 2. Einwandfrei
(Kennedy), 3. Induſtrie (Shurgold). Tot. 150:10, Pl. 35,
18, 26:10. Unpl.: Treff As (4), Fria, Prinzipal, Ortner,
Bürgermeiſter, Wilde Jagd, Ops. Kampf, Hals-4 Lg.
bis Hals. Impuls=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1000
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Teichmann), 2. Heuſchrecke (Oleinik), 3. Vera (Kennedy).
Tot. 82:10, Pl. 25, 28, 19110. Unpl.: Blumenmädchen (4),
Wunderlampe, Domherr, Süße Nixe, Ika, Block, Ladoga,
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Weinbergs Aſtarte (Shaw), 2. Alabama (Archibald),
3. Ascanier (Slade). Tot. 20110, Pl. 11, 11:10. Unpl.:
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=Handikap; 5000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn
C. v. Brandts Moet (Davies), 2. Oſiris (F. Lane),
3. Kompaß (Hamſhaw). Tot. 114:10, Pl. 35, 58, 34:10.
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Charlys Couſin. Leicht 2½¾4 Lg.-Hals. Hoch=
ſtapler
=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn
R. Cordes Mars la Tour (Shurgold), 2. Puck (Slade),
3. Meſſalina (Schläfke). Tot. 28110, Pl. 13, 15, 20:10.
Unpl.: Exarch (4), Eidechſe, Vanitas, Balkan, Staccio=
nata
. Leicht 212 Lg.
sr. Waſſerſport. Das internationale Motor=
boot
=Meeting von Monaco. Die erſte große
Entſcheidung im internationalen Motorboot=Meeting von

* Der Sternflug nach Monaco. Im Wettbewerb um
die für den Sternflug nach Monaco ausgeſetzten Preiſe
ſcheint Brindejonc de Moulinais ohne Rivalen zu blei=
ben
. Der Wettbewerb wurde bereits am 15. d. M. ge=
ſchloſſen
. Bisher iſt es außer Brindejonc de Moulinais
nur Garros gelungen, eine der vorgeſchriebenen Strecken
zu abſolvieren. Garros machte den Flug in umgekehrter
Richtung und ſtartete in Monaco. Er flog zunächſt nach
Marſeille und ſetzte dann den Weiterflug nach Bordeaux
und Buc nach Paris fort. Er erzielte eine Flugzeit von
12 Stunden 11 Minuten 34 Sekunden. Die Zeit von
Brindejonc de Moulinais iſt damit überboten. Brinde=
jonc
de Moulinais hat inzwiſchen einen neuen Flug an=
getreten
. Er flog von Monaco aus nach Genua und ſetzte
den Flug nach Rom weiter fort. Unterwegs wurde er
infolge einer Motorpanne zu einer Zwiſchenlandung ge=
zwungen
; er hofft aber, die Reparatur noch rechtzeitig
ausführen zu können, um ſeine Zeit für den Flug Madrid=
Monaco und auch womöglich die von Garros vorgelegte
zu überbieten.

Nachrichten des Standesamts Darmſtadt I.

Geöffnet an Wochentagen von 912 Uhr vorm. und
85 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 9. April: dem Bürſtenmacher Wilhelm
Weber, Magdalenenſtr. 1, ein S. Friedrich. Dem
Schloſſer Gg. Schäfer. Arheilger Straße 48, ein S.
Georg. Am 10.: dem Proviantamtsarbeiter Friedrich
Schmelzle, Ludwigshöhſtr. 4, wohnhaft hier Grafen=
ſtraße
9, eine T. Erna. Am 11.: dem Bürſtenmacher Lo=
renz
Metz in Bensheim, wohnhaft hier Grafenſtr. 9,
ein S. Karl. Am 13.: dem Tapezier Karl Aberle, Lieb=
frauenſtr
. 102, eine T. Elfriede Marie. Am 7.: dem Schuh=
macher
Joſeph Sommer, Schwanenſtr. 2, ein S. Fried=

rich. Am 11.: dem Schloſſer Paul Andel, Rundeturm=
ſtraße
17, ein S. Paul Heinrich. Am 8.: dem Schneider
Karl Klein, Rundeiurmſtr. 14, ein S. Karl Wilhelm
Peter. Am 17.: dem Schreiner Matthäus Müller, Eliſa=
bethenſtr
. 35, eine T. Suſanna Anna Maria. Am 9.: dem
Ingenieur=Chemiker Maximilian Weirather, Viktoria=
platz
12, eine T. Am 10.: dem Schloſſer Jakob Krummeck,
Gardiſtenſtr. 4, eine T. Frieda Luiſe Emma.
Aufgebotene. Am 11. April: Kammacher Jakob Wie=
derſchein
in Ober=Ramſtadt und Eliſabethe Emich, da=
ſelbſt
. Am 14.: Werkſtättearbeiter Phil. Arras, Eſcholl=
brücker
Straße 1, und Margarete Numrich in Eſcholl=
brücken
. Bauführer Guſtav Bender und Thereſia Bar=
bara
Bender, beide in Aſtheim. Fabrikarbeiter Oskar
Robert Georg Zerba und Näherin Charlotte Kunkel=
mann
, Witwe, beide in Nied a. M. Redakteur und Ober=
korrektor
Konrad Popp. Schuchardſtr. 14, und Philippine
Welten, Inſelſtr. 22. Maſchinentechniker Jakob Eckart,
Liebigſtr. 67, und Eliſabeth Baecker, Feldbergſtr 70.
Bezirksmonteur Hermann Friedr. Flamm in Oſthofen
und Apollonia Hofmann, Helfmannſtr. 28.
Eheſchließungen. Am 8. April: Taglöhner Leonhard
Hönig mit Obſthändlerin Anna Blank, geb. Schnabel,
beide hier. Am 9.: Kaufmann Walter Bucher mit
Wilhelmine Nagel, beide hier. Fabrikarbeiter Ludwig
Nicolay mit Fabrikarbeiterin Katharina Wolf, beide
hier. Am 11.: Schneidermeiſter Karl Kirſch mit Ver=
käuferin
Eliſabeth Zöller, beide hier. Gendarm Johs.
Metzger, hier, mit Katharine Diefenbach in Gries=
heim
bei Darmſtadt. Schloſſer Georg Ußner mit Stroh=
hutnäherin
Chriſtina Donges, beide hier. Schloſſer
Hrch. Hauck in Traiſa mit Maria Heß, hier. Ge=
ſchäftsführer
Karl Kaiſer mit Natalie Burghardt,
beide hier. Schreiner Peter Blitz mit Katharina Horn,
beide hier. Kaufmann Franz Trebur in Offenbach a. M.
mit Elſa Thurke, hier. Lehrer Friedrich Krayer in
Rimhorn mit Lehrerin Eliſabetha Veith in Weiſenau.
Ingenieur Adam Reinheimer mit Antonie Reeg,
beide hier. Maſchinenſchloſſer Auguſt Sulzmann mit
Natalie Eiſenhauer, beide hier. Bureaugehilfe Adam
Körner mit Katharina Schloſſer beide hier. Bahn=
arbeiter
Hermann Harms in Schalksmühle, mit Weiß=
zeugnäherin
Katharina Strohmenger, hier. Am 14.:
Möbelpolierer Adolf Leder, hier, mit Schneiderin
Sophia Saggau in Uslar. Großh. Oberlehrer Fried=
rich
Balſer in Friedberg mit Emilie Zaun, hier.
Straßenbahnſchaffner Stephan Stemmler, hier, mit
Anna Fertig in Paderborn. Goldarbeiter Erich Tar=
gon
in Winterthur, mit Schneiderin Macia Beilſtein,
hier.
Geſtorbene. Am 10. April: Eliſabethe Meiſinger,
geb Ebert, Ehefrau des Tapeziers und Tanzlehrers, 34 J.,
kath., Lauteſchlägerſtr. 17. Anna Maria Hönig, T des
Fabrikarbeiters, 1 J., kath., Holzſtr. 23. Am 9.: Peter
Grohrock, Gaſtwirt, 50 J., ev., Darmſtr. 49. Am 11.:
Nikolaus Hübenthal, Reichsbankbeamter i. P., 64 J.,
kath., Heinheimerſtr. 81. Am 13.: Wilh. Jakob Marx=
S. des Eiſengießers, 7 Mte., ev., Erbacher Straße 17.
Am 12.: Sophie Franziska Nold, geb. Jung, Witwe des
Friſeucs 60 J., ev., Mauerſtr. 4. Barbara Stork, geb.
Horn, Witwe des Steueraufſehers, 87 J., ev., Grafenſtr. 9.
Am 11.: Georg Lampo, Landwirt, 30 J., ev., aus Groß=
Umſtadt, hier, Erbacher Straße 25. Henriette Ochs, geb.
Wagner. Witwe des Muſikers, 63 J., ev., Grafenſtr. 9.
Eliſabeth Koobl. T. des Steinhauers, 13 J., ev., aus
Zwingenberg. hier, Erbacher Straße 25. Mathilde Kil=
aus
, geb. Küfer Ehefrau des Gaſtwirts, 30 J., ev., aus
Auerbach, hier, Erbacherſtr. 25. Am 13.: Frieda Hugn=
ſchütz
, geb. Baier, Ehefrau des Kaufmanns, 24 J., ev.,
Große Ochſengaſſe 4.

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[ ][  ][ ]

Nummer 104.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. April 1914.

Seite 19,

Die geheimnisvolle Villa.

Ein Abenteuer des berühmten Detektivs Stuart Webbs.
In 4 Akten.
1. Akt.
Begütigend drückt Bankier Vengar die Hand Raoul
Bardys deſſen Antrag er ſoeben zurückgewieſen, und in
tiefer Niedergeſchlagenheit entfernt ſich der Anbeter der
liebreizenden Liddy, der einzigen Tochter des Bankiers.
Die Nacht iſt angebrochen! Silbern leuchtet die Ampel
auf das Lager Liddys und kaum vermögen die braunen
Sterne einen in ſpäter Abendſtunde eingetroffenen Brief
zu entziffern mit dem Tantchen den eieliclgenen Kodecik
zurückſendet und um Vorſicht bittet, da ſich in dem Apparat
noch eine unentwickelte Platte befinde. Liddy lächelt über
die Sorge Tantchens, dann dreht ſie das Licht aus und
bald verkünden tiefe Atemzüge den Schlaf der Jugend und
Sorgloſigkeit.
Mitternacht! Ein Fenſterriegel klirrt der Strahl
einer Blendlaterne blitzt auf, und dunkle Geſtalten gleiten
G

ins Zimmer . . . Liddy fährt auf, doch ein Tuch preßt ſich
auf ihr Geſicht . . . unhörbar verſchwinden die Schatten
mit ihrer koſtbaren menſchlichen Beute ..
Am nächſten Tage wird Liddy vermißt, und von ent=
ſetzlicher
Angſt gefoltert, lieſt Bankier Vengar ein bald
darauf einlaufendes Schreiben ſeiner Tochter indem ihm
dieſelbe mitteilt, daß ihre Entführer 50000 Mark Löſegeld
fordern, und flehentlich um ihre Befreiung bittet. Vengar
will die Summe bezahlen, doch die Polizei rät ihm, falſche
Banknoten zu ſenden.
Doch zu ſchlau arbeiten die Hyänen der Großſtadt,
um in die ihnen geſtellte Falle zu rennen. Ein vierfüßiger
Helfer holt das Geld vom verabredeten Orte und um=
ſonſt
iſt die Verfolgung der auf der Lauer liegenden Poli=
ziſten
, denn bald iſt die Spur des Hundes verloren. Noch
ein Ausweg bleibt, vielleicht der letzte!
Es iſt Stuart Webbs, der geniale Kriminaliſt! Nur
mit Beben hört die internationale Verbrecherwelt ſeinen
Namen!
Webbs erklärt ſich bereit, den ſchwierigen Fall zu über=
nehmen
. Es iſt ein Meiſterſtück, das ſeiner wartet, reich

an Ehre . . . aber auch an Gefahren! Es geht auf Leben
und Tod!
Als Chauffeur verkleidet, nimmt er die Unterſuchung
der Wohnung Vengars vor. Er bemerkt den herabge=
ſtoßenen
Kodal, und ſeine Vermutung, daß ſich durch die
Erſchütterung der Verſchluß gelöſt haben könnte und eine
Aufnahme erfolgt ſei, trifft zu.
Deutlich kann er auf der entwickelten Platte die ſchat=
tenhaften
Umriſſe von ſechs Männerbeinen ſehen.
Er findet ein Haar, welches ſich, unter das Mikroſkop
gebracht, als von einer grauen Perücke ſtammend, erweiſt.
Forſchend ruhen Webbs ſtahlharte Augen auf dem
alten Kammerdiener
Verwundert hört Raoul Bardy die Bitte des Detek=
tivs
, eine Annonce, laut der für Stuart Webbs ein Die=
nec
, auch für gröbſte Arbeiten, geſucht wird in der Mor=
ningpoſt
zu plazieren. Doch Raoul gehorcht ohne Frage,
und von neuer Hoffnung erfüllt begleitet der unglückliche
Vater die beiden Männer zur Türe.
(9769
(Fortſetzung folgt.)

Sehez
zin alkoholdrmes, würgiges
Vollkrafbier
aus Malz, Bopfen u. Raffinade
Obergatig -pastewisier
Brauerei-Füllung.
Ein Crank für Juné u. Alt. arztempfoh
ſen, besonders fürReconwulescenten, Blk
uime, Wöchnerümen, Nerpöse und .
Reezleidende.
Zu haben in einschlähicen Seschäften.
Vertreter: Rudolf Ringler, Darmstadt
Waldstrasse 54.

Festhaus Veren Darmstauf.
Vonnerstag, 23. April, abends 8½ Uhr
im grünen Zimmer des Kaisersaals:
Ordentliche Hauptversammlung.
Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls der vorjährigen Haupt-
versammlung
. 2. Jahresbericht des Vorsitzenden. 3. Rechnungs-
ablage
und Entlastung des Schatzmeisters. 4. Neuwahl des Vor-
standes
und der von der Hauptversammlung zu wählenden Mit-
Flieder des Verwaltungsbeirats. 5. Beratung und Beschluss-
fassung
über die vorliegenden Anträge. 6. Mitteilungen des
Herrn Geh. Oberbaurats Hofmann über den Festhausplatz und
seine Umgebung.
Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder bittet
Der Verstand.
9780)

Darmstädter Vortrugsverbandt
Montag, den 20. April 1914, abends 8¼ Uhr
im Festsaale der Turngemeinde, Woogsplatz 5
zum Besten des Festhaus-Vereins Darmstadt
Richard Wagners
arsifar
(9781
rezitiert durch
Herrn Hofrat Augo Edward.
Eintrittskarten: Sperrsitz zu 2.50 M., Saal zu 1.50 M., Vor-
saal
zu 1 M., Galerie zu 75 Pfg., Studentenkarten zu 50 Pfg. und
Schülerkarten zu 30 Pfg. sind im Verkehrsbureau und abends
an der Kasse zu haben.
Der Vorstand.

Volksverstofung u drchh. Herthedter.
Als nächſte Volksvorſtellung iſt vorgeſehen:
Montag, den 20. April, abends 7½ Uhr:
Filmzauber‟
Vorausbeſtellungen für dieſe Vorſtellung können bei dem
Verkehrsbüro und den betreffenden Vereinsſtellen bis Donnerstag
6 Uhr gemacht werden. Der allgemeine Kartenverkauf beginnt
Freitag vormittags.
Verkehrsverein.
9744)

Verein für Verbreitung von Volksbildung
Die Mitglieder und angeſchloſſenen Vereine erhalten Eintritts=
karten
für die Montag, den 20. April 1914, abends 8¼ Uhr,
im Feſtſaale der Turngemeinde ſtattfindende Vorlesung der
Parſifaldichtung von Herrn Hofrat Hugo Edward zu den be=
(9771
kannten ermäßigten Preiſen am Verkehrsbureau.
Der Vorstand.

Verfekter Klavierſpieler empf.
ſich für alle Gelegenheiten zu
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Heute A Donnerstag,
16. April
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Gella, Walter René, Richard
Manz etc.
Der geheimnisvolle Anbeter
Sketch in 1 Akt.
Ein Poiterabend
Schwank in 1 Akt.
Ermässigter Vorverkauf
in allen Verkaufsstellen gültig.
Samstag, 18. April
Repertoire-Wechsel.

V. A. C.
(Zweigverein Darmstadt)
Sonntag, 19. April:
1. Wanderung.
Stat. Wiebelsb.-Heubach-
Neustadt-Seckmauern-
Klingenberg a. Main.
5½ Stunden.
Abfahrt Darmstadt-Ost: 68 Uhr
vorm. mit Fahrkarte IV. Kl. nach
Wiebelsbach-Heubach.
Rückk. 8" Uhr abends. Gesamt-
fahrkosten
1,90 Mk.
(9748
Nächsten Freitag: Bierabend
in d. Brauerei Fay (Alexanderstr.).

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gut empfohlen. Man verlange Prospekt.
Großherz. Hoftheater.
Donnerstag, den 16. April 1914.
149. Abonnem.=Vorſtellung. C 37.
Shakeſpeare=Zyklus.
Erſter Abend:
Hamlet, Prinz von Dänemark.
Trauerſpiel in 5 Akten
von Shakeſpeare.
Perſonen:
Claudius, König
von Dänemark . Kt. Weſtermann
Hamlet, Sohn d.
vor. u. Neffe d.
jetzigen Königs . H. Baumeiſter
Polonius, Ober=
Kämmerer . . . Heinrich Hacker
Laertes, ſ. Sohn Kurt Ehrle
Horatio, Sohn d.
Statthalters von
Norwegen, Ham=
let’s
Freund . . Frz. Schneider
.Otto Wolf
Voltimand,
Cornelius,
Alexand. Monti
Roſenkranz,
Paul Peterſen
Güldenſtern, S. Rich. Jürgas
Bernardo, ) Offi= Emil Kroczak
Marcellus, ziere Auguſt Kräger
Francisco, Soldat Adolf Klotz
Der Geiſt von
Hamlet’s Vater. JohannesHeinz
Fortinbras, Prinz
von Norwegen Emil Jannings
Gertrude, Königin
von Dänemark,
Hamlet’s Mutter Sofie Doſtal
Ophelia, des Po=
lonius
Tochter Käthe Meißner
Osrik, ein Edel=
mann

. Emil Kroczak
Ein Schauſpieler. Herm. Knispel
Erſter 1 Toten= Adolf Jordan

Ein Bote
Ein Diener.
König .

Zweiter gräber Frz. Herrmann
. Br. Waigandt
Ein Prieſter . . Auguſt Kräger
Arthur Vetter
Ein Matroſe . . Kurt Schüppel
Im Schauſpiel:
Herm. Knispel

Perkeo-Saal
Alexanderstrasse.
Täglich abends 8 Uhr:
Grosse humoristische
Gastspiel-Konzerte
der
Glückssterne
bestrenommiertes Musik- Gesang-
und Tanz-Ensemble.
NB. Ab 1. Mai beginnt
die Theater-Saison im
Perkeo-Saal.
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Auflaufformen, Königskuchenformen,
Rehrückenformen Kranzformen,
Pfilzaufformen, Vanillebrotformen,
Pilzformen, Eisformen, Friture-Körbe,
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: 1.5. Reihe 2.35 , 6.8.
Reihe 1.95 , Proſzeniumsloge
5.20 , Mittelloge 5.20 , Bal=
konloge
4.70 , I. Rang 4.20 ,
II. Rang: 1.6. Reihe 2.15 ,
7. u. 8. Reihe 1.75 , I. Galerie
1.15 , II. Galerie 65 .
Kartenverkauf: an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater von 9½1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 81 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der Vor=
ſtellung
. (Im Verkehrsbüro wer=
den
auch telephoniſch Kartenbe=
ſtellungen
entgegengenommen.
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7 Uhr. Ende nach 10 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 17. April. 150. Ab.=Vſt.
D 38. Neu einſtudiert: Der
Wildſchütz. Gewöhnl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Samstag, 18. April. (Keine
Vorſtellung.)
Sonntag, 19. April. Außer Ab.
Frühlings=Feſtſpiele. 1.
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nierung
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Preiſe. Anfang nachmitt. 5 Uhr.
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Montag, 20. April. Außer Ab.
37. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. Filmzauber. An=
fang
7½ Uhr. (Vorverkauf bis
einſchließl. Montag, 20. April, im
Verkehrsbüro, Ernſt=Ludwigsplatz.
Verkauf der etwa noch vorhande=
nen
Karten am Tage der Vor=
ſtellung
auch an der Tageskaſſe
im Hoftheater zu den üblichen
Kaſſeſtunden.)
Aus dem Spielplan.
Dienstag, 21. April. 151. Ab.=Vſt.
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Kleider moderner Ausführung.
Einſarbig u. bunt gamiert. Serge, Cotelé,
Foule usw. Glatte und Tunique-Köcke.

Wir führen neben der allerbesten
Warg auch die gute Mittelware
und verkaufen dieselbe sehr billig.

wagener Schlofé
Goethestrasse 9 und H.
Frankfurt a. M.
Frankfurt a. M.

(X,9766